Talanx Aktiengesellschaft

Hannover

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Der Vorstand

Torsten Leue

Vorsitzender

Hannover

Vorsitzender des Vorstands

HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Auditing

Best Practice Lab

Communications

Corporate Development

Governance/​Corporate Office

Human Resources (bis 30. Juni 2022)

Investor Relations

Legal/​Compliance (bis 30. April 2022)

Sustainability/​ESG

Jean-Jacques Henchoz

Hannover

Vorsitzender des Vorstands

Hannover Rück SE, Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Reinsurance Division

Dr. Wilm Langenbach

Hannover

Vorsitzender des Vorstands

HDI International AG, Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Retail International Division

Dr. Christopher Lohmann

(bis 31. Dezember 2022)

Köln

Vorsitzender des Vorstands

HDI Deutschland AG, Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Retail Germany Division

Brand Management

Business Organisation

Data Protection (bis 30. April 2022)

Diversity & Inclusion

Information Technology

Dr. Edgar Puls

Hannover

Mitglied des Vorstands

HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover

Vorsitzender des Vorstands

HDI Global SE, Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Industrial Lines Division

Facility Management (bis 30. April 2022)

Procurement (Non-IT) (bis 30. April 2022)

Reinsurance Captive Talanx AG

Caroline Schlienkamp

(seit 1. Mai 2022)

Gehrden

Sprecherin des Vorstands

HDI AG, Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Data Protection

Facility Management

People & Culture (seit 01. Juli 2022)

Legal/​Compliance

Procurement (Non-IT)

Jens Warkentin

(seit 1. Januar 2023)

Köln

Vorsitzender des Vorstands

HDI Deutschland AG, Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Retail Germany Division

Brand Management

Business Organisation

Information Technology

Dr. Jan Wicke

Hannover

Mitglied des Vorstands

HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover

Im Talanx Vorstand verantwortlich für:

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Accounting

Collections

Controlling

Finance/​Participating Interests/​ Real Estate

Investments

Reinsurance Procurement

Risk Management

Taxes

Der Aufsichtsrat

Herbert K. Haas

(seit 8. Mai 2018)

Vorsitzender

Burgwedel

ehem. Vorsitzender des Vorstands

Talanx AG

Dr. Thomas Lindner

(seit 27. Juni 2003)

stv. Vorsitzender

Albstadt

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Groz-Beckert KG

Ralf Rieger *

(seit 19. Mai 2006)

stv. Vorsitzender

Raesfeld

Angestellter

HDI AG

Antonia Aschendorf

(seit 1. September 2011)

Hamburg

Rechtsanwältin

Mitglied des Vorstands

APRAXA eG

Geschäftsführerin

2-Sigma GmbH

Benita Bierstedt *

(seit 9. Mai 2019)

Hannover

Angestellte

E+S Rückversicherung AG

Rainer-Karl Bock-Wehr *

(seit 9. Mai 2019)

Köln

Leiter Kompetenzcenter Firmen

HDI AG

Sebastian Gascard *

(seit 9. Mai 2019)

Isernhagen

Syndikusrechtsanwalt

(Haftpflicht-Underwriter)

HDI AG

Jutta Hammer *

(seit 1. Februar 2011)

Bergisch Gladbach

Angestellte

HDI AG

Dr. Hermann Jung

(seit 6. Mai 2013)

Heidenheim

ehem. Mitglied der Geschäftsführung

Voith GmbH

Dirk Lohmann

(seit 6. Mai 2013)

Forch, Schweiz

Chairman

Schroders Capital ILS,

Schroder Investment Management

(Switzerland) AG

Christoph Meister *

(seit 8. Mai 2014)

Hannover

Mitglied im ver.di-Bundesvorstand

Jutta Mück *

(seit 17. Juni 2009)

Diemelstadt

Account Manager Vertrieb Industrie

HDI AG

Dr. Erhard Schipporeit

(seit 27. Juni 2003)

Hannover

selbstständiger Unternehmensberater

Prof. Dr. Jens Schubert *

(seit 8. Mai 2014)

Potsdam

Gewerkschaftssekretär

ver.di-Bundesverwaltung

Apl. Professor Leuphana Universität

Lüneburg

Norbert Steiner

(seit 6. Mai 2013)

Baunatal

ehem. Vorsitzender des Vorstands

K+S AG

Angela Titzrath

(seit 8. Mai 2018)

Hamburg

Vorsitzende des Vorstands

Hamburger Hafen und Logistik AG

* Arbeitnehmervertreter

Angaben zu den Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen entnehmen Sie bitte dem Geschäftsbericht der Talanx AG.

Aufsichtsratsausschüsse

Zusammensetzung zum 31. Dezember 2022

Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen.

Finanz- und Prüfungsausschuss

Dr. Hermann Jung, Vorsitzender

Herbert K. Haas

Jutta Hammer

Dr. Thomas Lindner

Ralf Rieger

Dr. Erhard Schipporeit

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dr. Thomas Lindner

Jutta Mück

Norbert Steiner

Vermittlungsausschuss

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dr. Thomas Lindner

Ralf Rieger

Prof. Dr. Jens Schubert

Nominierungsausschuss

Herbert K. Haas, Vorsitzender

Dirk Lohmann

Angela Titzrath

Aufgaben der Ausschüsse

Die detaillierte Aufgabenbeschreibung der Ausschüsse finden Sie im Corporate-Governance-Bericht im Kapitel "Aufsichtsrat".

Finanz- und Prüfungsausschuss

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Vorbereitung der Finanzentscheidungen des Gesamtaufsichtsrats

Entscheidung anstelle des Gesamtaufsichtsrats über bestimmte Finanzangelegenheiten, wie Gründung von Gesellschaften, Erwerb von Beteiligungen und Kapitalerhöhung bei Tochtergesellschaften innerhalb eines jeweils definierten Werterahmens

Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

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Vorbereitung der Personalangelegenheiten des Gesamtaufsichtsrats

Entscheidung anstelle des Gesamtaufsichtsrats über bestimmte Personalangelegenheiten, für die der Gesamtaufsichtsrat nicht zwingend ausschließlich zuständig ist

Vermittlungsausschuss

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Vorschlag für die Bestellung eines Vorstandsmitglieds, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht wird (§ 31 Abs. 3 MitbestG)

Nominierungsausschuss

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Empfehlung von geeigneten Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung

Zusammengefasster Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Die ausgeprägte unternehmerische Kultur und die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix bilden die Basis des Erfolgs des Talanx Konzerns.

Der Talanx Konzern

Geschäftsmodell

Der Talanx Konzern ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2022 weltweit 23.669 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird durch die börsennotierte Finanz- und Management-Holding Talanx AG mit Sitz in Hannover geführt. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 78,86 % der HDI V. a. G., ein seit rund 120 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Inklusive Mitarbeiteraktien befinden sich 21,14 % der Aktien im Streubesitz.

Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen geografischen Schwerpunkten (vgl. Abbildung).

IM KONZERN BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGE

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TALANX KONZERN
LEBEN UNFALL HAFTPFLICHT KRAFTFAHRT LUFTFAHRT 1
RECHTSSCHUTZ FEUER EINBRUCHDIEBSTAHL (ED) UND RAUB LEITUNGSWASSER (LW) GLAS
STURM VERBUNDENE HAUSRAT VERBUNDENE WOHNGEBÄUDE HAGEL TIER
TECHNIK EINHEIT TRANSPORT KREDIT UND KAUTION 2 ZUSÄTZLICHE GEFAHREN 3
BETRIEBSUNTERBRECHUNG BEISTANDSLEISTUNG LUFT- UND RAUMFAHRZEUGHAFTPFLICHT SONSTIGE SACH SONSTIGE SCHADEN

1 Einschl. Raumfahrt
2 Nur Rückversicherung
3 Zur Feuer- bzw. Feuer-Betriebsunterbrechungs-Versicherung (Extended Coverage-[EC-]Versicherung)

Die Talanx ist weltweit mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt mehr als 175 Ländern. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika.

Die Geschäftsbereiche des Konzerns führen ihre Kernprozesse eigenverantwortlich. In der international ausgerichteten Industrieversicherung und in den Rückversicherungssegmenten sind dies im Besonderen die Produktentwicklung, der Vertrieb und das Underwriting inklusive der Fachaufsicht. In den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung sind es die Bereiche Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Das Segment Konzernfunktionen ist zuständig für die Bereiche Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal, weitere Dienstleistungen sowie für die konzerninterne Rückversicherung der Erstversicherungssegmente.

Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen

Versicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung), Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2022 fort.

Der Vertrieb von Versicherungsprodukten ist umfangreichen rechtlichen Vorgaben unterworfen. Bei der Zusammenarbeit mit Vermittlern haben die Erstversicherer neben den gesetzlichen Vorgaben die Anforderungen des BaFin-Rundschreibens 11/​2018 zur Zusammenarbeit mit Versicherungsvermittlern sowie zum Risikomanagement im Vertrieb zu beachten. Die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten werden u. a. durch die Delegierte Verordnung (EU) 2017/​2358 der Europäischen Kommission bestimmt. Für den Bereich der Restschuldversicherung wurde mit dem Schwarmfinanzierungs-Begleitgesetz ein Provisionsdeckel gesetzlich verankert, der am 1. Juli 2022 in Kraft getreten ist.

In dem BaFin-Rundschreiben 2/​2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo) werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement.

Aufgrund des Geldwäschegesetzes (GwG) muss der HDI V. a. G. als "Mutterunternehmen der Gruppe" dafür Sorge tragen, dass alle zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen definierte Mindeststandards umsetzen. Die Gruppen-Geldwäschefunktion rollt anlassbezogen bzw. mindestens jährlich im vierten Quartal eines Jahres eine gruppenweite Risikoanalyse nach den Vorgaben des GwG in allen Geschäftsbereichen aus und dokumentiert die risikobasierten Maßnahmen der zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen. Zusätzlich wird durch ein gruppenweites Reporting auf Quartalsbasis der Informationsaustausch innerhalb der Gruppe sichergestellt. Das Risiko der Gruppe, zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden, wird insgesamt als gering eingestuft.

In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei den Unternehmen der HDI Gruppe eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/​2018 zu den Versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technisch-organisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Gleiches gilt hinsichtlich des Rundschreibens 11/​2019 zu den Kapitalverwaltungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (KAIT). Diese Rundschreiben werden laufend angepasst und erweitert. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Weiterhin gab es in diesem Jahr auf Ebene der EU und in Deutschland regulatorische Initiativen für Entwicklung, Einsatz und Nutzung von künstlicher Intelligenz, die auch die Versicherungswirtschaft betreffen und deren Entwicklung und konkrete Auswirkung auf den Talanx Konzern beobachtet wird.

Im Talanx Konzern verarbeiten wir u. a. für die Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagement-System auf die Beachtung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten.

Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx Konzerns Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Der Konzern widmet der Anpassung des Geschäfts und seiner Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können.

Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht - u. a. in Deutschland und Luxemburg.

Konzernstruktur

Der Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in "Versicherung" -mit sechs berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf.

In der Erstversicherung agieren wir mit den drei Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - mit den Segmenten Schaden/​Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden Geschäftsbereich zeichnet ein Vorstandsmitglied verantwortlich.

Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist weitgehend unabhängig von Drittgesellschaften und kann internationale Konsortien führen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei).

Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Europa, der Nahe Osten und Afrika, Amerika sowie Asien-Pazifik; sie betreibt außerdem diverse Sparten der globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung gliedert sich in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity.

Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt und als konzerninterner Rückversicherer fungiert. Zum Segment gehört außerdem die HDI AG, die seit dem 1. März 2022 als mitarbeiterführende Gesellschaft für die deutsche Erstversicherungsgruppe fungiert sowie der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH, die Ampega Asset Management GmbH und die Ampega Investment GmbH; die Ampega-Gesellschaften betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an.

KONZERNSTRUKTUR

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TALANX AG
GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMEN- ERSICHERUNG INTERNATIONAL
INDUSTRIEVERSICHERUNG PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND  
INDUSTRIAL LINES DIVISION RETAIL GERMANY DIVISION RETAIL INTERNATIONAL DIVISION
  SCHADEN/​UNFALLVERSICHERUNG LEBENSVERSICHERUNG  
  PROPERTY/​ CASUALTY INSURANCE LIFE INSURANCE  
HDI Global SE HDI Deutschland AG HDI International AG
HDI Global Specialty SE HDI Versicherung AG HDI Seguros S. A. (Argentina)
HDI Versicherung AG (Austria) Lifestyle Protection AG HDI Seguros S. A. (Brazil)
HDI Global Seguros S. A. (Brazil) neue leben Unfallversicherung AG HDI Seguros S. A. (Chile)
HDI Global Seguros S. A. (Mexico) LPV Versicherung AG HDI Seguros S. A. (Colombia)
  (formerly PB Versicherung AG)  
HDI Global Insurance Limited Liability Company (Russia) TARGO Versicherung AG HDI Seguros S. A. de C. V. (Mexico)
HDI Global SA Ltd. (South Africa) HDI Lebensversicherung AG HDI Seguros S. A. (Uruguay)
HDI Global Insurance Company (USA) HDI Pensionskasse AG TUiR WARTA S. A. (Poland)
HDI Global Network AG Lifestyle Protection Lebensversicherung AG TU na Zycie WARTA S. A. (Poland)
HDI Reinsurance (Ireland) SE neue leben Lebensversicherung AG TU na Zycie Europa S. A. (Poland)
  LPV Lebensversicherung AG TU Europa S. A.
  (formerly PB Lebensversicherung AG) (Poland)
  HDI Pensionsfonds AG HDI Assicurazioni S. p. A. (Italy)
  (formerly PB Pensionsfonds AG)  
  HDI Pensionsmanagement AG HDI Italia S. p. A.
  TARGO Lebensversicherung AG Magyar Posta Biztosito Zrt. (Hungary)
      Magyar Posta Életbiztosito Zrt. (Hungary)
      HDI Sigorta A. S. (Türkiye)
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TALANX AG
GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG
INDUSTRIEVERSICHERUNG
INDUSTRIAL LINES DIVISION REINSURANCE DIVISION
  SCHADENRÜCKVERSICHERUNG
  PROPERTY/​ CASUALTY REINSURANCE
HDI Global SE Hannover Rück SE
HDI Global Specialty SE E+S Rückversicherung AG
HDI Versicherung AG (Austria) Hannover ReTakaful B. S. C. (c) (Bahrain)
HDI Global Seguros S. A. (Brazil) Hannover Re (Bermuda) Ltd.
HDI Global Seguros S. A. (Mexico) Hannover Africa Limited
   
HDI Global Insurance Limited Liability Company (Russia) Hannover Life Re of Australasia Ltd.
HDI Global SA Ltd. (South Africa) Hannover Life Reassurance Bermuda Ltd.
HDI Global Insurance Company (USA) Hannover Re (Ireland) DAC
HDI Global Network AG Hannover Re South Africa Limited
HDI Reinsurance (Ireland) SE Hannover Life Reassurance Company of America
   
   
   
   
   
   
   
   
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TALANX AG
GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG KONZERNFUNKTIONEN
INDUSTRIEVERSICHERUNG  
INDUSTRIAL LINES DIVISION REINSURANCE DIVISION CORPORATE OPERATIONS
  PERSONENRÜCKVERSICHERUNG  
  LIFE/​HEALTH REINSURANCE  
HDI Global SE Hannover Rück SE HDI AG
HDI Global Specialty SE E+S Rückversicherung AG Ampega Asset Management GmbH
HDI Versicherung AG (Austria) Hannover ReTakaful B. S. C. (c) (Bahrain) Ampega Investment GmbH
HDI Global Seguros S. A. (Brazil) Hannover Re (Bermuda) Ltd. Talanx Reinsurance Broker GmbH
HDI Global Seguros S. A. (Mexico) Hannover Africa Limited  
     
HDI Global Insurance Limited Liability Company (Russia) Hannover Life Re of Australasia Ltd.  
HDI Global SA Ltd. (South Africa) Hannover Life Reassurance Bermuda Ltd.  
HDI Global Insurance Company (USA) Hannover Re (Ireland) DAC  
HDI Global Network AG Hannover Re South Africa Limited  
HDI Reinsurance (Ireland) SE Hannover Life Reassurance Company of America  
     
     
     
     
     
     
     
     

Nur die wesentlichen Beteiligungen Main participations only

Stand/​As at: 31.12.2022

Strategie

Der Talanx Konzern ist weltweit im Erst- und Rückversicherungsgeschäft aktiv sowohl in der Schaden/​Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum weltweit agierenden Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit mit unseren zum Teil langjährigen Industriepartnern und Privatkunden, um deren Bedürfnisse optimal zu bedienen. Im Talanx Konzern verbessern wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass wir in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügen, um unsere Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte konsequent zu erschließen. Durch diese Diversifikation stärken wir unsere Unabhängigkeit bzw. minimieren unsere Risikoanfälligkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Kunden, Investoren und Mitarbeiter.

An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum und damit langfristige Wertgenerierung. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen.

Während die Marke Talanx auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Geschäftsbereichen die hohe internationale und nationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/​oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine gute Basis für Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann.

Unter dem Leitmotiv "From Stabilisation to Acceleration" verfolgen wir mit der Konzernstrategie 2025 konsequent die Fortsetzung unseres Wachstumspfads und erhöhen das Ambitionsniveau unserer definierten Wachstums- und Profitabilitätsziele. Für den Gesamtkonzern streben wir eine Eigenkapitalrendite nach IFRS von mindestens 10 % an, um eine nachhaltige Wertschaffung sicherzustellen. Das Konzernergebnis wollen wir bis 2025 um mindestens 25 % steigern, getragen von fokussierten Geschäftsbereichsstrategien sowie strategischen Wachstumsinitiativen. Die Dividende je Aktie wollen wir für das Geschäftsjahr 2022 auf 2,00 EUR (+25 % gegenüber dem Vorjahr) erhöhen und bis 2025 stetig auf 2,50 EUR (+25 % gegenüber 2022) steigern. Als strategische Nebenbedingungen haben wir uns dabei insbesondere ein begrenztes Marktrisiko (< 50 %) und eine hohe regulatorische Solvenzquote (150-200 %) zum Ziel gesetzt.

Stärken und damit die Basis unseres Erfolgs sind die ausgeprägte unternehmerische Kultur im Konzern mit klaren dezentralen Verantwortlichkeiten weltweit, der Fokus auf das B2B-Geschäft, aus dem über 80 % unserer Prämien stammen, sowie die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix.

Die fortlaufende Optimierung des Kapitalmanagements ist ebenfalls integraler Bestandteil der Strategie 2025. Zentraler Fokus ist hierbei die Steigerung der Ergebnisabführung aus der Erstversicherung, um die finanzielle Flexibilität innerhalb des Konzerns zu maximieren, jederzeit eine solide Kapitalausstattung zu gewährleisten und langfristige Dividendenfähigkeit sicherzustellen. Kapital zum Ausbau des Geschäfts wird konsequent nur dort eingesetzt, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt sind. Geschäftsentscheidungen werden derart gesteuert, dass Kapital und Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen werden. Hierzu werden sowohl die Konzern-Kapitalstruktur als auch die lokalen Kapitalausstattungen unserer Tochtergesellschaften laufend optimiert. Darüber hinaus bündeln wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung konzernintern auf Holdingebene, um gruppenweit Kapital und Diversifizierungseffekte besser zu nutzen.

People Management ist ein weiteres Fokusthema unserer Strategie 2025. Mit unserer People-Strategie denken wir Recruiting zielgruppenorientiert und ganzheitlich ("Hire"). Unsere Mitarbeiter fördern wir gezielt durch attraktive Entwicklungspfade ("Develop"). Wir inspirieren unsere Mitarbeiter aktiv unsere Kultur weiterzuentwickeln und fördern Unternehmertum ("Inspire"). Dafür schaffen wir (Frei-) Räume und machen unsere Kultur erlebbar ("Xperience"). Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf das Thema Diversität, um Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Stärke für die nachhaltige Entwicklung des Konzerns zu nutzen. Weitere Details zu unserer People-Management-Strategie werden im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 86, vertieft.

Die Strategien der einzelnen Geschäftsbereiche wurden weiter geschärft und fokussiert. Mit der Strategie "HDI Global 4.0" positionieren wir uns im Geschäftsbereich Industrieversicherung als führender Partner für internationale Versicherungsprogramme und Dienstleister für Captives. Die auf profitables Geschäft ausgerichtete Zeichnungspolitik wird mit einer effizienten Kostenstruktur kombiniert. Der Bereich Spezialversicherung ist weiterhin ein zentrales Wachstumsfeld. Für das Industriegeschäft sehen wir insbesondere in Nordamerika, Europa, Australien sowie ausgewählten Schwellenländern Wachstumspotenzial. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Strategie "Go25" fokussiert fort. Neben starkem Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) werden hierbei insbesondere zusätzliche Kooperationen sowie organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften angestrebt. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wollen wir mit der Strategie "HINexT 2025" das starke Wachstum fortsetzen und dabei die Diversifizierung weiter vorantreiben. Ziel ist es, in unseren fünf definierten Kernmärkten in Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa jeweils eine führende Stellung einzunehmen, d. h. einer der Top-5-Anbieter im Bereich Schaden/​Unfallversicherung zu sein. Hierzu soll profitables organisches und anorganisches Wachstum beitragen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich mit der "Strategy 2021-2023" darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Hierbei spielen insbesondere die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen sowie der weitere Ausbau gesamtheitlicher, innovativer Rückversicherungsangebote eine wichtige Rolle. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir zudem das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen.

Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Das Thema Nachhaltigkeit stellt dabei einen der zentralen Eckpfeiler der Konzernstrategie dar. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environment, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik, im Betrieb sowie im gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns. Für die Kapitalanlage und das Versicherungsgeschäft haben wir uns das Ziel "Net Zero 2050" gesetzt. In unseren Betriebsstätten verfolgen wir weltweit konsequent unser "Net Zero"-Ziel 2030. Unseren sozialen Fokus legen wir insbesondere in den Bereichen "Diversity, Equity and Inclusion" sowie (Mitarbeiter-)Bildung. Weitere Informationen zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie finden sich im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 86.

Die Risikostrategie wird im Abschnitt "Risikobericht", Seite 116, erläutert und daher hier nicht weiter beschrieben.

STRATEGIE DES TALANX KONZERNS

Unternehmenssteuerung

Die Konzernstrategie ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. In Verbindung damit fokussieren wir uns auf die Kriterien Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Dabei berücksichtigen wir die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungsunternehmen und auch die Erwartungen der Ratingagenturen. Die vier Eckpfeiler unseres Zielsystems sind:

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starke Finanzkraft

nachhaltiges Wachstum

langfristige Wertschaffung

optimale Kapitaleffizienz

Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln:

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Kapitalmanagement

Performance-Management

Risikomanagement

Mergers & Acquisitions

Flankiert wird dieses Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen durch das Organisationsprinzip des Konzerns, das die Steuerungsfunktionen zentralisiert, während die Ergebnisverantwortung bei den Geschäftsbereichen liegt.

Die Finanzkraft bemessen wir im Konzern mit den Solvency-2-Kennzahlen und dem S&P-Ratingmodell.

Zur Steuerung der langfristigen Wert- und Profitabilitätssteigerung sowie zur Erhöhung der Kapitaleffizienz im Konzern nutzen wir die Kennzahl Intrinsic Value Creation (IVC) 1. Diese Kennzahl macht die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Konzerngesellschaften miteinander vergleichbar. Damit unsere Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren, betrachten wir den IVC im Fünfjahresdurchschnitt. Rechnerisch misst der IVC den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten. Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss die Veränderung aktivischer und passivischer stiller Reserven/​Lasten sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik (Berechnung siehe Abb. unten). Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen, einem friktionalen Kostensatz sowie einer zusätzlichen Risikomarge. Die Kostensätze legen einen Value at Risk von 99,5 % zugrunde, was dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht.

1 Mit Einführung von IFRS 17 wird die IVC-Berechnung überarbeitet

ÜBERLEITUNG VOM IFRS-JAHRESERGEBNIS ZUM IVC

1 Ökonomische Anpassungen, z. B. Veränderung des Schadenreservediskonts
2 NOPAT: Net Operating Profit after Adjustment and Tax (ökonomischer Gewinn)

Performance-Management

Das Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das Performance-Management. Es sichert eine effiziente systematische Konzernsteuerung und verknüpft unser unternehmerisches Handeln auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene mit unseren strategischen Zielen.

In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften Performance-Management-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus:

PERFORMANCE-MANAGEMENT-ZYKLUS

Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Die Zielindikationen ergeben sich aus den strategischen Konzernsteuerungsgrößen und den Konzerninitiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören Eigenkapitalrendite (RoE) und Dividende. Als flankierende Rahmenbedingungen werden dazu ein Risikobudget und eine Mindestkapitaladäquanz definiert. In Summe gibt der Holding-Vorstand damit für jedes Planjahr ein klares Anspruchsniveau im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau vor.

Im Anschluss an die Zielindikation werden die definierten Ziele hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit durch die Geschäftsbereiche validiert und anschließend im Talanx Vorstand als Basis für die operative Planung festgelegt.

Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur Steuerung des Geschäfts das Instrument des Management-Dashboards. Das Management-Dashboard bündelt alle wesentlichen strategischen und operativen Steuerungsgrößen und gibt somit einen Überblick über die nachhaltige Zielerreichung des Konzerns bzw. der Geschäftsbereiche. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Management-Dashboards erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber.

Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Geschäftsbereichsebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren.

DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICK 1

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GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL
SCHADEN/​ UNFALLVERSICHERUNG LEBENSVERSICHERUNG
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) Bruttoprämienwachstum Bruttoprämienwachstum Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt, nur Schaden/​Unfallversicherung)
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Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) - Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (netto, nur Schaden/​Unfallversicherung)
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Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite
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GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG
SCHADENRÜCKVERSICHERUNG
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt)
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Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto)
- -
Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite
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GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG KONZERN
PERSONEN- RÜCKVERSICHERUNG
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt)
- Neugeschäftswert Konzernergebnis
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) - Kapitalanlagerendite
- - Ausschüttungsquote
Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite Eigenkapitalrendite

1 Mit der Einführung des IFRS 17 ändern sich die operativen Steuerungsgrößen 2023 (nähere Einzelheiten siehe Prognosebericht und Erläuterungen im Anhang)

Ausschüttungsquote

Ausschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns

Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt)

Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GWP) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: GWP des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus GWP (Vj.), dividiert durch GWP (Vj.)

Eigenkapitalrendite

Jahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Kapitalanlagerendite

Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand

Kombinierte Schaden-/​Kostenquote
(netto, Schaden/​Unfallversicherung)

Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto)

Konzernergebnis

Konsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Neugeschäftswert (Leben)

Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter). Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-2-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen

Wirtschaftsbericht

Unser Konzern baute 2022 seine Profitabilität erfolgreich aus: Das Konzernergebnis stieg um 15,9 Prozent, die Eigenkapitalrendite auf 12,9 Prozent.

Märkte und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Volkswirtschaftliche Entwicklung

Mit der weniger gefährlichen Omikron-Variante, einer hohen Immunisierung der Bevölkerung sowie der sukzessiven Aufhebung covid-bedingter Beschränkungen schien Anfang 2022 der Boden für die Fortsetzung des Post-Covid-Aufschwungs aus dem Vorjahr bereitet. Infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine sowie im Zuge dessen explodierender Preise für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe trübte sich der Konjunkturausblick jedoch erheblich ein. Gebremst durch eine rekordhohe Inflation und eine restriktivere Geldpolitik ist die Weltwirtschaft nach ihrem Rekordjahr 2021 (+6,2 %) im Jahr 2022 nur noch um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

In Deutschland litt hierunter insbesondere die (energieintensive) Industrie, deren Ausstoß zuletzt immer noch knapp 9 % unterhalb seines Niveaus vor Pandemieausbruch lag. Gestützt durch umfangreiche Fiskalstimuli (u. a. Energiehilfen, 9-Euro-Ticket) sowie hohe Ersparnisse infolge des verhinderten Konsums der Pandemiejahre konnten die privaten Haushalte ihren Konsum trotz kräftigen Preisdrucks hingegen deutlich um 4,6 % gegenüber dem Vorjahr steigern - der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Im Zuge der starken inländischen Nachfrage übertraf das Wachstum der Importe dasjenige der Exporte trotz eines schwächeren Euro. Die Stimmungseintrübung bei Haushalten und Unternehmen sowie ein starker Zinsanstieg sorgten wiederum dafür, dass die Investitionen 2022 nahezu stagnierten, wobei die Bauinvestitionen zurückgingen. Auch aufgrund der stärkeren Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas, dessen Lieferung im Sommer nahezu vollständig zum Erliegen kam, blieb das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit +1,9 % sowohl hinter dem des Vorjahres (+2,6 %) als auch hinter demjenigen der Eurozone im Berichtsjahr (+3,3 %) zurück.

In den USA schrumpfte das BIP in den ersten beiden Quartalen 2022, womit sich die Wirtschaft zwischenzeitlich in einer technischen Rezession befand. Sowohl Zuwächse des privaten Konsums und der Investitionen (ohne Wohnungsbau) in diesem Zeitraum als auch der robuste Arbeitsmarkt (+4,8 Mio. neue Jobs) sprachen jedoch gegen eine breit angelegte Schwäche der US-Wirtschaft im vergangenen Jahr. Dennoch sorgten der Gegenwind durch die hohe Inflation sowie die ab März kontinuierlich straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed dafür, dass das Wachstum 2022 mit 2,1 % deutlich hinter dem Rekordjahr 2021 (+5,9 %) zurückblieb.

Das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern fiel 2022 im Gegensatz zu den Industrieländern hinter den Durchschnitt der letzten Jahre zurück, wobei sich hier jedoch ein differenziertes Bild zeigte. Das Schlusslicht bildeten die osteuropäischen Staaten, angeführt von den Kriegsparteien Russland und Ukraine, während sich insbesondere rohstoffexportierende Länder, beispielsweise aus Lateinamerika, angesichts der globalen Rohstoffpreisrallye an die Spitze setzten. Chinas Wachstum fiel wegen der bis Dezember anhaltenden strikten Zero-Covid-Politik sowie der Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt auf den zweitniedrigsten Wert seit fast 50 Jahren (+3,0 %).

REALES BRUTTOINLANDSPRODUKT

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In % gegenüber Vorjahr 2022 1 2021
Deutschland +1,9 +2,6
Euroraum +3,3 + 5,3
USA +2,1 +5,9
China +3.0 +8.4

1 Vorläufige Werte, Stand 7. Februar 2023

Starkes Nachfragewachstum im Zuge der Post-Pandemie-Erholung, eine nur sukzessive Lieferkettenentspannung sowie der Rohstoffpreisschock sorgten 2022 für neue Inflationsrekorde. Lag beispielsweise der europäische Gaspreis bis 2020 durchschnittlich unter 20 EUR/​MWh, betrug er Ende 2021 schon vor Kriegsausbruch über 70 EUR/​MWh und stieg 2022 in der Spitze bis auf 311 EUR/​MWh. Vor diesem Hintergrund erreichte die Inflationsrate in der Eurozone in der Spitze 10,7 % und lag im Jahresdurchschnitt 2022 bei 8,4 % - der höchste Wert seit Beginn der Währungsunion. In den USA sorgte insbesondere ein breit angelegter Preisdruck infolge hoher Nachfrage und steigender Löhne für einen Spitzenwert von 9,1 % (Jahresdurchschnitt 2022: 8,0 %, 4-Jahrzehnte-Hoch).

Neben vielen anderen Notenbanken rund um den Globus vollzogen vor diesem Hintergrund auch die Fed und die EZB 2022 die geldpolitische Wende. Erstere erhöhte ihren Leitzins in einem Tempo, das seit den 1980er-Jahren seinesgleichen sucht, von 0,00- 0,25 % auf 4,25-4,50 %. Die EZB wiederum beendete die seit 2014 währende Phase negativer Leitzinsen und erhöhte den Einlagensatz von -0,50 % auf 2,00 %. Erstmals seit 2011 erhalten Geschäftsbanken damit wieder eine positive Verzinsung auf ihre Einlagen bei der Notenbank.

Kapitalmärkte

Die internationalen Aktienmärkte reagierten im Februar/​März mit erheblichen Kursverlusten auf den Kriegsausbruch und konnten die anfänglichen Verluste im Jahresverlauf nicht mehr aufholen (DAX -12,4 %; EURO STOXX -14,5 %; S&P 500 -19,7 %). Eine noch schlechtere Performance verzeichneten die Schwellenländer (MSCI EM -21,8 %), wobei sich hier regional infolge der direkten und indirekten Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sowie der Covid-Politik in China heterogene Entwicklungen zeigten (MSCI China -22,1 %; MSCI Latin America -0,1 %; MSCI Eastern Europe -82,9 %, alle in US-Dollar).

Verantwortlich für die schwache Aktienmarktperformance zeichnete abseits regionaler Entwicklungen insbesondere die Abkehr der Notenbanken von ihrer lockeren Geldpolitik, die simultan auch an den Rentenmärkten für kräftige Kursverluste sorgte. So stieg die Rendite 10-jähriger US-Treasuries in der Spitze von 1,51 % auf 4,24 % und lag am Jahresende bei 3,87 %. Die Rendite von Bundesanleihen gleicher Laufzeit verließ 2022 negatives Terrain und kletterte von -0,18 % auf 2,57 %. Im Einklang mit den Preisen vieler anderer Rohstoffe stieg der Ölpreis (Brent) in der Spitze kräftig von 78 USD auf 128 USD je Barrel, lag zum Jahresende mit 86 USD je Barrel jedoch nur rund 10 % höher als zu Jahresbeginn. Der Euro fiel erstmals seit 20 Jahren temporär unter die Parität zum US-Dollar und verlor auf Jahressicht 5,9 % auf 1,07 USD.

Deutsche Versicherungswirtschaft

Schaden/​Unfallversicherung

In der Schaden/​Unfallversicherung hatte die deutsche Versicherungswirtschaft 2022 gegenüber dem Vorjahr ein gesteigertes Prämienwachstum zu verzeichnen. Die Gesamtentwicklung stand dabei im Zeichen von inflationsbedingten Beitrags- sowie Summenanpassungen. Das Kfz-Geschäft konnte ein nominales Beitragsplus verzeichnen, war jedoch durch weniger Neuzulassungen und Umschreibungen im Vergleich zum Vorjahr geprägt.

Die Schadenzahlungen lagen in Summe unter dem Niveau des Vorjahres. Die Naturgefahrenbilanz der deutschen Sachversicherer war 2022 im Vergleich zum Vorjahr von wenigen Extremereignissen geprägt und lag damit nur marginal über dem langjährigen Durchschnitt. Die schwersten Elementarschäden verursachten die Winterstürme "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" Anfang des Jahres.

Lebensversicherung

Die Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung lagen 2022 unterhalb des Vorjahresniveaus. Ursache hierfür war insbesondere die schwache Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts. Das Geschäft zu laufenden Beiträgen konnte hingegen ein leicht positives Wachstum verzeichnen. Die Anlagebedingungen am Kapitalmarkt haben sich im Jahr 2022 für Lebensversicherer verbessert, jedoch stellt sich der positive Effekt höherer Marktzinsen auf die Kapitalanlagen erst mit der Zeit ein. Die Profitabilität ist aufgrund der vorausgegangenen langen Niedrigzinsphase zunächst weiterhin belastet.

Internationale Versicherungsmärkte

Der Talanx Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Regionen Europa und Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut der Konzern seine Präsenz weltweit weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen.

Schaden/​Unfallversicherung

Die internationale Schaden/​Unfallversicherung hat sich angesichts des makroökonomischen Umfelds widerstandsfähig gezeigt. Trotz der hohen weltweiten Inflation konnte im Jahr 2022 insgesamt ein positives reales Prämienwachstum verzeichnet werden. Besonders das Industriegeschäft konnte von einer weiteren Marktverhärtung profitieren. Das Wachstum in den Schwellenländern fiel höher aus als in den entwickelten Versicherungsmärkten.

Unter den entwickelten Versicherungsmärkten wies Asien-Pazifik das stärkste Wachstum auf. Nordamerika konnte ebenfalls ein positives reales Prämienwachstum verzeichnen. In Europa hingegen war die Prämienentwicklung unterhalb der Inflationsrate. Das positive reale Prämienwachstum in den Schwellenländern war sowohl durch das Wachstum in China als auch in Lateinamerika getrieben.

Die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden lagen im Berichtsjahr unterhalb des Vorjahresniveaus, jedoch erneut über dem bisherigen Zehnjahresdurchschnitt. Mehr als ein Drittel der Gesamtschäden und rund die Hälfte der weltweiten versicherten Schäden wurde durch den Hurrikan "Ian" Ende September in den USA und Kuba verursacht. Europa war im Jahr 2022 durch die Winterstürme "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" sowie Hagelstürme in Frankreich und im angrenzenden Spanien belastet.

Die internationale Schaden-Rückversicherung konnte im Berichtsjahr ebenfalls ein positives Prämienwachstum verzeichnen. Angesichts der erhöhten makroökonomischen Unsicherheit, des anhaltenden Trends zu höheren Einzelschäden aus Naturkatastrophen sowie insbesondere der Inflationsentwicklung setzte sich der bereits in den Vorjahren zu beobachtende Trend zu Preissteigerungen im Zuge der unterjährigen Vertragserneuerungsrunden fort.

Lebensversicherung

Die Beitragseinnahmen der internationalen Lebensversicherungsmärkte lagen aufgrund des herausfordernden Geschäftsumfelds unterhalb des Vorjahresniveaus. Der Rückgang der Gesamtprämien geht dabei primär auf die entwickelten Versicherungsmärkte zurück. Insbesondere Europa und Asien-Pazifik verzeichneten verminderte Prämieneinnahmen. Nordamerika konnte hingegen ein positives Wachstum oberhalb der Inflation verzeichnen. In den Schwellenländern lagen die Beitragseinnahmen leicht über den Inflationsraten. Dies gilt sowohl für China als auch für die übrigen Schwellenländer Asiens sowie Lateinamerika.

Die internationale Personen-Rückversicherung war auch im Jahr 2022 weiterhin von den negativen Effekten der Corona-Pandemie betroffen, wenn auch weniger stark als im Vorjahr. Trotz der zusätzlichen makroökonomischen Herausforderungen konnte ein positives Beitragswachstum verzeichnet werden.

Geschäftsentwicklung

Der Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international voran: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Profitabilisierung seines Geschäfts, kombiniert mit einer effizienten Kostenstruktur, auf Wachstum im Ausland und im Bereich der Spezialversicherung. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Strategie fokussiert fort. Er strebt weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das starke Wachstum fortgesetzt und die Diversifizierung vorangetrieben werden mit dem Ziel, zu den Top 5 in der Schaden/​Unfallversicherung in unseren Kernmärkten zu zählen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken durch die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen weiter auszubauen und gesamtheitliche, innovative Rückversicherungsangebote, insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität, auszubauen. Das Konzernergebnis (1.172 Mio. EUR) und das operative Ergebnis (3.372 Mio. EUR) stiegen trotz herausfordernder Rahmenbedingungen um 15,9 % bzw. um 37,4 %; die gebuchten Bruttoprämien stiegen um 17,4 % auf 53,4 Mrd. EUR.

GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN
In Mrd. EUR

OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT)
In Mrd. EUR

AM Best stuft das Finanzstärke-Rating hoch

Die internationale Ratingagentur AM Best hat die Bonitätsratings des HDI V. a. G., der Talanx AG und ihrer mit Rating versehenen Erstversicherungstöchter wie folgt hochgestuft: das Finanzstärkerating von "A" (excellent) auf "A+" (superior), das Emittentenrating von "a+" (excellent) auf "aa-" (superior).

Aus Sicht von AM Best spiegelt sich in der Hochstufung die konsequente Bilanzstärkung der letzten Jahre wider, unterstützt durch ein konservatives Risikomanagement sowie die stabile und gute Ertragslage.

Deutlich höheres Ambitionsniveau für den Talanx Konzern

Der Konzern gibt sich mit der neuen Strategie 25 ein deutlich höheres Ambitionsniveau in den nächsten drei Jahren: Die Eigenkapitalrendite soll dauerhaft bei mehr als 10 % liegen, das Konzernergebnis soll bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025 um über 25 % auf rund 1.600 Mio. EUR steigen. Der Vorstand wird der Hauptversammlung 2023 eine um 25 % höhere Dividende von 2,00 (1,60) EUR für das Geschäftsjahr 2022 vorschlagen und strebt eine weitere Steigerung um insgesamt 25 % in den nächsten drei Jahren mit einer Zieldividende von 2,50 EUR für das Geschäftsjahr 2025 an. Eine neue Personalstrategie, die einen Fokus auf die Gewinnung von Fachkräften legt wie auch die sich bietenden Chancen von Diversity und New Work nutzt, unterstützt diese strategischen Zielsetzungen.

Talanx Konzern finanziert im Jahr 2022 nachhaltige Mobilität in Rostock

Der Talanx Konzern investiert als Kooperationspartner für kommunale Unternehmen über 60 Mio. EUR in die Anschaffung von neuen, fahrgastfreundlichen Straßenbahnen für den Rostocker Nahverkehr. Mit der Finanzierung der Straßenbahnen setzt sich der Konzern für den Erhalt eines leistungsfähigen und emissionssparenden ÖPNV ein und fördert damit Mobilitätslösungen im Rahmen einer nachhaltigen Verkehrswende.

Energiesicherheit und nachhaltige Energieinfrastruktur

Der Talanx Konzern finanziert über die Ampega Asset Management GmbH ein großes Unterseekabel-Projekt. Ein Konsortium aus 20 nationalen und internationalen Finanzinstituten hat sich im Financial Closing auf die gemeinsame Finanzierung festgelegt; der Konzern ist durch Ampega als größter kommerzieller Kapitalgeber in EUR vertreten - und kann sich damit für nachhaltige Energieinfrastruktur und Energiesicherheit gleichermaßen engagieren.

Geschäftsverlauf Konzern

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Gebuchte Bruttoprämien steigen um 17,4 %

Eigenkapitalrendite mit 12,9 % über dem Zielwert von 10 %

Vorschlag einer Dividendenerhöhung auf 2,00 EUR an die Hauptversammlung

WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 53.431 45.507 +17,4 %
Verdiente Nettoprämien 44.722 37.863 +18,1 %
Versicherungstechnisches Ergebnis -792 -2.195 +63,9 %
Kapitalanlageergebnis 3.700 4.718 -21,6 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 3.372 2.454 +37,4 %
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto, nur Schaden/​ Unfallversicherung) in % 98,9 97,7 +1,2 Pkt.

STEUERUNGSGRÖSSEN

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In % 2022 2021 +/​-
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) 13,2 11,8 +1,4 Pkt.
Konzernergebnis in Mio. EUR 1.172 1.011 +15,9 %
Kapitalanlagerendite 2,6 3,4 -0,7 Pkt.
Eigenkapitalrendite 12,9 9,6 +3,3 Pkt.
Ausschüttungsquote 1 43,2 40,1 +3,1 Pkt.

1 Bezogen auf den Gewinnverwendungsvorschlag, siehe Anhangkapitel "Sonstige Angaben", Seite 244

Prämienvolumen

Im Berichtsjahr stiegen die gebuchten Bruttoprämien im Konzern um 17,4 % - währungskursbereinigt um 13,2 % - auf 53,4 (45,5) Mrd. EUR; die verdienten Nettoprämien stiegen um 18,1 % auf 44,7 (37,9) Mrd. EUR. Die Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung International und Schaden-Rückversicherung waren die hauptsächlichen Treiber dieses Wachstums. Der Selbstbehalt blieb mit 87,7 (87,8) % nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um 63,9 % auf -792 (-2.195) Mio. EUR, u. a., weil der Schadenaufwand für Corona-Schäden im Segment Personen-Rückversicherung deutlich rückläufig war, im Segment Schaden-Rückversicherung Covid-19-Reserven aufgelöst wurden und sich die Zuführung zu Rückstellungen für Beitragsrückerstattung aus Beteiligungen der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis im Segment Leben der Privat- und Firmenversicherung Deutschland deutlich verringerte. Die Großschadenbelastung lag bei 2.176 (1.745) Mio. EUR, sie übertraf damit das Großschadenbudget für das Berichtsjahr von 1.810 Mio. EUR hauptsächlich aufgrund der Belastungen durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Schäden aus Naturkatastrophen lagen insgesamt bei 1.529 (1.261) Mio. EUR, die Belastungen aus dem Ukraine-Krieg - in der Hauptsache im Segment Schaden-Rückversicherung - lagen bei 367 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte auf 98,9 (97,7) %.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis lag bei 3,7 (4,7) Mrd. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge stiegen um 611 Mio. EUR, vorwiegend aufgrund hoher Erträge aus inflationsgebundenen Anleihen; sie konnten den Rückgang des außerordentlichen Kapitalanlageergebnisses (-1,6 Mrd. EUR, davon -1,3 Mrd. EUR aus Abgangsergebnissen vorwiegend im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland/​ Segment Leben und im Geschäftsbereich Rückversicherung) jedoch nicht kompensieren. Positiv trug die Einbringung von Beteiligungen im Bereich Private Equity in ein Gemeinschaftsunternehmen zum Ergebnis bei. Hiervon wurden 558 Mio. EUR im Kapitalanlageergebnis und 518 Mio. EUR im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Die Kapitalanlagerendite lag bei 2,6 (3,4) %.

Operatives Ergebnis und Konzernergebnis

Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Berichtsjahr um 37,4 % auf 3,4 (2,5) Mrd. EUR, vor allem aufgrund der verbesserten Profitabilität in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung und Privat- und Firmenversicherung International, der beschriebenen Einbringung von Beständen nicht notierter Unternehmensbeteiligungen in ein Gemeinschaftsunternehmen im Segment Schaden-Rückversicherung sowie rückläufige Belastungen aus der Corona-Pandemie in der Personen-Rückversicherung.

Das Konzernergebnis stieg trotz herausfordernder Rahmenbedingungen, u. a. aufgrund der hohen Großschadenbelastung, auf 1.172 (1.011) Mio. EUR. Der Anteil der Erstversicherungsgruppe am Konzernergebnis blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil bei 43 (45) %. Die Eigenkapitalrendite lag bei 12,9 (9,6) %.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM KONZERN

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Bruttoprämienwachstum 1 (währungskursbereinigt) 13,2 mittleres einstelliges Wachstum
Konzernergebnis 2 in Mio. EUR 1.172 1.050 - 1.150
Kapitalanlagerendite 3 2,6 ~ 2,4
Eigenkapitalrendite 4 12,9 ~ 10
Ausschüttungsquote 43,2 35 - 45

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "~ 10 % (> 50 Mrd. EUR)"
2 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "am oberen Ende der Spanne zwischen 1.050 und 1.150 Mio. EUR"
3 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "~2,5 %"
4 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">10 %"

Die Bruttoprämien lagen im Berichtsjahr währungskursbereinigt mit 13,2 % oberhalb der Prognose, die für 2022 unterjährig auf "im oberen einstelligen Prozentbereich" angehoben wurde. Das Konzernergebnis übertraf mit 1.172 (1.011) Mio. EUR ebenfalls die Prognose für das Berichtsjahr leicht. Die Kapitalanlagerendite (2,6 %) und die Eigenkapitalrendite (12,9 %) lagen beide oberhalb der Prognosen von rund 2,4 % bzw. rund 10 %. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 (1,60) EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 43,2 (40,1) %. Sie liegt damit im strategischen Zielkorridor von 35 % bis 45 %.

Entwicklung der Geschäftsbereiche im Konzern

Die Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall- und Lebensversicherung, Privat- und Firmenversicherung International, Schadenrückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". Zum 1. März 2022 wurden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus mitarbeiterführenden Gesellschaften der deutschen Talanx Erstversicherungsgruppe in der HDI AG zusammengeführt.

ANTEIL DER SEGMENTE AN DEN BRUTTOPRÄMIEN 1
In %

1 Nach Eliminierung konzerninterner, segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

Industrieversicherung

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Beitragswachstum im Wesentlichen getrieben durch Specialty-, Haftpflicht- und Sachgeschäft

Versicherungstechnisches Ergebnis verbessert durch positive Entwicklung im Frequenzschadenbereich

Kapitalanlageergebnis erwartungsgemäß unter dem Vorjahr nach außergewöhnlich hohen Erträgen aus Private Equity

WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 8.913 7.560 +17,9 %
Verdiente Nettoprämien 4.402 3.428 +28,4 %
Versicherungstechnisches Ergebnis 191 46 +316,3 %
Kapitalanlageergebnis 254 300 -15,1 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 252 196 +28,3 %

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG

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In % 2022 2021 +/​-
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) 12,9 14,0 -1,1 Pkt.
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) 95,7 98,7 -3,0 Pkt.
Eigenkapitalrendite 9,5 6,7 +2,9 Pkt.

Marktentwicklung

Das Industrieversicherungsgeschäft war im Geschäftsjahr 2022 stark durch makroökonomische Risiken und Naturkatastrophen gekennzeichnet. Gleichzeitig war im Markt eine positive Entwicklung bei Preisen und Konditionen in nahezu allen Regionen und Sparten zu verzeichnen. Die Kapitalmärkte wurden insbesondere durch den Ukraine-Konflikt, steigende Inflationsraten sowie die daraus resultierende geldpolitische Kehrtwende vieler Notenbanken bestimmt.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Industrieversicherung beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 8,9 (7,6) Mrd. EUR und lagen damit über unseren Erwartungen. Sie stiegen um 1,3 Mrd. EUR respektive 17,9 % (währungsbereinigt 12,9 %). Beitragssteigerungen konnten im Wesentlichen aufgrund des Wachstums im Specialty-, Haftpflicht- und Sachgeschäft erreicht werden. Das Wachstum wurde vorangetrieben durch Neugeschäft und deutliche Ratensteigerungen. Damit konnte die Profitabilität weiter verbessert werden. Die verdienten Nettoprämien stiegen aufgrund eines höheren Eigenbehalts in Specialty überproportional zu den gebuchten Bruttoprämien und erhöhten sich um 28,4 % respektive 1,0 Mrd. EUR auf 4,4 (3,4) Mrd. EUR.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Nettoergebnis liegt mit 191 (46) Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr. Die Schadenquote (netto) verbesserte sich auf 77,0 (80,9) %, im Wesentlichen durch den positiven Schadenverlauf im Frequenzbereich und die anhaltende Profitabilisierung des Bestands. Damit konnten der wachstums- und inflationsbedingte Anstieg des Schadenaufwands über alle Sparten sowie die Überschreitung des Großschadenbudgets um 52 (96) Mio. EUR kompensiert werden. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen war durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Kennzeichnend für die Großschadenentwicklung waren die Naturkatastrophenereignisse Flut Australien, die Hurrikans "Ian" und "Fiona" sowie eine Vorsorge für mögliche Belastungen aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die Nettokostenquote erhöhte sich infolge des erhöhten Eigenbehalts in Specialty auf 18,7 (17,7) %. Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote belief sich auf 95,7 (98,7) %.

Kapitalanlageergebnis und übriges Ergebnis

Gesamthaft beläuft sich das Kapitalanlageergebnis im Geschäftsjahr 2022 auf 254 (300) Mio. EUR. Nach einem herausragenden Vorjahr sanken erwartungsgemäß sowohl die ordentlichen Erträge in dem Bereich Private Equity als auch die realisierten Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Positiv entwickelten sich hingegen die laufenden Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren.

Das übrige Ergebnis liegt mit -194 (-149) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr. Das Berichtsjahr wird insbesondere durch einen Währungskursverlust von 54 (19) Mio. EUR und einen wachstumsbedingten Kostenanstieg belastet.

Operatives Ergebnis und Konzernergebnis

Das EBIT liegt infolge der vorgenannten Effekte im Berichtsjahr mit 252 (196) Mio. EUR über unseren Erwartungen, was wesentlich auf das verbesserte versicherungstechnische Ergebnis zurückzuführen ist. Der Anteil des Geschäftsbereichs Industrieversicherung am Konzernergebnis beläuft sich auf 177 (143) Mio. EUR und konnte damit positiv zum Konzernergebnis beitragen.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) 12,9 > 7
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (netto) 95,7 < 98
Eigenkapitalrendite 1 9,5 ~ 8

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">8 %"

Das Bruttoprämienwachstum liegt mit einer Steigerung von 17,9 % (währungskursbereinigt 12,9 %) über den ursprünglichen Erwartungen. Hierzu trägt ein überdurchschnittliches Wachstum primär im Specialty-Geschäft sowie auch im Sach- und Haftpflichtportfolio bei.

Trotz der Überschreitung des Großschadenbudgets infolge der Belastung aus Naturkatastrophenereignissen wurde eine kombinierte Schaden-/​Kostenquote im Geschäftsbereich Industrieversicherung von 95,7 % erreicht, die die Erwartung für das Geschäftsjahr übertrifft. Der Überschaden wird durch einen positiven Frequenzschadenverlauf sowie die anhaltende Profitabilisierung des Bestands kompensiert (siehe Konzernstrategie auf Seite 44).

Insgesamt übertraf das Kapitalanlageergebnis des Geschäftsjahres trotz des Kriegs in der Ukraine und der steigenden Inflationsraten die Erwartung für 2022, insbesondere aufgrund des Zinsanstiegs.

Das übrige Ergebnis war wesentlich durch Währungskursverluste gekennzeichnet.

Aus den vorgenannten Entwicklungen resultiert eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 9,5 %, die deutlich über unserer Erwartung von rund 8 % liegt.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland

Schaden/​Unfallversicherung

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Beitragsanstieg durch Zuwächse in allen Sparten, insbesondere Firmen/​Freie Berufe

Versicherungstechnisches Ergebnis durch inflationsbedingten Anstieg der Durchschnittsschäden belastet

Kapitalanlageergebnis von einem negativen Abgangsergebnis und höheren Abschreibungen geprägt

WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND -SEGMENT SCHADEN/​UNFALLVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 1.715 1.574 +9,0 %
Verdiente Nettoprämien 1.555 1.329 +17,0 %
Versicherungstechnisches Ergebnis 18 11 +58,9 %
Kapitalanlageergebnis 74 129 -42,9 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 70 104 -32,4 %

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/​UNFALLVERSICHERUNG

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In % 2022 2021 +/​-
Bruttoprämienwachstum 9,0 4,8 +4,2 Pkt.
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) 98,9 99,2 -0,3 Pkt.

Prämienvolumen

Im Segment Schaden-/​Unfallversicherung konnte im Geschäftsjahr ein erfreulicher Beitragsanstieg um 9,0 % auf 1.715 (1.574) Mio. EUR erzielt werden. Zuwächse waren insbesondere im Firmen-/​Freie-Berufe- sowie im Kraftfahrtgeschäft zu verzeichnen. Nachdem der Vorjahreszeitraum noch von Einschränkungen durch die Corona-Pandemie belastet war, konnte nun auch ein erfreulicher Anstieg im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance erreicht werden.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Im Geschäftsjahr 2022 verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis mit 18 (11) Mio. EUR gegenüber der Vorjahresperiode. Im Geschäftsjahr war vor allem ein höheres Abwicklungsergebnis maßgeblich für den Anstieg des versicherungstechnischen Ergebnisses verantwortlich, das den Anstieg der Belastungen aus höheren Schadenfrequenzen insbesondere in Kraftfahrt auf das Vor-Pandemie-Niveau und eine höhere Belastung aus Naturkatastrophen- und Großschäden kompensieren konnte. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen war durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote (netto) ging insgesamt um 0,3 Prozentpunkte von 99,2 % auf 98,9 % zurück.

Kapitalanlageergebnis

Beim Kapitalanlageergebnis war ein Rückgang auf 74 (129) Mio. EUR zu verzeichnen. Dies war überwiegend auf ein negatives Abgangsergebnis von -17 (+27) Mio. EUR sowie höhere Abschreibungen zurückzuführen.

Operatives Ergebnis

Insbesondere durch den Rückgang des Kapitalanlageergebnisses verminderte sich das operative Ergebnis auf 70 (104) Mio. EUR.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/​UNFALLVERSICHERUNG

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Bruttoprämienwachstum 9,0 im oberen einstelligen Prozentbereich
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (netto) 1 98,9 ~ 96

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "~ 100 %"

Die Entwicklung der Beitragseinnahmen im Segment Schaden/​Unfall haben unsere Erwartungen sowohl im Firmen/​Freie-Berufe- als auch im Privatkundengeschäft vollständig erfüllt. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/​Kostenquote lag aufgrund höherer Frequenzschadenbelastungen sowie Naturkatastrophen- und Großschäden über dem prognostizierten Wert.

Lebensversicherung

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Erfreulicher Verkaufsstart eines neuen Fondsprodukts in der Altersvorsorge

Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft

Niedrigeres Kapitalanlageergebnis durch Wegfall des Finanzierungsbedarfs zur Zinszusatzreserve

WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 4.280 4.596 -6,9 %
Verdiente Nettoprämien 3.010 3.494 -13,8 %
Versicherungstechnisches Ergebnis -655 -1.772 +63,1 %
Kapitalanlageergebnis 873 2.002 -56,4 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 193 183 +5,9 %
Neuzugang, gemessen in Annual Premium Equivalent 425 428 -0,7 %
Einmalbeiträge 1.209 1.486 -18,6 %
Laufende Beiträge 304 279 +8,8 %
Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent 425 428 -0,7 %
davon kapitaleffiziente Produkte 231 232 -0,2 %
davon Biometrieprodukte 124 118 +4,9 %

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG

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In % 2022 2021 +/​-
Bruttoprämienwachstum -6,9 5,6 -12,5 Pkt.

Prämienvolumen und Neugeschäft

Im Segment Lebensversicherung war gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Beitragsrückgang um 6,9 % auf 4,3 (4,6) Mrd. EUR - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - zu verzeichnen. Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang der Einmalbeiträge um 285 Mio. EUR (ohne Bancassurance-Biometriegeschäft) und der laufenden Beiträge um 78 Mio. EUR zurückzuführen. Hingegen positiv wirkte der Anstieg im Biometriegeschäft der Bancassurance um 45 Mio. EUR.

Nach Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge verzeichnete das Segment Lebensversicherung um 13,8 % geringere verdiente Nettoprämien von 3,0 (3,5) Mrd. EUR.

Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) - konnte mit 425 (428) Mio. EUR auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich deutlich auf -655 (-1.772) Mio. EUR. Es wird u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Dieses fiel aufgrund geringerer Realisierungen von stillen Reserven deutlich niedriger aus. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen war durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Den versicherungstechnischen Aufwendungen stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen gegenüber, die allerdings im nicht versicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis reduzierte sich auf 873 (2.002) Mio. EUR; dies ist zum überwiegenden Teil auf geringere Abgangsgewinne zurückzuführen. Aufgrund der steigenden Zinsen am Kapitalmarkt waren keine Abgangsgewinne zur Finanzierung der Zinszusatzreserve notwendig. Darüber hinaus wirkten Abschreibungen und nicht realisierte Verluste durch zinsbedingte Marktbewegungen bei Derivaten belastend. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis konnte hingegen mit 1.304 (1.308) Mio. EUR den Vorjahreswert nahezu erreichen.

Operatives Ergebnis

Durch den Zinsanstieg am Kapitalmarkt verbesserte sich das operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung um 11 Mio. EUR auf 193 (183) Mio. EUR.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Bruttoprämienwachstum -6,9 rückläufig im unteren einstelligen Prozentbereich

Die Beitragseinnahmen im Segment Leben lagen nach einem vertriebsstarken Vorjahr innerhalb unserer Prognose für 2022.

Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt

STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMT

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In % 2022 2021 +/​-
Eigenkapitalrendite 6,9 6,1 +0,9 Pkt.

Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen lag das Konzernergebnis aufgrund des Ergebnisrückgangs in der Schaden/​Unfallversicherung bei 150 (161) Mio. EUR. Das Eigenkapital verminderte sich durch zinsbedingt geringere Bewertungsreserven, die dort in einer gesonderten Position, dem sogenannten Other Comprehensive Income (OCI), erfolgsneutral auszuweisen sind. Dementsprechend verbesserte sich die Eigenkapitalrendite um 0,9 Prozentpunkte auf 6,9 %.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMT

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Eigenkapitalrendite 1 6,9 ~ 6,5

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">6,5 %"

Trotz Rückgang des Konzernergebnisses auf 150 (161) Mio. EUR übertraf die Eigenkapitalrendite aufgrund eines geringeren Eigenkapitals den prognostizierten Wert.

Privat- und Firmenversicherung International

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Wachstum der gebuchten Bruttoprämien von 15,9 %

Positive Entwicklung der Kooperation mit BancoEstado in Chile

Wegen Inflation gestiegene kombinierte Schaden-/​Kostenquote von 97,5 % durch höheres Kapitalanlageergebnis überkompensiert

WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 7.104 6.127 +15,9 %
Verdiente Nettoprämien 5.788 5.183 +11,7 %
Versicherungstechnisches Ergebnis 32 46 -31,5 %
Kapitalanlageergebnis 444 374 +18,6 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 341 294 +16,2 %

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL

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In % 2022 2021 +/​-
Bruttoprämienwachstum 36,2 19,8 +16,4 Pkt.
(währungskursbereinigt, nur Schaden/​Unfallversicherung)      
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote 97,5 94,8 +2,7 Pkt.
(netto, nur Schaden/​ Unfallversicherung)      
Eigenkapitalrendite 11,0 8,4 +2,6 Pkt.

Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv.

In der Region Lateinamerika war zum 1. Januar 2022 eine Exklusivvereinbarung für den Vertrieb von Sachversicherungsprodukten zwischen HDI Seguros S. A. (Chile) und der Staatsbank BancoEstado gestartet, die sich im Jahresverlauf positiv entwickelt hat. Darüber hinaus soll durch den Kauf des brasilianischen Privatkundengeschäfts der Sompo Seguros S. A. durch die HDI Seguros S. A. (Brasilien) mit Kaufvertrag vom 24. Mai 2022 das Geschäft in der Region weiter gestärkt werden.

In der Region Europa wurde der Verkauf der russischen Lebensversicherungseinheit OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life an die russische Sovcombank am 16. Februar 2022 abgeschlossen und unterstrich damit die Fokussierung auf profitables Wachstum in den Kernmärkten. In diesem Zusammenhang ist auch die Transaktion in Ungarn zu sehen: Am 22. Dezember 2022 unterzeichnete die HDI International AG einen Vertrag über den Verkauf der Anteile an den ungarischen Gesellschaften Magyar Posta Életbiztosito Zrt. und Magyar Posta Biztosito Zrt. an die staatliche ungarische Holdinggesellschaft Corvinus Nemzetközi Befektetési Zrt. (Corvinus). Die Transaktion soll in der ersten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen werden und steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Gestärkt werden hingegen die Marktpräsenz und die Diversifikation in der Türkei. Am 30. Dezember wurde ein Joint Venture mit der türkischen Fibabanka, einer digital ausgerichteten und schnell wachsenden Bank in der Türkei, für den Vertrieb von digitalen Sachversicherungsprodukten gegründet. Darüber hinaus hat die HDI Sigorta A.Ç im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit Fibabanka 60 % der mittlerweile unter dem Namen HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ç. firmierenden Gesellschaft erworben, was den Eintritt in den Lebensversicherungsmarkt erlaubt. Das Closing erfolgte am 16. Januar 2023. Darüber hinaus wird auch das Geschäft im Kernmarkt Polen weiter ausgebaut: Die Europa-Gruppe und Bank Millennium haben eine zehnjährige exklusive Bancassurance-Vereinbarung geschlossen. Dies soll entsprechend der strategischen Ziele des Geschäftsbereichs zu profitablem Wachstum mit Biometrie-Produkten und im sonstigen Sachversicherungsgeschäft führen. Der Abschluss der Akquisition wird bis Mitte 2023 erwartet und steht unter Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.

Marktentwicklung

Nach einem starken Aufschwung im Jahr 2021 war das Wirtschaftswachstum in der Region Lateinamerika insbesondere in der ersten Hälfte des Berichtsjahres stärker als erwartet. Dieses resultierte aus höheren Rohstoffpreisen, während die robuste Inlandsnachfrage und die Normalisierung nach der Pandemie unterstützend wirkten. Diese Entwicklung wurde jedoch von einer sich beschleunigenden Inflation und externem Gegenwind, einschließlich erneuter angebotsseitiger Schocks, geopolitischer Spannungen infolge des Kriegs in der Ukraine und steigender Zinssätze in den USA, begleitet. Im Kraftfahrtversicherungsgeschäft, insbesondere auf dem brasilianischen Markt, hat eine Marktpreisrekalibrierung stattgefunden. Hier haben sich die Durchschnittsprämien aufgrund der Inflation bei Ersatzteilen und Dienstleistungen sowie des zunehmenden Schadenschweregrads und der wieder normalisierten Schadenhäufigkeit erhöht. In der Sachversicherung gewinnt die Preisanpassung wieder an Dynamik, da die wirtschaftliche Inflation den Schadenbedarf in die Höhe getrieben hat und Naturkatastrophenschäden die Rückversicherungskapazität unter Druck setzen. Insgesamt zeigen sich die Auswirkungen der hohen Zinsen, der gestiegenen Anlagerenditen und der verbesserten versicherungstechnischen Ergebnisse in unseren Kernmärkten dank steigender Durchschnittsprämien seit dem dritten Quartal des Berichtsjahres in einer verbesserten Rentabilität.

In der Region Europa ist die Situation ähnlich. Für Polen wird im Berichtsjahr 2022 ein Wirtschaftswachstum von 4 % erwartet. Der Kraftfahrtversicherungsmarkt verzeichnete nach dem dritten Quartal 2022 in Verbindung mit der steigenden Inflation eine Wachstumsrate von 5,9 %, während die sonstige Sachversicherung einen deutlichen Anstieg von fast 12 % verzeichnete. Dabei ist die Zunahme der gezahlten Schäden auf mehr gemeldete Katastrophenschäden zurückzuführen. In der Türkei sehen sich die türkischen Versicherer mit einem der schwierigsten Geschäftsumfelder der letzten zehn Jahre konfrontiert. Ausschlaggebend dafür ist die hohe Inflation bei gleichzeitig stark negativen Realzinsen in Verbindung mit einem starken Preiswettbewerb und dem regulierten Tarifsystem in der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung für Schadenversicherer. Während das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr um 5 % gestiegen ist, haben die normalisierte Schadenfrequenz sowie die rasant ansteigende Inflation - die Teuerungsrate dürfte 2022 bei mehr als 80 % liegen - die Schadenkosten in die Höhe getrieben.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) erhöhten sich gegenüber 2021 um 15,9 % auf 7,1 (6,1) Mrd. EUR. Währungsbereinigt stiegen die Bruttoprämien (nur Schaden/​Unfallversicherung) gegenüber der Vergleichsperiode um 36,2 %.

In der Region Europa stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 9,8 % auf 5,0 Mrd. EUR, vor allem getrieben durch den Prämienanstieg der türkischen HDI Sigorta A.Ş. Währungsbereinigt hat sich das Prämienvolumen in der Türkei insbesondere aufgrund inflationsbedingter Preisanpassungen in der Kraftfahrtversicherung mehr als verdreifacht. Positiv entwickelten sich auch die gebuchten Bruttoprämien bei der polnischen TUiR WARTA S. A. WARTA steigerte das Geschäft in der Schaden/​Unfallversicherung währungsbereinigt um 14,4 % auf 1,8 (1,5) Mrd. EUR hauptsächlich in der sonstigen Sachversicherung entsprechend der Diversifikationsstrategie. Rückläufig zeigten sich die Prämien jedoch durch die strategiekonforme Reduktion des italienischen Einmalbeitragsgeschäfts sowie durch den Verkauf der CiV Leben in Russland.

In der Region Lateinamerika stiegen die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr um 34,4 % auf 2,1 (1,5) Mrd. EUR. Das Prämienwachstum resultierte aus allen Kernmärkten und wurde insbesondere in Chile generiert: Die zwischen HDI Chile und der Staatsbank BancoEstado geschlossene Vertriebskooperation im Nichtlebengeschäft wirkte sich deutlich positiv aus. Zudem trugen auch Brasilien und Mexiko zur positiven Prämienentwicklung hauptsächlich in der Kraftfahrtversicherung aufgrund höherer Durchschnittsbeiträge bei. Währungsbereinigt stiegen die gebuchten Bruttoprämien der Region Lateinamerika um 24,3 %.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote der Schaden-/​Unfallversicherungsgesellschaften stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozentpunkte auf 97,5 %. Ohne Berücksichtigung der negativen Effekte aus dem gestiegenen Mindestlohn in der Türkei lag die kombinierte Schaden-/​Kostenquote bei 96,1 %. Entsprechend verschlechterte sich das versicherungstechnische Ergebnis: Die hohe Inflation führte zu erhöhten Schadenzahlungen, Reservestärkungen sowie gestiegenen Kosten. Außerdem sind positive Effekte der Corona-Pandemie durch die Aufhebung von Ausgangsbeschränkungen und die damit einhergehende Normalisierung der Schadenfrequenzen aus dem Vorjahr weggefallen. Diese Entwicklungen konnten weitestgehend durch Preiserhöhungen, verbesserte technische Exzellenz und positive Abwicklungsergebnisse kompensiert werden.

In der Lebensversicherung verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis zum einen bedingt durch die strategische Risikoreduzierung bei der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. und zum anderen durch den verkaufsbedingten Wegfall des negativen technischen Ergebnisses der russischen OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life. Darüber hinaus war das Vorjahr negativ von einem Anstieg der Sterblichkeit als Folge der Corona-Pandemie belastet.

Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich im Vergleich zu 2021 um 18,6 % auf 444 (374) Mio. EUR. Dies war insbesondere auf das gestiegene Zinsniveau in Polen, Italien, der Türkei und Chile zurückzuführen, was einen Anstieg des ordentlichen Kapitalanlageergebnisses auf 481 (355) Mio. EUR zur Folge hatte. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis hingegen ging aufgrund von höheren realisierten Verlusten aus Anteilspapieren sowie höheren Abschreibungen zurück, die teilweise bedingt waren durch die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine.

Operatives Ergebnis und Konzernergebnis

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte 2022 mit 341 (294) Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,2 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die Region Europa trug mit einem EBIT von 260 (303) Mio. EUR zum operativen Ergebnis des Segments bei, was im Wesentlichen auf das geringere EBIT der HDI Sigorta A. Ç. aufgrund der negativen Effekte aus dem gestiegenen Mindestlohn zurückgeht. Das operative Ergebnis (EBIT) der Region Lateinamerika hingegen stieg aufgrund Verbesserungen in allen Kernmärkten auf 54 (15) Mio. EUR. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 13,3 % auf 214 (189) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich entsprechend auf 11,0 (8,4) %.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt, nur Schaden/​ Unfallversicherung) 1 36,2 hohes einstelliges Wachstum
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (netto, nur Schaden/​Unfallversicherung) 2 97,5 < 95
Eigenkapitalrendite 3 11,0 ~ 8

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "niedriger zweistelliger Prozentbereich"
2 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "~96%"
3 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">9 %"

Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 einen währungsbereinigten Anstieg der Bruttoprämien in der Schaden/​Unfallversicherung von 36,2 %, was deutlich über der zuletzt veröffentlichten Prognose eines hohen einstelligen Wachstums lag. Die kombinierte Schaden-/​ Kostenquote der internationalen Schaden/​Unfallversicherung war mit 97,5 % weiterhin sehr solide, blieb aber aufgrund der außerordentlich stark gestiegenen Inflation oberhalb der Prognose. Ohne Berücksichtigung der negativen Effekte aus dem Anstieg des Mindestlohns in der Türkei lag die kombinierte Schaden-/​Kostenquote bei 96,1%. Die Eigenkapitalrendite überstieg mit 11,0 % die für 2022 kommunizierten Erwartungen von rund 8 %.

Weitere Kennzahlen

GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTEN

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 7.104 6.127 +15,9 %
Schaden/​Unfall 5.512 4.298 +28,2 %
Leben 1.592 1.829 -12,9 %
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 5.788 5.183 +11,7 %
Schaden/​Unfall 4.245 3.465 +22,5 %
Leben 1.543 1.719 -10,2 %
Versicherungstechnisches Ergebnis 32 46 -31,5 %
Schaden/​Unfall 110 183 -40,1 %
Leben -78 -136 +43,0 %
Kapitalanlageergebnis 444 374 +18,6 %
Schaden/​Unfall 305 181 +68,5 %
Leben 145 201 -27,9 %
Sonstige -6 -8 +25,1 %
Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent (Leben) 167 182 -8,3 %
Einmalbeiträge 928 1.099 -15,6 %
Laufende Beiträge 74 73 +2,6 %
Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent (Leben) 167 182 -8,3 %
davon kapitaleffiziente Produkte 64 77 -16,5 %
davon Biometrieprodukte 73 68 +7,0 %

GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONEN

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 7.104 6.127 +15,9 %
davon Europa 5.044 4.594 +9,8 %
davon Lateinamerika 2.060 1.533 +34,4 %
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 5.788 5.183 +11,7 %
davon Europa 4.147 3.939 +5,3 %
davon Lateinamerika 1.641 1.244 +31,9 %
Versicherungstechnisches Ergebnis 32 46 -31,5 %
davon Europa -2 52 -103,1 %
davon Lateinamerika 3 -6 +159,0 %
Kapitalanlageergebnis 444 374 +18,6 %
davon Europa 337 326 +3,4 %
davon Lateinamerika 113 55 +103,1 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 341 294 +16,2 %
davon Europa 260 303 -13,9 %
davon Lateinamerika 54 15 +249,5 %

Rückversicherung

Schaden-Rückversicherung

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Wachstum der Bruttoprämien von 26,1 %

Trend zu Ratensteigerungen in den Vertragserneuerungen setzt sich verstärkt fort

Großschadenaufwand inklusive Vorsorge für mögliche Belastungen aus dem Ukraine-Krieg über Erwartungswert

Kombinierte Schaden-/​Kostenquote steigt auf 99,9 %

WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 24.242 19.224 +26,1 %
Verdiente Nettoprämien 21.637 16.624 +30,2 %
Versicherungstechnisches Ergebnis -43 332 -112,9 %
Kapitalanlageergebnis 1.497 1.352 +10,8 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1.771 1.521 +16,4 %

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In % 2022 2021 +/​-
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote (netto) 99,9 97,7 +2,2 Pkt.

Geschäftsentwicklung

Die globalen Märkte für Schaden-Rückversicherung waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Beim Großschadenaufwand führten zahlreiche Katastrophen sowie die möglichen Belastungen aus dem Ukraine-Krieg und die deutlich angestiegene Inflation zu hohen Belastungen für die gesamte Branche.

Als Reaktion auf die zahlreichen Herausforderungen verstärkte sich sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung der Trend zu einer Verbesserung der Preise und Konditionen. Unverändert hatte dabei die versicherungstechnische Profitabilität für uns oberste Priorität.

Die unterjährigen Vertragserneuerungsrunden im Segment Schadenrückversicherung verliefen für uns positiv. Preisveränderungen berichten wir traditionell auf risikoadjustierter Basis. Das heißt, höhere Inflationsraten sind in den von uns berichteten Preisentwicklungen bereits bereinigt.

Bereits zum Jahresauftakt, in der Haupterneuerung in der traditionellen Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar 2022, setzte sich die Preisdynamik des Vorjahres fort, und wir konnten erneut ein Wachstum unseres erneuerten Geschäfts bei deutlich verbesserten Preisen und Konditionen erzielen. Zum 1. Januar standen 62 % der traditionellen Schaden-Rückversicherung (ohne fakultative Rückversicherung, Geschäft mit der Verbriefung von Versicherungsrisiken und strukturierte Rückversicherung) zur Erneuerung an. Hier konnten wir das Prämienvolumen um 8,3 % steigern. Der durchschnittliche, risikoadjustierte Preisanstieg belief sich auf 4,1 %.

Die Vertragserneuerung zum 1. April 2022, zu der wir traditionell unser Geschäft in Japan sowie in geringerem Umfang in Australien, Neuseeland, den anderen asiatischen Märkten sowie in Nordamerika erneuern, verlief für uns ebenfalls zufriedenstellend. Das gesamte Prämienvolumen der Erneuerung erhöhte sich um 17,4 %. Der durchschnittliche, risikoadjustierte Preisanstieg betrug 3,7 %.

Der positive Trend setzte sich in den Vertragserneuerungsrunden zum 1. Juni und 1. Juli fort. Hier werden traditionell Teile des Nordamerikageschäfts, der Naturkatastrophenrisiken sowie Teile der Rückversicherung von Risiken aus dem Bereich Kredit und Kaution erneuert. Zudem findet die Haupterneuerung des Geschäfts in Australien und Neuseeland statt. Vor allem die Erneuerungen in Nordamerika und Australien waren für uns erfolgreich. Hier konnten wir das Prämienvolumen um 7,2 % steigern. Der durchschnittliche, risikoadjustierte Preisanstieg belief sich auf 4,0 %.

Im Naturkatastrophengeschäft haben wir unsere gewinnorientierte Zeichnungspolitik fortgesetzt. Unser Risikoappetit für die Deckung von Naturkatastrophen ist im Verhältnis zum Prämienwachstum im Segment Schaden-Rückversicherung in Originalwährung unterproportional gestiegen.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung stiegen um 26,1 % auf 24,2 (19,2) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 17,9 % betragen. Der Selbstbehalt erhöhte sich leicht auf 90,6 (90,1) %. Die verdienten Nettoprämien wuchsen um 30,2 % auf 21,6 (16,6) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 22,0 % betragen.

Ergebnisentwicklung

Im Geschäftsjahr 2022 lagen die Großschäden das sechste Jahr in Folge oberhalb unserer Erwartungen. Unsere Nettobelastungen aus Großschäden summierten sich im Berichtsjahr auf 1.706 (1.250) Mio. EUR. Dies lag über dem von uns budgetierten Erwartungswert von 1.400 Mio. EUR.

Größte Einzelschäden waren Hurrikan "Ian" mit einer Nettobelastung von 322 Mio. EUR, die schweren Überflutungen in Australien mit 233 Mio. EUR sowie Wintersturm "Ylenia" in Mitteleuropa im Februar mit 107 Mio. EUR. Zudem haben wir eine Spätschadenrückstellung in Höhe von 331 Mio. EUR für mögliche Belastungen aus dem Krieg in der Ukraine gebildet.

Darüber hinaus ergaben sich Nachreservierungen für größere Schäden aus dem vergangenen Jahr infolge entsprechender Schadenmeldungen, u. a. in Höhe von 106 Mio. EUR für die Dürre in Brasilien sowie in Höhe von 54 Mio. EUR für Überschwemmungen in Malaysia. Als Großschäden bezeichnen wir Ereignisse, für die wir mehr als 10 Mio. EUR an Brutto-Schadenzahlungen erwarten.

Zudem lassen sich die Schäden aus der Pandemie für die Schadenrückversicherung mittlerweile besser quantifizieren. Hier ergab sich u. a. eine positive Abwicklung im Bereich Kredit, Kaution und politische Risiken. Dagegen fielen im Bereich Unfall- und Krankenversicherung in der Region Asien-Pazifik die Pandemiebelastungen deutlich höher als erwartet aus. Insgesamt ergab sich aus den vorgenannten Entwicklungen im Berichtsjahr eine Belastung von 269 Mio. EUR.

Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Schadenrückversicherung belief sich auf -43 (332) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote erhöhte sich auf 99,9 (97,7) %.

Operatives Ergebnis und Kapitalanlageergebnis

Das Kapitalanlageergebnis des Segments Schaden-Rückversicherung stieg um 10,8 % auf 1.497 (1.352) Mio. EUR, das übrige Ergebnis verbesserte sich auf 316 (-163) Mio. EUR. Aus der Einbringung von Beständen nicht notierter Unternehmensbeteiligungen in ein Gemeinschaftsunternehmen resultierte ein Entkonsolidierungsergebnis von 1.076 Mio. EUR. Hiervon wurden 558 Mio. EUR im Kapitalanlageergebnis und 518 Mio. EUR im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Gegenläufige Effekte ergaben sich u. a. aus der Realisierung stiller Lasten im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere (594 Mio. EUR).

Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 16,4 % auf 1.771 (1.521) Mio. EUR. Das verbesserte Kapitalanlageergebnis und übrige Ergebnis konnten den Rückgang im versicherungstechnischen Ergebnis deutlich überkompensieren.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (netto) 1 99,9 ≤ 96

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf "< 96 über den Strategiezyklus 2021 - 2023"

Im Segment Schaden-Rückversicherung verschlechterte sich di kombinierte Schaden-/​Kostenquote auf 99,9 (97,7) % und lag damit über dem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 96 %.

Personen-Rückversicherung

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Bruttoprämien steigen um 5,8 %

Anhaltendes Kundeninteresse insbesondere an Langlebigkeitsdeckungen und Financial Solutions

Deutlich rückläufige Belastungen aus der Covid-19-Pandemie

Operatives Ergebnis von 729 Mio. EUR mehr als verdreifacht

WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Gebuchte Bruttoprämien 9.033 8.538 +5,8 %
Verdiente Nettoprämien 8.035 7.519 +6,9 %
Versicherungstechnisches Ergebnis -344 -816 +57,8 %
Kapitalanlageergebnis 587 596 -1,5 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 729 216 +238,1 %

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2022 2021 +/​-
Neugeschäftswert 1 249 164 +52,3 %

1 Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2022: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2023 veröffentlicht

Geschäftsentwicklung

Die Corona-Pandemie war im Markt für Personen-Rückversicherung im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar weiterhin ein belastendes Thema, allerdings in einem deutlich geringeren Ausmaß als im Vorjahr. In vielen Teilen der Welt sind sowohl bei der Schwere des Verlaufs als auch bei der Zahl der Todesfälle deutliche Verbesserungen festzustellen. Dies lässt sich auch an den deutlich rückläufigen Belastungen aus der Pandemie für uns ablesen.

Insgesamt hatten wir im Geschäftsjahr 2022 pandemiebezogene Belastungen in Höhe von 276 (582) Mio. EUR zu verarbeiten. Der Großteil davon entfiel auf Mortalitätsdeckungen in den USA, dem größten Markt für Sterblichkeitsversicherungen.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine wirkte sich dagegen nicht auf das Segment Personen-Rückversicherung aus, da wir in keinem der beiden Länder signifikantes Geschäft gezeichnet haben.

Den Belastungen aus der Pandemie stand ein positiver Ertrag aus unserer Extremsterblichkeitsdeckung entgegen. Diese haben wir seit 2013 in regelmäßigen Tranchen in den Kapitalmarkt gebracht. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir daraus einen Ertrag von 87 Mio. EUR generiert, den wir unter den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen in den Kapitalanlagen im Segment Personen-Rückversicherung ausgewiesen haben.

Generell ist festzustellen, dass die globalen Personen-Rückversicherungsmärkte im Geschäftsjahr 2022 unverändert von einem intensiven Wettbewerb geprägt waren. Die im Jahresverlauf in vielen Ländern stark gestiegenen Zinsen haben sich im Geschäftsjahr 2022 noch nicht signifikant auf den Markt ausgewirkt.

Bei Lösungen zur Absicherung von Langlebigkeitsrisiken war über den traditionell wichtigen Markt in Großbritannien hinaus weiterhin eine steigende Nachfrage aus anderen Ländern zu verzeichnen. Unter anderem konnten wir erste Langlebigkeits-Rückversicherungsdeckungen in Deutschland und Australien abschließen. Darüber hinaus war ein hohes Interesse an derartigen Deckungen in Märkten wie Kanada oder den USA zu verzeichnen. Ein Treiber dabei sind unverändert die hohen Kapitalanforderungen für derartiges Geschäft bei Erstversicherern und Pensionsfonds.

Im Bereich Financial Solutions konnten wir unser Geschäft in zahlreichen Märkten weiter ausbauen, u. a. in China und in den USA. Dabei waren unsere Deckungen in Form unterschiedlichster Strukturen zur Kapital- oder Solvenzentlastung sowie zur Vorfinanzierung weltweit gefragt.

In nahezu allen Marktbereichen spielen digitale Versicherungslösungen und Automatisierung eine immer wichtigere Rolle. Dies gilt sowohl für gemeinsame Projekte mit Erstversicherern und anderen Zedenten als auch für die Zusammenarbeit mit Start-ups.

Prämienvolumen

Die gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen um 5,8 % auf 9,0 (8,5) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte der Anstieg 1,0 % betragen. Der Selbstbehalt lag bei 88,5 (88,2) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 6,9 % auf 8,0 (7,5) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 1,7 % betragen.

Operatives Ergebnis und Kapitalanlageergebnis

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -344 (-816) Mio. EUR. Nicht enthalten sind hier große Teile des Ergebnisses aus Financial Solutions, die wir wegen des geringen Risikotransfers gemäß der Deposit-Accounting-Methode im übrigen Ergebnis ausweisen. Entsprechend buchen wir für dieses Geschäft auch keine Bruttoprämien. Das Ergebnis aus der Equity-Bewertung stieg hauptsächlich durch einen Sonderertrag bei der Bewertung einer unserer Beteiligungen.

Das Kapitalanlageergebnis des Segments Personen-Rückversicherung fiel um 1,5 % auf 587 (596) Mio. EUR. Darin enthalten sind der bereits genannte Ertrag aus unserer Extremsterblichkeitsdeckung sowie ein negativer Bewertungseffekt von 148 Mio. EUR aus einem mit einem Rückversicherungsvertrag verbundenen Derivat in Großbritannien.

Das operative Ergebnis (EBIT) von 729 (216) Mio. EUR hatte sich mehr als verdreifacht.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In Mio. EUR Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Neugeschäftswert 1 249 ≥ 125

1 Ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter; 2022: Geschätzter Wert, der finale Wert wird im Jahresabschluss 2023 veröffentlicht

Der geschätzte Neugeschäftswert lag mit 249 Mio. EUR deutlich über der Prognose von mehr als 125 Mio. EUR. Treiber für diese gute Entwicklung war u. a. das Geschäft mit Langlebigkeitsrisiken in Großbritannien und den USA, das Geschäft mit Krankenversicherung sowie der Bereich Financial Solutions.

Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamt

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT

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In % 2022 2021 +/​-
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) 12,7 12,8 -0,1 Pkt.
Eigenkapitalrendite 14,5 10,9 +3,5 Pkt.

Das Bruttoprämienwachstum sank geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 12,7 %. Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung lag im Berichtsjahr bei 707 (609) Mio. EUR; dies erhöhte die Eigenkapitalrendite um 3,5 Prozentpunkte auf 14,5 (10,9) %.

Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung mit der für 2022 abgegebenen Prognose

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT

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In % Ist 2022 Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021
Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) 1 12,7 > 5 % für Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt
Eigenkapitalrendite 14,5 12 - 13

1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst auf ">7,5 % für Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt".

Das Wachstum der Bruttoprämien in den Segmenten Schaden- und Personen-Rückversicherung übertraf mit 12,7 % sowohl die Prognose aus dem Geschäftsbericht 2021 als auch die unterjährig angepasste Prognose. Die Eigenkapitalposition des Geschäftsbereichs Rückversicherung blieb, gemessen an der weiterhin deutlich über den Schwellenwerten liegenden Kapitalbedeckungsquote, sehr solide. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf 14,5 %, deutlich oberhalb der Prognose.

Konzernfunktionen

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Gebuchte Bruttoprämien aus konzerninternen Übernahmen steigen auf 1.151 Mio. EUR

Positives versicherungstechnisches Ergebnis von 9 Mio. EUR

Selbst verwaltete Kapitalanlagen des Konzerns reduzieren sich durch Zinsanstieg auf 129 (136) Mrd. EUR

Rückversicherungsspezialisten im Konzern

Im Jahr 2022 beliefen sich die gebuchten Bruttoprämien im Segment Konzernfunktionen aus konzerninternen Übernahmen auf 1.151 (1.119) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Konzernfunktionen war im Jahr 2022 erstmals positiv und betrug 9 (-42) Mio. EUR. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen sowie Abwicklungsverluste aus den US-Naturkatastrophen "Uri" und "Ida" aus dem Jahr 2021 waren durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Das versicherungstechnische Ergebnis im Vorjahr war im Wesentlichen durch die Nachreservierung eines Haftpflichtschadens im Industriegeschäft sowie eine Kumulation unerwarteter Einzelschäden aus dem internationalen Privat- und Firmenkundengeschäft belastet.

Kapitalanlagespezialisten im Konzern

Die Ampega Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns reduzierten sich durch den Zinsanstieg und die damit einhergehenden Marktwertverluste gegenüber dem Jahresende 2021 auf 129 (136) Mrd. EUR. Die Ampega-Gesellschaften in Summe trugen im Jahr 2022 insgesamt 45 (67) Mio. EUR zum operativen Ergebnis im Segment bei. Der Rückgang resultierte neben geringeren Provisionserträgen aufgrund des zinsbedingt geringeren Anlagevolumens auch aus der Abschreibung von zwei Beteiligungen in Höhe von 16 Mio. EUR.

Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen. Das Jahr 2022 war geprägt von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Herausforderungen wie Inflation oder Energiepreisentwicklung. Erstmals seit Langem erhöhte die EZB die Zinsen in mehreren Schritten; dennoch blieb der Zins hinter der allgemeinen Inflationsrate zurück. Dank dieser Zinsschritte der EZB konnten auf Kapitalanlagen höhere Zinsen erzielt werden. Die Aktienmärkte waren sehr volatil, nach einer Erholung im Spätsommer kam es zum Jahresende wieder zu breiten Kursrückgängen, die im Gesamtjahr 2022 im zweistelligen Prozentbereich lagen. Erstmals seit 2011 verzeichnete die Fondsbranche insgesamt einen leichten Nettomittelabfluss. In diesem Marktumfeld konnte sich Ampega gut behaupten. Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens der Ampega Investment GmbH stieg um 1,0 % auf 41,7 Mrd. EUR gegenüber dem Jahreseingangsniveau (41,3 Mrd. EUR). Etwas weniger als ein Drittel des Gesamtvolumens, nämlich 12,7 (14,6) Mrd. EUR, werden im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 20,2 (17,1) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 8,8 (9,6) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen verbesserte sich im Jahr 2022 auf 37 (-27) Mio. EUR. Eine positive Entwicklung war insbesondere im versicherungstechnischen Ergebnis festzustellen. Das im Jahr 2022 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug nach Finanzierungszinsen -95 (-105) Mio. EUR und berücksichtigt eine Wertberichtigung gewerbesteuerlicher Verlustvorträge in Höhe von 35 Mio. EUR.

Vermögens- und Finanzlage

Vermögenslage

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Bilanzsumme um 4,4 Mrd. EUR auf 193,1 Mrd. EUR gefallen

Kapitalanlagen machen 73 % der Bilanzsumme aus

VERMÖGENSSTRUKTUR

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In Mio. EUR 2022 2021
Immaterielle Vermögenswerte 1.918 1 % 1.918 1 %
Kapitalanlagen 140.569 73 % 147.835 75 %
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 11.902 6 % 13.687 7 %
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 10.264 5 % 8.929 5 %
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 12.961 7 % 10.746 5 %
Abgegrenzte Abschlusskosten 6.735 3 % 6.020 3 %
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 3.595 2 % 4.002 2 %
Aktive Steuerabgrenzung 1.340 1 % 611 0 %
Sonstige Vermögenswerte 3.294 2 % 3.153 2 %
Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 555 0 % 625 0 %
Summe der Aktiva 193.133 100 % 197.524 100 %

Wesentliche Entwicklungen der Vermögensstruktur

Die Reduzierung der Bilanzsumme ist vor allem auf den Rückgang der Kapitalanlagen, inklusive der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen, (-9,1 Mrd. EUR) zurückzuführen. Gegenläufig entwickelten sich die Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (+2,2 Mrd. EUR) und die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (+1,3 Mrd. EUR).

Die immateriellen Vermögenswerte von 1,9 (1,9) Mrd. EUR enthalten sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich PVFP) in Höhe von 897 (889) Mio. EUR und aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 1.020 (1.028) Mio. EUR. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden, unabhängig von den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar:

NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER UND VERSICHERUNGSNEHMERANTEIL

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Sonstige immaterielle Vermögenswerte vor Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und Versicherungsnehmeranteil bzw. inklusive latenter Steuern 897 889
davon ab: Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 101 105
davon ab: Versicherungsnehmeranteil 230 225
davon ab: latente Steuern 64 61
Sonstige immaterielle Vermögenswerte nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und Versicherungsnehmeranteil bzw. nach latenten Steuern 502 498

Korrespondierend zum Rückgang der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, sank der Bilanzposten "Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 1,8 (im Vorjahr Anstieg um 2,1) Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider.

In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag 555 Mio. EUR aus, die im Wesentlichen auf die Vermögenswerte der Magyar Posta Biztosito Zrt. und der Magyar Posta Életbiztosito Zrt., Budapest, Ungarn, sowie auf Immobilienbestände entfallen. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Vermögenswerte der OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, in Höhe von 597 Mio. EUR ausgewiesen (siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen").

Kapitalanlagemanagement und -ziele

Entspannte sich zu Jahresanfang die Corona-Situation, so wurden die internationalen Kapitalmärkte bereits im Februar des Geschäftsjahres vom Kriegsausbruch in der Ukraine überschattet. Stark steigende Preise für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe führten u. a. zu schnell wachsender Inflation, welcher die Notenbanken mit einer restriktiveren Geldpolitik begegneten. Der Leitzins im Euroraum stieg im Jahresverlauf signifikant und lag zum Berichtsstichtag bei 2,5 %.

Zum Jahresende lagen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen bei ca. 2,56 % und damit ca. 277 Basispunkte über dem Jahresbeginn. Die zweijährigen stiegen auf ca. 2,71 (-0,69) % und die fünfjährigen lagen bei 2,54 (-0,47) %.

Neben den Zinseffekten wirkte sich u. a. die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Euro gab im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar nach. Er sank von 1,13 USD auf 1,07 USD. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 26,9 (27,5) Mrd. EUR und entsprach 21 (20) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen.

Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und gut funktionierenden Schnittstelle zum Portfoliomanagement befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer permanenten und konsequenten Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Die Wirksamkeit unseres Risikomanagements mit seinen Frühwarn-Tools zeigte sich auch in der Krise des abgelaufenen Geschäftsjahres.

77 (76) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen.

Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsspielraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert und im Rahmen von gesellschaftsindividuellen Strategien kontinuierlich verbessert.

Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen.

Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb unverändert die wichtigste Anlageklasse.

Kapitalanlageentwicklung

ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN
In Mio. EUR

Der gesamte Kapitalanlagebestand ging zum Ende des Geschäftsjahres 2022 deutlich auf 140,6 (147,8) Mrd. EUR zurück. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen sank um 5,5 % auf 128,6 (136,1) Mrd. EUR. Der Bestandsrückgang der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist wesentlich durch die zu Marktwerten bilanzierten festverzinslichen Wertpapiere begründet, da sie entsprechend sensitiv auf die deutlichen Zinsanstiege im Geschäftsjahr reagiert haben. Auf Basis fortgeführter Anschaffungskosten ergibt sich ein Bestandswachstum von rund 6,8 % hauptsächlich aufgrund von versicherungstechnischen Zuflüssen, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Auch Mittelzuflüsse aus der Begebung von Anleihen wirkten sich positiv auf den Bestand aus.

Der Bestand an Investmentverträgen weist mit 1,4 Mrd. EUR im Vergleich zum Jahresbeginn (1,5 Mrd. EUR) einen Bestandsrückgang auf. Die Depotforderungen stiegen im Berichtsjahr um rund 2,8 % auf 10,6 Mrd. EUR an.

Auch 2022 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 2,2 (3,5) Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert.

ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN
In %

ZUSAMMENSETZUNG DER SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEKLASSEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Fremdgenutzter Grundbesitz 5.121 4 % 4.650 3 %
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 1.042 1 % 511 0 %
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 2.495 2 % 504 0 %
Darlehen und Forderungen        
Darlehen inkl. Hypothekendarlehen 902 1 % 687 1 %
Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche Schuldner sowie festverzinsliche Wertpapiere 24.160 19 % 25.049 18 %
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 428 0 % 356 0 %
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente        
Festverzinsliche Wertpapiere 82.365 64 % 92.634 68 %
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.106 3 % 3.765 3 %
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente        
Festverzinsliche Wertpapiere 639 0 % 541 0 %
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 62 0 % 50 0 %
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente        
Festverzinsliche Wertpapiere - 0 % - 0 %
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 128 0 % 164 0 %
Derivate 1 580 0 % 341 0 %
Übrige Kapitalanlagen 6.572 5 % 6.821 5 %
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 128.599 100 % 136.073 100 %

1 Derivate nur mit positiven Marktwerten

Festverzinsliche Wertpapiere

Der Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) ging im Geschäftsjahr 2022 um 11,0 Mrd. EUR deutlich zurück und betrug zum Jahresende 107,6 (118,6) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 77 (80) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, weiterhin den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf.

Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" machen 77 (78) % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere aus und sind um 10,3 Mrd. EUR auf 82,4 (92,6) Mrd. EUR gesunken. Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf der Veränderung der Marktwerte. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven - sind, insbesondere aufgrund des weiterhin angestiegenen Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen, seit dem Jahresende 2021 von 3,8 Mrd. EUR auf -12,3 Mrd. EUR gesunken. Die Volatilität der "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" schlägt sich im Eigenkapital nieder.

In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere, Pfandbriefe oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 25,1 (25,7) Mrd. EUR und stellt damit 23 (22) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) waren zum Bilanzstichtag ebenfalls negativ mit -3,7 (3,1) Mrd. EUR.

Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2022 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an AAA-gerateten Rententiteln 46,8 (49,1) Mrd. EUR.

RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE
In %

Der Talanx Konzern verfolgt eine vergleichsweise konservative Anlagepolitik. So besitzen 77 (76) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A.

Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 5,5 (6,2) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,3 (4,5) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Der Bestandsrückgang beruht auch auf dem Verkauf und der Entkonsolidierung unserer russischen Gesellschaften; siehe hierzu unsere Darstellung im Risikobericht auf Seite 116 ff. des Konzernlageberichts.

Aktien und Aktienfonds

Im Laufe des Geschäftsjahres sank der Aktienbestand auf rund 1,9 (2,0) Mrd. EUR. Somit beträgt die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende 1,3 (1,4) %.

Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") sanken um 189 Mio. EUR und betragen nunmehr 215 (404) Mio. EUR.

Immobilien inklusive Anteile an Immobilienfonds

Das deutschlandweite Transaktionsvolumen für direkte Immobilien betrug 2022 lediglich 66 Mrd. EUR. Gegenüber dem Rekordjahr 2021 wurde aufgrund des schwächsten Schlussquartals der letzten zehn Jahre ein Rückgang von rund 41 % verzeichnet. Der Büro-Investmentmarkt erzielt ca. 22 Mrd. EUR Volumen und macht dadurch mit 33 % den größten Anteil des deutschen Gesamtvolumens aus. Die gewichteten Spitzenrenditen (netto) stiegen in den Big 7 Cities deutlich an -im Logistikbereich um +90 Bp von 3,03 % auf 3,93 % und im Bürobereich um +67 Bp von 2,64 % auf 3,31 %. Aufgrund des Zinsanstieges ist ein deutlicher Rückgang an insbesondere Fremdkapital-Investoren zu verzeichnen. Der Fokus der Investoren liegt nun deutlich auf ESG-konformen Core-Immobilien in Top-Lagen der Big 7 Cities.

Der Büromarkt in diesen Städten zeigte sich 2022 in allen Metropolen stabil und erfolgreich, mit gesteigerten Flächenumsätzen und Spitzenmieten (+29 % in Stuttgart und +33 % in Düsseldorf). Zu sehen sind der "Flight to Quality" in Form hoher Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Büroflächen in Top-Lagen und der Anstieg an Leerstand in älteren Gebäuden in schlechteren Lagen und der Peripherie. Selbst der durch Materialknappheit und Kostensteigerungen eingebremste Projektentwicklungsmarkt liegt mit 1,76 Mio. m 2 fertiggestellten Flächen 2022 wieder 10 % über dem Vorjahr und versorgte den Markt mit modernen Büroeinheiten.

Auf dem Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien setzt sich der Konsolidierungstrend fort, aktuell ist der Überlebenskampf einiger Schuhfilialisten und der Warenhäuser in vielen Städten sichtbar. Im Segment Logistik bleibt der Markt hingegen umkämpft, starke Nachfrage trifft hier schon länger auf ein knappes Angebot und die Mieten steigen in der Folge weiter deutlich. Bei den Wohnimmobilien ist die Lage durch die Inflation und höhere Zinsen verändert worden, Großstädte sind aber weiter umkämpft. Aufgrund des großen Nachfrageüberschusses z. B. in Berlin bleibt es vielerorts ein Vermietermarkt, vor allem günstige und kleine Wohnungen sind in vielen Großstädten Mangelware.

Der neue Megatrend im Immobiliensektor ist das Thema ESG. Die damit einhergehenden steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und entsprechende Regelungen im Mietvertrag (Green Lease) zu Verbräuchen, Zertifizierungen, Ökostrom und Baumaterialien bedeuten einen erheblichen Mehraufwand.

Das Immobilienportfolio im direkten Bestand des Talanx Konzerns weist mit 2,7 % eine deutlich geringere Leerstandsquote auf als die Benchmark von Jones Lang LaSalle mit 4,9 % im vierten Quartal 2022 (Big 7 Cities) und zeigte sich robust im Hinblick auf die Herausforderungen des Marktes.

Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutzten Immobilien 5,1 (4,7) Mrd. EUR. Hinzu kommen 2,4 (2,0) Mrd. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Der Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes Engagement in diesem Bereich wider. 2022 ist es uns gelungen, durch gezielte Zukäufe unser Immobilienportfolio zu erweitern. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 95 (78) Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 35 (21) Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 15 (11) Mio. EUR.

Das Indirect-Real-Estate- und Infrastructure-Portfolio des Talanx Konzerns ist langfristig ausgerichtet und zielt auf zukünftige Kapitaleinkünfte und Wertsteigerungen ab. Das Portfolio besteht aus über 100 Immobilien- und einer zweistelligen Zahl an Infrastrukturfonds. Es ist weltweit gestreut mit einem Fokus auf die Regionen Europa, Nordamerika und Asien - verschiedenste Assettypen innerhalb des Immobilien- und Infrastruktursektors werden abgedeckt. Durch die regionale und sektorale Diversifizierung soll eine defensive und risikomoderate Ausrichtung des Portfolios bei gleichzeitig positivem Performancebeitrag erreicht werden.

Im indirekten Ampega-Portfolio (Immobilienfonds) haben sich die Immobilienwerte positiv entwickelt, ab dem dritten Quartal sind einzelne Wertkorrekturen erkennbar, die den Jahreszuwachs in Summe nur geringfügig schmälern. Die Mehrheit der Investitionen sind inflationsgeschützt, sodass Abwertungen durch Mieterhöhungen vielfach kompensiert werden konnten.

Infrastrukturinvestments

Ein wesentlicher Bestandteil des Asset-Managements entfällt auf Investitionen in Infrastrukturprojekte. Die Assetklasse Infrastruktur hat sich gegenüber den durch Energiepreisverwerfungen und Inflation verursachten Marktbewegungen in hohem Maße resilient gezeigt und konnte diese Entwicklung auch 2022 fortsetzen. Der Zinsanstieg führte dennoch zu negativen Bewertungsanpassungen bei festverzinslichen Instrumenten sowie bei Eigenkapitalinvestments, deren Cashflows von einem Ausgleich durch höhere Energiepreisvergütung bzw. Inflationsindizierung nicht profitieren konnten. Die insgesamt hohe Wertstabilität begründet sich im Wesentlichen dadurch, dass die betreffenden Assets die Basisbedürfnisse einer Bevölkerung adressieren und damit eine wenig elastische Nachfrage aufweisen. Zudem erzielen viele Projekte regulatorisch gesicherte Erträge (beispielsweise die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien). Dies bildet ein weiteres stabilisierendes Element und wirkt für die Investoren risikoreduzierend.

Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu dem diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Wind- und Solarparks, Stromnetzen, Versorgern, Transportprojekten, Glasfaseranbietern und Public-private-Partnership(PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland.

2022 hat die Talanx ihr Infrastrukturportfolio u. a. durch Projekte im Bereich Schienenverkehr, Glasfaserausbau, Stromnetze und Off-shore-Windenergie mit mehr als 500 Mio. EUR an neuen Commitments ausbauen und diversifizieren können. Geplant sind auch künftig infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 20 bis 100 Mio. EUR mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Indirekte Infrastrukturanlagen haben sich ebenfalls positiv entwickelt.

Neben der positiven Renditeerwartung und der Risikodiversifizierung tragen beide Infrastrukturklassen auch gezielt zu den Nachhaltigkeitszielen des Konzerns bei. Hervorzuheben ist der positive Beitrag zur Energiewende und zur ESG-Bilanz. Neben den vorgenannten Investitionen in die Produktion von erneuerbarer Energie konnte auch durch andere Projekte im Rahmen der Energiewende (z. B. Stromspeicher, Wasserstofftechnologien, Elektrifizierung von Fähren) ein positiver ESG-Beitrag geleistet werden.

Weitere alternative Investments

Der Talanx Konzern verfügt über ein langfristig ausgerichtetes Private-Equity-Portfolio mit breiter Diversifikation. Im Zuge des Erwerbs von Anteilen an der MR Beteiligungen 23. GmbH, München, wurden weite Teile des Private-Equity-Portfolios der Hannover Rück SE und der E+S Rückversicherung AG in diese Gesellschaft eingebracht. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Konsolidierung" im Konzernanhang.

Das Portfolio ist weltweit über viele Regionen, Wirtschaftssektoren und Vintage-Jahre gestreut. Die Neu- bzw. Wiederanlage erfolgt stetig und breit diversifiziert in Fonds, die unseren strengen Qualitätsanforderungen genügen. Insgesamt konnte so über viele Jahre ein defensives Portfolio aufgebaut werden, das laufende Erträge auf hohem Niveau generiert.

Gleichwohl war das Geschäftsjahr 2022 von rückläufigen Ertragsausschüttungen geprägt, wobei das Portfolio weiterhin auf hohem Niveau performt. Dennoch sorgten der Ukraine-Krieg sowie die andauernde Pandemie für Belastungen im Portfolio, auch wenn das Portfolio kein direktes Exposure in der Ukraine und Russland zeigt. Zugleich riefen die Fonds verstärkt Geld von ihren Investoren für neue Transaktionen ab. Somit konnten Bewertungskorrekturen für erfolgversprechende Investitionen für künftige Erträge genutzt werden.

Kapitalanlageergebnis

ENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSES

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In Mio. EUR 2022 2021
Ordentliche Kapitalanlageerträge 4.317 3.706
davon laufende Erträge aus Zinsen 3.124 2.622
davon Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen 135 43
Realisiertes Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen und Aufwendungen 23 1.318
Zu-/​Abschreibungen auf Kapitalanlagen -464 -265
Unrealisiertes Ergebnis aus Kapitalanlagen -47 25
Sonstige Kapitalanlageaufwendungen 352 323
Ergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 3.476 4.460
Depotzinsergebnis 223 255
Ergebnis aus Investmentverträgen 2 3
Gesamt 3.700 4.718

Vor allem aufgrund des Rückgangs des realisierten Ergebnisses aus dem Abgang von Kapitalanlagen lag das Kapitalanlageergebnis mit 3.700 (4.718) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dadurch ergibt sich eine annualisierte Kapitalanlagerendite von 2,6 (3,4) %.

Die laufenden Erträge aus Zinsen sind zum einen aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus angewachsen, so stieg der Durchschnittskupon des Bestands an festverzinslichen Wertpapieren auf 2,5 (2,3) %. Zum anderen sind die Amortisationsbeträge auf inflationsgebundene Anleihen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 325 Mio. EUR auf 549 Mio. EUR gestiegen.

Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen zur Absicherung siehe Konzernanhang Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Der Anteil der ordentlichen Erträge aus unseren Immobilieninvestments stieg im Rahmen des Bestandsaufbaus um 26 % und beträgt 457 (362) Mio. EUR. Die Erträge aus alternativen Investmentfonds waren dagegen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, lagen aber dennoch höher als ursprünglich erwartet. Der deutliche Anstieg der ordentlichen Erträge aus Ergebnissen aus Anteilen an assoziierten Unternehmen auf 135 (43) Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf einem Sonderertrag aus der Bewertung einer Beteiligung im Segment Personen-Rückversicherung.

Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr deutlich unter dem Vorjahresniveau und betrug per saldo 23 (1.318) Mio. EUR. Aufgrund der steigenden Zinsen am Kapitalmarkt waren im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben, anders als im Vorjahr, keine Abgangsgewinne zur Finanzierung der Zinszusatzreserve notwendig. Bei alternativen Kapitalanlagen haben die Hannover Rück SE und die E+S Rückversicherung AG insbesondere im Sektor nicht notierter Unternehmensbeteiligungen Bestände in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft eingebracht, um beiden Unternehmen im Bereich alternativer Kapitalanlageklassen einen breiteren Marktzugang und weitere Diversifikation zu ermöglichen. Dies führte zu einer Aufdeckung anteiliger stiller Reserven in Höhe von 558 Mio. EUR. Gegenläufige Effekte ergaben sich im Berichtszeitraum hauptsächlich aus dem Verkauf festverzinslicher Wertpapiere im Zuge von Umschichtungen in den Kreditportefeuilles sowie aus der allgemeinen Portefeuillepflege. Hierbei realisierte die Hannover Rück-Gruppe stille Lasten in Höhe von 594 Mio. EUR. Im ersten Quartal hat der Konzern Teile der Bestände an russischen und ukrainischen Anleihen veräußert. Insgesamt konnte dadurch sowohl die Liquiditätsposition als auch die Rendite aus Neu- und Wiederanlage gestärkt werden.

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Berichtszeitraum auch aufgrund der geopolitischen Lage höhere Abschreibungen von 490 (267) Mio. EUR erforderlich. Zuschreibungen gab es im Geschäftsjahr in Höhe von 25 (2) Mio. EUR auf Immobilien, d. h., der saldierte Ergebniseffekt aus Zu- und Abschreibungen entspricht mit insgesamt 464 (265) Mio. EUR überwiegend den Abschreibungen. Davon entfielen 129 (112) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen direkt gehaltener Immobilien und Infrastrukturinvestments, was unser gestiegenes Engagement in diesem Bereich reflektiert. Außerplanmäßige Abschreibungen waren insgesamt in Höhe von 361 (155) Mio. EUR vorzunehmen. Davon entfielen 118 (6) Mio. EUR auf Aktien und 71 (46) Mio. EUR auf sonstige Kapitalanlagen, vornehmlich auf den Bereich der alternativen Kapitalanlagen mit 60 (44) Mio. EUR, welche mit den allgemeinen Zinsentwicklungen auf den Märkten in Verbindung stehen. Auf direkt gehaltene Immobilien entfielen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 35 (21) Mio. EUR. Die Abschreibungen auf den Bereich der festverzinslichen Wertpapiere betrugen 129 (81) Mio. EUR. Dabei handelt es sich überwiegend um russische und ukrainische Emittenten oder um Emittenten aus dem chinesischen Immobilienbereich.

In den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen der Kapitalanlagen wurde ein Ertrag von 87 Mio. EUR aus der Extremsterblichkeitsbedeckung erzielt. Diesem stand insgesamt ein negativer Bewertungseffekt in Höhe von 148 Mio. EUR aus einem mit einem Rückversicherungsvertrag verbundenen Derivat in Großbritannien gegenüber, wovon ein Anteil von 26 Mio. EUR im Veräußerungsergebnis enthalten ist. Insgesamt beliefen sich die unrealisierten Gewinne und Verluste unserer erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände auf -47 Mio. EUR. Diesen standen im Vorjahr 25 Mio. EUR Gewinne entgegen.

Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung", Anmerkung 31 "Kapitalanlageergebnis".

KAPITALANLAGEERGEBNIS NACH KONZERNSEGMENTEN
In Mio. EUR

1 Im Segment Konzernfunktionen werden im Wesentlichen die Kapitalanlageaufwendungen der Ampega-Gesellschaften ausgewiesen

Währungseinflüsse

Aufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage.

Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt.

Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 21 (20) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe unverändert 9 (8) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der Gesamtanteil der Kapitalanlagen in Fremdwährungen innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen beträgt zum Stichtag 38 (35) %.

Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen:

KAPITALANLAGEN
In %

Finanzlage

Analyse der Kapitalstruktur

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Eigenkapital mit 12,6 Mrd. EUR um 5,4 Mrd. EUR unter dem Niveau des Vorjahres (17,9 Mrd. EUR)

Versicherungstechnische Rückstellungen um 1,8 Mrd. EUR auf 140,8 Mrd. EUR gestiegen

Verbindlichkeiten aufgrund der Begebung von Anleihen um 2,7 Mrd. EUR auf 18,1 Mrd. EUR gestiegen

KAPITALSTRUKTUR

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In Mio. EUR 2022 2021
Eigenkapital 12.592 7 % 17.945 9 %
Nachrangige Verbindlichkeiten 5.009 3 % 4.759 2 %
Versicherungstechnische Rückstellungen 140.758 73 % 138.951 70 %
Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird 11.902 6 % 13.687 7 %
Andere Rückstellungen 3.213 2 % 3.722 2 %
Verbindlichkeiten 18.081 9 % 15.335 8 %
Passive Steuerabgrenzung 1.077 1 % 2.513 1 %
Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 501 0 % 612 0 %
Summe der Passiva 193.133 100 % 197.524 100 %

Wesentliche Entwicklungen der Kapitalstruktur

Der Rückgang des Eigenkapitals (-5,4 Mrd. EUR) resultiert im Wesentlichen aus der Entwicklung der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen, welche im sonstigen Ergebnis erfasst werden und sich eigenkapitalmindernd ausgewirkt haben (siehe auch "Eigenkapital" in diesem Abschnitt).

Insgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 0,3 % bzw. 0,5 Mrd. EUR auf 130,8 (130,3) Mrd. EUR leicht gestiegen. Der Anstieg entfiel mit 7,3 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und mit 1,5 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Prämienüberträge. Gegenläufig entwickelten sich die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (-7,0 Mrd. EUR) und die Deckungsrückstellung (-1,5 Mrd. EUR). Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung und Industrieversicherung. Der deutliche Rückgang der Rückstellung für Beitragsrückerstattungen, vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, ist im Wesentlichen auf die zinsbedingte Marktwertschwankung der Kapitalanlagen zurückzuführen.

Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 94,0 (89,0) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 8,4 (16,0) Mrd. EUR.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten um 2,7 Mrd. EUR entfällt im Wesentlichen auf die Position "Begebene Anleihen und Darlehen" (siehe auch "Liquidität und Finanzierung" in diesem Abschnitt).

In der Position "Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag 501 Mio. EUR aus, die im Wesentlichen auf Schulden der Magyar Posta Biztosito Zrt., der Magyar Posta Életbiztosito Zrt., und die Schulden eines Versicherungsportfolios entfallen (siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen").

Außerbilanzielle Geschäfte

Die bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten" erläutert.

Asset-Liability-Management

Die Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich kapitalmarktinduzierte Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten.

Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 116.

Die sogenannte Effective Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 6,8 (8,9). Die Effective Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, das enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl, desto höher ist die Zinssensitivität. Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Effective Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 11,2 (13,7) im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 3,7 (4,8) relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Ampega Asset Management GmbH wird die Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt.

Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13.

Kapitalmanagementprozess

Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist.

Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Konzerns. Hierbei differenzieren wir zwischen der regulatorischen Sichtweise des HDI Konzerns und der ökonomischen Sichtweise des Talanx Konzerns. Dabei unterscheiden wir folgende Kapitalbegriffe:

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Basic Own Funds oder Basiseigenmittel

Solvency Capital Required

Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz. Sie unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) durch offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/​Lasten nach Steuern, Hybridkapital und Surplus Funds. Regulatorisch wird der HDI Konzern mit den sogenannten Eligible Own Funds betrachtet. Diese unterscheiden sich von den Basic Own Funds des Talanx Konzerns durch die Hinzunahme der Eigenmittel des HDI V. a. G. sowie durch den Abzug der den Minderheiten zustehenden, über dem Solvency Capital Required liegenden Basic Own Funds (sogenannter Haircut).

Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts notwendig ist. Aufsichtsrechtlich (gemäß Solvency 2) berechnet es sich mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird für den HDI Konzern auf Basis des genehmigten internen Kapitalmodells berechnet. Das Solvency Capital Required des Talanx Konzerns unterscheidet sich von dem des HDI Konzerns insbesondere durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Pensionskassen und durch den Ausschluss des HDI V. a. G. aufgrund des unterschiedlichen Konzernkreises.

Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required zeigt die Kapitaladäquanz an. Für den Talanx Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %, 200-Jahres-Schock).

Aufsichtsrechtlich auf Ebene des HDI Konzerns haben wir für die Solvency-2-Quote einen Zielkorridor ohne Übergangsmaßnahmen zwischen 150 % und 200 % definiert. Ökonomisch auf Ebene des Talanx Konzerns streben wir eine Mindestkapitaladäquanz von 200 % an.

Das oberste Ziel des Kapitalmanagements im Talanx Konzern ist es, die Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio des Talanx Konzerns. Dabei wird nicht benötigtes Kapital bzw. nicht benötigte Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig erstklassiger Kapitaladäquanz.

Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Darüber hinaus wird gewährleistet, dass die Dividende für die Aktionäre entsprechend der Talanx Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt.

Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die maßvolle Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital; sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus.

Eigenkapital

Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt:

ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALQUOTE

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In Mio. EUR 2022 2021
Summe Eigenkapital 12.592 17.945
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 5.127 7.169
Bilanzsumme 193.133 197.524
Eigenkapitalquote 6,5 % 9,1 %

ENTWICKLUNG DER EIGENKAPITALRENDITE

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In Mio. EUR 2022 2021
Konzernergebnis 1 1.172 1.011
Eigenkapitalrendite 2 12,9 % 9,6 %

1 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital
2 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter zu durchschnittlichem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Entwicklung des Eigenkapitals

In der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 5.353 Mio. EUR - dies entspricht einem Rückgang von 30 % - auf 12.592 (17.945) Mio. EUR reduziert.

Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2021 um 3.312 Mio. EUR auf 7.465 (10.776) Mio. EUR verringert. Der deutliche Rückgang resultiert aus den nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteilen (übrige Rücklagen), die sich im Berichtszeitraum um 4.142 Mio. EUR verringert haben. Die Entwicklung der übrigen Rücklagen resultiert im Wesentlichen aus der nachteiligen Entwicklung der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen (-10.831 Mio. EUR) und dem gegenläufigen Effekt aus der Veränderung aus der Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting (+6.524 Mio. EUR). Des Weiteren hatte das Bewertungsergebnis aus Cashflow-Hedges (-266 Mio. EUR) einen negativen Einfluss. Positiv wirkten hingegen die Effekte aus der Währungsumrechnung (+145 Mio. EUR) sowie die Entwicklung der versicherungsmathematischen Gewinne aus dem zinsbedingten Rückgang der Pensionsrückstellungen (+303 Mio. EUR). Die Umkehr der nicht realisierten Kursgewinne in nicht realisierte Kursverluste aus Kapitalanlagen ist im Wesentlichen in einem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen begründet.

Dem Rückgang der übrigen Rücklage wirkte ein geringerer Anstieg der Gewinnrücklage um 821 Mio. EUR (9 %) entgegen. Dieser resultiert u. a. aus dem Konzernergebnis, das in Höhe von 1.172 (1.011) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklage eingestellt wurde. Entgegengesetzt wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von 405 (379) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital verringerte sich um 2.042 Mio. EUR - dies entspricht 28,5 % - auf 5.127 Mio. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss beläuft sich auf 1.289 (718) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 402 (346) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rückkonzern.

DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE 1 EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Geschäftsbereich    
Industrieversicherung 1.561 2.153
davon Minderheiten - 4
Privat- und Firmenversicherung Deutschland 1.813 2.660
davon Minderheiten 54 79
Privat- und Firmenversicherung International 1.985 2.417
davon Minderheiten 283 233
Rückversicherung 8.709 12.712
davon Minderheiten 4.790 6.854
Konzernfunktionen -1.553 -2.055
davon Minderheiten - -
Konsolidierung 77 58
davon Minderheiten - -
Gesamtes Eigenkapital 12.592 17.945
Konzerneigenkapital 7.465 10.776
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 5.127 7.169

1 Das Eigenkapital der Geschäftsbereiche ist definiert als Residualgröße aus Geschäftsbereichsaktiva und -passiva

Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in den Konzernfunktionen wahr. Durch die Erlangung der Rückversicherungslizenz im Jahr 2019 wird neben der reinen Holdingfunktion auch das versicherungstechnische Geschäft ausgebaut, das jedoch derzeit nicht das Volumen besitzt, die Finanzierungseffekte zu kompensieren. Es handelt sich im Wesentlichen um zwei Nachranganleihen von insgesamt 1.246 (1.246) Mio. EUR, Pensionsrückstellungen in Höhe von 859 (1.138) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 2.311 (1.065) Mio. EUR, versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von 297 (258) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 72 (67) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen, Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen, den Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden.

Entwicklung der nicht bilanzierten Bewertungsreserven

In der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit -3,7 (3,1) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremdgenutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Übrige Verbindlichkeiten".

EIGENKAPITAL UND NICHT BILANZIERTE BEWERTUNGSRESERVEN

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In Mrd. EUR 2022 2021
Konzerneigenkapital 12,6 17,9
Nicht bilanzierte Bewertungsreserven vor Steuern inklusive der den Versicherungsnehmern und den nicht beherrschenden Gesellschaftern am Eigenkapital zustehenden Anteile -1,2 4,4

Liquidität und Finanzierung

Die liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx Konzerns weiter erhöht.

Darüber hinaus besteht zum 31. Dezember 2022 eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie mit einem Volumen von 250 Mio. EUR. Die Kreditlinie besitzt eine Laufzeit bis 2023. Zum Bilanzstichtag ist diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehende syndizierte Kreditlinie kann von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt, siehe auch Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26.

Zudem besteht mit dem HDI V. a. G. eine Rahmenvereinbarung, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden.

Die Talanx AG hat am 18. Oktober 2022 zwei erstrangige, unbesicherte Anleihen mit identischen Bedingungen und einem Volumen von insgesamt 1,25 Mrd. EUR begeben. Hiervon wurden 500 Mio. EUR bei institutionellen Investoren im In- und Ausland platziert. Die restlichen 750 Mio. EUR wurden durch den HDI V. a. G. gezeichnet. Die auf Euro lautenden Anleihen sind mit einem fixen Kupon von 4,0 % p. a. verzinst und am 25. Oktober 2029 fällig.

Die Hannover Rück SE hat am 14. November 2022 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 26. Februar 2033 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 5,875 % p. a., danach beträgt der variable Zinssatz 3,75 % über dem Drei-Monats-EURIBOR.

Die garantierte nachrangige Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. in Höhe von 500 Mio. EUR wurde nach zehn Jahren ordentlich zum 15. Juni 2022 gekündigt und vollständig zurückgezahlt.

Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen und der Fremdkapitalaufnahme stehen uns auch die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiko".

Analyse Fremdkapital

Mit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Die im Folgenden abgebildete Tabelle gibt einen Überblick über die fortgeführten Anschaffungskosten unserer Fremdkapitalaufnahmen.

ENTWICKLUNG DES FREMDKAPITALS

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In Mio. EUR 2022 2021
Nachrangige Anleihen der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 500 499
Nachrangige Anleihen der Talanx AG 1.246 1.246
Nachrangige Anleihen der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. - 500
Nachrangige Anleihe der Hannover Rück SE 3.176 2.427
Nachrangige Anleihe der HDI Italia S. p. A. 35 35
Nachrangiges Darlehen der HDI Assicurazioni S. p. A. 28 27
Nachrangige Darlehen HDI Global SE 13 13
Nachrangige Darlehen der HDI Assicurazioni S. p. A. 11 11
Begebene Anleihen der Talanx AG 2.311 1.065
Begebene Anleihen Hannover Rück SE 746 745
Hypothekendarlehen der HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG 227 146
Darlehen aus Infrastrukturinvestments 67 75
Hypothekendarlehen der Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. 228 152
Hypothekendarlehen der Real Estate Asia Select Fund Limited 231 238
Darlehen der Hannover Rück SE 198 -
Darlehen der E+S Rückversicherung AG 43 -
Sonstiges 8 12
Gesamt 9.068 7.191

Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 und 26.

Analyse der Konzern-Kapitalflussrechnung

Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

ZUSAMMENFASSUNG DES ZAHLUNGSMITTELZUFLUSSES

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In Mio. EUR 2022 2021
Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 5.966 10.049
Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit -6.997 -10.061
Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit 565 428
Veränderung des Finanzmittelfonds -466 417

Der Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch die Zahlungsmittelveränderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die erhaltenen Erträge aus Kapitalanlagen, wie z. B. erhaltene Zinsen und Dividenden, geprägt. Der Anstieg resultiert aus der positiven Entwicklung des operativen Geschäfts.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit wurde wesentlich durch den Kauf von Finanzinstrumenten sowie den Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten - entsprechend der vom Unternehmen verfolgten Kapitalanlagepolitik unter besonderer Berücksichtigung einer währungs- und laufzeitkongruenten Bedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten -bestimmt.

Der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr, die gezahlten Zinsen für die Fremdfinanzierung, sowie durch den Saldo aus der Aufnahme und Rückzahlung langfristiger Verbindlichkeiten, insbesondere Anleihen, beeinflusst.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, der sich gleichzeitig auch als Summe der Kapitalflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ergibt, insgesamt um 411 Mio. EUR auf 3,6 Mrd. EUR reduziert.

Ratings der Gruppe

Der Talanx Konzern und seine Gesellschaften haben von den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und AM Best im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell ist bei Ratings zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating) und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating zu unterscheiden. Ersteres beurteilt die Fähigkeit, inwieweit eine Gesellschaft den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann, Letzteres bewertet die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft.

Zum Ende des Berichtsjahres hat die Erstversicherungsgruppe durch AM Best eine Hochstufung der Bonitätsnote erhalten. Das Finanzstärkerating hat sich von A ("excellent") auf A+ ("superior") verbessert. Die Ratingentscheidung von AM Best fußt dabei auf dem systematischen Fortschritt, den der Konzern hinsichtlich seiner Ertragskraft und Risikomanagementkultur in den letzten Jahren erzielt hat. Mit der Ratingentscheidung wurde der Ausblick wieder von "positive" auf "stable" gestellt. Der Teilkonzern Hannover Rück wird bei AM Best weiterhin mit A+ ("superior") und einem stabilen Ausblick bewertet. Die Ratingagentur begründete das unverändert sehr gute Rating mit einer ausgezeichneten Kapitalisierung und der guten Ertragssituation.

Bei S&P blieb im Vergleich zum Vorjahr das Rating der Teilkonzerne Talanx Erstversicherungsgruppe und Hannover Rück - ebenso wie auch der stabile Ausblick - unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversicherungsbereich und seine Kerngesellschaften wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte S&P der Talanx Erstversicherungsgruppe ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte S&P die Ratings der Hannover Rück, die mit AA- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Auch die S&P-Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Die Finanzstärkeratings des Konzerns stellen sich nun wie folgt dar:

Finanzstärkeratings (Financial Strength Ratings)

FINANZSTÄRKERATINGS KONZERN UND TEILKONZERNE

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Standard & Poor's AM Best
Rating Ausblick Rating Ausblick
Talanx Konzern 1 - - A+ Stable
Talanx Erstversicherungsgruppe 2 A+ Stable - -
Hannover Rück Teilkonzern 3 AA- Stable A+ Stable

1 Bezeichnung bei AM Best: "HDI V a. G. and its rated insurance subsidiaries"
2 Teilkonzern Erstversicherungen unter Einbezug des HDI V a. G.; Bezeichnung: "Talanx Primary Insurance Group". Entspricht den Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International, inklusive der Talanx AG
3 Hannover Rück SE und wesentliche Kerngesellschaften; entspricht dem Geschäftsbereich Rückversicherung des Talanx Konzerns

Emittentenratings (Issuer Credit Ratings)

EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)

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Standard & Poor's AM Best
Rating Ausblick Rating Ausblick
Talanx AG A+ Stable aa- Stable
Hannover Rück SE AA- Stable aa Stable

Die im Vorfeld erläuterte Ratingentscheidung von AM Best für die Erstversicherungsgruppe ist auch im Emittentenrating der Talanx AG reflektiert. Das sogenannte Issuer Credit Rating der Talanx AG hat sich zum Ende des Berichtsjahres von a+ auf aa- verbessert; im gleichen Zuge ist der Ausblick von "positive" wieder auf "stable" gestellt worden. Bei S&P ist das Emittentenrating der Talanx AG unverändert bei A+, Outlook "stable". Damit wird die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG bei den Ratingagenturen als gut (S&P) bzw. als ausgezeichnet (AM Best) beurteilt.

Des Weiteren existieren diverse Emissionsratings für die von der Talanx AG begebenen bzw. garantierten Anleihen. Diese Ratings und alle weiteren Emissionsratings der von Konzernunternehmen emittierten Anleihen und Darlehen sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" bzw. Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen" im Konzernanhang aufgeführt.

Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG; detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de).

Talanx AG (Kurzfassung nach HGB)

Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt.

Die Talanx AG ist als börsennotierte Finanz- und Management-Holding verantwortlich für die Führung der Tochtergesellschaften des Konzerns. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Talanx wird daher auch durch die Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit ihren verbundenen Unternehmen und Beteiligungen geprägt. Daneben zeichnet die Talanx AG als Rückversicherer im Wesentlichen Risiken aus dem Bereich Schaden-Unfallversicherung von Konzerngesellschaften.

Eine wesentliche Steuerungsgröße für die Talanx AG ist der Jahresüberschuss nach HGB, da die ausschüttbare Dividende nach dem HGB-Jahresüberschuss bemessen wird.

Ertragslage

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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In Mio. EUR 2022 2021
Versicherungstechnische Rechnung    
Ergebnis vor Schwankungsrückstellung 10 -27
Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen -29 -32
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -19 -59
Nichtversicherungstechnische Rechnung    
Erträge aus Kapitalanlagen 815 841
Aufwendungen für Kapitalanlagen 8 47
Sonstige Erträge 31 40
Sonstige Aufwendungen 241 274
Ergebnis des allgemeinen Geschäfts 597 560
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 578 501
Steuern - 5
Jahresüberschuss 579 495

Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung betrug im aktuellen Geschäftsjahr 10 (-27) Mio. EUR. Nach zwei sehr schadenreichen Jahren durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 und das Sturmtief "Bernd" im Jahr 2021 blieb die Talanx AG im Berichtsjahr deutlich unter dem geplanten Budget für Großschäden und verzeichnete insgesamt ein schadenarmes Jahr. Das Jahr 2022 war jedoch stark durch die Inflationsentwicklung beeinflusst. Um dem Inflationsanstieg Rechnung zu tragen, wurden zusätzliche Schadenreserven gebildet.

Spartenentwicklung

VERSICHERUNGSGESCHÄFT INSGESAMT

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2022 2021
In Mio. EUR Brutto Netto Brutto Netto
Gebuchte Beiträge 1.151 257 1.119 280
Verdiente Beiträge 1.132 255 1.153 292
Aufwendungen für Versicherungsfälle 863 167 1.036 212
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb 267 75 298 122
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -36 -19 -204 -59
In %        
Schadenquote 76,2 65,7 89,9 72,5
Kostenquote 23,6 29,3 25,8 41,6
Kombinierte Schaden-/​ Kostenquote 99,8 95,0 115,7 114,1


BRUTTOBEITRÄGE NACH SPARTEN

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2022 2021
In Mio. EUR In % In Mio. EUR In %
All-Risk Versicherungen 430 37,4 453 40,5
Technische Versicherungen 189 16,4 132 11,8
Sonstige Versicherungen 156 13,5 154 13,8
Feuerversicherung 117 10,2 112 10,0
Haftpflichtversicherung 113 9,8 111 9,9
Kraftfahrzeugversicherung 95 8,3 117 10,5
Unfallversicherung 30 2,6 13 1,2
Transport- und Luftfahrtversicherung 21 1,8 27 2,4
Gesamt 1.151 100,0 1.119 100,0

All-Risk-Versicherungen

Die Bruttoprämieneinnahmen für die All-Risk-Versicherungen beliefen sich auf 430 (453) Mio. EUR, das machte 37,4 (40,5) % der Gesamtprämien aus. Es gab keine weitere Steigerung zum Vorjahr, da die Rückversicherungsstrukturen der Zedenten weitestgehend stabil geblieben sind, wie z. B. bei der Property-Quote im Geschäftsbereich Industrieversicherung oder im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Bruttoschadenquote ist auf 66,0 (115,4) % aufgrund eines reduzierten Schadenverlaufs im Bereich Naturgefahren gesunken. Das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei 47 (-192) Mio. EUR. Das positive versicherungstechnische Bruttoergebnis dieser Sparte wurde durch das Ausbleiben relevanter Großschäden im Naturgefahrenbereich geprägt.

Technische Versicherungen

16,4 (11.8) % bzw. 189 (132) Mio. EUR der Bruttoprämien entfielen auf Technische Versicherungen. Die Prämiensteigerungen konnten durch Sanierungsmaßnahmen im Originalgeschäft erzielt werden. Das versicherungstechnische Ergebnis brutto betrug 6 (1) Mio. EUR, dem lag eine Bruttoschadenquote von 60,9 (69,4) % zugrunde. In der Sparte Technische Versicherungen war der Schadenverlauf weiterhin erfreulich niedrig.

Sonstige Versicherungen

Unter den Sonstigen Versicherungen werden im Wesentlichen die Sparten Sonstige Schadenversicherung und Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Darin enthalten sind u. a. die Zweige Verbundene Hausrat, Sturm und Rechtsschutz. Mit 156 (154) Mio. EUR entfielen 13,5 (13,8) % der Bruttoprämien auf Sonstige Versicherungen. Nachdem im Vorjahr aufgrund der Neuzeichnung des Aqua/​Agri-Geschäfts aus Südamerika sowie der Sachverträge des Bancassurance-Bereichs eine Erhöhung erzielt werden konnte, gab es im Geschäftsjahr keine weiteren Neuzeichnungen. Die Bruttoschadenquote erhöhte sich auf 107,6 (33,6) % und führte zu einem negativen versicherungstechnischen Ergebnis brutto von -65 (21) Mio. EUR. Ursächlich war hier im Wesentlichen eine negative Schadenabwicklung bei US-Schäden aufgrund eines ungünstigen Wechselkursverlaufs zum Euro.

Feuerversicherung

Die Bruttoprämien der Feuerversicherung betrugen 117 (112) Mio. EUR, was einem Anteil von 10,2 (10,0) % entsprach. Auch hier gab es keine weiteren Steigerungen der Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttoschadenquote lag bei 128,6 (71,1) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto belief sich auf -54 (-9) Mio. EUR. Auch in der Sparte Feuerversicherung gab es eine negative Entwicklung bei US-Schäden im Geschäftsbereich Industrieversicherung sowie weitere Schäden im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International.

Haftpflichtversicherung

Der Anteil der Sparte Haftpflichtversicherung an den Bruttoprämien lag stabil bei 9,8 (9,9) %. Die Bruttoprämieneinnahmen lagen ebenfalls stabil bei 113 (111) Mio. EUR, da es keine wesentlichen Veränderungen der Prämie oder der Anteile an den Verträgen gab. Eine Schadenquote von brutto 71,9 (81,4) % führte zu einem versicherungstechnischen Ergebnis brutto von 23 (15) Mio. EUR. Das Vorjahr war durch einen Großschaden belastet, wohingegen das Jahr 2022 ohne nennenswerte Großschäden verlaufen ist.

Kraftfahrzeugversicherung

Die Bruttoprämien der Kraftfahrtversicherung betrugen 95 (117) Mio. EUR, was einem Anteil von 8,3 (10,5) % entsprach. Die Reduzierung resultierte aus Restrukturierungen von Verträgen auf Wunsch unserer Zedenten insbesondere des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Bruttoschadenquote lag bei 78,0 (81,7) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei -5 (-30) Mio. EUR.

Allgemeines Geschäft

Der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen von Kapitalanlagen erhöhte sich auf 807 (793) Mio. EUR. Das darin enthaltene Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen und Aufwendungen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften ergibt, erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 788 (653) Mio. EUR. HDI Deutschland AG zeigte eine Ergebnisabführung von 140 (113) Mio. EUR, HDI International AG von 126 (78) Mio. EUR sowie HDI Global SE von 118 (108) Mio. EUR. Gegenläufig reduzierten sich die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen auf 0 (146) Mio. EUR. Insgesamt wurde für das Berichtsjahr eine Nettoverzinsung von 2,6 (3,4) % erreicht.

Der Saldo aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen betrug -210 (-233) Mio. EUR, vor allem durch geringere Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes von 107 (129) Mio. EUR.

Der Jahresüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 579 (495) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 586 (495) Mio. EUR betrug der Bilanzgewinn 1.164 (991) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Gewinnverwendungsvorschlag" zu finden.

Vermögenslage

BILANZSTRUKTUR - AKTIVA

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 8.632 8.622
Sonstige Kapitalanlagen 2.076 664
Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft 33 25
Forderungen 933 973
Übrige Aktiva 132 499
Summe der Aktiva 11.806 10.783

Das Bilanzbild der Talanx AG wird weiterhin maßgeblich durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Das Rückversicherungsgeschäft schlägt sich außerdem in einzelnen Bilanzposten nieder. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,5 % auf 11.806 (10.783) Mio. EUR. Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen blieben nahezu konstant bei 8.632 (8.622) Mio. EUR. Die sonstigen Kapitalanlagen erhöhten sich, sowohl durch eine Erhöhung an festverzinslichen Wertpapieren und Inhaberschuldverschreibungen als auch durch eine Erhöhung kurzfristiger Festgeldanlagen bei Kreditinstituten, auf 2.076 (664) Mio. EUR. Die Mittel stammen überwiegend aus der vorübergehenden Anlage von zwei im Oktober 2022 begebenen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1.250 Mio. EUR. Demgegenüber reduzierten sich laufende Guthaben, sodass sich die verbleibenden Aktiva auf 1.098 (1.497) Mio. EUR reduzierten.

BILANZSTRUKTUR - PASSIVA

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Eigenkapital 5.798 5.615
Nachrangige Verbindlichkeiten 1.250 1.750
Versicherungstechnische Rückstellungen 572 538
Andere Rückstellungen 1.162 1.183
Übrige Passiva 3.024 1.698
Summe der Passiva 11.806 10.783

Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind insbesondere geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding, erweitert um das 2019 aufgenommene Rückversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.798 (5.615) Mio. EUR. Die Erhöhung um 183 Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus dem Bilanzgewinn.

Die nachrangigen Verbindlichkeiten reduzierten sich planmäßig auf 1.250 (1.750) Mio. EUR durch die Rückzahlung des Darlehens an die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A., das im Rahmen der im Jahr 2012 emittierten Anleihe von Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. in Höhe von 500 Mio. EUR an die Talanx AG gegeben wurde.

Die versicherungstechnischen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr, insbesondere durch eine Erhöhung der Schwankungsrückstellung, auf 572 (538) Mio. EUR. Die anderen Rückstellungen reduzierten sich leicht auf 1.162 (1.183) Mio. EUR.

Die Erhöhung der übrigen Passiva auf 3.024 (1.698) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus zwei im Oktober 2022 begebenen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1.250 Mio. EUR.

Finanzlage

Das Rechnungswesen stellt über eine mindestens monatlich vorgenommene Liquiditätsplanung sicher, dass die Talanx AG jederzeit die erforderlichen Auszahlungen leisten kann. Dies wird durch eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie auch grundsätzlich unterstützt.

Der Finanzmittelzufluss an die Talanx AG erfolgt vor allem über Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, über Beteiligungserträge, versicherungstechnische Prämieneinnahmen und über Zinserträge aus Ausleihungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung stimmen die Abteilungen Group Controlling & Finance und Cashmanagement die erwarteten Liquiditätsströme regelmäßig ab. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten, für Dividendenzahlungen sowie für versicherungstechnische Auszahlungen aufbringen. Zudem können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen.

Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit einem Bankenkonsortium eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am EURIBOR zuzüglich eines Aufschlags. Der Nominalwert der Kreditlinie betrug zum Stichtag 250 Mio. EUR. Die Kreditlinie blieb wie im Vorjahr ungenutzt. Darüber hinaus hat die Talanx AG auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Von dem Andienungsrecht wurde bisher kein Gebrauch gemacht.

Darüber hinaus hat sich die Talanx AG im Geschäftsjahr ein Finanzierungspaket mit einem Volumen von 1.250 Mio. EUR gesichert. Die Anleihen mit identischen Bedingungen bestehen zum einen aus einer erstrangigen, unbesicherten Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR, die von der Rating-Agentur Standard & Poor's mit A+ bewertet wird. Sie wurde breit bei institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland platziert. Zum anderen zeichnete der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. parallel eine Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR. Die beiden auf Euro lautenden Anleihen sind am 25. Oktober 2029 fällig. Der Mittelzufluss soll vorrangig zur Ablösung bestehender Finanzierungen in Höhe von 858 Mio. EUR im ersten Quartal 2023 eingesetzt werden.

Bei der Auswahl der Kreditgeber achtet die Gesellschaft auf langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke. Die laufende Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber übernimmt die Ampega Asset Management GmbH.

Zielgrößen gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG

Hinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht.

Vergütungsbericht

Die Grundsätze und die Struktur der Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Talanx AG sind im Vergütungsbericht beschrieben, der Teil des Talanx Konzerngeschäftsberichts ist. Der Vergütungsbericht gibt auf individualisierter Basis Auskunft über die Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG aus ihrer Tätigkeit für den Talanx Konzern im Geschäftsjahr 2022. Die Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden.

Risikobericht

Als Holding eines Konzerns, der in den Bereichen Erst- und Rückversicherung sowie Finanzdienstleistungen tätig ist, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risiken wie die Geschäftsentwicklung des Talanx Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote sowie im Rahmen der konzerninternen Rückversicherung. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst sind insbesondere von adversen makrofinanziellen Entwicklungen, den globalen und regionalen Folgen des Ukraine-Kriegs sowie weiterhin von Folgen der Corona-Pandemie beeinflusst und werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt.

Die im Jahr 2021 gestartete Erholung der Weltwirtschaft von den durch die Corona-Pandemie ausgelösten rezessiven Entwicklungen wurde zu Beginn des Jahres 2022 durch den Ukraine-Krieg signifikant abgeschwächt. Zusätzlich zum menschlichen Leid kamen tiefgreifende wirtschaftliche Auswirkungen. Stark gestiegene Preise für Rohstoffe, insbesondere für fossile Energieträger, und Nahrungsmittel sorgten weltweit für eine drastische Beschleunigung der - bereits durch Lieferkettenstörungen erhöhten - Inflation. Als Reaktion passten nahezu alle Zentralbanken ihre Geldpolitik an und hoben ihre Leitzinsen, teils sehr deutlich, an. Die Reaktion auf den Finanzmärkten war gekennzeichnet von starken Kurskorrekturen, gepaart mit hoher Volatilität. Während im ersten Halbjahr die Finanzmärkte mit starken Kurskorrekturen reagierten, war das zweite Halbjahr von einer starken Erholung geprägt, wenn auch die Volatilität auf einem hohen Niveau bleibt. Trotz der rückläufigen Belastung aus Covid-19-Schäden im letzten Jahr bestehen Deckungen für Kreditversicherung, Lebensversicherung sowie Kranken- und Unfallversicherung weiterhin, sodass die zukünftige Schadenlast vom weiteren Verlauf der Pandemie und von einzelstaatlichen Gegenmaßnahmen abhängt und damit weiterhin eine Unsicherheit besteht.

Als konzerninterner Rückversicherer arbeiten wir eng mit den Erstversicherern des Talanx Konzerns zusammen. Damit gewährleisten wir, die Entwicklung weiterer möglicher Covid-19-Schäden sowie die stark verschärfte makroökonomische Gesamtlage - insbesondere die gestiegene Inflation und damit steigende Schadenhöhen - eng zu begleiten und eine optimale Kollektivierung gegenüber Retrozessionären sicherzustellen. Im Hinblick auf die Auswahl der Retrozessionäre erfolgt ein stringentes Monitoring des Counterparty-Risikos. Auch bestehende Geschäftsbeziehungen mit Rückversicherern werden fortlaufend hinsichtlich des Counterparty-Risikos bewertet. Darüber hinaus stehen wir in direktem und permanentem Austausch mit unseren Rückversicherungspartnern und am Markt tätigen Rückversicherungsmaklern, um die Gesamtmarktlage zu bewerten und frühzeitig reagieren zu können, wenn sich entsprechende Notwendigkeiten ergeben sollten.

Die Talanx AG hat im Geschäftsjahr 2022 als Rückversicherer eine bilanzielle Schadenquote von 65,7 (72,5) % ausgewiesen; dabei beträgt die Geschäftsjahresschadenquote 59,8 (51,1) %. Es wird ein Abwicklungsergebnis für eigene Rechnung in Höhe von -15 (-63) Mio. EUR ausgewiesen. Die Abwicklungsquote beträgt 3,2 (20,0) %.

Zum 31. Dezember 2022 weist die Talanx AG eine Depotforderung in Höhe von 33 (25) Mio. EUR aus. Hier wird im Wesentlichen das Saldendepot aus einem im Vorjahr abgeschlossenen Rückversicherungsvertrag über 32 (24) Mio. EUR ausgewiesen. Darüber hinaus weist die Talanx AG per 31. Dezember 2022 fällige Forderungen gegenüber Zedenten in Höhe von 22 (8) Mio. EUR aus. Die Forderungen bestehen aus einer Summe von Einzelforderungen gegenüber diversen Marktteilnehmern und sind zum größten Teil seit weniger als 90 Tagen fällig. Derzeit gehen wir davon aus, dass keine dieser Forderungen abgeschrieben werden muss.

SZENARIEN DER ZEITWERTENTWICKLUNG VON WERTPAPIEREN

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In Mio. EUR 2022 2021
Bestandsveränderung auf Marktwertbasis    
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere    
Aktienkurse -20 % -1 -1
Festverzinsliche Wertpapiere und übrige Ausleihungen    
Renditeanstieg +100 Basispunkte -23 -27
Renditerückgang -100 Basispunkte +26 +30

Die Talanx AG hält insbesondere Wertpapiere mit A-Rating oder besser, lediglich ein vergleichsweise geringer Anteil ist einer niedrigeren Ratingklasse als A zuzuordnen.

ZUSAMMENSETZUNG VON WERTPAPIEREN NACH RATINGKLASSEN
In %

Prognose- und Chancenbericht

Da die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2023 erwarten wir für die Talanx AG eine signifikante Erhöhung des Jahresüberschusses, u. a. aus Beteiligungserträgen sowie einem deutlich verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis.

Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

In dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs vor dem Hintergrund des weltweiten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds und trotz der globalen Herausforderungen als robust und bewertet dieses Ergebnis als Erfolg unserer weltweiten Diversifizierung. Das Konzernergebnis lag oberhalb einer Milliarde Euro und höher als im Vorjahr, das Wachstum der gebuchten Bruttoprämien war deutlich zweistellig. Die Konzerneigenkapitalrendite und die Konzernkapitalanlagerendite übertrafen unsere Prognosen für das Berichtsjahr, ebenso wie die Eigenkapitalrenditen aller Geschäftsbereiche des Konzerns.

Die Finanzkraft ist weiterhin hoch, die Solvabilitätsquote liegt weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert und am oberen Rand unseres Zielbandes. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Der Konzern hat die Auswirkungen der Inflation im Berichtsjahr beherrscht; der Krieg in der Ukraine hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere Ziele für das Gesamtjahr 2023 sind nach unserer Einschätzung erreichbar.

Weitere Berichte und Erklärungen

Die nichtfinanzielle Konzernerklärung richtet sich in der inhaltlichen Gestaltung vorausschauend an der künftigen ESG-Regulatorik aus.

Nichtfinanzielle Konzernerklärung 1

Einleitung

Der unternehmerische Erfolg des Talanx Konzerns wird erheblich von nichtfinanziellen Faktoren beeinflusst. Diese werden daher für den Talanx Konzern und die Talanx AG mit der vorliegenden "nichtfinanziellen Konzernerklärung" (im Folgenden "nichtfinanzielle Erklärung" oder "NFE") nach den Vorgaben des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes, des Handelsgesetzbuches sowie von Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/​852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/​2088 (im Folgenden EU-Taxonomie-Verordnung) berichtet.

Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung deckt den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 ab. Sie enthält Angaben zu konzernweiten Managementansätzen für eine Auswahl nichtfinanzieller Themen und beschreibt die wichtigsten Aktivitäten und Fortschritte im Geschäftsjahr 2022 sowie die relevanten Governance-Strukturen.

Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung wird in Übereinstimmung mit den §§ 315b bis c i. V. m. 289c bis 289e HGB sowie der EU-Taxonomie-Verordnung aufgestellt und orientiert sich für die Erstellung der Wesentlichkeitsanalyse und die Managementansätze an den Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) 2021 sowie für klimabezogene Offenlegungen an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).

Alle bis auf eine infolge der Richtlinie 2014/​95/​EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung verpflichteten Konzerngesellschaften befreien sich durch den Verweis auf diese nichtfinanzielle Erklärung von der Pflicht, eine eigene nichtfinanzielle Erklärung abzugeben. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung in ihrem zusammengefassten Lagebericht.

Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde einer freiwilligen Prüfung nach ISAE 3000 (revised) mit begrenzter Sicherheit durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen (siehe Vermerk auf Seite 261).

Verweise auf Angaben außerhalb des Lageberichts und des Konzernabschlusses sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil der nichtfinanziellen Erklärung.

1 Bei der nichtfinanziellen Konzernerklärung handelt es sich um einen vom Gesetzgeber von der Abschlussprüfung ausdrücklich ausgenommenen Berichtsabschnitt (§ 317 Abs. 2 Satz 6 HGB). Die hier vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde jedoch von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers gemäß dem Prüfungsstandard ISAE 3000 (Revised) mit begrenzter Sicherheit geprüft

Geschäftsmodell und Strategie

Der Talanx Konzern mit u. a. den Marken HDI, Hannover Rück, Warta sowie neue leben und Targo ist ein weltweit operierender Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche mit insgesamt über 300 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften. Das Geschäftsmodell sowie die Konzernstrategie der Talanx sind ausführlich auf Seite 36 ff. im zusammengefassten Lagebericht beschrieben.

Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor berücksichtigt der Talanx Konzern Nachhaltigkeitsaspekte in der Unternehmensführung und hat sie in die Konzernstrategie integriert. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environmental, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik und im Betrieb sowie dem gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns. Durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten sollen der ökonomische Erfolg sowie die langfristige ökologische und gesellschaftliche Verantwortung miteinander in Einklang gebracht werden.

Seinen strategischen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht der Konzern dabei durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsausrichtung wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, weil neue Erkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und geänderte Stakeholderanforderungen reflektiert werden müssen. Mit den im November 2021 veröffentlichten strategischen Maßnahmen hat der Talanx Konzern eine Weiterentwicklung seiner Nachhaltigkeitsstrategie bekanntgegeben und Nachhaltigkeit noch stärker im Geschäftsmodell verankert. Im Strategie-Review 2022 wurden die Prioritäten bestätigt und weiter geschärft, so wurde u. a. ein einheitliches strategisches Fundament für das soziale und gesellschaftliche Engagement des Konzerns geschaffen. Neben dem bereits bestehenden Netto-Null-Ziel für den weltweiten Betrieb bis spätestens 2030 (Scope 1, 2 und 3, inklusive Kompensation) verpflichtet sich der Konzern im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens auch in der Versicherungstechnik sowie der Kapitalanlage, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Darüber hinaus hat der Talanx Konzern im Berichtsjahr zum ersten Mal den Green Bond Allocation and Impact Report veröffentlicht. Der Report gilt dem 2021 erfolgreich am Kapitalmarkt platzierten Green Bond mit einem Volumen von rund 500 Mio. EUR. Ziel der Anleihe ist die Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Projekte, vor allem im Bereich erneuerbare Energieerzeugung sowie von Wohn- und Gewerbeimmobilien mit geringem Energieverbrauch. Mit dem Green Bond Framework verbindet der Konzern somit nun auch die Nachhaltigkeitsstrategie konsequent mit der Finanzierungsstrategie.

Konzepte

Governance

Zur Sicherstellung einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung sowie einer effektiven Umsetzung der dafür notwendigen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Corporate-Governance-Konzept von zentraler Bedeutung. Das Corporate-Governance-Konzept des Talanx Konzerns sowie die expliziten Governance-Strukturen für Nachhaltigkeit sind daher ausführlich im Abschnitt "Governance" dieser NFE erläutert. Zusätzlich sind spezifische Governance-Informationen darüber, wie nichtfinanzielle Berichtsthemen gehandhabt werden, in den entsprechenden Kapiteln dieser nichtfinanziellen Erklärung enthalten.

Risikomanagement

Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, integriert der Talanx Konzern neben finanziellen Risiken auch nichtfinanzielle Risiken in den Risikomanagement-Prozess. Darunter sind Risiken aus den Bereichen "Environmental, Social, Governance" (Nachhaltigkeitsrisiken) zu verstehen. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene oder neue Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen bestehenden Risikokategorien manifestieren. Dies gilt u. a. für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage, operationelle Risiken ebenso wie für strategische und Reputationsrisiken. Der Talanx Konzern begegnet diesem Umstand durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten entlang des gesamten Risikomanagement-Prozesses.

Die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt explizit im Rahmen der Risikoinventur sowie anderer schwerpunktbezogener Risikoerhebungen wie etwa des Emerging-Risk-Prozesses (s. Risikobericht). In diesem werden unter Anwendung von Szenariotechniken neu auftretende Risiken und mögliche Auswirkungen von Megatrends auf die Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns untersucht (z. B. Wasserknappheit oder Biodiversitätsverlust). Dabei erfolgt die Bewertung unter Berücksichtigung von Feedback-Effekten und durch Analyse der Risikotreiber und Wirkungsmechanismen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Sinne eines adäquaten Risikomanagements werden nach der Risikoidentifikation und -bewertung Maßnahmen zur angemessenen Risikosteuerung definiert. Um ein ganzheitliches Bild sämtlicher Risiken auf Einzel- und konsolidierter Ebene zu erhalten, werden dabei alle maßgeblichen Funktionen einbezogen und die Ergebnisse regelmäßig an die Entscheidungsorgane berichtet. Außerdem beobachtet der Talanx Konzern zur Prävention von Schäden aus Nachhaltigkeitsrisiken laufend aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Regulatorik. Gleichzeitig erlaubt die vorausschauende Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsaspekten, auf Veränderungen zu reagieren und sich ergebende Geschäftsopportunitäten wahrzunehmen, wie etwa eine erhöhte Nachfrage nach (Rück-)Versicherungsprodukten oder steigender Beratungsbedarf zu Schadenverhütungsmaßnahmen.

Der Talanx Konzern erweitert sukzessive seine Methoden zur Messung und Modellierung von Nachhaltigkeitsrisiken sowohl in Bezug auf qualitative als auch auf quantitative Ansätze. Ein Schlüsselinstrument ist das von der Aufsicht genehmigte interne Risikokapitalmodell zur Berechnung der Kapitalanforderung gemäß Solvency 2, das u. a. das Risiko von Naturkatastrophenereignissen für das bevorstehende Jahr für den gesamten Konzern bewertet. Für einige Komponenten des Modells ist die Anpassung der Parametrisierung in Abhängigkeit von Nachhaltigkeitsrisikofaktoren möglich. Aufgrund der hohen Unsicherheit und der nur eingeschränkten Datenverfügbarkeit in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken setzt sich der Talanx Konzern außerdem mit Modell- und Änderungsrisiken auseinander, bspw. durch Sensitivitätsanalysen und Stresstests.

Der besonderen Relevanz des Klimawandels trägt der Talanx Konzern mit Szenarioanalysen bzw. Stresstests Rechnung. Diese umfassen Analysen zur Exponierung und Resilienz des Geschäftsmodells gegenüber allen möglichen Risikoarten im Zusammenhang mit dem Klimawandel, d. h. physischen und transitorischen Risiken sowie Haftungsrisiken, unter Berücksichtigung potenzieller kurz- sowie mittel- bis langfristiger Auswirkungen. Die Unsicherheit in Bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß der zukünftigen Entwicklungen wird durch die Betrachtung zweier in sich konsistenter Szenarien berücksichtigt. Zum einen wird ein Transitionsszenario mit verzögert ergriffenen politischen Maßnahmen betrachtet, in dem die globale Erwärmung bis zum Ende des Szenariohorizonts (2050) knapp unter 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau beträgt. Zum anderen wird ein Business-as-usual Szenario analysiert, in dem die globale Erwärmung 2 °C deutlich übersteigt. Zur Identifikation der Risikofaktoren und Analyse der Wesentlichkeit nutzt der Konzern einen narrativ-qualitativen Ansatz, mithilfe dessen die kausalen Wirkungsmechanismen und Feedback-Effekte dargestellt werden. Der Talanx Konzern orientiert sich dabei an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und (Szenario-)Daten renommierter Forschungsinstitute und Initiativen, z. B. dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Network for Greening the Financial System (NGFS) und der Bank of England. Aus den Erkenntnissen der Klimawandel-Szenarioanalyse werden geeignete Minderungsmaßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung strukturiert verfolgt und an den Vorstand berichtet wird und die, sofern erforderlich, adjustiert werden. Dieses Vorgehen wird fortgeführt und sukzessive um neue Betrachtungsaspekte ergänzt.

Zusätzlich zur anlassbezogenen Risikoberichterstattung an die Entscheidungsorgane erfolgen das Reporting und die Einordnung von Nachhaltigkeitsrisiken insbesondere im Rahmen der jährlichen unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA), die vom Vorstand genehmigt und der Aufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt wird.

Darüber hinaus orientiert sich der Talanx Konzern an den Empfehlungen zur Berichterstattung klimabezogener Risiken und Chancen des Rahmenwerks der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).

Im Berichtsjahr 2022 wurden keine wesentlichen nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die schwerwiegende, negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns haben könnten. Für ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere Klimawandelrisiken, sowie einen grundsätzlichen Einblick in das Risikomanagement-System einschließlich des Risikoprofils des Talanx Konzerns wird auf den Risikobericht ab Seite 116 ff. des zusammengefassten Lageberichts verwiesen.

ZIELE UND MASSNAHMEN: RISIKOMANAGEMENT

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Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2022 Status 2021
Risikomanagement Weiterentwicklung der Klimawandelszenarioanalyse Anwendung und Weiterentwicklung der Szenarioanalysen zur Bewertung der physischen und transitorischen Risiken Konzernweit Laufend Laufend
  Aktive Positionierung zu zukünftigen Regulierungs- und Marktveränderungen Gremienarbeit und Teilnahme an Konsultationen Konzernweit Laufend Laufend
  Sukzessive Integration weiterer Nachhaltigkeitsaspekte in das Risikoberichtswesen Neben Umweltaspekten verstärkter Fokus auf Soziales und Aspekte der Unternehmensführung Konzernweit Laufend Laufend
  Umsetzung der TCFD-Empfehlungen Berichterstattung über klimabezogene Risiken und Chancen orientiert sich am TCFD-Rahmenwerk Konzernweit Laufend Laufend

Wesentlichkeitsanalyse

Über den jährlichen Wesentlichkeitsprozess werden die für den Talanx Konzern wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen identifiziert, bewertet und überprüft. Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit werden die Erwartungen externer Interessengruppen ebenso wie die Geschäftsrelevanz der nichtfinanziellen Themen für den Konzern berücksichtigt. Der kontinuierliche Austausch mit den Stakeholdern leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns. Basis für die Bestimmung der wesentlichen Aspekte für den Talanx Konzern bildet entsprechend eine eng mit dem Strategieprozess verzahnte Wesentlichkeitsanalyse inklusive einer breit angelegten Stakeholderbefragung.

Analog zum Strategiezyklus wird diese bis zur erneuten turnusmäßigen Durchführung dann jährlich auf Aktualität überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Sie stellt damit eine stichtagsbezogene Einschätzung der Wesentlichkeit dar. Die Ergebnisse werden vom Vorstand diskutiert und in der Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt. Hierzu wurden unterschiedliche Prozesse implementiert, um sowohl die interne als auch die externe Perspektive einzubeziehen. Dazu zählt u. a. der Dialog im Nachhaltigkeitsnetzwerk des Konzerns (siehe ESG-Governance, Seite 102), welches durch die Besetzung mit Experten die internen Perspektiven in den Bereichen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Betrieb abdeckt. Die externe Perspektive wird durch nachhaltigkeitsbezogene Markt- und Wettbewerbsanalysen berücksichtigt. Zusätzliche Impulse werden durch regulatorische und gesetzliche Anforderungen sowie den regelmäßigen Austausch mit ESG-Ratingagenturen gesetzt.

Zykluskonform hat im Geschäftsjahr 2022 eine neue vollumfängliche Wesentlichkeitsanalyse stattgefunden. Neben der rechtlichen Basis für die Wesentlichkeitsanalyse nach § 289c HGB wurden zusätzlich die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) aus dem Jahr 2021 sowie der Vorschlag der EU-Kommission für die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD, Stand März 2022) in die Konzeption einbezogen. Um die anstehende Regulatorik bereits jetzt in den Prozess einzubinden, hat der Talanx Konzern ein externes Beratungsunternehmen zur Begleitung der Wesentlichkeitsanalyse hinzugezogen. Gleichzeitig trug dieses zur Wahrung der Anonymität bei der Stakeholderbefragung bei. Zur Bestimmung der wesentlichen Themen wurde ein dreistufiger Prozess angewandt:

1. Analyse der relevanten Stakeholdergruppen: Unter Berücksichtigung der Unterteilung in die Hauptgruppen "betroffene Stakeholder" und "Nutzer" wurden sowohl segmentspezifische als auch segmentübergreifende Stakeholder für den Talanx Konzern identifiziert und hinsichtlich ihres Einflusses und Interesses je Segment bewertet. Für den Talanx Konzern sind dies Kunden (Privat- und Firmen- sowie Industriekunden), Makler, Vorstand, Mitarbeiter, Aufsichtsrat, Investoren, Ratingagenturen, Aufsichtsbehörden, Lieferanten, Rückversicherer, Politik, NGOs, Verbände, Medien und Forschung.

2. Erhebung nichtfinanzieller Themen: Unter Einbeziehung geläufiger Standards von ESG-Ratings, Peer-Reports, aufkommender Regulatorik, Megatrends sowie Entwicklungen der Branche wurde eine Liste an relevanten, zukunftsträchtigen Themen erstellt. Die Themen wurden anhand der strategischen Relevanz für den Talanx Konzern im Rahmen der Stakeholderbefragung priorisiert.

3. Durchführung: Die definierten Themen wurden innerhalb eines Leitfadens in Interview- oder Fragebogenform (bzw. Desk Research) gemäß ihrer Geschäftsrelevanz für den Konzern (Financial Materiality) bzw. der Auswirkungen des Konzerns auf das jeweilige Thema (Impact Materiality) durch die teilnehmenden Stakeholder mittels Punkteschema bewertet.

Ergebnis der Stakeholderbefragung sind sieben wesentliche Themen mit hoher Relevanz für den Talanx Konzern. Die Themen sind hinsichtlich ihrer Geschäftsrelevanz (horizontal) bzw. der Auswirkungen des Konzerns (vertikal) eingeordnet. Die Clusterung in "E, S, G" erfolgt mit Farben, während die Symbole für die Bereiche "Kapitalanlage", "Versicherungstechnik" und "Betrieb" stehen.

WESENTLICHKEITSMATRIX DES TALANX KONZERNS

Im Vergleich zur letzten Wesentlichkeitsanalyse haben sich vor allem in der Priorisierung der Themen Änderungen ergeben. Während das Thema Klimawandel durch die Differenzierung in die drei Themenfelder "Abmilderung der Folgen des Klimawandels in der Versicherungstechnik" "Förderung des Klimaschutzes in der Kapitalanlage" sowie "Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb" deutlich an Bedeutung gewonnen hat, wurden die Aspekte "Compliance", "Lieferantenmanagement" sowie "Digitalisierung" aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regulierung nicht mehr als wesentlich klassifiziert. Nichtsdestotrotz berichtet der Talanx Konzern weiterhin über die Fortschritte in diesen Bereichen. Im Kontext des Lieferantenmanagements werden bspw. die Tätigkeiten der interdisziplinären Arbeitsgruppe bzgl. der Due-Diligence-Pflichten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) thematisiert, die durchgeführt wurden, um den künftigen Sorgfaltspflichten im vollen Umfang gerecht zu werden (siehe Lieferantenmanagement, Seite 105).

ZUORDNUNG DER BERICHTSSTRUKTUR ZU DEN WESENTLICHEN THEMEN

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Berichtsstruktur Wesentliches Thema
E (Environmental) 2 Klima- und Umweltbelange Abmilderung der Folgen des Klimawandels in der Versicherungstechnik
    Förderung des Klimaschutzes in der Kapitalanlage
    Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb
S (Social) 3 Sozialbelange Verantwortung gegenüber Kunden
    Arbeitnehmerbelange
    Menschenrechte und Lieferkette 1
G (Governance) 4 Governance Governance in der Kapitalanlage
    Datenschutz und Cybersecurity

1 Kein wesentliches Thema nach Update der Wesentlichkeitsanalyse, der Talanx Konzern berichtet weiterhin über die Fortschritte
2 E umfasst Umweltbelange (nach §289c HGB)
3 S umfasst Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange und Achtung der Menschenrechte (nach §289c HGB)
4 G umfasst Bekämpfung von Korruption und Bestechung (nach §289c HGB)

E - Klima- und Umweltbelange

Klima- und Umweltbelange im Asset-Management

Die selbstverwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 auf rund 129 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2022 bei 84 %, die Aktienquote bei rund 1,5 %. Rund 5,9 % des Anlagevolumens waren in Immobilien investiert. Die übrigen Anteile entfielen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auch auf kurzfristige Kapitalanlagen und sonstige Investments.

Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie im Kapitalanlagebereich ist es, unter besonderer Beachtung von ESG-Kriterien ein langfristiges Kapitalwachstum auf der Grundlage eines breit diversifizierten und aktiv geführten Wertpapierportfolios zu erwirtschaften. Grundgedanke hierbei ist, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann.

Dafür wurde ein konzernweites Vorgehen für ein ESG-Screening erarbeitet und implementiert. Im Responsible Investment Committee (RIC) unter Vorsitz des Chief Financial Officers der Talanx werden die Screening-Filterkriterien festgelegt, regelmäßig überprüft und unter Berücksichtigung der dezentralen Entscheidungsverantwortung Einzelabwägungen im Hinblick auf das Halten oder den Abbau von Kapitalanlagebeständen getroffen.

Als Filterkriterium wurden hierbei insbesondere die Prinzipien des UN Global Compact festgelegt. Neben den dort verankerten Umweltkriterien hat der Talanx Konzern zudem den Filterkatalog um einen Kohleausschluss konsequent erweitert. Entsprechend investiert der Talanx Konzern im Rahmen seiner eigenen Kapitalanlagen grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, für die Informationen vorliegen, dass deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Thermalkohle basiert. Im Gleichklang mit der vom Konzern verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass der Talanx Konzern bis 2038 vollständig aus Thermalkohle ausgestiegen sein wird, werden auch auf der Kapitalanlageseite entsprechende Investments bis zum Jahr 2038 abgebaut. Darüber hinaus wurde in den Filterkatalog auch der analoge Ausschluss von klima- und umweltschädlichen Öl- und Teersanden aufgenommen. Daneben ist der Talanx Konzern seit 2019 Unterzeichner der Principles of Responsible Investment (PRI) und bekennt sich zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns setzt u. a. auf den Dialog mit Unternehmen, um im Sinne der Nachhaltigkeit Einfluss auf die Kapitalmärkte zu nehmen. Die Identifikation der Unternehmen, mit denen Talanx in Engagement-Dialoge tritt, erfolgt dabei systematisch auf Basis vordefinierter Aufgreifkriterien, wobei der Fokus auf Unternehmen mit einem schwächeren ESG-Profil liegt.

Parallel zum klassischen Screening- bzw. Ausschlussansatz strebt der Talanx Konzern eine kontinuierliche Verbesserung seines Nachhaltigkeitsansatzes an. Entsprechend der im Jahr 2021 entwickelten Klimastrategie wurde die CO 2-Intensität des Investmentportfolios weiter verringert. Der Fokus lag hierbei auf der CO 2-Intensität der selbstverwalteten liquiden Kapitalanlagen des Talanx Konzerns aus den Bereichen Aktien und Fixed Income. Mittelfristig wird auch die Messung und Reduktion der CO 2-Emissionen für weitere, auch illiquide, Anlageklassen angestrebt.

Das kurz- bzw. mittelfristige Ziel des Talanx Konzerns ist es, die CO 2-Intensität des selbstverwalteten liquiden Portfolios bis 2025 gegenüber dem Basisjahr 2019 um 30 % zu reduzieren. Dies entspricht einer jährlichen Reduktion der CO 2-Intensität um rund 7 % und ist ein wichtiger Beitrag in der Erarbeitung eines Langfristpfads in Richtung des angestrebten Netto-Null-Emissionsziels bis 2050. Mit der Reduktion der CO 2-Intensität um rund 20 % gegenüber dem Basisjahr 2019 liegt der Talanx Konzern so im Berichtsjahr auf seinem angestrebten Zielpfad.

Neben der Reduktion der CO 2-Intensität des Anlageportfolios investiert der Talanx Konzern auch verstärkt in Kapitalanlagen, die dem Klimawandel entgegenwirken. Hierzu zählen insbesondere Investitionen in nachhaltige Infrastrukturprojekte. In den letzten Jahren hat der Talanx Konzern in diesem Bereich konsequent Expertise aufgebaut und beteiligt sich mit einer spezialisierten Konzerneinheit direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten.

Zum Infrastrukturportfolio gehören u. a. Eigen- und Fremdkapitalinvestitionen in Windparks, Solarparks, Stromnetze, digitale Infrastruktur und Transportinfrastruktur in Deutschland sowie dem europäischen Ausland. Der Talanx Konzern hat für 23 Windparks -darunter vier auf See - Finanzierungslösungen zur Verfügung gestellt bzw. ist Eigenkapitalinvestor/​(Mit-)Eigentümer. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 umfasste das Portfolio des Konzerns Investitionen in Infrastrukturprojekte in Höhe von insgesamt rund 3,2 Mrd. EUR, wobei rund 1,5 Mrd. EUR davon auf die Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer Energien entfielen.

Die Europäische Kommission hat mit dem "Green Deal" den Themen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit ebenfalls einen hohen Stellenwert verliehen und umfassende Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 verabschiedet. Unter dem Begriff "Sustainable Finance" werden Regularien geschaffen, die das Finanzierungsgeschehen zunächst auf klima- und umweltpolitische Ziele ausrichten, zukünftig sollen jedoch weitere Nachhaltigkeitsziele folgen.

Kern der Regulierung ist die sogenannte EU-Taxonomie-Verordnung, ein Bewertungsschema, in dem die EU-Kommission technisch detailliert und verbindlich festlegt, welche Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten. Die EU-Taxonomie-Verordnung schafft somit Transparenz darüber, ob eine bestimmte Wirtschaftstätigkeit aus dem Blickwinkel der EU-Kommission einen positiven Beitrag zu definierten EU-Nachhaltigkeitszielen hat. Entsprechend stellt die EU-Taxonomie-Verordnung auch ein wichtiges Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen des Talanx Konzerns dar.

Die nachhaltigen Kapitalanlagen werden in der Berichterstattung den in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen gegenübergestellt. Letztere ergeben sich, indem der Konzern von seinen gesamten Kapitalanlagen laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand sowie etwaige Depotforderungen abzieht und zuzüglich der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen. Bei den Depotforderungen handelt es sich um Bar- oder Wertpapierdepots im Rahmen versicherungstechnischer Rückstellungen, auf die die Talanx keinen direkten Zugriff hat.

Als Ausgangspunkt zur Bestimmung der Taxonomiefähigkeit dienen ebenfalls die in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen. Der delegierte Rechtsakt ([EU] 2021/​2178) definiert dabei unter Artikel 7 Abs. 1 bis 3 folgende Ausschlüsse bei der Berechnung der Kennzahlen.

Alle Risikopositionen gegenüber Staaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten sollen aus dem Zähler und Nenner exkludiert werden. Alle Derivate sollen aus dem Zähler exkludiert werden. Alle Emittenten, die nicht der nichtfinanziellen Berichtspflicht der EU gemäß NFRD unterliegen, sollen aus dem Zähler exkludiert werden.

Diese Positionen sind daher kein Teil der Zähler (sowie der Nenner im Fall der Staatsanleihen) der KPIs ("Out of Scope"), werden zur Einordnung der Ergebnisse aber einzeln ausgewiesen.

Die EU-Kommission hat klargestellt, dass zur Bewertung der Taxonomiefähigkeit einer Kapitalanlage nur im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung veröffentlichte Kennzahlen zur Taxonomiefähigkeit herangezogen werden dürfen. Für das Berichtsjahr 2022 liegen diese Informationen nun teilweise erstmals vor.

Ausgenommen aus der Bewertung der Taxonomiefähigkeit werden zunächst alle Kapitalanlagen mit einem Emittentenland, welches nicht der Gesetzgebung der EU unterliegt, da diese Kapitalanlagen generell nicht unter die Berichtspflicht gemäß NFRD fallen. Für liquide Kapitalanlagen mit einem Emittentenland, welches der Berichtspflicht gemäß NFRD unterliegt, werden zur weiteren Einordnung die Ergebnisse eines internen Screenings für einen wesentlichen Teil der liquiden Kapitalanlagen herangezogen. Unwesentliche Positionen, zu denen keine Daten vorliegen, weist der Konzern konservativ als nicht taxonomiefähig aus. Da der Kapitalanlagehorizont der Talanx international ausgerichtet ist, ist der Anteil an Kapitalanlagen in nicht berichtspflichtige Emittenten gemäß NFRD naturgemäß hoch.

Als generell taxonomiefähig werden alle Kapitalanlagen erachtet, die im Zusammenhang mit dem Kauf und dem Besitz von Immobilien stehen. Dazu werden fremdgenutzter Grund- und Gebäudebesitz, Immobilienfonds und Hypothekendarlehen für Privathaushalte gezählt. Für liquide Kapitalanlagen in Unternehmen aus einem Emittentenland, welches der NFRD unterliegt, werden zur Bewertung der Taxonomiefähigkeit in diesem Jahr erstmals Daten eines externen Dienstleisters genutzt. Allerdings werden für wesentliche Positionen, zu denen der Datenanbieter keine Informationen zur Verfügung stellt, die Ergebnisse eines manuellen Screenings zur Bewertung der Kapitalanlagen herangezogen. Direkte Beteiligungen in Form von Special Purpose Vehicles (SPV) sowie Infrastrukturinvestments in Form von Sachanlagen, Beteiligungen oder Krediten werden ebenfalls den taxonomiefähigen Kapitalanlagen zugeordnet, wenn die Wirtschaftsaktivität aus den vorliegenden internen Daten bekannt ist und die Taxonomie Bewertungskriterien für diese enthält. Ist dies nicht der Fall, werden diese Kapitalanlagen als nicht taxonomiefähig ausgewiesen. Aufgrund unzureichender Datenverfügbarkeit und des überwiegend international ausgerichteten Kapitalanlagehorizonts werden Publikums- und Private-Equity-Fonds als nicht NFRD-pflichtig ausgewiesen, bis eine sachgerechte Zuordnung möglich ist.

Die Datenqualität und -abdeckung der ausgewiesenen Kennzahlen ist stark abhängig von der aktuellen Datenverfügbarkeit. Der Talanx Konzern geht davon aus, dass die Datenverfügbarkeit und -qualität sukzessive zunehmen wird und dies Einfluss auf die zu berichtenden Taxonomiekennzahlen hat.

Klima- und Umweltbelange im Underwriting

Die Versicherungsdienstleistungen des Talanx Konzerns können indirekte ökologische und ökonomische Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung haben. Dessen ist sich das Unternehmen bewusst und baut deshalb auch in der Versicherungstechnik seinen ESG-Ansatz kontinuierlich aus. Der Talanx Konzern ist seit Mai 2020 Unterzeichner der UN-Initiative für nachhaltige Versicherungen (Principles for Sustainable Insurance, PSI) und verpflichtet sich damit, das Versicherungsgeschäft entlang der vier PSI-Prinzipien fortlaufend nachhaltiger zu gestalten, d. h. zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen, Risiken zu managen und entsprechende Lösungen zu entwickeln.

Im Responsible Underwriting Committee (RUC) werden die Screening-Kriterien festgelegt und die Zeichnungspolitik regelmäßig überprüft. Stimmberechtigt im RUC sind die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG unter Vorsitz des Chief Executive Officers des Konzerns. Die Integration in die Zeichnungsrichtlinien erfolgt dezentral in den geschäftsverantwortlichen Geschäftsbereichen bzw. Risikoträgern.

Vor diesem Hintergrund wurden analog zur Kapitalanlage u. a. Zeichnungsbeschränkungen für Thermalkohlerisiken konzernweit eingeführt. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kohleausstieg verantwortungsvoll nur mittel- bis langfristig erfolgen kann, sollen sich ab dem Jahr 2038 keine Kohlekraftwerke und -minen mehr im Versicherungsbestand befinden. Die restriktive Zeichnungspolitik für Thermalkohlerisiken wurde zudem um Öl- und Teersande erweitert. Andere fossile Energiesektoren werden fortlaufend beobachtet und Zeichnungsrichtlinien weiter stets risikobasiert adjustiert. So werden neue Öl- und Gasbohrprojekte in der Arktis ("Greenfield Arctic Drilling") auf Einzelrisikobasis nicht mehr versichert.

Zudem werden durch die Versicherungsbranche bzw. Net Zero Insurance Alliance (NZIA) derzeit Methoden entwickelt, um analog zum Investmentportfolio zukünftig auch den CO 2-Fußabdruck des Versicherungsportfolios ermitteln und steuern zu können. Der Talanx Konzern verfolgt die Entwicklungen intensiv.

Als eine der führenden Industrie- und Rückversicherungsgruppen will der Talanx Konzern dabei die Wirtschaft partnerschaftlich und im konstruktiv-kritischen Dialog bei der nachhaltigen Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft begleiten. Zum einen nutzt er die Einflussmöglichkeiten in den Risikodialogen mit den Unternehmen, die der Konzern versichert. Zum anderen beschäftigt sich der Talanx Konzern in der Technischen Versicherung fortlaufend mit neu entwickelten umweltfreundlichen Technologien und deren Versicherbarkeit, wodurch wesentlicher Risikoschutz für die notwendige Energiewende überhaupt erst bereitgestellt wird. Schon heute ist der Talanx Konzern einer der wichtigsten (Rück-)Versicherer für erneuerbare Energien wie Windkraft (on- und offshore), Photovoltaik, Geothermie, Wasserkraft und Wasserstofferzeugung sowie Verstromung bis hin zu Energiespeichern. Er ist somit entsprechend aufgestellt, den Strukturwandel der Energiewirtschaft mit den jeweils passenden Produkten für den Risikotransfer erfolgreich zu begleiten.

Auch im deutschen sowie internationalen Privatkunden- und Gewerbegeschäft strebt der Konzern an, Nachhaltigkeitsaspekte im gesamten Produktangebot stärker zu verankern und Produkte hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitswirkung zu optimieren.

Im Lebensversicherungsbereich werden stetig weitere Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. In neu aufgelegten, nachhaltigen Produktangeboten der HDI Deutschland besteht die Möglichkeit, aus unterschiedlichen nachhaltigen Fondsprodukten auszuwählen. Neben der Erfassung der Nachhaltigkeitspräferenzen des Kunden werden im Beratungsprozess umfangreiche und aussagekräftige Informationen zu den verfolgten Nachhaltigkeitszielen des spezifischen Fonds bereitgestellt. Bei der Vorauswahl der angebotenen Fonds werden sowohl die Kundenpräferenzen als auch strenge Nachhaltigkeitskriterien einbezogen.

Die EU-Taxonomie-Verordnung stellt ebenfalls ein wichtiges Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit des Versicherungsportfolios des Talanx Konzerns dar. Die EU-Taxonomie-Verordnung berücksichtigt in der Versicherungsaktivität jedoch lediglich die Schaden-/​ Unfallversicherung in der Erst- und Rückversicherung und bezieht sich nur auf das Umweltziel "Anpassung an den Klimawandel". Somit werden ausschließlich die Versicherungssparten berücksichtigt, welche entsprechende Risiken aus dem Klimawandel explizit absichern.

Seit dem Geschäftsjahr 2021 berichtet der Talanx Konzern über seine taxonomiefähigen und damit die gesamten Bruttoprämien der Sparten, die neben anderen Risiken auch Klimawandelrisiken absichern. Eine Übersicht der entsprechenden Taxonomiekennzahlen ist im nachfolgenden Abschnitt "Kennzahlen und Ziele" dargestellt. Ab dem Geschäftsjahr 2023 wird der Talanx Konzern gemäß der sukzessiven Einführung der EU-Taxonomie-Verordnung und analog zur Kapitalanlage die taxonomiekonformen Bruttoprämien der Versicherungssparten berichten. Die taxonomiekonforme Kennzahl wird jedoch deutlich niedriger als die taxonomiefähige Kennzahl ausfallen, da die taxonomiekonforme Kennzahl nur Verträge abdeckt, welche explizit Klimawandelrisiken berücksichtigen werden und weitere technische Bewertungskriterien erfüllen.

Betrieblicher Klima- und Umweltschutz

Integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns ist es, Einfluss auf den eigenen ökologischen Fußabdruck zu nehmen, um diesen weitestgehend zu reduzieren.

Als Unternehmen ohne physische Produktion, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, hat der Talanx Konzern im Betrieb grundsätzlich geringere Auswirkungen auf die Umwelt bzw. das Klima als beispielsweise produzierende oder rohstoffintensive Unternehmen. Gleichwohl beschäftigt der Konzern an seinen weltweiten Standorten rund 24.000 Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen oder mobil arbeiten. Zudem kauft der Konzern Produkte bzw. Betriebsmittel ein, welche die Mitarbeiter benötigen, um ihrer Arbeit nachzugehen, seien es Büroausstattung, IT-Produkte oder Nahrungsmittel für die Kantinen. Auch im Betrieb arbeitet der Talanx Konzern daher konsequent an seinen zwei wichtigsten Umweltzielen:

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die Aufrechterhaltung der Klimaneutralität in Deutschland, wo mehr als 44 % der Mitarbeiter beschäftigt sind sowie

die konzernweite Erreichung von Netto-Null-Emissionen im Betrieb bis spätestens 2030 (Scope 1, 2 und 3 inkl. Kompensation)

Der Konzern verringert dazu kontinuierlich seinen CO 2-Ausstoß, nutzt Energie und sonstige Ressourcen möglichst effizient, bezieht Strom aus erneuerbaren Quellen und kompensiert die verbleibenden Emissionen in Deutschland durch Emissionsminderungszertifikate. Darüber hinaus bemüht sich der Talanx Konzern weltweit um eine verantwortungsbewusste Nutzung von Wasser und Papier sowie eine Reduktion des Abfallaufkommens.

Der Talanx Konzern wendet den internationalen Treibhausgas (THG)- Standard ISO 14064 an. Auf dieser Grundlage wurde im Berichtsjahr 2022 das interne Rahmenwerk konsequent weiterentwickelt, das die Datenerhebung, das Berichtswesen und die Quantifizierung von THG-Emissionen konzernweit einheitlich abdeckt. Die THG-Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 sowie die Kategorien Geschäftsreisen, Energievorkette, Papier und Wasserverbrauch aus Scope 3 werden dabei entsprechend den Berichtsgrenzen, die im operativen Steuerungsansatz des THG-Protokolls definiert sind, gemessen und berichtet. Analog wurden im Berichtsjahr 2022 die Kategorien Data Center und Remote Working für Scope 3 in Deutschland aufgenommen.

Die Berichtskategorien sind dabei folgendermaßen definiert:

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Scope 1: direkte Emissionen aus der Verbrennung vor Ort (flüssige und gasförmige fossile Brennstoffe, eigene und geleaste Fahrzeuge sowie austretende Kältemittel aus Kühlanlagen)

Scope 2: indirekte Emissionen aus bezogener Energie (Strom, Fernwärme, Dampf und Kühlwasser)

Scope 3: indirekte Emissionen durch geschäftsbezogene Aktivitäten und Lieferketten (z. B. Geschäftsreisen oder eingekaufte Güter und Dienstleistungen)

Im Jahr 2022 beliefen sich die Gesamtemissionen des Konzerns ohne die Hannover Rück auf 31.106 metrische Tonnen CO 2- Äquivalente (CO 2e), was einer Reduktion von 37 % im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht (aufgrund der Scope-3-Anpassung hat sich die Basis für das Berichtsjahr 2021 auf 30.487 Tonnen verändert). Im Detail lassen sich davon 8.318 Tonnen auf die Scope-1- und 10.074 Tonnen auf die Scope-2-Emissionen zurückführen. Die Emissionen in Verbindung mit Scope 3 belaufen sich auf 12.714 Tonnen. Die weitgehende Beibehaltung der erzielten Emissionsreduktion gegenüber 2019 weist auf nachhaltige Effekte durch die grundsätzlich veränderte Arbeitsweise, größtenteils jedoch durch das Ergebnis der fortgesetzten Bemühungen, den ökologischen Fußabdruck des Talanx Konzerns zu reduzieren, hin.

Kennzahlen und Ziele

In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele, Maßnahmen und (Taxonomie-)Kennzahlen zu den Themen Klima- und Umweltbelange im Asset-Management und im Underwriting sowie beim betrieblichen Klima- und Umweltschutz zusammenfassend dargestellt.

Neben den hier dargestellten ESG-Kennzahlen arbeitet der Talanx Konzern derzeit an der Entwicklung von konzerneinheitlichen Metriken bzw. Messgrößen und entsprechenden Prozessen, die konkrete Steuerungsansätze für klimaneutrale Investitions- und Versicherungsportfolios im Einklang mit den Pariser Klimazielen ermöglichen.

Wesentliche Änderungen der Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr resultieren in erster Linie aus der erstmals möglichen Einbeziehung berichteter Taxonomie-Informationen von Emittenten in der Kapitalanlage. Der Talanx Konzern geht davon aus, dass sich die Kennzahlen mit steigender Datenverfügbarkeit auch in den kommenden Berichtsperioden ändern werden, und weist auf den Mangel an verlässlichen Daten und die fehlende Einheitlichkeit der Taxonomie-Berichterstattung hin. Dies bedingt zunächst ein in der Aussagekraft stark eingeschränktes Bild der tatsächlichen Taxonomiefähigkeit der Kapitalanlagen.

Aufgrund der regulatorisch unklaren Vorgaben, wie die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2022 zu berichten sind, beziehen sich die Angaben zur Taxonomiefähigkeit ausschließlich auf den Anteil der Umsätze, welche mit taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen Aktivitäten der Emittenten erwirtschaftet wurden. Hierdurch wird eine höhere Aussagekraft erwartet als bei Kennzahlen, die sich auf Investitionsausgaben beziehen (Capital Expenses (CapEx)). Auf einen zusätzlichen Ausweis dieser Kennzahlen wird aufgrund des Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen daher verzichtet.

ZIELE UND MASSNAHMEN: KLIMA- UND UMWELTBELANGE

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Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2022 Status 2021
Klima- und Umweltbelange im Asset-Management Klima- und Umweltbelange im Asset-Management Reduktion der CO 2-Intensität (Scope 1 und 2) um 30 % gegenüber Basisjahr 2019 Konzernweit -20 % -15 %
    Ausbau nachhaltiger Investitionen auf 8 Mrd. EUR bis 2025 Konzernweit 7,9 Mrd. EUR 1 7,2 Mrd. EUR
    ESG-Screening des Anlageportfolios Konzernweit Laufend Laufend
    Rückzug aus Thermalkohle bis 2038: Ausschluss von Unternehmen, deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Thermalkohle basiert, sowie Abbau bestehender Investments in solche Unternehmen bis zum Jahr 2038 Konzernweit Laufend Laufend
  Taxonomie Anteil taxonomiefähige Kapitalanlagen (taxonomiefähige Investments/​(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI - Staatsanleihen)) * 100 Konzernweit 11,83 % 7,80 %
    Anteil nicht taxonomiefähige Kapitalanlagen (nicht taxonomiefähige Investments/​(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI - Staatsanleihen)) * 100 Konzernweit 42,57 % 33,20 %
    Anteil Derivate (gesamte Derivate/​(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI - Staatsanleihen)) * 100 Konzernweit 0,55 % 0,30 %
    Anteil nicht berichtspflichtiger Unternehmen gemäß NFRD (Investments in Unternehmen, die nicht der Berichtspflicht nach NFRD unterliegen/​(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI -Staatsanleihen)) * 100 Konzernweit 45,05 % 58,70 %
    Anteil Staatsanleihen (Staatsanleihen/​Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI) * 100 Konzernweit 26,31 % 20,80 %
Underwriting Netto-Null-Emissionen bis 2050 Reduktion der CO 2-Intensität Konzernweit Laufend Laufend
    Rückzug aus Thermalkohle und Ölsanden bis 2038: Reduktion der Risiken im Bereich Thermalkohle-Infrastruktur ggü. Basisjahr 2019 Konzernweit Laufend Laufend
    ESG-Screening des Versicherungsportfolios Konzernweit Laufend Laufend
    Steigerung des Prämienvolumens im Bereich erneuerbare Energien und grüne Technologien Konzernweit Laufend Laufend
  Ausbau nachhaltiger Versicherungslösungen Ausweitung nachhaltiger Versicherungslösungen zur Minderung der Folgen von Naturkatastrophen Konzernweit Laufend Laufend
    Unterstützung der globalen Energiewende durch Versicherung erneuerbarer Energien und Technologien Konzernweit Laufend Laufend
  Taxonomie Taxonomiefähige Prämien (Summe der taxonomiefähigen Sparten in gebuchten Bruttoprämien/​ gesamte gebuchte Bruttoprämien der Schaden/​Unfall-Erst- und -Rückversicherung) * 100 Konzernweit 63,60 % 62,80 %
    Nicht taxonomiefähige Prämien (Summe der nicht akzeptierten und nicht taxonomiefähigen Sparten in gebuchten Bruttoprämien/​gesamte gebuchte Bruttoprämien der Schaden/​Unfall-Erst- und -Rückversicherung) * 100 Konzernweit 36,40 % 37,20 %
Betrieb Netto-Null-Emissionen bis 2030 Reduzierung THG-Emissionen gegenüber 2019 (Scope 1, 2 und 3) Konzernweit 2 -37 % -38 %
    Optimierung der Energieverbräuche Konzernweit Laufend Laufend
    Vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien Konzernweit Laufend Laufend

1 Der Betrag kann sich aufgrund von Änderungen der Zinssätze und Laufzeiten ändern, das Ziel wurde erstmals Mitte Dezember 2022 erreicht, mit Stichtag 31.12. jedoch leicht unterschritten
2 ohne Hannover Rück

S - Sozialbelange

Sozialbelange im Asset-Management und Underwriting

Als börsennotiertes Unternehmen, das in über 175 Ländern für Kunden aktiv ist und rund 24.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist sich der Talanx Konzern seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Entsprechend finden auch soziale Aspekte Berücksichtigung bei Kapitalanlage- und Versicherungsentscheidungen.

In der Kapitalanlage ist für das regelmäßige ESG-Screening daher konzernweit die Wahrung von sozialen Standards und Prinzipien als wesentliches Filterkriterium festgelegt. Mit der Einhaltung der im UN Global Compact verankerten sozialen Kriterien hat der Talanx Konzern den Filterkatalog konsequent um internationale Sozialstandards wie die International Labour Organization's (ILO) Conventions, die OECD Guidelines for Multinational Enterprises und die UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) erweitert. Zudem werden Investitionen in Unternehmen, welche in kontroverse Waffen (bspw. Anti-Personen-Minen) involviert sind, ausgeschlossen. Der Talanx Konzern investiert im Rahmen seiner eigenen Kapitalanlagen grundsätzlich nicht in Unternehmen, die gegen diese Screening- bzw. Ausschlusskriterien verstoßen. Bei Verstößen von Unternehmen, die sich bereits im Bestand befinden, erfolgt zudem ein Abbau unter Wahrung des wirtschaftlichen Interesses der Versichertengemeinschaft.

Mit der Erhöhung des Anlagevolumens für nachhaltige Investitionen auf 8 Mrd. EUR engagiert sich der Talanx Konzern zudem verstärkt in der Finanzierung von öffentlichen Infrastrukturprojekten (u. a. Krankenhäuser und Bildungsstätten) und investiert vermehrt in Social Bonds. Damit unterstreicht der Konzern auch den sozialen Anspruch in seiner Kapitalanlagepolitik.

Im Zuge der Überarbeitung des Sozialfokus der Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Handlungsfeld "Sicherstellung des Zugangs zu Infrastruktur" als soziales Schwerpunktthema aufgenommen. Der Zugang zu Infrastruktur wird aufgrund seiner positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft als soziales Kriterium angesehen. Das Handlungsfeld umfasst die Bereiche Verkehr, Energie, Telekommunikation, Abfallentsorgung und Recycling sowie Krankenhäuser, Universitäten und Gerichtsgebäude.

Schon das Geschäftsmodell der Versicherungen trägt zur sozialen Absicherung bei. Durch das Angebot von Versicherungsleistungen sichert der Konzern Menschen und Unternehmen weltweit verlässlich und langfristig gegen unterschiedliche Lebensrisiken finanziell ab. Das Leistungsspektrum in der Erstversicherung deckt alle existenzgefährdenden Risiken für Privat- und Gewerbekunden ab. Außerdem ermöglicht das Rückversicherungsgeschäft, dass weltweit andere Versicherungsgesellschaften ebenso derartige Produkte anbieten können.

Neben dieser zentralen Rolle als Risikoträger ist die Einhaltung internationaler sozialer Standards und Prinzipien ebenfalls ein wesentliches Entscheidungs- und Ausschlusskriterium bei der entsprechenden Zeichnung von Versicherungsrisiken.

Soziale Aspekte fließen auch zunehmend in konkrete Produktlösungen ein. Mit dem Angebot der Vorzugsrenten in der Rückversicherung setzt sich der Konzern beispielsweise im Bereich Langlebigkeitsprodukte mit dem Trend der steigenden Lebenserwartung auseinander. In Deutschland wurde das Produktportfolio im Bereich der biometrischen Risiken um eine Grundfähigkeitsversicherung erweitert. Neben der Risikolebensversicherung ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Produktportfolio. Durch die Unterstützung des Krankengeschäfts in Märkten mit unzureichender Gesundheitsversorgung trägt der Konzern zudem zu einer sozialen und finanziellen Inklusion bei und erhöht die Versicherungsdichte in verschiedenen Schwellen- und Entwicklungsländern. Darüber hinaus leistet er durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Agrarversicherungen oder Mikroversicherungen einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. Dadurch können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie die Folgen von Ernteausfällen sowie Krankheit absichern.

Soziale Verantwortung nimmt der Talanx Konzern u. a. in der Beratung wahr, indem er Kunden vor finanziellen Risiken schützt und eine Ergänzung sowie teilweise Alternativen zu staatlichen Sozialsystemen bietet. Insbesondere die durch die Geschäftsbereiche angebotenen Produkte im Bereich der Lebensversicherung tragen dadurch zu einer Entlastung der Sozialsysteme bei.

Soziales Engagement als Unternehmen

Gesellschaftliches Engagement ist ein wichtiger Bereich, in dem der Talanx Konzern durch Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligeneinsätze und Spendenaktionen einen direkten gesellschaftlichen Beitrag leistet und zugleich das Mitarbeiterengagement fördern kann. Es untermauert somit ebenfalls den Anspruch des Konzerns, den sozialen Fortschritt zu unterstützen.

Um transparent der gesellschaftlichen Verpflichtung Folge zu leisten, berichtet der Talanx Konzern freiwillig über das Thema "Soziales Engagement". Der Konzern erzielt mithilfe seiner Aktivitäten positive soziale Effekte über seine eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus.

Entsprechend werden konzernweit gemeinnützige Projekte und soziale Initiativen unterstützt. Das Engagement ist vielfältig und immer auf die lokalen Bedürfnisse in den jeweiligen Ländern ausgerichtet. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliches Engagement für Kunden und Mitarbeiter oder soziale Aktivitäten. Auch die vom Konzern unterstützte HDI Stiftung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

Im Rahmen der Überarbeitung des Sozialfokus der Nachhaltigkeitsstrategie im Geschäftsjahr 2022 wird zukünftig das Engagement vor allem auf die definierten vier Fokusfelder "Diversity, Equity & Inclusion", "Employee's Journey", "Sicherung des Zugangs zu Bildung" sowie "Förderung des Zugangs zu Infrastruktur" ausgerichtet.

Arbeitnehmerbelange

Als drittgrößte Versicherungsgruppe Deutschlands mit Geschäftsbeziehungen in mehr als 175 Ländern ist der Talanx Konzern ein bedeutender Arbeitgeber und hat als solcher Auswirkungen auf die Gesellschaft. Aufgrund der dezentralen Aufstellung des Konzerns und den damit einhergehenden lokalen Unterschieden, wird nachfolgend ein Fokus auf Deutschland gelegt, wo mehr als 44 % der Mitarbeiter beschäftigt sind.

Mit Blick auf den Purpose des Talanx Konzerns "Together we take care of the unexpected and foster entrepreneurship" ist es Ziel der Personalarbeit, die Mitarbeiter im Sinne der Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen und wertzuschätzen. Versicherung ist Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Zusammenspiel - vor allem zwischen den Mitarbeitern. Es ist deshalb wesentlicher Bestandteil der Personalarbeit, neue Mitarbeiter zu gewinnen, zu entwickeln, zu vernetzen und sie an den Konzern zu binden.

Seit dem 1. Juli 2022 ist Caroline Schlienkamp als Vorständin zusätzlich zu ihren anderen Bereichen als Arbeitsdirektorin für Personal verantwortlich. In dem Zuge wird eine neue Personalstrategie erarbeitet, die sukzessive bis Anfang 2023 intern abgestimmt und im Anschluss kommuniziert und umgesetzt wird. Als eine erste Maßnahme wurde der Bereich Human Resources bereits im Berichtsjahr zu Group People & Culture umbenannt. Diese Namensänderung folgt der gemeinsamen Vision, die Mitarbeiter des Talanx Konzerns, ihre Bedürfnisse und ihre Entwicklung in den Mittelpunkt zu stellen. Ziel ist es, sie bestmöglich zu unterstützen und zu inspirieren, um damit den Erfolg des Konzerns nachhaltig zu erhalten und zu steigern.

Die Schwerpunkte Recruiting, Personalbetreuung und Personalentwicklung sind aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt.

Jeder dieser Bereiche leistet einen wesentlichen Beitrag zu den aktuellen Fragestellungen der Personalarbeit; von der Gestaltung einer förderlichen und agilen Kultur über zeitgemäße Verfahren des Recruitings und Themen der Qualifizierung sowie der beruflichen Entwicklung bis hin zu Themen der Gestaltung von Anreizsystemen und modernen Arbeitsbedingungen.

Bereits im Jahr 2021 entstand mit NewWork@HDI eine Konzernbetriebsvereinbarung für die deutschen Geschäftseinheiten, die den Umgang mit der neuen Normalität regelt und ein Nebeneinander von mobilem Arbeiten und Büroarbeit ermöglicht. Sie bildet auch im Berichtsjahr, sowohl während der Corona-Pandemie als auch darüber hinaus, das Fundament für ein echtes "Together". Der Talanx Konzern setzt auf die Flexibilität des Arbeitsortes und daher grundsätzlich auf das mobile Arbeiten, gleichzeitig sind persönliche Kontakte essenziell für die Bindung an das eigene Team und den Konzern. Der Talanx Konzern lebt das New Normal in einer vertrauensvollen Unternehmenskultur.

Die Entwicklungen formen ein zunehmend modernes und agiles Arbeitsumfeld, das die Attraktivität des Unternehmens am Arbeitsmarkt sowie die Zufriedenheit, Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöhen soll. Der Talanx Konzern will eine anhaltend starke und positive Kultur formen und deren positive Entwicklung kontinuierlich weiter vorantreiben.

Talanx als Arbeitgeber

Der Talanx Konzern als Arbeitgeber ermöglicht eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit sowie zur Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit. Das mobile Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern darüber hinaus, den Arbeitsalltag örtlich flexibler zu gestalten und so z. B. Familie und Berufsleben miteinander in Einklang zu bringen.

Um den Mitarbeitern den Fokus auf die beruflichen Aktivitäten während der Arbeitszeit zu ermöglichen, hat der Talanx Konzern in Deutschland selbst bereits vor vielen Jahren u. a. Angebote zur flexiblen und verlässlichen Kinderbetreuung geschaffen. Dazu gehören die Vermittlung von Kitaplätzen am Standort Köln oder Eltern-Kind-Büros zur Überbrückung von kurzfristigen Betreuungsengpässen. Ein Ausbau des Angebots erfolgte im Jahr 2021 durch die Errichtung einer betriebseigenen Kindertagesstätte in Hannover. Seit 2014 unterstützt der Konzern Eltern im ersten Jahr nach der Elternzeit mit einem steuerfreien Zuschuss von bis zu 100 EUR monatlich für die kostenpflichtige Unterbringung der noch nicht schulpflichtigen Kinder. Zusätzlich werden Mitarbeitern über einen Partner Hilfe beim Homeschooling oder Möglichkeiten zur Ferien- und Freizeitgestaltung (virtuell und vor Ort) angeboten. Mit einem weiteren Partner unterstützt der Talanx Konzern Mitarbeiter, die die Pflege von Angehörigen und ihren Beruf koordinieren oder selbst in eine Pflegesituation geraten. Im Berichtsjahr gab es am Standort Hannover erstmals ein Angebot zur Ferienbetreuung von Kindern der Mitarbeiter. Dieser Pilot wurde gut angenommen und das Angebot wird im nächsten Jahr weiter ausgebaut.

Zur Stärkung von persönlichen Ressourcen greifen Mitarbeiter in Deutschland im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements auf umfangreiche Präventionsangebote zurück: von Bewegung über Ernährung bis hin zur mentalen Gesundheit und Suchtprävention. Darüber hinaus wurde im Jahr 2022 das HDI Gesundheitsjahr fortgeführt. Im Zweimonatsrhythmus werden aktuelle Themen und saisonale Ereignisse aufgegriffen. Damit wird das Ziel verfolgt, die Mitarbeiter mit bestehenden Angeboten und zusätzlichen Impulsen dabei zu unterstützen, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Zusätzlich fand im Jahr 2022 die dritte standortübergreifende digitale Gesundheitswoche unter dem Motto "Sitzen ist das neue Rauchen!" statt. Ziel der Gesundheitswoche war es, die Mitarbeiter über die verschiedenen Facetten der gesunden Bewegung aufzuklären, Stress zu reduzieren und ihre Gesundheit zu fördern. Außerdem können die Mitarbeiter bei privaten, beruflichen und psychologischen Anliegen kostenfrei und anonym eine externe Beratung sowie einen Familienservice nutzen.

Die Vergütungssystematik des Konzerns setzt sich zusammen aus einem leistungs- und verantwortungsbezogenen Gehalt mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie Sozialleistungen. Gehaltsanpassungen auf Basis interner und externer Vergütungsanalysen sorgen dafür, dass die Vergütung des Konzerns wettbewerbsfähig ist. Im Talanx Konzern orientiert sich das individuelle Entgelt an der Tätigkeit sowie der persönlichen fachlichen Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters. Neben der Eingruppierung der Tätigkeit gemäß dem Versicherungstarif bestimmt sich das Gehalt für leitende Funktionen über eine mitarbeiterunabhängige Stellenbewertung, die nach der standardisierten Hay-Methode vorgenommen wird.

Neben der leistungsorientierten Vergütung, den flexiblen Arbeitszeiten sowie der Möglichkeit des mobilen Arbeitens bietet der Talanx Konzern Sozialleistungen, etwa eine betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. All diese Leistungen spiegeln sich in einer moderaten Fluktuationsrate von 8 % und einer langen durchschnittlichen Konzernzugehörigkeit von durchschnittlich 15 Jahren der Talanx Mitarbeiter in Deutschland wider.

2022 hatten die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter des Talanx Konzerns (ohne Hannover Rück) zum fünften Mal die Möglichkeit, am Belegschaftsaktienprogramm der Talanx AG teilzunehmen. Dieses Angebot haben 42 % der Mitarbeiter wahrgenommen und haben damit die im vergangenen Jahr aufgestellte Rekordteilnahmequote erneut erreicht. Die Mitarbeiter konnten wieder flexibel unter drei Programmoptionen auswählen und dabei eine Subvention bis zum steuerfreien Höchstbetrag von 1.440 EUR erhalten. Damit wurden in den fünf Programmjahren des Belegschaftsaktienprogramms insgesamt 951.944 Aktien gezeichnet.

Mitarbeitergewinnung und -entwicklung

Mit dem Aufbau eines Recruiting Centers bündelt der Talanx Konzern (ohne Hannover Rück) seit 2022 alle Recruiting-Elemente vom Employer Branding bis zum Einstellungsgespräch, um so die Prozesse zu beschleunigen und zielgruppenorientiert umzusetzen. Bereits seit 2021 tritt der Konzern mit der Arbeitgebermarke HDI Group in Deutschland auf. Wie in den vorangegangenen Jahren wurde dabei auf eine zielgruppengerechte Ansprache geachtet, die Unternehmenseinblicke in Bezug auf den Arbeitsalltag und die Kultur für Interessierte ermöglicht.

So wurden beispielsweise verstärkt digitale Kanäle und soziale Medien wie LinkedIn und Instagram für die Arbeitgeberkommunikation genutzt. Zusätzlich wurde ein TikTok-Account aufgebaut, um die Zielgruppen Gen Z und Alpha zu erreichen. Für Studenten stehen als Informationsquellen neben Berufsmessen auch Podcasts ehemaliger Studenten der HDI Group in Deutschland zur Verfügung. Neben dem Ausbau der Kommunikationswege wurden auch die Stellenausschreibungen des Talanx Konzerns optimiert: Es werden vermehrt Jobs in Teilzeit ausgeschrieben und das Ausbildungsangebot sowie die dualen Studiengänge und Traineeprogramme erweitert. Um Studenten den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern, werden besonders talentierte externe Studenten finanziell durch die HDI Stiftung sowie durch das Deutschlandstipendienprogramm der HDI Group gefördert. Des Weiteren wurde ein neues Förderprogramm für interne Werkstudenten und Praktikanten konzipiert, welches das Ziel verfolgt, ab 2023 bereits eingestellten Talenten finanzielle Unterstützung zu bieten, und damit eine frühzeitige Bindung zur HDI Group in Deutschland ermöglicht.

Bei der Besetzung vakanter Führungspositionen im mittleren Management wird ein objektives Auswahlverfahren eingesetzt, das aus einer Eignungsdiagnostik und verschiedenen situativen Übungen mit mehreren Beobachtern besteht. Bei der Besetzung von Positionen im oberen Management erfolgt ein extern durchgeführtes Management Audit. Auf diese Weise wird bei der Stellenbesetzung auf allen Führungsebenen Objektivität sichergestellt.

Die kontinuierliche Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter ist ein wichtiges Anliegen. Die Anforderungen an das Know-how und die Kompetenzen ändern sich in einer volatilen Welt permanent. Dies hat auch Auswirkungen auf die Lernkultur. Lernen und Lerngeschwindigkeit sind wichtige Schlüsselkompetenzen im Transformationsprozess. Neben klassischen Lernformaten werden Mitarbeitern ein kontinuierliches Voneinanderlernen sowie ein direkter Zugriff auf digitale Angebote ermöglicht. Ein Großteil der Entwicklungsangebote ist inzwischen digital verfügbar bzw. wird virtuell durchgeführt.

Neben zahlreichen Angeboten zur Erweiterung von Fach-, Sprach- und Methodenkenntnissen wird auch ein Schwerpunkt auf die Entwicklung persönlicher Skills und einer wertschätzenden Unternehmenskultur gelegt. Veränderungen im Arbeitskontext werden durch speziell zugeschnittene Angebote, z. B. im Rahmen der agilen Transformation, Rechnung getragen. Einzelne Zielgruppen werden mithilfe verschiedener bedarfsgerechter, zum Teil internationaler Programme gefördert. Zu diesen gehören beispielsweise Berufseinsteiger, ausgewählte Potenzialträger, Experten, Führungskräfte des mittleren und oberen Managements. Zur Förderung weiblicher Potenzialträgerinnen wurde im Jahr 2022 erstmals das Female Empowerment Programme durchgeführt. Im Rahmen von Personalentwicklungskonferenzen werden deutschlandweit systematisch Potenzialträger unter den Mitarbeitern und Führungskräften identifiziert und gefördert. Auf diese Weise können auch zukünftig vakante Positionen mit eigenen Nachwuchskräften besetzt werden.

Die "Together Leadership Journey" ist eine konzernweite Initiative zur kulturellen Transformation. In mehreren Workshop-Wellen wurden auf allen Führungsebenen die gemeinsamen Führungsleitlinien (Leadership Principles) Transparenz, Kollaboration und Engagement ausgestaltet und als Haltung verankert. Ziel ist es, eine Kultur des Vertrauens zwischen Führungskräften und ihren Teams zu etablieren und das New Normal gemeinsam zu gestalten. Im Konzern soll ein Umfeld gewährleistet werden, in dem hohe psychologische Sicherheit besteht, sodass Menschen ihre Meinung äußern und ein ehrliches Feedback geben. Um die Feedback-Kultur im Konzern zu stärken, wurde im Jahr 2022 das Format "Feedback-Arena" eingeführt. Mit "LET'S GROW" wurde 2022 ein partizipatives Entwicklungsmodell pilotiert, das es Teilnehmern ermöglicht, systematisches Feedback von Kollegen einzuholen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein weiteres Instrument zur Förderung der Zusammenarbeit ist das jährliche Mitarbeitergespräch "Let's talk". Dieses dient sowohl einer offenen Feedback-Kultur als auch der Entwicklung der Mitarbeiter.

Die Bedeutung der Feedback-Kultur wird auch durch den zum vierten Mal in Folge durchgeführten "Organizational Health Check" (OHC) deutlich. Hierbei werden Mitarbeiter des Konzerns u. a. zu ihrer Sicht auf Unternehmenskultur und Organisation befragt. Ein "OHC Toolkit" unterstützt die Teams mit zahlreichen Werkzeugen und Methoden, die Erkenntnisse aus dem OHC umzusetzen und ihre Zusammenarbeit zu verbessern.

Diversity, Equity und Inclusion

Der Vorstand des Talanx Konzerns hat 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Im September 2020 folgte die Ernennung eines Mitgliedes auf Vorstandsebene zum Verantwortlichen für Diversity & Inclusion sowie im Jahr 2021 die Schaffung und Besetzung einer neuen Funktion "D&I Management".

Die Talanx Gruppe (ohne Hannover Rück) verpflichtet sich unter dem Leitsatz "BeYou. Together we are traditionally different" Diversity, Equity und Inclusion (DE&I) strategisch zu verankern. Das Bekenntnis zu DE&I sowie die verabschiedete Strategie spiegeln sich in einer Reihe von Aktivitäten und Maßnahmen wider, die im Konzern bereits angestoßen wurden, und zunehmend etabliert werden:

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DE&I Policy mit sechs Grundsätzen als Ergänzung zum Code of Conduct (Förderung von DE&I; Gewährleistung von Chancengleichheit, Fairness und Respekt; Null-Toleranzgrenze bei Diskriminierung; aktive Förderung von Zivilcourage; Wissen als Stärke und Transparenz)

Einführung inklusive Sprache (Start und Fokus im Jahr 2022 ist die Diversity Dimension "Geschlecht und geschlechtliche Identität")

Maßnahmenpaket für 2022 (u. a. Workshops und Round Tables mit dem Talanx Vorstand, interne Kommunikationskampagnen, Sensibilisierung im Recruiting, Mentoring, Trainings)

Engagement im externen Diversity Netzwerk BeyondGenderAgenda

Weiterhin ist es das Ziel des Talanx Konzerns, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Neben erweiterten Qualifizierungsangeboten, Mentoringprogrammen sowie dem Netzwerk Women@ Talanx, hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, die Hälfte aller vakanten Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für den Talanx Konzern einen hohen Stellenwert. Maßnahmen hier sind u. a. Führen in Teilzeit, ein Pilot zu Mentoring für Frauen, flexible und verlässliche Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen, flexible Arbeitszeitmodelle sowie erste geteilte Führungspositionen. Im Jahr 2022 erfolgte die Berufung der ersten Frau in den Vorstand der Talanx AG.

Seit Anfang 2021 werden regelmäßig Unconscious-Bias-Trainings durchgeführt. Darauf aufbauend werden seit 2022 zusätzlich Anti-Rassismus-Trainings unter der Bezeichnung "Better Together: Kein Platz für Rassismus und Diskriminierung" angeboten. Zur Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds spielt Sprache eine große Rolle. Auch hierfür werden regelmäßig Trainings und Coachings durchgeführt.

Im Jahr 2022 wurden die Aktivitäten zur Aufklärung und Bewusstseinsschaffung weiter fortgeführt. Beispielsweise mit Fokusmonaten zu Diversity mit u. a. den Themen "Geschlecht und geschlechtliche Identität", "sexuelle Orientierung" sowie "Religion und Weltanschauung". Darüber hinaus haben unterschiedliche Diversity-Workshops mit Vorständen, Führungskräften sowie Mitarbeitern stattgefunden.

Bereits seit 2014 ist das Frauennetzwerk Women@Talanx etabliert. Im Jahr 2021 sind zudem das internationale LGBTIQ *Netzwerk pride@ hdi, das HDI Starters-Netzwerk für Auszubildende und Studierende sowie ein Safe(r) Space für und von Schwarzen Menschen und Menschen of Colour BPoC@hdi (Black and People of Colour) gegründet worden. Im Berichtsjahr 2022 sind drei weitere Netzwerke dazugekommen: Eine internationale DE&I Community, Parents@hdi sowie Internationals@HDI.

Verantwortung gegenüber Kunden

Im Themenfeld "Verantwortung gegenüber Kunden" sind die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen, der Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem sowie die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen für den Talanx Konzern wesentlich. Diese Gesichtspunkte beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit der Kunden. Die Zufriedenstellung der Kundenbedürfnisse besitzt höchste Priorität und spiegelt sich im Begriff "ganzheitliche Kundenfokussierung" in den Talanx Werten wider. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente.

Die deutsche Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Aufklärungspflichten gegenüber ihren Kunden. Diese werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt.

Seit dem 10. März 2021 gelten in der Europäischen Union verbindliche Rahmenbedingungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor nach der Verordnung (EU) 2019/​2088 des Europäischen Parlaments und des Rates. Es bestehen unternehmensbezogene, produktbezogene und vermittlerbezogene Verpflichtungen:

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Unternehmen müssen zur Nachhaltigkeit informieren

Nachhaltigkeitsinformationen müssen in den Beschreibungen bestimmter Produkte (Versicherungsanlageprodukte - IBIP, bAV, Riester- und Basisrentenprodukte) enthalten sein

Versicherungsvermittler müssen allgemein und bei der Beratung bestimmter Produkte zur Nachhaltigkeit informieren

Darüber hinaus ist die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Auch zu diesem Kodex verpflichten sich die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland auf freiwilliger Basis.

Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (IDD) nach Richtlinie (EU) 2016/​97 des Europäischen Parlaments und des Rates gelten seit 23. Februar 2018 für Anbieter von Versicherungsprodukten erweiterte Aufsichts- und Lenkungsanforderungen. Zusätzlich wurden erhöhte Anforderungen an Qualifikation und Beratung festgelegt. Sie werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt. Im Wege der Ergänzung zweier delegierter Verordnungen wurden zum 2. August 2022 die bestehenden Vorgaben der IDD um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert. Nachhaltigkeitsfaktoren müssen im Rahmen des Produktentwicklungs- und Produktüberwachungsprozesses sowie in Bezug auf den Zielmarkt beachtet werden. Beim Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten sind Nachhaltigkeitsziele der Kunden im Rahmen der Ermittlung von Interessenkonflikten zu berücksichtigen. Zudem ist die Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung um die Erläuterung, die Abfrage und nach Möglichkeit die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen zu ergänzen. Alle Vorgaben werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt.

HDI Deutschland verpflichtet die Vermittler im Exklusivvertrieb sowie die Bank- und Kooperationspartner dazu, im Beratungsgespräch die Ermittlung der Kundenbedürfnisse zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Für die Vermittler im Exklusivvertrieb gilt vertraglich der HDI Basis-Kodex für Versicherungsvermittler; für Makler/​MFA wird vertraglich auf die Grundgedanken des GDV-Verhaltenskodex bzw. eines geprüften Alternativkodex des Vermittlers verwiesen. Zudem ist das Beratungsgespräch anhand standardisierter Protokolle sorgfältig zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Auch in den von HDI zur Verfügung gestellten digitalen Absatzstrecken erfolgt grundsätzlich eine Beratungsdokumentation, die dem Kunden bereitgestellt wird.

Die verständliche Aufklärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex hat der Talanx Konzern für die HDI Versicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG und für die Bancassurance-Gesellschaften 2016 ein Compliance-Management-System implementiert. Es erfolgt eine laufende Rezertifizierung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer nach dem Prüfungsstandard IDW PS980.

Der HDI Deutschland Compliance-Steuerungskreis ist das zentrale Steuerungs- und Überwachungsgremium sowohl für die Compliance-Management-Systeme der Gesellschaften, die dem GDV-Verhaltenskodex beigetreten sind, als auch für die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der IDD bzw. der nationalen Gesetzgebungen für die wesentlichen Risikoträger des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergeben.

Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die betreffenden Talanx Gesellschaften in der Brancheninitiative des GDV und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft "Gut beraten - Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland". Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Hinsichtlich der Zusatzvergütungen hat der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland alle bestehenden Vereinbarungen überprüft. Wo erforderlich, haben die Gesellschaften neue Mustervereinbarungen entworfen und klare Regelwerke für die Neugestaltung von Zusatzvergütungen verfasst.

Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, nutzen die nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente - von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über externe Bewertungstools bis hin zu Fachtagungen und Stakeholderdialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der auch daraus resultierenden erhöhten Inflation hat z. B. die HDI Versicherung für betroffene Privatkunden in Deutschland die Möglichkeit für eine Beitragsstundung geschaffen. Über die HDI Versicherung in Deutschland oder die Warta in Polen konnte Fahrzeugen, die in der Ukraine zugelassen sind und in Deutschland respektive Polen gefahren werden, aber über keinen Versicherungsnachweis ("grüne Karte") verfügen, Kfz-Haftpflicht-Versicherungsschutz über eine sogenannte Grenzpolice angeboten werden.

Menschenrechte und Lieferkette

Der Talanx Konzern ist sich seiner Verantwortung gegenüber Kunden, Investoren, Mitarbeitern und Geschäftspartnern bei der Einhaltung der anwendbaren Gesetze, Konventionen und Bestimmungen zur Wahrung der Menschenrechte und zu aktiver Unterstützung von Arbeitnehmerrechten bewusst. Die nachfolgenden Ausführungen dienen u. a. der Herstellung von Transparenz gemäß § 54 Abs. 5 des Modern Slavery Act 2015 des Vereinigten Königreichs von Großbritannien, soweit anwendbar.

Nachdem die Talanx Gruppe im Jahr 2021 ihren um Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten ergänzten Verhaltenskodex weltweit für alle Beschäftigten des Konzerns ausgerollt hat, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Maßnahmen zur Wahrung von Menschenrechten ergriffen. Die Regeln des Verhaltenskodex stellen klar, dass niemand im Unternehmen durch Gewalt oder Einschüchterungen in irgendeiner Form zum Arbeiten gezwungen werden darf. Jede Form von unfreiwilliger Beschäftigung, Kinderarbeit und Menschenhandel sowie andere Formen des Missbrauchs von Mitarbeitern sind ausdrücklich verboten. Auch ein fairer und respektvoller Umgang miteinander sowie die Achtung der Würde und der Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen sind als Grundlage gegenseitigen Umgangs wichtige Prinzipien im Verhaltenskodex des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2022 wurden diese Regeln durch die Aufnahme eines neuen Kapitels zum Thema Nachhaltigkeit in die Compliance Richtlinie der Gruppe ergänzt. Die Compliance Richtlinie richtet sich an alle Beschäftigten der Gruppe weltweit und enthält Compliance Mindeststandards. Die Ergänzung beinhaltet insbesondere Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten, welche sich an den Pflichten des ab dem 1. Januar 2023 geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) orientieren.

Darüber hinaus veröffentlichte die Gruppe auf ihrer Unternehmenswebsite im Berichtsjahr 2022 eine Grundsatzerklärung zum Thema Menschenrechte, mit welcher sich die Gruppe ausdrücklich zur Achtung von Menschenrechten und zur Anwendung von unternehmerischer Sorgfalt in Bezug auf diese Rechte bekennt.

Der Talanx Konzern verfügt über ein sowohl intern als auch extern zugängliches Hinweisgebersystem, welches die Meldung von Menschenrechtsverstößen (auch anonym) ermöglicht.

Neben internen Regelungen, wie dem Verhaltenskodex, hat der Talanx Konzern mit dem Verhaltenskodex für Geschäftspartner auch ein Instrument geschaffen, um externe Partner zur Einhaltung von Menschenrechten anzuhalten. Das Dokument wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Blick auf die ab dem 1. Januar 2023 geltenden Bestimmungen des LkSG überarbeitet.

Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact verpflichtet sich der Talanx Konzern zur Einhaltung der internationalen Menschenrechte. Die ersten sechs Prinzipien der Initiative beinhalten die Achtung der Menschenrechte und die Umsetzung von Arbeitsnormen (ILO-Kernarbeitsnormen). Mit dem Beitritt unterstützt der Konzern, neben den internationalen Menschenrechten, ebenfalls die Vereinigungsfreiheit, fördert die Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit und tritt für die Beseitigung von Diskriminierung von Mitarbeitern ein.

Menschenrechtsaspekte finden bei der Talanx überdies auch im Bereich Underwriting und bei der Kapitalanlage Berücksichtigung. Der Konzern hat hierzu regelmäßig tagende Entscheidungsgremien mit Vorstandsbeteiligung, wie das Responsible Underwriting Committee oder das Responsible Investment Committee, geschaffen.

Kennzahlen und Ziele

In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten sozialen Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt.

ZIELE UND MASSNAHMEN: SOZIALBELANGE

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Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen Geltungsbereich Status 2022 Status 2021
Soziale Belange im AM + UW Stärkung sozialer Verantwortung in der Kapitalanlage ESG-Screening des Anlageportfolios Konzernweit Laufend Laufend
    Ausschluss von Emittenten, die gegen soziale Kriterien verstoßen Konzernweit Laufend Laufend
    Ausbau nachhaltiger Investitionen auf 8 Mrd. EUR bis 2025 Konzernweit 7,9 Mrd. EUR 1 7,2 Mrd. EUR
  Stärkung sozialer Verantwortung im Underwriting Berücksichtigung sozialer Kriterien bei der Zeichnung von Risiken Konzernweit Laufend Laufend
    Ausweitung des Versicherungsschutzes für bislang nicht ausreichend versicherte Bevölkerungsgruppen Hannover Rück-Gruppe Laufend Laufend
Soziales Engagement als Unternehmen Stärkung sozialer Verantwortung Unterstützung gemeinnütziger Projekte und sozialer Initiativen Konzernweit Laufend Laufend
    Förderungsprojekte durch HDI Stiftung HDI Group Deutschland Laufend Laufend
Talanx als Arbeitgeber Verbesserung Vereinbarkeit von Familie und Beruf Flexible Arbeitszeitmodelle HDI Group Deutschland Laufend Laufend
    Ausbau Unterstützung der Kinderbetreuung HDI Group Deutschland Laufend Laufend
    Ausbau Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen HDI Group Deutschland Eingeführt Laufend
  Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter HDI Gesundheitsjahr mit themenspezifischen Angeboten HDI Group Deutschland Laufend Laufend
    (Ärztliche) Mitarbeiterberatung und Suchtprävention HDI Group Deutschland Laufend Laufend
  Internationalität Internationale Programme, Hospitationen und Auslandsentsendungen Konzernweit Laufend Laufend
  Leistungsorientierte Vergütung Eingruppierungen der Tätigkeiten nach Versicherungstarif Konzernweit Laufend Laufend
    Stellenbewertungen für leitende Funktionen nach Hay-Methode Konzernweit Laufend Laufend
  Kulturelle Transformation Durchführung weltweiter Mitarbeiterbefragung Organizational Health Check (OHC) Konzernweit Laufend Laufend
Mitarbeitergewinnung und -entwicklung Talentgewinnung/​optimale Besetzung von Vakanzen Etablierung eines Recruiting Centers HDI Group Deutschland Laufend -
    Beteiligung an Karrieremessen HDI Group Deutschland Laufend Laufend
    Durchführung von Assessment-Centern im mittleren Management HDI Group Deutschland Erstmals erfolgt -
  Stärkung der Arbeitgebermarke HR-Podcast, gezielte Kampagnen HDI Group Deutschland Laufend Laufend
  Optimierung der Weiterbildungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte Together Leadership Journey zur Weiterentwicklung von Leadership Skills Konzernweit Laufend Laufend
    Leadership Circle HDI Deutschland Eingeführt Erstmals erfolgt
    Einführung spezifischer Weiterbildungsprogramme (Bspw. Female Empowerment Programme/​"Induction Program for new managers") HDI Deutschland/​ HDI Global Laufend -
    Förderung einer neuen Lernkultur HDI Group Deutschland Laufend Erstmals erfolgt
    Einführung von New Work mit New Work Campus HDI Group Deutschland Eingeführt Erstmals erfolgt
    Stärkung der Feedback-Kultur Konzernweit Laufend -
Diversity, Equity und Inclusion Erhöhung der Diversität auf allen Führungsebenen, insbesondere in Bezug auf Frauen Besetzung der Führungspositionen mit weiblichen Mitarbeiterinnen und Bewerberinnen, Netzwerk, Mentoringprogramm und Erweiterung der Seminarangebote zur Stärkung von Frauen Konzernweit 32,30 % 31,70 %
  Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit Förderung eines diskriminierungsfreien Arbeitsumfeldes durch beispielsweise Unconscious-Bias-Trainings bzw. Trainings gegen Rassismus und Diskriminierung HDI Group Deutschland Laufend Laufend
Verantwortung gegenüber Kunden Stärkung Kundendialog Verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen HDI Deutschland Laufend Laufend
Menschenrechte und Lieferkette Konzernweite Information über LkSG-Due-Diligence-Pflichten Aufnahme eines neuen Kapitels "Nachhaltigkeit" in die konzernweit geltende Compliance Policy, welche die LkSG-Due-Diligence-Pflichten beschreibt Konzernweit Erstmals erfolgt -

1 Der Betrag kann sich aufgrund von Änderungen der Zinssätze und Laufzeiten ändern, das Ziel wurde erstmals Mitte Dezember 2022 erreicht, mit Stichtag 31.12. jedoch leicht unterschritten

G - Governance

Corporate Governance

Für eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung ist eine konzernweite und effektive Corporate Governance von zentraler Bedeutung.

Die Talanx AG unterliegt als börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Hannover dem deutschen Aktien- und Kapitalmarktrecht sowie dem Mitbestimmungsgesetz. Entsprechend bilden die drei Organe Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung die oberste Führungs- bzw. Governance-Struktur des Konzerns. Die Aufgaben und Befugnisse der Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Talanx AG und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat.

Die Talanx AG unterliegt dem zweistufigen System von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ernennt, überwacht und berät den Vorstand. Er ist in die Entscheidungsfindung zu grundlegenden Belangen eingebunden und arbeitet kooperativ mit dem Vorstand zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Aufsichtsrat nimmt jedoch keine geschäftsführende Funktion ein, ganz im Sinne des dualistischen Systems der Unternehmensführung, in der Überwachung und Leitung bewusst getrennt sind.

Der Aufsichtsrat der Talanx AG besteht nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz aus 16 Mitgliedern, die sich zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Der Aufsichtsrat hat vier ständige Ausschüsse eingerichtet, in denen Themen von wesentlicher Bedeutung erörtert werden. Dazu zählen die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems sowie Maßnahmen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-bezogene Aspekte.

Weitere Informationen zur allgemeinen Corporate Governance können den Corporate-Governance-Grundsätzen und der Satzung der Talanx AG sowie dem Abschnitt Corporate Governance im Talanx Konzerngeschäftsbericht entnommen werden.

ESG-Governance

Im Jahr 2022 wurde die spezifische Nachhaltigkeits-Governance des Talanx Konzerns weiter gestärkt, um in allen vier strategischen Zieldimensionen der Nachhaltigkeitsstrategie noch effektiver voranzukommen.

Zum einen wurden die Nachhaltigkeitsambitionen des Konzerns durch die Benennung von zwei Aufsichtsratsmitgliedern als Ansprechpartner für Nachhaltigkeit in diesem Gremium bekräftigt.

Zum anderen hat die Nachhaltigkeitsfunktion in der Talanx Konzernstrategie weitere Unterstützung für das Thema durch den kontinuierlichen Auf- bzw. Ausbau einzelner Nachhaltigkeitsabteilungen in den Geschäftssegmenten erhalten.

In Fortführung des bisherigen Nachhaltigkeitsmanagements ist die Konzernfunktion Group Strategy & Sustainability Dreh- und Angelpunkt für die bestehenden Nachhaltigkeitsaktivitäten des Konzerns. Sie ist zuständig für Koordinierung und Weiterentwicklung sowie für den Anstoß neuer Aktivitäten auf Konzernebene.

Über das konzernweite und funktionsübergreifende "Experten-Netzwerk für Nachhaltigkeit" unterstützt die Konzernfunktion zudem die operativen Einheiten des Konzerns dabei, den strategischen Nachhaltigkeitsansatz und die Richtlinien der Gruppe in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Ziel ist es u. a., neben einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie eine umfassende Governance zu etablieren und damit die interne Vernetzung zum Thema weiter voranzutreiben. Über definierte Kernprozesse wird daher der Austausch mit Zentralfunktionen, Geschäftssegmenten sowie lokalen Konzerngesellschaften im Nachhaltigkeitsnetzwerk strukturiert. Sie dienen dazu, Transparenz über externe Anforderungen zu schaffen und diese möglichst effizient und effektiv in unternehmerisches Handeln zu übersetzen.

Über das Experten-Netzwerk hinaus erfolgt ein regelmäßiger Austausch innerhalb des Konzerns über verschiedene ESG-themenspezifische Arbeitsgruppen.

Auf Geschäftssegmentebene übernimmt jeweils die zuständige Nachhaltigkeitsfunktion in den Strategieabteilungen die übergreifende Koordination von Nachhaltigkeitsthemen und verantwortet die segmentspezifische Umsetzung sowie Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Geschäftssegments. Analog zur Konzernfunktion für Nachhaltigkeit sind auch die Nachhaltigkeitsfunktionen der Geschäftsbereiche unter dem jeweiligen Vorstandsvorsitzenden verortet. Diese organisatorische Verankerung unterstreicht nochmals die Wichtigkeit und strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Talanx Konzern.

Mit dem Responsible Investment Committee (RIC) und dem Responsible Underwriting Committee (RUC), die jeweils von Mitgliedern des Konzernvorstands geleitet werden, wurden zudem zwei zentrale Nachhaltigkeitsgremien etabliert, die die strategiekonforme Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in alle Kernprozesse, die sich mit Versicherungs- und Anlageentscheidungen befassen, regelmäßig kontrollieren. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit trägt der Gesamtvorstand der Talanx AG. Entsprechend befasst sich der Vorstand regelmäßig mit dem aktuellen Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie sowie den strategischen Handlungsfeldern. Neben ESG-bezogenen Chancen und Risiken werden dabei auch die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns diskutiert.

Seinen Nachhaltigkeits- und Transparenzanspruch unterstreicht der Talanx Konzern darüber hinaus durch seine freiwillige Selbstverpflichtung zu international anerkannten Richtlinien, Rahmenwerken bzw. Initiativen sowie ESG-spezifischen Berichtsstandards.

Im Kerngeschäft hat sich der Talanx Konzern mit dem Beitritt zu den beiden UN-Initiativen Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainable Insurance (PSI) den in diesen Bereichen jeweils weltweit bedeutendsten Standards und Richtlinien für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet.

Zudem ist der Talanx Konzern dem UN Global Compact (UNGC) beigetreten, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In einem stetigen Prozess treibt der Talanx Konzern die Implementierung der zehn Global-Compact-Prinzipien und Richtlinien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention voran. Im Rahmen des Beitritts zum UNGC hat sich der Konzern verpflichtet, die allgemeinen Ziele der Vereinten Nationen, insbesondere die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), zu fördern.

Ab dem Geschäftsjahr 2021 hat der Talanx Konzern Nachhaltigkeitsaspekte auch in das Vorstandsvergütungssystem integriert und einen Teil der variablen Vergütung des Vorstands an die Erreichung konkreter Nachhaltigkeitsziele gebunden (siehe Vergütungsbericht Seite 16 ff.).

Um auch bei der ESG-bezogenen Berichterstattung hohe Transparenz und Datenqualität für den Talanx Konzern sicherzustellen, orientiert sich der Talanx Konzern an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), die sich weltweit als einer der wichtigsten Standards für ESG-Berichterstattung etabliert hat. Zudem ermöglicht die Orientierung an einem global etablierten Standard die Transparenz der Nachhaltigkeitsleistungen sowohl innerhalb von als auch über Branchen hinweg.

Darüber hinaus orientiert sich der Talanx Konzern verstärkt an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Während Standards wie GRI helfen, die Auswirkungen von Unternehmen auf den Klimawandel zu verstehen, konzentriert sich die TCFD auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen und die daraus resultierenden finanziellen Risiken. Die Empfehlungen sind somit primär zukunftsorientiert und liefern wichtige Erkenntnisse für die nachhaltige Steuerung des Konzerns.

Nicht zuletzt unterstreicht die freiwillige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer die Relevanz, die der Talanx Konzern der Berichterstattung beimisst.

Digitalisierung, Datenschutz und Cybersicherheit

Digitalisierung

Die Digitalisierung und das damit verbundene Innovations-, aber auch Disruptionspotenzial verändern die Erwartungen von Kunden sowie Geschäftspartnern hinsichtlich Leistungen und Services deutlich und treiben so den Wandel im Versicherungssektor kontinuierlich voran.

Gerade in der Corona-Pandemie erwies sich die intensive Digitalisierung der Geschäftsprozesse und -strukturen im Talanx Konzern, insbesondere der Kunden- und Partnerschnittstellen, als positiver Differenzierungsfaktor. Diese Stärke baut der Talanx Konzern weiter aus. Die dezentrale Konzernaufstellung in der Talanx Gruppe stellt dabei sicher, dass die Digitalisierungsmaßnahmen den spezifischen Bedürfnissen von Kunden und Partnern in den jeweiligen Märkten folgen.

Digitale Innovationen werden dabei gezielt aus der Konzernholding über Best Practice Labs unterstützt, beispielsweise durch den internationalen Austausch im Group Digital Lab, durch die Skalierung von innovativen Best Practices über sogenannte Agile Desks sowie durch Scouting- und Market-Intelligence-Partnerschaften mit Start-ups und etablierten Technologieunternehmen. Daneben werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, um innovative Ansätze aus der Insurtech-Szene den operativen Einheiten der Talanx Gruppe vorzustellen und Pilotimplementierungen anzustoßen. Die Transparenz über digital verfügbare Talanx Assets ermöglicht schnellen Austausch und Wiederverwendung der Best Practices.

Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung und insbesondere der strukturellen Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung kommt den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit bzw. Cybersicherheit eine zentrale Bedeutung zu.

Datenschutz und Cybersicherheit

In einer zunehmend vernetzten globalen Welt sind Informationen und Daten zahlreichen Risiken, Bedrohungen und anderen unberechenbaren Herausforderungen ausgesetzt. Ein wesentlicher Teil der zu schützenden Daten sind die Kundendaten des Talanx Konzerns. Bei dem Thema Datenschutz verzahnen sich die technischen Aspekte der Cyber- und Informationssicherheit mit organisatorischen und prozessualen Themen rund um die Verarbeitung personenbezogener Daten. Hierbei bedeutet die Informations- und Cybersicherheit auch gleichzeitig immer die Gewährleistung des technischen Datenschutzes und bildet dabei einen wesentlichen Teil der durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geforderten angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen.

Die Konzernbereiche "Information Security Office" und "Data Protection" bilden eigenständige Einheiten, die sich durch eine enge Zusammenarbeit auszeichnen. Gemeinsame Werte finden sich sowohl in den Aspekten der technischen Sicherheit als auch im sensiblen Umgang mit Daten und Informationen. Diese Werte spiegeln sich insbesondere im sparsamen und zweckgebundenen Umgang mit Daten und Informationen wider - auch wenn Daten die Basis des Geschäftes sind und in Zeiten der künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens in hoher Anzahl und Qualität erforderlich sind.

Datenschutz und Cybersicherheit werden vor allem als wertschöpfende Elemente verstanden, da neue Technologien, Prozesse und Verarbeitungsmethoden nur dann Bestand haben, wenn sie von Anfang an datenschutz- und sicherheitskonform ausgestaltet werden. Der Talanx Konzern setzt auf ein stabiles Fundament aus drei Kernelementen, um die Cyber- und Informationssicherheit sowie die Datenschutzcompliance zu gewährleisten: Strategie und Governance sind die wesentlichen Dimensionen zur Festlegung des Managementansatzes des Talanx Konzerns. Datenschutz und Security sind Teil des konzernweiten internen Kontrollsystems (IKS) in der "zweiten Verteidigungslinie" im aufsichtsrechtlichen Konzept des "Three Lines"-Modells. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten bestehen hierbei in der Identifikation, Bewertung bzw. Analyse, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der Risiken auf Gesamtunternehmensebene.

Das Security-Management betreibt das zentrale Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) des Talanx Konzerns, welches die Informations- und Cybersicherheitsprozesse bündelt und seit 2013 erfolgreich ISO/​IEC-27001-zertifiziert ist. Zu diesen Prozessen gehören beispielsweise die Ermittlung und Erfassung von Sicherheitsrisiken und Schwachstellen, Abweichungen und Ausnahmen von Sicherheitsvorgaben oder das Management von Sicherheitsvorfällen.

Der Vorstand bzw. die Vorstände der Risikoträger erhalten einen vierteljährlichen Security-Report und werden in kritischen Fällen ad hoc informiert. Der Chief Information Security Officer berichtet in direkter Linie an den Chief Financial Officer des Konzerns.

Das Datenschutzmanagementsystem ist zentral für den Anwendungsbereich der DSGVO, der BDSG sowie weiterer datenschutzrechtlicher Vorschriften implementiert. Hierbei werden die typischen Verarbeitungsvorgänge insbesondere im Versicherungsgeschäft (Vertragsverwaltung, Schadenbearbeitung, Kommunikation mit Vertriebspartnern und Rückversicherern) ganzheitlich berücksichtigt.

Ausgangspunkt ist die Konzern-Datenschutzrichtlinie. In dieser von allen inländischen Konzerngesellschaften (ohne der Hannover Rück-Gruppe) verabschiedeten Regelungsvorgabe ist ein einheitlicher, verbindlicher Rahmen geschaffen. Wesentliche Themen wie die Dokumentationspflichten, Verantwortlichkeiten, Datenschutzbeauftragte und dedizierte Datenschutzkoordinatoren, Datenschutzkontrolle sowie transparente Datenverarbeitung sind dort verankert. Auch Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche bei Verletzungen der Datenschutzvorschriften sind in der Konzern-Datenschutzrichtlinie adressiert. Grundlage für die Datenschutzstrategie des Konzerns ist die Einhaltung der Datenschutzgesetze. Die Geschäftsprozesse richten sich entsprechend an den datenschutzrechtlichen Vorgaben aus. Der Bereich "Data Protection" hat ein Berichtswesen implementiert, das mindestens jährliche Datenschutzberichte vorsieht und an die Geschäftsleitung gerichtet ist. Anlassbezogen besteht auch unterjährig eine direkte Berichtslinie an die Geschäftsleitung.

Präventive Maßnahmen sollen das Risiko von Datenschutz- und Sicherheitsverletzungen reduzieren. Der Talanx Konzern schult und sensibilisiert seine Mitarbeiter, Führungskräfte und die Geschäftsleitung regelmäßig zu Datenschutz- und Sicherheitsbelangen im Geschäftsalltag. Die Schulungen werden hierbei an aktuellen Datenschutzvorgaben und Bedrohungsszenarien ausgerichtet. Derzeit stehen Phishing- und Ransomware-Attacken im Fokus.

Der Talanx Konzern arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung und am Ausbau von internen Prozessen, welche die Aspekte Informations- und Cybersicherheit und Datenschutz in der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigen. Grundlage hierfür sind ein etabliertes Rechtsmonitoring sowie der Ansatz, bei allen Datenschutz- und Sicherheitsvorfällen die Ursachen zu erforschen und hieraus Maßnahmen zur stetigen Verbesserung abzuleiten. Die Experten der Bereiche "Information Security Office" und "Data Protection" haben die Aufgabe, die allgemeinen fachlichen Entwicklungen sowie die Entwicklungen im Konzern zu beobachten, zu bewerten und in die Managementsysteme zu übertragen. Die ISO/​IEC-27001-Zertifizierung sorgt für eine Messbarkeit der Weiterentwicklung.

Bereits durch die Betriebsorganisation etabliert ist ein Vorklärungsprozess, der als Voraussetzung für die Einführung neuer Anwendungen und Software im Talanx Konzern die relevanten Stakeholder (Information Security Office, Risikomanagement, Datenschutz, Personal, Betriebsrat) in einem Freigabeprozess zusammenbringt. Hier werden angemessene Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der verarbeiteten Daten zu gewährleisten.

Proaktive und reaktive Maßnahmen sorgen für Transparenz und ein hohes Schutzniveau bei allen Informations- und Datenverarbeitungsprozessen.

Um die Kundendaten sowie die Vermögenswerte zu schützen und Angreifer aus dem Cyberraum abzuwehren, setzt der Talanx Konzern auf individuelle Erkennungsstrategien sowie wohldurchdachte Reaktions- und Notfallpläne. So können eventuelle Schäden auf ein Minimum reduziert und Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um eine schnelle und vollständige Wiederherstellung der Systeme zu gewährleisten. Das wesentliche Ziel hierbei ist es, die Systeme frei von Sicherheitslücken und potenziellen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken zu halten. Digitale Innovationen sollen dieses Ziel unterstützen und müssen so entwickelt werden, dass sie keine gegenläufigen Auswirkungen haben.

Compliance

Für den Talanx Konzern ist die Einhaltung geltenden Rechts eine unabdingbare Voraussetzung für den anhaltenden weltweiten Geschäftserfolg. Von den Geschäftsbereichen über die Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern - Compliance spielt für alle im Talanx Konzern eine wichtige Rolle.

Die Compliance Officer sind für einzelne Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften zuständig. Durch ein weltweites Netzwerk von dezentralen Compliance-Verantwortlichen an in- und ausländischen Standorten können lokale Compliance-Verstöße direkt an Compliance berichtet werden. Im virtuellen Austauschformat "ComplianceXchange" entwickeln die Compliance Officer und die dezentralen Compliance Verantwortlichen gemeinschaftlich Best-Practice-Lösungsansätze.

Ein wichtiges Element ist das Compliance-Management-System (CMS) des Konzerns. Das CMS besteht aus den Compliance-Elementen "Kultur und Regeln", "Training und Kommunikation", "Organisation", "Risiken", "Kern- und Koordinationsthemen" sowie "Überwachung und Verbesserung". Es baut auf dem Talanx Verhaltenskodex, der Talanx Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen auf.

Der konzernweite Verhaltenskodex "Together for Integrity" wurde letztmals im Januar 2021 überarbeitet und ist ein wirksames Instrument, um das Bekenntnis zur Einhaltung geltenden Rechts und freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen transparent zu machen. Der Kodex dient dazu, den Mitarbeitern grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen darzulegen und ihre damit zusammenhängenden Pflichten näher zu bestimmen.

Der Verhaltenskodex wird durch die laufend überarbeitete Talanx Compliance-Richtlinie konkretisiert. Die Grundsätze dieser Richtlinie gelten verbindlich in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands.

Das Talanx Hinweisgebersystem ermöglicht es, Verstöße gegen in- und externe Vorgaben anonym zu melden. Das System ist über die Talanx Website weltweit in insgesamt neun Sprachen erreichbar. Über das Hinweisgebersystem können Hinweise zu verschiedenen Themenfeldern, u. a. Betrug, Untreue oder Korruption, abgegeben werden. Darüber hinaus können Hinweise auf Verstöße gegen Gesetze und Richtlinien dem jeweiligen Vorgesetzten oder dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer übermittelt werden.

Zu Beginn des 3. Quartals 2022 hat Compliance ein externes Tool für das Monitoring rechtlicher Änderungen implementiert. Die Ergebnisse aus dem Rechtsmonitoring über Gesetzesvorhaben, die Auswirkungen auf Geschäftsprozesse der deutschen Erstversicherungsgruppe haben können, werden den Führungskräften und Mitarbeitern vierteljährlich durch Compliance zur Verfügung gestellt, sodass die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben jederzeit gewährleistet ist.

Schulungen sind wichtige Maßnahmen im Konzern zur Prävention von Regelbrüchen und eine grundlegende Säule des CMS. Deren Inhalte leiten sich aus den Erkenntnissen der Compliance-Risikoanalyse ab. Sie werden überwiegend in bewährter virtueller Form, zum Teil aber auch in Präsenz, abgehalten.

Korruptionsprävention ist ein wesentliches Kernthema von Compliance und damit ein essenzieller Bestandteil des Compliance-Managements des Talanx Konzerns. Mithilfe vielfältiger Informationen und Schulungen zum Thema Korruptionsbekämpfung werden Beschäftigte im Konzern sensibilisiert und deren notwendige Fähigkeiten zur Korruptionsbekämpfung gefördert.

Der Verhaltenskodex stellt klar, dass der Talanx Konzern gegen alle Arten von Korruption und Bestechung eintritt. In der Compliance-Richtlinie werden die Grundsätze weiter konkretisiert, u. a. auch für den Umgang mit Spenden und Sponsoringtätigkeiten im Konzern. Die Regeln für den Umgang mit Zuwendungen von und an Geschäftspartner sind in einer entsprechenden Arbeitsanweisung festgelegt.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden durch den jährlichen Compliance-Bericht über die wesentlichen Compliance-Risiken und die Maßnahmen zur Einhaltung der Compliance-Vorgaben informiert. Der Bericht beinhaltet auch das Thema Korruptionsprävention.

Der Talanx Gruppe sind für das Geschäftsjahr 2022 keine signifikanten Bußgelder oder nicht monetären Strafen aufgrund der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften bekannt.

Lieferantenmanagement

Neben den intern ausgerollten Verhaltenskodizes z. B. zur Einhaltung von Menschenrechten (siehe Menschenrechte und Lieferkette, Seite 100), erwartet der Talanx Konzern eine entsprechende Compliance ebenfalls extern von seinen Geschäftspartnern. Auch wenn grundsätzlich die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen und signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt in der Lieferkette der Talanx als gering eingeschätzt wird, achtet der Konzern bei der Auswahl der Lieferanten darauf, dass nationale Gesetzgebungen im Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie die Talanx Werte eingehalten werden. Um das Commitment des Konzerns zu unterstützen und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, verwendet die Talanx AG einen konzerneinheitlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner. Das Dokument wird sowohl von Group Procurement als auch dem IT-Einkauf genutzt und regelt verbindlich folgende Themen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte, Umwelt-, Sozial- und weitere Arbeitnehmerbelange, Datenschutz sowie Schutz von Geschäftsgeheimnissen.

Im Jahr 2021 wurde der Verhaltenskodex im IT-Einkauf in den Regelbetrieb überführt. Bei bevorzugten und qualifizierten Geschäftspartnern für IT-Dienstleistungen ist der Verhaltenskodex bereits implementiert worden. Ende 2022 erfolgte eine Aktualisierung des Kodex vor dem Hintergrund des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG).

Im Group Procurement wird im Rahmen des neu konzipierten Lieferantenmanagements der Einsatz des Verhaltenskodex nach Lieferantenkriterien pilotiert und folglich 2023 ausgerollt.

Der Aufbau eines professionellen IT-Lieferantenmonitorings wurde im Jahr 2021 begonnen. Die Konzeptionierungsphase wurde 2022 erfolgreich abgeschlossen und der Bereich Group Procurement hat das Lieferantenmonitoring im selben Jahr begonnen. In diesem Zusammenhang wurde zudem eine externe Plattform ausgewählt, um den Verpflichtungen des LkSG, das ab dem 1. Januar 2023 in Kraft tritt, in vollem Umfang gerecht zu werden. Ein entsprechender Anwendungs-Rollout der Plattform ist für das Jahr 2023 geplant. Die internationale Nutzung innerhalb des Konzerns ist ebenfalls berücksichtigt und explizit vorgesehen.

Kennzahlen und Ziele

In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten Governance-Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt.

ZIELE UND MASSNAHMEN: GOVERNANCE

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Bereich Ziel Wesentliche Maßnahmen
Corporate Governance "Good Governance" der Organisation sicherstellen Neues Vorstandsvergütungssystem gemäß ARUG II eingeführt
    ESG-Integration in neue Vorstandsvergütung
    Berücksichtigung u. a. des Themenfeldes Nachhaltigkeit bei der Erklärung zur fachlichen Eignung und persönlichen Zuverlässigkeit der Aufsichtsratsmitglieder
ESG-Governance "Good Governance" der Organisation sicherstellen Integration des Nachhaltigkeitsbereichs in den Bereich Konzernstrategie unter Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden
    Gründung konzernweites Expertennetzwerk für Nachhaltigkeit
Digitalisierung, Datenschutz und Cybersecurity Aufrechterhaltung des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) ISO-27001-Zertifizierungsschutz des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) durch jährliche Audits bzw. Rezertifizierung nach drei Jahren
  Stärkung Mitarbeitersensibilisierung Verpflichtende Mitarbeitertrainings zur Sensibilisierung von aktuellen Cyberangriffsmethoden
  Weiterentwicklung Steuerungsansätze Ausbau und Prozessoptimierung internationales Reporting
  Prozessoptimierung Einführung technisch workflowgestütztes Verfahrensverzeichnis gemäß DSGVO
Compliance Optimierung des Compliance Managements Jährliche Überprüfung von Korruptionsrisiken im Rahmen der Compliance-Risikoanalyse sowie regelmäßiges Monitoring der entsprechenden Maßnahmen im Compliance-Plan
Lieferantenmanagement Verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im IT-Einkauf Ausrollen eines konzernweiten, professionellen Lieferantenmonitoring-Tools, das Nachhaltigkeitskriterien verstärkt berücksichtigt
  Verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Group Procurement Aufbau eines strategischen Lieferantenmanagements im Group Procurement inklusive Erfassung, Messung und Monitoring von signifikanten Nachhaltigkeitskriterien
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Bereich Geltungsbereich Status 2022 Status 2021
Corporate Governance Konzernweit Eingeführt Erstmals erfolgt
  Konzernweit Eingeführt Erstmals erfolgt
  Konzernweit Eingeführt -
ESG-Governance Konzernweit Eingeführt Erstmals erfolgt
  Konzernweit Eingeführt Erstmals erfolgt
Digitalisierung, Datenschutz und Cybersecurity Konzernweit (ohne Hannover Rück und HDI International) Rezertifizierung erfolgt Laufend
  Konzernweit Eingeführt -
  Konzernweit (ohne Hannover Rück) Laufend -
  Konzernweit (ohne Hannover Rück) Laufend Laufend
Compliance Konzernweit Laufend Laufend
Lieferantenmanagement Konzernweit 2023 -
  Konzernweit 2024 -

Corporate Governance

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d Handelsgesetzbuch (HGB) 1

Hiermit gibt die Talanx AG Einblick in ihre Unternehmensführungspraktiken im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB sowie für die Talanx Gruppe gemäß § 315d HGB i. V. m. § 289f HGB.

Unternehmensführung

Vorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst, die sich am Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") orientieren (www.talanx.com/​media/​Files/​talanx-gruppe/​pdf/​corp_​gov_​de.pdf). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen, denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe.

Der DCGK formuliert die aktuellen Best Practices der Unternehmensführung und hat zum Ziel, das deutsche Corporate-Governance-System transparent und nachvollziehbar zu machen sowie das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften zu fördern.

Der positiven Haltung der Talanx AG gegenüber dem Kodex steht nicht entgegen, dass im Berichtsjahr einer Empfehlung des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Grundsätze, Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen guten Platz unter den deutschen Unternehmen im MDAX ein, wie die Auswertung der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) bestätigt.

Vorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 wie folgt abgegeben:

Entsprechenserklärung der Talanx AG nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex

§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" (DCGK) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.

Vorstand und Aufsichtsrat erklären daher gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022) mit Ausnahme der nachfolgend erklärten Abweichungen entsprochen hat und auch weiter entsprechen wird:

Empfehlung C. 10 Satz 1 DCGK (Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des mit der Vorstandsvergütung befassten Ausschusses; Unabhängigkeit von der Gesellschaft und vom Vorstand)

Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten der Talanx AG war bis zu seiner Bestellung zum Aufsichtsratsmitglied Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft. Seine umfassenden Kenntnisse in der Erst- und Rückversicherung sowie seine langjährige Erfahrung in der Führung der Gesellschaft und des Konzerns sollen der Talanx AG erhalten bleiben und der Arbeit des Aufsichtsrats sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten in dieser Schlüsselrolle auch weiter zugutekommen. So verfügt er, insbesondere aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender in konzernangehörigen Gesellschaften, auch über weitreichende Expertise hinsichtlich der Gestaltung und Anwendung von Systemen zur Vorstandsvergütung. Aus den genannten Gründen liegt es im Interesse der Gesellschaft, dass er Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten der Talanx AG ist.

Der Aufsichtsratsvorsitzende gehört dem Aufsichtsrat seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand nunmehr seit mehr als vier Jahren an. Damit ist er nach Auffassung der Talanx AG mittlerweile als unabhängig von der Gesellschaft in Bezug auf die Empfehlung C. 10 Satz 1 i. V. m. C. 7 Abs. 2 einzustufen. Höchst vorsorglich wird in dem einleitend genannten Umfang gleichwohl eine Abweichung von der Empfehlung C. 10 Satz 1 erklärt.

Abgesehen von der vorstehend höchst vorsorglich aufgeführten Abweichung wird die Gesellschaft auch künftig allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 28. April 2022 entsprechen.

 

Hannover, den 8. November 2022

Der Vorstand

Der Aufsichtsrat

Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite https:/​/​www.talanx.com/​de/​talanx_​gruppe/​corporate_​governance/​ entsprechenserklaerung.

1 Bei diesem Unterkapitel handelt es sich um einen vom Gesetzgeber von der Abschlussprüfung/​Prüfung des Lageberichts ausdrücklich ausgenommenen Berichtsabschnitt (§ 317 Abs. 2 Satz 6 HGB; ungeprüfte Informationen)

Vergütung

Vergütung des Vorstands

Der Aufsichtsrat der Talanx AG hat im Jahr 2020 das geltende System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder der Talanx AG beschlossen. Dieses wurde der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 vorgelegt und von dieser mit einer Mehrheit von 96,5 % gebilligt. Das Vergütungssystem wurde vom Aufsichtsrat mit Unterstützung eines unabhängigen Beraters erarbeitet und entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes (AktG) sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner aktuellen Fassung vom 28. April 2022. Die Regelungen zur Vergütung und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Billigung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder.

Das Vergütungssystem für den Vorstand sowie Einzelheiten zur aktuellen Vergütung des Vorstands der Talanx AG sind im Vergütungsbericht 2022 detailliert beschrieben, der auf Seite 16 ff. dieses Geschäftsberichts zu finden ist.

Vergütung des Aufsichtsrats

Auch das System zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Es ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Die Regelungen zur Vergütung des Aufsichtsrats und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Zuletzt war dies in der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 der Fall, in der die Hauptversammlung das derzeit geltende System der Aufsichtsratsvergütung beschlossen hat.

Auf Seite 35 f. des Geschäftsberichts ist im Vergütungsbericht 2022 die individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022 aufgeschlüsselt.

Weitergehende Unternehmensführungspraktiken der Talanx AG

Verhaltenskodex

An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex "Together for Integrity". Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx Konzerns, er zeigt mögliche Risiko- und Konfliktbereiche sowie deren Bedeutung für unser Unternehmen auf und erläutert sie.

Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig, in verschiedenen Sprachen verfügbar und auf der Talanx Website für Kunden, Lieferanten und andere Interessengruppen öffentlich abrufbar: https:/​/​www.talanx.com/​ media/​Files/​talanx-gruppe/​pdf/​Verhaltenskodex_​Together_​for_​ Integrity_​2021_​DE_​WEB.pdf.

Nachhaltigkeit

Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben.

Das Thema Nachhaltigkeit stellt dabei einen der zentralen Eckpfeiler der Konzernstrategie dar. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environmental, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik und im Betrieb sowie dem gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns.

Seinen strategischen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht der Konzern dabei durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen wie Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainabile Insurance (PSI) oder dem UN Global Compact (UNGC) sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsausrichtung wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, weil neue Erkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und veränderte gesellschaftliche Wahrnehmungen reflektiert werden müssen.

Weitere Ausführungen über den Umgang mit Nachhaltigkeit in der Talanx Gruppe können der Nichtfinanziellen Konzernerklärung auf Seite 86 ff entnommen werden, die nicht Gegenstand der Abschlussprüfung ist.

Compliance

Compliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird.

Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung. Darüber hinaus beobachtet die Compliance-Funktion fortlaufend die Entwicklungen des regulatorischen und gesetzlichen Umfelds. Die durch Risikoanalyse und Rechtsmonitoring gewonnenen Erkenntnisse fließen in den Compliance-Plan ein, der maßgebliche Grundlage für den risikoorientierten Ressourceneinsatz der konzernweiten Compliance-Arbeit ist. Das Ergebnis der Compliance-Arbeit wird im jährlichen Compliance-Bericht dokumentiert. In dem Bericht werden die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt. Der Vorstand legt den Compliance-Bericht dem Finanz- und Prüfungsausschuss jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens sowie der gesamten Gruppe vertrauensvoll zusammen. Hierbei werden sowohl die Chancen und Risiken für das Unternehmen als auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit angemessen berücksichtigt.

Vorstand

Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt unter Einbeziehung des Aufsichtsrates Ziele und Strategie fest. Nach § 8 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Im Einklang mit der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wird bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern auf Diversität geachtet. Außerdem werden nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellt, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Bestellungszeitraum soll dabei jeweils so bestimmt werden, dass er spätestens mit dem Ende des Monats ausläuft, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet.

Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 4 des Geschäftsberichts dargestellt.

Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Zum verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken aus der Geschäftstätigkeit wurde ein angemessenes internes Kontrollsystem und Risikomanagement-System errichtet.

Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in der Informationsordnung für den Aufsichtsrat der Talanx AG näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:

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die Verabschiedung der strategischen Grundsätze und Zielsetzungen für die Gesellschaft und den Konzern

die Verabschiedung der Jahresplanung der Gesellschaft und des Konzerns

die Aufgabe des Betriebs des Industrieversicherungsgeschäfts in inländischen Konzerngesellschaften

der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Unternehmensverträgen

der Erwerb und die Veräußerung von Unternehmensteilen ab einer bestimmten Größenordnung

Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in regelmäßigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält.

Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 5 f des Geschäftsberichts erläutert.

Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen.

Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse ihre Arbeit erfüllen. Die letzte, im Drei-Jahres-Turnus stattfindende Selbstbeurteilung ist im Jahr 2022 durchgeführt worden und hat eine effiziente und wirksame Arbeitsweise bestätigt.

Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:

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Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten

Finanz- und Prüfungsausschuss

Nominierungsausschuss

Vermittlungsausschuss

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses.

Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Qualität der Abschlussprüfung und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag zur Beschlussfassung über die Bestellung von Abschlussprüfern durch die Hauptversammlung vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten.

Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie ihre Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Abs. 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Abs. 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Die Nachfolgeplanung erfolgt systematisch unter Berücksichtigung potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten für Führungs- und Vorstandspositionen im Konzern. Sie erfolgt im Einklang mit den Diversitätszielen und bildet regelmäßig einen Berichts- und Beratungspunkt in den Sitzungen des Ausschusses.

Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. In dem Zusammenhang hat der Nominierungsausschuss einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. sichergestellt werden soll, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist.

Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter - im Jahr 2019 begonnene Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist.

Dem Aufsichtsrat soll auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Als angemessen wird die Anzahl von mindestens zwei sowohl von der Gesellschaft und deren Vorstand als auch vom kontrollierenden Aktionär unabhängigen Mitgliedern angesehen. Eine Überprüfung des bestehenden Aufsichtsrats hat ergeben, dass derzeit fünf Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat als insoweit unabhängig anzusehen sind: Frau Aschendorf, Herr Lohmann, Herr Dr. Jung, Herr Steiner und Frau Titzrath. Herr Dr. Schipporeit und Herr Dr. Lindner erfüllen entsprechend dem DCGK ebenfalls die Kriterien der Unabhängigkeit weitestgehend, sind jedoch dem Gremium aufgrund ihrer erstmaligen Bestellung jeweils zum 27. Juni 2003 bereits länger als zwölf Jahre zugehörig.

Angaben zu Zielgrößen gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG; gesetzliche Quote für den Vorstand gemäß § 76 Abs. 3a AktG und für den Aufsichtsrat gemäß § 96 Abs. 2 AktG

Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit mindestens 30 % vorgegeben. Der Aufsichtsrat der Talanx AG verfügt sowohl in seiner Gesamtheit als auch getrennt nach Vertretern der Arbeitnehmer und Vertretern der Anteilseigner jeweils über einen Frauenanteil von mehr als 30 %.

Der Aufsichtsrat hatte festgelegt, dass in dem Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2022 die Bestellung mindestens einer Frau zum Mitglied des Vorstands angestrebt wird. Dieses Ziel wurde mit der Bestellung von Frau Caroline Schlienkamp zum Mitglied des Vorstands der Talanx AG mit Wirkung ab dem 1. Mai 2022 erreicht. Zugleich wird damit auch der geschlechterspezifischen Mindestbeteiligungsquote für den Vorstand gemäß § 76 Abs. 3a AktG entsprochen. Die neue Zielgröße für den Anteil von Frauen im Vorstand ist auf mindestens 14 % (mindestens eins von sieben Mitgliedern) und die Frist zur Erreichung dieser Zielgröße auf den 30. Juni 2027 festgelegt worden.

Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands galt in der Zeit bis zum 30. Juni 2022 eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 30 %. Aufgrund einer internen Reorganisation ging der weit überwiegende Teil der inländischen Mitarbeiter inklusive der Führungskräfte zum 1. März 2022 von der Talanx AG auf die HDI AG über. In der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands verblieb eine Führungskraft, sie ist männlich. In der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands lag der Frauenanteil nach der Reorganisation bei 25 %. Die im Jahr 2017 festgelegten Zielgrößen sind damit nicht erreicht worden. Der Vorstand hat für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2027 den Status quo als neue Zielgröße für den Frauenanteil, d. h. 0 % für die erste Führungsebene und 25 % für die zweite Führungsebene, beschlossen. Die neue Zielgröße von 0 % in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands wird ausschließlich damit begründet, dass diese aus nur einer Person besteht.

Diversitätskonzept - Ziele für die Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie Stand der Umsetzung

Die Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Derzeit sind fünf Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Jeweils eine davon ist Mitglied des Nominierungsausschusses, des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Im Vorstand ist eine Frau vertreten.

Bei der Besetzung des Aufsichtsrats wird darauf geachtet, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Zusätzlich zu den aufsichtsrechtlich geforderten Fachkompetenzen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Rechnungslegung werden die Themen Abschlussprüfung, Internationalität, Personal, Risikomanagement, IT/​Digitalisierung, Compliance und Nachhaltigkeit berücksichtigt. Daneben werden die mit Inkrafttreten des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes (FISG) zum 1. Juli 2021 erweiterten Sachkundeanforderungen für Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigt. Geachtet wird insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx wird darauf geachtet, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/​CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten.

Auf Basis der Ziele für seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat der Talanx AG folgende Übersicht über seine Qualifikationen erstellt:

ÜBERSICHT ÜBER DIE QUALIFIKATIONEN DER MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS DER TALANX AG

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Herbert Haas 1, 2 Ralf Rieger Dr. Thomas Lindner Antonia Aschendorf Benita Bierstedt
Zugehörigkeitsdauer Mitglied seit 2018 2006 2003 2011 2019
Persönliche Eignung  
Diversität Geschlecht männlich männlich männlich weiblich weiblich
  Geburtsjahr 1954 1962 1951 1963 1963
  Staatsangehörigkeit Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch
  Qualifikation Dipl.- Kaufmann Versicherungskaufmann Dipl.- Kaufmann Juristin Dipl.- Geographin
Sachkunde /​ Kapitalanlage
Fachliche Eignung 4 Versicherungstechnik
  Rechnungslegung/​ Abschlussprüfung
  Internationalität
  Compliance
  Risikomanagement
  Personal
  IT/​Digitalisierung
  Nachhaltigkeit/​ESG
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Rainer-Karl Bock-Wehr Sebastian Gascard
Zugehörigkeitsdauer Mitglied seit 2019 2019
Persönliche Eignung  
Diversität Geschlecht männlich männlich
  Geburtsjahr 1960 1964
  Staatsangehörigkeit Deutsch Deutsch
  Qualifikation Jurist Jurist/​ Bankkaufmann
Sachkunde /​ Kapitalanlage
Fachliche Eignung 4 Versicherungstechnik
  Rechnungslegung/​ Abschlussprüfung
  Internationalität
  Compliance
  Risikomanagement
  Personal
  IT/​Digitalisierung
  Nachhaltigkeit/​ESG
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Jutta Hammer Dr. Hermann Jung 1, 2 Dirk Lohmann
Zugehörigkeitsdauer 2011 2013 2013
Persönliche Eignung
Diversität weiblich männlich männlich
  1968 1955 1958
  Deutsch Deutsch Deutsch/​ Schweizerisch
  Versicherungskauffrau Dipl.- Wirtschaftsingenieur Dipl.- Kaufmann/​ Politik- und Volkswirt
Sachkunde /​
Fachliche Eignung 4
 
 
 
 
 
 
 
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Christoph Meister Jutta Mück Dr. Erhard Schipporeit 1, 2 Prof. Dr. Jens Schubert 3 Norbert Steiner 3
Zugehörigkeitsdauer Mitglied seit 2014 2009 2003 2014 2013
Persönliche Eignung  
Diversität Geschlecht männlich weiblich männlich männlich männlich
  Geburtsjahr 1965 1962 1949 1969 1954
  Staatsangehörigkeit Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch
  Qualifikation Jurist Versicherungsfachwirtin Dipl.- Kaufmann Jurist Jurist
Sachkunde /​ Kapitalanlage
Fachliche Eignung 4 Versicherungstechnik
  Rechnungslegung/​ Abschlussprüfung
  Internationalität
  Compliance
  Risikomanagement
  Personal
  IT/​Digitalisierung
  Nachhaltigkeit/​ESG
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Angela Titzrath
Zugehörigkeitsdauer Mitglied seit 2018
Persönliche Eignung  
Diversität Geschlecht weiblich
  Geburtsjahr 1966
  Staatsangehörigkeit Deutsch
  Qualifikation Dipl.-Ökonomin
Sachkunde /​ Kapitalanlage
Fachliche Eignung 4 Versicherungstechnik
  Rechnungslegung/​Abschlussprüfung
  Internationalität
  Compliance
  Risikomanagement
  Personal
  IT/​Digitalisierung
  Nachhaltigkeit/​ESG

1 Verfügt gemäß § 100 Abs. 5 AktG über Sachverstand auf dem Gebiet Abschlussprüfung ("Financial Expert")
2 Verfügt gemäß § 100 Abs. 5 AktG über Sachverstand auf dem Gebiet Rechnungslegung ("Financial Expert")
3 Experte auf dem Gebiet ESG (Environmental, Social, Governance)
4 Bewertung anhand Selbsteinschätzung

Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17, erläutert. Hierunter finden sich auch Ausführungen zu der Ausgabe junger Aktien im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms.

Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen

In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen von Aktien.

Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., HDI-Platz 1, 30659 Hannover, hält knapp 79 % der Stimmrechte der Gesellschaft.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Art der Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmerbeteiligung am Kapital

Es sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Abs. 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt.

Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt.

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens drei Jahren erstbestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Abs. 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Abs. 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu.

Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsgesellschaft geeignet sind (§ 24 Abs. 1 Satz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Abs. 3 i. V. m. § 293 Abs. 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 i. V. m. § 293 Abs. 1 VAG).

Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Abs. 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 179 Abs. 2 AktG). Gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG i. V. m. § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Mai 2022 den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 4. Mai 2027, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben.

In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2027 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 750 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 93.750.000,00 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital I). In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2027 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/​oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/​oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 62.500.000,00 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Abs. 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Abs. 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 4. Mai 2027 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.874.068,25 EUR, gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien können davon 2.186.486,25 EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.

Wesentliche Vereinbarungen der Talanx AG mit Change-of-Control-Klauseln

Nach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt.

Die Vertriebsvereinbarung mit der Deutschen Bank AG, der norisbank GmbH und den Postbank-Vertriebstöchtern vom 26. November 2020 enthält eine Klausel, die den Bankpartnern ein Kündigungsrecht einräumt, sofern eine der HDI Parteien einem Change of Control unterliegt und die Vertragsverpflichtungen als Versicherer nicht auf eine andere HDI Gesellschaft übertragen wurden. Gleichzeitig räumt der Vertrag HDI ein Kündigungsrecht ein im Falle eines Change of Control aufseiten des Bankpartners. Dabei wird als Change of Control der direkte oder indirekte Kontrollerwerb an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen definiert.

Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht.

Nachtragsbericht

Ereignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 248, beschrieben.

Risikobericht

Risikostrategie

Die Risikostrategie leitet sich aus der Konzernstrategie ab und ist somit unmittelbar mit ihr verwoben. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, unter Einhaltung eines Risikobudgets eine strategisch vorgegebene Risikoposition sicherzustellen. Diese bestimmt sich wie folgt:

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Die wirtschaftliche Kapitalbasis entspricht mindestens einem aggregierten theoretischen 3.000-Jahres-Schock (Ruinwahrscheinlichkeit). Die Kapitaladäquanzquote erreicht im Kapitalmodell von Standard & Poor's (S&P) die Kategorie AA.

Die Bewertung der Kapitalanlagerisiken der Gruppe entspricht höchstens 50 % des Gesamtrisikokapitalbedarfs.

Ferner berücksichtigt die Risikostrategie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse. Sie wird jährlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert.

Talanx Enterprise Risk Model (TERM)

TERM ist als internes Modell für das Management des Risikokerns, d. h. des Talanx Konzerns, konzipiert. Für regulatorische Zwecke haben wir unser Modell um die Ebene des HDI V. a. G. erweitert. Die Modellierung deckt auf Gruppenebene alle Risikokategorien ab.

Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein. Mit einer Ausnahme: Die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt.

Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2022 liegen noch nicht vor. Für die angestrebte regulatorische Solvenzquote - vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen - hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2023 im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage zum 31. Dezember 2022. Wir gehen davon aus, die selbst gesetzten Grenzen einzuhalten.

Geschäftsorganisation

Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sehen vor, dass die Gruppe und alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die ein solides und vorsichtiges Management des Geschäfts sicherstellt. Auf Basis dieser Anforderungen wurden gruppenweit vier Schlüsselfunktionen etabliert:

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Unabhängige Risikocontrollingfunktion (Risikomanagementfunktion)

Compliance-Funktion

Revisionsfunktion

Versicherungsmathematische Funktion

Die Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie die Berichtspflichten für die einzelnen Schlüsselfunktionen hat der Vorstand in einem Grundsatzpapier dokumentiert. Darin ist auch festgehalten, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Funktionsträger unterstehen im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben ausschließlich den - nicht fachlichen -Weisungen des Vorstands. Sie verfügen über alle erforderlichen Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand.

Die Inhaber einer Schlüsselfunktion unterliegen (ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat) speziellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation und persönliche Merkmale.

Risikomanagement-System

Struktur des Risikomanagement-Systems

Das Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Identifikation, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen dar. Die Gruppe führt ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-Riskmanagement-Systems. Die Ausgestaltung und die Struktur des Systems lehnen sich an die ISO-Norm 31000 zum Risikomanagement an.

Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Risikobudget sowie ein Limit- und Schwellenwertsystem ab. Dieses ist geeignet, die Risiken im Konzern sowohl auf Basis der Einzelrisiken als auch aggregiert zu beurteilen. Dies schließt die Risiken der Beteiligungen ein.

Das Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstands widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Es berücksichtigt auch die Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche.

Zur Sicherstellung einer konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems bindet die Risikomanagementfunktion der Gruppe die Risikomanagement-Einheiten der Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften mithilfe verbindlicher Konzernrichtlinien sowie über die Mitarbeit in relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen unmittelbar in die Risikomanagement-Aktivitäten ein.

Die nachstehende Tabelle beschreibt die Aufgaben der wesentlichen Gremien bzw. Verantwortlichen im Risikomanagement-Prozess:

RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM

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Verantwortliche und Organisationseinheiten Wesentliche Rollen im Risikomanagement-System
Aufsichtsrat ■ Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u. a. auch im Hinblick auf die Risikostrategie und das Risikomanagement
Vorstand ■ Gesamtverantwortung für das Risikomanagement
  ■ Festlegung der Risikostrategie inkl. Limit- und Schwellenwerten
  ■ Verantwortlich für Funktionsfähigkeit des Risikomanagements
  ■ Freigabe von Modelländerungen
  ■ Freigabe wesentlicher Konzernrichtlinien
Executive Risk Committee (ERC) ■ Steuerung, Koordination und Priorisierung konzernweiter risikorelevanter Themen
  ■ Limitanpassungen innerhalb fester Wesentlichkeitsgrenzen
  ■ Genehmigung von Richtlinien und anderen Rahmenbedingungen in Übereinstimmung mit den Konzern-Rahmenbedingungen für die Governance des internen Modells des Konzerns, soweit sie eine Genehmigung des Vorstands in seiner Gesamtheit nicht erfordern
  ■ Segmentübergreifende Vorbefassung mit Themen, die gesamtvorstandspflichtig sind
  ■ Kritische Beobachtung und Analyse der Risikoposition des Gesamtkonzerns unter besonderer Beachtung des vom Vorstand verabschiedeten Risikobudgets sowie der Risikostrategie
  ■ Überwachung der Steuerungsmaßnahmen im Konzern im Hinblick auf existenzgefährdende Risiken
Chief Risk Officer (CRO) ■ Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (systematische Identifikation und Bewertung, Kontrolle/​Überwachung und Berichterstattung) aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken
  ■ Einbeziehung des CRO in wesentliche Entscheidungen des Vorstandes
Zentrales Risikomanagement der Gruppe ■ Konzernübergreifende Risikoüberwachungsfunktion
  ■ Methodenkompetenz, u. a. für die
  ■ Entwicklung von Prozessen/​Verfahren zur Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -analyse
  ■ Risikolimitierung und -berichterstattung
  ■ Übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals
  ■ Validierung des Gruppenmodells
Dezentrales Risikomanagement ■ Risikoüberwachungsfunktion in den Geschäftsbereichen
  ■ Beachtung der zentral definierten Richtlinien, Methoden und Verfahren sowie Limitsysteme und Schwellenwerte, die als Rahmen für die dezentrale Umsetzung, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Überwachung und Berichterstattung dienen

Der Gruppen-CRO (Chief Risk Officer) ist Mitglied des Vorstands der HDI AG.

Wesentliche Aspekte zur Ausgestaltung des Risikomanagements werden für die Gruppe über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Durch jährliche Überprüfungen der Leitlinien gewährleisten wir die Aktualität unseres Risikomanagement-Systems. Dem Prinzip "zentrale strategische Steuerung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung" folgend, wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften konkretisiert.

Risikomanagement-Prozess und Kommunikation

Wir identifizieren die Risiken, denen unsere Gruppe ausgesetzt ist, über Kennzahlen- und Risikoerhebungen. Qualitative Risiken erfassen wir systematisch mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems. Für geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, binden wir die jeweils zuständigen Experten aus den Bereichen ein. Produktbezogene Risiken ermitteln wir bereits frühzeitig im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses.

Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist wesentlich für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten.

Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Darüber hinaus setzen wir zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien eine Reihe von weiteren Modellen ein. Hier sind die Modellläufe im Regelfall häufiger und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente.

Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Entsprechend unserer Risikomanagement-Philosophie bestimmen und berücksichtigen wir die der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten.

Risikoberichterstattung

Ziel der Risikoberichterstattung ist es, Vorstand und Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen.

Wichtige Bestandteile der Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht, der aufsichtliche Bericht sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Darüber hinaus pflegen wir eine Reihe von kurzfristigen Berichtsformaten, die eine zeitnahe Betrachtung der Risikoentwicklungen ermöglichen.

Inhalte und Erscheinungshäufigkeit sind über Richtlinien fixiert. Die Dokumentation wie auch der Berichtsprozess werden durch die Revision bzw. die Aufsicht regelmäßig geprüft.

Wesentliche externe Einflüsse auf das Risikomanagement

Im Jahr 2022 waren insbesondere die nachfolgend beschriebenen externen Faktoren von besonderer Bedeutung für das Risikomanagement.

Geopolitisch wurden insbesondere der anhaltende Krieg in der Ukraine, die über weite Strecken des Jahres strenge Covid-19-Politik in China und die Spannungen in der Meerenge von Taiwan beobachtet. Im besonderen Fokus stand der anhaltende Krieg in der Ukraine und eine damit verbundene mögliche weitere Eskalation zwischen Russland und der EU bzw. den USA. Weitere Sanktionen gegen Russland oder gegen mit Russland kooperierende Staaten können sich auf den Welthandel und die Finanzmärkte auswirken. Diese weisen infolge hoher Unsicherheit eine größere Volatilität auf. Im Zusammenspiel mit anderen Faktoren konnten in den vergangenen Monaten ein niedrigeres Wirtschaftswachstum, eine deutlich erhöhte Inflation und steigende Zinsen beobachtet werden. Inflationserhöhend wirkten sich dabei zeitweise stark erhöhte Energiepreise aus.

Grundsätzlich ergeben sich für uns Risiken aus dem Krieg in der Ukraine. Resultierende wirtschaftliche Verwerfungen können unsere Kunden, unsere Tochtergesellschaften sowie die Gruppe belasten. Jedoch gehen wir davon aus, dass die Ausstrahleffekte auf die Kapitalmärkte im Jahr 2023 weiter abnehmen werden, sollte es nicht zu einer weiteren Eskalation des Konflikts kommen. Bei Ausbleiben unerwarteter Szenarien wie z. B. einer Gasmangellage erwarten wir für 2023 eine rückläufige Volatilität an den Finanzmärkten. Die direkte Exponierung in den Krisengebieten ist sowohl versicherungstechnisch als auch kapitalanlageseitig eher moderat. Risiken können sich insbesondere aus unabsehbaren Folgewirkungen ergeben.

Die Auswirkung auf das versicherungstechnische Risiko hängt stark von der makroökonomischen Entwicklung und der weiteren Geschäftsentwicklung ab. Es kann beispielsweise zu Prämienrückgängen und zu Schäden aus Cyberangriffen oder Betriebsunterbrechungen im Zusammenhang mit Supply-Chain-Risiken kommen.

Unser konzernweites Risikomanagement beruht auf vorausschauender Analyse; im Rahmen dessen werden regelmäßig diverse Szenarien untersucht, darunter auch Verschärfungen geopolitischer Konflikte und unsere möglichen Reaktionen auf derartige Entwicklungen. Dies schließt auch Analysen zu resultierenden Änderungen der Cyber-Bedrohungslage ein. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gab es verstärkte Cyberaktivitäten gegen Konfliktparteien sowie deren Verbündete und entsprechende kritische Infrastruktur. Mögliche Auswirkungen auf die von uns betriebene IT wurden überwacht.

In Bezug auf die Reservierung der Schäden und die unterliegenden Annahmen erhöhen sich die Unsicherheiten aus dem Bekanntwerden weiterer Schäden im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, der Höhe und Auszahlungsdauer der eingetretenen (bekannten und unbekannten) Schäden sowie die Kosten der Regulierung dieser Schäden. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Status in Russland verbliebener Leasingflugzeuge bestehen weiterhin Rechtsunsicherheiten. Für mögliche Schadenbelastungen aus dem Krieg in der Ukraine wurden Rückstellungen in Höhe von 367 Mio. EUR gebildet. Schadenbelastungen unterliegen hohen Unsicherheiten, da sie vom weiteren Verlauf des Krieges und vom Ausgang gerichtlicher Entscheidungen in den kommenden Jahren abhängen.

Weitere Unsicherheitsfaktoren im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, der Energie- und Rohstoffversorgung und dem wachsenden Protektionismus, welcher der bisherigen Globalisierungsentwicklung und ihren Handelsströmen entgegensteht, führen dazu, dass die hohe Inflation ein prägendes Thema bleibt. Dabei ist der allgemeine Anstieg der Konsumentenpreise von der für die Reservierung relevanten Schaden- und Kosteninflation zu differenzieren. Das erschwert die Feststellung der Folgewirkungen. Interne Sensitivitätsanalysen auf Basis makroökonomischer Szenarien zeigen, dass die gebuchten Reserven derzeit ausreichen, die Inflationsentwicklung zu kompensieren. Inflationstreiber werden von uns im gesamten Geschäftsablauf überwacht und u. a. durch Berücksichtigung in der Prämienkalkulation, durch Indexklauseln und Staffelprovisionen reduziert. Zudem sichern wir Inflationsrisiken teilweise über inflationsindizierte Wertpapiere ab.

Im Berichtszeitraum entwickelten sich unsere Kapitalanlagen trotz zahlreicher geo- und wirtschaftspolitischer Herausforderungen insgesamt sehr zufriedenstellend. Dabei wirkte sich eine insgesamt konservative Positionierung positiv aus.

Die Geldpolitik der Notenbanken, der Anstieg der Inflation und die Ausweitung der Staatsverschuldung führten im Laufe des Jahres 2022 zu einem deutlichen Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus. Dieser Anstieg wirkte sich negativ auf die Bewertungsreserven der Kapitalanlage aus. Dieser Effekt ist für den Talanx Konzern jedoch aus einer Asset-Liability-Perspektive zu betrachten. Zudem wirken sich die höheren Zinsen deutlich positiv auf die Neu- und Wiederanlage aus.

Im Bereich der Anleihen von Entwicklungsländern und Emittenten mit geringeren Bonitäten waren im Laufe des Jahres 2022 zeitweilig deutliche Anstiege der Risikoaufschläge zu beobachten. Einer dadurch verursachten Reduzierung der Bewertungsreserven unserer festverzinslichen Wertpapiere wirkten hohe Fremdwährungsanteile und das Erstarken einiger Währungen - insbesondere des US-Dollars - gegenüber dem Euro kompensierend entgegen.

Naturkatastrophenereignisse im Jahr 2022 in verschiedenen Regionen der Welt (Europa, Australien, USA) hatten Auswirkungen auf die Gruppe. Im Berichtsjahr sind das Starkregen- und Überschwemmungsereignis im Februar bis März in Australien, der Hurrikan "Ian" in den USA und der Wintersturm "Ylenia/​Zeynep" in Zentraleuropa bemerkenswert.

Naturkatastrophen sind untrennbar im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu sehen. Die damit verbundenen Auswirkungen stellen eine große Herausforderung für das Risikomanagement dar. Zum Modellieren von Katastrophenauswirkungen nutzen wir sowohl externe als auch interne Risikomodelle. Die Überwachung der Risiken, die aus Naturgefahren resultieren, wird durch Stresstests, Szenario- und Sensitivitätsanalysen vervollständigt. Weitere Einzelheiten sind in der "nichtfinanziellen Erklärung" (NFE) zu finden.

Aktuell scheinen die Risiken im Zusammenhang mit Covid-19 beherrschbar. Der hybride Geschäftsbetrieb an unseren Standorten im Wechsel mit Arbeit der Belegschaft von zu Hause als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie funktioniert weiterhin reibungslos. Gleichwohl bestehen Deckungen für Kreditversicherung, Lebensversicherung sowie Kranken- und Unfallversicherung weiterhin, sodass die zukünftige Schadenlast vom weiteren Verlauf der Pandemie und von den einzelstaatlichen Gegenmaßnahmen abhängt und damit weiterhin Unsicherheit besteht. Wir beobachten die Entwicklung unseres Sterblichkeitsgeschäfts (insbesondere in den USA) sowie unseres weltweiten Morbiditätsgeschäfts, insbesondere auch mit Blick auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, fortlaufend. In der Schadenrückversicherung verzeichneten wir in der Sparte Unfall- und Krankenversicherung unseres Portfolios in Asien deutliche Belastungen durch Covid-19 im Geschäftsjahr 2022. Es ist zu erwarten, dass die Belastungen aus der Covid-19-Pandemie im Jahr 2023 in den meisten Märkten weiter zurückgehen werden. Die aktuell dynamische Entwicklung in China beobachten wir engmaschig.

Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung durch notleidende Kredite aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Einige Problembanken wurden abgewickelt bzw. übernommen. Folglich können Abschreibungen von Forderungen auf den Zeitwert notwendig werden.

Auch die Entwicklungen im regulatorischen Umfeld sind äußerst dynamisch. Aus Sicht des Konzerns wird in diesem Zusammenhang vor allem die Überprüfung der Solvency-2-Richtlinie durch die Europäische Kommission verfolgt. Bei dieser Überprüfung ist die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA involviert. Diese veröffentlichte ihre Stellungnahme im Dezember 2020. Im September 2021 veröffentlichte die Europäische Kommission Legislativvorschläge für Änderungen an der Solvency-2-Richtlinie. Diese sehen u. a. neue makroprudenzielle Aufsichtsbefugnisse sowie Änderungen der Zinskurven und Anpassungen bei der Berechnung der Risikomarge vor. Zusätzlich hat die EIOPA umfangreiche Änderungen für die Berichterstattung der Versicherungsunternehmen vorgeschlagen. Derzeit laufen die zugehörigen parlamentarischen Beratungen, und es wurden Kompromissentwürfe zu zentralen Fragen vorgelegt. Es wird erwartet, dass die Aushandlung der endgültigen Änderungen an Solvency 2 im zweiten Quartal 2023 beginnt und die endgültige Umsetzung im Jahr 2025 sein wird.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) betrachten wir als integralen Bestandteil der Unternehmensführung. Es stellt eine Zusammenfassung aller prozessintegrierten und prozessunabhängigen Überwachungsmaßnahmen (interne Kontrollen und organisierte Sicherungsmaßnahmen) dar, die sicherstellen, dass die Organisation und die Prozesse einwandfrei funktionieren. Es wird auf allen Ebenen der Gruppe ausgeübt und fokussiert auf Prozessrisiken und die zu deren Überwachung eingerichteten Kontrollen. Basis für ein gruppenweites konsistentes IKS ist dabei eine Konzernrahmenrichtlinie.

Um die nachhaltige Einhaltung aller relevanten gesetzlichen, regulatorischen und selbst gesetzten Regeln sicherzustellen, führt die Compliance-Funktion entsprechende Überwachungs-, Frühwarn-, Risikokontroll- und Beratungsmaßnahmen durch, die im Compliance-Plan festgehalten sind. Durch die definierten Schnittstellen der Compliance-Funktion zu Group Auditing, Fachabteilungen mit Verantwortung für erweiterte Compliance-Themen, ausländischen Compliance Verantwortlichen sowie den anderen drei Schlüsselfunktionen ist der relevante Informationsaustausch gewährleistet.

Wirksamkeit des Risikomanagements und des IKS 1

Die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS und des Risikomanagements werden laufend sichergestellt, beispielsweise über eine Vielzahl von Qualitätssicherungsmaßnahmen oder die Revisionsfunktion. Das gesamte Governance- und Risikomanagement-System ist funktionsfähig, angemessen und wird auf hohem Niveau kontinuierlich weiterentwickelt. Wir sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern.

Rechnungslegungsbezogenes internes
Kontroll- und Risikomanagement-System

Die zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:

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Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Verantwortungsbereiche sind klar voneinander getrennt (Funktionstrennung).

Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch Maßnahmen im IT-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Soweit möglich, kommt für die relevanten Systeme Standardschutzsoftware zum Einsatz.

Die Prozesse, Kontrollen, Arbeitsanweisungen und Richtlinien des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems sind in einer übergreifenden IKS-Dokumentation dargestellt und werden anlassbezogen und mindestens einmal jährlich auf Angemessenheit und Anpassungserfordernisse hin überprüft.

Die Finanzberichterstattung muss den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS entsprechen. Zur Einhaltung der IFRS haben wir im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherstellen. Risiken aus dem Konzernrechnungslegungsprozess werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert, bewertet und fließen in den Risikomanagement-Prozess des Konzerns ein.

Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben halten wir in einem Bilanzierungshandbuch fest. Das Handbuch, das konzernweit eine einheitliche und korrekte Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards gewährleistet, wird regelmäßig aktualisiert bzw. an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Das Konzernrechnungswesen stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher.

Für die Erstellung des Konzernabschlusses verwenden wir ein IT-Tool mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln. Konzerninterne Transaktionen werden im Rahmen eines vorgeschalteten Abstimmprozesses überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Schriftliche Anweisungen gewährleisten dabei ein sachgerechtes Vorgehen. Ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen stellt unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen die Einhaltung des Vieraugenprinzips sicher.

Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Package-Prüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird.

1 Bei diesem Unterkapitel handelt es sich um ungeprüfte Informationen

Risikoprofil

Maßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungsstandard DRS 20. Er ist die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken:

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Versicherungstechnische Risiken

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Risiken aus Kapitalanlagen

Operationelle Risiken

Andere wesentliche Risiken

Das Risikomanagement beschäftigt sich auch gezielt mit Nachhaltigkeitsrisiken. Diese Risiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Gesellschaft haben kann. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene Risikokategorie dar und können sich grundsätzlich auf alle von uns analysierten Risikokategorien auswirken. Sie können sämtliche Bereiche unserer unternehmerischen Tätigkeit in Form von physischen Risiken sowie Transitionsrisiken im Zusammenhang mit Umstellungsprozessen berühren.

Versicherungstechnische Risiken

Das versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können etwa Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) sein.

Versicherungstechnische Risiken der Schaden/​Unfallversicherung

Reserverisiken

Das Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Gründe dafür können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Das Reserverisiko berücksichtigt Schadenereignisse vor dem Bilanzstichtag.

Die Angemessenheit der Reserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden wird üblicherweise auch mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 24,3 (26,5) Jahren.

Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva", Anmerkung 21). Unsere aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve lassen wir zur Qualitätssicherung jährlich durch externe Aktuariats- und Beratungsgesellschaften zusätzlich prüfen.

Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat beispielsweise unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Wertpapiere im Bestand, deren Coupon- und Rückzahlungen inflationsabhängig sind. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Die genannten Finanzinstrumente tragen zu einem teilweisen Schutz dieser Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken bei. Weitere Angaben können dem Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva", Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" entnommen werden.

Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, wird zudem die Auswirkung der zukünftig erwarteten Inflation auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert.

Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/​Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 1.098 (859) Mio. EUR mindern.

Prämienrisiken

Das Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen der Versicherungsverbindlichkeiten. Diese ergeben sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Hier können sich auch unerwartete Schäden aus dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie auswirken.

Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken verweisen wir auf Anmerkung 21 im Konzernanhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Abschnitt "Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft" angegeben.

Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir u. a. durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Diese zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt.

SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER SCHADEN/​UNFALLVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN

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In % 2022 2021 2020 2019 2018 2017
Industrieversicherung 55,6 48,1 47,9 50,2 58,6 55,2
Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/​Unfall 89,6 85,8 88,3 95,0 94,5 94,6
Privat- und Firmenversicherung International 86,3 86,3 87,9 88,7 89,3 89,0
Schaden-Rückversicherung 90,6 90,1 90,3 90,3 90,7 89,7
Konzernfunktionen 1 22,3 25,0 34,6 68,3 n/​a n/​a
Gesamt Schaden/​Unfallversicherung 80,6 77,9 78,9 81,0 83,9 82,4
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In % 2016 2015 2014 2013
Industrieversicherung 53,4 51,8 50,9 44,5
Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/​Unfall 95,4 95,6 95,6 94,9
Privat- und Firmenversicherung International 87,9 87,3 88,9 88,5
Schaden-Rückversicherung 88,5 89,3 90,6 89,9
Konzernfunktionen 1 n/​a n/​a n/​a n/​a
Gesamt Schaden/​Unfallversicherung 80,7 80,7 81,0 79,3

1 Infolge des Erwerbs der Rückversicherungslizenz im Geschäftsjahr 2019 hat die Talanx AG für das Geschäftsjahr 2020 signifikantes Geschäft gezeichnet. Aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit in den Perioden davor wird von einer Angabe abgesehen

SCHADENQUOTE FÜR EIGENE RECHNUNG NACH SEGMENTEN

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In % 2022 2021 2020 2019 2018 2017
Industrieversicherung 77,0 80,9 84,4 79,9 87,3 85,7
Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/​Unfall 64,6 65,2 61,9 61,0 63,4 64,6
Privat- und Firmenversicherung International 67,7 64,5 64,7 65,8 65,8 66,2
Schaden-Rückversicherung 72,0 69,3 72,8 69,0 67,0 71,2
Konzernfunktionen 1 60,4 74,6 110,6 105,1 n/​a n/​a
Gesamt Schaden/​Unfallversicherung 71,6 70,1 72,9 69,5 69,5 71,9
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In % 2016 2015 2014 2013
Industrieversicherung 74,9 76,5 81,2 81,8
Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/​Unfall 66,7 64,2 74,1 67,0
Privat- und Firmenversicherung International 65,4 64,9 65,3 66,3
Schaden-Rückversicherung 66,7 69,3 68,9 70,3
Konzernfunktionen 1 n/​a n/​a n/​a n/​a
Gesamt Schaden/​Unfallversicherung 67,8 69,1 70,8 70,8

1 Infolge des Erwerbs der Rückversicherungslizenz im Geschäftsjahr 2019 hat die Talanx AG für das Geschäftsjahr 2020 signifikantes Geschäft gezeichnet. Aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit in den Perioden davor wird von einer Angabe abgesehen

Im Segment Industrieversicherung ist die Schadenquote infolge erfolgreicher Portfoliomaßnahmen und profitablen Neugeschäfts um 3,9 Prozentpunkte auf 77,0 % zurückgegangen. Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​ Unfall ist um 0,6 Prozentpunkte auf 64,6 % gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus höheren Abwicklungsergebnissen. Gegenläufig wirkt eine höhere Großschadenbelastung. Die Schadenquote des Segments Privat- und Firmenversicherung International ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozentpunkte auf 67,7 % gestiegen. Der Anstieg ist auf eine höhere Schadenlast und den Inflationsanstieg zurückzuführen. Dem konnten Beitragserhöhungen nur teilweise entgegenwirken. Im Segment Schaden-Rückversicherung hat sich die Schadenquote um 2,7 Prozentpunkte auf 72,0 % erhöht. Dies ist insbesondere in der erhöhten Großschadenlast begründet. Zudem hat die Hannover Rück eine Spätschadenrückstellung in Höhe von 331 Mio. EUR für mögliche Belastungen aus dem Krieg in der Ukraine gebildet. Im Segment Konzernfunktionen waren inflationsbedingte Neubewertungen der Schadenrückstellungen sowie Abwicklungsverluste aus Großschäden bereits durch die bestehenden Schadenrückstellungen gedeckt, wohingegen die Schadenquote im Vorjahr durch Nachreservierungen belastet worden war. Infolgedessen verbesserte sich die Schadenquote um 14,2 Prozentpunkte auf 60,4 %.

Die Verschlechterung der Schadenquote für die Schaden/​Unfallversicherung um 1,5 Prozentpunkte auf 71,6 % resultiert insbesondere aus einer erhöhten Großschadenlast aus Naturkatastrophen sowie aus Großschäden, resultierend aus dem Krieg in der Ukraine. Im Geschäftsjahr übersteigt die Netto-Großschadenbelastung in Höhe von 2.176 (1.745) Mio. EUR das Großschadenbudget um 366 (235) Mio. EUR.

Großschäden sind Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/​Unfallversicherung haben. Nachfolgend werden die Großschäden des Geschäftsjahres differenziert aufgeführt, unterteilt in Naturkatastrophen, sonstige Großschäden und Schäden durch den Krieg in der Ukraine, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/​Kostenquote des Konzerns:

GESCHÄFTSJAHRES-GROSSSCHÄDEN (NETTO) 1

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In Mio. EUR 2022 2021
Großschadenbudget 1.810 1.510
Großschäden (netto) 2.176 1.745
davon Krieg Russland/​Ukraine 367 -
davon Naturkatastrophen 1.529 1.261
davon sonstige Großschäden 280 484
In %
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote der Schaden-Erst- und -Rückversicherung 98,9 97,7
davon Großschäden (netto) 6,8 6,9

1 Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto, für den Anteil des Konzerns

Konzentrationsrisiken

In der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie aus den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen.

Das Naturkatastrophenrisiko behandelt analog zum Prämienrisiko zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Zur Analyse solcher Naturgefahrenereignisse (Extremszenarien und Kumule) wurde ein einheitliches Global Event Set etabliert.

Auf Grundlage der zuletzt ermittelten Werte ergeben sich für die Gruppe in Bezug auf die Auswirkungen auf das Konzernergebnis nachfolgende Kumulszenarien von Naturgefahren:

KUMULSZENARIEN INKLUSIVE ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTER, AUSWIRKUNG AUF DAS KONZERNERGEBNIS 1

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In Mio. EUR 2022 2021
250-Jahres-Schaden USA-Hurrikan -1.257 -1.447
250-Jahres-Schaden USA-Westküste-Erdbeben -934 -977
250-Jahres-Schaden Chile-Erdbeben -720 -723
250-Jahres-Schaden Europa-Wintersturm -665 -710
250-Jahres-Schaden Japan-Erdbeben -622 -704

1 Die tatsächlichen Entwicklungen von Naturgefahren können von den Modellannahmen abweichen. Es handelt sich um vom Abschlussprüfer ungeprüfte Informationen

Darüber hinaus überprüfen wir regelmäßig weitere Kumulszenarien. Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken sichern wir durch individuellen Rückversicherungsschutz ab.

Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken limitieren wir das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene. Bei der Festlegung des Limits wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen.

Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen bilden wir im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ab. Die Netto-Großschadenbelastung im Geschäftsjahr in Höhe von 2.176 (1.745) Mio. EUR beinhaltet insbesondere die Schäden durch Hurrikan "Ian" in den USA mit einem Nettoschaden in Höhe von 386 Mio. EUR, durch den Krieg in der Ukraine mit einem Nettoschaden in Höhe von 367 Mio. EUR und durch die Überschwemmungen im Raum Sydney in Australien mit einem Nettoschaden in Höhe von 319 Mio. EUR.

Die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen gestaltet sich (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) wie folgt:

RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE 1

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In Mio. EUR Brutto Rück Netto 2
31.12.2022      
Deutschland 12.249 1.551 10.698
Großbritannien 6.234 608 5.626
Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 2.928 287 2.641
Übriges Europa 11.957 2.004 9.953
USA 16.545 699 15.847
Übriges Nordamerika 2.388 2.388 -
Lateinamerika 2.322 288 2.034
Asien und Australien 6.728 286 6.442
Afrika 357 17 340
Gesamt 61.710 8.129 53.581
31.12.2021      
Deutschland 11.500 1.369 10.131
Großbritannien 5.562 627 4.935
Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 2.690 236 2.454
Übriges Europa 11.037 1.942 9.095
USA 13.616 607 13.009
Übriges Nordamerika 1.857 1.752 105
Lateinamerika 1.995 251 1.744
Asien und Australien 5.043 300 4.743
Afrika 395 15 380
Gesamt 53.696 7.099 46.597

1 Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
2 Nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen

Die Prämien in der Schaden/​Unfall-Erstversicherung verteilen sich nach Versicherungsarten wie folgt:

PRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN 1

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In Mio. EUR Gebuchte Bruttoprämien Gebuchte Nettoprämien
31.12.2022    
Schaden/​Unfall-Erstversicherung    
Kraftfahrtversicherung 5.077 4.701
Sachversicherung 5.855 2.515
Haftpflichtversicherung 3.731 2.594
Unfallversicherung 431 346
Transport 982 629
Sonstige Schaden/​Unfallversicherung 1.214 720
Schaden-Rückversicherung 24.242 21.961
Gesamt 41.533 33.466
31.12.2021    
Schaden/​Unfall-Erstversicherung    
Kraftfahrtversicherung 4.149 3.734
Sachversicherung 5.103 1.955
Haftpflichtversicherung 3.118 1.998
Unfallversicherung 370 290
Transport 866 475
Sonstige Schaden/​Unfallversicherung 945 528
Schaden-Rückversicherung 19.224 17.323
Gesamt 33.776 26.304

Versicherungstechnische Risiken der Lebensversicherung

Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige biometrische und/​oder kapitalanlagebezogene Leistungsgarantien beinhalten. Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter im Verlauf der Zeit ändern. Dies gilt auch für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt "operationelle Risiken" diskutiert werden.

Der Grad des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Sie zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt:

1 Vor Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

SELBSTBEHALTSQUOTE IN DER PERSONENVERSICHERUNG NACH SEGMENTEN

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In % 2022 2021 2020 2019 2018 2017
Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben 89,4 94,1 93,9 93,9 93,6 95,2
Privat- und Firmenversicherung International 99,5 99,3 99,2 98,9 98,8 98,5
Personen-Rückversicherung 88,5 88,2 89,8 89,5 90,7 91,7
Gesamt Personenversicherung 89,9 91,2 92,1 92,1 92,6 93,6
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In % 2016 2015 2014 2013
Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben 95,4 95,8 95,2 93,9
Privat- und Firmenversicherung International 98,5 97,2 98,0 95,8
Personen-Rückversicherung 90,4 84,2 83,9 87,7
Gesamt Personenversicherung 92,9 89,1 89,6 90,9

Biometrische Risiken und Stornorisiken in der Leben-Erstversicherung

Biometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erfordern. Abweichungen von den Rechnungsgrundlagen können auch durch globale Trends beeinflusst werden. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft.

Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten die Risikosituation verändern. In Deutschland gehen wir gegenwärtig nicht davon aus, dass sich die Sterblichkeit mittelfristig coronabedingt erhöhen wird.

Bei Rentenversicherungen kann sich eine Veränderung der Risikosituation vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie aus überraschenden medizinischen Innovationen ergeben. Diese Faktoren erhöhen die Lebenserwartung und führen dazu, dass die Versicherten in der Gesamtheit länger Leistungen beziehen als kalkuliert.

Bei der Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen zugrunde gelegt. Ihre Angemessenheit stellen wir durch einen regelmäßigen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten mit den tatsächlich eingetretenen Leistungsfällen sicher. Für Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko rechnen wir adäquate Sicherheitszuschläge ein.

Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, geben wir die sich daraus ergebenden Überschüsse den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weiter. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden.

Über Rückversicherungsverträge sichern wir vor allem biometrische Risiken zusätzlich ab. Damit wir diese Verträge dauerhaft erfüllen können, bilden wir entsprechende Rückstellungen auf Basis einer prognostizierten Entwicklung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare bilden zudem Sicherheitszuschläge, die auch Änderungsrisiken hinreichend berücksichtigen.

Lebensversicherungsverträge bergen auch Stornorisiken: So kann es bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen dazu kommen, dass für die Auszahlung von Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zu ungeplanten Verlusten führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Daneben vergleichen und steuern sie regelmäßig die Laufzeiten auf der Aktiv- und Passivseite.

Des Weiteren kann es bei Stornierungen zu Rückforderungsausfällen gegenüber Versicherungsvermittlern kommen. Daher unterliegt die Auswahl der Vermittler hohen Sorgfaltsanforderungen.

Bei erhöhten Stornierungen kann auch das Kostenrisiko steigen, nämlich dann, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können.

Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands.

Zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken nehmen wir im Rahmen des internen Modells Szenario- und Sensitivitätsanalysen vor. Diese beziehen sich auf die Basiseigenmittel. Die Analysen geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist:

BANDBREITE DER SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, LEBEN-ERSTVERSICHERUNG

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In % 2022 2021
Sterblichkeit/​Morbidität +5 % (ohne Rentengeschäft) -3 bis 0 -3 bis 0
Sterblichkeit -5 % (nur Rentengeschäft) -4 bis 0 -4 bis 0
Stornoquote +10 % -1 bis +2 -2 bis +2
Kosten +10 % -4 bis 0 -5 bis 0

Die Exponiertheit der Lebensversicherer der Gruppe unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. Dabei enthalten die Sensitivitäten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen.

Zinsgarantierisiko unter Beachtung der Risiken aus Kapitalanlagen

Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen unterscheiden wir grundsätzlich zwischen fonds- und indexgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins, wobei Letztere in unserem Versicherungsbestand überwiegen. Während bei fonds- und indexgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer den Kunden bei traditionellen Verträgen eine garantierte Verzinsung auf die Sparanteile der Prämie zu. Bei jüngeren Versicherungsprodukten arbeiten wir mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik), um den steigenden Solvenzkapitalanforderungen entsprechen zu können.

Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,3 (0,3) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2022 liegt nach Berücksichtigung der seit 2018 einer veränderten Berechnungsmethode folgenden Zinszusatzreserve bei 1,4 (1,4) %. Das Zinsgarantierisiko stellt auch das dominierende Konzentrationsrisiko dar.

Insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent abzubilden. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung auf der Aktivseite regelmäßig kürzer ist als diejenige auf der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch).

Per 31. Dezember 2022 beträgt die (effektive) Duration für den Gesamtkonzern für die verzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivaten) 7,1 (8,9) Jahre 1 und die durchschnittliche Restlaufzeit der Brutto-Schadenreserven inklusive der Brutto-Deckungsrückstellungen 8,6 (9,0) Jahre. Bezieht man zusätzlich die erwartete zukünftige Überschussbeteiligung für das Lebensversicherungsgeschäft mit Optionen und Garantien ein, erhöht sich die Duration (Macaulay-Duration) der Verbindlichkeiten auf 11,5 (12,7) Jahre. 2

Durch das in beiden Fällen ausgewiesene Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen. Jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren sind diese nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet, sondern folgen derjenigen Branchenkonvention, wie sie im Solvency-2-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität leicht unterschätzen und die Basiseigenmittel leicht überschätzen.

Die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko bestimmt sich aus den Risiken aus Kapitalanlagen. Diese werden zusammen mit den betreffenden Stresstests und Sensitivitäten in dem Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen" dargestellt.

Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe der für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumina angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss. Dieser ist aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering.

1 Die effektive Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, die enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl, desto höher ist die Zinssensitivität
2 Die hiermit ausgewiesene Kenngröße basiert auf den mit den Bewertungsmodellen berechneten Cashflows der Verbindlichkeiten, bezogen auf den sogenannten Certainty Equivalent Pfad, was der aktuellsten Vorgabe der EIOPA im Rahmen des Stresstests von Versicherern bzw. den Lieferungen im sogenannten Financial Stability Reporting entspricht

Versicherungstechnische Risiken in der Personen-Rückversicherung

Für die Personen-Rückversicherung sind die biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung werden auf Grundlage der Meldungen unserer Zedenten sowie abgesicherter biometrischer Berechnungen festgelegt. Über Qualitätssicherungsmaßnahmen gewährleisten wir, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen genügen.

Das Neugeschäft generiert der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung weltweit gültiger Zeichnungsrichtlinien. Die Richtlinien werden jährlich überarbeitet, sodass sie die Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken angemessen berücksichtigen. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden über spezielle Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem wir die Einhaltung der Zeichnungsrichtlinien überwachen, reduzieren wir das Risiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen vorgenommen.

Wir vertrauen auf die unternehmerischen Fähigkeiten unserer Underwriter und räumen ihnen höchstmögliche Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet.

In der Personen-Rückversicherung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung nur von geringer Risikorelevanz. Das Risikoprofil in der Personen-Rückversicherung wird von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert. Dies liegt daran, dass in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig; die Verträge sind in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen. Daneben spielen Morbiditätsrisiken eine zunehmend wichtige Rolle. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen.

Die Hannover Rück hat im Jahr 2009 ein großes US-amerikanisches Personen-Rückversicherungsportefeuille übernommen. Im Rahmen unseres Bestandsmanagements hatten wir im Jahr 2018 Ratenanpassungen eingeleitet. Die tatsächliche Sterblichkeitserfahrung für das fragliche Portefeuille war im Jahr 2022 in abnehmendem Maße durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit beobachten wir fortlaufend.

Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse gehen wir weiterhin davon aus, dass das US-Mortalitätsgeschäft insgesamt einen positiven Ertragswert aufweist. Sollten weitere Informationen zu der Feststellung führen, dass dies nicht mehr der Fall ist, würde es zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses kommen. Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie beobachten wir fortlaufend.

Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten:

SENSITIVITÄTEN DER VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RISIKEN, GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG

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In % 2022 2021
Sterblichkeit +5 % (ohne Rentengeschäft) -6 bis -4 -8 bis -5
Morbidität +5 % -4 bis -2 -4 bis -2
Sterblichkeit -5 % (nur Rentengeschäft) -3 bis -1 -5 bis -2
Stornoquote +10 % -2 bis 0 -2 bis 0
Kosten +10 % -1 bis 0 -1 bis 0

Derivate, die in Lebensversicherungsverträge eingebettet und nicht getrennt zu bilanzieren sind

Versicherungsprodukte der Leben-Erstversicherung können für den Versicherungsnehmer folgende wesentliche Optionen enthalten:

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Mindestverzinsung/​Garantiezins

Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags

Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung

Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen

Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko.

In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind. (Vgl. auch "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" unter der Anmerkung 13 im Konzernanhang).

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Die Folge bei Eintritt wären Wertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen.

Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden im Regelfall nicht besichert. Die Forderungshöhen sind gering und die Schuldnerschaft diversifiziert, sodass sich hier für den Konzern kein wesentliches finanzielles Risiko ergibt.

Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer.

Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend auf ihre Bonität hin begutachtet. Dazu ziehen wir u. a. Informationen externer Ratingagenturen heran.

Angaben zu ausstehenden Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre finden sich im Konzernanhang unter Anmerkung 14.

Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen beliefen sich auf 10,3 (8,9) Mrd. EUR. Diesem Wert stehen neben Bürgschaften auch - als Depotverbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern ausgewiesene - Bardepots oder andere Gegenpositionen in Höhe von 3,6 (2,5) Mrd. EUR gegenüber.

Gegenüber einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre agieren wir auch als deren aktiver Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der vorgenannten Posten verbleibt ein Betrag in Höhe von 6,7 (6,4) Mrd. EUR.

Es ergibt sich folgende Ratingstruktur:

ANTEILE DER RÜCKVERSICHERER AN DEN VERSICHERUNGSTECHNISCHEN RÜCKSTELLUNGEN NACH RATINGKLASSEN
In %

Innerhalb des unbesicherten Bestands sind 71 (78) % unserer Rückversicherungspartner/​Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden.

Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen -, stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar.

Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Sicherheiten (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Sicherheiten verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich die versicherungstechnischen Rückstellungen in gleichem Maß. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt.

Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf-1.003 (-455) Mio. EUR.

Risiken aus Kapitalanlagen

Das Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite. Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können.

Unsere Kapitalanlagepolitik ist, dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend, an folgenden Zielen ausgerichtet:

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Optimierung der Rendite aus den Kapitalanlagen bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau

permanente Erfüllung der Liquiditätsanforderungen (Zahlungsfähigkeit)

Risikodiversifizierung (Mischung und Streuung)

Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus.

Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivate.

Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht.

Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile ergeben. Sie können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall ausgelöst werden.

Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio der selbst verwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns inklusive Hypothekendarlehen nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss:

PORTFOLIO DES TALANX KONZERNS NACH WÄHRUNGEN, ANLAGEKLASSEN UND RATINGS

Das Portfolio wird von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 77 (76) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar.

Auf Staatsanleihen entfallen 51 (49) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese modellieren wir in TERM - im Gegensatz zur Standardformel - unabhängig von Emittenten und Emissionswährung immer unter Einbezug der Credit-Spread-Risiken.

Trotz unseres eher risikoarmen Portfolios kommt den Marktrisiken angesichts der Höhe des Kapitalanlagebestands eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe zu. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentlich sind hier insbesondere Zinsänderungsrisiken sowie Kreditrisiken einzustufen.

Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst.

Die Überwachung und Steuerung von Marktrisiken erfolgt insbesondere durch unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR). Bei der VaR-Kontrolle werden neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt. Der Berechnung des ALM-VaR legen wir ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde. Das geschätzte Verlustpotenzial wird also innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten.

Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2022 betrug 2.047 (2.732) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,64 (1,96) % der betrachteten Kapitalanlagen. Das im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Marktrisiko ist hauptsächlich auf den signifikanten Zinsanstieg und somit eine Verringerung der Durationslücke zwischen Aktiva und Passiva zurückzuführen.

Daneben kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der kürzere Zeitreihen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen.

Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis und schätzen so das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen ab. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus.

Die nachstehende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen (brutto) zum Bilanzstichtag. Bei den gezeigten Effekten nicht berücksichtigt werden die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Einschluss dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren.

SZENARIEN DER ENTWICKLUNG VON IM KONZERN GEHALTENEN SELBST VERWALTETEN KAPITALANLAGEN ZUM BILANZSTICHTAG

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In Mio. EUR
Portfolio Szenario In der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen 1 Im sonstigen Ergebnis zu erfassen 1 31.12.2022 Bestandsveränderung auf Marktwertbasis 2 31.12.2021 Bestandsveränderung auf Marktwertbasis 2
Aktien 3            
  Aktienkurse +20 % 124 349 473 487
  Aktienkurse +10 % 59 175 234 243
  Aktienkurse -10 % -15 -176 -191 -201
  Aktienkurse -20 % -21 -353 -373 -395
Festverzinsliche Wertpapiere            
  Renditeanstieg +200 BP -158 -9.524 -13.387 -18.704
  Renditeanstieg +100 BP -92 -5.080 -7.157 -10.058
  Renditerückgang -100 BP 130 5.851 8.251 11.989
  Renditerückgang -200 BP 318 12.701 17.926 26.618
Währungssensitive Kapitalanlagen            
  Aufwertung EUR 4 +10 % -4.542 -296 -4.838 -4.806
  gegenüber USD   -2.484 -201 -2.685 -2.745
  gegenüber GBP   -389 -7 -396 -422
  gegenüber PLN   -302 -1 -302 -271
  gegenüber Sonstigen   -1.366 -88 -1.454 -1.369
  Abwertung EUR 4 -10 % 4.542 296 4.838 4.806
  gegenüber USD   2.484 201 2.685 2.745
  gegenüber GBP   389 7 396 422
  gegenüber PLN   302 1 302 271
  gegenüber Sonstigen   1.366 88 1.454 1.369

1 Bruttodarstellung (vor Steuern und Überschussbeteiligung)
2 Inkl. Finanzinstrumente der Kategorien "Darlehen und Forderungen" und "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente"
3 Inkl. Derivatebestände
4 Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro um +/​-10 %, auf Basis der Bilanzwerte

Derivategeschäfte schließt der Konzern ab,

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um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern,

um den späteren Kauf oder Verkauf von Wertpapieren vorzubereiten oder

um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen.

Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente oder strukturierte Produkte, deren Einsatz sehr enge Grenzen gesetzt sind und die durch die Kapitalanlagerichtlinien geregelt werden, entscheiden die Vorstände der Konzerngesellschaften. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte überwachen wir laufend. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente lassen sich Anmerkung 13 im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" des Konzernanhangs entnehmen.

Kreditrisiken

Kreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen darin, dass sich die Bonität von Schuldnern verschlechtert und in Verbindung damit vereinbarte Zahlungen teilweise oder ganz ausfallen. Darüber hinaus kann es zu bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten kommen. Kreditrisiken untergliedern sich im Besonderen in:

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Emittentenrisiko (Ausfallrisiko, Migrationsrisiko)

Kontrahentenrisiko (Wiedereindeckungs- und Erfüllungsrisiko)

Konzentrationsrisiko

Bei der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzelassetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Über Korrelationen werden die Abhängigkeiten der Bonität verschiedener Emittenten abgebildet. Das Korrelations- und Konzentrationsrisiko misst damit Konzentrationen der Kapitalanlage gegenüber einzelnen Emittenten unter Berücksichtigung solcher Bonitätsabhängigkeiten.

Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx Limit- und Schwellenwertsystem bzw. die segment- und gesellschaftsspezifischen Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/​Kontrahenten- und teilweise auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im jeweiligen Portfolio sicherstellen.

Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen. Durch Clearing, Netting- und Sicherheitsvereinbarungen reduzieren wir das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 des Konzernanhangs). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt.

Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert:

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Ausfallwahrscheinlichkeit, abgeleitet aus dem Kompositrating (zweitbestes Rating der verfügbaren Agenturratings von Standard & Poor's, Moody's, Fitch und Scope)

Verlustquote bei Ausfall/​Loss Given Default (LGD), abgeleitet aus dem Grad der Besicherung bzw. der Seniorität einer Emission

Exposure at Default: Es entspricht der erwarteten Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls

Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (CVaR) berechnet. Der CVaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des CVaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte.

Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken.

Per 31. Dezember 2022 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 5.951 (6.794) Mio. EUR bzw. 4,7 (5,0) % der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Dies umfasst auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency 2 hingegen fiktiv als risikofrei angesehen werden.

Der Rückgang des Credit VaR gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Marktwertrückgang der Kapitalanlagen des Konzerns infolge des Zinsanstiegs und einer weiteren Diversifikation das Anlageuniversums, verbunden mit einem selektiven Risikoaufbau in alternativen Assetklassen. Die Investments orientieren sich weiterhin an der konservativen Wiederanlagepolitik in der Kapitalanlage des Konzerns.

Für die Steuerung der Kreditrisiken ist es von großer Bedeutung, einen Überblick über die Implikationen bestimmter Einflüsse auf Ebene des Konzernportfolios sowie auf Ebene einzelner Emittenten zu haben. Nachfolgend werden drei Kreditszenarien dargestellt:

CREDIT-VAR-STRESSTEST

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Ratingherabstufung um eine Stufe 6.910 8.045
  (+16 %) (+18 %)
Ratingherabstufung um zwei Stufen 8.099 9.555
  (+36 %) (+41 %)
Anstieg LGD um zehn Prozentpunkte 6.467 7.482
  (+9 %) (+10 %)

Die Tabelle zeigt die Sensitivität des Credit VaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt.

Innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- beläuft sich das Exposure des Konzerns auf Marktwertbasis auf 5,5 (6,2) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,3 (4,5) %.

EXPONIERUNG IN ANLEIHEN MIT RATING SCHLECHTER ALS A-

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In Mio. EUR Rating 1 Schuldtitel von Staaten Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen Schuldtitel von Finanzinstituten Schuldtitel von Industrieunternehmen Hypothekarisch/​ dinglich gesicherte Schuldverschreibungen
31.12.2022            
Italien BBB 3.478 - 632 456 174
Mexiko BBB 363 - 143 270 -
Brasilien BB- 239 - 45 223 -
Ungarn BBB 393 - 12 15 5
Südafrika BB- 103 - 4 133 -
Portugal BBB 90 - 7 49 -
Türkei B 110 - 9 11 -
Russland SD 3 25 - 1 9 -
Sonstige BBB+   83 - 8 45 -
Sonstige BBB   257 152 96 226 -
Sonstige <BBB   353 128 80 178 -
31.12.2021            
Italien BBB 3.790 - 797 560 295
Mexiko BBB 316 - 160 349 -
Brasilien BB- 191 - 86 214 -
Ungarn BBB 549 - 12 20 5
Südafrika BB- 130 - 1 142 -
Portugal BBB 119 - 11 30 11
Türkei B+ 54 - 20 9 -
Russland 2 BBB 368 8 48 242 -
Sonstige BBB+   96 - 74 84 -
Sonstige BBB   196 80 51 168 -
Sonstige <BBB   350 68 111 271 -
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In Mio. EUR Rating 1 Sonstige Gesamt
31.12.2022      
Italien BBB 1 4.742
Mexiko BBB - 777
Brasilien BB- 36 543
Ungarn BBB - 425
Südafrika BB- 2 242
Portugal BBB - 147
Türkei B - 130
Russland SD 3 - 35
Sonstige BBB+   - 136
Sonstige BBB   - 731
Sonstige <BBB   - 739
31.12.2021      
Italien BBB 6 5.448
Mexiko BBB - 826
Brasilien BB- 13 504
Ungarn BBB - 586
Südafrika BB- 2 275
Portugal BBB - 171
Türkei B+ - 83
Russland 2 BBB - 666
Sonstige BBB+   - 253
Sonstige BBB   - 494
Sonstige <BBB   - 801

1 Maßgeblich sind externe Emissionsratings (Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder eine andere durch die Talanx nominierte Ratingagentur [ECAI]). Sind externe Emissionsratings von mehr als einer Agentur verfügbar, so gilt das zweitbeste
2 Vom Gesamtbestand der Anleihen entfallen 484 (445) Mio. EUR auf die Gesellschaft OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland, die mittlerweile veräußert wurde
3 Selective Default gemäß Ampega-internem Rating

Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen.

Im Konzern dienen insgesamt 2.056 (1.126) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 371 (117) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 1.334 (922) Mio. EUR betrug.

Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen können dem Kapitel "Konsolidierung", Abschnitt "Angaben zu Art und Umfang erheblicher Beschränkungen" des Konzernanhangs entnommen werden.

Seitens der Gruppe wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 3,1 (2,8) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 143 (91) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können.

Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen siehe Anmerkung 31.

Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva".

Liquiditätsrisiko

Unter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in liquide Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Die Exponierung hängt dabei von der Höhe der Verpflichtungen 1 ab. So könnten wegen Illiquidität der Märkte Bestände unter Umständen nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Die Bewertung dieses Risikos stützt sich auch stark auf qualitative Analysen. Wir betrachten das Risiko dabei in seiner Gesamtheit als relevant.

Generell generiert die Gruppe laufend signifikante Liquiditätspositionen, weil die regelmäßigen Prämieneinnahmen fast ausnahmslos zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen.

Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten der Schaden/​Unfallversicherung zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber.

Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv.

1 Für die Liquiditätssteuerung der Talanx AG werden Kapitalanlagen des Anlage- und Umlaufvermögens im Sinne von §341b HGB berücksichtigt. Potenzielle Abschreibungen von Kapitalanlagen könnten sowohl einen direkten Einfluss auf das HGB-Ergebnis der Talanx AG als auch einen indirekten Einfluss über die Ergebnisabführungen/​Beteiligungserträge von Tochtergesellschaften haben

ZAHLUNGSFLÜSSE UND LIQUIDE MITTEL AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT 1

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Gebuchte Bruttoprämien 38.731 30.758
Schadenzahlungen (brutto) -18.992 -14.694
Gezahlte Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen sowie Verwaltungsaufwendungen -9.838 -7.897
Liquide Mittel 9.901 8.167

1 Nach Eliminierung konzerninterner segmentübergreifender Geschäftsvorfälle

Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schadenzahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet.

Zur Minderung von Liquiditätsrisiken auf Gruppenebene führen wir regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie kontinuierliche Abstimmungen der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen durch. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass die Gruppe jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, welche die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen.

Zur Abfederung kurzfristig in der Gruppe auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Weiterführende Ausführungen hierzu finden sich im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage - Unterkapitel Liquidität und Finanzierung" des Konzernlageberichts. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang der Gruppe zu lang- und gegebenenfalls auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen.

Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva bestehen für die Gruppe Vereinbarungen mit Kreditinstituten über Letter of Credit (LoC)-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 4,7 (4,2) Mrd. EUR. Sofern Laufzeiten vereinbart wurden, bestehen diese maximal bis zum Jahr 2026. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher nachteiliger Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung der Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen.

In Bezug auf das Liquiditätsrisiko gehen wir unverändert davon aus, auch größeren, unerwarteten Auszahlungserfordernissen fristgemäß nachkommen zu können.

Operationelle Risiken

Operationelle Risiken umfassen das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt. Operationelle Risiken sind mit der Ausübung unseres Geschäfts zwangsläufig verbunden.

Zur Identifikation der mit der Ablauforganisation einhergehenden operationellen Risiken haben wir die Prozesse im Konzern erfasst, beschrieben und im Rahmen des internen Kontrollsystems mit Schlüsselkontrollen versehen. Die quantitative Bewertung von operationellen Risiken erfolgt mithilfe von Szenariobetrachtungen, basierend auf Expertenbefragungen/​-schätzungen zu Häufigkeit und Schwere von möglichen Verlustereignissen. Interne und externe operationelle Verlustdaten werden sowohl zur Unterstützung der Einschätzung als auch zur Validierung herangezogen.

Im Folgenden werden die für uns bedeutendsten Subkategorien operationeller Risiken und entsprechende mitigierende Maßnahmen dargestellt:

Ein operationelles Risiko besteht im Verlustrisiko, das sich aus eventueller Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder mangelnder Datenqualität ergibt. Ein wichtiges Instrument zur Minderung dieses Risikos ist ein effektives internes Kontrollsystem. Zusätzlich haben wir gruppenweite Standards für das Prozessmanagement etabliert, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Weitere operationelle Risiken sind Rechts-, Steuer- und Compliance-Risiken. Hierunter fällt explizit auch das Rechtsänderungsrisiko. Über die Zentralfunktionen der Gruppe, insbesondere die Compliance-Funktion sowie die Rechts- und die Steuerabteilung, überwachen wir die Risikolage eng und beraten Tochtergesellschaften und Fachabteilungen bei diesbezüglichen Fragen.

Eine Untergruppe des Rechtsänderungsrisikos sind Veränderungen des behördlichen Umgangs mit rechtlichen Grundsatzthemen, so im Steuerrecht auf Basis von Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Das BMF hat 2017 eine restriktive Auffassung zur steuerlichen Behandlung verschiedener Wertpapiertransaktionen verlautbart, die in unserer Gruppe zu Steuernachforderungen führen könnte. Diese Wertpapiertransaktionen waren zuvor nicht nur üblich, sondern allgemein als steuerrechtlich unproblematisch eingestuft und dementsprechend auch von einzelnen Gesellschaften der Gruppe als Teil der Kapitalanlage getätigt. Mit einer weiteren Verlautbarung im Jahr 2021 wurden die Regelungen zwar grundsätzlich nochmals verschärft, für die konkret getätigten Wertpapiertransaktionen ist jedoch auch eine Entschärfung möglich. Gestützt auf extern eingeholte Gutachten wird weiterhin von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen, die Steuernachforderung letztlich abwehren zu können. Zur Begrenzung eines Zinsrisikos bis zur endgültigen Entscheidung wurden im Jahr 2020 höchst vorsorglich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht freiwillig Teilzahlungen auf die in den Steuerbescheiden festgesetzten Beträge an das Finanzamt geleistet. Der bilanzielle Ausweis der geleisteten Zahlungen erfolgte im Rahmen der Jahresabschlüsse 2020 im Kapitalanlageergebnis. Dieser Ausweis befindet sich im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Regeln und Befugnisse derzeit in rechtlicher Klärung.

Neben dem Rechtsänderungsrisiko ist der Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in gerichtliche und außergerichtliche Verfahren involviert. Der Ausgang solcher Verfahren ist zumeist unsicher. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine Rechtsstreitigkeiten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Das Risiko aus fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzungen von Gesetzen, insbesondere aus Vermögensdelikten, oder Verstößen gegen interne Regeln durch Mitarbeiter oder durch Dritte ist ebenfalls Bestandteil der operationellen Risiken. Diesem Risiko begegnen wir intern insbesondere mit Compliance-Schulungen und den Maßnahmen des IKS. In Verdachtsfällen können beispielsweise auch Sonderprüfungen der Revision erfolgen.

Unter Informations- und IT-Sicherheitsrisiken verstehen wir Risiken, die die Vollständigkeit, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit der Informationen oder IT-Systeme potenziell gefährden können. Um der zunehmenden Bedeutung dieser Risiken Rechnung zu tragen, haben wir gruppenweite Informationssicherheits-Leitlinien etabliert und führen regelmäßig kommunikative Maßnahmen zur Erhöhung der Security-Awareness durch. Unser interner IT-Dienstleister ist nach ISO 27001 - Informationssicherheit - zertifiziert; externe Partner sind auf die Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Den Risiken von Cyberattacken wirkt insbesondere der in der Gruppe etablierte Security-Bereich - primär durch technische Maßnahmen sowie die stetige Weiterentwicklung und Investition in unsere Cyber-Sicherheitssysteme - entgegen. Cyberrisiken werden zusätzlich durch den Kauf von Cyber-Versicherungsschutz gemindert.

Andere wesentliche Risiken

Als weitere wesentliche Risiken haben wir Emerging Risks, strategische Risiken, Reputationsrisiken und Modellrisiken identifiziert. Diesen Risiken ist gemeinsam, dass sie nicht sinnvoll mit mathematischen Modellen analysiert werden können, weswegen wir hier vor allem auf qualitative Analysen zurückgreifen. Derart analysierte Risiken werden im Rahmen der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Own Risk and Solvency Assessment - ORSA) berücksichtigt.

Unter Emerging Risks verstehen wir neue zukünftige Risiken, deren Risikogehalt noch nicht zuverlässig bekannt ist und deren Auswirkungen nur schwer beurteilt werden können. So kann beispielsweise zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der (geo-)politischen Entwicklung weltweit und in einzelnen Ländern zu nervösen Märkten und einem gestiegenen Potenzial für das Aufkommen systemischer Schocks führen. Aus der Verbreitung neuer Technologien, Medikamente oder Werkstoffe können Folgewirkungen resultieren, die zu nicht absehbaren Schäden führen. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wir auch auf extern verfügbare Expertise und externes Material zurück.

Strategische Risiken ergeben sich aus dem potenziellen Missverhältnis zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital, Chancen und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an.

Reputationsrisiken sind Risiken, die zu einer Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze.

Auf der Gruppenebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partiell oder vollständig fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Zur Begrenzung des Modellrisikos haben wir u. a. Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einen stringenten Modelländerungsprozess implementiert.

In Projekten werden zumeist komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet, die insoweit auch mit spezifischen operationellen Risiken (Projektrisiken) verbunden sein können. Projektrisiken können insbesondere im Zusammenhang mit IT-Großprojekten bestehen.

Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) stellen keine eigene Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen Risikokategorien manifestieren. Dies gilt für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage und operationelle Risiken ebenso wie für strategische und Reputationsrisiken. Beispielsweise können Vermögenswerte durch den Klimawandel an Wert verlieren oder die Verletzung sozialer Standards zu erheblichen Reputationsschäden führen. Der Talanx Konzern begegnet diesem Umstand durch die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in sein gesamtes Enterprise-Risk-Management-System. Darin eingeschlossen sind die Risikoidentifikation, -messung und -bewertung sowie die -überwachung und -berichterstattung.

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel beobachtet der Talanx Konzern Chancen und Risiken entlang verschiedener Dimensionen seiner Unternehmenstätigkeit. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die damit einhergehenden Maßnahmen, wie z. B. eine Erhöhung des CO 2-Preises und/​oder Reduzierung der Emissionsrechte sowie die Regulierung der Energieeffizienz, könnte den Marktwert von Investments in kohlenstoffintensive Sektoren sowie Staatsanleihen von Ländern, die wirtschaftlich stark von fossiler Energiewirtschaft und kohlenstoffintensiver Industrie abhängig sind, verringern. Darüber hinaus könnte eine abrupte Dekarbonisierung makroökonomische Verwerfungen bzw. Unsicherheiten zur Folge haben, welche eine höhere Risikoaversion und Volatilität an den Finanzmärkten bewirken könnte. Eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Extremwettereignissen kann zu steigenden Risikoprämien und Bonitätsverlusten bei Staats- oder Kommunalanleihen stark exponierter Länder oder Regionen sowie anderer Vermögenswerte (z. B. Immobilien, Infrastruktur) führen. Der Talanx Konzern nutzt daher etwa ESG-Scoring-Modelle in der Kapitalanlage, um Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Diese können von der Reduzierung des Exposures bis hin zur kompletten Desinvestition betroffener Investments reichen.

In der Versicherungstechnik können die Auswirkungen des Klimawandels zu einer Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Naturgefahren führen. Hierauf können wir durch kontinuierliche Anpassung von Modellen und Pricing aufgrund beobachteter und angenommener Entwicklungen reagieren. Gleichzeitig kann es auch an anderen Stellen zu neuen Schadentypen und -mustern kommen. Der Talanx Konzern begleitet Kunden bei der Anpassung ihrer Risikomanagement- und Präventionsmaßnahmen und sieht in diesem Beratungsfeld unternehmerische Chancen. Aus geänderter Rechtsprechung im Zusammenhang mit dem Klimawandel können sich für Kunden neue Haftungsrisiken ergeben. Auch hierfür steht der Talanx Konzern beratend zur Seite, prüft überdies die Auswirkungen auf das Portfolio und nimmt, wo notwendig, Anpassungen in der Risikodeckung (z. B. Ausschlüsse) vor.

Ähnlich der ESG-Risiken gehen geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen, wie aktuell in der Ukraine, mit einer Vielzahl diverser Risiken einher. So können - wie im Fall des Krieges in der Ukraine - etwa große Risiken für politische Machtverhältnisse weltweit entstehen. Es sind erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Währungsmärkte möglich.

Resultierende Erhöhungen der Energiepreise können die Inflation weiter antreiben. Eine steigende Inflationsrate kann zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Um diesem Risiko entgegenzusteuern, überprüfen wir die Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit.

Grundsätzliche Risikopotenziale ergeben sich auch im Bereich möglicher Sanktionsverstöße im Rahmen der sehr dynamischen Entwicklungen. Entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung, beispielsweise die fortlaufende Prüfung von Sanktionslisten und Weitergabe relevanter Informationen an operative Bereiche, wie Underwriting, Schaden und Vertrieb, wurden ergriffen.

Die sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Es lassen sich aus unserer Sicht keine Risiken erkennen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen.

Die folgenden - in der Reihenfolge ihrer Bedeutung nach aufgeführten - Risiken bestimmen das Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko in der Schaden/​Unfallversicherung, das versicherungstechnische Risiko der Lebensversicherung, das Naturkatastrophenrisiko, das operationelle Risiko sowie das Forderungsausfallrisiko.

Für das Management des Gesamtrisikos hat der Faktor Diversifikation eine besonders große Bedeutung. Wir operieren sowohl geografisch als auch in Bezug auf die Leistungen mit einer breiten Ausrichtung. Dadurch betrachten wir uns auch im Fall einer kumulierten Materialisierung von Risiken als gut aufgestellt.

Prognose- und Chancenbericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft steht zu Beginn des Jahres 2023 am Rande einer Rezession. Ursächlich hierfür sind u. a. der Krieg in der Ukraine, die Neuordnung der Energieversorgung sowie die hohe Inflation, die von den Notenbanken der meisten Währungsräume mit einer Straffung ihrer Geldpolitik bekämpft wird. Infolgedessen hat sich die Konjunktur bereits merklich abgekühlt. Obgleich der Preisdruck und damit der Handlungsdruck auf die Notenbanken im Jahresverlauf deutlich nachlassen sollten, dürften die Industrieländer vor diesem Hintergrund 2023 kaum über eine Stagnation hinauskommen, wobei auf einen schwierigen Winter eine sukzessive Belebung ab dem Frühjahr/​Sommer folgen sollte. Den Schwellen- und Entwicklungsländern trauen wir mit der Abkehr Chinas von seiner Zero-Covid-Politik ein stärkeres Wachstum als 2022 zu.

In Deutschland und der Eurozone dürfte eine milde Rezession im Winterhalbjahr nicht zu vermeiden sein - auch ohne dass es zu einer unfreiwilligen Rationierung des Gasverbrauchs kommt. Nach dem Winter stehen die Zeichen dann auf Erholung, wenn eine dank Basiseffekten sukzessive sinkende Inflation die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte und damit den Konsum stabilisiert - in Verbindung mit staatlicher Unterstützung und überdurchschnittlichen Lohnsteigerungen angesichts robuster Arbeitsmärkte. Eine Erholung der Weltwirtschaft sollte im zweiten Halbjahr auch den Investitionen wieder Auftrieb geben. Ungeachtet dessen gehen wir davon aus, dass die Energiekosten in Europa über dem Vorkriegsniveau verharren und damit eine dauerhafte Belastung für Unternehmen und private Haushalte darstellen werden.

Die geldpolitische Straffung der Fed wird das Wirtschaftswachstum in den USA in diesem Jahr spürbar bremsen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Fed angesichts von Erfolgen bei der Inflationsbekämpfung ihren Zinszyklus im ersten Halbjahr beendet, sodass auch in den USA mit einer Belebung der Konjunktur im weiteren Jahresverlauf zu rechnen ist. Dabei dürfte die US-Wirtschaft nicht nur von umfangreichen Subventionen im Zuge des 2022 verabschiedeten Inflation Reduction Act (IRA), sondern auch vom Wettbewerbsvorteil gegenüber der europäischen Industrie aufgrund weniger deutlich gestiegener Energiekosten profitieren.

Ungeachtet dessen wandeln die Volkswirtschaften Europas und der USA 2023 auf einem schmalen Grat. Als wesentliches Risiko für eine tiefergreifende Rezession sehen wir insbesondere, dass Fed und EZB die Inflationsbekämpfung zu weit treiben und mit zu starken Leitzinserhöhungen für eine negative Wachstumsdynamik sorgen. Auch mögliche gefährlichere Virusvarianten oder eine hohe Zahl schwerwiegender Krankheitsverläufe in China nach Abkehr von der Zero-Covid-Politik und damit einhergehende erneute Störungen der globalen Lieferketten stellen bedeutende Risiken für den Ausblick dar. Nicht zuletzt dürfte auch eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine oder ein (Wieder-)Aufflammen geopolitischer Konflikte (insbesondere China/​Taiwan/​USA) die Weltwirtschaft in eine tiefergreifende Rezession stoßen. Daneben haben strukturelle Risiken wie die Klimawende oder die überbordende Verschuldung insbesondere in Europa weiter Bestand.

Kapitalmärkte

Basiseffekte, Lieferkettenentspannung sowie eine im Zuge der beschriebenen Entwicklungen schwächere gesamtwirtschaftliche Nachfrage dürften die Inflation im Jahresverlauf erheblich dämpfen. Vor diesem Hintergrund könnten viele Notenbanken 2023 ihren Zinszyklus beenden und gegen Jahresende die Leitzinsen bereits erstmals wieder senken. Den US-Leitzins erwarten wir daher Ende 2023 mit 4,25 % um 0,50 Prozentpunkte unter seinem aktuellen Niveau. Den EZB-Einlagensatz sehen wir bei 2,50 % (aktuell: 2,50 %). Auch wird die EZB 2023 mit dem Abbau ihres Anleihebestands beginnen.

Nach einem schwierigen Jahr 2022 rechnen wir 2023 mit einer Stabilisierung an den internationalen Kapitalmärkten. Die gestiegenen Renditen sprechen für eine stärkere Nachfrage und damit eine Konsolidierung der Renditen an den Rentenmärkten auf erhöhten Niveaus. Ein Risiko sehen wir jedoch im hohen Angebot an neuen Staatsanleihen, da die Notenbanken nach der geldpolitischen Wende nicht mehr als Abnehmer für zusätzliche Papiere bereitstehen. Sollte eine tiefgreifende Rezession wie von uns erwartet vermieden werden, ist keine Ausweitung der Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen zu erwarten. Das wären auch gute Nachrichten für die Aktienmärkte, denen wir 2023 leichtes Aufwärtspotenzial zutrauen.

Künftige Branchensituation

Das makroökonomische Umfeld ist weiterhin von erheblichen Risikofaktoren geprägt. Sowohl für den nationalen als auch den internationalen Versicherungsmarkt wird insbesondere die weitere Inflationsentwicklung maßgebend sein. Unsere Prognosen sind daher mit mehr als der üblichen Unsicherheit behaftet.

Deutsche Versicherungswirtschaft

Nach einem für Versicherer herausforderndem Jahr 2022 erwarten wir für 2023 eine graduelle Verbesserung der Gesamtlage. Für den deutschen Versicherungsmarkt gehen wir von einem positiven Beitragszuwachs leicht oberhalb der Inflation aus.

In der Schaden/​Unfallversicherung rechnen wir für 2023 in Deutschland mit einem über dem Trend liegenden positiven Wachstum der Prämieneinnahmen. Insbesondere inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen werden sich auch im Jahr 2023 fortsetzen.

Für die deutsche Lebensversicherung gehen wir für 2023 von Beitragseinnahmen auf Niveau des Berichtsjahres aus. Das dynamische makroökonomische Umfeld dürfte die Entwicklung auch im laufenden Jahr prägen. Die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer dürfte sich angesichts der steigenden Marktzinsen allmählich verbessern.

Internationale Versicherungsmärkte

In der internationalen Schaden/​Unfallversicherung erwarten wir für 2023 ein positives reales Prämienwachstum. Dabei gehen wir sowohl in den entwickelten Versicherungsmärkten als auch in den Schwellenmärkten von einer positiven Entwicklung aus. In Letzteren dürfte die Dynamik stärker ausfallen.

Für die entwickelten europäischen Versicherungsmärkte gehen wir für 2023 von einem gegenüber dem Berichtsjahr steigenden Prämienaufkommen aus, jedoch unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Das Wachstum in Nordamerika wird auf einem ähnlichen Niveau erwartet. Als einen Treiber dieser Entwicklung sehen wir einen sich weiter verhärtenden Markt bei Gewerbe- und Industrieversicherungen. Für Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika erwarten wir ebenfalls eine positive Entwicklung. Die stärkste Wachstumsdynamik dürfte im laufenden Jahr aus Asien kommen, insbesondere aus China.

Die Profitabilität der internationalen Schaden/​Unfallversicherung dürfte sich 2023 leicht erholen, nachdem sie 2022 unter Druck geraten war. Wir gehen davon aus, dass sich sowohl die Versicherungstechnik als auch das Kapitalanlageergebnis verbessern werden.

Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir für die entwickelten Versicherungsmärkte von einem leichten Rückgang und für die Schwellenländer von einer leichten Steigerung des realen Prämienwachstums aus. Der im Vergleich stärkste Impuls dürfte dabei aus Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa kommen. Die Entwicklung für Asien schätzen wir demgegenüber leicht schwächer, jedoch ebenfalls positiv ein. Angesichts der weltweit steigenden Marktzinsen sowie einer Normalisierung der Sterblichkeitsansprüche im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gehen wir davon aus, dass sich auch die Profitabilität der internationalen Lebensversicherung verbessert.

Ausrichtung des Talanx Konzerns im Geschäftsjahr 2023

Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit sind unter den neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9/​17 herausfordernd, da sich Änderungen im Kapitalmarkt- und Zinsumfeld teilweise unmittelbar ergebniswirksam niederschlagen. Dies gilt insbesondere wegen des weiterhin bestehenden Ukraine-Kriegs, höherer Inflation und geopolitischer Risiken.

Im Geschäftsbereich Industrieversicherung werden wir unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik fortsetzen. Weiterhin werden wir auch im Jahr 2023 die attraktiven Wachstumsperspektiven der HDI Global Specialty SE nutzen, und auch das übrige Portfolio soll durch Ratenerhöhungen sowie weiteres Neugeschäft in Deutschland und den internationalen Märkten dazu beitragen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir das Programm "Go25" weiterhin fort. Es legt u. a. den Fokus auf profitables Wachstum insbesondere im Firmen/​Freie-Berufe-Geschäft. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International werden wir uns auf unsere Kernmärkte fokussieren und wollen unser profitables Wachstum insbesondere im Schaden/​Unfall-Geschäft fortsetzen. Im Geschäftsbereich Rückversicherung erwarten wir auf Basis der anhaltenden nachhaltigen Verbesserung der Preise und Konditionen in der Erst- und Rückversicherung ein weiteres währungskursbereinigtes Wachstum.

Die Anwendung des IFRS-9/​17-Standards führt im Jahr 2023 zu geänderten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Geschäftsbereichsebene. Für die Steuerung des Konzerns stehen insbesondere das Konzernergebnis und die Eigenkapitalrendite im Fokus.

Kennzahlendefinitionen gemäß IFRS 17

Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt)

Das Wachstum des Versicherungsumsatzes ist das nominale Wachstum, korrigiert um Währungskurseffekte: Versicherungsumsatz des laufenden Jahres zum Währungskurs des Vorjahres (Vj.) abzüglich Versicherungsumsatz (Vj.), dividiert durch Versicherungsumsatz (Vj.)

Konzernergebnis

Konsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Eigenkapitalrendite

Jahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (Schaden/​Unfallversicherungen)

1 - [versicherungstechnisches Ergebnis (netto), dividiert durch Versicherungsumsatz (brutto)]

Infolge der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 17 erwarten wir insbesondere aufgrund der Diskontierung der versicherungstechnischen Verpflichtungen einen positiven Einfluss auf die kombinierte Schaden-/​Kostenquote, dem ein Aufzinsungseffekt im Finanzergebnis gegenübersteht. Die Auswirkungen hängen im Einzelnen von der entsprechenden Zinsentwicklung ab.

Neugeschäftswert (Lebensversicherung)

Vertragliche Servicemarge (CSM) des Neugeschäfts abzüglich Verlustkomponente des Neugeschäfts

Voraussichtliche finanzielle Entwicklung des Konzerns

Wir gehen von folgenden Annahmen aus:

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moderates weltwirtschaftliches Wachstum

weiterhin erhöhte Inflationsraten

Ende des Zinserhöhungszyklus

keine plötzlichen Schocks an den Kapitalmärkten

keine Währungskursschocks

keine wesentlichen finanzpolitischen und aufsichtsrechtlichen Änderungen

eine Großschadenbelastung im Rahmen unserer Erwartung

keine Eskalation geopolitischer Spannungen

Talanx Konzern

STEUERUNGSGRÖSSEN

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In % 2023
Versicherungsumsatz (währungskursbereinigt) in Mrd. EUR ~ 42
Konzernergebnis in Mrd. EUR ~ 1,4
Eigenkapitalrendite > 10

Für den Talanx Konzern erwarten wir 2023 einen Versicherungsumsatz von rund 42 Mrd. EUR. Das Konzernergebnis erwarten wir bei rund 1,4 Mrd. EUR. Dies dürfte einer Eigenkapitalrendite von über 10 % entsprechen, die damit unser strategisches Mindestziel (900 Basispunkte über risikofrei) erfüllen würde. Diese Erwartung steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden das Großschadenbudget nicht überschreiten, keine Turbulenzen auf den Kapitalmärkten und keine wesentlichen Währungsschwankungen auftreten. Ferner kann das erwartete Konzernergebnis im Hinblick auf die Anwendung des neuen Bewertungsstandards IFRS 9 für die Bewertung von Kapitalanlagen besonderen Schwankungen unterliegen.

Industrieversicherung

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNG

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In % 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im oberen einstelligen Prozentbereich
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote < 96
Eigenkapitalrendite > 9

Für das Geschäftsjahr 2023 gehen wir von einem Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Dazu soll sowohl unser Specialty-Geschäft wie auch das übrige Portfolio durch Prämienerhöhungen sowie weiteres Neugeschäft in Deutschland und den internationalen Märkten beitragen. Unsere Strategie hat eine globale Underwriting-Organisation zum Ziel, die über die Marktzyklen hinweg profitable Wachstumschancen im internationalen Industrieversicherungsmarkt nutzt. Wir prognostizieren für die Industrieversicherung im Jahr 2023 eine Schaden-/​Kostenquote unter 96 %. Die Eigenkapitalrendite soll über 9 % liegen.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland

Schaden/​Unfallversicherung

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVER SICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/​UNFALLVERSICHERUNG

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In % 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes mittlerer einstelliger Prozentbereich
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote ~ 97

Für das Segment Schaden/​Unfallversicherung gehen wir für 2023 von einem Wachstum der versicherungstechnischen Erträge im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Hierzu soll insbesondere weiteres Wachstum im Firmen/​Freie-Berufe-Geschäft beitragen. Unterstützt wird dies weiterhin durch unser Programm "Go25" mit dem Fokus auf profitables Wachstum und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Dies erreichen wir u. a. als bester Maklerversicherer, bester digitaler Bankenversicherer und wettbewerbsfähiger Privatversicherer. Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote sollte bei rund 97 % liegen.

Lebensversicherung

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNG

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In % 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes im oberen einstelligen Prozentbereich
Neugeschäftswert > 300

Im Segment Lebensversicherung wollen wir die Bancassurance zu einem maßgeblichen Player am Markt machen. Infolgedessen gehen wir für 2023 von einem Wachstum des Versicherungsumsatzes im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Der Neugeschäftswert soll über 300 Mio. EUR liegen. Die Vertriebskooperation mit der TARGO-BANK hat eine Laufzeit bis Ende 2025.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamt

STEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMT

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In % 2023
Eigenkapitalrendite > 9

Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft. Wir erwarten für 2023 eine Eigenkapitalrendite von über 9 %.

Privat- und Firmenversicherung International

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL

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In % 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Schaden/​Unfallversicherung) niedriges zweistelliges Wachstum
Kombinierte Schaden-/​Kostenquote (Schaden/​Unfallversicherung) < 95
Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Lebensversicherung) mittlerer einstelliger Prozentbereich
Eigenkapitalrendite ~ 8,5

Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2023 ein niedriges zweistelliges Wachstum des Versicherungsumsatzes im Bereich der Schaden/​Unfallversicherung (währungskursbereinigt) an. Dies sollte uns bei der Erreichung unseres strategischen Zieles bis 2025 unterstützen, eine Top-5-Position in allen Kernmärkten zu erreichen. Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote der Schaden/​Unfallversicherung dürfte nach unseren Erwartungen 2023 unter 95 % liegen. Im Lebensversicherungsgeschäft soll der Versicherungsumsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich mit Biometrie-Produkten und Gesundheitsversicherungsgeschäft wachsen. Für den Geschäftsbereich erwarten wir eine Eigenkapitalrendite von rund 8,5 %.

Rückversicherung

Schaden-Rückversicherung

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In % 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) moderates Wachstum
EBIT in Mrd. EUR 1,6

Im Segment Schaden-Rückversicherung rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr mit einem moderaten Wachstum des Rückversicherungsumsatzes auf Basis konstanter Währungskurse. Wir halten unverändert an unserer selektiven Zeichnungspolitik fest. Entsprechend zeichnen wir weitgehend nur Geschäft, das unsere Margenanforderungen erfüllt.

Dank unseres guten Ratings, unserer langjährigen stabilen Kundenbeziehungen und unserer niedrigen Kostenquote sollten wir in der Schaden-Rückversicherung erneut in der Lage sein, ein gutes Ergebnis zu erzielen, vorausgesetzt, die Großschadenlast bewegt sich im Rahmen unserer Erwartungen.

Infolge der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 17 erwarten wir insbesondere aufgrund der Diskontierung der versicherungstechnischen Verpflichtungen einen deutlich positiven Einfluss auf die kombinierte Schaden-/​Kostenquote, dem ein Aufzinsungseffekt im Finanzergebnis gegenübersteht. Die Auswirkungen hängen im Einzelnen von der entsprechenden Zinsentwicklung ab. Für 2023 rechnen wir mit einem Beitrag der Schaden-Rückversicherung zum operativen Ergebnis (EBIT) von rund 1,6 Mrd. EUR.

Personen-Rückversicherung

STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG

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in Mio. EUR 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) moderates Wachstum
EBIT in Mio. EUR 750

Im Segment Personen-Rückversicherung rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr mit einem moderaten, im Vergleich zur Schadenrückversicherung jedoch geringeren, Wachstum des Rückversicherungsumsatzes auf Basis konstanter Währungskurse. Aus der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 17 wird sich ein zusätzlicher Beitrag zum operativen Ergebnisbeitrag im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ergeben. Der Beitrag der Personen-Rückversicherung zum operativen Ergebnis (EBIT) sollte rund 750 Mio. EUR betragen.

Rückversicherung insgesamt

STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMT

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In % 2023
Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) > 5 % für Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt
Eigenkapitalrendite 1 über dem Mindestziel

1 Aufschlag von 1.000 Basispunkten auf den fünfjährigen Durchschnitt der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen

Aufgrund des sich fortsetzenden positiven Marktumfeldes für Rückversicherer erwarten wir für die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt ein Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) von mindestens 5 %. Die Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx Konzern über dem strategischen Ziel von 1.000 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen.

Gesamtaussage des Vorstands

Der Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet, um diesen einen bestmöglichen Service bieten zu können. Die Hauptstoßrichtung ist, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln, um nachhaltiges profitables Wachstum zu generieren.

Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter HDI International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung.

Chancenmanagement

Die Identifikation und Erschließung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Aufgabe an, die entscheidend dazu beiträgt, dass wir unsere Unternehmensziele erreichen. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet das integrierte Management-Dashboard mit wesentlichen Kennzahlen. Es stellt das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar.

Im strategischen Chancenmanagement werden die strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Sie wurden zuvor im jährlich stattfindenden Performance-Prozess auf Basis der Dachstrategie ermittelt.

Auf dieser Grundlage validieren die Geschäftsbereiche die Zielgrößen gemäß Zielindikation und erarbeiten spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme.

Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich vorwärts gerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus.

Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen.

Einschätzung künftiger Chancen und Herausforderungen

Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen

Klimawandel: Mit dem zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde. Dadurch nehmen extreme Wetterlagen zu, was das Schadenvolumen aus Naturkatastrophen signifikant erhöht und uns als Versicherer von einem steigenden Bedarf an Versicherungslösungen zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen ausgehen lässt. Dies betrifft sowohl den Erstversicherungsbereich als auch die Rückversicherung. Wir verfügen sowohl über weit entwickelte Risikomodelle zur Abschätzung von Risiken aus Naturkatastrophen als auch über umfangreiches Know-how im Bereich Risikomanagement. Das versetzt uns in die Lage, unseren Kunden maßgeschneiderte Versicherungslösungen zur Absicherung existenzieller Risiken anzubieten. Des Weiteren entsteht durch den Klimawandel eine erhöhte Notwendigkeit, steigenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies ermöglicht uns als institutionellem Anleger, verstärkt in Kapitalanlagen in Form von alternativen Investments zu investieren, wie z. B. Windparks. Des Weiteren haben wir ein Green Bond Framework veröffentlicht, welches uns ermöglicht, Green Bonds zu emittieren. Den ersten Green Bond haben wir bereits am Markt emittiert. Green-Bond-Emissionen sind ein wichtiger Baustein, um unsere selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, wie z. B. CO 2-Neutralität und ESG-Konformität. Nebenbei erwarten wir bei Green Bonds Zinsabschläge gegenüber herkömmlichen Anleihen, die schlussendlich den Gewinn unseres Unternehmens steigern.

Sollte diesbezüglich die Versicherungsnachfrage sowie die Nachfrage nach Green Bonds schneller steigen als erwartet, könnte sich das positiv auf Prämienwachstum und Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.

Demografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Senioren sind nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt.

Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit neuen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren.

Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.

Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll forciert werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen und Windparks wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen.

Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.

Finanzmarktsituation: Nach einer langen Phase sehr geringer Inflation in der Eurozone ist diese im Jahr 2022 rapide gestiegen. Damit einhergehend sind auch die Zinsen deutlich gestiegen, die zuvor sehr niedrig bzw. sogar im negativen Bereich lagen. Diese Situation ist für uns als Versicherer herausfordernd, bietet aber auch Chancen. Insbesondere profitieren wir aufgrund des steigenden Zinsniveaus von höheren Zinserträgen. Der erhöhten Volatilität der Inflation hingegen begegnen wir durch die vermehrte Nutzung von inflationsgebundenen Finanzinstrumenten. Im deutschen Lebensversicherungsgeschäft müssen wir aufgrund der gestiegenen Zinsen in Summe über alle Gesellschaften keine weitere Risikovorsorge im Rahmen der Zinszusatzreserve mehr tätigen.

Sollten sich unsere Zinserträge weiterhin kontinuierlich verbessern, könnte sich dies positiv auf die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.

Vertriebliche Chancen

Bancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung.

Im Talanx Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Italien und Ungarn etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx Bancassurance-Modells beruht im Wesentlichen auf drei Faktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung.

Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. In Brasilien haben wir im Jahr 2018 zusammen mit der Bank Santander einen digitalen Versicherer ins Leben gerufen. Das Unternehmen bietet unter dem Namen "Santander Auto" ausschließlich Kfz-Versicherungen über die Vertriebsplattform von Santander an.

Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten besser ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.

Cyberrisiken: Durch die zunehmende Digitalisierung führen Cyberangriffe vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden.

Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Cyberrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.

Im Unternehmen begründete Chancen

Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung: Geschäftsprozesse und -modelle werden mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten.

Durch die Digitalisierung ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Schon heute nutzen wir IT-Systeme, um Kunden passgenaue Angebote machen und Prämien automatisiert und in Echtzeit festsetzen zu können. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Im Rahmen der Digitalisierung haben sich das Kundenverhalten sowie die Erwartungshaltung bezüglich der Schadenregulierung verändert. Dies betrifft insbesondere die junge Kundengeneration, die schnelle und einfache Lösungen erwartet. Um Kunden auch nach Ausnahmeschadenereignissen - wie z. B. Starkregen, Sturm oder schweren Hagelschauern - schnell helfen zu können, haben wir einen virtuellen Call-Center-Assistenten entwickelt. Dieser Sprachroboter fragt mittels künstlicher Intelligenz Basisdaten des Kunden ab. Dadurch gewinnen unsere Mitarbeiter Zeit, die sie gezielt für individuell zu veranlassende Maßnahmen bei den betroffenen Kunden einsetzen können.

Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt und von den Kunden angenommen werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.

Wissensmanagement: Wissens- und Innovationsmanagement gewinnen auch in der Versicherungsbranche zunehmend an Bedeutung. Um den gezielten Austausch von Wissen und Innovation zu fördern, haben wir ein Best Practice Lab in unserem Konzern eingerichtet: Experten auf internationaler Ebene tauschen sich in Excellence-Teams zu Fachthemen aus und entwickeln gemeinsam neue Lösungen, u. a. zu den Themen Pricing, Vertrieb, Marketing, Schaden, Betrugsmanagement, Kundenservice-Center und Digitalisierung. Die Ergebnisse und Lösungen des Best Practice Lab stellen wir unseren Gesellschaften zur Verfügung, damit diese ihre Prozesse und Methoden permanent verbessern können.

Sollten wir mit unserem Best Practice Lab schneller neue Lösungen und Ideen generieren und umsetzen als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.

Agilität: Veränderungen in der globalisierten Welt im Informationszeitalter vollziehen sich in immer höherem Tempo. Die Welt ist geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (englisch VUCA - Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Um als Versicherungsunternehmen mit der Veränderungsgeschwindigkeit mithalten zu können, ist der Wandel hin zu einer agilen Organisation notwendig. Eine agile Organisation zu sein, bedeutet für uns, eine lernende Organisation zu sein, die den Nutzen der Kunden in den Mittelpunkt stellt, um den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Aus diesem Grund setzen wir auf interdisziplinäre und kreative Teams, offene und direkte Kommunikation, flache Hierarchien sowie eine gelebte Fehlerkultur. Durch zahlreiche Initiativen unterstützen wir den Wandel unseres Unternehmens hin zu einer agilen Organisation. Wir gestalten unsere Arbeitsplätze so, dass Kommunikationswege verkürzt werden und der bereichsübergreifende Austausch gefördert wird. Mithilfe unseres Agility Campus lernen unsere Mitarbeiter agile Methoden kennen und werden befähigt, eigenständig neue Lösungen zu entwickeln. In unseren Teams werden Daily-Standup-Meetings abgehalten, um die Selbststeuerung der Teams zu verbessern. Des Weiteren setzen wir auf hybrides Arbeiten und bieten unseren Mitarbeitern an, bis zu 60 % der Arbeit mobil, d. h. außerhalb des Büros, zu erledigen. Dies ermöglicht unseren Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, während gleichzeitig der gemeinsame direkte Austausch unter Kollegen erhalten bleibt. Außerdem führen wir beispielsweise Hackathons durch, um neue Ideen zu sammeln, die wir in unserem Digital Lab weiterentwickeln. Agilität bietet Chancen für Kunden, Mitarbeiter und Investoren. Kunden können von neuen Versicherungslösungen profitieren, die gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Mitarbeiter haben durch agiles Arbeiten mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können an neuen Herausforderungen wachsen. Zu guter Letzt profitieren Investoren von einem steigenden Unternehmensgewinn, wenn die Kunden zufrieden sind und die Mitarbeiter ihr Potenzial voll ausschöpfen können.

Sollte der Wandel hin zu einer agilen Organisation schneller umgesetzt werden als erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.

Gesamtbild der Chancenlage

Der Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend die Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen, um frühzeitig sich bietende Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf zu reagieren. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen.

Konzernabschluss

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

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In Mio. EUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Immaterielle Vermögenswerte          
a. Geschäfts- oder Firmenwert 1     1.020 1.028
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2     897 889
        1.918 1.918
B. Kapitalanlagen          
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 3   5.121   4.650
b. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 4   1.042   511
c. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 5   2.495   504
d. Darlehen und Forderungen 6/​12   25.061   25.737
e. Sonstige Finanzinstrumente          
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 7/​12 428     356
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 8/​12 86.471     96.399
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 9/​12/​13 1.409     1.096
f. Übrige Kapitalanlagen 10/​12   6.572   6.821
Selbst verwaltete Kapitalanlagen     128.599   136.073
g. Kapitalanlagen aus Investmentverträgen 11/​12/​13   1.375   1.457
h. Depotforderungen     10.594   10.305
Kapitalanlagen       140.569 147.835
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen       11.902 13.687
D. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen       10.264 8.929
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 14     12.961 10.746
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 15     6.735 6.020
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand       3.595 4.002
H. Aktive Steuerabgrenzung 29     1.340 611
I. Sonstige Vermögenswerte 12/​13/​16     3.294 3.153
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1       555 625
Summe der Aktiva       193.133 197.524

1 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" im Konzernanhang

PASSIVA

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In Mio. EUR Anhang 31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital 17        
a. Gezeichnetes Kapital 1   317     316
b. Rücklagen   7.148     10.460
Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter     7.465   10.776
c. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital     5.127   7.169
Summe Eigenkapital       12.592 17.945
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 12/​18/​28   5.009   4.759
C. Versicherungstechnische Rückstellungen          
a. Rückstellungen für Prämienüberträge 19 13.853     12.154
b. Deckungsrückstellung 20 56.150     57.489
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 21 68.810     60.541
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 22 788     7.832
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen   1.156     935
      140.758   138.951
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird     11.902   13.687
E. Andere Rückstellungen          
a. Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 23 1.678     2.200
b. Steuerrückstellungen 24 599     535
c. Sonstige Rückstellungen 25 935     988
      3.213   3.722
F. Verbindlichkeiten          
a. Begebene Anleihen und Darlehen 12/​26/​28 4.058     2.432
b. Depotverbindlichkeiten   4.025     4.085
c. Übrige Verbindlichkeiten 12/​13/​27/​28 9.998     8.818
      18.081   15.335
G. Passive Steuerabgrenzung 29   1.077   2.513
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 2     501   612
Summe Verbindlichkeiten/​Rückstellungen       180.541 179.579
Summe der Passiva       193.133 197.524

1 Der Nominalwert beträgt 317 (316) Mio. EUR, das bedingte Kapital beträgt 158 (158) Mio. EUR
2 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" im Konzernanhang

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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In Mio. EUR Anhang 2022 2021
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung   53.431 45.507
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung   934 1.008
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien   6.456 5.446
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge   -1.561 -1.096
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge   -242 94
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 30 44.722 37.863
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 32 38.624 35.050
Anteile der Rückversicherer   4.333 4.338
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto   34.291 30.711
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 33 11.995 9.977
Anteile der Rückversicherer   878 747
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto   11.118 9.230
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge   76 52
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen   182 170
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis   -106 -117
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung   -792 -2.195
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 31 5.968 5.483
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 31 2.492 1.022
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen   3.476 4.460
Ergebnis aus Investmentverträgen 31 2 3
Depotzinsergebnis 31 223 255
Kapitalanlageergebnis   3.700 4.718
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode   135 43
10. a. Sonstige Erträge 34 2.281 1.526
b. Sonstige Aufwendungen 34 1.818 1.596
Übriges Ergebnis   464 -69
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert   3.372 2.454
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert   - -
Operatives Ergebnis (EBIT)   3.372 2.454
12. Finanzierungszinsen 35 181 176
13. Ertragsteuern 36 730 548
Jahresergebnis   2.461 1.730
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter   1.289 718
davon Aktionäre der Talanx AG   1.172 1.011
Ergebnis je Aktie      
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR)   4,63 4,00
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR)   4,63 4,00

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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In Mio. EUR 2022 2021
Jahresergebnis 2.461 1.730
Nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung reklassifizierbar    
Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode 466 169
Steuerertrag/​-aufwand -138 -55
  328 114
Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode -25 -6
Steuerertrag/​-aufwand - -
  -25 -6
Gesamte nicht reklassifizierbare im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen der Periode nach Steuern 302 109
In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung reklassifizierbar    
Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode -17.156 -2.986
In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommen 738 -535
Steuerertrag/​-aufwand 2.743 568
  -13.675 -2.953
Währungsumrechnung    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode 385 812
In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommen -34 -
Steuerertrag/​-aufwand -18 -94
  333 718
Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode 7.114 2.151
Steuerertrag/​-aufwand -133 -67
  6.981 2.083
Veränderungen aus Cashflow-Hedges    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode -221 -104
In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommen -63 -31
Steuerertrag/​-aufwand 9 5
  -275 -130
Veränderungen aus der Equity-Bewertung    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode -19 -2
In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommen - -
Steuerertrag/​-aufwand - -
  -19 -2
Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5    
Im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne/​Verluste der Periode -6 5
In die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übernommen - -
Steuerertrag/​-aufwand - -
  -6 5
Gesamte reklassifizierbare im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen der Periode nach Steuern -6.661 -279
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen der Periode nach Steuern -6.358 -170
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen in der Periode -3.898 1.560
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter -925 795
davon Aktionäre der Talanx AG -2.973 765

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Aufstellung der Veränderung des Konzerneigenkapitals

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Übrige Rücklagen
In Mio. EUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklagen Gewinnrücklagen Nicht realisierte Kursgewinne/​ -verluste aus Kapitalanlagen
2022        
Stand zum 31.12.2021 316 1.385 8.709 3.906
Anpassungen gemäß IAS 29 - - 4 -
Stand am 01.01.2022 316 1.385 8.713 3.906
Anteilsänderung ohne Veränderung des Kontrollstatus - - -8 2
Übrige Veränderung des Konsolidierungskreises - - - -
Jahresergebnis - - 1.172 -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen - - - -10.833
davon nicht reklassifizierbar - - - -
davon versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen - - - -
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - - - -
davon reklassifizierbar - - - -10.833
davon unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen - - - -10.833
davon Währungsumrechnung - - - -
davon Veränderung aus Cashflow-Hedges - - - -
davon Veränderung aus Equity-Bewertung - - - -
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - - - -
davon Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - - - -
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen - - 1.172 -10.833
Kapitalerhöhungen - 9 - -
Dividenden an Aktionäre - - -405 -
Übrige erfolgsneutrale Veränderungen 1 - - 57 -
Stand zum 31.12.2022 317 1.394 9.530 -6.925
2021        
Stand zum 1.1.2021 316 1.373 8.061 6.434
Anteilsveränderung ohne Änderung des Kontrollstatus - - 18 -
Übrige Veränderung des Konsolidierungskreises - - - -
Jahresergebnis - - 1.011 -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen - - - -2.528
davon nicht reklassifizierbar - - - -
davon versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen - - - -
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - - - -
davon reklassifizierbar - - - -2.528
davon unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen - - - -2.528
davon Währungsumrechnung - - - -
davon Veränderung aus Cashflow-Hedges - - - -
davon Veränderung aus Equity-Bewertung - - - -
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - - - -
davon Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - - - -
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen - - 1.011 -2.528
Kapitalerhöhungen - 12 - -
Dividenden an Aktionäre - - -379 -
Übrige erfolgsneutrale Veränderungen - - -2 -
Stand zum 31.12.2021 316 1.385 8.709 3.906
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Übrige Rücklagen
In Mio. EUR Gewinne/​ Verluste aus der Währungsumrechnung Übrige Eigenkapitalveränderungen
2022    
Stand zum 31.12.2021 -380 -3.278
Anpassungen gemäß IAS 29 - -
Stand am 01.01.2022 -380 -3.278
Anteilsänderung ohne Veränderung des Kontrollstatus 2 -
Übrige Veränderung des Konsolidierungskreises - -
Jahresergebnis - -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen 144 6.809
davon nicht reklassifizierbar - 282
davon versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen - 303
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - -22
davon reklassifizierbar 144 6.527
davon unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen - -
davon Währungsumrechnung 144 -
davon Veränderung aus Cashflow-Hedges - -
davon Veränderung aus Equity-Bewertung - -12
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - 6.545
davon Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - -6
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen 144 6.809
Kapitalerhöhungen - -
Dividenden an Aktionäre - -
Übrige erfolgsneutrale Veränderungen 1 - -
Stand zum 31.12.2022 -234 3.531
2021    
Stand zum 1.1.2021 -695 -5.360
Anteilsveränderung ohne Änderung des Kontrollstatus -5 -
Übrige Veränderung des Konsolidierungskreises - -
Jahresergebnis - -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen 319 2.083
davon nicht reklassifizierbar - 101
davon versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen - 106
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - -5
davon reklassifizierbar 319 1.982
davon unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen - -
davon Währungsumrechnung 319 -
davon Veränderung aus Cashflow-Hedges - -
davon Veränderung aus Equity-Bewertung - -2
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - 1.978
davon Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - 5
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen 319 2.083
Kapitalerhöhungen - -
Dividenden an Aktionäre - -
Übrige erfolgsneutrale Veränderungen - -
Stand zum 31.12.2021 -380 -3.278
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Übrige Rücklagen
In Mio. EUR Bewertungsergebnis aus Cashflow-Hedges Auf Aktionäre der Talanx AG entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
2022        
Stand zum 31.12.2021 118 10.776 7.169 17.945
Anpassungen gemäß IAS 29 - 4 - 4
Stand am 01.01.2022 118 10.781 7.169 17.950
Anteilsänderung ohne Veränderung des Kontrollstatus - -4 49 45
Übrige Veränderung des Konsolidierungskreises - - -765 -765
Jahresergebnis - 1.172 1.289 2.461
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen -266 -4.145 -2.213 -6.358
davon nicht reklassifizierbar - 282 21 302
davon versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen - 303 24 328
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - -22 -3 -25
davon reklassifizierbar -266 -4.427 -2.234 -6.661
davon unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen - -10.833 -2.842 -13.675
davon Währungsumrechnung - 144 189 333
davon Veränderung aus Cashflow-Hedges -266 -266 -9 -275
davon Veränderung aus Equity-Bewertung - -12 -7 -19
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - 6.545 435 6.981
davon Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - -6 - -6
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen -266 -2.973 -925 -3.898
Kapitalerhöhungen - 9 - 9
Dividenden an Aktionäre - -405 -402 -807
Übrige erfolgsneutrale Veränderungen 1 - 57 - 57
Stand zum 31.12.2022 -148 7.465 5.127 12.592
2021        
Stand zum 1.1.2021 237 10.367 6.732 17.099
Anteilsveränderung ohne Änderung des Kontrollstatus - 13 -12 1
Übrige Veränderung des Konsolidierungskreises - - - -
Jahresergebnis - 1.011 718 1.730
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen -120 -246 76 -170
davon nicht reklassifizierbar - 101 8 109
davon versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste auf Pensionsrückstellungen - 106 8 114
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - -5 - -6
davon reklassifizierbar -120 -347 69 -279
davon unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen - -2.528 -425 -2.953
davon Währungsumrechnung - 319 399 718
davon Veränderung aus Cashflow-Hedges -120 -120 -10 -130
davon Veränderung aus Equity-Bewertung - -2 - -2
davon Veränderungen der Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​Shadow Accounting - 1.978 105 2.083
davon Veränderungen aus Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - 5 - 5
Gesamte erfasste Erträge und Aufwendungen -120 765 795 1.560
Kapitalerhöhungen - 12 - 13
Dividenden an Aktionäre - -379 -346 -725
Übrige erfolgsneutrale Veränderungen - -2 - -2
Stand zum 31.12.2021 118 10.776 7.169 17.945

1 Infolge der Auflösung einer Rückstellung erhöhten sich die Gewinnrücklagen um 57 Mio. EUR, deren Bildung vormals im Rahmen einer Eigenkapitaltransaktion (IFRS 10.23) erfolgte

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

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In Mio. EUR 2022 2021
I. 1. Jahresergebnis 2.461 1.730
I. 2. Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen 6.895 8.624
I. 3. Veränderung der abgegrenzten Abschlusskosten -495 -253
I. 4. Veränderung der Depotforderungen und -verbindlichkeiten sowie der Abrechnungsforderungen und -verbindlichkeiten -2.124 -1.701
I. 5. Veränderung der sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten 66 535
I. 6. Veränderung der Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen 3 10
I. 7. Veränderung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten -215 -30
I. 8. Gewinne/​Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen und Sachanlagen 14 -1.344
Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich Lebensversicherung,    
I. 9. soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird -1.782 2.076
I. 10. Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge (einschließlich Ertragsteueraufwand/​-ertrag) 1.144 404
I. Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 1, 2 5.966 10.049
II. 1. Mittelzufluss aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen 13 8
II. 2. Mittelabfluss aus dem Kauf von konsolidierten Unternehmen -63 -213
II. 3. Mittelzufluss aus dem Verkauf von Grundbesitz 49 201
II. 4. Mittelabfluss aus dem Kauf von Grundbesitz -438 -1.495
II. 5. Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten 31.617 35.075
II. 6. Mittelabfluss aus dem Kauf von Finanzinstrumenten -37.308 -41.121
II. 7. Veränderung der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 1.781 -2.072
II. 8. Veränderung der übrigen Kapitalanlagen -2.516 -287
II. 9. Zahlungswirksame Abflüsse aus dem Erwerb materieller und immaterielle Vermögenswerte -196 -169
II. 10. Zahlungswirksame Zuflüsse aus dem Verkauf materieller und immaterielle Vermögenswerte 63 11
II. Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit -6.997 -10.061
III. 1. Mittelzufluss aus Kapitalerhöhungen 9 13
III. 2. Mittelabfluss aus Kapitalherabsetzungen - -
III. 3. Gezahlte Dividenden -807 -725
III. 4. Veränderungen aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten 1.364 1.141
III. Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit 2 565 428
Veränderung der Finanzmittelfonds (I. + II. + III.) -466 417
Finanzmittelfonds zu Beginn des Berichtzeitraums 4.011 3.477
Finanzmittelfonds - Währungskurseinflüsse 61 116
Konsolidierungskreisbedingte Veränderungen des Finanzmittelfonds 3 -7 1
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums 4 3.600 4.011

1 Die Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 228 (144) Mio. EUR sowie erhaltene Dividenden von 505 (623) Mio. EUR und erhaltene Zinsen von 3.340 (3.301) Mio. EUR werden dem Kapitalfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugerechnet. Die erhaltenen Dividenden beinhalten ebenfalls dividendenähnliche Gewinnbeteiligungen aus Investmentfonds sowie Private-Equity-Gesellschaften
2 Die gezahlten Zinsen entfallen mit 177 (157) Mio. EUR auf den Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit und mit 414 (424) Mio. EUR auf den Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
3 Dieser Posten beinhaltet im Wesentlichen Konsolidierungskreisänderungen ohne Unternehmensveräußerungen bzw. -erwerbe
4 Der Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums umfasst zum Stichtag Finanzmittelfonds aus ausgewiesenen Veräußerungsgruppen in Höhe von 4 (9) Mio. EUR

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Konzernanhang

Allgemeine Informationen

Der Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochterunternehmen (zusammen Talanx Konzern oder Talanx Gruppe). Unmittelbar oder über Kooperationen ist die Gruppe in mehr als 175 Ländern aktiv. Sie bietet Versicherungsdienstleistungen sowohl im Schaden/​Unfall- als auch im Lebensversicherungsgeschäft, in der Rückversicherung sowie Geschäfte im Bereich Asset-Management.

Die Talanx AG hat ihren Sitz am HDI-Platz 1, 30659 Hannover, Deutschland, und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter der Nummer HR Hannover B 52546 eingetragen. Die Talanx AG ist die Finanz- und Management-Holding und agiert auch operativ als konzerninterner Rückversicherer für die Erstversicherungen.

Die Talanx AG gehört zu 78,86 (78,94) % dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (Obergesellschaft), Hannover (HDI V. a. G.). Der HDI V. a. G. ist nach § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, in den die Abschlüsse der Talanx AG und ihrer Tochtergesellschaften einbezogen sind. Der Konzernabschluss des HDI V. a. G. wird im Bundesanzeiger bekannt gegeben.

Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS

Der Konzernabschluss der Talanx Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie gemäß den nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften.

Versicherungsspezifische Geschäftsvorfälle, für die die IFRS keine gesonderten Regelungen enthalten, werden im Einklang mit IFRS 4 "Versicherungsverträge" nach den einschlägigen Bestimmungen der US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US GAAP) auf dem Stand der Erstanwendung des IFRS 4 am 1. Januar 2005 bilanziert und bewertet.

IFRS 4 fordert Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken aus Versicherungsverträgen. IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" fordert Ausführungen zu Risiken aus Finanzinstrumenten. § 315 Abs. 2 Nr. 1 HGB fordert für den Lagebericht ebenfalls Angaben zum Management versicherungstechnischer und finanzieller Risiken. Die entsprechenden Erläuterungen dazu finden sich im Risikobericht. Zu den Angaben nach IFRS 4 verweisen wir insbesondere auf Seite 120 - 127 "Versicherungstechnische Risiken", zu den Angaben nach IFRS 7 auf Seite 127 - 132 "Risiken aus Kapitalanlagen". Auf eine zusätzliche inhaltsgleiche Darstellung im Anhang haben wir verzichtet. Für einen Gesamtüberblick zur Risikosituation sind sowohl der Risikobericht als auch die Anhangangaben zu berücksichtigen. Zur besseren Orientierung verweisen wir im Risikobericht und im Anhang auf die korrespondierenden Erläuterungen.

Der Konzernabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt. Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf Millionen Euro (Mio. EUR), es sei denn, dass aus Gründen der Transparenz Betragsangaben in Tausend Euro (TEUR) erforderlich sind. In den Tabellen dieses Berichts können Rundungsdifferenzen auftreten. Betragsangaben in Klammern beziehen sich auf das Vorjahr.

Neu anzuwendende Standards/​Interpretationen und Änderungen von Standards

Der Konzern hat die folgenden geänderten IFRS-Vorschriften zum 1. Januar 2022 übernommen, die keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss hatten:

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Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", IAS 16 "Sachanlagen" und IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen"

Änderungen im Rahmen der "jährlichen Verbesserungen (Zyklus 2018-2020)": Änderungen an IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der IFRS", IFRS 9 "Finanzinstrumente", IFRS 16 "Leasingverhältnisse" und IAS 41 "Landwirtschaft"

Standards, Interpretationen und Änderungen zu veröffentlichten Standards, die 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind und die vom Konzern nicht frühzeitig angewandt werden

a) EU-Endorsement ist bereits erfolgt

Der am 24. Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung". IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte unterscheidet künftig zwischen Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten und richtet sich für letztere nach den Geschäftsmodellen, nach welchen der Vermögenswert gesteuert wird und den vertraglichen Zahlungsströmen. Stellen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag dar (Solely Payments of Principal and Interest = SPPI-Test), erfolgt die Bewertung für Fremdkapitalinstrumente in Abhängigkeit vom Geschäftsmodell entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten, erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Eigenkapitalinstrumente und Derivate werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Standard übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, wird aber vom Talanx Konzern aufgrund der Änderungen an IFRS 4 "Anwendung von IFRS 9 und IFRS 4" - welche es bestimmten Versicherungsunternehmen ermöglichen, die verpflichtende Anwendung von IFRS 9 zu verschieben - erst in Geschäftsjahren ab dem 1. Januar 2023 unter Berücksichtigung aller bis dahin vorgenommenen Anpassungen des Standards angewendet. Die Möglichkeit der Inanspruchnahme der vorübergehenden Befreiung von der Anwendung des IFRS 9 besteht für Unternehmen, die überwiegend im Versicherungsgeschäft tätig sind. Der Talanx Konzern erfüllt die notwendigen Voraussetzungen hierfür (der Anteil der Versicherungsaktivitäten des Konzerns lag am 31. Dezember 2015 bei 96,7 %, eine Änderung der Geschäftstätigkeit hat zwischenzeitlich nicht stattgefunden) und nimmt u. a. wegen der Wechselwirkung der Bilanzierung der Finanzinstrumente und Versicherungsverträge die Möglichkeit der Verschiebung in Anspruch. Die Anhangangaben im Rahmen des "Deferral Approach" (Zeitwerte der derzeit im Bestand befindlichen Finanzinstrumente, unterteilt nach dem Zahlungsstromkriterium sowie Angaben zu Ausfallrisiken der Wertpapiere, die den "SPPI-Test" bestehen), die eine gewisse Vergleichbarkeit mit den Unternehmen ermöglichen sollen, die bereits IFRS 9 anwenden, werden im Konzernanhang im Abschnitt "Sonstige Angaben" dargestellt.

Während die rückwirkende Anwendung von IFRS 17 (s. u.) die Erstellung von Vergleichszahlen des Geschäftsjahres 2022 vorsieht, gilt dies nicht für die Erstanwendung von IFRS 9. Der Konzern hat sich jedoch entschieden, das Wahlrecht des IFRS 9.7.2.15 anzuwenden und analog zu IFRS 17 das Geschäftsjahr 2022 anzupassen. Darüber hinaus hat das IASB mit den im Dezember 2021 veröffentlichten Änderungen an IFRS 17 "Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen" eine Übergangsoption in Bezug auf Vergleichsinformationen über finanzielle Vermögenswerte eingeführt. Diese Ergänzung des IFRS 17 erlaubt es - entgegen der ursprünglichen IFRS-9-Regelung - Erstanwendern des Standards, finanzielle Vermögenswerte in der Vergleichsperiode 2022 so darzustellen, als ob die Klassifizierungs- und Bewertungsregeln in IFRS 9 auch auf finanzielle Vermögenswerte angewendet worden wären, die 2022 ausgebucht wurden (Klassifizierungsüberlagerung). Der Konzern wird diesen Ansatz, einschließlich der Bestimmungen des IFRS 9 zu Wertminderungen, konsistent auf alle hierfür infrage kommenden Finanzinstrumente anwenden. Das EU-Endorsement dieser Änderung erfolgte im September 2022.

Über das konzernweit aufgesetzte und bis Mitte 2023 geplante Projekt IFRS 9 stellen wir sicher, dass die Implementierung der umfangreichen Anforderungen in den Prozessen und Systemen des Konzerns fristgerecht umgesetzt wird, sowie eine Analyse der Auswirkungen des Standards auf die Konzernfinanzdaten und die Abschlussprozesse durchgeführt wird. Zudem haben wir die technische Umsetzung im Rahmen einer Parallelphase für das Geschäftsjahr 2022 erprobt. Zum Übergangszeitpunkt 1. Januar 2022 erwarten wir aus der Umstellung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten im Wesentlichen die folgenden Auswirkungen:

Aufgrund der Natur des Versicherungsgeschäftes erwarten wir, dass der überwiegende Teil unseres Portfolios an Fremdkapitalinstrumenten dem Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" zugeordnet wird. Dem folgend wird erwartet, dass ein maßgeblicher Teil dieser Finanzinstrumente im Konzern erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird (ca. 119 Mrd. EUR per 1. Januar 2022). Hierin enthalten sind u. a. Eigenkapitalinstrumente in Höhe von knapp über 1 Mrd. EUR, für die der Talanx Konzern das Wahlrecht ausgeübt hat, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert, ohne die Möglichkeit der späteren erfolgswirksamen Vereinnahmung bei Veräußerung, zu bewerten. Das Geschäftsmodell Halten wird nur noch in Ausnahmefällen relevant sein, wodurch sich der Bestand der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente nach unseren Analysen deutlich auf knapp unter 1 Mrd. EUR reduzieren wird und künftig eine untergeordnete Rolle am gesamten Kapitalanlagebestand ausmacht. Die neuen Klassifizierungsregeln des IFRS 9 werden zudem dazu führen, dass deutlich mehr Finanzinstrumente erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet werden (ca. 16 Mrd. EUR per 1. Januar 2022). Dies trifft u. a. auf unsere Derivate, komplexe strukturierte Produkte, Anteile an Publikumsfonds, Investmentverträge und Private-Equity-Beteiligungen zu sowie auf Schuldinstrumente, welche den SPPI-Test nicht bestehen. Auswirkungen sind auch von dem neuen Wertminderungsmodell für Fremdkapitalinstrumente zu erwarten. Für die Erfassung von Wertminderungen sieht IFRS 9 ein "Modell der erwarteten Verluste" (Expected Loss Model) vor, bei dem - anders als im bisherigen "Modell der eingetretenen Verluste" (Incurred Loss Model) des IAS 39 - erwartete Verluste bereits vor deren Eintritt antizipiert und bilanziell als Aufwand berücksichtigt werden müssen. In der Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2022 wurde erstmals eine Risikovorsorge in Höhe von ca. 0,1 Mrd. EUR erfasst. Das bilanzielle Hedge Accounting nach IFRS 9 ist stärker am Risikomanagement eines Unternehmens ausgerichtet als die bisherigen Regelungen des IAS 39; materielle Auswirkungen auf bestehende Hedge-Beziehungen erwarten wir nicht. Die endgültigen Auswirkungen von IFRS 9 können zudem nur unter Beachtung der Wechselwirkung mit dem Bilanzierungsstandard IFRS 17 vollständig bestimmt werden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses standen u. a. noch die letzten Prüfungshandlungen aus (s. u.).

Die Anzahl und Größe der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode im Konzernabschluss einbezogen werden und aufgrund lokaler Vorschriften den IFRS 9 bereits anwenden müssen, sind von untergeordneter Bedeutung. Daher wurde bei diesen Gesellschaften auf eine Umbewertung sowie Angabe weiterer Informationen verzichtet.

Mit dem IFRS 17 "Versicherungsverträge" werden erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung und die Darstellung von Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung implementiert.

IFRS 17 wurde am 18. Mai 2017 vom IASB veröffentlicht und löst zum 1. Januar 2023 den gegenwärtig gültigen IFRS 4 ab. Mit der Bekanntgabe der Verordnung (EU) Nr. 2021/​2036 wurde IFRS 17 einschließlich der Änderungen aus Juni 2020 in EU-Recht übernommen und ist in dieser Fassung spätestens für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Gleichzeitig hat die Verordnung jedoch eine nur in der EU geltende optionale Ausnahme festgelegt, wonach Unternehmen für Verträge mit einer Überschussbeteiligung - wie sie in Deutschland und einer Reihe anderer EU-Staaten üblich ist - eine optionale Erleichterung in Bezug auf die Jahreskohortenregelung nutzen können. Dieses Wahlrecht nimmt der Talanx Konzern nicht in Anspruch und wird IFRS 17 in der IASB-Fassung für das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2023 anwenden.

Die wichtigsten Änderungen des Standards umfassen u. a. die Darstellung der Versicherungstechnik in der Bilanz und GuV, die Diskontierung von Schadenrückstellungen, eine höhere Transparenz von verlustbringenden Portfolios und die Einführung der Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken.

IFRS 17 gibt drei Bewertungsmodelle vor, die ein unterschiedliches Ausmaß der Beteiligung der Versicherungsnehmer am Investmentergebnis bzw. am Unternehmenserfolg widerspiegeln. Das allgemeine Bewertungsmodell (General Measurement Model - GMM), der variable Gebührenansatz (Variable Fee Approach - VFA) und der Prämienallokationsansatz (Premium Allocation Approach - PAA). Die Bewertung erfolgt nicht auf der Ebene einzelner Verträge, sondern auf der Basis von Gruppen von Verträgen. Um Gruppen von Verträgen zu bilden, muss ein Unternehmen zunächst Portfolios definieren, die Verträge mit ähnlichen Risiken enthalten, die gemeinsam gesteuert werden. Diese Portfolios sind auf Grundlage von Rentabilität und Jahreskohorten in Gruppen von Verträgen zu unterteilen.

Die Bewertung nach dem allgemeinen Bewertungsmodell (GMM) basiert auf vier Bausteinen. Diese sind 1) die erwarteten Zahlungsströme aus dem Vertrag, 2) Diskontierung, 3) nicht finanzielle Risikoanpassung und 4) die vertragliche Servicemarge (CSM). In einem ersten Schritt sind sämtliche erwarteten Zahlungen (Einzahlungen und Auszahlungen) innerhalb der Grenzen der Versicherungsverträge zu schätzen, ohne dabei bereits künftige nicht finanzielle Risikoanpassungen zu berücksichtigen. Neben den erhaltenen Prämien und den Leistungen an die Versicherungsnehmer umfassen diese Zahlungsströme u. a. die zurechenbaren Kosten für Abschluss, Schadenbearbeitung, Vertragsverwaltung und direkt zurechenbare Gemeinkosten. Um den Zeitwert des Geldes zu berücksichtigen, werden diese künftigen Zahlungsflüsse in einem zweiten Schritt auf den Bewertungszeitpunkt zum Bilanzstichtag diskontiert. Der resultierende Barwert der Zahlungsströme wird anschließend um einen nicht finanziellen Risikozuschlag angepasst. Dieser nicht finanzielle Risikozuschlag repräsentiert die Kompensation, die ein Versicherer für die Übernahme der Unsicherheiten in Bezug auf Höhe und Zeitpunkt der künftigen Zahlungen berechnet. Diese drei Bausteine zusammen ergeben dann den Erfüllungsbetrag des Versicherungsvertrages. Den vierten Baustein stellt die CSM dar. Übersteigt der erwartete Barwert aus den Einzahlungen den erwarteten Barwert der Auszahlung inklusive Risikoanpassung, so ist der Erfüllungsbetrag positiv und wird im Zugangszeitpunkt als CSM bilanziert.

Die CSM spiegelt somit den erwarteten zukünftigen Ertrag aus einer Gruppe von Versicherungsverträgen über deren gesamte Vertragslaufzeit wider und geht als Passivposten in die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellung ein. Der Bilanzansatz erwartungsgemäß profitabler Verträge bleibt damit erfolgsneutral. Dabei wird den Verträgen in jeder Periode eine Leistung in Form von Versicherungsservice gewährt. Zum Versicherungsservice zählen die Zahlung im Falle des Eintritts des versicherten Risikos und Zahlungen im Rahmen des Investment-Service, also eine Investition von gezahlten Versicherungsprämien am Kapitalmarkt und anschließende Beteiligung der Verträge an den am Kapitalmarkt erzielten Einnahmen. Für die Erbringung dieses Service wird in der Folgebewertung ein Betrag aus der CSM als Service-Fee entnommen und erfolgswirksam als ein Bestandteil des Versicherungsumsatzes in der GuV erfasst. Die Bemessung dieses Services in einer Periode wird über sogenannte Deckungseinheiten bemessen. Diese Deckungseinheiten basieren auf Volumengrößen, die ins Verhältnis zwischen deren Höhe am Ende der abgelaufenen Periode und der gesamten Vertragslaufzeit gesetzt werden, um den Service für die Periode zu bestimmen. Die Deckungseinheiten wählen wir für jedes Versicherungsgeschäft so, dass sie die jeweilige Leistungserbringung bestmöglich widerspiegeln. Im Erstversicherungsbereich, etwa bei Verträgen mit Überschussbeteiligung (s. Ausführungen zum VFA), wird der Versicherungsservice bei Risikoversicherungen in der Regel mit der Beitragssumme bemessen, bei Rentenversicherungen mit der zukünftigen erwarteten Jahresrente als Volumengröße für das Langlebigkeitsrisiko. Zusätzlich wird der Investment-Service anhand des am Kapitalmarkt investierten Kapitals für den Vertrag approximiert. Änderungen in den Annahmen der künftigen Zahlungsströme, die sich nicht auf Zinsen bzw. finanzielle Risiken beziehen, werden gegen die vertragliche Servicemarge (CSM) gebucht und über die Dauer des noch zu erbringenden Versicherungsschutzes und der Investmentmanagement-Dienstleistung verteilt.

Ebenso wird die vertragliche Servicemarge um die Aufzinsung, deren Zinssatz beim erstmaligen Ansatz der Gruppe von Verträgen festgelegt wurde, angepasst. Wird die Servicemarge negativ (Verlustkomponente), ist der entsprechende Betrag erfolgswirksam zu erfassen.

Das allgemeine Bewertungsmodell findet in der Talanx Gruppe insbesondere im Geschäftsbereich Rückversicherung, bei der Talanx AG als konzerninternen Rückversicherer im Segment Konzernfunktionen und zum Teil in den Geschäftsbereichen Privat- und Firmenversicherung Deutschland und International Anwendung.

Für das Lebensversicherungsgeschäft mit Überschussbeteiligung ist eine modifizierte Form des allgemeinen Bewertungsmodells anzuwenden, der "Variable Fee Approach" (VFA). Der VFA unterscheidet sich im Wesentlichen in der Folgebewertung der vertraglichen Servicemarge (CSM) von der allgemeinen Methodik des GMM. Im VFA werden zukünftige Änderungen der Annahmen grundsätzlich gegen die CSM gebucht und wirken sich über die Auflösung der CSM in der Gewinn- und Verlustrechnung aus. Die vertragliche Servicemarge wird insoweit um den auf das Unternehmen entfallenden Anteil von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der zugrunde liegenden Referenzwerte angepasst. Referenzwerte sind Werte, die einen Teil der Zahlungen an den Versicherungsnehmer bestimmen, z. B. ein lokaler Rohüberschuss, eine einzelne Ergebnisgröße oder Kapitalanlagen, solange gewährleistet ist, dass diese im Versicherungsvertrag eindeutig bestimmt sind und die Zahlungen an den Versicherungsnehmer mit den Zeitwertveränderungen der Referenzwerte schwanken. Für das deutsche Lebensversicherungsgeschäft sieht die Überschussbeteiligung eine Teilhabe des Versicherungsnehmers im Wesentlichen am Kapitalanlage-, Risiko- und Kostenergebnis vor. Der Referenzwert orientiert sich an der Basis dieser Überschussbeteiligung. Die CSM repräsentiert also unseren Anteil an dem Ergebnis aus den Referenzwerten als eine "variable Gebühr" und stellt die Kompensation für die Verwaltung und das Management des Referenzwerts dar. Eine explizite Aufzinsung der CSM erfolgt grundsätzlich nicht, da die vertragliche Servicemarge effektiv neu bewertet wird, wenn sie um Änderungen der finanziellen Risiken angepasst wird. Nach Anpassung der CSM erfolgt eine Vereinnahmung dieser auf Basis der erwarteten zukünftigen Leistungen, verteilt auf die Deckungseinheiten (s. o.). Die Ermittlung des Erfüllungsbetrags erfolgt, wenn Gegenstand dieser überschussberechtigten Verträge, unter Berücksichtigung der vertraglichen Optionen und Garantien auf marktkonsistenter Basis im Rahmen aktuarieller (stochastischer) Modellierungen.

Die Anwendung des VFA ist nur möglich, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:

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Vertragliche Regelungen spezifizieren, dass der Versicherungsnehmer an einem eindeutig identifizierten Portfolio von zugrunde liegenden Referenzwerten partizipiert,

das Versicherungsunternehmen erwartet, dass der Versicherungsnehmer einen substanziellen Anteil an den Erträgen aus dem beizulegenden Zeitwert der zugrunde liegenden Referenzwerte erhält, und

die vertraglichen Zahlungsströme, die in der Erwartung mit der Entwicklung der zugrunde liegenden Referenzwerte variieren, einen substanziellen Teil der Zahlungsströme ausmachen, die dem Versicherungsnehmer erwartungsgemäß gezahlt werden

Die Beurteilung, ob ein Versicherungsvertrag diese drei Kriterien erfüllt, wird zu Vertragsbeginn vorgenommen und später nicht geändert, außer im Falle einer wesentlichen Vertragsänderung.

Wir wenden den VFA insofern für Geschäft mit direkter Gewinnbeteiligung des Versicherungsnehmers an, so auch bei der Bewertung der fondsgebundenen Versicherungsverträge. Dies betrifft in der Talanx Gruppe vor allem die beiden Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und Privat- und Firmenversicherung International. Für die aktive und passive Rückversicherung ist dieser Ansatz nicht zulässig.

Noch stärker als beim GMM stellt die Auflösung der Servicemarge und der Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken beim VFA künftig in der GuV die Hauptkomponente für das operative Ergebnis dar.

Der Prämienallokationsansatz (PAA) ist ein vereinfachter Ansatz, der insbesondere für kurz laufende Verträge (Deckungszeitraum nicht mehr als zwölf Monate) angewendet werden kann oder sofern die Bewertung der Deckungsrückstellung nicht wesentlich von der Bewertung nach allgemeinem Bewertungsmodell abweicht. Der Prämienallokationsansatz bildet die Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz wie bislang über Prämienüberträge abzüglich möglicher Abschlusskosten zur Erlangung des Versicherungsvertrags ab. Für kurz laufende Verträge enthält der Standard ein Wahlrecht für den Verzicht auf die Abzinsung dieser Deckungsrückstellung, das der Talanx Konzern ausüben wird. Für die entsprechende Schadenrückstellung führt der Standard eine verpflichtende Abzinsung sowie eine Risikoanpassung für nichtfinanzielle Risiken ein. Im Konzern findet der Prämienallokationsansatz insbesondere Anwendung im Schaden/​Unfall-Erstversicherungsgeschäft, sofern die Verträge die oben genannten Voraussetzungen erfüllen.

Am Ende einer Berichtsperiode entspricht der Buchwert einer Gruppe von Versicherungsverträgen der Summe aus der Deckungsrückstellung und der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle. Die Deckungsrückstellung in IFRS 17 besteht aus den Erfüllungszahlungsströmen für zukünftige Leistungen und gegebenenfalls der vertraglichen Servicemarge (GMM und VFA), während die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle aus den Erfüllungszahlungsströmen für bereits eingetretene Leistungen besteht.

Bei allen drei Bewertungsmodellen ist die Bewertung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle von den Prinzipien her identisch, mit Ausnahme der Ermittlung der zur Diskontierung verwendeten Zinssätze, die beim Erstansatz festgesetzt werden.

Auf Basis der vorläufigen und noch mit Unsicherheit behafteten Schätzung des erwarteten Versicherungsumsatzes für das Jahr 2022 würde sich folgende Aufteilung der Versicherungsbestände nach den Bewertungsmodellen ergeben: GMM rund 60 %, PAA rund 35 %, VFA rund 5 %.

Zu jedem Bilanzstichtag werden die für die Deckungsrückstellungen (nicht beim PAA, s. o.) bzw. die für die nicht kurzfristigen Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle erwarteten Zahlungsströme mit aktuellen Zinssätzen neu bewertet; Gleiches gilt für die Risikoanpassung. Für die Diskontierung der Versicherungsverpflichtung verwenden wir konzerneinheitlich währungsspezifische, risikofreie Zinskurven, die angepasst werden, um die Charakteristiken der Zahlungsströme und die (Il-)Liquidität der unterliegenden Versicherungsverträge (Bottom-up-Ansatz) zu berücksichtigen. Die dabei verwendeten Illiquiditätsprämien basieren auf risikoadjustierten Spreads von Unternehmens- und Staatsanleihen. Diese Anpassungen erfolgen in Form einer ergänzenden Illiquiditätsprämie (ILP) je Währung, die folgenden Maßgaben bzw. Annahmen genügt:

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Die Illiquidität der unterliegenden Versicherungsverträge ist definiert über die Vorhersagbarkeit ihrer resultierenden Zahlungsströme, denn je schlechter ein Zahlungsstrom vorhersagbar ist, desto weniger kann man diesen mit illiquiden Kapitalanlagen bedecken

Alle Merkmale eines Versicherungsvertrags (oder einer Gruppe von Versicherungsverträgen) können vollständig durch die Merkmale seiner resultierenden Zahlungsströme beschrieben und bewertet werden

Die Unsicherheiten in den Zahlungsströmen, die gegebenenfalls durch Schwankungen von Finanzmarktparametern verursacht werden, werden gemäß IFRS 17.33 a) i. V. m. IFRS 17.B86 in der Schätzung der künftigen Zahlungsströme abgebildet, anstatt sie implizit durch die Anpassung der risikofreien und vollständig illiquiden Zinsstrukturkurve durch eine Verringerung der Illiquiditätsprämie widerzuspiegeln.

Die ILP werden auf der Grundlage von am Markt beobachtbaren Liquiditätsprämien bei finanziellen Vermögenswerten geschätzt, die angepasst wurden, um die Illiquiditätsmerkmale der Zahlungsströme der Verbindlichkeiten widerzuspiegeln. Die dabei verwendeten Illiquiditätsprämien basieren auf risikoadjustierten Spreads von Unternehmens- und Staatsanleihen

Die Methode zur Berechnung der ILP ähnelt der Methode der EIOPA zur Berechnung der Volatilitätsanpassung im Rahmen von Solvency 2, verwendet jedoch unser eigenes Portfolio im Gegensatz zum Portfolio der Versicherungsbranche der EIOPA

Die nicht finanzielle Risikoanpassung einer Gruppe von Versicherungsverträgen ist der Ausgleich, der erforderlich ist, um die Ungewissheit über die Höhe und den Zeitpunkt der Zahlungsströme zu tragen, die sich aus dem nicht finanziellen Risiko ergibt (z. B. Versicherungsrisiko, Kostenrisiko und insbesondere das Risiko des Verhaltens der Versicherungsnehmer). Um den unterschiedlichen Geschäftsmodellen im Konzern gerecht zu werden, wendet Talanx zwei Methoden bei der Ermittlung der nicht finanziellen Risikoanpassung an:

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Für den Geschäftsbereich Rückversicherung und unser internes Rückversicherungsgeschäft in der Talanx AG wenden wir einen Pricing-Margin-Approach an. Dieser Ansatz greift auf den Sachverhalt zurück, dass die Frage nach dem erforderlichen Ausgleich für die Ungewissheit der Zahlungsströme bereits im Rahmen der Prämienbestimmung beantwortet wird. Die dort ermittelten Zuschläge werden auf die Zahlungsströme angewendet und bilden damit auch die Risikoanpassung gemäß IFRS 17

Für den übrigen Konzernteil wenden wir die Konfidence-Level-Methode an, und zwar mit einem Konfidenzlevel von 75 % (Ausnahme HDI Global Specialty SE, Hannover, mit 65 %)

Hinsichtlich der Angabepflichten geht Talanx derzeit davon aus, eine Gesamtlösung mit einem zweifachen Konfidenzniveauausweis einzuführen zuzüglich eines freiwilligen Ausweises eines geschätzten, konzernweiten Konfidenzniveaus unter der Annahme der vollständigen Diversifikation der nicht finanziellen Risiken zwischen den Risikoträgern des Konzerns. Die Angaben beabsichtigen wir im Einklang zur Ermittlung der Risikoanpassung in einer "ultimativen Sicht" auszuweisen, d. h. unter Berücksichtigung aller anzusetzenden Zahlungsverpflichtungen bis zur vollständigen Begleichung.

Es besteht eine Option, Abzinsungseffekte der nicht finanziellen Risikoanpassung nicht gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung darzustellen, sondern in einer Zeile unter dem versicherungstechnischen Ergebnis. Von dieser Vereinfachungsmöglichkeit gemäß IFRS 17.81 wird im Konzern Gebrauch gemacht, mit einer Ausnahme für die Personen-Rückversicherung, was in dem unterschiedlichen Versicherungsgeschäft begründet ist.

Darstellung: Losgelöst vom Bewertungsverfahren werden in der Bilanz die aktivierten Abschlusskosten und die Forderungen/​ Verbindlichkeiten (einschließlich der Depotforderungen/​-verbindlichkeiten) aus dem Versicherungsgeschäft nicht mehr separat, sondern als Teil der Vermögenswerte/​Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft ausgewiesen. Dies wird in der Eröffnungsbilanz per 1. Januar 2022 zu einer Bilanzverkürzung im niedrigen zweistelligen Mrd.-Euro-Bereich führen, die jedoch kaum eine Auswirkung auf das Eigenkapital hat.

Darüber hinaus ändert der Standard die Struktur der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung grundlegend und unterscheidet zwischen dem versicherungstechnischen Ergebnis, das sich aus den versicherungstechnischen Erträgen und den versicherungstechnischen Aufwendungen sowie dem Ergebnis aus gehaltenen Rückversicherungsverträgen zusammensetzen wird, und den Versicherungsfinanzerträgen und -aufwendungen.

Als versicherungstechnische Erträge (Versicherungsumsatz) werden statt der gebuchten Prämien in jeder Periode die Änderungen aus der diskontierten Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ausgewiesen (Deckungsrückstellung), für die das Versicherungsunternehmen ein Entgelt erhält, abzüglich Ein- und Auszahlungen von Sparkomponenten. Auch dürfen bestimmte Provisionen an Zedenten künftig nicht mehr im Versicherungsumsatz ausgewiesen werden. Wir erwarten daher bei gleichem Geschäftsvolumen eine Verminderung des ausgewiesenen IFRS-17-Versicherungsumsatzes per 31. Dezember 2022 im Vergleich zum derzeitigen Ausweis der gebuchten Bruttoprämie, allerdings ohne wesentliche Beeinflussung des versicherungstechnischen Ergebnisses.

Die versicherungstechnischen Aufwendungen bilden im Wesentlichen die Veränderung der Schadenrückstellung inklusive der Verlustkomponente in der GuV ab.

Das Ergebnis aus Rückversicherungsverträgen ist getrennt von den Erträgen oder Aufwendungen aus ausgestellten Versicherungsverträgen darzustellen und setzt sich im Wesentlichen zusammen aus den gezahlten Beiträgen an unsere Rückversicherer und der Beteiligung der Rückversicherer an unseren Schadenaufwendungen.

In der Position Versicherungsfinanzerträge und -aufwände werden alle Änderungen der versicherungstechnischen Positionen gebucht, die durch den Zeitwert des Geldes oder Änderungen des Zeitwerts des Geldes oder durch andere finanzielle Risiken hervorgerufen werden. Versicherungsfinanzerträge und -aufwände können je Portfolio entweder vollständig erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst oder auf die Gewinn- und Verlustrechnung und das sonstige Ergebnis aufgeteilt werden (OCI-Option). Um die Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung zu vermindern, wird der Talanx Konzern das Wahlrecht für nahezu alle Portfolios in Anspruch nehmen und den Versicherungsfinanzertrag und -aufwand zwischen der Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Ergebnis aufteilen. Bei Anwendung des VFA wird wegen der besonderen Verknüpfung mit der Aktivseite das erfolgswirksame Ergebnis für die Passivseite in dieser Position (Versicherungsfinanzertrag und -aufwand) gespiegelt. Das positive Kapitalanlageergebnis wird dabei durch entsprechenden Versicherungsfinanzaufwand aus den Versicherungsverträgen ausgeglichen. Ein darüber hinausgehender Anteil wird erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die Erstanwendung von IFRS 17 zum 1. Januar 2023 hat grundsätzlich retrospektiv nach dem Full Retrospective Approach (FRA) zu erfolgen. Sofern keine ausreichende Datengrundlage für eine vollständige retrospektive Anwendung des IFRS 17 vorliegt, besteht ein Wahlrecht zur Anwendung eines modifizierten retrospektiven Ansatzes (MRA) - sofern hierfür ausreichend angemessene und belastbare Daten zur Verfügung stehen - oder des Fair-Value-Ansatzes (FVA). Das Ziel des modifizierten rückwirkenden Ansatzes ist es, anhand angemessener und belastbarer Informationen, die ohne unangemessenen Kosten- oder Zeitaufwand verfügbar sind, das Ergebnis zu erzielen, das der rückwirkenden Anwendung am nächsten kommt. In dem Maße, in dem eine rückwirkende Anwendung nicht möglich ist, sind bestimmte Modifikationen zulässig. Nach dem Fair-Value-Ansatz wird die vertragliche Servicemarge einer Gruppe von Versicherungsverträgen zum Übergangszeitpunkt als die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert nach IFRS 13 und den Erfüllungszahlungsströmen nach IFRS 17 bestimmt.

Im Talanx Konzern werden wir von allen drei Verfahren in Abhängigkeit von der Datenverfügbarkeit Gebrauch machen. Im Wesentlichen wenden wir im Konzern für Bestände ab 2016 den FRA an. Eine Ausnahme betrifft das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben sowie eine Gesellschaft im Segment Privat- und Firmenversicherung International. Dort wird aufgrund der Datenqualität im Lebensversicherungsbereich der Variable Fee Approach mit dem FRA erst ab 2019 respektive 2021 angewandt. Vor 2016 finden hier abhängig von der Datenlage und Modellierungsqualität der Gruppen von Verträgen die Methoden MRA und FVA in großem Umfang Anwendung. Dies gilt sowohl für die aktiven als auch für die passiven Versicherungsverträge. Im Schaden/​Unfallbereich wird, sofern eine retrospektive Anwendung nicht möglich ist, der FVA genutzt. Im Erstversicherungsbereich findet der MRA im Wesentlichen in der Lebensversicherungsbewertung von direkt überschussberechtigten Versicherungsverträgen Anwendung. Dort wurden die nachfolgenden, von dem MRA zur Verfügung gestellten Vereinfachungen herangezogen:

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Verträge, die im Abstand von mehr als einem Jahr ausgestellt sind, werden in Gruppen von Rechnungszinsgenerationen zusammengefasst

Identifizierung von direkter Überschussbeteiligung, basierend auf den Informationen zum 1. Januar 2022. Konkret wird davon ausgegangen, dass für Verträge mit Überschussbeteiligung auch in der Vergangenheit der VFA hätte angesetzt werden dürfen.

Gekaufte Versicherungsbestände und selbst abgeschlossenes Geschäft werden nicht unterschieden

Verwendung einer Zinsstrukturkurve, die für mindestens drei Jahre unmittelbar vor dem Übergangszeitpunkt auf IFRS 17 der geschätzten Zinsstrukturkurve nahekommt, die auf dem allgemeinen Ansatz zur Berechnung von Diskontsätzen basiert

Anpassung nur um den Betrag der erwarteten Auflösung der nicht finanziellen Risikoanpassung um die erwarteten Auflösungen vor dem 1. Januar 2022

Gemäß IFRS17.C17(e) dürfen zum 1. Januar 2022 bestehende Verlustkomponenten ausgenullt werden und die Deckungsrückstellung entsprechend erhöht werden. Von der Vereinfachung betroffen sind Teile des überschussberechtigen Lebensversicherungsgeschäfts

Bestimmung des OCI: Das OCI der versicherungstechnischen Rückstellungen im VFA zum 1. Januar 2022 ergibt sich aus dem OCI der Kapitalanlagen, bilanziert nach IFRS 9, multipliziert mit dem Anteil der Kapitalanlagen, die dazu dienen, die Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft zu decken, das mit VFA bewertet wird. Das OCI der versicherungstechnischen Rückstellungen im GMM zum 1. Januar 2022 ergibt sich als Differenz der versicherungstechnischen Reserven, diskontiert zum eingelockten Zins aus dem Zugangsjahr der Verträge, und dem aktuellen Stichtagszins. Im Saldo der versicherungstechnischen OCI-Positionen und dem Kapitalanlage-OCI ergibt sich insgesamt das OCI aus den Kapitalanlagen, die nicht zur Bedeckung von Versicherungsverpflichtungen dienen

Die CSM (oder die Verlustkomponente) zum 1. Januar 2022 wurde wie folgt ermittelt. Der beizulegende Zeitwert der zugrunde liegenden Referenzwerte zum 1. Januar 2022 abzüglich der Erfüllungszahlungsströme zum 1. Januar 2022, bereinigt um:

den Versicherungsnehmern in Rechnung gestellte Beträge (einschließlich der abgezogenen Kosten von den zugrunde liegenden Referenzwerten) vor dem 1. Januar 2022

vor dem 1. Januar 2022 gezahlte Beträge und die Basis der zugrunde liegenden Referenzwerte nicht beeinflussende Beträge

Auflösung der nicht finanziellen Risikoanpassung vor dem 1. Januar 2022

vor dem Übergangszeitpunkt gezahlte Abschlusskosten, die der Gruppe von Versicherungsverträgen zugeordnet werden

Aktueller Umsetzungsstand: Das mehrjährige, vom Konzern gesteuerte IFRS-17-Projekt der Talanx Gruppe, in dem die Auswirkungen des Standards einschließlich der Wechselwirkung mit IFRS 9 auf den Konzernabschluss untersucht und die notwendigen Umsetzungsschritte eingeleitet wurden, wurde im Berichtsjahr weitgehend in die Linie übergeben. Die Ausarbeitung rechnungslegungstechnischer Grundlagen und die Implementierung der umfangreichen Anforderungen in den Prozessen und Systemen des Konzerns sind erfolgt; Dokumentationen und Analysen dauern weiter an. Im Berichtsjahr wurde eine vorläufige Eröffnungsbilanz sowie vorläufige Quartalsabschlüsse nach IFRS 17 erstellt. Die interne Qualitätssicherung und die Durchsicht durch den Abschlussprüfer ist zum Abschlussstichtag noch nicht abgeschlossen. Daher ist es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Konzernabschlusses noch nicht möglich, die Auswirkungen auf die IFRS-17-Eröffnungsbilanz des Konzerns bzw. nachfolgender Perioden final zu quantifizieren.

Basierend auf den bisher durchgeführten Analysen erwarten wir im Übergangszeitpunkt zu IFRS 17 zum 1. Januar 2022 folgende Eigenkapitaleffekte:

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Im Geschäftsbereich Industrieversicherung und im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall wirkt die verpflichtende Diskontierung der Schadenrückstellung eigenkapitalerhöhend. Der eigenkapitalerhöhende Effekt der Diskontierung der Schadenrückstellung wird allerdings durch die Einführung der Risikoanpassung weitestgehend kompensiert. Aus diesem Grund erwarten wir für das Schaden/​Unfallgeschäft keine wesentlichen Eigenkapitaleffekte

Im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben erwarten wir einen eigenkapitalmindernden Effekt. Aufgrund der Bewertung mit aktuellen Zinssätzen sowie einer detaillierten Modellierung der Zahlungsströme erwarten wir hier einen Anstieg der Versicherungsverpflichtung. Des Weiteren werden manche der aktuell im Eigenkapital bilanzierten Gewinnanteile nach Einführung von IFRS 17 Bestandteil der Versicherungsverpflichtung sein, und zwar Teil der vertraglichen Servicemarge, was auch einen erhöhenden Effekt auf die Versicherungsverpflichtung haben wird

Das Eigenkapital im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wird voraussichtlich leicht steigen

Im Bereich der Schaden-Rückversicherung ergibt sich insgesamt lediglich eine geringe Veränderung der Höhe der versicherungstechnischen Nettoverbindlichkeit. Zwar verringert die Diskontierung der Zahlungsströme die Nettoverbindlichkeit, jedoch ist dieser Effekt aufgrund der üblicherweise kurzen Laufzeit der Verträge moderat. Kompensiert wird die Auswirkung der Diskontierung vom Ansatz der vertraglichen Servicemarge, der Verlustkomponente, der Risikoanpassung und sonstigen Bewertungseffekten

Ein erwartungsgemäß signifikanter Anstieg der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten ergibt sich im Segment Personen-Rückversicherung. Dieser resultiert im Wesentlichen aus der Bewertung von Portfolios im US-amerikanischen und asiatischen Markt sowie aus Großbritannien

Im Segment Konzernfunktionen wird sich das Eigenkapital voraussichtlich leicht reduzieren. Belastend wirken die verpflichtende Bilanzierung der Verlustkomponente sowie die Risikoanpassung. Zwar verringert die Diskontierung der Zahlungsströme die Nettoverbindlichkeit, jedoch ist dieser Effekt aufgrund der üblicherweise kurzen Abwicklungsdauer sowie des historisch eher niedrigen Zinsniveaus moderat

Vermindert um den mitigierenden Effekt latenter Steuern erwarten wir im Übergangszeitpunkt aus der Einführung von IFRS 9 und 17 einen Rückgang des ausgewiesenen Eigenkapitals um etwa 2,1 Mrd. EUR bezogen auf den Konzernanteil (Eigenanteil ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter). Dieser Effekt ist insbesondere auf die Bewertung im Lebensversicherungsbereich (Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und Personen-Rückversicherung) zurückzuführen und wesentlich von dem zum Übergangszeitpunkt 1. Januar 2022 vorherrschenden Zinsniveau getrieben. Im Laufe des Jahres 2022 mit steigenden Zinsen ergibt sich ein wesentlich geringerer Unterschiedsbetrag. Die Verminderung des Eigenkapitals wirkt sich zum Umstellungszeitpunkt positiv auf die Kennzahl "Eigenkapitalrendite" aus, jedoch kehrt sich dieser Effekt infolge der aktuellen Zinsentwicklung 2022 um.

Da im Schaden/​Unfall-Erstversicherungsbereich der PAA angewendet wird, erwarten wir den größten Teil der vertraglichen Servicemarge aus dem Geschäftsbereich Rückversicherung und den Lebensversicherungsbereichen. Der Verminderung des ausgewiesenen Eigenkapitals steht die Bildung der vertraglichen Servicemarge als Barwert zukünftig erwarteter Gewinne gegenüber. Diese wird für den Konzern zum Übergangszeitpunkt eine Größenordnung von ca. 9 Mrd. EUR aufweisen. Auch der Eigenanteil nach Steuern, ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, dürfte den Rückgang des ausgewiesenen Eigenkapitals betragsmäßig deutlich übersteigen.

Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote bleibt auch nach IFRS 17 eine zentrale Kennzahl im Schaden/​Unfallbereich. Wir erwarten eine Reduzierung der kombinierten Schaden-/​Kostenquote insbesondere wegen der Diskontierung der Schadenrückstellung.

Darüber hinaus wurden weitere Standardänderungen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden:

NEU ANZUWENDENDE STANDARDÄNDERUNGEN

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Standard Titel des Standards/​der Interpretation/​ der Änderung Erstmalige Anwendung 1
IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 1.1.2023
IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1.1.2023
IAS 12 "Ertragsteuern" Latente Steuern aus Transaktionen, bei denen bei erstmaliger Erfassung betragsgleiche steuerpflichtige und abzugsfähige temporäre Differenzen entstehen 1.1.2023

1 Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

b) EU-Endorsement ist noch ausstehend

Zudem wurden die folgenden Standardänderungen verabschiedet, die jedoch erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden:

NEU ANZUWENDENDE STANDARDÄNDERUNGEN

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Standard Titel des Standards/​der Interpretation/​ der Änderung Erstmalige Anwendung 1
IAS 1 "Darstellung des Abschlusses" Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig 1.1.2024
IFRS 16 Leasingverbindlichkeit im Falle einer Sale-and-Lease-back-Transaktion 1.1.2024
IAS 1 Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen 1.1.2024

1 Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen

Einführung der globalen Mindestbesteuerung

Im Dezember 2021 hat die OECD Musterregeln für eine neue globale Mindeststeuer veröffentlicht. Nur wenige Tage später hat die EU-Kommission den Entwurf einer Richtlinie zur Umsetzung dieser Vorschriften in der EU vorgelegt. Nach intensiven Verhandlungen wurde die Richtlinie im Dezember 2022 im schriftlichen Umlaufverfahren einstimmig angenommen. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie nun bis Ende 2023 in nationales Recht umsetzen. Anwendung sollen die Mindeststeuer-Regeln auf Geschäftsjahre finden, die ab dem 31. Dezember 2023 beginnen.

Für die Gewinne großer multinationaler und inländischer Gruppen oder Unternehmen mit einem Jahresumsatz von insgesamt mindestens 750 Mio. EUR gilt demnach künftig ein Steuersatz von mindestens 15 %.

Während der übergreifende Rahmen bereits veröffentlicht wurde, stehen derzeit noch die Umsetzung in deutsches Recht sowie die Erarbeitung von detaillierten Leitlinien und Vereinfachungsregelungen aus, um die vollen Auswirkungen des komplexen Regelwerks auf die Talanx Gruppe zu beurteilen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Nachfolgend werden die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden dargestellt, die der Erstellung des Konzernabschlusses zugrunde liegen. Sofern nicht separat angegeben, entsprechen die angewendeten Methoden denen des Vorjahrs. Die im Geschäftsjahr 2022 neu anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften sind im Kapitel "Allgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRS", die Konsolidierungsgrundsätze im Kapitel "Konsolidierung" (Seite 151 ff. und 181 ff.) beschrieben.

Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen sowie Schätzungen vorgenommen. Sie beziehen sich auf die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die bilanzierten Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie Angaben zu Eventualverbindlichkeiten. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen werden laufend überprüft. Sie basieren auf Erfahrungen und Erwartungen über zukünftige Ereignisse, die gegenwärtig vernünftig erscheinen. Die Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst.

Risiken im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels sind für das Geschäftsmodell eines Versicherungsunternehmens von großer Bedeutung. Die Schätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenhöhen von klimabedingten Stürmen, Überschwemmungen oder Dürren ist wesentlicher Bestandteil unseres Risikomanagement-Systems. Sie beeinflusst in hohem Maße unsere Zeichnungspolitik im Bereich von gegenüber Naturgefahren exponierten Risiken und erfordert das Vorhalten entsprechenden Risikokapitals. Physische Risiken wie Extremwetterereignisse und deren Folgen sowie langfristige Veränderungen klimatischer und ökologischer Bedingungen wie Niederschlagsmengen, Meeresspiegelanstieg oder der Anstieg der Durchschnittstemperaturen können darüber hinaus den Wert unseres Immobilienbesitzes betreffen oder die Bewertung von Wertpapieren unseres Kapitalanlageportfolios beeinflussen.

Neben dem Einfluss dieser physischen Risiken unterliegt die Bewertung unseres Kapitalanlageportfolios ebenfalls Transitionsrisiken infolge des Klimawandels. Unter Transitionsrisiken versteht man solche Risiken im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels, die aus der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft resultieren. Diese Umstellung wird durch politische Regulierungsmaßnahmen initiiert und flankiert. Insofern derartige Regulierungsmaßnahmen beispielsweise Emittenten von Aktien oder Unternehmensanleihen unseres Anlageportfolios negativ betreffen, zeigen sich entsprechende Auswirkungen auf die Bewertung dieser Papiere.

Insgesamt findet die Bewertung von Klimarisiken Berücksichtigung u. a. im Rahmen des Wertminderungstests für nicht finanzielle Vermögenswerte, einschließlich des Geschäfts- und Firmenwerts nach IAS 36, bei der Bestimmung von Nutzungsdauern und des Restwerts von Vermögenswerten nach IAS 16 oder IAS 38 sowie der Bildung von Rückstellungen und Offenlegung von Eventualverbindlichkeiten nach IAS 37 und IFRS 4.

Schätzunsicherheiten resultierten in der Berichtsperiode auch aus dem Krieg in der Ukraine. Wir haben für alle relevanten Geschäftssparten wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarioanalysen durchgeführt, bei denen wir die uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Markterkenntnisse berücksichtigt und daraus auf Basis eigener Einschätzungen unsere Reservierung abgeleitet haben. Zum Bilanzstichtag umfassen die betroffenen Geschäftssparten im Wesentlichen Political Violence und andere Sachdeckungen, politische Risiken, Transport und Luftfahrt. Der Konzern hat zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen in Höhe von 367 Mio. EUR gebildet (Schaden-Rückversicherung: 331 Mio. EUR, Industrieversicherung: 36 Mio. EUR). Die Bandbreite möglicher Schadenszenarien ist nach wie vor hoch und kann bei derzeit nicht zu erwartenden, nachteiligen Entwicklungen bzw. ungünstiger Rechtsprechung zu einem späteren Zeitpunkt zu deutlich höheren Schadenzahlungen führen. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Status in Russland verbliebener Leasingflugzeuge bestehen weiterhin Rechtsunsicherheiten. Wir gehen jedoch auch hier davon aus, dass hieraus keine wesentlichen Schadenzahlungen für den Konzern resultieren. Im Einklang mit den bestehenden Sanktionsregelungen werden Geschäfte mit russischen Zedenten nicht weitergeführt. Im Berichtszeitraum haben wir den Bestand an Kapitalanlagen russischer und ukrainischer Emittenten reduziert, darüber hinaus waren gemäß IAS 39 außerplanmäßige Abschreibungen auf russische festverzinsliche Wertpapiere im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich vorzunehmen.

Der Konflikt in der Ukraine und seine Folgen hatten Auswirkungen auf die weltweiten Rohstoff- und Energiepreise und damit auf die Inflationsraten. Die Inflation wird in unserem Reservierungsprozess mindestens auf Basis der durchschnittlichen Inflationsraten der Vergangenheit berücksichtigt. Ferner werden im Rahmen der Prämienkalkulation realistische Inflationsannahmen unterstellt bzw. bei der Reservierung in den einzelnen Zeichnungsjahren zusätzliche Rückstellungen aufgebaut, sodass Inflationsentwicklungen auch dadurch teilweise kompensiert werden können. Darüber hinaus ist ein substanzieller Teil des Geschäfts durch Indexklauseln gegen negative Inflationseffekte geschützt. Im Kapitalanlagebestand des Konzerns befinden sich inflationsgebundene Anleihen, die einen Teil der negativen Inflationsauswirkungen abdecken. Um sicherzustellen, dass die Inflation in den versicherungstechnischen Rückstellungen angemessen berücksichtigt wird, wurde eine Szenarioanalyse durchgeführt. Die verschiedenen Szenarien für eine zukünftige Inflationsentwicklung wurden mit der historisch beobachteten Inflation verglichen, um eine mögliche Auswirkung auf die versicherungstechnischen Rückstellungen abzuschätzen. Unter den betrachteten Szenarien sind auch solche mit einer längerfristig höheren Inflation. Derzeit erwarten wir jedoch, dass die Inflationsraten für die nächsten drei Jahre erhöht und langfristig leicht über dem historischen Mittel liegen werden.

Schätzungen und Annahmen sind auch im Zusammenhang mit der anhaltenden Corona-Pandemie von Bedeutung. Wesentliche Sachverhalte, die von solchen Annahmen und Schätzungen betroffen sind, sind zum Beispiel die Werthaltigkeit bedingter Rückversicherungsverpflichtungen, die Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten sowie Vermögenswerte und Verpflichtungen, die sich auf Leistungen an Arbeitnehmer beziehen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Auswirkungen aus der Corona-Pandemie auf den Konzernabschluss ergaben sich vorwiegend in den Segmenten Personen-Rückversicherung und Schaden-Rückversicherung. Insgesamt hatte das Segment Personen-Rückversicherung im Geschäftsjahr 2022 pandemiebezogene Belastungen in Höhe von 276 (582) Mio. EUR zu verarbeiten. Der Großteil davon entfiel auf Mortalitätsdeckungen in den USA, den größten Markt für Sterblichkeitsversicherungen. Dem gegenüber stehen im Berichtszeitraum in diesem Segment Erträge aus einem Risiko-Swap zur Absicherung gegen einen extremen Anstieg der Mortalitätsrate, beispielsweise infolge von Pandemien. Die Marktwertänderung dieses Derivats führte im Jahresverlauf zu einem Ertrag von 87 (44) Mio. EUR. Die Schäden aus der Pandemie für das Segment Schaden-Rückversicherung lassen sich mittlerweile besser quantifizieren. Hier ergab sich unter anderem eine positive Abwicklung im Bereich Kredit, Kaution und politische Risiken. Dagegen fielen im Bereich Unfall- und Krankenversicherung in der Region Asien-Pazifik die Pandemiebelastungen deutlich höher als erwartet aus. Insgesamt ergab sich in diesem Segment aus den vorgenannten Entwicklungen im Berichtsjahr eine Belastung von 269 Mio. EUR.

Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen sind darüber hinaus vor allem bei folgenden Positionen von Bedeutung:

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Geschäfts- oder Firmenwert (siehe Anmerkung 1, dort "Impairment-Test")

Beizulegender Zeitwert bzw. Wertminderungen von Finanzinstrumenten (siehe Anmerkung 12 - Einteilung der Finanzinstrumente in Stufen der Bewertungshierarchie - sowie Ausführungen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte bzw. Bestimmung des Wertberichtigungsbedarfs im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden")

Abgegrenzte Abschlusskosten (siehe Anmerkung 15 sowie Überprüfung der Rechnungsgrundlagen im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden")

Aktive Steuerabgrenzung (siehe Anmerkungen 29 und 36 sowie im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" - Verfügbarkeit künftig zu versteuernder Ergebnisse, gegen die steuerliche Verlustvorträge verwendet werden können)

Leasingverhältnisse (siehe Abschnitt "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", dort unter "Leasingverhältnisse" sowie Kapitel "Sonstige Angaben" des Konzernanhangs)

Versicherungstechnische Rückstellungen: Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (siehe Anmerkung 21) werden in der Regel auf definierter Teilportfoliobasis (Analysesegmente) durch Anwendung versicherungsmathematischer Schadenreservierungsverfahren ermittelt. Bilanziert wird der realistisch geschätzte künftige Erfüllungsbetrag. Basierend auf statistischen Abwicklungsdreiecken wird die Entwicklung bis zum voraussichtlichen Ende der Abwicklung eines Schadenfalls projiziert. Die tatsächlichen Zahlungen für Versicherungsfälle können höher oder niedriger ausfallen; hieraus entstehende Abwicklungsgewinne und -verluste sind ergebniswirksam. Auch in der Leben-Erstversicherung bzw. Personen-Rückversicherung hängt die Ermittlung der Reserven und Vermögenswerte maßgeblich von aktuariellen Projektionen des Geschäfts ab. Hierbei werden grundsätzliche Eingabeparameter entweder durch den Tarif vorbestimmt (z. B. eingerechnete Kosten, Prämienhöhe, Rechnungszins) oder geschätzt (z. B. Sterbe-, Invaliditäts- oder Stornowahrscheinlichkeiten). Diese Annahmen hängen stark von länderspezifischen Parametern, Vertriebsweg, Qualität der Antragsprüfung und Rückversicherungsform ab und werden zu jedem Abschlussstichtag durch Lebensversicherungsaktuare überprüft. Die sich hieraus ergebenden potenziellen Korrekturen spiegeln sich u. a. als True-up-Anpassungen in den Bilanzpositionen sonstige immaterielle Vermögenswerte, versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte (PVFP), abgegrenzte Abschlusskosten, Rückstellung für Beitragsrückerstattung (latente RfB) und gegebenenfalls der Deckungsrückstellung (Finanzierung der Schlussgewinne) wider. Weitere Ausführungen zu versicherungstechnischen Risiken inklusive der Angaben zu Sensitivitäten, klimabezogener Risiken und Inflation finden sich - neben den Erörterungen im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" - auch im Risikobericht des Konzernlageberichts

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (siehe Anmerkung 23 - Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen)

Sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten (siehe Anmerkung 25 sowie Beschreibungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und im Kapitel "Sonstige Angaben" des Konzernanhangs)

Konsolidierungskreis (siehe Abschnitt "Konsolidierungsgrundsätze" - insbesondere Einbeziehung von durch den Konzern bzw. von Drittparteien verwaltete Investmentfonds)

Für fehlende Zedentenabrechnungen mit größerem Beitragsvolumen werden gegebenenfalls ergänzende oder vollständige Schätzungen der entsprechenden Erfolgsposten, Vermögenswerte und Verpflichtungen einschließlich zugehöriger Retrozessionen vorgenommen. Fehlende Zedentenabrechnungen mit geringem Beitragsvolumen werden im Folgejahr erfasst

Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Versicherungs- und Investmentverträge

Versicherungs-/​Rückversicherungsverträge sowie Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung werden nach den Bestimmungen der US GAAP auf den Stand der Erstanwendung von IFRS 4 .Versicherungsverträge" am 1. Januar 2005 bilanziert, sofern IFRS 4 keine gesonderten Vorschriften vorhält. Wir zitieren einzelne Regelungen der US GAAP unter Verwendung der zu diesem Zeitpunkt gültigen Bezeichnung (Statement of Financial Accounting Standard [SFAS]). Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert.

Aktivseite

Immaterielle Vermögenswerte

Der aus Unternehmenserwerben resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten, dass eine Wertminderung vorliegen könnte, einem Werthaltigkeitstest unterzogen und mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet (Details zum Werthaltigkeitstest sowie zu den Sensitivitätsanalysen siehe Anmerkung 1).

Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte: Der Bestandswert erworbener Versicherungsbestände (PVFP) ist der Barwert der erwarteten künftigen Nettozahlungsströme aus bestehenden Versicherungs-/​Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen zum Zeitpunkt des Hinzuerwerbs. Er setzt sich aus einem Aktionärsanteil, auf den latente Steuern gebildet werden, und einem Versicherungsnehmeranteil (nur bei Lebensversicherungsverträgen) zusammen. Die Versicherungsbestände werden entsprechend der Realisierung der Überschüsse, die der Berechnung zugrunde liegen, und unter Beachtung der Laufzeiten der erworbenen Verträge amortisiert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit bzw. der verwendeten Bewertungsparameter erfolgt mindestens einmal im Jahr; gegebenenfalls werden dann die Amortisationsverläufe angepasst oder Wertminderungen vorgenommen (Details u. a. zu Laufzeitangaben siehe Anmerkung 2). Die Amortisation des PVFP aus Investmentverträgen weisen wir im Kapitalanlageergebnis unter "Ergebnis aus Investmentverträgen" aus. Die Abschreibungen bzw. die Amortisation auf den Aktionärsanteil bilanzieren wir in der Position "Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen".

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt. Sie werden über den Zeitraum ihrer geschätzten Nutzungsdauer in der Regel linear abgeschrieben. Diese beträgt bei Software in der Regel zwei bis zehn Jahre, die der erworbenen Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen grundsätzlich vier bis 16 Jahre. Immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer (z. B. erworbene Markennamen) werden jährlich und zusätzlich immer dann, wenn für einen Vermögenswert Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Abschreibungen, Zuschreibungen und Wertminderungen, die im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind, werden auf die versicherungsspezifischen Funktionsbereiche verteilt; sofern eine Zuordnung auf die Funktionsbereiche nicht möglich ist, werden sie im "übrigen Ergebnis" ausgewiesen. Käuflich erworbene CO 2-Zertifikate werden abgeschrieben, sobald zum Ausgleich des CO 2-Fußabdrucks des Konzerns ihre Stilllegung gegenüber dem Emittenten erklärt wurde. Bei einer Software-as-a-Service-Vereinbarung (SaaS) unter Einbezug einer öffentlichen Cloud liegt in der Regel ein nicht aktivierbarer Dienstleistungsvertrag vor. Konfigurations- und Customizingkosten bei einer SaaS werden nur dann als ein immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn sie die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllen. Ansonsten werden diese Kosten als Aufwand erfasst.

Kapitalanlagen

Den fremdgenutzten Grundbesitz setzen wir mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten an. Er wird linear über die erwartete Nutzungsdauer und maximal über 50 Jahre abgeschrieben. Es wird nicht erwartet, dass sich aus dem Klimawandel Auswirkungen auf die Nutzungsdauer ergeben. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der nach anerkannten Bewertungsmethoden ermittelte Verkehrswert (erzielbarer Betrag) den Bilanzwert um mehr als die planmäßige Abschreibung eines Kalenderjahres unterschreitet. Auf dem Ertragswertverfahren beruhende Bewertungen führen für den direkt gehaltenen Bestand grundsätzlich konzerninterne Gutachter durch. Alle fünf Jahre wird ein externes Gutachten erstellt. Bei Immobilienspezialfonds wird alle zwölf Monate - Stichtag ist das Datum der Erstbewertung - ein externes Marktwertgutachten eingeholt.

Ergebnisse aus dem Abgang einer Immobilie, Unterhaltungskosten und Reparaturen wie auch Abschreibungen und etwaige Wertminderungen/​Zuschreibungen werden im Gewinn oder Verlust (im Kapitalanlageergebnis) berücksichtigt.

Unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden Anteile an Tochtergesellschaften erfasst, Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht konsolidiert bzw. nach der Equity-Methode bewertet werden, sowie sonstige Beteiligungen. Bei börsennotierten Anteilen erfolgt der Ausweis zum beizulegenden Zeitwert. Andere Anteile werden zu Anschaffungskosten bewertet, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen ausschließlich die nach der Equity-Methode konsolidierten wesentlichen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält der Konzernabschluss den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis dieser Finanzanlagen. Weitere Angaben sind dem Abschnitt "Konsolidierungsgrundsätze" im Kapitel "Konsolidierung" zu entnehmen.

Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 bei Erwerb oder Veräußerung grundsätzlich zum Erfüllungstag angesetzt/​ausgebucht. Finanzaktiva werden bei Zugang in die vier Kategorien "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" und "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" entsprechend dem jeweiligen Zweck untergliedert. Finanzpassiva werden entweder als "Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" oder als "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" klassifiziert. In Abhängigkeit von der Kategorisierung werden gegebenenfalls Transaktionskosten hinzuaddiert bzw. abgezogen, die mit dem Erwerb in direkter Verbindung stehen.

Die Folgebewertung der Finanzinstrumente erfolgt entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value (beizulegenden Zeitwert). Die fortgeführten Anschaffungskosten ermitteln sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der ergebniswirksamen Amortisierung von Agien und Disagien nach der Effektivzinsmethode und etwaigen Wertminderungen und Zuschreibungen.

Bei den Darlehen und Forderungen handelt es sich in erster Linie um festverzinsliche Wertpapiere in Form von Schuldscheindarlehen, Namensschuldverschreibungen und Hypothekendarlehen. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Eine Wertminderung/​Wertaufholung erfolgt im Gewinn oder Verlust. Die Obergrenze der Zuschreibung bilden die fortgeführten Anschaffungskosten, die sich zum Bewertungszeitpunkt ohne Wertminderungen ergeben hätten.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente sind Finanzinstrumente, für die der Konzern die Absicht hat und in der Lage ist, sie bis zu ihrer Endfälligkeit zu halten. Bei der Bewertung und der Überprüfung der Werthaltigkeit wird analog zur Prüfung von Darlehen und Forderungen vorgegangen.

Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente enthalten festverzinsliche und nicht festverzinsliche Finanzinstrumente, für die der Konzern keine unmittelbare Verkaufsabsicht hat und die keiner anderen Kategorie zuzuordnen sind. Diese Wertpapiere werden mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Agien und Disagien werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode über die Laufzeit verteilt. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts werden unter Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, latenten Steuern und Beträgen, die bei Lebensversicherern im Zuge der Realisierung den Versicherungsnehmern zustehen (Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung), im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital (übrige Rücklagen) ausgewiesen.

Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente umfassen den Handelsbestand sowie Finanzinstrumente, die zum Zugangszeitpunkt als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert kategorisiert wurden. Handelsbestände umfassen insbesondere alle derivativen Finanzinstrumente mit positiven Marktwerten einschließlich trennungspflichtiger eingebetteter Derivate hybrider Finanzinstrumente sowie Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen, sofern sie nicht als Hedges (Hedge-Accounting nach IAS 39) qualifiziert sind. Derivate mit negativen Marktwerten bilanzieren wir unter den übrigen Verbindlichkeiten. Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente betreffen strukturierte Produkte, die unter Anwendung der FairValue Option ausgewiesen werden. Alle erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Wertpapiere sind mit dem beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt. Liegen als Marktwerte keine Börsenkurse vor, bestimmen sich die Wertansätze der entsprechenden Finanzinstrumente über anerkannte Bewertungsmethoden. Alle unrealisierten Gewinne oder Verluste aus dieser Bewertung erfassen wir, wie die realisierten Ergebnisse, im Gewinn oder Verlust (Position: Kapitalanlageergebnis).

Die einzelnen Bilanzposten der Kapitalanlagen werden in den jeweiligen Anmerkungen dieses Anhangs auf die Klassen von Finanzinstrumenten nach IFRS 7 übergeleitet.

Derivate, die als Sicherungsinstrumente (Hedge-Accounting) designiert werden, werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen Vermögenswerten oder übrigen Verbindlichkeiten angesetzt. Die Erfassung von Gewinnen und Verlusten in der Folgebewertung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des abgesicherten Risikos. Der Konzern designiert bestimmte Derivate als Sicherung des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Vermögenswerte (Fair-Value-Hedge), als Sicherung gegen bestimmte mit einer bilanzierten Verbindlichkeit/​ einem bilanzierten Vermögenswert oder einer erwarteten und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden künftigen Transaktion verbundene Risiken schwankender Zahlungsströme (Cashflow-Hedge) und zur Absicherung einer Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe. Weitere Informationen dazu siehe Anmerkung 13.

Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte: Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Die Ermittlung des Zeitwerts von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich auf Basis aktueller, öffentlich verfügbarer, nicht adjustierter Marktpreise. Sofern Marktpreise an Märkten für Finanzinstrumente quotiert werden, wird deren Geldkurs bzw. gehandelter Kurs zur Bewertung herangezogen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden mit dem Briefkurs zum Stichtag bewertet. Falls kein aktueller Marktpreis zur Verfügung steht, wird ein Bewertungskurs mithilfe gängiger finanzmathematischer Modelle auf Basis aktueller und beobachtbarer Marktdaten ermittelt. Die nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet werden. Finanzielle Vermögenswerte, für die keine öffentlichen Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Finanzinstrumente der Zeitwerthierarchiestufe 3), werden überwiegend mithilfe unabhängiger Sachverständiger und unter Einbeziehung von Plausibilitätsprüfungen bewertet (z. B. geprüfter Net Asset Value). Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Anmerkung 12.

BEWERTUNGSMODELLE DER FAIR-VALUE-ERMITTLUNG

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Finanzinstrument Preismethode Parameter Preismodell
Festverzinsliche Wertpapiere      
Nicht notierte Rentenpapiere ("Plain Vanilla") Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve, Spread-Aufschläge Barwertmethode
Nicht notierte strukturierte Rentenpapiere Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve, Spread-Aufschläge, Volatilitätsflächen, Korrelationen Hull-White u. a. Zinsstrukturmodelle
ABS/​MBS ohne Marktquotierungen Theoretischer Kurs Vorauszahlungsgeschwindigkeit, eingetretene Verluste, Ausfallwahrscheinlichkeiten, Verwertungsraten Barwertmethode
CDOs/​CLOs Theoretischer Kurs Vorauszahlungsgeschwindigkeit, Risikoprämien, Ausfallraten, Verwertungsraten, Tilgungen Barwertmethode
Aktien und Fonds      
Nicht notierte Aktien Theoretischer Kurs Anschaffungskosten, Zahlungsströme, EBIT-Multiples, Sachverständigengutachten, ggf. Buchwert NAV-Methode 1
Nicht notierte Aktien-, Immobilien- und Rentenfonds Theoretischer Kurs Geprüfte Nettovermögenswerte (NAV) 1 NAV-Methode 1
Übrige Kapitalanlagen      
Private-Equity-Fonds/​Private-Equity-Immobilienfonds Theoretischer Kurs Geprüfte Nettovermögenswerte (NAV) 1 NAV-Methode 1
Derivative Finanzinstrumente      
Börsennotierte Aktienoptionen Notierter Kurs - -
Aktien- und Indexfutures Notierter Kurs - -
Zins- und Rentenfutures Notierter Kurs - -
Zinsswaps ("Plain Vanilla") Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve Barwertmethode
Zinsswaps ("Cross Currency Swaps") Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve, Devisenspotraten Barwertmethode
Total Return Swaps Theoretischer Kurs Notierung Underlying, Zinsstrukturkurve Barwertmethode
OTC-Aktienoptionen, OTC-Aktienindexoptionen Theoretischer Kurs Notierung Underlying, implizite Volatilitäten, Geldmarktzinssatz, Dividendenrendite Black-Scholes
Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Non-Deliverable Forwards Theoretischer Kurs Spot- und Forward-Raten Barwertmethode
Zinstermingeschäfte (Vorkäufe, Vorverkäufe) Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve Barwertmethode
Credit Default Swaps Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurven, Verwertungsraten ISDA-Modell
Derivate im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik Theoretischer Kurs Marktwerte der Cat Bonds, Zinsstrukturkurve Barwertmethode
Zero Coupon Inflation Swaps Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve, Inflationskurve, Saisonalität Barwertmethode
Sonstiges      
Immobilien Theoretischer Wert Lage, Baujahr, Mietflächen, Nutzungsart, Laufzeit der Mietverträge, Höhe der Mieten Erweitertes Ertragswertverfahren
Infrastruktur-Fremdkapitalfinanzierungen Theoretischer Kurs Zinsstrukturkurve, Spread-Aufschläge Barwertmethode
Infrastruktur-Eigenkapitalinvestments a) Auszahlung (Bauphase) b) theoretischer Kurs (in Betrieb) Anschaffungskosten, abgeleiteter Cashflow, Zinsstrukturkurve a) Nettozahlungen b) Barwertmethode

1 NAV: Net Asset Value (Nettovermögenswert)

Wertberichtigung (Impairment): Wir prüfen zu jedem Bilanzstichtag, ob bei den finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum Zeitwert eingestuft sind, objektive Hinweise auf eine Wertberichtigung vorliegen. Dabei schließen wir den nach der Equity-Methode bilanzierten Anteil der finanziellen Vermögenswerte ein.

Bei gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten gilt ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter deren Anschaffungskosten als ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Wir halten einen Rückgang um 20 % für signifikant und einen Zeitraum von neun Monaten für länger anhaltend.

Diese Regelungen wenden wir analog auch bei Beteiligungen an Fonds an, die in privatem Beteiligungskapital (Private Equity) investieren. In diesem Fall schreiben wir auf den Nettovermögenswert (Net Asset Value) als Approximation des Marktwertes ab. Um dem spezifischen Charakter dieser Fonds Rechnung zu tragen (hier anfänglich negativer Rendite- und Liquiditätsverlauf während der Investitionsperiode der Fonds), schreiben wir innerhalb einer zweijährigen Karenzphase ausschließlich bei Vorliegen von Hinweisen auf signifikante oder nachhaltige Wertminderungen ab, die nicht auf den J-Curve-Effekt zurückzuführen sind.

Indikatoren für eine Wertminderung bei den festverzinslichen Wertpapieren sowie Darlehen und Forderungen sind insbesondere finanzielle Schwierigkeiten eines Emittenten/​Schuldners, die Nichterhaltung oder Nichtzahlung von Zins- oder Kapitalerträgen, die Insolvenzwahrscheinlichkeit eines Emittenten/​Schuldners sowie die aktuelle Marktsituation. Die Bewertungen nehmen wir in Einzelbetrachtung und prioritär unter Einbeziehung des Ratings des Papiers, des Ratings des Emittenten/​Schuldners sowie der individuellen Markteinschätzung vor.

Wertberichtigungen werden aufwandswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst und erfolgen auf den beizulegenden Zeitwert, d. h. grundsätzlich auf den öffentlich notierten Börsenkurs. Dabei setzen wir die Wertminderungen auf Kapitalanlagen grundsätzlich aktivisch von den betroffenen Positionen ohne Nutzung eines Wertberichtigungskontos ab. Wertaufholungen bei Eigenkapitaltiteln bilanzieren wir über das sonstige Ergebnis im Eigenkapital.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten bilanzieren wir nur dann saldiert und als Nettobetrag, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und wir beabsichtigen, solche Positionen auf einer Nettobasis auszugleichen oder diesen Ausgleich simultan herbeizuführen.

Wertpapiere, die wir im Rahmen der Wertpapierleihe verleihen, werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, unverändert im Konzern verbleiben. Barsicherheiten werden in der Position "Übrige Verbindlichkeiten" bilanziell angesetzt. Wertpapiere (die als Sicherheit hereingenommen werden) werden mangels Übertragung der verbundenen Risiken und Chancen nicht bilanziert.

Im Rahmen echter Wertpapierpensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Wertpapiere bei gleichzeitiger Verpflichtung, diese zu einem späteren Zeitpunkt zu einem bestimmten Wert zurückzunehmen. Da die wesentlichen Risiken und Chancen im Konzern verbleiben, werden diese Kapitalanlagen weiterhin bilanziert. Die Rückgabeverpflichtung der erhaltenen Zahlung weisen wir in der Bilanzposition "Übrige Verbindlichkeiten" aus. Ein Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Gewinn bzw. Verlust (im Kapitalanlageergebnis) ausgewiesen.

Übrige Kapitalanlagen werden in erster Linie mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sofern diese Finanzinstrumente nicht an öffentlichen Märkten gelistet sind (z. B. Beteiligungen an Private-Equity-Gesellschaften), werden sie mit dem letzten verfügbaren Nettovermögenswert ("Net Asset Value") als Approximation des Marktwerts bewertet. Anlagevermögen aus Infrastrukturinvestments (vornehmlich aus vollkonsolidierten Windparkprojektgesellschaften) bilanzieren wir zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Eine zu bilanzierende Rückstellung für Rückbauverpflichtungen weisen wir in der Position "Sonstige Rückstellungen" aus. Außerdem überprüfen wir diese Bestände zum Stichtag auf ihre Werthaltigkeit. Wertminderungen/​Zuschreibungen/​ planmäßige Abschreibungen wie auch Umsatzerlöse aus diesen Anlagen erfassen wir im Kapitalanlageergebnis.

Kapitalanlagen aus Investmentverträgen

Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung werden als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 bilanziert. Zahlungen für diese Verträge führen nicht zu einem Ausweis von Prämien, sondern zu Einlageverbindlichkeiten in Höhe der entsprechenden Finanzinstrumente. Finanzaktiva aus Investmentverträgen weisen wir unter den Kapitalanlagen in der Position "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen" aus. Finanzpassiva - also Verpflichtungen aus Investmentverträgen - werden in dem Passivposten "Übrige Verbindlichkeiten" bilanziert. Unsere Ausführungen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten gelten analog. Die aus Investmentverträgen resultierenden Ergebniseffekte (z. B. Wertschwankungen der Finanz-aktiva/​-passiva) wie auch die vereinnahmten Entgelte aus der Kapitalanlageverwaltung abzüglich entsprechender Verwaltungsaufwendungen stellen wir saldiert im Kapitalanlageergebnis als "Ergebnis aus Investmentverträgen" dar.

Depotforderungen und -Verbindlichkeiten und Verträge ohne ausreichendes versicherungstechnisches Risiko

Depotforderungen sind Forderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft an unsere Kunden. Die Depotverbindlichkeiten repräsentieren die von unseren Retrozessionären bei uns gestellten Bardepots. Depotforderungen/​-verbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung von Bonitätsrisiken zu Anschaffungskosten (Nominalbetrag) bilanziert.

IFRS-4-konforme Versicherungsverträge, die die Risikotransfer Anforderungen der US GAAP nicht erfüllen, werden unter Anwendung der "Deposit Accounting"-Methode bilanziert und aus der versicherungstechnischen Rechnung eliminiert. Das aus diesen Verträgen vereinnahmte Entgelt für die Risikoübertragung wird im Gewinn bzw. Verlust (in der Position "Übriges Ergebnis") ausgewiesen.

Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen

Diese Position beinhaltet Kapitalanlagen der Versicherungsnehmer aus fondsgebundenen Lebensversicherungen. Die Versicherungsleistungen aus diesen Versicherungsverträgen sind an die Anteilswerte von Investmentfonds oder an ein Portfolio von gesonderten Finanzinstrumenten gebunden. Sie werden zum Marktwert bilanziert. Den nicht realisierten Gewinnen oder Verlusten stehen Veränderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen gegenüber. Die Versicherungsnehmer haben Anspruch auf die erzielten Gewinne; sie tragen in gleicher Weise die anfallenden Verluste.

Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen werden gemäß den vertraglichen Bedingungen aus den versicherungstechnischen Bruttorückstellungen ermittelt. Bonitätsrisiken werden berücksichtigt.

Forderungen

Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die sonstigen Forderungen werden grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sofern erforderlich, nehmen wir auf Basis von Einzel- bzw. Gruppenbetrachtung Wertberichtigungen vor. Wertminderungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft erfassen wir auf Wertberichtigungskonten. Alle anderen Wertberichtigungen buchen wir direkt gegen den zugrunde liegenden Bestand. Entfallen Gründe für eine Wertminderung, nehmen wir eine Zuschreibung (im Gewinn) direkt oder durch Anpassung des Wertberichtigungskontos maximal auf die ursprünglichen fortgeführten Anschaffungskosten vor.

Abgegrenzte Abschlusskosten

In den abgegrenzten Abschlusskosten werden Provisionen und andere variable Kosten abgegrenzt, die in engem Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss bzw. der Vertragserneuerung stehen. Für die Schaden/​Unfall-Erstversicherungsgesellschaften und die Schadenrückversicherung werden Abschlusskosten in der Regel linear über die durchschnittliche Vertragslaufzeit amortisiert. Bei kurzfristigen Verträgen erfolgt die Tilgung entsprechend der Vereinnahmung der Beiträge und folgt somit der zeitproportionalen Auflösung der Prämienüberträge. In der Personen-Erstversicherung und der Personen-Rückversicherung werden die abgegrenzten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Verträge, der erwarteten Rückkäufe, der Stornoerwartungen und der erwarteten Zinserträge ermittelt. Die Tilgung erfolgt je nach Vertragstyp entweder proportional zu den Beitragseinnahmen oder proportional zu den erwarteten Ertragsmargen. Bei als Universal-Life-Type-Vertrag klassifizierten Personen-Rückversicherungsverträgen werden die abgegrenzten Abschlusskosten unter Berücksichtigung der Laufzeit der Versicherungsverträge auf der Basis der erwarteten Gewinnmargen aus den Rückversicherungsverträgen aufgelöst. Die abgegrenzten Abschlusskosten werden regelmäßig in einem Angemessenheitstest nach IFRS 4 auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Darüber hinaus erfolgt eine laufende Überprüfung der Rechnungsgrundlagen. Bei Erfordernis erfolgen Anpassungen.

Aktive und passive Steuerabgrenzung

Aktive und passive latente Steuern werden aus temporären Unterschieden zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen ermittelt. Ebenso werden aktive latente Steuern bei Vorliegen von Tax Credits angesetzt sowie auf steuerliche Verlustvorträge. Nicht werthaltige aktive Steuerlatenzen werden wertberichtigt.

Die Ermittlung der aktiven Steuerabgrenzungen wird in den jeweiligen Staaten von den lokalen Steuer- und Finanzfachleuten vorgenommen. Die Ergebnisplanungen beruhen auf Geschäftsplänen, die in einem ordentlichen Verfahren geprüft und genehmigt wurden. Sie werden auch für die Unternehmenssteuerung verwendet. Ein besonders aussagekräftiger Nachweis wird entsprechend konzerneinheitlichen Grundsätzen verlangt, wenn das betreffende Konzernunternehmen aktuell oder in einer Vorperiode einen Verlust erwirtschaftet hat. Der Ansatz und die Werthaltigkeit wesentlicher aktiver Steuerabgrenzungen werden von der Konzernsteuerabteilung geprüft.

Latente Steuern werden nach in dem Jahr geltenden landesspezifischen Steuersätzen berechnet. Falls sich die der Berechnung zugrunde liegenden Steuersätze ändern, wird dies in dem Jahr berücksichtigt, in dem die Steuersatzänderung verabschiedet wird. Buchungen auf Konzernebene berücksichtigen grundsätzlich den Konzernsteuersatz von 32,2 %, sofern sie nicht einzelnen Gesellschaften zuzuordnen sind.

Sonstige Vermögenswerte bilanzieren wir mit Ausnahme der Sicherungsinstrumente grundsätzlich mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt, abzüglich linearer Abschreibungen und Wertminderungen. Die Nutzungsdauer bei selbst genutzten Immobilien liegt bei max. 50 Jahren. Bei Betriebs- und Geschäftsausstattung liegt die Nutzungsdauer in der Regel zwischen zwei und zehn Jahren. Hinsichtlich der Bewertung bzw. Prüfung der Werthaltigkeit von eigengenutztem Grundbesitz gelten grundsätzlich die Aussagen analog der Darstellung zu fremdgenutzten Immobilien. Abschreibungen/​Wertminderungen werden auf die versicherungstechnischen Funktionsbereiche verteilt oder in der Position "Übriges Ergebnis" ausgewiesen.

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand werden zum Nominalbetrag bilanziert.

Veräußerungsgruppen

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte (oder Gruppen von zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Schulden) werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert und gesondert ausgewiesen, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen Verkauf erlöst wird statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung. Der Verkauf muss höchst wahrscheinlich sein. Diese Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Bei Finanzinstrumenten bleibt die Bewertung unverändert. Planmäßige Abschreibungen werden bis zum Tag der Klassifizierung als "zur Veräußerung gehalten" berücksichtigt. Wertminderungen sind im Gewinn bzw. Verlust zu erfassen, wobei ein späterer Anstieg zu einer Gewinnrealisierung bis zur Höhe des kumulativen Wertminderungsaufwands führt.

Leasingverhältnisse

Als Leasingnehmer erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmals zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen. In der Folgebewertung wird das Nutzungsrecht bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben; sofern notwendig, werden Wertminderungen vorgenommen. Leasingverbindlichkeiten werden im Konzern zum Barwert der verbleibenden Leasingzahlungen diskontiert und im Allgemeinen mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers bewertet. Die Leasingverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Der Konzern hat beschlossen, keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für kurzfristige Leasingverträge und für Leasingverhältnisse, bei denen der zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, sowie wie für immaterielle Vermögenswerte zu erfassen. Die mit diesen Leasingverträgen verbundenen Leasingzahlungen werden als Aufwand linear über die Laufzeit verteilt. Relevante Anhangangaben sowie die Ausweispositionen von Nutzungsrechten befinden sich im Kapitel "Sonstige Angaben" des Konzernanhangs; Leasingverbindlichkeiten werden unter den übrigen Verbindlichkeiten bilanziert.

Passivseite

Im Eigenkapital werden das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklagen, die Gewinnrücklagen und die übrigen Rücklagen ausgewiesen. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklagen enthalten die von den Aktionären der Talanx AG auf die Aktien eingezahlten Beträge.

In der Gewinnrücklage werden neben den Zuführungen aus dem Jahresergebnis thesaurierte Gewinne ausgewiesen, die die Konzernunternehmen seit ihrer Konzernzugehörigkeit erzielt haben. Darüber hinaus wird bei einer retrospektiven Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Anpassungsbetrag für frühere Perioden im Eröffnungsbilanzwert der Gewinnrücklagen erfasst

Übrige Rücklagen: Unrealisierte Gewinne/​Verluste aus Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte von jederzeit veräußerbaren Finanzinstrumenten werden in den nicht realisierten Kursgewinnen/​-verlusten aus Kapitalanlagen bilanziert. Differenzen aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen sowie unrealisierte Gewinne/​Verluste aus der Equity-Bewertung werden ebenfalls in den übrigen Rücklagen ausgewiesen, genauso wie Zuschreibungen auf jederzeit veräußerbare nicht festverzinsliche Wertpapiere wie auch der effektive Teil des Gewinns/​Verlusts von Sicherungsinstrumenten im Rahmen von Cashflow-Hedges.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresergebnis werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Jahresergebnis ausgewiesen. Dem folgend werden die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter als Teil des Eigenkapitals bilanziert. Es handelt sich dabei um die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital von Tochterunternehmen.

Nachrangige Verbindlichkeiten sind finanzielle Verpflichtungen, die im Liquidations- oder Konkursfall erst nach den Forderungen anderer Gläubiger erfüllt werden. Diese finanziellen Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels Effektivzinsmethode bewertet.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die versicherungstechnischen Rückstellungen werden in der Bilanz brutto ausgewiesen, also vor Abzug des Anteils, der auf die Rückversicherer entfällt. Die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen basiert auf Grundlage der US GAAP (SFAS 60, SFAS 97 und SFAS 120).

Bei kurzfristigen Versicherungsverträgen, z. B. in der Schaden/​Unfallversicherung bzw. Schaden-Rückversicherung, werden die bereits vereinnahmten auf künftige Jahre entfallenden Prämien zeitanteilig abgegrenzt und als Rückstellungen für Prämienüberträge ausgewiesen. Diese Prämienüberträge werden in künftigen Perioden im Verhältnis zum gewährten Versicherungsschutz verdient. Die Prämieneinnahmen werden für Verträge grundsätzlich taggenau abgegrenzt (vornehmlich in der Erstversicherung); in der Rückversicherung werden Annahmen getroffen, soweit die für eine zeitanteilige Berechnung erforderlichen Daten nicht verfügbar sind.

Die Deckungsrückstellung wird in der Lebensversicherung für die Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung bzw. der Zedenten in der Personen-Rückversicherung anhand versicherungsmathematischer Methoden ermittelt. Sie errechnet sich als Differenz aus dem Barwert erwarteter künftiger Versicherungsleistungen und dem Barwert erwarteter künftiger Nettobeiträge, die vom Versicherungsnehmer einzubringen sind. In die Berechnung fließen Annahmen zu Mortalität und Invalidität, Storno, Kapitalanlageverzinsung und Kosten ein. Die dabei verwendeten Rechnungsgrundlagen werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geschätzt und umfassen eine adäquate Sicherheitsmarge, die das Änderungs-, Irrtums- und Zufallsrisiko berücksichtigt.

Die Ermittlung der Deckungsrückstellung stützt sich bei Lebensversicherungsverträgen ohne Überschussbeteiligung auf Annahmen (resultierend aus Kunden- und Branchendaten) gemäß bester Schätzung unter Einrechnung einer Risikomarge. Bei Lebensversicherungsverträgen mit Überschussbeteiligung wird auf Annahmen zurückgegriffen, die vertraglich garantiert sind oder der Bestimmung der Rückkaufswerte zugrunde liegen. Die biometrischen Rechnungsgrundlagen basieren auf aktuellen Sterbetafeln bzw. - sofern diese nicht verfügbar sind - auf Branchentafeln.

Die Bewertung der Deckungsrückstellung hängt von der jeweiligen Produktkategorie ab:

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Bei Verträgen der Lebensversicherung mit "natürlicher" Gewinnbeteiligung (SFAS 120) setzt sich die Deckungsrückstellung aus den Teilrückstellungen für Versicherungsleistungen (Net Level Premium Reserve) und einer Rückstellung für Schlussüberschussanteile zusammen. Die Net Level Premium Reserve ergibt sich aus dem Barwert der künftigen Versicherungsleistungen (inklusive erworbener Boni, aber ohne Schadenregulierungsaufwendungen) abzüglich des Barwerts der zukünftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie ermittelt sich als Nettoprämie abzüglich des für die Deckung des Regulierungsaufwands vorgesehenen Prämienanteils. Die Rückstellung für Schlussüberschussanteile wird im Allgemeinen aus einem festen Anteil des im Geschäftsjahr erwirtschafteten Bruttogewinns aus dem Versicherungsbestand aufgebaut

Für Verträge der Lebensversicherung ohne Gewinnbeteiligung (SFAS 60) berechnet sich die Deckungsrückstellung aus dem Unterschiedsbetrag des Barwerts der künftigen Leistungen und des Barwerts der künftigen Reserveprämie. Die Reserveprämie (Net Level Premium) entspricht dem Anteil des Bruttobeitrags, der zur Finanzierung künftiger Versicherungsleistungen angesetzt wird

Bei Verträgen der Lebensversicherung nach dem Universal-Life-Modell, fondsgebundenen Lebensversicherungen oder ähnlichen Lebensrückversicherungsverträgen (SFAS 97) wird ein separates Konto geführt, auf dem die Prämienzahlungen abzüglich Kosten und zuzüglich Zinsen gutgeschrieben werden. Die Deckungsrückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird, weisen wir gesondert im Passivposten D aus

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird für Zahlungsverpflichtungen aus Erst- und Rückversicherungsfällen gebildet, die eingetreten, aber noch nicht abgewickelt sind. Sie werden unterteilt in Rückstellungen für am Bilanzstichtag gemeldete Versicherungsfälle und solche für am Bilanzstichtag eingetretene, aber noch nicht gemeldete Versicherungsfälle (IBNR-Reserve).

Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle basieren grundsätzlich auf anerkannten versicherungsmathematischen Schätzverfahren, anhand derer künftige Schadenaufwendungen einschließlich Schadenregulierungskosten geschätzt werden, soweit keine einzelfallbezogenen Schätzungen zu berücksichtigen sind. Angesetzt wird entsprechend langjährig etablierter Praxis der realistisch geschätzte künftige Erfüllungsbetrag, der sich für die Rückversicherung grundsätzlich aus den Aufgaben der Zedenten ergibt. Forderungen aus Regressen, Provenus und Teilungsabkommen werden berücksichtigt. Zur Bemessung der Endschäden ("Ultimate Liability") werden im Bereich der Schaden-Rückversicherung, aber auch der Schaden-Erstversicherung für alle Sparten die erwarteten Endschadenquoten mittels aktuarieller Verfahren berechnet (z. B. Chain-Ladder-Verfahren). Dabei wird auf Basis statistischer Dreiecke die Entwicklung aller Schäden pro Anfalljahr bzw. Zeichnungsjahr bis zum voraussichtlichen Ende ihrer Abwicklung prognostiziert. Zudem werden Erfahrungen der Vergangenheit, aktuell bekannte Fakten und Gegebenheiten, Prognosen künftiger Ereignisse, Schätzungen der künftigen Inflationsentwicklung sowie weitere Annahmen in Bezug auf die zukünftige Entwicklung (z. B. ökonomische, soziale oder technische Einflussfaktoren) berücksichtigt. Die jüngeren Zeichnungsjahre bzw. Anfalljahre aktuarieller Projektionen unterliegen einer größeren Unsicherheit, die mit vielfältigen Zusatzinformationen reduziert wird. Insbesondere für die Rückversicherung gilt, dass zwischen dem Eintritt des versicherten Schadens, seiner Meldung durch den Erstversicherer und der anteiligen Bezahlung des Schadens durch den Rückversicherer ein längerer Zeitraum liegen kann. Die Rückstellungen für das übernommene Geschäft werden dabei grundsätzlich für das Konzerngeschäft nach Vorgaben der Vorversicherer bzw. für das Nichtkonzerngeschäft mittels aktuarieller Analysen gebildet.

Wenn für die einzelfallspezifische Abwicklung von Großschäden keine ausreichenden statistischen Daten vorliegen, werden nach Analyse des mit diesen Risiken behafteten Portfolios und gegebenenfalls nach Einzelbetrachtungen angemessene Rückstellungen gebildet. Diese Rückstellungen entsprechen realistischen Schätzungen des Konzerns. Darüber hinaus wird für einen Teil der bekannten Versicherungsfälle eine individuell bestimmte angemessene Rückstellung gebildet. Die Bestimmung der Höhe erfolgt unter Berücksichtigung der allgemeinen Grundsätze der Versicherungspraxis. Die Angemessenheit der Höhe wird regelmäßig geprüft und gegebenenfalls angepasst.

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wird mit Ausnahme weniger Teilrückstellungen wie bspw. der Rentendeckungsrückstellungen grundsätzlich nicht abgezinst.

Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) wird in der Lebensversicherung für Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gebildet, die am Bilanzstichtag noch nicht endgültig den einzelnen Versicherungsverträgen zugeordnet sind. Sie setzt sich aus den Beträgen zusammen, die gemäß den jeweiligen nationalen gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen den Versicherungsnehmern zugewiesen werden, und den Beträgen, die aus zeitlich begrenzten Unterschiedsbeträgen zwischen dem Konzernabschluss nach IFRS und den lokalen Jahresabschlüssen resultieren (latente RfB) und sich in künftigen Berechnungen der Überschussbeteiligung auswirken werden. Für unrealisierte Gewinne/​Verluste aus "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumenten bilden wir eine Rückstellung für latente Beitragsrückerstattung erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (Shadow RfB); ansonsten berücksichtigen wir Veränderungen dieser Rückstellung erfolgswirksam.

Mindestens einmal im Jahr prüfen wir alle versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen eines Angemessenheitstests nach IFRS 4. Falls die Überprüfung ergibt, dass künftige Einnahmen die erwarteten Ausgaben auf Ebene der Berechnungscluster voraussichtlich nicht decken, bilden wir nach Auflösung der zugehörigen abgegrenzten Abschlusskosten und PVFP eine Drohverlustrückstellung. Die Berechnung auf Basis des aktuell realistisch geschätzten künftigen Erfüllungsbetrags orientiert sich bei der Rückstellung für Prämienüberträge und der Schadenrückstellung grundsätzlich an dem Geschäftsmodell der Sparten und berücksichtigt künftige Konditionsanpassungen, Rückversicherungsschutz sowie gegebenenfalls die Steuerung der Profitabilität einzelner Vertragsbeziehungen. Kapitalerträge werden bei dieser Berechnung nicht einbezogen. Bei der Deckungsrückstellung prüfen wir die Angemessenheit auf Basis aktueller Annahmen der Rechnungsgrundlagen einschließlich des anteiligen Kapitalanlageergebnisses wie auch (wenn relevant) künftiger Überschussbeteiligungen.

Schattenbilanzierung (Shadow Accounting): IFRS 4 erlaubt die Einbeziehung von nicht realisierten Gewinnen und Verlusten aus Zeitwertänderungen der "jederzeit veräußerbaren" Finanzinstrumente in die Bewertung versicherungstechnischer Positionen. Diese Vorgehensweise wird angewandt, damit nicht realisierte Gewinne und Verluste in gleicher Weise behandelt werden wie realisierte Gewinne und Verluste. Hiervon können folgende Positionen betroffen sein: abgegrenzte Abschlusskosten, PVFP, Rückstellungen für Schlussgewinnanteile der Versicherungsnehmer sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Anpassungen werden als sogenannte Shadow Adjustments der betroffenen Positionen analog zu den begründenden Wertentwicklungen als Gegenposten im sonstigen Ergebnis abgebildet.

Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird

Bei Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen (z. B. in der fondsgebundenen Lebensversicherung), spiegeln die Deckungsrückstellung und sonstige versicherungstechnische Rückstellungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider. Wir verweisen auf die Erläuterungen zum Aktivposten "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen".

Andere Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen: Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen werden für jeden Plan separat und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method). Es werden dabei nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Anwartschaften und laufenden Renten berücksichtigt, sondern auch deren zukünftige Entwicklung. Der Zinssatz, mit dem die Pensionsverpflichtungen abgezinst werden, orientiert sich an den Zinssätzen, die für hochwertige Unternehmensanleihen gelten. Der verwendete Abzinsungssatz ist ein zahlungsgewichteter Durchschnittszins, in dem sich die Fälligkeiten, die Höhe und die Währung der zu zahlenden Leistungen widerspiegeln. Bei der Extrapolation der Euro-Zinskurve berücksichtigt der Konzern zudem einen Trend auf den Spread der Unternehmensanleihen zur Verbesserung der Schätzgenauigkeit. Für wesentliche Pläne werden individuelle Zinssätze nach der Spot-Rate-Methode zur Bestimmung des Zinsaufwandes und -ertrages angewendet, d. h., die unterschiedlichen Zahlungsströme werden mit verschiedenen Zinssätzen gewichtet berücksichtigt.

Stehen den Pensionsverpflichtungen Vermögenswerte einer rechtlich eigenständigen Einheit gegenüber (z. B. eines Fonds oder durch externe Vermögen gedeckte Leistungszusagen), die ausschließlich zur Bedeckung der erteilten Pensionsversprechen verwendet werden dürfen und dem Zugriff etwaiger Gläubiger entzogen sind, sind die Pensionsverpflichtungen unter Abzug der Vermögenswerte auszuweisen. Sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögenswerte die zugehörigen Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird dieser Nettobetrag als sonstige Forderung ausgewiesen, angepasst um Effekte aus der Aktivierungsobergrenze (Asset Ceiling). Die Kostenkomponenten aus der Veränderung der leistungsorientierten Pläne werden, soweit sie den Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen auf die Nettoschuld betreffen, im Gewinn/​im Verlust der Periode berücksichtigt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aus Planänderungen und Plankürzungen sowie Gewinne/​Verluste aus Planabgeltungen werden im Zeitpunkt ihres Eintritts im Gewinn oder Verlust der Periode erfasst. Sämtliche Neubewertungseffekte werden im sonstigen Ergebnis bilanziert und im Eigenkapital ausgewiesen. Die Neubewertungen der Pensionsverpflichtungen umfassen zum einen die versicherungsmathematischen Gewinne/​Verluste aus den Bruttopensionsverpflichtungen, zum anderen den Unterschied zwischen der tatsächlich realisierten Planvermögensrendite und den rechnungsmäßigen Zinserträgen auf Planvermögen. Im Fall einer Überdotierung von Plänen fließt in die Neubewertungskomponente außerdem die Differenz zwischen dem Zins auf die Auswirkung der Vermögensobergrenze und der gesamten Veränderung des Nettovermögens aus der Auswirkung der Vermögensobergrenze (Asset Ceiling) ein. Weitere Erläuterungen und Sensitivitätsanalysen finden sich unter Anmerkung 23.

Sonstige Rückstellungen, Steuerrückstellungen und Restrukturierungsrückstellungen werden nach bestmöglicher Schätzung in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahme gebildet. Bei wesentlichen Zinseffekten werden die Rückstellungen abgezinst. Restrukturierungsrückstellungen werden dann angesetzt, wenn ein detaillierter formeller Plan für die Restrukturierung durch den Konzern genehmigt wurde und die wesentlichen Details der Restrukturierung öffentlich angekündigt wurden. Die Rückstellungen beinhalten u. a. Annahmen hinsichtlich der Anzahl der von Entlassungen betroffenen Mitarbeiter, der Höhe der Abfindungszahlungen und der Kosten im Zusammenhang mit der Beendigung von Verträgen. Aufwendungen, die mit den zukünftigen Geschäftstätigkeiten zusammenhängen (z. B. Versetzungskosten), werden nicht bei der Festlegung der Rückstellungen berücksichtigt.

Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich der begebenen Anleihen und Darlehen, soweit es sich nicht um Verbindlichkeiten aus Derivaten und den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten finanziellen Verpflichtungen aus Investmentverträgen handelt, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Verbindlichkeiten aus Derivaten bewertet der Konzern zum beizulegenden Zeitwert. Für geschriebene Verkaufsoptionen auf nicht beherrschende Anteile bilanziert der Konzern eine Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts des Rückkaufbetrags der Anteile. Die Einbuchung erfolgt zulasten des Anteils nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital; Effekte aus der Folgebewertung werden ergebniswirksam in der Position "Übriges Ergebnis" erfasst. Die Aufzinsung dieser finanziellen Verbindlichkeiten weisen wir unter den Finanzierungszinsen aus. Die beizulegenden Zeitwerte von Investmentverträgen werden grundsätzlich zu Rückkaufswerten für Versicherungsnehmer und Konten-salden bestimmt. Daneben nutzt der Konzern die Fair Value Option, um eine Bewertungsinkongruenz (Accounting Mismatch) in Bezug auf die die Verbindlichkeiten deckenden Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu beseitigen oder wesentlich zu verringern.

Anteilsbasierte Vergütungen werden im Konzern ausschließlich in bar abgegolten. Die Schulden der in bar zu erfüllenden Vergütungspläne werden zu jedem Stichtag und am Erfüllungstag mit dem bei zulegenden Zeitwert der Schuld bestimmt. Der Zeitwert jedes dieser Pläne wird als Aufwand über den Erdienungszeitraum verteilt. Danach wird jede Änderung des Zeitwertes von nicht ausgeübten Plänen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wesentliche Erfolgsgrößen

Unter der gebuchten Prämie wird der Betrag ausgewiesen, der im Geschäftsjahr für die Gewährung des Versicherungsschutzes entweder einmal oder laufend durch den Versicherer fällig gestellt wurde. In die Prämien fließen Ratenzahlungszuschläge, Nebenleistungen und Geldleistungen für übernommene Teile der versicherungstechnischen Rückstellungen (Portfolioeintritte) ein. Darüber hinaus werden hier Zahlungseingänge aus in Vorjahren abgeschriebenen sowie stornierten Prämienforderungen und Erträge aus der Auflösung bzw. Verminderung von Wertberichtigungen auf Forderungen gegen Versicherungsnehmer ausgewiesen. Erhöhungen der Wertberichtigungen werden von den gebuchten Prämien abgesetzt.

Prämien für Versicherungsverträge werden über die Vertragslaufzeit im Verhältnis zum bereitgestellten Versicherungsschutz bzw. bei Fälligkeit als verdient und als Ertrag gebucht. Von den verdienten Prämien sind die Sparanteile aus Lebensversicherungsverträgen abgesetzt (siehe auch Ausführungen zur Rückstellung für Prämienüberträge).

Die Aufwendungen für Versicherungsleistungen beinhalten die Zahlungen für Schadenfälle des Geschäftsjahres und der Vorjahre (einschließlich der Schlussüberschüsse in der Lebensversicherung, die Veränderungen der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sowie die Veränderungen der Deckungsrückstellung). Zudem werden hier die Aufwendungen für Beitragsrückerstattung ausgewiesen. Diese bestehen neben der Direktgutschrift aus der Zuführung für die RfB sowie der erfolgswirksamen Veränderung der latenten RfB inklusive der Amortisation des PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer.

Die Abschlussaufwendungen umfassen im Wesentlichen die Provisionszahlungen an die mit dem Vertrieb der Versicherungsprodukte betrauten Personen/​Organisationen, die gezahlten Rückversicherungsprovisionen sowie die Veränderungen der abgegrenzten Abschlusskosten und der Provisionsrückstellungen. Darüber hinaus werden unter den Abschlusskosten weitere Kostenbestandteile ausgewiesen, die eng mit der Akquise von neuen Versicherungsverträgen bzw. mit der Verlängerung bestehender Versicherungsverträge verbunden sind, beispielsweise Kosten der medizinischen Gesundheitsprüfung. Die Verwaltungskosten resultieren vor allem aus den Aufwendungen für die Vertragsverwaltung wie z. B. das Einziehen der fälligen Prämien. Weitere Verwaltungskosten sind u. a. die diesem Funktionsbereich zuordenbaren Personalkosten, Abschreibungen und Mieten.

Prämien, Aufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen werden jeweils brutto und netto, d. h. nach Berücksichtigung der Rückversicherungspositionen, bilanziert.

Die Zusammensetzung des Kapitalanlageergebnisses wie auch des übrigen Ergebnisses ist der jeweiligen Anmerkung im Konzernanhang zu entnehmen.

Der Konzern erbringt neben seiner Kerngeschäftstätigkeit (im Anwendungsbereich des IFRS 4) verschiedene mit dem Versicherungsgeschäft im Zusammenhang stehende Dienstleitungen, insbesondere Kapitalverwaltungsleistungen und sonstige versicherungsnahe Dienstleistungen, die in den Anwendungsbereich des IFRS 15 ("Erlöse aus Verträgen mit Kunden") fallen. Erlöse aus Verträgen mit Kunden werden dann realisiert, wenn die Verfügungsmacht über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Die Höhe der Umsatzrealisierung entspricht der Gegenleistung, die der Konzern für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an den Kunden voraussichtlich erhalten wird. Der Konzern agiert in seinen Verträgen im Anwendungsbereich des IFRS 15 grundsätzlich als Prinzipal, weil er regelmäßig die Kontrolle über die Dienstleistungen oder Güter hat, bevor diese an den Kunden übertragen werden. Die Verträge mit den Kunden beinhalten in der Regel keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Eine Aufgliederung dieser Erlöse findet sich im Kapitel "Sonstige Angaben".

Ertragsteuern: Der Steueraufwand enthält die tatsächliche Steuerbelastung auf Unternehmensergebnisse der Konzernunternehmen, auf die die jeweiligen lokalen Steuersätze angewendet werden, sowie Veränderungen der aktiven und der passiven latenten Steuern. Aufwand und Ertrag aus Zinsen oder Strafen, die an die Steuerbehörden zu zahlen sind, werden im Allgemeinen in der Position "Übriges Ergebnis" ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden grundsätzlich mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die entsprechende funktionale Währung der Unternehmenseinheiten umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte/​Schulden, die am Abschlussstichtag auf Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne/​Verluste aus dieser Umrechnung werden in der Position "Übriges Ergebnis" ausgewiesen. Fremdwährungsgewinne/​-verluste aus nicht monetären Posten (z. B. Eigenkapitalinstrumente), die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind, werden zunächst im sonstigen Ergebnis bilanziert und erst mit ihrer Abwicklung bzw. bei einer Wertminderung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

Fremdwährungspositionen ausländischer Tochtergesellschaften (einschließlich Geschäfts- und Firmenwerte), deren Landeswährung nicht der Euro ist, rechnen wir mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag in Euro um, Fremdwährungspositionen in der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Währungsumrechnung im Eigenkapital bilanziert, soweit die Währungskursdifferenz nicht den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesen ist.

UMRECHNUNGSKURSE DER FÜR UNS WICHTIGSTEN WÄHRUNGEN

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Bilanz (Stichtag) Erfolgsrechnung (Durchschnitt)
1 EUR entspricht 2022 2021 2022 2021
AUD Australien 1,5710 1,5596 1,5188 1,5800
BRL Brasilien 5,6362 6,4086 5,4833 6,3833
CAD Kanada 1,4449 1,4491 1,3763 1,4882
CNY China 7,3650 7,2297 7,0861 7,6408
GBP Großbritannien 0,8872 0,8393 0,8538 0,8617
MXN Mexiko 20,8805 23,2733 21,2336 24,0952
PLN Polen 4,6843 4,5982 4,6814 4,5699
TRY Türkei 19,9821 14,7598 17,2707 10,6456
USD USA 1,0675 1,1344 1,0570 1,1853
ZAR Südafrika 18,0975 18,0275 17,2599 17,6160

Die Türkei wird seit dem zweiten Quartal 2022 für Zwecke der Finanzberichterstattung als hochinflationär im Sinne des IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) eingestuft. Somit haben Gesellschaften, deren funktionale Währung der türkischen Lira (TRY) entspricht, für Berichtsperioden, die am oder nach dem 30. Juni 2022 enden, die Rechnungslegung gemäß IAS 29 anzuwenden. Demnach werden die betroffenen Abschlüsse nicht auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert, sondern bereinigt um die Einflüsse der Inflation dargestellt. Der in diesem Zusammenhang durch das Turkish Statistical Institute (TURKSTAT) verwendete Verbraucherindex beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.128,45 (31.12.2021: 686,95). Der aus der Anwendung des IAS 29 resultierende, in den Gewinnrücklagen erfasste, Effekt zum 1. Januar 2022 beträgt +4 Mio. EUR. Insgesamt hat sich für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 ein Gewinn aus der Nettoposition der monetären Posten von 20 Mio. EUR ergeben, der im übrigen Ergebnis ausgewiesen wurde. Dieser beinhaltet einen Ergebnisbeitrag in Höhe von +5 Mio. EUR. Die Vorjahreszahlen wurden in Übereinstimmung mit IAS 21.42 b) nicht angepasst.

Segmentberichterstattung

Bestimmung der berichtspflichtigen Segmente

Die Festlegung der berichtspflichtigen Segmente folgt in Übereinstimmung mit IFRS 8 ("Geschäftssegmente") der internen Berichts- und Steuerungsstruktur der Gruppe, anhand derer der Konzernvorstand regelmäßig die Leistung der Segmente beurteilt und über die Allokation von Ressourcen zu den Segmenten entscheidet.

Der Konzern hat die geschäftlichen Aktivitäten in Versicherung und Konzernfunktionen aufgeteilt. Die Versicherungsaktivitäten (ohne die konzerninterne Rückversicherung der Talanx AG) sind weiter in sechs berichtspflichtige Segmente untergliedert, wobei infolge unterschiedlicher Produktarten, Risiken und Kapitalzuordnungen zunächst eine Differenzierung in Erst- und Rückversicherung erfolgt.

Die Versicherungsaktivitäten in der Erstversicherung sind aufgrund der nach Kundengruppen bzw. geografischen Regionen (Inland versus Ausland) sowie im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft nach Sparten (Sachversicherung und Lebensversicherung) ausgerichteten Steuerung in die vier berichtspflichtigen Segmente "Industrieversicherung", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall", "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben" und "Privat- und Firmenversicherung International" gegliedert. Diese Segmentierung entspricht auch den Zuständigkeiten der Mitglieder im Vorstand.

Das Rückversicherungsgeschäft wird vollständig aus der Hannover Rück-Gruppe übernommen und ist gemäß der Systematik des internen Berichtswesens in die beiden Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung aufgeteilt.

Abweichend von der Segmentierung im Konzernabschluss der Hannover Rück SE ordnen wir dem Segment Schaden-Rückversicherung auch die Holdingfunktionen dieser Gruppe zu. Die segmentübergreifenden Ausleihungen innerhalb der Hannover Rück-Gruppe werden im Talanx Konzernabschluss den beiden Rückversicherungssegmenten zugerechnet (Konzernabschluss der Hannover Rück SE: Konsolidierungsspalte). Dadurch sind Abweichungen der Segmentergebnisse, wie sie im Konzernabschluss der Talanx AG für das Rückversicherungsgeschäft berichtet werden, von denen im Abschluss der Hannover Rück SE unvermeidlich.

Nachfolgend sind die wesentlichen Produkte und Dienstleistungen aufgeführt, mit denen diese berichtspflichtigen Segmente Erträge erzielen.

Industrieversicherung: Das Segment umfasst das globale Industriegeschäft. Der Umfang des Geschäftsbetriebs beinhaltet eine breite Auswahl an Versicherungsprodukten wie die Haftpflicht-, Kraftfahrzeug-, Unfall-, Feuer-, Sach-, Rechtsschutz-, Transport-, Financial-Lines-, Agenten- und Spezial- (u. a. in den Sparten Vermögensschadenhaftpflicht, Organhaftpflicht, Sports and Entertainment, Luftfahrt, Offshore Energy und Tierversicherung) und Technische Versicherungen für große und mittelgroße Unternehmen im In- und Ausland. Darüber hinaus wird Rückdeckung in verschiedenen Versicherungszweigen gewährt.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall: Das Segment steuert unsere Sachversicherungsleistungen für das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft. Das Produktspektrum reicht von Versicherungsprodukten für preis- und leistungsbewusste Kunden über maßgeschneiderte Produkte für beratungsaffine Kunden bis hin zum Belegschaftsgeschäft. Ein Fokus liegt dabei auf kleinen und mittleren Unternehmen, denen wir ebenfalls optimalen Versicherungsschutz anbieten möchten. Der Vertrieb erfolgt über die konzerneigene Außendienstorganisation, über unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten sowie über Kooperationen und den Online- und Direktvertrieb.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben: Das Segment bündelt unsere Lebensversicherungsaktivitäten einschließlich des deutschlandweit betriebenen Bancassurance-Geschäfts, d. h. des Vertriebs von Versicherungspolicen mittels Partnerbanken. Es erbringt auch Versicherungsdienstleistungen in Österreich. Das Produktspektrum reicht von fondsgebundenen Lebensversicherungen über Renten- und Risikoversicherungen bis hin zu Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen. Der Vertrieb erfolgt im Besonderen über Banken, unabhängige Vermittler und Mehrfachagenten und eine eigene Ausschließlichkeitsorganisation.

Privat- und Firmenversicherung International: Die Tätigkeit des Segments umfasst spartenübergreifend das Versicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden inklusive der betriebenen Bancassurance-Aktivitäten im Ausland. Die Produktpalette umfasst u. a. Angebote der Kfz-Versicherung, Schaden- und Unfallversicherung, Transport- und Feuerversicherung sowie zahlreiche Produkte aus dem Bereich der Lebensversicherung. Das Auslandsgeschäft wird zu einem großen Anteil über Makler und Agenten abgewickelt. Zusätzlich nutzen viele Segmentgesellschaften Banken als Vertriebskanäle.

Schaden-Rückversicherung: In diesem Segment werden weltweit alle Sparten im Schaden- und Haftpflichtgeschäft rückversichert. Dies umfasst auch die Spezialbereiche Transport- und Luftfahrtgeschäft, Kredit-/​Kautionsgeschäft, Agrargeschäft, die strukturierte Rückversicherung, das fakultative sowie das Katastrophengeschäft.

Personen-Rückversicherung: Das Segment fasst die weltweiten Aktivitäten der Hannover Rück-Gruppe in allen Sparten der Lebens-, Kranken- und Rentenversicherung sowie der privaten Unfallversicherung zusammen, sofern sie von Personenversicherern gezeichnet und rückversichert werden.

Konzernfunktionen: Das Segment umfasst, in Abgrenzung zu den sechs operativen Segmenten, die Konzernsteuerung sowie Tätigkeiten zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs der Gruppe. Dazu zählen die Kapitalanlageverwaltung, die Abwicklung und Platzierung von Teilen der Rückversicherungsabgaben für die Erstversicherung einschließlich konzerninterner Rückversicherung sowie die Konzernfinanzierung. Das konzernexterne Asset-Management-Geschäft für private und institutionelle Investoren der Ampega Investment GmbH, Köln, weisen wir ebenfalls in diesem Segment aus. Darüber hinaus werden diesem Bereich zentrale Dienstleistungsgesellschaften zugeordnet, die einzelne Servicetätigkeiten (z. B. IT-Dienstleistungen, Inkasso, Personal und Rechnungswesen) auf Kostenerstattungsbasis vorwiegend für die Erstversicherer im Inland ausführen. Provisionserlöse aus Platzierungen von Rückversicherungsabgaben und das operative Ergebnis der Talanx Reinsurance Broker GmbH werden dem Segment Industrieversicherung zugerechnet.

Bewertungsgrundlagen für den Erfolg der berichtspflichtigen Segmente

Bewertungsgrundlage für sämtliche Transaktionen zwischen berichtspflichtigen Segmenten sind marktkonforme Transferpreise. In der Konsolidierungsspalte werden die konzerninternen segmentübergreifenden Transaktionen herausgerechnet. Erträge aus Dividendenzahlungen bzw. Ergebnisabführungsverträge, die der Konzernholding zuzurechnen sind, werden im jeweiligen Segment eliminiert. Die Gewinn- und Verlustrechnung nach Geschäftsbereichen/​berichtspflichtigen Segmenten haben wir aus Konsistenz- und Vergleichbarkeitsgründen an die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angepasst. Gleiches gilt für die Konzernbilanz.

Für die Segmente "Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/​Unfall" und "Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben" werden weder Ertragsteuern noch Finanzierungszinsen ermittelt und an den Hauptentscheidungsträger berichtet, sodass die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem EBIT endet. Somit kann für sie auch keine Segmentbilanz aufgestellt werden. Das EBIT des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergibt sich aus der Addition der beiden berichtspflichtigen Segmente. Die Bilanz des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergibt sich aus der Addition der Segmentbilanzen seiner berichtspflichtigen Segmente Schaden-Rückversicherung und Personen-Rückversicherung.

Um den finanziellen Erfolg der berichtspflichtigen Segmente im Konzern beurteilen zu können, werden abhängig von der Art und Fristigkeit der geschäftlichen Aktivitäten unterschiedliche Steuerungsgrößen bzw. Performance-Maße genutzt. Als einheitliche Bemessungsgrundlage wird das operative Ergebnis (EBIT) - ermittelt aus IFRS-Ergebnisbeiträgen - herangezogen. Zur Darstellung der tatsächlichen operativen Profitabilität und zur Verbesserung der Vergleichbarkeit wird hierbei das Periodenergebnis vor Ertragsteuern herausgestellt. Ferner wird das Ergebnis um die Zinsaufwendungen für Fremdfinanzierung bzw. aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten (Finanzierungszinsen) bereinigt.

KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2022

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In Mio. EUR Aktiva Industrieversicherung Privat- und Firmenversicherung Deutschland Privat- und Firmenversicherung International
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
A. Immaterielle Vermögenswerte            
a. Geschäfts- oder Firmenwert 152 153 248 248 584 591
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 11 11 464 434 186 189
  164 164 712 682 771 780
B. Kapitalanlagen            
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 160 163 2.520 2.540 122 129
b. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 24 16 161 134 38 3
c. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 203 191 66 75 - -
d. Darlehen und Forderungen 890 941 21.426 21.960 243 322
e. Sonstige Finanzinstrumente            
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 74 75 167 168 438 366
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 8.755 8.563 21.066 28.842 9.771 11.927
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 61 57 499 504 258 192
f. Übrige Kapitalanlagen 1.145 1.111 2.887 2.516 532 331
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 11.312 11.116 48.793 56.738 11.403 13.270
g. Kapitalanlagen aus Investmentverträgen - - - - 1.375 1.457
h. Depotforderungen 39 13 5 4 - -
Kapitalanlagen 11.350 11.129 48.798 56.741 12.778 14.726
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen - - 11.503 13.208 398 479
D. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 8.935 8.495 1.970 1.989 1.355 1.198
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 2.988 2.547 391 384 1.750 1.358
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 202 95 1.938 1.622 693 612
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 889 1.079 818 651 332 297
H. Aktive Steuerabgrenzung 174 83 301 123 460 227
I. Sonstige Vermögenswerte 913 803 705 737 657 641
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1 41 9 30 17 501 598
Summe der Aktiva 25.656 24.404 67.167 76.154 19.696 20.915
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In Mio. EUR Aktiva Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
A. Immaterielle Vermögenswerte            
a. Geschäfts- oder Firmenwert 35 36 - - - -
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 162 168 74 88 - -
  197 204 74 88 - -
B. Kapitalanlagen            
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 2.319 1.819 - - - -
b. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 813 336 6 22 - -
c. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 2.226 238 - - - -
d. Darlehen und Forderungen 2.401 2.444 100 70 - -
e. Sonstige Finanzinstrumente            
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 49 49 - - -300 -301
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 45.690 46.594 1.189 473 - -
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 580 330 12 13 -2 -
f. Übrige Kapitalanlagen 2.114 3.755 1.555 847 -1.662 -1.739
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 56.192 55.564 2.863 1.426 -1.964 -2.040
g. Kapitalanlagen aus Investmentverträgen - - - - - -
h. Depotforderungen 11.539 11.306 33 25 -1.020 -1.043
Kapitalanlagen 67.731 66.871 2.896 1.451 -2.984 -3.083
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen - - - - - -
D. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 3.767 3.073 1.508 1.104 -7.271 -6.930
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 8.341 7.208 279 312 -787 -1.063
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 3.579 3.351 32 47 291 294
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 1.309 1.325 248 651 - -
H. Aktive Steuerabgrenzung 202 54 217 296 -14 -173
I. Sonstige Vermögenswerte 3.120 2.831 1.015 1.068 -3.115 -2.927
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1 - - - 2 -18 -1
Summe der Aktiva 88.244 84.917 6.268 5.017 -13.898 -13.882
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In Mio. EUR Aktiva Gesamt
31.12.2022 31.12.2021
A. Immaterielle Vermögenswerte    
a. Geschäfts- oder Firmenwert 1.020 1.028
b. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 897 889
  1.918 1.918
B. Kapitalanlagen    
a. Fremdgenutzter Grundbesitz 5.121 4.650
b. Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 1.042 511
c. Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 2.495 504
d. Darlehen und Forderungen 25.061 25.737
e. Sonstige Finanzinstrumente    
i. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 428 356
ii. Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 86.471 96.399
iii. Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 1.409 1.096
f. Übrige Kapitalanlagen 6.572 6.821
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 128.599 136.073
g. Kapitalanlagen aus Investmentverträgen 1.375 1.457
h. Depotforderungen 10.594 10.305
Kapitalanlagen 140.569 147.835
C. Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 11.902 13.687
D. Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 10.264 8.929
E. Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 12.961 10.746
F. Abgegrenzte Abschlusskosten 6.735 6.020
G. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 3.595 4.002
H. Aktive Steuerabgrenzung 1.340 611
I. Sonstige Vermögenswerte 3.294 3.153
J. Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1 555 625
Summe der Aktiva 193.133 197.524

1 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"

KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER 2022

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In Mio. EUR Passiva Industrieversicherung Privat- und Firmenversicherung Deutschland Privat- und Firmenversicherung International
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 410 410 206 257 105 103
C. Versicherungstechnische Rückstellungen            
a. Rückstellung für Prämienüberträge 3.404 2.819 1.448 1.416 3.326 2.763
b. Deckungsrückstellung - - 43.802 43.531 5.354 6.545
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 16.729 14.865 3.983 3.877 4.463 4.161
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 10 16 576 7.191 202 624
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 67 69 9 7 13 17
  20.210 17.769 49.819 56.023 13.359 14.110
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird - - 11.503 13.208 398 479
E. Andere Rückstellungen            
a. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 432 588 102 136 78 57
b. Steuerrückstellungen 137 153 83 90 108 125
c. Sonstige Rückstellungen 84 109 159 185 142 129
  653 850 343 410 328 312
F. Verbindlichkeiten            
a. Begebene Anleihen und Darlehen 9 10 58 65 321 206
b. Depotverbindlichkeiten 34 33 1.554 1.514 163 175
c. Übrige Verbindlichkeiten 2.689 2.958 1.851 1.808 2.536 2.487
  2.733 3.001 3.462 3.387 3.020 2.868
G. Passive Steuerabgrenzung 41 164 21 210 47 69
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1 48 56 - - 453 557
Summe Verbindlichkeiten/​Rückstellungen 24.095 22.251 65.354 73.495 17.711 18.498
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In Mio. EUR Passiva Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung
31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 4.096 3.396 1.246 1.746 -1.054 -1.152
C. Versicherungstechnische Rückstellungen            
a. Rückstellung für Prämienüberträge 6.654 6.196 242 230 -1.220 -1.269
b. Deckungsrückstellung 7.116 7.542 - - -122 -130
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 46.864 40.778 1.792 1.418 -5.023 -4.557
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung - - - - - -
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 1.067 842 - - - -
  61.700 55.357 2.034 1.648 -6.365 -5.956
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird - - - - - -
E. Andere Rückstellungen            
a. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 154 209 912 1.210 - -
b. Steuerrückstellungen 191 92 81 74 - -
c. Sonstige Rückstellungen 190 183 361 382 - -
  535 484 1.354 1.666 - -
F. Verbindlichkeiten            
a. Begebene Anleihen und Darlehen 1.860 1.523 2.690 1.482 -880 -855
b. Depotverbindlichkeiten 4.076 4.219 - - -1.803 -1.856
c. Übrige Verbindlichkeiten 6.322 5.012 496 530 -3.896 -3.976
  12.258 10.754 3.186 2.012 -6.578 -6.687
G. Passive Steuerabgrenzung 945 2.214 - - 22 -145
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1 - - - - - -1
Summe Verbindlichkeiten/​Rückstellungen 79.535 72.205 7.821 7.072 -13.975 -13.941
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In Mio. EUR Passiva Gesamt
31.12.2022 31.12.2021
B. Nachrangige Verbindlichkeiten 5.009 4.759
C. Versicherungstechnische Rückstellungen    
a. Rückstellung für Prämienüberträge 13.853 12.154
b. Deckungsrückstellung 56.150 57.489
c. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 68.810 60.541
d. Rückstellung für Beitragsrückerstattung 788 7.832
e. Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 1.156 935
  140.758 138.951
D. Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird 11.902 13.687
E. Andere Rückstellungen    
a. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.678 2.200
b. Steuerrückstellungen 599 535
c. Sonstige Rückstellungen 935 988
  3.213 3.722
F. Verbindlichkeiten    
a. Begebene Anleihen und Darlehen 4.058 2.432
b. Depotverbindlichkeiten 4.025 4.085
c. Übrige Verbindlichkeiten 9.998 8.818
  18.081 15.335
G. Passive Steuerabgrenzung 1.077 2.513
H. Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden 1 501 612
Summe Verbindlichkeiten/​Rückstellungen 180.541 179.579
Eigenkapital 2 12.592 17.945
Summe der Passiva 193.133 197.524

1 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"
2 Konzerneigenkapital und Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN/​BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEN FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022 1

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Industrieversicherung Privat- und Firmenversicherung Deutschland Privat- und Firmenversicherung International
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021 2022 2021
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 8.913 7.560 5.994 6.170 7.104 6.127
davon mit anderen Geschäftsbereichen/​Segmenten 41 27 61 72 2 1
davon mit fremden Dritten 8.872 7.534 5.933 6.098 7.102 6.126
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung - - 887 901 48 107
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 3.960 3.920 538 441 762 601
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge -561 -380 -32 -6 -595 -271
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge -10 -168 -29 -1 -88 -35
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 4.402 3.428 4.566 4.823 5.788 5.183
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 5.774 5.336 4.370 5.862 4.826 4.219
Anteile der Rückversicherer 2.394 2.602 254 336 535 351
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 3.380 2.734 4.116 5.526 4.291 3.868
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 1.634 1.390 1.293 1.259 1.551 1.337
Anteile der Rückversicherer 811 783 206 204 134 126
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 823 608 1.088 1.055 1.417 1.212
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 7 5 15 14 54 33
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 15 46 14 17 101 91
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis -8 -41 1 -3 -48 -58
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 191 46 -637 -1.761 32 46
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 371 396 1.881 2.452 601 440
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 117 96 923 309 157 67
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 254 300 958 2.143 444 373
Ergebnis aus Investmentverträgen - - - - 2 3
Depotzinsergebnis - - -11 -12 -2 -2
Kapitalanlageergebnis 254 300 947 2.131 444 374
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 21 19 2 6 - -
10. a. Sonstige Erträge 273 191 200 247 235 188
b. Sonstige Aufwendungen 467 340 246 331 370 315
Übriges Ergebnis -194 -149 -46 -84 -134 -127
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 252 196 263 286 341 294
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert - - - - - -
Operatives Ergebnis (EBIT) 252 196 263 286 341 294
12. Finanzierungszinsen 10 11 6 9 6 2
13. Ertragsteuern 65 38 95 111 71 66
Jahresergebnis 177 148 162 166 263 225
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter - 4 12 6 49 36
davon Aktionäre der Talanx AG 177 143 150 161 214 189
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Rückversicherung Konzernfunktionen Konsolidierung
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021 2022 2021
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 33.276 27.762 1.151 1.119 -3.007 -3.232
davon mit anderen Geschäftsbereichen/​Segmenten 1.670 1.947 1.234 1.186 -3.007 -3.232
davon mit fremden Dritten 31.606 25.815 -83 -67 - -
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung - - - - - -
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 3.320 2.905 894 839 -3.019 -3.261
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge -300 -738 -13 18 -61 281
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge -17 -24 -24 29 -74 293
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 29.672 24.143 268 268 25 16
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 24.868 20.917 852 1.029 -2.066 -2.313
Anteile der Rückversicherer 2.525 2.598 695 816 -2.070 -2.365
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 22.343 18.319 157 212 4 52
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 8.069 6.592 283 295 -835 -897
Anteile der Rückversicherer 379 288 185 185 -836 -839
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 7.690 6.304 98 110 2 -58
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge - - - 16 - -16
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 26 5 5 4 20 7
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis -26 -5 -5 12 -20 -23
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -387 -484 9 -42 - -
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 3.140 2.213 32 42 -58 -61
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 1.293 534 131 153 -129 -137
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 1.848 1.679 -100 -111 71 76
Ergebnis aus Investmentverträgen - - - - - -
Depotzinsergebnis 236 268 - - - -
Kapitalanlageergebnis 2.084 1.947 -99 -111 71 76
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 112 17 - - - -
10. a. Sonstige Erträge 1.437 793 1.540 1.037 -1.404 -930
b. Sonstige Aufwendungen 635 520 1.412 911 -1.311 -822
Übriges Ergebnis 803 273 128 126 -93 -108
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 2.500 1.736 37 -27 -21 -32
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert - - - - - -
Operatives Ergebnis (EBIT) 2.500 1.736 37 -27 -21 -32
12. Finanzierungszinsen 112 103 97 103 -50 -53
13. Ertragsteuern 454 352 35 -25 9 7
Jahresergebnis 1.934 1.282 -95 -105 19 14
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1.227 672 - - - -
davon Aktionäre der Talanx AG 707 609 -95 -105 19 14
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Gesamt
In Mio. EUR 2022 2021
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 53.431 45.507
davon mit anderen Geschäftsbereichen/​Segmenten - -
davon mit fremden Dritten 53.431 45.507
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 934 1.008
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 6.456 5.446
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge -1.561 -1.096
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge -242 94
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 44.722 37.863
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 38.624 35.050
Anteile der Rückversicherer 4.333 4.338
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 34.291 30.711
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 11.995 9.977
Anteile der Rückversicherer 878 747
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 11.118 9.230
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 76 52
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 182 170
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis -106 -117
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -792 -2.195
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 5.968 5.483
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 2.492 1.022
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 3.476 4.460
Ergebnis aus Investmentverträgen 2 3
Depotzinsergebnis 223 255
Kapitalanlageergebnis 3.700 4.718
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 135 43
10. a. Sonstige Erträge 2.281 1.526
b. Sonstige Aufwendungen 1.818 1.596
Übriges Ergebnis 464 -69
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 3.372 2.454
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert - -
Operatives Ergebnis (EBIT) 3.372 2.454
12. Finanzierungszinsen 181 176
13. Ertragsteuern 730 548
Jahresergebnis 2.461 1.730
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1.289 718
davon Aktionäre der Talanx AG 1.172 1.011

1 Abweichend zu dem Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland und dem Geschäftsbereich Rückversicherung bildet die Gewinn- und Verlustrechnung der übrigen Geschäftsbereiche auch die berichtspflichtigen Segmente ab

VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND (SCHADEN/​UNFALL UND LEBEN) SOWIE SCHADEN- UND PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022

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Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben Schaden-Rückversicherung
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021 2022 2021
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 1.715 1.574 4.280 4.596 24.242 19.224
davon mit anderen Segmenten - - 61 72 1.526 1.804
davon mit fremden Dritten 1.715 1.574 4.218 4.525 22.717 17.420
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung - - 887 901 - -
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 178 224 361 217 2.282 1.901
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge -14 -25 -18 19 -340 -723
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge -32 -5 3 4 -16 -24
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 1.555 1.329 3.010 3.494 21.637 16.624
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 1.039 1.083 3.331 4.779 17.160 13.218
Anteile der Rückversicherer 46 224 208 111 1.601 1.704
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 993 859 3.123 4.668 15.559 11.514
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 606 582 688 677 6.388 4.998
Anteile der Rückversicherer 73 132 133 73 284 223
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 533 451 555 604 6.104 4.775
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge 1 2 14 13 - -
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 12 10 2 7 18 3
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis -11 -8 12 5 -18 -3
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 18 11 -655 -1.772 -43 332
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 130 149 1.751 2.303 2.422 1.693
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 55 19 867 290 996 390
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 74 130 883 2.013 1.426 1.303
Ergebnis aus Investmentverträgen - - - - - -
Depotzinsergebnis -1 -1 -10 -11 71 49
Kapitalanlageergebnis 74 129 873 2.002 1.497 1.352
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode - - 2 6 10 4
10. a. Sonstige Erträge 22 55 177 192 826 238
b. Sonstige Aufwendungen 44 92 202 240 510 401
Übriges Ergebnis -22 -37 -25 -47 316 -163
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 70 104 193 183 1.771 1.521
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert - - - - - -
Operatives Ergebnis (EBIT) 70 104 193 183 1.771 1.521
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Personen- Rückversicherung
In Mio. EUR 2022 2021
1. Gebuchte Bruttoprämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 9.033 8.538
davon mit anderen Segmenten 144 143
davon mit fremden Dritten 8.889 8.396
2. Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung - -
3. Gebuchte Rückversicherungsprämien 1.038 1.005
4. Veränderung der Bruttoprämienüberträge 40 -14
5. Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge - -
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 8.035 7.519
6. Aufwendungen für Versicherungsleistungen brutto 7.708 7.699
Anteile der Rückversicherer 924 894
Aufwendungen für Versicherungsleistungen netto 6.784 6.805
7. Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen brutto 1.681 1.594
Anteile der Rückversicherer 94 65
Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen netto 1.586 1.529
8. Sonstige versicherungstechnische Erträge - -
Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen 9 1
Sonstiges versicherungstechnisches Ergebnis -9 -1
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -344 -816
9. a. Erträge aus Kapitalanlagen 718 521
b. Aufwendungen für Kapitalanlagen 297 145
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 421 376
Ergebnis aus Investmentverträgen - -
Depotzinsergebnis 165 220
Kapitalanlageergebnis 587 596
davon Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 101 13
10. a. Sonstige Erträge 611 554
b. Sonstige Aufwendungen 125 119
Übriges Ergebnis 487 435
Ergebnis vor Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert 729 216
11. Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert - -
Operatives Ergebnis (EBIT) 729 216

SONSTIGE SEGMENTANGABEN

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In Mio. EUR Industrieversicherung Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben Privat- und Firmenversicherung International
2022        
Im Kapitalanlageergebnis enthaltene Positionen        
Laufende Zinserträge 173 66 911 454
Depotzinserträge - - - -
Depotzinsaufwendungen - 1 11 2
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 21 - 2 -
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke        
planmäßig 3 1 40 2
außerplanmäßig - - 15 1
Abschreibungen auf Infrastrukturinvestments        
planmäßig 6 4 23 -
Wertaufholungen - 1 5 -
Im übrigen Ergebnis enthaltene Positionen        
Sonstige Zinserträge 4 1 14 7
Sonstige Zinsaufwendungen 10 1 16 7
Abschreibungen auf Sachanlagen        
planmäßig 18 - 4 37
außerplanmäßig - - - 4
2021        
Im Kapitalanlageergebnis enthaltene Positionen        
Laufende Zinserträge 1 164 73 965 347
Depotzinserträge - - - -
Depotzinsaufwendungen - 1 11 2
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 19   6  
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke        
planmäßig 3 1 34 2
außerplanmäßig - - 3 2
Abschreibungen auf Infrastrukturinvestments        
planmäßig 6 4 23 -
Wertaufholungen - - 1 -
Im übrigen Ergebnis enthaltene Positionen        
Sonstige Zinserträge 6 3 6 4
Sonstige Zinsaufwendungen 4 1 18 5
Abschreibungen auf Sachanlagen        
planmäßig 18 1 5 42
außerplanmäßig - - - 1
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In Mio. EUR Schaden-Rückversicherung Personen- Rückversicherung
2022    
Im Kapitalanlageergebnis enthaltene Positionen    
Laufende Zinserträge 1.197 352
Depotzinserträge 71 220
Depotzinsaufwendungen - 55
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 10 101
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke    
planmäßig 49 -
außerplanmäßig 18 -
Abschreibungen auf Infrastrukturinvestments    
planmäßig - -
Wertaufholungen 19 -
Im übrigen Ergebnis enthaltene Positionen    
Sonstige Zinserträge 21 55
Sonstige Zinsaufwendungen 21 8
Abschreibungen auf Sachanlagen    
planmäßig 21 7
außerplanmäßig - -
2021    
Im Kapitalanlageergebnis enthaltene Positionen    
Laufende Zinserträge 1 820 274
Depotzinserträge 50 413
Depotzinsaufwendungen 1 193
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode 4 13
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke    
planmäßig 38 -
außerplanmäßig 17 -
Abschreibungen auf Infrastrukturinvestments    
planmäßig - -
Wertaufholungen 1 -
Im übrigen Ergebnis enthaltene Positionen    
Sonstige Zinserträge 38 17
Sonstige Zinsaufwendungen 14 8
Abschreibungen auf Sachanlagen    
planmäßig 18 8
außerplanmäßig - -
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In Mio. EUR Konzernfunktionen Konsolidierung Gesamt
2022      
Im Kapitalanlageergebnis enthaltene Positionen      
Laufende Zinserträge 28 -57 3.124
Depotzinserträge - -5 287
Depotzinsaufwendungen - -5 64
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode - - 135
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke      
planmäßig - - 95
außerplanmäßig - - 35
Abschreibungen auf Infrastrukturinvestments      
planmäßig - - 34
Wertaufholungen - - 25
Im übrigen Ergebnis enthaltene Positionen      
Sonstige Zinserträge 12 -3 111
Sonstige Zinsaufwendungen 15 -11 68
Abschreibungen auf Sachanlagen      
planmäßig 39 - 127
außerplanmäßig - - 4
2021      
Im Kapitalanlageergebnis enthaltene Positionen      
Laufende Zinserträge 1 39 -61 2.622
Depotzinserträge - -4 459
Depotzinsaufwendungen - -5 204
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bewertet nach der Equity-Methode     43
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke      
planmäßig - - 78
außerplanmäßig - - 21
Abschreibungen auf Infrastrukturinvestments      
planmäßig - - 34
Wertaufholungen - - 2
Im übrigen Ergebnis enthaltene Positionen      
Sonstige Zinserträge 1 -2 73
Sonstige Zinsaufwendungen 5 -9 47
Abschreibungen auf Sachanlagen      
planmäßig 36 - 129
außerplanmäßig - - 1

Gebuchte Bruttoprämien, selbst verwaltete Kapitalanlagen und langfristige Vermögenswerte nach geografischer Herkunft

SELBST VERWALTETE KAPITALANLAGEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Deutschland 30.521 29.349
Großbritannien 6.668 7.458
Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 3.947 4.451
Übriges Europa 42.274 49.276
USA 23.880 24.777
Übriges Nordamerika 4.868 4.480
Lateinamerika 3.970 4.119
Asien und Australien 12.160 11.814
Afrika 311 351
Gesamt 128.599 136.073

LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT 1

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Deutschland 5.468 5.287
Großbritannien 115 126
Übriges Europa 625 494
USA 837 689
Übriges Nordamerika 500 511
Lateinamerika 227 224
Asien und Australien 23 29
Afrika 9 9
Gesamt 7.803 7.369

1 Als langfristige Vermögenswerte gelten im Wesentlichen die immateriellen Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) sowie der eigen- und fremdgenutzte Grundbesitz einschließlich der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen

GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHER HERKUNFT (GRUNDSÄTZLICH NACH SITZ DES KUNDEN)

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Erstversicherung Rückversicherung Konzernfunktionen
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021 2022 2021
Deutschland 7.676 7.837 2.108 1.998 859 909
Großbritannien 1.058 861 4.262 3.723 1 -
Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei 3.450 2.945 526 434 36 39
Übriges Europa 4.121 3.869 4.124 3.854 105 121
USA 1.686 1.274 10.948 8.195 - -
Übriges Nordamerika 377 303 1.933 1.494 - -
Lateinamerika 2.460 1.835 1.324 1.130 151 51
Asien und Australien 1.098 870 7.419 6.312 - -
Afrika 87 62 632 622 - -
Gesamt 22.011 19.858 33.276 27.762 1.151 1.119
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Konsolidierung Gesamt
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021
Deutschland -1.761 -1.748 8.882 8.997
Großbritannien -377 -467 4.943 4.116
Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei -75 -73 3.937 3.345
Übriges Europa -366 -468 7.983 7.376
USA -38 -48 12.596 9.421
Übriges Nordamerika -83 -118 2.227 1.680
Lateinamerika -181 -144 3.754 2.872
Asien und Australien -126 -166 8.391 7.015
Afrika - - 718 684
Gesamt -3.007 -3.232 53.431 45.507

Darstellung der gebuchten Bruttoprämien nach Versicherungsarten und -zweigen auf Konzernebene

GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN NACH VERSICHERUNGSARTEN UND -ZWEIGEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Schaden/​Unfall-Erstversicherung 16.140 13.432
Leben-Erstversicherung 5.872 6.425
Schaden-Rückversicherung 24.242 19.224
Personen-Rückversicherung 9.033 8.538
Konzernfunktionen 1.151 1.119
Konsolidierung -3.007 -3.232
Gesamt 53.431 45.507

Im Berichtszeitraum lagen keine Transaktionen mit einem externen Kunden vor, die sich auf mindestens 10 % der gesamten Bruttoprämien belaufen.

Konsolidierung

Konsolidierungsgrundsätze

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse unterliegen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für Tochtergesellschaften mit abweichenden Stichtagen, die mehr als drei Monate vor dem Konzernabschlussstichtag lagen, wurden Zwischenabschlüsse für Zwecke des Konzernabschlusses erstellt. Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle werden eliminiert.

Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten direkt oder indirekt die Entscheidungsmacht über ein Konzernunternehmen hat und wenn er an variablen Rückflüssen aus dem Konzernunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse durch seine Entscheidungsmacht beeinflussen kann. Diese Merkmale müssen kumulativ erfüllt sein. Bei sämtlichen Tochterunternehmen hält der Konzern die Mehrheit der Stimmrechte. Bei der Beurteilung, ob Beherrschung besteht, werden potenzielle Stimmrechte berücksichtigt, sofern diese Rechte substanziell sind.

Bei Investmentfonds - sowohl für vom Konzern verwaltete Investmentfonds als auch für von Dritten verwaltete Investmentfonds, an denen sich der Konzern beteiligt - erfolgt eine gesonderte Prüfung der Prinzipal-Agent-Beziehung. Hier wird anhand einer Analyse der Entscheidungsprozesse untersucht, ob die Kontrolle über die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten beim Fondsmanagement oder bei den Investoren liegt. Neben dem Grad der Variabilität der Vergütung des Fondsmanagements werden substanzielle Rechte zur Abberufung des Managements oder zur Herbeiführung der Fondsliquidierung sowie die Rolle der Investoren in Organen und Gremien des Investmentfonds betrachtet.

Für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen wendet der Konzern die Erwerbsmethode an, wenn die erworbene Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten die Definition eines Geschäftsbetriebs erfüllt. Tochterunternehmen sind ab dem Zeitpunkt zu konsolidieren, an dem die Beherrschung auf den Konzern übergeht. Sie werden entkonsolidiert, sobald die Beherrschung endet. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet. Ein sich aus der Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen ergebender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Nicht beherrschende Anteile am erworbenen Unternehmen werden im Allgemeinen anhand des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ausgewiesen.

Gesellschaften, auf die der Konzern einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen im Allgemeinen unter Anwendung der Equity-Methode nach IAS 28 bilanziert und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Dazu zählen auch die Transaktionskosten. Ausgehend von der Annahme, dass ein maßgeblicher Einfluss gegeben ist, wenn eine Gesellschaft des Konzerns direkt oder indirekt mindestens 20 %, aber nicht mehr als 50 % der Stimmrechte hält, erfolgt für jede wesentliche Beteiligung eine individuelle Analyse der faktischen Einflussmöglichkeiten des Konzerns.

Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine Vereinbarung, über die der Konzern die gemeinschaftliche Führung ausübt, wobei er Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung besitzt, anstatt Rechte an deren Vermögenswerten und Verpflichtungen für deren Schulden zu haben. Diese Unternehmen werden grundsätzlich nach der Equity-Methode einbezogen.

Die Equity-Konsolidierung endet mit der Aufgabe des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung. Für weiterführende Erläuterungen verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

Strukturierte Unternehmen im Sinne des IFRS 12 sind Unternehmen, bei denen Stimmrechte oder vergleichbare Rechte für die Beurteilung der Frage, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist z. B. der Fall, wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind.

Im Konzern wird die Verpflichtung zur Konsolidierung von strukturierten Unternehmen im Rahmen einer Analyse geprüft, die sowohl Transaktionen umfasst, bei denen ein strukturiertes Unternehmen durch ihn mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien initiiert wird, als auch solche, bei denen er mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien in vertragliche Beziehungen zu einem bereits bestehenden strukturierten Unternehmen tritt. Die Konsolidierungsentscheidungen werden anlassbezogen überprüft, mindestens aber jährlich.

Konsolidierungskreis

Von der Vollkonsolidierung oder der Equity-Konsolidierung ausgenommen sind Tochterunternehmen bzw. assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sind. Die untergeordnete Bedeutung bestimmt sich über die Bilanzsumme und das Jahresergebnis der Gesellschaft im Verhältnis zu den entsprechenden durchschnittlichen Konzernwerten der letzten drei Jahre.

Vor diesem Hintergrund werden im Berichtsjahr 36 (35) Tochtergesellschaften, deren Geschäftszweck überwiegend die Erbringung von Dienstleistungen für die Versicherungsgesellschaften der Gruppe ist, nicht konsolidiert. Weitere 14 (15) assoziierte Unternehmen und 2 (4) Gemeinschaftsunternehmen werden wegen untergeordneter Bedeutung nicht at Equity bilanziert. Die Bilanzsumme dieser Unternehmen beträgt insgesamt weniger als 1 % der durchschnittlichen Bilanzsumme des Konzerns der letzten drei Jahre. Das Ergebnis dieser Gesellschaften beläuft sich auf insgesamt weniger als 2 % des durchschnittlichen Ergebnisses des Konzerns der letzten drei Jahre. In den Folgeperioden werden die aus Wesentlichkeitsgründen nicht in den Konsolidierungskreis aufgenommenen Unternehmen zu jedem Abschlussstichtag daraufhin untersucht, ob eine Vollkonsolidierung/​ Equity-Konsolidierung aufgrund geänderter Abschätzung der Wesentlichkeit geboten ist.

Bezüglich der Angaben zur Zusammensetzung des Konzerns einschließlich der vollständigen Aufzählung des Anteilsbesitzes verweisen wir auf das Kapitel "Anteilsbesitz" auf den Seiten 249 ff. Angaben zu assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind der Anmerkung 5 zu entnehmen.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

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2022 2021
Anzahl der vollkonsolidierten Tochterunternehmen    
Inland 1 74 79
Ausland 2 151 145
Zwischensumme 225 224
Anzahl der vollkonsolidierten Investmentfonds (Tochterunternehmen) 3    
Inland 26 21
Ausland 4 5
Zwischensumme 30 26
Anzahl der vollkonsolidierten strukturierten Unternehmen    
Inland - -
Ausland 3 3
Zwischensumme 3 3
Summe der vollkonsolidierten Unternehmen    
Inland 100 100
Ausland 158 153
Zwischensumme 258 253
Anzahl der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen    
Inland 4 5 4
Ausland 5, 6 7 7
Gesamt 12 11

1 72 (77) Einzelgesellschaften und zwei (zwei) Unternehmen, die in einem (einem) Teilkonzern vollkonsolidiert werden
2 63 (65) Einzelgesellschaften und 88 (80) Unternehmen, die in vier (vier) Teilkonzernen vollkonsolidiert werden
3 Die Beherrschung erfolgt über Stimmrechte oder vergleichbare Rechte, sodass diese Investmentfonds keine strukturierten Unternehmen darstellen
4 Davon zwei (ein) Gemeinschaftsunternehmen im Inland
5 Vier (vier) Einzelgesellschaften und drei (drei) Unternehmen, die in einem Teilkonzern at Equity einbezogen werden
6 Davon ein (ein) Gemeinschaftsunternehmen im Ausland

Angaben zu Art und Umfang erheblicher Beschränkungen

Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an oder von andere(n) Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Zum Stichtag bestanden bei folgenden Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen erhebliche Beschränkungen aufgrund von Schutzrechten zugunsten dieser Anteilseigner.

MASSGEBLICHE BESCHRÄNKUNGEN BEI WESENTLICHEN TOCHTERUNTERNEHMEN

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Gesellschaft Art und Umfang erheblicher Beschränkungen
Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji WARTA S. A. und Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie WARTA S. A., beide Warschau, Polen Gemäß bestehender Konsortialvereinbarung mit einem Minderheitsaktionär kann eine Dividende oder Kapitalherabsetzung lediglich mit dessen Zustimmung beschlossen werden. Des Weiteren unterliegen die vom Konzern gehaltenen Anteile aufgrund der Konsortialvereinbarung einer Verfügungsbeschränkung.
E+S Rückversicherung AG, Hannover Die Veräußerung oder Übertragung von Aktien der E+S Rückversicherung AG erfolgt durch Begebungsvermerk und ist nur mit Genehmigung des Aufsichtsrats der Gesellschaft zulässig. Das Recht, die Genehmigung zu erteilen oder zu versagen, steht dem Aufsichtsrat zu, ohne dass er verpflichtet wäre, im Falle der Versagung Gründe anzugeben.

In bestimmten Ländern können aus lokalen Mindestkapital- und Solvabilitätsanforderungen sowie in geringerem Ausmaß aus Devisenbeschränkungen weitere Beschränkungen für den Transfer von Vermögenswerten zwischen Unternehmen des Konzerns bestehen. Zur Besicherung unserer versicherungstechnischen Verbindlichkeiten hat der Konzern in den USA Treuhandkonten sowie weitere Sicherheiten gegenüber US-amerikanischen Zedenten in Höhe von 8.600 (8.548) Mio. EUR gestellt. Die in den Treuhandkonten gehaltenen Wertpapiere werden als zur Veräußerung verfügbare Kapitalanlagen ausgewiesen. In dem Betrag sind umgerechnet 3.323 (3.132) Mio. EUR enthalten, die zur Besicherung möglicher versicherungstechnischer Verpflichtungen aus ILS-Transaktionen von Investoren gestellt wurden. Zudem wurden weitere Sperrdepots und sonstige Treuhandkonten zugunsten Rückversicherern und Zedenten im Allgemeinen außerhalb der USA in Höhe von 3.566 (3.756) Mio. EUR gestellt. Im Zusammenhang mit Immobiliengesellschaften und Immobilientransaktionen wurden in bestimmten Ländern Sicherheiten für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.344 (922) Mio. EUR gestellt. Vertiefende Erläuterungen finden sich im Konzernlagebericht im Kapitel "Risikobericht", Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen", Unterabschnitt "Kreditrisiken".

Angaben zu Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen

Anteile am Eigenkapital der Tochtergesellschaften, die nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehen, werden gesondert innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Sie belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 5.127 (7.169) Mio. EUR.

TOCHTERUNTERNEHMEN MIT WESENTLICHEN NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILEN 1

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Teilkonzern Hannover Rück SE 2 Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji WARTA S. A.
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021
Sitz, Gründungsland Hannover, Deutschland Hannover, Deutschland Warschau, Polen Warschau, Polen
Nicht beherrschende Anteile 49,78 % 49,78 % 24,26 % 24,26 %
Kapitalanlagen 68.478 67.520 2.953 2.804
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen 3.767 3.073 310 255
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 8.341 7.208 268 258
Summe Aktiva 86.952 82.902 3.930 3.707
Nachrangige Verbindlichkeiten 3.726 2.977 - -
Versicherungstechnische Rückstellungen 61.700 55.357 2.906 2.634
Andere Rückstellungen 535 483 21 22
Eigenkapital 8.748 12.756 720 749
davon nicht beherrschende Anteile 3 4.790 6.854 175 182
Summe Fremdkapital 78.204 70.146 3.210 2.958
Gebuchte Bruttoprämien 33.276 27.762 1.712 1.533
Verdiente Nettoprämien 29.673 24.144 1.530 1.349
Versicherungstechnisches Ergebnis -361 -479 96 97
Kapitalanlageergebnis 2.061 1.943 118 69
Operatives Ergebnis (EBIT) 2.087 1.735 196 155
Jahresergebnis 1.543 1.300 155 133
davon nicht beherrschende Anteile 3 1.227 672 38 32
Sonstiges Ergebnis -4.738 205 -107 -131
Gesamtergebnis -3.195 1.505 48 2
davon nicht beherrschende Anteile 3 -1.248 820 12 0
Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit 5.164 4.940 348 250
Kapitalfluss aus laufender Investitionstätigkeit -5.383 -5.261 -237 -167
Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit 133 278 -77 -83
Finanzmittelfonds am Ende des Berichtszeitraums 1.323 1.355 11 13
Während des Jahres gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteile 4 375 316 - -

1 Alle Angaben beziehen sich auf Finanzinformationen vor Konsolidierung
2 Informationen gemäß Teilkonzern Hannover Rück SE
3 Die nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital, Jahresergebnis und Gesamtergebnis des Teilkonzerns Hannover Rück SE basieren auf der durchgerechneten Quote
4 Enthalten in dem Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit

Wesentliche Zu- und Abgänge der vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige gesellschaftsrechtliche Veränderungen

Mit Vertrag vom 20. Juni 2022 wurde die Kooperation zwischen HDI International AG, Hannover (HINT; Segment Privat- und Firmenversicherung International), der Meiji Yasuda Life Insurance Company, Tokio, Japan (Meiji Yasuda) auf der einen Seite sowie der Getin Holding Group, Warschau, Polen (Getin), auf der anderen Seite im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Towarzystwo Ubezpieczen Europa S. A. (TU Europa), Warschau, Polen (Segment Privat- und Firmenversicherung International), beendet.

Die beteiligten Parteien haben sich mit o. g. Vertrag darauf geeinigt, dass Meiji Yasuda Anteile in Höhe von 16,54 % an der TU Europa von der Getin direkt erwirbt, wodurch eine bilanziell abgebildete geschriebene Verkaufsoption rückgängig gemacht wurde. Somit verringerte sich der vom Konzern ausgewiesene Anteil an der TU Europa auf 50,01 %. Demzufolge erhöhte sich das auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallende Eigenkapital um 53 Mio. EUR, und gegenläufig verminderte sich der Eigenanteil um 9 Mio. EUR.

Darüber hinaus wurde eine Zahlung im Rahmen einer Rückforderungsvereinbarung von Meiji Yasuda an HINT in Höhe von 73 Mio. PLN (entsprechen 16 Mio. EUR) vereinbart.

Zum 30. Juni 2022 erfolgte die Durchführung des im Jahr 2019 vereinbarten Terminkaufs über die noch verbleibenden 23,5 % der Anteile an der Svedea AB, Stockholm, Schweden, durch die HDI Global Specialty SE, Hannover (beide Segment Industrieversicherung), zu einem Preis von 332 Mio. SEK (entsprechen 31 Mio. EUR). Demzufolge reduzierte sich das auf nicht beherrschende Gesellschafter entfallende Eigenkapital um 4 Mio. EUR, und gegenläufig erhöhte sich der Eigenanteil um 5 Mio. EUR.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2022 wurde die HDI Global Insurance Limited Liability Company, Moskau, Russland aufgrund von Unwesentlichkeit und deutlich erschwerter Informationsbeschaffung entkonsolidiert und als Beteiligung im Konzernabschluss dargestellt. Daraus ergab sich ein Entkonsolidierungsergebnis in Höhe von -1 Mio. EUR im Segment Industrieversicherung.

Am 22. Dezember 2022 kauften die Hannover Rück SE (rund 41,3 %) und die E+S Rückversicherung AG (rund 8,7 %) zusammen 50 % der Anteile an der MR Beteiligungen 23. GmbH, München, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Münchener Rückversicherungsgesellschaft Aktiengesellschaft, München. Durch den Anteilserwerb erlangten die Hannover Rück SE und die E+S Rückversicherung AG zusammen mit der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG gemeinschaftliche Führung im Sinne des IFRS 11.16 über die Gesellschaft. Im Zuge des Anteilskaufs verpflichteten sich sowohl die Hannover Rück SE als auch die E+S Rückversicherung mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 in Summe 85,5 % der vollständig von ihnen gehaltenen Anteile an den Gesellschaften Hannover Re Euro PE Holdings GmbH & Co. KG, Hannover, und Hannover America Private Equity Partners II GmbH & Co. KG, Hannover, (inklusive einer weiteren gehaltenen Tochtergesellschaft) einzubringen. Darüber hinaus wurde mit der HAPEP II Komplementär GmbH, Hannover, eine weitere Tochtergesellschaft vollständig eingebracht. Bei den eingebrachten Gesellschaften handelt es sich um operative Geschäftsbetriebe.

Die verbliebenen Kapitalanteile an den Gesellschaften werden als zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente nach IAS 39 erfolgsneutral mit dem Zeitwert bilanziert.

Zweck des Gemeinschaftsunternehmens sind insbesondere der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an Private-Equity-Unternehmen. Durch die Zusammenlegung beträgt der Zeitwert des Private-Equity-Portfolios zum Bilanzstichtag rund 3,6 Mrd. EUR. Dadurch soll es gelingen, einen besseren Zugang zu Private -Equity-Fonds zu erlangen, mehr Fondsanteile zugeteilt zu bekommen und bedeutendere Co-Investment-Möglichkeiten zu schaffen. Die Nutzung der Netzwerke des jeweils anderen Partners schafft Zugang zu mehr Fondsmanagern (General Partner). Gemeinsam könnten Skaleneffekte bei Vertragsbedingungen erzielt werden.

Die Gesellschaft wird als Gemeinschaftsunternehmen eingestuft, da sie eigenständig ist und die Hannover Rück SE lediglich Anspruch auf Beteiligung an ihrem Nettovermögen hat. Auch haftet Hannover Rück gegenüber Dritten nicht für Verpflichtungen der Gesellschaft.

Die Gesellschaft wird nach der Equity-Methode bilanziert. Der Equity-Buchwert der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag rund 1,9 Mrd. EUR.

Aus der Einbringung der Gesellschaftsanteile und dem damit verbundenen Abgang von Private-Equity-Investitionen resultierte ein Entkonsolidierungsergebnis von 1.076 Mio. EUR. Hiervon werden 558 Mio. EUR als realisierter Ertrag aus dem Abgang von Kapitalanlagen im Kapitalanlageergebnis und 518 Mio. EUR im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Dies beinhaltet sowohl den Effekt entsprechend der Einbringungsquote als auch den prozentualen Anteil, der auf die verbleibenden Gesellschaftsanteile entfällt. Der auf die nicht beherrschenden Gesellschafter entfallende Anteil, unter Berücksichtigung von Steuereffekten, betrug 764 Mio. EUR.

VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN DER EINGEBRACHTEN TOCHTERGESELLSCHAFTEN

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In Mio. EUR 2022
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 10
Darlehen und Forderungen 2
Sonstige Finanzinstrumente 12
Übrige Kapitalanlagen 2.165
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 23
Sonstige Vermögenswerte 15
Summe Vermögenswerte 2.226
Steuerrückstellungen 13
Passive Steuerabgrenzung 1
Übrige Verbindlichkeiten 2
Summe Schulden 16
Nettovermögen 2.210

Mit Vertrag vom 30. Dezember 2022 hat die HDI Sigorta A. $., Istanbul, Türkei, eine 100-prozentige Konzerntochter der HINT, im Segment Privat- und Firmenversicherung International, die Fiba Sigorta A. $., Istanbul, Türkei, mit 50 % der Anteile gegründet. Ziel der Gesellschaft ist, eine digitale Plattform für alle Vertriebskanäle von Versicherungen anzubieten. In diesem Zusammenhang sind anfänglich 10 Mio. EUR investiert worden. Diese Transaktion steht im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile an Fiba Emeklilik ve Hayat A.Ç, Istanbul, Türkei (vgl. auch "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres" im Abschnitt "Sonstige Angaben" im Konzernanhang).

Bezüglich der Veräußerung der OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland und der GERLING Pensionshaftungs- und Rentenmanagement GmbH, Köln, verweisen wir auf den Abschnitt "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen".

Darüber hinaus ergaben sich keine wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis im Vergleich zum Jahresende 2021.

Angaben zu konsolidierten strukturierten Unternehmen

Zum Stichtag wurden die Kaith Re Ltd., die LI RE und die Kubera Insurance (SAC) Ltd. (alle Hamilton, Bermuda) konsolidiert.

Die Kaith Re Ltd. ist eine "Segregated Accounts Company" (SAC), deren einziger Zweck in der Verbriefung von Rückversicherungsrisiken in Kapitalanlageprodukte liegt. Im Rahmen dieser Transformation findet in jedem Fall ein vollständiger Risikotransfer auf den jeweiligen Investor statt. In einer SAC existieren unter einem "General Account" weitere "Segregated Accounts", die haftungsrechtlich vollständig voneinander und von dem General Account getrennt sind und in denen die o. g. Verbriefungen für die Investoren stattfinden.

Die Kubera Insurance (SAC) Ltd. ist ebenfalls eine SAC, deren Zweck darin besteht, Segregated Accounts zu etablieren, die konzernfremden Gesellschaften für strukturierte Finanztransaktionen zur Verfügung gestellt werden.

Gemäß IFRS 10 sehen wir das General Account und die Segregated Accounts als separate Einheiten an, auf die die Grundsätze des sogenannten Silo-Accountings angewendet werden. Diesem Konzept folgend hat die Hannover Rück SE das General Account der Kaith Re Ltd. und der Kubera Insurance (SAC) Ltd. zu konsolidieren und trägt vertragsgemäß die Honorare für externe Dienstleister, die aus den Eigenmitteln des General Accounts zu decken sind. Jeder Segregated Account ist getrennt von den beteiligten Parteien (Investoren) im Hinblick auf die Konsolidierungspflicht zu untersuchen und abhängig von der jeweiligen vertraglichen Ausgestaltung zu konsolidieren.

Die LI RE ist ein Segregated Account der Kaith Re Ltd., dessen Zweck wie bei allen Segregated Accounts unter der Kaith Re Ltd. in der Verbriefung von versicherungstechnischen Risiken besteht. Im Unterschied zu den anderen Segregated Accounts ist der alleinige Investor und damit Risikoträger der LI RE die Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg.

Zum Stichtag hat der Konzern keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung für ein konsolidiertes strukturiertes Unternehmen geleistet. Der Konzern beabsichtigt nicht, finanzielle oder anderweitige Unterstützung für eines oder mehrere dieser Unternehmen zu leisten, ohne dass er dazu vertraglich verpflichtet ist.

Angaben zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen

Die nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen beinhalten die folgenden Transaktionsarten:

NICHT KONSOLIDIERTE STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN NACH ART DES UNTERNEHMENS EINSCHLIESSLICH DER DARSTELLUNG DES VERLUSTRISIKOS

Art und Zweck der Geschäftsbeziehung bzw. der Anteile

Kapitalanlagen einschließlich Investitionen in Katastrophenanleihen (ILS)

Investments: Im Rahmen der Kapitalanlage investiert der Konzern in diverse Fonds, die ihrerseits bestimmte Formen von Eigen- und Fremdkapitalanlagegeschäft tätigen und deren Fonds-/​Gesellschaftsmanagement an eine Fondsverwaltung ausgelagert wurde. Die Investitionen umfassen Spezialfonds, Private-Equity-Fonds, Fixed-Income-Fonds, Collateralised Debt Obligations, Real-Estate-Fonds, Indexfonds und sonstige Publikumsfonds. Teilweise fungieren Talanx Gesellschaften auch als Fondsmanager (fungieren als Agent), um Gebühren für die Verwaltung im Namen der Investoren einzunehmen. Wesentliche Risiken bestehen in den fondstypischen Ausfallrisiken des Kapitals. Das maximale Verlustrisiko entspricht den Buchwerten. Bezüglich des Fondsmanagements für konzernexterne Investoren beschränkt sich das Verlustrisiko auf den Ausfall der künftigen Verwaltungsvergütung. Das Volumen des für konzernexterne Investoren verwalteten Vermögens beläuft sich auf 29 (26,7) Mrd. EUR und die daraus erwirtschafteten Provisionen belaufen sich auf 140 (145) Mio. EUR.

Leine Investment SICAV-SIF: Die Hannover Rück SE beteiligt sich über ihre Tochtergesellschaft Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg, durch die Investition in Katastrophenanleihen an einer Reihe von strukturierten Unternehmen, die diese Anleihen zur Verbriefung von Katastrophenrisiken emittieren. Die Leine Investment General Partner S. à. r. l. ist die geschäftsführende Gesellschafterin der Vermögensverwaltungsgesellschaft Leine Investment SICAV-SIF, deren Zweck im Aufbau, Halten und Verwalten eines Portfolios von an Versicherungsrisiken gebundenen Wertpapieren (Insurance-Linked Securities, Katastrophenanleihen), auch für konzernfremde Investoren, besteht. Das Volumen dieser Transaktionen ergibt sich aus dem Bilanzwert der jeweiligen Kapitalanlagen und beträgt zum Bilanzstichtag umgerechnet 126 (78) Mio. EUR. Das maximale Verlustrisiko entspricht den Buchwerten.

Fondsgebundene Lebensversicherungen

Zum Stichtag bestehen fondsgebundene Lebensversicherungen aus dem Lebensversicherungsgeschäft von Konzerngesellschaften.

Bei dieser Anlagestruktur liegen sämtliche Chancen und Risiken beim Versicherungsnehmer, sodass keine Verpflichtungen oder Risiken beim Konzern verbleiben. Die Kapitalanlagen und die darauf entfallenden Verpflichtungen an die Versicherungsnehmer sind als Einheit anzusehen, für die der Versicherungsnehmer die Investitionsentscheidung trifft; eine Konsolidierungspflicht besteht daher nicht.

Besichertes Fronting (ILS)

Die Hannover Rück SE hat im Rahmen ihrer erweiterten Insurance-Linked-Securities(ILS)-Aktivitäten sogenannte besicherte Frontingverträge abgeschlossen, bei denen von Zedenten übernommene Risiken unter Nutzung von strukturierten Unternehmen an konzernfremde institutionelle Investoren abgegeben werden. Ziel der Transaktionen ist der direkte Transfer von Kundengeschäft. Das Volumen der Transaktionen ergibt sich aus der zedierten Haftstrecke der zugrunde liegenden Retrozessionsverträge und beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 6.183 (4.550) Mio. EUR. Ein Teil der zedierten Haftstrecke ist durch vertraglich definierte Kapitalanlagen in Form von Barmitteln und gleichwertigen flüssigen Mitteln finanziert und besichert. Ein weiterer Teil verbleibt unbesichert oder ist durch weniger geldnahe Wertpapiere besichert. Das maximale Verlustrisiko aus der unbesicherten Haftstrecke beträgt zum Bilanzstichtag 1.865 (1.174) Mio. EUR. Das entspricht jedoch nicht dem ökonomischen Verlustrisiko, das nach anerkannten aktuariellen Methoden ermittelt wird. Der zu erwartende Verlust beträgt auf modellierter Basis im schlechtesten von 10.000 Jahren maximal 44 (38) Mio. EUR.

Retrozessionen und Verbriefung von Rückversicherungsrisiken

Die Verbriefung von Rückversicherungsrisiken wird im Wesentlichen unter Verwendung von strukturierten Unternehmen durchgeführt.

"K-Zession": Im Rahmen ihrer "K-Transaktionen" hat sich die Hannover Rück SE Zeichnungskapazität für Katastrophenrisiken am Kapitalmarkt beschafft. Bei der "K-Zession", die bei nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Investoren platziert wurde, handelt es sich um eine quotale Abgabe auf das weltweite Naturkatastrophengeschäft sowie Luftfahrt- und Transportrisiken. Vom Gesamtvolumen der "K-Zession" wurden zum Bilanzstichtag umgerechnet 370 (399) Mio. EUR über strukturierte Unternehmen verbrieft. Die Transaktion hat eine unbefristete Laufzeit und kann von den Investoren jährlich gekündigt werden. Für einen Teil dieser Transaktion werden Segregated Accounts der Kaith Re Ltd. zu Transformerzwecken genutzt.

Darüber hinaus nutzt die Hannover Rück SE weitere Segregated Accounts der Kaith Re Ltd. sowie andere, konzernfremde strukturierte Unternehmen für diverse Retrozessionen sowohl ihrer traditionellen Deckungen als auch ihrer ILS-Deckungen, die jeweils in verbriefter Form an institutionelle Investoren weitergereicht werden. Das Volumen dieser Transaktionen bemisst sich nach der zedierten Haftstrecke der zugrunde liegenden Retrozessionsverträge und beträgt zum Bilanzstichtag 5.989 (4.731) Mio. EUR. Die strukturierten Unternehmen sind in jedem Fall durch vertraglich definierte Kapitalanlagen in Form von Barmitteln und gleichwertigen flüssigen Mitteln vollständig finanziert. Da die gesamte Haftstrecke der strukturierten Unternehmen somit jeweils vollständig besichert ist, resultiert insoweit kein versicherungstechnisches Verlustrisiko für die Hannover Rück SE.

Unterstützungskassen

Unterstützungskassen übernehmen als rechtsfähige Versorgungseinrichtungen die Durchführung einer Versorgungszusage für einen Arbeitgeber. Die Beziehung des Konzerns zu diesen Gesellschaften basiert auf der Unterstützung bei der Einrichtung dieser Gesellschaften und dem Abschließen von Versicherungsgeschäft. Da der Konzern weder Einfluss auf die maßgeblichen Tätigkeiten der Unterstützungskassen ausüben kann noch variable Rückflüsse aus den Unterstützungskassen erhält, besteht für den Konzern keine Konsolidierungspflicht. Aus diesen Gesellschaften resultieren weder Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten noch Ausfallrisiken für den Konzern.

GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN BZW. BUCHWERTE DER VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN DER NICHT KONSOLIDIERTEN STRUKTURIERTEN UNTERNEHMEN

Aktiva

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In Mio. EUR 31.12.2022
Art des nicht konsolidierten strukturierten Unternehmens Allgemeine Investitionstätigkeit/​ Kapitalanlagen Fondsgebundene Lebensversicherungen Investition in Katastrophenanleihen (ILS) Retrozession: Verbriefungen von Rückversicherungsrisiken
Darlehen und Forderungen 6 - - -
Sonstige Finanzinstrumente - jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 4.933 - - -
Sonstige Finanzinstrumente -erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 164 - 126 -
Investmentverträge 777 - - -
Übrige Kapitalanlagen 4.222 - - -
Depotforderungen - - - -
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Versicherungsnehmern von Lebensversicherungspolicen - 11.902 - -
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen - - - 1.957
Abgegrenzte Abschlusskosten - - - -
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft - - - 38
Summe Aktivposten 10.101 11.902 126 1.995

Passiva

       
Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherungen, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird - 11.902 - -
Übrige Verbindlichkeiten - Abrechnungsverbindlichkeiten - - - 1.012
Summe Passivposten - 11.902 - 1.012

Aktiva

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In Mio. EUR 31.12.2021
Art des nicht konsolidierten strukturierten Unternehmens Allgemeine Investitionstätigkeit/​ Kapitalanlagen Fondsgebundene Lebensversicherungen Investition in Katastrophenanleihen (ILS) Retrozession: Verbriefungen von Rückversicherungsrisiken
Darlehen und Forderungen 1 - - -
Sonstige Finanzinstrumente - jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 5.864 - - -
Sonstige Finanzinstrumente -erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 85 - 78 -
Investmentverträge 825 - - -
Übrige Kapitalanlagen 6.117 - - -
Depotforderungen - - - -
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Versicherungsnehmern von Lebensversicherungspolicen - 13.687 - -
Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen - - - 1.307
Abgegrenzte Abschlusskosten - - - 210
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft - - - 286
Summe Aktivposten 12.892 13.687 78 1.803

Passiva

       
Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherungen, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird - 13.687 - -
Übrige Verbindlichkeiten - Abrechnungsverbindlichkeiten - - - 783
Summe Passivposten - 13.687 - 783

Die Erträge und Aufwendungen aus Geschäftsbeziehungen mit nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden, soweit sie aus allgemeiner Investitionstätigkeit oder Investitionen in Katastrophenanleihen resultieren, im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen und, soweit sie auf Retrozessionen und Verbriefungen entfallen, in der versicherungstechnischen Rechnung erfasst.

Im September 2020 hat die Kubera Insurance (SAC) Ltd. ein weiteres Segregated Account eingerichtet, das mittels emittierter Anleihen Investorenkapital gesammelt hat, das einem australischen Vermittler von Versicherungsgeschäft mittels einer Swap-Vereinbarung zu dessen Geschäftsfinanzierung zur Verfügung gestellt wurde. Die Rückzahlung der Anleihen ist von der Geschäftsentwicklung des Vermittlers abhängig. Die Hannover Rück SE ist neben weiteren externen Parteien Investor in die Anleihe. Das Segregated Account kann flexibel für weitere Finanzierungsrunden genutzt werden. Die Hannover Rück ist nicht Eigentümer des Segregated Accounts.

Zum Stichtag hat keine Gesellschaft des Konzerns diesen nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen finanzielle oder anderweitige Unterstützung gegeben. Auch bestehen aktuell keine Absichten zur Erteilung finanzieller oder anderer Unterstützung, ohne dazu vertraglich verpflichtet zu sein. Zusagen, die wir nicht als Unterstützung betrachten, wie z. B. Resteinzahlungsverpflichtungen aus bestehenden Kapitalanlageengagements, stellen wir im Kapitel "Sonstige Angaben" (Abschnitt: "Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten") dar.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Magyar Posta Biztosito Zrt. und Magyar Posta Életbiztosito Zrt., Budapest, Ungarn (Segment Privat- und Firmenversicherung International)

Die HDI International AG hat am 22. Dezember 2022 die Veräußerung der 66,9-prozentigen Anteile an den beiden Tochterunternehmen Magyar Posta Biztosito Zrt. und Magyar Posta Életbiztosito Zrt., Budapest, Ungarn, an die ungarische Staatsholding Corvinus Nemzetközi Befektetési Zrt. unterzeichnet.

Die Veräußerungsgruppe der Magyar Posta Biztosito Zrt. enthält folgende wesentliche Vermögenswerte: "Kapitalanlagen" (25 Mio. EUR), "Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen" (10 Mio. EUR), "Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft", "sonstige Vermögenswerte" und "immaterielle Vermögenswerte" (jeweils 2 Mio. EUR). Die Veräußerungsgruppe enthält folgende wesentliche Schulden: "versicherungstechnische Rückstellungen" (48 Mio. EUR) und "übrige Verbindlichkeiten" (4 Mio. EUR). Weiterhin sind im sonstigen Ergebnis kumulativ erfasste unrealisierte Verluste in Höhe von 14 Mio. EUR enthalten.

Die Veräußerungsgruppe der Magyar Posta Életbiztosito Zrt. enthält folgende wesentliche Vermögenswerte: "Kapitalanlagen" (421 Mio. EUR), "laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand" (4 Mio. EUR), "sonstige Vermögenswerte" (4 Mio. EUR) und "abgegrenzte Abschlusskosten" (2 Mio. EUR). Die Veräußerungsgruppe enthält folgende wesentliche Schulden: "versicherungstechnische Rückstellungen" (394 Mio. EUR) und "übrige Verbindlichkeiten" (4 Mio. EUR). Weiterhin sind im sonstigen Ergebnis kumulativ erfasste unrealisierte Verluste in Höhe von 6 Mio. EUR enthalten.

Der Konzern plant im Rahmen des Verkaufs der beiden ungarischen Gesellschaften, sein Portfolio in Zentral- und Osteuropa zu optimieren. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2023 erwartet und voraussichtlich zu einem Abgangsgewinn im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen.

Magma HDI General Insurance Company Ltd., Kalkutta, Indien (Segment Industrieversicherung)

Zum Stichtag wird die At Equity gehaltene Beteiligung an der Magma HDI General Insurance Company Ltd., Kalkutta, Indien, durch die HDI Global SE, Hannover, als zur Veräußerung gehalten klassifiziert. Der Verkauf steht im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung im Segment Industrieversicherung. Der Verkauf erfolgte am 19. Dezember 2022 und steht noch unter aufschiebenden Bedingungen. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2023 erwartet.

HDI Global SE, Hannover
(Segment Industrieversicherung)

Die HDI Global SE, Hannover, plant die Veräußerung eines Versicherungsportfolios der Sparten Kraftfahrzeug- und Transportversicherung ihrer Niederlassung in den Niederlanden. Das Portfolio umfasst Vermögenswerte in Höhe von 32 (0) Mio. EUR und versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von 52 (61) Mio. EUR. Der Verkauf steht im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung im Segment Industrieversicherung und wird im Verlauf des Jahres 2023 erwartet. Bewertungsanpassungen waren nicht erforderlich.

Immobilien

Zum Stichtag weisen wir Immobilienbestände in Höhe von 38 (17) Mio. EUR als zur Veräußerung gehalten aus, die auf den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland (30 (17) Mio. EUR) und Privat- und Firmenversicherung International (8 (0) Mio. EUR) entfallen. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertverfahren sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Sofern ein Verkauf verbindlich vereinbart wurde, wird der Kaufpreis herangezogen. Die Verkaufsabsichten begründeten sich durch individuelle Immobilienmarkt- und Objektgegebenheiten in Abwägung aktueller und künftiger Chancen-Risiko-Profile.

GERLING Pensionsenthaftungs- und Rentenmanagement GmbH, Köln (Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben)

Zum 30. Juni 2022 hatte der Konzern das Tochterunternehmen GERLING Pensionsenthaftungs- und Rentenmanagement GmbH. Köln, Deutschland, gehalten durch die HDI Lebensversicherung AG, Köln, als eine Veräußerungsgruppe mit Vermögenswerten in Höhe von 18 Mio. EUR und Schulden von 52 Mio. EUR ausgewiesen. Mit Wirkung zum 27. Oktober 2022 hat der Konzern seinen 100-prozentigen Anteil mit einem Abgangsverlust von 7 Mio. EUR verkauft.

OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland (Segment Privat- und Firmenversicherung International)

Zum 31. Dezember 2021 hatte der Konzern das Tochterunternehmen OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland, gehalten durch die HDI International AG, Hannover, als eine Veräußerungsgruppe mit Vermögenswerten in Höhe von 597 Mio. EUR sowie Schulden von 556 Mio. EUR ausgewiesen. Mit Wirkung zum 24. Februar 2022 hat der Konzern seinen 100-prozentigen Anteil mit einem Abgangsverlust in Höhe von 23 Mio. EUR verkauft.

Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva

(1) Geschäfts- oder Firmenwert

SEGMENTAUFTEILUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTES

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In Mio. EUR Industrieversicherung Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben Privat- und Firmenversicherung International
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 157 324 202 606
Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres - - - -1
Bruttowert zum 31.12. nach Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres 157 324 202 605
Veränderung des Konsolidierungskreises -1 - - -
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - - - -
Abgänge - - - 5
Währungskursänderungen - - - -
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 157 324 202 600
Kumulierte Wertminderungen zum 31.12. des Vorjahres 5 75 202 15
Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres - - - 1
Kumulierte Wertminderungen nach Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres 5 75 202 16
Kumulierte Wertminderungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 5 75 202 16
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 153 248 - 591
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 152 248 - 584
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In Mio. EUR Schaden-Rückversicherung Konzernfunktionen
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 36 4
Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres -1 -
Bruttowert zum 31.12. nach Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres 35 4
Veränderung des Konsolidierungskreises - -
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - -
Abgänge - -
Währungskursänderungen - -
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 35 4
Kumulierte Wertminderungen zum 31.12. des Vorjahres - 4
Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres - -
Kumulierte Wertminderungen nach Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres - 4
Kumulierte Wertminderungen zum 31.12. des Geschäftsjahres - 4
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 36 -
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 35 -
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In Mio. EUR 2022 2021
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 1.329 1.341
Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres -2 -30
Bruttowert zum 31.12. nach Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres 1.327 1.311
Veränderung des Konsolidierungskreises -1 -
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - 20
Abgänge 5 2
Währungskursänderungen - -
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.322 1.329
Kumulierte Wertminderungen zum 31.12. des Vorjahres 301 301
Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres 1 -
Kumulierte Wertminderungen nach Währungsumrechnung zum 1.1. des Geschäftsjahres 302 301
Kumulierte Wertminderungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 302 301
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 1.028 1.040
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.020 1.028

Impairment-Test (Werthaltigkeitsprüfung)

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units, CGUs) bzw. Gruppen von CGUs aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGUs bzw. Gruppen von CGUs, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss, bei dem der Goodwill entstand, Nutzen (in Form von Zahlungsströmen) ziehen. Dabei handelt es sich um die niedrigste Unternehmensebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.

Der Konzern hat daher sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte CGUs bzw. Gruppen von CGUs zugeordnet. Die CGUs entsprechen für die Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall sowie Schaden-Rückversicherung den gleichlautenden Segmenten im Sinne von IFRS 8. Im Segment Privat- und Firmenversicherung International stellt grundsätzlich jeder Auslandsmarkt eine separate CGU dar, die niedrigste Goodwillüberwachungsebene entspricht jedoch den geografischen Regionen, die entsprechende Gruppen von CGUs darstellen.

GOODWILLTRAGENDE CGUS

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In Mio. EUR (bewertet zum Stichtagskurs) 31.12.2022 31.12.2021
Segment Industrieversicherung 152 153
Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall 248 248
Segment Privat- und Firmenversicherung International    
Lateinamerika 181 170
Europa 403 421
Segment Schaden-Rückversicherung 35 36

Der Konzern führt den Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte regelmäßig im vierten Quartal auf Basis des Zahlenwerks zum Stichtag 30. September eines jeden Jahres durch. Zum Bilanzstichtag lagen für keine CGUs bzw. Gruppen von CGUs Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, sodass eine unplanmäßige Durchführung des Werthaltigkeitstests nicht erforderlich war.

Ein möglicher Wertminderungsbedarf ergibt sich aus der wertmäßigen Gegenüberstellung des Buchwerts der CGU bzw. der Gruppe von CGUs einschließlich des ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts zu ihrem erzielbaren Betrag. Übersteigen die Buchwerte den erzielbaren Betrag, ist eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Der erzielbare Betrag ist dabei das Maximum aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für alle CGUs bzw. Gruppen von CGUs mit Ausnahme der Rückversicherungssegmente wird der erzielbare Betrag grundsätzlich auf der Basis des Nutzungswerts ermittelt. Der Nutzungswert wird mithilfe eines anerkannten Bewertungsverfahrens - grundsätzlich der Ertragswertmethode - ermittelt. Soweit CGUs bzw. Gruppen von CGUs aus mehr als einer Konzerngesellschaft bestehen, kommt eine Sum-of-the-Parts-Betrachtung zur Anwendung. Der erzielbare Betrag im Rückversicherungssegment wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräußerungskosten (Fair-Value-Stufe 1) bestimmt.

Wesentliche Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags (Nutzungswert)

Für die Bewertung der Schaden/​Unfallversicherer sowie der Lebensversicherer nach dem Ertragswertverfahren bilden die vom jeweiligen Management der Gesellschaften verabschiedeten Planergebnisrechnungen den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Ertragswerts. Die Planrechnungen werden unter der Annahme der Fortführung des Unternehmens, im Allgemeinen mit unverändertem Konzept, auf sogenannter Standalone-Basis erstellt und erfassen im Regelfall das Nachsteuerergebnis der fünf Folgejahre sowie eine Fortschreibung ab dem sechsten Jahr als ewige Rente. Für die Extrapolation der Cashflows über den Detailplanungszeitraum hinaus werden, auf Basis konservativer Annahmen, die unten dargestellten konstanten Wachstumsraten verwendet.

Klimatische Einflussfaktoren werden grundsätzlich in der versicherungsmathematischen Funktion berücksichtigt. Diese beinhalten ebenfalls die Risiken aus dem klimatischen Wandel sowie die Risiken aus der Veränderung des makroökonomischen Umfelds, wie z. B. die Folgen der Ukraine-Krise. Bei der Erstellung der Planergebnisse fließen die versicherungstechnischen Ergebnisse im Rahmen der Extrapolation der Cashflows mit ein und beeinflussen somit den erzielbaren Betrag.

Die Bancassurance-Sachversicherer werden mit ihrem Ertragswert bewertet, wobei nur die künftigen Ergebnisse bis zum Ende des jeweiligen Kooperationszeitraumes in die Bewertung einfließen. Im Anschluss werden ein über drei Jahre linear abfallendes Ergebnis sowie ein fiktiver Liquidationserlös nach drei Jahren unterstellt.

Im Rahmen der Prognose der zukünftigen unternehmensspezifischen Cashflows für die einzelnen CGUs bzw. Gruppen von CGUs wurden makroökonomische Annahmen bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflation, Zinsentwicklung und Marktumfeld zugrunde gelegt, die mit den Wirtschaftsprognosen für die jeweiligen Länder der zu bewertenden Einheiten korrespondieren und im Einklang mit den Markterwartungen und Branchenprognosen stehen.

Die kombinierte Schaden-/​Kostenquote als ein Indikator für die Entwicklung des Geschäfts im Bereich Schaden/​Unfallversicherung ergibt sich aus den Planungen zur Prämienentwicklung und den Aufwendungen. Bei der Planung der Prämien und Aufwendungen werden insbesondere die Möglichkeiten des Wachstums im Marktumfeld sowie die Schaden- und Kostenentwicklung im Kontext geplanter Maßnahmen auf Gesellschaftsebene eingeschätzt. Die Projektion der Kapitalanlageerträge wird in Bezug auf das jeweilige Assetportfolio einschließlich der jeweiligen Laufzeitenstruktur und Währungsaufteilung vorgenommen und basiert auf den Annahmen hinsichtlich der Zinsentwicklung. Die Kapitalanlagerendite fällt daher, abhängig vom Zinsniveau des jeweiligen Währungsraums, je CGU bzw. Gruppe von CGUs sehr unterschiedlich aus. Im Bereich Lebensversicherung stellt die Annahme über die Zinsentwicklung die wesentliche Planungsannahme dar.

Die oben dargestellten wesentlichen Annahmen resultieren aus der Aggregation der Einzelunternehmenspläne der Gesellschaften einer CGU bzw. Gruppe von CGUs. Die den wesentlichen Parametern zugewiesenen Werte sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen abgeleitet. Die den Annahmen über die Zinsentwicklung pro Land zugewiesenen Werte werden konzerneinheitlich festgelegt und sind aus öffentlich zugänglichen Informationsquellen abgeleitet. Die gegebenenfalls in Lokalwährung ermittelten Barwerte werden mit dem Währungskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.

Bei der Bewertung der Lebensversicherungsgesellschaften (relevant nur für die Gruppe von CGUs "Europa" und die Gruppe von CGUs "Lateinamerika") wird grundsätzlich das Ertragswertverfahren zur Bewertung angewandt. Für die italienische Lebensversicherungsgesellschaft der Gruppe von CGUs "Europa" wird auf eine Market-Consistent-Embedded-Value(MCEV)-basierende Bewertung zurückgegriffen.

Der Abzinsungsfaktor (Kapitalisierungszinssatz) für die Konzerngesellschaften wird auf Basis des Capital-Asset-Pricing-Modells ermittelt. Die der Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes zugrunde liegenden Annahmen, einschließlich des risikofreien Basiszinssatzes, der Marktrisikoprämie und des Betafaktors, werden auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen bzw. Kapitalmarktdaten ermittelt. Die verwendeten konstanten langfristigen Wachstumsraten sind aus Erfahrungen und Zukunftserwartungen unter Berücksichtigung länderbasierter Inflationsannahmen abgeleitet. Die langfristigen durchschnittlichen Wachstumsraten für die jeweiligen Märkte, in denen die Unternehmen tätig sind, werden nur in Einzelfällen in den Ländern überschritten, in denen sehr hohe nominelle Inflationsraten zu beobachten sind, um ein nicht sachgerechtes, reales Schrumpfungsszenario zu vermeiden.

KAPITALISIERUNGSZINSSÄTZE UND LANGFRISTIGE WACHSTUMSRATE

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Kapitalisierungszinssatz Langfristige Wachstumsrate
In % 2022 1 2021 1 2022 1 2021 1
Industrieversicherung        
Euroraum 8,90 - 9,65 6,40 - 7,70 1,00 1,00
Übrige Länder 9,90 - 18,65 8,30 - 19,05 1,00 - 4,00 1,00 - 4,00
Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/​Unfall 7,90 - 8,15 6,30 - 6,40 0,00 - 1,00 0,00 - 1,00
Privat- und Firmenversicherung International        
Europa        
Polen 12,65 8,05 - 10,15 2,00 2,00
Italien 10,65 8,05 1,00 1,00
Übrige Länder 8,90 - 20,15 6,40 - 22,55 1,00 - 8,00 1,00 - 6,00
Lateinamerika        
Brasilien 18,65 16,05 4,00 4,00
Chile 13,40 11,05 3,00 3,00
Mexiko 15,40 14,30 3,00 3,00
Übrige Länder 15,15 - 64,15 13,05 - 52,05 3,00 - 8,00 3,00 - 8,00

Wertminderungen der Berichtsperiode

Im Geschäftsjahr waren, wie im Vorjahr, keine Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte erforderlich.

Sensitivitätsanalysen

Der Konzern hat in Bezug auf die wichtigsten Parameter bei der Ermittlung der erzielbaren Beträge für alle goodwilltragenden CGUs bzw. Gruppen von CGUs Sensitivitätsanalysen durchgeführt.

Zur Abdeckung der wesentlichen Risiken bei der Ermittlung des Nutzungswerts wie versicherungstechnisches Risiko (Schaden-/​Kostenquote), Zinsparameter (Zinsänderungsrisiko), Währungsparameter (Wechselkursrisiko) und Aktienparameter (Equity-Risiko) wurden verschiedene für möglich gehaltene Szenarien mit jeweiligen Parameterveränderungen definiert und im Einzelnen untersucht. Dabei wurde jeweils ein Parameter bei der Ermittlung des Nutzungswertes verändert (ceteris paribus), die übrigen Annahmen (in den Mittelfristplanungen und der Extrapolation) unverändert belassen und die dadurch entstehende Veränderung des Zeitwertes ermittelt. Basis der Berechnungen ist der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests ermittelte Nutzungswert.

Die Berechnungen zu den für möglich gehaltenen Änderungen von Parametern haben zu keiner potenziellen Wertminderung geführt.

1 Die Angaben beziehen sich auf den Stichtag des regulären Impairment-Tests am 30. September eines Geschäftsjahres

(2) Sonstige immaterielle Vermögenswerte

ENTWICKLUNG DER SONSTIGEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE

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Begrenzte Nutzungsdauer Unbegrenzte Nutzungsdauer
Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte Software
In Mio. EUR erworben erstellt Erworbene Vertriebsnetze und Kundenbeziehungen Übrige Erworbene Markennamen
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 2.344 715 49 157 210 35
Veränderung des Konsolidierungskreises - - - - 25 -
Zugänge - 27 5 - 99 -
Abgänge - 13 - - 54 -
Umgliederungen - 34 - - -34 -
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - -12 - - - -
Währungskursänderungen 3 3 2 -3 -13 -
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 2.347 754 55 155 233 35
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Vorjahres 1.910 510 39 129 29 4
Veränderung des Konsolidierungskreises - - - - 17 -
Abgänge - 13 - - 1 -
Zuschreibungen 19 - - - - -
Abschreibungen/​Amortisation            
planmäßig 9 63 3 6 7 1
außerplanmäßig - 1 - - - -
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - -9 - - - -
Währungskursänderungen 2 1 1 -2 -5 -
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.901 554 43 133 46 5
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 435 204 10 28 182 31
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 446 200 12 22 187 30
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In Mio. EUR 2022 2021
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 3.510 3.381
Veränderung des Konsolidierungskreises 25 29
Zugänge 131 117
Abgänge 67 16
Umgliederungen - -
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -12 -2
Währungskursänderungen -8 1
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 3.579 3.510
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Vorjahres 2.621 2.542
Veränderung des Konsolidierungskreises 17 -
Abgänge 14 10
Zuschreibungen 19 -
Abschreibungen/​Amortisation    
planmäßig 88 91
außerplanmäßig 1 1
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -9 -1
Währungskursänderungen -4 -2
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 2.682 2.621
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 889 839
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 897 889

Versicherungsbezogene immaterielle Vermögenswerte (= PVFP) setzen sich aus einem Aktionärsanteil und einem Versicherungsnehmeranteil zusammen. Nur die Amortisation des Aktionärsanteils belastet die künftigen Ergebnisse. Der PVFP zugunsten der Versicherungsnehmer wird von Lebensversicherungsgesellschaften, die ihre Versicherungsnehmer verpflichtend an allen Ergebnissen beteiligen, durch die Bildung einer latenten Rückstellung für Beitragsrückerstattung passiviert.

Die Amortisationen des PVFP von insgesamt 9 (19) Mio. EUR entfallen mit 9 (1) Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 0 (18) Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil. Diese betreffen die Segmente Personen-Rückversicherung (3 [2] Mio. EUR) und Privat- und Firmenversicherung International (6 [7] Mio. EUR). Im Vorjahr war auch das Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben mit 9 Mio. EUR betroffen.

PVFP LEBEN-ERSTVERSICHERUNGSGESELLSCHAFTEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Aktionärsanteil 192 184
Versicherungsnehmeranteil 230 225
Bilanzwert 422 409

Die Zuschreibungen (19 [0] Mio. EUR) wegen Anpassung der Rechnungsgrundlagen resultieren vollständig aus dem Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben und entfallen mit 14 Mio. EUR auf den Aktionärsanteil und mit 5 Mio. EUR auf den Versicherungsnehmeranteil.

PVFP NACH LAUFZEIT

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Laufzeit
In Mio. EUR Bis zu 10 Jahre Bis zu 20 Jahre Bis zu 30 Jahre Über 30 Jahre Gesamt
Aktionärsanteil 62 56 57 41 217
davon Investmentverträge 2 - - - 2
Versicherungsnehmeranteil 42 72 63 52 230
Bilanzwert zum 31.12.2022 104 128 120 93 446

Die erworbenen Markennamen in Höhe von 30 (31) Mio. EUR (im Wesentlichen "WARTA" [28 Mio. EUR]) sind immaterielle Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer, da es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren (darunter voraussichtliche Nutzung, Verfügungsgewalt, Abhängigkeit von anderen Vermögenswerten) keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der der Vermögenswert voraussichtlich Netto-Cashflows erzeugen wird.

(3) Fremdgenutzter Grundbesitz

FREMDGENUTZTER GRUNDBESITZ

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In Mio. EUR 2022 2021
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 5.212 3.701
Veränderung des Konsolidierungskreises (Zugänge)    
Unternehmenszusammenschlüsse 153 43
Verschmelzung 2 -
Zugänge 436 1.482
Abgänge 9 123
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -49 -
Umgliederung - 35
Währungskursänderungen 36 73
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 5.781 5.212
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Vorjahres 562 451
Abgänge 3 10
Wertaufholung nach Impairment 20 2
Abschreibungen    
planmäßig 95 78
außerplanmäßig 35 21
Umgliederung - 12
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -19 -
Währungskursänderungen 10 12
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 660 562
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 4.650 3.250
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 5.121 4.650

Die Zugänge im Berichtsjahr betreffen insbesondere die Segmente Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben (58 Mio. EUR) und Schaden-Rückversicherung (375 Mio. EUR).

Der Zeitwert des fremdgenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 6.638 (6.027) Mio. EUR. Davon entfallen 135 (143) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 6.503 (5.883) Mio. EUR auf die Stufe 3. Die Ermittlung der Zeitwerte führen wir im Wesentlichen konzernintern auf Basis von Ertragswertberechnungen sowie in Einzelfällen anhand externer Gutachten durch. Die direkt zurechenbaren betrieblichen Aufwendungen (einschließlich Reparaturen und Instandhaltung) belaufen sich bei vermieteten Objekten auf 114 (91) Mio. EUR. Auf Objekte, mit denen keine Mieterträge erzielt werden, sind 7 (13) Mio. EUR an betrieblichen Aufwendungen angefallen.

Bei dem fremdgenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2022 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 1.445 (994) Mio. EUR. Vertragliche Verpflichtungen, fremdgenutzten Grundbesitz zu kaufen, zu erstellen oder zu entwickeln, oder solche für Reparaturen, Instandhaltungen oder Verbesserungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 448 (415) Mio. EUR.

(4) Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN UND BETEILIGUNGEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Verbundene Unternehmen 115 96
Beteiligungen 927 415
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.042 511

(5) Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Der Bilanzposten umfasst die Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode auf Basis des auf den Konzern entfallenden anteiligen Eigenkapitals bewertet werden. Die Finanzinformationen zu assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlichen Vereinbarungen sind jeweils zusammengefasst angegeben, da mit Ausnahme der MR Beteiligungen 23. GmbH (MRB23) und der Monument Insurance Group Limited, Hamilton, Bermuda (MIGL), keines dieser Unternehmen individuell wesentlich für den Konzern im Sinne von IFRS 12.21 ist.

Der Konzern hält 20 % der Stammaktien an der MIGL. Die Beteiligungsquote ist identisch mit dem gehaltenen Stimmrechtsanteil und begründet mit einem Sitz im Board of Directors einen maßgeblichen Einfluss an der MIGL. Darüber hinaus hat eine Tochtergesellschaft der MIGL stimmrechtslose, nicht rückforderbare Vorzugsaktien ausgegeben, an denen der Konzern einen Anteil von 24,4 % hält. Die MIGL ist ein Lebensversicherungskonzern, der insbesondere europäische Run-Off-Lebensversicherungsportfolios bzw. -gesellschaften übernimmt und abwickelt. Die at-Equity-Bewertung erfolgt auf der Grundlage eines durch die Gesellschaft erstellten Konzernabschlusses auf den 30. September nach UK GAAP, der bei Vorliegen bedeutender Geschäftsvorfälle oder anderer Ereignisse angepasst wird.

MIGL - ZUSAMMENGEFASSTE BILANZ

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In Mio. EUR 2022 2021
Kurzfristige Vermögenswerte 1.370 578
Langfristige Vermögenswerte 10.991 7.764
Kurzfristige Verbindlichkeiten 1.222 183
Langfristige Verbindlichkeiten 10.302 7.412
Eigenkapital 30.09. 838 746
Fortgeschriebenes Eigenkapital 31.12. 1.259 792
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 59 -

MIGL - ÜBERLEITUNG AUF DIE BUCHWERTE

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In Mio. EUR 2022 2021
fortgeschriebenes Eigenkapital zum 01.01. 792 699
Kapitalerhöhung - 300
Kapitalherabsetzung - 188
Jahresergebnis 516 47
Sonstiges Ergebnis -62 4
Konsolidierungskreisveränderung 45 -
Gezahlte Dividenden 32 71
Fortgeschriebenes Eigenkapital zum 31.12. 1.259 792
davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 59 -
Konzernanteil am Kapital 21,10 % 21,70 %
Anteil des Konzerns am Eigenkapital 253 172
Geschäfts- oder Firmenwert - -
Buchwert des Anteils des Konzerns 253 172

Am 22. Dezember 2022 übernahm der Konzern 50 % der Anteile an der MRB23, einer 100 %igen Tochtergesellschaft der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG. Durch den Anteilserwerb erlangte der Konzern mit der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG die gemeinschaftliche Führung im Sinne des IFRS 11.16 über die Gesellschaft. Die Kapitalanteile entsprechen der Stimmrechtsverteilung. Zweck des Gemeinschaftsunternehmens ist insbesondere der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an Private-Equity-Unternehmen. Nach der Einbringung von Anteilen an Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2022 in das Gemeinschaftsunternehmen beträgt der Equity-Buchwert zum Bilanzstichtag rund 1,9 Mrd. EUR. Konsolidierte Geschäftszahlen liegen für das Gemeinschaftsunternehmen noch nicht vor. (vgl. unsere Ausführungen im Kapitel "Wesentliche Zu- und Abgänge der vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige gesellschaftsrechtliche Veränderungen").

ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN 1

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In Mio. EUR 2022 2021
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 504 438
Zugänge 1.907 78
Abgänge - -8
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - -7
Abschreibungen - -
Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 135 43
Dividendenzahlungen -33 -33
Erfolgsneutrale Anpassung -24 -24
Währungskursänderungen 5 18
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 2.495 504

1 Hiervon entfallen auf die MIGL ein Ergebnis von 101 (13) Mio. EUR, Zugänge von 0 (19) Mio. EUR, Dividendenzahlungen von -8 (-19) Mio. EUR, erfolgsneutrale Anpassungen von -12 (1) Mio. EUR und ein Bilanzwert zum Stichtag von 253 (172) Mio. EUR

Der Geschäfts- oder Firmenwert aller nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen belief sich zum Jahresende auf 101 (109) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr wurden Anteile an Verlusten assoziierter Unternehmen in Höhe von 5 (0) Mio. EUR bilanziell nicht erfasst.

Für Informationen zum Kapitalanteil des Konzerns an den assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen verweisen wir auf das Kapitel "Anteilsbesitz", Seite 249 ff.

Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bestehen zum Stichtag nicht.

AGGREGIERTE FINANZINFORMATIONEN ÜBER ANTEILE AN NACH DER EQUITY-METHODE BEWERTETEN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN 1

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In Mio. EUR 2022 2021
Gewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 583 133
Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (nach Steuern) - -
Sonstiges Ergebnis -131 -40
Gesamtergebnis 452 93

1 Hiervon entfällt auf die MIGL ein Gewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen von 507 (67) Mio. EUR und ein sonstiges Ergebnis von -62 (4) Mio. EUR

(6) Darlehen und Forderungen

DARLEHEN UND FORDERUNGEN

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Fortgeführte Anschaffungskosten Unrealisierte Gewinne/​Verluste Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Hypothekendarlehen 804 586 -192 196 612 783
Darlehen und Vorauszahlungen auf Versicherungsscheine 97 101 - - 97 101
Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche Schuldner 1 10.081 10.586 -2.327 1.064 7.755 11.649
Unternehmensanleihen 4.896 4.873 -374 235 4.522 5.108
Hypothekarisch/​dinglich gesicherte Schuldverschreibungen 9.177 9.584 -838 1.633 8.339 11.217
Sonstige 5 7 - - 5 7
Gesamt 25.061 25.737 -3.731 3.128 21.330 28.865

1 In den Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche Schuldner sind Wertpapiere in Höhe von 2.070 (2.294) Mio. EUR enthalten, die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/​dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 9.177 (9.583) Mio. EUR enthalten (100 [99] %).

VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT

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Fortgeführte Anschaffungskosten Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 1.837 1.380 1.648 1.610
Mehr als 1 Jahr und bis zu 2 Jahre 898 1.006 891 1.032
Mehr als 2 Jahr und bis zu 3 Jahre 757 817 739 850
Mehr als 3 Jahr und bis zu 4 Jahre 1.126 648 1.101 692
Mehr als 4 Jahr und bis zu 5 Jahre 1.470 1.163 1.407 1.285
Mehr als 5 Jahr und bis zu 10 Jahre 4.699 5.360 4.551 6.294
Mehr als 10 Jahre 14.275 15.362 10.993 17.102
Gesamt 25.061 25.737 21.330 28.865

RATINGSTRUKTUR DER DARLEHEN UND FORDERUNGEN

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Fortgeführte Anschaffungskosten
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA 15.860 16.459
AA 3.446 3.736
A 2.302 2.562
BBB und weniger 2.265 2.088
Ohne Rating 1.189 893
Gesamt 25.061 25.737

Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen. Bei den ungerateten Darlehen und Forderungen handelt es sich im Wesentlichen um Hypotheken- und Policendarlehen.

(7) Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente

BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDE FINANZINSTRUMENTE

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Fortgeführte Anschaffungskosten Unrealisierte Gewinne/​Verluste Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 82 117 -2 5 79 122
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 35 19 -1 - 34 19
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen 1 293 209 -61 -33 232 176
Schuldtitel von Unternehmen 19 11 -3 -1 16 9
Gesamt 428 356 -67 -30 362 326

1 In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 204 (204) Mio. EUR enthalten, die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT

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Fortgeführte Anschaffungskosten Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 62 48 63 49
Mehr als 1 Jahr und bis zu 2 Jahre 62 53 62 56
Mehr als 2 Jahr und bis zu 3 Jahre 43 13 40 13
Mehr als 3 Jahr und bis zu 4 Jahre 1 22 1 20
Mehr als 4 Jahr und bis zu 5 Jahre 5 - 4 -
Mehr als 5 Jahr und bis zu 10 Jahre 215 202 159 172
Mehr als 10 Jahre 40 19 31 17
Gesamt 428 356 362 326

RATINGSTRUKTUR DER BIS ZUR ENDFÄLLIGKEIT ZU HALTENDEN FINANZINSTRUMENTE

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Fortgeführte Anschaffungskosten
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA 47 -
AA - -
A 328 325
BBB und weniger 49 30
Ohne Rating 4 -
Gesamt 428 356

Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen.

(8) Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente

JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTE

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Fortgeführte Anschaffungskosten Unrealisierte Gewinne/​Verluste Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Festverzinsliche Wertpapiere            
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 15.707 14.623 -2.170 1.141 13.537 15.764
Schuldtitel der US-Regierung 12.350 9.422 -798 367 11.552 9.789
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 5.479 4.808 -273 57 5.205 4.865
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen 1 18.294 16.710 -3.541 851 14.753 17.561
Schuldtitel von Unternehmen 28.795 29.771 -3.493 673 25.302 30.444
Investmentfonds 2.086 2.330 -263 109 1.823 2.439
Hypothekarisch/​dinglich gesicherte Schuldverschreibungen 11.939 11.157 -1.747 614 10.191 11.771
Genussscheine - 1 - - - 1
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 94.650 88.822 -12.284 3.812 82.365 92.634
Nicht festverzinsliche Wertpapiere            
Aktien 1.126 870 157 180 1.284 1.050
Investmentfonds 2.427 2.215 318 418 2.745 2.633
Genussscheine 76 77 2 6 77 82
Nicht festverzinsliche Wertpapiere gesamt 3.629 3.162 477 604 4.106 3.765
Wertpapiere gesamt 98.279 91.984 -11.808 4.416 86.471 96.399

1 In den Schuldtiteln quasistaatlicher Institutionen sind Wertpapiere in Höhe von 3.725 (4.046) Mio. EUR enthalten, die durch die Bundesrepublik Deutschland, andere EU-Staaten oder deutsche Bundesländer garantiert sind

In der Position "Hypothekarisch/​dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 7.264 (8.943) Mio. EUR enthalten (71 [76] %).

VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE

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Zeitwerte Fortgeführte Anschaffungskosten
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 11.009 5.550 11.048 5.522
Mehr als 1 Jahr und bis zu 2 Jahre 5.531 5.677 5.703 5.599
Mehr als 2 Jahr und bis zu 3 Jahre 5.959 5.731 6.287 5.637
Mehr als 3 Jahr und bis zu 4 Jahre 7.993 6.108 8.541 5.994
Mehr als 4 Jahr und bis zu 5 Jahre 5.188 8.641 5.696 8.337
Mehr als 5 Jahr und bis zu 10 Jahre 22.376 27.457 25.689 26.697
Mehr als 10 Jahre 24.309 33.472 31.686 31.036
Gesamt 82.365 92.634 94.650 88.822

RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA 30.871 32.658
AA 14.825 18.535
A 15.215 15.941
BBB und weniger 19.592 23.330
Ohne Rating 1.863 2.171
Gesamt 82.365 92.634

Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen.

(9) Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTE

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Festverzinsliche Wertpapiere    
Schuldtitel von EU-Mitgliedsstaaten 1 2
Schuldtitel anderer ausländischer Staaten 20 37
Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen 17 17
Schuldtitel von Unternehmen 393 375
Investmentfonds 166 90
Hypothekarisch/​dinglich gesicherte Schuldverschreibungen 4 4
Genussscheine 37 15
Sonstige - 1
Festverzinsliche Wertpapiere gesamt 639 541
Investmentfonds (nicht festverzinsliche Wertpapiere) 26 28
Sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere 36 23
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente gesamt 701 592
Investmentfonds (nicht festverzinsliche Wertpapiere) 128 164
Derivate 580 341
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente gesamt 708 504
Gesamt 1.409 1.096

In der Position "Hypothekarisch/​dinglich gesicherte Schuldverschreibungen" sind Pfandbriefe mit einem Buchwert in Höhe von 4 (4) Mio. EUR enthalten (100 [100] %).

VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 82 159
Mehr als 1 Jahr und bis zu 2 Jahre 63 34
Mehr als 2 Jahr und bis zu 3 Jahre 154 56
Mehr als 3 Jahr und bis zu 4 Jahre 106 134
Mehr als 4 Jahr und bis zu 5 Jahre 46 -
Mehr als 5 Jahr und bis zu 10 Jahre 20 64
Mehr als 10 Jahre 168 94
Gesamt 639 541

RATINGSTRUKTUR DER FESTVERZINSLICHEN WERTPAPIERE

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA - -
AA 1 -
A 120 165
BBB und weniger 179 188
Ohne Rating 339 188
Gesamt 639 541

Die Ratingkategorien orientieren sich an der Einteilung der führenden internationalen Ratingagenturen.

Die als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente (ohne Handelsabsicht) beinhalten strukturierte Produkte, bei denen die Fair Value Option nach IAS 39 angewendet wurde. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderungen des Kreditrisikos der finanziellen Vermögenswerte bedingt ist, beträgt in der Berichtsperiode -3 (0) Mio. EUR und in kumulativer Form -3 (-2) Mio. EUR. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht.

(10) Übrige Kapitalanlagen

KLASSIFIZIERUNG VON ÜBRIGEN KAPITALANLAGEN

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Buchwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Darlehen und Forderungen 759 619
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 5.405 5.765
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 13 14
Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments 394 423
Gesamt 6.572 6.821

Der Zeitwert der Darlehen und Forderungen entspricht im Wesentlichen dem Bilanzwert.

JEDERZEIT VERÄUSSERBARE FINANZINSTRUMENTE

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Fortgeführte Anschaffungskosten Unrealisierte Gewinne/​Verluste Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Beteiligungen an Personengesellschaften 2.694 3.399 586 1.149 3.281 4.548
Sonstige Beteiligungen 250 192 85 75 335 267
Sonstige kurzfristige Geldanlagen 1.789 951 1 - 1.790 951
Gesamt 4.734 4.542 672 1.224 5.405 5.765

In den kurzfristigen Geldanlagen sind überwiegend Fest- und Tagesgelder mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ausgewiesen. Der beizulegende Zeitwert entspricht bei diesen Einlagen daher weitgehend den Buchwerten.

RATINGSTRUKTUR DER SONSTIGEN KURZFRISTIGEN GELDANLAGEN

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA - -
AA 360 74
A 817 395
BBB und weniger 488 366
Ohne Rating 125 116
Gesamt 1.790 951

Die erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente betreffen im Wesentlichen angekaufte Lebensversicherungspolicen.

Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments beinhaltet Windparkanlagen. Für die Anlagen bestehen keine Verfügungsbeschränkungen und Verpfändungen als Sicherheit.

INFRASTRUKTURINVESTMENTS

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In Mio. EUR 2022 2021
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 659 659
Zugänge - -
Abgänge - -
Währungskursänderungen - -
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 659 659
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Vorjahres 236 202
Wertaufholung nach Impairment -4 -
Abschreibungen    
planmäßig 34 34
außerplanmäßig - -
Währungskursänderungen - -
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 265 236
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 423 517
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 394 423

Das Anlagevermögen in Infrastrukturinvestments enthält keine Anlagen im Bau.

(11) Kapitalanlagen aus Investmentverträgen

KLASSIFIZIERUNG DER KAPITALANLAGEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN

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Buchwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Darlehen und Forderungen 3 3
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 1.372 1.454
Gesamt 1.375 1.457

Darlehen und Forderungen

VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT

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Fortgeführte Anschaffungskosten Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 3 3 3 3
Mehr als 1 Jahr und bis zu 2 Jahre - - - -
Mehr als 2 Jahre und bis zu 3 Jahre - - - -
Mehr als 3 Jahre und bis zu 4 Jahre - - - -
Mehr als 4 Jahre und bis zu 5 Jahre - - - -
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre - - - -
Gesamt 3 3 3 3

RATINGSTRUKTUR

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Fortgeführte Anschaffungskosten
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA - -
AA - -
A 2 2
BBB und weniger 1 1
Ohne Rating - -
Gesamt 3 3

RATINGSTRUKTUR

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
AAA 44 20
AA 7 19
A 107 106
BBB und weniger 1.052 1.111
Ohne Rating 163 198
Gesamt 1.373 1.454

Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente

VERTRAGLICHE RESTLAUFZEIT

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Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 66 55
Mehr als 1 und bis zu 2 Jahre 52 31
Mehr als 2 Jahre und bis zu 3 Jahre 53 64
Mehr als 3 Jahre und bis zu 4 Jahre 149 123
Mehr als 4 Jahre und bis zu 5 Jahre 30 66
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 46 85
Mehr als 10 Jahre 975 1.029
Gesamt 1.373 1.454

Der Buchwert der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten Finanzinstrumente stellt, abweichend von der rein ökonomischen Sichtweise, die maximale Kreditexponierung dar. Der Wert bezüglich der Änderung des beizulegenden Zeitwerts, der durch die Änderung des Kreditrisikos bedingt ist, ist unwesentlich. Kreditderivate oder ähnliche Sicherungsinstrumente bestehen für diese Wertpapiere nicht.

(12) Bewertungshierarchie der Zeitwertbewertung der Finanzinstrumente

Fair-Value-Hierarchie

Für die Angaben nach IFRS 13 sind neben den zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten auch solche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer dreistufigen Zeitwerthierarchie zuzuordnen, die zwar zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, für die aber eine Angabe des beizulegenden Zeitwerts im Rahmen der Geschäftsberichterstattung vorgesehen ist (nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente).

Die Zeitwerthierarchie spiegelt Merkmale der für die Bewertung verwendeten Preisinformationen bzw. Eingangsparameter wider und ist wie folgt gegliedert:

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Stufe 1: Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die mittels direkt auf aktiven und liquiden Märkten notierter (nicht angepasster) Preise bewertet werden. Hierunter fallen in erster Linie börsennotierte Aktien, Futures und Optionen, Investmentfonds sowie an regulierten Märkten gehandelte Anleihen hoher Liquidität

Stufe 2: Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die mittels beobachtbarer Marktdaten bewertet werden und nicht der Stufe 1 zuzuordnen sind. Die Bewertung beruht dabei insbesondere auf Preisen für gleichartige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf aktiven Märkten gehandelt werden, auf Preisen an Märkten, die nicht als aktiv einzuschätzen sind, sowie auf von solchen Preisen oder Marktdaten abgeleiteten Parametern. Dieses sind z. B. auf Basis von Zinsstrukturkurven bewertete Vermögenswerte wie Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen. Marktpreise von Anleihen eingeschränkter Liquidität, z. B. Unternehmensanleihen, werden ebenfalls der Stufe 2 zugeordnet

Stufe 3: Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht oder nur teilweise mittels am Markt beobachtbarer Parameter bewertet werden können. Bei diesen Instrumenten werden im Wesentlichen Bewertungsmodelle und -methoden zur Bewertung herangezogen. Hierunter fallen in erster Linie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente

Werden für die Bewertung eines Finanzinstruments Inputfaktoren unterschiedlicher Stufen herangezogen, so ist die Stufe des niedrigsten Inputfaktors maßgeblich für die Bewertung des Finanzinstruments.

Eine Überprüfung der Zuordnung zu den Stufen der Fair-Value-Hierarchie erfolgt mindestens zum Ende einer Periode. Die Darstellung von Transfers erfolgt, als ob der Transfer zu Beginn des Geschäftsjahres erfolgt wäre.

Aufteilung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente

Zum Stichtag ordnen wir rund 5 (5) % der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente Level 1 der Bewertungshierarchie zu, 88 (89) % Level 2 und 7 (7) % Level 3.

Im Geschäftsjahr gab es keine Transfers zwischen Level 1 und Level 2 (2021 wurden Investmentfonds in Höhe von 4 Mio. EUR aus Level 2 in Level 1 umgegliedert).

Zum Stichtag bestehen, wie im Vorjahr, keine Schulden, die mit einer untrennbaren Kreditsicherheit eines Dritten im Sinne des IFRS 13.98 ausgegeben wurden. Die Kreditsicherheiten spiegeln sich dabei nicht in der Bemessung des beizulegenden Zeitwertes wider.

ZEITWERTHIERARCHIE ZUM ZEITWERT BEWERTETER FINANZINSTRUMENTE

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In Mio. EUR
Buchwert der zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente je Klasse Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 1 Bilanzwert
31.12.2022        
Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte        
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente        
Festverzinsliche Wertpapiere 39 82.216 110 82.365
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.537 116 2.453 4.106
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 15 434 252 701
Zu Handelszwecken gehalten, Derivate - 364 215 580
Zu Handelszwecken gehaltene sonstige Finanzinstrumente 128 - - 128
Übrige Kapitalanlagen 1.780 638 3.001 5.419
Sonstige Vermögenswerte, derivative Finanzinstrumente (Sicherungsinstrumente) - 26 - 26
Investmentverträge        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 1.251 - 121 1.372
Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte 4.751 83.794 6.152 94.697
Zum Fair Value bewertete finanzielle Verpflichtungen        
Übrige Verbindlichkeiten (negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten)        
Negative Marktwerte aus Derivaten - 218 14 233
Negativer Marktwert aus Sicherungsinstrumenten - 290 - 290
Übrige Verbindlichkeiten (Investmentverträge)        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 360 892 121 1.373
Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen 360 1.401 135 1.896
31.12.2021        
Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte        
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente        
Festverzinsliche Wertpapiere 127 92.400 108 92.634
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 1.668 80 2.017 3.765
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 22 357 213 592
Zu Handelszwecken gehalten, Derivate 11 169 161 341
Zu Handelszwecken gehaltene sonstige Finanzinstrumente 164 - - 164
Übrige Kapitalanlagen 952 500 4.328 5.779
Sonstige Vermögenswerte, derivative Finanzinstrumente - 11 - 11
Investmentverträge        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 1.307 - 146 1.454
Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte 4.250 93.517 6.973 104.740
Zum Fair Value bewertete finanzielle Verpflichtungen        
Übrige Verbindlichkeiten (negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten)        
Negative Marktwerte aus Derivaten - 99 108 207
Negativer Marktwert aus Sicherungsinstrumenten - 58 - 58
Übrige Verbindlichkeiten (Investmentverträge)        
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 597 711 146 1.454
Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen 597 868 254 1.719

1 Mit der Kategorisierung in Stufe 3 sind keine Qualitätsaussagen verbunden; Rückschlüsse auf die Bonität der Emittenten können nicht getroffen werden

Analyse der Finanzinstrumente, für die signifikante Eingangsparameter nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen (Stufe3)

ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2022

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In Mio. EUR Jederzeit veräußerbare FI/​ Festverzinsliche Wertpapiere Jederzeit veräußerbare FI/​Nicht festverzinsliche Wertpapiere Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FI Zu Handelszwecken gehalten, Derivate
2022        
Anfangsbestand zum 1.1.2022 108 2.017 213 161
Erträge und Aufwendungen        
in der GuV erfasst - -15 19 38
im sonstigen Ergebnis erfasst -1 62 - -
Transfer nach Stufe 3 - - - -
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Zugänge        
Käufe 3 653 50 59
Abgänge        
Verkäufe 1 300 30 40
Rückzahlungen/​Rückführungen - - 1 -
Währungskursänderungen 1 36 - -3
Endbestand zum 31.12.2022 110 2.453 252 215
2021        
Anfangsbestand zum 1.1.2021 2 1.401 160 155
Erträge und Aufwendungen        
In der GuV erfasst -2 -11 -2 32
Im sonstigen Ergebnis erfasst -1 90 - -
Transfer nach Stufe 3 2 - 2 14 -
Transfer aus Stufe 3 - - - -
Zugänge        
Käufe 107 692 113 -
Abgänge        
Verkäufe - 194 50 38
Rückzahlung/​Rückführung - - 22 -
Währungskursänderungen - 38 -1 12
Endbestand zum 31.12.2021 108 2.017 213 161
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In Mio. EUR Übrige Kapitalanlagen Investmentverträge/​Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FI
2022    
Anfangsbestand zum 1.1.2022 4.328 146
Erträge und Aufwendungen    
in der GuV erfasst -46 -15
im sonstigen Ergebnis erfasst -31 -
Transfer nach Stufe 3 - -
Transfer aus Stufe 3 - -
Zugänge    
Käufe 925 9
Abgänge    
Verkäufe 2.316 17
Rückzahlungen/​Rückführungen - -
Währungskursänderungen 141 -3
Endbestand zum 31.12.2022 3.001 121
2021    
Anfangsbestand zum 1.1.2021 3.517 181
Erträge und Aufwendungen    
In der GuV erfasst -33 -12
Im sonstigen Ergebnis erfasst 497 -
Transfer nach Stufe 3 2 - -
Transfer aus Stufe 3 - -
Zugänge    
Käufe 867 10
Abgänge    
Verkäufe 675 30
Rückzahlung/​Rückführung - -
Währungskursänderungen 155 -3
Endbestand zum 31.12.2021 4.328 146
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In Mio. EUR Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte
2022  
Anfangsbestand zum 1.1.2022 6.973
Erträge und Aufwendungen  
in der GuV erfasst -17
im sonstigen Ergebnis erfasst 30
Transfer nach Stufe 3 -
Transfer aus Stufe 3 -
Zugänge  
Käufe 1.698
Abgänge  
Verkäufe 2.705
Rückzahlungen/​Rückführungen 1
Währungskursänderungen 173
Endbestand zum 31.12.2022 6.152
2021  
Anfangsbestand zum 1.1.2021 5.415
Erträge und Aufwendungen  
In der GuV erfasst -28
Im sonstigen Ergebnis erfasst 586
Transfer nach Stufe 3 2 16
Transfer aus Stufe 3 -
Zugänge  
Käufe 1.790
Abgänge  
Verkäufe 987
Rückzahlung/​Rückführung 22
Währungskursänderungen 202
Endbestand zum 31.12.2021 6.973

1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI abgekürzt
2 Handel an einem aktiven Markt wurde beendet

ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER 2022

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In Mio. EUR Übrige Verbindlichkeiten/​Negative Marktwerte aus Derivaten Investmentverträge/​Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FI Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen
2022      
Anfangsbestand zum 1.1.2022 108 146 254
Erträge und Aufwendungen      
in der GuV erfasst 9 15 23
im sonstigen Ergebnis erfasst - - -
Transfer nach Stufe 3 - - -
Transfer aus Stufe 3 - - -
Zugänge      
Käufe - 9 9
Abgänge      
Verkäufe 83 17 100
Währungskursänderungen -2 -3 -4
Endbestand zum 31.12.2022 14 121 135
2021      
Anfangsbestand zum 1.1.2021 122 181 303
Erträge und Aufwendungen      
In der GuV erfasst 16 12 29
Im sonstigen Ergebnis erfasst - - -
Transfer nach Stufe 3 - - -
Transfer aus Stufe 3 - - -
Zugänge      
Käufe 1 10 12
Abgänge      
Verkäufe - 30 30
Währungskursänderungen 1 -3 -2
Endbestand zum 31.12.2021 108 146 254

1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI abgekürzt

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Erträge und Aufwendungen der Periode einschließlich der Gewinne oder Verluste auf am Ende der Berichtsperiode im Bestand gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Stufe 3 werden in der folgenden Tabelle gezeigt.

DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE)

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In Mio. EUR Jederzeit veräußerbare FI/​ Festverzinsliche Wertpapiere Jederzeit veräußerbare FI/​Nicht festverzinsliche Wertpapiere Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FI Zu Handelszwecken gehaltene Derivate
2022        
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2022        
Erträge aus Kapitalanlagen 1 - 25 43
Aufwendungen für Kapitalanlagen - -15 -5 -5
davon entfallen auf zum 31.12.2022 im Bestand befindliche Finanzinstrumente        
Erträge aus Kapitalanlagen 2 - - 22 43
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 - -15 -5 -5
2021        
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2021        
Erträge aus Kapitalanlagen - - 8 32
Aufwendungen für Kapitalanlagen -2 -11 -10 -
davon entfallen auf zum 31.12.2021 im Bestand befindliche Finanzinstrumente        
Erträge aus Kapitalanlagen 2 - - 8 32
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 -2 -11 -8 -
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In Mio. EUR Übrige Kapitalanlagen Investmentverträge/​Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FI
2022    
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2022    
Erträge aus Kapitalanlagen - 9
Aufwendungen für Kapitalanlagen -46 -24
davon entfallen auf zum 31.12.2022 im Bestand befindliche Finanzinstrumente    
Erträge aus Kapitalanlagen 2 - 9
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 -28 -24
2021    
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2021    
Erträge aus Kapitalanlagen - 8
Aufwendungen für Kapitalanlagen -33 -20
davon entfallen auf zum 31.12.2021 im Bestand befindliche Finanzinstrumente    
Erträge aus Kapitalanlagen 2 - 8
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 -31 -20
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In Mio. EUR Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte
2022  
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2022  
Erträge aus Kapitalanlagen 78
Aufwendungen für Kapitalanlagen -95
davon entfallen auf zum 31.12.2022 im Bestand befindliche Finanzinstrumente  
Erträge aus Kapitalanlagen 2 74
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 -77
2021  
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2021  
Erträge aus Kapitalanlagen 49
Aufwendungen für Kapitalanlagen -77
davon entfallen auf zum 31.12.2021 im Bestand befindliche Finanzinstrumente  
Erträge aus Kapitalanlagen 2 48
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 -70

1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI abgekürzt
2 Davon entfallen auf unrealisierte Gewinne 74 (48) Mio. EUR
3 Davon entfallen auf unrealisierte Verluste 35 (28) Mio. EUR

DARSTELLUNG DER ERGEBNISEFFEKTE DER ZUM FAIR VALUE BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTE 1 IN STUFE 3 (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN)

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In Mio. EUR Übrige Verbindlichkeiten/​Negative Marktwerte aus Derivaten Investmentverträge/​Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte FI Gesamtsumme der zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen
2022      
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2022      
Erträge aus Kapitalanlagen - 24 24
Aufwendungen für Kapitalanlagen - -9 -9
Finanzierungszinsen 8 - 8
davon entfallen auf zum 31.12.2022 im Bestand befindliche Finanzinstrumente      
Erträge aus Kapitalanlagen 2 - 24 24
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 - -9 -9
Finanzierungszinsen 4 8 - 8
2021      
Gewinne und Verluste im Geschäftsjahr 2021      
Erträge aus Kapitalanlagen 8 20 28
Aufwendungen für Kapitalanlagen - -8 -8
Finanzierungszinsen 9 - 9
davon entfallen auf zum 31.12.2021 im Bestand befindliche Finanzinstrumente      
Erträge aus Kapitalanlagen 2 8 20 28
Aufwendungen für Kapitalanlagen 3 - -8 -8
Finanzierungszinsen 4 9 - 9

1 Finanzinstrumente werden im Folgenden mit FI abgekürzt
2 Davon entfallen auf unrealisierte Gewinne 24 (28) Mio. EUR
3 Davon entfallen auf unrealisierte Verluste 9 (8) Mio. EUR
4 Davon entfallen auf unrealisierte Gewinne 8 (9) Mio. EUR

WEITERE INFORMATIONEN ÜBER DIE BEWERTUNGEN VON FINANZINSTRUMENTEN DER STUFE 3

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In Mio. EUR Zeitwert 31.12.2022 Zeitwert 31.12.2021 Bewertungs- verfahrer Nicht beobachtbare Eingangsparameter Bandbreite (gewichteter Durchschnitt)
CDOs/​CLOs 1 20 9 Barwertmethode Vorauszahlungsgeschwindigkeit n. a. 4
        Risikoprämien Ausfallraten  
        Verwertungsraten Tilgungen  
Nicht notierte Aktien-, Immobilien- und Rentenfonds 2 3.716 3.077 NAV-Methode 3 n. a. n. a.
Private-Equity-Fonds/​ 1.625 3.182 NAV-Methode 3 n. a. n. a.
Private-Equity-Immobilienfonds 2          
Geschriebene Put-Optionen für Minderheitsanteile 2 - 88 Abgezinster NAV 3 n. a. -
          (0%-3,945%)
Nicht notierte Rentenfonds 2 181 122 NAV-Methode 3 n. a. n. a.
Verträge im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik 1 363 274 Barwertmethode Marktwerte der Cat Bonds Credit Spread n. a. 4
Investmentverträge 242 292 - - -
Nicht notierte Rentenpapiere 140 182 Barwertmethode Neubewertungsrate 2,1 % (2,2 %)
        Credit Spread n. a.

1 Diese Finanzinstrumente werden in die Stufe 3 eingeordnet, da bei der Bewertung nicht beobachtbare Parameter verwendet werden
2 Diese Finanzinstrumente werden in Stufe 3 eingeordnet, da sie weder auf Marktpreisen beruhen noch vom Konzern auf Basis beobachtbarer Eingangsparameter bewertet werden. Die Bewertung erfolgt anhand der NAV-Methode
3 NAV: Net Asset Value (Nettovermögenswert) - alternative Parameter im Sinne des IFRS 13 sind nicht sinnvoll zu ermitteln
4 Aufgrund des individuellen Charakters der einzelnen Bewertungsparameter sind Bandbreiten nicht sinnvoll und mit verhältnismäßigem Aufwand zu ermitteln

Sofern zur Bewertung von Finanzinstrumenten der Stufe 3 Modelle verwendet werden, bei denen die Anwendung vernünftiger alternativer Eingangsparameter zu einer wesentlichen Änderung des Zeitwerts führt, verlangt IFRS 7 eine Offenlegung der Auswirkungen dieser alternativen Annahmen. Von den Finanzinstrumenten der Stufe 3 mit Zeitwerten zum Bilanzstichtag von insgesamt 6,3 (7,2) Mrd. EUR bewertet der Konzern Finanzinstrumente mit einem Volumen von 5,5 (6,5) Mrd. EUR im Allgemeinen unter Verwendung der Nettovermögenswertmethode, bei der alternative Eingangsparameter im Sinne des Standards nicht sinnvoll zu ermitteln sind. Darüber hinaus bestehen Vermögenswerte aus Investmentverträgen in Höhe von 121 (146) Mio. EUR, denen in gleicher Höhe Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen gegenüberstehen. Da sich die Vermögenswerte und Schulden in gleicher Höhe gegenüberstehen und sich im Wert ähnlich entwickeln, haben wir auf eine Szenarioanalyse verzichtet. Verträge im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik werden in Höhe von 363 (274) Mio. EUR in der Stufe 3 ausgewiesen. Die Wertentwicklung dieser Verträge steht in Abhängigkeit vom Risikoverlauf einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Aus der Anwendung alternativer Eingangsparameter und Annahmen ergibt sich keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss. Für die verbleibenden Finanzinstrumente der Stufe 3 in Höhe von 160 (191) Mio. EUR, das entspricht 3 (3) % vom Gesamtbestand der Finanzinstrumente der Stufe 3, sind die Auswirkungen alternativer Eingangsparameter und Annahmen nicht wesentlich.

Bewertungsprozess

Der Bewertungsprozess ist darauf ausgerichtet, für die Zeitwertermittlung von Finanzanlagen öffentlich verfügbare Preisstellungen auf aktiven Märkten oder Bewertungen mit ökonomisch anerkannten Modellen, die auf beobachtbaren Eingangsfaktoren beruhen, heranzuziehen (Stufe-1- und Stufe-2-Positionen). Für Vermögenswerte, für die keine öffentlich verfügbaren Preisstellungen oder beobachtbaren Marktdaten verfügbar sind (Stufe-3-Positionen), werden die Bewertungen überwiegend auf Basis von durch sachverständige und unabhängige Experten erstellten Bewertungsnachweisen (z. B. geprüfter Net Asset Value) vorgenommen, die zuvor systematischen Plausibilitätsprüfungen unterzogen wurden. Die mit der Bewertung von Kapitalanlagen betraute Organisationseinheit ist unabhängig von den Organisationseinheiten, die die Kapitalanlagerisiken eingehen, wodurch eine Funktions- und Aufgabentrennung gewährleistet wird. Die Bewertungsprozesse und Bewertungsmethoden sind vollständig dokumentiert. Entscheidungen über Bewertungsfragen trifft das monatlich tagende Talanx Bewertungskomitee.

Die Möglichkeit der Portfoliobewertung im Sinne des IFRS 13.48 wird nicht angewandt.

Aufteilung der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente mit Zeitwertangaben im Anhang

FAIR-VALUE-HIERARCHIE - NICHT ZUM ZEITWERT BEWERTETE FINANZINSTRUMENTE

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In Mio. EUR
Zeitwerte der nicht zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente je Bilanzposition Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 1 Zeitwert
31.12.2022        
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte        
Darlehen und Forderungen 26 18.865 2.439 21.330
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente - 362 - 362
Übrige Kapitalanlagen 99 53 606 759
Investmentverträge - Darlehen und Forderungen 1 2 - 3
Gesamtsumme der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte 125 19.282 3.046 22.453
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle Verpflichtungen        
Nachrangige Verbindlichkeiten 1.008 3.251 - 4.259
Begebene Anleihen 6 3.848 67 3.921
Sonstige Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen - 14 - 14
Gesamtsumme der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen 1.014 7.113 67 8.194
31.12.2021        
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte        
Darlehen und Forderungen 29 26.016 2.820 28.865
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinstrumente - 326 - 326
Übrige Kapitalanlagen 22 41 556 619
Investmentverträge - Darlehen und Forderungen 1 2 - 3
Gesamtsumme der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte 52 26.385 3.376 29.812
Nicht zum Fair Value bewertete finanzielle Verpflichtungen        
Nachrangige Verbindlichkeiten 1.299 3.607 1 4.907
Begebene Anleihen 16 2.241 306 2.562
Sonstige Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen - 17 - 17
Gesamtsumme der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Verpflichtungen 1.315 5.865 307 7.486

1 Mit der Kategorisierung in Stufe 3 sind keine Qualitätsaussagen verbunden; Rückschlüsse auf die Bonität der Emittenten können nicht getroffen werden

(13) Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting

Derivate

Derivative Finanzinstrumente setzen wir zur Absicherung von Zinsänderungs-, Währungs- und sonstigen Marktpreisrisiken ein sowie in geringem Umfang auch zur Optimierung von Erträgen oder um Kauf- bzw. Verkaufsabsichten zu realisieren. Dabei werden die jeweiligen aufsichtsrechtlichen Vorschriften wie auch die Vorgaben der konzerninternen Anlagerichtlinien strikt eingehalten und stets erstklassige Kontrahenten ausgewählt.

Darüber hinaus werden eingebettete Derivate in strukturierten Produkten und Versicherungsverträgen - sofern nach den Vorschriften des IAS 39 bzw. IFRS 4 erforderlich - von den zugrunde liegenden Basisverträgen getrennt und separat zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente werden im Rahmen der Zugangsbewertung zu ihrem beizulegenden Zeitwert, der ihnen am Tag des Vertragsabschlusses beizumessen ist, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Fair Value. Hinsichtlich der angewandten Bewertungstechniken verweisen wir auf den Abschnitt "Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte" im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Seite 162 ff.

Die Methode zur Erfassung von Gewinnen und Verlusten ist davon abhängig, ob das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument gemäß Hedge-Accounting nach IAS 39 eingesetzt wurde und, falls ja, von der Art des abgesicherten Postens/​Risikos. Bei Derivaten, die keine Sicherungsinstrumente sind, werden die Wertschwankungen erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst. Diese Vorgehensweise gilt auch für separierte eingebettete Derivate aus strukturierten Finanzinstrumenten und aus Versicherungsverträgen. Hinsichtlich der Sicherungsinstrumente unterscheidet der Konzern die Derivate nach ihrer Zweckbestimmung in Fair-Value-Hedges, Cashflow-Hedges und zur Absicherung einer Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe. Letztere werden in gleicher Weise bilanziert wie die Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow-Hedge).

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE NACH BILANZPOSITIONEN

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In Mio. EUR Sicherungsinstrument nach IAS 39 31.12.2022 31.12.2021
Bilanzposition (positive Marktwerte)      
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente, zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente (Derivate) Nein 580 341
Sonstige Vermögenswerte, derivative Finanzinstrumente (Sicherungsinstrumente) Ja 26 11
Bilanzposition (negative Marktwerte)      
Übrige Verbindlichkeiten:      
Verbindlichkeiten aus Derivaten Nein -233 -207
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Sicherungsinstrumente) Ja -290 -58
Gesamt (saldiert)   83 88

Im Geschäftsjahr ergab sich aus den derivativen Finanzinstrumenten -ohne Sicherungsinstrumente - ein unrealisierter Verlust in Höhe von 46 (Gewinn: 29) Mio. EUR; das realisierte Ergebnis der im Jahr 2022 geschlossenen Positionen beträgt -39 (11) Mio. EUR.

In der Tabelle "Laufzeitstruktur der derivativen Finanzinstrumente" werden die beizulegenden Zeitwerte einschließlich der zugehörigen Nominalwerte unserer offenen Derivatepositionen zum Stichtag differenziert nach Risikoarten und Fälligkeiten dargestellt. Positive und negative Marktwerte werden in der Tabelle saldiert. Zum Bilanzstichtag bestanden danach offene Positionen aus Derivaten in Höhe von 83 (88) Mio. EUR; das entspricht 0,0 (0,0) % der Bilanzsumme.

Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Der Konzern schließt derivative Geschäfte auf Basis standardisierter Rahmenverträge ab, die Globalnettingvereinbarungen beinhalten. Die in der Tabelle "Aufrechnungsvereinbarungen" aufgeführten Aufrechnungsvereinbarungen erfüllen die Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz in der Regel nicht, da der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf eine Saldierung der erfassten Beträge hat. Das Recht auf Saldierung ist grundsätzlich nur bei Eintritt bestimmter künftiger definierter Ereignisse durchsetzbar. Gestellte bzw. erhaltene Sicherheiten werden je Kontrahent maximal bis zur Höhe der jeweiligen Nettoverbindlichkeit bzw. des jeweiligen Nettovermögenswerts berücksichtigt.

Hedge-Accounting

Im Rahmen des Hedge-Accountings versucht der Konzern, die sich aus Marktpreisänderungen ergebenden Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme eines Grundgeschäfts durch den Abschluss eines Sicherungsinstruments (Derivat) zu kompensieren, dessen Wertänderungen bzw. Veränderungen der Zahlungsströme sich annähernd gegenläufig entwickeln. Die Absicherung erfolgt dabei auf Einzelgeschäftsebene (Mikro-Hedge). Bei Abschluss der Transaktion dokumentieren wir die Sicherungsbeziehung zwischen dem Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument, das Ziel des Risikomanagements sowie die zugrunde liegende Absicherungsstrategie. Zudem findet zu Beginn der Sicherungsbeziehung eine Dokumentation der Einschätzung statt, ob die Sicherungsinstrumente die entsprechenden Änderungen der Grundgeschäfte hocheffektiv kompensieren. Die Effektivität der Hedge-Beziehung wurde nachgewiesen.

LAUFZEITSTRUKTUR DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE

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31.12.2022
In Mio. EUR Bis zu 1 Jahr Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre Mehr als 10 Jahre Sonstige Summe
Zinssicherung            
Zeitwerte -118 -155 -12 44 - -241
Nominalwerte 321 420 204 130 - 1.076
Währungssicherung            
Zeitwerte 83 -30 -27 - - 27
Nominalwerte 3.220 1.128 312 - - 4.661
Aktien-/​Indexsicherung            
Zeitwerte 21 - - - - 21
Nominalwerte 646 - - - - 646
Inflationssicherung            
Zeitwerte - 1 1 - - 2
Nominalwerte 48 130 88 - - 267
Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen 1            
Zeitwerte 81 95 6 -88 146 240
Kreditrisiko            
Zeitwerte 1 10 22 - - 33
Nominalwerte 2 73 87 - - 162
Sonstige Risiken            
Zeitwerte - - 1 - - 1
Nominalwerte - - 2 - - 2
Summe aller Sicherungsgeschäfte            
Zeitwerte 69 -79 -9 -44 146 83
Nominalwerte 4.238 1.752 694 130 - 6.814
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31.12.2021
In Mio. EUR
Zinssicherung  
Zeitwerte -43
Nominalwerte 1.329
Währungssicherung  
Zeitwerte -64
Nominalwerte 4.485
Aktien-/​Indexsicherung  
Zeitwerte -35
Nominalwerte 401
Inflationssicherung  
Zeitwerte -
Nominalwerte 1
Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen 1  
Zeitwerte 209
Kreditrisiko  
Zeitwerte 52
Nominalwerte 558
Sonstige Risiken  
Zeitwerte -31
Nominalwerte -31
Summe aller Sicherungsgeschäfte  
Zeitwerte 88
Nominalwerte 6.742

Die Finanzinstrumente betreffen ausschließlich eingebettete Derivate im Bereich der Rückversicherung, die nach IFRS 4 von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat zu bilanzieren sind. Aufgrund der Charakteristik dieser Derivate ist eine Darstellung der Nominalwerte nicht sinnvoll möglich und daher unterblieben. Diese Derivate sind zum beizulegenden Zeitwert bilanziert

AUFRECHNUNGSVEREINBARUNGEN

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In Mio. EUR Beizulegender Zeitwert Aufrechnungsvereinbarung Erhaltene/​gestellte Barsicherheiten Sonstige erhaltene/​ gestellte Sicherheiten Nettobetrag
31.12.2022          
Derivative (positive Marktwerte) 237 43 99 2 93
Derivative (negative Marktwerte) 305 43 34 78 151
31.12.2021          
Derivative (positive Marktwerte) 102 29 46 - 28
Derivative (negative Marktwerte) 113 19 40 34 20

Fair-Value-Hedges

Zur teilweisen Absicherung der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts, resultierend aus dem Zinsänderungs- und Spread-Risiko bei festverzinslichen Wertpapieren, hat der Konzern Forward Sales (Vorverkäufe) als Sicherungsderivate designiert. Aufgrund der vergleichbaren Risiken der designierten Grundgeschäfte und der Sicherungsderivate qualifizieren sich diese für die bilanzielle Abbildung als Fair-Value-Hedge. Die Änderungen des Zeitwerts der Sicherungsderivate werden mit den dem gesicherten Risiko zurechenbaren Änderungen des Zeitwerts der Grundgeschäfte (Forward-Kurse) erfolgswirksam im Kapitalanlageergebnis erfasst.

Für die Fair-Value-Hedges wurden im Berichtszeitraum Gewinne in Höhe von 3 (20) Mio. EUR aus den Sicherungsderivaten und Verluste aus Grundgeschäften von 10 (19) Mio. EUR ergebniswirksam bilanziert. Bei diesen Absicherungen bewegten sich die gegenläufigen Änderungen der Zeitwerte analog zu den Vorgaben des IAS 39 in der Bandbreite von 80 % bis 125 %.

Cashflow-Hedges

Der Konzern hat künftige Transaktionen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eintreten, gegen das Zinsänderungsrisiko abgesichert. In diesem Zusammenhang werden Bewertungseinheiten aus Wertpapiertermingeschäften (Vorkäufen) und geplanten Wertpapierkäufen gebildet. Mit den Vorkäufen wird das Risiko abgesichert, bei jetzt schon feststehenden Wiederanlagen in der Zukunft durch fallende Zinsen niedrige Renditen für die Wiederanlagen erzielen zu können. Das Grundgeschäft zu den Sicherungsinstrumenten ist die Anlage in der Zukunft zu den dann geltenden Renditen/​ Kursen. Die Sicherung geplanter Transaktionen wird nach IAS 39 als Cashflow-Hedge abgebildet. Darüber hinaus erfolgte im Berichtsjahr die Absicherung eines Währungsänderungsrisikos mittels Devisentermingeschäft im Zusammenhang mit einem Unternehmenserwerb.

Um das Inflationsrisiko der Zahlungen eines Morbiditäts-Schadenreserve-Portfolios zu verringern, wurde im Geschäftsjahr 2022 damit begonnen, Inflationsswaps in Form von Cashflow-Hedges abzuschließen. Diese dienen primär der Schwankungsabsicherung von fälligen Rückversicherungsleistungen. Die Strukturierung erfolgt in einer Weise, dass separate Inflationsswaps für die entstandenen Schadenzahlungen eines jeden Jahres abgeschlossen werden. Diese Finanzinstrumente führen zu einem Ausweis von sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten von 2 (0) Mio. EUR. Aus der Absicherung resultierte eine erfolgsneutrale Erhöhung des Eigenkapitals aus Sicherungsgeschäften in Höhe von 2 (0) Mio. EUR. Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um kein Finanzinstrument, werden die Ineffektivitäten im übrigen Ergebnis gezeigt.

Zur Absicherung von Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit den im Rahmen des Share-Award-Plans gewährten Aktienwert Beteiligungsrechten hat die Hannover Rück SE seit dem Jahr 2014 Sicherungsinstrumente in Form sogenannter Equity Swaps erworben (Cashflow-Hedge).

Der Konzern hielt zum Bilanzstichtag im Bereich der Erst- und Rückversicherung derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften, die zur Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen in ausländische Geschäftsbetriebe abgeschlossen wurden.

Der effektive Teil der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Sicherungsinstrumente wird im Eigenkapital in der Rücklage für Cashflow Hedges unter Berücksichtigung latenter Steuern und gegebenenfalls der Beteiligung der Versicherungsnehmer bilanziert. Der ineffektive Teil derartiger Wertänderungen wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung im Kapitalanlageergebnis ausgewiesen, sofern es sich bei den abgesicherten Grundgeschäften um ein Finanzinstrument handelt (Absicherung der geplanten Transaktionen). Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um kein Finanzinstrument, werden die Ineffektivitäten im übrigen Ergebnis gezeigt (Absicherung der Kursänderungsrisiken im Zusammenhang mit gewährten Aktienwert-Beteiligungsrechten). Führen die abgesicherten Transaktionen zum Ansatz finanzieller Vermögenswerte, werden die im Eigenkapital erfassten Beträge über die Laufzeit des erworbenen Vermögenswerts amortisiert.

Die folgende Tabelle stellt eine Überleitung der Rücklage für Cashflow-Hedges (vor Steuern und vor Beteiligung der Versicherungsnehmer) dar:

ENTWICKLUNG DER RÜCKLAGE FÜR CASHFLOW-HEDGES

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In Mio. EUR 2022 2021
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres (vor Steuern) 118 253
Zuführungen (Absicherung geplanter Transaktionen) -253 -105
Zuführungen (Absicherung Kursrisiken) 2 1
Zuführungen (Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen) 28 -
Zuführungen (Absicherung von Inflationsrisiken) 2 -
Auflösungen in die Gewinn- und Verlustrechnung (Absicherung geplanter Transaktionen) -63 -31
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres (vor Steuern) -165 118

Die Cashflow-Hedge-Rücklage veränderte sich im Berichtsjahr um -284 (-135) Mio. EUR (vor Steuern) bzw. -275 (-130) Mio. EUR (nach Steuern). Im Rahmen fälliger Vorkäufe wurde 2022 ein Betrag von insgesamt 20 (21) Mio. EUR und im Rahmen vorzeitig beendeter Vorkäufe ein Betrag von 43 (10) Mio. EUR ergebniserhöhend amortisiert (Position: Kapitalanlageergebnis).

Im Berichtsjahr sowie im letzten Geschäftsjahr wurden keine wesentlichen Ineffektivitäten der Cashflow-Hedges ergebniswirksam erfasst.

Die Zahlungsströme aus den Cashflow-Hedges werden wie folgt erwartet:

ZAHLUNGSSTRÖME DER ABGESICHERTEN GEPLANTEN TRANSAKTIONEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Cashflow der Grundgeschäfte 710 525
Bis zu 1 Jahr 251 42
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 392 484
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 67 -

Im Jahr 2022 lagen keine prognostizierten Transaktionen, die zuvor als Sicherungsbeziehung erfasst wurden, vor, die in Zukunft nicht mehr eintreten dürften.

Beizulegende Zeitwerte der Sicherungsinstrumente

Der beizulegende Zeitwert der im Rahmen von Hedge-Accounting designierten derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag beträgt:

SICHERUNGSINSTRUMENTE

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Fair-Value-Hedges    
Forward Sales (Vorverkäufe) - 8
Cashflow-Hedges    
Wertpapiertermingeschäfte -290 -56
Equity Swaps 8 2
Inflation Swaps 2 -
  -280 -54
Absicherung von Währungsrisiken aus langfristigen Investitionen    
Devisentermingeschäfte 17 -
Gesamt -264 -46

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne oder -verluste der Sicherungsderivate betrugen im Berichtsjahr 66 (50) Mio. EUR und betreffen die Amortisation der Eigenkapitalbeträge in Höhe von 63 (31) Mio. EUR, die ergebniswirksam erfassten Wertänderungen aufgrund der Ineffektivität (0 [0] Mio. EUR) und Wertänderungen aus Fair-Value-Hedges mit 3 (20) Mio. EUR.

Derivate im Zusammenhang mit Versicherungsverträgen

Eine Anzahl von Verträgen im Segment der Personen-Rückversicherung weist Merkmale auf, die die Anwendung der Vorschriften des IFRS 4 zu eingebetteten Derivaten erfordern. Nach diesen Vorschriften sind bestimmte in Rückversicherungsverträgen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag ("Host Contract") zu trennen, separat gemäß IAS 39 zu bilanzieren und unter den Kapitalanlagen auszuweisen. Schwankungen im Marktwert der derivativen Komponenten sind in den Folgeperioden ergebniswirksam zu erfassen.

Im Rahmen der Bilanzierung von Modified-Coinsurance- und Coinsurance-Funds-Withheld(ModCo)-Rückversicherungsverträgen, bei denen Wertpapierdepots von den Zedenten gehalten und Zahlungen auf Basis des Ertrages bestimmter Wertpapiere des Zedenten geleistet werden, sind die Zinsrisikoelemente klar und eng mit den unterliegenden Rückversicherungsvereinbarungen verknüpft. Folglich resultieren eingebettete Derivate ausschließlich aus dem Kreditrisiko des zugrunde gelegten Wertpapierportefeuilles. Die Hannover Rück ermittelt die Marktwerte der in die ModCo-Verträge eingebetteten Derivate unter Verwendung der zum Bewertungsstichtag verfügbaren Marktinformationen auf Basis einer Credit-Spread-Methode, bei der das Derivat zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses keinen Wert aufweist und im Zeitablauf aufgrund der Veränderungen der Credit Spreads der Wertpapiere schwankt. Das Derivat hat zum Bilanzstichtag einen positiven Wert in Höhe von 2 (1) Mio. EUR und wird unter den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten ausgewiesen. Eine externe Zession führte in diesem Zusammenhang zu einem Ausweis von anderen Verbindlichkeiten in geringfügiger Höhe. Im Jahresverlauf ergab sich in Summe ein Ertrag aus der Marktwertveränderung des Derivates in Höhe von 1 Mio. EUR vor Steuern (15 Mio. EUR Aufwand).

Aus einer weiteren, ähnlich strukturierten Transaktion wurde in Vorjahren ebenfalls ein derivatives Finanzinstrument entbündelt. Hieraus resultierte ein Ausweis von sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten in Höhe von 94 (26) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr führte die Wertentwicklung dieses Derivates zu einer Ergebnisreduzierung in Höhe von 123 (35) Mio. EUR.

Eine Reihe von in Vorjahren gezeichneten Transaktionen des Segments Personen-Rückversicherung, bei denen Gesellschaften der Hannover Rück ihren Vertragspartnern Deckung für Risiken aus möglichen zukünftigen Zahlungsverpflichtungen aus Sicherungsinstrumenten bieten, sind ebenfalls als derivative Finanzinstrumente zu klassifizieren. Die Zahlungsverpflichtungen resultieren aus vertraglich definierten Ereignissen und beziehen sich auf die Entwicklung einer unterliegenden Gruppe von Erstversicherungsverträgen mit statutarischen Reservierungsanforderungen. Die Verträge sind als freistehende Kreditderivate gemäß IAS 39 einzuordnen und zu bilanzieren. Bei ihrem Erstansatz wurden diese derivativen Finanzinstrumente erfolgsneutral erfasst, da in gleicher Höhe Forderungen anzusetzen waren. Der beizulegende Zeitwert dieser Instrumente betrug am Bilanzstichtag 21 (25) Mio. EUR und wurde unter den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten ausgewiesen. Die Wertentwicklung in den Folgeperioden erfolgt in Abhängigkeit vom Risikoverlauf und führte im Geschäftsjahr zu einer Ergebnisverbesserung in Höhe von 42 (35) Mio. EUR.

Im Bestand befindet sich ein Absicherungsgeschäft gegen eine extreme Erhöhung der Sterblichkeit, das den Geschäftsbereich Rückversicherung gegen einen Anstieg der Mortalitätsraten beispielsweise infolge von Pandemien, Naturkatastrophen oder Terroranschlägen absichert. Der Risiko-Swap wird auf einer gewichteten, kombinierten Bevölkerungssterblichkeit in den USA, Großbritannien und Australien indexiert. Die Deckung zahlt proportional zwischen 110 % und 120 % Sterblichkeitsindex aus. Zum Bilanzstichtag weist das Derivat einen positiven Marktwert in Höhe von 126 (39) Mio. EUR aus und wurde unter den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten bilanziert. Die Marktwertänderung des Derivats führte im Jahresverlauf zu einem Ertrag in Höhe von 87 (44) Mio. EUR.

Ebenfalls im Segment Personen-Rückversicherung wurde in der Vergangenheit ein Rückversicherungsvertrag mit einer Finanzierungskomponente abgeschlossen, bei der Höhe und Zeitpunkt der Rückflüsse von Stornoquoten innerhalb eines unterliegenden Erstversicherungsportefeuilles abhängen. Dieser Vertrag und ein entsprechender Retrozessionsvertrag, die als Finanzinstrumente gemäß IAS 39 zu klassifizieren waren, führten zu einem Ausweis von anderen Verbindlichkeiten von 14 (22) Mio. EUR und von sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten von 124 (136) Mio. EUR. Im Geschäftsjahr ergab sich aus diesen Verträgen insgesamt eine Ergebnisverschlechterung in Höhe von 4 Mio. EUR (Ergebnisverbesserung 2 Mio. EUR).

Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 wurde eine indexbasierte Deckung von Langlebigkeitsrisiken abgeschlossen. Das hieraus resultierende Derivat wurde zum Bilanzstichtag mit einem positiven beizulegenden Zeitwert in Höhe von 6 (5) Mio. EUR in den sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten bilanziert. Aus der Marktwertänderung des Derivats resultiert im Jahresverlauf ein Ertrag in Höhe von 4 (10) Mio. EUR.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde im Segment der Personen-Rückversicherung eine Deckung von biometrischen Risiken abgeschlossen, die eine Finanzierungskomponente enthält. Gemäß IAS 39 ist hieraus ein derivatives Finanzinstrument zu entbündeln. Das Derivat führte im Berichtsjahr zu einem Ausweis von sonstigen ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten in Höhe von 70 (0) Mio. EUR. Aus der Marktwertveränderung dieses Derivats resultierte im Geschäftsjahresverlauf kein wesentliches Ergebnis.

Insgesamt führte die Anwendung der Regelungen zur Bilanzierung von Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik zum Bilanzstichtag zu einem Ausweis von Vermögenswerten in Höhe von 349 (232) Mio. EUR sowie zu einem Ausweis von Verbindlichkeiten aus den aus versicherungstechnischen Posten resultierenden Derivaten in Höhe von 108 (23) Mio. EUR. Aus allen separat zu bewertenden Derivaten im Zusammenhang mit der Versicherungstechnik waren im Berichtsjahr Ergebnisverbesserungen in Höhe von 134 (91) Mio. EUR sowie Ergebnisbelastungen in Höhe von 127 (50) Mio. EUR zu verzeichnen.

Finanzielle Garantien

Im Segment Personen-Rückversicherung wurden zum Zweck der Finanzierung statutarischer Rückstellungen (sogenannte Triple-X-bzw. AXXX-Reserven) US-amerikanischer Zedenten strukturierte Transaktionen abgeschlossen. Die Strukturen erforderten jeweils den Einbezug einer Zweckgesellschaft. Die Zweckgesellschaften tragen von den Zedenten verbriefte, extreme Sterblichkeitsrisiken oberhalb eines vertraglich definierten Selbstbehaltes und übertragen diese Risiken mittels eines fixen/​variablen Swaps auf eine Konzerngesellschaft der Hannover Rück SE. Die Summe der vertraglich vereinbarten Kapazitäten der Transaktionen beträgt umgerechnet 1.291 (2.652) Mio. EUR, zum Bilanzstichtag wurden davon umgerechnet 1.096 (1.988) Mio. EUR gezeichnet. Die von Gesellschaften der Hannover Rück SE garantierten variablen Zahlungen an die Zweckgesellschaften decken deren Leistungsverpflichtungen. Bei einem Teil der Transaktionen werden die aus den Swaps im Leistungsfall resultierenden Zahlungen über Entschädigungsvereinbarungen von den Muttergesellschaften der Zedenten rückvergütet. Die Rückvergütungsansprüche aus den Entschädigungsvereinbarungen sind in diesem Fall getrennt von und bis zur Höhe der Rückstellung zu aktivieren.

Nach IAS 39 sind diese Transaktionen als Finanzgarantien zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Die Hannover Rück SE legt hierbei die Nettomethode zugrunde, nach der der Barwert der vereinbarten fixen Swap-Prämien mit dem Barwert der Garantieverbindlichkeit saldiert wird. Infolgedessen betrug der beizulegende Zeitwert bei Erstansatz null. Der Ansatz des Höchstwertes aus dem fortgeführten Zugangswert bzw. dem nach IAS 37 als Rückstellung zu passivierenden Betrag erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Inanspruchnahme als wahrscheinlich einzustufen ist. Dies war zum Bilanzstichtag nicht der Fall.

(14) Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft

FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT

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In Mio. EUR 2022 2021
Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft 4.400 3.549
davon    
an Versicherungsnehmer 2.163 1.707
an Versicherungsvermittler 2.237 1.842
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 8.561 7.197
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 12.961 10.746

FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT, DIE ZUM BILANZSTICHTAG ÜBERFÄLLIG, ABER NICHT WERTGEMINDERT WAREN

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In Mio. EUR > 3 Monate < 1 Jahr > 1 Jahr
31.12.2022    
Forderungen an Versicherungsnehmer 261 215
Forderungen an Versicherungsvermittler 91 54
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.014 481
Gesamt 1.365 751
31.12.2021    
Forderungen an Versicherungsnehmer 298 66
Forderungen an Versicherungsvermittler 91 32
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 591 476
Gesamt 979 574

Bei den überfälligen Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft handelt es sich um Forderungen, die zum Fälligkeitstag nicht bezahlt wurden und am Bilanzstichtag weiterhin offen waren.

Bei den Erstversicherungsgesellschaften bestanden am Bilanzstichtag Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern, die seit mehr als 90 Tagen fällig waren, in Höhe von insgesamt 621 (487) Mio. EUR, davon sind 269 (98) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig. Dies entspricht einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 6,1 (2,8) %. Die zusammengefasste durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre belief sich auf 0,4 (0,5) %. Die Ausfallquote im Jahr 2022 liegt bei 0,3 (0,4) %.

Aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich die Abrechnungsforderungen mit einem Rückstand von mehr als 90 Tagen auf einen Betrag von insgesamt 1.495 (1.066) Mio. EUR, davon sind 481 (476) Mio. EUR seit mehr als einem Jahr fällig, was einer Quote der über ein Jahr fälligen Forderungen in Relation zum Gesamtbestand von 5,6 (6,6) % entspricht. Die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre aus dem Rückversicherungsgeschäft beträgt 0,2 (0,2) %.

Die wertberichtigten Forderungen stellen sich wie folgt dar:

AUS VERSICHERUNGSVERTRÄGEN RESULTIERENDE EINZELN WERTGEMINDERTE VERMÖGENSWERTE

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In Mio. EUR Risikovorsorge davon 2022/​2021 Buchwert nach Risikovorsorge
31.12.2022      
Forderungen an Versicherungsnehmer 72 1 2.163
Forderungen an Versicherungsvermittler 16 - 2.238
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 57 12 8.561
Gesamt 146 13 12.961
31.12.2021      
Forderungen an Versicherungsnehmer 71 -1 1.707
Forderungen an Versicherungsvermittler 16 1 1.842
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 45 3 7.197
Gesamt 133 3 10.746

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, die wir auf separaten Wertberichtigungskonten erfassen, entwickelten sich im Berichtsjahr wie folgt:

WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT

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In Mio. EUR 2022 2021
Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12. des Vorjahres 133 130
Veränderung des Konsolidierungskreises - 9
Wertberichtigungen des Geschäftsjahres 47 23
Zuschreibungen 36 27
Währungskursänderungen 3 -2
Kumulierte Wertberichtigungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 146 133

Die Ausfallrisiken der Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft wurden grundsätzlich durch Einzelbetrachtung ermittelt. Auf eine Wertberichtigung wurde insoweit verzichtet, als das Ausfallrisiko der Vermögenswerte durch Sicherheiten (z. B. Letters of Credit, Bardepots, Wertpapierdepots) vermindert ist. Der Anteil der wertgeminderten Forderungen belief sich auf 1,1 (1,2) %.

Die Abrechnungsforderungen an dem passiven Rückversicherungsgeschäft der Erstversicherungsgesellschaften einschließlich Konzernfunktionen betragen (nach Abzug von Wertberichtigungen) 625 (638) Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag weisen 57 (68) % dieser Abrechnungsforderungen ein Rating der Kategorie A oder besser auf. Bezogen auf den Gesamtbestand der Abrechnungsforderungen von 8,6 (7,2) Mrd. EUR weisen 48 (44) % ein Rating der Kategorie A oder besser auf.

WERTBERICHTIGUNGSQUOTEN

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In % 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen an Versicherungsnehmer 3,2 4,0
Forderungen an Versicherungsvermittler 0,7 0,9
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 0,7 0,6

JÄHRLICHE AUSFALLQUOTEN

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In % 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen an Versicherungsnehmer 0,6 0,8
Forderungen an Versicherungsvermittler 0,0 0,0
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 0,1 0,2

(15) Abgegrenzte Abschlusskosten

ABGEGRENZTE ABSCHLUSSKOSTEN

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2022 2021
In Mio. EUR Bruttogeschäft Anteil der Rückversicherer Nettogeschäft Bruttogeschäft Anteil der Rückversicherer Nettogeschäft
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 6.425 405 6.020 5.894 366 5.528
Veränderung des Konsolidierungskreises - -1 - - - -
Portfolioein-/​-austritte - - - - - -
Zugänge 2.471 173 2.298 1.871 173 1.698
Amortisationen 1.797 166 1.630 1.499 141 1.359
Währungsanpassungen 49 -1 50 167 8 160
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -3 - -3 -7 - -7
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 7.146 411 6.735 6.425 405 6.020

(16) Sonstige Vermögenswerte

SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

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In Mio. EUR 2022 2021
Eigengenutzter Grundbesitz 800 835
Steuerforderungen 624 669
Betriebs- und Geschäftsausstattung 158 146
Zins- und Mietforderungen 26 22
Derivative Finanzinstrumente - Sicherungsinstrumente Hedge-Accounting 26 11
Übrige Vermögenswerte 1.660 1.469
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 3.294 3.153

Der Zeitwert des eigengenutzten Grundbesitzes betrug zum Bilanzstichtag 1.010 (1.043) Mio. EUR. Davon entfallen 156 (173) Mio. EUR auf die Fair-Value-Stufe 2 und 854 (870) Mio. EUR auf die Stufe 3. Diese Zeitwerte wurden im Wesentlichen auf Basis der Ertragswertmethode berechnet.

Bei dem eigengenutzten Grundbesitz bestanden zum 31. Dezember 2022 Verfügungsbeschränkungen und Sicherungsvermögen in Höhe von 488 (315) Mio. EUR. Aktivierte Ausgaben für Sachanlagen im Bau betrugen zum Bilanzstichtag 2 (5) Mio. EUR.

ENTWICKLUNG DES EIGENGENUTZTEN GRUNDBESITZES

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In Mio. EUR 2022 2021
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 1.199 1.153
Veränderung des Konsolidierungskreises (Zugänge)    
Unternehmenszusammenschlüsse -1 39
Zugänge 2 12
Abgänge 42 30
Umgliederungen - -35
Sonstige Veränderungen 56 60
Währungskursänderungen 7 1
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.221 1.199
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Vorjahres 364 324
Abgänge 27 1
Abschreibungen    
planmäßig 75 80
außerplanmäßig 6 1
Wertaufholung nach Impairment - 2
Umgliederungen - -12
Sonstige Veränderungen - -26
Währungskursänderungen 2 -
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 421 364
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 835 829
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 800 835

ENTWICKLUNG DER BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG

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In Mio. EUR 2022 2021
Bruttowert zum 31.12. des Vorjahres 472 476
Veränderung des Konsolidierungskreises (Zugänge)    
Unternehmenszusammenschlüsse 16 1
Zugänge 59 37
Abgänge 31 51
Umgliederungen 6 8
Sonstige Veränderungen - 2
Währungskursänderungen -3 -
Bruttowert zum 31.12. des Geschäftsjahres 519 472
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Vorjahres 326 325
Unternehmenszusammenschlüsse 11 -
Abgänge 27 49
Abschreibungen    
planmäßig 51 49
Währungskursänderungen -1 1
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. des Geschäftsjahres 361 326
Bilanzwert zum 31.12. des Vorjahres 146 151
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 158 146

ÜBRIGE VERMÖGENSWERTE

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In Mio. EUR 2022 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 153 139
Forderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen 124 82
Forderungen aus Führungsfremdgeschäft 572 482
Übrige materielle Vermögenswerte 21 25
Forderungen aus Rückdeckungsversicherung/​ Rückkaufswerte 109 120
Vorausgezahlte Versicherungsleistungen 89 103
Rechnungsabgrenzung 112 100
Andere Vermögenswerte 480 418
Gesamt 1.660 1.469

Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva

(17) Eigenkapital

Eigenkapitalentwicklung und Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

DARSTELLUNG DER EIGENKAPITALZUSAMMENSETZUNG

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Gezeichnetes Kapitel 317 316
Kapitalrücklage 1.394 1.385
Gewinnrücklage 8.358 7.698
Übrige Rücklagen -3.776 366
Konzernergebnis 1.172 1.011
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital 5.127 7.169
Gesamt 12.592 17.945

Der Anstieg der Kapitalrücklage in Höhe von 9 (12) Mio. EUR resultiert aus der für Zwecke des Mitarbeiteraktienprogramms durchgeführten Kapitalerhöhung.

Die Gewinnrücklagen enthalten 2.747 (2.295) Mio. EUR Schwankungsrückstellungen (nach latenter Steuer).

Die übrigen Rücklagen enthalten -234 (-380) Mio. EUR Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung.

IN DEN ÜBRIGEN RÜCKLAGEN ENTHALTENE UNREALISIERTE GEWINNE UND VERLUSTE

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Aus Kapitalanlagen, jederzeit veräußerbar -8.308 4.340
Aus Cashflow-Hedges -154 121
Aus der Bewertung assoziierter Unternehmen nach der Equity-Methode -26 -14
Übrige Veränderungen -713 -1.139
Abzüglich/​zuzüglich Gewinnbeteiligung Versicherungsnehmer/​ Shadow Accounting 1 4.126 -2.529
Erfolgsneutral gebildete latente Steuern 1.534 -33
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital -1.470 1.076
Gesamt -5.012 1.823

1 Hierin enthalten: erfolgsneutral gebildete Rückstellungen für latente Beitragsrückerstattung

Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile konzernfremder Gesellschaften am Eigenkapital des Hannover Rück-Teilkonzerns.

AUSGLEICHSPOSTEN FÜR NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER AM EIGENKAPITAL

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Kapitalanlagen -1.956 1.174
Anteil am Jahresergebnis 1.289 718
Übriges Eigenkapital 5.795 5.276
Gesamt 5.127 7.169

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt 317 (316) Mio. EUR und ist eingeteilt in 253.350.943 (253.100.132) auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Der rechnerische Wert je Aktie beträgt 1,25 EUR.

Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen wir auf die "Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals".

Bedingtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 94 Mio. EUR, eingeteilt in bis zu 75.000.000 neue Stückaktien, bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Namensschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 4. Mai 2027 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht.

In derselben Hauptversammlung wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 63 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 50.000.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen (Wandlungs- und Optionsanleihen) und Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten und/​oder nachrangigen (hybriden) Finanzinstrumenten zur Schaffung von Eigenmittelbestandteilen im Sinne des § 89 VAG (bzw. einer Nachfolgeregelung) bzw. im Sinne der sogenannten Solvabilität(Solvency)-2-Richtlinie (Richtlinie 2009/​138/​EG) und darauf bezogener nationaler oder von der Europäischen Union beschlossener Umsetzungsmaßnahmen in ihrer jeweils geltenden Fassung, soweit ihre Begebung etwa wegen einer gewinnabhängigen Verzinsung, der Ausgestaltung der Verlustteilnahme oder aus anderen Gründen der Zustimmung der Hauptversammlung nach § 221 AktG bedarf, die von der Talanx AG oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG aufgrund des in derselben Hauptversammlung gefassten Ermächtigungsbeschlusses im Zeitraum vom 5. Mai 2022 bis zum 4. Mai 2027 ausgegeben werden.

Die Satzungsänderungen wurden am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.

Genehmigtes Kapital

In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Absatz 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Absatz 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 4. Mai 2027 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 158 Mio. EUR, gegen Bar- und/​oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/​I). Zur Begebung von Mitarbeiteraktien können davon 2,2 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Summe der Aktien, die aufgrund der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf einen anteiligen Betrag von 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Die Satzungsänderung wurde am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.

Kapitalmanagement

Das oberste Ziel des Kapitalmanagements des Talanx Konzerns ist es, die Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Für detaillierte Ausführungen zum Kapitalmanagement verweisen wir auf die Ausführungen zum Kapitalmanagementprozess in der Finanzlage unter dem Kapitel "Vermögens- und Finanzlage" im Lagebericht.

Eigene Anteile

Für das Jahr 2022 wurde ein Mitarbeiteraktienprogramm aufgelegt, bei dem die volljährigen Auszubildenden/​Mitarbeiter der inländischen Gesellschaften (außer Hannover Rück SE) bis zu 480 subventionierte Talanx Aktien erwerben konnten. Für das diesjährige Mitarbeiteraktienprogramm wurden durch eine Kapitalerhöhung unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals insgesamt 250.811 (302.498) neue Aktien geschaffen und somit erhöhte sich die Anzahl der Stückaktien auf 253.350.943. Das gezeichnete Kapital erhöhte sich im Rahmen dieser Kapitalerhöhung um 313.513,75 EUR. Der Ausübungspreis richtete sich nach dem niedrigsten Tageskurs an den Börsen Frankfurt und Hannover am 30. September 2022 und betrug 35,88 EUR abzüglich der Subventionierung von 3 bis 15 EUR pro Aktie. Durch die Transaktion entstand ein Personalaufwand in Höhe von 2,2 (2,5) Mio. EUR. Die Mitarbeiteraktien unterliegen einer Sperrfrist, die am 1. Dezember 2024 endet.

(18) Nachrangige Verbindlichkeiten

Verschiedene Konzernunternehmen haben in der Vergangenheit langfristige nachrangige und zum Teil börsennotierte Verbindlichkeiten aufgenommen, um die Kapitalstruktur des Konzerns zu optimieren sowie um die erforderliche (aufsichtsrechtliche) Liquidität (Solvabilität) zu gewährleisten..

Die Hannover Rück SE hat am 14. November 2022 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 26. Februar 2033 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 5,875 % p. a., danach beträgt der variable Zinssatz 3,75 % über dem Drei-Monats-EURIBOR.

Die garantierte nachrangige Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. in Höhe von 500 Mio. EUR wurde nach zehn Jahren ordentlich zum 15. Juni 2022 gekündigt und vollständig zurückgezahlt.

ZUSAMMENSETZUNG DES LANGFRISTIGEN NACHRANGIGEN FREMDKAPITALS

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In Mio. EUR Nominalbetrag Verzinsung Fälligkeit Rating 2 Begebung 31.12.2022
Talanx AG 750 Fest (2,25 %) 2017/​2047 (-; A-) Die nachrangige Anleihe wurde 2017 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2027 erstmals ordentlich gekündigt werden. 750
Talanx AG 500 Fest (1,75 %), dann variabel verzinslich 2021/​2042 (-; A-) Die nachrangige Anleihe wurde 2021 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2032 erstmals ordentlich gekündigt werden. 496
Hannover Rück SE 750 Fest (5,875 %), dann variabel verzinslich 2022/​2043 (-; A) Die nachrangige Anleihe wurde 2022 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2033 erstmals ordentlich gekündigt werden. 746
Hannover Rück SE 750 Fest (1,375 %), dann variabel verzinslich 2021/​2042 (-; A) Die nachrangige Anleihe wurde 2021 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2031 erstmals ordentlich gekündigt werden. 744
Hannover Rück SE 500 Fest (1,75 %), dann variabel verzinslich 2020/​2040 (-; A) Die nachrangige Anleihe wurde 2020 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2030 erstmals ordentlich gekündigt werden. 496
Hannover Rück SE 750 Fest (1,125 %), dann variabel verzinslich 2019/​2039 (-; A) Die nachrangige Anleihe wurde 2019 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2029 erstmals ordentlich gekündigt werden. 742
Hannover Rück SE 1 450 Fest (3,375 %), dann variabel verzinslich 2014/​ohne Endfälligkeit (a+; A) Die nachrangige Anleihe wurde 2014 am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann 2025 erstmals ordentlich gekündigt werden. 448
Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 500 Fest (5,0 %), dann variabel verzinslich 2012/​2043 (aa-; A) Die garantierte nachrangige Anleihe wurde 2012 in Höhe von 500 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann nach zehn Jahren erstmals ordentlich gekündigt werden. 500
Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. 500 Fest (8,37 %), dann variabel verzinslich 2012/​2042 (a+; A-) Die garantierte nachrangige Anleihe wurde 2012 in Höhe von 500 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert und 2022 zurückgezahlt. -
HDI Italia S. p. A. 25 Fest (7,25 %) 2020/​2030 (-; -) Die nachrangige Anleihe wurde 2020 in Höhe von 25 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert; sie kann nach fünf Jahren erstmals ordentlich gekündigt werden. 35
HDI Assicurazioni S. p. A. 27 Fest (5,5 %) 2016/​2026 (-; -) Nachrangiges Darlehen 28
HDI Assicurazioni S. p. A. 11 Fest (5,755 %) 2020/​2030 (-; -) Zwei nachrangige Darlehen; nach zehn Jahren kündbar 11
HDI Global SE 13 Fest (1,70 %), dann variabel verzinslich 2021/​2041 (-; -) Zwei nachrangige Darlehen; nach zehn Jahren kündbar 13
Magyar Posta Életbiztosito Zrt. 3 1 Fest (7,57 %) 2015/​2045 (-; -) Nachrangiges Darlehen; nach zehn Jahren erstmals kündbar -
Gesamt           5.009
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In Mio. EUR 31.12.2021
Talanx AG 750
Talanx AG 496
Hannover Rück SE -
Hannover Rück SE 743
Hannover Rück SE 495
Hannover Rück SE 742
Hannover Rück SE 1 447
Hannover Finance (Luxembourg) S. A. 499
Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. 500
HDI Italia S. p. A. 35
HDI Assicurazioni S. p. A. 27
HDI Assicurazioni S. p. A. 11
HDI Global SE 13
Magyar Posta Életbiztosito Zrt. 3 1
Gesamt 4.759

1 Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem Nominalbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften gehalten (im Konzernabschluss konsolidiert)
2 Debt Rating AM Best; Debt Rating S&P
3 Ausweis als langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden

ZEITWERT DER ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTETEN NACHRANGIGEN VERBINDLICHKEITEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Fortgeführte Anschaffungskosten 5.009 4.759
Unrealisierte Gewinne/​Verluste -751 148
Zeitwert 4.259 4.907

Der beizulegende Zeitwert der ausgereichten Verbindlichkeiten basiert im Allgemeinen auf notierten aktiven Marktpreisen. Wenn derartige Preisinformationen nicht verfügbar waren, wurden die Zeitwerte auf Basis der anerkannten Effektivzinsmethode berechnet oder z. B. anhand von anderen Finanzinstrumenten mit vergleichbaren Bonitäts-, Laufzeit- und Renditeeigenschaften geschätzt. Bei der Effektivzinsmethode werden stets die aktuellen Marktzinsniveaus in den relevanten Zinsbindungslaufzeitbereichen als Basis unterstellt.

Das Nettoergebnis in Höhe von -125 (-131) Mio. EUR der nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 122 (129) Mio. EUR und Aufwendungen aus der Amortisation (2 [2] Mio. EUR).

NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN: RESTLAUFZEITEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr - -
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 28 27
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 46 45
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre 2.491 1.250
Mehr als 20 Jahre 1.995 2.989
Ohne feste Laufzeit 448 448
Gesamt 5.009 4.759

(19) Rückstellung für Prämienüberträge

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2022 2021
In Mio. EUR Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
Stand zum 31.12. des Vorjahres 12.154 883 11.271 10.538 908 9.630
Veränderung des Konsolidierungskreises -4 -4 - 161 46 115
Portfolioein-/​-austritte 1 - 1 -1 - -1
Zuführungen 5.086 902 4.184 4.448 656 3.792
Auflösungen 3.565 669 2.896 3.352 750 2.602
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -9 - -9 -2 - -1
Währungskursänderungen 190 1 190 362 24 338
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 13.853 1.112 12.741 12.154 883 11.271

Bei der Rückstellung für Prämienüberträge handelt es sich im Wesentlichen nicht um zukünftige liquiditätswirksame Zahlungsströme, deshalb verzichten wir auf eine Laufzeitangabe.

(20) Deckungsrückstellung

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2022 2021
In Mio. EUR Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
Stand zum 31.12. des Vorjahres 57.489 422 57.067 56.932 440 56.492
Veränderung des Konsolidierungskreises 35 - 35 - - -
Portfolioein-/​-austritte 138 -12 150 90 -1 91
Zuführungen 3.232 147 3.085 4.812 5 4.807
Auflösungen 4.208 24 4.184 4.322 37 4.284
Umgliederungen -1 - -1 3 - 3
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -450 - -450 -491 - -491
Währungskursänderungen -85 7 -92 464 15 449
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 56.150 539 55.611 57.489 422 57.067

Im Rahmen der nachstehenden Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für die Deckungsrückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind.

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2022 2021
In Mio. EUR Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
Bis zu 1 Jahr 3.049 26 3.023 3.260 13 3.247
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 10.489 77 10.412 10.638 50 10.588
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 13.944 129 13.815 14.710 76 14.635
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre 13.391 83 13.308 13.698 66 13.632
Mehr als 20 Jahre 12.307 72 12.235 11.904 61 11.843
Depots 2.970 152 2.818 3.278 156 3.122
Gesamt 56.150 539 55.611 57.489 422 57.067

(21) Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

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2022 2021
In Mio. EUR Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
Stand zum 31.12. des Vorjahres 60.541 7.287 53.254 51.214 5.850 45.364
Veränderung des Konsolidierungskreises -2 -3 1 403 218 185
Portfolioein-/​-austritte -8 -3 -5 - - -
Zuzüglich            
Geschäftsjahresschäden 31.991 3.097 28.894 26.388 3.774 22.614
Vorjahresschäden 4.389 1.034 3.354 4.108 528 3.581
Schadenaufwendungen insgesamt 36.380 4.131 32.248 30.496 4.302 26.195
Abzüglich            
Geschäftsjahresschäden 11.093 821 10.273 8.976 1.298 7.678
Vorjahresschäden 17.893 2.371 15.521 14.435 1.920 12.515
Schadenzahlungen insgesamt 28.986 3.192 25.794 23.411 3.218 20.193
Übrige Änderungen -31 -12 -19 -104 -5 -100
Währungskursänderungen 916 98 818 1.943 140 1.803
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 68.810 8.307 60.503 60.541 7.287 53.254

Abwicklung der Netto-Schadenrückstellung

Die Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Darüber hinaus kommt es durch Rückversicherungsverträge, deren Laufzeit nicht dem Kalenderjahr entspricht oder die auf Zeichnungsjahrbasis abgeschlossen werden, regelmäßig dazu, dass Schadenaufwendungen nicht exakt dem Geschäfts- oder dem Vorjahr zugewiesen werden können.

Die von den Berichtseinheiten gelieferten Schadenabwicklungsdreiecke wurden um die Währungseffekte aus der Umrechnung der jeweiligen Transaktions- in die lokale Berichtswährung bereinigt dargestellt. Die in Fremdwährung gelieferten Abwicklungsdreiecke der Berichtseinheiten werden zum aktuellen Stichtagskurs in Euro umgerechnet, um währungsbereinigte Abwicklungsergebnisse darstellen zu können. In den Fällen, in denen der ursprünglich geschätzte Endschaden mit dem tatsächlichen Endschaden in Originalwährung übereinstimmt, wird auch nach Umrechnung in die Konzernberichtswährung (Euro) sichergestellt, dass kein rein währungsindiziertes Abwicklungsergebnis ausgewiesen wird.

In den nachfolgenden Tabellen werden die Netto-Schadenrückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Jahre 2012 bis 2022 getrennt nach unseren wesentlichen Sachversicherungsgesellschaften in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung dargestellt (sogenanntes Schadenabwicklungsdreieck). Die Übersichten zeigen die Abwicklung der zum jeweiligen Stichtag gebildeten Netto-Schadenrückstellungen, die sich aus den Rückstellungen für das jeweils aktuelle Jahr und die vorangegangenen Anfalljahre zusammensetzen. Dabei wird nicht die Abwicklung der Rückstellung einzelner Anfalljahre, sondern die Abwicklung der bilanziellen Rückstellung, die jährlich zum Stichtag gebildet wurde, ausgewiesen.

Die Darstellung der Netto-Schadenrückstellung und ihrer Abwicklung erfolgt jeweils für die Erstversicherungssegmente einschließlich der Konzernfunktionen und des Segments Schaden-Rückversicherung nach Konsolidierungseffekten für den jeweiligen Darstellungsbereich, jedoch vor Eliminierung der konzerninternen Beziehungen zwischen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen und Rückversicherung. Die für das Bilanzjahr 2012 berichteten Werte beinhalten außerdem die nicht mehr separat im Schadenabwicklungsdreieck dargestellten Werte der Vorjahre. Die veröffentlichten Abwicklungsergebnisse reflektieren die im Geschäftsjahr 2022 für die einzelnen Abwicklungsjahre entstandenen Endschadenveränderungen.

Die noch nicht abgewickelten Netto-Schadenrückstellungen im Konzern belaufen sich auf insgesamt 60,5 (53,3) Mrd. EUR. Davon entfallen auf unsere Sachversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich einschließlich der Konzernfunktionen sowie das Segment Schaden-Rückversicherung 19,3 (17,4) Mrd. EUR bzw. 34,3 (29,2) Mrd. EUR. Weitere 6,9 (6,7) Mrd. EUR verteilen sich auf das Segment Personen-Rückversicherung (5,7 [5,5] Mrd. EUR) und das Leben-Erstversicherungsgeschäft (1,2 [1,2] Mrd. EUR).

Netto-Schadenrückstellung und deren Abwicklung in den Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen

NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG 1 UND DEREN ABWICKLUNG IN DEN ERSTVERSICHERUNGSSEGMENTEN EINSCHLIESSLICH DER KONZERNFUNKTIONEN

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In Mio. EUR 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 7.106 7.877 8.469 8.761 9.039 9.523
Kumulierte Zahlungen für das betreffende Jahr und Vorjahre            
Ein Jahr später 1.108 1.655 1.751 1.885 1.921 2.045
Zwei Jahre später 1.881 2.386 2.597 2.821 2.807 3.105
Drei Jahre später 2.368 2.932 3.204 3.399 3.434 3.747
Vier Jahre später 2.797 3.367 3.611 3.861 3.884 4.210
Fünf Jahre später 3.127 3.692 3.969 4.191 4.221 4.640
Sechs Jahre später 3.390 3.982 4.218 4.440 4.524  
Sieben Jahre später 3.624 4.149 4.427 4.685    
Acht Jahre später 3.758 4.325 4.626      
Neun Jahre später 3.900 4.487        
Zehn Jahre später 4.049          
Nettorückstellung für das betreffende Jahr und Vorjahre zuzüglich der bislang geleisteten Zahlungen auf die ursprüngliche Rückstellung            
Am Ende des Jahres 7.106 7.877 8.469 8.761 9.039 9.523
Ein Jahr später 6.770 7.599 7.988 8.445 8.731 9.421
Zwei Jahre später 6.666 7.164 7.717 8.166 8.649 9.163
Drei Jahre später 6.394 7.066 7.473 8.165 8.470 9.206
Vier Jahre später 6.318 6.842 7.499 8.021 8.500 9.122
Fünf Jahre später 6.063 6.911 7.374 8.049 8.398 8.950
Sechs Jahre später 6.159 6.793 7.367 7.936 8.291  
Sieben Jahre später 6.065 6.820 7.371 7.859    
Acht Jahre später 6.098 6.828 7.345      
Neun Jahre später 6.164 6.804        
Zehn Jahre später 6.149          
Veränderung gegenüber dem Vorjahr            
der Endschadenrückstellung 2 = Abwicklungsergebnis 15 10 1 51 31 65
In % - - - - - -
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In Mio. EUR 2018 2019 2020 2021 2022
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 10.469 11.126 12.327 14.083 15.790
Kumulierte Zahlungen für das betreffende Jahr und Vorjahre          
Ein Jahr später 2.359 2.220 2.030 2.813  
Zwei Jahre später 3.360 3.259 3.351    
Drei Jahre später 4.032 4.137      
Vier Jahre später 4.697        
Fünf Jahre später          
Sechs Jahre später          
Sieben Jahre später          
Acht Jahre später          
Neun Jahre später          
Zehn Jahre später          
Nettorückstellung für das betreffende Jahr und Vorjahre zuzüglich der bislang geleisteten Zahlungen auf die ursprüngliche Rückstellung          
Am Ende des Jahres 10.469 11.126 12.327 14.083 15.790
Ein Jahr später 10.374 11.088 11.978 13.640  
Zwei Jahre später 10.350 10.963 11.676    
Drei Jahre später 10.278 10.728      
Vier Jahre später 10.112        
Fünf Jahre später          
Sechs Jahre später          
Sieben Jahre später          
Acht Jahre später          
Neun Jahre später          
Zehn Jahre später          
Veränderung gegenüber dem Vorjahr          
der Endschadenrückstellung 2 = Abwicklungsergebnis -6 69 67 142  
In % - - - 1  

1 Die Daten sind auf Nettobasis dargestellt, da dies aussagekräftigere Informationen über die letztendlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis liefert
2 Berechnungsbeispiel: Für das Jahr 2012 ist die Differenz zu ermitteln (6.164 Mio. EUR abzgl. 6.149 Mio. EUR = 15 Mio. EUR). Dieser Betrag wird festgeschrieben und in den Folgeperioden, z. B. 2013, mit der Veränderung z. B. des Jahres 2012 zu 2013 fortgeschrieben. Im Jahr 2013 ist daher im ersten Schritt die Differenz zwischen den beiden ausgewiesenen Beträgen aus dem Jahr 2013 zu berechnen und diese dann von dem Wert im Jahr 2012 abzusetzen (Berechnung für 2013: 6.828 Mio. EUR abzgl. 6.804 Mio. EUR = 25 Mio. EUR;von den 25 Mio. EUR wird der Betrag von 15 Mio. EUR in Abzug gebracht; es ergibt sich ein Betrag von 10 Mio. EUR für 2013). Die Reihe ist anschließend fortzuführen

Im Berichtsjahr verzeichnete der Konzern in seinen Erstversicherungssegmenten einschließlich der Konzernfunktionen ein positives Abwicklungsergebnis von 443 (353) Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt.

Netto-Schadenrückstellung und deren Abwicklung im Segment Schaden-Rückversicherung

NETTO-SCHADENRÜCKSTELLUNG 1 UND DEREN ABWICKLUNG IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNG

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In Mio. EUR 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 17.315 17.884 19.801 21.820 22.763 22.930
Kumulierte Zahlungen für das betreffende Jahr und Vorjahre            
Ein Jahr später 2.946 3.231 3.556 3.311 3.785 4.831
Zwei Jahre später 4.587 5.048 5.313 5.232 6.040 6.895
Drei Jahre später 5.795 6.175 6.589 6.707 7.291 8.561
Vier Jahre später 6.653 7.177 7.671 7.694 8.395 9.479
Fünf Jahre später 7.451 8.086 8.509 8.599 9.007 10.361
Sechs Jahre später 8.142 8.669 9.259 9.042 9.622  
Sieben Jahre später 8.614 9.253 9.591 9.496    
Acht Jahre später 9.125 9.509 9.928      
Neun Jahre später 9.328 9.772        
Zehn Jahre später 9.521          
Nettorückstellung für das betreffende Jahr und Vorjahre zuzüglich der bislang geleisteten Zahlungen auf die ursprüngliche Rückstellung            
Am Ende des Jahres 17.315 17.884 19.801 21.820 22.763 22.930
Ein Jahr später 16.831 17.705 19.294 20.941 21.585 22.190
Zwei Jahre später 16.479 17.056 18.157 19.495 20.589 20.856
Drei Jahre später 15.962 16.002 17.201 18.496 19.499 20.096
Vier Jahre später 15.250 15.144 16.313 17.506 18.741 19.427
Fünf Jahre später 14.547 14.379 15.466 16.832 18.125 18.631
Sechs Jahre später 13.859 13.565 14.819 16.287 17.433  
Sieben Jahre später 13.245 13.031 14.372 15.757    
Acht Jahre später 12.829 12.659 13.979      
Neun Jahre später 12.468 12.372        
Zehn Jahre später 12.261          
Veränderung gegenüber dem Vorjahr            
der Endschadenrückstellung 2 = Abwicklungsergebnis 206 81 106 137 162 104
In % 1 1 1 1 1 1
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In Mio. EUR 2018 2019 2020 2021 2022
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 24.376 26.602 28.027 32.688 37.828
Kumulierte Zahlungen für das betreffende Jahr und Vorjahre          
Ein Jahr später 4.907 5.624 5.492 7.470  
Zwei Jahre später 7.608 7.927 8.661    
Drei Jahre später 9.035 9.957      
Vier Jahre später 10.374        
Fünf Jahre später          
Sechs Jahre später          
Sieben Jahre später          
Acht Jahre später          
Neun Jahre später          
Zehn Jahre später          
Nettorückstellung für das betreffende Jahr und Vorjahre zuzüglich der bislang geleisteten Zahlungen auf die ursprüngliche Rückstellung          
Am Ende des Jahres 24.376 26.602 28.027 32.688 37.828
Ein Jahr später 23.506 25.982 27.162 31.957  
Zwei Jahre später 22.593 24.830 25.642    
Drei Jahre später 21.735 24.026      
Vier Jahre später 21.082        
Fünf Jahre später          
Sechs Jahre später          
Sieben Jahre später          
Acht Jahre später          
Neun Jahre später          
Zehn Jahre später          
Veränderung gegenüber dem Vorjahr          
der Endschadenrückstellung 2 = Abwicklungsergebnis -144 152 715 -787  
In % -1 1 3 -2  

1 Die Daten sind auf Nettobasis dargestellt, da dies aussagekräftigere Informationen über die letztendlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis liefert
2 Berechnungsbeispiel: Für das Jahr 2012 ist die Differenz zu ermitteln (12.468 Mio. EUR abzgl. 12.261 Mio. EUR = 206 Mio. EUR). Dieser Betrag wird festgeschrieben und in den Folgeperioden, z. B. 2013, mit der Veränderung z. B. des Jahres 2012 zu 2013 fortgeschrieben. Im Jahr 2013 ist daher im ersten Schritt die Differenz zwischen den beiden ausgewiesenen Beträgen aus dem Jahr 2013 zu berechnen und diese dann von dem Wert im Jahr 2012 abzusetzen (Berechnung für 2013: 12.659 Mio. EUR abzgl. 12.372 Mio. EUR = 287 Mio. EUR;von den 287 Mio. EUR wird der Betrag von 206 Mio. EUR in Abzug gebracht; es ergibt sich ein Betrag von 81 Mio. EUR für 2013). Die Reihe ist anschließend fortzuführen

Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete die Schaden-Rückversicherung ein positives Abwicklungsergebnis in Höhe von insgesamt 732 (848) Mio. EUR, das sich als Summe der Abwicklungsergebnisse der einzelnen Bilanzjahre ergibt.

Der Bilanzwert der Rückversicherungsanteile an den Schadenrückstellungen in Höhe von 8,3 (7,3) Mrd. EUR enthält kumulierte Einzelwertberichtigungen in Höhe von 31 (56) Mio. EUR.

Nach IFRS 4 sind Angaben erforderlich, mit deren Hilfe Höhe und Zeitpunkt der aus Versicherungsverträgen zu erwartenden Kapitalflüsse verdeutlicht werden können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Schadenrückstellung nach deren erwarteten Restlaufzeiten gegliedert. Im Rahmen der Laufzeitanalyse haben wir die zu Absicherungszwecken für diese Rückstellungen gestellten Depots unmittelbar abgezogen, da die Mittelzu- und -abflüsse aus diesen Depots direkt den Zedenten zuzurechnen sind.

LAUFZEITEN DER RÜCKSTELLUNG

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31.12.2022 31.12.2021
In Mio. EUR Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
Bis zu 1 Jahr 21.783 2.569 19.214 18.139 2.073 16.066
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 25.961 3.565 22.396 23.198 3.188 20.010
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 9.374 1.167 8.208 8.923 1.082 7.841
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre 5.414 645 4.769 5.298 596 4.702
Mehr als 20 Jahre 2.803 307 2.496 2.714 294 2.421
Depots 3.475 54 3.421 2.268 54 2.214
Gesamt 68.810 8.307 60.503 60.541 7.287 53.254

(22) Rückstellung für Beitragsrückerstattung

RÜCKSTELLUNG FÜR BEITRAGSRÜCKERSTATTUNG

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2022 2021
In Mio. EUR Brutto Rück Netto Brutto Rück Netto
Stand zum 31.12. des Vorjahres 7.832 5 7.827 9.114 1 9.112
Zuführungen/​Auflösungen (-) 113 - 113 851 4 847
Änderungen aufgrund des sonstigen Ergebnisses aus Kapitalanlagen -6.636 - -6.636 -1.890 - -1.890
Abgänge            
Lebensversicherungsverträge 566 - 566 237 - 237
Haftpflicht-/​Unfallversicherungsverträge mit Prämienrückgewähr 8 4 4 4 - 4
Übrige Änderungen 54 - 54 - - -
Währungskursänderungen - - - -1 - -1
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 788 1 787 7.832 5 7.827

Im Wesentlichen ist eine eindeutige Zuordnung zu den einzelnen Versicherungsverträgen und zu den Restlaufzeiten nicht möglich, sodass wir auf eine Laufzeitangabe verzichtet haben.

Von den Bruttorückstellungen für Beitragsrückerstattung entfallen 2.299 (2.128) Mio. EUR auf Verpflichtungen zur Überschussbeteiligung und -1.511 (5.704) Mio. EUR auf latente Beitragsrückerstattung einschließlich der Shadow RfB. Die aktive latente Beitragsrückerstattung resultiert im Wesentlichen aus dem Versicherungsnehmer Anteil an den temporären negativen Bewertungsdifferenzen der bis zur Endfälligkeit gehaltenen festverzinslichen Wertpapiere im OCI.

(23) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Konzernunternehmen haben ihren Mitarbeitern in der Regel beitrags- oder leistungsorientierte Versorgungszusagen erteilt. Die Art der Versorgungszusage richtet sich nach der jeweils gültigen Versorgungsordnung. Der betragsmäßig überwiegende Teil der Versorgungszusagen basiert auf leistungsorientierten Pensionsplänen.

Zum größten Teil handelt es sich um dienstzeitabhängige Endgehaltspläne, die vollständig arbeitgeberfinanziert sind und Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente im Wesentlichen ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes vorsehen. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Prozentsatz des letzten Arbeitseinkommens, wobei zum einen die Anzahl der bis zum Eintritt des Versorgungsfalles vollendeten Dienstjahre und zum anderen die Höhe des Gehaltes bei Eintritt des Versorgungsfalles (gegebenenfalls als Durchschnitt über mehrere Jahre) in die Berechnung einfließen. Teilweise werden die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung unterschiedlich gewichtet.

Diese Pensionspläne sind für neu eintretende Arbeitnehmer/​-innen geschlossen. Bestehende Zusagen wurden teilweise auf gehaltsdynamische Besitzstände eingefroren. Die Pläne werden weitestgehend nicht mit Planvermögen finanziert.

Bei den Plänen auf Basis jährlicher Rentenbausteine handelt es sich um vollständig arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente ohne die Option eines Kapitalwahlrechtes. Die den Versorgungsfall auslösenden Ereignisse (z. B. Pensionsalter, Invalidität, Tod) lehnen sich inhaltlich eng an die Leistungsvoraussetzungen der gesetzlichen Rentenversicherung an. Die Leistungshöhe ergibt sich als Summe jährlicher Versorgungsbausteine, die über eine Transformationstabelle hergeleitet werden. Berücksichtigt werden dabei der Beschäftigungsgrad, die Höhe des maßgeblichen Gehaltes und teilweise das Geschäftsergebnis der die Zusage erteilenden Arbeitgebergesellschaft. Die maßgeblichen Einkommensteile unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung werden unterschiedlich gewichtet.

Der betragsmäßig bedeutendste Pensionsplan dieses Typs ist für Neuaufnahmen geschlossen und nicht mit Planvermögen finanziert. Jedoch wurden für einen großen Teilbestand Rückdeckungsversicherungen geschlossen.

Bei den beitragsbasierten Plänen mit Garantien handelt es sich um Zusagen aus Entgeltumwandlungen oder arbeitgeberfinanzierte Zusagen auf Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung in Form einer monatlichen Rente über Unterstützungskassen. Anstelle einer Altersrente kann ein einmaliges Versorgungskapital verlangt werden. Es handelt sich um beitragsorientierte Leistungszusagen im Sinne des deutschen Arbeitsrechtes, die wirtschaftlich als Leistungszusage (Defined Benefit Plan) klassifiziert werden. Der vom Arbeitgeber an die Unterstützungskassen zugewendete Versorgungsbetrag wird von diesen als Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt (kongruente Rückdeckung). Die zugesagten Leistungen ergeben sich aus dem Tarif der Rückdeckungsversicherung. Das diesbezügliche Vermögen der Unterstützungskassen wird als Planvermögen ausgewiesen.

Darüber hinaus bestehen Versorgungszusagen auf eine Kapitalleistung im Todes- und Erlebensfall bei Erreichen der Altersgrenze aus einmaliger Entgeltumwandlung der Mitarbeiter. Dabei wird der Verzichtsbetrag als einmaliger Beitrag zum Abschluss einer Rückdeckungsversicherung, die das zugesagte Leistungsspektrum widerspiegelt, genutzt. Ein Rentenwahlrecht besteht nicht. Diesen Zusagen ist kein Planvermögen zugeordnet.

Für die Mitarbeiter besteht zusätzlich die Möglichkeit der versicherungsförmigen Entgeltumwandlung. Hierbei handelt es sich wirtschaftlich um beitragsorientierte Zusagen (Defined Contribution Plan), für die keine Pensionsrückstellungen ausgewiesen werden.

Die sich aus der zukünftigen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ergebenden Risiken umfassen die allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie Zinsänderungsrisiko, Inflationsrisiko und biometrische Risiken.

Maßnahmen zur Reduktion dieser Risiken sind die kongruente Rückdeckung mit Planvermögen (beitragsbasierte Pläne mit Neuzugang), verstärkte biometrische Rechnungsgrundlagen und die Konstruktion einer Asset-Portfoliostruktur, die die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus den Verpflichtungen möglichst passend abbildet (Asset-Liability-Management). Die Annahmen für die Rentendynamik und den erwarteten Gehalts- und Karrieretrend werden regelmäßig überprüft und gegebenenfalls im Hinblick auf die jeweils aktuellen Erwartungen an die Inflationsentwicklung angepasst.

Ungewöhnliche Risiken oder erhebliche Risikokonzentrationen sind nicht erkennbar.

FINANZIERUNGSSTATUS DER PENSIONSPLÄNE

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In Mio. EUR
Art des Plans 2022 2021
Dienstzeitabhängige Endgehaltspläne    
Planvermögen -19 -26
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 1.548 1.993
Auswirkung der Vermögensobergrenze - -
Überdeckung (Nettovermögenswert) 1 1
Unterdeckung (Nettoschuld) 1.530 1.968
Plan auf Basis von Rentenbausteinen    
Planvermögen - -
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 94 124
Auswirkung der Vermögensobergrenze - -
Überdeckung (Nettovermögenswert) - -
Unterdeckung (Nettoschuld) 94 124
Beitragsbasierte Pläne mit Garantien    
Planvermögen -306 -335
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 333 442
Auswirkung der Vermögensobergrenze 28 1
Überdeckung (Nettovermögenswert) - -
Unterdeckung (Nettoschuld) 55 108
Stand 31.12. des Geschäftsjahres (Nettovermögenswert) 1 1
Stand 31.12. des Geschäftsjahres (Nettoschuld) 1.679 2.200

Die Veränderung der Nettoschuld und des Nettovermögenswertes für die verschiedenen leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns verdeutlicht die nachstehende Tabelle. Neben den Hauptbestandteilen Defined Benefit Obligation (DBO) und Planvermögen ist die Veränderung der Vermögenswertanpassung aus der Berechnung der Obergrenze des aus einer Planüberdeckung resultierenden Vermögenswertes angegeben. Die Überprüfung der Realisierbarkeit des mit einer Planüberdeckung einhergehenden wirtschaftlichen Nutzens wird auf Ebene des einzelnen Pensionsplans durchgeführt und machte sowohl zum 31. Dezember 2022 als auch zum 31. Dezember 2021 eine Kürzung des Buchwertes für den Nettovermögenswert erforderlich.

VERÄNDERUNG DER NETTOSCHULD UND DES NETTOVERMÖGENSWERTS FÜR DIE VERSCHIEDENEN LEISTUNGSORIENTIERTEN PENSIONSPLÄNE

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Leistungsorientierte Verpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Vermögenswertanpassung
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021 2022 2021
Stand zum 1.1. des Geschäftsjahres 2.560 2.786 -361 -342 1 1
Im Jahresergebnis erfasste Veränderungen            
Laufender Dienstzeitaufwand 29 38 - - - -
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Plankürzungen 2 -1 - - - -
Nettozinskomponente 27 13 -4 -2 - -
Ergebnis aus Abgeltungen - 1 - - - -
  58 51 -4 -2 - -
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen            
Neubewertungen            
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/​Verluste (+) aus Änderung der biometrischen Annahmen 1 -1 - - - -
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/​Verluste (+) aus Änderung der finanziellen Annahmen -570 -177 - - - -
Erfahrungsbedingte Anpassungen 34 -3 - - - -
Erträge aus Planvermögen (ohne Zinserträge) - - 49 17 - -
Veränderung aus Vermögenswertanpassung - - - - 27 -
Wechselkursänderungen -7 -4 - - - -
  -542 -185 49 17 27 -
Sonstige Veränderungen            
Beiträge der Arbeitgeber - - -20 -35 - -
Beiträge bzw. Gehaltsumwandlungen der Arbeitnehmer - 1 - - - -
Gezahlte Versorgungsleistungen -92 -85 7 4 - -
Unternehmenszu- und -abgänge - - - - - -
Planabgeltungen - - - - - -
Wechselkursänderungen -10 -9 5 -3 - -
  -102 -93 -7 -34 - -
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.974 2.560 -324 -361 28 1
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Nettorückstellung
In Mio. EUR 2022 2021
Stand zum 1.1. des Geschäftsjahres 2.200 2.445
Im Jahresergebnis erfasste Veränderungen    
Laufender Dienstzeitaufwand 29 38
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand und Plankürzungen 2 -1
Nettozinskomponente 23 11
Ergebnis aus Abgeltungen - 1
  54 49
Im sonstigen Ergebnis erfasste Erträge und Aufwendungen    
Neubewertungen    
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/​Verluste (+) aus Änderung der biometrischen Annahmen 1 -1
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/​Verluste (+) aus Änderung der finanziellen Annahmen -570 -177
Erfahrungsbedingte Anpassungen 34 -3
Erträge aus Planvermögen (ohne Zinserträge) 49 17
Veränderung aus Vermögenswertanpassung 27 -
Wechselkursänderungen -7 -3
  -466 -167
Sonstige Veränderungen    
Beiträge der Arbeitgeber -20 -35
Beiträge bzw. Gehaltsumwandlungen der Arbeitnehmer - 1
Gezahlte Versorgungsleistungen -85 -81
Unternehmenszu- und -abgänge - -
Planabgeltungen - -
Wechselkursänderungen -5 -12
  -110 -127
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 1.678 2.200

Die Struktur des dem Planvermögen zugrunde liegenden Kapitalanlageportfolios setzt sich wie folgt zusammen:

PORTFOLIOSTRUKTUR DES PLANVERMÖGENS

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In % 2022 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1 3
Eigenkapitalinstrumente 1 3
Festverzinsliche Wertpapiere 6 6
Grundbesitz 1 2
Wertpapierfonds 15 13
Qualifizierende Versicherungsverträge 76 71
Sonstige - 2
Gesamt 100 100

Für alle Eigenkapitalinstrumente, festverzinslichen Wertpapiere und Wertpapierfonds stehen Marktpreise infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt zur Verfügung.

Im Zeitwert des Planvermögens sind keine Beträge für eigene Finanzinstrumente enthalten.

Die tatsächlichen Aufwendungen aus dem Planvermögen beliefen sich im Berichtsjahr auf 44 (15) Mio. EUR.

Die gewichteten Annahmen für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

ANNAHMEN FÜR LEISTUNGSORIENTIERTE VERPFLICHTUNGEN

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Bewertungsparameter/​Annahmen gewichtet,
in %
2022 2021
Abzinsungsfaktor DBO 3,6 1,4
Abzinsungsfaktor Nettozinskomponente 1 0,9 0,3
Abzinsungsfaktor für lfd. Dienstzeitaufwand 1 1,3 0,6
Erwarteter Gehalts- und Karrieretrend 1 3,5 2,9
Rentendynamik 1 2,3 1,9

1 Sofern der inländische Bestand mehr als 90 % des Gesamtbestandes ausmacht, erfolgt die Angabe gemäß den für die Bewertung der inländischen Bestände festgelegten Parametern

Da der sogenannte Spot-Rate-Approach, mit dem der Bewertungszins nach IAS 19.83 für die Währung EUR durch Diskontierung prognostizierter Leistungen mit der gesamten Zinskurve bestimmt wird, auch für Zinsaufwand und -ertrag angewendet wird, enthalten die Annahmen für leistungsorientierte Verpflichtungen einen eigenen Abzinsungsfaktor für die Ermittlung der Nettozinskomponente. Die Abzinsungsfaktoren für die Nettozinskomponente und den laufenden Dienstzeitaufwand werden zu Beginn des Geschäftsjahres festgesetzt.

Als biometrische Rechnungsgrundlage der inländischen Pensionszusagen wurden, wie im Vorjahr, unverändert die Heubeck-Richttafeln 2018 G zugrunde gelegt, die entsprechend dem im Bestand beobachtbaren Risikoverlauf verstärkt wurden.

Die Duration der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft sich auf 13 (15) Jahre.

Sensitivitätsanalysen

Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen hätte auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 31. Dezember 2022 folgende Auswirkung:

AUSWIRKUNG DER VERÄNDERUNG DER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHEN ANNAHMEN

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Effekt auf die leistungsorientierte Verpflichtung
Parameteranstieg Parameterrückgang
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021
Abzinsungsfaktor (+/​- 0,5 %) -118 -188 131 196
Gehaltssteigerungsrate (+/​- 0,25 %) 5 8 -6 -8
Rentenanpassungsfaktor (+/​- 0,25 %) 44 68 -43 -72

Daneben ist eine Änderung hinsichtlich der zugrunde gelegten Sterberaten beziehungsweise der zugrunde gelegten Lebenserwartung möglich. Zur Ermittlung des Langlebigkeitsrisikos wurden die zugrunde gelegten Sterbetafeln durch eine Absenkung der Sterblichkeiten um 10 % angepasst. Diese Verlängerung der Lebenserwartung hätte zum Ende des Geschäftsjahres zu einer um 62 (95) Mio. EUR höheren Pensionsverpflichtung geführt.

Die Berechnung der Sensitivitäten erfolgt durch die Differenzbildung zwischen den Pensionsverpflichtungen unter geänderten versicherungsmathematischen Annahmen und den Pensionsverpflichtungen unter unveränderten versicherungsmathematischen Annahmen. Die Ermittlung wurde für die als wesentlich eingestuften Parameter isoliert vorgenommen.

Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Konzern Arbeitgeberbeiträge von 23 (22) Mio. EUR, die in die dargestellten leistungsorientierten Pläne einzuzahlen sind.

Beitragsorientierte Pensionszusagen werden über externe Versorgungsträger oder ähnliche Institutionen finanziert. Dabei werden an diese Einrichtungen fest definierte Beträge (z. B. bezogen auf das maßgebliche Einkommen) gezahlt, wobei der Anspruch des Leistungsempfängers gegenüber diesen Einrichtungen besteht und der Arbeitgeber über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung hat. Der im Geschäftsjahr erfasste Aufwand für diese Zusagen beträgt 82 (79) Mio. EUR, davon entfällt im Geschäftsjahr ein Betrag von 1 (1) Mio. EUR auf Zusagen an Mitarbeiter in Schlüsselpositionen. Bei den beitragsorientierten Pensionszusagen handelt es sich im Wesentlichen um staatliche Pensionspläne.

(24) Steuerrückstellungen

ZUSAMMENSETZUNG DER STEUERRÜCKSTELLUNGEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Ertragsteuerrückstellungen 367 299
Sonstige Steuerrückstellungen 232 236
Gesamt 599 535

(25) Sonstige Rückstellungen

SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN IN HÖHE DER VORAUSSICHTLICHEN INANSPRUCHNAHME

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In Mio. EUR Restrukturierung Entgeltliche Übernahme von Pensionsverpflichtungen Dritter Gratifikationen Jubiläumsleistungen
Bilanzwert zum 31.12.2021 112 47 199 17
2022        
Veränderung des Konsolidierungskreises - -47 - -
Zuführungen - - 151 1
Aufzinsung - - - -
Inanspruchnahmen 12 - 111 5
Auflösungen 2 - 10 -
Veränderung des Zeitwerts des Planvermögens - - - -
Übrige Änderungen -5 - - -
Währungskursänderungen - - 1 -
Bilanzwert zum 31.12.2022 92 - 231 13
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In Mio. EUR Vorruhestand/​ Altersteilzeit Sonstige Personalkosten
Bilanzwert zum 31.12.2021 51 100
2022    
Veränderung des Konsolidierungskreises - -
Zuführungen 9 103
Aufzinsung - -
Inanspruchnahmen 25 95
Auflösungen - 4
Veränderung des Zeitwerts des Planvermögens 9 -
Übrige Änderungen 5 -
Währungskursänderungen - -1
Bilanzwert zum 31.12.2022 49 104
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In Mio. EUR Ausstehende Rechnungen Übrige Gesamt
Bilanzwert zum 31.12.2021 130 333 988
2022      
Veränderung des Konsolidierungskreises - - -47
Zuführungen 1.315 210 1.789
Aufzinsung -4 -5 -8
Inanspruchnahmen 1.281 124 1.652
Auflösungen 20 103 139
Veränderung des Zeitwerts des Planvermögens - - 9
Übrige Änderungen - -4 -3
Währungskursänderungen 1 -3 -1
Bilanzwert zum 31.12.2022 141 305 935

Die im Abschluss ausgewiesenen Rückstellungen für Restrukturierung betreffen im Wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen zur Umsetzung der Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Zum Bilanzstichtag beläuft sich diese Rückstellung auf 92 (111) Mio. EUR. Im Berichtsjahr ergaben sich im Wesentlichen Inanspruchnahmen in Höhe von 12 Mio. EUR und Auflösungen von 2 Mio. EUR. Zuführungen ergaben sich nicht im Berichtsjahr. Zudem wurden 5 Mio. EUR aus der Restrukturierungsrückstellung in die Rückstellung für Altersteilzeit überführt. Wesentliche Zinseffekte bestehen für das Berichtsjahr nicht.

Die übrigen Rückstellungen (305 [333] Mio. EUR) beinhalten eine Vielzahl unterschiedlichster Sachverhalte, die nicht den vorstehenden Kategorien zugeordnet werden können. Sie betreffen insbesondere Provisionsrückstellungen in Höhe von 82 (67) Mio. EUR und Rückstellungen für Nachzahlungszinsen aus Steuern in Höhe von 61 (60) Mio. EUR. Des Weiteren sind in dieser Position Rückstellungen für Verwaltungskosten, Renaturierung, Rechtsstreitigkeiten, ausstehende Beiträge zur Unterstützungskasse und Schwerbehindertenabgaben enthalten. Eine in Vorjahren gebildete Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten zur Abbildung des Risikos des eingeleiteten Spruchverfahrens zur Überprüfung der Angemessenheit der Barabfindung im Zusammenhang des Squeezeout bei der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln, wurde durch Entscheidung des OLG Düsseldorf in Höhe von 57 Mio. EUR aufgelöst (vgl. hierzu Abschnitt "Rechtsstreitigkeiten").

LAUFZEITEN SONSTIGER RÜCKSTELLUNGEN

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In Mio. EUR Bis zu 1 Jahr Von 1 Jahr und bis zu 5 Jahren Mehr als 5 Jahre Summe
31.12.2022        
Restrukturierung 13 79 - 92
Entgeltliche Übernahme von Pensionsverpflichtungen Dritter 1 - - - -
Gratifikationen 164 66 1 231
Jubiläumsleistungen 1 - - 13 13
Vorruhestand/​Altersteilzeit 1 - 49 - 49
Sonstige Personalkosten 93 10 1 104
Ausstehende Rechnungen 141 - - 141
Übrige 222 71 12 305
Gesamt 633 275 27 935
Gesamt Vorjahr 643 269 77 988

1 Angabe des gewichteten Durchschnitts

(26) Begebene Anleihen und Darlehen

Unter diesem Bilanzposten werden die nachfolgenden Sachverhalte zum Bilanzstichtag ausgewiesen:

BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Begebene Anleihen Talanx AG 2.311 1.065
Hannover Rück SE 746 745
Darlehen aus Infrastrukturinvestments 67 75
Hypothekendarlehen der Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. 228 152
Hypothekendarlehen der HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG 227 146
Hypothekendarlehen der Real Estate Asia Select Fund Limited 231 238
Darlehen der Hannover Rück SE 198 -
Darlehen der E+S Rückversicherung AG 43 -
Sonstige 8 11
Gesamt 4.058 2.432

Die Talanx AG hat am 18. Oktober 2022 zwei erstrangige, unbesicherte Anleihen mit identischen Bedingungen und einem Volumen von insgesamt 1,25 Mrd. EUR begeben. Hiervon wurden 500 Mio. EUR bei institutionellen Investoren im In- und Ausland platziert. Die restlichen 750 Mio. EUR wurden durch den HDI V. a. G. gezeichnet. Die auf Euro lautenden Anleihen sind mit einem fixen Kupon von 4,0 % p. a. verzinst und am 25. Oktober 2029 fällig.

Per 31. Dezember 2022 besteht eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie über einen Nominalbetrag von 250 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme.

Das Nettoergebnis aus den begebenen Anleihen und Darlehen beträgt insgesamt 75 (57) Mio. EUR und umfasst im Wesentlichen neben den Zinsaufwendungen aus den Anleihen der Talanx AG (39 [30] Mio. EUR) und der Hannover Rück SE (8 [8] Mio. EUR) auch das Nettoergebnis aus Hypothekendarlehen (19 [10] Mio. EUR) und Darlehen aus Infrastrukturinvestments (2 [3] Mio. EUR) sowie Amortisationen in Höhe von (5 [5] Mio. EUR).

BEGEBENE ANLEIHEN

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In Mio. EUR Nominalbetrag Verzinsung Fälligkeit Rating 1 Begebung 31.12.2022
Talanx AG 750 Fest (4,0 %) 2022/​2029 (-; -) Die erstrangige unbesicherte Schuldverschreibung hat eine feste Laufzeit und kann nur außerordentlich gekündigt werden. 748
Talanx AG 500 Fest (4,0 %) 2022/​2029 (-; A+) Die erstrangige unbesicherte Schuldverschreibung hat eine feste Laufzeit und kann nur außerordentlich gekündigt werden. 498
Talanx AG 2 565 Fest (3,125 %) 2013/​2023 (-; A+) Die erstrangige unbesicherte Schuldverschreibung hat eine feste Laufzeit und kann nur außerordentlich gekündigt werden. 565
Talanx AG 500 Fest (2,5 %) 2014/​2026 (-; A+) Die erstrangige unbesicherte Schuldverschreibung hat eine feste Laufzeit und kann nur außerordentlich gekündigt werden. 500
Hannover Rück SE 750 Fest (1,125 %) 2018/​2028 (-; AA-) Die nicht nachrangige und unbesicherte Schuldverschreibung hat eine feste Laufzeit. 746
Gesamt           3.057
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In Mio. EUR 31.12.2021
Talanx AG -
Talanx AG -
Talanx AG 2 565
Talanx AG 500
Hannover Rück SE 745
Gesamt 1.810

1 Debt Rating AM Best; Debt Rating S&P
2 Zum Bilanzstichtag werden zudem Anteile mit einem Nominalvolumen von 185 Mio. EUR von Konzerngesellschaften gehalten

ZEITWERT DER BEGEBENEN ANLEIHEN UND DARLEHEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Fortgeführte Anschaffungskosten 4.058 2.432
Unrealisierte Gewinne/​Verluste -137 130
Zeitwert 3.921 2.562

BEGEBENE ANLEIHEN UND DARLEHEN: RESTLAUFZEITEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 837 34
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 953 1.440
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 2.243 928
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre 27 30
Mehr als 20 Jahre - -
Gesamt 4.058 2.432

(27) Übrige Verbindlichkeiten

ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft 1.803 1.843
davon gegenüber Versicherungsnehmern 979 1.062
davon gegenüber Versicherungsvermittlern 823 780
Abrechnungsverbindlichkeiten 4.004 3.332
Leasingverbindlichkeiten 466 462
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 284 205
Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen 424 240
Verbindlichkeiten aus Führungsfremdgeschäft 492 416
Verbindlichkeiten aus Derivaten 523 264
davon negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 290 58
Rechnungsabgrenzung 89 58
Zinsen 79 87
Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungsträgern 20 19
Andere Verbindlichkeiten 427 420
Übrige Verbindlichkeiten (ohne Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen) gesamt 8.611 7.347
Übrige Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen    
Sonstige Verpflichtungen, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 14 17
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 1.373 1.454
Übrige Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen gesamt 1.387 1.471
Bilanzwert zum 31.12. des Geschäftsjahres 9.998 8.818

Übrige Verbindlichkeiten (ohne Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen)

In den Verbindlichkeiten aus Kapitalanlagen sind unterjährige Ausschüttungen in Höhe von 10 (28) Mio. EUR aus Anteilen an Fonds enthalten, die in privatem Beteiligungskapital investieren ("Private-Equity-Fonds") und die zum Bilanzstichtag noch nicht ergebniswirksam zu vereinnahmen waren.

Die Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 523 (264) Mio. EUR beinhalten im Wesentlichen Instrumente zur Absicherung von Zins-, Währungs- und Aktienrisiken sowie vom zugrunde liegenden Versicherungsvertrag getrennten zum Marktwert bilanzierten eingebetteten Derivaten. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen in Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" im Anhang.

In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die Restlaufzeiten der übrigen Verbindlichkeiten ohne die Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft und ohne die Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft dar, da die beiden letztgenannten Verbindlichkeiten direkt im Zusammenhang mit den Versicherungsverträgen stehen und somit nicht getrennt davon betrachtet werden können.

ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN (OHNE VERBINDLICHKEITEN AUS INVESTMENTVERTRÄGEN) 1 : RESTLAUFZEITEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 2.016 1.486
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 427 378
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 200 228
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre 26 38
Mehr als 20 Jahre 134 40
Ohne feste Laufzeit - -
Gesamt 2.804 2.172

1 Eine Darstellung der undiskontierten Zahlungsströme der Verbindlichkeiten aus Derivaten wurde aus Wesentlichkeitsgründen nicht vorgenommen. Stattdessen sind die beizulegenden Zeitwerte (negativen Marktwerte) der derivativen Finanzinstrumente berücksichtigt (Laufzeit bis zu einem Jahr 150 [39] Mio. EUR, ein bis fünf Jahre 218 [136] Mio. EUR, fünf bis zehn Jahre 51 [75] Mio. EUR, zehn bis 20 Jahre 9 [11] Mio. EUR, mehr als 20 Jahre 95 [2] Mio. EUR)

Verbindlichkeiten aus Investmentverträgen

Die sonstigen Verpflichtungen aus Investmentverträgen werden bei Zugang mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder mit dem Guthaben des Versicherungsnehmers, vermindert um Abschlusskosten, die direkt dem Abschluss des Vertrages zugeordnet werden können, angesetzt. In den Folgeperioden werden diese Verträge zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN, BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN: RESTLAUFZEITEN

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Fortgeführte Anschaffungskosten Zeitwerte
In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 14 16 14 16
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre - - - -
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre - - - -
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre - - - -
Ohne feste Laufzeit - - - -
Gesamt 14 17 14 17

Die Ermittlung der Zeitwerte aus Investmentverträgen wird im Wesentlichen mittels der Rückkaufswerte für Versicherungsnehmer und Kontensalden von Versicherungsnehmern bestimmt. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

ALS ERFOLGSWIRKSAM ZUM ZEITWERT BEWERTET KLASSIFIZIERTE FINANZINSTRUMENTE: RESTLAUFZEITEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
Bis zu 1 Jahr 7 8
Mehr als 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 163 183
Mehr als 5 Jahre und bis zu 10 Jahre 71 79
Mehr als 10 Jahre und bis zu 20 Jahre 99 102
Mehr als 20 Jahre 139 143
Ohne feste Laufzeit 893 939
Gesamt 1.373 1.454

Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts, die durch Änderungen des Kreditrisikos der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierten finanziellen Verbindlichkeiten bedingt ist, ist unwesentlich.

(28) Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit

ÜBERLEITUNG DER SCHULDEN AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT PER 31. DEZEMBER

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Zahlungsunwirksam
In Mio. EUR 1.1. Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit Erwerb/​ Veräußerung von Tochtergesellschaften Wechselkursveränderung
2022        
Nachrangige Verbindlichkeiten 4.759 249 - -
Begebene Anleihen und Darlehen 2.432 1.360 241 24
Leasingverbindlichkeiten 462 -68 -2 3
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 7.653 1.541 238 27
Gezahlte Zinsen aus Finanzierungstätigkeit   -177    
Summe der Kapitalflüsse aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten   1.364    
2021        
Nachrangige Verbindlichkeiten 3.473 1.248 35 -
Begebene Anleihen und Darlehen 2.279 128 - 24
Leasingverbindlichkeiten 437 -79 1 4
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 6.189 1.297 37 28
Gezahlte Zinsen aus Finanzierungstätigkeit   -157    
Summe der Kapitalflüsse aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten   1.141    
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Zahlungsunwirksam
In Mio. EUR Sonstige Änderungen 31.12.
2022    
Nachrangige Verbindlichkeiten 2 5.009
Begebene Anleihen und Darlehen 2 4.058
Leasingverbindlichkeiten 71 466
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 75 9.533
Gezahlte Zinsen aus Finanzierungstätigkeit    
Summe der Kapitalflüsse aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten    
2021    
Nachrangige Verbindlichkeiten 2 4.759
Begebene Anleihen und Darlehen 1 2.432
Leasingverbindlichkeiten 98 462
Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit 101 7.653
Gezahlte Zinsen aus Finanzierungstätigkeit    
Summe der Kapitalflüsse aus sonstigen Finanzierungsaktivitäten    

(29) Aktive und passive Steuerabgrenzung

VERÄNDERUNG DER LATENTEN STEUERN IN DER BILANZ WÄHREND DES JAHRES

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31.12.2022 31.12.2021
In Mio. EUR Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden Stand netto Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden Stand netto
Aktive und passive latente Steuern            
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (PVFP) - -61 -61 - -54 -54
Kapitalanlagen 2.214 -412 1.802 502 -954 -452
Depotforderungen/​-verbindlichkeiten 173 -69 104 98 -2 96
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft 89 -183 -94 106 -160 -54
Abgegrenzte Abschlusskosten 1 63 -510 -447 59 -469 -410
Schwankungsrückstellungen - -2.256 -2.256 - -1.879 -1.879
Schadenrückstellung 1.131 -57 1.074 981 -61 920
Übrige versicherungstechnische Rückstellungen 266 -1.633 -1.367 249 -1.668 -1.419
Andere Rückstellung 259 -28 231 414 -18 396
Schuldenkonsolidierung - -33 -33 - -26 -26
Sonstige 1.479 -602 877 1.032 -551 481
Verlustvorträge 704 - 704 737 - 737
Wertberichtigung -271 - -271 -238 - -238
Steueransprüche (-schulden) vor Verrechnung 6.107 -5.844 263 3.940 -5.842 -1.902
Verrechnung Steuern -4.767 4.767 - -3.329 3.329 -
Steueransprüche (-schulden) nach Verrechnung 1.340 -1.077 263 611 -2.513 -1.902

1 Die Steuerlatenzen auf die abgegrenzten Abschlusskosten beziehen sich auf den Nettoausweis, d. h. nach Berücksichtigung der Rückanteile

Die Veränderung (netto) von 2.165 (272) Mio. EUR wurde in Höhe von 2.415 (331) Mio. EUR eigenkapitalerhöhend (eigenkapitalmindernd) im sonstigen Ergebnis und in Höhe von -249 (-115) Mio. EUR als Aufwand im Gewinn und Verlust gebucht. Die restlichen Veränderungen resultieren aus Änderungen des Konsolidierungskreises sowie aus Währungsumrechnungen.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(30) Verdiente Prämien für eigene Rechnung

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In Mio. EUR 2022 2021
Gebuchte Prämien einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 53.431 45.507
Sparbeiträge aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung 934 1.008
Gebuchte Rückversicherungsprämien 6.456 5.446
Veränderung der Bruttoprämienüberträge -1.561 -1.096
Anteile der Rückversicherer an der Veränderung der Bruttoprämienüberträge -242 94
Verdiente Prämien für eigene Rechnung 44.722 37.863

(31) Kapitalanlageergebnis

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In Mio. EUR 2022 2021
Erträge aus Grundstücken 457 362
Dividenden 1 203 85
Laufende Zinserträge 3.124 2.622
Sonstige Erträge 533 637
Ordentliche Kapitalanlageerträge 4.317 3.706
Erträge aus Zuschreibungen 25 2
Realisierte Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 1.323 1.619
Unrealisierte Gewinne aus Kapitalanlagen 303 155
Kapitalanlageerträge 5.968 5.483
Realisierte Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen und Aufwendungen 1.300 302
Unrealisierte Verluste aus Kapitalanlagen 350 131
Gesamt 1.650 432
Abschreibungen auf fremdgenutzte Grundstücke    
planmäßig 95 78
außerplanmäßig 35 21
Abschreibungen auf Dividendentitel 118 6
Abschreibungen auf festverzinsliche Wertpapiere 129 81
Abschreibungen auf Beteiligungen 8 1
Abschreibungen auf sonstige Kapitalanlagen    
planmäßig 34 34
außerplanmäßig 71 46
Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen 190 181
Sonstige Aufwendungen 162 142
Sonstige Kapitalanlageaufwendungen/​ Abschreibungen 842 590
Kapitalanlageaufwendungen 2.492 1.022
Kapitalanlageergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen 3.476 4.460
Ergebnis aus Investmentverträgen 2 3
Depotzinserträge 287 459
Depotzinsaufwendungen 64 204
Depotzinsergebnis 223 255
Kapitalanlageergebnis 3.700 4.718

1 Das Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wird unter den Dividenden ausgewiesen

Nettogewinne und -Verluste aus Kapitalanlagen

Unter Einbezug der Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen (190 [181] Mio. EUR) und der sonstigen Aufwendungen für selbst verwaltete Kapitalanlagen (162 [142] Mio. EUR) beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag insgesamt 3.700 (4.718) Mio. EUR.

NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN, BASIEREND AUF DER KLASSENBILDUNG DES KONZERNS - BERICHTSPERIODE

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In Mio. EUR Ordentliche Kapitalanlageerträge Amortisation Gewinne aus dem Abgang Verluste aus dem Abgang und Aufwendungen Abschreibung Zuschreibung
2022            
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 16 - 607 3 19 -
Darlehen und Forderungen 619 -9 109 17 1 -
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 12 12 - - - -
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente            
Festverzinsliche Wertpapiere 1.913 476 316 1.108 129 -
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 171 - 141 11 133 -
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente            
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente            
Festverzinsliche Wertpapiere 23 - 9 1 - -
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 1 1 - -
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente            
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 5 9 - -
Derivate 17 - 56 68 - -
Übrige Kapitalanlagen, soweit Finanzinstrumente 409 4 20 1 60 6
Sonstige 2 657 - 59 82 150 20
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 3.835 482 1.323 1.300 490 25
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Aktiva) 13 - 3 4 - -
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Passiva) - - - 40 - -
Sonstige 3 2 -1 - - - -
Ergebnis aus Investmentverträgen 15 -1 3 44 - -
Depotforderungen/​ Depotverbindlichkeiten 223 - - - - -
Gesamt 4.073 481 1.326 1.344 490 25
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In Mio. EUR Unrealisierte Gewinne Unrealisierte Verluste Summe 1
2022      
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen - - 601
Darlehen und Forderungen - - 700
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente - - 24
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente      
Festverzinsliche Wertpapiere - - 1.468
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 167
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente      
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente      
Festverzinsliche Wertpapiere 15 23 22
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 22 6 16
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente      
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - -4
Derivate 253 159 99
Übrige Kapitalanlagen, soweit Finanzinstrumente - 1 377
Sonstige 2 12 161 356
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 303 350 3.828
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Aktiva) 18 132 -103
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Passiva) 62 -82 104
Sonstige 3 - - 1
Ergebnis aus Investmentverträgen 80 50 2
Depotforderungen/​ Depotverbindlichkeiten - - 223
Gesamt 383 400 4.053

1 Ohne Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen und sonstigen Aufwendungen
2 Zur Überleitung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in der Position "Sonstige" die Gewinne aus fremdgenutzten Grundstücken, die Ergebnisse aus Infrastrukturinvestments, assoziierten Unternehmen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten - soweit negative Marktwerte - zusammengefasst. Sicherungsderivate im Rahmen von Hedge-Accounting (siehe Anmerkung 13) sind, sofern sie keine Absicherungsgeschäfte im Bereich der Kapitalanlagen betreffen, in der Aufstellung nicht enthalten
3 "Sonstige" enthalten Erträge (16 Mio. EUR) sowie Aufwendungen (14 Mio. EUR) aus der Verwaltung von Investmentverträgen. Die Amortisation des PVFP betrug 1 Mio. EUR

NETTOGEWINNE UND -VERLUSTE AUS KAPITALANLAGEN, BASIEREND AUF DER KLASSENBILDUNG DES KONZERNS - VORPERIODE

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In Mio. EUR Ordentliche Kapitalanlageerträge Amortisation Gewinne aus dem Abgang Verluste aus dem Abgang und Aufwendungen Abschreibung Zuschreibung
2021            
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 15 - 41 - 3 -
Darlehen und Forderungen 656 -6 429 3 - -
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 13 3 - - - -
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente            
Festverzinsliche Wertpapiere 1.793 72 794 249 81 -
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 110 - 112 3 17 -
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente            
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente            
Festverzinsliche Wertpapiere 21 - 8 - - -
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 1 - - -
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente            
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 6 5 - -
Derivate 14 - 37 24 - -
Übrige Kapitalanlagen, soweit Finanzinstrumente 689 4 117 6 66 -
Sonstige 2 322 - 74 12 100 2
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 3.634 73 1.619 302 267 2
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Aktiva) 3   6 3    
Sonstige Verpflichtungen, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (Passiva) 1          
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Passiva) - - 22 - - -
Sonstige 3 -2 -2 - - - -
Ergebnis aus Investmentverträgen 2 -2 28 3 - -
Depotforderungen/​ Depotverbindlichkeiten 255 - - - - -
Gesamt 3.891 71 1.647 305 267 2
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In Mio. EUR Unrealisierte Gewinne Unrealisierte Verluste Summe 1
2021      
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen - - 53
Darlehen und Forderungen - - 1.076
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente - - 16
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente      
Festverzinsliche Wertpapiere - - 2.329
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 202
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente      
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente      
Festverzinsliche Wertpapiere 11 17 23
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 3 - 5
Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente      
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - 2
Derivate 108 82 53
Übrige Kapitalanlagen, soweit Finanzinstrumente - 3 734
Sonstige 2 32 29 290
Selbst verwaltete Kapitalanlagen 155 131 4.783
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Aktiva) 90 34 62
Sonstige Verpflichtungen, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten (Passiva)     1
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente (Passiva) 20 97 -56
Sonstige 3 - - -4
Ergebnis aus Investmentverträgen 110 131 3
Depotforderungen/​ Depotverbindlichkeiten - - 255
Gesamt 265 262 5.041

1 Ohne Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen und sonstige Aufwendungen
2 Zur Überleitung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden in der Position "Sonstige" die Gewinne aus fremdgenutzten Grundstücken, die Ergebnisse aus Infrastrukturinvestments, assoziierten Unternehmen sowie aus derivativen Finanzinstrumenten - soweit negative Marktwerte - zusammengefasst. Sicherungsderivate im Rahmen von Hedge-Accounting (siehe Anmerkung 13) sind, sofern sie keine Absicherungsgeschäfte im Bereich der Kapitalanlagen betreffen, in der Aufstellung nicht enthalten
3 "Sonstige" enthalten Erträge (15 Mio. EUR) sowie Aufwendungen (18 Mio. EUR) aus der Verwaltung von Investmentverträgen. Die Amortisation des PVFP betrug 2 Mio. EUR

ZINSERTRÄGE AUS KAPITALANLAGEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Darlehen und Forderungen 609 650
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 24 16
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente 2.389 1.865
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente    
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 23 21
Sonstige 80 67
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente - Investmentverträge 13 4
Gesamt 3.138 2.624

(32) Aufwendungen für Versicherungsleistungen

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In Mio. EUR 2022 2021
Brutto    
Schadenzahlungen 32.083 26.460
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 7.428 7.086
Veränderung der Deckungsrückstellung -908 504
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 21 1.000
Gesamt 38.624 35.050
Anteil der Rückversicherer    
Schadenzahlungen 3.259 3.283
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 951 1.084
Veränderung der Deckungsrückstellung 123 -32
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung - 4
Gesamt 4.333 4.338
Netto    
Schadenzahlungen 28.823 23.176
Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 6.477 6.002
Veränderung der Deckungsrückstellung -1.030 537
Aufwendungen für Beitragsrückerstattung 21 996
Gesamt 34.291 30.711

(33) Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen

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In Mio. EUR 2022 2021
Brutto    
Gezahlte Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen 11.046 8.934
Veränderung der abgegrenzten Abschlusskosten und Veränderung der Provisionsrückstellungen -509 -286
Summe der Abschlussaufwendungen 10.537 8.648
Verwaltungsaufwendungen 1.459 1.329
Summe Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen 11.995 9.977
Anteil der Rückversicherer    
Gezahlte Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen 887 779
Veränderung der abgegrenzten Abschlusskosten und Veränderung der Provisionsrückstellungen -10 -32
Summe der Abschlussaufwendungen 878 747
Netto    
Gezahlte Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen 10.158 8.155
Veränderung der abgegrenzten Abschlusskosten und Veränderung der Provisionsrückstellungen -499 -253
Summe der Abschlussaufwendungen 9.659 7.901
Verwaltungsaufwendungen 1.459 1.329
Summe Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen 11.118 9.230

(34) Übriges Ergebnis

ZUSAMMENSETZUNG ÜBRIGES ERGEBNIS

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In Mio. EUR 2022 2021
Sonstige Erträge    
Währungskursgewinne 527 373
Erträge aus Dienstleistungen, Mieten und Provisionen 426 417
Wertaufholungen auf abgeschriebene Forderungen 55 44
Erträge aus Deposit Accounting 465 413
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagevermögen 6 3
Erträge aus der Auflösung sonstiger nicht technischer Rückstellungen 63 35
Zinserträge 111 73
Erträge aus dem Abgang von konsolidierten Unternehmen 487 -
Erträge aus der Nettoposition monetärer Bilanzposten gemäß IAS 29 20 -
Übrige Erträge 123 170
Gesamt 2.281 1.526
Sonstige Aufwendungen    
Währungskursverluste 654 427
Sonstige Zinsaufwendungen 68 47
Abschreibungen und Wertberichtigungen 122 95
Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes 430 378
Personalaufwendungen 28 28
Aufwendungen für Dienstleistungen und Provisionen 223 205
Aufwendungen aus Deposit Accounting 7 25
Sonstige Steuern 80 115
Aufwendungen für Restrukturierungsrückstellungen - 63
Übrige Aufwendungen 205 212
Gesamt 1.818 1.596
Übriges Ergebnis 464 -69

Das übrige Ergebnis enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die Aufwendungen für Kapitalanlagen, die Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie die Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen verteilt werden. Dies gilt analog auch für Abschreibungen und Wertberichtigungen der immateriellen bzw. sonstigen Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen.

(35) Finanzierungszinsen

Die Finanzierungszinsen in Höhe von 181 (176) Mio. EUR beinhalten Zinsaufwendungen aus der Aufnahme von Fremdkapital, das nicht in direktem Zusammenhang mit dem operativen Versicherungsgeschäft steht. Diese Zinsaufwendungen entfallen im Wesentlichen mit 125 (131) Mio. EUR auf unsere emittierten nachrangigen Verbindlichkeiten und mit 39 (30) Mio. EUR auf begebene Anleihen der Talanx AG. Darüber hinaus beinhaltet diese Position Zinsaufwendungen aus Leasing in Höhe von 12 (11) Mio. EUR.

(36) Ertragsteuern

Unter dieser Position werden die inländischen Ertragsteuern sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Ermittlung der Ertragsteuern schließt die Berechnung von Steuerabgrenzungen (latente Steuern) ein. Auf einbehaltene Gewinne wesentlicher verbundener Unternehmen, bei denen eine Ausschüttung konkret geplant ist, werden latente Steuern gebildet.

ERTRAGSTEUERN - TATSÄCHLICHE UND LATENTE

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In Mio. EUR 2022 2021
Tatsächliche Steuern für das Berichtsjahr 555 489
Periodenfremde tatsächliche Steuern -74 -55
Latente Steuern aufgrund temporärer Unterschiede 160 103
Latente Steuern aus Verlustvorträgen 91 -8
Veränderung latenter Steuern aus Steuersatzänderungen -2 19
Ausgewiesener Steueraufwand 730 548

Die im Geschäftsjahr im sonstigen Ergebnis und direkt im Eigenkapital erfassten tatsächlichen und latenten Steuern - resultierend aus Posten, die im sonstigen Ergebnis belastet oder gutgeschrieben wurden - beliefen sich auf 2.463 (356) Mio. EUR.

Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt den Zusammenhang dar zwischen dem erwarteten Steueraufwand, der sich bei der Anwendung des deutschen Ertragsteuersatzes, bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, ergeben würde und dem tatsächlichen Steueraufwand:

ÜBERLEITUNG VOM ERWARTETEN ZUM AUSGEWIESENEN STEUERAUFWAND

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In Mio. EUR 2022 2021
Ergebnis vor Einkommen- und Ertragsteuern 3.191 2.278
Erwarteter Steuersatz 32,20 % 32,20 %
Erwarteter Steueraufwand 1.027 733
Veränderung der latenten Steuersätze -2 20
Abweichung aufgrund von Steuersatzdifferenzen -241 -209
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 267 238
Steuerfreie Erträge -303 -222
Wertberichtigung auf aktive latente Steuern 28 -42
Aperiodischer Steueraufwand -56 20
Sonstige 10 10
Ausgewiesener Steueraufwand 730 548

Basis für die Berechnung des erwarteten Steueraufwands ist der deutsche Ertragsteuersatz von 32,2 (32,2) %. In diesem Steuersatz sind die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuermischsatz berücksichtigt.

Die Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 22,9 (24,1) % und ergibt sich aus dem Verhältnis des ausgewiesenen Steueraufwands zu dem Vorsteuerergebnis. Der Steuersatz entspricht der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung aller Konzernunternehmen.

Auf passive zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von 364 (289) Mio. EUR im Zusammenhang mit Anteilen an Konzerngesellschaften wurden keine latenten Steuern gebildet, weil der Konzern ihre Umkehrung steuern kann und sie sich nicht in absehbarer Zeit umkehren werden.

Die aktiven nicht wertberichtigten latenten Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 450 (506) Mio. EUR werden voraussichtlich in Höhe von 88 (55) Mio. EUR innerhalb eines Jahres und in Höhe von 362 (451) Mio. EUR nach einem Jahr realisiert.

Im Berichtsjahr hat sich die tatsächliche Ertragsteuer um 2 (1) Mio. EUR gemindert, da Verlustvorträge genutzt wurden, für die keine latenten Steueransprüche gebildet waren.

Die Abwertung von in Vorjahren bilanzierten latenten Steueransprüchen führte im Geschäftsjahr zu einem latenten Steueraufwand von 0 (2) Mio. EUR. Dem gegenüber steht ein latenter Steuerertrag von 30 (51) Mio. EUR aus der Korrektur früherer Abwertungen.

Bei Verlusten im Berichtsjahr oder Vorjahr sind Überhänge latenter Steueransprüche nur insoweit angesetzt, als es anhand aussagekräftiger Nachweise wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Gesellschaft zukünftig ausreichend positive steuerpflichtige Ergebnisse erzielen wird. Dieser Nachweis wurde für latente Steueransprüche von 277 (170) Mio. EUR erbracht.

Zeitliche Nutzbarkeit nicht aktivierter Verlustvorträge

Auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von brutto 1.360 (1.199) Mio. EUR und abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von brutto 76 (28) Mio. EUR haben wir aufgrund einer nicht ausreichend gesicherten Realisierung eine Wertberichtigung auf die aktivierten latenten Steuern gebildet. Die wertberichtigten aktiven latenten Steuern für diese Sachverhalte betragen insgesamt 271 (238) Mio. EUR.

ABLAUF DER WERTBERICHTIGTEN VERLUSTVORTRÄGE UND TEMPORÄREN DIFFERENZEN

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2022
In Mio. EUR 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 6 Jahre und bis zu 10 Jahre Mehr als 10 Jahre Unbegrenzt Gesamt
Verlustvorträge 149 - - 1.211 1.360
Temporäre Differenzen - - - 76 76
Gesamt 149 - - 1.287 1.436
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2021
In Mio. EUR 1 Jahr und bis zu 5 Jahre 6 Jahre und bis zu 10 Jahre Mehr als 10 Jahre Unbegrenzt Gesamt
Verlustvorträge 89 3 14 1.093 1.199
Temporäre Differenzen - - - 28 28
Gesamt 89 3 14 1.121 1.227

Sonstige Angaben

Mitarbeiterzahl und Personalaufwendungen

Mitarbeiterzahl

IM JAHRESDURCHSCHNITT BESCHÄFTIGTE MITARBEITER

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2022 2021
Industrieversicherung 2.589 3.990
Privat- und Firmenversicherung Deutschland 1.068 3.800
Privat- und Firmenversicherung International 8.860 8.717
Rückversicherungsunternehmen 3.433 3.298
Konzernfunktionen 7.300 3.013
Gesamt ohne Personen in Ausbildung 23.250 22.818
Personen in Ausbildung 485 498
Gesamt 23.735 23.316

Zum 1. März 2022 wurden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus einzelnen mitarbeiterführenden Service-Gesellschaften der deutschen Talanx Erstversicherungsgruppe in der HDI AG, Hannover (Segment Konzernfunktionen) zusammengeführt. Daraus ergibt sich im Berichtsjahr eine deutliche Verringerung der Mitarbeiterzahlen in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung und Privat- und Firmenversicherung Deutschland und ein Anstieg im Geschäftsbereich Konzernfunktionen.

Zum Bilanzstichtag waren insgesamt 23.669 (23.954) Mitarbeiter für den Konzern tätig.

Personalaufwendungen

Die folgenden Personalaufwendungen enthalten vor allem die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Schadenaufwendungen (für Schadenregulierung) und die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen.

ZUSAMMENSETZUNG DER PERSONALAUFWENDUNGEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Löhne und Gehälter 1.527 1.423
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung    
Soziale Abgaben 221 208
Aufwendungen für Altersversorgung 69 78
Aufwendungen für Unterstützung 27 21
  317 307
Gesamt 1.844 1.730

Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Nach IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" werden als nahe stehende Unternehmen und Personen u. a. Mutter- und Tochterunternehmen sowie Tochtergesellschaften einer gemeinsamen Muttergesellschaft, assoziierte Unternehmen, juristische Personen unter Einfluss des Managements und das Management des Unternehmens definiert.

Zu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.), Hannover, der unmittelbar die Mehrheit an der Talanx AG hält, alle nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen. Hinzu kommen die Versorgungskassen, die nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden Unternehmen erbringen.

Eine Person oder ein naher Familienangehöriger dieser Person steht dem berichtenden Unternehmen nahe, wenn diese Person das berichtende Unternehmen beherrscht oder an dessen gemeinschaftlicher Führung beteiligt ist, maßgeblichen Einfluss auf das berichtende Unternehmen hat oder im Management des berichtenden Unternehmens oder eines Mutterunternehmens des berichtenden Unternehmens eine Schlüsselposition bekleidet. Das Management in Schlüsselpositionen umfasst die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG und des HDI V. a. G.

Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und ihren Tochterunternehmen einschließlich der strukturierten Unternehmen werden durch Konsolidierung eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert. Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das Erstversicherungsgeschäft in Form des Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI Global SE (HG), Hannover, jeweils der führende Versicherer ist. Nach Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis 0,1 % (HDI V. a. G.) und 99,9 % (HG) aufgeteilt.

Die Talanx AG hat am 16. Dezember 2021 mit dem HDI V. a. G. eine neue Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Diese ersetzt die im Oktober 2021 ausgelaufene Rahmenvereinbarung in gleicher Höhe. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden.

Die Talanx AG hat am 18. Oktober 2022 zwei erstrangige, unbesicherte Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 1,25 Mrd. EUR begeben. Hiervon wurden 750 Mio. EUR durch den HDI V. a. G. gezeichnet. Für weitere Informationen siehe Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen" im Konzernanhang.

Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Anteilsbasierte Vergütung

Im Geschäftsjahr 2022 bestand im Konzern ein aktienbasierter Vergütungsplan mit Barausgleich (Share Award Plan, gültig seit 2011).

Share Award Plan

Für die Talanx AG und die wesentlichen Konzerngesellschaften einschließlich der Hannover Rück SE wurde, mit Wirkung ab dem Geschäftsjahr 2011, zunächst für Mitglieder der Vorstände und nachfolgend für bestimmte Führungskräfte ein "Share-Award-Programm" eingeführt, das die Gewährung von Aktienwert-Beteiligungsrechten in Form von virtuellen Aktien, sogenannten Share Awards, vorsieht. Das Share-Award-Programm gibt es in zwei Ausprägungen, die in Teilen weiter modifiziert sind:

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Talanx Share Awards (für Vorstände der Talanx AG und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2012 bzw. 2015 für bestimmte Führungskräfte ohne Hannover Rück SE)

Hannover Rück Share Awards (für Vorstände der Hannover Rück SE und mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2012 ebenfalls für bestimmte Führungskräfte der Hannover Rück SE). Dieser Share Award Plan ersetzt den gekündigten Aktienwert-Beteiligungsrechts-Plan der Hannover Rück SE

Die Share Awards begründen keinen Anspruch auf Lieferung von Aktien, sondern lediglich auf Zahlung eines Barbetrags nach Maßgabe der nachfolgenden Bedingungen.

Im Rahmen des Share-Award-Programms sind diejenigen Personen zuteilungsberechtigt, denen vertraglich ein Anspruch auf Gewährung von Share Awards eingeräumt ist, und Vorstände, deren Dienstverhältnis zum jeweiligen Zeitpunkt der Zuteilung der Share Awards besteht und nicht durch Kündigung oder Aufhebungsvereinbarung mit Wirkung vor Ablauf der Sperrfrist endet.

Share Awards werden seit dem Geschäftsjahr 2011 für Vorstände und ab dem Geschäftsjahr 2012 bzw. 2015 für bestimmte Führungskräfte und dann jeweils für jedes nachfolgende Geschäftsjahr (Zuteilungsjahr) gesondert zugeteilt. Im Geschäftsjahr 2016 erfolgte erstmals die Auszahlung von Share Awards, die im Geschäftsjahr 2011 den zuteilungsberechtigten Vorstandsmitgliedern zugeteilt worden waren. Im Geschäftsjahr 2017 erfolgte die erste Auszahlung an einen Teil der beteiligten Führungskräfte.

Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards bestimmt sich nach dem Wert je Aktie. Der Wert je Aktie richtet sich nach dem ungewichteten arithmetischen Mittelwert der XETRA-Schlusskurse. In den Bedingungen für die Berechtigten ist für die Berechnung ein Zeitraum von fünf Handelstagen vor bis fünf Handelstagen nach der Sitzung des Aufsichtsrats vorgesehen, in der der Konzernabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr gebilligt wird (Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung). Für Vorstände (ohne Hannover Rück SE) beträgt der Zeitraum abweichend davon 15 Handelstage vor und 15 Handelstage nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung, für die Führungskräfte der Hannover Rück SE wurde ein Zeitraum von 20 Handelstagen vor bis zehn Handelstagen nach der Konzern-Bilanzaufsichtsratssitzung vereinbart. Für die Talanx Share Awards wird der Wert je Aktie der Talanx AG, für die Hannover Rück Share Awards wird der Wert je Aktie der Hannover Rück SE zugrunde gelegt. Die so ermittelten Kurse bestimmen auch den Auszahlungswert der fälligen Share Awards. Die Gesamtzahl der zugeteilten Share Awards ergibt sich aus der Division des Betrags, der für die Zuteilung von Share Awards für den jeweiligen Berechtigten zur Verfügung steht, durch den Wert je Aktie, aufgerundet auf die nächste volle Aktie. Für die Führungskräfte des Talanx Konzerns (ohne Hannover Rück SE) wird für je vier volle Aktien eine weitere virtuelle Aktie zugeteilt. Für die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG und der wesentlichen Konzerngesellschaften sowie der Hannover Rück SE werden 20 %, für die Führungskräfte des Konzerns (inklusive Hannover Rück SE) entsprechend den Managementebenen 30 % bis 40 % der jeweils festgesetzten variablen Vergütung in Share Awards gewährt.

Die Zuteilung von Share Awards erfolgt automatisch, ohne dass es einer Erklärung bedarf. Für je einen Share Award wird nach Ablauf einer Sperrfrist von vier Jahren der für den Auszahlungszeitpunkt ermittelte Wert der Aktie gemäß zuvor genannten Definitionen gezahlt. Für die Wertberechnung gelten die Vorschriften des vorangegangenen Absatzes entsprechend. Der Betrag wird im Monat nach Ablauf des Zeitraums überwiesen, der für die Ermittlung des Wertes je Aktie nach den vorstehenden Absätzen maßgeblich ist. Für Führungskräfte des Talanx Konzerns, die seit 2015 an der Zuteilung von Share Awards teilnehmen, erfolgt die Auszahlung bis auf Weiteres nach Ablauf der Sperrfrist im Monat Juli.

Mit Zahlung des Wertes der Share Awards wird zusätzlich ein Betrag in Höhe der korrespondierenden Dividende gezahlt, sofern Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet wurden. Die Höhe der zu zahlenden Dividende entspricht der Summe aller während der Laufzeit der Share Awards ausgeschütteten Dividenden je Aktie, multipliziert mit der Anzahl der Share Awards, die zum Auszahlungszeitpunkt für den jeweiligen Berechtigten zur Auszahlung kommen. Im Falle einer vorzeitigen Auszahlung der Share Awards erfolgt die Auszahlung des Wertes der Dividenden nur für den Zeitraum bis zum Eintritt des Ereignisses, das die vorzeitige Auszahlung auslöst. Eine anteilige Berücksichtigung noch nicht ausgeschütteter Dividenden erfolgt nicht. Für Führungskräfte erfolgt die Auszahlung vertragsgemäß gegebenenfalls pro rata temporis bei unterjährigem Austritt.

Endet das Vorstandsmandat oder das Dienstverhältnis mit dem Mitglied des Vorstands, so behält der Zuteilungsberechtigte seine Ansprüche auf Zahlung des Wertes für bereits zugeteilte Share Awards nach dem Ablauf der jeweiligen Sperrfrist, es sei denn, die Beendigung beruht auf einer Amtsniederlegung bzw. Eigenkündigung des Berechtigten oder einer Kündigung/​Abberufung aus wichtigem Grund. Im Todesfall gehen die Ansprüche aus den bereits zugeteilten bzw. noch zuzuteilenden Share Awards auf die Erben über. Für die Führungskräfte (ohne Hannover Rück SE) gilt eine Unverfallbarkeit der bereits erworbenen Ansprüche.

Ein Anspruch auf Zuteilung von Share Awards nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen ist für Vorstände grundsätzlich ausgeschlossen. Dies gilt nicht im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen wegen Nichtwiederbestellung, Eintritt des Pensionsfalles oder Todesfall hinsichtlich der im letzten Jahr der Tätigkeit des Zuteilungsberechtigten erworbenen oder anteilig erworbenen Ansprüche auf variable Vergütung.

Für Vorstandsmitglieder des Konzerns gilt darüber hinaus seit dem 1. Januar 2021 eine Malus- und Clawback-Regelung. Bei vorsätzlichem Verstoß gegen Sorgfaltspflichten, wesentliche dienstvertragliche Pflichten oder wesentliche Handlungsgrundsätze der Gesellschaft kann der Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen die noch nicht ausbezahlte variable Vergütung teilweise oder vollständig reduzieren und die bereits ausgezahlte variable Vergütung bis zu fünf Jahre rückwirkend vollständig oder teilweise zurückfordern.

Der Share Award Plan wird im Konzern als anteilsbasierte Vergütung mit Barausgleich im Sinne des IFRS 2 bilanziert. Aufgrund der unterschiedlichen Berechnungsbasis der Talanx Share Awards und der Hannover Rück Share Awards werden die weiteren Angaben für die beiden Ausprägungen des Share-Award-Programms nachfolgend getrennt dargestellt:

Talanx Share Awards

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2022 2021
mit voraussichtlicher Zuteilung 2023 für 2022 endgültige Zuteilung 2022 für 2021 mit voraussichtlicher Zuteilung 2022 für 2021
Bewertungsstichtag Vorstand 30.12.2022 11.03.2022 30.12.2021
Wert je Share Award (in EUR) 44,32 39,31 42,54
Bewertungsstichtag Führungskräfte 30.12.2022 11.03.2022 30.12.2021
Wert je Share Award (in EUR) 44,32 38,59 42,54
Zuteilungen des jeweiligen Jahres in Stück 363.570 399.000 335.065
davon: Vorstand Talanx AG 109.503 111.823 94.363
davon: Vorstand übrige 150.270 184.655 146.774
davon: Führungskräfte 1 103.797 102.522 93.928

1 Unter den Führungskräften ist zudem ein weiterer Personenkreis erfasst (Risikoträger), der bereits seit dem Geschäftsjahr 2013 Share Awards erhält. Für diese Risikoträger existieren geringfügig modifizierte Zuteilungspläne, die aus Wesentlichkeitsgründen nicht im Detail erläutert werden

ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG DER TALANX SHARE AWARDS

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Zuteilungsjahr
In TEUR 2022 2021 2020 2019 2018 2017
Stand der Rückstellung zum 31.12.2020 - - 5.068 6.050 5.849 6.225
Zuführung 2021 - 7.895 2.646 3.202 2.587 2.429
Verbrauch 2021 - - - - - -
Auflösung 2021 - - 954 - - -
Stand der Rückstellung zum 31.12.2021 - 7.895 6.760 9.252 8.436 8.654
Zuführung 2022 9.932 5.974 1.137 1.154 844 -665
Verbrauch 2022 - - - - - 7.787
Auflösung 2022 - - - - - 202
Stand der Rückstellung zum 31.12.2022 9.932 13.869 7.897 10.406 9.280 -
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Zuteilungsjahr
In TEUR 2016 Gesamt
Stand der Rückstellung zum 31.12.2020 6.925 30.117
Zuführung 2021 920 19.679
Verbrauch 2021 7.845 7.845
Auflösung 2021 - 954
Stand der Rückstellung zum 31.12.2021 - 40.997
Zuführung 2022 - 18.376
Verbrauch 2022 - 7.787
Auflösung 2022 - 202
Stand der Rückstellung zum 31.12.2022 - 51.384

Der Personalaufwand für Share Awards der Vorstände wird periodengerecht über die relevante Laufzeit der Share Awards oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt.

Die im Personalaufwand erfasste Zuführung des Geschäftsjahres beträgt insgesamt 18,4 (19,7) Mio. EUR. Diese setzt sich aus dem Aufwand für die Share Awards des Geschäftsjahres 2022 sowie dem Dividendenanspruch und dem zusätzlich erdienten Anteil der in früheren Geschäftsjahren zugeteilten Share Awards zusammen. Ferner wird der Wert der Share Awards durch die Entwicklung des Aktienkurses beeinflusst. Die Summe der im Personalaufwand für frühere Geschäftsjahre enthaltenen Dividenden beträgt 1,6 (1,2) Mio. EUR. Berücksichtigt werden die ausgeschütteten Dividenden, erwartete Dividendenansprüche werden nicht einbezogen. Die Dividendenansprüche werden abgezinst bilanziert. Im Berichtsjahr wurden die im Jahr 2017 endgültig zugeteilten 175.235 Share Awards mit einem Wert von je 38,59 EUR zuzüglich des Dividendenanspruchs in Höhe von je 5,85 EUR an die zuteilungsberechtigten Vorstandsmitglieder und Führungskräfte ausgezahlt.

Hannover Rück Share Awards

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2022 2021
mit voraussichtlicher Zuteilung 2023 für 2022 endgültige Zuteilung 2022 für 2021 mit voraussichtlicher Zuteilung 2022 für 2021
Bewertungsstichtag Vorstand 30.12.2022 15.03.2022 30.12.2021
Wert je Share Award (in EUR) 185,50 148,86 167,15
Bewertungsstichtag Führungskräfte 30.12.2022 22.03.2022 30.12.2021
Wert je Share Award (in EUR) 185,50 159,54 167,15
Zuteilungen des jeweiligen Jahres in Stück 72.225 68.931 69.607
davon: Vorstand 27.658 27.977 25.130
davon: Führungskräfte 1 44.567 40.954 44.477

1 Im Talanx Konzern erhalten Führungskräfte der HDI Global Specialty Share Awards der Hannover Rück, die nicht in der Tabelle enthalten sind. Die endgültige Zuteilung 2022 für 2021 beträgt 1.880 Stück. Insgesamt beträgt der Stand 4.582 Stück

ENTWICKLUNG DER RÜCKSTELLUNG DER HANNOVER RÜCK SHARE AWARDS

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Zuteilungsjahr
In TEUR 2022 2021 2020 2019 2018 2017
Stand der Rückstellung zum 31.12.2020 - - 1.902 3.293 5.951 7.608
Zuführung 2021 - 2.638 1.863 2.688 3.500 3.595
Verbrauch 2021 - - - - - -
Auflösung 2021 - - - 655 710 608
Stand der Rückstellung zum 31.12.2021 - 2.638 3.765 5.326 8.741 10.595
Zuführung 2022 2.982 3.098 2.569 2.622 3.377 132
Verbrauch 2022 - - - - - 10.602
Auflösung 2022 - 131 107 139 41 125
Stand der Rückstellung zum 31.12.2022 2.982 5.605 6.227 7.809 12.077 -
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Zuteilungsjahr
In TEUR 2016 Gesamt
Stand der Rückstellung zum 31.12.2020 12.095 30.849
Zuführung 2021 1.227 15.511
Verbrauch 2021 13.322 13.322
Auflösung 2021 - 1.973
Stand der Rückstellung zum 31.12.2021 - 31.065
Zuführung 2022 - 14.780
Verbrauch 2022 - 10.602
Auflösung 2022 - 543
Stand der Rückstellung zum 31.12.2022 - 34.700

Der Personalaufwand für Share Awards der Vorstände wird periodengerecht über die relevante Laufzeit der Share Awards oder die kürzere Laufzeit der Dienstverträge, für Führungskräfte über die relevante Laufzeit der Share Awards verteilt.

Die im Personalaufwand erfasste Zuführung des Geschäftsjahres beträgt insgesamt 14,8 (15,5) Mio. EUR. Diese setzt sich aus dem Aufwand für die Share Awards des Geschäftsjahres 2021 sowie dem Dividendenanspruch und dem zusätzlich erdienten Anteil der in früheren Geschäftsjahren zugeteilten Share Awards zusammen. Ferner wird der Wert der Share Awards durch die Entwicklung des Aktienkurses beeinflusst. Die Summe der im Personalaufwand für frühere Geschäftsjahre enthaltenen Dividenden beträgt 1,3 (1,0) Mio. EUR. Berücksichtigt werden die ausgeschütteten Dividenden, erwartete Dividendenansprüche werden nicht einbezogen. Die Dividendenansprüche werden abgezinst bilanziert.

Im Berichtsjahr wurden die im Jahr 2017 endgültig zugeteilten 8.257 Share Awards des Vorstandes mit einem Wert von je 148,86 EUR zuzüglich des Dividendenanspruchs in Höhe von je 20,25 EUR an die zuteilungsberechtigten Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Die 51.165 Share Awards der Führungskräfte für das Geschäftsjahr 2017 wurden 2022 mit einem Wert von je 159,54 EUR zuzüglich 20,25 EUR Dividendenanspruch ausgezahlt.

Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten

Der Konzern hat im Rahmen einer Wertpapierleihe zum Stichtag Wertpapiere bilanziert, die im Tausch mit Sicherheiten in Form von Wertpapieren an Dritte verliehen wurden. Die verliehenen Wertpapiere werden weiterhin in der Bilanz angesetzt, da die wesentlichen Chancen und Risiken, die aus ihnen resultieren, im Konzern verbleiben, während die als Sicherheit erhaltenen Wertpapiere nicht bilanziert werden. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der verliehenen finanziellen Vermögenswerte der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" aus Wertpapierleihe-Geschäften 124 (186) Mio. EUR. Der beizulegende Zeitwert entspricht dem Buchwert. Ergebniswirksame Bestandteile dieser Geschäfte werden im "Kapitalanlageergebnis" bilanziert.

Des Weiteren hat der Konzern zum Stichtag Wertpapiere der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert, die mit einer Rücknahmeverpflichtung zu einem festgelegten Rückkaufswert an Dritte verkauft wurden (echte Pensionsgeschäfte), da die wesentlichen Risiken und Chancen aus den Finanzinstrumenten im Konzern verblieben sind. Zum Stichtag beträgt der Buchwert der übertragenen finanziellen Vermögenswerte aus Repo-Geschäften 244 (94) Mio. EUR und die dazugehörigen Verbindlichkeiten 250 (94) Mio. EUR. Ein enthaltener Unterschiedsbetrag zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und dem für die Rückübertragung vereinbarten Betrag wird über die Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im Kapitalanlageergebnis gezeigt.

Angaben zur vorübergehenden Befreiung von IFRS 9

Die folgende Tabelle stellt die zukünftig gemäß IFRS 9 zu bilanzierenden aktivischen Finanzinstrumente dar und unterteilt diese in eine Gruppe, die das Zahlungsstromkriterium für Finanzinstrumente erfüllt, sowie sonstige Finanzinstrumente. Diese umfassen neben den derzeit ergebniswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten und Investment Contracts insbesondere gehaltene Eigenkapitalinstrumente, Anteile an Investmentfonds, Derivate und komplexe strukturierte Produkte, die aufgrund ihrer Natur das in IFRS 9 verankerte Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen können. Das Zahlungsstromkriterium wird erfüllt, wenn die Vertragsbedingungen des Finanzinstrumentes zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbestand darstellen (Solely Payments of Principal and Interest - SPPI-Test).

ZEITWERTANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN IM ANWENDUNGSBEREICH DES IFRS 9

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In Mio. EUR Zeitwert 31.12.2022 Zeitwert 31.12.2021 Veränderung des Zeitwertes im Geschäftsjahr
Finanzinstrumente, die das SPPI-Kriterium erfüllen 1      
Darlehen und Forderungen 21.126 28.530 -6.227
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente 362 326 -23
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente      
Festverzinsliche Wertpapiere 79.896 88.922 -14.773
Nicht festverzinsliche Wertpapiere - - -
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 16 7 -
Übrige Kapitalanlagen 846 665 6
Sonstige Vermögenswerte 1.275 934 -
Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden - 9 -
Summe 103.521 119.393 -21.017
Alle sonstigen Finanzinstrumente      
Darlehen und Forderungen 191 306 -27
Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente - - -
Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente      
Festverzinsliche Wertpapiere 2.470 3.712 -416
Nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.106 3.765 -33
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente      
Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente 685 593 16
Zu Handelszwecken gehalten, Derivate 580 341 13
Zu Handelszwecken gehaltene sonstige Finanzinstrumente 128 164 -38
Übrige Kapitalanlagen 5.331 5.733 -30
Sonstige Vermögenswerte      
Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsinstrumente) 26 11 4
Übrige sonstige Vermögenswerte 66 79 6
Investmentverträge      
Darlehen und Forderungen 3 3 -
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 1.372 1.454 -33
Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen 2 11.902 13.687 -1.469
Laufende Guthaben und Kassenbestände 3.595 4.002 4
Gesamt 30.455 33.850 -2.003

1 Ohne Handelsbestände und ohne Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert gesteuert werden
2 Den Veränderungen des Zeitwertes stehen in gleicher Höhe die Veränderungen der "versicherungstechnischen Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherungen, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" gegenüber

AUSFALLRISIKOANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN IM ANWENDUNGSBEREICH DES IFRS 9

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In Mio. EUR Buchwert vor Wertberichtigungen 31.12.2022 Buchwert vor Wertberichtigungen 31.12.2021
Finanzinstrumente, die das Zahlungsstromkriterium erfüllen 1    
AAA 46.680 49.030
AA 17.178 20.842
A 17.729 18.569
BBB 18.322 20.727
BB und weniger (mehr als geringes Ausfallrisiko) 2.952 3.482
Ohne Rating    
Geringes Ausfallrisiko 2.672 2.325
Mehr als geringes Ausfallrisiko 1.547 1.473
Gesamt 107.080 116.448

1 Ohne Handelsbestände und ohne Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert gesteuert werden

Der beizulegende Zeitwert für Finanzinstrumente, die das Zahlungsstromkriterium erfüllen und nicht nur ein geringes Ausfallrisiko aufweisen, beläuft sich auf 4.604 (4.916) Mio. EUR.

Rechtsstreitigkeiten

Der gewöhnliche Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften kann gerichtliche und aufsichtsrechtliche Verfahren wie auch Schiedsverfahren nach sich ziehen. Abhängig von der Wahrscheinlichkeit eines daraus resultierenden Ressourcenabflusses und soweit dieser in seiner Höhe zuverlässig schätzbar ist, wird entweder eine Rückstellung erfasst oder eine Eventualverpflichtung (im Konzernanhang) angegeben. Gemäß Verfahrensgegenstand handelt es sich dabei in der Regel um versicherungstechnische Rückstellungen im Anwendungsbereich des IFRS 4 und in Ausnahmefällen um sonstige Rückstellungen. Prozesskosten (wie Anwalts-, Gerichts- und sonstige Nebenkosten) werden erst mit Kenntnis einer begründeten Klage passiviert. Ist die Inanspruchnahme aus einem Rechtsstreit nicht wahrscheinlich, wird eine Eventualverbindlichkeit angegeben.

Die Höhe und die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses schätzt der Konzern unter Berücksichtigung mehrerer Beurteilungskriterien. Diese beinhalten u. a. Art des Rechtsstreits, Stand des Verfahrens, Einschätzungen von Rechtsberatern, Entscheidungen von Gerichts- und Schiedsstellen, Gutachten, Erfahrungen des Konzerns aus ähnlichen Fällen sowie Erkenntnisse anderer Unternehmen, soweit bekannt.

Das OLG Düsseldorf hat im Gerling-Spruchverfahren zugunsten des Konzerns entschieden und die Anträge auf eine höhere Festsetzung der Abfindung im Rahmen des Squeezeouts (Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre auf den Hauptaktionär gegen eine Barabfindung) der Gerling-Konzern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln, vollständig zurückgewiesen.

Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine Rechtsstreitigkeiten, einschließlich der nachfolgend aufgeführten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Im Zusammenhang mit von der Hannover Rück angestrebten Ratenerhöhungen für ein Portfolio von US-amerikanischen Lebensrückversicherungsverträgen sind mit mehreren Zedenten Schiedsverfahren anhängig. Sollten diese Schiedsverfahren zugunsten der Hannover Rück entschieden werden, führte dies insgesamt zu Erträgen im mittleren zweistelligen Millionenbereich zum Zeitpunkt des Schiedsspruches. Negative Auswirkungen auf die Ertragslage im Falle eines Ausgangs des Verfahrens zuungunsten der Hannover Rück entstünden jedoch nicht.

Die jeweils gebildeten Rückstellungen für Prozessrisiken sowie die angegebenen Eventualverbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten decken nach unserer Einschätzung den zu erwartenden Aufwand ab.

Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären der Talanx AG zustehenden Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt. Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital verwässert werden.

ERGEBNIS JE AKTIE

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2022 2021
Auf die Aktionäre der Talanx AG entfallendes Jahresergebnis zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie (in Mio. EUR) 1.172 1.011
Gewichteter Durchschnitt der Anzahl ausstehender Stammaktien (in Stück) 253.100.747 252.822.497
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 4,63 4,00
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 4,63 4,00

Dividende je Aktie und Gewinnverwendungsvorschlag

Im Berichtsjahr wurde für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von 1,60 EUR je Aktie gezahlt. Dies entspricht insgesamt 405 Mio. EUR. Der Hauptversammlung am 4. Mai 2023 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von 2,00 EUR je Aktie zu zahlen. Dies entspricht insgesamt 507 Mio. EUR. Der Restbetrag des Bilanzgewinns der Talanx AG (657 Mio. EUR) wird in den Gewinnvortrag eingestellt.

Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten

Zum Stichtag bestehen für Kapitalanlageengagements Resteinzahlungsverpflichtungen in Höhe von 3.977 (3.247) Mio. EUR. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um noch nicht erfüllte Einzahlungsverpflichtungen aus Beteiligungszusagen an Private-Equity-Fonds und Venture-Capital-Gesellschaften.

Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG und die HDI Unterstützungskasse e. V. haften diverse Konzerngesellschaften anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse und der HDI Unterstützungskasse.

Die Mitgliedschaft mehrerer Konzerngesellschaften bei der Pharma Rückversicherungsgemeinschaft, der Deutschen Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft und der Verkehrsopferhilfe e. V. führt zu einer Inanspruchnahme entsprechend der Beteiligungsquote, wenn ein anderes Poolmitglied ausfallen sollte.

Zudem sind mehrere Konzerngesellschaften nach §§ 221 ff. VAG Mitglieder des Sicherungsfonds für Lebensversicherer, in diesem Zusammenhang bestehen Einzahlungsverpflichtungen sowie Beitragszahlungen in Höhe von 547 (615) Mio. EUR.

Im Rahmen ihrer regulären Geschäftstätigkeit geht unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Eventualverpflichtungen ein. Eine Reihe von Rückversicherungsverträgen von Konzerngesellschaften mit fremden Dritten enthält Patronatserklärungen, Garantien oder Novationsvereinbarungen, nach denen die Hannover Rück SE bei Eintritt bestimmter Konstellationen für die Verbindlichkeiten der jeweiligen Tochtergesellschaft garantiert bzw. in die Rechte und Pflichten der Tochtergesellschaft unter den Verträgen eintritt.

Die Anwendung steuerlicher Vorschriften kann zum Zeitpunkt der Bilanzierung der Steuerpositionen ungeklärt sein. Bei der Berechnung von Steuererstattungsansprüchen und Steuerverbindlichkeiten haben wir die nach unserer Auffassung wahrscheinlichste Anwendung zugrunde gelegt. Die Finanzverwaltung kann jedoch zu abweichenden Auffassungen gelangen, aus denen sich zukünftig zusätzliche steuerliche Verbindlichkeiten ergeben können. In diesem Zusammenhang bestehen für den Konzern Eventualverbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 73 (64) Mio. EUR. Dem gegenüber stehen Eventualforderungen aus Steuern in Höhe von 29 (25) Mio. EUR.

Umsatzerlöse

Die Erlöse aus den Verträgen mit Kunden im Anwendungsbereich des IFRS 15 werden überwiegend über einen Zeitraum realisiert und setzen sich wie folgt zusammen:

UMSATZKATEGORIE

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In Mio. EUR 2022 2021
Kapitalverwaltungsleistungen und Provisionen 1 266 275
Sonstige versicherungsnahe Dienstleistungen 1 157 138
Erträge aus Infrastrukturinvestments 2 85 60
Summe der Umsatzerlöse 3 508 473

Erlöse aus der Erbringung von Kapitalverwaltungsleistungen (Fondsverwaltung) inklusive damit im Zusammenhang stehender Provisionen in Höhe von 249 (254) Mio. EUR werden in der Berichtsperiode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden. Die Transaktionspreise bemessen sich nach den zugrunde liegenden Prozentsätzen in Verbindung mit dem Marktwert der verwalteten Fonds zum jeweiligen Monatsende und beinhalten im Wesentlichen keine variablen Vergütungsbestandteile. Die Umsatzrealisierung erfolgt, entsprechend der Leistungserbringung, zeitraumbezogen nach Ablauf der Zeit, weil der Kunde den Nutzen zeitgleich erhält und verbraucht. Die Verträge mit den Kunden beinhalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten. Weitere Provisionen in Höhe von 17 (21) Mio. EUR beinhalten Vermittlungsprovisionen, Performance Fees und ähnliche Vergütungsformen und werden überwiegend zeitpunktbezogen realisiert.

Die sonstigen versicherungsnahen Dienstleistungen beinhalten mit 95 (84) Mio. EUR überwiegend zeitraumbezogen realisierte Dienstleistungen. Diese umfassen insbesondere Verwaltungsdienstleistungen in Höhe von 48 (44) Mio. EUR. Die Transaktionspreise bemessen sich dabei im Wesentlichen an den zugrunde liegenden Rahmengebührensätzen sowie an einem prozentualen Bruttoprämienanteil. Die Erträge aus den hier beschriebenen Verwaltungsdienstleistungen werden gemäß vertraglicher Laufzeit im Wesentlichen über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren verdient und überwiegend zeitanteilig realisiert. Des Weiteren werden andere administrative Tätigkeiten für Konzernfremde durchgeführt und eine Vielzahl weiterer Dienstleistungen in einem jeweils unbedeutenden Umfang erbracht.

Im Geschäftsjahr wurden 62 (55) Mio. EUR aus zeitpunktbezogen realisierten sonstigen versicherungsnahen Dienstleistungen und in geringem Umfang aus dem Verkauf von Gütern generiert. Die Dienstleistungen umfassen insbesondere Führungsprovisionen für die Tätigkeit als Konsortialführer in Höhe von 41 (32) Mio. EUR.

Erträge aus den Infrastrukturinvestments beinhalten Stromerlöse, die durch Windparks generiert werden. Der Transaktionspreis bestimmt sich für die in der Berichtsperiode eingespeisten Strommengen nach den vertraglich festgelegten Einspeisevergütungen inklusive der jeweils gültigen Mindestvergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Umsatzrealisierung erfolgt basierend auf den in der Berichtsperiode eingespeisten Strommengen. Die Verträge mit den Kunden beinhalten keine signifikanten Finanzierungskomponenten.

1 Überwiegend zeitraumbezogene Umsatzrealisierung
2 Zeitraumbezogene Umsatzrealisierung
3 Die Erlöse werden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit 407 (398) Mio. EUR unter "10.a. Sonstige Erträge", mit 85 (60) Mio. EUR unter "9.a. Erträge aus Kapitalanlagen" und mit 16 (15) Mio. EUR im "Ergebnis aus Investmentverträgen" ausgewiesen

Mieten und Leasing

Leasingverhältnisse, bei denen die Konzerngesellschaften Mieter/​Leasingnehmer sind

Der Konzern mietet an vielen Standorten verschiedene Büroflächen, technische Anlagen und Büroausstattung. Weiterhin besteht ein langfristiger Grundstückspachtvertrag im Rahmen von fremdgenutztem Grundbesitz.

In der Bilanz wurden zum 31. Dezember 2022 folgende Nutzungsrechte im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen erfasst:

ENTWICKLUNG DER NUTZUNGSRECHTE

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In Mio. EUR Eigengenutzter Grundbesitz Infrastrukturinvestments Fremdgenutzter Grundbesitz
2022      
Buchwert zum 1.1.2022 377 22 34
Amortisationen 63 7 1
Zugänge 57 - -
Abgänge - - -
Veränderung des Konsolidierungskreises -1 - -
Währungskursänderungen 2 - 2
Buchwert zum 31.12.2022 371 16 35
2021      
Buchwert zum 1.1.2021 319 27 71
Amortisationen 68 5 1
Zugänge 87 - -
Abgänge 1 - -
Umgliederung 40 - -40
Veränderung des Konsolidierungskreises 1 - -
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 -1 - -
Währungskursänderungen - - 3
Buchwert zum 31.12.2021 377 22 34
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In Mio. EUR Betriebs- und Geschäftsausstattung Sonstige Nutzungsrechte Summe
2022      
Buchwert zum 1.1.2022 1 3 437
Amortisationen - 2 72
Zugänge - 2 59
Abgänge - - 1
Veränderung des Konsolidierungskreises - - -1
Währungskursänderungen - - 3
Buchwert zum 31.12.2022 1 3 426
2021      
Buchwert zum 1.1.2021 1 3 421
Amortisationen 1 2 76
Zugänge 1 2 90
Abgänge - - 1
Umgliederung - - -
Veränderung des Konsolidierungskreises - - 1
Veräußerungsgruppen gemäß IFRS 5 - - -1
Währungskursänderungen - - 2
Buchwert zum 31.12.2021 1 3 437

ENTWICKLUNG DER LEASINGVERBINDLICHKEITEN
(POSITION: ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN)

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In Mio. EUR 2022 2021
Stand zum 1.1. des Geschäftsjahres 462 437
Aufzinsungen 12 11
Zugänge 58 89
Abgänge 1 1
Tilgungen 67 79
Währungskursänderungen 3 4
Stand zum 31.12. des Geschäftsjahres 466 462

FÄLLIGKEIT DER LEASINGVERBINDLICHKEITEN

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In Mio. EUR 31.12.2022 31.12.2021
unter 1 Jahr 79 75
1 Jahr und länger 53 51
2 Jahre und länger 46 45
3 Jahre und länger 51 40
4 Jahre und länger 40 38
5 Jahre und länger 196 213
Gesamt 466 462

ZUSÄTZLICHE AUFWENDUNGEN AUS DEN LEASINGVERHÄLTNISSEN

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In Mio. EUR 2022 2021
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 2 1
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte 30 24
Aufwendungen aus variablen Leasingzahlungen - -

Im Geschäftsjahr ergaben sich keine wesentlichen Erträge aus Untermietverhältnissen sowie keine wesentlichen Gewinne oder Verluste aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen.

Die gesamten Auszahlungen für Leasingverhältnisse betrugen 67 (79) Mio. EUR und betreffen im Wesentlichen Auszahlungen für Leasingverhältnisse von eigengenutztem Grundbesitz in Höhe von 58 (72) Mio. EUR. Nicht kündbare zukünftige Mindestleasingauszahlungen im Rahmen bereits abgeschlossener, aber noch nicht begonnener Mietverhältnisse bestehen im Geschäftsjahr nicht.

Leasingverhältnisse, bei denen die Konzerngesellschaften Vermieter/​Leasinggeber sind

Der Gesamtbetrag aus der Vermietungstätigkeit unkündbarer Verträge beläuft sich in den folgenden Jahren auf 1.438 (1.268) Mio. EUR.

ZUKÜNFTIGE MIETEINNAHMEN

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In Mio. EUR 2022 2023 2024 2025 2026 Nachfolgend
Einnahmen 278 268 227 196 165 304

Die zukünftigen Mieteinnahmen resultieren im Wesentlichen aus der Vermietung von Objekten durch Immobiliengesellschaften im Segment Schaden-Rückversicherung wie auch aus der Vermietung von Immobilien in Deutschland durch Erstversicherungsunternehmen (vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben). Es handelt sich um operative Leasingverträge. Die Mieterträge im Geschäftsjahr betrugen 356 (298) Mio. EUR. Darin bestehen im Geschäftsjahr 5 (3) Mio. EUR Erträge aus variablen Leasingzahlungen, die nicht von einem Index oder Zinssatz abhängen.

Bezüge der Organe der Obergesellschaft

Zum Bilanzstichtag setzte sich der Vorstand aus 7 (6) aktiven Mitgliedern zusammen.

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen 15.808 (9.162) TEUR. Sie bestehen aus einer festen und einer variablen Vergütung. Die feste Vergütung wird in drei Bestandteilen, der Festvergütung, den Nebenleistungen und der Altersversorgung, gewährt. Die Festvergütung des Vorstands betrug für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt 5.985 (4.448) TEUR. Zusätzlich erhielt jedes Vorstandsmitglied bestimmte nicht leistungsbezogene Nebenleistungen in marktüblichem Rahmen, u. a. Dienstwagen und Versicherungsschutz. Die Summe der Nebenleistungen des Vorstands belief sich im Jahr 2022 auf 53 (65) TEUR. Die Altersversorgung des Vorstands ist überwiegend beitragsorientiert, lediglich für ein Vorstandsmitglied besteht eine endgehaltsbezogene Versorgungszusage. Insgesamt betrug der Altersversorgungsaufwand für den aktiven Vorstand für das Geschäftsjahr 2022 1.408 (1.640) TEUR. Die variable Vergütung des Vorstands belief sich auf insgesamt 9.770 (4.649) TEUR.

Im Rahmen des 2011 eingeführten anteilsbasierten Vergütungssystems hat der Vorstand für das Berichtsjahr Ansprüche auf virtuelle Aktien mit einem Zeitwert in Höhe von 4.337 (746) TEUR, dies entspricht 110.319 (20.503) Stück, aus dem Talanx Share-Award-Programm und einem Zeitwert in Höhe von 1.024 (269) TEUR, dies entspricht 6.554 (1.786) Stück, aus dem Hannover Rück Share-Award-Programm.

Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 3.969 (3.522) TEUR. Davon entfallen insgesamt 1.050 (438) auf Leistungen aus Anlass der Beendigung des Vertragsverhältnisses. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 34.255 (46.715) TEUR als Projected Benefit Obligations zurückgestellt.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen 2.600 (2.628) TEUR. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten ab dem 1. Januar 2021 eine reine Festvergütung.

Die Organmitglieder erhielten im Berichtsjahr keine Vorschüsse oder Kredite. Im Berichtsjahr bestanden auch keine weiteren, im Sinn des IAS 24 wesentlichen berichtspflichtigen Sachverhalte und vertraglichen Beziehungen zwischen Gesellschaften des Talanx Konzerns und den Organmitgliedern bzw. ihnen nahestehenden Personen. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden über die oben erwähnten Vergütungen als Aufsichtsratsmitglieder bei Konzernunternehmen hinaus auch keine Vergütungen oder Vorteile für persönlich erbrachte Leistungen gewährt.

Seit dem 1. Januar 2021 kommt für alle Vorstandsmitglieder ein neues Vergütungssystem zur Anwendung. Die Vergütung für den Vorstand teilt sich auch weiterhin in feste und variable Vergütungsbestandteile auf.

Bei einer Zielerreichung von 100 % besteht die Vergütung des Vorstands zu 40 % aus einem festen und zu 60 % aus einem variablen Anteil. Jedes Vorstandsmitglied hat eine marktübliche Zielvergütung, welche am jeweiligen Verantwortungsbereich und den für die Tätigkeit relevanten Kenntnissen und Erfahrungen orientiert ist. Der variable Teil der Vorstandsvergütung besteht seit dem 1. Januar 2021 zu 40 % aus einem Short-Term Incentive ("STI") und zu 60 % aus einem Long-Term Incentive ("LTI"), der in Form von sogenannten Talanx Performance Shares bzw. Hannover Rück Performance Shares gewährt wird.

Der Short-Term Incentive ist an dem geschäftlichen Erfolg der Talanx im jeweiligen Geschäftsjahr ausgerichtet. Grundlage für die Auszahlung aus dem STI bildet der vertraglich festgelegte STI-Zielbetrag, dem eine Gesamtzielerreichung von 100 % zugrunde liegt. Die Gesamtzielerreichung (inklusive eines individuellen Zu- bzw. Abschlags) kann Werte zwischen 0 % und 200 % annehmen. Der Auszahlungsbetrag aus dem STI ist auf 200 % des STI-Zielbetrags begrenzt. Finanzielles Leistungskriterium für den STI ist die Eigenkapitalrendite (Return on Equity) des Konzerns ("Konzern-RoE"). Daneben ist auch ein individueller Zu- bzw. Abschlag für den STI bestimmend. Dieser umfasst sowohl finanzielle als auch nicht finanzielle Leistungskriterien, insbesondere auch Nachhaltigkeitsziele. Die Festlegung der Höhe des Zu- bzw. Abschlags erfolgt durch den Aufsichtsrat nach pflichtgemäßem Ermessen, sie kann sich in einer Bandbreite von -25 Prozentpunkten bis +25 Prozentpunkten bewegen. Die Kriterien zur Ermittlung des individuellen Zu- bzw. Abschlags werden vom Aufsichtsrat jeweils im Voraus für das kommende Geschäftsjahr festgelegt und den Mitgliedern des Vorstands mitgeteilt.

Für eine detaillierte Erläuterung des Long-Term Incentive verweisen wir auf den Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütung". Die Auszahlung des Long-Term Incentive erfolgt am Ende der vierjährigen Performanceperiode im Kalenderjahr 2027.

IAS 24 sieht eine gesonderte Darstellung der Vergütungsbestandteile der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen des berichtenden Unternehmens vor. Im Einzelnen umfasst diese Personengruppe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Talanx AG. Die Vergütung des genannten Personenkreises stellt sich wie folgt dar:

MANAGEMENTVERGÜTUNG GEMÄSS IAS 24

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In TEUR 2022 2021
Gehälter und sonstige kurzfristig fällige Vergütungen 12.633 10.414
Andere langfristig fällige Leistungen 1 - 361
Gewährung von Aktien und anderen eigenkapitalbasierten Vergütungen 2 5.361 1.014
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1.050 438
Aufwendungen für die Altersversorgung 3 1.408 1.640
Gesamt 20.452 13.867

1 Angegeben ist der Wert des für das Berichtsjahr in die Bonusbank einzustellenden Anteils der erfolgsabhängigen Vergütung der Mitglieder des Vorstands
2 Angegeben ist der Wert der für das Berichtsjahr zu gewährenden Share Awards der Mitglieder des Vorstands
3 Angegeben ist der im Berichtsjahr für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen erfasste Personalaufwand (Service Cost bzw. jährlicher Finanzierungsbeitrag)

Rückstellungen bestehen insbesondere im Zusammenhang mit den Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie den Vergütungen für die LTI und STI. Zum 31. Dezember 2022 belaufen sich die Pensionsrückstellungen der nahestehenden Personen auf 10.313 (11.042) TEUR. Weiterhin bestehen Rückstellungen für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von 8.260 (4.654) TEUR, Rückstellungen für die Bonusbank in Höhe von 1.864 (2.370) TEUR und Rückstellungen für variable Barvergütung in Höhe von 3.995 (3.273) TEUR. Im Zusammenhang mit der Aufsichtsratsvergütung bestehen zum 31. Dezember 2022 Verbindlichkeiten in Höhe von 2.485 (2.488) TEUR.

Honorar des Abschlussprüfers

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC GmbH) wurde durch die ordentliche Hauptversammlung am 5. Mai 2022 zum Konzernabschlussprüfer im Sinne des § 318 HGB bestellt. Die Beauftragung durch den Aufsichtsrat erfolgte am 7. Juli 2022. Die von PwC GmbH und weltweiten Mitgliedsfirmen des globalen PwC-Netzwerkes im Berichtsjahr als Aufwand erfassten Honorare gliedern sich auf wie folgt:

HONORARE DER PWC

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PwC weltweit davon PwC GmbH
In Mio. EUR 2022 2021 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 35,2 20,4 19,5 9,3
Andere Bestätigungsleistungen 0,9 0,4 0,8 0,3
Steuerberatungsleistungen - - - -
Sonstige Leistungen 0,6 1,1 0,4 0,9
Gesamt 36,7 21,9 20,7 10,5

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der PwC GmbH beinhaltet vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen, die Prüfung des Vergütungsberichts, die prüferische Durchsicht des Zwischenberichts sowie Jahresabschlussprüfungen und Prüfungen der Solvabilitätsübersichten der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Im Jahr 2022 enthalten diese Leistungen zusätzlich die prüferische Begleitung der Einführung von IFRS 17. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen betriebswirtschaftliche Prüfungen auf Grundlage des International Standard on Assurance Engagements 3000 (ISAE 3000) sowie Untersuchungshandlungen auf Grundlage des International Standard on Assurance Engagements 4400 (ISAE 4400).

Der für die Durchführung des Prüfungsauftrags verantwortliche Wirtschaftsprüfer im Sinne von § 38 Abs. 2 Berufssatzung WP/​vBP in der Fassung vom 21. Juni 2016 ist Herr Mathias Röcker. Er war erstmals Auftragsverantwortlicher für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022.

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel: "Corporate Governance") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht worden (https:/​/​www.talanx.com/​de/​ talanx_​gruppe/​corporate_​governance/​entsprechenserklaerung).

Vorstand und Aufsichtsrat unserer börsennotierten Tochtergesellschaft Hannover Rück SE haben am 2. November 2022 die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären über die Veröffentlichung im Geschäftsbericht zugänglich gemacht. Auf der Homepage der Hannover Rück SE finden Sie neben der aktuellen auch alle bisherigen Entsprechenserklärungen der Gesellschaft (https:/​/​www.hannover-rueck.de/​189536/​entsprechenserklaerung).

Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres

Mit Kaufvertrag vom 16. November 2022 übernahm die HDI Sigorta A. $., Istanbul, Türkei, eine 100-prozentige Konzerntochter der HDI International AG, Hannover, Deutschland, im Segment Privat- und Firmenversicherung International 60 % der Anteile an Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ç. Istanbul, Türkei (im Januar 2023 umbenannt in HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ç. Istanbul, Türkei). Auf Basis der getroffenen Vereinbarungen wird der Konzern den Erwerb zum 16. Januar 2023 (Erstkonsolidierungszeitpunkt) abbilden. Der Kaufpreis (56 Mio. EUR) wurde vollständig in bar beglichen. Eine Aussage über die Höhe der erworbenen Vermögenswerte und Schulden, die Höhe des Goodwills sowie über den anzusetzenden Betrag für nicht beherrschende Anteile kann aufgrund des kurzen Zeitraums zwischen Erwerb und Aufstellung dieses Geschäftsberichtes nicht getroffen werden.

In den ersten Wochen des Jahres 2023 sind bereits einige Großschadenereignisse eingetreten. Dazu gehören insbesondere ein Erdbeben, welches in weiten Teilen der Türkei und Syriens schwere Zerstörungen hinterlassen hat, sowie schwere Überflutungen infolge extremer Regenfälle in der Region Auckland in Neuseeland. Ebenfalls richtete ein Zyklon Zerstörungen in Teilen Neuseelands an. Die Höhe der versicherten Schäden und die Beteiligung des Konzerns daran, lassen sich noch nicht zuverlässig abschätzen. Der Konzern geht jedoch zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Schadenbelastung aus diesen Ereignissen für den Konzern in der Größenordnung unseres anteiligen Großschadenbudgets für das 1. Quartal 2023 liegen wird.

Anteilsbesitz

Die nachfolgenden Angaben nehmen wir gemäß § 313 Abs. 2 HGB sowie gemäß IFRS 12.10 (a) (i) zum Konzernabschluss der Talanx AG vor.

1. IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE VERBUNDENE UNTERNEHMEN

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
Ampega Asset Management GmbH, Köln 3, 13 100,00
Ampega Investment GmbH, Köln 13 100,00
Ampega-nl-Euro-DIM-Fonds, Köln 16 100,00
Ampega-nl-Global-Fonds, Köln 16 100,00
Ampega-nl-Rent-Fonds, Köln 16 100,00
Ampega-Vienna-Bonds-Master-Fonds-Deutschland, Köln 16 100,00
cor F. 25. GmbH & Co. KG, Berlin 4 100,00
E+S Rückversicherung AG, Hannover 64,79
EURO-Rent 3 Master, Köln 16 100,00
FUNIS GmbH & Co. KG, Hannover 100,00
Gerling Immo Spezial 1, Köln 16 100,00
GKL SPEZIAL RENTEN, Köln 16 100,00
Hannover Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover 100,00
Hannover RE AA PE Partners III GmbH & Co. KG, Hannover 100,00
Hannover Re Euro RE Holdings GmbH, Hannover 100,00
Hannover Re Global Alternatives GmbH & Co. KG, Hannover 100,00
Hannover Re Global Holding GmbH, Hannover 100,00
Hannover Rück Beteiligung Verwaltungs-GmbH, Hannover 100,00
Hannover Rück SE, Hannover 50,22
HD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln 4 100,00
HDI AG, Hannover (vormals: HDI Service AG, Hannover) 3, 13 100,00
HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH, Köln 3, 13 100,00
HDI AI USD Beteiligungs-GmbH, Köln 3, 13 100,00
HDI Deutschland AG, Hannover 3, 13 100,00
HDI Deutschland Bancassurance Communication Center GmbH, Hilden 3, 13 100,00
HDI Deutschland Bancassurance GmbH, Hilden 3, 13 100,00
HDI Deutschland Bancassurance Kundenmanagement GmbH & Co. KG, Hilden 4 100,00
HDI Global Network AG, Hannover 13 100,00
HDI Global SE Absolute Return, Köln 16 100,00
HDI Global SE, Hannover 13 100,00
HDI Global Specialty Holding GmbH, Hannover 13 100,00
HDI Global Specialty SE, Hannover 100,00
HDI Globale Equities, Köln 16 100,00
HDI International AG, Hannover 3, 13 100,00
HDI Lebensversicherung AG, Köln 100,00
HDI next GmbH, Rostock 3,13 100,00
HDI Pensionsfonds AG, Hilden (vormals: PB Pensionsfonds AG, Hilden) 13 100,00
HDI Pensionskasse AG, Köln 100,00
HDI Pensionsmanagement AG, Köln 3, 13 100,00
HDI Risk Consulting GmbH, Hannover 3, 13 100,00
HDI Versicherung AG, Hannover 13 100,00
HDI-Gerling Sach Industrials Master, Köln 16 100,00
HGLV-Financial, Köln 16 100,00
HINT Europa Beteiligungs AG & Co. KG, Hannover 4 100,00
HLV Aktien, Köln 16 100,00
HLV Alternative Investment Beteiligungen (HLV AIF)/​279, Köln 16 100,00
HLV Municipal Fonds, Köln 16 100,00
HLV Real Assets GmbH & Co. KG, Köln 4 100,00
HNG Hannover National Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG, Hannover 4 100,00
HPK Alternative Investment Beteiligungen/​283, Köln 16 100,00
HPK Corporate, Köln 16 100,00
HPK Köln offene Investment GmbH & Co. KG, Köln 100,00
HR AI Komplementär GmbH, Hannover 100,00
HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG, München 5 99,99
HR GLL Central Europe Holding GmbH, München 9 100,00
HV Aktien, Köln 16 100,00
Infrastruktur Ludwigsau GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Leben Köln offene Investment GmbH & Co. KG 1, Köln 100,00
Leben Köln offene Investment GmbH & Co. KG 3, Köln 100,00
Leben Köln offene Investment GmbH & Co. KG 5, Köln 100,00
Lifestyle Protection AG, Hilden 13 100,00
Lifestyle Protection Lebensversicherung AG, Hilden 13 100,00
LPV Lebensversicherung AG, Hilden (vormals: PB Lebensversicherung AG, Hilden) 13 100,00
LPV Versicherung AG, Hilden (vormals: PB Versicherung AG, Hilden) 13 100,00
neue leben Holding AG, Hamburg 67,50
neue leben Lebensversicherung AG, Hamburg 13 100,00
neue leben Unfallversicherung AG, Hamburg 13 100,00
NL Leben offene Investment GmbH & Co. KG, Köln 100,00
nl LV Alternative Investment Beteiligungen (NLL AIF)/​281, Köln 16 100,00
nl LV Municipal Fonds, Köln 16 100,00
NL Master, Köln 16 100,00
PB Leben offene Investment GmbH & Co. KG 2, Köln 100,00
PB Leben offene Investment GmbH & Co. KG 3, Köln 100,00
PBL Alternative Investment Beteiligungen/​282, Köln 16 100,00
Qualität & Sicherheit, Köln 16 100,00
Riethorst Grundstücksgesellschaft AG & Co. KG, Hannover 4 100,00
TAL Aktien, Köln 16 100,00
TAL Alternative Investment Beteiligungen (TAL AIF)/​280, Köln 16 100,00
Talanx AG, Hannover 100,00
Talanx Deutschland Real Estate Value, Köln 16 100,00
Talanx Infrastructure France 1 GmbH, Köln 100,00
Talanx Infrastructure France 2 GmbH, Köln 100,00
Talanx Infrastructure Portugal 2 GmbH, Köln 100,00
Talanx Reinsurance Broker GmbH, Hannover 3, 13 100,00
TAL-Corp, Köln 16 100,00
TARGO Leben offene Investment GmbH & Co. KG, Köln 100,00
TARGO Lebensversicherung AG, Hilden 13 100,00
TARGO Versicherung AG, Hilden 13 100,00
TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln 100,00
TD-BA Private Equity GmbH & Co. KG, Köln 4 100,00
TD-BA Private Equity Sub GmbH, Köln 100,00
TD-Sach Private Equity GmbH & Co. KG, Köln 4 100,00
Windfarm Bellheim GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Windpark Mittleres Mecklenburg GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Windpark Parchim GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Windpark Rehain GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Windpark Sandstruth GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Windpark Vier Fichten GmbH & Co. KG, Köln 100,00
WP Berngerode GmbH & Co. KG, Köln 100,00
WP Mörsdorf Nord GmbH & Co. KG, Köln 100,00
Ausland  
101BOS LLC, Wilmington, USA 6 100,00
111ORD, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
140EWR, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
193 BCN, S. L., Madrid, Spanien 9 100,00
590ATL LLC, Wilmington, USA 6 100,00
1600FLL LLC, Wilmington, USA 6 100,00
2530AUS LLC, Wilmington, USA 6 100,00
320AUS LLC, Wilmington, USA 6 100,00
3290ATL LLC, Wilmington, USA 6 100,00
3541 PRG s. r. o., Prag, Tschechien 9 100,00
402 Santa Monica Blvd, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
7550BWI LLC, Wilmington, USA 6 100,00
7550IAD LLC, Wilmington, USA 6 100,00
7653BWI LLC, Wilmington, USA 6 100,00
7659BWI LLC, Wilmington, USA 6 100,00
92601 BTS s. r. o., Bratislava, Slowakei 9 100,00
975 Carroll Square, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
Akvamarin Beta, s. r. o., Prag, Tschechien 9 100,00
Annuity Reinsurance Cell A1 (ARCA1), Hamilton, Bermuda 100,00
APCL Corporate Director No. 1 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
APCL Corporate Director No. 2 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Apoquindo 5400 Chile Holding S. A., Santiago, Chile 6 100,00
Apoquindo CL SpA, Santiago, Chile 6 100,00
Argenta Continuity Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta General Partner II LLP, Edinburgh, Großbritannien 8 100,00
Argenta General Partner Limited, Edinburgh, Großbritannien 8 100,00
Argenta Holdings Limited, London, Großbritannien 5 100,00
Argenta LLP Services Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Private Capital Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Secretariat Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta SLP Continuity Limited, Edinburgh, Großbritannien 8 100,00
Argenta Syndicate Management Limited, Großbritannien 8 100,00
Argenta Tax & Corporate Services Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting Asia Pte. Ltd., Singapore, Singapur 8 100,00
Argenta Underwriting (Europe) Limited, Dublin, Irland 8 100,00
Argenta Underwriting No. 1 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 2 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 3 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 4 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 7 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 9 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 10 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Argenta Underwriting No. 11 Limited, London, Großbritannien 8 100,00
ASF Spectrum Limited, George Town, Kaimaninseln 10 100,00
Broadway 101, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
Callisto, Mailand, Italien 9, 16 100,00
CC Aeolus Pte. Ltd., Singapur, Singapur 10 100,00
Commercial & Industrial Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 85,00
Compass Insurance Company Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 100,00
Ferme Eolienne des Mignaudieres SNC, Toulouse, Frankreich 100,00
Ferme Eolienne du Confolentais SNC, Toulouse, Frankreich 100,00
Fiba Sigorta A. S., Istanbul, Türkei 50,00
Film & Entertainment Underwriters SA (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 100,00
Firedart Engineering Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 100,00
Fountain Continuity Limited, Edinburgh, Großbritannien 8 100,00
FRACOM FCP, Paris, Frankreich 16 100,00
Funderburk Lighthouse Limited, Grand Cayman, Kaimaninseln 100,00
Garagesure Consultants and Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 90,00
Gente Compania de Soluciones Profesionales de México, S. A. de C. V., Leon, Mexiko 100,00
Glencar Insurance Company, Orlando, USA 100,00
Glencar Underwriting Managers, Inc., Chicago, USA 100,00
GLL HRE CORE Properties, L. P., Wilmington, USA 6 99,90
Hannover Finance, Inc., Wilmington, USA 100,00
Hannover Finance (Luxembourg) S. A., Leudelange, Luxemburg 100,00
Hannover Finance (UK) Ltd., London, Großbritannien 100,00
Hannover Life Reassurance Company of America (Bermuda) Ltd., Hamilton, Bermuda 100,00
Hannover Life Reassurance Company of America, Orlando, USA 100,00
Hannover Life Re of Australasia Ltd., Sydney, Australien 100,00
Hannover Re (Bermuda) Ltd., Hamilton, Bermuda 100,00
Hannover Re Holdings (UK) Ltd., London, Großbritannien 100,00
Hannover Re (Ireland) Designated Activity Company, Dublin, Irland 100,00
Hannover Re Real Estate Holdings, Inc., Orlando, USA 5 100,00
Hannover Re South Africa Limited, Johannesburg, Südafrika 7 100,00
Hannover Africa Limited, Johannesburg, Südafrika 7, 15 100,00
Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 5 100,00
Hannover ReTakaful B. S. C. (c), Manama, Bahrain 100,00
Hannover Services (UK) Ltd., London, Großbritannien 100,00
HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien 100,00
HDI Global Insurance Company, Chicago, USA 100,00
HDI Global SA Ltd., Johannesburg, Südafrika 100,00
HDI Global Seguros S. A., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,00
HDI Global Seguros S. A., Sao Paulo, Brasilien 100,00
HDI Immobiliare S. r. l., Rom, Italien 100,00
HDI Italia, S. p. A., Mailand, Italien 100,00
HDI Katilim Sigorta A. S., Istanbul, Türkei 100,00
HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, Irland 100,00
HDI Seguros de Garantia y Crédito S. A., Las Condes, Chile 99,85
HDI Seguros S. A., Bogota, Kolumbien 99,06
HDI Seguros S. A., Buenos Aires, Argentinien 100,00
HDI Seguros S. A. de C. V., Leon, Mexiko 99,76
HDI Seguros S. A., Las Condes, Chile 99,95
HDI Seguros S. A., Montevideo, Uruguay 100,00
HDI Seguros S. A., Sao Paulo, Brasilien 100,00
HDI Sigorta A. S., Istanbul, Türkei 100,00
HDI Specialty Insurance Company, Illinois, USA 100,00
HDI Versicherung AG (Österreich), Wien, Österreich 100,00
Highgate Sp. z o. o., Warschau, Polen 9 100,00
Hospitality Industrial and Commercial Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 85,00
HR GLL CDG Plaza S. r. l., Bukarest, Rumänien 9 100,00
HR GLL Europe Holding S. à r. l., Luxemburg, Luxemburg 9 100,00
HR GLL Griffin House SPÖLKA Z OGRANICZONA ODPOWIEDZIALNÖSCIA, Warschau, Polen 9 100,00
HR GLL Liberty Corner SPÖLKA Z OGRANICZONA ODPOWIEDZIALNÖSCIA, Warschau, Polen 9 100,00
HR GLL Roosevelt Kft, Budapest, Ungarn 9 100,00
HR US Infra Debt LP, George Town, Kaimaninseln 99,99
HR US Infra Equity LP, Wilmington, USA 6 99,99
HRE Core Properties Chile Holding SpA, Santiago, Chile 6 100,00
ICAV Amissima Multi Credit Assets, Mailand, Italien 16 100,00
INCHIARO LIFE Designated Activity Company, Dublin, Irland 100,00
Infrastorm Co-Invest 1 SCA, Luxemburg, Luxemburg 100,00
InLinea S. p. A., Rom, Italien 100,00
Integra Insurance Solutions Limited, Bradford, Großbritannien 100,00
Inter Hannover (No. 1) Limited, London, Großbritannien 100,00
Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile 100,00
KBC ALFA Specjalistyczny Fundusz Inwestycyjny Otwarty, Warschau, Polen 16 100,00
Landmark Underwriting Agency (Pty) Ltd., Bloemfontein, Südafrika 7 65,50
Le Chemin de La Milaine S. N. C, Lille, Frankreich 100,00
Leine Investment General Partner S. à r. l., Luxemburg, Luxemburg 100,00
Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg, Luxemburg 100,00
Le Louveng S. A. S., Lille, Frankreich 100,00
Le Souffle des Pellicornes S. N. C, Lille, Frankreich 100,00
Les Vents de Malet S. N. C, Lille, Frankreich 100,00
Lireas Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 70,00
M8 Property Trust, Sydney, Australien 10 100,00
Magdalena CL SpA, Santiago, Chile 6 100,00
Magdalena Chile Holding S. A., Santiago, Chile 6 100,00
Magyar Posta Biztosito Zrt., Budapest, Ungarn 66,93
Magyar Posta Eletbiztosito Zrt., Budapest, Ungarn 66,93
Markham Real Estate Partners (KSW) Pty Limited, Sydney NSW, Australien 10 100,00
Morea Limited Liability Company, Tokio, Japan 10 99,00
MUA Insurance Acceptances (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika 7 85,00
Names Taxation Service Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Nashville West, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
Ombu CL SpA, Santiago, Chile 6 100,00
Ombu Chile Holding S. A., Santiago, Chile 6 100,00
PAG Real Estate Asia Select Fund Limited, George Town, Kaimaninseln 5 100,00
Peace G. K., Tokio, Japan 10 99,00
Perola Negra FIP Multiestratégia IE, São Paulo, Brasilien 16 100,00
Protecciones Esenciales S. A., Buenos Aires, Argentinien 100,00
Real Assist (Pty) Ltd., Pretoria, Südafrika 7 51,00
Residual Services Corporate Director Limited, London, Großbritannien 8 100,00
Residual Services Limited, London, Großbritannien 8 100,00
River Terrace Parking, LLC, Wilmington, USA 6 100,00
Rocky G. K., Tokio, Japan 10 99,00
Saint Honoré Iberia S. L., Madrid, Spanien 100,00
Sand Lake Re, Inc., Burlington, USA 100,00
Santander Auto S. A., São Paulo - Vila Olimpia, Brasilien 50,00
Star Grafton One S. à r. l., Luxemburg, Luxemburg 100,00
SUM Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 15 100,00
Svedea AB, Stockholm, Schweden 100,00
Towarzystwo Ubezpieczen Europa S. A., Breslau, Polen 50,00
Towarzystwo Ubezpieczen i Reasekuracji WARTA S. A., Warschau, Polen 75,74
Towarzystwo Ubezpieczen na Zycie Europa S. A., Breslau, Polen 100,00
Towarzystwo Ubezpieczen na Zycie "WARTA" S. A., Warschau, Polen 100,00
Transit Underwriting Managers (Pty) Ltd., Durban, Südafrika 7 90,00
Ubitech Hub Pte. Ltd., Singapur, Singapur 10 100,00

2. IN DEN KONZERNABSCHLUSS WEGEN UNTERGEORDNETER BEDEUTUNG NACH IFRS NICHT EINBEZOGENE VERBUNDENE UNTERNEHMEN

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
Ampega BasisPlus Rentenfonds I, Köln 16 33,33
Fair Claims GmbH, Hannover 13 100,00
FVB Gesellschaft für Finanz- und Versorgungsberatung mbH, Osnabrück 13 100,00
HDI Deutschland Bancassurance Kundenmanagement Komplementär GmbH, Hilden 100,00
HDI Global Specialty Schadenregulierung GmbH, Hannover 13 100,00
HEPEP IV Komplementär GmbH, Köln 100,00
HILSP Komplementär GmbH, Hannover 100,00
HINT Beteiligungen GmbH, Hannover 100,00
Infrastruktur Windpark Vier Fichten GbR, Bremen 83,34
IVEC Institutional Venture and Equity Capital GmbH, Köln 100,00
mantel + schölzel AG, Kassel 13 100,00
mertus 313. GmbH, Frankfurt am Main 100,00
Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH, Köln 100,00
Talanx Infrastructure Portugal GmbH, Köln 100,00
TAM AI Komplementär GmbH, Köln 100,00
SSV Schadenschutzverband GmbH, Hannover 13 100,00
Ausland  
Bristol Re Ltd., Hamilton, Bermuda 100,00
Danae, Inc., Wilmington, USA 100,00
Desarrollo de Consultores Profesionales en Seguros S. A. de C. V., Leon, Guanajuato, Mexiko 100,00
Dynastic Underwriting Limited, London, Großbritannien 100,00
Hannover Mining Engineering Services LLC, Itasca, USA 100,00
Hannover Re Consulting Services India Private Limited, Mumbai, Indien 100,00
Hannover Re Risk Management Services India Private Limited, Neu-Delhi, Indien 100,00
Hannover Re Services Italy S. r. l., Mailand, Italien 100,00
Hannover Re Services Japan, Tokio, Japan 100,00
Hannover Re Services USA, Inc., Itasca, USA 100,00
Hannover Risk Consultants B. V., Rotterdam, Niederlande 100,00
Hannover Rück SE Escritorio de Representação no Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brazil 100,00
Hannover Services (México) S. A. de C. V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100,00
HDI Global Insurance Limited Liability Company, Moskau, Russland 100,00
HDI Global Network AG Escritorio de Representação no Brasil Ltda, Sâo Paulo, Brazil 100,00
H DI GLOBAL SE - UK SERVICES LIMITED, London, Großbritannien 100,00
Heuberg S. L. U., Barcelona, Spanien 100,00
H. J. Roelofs Assuradeuren B. V. , Rotterdam, Niederlande 100,00
HR Hannover Re, Correduria de Reaseguros, S. A., Madrid, Spanien 100,00
Svedea Skadeservice AB, Stockholm, Schweden 100,00

3. STRUKTURIERTE UNTERNEHMEN, IN DEN KONZERNABSCHLUSS GEMÄSS IFRS 10 EINBEZOGEN

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%-Anteil am Kapital 1
Kaith Re Ltd., Hamilton, Bermuda 90,40
Kubera Insurance (SAC) Ltd., Hamilton, Bermuda 100,00
LI RE, Hamilton, Bermuda 100,00

4. IN DEM KONZERNABSCHLUSS AT EQUITY BEWERTETE ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
HANNOVER Finanz GmbH, Hannover 27,78
neue leben Pensionskasse AG, Hamburg 49,00
WeHaCo Unternehmensbeteiligungs-GmbH, Hannover 40,00
Ausland  
Clarendon Transport Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 32,67
IBERIA IIRMOSOIAR 1, S. L., Badajoz, Spanien 71,06
Inqaku FC (Pty) Ltd, Johannesburg, Südafrika 7 21,03
Investsure Technologies Proprietary Limited, Johannesburg, Südafrika 7 32,26
Monument Insurance Group Limited, Hamilton, Bermuda 20,00
PVI Holdings Joint Stock Corporation, Cau Giay, Vietnam 51,01

5. WEGEN UNTERGEORDNETER BEDEUTUNG NICHT AT EQUITY IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
AMANIKI GmbH, Frankfurt am Main 49,90
HMG Amerigo-Vespucci-Platz 2 GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg 50,00
HMG Frankfurter Straße 100 GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg 50,00
HMG Gasstraße 25 GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg 40,24
VOV GmbH, Köln 35,25
Ausland  
Assi 90 S. r. l., Mailand, Italien 15 39,75
Bond I. T. Ltd., Herzliya, Israel 21,94
Escala Braga - Sociedade Gestora de Edificio, S. A., Braga, Portugal 49,00
Escala Parque - Gestão de Estacionamento, S. A., Linho, Portugal 49,00
Escala Vila Franca - Sociedade Gestora de Edificio, S. A., Linho, Portugal 49,00
Falcon Risk Holdings LLC, Dallas, USA 40,00
PNH Parque - Do Novo Hospital, S. A., Linho, Portugal 49,00
Reaseguradora del Ecuador S. A., Guayaquil, Ecuador 30,00
Trinity Underwriting Managers Limited, Toronto, Kanada 20,37

6. IN DEN KONZERNABSCHLUSS AT EQUITY EINBEZOGENE GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
DDBR1, Köln 50,00
MR Beteiligungen 23. GmbH, München 50,00
Ausland  
Magma HDI General Insurance Company Ltd., Kalkutta, Indien 15,18

7. WEGEN UNTERGEORDNETER BEDEUTUNG NICHT IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
Finance-Gate Software GmbH, Berlin 40,00
Ausland  
C-QUADRAT Ampega Asset Management Armenia LLC, Eriwan, Armenien 25,10

8. BETEILIGUNGEN

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%-Anteil am Kapital 1 Eigenkapital 2
in Tausend
Ergebnis vor Gewinnabführung 2
in Tausend
Inland        
Hannover America Private Equity Partners II GmbH & Co. KG, Hannover 12 14,45 EUR 1.028.260 92.183
Hannover Re Euro PE Holdings GmbH & Co. KG, Hannover 12 14,45 EUR 586.402 52.812
IGEPA Gewerbepark GmbH & Co. Vermietungs KG, Fürstenfeldbruck 37,50 EUR -17.264 3.094
Neue SEBA Beteiligungsgesellschaft mbH, Nürnberg 17 18,63 - - -
Ausland        
Credit Suisse (Lux) Gas TransitSwitzerland SCS, Luxemburg, Luxemburg 60,15 EUR 154.835 18.788
Different Technology (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 12 12,30 ZAR 27.046 -878
FLS Group AG, Baar, Schweiz 11 19,73 - - -
Ignite Thailand Holdings Ltd., Hong Kong, China 11 15,11 - - -
Kopano Ventures (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 14 29,05 - - -
Meribel Mottaret Limited, St. Helier, Jersey 17 18,96 - - -
Mosaic Insurance Holdings Limited, Hamilton, Bermuda 15,00 USD 120.312 36.535
Pineapple Tech (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 14,68 ZAR 57.000 -30.131
Sureify Labs, Inc., Wilmington, USA 10,01 USD 7.112 4.974
SWISS INSUREVOLUTION PARTNERS Holding (FL) AG, Triesen, Liechtenstein 15 15,00 - - -
YOUPLUS Holding AG, Zürich, Schweiz (vormals: SWISS INSUREVOLUTION PARTNERS Holding (CH) AG, Zürich, Schweiz) 17 15,00 - - -

9. BETEILIGUNGEN AN GROSSEN KAPITALGESELLSCHAFTEN, BEI DENEN DIE BETEILIGUNG 5 % DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITET

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%-Anteil am Kapital 1
Inland  
Extremus Versicherungs-AG, Köln 13,00
M 31 Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Energie KG, Düsseldorf 8,90
Ausland  
Acte Vie S. A. Schiltigheim, Frankreich 9,38

1 Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach Maßgabe des § 16 Abs. 2 und 4 AktG
2 Die Werte entsprechen den Jahresabschlüssen der Gesellschaften nach jeweiligem lokalem Recht bzw. nach internationaler Rechnungslegung; abweichende Währungen sind angegeben
3 Die Erleichterungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB wurden in Anspruch genommen
4 Die Befreiungsvorschrift gemäß § 264b HGB wurde in Anspruch genommen
5 Die Gesellschaft erstellt einen eigenen Teilkonzernabschluss
6 In den Teilkonzernabschluss der Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. einbezogen
7 In den Teilkonzernabschluss der Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd. einbezogen
8 In den Teilkonzernabschluss der Argenta Holdings Limited einbezogen
9 In den Teilkonzernabschluss der HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG einbezogen
10 In den Teilkonzernabschluss der PAG Real Estate Asia Select Fund Limited einbezogen
11 Die Gesellschaft wurde im Berichtsjahr gegründet - es liegt noch kein Geschäftsbericht/​ Jahresabschluss vor
12 Zahlen zum Geschäftsjahresende 2022 vorläufig/​untestiert
13 Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag
14 Die Gesellschaft ist inaktiv
15 Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation
16 Investmentfonds
17 Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis unterbleiben gemäß § 313 Abs. 3 HGB

Wesentliche Zweigniederlassungen des Konzerns

Wir definieren die Zweigniederlassung einer Konzerngesellschaft als einen nicht rechtsfähigen, von der Konzerngesellschaft räumlich und organisatorisch getrennten Unternehmensteil, der im Innenverhältnis weisungsgebunden agiert und im Markt selbstständig auftritt.

Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Gesellschaften des Talanx Konzerns unterhalten Zweigniederlassungen, die wir für das Verständnis der Lage des Konzerns als wesentlich betrachten.

WESENTLICHE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DES KONZERNS

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Gebuchte Bruttoprämien 1
in Tausend
Hannover Rück SE    
Hannover Re UK Life Branch, London, Großbritannien EUR 366.363
Hannover Rück SE India Branch, Mumbai, Indien EUR 262.601
Hannover Rück SE Canadian Branch, Toronto, Kanada EUR 706.476
Hannover Rück SE Korea Branch, Seoul, Südkorea EUR 46.195
Hannover Rück SE Shanghai Branch, Shanghai, China EUR 2.099.557
Hannover Rück SE Succursale Française, Paris, Frankreich EUR 907.594
Hannover Rück SE Hong Kong Branch, Wanchai, Hongkong EUR 312.902
Hannover Rück SE Tyskland Filial, Stockholm, Schweden EUR 383.375
Hannover Rueck SE Australian Branch, Sydney, Australien EUR 754.282
Hannover Rueck SE Bahrain Branch, Manama, Bahrain EUR 166.244
Hannover Rueck SE Malaysian Branch, Kuala Lumpur, Malaysia EUR 1.245.137
HDI Global SE    
HDI Global SE - Australian Branch, Sydney, Australien EUR 198.839
HDI Global SE - Branch for Belgium, Brüssel, Belgien EUR 220.719
HDI Global SE - Direction pour la France, Paris, Frankreich EUR 507.358
HDI Global SE - the Netherlands, Amsterdam, Niederlande EUR 285.125
HDI Global SE - UK, London, Großbritannien EUR 380.240
HDI Lebensversicherung AG    
HDI Lebensversicherung AG - Niederlassung Österreich, Wien, Österreich 2 EUR 86.808
HDI Versicherung AG (Österreich)    
HDI Versicherung AG (Österreich) - Niederlassung Tschechien EUR 22.640
HDI Global Specialty SE    
HDI Global Specialty SE, Australian Branch, Sydney, Australien EUR 323.521
HDI Global Specialty SE, Canadian Branch, Toronto, Kanada EUR 213.043
HDI Global Specialty SE, Scandinavian Branch, Stockholm, Schweden EUR 525.028
HDI Global Specialty SE, UK Branch, London, Großbritannien EUR 884.985

1 Zahlen vor Konsolidierung
2 Zahlen zum Geschäftsjahresende 2022 vorläufig/​untestiert

Darüber hinaus unterhalten andere Gesellschaften des Talanx Konzerns weitere, einzeln und insgesamt für den Konzern als nicht wesentlich einzustufende Zweigniederlassungen.

Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 28. Februar 2023 in Hannover.

 

Der Vorstand

Torsten Leue, Vorsitzender

Jean-Jacques Henchoz

Dr. Wilm Langenbach

Dr. Edgar Puls

Caroline Schlienkamp

Jens Warkentin

Dr. Jan Wicke

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Talanx AG zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Hannover, den 28. Februar 2023

Der Vorstand

Torsten Leue, Vorsitzender

Jean-Jacques Henchoz

Dr. Wilm Langenbach

Dr. Edgar Puls

Caroline Schlienkamp

Jens Warkentin

Dr. Jan Wicke

Weitere Informationen

Glossar und Kennzahlendefinitionen

Abschlusskosten, abgegrenzte

Kosten bzw. Aufwendungen, die einem Versicherungsunternehmen beim Abschluss oder bei der Verlängerung von Versicherungsverträgen entstehen (z. B. Abschlussprovision, Kosten der Antrags- oder Risikoprüfung). Die Abgrenzung von Abschlusskosten führt zu einer Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit.

Annual Premium Equivalent - APE

Jahresbeitragsäquivalent. Messgröße für das Neugeschäft in der Lebensversicherung.

Asset-Management

Kapitalanlageverwaltung. Betreuung und Steuerung von Kapitalanlagen nach Risiko- und Ertragsgesichtspunkten.

Assoziiertes Unternehmen

Unternehmen, das nicht durch Vollkonsolidierung, sondern im Allgemeinen nach der > Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen ist und auf dessen Geschäfts- oder Firmenpolitik ein in den Konzernabschluss einbezogenes Unternehmen maßgeblichen Einfluss hat.

Aufwendungen für Versicherungsleistungen

Summe aus gezahlten Schäden und den Rückstellungen für im Geschäftsjahr eingetretene Schadenereignisse, ergänzt um das Ergebnis der Abwicklung der Rückstellungen für Schadenereignisse der Vorjahre, jeweils nach Abzug der eigenen Rückversicherungsangaben.

B2B

Austausch von Waren, Dienstleistungen und Informationen zwischen Unternehmen.

Bancassurance

Bank- und Postkooperationen. Partnerschaft zwischen einer Bank/​Post und einem Versicherungsunternehmen zum Zweck des Vertriebs von Versicherungsprodukten über die Bank-/​Postfilialen. Die Bindung zwischen Versicherer und Bank ist häufig geprägt durch eine Kapitalbeteiligung oder eine langfristige strategische Kooperation beider Parteien.

Basiseigenmittel

Überschuss der Vermögenswerte über die Verbindlichkeiten abzüglich des Betrags der eigenen Aktien in der Solvabilitätsübersicht und zuzüglich der nachrangigen Verbindlichkeiten gemäß § 89 Absatz 3 VAG.

Beitrag

> Prämie

Beitragsüberträge

> Prämienüberträge

Bestimmungsmacht

> Entscheidungsmacht

Biometrische Produkte

Versicherungen ohne Sparanteil, bei denen Ereignisse, die mit grundlegenden Veränderungen der biologisch bedingten Lebensverhältnisse einhergehen (Tod, Eintritt von Pflegebedürftigkeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit) die Leistungsverpflichtung auslösen.

Brutto

Bei Versicherungen: vor Abzug der > passiven Rückversicherung

Buchwert je Aktie

Die Kennzahl gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals je Aktie an.

Chain-Ladder-Verfahren

Aktuarielles Standardverfahren, mit dem der Rückstellungsbedarf für zukünftige Schadenaufwendungen geschätzt wird. Es unterstellt, dass der Schadenstand um einen in allen Anfalljahren gleichen Faktor zunimmt. Der erwartete Gesamtschaden wird bei diesem Verfahren ausschließlich auf der Basis historischer Daten zur Abwicklung von Schäden im Portfolio des Versicherers bestimmt.

Coinsurance-Funds- Withheld-Vertrag

Rückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent einen Teil der ursprünglichen Prämie mindestens in Höhe der zedierten Reserven zurückbehält.

Combined Ratio

> kombinierte Schaden-/​Kostenquote

Deckungsrückstellung

Nach mathematischen Methoden errechneter Wert für zukünftige Verpflichtungen (Barwert künftiger Verpflichtungen abzüglich des Barwerts künftiger eingehender Prämien), vor allem in der Lebens- und Krankenversicherung.

Deposit Accounting

Bilanzierungsmethode aus der US-GAAP-Rechnungslegung, nach der kurz- und langfristige Versicherungs- und Rückversicherungsverträge zu bilanzieren sind, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko transferieren.

Depotforderungen/​Depot-Verbindlichkeiten

Sicherheitsleistungen zur Deckung von Versicherungsverbindlichkeiten, die ein Versicherer von den liquiden Mitteln einbehält, die er an einen Rückversicherer im Rahmen eines Rückversicherungsvertrags zu zahlen hat. Der Versicherer weist in diesem Fall eine Depotverbindlichkeit aus, der Rückversicherer eine Depotforderung. Die Depotforderungen/​-verbindlichkeiten sind zu verzinsen.

Derivat, derivatives Finanzinstrument

Aus Basisinstrumenten wie Aktien, festverzinslichen Wertpapieren oder Devisen abgeleitetes Finanzprodukt, dessen Marktwert u. a. anhand des jeweils zugrunde liegenden Wertpapiers bzw. Referenzwerts festgestellt wird. Dazu zählen z. B. > Swaps, Optionen und Futures.

Duration

Finanzmathematische Kennziffer, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer eines Investments in Renten bzw. deren Zinssensitivität abbildet. Die "Macaulay-Duration" ist die kapitalgewichtete mittlere Anzahl von Jahren, in denen ein Rentenpapier Zahlungen leistet. Die effektive Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögenswerten bzw. Verpflichtungen, die enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl, desto höher ist die Zinssensitivität.

EBIT

Earnings before interest and taxes; im Talanx Konzern identisch mit > operatives Ergebnis.

Entscheidungsmacht (auch: Bestimmungsmacht)

Der Konzern trägt das Risiko von oder besitzt die Rechte an dem variablen wirtschaftlichen Erfolg eines Engagements und verfügt aufgrund substanzieller Rechte über die Möglichkeit, die Höhe des wirtschaftlichen Erfolgs (z. B. über die maßgeblichen Tätigkeiten) zu beeinflussen.

Equity-Methode

Verfahren zur Bewertung einer Beteiligung (> assoziiertes Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen) im Konzernabschluss, bei der der Beteiligungsbuchwert in der Konzernbilanz entsprechend der Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals am beteiligten Unternehmen weiterentwickelt wird.

Ergebnis (auch: Gewinn) je Aktie, verwässert

Kennziffer, die sich aus der Division des auf die Aktionäre der Talanx AG entfallenden Konzernergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien errechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch nicht zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Aktienanzahl mit ein.

Erneuerung

Bei Vertragsbeziehungen mit Versicherungsunternehmen, die über längere Zeiträume laufen, werden die Vertragsbedingungen meist jährlich in sogenannten Erneuerungsverhandlungen angepasst und die Verträge entsprechend erneuert.

Erstversicherer

Gesellschaft, die Risiken gegen eine Versicherungsprämie übernimmt und in einem direkten Vertragsverhältnis zum Versicherungsnehmer (Privatperson, Unternehmen, Organisation) steht.

Exponierung (auch: Exposure)

Gefährdungsgrad eines Risikos oder Risikobestands.

Exposure

> Exponierung

Fair value

> Zeitwert

Fakultative Rückversicherung

Beteiligung des Rückversicherers an einem bestimmten vom Erstversicherer übernommenen Einzelrisiko. Gegensatz: > obligatorische Rückversicherung

Fondsgebundene Lebensversicherung

Lebensversicherung, bei der die Höhe der Leistungen von der Wertentwicklung eines dieser Versicherung zugeordneten Vermögensanlagefonds abhängt.

Für eigene Rechnung (auch: Netto)

Bei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung

Geschäfts- oder Firmenwert (auch: Goodwill)

Betrag, den ein Käufer unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögenswerte nach Abzug der Schulden zu zahlen bereit ist.

Gewinn je Aktie, verwässert

> Ergebnis je Aktie, verwässert

Großschaden

Schaden, der im Vergleich zum Schadendurchschnitt der jeweiligen Risikogruppe eine außergewöhnliche Höhe erreicht und eine festgelegte Schadenhöhe übersteigt. Seit 2012 wird der Großschaden definiert als Naturkatastrophen sowie sonstige Großschäden über 10 Mio. EUR brutto für den Anteil des Talanx Konzerns.

Haftendes Kapital

Summe aus dem Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, das sich wiederum aus gezeichnetem Kapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen und nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteilen zusammensetzt, den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital und dem sogenannten Hybridkapital als eigenkapitalergänzendem Fremdkapital, das die nachrangigen Verbindlichkeiten umfasst.

Harter Markt

Marktphase, die sich durch hohe Prämien auszeichnet. Gegensatz: > weicher Markt

Hybridkapital

Anleihestruktur, die aufgrund ihrer Nachrangigkeit eigenkapitalähnlichen Charakter hat.

IBNR - Incurred but not reported

> Spätschadenreserve

Impairment

Wertminderung (außerplanmäßige Abschreibung), die vorgenommen wird, wenn der Barwert der geschätzten, zukünftigen Kapitalflüsse eines Vermögenswerts kleiner ist als dessen Buchwert.

Insurance-linked Securities (ILS)

Verbriefte Versicherungsrisiken, wie beispielsweise Katastrophenanleihen (Cat Bonds), Derivate oder besicherte Rückversicherungen.

International Financial Reporting Standards (IFRS)

Internationale Rechnungslegungsvorschriften, vormals als IAS (International Accounting Standards) bezeichnet; bei Talanx angewendet seit 2004.

Investment-Grade

Ein Rating von BBB oder besser, das an Unternehmen vergeben wird, die ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen.

Jahresergebnis

EBIT abzüglich Finanzierungszinsen und Ertragsteuern

Kapitalanlageergebnis, ausserordentliches

Ergebnis aus realisierten sowie unrealisierten Gewinnen und Verlusten einschließlich Zuschreibungen und Wertminderungen/​Abschreibungen (Impairments).

Kapitalanlagen aus Investmentverträgen

Investmentverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung, die kein signifikantes versicherungstechnisches Risiko aufweisen und entsprechend den Vorschriften des IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" bilanziert werden.

Kapitalanlagen, selbst verwaltete

Kapitalanlagen, die weder aus Investmentverträgen stammen noch aus den Depotforderungen aus dem Versicherungsgeschäft. Sie werden in der Regel eigenständig von Konzerngesellschaften auf deren Risiko erworben bzw. veräußert und entweder von der Gesellschaft selbst oder im Namen der Gesellschaft von einer Kapitalanlagegesellschaft verwaltet.

Kapitaleffiziente Produkte

Unabhängig vom Kapitalmarkt werden nach Ablauf der Versicherung maximal die eingezahlten Beiträge garantiert. Während der Laufzeit erhöhen Überschüsse das Guthaben. Durch die Endfälligkeit der Beitragsgarantie verringert sich das Risikokapital, das der Lebensversicherer unterlegen muss.

Katastrophenanleihe

Instrument zum Transfer von Katastrophenrisiken eines (Rück-)Versicherers auf den Kapitalmarkt.

Kombinierte Schaden-/​Kostenquote

Summe aus > Schadenquote und > Kostenquote (netto) unter Berücksichtigung des Depotzinsergebnisses im Verhältnis zu den verdienten Nettobeiträgen. Bei der Berechnung der kombinierten Schaden-/​Kostenquote werden die Aufwendungen für Versicherungsleistungen einschließlich des Depotzinsergebnisses berücksichtigt. Die Quote findet Anwendung bei Schaden/​Unfall-Erst- und Rückversicherern.

Kongruente Währungsbedeckung

Bedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten in fremder Währung mit entsprechenden Kapitalanlagen derselben Währung, um Wechselkursrisiken zu vermeiden.

Kostenquote

Verhältnis der Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung.

Kumulrisiko

Versicherungstechnisches Risiko, das darin besteht, dass ein einziges auslösendes Ereignis (z. B. Erdbeben, Wirbelsturm) zu einer Häufung von Schadenfällen in einem > Portefeuille führt.

Lebensversicherung

Zusammenfassung derjenigen Versicherungsformen, bei denen es im weiteren Sinne um die Risiken der ungewissen Lebensdauer und -planung geht. Dazu gehören Todesfall und Berufsunfähigkeit, Altersversorgung, aber auch Heirat und Ausbildung.

Letter of credit (LOC)

Bankbürgschaft. Beispielsweise in den USA eine übliche Form der Sicherheitsleistung im Rückversicherungsgeschäft.

Modified-coinsurance (MODCO)-Vertrag

Rückversicherungsvertrag, bei dem der Zedent im Rahmen eines Depots Wertpapiere, die die zedierten Reserven besichern, zurückbehält und dadurch eine Verpflichtung begründet, zu einem späteren Zeitpunkt Zahlungen an den Rückversicherer zu leisten. Die Zahlungen beinhalten einen proportionalen Anteil an der Bruttoprämie sowie den Ertrag aus Wertpapieren.

Morbidität

Krankheitsmaß, das die Krankheitswahrscheinlichkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe angibt.

Mortalität

Sterblichkeit. Das Ausmaß von Todesfällen innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung.

Netto

Bei Versicherungen: nach Abzug der > passiven Rückversicherung

Nettoaufwendungen, versicherungstechnische

Aufwendungen für Versicherungsleistungen, Abschluss- und Verwaltungskosten sowie sonstige versicherungstechnische Aufwendungen, jeweils nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer.

Nettoverzinsung

Kapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und ohne Ergebnis aus > Kapitalanlagen aus Investmentverträgen zu durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagen.

Neugeschäftswert (Leben)

Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden. Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-2-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen.

Nicht kapitaleffiziente Produkte

Klassische Lebens- oder Rentenversicherungen mit festem Garantiezins über die gesamte Laufzeit des Vertrages.

Nichtproportionale Rückversicherung

Rückversicherungsvertrag, bei dem der Rückversicherer den einen bestimmten Betrag übersteigenden Schadenaufwand bzw. die Versicherungssumme tragen muss. Gegensatz: > proportionale Rückversicherung.

Obligatorische Rückversicherung

Rückversicherungsvertrag, bei dem sich der Rückversicherer an einem gesamten, genau definierten Versicherungsbestand eines > Zedenten beteiligt. Gegensatz: > fakultative Rückversicherung

Operatives Ergebnis (EBIT)

Summe aus dem Kapitalanlageergebnis, dem versicherungstechnischen Ergebnis sowie dem übrigen Ergebnis einschließlich der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert vor Zinsen für sonstiges zu Finanzierungszwecken aufgenommenes Fremdkapital (Finanzierungszinsen) und vor Steuern (Ertragsteuern).

OTC

Over the counter. Bei Wertpapieren: außerbörslicher Handel zwischen Finanzmarktteilnehmern.

Passive Rückversicherung

Bestehende Rückversicherungsprogramme der > Erstversicherer zur eigenen Absicherung vor versicherungstechnischen Risiken.

Personenversicherung

Sparten, die die Versicherung von Personen zum Gegenstand haben: Lebens-, Renten-, Kranken- und Unfallversicherung.

Portefeuille

> Portfolio

Portfolio (auch: Portefeuille)

a) Alle von einem Erst- oder Rückversicherer insgesamt oder in einem definierten Teilsegment übernommenen Risiken.

b) Nach bestimmten Kriterien gegliederte Gruppe von Kapitalanlagen.

Prämie (auch: Beitrag)

Vereinbartes Entgelt für die vom Versicherungsunternehmen übernommenen Risiken.

Prämienüberträge (auch: Beitragsüberträge)

In einem Geschäftsjahr gebuchte Prämien, die periodengerecht dem Folgezeitraum zuzurechnen sind.

Present value of future profits (PVFP)

Immaterieller Vermögenswert, der insbesondere beim Erwerb von Lebens- und Krankenversicherungsunternehmen bzw. einzelnen Versicherungsbeständen entsteht. Der Barwert der erwarteten zukünftigen Erträge aus dem übernommenen Versicherungsbestand wird aktiviert und grundsätzlich planmäßig abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen ergeben sich aufgrund durchgeführter jährlicher Werthaltigkeitsprüfungen.

Proportionale Rückversicherung

Rückversicherungsverträge, auf deren Basis Anteile eines Risikos oder Portefeuilles zu den bestehenden Originalkonditionen in Rückversicherung gegeben werden. > Prämien sowie Schäden werden anteilsmäßig in einem proportionalen Verhältnis geteilt. Gegensatz: > nichtproportionale Rückversicherung

Provision

Vergütung des Erstversicherers an Agenten, Makler und andere gewerbsmäßige Vermittler.

Quotenrückversicherung

Form der Rückversicherung, in der der prozentuale Anteil am gezeichneten Risiko sowie die Prämie vertraglich festgelegt werden.

Rate

Prozentsatz (in der Regel vom Prämienvolumen) des rückversicherten Portefeuilles, der bei einer > nichtproportionalen Rückversicherung als Rückversicherungsprämie an den Rückversicherer zu zahlen ist.

Retail

a) Allgemein: Privatkundengeschäft.

b) Ampega: Geschäft mit Investmentfonds, die grundsätzlich für den privaten, nicht institutionellen Anleger konzipiert sind, jedoch auch Investments von Konzerngesellschaften offenstehen.

Retrozession

Abgabe von Risiken oder Anteilen an Risiken eines Rückversicherers an andere Rückversicherer.

Rückversicherer

Gesellschaft, die gegen eine vereinbarte Prämie Risiken bzw. Portefeuille-Segmente von einem > Erstversicherer oder einem anderen Rückversicherer übernimmt.

Schaden- und Unfallversicherung

Gesamtheit der Versicherungszweige mit Ausnahme der Lebens- und Krankenversicherung: alle Sparten, bei denen im Versicherungsfall nicht eine fest vereinbarte Summe bezahlt, sondern der entstandene Schaden ersetzt wird.

Schadenquote

Bilanzielle Schadenquote netto: Verhältnis der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto) einschließlich des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) - inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP - zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung. > PVFP

Schadenquote für Sachversicherungsprodukte

a) Brutto: Summe der Schadenaufwendungen (brutto) und des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (brutto) im Verhältnis zu den verdienten Bruttoprämien.

b) Netto: Summe der Schadenaufwendungen (netto) und des sonstigen versicherungstechnischen Ergebnisses (netto) im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien.

Schwankungsrückstellung

Rückstellung zum Ausgleich erheblicher Schwankungen im Schadenverlauf einzelner Sparten über mehrere Jahre. Bei den IFRS Berücksichtigung innerhalb des Eigenkapitals.

Selbstbehalt

Der Teil der übernommenen Risiken, den der Versicherer nicht in Rückdeckung gibt, also > netto ausweist. Gebuchte Nettobeiträge im Verhältnis zu gebuchten Bruttobeiträgen (ohne Sparbeiträge der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung).

Silo

Ein von den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten separierter Unternehmensteil (z. B. ein Sondervermögen), bei dem sämtliche Rechte und Pflichten ausschließlich den Investoren dieses Unternehmensteils zustehen.

Solvabilität

Ausstattung mit freien, unbelasteten Eigenmitteln, die zur Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge notwendig ist.

Solvency 2

Richtlinie der Europäischen Union für Versicherungsunternehmen, mit der das europäische Versicherungsaufsichtsrecht grundlegend reformiert wurde. Den Schwerpunkt bilden erweiterte Publikationspflichten sowie verfeinerte Solvabilitätsvorschriften für die Eigenmittelausstattung der Versicherungsunternehmen. Die Richtlinie ist seit Januar 2016 in Kraft und fand Eingang in das deutsche Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG).

Spätschadenreserve

Rückstellung für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden.

Spezialgeschäft

Spezialversicherung für Nischengeschäft wie spezielle Kraftfahrtdeckung und Kunstversicherung.

Stornoquote

Lebensversicherungsprodukte

Summe aus Storno und sonstigem vorzeitigen Abgang im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Bestand (Kennzahl nach GDV).

Stresstest

Form der Szenarioanalyse, die dazu dient, eine quantitative Aussage über das Verlustpotenzial von > Portfolios bei extremen Marktschwankungen treffen zu können.

Strukturiertes Unternehmen

Unternehmen, das derart ausgestaltet ist, dass Stimm- oder ähnliche Rechte bei der Entscheidung, wer das Unternehmen beherrscht, nicht ausschlaggebend sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Stimmrechte sich nur auf administrative Aufgaben beziehen und die relevanten Aktivitäten durch vertragliche Vereinbarungen gesteuert werden (z. B. einige Investmentfonds).

Survival Ratio

Spiegelt das Verhältnis von Schadenreserven zu bezahlten Schäden eines Vertrages oder mehrerer Verträge in einem Bilanzjahr wider.

Überschussbeteiligung

Gesetzlich vorgeschriebene, jährlich neu festgelegte Beteiligung der Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Überschüssen von Lebensversicherungen.

Underwriting

Prüfung und Einschätzung von (Rück-)Versicherungsrisiken zur Festsetzung einer angemessenen Prämie für das jeweilige Risiko. Der Zweck des Underwritings besteht darin, das Versicherungsrisiko so zu streuen, dass es einerseits für den (Rück-)Versicherten recht und billig, andererseits für den (Rück-)Versicherer profitabel ist.

Value at risk

Risikomaß zur Ermittlung potenzieller Verluste, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten werden.

Verdiente Prämien

Anteil an den gebuchten Prämien, der auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfällt.

Versicherungstechnisches Ergebnis

Saldo aus Erträgen und Aufwendungen, die dem Versicherungsgeschäft zugeordnet werden: Saldo aus verdienten Prämien für eigene Rechnung sowie Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) und dem sonstigen versicherungstechnischen Ergebnis (netto) inklusive der Amortisation des Aktionärs-PVFP.

Verwaltungskosten

Kosten der laufenden Verwaltung, die im Zusammenhang mit der Produktion von Versicherungsschutz stehen.

Weicher Markt

Marktphase mit Überangebot an Versicherung mit der Folge von nicht risikoadäquaten Prämien. Gegensatz: > harter Markt

Zedent

Erst- oder Rückversicherer, der Teile der von ihm versicherten Risiken gegen eine Prämie an einen Rückversicherer abgibt (zediert).

Zeitwert (auch: Fair value)

Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.

Zessionär

Rückversicherer des Erstversicherers.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Talanx AG, Hannover

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Talanx AG, Hannover, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Talanx AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Bewertung bestimmter Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert

[2] Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

[3] Bewertung der Deckungsrückstellung

Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

[1] Bewertung bestimmter Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert

(1) Im Konzernabschluss der Gesellschaft werden Finanzinstrumente in Höhe von € 132.559 Mio (68,6 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Von diesen Finanzinstrumenten werden finanzielle Vermögenswerte in Höhe von € 94.697 Mio zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Von diesen Finanzinstrumenten werden wiederum beizulegende Zeitwerte in Höhe von € 89.946 Mio mit Bewertungsmodellen oder auf Basis von Wertindikationen Dritter ermittelt. Die Bewertung von Finanzinstrumenten, deren beizulegender Zeitwert anhand von Bewertungsmodellen oder Wertindikationen Dritter bestimmt werden müssen, ist mit Unsicherheit behaftet, da für die Bewertung nicht in jedem Fall die aktuellsten verfügbaren Marktdaten bzw. Vergleichswerte vorliegen und daher auch Schätzwerte und nicht aktuell am Markt beobachtbare Parameter herangezogen werden. Dies betrifft insbesondere nicht börsengehandelte Wertpapiere, sonstige Darlehen sowie Derivate.

Modellbewertete Finanzinstrumente unterliegen in diesem Zusammenhang aufgrund einer geringeren Objektivierbarkeit sowie der zugrunde liegenden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter einem erhöhten Bewertungsrisiko. Da die angewandten Schätzungen und Annahmen, insbesondere solche mit Bezug auf Zinsen und Zahlungsströme, sowie die angewandten Bewertungsmethoden ggf. wesentliche Auswirkungen auf die Bewertung dieser Finanzinstrumente und auf die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben können und zudem umfangreiche Anhangangaben zu Bewertungsmethoden und Ermessensspielräumen erforderlich sind, war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die modellbewerteten und die auf Wertindikationen Dritter bewerteten Finanzinstrumente analysiert, wobei der Fokus auf den Bewertungsunsicherheiten lag. Dabei haben wir die Angemessenheit und Wirksamkeit der relevanten Kontrollen zur Bewertung dieser Finanzinstrumente und zur Modellvalidierung beurteilt. Damit einhergehend haben wir unter anderem die Integrität der zugrunde liegenden Daten und den Prozess zur Ermittlung von in die Bewertung eingehenden Annahmen und Schätzungen gewürdigt.

Mit Unterstützung unserer internen Finanzmathematikspezialisten haben wir auch die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Methoden zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Vermögenswerte (sog. Impairment Test) und der dabei verwendeten Parameter beurteilt. Die angewandten Methoden und Annahmen zur Berechnung von Bewertungsanpassungen im Geschäftsjahr haben wir mit anerkannten Praktiken und Industriestandards verglichen und untersucht, inwiefern sie zur sachgerechten bilanziellen Abbildung geeignet sind.

Auf Basis der durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Methoden und Annahmen zur Bewertung bestimmter Finanzinstrumente (modellbewertet und auf Wertindikationen Dritter basierend bewertet) insgesamt geeignet sind und die im Konzernanhang dargestellten Erläuterungen und Angaben sachgerecht sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Finanzinstrumente sind in dem Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "Kapitalanlagen" des Konzernanhangs enthalten.

[2] Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

(1) Im Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von € 68.810 Mio (35,6 % der Bilanzsumme) ausgewiesen.

Rückstellungen für eingetretene, aber noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle in der Schaden/​Unfallversicherung stellen die Erwartungen der Gesellschaft über zukünftige Zahlungen für bekannte und unbekannte Schadenfälle sowie den damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen dar. Zur Schätzung dieser Verpflichtung werden von der Gesellschaft versicherungsmathematische und statistische Methoden angewendet. Zudem erfordert die Bewertung dieser Rückstellungen ein signifikantes Maß an Ermessensausübung durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft bezüglich getroffener Annahmen, wie z.B. die Auswirkungen gestiegener Inflationsraten, Schadenabwicklungsmuster und regulatorische Veränderungen. Insbesondere die Produktsparten mit geringer Schadenhäufigkeit, hohen Einzelschäden oder langen Schadenabwicklungszeiträumen unterliegen üblicherweise erhöhten Schätzunsicherheiten.

Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns sowie der erheblichen Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen in der Schaden/​Unfallversicherung im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle haben wir die Angemessenheit der Auswahl aktuarieller Methoden der Gesellschaft sowie die Vorgehensweise einschließlich etablierter Kontrollen zur Ermittlung von Annahmen und zur Vornahme von Schätzungen für die Bewertung bestimmter versicherungstechnischer Rückstellungen der Schaden/​Unfallversicherung überprüft und beurteilt.

Unter Einbindung unserer internen Bewertungsspezialisten im Bereich Schaden/​ Unfallversicherung haben wir die jeweils angewandten aktuariellen Methoden und wesentlichen Annahmen mit allgemein anerkannten aktuariellen Praktiken und Industriestandards verglichen und untersucht, inwiefern diese zur Bewertung geeignet sind. Unsere Prüfung beinhaltete auch die Würdigung der Plausibilität und Integrität der in die Bewertung eingehenden Daten und Annahmen einschließlich der Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der Auswirkungen gestiegener Inflationsraten auf die betroffenen Sparten sowie das Nachvollziehen von Schadenabwicklungsverläufen. Darüber hinaus haben wir die Höhe der Rückstellungen für ausgewählte Produktlinien, insbesondere Produktlinien mit großem Geschäftsvolumen bzw. mit erhöhten Schätzunsicherheiten, nachberechnet. Für diese Produktlinien haben wir die nachberechneten Rückstellungen mit den durch die Gesellschaft ermittelten Rückstellungen verglichen und etwaige Differenzen gewürdigt. Weiterhin haben wir untersucht, ob etwaige Anpassungen von Schätzungen in der Schadenreservierung auf Gruppenebene angemessen dokumentiert und begründet waren.

Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung versicherungstechnischer Rückstellungen in der Schaden/​Unfallversicherung insgesamt geeignet sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle der Schaden/​Unfallversicherung sind im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "Versicherungstechnische Rückstellungen" des Konzernanhangs enthalten.

[3] Bewertung der Deckungsrückstellung

(1) Im Konzernabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Deckungsrückstellungen" versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von € 56.150 Mio aus (29,1 % der Bilanzsumme) ausgewiesen.

Deckungsrückstellungen sind versicherungstechnische Rückstellungen für zukünftige Verpflichtungen aus garantierten Ansprüchen der Versicherungsnehmer im Bereich der Lebensversicherung. Die Bewertung der Deckungsrückstellung erfolgt auf Basis komplexer aktuarieller Methoden und Modelle auf der Grundlage eines umfassenden Prozesses zur Ermittlung von Annahmen über künftige Entwicklungen in Bezug auf die zu bewertenden Versicherungsportfolios. Die verwendeten Methoden und die ermittelten aktuariellen Annahmen im Zusammenhang mit Zinsen, Kapitalanlageerträgen, biometrischen Größen und Kostenannahmen sowie zukünftigen Versicherungsnehmerverhalten können wesentliche Auswirkungen auf die Bewertung dieser versicherungstechnischen Rückstellung haben.

Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage des Konzerns sowie der komplexen Ermittlung der zugrunde liegenden Annahmen der gesetzlichen Vertreter war die Bewertung dieser versicherungstechnischen Rückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Angemessenheit der ausgewählten aktuariellen Methoden sowie die Vorgehensweise einschließlich etablierter Kontrollen zur Ermittlung von Annahmen und zur Durchführung von Schätzungen für die Bewertung bestimmter versicherungstechnischer Rückstellungen beurteilt.

Unter Einbindung unserer internen Bewertungsspezialisten haben wir dazu die jeweils angewandten aktuariellen Methoden und wesentlichen Annahmen mit allgemein anerkannten aktuariellen Praktiken und Industriestandards verglichen und untersucht, inwiefern diese zur Bewertung geeignet sind. Einen Schwerpunkt unserer Prüfung bildete die Beurteilung der sachgerechten Durchführung des Angemessenheitstestes (sog. Liability Adequacy Test). Unsere Prüfung beinhaltet auch die Würdigung der Plausibilität und Integrität der in die Bewertung eingehenden Daten und Annahmen der gesetzlichen Vertreter.

Auf Basis der durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Methoden und Annahmen zur Bewertung der Deckungsrückstellung insgesamt geeignet sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Deckungsrückstellungen sind im Kapitel

"Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Abschnitt "Versicherungstechnische Rückstellungen" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

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die in Abschnitt "Corporate Governance" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

die in Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" des Konzernlageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung zur Erfüllung der §§ 315b bis 315c HGB

der Abschnitt "Wirksamkeit des Risikomanagements und des IKS" des Konzernlageberichts

Die sonstigen Informationen umfassen zudem

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den Vergütungsbericht nach § 162 AktG, für den zusätzlich auch der Aufsichtsrat verantwortlich ist

alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei Talanx_​AG_​KA+KLB_​ESEF-2022-12-31_​de.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Juli 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Konzernabschlussprüfer der Talanx AG, Hannover, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT - VERWENDUNG DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mathias Röcker.

 

Hannover, den 13. März 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mathias Röcker, Wirtschaftsprüfer

Janna Brüning, Wirtschaftsprüferin