Ad-hoc | 31 March 2000 13:43
Ad hoc-Service: Thyssen Krupp AG
Ad-hoc Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
——————————————————————————
Der Aufsichtsrat der Thyssen Krupp AG hat in seiner heutigen Sitzung
das Konzept des Vorstands verabschiedet, ein Angebot zum Erwerb von
100 % der Atecs Mannesmann AG abzugeben. Dieses Angebot ist wie
verabredet und zuvor angekündigt nach der Aufsichtsratssitzung dem
Vorstand der Mannesmann AG übergeben worden.
Das Angebot erstreckt sich auf folgende wesentliche Punkte:
KAUFGEGENSTAND
ThyssenKrupp gibt ein Angebot für den Erwerb von 100 % der Aktien der
Atecs Mannesmann AG mit dem gesamten weltweiten Geschäft von VDO,
Sachs, Rexroth, Dematic und Demag Krauss-Maffei ab. Das Angebot
umfasst nicht die Konzernbereiche Uhren, Röhren und sonstige Beteili-
gungen einschließlich der Beteiligung an der Ruhrgas AG.
JOINT VENTURE SIEMENS / VDO
Für eine Zusammenarbeit von Siemens und VDO in dem geplanten Joint
Venture sprechen deutliche strategische Überlegungen. ThyssenKrupp
geht davon aus, dass auch nach einem Erwerb von Atecs Mannesmann das
Joint Venture gemeinsam durchgeführt wird.
PARTNERSCHAFTLICHER ZUSAMMENSCHLUSS
Aufbauend auf den zwischen ThyssenKrupp und Mannesmann geführten
Gesprächen sollen folgende Eckpunkte Bestandteil eines Integrations-
konzeptes sein:
– Atecs Mannesmann bleibt für 2 bis 3 Jahre als Einheit mit eigenem
Vorstand und eigenem Aufsichtsrat bestehen.
– ThyssenKrupp beabsichtigt, in dieser Zeit die durch ThyssenKrupp
beschlossene Konzentration auf die Kerngeschäfte Automobil-
zulieferaktivitäten, Aufzüge und die Maschinenbaubereiche fort-
zuführen und den Dienstleistungsbereich weiterzuentwickeln. Parallel
dazu wird der Börsengang von ThyssenKrupp Steel umgesetzt.
– Durch den Börsengang von Steel und den beabsichtigten Verkauf von
nicht zu den Kerngeschäften gehörenden Aktivitäten von ThyssenKrupp
wird der Kaufpreis für Atecs Mannesmann nach 2 bis 3 Jahren weit-
gehend zurückgeführt sein.
– Atecs Mannesmann kann in dieser Zeit die für alle fünf Aktivitäten
beschlossenen Strategien grundsätzlich fortführen. Eine Veräußerung
von Aktivitäten von Atecs Mannesmann zur Finanzierung des Kauf-
preises ist weder vorgesehen noch erforderlich. Industriell moti-
vierte Veränderungen des Konzernportfolios insgesamt bleiben
unberührt.
– Die Vergütungssysteme, wie sie heute bei ThyssenKrupp und Mannesmann
praktiziert werden, z.B. Stock Options und Phantom Stocks, sollen
auch zukünftig, harmonisiert, Bestandteil eines Vergütungssystems
sein.
– Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorsitzende des Vorstands
von Atecs Mannesmann sollen Mitglieder des Vorstands der Thyssen
Krupp AG sein. Hierdurch sollen Transparenz, Motivation und Inte-
gration von Atecs Mannesmann sichergestellt werden.
Dieses Konzept hat zum Ziel, die Mitarbeiter von Atecs Mannesmann als
gleichberechtigte Partner zu motivieren.
KAUFPREIS
Auf der Grundlage der von Mannesmann erhaltenen Unterlagen hat
ThyssenKrupp für Atecs Mannesmann einen Unternehmenswert (Enterprise
Value) in Höhe von 8,75 Mrd Euro ermittelt.
Der von ThyssenKrupp zu zahlende Kaufpreis ermittelt sich aus diesem
Unternehmenswert abzüglich der Atecs Mannesmann zuzuordnenden
Pensionsrückstellungen zum 31.12.1999 (ermittelt nach US-GAAP) sowie
der Nettofinanzverbindlichkeiten von Atecs Mannesmann im Zeitpunkt des
Closing.
FINANZIERUNG
ThyssenKrupp liegt eine verbindliche Finanzierungszusage vor.
ThyssenKrupp verfügt über ein Spektrum von Refinanzierungsmöglich-
keiten bezüglich der Akquisitionsfinanzierung, unter anderem durch den
geplanten Börsengang von ThyssenKrupp Steel im Jahr 2000. Im Rahmen
der strategischen Neuausrichtung von ThyssenKrupp sind weitere
Desinvestments vorgesehen. Der Mittelzufluss soll zur Rückführung der
Akquisitionsfinanzierung eingesetzt werden.
Der Verkauf von Gesellschaften und Teilen von Atecs Mannesmann ist
nicht Teil des Finanzierungskonzeptes.
Damit liegt ein schlüssiges Finanzierungskonzept zum Erwerb von 100 %
von Atecs Mannesmann vor.
ThyssenKrupp ist der Überzeugung, dass die Zusammenführung der Atecs
Mannesmann mit dem ThyssenKrupp Konzern vor dem Hintergrund des zuneh-
menden Wettbewerbsdrucks industriell sinnvoll ist und dass die Verbin-
dung der Atecs Mannesmann mit dem ThyssenKrupp Konzern gegenüber
anderen Strategien allen beteiligten Unternehmen erheblich bessere
Wachstumschancen eröffnet.
Der Zusammenschluss von ThyssenKrupp und Atecs Mannesmann bietet die
einmalige Chance, in den Tätigkeitsbereichen beider Unternehmen einen
Quantensprung zu erreichen und die von beiden angedachten Wachstums-
strategien zügiger umzusetzen als es jedem im Alleingang möglich wäre.
Durch den Zusammenschluss wird am Standort Deutschland ein neuer
Konzern mit Weltgeltung entstehen.
Fragen sind an Herrn Dr. Jürgen Claassen (Telefon 0211/824-36001)
zu richten.
Ende der Mitteilung