Talanx AktiengesellschaftHannoverJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Der VorstandTorsten LeueVorsitzender Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Jean-Jacques HenchozHannover Vorsitzender des Vorstands Hannover Rück SE, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Wilm LangenbachHannover Vorsitzender des Vorstands HDI International AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Christopher Lohmann(bis 31. Dezember 2022) Köln Vorsitzender des Vorstands HDI Deutschland AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Edgar PulsHannover Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Vorsitzender des Vorstands HDI Global SE, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Caroline Schlienkamp(seit 1. Mai 2022) Gehrden Sprecherin des Vorstands HDI AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Jens Warkentin(seit 1. Januar 2023) Köln Vorsitzender des Vorstands HDI Deutschland AG, Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Dr. Jan WickeHannover Mitglied des Vorstands HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., Hannover Im Talanx Vorstand verantwortlich für: scrollen
Der AufsichtsratHerbert K. Haas(seit 8. Mai 2018) Vorsitzender Burgwedel ehem. Vorsitzender des Vorstands Talanx AG Dr. Thomas Lindner(seit 27. Juni 2003) stv. Vorsitzender Albstadt Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Ralf Rieger *(seit 19. Mai 2006) stv. Vorsitzender Raesfeld Angestellter HDI AG Antonia Aschendorf(seit 1. September 2011) Hamburg Rechtsanwältin Mitglied des Vorstands APRAXA eG Geschäftsführerin 2-Sigma GmbH Benita Bierstedt *(seit 9. Mai 2019) Hannover Angestellte E+S Rückversicherung AG Rainer-Karl Bock-Wehr *(seit 9. Mai 2019) Köln Leiter Kompetenzcenter Firmen HDI AG Sebastian Gascard *(seit 9. Mai 2019) Isernhagen Syndikusrechtsanwalt (Haftpflicht-Underwriter) HDI AG Jutta Hammer *(seit 1. Februar 2011) Bergisch Gladbach Angestellte HDI AG Dr. Hermann Jung(seit 6. Mai 2013) Heidenheim ehem. Mitglied der Geschäftsführung Voith GmbH Dirk Lohmann(seit 6. Mai 2013) Forch, Schweiz Chairman Schroders Capital ILS, Schroder Investment Management (Switzerland) AG Christoph Meister *(seit 8. Mai 2014) Hannover Mitglied im ver.di-Bundesvorstand Jutta Mück *(seit 17. Juni 2009) Diemelstadt Account Manager Vertrieb Industrie HDI AG Dr. Erhard Schipporeit(seit 27. Juni 2003) Hannover selbstständiger Unternehmensberater Prof. Dr. Jens Schubert *(seit 8. Mai 2014) Potsdam Gewerkschaftssekretär ver.di-Bundesverwaltung Apl. Professor Leuphana Universität Lüneburg Norbert Steiner(seit 6. Mai 2013) Baunatal ehem. Vorsitzender des Vorstands K+S AG Angela Titzrath(seit 8. Mai 2018) Hamburg Vorsitzende des Vorstands Hamburger Hafen und Logistik AG Angaben zu den Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen entnehmen Sie bitte dem Geschäftsbericht der Talanx AG. AufsichtsratsausschüsseZusammensetzung zum 31. Dezember 2022Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen. Finanz- und PrüfungsausschussDr. Hermann Jung, Vorsitzender Herbert K. Haas Jutta Hammer Dr. Thomas Lindner Ralf Rieger Dr. Erhard Schipporeit Ausschuss für VorstandsangelegenheitenHerbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Thomas Lindner Jutta Mück Norbert Steiner VermittlungsausschussHerbert K. Haas, Vorsitzender Dr. Thomas Lindner Ralf Rieger Prof. Dr. Jens Schubert NominierungsausschussHerbert K. Haas, Vorsitzender Dirk Lohmann Angela Titzrath Aufgaben der AusschüsseDie detaillierte Aufgabenbeschreibung der Ausschüsse finden Sie im Corporate-Governance-Bericht im Kapitel "Aufsichtsrat". Finanz- und Prüfungsausschussscrollen
Ausschuss für Vorstandsangelegenheitenscrollen
Vermittlungsausschussscrollen
Nominierungsausschussscrollen
Grundlagen des KonzernsDie ausgeprägte unternehmerische Kultur und die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix bilden die Basis des Erfolgs des Talanx Konzerns. Der Talanx KonzernGeschäftsmodellDer Talanx Konzern ist ein Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche. Er beschäftigte zum Jahresende 2022 weltweit 23.669 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird durch die börsennotierte Finanz- und Management-Holding Talanx AG mit Sitz in Hannover geführt. Mehrheitseigentümer der Talanx AG ist mit 78,86 % der HDI V. a. G., ein seit rund 120 Jahren bestehender Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Inklusive Mitarbeiteraktien befinden sich 21,14 % der Aktien im Streubesitz. Die Konzerngesellschaften betreiben die in der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung (BerVersV) genannten Versicherungszweige teils im selbst abgeschlossenen und teils im Rückversicherungsgeschäft mit unterschiedlichen geografischen Schwerpunkten (vgl. Abbildung). IM KONZERN BETRIEBENE VERSICHERUNGSZWEIGE
1 Einschl. Raumfahrt
Die Talanx ist weltweit mit eigenen Gesellschaften oder Niederlassungen vertreten und unterhält Geschäftsbeziehungen mit Erst- und Rückversicherungskunden in insgesamt mehr als 175 Ländern. Im Privat- und Firmenkundengeschäft ist sie auf Deutschland fokussiert, international vor allem auf die Wachstumsregionen Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei) und Lateinamerika. Die Geschäftsbereiche des Konzerns führen ihre Kernprozesse eigenverantwortlich. In der international ausgerichteten Industrieversicherung und in den Rückversicherungssegmenten sind dies im Besonderen die Produktentwicklung, der Vertrieb und das Underwriting inklusive der Fachaufsicht. In den Segmenten der Privat- und Firmenversicherung sind es die Bereiche Produktentwicklung, Tarifierung und Vertrieb sowie Produktmanagement und -marketing. Das Segment Konzernfunktionen ist zuständig für die Bereiche Vermögensverwaltung, Unternehmensentwicklung, Risikomanagement, Personal, weitere Dienstleistungen sowie für die konzerninterne Rückversicherung der Erstversicherungssegmente. Rechtliche und regulatorische RahmenbedingungenVersicherungsunternehmen (Erst- und Rückversicherung), Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften unterliegen weltweit einer umfassenden Rechts- und Finanzaufsicht durch Aufsichtsbehörden. In der Bundesrepublik Deutschland obliegt diese Aufgabe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Hinzu kommen umfassende rechtliche Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. In den vergangenen Jahren haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter verschärft, was zu einer zunehmenden Komplexität geführt hat. Dieser Trend setzte sich 2022 fort. Der Vertrieb von Versicherungsprodukten ist umfangreichen rechtlichen Vorgaben unterworfen. Bei der Zusammenarbeit mit Vermittlern haben die Erstversicherer neben den gesetzlichen Vorgaben die Anforderungen des BaFin-Rundschreibens 11/2018 zur Zusammenarbeit mit Versicherungsvermittlern sowie zum Risikomanagement im Vertrieb zu beachten. Die Produktüberwachung und die Governance von Versicherungsprodukten werden u. a. durch die Delegierte Verordnung (EU) 2017/2358 der Europäischen Kommission bestimmt. Für den Bereich der Restschuldversicherung wurde mit dem Schwarmfinanzierungs-Begleitgesetz ein Provisionsdeckel gesetzlich verankert, der am 1. Juli 2022 in Kraft getreten ist. In dem BaFin-Rundschreiben 2/2017 (VA) zur behördlichen Auslegung der Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo) werden aus Sicht der Aufsichtsbehörde übergreifende Aspekte zur Geschäftsorganisation sowie zentrale Begriffe wie "Proportionalität" oder "Verwaltungs-, Management- oder Aufsichtsorgan" erläutert. Ungeachtet der fehlenden unmittelbaren Rechtsbindung dieses Schreibens wird auch die MaGo bei der Ausgestaltung der Geschäftsorganisation der Gruppe berücksichtigt, insbesondere in den Bereichen allgemeine Governance, Schlüsselfunktionen, Risikomanagement-System, Eigenmittelanforderungen, internes Kontrollsystem, Ausgliederungen und Notfallmanagement. Aufgrund des Geldwäschegesetzes (GwG) muss der HDI V. a. G. als "Mutterunternehmen der Gruppe" dafür Sorge tragen, dass alle zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen definierte Mindeststandards umsetzen. Die Gruppen-Geldwäschefunktion rollt anlassbezogen bzw. mindestens jährlich im vierten Quartal eines Jahres eine gruppenweite Risikoanalyse nach den Vorgaben des GwG in allen Geschäftsbereichen aus und dokumentiert die risikobasierten Maßnahmen der zur Geldwäscheprävention verpflichteten Gruppenunternehmen. Zusätzlich wird durch ein gruppenweites Reporting auf Quartalsbasis der Informationsaustausch innerhalb der Gruppe sichergestellt. Das Risiko der Gruppe, zu Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden, wird insgesamt als gering eingestuft. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Damit einher geht ein Übergang zu digitalen, datenbasierten Geschäftsmodellen; sich hieraus ergebende rechtliche Fragen und Herausforderungen mit dem Fokus auf die IT-Sicherheit spielen auch bei den Unternehmen der HDI Gruppe eine immer wichtigere Rolle. Mit dem Rundschreiben 10/2018 zu den Versicherungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) hat die BaFin Hinweise zur Auslegung der Vorschriften über die Geschäftsorganisation im Versicherungsaufsichtsgesetz gegeben, soweit sie sich auf die technisch-organisatorische Ausstattung der Unternehmen beziehen. Gleiches gilt hinsichtlich des Rundschreibens 11/2019 zu den Kapitalverwaltungsaufsichtlichen Anforderungen an die IT (KAIT). Diese Rundschreiben werden laufend angepasst und erweitert. Ferner hat die Behörde Orientierungshilfen zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter veröffentlicht. Weiterhin gab es in diesem Jahr auf Ebene der EU und in Deutschland regulatorische Initiativen für Entwicklung, Einsatz und Nutzung von künstlicher Intelligenz, die auch die Versicherungswirtschaft betreffen und deren Entwicklung und konkrete Auswirkung auf den Talanx Konzern beobachtet wird. Im Talanx Konzern verarbeiten wir u. a. für die Antrags-, Vertrags- und Leistungsabwicklung umfangreich personenbezogene Daten. Zur Gewährleistung der datenschutzrechtlichen Anforderungen, wie der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und des Bundesdatenschutzgesetzes, ist das Datenschutzmanagement-System auf die Beachtung und Kontrolle der Vorgaben ausgerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für einen sorgsamen Umgang mit den Daten sensibilisiert (Schulungen) und werden auf die Einhaltung der Datenschutzanforderungen schriftlich verpflichtet. Für prozessunabhängige Datenschutzanforderungen, wie z. B. Beauftragung von Dienstleistern, sind zentrale Verfahren zu beachten. Gleiches gilt für die Datenschutzrechte der Kunden, Aktionäre und Beschäftigten. Die Einhaltung geltenden Rechts ist für die Gesellschaften des Talanx Konzerns Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Der Konzern widmet der Anpassung des Geschäfts und seiner Produkte an die gesetzlichen sowie aufsichts- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen große Aufmerksamkeit. Die hierfür installierten Mechanismen gewährleisten, dass künftige Rechtsentwicklungen und ihre Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit frühzeitig identifiziert und bewertet werden, damit wir die erforderlichen Anpassungen rechtzeitig vornehmen können. Als Wertpapieremittenten unterliegen die Talanx AG sowie weitere Konzerngesellschaften der Kapitalmarktaufsicht - u. a. in Deutschland und Luxemburg. KonzernstrukturDer Konzern teilt die geschäftlichen Aktivitäten in "Versicherung" -mit sechs berichtspflichtigen Segmenten - und in "Konzernfunktionen" als siebtes Segment auf. In der Erstversicherung agieren wir mit den drei Geschäftsbereichen Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - mit den Segmenten Schaden/Unfallversicherung und Lebensversicherung - sowie Privat- und Firmenversicherung International. Für jeden Geschäftsbereich zeichnet ein Vorstandsmitglied verantwortlich. Die Industrieversicherung ist weltweit präsent. Sie ist weitgehend unabhängig von Drittgesellschaften und kann internationale Konsortien führen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland bündelt die Gesellschaften mit Versicherungsangeboten für inländische Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International fokussiert die strategischen Kernmärkte Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa (inklusive der Türkei). Zum Geschäftsbereich Rückversicherung gehören die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung; sie werden durch die Hannover Rück SE getragen. Die Zielmärkte der Schaden-Rückversicherung sind Europa, der Nahe Osten und Afrika, Amerika sowie Asien-Pazifik; sie betreibt außerdem diverse Sparten der globalen Rückversicherung und das Spezialgeschäft weltweit. Die Personen-Rückversicherung gliedert sich in Financial Solutions sowie Risk Solutions mit den Zweigen Longevity Solutions, Mortality und Morbidity. Zum Segment Konzernfunktionen zählen wir die Talanx AG, die vorwiegend strategische Aufgaben wahrnimmt und als konzerninterner Rückversicherer fungiert. Zum Segment gehört außerdem die HDI AG, die seit dem 1. März 2022 als mitarbeiterführende Gesellschaft für die deutsche Erstversicherungsgruppe fungiert sowie der Rückversicherungsmakler Talanx Reinsurance Broker GmbH, die Ampega Asset Management GmbH und die Ampega Investment GmbH; die Ampega-Gesellschaften betreuen vor allem die Kapitalanlagen des Konzerns und bieten u. a. Dienstleistungen im Bereich Finanzen an. KONZERNSTRUKTUR
Nur die wesentlichen Beteiligungen Main participations only Stand/As at: 31.12.2022 StrategieDer Talanx Konzern ist weltweit im Erst- und Rückversicherungsgeschäft aktiv sowohl in der Schaden/Unfall- als auch in der Lebensversicherung. In den mehr als 100 Jahren unseres Bestehens haben wir uns vom reinen Haftpflichtversicherer der Industrie zum weltweit agierenden Versicherungskonzern entwickelt - mit Fokus auf das Industrie-, Firmen- und Privat- sowie Rückversicherungsgeschäft. Dabei setzen wir auf die enge Zusammenarbeit mit unseren zum Teil langjährigen Industriepartnern und Privatkunden, um deren Bedürfnisse optimal zu bedienen. Im Talanx Konzern verbessern wir das Zusammenspiel von Erst- und Rückversicherung als integralen Bestandteil unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, das Chancen-Risiko-Profil stetig zu verbessern und die Kapitaleffizienz zu erhöhen. Die Zusammensetzung des Konzernportfolios stellt zudem sicher, dass wir in allen Marktphasen über ausreichende unabhängige Risikokapazitäten verfügen, um unsere Kunden langfristig und verlässlich zu begleiten und erfolgversprechende Märkte konsequent zu erschließen. Durch diese Diversifikation stärken wir unsere Unabhängigkeit bzw. minimieren unsere Risikoanfälligkeit und steigern nachhaltig den Erfolg des Konzerns für Kunden, Investoren und Mitarbeiter. An der Spitze des Konzerns steht die Talanx AG als Finanz- und Management-Holding. Sie stellt sicher, dass das oberste Ziel erreicht wird: nachhaltiges, profitables Wachstum und damit langfristige Wertgenerierung. Dies ist auch die Vorgabe für alle Geschäftsbereichsstrategien, die aus der Konzernstrategie abgeleitet werden. Das Organisationsprinzip des Talanx Konzerns zentralisiert die Konzernsteuerungsfunktionen und Konzernservicefunktionen, während die Ergebnisverantwortung dezentral bei den Geschäftsbereichen liegt. Insbesondere auf dieser Organisationsstruktur, die den einzelnen Geschäftsbereichen ein hohes Maß an unternehmerischer Freiheit und Ergebnisverantwortung zugesteht, beruht der Erfolg des Konzerns. Auf diese Weise können die einzelnen Geschäftsbereiche ihre Wachstums- und Ertragschancen optimal wahrnehmen. Während die Marke Talanx auf den Kapitalmarkt ausgerichtet ist, finden in den operativen Geschäftsbereichen die hohe internationale und nationale Produktexpertise, vorausschauende Zeichnungspolitik und Vertriebskraft ihren Niederschlag in einer Mehrmarkenstrategie. Damit stellen wir uns optimal auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen, Regionen und Kooperationspartner ein. So können auch neue Gesellschaften und/oder Geschäftsbereiche effizient in den Konzern integriert werden. Zudem schafft diese Struktur eine gute Basis für Kooperationsfähigkeit, die insbesondere auf unterschiedlichste Partner und Geschäftsmodelle ausgerichtet werden kann. Unter dem Leitmotiv "From Stabilisation to Acceleration" verfolgen wir mit der Konzernstrategie 2025 konsequent die Fortsetzung unseres Wachstumspfads und erhöhen das Ambitionsniveau unserer definierten Wachstums- und Profitabilitätsziele. Für den Gesamtkonzern streben wir eine Eigenkapitalrendite nach IFRS von mindestens 10 % an, um eine nachhaltige Wertschaffung sicherzustellen. Das Konzernergebnis wollen wir bis 2025 um mindestens 25 % steigern, getragen von fokussierten Geschäftsbereichsstrategien sowie strategischen Wachstumsinitiativen. Die Dividende je Aktie wollen wir für das Geschäftsjahr 2022 auf 2,00 EUR (+25 % gegenüber dem Vorjahr) erhöhen und bis 2025 stetig auf 2,50 EUR (+25 % gegenüber 2022) steigern. Als strategische Nebenbedingungen haben wir uns dabei insbesondere ein begrenztes Marktrisiko (≤ 50 %) und eine hohe regulatorische Solvenzquote (150-200 %) zum Ziel gesetzt. Stärken und damit die Basis unseres Erfolgs sind die ausgeprägte unternehmerische Kultur im Konzern mit klaren dezentralen Verantwortlichkeiten weltweit, der Fokus auf das B2B-Geschäft, aus dem über 80 % unserer Prämien stammen, sowie die starke regionale Diversifikation im Geschäfts- und Produktmix. Die fortlaufende Optimierung des Kapitalmanagements ist ebenfalls integraler Bestandteil der Strategie 2025. Zentraler Fokus ist hierbei die Steigerung der Ergebnisabführung aus der Erstversicherung, um die finanzielle Flexibilität innerhalb des Konzerns zu maximieren, jederzeit eine solide Kapitalausstattung zu gewährleisten und langfristige Dividendenfähigkeit sicherzustellen. Kapital zum Ausbau des Geschäfts wird konsequent nur dort eingesetzt, wo die Strategie- und Profitabilitätskriterien erfüllt sind. Geschäftsentscheidungen werden derart gesteuert, dass Kapital und Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen werden. Hierzu werden sowohl die Konzern-Kapitalstruktur als auch die lokalen Kapitalausstattungen unserer Tochtergesellschaften laufend optimiert. Darüber hinaus bündeln wir den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung konzernintern auf Holdingebene, um gruppenweit Kapital und Diversifizierungseffekte besser zu nutzen. People Management ist ein weiteres Fokusthema unserer Strategie 2025. Mit unserer People-Strategie denken wir zielgruppenorientiert und ganzheitlich ("Hire"). Unsere Mitarbeiter fördern wir gezielt durch attraktive Entwicklungspfade ("Develop"). Wir inspirieren unsere Mitarbeiter aktiv unsere Kultur weiterzuentwickeln und fördern Unternehmertum ("Inspire"). Dafür schaffen wir (Frei-) Räume und machen unsere Kultur erlebbar ("Xperience"). Ein besonderes Augenmerk legen wir dabei auf das Thema Diversität, um Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Stärke für die nachhaltige Entwicklung des Konzerns zu nutzen. Weitere Details zu unserer People-Management-Strategie werden im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 86, vertieft. Die Strategien der einzelnen Geschäftsbereiche wurden weiter geschärft und fokussiert. Mit der Strategie "HDI Global 4.0" positionieren wir uns im Geschäftsbereich Industrieversicherung als führender Partner für internationale Versicherungsprogramme und Dienstleister für Captives. Die auf profitables Geschäft ausgerichtete Zeichnungspolitik wird mit einer effizienten Kostenstruktur kombiniert. Der Bereich Spezialversicherung ist weiterhin ein zentrales Wachstumsfeld. Für das Industriegeschäft sehen wir insbesondere in Nordamerika, Europa, Australien sowie ausgewählten Schwellenländern Wachstumspotenzial. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Strategie "Go25" fokussiert fort. Neben starkem Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) werden hierbei insbesondere zusätzliche Kooperationen sowie organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften angestrebt. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International wollen wir mit der Strategie "HINexT 2025" das starke Wachstum fortsetzen und dabei die Diversifizierung weiter vorantreiben. Ziel ist es, in unseren fünf definierten Kernmärkten in Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa jeweils eine führende Stellung einzunehmen, d. h. einer der Top-5-Anbieter im Bereich Schaden/Unfallversicherung zu sein. Hierzu soll profitables organisches und anorganisches Wachstum beitragen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich mit der "Strategy 2021-2023" darauf, vorhandene Stärken insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität weiter auszubauen. Hierbei spielen insbesondere die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen sowie der weitere Ausbau gesamtheitlicher, innovativer Rückversicherungsangebote eine wichtige Rolle. Als langfristiger Mehrheitsaktionär der Hannover Rück SE verfolgen wir zudem das Ziel, die Stellung des Unternehmens als Global Player abzusichern und selektiv auszubauen. Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben. Das Thema Nachhaltigkeit stellt dabei einen der zentralen Eckpfeiler der Konzernstrategie dar. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environment, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik, im Betrieb sowie im gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns. Für die Kapitalanlage und das Versicherungsgeschäft haben wir uns das Ziel "Net Zero 2050" gesetzt. In unseren Betriebsstätten verfolgen wir weltweit konsequent unser "Net Zero"-Ziel 2030. Unseren sozialen Fokus legen wir insbesondere in den Bereichen "Diversity, Equity and Inclusion" sowie (Mitarbeiter-)Bildung. Weitere Informationen zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie finden sich im Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung", Seite 86. Die Risikostrategie wird im Abschnitt "Risikobericht", Seite 116, erläutert und daher hier nicht weiter beschrieben. STRATEGIE DES TALANX KONZERNS
UnternehmenssteuerungDie Konzernstrategie ist auf eine langfristige Wertsteigerung im Sinne der Stakeholder des Konzerns (insbesondere Investoren, Kunden und Mitarbeiter) ausgerichtet. In Verbindung damit fokussieren wir uns auf die Kriterien Kontinuität, Finanzkraft und Profitabilität. Dabei berücksichtigen wir die regulatorischen Anforderungen an die Versicherungsunternehmen und auch die Erwartungen der Ratingagenturen. Die vier Eckpfeiler unseres Zielsystems sind: scrollen
Diese Ziele verfolgen wir mit unserem ganzheitlichen, integrierten Steuerungssystem, bei dem wir unser Augenmerk besonders auf vier elementare Steuerungsprozesse legen, die das Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen regeln: scrollen
Flankiert wird dieses Zusammenspiel zwischen der Talanx AG und den Geschäftsbereichen durch das Organisationsprinzip des Konzerns, das die Steuerungsfunktionen zentralisiert, während die Ergebnisverantwortung bei den Geschäftsbereichen liegt. Die Finanzkraft bemessen wir im Konzern mit den Solvency-2-Kennzahlen und dem S&P-Ratingmodell. Zur Steuerung der langfristigen Wert- und Profitabilitätssteigerung sowie zur Erhöhung der Kapitaleffizienz im Konzern nutzen wir die Kennzahl Intrinsic Value Creation (IVC) 1. Diese Kennzahl macht die unterschiedlichen Geschäftsmodelle unserer Konzerngesellschaften miteinander vergleichbar. Damit unsere Managemententscheidungen nicht auf einer zu volatilen Einzeljahres-Ergebnislage basieren, betrachten wir den IVC im Fünfjahresdurchschnitt. Rechnerisch misst der IVC den ökonomischen Erfolg nach Abzug der Kapitalkosten. Der ökonomische Erfolg berücksichtigt neben dem IFRS-Jahresüberschuss die Veränderung aktivischer und passivischer stiller Reserven/Lasten sowohl im Bereich der Kapitalanlagen als auch im Bereich der Versicherungstechnik (Berechnung siehe Abb. unten). Die Kapitalkosten bestehen aus dem risikofreien Zinssatz als fünfjährigem Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen, einem friktionalen Kostensatz sowie einer zusätzlichen Risikomarge. Die Kostensätze legen einen Value at Risk von 99,5 % zugrunde, was dem aufsichtsrechtlich notwendigen Konfidenzniveau entspricht. ÜBERLEITUNG VOM IFRS-JAHRESERGEBNIS ZUM IVC
1 Ökonomische Anpassungen, z. B.
Veränderung des Schadenreservediskonts
Performance-ManagementDas Kernstück unseres Steuerungssystems bildet das Performance-Management. Es sichert eine effiziente systematische Konzernsteuerung und verknüpft unser unternehmerisches Handeln auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene mit unseren strategischen Zielen. In dem eng mit der Konzernstrategie verknüpften Performance-Management-Zyklus verbinden wir unsere strategische mit der operativen Planung. Der Performance-Management-Zyklus sah im Berichtsjahr wie folgt aus: PERFORMANCE-MANAGEMENT-ZYKLUS
Zu Beginn des jährlich neu zu durchlaufenden Performance-Management-Zyklus gibt der Vorstand der Talanx AG den Geschäftsbereichen zur strategiekonformen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten Zielindikationen für die strategischen und operativen Planungsmodule des jeweiligen Planjahres vor. Die Zielindikationen ergeben sich aus den strategischen Konzernsteuerungsgrößen und den Konzerninitiativen. Zu den strategischen Steuerungsgrößen gehören Eigenkapitalrendite (RoE) und Dividende. Als flankierende Rahmenbedingungen werden dazu ein Risikobudget und eine Mindestkapitaladäquanz definiert. In Summe gibt der Holding-Vorstand damit für jedes Planjahr ein klares Anspruchsniveau im Hinblick auf Rentabilität, Ausschüttungsfähigkeit, Risikoappetit und Sicherheitsniveau vor. Im Anschluss an die Zielindikation werden die definierten Ziele hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit durch die Geschäftsbereiche validiert und anschließend im Talanx Vorstand als Basis für die operative Planung festgelegt. Der Konzern und die Geschäftsbereiche nutzen zur Steuerung des Geschäfts das Instrument des Management-Dashboards. Das Management-Dashboard bündelt alle wesentlichen strategischen und operativen Steuerungsgrößen und gibt somit einen Überblick über die nachhaltige Zielerreichung des Konzerns bzw. der Geschäftsbereiche. Mit den im Performance-Management durchlaufenen Prozessschritten unter Verwendung der Management-Dashboards erreichen wir eine ganzheitliche und konzernweit abgestimmte Steuerung des Konzerns. Alle Bereiche im Konzern werden auf die strategischen Ziele ausgerichtet und mithilfe messbarer Größen transparent und ausgewogen dargestellt. Für die operative Steuerung überführen wir die strategischen Ziele in operationale, strategiekonforme Werttreiber. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Geschäftsbereichsebene beschränken sich auf rein finanzielle Leistungsindikatoren. DIE OPERATIVEN STEUERUNGSGRÖSSEN DES KONZERNS IM ÜBERBLICK 1
AusschüttungsquoteAusschüttung im folgenden Jahr, dividiert durch das Jahresergebnis des Konzerns Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt)Das Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GWP) ist das nominale Wachstum, korrigiert um Wechselkurseffekte: GWP des laufenden Jahres zum Wechselkurs des Vorjahres (Vj.) minus GWP (Vj.), dividiert durch GWP (Vj.) EigenkapitalrenditeJahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter KapitalanlagerenditeKapitalanlageergebnis ohne Depotzinsergebnis und Ergebnis aus Investmentverträgen im Verhältnis zum durchschnittlichen selbst verwalteten Kapitalanlagebestand Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, Schaden/Unfallversicherung)Die gesamten Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) einschließlich des Depotzinsergebnisses und der Aufwendungen für Versicherungsleistungen (netto), dividiert durch die verdienten Prämien (netto) KonzernergebnisKonsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter Neugeschäftswert (Leben)Barwert zukünftiger Jahresüberschüsse ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die aus den Beständen des aktuellen Neugeschäftsjahrgangs generiert werden (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter). Die Berechnung erfolgt auf Basis der gleichen operativen Annahmen, die auch der Bestimmung der Solvency-2-Eigenmittel zum Ende des Geschäftsjahres zugrunde liegen WirtschaftsberichtUnser Konzern baute 2022 seine Profitabilität erfolgreich aus: Das Konzernergebnis stieg um 15,9 Prozent, die Eigenkapitalrendite auf 12,9 Prozent. Märkte und wirtschaftliche RahmenbedingungenVolkswirtschaftliche EntwicklungMit der weniger gefährlichen Omikron-Variante, einer hohen Immunisierung der Bevölkerung sowie der sukzessiven Aufhebung covid-bedingter Beschränkungen schien Anfang 2022 der Boden für die Fortsetzung des Post-Covid-Aufschwungs aus dem Vorjahr bereitet. Infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine sowie im Zuge dessen explodierender Preise für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe trübte sich der Konjunkturausblick jedoch erheblich ein. Gebremst durch eine rekordhohe Inflation und eine restriktivere Geldpolitik ist die Weltwirtschaft nach ihrem Rekordjahr 2021 (+6,2 %) im Jahr 2022 nur noch um 3,4 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen. In Deutschland litt hierunter insbesondere die (energieintensive) Industrie, deren Ausstoß zuletzt immer noch knapp 9 % unterhalb seines Niveaus vor Pandemieausbruch lag. Gestützt durch umfangreiche Fiskalstimuli (u. a. Energiehilfen, 9-Euro-Ticket) sowie hohe Ersparnisse infolge des verhinderten Konsums der Pandemiejahre konnten die privaten Haushalte ihren Konsum trotz kräftigen Preisdrucks hingegen deutlich um 4,6 % gegenüber dem Vorjahr steigern - der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Im Zuge der starken inländischen Nachfrage übertraf das Wachstum der Importe dasjenige der Exporte trotz eines schwächeren Euro. Die Stimmungseintrübung bei Haushalten und Unternehmen sowie ein starker Zinsanstieg sorgten wiederum dafür, dass die Investitionen 2022 nahezu stagnierten, wobei die Bauinvestitionen zurückgingen. Auch aufgrund der stärkeren Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas, dessen Lieferung im Sommer nahezu vollständig zum Erliegen kam, blieb das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit +1,9 % sowohl hinter dem des Vorjahres (+2,6 %) als auch hinter demjenigen der Eurozone im Berichtsjahr (+3,3 %) zurück. In den USA schrumpfte das BIP in den ersten beiden Quartalen 2022, womit sich die Wirtschaft zwischenzeitlich in einer technischen Rezession befand. Sowohl Zuwächse des privaten Konsums und der Investitionen (ohne Wohnungsbau) in diesem Zeitraum als auch der robuste Arbeitsmarkt (+4,8 Mio. neue Jobs) sprachen jedoch gegen eine breit angelegte Schwäche der US-Wirtschaft im vergangenen Jahr. Dennoch sorgten der Gegenwind durch die hohe Inflation sowie die ab März kontinuierlich straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed dafür, dass das Wachstum 2022 mit 2,1 % deutlich hinter dem Rekordjahr 2021 (+5,9 %) zurückblieb. Das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern fiel 2022 im Gegensatz zu den Industrieländern hinter den Durchschnitt der letzten Jahre zurück, wobei sich hier jedoch ein differenziertes Bild zeigte. Das Schlusslicht bildeten die osteuropäischen Staaten, angeführt von den Kriegsparteien Russland und Ukraine, während sich insbesondere rohstoffexportierende Länder, beispielsweise aus Lateinamerika, angesichts der globalen Rohstoffpreisrallye an die Spitze setzten. Chinas Wachstum fiel wegen der bis Dezember anhaltenden strikten Zero-Covid-Politik sowie der Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt auf den zweitniedrigsten Wert seit fast 50 Jahren (+3,0 %). REALES BRUTTOINLANDSPRODUKTscrollen
1 Vorläufige Werte, Stand 7. Februar 2023
Starkes Nachfragewachstum im Zuge der Post-Pandemie-Erholung, eine nur sukzessive Lieferkettenentspannung sowie der Rohstoffpreisschock sorgten 2022 für neue Inflationsrekorde. Lag beispielsweise der europäische Gaspreis bis 2020 durchschnittlich unter 20 EUR/MWh, betrug er Ende 2021 schon vor Kriegsausbruch über 70 EUR/MWh und stieg 2022 in der Spitze bis auf 311 EUR/MWh. Vor diesem Hintergrund erreichte die Inflationsrate in der Eurozone in der Spitze 10,7 % und lag im Jahresdurchschnitt 2022 bei 8,4 % - der höchste Wert seit Beginn der Währungsunion. In den USA sorgte insbesondere ein breit angelegter Preisdruck infolge hoher Nachfrage und steigender Löhne für einen Spitzenwert von 9,1 % (Jahresdurchschnitt 2022: 8,0 %, 4-Jahrzehnte-Hoch). Neben vielen anderen Notenbanken rund um den Globus vollzogen vor diesem Hintergrund auch die Fed und die EZB 2022 die geldpolitische Wende. Erstere erhöhte ihren Leitzins in einem Tempo, das seit den 1980er-Jahren seinesgleichen sucht, von 0,00-0,25 % auf 4,25-4,50 %. Die EZB wiederum beendete die seit 2014 währende Phase negativer Leitzinsen und erhöhte den Einlagensatz von -0,50 % auf 2,00 %. Erstmals seit 2011 erhalten Geschäftsbanken damit wieder eine positive Verzinsung auf ihre Einlagen bei der Notenbank. KapitalmärkteDie internationalen Aktienmärkte reagierten im Februar/März mit erheblichen Kursverlusten auf den Kriegsausbruch und konnten die anfänglichen Verluste im Jahresverlauf nicht mehr aufholen (DAX -12,4 %; EURO STOXX -14,5 %; S&P 500 -19,7 %). Eine noch schlechtere Performance verzeichneten die Schwellenländer (MSCI EM -21,8 %), wobei sich hier regional infolge der direkten und indirekten Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sowie der Covid-Politik in China heterogene Entwicklungen zeigten (MSCI China -22,1 %; MSCI Latin America -0,1 %; MSCI Eastern Europe -82,9 %, alle in US-Dollar). Verantwortlich für die schwache Aktienmarktperformance zeichnete abseits regionaler Entwicklungen insbesondere die Abkehr der Notenbanken von ihrer lockeren Geldpolitik, die simultan auch an den Rentenmärkten für kräftige Kursverluste sorgte. So stieg die Rendite 10-jähriger US-Treasuries in der Spitze von 1,51 % auf 4,24 % und lag am Jahresende bei 3,87 %. Die Rendite von Bundesanleihen gleicher Laufzeit verließ 2022 negatives Terrain und kletterte von -0,18 % auf 2,57 %. Im Einklang mit den Preisen vieler anderer Rohstoffe stieg der Ölpreis (Brent) in der Spitze kräftig von 78 USD auf 128 USD je Barrel, lag zum Jahresende mit 86 USD je Barrel jedoch nur rund 10 % höher als zu Jahresbeginn. Der Euro fiel erstmals seit 20 Jahren temporär unter die Parität zum US-Dollar und verlor auf Jahressicht 5,9 % auf 1,07 USD. Deutsche VersicherungswirtschaftSchaden/UnfallversicherungIn der Schaden/Unfallversicherung hatte die deutsche Versicherungswirtschaft 2022 gegenüber dem Vorjahr ein gesteigertes Prämienwachstum zu verzeichnen. Die Gesamtentwicklung stand dabei im Zeichen von inflationsbedingten Beitrags- sowie Summenanpassungen. Das Kfz-Geschäft konnte ein nominales Beitragsplus verzeichnen, war jedoch durch weniger Neuzulassungen und Umschreibungen im Vergleich zum Vorjahr geprägt. Die Schadenzahlungen lagen in Summe unter dem Niveau des Vorjahres. Die Naturgefahrenbilanz der deutschen Sachversicherer war 2022 im Vergleich zum Vorjahr von wenigen Extremereignissen geprägt und lag damit nur marginal über dem langjährigen Durchschnitt. Die schwersten Elementarschäden verursachten die Winterstürme "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" Anfang des Jahres. LebensversicherungDie Beitragseinnahmen in der deutschen Lebensversicherung lagen 2022 unterhalb des Vorjahresniveaus. Ursache hierfür war insbesondere die schwache Entwicklung des Einmalbeitragsgeschäfts. Das Geschäft zu laufenden Beiträgen konnte hingegen ein leicht positives Wachstum verzeichnen. Die Anlagebedingungen am Kapitalmarkt haben sich im Jahr 2022 für Lebensversicherer verbessert, jedoch stellt sich der positive Effekt höherer Marktzinsen auf die Kapitalanlagen erst mit der Zeit ein. Die Profitabilität ist aufgrund der vorausgegangenen langen Niedrigzinsphase zunächst weiterhin belastet. Internationale VersicherungsmärkteDer Talanx Konzern hat als Zielregionen für den Ausbau seines internationalen Privatkundengeschäfts die Regionen Europa und Lateinamerika definiert. In der Industrieversicherung baut der Konzern seine Präsenz weltweit weiter aus. In diesem Abschnitt wird vorrangig auf die Entwicklung in den genannten internationalen Zielregionen eingegangen. Schaden/UnfallversicherungDie internationale Schaden/Unfallversicherung hat sich angesichts des makroökonomischen Umfelds widerstandsfähig gezeigt. Trotz der hohen weltweiten Inflation konnte im Jahr 2022 insgesamt ein positives reales Prämienwachstum verzeichnet werden. Besonders das Industriegeschäft konnte von einer weiteren Marktverhärtung profitieren. Das Wachstum in den Schwellenländern fiel höher aus als in den entwickelten Versicherungsmärkten. Unter den entwickelten Versicherungsmärkten wies Asien-Pazifik das stärkste Wachstum auf. Nordamerika konnte ebenfalls ein positives reales Prämienwachstum verzeichnen. In Europa hingegen war die Prämienentwicklung unterhalb der Inflationsrate. Das positive reale Prämienwachstum in den Schwellenländern war sowohl durch das Wachstum in China als auch in Lateinamerika getrieben. Die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden lagen im Berichtsjahr unterhalb des Vorjahresniveaus, jedoch erneut über dem bisherigen Zehnjahresdurchschnitt. Mehr als ein Drittel der Gesamtschäden und rund die Hälfte der weltweiten versicherten Schäden wurde durch den Hurrikan "Ian" Ende September in den USA und Kuba verursacht. Europa war im Jahr 2022 durch die Winterstürme "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" sowie Hagelstürme in Frankreich und im angrenzenden Spanien belastet. Die internationale Schaden-Rückversicherung konnte im Berichtsjahr ebenfalls ein positives Prämienwachstum verzeichnen. Angesichts der erhöhten makroökonomischen Unsicherheit, des anhaltenden Trends zu höheren Einzelschäden aus Naturkatastrophen sowie insbesondere der Inflationsentwicklung setzte sich der bereits in den Vorjahren zu beobachtende Trend zu Preissteigerungen im Zuge der unterjährigen Vertragserneuerungsrunden fort. LebensversicherungDie Beitragseinnahmen der internationalen Lebensversicherungsmärkte lagen aufgrund des herausfordernden Geschäftsumfelds unterhalb des Vorjahresniveaus. Der Rückgang der Gesamtprämien geht dabei primär auf die entwickelten Versicherungsmärkte zurück. Insbesondere Europa und Asien-Pazifik verzeichneten verminderte Prämieneinnahmen. Nordamerika konnte hingegen ein positives Wachstum oberhalb der Inflation verzeichnen. In den Schwellenländern lagen die Beitragseinnahmen leicht über den Inflationsraten. Dies gilt sowohl für China als auch für die übrigen Schwellenländer Asiens sowie Lateinamerika. Die internationale Personen-Rückversicherung war auch im Jahr 2022 weiterhin von den negativen Effekten der Corona-Pandemie betroffen, wenn auch weniger stark als im Vorjahr. Trotz der zusätzlichen makroökonomischen Herausforderungen konnte ein positives Beitragswachstum verzeichnet werden. GeschäftsentwicklungDer Konzern treibt die Profitabilisierung seiner Erstversicherung sowohl national als auch international voran: Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich auf die konsequente Profitabilisierung seines Geschäfts, kombiniert mit einer effizienten Kostenstruktur, auf Wachstum im Ausland und im Bereich der Spezialversicherung. Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzt seine Strategie fokussiert fort. Er strebt weiteres Wachstum im Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und organisches Wachstum im Bereich Bankpartnerschaften an. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International soll das starke Wachstum fortgesetzt und die Diversifizierung vorangetrieben werden mit dem Ziel, zu den Top 5 in der Schaden/Unfallversicherung in unseren Kernmärkten zu zählen. Der Geschäftsbereich Rückversicherung konzentriert sich darauf, vorhandene Stärken durch die konsequente Nutzung von Diversifikationsvorteilen weiter auszubauen und gesamtheitliche, innovative Rückversicherungsangebote, insbesondere hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität, auszubauen. Das Konzernergebnis (1.172 Mio. EUR) und das operative Ergebnis (3.372 Mio. EUR) stiegen trotz herausfordernder Rahmenbedingungen um 15,9 % bzw. um 37,4 %; die gebuchten Bruttoprämien stiegen um 17,4 % auf 53,4 Mrd. EUR. GEBUCHTE BRUTTOPRÄMIEN
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ― |
Gebuchte Bruttoprämien steigen um 17,4 % |
| ― |
Eigenkapitalrendite mit 12,9 % über dem Zielwert von 10 % |
| ― |
Vorschlag einer Dividendenerhöhung auf 2,00 EUR an die Hauptversammlung |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 53.431 | 45.507 | +17,4% |
| Verdiente Nettoprämien | 44.722 | 37.863 | +18,1% |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | -792 | -2.195 | +63,9% |
| Kapitalanlageergebnis | 3.700 | 4.718 | -21,6% |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 3.372 | 2.454 | +37,4% |
| Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto, nur Schaden/ Unfallversicherung) in % | 98,9 | 97,7 | +1,2 Pkt. |
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) | 13,2 | 11,8 | +1,4 Pkt. |
| Konzernergebnis in Mio. EUR | 1.172 | 1.011 | +15,9 % |
| Kapitalanlagerendite | 2,6 | 3,4 | -0,7 Pkt. |
| Eigenkapitalrendite | 12,9 | 9,6 | +3,3 Pkt. |
| Ausschüttungsquote 1 | 43,2 | 40,1 | +3,1 Pkt. |
2 Bezogen auf den Gewinnverwendungsvorschlag,
siehe Anhangkapitel "Sonstige Angaben", Seite 244
Im Berichtsjahr stiegen die gebuchten Bruttoprämien im Konzern um 17,4 % - währungskursbereinigt um 13,2 % - auf 53,4 (45,5) Mrd. EUR; die verdienten Nettoprämien stiegen um 18,1 % auf 44,7 (37,9) Mrd. EUR. Die Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung International und Schaden-Rückversicherung waren die hauptsächlichen Treiber dieses Wachstums. Der Selbstbehalt blieb mit 87,7 (87,8) % nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich um 63,9 % auf -792 (-2.195) Mio. EUR, u. a., weil der Schadenaufwand für Corona-Schäden im Segment Personen-Rückversicherung deutlich rückläufig war, im Segment Schaden-Rückversicherung Covid-19-Reserven aufgelöst wurden und sich die Zuführung zu Rückstellungen für Beitragsrückerstattung aus Beteiligungen der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis im Segment Leben der Privat- und Firmenversicherung Deutschland deutlich verringerte. Die Großschadenbelastung lag bei 2.176 (1.745) Mio. EUR, sie übertraf damit das Großschadenbudget für das Berichtsjahr von 1.810 Mio. EUR hauptsächlich aufgrund der Belastungen durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Schäden aus Naturkatastrophen lagen insgesamt bei 1.529 (1.261) Mio. EUR, die Belastungen aus dem Ukraine-Krieg - in der Hauptsache im Segment Schaden-Rückversicherung - lagen bei 367 Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte auf 98,9 (97,7) %.
Das Kapitalanlageergebnis lag bei 3,7 (4,7) Mrd. EUR. Die ordentlichen Kapitalanlageerträge stiegen um 611 Mio. EUR, vorwiegend aufgrund hoher Erträge aus inflationsgebundenen Anleihen; sie konnten den Rückgang des außerordentlichen Kapitalanlageergebnisses (-1,6 Mrd. EUR, davon -1,3 Mrd. EUR aus Abgangsergebnissen vorwiegend im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland/ Segment Leben und im Geschäftsbereich Rückversicherung) jedoch nicht kompensieren. Positiv trug die Einbringung von Beteiligungen im Bereich Private Equity in ein Gemeinschaftsunternehmen zum Ergebnis bei. Hiervon wurden 558 Mio. EUR im Kapitalanlageergebnis und 518 Mio. EUR im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Die Kapitalanlagerendite lag bei 2,6 (3,4) %.
Das operative Ergebnis (EBIT) stieg im Berichtsjahr um 37,4 % auf 3,4 (2,5) Mrd. EUR, vor allem aufgrund der verbesserten Profitabilität in den Geschäftsbereichen Industrieversicherung und Privat- und Firmenversicherung International, der beschriebenen Einbringung von Beständen nicht notierter Unternehmensbeteiligungen in ein Gemeinschaftsunternehmen im Segment Schaden-Rückversicherung sowie rückläufige Belastungen aus der Corona-Pandemie in der Personen-Rückversicherung.
Das Konzernergebnis stieg trotz herausfordernder Rahmenbedingungen, u. a. aufgrund der hohen Großschadenbelastung, auf 1.172 (1.011) Mio. EUR. Der Anteil der Erstversicherungsgruppe am Konzernergebnis blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil bei 43 (45) %. Die Eigenkapitalrendite lag bei 12,9 (9,6) %.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Bruttoprämienwachstum 1 (währungskursbereinigt) | 13,2 | mittleres einstelliges Wachstum |
| Konzernergebnis 2 in Mio. EUR | 1.172 | 1.050 - 1.150 |
| Kapitalanlagerendite 3 | 2,6 | ~ 2,4 |
| Eigenkapitalrendite 4 | 12,9 | ~ 10 |
| Ausschüttungsquote | 43,2 | 35 - 45 |
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "~10 % (>50 Mrd. EUR)"
2 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "am oberen Ende der Spanne zwischen 1.050 und 1.150
Mio. EUR"
3 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "~2,5 %"
4 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf ">10 %"
Die Bruttoprämien lagen im Berichtsjahr währungskursbereinigt mit 13,2 % oberhalb der Prognose, die für 2022 unterjährig auf "im oberen einstelligen Prozentbereich" angehoben wurde. Das Konzernergebnis übertraf mit 1.172 (1.011) Mio. EUR ebenfalls die Prognose für das Berichtsjahr leicht. Die Kapitalanlagerendite (2,6 %) und die Eigenkapitalrendite (12,9 %) lagen beide oberhalb der Prognosen von rund 2,4 % bzw. rund 10 %. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 (1,60) EUR je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote, bezogen auf das IFRS-Ergebnis je Aktie und auf Basis des Vorschlags an die Hauptversammlung, beträgt 43,2 (40,1) %. Sie liegt damit im strategischen Zielkorridor von 35 % bis 45 %.
Die Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch in die sieben berichtspflichtigen Segmente Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall- und Lebensversicherung, Privat- und Firmenversicherung International, Schaden-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und Konzernfunktionen. Über deren Zuschnitt und Geschäftsumfang informieren wir im Anhang dieses Berichts im Kapitel "Segmentberichterstattung". Zum 1. März 2022 wurden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus mitarbeiterführenden Gesellschaften der deutschen Talanx Erstversicherungsgruppe in der HDI AG zusammengeführt.
2022/2021
1 Nach Eliminierung konzerninterner,
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
| ― |
Beitragswachstum im Wesentlichen getrieben durch Specialty-, Haftpflicht- und Sachgeschäft |
| ― |
Versicherungstechnisches Ergebnis verbessert durch positive Entwicklung im Frequenzschadenbereich |
| ― |
Kapitalanlageergebnis erwartungsgemäß unter dem Vorjahr nach außergewöhnlich hohen Erträgen aus Private Equity |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 8.913 | 7.560 | +17,9 % |
| Verdiente Nettoprämien | 4.402 | 3.428 | +28,4 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | 191 | 46 | +316,3 % |
| Kapitalanlageergebnis | 254 | 300 | -15,1 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 252 | 196 | +28,3 % |
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) | 12,9 | 14,0 | -1,1 Pkt. |
| Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto) | 95,7 | 98,7 | -3,0 Pkt. |
| Eigenkapitalrendite | 9,5 | 6,7 | +2,9 Pkt. |
Das Industrieversicherungsgeschäft war im Geschäftsjahr 2022 stark durch makroökonomische Risiken und Naturkatastrophen gekennzeichnet. Gleichzeitig war im Markt eine positive Entwicklung bei Preisen und Konditionen in nahezu allen Regionen und Sparten zu verzeichnen. Die Kapitalmärkte wurden insbesondere durch den Ukraine-Konflikt, steigende Inflationsraten sowie die daraus resultierende geldpolitische Kehrtwende vieler Notenbanken bestimmt.
Die gebuchten Bruttoprämien im Geschäftsbereich Industrieversicherung beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 8,9 (7,6) Mrd. EUR und lagen damit über unseren Erwartungen. Sie stiegen um 1,3 Mrd. EUR respektive 17,9 % (währungsbereinigt 12,9 %). Beitragssteigerungen konnten im Wesentlichen aufgrund des Wachstums im Specialty-, Haftpflicht- und Sachgeschäft erreicht werden. Das Wachstum wurde vorangetrieben durch Neugeschäft und deutliche Ratensteigerungen. Damit konnte die Profitabilität weiter verbessert werden. Die verdienten Nettoprämien stiegen aufgrund eines höheren Eigenbehalts in Specialty überproportional zu den gebuchten Bruttoprämien und erhöhten sich um 28,4 % respektive 1,0 Mrd. EUR auf 4,4 (3,4) Mrd. EUR.
Das versicherungstechnische Nettoergebnis liegt mit 191 (46) Mio. EUR deutlich über dem Vorjahr. Die Schadenquote (netto) verbesserte sich auf 77,0 (80,9) %, im Wesentlichen durch den positiven Schadenverlauf im Frequenzbereich und die anhaltende Profitabilisierung des Bestands. Damit konnten der wachstums- und inflationsbedingte Anstieg des Schadenaufwands über alle Sparten sowie die Überschreitung des Großschadenbudgets um 52 (96) Mio. EUR kompensiert werden. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen war durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Kennzeichnend für die Großschadenentwicklung waren die Naturkatastrophenereignisse Flut Australien, die Hurrikans "Ian" und "Fiona" sowie eine Vorsorge für mögliche Belastungen aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Die Nettokostenquote erhöhte sich infolge des erhöhten Eigenbehalts in Specialty auf 18,7 (17,7) %. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote belief sich auf 95,7 (98,7) %.
Gesamthaft beläuft sich das Kapitalanlageergebnis im Geschäftsjahr 2022 auf 254 (300) Mio. EUR. Nach einem herausragenden Vorjahr sanken erwartungsgemäß sowohl die ordentlichen Erträge in dem Bereich Private Equity als auch die realisierten Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Positiv entwickelten sich hingegen die laufenden Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren.
Das übrige Ergebnis liegt mit -194 (-149) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr. Das Berichtsjahr wird insbesondere durch einen Währungskursverlust von 54 (19) Mio. EUR und einen wachstumsbedingten Kostenanstieg belastet.
Das EBIT liegt infolge der vorgenannten Effekte im Berichtsjahr mit 252 (196) Mio. EUR über unseren Erwartungen, was wesentlich auf das verbesserte versicherungstechnische Ergebnis zurückzuführen ist. Der Anteil des Geschäftsbereichs Industrieversicherung am Konzernergebnis beläuft sich auf 177 (143) Mio. EUR und konnte damit positiv zum Konzernergebnis beitragen.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) | 12,9 | > 7 |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) | 95,7 | < 98 |
| Eigenkapitalrendite 1 | 9,5 | ~ 8 |
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf ">8 %"
Das Bruttoprämienwachstum liegt mit einer Steigerung von 17,9 % (währungskursbereinigt 12,9 %) über den ursprünglichen Erwartungen. Hierzu trägt ein überdurchschnittliches Wachstum primär im Specialty-Geschäft sowie auch im Sach- und Haftpflichtportfolio bei.
Trotz der Überschreitung des Großschadenbudgets infolge der Belastung aus Naturkatastrophenereignissen wurde eine kombinierte Schaden-/Kostenquote im Geschäftsbereich Industrieversicherung von 95,7 % erreicht, die die Erwartung für das Geschäftsjahr übertrifft. Der Überschaden wird durch einen positiven Frequenzschadenverlauf sowie die anhaltende Profitabilisierung des Bestands kompensiert (siehe Konzernstrategie auf Seite 44).
Insgesamt übertraf das Kapitalanlageergebnis des Geschäftsjahres trotz des Kriegs in der Ukraine und der steigenden Inflationsraten die Erwartung für 2022, insbesondere aufgrund des Zinsanstiegs.
Das übrige Ergebnis war wesentlich durch Währungskursverluste gekennzeichnet.
Aus den vorgenannten Entwicklungen resultiert eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 9,5 %, die deutlich über unserer Erwartung von rund 8 % liegt.
| ― |
Beitragsanstieg durch Zuwächse in allen Sparten, insbesondere Firmen/Freie Berufe |
| ― |
Versicherungstechnisches Ergebnis durch inflationsbedingten Anstieg der Durchschnittsschäden belastet |
| ― |
Kapitalanlageergebnis von einem negativen Abgangsergebnis und höheren Abschreibungen geprägt |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 1.715 | 1.574 | +9,0 % |
| Verdiente Nettoprämien | 1.555 | 1.329 | +17,0 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | 18 | 11 | +58,9 % |
| Kapitalanlageergebnis | 74 | 129 | -42,9 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 70 | 104 | -32,4 % |
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Bruttoprämienwachstum | 9,0 | 4,8 | +4,2 Pkt. |
| Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto) | 98,9 | 99,2 | -0,3 Pkt. |
Im Segment Schaden-/Unfallversicherung konnte im Geschäftsjahr ein erfreulicher Beitragsanstieg um 9,0 % auf 1.715 (1.574) Mio. EUR erzielt werden. Zuwächse waren insbesondere im Firmen-/Freie-Berufe- sowie im Kraftfahrtgeschäft zu verzeichnen. Nachdem der Vorjahreszeitraum noch von Einschränkungen durch die Corona-Pandemie belastet war, konnte nun auch ein erfreulicher Anstieg im biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance erreicht werden.
Im Geschäftsjahr 2022 verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis mit 18 (11) Mio. EUR gegenüber der Vorjahresperiode. Im Geschäftsjahr war vor allem ein höheres Abwicklungsergebnis maßgeblich für den Anstieg des versicherungstechnischen Ergebnisses verantwortlich, das den Anstieg der Belastungen aus höheren Schadenfrequenzen insbesondere in Kraftfahrt auf das Vor-Pandemie-Niveau und eine höhere Belastung aus Naturkatastrophen- und Großschäden kompensieren konnte. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen war durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) ging insgesamt um 0,3 Prozentpunkte von 99,2 % auf 98,9 % zurück.
Beim Kapitalanlageergebnis war ein Rückgang auf 74 (129) Mio. EUR zu verzeichnen. Dies war überwiegend auf ein negatives Abgangsergebnis von -17 (+27) Mio. EUR sowie höhere Abschreibungen zurückzuführen.
Insbesondere durch den Rückgang des Kapitalanlageergebnisses verminderte sich das operative Ergebnis auf 70 (104) Mio. EUR.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Bruttoprämienwachstum | 9,0 | im oberen einstelligen Prozentbereich |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) 1 | 98,9 | ~ 96 |
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "~ 100 %"
Die Entwicklung der Beitragseinnahmen im Segment Schaden/Unfall haben unsere Erwartungen sowohl im Firmen/Freie-Berufe- als auch im Privatkundengeschäft vollständig erfüllt. Die spartenspezifische Steuerungsgröße kombinierte Schaden-/Kostenquote lag aufgrund höherer Frequenzschadenbelastungen sowie Naturkatastrophen- und Großschäden über dem prognostizierten Wert.
| ― |
Erfreulicher Verkaufsstart eines neuen Fondsprodukts in der Altersvorsorge |
| ― |
Rückgang im Einmalbeitragsgeschäft |
| ― |
Niedrigeres Kapitalanlageergebnis durch Wegfall des Finanzierungsbedarfs zur Zinszusatzreserve |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 4.280 | 4.596 | -6,9 % |
| Verdiente Nettoprämien | 3.010 | 3.494 | -13,8 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | -655 | -1.772 | +63,1 % |
| Kapitalanlageergebnis | 873 | 2.002 | -56,4 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 193 | 183 | +5,9 % |
| Neuzugang, gemessen in Annual Premium Equivalent | 425 | 428 | -0,7 % |
| Einmalbeiträge | 1.209 | 1.486 | -18,6 % |
| Laufende Beiträge | 304 | 279 | +8,8 % |
| Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent | 425 | 428 | -0,7 % |
| davon kapitaleffiziente Produkte | 231 | 232 | -0,2 % |
| davon Biometrieprodukte | 124 | 118 | +4,9 % |
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Bruttoprämienwachstum | -6,9 | 5,6 | -12,5 Pkt. |
Im Segment Lebensversicherung war gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Beitragsrückgang um 6,9 % auf 4,3 (4,6) Mrd. EUR - einschließlich der Sparbeiträge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen - zu verzeichnen. Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang der Einmalbeiträge um 285 Mio. EUR (ohne Bancassurance-Biometriegeschäft) und der laufenden Beiträge um 78 Mio. EUR zurückzuführen. Hingegen positiv wirkte der Anstieg im Biometriegeschäft der Bancassurance um 45 Mio. EUR.
Nach Berücksichtigung der Sparbeiträge bei unseren fondsgebundenen Produkten und der Veränderung der Beitragsüberträge verzeichnete das Segment Lebensversicherung um 13,8 % geringere verdiente Nettoprämien von 3,0 (3,5) Mrd. EUR.
Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten - gemessen in der international verwendeten Größe Jahresbeitragsäquivalent (Annual Premium Equivalent, APE) - konnte mit 425 (428) Mio. EUR auf Vorjahresniveau gehalten werden.
Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich deutlich auf -655 (-1.772) Mio. EUR. Es wird u. a. durch die Aufzinsung der versicherungstechnischen Rückstellungen und die Beteiligung unserer Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Dieses fiel aufgrund geringerer Realisierungen von stillen Reserven deutlich niedriger aus. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen war durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Den versicherungstechnischen Aufwendungen stehen die Erträge aus den Kapitalanlagen gegenüber, die allerdings im nicht versicherungstechnischen Ergebnis auszuweisen sind.
Das Kapitalanlageergebnis reduzierte sich auf 873 (2.002) Mio. EUR; dies ist zum überwiegenden Teil auf geringere Abgangsgewinne zurückzuführen. Aufgrund der steigenden Zinsen am Kapitalmarkt waren keine Abgangsgewinne zur Finanzierung der Zinszusatzreserve notwendig. Darüber hinaus wirkten Abschreibungen und nicht realisierte Verluste durch zinsbedingte Marktbewegungen bei Derivaten belastend. Das ordentliche Kapitalanlageergebnis konnte hingegen mit 1.304 (1.308) Mio. EUR den Vorjahreswert nahezu erreichen.
Durch den Zinsanstieg am Kapitalmarkt verbesserte sich das operative Ergebnis (EBIT) im Segment Lebensversicherung um 11 Mio. EUR auf 193 (183) Mio. EUR.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Bruttoprämienwachstum | -6,9 | rückläufig im unteren einstelligen Prozentbereich |
Die Beitragseinnahmen im Segment Leben lagen nach einem vertriebsstarken Vorjahr innerhalb unserer Prognose für 2022.
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Eigenkapitalrendite | 6,9 | 6,1 | +0,9 Pkt. |
Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern, Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen lag das Konzernergebnis aufgrund des Ergebnisrückgangs in der Schaden/Unfallversicherung bei 150 (161) Mio. EUR. Das Eigenkapital verminderte sich durch zinsbedingt geringere Bewertungsreserven, die dort in einer gesonderten Position, dem sogenannten Other Comprehensive Income (OCI), erfolgsneutral auszuweisen sind. Dementsprechend verbesserte sich die Eigenkapitalrendite um 0,9 Prozentpunkte auf 6,9 %.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Eigenkapitalrendite 1 | 6,9 | ~ 6,5 |
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf ">6,5 %"
Trotz Rückgang des Konzernergebnisses auf 150 (161) Mio. EUR übertraf die Eigenkapitalrendite aufgrund eines geringeren Eigenkapitals den prognostizierten Wert.
| ― |
Wachstum der gebuchten Bruttoprämien von 15,9 % |
| ― |
Positive Entwicklung der Kooperation mit BancoEstado in Chile |
| ― |
Wegen Inflation gestiegene kombinierte Schaden-/Kostenquote von 97,5 % durch höheres Kapitalanlageergebnis überkompensiert |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 7.104 | 6.127 | +15,9 % |
| Verdiente Nettoprämien | 5.788 | 5.183 | +11,7 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | 32 | 46 | -31,5 % |
| Kapitalanlageergebnis | 444 | 374 | +18,6 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 341 | 294 | +16,2 % |
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt, nur Schaden/Unfallversicherung) | 36,2 | 19,8 | +16,4 Pkt. |
| Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto, nur Schaden/ Unfallversicherung) | 97,5 | 94,8 | +2,7 Pkt. |
| Eigenkapitalrendite | 11,0 | 8,4 | +2,6 Pkt. |
Der Geschäftsbereich bündelt die Aktivitäten des internationalen Privat- und Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika aktiv.
In der Region Lateinamerika war zum 1. Januar 2022 eine Exklusivvereinbarung für den Vertrieb von Sachversicherungsprodukten zwischen HDI Seguros S. A. (Chile) und der Staatsbank BancoEstado gestartet, die sich im Jahresverlauf positiv entwickelt hat. Darüber hinaus soll durch den Kauf des brasilianischen Privatkundengeschäfts der Sompo Seguros S. A. durch die HDI Seguros S. A. (Brasilien) mit Kaufvertrag vom 24. Mai 2022 das Geschäft in der Region weiter gestärkt werden.
In der Region Europa wurde der Verkauf der russischen Lebensversicherungseinheit OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life an die russische Sovcombank am 16. Februar 2022 abgeschlossen und unterstrich damit die Fokussierung auf profitables Wachstum in den Kernmärkten. In diesem Zusammenhang ist auch die Transaktion in Ungarn zu sehen: Am 22. Dezember 2022 unterzeichnete die HDI International AG einen Vertrag über den Verkauf der Anteile an den ungarischen Gesellschaften Magyar Posta Életbiztositó Zrt. und Magyar Posta Biztositó Zrt. an die staatliche ungarische Holdinggesellschaft Corvinus Nemzetközi Befektetési Zrt. (Corvinus). Die Transaktion soll in der ersten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen werden und steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Gestärkt werden hingegen die Marktpräsenz und die Diversifikation in der Türkei. Am 30. Dezember wurde ein Joint Venture mit der türkischen Fibabanka, einer digital ausgerichteten und schnell wachsenden Bank in der Türkei, für den Vertrieb von digitalen Sachversicherungsprodukten gegründet. Darüber hinaus hat die HDI Sigorta A.Ş im Rahmen der strategischen Partnerschaft mit Fibabanka 60 % der mittlerweile unter dem Namen HDI Fiba Emeklilik ve Hayat A. Ş firmierenden Gesellschaft erworben, was den Eintritt in den Lebensversicherungsmarkt erlaubt. Das Closing erfolgte am 16. Januar 2023. Darüber hinaus wird auch das Geschäft im Kernmarkt Polen weiter ausgebaut: Die Europa-Gruppe und Bank Millennium haben eine zehnjährige exklusive Bancassurance-Vereinbarung geschlossen. Dies soll entsprechend der strategischen Ziele des Geschäftsbereichs zu profitablem Wachstum mit Biometrie-Produkten und im sonstigen Sachversicherungsgeschäft führen. Der Abschluss der Akquisition wird bis Mitte 2023 erwartet und steht unter Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden.
Nach einem starken Aufschwung im Jahr 2021 war das Wirtschaftswachstum in der Region Lateinamerika insbesondere in der ersten Hälfte des Berichtsjahres stärker als erwartet. Dieses resultierte aus höheren Rohstoffpreisen, während die robuste Inlandsnachfrage und die Normalisierung nach der Pandemie unterstützend wirkten. Diese Entwicklung wurde jedoch von einer sich beschleunigenden Inflation und externem Gegenwind, einschließlich erneuter angebotsseitiger Schocks, geopolitischer Spannungen infolge des Kriegs in der Ukraine und steigender Zinssätze in den USA, begleitet. Im Kraftfahrtversicherungsgeschäft, insbesondere auf dem brasilianischen Markt, hat eine Marktpreisrekalibrierung stattgefunden. Hier haben sich die Durchschnittsprämien aufgrund der Inflation bei Ersatzteilen und Dienstleistungen sowie des zunehmenden Schadenschweregrads und der wieder normalisierten Schadenhäufigkeit erhöht. In der Sachversicherung gewinnt die Preisanpassung wieder an Dynamik, da die wirtschaftliche Inflation den Schadenbedarf in die Höhe getrieben hat und Naturkatastrophenschäden die Rückversicherungskapazität unter Druck setzen. Insgesamt zeigen sich die Auswirkungen der hohen Zinsen, der gestiegenen Anlagerenditen und der verbesserten versicherungstechnischen Ergebnisse in unseren Kernmärkten dank steigender Durchschnittsprämien seit dem dritten Quartal des Berichtsjahres in einer verbesserten Rentabilität.
In der Region Europa ist die Situation ähnlich. Für Polen wird im Berichtsjahr 2022 ein Wirtschaftswachstum von 4 % erwartet. Der Kraftfahrtversicherungsmarkt verzeichnete nach dem dritten Quartal 2022 in Verbindung mit der steigenden Inflation eine Wachstumsrate von 5,9 %, während die sonstige Sachversicherung einen deutlichen Anstieg von fast 12 % verzeichnete. Dabei ist die Zunahme der gezahlten Schäden auf mehr gemeldete Katastrophenschäden zurückzuführen. In der Türkei sehen sich die türkischen Versicherer mit einem der schwierigsten Geschäftsumfelder der letzten zehn Jahre konfrontiert. Ausschlaggebend dafür ist die hohe Inflation bei gleichzeitig stark negativen Realzinsen in Verbindung mit einem starken Preiswettbewerb und dem regulierten Tarifsystem in der Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung für Schadenversicherer. Während das reale Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr um 5 % gestiegen ist, haben die normalisierte Schadenfrequenz sowie die rasant ansteigende Inflation - die Teuerungsrate dürfte 2022 bei mehr als 80 % liegen - die Schadenkosten in die Höhe getrieben.
Die gebuchten Bruttoprämien des Geschäftsbereichs (einschließlich Prämien aus fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherung) erhöhten sich gegenüber 2021 um 15,9 % auf 7,1 (6,1) Mrd. EUR. Währungsbereinigt stiegen die Bruttoprämien (nur Schaden/Unfallversicherung) gegenüber der Vergleichsperiode um 36,2 %.
In der Region Europa stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 9,8 % auf 5,0 Mrd. EUR, vor allem getrieben durch den Prämienanstieg der türkischen HDI Sigorta A. Ş. Währungsbereinigt hat sich das Prämienvolumen in der Türkei insbesondere aufgrund inflationsbedingter Preisanpassungen in der Kraftfahrtversicherung mehr als verdreifacht. Positiv entwickelten sich auch die gebuchten Bruttoprämien bei der polnischen TUiR WARTA S. A. WARTA steigerte das Geschäft in der Schaden/Unfallversicherung währungsbereinigt um 14,4 % auf 1,8 (1,5) Mrd. EUR hauptsächlich in der sonstigen Sachversicherung entsprechend der Diversifikationsstrategie. Rückläufig zeigten sich die Prämien jedoch durch die strategiekonforme Reduktion des italienischen Einmalbeitragsgeschäfts sowie durch den Verkauf der CiV Leben in Russland.
In der Region Lateinamerika stiegen die gebuchten Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr um 34,4 % auf 2,1 (1,5) Mrd. EUR. Das Prämienwachstum resultierte aus allen Kernmärkten und wurde insbesondere in Chile generiert: Die zwischen HDI Chile und der Staatsbank BancoEstado geschlossene Vertriebskooperation im Nichtlebengeschäft wirkte sich deutlich positiv aus. Zudem trugen auch Brasilien und México zur positiven Prämienentwicklung hauptsächlich in der Kraftfahrtversicherung aufgrund höherer Durchschnittsbeiträge bei. Währungsbereinigt stiegen die gebuchten Bruttoprämien der Region Lateinamerika um 24,3 %.
Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-/Unfallversicherungsgesellschaften stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozentpunkte auf 97,5 %. Ohne Berücksichtigung der negativen Effekte aus dem gestiegenen Mindestlohn in der Türkei lag die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei 96,1 %. Entsprechend verschlechterte sich das versicherungstechnische Ergebnis: Die hohe Inflation führte zu erhöhten Schadenzahlungen, Reservestärkungen sowie gestiegenen Kosten. Außerdem sind positive Effekte der Corona-Pandemie durch die Aufhebung von Ausgangsbeschränkungen und die damit einhergehende Normalisierung der Schadenfrequenzen aus dem Vorjahr weggefallen. Diese Entwicklungen konnten weitestgehend durch Preiserhöhungen, verbesserte technische Exzellenz und positive Abwicklungsergebnisse kompensiert werden.
In der Lebensversicherung verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis zum einen bedingt durch die strategische Risikoreduzierung bei der italienischen HDI Assicurazioni S. p. A. und zum anderen durch den verkaufsbedingten Wegfall des negativen technischen Ergebnisses der russischen OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life. Darüber hinaus war das Vorjahr negativ von einem Anstieg der Sterblichkeit als Folge der Corona-Pandemie belastet.
Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich im Vergleich zu 2021 um 18,6 % auf 444 (374) Mio. EUR. Dies war insbesondere auf das gestiegene Zinsniveau in Polen, Italien, der Türkei und Chile zurückzuführen, was einen Anstieg des ordentlichen Kapitalanlageergebnisses auf 481 (355) Mio. EUR zur Folge hatte. Das außerordentliche Kapitalanlageergebnis hingegen ging aufgrund von höheren realisierten Verlusten aus Anteilspapieren sowie höheren Abschreibungen zurück, die teilweise bedingt waren durch die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine.
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International erzielte 2022 mit 341 (294) Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,2 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die Region Europa trug mit einem EBIT von 260 (303) Mio. EUR zum operativen Ergebnis des Segments bei, was im Wesentlichen auf das geringere EBIT der HDI Sigorta A. Ş. aufgrund der negativen Effekte aus dem gestiegenen Mindestlohn zurückgeht. Das operative Ergebnis (EBIT) der Region Lateinamerika hingegen stieg aufgrund Verbesserungen in allen Kernmärkten auf 54 (15) Mio. EUR. Das Konzernergebnis nach Minderheiten erhöhte sich um 13,3 % auf 214 (189) Mio. EUR. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich entsprechend auf 11,0 (8,4)%.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt, nur Schaden/ Unfallversicherung) 1 | 36,2 | hohes einstelliges Wachstum |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto, nur Schaden/Unfallversicherung) 2 | 97,5 | < 95 |
| Eigenkapitalrendite 3 | 11,0 | ~ 8 |
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "niedriger zweistelliger Prozentbereich"
2 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "
~96%"
3 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf ">9 %"
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International verzeichnete im Geschäftsjahr 2022 einen währungsbereinigten Anstieg der Bruttoprämien in der Schaden/Unfallversicherung von 36,2 %, was deutlich über der zuletzt veröffentlichten Prognose eines hohen einstelligen Wachstums lag. Die kombinierte Schaden-/ Kostenquote der internationalen Schaden/Unfallversicherung war mit 97,5 % weiterhin sehr solide, blieb aber aufgrund der außerordentlich stark gestiegenen Inflation oberhalb der Prognose. Ohne Berücksichtigung der negativen Effekte aus dem Anstieg des Mindestlohns in der Türkei lag die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei 96,1%. Die Eigenkapitalrendite überstieg mit 11,0 % die für 2022 kommunizierten Erwartungen von rund 8 %.
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 7.104 | 6.127 | +15,9% |
| Schaden/Unfall | 5.512 | 4.298 | +28,2% |
| Leben | 1.592 | 1.829 | -12,9% |
| Verdiente Prämien für eigene Rechnung | 5.788 | 5.183 | +11,7% |
| Schaden/Unfall | 4.245 | 3.465 | +22,5% |
| Leben | 1.543 | 1.719 | -10,2% |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | 32 | 46 | -31,5% |
| Schaden/Unfall | 110 | 183 | -40,1% |
| Leben | -78 | -136 | +43,0% |
| Kapitalanlageergebnis | 444 | 374 | +18,6% |
| Schaden/Unfall | 305 | 181 | +68,5% |
| Leben | 145 | 201 | -27,9% |
| Sonstige | -6 | -8 | +25,1% |
| Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent (Leben) | 167 | 182 | -8,3% |
| Einmalbeiträge | 928 | 1.099 | -15,6% |
| Laufende Beiträge | 74 | 73 | +2,6% |
| Neuzugang nach Produkten in Annual Premium Equivalent (Leben) | 167 | 182 | -8,3% |
| davon kapitaleffiziente Produkte | 64 | 77 | -16,5% |
| davon Biometrieprodukte | 73 | 68 | +7,0% |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 7.104 | 6.127 | +15,9 % |
| davon Europa | 5.044 | 4.594 | +9,8 % |
| davon Lateinamerika | 2.060 | 1.533 | +34,4 % |
| Verdiente Prämien für eigene Rechnung | 5.788 | 5.183 | +11,7 % |
| davon Europa | 4.147 | 3.939 | +5,3 % |
| davon Lateinamerika | 1.641 | 1.244 | +31,9 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | 32 | 46 | -31,5 % |
| davon Europa | -2 | 52 | -103,1 % |
| davon Lateinamerika | 3 | -6 | +159,0 % |
| Kapitalanlageergebnis | 444 | 374 | +18,6 % |
| davon Europa | 337 | 326 | +3,4 % |
| davon Lateinamerika | 113 | 55 | +103,1 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 341 | 294 | +16,2 % |
| davon Europa | 260 | 303 | -13,9 % |
| davon Lateinamerika | 54 | 15 | +249,5 % |
| ― |
Wachstum der Bruttoprämien von 26,1 % |
| ― |
Trend zu Ratensteigerungen in den Vertragserneuerungen setzt sich verstärkt fort |
| ― |
Großschadenaufwand inklusive Vorsorge für mögliche Belastungen aus dem Ukraine-Krieg über Erwartungswert |
| ― |
Kombinierte Schaden-/Kostenquote steigt auf 99,9 % |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 24.242 | 19.224 | +26,1 % |
| Verdiente Nettoprämien | 21.637 | 16.624 | +30,2 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | -43 | 332 | -112,9 % |
| Kapitalanlageergebnis | 1.497 | 1.352 | +10,8 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 1.771 | 1.521 | +16,4 % |
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Kombinierte Schaden-/ Kostenquote (netto) | 99,9 | 97,7 | +2,2 Pkt. |
Die globalen Märkte für Schaden-Rückversicherung waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Beim Großschadenaufwand führten zahlreiche Katastrophen sowie die möglichen Belastungen aus dem Ukraine-Krieg und die deutlich angestiegene Inflation zu hohen Belastungen für die gesamte Branche.
Als Reaktion auf die zahlreichen Herausforderungen verstärkte sich sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung der Trend zu einer Verbesserung der Preise und Konditionen. Unverändert hatte dabei die versicherungstechnische Profitabilität für uns oberste Priorität.
Die unterjährigen Vertragserneuerungsrunden im Segment Schaden-Rückversicherung verliefen für uns positiv. Preisveränderungen berichten wir traditionell auf risikoadjustierter Basis. Das heißt, höhere Inflationsraten sind in den von uns berichteten Preisentwicklungen bereits bereinigt.
Bereits zum Jahresauftakt, in der Haupterneuerung in der traditionellen Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar 2022, setzte sich die Preisdynamik des Vorjahres fort, und wir konnten erneut ein Wachstum unseres erneuerten Geschäfts bei deutlich verbesserten Preisen und Konditionen erzielen. Zum 1. Januar standen 62 % der traditionellen Schaden-Rückversicherung (ohne fakultative Rückversicherung, Geschäft mit der Verbriefung von Versicherungsrisiken und strukturierte Rückversicherung) zur Erneuerung an. Hier konnten wir das Prämienvolumen um 8,3 % steigern. Der durchschnittliche, risikoadjustierte Preisanstieg belief sich auf 4,1 %.
Die Vertragserneuerung zum 1. April 2022, zu der wir traditionell unser Geschäft in Japan sowie in geringerem Umfang in Australien, Neuseeland, den anderen asiatischen Märkten sowie in Nordamerika erneuern, verlief für uns ebenfalls zufriedenstellend. Das gesamte Prämienvolumen der Erneuerung erhöhte sich um 17,4 %. Der durchschnittliche, risikoadjustierte Preisanstieg betrug 3,7 %.
Der positive Trend setzte sich in den Vertragserneuerungsrunden zum 1. Juni und 1. Juli fort. Hier werden traditionell Teile des Nordamerikageschäfts, der Naturkatastrophenrisiken sowie Teile der Rückversicherung von Risiken aus dem Bereich Kredit und Kaution erneuert. Zudem findet die Haupterneuerung des Geschäfts in Australien und Neuseeland statt. Vor allem die Erneuerungen in Nordamerika und Australien waren für uns erfolgreich. Hier konnten wir das Prämienvolumen um 7,2 % steigern. Der durchschnittliche, risikoadjustierte Preisanstieg belief sich auf 4,0 %.
Im Naturkatastrophengeschäft haben wir unsere gewinnorientierte Zeichnungspolitik fortgesetzt. Unser Risikoappetit für die Deckung von Naturkatastrophen ist im Verhältnis zum Prämienwachstum im Segment Schaden-Rückversicherung in Originalwährung unterproportional gestiegen.
Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Schaden-Rückversicherung stiegen um 26,1 % auf 24,2 (19,2) Mrd. EUR. Bei konstanten Währungskursen hätte der Zuwachs 17,9 % betragen. Der Selbstbehalt erhöhte sich leicht auf 90,6 (90,1) %. Die verdienten Nettoprämien wuchsen um 30,2 % auf 21,6 (16,6) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 22,0 % betragen.
Im Geschäftsjahr 2022 lagen die Großschäden das sechste Jahr in Folge oberhalb unserer Erwartungen. Unsere Nettobelastungen aus Großschäden summierten sich im Berichtsjahr auf 1.706 (1.250) Mio. EUR. Dies lag über dem von uns budgetierten Erwartungswert von 1.400 Mio. EUR.
Größte Einzelschäden waren Hurrikan "Ian" mit einer Nettobelastung von 322 Mio. EUR, die schweren Überflutungen in Australien mit 233 Mio. EUR sowie Wintersturm "Ylenia" in Mitteleuropa im Februar mit 107 Mio. EUR. Zudem haben wir eine Spätschadenrückstellung in Höhe von 331 Mio. EUR für mögliche Belastungen aus dem Krieg in der Ukraine gebildet.
Darüber hinaus ergaben sich Nachreservierungen für größere Schäden aus dem vergangenen Jahr infolge entsprechender Schadenmeldungen, u. a. in Höhe von 106 Mio. EUR für die Dürre in Brasilien sowie in Höhe von 54 Mio. EUR für Überschwemmungen in Malaysia. Als Großschäden bezeichnen wir Ereignisse, für die wir mehr als 10 Mio. EUR an Brutto-Schadenzahlungen erwarten.
Zudem lassen sich die Schäden aus der Pandemie für die Schaden-Rückversicherung mittlerweile besser quantifizieren. Hier ergab sich u. a. eine positive Abwicklung im Bereich Kredit, Kaution und politische Risiken. Dagegen fielen im Bereich Unfall- und Krankenversicherung in der Region Asien-Pazifik die Pandemiebelastungen deutlich höher als erwartet aus. Insgesamt ergab sich aus den vorgenannten Entwicklungen im Berichtsjahr eine Belastung von 269 Mio. EUR.
Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Schaden-Rückversicherung belief sich auf -43 (332) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote erhöhte sich auf 99,9 (97,7) %.
Das Kapitalanlageergebnis des Segments Schaden-Rückversicherung stieg um 10,8 % auf 1.497 (1.352) Mio. EUR, das übrige Ergebnis verbesserte sich auf 316 (-163) Mio. EUR. Aus der Einbringung von Beständen nicht notierter Unternehmensbeteiligungen in ein Gemeinschaftsunternehmen resultierte ein Entkonsolidierungsergebnis von 1.076 Mio. EUR. Hiervon wurden 558 Mio. EUR im Kapitalanlageergebnis und 518 Mio. EUR im übrigen Ergebnis ausgewiesen. Gegenläufige Effekte ergaben sich u. a. aus der Realisierung stiller Lasten im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere (594 Mio. EUR).
Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 16,4 % auf 1.771 (1.521) Mio. EUR. Das verbesserte Kapitalanlageergebnis und übrige Ergebnis konnten den Rückgang im versicherungstechnischen Ergebnis deutlich überkompensieren.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote (netto) 1 | 99,9 | ≤ 96 |
1 Unterjährig wurde der Ausblick angepasst
auf "≤ 96 über den Strategiezyklus 2021 - 2023"
Im Segment Schaden-Rückversicherung verschlechterte sich die kombinierte Schaden-/Kostenquote auf 99,9 (97,7) % und lag damit über dem Zielwert für das Geschäftsjahr von maximal 96 %.
| ― |
Bruttoprämien steigen um 5,8 % |
| ― |
Anhaltendes Kundeninteresse insbesondere an Langlebigkeitsdeckungen und Financial Solutions |
| ― |
Deutlich rückläufige Belastungen aus der Covid-19-Pandemie |
| ― |
Operatives Ergebnis von 729 Mio. EUR mehr als verdreifacht |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Gebuchte Bruttoprämien | 9.033 | 8.538 | +5,8 % |
| Verdiente Nettoprämien | 8.035 | 7.519 | +6,9 % |
| Versicherungstechnisches Ergebnis | -344 | -816 | +57,8 % |
| Kapitalanlageergebnis | 587 | 596 | -1,5 % |
| Operatives Ergebnis (EBIT) | 729 | 216 | +238,1 % |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | +/- |
| Neugeschäftswert 1 | 249 | 164 | +52,3 % |
Die Corona-Pandemie war im Markt für Personen-Rückversicherung im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar weiterhin ein belastendes Thema, allerdings in einem deutlich geringeren Ausmaß als im Vorjahr. In vielen Teilen der Welt sind sowohl bei der Schwere des Verlaufs als auch bei der Zahl der Todesfälle deutliche Verbesserungen festzustellen. Dies lässt sich auch an den deutlich rückläufigen Belastungen aus der Pandemie für uns ablesen.
Insgesamt hatten wir im Geschäftsjahr 2022 pandemiebezogene Belastungen in Höhe von 276 (582) Mio. EUR zu verarbeiten. Der Großteil davon entfiel auf Mortalitätsdeckungen in den USA, dem größten Markt für Sterblichkeitsversicherungen.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine wirkte sich dagegen nicht auf das Segment Personen-Rückversicherung aus, da wir in keinem der beiden Länder signifikantes Geschäft gezeichnet haben.
Den Belastungen aus der Pandemie stand ein positiver Ertrag aus unserer Extremsterblichkeitsdeckung entgegen. Diese haben wir seit 2013 in regelmäßigen Tranchen in den Kapitalmarkt gebracht. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir daraus einen Ertrag von 87 Mio. EUR generiert, den wir unter den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen in den Kapitalanlagen im Segment Personen-Rückversicherung ausgewiesen haben.
Generell ist festzustellen, dass die globalen Personen-Rückversicherungsmärkte im Geschäftsjahr 2022 unverändert von einem intensiven Wettbewerb geprägt waren. Die im Jahresverlauf in vielen Ländern stark gestiegenen Zinsen haben sich im Geschäftsjahr 2022 noch nicht signifikant auf den Markt ausgewirkt.
Bei Lösungen zur Absicherung von Langlebigkeitsrisiken war über den traditionell wichtigen Markt in Großbritannien hinaus weiterhin eine steigende Nachfrage aus anderen Ländern zu verzeichnen. Unter anderem konnten wir erste Langlebigkeits-Rückversicherungsdeckungen in Deutschland und Australien abschließen. Darüber hinaus war ein hohes Interesse an derartigen Deckungen in Märkten wie Kanada oder den USA zu verzeichnen. Ein Treiber dabei sind unverändert die hohen Kapitalanforderungen für derartiges Geschäft bei Erstversicherern und Pensionsfonds.
Im Bereich Financial Solutions konnten wir unser Geschäft in zahlreichen Märkten weiter ausbauen, u. a. in China und in den USA. Dabei waren unsere Deckungen in Form unterschiedlichster Strukturen zur Kapital- oder Solvenzentlastung sowie zur Vorfinanzierung weltweit gefragt.
In nahezu allen Marktbereichen spielen digitale Versicherungslösungen und Automatisierung eine immer wichtigere Rolle. Dies gilt sowohl für gemeinsame Projekte mit Erstversicherern und anderen Zedenten als auch für die Zusammenarbeit mit Start-ups.
Die gebuchten Bruttoprämien des Segments Personen-Rückversicherung stiegen um 5,8 % auf 9,0 (8,5) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte der Anstieg 1,0 % betragen. Der Selbstbehalt lag bei 88,5 (88,2) %. Die verdienten Nettoprämien erhöhten sich um 6,9 % auf 8,0 (7,5) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte das Wachstum 1,7 % betragen.
Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -344 (-816) Mio. EUR. Nicht enthalten sind hier große Teile des Ergebnisses aus Financial Solutions, die wir wegen des geringen Risikotransfers gemäß der Deposit-Accounting-Methode im übrigen Ergebnis ausweisen. Entsprechend buchen wir für dieses Geschäft auch keine Bruttoprämien. Das Ergebnis aus der Equity-Bewertung stieg hauptsächlich durch einen Sonderertrag bei der Bewertung einer unserer Beteiligungen.
Das Kapitalanlageergebnis des Segments Personen-Rückversicherung fiel um 1,5 % auf 587 (596) Mio. EUR. Darin enthalten sind der bereits genannte Ertrag aus unserer Extremsterblichkeitsdeckung sowie ein negativer Bewertungseffekt von 148 Mio. EUR aus einem mit einem Rückversicherungsvertrag verbundenen Derivat in Großbritannien.
Das operative Ergebnis (EBIT) von 729 (216) Mio. EUR hatte sich mehr als verdreifacht.
| In Mio. EUR | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Neugeschäftswert 1 | 249 | ≤ 125 |
Der geschätzte Neugeschäftswert lag mit 249 Mio. EUR deutlich über der Prognose von mehr als 125 Mio. EUR. Treiber für diese gute Entwicklung war u. a. das Geschäft mit Langlebigkeitsrisiken in Großbritannien und den USA, das Geschäft mit Krankenversicherung sowie der Bereich Financial Solutions.
| In % | 2022 | 2021 | +/- |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) | 12,7 | 12,8 | -0,1 Pkt. |
| Eigenkapitalrendite | 14,5 | 10,9 | +3,5 Pkt. |
Das Bruttoprämienwachstum sank geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 12,7 %. Das Konzernergebnis im Geschäftsbereich Rückversicherung lag im Berichtsjahr bei 707 (609) Mio. EUR; dies erhöhte die Eigenkapitalrendite um 3,5 Prozentpunkte auf 14,5 (10,9) %.
| In % | Ist 2022 | Prognose für 2022 aus dem Geschäftsbericht 2021 |
| Bruttoprämienwachstum (währungskursbereinigt) 1 | 12,7 | > 5 % für Schaden- und Personen- Rückversicherung insgesamt |
| Eigenkapitalrendite | 14,5 | 12 - 13 |
Das Wachstum der Bruttoprämien in den Segmenten Schaden- und Personen-Rückversicherung übertraf mit 12,7 % sowohl die Prognose aus dem Geschäftsbericht 2021 als auch die unterjährig angepasste Prognose. Die Eigenkapitalposition des Geschäftsbereichs Rückversicherung blieb, gemessen an der weiterhin deutlich über den Schwellenwerten liegenden Kapitalbedeckungsquote, sehr solide. Die Eigenkapitalrendite erhöhte sich auf 14,5 %, deutlich oberhalb der Prognose.
| ― |
Gebuchte Bruttoprämien aus konzerninternen Übernahmen steigen auf 1.151 Mio. EUR |
| ― |
Positives versicherungstechnisches Ergebnis von 9 Mio. EUR |
| ― |
Selbst verwaltete Kapitalanlagen des Konzerns reduzieren sich durch Zinsanstieg auf 129 (136) Mrd. EUR |
Im Jahr 2022 beliefen sich die gebuchten Bruttoprämien im Segment Konzernfunktionen aus konzerninternen Übernahmen auf 1.151 (1.119) Mio. EUR; sie resultierten aus Rückversicherungsabgaben der Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung International. Das versicherungstechnische Ergebnis im Segment Konzernfunktionen war im Jahr 2022 erstmals positiv und betrug 9 (-42) Mio. EUR. Eine inflationsbedingte Neubewertung der Schadenrückstellungen sowie Abwicklungsverluste aus den US-Naturkatastrophen "Uri" und "Ida" aus dem Jahr 2021 waren durch bestehende Schadenrückstellungen abgedeckt. Das versicherungstechnische Ergebnis im Vorjahr war im Wesentlichen durch die Nachreservierung eines Haftpflichtschadens im Industriegeschäft sowie eine Kumulation unerwarteter Einzelschäden aus dem internationalen Privat- und Firmenkundengeschäft belastet.
Die Ampega Asset Management GmbH betreibt zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster Linie das Management und die Administration der Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die selbst verwalteten Kapitalanlagen des Konzerns reduzierten sich durch den Zinsanstieg und die damit einhergehenden Marktwertverluste gegenüber dem Jahresende 2021 auf 129 (136) Mrd. EUR. Die Ampega-Gesellschaften in Summe trugen im Jahr 2022 insgesamt 45 (67) Mio. EUR zum operativen Ergebnis im Segment bei. Der Rückgang resultierte neben geringeren Provisionserträgen aufgrund des zinsbedingt geringeren Anlagevolumens auch aus der Abschreibung von zwei Beteiligungen in Höhe von 16 Mio. EUR.
Die Ampega Investment GmbH verwaltet als Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und betreibt für institutionelle Kunden Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das Portfoliomanagement und die Administration von Kapitalanlagen. Das Jahr 2022 war geprägt von geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Herausforderungen wie Inflation oder Energiepreisentwicklung. Erstmals seit Langem erhöhte die EZB die Zinsen in mehreren Schritten; dennoch blieb der Zins hinter der allgemeinen Inflationsrate zurück. Dank dieser Zinsschritte der EZB konnten auf Kapitalanlagen höhere Zinsen erzielt werden. Die Aktienmärkte waren sehr volatil, nach einer Erholung im Spätsommer kam es zum Jahresende wieder zu breiten Kursrückgängen, die im Gesamtjahr 2022 im zweistelligen Prozentbereich lagen. Erstmals seit 2011 verzeichnete die Fondsbranche insgesamt einen leichten Nettomittelabfluss. In diesem Marktumfeld konnte sich Ampega gut behaupten. Das Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens der Ampega Investment GmbH stieg um 1,0 % auf 41,7 Mrd. EUR gegenüber dem Jahreseingangsniveau (41,3 Mrd. EUR). Etwas weniger als ein Drittel des Gesamtvolumens, nämlich 12,7 (14,6) Mrd. EUR, werden im Auftrag der Konzerngesellschaften über Spezialfonds und Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil entfällt mit 20,2 (17,1) Mrd. EUR auf institutionelle Drittkunden und mit 8,8 (9,6) Mrd. EUR auf das Retail-Geschäft.
Das operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen verbesserte sich im Jahr 2022 auf 37 (-27) Mio. EUR. Eine positive Entwicklung war insbesondere im versicherungstechnischen Ergebnis festzustellen. Das im Jahr 2022 auf die Aktionäre der Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses Segment betrug nach Finanzierungszinsen -95 (-105) Mio. EUR und berücksichtigt eine Wertberichtigung gewerbesteuerlicher Verlustvorträge in Höhe von 35 Mio. EUR.
| ― |
Bilanzsumme um 4,4 Mrd. EUR auf 193,1 Mrd. EUR gefallen |
| ― |
Kapitalanlagen machen 73 % der Bilanzsumme aus |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1.918 | 1 % | 1.918 | 1 % |
| Kapitalanlagen | 140.569 | 73 % | 147.835 | 75 % |
| Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen | 11.902 | 6 % | 13.687 | 7 % |
| Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen | 10.264 | 5 % | 8.929 | 5 % |
| Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft | 12.961 | 7 % | 10.746 | 5 % |
| Abgegrenzte Abschlusskosten | 6.735 | 3 % | 6.020 | 3 % |
| Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand | 3.595 | 2 % | 4.002 | 2 % |
| Aktive Steuerabgrenzung | 1.340 | 1 % | 611 | 0 % |
| Sonstige Vermögenswerte | 3.294 | 2 % | 3.153 | 2 % |
| Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden | 555 | 0 % | 625 | 0 % |
| Summe der Aktiva | 193.133 | 100 % | 197.524 | 100 % |
Die Reduzierung der Bilanzsumme ist vor allem auf den Rückgang der Kapitalanlagen, inklusive der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen, (-9,1 Mrd. EUR) zurückzuführen. Gegenläufig entwickelten sich die Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft (+2,2 Mrd. EUR) und die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen (+1,3 Mrd. EUR).
Die immateriellen Vermögenswerte von 1,9 (1,9) Mrd. EUR enthalten sonstige immaterielle Vermögenswerte (einschließlich PVFP) in Höhe von 897 (889) Mio. EUR und aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 1.020 (1.028) Mio. EUR. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte werden, unabhängig von den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, zu 100 % bilanziert. Ohne Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter bzw. des Versicherungsnehmeranteils stellt sich wirtschaftlich der auf den Konzern entfallende Anteil an den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wie folgt dar:
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte vor Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und Versicherungsnehmeranteil bzw. inklusive latenter Steuern | 897 | 889 |
| davon ab: Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 101 | 105 |
| davon ab: Versicherungsnehmeranteil | 230 | 225 |
| davon ab: latente Steuern | 64 | 61 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und Versicherungsnehmeranteil bzw. nach latenten Steuern | 502 | 498 |
Korrespondierend zum Rückgang der Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die Kapitalanlagen für die fondsgebundenen Versicherungsprodukte enthält, sank der Bilanzposten "Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird" um 1,8 (im Vorjahr Anstieg um 2,1) Mrd. EUR. Bei diesen Lebensversicherungsprodukten, bei denen die Versicherungsnehmer das Anlagerisiko selbst tragen, spiegeln die versicherungstechnischen Verpflichtungen die Marktwerte der entsprechenden Kapitalanlagen wider.
In der Position "Langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag 555 Mio. EUR aus, die im Wesentlichen auf die Vermögenswerte der Magyar Posta Biztositó Zrt. und der Magyar Posta Életbiztosito Zrt., Budapest, Ungarn, sowie auf Immobilienbestände entfallen. Im Vorjahr wurden in dieser Position die Vermögenswerte der OOO Strakhovaya Kompaniya CiV Life, Moskau, in Höhe von 597 Mio. EUR ausgewiesen (siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen").
Entspannte sich zu Jahresanfang die Corona-Situation, so wurden die internationalen Kapitalmärkte bereits im Februar des Geschäftsjahres vom Kriegsausbruch in der Ukraine überschattet. Stark steigende Preise für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe führten u. a. zu schnell wachsender Inflation, welcher die Notenbanken mit einer restriktiveren Geldpolitik begegneten. Der Leitzins im Euroraum stieg im Jahresverlauf signifikant und lag zum Berichtsstichtag bei 2,5 %.
Zum Jahresende lagen die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen bei ca. 2,56 % und damit ca. 277 Basispunkte über dem Jahresbeginn. Die zweijährigen stiegen auf ca. 2,71 (-0,69) % und die fünfjährigen lagen bei 2,54 (-0,47) %.
Neben den Zinseffekten wirkte sich u. a. die Entwicklung des US-Dollar-Kurses direkt auf die in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen aus. Der Euro gab im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar nach. Er sank von 1,13 USD auf 1,07 USD. Zum Jahresabschluss betrug der Bestand an in US-Dollar gehaltenen Kapitalanlagen 26,9 (27,5) Mrd. EUR und entsprach 21 (20) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen.
Die Risikomessung und das Risikocontrolling der Kapitalanlagen haben einen sehr hohen Stellenwert. Diese Kernfunktionen mit einer starken und gut funktionierenden Schnittstelle zum Portfoliomanagement befähigten unser Kapitalanlagemanagement zu einer permanenten und konsequenten Überwachung der Portfolios und somit einer effizienten Steuerung der Risiken. Die Wirksamkeit unseres Risikomanagements mit seinen Frühwarn-Tools zeigte sich auch in der Krise des abgelaufenen Geschäftsjahres.
77 (76) % der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere besitzen ein Rating von A oder besser. Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der Anlagen.
Das interne Risikomodell des Konzerns und die Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den Handlungsspielraum für unsere Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der Asset-Liability-Management-Vorgaben und der Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden die Portfolios weiter optimiert und im Rahmen von gesellschaftsindividuellen Strategien kontinuierlich verbessert.
Einen zusätzlichen Rahmen bilden die Kapitalanlagerichtlinien auf Konzern-, Segment- und Gesellschaftsebene, die einer jährlichen Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung hinsichtlich ihrer Angemessenheit gegenüber aufsichtsrechtlichen und marktgegebenen Restriktionen unterliegen.
Infolge eines qualitativen Investmentprozesses konnten im Kapitalanlagebestand gefährdete Adressen weitestgehend vermieden werden. Die Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen blieb unverändert die wichtigste Anlageklasse.
Der gesamte Kapitalanlagebestand ging zum Ende des Geschäftsjahres 2022 deutlich auf 140,6 (147,8) Mrd. EUR zurück. Der Bestand an selbst verwalteten Kapitalanlagen sank um 5,5 % auf 128,6 (136,1) Mrd. EUR. Der Bestandsrückgang der selbst verwalteten Kapitalanlagen ist wesentlich durch die zu Marktwerten bilanzierten festverzinslichen Wertpapiere begründet, da sie entsprechend sensitiv auf die deutlichen Zinsanstiege im Geschäftsjahr reagiert haben. Auf Basis fortgeführter Anschaffungskosten ergibt sich ein Bestandswachstum von rund 6,8 % hauptsächlich aufgrund von versicherungstechnischen Zuflüssen, die im Rahmen der jeweiligen gesellschaftsspezifischen Vorgaben angelegt wurden. Auch Mittelzuflüsse aus der Begebung von Anleihen wirkten sich positiv auf den Bestand aus.
Der Bestand an Investmentverträgen weist mit 1,4 Mrd. EUR im Vergleich zum Jahresbeginn (1,5 Mrd. EUR) einen Bestandsrückgang auf. Die Depotforderungen stiegen im Berichtsjahr um rund 2,8 % auf 10,6 Mrd. EUR an.
Auch 2022 bildeten die festverzinslichen Anlagen die bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitalanlagestruktur im Wesentlichen in dieser Anlageklasse. Der Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug 2,2 (3,5) Mrd. EUR und wurde im Berichtsjahr weitestgehend reinvestiert.
2022/2021
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | ||
| Fremdgenutzter Grundbesitz | 5.121 | 4% | 4.650 | 3% |
| Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | 1.042 | 1% | 511 | 0% |
| Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen | 2.495 | 2% | 504 | 0% |
| Darlehen und Forderungen | ||||
| Darlehen inkl. Hypothekendarlehen | 902 | 1% | 687 | 1% |
| Darlehen und Forderungen an staatliche oder quasistaatliche Schuldner sowie festverzinsliche Wertpapiere | 24.160 | 19% | 25.049 | 18% |
| Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente | 428 | 0% | 356 | 0% |
| Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente | ||||
| Festverzinsliche Wertpapiere | 82.365 | 64% | 92.634 | 68% |
| Nicht festverzinsliche Wertpapiere | 4.106 | 3% | 3.765 | 3% |
| Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzinstrumente | ||||
| Als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifizierte Finanzinstrumente | ||||
| Festverzinsliche Wertpapiere | 639 | 0% | 541 | 0% |
| Nicht festverzinsliche Wertpapiere | 62 | 0% | 50 | 0% |
| Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente | ||||
| Festverzinsliche Wertpapiere | - | 0% | - | 0% |
| Nicht festverzinsliche Wertpapiere | 128 | 0% | 164 | 0% |
| Derivate 1 | 580 | 0% | 341 | 0% |
| Übrige Kapitalanlagen | 6.572 | 5% | 6.821 | 5% |
| Selbst verwaltete Kapitalanlagen | 128.599 | 100% | 136.073 | 100% |
1 Derivate nur mit positiven Marktwerten
Der Bestand an festverzinslichen Kapitalanlagen (ohne Hypotheken- und Policendarlehen) ging im Geschäftsjahr 2022 um 11,0 Mrd. EUR deutlich zurück und betrug zum Jahresende 107,6 (118,6) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 77 (80) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen, weiterhin den nach Volumen größten Teil unserer Investitionen dar. Die festverzinslichen Kapitalanlagen teilten sich im Wesentlichen in die Kapitalanlagekategorien "Darlehen und Forderungen" und "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" auf.
Die "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" machen 77 (78) % des Gesamtbestands des Portfolios festverzinslicher Wertpapiere aus und sind um 10,3 Mrd. EUR auf 82,4 (92,6) Mrd. EUR gesunken. Der Rückgang basiert im Wesentlichen auf der Veränderung der Marktwerte. Die Bewertungsreserven - also die saldierten stillen Lasten und stillen Reserven - sind, insbesondere aufgrund des weiterhin angestiegenen Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen, seit dem Jahresende 2021 von 3,8 Mrd. EUR auf -12,3 Mrd. EUR gesunken. Die Volatilität der "Jederzeit veräußerbaren festverzinslichen Wertpapiere" schlägt sich im Eigenkapital nieder.
In der Kategorie "Darlehen und Forderungen" wurden im Wesentlichen Staatspapiere, Pfandbriefe oder ähnlich sichere Papiere gehalten. Der Gesamtbestand der festverzinslichen Wertpapiere innerhalb der Kategorie "Darlehen und Forderungen" betrug zum Jahresende 25,1 (25,7) Mrd. EUR und stellt damit 23 (22) % des Gesamtbestands der Anlageklasse der festverzinslichen Kapitalanlagen dar. Die nicht bilanzwirksamen Bewertungsreserven der "Darlehen und Forderungen" (inklusive Hypotheken- und Policendarlehen) waren zum Bilanzstichtag ebenfalls negativ mit -3,7 (3,1) Mrd. EUR.
Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere ähnlich sicherer Schuldner bilden 2022 weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in festverzinslichen Wertpapieren. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand an Rententiteln 46,8 (49,1) Mrd. EUR.
2022/2021
Der Talanx Konzern verfolgt eine vergleichsweise konservative Anlagepolitik. So besitzen 77 (76) % der Papiere der Anlageklasse festverzinsliche Wertpapiere mindestens ein Rating der Klasse A.
Der Konzern ist mit einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand beträgt auf Marktwertbasis 5,5 (6,2) Mrd. EUR und entspricht einem Anteil von 4,3 (4,5) % der selbst verwalteten Kapitalanlagen. Der Bestandsrückgang beruht auch auf dem Verkauf und der Entkonsolidierung unserer russischen Gesellschaften; siehe hierzu unsere Darstellung im Risikobericht auf Seite 116 ff. des Konzernlageberichts.
Im Laufe des Geschäftsjahres sank der Aktienbestand auf rund 1,9 (2,0) Mrd. EUR. Somit beträgt die Aktienquote nach Derivaten (wirtschaftliche Aktienquote) zum Jahresende 1,3 (1,4) %.
Die saldierten unrealisierten Gewinne und Verluste der im Konzern gehaltenen Aktienbestände (ohne "Übrige Kapitalanlagen") sanken um 189 Mio. EUR und betragen nunmehr 215 (404) Mio. EUR.
Das deutschlandweite Transaktionsvolumen für direkte Immobilien betrug 2022 lediglich 66 Mrd. EUR. Gegenüber dem Rekordjahr 2021 wurde aufgrund des schwächsten Schlussquartals der letzten zehn Jahre ein Rückgang von rund 41 % verzeichnet. Der Büro-Investmentmarkt erzielt ca. 22 Mrd. EUR Volumen und macht dadurch mit 33 % den größten Anteil des deutschen Gesamtvolumens aus. Die gewichteten Spitzenrenditen (netto) stiegen in den Big 7 Cities deutlich an -im Logistikbereich um +90 Bp von 3,03 % auf 3,93 % und im Bürobereich um +67 Bp von 2,64 % auf 3,31 %. Aufgrund des Zinsanstieges ist ein deutlicher Rückgang an insbesondere Fremdkapital-Investoren zu verzeichnen. Der Fokus der Investoren liegt nun deutlich auf ESG-konformen Core-Immobilien in Top-Lagen der Big 7 Cities.
Der Büromarkt in diesen Städten zeigte sich 2022 in allen Metropolen stabil und erfolgreich, mit gesteigerten Flächenumsätzen und Spitzenmieten (+29 % in Stuttgart und +33 % in Düsseldorf). Zu sehen sind der "Flight to Quality" in Form hoher Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Büroflächen in Top-Lagen und der Anstieg an Leerstand in älteren Gebäuden in schlechteren Lagen und der Peripherie. Selbst der durch Materialknappheit und Kostensteigerungen eingebremste Projektentwicklungsmarkt liegt mit 1,76 Mio. m 2 fertiggestellten Flächen 2022 wieder 10 % über dem Vorjahr und versorgte den Markt mit modernen Büroeinheiten.
Auf dem Vermietungsmarkt für Einzelhandelsimmobilien setzt sich der Konsolidierungstrend fort, aktuell ist der Überlebenskampf einiger Schuhfilialisten und der Warenhäuser in vielen Städten sichtbar. Im Segment Logistik bleibt der Markt hingegen umkämpft, starke Nachfrage trifft hier schon länger auf ein knappes Angebot und die Mieten steigen in der Folge weiter deutlich. Bei den Wohnimmobilien ist die Lage durch die Inflation und höhere Zinsen verändert worden, Großstädte sind aber weiter umkämpft. Aufgrund des großen Nachfrageüberschusses z. B. in Berlin bleibt es vielerorts ein Vermietermarkt, vor allem günstige und kleine Wohnungen sind in vielen Großstädten Mangelware.
Der neue Megatrend im Immobiliensektor ist das Thema ESG. Die damit einhergehenden steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und entsprechende Regelungen im Mietvertrag (Green Lease) zu Verbräuchen, Zertifizierungen, Ökostrom und Baumaterialien bedeuten einen erheblichen Mehraufwand.
Das Immobilienportfolio im direkten Bestand des Talanx Konzerns weist mit 2,7 % eine deutlich geringere Leerstandsquote auf als die Benchmark von Jones Lang LaSalle mit 4,9 % im vierten Quartal 2022 (Big 7 Cities) und zeigte sich robust im Hinblick auf die Herausforderungen des Marktes.
Zum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutzten Immobilien 5,1 (4,7) Mrd. EUR. Hinzu kommen 2,4 (2,0) Mrd. EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten der Kategorie "Jederzeit veräußerbare Finanzinstrumente" bilanziert sind. Der Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes Engagement in diesem Bereich wider. 2022 ist es uns gelungen, durch gezielte Zukäufe unser Immobilienportfolio zu erweitern. Im Berichtszeitraum wurden planmäßige Abschreibungen auf den fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 95 (78) Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige Abschreibungen fielen in Höhe von 35 (21) Mio. EUR an. Die Abschreibungen auf Immobilienfonds betrugen 15 (11) Mio. EUR.
Das Indirect-Real-Estate- und Infrastructure-Portfolio des Talanx Konzerns ist langfristig ausgerichtet und zielt auf zukünftige Kapitaleinkünfte und Wertsteigerungen ab. Das Portfolio besteht aus über 100 Immobilien- und einer zweistelligen Zahl an Infrastrukturfonds. Es ist weltweit gestreut mit einem Fokus auf die Regionen Europa, Nordamerika und Asien - verschiedenste Assettypen innerhalb des Immobilien- und Infrastruktursektors werden abgedeckt. Durch die regionale und sektorale Diversifizierung soll eine defensive und risikomoderate Ausrichtung des Portfolios bei gleichzeitig positivem Performancebeitrag erreicht werden.
Im indirekten Ampega-Portfolio (Immobilienfonds) haben sich die Immobilienwerte positiv entwickelt, ab dem dritten Quartal sind einzelne Wertkorrekturen erkennbar, die den Jahreszuwachs in Summe nur geringfügig schmälern. Die Mehrheit der Investitionen sind inflationsgeschützt, sodass Abwertungen durch Mieterhöhungen vielfach kompensiert werden konnten.
Ein wesentlicher Bestandteil des Asset-Managements entfällt auf Investitionen in Infrastrukturprojekte. Die Assetklasse Infrastruktur hat sich gegenüber den durch Energiepreisverwerfungen und Inflation verursachten Marktbewegungen in hohem Maße resilient gezeigt und konnte diese Entwicklung auch 2022 fortsetzen. Der Zinsanstieg führte dennoch zu negativen Bewertungsanpassungen bei festverzinslichen Instrumenten sowie bei Eigenkapitalinvestments, deren Cashflows von einem Ausgleich durch höhere Energiepreisvergütung bzw. Inflationsindizierung nicht profitieren konnten. Die insgesamt hohe Wertstabilität begründet sich im Wesentlichen dadurch, dass die betreffenden Assets die Basisbedürfnisse einer Bevölkerung adressieren und damit eine wenig elastische Nachfrage aufweisen. Zudem erzielen viele Projekte regulatorisch gesicherte Erträge (beispielsweise die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien). Dies bildet ein weiteres stabilisierendes Element und wirkt für die Investoren risikoreduzierend.
Gleichzeitig passen die Projekte zum langfristigen Anlagehorizont eines Versicherers. Durch die Affinität zu langen Laufzeiten und unser Know-how in diesem Bereich gelingt es uns, Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien zu heben. Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten somit attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu dem diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören derzeit u. a. Finanzierungen von Wind- und Solarparks, Stromnetzen, Versorgern, Transportprojekten, Glasfaseranbietern und Public-private-Partnership(PPP)-Projekten in Deutschland und dem europäischen Ausland.
2022 hat die Talanx ihr Infrastrukturportfolio u. a. durch Projekte im Bereich Schienenverkehr, Glasfaserausbau, Stromnetze und Off-shore-Windenergie mit mehr als 500 Mio. EUR an neuen Commitments ausbauen und diversifizieren können. Geplant sind auch künftig infrastrukturelle Direktinvestitionen mit Volumina pro Projekt von 20 bis 100 Mio. EUR mit einem Investitionshorizont von fünf bis 30 Jahren. Indirekte Infrastrukturanlagen haben sich ebenfalls positiv entwickelt.
Neben der positiven Renditeerwartung und der Risikodiversifizierung tragen beide Infrastrukturklassen auch gezielt zu den Nachhaltigkeitszielen des Konzerns bei. Hervorzuheben ist der positive Beitrag zur Energiewende und zur ESG-Bilanz. Neben den vorgenannten Investitionen in die Produktion von erneuerbarer Energie konnte auch durch andere Projekte im Rahmen der Energiewende (z. B. Stromspeicher, Wasserstofftechnologien, Elektrifizierung von Fähren) ein positiver ESG-Beitrag geleistet werden.
Der Talanx Konzern verfügt über ein langfristig ausgerichtetes Private-Equity-Portfolio mit breiter Diversifikation. Im Zuge des Erwerbs von Anteilen an der MR Beteiligungen 23. GmbH, München, wurden weite Teile des Private-Equity-Portfolios der Hannover Rück SE und der E+S Rückversicherung AG in diese Gesellschaft eingebracht. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Kapitel "Konsolidierung" im Konzernanhang.
Das Portfolio ist weltweit über viele Regionen, Wirtschaftssektoren und Vintage-Jahre gestreut. Die Neu- bzw. Wiederanlage erfolgt stetig und breit diversifiziert in Fonds, die unseren strengen Qualitätsanforderungen genügen. Insgesamt konnte so über viele Jahre ein defensives Portfolio aufgebaut werden, das laufende Erträge auf hohem Niveau generiert.
Gleichwohl war das Geschäftsjahr 2022 von rückläufigen Ertragsausschüttungen geprägt, wobei das Portfolio weiterhin auf hohem Niveau performt. Dennoch sorgten der Ukraine-Krieg sowie die andauernde Pandemie für Belastungen im Portfolio, auch wenn das Portfolio kein direktes Exposure in der Ukraine und Russland zeigt. Zugleich riefen die Fonds verstärkt Geld von ihren Investoren für neue Transaktionen ab. Somit konnten Bewertungskorrekturen für erfolgversprechende Investitionen für künftige Erträge genutzt werden.
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Ordentliche Kapitalanlageerträge | 4.317 | 3.706 |
| davon laufende Erträge aus Zinsen | 3.124 | 2.622 |
| davon Ergebnis aus Anteilen an assoziierten Unternehmen | 135 | 43 |
| Realisiertes Ergebnis aus dem Abgang von Kapitalanlagen und Aufwendungen | 23 | 1.318 |
| Zu-/Abschreibungen auf Kapitalanlagen | -464 | -265 |
| Unrealisiertes Ergebnis aus Kapitalanlagen | -47 | 25 |
| Sonstige Kapitalanlageaufwendungen | 352 | 323 |
| Ergebnis aus selbst verwalteten Kapitalanlagen | 3.476 | 4.460 |
| Depotzinsergebnis | 223 | 255 |
| Ergebnis aus Investmentverträgen | 2 | 3 |
| Gesamt | 3.700 | 4.718 |
Vor allem aufgrund des Rückgangs des realisierten Ergebnisses aus dem Abgang von Kapitalanlagen lag das Kapitalanlageergebnis mit 3.700 (4.718) Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dadurch ergibt sich eine annualisierte Kapitalanlagerendite von 2,6 (3,4) %.
Die laufenden Erträge aus Zinsen sind zum einen aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus angewachsen, so stieg der Durchschnittskupon des Bestands an festverzinslichen Wertpapieren auf 2,5 (2,3) %. Zum anderen sind die Amortisationsbeträge auf inflationsgebundene Anleihen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 325 Mio. EUR auf 549 Mio. EUR gestiegen.
Zur Absicherung des Wiederanlagerisikos wurden derivative Finanzinstrumente (u. a. Vorkäufe), insbesondere bei den Lebensversicherern im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben, eingesetzt. Weiterführende Angaben zu den finanziellen Auswirkungen zur Absicherung siehe Konzernanhang Anmerkung 13 "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting". Der Anteil der ordentlichen Erträge aus unseren Immobilieninvestments stieg im Rahmen des Bestandsaufbaus um 26 % und beträgt 457 (362) Mio. EUR. Die Erträge aus alternativen Investmentfonds waren dagegen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, lagen aber dennoch höher als ursprünglich erwartet. Der deutliche Anstieg der ordentlichen Erträge aus Ergebnissen aus Anteilen an assoziierten Unternehmen auf 135 (43) Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf einem Sonderertrag aus der Bewertung einer Beteiligung im Segment Personen-Rückversicherung.
Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen lag im Geschäftsjahr deutlich unter dem Vorjahresniveau und betrug per saldo 23 (1.318) Mio. EUR. Aufgrund der steigenden Zinsen am Kapitalmarkt waren im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Leben, anders als im Vorjahr, keine Abgangsgewinne zur Finanzierung der Zinszusatzreserve notwendig. Bei alternativen Kapitalanlagen haben die Hannover Rück SE und die E+S Rückversicherung AG insbesondere im Sektor nicht notierter Unternehmensbeteiligungen Bestände in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft eingebracht, um beiden Unternehmen im Bereich alternativer Kapitalanlageklassen einen breiteren Marktzugang und weitere Diversifikation zu ermöglichen. Dies führte zu einer Aufdeckung anteiliger stiller Reserven in Höhe von 558 Mio. EUR. Gegenläufige Effekte ergaben sich im Berichtszeitraum hauptsächlich aus dem Verkauf festverzinslicher Wertpapiere im Zuge von Umschichtungen in den Kreditportefeuilles sowie aus der allgemeinen Portefeuillepflege. Hierbei realisierte die Hannover Rück-Gruppe stille Lasten in Höhe von 594 Mio. EUR. Im ersten Quartal hat der Konzern Teile der Bestände an russischen und ukrainischen Anleihen veräußert. Insgesamt konnte dadurch sowohl die Liquiditätsposition als auch die Rendite aus Neu- und Wiederanlage gestärkt werden.
Im Vergleich zum Vorjahr waren im Berichtszeitraum auch aufgrund der geopolitischen Lage höhere Abschreibungen von 490 (267) Mio. EUR erforderlich. Zuschreibungen gab es im Geschäftsjahr in Höhe von 25 (2) Mio. EUR auf Immobilien, d. h., der saldierte Ergebniseffekt aus Zu- und Abschreibungen entspricht mit insgesamt 464 (265) Mio. EUR überwiegend den Abschreibungen. Davon entfielen 129 (112) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen direkt gehaltener Immobilien und Infrastrukturinvestments, was unser gestiegenes Engagement in diesem Bereich reflektiert. Außerplanmäßige Abschreibungen waren insgesamt in Höhe von 361 (155) Mio. EUR vorzunehmen. Davon entfielen 118 (6) Mio. EUR auf Aktien und 71 (46) Mio. EUR auf sonstige Kapitalanlagen, vornehmlich auf den Bereich der alternativen Kapitalanlagen mit 60 (44) Mio. EUR, welche mit den allgemeinen Zinsentwicklungen auf den Märkten in Verbindung stehen. Auf direkt gehaltene Immobilien entfielen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 35 (21) Mio. EUR. Die Abschreibungen auf den Bereich der festverzinslichen Wertpapiere betrugen 129 (81) Mio. EUR. Dabei handelt es sich überwiegend um russische und ukrainische Emittenten oder um Emittenten aus dem chinesischen Immobilienbereich.
In den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Beständen der Kapitalanlagen wurde ein Ertrag von 87 Mio. EUR aus der Extremsterblichkeitsbedeckung erzielt. Diesem stand insgesamt ein negativer Bewertungseffekt in Höhe von 148 Mio. EUR aus einem mit einem Rückversicherungsvertrag verbundenen Derivat in Großbritannien gegenüber, wovon ein Anteil von 26 Mio. EUR im Veräußerungsergebnis enthalten ist. Insgesamt beliefen sich die unrealisierten Gewinne und Verluste unserer erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Bestände auf -47 Mio. EUR. Diesen standen im Vorjahr 25 Mio. EUR Gewinne entgegen.
Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung", Anmerkung 31 "Kapitalanlageergebnis".
Aufgrund der internationalen Ausrichtung der im Konzern gebündelten Versicherer bestehen, basierend auf dem Geschäftsmodell, währungsbedingte Interdependenzen zwischen der Vermögens- und der Finanzlage.
Grundsätzlich erhalten und erbringen die international tätigen Versicherer Geld- und Schadenleistungen in der jeweiligen nationalen Währung. Dies bedeutet, dass Aktiva zur Bedeckung der Passiva ebenso in fremder Währung vorgehalten werden (währungskongruente Bedeckung). Wir verweisen an dieser Stelle auf unsere Darstellungen im Risikobericht. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden die Umrechnungskurse für die wichtigsten Währungen im Anhang unter "Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Währungsumrechnung" dargestellt.
Im Hinblick auf die kongruente Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 21 (20) % den größten Anteil am Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden größere Positionen in britischen Pfund, polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in Summe unverändert 9 (8) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der Gesamtanteil der Kapitalanlagen in Fremdwährungen innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen beträgt zum Stichtag 38 (35) %.
Unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen einschließlich der Investmentverträge setzen sich aus folgenden Währungen zusammen:
2022/2021
| ― |
Eigenkapital mit 12,6 Mrd. EUR um 5,4 Mrd. EUR unter dem Niveau des Vorjahres (17,9 Mrd. EUR) |
| ― |
Versicherungstechnische Rückstellungen um 1,8 Mrd. EUR auf 140,8 Mrd. EUR gestiegen |
| ― |
Verbindlichkeiten aufgrund der Begebung von Anleihen um 2,7 Mrd. EUR auf 18,1 Mrd. EUR gestiegen |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 | ||
| Eigenkapital | 12.592 | 7 % | 17.945 | 9 % |
| Nachrangige Verbindlichkeiten | 5.009 | 3 % | 4.759 | 2 % |
| Versicherungstechnische Rückstellungen | 140.758 | 73 % | 138.951 | 70 % |
| Versicherungstechnische Rückstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den Versicherungsnehmern getragen wird | 11.902 | 6 % | 13.687 | 7 % |
| Andere Rückstellungen | 3.213 | 2 % | 3.722 | 2 % |
| Verbindlichkeiten | 18.081 | 9 % | 15.335 | 8 % |
| Passive Steuerabgrenzung | 1.077 | 1 % | 2.513 | 1 % |
| Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden | 501 | 0 % | 612 | 0 % |
| Summe der Passiva | 193.133 | 100 % | 197.524 | 100 % |
Der Rückgang des Eigenkapitals (-5,4 Mrd. EUR) resultiert im Wesentlichen aus der Entwicklung der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen, welche im sonstigen Ergebnis erfasst werden und sich eigenkapitalmindernd ausgewirkt haben (siehe auch "Eigenkapital" in diesem Abschnitt).
Insgesamt sind die versicherungstechnischen Nettorückstellungen (also abzüglich der Anteile der Rückversicherer an diesen Verpflichtungen) in Relation zur Vergleichsperiode um 0,3 % bzw. 0,5 Mrd. EUR auf 130,8 (130,3) Mrd. EUR leicht gestiegen. Der Anstieg entfiel mit 7,3 Mrd. EUR auf die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle und mit 1,5 Mrd. EUR auf die Rückstellung für Prämienüberträge. Gegenläufig entwickelten sich die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen (-7,0 Mrd. EUR) und die Deckungsrückstellung (-1,5 Mrd. EUR). Dabei resultiert der Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus den Segmenten Schaden-Rückversicherung und Industrieversicherung. Der deutliche Rückgang der Rückstellung für Beitragsrückerstattungen, vorwiegend im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben, ist im Wesentlichen auf die zinsbedingte Marktwertschwankung der Kapitalanlagen zurückzuführen.
Bezogen auf den Bilanzstichtag betrug das Verhältnis der Nettorückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zu den gesamten Kapitalanlagen, einschließlich der Depotforderungen, aber exklusive der Kapitalanlagen aus Investmentverträgen, 94,0 (89,0) %; es bestand eine Überdeckung der Rückstellungen von 8,4 (16,0) Mrd. EUR.
Der Anstieg der Verbindlichkeiten um 2,7 Mrd. EUR entfällt im Wesentlichen auf die Position "Begebene Anleihen und Darlehen" (siehe auch "Liquidität und Finanzierung" in diesem Abschnitt).
In der Position "Verbindlichkeiten von Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert werden" weisen wir zum Stichtag 501 Mio. EUR aus, die im Wesentlichen auf Schulden der Magyar Posta Biztositó Zrt., der Magyar Posta Életbiztositó Zrt., und die Schulden eines Versicherungsportfolios entfallen (siehe auch im Konzernanhang unter "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen").
Die bestehenden Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernanhang unter "Sonstige Angaben - Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten" erläutert.
Die Struktur unserer versicherungstechnischen Verpflichtungen und anderer Verbindlichkeiten ist die wesentliche Grundlage für die Kapitalanlagestrategie des Konzerns. Im Mittelpunkt steht dabei das Asset-Liability-Management: Hierbei sollen sich kapitalmarktinduzierte Wertentwicklungen bei den Kapitalanlagen möglichst mit den Entwicklungen der versicherungstechnischen Verpflichtungen decken bzw. den Anforderungen der Passivseite folgen. Dies stabilisiert unsere Positionen gegenüber Schwankungen auf den Kapitalmärkten.
Hierzu spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen, wie Laufzeit- und Währungsstruktur, aber auch Inflationssensitivität auf der Passivseite, indem wir nach Möglichkeit Investments erwerben, die ähnlich reagieren. Wir verweisen insoweit auch auf unsere Darstellung im Risikobericht ab Seite 116.
Die sogenannte Effective Duration des gesamten Kapitalanlagebestandes der festverzinslichen Wertpapiere im Konzern belief sich im Berichtsjahr über alle Segmente auf 6,8 (8,9). Die Effective Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität des Barwertes von Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, das enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je größer die Zahl, desto höher ist die Zinssensitivität. Die Durationssteuerung der einzelnen Segmente beruht - wie oben geschildert - auf den Erfordernissen aus dem versicherungstechnischen Geschäft. So ist beispielsweise die Effective Duration der Kapitalanlagen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland mit 11,2 (13,7) im Vergleich zum Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 3,7 (4,8) relativ lang, um der Kapitalbindungsdauer insbesondere bei Lebensversicherungen gerecht zu werden. Zwischen den Versicherungsträgern und der Ampega Asset Management GmbH wird die Duration in regelmäßigen Abständen mit den Erfordernissen der Passivseite abgestimmt.
Um das Asset-Management so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten, setzen wir auch derivative Finanzinstrumente ein. Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 13.
Das Kapitalmanagement beruht auf einem Prozess zur Optimierung der Kapitalsteuerung und des Kapitaleinsatzes im Konzern, der auf der Grundlage klarer Richtlinien und Abläufe gestaltet ist.
Effektives und effizientes Kapitalmanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des ganzheitlichen Steuerungsinstrumentariums des Konzerns. Hierbei differenzieren wir zwischen der regulatorischen Sichtweise des HDI Konzerns und der ökonomischen Sichtweise des Talanx Konzerns. Dabei unterscheiden wir folgende Kapitalbegriffe:
| ― |
Basic Own Funds oder Basiseigenmittel |
| ― |
Solvency Capital Required |
Als Basic Own Funds bezeichnen wir das in einer Geschäftseinheit vorhandene ökonomische Kapital. Basic Own Funds ergeben sich als Überhang der Aktiva über die Verbindlichkeiten der Solvenzbilanz. Sie unterscheiden sich vom IFRS-Eigenkapital (korrigiert um immaterielle Vermögenswerte) durch offengelegte aktivische bzw. passivische stille Reserven/Lasten nach Steuern, Hybridkapital und Surplus Funds. Regulatorisch wird der HDI Konzern mit den sogenannten Eligible Own Funds betrachtet. Diese unterscheiden sich von den Basic Own Funds des Talanx Konzerns durch die Hinzunahme der Eigenmittel des HDI V. a. G. sowie durch den Abzug der den Minderheiten zustehenden, über dem Solvency Capital Required liegenden Basic Own Funds (sogenannter Haircut).
Solvency Capital Required (benötigtes Risikokapital) ist der Kapitalbetrag, der für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts notwendig ist. Aufsichtsrechtlich (gemäß Solvency 2) berechnet es sich mit einem Sicherheitsniveau auf Jahresfrist von 99,5 %. Das für diesen Zweck erforderliche Kapital wird für den HDI Konzern auf Basis des genehmigten internen Kapitalmodells berechnet. Das Solvency Capital Required des Talanx Konzerns unterscheidet sich von dem des HDI Konzerns insbesondere durch eine unterschiedliche Berücksichtigung der Pensionskassen und durch den Ausschluss des HDI V. a. G. aufgrund des unterschiedlichen Konzernkreises.
Das Verhältnis von Basiseigenmitteln und Solvency Capital Required zeigt die Kapitaladäquanz an. Für den Talanx Konzern gilt gemäß Risikostrategie mit einem Sicherheitsniveau von 99,97 % (3.000-Jahres-Schock) ein höheres Niveau als die aufsichtsrechtlich geforderte Höhe (Sicherheitsniveau 99,5 %, 200-Jahres-Schock).
Aufsichtsrechtlich auf Ebene des HDI Konzerns haben wir für die Solvency-2-Quote einen Zielkorridor ohne Übergangsmaßnahmen zwischen 150 % und 200 % definiert. Ökonomisch auf Ebene des Talanx Konzerns streben wir eine Mindestkapitaladäquanz von 200 % an.
Das oberste Ziel des Kapitalmanagements im Talanx Konzern ist es, die Finanzkraft des Konzerns sicherzustellen sowie die Kapitaleffizienz zu steigern. Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und der Kapitalanforderungen der Ratingagenturen als Nebenbedingung (Anforderungen des Kapitalmodells von Standard & Poor's für ein AA-Rating) richtet sich die Kapitalallokation im Konzern somit konsequent nach Rendite-Risiko-Aspekten und nach dem anzustrebenden Zielportfolio des Talanx Konzerns. Dabei wird nicht benötigtes Kapital bzw. nicht benötigte Liquidität, wann immer möglich, auf die Holding übertragen. So zielen im Fall einer signifikanten Überkapitalisierung auf Gesellschaftsebene die Maßnahmen des Kapitalmanagements darauf ab, freies Excess Capital systematisch zu reduzieren, um es einer effizienteren Reinvestition an anderer Stelle im Konzern zuzuführen. Erklärtes Ziel ist eine möglichst effiziente Auslastung unseres Kapitals bei gleichzeitig erstklassiger Kapitaladäquanz.
Mit der Optimierung der Kapitalstruktur des Konzerns stellt unser Kapitalmanagement sicher, dass die Kapitalausstattung sowohl unter Ratingaspekten als auch unter Solvenz- und ökonomischen Gesichtspunkten angemessen ist. Darüber hinaus wird gewährleistet, dass die Dividende für die Aktionäre entsprechend der Talanx Strategie nachhaltig erwirtschaftet werden kann. Die Kapitalstruktur muss weiterhin die Wahrnehmung organischer und anorganischer Wachstumsmöglichkeiten auf Konzern- und Geschäftsbereichsebene ermöglichen und sie muss die Sicherheit bieten, Schwankungen an den Kapitalmärkten und im Versicherungsgeschäft abzufedern, ohne dass das angestrebte Sicherheitsniveau unterschritten wird. Der effiziente Umgang mit den Kapitalressourcen ist für vorhandene und potenzielle Investoren ein wichtiger Indikator dafür, dass Talanx mit dem zur Verfügung gestellten Kapital verantwortungsbewusst umgeht. Alle Konzerngesellschaften haben im Berichtsjahr die jeweils für sie geltenden lokalen Mindestkapitalanforderungen erfüllt. Im Rahmen des konzernweiten Kapitalmanagements beobachtet die Talanx AG die Kapitalausstattung ihrer Tochtergesellschaften mit äußerster Sorgfalt.
Darüber hinaus ist ein wesentliches Ziel die maßvolle Substitution von Eigenkapital durch Eigenkapitalsurrogate wie z. B. Hybridkapital; sie wirkt sich positiv auf die Kapitalstruktur des Konzerns aus.
Die Eigenkapitalquote, definiert als die Summe der Eigenkapitalbestandteile im Verhältnis zur Bilanzsumme, und die Eigenkapitalrendite haben sich wie folgt entwickelt:
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Summe Eigenkapital | 12.592 | 17.945 |
| davon Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 5.127 | 7.169 |
| Bilanzsumme | 193.133 | 197.524 |
| Eigenkapitalquote | 6,5 % | 9,1 % |
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Konzernergebnis 1 | 1.172 | 1.011 |
| Eigenkapitalrendite 2 | 12,9 % | 9,6 % |
1 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital
2 Jahresergebnis ohne die Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter zu durchschnittlichem
Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter
In der abgelaufenen Berichtsperiode hat sich das Eigenkapital um 5.353 Mio. EUR - dies entspricht einem Rückgang von 30 % - auf 12.592 (17.945) Mio. EUR reduziert.
Der Konzernanteil (Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2021 um 3.312 Mio. EUR auf 7.465 (10.776) Mio. EUR verringert. Der deutliche Rückgang resultiert aus den nicht ergebniswirksamen Eigenkapitalanteilen (übrige Rücklagen), die sich im Berichtszeitraum um 4.142 Mio. EUR verringert haben. Die Entwicklung der übrigen Rücklagen resultiert im Wesentlichen aus der nachteiligen Entwicklung der nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen (-10.831 Mio. EUR) und dem gegenläufigen Effekt aus der Veränderung aus der Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer/Shadow Accounting (+6.524 Mio. EUR). Des Weiteren hatte das Bewertungsergebnis aus Cashflow-Hedges (-266 Mio. EUR) einen negativen Einfluss. Positiv wirkten hingegen die Effekte aus der Währungsumrechnung (+145 Mio. EUR) sowie die Entwicklung der versicherungsmathematischen Gewinne aus dem zinsbedingten Rückgang der Pensionsrückstellungen (+303 Mio. EUR). Die Umkehr der nicht realisierten Kursgewinne in nicht realisierte Kursverluste aus Kapitalanlagen ist im Wesentlichen in einem allgemeinen Anstieg des Zinsniveaus in unseren Hauptwährungsräumen begründet.
Dem Rückgang der übrigen Rücklage wirkte ein geringerer Anstieg der Gewinnrücklage um 821 Mio. EUR (9 %) entgegen. Dieser resultiert u. a. aus dem Konzernergebnis, das in Höhe von 1.172 (1.011) Mio. EUR auf unsere Anteilseigner entfällt und vollständig in die Gewinnrücklage eingestellt wurde. Entgegengesetzt wirkte die Dividendenzahlung in Höhe von 405 (379) Mio. EUR an die Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraums.
Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital verringerte sich um 2.042 Mio. EUR - dies entspricht 28,5 % - auf 5.127 Mio. EUR. Der Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Jahresüberschuss beläuft sich auf 1.289 (718) Mio. EUR. Die Dividendenzahlung an konzernfremde Gesellschafter in Höhe von 402 (346) Mio. EUR resultiert hauptsächlich aus dem Hannover Rück-Konzern.
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Geschäftsbereich | ||
| Industrieversicherung | 1.561 | 2.153 |
| davon Minderheiten | - | 4 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland | 1.813 | 2.660 |
| davon Minderheiten | 54 | 79 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 1.985 | 2.417 |
| davon Minderheiten | 283 | 233 |
| Rückversicherung | 8.709 | 12.712 |
| davon Minderheiten | 4.790 | 6.854 |
| Konzernfunktionen | -1.553 | -2.055 |
| davon Minderheiten | - | - |
| Konsolidierung | 77 | 58 |
| davon Minderheiten | - | - |
| Gesamtes Eigenkapital | 12.592 | 17.945 |
| Konzerneigenkapital | 7.465 | 10.776 |
| Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital | 5.127 | 7.169 |
Das Segment Konzernfunktionen weist einen negativen Wert aus, der Ausdruck des Verschuldungsgrads der Talanx AG ist. Die Talanx AG nimmt als Konzernholding die Finanzierungsfunktion im Konzern im Erstversicherungsbereich und für Gesellschaften in den Konzernfunktionen wahr. Durch die Erlangung der Rückversicherungslizenz im Jahr 2019 wird neben der reinen Holdingfunktion auch das versicherungstechnische Geschäft ausgebaut, das jedoch derzeit nicht das Volumen besitzt, die Finanzierungseffekte zu kompensieren. Es handelt sich im Wesentlichen um zwei Nachranganleihen von insgesamt 1.246 (1.246) Mio. EUR, Pensionsrückstellungen in Höhe von 859 (1.138) Mio. EUR, begebene Anleihen in Höhe von 2.311 (1.065) Mio. EUR, versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe von 297 (258) Mio. EUR sowie Steuerrückstellungen in Höhe von 72 (67) Mio. EUR. Diesen Passiva stehen in der Bilanz der Talanx AG neben liquiden Vermögensgegenständen, Anteilen der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen, den Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft und Steuererstattungsansprüchen vor allem die Beteiligungswerte an ihren Tochterunternehmen gegenüber, die im Konzernabschluss gegen das anteilige Eigenkapital der Tochterunternehmen konsolidiert werden.
In der folgenden Tabelle sind bei den nicht bilanzierten Bewertungsreserven keine versicherungstechnischen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die Bewertungsreserven entfallen mit -3,7 (3,1) Mrd. EUR im Wesentlichen auf Darlehen und Forderungen. Wir verweisen auf unsere Ausführungen im Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz" zu den Positionen "Fremdgenutzter Grundbesitz", "Darlehen und Forderungen", "Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinstrumente", "Übrige Kapitalanlagen", "Kapitalanlagen aus Investmentverträgen", "Sonstige Vermögenswerte", "Nachrangige Verbindlichkeiten", "Begebene Anleihen und Darlehen" und "Übrige Verbindlichkeiten".
| In Mrd. EUR | 2022 | 2021 |
| Konzerneigenkapital | 12,6 | 17,9 |
| Nicht bilanzierte Bewertungsreserven vor Steuern inklusive der den Versicherungsnehmern und den nicht beherrschenden Gesellschaftern am Eigenkapital zustehenden Anteile | -1,2 | 4,4 |
Die liquiden Zuflüsse der Talanx AG stammen primär aus Dividenden sowie Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen und aus am Kapitalmarkt aufgenommenen Eigen- bzw. Fremdmitteln. Im Zuge der Koordinierung des Kapitalbedarfs des Talanx Konzerns sowie der einzelnen Geschäftsbereiche ist es eine Kernaufgabe der Talanx AG, den Zugang des Konzerns zu Liquiditätsquellen zu optimieren und die Finanzierungskosten dabei möglichst niedrig zu halten. Durch regelmäßige Liquiditätsplanungen und eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie haben wir sichergestellt, dass der Konzern jederzeit in der Lage war, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Darüber hinaus existiert im Rahmen verschiedener Kontokorrentvereinbarungen ein verlässlicher Zugriff auf gruppeninterne Finanzierungsmittel, der die finanzielle Flexibilität sowohl der Talanx AG als auch des Talanx Konzerns weiter erhöht.
Darüber hinaus besteht zum 31. Dezember 2022 eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie mit einem Volumen von 250 Mio. EUR. Die Kreditlinie besitzt eine Laufzeit bis 2023. Zum Bilanzstichtag ist diese unverändert zum Vorjahr nicht in Anspruch genommen. Die bestehende syndizierte Kreditlinie kann von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt, siehe auch Konzernanhang, Kapitel "Erläuterungen zu einzelnen Positionen der Konzernbilanz", Anmerkung 26.
Zudem besteht mit dem HDI V. a. G. eine Rahmenvereinbarung, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden.
Die Talanx AG hat am 18. Oktober 2022 zwei erstrangige, unbesicherte Anleihen mit identischen Bedingungen und einem Volumen von insgesamt 1,25 Mrd. EUR begeben. Hiervon wurden 500 Mio. EUR bei institutionellen Investoren im In- und Ausland platziert. Die restlichen 750 Mio. EUR wurden durch den HDI V. a. G. gezeichnet. Die auf Euro lautenden Anleihen sind mit einem fixen Kupon von 4,0 % p. a. verzinst und am 25. Oktober 2029 fällig.
Die Hannover Rück SE hat am 14. November 2022 eine nachrangige Schuldverschreibung in Höhe von 750 Mio. EUR am europäischen Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 21 Jahre. Eine ordentliche Kündigung der Anleihe ist frühestens am 26. Februar 2033 möglich. Verzinst wird die Schuldverschreibung in den ersten zehn Jahren der Laufzeit mit einem festen Kupon in Höhe von 5,875 % p. a., danach beträgt der variable Zinssatz 3,75 % über dem Drei-Monats-EURIBOR.
Die garantierte nachrangige Anleihe der Talanx Finanz (Luxemburg) S.A. in Höhe von 500 Mio. EUR wurde nach zehn Jahren ordentlich zum 15. Juni 2022 gekündigt und vollständig zurückgezahlt.
Neben der Finanzierung aus den oben beschriebenen Eigenkapitalveränderungen und der Fremdkapitalaufnahme stehen uns auch die Aktiva zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung. Zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten haben für uns verschiedene Kreditinstitute Bürgschaften in Form von Letters of Credit gestellt. Weitere Erläuterungen zu unserem Liquiditätsmanagement im Risikobericht, Abschnitt "Liquiditätsrisiko".
Mit dem Ziel, die Kapitalkosten zu optimieren, ergänzen unsere nachrangigen Anleihen und Schuldverschreibungen unser Eigenkapital und tragen dazu bei, jederzeit Liquidität zu gewährleisten. Die im Folgenden abgebildete Tabelle gibt einen Überblick über die fortgeführten Anschaffungskosten unserer Fremdkapitalaufnahmen.
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Nachrangige Anleihen der Hannover Finance (Luxembourg) S. A. | 500 | 499 |
| Nachrangige Anleihen der Talanx AG | 1.246 | 1.246 |
| Nachrangige Anleihen der Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. | - | 500 |
| Nachrangige Anleihe der Hannover Rück SE | 3.176 | 2.427 |
| Nachrangige Anleihe der HDI Italia S. p.A. | 35 | 35 |
| Nachrangiges Darlehen der HDI Assicurazioni S. p. A. | 28 | 27 |
| Nachrangige Darlehen HDI Global SE | 13 | 13 |
| Nachrangige Darlehen der HDI Assicurazioni S. p. A. | 11 | 11 |
| Begebene Anleihen der Talanx AG | 2.311 | 1.065 |
| Begebene Anleihen Hannover Rück SE | 746 | 745 |
| Hypothekendarlehen der HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG | 227 | 146 |
| Darlehen aus Infrastrukturinvestments | 67 | 75 |
| Hypothekendarlehen der Hannover Re Real Estate Holdings, Inc. | 228 | 152 |
| Hypothekendarlehen der Real Estate Asia Select Fund Limited | 231 | 238 |
| Darlehen der Hannover Rück SE | 198 | - |
| Darlehen der E+S Rückversicherung AG | 43 | - |
| Sonstiges | 8 | 12 |
| Gesamt | 9.068 | 7.191 |
Weitere Erläuterungen zum Fremdkapital und zu dessen Veränderungen siehe Konzernanhang "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkungen 18 und 26.
Der Zahlungsmittelfluss des Konzerns ist in erster Linie durch das Geschäftsmodell eines Erst- und Rückversicherers geprägt. Wir erhalten in der Regel zunächst die Beiträge für die vereinbarte Risikoübernahme, um erst im späteren Schadenfall Zahlungen zu erbringen. So lange legen wir die Gelder verzinslich an und vereinnahmen somit laufend Erträge aus unseren Kapitalanlagen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns daher weder die Liquiditäts- bzw. Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 5.966 | 10.049 |
| Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit | -6.997 | -10.061 |
| Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit | 565 | 428 |
| Veränderung des Finanzmittelfonds | -466 | 417 |
Der Kapitalfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist im Wesentlichen durch die Zahlungsmittelveränderungen aus dem Versicherungsgeschäft und die erhaltenen Erträge aus Kapitalanlagen, wie z. B. erhaltene Zinsen und Dividenden, geprägt. Der Anstieg resultiert aus der positiven Entwicklung des operativen Geschäfts.
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit wurde wesentlich durch den Kauf von Finanzinstrumenten sowie den Mittelzufluss aus dem Verkauf und der Fälligkeit von Finanzinstrumenten - entsprechend der vom Unternehmen verfolgten Kapitalanlagepolitik unter besonderer Berücksichtigung einer währungs- und laufzeitkongruenten Bedeckung der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten -bestimmt.
Der Kapitalfluss aus Finanzierungstätigkeit wurde im Wesentlichen durch Dividendenzahlungen für das vergangene Geschäftsjahr, die gezahlten Zinsen für die Fremdfinanzierung, sowie durch den Saldo aus der Aufnahme und Rückzahlung langfristiger Verbindlichkeiten, insbesondere Anleihen, beeinflusst.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Finanzmittelfonds, der die laufenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, der sich gleichzeitig auch als Summe der Kapitalflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit ergibt, insgesamt um 411 Mio. EUR auf 3,6 Mrd. EUR reduziert.
Der Talanx Konzern und seine Gesellschaften haben von den internationalen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und AM Best im Berichtsjahr wiederum sehr gute Einstufungen erhalten. Generell ist bei Ratings zwischen dem Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength Rating) und dem Issuer Credit Rating bzw. Counterparty Credit Rating zu unterscheiden. Ersteres beurteilt die Fähigkeit, inwieweit eine Gesellschaft den Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern nachkommen kann, Letzteres bewertet die allgemeine Finanzkraft einer Gesellschaft.
Zum Ende des Berichtsjahres hat die Erstversicherungsgruppe durch AM Best eine Hochstufung der Bonitätsnote erhalten. Das Finanzstärkerating hat sich von A ("excellent") auf A+ ("superior") verbessert. Die Ratingentscheidung von AM Best fußt dabei auf dem systematischen Fortschritt, den der Konzern hinsichtlich seiner Ertragskraft und Risikomanagementkultur in den letzten Jahren erzielt hat. Mit der Ratingentscheidung wurde der Ausblick wieder von "positive" auf "stable" gestellt. Der Teilkonzern Hannover Rück wird bei AM Best weiterhin mit A+ ("superior") und einem stabilen Ausblick bewertet. Die Ratingagentur begründete das unverändert sehr gute Rating mit einer ausgezeichneten Kapitalisierung und der guten Ertragssituation.
Bei S&P blieb im Vergleich zum Vorjahr das Rating der Teilkonzerne Talanx Erstversicherungsgruppe und Hannover Rück - ebenso wie auch der stabile Ausblick - unverändert. Das Finanzstärkerating für den Erstversicherungsbereich und seine Kerngesellschaften wurde mit A+ bestätigt; dabei bescheinigte S&P der Talanx Erstversicherungsgruppe ein besonders gutes Finanzrisikoprofil. Ebenso bestätigte S&P die Ratings der Hannover Rück, die mit AA- eine im Wettbewerbsvergleich besonders gute Beurteilung erhält. Auch die S&P-Finanzstärkeratings der einzelnen Tochtergesellschaften sind im Berichtsjahr stabil geblieben und somit unverändert. Die Finanzstärkeratings des Konzerns stellen sich nun wie folgt dar:
| Standard & Poor's | AM Best | |||
| Rating | Ausblick | Rating | Ausblick | |
| Talanx Konzern 1 | - | - | A+ | Stable |
| Talanx Erstversicherungsgruppe 2 | A+ | Stable | - | - |
| Hannover Rück-Teilkonzern 3 | AA- | Stable | A+ | Stable |
1 Bezeichnung bei AM Best: "HDI V. a. G. and its
rated insurance subsidiaries"
2 Teilkonzern Erstversicherungen unter Einbezug
des HDI V. a. G.; Bezeichnung: "Talanx Primary Insurance
Group". Entspricht den Geschäftsbereichen
Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung
Deutschland sowie Privat- und Firmenversicherung
International, inklusive der Talanx AG
3 Hannover Rück SE und wesentliche
Kerngesellschaften; entspricht dem Geschäftsbereich
Rückversicherung des Talanx Konzerns
EMITTENTENRATINGS (ISSUER CREDIT RATINGS)
| Standard & Poor's | AM Best | |||
| Rating | Ausblick | Rating | Ausblick | |
| Talanx AG | A+ | Stable | aa- | Stable |
| Hannover Rück SE | AA- | Stable | aa | Stable |
Die im Vorfeld erläuterte Ratingentscheidung von AM Best für die Erstversicherungsgruppe ist auch im Emittentenrating der Talanx AG reflektiert. Das sogenannte Issuer Credit Rating der Talanx AG hat sich zum Ende des Berichtsjahres von a+ auf aa- verbessert; im gleichen Zuge ist der Ausblick von "positive" wieder auf "stable" gestellt worden. Bei S&P ist das Emittentenrating der Talanx AG unverändert bei A+, Outlook "stable". Damit wird die Zahlungsfähigkeit der Talanx AG bei den Ratingagenturen als gut (S&P) bzw. als ausgezeichnet (AM Best) beurteilt.
Des Weiteren existieren diverse Emissionsratings für die von der Talanx AG begebenen bzw. garantierten Anleihen. Diese Ratings und alle weiteren Emissionsratings der von Konzernunternehmen emittierten Anleihen und Darlehen sind in den Erläuterungen zur Konzernbilanz unter der Anmerkung 18 "Nachrangige Verbindlichkeiten" bzw. Anmerkung 26 "Begebene Anleihen und Darlehen" im Konzernanhang aufgeführt.
Die Finanzstärkeratings unserer Tochtergesellschaften im Erstversicherungsbereich finden Sie auf der Internetseite der Talanx AG; detaillierte Informationen über Ratings der Hannover Rück und ihrer Tochtergesellschaften finden Sie auf der Internetseite der Hannover Rück SE (www.hannover-rueck.de).
Der Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt.
Die Talanx AG ist als börsennotierte Finanz- und Management-Holding verantwortlich für die Führung der Tochtergesellschaften des Konzerns. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Talanx wird daher auch durch die Erträge und Aufwendungen im Zusammenhang mit ihren verbundenen Unternehmen und Beteiligungen geprägt. Daneben zeichnet die Talanx AG als Rückversicherer im Wesentlichen Risiken aus dem Bereich Schaden-Unfallversicherung von Konzerngesellschaften.
Eine wesentliche Steuerungsgröße für die Talanx AG ist der Jahresüberschuss nach HGB, da die ausschüttbare Dividende nach dem HGB-Jahresüberschuss bemessen wird.
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Versicherungstechnische Rechnung | ||
| Ergebnis vor Schwankungsrückstellung | 10 | -27 |
| Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen | -29 | -32 |
| Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung | -19 | -59 |
| Nichtversicherungstechnische Rechnung | ||
| Erträge aus Kapitalanlagen | 815 | 841 |
| Aufwendungen für Kapitalanlagen | 8 | 47 |
| Sonstige Erträge | 31 | 40 |
| Sonstige Aufwendungen | 241 | 274 |
| Ergebnis des allgemeinen Geschäfts | 597 | 560 |
| Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 578 | 501 |
| Steuern | - | 5 |
| Jahresüberschuss | 579 | 495 |
Das versicherungstechnische Ergebnis vor Schwankungsrückstellung betrug im aktuellen Geschäftsjahr 10 (-27) Mio. EUR. Nach zwei sehr schadenreichen Jahren durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 und das Sturmtief "Bernd" im Jahr 2021 blieb die Talanx AG im Berichtsjahr deutlich unter dem geplanten Budget für Großschäden und verzeichnete insgesamt ein schadenarmes Jahr. Das Jahr 2022 war jedoch stark durch die Inflationsentwicklung beeinflusst. Um dem Inflationsanstieg Rechnung zu tragen, wurden zusätzliche Schadenreserven gebildet.
| 2022 | 2021 | |||
| In Mio. EUR | Brutto | Netto | Brutto | Netto |
| Gebuchte Beiträge | 1.151 | 257 | 1.119 | 280 |
| Verdiente Beiträge | 1.132 | 255 | 1.153 | 292 |
| Aufwendungen für Versicherungsfälle | 863 | 167 | 1.036 | 212 |
| Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb | 267 | 75 | 298 | 122 |
| Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung | -36 | -19 | -204 | -59 |
| In % | ||||
| Schadenquote | 76,2 | 65,7 | 89,9 | 72,5 |
| Kostenquote | 23,6 | 29,3 | 25,8 | 41,6 |
| Kombinierte Schaden-/ Kostenquote | 99,8 | 95,0 | 115,7 | 114,1 |
| 2022 | 2021 | |||
| In Mio. EUR | In % | In Mio. EUR | In % | |
| All-Risk Versicherungen | 430 | 37,4 | 453 | 40,5 |
| Technische Versicherungen | 189 | 16,4 | 132 | 11,8 |
| Sonstige Versicherungen | 156 | 13,5 | 154 | 13,8 |
| Feuerversicherung | 117 | 10,2 | 112 | 10,0 |
| Haftpflichtversicherung | 113 | 9,8 | 111 | 9,9 |
| Kraftfahrzeugversicherung | 95 | 8,3 | 117 | 10,5 |
| Unfallversicherung | 30 | 2,6 | 13 | 1,2 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 21 | 1,8 | 27 | 2,4 |
| Gesamt | 1.151 | 100,0 | 1.119 | 100,0 |
Die Bruttoprämieneinnahmen für die All-Risk-Versicherungen beliefen sich auf 430 (453) Mio. EUR, das machte 37,4 (40,5) % der Gesamtprämien aus. Es gab keine weitere Steigerung zum Vorjahr, da die Rückversicherungsstrukturen der Zedenten weitestgehend stabil geblieben sind, wie z. B. bei der Property-Quote im Geschäftsbereich Industrieversicherung oder im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Bruttoschadenquote ist auf 66,0 (115,4) % aufgrund eines reduzierten Schadenverlaufs im Bereich Naturgefahren gesunken. Das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei 47 (-192) Mio. EUR. Das positive versicherungstechnische Bruttoergebnis dieser Sparte wurde durch das Ausbleiben relevanter Großschäden im Naturgefahrenbereich geprägt.
16,4 (11,8) % bzw. 189 (132) Mio. EUR der Bruttoprämien entfielen auf Technische Versicherungen. Die Prämiensteigerungen konnten durch Sanierungsmaßnahmen im Originalgeschäft erzielt werden. Das versicherungstechnische Ergebnis brutto betrug 6 (1) Mio. EUR, dem lag eine Bruttoschadenquote von 60,9 (69,4) % zugrunde. In der Sparte Technische Versicherungen war der Schadenverlauf weiterhin erfreulich niedrig.
Unter den Sonstigen Versicherungen werden im Wesentlichen die Sparten Sonstige Schadenversicherung und Sonstige Sachversicherung ausgewiesen. Darin enthalten sind u. a. die Zweige Verbundene Hausrat, Sturm und Rechtsschutz. Mit 156 (154) Mio. EUR entfielen 13,5 (13,8) % der Bruttoprämien auf Sonstige Versicherungen. Nachdem im Vorjahr aufgrund der Neuzeichnung des Aqua/Agri-Geschäfts aus Südamerika sowie der Sachverträge des Bancassurance-Bereichs eine Erhöhung erzielt werden konnte, gab es im Geschäftsjahr keine weiteren Neuzeichnungen. Die Bruttoschadenquote erhöhte sich auf 107,6 (33,6) % und führte zu einem negativen versicherungstechnischen Ergebnis brutto von -65 (21) Mio. EUR. Ursächlich war hier im Wesentlichen eine negative Schadenabwicklung bei US-Schäden aufgrund eines ungünstigen Wechselkursverlaufs zum Euro.
Die Bruttoprämien der Feuerversicherung betrugen 117 (112) Mio. EUR, was einem Anteil von 10,2 (10,0) % entsprach. Auch hier gab es keine weiteren Steigerungen der Bruttoprämien gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttoschadenquote lag bei 128,6 (71,1) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto belief sich auf -54 (-9) Mio. EUR. Auch in der Sparte Feuerversicherung gab es eine negative Entwicklung bei US-Schäden im Geschäftsbereich Industrieversicherung sowie weitere Schäden im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International.
Der Anteil der Sparte Haftpflichtversicherung an den Bruttoprämien lag stabil bei 9,8 (9,9) %. Die Bruttoprämieneinnahmen lagen ebenfalls stabil bei 113 (111) Mio. EUR, da es keine wesentlichen Veränderungen der Prämie oder der Anteile an den Verträgen gab. Eine Schadenquote von brutto 71,9 (81,4) % führte zu einem versicherungstechnischen Ergebnis brutto von 23 (15) Mio. EUR. Das Vorjahr war durch einen Großschaden belastet, wohingegen das Jahr 2022 ohne nennenswerte Großschäden verlaufen ist.
Die Bruttoprämien der Kraftfahrtversicherung betrugen 95 (117) Mio. EUR, was einem Anteil von 8,3 (10,5) % entsprach. Die Reduzierung resultierte aus Restrukturierungen von Verträgen auf Wunsch unserer Zedenten insbesondere des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Bruttoschadenquote lag bei 78,0 (81,7) %, das versicherungstechnische Ergebnis brutto lag bei -5 (-30) Mio. EUR.
Der Saldo aus Erträgen und Aufwendungen von Kapitalanlagen erhöhte sich auf 807 (793) Mio. EUR. Das darin enthaltene Beteiligungsergebnis, das sich aus den Erträgen aus Beteiligungen sowie den Erträgen und Aufwendungen aus Ergebnisübernahmen unserer Tochtergesellschaften ergibt, erhöhte sich im Geschäftsjahr auf 788 (653) Mio. EUR. HDI Deutschland AG zeigte eine Ergebnisabführung von 140 (113) Mio. EUR, HDI International AG von 126 (78) Mio. EUR sowie HDI Global SE von 118 (108) Mio. EUR. Gegenläufig reduzierten sich die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen auf 0 (146) Mio. EUR. Insgesamt wurde für das Berichtsjahr eine Nettoverzinsung von 2,6 (3,4) % erreicht.
Der Saldo aus den sonstigen Erträgen und Aufwendungen betrug -210 (-233) Mio. EUR, vor allem durch geringere Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes von 107 (129) Mio. EUR.
Der Jahresüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 579 (495) Mio. EUR. Nach Hinzurechnung des Gewinnvortrags in Höhe von 586 (495) Mio. EUR betrug der Bilanzgewinn 1.164 (991) Mio. EUR. Der Gewinnverwendungsvorschlag ist im Anhang des Konzerngeschäftsberichts im Kapitel "Sonstige Angaben" unter der Position "Gewinnverwendungsvorschlag" zu finden.
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | 8.632 | 8.622 |
| Sonstige Kapitalanlagen | 2.076 | 664 |
| Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft | 33 | 25 |
| Forderungen | 933 | 973 |
| Übrige Aktiva | 132 | 499 |
| Summe der Aktiva | 11.806 | 10.783 |
Das Bilanzbild der Talanx AG wird weiterhin maßgeblich durch ihre Funktion als Holdinggesellschaft und auf der Aktivseite im Wesentlichen durch ihre in Euro gehaltenen Beteiligungsanteile an den Tochtergesellschaften geprägt. Das Rückversicherungsgeschäft schlägt sich außerdem in einzelnen Bilanzposten nieder. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 9,5 % auf 11.806 (10.783) Mio. EUR. Die Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen blieben nahezu konstant bei 8.632 (8.622) Mio. EUR. Die sonstigen Kapitalanlagen erhöhten sich, sowohl durch eine Erhöhung an festverzinslichen Wertpapieren und Inhaberschuldverschreibungen als auch durch eine Erhöhung kurzfristiger Festgeldanlagen bei Kreditinstituten, auf 2.076 (664) Mio. EUR. Die Mittel stammen überwiegend aus der vorübergehenden Anlage von zwei im Oktober 2022 begebenen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1.250 Mio. EUR. Demgegenüber reduzierten sich laufende Guthaben, sodass sich die verbleibenden Aktiva auf 1.098 (1.497) Mio. EUR reduzierten.
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Eigenkapital | 5.798 | 5.615 |
| Nachrangige Verbindlichkeiten | 1.250 | 1.750 |
| Versicherungstechnische Rückstellungen | 572 | 538 |
| Andere Rückstellungen | 1.162 | 1.183 |
| Übrige Passiva | 3.024 | 1.698 |
| Summe der Passiva | 11.806 | 10.783 |
Die Kapitalstruktur und die Zusammensetzung der Passiva der Talanx AG sind insbesondere geprägt durch das Wesen einer Beteiligungsholding, erweitert um das 2019 aufgenommene Rückversicherungsgeschäft. Das Eigenkapital beläuft sich auf 5.798 (5.615) Mio. EUR. Die Erhöhung um 183 Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus dem Bilanzgewinn.
Die nachrangigen Verbindlichkeiten reduzierten sich planmäßig auf 1.250 (1.750) Mio. EUR durch die Rückzahlung des Darlehens an die Talanx Finanz (Luxemburg) S. A., das im Rahmen der im Jahr 2012 emittierten Anleihe von Talanx Finanz (Luxemburg) S. A. in Höhe von 500 Mio. EUR an die Talanx AG gegeben wurde.
Die versicherungstechnischen Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr, insbesondere durch eine Erhöhung der Schwankungsrückstellung, auf 572 (538) Mio. EUR. Die anderen Rückstellungen reduzierten sich leicht auf 1.162 (1.183) Mio. EUR.
Die Erhöhung der übrigen Passiva auf 3.024 (1.698) Mio. EUR resultierte im Wesentlichen aus zwei im Oktober 2022 begebenen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1.250 Mio. EUR.
Das Rechnungswesen stellt über eine mindestens monatlich vorgenommene Liquiditätsplanung sicher, dass die Talanx AG jederzeit die erforderlichen Auszahlungen leisten kann. Dies wird durch eine an den Liquiditätsanforderungen ausgerichtete Investitionsstrategie auch grundsätzlich unterstützt.
Der Finanzmittelzufluss an die Talanx AG erfolgt vor allem über Ergebnisabführungsverträge mit den verbundenen Unternehmen, über Beteiligungserträge, versicherungstechnische Prämieneinnahmen und über Zinserträge aus Ausleihungen. Im Rahmen der Liquiditätsplanung stimmen die Abteilungen Group Controlling & Finance und Cashmanagement die erwarteten Liquiditätsströme regelmäßig ab. Die Gesellschaft muss primär Finanzmittel für Zins- und Tilgungsleistungen von Verbindlichkeiten, für Dividendenzahlungen sowie für versicherungstechnische Auszahlungen aufbringen. Zudem können Aktivitäten aus Erwerb oder Veräußerung von Unternehmen zu kurzfristigen Liquiditätsströmen in Form von Ab- und Zuflüssen führen.
Die Talanx AG hatte zum Bilanzstichtag mit einem Bankenkonsortium eine auf Euro lautende, disponible, syndizierte, variabel verzinsliche Kreditlinie fest vereinbart, die im Bedarfsfall gezogen werden kann. Der variable Zins orientiert sich am EURIBOR zuzüglich eines Aufschlags. Der Nominalwert der Kreditlinie betrug zum Stichtag 250 Mio. EUR. Die Kreditlinie blieb wie im Vorjahr ungenutzt. Darüber hinaus hat die Talanx AG auf Basis einer mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen Rahmenvereinbarung die Möglichkeit, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Von dem Andienungsrecht wurde bisher kein Gebrauch gemacht.
Darüber hinaus hat sich die Talanx AG im Geschäftsjahr ein Finanzierungspaket mit einem Volumen von 1.250 Mio. EUR gesichert. Die Anleihen mit identischen Bedingungen bestehen zum einen aus einer erstrangigen, unbesicherten Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR, die von der Rating-Agentur Standard & Poor's mit A+ bewertet wird. Sie wurde breit bei institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland platziert. Zum anderen zeichnete der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. parallel eine Anleihe mit einem Volumen von 750 Mio. EUR. Die beiden auf Euro lautenden Anleihen sind am 25. Oktober 2029 fällig. Der Mittelzufluss soll vorrangig zur Ablösung bestehender Finanzierungen in Höhe von 858 Mio. EUR im ersten Quartal 2023 eingesetzt werden.
Bei der Auswahl der Kreditgeber achtet die Gesellschaft auf langfristige Verlässlichkeit und Kapitalstärke. Die laufende Überwachung der Kapitalstärke der Kreditgeber übernimmt die Ampega Asset Management GmbH.
Hinsichtlich der Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands der Talanx AG gemäß §§ 76 Abs. 4, 111 Abs. 5 AktG verweisen wir auf unsere Ausführungen in der "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB" im Abschnitt "Corporate Governance" in diesem Bericht.
Die Grundsätze und die Struktur der Vergütung für den Vorstand und den Aufsichtsrat der Talanx AG sind im Vergütungsbericht beschrieben, der Teil des Talanx Konzerngeschäftsberichts ist. Der Vergütungsbericht gibt auf individualisierter Basis Auskunft über die Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG aus ihrer Tätigkeit für den Talanx Konzern im Geschäftsjahr 2022. Die Beträge enthalten neben den aus der Tätigkeit für die Talanx AG resultierenden Vergütungskomponenten auch diejenigen Vergütungsteile, die für Tätigkeiten für die im Talanx Konzern konsolidierten Unternehmen gewährt werden.
Als Holding eines Konzerns, der in den Bereichen Erst- und Rückversicherung sowie Finanzdienstleistungen tätig ist, unterliegt die Geschäftsentwicklung der Talanx AG im Wesentlichen den gleichen Risiken wie die Geschäftsentwicklung des Talanx Konzerns. Das Ergebnis der Talanx AG und damit das Risiko sind maßgeblich durch Beteiligungserträge und Ergebnisabführungen der Einzelgesellschaften bestimmt. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Talanx AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote sowie im Rahmen der konzerninternen Rückversicherung. Die Risiken der Tochtergesellschaften und auch der Talanx AG selbst sind insbesondere von adversen makrofinanziellen Entwicklungen, den globalen und regionalen Folgen des Ukraine-Kriegs sowie weiterhin von Folgen der Corona-Pandemie beeinflusst und werden im Risikobericht des Konzerns dargestellt.
Die im Jahr 2021 gestartete Erholung der Weltwirtschaft von den durch die Corona-Pandemie ausgelösten rezessiven Entwicklungen wurde zu Beginn des Jahres 2022 durch den Ukraine-Krieg signifikant abgeschwächt. Zusätzlich zum menschlichen Leid kamen tiefgreifende wirtschaftliche Auswirkungen. Stark gestiegene Preise für Rohstoffe, insbesondere für fossile Energieträger, und Nahrungsmittel sorgten weltweit für eine drastische Beschleunigung der - bereits durch Lieferkettenstörungen erhöhten - Inflation. Als Reaktion passten nahezu alle Zentralbanken ihre Geldpolitik an und hoben ihre Leitzinsen, teils sehr deutlich, an. Die Reaktion auf den Finanzmärkten war gekennzeichnet von starken Kurskorrekturen, gepaart mit hoher Volatilität. Während im ersten Halbjahr die Finanzmärkte mit starken Kurskorrekturen reagierten, war das zweite Halbjahr von einer starken Erholung geprägt, wenn auch die Volatilität auf einem hohen Niveau bleibt. Trotz der rückläufigen Belastung aus Covid-19-Schäden im letzten Jahr bestehen Deckungen für Kreditversicherung, Lebensversicherung sowie Kranken- und Unfallversicherung weiterhin, sodass die zukünftige Schadenlast vom weiteren Verlauf der Pandemie und von einzelstaatlichen Gegenmaßnahmen abhängt und damit weiterhin eine Unsicherheit besteht.
Als konzerninterner Rückversicherer arbeiten wir eng mit den Erstversicherern des Talanx Konzerns zusammen. Damit gewährleisten wir, die Entwicklung weiterer möglicher Covid-19-Schäden sowie die stark verschärfte makroökonomische Gesamtlage - insbesondere die gestiegene Inflation und damit steigende Schadenhöhen - eng zu begleiten und eine optimale Kollektivierung gegenüber Retrozessionären sicherzustellen. Im Hinblick auf die Auswahl der Retrozessionäre erfolgt ein stringentes Monitoring des Counterparty-Risikos. Auch bestehende Geschäftsbeziehungen mit Rückversicherern werden fortlaufend hinsichtlich des Counterparty-Risikos bewertet. Darüber hinaus stehen wir in direktem und permanentem Austausch mit unseren Rückversicherungspartnern und am Markt tätigen Rückversicherungsmaklern, um die Gesamtmarktlage zu bewerten und frühzeitig reagieren zu können, wenn sich entsprechende Notwendigkeiten ergeben sollten.
Die Talanx AG hat im Geschäftsjahr 2022 als Rückversicherer eine bilanzielle Schadenquote von 65,7 (72,5) % ausgewiesen; dabei beträgt die Geschäftsjahresschadenquote 59,8 (51,1) %. Es wird ein Abwicklungsergebnis für eigene Rechnung in Höhe von -15 (-63) Mio. EUR ausgewiesen. Die Abwicklungsquote beträgt 3,2 (20,0) %.
Zum 31. Dezember 2022 weist die Talanx AG eine Depotforderung in Höhe von 33 (25) Mio. EUR aus. Hier wird im Wesentlichen das Saldendepot aus einem im Vorjahr abgeschlossenen Rückversicherungsvertrag über 32 (24) Mio. EUR ausgewiesen. Darüber hinaus weist die Talanx AG per 31. Dezember 2022 fällige Forderungen gegenüber Zedenten in Höhe von 22 (8) Mio. EUR aus. Die Forderungen bestehen aus einer Summe von Einzelforderungen gegenüber diversen Marktteilnehmern und sind zum größten Teil seit weniger als 90 Tagen fällig. Derzeit gehen wir davon aus, dass keine dieser Forderungen abgeschrieben werden muss.
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Bestandsveränderung auf Marktwertbasis | ||
| Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | ||
| Aktienkurse -20 % | -1 | -1 |
| Festverzinsliche Wertpapiere und übrige Ausleihungen | ||
| Renditeanstieg +100 Basispunkte | -23 | -27 |
| Renditerückgang -100 Basispunkte | +26 | +30 |
Die Talanx AG hält insbesondere Wertpapiere mit A-Rating oder besser, lediglich ein vergleichsweise geringer Anteil ist einer niedrigeren Ratingklasse als A zuzuordnen.
2022/2021
Da die Talanx AG eng mit den Konzerngesellschaften verflochten ist und als Holding ein entsprechend hohes Gewicht im Konzern hat, spiegeln die im Prognose- und Chancenbericht des Konzerns getroffenen Aussagen auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft Talanx AG wider. Für 2023 erwarten wir für die Talanx AG eine signifikante Erhöhung des Jahresüberschusses, u. a. aus Beteiligungserträgen sowie einem deutlich verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis.
In dem vom Vorstand nach § 312 AktG zu erstellenden Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen wurde erklärt, dass die Talanx AG nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft mit einem verbundenen Unternehmen eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen lagen im Berichtsjahr nicht vor.
Die Unternehmensleitung der Talanx AG bewertet den Geschäftsverlauf des Berichtsjahrs vor dem Hintergrund des weltweiten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds und trotz der globalen Herausforderungen als robust und bewertet dieses Ergebnis als Erfolg unserer weltweiten Diversifizierung. Das Konzernergebnis lag oberhalb einer Milliarde Euro und höher als im Vorjahr, das Wachstum der gebuchten Bruttoprämien war deutlich zweistellig. Die Konzerneigenkapitalrendite und die Konzernkapitalanlagerendite übertrafen unsere Prognosen für das Berichtsjahr, ebenso wie die Eigenkapitalrenditen aller Geschäftsbereiche des Konzerns.
Die Finanzkraft ist weiterhin hoch, die Solvabilitätsquote liegt weiter deutlich höher als gesetzlich gefordert und am oberen Rand unseres Zielbandes. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts stuft der Vorstand die wirtschaftliche Situation des Konzerns als robust ein. Der Konzern hat die Auswirkungen der Inflation im Berichtsjahr beherrscht; der Krieg in der Ukraine hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Unsere Ziele für das Gesamtjahr 2023 sind nach unserer Einschätzung erreichbar.
Die nichtfinanzielle Konzernerklärung richtet sich in der inhaltlichen Gestaltung vorausschauend an der künftigen ESG-Regulatorik aus.
Der unternehmerische Erfolg des Talanx Konzerns wird erheblich von nichtfinanziellen Faktoren beeinflusst. Diese werden daher für den Talanx Konzern und die Talanx AG mit der vorliegenden "nichtfinanziellen Konzernerklärung" (im Folgenden "nichtfinanzielle Erklärung" oder "NFE") nach den Vorgaben des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes, des Handelsgesetzbuches sowie von Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden EU-Taxonomie-Verordnung) berichtet.
Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung deckt den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 ab. Sie enthält Angaben zu konzernweiten Managementansätzen für eine Auswahl nichtfinanzieller Themen und beschreibt die wichtigsten Aktivitäten und Fortschritte im Geschäftsjahr 2022 sowie die relevanten Governance-Strukturen.
Die vorliegende nichtfinanzielle Erklärung wird in Übereinstimmung mit den §§ 315b bis c i. V. m. 289c bis 289e HGB sowie der EU-Taxonomie-Verordnung aufgestellt und orientiert sich für die Erstellung der Wesentlichkeitsanalyse und die Managementansätze an den Berichtsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) 2021 sowie für klimabezogene Offenlegungen an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).
Alle bis auf eine infolge der Richtlinie 2014/95/EU zur Offenlegung von nichtfinanziellen und die Diversität betreffenden Informationen auf Basis nationaler Gesetzgebung verpflichteten Konzerngesellschaften befreien sich durch den Verweis auf diese nichtfinanzielle Erklärung von der Pflicht, eine eigene nichtfinanzielle Erklärung abzugeben. Die Hannover Rück SE macht von der Befreiungsoption keinen Gebrauch und veröffentlicht eine eigene zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung in ihrem zusammengefassten Lagebericht.
Die vorliegende nichtfinanzielle Konzernerklärung wurde einer freiwilligen Prüfung nach ISAE 3000 (revised) mit begrenzter Sicherheit durch die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen (siehe Vermerk auf Seite 261).
Verweise auf Angaben außerhalb des Lageberichts und des Konzernabschlusses sind weiterführende Informationen und nicht Bestandteil der nichtfinanziellen Erklärung.
Der Talanx Konzern mit u. a. den Marken HDI, Hannover Rück, Warta sowie neue leben und Targo ist ein weltweit operierender Mehrmarkenanbieter in der Versicherungs- und der Finanzdienstleistungsbranche mit insgesamt über 300 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften. Das Geschäftsmodell sowie die Konzernstrategie der Talanx sind ausführlich auf Seite 36 ff. im zusammengefassten Lagebericht beschrieben.
Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor berücksichtigt der Talanx Konzern Nachhaltigkeitsaspekte in der Unternehmensführung und hat sie in die Konzernstrategie integriert. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environmental, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik und im Betrieb sowie dem gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns. Durch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten sollen der ökonomische Erfolg sowie die langfristige ökologische und gesellschaftliche Verantwortung miteinander in Einklang gebracht werden.
Seinen strategischen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht der Konzern dabei durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsausrichtung wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, weil neue Erkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und geänderte Stakeholderanforderungen reflektiert werden müssen. Mit den im November 2021 veröffentlichten strategischen Maßnahmen hat der Talanx Konzern eine Weiterentwicklung seiner Nachhaltigkeitsstrategie bekanntgegeben und Nachhaltigkeit noch stärker im Geschäftsmodell verankert. Im Strategie-Review 2022 wurden die Prioritäten bestätigt und weiter geschärft, so wurde u. a. ein einheitliches strategisches Fundament für das soziale und gesellschaftliche Engagement des Konzerns geschaffen. Neben dem bereits bestehenden Netto-Null-Ziel für den weltweiten Betrieb bis spätestens 2030 (Scope 1, 2 und 3, inklusive Kompensation) verpflichtet sich der Konzern im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens auch in der Versicherungstechnik sowie der Kapitalanlage, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Darüber hinaus hat der Talanx Konzern im Berichtsjahr zum ersten Mal den Green Bond Allocation and Impact Report veröffentlicht. Der Report gilt dem 2021 erfolgreich am Kapitalmarkt platzierten Green Bond mit einem Volumen von rund 500 Mio. EUR. Ziel der Anleihe ist die Finanzierung und Refinanzierung nachhaltiger Projekte, vor allem im Bereich erneuerbare Energieerzeugung sowie von Wohn- und Gewerbeimmobilien mit geringem Energieverbrauch. Mit dem Green Bond Framework verbindet der Konzern somit nun auch die Nachhaltigkeitsstrategie konsequent mit der Finanzierungsstrategie.
Zur Sicherstellung einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichteten Unternehmensführung sowie einer effektiven Umsetzung der dafür notwendigen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Corporate-Governance-Konzept von zentraler Bedeutung. Das Corporate-Governance-Konzept des Talanx Konzerns sowie die expliziten Governance-Strukturen für Nachhaltigkeit sind daher ausführlich im Abschnitt "Governance" dieser NFE erläutert. Zusätzlich sind spezifische Governance-Informationen darüber, wie nichtfinanzielle Berichtsthemen gehandhabt werden, in den entsprechenden Kapiteln dieser nichtfinanziellen Erklärung enthalten.
Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, integriert der Talanx Konzern neben finanziellen Risiken auch nichtfinanzielle Risiken in den Risikomanagement-Prozess. Darunter sind Risiken aus den Bereichen "Environmental, Social, Governance" (Nachhaltigkeitsrisiken) zu verstehen. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene oder neue Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen bestehenden Risikokategorien manifestieren. Dies gilt u. a. für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage, operationelle Risiken ebenso wie für strategische und Reputationsrisiken. Der Talanx Konzern begegnet diesem Umstand durch die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten entlang des gesamten Risikomanagement-Prozesses.
Die Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken erfolgt explizit im Rahmen der Risikoinventur sowie anderer schwerpunktbezogener Risikoerhebungen wie etwa des Emerging-Risk-Prozesses (s. Risikobericht). In diesem werden unter Anwendung von Szenariotechniken neu auftretende Risiken und mögliche Auswirkungen von Megatrends auf die Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns untersucht (z. B. Wasserknappheit oder Biodiversitätsverlust). Dabei erfolgt die Bewertung unter Berücksichtigung von Feedback-Effekten und durch Analyse der Risikotreiber und Wirkungsmechanismen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Sinne eines adäquaten Risikomanagements werden nach der Risikoidentifikation und -bewertung Maßnahmen zur angemessenen Risikosteuerung definiert. Um ein ganzheitliches Bild sämtlicher Risiken auf Einzel- und konsolidierter Ebene zu erhalten, werden dabei alle maßgeblichen Funktionen einbezogen und die Ergebnisse regelmäßig an die Entscheidungsorgane berichtet. Außerdem beobachtet der Talanx Konzern zur Prävention von Schäden aus Nachhaltigkeitsrisiken laufend aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Regulatorik. Gleichzeitig erlaubt die vorausschauende Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsaspekten, auf Veränderungen zu reagieren und sich ergebende Geschäftsopportunitäten wahrzunehmen, wie etwa eine erhöhte Nachfrage nach (Rück-)Versicherungsprodukten oder steigender Beratungsbedarf zu Schadenverhütungsmaßnahmen.
Der Talanx Konzern erweitert sukzessive seine Methoden zur Messung und Modellierung von Nachhaltigkeitsrisiken sowohl in Bezug auf qualitative als auch auf quantitative Ansätze. Ein Schlüsselinstrument ist das von der Aufsicht genehmigte interne Risikokapitalmodell zur Berechnung der Kapitalanforderung gemäß Solvency 2, das u. a. das Risiko von Naturkatastrophenereignissen für das bevorstehende Jahr für den gesamten Konzern bewertet. Für einige Komponenten des Modells ist die Anpassung der Parametrisierung in Abhängigkeit von Nachhaltigkeitsrisikofaktoren möglich. Aufgrund der hohen Unsicherheit und der nur eingeschränkten Datenverfügbarkeit in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken setzt sich der Talanx Konzern außerdem mit Modell- und Änderungsrisiken auseinander, bspw. durch Sensitivitätsanalysen und Stresstests.
Der besonderen Relevanz des Klimawandels trägt der Talanx Konzern mit Szenarioanalysen bzw. Stresstests Rechnung. Diese umfassen Analysen zur Exponierung und Resilienz des Geschäftsmodells gegenüber allen möglichen Risikoarten im Zusammenhang mit dem Klimawandel, d. h. physischen und transitorischen Risiken sowie Haftungsrisiken, unter Berücksichtigung potenzieller kurz- sowie mittel- bis langfristiger Auswirkungen. Die Unsicherheit in Bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß der zukünftigen Entwicklungen wird durch die Betrachtung zweier in sich konsistenter Szenarien berücksichtigt. Zum einen wird ein Transitionsszenario mit verzögert ergriffenen politischen Maßnahmen betrachtet, in dem die globale Erwärmung bis zum Ende des Szenariohorizonts (2050) knapp unter 2 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau beträgt. Zum anderen wird ein Business-as-usual Szenario analysiert, in dem die globale Erwärmung 2 °C deutlich übersteigt. Zur Identifikation der Risikofaktoren und Analyse der Wesentlichkeit nutzt der Konzern einen narrativ-qualitativen Ansatz, mithilfe dessen die kausalen Wirkungsmechanismen und Feedback-Effekte dargestellt werden. Der Talanx Konzern orientiert sich dabei an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und (Szenario-)Daten renommierter Forschungsinstitute und Initiativen, z. B. dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Network for Greening the Financial System (NGFS) und der Bank of England. Aus den Erkenntnissen der Klimawandel-Szenarioanalyse werden geeignete Minderungsmaßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung strukturiert verfolgt und an den Vorstand berichtet wird und die, sofern erforderlich, adjustiert werden. Dieses Vorgehen wird fortgeführt und sukzessive um neue Betrachtungsaspekte ergänzt.
Zusätzlich zur anlassbezogenen Risikoberichterstattung an die Entscheidungsorgane erfolgen das Reporting und die Einordnung von Nachhaltigkeitsrisiken insbesondere im Rahmen der jährlichen unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA), die vom Vorstand genehmigt und der Aufsichtsbehörde zur Verfügung gestellt wird.
Darüber hinaus orientiert sich der Talanx Konzern an den Empfehlungen zur Berichterstattung klimabezogener Risiken und Chancen des Rahmenwerks der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).
Im Berichtsjahr 2022 wurden keine wesentlichen nichtfinanziellen Risiken identifiziert, die schwerwiegende, negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns haben könnten. Für ergänzende Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken, insbesondere Klimawandelrisiken, sowie einen grundsätzlichen Einblick in das Risikomanagement-System einschließlich des Risikoprofils des Talanx Konzerns wird auf den Risikobericht ab Seite 116 ff. des zusammengefassten Lageberichts verwiesen.
| Bereich | Ziel | Wesentliche Maßnahmen | Geltungsbereich | Status 2022 | Status 2021 |
| Risikomanagement | Weiterentwicklung der Klimawandel-Szenarioanalyse | Anwendung und Weiterentwicklung der Szenarioanalysen zur Bewertung der physischen und transitorischen Risiken | Konzernweit | Laufend | Laufend |
| Aktive Positionierung zu zukünftigen Regulierungs- und Marktveränderungen | Gremienarbeit und Teilnahme an Konsultationen | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Sukzessive Integration weiterer Nachhaltigkeitsaspekte in das Risikoberichtswesen | Neben Umweltaspekten verstärkter Fokus auf Soziales und Aspekte der Unternehmensführung | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Umsetzung der TCFD-Empfehlungen | Berichterstattung über klimabezogene Risiken und Chancen orientiert sich am TCFD-Rahmenwerk | Konzernweit | Laufend | Laufend |
Über den jährlichen Wesentlichkeitsprozess werden die für den Talanx Konzern wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen identifiziert, bewertet und überprüft. Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit werden die Erwartungen externer Interessengruppen ebenso wie die Geschäftsrelevanz der nichtfinanziellen Themen für den Konzern berücksichtigt. Der kontinuierliche Austausch mit den Stakeholdern leistet dabei einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns. Basis für die Bestimmung der wesentlichen Aspekte für den Talanx Konzern bildet entsprechend eine eng mit dem Strategieprozess verzahnte Wesentlichkeitsanalyse inklusive einer breit angelegten Stakeholderbefragung.
Analog zum Strategiezyklus wird diese bis zur erneuten turnusmäßigen Durchführung dann jährlich auf Aktualität überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Sie stellt damit eine stichtagsbezogene Einschätzung der Wesentlichkeit dar. Die Ergebnisse werden vom Vorstand diskutiert und in der Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt. Hierzu wurden unterschiedliche Prozesse implementiert, um sowohl die interne als auch die externe Perspektive einzubeziehen. Dazu zählt u. a. der Dialog im Nachhaltigkeitsnetzwerk des Konzerns (siehe ESG-Governance, Seite 102), welches durch die Besetzung mit Experten die internen Perspektiven in den Bereichen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Betrieb abdeckt. Die externe Perspektive wird durch nachhaltigkeitsbezogene Markt- und Wettbewerbsanalysen berücksichtigt. Zusätzliche Impulse werden durch regulatorische und gesetzliche Anforderungen sowie den regelmäßigen Austausch mit ESG-Ratingagenturen gesetzt.
Zykluskonform hat im Geschäftsjahr 2022 eine neue vollumfängliche Wesentlichkeitsanalyse stattgefunden. Neben der rechtlichen Basis für die Wesentlichkeitsanalyse nach § 289c HGB wurden zusätzlich die Standards der Global Reporting Initiative (GRI) aus dem Jahr 2021 sowie der Vorschlag der EU-Kommission für die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD, Stand März 2022) in die Konzeption einbezogen. Um die anstehende Regulatorik bereits jetzt in den Prozess einzubinden, hat der Talanx Konzern ein externes Beratungsunternehmen zur Begleitung der Wesentlichkeitsanalyse hinzugezogen. Gleichzeitig trug dieses zur Wahrung der Anonymität bei der Stakeholderbefragung bei. Zur Bestimmung der wesentlichen Themen wurde ein dreistufiger Prozess angewandt:
1. Analyse der relevanten Stakeholdergruppen: Unter Berücksichtigung der Unterteilung in die Hauptgruppen "betroffene Stakeholder" und "Nutzer" wurden sowohl segmentspezifische als auch segmentübergreifende Stakeholder für den Talanx Konzern identifiziert und hinsichtlich ihres Einflusses und Interesses je Segment bewertet. Für den Talanx Konzern sind dies Kunden (Privat- und Firmen- sowie Industriekunden), Makler, Vorstand, Mitarbeiter, Aufsichtsrat, Investoren, Ratingagenturen, Aufsichtsbehörden, Lieferanten, Rückversicherer, Politik, NGOs, Verbände, Medien und Forschung.
2. Erhebung nichtfinanzieller Themen: Unter Einbeziehung geläufiger Standards von ESG-Ratings, Peer-Reports, aufkommender Regulatorik, Megatrends sowie Entwicklungen der Branche wurde eine Liste an relevanten, zukunftsträchtigen Themen erstellt. Die Themen wurden anhand der strategischen Relevanz für den Talanx Konzern im Rahmen der Stakeholderbefragung priorisiert.
3. Durchführung: Die definierten Themen wurden innerhalb eines Leitfadens in Interview- oder Fragebogenform (bzw. Desk Research) gemäß ihrer Geschäftsrelevanz für den Konzern (Financial Materiality) bzw. der Auswirkungen des Konzerns auf das jeweilige Thema (Impact Materiality) durch die teilnehmenden Stakeholder mittels Punkteschema bewertet.
Ergebnis der Stakeholderbefragung sind sieben wesentliche Themen mit hoher Relevanz für den Talanx Konzern. Die Themen sind hinsichtlich ihrer Geschäftsrelevanz (horizontal) bzw. der Auswirkungen des Konzerns (vertikal) eingeordnet. Die Clusterung in "E, S, G" erfolgt mit Farben, während die Symbole für die Bereiche "Kapitalanlage", "Versicherungstechnik" und "Betrieb" stehen.
Im Vergleich zur letzten Wesentlichkeitsanalyse haben sich vor allem in der Priorisierung der Themen Änderungen ergeben. Während das Thema Klimawandel durch die Differenzierung in die drei Themenfelder "Abmilderung der Folgen des Klimawandels in der Versicherungstechnik", "Förderung des Klimaschutzes in der Kapitalanlage" sowie "Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb" deutlich an Bedeutung gewonnen hat, wurden die Aspekte "Compliance", "Lieferantenmanagement" sowie "Digitalisierung" aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regulierung nicht mehr als wesentlich klassifiziert. Nichtsdestotrotz berichtet der Talanx Konzern weiterhin über die Fortschritte in diesen Bereichen. Im Kontext des Lieferantenmanagements werden bspw. die Tätigkeiten der interdisziplinären Arbeitsgruppe bzgl. der Due-Diligence-Pflichten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) thematisiert, die durchgeführt wurden, um den künftigen Sorgfaltspflichten im vollen Umfang gerecht zu werden (siehe Lieferantenmanagement, Seite 105).
| Berichtsstruktur | Wesentliches Thema | |
| (Environmental) 2 | Klima- und Umweltbelange | Abmilderung der Folgen des Klimawandels in der Versicherungstechnik |
| Förderung des Klimaschutzes in der Kapitalanlage | ||
| Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb | ||
| (Social) 3 | Sozialbelange | Verantwortung gegenüber Kunden |
| Arbeitnehmerbelange | ||
| Menschenrechte und Lieferkette 1 | ||
| (Governance) 4 | Governance | Governance in der Kapitalanlage |
| Datenschutz und Cybersecurity |
1 Kein wesentliches Thema nach Update der
Wesentlichkeitsanalyse, der Talanx Konzern berichtet
weiterhin über die Fortschritte
2 E umfasst Umweltbelange (nach §289c HGB)
3 S umfasst Sozialbelange, Arbeitnehmerbelange
und Achtung der Menschenrechte (nach §289c HGB)
4 G umfasst Bekämpfung von Korruption und
Bestechung (nach §289c HGB)
Die selbstverwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 auf rund 129 Mrd. EUR. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere lag zum 31. Dezember 2022 bei 84 %, die Aktienquote bei rund 1,5 %. Rund 5,9 % des Anlagevolumens waren in Immobilien investiert. Die übrigen Anteile entfielen auf Assetklassen wie Private Equity, Infrastruktur sowie auch auf kurzfristige Kapitalanlagen und sonstige Investments.
Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie im Kapitalanlagebereich ist es, unter besonderer Beachtung von ESG-Kriterien ein langfristiges Kapitalwachstum auf der Grundlage eines breit diversifizierten und aktiv geführten Wertpapierportfolios zu erwirtschaften. Grundgedanke hierbei ist, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch das gleichzeitige Umsetzen von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann.
Dafür wurde ein konzernweites Vorgehen für ein ESG-Screening erarbeitet und implementiert. Im Responsible Investment Committee (RIC) unter Vorsitz des Chief Financial Officers der Talanx werden die Screening-Filterkriterien festgelegt, regelmäßig überprüft und unter Berücksichtigung der dezentralen Entscheidungsverantwortung Einzelabwägungen im Hinblick auf das Halten oder den Abbau von Kapitalanlagebeständen getroffen.
Als Filterkriterium wurden hierbei insbesondere die Prinzipien des UN Global Compact festgelegt. Neben den dort verankerten Umweltkriterien hat der Talanx Konzern zudem den Filterkatalog um einen Kohleausschluss konsequent erweitert. Entsprechend investiert der Talanx Konzern im Rahmen seiner eigenen Kapitalanlagen grundsätzlich nicht mehr in Unternehmen, für die Informationen vorliegen, dass deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Thermalkohle basiert. Im Gleichklang mit der vom Konzern verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass der Talanx Konzern bis 2038 vollständig aus Thermalkohle ausgestiegen sein wird, werden auch auf der Kapitalanlageseite entsprechende Investments bis zum Jahr 2038 abgebaut. Darüber hinaus wurde in den Filterkatalog auch der analoge Ausschluss von klima- und umweltschädlichen Öl- und Teersanden aufgenommen. Daneben ist der Talanx Konzern seit 2019 Unterzeichner der Principles of Responsible Investment (PRI) und bekennt sich zu den sechs PRI-Prinzipien für verantwortliches Investieren.
Die Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns setzt u. a. auf den Dialog mit Unternehmen, um im Sinne der Nachhaltigkeit Einfluss auf die Kapitalmärkte zu nehmen. Die Identifikation der Unternehmen, mit denen Talanx in Engagement-Dialoge tritt, erfolgt dabei systematisch auf Basis vordefinierter Aufgreifkriterien, wobei der Fokus auf Unternehmen mit einem schwächeren ESG-Profil liegt.
Parallel zum klassischen Screening- bzw. Ausschlussansatz strebt der Talanx Konzern eine kontinuierliche Verbesserung seines Nachhaltigkeitsansatzes an. Entsprechend der im Jahr 2021 entwickelten Klimastrategie wurde die CO 2-Intensität des Investmentportfolios weiter verringert. Der Fokus lag hierbei auf der CO 2-Intensität der selbstverwalteten liquiden Kapitalanlagen des Talanx Konzerns aus den Bereichen Aktien und Fixed Income. Mittelfristig wird auch die Messung und Reduktion der CO 2-Emissionen für weitere, auch illiquide, Anlageklassen angestrebt.
Das kurz- bzw. mittelfristige Ziel des Talanx Konzerns ist es, die CO 2-Intensität des selbstverwalteten liquiden Portfolios bis 2025 gegenüber dem Basisjahr 2019 um 30 % zu reduzieren. Dies entspricht einer jährlichen Reduktion der CO 2-Intensität um rund 7 % und ist ein wichtiger Beitrag in der Erarbeitung eines Langfristpfads in Richtung des angestrebten Netto-Null-Emissionsziels bis 2050. Mit der Reduktion der CO 2-Intensität um rund 20 % gegenüber dem Basisjahr 2019 liegt der Talanx Konzern so im Berichtsjahr auf seinem angestrebten Zielpfad.
Neben der Reduktion der CO 2-Intensität des Anlageportfolios investiert der Talanx Konzern auch verstärkt in Kapitalanlagen, die dem Klimawandel entgegenwirken. Hierzu zählen insbesondere Investitionen in nachhaltige Infrastrukturprojekte. In den letzten Jahren hat der Talanx Konzern in diesem Bereich konsequent Expertise aufgebaut und beteiligt sich mit einer spezialisierten Konzerneinheit direkt über Eigen- und Fremdkapitalvergabe an ausgewählten Projekten.
Zum Infrastrukturportfolio gehören u. a. Eigen- und Fremdkapital-Investitionen in Windparks, Solarparks, Stromnetze, digitale Infrastruktur und Transportinfrastruktur in Deutschland sowie dem europäischen Ausland. Der Talanx Konzern hat für 23 Windparks -darunter vier auf See - Finanzierungslösungen zur Verfügung gestellt bzw. ist Eigenkapitalinvestor/(Mit-)Eigentümer. Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 umfasste das Portfolio des Konzerns Investitionen in Infrastrukturprojekte in Höhe von insgesamt rund 3,2 Mrd. EUR, wobei rund 1,5 Mrd. EUR davon auf die Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer Energien entfielen.
Die Europäische Kommission hat mit dem "Green Deal" den Themen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit ebenfalls einen hohen Stellenwert verliehen und umfassende Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 verabschiedet. Unter dem Begriff "Sustainable Finance" werden Regularien geschaffen, die das Finanzierungsgeschehen zunächst auf klima- und umweltpolitische Ziele ausrichten, zukünftig sollen jedoch weitere Nachhaltigkeitsziele folgen.
Kern der Regulierung ist die sogenannte EU-Taxonomie-Verordnung, ein Bewertungsschema, in dem die EU-Kommission technisch detailliert und verbindlich festlegt, welche Wirtschaftstätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten. Die EU-Taxonomie-Verordnung schafft somit Transparenz darüber, ob eine bestimmte Wirtschaftstätigkeit aus dem Blickwinkel der EU-Kommission einen positiven Beitrag zu definierten EU-Nachhaltigkeitszielen hat. Entsprechend stellt die EU-Taxonomie-Verordnung auch ein wichtiges Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen des Talanx Konzerns dar.
Die nachhaltigen Kapitalanlagen werden in der Berichterstattung den in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen gegenübergestellt. Letztere ergeben sich, indem der Konzern von seinen gesamten Kapitalanlagen laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand sowie etwaige Depotforderungen abzieht und zuzüglich der Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen. Bei den Depotforderungen handelt es sich um Bar- oder Wertpapierdepots im Rahmen versicherungstechnischer Rückstellungen, auf die die Talanx keinen direkten Zugriff hat.
Als Ausgangspunkt zur Bestimmung der Taxonomiefähigkeit dienen ebenfalls die in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen. Der delegierte Rechtsakt ([EU] 2021/2178) definiert dabei unter Artikel 7 Abs. 1 bis 3 folgende Ausschlüsse bei der Berechnung der Kennzahlen.
Alle Risikopositionen gegenüber Staaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten sollen aus dem Zähler und Nenner exkludiert werden. Alle Derivate sollen aus dem Zähler exkludiert werden. Alle Emittenten, die nicht der nichtfinanziellen Berichtspflicht der EU gemäß NFRD unterliegen, sollen aus dem Zähler exkludiert werden.
Diese Positionen sind daher kein Teil der Zähler (sowie der Nenner im Fall der Staatsanleihen) der KPIs ("Out of Scope"), werden zur Einordnung der Ergebnisse aber einzeln ausgewiesen.
Die EU-Kommission hat klargestellt, dass zur Bewertung der Taxonomiefähigkeit einer Kapitalanlage nur im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung veröffentlichte Kennzahlen zur Taxonomiefähigkeit herangezogen werden dürfen. Für das Berichtsjahr 2022 liegen diese Informationen nun teilweise erstmals vor.
Ausgenommen aus der Bewertung der Taxonomiefähigkeit werden zunächst alle Kapitalanlagen mit einem Emittentenland, welches nicht der Gesetzgebung der EU unterliegt, da diese Kapitalanlagen generell nicht unter die Berichtspflicht gemäß NFRD fallen. Für liquide Kapitalanlagen mit einem Emittentenland, welches der Berichtspflicht gemäß NFRD unterliegt, werden zur weiteren Einordnung die Ergebnisse eines internen Screenings für einen wesentlichen Teil der liquiden Kapitalanlagen herangezogen. Unwesentliche Positionen, zu denen keine Daten vorliegen, weist der Konzern konservativ als nicht taxonomiefähig aus. Da der Kapitalanlagehorizont der Talanx international ausgerichtet ist, ist der Anteil an Kapitalanlagen in nicht berichtspflichtige Emittenten gemäß NFRD naturgemäß hoch.
Als generell taxonomiefähig werden alle Kapitalanlagen erachtet, die im Zusammenhang mit dem Kauf und dem Besitz von Immobilien stehen. Dazu werden fremdgenutzter Grund- und Gebäudebesitz, Immobilienfonds und Hypothekendarlehen für Privathaushalte gezählt. Für liquide Kapitalanlagen in Unternehmen aus einem Emittentenland, welches der NFRD unterliegt, werden zur Bewertung der Taxonomiefähigkeit in diesem Jahr erstmals Daten eines externen Dienstleisters genutzt. Allerdings werden für wesentliche Positionen, zu denen der Datenanbieter keine Informationen zur Verfügung stellt, die Ergebnisse eines manuellen Screenings zur Bewertung der Kapitalanlagen herangezogen. Direkte Beteiligungen in Form von Special Purpose Vehicles (SPV) sowie Infrastrukturinvestments in Form von Sachanlagen, Beteiligungen oder Krediten werden ebenfalls den taxonomiefähigen Kapitalanlagen zugeordnet, wenn die Wirtschaftsaktivität aus den vorliegenden internen Daten bekannt ist und die Taxonomie Bewertungskriterien für diese enthält. Ist dies nicht der Fall, werden diese Kapitalanlagen als nicht taxonomiefähig ausgewiesen. Aufgrund unzureichender Datenverfügbarkeit und des überwiegend international ausgerichteten Kapitalanlagehorizonts werden Publikums- und Private-Equity-Fonds als nicht NFRD-pflichtig ausgewiesen, bis eine sachgerechte Zuordnung möglich ist.
Die Datenqualität und -abdeckung der ausgewiesenen Kennzahlen ist stark abhängig von der aktuellen Datenverfügbarkeit. Der Talanx Konzern geht davon aus, dass die Datenverfügbarkeit und -qualität sukzessive zunehmen wird und dies Einfluss auf die zu berichtenden Taxonomiekennzahlen hat.
Die Versicherungsdienstleistungen des Talanx Konzerns können indirekte ökologische und ökonomische Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung haben. Dessen ist sich das Unternehmen bewusst und baut deshalb auch in der Versicherungstechnik seinen ESG-Ansatz kontinuierlich aus. Der Talanx Konzern ist seit Mai 2020 Unterzeichner der UN-Initiative für nachhaltige Versicherungen (Principles for Sustainable Insurance, PSI) und verpflichtet sich damit, das Versicherungsgeschäft entlang der vier PSI-Prinzipien fortlaufend nachhaltiger zu gestalten, d. h. zusammen mit Kunden und Geschäftspartnern das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen, Risiken zu managen und entsprechende Lösungen zu entwickeln.
Im Responsible Underwriting Committee (RUC) werden die Screening-Kriterien festgelegt und die Zeichnungspolitik regelmäßig überprüft. Stimmberechtigt im RUC sind die Mitglieder des Vorstands der Talanx AG unter Vorsitz des Chief Executive Officers des Konzerns. Die Integration in die Zeichnungsrichtlinien erfolgt dezentral in den geschäftsverantwortlichen Geschäftsbereichen bzw. Risikoträgern.
Vor diesem Hintergrund wurden analog zur Kapitalanlage u. a. Zeichnungsbeschränkungen für Thermalkohlerisiken konzernweit eingeführt. Aufgrund der Tatsache, dass ein Kohleausstieg verantwortungsvoll nur mittel- bis langfristig erfolgen kann, sollen sich ab dem Jahr 2038 keine Kohlekraftwerke und -minen mehr im Versicherungsbestand befinden. Die restriktive Zeichnungspolitik für Thermalkohlerisiken wurde zudem um Öl- und Teersande erweitert. Andere fossile Energiesektoren werden fortlaufend beobachtet und Zeichnungsrichtlinien weiter stets risikobasiert adjustiert. So werden neue Öl- und Gasbohrprojekte in der Arktis ("Greenfield Arctic Drilling") auf Einzelrisikobasis nicht mehr versichert.
Zudem werden durch die Versicherungsbranche bzw. Net Zero Insurance Alliance (NZIA) derzeit Methoden entwickelt, um analog zum Investmentportfolio zukünftig auch den CO 2-Fußabdruck des Versicherungsportfolios ermitteln und steuern zu können. Der Talanx Konzern verfolgt die Entwicklungen intensiv.
Als eine der führenden Industrie- und Rückversicherungsgruppen will der Talanx Konzern dabei die Wirtschaft partnerschaftlich und im konstruktiv-kritischen Dialog bei der nachhaltigen Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft begleiten. Zum einen nutzt er die Einflussmöglichkeiten in den Risikodialogen mit den Unternehmen, die der Konzern versichert. Zum anderen beschäftigt sich der Talanx Konzern in der Technischen Versicherung fortlaufend mit neu entwickelten umweltfreundlichen Technologien und deren Versicherbarkeit, wodurch wesentlicher Risikoschutz für die notwendige Energiewende überhaupt erst bereitgestellt wird. Schon heute ist der Talanx Konzern einer der wichtigsten (Rück-)Versicherer für erneuerbare Energien wie Windkraft (on- und offshore), Photovoltaik, Geothermie, Wasserkraft und Wasserstofferzeugung sowie Verstromung bis hin zu Energiespeichern. Er ist somit entsprechend aufgestellt, den Strukturwandel der Energiewirtschaft mit den jeweils passenden Produkten für den Risikotransfer erfolgreich zu begleiten.
Auch im deutschen sowie internationalen Privatkunden- und Gewerbegeschäft strebt der Konzern an, Nachhaltigkeitsaspekte im gesamten Produktangebot stärker zu verankern und Produkte hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitswirkung zu optimieren.
Im Lebensversicherungsbereich werden stetig weitere Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. In neu aufgelegten, nachhaltigen Produktangeboten der HDI Deutschland besteht die Möglichkeit, aus unterschiedlichen nachhaltigen Fondsprodukten auszuwählen. Neben der Erfassung der Nachhaltigkeitspräferenzen des Kunden werden im Beratungsprozess umfangreiche und aussagekräftige Informationen zu den verfolgten Nachhaltigkeitszielen des spezifischen Fonds bereitgestellt. Bei der Vorauswahl der angebotenen Fonds werden sowohl die Kundenpräferenzen als auch strenge Nachhaltigkeitskriterien einbezogen.
Die EU-Taxonomie-Verordnung stellt ebenfalls ein wichtiges Transparenzkriterium für die Nachhaltigkeit des Versicherungsportfolios des Talanx Konzerns dar. Die EU-Taxonomie-Verordnung berücksichtigt in der Versicherungsaktivität jedoch lediglich die Schaden-/ Unfallversicherung in der Erst- und Rückversicherung und bezieht sich nur auf das Umweltziel "Anpassung an den Klimawandel". Somit werden ausschließlich die Versicherungssparten berücksichtigt, welche entsprechende Risiken aus dem Klimawandel explizit absichern.
Seit dem Geschäftsjahr 2021 berichtet der Talanx Konzern über seine taxonomiefähigen und damit die gesamten Bruttoprämien der Sparten, die neben anderen Risiken auch Klimawandelrisiken absichern. Eine Übersicht der entsprechenden Taxonomiekennzahlen ist im nachfolgenden Abschnitt "Kennzahlen und Ziele" dargestellt. Ab dem Geschäftsjahr 2023 wird der Talanx Konzern gemäß der sukzessiven Einführung der EU-Taxonomie-Verordnung und analog zur Kapitalanlage die taxonomiekonformen Bruttoprämien der Versicherungssparten berichten. Die taxonomiekonforme Kennzahl wird jedoch deutlich niedriger als die taxonomiefähige Kennzahl ausfallen, da die taxonomiekonforme Kennzahl nur Verträge abdeckt, welche explizit Klimawandelrisiken berücksichtigen werden und weitere technische Bewertungskriterien erfüllen.
Integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Talanx Konzerns ist es, Einfluss auf den eigenen ökologischen Fußabdruck zu nehmen, um diesen weitestgehend zu reduzieren.
Als Unternehmen ohne physische Produktion, das Dienstleistungen im Bereich Versicherungen und Finanzen anbietet, hat der Talanx Konzern im Betrieb grundsätzlich geringere Auswirkungen auf die Umwelt bzw. das Klima als beispielsweise produzierende oder rohstoffintensive Unternehmen. Gleichwohl beschäftigt der Konzern an seinen weltweiten Standorten rund 24.000 Mitarbeiter, die Energie und Material verbrauchen, Dienstreisen unternehmen oder mobil arbeiten. Zudem kauft der Konzern Produkte bzw. Betriebsmittel ein, welche die Mitarbeiter benötigen, um ihrer Arbeit nachzugehen, seien es Büroausstattung, IT-Produkte oder Nahrungsmittel für die Kantinen. Auch im Betrieb arbeitet der Talanx Konzern daher konsequent an seinen zwei wichtigsten Umweltzielen:
| ― |
die Aufrechterhaltung der Klimaneutralität in Deutschland, wo mehr als 44 % der Mitarbeiter beschäftigt sind sowie |
| ― |
die konzernweite Erreichung von Netto-Null-Emissionen im Betrieb bis spätestens 2030 (Scope 1, 2 und 3 inkl. Kompensation) |
Der Konzern verringert dazu kontinuierlich seinen CO 2-Ausstoß, nutzt Energie und sonstige Ressourcen möglichst effizient, bezieht Strom aus erneuerbaren Quellen und kompensiert die verbleibenden Emissionen in Deutschland durch Emissionsminderungszertifikate. Darüber hinaus bemüht sich der Talanx Konzern weltweit um eine verantwortungsbewusste Nutzung von Wasser und Papier sowie eine Reduktion des Abfallaufkommens.
Der Talanx Konzern wendet den internationalen Treibhausgas (THG)- Standard ISO 14064 an. Auf dieser Grundlage wurde im Berichtsjahr 2022 das interne Rahmenwerk konsequent weiterentwickelt, das die Datenerhebung, das Berichtswesen und die Quantifizierung von THG-Emissionen konzernweit einheitlich abdeckt. Die THG-Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 sowie die Kategorien Geschäftsreisen, Energievorkette, Papier und Wasserverbrauch aus Scope 3 werden dabei entsprechend den Berichtsgrenzen, die im operativen Steuerungsansatz des THG-Protokolls definiert sind, gemessen und berichtet. Analog wurden im Berichtsjahr 2022 die Kategorien Data Center und Remote Working für Scope 3 in Deutschland aufgenommen.
Die Berichtskategorien sind dabei folgendermaßen definiert:
| ― |
Scope 1: direkte Emissionen aus der Verbrennung vor Ort (flüssige und gasförmige fossile Brennstoffe, eigene und geleaste Fahrzeuge sowie austretende Kältemittel aus Kühlanlagen) |
| ― |
Scope 2: indirekte Emissionen aus bezogener Energie (Strom, Fernwärme, Dampf und Kühlwasser) |
| ― |
Scope 3: indirekte Emissionen durch geschäftsbezogene Aktivitäten und Lieferketten (z. B. Geschäftsreisen oder eingekaufte Güter und Dienstleistungen) |
Im Jahr 2022 beliefen sich die Gesamtemissionen des Konzerns ohne die Hannover Rück auf 31.106 metrische Tonnen CO 2- Äquivalente (CO 2e), was einer Reduktion von 37 % im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht (aufgrund der Scope-3-Anpassung hat sich die Basis für das Berichtsjahr 2021 auf 30.487 Tonnen verändert). Im Detail lassen sich davon 8.318 Tonnen auf die Scope-1- und 10.074 Tonnen auf die Scope-2-Emissionen zurückführen. Die Emissionen in Verbindung mit Scope 3 belaufen sich auf 12.714 Tonnen. Die weitgehende Beibehaltung der erzielten Emissionsreduktion gegenüber 2019 weist auf nachhaltige Effekte durch die grundsätzlich veränderte Arbeitsweise, größtenteils jedoch durch das Ergebnis der fortgesetzten Bemühungen, den ökologischen Fußabdruck des Talanx Konzerns zu reduzieren, hin.
In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele, Maßnahmen und (Taxonomie-)Kennzahlen zu den Themen Klima- und Umweltbelange im Asset-Management und im Underwriting sowie beim betrieblichen Klima- und Umweltschutz zusammenfassend dargestellt.
Neben den hier dargestellten ESG-Kennzahlen arbeitet der Talanx Konzern derzeit an der Entwicklung von konzerneinheitlichen Metriken bzw. Messgrößen und entsprechenden Prozessen, die konkrete Steuerungsansätze für klimaneutrale Investitions- und Versicherungsportfolios im Einklang mit den Pariser Klimazielen ermöglichen.
Wesentliche Änderungen der Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr resultieren in erster Linie aus der erstmals möglichen Einbeziehung berichteter Taxonomie-Informationen von Emittenten in der Kapitalanlage. Der Talanx Konzern geht davon aus, dass sich die Kennzahlen mit steigender Datenverfügbarkeit auch in den kommenden Berichtsperioden ändern werden, und weist auf den Mangel an verlässlichen Daten und die fehlende Einheitlichkeit der Taxonomie-Berichterstattung hin. Dies bedingt zunächst ein in der Aussagekraft stark eingeschränktes Bild der tatsächlichen Taxonomiefähigkeit der Kapitalanlagen.
Aufgrund der regulatorisch unklaren Vorgaben, wie die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2022 zu berichten sind, beziehen sich die Angaben zur Taxonomiefähigkeit ausschließlich auf den Anteil der Umsätze, welche mit taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen Aktivitäten der Emittenten erwirtschaftet wurden. Hierdurch wird eine höhere Aussagekraft erwartet als bei Kennzahlen, die sich auf Investitionsausgaben beziehen (Capital Expenses (CapEx)). Auf einen zusätzlichen Ausweis dieser Kennzahlen wird aufgrund des Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen daher verzichtet.
| Bereich | Ziel | Wesentliche Maßnahmen | Geltungsbereich | Status 2022 | Status 2021 |
| Klima- und Umweltbelange im Asset-Management | Klima- und Umweltbelange im Asset-Management | Reduktion der CO 2-Intensität (Scope 1 und 2) um 30 % gegenüber Basisjahr 2019 | Konzernweit | -20 % | -15 % |
| Ausbau nachhaltiger Investitionen auf 8 Mrd. EUR bis 2025 | Konzernweit | 7,9 Mrd. EUR 1 | 7,2 Mrd. EUR | ||
| ESG-Screening des Anlageportfolios | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Rückzug aus Thermalkohle bis 2038: Ausschluss von Unternehmen, deren Umsatz und Erzeugungsanteil zu mehr als 25 % auf Thermalkohle basiert, sowie Abbau bestehender Investments in solche Unternehmen bis zum Jahr 2038 | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Taxonomie | Anteil taxonomiefähige Kapitalanlagen (taxonomiefähige Investments/(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPl - Staatsanleihen)) * 100 | Konzernweit | 11,83 % | 7,80 % | |
| Anteil nicht taxonomiefähige Kapitalanlagen (nicht taxonomiefähige Investments/(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI - Staatsanleihen)) * 100 | Konzernweit | 42,57 % | 33,20 % | ||
| Anteil Derivate (gesamte Derivate/(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI - Staatsanleihen)) * 100 | Konzernweit | 0,55 % | 0,30 % | ||
| Anteil nicht berichtspflichtiger Unternehmen gemäß NFRD (Investments in Unternehmen, die nicht der Berichtspflicht nach NFRD unterliegen/(Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI -Staatsanleihen)) * 100 | Konzernweit | 45,05 % | 58,70 % | ||
| Anteil Staatsanleihen (Staatsanleihen/Gesamtaktiva für die Taxonomie-KPI) * 100 | Konzernweit | 26,31 % | 20,80 % | ||
| Underwriting | Netto-Null-Emissionen bis 2050 | Reduktion der CO 2-Intensität | Konzernweit | Laufend | Laufend |
| Rückzug aus Thermalkohle und Ölsanden bis 2038: Reduktion der Risiken im Bereich Thermalkohle-Infrastruktur ggü. Basisjahr 2019 | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| ESG-Screening des Versicherungsportfolios | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Steigerung des Prämienvolumens im Bereich erneuerbare Energien und grüne Technologien | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Ausbau nachhaltiger Versicherungslösungen | Ausweitung nachhaltiger Versicherungslösungen zur Minderung der Folgen von Naturkatastrophen | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Unterstützung der globalen Energiewende durch Versicherung erneuerbarer Energien und Technologien | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Taxonomie | Taxonomiefähige Prämien (Summe der taxonomiefähigen Sparten in gebuchten Bruttoprämien/ gesamte gebuchte Bruttoprämien der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung) * 100 | Konzernweit | 63,60 % | 62,80 % | |
| Nicht taxonomiefähige Prämien (Summe der nicht akzeptierten und nicht taxonomiefähigen Sparten in gebuchten Bruttoprämien/gesamte gebuchte Bruttoprämien der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung) * 100 | Konzernweit | 36,40 % | 37,20 % | ||
| Betrieb | Netto-Null-Emissionen bis 2030 | Reduzierung THG-Emissionen gegenüber 2019 (Scope 1, 2 und 3) | Konzernweit 2 | -37 % | -38 % |
| Optimierung der Energieverbräuche | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien | Konzernweit | Laufend | Laufend |
1 Der Betrag kann sich aufgrund von
Änderungen der Zinssätze und Laufzeiten
ändern, das Ziel wurde erstmals Mitte Dezember 2022
erreicht, mit Stichtag 31.12. jedoch leicht unterschritten
2 ohne Hannover Rück
Als börsennotiertes Unternehmen, das in über 175 Ländern für Kunden aktiv ist und rund 24.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist sich der Talanx Konzern seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst. Entsprechend finden auch soziale Aspekte Berücksichtigung bei Kapitalanlage- und Versicherungsentscheidungen.
In der Kapitalanlage ist für das regelmäßige ESG-Screening daher konzernweit die Wahrung von sozialen Standards und Prinzipien als wesentliches Filterkriterium festgelegt. Mit der Einhaltung der im UN Global Compact verankerten sozialen Kriterien hat der Talanx Konzern den Filterkatalog konsequent um internationale Sozialstandards wie die International Labour Organization's (ILO) Conventions, die OECD Guidelines for Multinational Enterprises und die UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGPs) erweitert. Zudem werden Investionen in Unternehmen, welche in kontroverse Waffen (bspw. Anti-Personen-Minen) involviert sind, ausgeschlossen. Der Talanx Konzern investiert im Rahmen seiner eigenen Kapitalanlagen grundsätzlich nicht in Unternehmen, die gegen diese Screening- bzw. Ausschlusskriterien verstoßen. Bei Verstößen von Unternehmen, die sich bereits im Bestand befinden, erfolgt zudem ein Abbau unter Wahrung des wirtschaftlichen Interesses der Versichertengemeinschaft.
Mit der Erhöhung des Anlagevolumens für nachhaltige Investitionen auf 8 Mrd. EUR engagiert sich der Talanx Konzern zudem verstärkt in der Finanzierung von öffentlichen Infrastrukturprojekten (u. a. Krankenhäuser und Bildungsstätten) und investiert vermehrt in Social Bonds. Damit unterstreicht der Konzern auch den sozialen Anspruch in seiner Kapitalanlagepolitik.
Im Zuge der Überarbeitung des Sozialfokus der Nachhaltigkeitsstrategie wurde das Handlungsfeld "Sicherstellung des Zugangs zu Infrastruktur" als soziales Schwerpunktthema aufgenommen. Der Zugang zu Infrastruktur wird aufgrund seiner positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft als soziales Kriterium angesehen. Das Handlungsfeld umfasst die Bereiche Verkehr, Energie, Telekommunikation, Abfallentsorgung und Recycling sowie Krankenhäuser, Universitäten und Gerichtsgebäude.
Schon das Geschäftsmodell der Versicherungen trägt zur sozialen Absicherung bei. Durch das Angebot von Versicherungsleistungen sichert der Konzern Menschen und Unternehmen weltweit verlässlich und langfristig gegen unterschiedliche Lebensrisiken finanziell ab. Das Leistungsspektrum in der Erstversicherung deckt alle existenzgefährdenden Risiken für Privat- und Gewerbekunden ab. Außerdem ermöglicht das Rückversicherungsgeschäft, dass weltweit andere Versicherungsgesellschaften ebenso derartige Produkte anbieten können.
Neben dieser zentralen Rolle als Risikoträger ist die Einhaltung internationaler sozialer Standards und Prinzipien ebenfalls ein wesentliches Entscheidungs- und Ausschlusskriterium bei der entsprechenden Zeichnung von Versicherungsrisiken.
Soziale Aspekte fließen auch zunehmend in konkrete Produktlösungen ein. Mit dem Angebot der Vorzugsrenten in der Rückversicherung setzt sich der Konzern beispielsweise im Bereich Langlebigkeitsprodukte mit dem Trend der steigenden Lebenserwartung auseinander. In Deutschland wurde das Produktportfolio im Bereich der biometrischen Risiken um eine Grundfähigkeitsversicherung erweitert. Neben der Risikolebensversicherung ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits seit vielen Jahren ein fester Bestandteil im Produktportfolio. Durch die Unterstützung des Krankengeschäfts in Märkten mit unzureichender Gesundheitsversorgung trägt der Konzern zudem zu einer sozialen und finanziellen Inklusion bei und erhöht die Versicherungsdichte in verschiedenen Schwellen- und Entwicklungsländern. Darüber hinaus leistet er durch das Angebot von Versicherungslösungen wie Agrarversicherungen oder Mikroversicherungen einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in strukturschwachen Regionen. Dadurch können sich Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten gegen elementare Risiken wie die Folgen von Ernteausfällen sowie Krankheit absichern.
Soziale Verantwortung nimmt der Talanx Konzern u. a. in der Beratung wahr, indem er Kunden vor finanziellen Risiken schützt und eine Ergänzung sowie teilweise Alternativen zu staatlichen Sozialsystemen bietet. Insbesondere die durch die Geschäftsbereiche angebotenen Produkte im Bereich der Lebensversicherung tragen dadurch zu einer Entlastung der Sozialsysteme bei.
Gesellschaftliches Engagement ist ein wichtiger Bereich, in dem der Talanx Konzern durch Öffentlichkeitsarbeit, Freiwilligeneinsätze und Spendenaktionen einen direkten gesellschaftlichen Beitrag leistet und zugleich das Mitarbeiterengagement fördern kann. Es untermauert somit ebenfalls den Anspruch des Konzerns, den sozialen Fortschritt zu unterstützen.
Um transparent der gesellschaftlichen Verpflichtung Folge zu leisten, berichtet der Talanx Konzern freiwillig über das Thema "Soziales Engagement". Der Konzern erzielt mithilfe seiner Aktivitäten positive soziale Effekte über seine eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus.
Entsprechend werden konzernweit gemeinnützige Projekte und soziale Initiativen unterstützt. Das Engagement ist vielfältig und immer auf die lokalen Bedürfnisse in den jeweiligen Ländern ausgerichtet. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliches Engagement für Kunden und Mitarbeiter oder soziale Aktivitäten. Auch die vom Konzern unterstützte HDI Stiftung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.
Im Rahmen der Überarbeitung des Sozialfokus der Nachhaltigkeitsstrategie im Geschäftsjahr 2022 wird zukünftig das Engagement vor allem auf die definierten vier Fokusfelder "Diversity, Equity & Inclusion", "Employee's Journey", "Sicherung des Zugangs zu Bildung" sowie "Förderung des Zugangs zu Infrastruktur" ausgerichtet.
Als drittgrößte Versicherungsgruppe Deutschlands mit Geschäftsbeziehungen in mehr als 175 Ländern ist der Talanx Konzern ein bedeutender Arbeitgeber und hat als solcher Auswirkungen auf die Gesellschaft. Aufgrund der dezentralen Aufstellung des Konzerns und den damit einhergehenden lokalen Unterschieden, wird nachfolgend ein Fokus auf Deutschland gelegt, wo mehr als 44 % der Mitarbeiter beschäftigt sind.
Mit Blick auf den Purpose des Talanx Konzerns "Together we take care of the unexpected and foster entrepreneurship" ist es Ziel der Personalarbeit, die Mitarbeiter im Sinne der Unternehmensziele bestmöglich zu unterstützen und wertzuschätzen. Versicherung ist Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Zusammenspiel - vor allem zwischen den Mitarbeitern. Es ist deshalb wesentlicher Bestandteil der Personalarbeit, neue Mitarbeiter zu gewinnen, zu entwickeln, zu vernetzen und sie an den Konzern zu binden.
Seit dem 1. Juli 2022 ist Caroline Schlienkamp als Vorständin zusätzlich zu ihren anderen Bereichen als Arbeitsdirektorin für Personal verantwortlich. In dem Zuge wird eine neue Personalstrategie erarbeitet, die sukzessive bis Anfang 2023 intern abgestimmt und im Anschluss kommuniziert und umgesetzt wird. Als eine erste Maßnahme wurde der Bereich Human Resources bereits im Berichtsjahr zu Group People & Culture umbenannt. Diese Namensänderung folgt der gemeinsamen Vision, die Mitarbeiter des Talanx Konzerns, ihre Bedürfnisse und ihre Entwicklung in den Mittelpunkt zu stellen. Ziel ist es, sie bestmöglich zu unterstützen und zu inspirieren, um damit den Erfolg des Konzerns nachhaltig zu erhalten und zu steigern.
Die Schwerpunkte Recruiting, Personalbetreuung und Personalentwicklung sind aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt.
Jeder dieser Bereiche leistet einen wesentlichen Beitrag zu den aktuellen Fragestellungen der Personalarbeit; von der Gestaltung einer förderlichen und agilen Kultur über zeitgemäße Verfahren des Recruitings und Themen der Qualifizierung sowie der beruflichen Entwicklung bis hin zu Themen der Gestaltung von Anreizsystemen und modernen Arbeitsbedingungen.
Bereits im Jahr 2021 entstand mit NewWork@HDI eine Konzernbetriebsvereinbarung für die deutschen Geschäftseinheiten, die den Umgang mit der neuen Normalität regelt und ein Nebeneinander von mobilem Arbeiten und Büroarbeit ermöglicht. Sie bildet auch im Berichtsjahr, sowohl während der Corona-Pandemie als auch darüber hinaus, das Fundament für ein echtes "Together". Der Talanx Konzern setzt auf die Flexibilität des Arbeitsortes und daher grundsätzlich auf das mobile Arbeiten, gleichzeitig sind persönliche Kontakte essenziell für die Bindung an das eigene Team und den Konzern. Der Talanx Konzern lebt das New Normal in einer vertrauensvollen Unternehmenskultur.
Die Entwicklungen formen ein zunehmend modernes und agiles Arbeitsumfeld, das die Attraktivität des Unternehmens am Arbeitsmarkt sowie die Zufriedenheit, Loyalität und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöhen soll. Der Talanx Konzern will eine anhaltend starke und positive Kultur formen und deren positive Entwicklung kontinuierlich weiter vorantreiben.
Der Talanx Konzern als Arbeitgeber ermöglicht eine ausgeglichene Work-Life-Balance und unterstützt diese durch flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit sowie zur Umwandlung von Gehaltsbestandteilen in Freizeit. Das mobile Arbeiten ermöglicht es den Mitarbeitern darüber hinaus, den Arbeitsalltag örtlich flexibler zu gestalten und so z. B. Familie und Berufsleben miteinander in Einklang zu bringen.
Um den Mitarbeitern den Fokus auf die beruflichen Aktivitäten während der Arbeitszeit zu ermöglichen, hat der Talanx Konzern in Deutschland selbst bereits vor vielen Jahren u. a. Angebote zur flexiblen und verlässlichen Kinderbetreuung geschaffen. Dazu gehören die Vermittlung von Kitaplätzen am Standort Köln oder Eltern-Kind-Büros zur Überbrückung von kurzfristigen Betreuungsengpässen. Ein Ausbau des Angebots erfolgte im Jahr 2021 durch die Errichtung einer betriebseigenen Kindertagesstätte in Hannover. Seit 2014 unterstützt der Konzern Eltern im ersten Jahr nach der Elternzeit mit einem steuerfreien Zuschuss von bis zu 100 EUR monatlich für die kostenpflichtige Unterbringung der noch nicht schulpflichtigen Kinder. Zusätzlich werden Mitarbeitern über einen Partner Hilfe beim Home-schooling oder Möglichkeiten zur Ferien- und Freizeitgestaltung (virtuell und vor Ort) angeboten. Mit einem weiteren Partner unterstützt der Talanx Konzern Mitarbeiter, die die Pflege von Angehörigen und ihren Beruf koordinieren oder selbst in eine Pflegesituation geraten. Im Berichtsjahr gab es am Standort Hannover erstmals ein Angebot zur Ferienbetreuung von Kindern der Mitarbeiter. Dieser Pilot wurde gut angenommen und das Angebot wird im nächsten Jahr weiter ausgebaut.
Zur Stärkung von persönlichen Ressourcen greifen Mitarbeiter in Deutschland im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements auf umfangreiche Präventionsangebote zurück: von Bewegung über Ernährung bis hin zur mentalen Gesundheit und Suchtprävention. Darüber hinaus wurde im Jahr 2022 das HDI Gesundheitsjahr fortgeführt. Im Zweimonatsrhythmus werden aktuelle Themen und saisonale Ereignisse aufgegriffen. Damit wird das Ziel verfolgt, die Mitarbeiter mit bestehenden Angeboten und zusätzlichen Impulsen dabei zu unterstützen, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Zusätzlich fand im Jahr 2022 die dritte standortübergreifende digitale Gesundheitswoche unter dem Motto "Sitzen ist das neue Rauchen!" statt. Ziel der Gesundheitswoche war es, die Mitarbeiter über die verschiedenen Facetten der gesunden Bewegung aufzuklären, Stress zu reduzieren und ihre Gesundheit zu fördern. Außerdem können die Mitarbeiter bei privaten, beruflichen und psychologischen Anliegen kostenfrei und anonym eine externe Beratung sowie einen Familienservice nutzen.
Die Vergütungssystematik des Konzerns setzt sich zusammen aus einem leistungs- und verantwortungsbezogenen Gehalt mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie Sozialleistungen. Gehaltsanpassungen auf Basis interner und externer Vergütungsanalysen sorgen dafür, dass die Vergütung des Konzerns wettbewerbsfähig ist. Im Talanx Konzern orientiert sich das individuelle Entgelt an der Tätigkeit sowie der persönlichen fachlichen Qualifikation und Leistung des Mitarbeiters. Neben der Eingruppierung der Tätigkeit gemäß dem Versicherungstarif bestimmt sich das Gehalt für leitende Funktionen über eine mitarbeiterunabhängige Stellenbewertung, die nach der standardisierten Hay-Methode vorgenommen wird.
Neben der leistungsorientierten Vergütung, den flexiblen Arbeitszeiten sowie der Möglichkeit des mobilen Arbeitens bietet der Talanx Konzern Sozialleistungen, etwa eine betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. All diese Leistungen spiegeln sich in einer moderaten Fluktuationsrate von 8 % und einer langen durchschnittlichen Konzernzugehörigkeit von durchschnittlich 15 Jahren der Talanx Mitarbeiter in Deutschland wider.
2022 hatten die in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter des Talanx Konzerns (ohne Hannover Rück) zum fünften Mal die Möglichkeit, am Belegschaftsaktienprogramm der Talanx AG teilzunehmen. Dieses Angebot haben 42 % der Mitarbeiter wahrgenommen und haben damit die im vergangenen Jahr aufgestellte Rekordteilnahmequote erneut erreicht. Die Mitarbeiter konnten wieder flexibel unter drei Programmoptionen auswählen und dabei eine Subvention bis zum steuerfreien Höchstbetrag von 1.440 EUR erhalten. Damit wurden in den fünf Programmjahren des Belegschaftsaktienprogramms insgesamt 951.944 Aktien gezeichnet.
Mit dem Aufbau eines Recruiting Centers bündelt der Talanx Konzern (ohne Hannover Rück) seit 2022 alle Recruiting-Elemente vom Employer Branding bis zum Einstellungsgespräch, um so die Prozesse zu beschleunigen und zielgruppenorientiert umzusetzen. Bereits seit 2021 tritt der Konzern mit der Arbeitgebermarke HDI Group in Deutschland auf. Wie in den vorangegangenen Jahren wurde dabei auf eine zielgruppengerechte Ansprache geachtet, die Unternehmenseinblicke in Bezug auf den Arbeitsalltag und die Kultur für Interessierte ermöglicht.
So wurden beispielsweise verstärkt digitale Kanäle und soziale Medien wie LinkedIn und Instagram für die Arbeitgeberkommunikation genutzt. Zusätzlich wurde ein TikTok-Account aufgebaut, um die Zielgruppen Gen Z und Alpha zu erreichen. Für Studenten stehen als Informationsquellen neben Berufsmessen auch Podcasts ehemaliger Studenten der HDI Group in Deutschland zur Verfügung. Neben dem Ausbau der Kommunikationswege wurden auch die Stellenausschreibungen des Talanx Konzerns optimiert: Es werden vermehrt Jobs in Teilzeit ausgeschrieben und das Ausbildungsangebot sowie die dualen Studiengänge und Traineeprogramme erweitert. Um Studenten den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern, werden besonders talentierte externe Studenten finanziell durch die HDI Stiftung sowie durch das Deutschlandstipendienprogramm der HDI Group gefördert. Des Weiteren wurde ein neues Förderprogramm für interne Werkstudenten und Praktikanten konzipiert, welches das Ziel verfolgt, ab 2023 bereits eingestellten Talenten finanzielle Unterstützung zu bieten, und damit eine frühzeitige Bindung zur HDI Group in Deutschland ermöglicht.
Bei der Besetzung vakanter Führungspositionen im mittleren Management wird ein objektives Auswahlverfahren eingesetzt, das aus einer Eignungsdiagnostik und verschiedenen situativen Übungen mit mehreren Beobachtern besteht. Bei der Besetzung von Positionen im oberen Management erfolgt ein extern durchgeführtes Management Audit. Auf diese Weise wird bei der Stellenbesetzung auf allen Führungsebenen Objektivität sichergestellt.
Die kontinuierliche Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter ist ein wichtiges Anliegen. Die Anforderungen an das Know-how und die Kompetenzen ändern sich in einer volatilen Welt permanent. Dies hat auch Auswirkungen auf die Lernkultur. Lernen und Lerngeschwindigkeit sind wichtige Schlüsselkompetenzen im Transformationsprozess. Neben klassischen Lernformaten werden Mitarbeitern ein kontinuierliches Voneinanderlernen sowie ein direkter Zugriff auf digitale Angebote ermöglicht. Ein Großteil der Entwicklungsangebote ist inzwischen digital verfügbar bzw. wird virtuell durchgeführt.
Neben zahlreichen Angeboten zur Erweiterung von Fach-, Sprach- und Methodenkenntnissen wird auch ein Schwerpunkt auf die Entwicklung persönlicher Skills und einer wertschätzenden Unternehmenskultur gelegt. Veränderungen im Arbeitskontext werden durch speziell zugeschnittene Angebote, z. B. im Rahmen der agilen Transformation, Rechnung getragen. Einzelne Zielgruppen werden mithilfe verschiedener bedarfsgerechter, zum Teil internationaler Programme gefördert. Zu diesen gehören beispielsweise Berufseinsteiger, ausgewählte Potenzialträger, Experten, Führungskräfte des mittleren und oberen Managements. Zur Förderung weiblicher Potenzialträgerinnen wurde im Jahr 2022 erstmals das Female Empowerment Programme durchgeführt. Im Rahmen von Personalentwicklungskonferenzen werden deutschlandweit systematisch Potenzialträger unter den Mitarbeitern und Führungskräften identifiziert und gefördert. Auf diese Weise können auch zukünftig vakante Positionen mit eigenen Nachwuchskräften besetzt werden.
Die "Together Leadership Journey" ist eine konzernweite Initiative zur kulturellen Transformation. In mehreren Workshop-Wellen wurden auf allen Führungsebenen die gemeinsamen Führungsleitlinien (Leadership Principles) Transparenz, Kollaboration und Engagement ausgestaltet und als Haltung verankert. Ziel ist es, eine Kultur des Vertrauens zwischen Führungskräften und ihren Teams zu etablieren und das New Normal gemeinsam zu gestalten. Im Konzern soll ein Umfeld gewährleistet werden, in dem hohe psychologische Sicherheit besteht, sodass Menschen ihre Meinung äußern und ein ehrliches Feedback geben. Um die Feedback-Kultur im Konzern zu stärken, wurde im Jahr 2022 das Format "Feedback-Arena" eingeführt. Mit "LET'S GROW" wurde 2022 ein partizipatives Entwicklungsmodell pilotiert, das es Teilnehmern ermöglicht, systematisches Feedback von Kollegen einzuholen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ein weiteres Instrument zur Förderung der Zusammenarbeit ist das jährliche Mitarbeitergespräch "Let's talk". Dieses dient sowohl einer offenen Feedback-Kultur als auch der Entwicklung der Mitarbeiter.
Die Bedeutung der Feedback-Kultur wird auch durch den zum vierten Mal in Folge durchgeführten "Organizational Health Check" (OHC) deutlich. Hierbei werden Mitarbeiter des Konzerns u. a. zu ihrer Sicht auf Unternehmenskultur und Organisation befragt. Ein "OHC Toolkit" unterstützt die Teams mit zahlreichen Werkzeugen und Methoden, die Erkenntnisse aus dem OHC umzusetzen und ihre Zusammenarbeit zu verbessern.
Der Vorstand des Talanx Konzerns hat 2013 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Im September 2020 folgte die Ernennung eines Mitgliedes auf Vorstandsebene zum Verantwortlichen für Diversity & Inclusion sowie im Jahr 2021 die Schaffung und Besetzung einer neuen Funktion "D&I Management".
Die Talanx Gruppe (ohne Hannover Rück) verpflichtet sich unter dem Leitsatz "BeYou. Together we are traditionally different" Diversity, Equity und Inclusion (DE&I) strategisch zu verankern. Das Bekenntnis zu DE&I sowie die verabschiedete Strategie spiegeln sich in einer Reihe von Aktivitäten und Maßnahmen wider, die im Konzern bereits angestoßen wurden, und zunehmend etabliert werden:
| ― |
DE&I Policy mit sechs Grundsätzen als Ergänzung zum Code of Conduct (Förderung von DE&I; Gewährleistung von Chancengleichheit, Fairness und Respekt; Null-Toleranzgrenze bei Diskriminierung; aktive Förderung von Zivilcourage; Wissen als Stärke und Transparenz) |
| ― |
Einführung inklusive Sprache (Start und Fokus im Jahr 2022 ist die Diversity Dimension "Geschlecht und geschlechtliche Identität") |
| ― |
Maßnahmenpaket für 2022 (u. a. Workshops und Round Tables mit dem Talanx Vorstand, interne Kommunikationskampagnen, Sensibilisierung im Recruiting, Mentoring, Trainings) |
| ― |
Engagement im externen Diversity Netzwerk BeyondGenderAgenda |
Weiterhin ist es das Ziel des Talanx Konzerns, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Neben erweiterten Qualifizierungsangeboten, Mentoringprogrammen sowie dem Netzwerk Women@ Talanx, hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, die Hälfte aller vakanten Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für den Talanx Konzern einen hohen Stellenwert. Maßnahmen hier sind u. a. Führen in Teilzeit, ein Pilot zu Mentoring für Frauen, flexible und verlässliche Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen, flexible Arbeitszeitmodelle sowie erste geteilte Führungspositionen. Im Jahr 2022 erfolgte die Berufung der ersten Frau in den Vorstand der Talanx AG.
Seit Anfang 2021 werden regelmäßig Unconscious-Bias-Trainings durchgeführt. Darauf aufbauend werden seit 2022 zusätzlich Anti-Rassismus-Trainings unter der Bezeichnung "Better Together: Kein Platz für Rassismus und Diskriminierung" angeboten. Zur Förderung eines inklusiven Arbeitsumfelds spielt Sprache eine große Rolle. Auch hierfür werden regelmäßig Trainings und Coachings durchgeführt.
Im Jahr 2022 wurden die Aktivitäten zur Aufklärung und Bewusstseinsschaffung weiter fortgeführt. Beispielsweise mit Fokusmonaten zu Diversity mit u. a. den Themen "Geschlecht und geschlechtliche Identität", "sexuelle Orientierung" sowie "Religion und Weltanschauung".Darüber hinaus haben unterschiedliche Diversity-Workshops mit Vorständen, Führungskräften sowie Mitarbeitern stattgefunden.
Bereits seit 2014 ist das Frauennetzwerk Women@Talanx etabliert. Im Jahr 2021 sind zudem das internationale LGBTIQ *Netzwerk pride@ hdi, das HDI Starters-Netzwerk für Auszubildende und Studierende sowie ein Safe(r) Space für und von Schwarzen Menschen und Menschen of Colour BPoC@hdi (Black and People of Colour) gegründet worden. Im Berichtsjahr 2022 sind drei weitere Netzwerke dazugekommen: Eine internationale DE&I Community, Parents@hdi sowie Internationals@HDI.
Im Themenfeld "Verantwortung gegenüber Kunden" sind die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen, der Anreiz für faire Beratung im Vertrieb durch das Vergütungssystem sowie die zügige, transparente Bearbeitung von Forderungen für den Talanx Konzern wesentlich. Diese Gesichtspunkte beeinflussen maßgeblich die Zufriedenheit der Kunden. Die Zufriedenstellung der Kundenbedürfnisse besitzt höchste Priorität und spiegelt sich im Begriff "ganzheitliche Kundenfokussierung" in den Talanx Werten wider. Neben einer hohen Beratungsqualität sind Transparenz und Fairness sowie innovative und auf Kundenwünsche zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen wichtige Elemente.
Die deutsche Versicherungsbranche unterliegt nach der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-Informationspflichtenverordnung, VVG-InfoV) umfangreichen Aufklärungspflichten gegenüber ihren Kunden. Diese werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt.
Seit dem 10. März 2021 gelten in der Europäischen Union verbindliche Rahmenbedingungen zu nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor nach der Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates. Es bestehen unternehmensbezogene, produktbezogene und vermittlerbezogene Verpflichtungen:
| ― |
Unternehmen müssen zur Nachhaltigkeit informieren |
| ― |
Nachhaltigkeitsinformationen müssen in den Beschreibungen bestimmter Produkte (Versicherungsanlageprodukte - IBIP, bAV, Riester- und Basisrentenprodukte) enthalten sein |
| ― |
Versicherungsvermittler müssen allgemein und bei der Beratung bestimmter Produkte zur Nachhaltigkeit informieren |
Darüber hinaus ist die verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen ein wichtiger Bestandteil des Verhaltenskodex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Auch zu diesem Kodex verpflichten sich die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland auf freiwilliger Basis.
Mit der Versicherungsvertriebsrichtlinie der EU (IDD) nach Richtlinie (EU) 2016/97 des Europäischen Parlaments und des Rates gelten seit 23. Februar 2018 für Anbieter von Versicherungsprodukten erweiterte Aufsichts- und Lenkungsanforderungen. Zusätzlich wurden erhöhte Anforderungen an Qualifikation und Beratung festgelegt. Sie werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt. Im Wege der Ergänzung zweier delegierter Verordnungen wurden zum 2. August 2022 die bestehenden Vorgaben der IDD um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert. Nachhaltigkeitsfaktoren müssen im Rahmen des Produktentwicklungs- und Produktüberwachungsprozesses sowie in Bezug auf den Zielmarkt beachtet werden. Beim Vertrieb von Versicherungsanlageprodukten sind Nachhaltigkeitsziele der Kunden im Rahmen der Ermittlung von Interessenkonflikten zu berücksichtigen. Zudem ist die Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung um die Erläuterung, die Abfrage und nach Möglichkeit die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen zu ergänzen. Alle Vorgaben werden durch die Gesellschaften des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland erfüllt.
HDI Deutschland verpflichtet die Vermittler im Exklusivvertrieb sowie die Bank- und Kooperationspartner dazu, im Beratungsgespräch die Ermittlung der Kundenbedürfnisse zum Kernbestandteil der Vermittlungstätigkeit zu machen. Für die Vermittler im Exklusivvertrieb gilt vertraglich der HDI Basis-Kodex für Versicherungsvermittler; für Makler/MFA wird vertraglich auf die Grundgedanken des GDV-Verhaltenskodex bzw. eines geprüften Alternativkodex des Vermittlers verwiesen. Zudem ist das Beratungsgespräch anhand standardisierter Protokolle sorgfältig zu dokumentieren. Eine Kontrolle erfolgt durch das Beschwerdemanagement. Die Bestätigung des Kunden, ein Beratungsprotokoll erhalten zu haben oder ausdrücklich darauf zu verzichten (Ausnahme), ist als fester Bestandteil in den Antrags- und Vertragsunterlagen integriert. Auch in den von HDI zur Verfügung gestellten digitalen Absatzstrecken erfolgt grundsätzlich eine Beratungsdokumentation, die dem Kunden bereitgestellt wird.
Die verständliche Aufklärung von Kunden und die Fokussierung auf Kundenbedürfnisse sind Bestandteil der Prüfung durch unabhängige Stellen. Zur gesicherten Umsetzung des Kodex hat der Talanx Konzern für die HDI Versicherung AG, die HDI Lebensversicherung AG und für die Bancassurance-Gesellschaften 2016 ein Compliance-Management-System implementiert. Es erfolgt eine laufende Rezertifizierung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer nach dem Prüfungsstandard IDW PS980.
Der HDI Deutschland Compliance-Steuerungskreis ist das zentrale Steuerungs- und Überwachungsgremium sowohl für die Compliance-Management-Systeme der Gesellschaften, die dem GDV-Verhaltenskodex beigetreten sind, als auch für die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus der Umsetzung der IDD bzw. der nationalen Gesetzgebungen für die wesentlichen Risikoträger des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland ergeben.
Um die Qualifizierung der Vermittler und die Kompetenz in der Kundenberatung sicherzustellen, engagieren sich die betreffenden Talanx Gesellschaften in der Brancheninitiative des GDV und der Vermittlerverbände der deutschen Versicherungswirtschaft "Gut beraten - Weiterbildung der Versicherungsvermittler in Deutschland". Alle Vermittler im Exklusivvertrieb sind vertraglich zur Teilnahme verpflichtet. Hinsichtlich der Zusatzvergütungen hat der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland alle bestehenden Vereinbarungen überprüft. Wo erforderlich, haben die Gesellschaften neue Mustervereinbarungen entworfen und klare Regelwerke für die Neugestaltung von Zusatzvergütungen verfasst.
Um die Zufriedenheit der Kunden zu untersuchen, nutzen die nationalen und internationalen Konzerngesellschaften verschiedene Instrumente - von eigenen Kundenzufriedenheitsbefragungen an verschiedenen Kundenkontaktpunkten über externe Bewertungstools bis hin zu Fachtagungen und Stakeholderdialogen im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagements.
Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der auch daraus resultierenden erhöhten Inflation hat z. B. die HDI Versicherung für betroffene Privatkunden in Deutschland die Möglichkeit für eine Beitragsstundung geschaffen. Über die HDI Versicherung in Deutschland oder die Warta in Polen konnte Fahrzeugen, die in der Ukraine zugelassen sind und in Deutschland respektive Polen gefahren werden, aber über keinen Versicherungsnachweis ("grüne Karte") verfügen, Kfz-Haftpflicht-Versicherungsschutz über eine sogenannte Grenzpolice angeboten werden.
Der Talanx Konzern ist sich seiner Verantwortung gegenüber Kunden, Investoren, Mitarbeitern und Geschäftspartnern bei der Einhaltung der anwendbaren Gesetze, Konventionen und Bestimmungen zur Wahrung der Menschenrechte und zu aktiver Unterstützung von Arbeitnehmerrechten bewusst. Die nachfolgenden Ausführungen dienen u. a. der Herstellung von Transparenz gemäß § 54 Abs. 5 des Modern Slavery Act 2015 des Vereinigten Königreichs von Großbritannien, soweit anwendbar.
Nachdem die Talanx Gruppe im Jahr 2021 ihren um Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten ergänzten Verhaltenskodex weltweit für alle Beschäftigten des Konzerns ausgerollt hat, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere Maßnahmen zur Wahrung von Menschenrechten ergriffen. Die Regeln des Verhaltenskodex stellen klar, dass niemand im Unternehmen durch Gewalt oder Einschüchterungen in irgendeiner Form zum Arbeiten gezwungen werden darf. Jede Form von unfreiwilliger Beschäftigung, Kinderarbeit und Menschenhandel sowie andere Formen des Missbrauchs von Mitarbeitern sind ausdrücklich verboten. Auch ein fairer und respektvoller Umgang miteinander sowie die Achtung der Würde und der Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen sind als Grundlage gegenseitigen Umgangs wichtige Prinzipien im Verhaltenskodex des Unternehmens. Im Geschäftsjahr 2022 wurden diese Regeln durch die Aufnahme eines neuen Kapitels zum Thema Nachhaltigkeit in die Compliance Richtlinie der Gruppe ergänzt. Die Compliance Richtlinie richtet sich an alle Beschäftigten der Gruppe weltweit und enthält Compliance Mindeststandards. Die Ergänzung beinhaltet insbesondere Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten, welche sich an den Pflichten des ab dem 1. Januar 2023 geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) orientieren.
Darüber hinaus veröffentlichte die Gruppe auf ihrer Unternehmenswebsite im Berichtsjahr 2022 eine Grundsatzerklärung zum Thema Menschenrechte, mit welcher sich die Gruppe ausdrücklich zur Achtung von Menschenrechten und zur Anwendung von unternehmerischer Sorgfalt in Bezug auf diese Rechte bekennt.
Der Talanx Konzern verfügt über ein sowohl intern als auch extern zugängliches Hinweisgebersystem, welches die Meldung von Menschenrechtsverstößen (auch anonym) ermöglicht.
Neben internen Regelungen, wie dem Verhaltenskodex, hat der Talanx Konzern mit dem Verhaltenskodex für Geschäftspartner auch ein Instrument geschaffen, um externe Partner zur Einhaltung von Menschenrechten anzuhalten. Das Dokument wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit Blick auf die ab dem 1. Januar 2023 geltenden Bestimmungen des LkSG überarbeitet.
Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact verpflichtet sich der Talanx Konzern zur Einhaltung der internationalen Menschenrechte. Die ersten sechs Prinzipien der Initiative beinhalten die Achtung der Menschenrechte und die Umsetzung von Arbeitsnormen (ILO-Kernarbeitsnormen). Mit dem Beitritt unterstützt der Konzern, neben den internationalen Menschenrechten, ebenfalls die Vereinigungsfreiheit, fördert die Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit und tritt für die Beseitigung von Diskriminierung von Mitarbeitern ein.
Menschenrechtsaspekte finden bei der Talanx überdies auch im Bereich Underwriting und bei der Kapitalanlage Berücksichtigung. Der Konzern hat hierzu regelmäßig tagende Entscheidungsgremien mit Vorstandsbeteiligung, wie das Responsible Underwriting Committee oder das Responsible Investment Committee, geschaffen.
In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten sozialen Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt.
| Bereich | Ziel | Wesentliche Maßnahmen | Geltungsbereich | Status 2022 | Status 2021 |
| Soziale Belange im AM + UW | Stärkung sozialer Verantwortung in der Kapitalanlage | ESG-Screening des Anlageportfolios | Konzernweit | Laufend | Laufend |
| Ausschluss von Emittenten, die gegen soziale Kriterien verstoßen | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Ausbau nachhaltiger Investitionen auf 8 Mrd. EUR bis 2025 | Konzernweit | 7,9 Mrd. EUR 1 | 7,2 Mrd. EUR | ||
| Stärkung sozialer Verantwortung im Underwriting | Berücksichtigung sozialer Kriterien bei der Zeichnung von Risiken | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Ausweitung des Versicherungsschutzes für bislang nicht ausreichend versicherte Bevölkerungsgruppen | Hannover Rück-Gruppe | Laufend | Laufend | ||
| Soziales Engagement als Unternehmen | Stärkung sozialer Verantwortung | Unterstützung gemeinnütziger Projekte und sozialer Initiativen | Konzernweit | Laufend | Laufend |
| Förderungsprojekte durch HDI Stiftung | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | ||
| Talanx als Arbeitgeber | Verbesserung Vereinbarkeit von Familie und Beruf | Flexible Arbeitszeitmodelle | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend |
| Ausbau Unterstützung der Kinderbetreuung | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | ||
| Ausbau Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen | HDI Group Deutschland | Eingeführt | Laufend | ||
| Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter | HDI Gesundheitsjahr mit themenspezifischen Angeboten | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | |
| (Ärztliche) Mitarbeiterberatung und Suchtprävention | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | ||
| Internationalität | Internationale Programme, Hospitationen und Auslandsentsendungen | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Leistungsorientierte Vergütung | Eingruppierungen der Tätigkeiten nach Versicherungstarif | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Stellenbewertungen für leitende Funktionen nach Hay-Methode | Konzernweit | Laufend | Laufend | ||
| Kulturelle Transformation | Durchführung weltweiter Mitarbeiterbefragung Organizational Health Check (OHC) | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Mitarbeitergewinnung und -entwicklung | Talentgewinnung/optimale Besetzung von Vakanzen | Etablierung eines Recruiting Centers | HDI Group Deutschland | Laufend | - |
| Beteiligung an Karrieremessen | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | ||
| Durchführung von Assessment-Centern im mittleren Management | HDI Group Deutschland | Erstmals erfolgt | - | ||
| Stärkung der Arbeitgebermarke | HR-Podcast, gezielte Kampagnen | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | |
| Optimierung der Weiterbildungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte | Together Leadership Journey zur Weiterentwicklung von Leadership Skills | Konzernweit | Laufend | Laufend | |
| Leadership Circle | HDI Deutschland | Eingeführt | Erstmals erfolgt | ||
| Einführung spezifischer Weiterbildungsprogramme (Bspw. Female Empowerment Programme/"Induction Program for new managers") | HDI Deutschland/ HDI Global | Laufend | - | ||
| Förderung einer neuen Lernkultur | HDI Group Deutschland | Laufend | Erstmals erfolgt | ||
| Einführung von New Work mit New Work Campus | HDI Group Deutschland | Eingeführt | Erstmals erfolgt | ||
| Stärkung der Feedback-Kultur | Konzernweit | Laufend | - | ||
| Diversity, Equity und Inclusion | Erhöhung der Diversität auf allen Führungsebenen, insbesondere in Bezug auf Frauen | Besetzung der Führungspositionen mit weiblichen Mitarbeiterinnen und Bewerberinnen, Netzwerk, Mentoringprogramm und Erweiterung der Seminarangebote zur Stärkung von Frauen | Konzernweit | 32,30 % | 31,70 % |
| Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit | Förderung eines diskriminierungsfreien Arbeitsumfeldes durch beispielsweise Unconscious-Bias-Trainings bzw. Trainings gegen Rassismus und Diskriminierung | HDI Group Deutschland | Laufend | Laufend | |
| Verantwortung gegenüber Kunden | Stärkung Kundendialog | Verständliche Aufklärung zu Versicherungslösungen | HDI Deutschland | Laufend | Laufend |
| Menschenrechte und Lieferkette | Konzernweite Information über LkSG-Due-Diligence-Pflichten | Aufnahme eines neuen Kapitels "Nachhaltigkeit" in die konzernweit geltende Compliance Policy, welche die LkSG-Due-Diligence-Pflichten beschreibt | Konzernweit | Erstmals erfolgt | - |
Für eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung ist eine konzernweite und effektive Corporate Governance von zentraler Bedeutung.
Die Talanx AG unterliegt als börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Hannover dem deutschen Aktien- und Kapitalmarktrecht sowie dem Mitbestimmungsgesetz. Entsprechend bilden die drei Organe Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung die oberste Führungs-bzw. Governance-Struktur des Konzerns. Die Aufgaben und Befugnisse der Organe ergeben sich aus dem Gesetz, der Satzung der Talanx AG und den Geschäftsordnungen für Vorstand und Aufsichtsrat.
Die Talanx AG unterliegt dem zweistufigen System von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ernennt, überwacht und berät den Vorstand. Er ist in die Entscheidungsfindung zu grundlegenden Belangen eingebunden und arbeitet kooperativ mit dem Vorstand zum Wohle des Unternehmens zusammen. Der Aufsichtsrat nimmt jedoch keine geschäftsführende Funktion ein, ganz im Sinne des dualistischen Systems der Unternehmensführung, in der Überwachung und Leitung bewusst getrennt sind.
Der Aufsichtsrat der Talanx AG besteht nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz aus 16 Mitgliedern, die sich zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzen. Der Aufsichtsrat hat vier ständige Ausschüsse eingerichtet, in denen Themen von wesentlicher Bedeutung erörtert werden. Dazu zählen die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems sowie Maßnahmen in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-bezogene Aspekte.
Weitere Informationen zur allgemeinen Corporate Governance können den Corporate-Governance-Grundsätzen und der Satzung der Talanx AG sowie dem Abschnitt Corporate Governance im Talanx Konzerngeschäftsbericht entnommen werden.
Im Jahr 2022 wurde die spezifische Nachhaltigkeits-Governance des Talanx Konzerns weiter gestärkt, um in allen vier strategischen Zieldimensionen der Nachhaltigkeitsstrategie noch effektiver voranzukommen.
Zum einen wurden die Nachhaltigkeitsambitionen des Konzerns durch die Benennung von zwei Aufsichtsratsmitgliedern als Ansprechpartner für Nachhaltigkeit in diesem Gremium bekräftigt.
Zum anderen hat die Nachhaltigkeitsfunktion in der Talanx Konzernstrategie weitere Unterstützung für das Thema durch den kontinuierlichen Auf- bzw. Ausbau einzelner Nachhaltigkeitsabteilungen in den Geschäftssegmenten erhalten.
In Fortführung des bisherigen Nachhaltigkeitsmanagements ist die Konzernfunktion Group Strategy & Sustainability Dreh- und Angelpunkt für die bestehenden Nachhaltigkeitsaktivitäten des Konzerns. Sie ist zuständig für Koordinierung und Weiterentwicklung sowie für den Anstoß neuer Aktivitäten auf Konzernebene.
Über das konzernweite und funktionsübergreifende "Experten-Netzwerk für Nachhaltigkeit" unterstützt die Konzernfunktion zudem die operativen Einheiten des Konzerns dabei, den strategischen Nachhaltigkeitsansatz und die Richtlinien der Gruppe in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Ziel ist es u. a., neben einer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Nachhaltigkeitsstrategie eine umfassende Governance zu etablieren und damit die interne Vernetzung zum Thema weiter voranzutreiben. Über definierte Kernprozesse wird daher der Austausch mit Zentralfunktionen, Geschäftssegmenten sowie lokalen Konzerngesellschaften im Nachhaltigkeitsnetzwerk strukturiert. Sie dienen dazu, Transparenz über externe Anforderungen zu schaffen und diese möglichst effizient und effektiv in unternehmerisches Handeln zu übersetzen.
Über das Experten-Netzwerk hinaus erfolgt ein regelmäßiger Austausch innerhalb des Konzerns über verschiedene ESG-themenspezifische Arbeitsgruppen.
Auf Geschäftssegmentebene übernimmt jeweils die zuständige Nachhaltigkeitsfunktion in den Strategieabteilungen die übergreifende Koordination von Nachhaltigkeitsthemen und verantwortet die segmentspezifische Umsetzung sowie Berichterstattung zu Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Geschäftssegments. Analog zur Konzernfunktion für Nachhaltigkeit sind auch die Nachhaltigkeitsfunktionen der Geschäftsbereiche unter dem jeweiligen Vorstandsvorsitzenden verortet. Diese organisatorische Verankerung unterstreicht nochmals die Wichtigkeit und strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Talanx Konzern.
Mit dem Responsible Investment Committee (RIC) und dem Responsible Underwriting Committee (RUC), die jeweils von Mitgliedern des Konzernvorstands geleitet werden, wurden zudem zwei zentrale Nachhaltigkeitsgremien etabliert, die die strategiekonforme Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in alle Kernprozesse, die sich mit Versicherungs- und Anlageentscheidungen befassen, regelmäßig kontrollieren. Die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit trägt der Gesamtvorstand der Talanx AG. Entsprechend befasst sich der Vorstand regelmäßig mit dem aktuellen Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsstrategie sowie den strategischen Handlungsfeldern. Neben ESG-bezogenen Chancen und Risiken werden dabei auch die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit des Talanx Konzerns diskutiert.
Seinen Nachhaltigkeits- und Transparenzanspruch unterstreicht der Talanx Konzern darüber hinaus durch seine freiwillige Selbstverpflichtung zu international anerkannten Richtlinien, Rahmenwerken bzw. Initiativen sowie ESG-spezifischen Berichtsstandards.
Im Kerngeschäft hat sich der Talanx Konzern mit dem Beitritt zu den beiden UN-Initiativen Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainable Insurance (PSI) den in diesen Bereichen jeweils weltweit bedeutendsten Standards und Richtlinien für die Integration von Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet.
Zudem ist der Talanx Konzern dem UN Global Compact (UNGC) beigetreten, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. In einem stetigen Prozess treibt der Talanx Konzern die Implementierung der zehn Global-Compact-Prinzipien und Richtlinien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umwelt und Korruptionsprävention voran. Im Rahmen des Beitritts zum UNGC hat sich der Konzern verpflichtet, die allgemeinen Ziele der Vereinten Nationen, insbesondere die 17 Sustainable Development Goals (SDGs), zu fördern.
Ab dem Geschäftsjahr 2021 hat der Talanx Konzern Nachhaltigkeitsaspekte auch in das Vorstandsvergütungssystem integriert und einen Teil der variablen Vergütung des Vorstands an die Erreichung konkreter Nachhaltigkeitsziele gebunden (siehe Vergütungsbericht Seite 16 ff.).
Um auch bei der ESG-bezogenen Berichterstattung hohe Transparenz und Datenqualität für den Talanx Konzern sicherzustellen, orientiert sich der Talanx Konzern an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), die sich weltweit als einer der wichtigsten Standards für ESG-Berichterstattung etabliert hat. Zudem ermöglicht die Orientierung an einem global etablierten Standard die Transparenz der Nachhaltigkeitsleistungen sowohl innerhalb von als auch über Branchen hinweg.
Darüber hinaus orientiert sich der Talanx Konzern verstärkt an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Während Standards wie GRI helfen, die Auswirkungen von Unternehmen auf den Klimawandel zu verstehen, konzentriert sich die TCFD auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Unternehmen und die daraus resultierenden finanziellen Risiken. Die Empfehlungen sind somit primär zukunftsorientiert und liefern wichtige Erkenntnisse für die nachhaltige Steuerung des Konzerns.
Nicht zuletzt unterstreicht die freiwillige Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer die Relevanz, die der Talanx Konzern der Berichterstattung beimisst.
Die Digitalisierung und das damit verbundene Innovations-, aber auch Disruptionspotenzial verändern die Erwartungen von Kunden sowie Geschäftspartnern hinsichtlich Leistungen und Services deutlich und treiben so den Wandel im Versicherungssektor kontinuierlich voran.
Gerade in der Corona-Pandemie erwies sich die intensive Digitalisierung der Geschäftsprozesse und -strukturen im Talanx Konzern, insbesondere der Kunden- und Partnerschnittstellen, als positiver Differenzierungsfaktor. Diese Stärke baut der Talanx Konzern weiter aus. Die dezentrale Konzernaufstellung in der Talanx Gruppe stellt dabei sicher, dass die Digitalisierungsmaßnahmen den spezifischen Bedürfnissen von Kunden und Partnern in den jeweiligen Märkten folgen.
Digitale Innovationen werden dabei gezielt aus der Konzernholding über Best Practice Labs unterstützt, beispielsweise durch den internationalen Austausch im Group Digital Lab, durch die Skalierung von innovativen Best Practices über sogenannte Agile Desks sowie durch Scouting- und Market-Intelligence-Partnerschaften mit Start-ups und etablierten Technologieunternehmen. Daneben werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, um innovative Ansätze aus der Insurtech-Szene den operativen Einheiten der Talanx Gruppe vorzustellen und Pilotimplementierungen anzustoßen. Die Transparenz über digital verfügbare Talanx Assets ermöglicht schnellen Austausch und Wiederverwendung der Best Practices.
Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung und insbesondere der strukturellen Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung kommt den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit bzw. Cybersicherheit eine zentrale Bedeutung zu.
In einer zunehmend vernetzten globalen Welt sind Informationen und Daten zahlreichen Risiken, Bedrohungen und anderen unberechenbaren Herausforderungen ausgesetzt. Ein wesentlicher Teil der zu schützenden Daten sind die Kundendaten des Talanx Konzerns. Bei dem Thema Datenschutz verzahnen sich die technischen Aspekte der Cyber- und Informationssicherheit mit organisatorischen und prozessualen Themen rund um die Verarbeitung personenbezogener Daten. Hierbei bedeutet die Informations- und Cybersicherheit auch gleichzeitig immer die Gewährleistung des technischen Datenschutzes und bildet dabei einen wesentlichen Teil der durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geforderten angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen.
Die Konzernbereiche "Information Security Office" und "Data Protection" bilden eigenständige Einheiten, die sich durch eine enge Zusammenarbeit auszeichnen. Gemeinsame Werte finden sich sowohl in den Aspekten der technischen Sicherheit als auch im sensiblen Umgang mit Daten und Informationen. Diese Werte spiegeln sich insbesondere im sparsamen und zweckgebundenen Umgang mit Daten und Informationen wider - auch wenn Daten die Basis des Geschäftes sind und in Zeiten der künstlichen Intelligenz und maschinellen Lernens in hoher Anzahl und Qualität erforderlich sind.
Datenschutz und Cybersicherheit werden vor allem als wertschöpfende Elemente verstanden, da neue Technologien, Prozesse und Verarbeitungsmethoden nur dann Bestand haben, wenn sie von Anfang an datenschutz- und sicherheitskonform ausgestaltet werden. Der Talanx Konzern setzt auf ein stabiles Fundament aus drei Kernelementen, um die Cyber- und Informationssicherheit sowie die Datenschutzcompliance zu gewährleisten: Strategie und Governance sind die wesentlichen Dimensionen zur Festlegung des Managementansatzes des Talanx Konzerns. Datenschutz und Security sind Teil des konzernweiten internen Kontrollsystems (IKS) in der "zweiten Verteidigungslinie" im aufsichtsrechtlichen Konzept des "Three Lines"-Modells. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten bestehen hierbei in der Identifikation, Bewertung bzw. Analyse, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der Risiken auf Gesamtunternehmensebene.
Das Security-Management betreibt das zentrale Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) des Talanx Konzerns, welches die Informations- und Cybersicherheitsprozesse bündelt und seit 2013 erfolgreich ISO/IEC-27001-zertifiziert ist. Zu diesen Prozessen gehören beispielsweise die Ermittlung und Erfassung von Sicherheitsrisiken und Schwachstellen, Abweichungen und Ausnahmen von Sicherheitsvorgaben oder das Management von Sicherheitsvorfällen.
Der Vorstand bzw. die Vorstände der Risikoträger erhalten einen vierteljährlichen Security-Report und werden in kritischen Fällen ad hoc informiert. Der Chief Information Security Officer berichtet in direkter Linie an den Chief Financial Officer des Konzerns.
Das Datenschutzmanagementsystem ist zentral für den Anwendungsbereich der DSGVO, der BDSG sowie weiterer datenschutzrechtlicher Vorschriften implementiert. Hierbei werden die typischen Verarbeitungsvorgänge insbesondere im Versicherungsgeschäft (Vertragsverwaltung, Schadenbearbeitung, Kommunikation mit Vertriebspartnern und Rückversicherern) ganzheitlich berücksichtigt.
Ausgangspunkt ist die Konzern-Datenschutzrichtlinie. In dieser von allen inländischen Konzerngesellschaften (ohne der Hannover Rück-Gruppe) verabschiedeten Regelungsvorgabe ist ein einheitlicher, verbindlicher Rahmen geschaffen. Wesentliche Themen wie die Dokumentationspflichten, Verantwortlichkeiten, Datenschutzbeauftragte und dedizierte Datenschutzkoordinatoren, Datenschutzkontrolle sowie transparente Datenverarbeitung sind dort verankert. Auch Schadenersatz- und Unterlassungsansprüche bei Verletzungen der Datenschutzvorschriften sind in der Konzern-Datenschutzrichtlinie adressiert. Grundlage für die Datenschutzstrategie des Konzerns ist die Einhaltung der Datenschutzgesetze. Die Geschäftsprozesse richten sich entsprechend an den datenschutzrechtlichen Vorgaben aus. Der Bereich "Data Protection" hat ein Berichtswesen implementiert, das mindestens jährliche Datenschutzberichte vorsieht und an die Geschäftsleitung gerichtet ist. Anlassbezogen besteht auch unterjährig eine direkte Berichtslinie an die Geschäftsleitung.
Präventive Maßnahmen sollen das Risiko von Datenschutz- und Sicherheitsverletzungen reduzieren. Der Talanx Konzern schult und sensibilisiert seine Mitarbeiter, Führungskräfte und die Geschäftsleitung regelmäßig zu Datenschutz- und Sicherheitsbelangen im Geschäftsalltag. Die Schulungen werden hierbei an aktuellen Datenschutzvorgaben und Bedrohungsszenarien ausgerichtet. Derzeit stehen Phishing- und Ransomware-Attacken im Fokus.
Der Talanx Konzern arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung und am Ausbau von internen Prozessen, welche die Aspekte Informations- und Cybersicherheit und Datenschutz in der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigen. Grundlage hierfür sind ein etabliertes Rechtsmonitoring sowie der Ansatz, bei allen Datenschutz- und Sicherheitsvorfällen die Ursachen zu erforschen und hieraus Maßnahmen zur stetigen Verbesserung abzuleiten. Die Experten der Bereiche "Information Security Office" und "Data Protection" haben die Aufgabe, die allgemeinen fachlichen Entwicklungen sowie die Entwicklungen im Konzern zu beobachten, zu bewerten und in die Managementsysteme zu übertragen. Die ISO/IEC-27001-Zertifizierung sorgt für eine Messbarkeit der Weiterentwicklung.
Bereits durch die Betriebsorganisation etabliert ist ein Vorklärungsprozess, der als Voraussetzung für die Einführung neuer Anwendungen und Software im Talanx Konzern die relevanten Stakeholder (Information Security Office, Risikomanagement, Datenschutz, Personal, Betriebsrat) in einem Freigabeprozess zusammenbringt. Hier werden angemessene Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der verarbeiteten Daten zu gewährleisten.
Proaktive und reaktive Maßnahmen sorgen für Transparenz und ein hohes Schutzniveau bei allen Informations- und Datenverarbeitungsprozessen.
Um die Kundendaten sowie die Vermögenswerte zu schützen und Angreifer aus dem Cyberraum abzuwehren, setzt der Talanx Konzern auf individuelle Erkennungsstrategien sowie wohldurchdachte Reaktions- und Notfallpläne. So können eventuelle Schäden auf ein Minimum reduziert und Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um eine schnelle und vollständige Wiederherstellung der Systeme zu gewährleisten. Das wesentliche Ziel hierbei ist es, die Systeme frei von Sicherheitslücken und potenziellen Datenschutz- und Sicherheitsrisiken zu halten. Digitale Innovationen sollen dieses Ziel unterstützen und müssen so entwickelt werden, dass sie keine gegenläufigen Auswirkungen haben.
Für den Talanx Konzern ist die Einhaltung geltenden Rechts eine unabdingbare Voraussetzung für den anhaltenden weltweiten Geschäftserfolg. Von den Geschäftsbereichen über die Abteilungen bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern - Compliance spielt für alle im Talanx Konzern eine wichtige Rolle.
Die Compliance Officer sind für einzelne Geschäftsbereiche und Konzerngesellschaften zuständig. Durch ein weltweites Netzwerk von dezentralen Compliance-Verantwortlichen an in- und ausländischen Standorten können lokale Compliance-Verstöße direkt an Compliance berichtet werden. Im virtuellen Austauschformat "ComplianceXchange" entwickeln die Compliance Officer und die dezentralen Compliance-Verantwortlichen gemeinschaftlich Best-Practice-Lösungsansätze.
Ein wichtiges Element ist das Compliance-Management-System (CMS) des Konzerns. Das CMS besteht aus den Compliance-Elementen "Kultur und Regeln", "Training und Kommunikation", "Organisation", "Risiken", "Kern- und Koordinationsthemen" sowie "Überwachung und Verbesserung". Es baut auf dem Talanx Verhaltenskodex, der Talanx Compliance-Richtlinie und Arbeitsanweisungen auf.
Der konzernweite Verhaltenskodex "Together for Integrity" wurde letztmals im Januar 2021 überarbeitet und ist ein wirksames Instrument, um das Bekenntnis zur Einhaltung geltenden Rechts und freiwillig eingegangener Selbstverpflichtungen transparent zu machen. Der Kodex dient dazu, den Mitarbeitern grundlegende rechtliche und ethische Anforderungen darzulegen und ihre damit zusammenhängenden Pflichten näher zu bestimmen.
Der Verhaltenskodex wird durch die laufend überarbeitete Talanx Compliance-Richtlinie konkretisiert. Die Grundsätze dieser Richtlinie gelten verbindlich in den Konzerngesellschaften des In- und Auslands.
Das Talanx Hinweisgebersystem ermöglicht es, Verstöße gegen in- und externe Vorgaben anonym zu melden. Das System ist über die Talanx Website weltweit in insgesamt neun Sprachen erreichbar. Über das Hinweisgebersystem können Hinweise zu verschiedenen Themenfeldern, u. a. Betrug, Untreue oder Korruption, abgegeben werden. Darüber hinaus können Hinweise auf Verstöße gegen Gesetze und Richtlinien dem jeweiligen Vorgesetzten oder dem für die Gesellschaft zuständigen Compliance Officer übermittelt werden.
Zu Beginn des 3. Quartals 2022 hat Compliance ein externes Tool für das Monitoring rechtlicher Änderungen implementiert. Die Ergebnisse aus dem Rechtsmonitoring über Gesetzesvorhaben, die Auswirkungen auf Geschäftsprozesse der deutschen Erstversicherungsgruppe haben können, werden den Führungskräften und Mitarbeitern vierteljährlich durch Compliance zur Verfügung gestellt, sodass die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben jederzeit gewährleistet ist.
Schulungen sind wichtige Maßnahmen im Konzern zur Prävention von Regelbrüchen und eine grundlegende Säule des CMS. Deren Inhalte leiten sich aus den Erkenntnissen der Compliance-Risikoanalyse ab. Sie werden überwiegend in bewährter virtueller Form, zum Teil aber auch in Präsenz, abgehalten.
Korruptionsprävention ist ein wesentliches Kernthema von Compliance und damit ein essenzieller Bestandteil des Compliance-Managements des Talanx Konzerns. Mithilfe vielfältiger Informationen und Schulungen zum Thema Korruptionsbekämpfung werden Beschäftigte im Konzern sensibilisiert und deren notwendige Fähigkeiten zur Korruptionsbekämpfung gefördert.
Der Verhaltenskodex stellt klar, dass der Talanx Konzern gegen alle Arten von Korruption und Bestechung eintritt. In der Compliance-Richtlinie werden die Grundsätze weiter konkretisiert, u. a. auch für den Umgang mit Spenden und Sponsoringtätigkeiten im Konzern. Die Regeln für den Umgang mit Zuwendungen von und an Geschäftspartner sind in einer entsprechenden Arbeitsanweisung festgelegt.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden durch den jährlichen Compliance-Bericht über die wesentlichen Compliance-Risiken und die Maßnahmen zur Einhaltung der Compliance-Vorgaben informiert. Der Bericht beinhaltet auch das Thema Korruptionsprävention.
Der Talanx Gruppe sind für das Geschäftsjahr 2022 keine signifikanten Bußgelder oder nicht monetären Strafen aufgrund der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften bekannt.
Neben den intern ausgerollten Verhaltenskodizes z. B. zur Einhaltung von Menschenrechten (siehe Menschenrechte und Lieferkette, Seite 100), erwartet der Talanx Konzern eine entsprechende Compliance ebenfalls extern von seinen Geschäftspartnern. Auch wenn grundsätzlich die Gefahr von Menschenrechtsverletzungen und signifikanten negativen Auswirkungen auf die Umwelt in der Lieferkette der Talanx als gering eingeschätzt wird, achtet der Konzern bei der Auswahl der Lieferanten darauf, dass nationale Gesetzgebungen im Hinblick auf Umweltschutz und die Wahrung der Menschenrechte sowie die Talanx Werte eingehalten werden. Um das Commitment des Konzerns zu unterstützen und um über die Gesetzgebung hinaus positiven Einfluss auszuüben, verwendet die Talanx AG einen konzerneinheitlichen Verhaltenskodex für Geschäftspartner. Das Dokument wird sowohl von Group Procurement als auch dem IT-Einkauf genutzt und regelt verbindlich folgende Themen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung, Achtung der Menschenrechte, Umwelt-, Sozial- und weitere Arbeitnehmerbelange, Datenschutz sowie Schutz von Geschäftsgeheimnissen.
Im Jahr 2021 wurde der Verhaltenskodex im IT-Einkauf in den Regelbetrieb überführt. Bei bevorzugten und qualifizierten Geschäftspartnern für IT-Dienstleistungen ist der Verhaltenskodex bereits implementiert worden. Ende 2022 erfolgte eine Aktualisierung des Kodex vor dem Hintergrund des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG).
Im Group Procurement wird im Rahmen des neu konzipierten Lieferantenmanagements der Einsatz des Verhaltenskodex nach Lieferantenkriterien pilotiert und folglich 2023 ausgerollt.
Der Aufbau eines professionellen IT-Lieferantenmonitorings wurde im Jahr 2021 begonnen. Die Konzeptionierungsphase wurde 2022 erfolgreich abgeschlossen und der Bereich Group Procurement hat das Lieferantenmonitoring im selben Jahr begonnen. In diesem Zusammenhang wurde zudem eine externe Plattform ausgewählt, um den Verpflichtungen des LkSG, das ab dem 1. Januar 2023 in Kraft tritt, in vollem Umfang gerecht zu werden. Ein entsprechender Anwendungs-Rollout der Plattform ist für das Jahr 2023 geplant. Die internationale Nutzung innerhalb des Konzerns ist ebenfalls berücksichtigt und explizit vorgesehen.
In der nachfolgenden Tabelle sind die wesentlichen Ziele und Maßnahmen zu den zuvor dargelegten Governance-Aspekten des Talanx Konzerns zusammenfassend dargestellt.
| Bereich | Ziel | Wesentliche Maßnahmen |
| Corporate Governance | "Good Governance" der Organisation sicherstellen | Neues Vorstandsvergütungssystem gemäß ARUG II eingeführt |
| ESG-Integration in neue Vorstandsvergütung | ||
| Berücksichtigung u. a. des Themenfeldes Nachhaltigkeit bei der Erklärung zur fachlichen Eignung und persönlichen Zuverlässigkeit der Aufsichtsratsmitglieder | ||
| ESG-Governance | "Good Governance" der Organisation sicherstellen | Integration des Nachhaltigkeitsbereichs in den Bereich Konzernstrategie unter Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden |
| Gründung konzernweites Expertennetzwerk für Nachhaltigkeit | ||
| Digitalisierung, Datenschutz und Cybersecurity | Aufrechterhaltung des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) | ISO-27001-Zertifizierungsschutz des Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) durch jährliche Audits bzw. Rezertifizierung nach drei Jahren |
| Stärkung Mitarbeitersensibilisierung | Verpflichtende Mitarbeitertrainings zur Sensibilisierung von aktuellen Cyberangriffsmethoden | |
| Weiterentwicklung Steuerungsansätze | Ausbau und Prozessoptimierung internationales Reporting | |
| Prozessoptimierung | Einführung technisch workflowgestütztes Verfahrensverzeichnis gemäß DSGVO | |
| Compliance | Optimierung des Compliance-Managements | Jährliche Überprüfung von Korruptionsrisiken im Rahmen der Compliance-Risikoanalyse sowie regelmäßiges Monitoring der entsprechenden Maßnahmen im Compliance-Plan |
| Lieferantenmanagement | Verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im IT-Einkauf | Ausrollen eines konzernweiten, professionellen Lieferantenmonitoring-Tools, das Nachhaltigkeitskriterien verstärkt berücksichtigt |
| Verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Group Procurement | Aufbau eines strategischen Lieferantenmanagements im Group Procurement inklusive Erfassung, Messung und Monitoring von signifikanten Nachhaltigkeitskriterien |
| Bereich | Geltungsbereich | Status 2022 | Status 2021 |
| Corporate Governance | Konzernweit | Eingeführt | Erstmals erfolgt |
| Konzernweit | Eingeführt | Erstmals erfolgt | |
| Konzernweit | Eingeführt | - | |
| ESG-Governance | Konzernweit | Eingeführt | Erstmals erfolgt |
| Konzernweit | Eingeführt | Erstmals erfolgt | |
| Digitalisierung, Datenschutz und Cybersecurity | Konzernweit (ohne Hannover Rück und HDI International) | Rezertifizierung erfolgt | Laufend |
| Konzernweit | Eingeführt | - | |
| Konzernweit (ohne Hannover Rück) | Laufend | - | |
| Konzernweit (ohne Hannover Rück) | Laufend | Laufend | |
| Compliance | Konzernweit | Laufend | Laufend |
| Lieferantenmanagement | Konzernweit | 2023 | - |
| Konzernweit | 2024 | - |
Hiermit gibt die Talanx AG Einblick in ihre Unternehmensführungspraktiken im Rahmen der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB sowie für die Talanx Gruppe gemäß § 315d HGB i. V. m. § 289f HGB.
Vorstand und Aufsichtsrat verstehen unter einer guten Corporate Governance eine verantwortungsvolle, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensführung und -kontrolle für die Talanx AG und die Talanx Gruppe. Dabei wollen wir insbesondere das Vertrauen von Anlegern, unserer Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit weiter fördern. Daneben sind eine effiziente Arbeit in Vorstand und Aufsichtsrat, eine gute Zusammenarbeit zwischen diesen Organen und mit den Mitarbeitern des Unternehmens sowie eine offene und transparente Unternehmenskommunikation für uns von hoher Bedeutung. Unser Verständnis von guter Corporate Governance ist in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Talanx AG zusammengefasst, die sich am Deutschen Corporate Governance Kodex ("DCGK") orientieren (www.talanx.com/media/ Files/talanx-gruppe/pdf/corp_gov_de.pdf). Es ist unser Anspruch, sowohl bei strategischen Überlegungen als auch im Tagesgeschäft stets höchste ethische und rechtliche Standards zugrunde zu legen, denn das Auftreten, Handeln und Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters prägen das Erscheinungsbild der Talanx AG und der gesamten Gruppe.
Der DCGK formuliert die aktuellen Best Practices der Unternehmensführung und hat zum Ziel, das deutsche Corporate-Governance-System transparent und nachvollziehbar zu machen sowie das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften zu fördern.
Der positiven Haltung der Talanx AG gegenüber dem Kodex steht nicht entgegen, dass im Berichtsjahr einer Empfehlung des DCGK nicht entsprochen wurde; denn eine gut begründete Abweichung bei den Kodexempfehlungen kann - wie im vorliegenden Fall - im Interesse einer guten Unternehmensführung liegen (vgl. Präambel zum DCGK). Mit einem nach wie vor hohen Erfüllungsgrad der Grundsätze, Empfehlungen und Anregungen des DCGK nimmt die Talanx AG unverändert einen guten Platz unter den deutschen Unternehmen im MDAX ein, wie die Auswertung der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) bestätigt.
Vorstand und Aufsichtsrat haben vor der Feststellung des Jahresabschlusses die Entsprechenserklärung der Talanx AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 wie folgt abgegeben:
§ 161 Aktiengesetz (AktG) verpflichtet Vorstand und Aufsichtsrat deutscher börsennotierter Gesellschaften, jährlich zu erklären, ob den vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bekannt gemachten Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" (DCGK) entsprochen wurde und wird oder welche Empfehlungen nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht.
Vorstand und Aufsichtsrat erklären daher gemäß § 161 AktG, dass die Talanx AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 (Veröffentlichung im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022) mit Ausnahme der nachfolgend erklärten Abweichungen entsprochen hat und auch weiter entsprechen wird:
Der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten der Talanx AG war bis zu seiner Bestellung zum Aufsichtsratsmitglied Mitglied und Vorsitzender des Vorstands der Gesellschaft. Seine umfassenden Kenntnisse in der Erst- und Rückversicherung sowie seine langjährige Erfahrung in der Führung der Gesellschaft und des Konzerns sollen der Talanx AG erhalten bleiben und der Arbeit des Aufsichtsrats sowie des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten in dieser Schlüsselrolle auch weiter zugutekommen. So verfügt er, insbesondere aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender in konzernangehörigen Gesellschaften, auch über weitreichende Expertise hinsichtlich der Gestaltung und Anwendung von Systemen zur Vorstandsvergütung. Aus den genannten Gründen liegt es im Interesse der Gesellschaft, dass er Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten der Talanx AG ist.
Der Aufsichtsratsvorsitzende gehört dem Aufsichtsrat seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand nunmehr seit mehr als vier Jahren an. Damit ist er nach Auffassung der Talanx AG mittlerweile als unabhängig von der Gesellschaft in Bezug auf die Empfehlung C. 10 Satz 1 i. V. m. C. 7 Abs. 2 einzustufen. Höchst vorsorglich wird in dem einleitend genannten Umfang gleichwohl eine Abweichung von der Empfehlung C. 10 Satz 1 erklärt.
Abgesehen von der vorstehend höchst vorsorglich aufgeführten Abweichung wird die Gesellschaft auch künftig allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 28. April 2022 entsprechen.
Hannover, den 8. November 2022
Der Vorstand
Der Aufsichtsrat
Die Entsprechenserklärung und weitere Informationen zur Corporate Governance bei der Talanx finden Sie auch auf der Internetseite https://www.talanx.com/de/talanx_gruppe/corporate_governance/ entsprechenserklaerung.
Der Aufsichtsrat der Talanx AG hat im Jahr 2020 das geltende System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder der Talanx AG beschlossen. Dieses wurde der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 vorgelegt und von dieser mit einer Mehrheit von 96,5 % gebilligt. Das Vergütungssystem wurde vom Aufsichtsrat mit Unterstützung eines unabhängigen Beraters erarbeitet und entspricht den Anforderungen des Aktiengesetzes (AktG) sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner aktuellen Fassung vom 28. April 2022. Die Regelungen zur Vergütung und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Billigung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder.
Das Vergütungssystem für den Vorstand sowie Einzelheiten zur aktuellen Vergütung des Vorstands der Talanx AG sind im Vergütungsbericht 2022 detailliert beschrieben, der auf Seite 16 ff. dieses Geschäftsberichts zu finden ist.
Auch das System zur Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben und berücksichtigt die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex. Es ist in § 12 der Satzung der Gesellschaft geregelt. Die Regelungen zur Vergütung des Aufsichtsrats und das Vergütungssystem werden regelmäßig durch den Aufsichtsrat auf ihre Angemessenheit hin überprüft. Mindestens alle vier Jahre sowie im Fall von Vorschlägen zur Änderung der Vergütungsregelungen befasst sich die Hauptversammlung mit der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder. Zuletzt war dies in der Hauptversammlung am 6. Mai 2021 der Fall, in der die Hauptversammlung das derzeit geltende System der Aufsichtsratsvergütung beschlossen hat.
Auf Seite 35 f. des Geschäftsberichts ist im Vergütungsbericht 2022 die individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2022 aufgeschlüsselt.
An der Spitze der konzerninternen Compliance-Regeln steht der Verhaltenskodex "Together for Integrity". Dieser beinhaltet die wichtigsten Grundsätze und Regeln für ein rechtlich korrektes und verantwortungsbewusstes Verhalten aller Mitarbeiter des Talanx Konzerns, er zeigt mögliche Risiko- und Konfliktbereiche sowie deren Bedeutung für unser Unternehmen auf und erläutert sie.
Der Verhaltenskodex ist konzernweit gültig, in verschiedenen Sprachen verfügbar und auf der Talanx Website für Kunden, Lieferanten und andere Interessengruppen öffentlich abrufbar: https://www.talanx.com/ media/Files/talanx-gruppe/pdf/Verhaltenskodex_Together_for_ Integrity_2021_DE_WEB.pdf.
Als international tätiger Versicherungskonzern und langfristig orientierter Investor hat sich der Talanx Konzern bereits seit Langem einer verantwortungsvollen, auf nachhaltige Wertschöpfung ausgelegten Unternehmensführung verschrieben.
Das Thema Nachhaltigkeit stellt dabei einen der zentralen Eckpfeiler der Konzernstrategie dar. Der Nachhaltigkeitsansatz basiert auf der gezielten Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen bzw. ESG-Aspekten (Environmental, Social, Governance) in der Kapitalanlage, der Versicherungstechnik und im Betrieb sowie dem gesellschaftlichen und sozialen Engagement des Konzerns.
Seinen strategischen Nachhaltigkeitsanspruch unterstreicht der Konzern dabei durch eine fokussierte Anbindung an international anerkannte Rahmenwerke bzw. Initiativen wie Principles for Responsible Investment (PRI) und Principles for Sustainabile Insurance (PSI) oder dem UN Global Compact (UNGC) sowie (Berichts-)Standards. Die Nachhaltigkeitsausrichtung wird im Zeitablauf immer wieder adjustiert, weil neue Erkenntnisse, rechtliche Rahmenbedingungen und veränderte gesellschaftliche Wahrnehmungen reflektiert werden müssen.
Weitere Ausführungen über den Umgang mit Nachhaltigkeit in der Talanx Gruppe können der Nichtfinanziellen Konzernerklärung auf Seite 86 ff entnommen werden, die nicht Gegenstand der Abschlussprüfung ist.
Compliance im Sinne der Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist in der gesamten Talanx Gruppe eine wesentliche Leitungs- und Überwachungsaufgabe. Sie erfordert eine starke Compliance-Kultur, die durch ein auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse angepasstes Compliance-Management-System getragen wird.
Ein robustes Compliance-Management-System im Konzern ist risikobasiert ausgestaltet. Der auf Gruppenebene bestehende Prozess zur Identifizierung von Compliance-Risiken wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Hierdurch steht jeweils eine aktuelle Risikolandkarte zur Verfügung. Darüber hinaus beobachtet die Compliance-Funktion fortlaufend die Entwicklungen des regulatorischen und gesetzlichen Umfelds. Die durch Risikoanalyse und Rechtsmonitoring gewonnenen Erkenntnisse fließen in den Compliance-Plan ein, der maßgebliche Grundlage für den risikoorientierten Ressourceneinsatz der konzernweiten Compliance-Arbeit ist. Das Ergebnis der Compliance-Arbeit wird im jährlichen Compliance-Bericht dokumentiert. In dem Bericht werden die Struktur und die vielfältigen Aktivitäten des Talanx Konzerns in diesem Zusammenhang dargestellt. Der Vorstand legt den Compliance-Bericht dem Finanz- und Prüfungsausschuss jeweils vor Feststellung des Jahresabschlusses vor.
Vorstand und Aufsichtsrat der Talanx AG arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens sowie der gesamten Gruppe vertrauensvoll zusammen. Hierbei werden sowohl die Chancen und Risiken für das Unternehmen als auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit angemessen berücksichtigt.
Der Vorstand leitet die Gesellschaft in eigener Verantwortung und legt unter Einbeziehung des Aufsichtsrates Ziele und Strategie fest. Nach § 8 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder. Im Einklang mit der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wird bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern auf Diversität geachtet. Außerdem werden nur Personen zu Mitgliedern des Vorstands bestellt, die das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Bestellungszeitraum soll dabei jeweils so bestimmt werden, dass er spätestens mit dem Ende des Monats ausläuft, in dem das Vorstandsmitglied sein 65. Lebensjahr vollendet.
Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands und die Ressortzuständigkeiten seiner Mitglieder sind auf Seite 4 des Geschäftsberichts dargestellt.
Eine vom Aufsichtsrat erlassene Geschäftsordnung für den Vorstand der Talanx AG regelt die Arbeitsweise des Vorstands. Sie legt die Ressortzuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Unbeschadet der Gesamtverantwortung führt jedes Vorstandsmitglied im Rahmen der Beschlüsse des Gesamtvorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Jedes Mitglied des Vorstands hat jedoch nach der Geschäftsordnung die Pflicht, die anderen Vorstandsmitglieder über wichtige Vorhaben, Geschäftsvorfälle und Entwicklungen in seinem Ressort zu unterrichten. Ferner regelt die Geschäftsordnung die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten sowie die erforderlichen Beschlussmehrheiten. Der Gesamtvorstand entscheidet in allen Fällen, in denen nach Gesetz, Satzung oder der Geschäftsordnung des Vorstands eine Beschlussfassung durch den Gesamtvorstand vorgeschrieben ist. Zum verantwortungsvollen Umgang mit den Risiken aus der Geschäftstätigkeit wurde ein angemessenes internes Kontrollsystem und Risikomanagement-System errichtet.
Vorstandssitzungen finden mindestens einmal im Monat statt. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die Finanz- und Ertragslage, die Planung und Zielerreichung sowie die bestehenden Chancen und Risiken. Der Aufsichtsrat hat die Informations- und Berichtspflichten des Vorstands in der Informationsordnung für den Aufsichtsrat der Talanx AG näher festgelegt. Entscheidungsnotwendige Unterlagen, insbesondere der Einzelabschluss, der Konzernabschluss und die Berichte der Wirtschaftsprüfer, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Aufstellung unverzüglich zugeleitet. Bestimmte Geschäfte von besonderem Gewicht oder strategischer Tragweite darf der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen. Einige dieser Zustimmungsvorbehalte sind gesetzlich, andere sind in der Geschäftsordnung des Vorstands geregelt. So bedürfen u. a. folgende Maßnahmen und Geschäfte der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats:
| ― |
die Verabschiedung der strategischen Grundsätze und Zielsetzungen für die Gesellschaft und den Konzern |
| ― |
die Verabschiedung der Jahresplanung der Gesellschaft und des Konzerns |
| ― |
die Aufgabe des Betriebs des Industrieversicherungsgeschäfts in inländischen Konzerngesellschaften |
| ― |
der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Unternehmensverträgen |
| ― |
der Erwerb und die Veräußerung von Unternehmensteilen ab einer bestimmten Größenordnung |
Vorstandsmitglieder dürfen Nebentätigkeiten, insbesondere Aufsichtsratsmandate außerhalb des Unternehmens, nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats wahrnehmen.
Der Aufsichtsrat berät und überwacht die Geschäftsführung des Vorstands. Daneben ist er insbesondere für die Bestellung und die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sowie die Prüfung und Billigung des Einzel- und Konzernabschlusses zuständig. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats steht mit dem Vorsitzenden des Vorstands in regelmäßigem Kontakt, um mit ihm die Strategie, die Geschäftsentwicklung und bedeutsame Geschäftsvorfälle des Unternehmens zu erörtern. Der Aufsichtsrat hat sich für seine Arbeit eine Geschäftsordnung gegeben, die u. a. die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat und dessen innere Ordnung regelt sowie allgemeine und besondere Regeln für die vom Aufsichtsrat laut der Geschäftsordnung zu bildenden Ausschüsse enthält.
Der Aufsichtsrat besteht aus 16 Mitgliedern. Die Mitglieder werden je zur Hälfte von den Anteilseignern und von den Arbeitnehmern gewählt. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf Seite 5 f. des Geschäftsberichts erläutert.
Der Aufsichtsrat trifft regelmäßig, mindestens einmal pro Quartal, zu ordentlichen Sitzungen zusammen. Nach Bedarf werden darüber hinaus außerordentliche Sitzungen anberaumt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss sowie der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten halten ebenfalls regelmäßig Sitzungen ab. Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen oder zur Abstimmung aufgefordert sind und mindestens die Hälfte der Mitglieder, aus denen er insgesamt zu bestehen hat, an der Beschlussfassung teilnimmt. Er trifft alle Entscheidungen mit einfacher Mehrheit, soweit nicht gesetzlich eine andere Mehrheit zwingend vorgeschrieben ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, so hat bei einer erneuten Abstimmung über denselben Gegenstand, wenn auch sie Stimmengleichheit ergibt, der Vorsitzende zwei Stimmen.
Der Aufsichtsrat beurteilt regelmäßig, wie wirksam er insgesamt und seine Ausschüsse ihre Arbeit erfüllen. Die letzte, im Drei-Jahres-Turnus stattfindende Selbstbeurteilung ist im Jahr 2022 durchgeführt worden und hat eine effiziente und wirksame Arbeitsweise bestätigt.
Um eine effektive Arbeit des Aufsichtsrats zu gewährleisten, hat der Aufsichtsrat folgende Ausschüsse gebildet:
| ― |
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten |
| ― |
Finanz- und Prüfungsausschuss |
| ― |
Nominierungsausschuss |
| ― |
Vermittlungsausschuss |
Die Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die in ihrem Kompetenzbereich liegenden Entscheidungen des Aufsichtsrats vor und entscheiden anstelle des Aufsichtsrats in dem durch die Geschäftsordnung festgelegten Kompetenzrahmen. Der Vorsitzende berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat über die Arbeit des jeweiligen Ausschusses.
Der Finanz- und Prüfungsausschuss (FPA) überwacht den Rechnungslegungsprozess einschließlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems sowie die Wirksamkeit des Risikomanagement- und des internen Revisionssystems. Er erörtert die Quartalsberichte und behandelt Fragen der Compliance, der Rentabilitätsentwicklung von Konzerngesellschaften und der Höhe der Schadenreserven. Zudem bereitet er die Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Gewinnverwendungsvorschlags sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts einschließlich der nichtfinanziellen Erklärung durch den Aufsichtsrat vor. Hierbei lässt sich der FPA ausführlich über die Sichtweise der Wirtschaftsprüfer zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage informieren sowie sich die Auswirkungen eventuell geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsfragen hierauf erläutern. Dem FPA obliegt auch die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Qualität der Abschlussprüfung und der vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen. Er befasst sich mit der Auswahl des Abschlussprüfers und legt dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag zur Beschlussfassung über die Bestellung von Abschlussprüfern durch die Hauptversammlung vor. Der FPA erteilt den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und befasst sich mit der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Der FPA lässt sich nicht nur vom Vorstand, sondern einmal im Jahr auch direkt durch die Leiter der vier Schlüsselfunktionen (Compliance, Risikomanagement, Versicherungsmathematik, Revision) berichten.
Der Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten bereitet die Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat vor und beschließt anstelle des Aufsichtsrats über Inhalt, Abschluss, Änderung und Beendigung der Dienstverträge mit den Mitgliedern des Vorstands mit Ausnahme der vergütungsrelevanten Inhalte sowie ihre Durchführung. Er ist zuständig für die Gewährung von Darlehen an den in §§ 89 Abs. 1, 115 AktG genannten und gemäß § 89 Abs. 3 AktG gleichgestellten Personenkreis sowie für die Zustimmung zu Verträgen mit Aufsichtsratsmitgliedern nach § 114 AktG. Er nimmt anstelle des Aufsichtsrats die Befugnisse aus § 112 AktG wahr und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Die Nachfolgeplanung erfolgt systematisch unter Berücksichtigung potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten für Führungs- und Vorstandspositionen im Konzern. Sie erfolgt im Einklang mit den Diversitätszielen und bildet regelmäßig einen Berichts- und Beratungspunkt in den Sitzungen des Ausschusses.
Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten für die Wahl in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. In dem Zusammenhang hat der Nominierungsausschuss einen Anforderungskatalog für Aufsichtsratsmitglieder festgelegt, durch den u. a. sichergestellt werden soll, dass im Aufsichtsrat die erforderliche Expertise zur Abdeckung aller Geschäftsfelder des Konzerns vorhanden ist.
Um die Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder zu gewährleisten, dürfen nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats diesem nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft angehören. Ferner dürfen die Aufsichtsratsmitglieder keine Organfunktionen oder individuellen Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern der Gesellschaft, einem Konzernunternehmen oder dem Talanx Konzern ausüben. Die Mitglieder des Aufsichtsrats gewährleisten für ihre Tätigkeit eine hinreichende zeitliche Verfügbarkeit; potenzielle Interessenkonflikte werden vermieden. Nach der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sollen Aufsichtsratsmitglieder zum Zeitpunkt ihrer Wahl das 72. Lebensjahr nicht vollendet haben und dem Aufsichtsrat in der Regel maximal drei zusammenhängende Amtsperioden angehören, wobei die im Jahr 2018 bzw. - für die Arbeitnehmervertreter - im Jahr 2019 begonnene Amtsperiode die erste Amtsperiode ist, die diesbezüglich zu berücksichtigen ist.
Dem Aufsichtsrat soll auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Als angemessen wird die Anzahl von mindestens zwei sowohl von der Gesellschaft und deren Vorstand als auch vom kontrollierenden Aktionär unabhängigen Mitgliedern angesehen. Eine Überprüfung des bestehenden Aufsichtsrats hat ergeben, dass derzeit fünf Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat als insoweit unabhängig anzusehen sind: Frau Aschendorf, Herr Lohmann, Herr Dr. Jung, Herr Steiner und Frau Titzrath. Herr Dr. Schipporeit und Herr Dr. Lindner erfüllen entsprechend dem DCGK ebenfalls die Kriterien der Unabhängigkeit weitestgehend, sind jedoch dem Gremium aufgrund ihrer erstmaligen Bestellung jeweils zum 27. Juni 2003 bereits länger als zwölf Jahre zugehörig.
Die Frauenquote im Aufsichtsrat der Talanx AG ist entsprechend der gesetzlichen Regelung mit mindestens 30 % vorgegeben. Der Aufsichtsrat der Talanx AG verfügt sowohl in seiner Gesamtheit als auch getrennt nach Vertretern der Arbeitnehmer und Vertretern der Anteilseigner jeweils über einen Frauenanteil von mehr als 30 %.
Der Aufsichtsrat hatte festgelegt, dass in dem Zeitraum 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2022 die Bestellung mindestens einer Frau zum Mitglied des Vorstands angestrebt wird. Dieses Ziel wurde mit der Bestellung von Frau Caroline Schlienkamp zum Mitglied des Vorstands der Talanx AG mit Wirkung ab dem 1. Mai 2022 erreicht. Zugleich wird damit auch der geschlechterspezifischen Mindestbeteiligungsquote für den Vorstand gemäß § 76 Abs. 3a AktG entsprochen. Die neue Zielgröße für den Anteil von Frauen im Vorstand ist auf mindestens 14 % (mindestens eins von sieben Mitgliedern) und die Frist zur Erreichung dieser Zielgröße auf den 30. Juni 2027 festgelegt worden.
Für die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands galt in der Zeit bis zum 30. Juni 2022 eine Zielgröße von 20 % und für die zweite Führungsebene eine Zielgröße von 30 %. Aufgrund einer internen Reorganisation ging der weit überwiegende Teil der inländischen Mitarbeiter inklusive der Führungskräfte zum 1. März 2022 von der Talanx AG auf die HDI AG über. In der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands verblieb eine Führungskraft, sie ist männlich. In der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands lag der Frauenanteil nach der Reorganisation bei 25 %. Die im Jahr 2017 festgelegten Zielgrößen sind damit nicht erreicht worden. Der Vorstand hat für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2027 den Status quo als neue Zielgröße für den Frauenanteil, d. h. 0 % für die erste Führungsebene und 25 % für die zweite Führungsebene, beschlossen. Die neue Zielgröße von 0 % in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands wird ausschließlich damit begründet, dass diese aus nur einer Person besteht.
Die Talanx AG orientiert sich bei der Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats auch am Grundsatz der Vielfalt (Diversität). Breit gefächerte Qualifikationen, Kenntnisse und einschlägige Erfahrungen der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ermöglichen eine differenzierte Einschätzung der geschäftlichen Chancen und Risiken im Geschäftsbetrieb sowie darauf basierendes ausgewogenes und professionelles Handeln und Entscheiden. Bei der Bestellung von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats wird der Aspekt der Diversität angemessen beachtet. Dieser umfasst neben der fachlichen und persönlichen Qualifikation (Kompetenz) insbesondere Alter, Geschlecht sowie Bildung und beruflichen Werdegang. Um eine kontinuierliche Umsetzung des Diversitätskonzepts zu gewährleisten, erfolgt im Rahmen jeder Neubestellung eines Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieds eine Abwägung, ob die geplante Besetzung auch der Umsetzung des Diversitätskonzepts dient. Derzeit sind fünf Frauen im Aufsichtsrat vertreten. Jeweils eine davon ist Mitglied des Nominierungsausschusses, des Finanz- und Prüfungsausschusses und des Ausschusses für Vorstandsangelegenheiten. Im Vorstand ist eine Frau vertreten.
Bei der Besetzung des Aufsichtsrats wird darauf geachtet, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Die Besetzung des Aufsichtsrats soll eine qualifizierte Kontrolle und Beratung des Vorstands in einer international tätigen, breit aufgestellten Versicherungsgruppe durch den Aufsichtsrat sicherstellen und das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit wahren. Zusätzlich zu den aufsichtsrechtlich geforderten Fachkompetenzen Kapitalanlage, Versicherungstechnik und Rechnungslegung werden die Themen Abschlussprüfung, Internationalität, Personal, Risikomanagement, IT/Digitalisierung, Compliance und Nachhaltigkeit berücksichtigt. Daneben werden die mit Inkrafttreten des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes (FISG) zum 1. Juli 2021 erweiterten Sachkundeanforderungen für Aufsichtsratsmitglieder berücksichtigt. Geachtet wird insbesondere auf die Integrität, Persönlichkeit, Leistungsbereitschaft, Professionalität und Unabhängigkeit der zur Wahl vorgeschlagenen Personen. Ziel ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des Talanx Konzerns als wesentlich erachtet werden. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Talanx wird darauf geachtet, dass dem Aufsichtsrat eine ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen internationalen Erfahrung angehört. Alle Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats verfügen aufgrund ihrer derzeitigen oder ehemaligen Tätigkeit als Vorstand/CEO oder in einer vergleichbaren leitenden Funktion in international tätigen Unternehmen oder Organisationen über langjährige internationale Erfahrung. Nach Auffassung des Aufsichtsrats wird der internationalen Tätigkeit hinreichend Rechnung getragen. Es ist das Ziel, das derzeit bestehende internationale Profil beizubehalten.
Auf Basis der Ziele für seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat der Talanx AG folgende Übersicht über seine Qualifikationen erstellt:
| Herbert Haas 1, 2 | Ralf Rieger | ||
| Zugehörigkeitsdauer | Mitglied seit | 2018 | 2006 |
| Persönliche Eignung | ✓ | ✓ | |
| Diversität | Geschlecht | männlich | männlich |
| Geburtsjahr | 1954 | 1962 | |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch | Deutsch | |
| Qualifikation | Dipl.Kaufmann | Versicherungskaufmann | |
| Sachkunde / Fachliche Eignung 4 | Kapitalanlage | ✓ | ✓ |
| Versicherungstechnik | ✓ | ✓ | |
| Rechnungslegung/ Abschlussprüfung | ✓ | ✓ | |
| Internationalität | ✓ | ✓ | |
| Compliance | ✓ | ✓ | |
| Risikomanagement | ✓ | ✓ | |
| Personal | ✓ | ✓ | |
| IT/Digitalisierung | ✓ | ✓ | |
| Nachhaltigkeit/ESG | ✓ | ✓ |
| Dr. Thomas Lindner | Antonia Aschendorf | Benita Bierstedt | |
| Zugehörigkeitsdauer | 2003 | 2011 | 2019 |
| Persönliche Eignung | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | männlich | weiblich | weiblich |
| 1951 | 1963 | 1963 | |
| Deutsch | Deutsch | Deutsch | |
| Dipl.Kaufmann | Juristin | Dipl.Geographin | |
| Sachkunde / Fachliche Eignung 4 | ✓ | ✓ | ✓ |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ |
| Rainer-Karl Bock-Wehr | Sebastian Gascard | ||
| Zugehörigkeitsdauer | Mitglied seit | 2019 | 2019 |
| Persönliche Eignung | ✓ | ✓ | |
| Diversität | Geschlecht | männlich | männlich |
| Geburtsjahr | 1960 | 1964 | |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch | Deutsch | |
| Qualifikation | Jurist | Jurist / Bankkaufmann | |
| Sachkunde / Fachliche Eignung 4 | Kapitalanlage | ✓ | ✓ |
| Versicherungstechnik | ✓ | ✓ | |
| Rechnungslegung/ Abschlussprüfung | ✓ | ✓ | |
| Internationalität | ✓ | ✓ | |
| Compliance | ✓ | ✓ | |
| Risikomanagement | ✓ | ✓ | |
| Personal | ✓ | ✓ | |
| IT/Digitalisierung | ✓ | ✓ | |
| Nachhaltigkeit/ESG | ✓ | ✓ |
| Jutta Hammer | Dr. Hermann Jung 1, 2 | Dirk Lohmann | |
| Zugehörigkeitsdauer | 2011 | 2013 | 2013 |
| Persönliche Eignung | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | weiblich | männlich | männlich |
| 1968 | 1955 | 1958 | |
| Deutsch | Deutsch | Deutsch/ Schweizerisch | |
| Versicherungskauffrau | Dipl.Wirtschaftsingenieur | Dipl.-Kaufmann/ Politik- und Volkswirt | |
| Sachkunde / Fachliche Eignung 4 | ✓ | ✓ | ✓ |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ |
| Christoph Meister | Jutta Mück | Dr. Erhard Schipporeit 1,2 | |
| Zugehörigkeitsdauer | 2014 | 2009 | 2003 |
| Persönliche Eignung | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | männlich | weiblich | männlich |
| 1965 | 1962 | 1949 | |
| 1965 | Deutsch | Deutsch | |
| Jurist | Versicherungsfachwirtin | Dipl.- Kaufmann | |
| Sachkunde / Fachliche Eignung 4 | ✓ | ✓ | ✓ |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ |
| Prof. Dr. Jens Schubert 3 | Norbert Steiner 3 | Angela Titzrath | |
| Zugehörigkeitsdauer | 2014 | 2013 | 2018 |
| Persönliche Eignung | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | männlich | männlich | weiblich |
| 1969 | 1954 | 1966 | |
| Deutsch | Deutsch | Deutsch | |
| Jurist | Jurist | Dipl.- Ökonomin | |
| Sachkunde / Fachliche Eignung 4 | ✓ | ✓ | ✓ |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ | |
| ✓ | ✓ | ✓ |
1 Verfügt gemäß § 100 Abs.
5 AktG über Sachverstand auf dem Gebiet
Abschlussprüfung ("Financial Expert")
2 Verfügt gemäß § 100 Abs.
5 AktG über Sachverstand auf dem Gebiet
Rechnungslegung ("Financial Expert")
3 Experte auf dem Gebiet ESG (Environmental,
Social, Governance)
4 Bewertung anhand Selbsteinschätzung
Die Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals wird im Konzernanhang unter "Erläuterungen zur Konzernbilanz", Anmerkung 17, erläutert. Hierunter finden sich auch Ausführungen zu der Ausgabe junger Aktien im Rahmen des Mitarbeiteraktienprogramms.
In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzes ausgeschlossen. Darüber hinaus bestehen derzeit keine Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen von Aktien.
Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G., HDI-Platz 1, 30659 Hannover, hält knapp 79 % der Stimmrechte der Gesellschaft.
Es gibt keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Es sind keine Arbeitnehmer im Sinne des § 315a Abs. 1 Nr. 5 HGB am Kapital beteiligt.
Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands der Talanx AG sind in den §§ 84, 85 AktG, § 31 MitbestG und § 5 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt.
Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens drei Jahren erstbestellt. Erneute Bestellungen, jeweils für höchstens fünf Jahre, sind zulässig. Da die Talanx AG in den Anwendungsbereich des Mitbestimmungsgesetzes fällt, hat die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in einer ersten Abstimmung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder zu erfolgen. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann die Bestellung gemäß § 31 Abs. 3 MitbestG in einer zweiten Abstimmung mit der einfachen Mehrheit der Stimmen der Mitglieder erfolgen. Wird auch hierbei die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, erfolgt eine dritte Abstimmung, in der ebenfalls die einfache Stimmenmehrheit maßgeblich ist. Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats stehen in dieser Abstimmung gemäß § 31 Abs. 4 MitbestG dann jedoch zwei Stimmen zu.
Nach deutschem Aufsichtsrecht ist es erforderlich, dass die Vorstandsmitglieder zuverlässig und fachlich für die Leitung einer Versicherungsgesellschaft geeignet sind (§ 24 Abs. 1 Satz 1 VAG). Zum Vorstand kann nicht bestellt werden, wer bereits bei zwei Versicherungsunternehmen, Pensionsfonds, Versicherungsholdinggesellschaften oder Versicherungszweckgesellschaften als Geschäftsleiter tätig ist. Wenn es sich jedoch um Unternehmen derselben Versicherungs- oder Unternehmensgruppe handelt, kann die Aufsichtsbehörde mehr Mandate zulassen (§ 24 Abs. 3 i. V. m. § 293 Abs. 1 VAG). Die Absicht, ein Vorstandsmitglied zu bestellen, ist der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzuzeigen (§ 47 Nr. 1 i. V. m. § 293 Abs. 1 VAG).
Über Änderungen der Satzung beschließt die Hauptversammlung (§ 179 AktG). Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit nicht zwingende gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen, mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, falls eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit der Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst (§ 16 Abs. 2 der Satzung). Eine höhere Mehrheit ist etwa für die Änderung des Unternehmensgegenstands gesetzlich vorgeschrieben (§ 179 Abs. 2 AktG). Gemäß § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG i. V. m. § 11 der Satzung der Talanx AG kann der Aufsichtsrat die Fassung der Satzung ändern.
Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in der Satzung der Gesellschaft sowie in den §§ 71 ff. AktG geregelt. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung der Gesellschaft am 5. Mai 2022 den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG für die Dauer von fünf Jahren, d. h. bis zum 4. Mai 2027, ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben.
In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2027 einmal oder mehrfach auf den Namen lautende Schuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu 750 Mio. EUR zu begeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen, ohne Einräumung von Umtausch- und Bezugsrechten, bedingte Wandlungspflichten auf Stückaktien der Talanx AG aufzuerlegen. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausschließen. Zur Bedienung der Namensschuldverschreibungen wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 93.750.000,00 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital I). In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde der Vorstand außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2027 einmal oder mehrfach Schuldverschreibungen (Wandel- und Optionsanleihen), Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte, die jeweils auch mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten verbunden sein können, im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. EUR zu begeben. Der Vorstand kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke ausschließen. Zur Bedienung der vorgenannten Schuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen und/oder Genussrechte wurde in derselben Hauptversammlung das Grundkapital um bis zu 62.500.000,00 EUR bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Abs. 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Abs. 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 4. Mai 2027 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 157.874.068,25 EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Belegschaftsaktien können davon 2.186.486,25 EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Satzungsänderung wurde am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.
Nach den Verträgen der Talanx AG über syndizierte Kreditfazilitäten dürfen die Darlehensgeber die Kreditlinie u. a. dann kündigen, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h. wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt.
Die Vertriebsvereinbarung mit der Deutschen Bank AG, der norisbank GmbH und den Postbank-Vertriebstöchtern vom 26. November 2020 enthält eine Klausel, die den Bankpartnern ein Kündigungsrecht einräumt, sofern eine der HDI Parteien einem Change of Control unterliegt und die Vertragsverpflichtungen als Versicherer nicht auf eine andere HDI Gesellschaft übertragen wurden. Gleichzeitig räumt der Vertrag HDI ein Kündigungsrecht ein im Falle eines Change of Control aufseiten des Bankpartners. Dabei wird als Change of Control der direkte oder indirekte Kontrollerwerb an einer der Vertragsparteien durch ein drittes, nicht mit den Parteien verbundenes Unternehmen definiert.
Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder den Arbeitnehmern getroffen worden sind, bestehen nicht.
Ereignisse, die einen Einfluss auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind im Prognose- und Chancenbericht sowie im Konzernanhang, Abschnitt "Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres", Seite 248, beschrieben.
Die Risikostrategie leitet sich aus der Konzernstrategie ab und ist somit unmittelbar mit ihr verwoben. Vorrangiges Ziel des Risikomanagements ist es, unter Einhaltung eines Risikobudgets eine strategisch vorgegebene Risikoposition sicherzustellen. Diese bestimmt sich wie folgt:
| ― |
Die wirtschaftliche Kapitalbasis entspricht mindestens einem aggregierten theoretischen 3.000-Jahres-Schock (Ruinwahrscheinlichkeit). Die Kapitaladäquanzquote erreicht im Kapitalmodell von Standard & Poor's (S&P) die Kategorie AA. |
| ― |
Die Bewertung der Kapitalanlagerisiken der Gruppe entspricht höchstens 50 % des Gesamtrisikokapitalbedarfs. |
Ferner berücksichtigt die Risikostrategie die aufsichtsrechtlichen Erfordernisse. Sie wird jährlich überprüft und gegebenenfalls adjustiert.
TERM ist als internes Modell für das Management des Risikokerns, d. h. des Talanx Konzerns, konzipiert. Für regulatorische Zwecke haben wir unser Modell um die Ebene des HDI V. a. G. erweitert. Die Modellierung deckt auf Gruppenebene alle Risikokategorien ab.
Der Konsolidierungskreis des internen Modells stimmt mit demjenigen des Geschäftsberichts der Gruppe überein. Mit einer Ausnahme: Die Solvenzkapitalanforderungen für die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden weiterhin nach den für sie gültigen sektoralen Anforderungen ermittelt.
Die Ergebnisse des Modelllaufs zum 31. Dezember 2022 liegen noch nicht vor. Für die angestrebte regulatorische Solvenzquote - vor Berücksichtigung genehmigter Übergangsmaßnahmen - hat die Gruppe einen Zielkorridor von 150 % bis 200 % festgelegt. Die konkrete Quote veröffentlichen wir im Mai 2023 im Bericht über die Solvabilität und die Finanzlage zum 31. Dezember 2022. Wir gehen davon aus, die selbst gesetzten Grenzen einzuhalten.
Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen sehen vor, dass die Gruppe und alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen über eine ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation verfügen, die ein solides und vorsichtiges Management des Geschäfts sicherstellt. Auf Basis dieser Anforderungen wurden gruppenweit vier Schlüsselfunktionen etabliert:
| ― |
Unabhängige Risikocontrollingfunktion (Risikomanagementfunktion) |
| ― |
Compliance-Funktion |
| ― |
Revisionsfunktion |
| ― |
Versicherungsmathematische Funktion |
Die Grundsätze, Aufgaben und Prozesse sowie die Berichtspflichten für die einzelnen Schlüsselfunktionen hat der Vorstand in einem Grundsatzpapier dokumentiert. Darin ist auch festgehalten, dass die Schlüsselfunktionen gleichrangig und gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Die Funktionsträger unterstehen im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben ausschließlich den - nicht fachlichen -Weisungen des Vorstands. Sie verfügen über alle erforderlichen Informationsrechte und berichten direkt an den Vorstand.
Die Inhaber einer Schlüsselfunktion unterliegen (ebenso wie Vorstand und Aufsichtsrat) speziellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Bezug auf Qualifikation und persönliche Merkmale.
Das Risikomanagement-System stellt die Gesamtheit aller Maßnahmen zur Identifikation, Analyse, Bewertung, Kommunikation, Überwachung und Steuerung von Risiken und Chancen dar. Die Gruppe führt ihr Risikomanagement-System im Sinne eines Enterprise-Risk-Management-Systems. Die Ausgestaltung und die Struktur des Systems lehnen sich an die ISO-Norm 31000 zum Risikomanagement an.
Auf Basis unseres internen Modells leiten wir unter der Maßgabe der Risikotragfähigkeit ein Risikobudget sowie ein Limit- und Schwellenwertsystem ab. Dieses ist geeignet, die Risiken im Konzern sowohl auf Basis der Einzelrisiken als auch aggregiert zu beurteilen. Dies schließt die Risiken der Beteiligungen ein.
Das Risikobudget beschreibt ein bedingtes Risikopotenzial, das die Risikoneigung des Vorstands widerspiegelt, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet wird. Es berücksichtigt auch die Risikotragfähigkeit der Geschäftsbereiche.
Zur Sicherstellung einer konsistenten Umsetzung des Risikomanagement-Systems bindet die Risikomanagementfunktion der Gruppe die Risikomanagement-Einheiten der Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften mithilfe verbindlicher Konzernrichtlinien sowie über die Mitarbeit in relevanten Gremien bzw. Entscheidungs- und Eskalationsprozessen unmittelbar in die Risikomanagement-Aktivitäten ein.
Die nachstehende Tabelle beschreibt die Aufgaben der wesentlichen Gremien bzw. Verantwortlichen im Risikomanagement-Prozess:
| Verantwortliche und Organisationseinheiten | Wesentliche Rollen im Risikomanagement-System |
| Aufsichtsrat | - Beratung und Überwachung des Vorstands bei der Leitung des Unternehmens, u. a. auch im Hinblick auf die Risikostrategie und das Risikomanagement |
| Vorstand | - Gesamtverantwortung für das Risikomanagement - Festlegung der Risikostrategie inkl. Limit- und Schwellenwerten - Verantwortlich für Funktionsfähigkeit des Risikomanagements - Freigabe von Modelländerungen - Freigabe wesentlicher Konzernrichtlinien |
| Executive Risk Committee (ERC) | - Steuerung, Koordination und Priorisierung konzernweiter risikorelevanter Themen - Limitanpassungen innerhalb fester Wesentlichkeitsgrenzen - Genehmigung von Richtlinien und anderen Rahmenbedingungen in Übereinstimmung mit den Konzern-Rahmenbedingungen für die Governance des internen Modells des Konzerns, soweit sie eine Genehmigung des Vorstands in seiner Gesamtheit nicht erfordern - Segmentübergreifende Vorbefassung mit Themen, die gesamtvorstandspflichtig sind - Kritische Beobachtung und Analyse der Risikoposition des Gesamtkonzerns unter besonderer Beachtung des vom Vorstand verabschiedeten Risikobudgets sowie der Risikostrategie - Überwachung der Steuerungsmaßnahmen im Konzern im Hinblick auf existenzgefährdende Risiken |
| Chief Risk Officer (CRO) | - Verantwortung für die geschäftsbereichsübergreifende und ganzheitliche Risikoüberwachung (systematische Identifikation und Bewertung, Kontrolle/Überwachung und Berichterstattung) aller aus Konzernsicht wesentlichen Risiken - Einbeziehung des CRO in wesentliche Entscheidungen des Vorstandes |
| Zentrales Risikomanagement der Gruppe | - Konzernübergreifende Risikoüberwachungsfunktion - Methodenkompetenz, u. a. für die - Entwicklung von Prozessen/Verfahren zur Risikoidentifikation, -bewertung, -steuerung und -analyse - Risikolimitierung und -berichterstattung - Übergreifende Risikoüberwachung und Ermittlung des notwendigen Risikokapitals - Validierung des Gruppenmodells |
| Dezentrales Risikomanagement | - Risikoüberwachungsfunktion in den Geschäftsbereichen - Beachtung der zentral definierten Richtlinien, Methoden und Verfahren sowie Limitsysteme und Schwellenwerte, die als Rahmen für die dezentrale Umsetzung, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Überwachung und Berichterstattung dienen |
Der Gruppen-CRO (Chief Risk Officer) ist Mitglied des Vorstands der HDI AG.
Wesentliche Aspekte zur Ausgestaltung des Risikomanagements werden für die Gruppe über interne Leitlinien und spezifische Regelungen verbindlich definiert. Durch jährliche Überprüfungen der Leitlinien gewährleisten wir die Aktualität unseres Risikomanagement-Systems. Dem Prinzip "zentrale strategische Steuerung und dezentrale Geschäftsbereichsverantwortung" folgend, wird dieses Rahmenwerk auf Ebene der Geschäftsbereiche und Tochtergesellschaften konkretisiert.
Wir identifizieren die Risiken, denen unsere Gruppe ausgesetzt ist, über Kennzahlen- und Risikoerhebungen. Qualitative Risiken erfassen wir systematisch mithilfe eines gruppenweit eingerichteten Risikoerfassungssystems. Für geschäftsbereichsübergreifende Risiken, z. B. Compliance-Risiken, binden wir die jeweils zuständigen Experten aus den Bereichen ein. Produktbezogene Risiken ermitteln wir bereits frühzeitig im Rahmen des sogenannten Neue-Produkte-Prozesses.
Darüber hinaus erfolgt eine gesamthafte Betrachtung der Risiken im Rahmen der Modellierung und Validierung unseres internen Modells. Letzteres ist wesentlich für die angemessene Darstellung von Diversifikationseffekten.
Die Risikoanalyse bzw. -messung erfolgt für regulatorische Solvenzzwecke auf Basis unseres internen Modells. Darüber hinaus setzen wir zur operativen Steuerung bestimmter Risikokategorien eine Reihe von weiteren Modellen ein. Hier sind die Modellläufe im Regelfall häufiger und deutlich granularer im Hinblick auf die Abbildung der zugrunde liegenden Finanzinstrumente.
Im Rahmen der Risikobewertung erfolgt eine ganzheitliche Würdigung der aus der Risikoanalyse erstellten Informationen, um dem Vorstand risikoinformierte Entscheidungen zu ermöglichen. Entsprechend unserer Risikomanagement-Philosophie bestimmen und berücksichtigen wir die der Verwendung von Modellen inhärenten Modellunsicherheiten.
Ziel der Risikoberichterstattung ist es, Vorstand und Aufsichtsrat systematisch und zeitnah über Risiken und deren potenzielle Auswirkungen zu informieren, die Risikokultur zu stärken sowie eine gute unternehmensinterne Kommunikation über alle wesentlichen Risiken als Entscheidungsgrundlage sicherzustellen.
Wichtige Bestandteile der Reportingkaskade bilden der Solvabilitäts- und Finanzbericht, der aufsichtliche Bericht sowie der Bericht über die unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung. Die Erstellung dieser Kernberichte erfolgt grundsätzlich jährlich. Darüber hinaus pflegen wir eine Reihe von kurzfristigen Berichtsformaten, die eine zeitnahe Betrachtung der Risikoentwicklungen ermöglichen.
Inhalte und Erscheinungshäufigkeit sind über Richtlinien fixiert. Die Dokumentation wie auch der Berichtsprozess werden durch die Revision bzw. die Aufsicht regelmäßig geprüft.
Im Jahr 2022 waren insbesondere die nachfolgend beschriebenen externen Faktoren von besonderer Bedeutung für das Risikomanagement.
Geopolitisch wurden insbesondere der anhaltende Krieg in der Ukraine, die über weite Strecken des Jahres strenge Covid-19-Politik in China und die Spannungen in der Meerenge von Taiwan beobachtet. Im besonderen Fokus stand der anhaltende Krieg in der Ukraine und eine damit verbundene mögliche weitere Eskalation zwischen Russland und der EU bzw. den USA. Weitere Sanktionen gegen Russland oder gegen mit Russland kooperierende Staaten können sich auf den Welthandel und die Finanzmärkte auswirken. Diese weisen infolge hoher Unsicherheit eine größere Volatilität auf. Im Zusammenspiel mit anderen Faktoren konnten in den vergangenen Monaten ein niedrigeres Wirtschaftswachstum, eine deutlich erhöhte Inflation und steigende Zinsen beobachtet werden. Inflationserhöhend wirkten sich dabei zeitweise stark erhöhte Energiepreise aus.
Grundsätzlich ergeben sich für uns Risiken aus dem Krieg in der Ukraine. Resultierende wirtschaftliche Verwerfungen können unsere Kunden, unsere Tochtergesellschaften sowie die Gruppe belasten. Jedoch gehen wir davon aus, dass die Ausstrahleffekte auf die Kapitalmärkte im Jahr 2023 weiter abnehmen werden, sollte es nicht zu einer weiteren Eskalation des Konflikts kommen. Bei Ausbleiben unerwarteter Szenarien wie z. B. einer Gasmangellage erwarten wir für 2023 eine rückläufige Volatilität an den Finanzmärkten. Die direkte Exponierung in den Krisengebieten ist sowohl versicherungstechnisch als auch kapitalanlageseitig eher moderat. Risiken können sich insbesondere aus unabsehbaren Folgewirkungen ergeben.
Die Auswirkung auf das versicherungstechnische Risiko hängt stark von der makroökonomischen Entwicklung und der weiteren Geschäftsentwicklung ab. Es kann beispielsweise zu Prämienrückgängen und zu Schäden aus Cyberangriffen oder Betriebsunterbrechungen im Zusammenhang mit Supply-Chain-Risiken kommen.
Unser konzernweites Risikomanagement beruht auf vorausschauender Analyse; im Rahmen dessen werden regelmäßig diverse Szenarien untersucht, darunter auch Verschärfungen geopolitischer Konflikte und unsere möglichen Reaktionen auf derartige Entwicklungen. Dies schließt auch Analysen zu resultierenden Änderungen der Cyber-Bedrohungslage ein. Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gab es verstärkte Cyberaktivitäten gegen Konfliktparteien sowie deren Verbündete und entsprechende kritische Infrastruktur. Mögliche Auswirkungen auf die von uns betriebene IT wurden überwacht.
In Bezug auf die Reservierung der Schäden und die unterliegenden Annahmen erhöhen sich die Unsicherheiten aus dem Bekanntwerden weiterer Schäden im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, der Höhe und Auszahlungsdauer der eingetretenen (bekannten und unbekannten) Schäden sowie die Kosten der Regulierung dieser Schäden. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Status in Russland verbliebener Leasingflugzeuge bestehen weiterhin Rechtsunsicherheiten. Für mögliche Schadenbelastungen aus dem Krieg in der Ukraine wurden Rückstellungen in Höhe von 367 Mio. EUR gebildet. Schadenbelastungen unterliegen hohen Unsicherheiten, da sie vom weiteren Verlauf des Krieges und vom Ausgang gerichtlicher Entscheidungen in den kommenden Jahren abhängen.
Weitere Unsicherheitsfaktoren im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine, der Energie- und Rohstoffversorgung und dem wachsenden Protektionismus, welcher der bisherigen Globalisierungsentwicklung und ihren Handelsströmen entgegensteht, führen dazu, dass die hohe Inflation ein prägendes Thema bleibt. Dabei ist der allgemeine Anstieg der Konsumentenpreise von der für die Reservierung relevanten Schaden- und Kosteninflation zu differenzieren. Das erschwert die Feststellung der Folgewirkungen. Interne Sensitivitätsanalysen auf Basis makroökonomischer Szenarien zeigen, dass die gebuchten Reserven derzeit ausreichen, die Inflationsentwicklung zu kompensieren. Inflationstreiber werden von uns im gesamten Geschäftsablauf überwacht und u. a. durch Berücksichtigung in der Prämienkalkulation, durch Indexklauseln und Staffelprovisionen reduziert. Zudem sichern wir Inflationsrisiken teilweise über inflationsindizierte Wertpapiere ab.
Im Berichtszeitraum entwickelten sich unsere Kapitalanlagen trotz zahlreicher geo- und wirtschaftspolitischer Herausforderungen insgesamt sehr zufriedenstellend. Dabei wirkte sich eine insgesamt konservative Positionierung positiv aus.
Die Geldpolitik der Notenbanken, der Anstieg der Inflation und die Ausweitung der Staatsverschuldung führten im Laufe des Jahres 2022 zu einem deutlichen Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus. Dieser Anstieg wirkte sich negativ auf die Bewertungsreserven der Kapitalanlage aus. Dieser Effekt ist für den Talanx Konzern jedoch aus einer Asset-Liability-Perspektive zu betrachten. Zudem wirken sich die höheren Zinsen deutlich positiv auf die Neu- und Wiederanlage aus.
Im Bereich der Anleihen von Entwicklungsländern und Emittenten mit geringeren Bonitäten waren im Laufe des Jahres 2022 zeitweilig deutliche Anstiege der Risikoaufschläge zu beobachten. Einer dadurch verursachten Reduzierung der Bewertungsreserven unserer festverzinslichen Wertpapiere wirkten hohe Fremdwährungsanteile und das Erstarken einiger Währungen - insbesondere des US-Dollars - gegenüber dem Euro kompensierend entgegen.
Naturkatastrophenereignisse im Jahr 2022 in verschiedenen Regionen der Welt (Europa, Australien, USA) hatten Auswirkungen auf die Gruppe. Im Berichtsjahr sind das Starkregen- und Überschwemmungsereignis im Februar bis März in Australien, der Hurrikan "Ian" in den USA und der Wintersturm "Ylenia/Zeynep" in Zentraleuropa bemerkenswert.
Naturkatastrophen sind untrennbar im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu sehen. Die damit verbundenen Auswirkungen stellen eine große Herausforderung für das Risikomanagement dar. Zum Modellieren von Katastrophenauswirkungen nutzen wir sowohl externe als auch interne Risikomodelle. Die Überwachung der Risiken, die aus Naturgefahren resultieren, wird durch Stresstests, Szenario- und Sensitivitätsanalysen vervollständigt. Weitere Einzelheiten sind in der "nichtfinanziellen Erklärung" (NFE) zu finden.
Aktuell scheinen die Risiken im Zusammenhang mit Covid-19 beherrschbar. Der hybride Geschäftsbetrieb an unseren Standorten im Wechsel mit Arbeit der Belegschaft von zu Hause als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie funktioniert weiterhin reibungslos. Gleichwohl bestehen Deckungen für Kreditversicherung, Lebensversicherung sowie Kranken- und Unfallversicherung weiterhin, sodass die zukünftige Schadenlast vom weiteren Verlauf der Pandemie und von den einzelstaatlichen Gegenmaßnahmen abhängt und damit weiterhin Unsicherheit besteht. Wir beobachten die Entwicklung unseres Sterblichkeitsgeschäfts (insbesondere in den USA) sowie unseres weltweiten Morbiditätsgeschäfts, insbesondere auch mit Blick auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, fortlaufend. In der Schaden-Rückversicherung verzeichneten wir in der Sparte Unfall- und Krankenversicherung unseres Portfolios in Asien deutliche Belastungen durch Covid-19 im Geschäftsjahr 2022. Es ist zu erwarten, dass die Belastungen aus der Covid-19-Pandemie im Jahr 2023 in den meisten Märkten weiter zurückgehen werden. Die aktuell dynamische Entwicklung in China beobachten wir engmaschig.
Das italienische Bankensystem zeichnet sich seit mehreren Jahren durch eine hohe Belastung durch notleidende Kredite aus, nicht zuletzt als Konsequenz eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums. Einige Problembanken wurden abgewickelt bzw. übernommen. Folglich können Abschreibungen von Forderungen auf den Zeitwert notwendig werden.
Auch die Entwicklungen im regulatorischen Umfeld sind äußerst dynamisch. Aus Sicht des Konzerns wird in diesem Zusammenhang vor allem die Überprüfung der Solvency-2-Richtlinie durch die Europäische Kommission verfolgt. Bei dieser Überprüfung ist die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA involviert. Diese veröffentlichte ihre Stellungnahme im Dezember 2020. Im September 2021 veröffentlichte die Europäische Kommission Legislativvorschläge für Änderungen an der Solvency-2-Richtlinie. Diese sehen u. a. neue makroprudenzielle Aufsichtsbefugnisse sowie Änderungen der Zinskurven und Anpassungen bei der Berechnung der Risikomarge vor. Zusätzlich hat die EIOPA umfangreiche Änderungen für die Berichterstattung der Versicherungsunternehmen vorgeschlagen. Derzeit laufen die zugehörigen parlamentarischen Beratungen, und es wurden Kompromissentwürfe zu zentralen Fragen vorgelegt. Es wird erwartet, dass die Aushandlung der endgültigen Änderungen an Solvency 2 im zweiten Quartal 2023 beginnt und die endgültige Umsetzung im Jahr 2025 sein wird.
Das interne Kontrollsystem (IKS) betrachten wir als integralen Bestandteil der Unternehmensführung. Es stellt eine Zusammenfassung aller prozessintegrierten und prozessunabhängigen Überwachungsmaßnahmen (interne Kontrollen und organisierte Sicherungsmaßnahmen) dar, die sicherstellen, dass die Organisation und die Prozesse einwandfrei funktionieren. Es wird auf allen Ebenen der Gruppe ausgeübt und fokussiert auf Prozessrisiken und die zu deren Überwachung eingerichteten Kontrollen. Basis für ein gruppenweites konsistentes IKS ist dabei eine Konzernrahmenrichtlinie.
Um die nachhaltige Einhaltung aller relevanten gesetzlichen, regulatorischen und selbst gesetzten Regeln sicherzustellen, führt die Compliance-Funktion entsprechende Überwachungs-, Frühwarn-, Risikokontroll- und Beratungsmaßnahmen durch, die im Compliance-Plan festgehalten sind. Durch die definierten Schnittstellen der Compliance-Funktion zu Group Auditing, Fachabteilungen mit Verantwortung für erweiterte Compliance-Themen, ausländischen Compliance-Verantwortlichen sowie den anderen drei Schlüsselfunktionen ist der relevante Informationsaustausch gewährleistet.
Die Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS und des Risikomanagements werden laufend sichergestellt, beispielsweise über eine Vielzahl von Qualitätssicherungsmaßnahmen oder die Revisionsfunktion. Das gesamte Governance- und Risikomanagement-System ist funktionsfähig, angemessen und wird auf hohem Niveau kontinuierlich weiterentwickelt. Wir sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu steuern.
Die zentralen Anforderungen des bei der Talanx AG implementierten internen Kontrollsystems (IKS) und des Risikomanagement-Systems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
| ― |
Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Verantwortungsbereiche sind klar voneinander getrennt (Funktionstrennung). |
| ― |
Die eingesetzten Finanzsysteme sind durch Maßnahmen im IT-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Soweit möglich, kommt für die relevanten Systeme Standardschutzsoftware zum Einsatz. |
| ― |
Die Prozesse, Kontrollen, Arbeitsanweisungen und Richtlinien des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems sind in einer übergreifenden IKS-Dokumentation dargestellt und werden anlassbezogen und mindestens einmal jährlich auf Angemessenheit und Anpassungserfordernisse hin überprüft. |
Die Finanzberichterstattung muss den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS entsprechen. Zur Einhaltung der IFRS haben wir im Konzernabschlussprozess Kontrollen implementiert, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der Abschlussdaten sicherstellen. Risiken aus dem Konzernrechnungslegungsprozess werden vom Konzernrechnungswesen identifiziert, bewertet und fließen in den Risikomanagement-Prozess des Konzerns ein.
Konzerninterne IFRS-Bilanzierungs- und -Bewertungsvorgaben halten wir in einem Bilanzierungshandbuch fest. Das Handbuch, das konzernweit eine einheitliche und korrekte Umsetzung der internationalen Rechnungslegungsstandards gewährleistet, wird regelmäßig aktualisiert bzw. an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Das Konzernrechnungswesen stellt die Einhaltung der Vorschriften sicher.
Für die Erstellung des Konzernabschlusses verwenden wir ein IT-Tool mit standardisierten Reporting- und Konsolidierungsregeln. Konzerninterne Transaktionen werden im Rahmen eines vorgeschalteten Abstimmprozesses überprüft und, sofern erforderlich, eliminiert. Schriftliche Anweisungen gewährleisten dabei ein sachgerechtes Vorgehen. Ein Freigabeprozess für manuelle Buchungen stellt unter Berücksichtigung bestimmter Wertgrenzen die Einhaltung des Vieraugenprinzips sicher.
Die Tochtergesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sowie für den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Im Konzernabschlussprozess ist eine Package-Prüfung implementiert, die durch die Mitarbeiter des Konzernrechnungswesens durchgeführt und dokumentiert wird.
1 Bei diesem Unterkapitel handelt es sich um
ungeprüfte Informationen
Maßgeblich für diesen Bericht ist der Deutsche Rechnungslegungs Standard DRS 20. Er ist die Grundlage für die weitere Darstellung und die Kategorisierung der Risiken:
| ― |
Versicherungstechnische Risiken |
| ― |
Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft |
| ― |
Risiken aus Kapitalanlagen |
| ― |
Operationelle Risiken |
| ― |
Andere wesentliche Risiken |
Das Risikomanagement beschäftigt sich auch gezielt mit Nachhaltigkeitsrisiken. Diese Risiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation der Gesellschaft haben kann. Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene Risikokategorie dar und können sich grundsätzlich auf alle von uns analysierten Risikokategorien auswirken. Sie können sämtliche Bereiche unserer unternehmerischen Tätigkeit in Form von physischen Risiken sowie Transitionsrisiken im Zusammenhang mit Umstellungsprozessen berühren.
Das versicherungstechnische Risiko beschreibt die Gefahr einer unerwarteten nachteiligen Veränderung des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten in der Solvabilitätsübersicht. Ursachen für diese Abweichung können etwa Zufall, Irrtum oder Änderung der Kalkulation zugrunde liegender Annahmen (z. B. Biometrie, Schadenhöhen, Auszahlungsdauer oder Kosten für die Schadenregulierung) sein.
Das Reserverisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen des Wertes der Versicherungsverbindlichkeiten, die sich auf den Betrag der Schadenabwicklung auswirken. Gründe dafür können insbesondere die Schadenhöhe, Auszahlungsdauer und die Kosten für die Schadenregulierung sein. Das Reserverisiko berücksichtigt Schadenereignisse vor dem Bilanzstichtag.
Die Angemessenheit der Reserven für asbestbedingte Schäden und Umweltschäden wird üblicherweise auch mittels der "Survival Ratio" abgeschätzt. Diese Kennzahl drückt aus, wie viele Jahre die Reserven ausreichen, wenn die durchschnittliche Höhe der Schadenzahlungen der vergangenen drei Jahre fortdauern würde. Am Ende des Berichtsjahres lag unsere Survival Ratio im Segment Schaden-Rückversicherung bei 24,3 (26,5) Jahren.
Ein weiteres Instrument zur Überprüfung unserer Annahmen im Konzern sind die Schadenabwicklungsdreiecke. Sie zeigen, wie sich die Rückstellung im Zeitverlauf durch die geleisteten Zahlungen und die Neuberechnung der zu bildenden Rückstellung zum jeweiligen Bilanzstichtag verändert. Die Angemessenheit wird aktuariell überwacht (siehe hierzu "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva", Anmerkung 21). Unsere aktuariellen Berechnungen zur Angemessenheit der Reserve lassen wir zur Qualitätssicherung jährlich durch externe Aktuariats- und Beratungsgesellschaften zusätzlich prüfen.
Zur partiellen Absicherung von Inflationsrisiken hat beispielsweise unsere Tochtergesellschaft Hannover Rück SE Wertpapiere im Bestand, deren Coupon- und Rückzahlungen inflationsabhängig sind. Ein Inflationsrisiko besteht insbesondere darin, dass sich die Verpflichtungen (z. B. Schadenreserven) inflationsbedingt anders entwickeln könnten als bei der Reservebildung unterstellt. Die genannten Finanzinstrumente tragen zu einem teilweisen Schutz dieser Teile der Schadenreserven gegen Inflationsrisiken bei. Weitere Angaben können dem Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva", Abschnitt "Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting" entnommen werden.
Um die Auswirkungen einer unerwarteten Veränderung der Inflation auf die Schadenrückstellungen des Konzerns genauer beurteilen zu können, wird zudem die Auswirkung der zukünftig erwarteten Inflation auf die Erstversicherungsgruppe regelmäßig von externen Aktuaren analysiert.
Vor dem Hintergrund der dargestellten Risiken würde ein Anstieg der Nettoschadenquote im Bereich der Schaden/Unfall-Erst- und -Rückversicherung um 5 Prozentpunkte das Jahresergebnis nach Steuern um 1.098 (859) Mio. EUR mindern.
Das Prämienrisiko beschreibt unerwartete nachteilige Veränderungen der Versicherungsverbindlichkeiten. Diese ergeben sich aus Schwankungen in Bezug auf das Eintreten, die Häufigkeit und die Schwere der versicherten Ereignisse. Im Gegensatz zum Reserverisiko werden beim Prämienrisiko diejenigen Schadenereignisse (exklusive Naturkatastrophen) berücksichtigt, die sich nach dem Bilanzstichtag ereignen können. Im Rahmen des Prämienrisikos werden den zukünftigen Schadenereignissen die erwarteten Prämieneinnahmen gegenübergestellt. Hier können sich auch unerwartete Schäden aus dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie auswirken.
Das Prämienrisiko mit all seinen Komponenten steuert und reduziert der Konzern vor allem durch Schadenanalysen, aktuarielle Modellierungen, selektives Underwriting, Fachrevisionen und regelmäßige Überwachung des Schadenverlaufs sowie durch angemessenen Rückversicherungsschutz. Zu den Schadendreiecken verweisen wir auf Anmerkung 21 im Konzernanhang. Die Bonität der Rückversicherer wird im Abschnitt "Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft" angegeben.
Dem übernommenen Prämienrisiko begegnen wir u. a. durch einen angemessenen Rückversicherungsschutz. Der volumenmäßige Umfang des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Diese zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt.
| In % | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 |
| Industrieversicherung | 55,6 | 48,1 | 47,9 | 50,2 | 58,6 | 55,2 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall | 89,6 | 85,8 | 88,3 | 95,0 | 94,5 | 94,6 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 86,3 | 86,3 | 87,9 | 88,7 | 89,3 | 89,0 |
| Schaden-Rückversicherung | 90,6 | 90,1 | 90,3 | 90,3 | 90,7 | 89,7 |
| Konzernfunktionen 1 | 22,3 | 25,0 | 34,6 | 68,3 | n/a | n/a |
| Gesamt Schaden/Unfallversicherung | 80,6 | 77,9 | 78,9 | 81,0 | 83,9 | 82,4 |
| In % | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 |
| Industrieversicherung | 53,4 | 51,8 | 50,9 | 44,5 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall | 95,4 | 95,6 | 95,6 | 94,9 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 87,9 | 87,3 | 88,9 | 88,5 |
| Schaden-Rückversicherung | 88,5 | 89,3 | 90,6 | 89,9 |
| Konzernfunktionen 1 | n/a | n/a | n/a | n/a |
| Gesamt Schaden/Unfallversicherung | 80,7 | 80,7 | 81,0 | 79,3 |
| In % | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 |
| Industrieversicherung | 77,0 | 80,9 | 84,4 | 79,9 | 87,3 | 85,7 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall | 64,6 | 65,2 | 61,9 | 61,0 | 63,4 | 64,6 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 67,7 | 64,5 | 64,7 | 65,8 | 65,8 | 66,2 |
| Schaden-Rückversicherung | 72,0 | 69,3 | 72,8 | 69,0 | 67,0 | 71,2 |
| Konzernfunktionen 1 | 60,4 | 74,6 | 110,6 | 105,1 | n/a | n/a |
| Gesamt Schaden/Unfallversicherung | 71,6 | 70,1 | 72,9 | 69,5 | 69,5 | 71,9 |
| In % | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 |
| Industrieversicherung | 74,9 | 76,5 | 81,2 | 81,8 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland -Schaden/Unfall | 66,7 | 64,2 | 74,1 | 67,0 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 65,4 | 64,9 | 65,3 | 66,3 |
| Schaden-Rückversicherung | 66,7 | 69,3 | 68,9 | 70,3 |
| Konzernfunktionen 1 | n/a | n/a | n/a | n/a |
| Gesamt Schaden/Unfallversicherung | 67,8 | 69,1 | 70,8 | 70,8 |
Im Segment Industrieversicherung ist die Schadenquote infolge erfolgreicher Portfoliomaßnahmen und profitablen Neugeschäfts um 3,9 Prozentpunkte auf 77,0 % zurückgegangen. Die Schadenquote im Segment Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/ Unfall ist um 0,6 Prozentpunkte auf 64,6 % gesunken. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus höheren Abwicklungsergebnissen. Gegenläufig wirkt eine höhere Großschadenbelastung. Die Schadenquote des Segments Privat- und Firmenversicherung International ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozentpunkte auf 67,7 % gestiegen. Der Anstieg ist auf eine höhere Schadenlast und den Inflationsanstieg zurückzuführen. Dem konnten Beitragserhöhungen nur teilweise entgegenwirken. Im Segment Schaden-Rückversicherung hat sich die Schadenquote um 2,7 Prozentpunkte auf 72,0 % erhöht. Dies ist insbesondere in der erhöhten Großschadenlast begründet. Zudem hat die Hannover Rück eine Spätschadenrückstellung in Höhe von 331 Mio. EUR für mögliche Belastungen aus dem Krieg in der Ukraine gebildet. Im Segment Konzernfunktionen waren inflationsbedingte Neubewertungen der Schadenrückstellungen sowie Abwicklungsverluste aus Großschäden bereits durch die bestehenden Schadenrückstellungen gedeckt, wohingegen die Schadenquote im Vorjahr durch Nachreservierungen belastet worden war. Infolgedessen verbesserte sich die Schadenquote um 14,2 Prozentpunkte auf 60,4 %.
Die Verschlechterung der Schadenquote für die Schaden/Unfallversicherung um 1,5 Prozentpunkte auf 71,6 % resultiert insbesondere aus einer erhöhten Großschadenlast aus Naturkatastrophen sowie aus Großschäden, resultierend aus dem Krieg in der Ukraine. Im Geschäftsjahr übersteigt die Netto-Großschadenbelastung in Höhe von 2.176 (1.745) Mio. EUR das Großschadenbudget um 366 (235) Mio. EUR.
Großschäden sind Schäden, die eine festgelegte Schadenhöhe überschreiten oder Kriterien erfüllen, aufgrund derer sie eine besondere Bedeutung in der Schaden/Unfallversicherung haben. Nachfolgend werden die Großschäden des Geschäftsjahres differenziert aufgeführt, unterteilt in Naturkatastrophen, sonstige Großschäden und Schäden durch den Krieg in der Ukraine, sowie deren Anteil an der kombinierten Schaden-/Kostenquote des Konzerns:
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| Großschadenbudget | 1.810 | 1.510 |
| Großschäden (netto) | 2.176 | 1.745 |
| davon Krieg Russland/Ukraine | 367 | - |
| davon Naturkatastrophen | 1.529 | 1.261 |
| davon sonstige Großschäden | 280 | 484 |
| In % | ||
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden-Erst- und -Rückversicherung | 98,9 | 97,7 |
| davon Großschäden (netto) | 6,8 | 6,9 |
1 Naturkatastrophen sowie sonstige
Großschäden über 10 Mio. EUR brutto,
für den Anteil des Konzerns
In der Schadenversicherung ergeben sich Konzentrationsrisiken insbesondere aus der geografischen Konzentration, der Konzentration aus Rückversicherung und Kapitalanlagen sowie aus den versicherten Naturkatastrophenrisiken und den vom Menschen verursachten Katastrophen.
Das Naturkatastrophenrisiko behandelt analog zum Prämienrisiko zukünftige Schadenereignisse. Aufgrund der Möglichkeit einer sehr hohen Ausprägung der Schadenereignisse aus Naturkatastrophen werden diese separat berücksichtigt. Zur Analyse solcher Naturgefahrenereignisse (Extremszenarien und Kumule) wurde ein einheitliches Global Event Set etabliert.
Auf Grundlage der zuletzt ermittelten Werte ergeben sich für die Gruppe in Bezug auf die Auswirkungen auf das Konzernergebnis nachfolgende Kumulszenarien von Naturgefahren:
| In Mio. EUR | 2022 | 2021 |
| 250-Jahres-Schaden USA-Hurrikan | -1.257 | -1.447 |
| 250-Jahres-Schaden USA.Westküste-Erdbeben | -934 | -977 |
| 250-Jahres-Schaden Chile-Erdbeben | -720 | -723 |
| 250-Jahres-Schaden Europa-Wintersturm | -665 | -710 |
| 250-Jahres-Schaden Japan-Erdbeben | -622 | -704 |
Darüber hinaus überprüfen wir regelmäßig weitere Kumulszenarien. Spitzenbelastungen aus Kumulrisiken sichern wir durch individuellen Rückversicherungsschutz ab.
Zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken limitieren wir das maximal zulässige Naturkatastrophenrisiko nach Gefahrenregionen auf Gruppen- und Geschäftsbereichsebene. Bei der Festlegung des Limits wirken Risikomodellierung und Geschäftsplanung zusammen.
Die Erwartungen in Bezug auf Schadenbelastungen bilden wir im Rahmen der Geschäftsplanung u. a. über das Großschadenbudget ab. Die Netto-Großschadenbelastung im Geschäftsjahr in Höhe von 2.176 (1.745) Mio. EUR beinhaltet insbesondere die Schäden durch Hurrikan "Ian" in den USA mit einem Nettoschaden in Höhe von 386 Mio. EUR, durch den Krieg in der Ukraine mit einem Nettoschaden in Höhe von 367 Mio. EUR und durch die Überschwemmungen im Raum Sydney in Australien mit einem Nettoschaden in Höhe von 319 Mio. EUR.
Die Verteilung der Schadenrückstellungen der Sachversicherer nach Regionen gestaltet sich (nach Berücksichtigung der Anteile der Rückversicherer an diesen Rückstellungen) wie folgt:
| In Mio. EUR | Brutto | Rück | Netto 2 |
| 31.12.2022 | |||
| Deutschland | 12.249 | 1.551 | 10.698 |
| Großbritannien | 6.234 | 608 | 5.626 |
| Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei | 2.928 | 287 | 2.641 |
| Übriges Europa | 11.957 | 2.004 | 9.953 |
| USA | 16.545 | 699 | 15.847 |
| Übriges Nordamerika | 2.388 | 2.388 | - |
| Lateinamerika | 2.322 | 288 | 2.034 |
| Asien und Australien | 6.728 | 286 | 6.442 |
| Afrika | 357 | 17 | 340 |
| Gesamt | 61.710 | 8.129 | 53.581 |
| 31.12.2021 | |||
| Deutschland | 11.500 | 1.369 | 10.131 |
| Großbritannien | 5.562 | 627 | 4.935 |
| Mittel- und Osteuropa (CEE) einschließlich Türkei | 2.690 | 236 | 2.454 |
| Übriges Europa | 11.037 | 1.942 | 9.095 |
| USA | 13.616 | 607 | 13.009 |
| Übriges Nordamerika | 1.857 | 1.752 | 105 |
| Lateinamerika | 1.995 | 251 | 1.744 |
| Asien und Australien | 5.043 | 300 | 4.743 |
| Afrika | 395 | 15 | 380 |
| Gesamt | 53.696 | 7.099 | 46.597 |
1 Nach Eliminierung konzerninterner
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
2 Nach Berücksichtigung der Anteile der
Rückversicherer an diesen Rückstellungen
Die Prämien in der Schaden/Unfall-Erstversicherung verteilen sich nach Versicherungsarten wie folgt:
| In Mio. EUR | Gebuchte Bruttoprämien | Gebuchte Nettoprämien |
| 31.12.2022 | ||
| Schaden/Unfall-Erstversicherung | ||
| Kraftfahrtversicherung | 5.077 | 4.701 |
| Sachversicherung | 5.855 | 2.515 |
| Haftpflichtversicherung | 3.731 | 2.594 |
| Unfallversicherung | 431 | 346 |
| Transport | 982 | 629 |
| Sonstige Schaden/Unfallversicherung | 1.214 | 720 |
| Schaden-Rückversicherung | 24.242 | 21.961 |
| Gesamt | 41.533 | 33.466 |
| 31.12.2021 | ||
| Schaden/Unfall-Erstversicherung | ||
| Kraftfahrtversicherung | 4.149 | 3.734 |
| Sachversicherung | 5.103 | 1.955 |
| Haftpflichtversicherung | 3.118 | 1.998 |
| Unfallversicherung | 370 | 290 |
| Transport | 866 | 475 |
| Sonstige Schaden/Unfallversicherung | 945 | 528 |
| Schaden-Rückversicherung | 19.224 | 17.323 |
| Gesamt | 33.776 | 26.304 |
1 Vor Eliminierung konzerninterner
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
Typische Risiken der Lebensversicherung entstehen daraus, dass die Verträge langfristige biometrische und/oder kapitalanlagebezogene Leistungsgarantien beinhalten. Während die Prämien zu Beginn des Vertrags für die gesamte Laufzeit bei einer bestimmten Leistung fest vereinbart werden, können sich die zugrunde liegenden Parameter im Verlauf der Zeit ändern. Dies gilt auch für den für das Vertragsverhältnis maßgeblichen, vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung geprägten rechtlichen Rahmen, dessen risikobehaftete Änderungen im Abschnitt "operationelle Risiken" diskutiert werden.
Der Grad des Rückversicherungsschutzes im Verhältnis zu den gebuchten Bruttoprämien lässt sich anhand der Selbstbehaltsquote beziffern. Sie zeigt, welcher Anteil der gezeichneten Risiken in unserem Risiko verbleibt:
| In % | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | 2017 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben | 89,4 | 94,1 | 93,9 | 93,9 | 93,6 | 95,2 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 99,5 | 99,3 | 99,2 | 98,9 | 98,8 | 98,5 |
| Personen-Rückversicherung | 88,5 | 88,2 | 89,8 | 89,5 | 90,7 | 91,7 |
| Gesamt Personenversicherung | 89,9 | 91,2 | 92,1 | 92,1 | 92,6 | 93,6 |
| In % | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 |
| Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben | 95,4 | 95,8 | 95,2 | 93,9 |
| Privat- und Firmenversicherung International | 98,5 | 97,2 | 98,0 | 95,8 |
| Personen-Rückversicherung | 90,4 | 84,2 | 83,9 | 87,7 |
| Gesamt Personenversicherung | 92,9 | 89,1 | 89,6 | 90,9 |
Biometrische Rechnungsgrundlagen wie Sterblichkeit, Lebenserwartung und Invaliditätswahrscheinlichkeit werden zu Vertragsbeginn festgelegt. Diese Annahmen können sich im Zeitverlauf als nicht mehr zutreffend erweisen und zusätzliche Aufwendungen zur Erhöhung der Deckungsrückstellung erfordern. Abweichungen von den Rechnungsgrundlagen können auch durch globale Trends beeinflusst werden. Daher werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit überprüft.
Für Verträge, in denen der Tod das versicherte Risiko ist, können insbesondere Epidemien, eine Pandemie oder ein weltweiter Wandel der Lebensgewohnheiten die Risikosituation verändern. In Deutschland gehen wir gegenwärtig nicht davon aus, dass sich die Sterblichkeit mittelfristig coronabedingt erhöhen wird.
Bei Rentenversicherungen kann sich eine Veränderung der Risikosituation vor allem aus einer stetigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und der sozialen Bedingungen sowie aus überraschenden medizinischen Innovationen ergeben. Diese Faktoren erhöhen die Lebenserwartung und führen dazu, dass die Versicherten in der Gesamtheit länger Leistungen beziehen als kalkuliert.
Bei der Berechnung der Prämie und der versicherungstechnischen Rückstellungen werden vorsichtig bemessene biometrische Rechnungsgrundlagen zugrunde gelegt. Ihre Angemessenheit stellen wir durch einen regelmäßigen Abgleich der nach den Ausscheideordnungen erwarteten mit den tatsächlich eingetretenen Leistungsfällen sicher. Für Irrtums-, Zufalls- und Änderungsrisiko rechnen wir adäquate Sicherheitszuschläge ein.
Bei den Leben-Erstversicherungen handelt es sich im Wesentlichen um langfristige Verträge mit einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung. Kleinere Änderungen in den der Kalkulation zugrunde liegenden Annahmen zu Biometrie, Zins und Kosten werden durch die in den Rechnungsgrundlagen enthaltenen Sicherheitszuschläge aufgefangen. Werden diese Sicherheitszuschläge nicht benötigt, geben wir die sich daraus ergebenden Überschüsse den gesetzlichen Regelungen entsprechend größtenteils an die Versicherungsnehmer weiter. Dadurch kann die Ergebniswirkung bei einer Veränderung der Risiko-, Kosten- oder Zinserwartung durch eine Anpassung der künftigen Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer gedämpft werden.
Über Rückversicherungsverträge sichern wir vor allem biometrische Risiken zusätzlich ab. Damit wir diese Verträge dauerhaft erfüllen können, bilden wir entsprechende Rückstellungen auf Basis einer prognostizierten Entwicklung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Speziell ausgebildete Lebensversicherungsaktuare bilden zudem Sicherheitszuschläge, die auch Änderungsrisiken hinreichend berücksichtigen.
Lebensversicherungsverträge bergen auch Stornorisiken: So kann es bei einer ungewöhnlichen Häufung von Stornofällen dazu kommen, dass für die Auszahlung von Versicherungsleistungen nicht genügend liquide Kapitalanlagen zur Verfügung stehen. Dies könnte bei der Veräußerung von Kapitalanlagen zu ungeplanten Verlusten führen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, legen die Lebensversicherer des Konzerns einen ausreichend hohen Kapitalanlagebestand in kurz laufenden Kapitalanlagen an und analysieren regelmäßig die Stornosituation. Daneben vergleichen und steuern sie regelmäßig die Laufzeiten auf der Aktiv- und Passivseite.
Des Weiteren kann es bei Stornierungen zu Rückforderungsausfällen gegenüber Versicherungsvermittlern kommen. Daher unterliegt die Auswahl der Vermittler hohen Sorgfaltsanforderungen.
Bei erhöhten Stornierungen kann auch das Kostenrisiko steigen, nämlich dann, wenn das Neugeschäft deutlich zurückgeht und die fixen Kosten - anders als die variablen - nicht kurzfristig reduziert werden können.
Grundsätzlich prüfen wir regelmäßig das Stornoverhalten unserer Versicherungsnehmer und die Stornoentwicklung unseres Versicherungsbestands.
Zur Quantifizierung der versicherungstechnischen Risiken nehmen wir im Rahmen des internen Modells Szenario- und Sensitivitätsanalysen vor. Diese beziehen sich auf die Basiseigenmittel. Die Analysen geben Hinweise darauf, in welchen Bereichen ein Schwerpunkt aus Sicht des Risikomanagements zu setzen ist:
| In % | 2022 | 2021 |
| Sterblichkeit/Morbidität +5 % (ohne Rentengeschäft) | -3 bis 0 | -3 bis 0 |
| Sterblichkeit -5 % (nur Rentengeschäft) | -4 bis 0 | -4 bis 0 |
| Stornoquote +10 % | -1 bis +2 | -2 bis +2 |
| Kosten +10 % | -4 bis 0 | -5 bis 0 |
Die Exponiertheit der Lebensversicherer der Gruppe unterscheidet sich nach der Art der Versicherungsprodukte. Dabei enthalten die Sensitivitäten keinen Ausgleich zwischen Renten und Todesfallversicherungen.
Bei kapitalbildenden Lebensversicherungen unterscheiden wir grundsätzlich zwischen fonds- und indexgebundenen Verträgen und traditionellen Verträgen mit garantiertem Rechnungszins, wobei Letztere in unserem Versicherungsbestand überwiegen. Während bei fonds- und indexgebundenen Verträgen die Kunden das Anlagerisiko tragen, sichert der Versicherer den Kunden bei traditionellen Verträgen eine garantierte Verzinsung auf die Sparanteile der Prämie zu. Bei jüngeren Versicherungsprodukten arbeiten wir mit deutlich reduzierten Garantien (Moderne Klassik), um den steigenden Solvenzkapitalanforderungen entsprechen zu können.
Das bedeutendste Risiko im Erstversicherungsbereich besteht bei der deutschen Lebensversicherung darin, dass mit den Kapitalanlagen keine ausreichende Verzinsung zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Kunden erwirtschaftet wird. Die garantierten Verzinsungen der Sparanteile in traditionellen Lebensversicherungen hängen im Wesentlichen von der Rechnungszinsgeneration der Verträge ab. Die rechnungsmäßigen Zinsen der verschiedenen Tarifgenerationen liegen zwischen 4 (4) % und 0,3 (0,3) % pro Jahr. Der durchschnittliche bilanzielle Garantiezins für die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern und in der HDI Pensionskasse AG per 31. Dezember 2022 liegt nach Berücksichtigung der seit 2018 einer veränderten Berechnungsmethode folgenden Zinszusatzreserve bei 1,4 (1,4) %. Das Zinsgarantierisiko stellt auch das dominierende Konzentrationsrisiko dar.
Insbesondere wegen der begrenzten Verfügbarkeit an lang laufenden festverzinslichen Wertpapieren am Kapitalmarkt ist es nur in Teilen möglich, die Zinsverpflichtungen der Verträge fristenkongruent abzubilden. Dies führt dazu, dass die Zinsbindung auf der Aktivseite regelmäßig kürzer ist als diejenige auf der Verpflichtungsseite (sogenannter Durations- oder Asset-Liability-Mismatch).
Per 31. Dezember 2022 beträgt die (effektive) Duration für den Gesamtkonzern für die verzinslichen Wertpapiere (inklusive Zinsderivaten) 7,1 (8,9) Jahre 1 und die durchschnittliche Restlaufzeit der Brutto-Schadenreserven inklusive der Brutto-Deckungsrückstellungen 8,6 (9,0) Jahre. Bezieht man zusätzlich die erwartete zukünftige Überschussbeteiligung für das Lebensversicherungsgeschäft mit Optionen und Garantien ein, erhöht sich die Duration (Macaulay-Duration) der Verbindlichkeiten auf 11,5 (12,7) Jahre. 2
Durch das in beiden Fällen ausgewiesene Durations-Mismatch reagieren die Basiseigenmittel sensitiv auf die innerhalb des Modells verwendeten Diskontierungsannahmen. Jenseits einer Laufzeit von 20 Jahren sind diese nicht vom Kapitalmarkt abgeleitet, sondern folgen derjenigen Branchenkonvention, wie sie im Solvency-2-Regime durch die europäische Aufsicht zugrunde gelegt wird. Sofern die branchenüblichen Annahmen zum Diskontierungszins für Verpflichtungen mit Laufzeiten von über 20 Jahren höher sind als die dann am Markt tatsächlich realisierbaren Zinssätze, unterschätzen die zur Berechnung der Basiseigenmittel verwendeten Bewertungsmodelle die Verpflichtung gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität der Lebensversicherung. Wenn die tatsächlich erzielbaren Zinssätze dagegen über den Diskontierungssätzen liegen, werden die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und das Zinsänderungsrisiko überschätzt. Aktuell deuten die tatsächlich erzielbaren Zinssätze in den wenig liquiden Kapitalmarktsegmenten für besonders lang laufende Wertpapiere eher darauf hin, dass die Bewertungsmodelle die Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern und die Zinssensitivität leicht unterschätzen und die Basiseigenmittel leicht überschätzen.
Die Exponierung gegenüber dem Zinsgarantierisiko bestimmt sich aus den Risiken aus Kapitalanlagen. Diese werden zusammen mit den betreffenden Stresstests und Sensitivitäten in dem Abschnitt "Risiken aus Kapitalanlagen" dargestellt.
Für fondsgebundene Lebensversicherungen werden die versicherungstechnischen Rückstellungen in Höhe der für die Versicherungsnehmer gehaltenen Fondsvolumina angesetzt. Damit haben Änderungen des Aktienkursniveaus direkte Auswirkungen auf die Höhe der versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsgebundenen Versicherungen, die jedoch durch gleich hohe Auswirkungen auf die Kapitalanlagen kompensiert werden. Die Basiseigenmittel werden damit nur durch die nicht für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen gehaltenen Kapitalanlagen beeinflusst. Dort hat ein Rückgang des Aktienkursniveaus einen negativen Einfluss. Dieser ist aufgrund der aktuell niedrigen Aktienquote sehr gering.
Für die Personen-Rückversicherung sind die biometrischen Risiken von besonderer Bedeutung. Die Rückstellungen in der Personen-Rückversicherung werden auf Grundlage der Meldungen unserer Zedenten sowie abgesicherter biometrischer Berechnungen festgelegt. Über Qualitätssicherungsmaßnahmen gewährleisten wir, dass die von den Zedenten nach lokaler Rechnungslegung kalkulierten Rückstellungen allen Anforderungen hinsichtlich Berechnungsmethoden und Annahmen genügen.
Das Neugeschäft generiert der Konzern in sämtlichen Regionen unter Beachtung weltweit gültiger Zeichnungsrichtlinien. Die Richtlinien werden jährlich überarbeitet, sodass sie die Art, Qualität, Höhe und Herkunft der Risiken angemessen berücksichtigen. Die Besonderheiten einzelner Märkte werden über spezielle Zeichnungsrichtlinien abgebildet. Indem wir die Einhaltung der Zeichnungsrichtlinien überwachen, reduzieren wir das Risiko der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschlechterung der Bonität von Zedenten. Bei Neugeschäftsaktivitäten und der Übernahme internationaler Bestände werden regelmäßige Überprüfungen und ganzheitliche Betrachtungen vorgenommen.
Wir vertrauen auf die unternehmerischen Fähigkeiten unserer Underwriter und räumen ihnen höchstmögliche Kompetenzen ein. In unserer dezentralen Organisation steuern wir Risiken dort, wo sie entstehen, mit einem gruppenweit einheitlichen Ansatz, sodass wir eine Gesamtsicht auf die Risiken der Personen-Rückversicherung erhalten. Unsere globalen Zeichnungsrichtlinien bieten den Underwritern dafür einen geeigneten Rahmen. Die aus der Personen-Rückversicherung entspringenden Risiken sind im internen Kapitalmodell abgebildet.
In der Personen-Rückversicherung ist das in der Leben-Erstversicherung bedeutsame Zinsgarantierisiko aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung nur von geringer Risikorelevanz. Das Risikoprofil in der Personen-Rückversicherung wird von Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken dominiert. Dies liegt daran, dass in einem Teil der Verträge Todesfallleistungen und in einem anderen Teil Erlebensfallleistungen auszuzahlen sind. Wir kalkulieren den Diversifikationseffekt zwischen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken vorsichtig; die Verträge sind in der Regel für verschiedene Regionen, Altersgruppen und Personen abgeschlossen. Daneben spielen Morbiditätsrisiken eine zunehmend wichtige Rolle. Zudem ist die Personen-Rückversicherung Stornorisiken ausgesetzt, da die aus den Rückversicherungsverträgen resultierenden Zahlungsströme auch vom Stornoverhalten der Versicherungsnehmer abhängen.
Die Hannover Rück hat im Jahr 2009 ein großes US-amerikanisches Personen-Rückversicherungsportefeuille übernommen. Im Rahmen unseres Bestandsmanagements hatten wir im Jahr 2018 Ratenanpassungen eingeleitet. Die tatsächliche Sterblichkeitserfahrung für das fragliche Portefeuille war im Jahr 2022 in abnehmendem Maße durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Die weitere Entwicklung der unterliegenden Sterblichkeit beobachten wir fortlaufend.
1 Die effektive Duration ist ein Maß
für die Zinssensitivität des Barwertes von
Vermögensgegenständen bzw. Verpflichtungen, die
enthaltene Optionalitäten berücksichtigt. Je
größer die Zahl, desto höher ist die
Zinssensitivität
2 Die hiermit ausgewiesene Kenngröße
basiert auf den mit den Bewertungsmodellen berechneten
Cashflows der Verbindlichkeiten, bezogen auf den
sogenannten Certainty Equivalent Pfad, was der aktuellsten
Vorgabe der EIOPA im Rahmen des Stresstests von
Versicherern bzw. den Lieferungen im sogenannten Financial
Stability Reporting entspricht.
Aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse gehen wir weiterhin davon aus, dass das US-Mortalitätsgeschäft insgesamt einen positiven Ertragswert aufweist. Sollten weitere Informationen zu der Feststellung führen, dass dies nicht mehr der Fall ist, würde es zu einer einmaligen Belastung des IFRS-Ergebnisses kommen. Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie beobachten wir fortlaufend.
Für die Basiseigenmittel des Geschäftsbereichs Rückversicherung ergeben sich folgende Sensitivitäten:
| In % | 2022 | 2021 |
| Sterblichkeit +5 % (ohne Rentengeschäft) | -6 bis -4 | -8 bis -5 |
| Morbidität +5 % | -4 bis -2 | -4 bis -2 |
| Sterblichkeit -5 % (nur Rentengeschäft) | -3 bis -1 | -5 bis -2 |
| Stornoquote +10 % | -2 bis 0 | -2 bis 0 |
| Kosten +10 % | -1 bis 0 | -1 bis 0 |
Versicherungsprodukte der Leben-Erstversicherung können für den Versicherungsnehmer folgende wesentliche Optionen enthalten:
| ― |
Mindestverzinsung/Garantiezins |
| ― |
Möglichkeit des Rückkaufs und der Beitragsfreistellung des Vertrags |
| ― |
Erhöhung der Versicherungsleistung ohne erneute Gesundheitsprüfung |
| ― |
Möglichkeit, bei aufgeschobenen Rentenversicherungen anstelle des Rentenübergangs die Auszahlung der Versicherungsleistung durch Einmalzahlung (Kapitalwahlrecht) zu wählen |
Bei fondsgebundenen Produkten kann sich der Versicherungsnehmer bei Beendigung des Vertrags statt für die Auszahlung des Gegenwerts der Fondsanteile für die Übertragung der Fondsanteile (Naturalwahlrecht) entscheiden. Es besteht insoweit kein unmittelbares Marktrisiko.
In der Personen-Rückversicherung weist eine Anzahl von Verträgen die Merkmale auf, nach denen eingebettete Derivate von dem zugrunde liegenden Versicherungsvertrag zu trennen und separat gemäß IAS 39 zum Marktwert zu bilanzieren sind. (Vgl. auch "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" unter der Anmerkung 13 im Konzernanhang).
Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft unterliegen einem Ausfall- bzw. Kreditrisiko. Das gilt vor allem für Forderungen gegenüber Rückversicherern, Retrozessionären, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern. Die Folge bei Eintritt wären Wertberichtigungen bzw. Forderungsabschreibungen.
Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern werden im Regelfall nicht besichert. Die Forderungshöhen sind gering und die Schuldnerschaft diversifiziert, sodass sich hier für den Konzern kein wesentliches finanzielles Risiko ergibt.
Kreditrisiken ergeben sich im Erstversicherungsgeschäft zudem aus Forderungen gegenüber Rückversicherern sowie in der Rückversicherung aus Forderungen gegenüber Retrozessionären. In der passiven Rückversicherung achten wir insbesondere bei Geschäftsverbindungen mit langer Abwicklungsdauer auf eine hohe finanzielle Solidität der Rückversicherer.
Dem Risiko des Ausfalls von Forderungen gegenüber Rückversicherern und Retrozessionären begegnet der Konzern durch konzernweit gültige Vorgaben und Richtlinien. Die Rückversicherungspartner werden durch professionell besetzte Sicherungskomitees sorgfältig ausgewählt und fortlaufend auf ihre Bonität hin begutachtet. Dazu ziehen wir u. a. Informationen externer Ratingagenturen heran.
Angaben zu ausstehenden Forderungen, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, sowie die durchschnittliche Ausfallquote der vergangenen drei Jahre finden sich im Konzernanhang unter Anmerkung 14.
Die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen beliefen sich auf 10,3 (8,9) Mrd. EUR. Diesem Wert stehen neben Bürgschaften auch - als Depotverbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern ausgewiesene - Bardepots oder andere Gegenpositionen in Höhe von 3,6 (2,5) Mrd. EUR gegenüber.
Gegenüber einem Großteil unserer Rückversicherer und Retrozessionäre agieren wir auch als deren aktiver Rückversicherer (insbesondere im Segment Schaden-Rückversicherung), d. h., es besteht ein Potenzial zur Aufrechnung mit eigenen Verbindlichkeiten. Nach Abzug der vorgenannten Posten verbleibt ein Betrag in Höhe von 6,7 (6,4) Mrd. EUR.
Es ergibt sich folgende Ratingstruktur:
2022/2021
Innerhalb des unbesicherten Bestands sind 71 (78) % unserer Rückversicherungspartner/Retrozessionäre mit einem Rating der Kategorie A und besser klassifiziert. Der hohe Anteil an Rückversicherern mit hohem Rating ist Ausdruck unseres Bestrebens, Ausfallrisiken in diesem Bereich zu vermeiden.
Die Bilanzposition der Finanzinstrumente, die in Verbindung mit Versicherungsverträgen stehen (Policendarlehen, Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft, Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen) - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen -, stellt das Äquivalent für die maximale Ausfallrisikoexposition am Abschlussstichtag dar.
Depotforderungen repräsentieren die von Konzerngesellschaften bei konzernfremden Zedenten gestellten Sicherheiten (z. B. Bar- und Wertpapierdepots), die keine Zahlungsströme auslösen und die von diesen Zedenten nicht ohne Zustimmung unserer Gesellschaften verwertet werden können. Diese Sicherheiten verhalten sich grundsätzlich laufzeitkongruent zu den ihnen zuzuordnenden Rückstellungen. Bei Ausfall einer Depotforderung reduzieren sich die versicherungstechnischen Rückstellungen in gleichem Maß. Daher ist das Kreditrisiko begrenzt.
Der Abrechnungssaldo (Ertrag für den Erstversicherer), definiert als der Anteil der Rückversicherer an den verdienten Beiträgen abzüglich des Anteils der Rückversicherer an den Bruttoaufwendungen für Versicherungsleistungen sowie den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb, belief sich im Berichtsjahr auf -1.003 (-455) Mio. EUR.
Das Marktrisiko umfasst einerseits Schwankungen der Kapitalanlagen auf der Aktivseite, andererseits bestehen durch die Entwicklung der Kapitalmärkte aufgrund der ökonomischen Bilanzierung auch Auswirkungen auf die versicherungstechnischen Risiken auf der Passivseite. Die Schwankungen der Kapitalanlagen resultieren aus Marktpreisschwankungen, die im Falle nachteiliger Veränderungen zu Wertminderungen führen können.
Unsere Kapitalanlagepolitik ist, dem Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht folgend, an folgenden Zielen ausgerichtet:
| ― |
Optimierung der Rendite aus den Kapitalanlagen bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau |
| ― |
permanente Erfüllung der Liquiditätsanforderungen (Zahlungsfähigkeit) |
| ― |
Risikodiversifizierung (Mischung und Streuung) |
Der Bestand an festverzinslichen Wertpapieren ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Sinkende Marktrenditen führen zu Marktwertsteigerungen bzw. steigende Marktrenditen zu Marktwertsenkungen des festverzinslichen Wertpapierportfolios. Gleichermaßen wirkt sich die Veränderung von Credit Spreads auf den Marktpreis von festverzinslichen Wertpapieren aus.
Aktienkursrisiken ergeben sich aus ungünstigen Wertveränderungen im Bestand gehaltener Aktien und Aktien- bzw. Aktienindexderivate.
Währungsrisiken resultieren aus Wechselkursschwankungen. Diese kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn ein Währungsungleichgewicht zwischen den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten und den Kapitalanlagen besteht.
Immobilienrisiken können sich aus negativen Wertveränderungen direkt oder über Fondsanteile ergeben. Sie können durch eine Verschlechterung der speziellen Eigenschaften der Immobilie oder einen allgemeinen Marktwertverfall ausgelöst werden.
Die Exponierung gegenüber diesen Risiken wird insbesondere durch die Struktur des Investmentportfolios beeinflusst. Die folgende Darstellung zeigt das Portfolio der selbst verwalteten Kapitalanlagen des Talanx Konzerns inklusive Hypothekendarlehen nach Währungen, Anlageklassen und Ratings in der Bewertung gemäß IFRS-Abschluss:
Das Portfolio wird von festverzinslichen Wertpapieren dominiert, die zu 77 (76) % über ein Rating von mindestens A verfügen. Anleihen mit sehr guter Bonität und langer Duration ergänzen wir selektiv um hochverzinste Anleihen mit kurzer Laufzeit. Der Großteil unserer Anlagen notiert in Euro, im Nicht-Euro-Raum dominiert der US-Dollar.
Auf Staatsanleihen entfallen 51 (49) % der festverzinslichen Wertpapiere. Diese modellieren wir in TERM - im Gegensatz zur Standardformel - unabhängig von Emittenten und Emissionswährung immer unter Einbezug der Credit-Spread-Risiken.
Trotz unseres eher risikoarmen Portfolios kommt den Marktrisiken angesichts der Höhe des Kapitalanlagebestands eine große Bedeutung für das Risikoprofil der Gruppe zu. Die Marktrisiken bewerten wir mit TERM. Als wesentlich sind hier insbesondere Zinsänderungsrisiken sowie Kreditrisiken einzustufen.
Die Risikokonzentration bilden wir im Modell ab, das neben der reinen Wirkung der Konzentration von Emittenten zusätzlich auch Effekte aus der Korrelation von wirtschaftlichen und geografischen Zusammenhängen zwischen Emittenten umfasst.
Die Überwachung und Steuerung von Marktrisiken erfolgt insbesondere durch unser Limit- und Schwellenwertsystem. Dabei ist ein wichtiges Element die regelmäßige Überwachung des Value at Risk (VaR). Bei der VaR-Kontrolle werden neben den Kapitalanlagen auch die prognostizierten Cashflows der versicherungstechnischen Verpflichtungen sowie deren Sensitivität zu Marktrisikofaktoren berücksichtigt. Der Berechnung des ALM-VaR legen wir ein Konfidenzniveau von 99,5 % und eine Haltedauer von zehn Tagen zugrunde. Das geschätzte Verlustpotenzial wird also innerhalb von zehn Tagen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 % überschritten.
Der ALM-VaR zum 31. Dezember 2022 betrug 2.047 (2.732) Mio. EUR, das entspricht einer Quote von 1,64 (1,96) % der betrachteten Kapitalanlagen. Das im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Marktrisiko ist hauptsächlich auf den signifikanten Zinsanstieg und somit eine Verringerung der Durationslücke zwischen Aktiva und Passiva zurückzuführen.
Daneben kommt zur Risikofrüherkennung eine Modellvariante zum Einsatz, bei der kürzere Zeitreihen berücksichtigt werden und Marktbeobachtungen der jüngsten Vergangenheit durch die Verwendung einer exponentiellen Gewichtung einen stärkeren Einfluss auf die Risikokennzahlen haben. Diese Variante weist eine deutlich höhere Sensitivität des ALM-VaR-Modells für aktuelle Volatilitätsveränderungen an den Kapitalmärkten auf und kann ergänzend frühzeitig auf einen Risikoanstieg hinweisen.
Stresstests sowie Szenarioanalysen ergänzen das Steuerungsinstrumentarium. Für zinssensitive Produkte und Aktien errechnen wir eine mögliche Marktwertänderung anhand eines historischen Worst-Case-Szenarios auf Tagesbasis und schätzen so das Verlustpotenzial unter extremen Marktbedingungen ab. Im Rahmen von Szenarien simulieren wir Aktien- und Währungskursänderungen sowie Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und der Renditeaufschläge für Anleihen bonitätsrisikobehafteter Emittenten (Spreads). Zinsänderungsrisiken bestehen aus einer ungünstigen Wertänderung der im Bestand gehaltenen Finanzinstrumente aufgrund von Änderungen des Marktzinsniveaus.
Die nachstehende Tabelle zeigt Szenarien für die Entwicklung der im Konzern gehaltenen selbst verwalteten Kapitalanlagen (brutto) zum Bilanzstichtag. Bei den gezeigten Effekten nicht berücksichtigt werden die Steuern sowie die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Effekte, die sich aufgrund der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in der Personen-Erstversicherung ergeben, sind somit nicht Bestandteil der Analyse. Unter Einschluss dieser Effekte würden sich die dargestellten Auswirkungen auf die Ergebnisse und das Eigenkapital deutlich reduzieren.
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 | ||||
| Portfolio | Szenario | In der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen 1 | Im sonstigen Ergebnis zu erfassen 1 | Bestandsveränderung auf Marktwertbasis 2 | Bestandsveränderung auf Marktwertbasis 2 | |
| Aktien 3 | ||||||
| Aktienkurse | +20 % | 124 | 349 | 473 | 487 | |
| Aktienkurse | +10 % | 59 | 175 | 234 | 243 | |
| Aktienkurse | -10 % | -15 | -176 | -191 | -201 | |
| Aktienkurse | -20 % | -21 | -353 | -373 | -395 | |
| Festverzinsliche Wertpapiere | ||||||
| Renditeanstieg | +200 BP | -158 | -9.524 | -13.387 | -18.704 | |
| Renditeanstieg | +100 BP | -92 | -5.080 | -7.157 | -10.058 | |
| Renditerückgang | -100 BP | 130 | 5.851 | 8.251 | 11.989 | |
| Renditerückgang | -200 BP | 318 | 12.701 | 17.926 | 26.618 | |
| Währungssensitive Kapitalanlagen | ||||||
| Aufwertung EUR 4 | +10 % | -4.542 | -296 | -4.838 | -4.806 | |
| gegenüber USD | -2.484 | -201 | -2.685 | -2.745 | ||
| gegenüber GBP | -389 | -7 | -396 | -422 | ||
| gegenüber PLN | -302 | -1 | -302 | -271 | ||
| gegenüber Sonstigen | -1.366 | -88 | -1.454 | -1.369 | ||
| Abwertung EUR 4 | -10 % | 4.542 | 296 | 4.838 | 4.806 | |
| gegenüber USD | 2.484 | 201 | 2.685 | 2.745 | ||
| gegenüber GBP | 389 | 7 | 396 | 422 | ||
| gegenüber PLN | 302 | 1 | 302 | 271 | ||
| gegenüber Sonstigen | 1.366 | 88 | 1.454 | 1.369 | ||
1 Bruttodarstellung (vor Steuern und
Überschussbeteiligung)
2 Inkl. Finanzinstrumente der Kategorien
"Darlehen und Forderungen" und "Bis zur Endfälligkeit
zu haltende Finanzinstrumente"
3 Inkl. Derivatebestände
4 Wechselkursschwankungen gegenüber dem
Euro um +/-10 %, auf Basis der Bilanzwerte
Derivategeschäfte schließt der Konzern ab,
| ― |
um sich insbesondere gegen Kurs- oder Zinsänderungsrisiken bei vorhandenen Vermögenswerten abzusichern, |
| ― |
um den späteren Kauf oder Verkauf von Wertpapieren vorzubereiten oder |
| ― |
um aus vorhandenen Wertpapieren einen zusätzlichen Ertrag zu erzielen. |
Über Art und Umfang der Investitionen in derivative Finanzinstrumente oder strukturierte Produkte, deren Einsatz sehr enge Grenzen gesetzt sind und die durch die Kapitalanlagerichtlinien geregelt werden, entscheiden die Vorstände der Konzerngesellschaften. Die Vorgaben der Kapitalanlagerichtlinien sowie die gesetzlichen Vorgaben für derivative Finanzinstrumente und strukturierte Produkte überwachen wir laufend. Nähere Informationen zum Einsatz derivativer Finanzinstrumente lassen sich Anmerkung 13 im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva" des Konzernanhangs entnehmen.
Kreditrisiken bzw. Adressenausfallrisiken bestehen darin, dass sich die Bonität von Schuldnern verschlechtert und in Verbindung damit vereinbarte Zahlungen teilweise oder ganz ausfallen. Darüber hinaus kann es zu bonitätsbedingten Wertminderungen bei Finanzinstrumenten kommen. Kreditrisiken untergliedern sich im Besonderen in:
| ― |
Emittentenrisiko (Ausfallrisiko, Migrationsrisiko) |
| ― |
Kontrahentenrisiko (Wiedereindeckungs- und Erfüllungsrisiko) |
| ― |
Konzentrationsrisiko |
Bei der Risikomodellierung wird das Kreditrisiko in die folgenden Teilrisiken aufgefächert: Spread-, Migrations- und Defaultrisiken sowie Korrelations- und Konzentrationsrisiken. Während Spread- und Migrations- sowie Defaultrisiken auf Einzelassetebene quantifiziert werden können, lassen sich Korrelations- und Konzentrationseffekte lediglich in einem konkreten Portfoliokontext beobachten. Über Korrelationen werden die Abhängigkeiten der Bonität verschiedener Emittenten abgebildet. Das Korrelations- und Konzentrationsrisiko misst damit Konzentrationen der Kapitalanlage gegenüber einzelnen Emittenten unter Berücksichtigung solcher Bonitätsabhängigkeiten.
Die Adressenausfallrisiken werden über das Talanx Limit- und Schwellenwertsystem bzw. die segment- und gesellschaftsspezifischen Kapitalanlagerichtlinien begrenzt und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf Portfolio-, Emittenten-/Kontrahenten- und teilweise auf Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und Streuung im jeweiligen Portfolio sicherstellen.
Wesentliches Kriterium für die Investitionsentscheidung ist die Bonität eines Emittenten. Grundlage für die Bonitätsbeurteilung sind eigene Kreditrisikoanalysen, die durch Ratings externer Agenturen ergänzt werden. Die Neuanlage findet im Wesentlichen in Titeln mit einem Investment-Grade-Rating statt. Zur frühzeitigen Erkennung von Bonitätsverschlechterungen ist ein Frühwarnsystem auf Basis von Marktinformationen (z. B. Credit Spreads und Aktienkurse) installiert. Zur Reduzierung des Kontrahentenrisikos werden OTC-Geschäfte nur mit einem ausgewählten Kontrahentenkreis abgeschlossen. Durch Clearing, Netting- und Sicherheitsvereinbarungen reduzieren wir das wirtschaftliche Ausfallrisiko aus dem Einsatz von OTC-Derivaten mit den jeweiligen Kontrahenten (siehe hierzu unsere Darstellung in Anmerkung 13 des Konzernanhangs). Weiterhin werden Credit Default Swaps zur effizienten Steuerung von Kreditrisiken eingesetzt.
Das Adressenausfallrisiko wird auf Einzeladressenebene anhand folgender Merkmale charakterisiert:
| ― |
Ausfallwahrscheinlichkeit, abgeleitet aus dem Kompositrating (zweitbestes Rating der verfügbaren Agenturratings von Standard & Poor's, Moody's, Fitch und Scope) |
| ― |
Verlustquote bei Ausfall/Loss Given Default (LGD), abgeleitet aus dem Grad der Besicherung bzw. der Seniorität einer Emission |
| ― |
Exposure at Default: Es entspricht der erwarteten Höhe der Forderung zum Zeitpunkt des Ausfalls |
Für die Bestände werden unter Berücksichtigung der Ratings bzw. der zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeit und der erwarteten Verlustquote ein erwarteter Verlust sowie ein Credit Value at Risk (CVaR) berechnet. Der CVaR entspricht dabei der Höhe des (unerwarteten) Verlustes, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht überschritten wird. Die stochastische Simulation zur Berechnung des CVaR berücksichtigt neben emittentenspezifischen Merkmalen auch Portfoliokonzentrationen (z. B. in Branchen und Ländern) sowie Korrelationen der einzelnen Vermögenswerte.
Die so ermittelten Risikokennzahlen werden auf den verschiedenen Steuerungsebenen zusammengeführt und bilden die Basis für die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken.
Per 31. Dezember 2022 beträgt der Credit VaR für den gesamten Konzern 5.951 (6.794) Mio. EUR bzw. 4,7 (5,0) % der betrachteten Kapitalanlagen. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt damit das durchschnittliche Kreditrisiko der Kapitalanlagen. In der internen Risikoermittlung werden alle kreditrisikobehafteten Kapitalanlagen erfasst. Dies umfasst auch europäische Staatsanleihen, die nach dem Standardmodell unter Solvency 2 hingegen fiktiv als risikofrei angesehen werden.
Der Rückgang des Credit VaR gegenüber dem Vorjahr resultiert aus dem Marktwertrückgang der Kapitalanlagen des Konzerns infolge des Zinsanstiegs und einer weiteren Diversifikation das Anlageuniversums, verbunden mit einem selektiven Risikoaufbau in alternativen Assetklassen. Die Investments orientieren sich weiterhin an der konservativen Wiederanlagepolitik in der Kapitalanlage des Konzerns.
Für die Steuerung der Kreditrisiken ist es von großer Bedeutung, einen Überblick über die Implikationen bestimmter Einflüsse auf Ebene des Konzernportfolios sowie auf Ebene einzelner Emittenten zu haben. Nachfolgend werden drei Kreditszenarien dargestellt:
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Ratingherabstufung um eine Stufe | 6.910 | 8.045 |
| (+16 %) | (+18 %) | |
| Ratingherabstufung um zwei Stufen | 8.099 | 9.555 |
| (+36 %) | (+41 %) | |
| Anstieg LGD um zehn Prozentpunkte | 6.467 | 7.482 |
| (+9 %) | (+10 %) |
Die Tabelle zeigt die Sensitivität des Credit VaR für bestimmte Kreditszenarien. Zum einen wird die Auswirkung eines Herabstufens der Emittentenratings um eine bzw. zwei Stufen (Notches) und zum anderen der Verminderung der erwarteten Verwertungsquoten im Fall eines Zahlungsausfalls dargestellt.
Innerhalb der selbst verwalteten Kapitalanlagen in Staatsanleihen mit einem Rating schlechter als A- beläuft sich das Exposure des Konzerns auf Marktwertbasis auf 5,5 (6,2) Mrd. EUR; dies entspricht einem Anteil von 4,3 (4,5) %.
| In Mio. EUR | Rating 1 | Schuldtitel von Staaten | Schuldtitel quasistaatlicher Institutionen | Schuldtitel von Finanzinstituten | Schuldtitel von Industrieunternehmen | Hypothekarisch/dinglich gesicherte Schuldverschreibungen |
| 31.12.2022 | ||||||
| Italien | BBB | 3.478 | - | 632 | 456 | 174 |
| México | BBB | 363 | - | 143 | 270 | - |
| Brasilien | BB- | 239 | - | 45 | 223 | - |
| Ungarn | BBB | 393 | - | 12 | 15 | 5 |
| Südafrika | BB- | 103 | - | 4 | 133 | - |
| Portugal | BBB | 90 | - | 7 | 49 | - |
| Türkei | B | 110 | - | 9 | 11 | - |
| Russland | SD 3 | 25 | - | 1 | 9 | - |
| Sonstige BBB+ | 83 | - | 8 | 45 | - | |
| Sonstige BBB | 257 | 152 | 96 | 226 | - | |
| Sonstige <BBB | 353 | 128 | 80 | 178 | - | |
| 31.12.2021 | ||||||
| Italien | BBB | 3.790 | - | 797 | 560 | 295 |
| México | BBB | 316 | - | 160 | 349 | - |
| Brasilien | BB- | 191 | - | 86 | 214 | - |
| Ungarn | BBB | 549 | - | 12 | 20 | 5 |
| Südafrika | BB- | 130 | - | 1 | 142 | - |
| Portugal | BBB | 119 | - | 11 | 30 | 11 |
| Türkei | B+ | 54 | - | 20 | 9 | - |
| Russland 2 | BBB | 368 | 8 | 48 | 242 | - |
| Sonstige BBB+ | 96 | - | 74 | 84 | - | |
| Sonstige BBB | 196 | 80 | 51 | 168 | - | |
| Sonstige <BBB | 350 | 68 | 111 | 271 | - |
| In Mio. EUR | Sonstige | Gesamt |
| 31.12.2022 | ||
| Italien | 1 | 4.742 |
| México | - | 777 |
| Brasilien | 36 | 543 |
| Ungarn | - | 425 |
| Südafrika | 2 | 242 |
| Portugal | - | 147 |
| Türkei | - | 130 |
| Russland | - | 35 |
| Sonstige BBB+ | - | 136 |
| Sonstige BBB | - | 731 |
| Sonstige <BBB | - | 739 |
| 31.12.2021 | ||
| Italien | 6 | 5.448 |
| México | - | 826 |
| Brasilien | 13 | 504 |
| Ungarn | - | 586 |
| Südafrika | 2 | 275 |
| Portugal | - | 171 |
| Türkei | - | 83 |
| Russland 2 | - | 666 |
| Sonstige BBB+ | - | 253 |
| Sonstige BBB | - | 494 |
| Sonstige <BBB | - | 801 |
1 Maßgeblich sind externe Emissionsratings
(Standard & Poor's, Moody's, Fitch oder eine andere
durch die Talanx nominierte Ratingagentur [ECAI]). Sind
externe Emissionsratings von mehr als einer Agentur
verfügbar, so gilt das zweitbeste
2 Vom Gesamtbestand der Anleihen entfallen 484
(445) Mio. EUR auf die Gesellschaft OOO Strakhovaya
Kompaniya CiV Life, Moskau, Russland, die mittlerweile
veräußert wurde
3 Selective Default gemäß
Ampega-internem Rating
Die maximale Ausfallrisikoexposition (unserer Kapitalanlagen ohne Depotforderungen) am Abschlussstichtag, ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen das Ausfallrisiko verringernden Vereinbarungen, entspricht den Bilanzpositionen.
Im Konzern dienen insgesamt 2.056 (1.126) Mio. EUR an finanziellen Vermögenswerten zur Besicherung von Verbindlichkeiten sowie Eventualverpflichtungen. Von diesem Betrag entfallen Buchwerte in Höhe von 371 (117) Mio. EUR auf die Sicherstellung bestehender Geschäfte mit Derivaten, bei denen eigene Kapitalanlagen in Sperrdepots gehalten werden. Darüber hinaus hat die Hannover Re Real Estate Holdings gegenüber verschiedenen Kreditinstituten für Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Beteiligungen an Immobiliengeschäften und Immobilientransaktionen marktübliche Sicherheiten gestellt, deren Höhe zum Bilanzstichtag 1.334 (922) Mio. EUR betrug.
Weitere Angaben zu Sicherheitenstellungen können dem Kapitel "Konsolidierung", Abschnitt "Angaben zu Art und Umfang erheblicher Beschränkungen" des Konzernanhangs entnommen werden.
Seitens der Gruppe wurden von verschiedenen Kreditinstituten Garantien in Form von Letters of Credit zur Besicherung versicherungstechnischer Verbindlichkeiten in Höhe von 3,1 (2,8) Mrd. EUR gestellt. Darüber hinaus wurden dem Konzern Vermögenswerte mit einem Zeitwert von 143 (91) Mio. EUR als Sicherheit gestellt, die ohne Vorliegen eines Zahlungsverzuges des Eigentümers verkauft oder als Sicherheit weitergereicht werden können.
Zum Bilanzstichtag befanden sich keine wesentlichen überfälligen nicht wertberichtigten Kapitalanlagen im Bestand, da überfällige Wertpapiere, mit Ausnahme der durch Grundpfandrechte besicherten Hypothekendarlehen, sofort abgeschrieben werden. Zu den im Berichtsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen bei den Kapitalanlagen siehe Anmerkung 31.
Die Ratingstruktur unserer festverzinslichen Wertpapiere, differenziert nach Bilanzpositionen, Investmentverträgen und kurzfristigen Geldanlagen, findet sich in den Anmerkungen im Kapitel "Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva".
Unter den Liquiditätsrisiken verstehen wir die Gefahr, nicht rechtzeitig in der Lage zu sein, Kapitalanlagen und andere Vermögenswerte in liquide Mittel umzuwandeln, um unseren finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können. Die Exponierung hängt dabei von der Höhe der Verpflichtungen 1 ab. So könnten wegen Illiquidität der Märkte Bestände unter Umständen nicht oder nur mit Verzögerungen veräußert oder offene Positionen nicht oder nur mit Kursabschlägen geschlossen werden. Die Bewertung dieses Risikos stützt sich auch stark auf qualitative Analysen. Wir betrachten das Risiko dabei in seiner Gesamtheit als relevant.
Generell generiert die Gruppe laufend signifikante Liquiditätspositionen, weil die regelmäßigen Prämieneinnahmen fast ausnahmslos zeitlich deutlich vor Schadenzahlungen und sonstigen Leistungen zufließen.
Die folgende Tabelle stellt den Mittelzufluss aus Prämienzahlungen, die Mittelabflüsse aus Schadenzahlungen, Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen einschließlich der angefallenen Verwaltungskosten der Schaden/Unfallversicherung zum jeweiligen Bilanzstichtag gegenüber.
Die Liquiditätszuflüsse, die wir nachstehend für die Schadenversicherung darstellen, sind sämtlich positiv.
| In Mio. EUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Gebuchte Bruttoprämien | 38.731 | 30.758 |
| Schadenzahlungen (brutto) | -18.992 | -14.694 |
| Gezahlte Abschlusskosten und Rückversicherungsprovisionen sowie Verwaltungsaufwendungen | -9.838 | -7.897 |
| Liquide Mittel | 9.901 | 8.167 |
1 Nach Eliminierung konzerninterner
segmentübergreifender Geschäftsvorfälle
Die Lebensversicherer im Konzern stellen zur Überwachung von Liquiditätsrisiken regelmäßig die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres den vorhandenen Kapitalanlagen gegenüber (unterjährig werden für die Netto-Schadenzahlungen des Geschäftsjahres Plangrößen verwendet). Hierbei werden mögliche unvorhergesehene Erhöhungen der Netto-Schadenzahlungen durch angemessene Aufschläge berücksichtigt und die Liquidierbarkeit der Kapitalanlagen beachtet.
Zur Minderung von Liquiditätsrisiken auf Gruppenebene führen wir regelmäßige Liquiditätsplanungen sowie kontinuierliche Abstimmungen der Fälligkeiten der Kapitalanlagen und der finanziellen Verpflichtungen durch. Durch eine liquide Anlagestruktur stellen wir sicher, dass die Gruppe jederzeit in der Lage ist, die erforderlichen Auszahlungen zu leisten. Bei den versicherungstechnischen Zahlungsverpflichtungen wird u. a. auf die erwarteten Fälligkeiten abgestellt, welche die Abwicklungsmuster der Rückstellungen berücksichtigen.
Zur Abfederung kurzfristig in der Gruppe auftretender Liquiditätsbedarfe hält die Talanx AG eine Mindestliquidität vor. Ein weiterer Baustein des Liquiditätsmanagements ist die Verfügbarkeit eines ausreichend dimensionierten Kreditrahmens. Weiterführende Ausführungen hierzu finden sich im Kapitel "Vermögens- und Finanzlage - Unterkapitel Liquidität und Finanzierung" des Konzernlageberichts. Darüber hinaus sichert die Talanx AG den Zugang der Gruppe zu lang- und gegebenenfalls auch kurzfristigen externen Finanzierungsquellen.
Neben den zur Deckung der Rückstellungen und Verbindlichkeiten zur Verfügung stehenden Aktiva bestehen für die Gruppe Vereinbarungen mit Kreditinstituten über Letter of Credit (LoC)-Fazilitäten in Höhe von umgerechnet 4,7 (4,2) Mrd. EUR. Sofern Laufzeiten vereinbart wurden, bestehen diese maximal bis zum Jahr 2026. Bei einer Reihe von LoC-Fazilitäten bestehen marktübliche vertragliche Klauseln, die den Kreditinstituten bei wesentlichen Veränderungen der Aktionärsstruktur bei unserer Konzerngesellschaft Hannover Rück SE Kündigungsrechte einräumen oder bei Eintritt wesentlicher nachteiliger Ereignisse, beispielsweise bei einer deutlichen Herabstufung der Ratings, eine Besicherungsverpflichtung auslösen.
In Bezug auf das Liquiditätsrisiko gehen wir unverändert davon aus, auch größeren, unerwarteten Auszahlungserfordernissen fristgemäß nachkommen zu können.
Operationelle Risiken umfassen das Verlustrisiko, das sich aus der Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen, Mitarbeitern oder Systemen oder durch externe Ereignisse ergibt. Operationelle Risiken sind mit der Ausübung unseres Geschäfts zwangsläufig verbunden.
Zur Identifikation der mit der Ablauforganisation einhergehenden operationellen Risiken haben wir die Prozesse im Konzern erfasst, beschrieben und im Rahmen des internen Kontrollsystems mit Schlüsselkontrollen versehen. Die quantitative Bewertung von operationellen Risiken erfolgt mithilfe von Szenariobetrachtungen, basierend auf Expertenbefragungen/-schätzungen zu Häufigkeit und Schwere von möglichen Verlustereignissen. Interne und externe operationelle Verlustdaten werden sowohl zur Unterstützung der Einschätzung als auch zur Validierung herangezogen.
Im Folgenden werden die für uns bedeutendsten Subkategorien operationeller Risiken und entsprechende mitigierende Maßnahmen dargestellt:
Ein operationelles Risiko besteht im Verlustrisiko, das sich aus eventueller Unangemessenheit oder dem Versagen von internen Prozessen oder mangelnder Datenqualität ergibt. Ein wichtiges Instrument zur Minderung dieses Risikos ist ein effektives internes Kontrollsystem. Zusätzlich haben wir gruppenweite Standards für das Prozessmanagement etabliert, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Weitere operationelle Risiken sind Rechts-, Steuer- und Compliance-Risiken. Hierunter fällt explizit auch das Rechtsänderungsrisiko. Über die Zentralfunktionen der Gruppe, insbesondere die Compliance-Funktion sowie die Rechts- und die Steuerabteilung, überwachen wir die Risikolage eng und beraten Tochtergesellschaften und Fachabteilungen bei diesbezüglichen Fragen.
Eine Untergruppe des Rechtsänderungsrisikos sind Veränderungen des behördlichen Umgangs mit rechtlichen Grundsatzthemen, so im Steuerrecht auf Basis von Verlautbarungen des Bundesministeriums der Finanzen (BMF). Das BMF hat 2017 eine restriktive Auffassung zur steuerlichen Behandlung verschiedener Wertpapiertransaktionen verlautbart, die in unserer Gruppe zu Steuernachforderungen führen könnte. Diese Wertpapiertransaktionen waren zuvor nicht nur üblich, sondern allgemein als steuerrechtlich unproblematisch eingestuft und dementsprechend auch von einzelnen Gesellschaften der Gruppe als Teil der Kapitalanlage getätigt. Mit einer weiteren Verlautbarung im Jahr 2021 wurden die Regelungen zwar grundsätzlich nochmals verschärft, für die konkret getätigten Wertpapiertransaktionen ist jedoch auch eine Entschärfung möglich. Gestützt auf extern eingeholte Gutachten wird weiterhin von einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen, die Steuernachforderung letztlich abwehren zu können. Zur Begrenzung eines Zinsrisikos bis zur endgültigen Entscheidung wurden im Jahr 2020 höchst vorsorglich und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht freiwillig Teilzahlungen auf die in den Steuerbescheiden festgesetzten Beträge an das Finanzamt geleistet. Der bilanzielle Ausweis der geleisteten Zahlungen erfolgte im Rahmen der Jahresabschlüsse 2020 im Kapitalanlageergebnis. Dieser Ausweis befindet sich im Hinblick auf aufsichtsrechtliche Regeln und Befugnisse derzeit in rechtlicher Klärung.
Neben dem Rechtsänderungsrisiko ist der Konzern im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in gerichtliche und außergerichtliche Verfahren involviert. Der Ausgang solcher Verfahren ist zumeist unsicher. Im Berichtsjahr und am Bilanzstichtag bestanden - abgesehen von Verfahren des üblichen Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäfts - keine Rechtsstreitigkeiten, die wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.
Das Risiko aus fahrlässigen oder vorsätzlichen Verletzungen von Gesetzen, insbesondere aus Vermögensdelikten, oder Verstößen gegen interne Regeln durch Mitarbeiter oder durch Dritte ist ebenfalls Bestandteil der operationellen Risiken. Diesem Risiko begegnen wir intern insbesondere mit Compliance-Schulungen und den Maßnahmen des IKS. In Verdachtsfällen können beispielsweise auch Sonderprüfungen der Revision erfolgen.
Unter Informations- und IT-Sicherheitsrisiken verstehen wir Risiken, die die Vollständigkeit, Vertraulichkeit oder Verfügbarkeit der Informationen oder IT-Systeme potenziell gefährden können. Um der zunehmenden Bedeutung dieser Risiken Rechnung zu tragen, haben wir gruppenweite Informationssicherheits-Leitlinien etabliert und führen regelmäßig kommunikative Maßnahmen zur Erhöhung der Security-Awareness durch. Unser interner IT-Dienstleister ist nach ISO 27001 - Informationssicherheit - zertifiziert; externe Partner sind auf die Einhaltung hoher Standards verpflichtet. Den Risiken von Cyberattacken wirkt insbesondere der in der Gruppe etablierte Security-Bereich - primär durch technische Maßnahmen sowie die stetige Weiterentwicklung und Investition in unsere Cyber-Sicherheitssysteme - entgegen. Cyberrisiken werden zusätzlich durch den Kauf von Cyber-Versicherungsschutz gemindert.
Als weitere wesentliche Risiken haben wir Emerging Risks, strategische Risiken, Reputationsrisiken und Modellrisiken identifiziert. Diesen Risiken ist gemeinsam, dass sie nicht sinnvoll mit mathematischen Modellen analysiert werden können, weswegen wir hier vor allem auf qualitative Analysen zurückgreifen. Derart analysierte Risiken werden im Rahmen der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (Own Risk and Solvency Assessment - ORSA) berücksichtigt.
Unter Emerging Risks verstehen wir neue zukünftige Risiken, deren Risikogehalt noch nicht zuverlässig bekannt ist und deren Auswirkungen nur schwer beurteilt werden können. So kann beispielsweise zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der (geo-)politischen Entwicklung weltweit und in einzelnen Ländern zu nervösen Märkten und einem gestiegenen Potenzial für das Aufkommen systemischer Schocks führen. Aus der Verbreitung neuer Technologien, Medikamente oder Werkstoffe können Folgewirkungen resultieren, die zu nicht absehbaren Schäden führen. Wir erheben und bewerten diese Risiken über einen gruppenweiten Prozess, in den Experten aus verschiedenen Einheiten eingebunden sind. Hierzu greifen wir auch auf extern verfügbare Expertise und externes Material zurück.
Strategische Risiken ergeben sich aus dem potenziellen Missverhältnis zwischen der Unternehmensstrategie und den sich ständig wandelnden Rahmenbedingungen. Ursachen für ein solches Ungleichgewicht können z. B. falsche strategische Grundsatzentscheidungen, eine inkonsequente Umsetzung der festgelegten Strategien, die unzureichende Umsetzung strategischer Projekte oder erhöhte Steuerungskomplexität durch den Umgang mit verschiedenen Sichten auf Kapital, Chancen und Risiken sein. Wir überprüfen deshalb jährlich unsere Unternehmens- und Risikostrategie und passen die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an.
Reputationsrisiken sind Risiken, die zu einer Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit führen. Risikosteuernd wirken hier unsere festgelegten Kommunikationswege, eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, erprobte Prozesse für definierte Krisenszenarien sowie unsere etablierten Geschäftsgrundsätze.
Auf der Gruppenebene findet das Modellrisiko eine besondere Beachtung. Unter Modellrisiken verstehen wir Risiken aus Fehlentscheidungen, die aus Unsicherheiten aus eventuell partiell oder vollständig fehlender Information in Bezug auf das Verständnis oder das Wissen um ein Ereignis, seine Konsequenzen oder seine Mutmaßlichkeit resultieren. Zur Begrenzung des Modellrisikos haben wir u. a. Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie einen stringenten Modelländerungsprozess implementiert.
In Projekten werden zumeist komplexe Aufgabenstellungen bearbeitet, die insoweit auch mit spezifischen operationellen Risiken (Projektrisiken) verbunden sein können. Projektrisiken können insbesondere im Zusammenhang mit IT-Großprojekten bestehen.
Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) stellen keine eigene Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich in allen Risikokategorien manifestieren. Dies gilt für die Versicherungstechnik, die Kapitalanlage und operationelle Risiken ebenso wie für strategische und Reputationsrisiken. Beispielsweise können Vermögenswerte durch den Klimawandel an Wert verlieren oder die Verletzung sozialer Standards zu erheblichen Reputationsschäden führen. Der Talanx Konzern begegnet diesem Umstand durch die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in sein gesamtes Enterprise-Risk-Management-System. Darin eingeschlossen sind die Risikoidentifikation, -messung und -bewertung sowie die -überwachung und -berichterstattung.
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel beobachtet der Talanx Konzern Chancen und Risiken entlang verschiedener Dimensionen seiner Unternehmenstätigkeit. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die damit einhergehenden Maßnahmen, wie z. B. eine Erhöhung des CO 2-Preises und/oder Reduzierung der Emissionsrechte sowie die Regulierung der Energieeffizienz, könnte den Marktwert von Investments in kohlenstoffintensive Sektoren sowie Staatsanleihen von Ländern, die wirtschaftlich stark von fossiler Energiewirtschaft und kohlenstoffintensiver Industrie abhängig sind, verringern. Darüber hinaus könnte eine abrupte Dekarbonisierung makroökonomische Verwerfungen bzw. Unsicherheiten zur Folge haben, welche eine höhere Risikoaversion und Volatilität an den Finanzmärkten bewirken könnte. Eine Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Extremwettereignissen kann zu steigenden Risikoprämien und Bonitätsverlusten bei Staats- oder Kommunalanleihen stark exponierter Länder oder Regionen sowie anderer Vermögenswerte (z. B. Immobilien, Infrastruktur) führen. Der Talanx Konzern nutzt daher etwa ESG-Scoring-Modelle in der Kapitalanlage, um Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Diese können von der Reduzierung des Exposures bis hin zur kompletten Desinvestition betroffener Investments reichen.
In der Versicherungstechnik können die Auswirkungen des Klimawandels zu einer Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Naturgefahren führen. Hierauf können wir durch kontinuierliche Anpassung von Modellen und Pricing aufgrund beobachteter und angenommener Entwicklungen reagieren. Gleichzeitig kann es auch an anderen Stellen zu neuen Schadentypen und -mustern kommen. Der Talanx Konzern begleitet Kunden bei der Anpassung ihrer Risikomanagement- und Präventionsmaßnahmen und sieht in diesem Beratungsfeld unternehmerische Chancen. Aus geänderter Rechtsprechung im Zusammenhang mit dem Klimawandel können sich für Kunden neue Haftungsrisiken ergeben. Auch hierfür steht der Talanx Konzern beratend zur Seite, prüft überdies die Auswirkungen auf das Portfolio und nimmt, wo notwendig, Anpassungen in der Risikodeckung (z. B. Ausschlüsse) vor.
Ähnlich der ESG-Risiken gehen geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzungen, wie aktuell in der Ukraine, mit einer Vielzahl diverser Risiken einher. So können - wie im Fall des Krieges in der Ukraine - etwa große Risiken für politische Machtverhältnisse weltweit entstehen. Es sind erhebliche Auswirkungen auf die Finanz- und Währungsmärkte möglich.
Resultierende Erhöhungen der Energiepreise können die Inflation weiter antreiben. Eine steigende Inflationsrate kann zu zusätzlichen Aufwendungen führen, wenn hierdurch höhere Rentenanpassungen als einkalkuliert notwendig werden. Um diesem Risiko entgegenzusteuern, überprüfen wir die Rechnungsgrundlagen regelmäßig auf ihre Angemessenheit.
Grundsätzliche Risikopotenziale ergeben sich auch im Bereich möglicher Sanktionsverstöße im Rahmen der sehr dynamischen Entwicklungen. Entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung, beispielsweise die fortlaufende Prüfung von Sanktionslisten und Weitergabe relevanter Informationen an operative Bereiche, wie Underwriting, Schaden und Vertrieb, wurden ergriffen.
Die sonstigen Risiken des Konzerns umfassen implizit auch die Beteiligungsrisiken der Talanx AG, die sich insbesondere aus der Ergebnisentwicklung der Tochterunternehmen, der Ergebnisstabilität im Beteiligungsportfolio und einer möglichen mangelnden Ausgewogenheit des Geschäfts ergeben. Durch Ergebnisabführungsverträge und Dividendenzahlungen ist die Talanx AG unmittelbar an der geschäftlichen Entwicklung und den Risiken von Tochtergesellschaften beteiligt.
Es lassen sich aus unserer Sicht keine Risiken erkennen, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns existenziell beeinträchtigen.
Die folgenden - in der Reihenfolge ihrer Bedeutung nach aufgeführten - Risiken bestimmen das Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko in der Schaden/Unfallversicherung, das versicherungstechnische Risiko der Lebensversicherung, das Naturkatastrophenrisiko, das operationelle Risiko sowie das Forderungsausfallrisiko.
Für das Management des Gesamtrisikos hat der Faktor Diversifikation eine besonders große Bedeutung. Wir operieren sowohl geografisch als auch in Bezug auf die Leistungen mit einer breiten Ausrichtung. Dadurch betrachten wir uns auch im Fall einer kumulierten Materialisierung von Risiken als gut aufgestellt.
Die Weltwirtschaft steht zu Beginn des Jahres 2023 am Rande einer Rezession. Ursächlich hierfür sind u. a. der Krieg in der Ukraine, die Neuordnung der Energieversorgung sowie die hohe Inflation, die von den Notenbanken der meisten Währungsräume mit einer Straffung ihrer Geldpolitik bekämpft wird. Infolgedessen hat sich die Konjunktur bereits merklich abgekühlt. Obgleich der Preisdruck und damit der Handlungsdruck auf die Notenbanken im Jahresverlauf deutlich nachlassen sollten, dürften die Industrieländer vor diesem Hintergrund 2023 kaum über eine Stagnation hinauskommen, wobei auf einen schwierigen Winter eine sukzessive Belebung ab dem Frühjahr/Sommer folgen sollte. Den Schwellen- und Entwicklungsländern trauen wir mit der Abkehr Chinas von seiner Zero-Covid-Politik ein stärkeres Wachstum als 2022 zu.
In Deutschland und der Eurozone dürfte eine milde Rezession im Winterhalbjahr nicht zu vermeiden sein - auch ohne dass es zu einer unfreiwilligen Rationierung des Gasverbrauchs kommt. Nach dem Winter stehen die Zeichen dann auf Erholung, wenn eine dank Basiseffekten sukzessive sinkende Inflation die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte und damit den Konsum stabilisiert - in Verbindung mit staatlicher Unterstützung und überdurchschnittlichen Lohnsteigerungen angesichts robuster Arbeitsmärkte. Eine Erholung der Weltwirtschaft sollte im zweiten Halbjahr auch den Investitionen wieder Auftrieb geben. Ungeachtet dessen gehen wir davon aus, dass die Energiekosten in Europa über dem Vorkriegsniveau verharren und damit eine dauerhafte Belastung für Unternehmen und private Haushalte darstellen werden.
Die geldpolitische Straffung der Fed wird das Wirtschaftswachstum in den USA in diesem Jahr spürbar bremsen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Fed angesichts von Erfolgen bei der Inflationsbekämpfung ihren Zinszyklus im ersten Halbjahr beendet, sodass auch in den USA mit einer Belebung der Konjunktur im weiteren Jahresverlauf zu rechnen ist. Dabei dürfte die US-Wirtschaft nicht nur von umfangreichen Subventionen im Zuge des 2022 verabschiedeten Inflation Reduction Act (IRA), sondern auch vom Wettbewerbsvorteil gegenüber der europäischen Industrie aufgrund weniger deutlich gestiegener Energiekosten profitieren.
Ungeachtet dessen wandeln die Volkswirtschaften Europas und der USA 2023 auf einem schmalen Grat. Als wesentliches Risiko für eine tiefergreifende Rezession sehen wir insbesondere, dass Fed und EZB die Inflationsbekämpfung zu weit treiben und mit zu starken Leitzinserhöhungen für eine negative Wachstumsdynamik sorgen. Auch mögliche gefährlichere Virusvarianten oder eine hohe Zahl schwerwiegender Krankheitsverläufe in China nach Abkehr von der Zero-Covid-Politik und damit einhergehende erneute Störungen der globalen Lieferketten stellen bedeutende Risiken für den Ausblick dar. Nicht zuletzt dürfte auch eine weitere Eskalation des Kriegs in der Ukraine oder ein (Wieder-)Aufflammen geopolitischer Konflikte (insbesondere China/Taiwan/USA) die Weltwirtschaft in eine tiefergreifende Rezession stoßen. Daneben haben strukturelle Risiken wie die Klimawende oder die überbordende Verschuldung insbesondere in Europa weiter Bestand.
Basiseffekte, Lieferkettenentspannung sowie eine im Zuge der beschriebenen Entwicklungen schwächere gesamtwirtschaftliche Nachfrage dürften die Inflation im Jahresverlauf erheblich dämpfen. Vor diesem Hintergrund könnten viele Notenbanken 2023 ihren Zinszyklus beenden und gegen Jahresende die Leitzinsen bereits erstmals wieder senken. Den US-Leitzins erwarten wir daher Ende 2023 mit 4,25 % um 0,50 Prozentpunkte unter seinem aktuellen Niveau. Den EZB-Einlagensatz sehen wir bei 2,50 % (aktuell: 2,50 %). Auch wird die EZB 2023 mit dem Abbau ihres Anleihebestands beginnen.
Nach einem schwierigen Jahr 2022 rechnen wir 2023 mit einer Stabilisierung an den internationalen Kapitalmärkten. Die gestiegenen Renditen sprechen für eine stärkere Nachfrage und damit eine Konsolidierung der Renditen an den Rentenmärkten auf erhöhten Niveaus. Ein Risiko sehen wir jedoch im hohen Angebot an neuen Staatsanleihen, da die Notenbanken nach der geldpolitischen Wende nicht mehr als Abnehmer für zusätzliche Papiere bereitstehen. Sollte eine tiefgreifende Rezession wie von uns erwartet vermieden werden, ist keine Ausweitung der Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen zu erwarten. Das wären auch gute Nachrichten für die Aktienmärkte, denen wir 2023 leichtes Aufwärtspotenzial zutrauen.
Das makroökonomische Umfeld ist weiterhin von erheblichen Risikofaktoren geprägt. Sowohl für den nationalen als auch den internationalen Versicherungsmarkt wird insbesondere die weitere Inflationsentwicklung maßgebend sein. Unsere Prognosen sind daher mit mehr als der üblichen Unsicherheit behaftet.
Nach einem für Versicherer herausforderndem Jahr 2022 erwarten wir für 2023 eine graduelle Verbesserung der Gesamtlage. Für den deutschen Versicherungsmarkt gehen wir von einem positiven Beitragszuwachs leicht oberhalb der Inflation aus.
In der Schaden/Unfallversicherung rechnen wir für 2023 in Deutschland mit einem über dem Trend liegenden positiven Wachstum der Prämieneinnahmen. Insbesondere inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen werden sich auch im Jahr 2023 fortsetzen.
Für die deutsche Lebensversicherung gehen wir für 2023 von Beitragseinnahmen auf Niveau des Berichtsjahres aus. Das dynamische makroökonomische Umfeld dürfte die Entwicklung auch im laufenden Jahr prägen. Die Profitabilität der deutschen Lebensversicherer dürfte sich angesichts der steigenden Marktzinsen allmählich verbessern.
In der internationalen Schaden/Unfallversicherung erwarten wir für 2023 ein positives reales Prämienwachstum. Dabei gehen wir sowohl in den entwickelten Versicherungsmärkten als auch in den Schwellenmärkten von einer positiven Entwicklung aus. In Letzteren dürfte die Dynamik stärker ausfallen.
Für die entwickelten europäischen Versicherungsmärkte gehen wir für 2023 von einem gegenüber dem Berichtsjahr steigenden Prämienaufkommen aus, jedoch unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Das Wachstum in Nordamerika wird auf einem ähnlichen Niveau erwartet. Als einen Treiber dieser Entwicklung sehen wir einen sich weiter verhärtenden Markt bei Gewerbe- und Industrieversicherungen. Für Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika erwarten wir ebenfalls eine positive Entwicklung. Die stärkste Wachstumsdynamik dürfte im laufenden Jahr aus Asien kommen, insbesondere aus China.
Die Profitabilität der internationalen Schaden/Unfallversicherung dürfte sich 2023 leicht erholen, nachdem sie 2022 unter Druck geraten war. Wir gehen davon aus, dass sich sowohl die Versicherungstechnik als auch das Kapitalanlageergebnis verbessern werden.
Auf den internationalen Lebensversicherungsmärkten gehen wir für die entwickelten Versicherungsmärkte von einem leichten Rückgang und für die Schwellenländer von einer leichten Steigerung des realen Prämienwachstums aus. Der im Vergleich stärkste Impuls dürfte dabei aus Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa kommen. Die Entwicklung für Asien schätzen wir demgegenüber leicht schwächer, jedoch ebenfalls positiv ein. Angesichts der weltweit steigenden Marktzinsen sowie einer Normalisierung der Sterblichkeitsansprüche im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gehen wir davon aus, dass sich auch die Profitabilität der internationalen Lebensversicherung verbessert.
Auf den folgenden Seiten stellen wir die Erwartungen für das laufende Jahr für den Konzern und seine Geschäftsbereiche dar. Der Ergebnisausblick und die Prognosesicherheit sind unter den neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9/17 herausfordernd, da sich Änderungen im Kapitalmarkt- und Zinsumfeld teilweise unmittelbar ergebniswirksam niederschlagen. Dies gilt insbesondere wegen des weiterhin bestehenden Ukraine-Kriegs, höherer Inflation und geopolitischer Risiken.
Im Geschäftsbereich Industrieversicherung werden wir unsere ertragsorientierte Zeichnungspolitik fortsetzen. Weiterhin werden wir auch im Jahr 2023 die attraktiven Wachstumsperspektiven der HDI Global Specialty SE nutzen, und auch das übrige Portfolio soll durch Ratenerhöhungen sowie weiteres Neugeschäft in Deutschland und den internationalen Märkten dazu beitragen. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland setzen wir das Programm "Go25" weiterhin fort. Es legt u. a. den Fokus auf profitables Wachstum insbesondere im Firmen/Freie-Berufe-Geschäft. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International werden wir uns auf unsere Kernmärkte fokussieren und wollen unser profitables Wachstum insbesondere im Schaden/Unfall-Geschäft fortsetzen. Im Geschäftsbereich Rückversicherung erwarten wir auf Basis der anhaltenden nachhaltigen Verbesserung der Preise und Konditionen in der Erst- und Rückversicherung ein weiteres währungskursbereinigtes Wachstum.
Die Anwendung des IFRS-9/17-Standards führt im Jahr 2023 zu geänderten operativen Steuerungsgrößen auf Konzern- bzw. Geschäftsbereichsebene. Für die Steuerung des Konzerns stehen insbesondere das Konzernergebnis und die Eigenkapitalrendite im Fokus.
Das Wachstum des Versicherungsumsatzes ist das nominale Wachstum, korrigiert um Währungskurseffekte: Versicherungsumsatz des laufenden Jahres zum Währungskurs des Vorjahres (Vj.) abzüglich Versicherungsumsatz (Vj.), dividiert durch Versicherungsumsatz (Vj.)
Konsolidiertes Jahresergebnis des Konzerns (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
Jahresergebnis (nach Finanzierungszinsen und Steuern) ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter im Verhältnis zum durchschnittlichen Eigenkapital ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
1- [versicherungstechnisches Ergebnis (netto), dividiert durch Versicherungsumsatz (brutto)]
Infolge der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 17 erwarten wir insbesondere aufgrund der Diskontierung der versicherungstechnischen Verpflichtungen einen positiven Einfluss auf die kombinierte Schaden-/Kostenquote, dem ein Aufzinsungseffekt im Finanzergebnis gegenübersteht. Die Auswirkungen hängen im Einzelnen von der entsprechenden Zinsentwicklung ab.
Vertragliche Servicemarge (CSM) des Neugeschäfts abzüglich Verlustkomponente des Neugeschäfts
Wir gehen von folgenden Annahmen aus:
| ― |
moderates weltwirtschaftliches Wachstum |
| ― |
weiterhin erhöhte Inflationsraten |
| ― |
Ende des Zinserhöhungszyklus |
| ― |
keine plötzlichen Schocks an den Kapitalmärkten |
| ― |
keine Währungskursschocks |
| ― |
keine wesentlichen finanzpolitischen und aufsichtsrechtlichen Änderungen |
| ― |
eine Großschadenbelastung im Rahmen unserer Erwartung |
| ― |
keine Eskalation geopolitischer Spannungen |
| In % | 2023 |
| Versicherungsumsatz (währungskursbereinigt) in Mrd. EUR | ~ 42 |
| Konzernergebnis in Mrd. EUR | ~ 1,4 |
| Eigenkapitalrendite | > 10 |
Für den Talanx Konzern erwarten wir 2023 einen Versicherungsumsatz von rund 42 Mrd. EUR. Das Konzernergebnis erwarten wir bei rund 1,4 Mrd. EUR. Dies dürfte einer Eigenkapitalrendite von über 10 % entsprechen, die damit unser strategisches Mindestziel (900 Basispunkte über risikofrei) erfüllen würde. Diese Erwartung steht unter dem Vorbehalt, dass Großschäden das Großschadenbudget nicht überschreiten, keine Turbulenzen auf den Kapitalmärkten und keine wesentlichen Währungsschwankungen auftreten. Ferner kann das erwartete Konzernergebnis im Hinblick auf die Anwendung des neuen Bewertungsstandards IFRS 9 für die Bewertung von Kapitalanlagen besonderen Schwankungen unterliegen.
| In % | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) | im oberen einstelligen Prozentbereich |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote | < 96 |
| Eigenkapitalrendite | > 9 |
Für das Geschäftsjahr 2023 gehen wir von einem Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Dazu soll sowohl unser Specialty-Geschäft wie auch das übrige Portfolio durch Prämienerhöhungen sowie weiteres Neugeschäft in Deutschland und den internationalen Märkten beitragen. Unsere Strategie hat eine globale Underwriting-Organisation zum Ziel, die über die Marktzyklen hinweg profitable Wachstumschancen im internationalen Industrieversicherungsmarkt nutzt. Wir prognostizieren für die Industrieversicherung im Jahr 2023 eine Schaden-/Kostenquote unter 96 %. Die Eigenkapitalrendite soll über 9 % liegen.
| In % | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes | mittlerer einstelliger Prozentbereich |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote | ~ 97 |
Für das Segment Schaden/Unfallversicherung gehen wir für 2023 von einem Wachstum der versicherungstechnischen Erträge im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Hierzu soll insbesondere weiteres Wachstum im Firmen/Freie-Berufe-Geschäft beitragen. Unterstützt wird dies weiterhin durch unser Programm "Go25" mit dem Fokus auf profitables Wachstum und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Dies erreichen wir u. a. als bester Maklerversicherer, bester digitaler Bankenversicherer und wettbewerbsfähiger Privatversicherer. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote sollte bei rund 97 % liegen.
| In % | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes | im oberen einstelligen Prozentbereich |
| Neugeschäftswert | > 300 |
Im Segment Lebensversicherung wollen wir die Bancassurance zu einem maßgeblichen Player am Markt machen. Infolgedessen gehen wir für 2023 von einem Wachstum des Versicherungsumsatzes im oberen einstelligen Prozentbereich aus. Der Neugeschäftswert soll über 300 Mio. EUR liegen. Die Vertriebskooperation mit der TARGO-BANK hat eine Laufzeit bis Ende 2025.
| In % | 2023 |
| Eigenkapitalrendite | > 9 |
Die Eigenkapitalrendite betrachten wir für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland gesamthaft. Wir erwarten für 2023 eine Eigenkapitalrendite von über 9 %.
| In % | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Schaden/Unfallversicherung) | niedriges zweistelliges Wachstum |
| Kombinierte Schaden-/Kostenquote (Schaden/Unfallversicherung) | < 95 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt, Lebensversicherung) | mittlerer einstelliger Prozentbereich |
| Eigenkapitalrendite | ~ 8,5 |
Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International streben wir für 2023 ein niedriges zweistelliges Wachstum des Versicherungsumsatzes im Bereich der Schaden/Unfallversicherung (währungskursbereinigt) an. Dies sollte uns bei der Erreichung unseres strategischen Zieles bis 2025 unterstützen, eine Top-5-Position in allen Kernmärkten zu erreichen. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote der Schaden/Unfallversicherung dürfte nach unseren Erwartungen 2023 unter 95 % liegen. Im Lebensversicherungsgeschäft soll der Versicherungsumsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich mit Biometrie-Produkten und Gesundheitsversicherungsgeschäft wachsen. Für den Geschäftsbereich erwarten wir eine Eigenkapitalrendite von rund 8,5 %.
| In % | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) | moderates Wachstum |
| EBIT in Mrd. EUR | 1,6 |
Im Segment Schaden-Rückversicherung rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr mit einem moderaten Wachstum des Rückversicherungsumsatzes auf Basis konstanter Währungskurse. Wir halten unverändert an unserer selektiven Zeichnungspolitik fest. Entsprechend zeichnen wir weitgehend nur Geschäft, das unsere Margenanforderungen erfüllt.
Dank unseres guten Ratings, unserer langjährigen stabilen Kundenbeziehungen und unserer niedrigen Kostenquote sollten wir in der Schaden-Rückversicherung erneut in der Lage sein, ein gutes Ergebnis zu erzielen, vorausgesetzt, die Großschadenlast bewegt sich im Rahmen unserer Erwartungen.
Infolge der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 17 erwarten wir insbesondere aufgrund der Diskontierung der versicherungstechnischen Verpflichtungen einen deutlich positiven Einfluss auf die kombinierte Schaden-/Kostenquote, dem ein Aufzinsungseffekt im Finanzergebnis gegenübersteht. Die Auswirkungen hängen im Einzelnen von der entsprechenden Zinsentwicklung ab. Für 2023 rechnen wir mit einem Beitrag der Schaden-Rückversicherung zum operativen Ergebnis (EBIT) von rund 1,6 Mrd. EUR.
| in Mio. EUR | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) | moderates Wachstum |
| EBIT in Mio. EUR | 750 |
Im Segment Personen-Rückversicherung rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr mit einem moderaten, im Vergleich zur Schaden-Rückversicherung jedoch geringeren, Wachstum des Rückversicherungsumsatzes auf Basis konstanter Währungskurse. Aus der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS 17 wird sich ein zusätzlicher Beitrag zum operativen Ergebnisbeitrag im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ergeben. Der Beitrag der Personen-Rückversicherung zum operativen Ergebnis (EBIT) sollte rund 750 Mio. EUR betragen.
| In % | 2023 |
| Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) | ≥ 5 % für Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt |
| Eigenkapitalrendite 1 | über dem Mindestziel |
Aufgrund des sich fortsetzenden positiven Marktumfeldes für Rückversicherer erwarten wir für die Segmente Schaden- und Personen-Rückversicherung insgesamt ein Wachstum des Versicherungsumsatzes (währungskursbereinigt) von mindestens 5 %. Die Eigenkapitalrendite für den gesamten Geschäftsbereich Rückversicherung erwartet der Talanx Konzern über dem strategischen Ziel von 1.000 Basispunkten über dem fünfjährigen Durchschnitt zehnjähriger deutscher Staatsanleihen.
Der Vorstand der Talanx AG strebt eine verlässliche Kontinuität, eine hohe und stabile Eigenkapitalrendite, eine starke Finanzkraft und ein nachhaltiges profitables Wachstum an und richtet den Talanx Konzern damit auf langfristige Wertsteigerung aus. Die Voraussetzung dafür ist ein kapitalstarker Talanx Konzern, der einen kundengerechten Risikoschutz bereitstellt. Damit wollen wir den Interessen der Anteilseigner, der Kunden, der Mitarbeiter und sonstiger Stakeholder gerecht werden und für alle Gruppen größtmöglichen Nutzen schaffen. Dafür haben wir unsere Organisationsstruktur an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet, um diesen einen bestmöglichen Service bieten zu können. Die Hauptstoßrichtung ist, die eigenen Stärken auszubauen und Kräfte innerhalb des Konzerns zu bündeln, um nachhaltiges profitables Wachstum zu generieren.
Den Herausforderungen einer globalisierten Welt begegnet der Talanx Konzern aktiv. Er hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere im Ausland erfolgreich Geschäft zu generieren. Dabei sollen strategische Kooperationen und Akquisitionen vertrieblich gut aufgestellter Gesellschaften in den definierten Regionen Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa helfen, seine internationale Handlungsfähigkeit auszubauen. Industriekonzernen und mittelständischen Unternehmen bietet die Industrieversicherung weltweiten Service, gleichzeitig gewinnt sie in den lokalen ausländischen Märkten neue Kunden. Die Auslandsgesellschaften, die unter HDI International zusammengefasst sind, betreiben lokales Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Rückversicherung ist per se ein internationales Geschäft. Um große und komplexe Risiken tragbar zu machen, zählt deren weltweite Diversifizierung zu den elementaren Instrumentarien der Rückversicherung.
Die Identifikation und Erschließung von Chancen ist integraler Bestandteil unseres Performance-Management-Prozesses. Chancen konsequent zu nutzen sehen wir als eine wesentliche unternehmerische Aufgabe an, die entscheidend dazu beiträgt, dass wir unsere Unternehmensziele erreichen. Das Kernelement unseres Chancenmanagement-Prozesses bildet das integrierte Management-Dashboard mit wesentlichen Kennzahlen. Es stellt das Bindeglied zwischen unserem strategischen und operativen Chancenmanagement dar.
Im strategischen Chancenmanagement werden die strategischen Ziele sowie spezifische strategische Kernthemen von der Konzernleitung bewertet und als Zielindikation auf die Geschäftsbereiche heruntergebrochen. Sie wurden zuvor im jährlich stattfindenden Performance-Prozess auf Basis der Dachstrategie ermittelt.
Auf dieser Grundlage validieren die Geschäftsbereiche die Zielgrößen gemäß Zielindikation und erarbeiten spezifische Zielangebote und strategische Aktionsprogramme.
Im operativen Chancenmanagement werden die strategischen Vorgaben in operative Ziele und einen detaillierten Aktivitätenplan umgesetzt und als verbindliche Zielvereinbarungen auch auf den Ebenen unterhalb der Geschäftsbereichsebene festgeschrieben. Ob und in welchem Umfang sich die Erfolgschancen und -potenziale in operativen Erfolgen niederschlagen, wird in unterjährigen und jahresabschließenden Performance-Reviews überprüft und nachgehalten. Aus diesen Reviews ergeben sich vorwärts gerichtete Steuerungsimpulse für den nächsten Chancenmanagement-Zyklus.
Zwei wesentliche Aspekte des Chancenmanagements im Talanx Konzern bestehen somit darin, den Fokus von der kurzfristigen Performance und von rein finanziellen Ergebnisgrößen auf die für eine nachhaltige Performance relevanten Erfolgsfaktoren und Maßnahmen zu lenken und die erfolgreiche Umsetzung dieser Werttreiber in einem regelmäßigen, integrierten Steuerungs- und Kontrollprozess zu überwachen.
Klimawandel: Mit dem zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen steigt die Durchschnittstemperatur auf der Erde. Dadurch nehmen extreme Wetterlagen zu, was das Schadenvolumen aus Naturkatastrophen signifikant erhöht und uns als Versicherer von einem steigenden Bedarf an Versicherungslösungen zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen ausgehen lässt. Dies betrifft sowohl den Erstversicherungsbereich als auch die Rückversicherung. Wir verfügen sowohl über weit entwickelte Risikomodelle zur Abschätzung von Risiken aus Naturkatastrophen als auch über umfangreiches Know-how im Bereich Risikomanagement. Das versetzt uns in die Lage, unseren Kunden maßgeschneiderte Versicherungslösungen zur Absicherung existenzieller Risiken anzubieten. Des Weiteren entsteht durch den Klimawandel eine erhöhte Notwendigkeit, steigenden Energiebedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Dies ermöglicht uns als institutionellem Anleger, verstärkt in Kapitalanlagen in Form von alternativen Investments zu investieren, wie z. B. Windparks. Des Weiteren haben wir ein Green Bond Framework veröffentlicht, welches uns ermöglicht, Green Bonds zu emittieren. Den ersten Green Bond haben wir bereits am Markt emittiert. Green-Bond-Emissionen sind ein wichtiger Baustein, um unsere selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, wie z. B. CO 2-Neutralität und ESG-Konformität. Nebenbei erwarten wir bei Green Bonds Zinsabschläge gegenüber herkömmlichen Anleihen, die schlussendlich den Gewinn unseres Unternehmens steigern.
Sollte diesbezüglich die Versicherungsnachfrage sowie die Nachfrage nach Green Bonds schneller steigen als erwartet, könnte sich das positiv auf Prämienwachstum und Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.
Demografischer Wandel in Deutschland: Ausgelöst durch den demografischen Wandel ist gegenwärtig die Entstehung von zwei Märkten mit hohem Entwicklungspotenzial zu beobachten: zum einen der Markt für Produkte für Senioren und zum anderen der für junge Kunden, die durch die abnehmenden Leistungen des Sozialsystems stärker eigenständig vorsorgen müssen. Senioren sind nicht mehr mit dem "klassischen Rentner" der Vergangenheit gleichzusetzen. Dies zeigt sich nicht nur in der steigenden Inanspruchnahme von Serviceleistungen, für die eine hohe Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft besteht. Der Wandel wird vor allem darin deutlich, dass diese Kundengruppe zunehmend aktiver ist und sich damit mehr mit absicherungsbedürftigen Risiken als die vorherigen Generationen auseinandersetzt.
Für die Anbieterseite ist somit nicht genug damit getan, bestehende Produkte um Assistance-Leistungen zu erweitern, sondern es müssen neue Produkte konzipiert werden, um die neu entstehenden Bedürfnisse abzudecken. Beispiele hierfür sind Produkte für den Zweitwohnsitz und intensive Reisetätigkeit im Ausland, für sportliche Aktivitäten bis ins hohe Alter und die Vermögensweitergabe an die Erben. Gleichzeitig tritt das Thema der finanziellen Absicherung im Alter stärker ins Bewusstsein der jungen Kunden. Durch (staatlich geförderte) private Vorsorgeprodukte und attraktive Angebote der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) kann dieses Potenzial bearbeitet werden. Gegenwärtig wird für diese Kundengruppe von einem Trend der verstärkten Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten ausgegangen, die eine höhere Flexibilität in der Spar- und der Entsparphase aufweisen. Die Lebensversicherungsgesellschaften im Konzern könnten durch ihre umfassende Produktpalette mit neuen Produkten sowie mit ihrer vertrieblichen Aufstellung im Markt der Senioren und der jungen Kunden profitieren.
Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch den demografischen Wandel stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.
Energiewende: Deutschland hat die gesellschaftliche Grundentscheidung getroffen, seine Energieversorgung in Zukunft überwiegend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Auf Bundesebene haben die Energiewende und der Klimaschutz einen hohen Stellenwert. Der Umbau des Energiesystems hin zu einer regenerativen Energieversorgung soll forciert werden, wobei gleichzeitig das Augenmerk auf einem gebremsten Kostenanstieg bei den Endverbrauchern liegt. Neben einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in einem stabilen regulatorischen Rahmen gewinnt die Energieeffizienz an Bedeutung. Wir sehen die Chance einer Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch den Umbau des Energiesystems, der zu einem wichtigen Impulsgeber für Innovation und technologischen Fortschritt werden kann. Als Versicherungskonzern begleiten wir diesen Wandel aktiv. Unseren Industriekunden bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für die Entwicklung, den Vertrieb und den Einsatz neuer Energietechnologien. Neben den erneuerbaren Energien werden Speichertechnologien, der Netzausbau und eine intelligente Steuerung der Einzelkomponenten (Smart Grid) zum Erfolg der Energiewende beitragen. Mit unserer Investmentaktivität im Energiesektor unterstützen wir die Energiewende. Aufbauend auf den bestehenden Beteiligungen in Energienetzen und Windparks wollen wir zukünftig unsere Investments in den Segmenten Energieverteilung und erneuerbare Energien weiter ausbauen.
Sollten wir von den vertrieblichen Chancen durch die Energiewende stärker profitieren als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.
Finanzmarktsituation: Nach einer langen Phase sehr geringer Inflation in der Eurozone ist diese im Jahr 2022 rapide gestiegen. Damit einhergehend sind auch die Zinsen deutlich gestiegen, die zuvor sehr niedrig bzw. sogar im negativen Bereich lagen. Diese Situation ist für uns als Versicherer herausfordernd, bietet aber auch Chancen. Insbesondere profitieren wir aufgrund des steigenden Zinsniveaus von höheren Zinserträgen. Der erhöhten Volatilität der Inflation hingegen begegnen wir durch die vermehrte Nutzung von inflationsgebundenen Finanzinstrumenten. Im deutschen Lebensversicherungsgeschäft müssen wir aufgrund der gestiegenen Zinsen in Summe über alle Gesellschaften keine weitere Risikovorsorge im Rahmen der Zinszusatzreserve mehr tätigen.
Sollten sich unsere Zinserträge weiterhin kontinuierlich verbessern, könnte sich dies positiv auf die Kapitalanlagerendite und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.
Bancassurance: Der Vertrieb von Versicherungsprodukten über den Bankschalter hat sich in den vergangenen Jahren unter der Bezeichnung Bancassurance etabliert. Im Talanx Konzern ist die Bancassurance ein Erfolgsfaktor mit großen Zukunftschancen. Basis des Erfolgs ist das spezielle Geschäftsmodell, bei dem das Versicherungsgeschäft vollständig in die Strukturen des Bankpartners integriert ist. Die Versicherungsgesellschaften übernehmen die Entwicklung der Versicherungsprodukte - Bank, Sparkasse oder Post stellen im Gegenzug vielfältige Vertriebskanäle zur Verfügung.
Im Talanx Konzern ist dieser Vertriebsweg nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere auch in Polen, Italien und Ungarn etabliert. Die Nutzung des Modells auch im Ausland wird unserer Ansicht nach grundsätzlich ein profitables Wachstum mit Ausrichtung auf europäische Märkte unterstützen. Der Erfolg des Talanx Bancassurance-Modells beruht im Wesentlichen auf drei Faktoren: Zum Ersten werden mit dem Partner langfristige exklusive Kooperationsverträge geschlossen; dabei werden die Versicherungsprodukte über die Vertriebskanäle des Kooperationspartners verkauft. Zum Zweiten beruht er auf der höchstmöglichen Integration bei exzellenter Produkt- und Servicequalität: Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Partners. Die Versicherungsunternehmen entwickeln exklusive und maßgeschneiderte Produkte für die Kundensegmente der Bank und sind dabei vollständig in den jeweiligen Marktauftritt eingegliedert. Die Integration in die IT-Systeme der Partner erleichtert zudem die ganzheitliche Beratung beim Verkauf von Bank- und Versicherungsprodukten. Und zum Dritten beruht der Erfolg auf der maßgeschneiderten Vertriebsunterstützung des Partners: Die Vertriebsmitarbeiter der Bank erhalten ein individuelles Training und eine exklusive Betreuung durch Vertriebscoaches der Versicherungsgesellschaften. Dabei werden Produktfachwissen und Verkaufsansätze vermittelt. Zudem stellen die Versicherungsgesellschaften leicht verständliche und unterstützende Verkaufsmaterialien zur Verfügung.
Unsere Gesellschaften im Ausland vertreiben ihre etablierten Produkte ebenfalls über Vertriebskooperationen, allerdings oft über verschiedene Banken und ohne vollständige Integration in den Marktauftritt des Partners. In Brasilien haben wir im Jahr 2018 zusammen mit der Bank Santander einen digitalen Versicherer ins Leben gerufen. Das Unternehmen bietet unter dem Namen "Santander Auto" ausschließlich Kfz-Versicherungen über die Vertriebsplattform von Santander an.
Sollten wir unsere Bancassurance-Aktivitäten besser ausbauen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.
Cyberrisiken: Durch die zunehmende Digitalisierung führen Cyberangriffe vermehrt zu massiven Schäden bei Unternehmen. Vor allem Hackerattacken zeigen, dass insbesondere produzierende Industrieunternehmen trotz bester Abwehrmechanismen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit sind. Auch die Verantwortlichkeit des Topmanagements rückt zusehends in den Blickpunkt. Aus diesem Grund hat HDI Global SE das Produkt Cyber+ entwickelt. Mit Cyber+ lassen sich die verschiedenen Risiken in einer Versicherungslösung umfassend absichern. Der ganzheitliche und spartenübergreifende Versicherungsschutz von HDI deckt zum einen Eigenschäden durch Cybercrime, zum anderen sichert er Drittschäden ab, für die Unternehmen gegenüber ihren Kunden, Dienstleistern oder sonstigen Dritten haften müssen. Zusätzlich kann auch den zivil- und strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Geschäftsleiter Rechnung getragen werden.
Sollten wir die vertrieblichen Chancen, die sich aus den zusätzlichen Absicherungsbedürfnissen von Cyberrisiken ergeben, besser nutzen können als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf das Prämienwachstum und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.
Digitalisierung: Kaum eine Entwicklung verändert die Versicherungsbranche so nachhaltig wie die Digitalisierung: Geschäftsprozesse und -modelle werden mittels Nutzung von IT-Systemen grundlegend neu gestaltet. Diese Entwicklung ist insbesondere für die Wettbewerbsfähigkeit von Versicherungsunternehmen entscheidend. Hierdurch ergeben sich neue Möglichkeiten bei der Kommunikation mit Kunden, der Abwicklung von Versicherungsfällen, der Auswertung von Daten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Wir führen zahlreiche Projekte durch, um den digitalen Wandel zu gestalten.
Durch die Digitalisierung ist es möglich, Versicherungsfälle deutlich schneller, unkomplizierter und kostengünstiger abzuwickeln. Schon heute nutzen wir IT-Systeme, um Kunden passgenaue Angebote machen und Prämien automatisiert und in Echtzeit festsetzen zu können. Vor allen Dingen aber bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, als großer international agierender Konzern von Skaleneffekten zu profitieren. Im Rahmen der Digitalisierung haben sich das Kundenverhalten sowie die Erwartungshaltung bezüglich der Schadenregulierung verändert. Dies betrifft insbesondere die junge Kundengeneration, die schnelle und einfache Lösungen erwartet. Um Kunden auch nach Ausnahmeschadenereignissen - wie z. B. Starkregen, Sturm oder schweren Hagelschauern - schnell helfen zu können, haben wir einen virtuellen Call-Center-Assistenten entwickelt. Dieser Sprachroboter fragt mittels künstlicher Intelligenz Basisdaten des Kunden ab. Dadurch gewinnen unsere Mitarbeiter Zeit, die sie gezielt für individuell zu veranlassende Maßnahmen bei den betroffenen Kunden einsetzen können.
Sollten die Digitalisierungsprojekte im Konzern schneller umgesetzt und von den Kunden angenommen werden als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.
Wissensmanagement: Wissens- und Innovationsmanagement gewinnen auch in der Versicherungsbranche zunehmend an Bedeutung. Um den gezielten Austausch von Wissen und Innovation zu fördern, haben wir ein Best Practice Lab in unserem Konzern eingerichtet: Experten auf internationaler Ebene tauschen sich in Excellence-Teams zu Fachthemen aus und entwickeln gemeinsam neue Lösungen, u. a. zu den Themen Pricing, Vertrieb, Marketing, Schaden, Betrugsmanagement, Kundenservice-Center und Digitalisierung. Die Ergebnisse und Lösungen des Best Practice Lab stellen wir unseren Gesellschaften zur Verfügung, damit diese ihre Prozesse und Methoden permanent verbessern können.
Sollten wir mit unserem Best Practice Lab schneller neue Lösungen und Ideen generieren und umsetzen als derzeit erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognose übertreffen.
Agilität: Veränderungen in der globalisierten Welt im Informationszeitalter vollziehen sich in immer höherem Tempo. Die Welt ist geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (englisch VUCA - Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). Um als Versicherungsunternehmen mit der Veränderungsgeschwindigkeit mithalten zu können, ist der Wandel hin zu einer agilen Organisation notwendig. Eine agile Organisation zu sein, bedeutet für uns, eine lernende Organisation zu sein, die den Nutzen der Kunden in den Mittelpunkt stellt, um den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Aus diesem Grund setzen wir auf interdisziplinäre und kreative Teams, offene und direkte Kommunikation, flache Hierarchien sowie eine gelebte Fehlerkultur. Durch zahlreiche Initiativen unterstützen wir den Wandel unseres Unternehmens hin zu einer agilen Organisation. Wir gestalten unsere Arbeitsplätze so, dass Kommunikationswege verkürzt werden und der bereichsübergreifende Austausch gefördert wird. Mithilfe unseres Agility Campus lernen unsere Mitarbeiter agile Methoden kennen und werden befähigt, eigenständig neue Lösungen zu entwickeln. In unseren Teams werden Daily-Stand-up-Meetings abgehalten, um die Selbststeuerung der Teams zu verbessern. Des Weiteren setzen wir auf hybrides Arbeiten und bieten unseren Mitarbeitern an, bis zu 60 % der Arbeit mobil, d. h. außerhalb des Büros, zu erledigen. Dies ermöglicht unseren Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, während gleichzeitig der gemeinsame direkte Austausch unter Kollegen erhalten bleibt. Außerdem führen wir beispielsweise Hackathons durch, um neue Ideen zu sammeln, die wir in unserem Digital Lab weiterentwickeln. Agilität bietet Chancen für Kunden, Mitarbeiter und Investoren. Kunden können von neuen Versicherungslösungen profitieren, die gezielt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Mitarbeiter haben durch agiles Arbeiten mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können an neuen Herausforderungen wachsen. Zu guter Letzt profitieren Investoren von einem steigenden Unternehmensgewinn, wenn die Kunden zufrieden sind und die Mitarbeiter ihr Potenzial voll ausschöpfen können.
Sollte der Wandel hin zu einer agilen Organisation schneller umgesetzt werden als erwartet, könnte sich dies positiv auf die Prämienentwicklung und die Ertragslage auswirken und dazu führen, dass wir unsere Prognosen übertreffen.
Der Vorstand der Talanx AG sieht die Identifikation, Steuerung und Realisierung von Chancen als integralen Bestandteil des Steuerungsinstrumentariums des Talanx Konzerns. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind nach unserer Systematik eine klare, auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielende Strategie und deren konsequente Umsetzung. Daher beobachten wir laufend die Veränderung der äußeren Rahmenbedingungen, um frühzeitig sich bietende Chancen zu identifizieren und mit unserer flexiblen internen Aufstellung darauf zu reagieren. So können wir zukünftige Chancen effizient nutzen, die entscheidend zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen.
(seit 8. Mai 2018)
Vorsitzender
Burgwedel
ehem. Vorsitzender des Vorstands
Talanx AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||
| ― |
stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
(seit 19. Mai 2006)
stv. Vorsitzender
Raesfeld
Angestellter
HDI AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 27. Juni 2003)
stv. Vorsitzender
Albstadt
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Groz-Beckert KG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||
| ― |
Vorsitzender des Beirats Stuttgart
|
(seit 1. September 2011)
Hamburg
Rechtsanwältin
Mitglied des Vorstands
APRAXA eG
Geschäftsführerin
2-Sigma GmbH
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 9. Mai 2019) Hannover
Angestellte
E+S Rückversicherung AG
Weitere Mandate in
Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 9. Mai 2019)
Köln
Leiter Kompetenzcenter Firmen
HDI AG
* Arbeitnehmervertreter
** Mitgliedschaften in konzernexternen
Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien
anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen
(seit 9. Mai 2019)
Isernhagen
Syndikusrechtsanwalt
(Haftpflicht-Underwriter)
HDI AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 1. Februar 2011)
Bergisch Gladbach
Angestellte
HDI AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 6. Mai 2013)
Heidenheim
ehem. Mitglied der Geschäftsführung
Voith GmbH
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
||
| ― |
Mitglied des Verwaltungsrats
|
(seit 6. Mai 2013)
Forch, Schweiz
Chairman von Schroders Capital ILS,
Schroder Investment Management (Switzerland) AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Verwaltungsrats
|
||||||||||||||||||||||||||||
| ― |
Mitglied des Board of Directors
|
(seit 8. Mai 2014)
Hannover
Mitglied im ver.di-Bundesvorstand
Weitere Mandate in
Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
||||||
| ― |
Mitglied des Beirats
|
(seit 17. Juni 2009)
Diemelstadt
Account Manager Vertrieb Industrie
HDI AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 27. Juni 2003)
Hannover
selbstständiger Unternehmensberater
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien
| ― |
stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
* Arbeitnehmervertreter
** Mitgliedschaften in konzernexternen
Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien
anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen
(seit 8. Mai 2014)
Potsdam
ver.di-Bundesverwaltung, Gewerkschaftssekretär
Apl. Professor Leuphana Universität
Lüneburg
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
||||
| ― |
Mitglied des Gläubigerausschusses
|
(seit 6. Mai 2013)
Baunatal
ehem. Vorsitzender des Vorstands K+S AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 8. Mai 2018)
Hamburg
Vorsitzende des Vorstands
Hamburger Hafen und Logistik AG
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
Der Aufsichtsrat hat aus den Reihen seiner Mitglieder vier Ausschüsse gebildet, die dem Gesamtaufsichtsrat zur Seite stehen.
Finanz- und Prüfungsausschuss
| ― |
Dr. Hermann Jung, Vorsitzender |
| ― |
Herbert K. Haas |
| ― |
Jutta Hammer |
| ― |
Dr. Thomas Lindner |
| ― |
Ralf Rieger |
| ― |
Dr. Erhard Schipporeit |
Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten
| ― |
Herbert K. Haas, Vorsitzender |
| ― |
Dr. Thomas Lindner |
| ― |
Jutta Mück |
| ― |
Norbert Steiner |
Vermittlungsausschuss
| ― |
Herbert K. Haas, Vorsitzender |
| ― |
Dr. Thomas Lindner |
| ― |
Ralf Rieger |
| ― |
Prof. Dr. Jens Schubert |
Nominierungsausschuss
| ― |
Herbert K. Haas, Vorsitzender |
| ― |
Dirk Lohmann |
| ― |
Angela Titzrath |
| ― |
Vorbereitung der Finanzentscheidungen des Gesamtaufsichtsrats |
| ― |
Entscheidung anstelle des Gesamtaufsichtsrats über bestimmte Finanzangelegenheiten, wie Gründung von Gesellschaften, Erwerb von Beteiligungen und Kapitalerhöhung bei Tochtergesellschaften innerhalb eines jeweils definierten Werterahmens |
| ― |
Vorbereitung der Personalangelegenheiten des Gesamtaufsichtsrats |
| ― |
Entscheidung anstelle des Gesamtaufsichtsrats über bestimmte Personalangelegenheiten, für die der Gesamtaufsichtsrat nicht zwingend ausschließlich zuständig ist |
| ― |
Vorschlag für die Bestellung eines Vorstandsmitglieds, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht wird (§ 31 Abs. 3 MitbestG) |
| ― |
Empfehlung von geeigneten Kandidaten für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung |
* Arbeitnehmervertreter
** Mitgliedschaften in konzernexternen
Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien
anderer in- und ausländischer Wirtschaftsunternehmen
Vorsitzender
Hannover
Vorsitzender des Vorstands
HDI Haftpflichtverband der
Deutschen Industrie V. a. G., Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Auditing |
| ― |
Best Practice Lab |
| ― |
Communications |
| ― |
Corporate Development |
| ― |
Governance/Corporate Office |
| ― |
Human Resources (bis 30. Juni 2022) |
| ― |
Investor Relations |
| ― |
Legal/Compliance (bis 30. April 2022) |
| ― |
Sustainability/ESG |
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||||||||||
| ― |
Mitglied des Beirats
|
Hannover
Vorsitzender des Vorstands
Hannover Rück SE, Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Reinsurance Division |
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Chairman of the Board of Directors
|
||||
| ― |
Member of the Board of Directors
|
Hannover
Vorsitzender des Vorstands
HDI International AG, Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Retail International Division |
Weitere Mandate in
Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||||||||||
| ― |
Vorsitzender des Verwaltungsrats
|
||||||||||||||
| ― |
stv. Vorsitzender des Verwaltungsrats
|
(bis 31. Dezember 2022)
Köln
Vorsitzender des Vorstands
HDI Deutschland AG, Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Retail Germany Division |
| ― |
Brand Management |
| ― |
Business Organisation |
| ― |
Data Protection (bis 30. April 2022) |
| ― |
Diversity & Inclusion |
| ― |
Information Technology |
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||||||||||||||
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
Hannover
Mitglied des Vorstands
HDI Haftpflichtverband der
Deutschen Industrie V. a. G., Hannover
Vorsitzender des Vorstands
HDI Global SE, Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Industrial Lines Division |
| ― |
Procurement (Non-IT) (bis 30. April 2022) |
| ― |
Facility Management (bis 30. April 2022) |
| ― |
Reinsurance Captive Talanx AG |
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
(seit 1. Mai 2022)
Gehrden
Sprecherin des Vorstands
HDI AG
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Data Protection |
| ― |
Facility Management |
| ― |
People & Culture (seit 1. Juli 2022) |
| ― |
Legal/Compliance |
| ― |
Procurement (Non-IT) |
(ab 1. Januar 2023)
Köln
Vorsitzender des Vorstands
HDI Deutschland AG, Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Retail Germany Division |
| ― |
Brand Management |
| ― |
Business Organisation |
| ― |
Information Technology |
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||||||
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
||||||||||
| ― |
Mitglied des Beirats
|
Hannover
Mitglied des Vorstands
HDI Haftpflichtverband der
Deutschen Industrie V. a. G., Hannover
Im Talanx Vorstand verantwortlich für:
| ― |
Accounting |
| ― |
Collections |
| ― |
Controlling |
| ― |
Finance/Participating Interests/Real Estate |
| ― |
Investments |
| ― |
Reinsurance Procurement |
| ― |
Risk Management |
| ― |
Taxes |
Weitere Mandate in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:
| ― |
Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||||
| ― |
stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats
|
||||||||
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats
|
||||||||
| ― |
Mitglied des Börsenrats
|
Nach § 315 Abs. 5 HGB wurden der Lagebericht der Talanx AG und der Talanx Konzernlagebericht zusammengefasst und im Konzern-Geschäftsbericht 2022 veröffentlicht. Der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Talanx AG und der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 werden beim Bundesanzeiger eingereicht und dort veröffentlicht.
Der Jahresabschluss der Talanx AG und der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 2022 stehen unter www.talanx.com/investor_relations/ergebnisse_-_berichte/finanzberichte auch im Internet zur Verfügung.
AKTIVA
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 | ||
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| I. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 90 | 54 | ||
| B. Kapitalanlagen | ||||
| I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.843.235 | 7.900.446 | ||
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 783.000 | 716.005 | ||
| 3. Beteiligungen | 5.984 | 5.302 | ||
| 8.632.219 | 8.621.753 | |||
| II. Sonstige Kapitalanlagen | ||||
| 1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 25.457 | 20.012 | ||
| 2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 1.198.789 | 452.818 | ||
| 3. Sonstigen Ausleihungen | ||||
| a) Namensschuldverschreibungen | 68.234 | 63.801 | ||
| b) Schuldscheinforderungen und Darlehen | 39.628 | 10.864 | ||
| 4. Einlagen bei Kreditinstituten | 744.000 | 116.965 | ||
| 2.076.107 | 664.460 | |||
| III. Depotforderungen aus dem in Rückdeckung übernommenen Versicherungsgeschäft | 32.670 | 24.773 | ||
| 10.740.997 | 9.310.986 | |||
| C. Forderungen | ||||
| I. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft | 278.969 | 312.192 | ||
| davon an verbundene Unternehmen: 150.772 (301.834) TEUR | ||||
| II. Sonstige Forderungen | 654.206 | 660.573 | ||
| davon an verbundene Unternehmen: 482.779 (493.145) TEUR | ||||
| 933.175 | 972.765 | |||
| D. Sonstige Vermögensgegenstände | ||||
| I. Sachanlagen und Vorräte | 433 | 917 | ||
| II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand | 101.797 | 479.934 | ||
| 102.230 | 480.851 | |||
| E. Rechnungsabgrenzungsposten | ||||
| I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten | 15.917 | 9.530 | ||
| II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten | 13.113 | 8.929 | ||
| 29.030 | 18.459 | |||
| F. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 371 | 166 | ||
| Summe der Aktiva | 11.805.893 | 10.783.281 | ||
|
PASSIVA |
||||
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 | ||
| A. Eigenkapital | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | 316.689 | 316.375 | ||
| II. Kapitalrücklage | 1.414.945 | 1.406.259 | ||
| III. Gewinnrücklagen | ||||
| 1. Andere Gewinnrücklagen | 2.901.819 | 2.901.819 | ||
| IV. Bilanzgewinn | 1.164.373 | 990.558 | ||
| 5.797.825 | 5.615.011 | |||
| B. Nachrangige Verbindlichkeiten | 1.250.000 | 1.750.000 | ||
| C. Versicherungstechnische Rückstellungen | ||||
| I. Beitragsüberträge | ||||
| 1. Bruttobetrag | 169.912 | 150.783 | ||
| 2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft | 128.626 | 112.398 | ||
| 41.285 | 38.385 | |||
| II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | ||||
| 1. Bruttobetrag | 1.802.747 | 1.417.875 | ||
| 2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft | 1.337.282 | 955.008 | ||
| 465.465 | 462.867 | |||
| III. Schwankungsrückstellung und ähnliche Rückstellungen | 65.009 | 36.363 | ||
| 571.760 | 537.616 | |||
| D. Andere Rückstellungen | ||||
| I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 1.019.496 | 983.190 | ||
| II. Steuerrückstellungen | 71.514 | 66.196 | ||
| III. Sonstige Rückstellungen | 71.137 | 133.473 | ||
| 1.162.148 | 1.182.859 | |||
| E. Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft | 162 | 135 | ||
| F. Andere Verbindlichkeiten | ||||
| I. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft | 269.855 | 275.444 | ||
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 97.876 (255.163) TEUR | ||||
| II. Anleihen | 2.607.500 | 1.357.500 | ||
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 1.042.100 (292.100) TEUR | ||||
| III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | 39 | ||
| IV. Sonstige Verbindlichkeiten | 145.774 | 63.763 | ||
| davon aus Steuern: 121 (533) TEUR | ||||
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 116.113 (39.876) TEUR | ||||
| 3.023.129 | 1.696.746 | |||
| G. Rechnungsabgrenzungsposten | 869 | 913 | ||
| Summe der Passiva | 11.805.893 | 10.783.281 | ||
| In TEUR | 2022 | 2021 | ||
| I. Versicherungstechnische Rechnung | ||||
| 1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung | ||||
| a) Gebuchte Bruttobeiträge | 1.151.160 | 1.119.291 | ||
| b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge | 894.304 | 839.480 | ||
| 256.857 | 279.811 | |||
| c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge | -19.557 | 34.004 | ||
| d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen | -17.424 | 21.316 | ||
| -2.133 | 12.688 | |||
| 254.724 | 292.499 | |||
| 2. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung | ||||
| a) Zahlungen für Versicherungsfälle | ||||
| aa) Bruttobetrag | 480.202 | 202.013 | ||
| bb) Anteil der Rückversicherer | -315.689 | -139.036 | ||
| 164.513 | 62.977 | |||
| b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle | ||||
| aa) Bruttobetrag | 382.388 | 834.320 | ||
| bb) Anteil der Rückversicherer | 379.678 | 685.155 | ||
| 2.710 | 149.165 | |||
| 167.224 | 212.142 | |||
| 3. Veränderung der sonstigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen | ||||
| a) Sonstige versicherungstechnische Netto-Rückstellungen | - | 15.621 | ||
| 4. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung | ||||
| a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb | 267.025 | 297.713 | ||
| b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft | 192.388 | 176.193 | ||
| 74.638 | 121.520 | |||
| 5. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung | 2.862 | 1.886 | ||
| 6. Zwischensumme | 10.000 | -27.427 | ||
| 7. Veränderung der Schwankungsrückstellung und ähnlicher Rückstellungen | -28.646 | -31.609 | ||
| 8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung | -18.646 | -59.036 | ||
| II. Nichtversicherungstechnische Rechnung | ||||
| 1. Erträge aus Kapitalanlagen | ||||
| a) Erträge aus Beteiligungen | 349.965 | 272.634 | ||
| davon: aus verbundenen Unternehmen 348.241 (272.546) TEUR | ||||
| b) Erträge aus anderen Kapitalanlagen | 26.586 | 40.404 | ||
| davon: aus verbundenen Unternehmen 16.136 (12.668) TEUR | ||||
| c) Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen | 126 | 145.574 | ||
| d) Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- und Teilgewinnabführungsverträgen | 437.848 | 381.908 | ||
| 814.526 | 840.520 | |||
| 2. Aufwendungen für Kapitalanlagen | ||||
| a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen | 5.967 | 4.668 | ||
| b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen | 1.123 | 40.188 | ||
| c) Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen | 472 | 1.181 | ||
| d) Aufwendungen aus Verlustübernahme | - | 1.171 | ||
| 7.561 | 47.208 | |||
| 806.965 | 793.312 | |||
| 3. Sonstige Erträge | 30.654 | 40.243 | ||
| 4. Sonstige Aufwendungen | 240.518 | 273.646 | ||
| -209.864 | -233.403 | |||
| 5. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit | 578.455 | 500.873 | ||
| 6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 735 | 5.376 | ||
| 7. Sonstige Steuern | -1.056 | 5 | ||
| -321 | 5.381 | |||
| 8. Jahresüberschuss | 578.775 | 495.491 | ||
| 9. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 585.598 | 495.067 | ||
| 10. Bilanzgewinn | 1.164.373 | 990.558 | ||
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG), des Gesetzes über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen (Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG) und der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in ihrer zum Bilanzstichtag gültigen Fassung aufgestellt. Die Talanx AG mit Sitz in Hannover ist im Handelsregister beim Amtsgericht Hannover eingetragen (HRB 52546).
Immaterielle Vermögensgegenstände wurden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von vier Jahren, angesetzt.
Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden mit den Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert gem. § 341b Abs. 1 Satz 2 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB, bilanziert.
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sowie Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere und andere Kapitalanlagen wurden, sofern sie nach den Grundsätzen des Umlaufvermögens geführt werden, nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder den darunter liegenden Börsen- oder Marktwerten am Bilanzstichtag angesetzt. Das Wertaufholungsgebot wurde beachtet (§ 341b Abs. 2 HGB in Verbindung mit §§ 255 Abs. 1 und 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 4 sowie Abs. 5 HGB). Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, wurden nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Dauerhafte Wertminderungen wurden erfolgswirksam abgeschrieben. Zur Beurteilung des Vorliegens einer dauerhaften Wertminderung in Bezug auf Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, die wie Anlagevermögen bilanziert wurden, wurden Bonitätsprüfungen der Emittenten sowie die Entwicklungen der Ratings hinzugezogen. Zur Feststellung des Vorliegens einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung der Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen im Anlagevermögen wurde eine dauerhafte Wertminderung immer dann als gegeben angenommen, wenn der Zeitwert eines Wertpapiers in den dem Bilanzstichtag vorangehenden sechs Monaten permanent um mehr als 20 % unter dem Buchwert lag oder der Durchschnittswert der täglichen Börsenkurse in den letzten zwölf Monaten um mehr als 10 % unter dem Buchwert lag. Bei über oder unter pari erworbenen Wertpapieren wurde der Differenzbetrag mithilfe der Effektivzinsmethode über die Laufzeit amortisiert.
Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert (§ 341c Abs. 3 HGB). Dabei wurden die Kapitalanlagen bei Erwerb mit dem Kaufkurs angesetzt. Der Unterschiedsbetrag zum Rückzahlungsbetrag wurde unter Anwendung der Effektivzinsmethode amortisiert. Notwendige Abschreibungen wurden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip vorgenommen (§ 341b Abs. 2 zweiter Halbsatz HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 Satz 5 HGB). Bei den im Bestand befindlichen strukturierten Produkten handelt es sich um Finanzinstrumente, bei denen das Basisinstrument in Form eines Fixed-Income-Kassainstrumentes mit einem oder mehreren Derivaten vertraglich zu einer Einheit verbunden ist. Die Bilanzierung erfolgte grundsätzlich einheitlich zu fortgeführten Anschaffungskosten nach den Vorschriften der wie Anlagevermögen bilanzierten Kapitalanlagen.
Einlagen bei Kreditinstituten und Depotforderungen wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt.
Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft und sonstige Forderungen wurden mit den Nominalbeträgen angesetzt.
Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wurde mit den Anschaffungskosten aktiviert und um Abschreibungen gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer gemindert. Die Abschreibungen erfolgten nach der linearen Methode; die Nutzungsdauer beträgt drei bis 15 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250 EUR und 800 EUR wurden aktiviert und im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 EUR werden sofort als betriebliche Aufwendung angesetzt.
Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand wurden mit dem Nominalwert in Ansatz gebracht.
Die in die aktive Rechnungsabgrenzung einzubeziehenden Positionen wurden zum Nennwert angesetzt, soweit nicht gegebenenfalls der niedrigere beizulegende Wert anzusetzen wäre.
Der Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" stellt den übersteigenden Betrag dar, der nach einzelvertraglicher Saldierung der Altersversorgungsverpflichtungen mit den diese bedeckenden Vermögensgegenständen (im Wesentlichen Rückdeckungslebensversicherungen) verbleibt.
Das gezeichnete Kapital, die Kapitalrücklage und die Gewinnrücklagen im Eigenkapital wurden zum Nennwert angesetzt.
Die nachrangigen Verbindlichkeiten wurden mit dem Nennbetrag bilanziert.
Versicherungstechnische Rückstellungen wurden nach handelsrechtlichen Grundsätzen - grundsätzlich anhand der Angaben der Zedenten, teilweise über angemessene Zuschläge - gebildet. In allen Fällen haben wir dabei berücksichtigt, dass die dauernde Erfüllbarkeit unserer Verpflichtungen aus dem Rückversicherungsgeschäft sichergestellt ist.
Die Bemessungsgrundlage für die Beitragsüberträge ist nach dem Erlass des Finanzministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 29. Mai 1974 der Rückversicherungsbeitrag nach Abzug von 92,5 % der Rückversicherungsprovisionen.
Die Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle wurden entsprechend den Zedentenaufgaben und gegebenenfalls erforderlichen Zuschlägen entsprechend dem als realistisch eingeschätzten künftigen Erfüllungsbetrag ermittelt. Erfahrungen der Vergangenheit und Annahmen in Bezug auf die weitere Entwicklung wurden berücksichtigt und geeignete versicherungsmathematische Methoden angewendet.
Für am Bilanzstichtag noch nicht bekannt gewordene Versicherungsfälle wurden entsprechende Spätschadenrückstellungen mittels geeigneter mathematisch-statistischer Verfahren ermittelt.
Bei der Berechnung der Schwankungsrückstellung wurden die Vorschriften gemäß § 29 RechVersV und der Anlage zu § 29 der RechVersV sowie Vorschriften der Versicherungsberichterstattungs-Verordnung angewendet.
Verpflichtungen aus Pensionen wurden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt und entsprechend § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem von der Bundesbank gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) zum 30. September 2022 veröffentlichten und auf den 31. Dezember 2022 prognostizierten durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren abgezinst. Die Grundsätze des IDW RH FAB 1.021 finden bei der Bewertung der Rückstellungen für rückgedeckte Direktzusagen erstmals Anwendung. Die Pensionsrückstellungen für nicht rückgedeckte arbeitgeberfinanzierte Zusagen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt, bei den rückgedeckten arbeitgeberfinanzierten Zusagen werden das Aktivprimat und das Deckungskapitalverfahren gewählt.
Die Pensionsrückstellungen für nicht wertpapiergebundene arbeitnehmerfinanzierte Zusagen wurden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt, soweit die Leistungen nicht durch eine Rückdeckungsversicherung gedeckt sind. Für die rückgedeckten Leistungen entspricht der Erfüllungsbetrag dem Zeitwert des Deckungskapitals des Lebensversicherungsvertrags zuzüglich Überschussbeteiligung.
Die Bewertung basiert auf den Ausscheidewahrscheinlichkeiten der Heubeck-Richttafeln 2018G, die entsprechend dem im Bestand beobachteten Risikoverlauf verstärkt wurden. Im Übrigen wurden nachstehende Annahmen der Berechnung zugrunde gelegt:
Gehaltsdynamik: 3,50 (2,90) %
Rentendynamik: 2,34 (1,90) %
Zinssatz: 1,79 (1,87) %
Die für die Bewertung der rückgedeckten Direktzusagen erforderliche Gesamtverzinsungserwartung wurde in Höhe der im letzten Geschäftsbericht des Lebensversicherers veröffentlichten Nettoverzinsung angesetzt.
Die berücksichtigte Fluktuation entspricht den nach Alter und Geschlecht diversifizierten unternehmensindividuellen Wahrscheinlichkeiten.
Bei den wertpapiergebundenen arbeitnehmerfinanzierten Zusagen handelt es sich ausschließlich um leistungskongruent rückgedeckte Versorgungszusagen, deren Bewertung entsprechend IDW RS HFA 30 Rz. 74 nach § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB zu erfolgen hat. Für diese Zusagen entspricht der Erfüllungsbetrag mithin dem Zeitwert des Deckungskapitals des Lebensversicherungsvertrags zuzüglich Überschussbeteiligung.
Die Erstanwendung des IDW RH FAB 1.021 bei den arbeitgeberfinanzierten Zusagen führt zu einem Umstellungseffekt der Pensionsrückstellungen. Im Jahr der Erstanwendung kommt es zu einem Ertrag in Höhe von 954 TEUR.
Die Erstanwendung des IDW RH FAB 1.021 bei den arbeitnehmerfinanzierten Zusagen führt zu einem Umstellungseffekt der Pensionsrückstellungen. Im Jahr der Erstanwendung kommt es zu einem Ertrag in Höhe von 14 TEUR.
Die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie die der Pensionsverpflichtungen. Dabei kommen die gleichen Annahmen für die Berücksichtigung von Gehaltstrends, Biometrie und Fluktuationswahrscheinlichkeiten zum Ansatz. Lediglich der Diskontierungszinssatz wird abweichend mit einem durchschnittlichen Mittel aus den vergangenen sieben Jahren (auf Basis der Marktverhältnisse zum 30. September 2022 prognostizierter Stichtagszins zum 31. Dezember 2022) ermittelt und mit 1,45 (1,35) % angesetzt.
Bei der Berechnung der Rückstellung für Altersteilzeit wurden alle Mitarbeiter der Gesellschaft berücksichtigt, die die Altersteilzeit in Anspruch genommen haben. Die Berechnungen wurden mithilfe der modifizierten Heubeck-Richttafeln 2018G durchgeführt, wie sie für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum Ansatz kommen. Es wurde die Ausscheideordnung der Aktiven zugrunde gelegt. Dabei wurde unter der Annahme einer mittleren Restlaufzeit von zwei Jahren ein auf Basis der Marktverhältnisse zum 30. September 2022 prognostizierter Stichtagszins zum 31. Dezember 2022 von 0,52 (0,34) % angesetzt. Als Gehaltstrend wurden 3,50 (2,90) % angenommen. Die Rückstellung ist gemäß § 253 HGB mit ihrem notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Sie setzt sich zusammen aus der Rückstellung für rückständiges Arbeitsentgelt, der Rückstellung für Aufstockungsbeträge, der Rückstellung für den zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung und der Rückstellung für Abfindung.
Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und wurden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.
Verpflichtungen aus den Talanx Performance Share Awards haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und wurden zum Zeitwert angesetzt.
Die übrigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Jahre, der von der Deutschen Bundesbank in Übereinstimmung mit der RückAbzinsV ermittelt und bekannt gegeben wird, abgezinst.
Depotverbindlichkeiten aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft wurden zum Erfüllungsbetrag passiviert.
Die anderen Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.
Unter dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten wurden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.
Wenn Fremdwährungspositionen vorlagen, erfolgt die Umrechnung zum Bilanzstichtag für Posten der Bilanz zum Stichtagskurs und für Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs. Bei monatlicher Fremdwährungsberechnung erfolgte die Umrechnung der Bestandspositionen zum jeweiligen Stichtagskurs zum Monatsende.
Der Umrechnungskurs für die monatliche Bewertung der Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung war der jeweilige Ultimokurs des Vormonats. Diese Posten wurden in einem rollierenden Verfahren bewertet. Durch die Addition der umgerechneten Einzelwerte ergab sich faktisch eine Umrechnung nach Durchschnittskursen.
| In TEUR | Bilanzwerte Vorjahr | Zugänge | Abgänge | Währungskursschwankungen |
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 54 | 81 | - | - |
| B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | ||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 7.900.446 | 5.128 | 62.339 | - |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 716.005 | 118.000 | 51.005 | - |
| 3. Beteiligungen | 5.302 | 1.150 | 468 | - |
| Summe B. I. | 8.621.753 | 124.278 | 113.812 | - |
| B. II. Sonstige Kapitalanlagen | ||||
| 1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 20.012 | 5.586 | 141 | - |
| 2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 452.818 | 958.535 | 210.118 | -1.323 |
| 3. Sonstigen Ausleihungen | ||||
| a) Namensschuldverschreibungen | 63.801 | 6.000 | 1.568 | - |
| b) Schuldscheinforderungen und Darlehen | 10.864 | 29.967 | 1.163 | -40 |
| 4. Einlagen bei Kreditinstituten | 116.965 | 40.156.732 | 39.529.696 | - |
| Summe B. II. | 664.460 | 41.156.820 | 39.742.686 | -1.363 |
| Gesamt | 9.286.267 | 41.281.179 | 39.856.498 | -1.363 |
| In TEUR | Abschreibungen | Bilanzwerte Geschäftsjahr |
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 45 | 90 |
| B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | - | 7.843.235 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | - | 783.000 |
| 3. Beteiligungen | - | 5.984 |
| Summe B. I. | - | 8.632.219 |
| B. II. Sonstige Kapitalanlagen | ||
| 1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | - | 25.457 |
| 2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 1.123 | 1.198.789 |
| 3. Sonstigen Ausleihungen | ||
| a) Namensschuldverschreibungen | - | 68.234 |
| b) Schuldscheinforderungen und Darlehen | - | 39.628 |
| 4. Einlagen bei Kreditinstituten | - | 744.000 |
| Summe B. II. | 1.123 | 2.076.107 |
| Gesamt | 1.168 | 10.708.416 |
| In TEUR | Zeitwerte 31.12.2022 |
| A. Immaterielle Vermögensgegenstände | |
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 90 |
| B. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen | |
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 18.708.548 |
| 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen | 687.434 |
| 3. Beteiligungen | 32.000 |
| Summe B. I. | 19.427.982 |
| B. II. Sonstige Kapitalanlagen | |
| 1. Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere | 23.821 |
| 2. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere | 1.155.243 |
| 3. Sonstigen Ausleihungen | |
| a) Namensschuldverschreibungen | 54.733 |
| b) Schuldscheinforderungen und Darlehen | 37.558 |
| 4. Einlagen bei Kreditinstituten | 744.000 |
| Summe B. II. | 2.015.355 |
| Gesamt | 21.443.427 |
Unter Anwendung des § 341b Abs. 2 HGB wurden bei den wie Anlagevermögen bilanzierten Kapitalanlagen mit Buchwerten in Höhe von 502.195 (231.492) TEUR und Zeitwerten in Höhe von 437.209 (226.051) TEUR Abschreibungen in Höhe von 64.986 (5.441) TEUR vermieden. Hierbei handelt es sich nach unserer Einschätzung um vorübergehende Wertminderungen.
Die Gesellschaft hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, gemäß § 341b Abs. 2 HGB Kapitalanlagen mit Buchwerten in Höhe von 444.048 (356.026) TEUR dem Anlagevermögen zuzuordnen. Davon entfallen auf Anteile an Investmentvermögen 25.457 (20.012) TEUR und auf Inhaberschuldverschreibungen 418.591 (336.014) TEUR.
Der Posten B. II. 1. beinhaltet Anteile an Investmentvermögen (Ampega BasisPlus Rentenfonds I (a)), an dem die Talanx AG über 10 % der Anteile hält. Der Buchwert beträgt zum Stichtag 10.000 (10.000) TEUR und der Zeitwert 9.154 (9.989) TEUR. Daraus resultiert ein Saldo in Höhe von 846 (11) TEUR. Im Geschäftsjahr wurde eine Ausschüttung von 50 (-) TEUR vereinnahmt.
Für immaterielle Vermögensgegenstände wurde der Zeitwert in Höhe des Buchwertes angesetzt.
Die Ermittlung der Zeitwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen erfolgte grundsätzlich gemäß § 56 RechVersV. Der Zeitwert der in den verbundenen Unternehmen ausgewiesenen Holdinggesellschaften wurde im Rahmen einer sogenannten "Sum-of-the-Parts"-Bewertung bestimmt, innerhalb derer die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit den jeweiligen Zeitwerten angesetzt wurden. Die Ermittlung der Zeitwerte für die Beteiligungen an operativen Gesellschaften erfolgt bei Kompositversicherungsgesellschaften und Finanzdienstleistern regelmäßig mittels des Ertragswertverfahrens. Bei Lebensversicherungsgesellschaften wird der Marktwert überwiegend mittels des Ertragswertverfahrens ermittelt. Um die Besonderheiten des Lebensversicherungsgeschäfts zu berücksichtigen, werden zudem fallweise auf dem Market Consistent Embedded Value (MCEV) basierende Verfahren zur Plausibilisierung der Werthaltigkeit herangezogen. Für verschiedene Private-Equity- und Grundstücksgesellschaften wurde der Zeitwert anhand des Net Asset Value ermittelt. In begründeten Einzelfällen, insbesondere im Falle von anschaffungsnahen Vorgängen, wurden Gesellschaften mit ihren Buchwerten angesetzt.
Der Zeitwert der Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurde mithilfe von produkt- und ratingspezifischen Renditekurven ermittelt. Bei den verwendeten Spread-Aufschlägen werden spezielle Ausgestaltungen, wie zum Beispiel Seniorität, Strukturierungsmerkmale oder Länderrisiko, berücksichtigt.
Die Zeitwertermittlung der sonstigen Kapitalanlagen erfolgte grundsätzlich auf Basis des Freiverkehrswertes gemäß § 56 RechVersV. Für Kapitalanlagen, die einen Markt- und Börsenwert hatten, galt als Zeitwert der Wert zum Bilanzstichtag bzw. zum letzten diesem Zeitpunkt vorausgehenden Tag, für den ein Markt- oder Börsenpreis feststellbar war. In Fällen, in denen keine Marktbewertungen vorlagen, wurden Modellbewertungen auf Basis an Finanzmärkten etablierter Preisbildungsverfahren eingesetzt. Kapitalanlagen wurden höchstens mit ihrem voraussichtlich realisierbaren Wert unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Vorsicht bewertet.
Die Zeitwerte der Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen wurden mithilfe von produkt- und ratingspezifischen Renditekurven ermittelt. Bei den verwendeten Spread-Aufschlägen wurden spezielle Ausgestaltungen, wie zum Beispiel Einlagensicherung, Gewährträgerhaftung oder Nachrangigkeit, berücksichtigt.
| %-Anteil am Kapital 1 |
Eigenkapital
2
in Tausend |
Ergebnis vor Gewinnabführung
2
in Tausend |
||
| Ampega Asset Management GmbH, Köln 3, 13 | 100,00 | EUR | 72.600 | 42.662 |
| Ampega Investment GmbH, Köln 13 | 100,00 | EUR | 10.436 | 29.539 |
| cor F. 25. GmbH & Co. KG, Berlin 4 | 100,00 | EUR | 94.535 | -2.762 |
| E+S Rückversicherung AG, Hannover 12 | 64,79 | EUR | 848.551 | 187.204 |
| Fair Claims GmbH, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 325 | 50 |
| FUNIS GmbH & Co. KG, Hannover | 100,00 | EUR | 109.001 | 16.933 |
| FVB Gesellschaft für Finanz- und Versorgungsberatung mbH, Osnabrück 13 | 100,00 | EUR | 60 | 5.642 |
| Hannover Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover 12 | 100,00 | EUR | 6.819 | -864 |
| Hannover RE AA PE Partners III GmbH & Co. KG, Hannover | 100,00 | EUR | 100 | - |
| Hannover Re Euro RE Holdings GmbH, Hannover 12 | 100,00 | EUR | 1.166.144 | 17.347 |
| Hannover Re Global Alternatives GmbH & Co. KG, Hannover 12 | 100,00 | EUR | 774.323 | 40.368 |
| Hannover Re Global Holding GmbH, Hannover | 100,00 | EUR | 25 | - |
| Hannover Rück Beteiligung Verwaltungs-GmbH, Hannover 12 | 100,00 | EUR | 5.683.044 | 604.582 |
| Hannover Rück SE, Hannover 12 | 50,22 | EUR | 2.951.604 | 752.951 |
| HD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln 4 | 100,00 | EUR | 580.392 | 5.102 |
| HDI AG, Hannover (vormals: HDI Service AG, Hannover) 3, 13 | 100,00 | EUR | 2.700 | 90 |
| HDI AI EUR Beteiligungs-GmbH, Köln 3, 12, 13 | 100,00 | EUR | 698.657 | 48.119 |
| HDI AI USD Beteiligungs-GmbH, Köln 3, 12, 13 | 100,00 | EUR | 384.298 | 34.654 |
| HDI Deutschland AG, Hannover 3, 13 | 100,00 | EUR | 1.363.021 | 139.834 |
| HDI Deutschland Bancassurance Communication Center GmbH, Hilden 3, 13 | 100,00 | EUR | 630 | - |
| HDI Deutschland Bancassurance GmbH, Hilden 3, 13 | 100,00 | EUR | 631.219 | 45.258 |
| HDI Deutschland Bancassurance Kundenmanagement Komplementär GmbH, Hilden | 100,00 | EUR | 46 | 4 |
| HDI Deutschland Bancassurance Kundenmanagement GmbH & Co. KG, Hilden 4 | 100,00 | EUR | 367.449 | 47.264 |
| HDI Global Network AG, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 211.564 | 25.323 |
| HDI Global SE, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 409.043 | 108.053 |
| HDI Global Specialty Holding GmbH, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 367.544 | -0 |
| HDI Global Specialty Schadenregulierung GmbH, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 25 | 5 |
| HDI Global Specialty SE, Hannover | 100,00 | EUR | 215.679 | 1.226 |
| HDI International AG, Hannover 3, 13 | 100,00 | EUR | 1.868.846 | 125.781 |
| HDI Lebensversicherung AG, Köln 12 | 100,00 | EUR | 511.307 | 34.000 |
| HDI next GmbH, Rostock 3, 12, 13 | 100,00 | EUR | 25 | 85 |
| HDI Pensionsfonds AG, Hilden (vormals: PB Pensionsfonds AG, Hilden) 13 | 100,00 | EUR | 9.599 | 1.164 |
| HDI Pensionskasse AG, Köln 12 | 100,00 | EUR | 44.235 | - |
| HDI Pensionsmanagement AG, Köln 3, 13 | 100,00 | EUR | 557 | 443 |
| HDI Risk Consulting GmbH, Hannover 3, 12, 13 | 100,00 | EUR | 1.626 | 301 |
| HDI Versicherung AG, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 57.100 | 2.169 |
| HEPEP IV Komplementär GmbH, Köln 12 | 100,00 | EUR | -961 | -1.255 |
| HILSP Komplementär GmbH, Hannover | 100,00 | EUR | 25 | - |
| HINT Beteiligungen GmbH, Hannover | 100,00 | EUR | 25 | - |
| HINT Europa Beteiligungs AG & Co. KG, Hannover 4 | 100,00 | EUR | 106.265 | 4.142 |
| HLV Real Assets GmbH & Co. KG, Köln 4 | 100,00 | EUR | 236.239 | 6.596 |
| HNG Hannover National Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG, Hannover 4 | 100,00 | EUR | 42.509 | 1.151 |
| HPK Köln offene Investment GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 37.739 | 3.657 |
| HR AI Komplementär GmbH, Hannover | 100,00 | EUR | 25 | - |
| HR GLL Central Europe GmbH & Co. KG, München 5, 11 | 99,99 | EUR | 332.275 | 7.941 |
| HR GLL Central Europe Holding GmbH, München 9 | 100,00 | EUR | 85.246 | 1.744 |
| Infrastruktur Ludwigsau GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 25.086 | 770 |
| Infrastruktur Windpark Vier Fichten GbR, Bremen 12 | 83,34 | EUR | 1 | 0 |
| IVEC Institutional Venture and Equity Capital GmbH, Köln | 100,00 | EUR | 12.528 | 1.604 |
| Leben Köln offene Investment GmbH & Co. KG 1, Köln | 100,00 | EUR | 69.178 | 2.060 |
| Leben Köln offene Investment GmbH & Co. KG 3, Köln | 100,00 | EUR | 22.595 | 1.057 |
| Leben Köln offene Investment GmbH & Co. KG 5, Köln | 100,00 | EUR | 126.543 | 4.433 |
| Lifestyle Protection AG, Hilden 12, 13 | 100,00 | EUR | 14.090 | 5.876 |
| Lifestyle Protection Lebensversicherung AG, Hilden 12, 13 | 100,00 | EUR | 10.068 | 926 |
| LPV Lebensversicherung AG, Hilden (vormals: PB Lebensversicherung AG, Hilden) 13 | 100,00 | EUR | 219.666 | 8.000 |
| LPV Versicherung AG, Hilden (vormals: PB Versicherung AG, Hilden) 13 | 100,00 | EUR | 9.499 | 6.081 |
| mantel + schölzel AG, Kassel 13 | 100,00 | EUR | 55 | 229 |
| mertus 313. GmbH, Frankfurt am Main | 100,00 | EUR | 35 | 2 |
| neue leben Holding AG, Hamburg | 67,50 | EUR | 170.149 | 24.665 |
| neue leben Lebensversicherung AG, Hamburg 12, 13 | 100,00 | EUR | 152.608 | 19.500 |
| neue leben Unfallversicherung AG, Hamburg 12, 13 | 100,00 | EUR | 3.596 | 6.083 |
| NL Leben offene Investment GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 123.787 | 2.234 |
| PB Leben offene Investment GmbH & Co. KG 2, Köln | 100,00 | EUR | 40.047 | 1.304 |
| PB Leben offene Investment GmbH & Co. KG 3, Köln | 100,00 | EUR | 33.884 | 1.171 |
| Riethorst Grundstückgesellschaft AG & Co. KG, Hannover 4 | 100,00 | EUR | 138.025 | 5.913 |
| SSV Schadenschutzverband GmbH, Hannover 12, 13 | 100,00 | EUR | 200 | 515 |
| Talanx AG, Hannover 12 | 100,00 | EUR | 5.800.925 | 581.875 |
| Talanx Direct Infrastructure 1 GmbH, Köln 12 | 100,00 | EUR | 156 | 20 |
| Talanx Infrastructure France 1 GmbH, Köln | 100,00 | EUR | 41.244 | 30 |
| Talanx Infrastructure France 2 GmbH, Köln | 100,00 | EUR | 92.627 | 3.062 |
| Talanx Infrastructure Portugal 2 GmbH, Köln | 100,00 | EUR | 31.462 | 2.049 |
| Talanx Infrastructure Portugal GmbH, Köln | 100,00 | EUR | 739 | -4 |
| Talanx Reinsurance Broker GmbH, Hannover 3, 12, 13 | 100,00 | EUR | 100 | 5.068 |
| TAM AI Komplementär GmbH, Köln 12 | 100,00 | EUR | 234 | 37 |
| TARGO Leben offene Investment GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 35.057 | 1.153 |
| TARGO Lebensversicherung AG, Hilden 13 | 100,00 | EUR | 33.655 | 40.000 |
| TARGO Versicherung AG, Hilden 12, 13 | 100,00 | EUR | 29.742 | 21.397 |
| TD Real Assets GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 565.039 | 26.311 |
| TD-BA Private Equity GmbH & Co. KG, Köln 4, 12 | 100,00 | EUR | 535.769 | 48.910 |
| TD-BA Private Equity Sub GmbH, Köln 12 | 100,00 | EUR | 140.543 | 16.461 |
| TD-Sach Private Equity GmbH & Co. KG, Köln 4, 12 | 100,00 | EUR | 102.019 | 9.420 |
| Windfarm Bellheim GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 49.872 | 1.805 |
| Windpark Mittleres Mecklenburg GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 14.921 | 2.413 |
| Windpark Parchim GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 14.606 | 1.617 |
| Windpark Rehain GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 26.405 | 423 |
| Windpark Sandstruth GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 5.772 | 96 |
| Windpark Vier Fichten GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 5.867 | 111 |
| WP Berngerode GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 36.765 | 993 |
| WP Mörsdorf Nord GmbH & Co. KG, Köln | 100,00 | EUR | 26.189 | 872 |
| %-Anteil am Kapital 2 |
Eigenkapital
2
in Tausend |
Ergebnis vor Gewinnabführung
2
in Tausend |
||
| 101BOS LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 31.675 | -15.647 |
| 111ORD, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 47.954 | -1.405 |
| 140EWR, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 61.940 | 19.357 |
| 1600FLL LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 30.231 | 1.375 |
| 193 BCN, S. L., Madrid, Spanien 9 | 100,00 | EUR | 10.960 | -634 |
| 2530AUS LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 24.513 | 795 |
| 320AUS LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | - | -226 |
| 3290ATL LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 70.335 | 2.877 |
| 3541 PRG s. r. o., Prag, Tschechien 9, 12 | 100,00 | CZK | 951.175 | 46.416 |
| 402 Santa Monica Blvd, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | -2.338 | 620 |
| 590ATL LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 78.101 | 2.518 |
| 7550BWI LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 21.765 | 151 |
| 7550IAD LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 56.074 | -711 |
| 7653BWI LLC, Wilmington, USA 6 | 100,00 | USD | -2 | 2.628 |
| 7659BWI LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 8.511 | 472 |
| 92601 BTS s. r. o., Bratislava, Slowakei 9, 12 | 100,00 | EUR | 5.034 | 1.032 |
| 975 Carroll Square, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 40.637 | -4.698 |
| Akvamarin Beta, s. r. o., Prag, Tschechien 9, 12 | 100,00 | CZK | 79.067 | 32.266 |
| Annuity Reinsurance Cell A1 (ARCA1), Hamilton, Bermuda | 100,00 | USD | 17.955 | 6.804 |
| APCL Corporate Director No. 1 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 100 | - |
| APCL Corporate Director No. 2 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 100 | - |
| Apoquindo 5400 Chile Holding S. A., Santiago, Chile 6, 11 | 100,00 | - | - | - |
| Apoquindo CL SpA, Santiago, Chile 6 | 100,00 | CLP | 57.330.780 | 6.157.803 |
| Argenta Continuity Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | - | - | - |
| Argenta General Partner II LLP, Edinburgh, Großbritannien 8 | 100,00 | GBP | 0 | 0 |
| Argenta General Partner Limited, Edinburgh, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 0 | 0 |
| Argenta Holdings Limited, London, Großbritannien 5, 12 | 100,00 | GBP | 42.715 | 10.324 |
| Argenta LLP Services Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | - | - | - |
| Argenta Private Capital Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 3.834 | 1.805 |
| Argenta Secretariat Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | - | - | - |
| Argenta SLP Continuity Limited, Edinburgh, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 0 | 0 |
| Argenta Syndicate Management Limited, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 5.118 | 3.062 |
| Argenta Tax & Corporate Services Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 359 | 184 |
| Argenta Underwriting Asia Pte. Ltd., Singapur, Singapur 8, 12 | 100,00 | GBP | 7.059 | 3.384 |
| Argenta Underwriting (Europe) Limited, Dublin, Irland 8, 11 | 100,00 | GBP | 0 | 0 |
| Argenta Underwriting No. 1 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 22 | - |
| Argenta Underwriting No. 2 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | -1.654 | -90 |
| Argenta Underwriting No. 3 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | -1.146 | 424 |
| Argenta Underwriting No. 4 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | -152 | - |
| Argenta Underwriting No. 7 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | - | - | - |
| Argenta Underwriting No. 9 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | -164 | -116 |
| Argenta Underwriting No. 10 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | -116 | -67 |
| Argenta Underwriting No. 11 Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | -16 | - |
| ASF Spectrum Limited, George Town, Kaimaninseln 10 | 100,00 | USD | 113.361 | 907 |
| Bristol Re Ltd., Hamilton, Bermuda | 100,00 | USD | 8.190 | -158 |
| Broadway 101, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 14.723 | 311 |
| CC Aeolus Pte. Ltd., Singapur, Singapur 11 | 100,00 | - | - | - |
| Commercial & Industrial Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 85,00 | ZAR | 18.022 | 53.820 |
| Compass Insurance Company Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 100,00 | ZAR | 362.881 | 73.208 |
| Danae, Inc., Wilmington, USA | 100,00 | USD | 200 | - |
| Desarrollo de Consultores Profesionales en Seguros S. A. de C. V., León, Guanajuato, México | 100,00 | MXN | 652 | 33 |
| Dynastic Underwriting Limited, London, Großbritannien | 100,00 | GBP | 62 | -39 |
| Ferme Eolienne des Mignaudieres SNC, Toulouse, Frankreich 12 | 100,00 | EUR | 15.881 | 480 |
| Ferme Eolienne du Confolentais SNC, Toulouse, Frankreich 12 | 100,00 | EUR | 16.790 | 790 |
| Fiba Sigorta A. Ş., Istanbul, Türkei 11 | 50,00 | - | - | - |
| Film & Entertainment Underwriters SA (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 100,00 | ZAR | 676 | 3 |
| Firedart Engineering Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 100,00 | ZAR | 10.176 | 6.421 |
| Fountain Continuity Limited, Edinburgh, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 0 | 0 |
| Funderburk Lighthouse Limited, Grand Cayman, Kaimaninseln | 100,00 | USD | 54.301 | 16.755 |
| Garagesure Consultants and Acceptances (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 90,00 | ZAR | 2.478 | 1.876 |
| Gente Compañia de Soluciones Profesionales de Mexico, S. A. de C. V, León, México | 100,00 | MXN | 64.317 | 14.561 |
| Glencar Insurance Company, Orlando, USA 12 | 100,00 | USD | 63.306 | -5.028 |
| Glencar Underwriting Managers, Inc., Chicago, USA 12 | 100,00 | USD | 4.228 | -27 |
| GLL HRE CORE Properties, L. P., Wilmington, USA 6, 12 | 99,90 | USD | 795.849 | 1.143 |
| H. J. Roelofs Assuradeuren B. V. , Rotterdam, Niederlande | 100,00 | EUR | 117 | -41 |
| Hannover Africa Limited, Johannesburg, Südafrika 7, 15 | 100,00 | ZAR | - | 11 |
| Hannover Finance (Luxembourg) S. A., Leudelange, Luxemburg 12 | 100,00 | EUR | 17.139 | 762 |
| Hannover Finance (UK) Ltd., London, Großbritannien 12 | 100,00 | GBP | 762 | 41 |
| Hannover Finance, Inc., Wilmington, USA 12 | 100,00 | USD | 1.778.648 | 180.138 |
| Hannover Life Re of Australasia Ltd., Sydney, Australien 12 | 100,00 | AUD | 475.979 | -71.083 |
| Hannover Life Reassurance Company of America (Bermuda) Ltd., Hamilton, Bermuda 12 | 100,00 | USD | 1.862.641 | 146.900 |
| Hannover Life Reassurance Company of America, Orlando, USA 12 | 100,00 | USD | 573.069 | 67.539 |
| Hannover Mining Engineering Services LLC, Itasca, USA 12 | 100,00 | USD | 512 | 41 |
| Hannover Re (Bermuda) Ltd., Hamilton, Bermuda 12 | 100,00 | USD | 1.582.811 | 411.297 |
| Hannover Re (Ireland) Designated Activity Company, Dublin, Irland 12 | 100,00 | USD | 810.081 | 84.541 |
| Hannover Re Consulting Services India Private Limited, Mumbai, Indien | 100,00 | INR | 44.539 | 1.069 |
| Hannover Re Holdings (UK) Ltd., London, Großbritannien 12 | 100,00 | GBP | 4.094.776 | 519.067 |
| Hannover Re Real Estate Holdings, Inc., Orlando, USA 5, 12 | 100,00 | USD | 1.124.525 | 26.396 |
| Hannover Re Risk Management Services India Private Limited, Neu-Delhi, Indien | 100,00 | INR | 42.009 | 573 |
| Hannover Re Services Italy S. r. l., Mailand, Italien 12 | 100,00 | EUR | 417 | 136 |
| Hannover Re Services Japan, Tokio, Japan 12 | 100,00 | JPY | 190.775 | 14.469 |
| Hannover Re Services USA, Inc., Itasca, USA 12 | 100,00 | USD | 4.875 | 281 |
| Hannover Re South Africa Limited, Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 100,00 | ZAR | 2.145.801 | 543.680 |
| Hannover Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 5, 12 | 100,00 | ZAR | 1.194.996 | -775.099 |
| Hannover ReTakaful B. S. C. (c), Manama, Bahrain 12 | 100,00 | BHD | 78.460 | 742 |
| Hannover Risk Consultants B. V., Rotterdam, Niederlande | 100,00 | EUR | 13 | 47 |
| Hannover Rück SE Escritório de Representação no Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien | 100,00 | BRL | 4.725 | 470 |
| Hannover Services (Mexico) S. A. de C. V, México-Stadt, México | 100,00 | MXN | 9.781 | 628 |
| Hannover Services (UK) Ltd., London, Großbritannien 12 | 100,00 | GBP | 1.882 | 328 |
| HDI Assicurazioni S. p. A., Rom, Italien | 100,00 | EUR | 662.348 | 64.979 |
| HDI Global Insurance Company, Chicago, USA | 100,00 | USD | 226.732 | 39.730 |
| HDI Global Insurance Limited Liability Company, Moskau, Russland | 100,00 | RUB | 486.936 | 43.248 |
| HDI Global Network AG Escritório de Representacão no Brasil Ltda, São Paulo, Brasilien | 100,00 | BRL | 381 | 22 |
| HDI Global SA Ltd., Johannesburg, Südafrika | 100,00 | ZAR | 68.000 | 3.389 |
| HDI Global Seguros S. A., México-Stadt, México | 100,00 | MXN | 252 | 22 |
| HDI Global Seguros S. A., São Paulo, Brasilien | 100,00 | BRL | 62.947 | 25.935 |
| HDI GLOBAL SE - UK SERVICES LIMITED, London, Großbritannien 11 | 100,00 | - | - | - |
| HDI Italia S. p. A., Mailand, Italien | 100,00 | EUR | 195.410 | -35.289 |
| HDI Immobiliare S. r. l., Rom, Italien | 100,00 | EUR | 57.633 | -182 |
| HDI Katılım Sigorta A. Ş., Istanbul, Türkei 19 | 100,00 | - | - | - |
| HDI Reinsurance (Ireland) SE, Dublin, Irland | 100,00 | EUR | 356.150 | 31.182 |
| HDI Seguros de Garantía y Crédito S. A., Las Condes, Chile | 99,85 | CLP | 7.829.362 | 849.887 |
| HDI Seguros S. A. de C. V., León, México | 99,76 | MXN | 2.444.349 | 508.926 |
| HDI Seguros S. A., Bogota, Kolumbien | 99,06 | COP | 60.459.398 | -9.644.137 |
| HDI Seguros S. A., Buenos Aires, Argentinien | 100,00 | ARS | 1.921.691 | 70.739 |
| HDI Seguros S. A., Las Condes, Chile | 99,95 | CLP | 116.547.924 | 20.212.583 |
| HDI Seguros S. A., Montevideo, Uruguay | 100,00 | UYU | 452.349 | 84.179 |
| HDI Seguros S. A., São Paulo, Brasilien | 100,00 | BRL | 1.046.145 | -68.797 |
| HDI Sigorta A. S., Istanbul, Türkei | 100,00 | TRY | 1.119.030 | 199.530 |
| HDI Specialty Insurance Company, Illinois, USA | 100,00 | USD | 55.570 | 7.946 |
| HDI Versicherung AG (Österreich), Wien, Österreich | 100,00 | EUR | 26.514 | 15.198 |
| Heuberg S. L. U., Barcelona, Spanien | 100,00 | EUR | 13.604 | 1.590 |
| Highgate Sp. z o. o., Warschau, Polen 9, 12 | 100,00 | PLN | 120.757 | -8.099 |
| Hospitality Industrial and Commercial Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 85,00 | ZAR | 6.326 | 16.081 |
| HRE Core Properties Chile Holding SpA, Santiago, Chile 6 | 100,00 | CLP | 32.946.169 | -328.189 |
| HR GLL CDG Plaza S. r. l., Bukarest, Rumänien 9, 12 | 100,00 | RON | 82.834 | 6.747 |
| HR GLL Europe Holding S. à r l., Luxemburg, Luxemburg 9 12 | 100,00 | EUR | 88.903 | 5.073 |
| HR GLL Griffin House SPÓLKA Z OGRANICZONA ODPOWIEDZIALNÓSCIA, Warschau, Polen 9- 12 | 100,00 | PLN | 25.851 | -1.104 |
| HR GLL Liberty Corner SPÓLKA Z OGRANICZONA ODPOWIEDZIALNÓSCIA, Warschau, Polen 9- 12 | 100,00 | PLN | 30.943 | 1.049 |
| HR GLL Roosevelt Kft, Budapest, Ungarn 9, 12 | 100,00 | HUF | 165.347 | -9.849 |
| HR Hannover Re, Correduría de Reaseguros, S. A., Madrid, Spanien 12 | 100,00 | EUR | 1.180 | 231 |
| HR US Infra Debt LP, George Town, Kaimaninseln | 99,99 | USD | 370.321 | 16.675 |
| HR US Infra Equity LP, Wilmington, USA 6, 12 | 99,99 | USD | 170.432 | 9.133 |
| INCHIARO LIFE Designated Activity Company, Dublin, Irland | 100,00 | EUR | 18.876 | 927 |
| Infrastorm Co-Invest 1 SCA, Luxemburg, Luxemburg 11 | 100,00 | EUR | 11.535 | -76 |
| InLinea S. p. A., Rom, Italien | 100,00 | EUR | 2.701 | 393 |
| Integra Insurance Solutions Limited, Bradford, Großbritannien 12 | 100,00 | GBP | 10.871 | 2.285 |
| Inter Hannover (No. 1) Limited, London, Großbritannien 12 | 100,00 | - | - | - |
| Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile | 100,00 | CLP | 214.445.418 | 5.293.542 |
| Kaith Re Ltd., Hamilton, Bermuda 12 | 90,40 | USD | 570 | 815 |
| Kubera Insurance (SAC) Ltd., Hamilton, Bermuda 12 | 100,00 | USD | 18.989 | 329 |
| Landmark Underwriting Agency (Pty) Ltd., Bloemfontein, Südafrika 7, 12 | 65,50 | ZAR | 9.183 | 8.059 |
| Le Chemin de La Milaine S. N. C, Lille, Frankreich 12 | 100,00 | EUR | 18.052 | 1.202 |
| Le Louveng S. A. S., Lille, Frankreich 12 | 100,00 | EUR | 14.445 | 632 |
| Le Souffle des Pellicornes S. N. C, Lille, Frankreich 12 | 100,00 | EUR | 15.915 | 904 |
| Leine Investment General Partner S. à r. l., Luxemburg, Luxemburg 12 | 100,00 | EUR | 674 | 280 |
| Leine Investment SICAV-SIF, Luxemburg, Luxemburg 12 | 100,00 | USD | 153.634 | -89 |
| Les Vents de Malet S. N. C, Lille, Frankreich 12 | 100,00 | EUR | 18.590 | 1.472 |
| LI RE, Hamilton, Bermuda 12 | 100,00 | - | - | - |
| Lireas Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 70,00 | ZAR | 391.191 | 43.856 |
| M8 Property Trust, Sydney, Australien 10, 12 | 100,00 | AUD | 141.761 | 7.936 |
| Magdalena CL SpA, Santiago, Chile 6 | 100,00 | CLP | 33.209.647 | 2.841.195 |
| Magdalena Chile Holding S. A., Santiago, Chile 6, 11 | 100,00 | - | - | - |
| Magyar Posta Biztositó Zrt., Budapest, Ungarn | 66,93 | HUF | 5.254.065 | 1.705.855 |
| Magyar Posta Életbiztosító Zrt., Budapest, Ungarn | 66,93 | HUF | 14.217.112 | 2.224.147 |
| Markham Real Estate Partners (KSW) Pty Limited, Sydney NSW, Australien 10, 12 | 100,00 | - | - | - |
| Morea Limited Liability Company, Tokio, Japan 10, 12 | 99,00 | JPY | 3.937.353 | 180.883 |
| MUA Insurance Acceptances (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika 7, 12 | 85,00 | ZAR | 16.830 | 20.063 |
| Names Taxation Service Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 10 | - |
| Nashville West, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 27.459 | 3.845 |
| Ombú CL SpA, Santiago, Chile 6 | 100,00 | CLP | 7.510.103 | 1.036.337 |
| Ombú Chile Holding S. A., Santiago, Chile 6- 11 | 100,00 | - | - | - |
| PAG Real Estate Asia Select Fund Limited, George Town, Kaimaninseln 5, 12 | 100,00 | USD | 338.404 | 7.170 |
| Peace G. K., Tokio, Japan 10, 12 | 99,00 | JPY | 5.032.492 | 269.632 |
| Protecciones Esenciales S. A., Buenos Aires, Argentinien | 100,00 | ARS | 2.248.261 | -73.076 |
| Real Assist (Pty) Ltd., Pretoria, Südafrika 7, 12 | 51,00 | ZAR | 1.153 | 609 |
| Residual Services Corporate Director Limited, London, Großbritannien 8, 12 | 100,00 | GBP | 0 | 0 |
| Residual Services Limited, London, Großbritannien 8, 12, 16 | 100,00 | GBP | 3 | - |
| River Terrace Parking, LLC, Wilmington, USA 6, 12 | 100,00 | USD | 18.006 | 2.402 |
| Rocky G. K., Tokio, Japan 10 | 99,00 | JPY | 2.350.024 | 33.789 |
| Saint Honore Iberia S. L., Madrid, Spanien | 100,00 | EUR | 47.306 | -12.269 |
| Sand Lake Re, Inc., Burlington, USA 12 | 100,00 | USD | 154.520 | 379.397 |
| Santander Auto S. A., São Paulo - Vila Olimpia, Brasilien | 50,00 | BRL | 41.186 | 10.893 |
| Star Grafton One S. à r l., Luxemburg, Luxemburg | 100,00 | EUR | 108.953 | -37 |
| SUM Holdings (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 15 | 100,00 | - | - | - |
| Svedea AB, Stockholm, Schweden 12 | 100,00 | SEK | 160.893 | 51.533 |
| Svedea Skadeservice AB, Stockholm, Schweden 12 | 100,00 | SEK | 50 | - |
| Towarzystwo Ubezpieczeń Europa S. A., Breslau, Polen | 50,00 | PLN | 872.013 | 52.103 |
| Towarzystwo Ubezpieczeń i Reasekuracji WARTA S. A., Warschau, Polen | 75,74 | PLN | 3.044.591 | 603.733 |
| Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie "WARTA" S. A., Warschau, Polen | 100,00 | PLN | 351.393 | 24.094 |
| Towarzystwo Ubezpieczeń na Życie Europa S. A., Breslau, Polen | 100,00 | PLN | 643.005 | -7.037 |
| Transit Underwriting Managers (Pty) Ltd., Durban, Südafrika 7, 12 | 90,00 | ZAR | 797 | 1.040 |
| Ubitech Hub Pte. Ltd., Singapur, Singapur 10 | 100,00 | SGD | 149.418 | -2.858 |
| %-Anteil am Kapital 1 |
Eigenkapital
2
in Tausend |
Ergebnis vor Gewinnabführung
2
in Tausend |
||
| AMANIKI GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland | 49,90 | EUR | 12 | 291 |
| Assi 90 S. r. l., Mailand, Italien 15 | 39,75 | EUR | 2.818 | -205 |
| Bond I. T. Ltd., Herzliya, Israel 11 | 21,94 | USD | 6.366 | -33.101 |
| Clarendon Transport Underwriting Managers (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 32,67 | ZAR | 21.170 | 23.000 |
| C-QUADRAT Ampega Asset Management Armenia LLC, Eriwan, Armenien | 25,10 | AMD | 1.952.508 | 959.645 |
| Credit Suisse (Lux) Gas TransitSwitzerland SCS, Luxemburg, Luxemburg | 60,15 | EUR | 154.835 | 18.788 |
| Different Technology (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 12 | 12,30 | ZAR | 27.046 | -878 |
| Escala Braga - Sociedade Gestora de Edifício, S. A., Braga, Portugal | 49,00 | EUR | 8.076 | 1.673 |
| Escala Parque - Gestão de Estacionamento, S. A., Linhó, Portugal | 49,00 | EUR | 930 | 870 |
| Escala Vila Franca - Sociedade Gestora de Edificio, S. A., Linhó, Portugal | 49,00 | EUR | 16.562 | 1.604 |
| Finance-Gate Software GmbH, Berlin, Deutschland | 40,00 | EUR | -25 | 72 |
| Falcon Risk Holdings LLC, Dallas, USA 11 | 40,00 | USD | -317 | -2.317 |
| FLS Group AG, Baar, Schweiz 11 | 19,73 | - | - | - |
| Hannover America Private Equity Partners II GmbH & Co. KG, Hannover, Deutschland | 14,45 | EUR | 1.028.260 | 92.183 |
| HANNOVER Finanz GmbH, Hannover, Deutschland | 27,78 | EUR | 78.401 | 15.373 |
| Hannover Re Euro PE Holdings GmbH & Co. KG, Hannover, Deutschland | 14,45 | EUR | 586.402 | 52.812 |
| HMG Amerigo-Vespucci-Platz 2 GmbH & Co. Geschlossene Investment KG, Hamburg, Deutschland | 50,00 | EUR | 22.896 | -45 |
| HMG Frankfurter Straße 100 GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg, Deutschland | 50,00 | EUR | 58.232 | 4.712 |
| HMG Gasstraße 25 GmbH & Co. geschlossene Investment KG, Hamburg, Deutschland | 40,24 | EUR | 107.427 | 3.026 |
| IBERIA TERMOSOLAR 1, S. L., Badajoz, Spanien | 71,06 | EUR | 16.669 | 1.366 |
| IGEPA Gewerbepark GmbH & Co. Vermietungs KG, Fürstenfeldbruck, Deutschland | 37,50 | EUR | - | 3.094 |
| Ignite Thailand Holdings Ltd., Hong Kong, China 11 | 15,11 | - | - | - |
| Inqaku FC (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7 | 21,03 | ZAR | 12.808 | -4.995 |
| Investsure Technologies Proprietary Limited, Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 32,26 | ZAR | -102 | -788 |
| Kopano Ventures (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 14 | 29,05 | - | - | - |
| Magma HDI General Insurance Ltd., Kalkutta, Indien | 15,18 | INR | 4.076.563 | -251.719 |
| Meribel Mottaret Limited, St. Helier, Jersey 18 | 18,96 | - | - | - |
| Monument Insurance Group Limited, Hamilton, Bermuda 18 | 20,00 | - | - | - |
| Mosaic Insurance Holdings Limited, Hamilton, Bermuda | 15,00 | USD | 120.312 | 36.535 |
| MR Beteiligungen 23. GmbH, München, Deutschland 11 | 50,00 | - | - | - |
| neue leben Pensionskasse AG, Hamburg, Deutschland 12 | 49,00 | EUR | 30.376 | 500 |
| Neue SEBA Beteiligungsgesellschaft mbH, Nürnberg, Deutschland 17 | 18,63 | EUR | 103.761 | 16.993 |
| Pineapple Tech (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 7, 12 | 14,68 | ZAR | 57.000 | -30.131 |
| PNH Parque - Do Novo Hospital, S. A., Linhó, Portugal | 49,00 | EUR | 423 | 364 |
| PVI Holdings Joint Stock Corporation, Cau Giay, Vietnam | 51,01 | VND | 7.146.750.301 | 846.039.569 |
| Reaseguradora del Ecuador S. A., Guayaquil, Ecuador | 30,00 | USD | 21.790 | 3.887 |
| Sureify Labs, Inc., Wilmington, USA | 10,01 | USD | 7.112 | 4.974 |
| SWISS INSUREVOLUTION PARTNERS Holding (FL) AG, Triesen, Liechtenstein 15 | 15,00 | - | - | - |
| Trinity Underwriting Managers Limited, Toronto, Kanada 18 | 20,37 | - | - | - |
| VOV GmbH, Köln, Deutschland | 35,25 | EUR | 4.080 | 1.265 |
| WeHaCo Unternehmensbeteiligungs-GmbH, Hannover, Deutschland | 40,00 | EUR | 96.420 | 16.408 |
| YOUPLUS Holding AG, Zürich, Schweiz (vormals: SWISS INSUREVOLUTION PARTNERS Holding (CH) AG, Zürich, Schweiz) 18 | 15,00 | - | - | - |
| %-Anteil am Kapital 1 | |
| Acte Vie S. A., Schiltigheim, Frankreich | 9,38 |
| Extremus Versicherungs-AG, Köln, Deutschland | 13,00 |
| M 31 Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Energie KG, Düsseldorf, Deutschland | 8,90 |
1 Die Anteilsquote ergibt sich aus der Addition
aller direkt und indirekt gehaltenen Anteile nach
Maßgabe des § 16 Abs. 2 und 4 AktG
2 Die Werte entsprechen den
Jahresabschlüssen der Gesellschaften nach jeweiligem
lokalem Recht bzw. nach internationaler Rechnungslegung;
abweichende Währungen sind angegeben
3 Die Erleichterungen gemäß §
264 Abs. 3 HGB wurden in Anspruch genommen
4 Die Befreiungsvorschrift gemäß
§ 264b HGB wurde in Anspruch genommen
5 Die Gesellschaft erstellt einen eigenen
Teilkonzernabschluss
6 In den Teilkonzernabschluss der Hannover Re
Real Estate Holdings, Inc. einbezogen
7 In den Teilkonzernabschluss der Hannover
Reinsurance Group Africa (Pty) Ltd. einbezogen
8 In den Teilkonzernabschluss der Argenta
Holdings Limited einbezogen
9 In den Teilkonzernabschluss der HR GLL Central
Europe GmbH & Co. KG einbezogen
10 In den Teilkonzernabschluss der PAG Real
Estate Asia Select Fund Limited einbezogen
11 Die Gesellschaft wurde im Berichtsjahr
gegründet - es liegt noch kein Geschäftsbericht/
Jahresabschluss vor
12 Zahlen zum Geschäftsjahresende 2022
vorläufig/untestiert
13 Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag
14 Die Gesellschaft ist inaktiv
15 Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation
16 Die Gesellschaft hält 45
Tochtergesellschaften mit einem aufsummierten Eigenkapital
von unter 0,7 Mio. EUR
17 Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis
unterbleiben gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr.
2 HGB
18 Angaben zum Eigenkapital und Ergebnis
unterbleiben gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB
19 Aufschiebung der Offenlegungspflicht durch
Sondergenehmigung der ausländischen
Aufsichtsbehörde
Die Depotforderungen betragen 32.670 (24.773) TEUR. Hier wird im Wesentlichen das Saldendepot aus einem im Vorjahr abgeschlossenen Rückversicherungsvertrag über 32.177 (24.204) TEUR ausgewiesen.
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | 480.361 | 490.726 |
| Forderungen an Steuerbehörden | 169.943 | 163.894 |
| Forderungen aus Rückdeckungsversicherungsansprüchen | 3.279 | 3.240 |
| Forderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen | 116 | 1.773 |
| Verschiedenes | 507 | 939 |
| Gesamt | 654.206 | 660.573 |
Die Forderungen an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von 431.178 (367.043) TEUR.
Die Forderungen aus Rückdeckungsversicherungsansprüchen bestehen unverändert in Höhe von 2.418 TEUR gegen verbundene Unternehmen.
In dem Posten Sonstige Forderungen in Höhe von 654.206 (660.573) TEUR sind Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 3.412 (3.954) TEUR enthalten.
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Stand am Anfang des Geschäftsjahres | 917 | 1.020 |
| Zugänge | 232 | 286 |
| Abgänge | 553 | 295 |
| Abschreibungen | 163 | 93 |
| Stand am Ende des Geschäftsjahres | 433 | 917 |
Die periodengerechte Erfolgsabgrenzung erfolgte ausschließlich für Zinsen in Höhe von 15.917 (9.530) TEUR.
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Disagio | 9.925 | 6.490 |
| Verwaltungskosten | 3.188 | 2.439 |
| Gesamt | 13.113 | 8.929 |
Bei den abgegrenzten Verwaltungskosten handelt es sich im Wesentlichen um Versicherungsbeiträge, deren Leistungszeitraum nach dem Stichtag liegt.
Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge nach § 268 Abs. 8 Satz 3 HGB beläuft sich auf 371 (166) TEUR. Der Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" stellt den übersteigenden Betrag dar, der nach einzelvertraglicher Saldierung der Altersversorgungsverpflichtungen mit den diese bedeckenden Vermögensgegenständen (im Wesentlichen Rückdeckungslebensversicherungen) verbleibt.
Das Grundkapital beträgt 317 (316) Mio. EUR und ist eingeteilt in 253.350.943 (253.100.132) auf den Namen lautende Stückaktien; es ist vollständig eingezahlt. Der rechnerische Wert je Aktie beträgt 1,25 EUR.
Vom Aktienkapital an der Talanx AG entfallen zum 31. Dezember 2022 78,86 % auf den HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz.
In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 94 Mio. EUR, eingeteilt in bis zu 75.000.000 neue Stückaktien, bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Namensschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Beschluss auf derselben Hauptversammlung bis zum 4. Mai 2027 von der Talanx AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG gegen Bareinlage ausgegeben werden, bei Erfüllung der bedingten Wandlungspflicht.
In derselben Hauptversammlung wurde beschlossen, das Grundkapital um bis zu 63 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 50.000.000 neuen Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Stückaktien an die Gläubiger von Schuldverschreibungen (Wandlungs- und Optionsanleihen) und Gewinnschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder (bedingten) Wandlungspflichten und/oder nachrangigen (hybriden) Finanzinstrumenten zur Schaffung von Eigenmittelbestandteilen im Sinne des § 89 VAG (bzw. einer Nachfolgeregelung) bzw. im Sinne der Solvency-II-Richtlinie (Richtlinie 2009/138/EG) und darauf bezogener nationaler oder von der Europäischen Union beschlossener Umsetzungsmaßnahmen in ihrer jeweils geltenden Fassung, soweit ihre Begebung etwa wegen einer gewinnabhängigen Verzinsung, der Ausgestaltung der Verlustteilnahme oder aus anderen Gründen der Zustimmung der Hauptversammlung nach § 221 AktG bedarf, die von der Talanx AG oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen im Sinne des § 18 AktG aufgrund des in derselben Hauptversammlung gefassten Ermächtigungsbeschlusses im Zeitraum vom 5. Mai 2022 bis zum 4. Mai 2027 ausgegeben werden.
Die Satzungsänderungen wurden am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.
In der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 wurde beschlossen, das genehmigte Kapital nach § 7 Abs. 1 der Satzung der Talanx AG zu erneuern und einen neuen § 7 Abs. 1 einzufügen, der den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital in der Zeit bis zum 4. Mai 2027 durch die Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien einmal oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um 158 Mio. EUR, gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Zur Begebung von Mitarbeiteraktien können davon 2,2 Mio. EUR - nach Zustimmung des Aufsichtsrats - verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre für bestimmte enumerativ aufgelistete Zwecke bei Barkapitalerhöhungen auszuschließen. Bei Sachkapitalerhöhungen kann das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden, wenn der Ausschluss im überwiegenden Interesse der Gesellschaft liegt. Die Summe der Aktien, die aufgrund der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden, darf einen anteiligen Betrag von 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen. Die Satzungsänderung wurde am 2. Juni 2022 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung der Talanx AG vom 5. Mai 2022 wurde für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende in Höhe von 1,60 EUR je Aktie, insgesamt 405 Mio. EUR, an die Aktionäre ausgeschüttet.
Für das Jahr 2022 wurde ein Mitarbeiteraktienprogramm aufgelegt, bei dem die volljährigen Auszubildenden/Mitarbeiter der Talanx AG bis zu 480 subventionierte Aktien der Talanx AG erwerben konnten. Für das diesjährige Mitarbeiteraktienprogramm wurden durch eine Kapitalerhöhung unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals insgesamt 250.811 neue Aktien geschaffen und somit erhöhte sich die Anzahl der Stückaktien auf 253.350.943. Das gezeichnete Kapital erhöhte sich im Rahmen dieser Kapitalerhöhung um 313.513,75 EUR. Der Ausübungspreis richtete sich nach dem niedrigsten Tageskurs an den Börsen Frankfurt und Hannover am 30. September 2022 und betrug 35,88 EUR abzüglich der Subventionierung von 3 bis 15 EUR pro Aktie. Durch die Transaktion entstand der Talanx AG ein Personalaufwand in Höhe von 29 TEUR. Die übrigen unter diesem Programm entstandenen Personalaufwendungen werden von den jeweiligen personalführenden Gesellschaften getragen. Die Mitarbeiteraktien unterliegen einer Sperrfrist, die am 1. Dezember 2024 endet.
Die Kapitalrücklage der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2022 1.414.945 (1.406.259) TEUR. Die Erhöhung um 8.686 TEUR resultierte aus dem diesjährigen Mitarbeiteraktienprogramm.
Der Posten betrifft unverändert zum Vorjahr in Höhe von 2.901.819 TEUR andere Gewinnrücklagen.
Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 49.921 (74.809) TEUR. Zur Ermittlung des Unterschiedsbetrags wurde der mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten zehn Jahre abgezinste und bilanzierte Verpflichtungsbetrag dem Betrag gegenübergestellt, der sich bei Abzinsung mit dem durchschnittlichen Zinssatz der letzten sieben Jahre ergeben hätte.
Der Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge nach § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB beläuft sich auf 25 (24) TEUR, dieser resultiert aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Wert. Die frei verfügbaren Rücklagen übersteigen diesen Betrag.
Dieser Posten setzt sich zusammen aus 585.598 TEUR des Bilanzgewinns 2021, der aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 5. Mai 2022 auf neue Rechnung vorgetragen wurde, und aus dem Jahresüberschuss des laufenden Jahres in Höhe von 578.775 TEUR.
Der Posten weist 1.250 (1.750) Mio. EUR nachrangige Schuldverschreibungen aus.
Die Talanx AG hat am 1. Dezember 2021 nachrangige Schuldverschreibungen begeben. Die Schuldverschreibungen haben einen Gesamtnennbetrag von 500 Mio. EUR bei einer Laufzeit von 21 Jahren und können erstmals nach elf Jahren gekündigt werden.
Die Talanx AG hat am 5. Dezember 2017 nachrangige Schuldverschreibungen begeben. Die Schuldverschreibungen haben einen Gesamtnennbetrag von 750 Mio. EUR bei einer Laufzeit von 30 Jahren und können erstmals nach zehn Jahren gekündigt werden.
Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 500 Mio. EUR resultierte aus der Rückzahlung einer fälligen nachrangigen Schuldverschreibung.
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 31.103 | 18.533 |
| Haftpflichtversicherung | 376.998 | 337.076 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 102.257 | 92.911 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 51.466 | 44.043 |
| Feuer- und Sachversicherung | 431.728 | 219.848 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | 170.574 | 82.988 |
| b) Technische Versicherung | 233.049 | 124.422 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 28.106 | 12.438 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 27.760 | 38.062 |
| All-Risk-Versicherungen | 889.872 | 778.638 |
| Rechtsschutzversicherung | 338 | 242 |
| Sonstige Versicherungen | 126.144 | 75.668 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 2.037.668 | 1.605.022 |
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 8.269 | 8.771 |
| Haftpflichtversicherung | 369.344 | 333.556 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 101.687 | 90.497 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 47.462 | 44.021 |
| Feuer- und Sachversicherung | 322.644 | 149.100 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | 150.271 | 55.089 |
| b) Technische Versicherung | 150.972 | 87.061 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 21.400 | 6.950 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 19.396 | 32.903 |
| All-Risk-Versicherungen | 837.743 | 711.737 |
| Rechtsschutzversicherung | 338 | 242 |
| Sonstige Versicherungen | 95.863 | 47.049 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 1.802.747 | 1.417.875 |
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 8.096 | - |
| Haftpflichtversicherung | 4.204 | - |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 570 | - |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | - | - |
| Feuer- und Sachversicherung | 2.791 | 9.437 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | - | 9.437 |
| b) Technische Versicherung | 2.791 | - |
| c) Sonstige Sachversicherung | - | - |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 2.920 | 964 |
| All-Risk-Versicherungen | 41.412 | 19.883 |
| Rechtsschutzversicherung | - | - |
| Sonstige Versicherungen | 5.017 | 6.080 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 65.009 | 36.363 |
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Stand am Anfang des Geschäftsjahres | 983.190 | 928.270 |
| Veränderung | 18.706 | 36.029 |
| Aufzinsung/Zinssatzänderung | 17.201 | 18.682 |
| Aktivwerte saldierungsfähiger Rückdeckungsversicherungen | 400 | 209 |
| Stand am Ende des Geschäftsjahres | 1.019.496 | 983.190 |
Der Erfüllungsbetrag der arbeitgeberfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 1.028.078 (992.074) TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung abgeschlossenen Versicherungen betrug 8.790 (8.996) TEUR zum 31. Dezember 2022. Der Erfüllungsbetrag der arbeitnehmerfinanzierten Pensionsrückstellung betrug 1.219 (1.317) TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung abgeschlossenen Versicherungen betrug 1.010 (1.204) TEUR zum 31. Dezember 2022.
| Alter | Männer | Frauen |
| 20 | - | 2,7 |
| 25 | 16,5 | 12,6 |
| 30 | 10,7 | 8,3 |
| 35 | 6,8 | 5,6 |
| 40 | 6,4 | 5,3 |
| 45 | 5,6 | 4,6 |
| 50 | 3,6 | 3,5 |
| 55 | 2,7 | 3,2 |
| Ab 60 | - | - |
Für einen großen über einen Schuldbeitrittsvertrag übernommenen Verpflichtungsbestand der Talanx AG bestanden im Vorjahr Ansprüche auf zukünftige Erstattung bereits zugeführter BilMoG-Unterschiedsbeträge gemäß Artikel 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB. Diese aufgrund der im Vertrag getroffenen Regelungen noch nicht fälligen Forderungen in Höhe von 818 (0) TEUR wurden bei der Bewertung rückstellungsmindernd berücksichtigt. Das Deckungsvermögen wurde zum beizulegenden Zeitwert gemäß § 253 Abs. 1 Satz 4 HGB angesetzt.
Im Berichtsjahr wurden Erträge aus Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen von 21 (371) TEUR mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für Pensionsverpflichtungen von 17.201 (18.683) TEUR saldiert.
| In TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| Erfüllungsübernahmen aus Pensionsverpflichtungen | 32.279 | 31.871 |
| Zinsanteil aus Steuerrückstellungen | 13.024 | 18.842 |
| Talanx Performance Share Awards | 9.863 | 9.317 |
| Variable Bezüge/Gratifikationen | 3.785 | 2.282 |
| Vorstandsbezüge | 3.530 | 3.986 |
| Jahresabschlusskosten | 3.300 | 1.400 |
| Aufsichtsratsvergütungen | 2.200 | 2.600 |
| Spruchverfahren | 1.127 | 58.304 |
| Beratungskosten | 595 | 2.225 |
| Übrige | 1.434 | 2.646 |
| Gesamt | 71.137 | 133.473 |
Bilanzierte Verpflichtungen aus Spruchverfahren konnten aufgrund einer Entscheidung des OLG Düsseldorf im Berichtsjahr zugunsten der Talanx AG ergebnisneutral aufgelöst werden. Lediglich die daraus noch zu erwartenden Prozesskosten werden zum Stichtag bilanziert.
Die Zinsanteile aus den Rückstellungen für Körperschaft- und Gewerbesteuer entfallen in Höhe von 11.222 (11.771) TEUR auf Zinsanteile nach § 233a AO und in Höhe von 1.802 (7.071) TEUR auf die Abzinsung nach § 253 Abs. 2 HGB.
Der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitrückstellung betrug 606 (987) TEUR. Der Zeitwert der zu dessen Bedeckung gehaltenen Fonds betrug 256 (365) TEUR zum 31. Dezember 2022. Die historischen Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände betragen 508 (507) TEUR. Der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens entspricht dem Marktpreis.
In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde im Berichtsjahr das Ergebnis aus Deckungsvermögen für Rückstellungen für Altersteilzeit von 47 (6) TEUR mit Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung für Altersteilzeit von 3 (3) TEUR saldiert.
Im Rahmen des anteilsbasierten Vergütungssystems wurden dem Vorstand im Berichtsjahr 71.109 (20.032) virtuelle Aktien aus dem Talanx Performance-Share-Programm mit einem Zeitwert in Höhe von 2.795 (729) TEUR zugeteilt.
Im Rahmen des anteilsbasierten Vergütungssystems wurden den Führungskräften im Berichtsjahr 12.592 (11.921) virtuelle Aktien aus dem Talanx Performance-Share-Programm mit einem Zeitwert in Höhe von 486 (434) TEUR zugeteilt.
Hier werden erstrangige Anleihen in Höhe von 2.608 (1.358) Mio. EUR ausgewiesen.
Die Talanx AG hat am 13. Februar 2013 eine erstrangige Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 750 Mio. EUR und einer Laufzeit von zehn Jahren begeben.
Die Talanx AG hat am 13. Februar 2014 eine erstrangige Anleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 108 Mio. EUR und einer Laufzeit bis zum 13. Februar 2023 begeben, die ausschließlich von verbundenen Unternehmen gezeichnet wurde.
Weiterhin hat die Talanx AG am 23. Juli 2014 eine erstrangige unbesicherte Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR platziert. Die Anleihe ist am 23. Juli 2026 fällig.
Die Talanx AG hat am 25. Oktober 2022 zwei erstrangige Anleihen mit einem Gesamtnennbetrag von 1.250 Mio. EUR und einer Laufzeit von sieben Jahren begeben.
Die Anleihen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und unter fünf Jahren in Höhe von 500 (1.358) Mio. EUR sowie von mehr als fünf Jahren in Höhe von 1.250 (-) Mio. EUR.
| In TEUR | Laufzeit < 1 Jahr 31.12.2022 | Laufzeit < 1 Jahr 31.12.2021 | Laufzeit > 1 Jahr 31.12.2022 | Laufzeit > 1 Jahr 31.12.2021 | Gesamt 31.12.2022 | Gesamt 31.12.2021 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 116.113 | 34.010 | - | 5.866 | 116.113 | 39.876 |
| Verbindlichkeiten aus Zinsen | 26.645 | 22.974 | - | - | 26.645 | 22.974 |
| Verbindlichkeiten aus Steuern | 120 | 533 | - | - | 120 | 533 |
| Verschiedenes | 2.896 | 380 | - | - | 2.896 | 380 |
| Gesamt | 145.774 | 57.897 | - | 5.866 | 145.774 | 63.763 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen im Wesentlichen einen konzerninternen Liquiditäts-Kontokorrent in Höhe von 100.000 (-) TEUR sowie ausstehende Zinsen aus von verbundenen Unternehmen gezeichneten Anleihen in Höhe von 13.547 (30.993) TEUR.
Die Position Verschiedenes beinhaltet in Höhe von 2.512 (-) TEUR erhaltene Vorschüsse auf künftig entstehende Erträge aus Beteiligungen an Personenhandelsgesellschaften.
Hier werden im Wesentlichen abgegrenzte Zinsen in Höhe von 833 (882) TEUR ausgewiesen.
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 30.328 | 13.086 |
| Haftpflichtversicherung | 112.908 | 110.807 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 47.198 | 81.477 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 47.951 | 35.802 |
| Feuer- und Sachversicherung | 364.563 | 283.177 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | 117.374 | 112.128 |
| b) Technische Versicherung | 188.630 | 131.565 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 58.559 | 39.485 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 20.903 | 26.736 |
| All-Risk-Versicherungen | 430.112 | 453.382 |
| Rechtsschutzversicherung | 170 | 176 |
| Sonstige Versicherungen | 97.028 | 114.648 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 1.151.160 | 1.119.291 |
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| Inland | 859.366 | 908.554 |
| Übrige Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft sowie andere Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum | 128.820 | 146.278 |
| Drittländer | 162.974 | 64.459 |
| Gesamt | 1.151.160 | 1.119.291 |
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 25.357 | 3.625 |
| Haftpflichtversicherung | 113.031 | 112.154 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 49.199 | 83.338 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 44.086 | 43.638 |
| Feuer- und Sachversicherung | 319.296 | 239.304 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | 115.511 | 94.541 |
| b) Technische Versicherung | 146.332 | 110.536 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 57.453 | 34.227 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 19.676 | 29.398 |
| All-Risk-Versicherungen | 466.922 | 539.318 |
| Rechtsschutzversicherung | 170 | 176 |
| Sonstige Versicherungen | 93.868 | 102.344 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 1.131.603 | 1.153.295 |
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 3.428 | 7.390 |
| Haftpflichtversicherung | 81.229 | 91.302 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 38.632 | 62.224 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 34.134 | 41.548 |
| Feuer- und Sachversicherung | 338.131 | 152.473 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | 148.517 | 67.185 |
| b) Technische Versicherung | 89.049 | 76.700 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 100.565 | 8.588 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | -3.575 | 21.558 |
| All-Risk-Versicherungen | 308.126 | 622.514 |
| Rechtsschutzversicherung | 97 | 136 |
| Sonstige Versicherungen | 62.389 | 37.186 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 862.590 | 1.036.333 |
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | 20.602 | 8.335 |
| Haftpflichtversicherung | 4.146 | 6.285 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | 12.663 | 59.726 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 12.215 | 8.572 |
| Feuer- und Sachversicherung | 79.270 | 63.334 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | 25.128 | 24.553 |
| b) Technische Versicherung | 47.898 | 33.116 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 6.244 | 5.665 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 3.521 | 4.785 |
| All-Risk-Versicherungen | 87.098 | 87.287 |
| Rechtsschutzversicherung | - | - |
| Sonstige Versicherungen | 47.511 | 59.390 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | 267.025 | 297.713 |
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft | ||
| Unfallversicherung | -8.676 | -9.138 |
| Haftpflichtversicherung | 5.916 | -5.318 |
| Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung | -5.793 | -21.135 |
| Sonstige Kraftfahrzeugversicherung | 1.724 | -8.243 |
| Feuer- und Sachversicherung | -4.101 | -251 |
| davon: | ||
| a) Feuerversicherung | -7.029 | 792 |
| b) Technische Versicherung | -1.241 | 7.352 |
| c) Sonstige Sachversicherung | 4.169 | -8.394 |
| Transport- und Luftfahrtversicherung | 444 | 138 |
| All-Risk-Versicherungen | -10.959 | -14.070 |
| Rechtsschutzversicherung | 35 | -62 |
| Sonstige Versicherungen | 2.765 | -958 |
| Gesamtes Versicherungsgeschäft | -18.646 | -59.036 |
Im Geschäftsjahr wurde ein Abwicklungsergebnis für eigene Rechnung in Höhe von -15.029 (-62.775) TEUR ausgewiesen. Die Abwicklung wurde wesentlich durch Schäden aus US-Naturkatastrophen (Uri und Ida) aus dem Jahr 2021 sowie durch Property-Schäden in Chile und México aus den Jahren 2020 und 2021 beeinflusst.
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| Löhne und Gehälter | 19.008 | 36.227 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung | 1.609 | 3.925 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 45.666 | 73.578 |
| Gesamt | 66.283 | 113.730 |
Im Rahmen des Projektes "One HDI" wurden die Betriebsstrukturen der inländischen tarifgebundenen Gesellschaften der Talanx Gruppe gestrafft. Das Projekt umfasst die zwölf tarifgebundenen Arbeitgebergesellschaften. Ein Großteil der Aufgaben und Funktionen der Mitarbeiter der Talanx AG wurden zum 1. März 2022 auf die HDI AG ausgegliedert. Die Mitarbeiter treten unverändert für die Talanx AG auf und vertreten sie gegenüber dem Markt und den Kundinnen und Kunden.
Das Kapitalanlageergebnis hat sich im Berichtsjahr von 793.312 TEUR um 13.653 TEUR auf 806.965 TEUR erhöht. Die Erträge aus Kapitalanlagen in Höhe von 814.526 (840.520) TEUR waren durch Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 437.848 (381.908) TEUR sowie Erträge aus Beteiligungen von 349.965 (272.634) TEUR geprägt. Diesen Erträgen stehen Aufwendungen für Kapitalanlagen in Höhe von 7.561 (47.208) TEUR gegenüber, die im Wesentlichen aus Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen in Höhe von 4.558 (3.471) TEUR resultierten.
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| Währungskursgewinne | 12.152 | 10.933 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 10.471 | 7.589 |
| Erträge aus Dienstleistungen | 4.118 | 16.817 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 3.639 | 3.740 |
| Verschiedenes | 274 | 1.164 |
| Gesamt | 30.654 | 40.243 |
Die Erträge aus Zinsen und ähnliche Erträge resultierten in Höhe von 5.269 (4.848) TEUR aus der Abzinsung von Rückstellungen.
Aufgrund des stattgefundenen Mitarbeiterübergangs haben sich die Erträge aus Dienstleistungen auf 4.118 (16.817) TEUR reduziert.
| In TEUR | 2022 | 2021 |
| Aufwendungen für das Unternehmen als Ganzes | 106.929 | 129.118 |
| Zinsaufwendungen | 97.710 | 100.290 |
| Zinszuführung Pensionsrückstellung | 18.595 | 18.289 |
| Währungskursverluste | 12.725 | 8.618 |
| Aufwendungen für Dienstleistungen | 4.118 | 16.817 |
| Verschiedenes | 441 | 514 |
| Gesamt | 240.518 | 273.646 |
Die Zinsaufwendungen enthalten 16 (42) TEUR aus Aufzinsungen.
Aufgrund des stattgefundenen Mitarbeiterübergangs haben sich die Aufwendungen für Dienstleistungen auf 4.118 (16.817) TEUR reduziert.
Bei einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 578 (501) Mio. EUR wird ein Steueraufwand von 1 (5) Mio. EUR ausgewiesen. Im Geschäftsjahr waren wesentliche Erträge nahezu steuerfrei zu vereinnahmen.
Bei der Talanx AG inklusive ihrer Organgesellschaften werden latente Steuern mit einem Körperschaftsteuersatz (inklusive Solidaritätszuschlag) von unverändert 15,83 % und einem Gewerbesteuersatz von 16,31 % bewertet. Passive latente Steuern, die insbesondere in den Bilanzposten Anteile an verbundenen Unternehmen (wegen abweichender Bilanzansätze von Anteilen an Personengesellschaften) bestehen, wurden mit aktiven latenten Steuern insbesondere aus dem Bilanzposten Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle verrechnet. Über diese Saldierung hinausgehende aktive Steuerlatenzen werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt. Ein Überhang passiver latenter Steuern ergab sich nicht.
Der Posten Sonstige Steuern beträgt -1.056 (5) TEUR und beinhaltet im Wesentlichen eine Erstattung der Umsatzsteuer für die Jahre 2010 bis 2014 in Höhe von 1.059 TEUR.
| Anzahl (Durchschnittswert) | 2022 | 2021 |
| Vollzeitkräfte | 93 | 233 |
| Teilzeitkräfte | 22 | 62 |
| Gesamt | 116 | 295 |
Aufgrund des stattgefundenen Mitarbeiterübergangs hat sich die Anzahl der Mitarbeiter reduziert.
Die Namen der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands finden sich im Geschäftsbericht unter "Verwaltungsorgane der Gesellschaft". Dieser Abschnitt auf den Seiten 6 bis 10 ist Bestandteil des Anhangs.
Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Berichtsjahr 12.173 (7.276) TEUR. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Berichtsjahr 2.265 (2.272) TEUR. Die Gesamtbezüge ehemaliger Vorstände und ihrer Hinterbliebenen betrugen 3.531 (2.765) TEUR. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen wurden 70.376 (68.139) TEUR zurückgestellt.
Es bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge zwischen der Talanx AG und
| ― |
Ampega Asset Management GmbH |
| ― |
HDI AG |
| ― |
HDI Deutschland AG |
| ― |
HDI Global SE |
| ― |
HDI International AG |
| ― |
Talanx Reinsurance Broker GmbH |
Die Talanx AG hat am 16. Dezember 2021 mit dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, wonach sie die Möglichkeit erhält, für die Laufzeit von fünf Jahren und in einem Volumen von bis zu 750 Mio. EUR dem HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. nachrangige Schuldverschreibungen auf revolvierender Basis zur Zeichnung anzudienen. Die Talanx AG ist verpflichtet, die Schuldverschreibungen im Falle einer Bezugsrechtskapitalerhöhung in stimmberechtigte Stückaktien zu wandeln. Mit der Wandlung der Schuldverschreibungen verzichtet der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. auf Bezugsrechte aus der zur Wandlung führenden Kapitalerhöhung für eine Anzahl von neuen Aktien der Talanx AG, die der Anzahl der Talanx Aktien entspricht, die er im Zuge der Pflichtwandlung der Schuldverschreibung erhalten wird, d. h. nur sofern und soweit neue Aktien aus der Kapitalerhöhung durch Aktien aus der Wandlung ersetzt werden.
Nach Maßgabe der durch die Talanx AG mit Banken geschlossenen Verträge besteht eine syndizierte variabel verzinsliche Kreditlinie in Höhe von nominal 250 Mio. EUR über eine Laufzeit von fünf Jahren, die der kurz- bis mittelfristigen Unternehmensfinanzierung dienen soll. Die bestehende syndizierte Kreditlinie kann von den Darlehensgebern gekündigt werden, wenn es zu einem sogenannten Change of Control kommt, d. h., wenn eine andere Person oder eine gemeinsam handelnde andere Gruppe von Personen als der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. die direkte oder indirekte Kontrolle über mehr als 50 % der Stimmrechte oder des Aktienkapitals der Talanx AG erwirbt.
Die Talanx AG hat sich durch Vereinbarung vom 19. Mai 2017 gegenüber der HDI Lebensversicherung AG verpflichtet, der HDI Lebensversicherung AG bis zum 31. Dezember 2032 auf Einforderung jederzeit ein Nachrangdarlehen in Höhe von 100 Mio. EUR zu gewähren.
Im Berichtsjahr bestanden keine für die Beurteilung der Vermögens- oder Ertragslage wesentlichen Geschäfte mit nahe stehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen.
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der PricewaterhouseCoopers GmbH beinhaltet vor allem die Honorare für die Konzernabschlussprüfung einschließlich gesetzlicher Auftragserweiterungen, die Prüfung des Vergütungsberichts, die prüferische Durchsicht des Zwischenberichts sowie Jahresabschlussprüfungen und Prüfungen der Solvabilitätsübersichten der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen. Im Jahr 2022 enthalten diese Leistungen zusätzlich die prüferische Begleitung der Einführung von IFRS 17. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen betriebswirtschaftliche Prüfungen auf Grundlage des International Standard on Assurance Engagements 3000 (ISAE 3000) sowie Untersuchungshandlungen auf Grundlage des International Standard on Assurance Engagements 4400 (ISAE 4400) und die Erteilung von Comfort Lettern. Die Angaben zum Honorar für den Abschlussprüfer gemäß § 285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die Talanx AG sind im Anhang des Konzernabschlusses des Talanx Konzerns enthalten.
Die HDI Global SE hat lediglich im Innenverhältnis die Verpflichtung aus der Altersversorgung der aktiven und ehemaligen Mitarbeiter, Geschäftsführer und Vorstände im Wege des Schuldbeitritts übernommen und haftet für die Erfüllung dieser Verbindlichkeiten. Aus diesen Versorgungsversprechen besteht für die Gesellschaft noch eine Mithaftung, deren Höhe am Ende des Geschäftsjahres 7 (8) Mio. EUR betrug.
Der Fehlbetrag wegen nicht bilanzierter Versorgungsverpflichtungen im Sinne von Artikel 28 Abs. 2 EGHGB beläuft sich auf 1 (2) Mio. EUR.
Als Trägerunternehmen für die Gerling Versorgungskasse VVaG haftet die Gesellschaft anteilig für eventuelle Fehlbeträge der Gerling Versorgungskasse.
Die Talanx AG hat Bürgschaften für Rückbauverpflichtungen von konzerneigenen Windparks in Höhe von 7 (7) Mio. EUR übernommen.
Für die Talanx AG besteht als Kommanditist einer Beteiligungsgesellschaft ein latentes Rückzahlungsrisiko unverändert zum Vorjahr in Höhe von 10,6 Mio. EUR. Konkrete Anhaltspunkte, dass eine Rückzahlungsverpflichtung tatsächlich eintreten wird, bestehen derzeit nicht.
Nach Einschätzung des Vorstands unserer Gesellschaft ist die Inanspruchnahme von Verpflichtungen, die aus den genannten Haftungsverhältnissen resultieren, als unwahrscheinlich einzuschätzen.
Die Gesamtsumme der sonstigen finanziellen Verpflichtungen und Haftungsverhältnisse beläuft sich auf 25 (27) Mio. EUR. Davon entfallen auf Verpflichtungen für Altersvorsorge 8 (10) Mio. EUR und auf Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen 8 (10) Mio. EUR.
Die Meiji Yasuda Life Insurance Company, Tokio, Japan, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17. Juli 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft, Hannover, Deutschland, am 15. Juli 2015 die Schwelle von 5 % der Stimmrechte unterschritten hat.
Veröffentlichung von Stimmrechtsmitteilungen nach § 26 Abs. 1, § 21 Abs. 1a WpHG (Mitteilung zur Erstzulassung)
Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, HDI-Platz 1, 30659 Hannover, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1a WpHG mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Talanx Aktiengesellschaft, HDI-Platz 1, 30659 Hannover, Deutschland, am 1. Oktober 2012, dem Datum der erstmaligen Zulassung der Aktien der Talanx Aktiengesellschaft zum Handel an den Wertpapierbörsen in Frankfurt am Main und Hannover, mehr als 75 % beträgt.
Die Gesellschaft ist Konzerngesellschaft des HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Hannover (HDI V. a. G.). Der HDI V. a. G. (Mutterunternehmen) stellt nach § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB einen Konzernabschluss auf (größter Kreis), in den die Gesellschaft einbezogen wird. Für die Talanx AG als Mutterunternehmen des Talanx Konzerns ergibt sich daneben die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses aus § 341i HGB in Verbindung mit § 290 HGB (kleinster Kreis), der auf der Grundlage von § 315e Abs. 1 HGB gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt wird. Die Konzernabschlüsse werden im Bundesanzeiger bekannt gegeben.
Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex ist abgegeben und den Aktionären, wie in der Erklärung des Vorstands zur Unternehmensführung im Konzernlagebericht (Kapitel "Corporate Governance") beschrieben, dauerhaft auf der Internetseite der Talanx AG zugänglich gemacht: https://www.talanx.com/de/talanx gruppe/corporate governance/entsprechenserklaerung.
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben könnten, sind nicht bekannt.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den zum 31. Dezember 2022 ausgewiesenen Bilanzgewinn der Talanx AG in Höhe von 1.164.373.000,00 EUR wie folgt zu verwenden:
| ― |
Ausschüttung einer Dividende von 2,00 EUR auf jede gewinnberechtigte Stückaktie: 506.701.886,00 EUR |
| ― |
Gewinnvortrag: 657.671.114,00 EUR |
Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung freigegeben am 28. Februar 2023 in Hannover.
Talanx Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Torsten Leue, Vorsitzender
Jean-Jacques Henchoz
Dr. Wilm Langenbach
Dr. Edgar Puls
Caroline Schlienkamp
Jens Warkentin
Dr. Jan Wicke
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Hannover, den 28. Februar 2023
Talanx Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Torsten Leue, Vorsitzender
Jean-Jacques Henchoz
Dr. Wilm Langenbach
Dr. Edgar Puls
Caroline Schlienkamp
Jens Warkentin
Dr. Jan Wicke
Wir haben den Jahresabschluss der Talanx AG, Hannover, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Talanx AG, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:
Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:
(1) Sachverhalt und Problemstellung
(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
(3) Verweis auf weitergehende Informationen
Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:
(1) Im Jahresabschluss der Talanx AG zum 31. Dezember 2022 werden unter den Kapitalanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von € 7.843 Mio (66,4 % der Bilanzsumme) ausgewiesen.
Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegendem Wert.
Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für alle Sachversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich anhand des Ertragswertverfahrens. Im Fall von Lebensversicherungsgesellschaften im Erstversicherungsbereich erfolgt eine Ermittlung des beizulegenden Werts durch ein modifiziertes Ertragswertverfahren in Anlehnung an IDW S 1 in Verbindung mit IDW RS HFA 10. Für die Tochtergesellschaft im Rückversicherungsbereich ergibt sich der Zeitwert aus dem Börsenkurs zum 31. Dezember 2022. Die für das Ertragswertverfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen im Grundsatz auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten fünf Jahre, die unter anderem mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf.
Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme sowie die jeweiligen Kapitalisierungszinssätze und Wachstumsraten einschätzen. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.
(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen.
Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der wesentlichen Beteiligungen sachgerecht mittels Ertragswertverfahren bzw. modifiziertem Ertragswertverfahren unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir uns unter anderem auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des auf diese Weise ermittelten Unternehmenswerts haben können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung des verwendeten Diskontierungszinssatzes herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Hierzu haben wir unsere internen Bewertungsspezialisten hinzugezogen.
Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sachgerecht vorzunehmen.
(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen sind in den Erläuterungen in den Abschnitten "Angaben zur Bilanzierung und Bewertung" sowie "Erläuterungen zur Bilanz - Aktiva" des Anhangs enthalten.
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Lageberichts:
| ― |
die in Abschnitt "Corporate Governance" des Lageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB |
| ― |
die in Abschnitt "Nichtfinanzielle Konzernerklärung" des Lageberichts enthaltene nichtfinanzielle Konzernerklärung zur Erfüllung der §§ 315b bis 315c HGB |
| ― |
der Abschnitt "Wirksamkeit des Risikomanagements und des IKS" des Lageberichts |
Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― |
wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― |
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― |
gewinnen wir wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― |
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― |
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― |
beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― |
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
| ― |
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei Talanx_AG_JA+LB_ESEF-2022-12-31_de.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. |
| ― |
gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben. |
| ― |
beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt. |
| ― |
beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen. |
Wir wurden von der Hauptversammlung am 5. Mai 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 7. Juli 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Talanx AG, Hannover, tätig.
Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mathias Röcker.
Hannover, den 13. März 2023
PricewaterhouseCoopers
GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Mathias Röcker, Wirtschaftsprüfer
Janna Brüning, Wirtschaftsprüferin