ThyssenKrupp AG

Duisburg und Essen

Halbjahresfinanzbericht zum 31. März 2014

Zwischenbericht 1. Halbjahr 2013/2014 vom 01. Oktober 2013 bis 31. März 2014

Zwischenlagebericht

THYSSENKRUPP IN ZAHLEN

Konzern fortgeführte Aktivitäten 1)   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 20.176 20.891 715 4
Umsatz Mio € 18.729 19.404 675 4
EBITDA Mio € 595 1.066 471 79
EBIT Mio € 42 537 495 ++
EBIT-Marge % 0,2 2,8 2,6
Bereinigtes EBIT Mio € 297 555 258 87
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,6 2,9 1,3
EBT Mio € – 319 139 458 ++
Ergebnis nach Steuern Mio € – 206 15 221 ++
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 194 19 213 ++
Ergebnis je Aktie – 0,38 0,03 0,41 ++
Operating Cash-Flow Mio € 216 – 209 – 425 --
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio € 984 1.046 62 6
Cash-Flow für Investitionen Mio € – 621 – 452 169 27
Free Cash-Flow Mio € 579 385 – 194 – 34
Mitarbeiter (31.03.)   155.473 160.786 5.313 3

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 500 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Konzern fortgeführte Aktivitäten 1)   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 10.113 10.220 107 1
Umsatz Mio € 9.540 10.295 755 8
EBITDA Mio € 226 598 372 165
EBIT Mio € – 52 327 379 ++
EBIT-Marge % – 0,5 3,2 3,7
Bereinigtes EBIT Mio € 193 309 116 60
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,0 3,0 1,0
EBT Mio € – 243 369 612 ++
Ergebnis nach Steuern Mio € – 129 272 401 ++
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 131 271 402 ++
Ergebnis je Aktie – 0,25 0,48 0,73 ++
Operating Cash-Flow Mio € 162 – 356 – 518 --
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio € 50 1.023 973 ++
Cash-Flow für Investitionen Mio € – 287 – 220 67 23
Free Cash-Flow Mio € – 75 447 522 ++
Mitarbeiter (31.03.)   155.473 160.786 5.313 3

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 500 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Konzern gesamt 2)   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 21.315 20.891 – 424 – 2
Umsatz Mio € 19.952 19.404 – 548 – 3
EBITDA Mio € 666 1.251 585 88
EBIT Mio € 113 722 609 539
EBIT-Marge % 0,6 3,7 3,1
Bereinigtes EBIT Mio € 226 555 329 146
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,1 2,9 1,8
EBT Mio € – 254 324 578 ++
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) Mio € – 145 200 345 ++
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 132 204 336 ++
Ergebnis je Aktie – 0,26 0,37 0,63 ++
Operating Cash-Flow Mio € 22 – 209 – 231 --
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio € 983 1.046 63 6
Cash-Flow für Investitionen Mio € – 719 – 452 267 37
Free Cash-Flow Mio € 286 385 99 35
Netto-Finanzschulden (31.03.) Mio € 5.298 3.960 – 1.338 – 25
Eigenkapital (31.03.) Mio € 4.247 3.183 – 1.064 – 25
Mitarbeiter (31.03.)   155.473 160.786 5.313 3

2) Der Vorjahresausweis für alle Ergebnis-Kennzahlen und das Eigenkapital wurde angepasst.

Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 500 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Konzern gesamt 2)   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 10.113 10.220 107 1
Umsatz Mio € 9.540 10.295 755 8
EBITDA Mio € 223 596 373 167
EBIT Mio € – 53 325 378 ++
EBIT-Marge % – 0,6 3,2 3,8
Bereinigtes EBIT Mio € 191 309 118 62
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,0 3,0 1,0
EBT Mio € – 242 367 609 ++
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) Mio € – 127 270 397 ++
davon Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG Mio € – 129 269 398 ++
Ergebnis je Aktie – 0,25 0,48 0,73 ++
Operating Cash-Flow Mio € 162 – 356 – 518 --
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio € 49 1.023 974 ++
Cash-Flow für Investitionen Mio € – 286 – 220 66 23,0
Free Cash-Flow Mio € – 75 447 522 ++
Netto-Finanzschulden (31.03.) Mio € 5.298 3.960 – 1.338 – 25
Eigenkapital (31.03.) Mio € 4.247 3.183 – 1.064 – 25
Mitarbeiter (31.03.)   155.473 160.786 5.313 3

2) Der Vorjahresausweis für alle Ergebnis-Kennzahlen und das Eigenkapital wurde angepasst.

Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 500 % bzw. ≤ −100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. −− angezeigt.

Business Areas Auftragseingang
Mio €
Umsatz
Mio €
EBIT
Mio €
  1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014
Components Technology 2.684 3.012 2.705 2.983 106 122
Elevator Technology 3.249 3.382 2.920 3.025 304 292
Industrial Solutions 3.597 3.483 2.734 2.881 339 368
Materials Services 5.753 6.256 5.738 6.059 – 121 80
Steel Europe 5.023 4.704 4.765 4.463 19 72
Steel Americas 3) 1.069 1.183 989 1.073 – 166 118
Corporate 98 85 98 84 – 251 – 315
Konsolidierung – 1.297 – 1.214 – 1.220 – 1.164 – 188 – 200
Fortgeführte Aktivitäten 20.176 20.891 18.729 19.404 42 537

3) Der Vorjahresausweis für EBIT und Bereinigtes EBIT wurde angepasst.

Business Areas Bereinigtes EBIT
Mio €
Mitarbeiter
  1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 31.03.2013 31.03.2014
Components Technology 103 138 27.698 28.354
Elevator Technology 315 338 48.150 49.316
Industrial Solutions 320 372 18.427 19.081
Materials Services 98 90 26.230 30.653
Steel Europe 39 81 27.773 26.397
Steel Americas 3) – 166 – 43 4.068 4.037
Corporate – 217 – 222 3.127 2.948
Konsolidierung – 195 – 199    
Fortgeführte Aktivitäten 297 555 155.473 160.786

3) Der Vorjahresausweis für EBIT und Bereinigtes EBIT wurde angepasst.

Business Areas Auftragseingang
Mio €
Umsatz
Mio €
  2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014
Components Technology 1.360 1.573 1.360 1.555
Elevator Technology 1.633 1.581 1.388 1.481
Industrial Solutions 1.595 1.188 1.428 1.593
Materials Services 2.988 3.414 2.923 3.320
Steel Europe 2.620 2.430 2.512 2.389
Steel Americas 3) 509 574 501 535
Corporate 43 43 43 42
Konsolidierung – 635 – 583 – 615 – 620
Fortgeführte Aktivitäten 10.113 10.220 9.540 10.295

3) Der Vorjahresausweis für EBIT und Bereinigtes EBIT wurde angepasst.

Business Areas EBIT
Mio €
Bereinigtes EBIT
Mio €
  2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014
Components Technology 64 67 62 75
Elevator Technology 133 159 146 163
Industrial Solutions 198 195 180 199
Materials Services – 157 37 58 56
Steel Europe – 10 52 9 62
Steel Americas 3) – 44 117 – 44 – 26
Corporate – 139 – 199 – 120 – 119
Konsolidierung – 97 – 101 – 98 – 101
Fortgeführte Aktivitäten – 52 327 193 309

3) Der Vorjahresausweis für EBIT und Bereinigtes EBIT wurde angepasst.

THYSSENKRUPP IN KÜRZE

Bei ThyssenKrupp arbeiten rund 161.000 Mitarbeiter in knapp 80 Ländern mit Leidenschaft und hoher Kompetenz an Produktlösungen für nachhaltigen Fortschritt. Ihre Qualifikation und ihr Engagement sind die Basis für unseren Erfolg. ThyssenKrupp erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von rund 39 Mrd €.

Innovationen und technischer Fortschritt sind für uns Schlüsselfaktoren, um das globale Wachstum und den Einsatz begrenzter Ressourcen nachhaltig zu gestalten. Mit unserer Ingenieurkompetenz in den Anwendungsfeldern „Mechanik“, „Anlagenbau“ und „Werkstoffe“ ermöglichen wir unseren Kunden, sich Vorteile im weltweiten Wettbewerb zu erarbeiten sowie innovative Produkte wirtschaftlich und ressourcenschonend herzustellen.

Stammdaten der ThyssenKrupp Aktie

ISIN (International Stock Identification Number) DE 000 750 0001

Börsenplätze Frankfurt (Prime Standard), Düsseldorf

Kürzel

Bloomberg (Xetra-Handel) TKA GY

Reuters (Xetra-Handel) TKAG.DE

Börsen Frankfurt, Düsseldorf TKA

Nachdem die Business Area Steel Americas zum 30. September 2012 als nicht fortgeführte Aktivität im Sinne der IFRS klassifiziert wurde, erfolgte zum 30. September 2013 wieder eine Einstufung als fortgeführte Aktivität; der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst. Innerhalb von Steel Americas bildete ThyssenKrupp Steel USA bis zum Verkauf am 26. Februar 2014 eine Veräußerungsgruppe. Nach dem Abgang der als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global zum Ende des 1. Quartals 2012/2013 durch den Zusammenschluss mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu fallen noch nachlaufende Erträge und Aufwendungen an, die hiermit in direktem Zusammenhang stehen und die nicht fortgeführte Aktivitäten darstellen. Die im Rahmen der Transaktion entstandene Finanzbeteiligung in Höhe von 29,9 % an Outokumpu wurde bis zur Ankündigung des vollständigen Verkaufs am 29. November 2013 nach der Equity-Methode bilanziert und die at-Equity-Ergebnisse waren auf Grund ihres fehlenden operativen Charakters nicht im EBIT enthalten; der Vollzug des vollständigen Verkaufs erfolgte am 28. Februar 2014.

STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG DES KONZERNS

Die demografische Entwicklung, die Globalisierung der Warenströme und das rasante Wachstum der Megastädte führen dazu, dass die weltweite Nachfrage kontinuierlich steigt: Die Welt braucht immer „mehr“ Konsum- und Investitionsgüter, Infrastruktur, Energie und Rohstoffe. Dieser wachsenden Nachfrage steht jedoch die Endlichkeit natürlicher Ressourcen gegenüber. Die Sorge um das Klima und die Umwelt sowie strengere politische Vorgaben erfordern „bessere“ Lösungen. Die Welt hat nicht nur Bedarf nach „mehr“, sondern vor allem nach „besser“: Wir müssen Ressourcen effizienter nutzen, Konsum- und Industriegüter umweltschonender produzieren sowie eine nachhaltigere Infrastruktur aufbauen.

ThyssenKrupp bietet mit technologischer Kompetenz Lösungen für diese Herausforderungen und erfüllt bereits heute mit seinen Industriegütern, Werkstoffen, industriellen Verfahren und Dienstleistungen auf zahlreichen Gebieten die Anforderungen nach „mehr“ bei gleichzeitigem „besser“ – in den Industrieländern wie auch in den aufstrebenden Märkten. So schaffen wir mit unserer Ingenieurkunst und der Qualität der Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden Mehrwert und damit für uns klare Wettbewerbsvorteile.

Um ThyssenKrupp als diversifizierten Industriekonzern weiter konsequent auf diese Entwicklungstrends auszurichten, verfolgen wir seit Mai 2011 das Programm zur Strategischen Weiterentwicklung. Stärkere Leistungsorientierung, Veränderungen in Unternehmenskultur, -führung und -organisation sowie kontinuierliche Portfoliooptimierung bilden die Säulen des ganzheitlichen Konzepts. Damit stärken wir unsere finanzielle Basis und gewinnen Freiheitsgrade, um unsere Geschäftsaktivitäten strategisch auszubauen. Im 1. Halbjahr 2013/2014 haben wir weitere wichtige Schritte in der Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung erzielt. Mit dem Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA und dem Brammenliefervertrag für ThyssenKrupp CSA, der Beendigung der finanziellen Verbindungen mit Outokumpu und der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung haben wir das Risikoprofil deutlich reduziert, unsere Finanzkennzahlen gestärkt und Wert für unser Unternehmen gesichert.

Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA abgeschlossen

Am 26. Februar 2014 haben wir den Verkauf des Walz- und Beschichtungswerks ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama an ein Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation abgeschlossen. Mit dem Vollzug der Transaktion haben wir einen Kaufpreis von 1,55 Mrd US-Dollar erhalten; hinzu kamen vorläufige Kaufpreisanpassungen insbesondere für ein gestiegenes Net Working Capital. Gleichzeitig wurde über einen werthaltigen langfristigen Brammenliefervertrag eine tragfähige Lösung für das Stahlwerk ThyssenKrupp CSA in Brasilien erreicht. Das Konsortium wird bis zum Jahr 2019 jährlich zwei Millionen Tonnen Brammen von ThyssenKrupp CSA abnehmen. Die Vereinbarung sichert verlässlich über mehrere Jahre eine Mindestauslastung von 40 % für unser Werk. Darüber hinaus wird die stärkere Durchdringung der Brammenmärkte in Süd- und Nordamerika die Auslastung von ThyssenKrupp CSA weiter steigern. Mit dem Verkauf und dem Brammenliefervertrag haben wir wichtige Voraussetzungen geschaffen, künftig unser Cash-Flow-Profil und wesentliche Finanzkennzahlen weiter zu verbessern. Nach dem jetzt vollzogenen Verkauf konzentrieren wir uns auf die weitere operative Verbesserung des Werks in Brasilien, bei dessen technischer Leistungsfähigkeit und Effizienz bereits deutliche Fortschritte erkennbar sind.

ThyssenKrupp CSA wird weiterhin in der Business Area Steel Americas geführt, die wir auch zukünftig in unseren Finanzberichten separat ausweisen werden.

Beendigung aller finanziellen Verbindungen mit Outokumpu

Am 28. Februar 2014 haben wir die im Rahmen des Inoxum-Verkaufs entstandene Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu übertragen und im Gegenzug die Unternehmensgruppen VDM und AST sowie einige europäische Edelstahl-Service-Center von Outokumpu übernommen. Zudem haben wir uns zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission von unserem Anteil von 29,9 % an Outokumpu getrennt und alle weiteren finanziellen Verbindungen zu Outokumpu beendet. Innerhalb von ThyssenKrupp sind die übernommenen Unternehmen in die Business Area Materials Services eingegliedert, um von der Marktpräsenz des bestehenden Distributionsnetzwerks bestmöglich zu profitieren. Zurzeit analysieren wir die Geschäftsmodelle und -pläne von VDM und AST im Detail; gemeinsam mit dem Management wird bis zum Sommer ein tragfähiges, mit umfangreichen Maßnahmen hinterlegtes industrielles Konzept finalisiert.

Detailliertere Angaben zu den Transaktionen finden Sie im Geschäftsbericht 2012/2013, Kapitel „Profil und Strategie“.

Zusätzlich zu dem im Mai 2011 beschlossenen Programm zur Portfoliooptimierung arbeiten wir im Rahmen der stärkeren Leistungsorientierung auch an weiteren Desinvestitionsprojekten. Der Verkauf der kornorientierten Elektrobandfertigung der Business Area Steel Europe mit den Werken in Gelsenkirchen sowie in Isbergues, Frankreich, und Nashik, Indien, befindet sich in der Vermarktungsphase. Daneben werden die bereits im letzten Geschäftsjahr begonnenen Restrukturierungsaktivitäten im Bereich Baumaschinenkomponenten (Berco) der Business Area Components Technology fortgeführt, um die Zukunftsfähigkeit des Bereichs zu sichern sowie die weiterhin angestrebte Veräußerung zu unterstützen.

Den im Mai 2013 von der Business Area Materials Services eingeleiteten Verkaufsprozess für den Geschäftsbereich Railway/Construction, bestehend aus dem Bau- und Gleistechnikgeschäft, haben wir nach intensiver Prüfung der Kaufangebote im März 2014 gestoppt. Das profitable Bautechnikgeschäft werden wir nach einer Analyse des Geschäftsmodells innerhalb der Business Area Materials Services neu positionieren. Das vom Schienenkartell belastete und unter extremem Kostendruck stehende Gleistechnikgeschäft wird nicht fortgeführt. Die betreffenden Standorte werden einzeln veräußert oder geschlossen.

Angesichts der öffentlich geäußerten Absicht der schwedischen Regierung, künftige Marineschiffbauprogramme national durchführen zu wollen, haben wir Mitte April 2014 Gespräche mit Saab über einen Verkauf der schwedischen Werft ThyssenKrupp Marine Systems AB (ehemals Kockums) aufgenommen. Eine mögliche Transaktion steht unter dem Vorbehalt einer kartellrechtlichen Genehmigung. Wir planen, unsere Marineschiffbauaktivitäten an den Standorten Kiel, Hamburg und Emden zu konzentrieren.

Ausbau wichtiger Wachstumsfelder

Im Berichtszeitraum haben wir die strategisch wichtigen Wachstumsfelder im Anlagenbau und Aufzugsgeschäft weiter gestärkt und insbesondere in organisches Wachstum investiert:

• Die Business Area Industrial Solutions hat mit Industrie De Nora, einem Anbieter elektrochemischer Technologien mit Hauptsitz in Mailand, Italien, im November 2013 eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures getroffen. Durch die Zusammenführung der Aktivitäten im Bereich Planung, Beschaffung und Errichtung von Elektrolyse-Anlagen erweitern beide Partner ihre technologische Plattform und erhöhen die Kundennähe sowie die globale Präsenz. Die Vereinbarung steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden.

• Um die weltweiten Marktchancen im Anlagenbau als einem wichtigen Wachstumsfeld des Konzerns besser nutzen zu können, haben wir im Januar 2014 die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen ThyssenKrupp Uhde und ThyssenKrupp Resource Technologies (zuvor entstanden aus ThyssenKrupp Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik) unter dem Dach von ThyssenKrupp Industrial Solutions zusammengeführt. Integration sowie Regionalisierung sind zentrale Elemente, um die Wachstumsziele im Anlagenbaugeschäft zu erreichen und die Effizienz zu steigern. Durch die Bündelung der Kompetenzen in einem global agierenden Unternehmen wollen wir gerade in den Wachstumsregionen das Marktpotenzial optimal ausschöpfen.

• Neben der weiteren Stärkung des Servicegeschäfts durch Akquisitionen weltweit hat die Business Area Elevator Technology in den Ausbau und die Modernisierung der Werke investiert. In Deutschland wird der Standort Neuhausen des Aufzugsgeschäfts zu einem hochmodernen Technologiepark ausgebaut. Zusätzlich planen wir in Rottweil die Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungsturms, um Hochgeschwindigkeitsaufzüge für die höchsten Gebäude weltweit zu testen und zu zertifizieren. In China entsteht im Aufzugswerk Songjiang bis Mitte 2014 ein neues Multifunktionsgebäude und in Zhongshan befinden wir uns in der finalen Planungsphase für ein neues Aufzugswerk mit angeschlossenem Testturm. In Indien im Distrikt Pune ist der Startschuss für den Bau eines hochmodernen Kompetenz- und Fertigungszentrums gefallen. Darüber hinaus modernisieren wir unsere Werke in den USA und Brasilien.

• In der Business Area Components Technology schreitet der Ausbau neuer Fertigungsstandorte in den automobilen Wachstumsmärkten weiter voran. So haben wir im Dezember 2013 in Chengdu (China) ein neues Werk für Automobilkomponenten eröffnet, in dem künftig Federn und Stabilisatoren für den chinesischen Markt gefertigt werden. Im Februar 2014 wurde in Poços de Caldas (Brasilien) der Bau eines weiteren Werkes für Zylinderkopfmodule gestartet. 2015 soll dort mit der Serienproduktion begonnen werden. Zwei weitere Werke für Lenkungssysteme und Zylinderkopfmodule in China sind nahezu fertiggestellt und werden in Kürze die Serienproduktion aufnehmen.

• Die Business Area Materials Services hat ihre Service- und Anarbeitungskapazitäten durch Akquisitionen ausgebaut. Zudem wurde gezielt in Wachstumsmärkte investiert; so wurde im März 2014 ein neues Service-Center in Alabama eröffnet und der Werkstoffhandel in Nordamerika verstärkt.

Im Berichtszeitraum haben wir auch unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit weiter intensiviert. So haben wir die Entwicklung des konzernweit anwendbaren Produktentwicklungsprozesses Product Lifecycle Management initiiert. Ziel ist es, alle Phasen des Produktlebenszyklus, von der Entwicklung über Vertrieb und Nutzung bis hin zum Recycling systematisch zu optimieren. Durch eine Forschungskooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft soll zudem eine neue Verfahrenstechnik zur Nutzung von Prozessgasen, insbesondere CO2, als Rohstoff entwickelt werden – eine Technologie mit positiven Effekten für den Klimaschutz und bedeutendem Marktpotenzial. Mit der gestarteten Global Service Initiative bauen wir darüber hinaus den Dienstleistungsanteil an unserem Geschäft weiter aus. Im Rahmen der Initiative werden gezielt neue Geschäftsmodelle mit Dienstleistungscharakter entwickelt und zusätzliche Marktsegmente erschlossen.

Konzernprogramm „impact 2015“ weiterhin auf gutem Weg

Das Konzernprogramm impact bündelt die Initiativen und Maßnahmen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, die die Strategische Weiterentwicklung des Konzerns unterstützen. Durch das Effizienzprogramm „impact 2015“ soll in den drei Geschäftsjahren 2012/2013 bis einschließlich 2014/2015 ein positiver EBIT-Effekt aus Performance-Maßnahmen von kumuliert 2,3 Mrd € realisiert werden. Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir bereits 600 Mio € erreicht und damit das Ziel von 500 Mio € deutlich übertroffen. Im 1. Halbjahr 2013/2014 wurden weitere EBIT-Effekte in Höhe von 490 Mio € erzielt. Deshalb sind wir zuversichtlich, das Einsparziel von 850 Mio € für das laufende Geschäftsjahr zu realisieren.

Wichtige Beiträge liefern die konzernweite Einkaufsinitiative synergize+ und Programme in den Business Areas, die in diesem Geschäftsjahr fortgeführt werden bzw. starten. Dazu gehört auch ein neues Programm zur Verbesserung der operativen Produktionssysteme der Business Area Components Technology. Das Programm hat das Ziel, das Leistungsniveau und die Produktivität der über 80 Produktionsstandorte der Components-Technology-Gruppe weltweit zu steigern.

ACT schafft neue Konzernführungsstruktur mit wettbewerbsfähigen Kosten

Mit der Konzerninitiative ACT („Achieve Change @ ThyssenKrupp“) optimiert ThyssenKrupp die Führungs- und Geschäftsorganisation und die zugehörigen Prozesse. Damit unterstützt ACT den Kulturwandel und die Steigerung der Leistungsfähigkeit und Effizienz und somit die Profitabilität im gesamten Konzern. Hierzu wurden umfassende Wettbewerbsanalysen sowie Benchmarkings durchgeführt und Einspar- und Optimierungspotenziale durch die neuen Strukturen und Prozesse im Konzern in Höhe von rund 250 Mio € identifiziert. Diese Effekte sollen überwiegend bis einschließlich Geschäftsjahr 2014/2015 realisiert werden. Die Zahl der Beschäftigten der Verwaltungsfunktionen soll insgesamt von derzeit 15.000 um rund 3.000 verringert werden. In einem ersten Schritt haben wir die Anzahl der Konzernfunktionen deutlich reduziert und neu geordnet. Seit dem 01. Oktober 2013 arbeiten das Corporate Headquarter und die Führungen der Business Areas bereits in der neuen Struktur. Die neuen, effizienteren Strukturen und Prozesse werden derzeit in den Geschäftseinheiten der Business Areas und Regionen umgesetzt. In einem zweiten Schritt werden wesentliche, zurzeit dezentral ausgeführte Funktionen in Zukunft in der weltweit aufgestellten Einheit „Global Shared Services“ gebündelt sowie effizient und wettbewerbsfähig organisiert. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die grundsätzlich standortunabhängig sind, wie etwa bestimmte Aufgaben im Rechnungswesen, in der IT, im Immobilienmanagement und im Personalwesen. In den Verhandlungen mit der Mitbestimmung wurde Anfang Mai ein grundsätzliches Einvernehmen erreicht. Das Ergebnis steht noch unter beidseitigem Gremienvorbehalt. Zudem wird die Konzernorganisation künftig routinemäßig im Rahmen des jährlichen Strategieprozesses überprüft, um eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Fokus auf Governance und Compliance

Bei ThyssenKrupp gibt es zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien ein klares Bekenntnis: Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, werden im Sinne von „Null Toleranz” nicht geduldet. Sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen.

Der Aufsichtsrat hat die Themen Corporate Governance und Compliance als inhaltliche Schwerpunkte seiner Tätigkeit gewählt. Mit Wirkung zum 01. Februar 2014 hat der Aufsichtsrat Dr. Donatus Kaufmann zum Mitglied des Vorstands bestellt. Er leitet das neu geschaffene Ressort Recht und Compliance. Hierdurch wird die Entscheidung bekräftigt, die Compliance-Aktivitäten im Konzern zu intensivieren.

Mehr zu unseren Compliance-Aktivitäten erfahren Sie im Kapitel „Compliance“.

GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERN

Operative und strategische Meilensteine erreicht

ThyssenKrupp hat im 2. Quartal 2013/2014 und insgesamt im 1. Halbjahr 2013/2014 die operativen und strategischen Zwischenziele erreicht:

Das Bereinigte EBIT aus fortgeführten Aktivitäten lag in beiden Quartalen um jeweils mehr als 100 Mio € über den Vorjahreswerten und belief sich im 1. Halbjahr auf insgesamt 555 Mio €, 87 % über dem Vorjahresniveau sowie voll im Rahmen des Geschäftsjahresausblicks; dies reflektiert unsere stärkere Leistungsorientierung und die Fortschritte bei der Umsetzung der Performance-Maßnahmen im Rahmen des impact-Programms. Das 2. Quartal hat zum Bereinigten EBIT 309 Mio € beigetragen und lag damit um 26 % über dem Vorquartal. Alle Business Areas bis auf Steel Americas haben in beiden Quartalen deutlich positive Beiträge geleistet; die Verluste bei Steel Americas wurden gegenüber beiden Vorjahresquartalen reduziert und lagen insgesamt um mehr als 100 Mio € unter dem 1. Halbjahr des Vorjahres. Alle Industriegüter-Geschäfte konnten ihre Ergebnisse gegenüber dem 2. Quartal und dem 1. Halbjahr des Vorjahres steigern und lagen mit 848 Mio € in den ersten sechs Monaten signifikant höher als die Werkstoff-Geschäfte, die auch inklusive Steel Americas mit 128 Mio € insgesamt einen deutlich positiven Beitrag erwirtschafteten. Dagegen betrugen das Bereinigte EBIT von Corporate im 1. Halbjahr –222 Mio € und die Konsolidierung –199 Mio €. Auf dieser Basis erwirtschaftete der Gesamtkonzern in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres einen auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfallenden Periodenüberschuss von 204 Mio €; dazu hat das 2. Quartal mit 269 Mio € beigetragen.

Der Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten vor Desinvestitionen lag mit –661 Mio € im 1. Halbjahr 2013/2014 auf Grund der Ausgleichszahlung an die Deutsche Bahn und der vorbereitenden Maßnahmen zur Neuzustellung des Großhochofens Schwelgern 2 erwartungsgemäß leicht unter dem Vorjahr. Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns konnten jedoch durch die Anfang Dezember 2013 erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung sowie durch die Mittelzuflüsse aus dem erfolgreichen Abschluss der Outokumpu-Transaktion und aus dem Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA gegenüber dem Geschäftsjahresende 2012/2013 von 5,0 Mrd € auf 4,0 Mrd € gesenkt, das Eigenkapital von 2,5 Mrd € auf 3,2 Mrd € gestärkt und somit das Gearing um rund 76 %-Punkte auf 124,4 % signifikant reduziert werden. In diesen Kennzahlen ist zudem bereits ein Mittelabfluss von 279 Mio € enthalten, der aus der Abwicklung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company in einem Chapter-11-Verfahren resultiert. In diesem Zusammenhang sind auch Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen in Höhe von 691 Mio € abgegangen, sodass hieraus zukünftig keine Mittelabflüsse mehr entstehen werden.

Mit flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien in Höhe von insgesamt 8,8 Mrd € zum 31. März 2014 und einem ausgewogenen und verlängerten Fälligkeitenprofil ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Industriegüter-Geschäfte treiben Wachstum im Auftragseingang und Umsatz

ThyssenKrupp hat sich im 1. Halbjahr 2013/2014 in einem weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld insgesamt gut behauptet; wesentliche Treiber für das Wachstum im Auftragseingang und Umsatz waren die soliden Positionen bei den Industriegüter-Geschäften.

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Der Auftragseingang aus fortgeführten Aktivitäten betrug im Berichtshalbjahr 20,9 Mrd € und lag damit trotz negativer Wechselkurseffekte über dem Vorjahreswert (+4 %); auf vergleichbarer Basis, das heißt währungs- und portfoliobereinigt, hat der Auftragseingang um 6 % gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Im 2. Quartal lag der Auftragseingang bei 10,2 Mrd € und damit leicht über dem Vorjahr und hat auf vergleichbarer Basis um 2 % zugelegt. Gegenüber dem Vorquartal, das von einem Großauftrag aus Asien für Marine Systems profitierte, war die Ordertätigkeit leicht rückläufig.

Auf vergleichbarer Basis konnten alle Industriegüter-Geschäfte in den ersten sechs Monaten das Vorjahresniveau erreichen oder übertreffen. Besonders starke Zuwächse gegenüber beiden Vorjahresquartalen und einen Anstieg von insgesamt 15 % im 1. Halbjahr verzeichnete Components Technology; die Nachfrageerholung für Automobilkomponenten zeigte sich gefestigt und bei den Industriekomponenten setzte sich die leichte Belebung gegenüber den schwachen Vorjahreswerten fort. Der Auftragseingang bei Elevator Technology wurde im Wesentlichen von der positiven Entwicklung in China, den USA, und Südkorea getragen und legte auf vergleichbarer Basis ebenfalls gegenüber beiden Vorjahresquartalen zu. Industrial Solutions erreichte auf vergleichbarer Basis das hohe Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand bei Elevator Technology und Industrial Solutions betrug zum 31. März 2014 weiterhin insgesamt rund 19 Mrd € und bildet eine starke Basis für das angestrebte profitable Umsatzwachstum in unseren Aufzugs- und Projektgeschäften.

Der Auftragseingang in den Business Areas der Werkstoff-Aktivitäten war durch Portfoliomaßnahmen beeinflusst: Materials Services enthält mit Wirkung zum 01. März 2014 die Beiträge der von Outokumpu übertragenen VDM- und AST-Gruppe, konnte jedoch auch auf vergleichbarer Basis – insbesondere unterstützt durch zahlreiche Vertriebsinitiativen – mengenbedingt zulegen. Die Auftragseingänge bei Steel Europe blieben bei anhaltend hohem Preisdruck auch durch das veräußerte Tailored-Blanks-Geschäft im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, legten jedoch – wie auch beim Werkstoffhandel – nicht zuletzt saisonbedingt gegenüber dem Vorquartal zu. Der Auftragseingang bei Steel Americas stieg trotz des Ende Februar 2014 vollzogenen Verkaufs von ThyssenKrupp Steel USA an; ThyssenKrupp CSA konnte den Auftragseingang in den ersten sechs Monaten 2013/2014 auf Grund positiver Mengeneffekte um 13 % gegenüber dem Vorjahr steigern.

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten lag mit 19,4 Mrd € im 1. Halbjahr und 10,3 Mrd € im 2. Quartal 2013/2014 in allen Business Areas bis auf desinvestitionsbedingt rückläufige Umsätze bei Steel Europe über den Vorjahreswerten. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz um 7 % gegenüber dem 1. Halbjahr und 9 % gegenüber dem 2. Quartal des Vorjahres und profitierte dabei insbesondere von dem starken Wachstum und dem hohen Auftragsbestand der Industriegüter-Aktivitäten. Im 2. Quartal weiteten zudem alle Business Areas – bis auf saisonal bedingt leicht rückläufige Umsätze in der Aufzugsparte und stabile Umsätze bei Steel Americas – ihren Umsatz im Vergleich zum Vorquartal saisonal und mengenbedingt aus.

Auftragseingang und Umsatz des Gesamtkonzerns lagen im 1. Halbjahr 2013/2014 unterhalb der entsprechenden Vorjahreswerte, da im 1. Quartal des Vorjahres noch Beiträge der nicht fortgeführten Aktivität Stainless Global enthalten waren.

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impact-Programm zeigt Wirkung – Bereinigtes EBIT signifikant gesteigert

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In einem noch schwierigen gesamtwirtschaftlichen und wettbewerbsintensiven Umfeld konnten wir mit 555 Mio € im 1. Halbjahr und 309 Mio € im 2. Quartal 2013/2014 das Bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr und Vorquartal signifikant steigern.

Bei allen Industriegüter-Geschäften lag das Bereinigte EBIT sowohl im Quartals- als auch im Halbjahresvergleich über den Vorjahreswerten. Components Technology und Industrial Solutions verbesserten zudem die Ergebnisse gegenüber dem Vorquartal. Das Komponentengeschäft profitierte dabei vor allem von Leistungssteigerungen aus im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen, das Projektgeschäft insbesondere von ersten Umsatz- und Ergebnisrealisierungen einiger gewonnener Großaufträge vor allem im Bereich Process Technologies. Bei Elevator Technology war das Ergebnis im Vergleich zum Vorquartal saisonal bedingt leicht rückläufig, Ergebnis und Marge stiegen jedoch durch die positiven Effekte aus den Maßnahmen zur Performance-Optimierung und Restrukturierung in beiden Quartalen gegenüber den Vorjahreswerten; so lag die Bereinigte-EBIT-Marge im 1. Halbjahr um 0,4 %-Punkte und mit 11,0 % im 2. Quartal um 0,5 %-Punkte über dem Wert des Vorjahres.

Materials Services konnte das Bereinigte EBIT im 1. Halbjahr bei anhaltend hohem Preisdruck und hoher Wettbewerbsintensität, unterstützt durch zahlreiche Effizienzsteigerungsmaßnahmen und Vertriebsinitiativen, auf dem Niveau des Vorjahres halten. Bei Steel Europe zeigten die Maßnahmen im Rahmen von „Best-in-Class Reloaded“ Wirkung und das Bereinigte EBIT wurde gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres verdoppelt. Sowohl bei Materials Services als auch bei Steel Europe lag das Bereinigte EBIT im 2. Quartal im Wesentlichen saisonal und mengenbedingt über dem Vorquartal. Steel Americas blieb mit einem Bereinigten EBIT von −43 Mio € im Berichtszeitraum noch negativ. Durch Effizienz- und Mengensteigerungen sowie durch positive Effekte aus Marktpreisen in den USA wurden jedoch die Verluste gegenüber dem Vorjahr, das zudem von einem positiven aperiodischen Steuereffekt profitierte, um mehr als 100 Mio € reduziert. Gegenüber dem Vorquartal ging das Bereinigte EBIT leicht zurück; rückläufige Beiträge von ThyssenKrupp Steel USA wurden dabei durch operative Verbesserungen und positive Translationseffekte bei ThyssenKrupp CSA teilweise kompensiert.

Einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten erhöhte sich das Bereinigte EBIT des Konzerns im 1. Halbjahr 2013/2014 von 226 Mio € auf 555 Mio €. Hauptursachen waren neben den Verbesserungen bei den fortgeführten Aktivitäten die mit Abschluss der Veräußerung entfallenden operativen Verluste bei Stainless Global, die noch im 1. Quartal des Vorjahres enthalten waren.

EBIT und Finanzergebnis durch Sondereffekte belastet

Im 1. Halbjahr 2013/2014 war das EBIT der fortgeführten Aktivitäten durch Sondereffekte von im Saldo 18 Mio € belastet. Die Sondereffekte betrafen im 1. Quartal insbesondere Restrukturierungsrückstellungen bei Elevator Technology und Components Technology sowie Aufwendungen bei Corporate im Rahmen der Portfoliomaßnahmen. Gegenläufig wirkten in erster Linie ein Veräußerungsertrag bei Materials Services sowie ein Ertrag aus der Fortschreibung der Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags bei Steel Americas. Die Sondereffekte im 2. Quartal beliefen sich im Saldo insgesamt auf −18 Mio € und betrafen vor allem einen Ertrag aus der Veräußerung von ThyssenKrupp Steel USA bei Steel Americas sowie einen Ertrag aus der Entkonsolidierung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company bei Corporate. Gegenläufig wirkte bei Corporate im 2. Quartal ein Verlust aus dem Vollzug der Veräußerung der Outokumpu-Beteiligung; dem stand aber gleichzeitig ein entsprechender Ertrag im Finanzergebnis aus der Ausbuchung eines Aktienderivats in nahezu gleicher Höhe gegenüber (vgl. auch Anhang-Nr. 02).

Sondereffekte der fortgeführten Aktivitäten
in Mio €
1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
EBIT 1) 42 537 ++ – 52 327 ++
+/- Veräußerungsverluste/-gewinne – 3 – 61 -- 2 – 63 --
+ Restrukturierungsaufwendungen 45 90 100 32 40 25
+ Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) 4 – 1 -- 5 0 --
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 234 10 – 96 228 7 – 97
- Weitere nicht operative Erträge – 25 – 20 20 – 22 – 2 91
Bereinigtes EBIT 1) 297 555 87 193 309 60

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Nach Sondereffekten ergab sich im 1. Halbjahr insgesamt ein EBIT der fortgeführten Aktivitäten von 537 Mio €; der Vorjahreswert lag bei 42 Mio €. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten nach Steuern konnte entsprechend von −206 Mio € auf 15 Mio € gesteigert werden; gegenüber dem Vorquartal stieg es im 2. Quartal von −256 Mio € auf 272 Mio €. Wesentliche Ursache waren neben den operativen Verbesserungen die auf die Outokumpu-Beteiligung entfallenden Belastungen im Finanzergebnis in Höhe von 276 Mio € im 1. Quartal, denen im 2. Quartal der vorgenannte Ertrag im Finanzergebnis in Höhe von 224 Mio € gegenüberstand.

Auf dieser Basis erwirtschaftete der Gesamtkonzern in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres einen auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfallenden Periodenüberschuss von 204 Mio €, zu dem das 2. Quartal mit 269 Mio € beigetragen hat. Das Periodenergebnis enthielt dabei im 1. Halbjahr auf die nicht fortgeführten Aktivitäten entfallende nachlaufende Erträge in Höhe von im Saldo insgesamt 185 Mio €. Diese stammen im Wesentlichen aus dem 1. Quartal 2013/2014 aus der Auflösung von Rückstellungen auf die aus dem Verkauf von Inoxum an Outokumpu resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen.

Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich im 1. Halbjahr 2013/2014 gegenüber dem Vorjahr von –0,26 € auf 0,37 € und lag im 2. Quartal bei 0,48 €.

Netto-Finanzschulden weiter reduziert

Der Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten vor Desinvestitionen lag mit –661 Mio € im 1. Halbjahr 2013/2014 erwartungsgemäß auf Grund der Ausgleichszahlung an die Deutsche Bahn und der vorbereitenden Maßnahmen zur Neuzustellung des Großhochofens Schwelgern 2 leicht unter dem Vorjahreszeitraum. Einschließlich der Desinvestitionen, insbesondere der Mittelzuflüsse aus dem Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA, betrug der Free Cash-Flow des Gesamtkonzerns 385 Mio €; im Vorjahr, das die Mittelzuflüsse aus der Inoxum-Transaktion enthielt, waren es 286 Mio €.

Die Netto-Finanzschulden des Gesamtkonzerns beliefen sich zum 31. März 2014 auf 3.960 Mio € und lagen damit unterhalb der Verschuldung zum Vorjahresstichtag (5.298 Mio €) sowie zum 30. September 2013 (5.038 Mio €).

Die Netto-Finanzschulden berechnen sich über den Saldo der in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zuzüglich der kurzfristigen zur Veräußerung verfügbaren sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie der langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden; dabei sind auch die entsprechenden zur Veräußerung vorgesehenen Werte der Veräußerungsgruppen (Disposal Groups) und der nicht fortgeführten Aktivitäten (Discontinued Operations) zu berücksichtigen.

Die ThyssenKrupp AG hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet.

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Zum 31. März 2014 lag das Gearing bei 124,4 % und damit um rund 76 %-Punkte unter dem Wert vom 30. September 2013 sowie wieder unterhalb der Gearing-Grenze von 150 %. Wesentliche Ursachen für die Verbesserung waren die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung sowie der vereinnahmte Verkaufserlös für die im Februar 2014 veräußerte ThyssenKrupp Steel USA.

Per 31. März 2014 belief sich die freie Liquidität des Konzerns auf 8,8 Mrd €, bestehend aus 5,1 Mrd € flüssigen Mitteln und 3,7 Mrd € freien, zugesagten Kreditlinien. Damit besteht ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden. Die Fälligkeiten in den Brutto-Finanzschulden bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014/2015 belaufen sich auf 2,7 Mrd €. Damit ist ThyssenKrupp solide finanziert.

Kapitalerhöhung erfolgreich platziert

Der Vorstand hat am 02. Dezember 2013 beschlossen, das Grundkapital der ThyssenKrupp AG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um nominal 131.709.191,68 €, d.h. rund 10 % des Grundkapitals, gegen Ausgabe von 51.448.903 neuen Aktien zu erhöhen. Die neu ausgegebenen Aktien sind am 03. Dezember 2013 im Wege eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens zu einem Preis von 17,15 € je Stückaktie bei deutschen und internationalen institutionellen Anlegern platziert worden. Die Platzierung führte zu einem Bruttoerlös von 882,3 Mio €, der dazu beigetragen hat, das Eigenkapital zu stärken und die Netto-Finanzschulden zu reduzieren. Das Grundkapital der ThyssenKrupp AG beträgt nun 1.448.801.144,32 € und ist in 565.937.947 auf den Inhaber lautende Stückaktien eingeteilt.

Der Platzierungspreis von 17,15 € beruht auf den von institutionellen Investoren im Rahmen des beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens abgegebenen Angeboten. So konnte ein marktnaher Platzierungspreis erzielt werden. Gegenüber dem vorausgegangenen Xetra-Börsenschlusskurs betrug der Abschlag lediglich 2,75 % und damit deutlich weniger als der zulässige Maximalabschlag von 5 %. Durch den liquiden Börsenhandel der ThyssenKrupp Aktien bestand für jeden Aktionär die Möglichkeit, seine Beteiligungsquote durch den Erwerb der erforderlichen Aktien zu annähernd gleichen Bedingungen über die Börse aufrechtzuerhalten. Die schnelle Platzierung bei nahezu dreifacher Überzeichnung von überwiegend langfristig orientierten Investoren bestätigt das Vertrauen des Kapitalmarktes in die langfristige Strategie von ThyssenKrupp.

Anleihe erfolgreich platziert

Die ThyssenKrupp AG hat am 19. Februar 2014 im Rahmen ihres 10-Mrd-€-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und acht Monaten begeben. Mit einem Orderbuch von über 6 Mrd € wurde die Anleihe sehr gut vom Kapitalmarkt aufgenommen. Der Zinskupon beträgt 3,125 % p.a. bei einem Emissionserlös von 99,201 %. Mit der Emission wurde das vorteilhafte Marktumfeld genutzt und ein für ThyssenKrupp historisch günstiger Zinskupon erzielt. Zudem konnte das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert und der Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix gestärkt werden. Die Stückelung von 1.000 € erleichtert es Privatpersonen, die Anleihe über die Börse zu erwerben.

Syndizierte Kreditlinie erfolgreich neu abgeschlossen

ThyssenKrupp hat am 28. März 2014 mit seinen Finanzpartnern eine neue syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Die Fazilität hat eine anfängliche Laufzeit bis zum 28. März 2017. Am Ende des ersten und des zweiten Jahres besteht die Möglichkeit, die Kreditlinie mit Zustimmung der Kreditgeber um jeweils ein Jahr zu verlängern. Die neue Kreditlinie ersetzt die Kreditfazilität über 2,5 Mrd €, die im Juli 2014 ausgelaufen wäre.

Investitionen unter Vorjahresniveau

Im 1. Halbjahr 2013/2014 investierte ThyssenKrupp insgesamt 452 Mio €, im 1. Halbjahr 2012/2013 waren es 719 Mio €. Der Rückgang entfiel mit 99 Mio € auf die nicht fortgeführten Aktivitäten und resultierte aus mit Abschluss der Veräußerung entfallenden Investitionen bei Stainless Global.

In die Industriegüter-Geschäfte haben wir in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 193 Mio € investiert. Davon entfielen 138 Mio € auf Components Technology. Der überwiegende Teil des Budgets für unser Komponenten-Geschäft betrifft die Wachstumsregionen BIC und NAFTA; so konnten wir beispielsweise im Dezember 2013 in Chengdu (China) ein neues Werk für Federn und Stabilisatoren eröffnen und haben im Februar 2014 in Poços de Caldas (Brasilien) den Bau eines weiteren Werkes für Zylinderkopfmodule gestartet, das 2015 die Serienproduktion aufnehmen soll. Zwei weitere Werke für Lenkungssysteme und Zylinderkopfmodule in China sind nahezu fertiggestellt und werden in Kürze die Serienproduktion aufnehmen. Elevator Technology hat neben der weiteren Stärkung des Servicegeschäfts durch Akquisitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Werke investiert. Industrial Solutions hat insbesondere im Bereich Resource Technologies in Service-Center in Brasilien und Chile und einen Vormontagestandort in Australien investiert. In unsere Werkstoff-Geschäfte haben wir insgesamt 238 Mio € investiert. Hiervon entfielen 154 Mio € auf das Stahlgeschäft in Europa, unter anderem für die im Sommer anstehende Neuzustellung des Großhochofens Schwelgern 2, und 55 Mio € auf Steel Americas. Materials Services hat im 1. Halbjahr die Service- und Anarbeitungskapazitäten durch kleinere Akquisitionen ausgebaut sowie ein neues Service-Center in Alabama eröffnet und eine neue Anarbeitungshalle in Bulgarien eingeweiht.

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG

Die nachfolgende Prognose bezieht sich auf die fortgeführten Aktivitäten des Konzerns nach Rückgliederung von Steel Americas. Darin enthalten ist die Veräußerungsgruppe ThyssenKrupp Steel USA bis zum Vollzug des Verkaufs Ende Februar 2014. Zudem werden auch die Beiträge der Ende Februar 2014 von Outokumpu an ThyssenKrupp übertragenen VDM- und AST-Gruppe berücksichtigt:

Umsatz und Ergebnis – Die Geschäftsentwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2013/2014 wird aus heutiger Sicht von einer moderaten Belebung der Weltwirtschaft geprägt sein. Die sich abzeichnenden Trends – Ende des wirtschaftlichen Abschwungs im Euro-Raum sowie Stabilisierung der Wachstumsdynamik außerhalb Europas – sind noch nicht als gesichert einzuschätzen.

Unter den Annahmen

• einer insgesamt verhaltenen Wachstumsdynamik der Kernmärkte für unsere stärker zyklischen Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte in den entwickelten Weltregionen sowie anhaltenden Wachstums in den aufstrebenden Weltregionen,

• keiner größeren Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten sowie

• einer verlässlichen Planbarkeit weiter Teile unserer Werkstoff- und Komponenten-Geschäfte im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld nicht wesentlich über ein Quartal hinaus

erwarten wir für 2013/2014 derzeit folgende Geschäftsentwicklung für ThyssenKrupp:

• Der Konzernumsatz sollte auf vergleichbarer Basis gegenüber dem Vorjahr im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich wachsen.

• Industriegüter-Geschäfte: Die hohen Auftragsbestände bei Elevator Technology und Industrial Solutions decken das erwartete Umsatzwachstum bereits weit ins Geschäftsjahr hinein ab. Bei Components Technology sollten die neuen Werke in China und Indien steigende Umsatzbeiträge liefern.

• Werkstoff-Geschäfte: Bei Materials Services sollten selektive Wachstumsinitiativen sowie die Integration der VDM- und AST-Gruppe zu steigenden Umsätzen führen, während wir bei Steel Europe infolge von Portfoliomaßnahmen etwas geringere Umsätze erwarten. Bei Steel Americas sollten die fortschreitende technische Optimierung und zunehmende Erschließung und Durchdringung der Brammenmärkte in Nord- und Südamerika die mit Veräußerung entfallenden Umsätze von ThyssenKrupp Steel USA ausgleichen.

• Das Bereinigte EBIT des Konzerns sollte sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppeln (Bereinigtes EBIT 2012/2013: 586 Mio €, der Vorjahresausweis wurde angepasst). Dabei werden bis auf Steel Americas alle Business Areas positive Beiträge erwirtschaften. Der Verlust von Steel Americas wird auf Grund operativer Fortschritte weiter deutlich rückläufig sein. Daneben werden das erwartete Wachstum in unseren ertragsstarken Industriegüter-Geschäften und die konzernweiten Anstrengungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Rahmen von impact zum verbesserten Ergebnis des Konzerns beitragen. Dabei wird insbesondere Elevator Technology Ergebnis und Marge weiter verbessern. Eine Ergebnissteigerung erwarten wir auch bei Industrial Solutions. Bei den Werkstoff-Geschäften sollte Steel Europe bei anhaltend hoher Wettbewerbsintensität einen steigenden Ergebnisbeitrag infolge von Effizienzgewinnen durch „Best-in-Class Reloaded“ zeigen.

Unser Ziel in den Folgejahren ist es weiterhin, mit einem wieder positiven Jahresüberschuss das Eigenkapital zu stärken; für das Geschäftsjahr 2013/2014 erwarten wir dabei eine deutliche Verbesserung in Richtung eines wieder ausgeglichenen Jahresergebnisses. Daneben arbeiten wir mit Nachdruck daran, die Cash-Generierung aus operativer Leistung nachhaltig zu verbessern und die Netto-Finanzschulden weiter zu reduzieren.

Unsere Finanzierung und Liquidität stehen auch im Geschäftsjahr 2013/2014 auf einer gesicherten Basis und können Schwankungen abfedern, die sich aus kurzfristigen makroökonomischen Veränderungen ergeben können. Neben der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhung leistet insbesondere der Verkaufserlös für das Walz- und Beschichtungswerk ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama einen wesentlichen Beitrag zur deutlichen Reduzierung unserer Netto-Finanzschulden und des Gearing; zudem wird ThyssenKrupp mit der stringenten Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung und den Effizienzmaßnahmen im Rahmen von impact das Ertrags- und Wettbewerbsprofil des Konzerns weiter deutlich verbessern. Die Investitionen des Gesamtkonzerns erwarten wir auf Vorjahresniveau.

Geschäftsjahr 2014/2015

Im Geschäftsjahr 2014/2015 werden wir weiter an der strukturellen Verbesserung des Konzerns arbeiten und das ganz-heitliche Konzept zur Strategischen Weiterentwicklung mit Nachdruck weiter umsetzen. Dies kann unter anderem gezielte Wachstumsimpulse und weitere Optimierungen des Portfolios umfassen. Sollte sich die moderate Belebung der Weltwirtschaft fortsetzen, der wirtschaftliche Abschwung im Euro-Raum nachhaltig überwunden sein sowie die Wachstumsdynamik außerhalb Europas stabilisieren, gehen wir im Zuge des allgemeinen Wirtschaftswachstums auch von einem weiter steigenden Umsatz aus. Höherer Umsatz und strukturelle Verbesserungen sollten sich entsprechend positiv auf das Ergebnis auswirken. Zusätzlich erwarten wir auf der Ergebnisseite für 2014/2015 weitere signifikante Verbesserungen aus den initiierten Konzernprogrammen, insbesondere aus „impact 2015“, sowie den kontinuierlichen Effizienzimpulsen aus dem Benchmarking. Somit rechnen wir auch für 2014/2015 mit einer Verbesserung der Eigenkapital- und Finanzierungssituation. Mehr über unsere Konzernprogramme erfahren Sie im Kapitel „Strategische Weiterentwicklung des Konzerns“.

GESCHÄFTSVERLAUF IN DEN BUSINESS AREAS

COMPONENTS TECHNOLOGY

Components Technology in Zahlen   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.684 3.012 12
Umsatz Mio € 2.705 2.983 10
EBIT 1) Mio € 106 122 15
EBIT-Marge % 3,9 4,1
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 103 138 34
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,8 4,6
Mitarbeiter (31.03.)   27.698 28.354 2

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Components Technology in Zahlen   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.360 1.573 16
Umsatz Mio € 1.360 1.555 14
EBIT 1) Mio € 64 67 5
EBIT-Marge % 4,7 4,3
Bereinigtes EBIT 1) Mio € 62 75 21
Bereinigte-EBIT-Marge % 4,6 4,8
Mitarbeiter (31.03.)   27.698 28.354 2

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Die Business Area Components Technology produziert und vermarktet weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilin-dustrie und den Maschinenbau. Im Automobilsektor reicht die Produktpalette von gebauten Nockenwellen und Zylinder-kopfmodulen mit integrierten Nockenwellen sowie Kurbelwellen (Powertrain) über Lenkungs- und Dämpfersysteme bis hin zu Federn und Stabilisatoren sowie der Montage von Achsmodulen (Chassis). Im Industriebereich liefert Components Technology Komponenten für Baumaschinen, Windkraftanlagen und zahlreiche Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Grundlage für dieses breite Produktspektrum ist die langjährige Erfahrung sowohl bei den Schmiedeverfahren als auch in der Kaltmassivumformung. Zusammen mit der mechanischen Bearbeitung und der Kompetenz beim Zusammenbau von hochkomplexen Systemen besitzt Components Technology das Entwicklungs- und Fertigungs-Know-how für Hochleis-tungskomponenten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Auftragseingang und Umsatz gesteigert

Components Technology setzte im 2. Quartal die gute Geschäftsentwicklung des 1. Quartals fort und erzielte insgesamt im 1. Halbjahr einen Auftragseingang von 3 Mrd €, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 12 % bzw. 15 % auf vergleichbarer Basis. Im 2. Quartal allein konnten wir den Auftragseingang – trotz negativer Effekte aus der Währungsumrechnung vorwiegend von US-Dollar und brasilianischem Real – sogar um rund 16 % auf rund 1,6 Mrd € steigern; auf vergleichbarer Basis betrug der Zuwachs 19 %. Dabei festigte sich die Nachfrageerholung in Westeuropa im Geschäft mit Komponenten für PKW und Nutzfahrzeuge. Auch in China und im NAFTA-Raum entwickelte sich das PKW-Geschäft weiter positiv, obwohl in den USA zu Jahresbeginn die Kaufbereitschaft auf Grund des strengen Winters schwächer ausfiel; im Bereich Nutz- und Off-Highway-Fahrzeuge war eine höhere Nachfrage in den USA zu spüren. Die Marktentwicklung in Indien blieb auf Grund der unsicheren konjunkturellen Rahmenbedingungen weiterhin schwach. Bei Powertrain und Chassis wuchs das Geschäft im PKW-Mittelklasse- und -Premiumsegment unter anderem durch Neuproduktanläufe. Der Aufbau unserer neuen Werke, vor allem in Asien und Südamerika, schreitet weiterhin gut voran. Im Februar 2014 erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Werk zur Produktion von Automobilkomponenten im brasilianischen Poços de Caldas. Mit Beginn der Serienfertigung sollen dort jährlich mehr als eine Million Zylinderkopfmodule für die Automobilindustrie hergestellt werden, die eine effizientere Motorenmontage bei den Automobilherstellern ermöglichen. Im Geschäft mit Industriekomponenten setzte sich die leichte Belebung gegenüber den schwachen Vorjahreswerten fort. Insbesondere die Nachfrage in China sorgte für erhöhte Auftragseingänge bei Komponenten für Windkraftanlagen. Dagegen war im Bereich Baumaschinenkomponenten in Westeuropa keine Trendwende der schwachen Nachfrageentwicklung sichtbar.

Der Umsatz folgte der Auftragseingangsentwicklung und wurde mit rund 3 Mrd € im 1. Halbjahr und einem Plus von 10 % ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahr gesteigert; auf vergleichbarer Basis konnte er um 13 % ausgeweitet werden. Im 2. Quartal konnten wir den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 14 % und auf vergleichbarer Basis um 17 % steigern. Gegenüber dem saisonbedingt schwächeren Vorquartal wurden rund 9 % höhere Auftragseingänge und Umsätze erzielt.

Ergebnis und Marge gesteigert

Mit 138 Mio € im 1. Halbjahr und 75 Mio € im 2. Quartal konnte das Bereinigte EBIT von Components Technology gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Hierbei wirkten sich höhere Umsätze, aber vor allem Leistungssteigerungen aus im Vorjahr eingeleiteten Restrukturierungs- und Effizienzmaßnahmen im Rahmen des Konzern-programms impact positiv aus. Das Ergebnis enthält weiterhin Anlaufkosten für neue Werke und neue Produkte. Die Bereinigte-EBIT-Marge erhöhte sich im 2. Quartal auf 4,8 %.

Das EBIT war im 1. Halbjahr durch Sondereffekte belastet, die im Wesentlichen aus Restrukturierungsaufwendungen für Personalmaßnahmen im Bereich Baumaschinenkomponenten (Berco) sowie aus Wertminderungsaufwendungen einer at-Equity-Beteiligung im Rahmen eines Verkaufsvorgangs resultieren.

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* Der Ausweis für Q1 2012/2013 bis Q1 2013/2014 wurde angepasst.

Das Baumaschinenkomponenten-Geschäft wird zum 31. März 2014 nicht mehr als Veräußerungsgruppe ausgewiesen; damit sind ab dem 01. Oktober 2012 ausgesetzte planmäßige Abschreibungen in Höhe von 6 Mio € nachzuholen, wovon 2 Mio € das 1. Halbjahr 2013/2014 betreffen (vgl. dazu auch Anhang-Nr. 02). Die bereits im letzten Geschäftsjahr begonnenen Restrukturierungsaktivitäten werden fortgeführt, um die Zukunftsfähigkeit des Bereichs zu sichern sowie die weiterhin angestrebte Veräußerung zu unterstützen.

ELEVATOR TECHNOLOGY

Elevator Technology in Zahlen   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragsbestand (31.03.) Mio € 3.766 3.834 2
Auftragseingang Mio € 3.249 3.382 4
Umsatz Mio € 2.920 3.025 4
EBIT Mio € 304 292 – 4
EBIT-Marge % 10,4 9,7
Bereinigtes EBIT Mio € 315 338 7
Bereinigte-EBIT-Marge % 10,8 11,2
Mitarbeiter (31.03.)   48.150 49.316 2
Elevator Technology in Zahlen   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragsbestand (31.03.) Mio € 3.766 3.834 2
Auftragseingang Mio € 1.633 1.581 – 3
Umsatz Mio € 1.388 1.481 7
EBIT Mio € 133 159 20
EBIT-Marge % 9,6 10,7
Bereinigtes EBIT Mio € 146 163 12
Bereinigte-EBIT-Marge % 10,5 11,0
Mitarbeiter (31.03.)   48.150 49.316 2

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service für die gesamte Produktpalette. Über 900 Standorte sorgen für ein dichtes Service-Netz und somit für eine optimale Nähe zum Kunden.

Auftragseingang von positiver Entwicklung in China, den USA und Südkorea getragen

Infolge von negativen Wechselkurseffekten war der Auftragseingang mit 1,6 Mrd € im 2. Quartal im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig; auf vergleichbarer Basis legte der Auftragseingang jedoch leicht zu und reflektiert die weiterhin positive operative Entwicklung. Im Vergleich zum 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte Elevator Technology saisonal bedingt einen rückläufigen Auftragseingang. Im 1. Halbjahr 2013/2014 konnten wir den Auftragseingang um 4 % gegenüber dem Vorjahr auf 3,4 Mrd € steigern – im Wesentlichen getragen von der positiven Entwicklung in China, den USA und Südkorea. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte betrug der Anstieg 9 %. In Europa blieb die Nachfrage konstant, trotz der Verzögerung von einigen Großprojekten. Der Auftragsbestand stieg gegenüber dem Vorjahres- und Vorquartal.

Starker Umsatz, besonders in Asien

Getragen durch den starken Auftragseingang entwickelte sich der Umsatz des 1. Halbjahres mit 3,0 Mrd € verglichen mit dem Vorjahreswert operativ ebenfalls sehr positiv und konnte bereinigt um negative Wechselkurseffekte um 8 % wachsen. Der Umsatz betrug im 2. Quartal 1,5 Mrd € und lag trotz negativer Wechselkurseffekte um 7 % über dem Vorjahresniveau, auf vergleichbarer Basis sogar um 12 %. Während im europäischen Raum der Umsatz insgesamt leicht den Vorjahreswert übertraf, verzeichneten wir im asiatischen Raum – insbesondere in China – erneut Wachstumsraten im zweistelligen Bereich, wie beim Auftragseingang im Wesentlichen durch die hohe Nachfrage im Neuanlagengeschäft bedingt. Analog zum Auftragseingang ging auch der Umsatz verglichen mit dem Vorquartal im 2. Quartal des Geschäftsjahres saisonal bedingt zurück.

Bild

Performance-Programm zeigt Wirkung

Elevator Technology hat im 1. Halbjahr 2013/2014 bei Umsatz und Bereinigte-EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahr zugelegt und das Bereinigte EBIT trotz negativer Wechselkurseffekte um 7 % auf 338 Mio € gesteigert. Die Ergebnis- und Margenverbesserung reflektiert insbesondere die positive operative Geschäftsentwicklung sowie die positiven Effekte aus den begleitenden Maßnahmen zur Performance-Optimierung und Restrukturierung im Rahmen des Konzernprogramms impact. Im 2. Quartal 2013/2014 war das Bereinigte EBIT im Vergleich zum Vorquartal saisonal bedingt leicht rückläufig, konnte jedoch gegenüber dem Vorjahresquartal um 12 % auf 163 Mio € gesteigert werden. Die Bereinigte-EBIT-Marge erhöhte sich im 1. Halbjahr um 0,4 %-Punkte und lag mit 11,0 % im 2. Quartal 0,5 %-Punkte über dem Wert des Vorjahres.

Das EBIT betrug im Berichtshalbjahr 292 Mio €. Darin sind Sondereffekte in Höhe von 46 Mio € enthalten, die in erster Linie aus Restrukturierungsmaßnahmen in Europa resultieren und im Wesentlichen im 1. Quartal anfielen.

INDUSTRIAL SOLUTIONS

Industrial Solutions in Zahlen   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragsbestand (31.03.) Mio € 16.440 15.082 – 8
Auftragseingang Mio € 3.597 3.483 – 3
davon Marine Systems 1) Mio € 227 1.360 499
Umsatz Mio € 2.734 2.881 5
davon Marine Systems 1) Mio € 703 762 8
EBIT Mio € 339 368 9
EBIT-Marge % 12,4 12,8
Bereinigtes EBIT Mio € 320 372 16
Bereinigte-EBIT-Marge % 11,7 12,9
Mitarbeiter (31.03.)   18.427 19.081 4

1) einschließlich Sonstiger Beteiligungen und Konsolidierung

Industrial Solutions in Zahlen   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragsbestand (31.03.) Mio € 16.440 15.082 – 8
Auftragseingang Mio € 1.595 1.188 – 26
davon Marine Systems 1) Mio € 45 59 31
Umsatz Mio € 1.428 1.593 12
davon Marine Systems 1) Mio € 400 444 11
EBIT Mio € 198 195 – 2
EBIT-Marge % 13,9 12,2
Bereinigtes EBIT Mio € 180 199 11
Bereinigte-EBIT-Marge % 12,6 12,5
Mitarbeiter (31.03.)   18.427 19.081 4

1) einschließlich Sonstiger Beteiligungen und Konsolidierung

Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung des Konzerns haben wir bei der Integration und Regionalisierung des Anlagenbaus wichtige Meilensteine erreicht. Um die weltweiten Marktchancen im Anlagenbau als einem wichtigen Wachstumsfeld des Konzerns besser nutzen zu können, wurden im Januar 2014 die bisher eigenständigen Anlagenbauunternehmen ThyssenKrupp Uhde und ThyssenKrupp Resource Technologies (zuvor entstanden aus ThyssenKrupp Polysius und ThyssenKrupp Fördertechnik) unter dem Dach von ThyssenKrupp Industrial Solutions zusammengeführt. Als global aufgestellter, integrierter Anlagenbauer stellt ThyssenKrupp Industrial Solutions eine strategische Marktentwicklung und eine einheitliche Kundenansprache sicher und fördert den globalen Austausch von Wissen sowie Engineering- und Abwicklungskompetenzen über all seine Geschäfte hinweg. Dies trägt dazu bei, die Wachstumsziele im Anlagenbaugeschäft zu erreichen und die Effizienz zu steigern.

Neben dem Anlagenbaugeschäft, das wir operativ durch die beiden Business Units Process Technologies (bisher Uhde) und Resource Technologies (früher Polysius und Fördertechnik) führen, umfasst die Business Area Industrial Solutions auch die Business Units Marine Systems und System Engineering. Das Produktportfolio reicht von Chemie- und Raffinerieanlagen im Bereich Process Technologies, Anlagen für die Zementindustrie sowie innovativen Lösungen zur Gewinnung und Weiterver-arbeitung von Rohstoffen im Bereich Resource Technologies über den Marineschiffbau im Bereich Marine Systems bis hin zu Produktionssystemen für die Automobilindustrie im Bereich System Engineering.

Auftragseingang auf hohem Niveau und starkes Umsatzwachstum im 1. Halbjahr

Die Geschäftsentwicklung von Industrial Solutions bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Der erneut hohe Auftragseingang entwickelte sich mit 3,5 Mrd € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit –3 % weitgehend stabil und blieb auf vergleichbarer Basis nahezu unverändert. Der hohe Auftragseingang des 2. Quartals 2012/2013, der durch Großaufträge im Zementbereich geprägt war, konnte hingegen erwartungsgemäß nicht erreicht werden. Der Umsatz erreichte 2,9 Mrd € im 1. Halbjahr und 1,6 Mrd € im 2. Quartal 2013/2014 und stieg damit sowohl gegenüber dem Vorjahreshalbjahr als auch gegenüber dem Vorjahresquartal um 5 % bzw. 12 % – auf vergleichbarer Basis um 9 % bzw. 16 %. Dabei profitierten wir von ersten Umsatzrealisierungen einiger gewonnener Großaufträge, insbesondere im Bereich Process Technologies.

Process Technologies konnte beim Auftragseingang nicht den sehr hohen Wert des 1. Halbjahres 2012/2013 erreichen, der wesentlich durch den Schiefergas-Boom und die entsprechenden Großaufträge im Düngemittelbereich in den USA getrieben wurde. Im 2. Quartal 2013/2014 legte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorquartal deutlich zu; unter anderem gewannen wir einen Folgeauftrag für eine Düngemittelanlage in Ungarn.

Resource Technologies verzeichnete eine lebhafte Nachfrage nach Zementanlagen und erreichte – trotz einer weiterhin schwächeren Nachfrage bei Neuanlagen im Mining-Geschäft – beim Auftragseingang in etwa das Niveau des 1. Halbjahres 2012/2013. So konnten wir im 2. Quartal einen Auftrag zum Bau einer schlüsselfertigen Zementanlage in Algerien gewinnen. Dieser Großauftrag bestätigt die Strategie unseres Anlagenbaugeschäfts, technologische Kompetenz mit einer starken Präsenz in den Wachstumsregionen zu verbinden. Hierdurch profitiert das Unternehmen vom Ausbau der Infrastruktur insbesondere in den Emerging Markets.

Die Marktentwicklung bei System Engineering schwächte sich im Berichtshalbjahr ab. Wir sehen aber weiterhin gute Projektchancen aus der Nachfrage nach Produktionssystemen sowohl für die Automobil- als auch für die Luftfahrtindustrie.

Der hohe Auftragseingang bei Marine Systems im 1. Halbjahr 2013/2014 war insbesondere durch einen Großauftrag über die Lieferung von zwei U-Booten an Singapur im 1. Quartal geprägt. Angesichts der öffentlich geäußerten Absicht der schwedischen Regierung, künftige Marineschiffbauprogramme national durchführen zu wollen, haben wir Mitte April 2014 Gespräche mit Saab über einen Verkauf der schwedischen Werft ThyssenKrupp Marine Systems AB (ehemals Kockums) aufgenommen. Eine mögliche Transaktion steht unter dem Vorbehalt einer kartellrechtlichen Genehmigung. Wir planen, unsere Marineschiffbauaktivitäten an den Standorten Kiel, Hamburg und Emden zu konzentrieren.

Die insgesamt solide Auftragssituation der Business Area Industrial Solutions führt zu einem weiterhin hohen Auftragsbestand von 15,1 Mrd €, der eine langfristige Planbarkeit und Auslastung für die nächsten zwei bis drei Jahre sichert.

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Deutliche Ergebnissteigerung bei weiterhin guter Margenqualität

Im 2. Quartal konnte das Bereinigte EBIT mit 199 Mio € gegenüber dem Vor- und Vorjahresquartal nochmals deutlich gesteigert werden. Insgesamt belief sich der Wert im 1. Halbjahr 2013/2014 auf 372 Mio € und lag damit voll im Rahmen der erwarteten Ergebnissteigerungen. Die deutliche Ergebnisverbesserung profitierte von Auftragsabrechnungen im Düngemittelbereich von Process Technologies und von Effizienzsteigerungsmaßnahmen in allen Business Units. Die Bereinigte-EBIT-Marge stieg im Halbjahresvergleich ebenfalls und lag mit 12,9 % (1. Halbjahr 2012/2013: 11,7 %) weiter deutlich im zweistelligen Zielbereich. Das Halbjahresergebnis wurde geringfügig durch Sondereffekte von –4 Mio € belastet, die vorwiegend durch Restrukturierungsmaßnahmen entstanden sind.

MATERIALS SERVICES

Materials Services in Zahlen   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 5.753 6.256 9
Umsatz Mio € 5.738 6.059 6
EBIT Mio € – 121 80 ++
EBIT-Marge % – 2,1 1,3
Bereinigtes EBIT Mio € 98 90 – 8
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,7 1,5
Mitarbeiter (31.03.)   26.230 30.653 17
Materials Services in Zahlen   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.988 3.414 14
Umsatz Mio € 2.923 3.320 14
EBIT Mio € – 157 37 ++
EBIT-Marge % – 5,4 1,1
Bereinigtes EBIT Mio € 58 56 – 3
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,0 1,7
Mitarbeiter (31.03.)   26.230 30.653 17

Die Business Area ist an rund 500 Standorten in 35 Ländern auf die Distribution von Roh- und Werkstoffen einschließlich technischer Dienstleistungen spezialisiert. Im Rahmen der Entflechtung aller finanziellen Verbindungen mit Outokumpu wurden von Outokumpu die gesamte VDM-Gruppe, die AST-Gruppe mit ihren Werken und dem italienischen Service-Center sowie weitere Edelstahl-Service-Center in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Türkei an ThyssenKrupp übertragen und mit Wirkung zum 28. Februar 2014 der Business Area Materials Services zugeordnet. Insbesondere AST soll zukünftig von der weltweiten Vertriebsorganisation profitieren.

Deutliches Absatzplus dank breiter Vertriebsinitiativen – in Teilbereichen leicht anziehende Nachfrage

Auch im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2013/2014 hat sich die internationale Ausrichtung mit der breiten Kunden- und Branchenorientierung deutlich ausgezahlt. Der Absatz im Lagergeschäft mit metallischen Werkstoffen wurde auf Basis intensiver Vertriebsinitiativen in fast allen Regionen deutlich ausgeweitet. Mit 2,8 Mio t haben wir in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres einen Zuwachs von 8 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielt und dabei das Rekordniveau vor der Finanzkrise 2008 nahezu erreicht. Sowohl gegenüber dem 2. Quartal 2012/2013 als auch gegenüber dem 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres haben wir fast überall deutlich mehr Werkstoffe verkauft. Trotz des intensiven Wettbewerbs konnten wir das Strecken- und Trading-Geschäft im 1. Halbjahr gegenüber dem Vergleichszeitraum um 13 % auf 1,8 Mio t ausweiten. Der Absatz von Rohstoffen wie Koks/Kohle, Spezialerze, Mineralien, Legierungen und Metalle wurde mit 1,9 Mio t weit mehr als verdoppelt; lediglich die Auslieferungen von Legierungen und Metallen gingen in Anbetracht des sehr schwachen Edelstahl-Marktes im Vergleich zum Vorjahr noch einmal leicht zurück.

Die Finanzkennziffern der Business Area sind insbesondere durch die Einbeziehung der VDM- und AST-Gruppe zum 01. März 2014 beeinflusst. Dies betrifft Umsatz und Auftragseingang mit jeweils rund 300 Mio €.

Der Auftragseingang im 1. Halbjahr 2013/2014 lag mit knapp 6,3 Mrd € um 9 % über dem Vorjahr, auf vergleichbarer Basis betrug der Zuwachs 6 %; im Vergleich der 2. Quartale ergibt sich ein ähnliches Bild. Im 2. Quartal 2013/2014 erzielten wir einen Umsatz von gut 3,3 Mrd €, im 1. Halbjahr von knapp 6,1 Mrd €. Er lag damit um 14 % bzw. 6 % über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auf vergleichbarer Basis betrug der Anstieg trotz der deutlichen Mengensteigerungen lediglich 7 % bzw. 3 %. Wesentliche Ursache war die Preisentwicklung, die sich sowohl im Lager- als auch im Streckengeschäft völlig unbefriedigend gestaltete. Die Preise für Walzstahl, insbesondere aber auch für Edelstahl, NE-Metalle und Kunststoffe lagen im Durchschnitt erheblich unter den Vorjahreswerten. Dies galt ebenfalls für die meisten Rohstoffe. Seit Februar 2014 zeigten sowohl die Nickel- und in der Folge auch die Edelstahlpreise eine leichte Erholungstendenz.

Im Zusammenhang mit dem hohen Mengenwachstum haben wir den Umsatz im Werkstoff-Trading und im Rohstoffhandel überdurchschnittlich gesteigert. Auch das Kunststoffgeschäft ist zweistellig gewachsen. Die Dienstleistungen für die Luftfahrtindustrie konnten wir auf hohem Niveau stabil halten. Gleiches galt – bei deutlich höheren Auslieferungen – auch für das automobilnahe Service-Center-Geschäft.

Der für den Geschäftsbereich Railway/Construction im letzten Geschäftsjahr eingeleitete Verkaufsprozess wurde nach intensiver Prüfung der Kaufangebote und Gesprächen mit potenziellen Erwerbern im März 2014 gestoppt. Keines der Angebote konnte die wirtschaftlichen Anforderungen von ThyssenKrupp erfüllen. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, die Gleistechnik-Aktivitäten in Anbetracht fehlender Perspektiven nicht weiter fortzuführen. Das profitable Bautechnikgeschäft wird weitergeführt und nach einer Analyse des Geschäftsmodells neu positioniert werden.

Die Performance-Programme im Rahmen von impact – in erster Linie zur Optimierung des Logistik-Netzwerks, der operativen Struktur und der Verwaltung – haben wir weltweit mit Nachdruck fortgesetzt, die Mitarbeiterzahl in allen Regionen und Geschäftseinheiten der Marktentwicklung angepasst. Zahlreiche Unternehmensverschmelzungen in Deutschland und Europa sind in der Umsetzung; das Geschäft in Russland und in der Slowakei wird neu strukturiert.

Durch den Transfer von VDM, AST und der Edelstahl-Service-Center sind gut 5.000 Mitarbeiter zu Materials Services hinzugekommen. Die Integration der Service-Center in Deutschland, Frankreich, Spanien und der Türkei in die vorhandene Business-Area-Organisation ist weitgehend abgeschlossen. Zurzeit analysieren wir die Geschäftsmodelle und -pläne von VDM und AST im Detail; gemeinsam mit dem Management wird bis zum Sommer ein tragfähiges, mit umfangreichen Maßnahmen hinterlegtes industrielles Konzept finalisiert.

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Bereinigtes EBIT in schwierigem Preis- und Wettbewerbsumfeld weitgehend stabil

Das Bereinigte EBIT konnten wir mit 90 Mio € im 1. Halbjahr und 56 Mio € im 2. Quartal 2013/2014 auf Grund der intensiven Vertriebsinitiativen und Performance-Programme jeweils weitgehend auf Vorjahresniveau halten und gegenüber dem saisonal schwächeren 1. Quartal deutlich ausbauen. Es enthält dabei einen negativen Beitrag der zum 01. März 2014 neu einbezogenen Aktivitäten von 3 Mio €. Das EBIT lag mit 80 Mio € im 1. Halbjahr 2013/2014 um 200 Mio € über dem Vorjahresniveau. Das 1. Halbjahr 2012/2013 war durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 219 Mio € belastet, die insbesondere durch Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Schienenkartell anfielen. Die Sondereffekte des laufenden Geschäftsjahres in Höhe von 10 Mio € enthalten im Wesentlichen einen Ertrag aus der Veräußerung einer Beteiligung aus dem Bereich Rohstoffhandel sowie verschiedene Restrukturierungsaufwendungen, insbesondere für das Geschäft und die Organisation in Russland.

STEEL EUROPE

Steel Europe in Zahlen   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 5.023 4.704 – 6
Umsatz Mio € 4.765 4.463 – 6
EBIT Mio € 19 72 279
EBIT-Marge % 0,4 1,6
Bereinigtes EBIT Mio € 39 81 108
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,8 1,8
Mitarbeiter (31.03.)   27.773 26.397 – 5
Steel Europe in Zahlen   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.620 2.430 – 7
Umsatz Mio € 2.512 2.389 – 5
EBIT Mio € – 10 52 ++
EBIT-Marge % – 0,4 2,2
Bereinigtes EBIT Mio € 9 62 589
Bereinigte-EBIT-Marge % 0,4 2,6
Mitarbeiter (31.03.)   27.773 26.397 – 5

Die Business Area Steel Europe steht für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von hochwertigem Qualitätsflachstahl vor allem im europäischen Markt. Wichtige Kunden sind die Automobilindustrie und andere stahlverarbeitende Industriezweige. Zum Leistungsspektrum gehören auch Produkte für attraktive Spezialmärkte wie beispielsweise die Verpackungsindustrie.

Auftragseingang und Umsatz desinvestitions- und preisbedingt rückläufig

Steel Europe verzeichnete im 1. Halbjahr 2013/2014 im Wesentlichen desinvestitionsbedingt ein etwas niedrigeres Geschäftsvolumen als im Vorjahr. Das vergleichbare operative Geschäft zeigte sich insgesamt annähernd stabil; es war geprägt von der wieder günstigeren und im Verlauf gefestigten Mengenkonjunktur, aber auch von anhaltendem Preis- und Margendruck. Der Auftragseingang erreichte 4,7 Mrd € und war damit 6 % niedriger als im Vorjahr; auf vergleichbarer Basis blieb er stabil. Die Preise, zu denen wir neue Aufträge buchten, waren im Durchschnitt niedriger als im Vorjahr. Die Bestellmengen stabilisierten sich dagegen auf Vorjahreshöhe, wobei das 2. Geschäftsjahresquartal nicht zuletzt saisonbedingt gegenüber dem Vorquartal deutlich zulegte.

Der Umsatz ging im Berichtshalbjahr um 6 % auf 4,5 Mrd € zurück. Auf vergleichbarer Basis – insbesondere ohne das veräußerte Tailored-Blanks-Geschäft – blieb der Umsatz stabil. Die durchschnittlichen Nettoerlöse waren rückläufig, da wir uns dem schwachen Spotmarktpreistrend nicht entziehen konnten. Den Versand konnten wir jedoch um 2 % ausweiten, portfoliobereinigt um 4 %. Im Verlauf stellte sich die Entwicklung merklich günstiger dar. Der Absatz im 2. Quartal übertraf das Niveau des Vorquartals um 20 %. Die wieder bessere Beschäftigung unserer Abnehmer vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie, der Verpackungsindustrie und im Bereich der Service-Center war hierfür maßgeblich.

Höhere Rohstahlerzeugung im Vorgriff auf Hochofenzustellung

Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen von den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) war im Berichtszeitraum mit 6,6 Mio t um 17 % höher als im Vorjahr. In Vorbereitung der für das laufende Jahr geplanten Zustellung des Hochofens 2 Schwelgern wurde im Oktober 2013 der neu zugestellte Hochofen 9 wieder angeblasen. Aus dem gleichen Grund wurden die Brammenbezüge von HKM gesteigert. Bei leicht verbesserter Auftragslage nahm die Walzstahlproduktion für Kunden im Vorjahresvergleich um insgesamt 5 % auf 6,1 Mio t zu. Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Stillsetzung einzelner Oberflächenveredelungsanlagen waren die der Metallurgie nachgelagerten Verarbeitungsstufen überwiegend gut ausgelastet.

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„Best-in-Class Reloaded“ zeigt Wirkung: EBIT in schwierigem Marktumfeld deutlich gesteigert

Das Bereinigte EBIT erreichte im 1. Halbjahr 2013/2014 81 Mio € und wurde damit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Rechnet man den im Vorjahr noch enthaltenen Gewinn von Tailored Blanks heraus, war die operative Ergebnisverbesserung noch deutlicher. Die Bereinigte-EBIT-Marge erhöhte sich von 0,8 % auf 1,8 %. Mit 62 Mio € im 2. Quartal konnte das Bereinigte EBIT sowohl im Vergleich zum Vorjahresquartal als auch saisonal bzw. mengenbedingt gegenüber dem Vorquartal trotz rückläufiger Durchschnittserlöse deutlich gesteigert werden. Sondereffekte beeinflussten das Ergebnis nur unwesentlich, in den ersten sechs Monaten 2013/2014 wurde ein EBIT von 72 Mio € ausgewiesen. Das trotz dieser deutlichen Steigerung weiterhin unzureichende Ergebnisniveau war primär durch die zu niedrigen Durchschnittserlöse bedingt.

Vor dem Hintergrund der voraussichtlich auch zukünftig schwierigen Marktbedingungen – insbesondere im Hinblick auf die Stahlpreise – liegt der Fokus des Managements weiter auf der nachdrücklichen Umsetzung der Maßnahmen aus „Best-in-Class Reloaded“. Viele der in diesem Programm identifizierten Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsziele wurden im laufenden Geschäftsjahr bereits in nennenswertem Umfang erreicht und waren ergebniswirksam. Die Anstrengungen werden konsequent fortgeführt. Der ebenfalls in diesem Kontext geplante Verkauf der Fertigung kornorientierten Elektrobands einschließlich der Elektrobandaktivitäten in Nashik, Indien, wurde eingeleitet. Kostensenkungsmaßnahmen werden durch Differenzierungsinitiativen und intensivierte Vertriebsanstrengungen ergänzt; ein neu aufgelegtes Projekt zielt dabei auf die weitere Optimierung des strategischen Vertriebsmanagements.

STEEL AMERICAS

Steel Americas in Zahlen   1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.069 1.183 11
Umsatz Mio € 989 1.073 8
EBIT 1) Mio € – 166 118 ++
EBIT-Marge % 11,0
Bereinigtes EBIT 1) Mio € – 166 – 43 74
Bereinigte-EBIT-Marge %
Mitarbeiter (31.03.)   4.068 4.037 – 1

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Steel Americas in Zahlen   2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014 Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 509 574 13
Umsatz Mio € 501 535 7
EBIT 1) Mio € – 44 117 ++
EBIT-Marge % 21,9
Bereinigtes EBIT 1) Mio € – 44 – 26 41
Bereinigte-EBIT-Marge %
Mitarbeiter (31.03.)   4.068 4.037 – 1

1) Der Vorjahresausweis wurde angepasst.

Mit dem Stahlwerk in Brasilien (ThyssenKrupp CSA) beliefert die Business Area Steel Americas den amerikanischen Markt mit hochwertigen Brammen. Im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung hatte ThyssenKrupp entschieden, das Walz- und Beschichtungswerk ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama abzugeben; über den Verkauf wurde am 29. November 2013 mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation ein Vertrag unterzeichnet, das Closing erfolgte am 26. Februar 2014. Die Vereinbarung beinhaltet auch den Abschluss eines langfristigen Brammenliefervertrags für das brasilianische Stahlwerk. Daraus folgend wurde die Business Area Steel Americas insgesamt zum Ende des Geschäftsjahres 2012/2013 aus dem Status der nicht fortgeführten Aktivität im Sinne der IFRS wieder als fortgeführte Aktivität eingegliedert; innerhalb der Business Area bildete ThyssenKrupp Steel USA bis Ende Februar 2014 eine Veräußerungsgruppe.

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* Der Ausweis für Q1 2012/2013 bis Q1 2013/2014 wurde angepasst.

Steigerungen bei Auftragseingang, Umsatz und Produktion

Im 1. Halbjahr 2013/2014 wurde mit 1,2 Mrd € ein um 11 % höherer Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr realisiert. Im 2. Quartal lag dieser 13 % oberhalb des Vorjahresquartals und 6 % unterhalb des 1. Quartals 2013/2014. Die Beiträge von ThyssenKrupp Steel USA sind bis zum Vollzug der Veräußerung Ende Februar 2014 enthalten. ThyssenKrupp CSA konnte den Auftragseingang in den ersten sechs Monaten 2013/2014 auf Grund positiver Mengeneffekte um 13 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Umsatz von Steel Americas übertraf mit 1,1 Mrd € um 8 % den Vorjahreswert und reflektiert insbesondere ein höheres Versand- und Erlösniveau; auf vergleichbarer Basis legte der Umsatz um 12 % zu. Im Quartalsvergleich verbesserte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr ebenfalls mengen- und preisbedingt um 7 % und blieb trotz der mit dem Closing entfallenden Umsatzbeiträge von ThyssenKrupp Steel USA gegenüber dem Vorquartal konstant. Das brasilianische Hüttenwerk steigerte die Brammenproduktion im Berichtshalbjahr auf 2,0 Mio t und lag damit um 14 % über dem Vorjahresniveau. 1,4 Mio t Brammen wurden an das US-Weiterverarbeitungswerk geliefert und durch eine Intensivierung der Vertriebsaktivitäten in Nord- und Südamerika mit 0,6 Mio t doppelt so viele Brammen an konzernexterne Kunden vermarktet wie im Vorjahr.

Ergebnis deutlich verbessert

Das Bereinigte EBIT wurde im 1. Halbjahr 2013/2014 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 100 Mio € auf –43 Mio € verbessert. Die deutliche Verbesserung resultierte insbesondere aus einer höheren und effizienteren Auslastung, der Senkung von Kosten, wie einem strukturell verbesserten spezifischen Reduktionsmittelverbrauch und Einsparmaßnahmen aus dem Konzernprogramm impact, sowie aus positiven Preiseffekten im nordamerikanischen Flachstahlmarkt. Auch im 2. Quartal konnte das Bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahresniveau verbessert werden, obwohl das Vorjahresquartal stark von einem positiven aperiodischen Steuereffekt profitierte. Gegenüber dem Vorquartal ging das Bereinigte EBIT leicht zurück; rückläufige Beiträge von ThyssenKrupp Steel USA wurden dabei durch operative Verbesserungen und positive Wechselkurseffekte bei ThyssenKrupp CSA teilweise kompensiert.

Das EBIT lag mit 118 Mio € im 1. Halbjahr und 117 Mio € im 2. Quartal deutlich über den Vorjahres- und Vorquartalswerten; es war neben den operativen Verbesserungen wesentlich durch den hohen positiven Sondereffekt aus der Veräußerung des US-Standortes in Calvert sowie durch positive Sondereffekte aus der Fortschreibung der Bewertung eines langfristigen Frachtvertrags begünstigt.

Die Mitarbeiterzahl war im 1. Halbjahr 2013/2014 im Saldo nur leicht rückläufig und reflektiert im Wesentlichen die mit Beginn des Geschäftsjahres geänderte Zuordnung eines für ThyssenKrupp CSA tätigen Stahlwerksdienstleisters von Materials Services zu Steel Americas sowie den Verkauf des Walz- und Beschichtungswerks ThyssenKrupp Steel USA im Februar 2014.

BEREICH CORPORATE DER THYSSENKRUPP AG

Corporate umfasst die Konzernverwaltung sowie die Shared-Services-Aktivitäten. Der Konzern wird von der ThyssenKrupp AG als Hauptverwaltung zentral geführt. Für eine noch stärkere weltweite Vernetzung arbeitet der Konzern nun in einer dreidimensionalen Führungsstruktur (Netzwerkorganisation) aus operativen Geschäften, Funktionen und Regionen. Im Rahmen dieses neuen Führungskonzepts haben Regional Headquarters in Brasilien, Indien, China und der Region Asien/ Pazifik ihre Arbeit aufgenommen. Das Regional Headquarter in Nordamerika ist seit Beginn des vergangenen Geschäftsjahres vollumfänglich aktiv.

Die Shared-Services-Aktivitäten umfassen die Bereiche Business Services (Finanzen und Personal), IT und Real Estate ein-schließlich der nicht betriebsnotwendigen Immobilien. Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgängigen Dienstleistungen für Konzernunternehmen und externe Kunden erbringen, betrug im 1. Halbjahr 84 Mio € und somit 14 Mio € weniger als im Vorjahreshalbjahr.

Das Bereinigte EBIT von Corporate lag im 1. Halbjahr 2013/2014 bei –222 Mio €, nach –217 Mio € im Vorjahr. Dabei wurden höhere Aufwendungen für die Konzerninitiativen, insbesondere die Daten- und Prozessharmonisierung (daproh), durch Kostensenkungen im Rahmen von impact kompensiert. Das EBIT belief sich nach –251 Mio € im Vorjahr auf –315 Mio € und war im Saldo durch Sondereffekte in Höhe von insgesamt 93 Mio € belastet.

Die Sondereffekte betrafen insbesondere einen Ertrag aus der Entkonsolidierung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company im Rahmen der Abwicklung in einem Chapter-11-Verfahren sowie einen Verlust aus dem Vollzug der Veräußerung der Outokumpu-Beteiligung.

STAINLESS GLOBAL (NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄT)

Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu abgeschlossen. Bis zum Ende der Konzernzugehörigkeit erzielte Stainless Global im 1. Quartal 2012/2013 einen Auftragseingang von 1,3 Mrd €, einen Umsatz von 1,4 Mrd € und ein EBIT von 72 Mio €. In direktem Zusammenhang mit dem Abgang von Stainless Global entstanden im 1. Halbjahr 2013/2014 nachlaufende Erträge und Aufwendungen, die im Saldo zu einem EBIT von 185 Mio € führten. Diese stammen im Wesentlichen aus dem 1. Quartal 2013/2014 aus der Auflösung von Rückstellungen auf die aus dem Verkauf von Inoxum an Outokumpu resultierende Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen.

ANALYSE DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Aktivitäten lagen 1. Halbjahr 2013/2014 mit 19.404 Mio € um 675 oder 4 % über dem Vorjahreswert. Die Umsatzkosten der fortgeführten Aktivitäten erhöhten sich um 450 Mio € oder 3 % und damit unterproportional im Vergleich zur Umsatzentwicklung. Wesentliche Ursache für den Anstieg waren erhöhte Materialaufwendungen sowie gestiegene Restrukturierungsaufwendungen in den Business Areas Elevator Technology und Steel Europe. Das Bruttoergebnis vom Umsatz der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich entsprechend um 225 Mio € auf 2.986 Mio €, die Brutto-Umsatzmarge lag unverändert bei 15 %.

Zu dem Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten der fortgeführten Aktivitäten um 14 Mio € trugen hauptsächlich die Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions bei.

Die Erhöhung der allgemeinen Verwaltungskosten der fortgeführten Aktivitäten um 53 Mio € resultierte hauptsächlich aus im Berichtszeitraum entstandenen Restrukturierungsaufwendungen in der Business Area Elevator Technology sowie aus gestiegenen Beratungskosten.

Die deutliche Abnahme der sonstigen Aufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 249 Mio € betraf im Wesentlichen die im Vorjahr gebildeten Rückstellungen in der Business Area Materials Services im Zusammenhang mit dem Schienenkartell.

Auf die fortgeführten Aktivitäten entfielen insgesamt sonstige Gewinne, die um 297 Mio € über dem Vorjahreswert lagen. Dies war vor allem auf die im Berichtszeitraum erfolgte Abwicklung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company sowie den Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA zurückzuführen.

Der Anstieg der Finanzierungserträge der fortgeführten Aktivitäten um 380 Mio € resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Wechselkursgewinnen im Zusammenhang mit Finanztransaktionen. Die Zunahme der Finanzierungsaufwendungen der fortgeführten Aktivitäten um 589 Mio € betraf hauptsächlich erhöhte Währungsverluste im Zusammenhang mit Finanztransaktionen sowie den Verlust aus dem Abgang der Beteiligung an der Outokumpu Oyj.

Für den Berichtszeitraum ergab sich bei einem Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) von 139 Mio € ein Steueraufwand der fortgeführten Aktivitäten von 124 Mio €, der insbesondere durch steuerlich nicht abziehbare Aufwendungen aus der Outokumpu-Beteiligung und deren Veräußerung sowie – wie schon im Vorjahr – durch Wertberichtigungen aktiver latenter Ertragsteuern beeinflusst wurde.

Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich für die fortgeführten Aktivitäten ein Gewinn von 15 Mio €.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten erzielten im Berichtsjahr einen Gewinn von 185 Mio € nach 61 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursache für den Gewinnanstieg um 124 Mio € war das insgesamt um 270 Mio € auf einen Gewinn von 185 Mio € verbesserte laufende Ergebnis; diese Entwicklung war insbesondere durch die Auflösung der Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe von Inoxum an Outokumpu beeinflusst. Gegenläufig wirkte der nur im Vorjahreszeitraum erfasste Gewinn von 146 Mio € aus dem Abgang des Edelstahlgeschäfts.

Unter Einbeziehung des Ergebnisses nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten ergab sich ein Periodenüberschuss von 200 Mio € nach einem Fehlbetrag von 145 Mio € im Vorjahreshalbjahr.

Im Berichtshalbjahr wurde ein Gewinn je Aktie bezogen auf den Periodenüberschuss, der auf die Aktionäre der ThyssenKrupp AG entfällt, in Höhe von 0,37 € erzielt; dies war eine Verbesserung um 0,63 € gegenüber dem Vorjahr. Auf die fortgeführten Aktivitäten entfiel ein Gewinn je Aktie von 0,03 € nach einem Verlust von 0,38 € im Vorjahr.

ANALYSE DER KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Kapitalflussrechnung insgesamt betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente” und enthält bis zu deren tatsächlichen Veräußerung auch die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten. Die nicht fortgeführten Aktivitäten umfassen für das 1. Quartal 2012/2013 Zahlungen, die auf die Aktivitäten von Stainless Global entfallen.

Im Berichtszeitraum ergab sich ein Mittelabfluss aus der operativen Geschäftstätigkeit von insgesamt 209 Mio €, während im Vorjahr ein Mittelzufluss von 22 Mio € zu verzeichnen war. Die Verschlechterung um insgesamt 231 Mio € betraf mit 426 Mio € hauptsächlich die Entwicklung bei den fortgeführten Aktivitäten. Hier ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 209 Mio €, während im Vorjahreszeitraum ein Mittelzufluss von 216 Mio € erzielt wurde. Die Verschlechterung resultierte insbesondere aus der erhöhten Mittelbindung bei den operativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Aus der Investitionstätigkeit resultierte insgesamt ein Mittelzufluss von 594 Mio € nach einem Mittelzufluss von 264 Mio € im Vorjahr. Wesentliche Ursachen für die Veränderung um 330 Mio € waren die um 169 Mio € verminderten Investitionsauszahlungen der fortgeführten Aktivitäten für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie der Wegfall der im Vorjahr noch erfassten Investitionsauszahlungen in Höhe von 99 Mio € bei den nicht fortgeführten Aktivitäten. Die Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften betrafen im Berichtszeitraum die Abgabe von ThyssenKrupp Steel USA, während sich im Vorjahr insbesondere die Abgabe des Edelstahlgeschäfts an Outokumpu auswirkte. Darüber hinaus führte die Abwicklung der bisher konsolidierten nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company in einem Chapter-11-Verfahren zur Abgabe von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 279 Mio € im 2. Quartal 2013/2014.

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe von Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, erhöhte sich insgesamt um 99 Mio € auf einen positiven Wert von 385 Mio €. Dem Wegfall des negativen Free Cash-Flows der nicht fortgeführten Aktivitäten von 293 Mio € im Vorjahr stand der im Berichtszeitraum um 194 Mio € verminderte Free Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten gegenüber.

Die Finanzierungstätigkeit führte insgesamt zu Mittelzuflüssen in Höhe von 876 Mio €. Dies waren 1.208 Mio € weniger als im Vorjahr; hiervon betrafen 238 Mio € den Wegfall des Mittelzuflusses bei den nicht fortgeführten Aktivitäten. Der Rückgang resultierte darüber hinaus mit 970 Mio € hauptsächlich aus der Entwicklung bei den fortgeführten Aktivitäten. Zwei gegenläufige Effekte waren hierfür insbesondere verantwortlich: Im Berichtszeitraum ergab sich insgesamt eine Aufnahme von Finanzschulden in Höhe von 151 Mio €, während im entsprechenden Vorjahreszeitraum die Aufnahme von Finanzschulden insgesamt noch 2.070 Mio € betrug. Der hiermit verbundenen Abnahme um 1.919 Mio € standen Mittelzuflüsse in Höhe von 878 Mio € aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung gegenüber.

ANALYSE DER BILANZSTRUKTUR

Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem 30. September 2013 um insgesamt 1.131 Mio € auf 36.428 Mio €. Hierin ist eine umrechnungsbedingte Abnahme um 408 Mio € enthalten, die insbesondere die Kursentwicklung des US-Dollar betraf.

Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich unter Berücksichtigung einer wechselkursbedingten Minderung von 147 Mio € insgesamt um 954 Mio €. Hauptursache für den Rückgang war mit 968 Mio € die Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte als Folge der Übertragung der im Rahmen des Inoxum-Verkaufs entstandenen Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu am 28. Februar 2014. Die im Gegenzug übernommenen und erstmals konsolidierten Aktivitäten von VDM und AST trugen insbesondere zu dem Anstieg der Sachanlagen um 439 Mio € bei. Die zur Erfüllung der Vorgaben der EU in diesem Zusammenhang erfolgte Abgabe unseres Anteils von 29,9 % an Outokumpu Oyj war im Wesentlichen für den Rückgang der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 272 Mio € verantwortlich. Die Abnahme der aktiven latenten Steuern um 201 Mio € betraf hauptsächlich die Abwicklung der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company in einem Chapter-11-Verfahren.

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich insgesamt um 2.085 Mio €; hierin war eine umrechnungsbedingte Abnahme von 260 Mio € enthalten.

Die Vorräte lagen zum 31. März 2014 mit 7.709 Mio € um 1.358 Mio € über dem Wert am 30. September 2013. Der Anstieg betraf überwiegend die erstmalige Konsolidierung von VDM und AST. Weitere Zunahmen ergaben sich insbesondere in der Business Area Components Technology, hauptsächlich als Folge der Rückgliederung der bisherigen Veräußerungsgruppe Berco, sowie durch einen mengenmäßigen Bestandsaufbau bei Steel Europe.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich insgesamt um 677 Mio € auf 5.633 Mio €. Dazu trugen neben der erwähnten Erstkonsolidierung von VDM und AST sowie der Rückgliederung von Berco auch die erhöhten Forderungen im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen in den Business Areas Elevator Technology und Industrial Solutions bei.

Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte um 329 Mio € betraf hauptsächlich geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Vorräten und andere Vorauszahlungen sowie gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern.

Die Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 1.222 Mio € enthielt Einzahlungen von 878 Mio € aus der im Dezember 2013 durchgeführten Kapitalerhöhung sowie in Höhe von 1.250 Mio € Einzahlungen aus der Begebung einer Anleihe im Februar 2014. Darüber hinaus wirkte sich der im Berichtszeitraum erzielte positive Free Cash-Flow von 385 Mio € erhöhend aus. Gegenläufig wirkte mit 1.034 Mio € hauptsächlich die insgesamt erfolgte Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte verminderten sich hauptsächlich als Folge des Verkaufs von ThyssenKrupp Steel USA und der erwähnten Rückgliederung von Berco deutlich um 1.510 Mio € auf 33 Mio €.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. März 2014 gegenüber dem 30. September 2013 um 671 Mio € auf 3.183 Mio €. Hauptursache war mit 878 Mio € die Kapitalerhöhung Anfang Dezember 2013. Darüber hinaus trug auch der im Berichtszeitraum erzielte Periodenüberschuss von 200 Mio € zu dem Anstieg bei. Gegenläufig wirkten insbesondere die im sonstigen Ergebnis berücksichtigten Verluste aus der Währungsumrechnung in Höhe von 194 Mio € sowie versicherungsmathematische Verluste (nach Steuern) von 202 Mio €. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 7,1 % auf 8,7 %.

Die langfristigen Verbindlichkeiten nahmen insgesamt um 763 Mio € ab. Hierin enthalten war eine Verminderung der langfristigen Finanzschulden um 471 Mio €, die insbesondere die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betraf. Gegenläufig wirkte die oben genannte Begebung einer Anleihe von 1.250 Mio €, der wiederum die Umgliederung einer im März 2015 fälligen Anleihe von 750 Mio € in die kurzfristigen Finanzschulden gegenüberstand. Der Rückgang der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 402 Mio € resultierte hauptsächlich aus gesunkenen Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Abwicklung von The Budd Company. Gegenläufig wirkte insbesondere eine Zunahme der Rückstellungen für Pensionen als Folge der im Rahmen der Neubewertung der Pensionsverpflichtungen zum 31. März 2014 aktualisierten Zinssätze.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen um 1.223 Mio € an. Hierin waren umrechnungsbedingte Abnahmen von 213 Mio € enthalten. Der insgesamt eingetretene Anstieg war das Resultat verschiedener, teils gegenläufiger Effekte: Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen um 338 Mio € resultierte insbesondere aus der Auflösung einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung für mögliche Auswirkungen aus fusionskontrollrechtlichen Auflagen im Zusammenhang mit der Abgabe von Inoxum an Outokumpu. Darüber hinaus erfolgte im Berichtszeitraum auf Grund eines mit der Deutschen Bahn geschlossenen Vergleichs im Zusammenhang mit dem Schienenkartell die Inanspruchnahme einer im Vorjahr gebildeten Rückstellung.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen mit 4.637 Mio € um 924 Mio € deutlich über dem Niveau am 30. September 2013. Ursachen hierfür waren im Wesentlichen die Erstkonsolidierung von VDM und AST sowie die Rückgliederung von Berco. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzschulden um 608 Mio € resultierte insbesondere aus der erwähnten Umgliederung einer bisher als langfristig eingestuften Anleihe. Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 230 Mio € betraf insbesondere die Rückführung von Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen. Gestiegene Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Fertigungsaufträgen sowie erhöhte erhaltene Anzahlungen trugen hauptsächlich zur Erhöhung der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 631 Mio € bei.

Der Rückgang der Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten um 257 Mio € betraf im Wesentlichen die Rückgliederung der bisherigen Veräußerungsgruppe Berco.

NACHTRAGSBERICHT

Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor.

THYSSENKRUPP AKTIE

Kursentwicklung profitiert von nachdrücklicher Umsetzung der Strategischen Weiterentwicklung

Die Wertsteigerung der ThyssenKrupp Aktie in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres war im Wesentlichen durch die fortschreitende Risikoreduktion im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung getrieben. Schlüsselinitiativen hierbei waren der Verkauf des amerikanischen Walz- und Beschichtungswerks ThyssenKrupp Steel USA und der Brammenliefervertrag für ThyssenKrupp CSA, die Beendigung aller finanziellen Verbindungen zu Outokumpu sowie die erfolgreichen Finanzierungsmaßnahmen des Konzerns auf der Eigen- und Fremdkapitalseite.

Nicht zuletzt konnte unser Capital Market Day im Dezember 2013 in London, in dessen Mittelpunkt unsere wachstumsstarken Industriegüter-Geschäfte Elevator Technology und Industrial Solutions standen, der Aktie positive Bewertungsimpulse verleihen.

Die ThyssenKrupp Aktie entwickelte sich seit der Kapitalerhöhung besser als die Vergleichsindizes. Am 31. März 2014, zum Ende des 2. Quartals, notierte die ThyssenKrupp Aktie bei 19,46 € und damit um 12,8 % bzw. 10,1 % besser als am 03. Dezember 2013 bzw. 30. September 2013. In den gleichen Zeiträumen haben sich die Indizes DAX um 3,6 % bzw. 11,2 % und DJ STOXX um 5,4 % bzw. 8,7 % verbessert.

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Kapitalerhöhung reflektiert zunehmende internationale Unterstützung für Strategische Weiterentwicklung

Die schnelle Platzierung der Kapitalerhöhung Anfang Dezember 2013 bei nahezu dreifacher Überzeichnung von überwiegend langfristig orientierten Investoren bestätigt das Vertrauen des Kapitalmarktes in die langfristige Strategie von ThyssenKrupp. Dabei zeigte sich eine hohe Unterstützung insbesondere bei internationalen institutionellen Anlegern: Mehr als zwei Drittel der Nachfrage kamen aus dem angelsächsischen Raum, weniger als 10 % von deutschen Investoren. Die Nachfrage wurde zudem zu rund 90 % von Investoren generiert, mit denen wir im Rahmen unserer Investor Relations in kontinuierlichem und gezieltem Dialog stehen.

Cevian Capital hat Beteiligung an ThyssenKrupp weiter erhöht

Am 28. Februar 2014 hat Cevian Capital im Rahmen einer erneuten Stimmrechtsmitteilung darüber informiert, dass sich der Anteil an der ThyssenKrupp AG nochmals erhöht und die 15%-Meldeschwelle überschritten wurde. Der Stimmrechtsanteil von Cevian betrug an diesem Tag 15,08 % am Grundkapital der Gesellschaft; dies entspricht 85.321.744 Stück Aktien. Damit ist Cevian Capital zweitgrößter Aktionär nach der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

RATING

Wir verfügen seit 2001 über Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s sowie seit 2003 von Fitch. Im Dezember 2013 stufte Fitch das Rating von ThyssenKrupp von BBB- auf BB+ herab. Damit befinden sich unsere Ratings unterhalb der Grenze zum Investment Grade. Alle drei Ratings haben einen negativen Ausblick. Der negative Ausblick eines Ratings besagt, dass die Agentur die Rating-Einschätzung einem genaueren Monitoring unterzieht und üblicherweise innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 18 Monaten über diese erneut entscheidet.

  Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B negativ
Moody's Ba1 Not Prime negativ
Fitch BB+ B negativ

INNOVATIONEN

Sonnenenergie und Wasserstoff sind wichtige Bausteine einer nachhaltigen Energieversorgung. Die Nachfrage nach leistungsstarken Batteriezellen und Batteriesystemen als Energie-Zwischenspeicher wächst.

ThyssenKrupp System Engineering, ein Tochterunternehmen des Anlagenbauspezialisten ThyssenKrupp Industrial Solutions, plant und konstruiert Produktionsanlagen für Energiespeicher. Im sächsischen Pleißa betreiben wir außerdem ein Technikum, das die Fertigungstechnologie für Batterien weiterentwickelt. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), eines der führenden europäischen Energieforschungsinstitute, hat ThyssenKrupp System Engineering mit der Planung und Konstruktion einer vollautomatischen Pilotanlage zur Formation von Batteriezellen auf Lithium-Ionen-Basis beauftragt. Zu den Aufgaben des ZSW gehört die Erforschung und Entwicklung von Technologien zur nachhaltigen und klimafreundlichen Bereitstellung von Strom, Wärme und regenerativen Kraftstoffen.

Die Business Area Materials Services hat gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) und der Technischen Universität Dortmund das neue Logistiksystem Logistic Excellence (LEx) für den Wertstoffhandel entwickelt. Die wegweisende Innovation optimiert die verschiedenen Stationen einer Logistikkette, mit der rund 150.000 Artikel ab Lager just-in-time zum Kunden gebracht werden.

Die Business Area Steel Europe hat mit den Zink-Magnesium-Überzügen ZM EcoProtect® und ZM PrimeProtect® zwei hochwirksame Korrosionsschutzlösungen für sichtbare Außenhautteile der Autokarosserie zur Serienreife gebracht. Zink ist der gängige Korrosionsschutz in der Automobilindustrie. Gegenüber reinen Zink-Überzügen bieten ZM EcoProtect® und ZM PrimeProtect® mit ihrer deutlich höheren Korrosionsschutzwirkung unter anderem den Vorteil, dass die Auflagenstärke des Zink-Magnesium-Überzugs gegenüber konventionellen Verzinkungen um etwa ein Drittel reduziert werden kann. Pro Mittelklassefahrzeug ist eine ressourcenschonende Ersparnis von zwei Kilogramm Zink erzielbar.

Mit dem synergy element hat die Business Area Elevator Technology einen neuen, besonders wirtschaftlichen Aufzugstyp für Wohngebäude an den Markt gebracht. Das neue Modell zeichnet sich unter anderem durch seinen geringen Energieverbrauch aus und ist in die Energieeffizienzklasse A nach deutschem Standard VDI 4707-1 eingestuft. Gebaut wird synergy element in Spanien am Standort Mostoles bei Madrid.

MITARBEITER

Bei ThyssenKrupp waren zum 31. März 2014 weltweit 160.786 Mitarbeiter beschäftigt, 5.313 oder 3,4 % mehr als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 30. September 2013 erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 3.930. Hauptsächlich ergab sich dieser Zuwachs durch den Transfer von 5.085 Mitarbeitern von VDM und AST von Outokumpu. Dagegen führte der Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA zu einem Rückgang um 1.522 Mitarbeiter. Im Saldo verblieb ein im Wesentlichen operativer Personalaufbau von 367 Mitarbeitern: Dabei stand dem Abbau von ca. 700 Mitarbeitern bei Steel Europe, Steel Americas und Corporate durch verschiedene Initiativen und Maßnahmen im Rahmen des Konzernprogramms impact ein Aufbau insbesondere im Ausland von ca. 1.060 Mitarbeitern bei unseren wachstumsstarken Industriegüter-Geschäften im Rahmen der Erschließung neuer Kunden und Märkte in Amerika und Asien gegenüber. Durch eine interne Umstrukturierung sind 1.412 Mitarbeiter aus der Business Area Materials Services in die Business Area Steel Americas gewechselt.

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In Deutschland stieg die Mitarbeiterzahl gegenüber dem 30. September 2013 um 1.355 auf 59.519; ohne den Transfer der Mitarbeiter von VDM wäre die Zahl rückläufig gewesen. 20,0 % aller Mitarbeiter hatten zum 31. März 2014 ihren Arbeitsplatz im europäischen Ausland, 12,4 % im NAFTA-Raum und 13,8 % in Südamerika, 15,4 % in Asien – insbesondere in China und Indien – sowie 1,4 % in den übrigen Regionen.

COMPLIANCE

Das Compliance-Programm zur Korruptionsbekämpfung und zum Kartellrecht mit seinen drei Säulen „Informieren“, „Identifizieren“ sowie „Berichten und Handeln“ wurde auch im Berichtszeitraum weiter konsequent umgesetzt und weiterentwickelt. Der Fokus lag unverändert auf der Umsetzung der im Rahmen des Konzernprogramms ACT verabschiedeten strukturellen Änderungen. Zudem arbeiten wir weiter konsequent die Empfehlungen aus der Sonderprüfung ab.

Zu der Kartelluntersuchung bei ThyssenKrupp Steel Europe und den wirtschaftlichen Risiken aus dem Verfahren lesen Sie im Kapitel „Chancen und Risiken“.

Neuer Vorstand für Recht und Compliance

Seit dem 01. Februar 2014 leitet Dr. Donatus Kaufmann als Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG das neu geschaffene Ressort Recht und Compliance. Infolgedessen wurden u.a. Zuständigkeiten und Berichtswege angepasst, so dass der Chief Compliance Officer nunmehr unmittelbar an Herrn Dr. Kaufmann berichtet.

Weiterentwicklung des Compliance-Programms

Unser Compliance-Programm wird unter Berücksichtigung aktueller Compliance-Entwicklungen, einschließlich der Erkenntnisse aus der internen Compliance-Arbeit, kontinuierlich weiterentwickelt. Im Berichtsquartal wurde die Compliance-Organisation weiter an die durch das Projekt ACT geänderte Konzernstruktur angepasst. So ist insbesondere die personelle Erweiterung weiter vorangeschritten. Die Besetzung der Compliance-Officer-Stellen auf den Ebenen Corporate und Business Areas ist im Wesentlichen abgeschlossen. Die Stellen der Regional Compliance Officer werden entsprechend den Fortschritten in der Regionalisierung des Konzerns besetzt. Die Compliance Officer im Bereich Corporate, in den Business Areas und Regionen beraten, informieren und schulen die Mitarbeiter weltweit über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen sowie interne Richtlinien und führen u.a. anlassunabhängige Compliance Audits und Untersuchungen in Verdachtsfällen durch. Die Compliance Officer greifen in den Business Areas und Konzernunternehmen auf ein Netzwerk von etwa 320 Compliance Managern zu, die – in der Regel als Geschäftsführer eines Konzernunternehmens – für die operative Umsetzung des Compliance-Programms in ihrem Verantwortungsbereich sorgen.

Basis für eine erfolgreiche Umsetzung des Compliance-Programms ist eine für Werte wie Offenheit, Transparenz und Glaubwürdigkeit stehende Unternehmenskultur. Unsere Führungskräfte tragen die unternehmerische Verantwortung für Compliance und richten ihr Handeln an diesen Werten aus. Zur Einhaltung von Recht, Gesetz und internen Richtlinien gibt es das klare Bekenntnis, dass bei ThyssenKrupp Verstöße, insbesondere Kartell- oder Korruptionsverstöße, im Sinne von „Null Toleranz” nicht geduldet werden.

MAKRO- UND BRANCHENUMFELD

Weltwirtschaft 2014 mit moderatem Wachstum - Industrieländer holen gegenüber Schwellenländern auf

Das globale Wirtschaftswachstum hat im Jahresverlauf 2013 an Schwung gewonnen, blieb mit lediglich 2,9 % aber noch unter dem schwachen Niveau vom Vorjahr. Frühindikatoren vom 1. Quartal 2014 signalisieren eine moderate Belebung der weltweiten Konjunkturdynamik in diesem Jahr. Insbesondere in den Industrieländern ist eine Stimmungsverbesserung zu erkennen, die – gestützt durch die weiterhin sehr expansive Geldpolitik – auf eine Wachstumsbeschleunigung von gut 2 % im Jahr 2014 nach nur rund 1 % im letzten Jahr hindeutet. In den Schwellenländern wird das Wirtschaftswachstum 2014 nach 4,8 % im letzten Jahr mit 4,9 % nur leicht höher ausfallen. Insgesamt erwarten wir für die Weltwirtschaft eine Zuwachsrate von 3,4 %.

Die Wirtschaft im Euro-Raum hat sich im Laufe des letzten Jahres aus der Rezession gelöst. Allerdings verläuft die konjunkturelle Erholung nur verhalten, insbesondere da die Strukturanpassungen in einigen Ländern die Konjunktur nach wie vor bremsen. Daher wird das Wachstum nach einem Minus von 0,4 % im letzten Jahr 2014 mit 1 % nur moderat im Plus liegen.

Die deutsche Wirtschaft dürfte in diesem Jahr merklich expandieren. Dabei wird das Wachstum insbesondere von der Binnennachfrage getragen. Bei den Investitionen werden neben dem notwendigen Ersatzbedarf auf Grund steigender Kapazitätsauslastung und den weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen auch vermehrt Erweiterungsinvestitionen erfolgen. Aber auch der private Konsum wird bei steigenden Einkommen und dank eines soliden Arbeitsmarktes merklich zulegen. Dagegen dürften vom Außenhandel nur schwache Wachstumsimpulse ausgehen. Insgesamt wird das BIP nach einem Plus von nur 0,4 % im abgelaufenen Jahr 2014 spürbar um 1,8 % zulegen.

Auch die US-Konjunktur gewinnt in diesem Jahr an Dynamik. Angesichts des vorangeschrittenen Konsolidierungsprozesses bei den privaten Haushalten und der fortgesetzten Verbesserung am Arbeitsmarkt dürfte sich der private Konsum zunehmend beschleunigen. Im Zuge der günstigeren konjunkturellen Rahmenbedingungen werden auch die Unternehmensinvestitionen stärker expandieren. Insgesamt wird die US-Wirtschaft nach einem Zuwachs 2013 von 1,9 % in diesem Jahr spürbar um 2,7 % expandieren.

Das BIP-Wachstum in China dürfte im laufenden Jahr nach einem Plus von 7,7 % 2013 bei 7,6 % liegen. Einerseits werden stärkere Wachstumsimpulse vom Außenhandel erwartet. Andererseits dürfte der angestrebte Wandel hin zu einem stärker vom privaten Verbrauch getragenen Wachstum noch nicht so viel Erfolg zeigen, um die geringere Investitionsdynamik zu kompensieren. In Indien wird sich nach einem schwachen Wachstum von nur 4,6 % im vergangenen Jahr der BIP-Zuwachs 2014 infolge einer verstärkten Auslandsnachfrage und einer forcierten Umsetzung von laufenden Infrastrukturprojekten leicht beschleunigen. Mit 5,4 % bleibt das Expansionstempo allerdings spürbar hinter den Zuwachsraten des vergangenen Jahrzehnts zurück. Nach einem nur mäßigen Plus von 2,3 % im Jahr 2013 dürfte die Wirtschaft Brasiliens auch in diesem Jahr mit ebenfalls 2,3 % nur moderat zulegen. Der private Konsum wird von der guten Verfassung am Arbeitsmarkt gestützt. Mangelnde Reformbereitschaft verhindert einen stärkeren Anstieg der Investitionstätigkeit. Das Wachstum in Russland wird sich nach einem sehr schwachen Plus von 1,3 % im Jahr 2013 wegen der andauernden Krisensituation in diesem Jahr nochmals auf 1,0 % abschwächen.

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Industriekonjunktur gewinnt an Dynamik

Automobilbau – 2014 wird ein weiteres Jahr des Wachstums in der Automobilkonjunktur erwartet. Weltweit werden 2014 voraussichtlich 85,6 Mio Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge verkauft, also über 3 % mehr als noch im Vorjahr. Konnte der chinesische Markt im letzten Jahr noch zweistellig zulegen, so wird für 2014 mit einem Wachstumsrückgang auf 9,3 % gerechnet. Positive Entwicklungen dürfte es außerdem auf dem US-amerikanischen Light-Vehicle-Markt geben, der sich schon im vergangenen Jahr mit etwa 8 % erholte und dieses Jahr noch einmal um über 6 % auf etwa 16,0 Mio Einheiten wachsen wird. Der europäische PKW-Markt wird 2014 erstmals seit über fünf Jahren wieder leicht zulegen. Dabei wird das Niveau der Neuzulassungen mit 18,1 Mio Fahrzeugen etwa 1 % über dem Vorjahr liegen. Der deutsche Markt wird dabei nominal das mit Abstand größte Wachstum aufweisen. Mit 3,3 Mio verkauften Fahrzeugen wächst der Markt um über 4 % und kehrt zum Niveau von 2012 zurück. Für den südamerikanischen Kontinent wird erwartet, dass 2014 kaum ein Markt das Volumen des Vorjahres nennenswert über- oder unterschreiten wird, sodass in Summe wieder von 5,9 Mio verkauften Einheiten ausgegangen wird.

Nachdem die weltweite Automobilproduktion von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen 2013 ein Wachstum von 4 % auf 82,6 Mio Fahrzeuge verzeichnete, wird für dieses Jahr mit einem Zuwachs von knapp 3 % auf insgesamt 84,9 Mio Einheiten gerechnet. Wie im vergangenen Jahr wird der chinesische Markt den größten Anteil des Wachstums ausmachen; 2014 werden 22,6 Mio Fahrzeuge und somit 9 % mehr als im Vorjahr produziert. Ebenfalls um 9 % kann der mexikanische Markt zulegen, der im laufenden Jahr 3,2 Mio Einheiten fertigen wird. Für den US-amerikanischen Light-Vehicle-Markt wird ein Wachstum von knapp 4 % erwartet. Der indische Markt wird nach einem schwachen Jahr 2013 in diesem Jahr wieder ein Wachstum von 3 % verzeichnen. Während unser Heimatmarkt Deutschland das Niveau des Vorjahres halten kann, erwarten wir bei den restlichen der zehn größten Automobilmärkte negative Entwicklungen. Am meisten verliert dabei der japanische Markt an Boden, der mit –5 % fast eine halbe Million Fahrzeuge weniger produziert als im Vorjahr. Auch der brasilianische Markt zeigt eine kurze Schwächephase und verliert knapp 3 %.

Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten 2013 2014*
Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge    
Welt 82,6 84,9
Westeuropa 12,6 12,7
Deutschland 5,5 5,6
USA 10,8 11,3
Japan 9,0 8,6
China 20,8 22,6
Brasilien 3,4 3,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr    
Deutschland – 1,5 3,0
USA 2,4 3,6
Japan 1,9 12,1
China 7,7 6,1
Bauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr    
Deutschland 2,3 2,5
USA 4,4 8,7
China 9,0 8,4
Indien 3,8 7,4
Marktversorgung Walzstahl, in Mio t    
Welt 1.481 1.527
Deutschland 38 40
USA 96 99
China 700 721

* Prognose

Maschinenbau – Nach einem insgesamt schwierigen Jahr 2013 zeigt die Maschinenbauproduktion in den meisten Ländern weltweit 2014 wieder aufwärts, ohne jedoch an die hohen Zuwächse der Vergangenheit anzuknüpfen. So kann der chinesische Maschinenbau infolge der temporären Wachstumsschwäche und gebremster Investitionen in China in diesem Jahr nur um ca. 6 % expandieren. Eine insgesamt positive Entwicklung nimmt die US-Maschinenproduktion, die nach überdurchschnittlicher Entwicklung 2013 in diesem Jahr um weitere 3,5 % wachsen wird. Für die meisten westeuropäischen Länder dürfte mit Produktionsrückgängen 2013 der Tiefpunkt durchschritten sein. Für 2014 werden erstmals wieder – wenn auch mäßige – Zuwächse im Bereich von 2,5 bis 3,5 % erwartet.

Der exportorientierte deutsche Maschinenbau verzeichnete 2013 einen Produktionsrückgang von 1,5 %. Obwohl sich die Weltkonjunktur verbessert hat, konnten die Auftragseingänge in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres nur um real 1 % gesteigert werden. Einem Anstieg von 2 % aus dem Ausland stand dabei ein Rückgang von ebenfalls 2 % aus dem Inland gegenüber. Dank der stabilen Auftragsbestände von knapp sechs Monaten konnte die Produktion zum Jahresbeginn 2014 jedoch um mehr als 5 % zulegen. Die vom deutschen Großanlagenbau 2013 erzielten Auftragseingänge lagen um 3 % über dem Niveau des Vorjahres. Für 2014 geht die Branche von einer Stagnation der Auftragseingänge auf Vorjahresniveau aus. Für den deutschen Maschinenbau insgesamt wird weiterhin ein Produktionszuwachs von 3 % erwartet.

Bauwirtschaft – Die Bauwirtschaft zeigt insbesondere in Europa Schwächetendenzen. In den meisten west- und osteuropäischen Ländern entwickelte sich die Bauproduktion auch 2013 rückläufig. In Osteuropa ist 2014 mit einem Wachstum von etwa 4 % zu rechnen. In Westeuropa wird 2014 eine Stabilisierung der Baukonjunktur erwartet. Bei der US-Bauproduktion ist 2014 mit einem Zuwachs von rund 9 % zu rechnen. Die deutsche Produktion im Bauhauptgewerbe wird auch 2014 von einer weiterhin guten Nachfrage im Wohnungsbau getragen, der von niedrigen Zinsen und positiver Arbeitsmarktlage profitiert. Die Bautätigkeit in Deutschland dürfte 2014 um 2,5 % zunehmen. Der Produktionszuwachs der Bauwirtschaft in China wird in diesem Jahr bei einer Wachstumsrate von rund 8,5 % etwas geringer ausfallen als in den Vorjahren.

Qualitätsflachstahl – Der europäische Qualitätsflachstahlmarkt war zu Beginn 2014 zunächst von einer sich fortsetzenden Erholung der Mengenkonjunktur gekennzeichnet. Der Bedarf insbesondere der Automobilindustrie, in geringerem Umfang aber auch der anderer stahlverarbeitenden Branchen sowie der Service-Center nahm infolge einer wieder höheren Beschäftigung zu. Im Zuge dessen und aus saisonalen Gründen dürften in begrenztem Umfang auch Lagerergänzungen erfolgt sein. Der Versand der europäischen Produzenten in den EU-Markt war im 1. Quartal 2014 um 7 % höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Importe aus Drittländern blieben zwar im Durchschnitt noch knapp darunter, legten aber im Verlauf wieder zu. Gegen Quartalsende schwächte sich die Nachfragedynamik leicht ab. Bei guter und kurzfristiger Materialverfügbarkeit agieren die Stahlkunden immer noch zurückhaltend. Es besteht keine Notwendigkeit, mehr als den dringend notwendigen Bedarf zu decken. Mit der Konstellation eines mehr als ausreichenden Angebots bei gleichzeitig nur moderater Nachfragebelebung waren die dringend erforderlichen Stahlpreiserhöhungen im europäischen Markt nur begrenzt und nicht nachhaltig durchsetzbar. Zudem ging ein Abwärtsdruck von temporär sinkenden Rohstoffnotierungen aus. Insgesamt zeigten daher die Spotpreise in Europa seit Jahresbeginn im Trend eher eine volatile Seitwärtsbewegung. In den USA haben die extremen Witterungsbedingungen im 1. Quartal 2014 den Stahlmarkt gedämpft. Als Folge eines verknappten Angebots zogen die Preise im März wieder kräftig an, nachdem sie seit dem Jahreswechsel zumeist nachgegeben hatten.

Vor dem Hintergrund der erwarteten weltwirtschaftlichen Erholung wird der globale Stahlmarkt auch 2014 weiter wachsen. Die Walzstahlmarktversorgung wird voraussichtlich um gut 3 % auf 1,53 Mrd t steigen. Dieser im Vergleich zu den Vorjahren geringere Zuwachs ist bedingt durch eine nachlassende Dynamik in vielen Schwellenländern. Vor allem der chinesische Stahlmarkt wächst – nach 6 % im vergangenen Jahr – 2014 mit 3 % langsamer, und die Anzeichen einer dauerhaften Abschwächung verstärken sich. In der EU setzt sich dagegen der moderate Erholungskurs trotz noch bestehender, aber verminderter Risiken fort. Von einem niedrigen Niveau kommend wird die Stahlnachfrage in diesem Jahr voraussichtlich um rund 3 % zunehmen. Die deutsche Stahlnachfrage dürfte konjunkturell und lagerzyklisch bedingt sogar um etwa 5 % auf mehr als 40 Mio t Walzstahl zunehmen. Auch in den USA könnte sich das Stahlmarktwachstum auf 4 % beschleunigen.

CHANCEN UND RISIKEN

Chancen

ThyssenKrupp als weltweit agierender diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz richtet sich mit seinen innovativen und ressourcenschonenden Produkten und Verfahren konsequent auf die Märkte der Zukunft aus. Diese Fokussierung bietet uns gute Wettbewerbschancen insbesondere für unsere Aufzugs- und Projektgeschäfte in den Schwellenländern. Durch die im Januar 2014 vollzogene Vollintegration des Anlagenbaus in Form der Verschmelzung von Resource Technologies, Process Technologies und ThyssenKrupp Industrial Solutions schaffen wir im Anlagenbau die Basis, die globalen Wachstumsmöglichkeiten in unseren Märkten noch konsequenter zu nutzen. Die gezielte Fortsetzung unseres internen Unternehmensprogramms impact wird darüber hinaus die Produktivität nachhaltig steigern und zu einer Wert-steigerung in allen Konzernbereichen beitragen.

Weiterhin gelten auch die Ausführungen zu unseren strategischen und operativen Chancen auf den Seiten 76-78 des Geschäftsberichts 2012/2013.

Risiken

Wenn positive Impulse aus der Weltwirtschaft und den für ThyssenKrupp relevanten Märkten ausbleiben, bestehen für den Konzern konjunkturelle Risiken. Geringere Wachstumsraten in den Schwellenländern sowie ungelöste Schuldenkrisen insbesondere im Euro-Raum können unsere Marktperspektiven mindern. Die entsprechenden konjunkturellen sowie weiteren länderspezifischen Rahmenbedingungen verfolgen und bewerten wir kontinuierlich, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Absatzrisiken aus Abhängigkeit von einzelnen Märkten und Branchen wirken wir durch eine konsequente Ausrichtung auf die Märkte der Zukunft entgegen. Als diversifizierter Industriekonzern mit führender Ingenieurkompetenz ist ThyssenKrupp weltweit vertreten, pflegt gute und langjährige Kundenbeziehungen und forciert eine aktive strategische Markt- und Kundenentwicklung.

ThyssenKrupp steuert Liquiditäts- und Kreditrisiken vorausschauend. Die Finanzierung und Liquidität stehen auch im Geschäftsjahr 2013/2014 auf einer gesicherten Basis. Der Konzern verfügte zum 31. März 2014 über 8,8 Mrd € an flüssigen Mitteln und freien, zugesagten Kreditlinien.

Dem Kreditrisiko (Ausfallrisiko) wirken wir entgegen, indem wir Finanzinstrumente unter Einhaltung vorgegebener Risikolimits grundsätzlich nur mit solchen Kontrahenten abschließen, die über eine sehr gute Bonität verfügen bzw. einem Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind. Darüber hinausgehende finanzwirtschaftliche Risiken wie das Währungs-, Zins- und Warenpreisrisiko werden durch den Abschluss derivativer Finanzinstrumente verringert. Bei Abschluss dieser Finanzinstrumente gelten ebenfalls restriktive Grundsätze zur Auswahl möglicher Kontrahenten.

ThyssenKrupp hat Vereinbarungen mit Banken, die bestimmte Bedingungen für den Fall vorsehen, dass das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital (Gearing) im Konzernabschluss 150 % zum jeweiligen Bilanzstichtag (30. September) überschreitet. Zum 31. März 2014 lag das Gearing des Konzerns bei 124,4 %. Wesentliche Ursachen für die Verbesserung des Gearing gegenüber dem Wert vom 30. September 2013 waren die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung sowie der vereinnahmte Verkaufserlös für die im Februar 2014 veräußerte ThyssenKrupp Steel USA.

Ebenso im Februar 2014 hat ThyssenKrupp seine nachrangige Finanzforderung an Outokumpu übertragen und im Gegenzug die Unternehmensgruppen VDM und AST sowie einige europäische Edelstahl-Service-Center übernommen. Im Rahmen dieser Transaktion hat ThyssenKrupp seinen Anteil von 29,9 % an Outokumpu verkauft und alle weiteren finanziellen Verbindungen zu Outokumpu beendet. Mit diesem Schritt reduzieren wir Risiken und sichern Wert für unser Unternehmen; mit Vollzug der Transaktion sind die Wert- und Ausfallrisiken aus der Beteiligung an Outokumpu sowie aus den gewährten Verkäuferdarlehen entfallen.

Die europäische Stahlindustrie ist neben konjunkturellen Unsicherheiten auch Importdruck und Überkapazitäten am Markt ausgesetzt. Mit dem ganzheitlichen Optimierungsprogramm „Best-in-Class Reloaded“ wirkt die Business Area Steel Europe den entsprechenden Risiken für die Absatzmengen und -preise entgegen, positioniert sich in anspruchsvollen Marktsegmenten mit geringer Zyklizität und leistet damit einen wesentlichen Beitrag, um das im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung von allen Konzerngeschäften geforderte Ertrags-, Cash-Flow-, Wertbeitrags- und Wettbewerbsprofil wieder zu erreichen.

Neue Gesetze und andere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene können Risiken für unsere Geschäftsaktivitäten bedeuten, wenn sie im Vergleich zu unseren Wettbewerbern mit höheren Kosten oder sonstigen Nachteilen für ThyssenKrupp verbunden sind. Insbesondere die 2014 weiter steigenden Energiekosten durch die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bedeuten schon heute eine erhebliche Belastung für die deutschen Stahlstandorte, die unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Verschärft wird die Risikosituation noch durch das EU-Beihilfeverfahren, das die Europäische Kommission am 18. Dezember 2013 gegen Deutschland eröffnet hat. Die Europäische Kommission vermutet, dass die teilweise Entlastung zahlreicher Unternehmen von der EEG-Umlage gegen EU-Wettbewerbsrecht verstößt. Sollte in diesem Zusammenhang oder durch neue gesetzgeberische Maßnahmen der Bundesregierung (EEG 2014) die bisher gewährte teilweise Entlastung von der EEG-Umlage für ThyssenKrupp und andere energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb verringert oder aufgehoben werden, bestehen Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der deutschen Produktionsstandorte von ThyssenKrupp. Wir begleiten den Diskussionsprozess im Zusammenhang mit dem EEG und zu weiteren Regulierungsbestrebungen durch enge Arbeitskontakte zu den relevanten Institutionen und arbeiten daran, so die entsprechenden Risiken zu reduzieren. Die aktuell vorliegenden Umwelt- und Energiebeihilferichtlinien der EU-Kommission und der Kabinettsentwurf zum neuen EEG 2014 zeigen eine Berücksichtigung unserer berechtigten Interessen; ein Abschluss des politischen Verfahrens wird im Sommer erwartet. Eine zeitliche Aussage zur Beendigung des Beihilfeverfahrens ist derzeit nicht möglich, wir gehen aber vor dem Hintergrund der politischen Aussagen aktuell von einem nur geringeren Risiko für den Konzern aus.

Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige ermittelt das Bundeskartellamt seit Ende Februar 2013 u.a. gegen ThyssenKrupp Steel Europe wegen des Anfangsverdachts auf Preisabsprachen im Zeitraum zurück bis 1998 bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. ThyssenKrupp hat eine eigene interne Untersuchung der Vorwürfe mit externer anwaltlicher Unterstützung veranlasst. Im Rahmen unseres vom 15. April bis zum 15. Juni 2013 durchgeführten Amnestieprogramms hat es keine Hinweise zu den laufenden Untersuchungen gegeben. Das Verfahren des Bundeskartellamtes dauert an. Die internen Untersuchungen, die auf Grund der Ermittlungen des Bundeskartellamtes aufgenommen wurden, sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Auf Grund der derzeitigen Erkenntnislage können signifikante nachteilige Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden.

Die Staatsanwaltschaft Bremen ermittelt seit 2013 u.a. gegen Verantwortliche der Atlas Elektronik GmbH wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Amtsträger im Zusammenhang mit Provisionszahlungen in griechischen Marineprojekten. Diese Zahlungen wurden vor Erwerb der Atlas durch ThyssenKrupp im Jahr 2007 geleistet. Atlas hatte den Sachverhalt bereits im Jahr 2010 im Anschluss an eine Compliance-Prüfung der Staatsanwaltschaft und dem Finanzamt Bremen mitgeteilt. Atlas Elektronik ist ein Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp und Airbus. Das Unternehmen kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und hat in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft eine interne Untersuchung veranlasst. Das Verfahren wird eng durch die Eigentümer begleitet.

Die verschiedenen Elemente unseres Konzern-Risikomanagements sind systematisch an den aktuellen Herausforderungen und Risiken des Konzerns ausgerichtet. So stellen wir sicher, dass keine bestandsgefährdenden Risiken vorliegen. Darüber hinaus gelten die im Geschäftsbericht 2012/2013 auf den Seiten 78-88 detaillierten Ausführungen des Risikoberichts weiterhin.

Über schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche sowie sonstige Risiken berichten wir unter Anhang-Nr. 07 im Zwischenabschluss.

Verkürzter Zwischenabschluss

Konzern-Bilanz

Aktiva
Mio €
Anhang-Nr. 30.09.2013* 31.03.2014
Immaterielle Vermögenswerte   4.206 4.214
Sachanlagen   7.484 7.923
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien   287 292
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen   949 677
Sonstige finanzielle Vermögenswerte   1.019 51
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte   335 370
Aktive latente Steuern   1.662 1.461
Langfristige Vermögenswerte   15.942 14.988
Vorräte   6.351 7.709
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   4.956 5.633
Sonstige finanzielle Vermögenswerte   500 426
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte   2.069 2.398
Laufende Ertragsteueransprüche   123 206
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   3.813 5.035
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 02 1.543 33
Kurzfristige Vermögenswerte   19.355 21.440
Summe Vermögenswerte   35.297 36.428
Passiva
Mio €
Anhang-Nr. 30.09.2013*   31.03.2014
Gezeichnetes Kapital   1.317   1.449
Kapitalrücklage   4.684   5.434
Gewinnrücklagen   – 4.086   – 3.756
Kumuliertes sonstiges Ergebnis   328   – 187
davon entfallen auf Veräußerungsgruppen (30.09.2013: 2; 31.03.2014: 1)        
Eigenkapital der Aktionäre der ThyssenKrupp AG   2.243   2.940
Nicht beherrschende Anteile   269   243
Eigenkapital   2.512   3.183
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 04 7.348   6.946
Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer   270   309
Sonstige Rückstellungen   676   717
Passive latente Steuern   52   81
Finanzschulden   6.955   6.484
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   3   3
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten   1   2
Langfristige Verbindlichkeiten   15.305   14.542
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer   298 214  
Sonstige Rückstellungen   1.363   1.025
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten   234   203
Finanzschulden   1.911   2.519
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   3.713   4.637
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten   1.241   1.011
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten   8.455   9.086
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 02 265   8
Kurzfristige Verbindlichkeiten   17.480   18.703
Verbindlichkeiten   32.785   33.245
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten   35.297   36.428

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie
in €
Anhang-Nr. 1. Halbjahr 2012/2013* 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013* 2. Quartal 2013/2014
Umsatzerlöse 09 18.729 19.404 9.540 10.295
Umsatzkosten 10 – 15.968 – 16.418 – 8.098 – 8.746
Bruttoergebnis vom Umsatz   2.761 2.986 1.442 1.549
Forschungs- und Entwicklungskosten   – 123 – 137 – 67 – 73
Vertriebskosten   – 1.377 – 1.372 – 699 – 688
Allgemeine Verwaltungskosten   – 1.027 – 1.080 – 510 – 532
Sonstige Erträge   116 88 70 37
Sonstige Aufwendungen   – 336 – 87 – 289 – 67
Sonstige Gewinne und Verluste   – 2 295 – 1 313
Betriebliches Ergebnis   12 693 – 54 539
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 11 – 3 – 17 – 14 14
Finanzierungserträge   182 562 81 350
Finanzierungsaufwendungen   – 510 – 1.099 – 256 – 534
Finanzergebnis   – 331 – 554 – 189 – 170
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern)   – 319 139 – 243 369
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   113 – 124 114 – 97
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern)   – 206 15 – 129 272
Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern) 02 61 185 2 – 2
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)   – 145 200 – 127 270
Davon:          
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG   – 132 204 – 129 269
Nicht beherrschende Anteile   – 13 – 4 2 1
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)   – 145 200 – 127 270
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 12        
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)   – 0,38 0,03 – 0,25 0,48
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG)   – 0,26 0,37 – 0,25 0,48

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Konzern-Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio € 1. Halbjahr 2012/2013* 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013* 2. Quartal 2013/2014
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 145 200 – 127 270
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:        
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen        
Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne/(Verluste) – 106 – 287 27 – 363
Steuereffekt 33 85 – 7 107
Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, gesamt – 73 – 202 20 – 256
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling"        
Veränderung der Gewinne/(Verluste) – 8 – 2 – 6 2
Steuereffekt 2 1 2 0
Gewinne/(Verluste) aus "asset ceiling", gesamt – 6 – 1 – 4 2
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt – 20 3 – 14 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden – 99 – 200 2 – 254
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden:        
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung        
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 12 – 121 108 – 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste 15 – 73 0 – 73
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 3 – 194 108 – 74
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten        
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 0 1 0 1
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0
Steuereffekt 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt 0 1 0 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus derivativen Finanzinstrumenten        
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) – 14 9 7 – 16
Realisierte (Gewinne)/Verluste 2 0 – 2 0
Steuereffekt 4 4 – 1 12
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), gesamt – 8 13 4 – 4
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 5 – 7 12 – 4
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden 0 – 187 124 – 81
Sonstiges Ergebnis – 99 – 387 126 – 335
Gesamtergebnis – 244 – 187 – 1 – 65
Davon:        
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG – 244 – 179 – 25 – 67
Nicht beherrschende Anteile 0 – 8 24 2
Der den Aktionären der ThyssenKrupp AG zuzurechnende Anteil am Gesamtergebnis teilt sich wie folgt auf:        
Fortgeführte Aktivitäten – 294 – 364 – 26 – 65
Nicht fortgeführte Aktivitäten 50 185 1 – 2

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl
    Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG
          Kumuliertes sonstiges Ergebnis  
  Aktienanzahl im Umlauf Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Stand am 30.09.2012 514.489.044 1.317 4.684 – 2.485 463 7
Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IAS 19R*       8    
Stand am 01.10.2012* 514.489.044 1.317 4.684 – 2.477 463 7
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)**       – 132    
Sonstiges Ergebnis**       – 99 – 4 0
Gesamtergebnis**       – 231 – 4 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile            
Sonstige Veränderungen       4    
Stand am 31.03.2013** 514.489.044 1.317 4.684 – 2.704 459 7
Stand am 30.09.2013* 514.489.044 1.317 4.684 – 3.816 107 3
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)       204    
Sonstiges Ergebnis       – 200 – 190 1
Gesamtergebnis       4 – 190 1
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile            
Kapitalerhöhung 51.448.903 132 750 – 3    
Sonstige Veränderungen       – 3    
Stand am 31.03.2014 565.937.947 1.449 5.434 – 3.818 – 83 4

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

** Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Mio €, mit Ausnahme der Aktienzahl
  Eigenkapitalanteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG    
  Kumuliertes sonstiges Ergebnis        
  Derivative Finanzinstrumente Anteil, der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt Gesamt Nicht beherrschende Anteile Gesamtes Eigenkapital
Stand am 30.09.2012 – 32 32 3.986 540 4.526
Anpassung aus der rückwirkenden Erstanwendung von IAS 19R*     8   8
Stand am 01.10.2012* – 32 32 3.994 540 4.534
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)**     – 132 – 13 – 145
Sonstiges Ergebnis** – 14 5 – 112 13 – 99
Gesamtergebnis** – 14 5 – 244 0 – 244
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile     0 – 28 – 28
Sonstige Veränderungen     4 – 19 – 15
Stand am 31.03.2013** – 46 37 3.754 493 4.247
Stand am 30.09.2013 – 65 13 2.243 269 2.512
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)     204 – 4 200
Sonstiges Ergebnis 13 – 7 – 383 – 4 – 387
Gesamtergebnis 13 – 7 – 179 – 8 – 187
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile     0 – 20 – 20
Kapitalerhöhung     879   879
Sonstige Veränderungen     – 3 2 – 1
Stand am 31.03.2014 – 52 6 2.940 243 3.183

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im verkürzten Anhang.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

** Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio € 1. Halbjahr 2012/2013* 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013* 2. Quartal 2013/2014
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) – 145 200 – 127 270
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrages) für die Überleitung zum Operating Cash-Flow:        
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 61 – 185 – 2 2
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) – 242 – 6 – 179 24
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 564 541 283 277
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte – 1 – 2 – 1 – 1
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 2 17 14 – 14
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte – 19 – 325 – 17 – 315
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:        
- Vorräte 29 – 497 195 115
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 110 – 444 – 387 – 977
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen – 93 – 134 – 29 – 92
- Sonstige Rückstellungen 332 – 188 212 – 91
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 36 307 181 219
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit – 224 507 19 227
Operating Cash-Flow - fortgeführte Aktivitäten 216 – 209 162 – 356
Operating Cash-Flow - nicht fortgeführte Aktivitäten – 194 0 0 0
Operating Cash-Flow - gesamt 22 – 209 162 – 356
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte – 1 0 – 1 0
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 6 – 7 – 5 – 5
Investitionen in Sachanlagen (einschl. geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien – 566 – 415 – 261 – 204
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschl. geleisteter Anzahlungen) – 48 – 30 – 20 – 11
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 0 46 – 1 32
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 929 1.254 10 1.254
Abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grund von Kontrollverlust bei bislang konsolidierten, aber nicht verkauften Unternehmen 0 – 279 0 – 279
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 54 25 41 16
Desinvestitionen von immateriellen Vermögenswerten 1 0 0 0
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 363 594 – 237 803
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten – 99 0 0 0
Cash-Flow aus Investitionstätigkeit - gesamt 264 594 – 237 803
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen 1.600 1.250 1.600 1.250
Tilgung von Anleihen – 1.000 0 – 1.000 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.708 611 562 88
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – 1.396 – 1.645 – 530 – 758
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 162 – 66 – 112 – 120
Zunahme/(Abnahme) Akzeptverbindlichkeiten – 4 1 0 – 1
Abnahme kurzfristige Wertpapiere 1 0 0 1
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 0 878 0 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile – 28 – 20 – 15 – 14
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften – 7 0 – 7 0
Finanzierung nicht fortgeführter Aktivitäten – 277 0 1 0
Sonstige Finanzierungsvorgänge 87 – 133 – 14 74
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - fortgeführte Aktivitäten 1.846 876 485 520
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - nicht fortgeführte Aktivitäten 238 0 0 0
Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit - gesamt 2.084 876 485 520
Zahlungswirksame Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 2.370 1.261 410 967
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - gesamt 16 – 51 53 1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode - gesamt 2.347 3.829 4.270 4.071
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode - gesamt 4.733 5.039 4.733 5.039
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Veräußerungsgruppen) (-) (4) (-) (4)
(davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der nicht fortgeführten Aktivitäten) (47) (-) (47) (-)
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cash-Flow fortgeführter Aktivitäten enthalten sind:        
Zinseinzahlungen 56 71 26 33
Zinsauszahlungen – 328 – 266 – 276 – 218
Erhaltene Dividenden 3 4 1 2
Auszahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag – 163 – 208 – 60 – 107

Siehe Anhang-Nr. 13 zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss.

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Verkürzter Konzern-Anhang

Unternehmensinformation

Die ThyssenKrupp Aktiengesellschaft („ThyssenKrupp AG“ oder „Gesellschaft“) ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der ThyssenKrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften („Konzern“) für den Zeitraum vom 01. Oktober 2013 bis 31. März 2014 wurde mit Beschluss des Vorstands vom 09. Mai 2014 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde gemäß § 37w WpHG sowie im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) für die Zwischenberichterstattung erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Der vorliegende verkürzte Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der Abschluss enthält nach Ansicht des Vorstands alle erforderlichen Anpassungen, die für eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Darstellung der Ertragslage zum Zwischenergebnis erforderlich sind. Die Ergebnisse der zum 31. März 2014 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzern-Zwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 „Interim Financial Reporting“ muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.

Die im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmalig angewendeten Rechnungslegungsvorschriften denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Konzernabschlusses unseres Geschäftsberichts 2012/2013 veröffentlicht.

Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat ThyssenKrupp die nachfolgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards erstmalig angewendet:

Im Dezember 2010 hat das IASB Änderungen zu IAS 12 „Income Taxes“ veröffentlicht. Nach IAS 12 hängt die Bewertung latenter Steuern davon ab, ob der Buchwert eines Vermögenswerts durch Nutzung oder durch Veräußerung realisiert wird. Diese Beurteilung ist oftmals schwierig, insbesondere wenn der Vermögenswert nach dem Zeitwertmodell von IAS 40 für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien bewertet wird. Die Änderung sieht daher vor, bei als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die zum Zeitwert bewertet werden, grundsätzlich von einer Realisierung durch Veräußerung auszugehen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2012 beginnen. Im Rahmen der Übernahme in das EU-Recht wurde die verpflichtende Anwendung auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen, verschoben. Die überarbeitete Fassung hat keinen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse, da der Konzern derzeit als Finanzinvestition gehaltene Immobilien zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert.

Im Mai 2011 hat das IASB den neuen Standard IFRS 13 „Fair Value Measurement“ veröffentlicht. IFRS 13 enthält eine Definition des beizulegenden Zeitwerts sowie Regelungen, wie dieser zu ermitteln ist, wenn andere IFRS-Vorschriften die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert als Wertmaßstab vorschreiben; der Standard selbst enthält keine Vorgaben, in welchen Fällen der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. Mit Ausnahme der in IFRS 13 explizit ausgenommenen Standards definiert IFRS 13 einheitliche Anhangangaben für alle Vermögenswerte und Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie für alle Vermögenswerte und Schulden, für die die Angabe des beizulegenden Zeitwerts als Anhangangabe erforderlich ist; hierdurch werden insbesondere in Bezug auf die nicht finanziellen Vermögenswerte die Angabepflichten erweitert. Der neue Standard ist verpflichtend prospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Im ersten Jahr der Anwendung sind keine Vergleichsangaben erforderlich. Die Erstanwendung hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, führt aber zu erweiterten Anhangangaben.

Im Juni 2011 hat das IASB Änderungen zu IAS 19 „Employee Benefits“ veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Abschaffung der aufgeschobenen Erfassung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste (sog. Korridormethode) zu Gunsten einer sofortigen Erfassung im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals sowie die Erfassung eines Nettozinsaufwands/-ertrags aus den Nettoverbindlichkeiten bzw. Nettovermögenswerten eines Pensionsplans, der unter Zugrundelegung des Diskontierungszinssatzes ermittelt wird. Weiterhin ergeben sich Auswirkungen durch die sofortige vollständige Erfassung des nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands, durch die Darstellung von Teilen der Verwaltungskosten in den Netto-Pensionsaufwendungen und durch den über den Erdienungszeitraum zu erfassenden Aufwand für Aufstockungsverpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen. Darüber hinaus werden zusätzliche Anhangangaben zu den Charakteristiken der Pensionspläne und den damit für das Unternehmen verbundenen Risiken verlangt. Die Änderungen zu IAS 19 sind verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Außerdem führt die Erstanwendung des geänderten Standards zu erweiterten Anhangangaben.

Aus der Abschaffung der Korridormethode bei der Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten ergeben sich keine Auswirkungen auf ThyssenKrupp, da bereits in der Vergangenheit versicherungsmathematische Gewinne und Verluste in voller Höhe periodengerecht im sonstigen Ergebnis innerhalb des Eigenkapitals erfasst wurden. Die Auswirkungen der Umstellung auf den IAS 19R auf die Konzern-Bilanz und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind nachfolgend dargestellt:

IAS 19R - Konzern-Bilanz

  01.10.2012 30.09.2013
Mio € Vor Anpassung IAS 19R Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R Vor Anpassung IAS 19R* Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
Summe Vermögenswerte 38.284 – 4 38.280 35.300 1 35.301
Eigenkapital 4.526 8 4.534 2.519 – 3 2.516
Langfristige Verbindlichkeiten 13.797 – 12 13.785 15.301 4 15.305
davon: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.708 – 12 7.696 7.344 4 7.348
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 38.284 – 4 38.280 35.300 1 35.301

* Einschließlich der Anpassung IAS 19R per 01.10.2012.

** Nach Anpassung durch IAS 19R per 01.10.2012, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco.

  31.03.2013
Mio € Vor Anpassung IAS 19R** Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
Summe Vermögenswerte 38.464 0 38.464
Eigenkapital 4.247 – 2 4.245
Langfristige Verbindlichkeiten 16.861 2 16.863
davon: Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.736 2 7.738
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 38.464 0 38.464

* Einschließlich der Anpassung IAS 19R per 01.10.2012.

** Nach Anpassung durch IAS 19R per 01.10.2012, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco.

IAS 19R - Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

  2012/2013 1. Halbjahr 2012/2013
Mio € Vor Anpassung IAS 19R Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R Vor Anpassung IAS 19R* Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
Betriebliches Ergebnis – 700 – 10 – 710 17 – 5 12
Finanzergebnis – 952 – 44 – 996 – 309 – 22 – 331
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 1.652 – 54 – 1.706 – 292 – 27 – 319
Steuern vom Einkommen und Ertrag 59 18 77 104 9 113
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 1.593 – 36 – 1.629 – 188 – 18 – 206

* Nach Anpassung durch die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco.

  2. Quartal 2012/2013
Mio € Vor Anpassung IAS 19R* Anpassung IAS 19R Nach Anpassung IAS 19R
Betriebliches Ergebnis – 52 – 2 – 54
Finanzergebnis – 178 – 11 – 189
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 230 – 13 – 243
Steuern vom Einkommen und Ertrag 110 4 114
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 120 – 9 – 129

* Nach Anpassung durch die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas und die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco.

Im Oktober 2011 hat das IASB die IFRIC-Interpretation 20 „Stripping Costs in the Production Phase of a Surface Mine“ veröffentlicht. Die Interpretation regelt die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten im Rahmen der Produktionsphase im Tagebergbau. Die Interpretation stellt klar, unter welchen Voraussetzungen ein Vermögenswert für entsprechende Abraumbeseitigungsmaßnahmen anzusetzen ist und wie die Erst- und Folgebewertung des Vermögenswertes zu erfolgen hat. Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Diese Interpretation hat keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Dezember 2011 hat das IASB eine Änderung zu IFRS 7 „Financial Instruments: Disclosures“ veröffentlicht, die Anhangangaben im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen verlangt. Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten geführt hat. Durch diese neuen Angaben sollen Vergleiche zwischen Unternehmen, die IFRS-Abschlüsse aufstellen, und Unternehmen, die US-GAAP-Abschlüsse aufstellen, vereinfacht werden. Die Ergänzung ist verpflichtend retrospektiv anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Die Erstanwendung führt zu erweiterten Anhangangaben.

Im Mai 2012 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts den vierten Sammelband „Improvements to IFRSs“ veröffentlicht. Hierdurch werden an fünf Standards (IFRS 1 „First-time Adoption of IFRS”, IAS 1 „Presentation of Financial Statements“, IAS 16 „Property, Plant and Equipment“, IAS 32 „Financial Instruments: Presentation“, IAS 34 „Interim Financial Reporting“) kleinere Änderungen vorgenommen. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. Die Anwendung der Änderungen hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse.

Neu herausgegebene Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2013/2014 hat das IASB die nachfolgend dargestellten Standards, Interpretationen und Änderungen herausgegeben, deren Anwendung noch die Übernahme in EU-Recht („Endorsement“) erfordert:

Im November 2013 hat das IASB Ergänzungen zu IFRS 9 „Financial Instruments“ (Hedge Accounting and Amendments to IFRS 9; IFRS 7 and IAS 39) veröffentlicht. Die Ergänzungen an IFRS 9 umfassen eine grundsätzliche Überarbeitung der Regelungen zum Hedge Accounting, durch die es den Unternehmen ermöglicht werden soll, ihre Risikomanagementaktivitäten im Abschluss besser darstellen zu können. Zusätzlich werden umfangreiche Angabepflichten gefordert. Zudem wird die Möglichkeit geschaffen, den erfolgsneutralen Ausweis von bonitätsbedingten Marktwertänderungen für Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, vorzeitig anzuwenden, ohne die vollständigen Regelungen von IFRS 9 anzuwenden. Des Weiteren wurde der bisher in IFRS 9 enthaltene verpflichtende Erstanwendungszeitpunkt ab dem 01. Januar 2015 aufgehoben; ein neuer Erstanwendungszeitpunkt wird erst festgelegt, wenn das gesamte IFRS 9-Projekt kurz vor der Vollendung steht. Die Übernahme des Standards einschließlich der Ergänzungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern kann derzeit noch nicht abschließend beurteilen, welche Auswirkungen die Erstanwendung des Standards einschließlich der Ergänzungen haben wird, sofern der Standard von der EU in dieser Form übernommen wird.

Im November 2013 hat das IASB eng begrenzte Änderungen zu IAS 19 „Employee Benefits“ mit dem Titel „Defined Benefit Plans: Employee Contributions (Amendments to IAS 19)“ veröffentlicht. Die Änderungen sind anzuwenden auf die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zu leistungsorientierten Pensionsplänen. Hierdurch ist es gestattet, die Beiträge von Arbeitnehmern oder Dritten in der Periode als Reduktion des laufenden Dienstzeitaufwands zu erfassen, in der die zugehörige Arbeitsleistung erbracht wurde, sofern die Beiträge unabhängig von der Anzahl der Dienstjahre sind. Die Änderungen des IAS 19 sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden.

Im Dezember 2013 hat das IASB im Rahmen des Annual-Improvements-Process-Projekts die jährlichen Verbesserungen für den Zyklus 2010 bis 2012 und für den aktuellen Zyklus 2011 bis 2013 veröffentlicht. Im Rahmen des Zyklus 2010 bis 2012 erfolgen Klarstellungen bzw. kleinere Änderungen an sieben Standards: IFRS 2 „Share-based Payment“, IFRS 3 „Business Combinations“, IFRS 8 „Operating Segments“, IFRS 13 „Fair Value Measurement“, IAS 16 „Property, Plant and Equipment“, IAS 24 „Related Party Disclosures“ sowie IAS 38 „Intangible Assets“. Im Rahmen des Zyklus 2011 bis 2013 erfolgen Klarstellungen bzw. kleinere Änderungen an vier Standards: IFRS 1 „First-time Adoption of IFRS”, IFRS 3 „Business Combinations“, IFRS 13 „Fair Value Measurement“ und IAS 40 „Investment Property“. Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Juli 2014 beginnen; eine frühere Anwendung ist zulässig. Die Übernahme der Änderungen durch die EU steht noch aus. Der Konzern geht derzeit nicht davon aus, dass die Änderungen, sofern sie von der EU in dieser Form übernommen werden, einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben werden.

01 ERWERBE UND ABGÄNGE

Im Zuge der notwendigen Refinanzierungsmaßnahmen von Outokumpu hat die ThyssenKrupp AG am 29. November 2013 einen Vertrag mit Outokumpu Oyi (OTK) unterzeichnet, der u.a. die Übertragung von jeweils 100 % der Anteile an der VDM und AST sowie weiterer kleinerer Aktivitäten im Bereich Edelstahl-Service-Center an ThyssenKrupp vorsieht. Am 28. Februar 2014 wurde dieser Transfer abgeschlossen. Die VDM-Gruppe mit Sitz in Deutschland produziert Hochleistungswerkstoffe, die u.a. in der Luftfahrt und in der Energieerzeugung eingesetzt werden. Die AST-Gruppe mit Sitz in Italien ist Hersteller von Edelstahl. Hinzu kommen die italienischen Service-Center sowie weitere Edelstahl-Service-Center in Willich (Deutschland), Tours (Frankreich), Barcelona (Spanien) und Gebze (Türkei). Neben den Unternehmensanteilen wurden Finanzforderungen in Höhe von 303 Mio € erworben, die OTK gegenüber der VDM- und AST-Gruppe gehalten hat.

Die neuen Unternehmen werden in die Business Area Materials Services eingegliedert, um von der Marktpräsenz des bestehenden Distributionsnetzwerks bestmöglich zu profitieren. Derzeit werden die Geschäftsmodelle von VDM und AST analysiert, um bis zum Sommer 2014 ein tragfähiges, mit umfangreichen Maßnahmen hinterlegtes industrielles Konzept zu finalisieren.

Der Kaufpreis betrug 953 Mio € zum Zeitpunkt des Closings und wurde durch die Übertragung der im Rahmen des Inoxum-Verkaufs entstandenen Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu beglichen. Die Finanzforderung wurde zum 31. Dezember 2013 mit 969 Mio € bilanziert und zur Anpassung an den Kaufpreis um 16 Mio € abgewertet. Die vorläufige Kaufpreisaufteilung führte zu einem vorläufigen Firmenwert von 42 Mio €, der nicht separierbare Werte wie Know-How der Belegschaft und neue Kundenbeziehungen beinhaltet.

Auf Basis der vorläufigen Werte zum Erwerbszeitpunkt wirkte sich der Erwerb wie folgt auf den Konzernabschluss aus:

Erwerb VDM-/AST-Gruppe
Mio €
 
Firmenwert 42
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 13
Sachanlagen 610
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 11
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 8
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 10
Aktive latente Steuern 30
Vorräte 844
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 413
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 69
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 22
Laufende Ertragsteueransprüche 30
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 2.113
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 132
Sonstige langfristige Rückstellungen 19
Passive latente Steuern 71
Langfristige Finanzschulden 17
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 29
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 7
Kurzfristige Finanzschulden 343
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 674
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 114
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 55
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 1.462
Erworbenes Reinvermögen 651
Nicht beherrschende Anteile 1
Kaufpreise* 650
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 0

* ohne Kaufpreis für Finanzforderungen

Seit der Zugehörigkeit zum Konzern mit Wirkung zum 28. Februar 2014 haben die neu erworbenen Gesellschaften Umsätze von rd. 0,3 Mrd € und einen Verlust vor Steuern von 3 Mio € generiert, die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das 1. Halbjahr 2013/2014 und für das 2. Quartal 2013/2014 enthalten sind. Hätte der Erwerb stattdessen bereits zum 01. Oktober 2013 stattgefunden, so hätten die Gesellschaften von VDM, AST und den neuen Service-Centern mit Umsätzen von rd. 1,5 Mrd € und einem Verlust vor Steuern von rd. 75 Mio € zum Konzernerfolg beigetragen.

Darüber hinaus tätigte der Konzern im 1. Halbjahr 2013/2014 weitere kleinere Erwerbe, die jeder für sich genommen nicht wesentlich waren und die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

Erwerbe 1. Halbjahr 2013/2014
Mio €
 
Firmenwert 1
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2
Insgesamt erworbene Vermögenswerte 3
Insgesamt übernommene Verbindlichkeiten 0
Erworbenes Reinvermögen 3
Nicht beherrschende Anteile 0
Kaufpreise 3
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 3

Nachdem zum 30. September 2012 im Rahmen der Strategischen Weiterentwicklung die Veräußerung der Business Area Steel Americas eingeleitet worden war, führte die zum 30. September 2013 eingetretene Änderung des Veräußerungsplans dazu, dass nur noch der Teilbereich ThyssenKrupp Steel USA die Voraussetzungen für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllte. Am 26. Februar 2014 wurde der Verkauf von ThyssenKrupp Steel USA an ein Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation abgeschlossen. Diese Veräußerung und der Abgang der nicht operativ tätigen US-amerikanischen Gesellschaft The Budd Company im Rahmen der Abwicklung in einem Chapter-11-Verfahren haben sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss ausgewirkt:

Abgänge 1. Halbjahr 2013/2014
Mio €
 
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 8
Sachanlagen 799
Aktive latente Steuern 255
Vorräte 333
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 210
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 317
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 1.925
Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen 691
Sonstige langfristige Rückstellungen 5
Langfristige Finanzschulden 1
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 18
Kurzfristige Finanzschulden 1
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 107
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 8
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 32
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 863
Abgehendes Reinvermögen 1.062
Kumuliertes sonstiges Ergebnis – 73
Nicht beherrschende Anteile 0
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen 316
Verkaufspreise 1.305
davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 1.292

02 NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN (DISCONTINUED OPERATIONS) UND VERÄUßERUNGSGRUPPEN (DISPOSAL GROUPS)

Im Rahmen des Programms zur Portfoliooptimierung des im Mai 2011 beschlossenen Konzepts zur Strategischen Weiterentwicklung hat der Konzern den Verkauf einiger Geschäfte eingeleitet. Bis auf die Veräußerung der Business Area Stainless Global erfüllen diese Transaktionen nicht die Voraussetzungen von IFRS 5 für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität. Damit werden die Aufwendungen und Erträge bis zum Zeitpunkt des Abgangs weiterhin im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Sofern ein Verkauf zum Stichtag der Berichtsperiode noch nicht abgeschlossen ist, werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Veräußerungsgruppen in der Bilanz der Berichtsperiode separat in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ ausgewiesen.

Der im September 2012 eingeleitete Verkauf der gesamten Business Area Steel Americas erfüllte zwar seit dem 30. September 2012 die Kriterien für einen Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität, jedoch führte die zum 30. September 2013 eingetretene Änderung der Veräußerungsplans dazu, dass die Business Area Steel Americas die Kriterien für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität nicht mehr erfüllt und stattdessen wieder als fortgeführte Aktivität einzustufen ist. Darüber hinaus führte die Planänderung dazu, dass nicht mehr die gesamte Business Area als nicht fortgeführte Aktivität bzw. Veräußerungsgruppe einzustufen war, sondern nur noch der Teilbereich ThyssenKrupp Steel USA die Voraussetzungen für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllt. Somit wurde es erforderlich, die für den Teilbereich ThyssenKrupp CSA nach IFRS 5 ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen nachzuholen; hieraus resultiert im 1. Halbjahr 2012/2013 eine Belastung des Vor-Steuer-Ergebnisses in Höhe von 72 Mio €. Darüber hinaus erfolgte für Steel Americas eine Rücknahme der Wertminderung nach IFRS 5 zum 31. März 2013 in Höhe von 683 Mio €. Die Darstellung der Vergleichsperiode in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Kapitalflussrechnung wurde entsprechend für die Business Area Steel Americas angepasst.

Die Business Area Stainless Global erfüllte die Voraussetzungen für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität seit dem 30. September 2011 bis zum Vollzug des Zusammenschlusses mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu am 28. Dezember 2012. Somit werden für die Business Area Stainless Global alle Aufwendungen und Erträge bis zum 28. Dezember 2012 sowie darüber hinaus die nachlaufenden Aufwendungen und Erträge, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf stehen, separat in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Zeile „Nicht fortgeführte Aktivitäten (nach Steuern)“ ausgewiesen.

Veräußerungsgruppen

Im September 2012 wurde in der Business Area Steel Europe der Verkauf der Tailored-Blanks-Gruppe eingeleitet. Tailored Blanks ist Systempartner im Karosserie- und Fahrzeugbau für die Automobilindustrie, der maßgeschneiderte Platinen aus Stahlblech herstellt. Nach der Zustimmung durch die zuständigen Regulierungsbehörden wurde der Verkauf an den chinesischen Stahlproduzenten Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) mit Ausnahme der Changchun Gesellschaften am 31. Juli 2013 vollzogen; für diese chinesischen Gesellschaften steht die Zustimmung der lokalen Regulierungsbehörden derzeit noch aus. Der Vollzug wird im Geschäftsjahr 2013/2014 erwartet.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Changchun Gesellschaften in China, die die Veräußerungsgruppe zum 31. März 2014 umfasst, sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

Veräußerungsgruppe Tailored Blanks China
Mio €
31.03.2014
Sachanlagen 6
Vorräte 9
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4
Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 33
Kurzfristige Finanzschulden 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6
Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten 8

Darüber hinaus wurde im September 2012 in der Business Area Components Technology der Verkauf der Berco-Gruppe eingeleitet. Berco ist ein führender und weltweit tätiger Anbieter von im Wesentlichen auf Schmiedeteilen basierten Unterbaufahrgestellen für die Baumaschinenbranche und bietet sowohl Herstellern als auch Zulieferern ein breites Spektrum von Teilen und Services an. Das Produktspektrum bedient dabei größere Abraummaschinen für den Betrieb von Rohstoffminen bis zu mobilen Kleinstmaschinen im Baubetrieb. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte von 4 Mio € und auf Sachanlagen von 131 Mio €, die in den Umsatzkosten im 4. Quartal 2011/2012 ausgewiesen wurden; gleichzeitig wurden latente Steuern von 1 Mio € aktiviert. Die in IFRS 5 grundsätzlich vorgeschriebene Ein-Jahres-Frist hat sich durch unvorhergesehene Restrukturierungsnotwendigkeiten, die nur unter Mitwirkung der Arbeitnehmervertreter und der Politik umgesetzt werden konnten, über den 30. September 2013 hinaus verzögert, ohne dass hierdurch die bestehenden Veräußerungsmöglichkeiten beeinträchtigt wurden. Infolge eines in dieser Form nicht vorhergesehenen, starken Einbruchs der Nachfrage durch die Hauptabnehmer aus den Bereichen Minenausrüstung und Baumaschinen ist eine Veräußerung zu einem angemessenen Wert in der näheren Zukunft nicht mehr zu erwarten. Daher werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Berco-Gruppe zum 31. März 2014 nicht mehr als Veräußerungsgruppe ausgewiesen, d.h. sie sind nicht mehr in den Zeilen „Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten“ enthalten, sondern werden stattdessen wieder den einzelnen Bilanzpositionen zugeordnet. Eine entsprechende Anpassung des Ausweises zum 30. September 2013 erfolgt hingegen gemäß den Vorschriften des IFRS 5 nicht.

Mit der Rückgliederung der Berco-Gruppe zum 31. März 2014 sind die im Rahmen der Klassifizierung als Veräußerungsgruppe ab dem 01. Oktober 2012 ausgesetzten planmäßigen Abschreibungen in Höhe von insgesamt 6 Mio € nachzuholen; hiervon entfallen jeweils 2 Mio € auf das 1. Halbjahr 2012/2013 und das 1. Halbjahr 2013/2014.

Die zum 30. September 2013 in der Business Areas Steel Americas eingetretene Änderung des Veräußerungsplans führte dazu, dass nicht mehr die gesamte Business Area als nicht fortgeführte Aktivität bzw. Veräußerungsgruppe einzustufen war, sondern nur noch der Teilbereich ThyssenKrupp Steel USA die Voraussetzungen für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllt.

Die Veräußerungsgruppe ThyssenKrupp Steel USA umfasst das Walz- und Beschichtungswerk ThyssenKrupp Steel USA in Calvert/Alabama. Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf entstanden zum 30. September 2013 aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen auf immaterielle Vermögenswerte von 2 Mio € und auf Sachanlagen von 335 Mio €, die im 4. Quartal 2012/2013 in Höhe von 328 Mio € in den Umsatzkosten, in Höhe von 3 Mio € in den Vertriebskosten und in Höhe von 6 Mio € in den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen wurden.

Am 29. November 2013 hat ThyssenKrupp mit einem Konsortium aus ArcelorMittal und Nippon Steel & Sumitomo Metal Corporation (das Konsortium) einen Vertrag über den Verkauf der Veräußerungsgruppe unterzeichnet. Anfang Februar 2014 lag die Zustimmung der relevanten Wettbewerbsbehörden vor.

Mit dem Vollzug der Transaktion am 26. Februar 2014 erhielt ThyssenKrupp einen Kaufpreis von 1,55 Mrd US-Dollar; hinzu kamen vorläufige Kaufpreisanpassungen insbesondere für ein gestiegenes Net Working Capital. Gleichzeitig wurde ein werthaltiger Brammenliefervertrag abgeschlossen, in dem vereinbart wurde, dass das Konsortium bis 2019 jährlich 2 Mio Tonnen Brammen aus der Produktion von ThyssenKrupp CSA bezieht. Im Rahmen des Verkaufs wurde ein vorläufiger Abgangsgewinn vor Steuern in Höhe von 141 Mio € realisiert.

Nicht fortgeführte Aktivität Business Area Stainless Global

Zum 30. September 2011 wurden im Rahmen des Konzepts zur Strategischen Weiterentwicklung die gesellschaftsrechtlichen, organisatorischen und vertraglichen Voraussetzungen für eine zukünftige Eigenständigkeit des Business Area Stainless Global und somit für den Ausweis als nicht fortgeführte Aktivität im Konzern geschaffen.

In Verbindung mit der eingeleiteten Abgabe erfolgte zum 30. September 2011 die Bewertung der nicht fortgeführten Aktivität zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten auf Basis interner Berechnungen und Einschätzungen von Marktteilnehmern; hieraus resultierte ein Abwertungsaufwand von 510 Mio €. Davon entfielen 45 Mio € auf Firmenwerte, der restliche Abwertungsbetrag wurde auf die Sachanlagen verteilt. Der Aufwand war im 4. Quartal 2010/2011 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten.

Am 31. Januar 2012 fand das Signing des Zusammenschlusses des finnischen Edelstahlherstellers Outokumpu mit Stainless Global statt. Die EU-Kommission hat dem Zusammenschluss im November 2012 zugestimmt. Auf Basis des Vertrags mit Outokumpu über den geplanten Verkauf ergab sich im Geschäftsjahr 2011/2012 ein zusätzlicher Abwertungsbedarf von 400 Mio €, der auf die Sachanlagen verteilt wurde. Der Aufwand von 400 Mio € ist 2011/2012 im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthalten; davon entfielen 265 Mio € auf das 1. Quartal 2011/2012.

Darüber hinaus wurden im 2. Quartal 2011/2012 auf Grund der Schließung des Stahlwerks in Krefeld bis Ende 2013 Wertberichtigungen auf Sachanlagen in Höhe von 42 Mio € erforderlich, die im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten 2011/2012 enthalten sind. Im Mai 2012 hat Stainless Global im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen betreffend die Verlagerung des Standorts Düsseldorf-Benrath und den damit verbundenen Personalabbau mit dem zuständigen Betriebsrat einen Sozialplan abgeschlossen. Der Sozialplan beinhaltet neben Vorruhestandsregelungen und Abfindungszahlungen für Mitarbeiter, die Stainless Global verlassen werden, auch Ausgleichszahlungen für Mitarbeiter, die versetzt werden. Der Sozialplan findet entsprechend auf die geplante Schließung des Stahlwerks in Krefeld Anwendung. Für den aus dem Sozialplan Düsseldorf-Benrath und Krefeld resultierenden Aufwand wurde zum 30. September 2012 eine Restrukturierungsrückstellung von 58 Mio € gebildet.

Am 28. Dezember 2012 wurde der Zusammenschluss der Business Area Stainless Global mit dem finnischen Unternehmen Outokumpu abgeschlossen. Mit dem Vollzug hat ThyssenKrupp für die Einbringung 1 Mrd € in bar erhalten. Darüber hinaus hat Outokumpu die externen Netto-Finanzverbindlichkeiten und die Pensionsverpflichtungen übernommen. ThyssenKrupp erhielt eine Beteiligung in Höhe von 29,9 % an Outokumpu sowie eine Finanzforderung gegen Outokumpu mit einem seinerzeitigen Wert von 969 Mio € und einer ursprünglichen Laufzeit von maximal 9 Jahren. Diese Finanzforderung kann bei gegebenenfalls eintretenden negativen finanziellen Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen gemäß den Regelungen des Kaufvertrags um maximal 200 Mio € angepasst werden.

Im Zuge der notwendigen Refinanzierungsmaßnahmen von Outokumpu hat ThyssenKrupp am 29. November 2013 einen Vertrag mit Outokumpu zur Übertragung von jeweils 100 % der Anteile von VDM und AST sowie weiterer kleinerer Aktivitäten im Bereich Edelstahl-Service-Center an ThyssenKrupp unterzeichnet. Als Gegenleistung sah der Vertrag die Übertragung der im Rahmen der Inoxum-Transaktion entstandenen Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu vor und den Wegfall der aus dem Verkauf von Inoxum an Outokumpu resultierenden Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen in Höhe von bis zu 200 Mio €.

Zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission muss sich ThyssenKrupp zudem von seinem 29,9%-Anteil an Outokumpu vollständig trennen und alle weiteren finanziellen Verbindungen zur Outokumpu-Gruppe beenden. Mit der Freigabe der EU-Kommission am 12. Februar 2014 lag die Zustimmung zur Transaktion nahezu aller Wettbewerbsbehörden vor. Das Closing erfolgte am 28. Februar 2014 und die aus der Inoxum-Transaktion entstandene Finanzforderung von ThyssenKrupp an Outokumpu wurde nach einer Abwertung um 16 Mio € mit einem beizulegenden Zeitwert von 953 Mio € an Outokumpu übertragen.

In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse der bis zum 28. Dezember 2012 als nicht fortgeführte Aktivität klassifizierten Business Area Stainless Global dargestellt. Zusätzlich enthält die Tabelle die nachlaufenden Erträge und Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit dem Verkauf von Stainless Global stehen und die im 1. Halbjahr 2013/2014 im Wesentlichen aus dem Ertrag resultieren, der aus der Rückstellungsauflösung nach dem Wegfall der Verpflichtung zum Ausgleich gegebenenfalls eintretender negativer finanzieller Konsequenzen für Outokumpu aus den fusionskontrollrechtlichen Auflagen entstanden ist. Die im 2. Quartal 2012/2013 ausgewiesenen nachlaufenden Erträge und Aufwendungen umfassen im Wesentlichen transaktionsbedingte Zinserträge und Transaktionskosten.

Nicht fortgeführte Aktivitäten Stainless Global
Mio € 1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014
Umsatzerlöse 1.268 0 0 0
Andere Erträge 12 0 3 0
Aufwendungen – 1.361 185 – 2 – 2
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (vor Steuern) – 81 185 1 – 2
Steuern vom Einkommen und Ertrag – 4 0 1 0
Laufendes Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) – 85 185 2 – 2
Abgangsergebnis (vor Steuern) 146   0 0
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Ergebnis aus Bewertungsanpassung/Abgangsergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 146 0 0 0
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) 61 185 2 – 2
Davon:        
Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG 62 185 2 – 2
Nicht beherrschende Anteile – 1 0 0 0

Die nach dem Abgang der Business Area Stainless Global erhaltene Beteiligung an Outokumpu in Höhe von 29,9 % wurde im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert. Zum 31. Dezember 2012 wurde diese Beteiligung zunächst auf Basis des Aktienkurses zum Transaktionszeitpunkt (0,79 €) multipliziert mit der Anzahl der erhaltenen Outokumpu-Aktien mit einem Wert von 491 Mio € aktiviert. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Anteile zum Transaktionszeitpunkt wurde im Rahmen einer Kaufpreisallokation ermittelt und zum 29. November 2013 finalisiert. Aus der Fortschreibung des Beteiligungsbuchwerts um die anteiligen Verluste von Outokumpu und die Effekte aus der Kaufpreisallokation ergibt sich zum 29. November 2013 ein Buchwert in Höhe von 253 Mio €.

Durch den im Rahmen der Verhandlungen mit Outokumpu am 29. November 2013 erfolgten Vertragsabschluss über die Abgabe des 29,9%-Anteils an der Outokumpu Oyj zur Erfüllung der Vorgaben der EU-Kommission erfüllte die Beteiligung an Outokumpu ab diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen für eine Einstufung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert. Der unmittelbar vor der Einstufung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert durchzuführende Werthaltigkeitstest führte am 29. November 2013 zu einer Wertminderung in Höhe von 17 Mio €, da der auf Basis des Börsenkurses von 0,38 € je Outokumpu-Aktie am 29. November 2013 ermittelte erzielbare Betrag von 236 Mio € unter dem auf diesen Zeitpunkt fortgeschriebenen Buchwert der Beteiligung von 253 Mio € lag. Die zum 31. Dezember 2013 vorzunehmende Bewertung der Outokumpu-Beteiligung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten führte auf Basis des Börsenkurses von 0,41 € je Outokumpu-Aktie am Stichtag zu einem Wert in Höhe von 255 Mio €. Da dieser beizulegende Zeitwert über dem Buchwert unmittelbar vor der Einstufung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert in Höhe von 253 Mio € lag, war eine Wertaufholung gegenüber dem 29. November 2013 in Höhe von 17 Mio € vorzunehmen. Im Vergleich zum bilanzierten Beteiligungsbuchwert von 305 Mio € am 30. September 2013 ergab sich damit eine Verminderung des Beteiligungsbuchwerts in Höhe von 52 Mio €.

Darüber hinaus war im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss zum 31. Dezember 2013 erstmalig ein passivisches Aktienderivat in Höhe von 224 Mio € zu bilanzieren, welches daraus resultiert, dass der Verkaufspreis für die Beteiligung an Outokumpu mit 0,05 € je Aktie vertraglich fixiert war. Unter Einbeziehung des Ergebniseffekts aus der Verminderung des Beteiligungsbuchwerts in Höhe von 52 Mio € ergab sich im 1. Quartal 2013/2014 eine Belastung des Finanzergebnisses von insgesamt 276 Mio €. Im Rahmen des Abgangs der Beteiligung am 28. Februar 2014 wurde das Aktienderivat ausgebucht und ein Ertrag von 2 Mio € realisiert, der darauf zurückzuführen war, dass zum 31. Dezember 2013 auf Grund der Wertaufholungsobergrenze von 253 Mio € keine Zuschreibung auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten von 255 Mio € erfolgen konnte. Gegenläufig wirkte ein Aufwand von 13 Mio € aus dem Recycling des bisher innerhalb des Sonstigen Ergebnisses im Eigenkapital erfassten Unterschiedsbetrags aus der Währungsumrechnung.

03 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

Management Incentivepläne

Im 2. Quartal 2013/2014 gewährte ThyssenKrupp den Mitgliedern des Vorstands der ThyssenKrupp AG Wertrechte für die 4. Tranche des Long Term Incentiveplans (LTI) und es wurde beschlossen, weiteren Führungskräften LTI-Wertrechte für die 4. Tranche zu gewähren. Gleichzeitig sind im 2. Quartal 2013/2014 die im Rahmen der 1. Tranche des LTI gewährten Wertrechte auf Grund des starken Rückgangs des durchschnittlichen ThyssenKrupp Value Added (TKVA) im dreijährigen Performance-Zeitraum im Vergleich zum durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschäftsjahre ohne die Zahlung einer Vergütung verfallen. Im 1. Halbjahr 2013/2014 resultieren aus dem LTI Aufwendungen in Höhe von 37,4 (1. Halbjahr 2012/2013: 2,2) Mio €. Im 2. Quartal 2013/2014 enthält das Ergebnis aus dem LTI Aufwendungen von 28,5 (2. Quartal 2012/2013: 5,9) Mio €. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthält in den dargestellten Perioden keine Aufwendungen aus dem LTI.

Im September 2010 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG angepasst. Dementsprechend werden 25 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme sowie 55 % des in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation zusätzlich für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Bonus verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Im 3. Quartal 2010/2011 wurde die Ausgestaltung der variablen Vergütung für weitere ausgewählte Führungskräfte in der Form angepasst, dass 20 % der für das jeweilige Geschäftsjahr gewährten Tantieme verpflichtend in Wertrechte der ThyssenKrupp AG umgewandelt und erst nach Ablauf einer dreijährigen Sperrfrist auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie im 4. Quartal des 3. Geschäftsjahres in bar ausgezahlt werden. Aus dieser Vergütungskomponente enthält das Ergebnis im 1. Halbjahr 2013/2014 Aufwendungen von 4,9 (1. Halbjahr 2012/2013: 0,1) Mio € bzw. im 2. Quartal 2013/2014 Aufwendungen von 3,0 (2. Quartal 2012/2013: Erträge von 0,3) Mio €.

04 PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurde bei sonst unveränderten Prämissen eine Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen zum 31. März 2014 vorgenommen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Mio € 30.09.2013* 31.03.2014
Pensionen 6.427 6.734
Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 698 8
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 252 204
Umgliederung w/ Ausweis als Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerten – 29 0
Insgesamt 7.348 6.946

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Bei der Berechnung der Pensions- und Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zu Grunde gelegt:

Durchschnittliche Bewertungsfaktoren
  30.09.2013 31.03.2014
in % Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Diskontierungssatz für Pensionen 3,50 3,88 3,60 3,10 3,71 3,26
Diskontierungssatz für Gesundheitsfürsorgeverpflichtungen 4,25 4,25 4,00 4,00

Die Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Netto-Pensionsaufwendungen

  1. Halbjahr 2012/2013* 1. Halbjahr 2013/2014
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 53 18 71 45 14 59
Nettozinsaufwand 110 7 117 102 5 107
Verwaltungskosten - 3 3 0 3 3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 12 1 13 0 0 0
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 – 11 – 11 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 175 18 193 147 22 169
  2. Quartal 2012/2013* 2. Quartal 2013/2014
Mio € Deutschland Übrige Länder Gesamt Deutschland Übrige Länder Gesamt
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 26 9 35 23 7 30
Nettozinsaufwand 55 4 59 51 2 53
Verwaltungskosten 0 2 2 0 2 2
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 12 1 13 0 0 0
Aufwand/(Ertrag) aus Plankürzungen und Planabgeltungen 0 0 0 0 0 0
Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen 93 16 109 74 11 85

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“).

Von den in der Tabelle angegebenen Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in Deutschland entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr 2012/2013 Aufwendungen von 5 Mio € und im 2. Quartal 2012/2013 keine Aufwendungen. Von den Netto-Pensionsaufwendungen für Leistungszusagen in den übrigen Ländern entfallen auf die nicht fortgeführten Aktivitäten im 1. Halbjahr 2012/2013 sowie im 2. Quartal 2012/2013 keine Aufwendungen. Die Aufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.

Die Netto-Aufwendungen für Zuschussverpflichtungen für die Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre setzen sich wie folgt zusammen:

Netto-Aufwendungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen
Mio € 1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014
Dienstzeitaufwand: Barwert der im Geschäftsjahr hinzuverdienten Versorgungsansprüche 0 0 – 1 0
Nettozinsaufwand 15 15 8 8
Verwaltungskosten 0 0 0 0
Netto-Aufwendungen der Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen für Pensionäre 15 15 7 8

05 EIGENKAPITAL

Erhöhung des Grundkapitals

Am 02. Dezember 2013 hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG mit Zustimmung des Präsidiums des Aufsichtsrats beschlossen, entsprechend der Ermächtigung gemäß § 5 Abs. 5 der Satzung das Grundkapital der ThyssenKrupp AG um 10 Prozent gegen Ausgabe von 51.448.903 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft zu erhöhen und das Bezugsrecht auszuschließen.

Am 03. Dezember 2013 wurde die angekündigte Erhöhung des Grundkapitals in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Die neu ausgegebenen 51.448.903 Stückaktien der ThyssenKrupp AG sind zu einem Preis von 17,15 € pro Stückaktie bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren platziert worden. Die Platzierung führte zu einem Bruttoerlös von 882 Mio €; die dabei entstandenen Transaktionskosten wurden erfolgsneutral als Abzug vom Eigenkapital bilanziert.

Mit der Kapitalmaßnahme wurden das Eigenkapital des Konzerns gestärkt und die Netto-Finanzschulden reduziert.

Ermächtigungen

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 wurden die nachfolgenden Ermächtigungen erteilt:

Unter Aufhebung der von der Hauptversammlung am 20. Januar 2012 erteilten, teilweise ausgenutzten Ermächtigung zur Erhöhung des Grundkapitals wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 16. Januar 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 370 Mio € durch Ausgabe von bis zu 144.531.250 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen, wobei die Möglichkeit zum Bezugsrechtsausschluss auf insgesamt 20 % des Grundkapitals beschränkt ist. § 5 Absatz 5 der Satzung der ThyssenKrupp AG wurde entsprechend neu gefasst.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd € mit oder ohne Laufzeitbeschränkung auszugeben und den Inhabern oder Gläubigern von Optionsanleihen Optionsrechte oder den Inhabern oder Gläubigern von Wandelanleihen Wandlungsrechte oder -pflichten für auf den Inhaber lautende Stückaktien der ThyssenKrupp AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 250 Mio € nach näherer Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen zu gewähren oder aufzulegen. Die Ermächtigung gilt bis zum 16. Januar 2019. Der Vorstand ist dabei ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in bestimmten Fällen das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese Options- oder Wandelschuldverschreibungen auszuschließen.

Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital um bis zu 250 Mio € durch die Ausgabe von bis zu 97.656.250 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt zu erhöhen (bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bareinlage, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags bei Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten, bei Erfüllung entsprechender Wandlungspflichten oder bei Ausübung eines Wahlrechts der ThyssenKrupp AG an die Inhaber oder Gläubiger von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen, die auf Grund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 17. Januar 2014 bis zum 16. Januar 2019 von der ThyssenKrupp AG oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Der Satzung der ThyssenKrupp AG wurde in § 5 ein entsprechender Absatz 6 eingefügt.

06 BEGEBUNG EINER ANLEIHE UND ABSCHLUSS EINER SYNDIZIERTEN KREDITLINIE

Am 19. Februar 2014 hat die ThyssenKrupp AG im Rahmen des bestehenden 10-Mrd-Debt-Issuance-Programms eine Anleihe in einem Volumen von 1,25 Mrd € mit einer Laufzeit von 5 Jahren und 8 Monaten begeben. Der Zinskupon beträgt 3,125 % p.a. bei einem Emissionskurs von 99,201 %. Mit der Anleiheemission wurde das günstige Marktumfeld genutzt, das Fälligkeitenprofil der Finanzschulden verlängert und der Kapitalmarktanteil im Finanzierungsmix gestärkt.

Am 28. März 2014 hat die ThyssenKrupp AG mit ihren Finanzpartnern eine neue syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 2,0 Mrd € abgeschlossen. Die Fazilität hat eine anfängliche Laufzeit bis zum 28. März 2017. Am Ende des ersten und des zweiten Jahres besteht die Möglichkeit, die Kreditlinie mit Zustimmung der Kreditgeber um jeweils ein Jahr zu verlängern. Die neue Kreditlinie ersetzt die Kreditfazilität über 2,5 Mrd €, die im Juli 2014 ausgelaufen wäre. Zum Stichtag ist die Kreditfazilität nicht in Anspruch genommen.

07 SONSTIGE VERPFLICHTUNGEN EINSCHLIEßLICH SCHWEBENDER RECHTSSTREITIGKEITEN UND SCHADENERSATZANSPRÜCHE

Bürgschaften und Garantien

Die ThyssenKrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

Haftungsverhältnisse
Mio € Maximales Haftungsvolumen 31.03.2014 Rückstellung 31.03.2014
Anzahlungsgarantien 264 1
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 109 2
Kreditaufträge 7 0
Restwertgarantien 61 2
Sonstige Haftungserklärungen 36 0
Insgesamt 477 5

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z.B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung, Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern oder nicht ordnungsgemäße Rückzahlung von Krediten.

Alle durch die ThyssenKrupp AG oder durch Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen aus dem zu Grunde liegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein konzernfremder Dritter beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die in den Business Areas Steel Europe und Steel Americas bestehenden langfristigen Lieferverträge für Eisenerz und Eisenerz-Pellets werden auf Grund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet. Im Vergleich zum 30. September 2013 verringerten sich die Abnahmeverpflichtungen auf Grund der gesunkenen Erzpreise um 1,9 Mrd € auf 12,9 Mrd €.

Verschiedene deutsche Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns haben auf Grund rechtskräftiger Bescheide Entlastungen von der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gemäß §§ 40 ff. EEG erhalten. Mit Beschluss vom 18. Dezember 2013 hat die EU-Kommission ein beihilferechtliches Prüfverfahren eingeleitet. ThyssenKrupp hat für 2013 Entlastungen in Höhe von 77 Mio € erhalten und rechnet für 2014 mit Entlastungen in Höhe von rund 100 Mio €.

Bei den sonstigen Verpflichtungen sind seit dem vorangegangenen Geschäftsjahresende keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

Schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadenersatzansprüche

Ehemalige Aktionäre von Thyssen und von Krupp haben die gerichtliche Überprüfung der Umtauschverhältnisse aus der Verschmelzung der Thyssen AG und der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp zur ThyssenKrupp AG nach § 305 UmwG (alter Fassung) beantragt. Die Verfahren sind vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig. Stellt das Gericht im Spruchverfahren eine Unangemessenheit des Umtauschverhältnisses fest, erfolgt ein Ausgleich durch eine verzinsliche bare Zuzahlung. Die Zuzahlung ist an alle betroffenen Aktionäre zu leisten, auch wenn sie nicht Antragsteller des Spruchverfahrens sind. Die Gesellschaft erwartet jedoch, dass die Spruchverfahren nicht zu baren Zuzahlungen führen werden, da die Umtauschverhältnisse sorgfältig ermittelt, zwischen voneinander unabhängigen Vertragspartnern vereinbart, von dem gerichtlich bestellten Verschmelzungsprüfer geprüft und bestätigt worden sind und auch der vom Landgericht Düsseldorf bestellte Sachverständige eine nur geringfügig abweichende Verschmelzungswertrelation festgestellt hat.

Im Zusammenhang mit dem Schienenkartell hatten verschiedene Gesellschaften des Deutsche Bahn Konzerns (DB) gegen ThyssenKrupp GfT Gleistechnik, ThyssenKrupp Materials International und weitere Kartellbeteiligte Klage erhoben. Die DB hatte umfangreiche Auskunft begehrt und in diesem Zusammenhang gegenüber allen am Kartell Beteiligten einen Gesamtschaden von ca. 550 Mio € zzgl. Zinsen in Höhe von ca. 300 Mio € geschätzt. Die dazu mit der DB geführten Gespräche haben zu einer Einigung über eine vergleichsweise Erledigung des Rechtsstreits geführt. Die Zustimmungen der zuständigen Gremien und auf Seiten der DB der Fördermittelgeber sind im Januar 2014 erteilt worden. Der Vergleich ist damit wirksam geworden. Die vergleichsweise vereinbarte Zahlung ist im Februar 2014 erfolgt. Auch weitere Unternehmen haben mittlerweile als potenziell Geschädigte des Schienenkartells Schadenersatzforderungen angekündigt oder zumeist außergerichtlich geltend gemacht. ThyssenKrupp hat im Zusammenhang mit den Schadenersatzforderungen Risikovorsorge durch Rückstellung getroffen.

Im Zusammenhang mit dem Elevator-Kartell werden gegen die ThyssenKrupp AG und Unternehmen des ThyssenKrupp Konzerns Schadenersatzansprüche geltend gemacht. Gegen gerichtlich verfolgte Schadenersatzansprüche verteidigt sich ThyssenKrupp. Soweit einzelne Ansprüche die in IAS 37 geforderte Eintrittswahrscheinlichkeit aufweisen und verlässlich geschätzt werden können, werden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet.

Ausgelöst durch eine anonyme Anzeige ermittelt das Bundeskartellamt u.a. gegen die ThyssenKrupp Steel Europe AG wegen des Anfangsverdachts auf Preisabsprachen im Zeitraum zurück bis 1998 bei der Lieferung bestimmter Stahlprodukte an die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer. ThyssenKrupp hat eine eigene interne Untersuchung der Vorwürfe mit externer anwaltlicher Unterstützung veranlasst. Im Rahmen des vom Konzern vom 15. April bis zum 15. Juni 2013 durchgeführten Amnestieprogramms hat es keine Hinweise zu den Untersuchungen des Bundeskartellamts gegeben. Das Verfahren des Bundeskartellamts dauert an. Die internen Untersuchungen wurden im Berichtszeitraum fortgesetzt und sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Auf Grund der derzeitigen Erkenntnislage können signifikante nachteilige Auswirkungen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus sind gegen ThyssenKrupp Konzernunternehmen weitere gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren sowie Ansprüche geltend gemacht worden oder können zukünftig eingeleitet oder geltend gemacht werden. Hierzu zählen beispielsweise gerichtliche, schiedsgerichtliche und außergerichtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Bau sowie dem laufenden Betrieb des Stahlwerkes in Brasilien und dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen oder Unternehmensteilen, die zur Rückerstattung von Teilen des Kaufpreises oder zur Leistung von Schadenersatz führen können. Ferner werden beispielsweise aus verschiedenen Verträgen wie Bau-, Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsverträgen von Vertragspartnern, Kunden, Konsortialpartnern oder Subunternehmern Ansprüche erhoben. Prognosen zum Verlauf und zu den Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Schwierigkeiten und Unsicherheiten verbunden. Negative, gegebenenfalls auch wesentliche künftige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind daher auch bei den nicht separat dargestellten Rechtsstreitigkeiten einzeln, wie auch zusammen mit anderen Rechtsstreitigkeiten möglich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet ThyssenKrupp jedoch aus den in diesem Abschnitt nicht separat ausgeführten Rechtsstreitigkeiten keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

08 FINANZINSTRUMENTE

In der nachfolgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen sowie der jeweilige beizulegende Zeitwert dargestellt. Dabei werden auch die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Finance Lease sowie die Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IAS 39 angehören.

Finanzinstrumente 31.03.2014
    Bewertung nach IAS 39 Bewertung nach IAS 17  
Mio € Buchwert lt. Bilanz 31.03.2014 (Fortgeführte) Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert 31.03.2014
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finance Lease) 5.583 5.583       5.583
Kredite und Forderungen   5.583       5.583
Forderungen aus Finance Lease 50       50 50
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 477 362 72 43   477
Kredite und Forderungen   344       344
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte   18   13   31
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte)     72     72
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)     0 30   30
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.035 5.035       5.035
Kredite und Forderungen   5.035       5.035
Summe finanzielle Vermögenswerte 11.145          
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Kredite und Forderungen 10.962 10.962       10.962
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 31 18   13   31
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 72   72     72
Finanzschulden (ohne Finance Lease) 8.942 8.942       9.321
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten   8.942       9.321
Verbindlichkeiten aus Finance Lease 61       61 61
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.637 4.637       4.637
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten   4.637       4.637
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.014 824 130 60   1.014
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten   824       824
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten)     130     130
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting)     0 60   60
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 14.654          
davon nach Bewertungskategorien des IAS 39:            
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 14.403 14.403       14.782
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 130   130     130

Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Ausleihungen ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Eigenkapitalinstrumente und Gläubigerpapiere. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert soweit vorhanden auf Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor und kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, erfolgt eine Bewertung der Eigenkapitalinstrumente zu Anschaffungskosten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren, wie z.B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zu Grunde liegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zu Grunde liegenden Basiszinsen, beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cash-Flows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zu Grunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cash-Flows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag vorgenommen.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cash-Flows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

Bewertungshierarchie 31.03.2014
Mio € Stichtag 31.03.2014 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 72 0 72 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 13 10 3 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 30 0 30 0
Insgesamt 115 10 105 0
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert        
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 130 0 60 70
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 0 0 0 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral        
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 60 0 60 0
Insgesamt 190 0 120 70

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden auf Grund von beobachtbaren Marktdaten, z.B. anhand von Währungskursen, ermittelt. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten bewertet wird.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Finanzinstrumente dargestellt:

Überleitungsrechnung Finanzinstrumente Level 3  
Stand 30.09.2013 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 92
Ergebniswirksame Veränderungen 22
Stand 31.03.2014 (Vermögenswert/(Verbindlichkeit)) – 70

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierende und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Verbindlichkeit beinhaltet ein Frachtderivat, das unter Berücksichtigung der vertraglich vereinbarten Mindestmenge auf Basis anerkannter finanzmathematischer Modelle sowie unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag vorliegenden Marktdaten bewertet wurde. Der aus der Bewertung resultierende ergebniswirksame Effekt wird in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Position „Sonstige Aufwendungen“ bzw. „Sonstige Erträge“ ausgewiesen.

Die Nominalwerte und beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente des Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Derivative Finanzinstrumente
Mio € Nominalwert 30.09.2013 Beizulegender Zeitwert 30.09.2013 Nominalwert 31.03.2014 Beizulegender Zeitwert 31.03.2014
Aktiva        
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2.477 36 1.748 47
Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 106 2 270 6
Eingebettete Derivate 67 3 77 2
Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 224 2 1.122 21
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 213 9 348 23
Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 31 3 53 3
Insgesamt 3.118 55 3.618 102
Passiva        
Währungsderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 1.854 68 1.814 22
Währungsderivate im Cash-Flow-Hedge 179 6 356 4
Eingebettete Derivate 65 3 95 2
Zinsderivate im Cash-Flow-Hedge* 1.095 21 192 11
Warenderivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung** 388 101 598 106
Warenderivate im Cash-Flow-Hedge 157 35 232 45
Insgesamt 3.738 234 3.287 190

* inkl. Zins-/Währungsderivate ** inkl. Frachtderivate

09 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Zum 01. Januar 2013 wurden die bisherigen Business Areas Plant Technology und Marine Systems zu der neuen Business Area Industrial Solutions zusammengeführt. Nachdem die Business Area Steel Americas seit dem 30. September 2012 als nicht fortgeführte Aktivität klassifiziert wurde, erfolgte zum 30. September 2013 erneut eine Einstufung als fortgeführte Aktivität. Die Werte der Vorjahresperiode sind entsprechend angepasst.

Die Segmentinformationen für das 1. Halbjahr 2012/2013 und das 1. Halbjahr 2013/2014 sowie das 2. Quartal 2012/2013 und das 2. Quartal 2013/2014 stellen sich wie folgt dar:

Segmentinformationen

Mio € Components Technology Elevator Technology Industrial Solutions Materials Services Steel Europe Steel Americas
1. Halbjahr 2012/2013            
Außenumsätze 2.699 2.919 2.724 5.572 3.895 834
konzerninterne Umsätze 6 1 10 166 870 155
Umsatzerlöse gesamt 2.705 2.920 2.734 5.738 4.765 989
EBIT 106 304 339 – 121 19 – 166
Bereinigtes EBIT 103 315 320 98 39 – 166
1. Halbjahr 2013/2014            
Außenumsätze 2.980 3.023 2.875 5.768 3.667 1.065
konzerninterne Umsätze 3 2 6 291 796 8
Umsatzerlöse gesamt 2.983 3.025 2.881 6.059 4.463 1.073
EBIT 122 292 368 80 72 118
Bereinigtes EBIT 138 338 372 90 81 – 43
2. Quartal 2012/2013            
Außenumsätze 1.356 1.387 1.423 2.841 2.058 461
konzerninterne Umsätze 4 1 5 82 454 40
Umsatzerlöse gesamt 1.360 1.388 1.428 2.923 2.512 501
EBIT 64 133 198 – 157 – 10 – 44
Bereinigtes EBIT 62 146 180 58 9 – 44
2. Quartal 2013/2014            
Außenumsätze 1.554 1.479 1.589 3.176 1.955 530
konzerninterne Umsätze 1 2 4 144 434 5
Umsatzerlöse gesamt 1.555 1.481 1.593 3.320 2.389 535
EBIT 67 159 195 37 52 117
Bereinigtes EBIT 75 163 199 56 62 – 26
Mio € Corporate Stainless Global* Konsolidierung Konzern
1. Halbjahr 2012/2013        
Außenumsätze 41 1.268 0 19.952
konzerninterne Umsätze 57 134 – 1.399 0
Umsatzerlöse gesamt 98 1.402 – 1.399 19.952
EBIT – 251 70 – 187 113
Bereinigtes EBIT – 217 – 70 – 196 226
1. Halbjahr 2013/2014        
Außenumsätze 26 - 0 19.404
konzerninterne Umsätze 58 0 – 1.164 0
Umsatzerlöse gesamt 84 - – 1.164 19.404
EBIT – 315 185 – 200 722
Bereinigtes EBIT – 222 0 – 199 555
2. Quartal 2012/2013        
Außenumsätze 14 0 0 9.540
konzerninterne Umsätze 29 0 – 615 0
Umsatzerlöse gesamt 43 0 – 615 9.540
EBIT – 139 – 2 – 96 – 53
Bereinigtes EBIT – 120 – 1 – 99 191
2. Quartal 2013/2014        
Außenumsätze 12 - 0 10.295
konzerninterne Umsätze 30 - – 620 0
Umsatzerlöse gesamt 42 - – 620 10.295
EBIT – 199 – 2 – 101 325
Bereinigtes EBIT – 119 0 – 101 309

* Nicht fortgeführte Aktivität

Nachfolgend werden die Überleitungsrechnungen der Umsatzerlöse und der Ertragskennzahlen Bereinigtes EBIT und EBIT zum EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

Überleitung Umsatzerlöse
Mio € 1. Halbjahr 2012/2013 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013 2. Quartal 2013/2014
Umsatzerlöse gemäß Segmentberichterstattung 19.952 19.404 9.540 10.295
- Umsatzerlöse Stainless Global – 1.402 - - -
+ Umsatzerlöse der nicht fortgeführten Aktivitäten mit Konzerngesellschaften 134 - - -
+ Umsatzerlöse von Konzerngesellschaften mit den nicht fortgeführten Aktivitäten 45 - - -
Umsatzerlöse gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 18.729 19.404 9.540 10.295
Überleitung EBIT zu EBT
Mio € 1. Halbjahr 2012/2013* 1. Halbjahr 2013/2014 2. Quartal 2012/2013* 2. Quartal 2013/2014
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 226 555 191 309
Sondereffekte – 113 167 – 244 16
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 113 722 – 53 325
- Im EBIT eliminierte Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen – 11 – 10 – 5 – 5
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen – 38 – 52 – 38 0
+ Finanzierungserträge 185 562 55 350
- Finanzierungsaufwendungen – 521 – 1.099 – 226 – 534
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden – 6 – 33 20 – 5
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 24 234 5 236
EBT - Konzern – 254 324 – 242 367
- EBT Stainless Global – 65 – 185 – 1 2
EBT aus fortgeführten Aktivitäten gemäß Gewinn- und Verlustrechnung – 319 139 – 243 369

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

10 UMSATZKOSTEN

Die Umsatzkosten des 1. Halbjahres 2013/2014 enthalten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen in Höhe von 40 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Steel Americas, Components Technology und Materials Services betreffen. Zum 30. September 2013 betrugen die Wertberichtigungen 94 Mio €. Im 1. Halbjahr 2012/2013 enthielten die Umsatzkosten Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen von 21 Mio €, die im Wesentlichen auf die Business Areas Steel Europe, Components Technology und Materials Services entfielen.

Darüber hinaus enthalten die Umsatzkosten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 51 Mio €, die im Wesentlichen die Business Areas Elevator Technology und Steel Europe betreffen.

11 ERGEBNIS AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN BETEILIGUNGEN

Das Ergebnis enthielt im 1. Halbjahr 2013/2014 Aufwendungen aus der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligung an Outokumpu in Höhe von 52 (1. Halbjahr 2012/2013: 38) Mio €; dies waren die im 1. Quartal 2013/2014 entstandenen anteiligen Verluste von Outokumpu vom 01. Oktober 2013 bis zum 29. November 2013 als auch die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert.

12 ERGEBNIS JE AKTIE

Das Ergebnis je Aktie („basic earnings per share“) berechnet sich wie folgt:

Ergebnis je Aktie

  1. Halbjahr 2012/2013*   1. Halbjahr 2013/2014  
  Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je Aktie
in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je Aktie
in €
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 194 – 0,38 19 0,03
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 62 0,12 185 0,34
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 132 – 0,26 204 0,37
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 514.489.044   548.216.658  

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

  2. Quartal 2012/2013*   2. Quartal 2013/2014  
  Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je Aktie
in €
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis je Aktie
in €
Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 131 – 0,25 271 0,48
Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten (nach Steuern) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) 2 0,00 – 2 0,00
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) (Anteil der Aktionäre der ThyssenKrupp AG) – 129 – 0,25 269 0,48
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 514.489.044   565.937.947  

* Der Ausweis wurde angepasst durch die Erstanwendung von IAS 19R, die Rückgliederung von Steel Americas in die fortgeführten Aktivitäten, die Rücknahme der Wertminderung für Steel Americas sowie die Nachholung der planmäßigen Abschreibung für ThyssenKrupp CSA und Berco (vgl. die Ausführungen unter „Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften“ und in Anhang-Nr. 2).

Ermittlung der für die Kalkulation des Ergebnisses je Aktie relevanten Aktienanzahl

Das Ergebnis je Aktie ergibt sich aus der Division des den Aktionären der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) durch die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien. Neu ausgegebene, veräußerte oder zurückgekaufte Aktien während einer Periode werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich im Umlauf befinden, berücksichtigt.

Im 1. Halbjahr 2013/2014 und im 2. Quartal 2013/2014 erhöhte sich der gewichtete Durchschnitt der Aktien durch die Anfang Dezember 2013 durchgeführte Kapitalerhöhung (vgl. Anhang-Nr. 05).

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

13 ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente“ unter Berücksichtigung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die die Veräußerungsgruppen einschließlich der nicht fortgeführten Aktivitäten betreffen.

Nicht zahlungswirksame Investitionstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2013/2014 ergab sich aus dem Erwerb und der Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von langfristigen Vermögenswerten von 729 (1. Halbjahr 2012/2013: 10) Mio €. Im 2. Quartal 2013/2014 beliefen sich die Zugänge auf 728 (2. Quartal 2012/2013: 6) Mio €.

Der zahlungsunwirksame Zugang von Vermögenswerten aus Finance Lease betrug im 1. Halbjahr 2013/2014 5 (1. Halbjahr 2012/2013: 5) Mio € bzw. im 2. Quartal 2013/2014 2 (2. Quartal 2012/2013: 2) Mio €.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ergab sich ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Sachanlagen im 1. Halbjahr 2013/2014 von 36 (1. Halbjahr 2012/2013: 10) Mio € bzw. im 2. Quartal 2013/2014 von 18 (2. Quartal 2012/2013: 5) Mio €.

Nicht zahlungswirksame Finanzierungstätigkeiten

Im 1. Halbjahr 2013/2014 erfolgte durch den Erwerb und die Erstkonsolidierung von Gesellschaften ein Zugang von Brutto-Finanzschulden von 313 (1. Halbjahr 2012/2013: 0) Mio €; im 2. Quartal 2013/2014 beliefen sich die Zugänge auf 313 (2. Quartal 2012/2013: 0) Mio €.

Im Zusammenhang mit dem zweiten Bauabschnitt des ThyssenKrupp Quartiers in Essen ergab sich ein nicht zahlungswirksamer Zugang von Finanzschulden im 1. Halbjahr 2013/2014 von 36 (1. Halbjahr 2012/2013: 10) Mio € bzw. im 2. Quartal 2013/2014 von 18 (2. Quartal 2012/2013: 5) Mio €.

 

Essen, den 09. Mai 2014

ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard

Kaufmann

Kerkhoff

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der ThyssenKrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 01. Oktober 2013 bis 31. März 2014, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender Beachtung des International Standard on Review Engagements "Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

 

Essen, den 12. Mai 2014

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Prof. Dr. Norbert Winkeljohann, Wirtschaftsprüfer

Volker Linke, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

 

Essen, den 09. Mai 2014

ThyssenKrupp AG

Der Vorstand

Hiesinger

Burkhard

Kaufmann

Kerkhoff