Talanx AktiengesellschaftHannoverKonzernzwischenbericht - Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024KONZERNKENNZAHLENscrollen
scrollen
1 Angepasst gemäß IAS 8, siehe auch
Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im
Konzernanhang 2023
KonzernzwischenlageberichtWirtschaftsberichtMärkte, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und BranchenumfeldDie globale Konjunkturdynamik hat sich im ersten
Halbjahr 2024 weiter abgekühlt, u. a. vor dem
Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen, einer
rückläufigen, aber immer noch erhöhten
Inflation sowie der infolgedessen restriktiven Geldpolitik
vieler Notenbanken in den letzten Jahren.
Die Eurozone ist im ersten Quartal mit +0,3 %
gegenüber der Vorperiode so stark gewachsen wie seit
eineinhalb Jahren nicht mehr. Dabei hat sich die durch
Umfragen gemessene Stimmung von Unternehmen und privaten
Haushalten im Verlauf des ersten Halbjahres sukzessive
verbessert, wobei insbesondere die Stimmung in der
(exportorientierten) Industrie angesichts erhöhter
Energiepreise und eines schwächeren Welthandels immer
noch gedämpft ist. So lag der Industrieausstoß
im Mai 2,9 % niedriger als vor einem Jahr. Vor diesem
Hintergrund ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone
im zweiten Quartal um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal
gewachsen.
Nachdem die US-Wirtschaft 2023 angesichts eines nahezu
beispiellosen Zinserhöhungszyklus der Fed (zehn
Zinserhöhungen seit März 2022 von 0,25 % auf 5,50
%) eine hohe Resilienz gezeigt hatte, sind die Bremsspuren
der restriktiven Geldpolitik inzwischen unübersehbar.
So hat sich das BIP-Wachstum von 1,2 % gegenüber der
Vorperiode im dritten Quartal 2023 auf 0,3 % im ersten
Quartal 2024 abgekühlt. Insbesondere der private
Konsum hat sich dabei abgeschwächt. Grund hierfür
ist die nur langsame Rückkehr der verlorengegangenen
Kaufkraft der vergangenen Jahre, obwohl die Inflation nach
ihrem Hoch bei 9,1 % vor zwei Jahren inzwischen auf 3,0 %
gesunken ist. Im zweiten Quartal dieses Jahres ist die
US-Wirtschaft vor diesem Hintergrund um 0,7 % und damit
etwas kräftiger als im Vorquartal gewachsen.
Nachdem im ersten Quartal dieses Jahres ein Plus von 1,5
% im Quartalsvergleich zu Buche stand, ist die chinesische
Wirtschaft im Frühjahr nur noch um 0,7 % gewachsen.
Verantwortlich hierfür sind neben der Schwäche
des Welthandels und der globalen Konjunktur insbesondere
die ungelösten Verwerfungen im heimischen
Immobiliensektor, zumal die diesbezügliche
Unterstützung durch die Regierung nur sehr behutsam
dosiert ist.
Nachdem die Volkswirtschaften Lateinamerikas 2023 mit
+1,6 % gegenüber dem Vorjahr rund einen Prozentpunkt
langsamer gewachsen sind als im Durchschnitt seit der
Jahrtausendwende, hat das Wachstum jüngst wieder etwas
Fahrt aufgenommen. Viele Notenbanken in der Region hatten
frühzeitiger als Fed und EZB auf die steigende
Inflation im Zuge der Covid-Pandemie reagiert und konnten
bereits im vergangenen Jahr die Kehrtwende hin zu einer
wieder etwas lockereren Geldpolitik vollziehen, was die
Konjunktur stützt.
Die internationalen Kapitalmärkte haben sich in
diesem schwierigen Umfeld im ersten Halbjahr
grundsätzlich gut behauptet. Der US-amerikanische
S&P 500 setzte sich dabei mit einem Plus von 14,5 %
(bis 30. Juni 2024, alle Wertentwicklungen in US-Dollar
gerechnet) an die Spitze, wobei er maßgeblich von der
starken Performance einzelner Tech-Unternehmen in
Verbindung mit der Euphorie rund um das Thema
"Künstliche Intelligenz" profitierte. Werte aus den
Industrieländern (MSCI World: +10,8 %) blieben leicht,
Werte aus der Eurozone (Euro Stoxx: +2,5 %) sowie
Deutschland (DAX: +5,4 %) deutlich hinter dieser
Entwicklung zurück. Gleiches galt für die
asiatischen Aktienmärkte (MSCI Asia ex Japan: +8,6 %)
sowie für chinesische (MSCI China: +3,5 %) und
insbesondere lateinamerikanische Aktien (MSCI Latin
America: -18,2 %). Ende vergangenen Jahres aufkommende
Hoffnungen, dass die US-Notenbank Fed früher als bis
dato erwartet die Zinsen senken könnte, drückte
die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen im Verlauf
des vierten Quartals 2023 deutlich nach unten. Die sich in
der Folge als hartnäckiger erweisende Inflation und
die damit einhergehend verschobene Zinswende in den USA
sorgte im ersten Halbjahr 2024 für einen
Renditeanstieg von 3,88 % auf 4,40 %. Obwohl die EZB Anfang
Juni die Zinswende bereits mit einer Senkung des
Einlagensatzes von 4,00 % auf 3,75 % eingeleitet hat, stieg
auch die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen in diesem
Zeitraum von 2,02 % auf 2,50 %.
Die Versicherungswirtschaft war zu Beginn des Jahres
2024 durch eine schwache konjunkturelle Entwicklung und
eine nur langsam zurückgehende Inflation
gekennzeichnet. Dies belastete insbesondere das
Einmalbeitragsgeschäft in der Lebensversicherung und
führte insgesamt zu einem Rückgang des
Neugeschäfts. In der Schaden/ Unfallversicherung
führten nachgelagerte inflationsbedingte Zuwächse
dagegen zu einem soliden Wachstum der Beitragseinnahmen.
GeschäftsentwicklungGeschäftsverlauf Konzernscrollen
WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLENscrollen
STEUERUNGSGRÖSSENscrollen
VersicherungsumsatzDer Talanx Konzern steigerte seinen Versicherungsumsatz
im ersten Halbjahr 2024 um 13,2 %
(währungskursbereinigt um 14,2 %) auf 23,6 (20,9) Mrd.
EUR. Hierzu trugen vornehmlich die Geschäftsbereiche
Industrieversicherung mit 13,7 % und Privat- und
Firmenversicherung International - sowohl aus organischem
Wachstum als auch aus den Akquisitionen in Lateinamerika -
mit 48,8 % bei. Der Geschäftsbereich
Rückversicherung wuchs ebenfalls.
Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich
deutlich um 42,5 % auf 2.320 (1.627) Mio. EUR. Im ersten
Halbjahr 2024 betrugen die Großschäden 750 (820)
Mio. EUR, mehr als zwei Drittel davon waren Schäden
aus Naturkatastrophen. Die Großschäden blieben
unterhalb des periodenanteiligen Budgets von 1.086 Mio.
EUR. Der Konzern hatte wie üblich den budgetierten
Erwartungswert für Großschäden
vollumfänglich gebucht. Die Schaden-/Kostenquote
verbesserte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 91,2 (93,7) %.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Zum Ende des ersten Halbjahres 2024 lag das
Kapitalanlageergebnis bei 3.434 (2.506) Mio. EUR und damit
um 37,1 % höher als in der Vorjahresperiode. Das
Kapitalanlageergebnis für eigenes Risiko verbesserte
sich auf 2.186 Mio. EUR (+27 %). Das Wachstum des
außerordentlichen Kapitalanlageergebnisses betrug 66
%, die ordentlichen Kapitalanlageerträge stiegen um
+15 %. Das um Währungseffekte bereinigte
Finanzergebnis, das zum einen die Aufzinsung diskontierter
versicherungstechnischer Rückstellungen und zum
anderen die Beteiligung der Versicherungsnehmer am
Kapitalanlageergebnis inklusive des Ergebnisses aus
fondsgebundener Versicherung beinhaltet, lag bei -2.651
(-1.745) Mio. EUR. In Summe stieg das
versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis
(vor Währungseffekten) leicht um 3,1 % auf 784 (760)
Mio. EUR.
Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDas operative Ergebnis (EBIT) stieg um 28,5 % auf 2.515
(1.957) Mio. EUR. Der Anstieg ist vor allem auf das
höhere EBIT im Geschäftsbereich
Industrieversicherung (+60,2 %), Privat- und
Firmenversicherung International (+70,6 %) und im Segment
Schaden-Rückversicherung (+39,4 %)
zurückzuführen. Erstmals lag das Konzernergebnis
in einem Halbjahr oberhalb 1 Mrd. EUR und betrug 1,1 (0,8)
Mrd. EUR. Es lag damit um 31,8 % über dem Wert der
Vorjahresperiode. Dies ist im Wesentlichen auf organisches
Wachstum und auf Profitabilisierung des Geschäfts
zurückzuführen. Die Eigenkapitalrendite lag im
ersten Halbjahr bei 20,3 (18,5) %. Damit liegt sie oberhalb
der strategischen Zielsetzung von "rund 15 %".
Entwicklung der Geschäftsbereiche im KonzernDie Talanx untergliedert ihr Geschäft strategisch
in die sieben berichtspflichtigen Segmente
Industrieversicherung, Privat- und Firmenversicherung
Deutschland (Schaden/Unfall- und Lebensversicherung),
Privat- und Firmenversicherung International, Schaden
-Rückversicherung, Personen-Rückversicherung und
Konzernfunktionen. Seit der Konzern über den Zuschnitt
und den Geschäftsumfang im Talanx
Konzerngeschäftsbericht 2023 berichtete, ergaben sich
keine Änderungen.
Industrieversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
Der Geschäftsbereich bündelt innerhalb des
Talanx Konzerns die weltweiten Aktivitäten im Bereich
der Industrieversicherung und ist im deutschen Markt sowie
über Auslandsniederlassungen, Tochter- und
Schwestergesellschaften und Netzwerkpartner in mehr als 175
Ländern aktiv.
VersicherungsumsatzDer Versicherungsumsatz des Geschäftsbereichs
belief sich zum 30. Juni 2024 auf 4,8 (4,2) Mrd. EUR und
stieg damit deutlich um 13,7 % (währungskursbereinigt
um 13,9 %). Die Beitragssteigerungen resultierten vor allem
aus dem Wachstum im Sach-, Specialty- und
Haftpflichtgeschäft durch Ratenerhöhungen und
Neugeschäft.
Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Nettoergebnis im
Geschäftsbereich lag mit 429 (292) Mio. EUR deutlich
über dem Vorjahreszeitraum. Die Schadenquote
verbesserte sich durch einen weiteren Rückgang der
Frequenzschäden auf 75,0 (76,1) %. Die Kostenquote
verringerte sich ebenfalls auf 16,1 (17,0) %. Daraus
resultierte eine verbesserte Schaden-/Kostenquote des
Geschäftsbereichs Industrieversicherung von 91,1
(93,1) %.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Das Kapitalanlageergebnis lag mit 186 (108) Mio. EUR
deutlich über der Vergleichsperiode, was aus einem
erhöhten Anlagevolumen sowie gestiegenen laufenden
Zinserträgen resultiert.
Die Entwicklung des versicherungstechnischen
Finanzergebnisses (netto) auf -118 (-59) Mio. EUR entsprach
den Erwartungen im aktuellen Zinsumfeld. Das übrige
Ergebnis sank auf -171 (-155) Mio. EUR was durch einen
wachstumsbedingten Kostenanstieg begründet ist.
Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDas operative Ergebnis des Geschäftsbereichs lag
infolge des gestiegenen versicherungstechnischen
Nettoergebnisses sowie des Kapitalanlageergebnisses bei 305
(190) Mio. EUR und damit deutlich über dem
Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis belief sich auf 223
(151) Mio. EUR.
Privat- und Firmenversicherung DeutschlandSchaden/Unfallversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/ UNFALLVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscrollen
VersicherungsumsatzIm Segment Schaden/Unfallversicherung war ein Anstieg
des Versicherungsumsatzes um 4,1 % auf 896 (861) Mio. EUR
zu verzeichnen. Zuwächse wurden insbesondere im
Firmen-/Freie-Berufe- und Kraftfahrt-Geschäft sowie im
biometrischen Kerngeschäft der Bancassurance erzielt.
Versicherungstechnisches ErgebnisIm laufenden Geschäftsjahr fiel das
versicherungstechnische Ergebnis auf 3 (34) Mio. EUR
gegenüber der Vorjahresperiode. Dies ist vor allem auf
das Starkregenereignis in Süddeutschland sowie die
weiter gestiegenen Schadenbelastungen in Kraftfahrt
zurückzuführen.
Die Schaden-/Kostenquote (netto) stieg um 3,6
Prozentpunkte von 96,1 % auf 99,7 %.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Das versicherungstechnische Finanz- und
Kapitalanlageergebnis sank aufgrund höherer
Aufwendungen für die Aufzinsung der Schadenreserve
infolge des Zinsanstiegs auf 31 (40) Mio. EUR.
Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis sank im Wesentlichen aufgrund
einer erhöhten Schadenbelastung in Kraftfahrt auf 16
(39) Mio. EUR.
Lebensversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
VersicherungsumsatzIm Segment Lebensversicherung war ein Anstieg des
Versicherungsumsatzes um 4,3 % auf 898 (861) Mio. EUR zu
verzeichnen. Ursächlich hierfür zeigt sich vor
allem das positive Neugeschäft im biometrischen
Kerngeschäft der Bancassurance und der Altersvorsorge.
Der Neugeschäftswert reduzierte sich um 14,5% auf
127 (148) Mio. EUR.
Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis blieb mit 142 (145)
Mio. EUR stabil.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Das versicherungstechnische Finanz- und
Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten) ging
insgesamt auf 6 (30) Mio. EUR zurück. Dies war vor
allem auf ein verbessertes Kapitalanlageergebnis für
eigene Rechnung von 593 (483) Mio. EUR sowie auf ein
höheres Ergebnis aus fondsgebundenen Versicherungen
von 1.229 (754) Mio. EUR zurückzuführen. An
diesen Ergebnissen wurden die Versicherungsnehmer
entsprechend beteiligt, sodass das versicherungstechnische
Finanzergebnis (vor Währungseffekten) inklusive
Ergebnis aus fondsgebundenen Lebensversicherungen bei
-1.816 (-1.207) Mio. EUR lag.
Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis (EBIT) im Segment
Lebensversicherung konnte aufgrund höherer
Zinserträge auf Bankeinlagen um 15,4 % auf 128 (111)
Mio. EUR gesteigert werden.
Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscrollen
Nach Berücksichtigung von Ertragsteuern,
Finanzierungskosten und Minderheitsanteilen ging das
Konzernergebnis auf 82 (88) Mio. EUR zurück, sodass
sich unter Berücksichtigung eines gestiegenen
durchschnittlichen Eigenkapitals die Eigenkapitalrendite um
1,3 Prozentpunkte auf 10,4 % reduzierte.
Privat- und Firmenversicherung Internationalscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
Der Geschäftsbereich bündelt die
Aktivitäten des internationalen Privat- und
Firmenkundengeschäfts innerhalb des Talanx Konzerns
und ist in den beiden Regionen Europa und Lateinamerika
aktiv. Nach der Vertragsunterzeichnung zum Erwerb von
Unternehmen der Liberty Mutual in Brasilien, Chile,
Kolumbien und Ecuador im Mai 2023, erfolgte der Abschluss
der Transaktion in Brasilien bereits im November 2023. Der
Kauf von den weiteren Unternehmen der Liberty Mutual in
Chile, Kolumbien und Ecuador konnte schließlich zum
1. März 2024 erfolgreich abgeschlossen werden. HDI
stärkt damit seine Marktposition und steigt zum
zweitgrößten Sachversicherer im
Privatkundenmarkt in Lateinamerika auf.
VersicherungsumsatzDer Versicherungsumsatz des Geschäftsbereichs
erhöhte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2023
um 48,8 % auf 4,6 (3,1) Mrd. EUR.
Währungskursbereinigt stieg der Versicherungsumsatz
gegenüber der Vergleichsperiode um 58,4 %.
In der Region Europa stieg der Versicherungsumsatz um
15,1 % auf 2,3 Mrd. EUR, vor allem getrieben durch die
polnische TUiR Warta S. A., die währungskursbereinigt
um 15 % sowohl in der Kfz-Versicherung als auch durch
Wachstum in der Gebäudeversicherung stieg. Ein
deutliches Wachstum des Versicherungsumsatzes in der
Lebensversicherung konnte auch die polnische TunZ Warta S.
A. auf 169 (135) Mio. EUR verzeichnen.
In der Region Lateinamerika verzeichnete der
Versicherungsumsatz einen Anstieg gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 110,1 % auf 2,3 (1,1) Mrd. EUR, wozu
im Wesentlichen die erstmalige Berücksichtigung der
Liberty-Gesellschaften beitrug.
Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis der
Sachversicherung erhöhte sich um 191 Mio. EUR auf 320
Mio. EUR. Die Schaden-/Kostenquote der
Sachversicherungsgesellschaften sank gegenüber der
Vergleichsperiode um 3,0 Prozentpunkte auf 92,4 %, wozu
insbesondere die akquirierten Liberty-Gesellschaften
beitrugen. Darüber hinaus trug auch die chilenische
HDI Seguros mit einer überaus guten
versicherungstechnischen Performance in der
Kfz-Versicherung zur Verbesserung bei.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Das Kapitalanlageergebnis stieg gegenüber dem
ersten Halbjahr 2023 auf 378 (277) Mio. EUR. Der Beitrag
der akquirierten Liberty-Gesellschaften sowie gestiegene
Volumina und höhere Zinsniveaus vor allem in der
Türkei führten zum Anstieg des ordentlichen
Kapitalanlageergebnisses. Das Ergebnis aus fondsgebundenen
Versicherungen verringerte das Kapitalanlageergebnis um 6
Mio. EUR. Dieser Effekt wurde jedoch im
versicherungstechnischen Finanzergebnis über die
Versicherungsnehmerbeteiligung ausgeglichen. Im
versicherungstechnischen Finanzergebnis der
Sachversicherungsgesellschaften erhöhte sich der
Aufwand aus der Aufzinsung der versicherungstechnischen
Rückstellungen um 62 Mio. EUR.
Operatives Ergebnis und KonzernergebnisDer Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung
International erzielte im ersten Halbjahr 2024 mit 424
(249) Mio. EUR ein gegenüber dem Vorjahreszeitraum um
70,6 % höheres operatives Ergebnis (EBIT). Die
operative Verbesserung resultierte sowohl aus der
erstmaligen Berücksichtigung der akquirierten
Liberty-Gesellschaften als auch aus
versicherungstechnischen Verbesserungen der HDI Sigorta A.
Ş. in der Türkei und allgemein höheren
Zinsniveaus. Das Konzernergebnis nach Minderheiten stieg
entsprechend auf 224 (141) Mio. EUR bei einer
Eigenkapitalrendite von 14,7 (12,0) %.
Weitere KennzahlenGESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH SPARTENscrollen
GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONAL IM ÜBERBLICK NACH REGIONENscrollen
RückversicherungSchaden-Rückversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
GeschäftsentwicklungAuf Basis des nach wie vor guten Preisniveaus im Segment
Schaden-Rückversicherung haben wir unser Portefeuille
weiter deutlich ausgebaut und im ersten Halbjahr ein gutes
Ergebnis erzielt.
In der Hauptvertragserneuerung der traditionellen
Schaden-Rückversicherung zum 1. Januar dieses Jahres
konnten wir einen inflations- und risikoadjustierten
Preisanstieg des erneuerten Geschäfts von 2,3 %
erzielen. Das erneuerte Volumen stieg um 6,9 %. Das
Marktumfeld der Erneuerung zeigte sich dabei stabiler als
im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach
Rückversicherungsdeckungen, die sich
hauptsächlich auf Kapazitäten von bestehenden
Marktteilnehmern beschränkte.
In den Erneuerungen zum 1. April 2024, die traditionell
Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum und Nordamerika
sowie Teile des Spezialgeschäfts betreffen, konnten
wir insgesamt leicht verbesserte risikoadjustierte Preise
und Konditionen erzielen. Der inflations- und risiko
adjustierte Preisanstieg des erneuerten Geschäfts
betrug 1,5 %. Das erneuerte Volumen stieg um 7,1 %.
Durch unseren auf Qualität fokussierten
Zeichnungsansatz stieg die vertragliche Netto-Servicemarge
(CSM) aus dem Neugeschäft im ersten Halbjahr um 1,9 %
auf 1.864 Mio. EUR. Die Netto-Verlustkomponente (LC) aus
dem Neugeschäft lag bei 16 (35) Mio. EUR.
VersicherungsumsatzDer Versicherungsumsatz (brutto) im Segment
Schaden-Rückversicherung stieg im ersten Halbjahr 2024
deutlich um 8,8 % auf 9,1 (8,4) Mrd. EUR. Bei konstanten
Währungskursen hätte das Wachstum 10,1 %
betragen.
Versicherungstechnisches ErgebnisDie Leistungen für Großschäden beliefen
sich im ersten Halbjahr auf 567 (607) Mio. EUR und blieben
damit innerhalb unseres Budgets von 801 Mio. EUR für
die ersten sechs Monate.
Größte Netto-Einzelschäden im ersten
Halbjahr waren das von Starkregen verursachte Hochwasser in
Süddeutschland mit 120 Mio. EUR, die Unruhen im
französischen Überseegebiet Neukaledonien mit 82
Mio. EUR, das Hochwasser nach heftigen Regenfällen in
Dubai und weiteren Regionen der Vereinigten Arabischen
Emirate mit 82 Mio. EUR sowie Überschwemmungen nach
Starkregen in Brasilien mit 47 Mio. EUR. Ferner sind zu
erwartende Belastungen durch den Brückeneinsturz in
Baltimore weiterhin komfortabel durch das verbleibende
Großschadenbudget abgedeckt, wenngleich sie nach wie
vor noch nicht konkret beziffert werden können.
Naturgemäß ist das Ergebnis im Segment
Schaden-Rückversicherung von Vorjahresereignissen
beeinflusst. Auch im aktuellen Berichtszeitraum stellt sich
das Abwicklungsergebnis erwartungsgemäß positiv
dar. Im Berichtszeitraum beinhaltet es u. a. eine negative
Entwicklung von Großschäden (z. B.
Hagelereignisse 2023 in Italien) sowie eine deutliche
Vorsorgeerhöhung für den Konflikt in der Ukraine.
Das versicherungstechnische Ergebnis (netto) stieg um
61,2 % auf 963 (598) Mio. EUR und reflektiert die gute
Ertragslage in der Versicherungstechnik. Die
Schaden-/Kostenquote verbesserte sich auf 87,8 (91,7) % und
lag damit im Rahmen unserer Erwartungen von weniger als 89
% für das Gesamtjahr.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Das Kapitalanlageergebnis im Segment
Schaden-Rückversicherung stieg um 27,3 % auf 816 (641)
Mio. EUR. Das währungskursbereinigte
versicherungstechnische Finanzergebnis (netto) belief sich
auf -420 (-285) Mio. EUR.
Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 39,4
% auf 1.173 (841) Mio. EUR.
Personen-Rückversicherungscrollen
WESENTLICHE KENNZAHLEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
STEUERUNGSGRÖSSEN IM SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
GeschäftsentwicklungIn den ersten sechs Monaten entwickelte sich das Segment
Personen-Rückversicherung erwartungsgemäß.
Die vertragliche Netto-Servicemarge (CSM) aus dem
Neugeschäft belief sich auf 185 (152) Mio. EUR.
Zusätzlich haben Vertragsverlängerungen bzw.
-veränderungen im Bestandsgeschäft zu einer
deutlichen Erhöhung im Bestand der vertraglichen
Netto-Servicemarge (CSM) auf 6.393 Mio. EUR geführt.
Die Netto-Verlustkomponente (LC) aus dem Neugeschäft
lag bei 10 Mio. EUR.
VersicherungsumsatzDer Versicherungsumsatz (brutto) des Segments
Personen-Rückversicherung reduzierte sich um 2,3 % auf
3,8 (3,9) Mrd. EUR; währungskursbereinigt hätte
dies einem Rückgang von 2,5 % entsprochen.
Im Bereich Financial Solutions hält die Nachfrage
an, und wir konnten im ersten Halbjahr 2024 unter anderem
in den USA Neugeschäft zeichnen. Im Bereich der
Langlebigkeitsdeckungen war das Wachstum
erwartungsgemäß moderat, mit wachsendem
Interesse in Märkten außerhalb
Großbritanniens, wie den USA, Australien, Europa und
Asien.
Das traditionelle Rückversicherungsgeschäft im
Bereich der Sterblichkeits- und Morbiditätsrisiken hat
sich insgesamt erwartungsgemäß gezeigt, unter
anderem mit guten Beiträgen aus dem
Krankenversicherungsgeschäft in Lateinamerika und
kleinvolumigem Neugeschäft in Europa und dem Nahen
Osten.
Versicherungstechnisches ErgebnisDas versicherungstechnische Ergebnis (netto) reduzierte
sich erwartungsgemäß um 6,9 % auf 448 (481) Mio.
EUR und erreichte mehr als den anteiligen Wert des
Jahresziels von mehr als 850 Mio. EUR.
Versicherungstechnisches Finanz- und Kapitalanlageergebnis (vor Währungseffekten)Die Nettoerträge aus Kapitalanlagen für das
Segment Personen-Rückversicherung reduzierten sich um
6,1 % auf 211 (225) Mio. EUR. Das versicherungstechnische
Finanzergebnis vor Währungskurseffekten belief sich
auf -80 (-58) Mio. EUR.
Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis (EBIT) ging um 4,5 % zurück
auf 497 (521) Mio. EUR.
Geschäftsbereich Rückversicherung insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE EIGENKAPITALRENDITE FÜR DEN GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscrollen
Das anteilige Konzernergebnis lag im
Geschäftsbereich Rückversicherung im ersten
Halbjahr 2024 bei 585 (484) Mio. EUR, die
Eigenkapitalrendite stieg um 1,4 Prozentpunkte auf 22,8
(21,5) %.
Konzernfunktionenscrollen
Rückversicherungsspezialisten im KonzernIm ersten Halbjahr 2024 belief sich der
Versicherungsumsatz im Segment Konzernfunktionen aus
konzerninternen Übernahmen auf 576 (533) Mio. EUR und
resultierte aus Rückversicherungsabgaben der
Geschäftsbereiche Industrieversicherung, Privat- und
Firmenversicherung Deutschland sowie Privat- und
Firmenversicherung International. Das
versicherungstechnische Ergebnis im Segment
Konzernfunktionen sank im ersten Halbjahr 2024 leicht auf 9
(12) Mio. EUR. Großschäden in Höhe von 17
Mio. EUR, u. a. infolge der Flut in Brasilien, waren durch
das zeitanteilige Großschadenbudget des Segments
gedeckt.
Kapitalanlagespezialisten im KonzernDie Ampega Asset Management GmbH betreibt zusammen mit
ihrer Tochtergesellschaft Ampega Investment GmbH in erster
Linie das Management und die Administration der
Kapitalanlagen der Konzerngesellschaften und erbringt damit
in Zusammenhang stehende Dienstleistungen wie
Kapitalanlagebuchhaltung und Reporting. Die Kapitalanlagen
für eigenes Risiko erhöhten sich im Konzern
gegenüber dem Jahresende 2023 auf 139 (135) Mrd. EUR.
Die Ampega-Gesellschaften in Summe trugen im ersten
Halbjahr 2024 insgesamt 36 (27) Mio. EUR zum operativen
Ergebnis im Segment bei.
Die Ampega Investment GmbH verwaltet als
Kapitalanlagegesellschaft Publikums- und Spezialfonds und
betreibt für institutionelle Kunden
Finanzportfolioverwaltung. Im Vordergrund stehen das
Portfoliomanagement und die Administration von
Kapitalanlagen. Das Jahr 2024 begann mit der Erwartung
weltweiter Zinssenkungen, ausgehend von der
US-amerikanischen Notenbank. Insgesamt wurden für das
Gesamtjahr bis zu sechs Zinsschritte erwartet, und diese
Erwartung sorgt im ersten Halbjahr für nahezu
ungebremst steigende Aktienkurse weltweit. Das
Gesamtvolumen des verwalteten Vermögens der Ampega
Investment GmbH stieg um 7,6 % auf 50,7 Mrd. EUR
gegenüber dem Jahreseingangsniveau (47,1 Mrd. EUR).
Etwas mehr als ein Fünftel des Gesamtvolumens,
nämlich 10,9 (13,1) Mrd. EUR, wird im Auftrag der
Konzerngesellschaften über Spezialfonds und
Direktanlagemandate betreut. Der übrige Anteil
entfällt mit 29,0 (24,0) Mrd. EUR auf institutionelle
Drittkunden und mit 10,8 (10,0) Mrd. EUR auf das
Retail-Geschäft. Letzteres wird sowohl über
konzerneigene Vertriebswege und Produkte wie die
fondsgebundene Lebensversicherung betrieben als auch
über externe Vermögensverwalter oder Banken.
Operatives ErgebnisDas operative Ergebnis im Segment Konzernfunktionen
stieg im ersten Halbjahr 2024 leicht auf 17 (16) Mio. EUR.
Das im ersten Halbjahr 2024 auf die Aktionäre der
Talanx AG entfallende Konzernergebnis für dieses
Segment betrug nach Finanzierungszinsen -29 (-36) Mio. EUR.
Vermögens- und FinanzlageVermögenslagescrollen
Wesentliche Entwicklungen der VermögensstrukturDer Anstieg unserer Bilanzsumme um 4,6 Mrd. EUR auf
174,0 Mrd. EUR ist hauptsächlich auf die Erhöhung
der Kapitalanlagen für eigenes Risiko (+3,4 Mrd. EUR)
sowie auf die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko
von Inhabern von Lebensversicherungspolicen (+1,1 Mrd. EUR)
zurückzuführen. Korrespondierend zum Anstieg der
Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von
Inhabern von Lebensversicherungspolicen", die die
Kapitalanlagen für die fondsgebundenen
Versicherungsprodukte enthält, stiegen die
"Verbindlichkeiten aus ausgestellten
Versicherungsverträgen". Der Anstieg des
Geschäfts- oder Firmenwertes resultiert aus dem im
Berichtsjahr getätigten Unternehmenserwerb der
Liberty-Gruppe.
KapitalanlageentwicklungIm ersten Halbjahr 2024 hat sich die globale
Wirtschaftslage aufgrund anhaltender geopolitischer
Spannungen, hoher Inflation und restriktiver Geldpolitik
weiter abgekühlt. Trotz der schwierigen
Rahmenbedingungen haben sich die internationalen
Kapitalmärkte im ersten Halbjahr insgesamt stabil
gehalten.
Der gesamte Kapitalanlagebestand stieg zur Jahresmitte
2024 auf 152,4 (147,9) Mrd. EUR. Der Bestand der
Kapitalanlagen für eigenes Risiko stieg um 2,5 % auf
138,8 (135,4) Mrd. EUR. Der Bestandsanstieg beruht
wesentlich auf Zuflüssen aus Prämieneinnahmen als
auch Währungseffekten. Diese Zuflüsse
überkompensierten die Wertrückgänge durch
die Zinsanstiege. Während die EZB und andere
Zentralbanken leichte Senkungen ihrer Leitzinsen
vorgenommen haben, ergaben sich in unseren
Hauptwährungsräumen, mit Ausnahme von sehr kurzen
Laufzeiten, durchgängig weitere Zinsanstiege.
Darüber hinaus führte u. a. der Unternemenserwerb
der Liberty-Gruppe zu einem Anstieg der Kapitalanlagen
(+518 Mio. EUR).
Die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von
Inhabern von Lebensversicherungspolicen erhöhten sich
um 1,1 Mrd. EUR auf 13,6 (12,5) Mrd. EUR.
Auch im ersten Halbjahr 2024 bildeten die
Schuldinstrumente mit einem Anteil von rund 81,8 % die
bedeutendste Kapitalanlageklasse. Reinvestitionen erfolgten
unter Berücksichtigung der vorhandenen
Kapitalanlagestruktur zumeist in dieser Anlageklasse. Der
ordentliche Ergebnisbeitrag aus dieser Anlageklasse betrug
2,0 (1,7) Mrd. EUR und wurde im Berichtszeitraum
weitestgehend reinvestiert.
Eine breit gefächerte Systematik zur Begrenzung von
Kumulrisiken führte zu einer ausgewogenen Mischung der
Anlagen.
Das interne Risikomodell des Konzerns und die
Risikobudgets der einzelnen Gesellschaften definieren den
Handlungsspielraum für unsere
Kapitalanlageaktivitäten. Unter Beachtung der
Asset-Liability-Management-Vorgaben und der
Risikotragfähigkeit der Einzelgesellschaften wurden
die Portfolios weiter optimiert und im Rahmen von
gesellschaftsindividuellen Strategien kontinuierlich
verbessert. Im Hinblick auf die kongruente
Währungsbedeckung bilden im Talanx Konzern nahezu
unverändert die Kapitalanlagen in US-Dollar mit 23
(20) % den größten Anteil am
Fremdwährungsportfolio. Darüber hinaus werden
größere Positionen in britischen Pfund,
polnischen Zloty und australischen Dollar gehalten, die in
Summe 9 (9) % aller Kapitalanlagen ausmachen. Der
Gesamtanteil innerhalb der Kapitalanlagen für eigenes
Risiko in Fremdwährungen beträgt zum Stichtag 41
(40) %.
Die Aktienquote (wirtschaftliche Aktienquote
börsennotierter Titel) lag zum Halbjahresende bei 0,8
(1,2) %.
ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN FÜR EIGENES RISIKO
ZUSAMMENSETZUNG DER KAPITALANLAGEN FÜR EIGENES RISIKO NACH ANLAGEKLASSENscrollen
SchuldinstrumenteDer Bestand der Schuldinstrumente stieg im ersten
Halbjahr um 3,5 Mrd. EUR und betrug zum Halbjahresende
113,6 (110,1) Mrd. EUR. Diese Anlageklasse stellt mit 82
(81) %, bezogen auf den Gesamtbestand der Kapitalanlagen
für eigenes Risiko, den nach Volumen
größten Teil unserer Investitionen dar. Die
Schuldinstrumente teilen sich in die
Kapitalanlagekategorien "Zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente",
"Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete
Finanzinstrumente" und "Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" auf. Entsprechend dem
Geschäftsmodell hält der Konzern nur einen
geringen Bestand an Finanzinstrumenten, die zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.
Die "Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten Finanzinstrumente" machen 98 (98) % des
Gesamtbestands des Portfolios der Schuldinstrumente aus und
sind um 3,4 Mrd. EUR auf 111,1 (107,7) Mrd. EUR gestiegen.
Dabei wurde hauptsächlich in Staatsanleihen,
Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und ähnlich sichere
Titel investiert. Dieser Anstieg beruht auf aktiver
Investitionstätigkeit. Die im sonstigen Ergebnis
erfassten Bewertungsreserven, welche die saldierten stillen
Lasten und stillen Reserven beinhalten, betrugen -12,5
(-10,9) Mrd. EUR. Nachdem zum Jahresende 2023 das
Zinsniveau allgemein leicht gesunken war, ist es im ersten
Halbjahr 2024 aufgrund der anhaltenden Inflation und der
verzögerten Zinswende u. a. in den USA wieder
gestiegen.
In der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert bewertete Schuldinstrumente" wurden
überwiegend Unternehmensanleihen gehalten. Der
Gesamtbestand der Schuldinstrumente innerhalb dieser
Kategorie betrug zum Halbjahresende 1,5 (1,4) Mrd. EUR und
stellt damit 1 (1) % des Gesamtbestandes der Anlageklasse
der Schuldinstrumente dar.
Staatsanleihen mit gutem Rating oder Papiere
ähnlich sicherer Schuldner bilden zur Jahresmitte 2024
weiterhin den Schwerpunkt der Bestände in
Schuldinstrumenten. Zum Bilanzstichtag betrug der Bestand
an AAA-gerateten Schuldinstrumenten 35,6 (34,5) Mrd. EUR.
RATINGSTRUKTUR DER SCHULDINSTRUMENTE
Der Talanx Konzern verfolgt nachhaltig eine konservative
Anlagepolitik. So besitzen 76 (76) % der Schuldinstrumente
mindestens ein Rating der Klasse A. Der Konzern ist mit
einem geringen Bestand an Staatsanleihen in Ländern
mit einem Rating schlechter A- investiert. Dieser Bestand
beträgt auf Marktwertbasis 6,0 (5,7) Mrd. EUR und
entspricht einem Anteil von 4,3 (4,2) % der Kapitalanlagen
für eigenes Risiko.
Aktien und AktienfondsIm Rahmen der Diversifizierung ist der Talanx Konzern
auch in Aktien investiert. Zum Ende des Berichtszeitraums
betrug der Aktienbestand rund 1,1 (1,6) Mrd. EUR.
Der Anteil der "Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumente" mit einem
Bestand von 1,0 (1,5) Mrd. EUR zeigt mit 146 (189) Mio. EUR
um 43 Mio. EUR geringere saldierte Bewertungsreserven. Der
Rückgang basiert wesentlich auf einem Abbau des
Aktienportfolios, welcher im Zuge eines Derisking-Programms
erfolgte. Diese Bewertungsreserven werden ohne die
Möglichkeit eines späteren Recyclings in der
Gewinn- und Verlustrechnung im Eigenkapital abgebildet.
Immobilien inklusive Anteile an ImmobilienfondsZum Stichtag beträgt der Bestand an fremdgenutztem
Grundbesitz 6,3 (6,2) Mrd. EUR. Hinzu kommen 1,8 (1,8) Mrd.
EUR in Immobilienfonds, die unter den Finanzinstrumenten
der Kategorie "Erfolgswirksam zum Zeitwert klassifizierte
Fonds" bilanziert sind.
Der leichte Anstieg spiegelt unser weiter gestiegenes
Engagement in diesem Bereich wider. Im Berichtszeitraum
wurden planmäßige Abschreibungen auf den
fremdgenutzten Immobilienbestand in Höhe von 33 (29)
Mio. EUR vorgenommen. Außerplanmäßige
Abschreibungen fielen nicht an.
Im ersten Halbjahr 2024 betrug das deutschlandweite
Transaktionsvolumen für Immobilien 15,7 Mrd. EUR, was
einem Wachstum von 9,79 % gegenüber dem
Vorjahreshalbjahr entspricht. Aufgrund der zunehmend
stabilisierten Kaufpreissituation, ausreichender
Risikoabschläge und einer Bereitschaft zur
Kreditaufnahme zeigen sich die Aktivitäten auf dem
Investmentmarkt im zweiten Quartal spürbar belebt.
Dennoch wird das Transaktionsvolumen 2024 mit
voraussichtlich 40 Mrd. EUR immer noch deutlich unter dem
langfristigen Durchschnitt liegen.
Restrukturierungsbedürftige Objekte dominieren den
Markt. Die Nachfrage konzentriert sich auf stabile
Immobilienarten wie Logistik, Wohnen und alternative
Nutzungen, während große Büro- und
Portfoliotransaktionen im Core-Bereich fehlen. Die
Spitzenrenditen für Büroobjekte in den "Big 7
Cities" sind stabil, aber die Risikoprämien weiterhin
hoch. Der Trend zu qualitativ hochwertigen
Büroflächen in Top-Lagen setzt sich fort. Im
Einzelhandelsmarkt werden strukturelle Probleme
überwunden und das Transaktionsvolumen steigt wieder
an. Im Logistiksegment steigen die Nachfrage und Mieten. Im
Wohnimmobilienmarkt geht das Transaktionsvolumen
gegenüber dem Vorjahr zurück.
Aufgrund der deutlichen Marktkorrekturen erfolgen
nachgelagert nun verstärkt Wertkorrekturen der
Bestandsimmobilien durch die externen Bewerter. Auch
für unseren Bestand erfolgten Wertkorrekturen, diese
liegen unterhalb des allgemeinen Marktdurchschnitts.
ESG bleibt ein wichtiges Thema im Immobiliensektor. Der
Talanx Konzern hat zwischenzeitlich die Umstellung auf die
unmittelbare digitale Erfassung aller wesentlichen
Verbrauchsdaten der Immobilien weitestgehend abgeschlossen.
Diese Daten sind für die weiteren ESG-Analysen der
Portfolios zwingend erforderlich.
Das Indirect Real Estate ist langfristig ausgerichtet
und zielt auf zukünftige Kapitaleinkünfte und
Wertsteigerungen ab. Das Portfolio besteht aus über
100 Immobilienfonds. Es ist weltweit gestreut mit einem
Fokus auf die Regionen Europa, Nordamerika und Asien, wovon
Europa den Großteil der Allokation darstellt. Durch
eine regionale und sektorale Diversifizierung soll eine
defensive und risikomoderate Ausrichtung des Portfolios bei
gleichzeitig positivem Performancebeitrag erreicht werden.
Allerdings bleiben im aktuellen Marktumfeld auch diese
Investments nicht von Abwertungen verschont. Der Anteil an
US-Büroimmobilien, welche bisher die deutlichste
Wertkorrektur erfahren haben, liegt für das
Gesamtportfolio des Talanx Konzerns unterhalb von einem
Prozent gemessen am Gesamt- Net-Asset-Value.
InfrastrukturinvestmentsDerzeit ist der Talanx Konzern mit insgesamt über
1,7 (1,6) Mrd. EUR sowohl direkt als auch indirekt in
Infrastrukturprojekten investiert.
Infrastrukturinvestments haben sich als
äußerst widerstandsfähig gegenüber
Marktbewegungen infolge von Energiepreisverwerfungen und
Inflation gezeigt und konnten diese positive Entwicklung
auch im ersten Halbjahr 2024 fortsetzen. Dies liegt
hauptsächlich daran, dass diese Vermögenswerte
die Grundbedürfnisse der Bevölkerung adressieren
und daher eine wenig elastische Nachfrage aufweisen.
Darüber hinaus generieren viele Projekte durch
regulatorische Maßnahmen gesicherte Erträge, z.
B. Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien.
Dies trägt zu einer stabilen Wertentwicklung bei und
reduziert das Risiko für die Investoren.
Gleichzeitig passen Infrastrukturprojekte sehr gut zum
langfristigen Anlagehorizont eines
Versicherungsunternehmens. Hier investieren wir über
Eigenkapital- und Fremdkapital-Investments direkt in
ausgewählte Projekte. Aufgrund unserer Expertise
können wir Illiquiditäts-, Komplexitäts- und
Durationsprämien erwirtschaften bei gleichzeitiger
Erhöhung der Diversifizierung unserer Kapitalanlagen.
Die sorgfältig ausgewählten Projekte bieten
attraktive Renditen bei vertretbarem Risiko. Zu unserem
diversifizierten Infrastrukturportfolio gehören
derzeit Finanzierungen von und Investitionen in Wind- und
Solarparks, Stromnetzen, Versorgungsunternehmen,
Transportprojekten, Datenzentren, Geothermie, kritische
Kommunikationsinfrastruktur, Glasfaseranbietern und
Public-Private- Partnership-(PPP)-Projekten in Deutschland
und im europäischen Ausland.
Neben direkten Infrastrukturprojekten investieren wir
auch über Fonds in Infrastruktur. Das
Indirect-Infrastructure-Portfolio des Talanx Konzerns ist
auf langfristige Kapitaleinkünfte und Wertsteigerungen
ausgerichtet. Es besteht aus einer zweistelligen Anzahl von
weltweit gestreuten Infrastrukturfonds mit dem Schwerpunkt
auf Europa, Nordamerika und Asien. Die Fonds investieren in
verschiedene Assettypen im Infrastruktursektor, wobei
nachhaltige Energien eine besondere Rolle spielen. Durch
die Diversifizierung auf regionaler und sektoraler Ebene
strebt das Portfolio eine defensive und risiko moderate
Ausrichtung mit positivem Performancebeitrag an.
Auch das indirekte Infrastrukturportfolio hat sich
weiterhin als resilient erwiesen und verzeichnete im ersten
Halbjahr 2024 Aufwertungen im einstelligen Prozentbereich.
Weitere alternative InvestmentsDer Talanx Konzern verfügt über ein
langfristig ausgerichtetes, breit diversifiziertes
Private-Equity-Portfolio. Das Portfolio zeichnet sich durch
exklusive Marktzugänge aus, da es über Jahrzehnte
aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Es
verfügt über Investments in nahezu allen
Sektoren, wobei Technologie, Konsumgüter, Industrie
und Gesundheitswesen die Schwerpunkte bilden. Die
Investmentstile sind breit gestreut mit überwiegendem
Anteil an Buyout-Fonds. Der Talanx Konzern investiert
weltweit mit den Schwerpunkten USA, Europa und Asien.
Aufgrund dieser Investmentstrategie trägt das
Private-Equity-Portfolio fortlaufend zum
Kapitalanlageergebnis des Konzerns bei. Nach
Bewertungssteigerungen und überdurchschnittlich hohen
Gewinnausschüttungen der Vorjahre zeigte das
Private-Equity-Portfolio zuletzt eine leicht konsolidierte,
aber dennoch stabile Wertentwicklung mit weiterhin
signifikanten Ausschüttungen, wenn auch in geringerem
Umfang als zuvor. Vor allem wachstumsstarke und hoch
profitable Qualitätsunternehmen lassen sich im
aktuellen Marktumfeld weiterhin gut veräußern.
Für durchschnittlich profitable oder
wachstumsschwächere Portfoliounternehmen gestalten
sich Exits in der aktuellen Situation jedoch schwierig, und
viele Private-Equity-Manager halten ihre Unternehmen
länger im Portfolio. Eine Veräußerung soll
dann unter günstigeren Rahmenbedingungen erfolgen.
Während Realisationen derzeit an Dynamik verlieren,
nutzen Private-Equity-Manager die teils
rückläufigen Bewertungen für
vielversprechende Neuinvestitionen. Das Marktumfeld ist
weiterhin durch ein gestiegenes Zinsniveau und hohe
Kapitalzusagen für Neuakquisitionen gekennzeichnet.
Durch die hohen Finanzierungskosten werden höhere
Eigenkapitalanteile sichtbar. Bei einzelnen
Portfoliounternehmen beobachten wir derzeit teilweise
Bewertungskorrekturen, die insbesondere auf
Fehleinschätzungen der Manager für die
Post-Covid-Zeit beruhen; auf Portfolioebene erwarten wir
derzeit aber insgesamt eine weiterhin stabile Situation.
Für die weitere Entwicklung wird von Bedeutung sein,
wie sich das Zinsniveau und die Notierungen öffentlich
gehandelter Unternehmen entwickeln. Mittel- und langfristig
sehen wir weiteres Wertsteigerungspotenzial und erwarten
auch für das laufende Jahr einen hohen Ergebnisbeitrag
aus dem Private-Equity-Portfolio.
KapitalanlageergebnisENTWICKLUNG DES KAPITALANLAGEERGEBNISSESscrollen
Das Kapitalanlageergebnis für eigenes Risiko des
ersten Halbjahres betrug 2.186 (1.726) Mio. EUR und liegt
deutlich über dem Ergebnis des Vergleichszeitraums des
Vorjahres. Die annualisierte Kapitalanlagerendite der
Kapitalanlagen für eigenes Risiko erhöhte sich
auf 3,2 (2,7) %.
Die laufenden Erträge aus Zinsen sind
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 313
Mio. EUR auf 1.964 Mrd. EUR gestiegen. Dieser Anstieg
beruht auf dem Bestandszuwachs und dem nachhaltig
gestiegenen Zinsniveau, welches wir für unsere Neu-
und Wiederanlagen nutzen. Es prägt auch den
Durchschnittskupon unserer Rentenpapiere, dieser stieg auf
2,9 % und lag damit über dem Durchschnittskupon der
Vergleichsperiode (2,6 %). Auch sind die
Amortisationsbeträge leicht gestiegen, was auf unseren
Bestand an inflationsgebundenen Anleihen
zurückzuführen ist, der mit 113 (109) Mio. EUR
zum Ergebnis beitrug.
Das realisierte Ergebnis aus Kapitalanlageverkäufen
verbesserte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr des
Vorjahres um 136 Mio. EUR und betrug per saldo -119 (-255)
Mio. EUR. Nach den umfangreichen Portfolio-Maßnahmen
des Vorjahres sind die Handelsaktivitäten und somit
die Realisation von Verlusten im Jahr 2024
zurückgegangen.
Das Ergebnis aus Zeitwertveränderungen war zum
Halbjahresende in geringem Umfang positiv 35 (14) Mio. EUR.
Der in dieser Ergebnisposition enthaltene Saldo aus
Marktwertveränderungen der "Zum Zeitwert bewerteten
Immobilien" von -149 (-81) Mio. EUR konnte deutlich durch
positive Marktwertentwicklungen in den anderen
Anlageklassen überkompensiert werden.
Im Berichtszeitraum ergaben sich per saldo
Abschreibungen von 43 (37) Mio. EUR. Davon entfielen 49
(45) Mio. EUR auf planmäßige Abschreibungen
direkt gehaltener Immobilien (33 Mio. EUR) und
Infrastrukturinvestments (16 Mio. EUR). Aus der
Veränderung der gemäß IFRS 9 zu bildenden
Rückstellungen für erwartete Kreditausfälle
(ECL) auf Kapitalanlagen resultierte in Saldo ein
Kapitalertrag von 4 (9) Mio. EUR.
Das Ergebnis aus Kapitalanlagen für Rechnung und
Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen, was
ausschließlich den Versicherungsnehmern zusteht,
verbesserte sich aufgrund positiver
Kapitalmarktentwicklungen deutlich um 469 Mio. EUR auf
1.248 Mio. EUR (30. Juni 2023: 779 Mio. EUR). Die
Gegenposition findet sich mit gegenläufigem Vorzeichen
im versicherungstechnischen Finanzergebnis.
Versicherungstechnisches Finanzergebnis und Kapitalanlageergebnis vor WährungseffektenNeben dem um 460 Mio. EUR auf 2.186 (1.726) Mio. EUR
erhöhten Kapitalanlageergebnis aus Kapitalanlagen
für eigenes Risiko, verbesserte sich das den
Versicherungsnehmern zustehende Ergebnis aus
fondsgebundenen Versicherungen um 469 Mio. EUR. Das
Kapitalanlageergebnis insgesamt stieg damit auf 3.434
(+928) Mio. EUR. Gegen läufig entwickelte sich das
versicherungstechnische Finanzergebnis vor
Währungseffekten um 905 Mio. EUR, es beträgt im
ersten Halbjahr -2.651 (-1.745) Mio. EUR. Ursächlich
für diese Entwicklung sind der wegen des gestiegenen
Zinsniveaus um 311 Mio. EUR höhere Aufwand aus der
Aufzinsung der Versicherungsverpflichtungen (-793 Mio. EUR;
30. Juni 2023: -482 Mio. EUR) sowie die um 594 Mio. EUR
höhere Beteiligung der Versicherungsnehmer am
Kapitalanlageergebnis inklusive dem Ergebnis aus
fondsgebundener Lebensversicherung (-1.858 Mio. EUR; 30.
Juni 2023: -1.264 Mio. EUR).
Insgesamt verbesserte sich somit das
versicherungstechnische Finanz- und Kapitalanlageergebnis
vor Währungseffekten um 24 Mio. EUR auf 784 (760) Mio.
EUR.
FinanzlageAnalyse der Kapitalstrukturscrollen
Wesentliche Entwicklungen der KapitalstrukturInsgesamt sind die versicherungstechnischen
Nettorückstellungen, also der Saldo aus
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus
Versicherungs- bzw. Rückversicherungsverträgen,
in Relation zur Vergleichsperiode um 2,2 % bzw. 2,7 Mrd.
EUR auf 125,6 (122,9) Mrd. EUR gestiegen. Der Anstieg
entfiel auf die Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle (+3,4 Mrd. EUR).
Gegenläufig entwickelte sich die
Deckungsrückstellung (-0,7 Mrd EUR). Dabei resultiert
der Anstieg der Rückstellung für noch nicht
abgewickelte Versicherungsfälle im Wesentlichen aus
den Segmenten Schaden- Rückversicherung und
Industrieversicherung und der Rückgang der
Deckungsrückstellung im Wesentlichen aus dem Segment
Schaden-Rückversicherung.
Die vertragliche Netto-Servicemarge erhöhte sich um
1,7 Mrd. EUR auf 12,4 (10,7) Mrd. EUR, und die gesamte
Netto-Risikoanpassung erhöhte sich um 0,1 Mrd. EUR auf
5,3 (5,1) Mrd. EUR. Die vertragliche Netto-Servicemarge
resultiert im Wesentlichen mit 9,3 (7,7) Mrd. EUR aus dem
Geschäftsbereich Rückversicherung und mit 2,8
(2,6) Mrd. EUR aus dem Geschäftsbereich Privat- und
Firmenversicherung Deutschland.
EigenkapitalEntwicklung des EigenkapitalsDas Konzerneigenkapital (Eigenkapital ohne Anteile nicht
beherrschender Gesellschafter) hat sich gegenüber dem
31. Dezember 2023 um 589 Mio. EUR (5,6 %) erhöht. Der
Anstieg resultiert unter anderem aus dem Periodenergebnis,
das in Höhe von 1.090 (827) Mio. EUR auf unsere
Anteilseigner entfällt und vollständig in die
Gewinnrücklagen eingestellt wurde. Dem wirkte die
Dividendenzahlung in Höhe von 607 (507) an die
Aktionäre der Talanx AG im Mai des Berichtszeitraumes
entgegen.
Des Weiteren haben sich die nicht ergebniswirksamen
Eigenkapitalanteile (übrige Rücklagen)
gegenüber dem 31. Dezember 2023 um -21 Mio. EUR auf
-590 Mio. EUR verändert. Die Entwicklung der
übrigen Rücklagen resultiert im Wesentlichen aus
der positiven Entwicklung des versicherungstechnischen
Finanzertrags- oder -aufwands aus ausgestellten
Versicherungsverträgen (+908 Mio. EUR) und dem
gegenläufigen Effekt aus der Veränderung der
nicht realisierten Kursgewinne aus Kapitalanlagen (-925
Mio. EUR).
ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALSscrollen
DARSTELLUNG DES EIGENKAPITALS DER GESCHÄFTSBEREICHE EINSCHLIESSLICH DARAUF ENTFALLENDER ANTEILE NICHT BEHERRSCHENDER GESELLSCHAFTERscrollen
Analyse FremdkapitalDie gesamten nachrangigen Verbindlichkeiten betragen zum
Stichtag 4,5 (5,3) Mrd. EUR.
Die Talanx AG hatte am 18. September 2023 aus der mit
dem HDI V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen
Rahmenvereinbarung die in Form einer nachrangigen
Schuldverschreibung gestaltete Kreditlinie in Höhe von
750 Mio. EUR in Anspruch genommen. Zum Bilanzstichtag wurde
diese Kreditlinie vollständig zurückgezahlt.
Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang,
Anmerkung 9 "Nachrangige Verbindlichkeiten".
Die Talanx AG hat am 2. Mai 2024 eine revolvierende
Kreditlinie mit einem Volumen von 250 Mio. EUR mit einem
Bankensyndikat geschlossen. Die Laufzeit beträgt
fünf Jahre zuzüglich der Option, diese zwei Mal
für ein weiteres Jahr zu verlängern. Zum
Abschlussstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme.
Die Talanx AG hat am 15. April 2024 im Rahmen einer
Privatplatzierung eine erstrangige, unbesicherte Anleihe
mit einem Volumen von 750 Mio. EUR begeben. Alleiniger
Zeichner der Anleihe war der HDI V. a. G. Die emittierte
Anleihe wird an der Börse Luxemburg notiert, hat eine
Laufzeit bis 23. Juli 2026, einen fixen Kupon von 2,5 % p.
a. und wurde zu einem Kurs von 97,798 % begeben.
Weiterführende Anmerkungen siehe Konzernanhang,
Anmerkung 11 "Begebene Anleihen und Darlehen".
Weitere Berichte und ErklärungenRisikoberichtRisikolandschaftIn unserem Geschäftsbericht für das Jahr 2023
haben wir unser Risikoprofil und die verschiedenen
Risikoarten gemäß Deutschem Rechnungslegungs
Standard DRS 20 dargestellt. Die Risikoberichterstattung im
Halbjahresfinanzbericht konzentriert sich auf relevante
Veränderungen der Risikolage, die nach der Erstellung
des Talanx Konzerngeschäftsberichts 2023 eingetreten
sind.
Das Gesamtbild der Risikolage bleibt dabei
unverändert; es sind weiterhin keine konkreten Risiken
erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
des Konzerns existenziell beeinträchtigen
könnten. Der Talanx Konzern hat ein
funktionsfähiges, angemessenes Governance- und
Risikomanagement-System etabliert, das kontinuierlich
weiterentwickelt wird und hohen
Qualitätsansprüchen und Standards entspricht. Wir
sind damit in der Lage, unsere Risiken rechtzeitig zu
erkennen und wirksam zu steuern.
Die folgenden Risiken - der Wesentlichkeit nach
aufgeführt - bestimmen weiterhin das
Gesamtrisikoprofil des Konzerns: Risiken im Zusammenhang
mit der Kapitalanlage, das Prämien- und Reserverisiko
in der Schaden/Unfallversicherung, das
Naturkatastrophenrisiko, das versicherungstechnische Risiko
der Lebensversicherung, das operationelle Risiko sowie das
Forderungsausfallrisiko. Für das Management des
Gesamtrisikos hat der Faktor Diversifikation eine besonders
große Bedeutung. Wir operieren sowohl geografisch als
auch in Bezug auf die Leistungen mit einer breiten
Ausrichtung. Dadurch betrachten wir uns auch im Fall einer
kumulierten Materialisierung von Risiken als gut
aufgestellt.
Innerhalb des Marktrisikos ist das Kreditrisiko von
besonderer Bedeutung. Es wird über das Talanx Limit-
und Schwellenwertsystem bzw. die segment- und
gesellschaftsspezifischen Kapitalanlagerichtlinien begrenzt
und laufend überwacht. Hierzu sind Limite auf
Portfolio-, Emittenten-/Kontrahenten- und teilweise auf
Assetklassenebene festgelegt, die eine breite Mischung und
Streuung im jeweiligen Portfolio sicherstellen. Wesentlich
für das Marktrisiko ist auch das
Währungskursrisiko, hier insbesondere gegenüber
dem US-Dollar. Da Wechselkursänderungen zu
Inkongruenzen zwischen Aktiva und Passiva führen
können, stehen zur Begrenzung des Risikos den
Verbindlichkeiten in Fremdwährungen Aktiva derselben
Währung gegenüber.
In Bezug auf das Liquiditätsrisiko gehen wir
unverändert davon aus, auch größeren,
unerwarteten Auszahlungserfordernissen
fristgemäß nachkommen zu können.
An den Einschätzungen zum operationellen Risiko
gibt es keine wesentlichen Änderungen.
Wesentliche externe Einflüsse auf das RisikomanagementKriegerische Auseinandersetzungen wie aktuell in der
Ukraine und im Nahen Osten führen grundsätzlich
zu Unsicherheiten und erhöhten Volatilitäten auf
den Kapitalmärkten. Resultierende wirtschaftliche
Verwerfungen können unsere Kunden, unsere
Tochtergesellschaften sowie die Gruppe belasten. Daneben
beobachten wir auch die Entwicklungen in anderen Regionen
der Welt, insbesondere die Folgen einer möglichen
kriegerischen Auseinandersetzung zwischen China und Taiwan
sowie die Politik der Abschottung in einzelnen Staaten der
EU und - je nach Wahlausgang - möglicherweise in den
USA.
Risiken aus aktuellen oder zukünftigen
kriegerischen Auseinandersetzungen können sich
insbesondere aus noch unabsehbaren Folgewirkungen und der
ökonomischen Entwicklung ergeben. Die direkte
Exponierung, bezogen auf die Versicherungstechnik und die
Kapitalanlage, ist in den Regionen aktueller kriegerischer
Auseinandersetzungen moderat.
Die Auswirkung auf das versicherungstechnische Risiko
und die Kapitalanlage insgesamt hängt stark von der
makroökonomischen Entwicklung und der weiteren
Geschäftsentwicklung ab. Risiken können sich
insbesondere aus unabsehbaren Folgewirkungen oder weiteren
Eskalationen ergeben. Es kann beispielsweise zu
Prämienrückgängen und zu Schäden aus
Cyberangriffen oder Betriebsunterbrechungen im Zusammenhang
mit Supply-Chain-Risiken kommen. Laufende Entwicklungen
betreffen u. a. die Gerichtsverfahren zu geleasten
Flugzeugen, die sich bei Kriegsausbruch in Russland
befanden und seitdem nicht zurückgeführt wurden.
Wir stehen in engem Austausch sowohl mit unseren Kunden als
auch mit den Maklern, um bei wichtigen Entwicklungen
zeitnah informiert zu sein.
Aus den zuvor langjährig extrem niedrigen
Kapitalmarktzinsen in Verbindung mit der Höhe der in
den Versicherungsverträgen eingegangenen Zinsgarantien
ergeben sich für Teile des
Lebensversicherungsbereiches aufgrund der langfristigen
Kapitalanlagestruktur weiterhin erhebliche
Herausforderungen.
Durch den im letzten Jahr erfolgten deutlichen
Zinsanstieg haben sich die Marktwerte der Kapitalanlagen
erheblich reduziert, was die Bedeckung der
versicherungstechnischen Passiva in der HGB-Sicht nach
Marktwerten schmälert. Es wird jedoch davon
ausgegangen, dass rein zinsinduzierte Unterdeckungen nach
Marktwerten bei bis zur Endfälligkeit gehaltenen
Finanzinstrumenten des Anlagevermögens
aufsichtsrechtlich weiterhin als unproblematisch eingestuft
werden. Im Falle eines Zinsrückgangs nach dem Stichtag
und möglichen weiteren Rückgängen im
weiteren Verlauf des Jahres dürften sich die stillen
Lasten verringern. Im Falle eines weiteren Zinsanstieges
hingegen käme es voraussichtlich zum Aufbau weiterer
stiller Lasten. Die Bedeckung der versicherungstechnischen
Passiva nach Buchwerten wie auch nach Marktwerten wird
intensiv überwacht.
Ebenso besteht im Falle weiterer Zinsanstiege ein
erhöhtes Storno-risiko. Lebensversicherer könnten
im Fall eines deutlichen Anstiegs der Stornoraten
möglicherweise gezwungen sein, zur Finanzierung von
fälligen Rückkaufswerten Kapitalanlagen verkaufen
zu müssen, die durch den Zinsanstieg deutlich an
Marktwert verloren haben. Dies würde zur Realisierung
stiller Lasten führen. Die stillen Lasten wurden nicht
außerplanmäßig abgeschrieben, da diese im
Wesentlichen zinsinduziert sind und somit nicht als
dauerhaft eingeschätzt werden. Die Stornosituation
wird laufend überwacht; bei Bedarf werden geeignete
Steuerungsmaßnahmen ergriffen.
Gleichermaßen stellen die politischen und
volkswirtschaftlichen Unsicherheiten, sowohl in den
bestehenden Kernmärkten als auch in unseren Ziel- und
Wachstumsmärkten, Risiken für unsere
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dar.
Großschadenereignisse in verschiedenen Regionen
der Welt hatten Auswirkungen auf den Talanx Konzern. In
Bezug auf Naturkatastrophen waren im ersten Halbjahr 2024
die Flutereignisse in Süddeutschland im Mai und Juni,
in Brasilien im April und Mai und in Dubai im April zu
nennen. In Bezug auf Man-Made-Großschäden sind
die Unruhen in Neukaledonien zu nennen; zu erwartende
Belastungen durch den Brückeneinsturz in Baltimore
sind weiterhin komfortabel durch das verbleibende
Großschadenbudget abgedeckt, wenngleich sie aufgrund
der nach wie vor nicht final geklärten Schuldfrage
noch immer nicht konkret beziffert werden können.
Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten hinsichtlich
der Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen unserer
unternehmerischen Tätigkeit in allen Ländern, in
denen der Konzern vertreten ist. Unsere deutschen
Lebensversicherungsgesellschaften sind weiterhin
spezifischen rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierunter
fallen auch steuerliche Risiken in Bezug auf die Behandlung
von bestimmten Kapitalanlageinstrumenten im Rahmen der
Betriebsprüfungen sowie die Behandlung in den
Jahresabschlüssen der betroffenen Gesellschaften.
Ein weiteres spezifisches Risiko stellt die
politisch-ökonomische Situation in Italien dar, da im
Konzern auch Direktinvestitionen in italienische Titel
gehalten werden, die zu Wertberichtigungen führen
könnten. Umfang und Risiken dieser Kapitalanlagen
werden durch das interne Limit- und Schwellenwertsystem und
Konzentrations- bzw. Kontrahentenlimite begrenzt.
AusblickWirtschaftliche RahmenbedingungenDie Weltwirtschaft steht auch in den kommenden Quartalen
vor vielfältigen Herausforderungen, die für ein
fragiles Wachstumsbild sorgen dürften. Hier ist neben
den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten,
geopolitischen Spannungen (u. a. China/Taiwan) oder
zunehmenden Einschränkungen des
grenzüberschreitenden Handels insbesondere die
Straffung der Geldpolitik in Reaktion auf den starken
Inflationsanstieg nach der Covid-19-Pandemie zu nennen.
Deren ökonomische Nachwehen, beispielsweise mit Blick
auf eine zögerliche Kreditvergabe, sind weiterhin
deutlich spürbar und sorgen für ein
gedämpftes Wachstumsumfeld.
Wir gehen davon aus, dass die konjunkturelle
Abkühlung in den USA sich in den kommenden Quartalen
noch fortsetzen wird, wobei ein vergleichsweise robuster
Arbeitsmarkt und die mit solidem Lohnwachstum bei
rückläufiger Inflation einhergehende
Rückkehr der Kaufkraft eine schwere Rezession
verhindern sollten. Ein zusätzliches Risiko stellt
hier die Präsidentschaftswahl im November dar. In der
Eurozone dürfte die konjunkturelle Talsohle
durchschritten sein. Allerdings ist angesichts des
verhaltenen globalen Konjunkturausblicks, einer immer noch
starken, aber nachlassenden fiskalischen Unterstützung
sowie einer im historischen Vergleich hohen
wirtschaftspolitischen Unsicherheit (u. a. in Frankreich)
nur mit einer verhaltenen konjunkturellen Entwicklung zur
rechnen. Die konjunkturelle Dynamik in China dürfte
sich angesichts einer langsam schrumpfenden
Bevölkerung auf einem Niveau etwas unterhalb der
prä-Covid-Zeit einpendeln, wobei der Pfad in hohem
Maße von der Bereitschaft der chinesischen Regierung
zur Stützung der Konjunktur abhängig ist.
KapitalmärkteDer Rückgang der Inflationsraten in den USA und der
Eurozone ermöglicht es den Notenbanken, in begrenztem
Maße auf das schwache konjunkturelle Umfeld zu
reagieren. Während die EZB bereits im Juni 2024
erstmals seit 2019 ihre Leitzinsen gesenkt hat, dürfte
die Fed im Herbst dieses Jahres folgen und ebenfalls in
einen graduellen Zinssenkungszyklus einsteigen. Da die
Inflation aufgrund struktureller Entwicklungen (u. a.
Demographie, De-Globalisierung, Klimawende) jedoch
voraussichtlich nicht wieder auf die niedrigen Niveaus der
Jahre vor 2020 zurückfallen wird, ist der Spielraum
für Zinssenkungen beschränkt. Sowohl an den
Aktien- als auch an den Rentenmärkten ist daher
allenfalls mit leichten Kurszuwächsen im weiteren
Jahresverlauf zu rechnen. Gegenwind für die
Rentenmärkte resultiert dar über hinaus aus
nachlassenden Käufen durch die Notenbanken sowie durch
den hohen staatlichen Finanzierungsbedarf.
VersicherungswirtschaftIn Summe erwarten die Versicherer sowohl in diesem als
auch im kommenden Jahr ein deutliches Beitragswachstum. Auf
der Kapitalanlageseite sorgen die durch KI-Hype und
Bewertungsexpansionen getriebene positive Entwicklung des
Aktienmarktes sowie steigende Anleiherenditen weiterhin
für Zuversicht.
Voraussichtliche finanzielle Entwicklung des KonzernsWir gehen von folgenden Annahmen aus:
scrollen
Wir geben für den Talanx Konzern und seine
Geschäftsbereiche zum Halbjahr Prognosewerte für
die Kennzahlen, nach denen der Konzern sein Geschäft
steuert.
Talanx KonzernSTEUERUNGSGRÖSSENscrollen
Die Talanx blickt auf ein außerordentlich gutes
erstes Halbjahr. Sie ist sehr zuversichtlich, 2024 ein
Konzernergebnis von deutlich über 1.700 Mio. EUR zu
erwirtschaften. Wie jede Prognose steht auch diese unter
dem Vorbehalt, dass Großschäden das
Großschadenbudget nicht signifikant übersteigen,
keine materiellen Turbulenzen an den Kapitalmärkten
auftreten und wesentliche Währungskursschwankungen
ausbleiben. Aufgrund des bisherigen sehr guten
Geschäftsverlaufes ist beabsichtigt, die Prognose nach
dem dritten Quartal zu überprüfen. Im dritten
Quartal schwanken die Ergebnisse in Abhängigkeit vom
Schadenverlauf stärker als in anderen Quartalen des
Jahres. Dies hängt insbesondere mit der
Hurrikan-Saison zusammen, die ihren Schwerpunkt in diesem
Quartal hat. Nach Ablauf des dritten Quartals sind daher
stabilere Schätzungen des Gesamtjahresergebnisses
möglich.
IndustrieversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH INDUSTRIEVERSICHERUNGscrollen
Privat- und Firmenversicherung DeutschlandSchaden/UnfallversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT SCHADEN/UNFALLVERSICHERUNGscrollen
LebensversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND - SEGMENT LEBENSVERSICHERUNGscrollen
Privat- und Firmenversicherung Deutschland insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSE IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND INSGESAMTscrollen
Privat- und Firmenversicherung InternationalSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH PRIVAT-UND FIRMENVERSICHERUNG INTERNATIONALscrollen
Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung
International waren wir in der Prognose für 2024 im
Geschäftsbericht 2023 von einem Umsatzwachstum im
niedrigen zweistelligen Prozentbereich für unser
Schaden/Unfallversicherungsgeschäft und von einem
mittleren einstelligen Prozentbereich für unser
Lebensversicherungsgeschäft
(währungskursbereinigt) ausgegangen. Dieser Prognose
lag die Erwartung zugrunde, dass der rechtliche Vollzug des
im Jahre 2023 getätigten Erwerbs der
Liberty-Gesellschaften in Lateinamerika im Hinblick auf die
Landesgesellschaften in Chile, Kolumbien und Ecuador erst
im Verlauf des zweiten Quartals erfolgen würde. Da
dieser nunmehr tatsächlich bereits mit Wirkung zum 1.
März 2024 erfolgte, gehen wir inzwischen - auch
begünstigt durch ein freundliches Marktumfeld in den
lateinamerikanischen Märkten - von einem deutlich
zweistelligen Umsatzwachstum sowohl für unser Schaden/
Unfallversicherungsgeschäft wie auch für unser
Lebensversicherungsgeschäft
(währungskursbereinigt) aus und erwarten, anstatt
einer Eigenkapitalrendite von mehr als 8,5 % nun eine
Eigenkapitalrendite von mehr als 10 % erreichen zu
können.
Rückversicherung Schaden-RückversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT SCHADEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
Personen-RückversicherungSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG - SEGMENT PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNGscrollen
Rückversicherung insgesamtSTEUERUNGSGRÖSSEN IM GESCHÄFTSBEREICH RÜCKVERSICHERUNG INSGESAMTscrollen
Einschätzung künftiger Chancen und HerausforderungenDie Chancen haben sich gegenüber dem Berichtsjahr
2023 nicht wesentlich verändert. Diesbezüglich
verweisen wir auf den Talanx Konzerngeschäftsbericht
2023.
KonzernzwischenabschlussKonzernbilanz zum 30. Juni 2024AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
1 Der Nominalwert beträgt 323 (323) Mio.
EUR, das bedingte Kapital beträgt 158 (158) Mio. EUR
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2024scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2024scrollen
Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitalsscrollen
scrollen
scrollen
scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2024scrollen
1 Die Ertragsteuerzahlungen in Höhe von 324
(202) Mio. EUR sowie erhaltene Dividenden von 143 (154)
Mio. EUR und erhaltene Zinsen von 2.317 (1.923) Mio. EUR
werden dem Kapitalfluss aus der laufenden
Geschäftstätigkeit zugerechnet. Die erhaltenen
Dividenden beinhalten ebenfalls dividendenähnliche
Gewinnbeteiligungen aus Investmentsfonds
sowiePrivate-Equity-Gesellschaften
Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler
Bestandteil des Konzernabschlusses.
Anhang und ErläuterungenAllgemeine Aufstellungsgrundsätze und Anwendung der IFRSAllgemeine InformationenDer Konzern-Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2024
wird in Übereinstimmung mit IAS 34 dargestellt und
wurde in Übereinstimmung mit den für die
Zwischenberichterstattung anzuwendenden International
Financial Reporting Standards (IFRS), wie von der
Europäischen Union übernommen, erstellt.
Die angewandten Rechnungslegungsgrundsätze
entsprechen denen des vorherigen Konzernabschlusses und der
zugehörigen Zwischenberichtsperiode, außer der
erstmaligen Anwendung neuer und geänderter Standards,
wie im Abschnitt "Anwendung neuer und geänderter
Standards/ Interpretationen" erläutert.
Der Zwischenabschluss wurde in Euro (EUR) aufgestellt.
Die Darstellung der Betragsangaben erfolgt gerundet auf
Millionen Euro (Mio. EUR), es sei denn, aus Gründen
der Transparenz sind Betragsangaben in Tausend Euro (TEUR)
erforderlich. In den Tabellen dieses Berichts können
Rundungsdifferenzen auftreten. Betragsangaben in Klammern
beziehen sich auf das Vorjahr.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses werden vom
Management Ermessensentscheidungen und Annahmen getroffen
sowie Schätzungen vorgenommen. Diese beziehen sich auf
die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und
die bilanzierten Beträge der Vermögenswerte,
Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie
Angaben zu Eventualverbindlichkeiten. Die
tatsächlichen Ergebnisse können von diesen
Schätzungen abweichen. Wir verweisen zudem auf unsere
Ausführungen in der Anmerkung 10.
Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden
Annahmen werden laufend überprüft. Sie basieren
auf Erfahrungen und Erwartungen über zukünftige
Ereignisse, die gegenwärtig vernünftig
erscheinen. Überarbeitungen von Schätzungen
werden prospektiv erfasst.
In Übereinstimmung mit IAS 34.41 greifen wir bei
der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses in
größerem Umfang auf Schätzverfahren und
Annahmen zurück als bei der jährlichen
Berichterstattung. Änderungen von Schätzungen
während der laufenden Zwischenberichtsperiode mit
wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns ergaben sich nicht. Der
Steueraufwand (inländische Ertragsteuern,
vergleichbare Ertragsteuern ausländischer
Tochtergesellschaften und Veränderung der latenten
Steuern) wird unterjährig mittels eines für das
Gesamtjahr erwarteten effektiven Steuersatzes berechnet,
der auf das Periodenergebnis angewendet wird. Bei der
unterjährigen Fortschreibung der
Pensionsrückstellungen wird der
versicherungsmathematisch geschätzte Effekt der
Zinsveränderung auf die Pensionsverpflichtungen zum
Quartalsende im sonstigen Ergebnis (übrige
Rücklagen) erfasst. Andere versicherungsmathematische
Parameter werden unterjährig nicht aktualisiert.
Risiken im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels
sind für das Geschäftsmodell eines
Versicherungsunternehmens von großer Bedeutung. Die
Schätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und
Schadenhöhen von klimabedingten Stürmen,
Überschwemmungen oder Dürren ist wesentlicher
Bestandteil unseres Risikomanagement-Systems. Sie
beeinflusst in hohem Maße unsere Zeichnungspolitik im
Bereich von gegenüber Naturgefahren exponierten
Risiken und erfordert das Vorhalten entsprechenden
Risikokapitals. Physische Risiken wie
Extremwetterereignisse und deren Folgen sowie langfristige
Veränderungen klimatischer und ökologischer
Bedingungen wie Niederschlagsmengen, Meeresspiegelanstieg
oder der Anstieg der Durchschnittstemperaturen können
darüber hinaus den Wert unseres Immobilienbesitzes
betreffen oder die Bewertung von Wertpapieren unseres
Kapitalanlageportefeuilles beeinflussen.
Neben dem Einfluss dieser physischen Risiken unterliegt
die Bewertung unseres Kapitalanlageportefeuilles ebenfalls
Transitionsrisiken infolge des Klimawandels. Unter
Transitionsrisiken verstehen wir solche Risiken im
Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels, die aus der
Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft resultieren.
Diese Umstellung wird wesentlich durch politische
Regulierungsmaßnahmen initiiert und flankiert.
Insofern derartige Regulierungsmaßnahmen
beispielsweise Emittenten von Aktien oder
Unternehmensanleihen unseres Anlageportefeuilles negativ be
treffen, zeigen sich entsprechende Auswirkungen auf die
Bewertung dieser Papiere.
Insgesamt findet die Bewertung von Klimarisiken
Berücksichtigung u. a. im Rahmen des
Wertminderungstests für nicht-finanzielle
Vermögenswerte, einschließlich des
Geschäfts- und Firmenwerts nach IAS 36, bei der
Bestimmung von Nutzungsdauern und des Restwerts von
Vermögenswerten nach IAS 16 oder IAS 38, im Rahmen des
Ansatzes und der Folgebewertung der Kapitalanlagen nach
IFRS 9 sowie der Bildung von Rückstellungen und
Offenlegung von Eventualverbindlichkeiten nach IAS 37.
Schätzunsicherheiten resultierten in der
Berichtsperiode auch aus dem Konflikt in der Ukraine. Wir
haben für alle relevanten Geschäftssparten
wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarioanalysen
durchgeführt, bei denen wir die uns zum
gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden
Markterkenntnisse berücksichtigt und daraus auf Basis
eigener Einschätzungen unsere Reservierung abgeleitet
haben. Zum Bilanzstichtag umfassen die betroffenen
Geschäftssparten im Wesentlichen Political Violence
und andere Sachdeckungen, politische Risiken, Transport und
Luftfahrt. Der Konzern hat zum 30. Juni 2024 seine Vorsorge
für diesen Schadenkomplex im Vergleich zum Vorjahr
weiter deutlich aufgestockt. Die Bandbreite möglicher
Schadenszenarien ist nach wie vor hoch und kann bei derzeit
nicht zu erwartenden nachteiligen Entwicklungen bzw.
ungünstiger Rechtsprechung zu einem späteren
Zeitpunkt zu deutlich höheren Schadenzahlungen
führen. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Status in
Russland verbliebener Leasingflugzeuge bestehen weiterhin
Rechtsunsicherheiten. Im Einklang mit den bestehenden
Sanktionsregelungen werden Geschäfte mit russischen
Zedenten nicht weitergeführt.
Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer GeschäftsbetriebeGeschäftsvorfälle in Fremdwährung werden
grundsätzlich mit den Wechselkursen zum
Transaktionszeitpunkt in die entsprechende funktionale
Währung der Unternehmenseinheiten umgerechnet.
Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die am
Abschlussstichtag auf Fremdwährung lauten, werden zum
Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet.
Gewinne und Verluste aus dieser Umrechnung werden im
Währungsergebnis ausgewiesen.
Fremd-währungsgewinne/-verluste aus nicht
monetären Posten (z. B. Eigenkapitalinstrumente), die
als FVOCI klassifiziert sind, werden ohne die
Möglichkeit einer späteren Umbuchung in den
Gewinn oder Verlust im sonstigen Ergebnis bilanziert.
Fremdwährungspositionen (einschließlich
Geschäfts- oder Firmenwerte) ausländischer
Tochterunternehmen, deren Landeswährung nicht der Euro
ist, rechnen wir mit dem Devisenmittelkurs am
Abschlussstichtag in Euro um, Fremdwährungspositionen
in der Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs.
Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen aus der
Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe werden
im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus
Währungsumrechnung im Eigenkapital ausgewiesen, soweit
die Umrechnungsdifferenz nicht den nicht beherrschenden
Anteilen zugewiesen ist.
UMRECHNUNGSKURSE DER FÜR UNS WICHTIGSTEN WÄHRUNGENscrollen
Die Türkei wird seit dem zweiten Quartal 2022
für Zwecke der Finanzberichterstattung als
hochinflationär im Sinne des IAS 29 (Rechnungslegung
in Hochinflationsländern) eingestuft. Somit haben
Gesellschaften, deren funktionale Währung der
türkischen Lira (TRY) entspricht, für
Berichtsperioden, die am oder nach dem 30. Juni 2022 enden,
die Rechnungslegung gemäß IAS 29 anzuwenden.
Demnach werden die betroffenen Abschlüsse nicht auf
Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten
bilanziert, sondern bereinigt um die Einflüsse der
Inflation dargestellt. Der in diesem Zusammenhang durch das
Turkish Statistical Institute (TURKSTAT) verwendete
Verbraucherindex beläuft sich zum 30. Juni 2024 auf
2.319,29 (31. Dezember 2023: 1.859,38). Insgesamt hat sich
für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2024 ein
Gewinn aus der Nettoposition der monetären Posten von
35 (26) Mio. EUR ergeben, der im übrigen Ergebnis
ausgewiesen wurde. Dieser beinhaltet einen Ergebnisbeitrag
nach Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter in
Höhe von +13 (+15) Mio. EUR.
Anwendung neuer und geänderter Standards/ InterpretationenDer Konzern hat die folgenden geänderten IFRS-
Regelungen zum 1. Januar 2024 übernommen; wesentliche
Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergaben sich hieraus
nicht:
scrollen
Einführung der globalen MindestbesteuerungMit Wirkung zum 1. Januar 2024 ist in Deutschland das
Mindeststeuergesetz (MinStG) in Kraft getreten. Die Talanx
Gruppe als Teilkonzern der HDI Gruppe fällt in den
Anwendungsbereich der Regelungen.
Gemäß der Mindeststeuer-Regeln muss die
Talanx Gruppe eine Ergänzungssteuer für die
Differenz zwischen dem effektiven Steuersatz pro
(Steuer-)Jurisdiktion und dem Mindeststeuersatz von 15 %
entrichten.
Für die Bilanzierung latenter Steueransprüche
und -verbindlichkeiten sowie bestimmter Angabepflichten im
Zusammenhang mit der Umsetzung der globalen Mindeststeuer
wendet die Talanx Gruppe die temporäre
Ausnahmeregelung im Sinne des IAS 12 an.
Auf Grundlage der Daten des qualified Country-by-Country
Reportings (qCbCR) 2023 der HDI Gruppe sowie der
Quartalsdaten 2024 ist die Talanx Gruppe im Berichtsjahr in
43 Jurisdiktionen mit für die Mindeststeuer-Regeln
relevanten Einheiten ansässig und unterliegt in diesen
überwiegend einer effektiven Steuerbelastung von mehr
als 15 %. Die Betroffenheitsanalyse pro Jurisdiktion ergab,
dass für das Geschäftsjahr 2024 in 36
Jurisdiktionen keine Ergänzungssteuer erwartet wird.
Eine effektive Steuerquote von weniger als 15 % wird
für die Jurisdiktionen Bahrain, Bermuda, Cayman
Inseln, Hongkong, Südkorea, Ungarn und Uruguay
erwartet. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf die
effektive Steuerquote der HDI Gruppe sind im unteren
einstelligen Prozentbereich zu erwarten.
Standards, Interpretationen und Änderungen an veröffentlichten Standards, die 2024 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren und die vom Konzern nicht frühzeitig angewandt wurdena) EU-Endorsement bereits erfolgtEs wurden keine Standardänderungen verabschiedet.
b) EU-Endorsement ausstehendIm Mai 2024 hat das IASB Änderungen an IFRS 9
"Finanzinstrumente" und IFRS 7 "Finanzinstrumente -
Angaben": "Finanzberichterstattung - Klassifizierung und
Bewertung von Finanzinstrumenten" herausgegeben. In diesen
Änderungen werden Einzelfragen geklärt, die
während der Überprüfung nach der
Einführung der Klassifizierungs- und
Bewertungsvorschriften von IFRS 9 "Financial Instruments"
identifiziert worden sind. Die Änderungen treten
grundsätzlich rückwirkend für
Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar
2026 beginnen und wurden bisher nicht von der EU
übernommen.
Im April 2024 hat das IASB den IFRS 18 "Darstellung und
Angaben im Abschluss" veröffentlicht. Der Standard
ersetzt den bisherigen IAS 1 "Darstellung des Abschlusses".
Mit IFRS 18 werden definierte Zwischensummen und Kategorien
in der Gewinn- und Verlustrechnung eingeführt und
Vorgaben zur Verbesserung der Aggregation oder
Disaggregation von Abschlussposten gemacht. Darüber
hinaus werden Anforderungen für Anhangangaben zu vom
Management definierten Erfolgskennzahlen (sogenannte
"Management-defined Performance Measures; MPMs") formuliert
und gezielte Verbesserungen der Kapitalflussrechnung durch
Änderung von IAS 7 vorgenommen. Der Standard ist
rückwirkend für Geschäftsjahre anzuwenden,
die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen und wurde
bisher nicht von der EU übernommen.
Darüber hinaus wurden die folgenden neuen Standards
und Standardänderungen verabschiedet, die jedoch
erwartungsgemäß keine wesentlichen Auswirkungen
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns haben werden:
ANWENDUNG NEUER STANDARDÄNDERUNGENscrollen
1 Für Geschäftsjahre, die am oder nach
dem angegebenen Datum beginnen
SegmentberichterstattungDie im Konzerngeschäftsbericht 2023 beschriebenen
geschäftlichen Aktivitäten, die
Geschäftsbereiche sowie die berichtspflichtigen
Segmente des Talanx Konzerns und die Produkte und
Dienstleistungen, mit denen Erträge erzielt werden,
sind zum Ende der Zwischenberichtsperiode weiterhin
zutreffend. Die dort aufgeführten allgemeinen Angaben
zur Segmentberichterstattung sowie die Aussagen zu der
Bewertungsgrundlage für das Ergebnis der
berichtspflichtigen Segmente sind weiterhin gültig.
KONZERNBILANZ GEGLIEDERT NACH GESCHÄFTSBEREICHEN ZUM 30. JUNI 2024Aktivascrollen
scrollen
scrollen
Passivascrollen
scrollen
scrollen
1 Weitere Ausführungen siehe Kapitel "Zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen"
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN/BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTEN FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2024¹scrollen
scrollen
scrollen
VERKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER BERICHTSPFLICHTIGEN SEGMENTE PRIVAT- UND FIRMENVERSICHERUNG DEUTSCHLAND (SCHADEN/UNFALL UND LEBEN) SOWIE SCHADEN- UND PERSONEN-RÜCKVERSICHERUNG FÜR DIE ZEIT VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2024scrollen
scrollen
SONSTIGE SEGMENTANGABENscrollen
scrollen
KonsolidierungKonsolidierungskreisIn den Talanx Konzernabschluss wurden zum Bilanzstichtag
150 (139) Einzelgesellschaften, 33 (32) Investmentfonds,
drei (drei) strukturierte Unternehmen sowie
unverändert fünf Teilkonzerne (davon vier
ausländische Teilkonzerne) - als Gruppe (inkl.
assoziierter Unternehmen) - voll und sechs (sechs) nach der
Equity-Methode sowie acht (neun) mit dem beizulegenden
Zeitwert bewertete assoziierte Unternehmen bzw.
Gemeinschaftsunternehmen einbezogen.
Die wesentlichen Änderungen im Konsolidierungskreis
im Vergleich zum Jahresende 2023 sind nachfolgend
dargestellt.
Wesentliche Zu- und Abgänge der vollkonsolidierten Tochterunternehmen sowie sonstige gesellschaftsrechtliche VeränderungenMit Kaufvertrag vom 27. Mai 2023 übernahm die
Inversiones HDI Limitada, Santiago, Chile, eine
100-prozentige Konzerntochter der HDI International AG,
Hannover, Deutschland (HINT), im Segment Privat- und
Firmenversicherung International 100 % der Anteile an der
Liberty Compañia de Seguros Generales S. A. (Liberty
Chile), Santiago, Chile, und (mit geringfügigen
Minderheiten) sämtlicher verbundener Holding- und
Servicegesellschaften. Weiter übernahm mit diesem
Vertrag die Saint Honoré Iberia S. L., Madrid,
Spanien, ebenfalls eine 100-prozentige Konzerntochter der
HINT, 100 % der Anteile an den Gesellschaften Liberty
Seguros S. A. (Liberty Colombia), Bogota, Kolumbien, und
Liberty Seguros S. A. (Liberty Ecuador), Quito, Ecuador,
nebst sämtlicher verbundener Holding- und
Servicegesellschaften. Auf Basis der getroffenen
Vereinbarungen hat der Konzern den Erwerb zum 1. März
2024 (Erstkonsolidierungszeitpunkt) abgebildet. Der gegen
Wechselkursschwankungen abgesicherte Kaufpreis (443 Mio.
EUR) wurde vollständig in bar beglichen.
Aus dem Erwerb entstand ein Goodwill in Höhe von 91
Mio. EUR, der das langfristige Potenzial abbildet, das
Geschäft im Sachversicherungsbereich deutlich
auszubauen und von signifikanten Synergieeffekten zu
profitieren. In der Steuerbilanz entsteht aus dieser
Transaktion kein steuerlich abzugsfähiger Goodwill
(Share Deal).
Erwerbsbezogene Kosten der Transaktion (9,2 Mio. EUR)
sind im "Sonstigen Ergebnis" enthalten.
Insgesamt wurden Vermögenswerte in Höhe von
880 Mio. EUR (ohne Anteile an verbundenen Unternehmen) und
Verbindlichkeiten in Höhe von 525 Mio. EUR erworben,
die sich wie folgt aufgliedern:
BEIZULEGENDE ZEITWERTE DER ERWORBENEN VERMÖGENSWERTE UND ÜBERNOMMENEN VERBINDLICHKEITEN DER LIBERTY GESELLSCHAFTEN PER 1. MÄRZ 2024scrollen
Die in den sonstigen Vermögenswerten enthaltenen
Forderungen enthalten keine materiellen uneinbringlichen
Beträge, sodass die ausgewiesenen Zeitwerte dieser
Forderungen aus dem laufenden Geschäft im Wesentlichen
den Bruttobeträgen entsprechen. Die erworbenen
immateriellen Vermögenswerte beinhalten im
Wesentlichen erworbene Vertriebsnetze und
Kundenbeziehungen. Es wurden Eventualverbindlichkeiten im
Zusammenhang mit der übernommenen Gesellschaft
identifiziert, die gemäß IFRS 3.23 in Höhe
von 10 Mio. EUR bilanziert wurden. Bedingte Leistungen,
Vermögenswerte für Entschädigungen und
separate Transaktionen im Sinne von IFRS 3 bestanden nicht.
Der Versicherungsumsatz der Gesellschaften ging mit 275
Mio. EUR und das Jahresergebnis mit 28 Mio. EUR in den
Abschluss ein. Die Angaben gem. IFRS 3 B64 (q) konnten
nicht erfolgen, da erst zum Zeitpunkt der
Erstkonsolidierung eine Umstellung der Rechnungslegung auf
IFRS erfolgte.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und VeräußerungsgruppenHDI Global SE, Hannover (Segment Industrieversicherung)Die HDI Global SE, Hannover, plant die
Veräußerung eines Versicherungsportfolios der
Sparten Kraftfahrzeug- und Transportversicherung ihrer
Niederlassung in den Niederlanden. Das Portfolio umfasst
Vermögenswerte in Höhe von 16 (16) Mio. EUR und
versicherungstechnische Rückstellungen in Höhe
von 24 (25) Mio. EUR. Der Verkauf steht im Zusammenhang mit
der strategischen Ausrichtung im Segment
Industrieversicherung und wird im Verlauf des Jahres 2025
erwartet. Bewertungsanpassungen waren nicht erforderlich.
ImmobilienZum Stichtag weisen wir keine Immobilienbestände
als zur Veräußerung gehalten aus. Im Vorjahr
haben wir Immobilienbestände in Höhe von 4 Mio.
EUR als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen.
Erläuterungen zur Konzernbilanz - Aktiva(1) Immaterielle VermögenswerteIMMATERIELLE VERMÖGENSWERTEscrollen
(2) Vermögenswerte aus gehaltenen RückversicherungsverträgenÜberleitung der Änderung des BuchwertsDARSTELLUNG NACH ZUKÜNFTIGEM VERSICHERUNGSSCHUTZ UND EINGETRETENEN SCHÄDENscrollen
DARSTELLUNG NACH BEWERTUNGSKOMPONENTEN - NICHT MIT DEM PAA BEWERTETE VERTRÄGEscrollen
Darstellung des Neugeschäfts - Nicht mit dem PAA bewertete VerträgeAUSWIRKUNGEN VON GEHALTENEN RÜCKVERSICHERUNGSVERTRÄGEN BEIM ERSTMALIGEN ANSATZ INNERHALB DER PERIODEscrollen
In der Berichtsperiode wurden keine wesentlichen
Rückversicherungsverträge im Rahmen einer
Portfolioübertragung oder eines Unter
nehmenszusammenschlusses nach IFRS 3 erworben.
Vertragliche ServicemargeDer Endbestand der CSM aus gehaltenen
Rückversicherungsverträgen erhöhte sich um
669 Mio. EUR auf 1.372 (703) Mio. EUR. Die Veränderung
der CSM verteilt sich wie folgt auf die Segmente:
Privat-und Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall
29 Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung Deutschland -
Leben -40 Mio. EUR, Privat- und Firmenversicherung
International 7 Mio. EUR, Schaden-Rückversicherung 569
Mio. EUR, Personen-Rückversicherung 48 Mio. EUR und
Konzernfunktionen 72 Mio. EUR. Aus der Konsolidierung
entstand ein Effekt in Höhe von -14 Mio. EUR.
(3) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumentescrollen
(4) Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumentescrollen
(5) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumentescrollen
(6) Wertberichtigungen auf FinanzinstrumenteRISIKOVORSORGESPIEGELscrollen
scrollen
(7) Zeitwerthierarchie für KapitalanlagenFür die Angaben nach IFRS 13 "Bewertung zum
beizulegenden Zeitwert" sind neben den zum beizulegenden
Zeitwert bewerteten Kapital anlagen auch solche
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einer
dreistufigen Zeitwerthierarchie zuzuordnen, die zwar zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden,
für die aber eine Angabe des beizulegenden Zeitwerts
im Rahmen des Geschäftsberichtes vorgesehen ist (nicht
zum beizulegenden Zeitwert bewertete Kapitalanlagen).
Die Richtlinie zur Einordnung zu den einzelnen Stufen
der Bewertungshierachie und des Bewertungsprozesses sowie
die Bewertungsmodelle der Zeitwertermittlung, die
wesentlichen Inputfaktoren, die wesentlichen
Stufe-3-Bestände sowie die Aussagen zu der
Sensitivitätsanalyse haben sich zu der Beschreibung im
Geschäftsbericht 2023 nicht wesentlich verändert.
Von den Kapitalanlagen der Stufe 3 mit Zeitwerten zum
Bilanzstichtag von insgesamt 14,8 (14,1) Mrd. EUR bewertet
der Konzern Kapitalanlagen mit einem Volumen von 8,6 (8,0)
Mrd. EUR im Allgemeinen unter Verwendung der
Nettovermögenswertmethode, bei der alternative
Eingangsparameter im Sinne des Standards nicht sinnvoll zu
ermitteln sind. Zum beizulegenden Zeitwert bewertete
Immobilien in Höhe von 3,5 (4,1) Mrd. EUR werden mit
dem Ertragswertverfahren bewertet. Die Zeitwerte der
weiteren Kapitalanlagen der Stufe 3 werden im Wesentlichen
mit der Barwertmethode und dem ISDA-Modell ermittelt.
Zum Abschlussstichtag ordnen wir rund 5 (5) % der zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten Kapitalanlagen Stufe 1
der Zeitwerthierarchie zu, 84 (84) % Stufe 2 und 11 (11) %
Stufe 3.
Im Geschäftsjahr und im Vorjahr wurden keine
Wertpapiere zwischen Stufe 2 und Stufe 1 umgegliedert.
Zum Abschlussstichtag bestehen, wie im Vorjahr, keine
Schulden, die mit einer untrennbaren Kreditsicherheit eines
Dritten im Sinne des IFRS 13.98 ausgegeben wurden. Die
Kreditsicherheiten spiegeln sich dabei nicht in der
Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wider.
ZEITWERTHIERARCHIE DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN KAPITALANLAGENscrollen
ZEITWERTHIERARCHIE DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN KAPITALANLAGENscrollen
Analyse der Kapitalanlagen (Vermögenswerte), für die signifikante Inputfaktoren nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen (Stufe 3)ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN KAPITALANLAGEN (VERMÖGENSWERTE) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT ZUM 30. JUNI 2024scrollen
scrollen
1 Handel an einem aktiven Markt wurde beendet
Darstellung der Ergebniseffekte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Kapitalanlagen der Stufe 3 (Vermögenswerte)scrollen
scrollen
Analyse der finanziellen Verbindlichkeiten, für die signifikante Inputfaktoren nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen (Stufe 3)ÜBERLEITUNG DER IN STUFE 3 KATEGORISIERTEN FINANZINSTRUMENTE (FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN) ZU BEGINN DER BERICHTSPERIODE AUF DEN WERT ZUM 30. JUNI 2024scrollen
Darstellung der Ergebniseffekte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten der Stufe 3scrollen
Erläuterungen zur Konzernbilanz - Passiva(8) EigenkapitalGezeichnetes KapitalDas Grundkapital beträgt unverändert 323 Mio.
EUR und ist eingeteilt in 258.228.991 auf den Namen
lautende Stückaktien; es ist vollständig
eingezahlt. Der rechnerische Wert je Aktie beträgt
1,25 EUR.
Bezüglich der Eigenkapitalzusammensetzung verweisen
wir auf die "Aufstellung der Veränderung des
Konzern-Eigenkapitals".
Bezüglich der Zusammensetzung des bedingten und
genehmigten Kapitals ergaben sich in der Berichtsperiode
keine Änderungen. Wir verweisen hierzu auf die
Erläuterungen in unserem Konzernabschluss 2023 (Seite
255).
Anteile nicht beherrschender GesellschafterAUSGLEICHSPOSTEN FÜR NICHT BEHERRSCHENDE GESELLSCHAFTER AM EIGENKAPITALscrollen
Bei den Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter am
Eigenkapital handelt es sich im Wesentlichen um die Anteile
konzernfremder Gesellschafter am Eigenkapital des Hannover
Rück-Teilkonzerns.
(9) Nachrangige VerbindlichkeitenVerschiedene Konzernunternehmen haben in der
Vergangenheit langfristige nachrangige und zum Teil
börsennotierte Schuldinstrumente begeben, um die
Kapitalstruktur des Konzerns zu optimieren sowie um die
erforderliche aufsichtsrechtliche Liquidität
(Solvabilität) zu gewährleisten.
ZUSAMMENSETZUNG DES LANGFRISTIGEN NACHRANGIGEN FREMDKAPITALSscrollen
1 Zum Stichtag werden zudem Anleihen mit einem
Nominalbetrag von 50 Mio. EUR von Konzerngesellschaften
gehalten (im Konzernabschluss konsolidiert)
Die Talanx AG hatte am 18. September 2023 aus der mit
dem HDI V. a. G. im Jahr 2021 abgeschlossenen
Rahmenvereinbarung die in Form einer nachrangigen
Schuldverschreibung gestaltete Kreditlinie in Höhe von
750 Mio. EUR in Anspruch genommen. Zum Bilanzstichtag wurde
diese Kreditlinie vollständig zurückgezahlt.
BEIZULEGENDER ZEITWERT DER ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTETEN NACHRANGIGEN VERBINDLICHKEITENscrollen
(10) Verbindlichkeiten aus ausgestellten VersicherungsverträgenÜberleitung der Änderung des BuchwertsDARSTELLUNG NACH ZUKÜNFTIGEM VERSICHERUNGSSCHUTZ UND EINGETRETENEN SCHÄDENscrollen
DARSTELLUNG NACH BEWERTUNGSKOMPONENTEN - NICHT MIT DEM PAA BEWERTETE VERTRÄGEscrollen
Darstellung des Neugeschäfts - Nicht mit dem PAA bewertete VerträgeAUSWIRKUNGEN VON AUSGESTELLTEN VERSICHERUNGSVERTRÄGEN BEIM ERSTMALIGEN ANSATZ INNERHALB DER PERIODEscrollen
In der Berichtsperiode wurden keine wesentlichen
Verträge im Rahmen einer Portfolioübertragung
oder eines Unternehmenszusammenschlusses nach IFRS 3
erworben.
Vertragliche ServicemargeDer Endbestand der CSM aus ausgestellten
Versicherungsverträgen erhöht sich um 2.337 Mio.
EUR auf 13.760 (11.423) Mio. EUR. Die Veränderung der
CSM verteilt sich wie folgt auf die Segmente: Privat-und
Firmenversicherung Deutschland - Schaden/Unfall 8 Mio. EUR,
Privat- und Firmenversicherung Deutschland - Leben 211 Mio.
EUR, Privat- und Firmenversicherung International -35 Mio.
EUR, Schaden-Rückversicherung 1.701 Mio. EUR,
Personen-Rückversicherung 490 Mio. EUR und
Konzernfunktionen 110 Mio. EUR. Aus der Konsolidierung
entstand ein Effekt in Höhe von -147 Mio. EUR.
Wesentliche Ermessensentscheidungen und SchätzungenErfüllungswertDer Erfüllungswert setzt sich zusammen aus
Schätzungen der zukünftigen Zahlungsströme,
einer Anpassung, die den Zeitwert des Geldes und die mit
den zukünftigen Zahlungsströmen verbundenen
finanziellen Risiken widerspiegelt (soweit diese
finanziellen Risiken nicht in den Schätzungen der
zukünftigen Zahlungsströme berücksichtigt
wurden) sowie einer Risikoanpassung für
nicht-finanzielle Risiken.
Zukünftige ZahlungsströmeBei den zukünftigen Zahlungsströmen handelt es
sich um den Erwartungswert (oder den
wahrscheinlichkeitsgewichteten Mittelwert) der gesamten
Bandbreite aller möglichen Ergebnisse. Bei
signifikanten Wechselwirkungen zwischen
Zahlungsströmen unterschiedlicher Szenarien werden
stochastische Modelle angewendet. Im Rahmen der
Schätzung von zukünftigen Zahlungsströmen
berücksichtigt der Konzern auf unverzerrte Art und
Weise alle angemessenen und belastbaren Informationen, die
am Abschlussstichtag ohne unangemessenen Kosten- oder
Zeitaufwand verfügbar sind. Die Schätzungen der
zukünftigen Zahlungsströme spiegeln die
Einschätzung des Konzerns bezüglich der zum
Abschlussstichtag bestehenden Bedingungen wider; die
Schätzungen der relevanten Marktvariablen stehen mit
den beobachtbaren Marktpreisen in Einklang. In die
Schätzung der Zahlungsströme fließen die
derzeitigen Erwartungen bezogen auf zukünftige
Ereignisse ein, die sich auf diese Zahlungsströme
auswirken. Änderungen von Rechtsvorschriften werden
berücksichtigt, sobald sie im Wesentlichen in Kraft
getreten sind. Annahmen in Bezug auf die
Inflationsentwicklung werden auf Grundlage der Differenz
zwischen den Renditen auf nominale Staatsanleihen und
Renditen auf inflationsgebundene Staatsanleihen abgeleitet.
Die zentralen Annahmen im
Lebensversicherungsgeschäft (einschließlich
Personen-Rückversicherung) betreffen Sterblichkeit/
Langlebigkeit sowie das Verhalten von Versicherungsnehmern
und variieren je nach Produktart. Sie werden
grundsätzlich anhand anerkannter Verfahren und Quellen
entwickelt. Unsere Erfahrung wird anhand
regelmäßiger Studien überwacht. Die
Ergebnisse dieser Studien fließen in die Bewertung
bestehender Verträge ein. Um zu bestimmen, wie eine
Änderung der ermessensabhängigen
Zahlungsströme für diese Verträge zu
identifizieren ist, definiert der Konzern im Allgemeinen
seine Verpflichtung als die in der Schätzung der
Erfüllungswerte zum Vertragsbeginn implizite Rendite.
Diese wird zur Berücksichtigung aktueller Annahmen in
Bezug auf das Finanzrisiko aktualisiert. Die Ermittlung des
Erfüllungswertes im VFA erfolgt unter
Berücksichtigung der vertraglichen Optionen und
Garantien auf marktkonsistenter Basis im Rahmen
aktuarieller (stochastischer) Modellierungen.
Bei Investmentverträgen mit zum Teil
ermessensabhängiger Überschussbeteiligung, die
mit dem stochastischen Bewertungsmodell bewertet werden und
bei denen der Konzern unter Berücksichtigung
gesetzlicher Rahmenbedingungen nach seinem eigenen Ermessen
über Höhe oder Fälligkeit der Zahlungen an
die Versicherungsnehmer entscheiden kann, wird für
eine Änderung der ermessensabhängigen
Zahlungsströme unterstellt, dass diese sich auf
zukünftige Leistungen bezieht und somit zu einer
Anpassung der vertraglichen Servicemarge führt. Dabei
modelliert der Konzern zu Vertragsbeginn die erwartete
Verzinsung des Guthabens des Versicherungsnehmers auf
Grundlage eines Pools von Vermögenswerten,
abzüglich eines Spreads. Auch die Auswirkungen von
Änderungen im Spread und die daraus resultierenden
Auswirkungen auf die Erfüllungswerte führen zu
einer Anpassung der vertraglichen Servicemarge. Dasselbe
gilt für die Annahmen des finanziellen Risikos.
Für das Schaden/Unfall-Geschäft
(einschließlich der Schaden-Rückversicherung)
verwendet der Konzern für die Berechnung der
Schätzung der bereits entstandenen, aber noch nicht
gemeldeten Schäden, anerkannte
versicherungsmathematische Methoden. Zur Bemessung der
Endschäden ("Ultimate Liability") werden für alle
Sparten die erwarteten Endschadenquoten ermittelt,
ausgehend von aktuariellen Verfahren wie der
Chain-Ladder-Methode. Diese basieren auf der Annahme, dass
die historische Schadenentwicklung des Konzerns auf Muster
bezüglich der zukünftigen Schadenentwicklung
hinweist. Bilanziert wird der realistisch geschätzte
künftige Erfüllungsbetrag. Die jüngeren
Zeichnungsjahre aktuarieller Projektionen unterliegen
naturgemäß einer größeren
Unsicherheit, die mit vielfältigen Zusatzinformationen
über Raten- und Konditionsverbesserungen des
gezeichneten Geschäfts sowie Schadentrends erheblich
reduziert werden kann. In diesen Berechnungen werden
für die Rückversicherung die von Zedenten
erhaltenen Informationen verwendet. Bei fehlenden
Zedentenabrechnungen mit größerem
Beitragsvolumen werden ggfs. ergänzende oder
vollständige Schätzungen der entsprechenden
Erfolgsposten, Vermögenswerte und Verpflichtungen
einschließlich zugehöriger Retrozessionen
vorgenommen. Fehlende Zedentenabrechnungen mit geringem
Beitragsvolumen werden im Folgejahr erfasst. Darüber
hinaus werden für bestimmte bekannte
Versicherungsfälle individuelle Kostenschätzungen
ermittelt. Diese Schätzungen, die auf den zum
Zeitpunkt der Bildung der Rück stellung bekannten
Fakten basieren, werden von der
Schadenregulierungsabteilung auf Einzelfallbasis ermittelt
und berücksichtigen die allgemeinen Grundsätze
der Versicherungspraxis, die Schadensituation und den
vereinbarten Deckungsumfang. Die Schadenrückstellungen
werden regelmäßig neu bewertet, wenn dies durch
vorliegende neue Erkenntnisse angebracht ist.
Bei der Anwendung statistischer Verfahren werden
Großschäden gesondert betrachtet. Auf Basis der
Auswertung einer Vielzahl beobachtbarer Informationen
können Schäden als große
Einzelschadenereignisse klassifiziert werden. Die Bemessung
von in diesem Zusammenhang bestehenden Verpflichtungen
erfolgt im Rahmen eines gesonderten Prozesses, der im
Wesentlichen auf einzelvertraglichen Schätzungen
beruht.
AbzinsungssätzeDie Illiquidität einer Versicherungsverbindlichkeit
über einen bestimmten Zeitraum gilt als gegeben, wenn
es dem Versicherer möglich ist, über diesen
Zeitraum Vermögenswerte mit einem sehr geringen Risiko
eines Zwangsverkaufs zu halten. Diese Eigenschaft
hängt von Zeitpunkt und Vorhersagbarkeit der mit der
Verbindlichkeit verbundenen Zahlungsströme ab, die
wiederum von Produktmerkmalen wie Rückkaufoptionen
beeinflusst werden. Somit stehen die
Illiquiditätsmerkmale eines Versicherungsvertrages in
direktem Zusammenhang mit der Vorhersagbarkeit seiner
Zahlungsströme. Das bedeutet, dass von der
grundlegenden Annahme ausgegangen wird, dass alle Merkmale
eines Versicherungsvertrages (oder einer Gruppe von
Versicherungsverträgen) vollständig durch die
Merkmale seiner resultierenden Zahlungsströme
beschrieben und bewertet werden können. Das gilt
insbesondere für die Liquiditätsmerkmale des
Vertrags, was im Einklang mit den Regelungen des IFRS
17.B83 (a) und B84 steht. Darin wird auf die
Liquiditätsmerkmale der Zinsstrukturkurve (illiquide
risikolose Zinsstrukturkurve) sowie auf die Ungewissheiten
in Bezug auf die Höhe und die Fälligkeit von
Zahlungsströmen verwiesen, ohne zusätzlich auf
die Liquidität des Vertrags abzustellen.
Bei der Bewertung von Versicherungsverträgen sind
Doppelzählungen oder Auslassungen zu vermeiden. Diese
Vorgabe ist ganz allgemein ein zentrales Prinzip der IFRS
(siehe IFRS 17.B74). Wenn ein Unternehmen unterschiedliche
Stufen der Vorhersagbarkeit für die
Zahlungsströme verschiedener Produkttypen
berücksichtigt, indem es in die Abzinsungssätze
der jeweiligen Produkttypen individuelle
Illiquiditätsprämien und gleichzeitig
Wertberichtigungen für finanzielle Risiken in die
Schätzung der künftigen Cashflows einbezieht,
würde die Ungewissheit in Bezug auf den Zeitpunkt und
die Höhe der Zahlungsströme bei der Bewertung
nach IFRS 17 doppelt berücksichtigt. Somit dürfen
sämtliche Ungewissheiten, für die bereits bei der
Bewertung der Verbindlichkeit durch eine Wertberichtigung
Rechnung getragen wurde, nicht durch eine reduzierte
Illiquiditätsprämie in der Zusammensetzung der
Zinsstrukturkurve berücksichtigt werden, da dies zu
einer Doppelzählung führen würde.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Talanx
sich dafür entschieden hat, die Unsicherheiten in den
Zahlungsströmen, die durch Schwankungen der zugrunde
liegenden finanziellen Parameter (d. h. das finanzielle
Risiko) verursacht werden, in der Schätzung der
zukünftigen Zahlungsströme abzubilden, anstatt
sie implizit durch die Anpassung der risikolosen und
vollständig illiquiden Zinsstrukturkurve mittels einer
Verringerung der Illiquiditätsprämie
widerzuspiegeln. Das heißt, dass Talanx die
risikolose und vollständig illiquide
Zinsstrukturkurve, auf die in IFRS 17.B84 Bezug genommen
wird, auf alle Geschäftsvorfälle in derselben
Währung anwendet und damit alle wesentlichen
Unsicherheiten in der Schätzung der zukünftigen
Zahlungsströme oder in der Risikoanpassung für
nicht-finanzielle Risiken berücksichtigt.
Die Ermittlung des Abzinsungssatzes basiert auf dem
Bottom-up-Ansatz, wonach der Abzinsungssatz als risikolose
Rendite ermittelt wird, die zur Berücksichtigung von
Unterschieden in den Liquiditätsmerkmalen zwischen
finanziellen Vermögenswerten angepasst wird, die zur
Ermittlung der risikolosen Renditen und der
Zahlungsströme der betreffenden Verbindlichkeit
herangezogen werden (auch als
"Illiquiditätsprämie" bezeichnet). Die risikolose
Rendite wurde anhand von auf dem Markt verfügbaren
Swapsätzen ermittelt, die auf dieselbe Währung
lauten wie das zu bewertende Produkt. Stehen Swapsätze
nicht zur Verfügung, werden hochliquide Staatsanleihen
herangezogen. Für die Ermittlung der
Illiquiditätsprämie werden Referenzportfolios,
basierend auf für den Talanx Konzern spezifischen
Vermögenswerten, verwendet (mithilfe des
Top-down-Ansatzes), um eine bessere Kongruenz zu den
Verbindlichkeiten sowie stabile Ergebnisse zu erhalten.
Für die Beurteilung der Liquiditätsmerkmale der
Zahlungsströme aus Verbindlichkeiten sind
Ermessensentscheidungen erforderlich. Die
Illiquiditätsprämie wurde auf Grundlage von am
Markt beobachtbaren Liquiditätsprämien bei
finanziellen Vermögenswerten geschätzt, die
angepasst wurden, um die Illiquiditätsmerkmale der
Zahlungsströme aus der Verbindlichkeit abzubilden
1. Die Methode zur Berechnung der
Illiquiditätsprämie ähnelt der
EIOPA-Methodik für die Berechnung der
Volatilitätsanpassung im Rahmen von Solvency 2.
Die Illiquiditätsprämie wird als
risikoadjustierte Rendite eines für den Talanx Konzern
spezifischen Referenzportfolios ermittelt. Das für den
Talanx Konzern spezifische Referenzportfolio beinhaltet
eine Mischung aus Staats- und Unternehmensanleihen. Die
Rendite aus dem Referenzportfolio wurde angepasst, um die
Effekte aus erwarteten und unerwarteten Kreditrisiken zu
eliminieren. Diese Anpassungen wurden anhand von
Informationen aus beobachteten historischen Ausfallquoten
und Credit Default Swaps im Zusammenhang mit den im
Referenzportfolio enthaltenen Anleihen geschätzt.
Für die Ermittlung der Abzinsungssätze sind
beobachtbare Marktinformationen für einen Zeitraum von
bis zu 50 Jahren verfügbar, abhängig von der
jeweiligen Währung. Für den Euro werden
beispielsweise Marktdaten von bis zu 50 Jahren
herangezogen. Für den nicht beobachtbaren Zeitraum
wurde die Zinsstrukturkurve mit Blick auf einen finalen
Satz mithilfe modernster Methoden interpoliert. In diesem
Zusammenhang verwenden wir eine Extrapolationsmethode
für den liquiden Teil der Zinsstrukturkurve, die der
Methodik aus der jüngsten Solvency-2-Prüfung
ähnelt. Der finale Satz ist dabei vergleichbar mit der
Ultimate-Forward-Rate nach Solvency 2. Für die
Ableitung der Kurve der Illiquiditätsprämie
für den Euro und den US-Dollar haben wir uns für
die Smith-Wilson-Optimierung entschieden, um eine
fälligkeitsabhängige Kurve zu entwickeln, die zu
einer sogenannten finalen Illiquiditätsprämie
führt, die der Ultimate-Forward-Rate ähnelt und
als stabiler langfristiger Durchschnitt der
Illiquiditätsprämie ermittelt wird.
Die folgenden Zinskurven werden zur Diskontierung der
geschätzten künftigen Zahlungsströme
verwendet.
ANGEWANDTE ABZINSUNGSSÄTZEscrollen
Vertragliche ServicemargeDie in einer Berichtsperiode erbrachte
Versicherungsleistung fließt in den Betrag der
für die betreffende Periode erfolgswirksam erfassten
vertraglichen Servicemarge ein. Der Betrag bestimmt sich
auf Grundlage der Anzahl der in der Berichtsperiode
erbrachten Deckungseinheiten, indem die Menge des
erbrachten Versicherungsschutzes und des erwarteten
Deckungszeitraums berücksichtigt wird. IFRS 17
enthält keine Vorschriften dahingehend, welche Methode
für die Ermittlung der Menge des Versicherungsschutzes
anzuwenden ist. Es wird für jede Gruppe von
Verträgen eine jeweils angemessene Methode
ausgewählt. Bei Versicherungsverträgen, die
sowohl Versicherungsschutz bieten als auch
kapitalanlagebezogene Leistungen beinhalten, umfasst die
Bewertung der Menge der Versicherungsleistungen die
Ermittlung der relativen Gewichtung der den
Versicherungsnehmern durch die Versicherungsdeckung
erbrachten Leistungen. Dabei wird ermittelt, wie die
jeweils erbrachten Leistungen sich über den
Deckungszeitraum ändern; die einzelnen Komponenten
werden anschließend zusammengefasst.
Der Konzern bestimmt die relative Gewichtung der
erbrachten Versicherungsleistung, indem er die
Verkaufspreise für die Leistungen so
berücksichtigt, als ob die Leistung auf
eigenständiger Basis angeboten worden wäre. Die
Relation ergibt sich dann aus dem Verhältnis der
jeweiligen Geschäftsjahresleistung im Verhältnis
zur erwarteten Gesamtleistung.
Risikoanpassung für nicht-finanzielle RisikenDie nicht-finanzielle Risikoanpassung ist der Ausgleich,
der erforderlich ist, um die Ungewissheit über die
Höhe und den Zeitpunkt der Zahlungsströme zu
tragen, die sich aus dem nicht-finanziellen Risiko ergibt
(z. B. Versicherungsrisiko, Kostenrisiko, Inflationsrisiko
und insbesondere das Risiko aus dem Verhalten der
Versicherungsnehmer). Um den unterschiedlichen
Geschäftsmodellen im Konzern gerecht zu werden, wendet
der Konzern zwei Methoden bei der Ermittlung der
nicht-finanziellen Risikoanpassung an. Im
Erstversicherungsgeschäft wird auf das Konfidenzniveau
abgestellt und ein konzernweit einheitliches
Konfidenzniveau von 75 % zugrunde gelegt (Ausnahme HDI
Global Specialty SE, Hannover, mit 65 %). Die
Risikoanpassung wird auf Unternehmensebene ermittelt; eine
Risikodiversifizierung zwischen Unternehmen ist jedoch
nicht berücksichtigt. Für den
Geschäftsbereich Rückversicherung und unser
internes Rückversicherungsgeschäft in der Talanx
AG wenden wir einen Pricing-Margin-Approach an. Dieser
Ansatz greift auf den Sachverhalt zurück, dass die
Frage nach dem erforderlichen Ausgleich für die
Ungewissheit der Zahlungsströme bereits im Rahmen der
Prämienbestimmung beantwortet wird. Die dort
ermittelten Zuschläge werden auf die
Zahlungsströme angewendet und bilden damit auch die
Risikoanpassung gemäß IFRS 17. Bei diesem Ansatz
wird das Konfidenzniveau nicht als Inputfaktor verwendet.
(11) Begebene Anleihen und Darlehenscrollen
Die Talanx AG hat am 2. Mai 2024 eine revolvierende
Kreditlinie mit einem Volumen von 250 Mio. EUR mit einem
Bankensyndikat geschlossen. Die Laufzeit beträgt
fünf Jahre zuzüglich der Option, diese zwei Mal
für ein weiteres Jahr zu verlängern. Zum
Abschlussstichtag erfolgte keine Inanspruchnahme.
Die Talanx AG hat am 15. April 2024 im Rahmen einer
Privatplatzierung eine erstrangige, unbesicherte Anleihe
mit einem Volumen von 750 Mio. EUR begeben. Alleiniger
Zeichner der Anleihe war der HDI V. a. G. Die emittierte
Anleihe wird an der Börse Luxemburg notiert, hat eine
Laufzeit bis zum 23. Juli 2026, einen fixen Kupon von 2,5 %
p. a. und wurde zu einem Kurs von 97,798 % begeben.
BEGEBENE ANLEIHENscrollen
scrollen
1 Debt Rating AM Best; Debt Rating S&P
BEIZULEGENDER ZEITWERT DER BEGEBENEN ANLEIHEN UND DARLEHENscrollen
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung(12) Versicherungsumsatzscrollen
(13) Versicherungstechnisches FinanzergebnisDie folgende Tabelle stellt das versicherungstechnische
Finanzergebnis des Konzerns dar, aufgegliedert in
erfolgswirksame und erfolgsneutrale Posten.
scrollen
(14) KapitalanlageergebnisKAPITALANLAGEERGEBNISscrollen
(15) Ergebnis aus Kapitalanlagen nach AnlageartenUnter Einbezug des Ergebnisses aus Kapitalanlagen
für Rechnung und Risiko von Inhabern von
Lebensversicherungspolicen (1.248 [779] Mio. EUR)
beträgt das Kapitalanlageergebnis zum Bilanzstichtag
insgesamt 3.434 (2.506) Mio. EUR.
ERGEBNIS AUS KAPITALANLAGEN NACH ANLAGEARTENscrollen
(16) Sonstige Erträge/AufwendungenZUSAMMENSETZUNG SONSTIGE ERTRÄGE/AUFWENDUNGENscrollen
Die Position "Sonstige Erträge/Aufwendungen"
enthält im Allgemeinen keine Personalaufwendungen
unserer Versicherungsgesellschaften, sofern diese
Aufwendungen über die Kostenträgerrechnung
entsprechend den Funktionsbereichen zugeordnet und in die
Aufwendungen für Kapitalanlagen und die
versicherungstechnischen Aufwendungen verteilt werden. Dies
gilt analog auch für Abschreibungen und
Wertminderungen der immateriellen bzw. sonstigen
Vermögenswerte bei unseren Versicherungsunternehmen.
Sonstige AngabenMitarbeiterzahlZum Bilanzstichtag waren insgesamt 29.572 (27.863)
Mitarbeiter für den Konzern tätig.
Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und PersonenZu den nahe stehenden Unternehmen gehören im Talanx
Konzern der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie
Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V. a. G.),
Hannover, der unmittelbar die Mehrheit an der Talanx AG
hält, alle nicht konsolidierten Tochterunternehmen,
die wegen Unwesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss
einbezogen wurden, und die assoziierten Unternehmen bzw.
Gemeinschaftsunternehmen. Hinzu kommen die
Versorgungskassen, die nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses eine Leistung zugunsten der
Arbeitnehmer der Talanx AG oder eines ihrer nahe stehenden
Unternehmen erbringen. Die nahe stehenden Personen umfassen
die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Talanx AG
und des HDI V. a. G.
Geschäftsvorfälle zwischen der Talanx AG und
ihren Tochterunternehmen einschließlich der
strukturierten Unternehmen werden durch Konsolidierung
eliminiert und somit im Anhang nicht erläutert.
Darüber hinaus betreibt der HDI V. a. G. das
Erstversicherungsgeschäft in Form des
Mitversicherungsgeschäfts, bei dem die HDI Global SE,
Hannover, der führende Versicherer ist. Nach
Maßgabe der Satzung des HDI V. a. G. wird das
Versicherungsgeschäft einheitlich im Verhältnis
0,1 % (HDI V. a. G.) und 99,9 % (HDI Global) aufgeteilt.
Die Talanx AG hat am 15. April 2024 im Rahmen einer
Privatplatzierung eine erstrangige, unbesicherte Anleihe
mit einem Volumen von 750 Mio. EUR begeben. Alleiniger
Zeichner der Anleihe war der HDI V. a. G. Die emittierte
Anleihe wird an der Börse Luxemburg notiert, hat eine
Laufzeit bis 23. Juli 2026, einen fixen Kupon von 2,5 % p.
a. und wurde zu einem Kurs von 97,798 % begeben.
Die Talanx AG hat die mit dem HDI V. a. G. im Jahr 2021
abgeschlossene und bis 2026 geltende Rahmenvereinbarung,
die in Form einer nachrangigen Schuldverschreibung
gestaltete Kreditlinie zum Bilanzstichtag vollständig
zurückgezahlt.
Die Talanx AG hat am 18. Oktober 2022 zwei erstrangige,
unbesicherte Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 1,25
Mrd. EUR begeben. Hiervon wurden 750 Mio. EUR durch den HDI
V. a. G. gezeichnet.
Weitere Geschäftsbeziehungen, die mit nicht
konsolidierten Unternehmen oder mit assoziierten
Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen bestehen, sind
insgesamt von untergeordneter Bedeutung.
Sonstige Angaben zu FinanzinstrumentenZum Abschlussstichtag bilanzierte der Konzern
Wertpapiere der Kategorie "Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertete
Finanzinstrumente", die mit einer
Rücknahmeverpflichtung zu einem festgelegten
Rückkaufswert an Dritte verkauft wurden (echte
Pensionsgeschäfte). Der Grund hierfür war, dass
die wesentlichen Chancen und Risiken aus den finanziellen
Vermögenswerten im Konzern verblieben sind. Zum
Abschlussstichtag beträgt der Buchwert der
übertragenen finanziellen Vermögenswerte aus
Repo-Geschäften 232 (476) Mio. EUR; der Buchwert der
dazugehörigen Verbindlichkeiten beläuft sich auf
233 (462) Mio. EUR. Ein enthaltener Unterschiedsbetrag
zwischen dem für die Übertragung erhaltenen und
dem für die Rückübertragung der
Vermögenswerte vereinbarten Betrag wird über die
Laufzeit des Pensionsgeschäfts verteilt und im
Kapitalanlageergebnis gezeigt.
RechtsstreitigkeitenIn der Berichtsperiode sowie am Ende der Berichtsperiode
lagen im Vergleich zum 31. Dezember 2023 keine neuen
wesentlichen Rechtsstreitigkeiten vor.
Ergebnis je AktieDie Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem
den Aktionären der Talanx AG zustehenden
Konzernergebnis. Dieses wird in Relation zu den
durchschnittlich in Umlauf befindlichen Aktien gesetzt.
Verwässernde Effekte, die bei der Berechnung des
Ergebnisses je Aktie gesondert ausgewiesen werden
müssen, lagen weder zum Berichtszeitpunkt noch im
Vorjahr vor. Das Ergebnis je Aktie kann in Zukunft
potenziell durch die Ausgabe von Aktien oder Bezugsrechten
aus dem bedingten oder dem genehmigten Kapital
verwässert werden.
ERGEBNIS JE AKTIEscrollen
Dividende je AktieIm zweiten Quartal 2024 wurde für das
Geschäftsjahr 2023 eine Dividende in Höhe von
2,35 EUR (2023 für das Geschäftsjahr 2022: 2,00
EUR) je Aktie gezahlt. Dies entspricht insgesamt 607 (507)
Mio. EUR.
Haftungsverhältnisse und EventualverbindlichkeitenZum 30. Juni 2024 erhöhten sich im Wesentlichen die
Beträge zur Besicherung möglicher
versicherungstechnischer Verpflichtungen aus
ILS-Transaktionen im Geschäftsbereich
Rückversicherung auf 6.960 (5.112) Mio. EUR.
Darüber hinaus lagen im Berichtszeitraum keine
signifikanten Änderungen der Haftungsverhältnisse
und Eventualverbindlichkeiten im Vergleich zum 31. Dezember
2023 vor.
UmsatzerlöseDie Erlöse aus den Verträgen mit Kunden im
Anwendungsbereich des IFRS 15 werden überwiegend
über einen Zeitraum realisiert und setzen sich wie
folgt zusammen:
UMSATZKATEGORIEscrollen
1 Überwiegend zeitraumbezogene
Umsatzrealisierung
Ereignisse nach Ablauf des BerichtszeitraumsAnfang Juli 2024 zog der tropische Wirbelsturm "Beryl"
über die Karibik, Teile Mittelamerikas und die USA und
richtete dort große Schäden an. Der Umfang der
bei unserem Tochterunternehmen Hannover Rück SE
versicherten Schäden lässt sich derzeit noch
nicht abschließend einschätzen, jedoch wird
insgesamt von einer Großschadenbelastung im hohen
zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Millionenbereich
ausgegangen, die unsere Erwartung für derartige
Ereignisse im dritten Quartal voraussichtlich nicht
überschreiten wird.
Aufgestellt und damit zur Veröffentlichung
freigegeben am 6. August 2024 in Hannover.
Der Vorstand
scrollen
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die Talanx AG, HannoverWir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung,
Aufstellung der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals,
Konzern-Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten
erläuternden Konzernanhangangaben - und den
Konzernzwischenlagebericht der Talanx AG, Hannover,
für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2024, die
Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115
WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Die Aufstellung des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der
Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu
dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem
Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer
prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die
prüferische Durchsicht so zu planen und
durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung
mit einer gewissen Sicherheit ausschließen
können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.
Hannover, den 6. August 2024
PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
scrollen
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Halbjahresfinanzberichterstattung der
Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Hannover, den 6. August 2024
Der Vorstand
scrollen
KontaktTalanx AG
Group Communications
Investor Relations
Dieser Zwischenbericht erscheint auch auf Englisch.
Zwischenbericht im Internet
Finanzkalender 202414. November
11. Dezember
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||