thyssenkrupp AG

Duisburg und Essen

Zwischenbericht 9 Monate 2023/2024

1. Oktober 2023 - 30. Juni 2024
engineering.tomorrow.together.

thyssenkrupp in Zahlen

Konzern
9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 28.755 24.904 -3.851 -13
Umsatzerlöse Mio € 28.723 26.231 -2.492 -9
EBITDA Mio € 1.396 787 -608 -44
EBIT1) Mio € 349 -73 -421 --
EBIT-Marge % 1,2 -0,3 -1,5 --
Bereinigtes EBIT1) Mio € 615 416 -199 -32
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,1 1,6 -0,6 -26
Ergebnis vor Steuern Mio € 205 -213 -418 --
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 2 -410 -412 --
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € -64 -446 -382 --
Ergebnis je Aktie -0,10 -0,72 -0,61 --
Operating Cashflow Mio € 668 -61 -729 --
Cashflow für Investitionen Mio € -909 -879 30 3
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 55 56 1 1
Free Cashflow2) Mio € -186 -885 -698 --
Free Cashflow vor M&A2) Mio € -234 -983 -749 --
Netto-Finanzguthaben (30.6.) Mio € 3.238 3.191 -46 -1
Eigenkapital (30.6.) Mio € 13.957 11.667 -2.290 -16
Gearing (30.6.) % -3) -3) - -
Mitarbeiter (30.6.) 98.624 97.860 -764 -1

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).
2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
3) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Gearing-Kennzahl negativ und die Aussage der Gearing-Kennzahl damit bedeutungslos.

Konzern
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung in %
Auftragseingang Mio € 9.390 8.355 -1.035 -11
Umsatzerlöse Mio € 9.598 8.986 -612 -6
EBITDA Mio € 445 257 -188 -42
EBIT1) Mio € 212 84 -128 -61
EBIT-Marge % 2,2 0,9 -1,3 -58
Bereinigtes EBIT1) Mio € 243 149 -94 -39
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,5 1,7 -0,9 -34
Ergebnis vor Steuern Mio € 174 26 -148 -85
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) bzw. Ergebnis nach Steuern Mio € 107 -33 -141 --
davon Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG Mio € 83 -54 -137 --
Ergebnis je Aktie 0,13 -0,09 -0,22 --
Operating Cashflow Mio € 599 249 -350 -58
Cashflow für Investitionen Mio € -267 -481 -215 -81
Cashflow aus Desinvestitionen Mio € 32 29 -3 -9
Free Cashflow2) Mio € 364 -203 -567 --
Free Cashflow vor M&A2) Mio € 347 -256 -602 --
Netto-Finanzguthaben (30.6.) Mio € 3.238 3.191 -46 -1
Eigenkapital (30.6.) Mio € 13.957 11.667 -2.290 -16
Gearing (30.6.) % -3) -3) - -
Mitarbeiter (30.6.) 98.624 97.860 -764 -1

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).
2) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Analyse der Kapitalflussrechnung.
3) Aufgrund des deutlich positiven Eigenkapitals und des ausgewiesenen Netto-Finanzguthabens ist die Gearing-Kennzahl negativ und die Aussage der Gearing-Kennzahl damit bedeutungslos.

STAMMDATEN UND KENNZAHLEN ZUR THYSSENKRUPP AKTIE / ADR

ISIN Anzahl Aktien (insgesamt) Stück 622.531.741
Aktien (Börsen Frankfurt, Düsseldorf) DE 000 750 0001 Kurs Ende Juni 2024 4,04
ADR (Außerbörslicher Handel) US88629Q2075 Marktkapitalisierung Ende Juni 2024 Mio € 2.515
Kürzel
Aktien TKA
ADR TKAMY

Unser Geschäftsjahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September des Folgejahres.

In diesem Finanzbericht verwenden wir im Interesse der besseren Lesbarkeit ausschließlich die grammatisch männliche Form, wie bspw. "Aktionär" oder "Mitarbeiter". Sie bezieht sich immer zugleich auf alle Geschlechter der Menschen, um die es geht: männlich, weiblich, divers.

Zwischenlagebericht

Vorbemerkungen

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp im Geschäftsjahr 2023 / 2024.

Im Zuge der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossenen und zum 1. Oktober 2023 wirksamen Neustrukturierung der Segmente des thyssenkrupp Konzerns ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr folgende Veränderungen der Berichterstattung:

Das bisherige Segment Multi Tracks wurde zum 1. Oktober 2023 aufgelöst.

Seit dem 1. Oktober 2023 werden das Großwälzlagergeschäft Rothe Erde (zum 30. September 2023 als eigenes Segment Bearings berichtet) sowie die Geschäfte von Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera (alle drei Geschäfte bis zum 30. September 2023 dem bisherigen Segment Multi Tracks zugeordnet) im neuen Segment Decarbon Technologies gebündelt. Darüber hinaus enthält das neue Segment Decarbon Technologies die bisher dem Segment Steel Europe zugeordnete Gesellschaft thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH.

Seit dem 1. Oktober 2023 werden die Geschäfte Automation Engineering und Springs & Stabilizers (bis zum 30. September 2023 dem bisherigen Segment Multi Tracks zugeordnet) im Segment Automotive Technology erfasst. Dies gilt auch für die Geschäfte von Forged Technologies (zum 30. September 2023 als eigenes Segment berichtet).

Ab dem 1. Oktober 2023 wird die von thyssenkrupp seit dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 gehaltene Beteiligung TK Elevator im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet (im Geschäftsjahr 2022 / 2023 im bisherigen Segment Multi Tracks erfasst).

Seit dem 1. Oktober 2023 wird die Gesellschaft thyssenkrupp Transrapid GmbH, die bisher dem Segment Marine Systems zugeordnet wurde, im Rahmen der Segmentberichterstattung ebenfalls in der "Überleitung" erfasst.

Darstellung und Ausweis des Vorjahres wurden unter Berücksichtigung der zuvor genannten Änderungen entsprechend angepasst.

Zu weiteren Einzelheiten hinsichtlich der Beteiligung TK Elevator siehe auch Anhang-Nr. 09 (Segmentberichterstattung) und Anhang-Nr. 08 (Finanzinstrumente).

Im Geschäftsjahr 2022 / 2023 wurde für die Aktivitäten von thyssenkrupp Industries India aus dem Segment Decarbon Technologies ein Verkaufsprozess eingeleitet. Am 8. Mai 2024 wurde die Transaktion vollzogen und die thyssenkrupp Industries India entsprechend entkonsolidiert.

Die Darstellung des Geschäftsverlaufs ist nach Segmenten gegliedert.

Wirtschaftsbericht

Auftragseingang
Mio €
Umsatzerlöse
Mio €
EBIT1)
Mio €
9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Automotive Technology2) 6.141 5.630 5.939 5.699 178 163
Decarbon Technologies2) 3.119 2.140 2.560 2.775 36 -119
Materials Services 10.521 9.244 10.489 9.217 192 8
Steel Europe2) 9.946 8.044 9.511 8.127 21 -14
Marine Systems2) 380 810 1.484 1.403 44 74
Corporate Headquarters 7 5 5 6 -128 -165
Überleitung2) -1.359 -970 -1.265 -996 6 -19
Konzern 28.755 24.904 28.723 26.231 349 -73
Bereinigtes EBIT1)
Mio €
Mitarbeiter
9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
30.6.2023 30.6.2024
Automotive Technology2) 198 174 31.418 31.848
Decarbon Technologies2) 53 -61 14.985 12.601
Materials Services 155 153 16.221 16.114
Steel Europe2) 266 238 26.249 27.090
Marine Systems2) 46 72 7.502 7.896
Corporate Headquarters -122 -144 610 633
Überleitung2) 19 -16 1.639 1.678
Konzern 615 416 98.624 97.860

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang
Mio €
Umsatzerlöse
Mio €
EBIT1)
Mio €
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Automotive Technology2) 2.063 1.886 2.046 1.914 41 83
Decarbon Technologies2) 1.097 800 856 945 -29 -91
Materials Services 3.272 3.094 3.346 3.194 78 17
Steel Europe2) 3.221 2.732 3.251 2.818 163 117
Marine Systems2) 117 141 480 438 12 30
Corporate Headquarters 2 1 2 2 -45 -62
Überleitung2) -382 -299 -381 -325 -9 -11
Konzern 9.390 8.355 9.598 8.986 212 84
Bereinigtes EBIT1)
Mio €
3. Quartal
2022 / 2023
3. Quartal
2023/2024
Automotive Technology2) 44 78
Decarbon Technologies2) -16 -59
Materials Services 50 58
Steel Europe2) 190 100
Marine Systems2) 12 30
Corporate Headquarters -37 -47
Überleitung2) -2 -11
Konzern 243 149

1) Siehe auch die Überleitungsrechnung in der Segmentberichterstattung (Anhang-Nr. 09).
2) Siehe auch Vorbemerkungen.

Zusammenfassung

Finanzkennzahlen nach den ersten 9 Monaten, insbesondere im 3. Quartal, aufgrund des anhaltend herausfordernden Marktumfelds unter Erwartungen

Geschäftsverlauf des Konzerns in den ersten 9 Monaten sowie im 3. Quartal (Veränderung jeweils im Vergleich zum Vorjahr):

Auftragseingang in den ersten 9 Monaten (-3,9 Mrd € bzw. -13 %): In nahezu allen Segmenten (außer Marine Systems) unter Vorjahr

Auftragseingang im 3. Quartal (-1,0 Mrd € bzw. -11 %): In nahezu allen Segmenten (außer Marine Systems) unter Vorjahr

Umsatz in den ersten 9 Monaten (-2,5 Mrd € bzw. -9 %): In nahezu allen Segmenten (außer Decarbon Technologies) unter Vorjahr

Umsatz im 3. Quartal (-612 Mio € bzw. -6 %): In nahezu allen Segmenten (außer Decarbon Technologies) unter Vorjahr

Bereinigtes EBIT in den ersten 9 Monaten (-199 Mio € bzw. -32 %): In nahezu allen Segmenten (außer Marine Systems) unter Vorjahr, i. W. Decarbon Technologies

Bereinigtes EBIT im 3. Quartal (-94 Mio € bzw. -39 %): Unter Vorjahr, i. W. Decarbon Technologies und Steel Europe

Periodenergebnis in den ersten 9 Monaten (-412 Mio €): Negativ und unter Vorjahr, i. W. Entwicklung Bereinigtes EBIT sowie höhere negative Sondereffekte wie bspw. Wertminderungen bei Materials Services sowie Effekte aus der Bewertung der CO2-Termingeschäfte bei Steel Europe

Periodenergebnis im 3. Quartal (-141 Mio €): Negativ und unter Vorjahr, i. W. Entwicklung Bereinigtes EBIT sowie höhere negative Sondereffekte wie bspw. Restrukturierungsaufwendungen bei Decarbon Technologies und Materials Services

FCF vor M&A in den ersten 9 Monaten (-749 Mio €): Negativ und unter Vorjahr, i. W. Entwicklung Bereinigtes EBIT sowie Vorratsaufbau gegenüber entsprechendem Abbau im Vorjahreszeitraum

FCF vor M&A im 3. Quartal (-602 Mio €): Negativ und unter Vorjahr, i. W. Entwicklung Bereinigtes EBIT sowie temporär höhere Investitionen im Zusammenhang mit der DRI-Anlage bei Steel Europe

Performance-Programm APEX, das bereits bestehende und neu erarbeitete Transformations- und Performance-Maßnahmen des Konzerns bündelt, planmäßig in Umsetzung und mit kontinuierlichem Hochlauf der Ergebniseffekte; diese eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen wirken den dargestellten negativen Entwicklungen entgegen, können diese aber nicht kompensieren

Geschäftsverlauf in den Segmenten in den ersten 9 Monaten im Vergleich zum Vorjahr -Geschäftsverlauf in den Segmenten im 3. Quartal wird im Kapitel "Berichterstattung zu den Segmenten" dargestellt:

Automotive Technology mit rückläufigem Auftragseingang und Umsatz im Geschäft mit Baumaschinen und im Anlagenbau sowie kunden- und modellbezogenen Rückgängen in Teilen des automobilen Seriengeschäfts; Bereinigtes EBIT unter Vorjahr; positive Einmaleffekte geringer als im Vorjahr; Entlastungen auf der Material- und Transportkostenseite, positive Effekte aus erfolgreichen Verhandlungen zu Preisen und Mindermengenkompensationen sowie Effizienzsteigerungsmaßnahmen, gegenläufig u.a. geringeres Volumen, höhere Personalkosten (i. W. Tarifabschlüsse) sowie insb. Fehlleistungskosten bei Automation Engineering

Decarbon Technologies mit niedrigerem Auftragseingang insb. aufgrund kundenseitiger Projektverschiebungen im Anlagenbau sowie einer verlangsamten Nachfrage im chinesischen Windmarkt; auf Vergleichsbasis gestiegener Umsatz durch gute Auftragslage im Anlagenbau aus den Vorjahren; Bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahr, einerseits beeinflusst durch Volumen- und Mixeffekte, andererseits durch Rückgänge im Anlagenbau bei Polysius (Zementbereich), die von periodenfremden Mehrkosten bei einzelnen (Alt-) Projekten beeinflusst sind; zudem Strukturanpassung bei Polysius aufgrund des Verkaufs der thyssenkrupp Industries India

Materials Services mit Rückgängen bei Auftragseingang und Umsatz aufgrund überwiegend niedrigerer Preise und zurückhaltender Nachfrage; Bereinigtes EBIT trotz verhaltener Preis- und Nachfrageentwicklung annähernd auf Vorjahresniveau, u. a. aufgrund positiver Effekte aus Kostensenkungsmaßnahmen und neuverhandelter Supply-Chain-Kontrakte; Absatz unter Vorjahr, mit Ausnahme der automobilnahen Service-Center in Nordamerika

Steel Europe mit geringerem Auftragseingang aufgrund anhaltend schwacher Nachfrage; Umsatz unter Vorjahr i. W. aufgrund des signifikant gesunkenen Stahlpreisniveaus; Versandmengen ebenfalls unter Vorjahresniveau (-5,2 %); Bereinigtes EBIT i. W. bedingt durch niedrigere Erlöse ebenfalls unter Vorjahr trotz niedrigerer Rohstoff- und Energiepreise sowie geringerer Abschreibungen infolge der signifikanten Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2022/2023

Marine Systems mit deutlich höherem Auftragseingang, vor allem durch größere Auftragserweiterungen zweier Bestandsaufträge im Unterwasserbereich, bei gleichzeitig rückläufigem Umsatz; jedoch Bereinigtes EBIT signifikant über Vorjahr i. W. geprägt durch verbesserte Margeneffekte im Auftragsbestand durch Stabilisierung von Altaufträgen mit schwachen Margen sowie Wahrung einer margenstabilen Auftragsabwicklung von Neuaufträgen

Gesamtjahresprognose für den Konzern per Ad-hoc Mitteilung vom 25. Juli 2024 angepasst:

Umsatz: Rückgang zwischen 6-8 % im Vergleich zum Vorjahr (zuvor: Unter Vorjahr)

Bereinigtes EBIT: Mehr als 500 Mio € (zuvor: Steigerung auf einen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich)

Free Cashflow vor M&A: Im Bereich um -100 Mio € (zuvor: Rückgang auf einen positiven Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich)

Weitere wesentliche Ereignisse im 3. Quartal:

Am 11. April 2024 hat der Vorstand von Steel Europe dem Strategieausschuss des Stahl-Aufsichtsrats erste konzeptionelle Grundzüge einer geplanten Neuausrichtung des Stahlbereichs vorgestellt. Dabei sollen Optimierungen im Produktionsverbund die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Segments steigern.

Am 26. April 2024 haben sich die thyssenkrupp AG und die EP Corporate Group a.s. (EPCG) auf eine Beteiligung von EPCG am Stahlgeschäft von thyssenkrupp geeinigt. In diesem Zusammenhang erwirbt EPCG 20 % der Anteile am Stahlgeschäft von thyssenkrupp. Das Closing der Transaktion hat am 31. Juli 2024 stattgefunden (vgl. Anhang 16, Ereignisse nach dem Stichtag). Darüber hinaus sprechen die Parteien über den Erwerb weiterer 30 % der Anteile am Stahlgeschäft durch die EPCG. Ziel ist die Bildung eines gleichberechtigten 50 / 50-Joint Ventures.

Makro- und Branchenumfeld

Schleppende Erholung der Konjunktur in Deutschland - Wachstum noch deutlich hinter anderen Industrienationen

Weiterhin verhaltene globale Konjunkturentwicklung insb. in Deutschland aufgrund starker Abhängigkeit von weltweiten Exporten; stärkere Dynamik in einzelnen Regionen wie den USA und anderen EU-Ländern; nach wie vor kaum Impulse aus der chinesischen Wirtschaft nach dem Tiefpunkt im Jahr 2023

Verlangsamtes Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 bei einem Plus von 2,8 % prognostiziert; Erwartungen für 2024 mit 2,7 % Zuwachs auf ähnlichem Niveau

Leichte Erholung der deutschen Wirtschaft nach Stagnation im Vorjahr; erwarteter BIP-Zuwachs von 0,3 % für 2024 insb. getrieben durch private Konsumausgaben; Wachstumsprognose für die EU im Jahr 2024 positiv mit 1,0 %; USA mit besseren Aussichten für 2024 bei 2,4 % Zuwachs; verhältnismäßig verhaltenere Dynamik im Vergleich zum Vorjahr erwartet in China mit 5,0 % Wachstum sowie Indien mit 6,8 % für 2024

Risiken und Unsicherheiten: Anhaltende konjunkturelle Belastungen durch mögliche Verlängerung einer Politik erhöhter Leitzinsen der Notenbanken im Vergleich der letzten Jahre; politische Unsicherheiten durch anstehende Wahlen in den USA; Gefahr von Disruptionen globaler Logistikströme durch bewaffnete Konflikte im Nahen Osten; mögliche weitere Eskalation sowie Verlängerung des Kriegs in der Ukraine; Ungewissheit über die weitere Entwicklung bei zahlreichen anderen geopolitischen Krisenherden sowie bei handelspolitischen Konflikten; Gefahr wiederkehrender Flut- bzw. Naturkatastrophen zum Beispiel als Folge des Klimawandels; weiterhin Risiken durch hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise insb. in den Industrieregionen

BRUTTOINLANDSPRODUKT

reale Veränderung zum Vorjahr in % 20231) 20241)
Europäische Union 0,6 1,0
Deutschland 0,0 0,3
Osteuropa und Zentralasien 4,0 3,9
USA 2,5 2,4
Brasilien 2,9 2,1
Japan 1,9 0,7
China 5,2 5,0
Indien 8,1 6,8
Naher Osten & Nordafrika 1,3 1,7
Welt 2,8 2,7

1) Kalenderjahr; Prognosen (teilweise)

Quelle: S&P Global Market Intelligence, Global Economy (Juli 2024)

Automobilindustrie

Weltweite Produktion von Pkw sowie leichten Nutzfahrzeugen im Jahr 2024 rückläufig ggü. Vorjahr prognostiziert; Absatz bislang leicht über Vorjahresniveau erwartet; zuletzt jedoch Prognoseanpassungen

Europa: Absatz im Jahr 2024 positiv ggü. Vorjahr erwartet; Produktion schwächer

Nordamerika: Absatz im Jahr 2024 positiv ggü. Vorjahr; Produktion in der Größenordnung des Vorjahres prognostiziert

China: Absatz im Jahr 2024 positiv ggü. Vorjahr; Produktion in der Größenordnung des Vorjahres erwartet

Hersteller-, antriebs- und baureihenspezifisch erhebliche Unterschiede in der individuellen Volumenperformance

Investitionsverschiebungen und Anpassung der Transformationsgeschwindigkeit als Reaktionen bedeutender OEMs auf regional verlangsamtes Absatzwachstum batterieelektrischer Fahrzeuge

Chinesische OEMs mit fortgesetzten Marktanteilsgewinnen im heimischen Markt sowie Expansionskurs auf globalen Absatzmärkten, u.a. Europa

Erhöhter Druck auf Produktionsanpassungen durch fortschreitenden Bestandsaufbau; mögliches Vorzeichen einer Nachfrageschwäche

Drohende Ausweitung von Autozöllen würde zusätzlich verteuernd und damit nachfragesenkend wirken

Maschinenbau

Deutschland: Realer Umsatzrückgang von 1,3 % für 2023; keine Erholung für 2024 bei Rückgang von 2,4 % erwartet; erschwerte Prognosesicherheit durch starke monatliche Schwankungen im Auftragseingang; weiterhin ausgeprägte Investitionsschwäche in Deutschland im internationalen Vergleich

USA: Erwartetes Minus von 4,1 % im Jahr 2023 im Maschinenbau aufgrund konjunkturell bedingter Zurückhaltung bei Investitionen; keine Erholung erwartet für 2024 bei leicht verringertem Rückgang um 3,4 %; langfristig potenzieller Rückenwind im Falle einer Absenkung des Leitzinses

China: Wachstum im Maschinenbau 2023 nur bei 2,6 %; Ausblick mit leichter Erholung bei 3,8 % Zuwachs für 2024 jedoch hinter den Zielvorgaben der chinesischen Regierung; weiterhin Auftragseingänge sowie Kapazitätsauslastung auf niedrigem Niveau

Bauwirtschaft

Deutschland: Aktuell Stabilisierung der Bautätigkeit auf niedrigem Niveau; leicht positives Umsatzplus von 0,9 % im Jahr 2023 sowie vorsichtige Erholung mit 1,8 % erwartet für 2024; verhaltene Impulse durch gesunkene Leitzinsen sowie abflauende Inflation

USA: Leichte Erholung nach starken Einbrüchen im Jahr 2022 mit einem realen Umsatzplus von 3,0 % in 2023; besonders starkes Wachstum von 6,9 % erwartet für 2024, getrieben durch Investitionen in Infrastruktur

China: Aufholeffekte nach schwachem Vorjahr erwartet für 2023 mit 7,1 % Zuwachs; für 2024 abgeschwächtes Wachstum prognostiziert mit 3,4 %; mögliche Entschärfung der Krise auf dem Immobilienmarkt durch staatliche Hilfspakete für den öffentlichen Wohnungsbau

Stahlumfeld

Globale Walzstahlnachfrage für 2024 voraussichtlich mit einem Plus von 1,7 % nach zwei Jahren Rückgang; Dämpfung der Stahlnachfrage durch hohe Kosten, verzögerte Auswirkungen der restriktiveren Geldpolitik sowie anhaltende geopolitische Unsicherheiten; weiterhin hohe Marktvolatilität erwartet; steigende Nachfrage im Jahr 2024 u.a. in Deutschland (+3,2 %), Indien (+8,2 %), den USA (+1,8 %) und der Türkei (+9,0 %); dagegen leicht sinkende Nachfrage u.a. in Südkorea (-0,8 %) und in Japan (-0,1 %), China mit Stagnation auf Vorjahresniveau; für 2025 moderates Wachstum der globalen Walzstahlnachfrage von 1,2 % prognostiziert; in EU27 Wachstum von 5,5 % erwartet

Nachfrage im EU-Markt für Qualitätsflachstahl in Q2 2023 / 2024 insgesamt um 2,1 % über Vorjahresniveau; höhere Nachfrage durch deutlich höhere Importe bedient (+31,7 % über Vorjahr), Lieferungen der EU-Werke hingegen mit einem Minus von 4,3 % im Vorjahresvergleich

Rückläufige Spotmarktpreise für Flachstahl ab März und Einpendeln auf niedrigem Niveau nach zuvor leichter Erholung der Preise zwischen Oktober 2023 und Februar 2024; weiterhin hohe Importmengen, die verzögerte konjunkturelle Belebung und anhaltend schwache Nachfrage halten Flachstahlpreise auf niedrigem Niveau; Rohstoffpreise auf dem Spotmarkt in Q3 2023 / 2024 auf Niveau des Vorjahresquartals

Weiterhin äußerst herausforderndes Marktumfeld; stabilisierende Wirkung durch sinkende Inflation und Energiekosten; allerdings schwacher Ausblick für die Industrieproduktion und wesentliche stahlverarbeitende Industrien im laufenden Jahr; zudem gedämpfter Ausblick durch zunehmenden Protektionismus internationaler Märkte und anhaltende geopolitische Krisen

ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMÄRKTEN

20231) 20241)
Fahrzeugproduktion, in Mio Pkw und leichte Nutzfahrzeuge2)
Welt 90,5 88,7
Westeuropa (inkl. Deutschland) 11,2 10,4
Deutschland 4,3 4,2
Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) 15,7 15,8
USA 10,3 10,5
Mexiko 3,8 4,0
Japan 8,6 7,9
China 28,8 28,8
Indien 5,4 5,7
Brasilien 2,2 2,3
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 0,4 1,7
Europäische Union 0,8 -0,8
Deutschland -1,3 -2,4
USA -4,1 -3,4
Japan -6,3 -1,3
China 2,6 3,8
Indien 8,9 7,6
Bautätigkeit, real, in % gegenüber Vorjahr
Welt 4,5 3,0
Europäische Union 2,3 1,5
Deutschland 0,9 1,8
USA 3,0 6,9
Japan 3,7 1,5
China 7,1 3,4
Indien 9,6 1,6
Stahlnachfrage, in % gegenüber Vorjahr
Welt -1,1 1,7
Europäische Union -10,0 2,9
Deutschland -13,7 3,2
USA -4,2 1,8
China -3,3 0,0
Indien 14,8 8,2

1) Kalenderjahr; Prognosen (teilweise)
2) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 6t

Quellen: S&P Global Market Intelligence, Comparative Industry (Juli 2024), S&P Global Mobility, LV Production (Juli 2024), Oxford Economics, worldsteel, nationale Verbände, eigene Schätzungen

Berichterstattung zu den Segmenten

Automotive Technology

Geschäftsverlauf im 3. Quartal

AUTOMOTIVE TECHNOLOGY IN ZAHLEN¹⁾

9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 6.141 5.630 -8
Umsatzerlöse Mio € 5.939 5.699 -4
EBITDA Mio € 416 388 -7
EBIT Mio € 178 163 -8
Bereinigtes EBIT Mio € 198 174 -12
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,3 3,1 -
Investitionen Mio € 209 205 -2
Mitarbeiter (30.6.) 31.418 31.848 1
3. Quartal
2022 / 2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 2.063 1.886 -9
Umsatzerlöse Mio € 2.046 1.914 -6
EBITDA Mio € 117 149 27
EBIT Mio € 41 83 ++
Bereinigtes EBIT Mio € 44 78 76
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,2 4,1 -
Investitionen Mio € 78 65 -17
Mitarbeiter (30.6.) 31.418 31.848 1

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang

Unter Vorjahr; rückläufige Entwicklung im Baumaschinengeschäft und im Anlagenbau, auch automobiles Seriengeschäft mit kunden- und modellbezogenen Rückgängen

Umsatz

Unter Vorjahr; Umsatz folgt dem Auftragseingang im automobilen Seriengeschäft; rückläufige Entwicklung im Baumaschinengeschäft und im Anlagenbau bei Automotive Body Solutions

Bereinigtes EBIT

Über Vorjahr; Entlastungen auf der Material- und Transportkostenseite sowie positive Einmaleffekte (i. W. aus der Teilauflösung einer Rückstellung für Qualitätskosten bei Bilstein), gegenläufig geringeres Volumen und höhere Personalkosten (i. W. Tarifabschlüsse)

Positive Effekte durch APEX-Maßnahmen, i. W. aus der Verhandlung neuer Preiskonditionen und dem Einfordern von Kompensationen aus Mindermengen, Materialkosteneinsparungen sowie Effizienzsteigerungsmaßnahmen (wie bspw. Taktzeitoptimierungen, Einsparung von Rüstzeiten, Reduzierung von Ausschusskosten etc.)

Wesentliche Sondereffekte

Keine wesentlichen Sondervorgänge

Investitionen

Schwerpunkt der Investitionen für auftragsbezogene Projekte, mit dem Ziel der Unterstützung der Kosten- und Profitabilitätsziele sowie Wahrnehmung von Wachstumschancen

Decarbon Technologies

Geschäftsverlauf im 3. Quartal

DECARBON TECHNOLOGIES IN ZAHLEN¹⁾

9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 3.119 2.140 -31
Umsatzerlöse Mio € 2.560 2.775 8
EBITDA Mio € 125 -11 --
EBIT Mio € 36 -119 --
Bereinigtes EBIT Mio € 53 -61 --
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,1 -2,2 -
Investitionen Mio € 53 45 -15
Mitarbeiter (30.6.) 14.985 12.601 -16
3. Quartal
2022 / 2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 1.097 800 -27
Umsatzerlöse Mio € 856 945 10
EBITDA Mio € 9 -63 --
EBIT Mio € -29 -91 --
Bereinigtes EBIT Mio € -16 -59 --
Bereinigte-EBIT-Marge % -1,8 -6,3 -
Investitionen Mio € 17 20 19
Mitarbeiter (30.6.) 14.985 12.601 -16

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang

Insgesamt unter Vorjahr bei heterogener Entwicklung der einzelnen Geschäftseinheiten

thyssenkrupp nucera über Vorjahr; Rothe Erde annähernd auf Vorjahresniveau; Anlagenbau insbesondere durch kundenseitige Projektverschiebungen unter dem starken Vorjahr

Umsatz

Insgesamt über Vorjahr; der Anlagenbau insgesamt aufgrund einiger Großprojekte über Vorjahr

Rothe Erde aufgrund einer verlangsamten Nachfrage im chinesischen Windmarkt leicht unter dem Vorjahresniveau

Bereinigtes EBIT

Durch Rückgänge im Anlagenbau bei Polysius (Zementbereich), die von periodenfremden Mehrkosten bei einzelnen (Alt-) Projekten beeinflusst sind, unter Vorjahr

Leichte Ergebnisrückgänge im Windbereich durch negative Preiseffekte

thyssenkrupp nucera wie erwartet unter Vorjahr, belastet durch den Ausbau des AWE-Geschäfts (alkalische Wasserelektrolyse) und den planmäßig gestiegenen Kosten für das angestrebte Wachstum

Gegenläufig wirken APEX-Maßnahmen, i. W. Effizienzsteigerungen und Einkaufsoptimierungen, die den starken Rückgang des Bereinigten EBIT jedoch nicht kompensieren konnten

Wesentliche Sondereffekte

Insgesamt 32 Mio €, davon i. W. Bildung einer Restrukturierungsrückstellung bei Polysius sowie Aufwand aus der Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Investitionen

Steigende Investitionen insb. getrieben durch thyssenkrupp nucera mit Investitionen in Wachstum und Technologie

In den anderen Geschäftseinheiten Investitionen in die Stärkung des Technologieportfolios sowie in auftragsbezogene Projekte

Materials Services

Geschäftsverlauf im 3. Quartal

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN

9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 10.521 9.244 -12
Umsatzerlöse Mio € 10.489 9.217 -12
EBITDA Mio € 293 204 -30
EBIT Mio € 192 8 -96
Bereinigtes EBIT Mio € 155 153 -1
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,5 1,7 -
Investitionen Mio € 54 43 -20
Mitarbeiter (30.6.) 16.221 16.114 -1
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 3.272 3.094 -5
Umsatzerlöse Mio € 3.346 3.194 -5
EBITDA Mio € 112 50 -55
EBIT Mio € 78 17 -78
Bereinigtes EBIT Mio € 50 58 16
Bereinigte-EBIT-Marge % 1,5 1,8 -
Investitionen Mio € 18 16 -12
Mitarbeiter (30.6.) 16.221 16.114 -1

Auftragseingang

Unter Vorjahr, i. W. aufgrund niedrigerer Preise, insb. im Walzstahlbereich

Rückgänge in den meisten Geschäftseinheiten; Strecken- und Supply-Chain-Geschäft sowie der lagerführende Werkstoffhandel in Nordamerika über Vorjahr

Umsatz

Unter Vorjahr aufgrund des niedrigeren Preisniveaus; Rückgänge beim lagerführenden Werkstoffhandel in Europa und im automobilnahen Service-Center-Geschäft

Streckengeschäft i. W. mengenbedingt über Vorjahr; Umsatzplus im Supply-Chain-Geschäft bedingt durch Vertragsverlängerungen zu optimierten Konditionen mit Großkunden

Werk- und Rohstoff-Absatz auf Vorjahresniveau (2,3 Mio t), wobei der Mengenanstieg im Streckengeschäft den Rückgang beim Lagerabsatz ausgleicht

Bereinigtes EBIT

Über Vorjahr mit positiven Ergebnisbeiträgen nahezu aller Geschäftsbereiche, insb. des internationalen Supply-Chain- und Streckengeschäfts sowie der nordamerikanischen Distributionseinheiten und Service-Center

Fortlaufende Effizienzmaßnahmen, gebündelt im APEX-Programm, z. B. durch positive Effekte aus im letzten Geschäftsjahr neu verhandelten Verträgen mit Großkunden im Supply-Chain-Geschäft, Reduzierung von Frachtkosten sowie Standortkonsolidierung im nordamerikanischen Aerospace-Geschäft

Wesentliche Sondereffekte

Insgesamt 41 Mio €, davon i. W. Aufwendungen durch Restrukturierungen beim lagerführenden Werkstoffhandel in Europa

Investitionen

Investitionsschwerpunkt in den USA: Weitere Zahlungen im Zusammenhang mit dem Bau des neu eröffneten Standorts in Texas, für Produktionsanlagen in Wisconsin und das Aerospace-Geschäft

Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen bei Lager- und Serviceeinheiten; Fortsetzung der digitalen Transformation

Steel Europe

Geschäftsverlauf im 3. Quartal

STEEL EUROPE IN ZAHLEN¹⁾

9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 9.946 8.044 -19
Umsatzerlöse Mio € 9.511 8.127 -15
EBITDA Mio € 572 242 -58
EBIT Mio € 21 -14 --
Bereinigtes EBIT Mio € 266 238 -11
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,8 2,9 -
Investitionen Mio € 523 524 0
Mitarbeiter (30.6.) 26.249 27.090 3
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 3.221 2.732 -15
Umsatzerlöse Mio € 3.251 2.818 -13
EBITDA Mio € 228 140 -39
EBIT Mio € 163 117 -28
Bereinigtes EBIT Mio € 190 100 -47
Bereinigte-EBIT-Marge % 5,8 3,6 -
Investitionen Mio € 127 361 ++
Mitarbeiter (30.6.) 26.249 27.090 3

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang

Mengen- und wertmäßig unter Vorjahr bedingt durch Rückgang der Bestellmengen auf 2,3 Mio t (-9,8 % ggü. Vorjahr) und gesunkene Spotmarktpreise; positive Entwicklung beim Verpackungsstahl sowie in den Bereichen Bauindustrie und Maschinen- und Anlagenbau; rückläufige Nachfrage in der Automobilindustrie

Umsatz

Aufgrund des deutlich gesunkenen Preisniveaus unter Vorjahr; Rückgänge insb. bei Elektroband, Verpackungsstahl und im Automobilbereich

Versandmengen mit 2,3 Mio t ebenfalls unter Vorjahresniveau (-9,0 %); i. W. bei Industriekunden u. a. in den Bereichen Rohrindustrie sowie Stahlhandel und -service; teilweise Kompensation durch höhere Versandmengen beim Verpackungsstahl

Bereinigtes EBIT

Unter Vorjahr; die negativen Markteffekte können durch geringere Rohstoff- und Energiekosten sowie niedrigere Abschreibungen infolge der Wertberichtigungen im Geschäftsjahr 2022 / 2023 nicht vollständig kompensiert werden

Unterstützung durch APEX-Maßnahmen, bspw. Effizienzsteigerungen in Produktion, Energie und Logistik sowie weitere Kostenverbesserungen und Einkaufserfolge

Wesentliche Sondereffekte

Insgesamt 17 Mio € Ertrag aus Sondereffekten im 3. Quartal, davon i. W. Effekte aus der Bewertung der CO2-Termingeschäfte

Investitionen

Rückbauarbeiten und Vorbereitung des Baufelds beim Bau der Direktreduktionsanlage mit zwei integrierten elektrischen Einschmelzern am Standort Duisburg weiter vorangeschritten; erste Baumaßnahmen (z. B. Pfahlgründung) fortgeführt

Großinvestitionen der Strategie 20-30 in Bochum zur Begleitung der steigenden Nachfrage nach hochwertigem Elektroband: Montage der neuen Glüh-/Isolierlinie abgeschlossen, zurzeit Funktionstest und Gesamtinbetriebnahme mit Bandlauf im aufgeheizten Ofen

Marine Systems

Geschäftsverlauf im 3. Quartal

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN¹⁾

9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 380 810 ++
Umsatzerlöse Mio € 1.484 1.403 -5
EBITDA Mio € 89 125 41
EBIT Mio € 44 74 69
Bereinigtes EBIT Mio € 46 72 57
Bereinigte-EBIT-Marge % 3,1 5,1 -
Investitionen Mio € 67 58 -14
Mitarbeiter (30.6.) 7.502 7.896 5
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung
in %
Auftragseingang Mio € 117 141 20
Umsatzerlöse Mio € 480 438 -9
EBITDA Mio € 27 47 71
EBIT Mio € 12 30 ++
Bereinigtes EBIT Mio € 12 30 ++
Bereinigte-EBIT-Marge % 2,6 6,9 -
Investitionen Mio € 22 18 -20
Mitarbeiter (30.6.) 7.502 7.896 5

1) Siehe auch Vorbemerkungen.

Auftragseingang

Über Vorjahr, i. W. durch mehrere kleinteilige Aufträge im Servicegeschäft u. a. im Bereich Ersatzteile und Reparaturen

Umsatz

Unter Vorjahr, i. W. bedingt durch geschäftstypische Schwankungen des Projektgeschäfts

Bereinigtes EBIT

Signifikant über Vorjahr, i. W. geprägt durch verbesserte Margeneffekte bei aktuellen Projekten sowie reduzierte Vertriebskosten

Stabilisierung von Altaufträgen mit schwachen Margen, Wahrung einer margenstabilen Auftragsabwicklung von Neuaufträgen

Positive Effekte durch APEX-Maßnahmen, u. a. Effizienzsteigerungen in den Bereichen Material, Personal und Verwaltung

Wesentliche Sondereffekte

Keine wesentlichen Sondervorgänge

Investitionen

Fortsetzung der Modernisierung der Kieler Werft zur Optimierung der Projektabwicklung, Erhöhung der Effizienz, Schaffung der technischen Voraussetzung zur Fertigung größerer Boote gemäß Markttrend sowie nachhaltiger Verbesserung der Profitabilität

Weiterentwicklung des Standortes Wismar für mögliche Kapazitätserweiterungen

Corporate Headquarters

Geschäftsverlauf im 3. Quartal

Bereinigtes EBIT

Unter Vorjahr, i. W. infolge von Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Performance-Programm APEX und höheren allgemeinen Verwaltungskosten

Gegenläufig geringerer Aufwand aus Anpassungen von Rückstellungen für aktienbasierte Vergütung

Wesentliche Sondereffekte

Höherer Aufwand im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen

Investitionen

Keine wesentlichen Investitionsauszahlungen

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung

Betriebliches Ergebnis

Umsatzerlöse in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres insgesamt deutlich unter Vorjahr; insb. preisbedingte Rückgänge im Segment Materials Services sowie preis- und mengenbedingte Rückgänge im Segment Steel Europe; im Vergleich zur Umsatzentwicklung proportional verminderte Umsatzkosten v.a. als Folge gesunkener Materialaufwendungen, umfangreicher außerplanmäßiger Abschreibungen im vorherigen Berichtsjahr im Segment Steel Europe und damit als Folge daraus resultierende geringere planmäßige Abschreibungen; gegenläufige Effekte hauptsächlich durch in den ersten 9 Monaten erfasste höhere Aufwendungen auf Warenderivate sowie gestiegener Personalaufwendungen und angefallene periodenfremde Mehrkosten bei einzelnen (Alt-) Projekten im Anlagenbau bei Polysius (Zementbereich); Bruttogewinn vom Umsatz in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres mit 3.089 Mio € zwar unter Vorjahr, Brutto-Umsatzmarge jedoch mit 11,8 % leicht über Vorjahresniveau; Bruttogewinn vom Umsatz im 3. Quartal des Berichtsjahres mit 1.158 Mio € zwar unter dem entsprechenden Vorjahresquartal, Brutto-Umsatzmarge mit 12,9 % jedoch leicht über dem entsprechenden Vorjahresquartal

Insgesamt Zunahme der Vertriebskosten i. W. durch im 1. Halbjahr des Berichtsjahres erfasste Wertminderungsaufwendungen in den Segmenten Materials Services (36 Mio € im 1. Quartal und 60 Mio € im 2. Quartal) und Steel Europe (5 Mio € im 1. Quartal) sowie gestiegene Personalaufwendungen insb. im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen; gegenläufig v.a. gesunkene verkaufsbezogene Fracht-, Versicherungs- und Zollaufwendungen

Insgesamt Zunahme der allgemeinen Verwaltungskosten hauptsächlich beeinflusst durch höhere Personalaufwendungen, gestiegene Beratungs- und IT-Aufwendungen sowie höhere Versicherungsprämien

Anstieg der sonstigen Erträge insb. infolge höherer Erträge im Zusammenhang mit Strompreiskompensationen im Segment Steel Europe sowie aus dem Wirksamwerden eines als eingebetteten Leasingverhältnis eingeordneten Liefervertrages

Zunahme der sonstigen Aufwendungen hauptsächlich infolge der im 1. Halbjahr des Berichtsjahres erfassten Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte im Zusammenhang mit der bis zum Verkauf Anfang Mai 2024 bestehenden Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Industries India (24 Mio €); davon 9 Mio € im 1. Quartal und 15 Mio € im 2. Quartal des Berichtsjahres sowie von Kostenübernahmen im Segment Steel Europe im Zusammenhang mit einer Wasserstoff-Pipeline

Verschlechterung der sonstigen Gewinne und Verluste v.a. durch in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres entstandene Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen sowie den Verlust aus dem erwähnten Verkauf von thyssenkrupp Industries India Anfang Mai 2024

Finanzergebnis und Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Insgesamt negatives, aber verbessertes Finanzergebnis in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres hauptsächlich durch das deutlich verbesserte Zinsergebnis für Netto-Finanzguthaben sowie insgesamt höhere Erträge für die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugsaktivitäten erworbenen zinslosen Darlehen; gegenläufig insgesamt höheres negatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen insb. durch höhere Verluste für die im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aufzugsaktivitäten erworbenen Stammaktien

Insgesamt nahezu unveränderte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag; Steueraufwand in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres trotz negativer Ergebnisse insb. beeinflusst durch Steueraufwendungen auf positive Ergebnisse im Ausland, während negative Ergebnisse insb. im Inland, auch im Zusammenhang mit Wertminderungsaufwendungen, nicht zu einer Steuerentlastung führen, da hierfür keine aktiven latenten Steuern angesetzt werden können

Ergebnis je Aktie

Periodenergebnis in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres um 412 Mio € von einem Überschuss von 2 Mio € auf einen Fehlbetrag von 410 Mio € deutlich verringert; darin enthalten ein Rückgang des betrieblichen Ergebnisses von 430 Mio € sowie ein Rückgang des negativen Finanzergebnisses von 11 Mio €. Periodenergebnis im 3. Quartal um 141 Mio € von einem Überschuss von 107 Mio € auf einen Fehlbetrag von 33 Mio € ebenfalls verringert; darin enthalten ein Rückgang des betrieblichen Ergebnisses von 138 Mio € sowie ein Anstieg des negativen Finanzergebnisses von 10 Mio €

Verlust je Aktie (unter Berücksichtigung des Anteils der Aktionäre der thyssenkrupp AG am Ergebnis) entsprechend in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres um 0,61 € auf 0,72 € verringert; Ergebnis je Aktie im 3. Quartal um 0,22 € auf einen Verlust von 0,09 € verringert

Analyse der Kapitalflussrechnung

Operating Cashflow

Operating Cashflow in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres leicht negativ und gegenüber dem Vorjahr deutlich verringert insb. aufgrund des verminderten Periodengewinns vor Abschreibungen; gleichzeitig hauptsächlich Aufbau von Vorräten und von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie verringerter Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Abnahme der Vertragsvermögenswerte

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Investitionsauszahlungen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres über Vorjahr; gegenläufig insb. Zuwendungen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit der im Vorjahr begonnenen Umsetzung der Errichtung einer Direktreduktionsanlage im Segment Steel Europe im 1. Quartal des Berichtsjahres

Desinvestitionseinzahlungen in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres insgesamt auf Vorjahresniveau; darin enthalten Einzahlungen aus dem Verkauf der thyssenkrupp Industries India Anfang Mai 2024; gleichzeitig rückläufige Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres unter Vorjahr insb. infolge erhöhter Tilgung von Anleihen

Free Cashflow und Netto-Finanzguthaben

ÜBERLEITUNG ZU FREE CASHFLOW VOR M&A

Mio € 9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
Veränderung 3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Veränderung
Operating Cashflow (Kapitalflussrechnung) 668 -61 -729 599 249 -350
Cashflow aus Investitionstätigkeit (Kapitalflussrechnung) -854 -823 31 -235 -452 -218
Free Cashflow (FCF) -186 -885 -698 364 -203 -567
-/+ Mittelzu-/-abflüsse aus wesentlichen M&A-Transaktionen 44 -22 -66 7 -16 -23
Anpassung w/IFRS 16 -92 -77 15 -24 -36 -12
Free Cashflow vor M&A (FCF vor M&A) -234 -983 -749 347 -256 -602

FCF vor M&A in den ersten 9 Monaten negativ und unter Vorjahr, i. W. aufgrund der Entwicklung des Bereinigten EBIT sowie Vorratsaufbau gegenüber einem entsprechenden Abbau im Vorjahreszeitraum

Rückgang Netto-Finanzguthaben zum 30. Juni 2024 im Vergleich zum 30. September 2023 i. W. aufgrund des negativen FCF auf 3,2 Mrd €

Verfügbare Liquidität von 5,9 Mrd € (4,7 Mrd € flüssige Mittel und 1,2 Mrd € freie, zugesagte Kreditlinien)

Rating

RATING

Langfrist-Rating Kurzfrist-Rating Ausblick
Standard & Poor's BB B stable
Moody's Ba3 Not Prime positive

Ratingagentur Moody's hob im Dezember 2023 bei unverändertem Rating den Ausblick von "stable" auf "positive" an

thyssenkrupp beendete die Bewertung durch Ratingagentur Fitch zum 31. Dezember 2023

Analyse der Bilanz

Rückgang der Bilanzsumme auf der Aktiva-Seite insb. auf starke Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zurückzuführen

Langfristige Vermögenswerte

Rückgang der immateriellen Vermögenswerte i. W. durch die Anfang Mai 2024 erfolgte Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India sowie im 1. Halbjahr des Berichtjahres erfasste Wertminderungsaufwendungen im Segment Materials Services

Insgesamt Rückgang der Sachanlagen hauptsächlich durch im 1. Quartal des Berichtsjahres erfasste Wertminderungsaufwendungen im Segment Steel Europe (180 Mio €) sowie im 2. Quartal des Berichtsjahres erfasste Wertminderungsaufwendungen im Segment Materials Services (45 Mio €); gegenläufig insb. Umbuchungen von geleisteten Anzahlungen aus den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten

Abnahme der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen insb. durch die in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres erfolgte Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung erfassten Stammaktien

Insgesamt leichte Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte i. W. Folge der Fortschreibung der im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung hier erfassten zinslosen Darlehen sowie Vorzugsaktien; gegenläufig die Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Verminderung der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte hauptsächlich durch gesunkene geleistete Anzahlungen infolge der erwähnten Umbuchungen in Sachanlagen

Kurzfristige Vermögenswerte

Deutliche Zunahme der Vorräte insb. infolge Vorproduktion von Material aufgrund von geplanten Umbaumaßnahmen an Anlagen im Segment Steel Europe sowie durch Automotive Technology verursacht; gegenläufig hauptsächlich Abnahme der Vorräte im Segment Materials Services sowie Rückgang infolge der Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India Anfang Mai 2024

Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hauptsächlich durch Zunahmen bei Marine Systems i. W. aus einer Auftragsablieferung; gegenläufig Rückgänge durch die erwähnte Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Abnahme der Vertragsvermögenswerte v.a. infolge der Abwicklung von Fertigungsaufträgen in den Marinegeschäften sowie der Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Abnahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte i. W. aus der Derivatebilanzierung sowie im Zusammenhang mit der Bilanzierung von CO2-Rechten im Segment Steel Europe und geringeren Forderungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Sachanlagen und von konsolidierten Gesellschaften

Insgesamt Zunahme der sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte hauptsächlich durch erhöhte Ansprüche gegenüber der öffentlichen Hand im Segment Steel Europe; darüber hinaus insgesamt erhöhte Vorauszahlungen im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit sowie gestiegene Erstattungsansprüche im Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern; gegenläufig die Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Starke Abnahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres i. W. wegen der planmäßigen Rückzahlung einer Anleihe im Februar 2024 (1.500 Mio €) und infolge des negativen Free Cashflows

Eigenkapital

Starker Rückgang im Vergleich zum 30. September 2023 hauptsächlich durch Periodenverlust in den ersten 9 Monaten des Berichtsjahres (410 Mio €) sowie insb. durch im kumulierten sonstigen Ergebnis erfasste Verluste aus der Neubewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (239 Mio €) sowie aus Cashflow-Hedges (inkl. Verluste aus Basis Adjustments) (115 Mio €); darüber hinaus Rückgänge durch Dividendenausschüttung der thyssenkrupp AG (93 Mio €) und verminderte nicht beherrschende Anteile (92 Mio €) i. W. infolge der Entkonsolidierung von thyssenkrupp Industries India

Langfristige Verbindlichkeiten

Zunahme der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen v. a. durch aus der Neubewertung der Pensionen insgesamt resultierende Verluste i. W. als Folge des gesunkenen Pensionszinssatzes in Deutschland

Rückgang der Finanzschulden insb. durch die im 2. Quartal des Berichtsjahres erfolgte Umgliederung einer im Februar 2025 fälligen Anleihe in kurzfristige Finanzschulden

Kurzfristige Verbindlichkeiten

Rückgang bei den sonstigen Rückstellungen insb. infolge insgesamt gesunkener Gewährleistungsverpflichtungen sowie durch verminderte Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Rückgabe von CO2-Rechten im Segment Steel Europe

Insgesamt deutlicher Rückgang der Finanzschulden hauptsächlich durch die Tilgung einer im Februar 2024 fälligen Anleihe, gegenläufig insb. die erwähnte Umgliederung einer Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden

Insgesamt Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen v. a. im Segment Steel Europe aufgrund von höherem Zukauf von Rohstoffen sowie Automotive Technology verursacht; gegenläufig Abnahme bei Materials Services sowie die Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Insgesamt Abnahme der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten hauptsächlich im Zusammenhang mit gesunkenen Zinsverbindlichkeiten, rückläufigen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Kauf von Sachanlagen und insgesamt leichten Rückgängen bei der Derivatebilanzierung

Insgesamt Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten insb. durch die Entkonsolidierung der thyssenkrupp Industries India

Zunahme der sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten insb. infolge erhöhter Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit ertragsunabhängigen Steuern

Compliance

Starke Werte als Fundament unserer Zusammenarbeit - insb. auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld; verankert in Mission Statement, im aktualisierten Code of Conduct und Compliance Commitment

Kontinuierliche Implementierung und Weiterentwicklung des thyssenkrupp Compliance Management Systems in Bezug auf die Compliance Kernthemen Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz, Geldwäscheprävention und Außenwirtschaftsrecht

Enge Einbindung von Compliance bei diversen sanktionsrechtlichen Fragestellungen und bei der Umsetzung der Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sowie weiterhin in M&A-Aktivitäten, um bei den verschiedenen kartellrechtlichen Fragestellungen zu beraten

Nähere Informationen zu Compliance bei thyssenkrupp im Geschäftsbericht 2022 / 2023 und auf der Website https://www.thyssenkrupp.com/de/unternehmen/compliance1

1 Der weiterführende Link ist nicht Teil der prüferischen Durchsicht.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Gesamtjahresprognose 2023 / 2024

Rahmenbedingungen und wesentliche Annahmen

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2023 / 2024 wurde die Neuausrichtung des Portfolios umgesetzt und die Struktur von thyssenkrupp vereinfacht (vgl. Vorbemerkungen Lagebericht). Die Vorjahreswerte bei Umsatz und Bereinigtem EBIT der Segmente Automotive Technology und Decarbon Technologies werden daher pro forma angegeben. Die Prognose unterstellt keine Effekte aus zusätzlichen Portfoliomaßnahmen.

Zu den erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den wesentlichen Annahmen, die der Prognose zugrunde liegen, vgl. Abschnitt "Makro- und Branchenumfeld" im Kapitel "Wirtschaftsbericht". Bzgl. der entsprechenden Chancen und Risiken vgl. den anschließenden "Chancen- und Risikobericht". Wir erwarten zudem ein anhaltend herausforderndes Marktumfeld sowie weiterhin volatile Preisniveaus auf Absatz- und Beschaffungsmärkten (z.B. bei Rohstoffen oder Energie). Dies kann dazu führen, dass Umsatz- und Ergebnisentwicklungen entsprechenden Schwankungen unterliegen.

Erwartung 2023 / 2024

Vor dem Hintergrund der zum Zeitpunkt der Prognose erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und zugrundeliegenden Annahmen halten wir folgenden Blick auf das Geschäftsjahr 2023 / 2024 für angemessen. Im Vergleich zur vorherigen Prognose im Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2023 / 2024 wurden die Erwartungen für den Konzern wie folgt geändert:

Der Umsatz wird nun mit einem Rückgang zwischen 6-8 % im Vergleich zum Vorjahr erwartet (zuvor: Unter Vorjahresniveau). Ausschlaggebend hierfür ist das anhaltend herausfordernde Marktumfeld. Eine kurzfristige Marktstabilisierung im laufenden Geschäftsjahr ist derzeit nicht absehbar. Dies wirkt sich insbesondere bei Steel Europe und Materials Services (reduzierte Mengenerwartungen und geringere Preisniveaus) sowie bei Automotive Technology (geringere Abrufe) aus.

Das Bereinigte EBIT wird nun mit einem Rückgang auf einen Wert von mehr als 500 Millionen Euro erwartet (zuvor: Steigerung auf einen Wert im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich). Die eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Rahmen des Performanceprogramms APEX wirken den zuvor dargestellten negativen Entwicklungen entgegen, können diese aber nicht vollständig kompensieren.

Der Free Cashflow vor M&A wird nun mit einem Rückgang auf einen Wert im Bereich um -100 Millionen Euro erwartet (zuvor: Rückgang; Wert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich). Diese Anpassung resultiert im Wesentlichen aus den vorstehend genannten geänderten Erwartungen an Umsatz und Bereinigtes EBIT.

Entsprechend wird auch der Jahresüberschuss nun mit einer Verbesserung in den Bereich eines negativen Wertes im mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet (zuvor: Steigerung in den Bereich eines negativen Wertes im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich).

Damit einhergehend werden ebenfalls die Erwartungen an den tkVA mit einer Verbesserung auf einen negativen Wert im Bereich um -1,6 Milliarden Euro (zuvor: Steigerung auf einen negativen Wert von mehr als einer Milliarde Euro) sowie an den ROCE mit einer Verbesserung auf einen negativen Wert im niedrigen einstelligen Prozentbereich (zuvor: Steigerung auf einen Wert im niedrigen einstelligen Prozentbereich) angepasst.

Zur weiteren Erläuterung der erwarteten Entwicklung unserer Kernsteuerungsgrößen, vgl. Prognose-, Chancen- und Risikobericht im Geschäftsbericht 2022 / 2023, im Zwischenbericht zum 1. Quartal 2023 / 2024 sowie im Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2023 / 2024.

ERWARTUNGEN DER SEGMENTE UND DES KONZERNS

Geschäftsjahr
2022/2023
Prognose Geschäftsjahr
2023/2024
Steel Europe Umsatz Mio € 12.375 Deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 320 Leicht rückläufig
(zuvor: Weitgehend stabil)
Marine Systems Umsatz Mio € 1.8321) Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 731) Steigerung; Wert im hohen zweistelligen
Millionen-Euro-Bereich
Automotive Technology Umsatz Mio € 7.9102) Unter Vorjahr (zuvor: Leicht unter Vorjahr)
Bereinigtes EBIT Mio € 2662) Leicht rückläufig (zuvor: Steigerung; Wert im
niedrigen bis mittleren dreistelligen
Millionen-Euro-Bereich)
Decarbon Technologies Umsatz Mio € 3.4382) Deutlich über Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 282) Rückgang; negativer Wert im mittleren bis hohen
zweistelligen Millionen-Euro-Bereich
(zuvor: Weitgehend stabil)
Materials Services Umsatz Mio € 13.613 Deutlich unter Vorjahr
Bereinigtes EBIT Mio € 178 Steigerung; Wert im niedrigen
dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Corporate Headquarters Bereinigtes EBIT Mio € -169 Rückgang; negativer Wert im niedrigen
dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
Konzern Umsatz Mio € 37.536 Rückgang zwischen 6-8 % im Vergleich
zum Vorjahr (zuvor: Unter Vorjahr)
Bereinigtes EBIT Mio € 703 Rückgang auf einen Wert von mehr als
500 Millionen Euro (zuvor: Steigerung auf
einen Wert im hohen dreistelligen
Millionen-Euro-Bereich)
Investitionen inkl. IFRS 16 Mio € 1.823 Deutlich unter Vorjahr
Free Cashflow vor M&A Mio € 363 Rückgang; Wert im Bereich
um -100 Millionen Euro
(zuvor: Rückgang; Wert im niedrigen
dreistelligen Millionen-Euro-Bereich)
Jahresüberschuss Mio € -1.986 Verbesserung in den Bereich eines negativen
Wertes im mittleren bis hohen dreistelligen
Millionen-Euro-Bereich (zuvor: Steigerung in
den Bereich eines negativen Wertes im niedrigen
dreistelligen Millionen-Euro-Bereich)
tkVA Mio € -2.818 Verbesserung auf einen negativen Wert im
Bereich um -1,6 Milliarden Euro (zuvor:
Steigerung auf einen negativen Wert von
mehr als einer Milliarde Euro)
ROCE % -9,3 % Verbesserung auf einen negativen Wert im
niedrigen einstelligen Prozentbereich
(zuvor: Steigerung auf einen Wert im
niedrigen einstelligen Prozentbereich)

Anmerkung zur Prognose beim Umsatz und den Investitionen inkl. IFRS 16: "Deutlich über/unter" entspricht einer Veränderung ab +/-5 %; "Über/unter" entspricht einer Veränderung ab +/-2,5 % bis +/-5%; "Leicht über/unter" entspricht einer Veränderung bis +/-2,5 %

1) Ohne Transrapid GmbH, ab 1. Oktober 2023 im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" zugeordnet
2) Pro forma

Chancen und Risiken

Chancen

Chancen bei der Transformation unseres Unternehmens durch gezielte Ausrichtung an den Zukunftsthemen für unsere Technologien

Insbesondere enormes Potenzial für weiteres Wachstum im Zusammenhang mit der grünen Transformation, etwa in den Bereichen Wasserstoff, grüne Chemikalien, erneuerbare Energien, Elektromobilität und nachhaltige Lieferketten

Risiken

Keine bestandsgefährdenden Risiken

Gefahr von Disruptionen globaler Logistikströme durch bewaffnete Konflikte im Nahen Osten; mögliche weitere Eskalation sowie Verlängerung des Kriegs in der Ukraine

Weiterhin Risiken durch hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise insb. in den Industrieregionen

Ungewissheit über die weitere Entwicklung bei zahlreichen anderen geopolitischen Krisenherden sowie bei handelspolitischen Konflikten

Politische Unsicherheiten durch anstehende Wahlen in den USA

Anhaltende konjunkturelle Belastungen durch mögliche Verlängerung einer Politik erhöhter Leitzinsen der Notenbanken im Vergleich der letzten Jahre

Gefahr wiederkehrender Flut- bzw. Naturkatastrophen zum Beispiel als Folge des Klimawandels

Risiken aus neuen oder veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen mit Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten in unseren relevanten Märkten

Risiken durch temporäre Effizienzverluste in der Produktion infolge von Restrukturierungen im Rahmen unserer Unternehmens-Transformation

Risiken von Kosten- und Terminüberschreitungen im Rahmen der Abwicklung von Großaufträgen und Langzeitverträgen

Hohes Risiko von Kosten- und Terminüberschreitungen im Rahmen der Abwicklung von Großinvestitionen (neu aufgenommen)

Risiken aus einer steigenden Anzahl von Angriffen auf die IT-Infrastruktur; Gegenmaßnahme: Weiterer kontinuierlicher Ausbau von Informationssicherheitsmanagement und Sicherheitstechnologien

Darüber hinaus sind die detaillierten Ausführungen zu den Chancen und Risiken gemäß Geschäftsbericht 2022/2023 weiterhin gültig.

Verkürzter Zwischenabschluss des thyssenkrupp Konzerns

thyssenkrupp Konzern - Bilanz

AKTIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.20231) 30.6.2024
Immaterielle Vermögenswerte 1.828 1.775
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 4.954 4.851
Nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen 382 248
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 980 1.017
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 634 543
Aktive latente Steuern 495 494
Langfristige Vermögenswerte 9.272 8.928
Vorräte 7.553 7.908
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.765 4.899
Vertragsvermögenswerte 1.069 903
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 568 477
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 1.867 2.160
Laufende Ertragsteueransprüche 168 198
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15 7.339 4.685
Kurzfristige Vermögenswerte 23.330 21.229
Summe Vermögenswerte 32.603 30.157

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 16).

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

PASSIVA

Mio € Anhang-Nr. 30.9.20231) 30.6.2024
Gezeichnetes Kapital 1.594 1.594
Kapitalrücklage 6.664 6.664
Gewinnrücklagen 2.972 2.193
Kumuliertes sonstiges Ergebnis 608 454
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG 11.838 10.905
Nicht beherrschende Anteile 854 762
Eigenkapital 12.693 11.667
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 03 5.474 5.652
Rückstellungen für sonstige langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 258 239
Sonstige Rückstellungen 04 407 411
Passive latente Steuern 16 37
Finanzschulden 05 1.313 665
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 13 15
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 0 1
Langfristige Verbindlichkeiten 7.482 7.020
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 159 149
Sonstige Rückstellungen 04 1.112 1.010
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 144 153
Finanzschulden 05 1.712 841
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.270 4.396
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 906 791
Vertragsverbindlichkeiten 2.566 2.492
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.558 1.638
Kurzfristige Verbindlichkeiten 12.428 11.470
Verbindlichkeiten 19.910 18.490
Summe Eigenkapital und Verbindlichkeiten 32.603 30.157

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 16).

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Mio €, mit Ausnahme Ergebnis je Aktie in € Anhang-Nr. 9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Umsatzerlöse 09, 10 28.723 26.231 9.598 8.986
Umsatzkosten 11 -25.440 -23.142 -8.397 -7.828
Bruttoergebnis vom Umsatz 3.283 3.089 1.201 1.158
Forschungs- und Entwicklungskosten -169 -181 -54 -62
Vertriebskosten -1.822 -1.942 -614 -638
Allgemeine Verwaltungskosten -1.169 -1.206 -395 -413
Sonstige Erträge 12 233 313 65 64
Sonstige Aufwendungen -51 -141 -19 -32
Sonstige Gewinne und Verluste 24 -33 18 -13
Betriebliches Ergebnis 328 -101 202 64
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 13 -30 -91 -10 -28
Finanzierungserträge 652 597 207 182
Finanzierungsaufwendungen -745 -617 -226 -193
Finanzergebnis -123 -112 -29 -39
Ergebnis vor Steuern 205 -213 174 26
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -203 -197 -67 -59
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 2 -410 107 -33
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -64 -446 83 -54
Nicht beherrschende Anteile 66 36 24 21
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 2 -410 107 -33
Ergebnis je Aktie (unverwässert/verwässert) bezogen auf 14
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
-0,10 -0,72 0,13 -0,09

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Konzern-Gesamtergebnisrechnung

Mio € 9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 2 -410 107 -33
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden:
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -7 -234 -15 179
Steuereffekt 0 -5 0 -1
Sonstiges Ergebnis aus der Neubewertung der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, insgesamt -7 -239 -14 178
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 11 7 1 2
Steuereffekt 0 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 11 7 1 2
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt 2 -2 -1 0
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig nicht in das Periodenergebnis umgegliedert werden 6 -234 -14 180
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können:
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -426 -42 -24 23
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 26 0 23
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -426 -17 -24 46
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Marktbewertung Fremdkapitalinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) 2 -38 1 -49
Realisierte (Gewinne)/Verluste 0 0 0 0
Steuereffekt 0 3 0 3
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 2 -36 1 -46
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Wertminderungen Finanzinstrumente
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -1 0 0 0
Realisierte (Gewinne)/Verluste -13 0 1 0
Steuereffekt 4 0 0 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt -10 0 1 0
Unrealisierte Gewinne/(Verluste) aus Cashflow-Hedges
Veränderung der unrealisierten Gewinne/(Verluste) -5 72 -35 6
Realisierte (Gewinne)/Verluste 26 -27 -2 1
Steuereffekt 4 1 -1 1
Unrealisierte Gewinne/(Verluste), insgesamt 24 45 -38 9
Anteil an den unrealisierten Gewinnen/(Verlusten), der auf nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen entfällt -213 -12 -76 -20
Zwischensumme der Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die zukünftig in das Periodenergebnis umgegliedert werden können -622 -18 -136 -10
Sonstiges Ergebnis -617 -252 -150 170
Gesamtergebnis -614 -662 -43 136
Davon:
Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG -645 -682 -59 129
Nicht beherrschende Anteile 30 19 17 7

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Aktienanzahl
im Umlauf
Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Unterschieds-
betrag aus der
Währungs-
umrechnung
Marktbewertung
Fremdkapital-
instrumente
Stand am 30.9.2022 622.531.741 1.594 6.664 4.777 524 15
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) -64
Sonstiges Ergebnis -6 -384 1
Gesamtergebnis -70 -384 1
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93
Stand am 30.6.2023 622.531.741 1.594 6.664 4.614 139 16
Stand am 30.9.2023 622.531.741 1.594 6.664 2.972 211 21
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) -446
Sonstiges Ergebnis -242 -16 -20
Gesamtergebnis -688 -16 -20
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93
Sonstige Veränderungen 2
Stand am 30.6.2024 622.531.741 1.594 6.664 2.193 195 1
Eigenkapital der Aktionäre der thyssenkrupp AG
Kumuliertes sonstiges Ergebnis
Cashflow-Hedges
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Marktbewertung
Eigenkapital-
instrumente
Wertminderungen
Finanzinstrumente
Designierte
Risikokomponente
Kosten der
Absicherung
Anteil der auf
nach der
Equity-Methode
bilanzierte Beteiligungen
entfällt
Stand am 30.9.2022 7 79 215 -26 352
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 11 -10 34 -14 -213
Gesamtergebnis 11 -10 34 -14 -213
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -33
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG
Stand am 30.6.2023 19 69 216 -40 139
Stand am 30.9.2023 21 0 253 -43 144
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
Sonstiges Ergebnis 7 0 48 -2 -12
Gesamtergebnis 7 0 48 -2 -12
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -160
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG
Sonstige Veränderungen
Stand am 30.6.2024 28 0 142 -45 133
Eigenkapital der Aktionäre
der thyssenkrupp AG
Mio €, mit Ausnahme der Aktienanzahl Insgesamt Nicht
beherrschende
Anteile
Eigenkapital
Stand am 30.9.2022 14.202 540 14.742
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) -64 66 2
Sonstiges Ergebnis -581 -36 -617
Gesamtergebnis -645 30 -614
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -33 -33
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -45 -45
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93 -93
Stand am 30.6.2023 13.431 526 13.957
Stand am 30.9.2023 11.838 854 12.693
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) -446 36 -410
Sonstiges Ergebnis -236 -16 -252
Gesamtergebnis -682 19 -662
Gewinne/(Verluste) aus Basis Adjustment -160 -160
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile 0 -39 -39
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93 -93
Sonstige Veränderungen 2 -73 -71
Stand am 30.6.2024 10.905 762 11.667

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Konzern-Kapitalflussrechnung

Mio € 9 Monate
2022/20231)
9 Monate
2023/2024
3. Quartal
2022/20231)
3. Quartal
2023/2024
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag) 2 -410 107 -33
Anpassungen des Periodenüberschusses/(-fehlbetrags) für die Überleitung zum Operating Cashflow:
Latente Steueraufwendungen/(-erträge) 16 10 -8 -11
Abschreibungen und Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte 1.045 860 233 172
Zuschreibungen langfristiger Vermögenswerte -57 -65 -19 -22
Ergebnisse aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen, soweit nicht zahlungswirksam 30 91 10 28
Ergebnis aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte -22 39 -18 16
Veränderungen bei Aktiva und Passiva, bereinigt um Effekte aus Konsolidierungskreis- und anderen nicht zahlungswirksamen Veränderungen:
- Vorräte 581 -420 347 -1
- Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -290 -118 90 -193
- Vertragsvermögenswerte -121 43 -1 -57
- Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -118 -56 -30 -19
- Sonstige Rückstellungen -48 -99 0 46
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -212 196 120 49
- Vertragsverbindlichkeiten 157 13 -325 158
- Übrige Aktiva/Passiva, soweit nicht Investitions- oder Finanzierungstätigkeit -296 -146 92 116
Operating Cashflow 668 -61 599 249
Investitionen in nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen und in langfristige finanzielle Vermögenswerte 0 -1 0 0
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Gesellschaften zuzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -3 -15 0 0
Investitionen in Sachanlagen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -874 -1.042 -255 -491
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (einschließlich geleisteter Anzahlungen) -32 -39 -12 -16
Einzahlungen aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 0 218 0 26
Desinvestitionen von nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 1 0 0 0
Einzahlungen aus dem Verkauf von bislang konsolidierten Gesellschaften abzüglich abgegebener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 52 0 23
Desinvestitionen von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 54 3 32 6
Cashflow aus Investitionstätigkeit -854 -823 -235 -452
Tilgung von Anleihen -1.000 -1.500 0 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 59 67 31 14
Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -129 -112 -26 -26
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -110 -100 -35 -34
Zunahme/(Abnahme) Verbindlichkeiten Schuldschein-/Sonstige Darlehen 36 35 -1 2
Dividendenzahlung der thyssenkrupp AG -93 -93 0 0
Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung 0 -4 0 0
Gewinnausschüttungen an nicht beherrschende Anteile -45 -39 -7 -7
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften 0 11 0 10
Sonstige Finanzierungsvorgänge 66 4 13 -11
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -1.216 -1.732 -25 -52
Zahlungswirksame Zunahme/(Abnahme) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.403 -2.616 339 -255
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -72 -38 -11 -20
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Berichtsperiode 7.638 7.339 5.835 4.960
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Berichtsperiode 6.163 4.685 6.163 4.685
Ergänzende Informationen zu Zahlungsvorgängen, die im Operating Cashflow enthalten sind:
Zinseinzahlungen 77 166 8 41
Zinsauszahlungen -103 -86 -5 -8
Erhaltene Dividenden 24 36 23 35
(Auszahlungen)/Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag -189 -207 -50 -73

1) Der Ausweis wurde angepasst (vgl. Anhang-Nr. 16).

Siehe auch die begleitenden Erläuterungen im Anhang.

thyssenkrupp Konzern-Verkürzter Anhang

Unternehmensinformation

Die thyssenkrupp Aktiengesellschaft ("thyssenkrupp AG" oder "Gesellschaft") ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Sitz in Duisburg und Essen in Deutschland. Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss der thyssenkrupp AG und ihrer Tochtergesellschaften für den Zeitraum vom 1. Oktober 2023 bis 30. Juni 2024 wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen und mit Beschluss des Vorstands vom 12. August 2024 zur Veröffentlichung freigegeben.

Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende verkürzte Zwischenabschluss wurde nach § 115 WpHG sowie in Übereinstimmung mit IAS 34 "Interim Financial Reporting" erstellt. Er steht im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Demzufolge enthält dieser Abschluss zum Zwischenbericht nicht sämtliche Informationen und Anhangangaben, die gemäß IFRS für einen Konzernabschluss zum Ende des Geschäftsjahres erforderlich sind.

Die im verkürzten Zwischenabschluss des Konzerns zum 30. Juni 2024 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der erstmalig angewendeten Rechnungslegungsvorschriften denen des letzten Abschlusses des Konzerns zum Ende des Geschäftsjahres. Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung ist im Anhang des Abschlusses des Konzerns unseres Geschäftsberichts 2022 / 2023 veröffentlicht.

Im Dezember 2021 hat die OECD Leitlinien für einen neuen globalen Mindeststeuerrahmen herausgegeben. Zu dessen Umsetzung einigten sich die EU-Mitgliedstaaten im Dezember 2022 auf eine EU-Richtlinie. Die Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung sind in Deutschland mit Wirkung zum 28. Dezember 2023 durch das Mindeststeuergesetz in Kraft getreten. Gemäß diesem Gesetz unterliegt der thyssenkrupp Konzern ab dem Geschäftsjahr 2024 / 2025 den deutschen Regelungen zur globalen Mindestbesteuerung; die für den Konzern zu erwartenden Auswirkungen werden derzeit untersucht.

Überprüfung der Schätzungen und Beurteilungen

Zur Erstellung des Abschlusses muss der Vorstand Schätzungen und Beurteilungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, und fortlaufend überprüft; dies gilt insbesondere im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie möglicher Disruptionen globaler Logistikströme durch bewaffnete Konflikte im Nahen Osten. Vor diesem Hintergrund sowie aufgrund des Verhältnisses von Marktkapitalisierung zum Eigenkapital des thyssenkrupp Konzerns wurden insbesondere die wesentlichen Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen einer Überprüfung der Werthaltigkeit unterzogen.

Im 1. Quartal 2023 / 2024 erfolgten im Segment Automotive Technology in der Business Unit Steering Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen im Produktbereich der elektrischen Lenkgetriebe (Steering Gear) in Höhe von 5 Mio € sowie im Produktbereich der Lenkunterstützung mittels elektromechanischer Antriebe (Column EPS) in Höhe von 3 Mio €; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen die gestiegenen Kapitalkosten. Im Produktbereich Steering Gear entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 9,08 % insgesamt 386 Mio € beträgt. Auch im Produktbereich Column EPS entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der insgesamt 166 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 9,06 % angesetzt wurde. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten hier jedoch vom ermittelten Wertminderungsbedarf 6 Mio € nicht erfasst werden.

Aufgrund der insbesondere durch die schwache Konjunktur in Deutschland gesunkenen Nachfrage im lagerführenden Werkstoffhandel und der damit einhergehenden niedrigeren Erwartung an die zukünftige Ertragslage wurden im 1. Quartal 2023 / 2024 im Segment Materials Services innerhalb der Business Unit Distribution Services im Business Field Materials Germany Wertminderungen in Höhe von 37 Mio € erforderlich; hiervon entfallen 6 Mio € auf Entwicklungskosten, 15 Mio € auf Bauten und 16 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, für dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,32 % angesetzt wurde. Der Nutzungswert beträgt insgesamt 421 Mio €.

Im 1. Quartal 2023 / 2024 wurden im Segment Steel Europe im Wesentlichen aufgrund von gestiegenen Kapitalkosten Wertminderungen erforderlich. Unter Anwendung eines Diskontierungssatzes (nach Steuern) von 8,54 % für die zukünftigen Cashflows ergab sich bei einem Gesamtbuchwert per 31. Dezember 2023 von in Summe 3.841 Mio € ein relevanter Nutzungswert von 3.655 Mio €. Der sich hieraus bei Steel Europe ergebende Wertminderungsbedarf beträgt rund 183 Mio €. Hiervon entfallen 81 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen, 60 Mio € auf Anlagen im Bau, 17 Mio € auf Bauten, 13 Mio € auf Grundstücke, 9 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 2 Mio € auf Entwicklungskosten und 1 Mio € auf übrige immaterielle Vermögenswerte. Der zugrundeliegende Nutzungswert basiert auf den aktuellen Prämissen für den Geschäftsverlauf bis 2034 / 2035 unter Berücksichtigung der Effekte der eingeleiteten Grünen Transformation. Danach erfolgt eine vereinfachte Fortschreibung bis 2063. Das aktuelle Bewertungsumfeld bleibt von Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und auch der dynamischen Entwicklung der Kapitalkosten geprägt. Seit dem 2. Quartal 2023 / 2024 werden die fortentwickelten Buchwerte im Segment Steel Europe im Rahmen einer Werthaltigkeitsüberprüfung bestätigt; dabei wird als erzielbarer Betrag ein einkommensbasierter beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zugrunde gelegt.

Im 2. Quartal 2023 / 2024 wurden im Segment Automotive Technology in der Business Unit Automotive Body Solutions Wertminderungen in Höhe von insgesamt 7 Mio € erforderlich; davon betreffen 6 Mio € technische Anlagen und Maschinen und 1 Mio € andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung. Ursächlich hierfür waren geringere Ertragserwartungen auf Basis von verringerten Kundenabrufen und verzögerten Neuprojekten. Der für die Bestimmung des jeweiligen Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, für dessen Ermittlung ein Diskontierungssatz (nach Steuern) von 7,67 % angesetzt wurde. Der Nutzungswert beträgt insgesamt 118 Mio €.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfungen im 2. Quartal 2023 / 2024 im Segment Materials Services ein Wertminderungsbedarf im lagerführenden Werkstoffhandel in Deutschland, UK und Ungarn sowie im automobilnahen Servicecenter in Deutschland identifiziert. Im lagerführenden Werkstoffhandel wurden Wertminderungen in Höhe von insgesamt 53 Mio € erfasst; hiervon entfallen 21 Mio € auf andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, 17 Mio € auf technische Anlagen und Maschinen und 15 Mio € auf Entwicklungskosten. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen reduzierte Ertragserwartungen infolge gesunkener Nachfrage aufgrund der eingetrübten Konjunkturlage. Der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag entspricht dem Nutzungswert, der insgesamt 512 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung die länderspezifischen Diskontierungszinssätze (nach Steuern) von 7,20 % (für Deutschland), 7,90 % (für UK) und 9,64 % (für Ungarn) angesetzt wurden. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnten jedoch vom ermittelten Wertminderungsbedarf 64 Mio € nicht erfasst werden.

Auch im automobilnahen Service-Center-Geschäft in Deutschland wurden im Segment Materials Services aus gleichen Gründen Wertminderungen auf technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 7 Mio € erfasst. Wie beim lagerführenden Werkstoffhandel entspricht der für die Bestimmung des Wertminderungsaufwands relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 7,31 % insgesamt 252 Mio € beträgt. Aufgrund der Wertuntergrenze nach IAS 36.105 konnte jedoch vom ermittelten Wertminderungsbedarf 1 Mio € nicht erfasst werden.

Außerdem erfolgte im 2. Quartal 2023 / 2024 eine Wertberichtigung in Höhe von 3 Mio € der im thyssenkrupp Konzern gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte (sogenannte Corporate Assets), die der Einheit Special Units zugeordnet sind. Diese Vermögenswerte werden für Zwecke der Werthaltigkeitstests anteilig auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten allokiert, da sie keine eigenständigen Mittelzuflüsse erzeugen. Die Wertberichtigung ergibt sich aus einer reduzierten Tragfähigkeit der Corporate Assets insbesondere durch zahlungsmittelgenerierende Einheiten von Materials Services im Zusammenhang mit den dort erfolgten Wertberichtigungen im 2. Quartal 2023 / 2024.

Im 3. Quartal 2023 / 2024 erfolgten im Segment Automotive Technology Wertaufholungen in der Business Unit Steering sowohl im Produktbereich der elektrischen Lenkgetriebe (Steering Gear) in Höhe von 5 Mio € als auch im Produktbereich der Lenkunterstützung mittels elektromechanischer Antriebe (Column EPS) in Höhe von 3 Mio €; ursächlich hierfür waren im Wesentlichen gegenüber dem Vorquartal geringere Kapitalkostensätze. Im Produktbereich Steering Gear entspricht der für die Bestimmung des Wertaufholungsertrags relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der bei einem zugrunde gelegten Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,40 % insgesamt 475 Mio € beträgt. Auch im Produktbereich Column EPS entspricht der für die Bestimmung des Wertaufholungsertrags relevante erzielbare Betrag dem Nutzungswert, der insgesamt 167 Mio € beträgt und zu dessen Ermittlung ein Diskontierungszinssatz (nach Steuern) von 8,39 % angesetzt wurde.

Über die oben angesprochenen Punkte hinaus ergeben sich Unsicherheiten aus zahlreichen anderen geopolitischen Krisenherden und handelspolitischen Konflikten auf die aktuelle Geschäftsentwicklung einschließlich der Ertragsaussichten, die bereits auch schon zum 30. September 2023 bestanden. Die weiteren Entwicklungen und Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung, wie beispielsweise eine mögliche Verlängerung einer Politik erhöhter Leitzinsen der Notenbanken im Vergleich der letzten Jahre, wiederkehrende Flut- bzw. Naturkatastrophen zum Beispiel als Folge des Klimawandels sowie weiterhin hohe Energie-, Material- und Rohstoffpreise insbesondere in den Industrieregionen, sind aus heutiger Sicht mit großen Unsicherheiten verbunden; vgl. hierzu auch die Darstellung der Rahmenbedingungen im Wirtschaftsbericht des Zwischenlageberichts.

01 Erstmalig angewendete Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2023 / 2024 wendet thyssenkrupp erstmalig die nachfolgenden Standards bzw. Änderungen zu bestehenden Standards an, die keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Abschlüsse haben:

IFRS 17 "Insurance Contracts", Veröffentlichung im Mai 2017, einschließlich Änderungen an IFRS 17 "Amendments to IFRS 17", Veröffentlichung im Juni 2020

Änderungen an IAS 1 "Presentation of Financial Statements and IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting Policies", Veröffentlichung im Februar 2021

Änderungen an IAS 8 "Accounting policies, Changes in Accounting Estimates and Errors: Definition of Accounting Estimates", Veröffentlichung im Februar 2021

Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction", Veröffentlichung im Mai 2021

Änderungen an IFRS 17 "Insurance Contracts: Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9 - Comparative Information", Veröffentlichung im Dezember 2021

Änderungen an IAS 12 "Income Taxes: International Tax Reform - Pillar Two Model Rules", Veröffentlichung im Mai 2023

02 Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Industries India

thyssenkrupp Industries India ist in den Geschäftsbereichen Bergbau, Zement-, Energie- und Zuckeranlagen tätig. Im Zusammenhang mit der Fokussierung des Portfolios von thyssenkrupp wurde im Geschäftsjahr 2022 / 2023 für die rund 55 %, mit denen thyssenkrupp an der thyssenkrupp Industries India Ltd. beteiligt ist, im Segment Decarbon Technologies ein Verkaufsprozess eingeleitet, der seit dem 1. Quartal 2023 / 2024 die Kriterien von IFRS 5 für einen Ausweis als Veräußerungsgruppe erfüllte. Am 22. Januar 2024 wurde der Kaufvertrag zur Veräußerung der Anteile von thyssenkrupp an ein Konsortium aus bereits am Unternehmen beteiligten Mitgesellschaftern unterzeichnet. Am 8. Mai 2024 erfolgte der Abschluss des Verkaufsprozesses (Closing) und thyssenkrupp India wurde entkonsolidiert.

Im Zusammenhang mit dem eingeleiteten Verkauf erfolgte unmittelbar vor der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe im 1. Quartal 2023 / 2024 eine Überprüfung der Bewertung der Vermögenswerte gemäß IAS 36. Hieraus ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Nach der erstmaligen Klassifizierung als Veräußerungsgruppe ergaben sich aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten Wertminderungsaufwendungen von 9 Mio €, die immaterielle Vermögenswerte betreffen. Die Wertminderungen wurden im 1. Quartal 2023 / 2024 in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen. Im 2. Quartal 2023 / 2024 ergaben sich aus der Folgebewertung der Veräußerungsgruppe zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten weitere Wertminderungsaufwendungen von 15 Mio €, die immaterielle Vermögenswerte betreffen und in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden. Die nicht wiederkehrende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten basierte in beiden Quartalen auf dem verhandelten Kaufpreis. Aus der Entkonsolidierung resultierte ein Verlust von 13 Mio €, der im 3. Quartal 2023 / 2024 in den sonstigen Gewinnen und Verlusten ausgewiesen wird.

03 Verkäufe

In den 9 Monaten 2023 / 2024 gab es im Konzern neben dem Vollzug des Verkaufs der Veräußerungsgruppe thyssenkrupp Industries India (vgl. Anhang-Nr. 02) nur einen kleineren Verkauf im Segment Materials im 1. Quartal 2023 / 2024 und einen kleineren Verkauf im Segment Decarbon Technologies im 2. Quartal 2023 / 2024, die sich in Summe auf Basis der Werte zum jeweiligen Abgangszeitpunkt wie folgt auf den Konzernabschluss auswirkten:

ABGÄNGE

Mio € 9 Monate
2023/2024
Firmenwert 4
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1
Sachanlagen (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) 13
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 54
Aktive latente Steuern 9
Vorräte 48
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 34
Vertragsvermögenswerte 107
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 32
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 82
Insgesamt abgegebene Vermögenswerte 387
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3
Passive latente Steuern 8
Rückstellungen für kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 3
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 15
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 2
Kurzfristige Finanzschulden 4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 63
Vertragsverbindlichkeiten 59
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 9
Insgesamt abgegebene Verbindlichkeiten 167
Abgehendes Reinvermögen 220
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -6
Nicht beherrschende Anteile -77
Gewinn/(Verlust) aus den Verkäufen -17
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung 120
Verkauf Tagesgeldforderung / Nachträgliche Kaufpreiszahlung 14
Verkaufspreis / Erhaltene Gegenleistung einschließlich Verkauf Tagesgeldforderung 134
Davon: durch Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beglichen 134

04 Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Auf Basis aktualisierter Zinssätze und Marktwerte des Planvermögens wurden die Rückstellungen für Pensionen zum 30. Juni 2024 angepasst.

RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN

Mio € 30.9.2023 30.6.2024
Pensionen 5.294 5.478
Altersteilzeit 150 141
Sonstige pensionsähnliche Verpflichtungen 30 33
Insgesamt 5.474 5.652

Bei der Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Zinssätze (= gewichteter Durchschnitt) zugrunde gelegt:

DURCHSCHNITTLICHE BEWERTUNGSFAKTOREN

30.9.2023 30.6.2024
in % Deutschland Übrige Länder Insgesamt Deutschland Übrige Länder Insgesamt
Diskontierungssatz für Pensionen 4,20 3,83 4,11 3,70 3,44 3,64

05 Sonstige Rückstellungen

Die in den sonstigen Rückstellungen enthaltenen Restrukturierungsrückstellungen erhöhten sich im Vergleich zum 30. September 2023 um 23 Mio € auf 117 Mio €. Zuführungen in Höhe von 69 Mio €, die im Wesentlichen die Segmente Materials Services und Decarbon Technologies betreffen, wurden im Wesentlichen durch Inanspruchnahmen kompensiert.

06 Finanzschulden

Die Ratingagentur Moody's hat im Dezember 2023 bei unverändertem Rating den Ausblick von "stable" auf "positive" angehoben. Daneben hat thyssenkrupp die Bewertung durch die Ratingagentur Fitch zum 31. Dezember 2023 beendet.

Am 22. Februar 2024 wurde die Anleihe der thyssenkrupp AG über 1.500 Mio € fristgerecht zurückgezahlt.

07 Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Eventualverbindlichkeiten

Die thyssenkrupp AG sowie in Einzelfällen auch Tochtergesellschaften haben Bürgschaften oder Garantien zugunsten von Geschäftspartnern oder Kreditgebern ausgestellt. Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Verpflichtungen zeigen Haftungsverhältnisse, bei denen der Hauptschuldner kein konsolidiertes Unternehmen ist:

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Maximale
Haftungsvolumen
Rückstellung
Mio € 30.6.2024 30.6.2024
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsgarantien 12 0
Zahlungsgarantien 20 0
Sonstige Haftungserklärungen 5 0
Insgesamt 37 0

Der thyssenkrupp Konzern hat für die TK Elevator GmbH und deren Tochtergesellschaften Bürgschaften oder Garantien zu Gunsten von deren Auftraggebern ausgestellt bzw. ausstellen lassen; diese verringerten sich zum 30. Juni 2024 im Vergleich zum 30. September 2023 um 5 Mio € auf 9 Mio €. Das Erwerberkonsortium hat sich verpflichtet, thyssenkrupp von Aufwendungen im Zusammenhang mit den Bürgschaften und Garantien bis zu deren vollständigen Ablösung schadlos zu halten. Darüber hinaus hat thyssenkrupp als zusätzliche Sicherheit Garantien in gleichlautender Höhe von dem Erwerber erhalten.

Grundlage für eine mögliche Inanspruchnahme durch den Begünstigten ist die nicht vertragskonforme Erfüllung von vertraglich eingegangenen Verpflichtungen durch den Hauptschuldner, wie z. B. nicht rechtzeitige oder nicht ordnungsgemäße Lieferung oder die Nichteinhaltung von zugesicherten Leistungsparametern.

Alle durch die thyssenkrupp AG oder deren Tochtergesellschaften ausgestellten oder in Auftrag gegebenen Bürgschaften oder Garantien erfolgen im Auftrag und unter Rückhaftung des jeweiligen, aus dem zugrundeliegenden Vertragsverhältnis entsprechend verpflichteten Unternehmens (Hauptschuldner). Besteht die Rückhaftung gegen einen Hauptschuldner, an dem ganz oder teilweise ein Dritter außerhalb des Konzerns beteiligt ist, so wird mit diesem grundsätzlich die Stellung zusätzlicher Sicherheiten in entsprechender Höhe vereinbart.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere Risiken

Die im Konzern bestehenden Abnahmeverpflichtungen aus Energieverträgen verminderten sich zum 30. Juni 2024 im Vergleich zum 30. September 2023 um 0,6 Mrd € auf 1,2 Mrd €. Daneben bestehen im Segment Steel Europe langfristige Abnahmeverträge für Eisenerz und Eisenerzpellets, die aufgrund der hohen Volatilität der Preisentwicklung für Eisenerz für die gesamte Vertragslaufzeit mit den zum jeweiligen Berichtsstichtag gültigen Erzpreisen bewertet werden. Im Vergleich zum 30. September 2023 erhöhten sich diese Abnahmeverpflichtungen um 1,2 Mrd € auf 2,1 Mrd €; ursächlich für den starken Anstieg war im Wesentlichen der Abschluss neuer Erzverträge.

Im Segment Steel Europe besteht aus der Beauftragung des Baus der Direktreduktionsanlage zum 30. Juni 2024 ein Bestellobligo in Höhe von 1.407 Mio € (30. September 2023: 1.450 Mio €), welches zu wesentlichen Teilen von den von der Bundesregierung und dem Land Nordrhein-Westfalen gewährten Investitionszuschüssen gedeckt ist. In diesem Zusammenhang sind dem Konzern in den 9 Monaten 2023 / 2024 Investitionszuwendungen in Höhe von 218 Mio € zugeflossen.

In dem Schiedsgerichtsverfahren der griechischen Regierung gegen die thyssenkrupp Industrial Solutions AG, die thyssenkrupp Marine Systems GmbH und die griechische Werft Hellenic Shipyards (HSY), einer früheren Mehrheitsbeteiligung der Industrial Solutions sowie gegen die jetzigen Mehrheitsgesellschafter von HSY, hatte das Schiedsgericht die gegen thyssenkrupp Unternehmen erhobenen Ansprüche mit einem Teilschiedsurteil im September 2023 abgewiesen. Die griechische Regierung hat keine Rechtsmittel gegen das Teilschiedsurteil eingelegt. Die hierfür geltende Rechtsmittelfrist ist im 1. Quartal 2023 / 2024 abgelaufen. Das Schiedsverfahren richtet sich in der Sache nur noch gegen die weiteren Beklagten. Die thyssenkrupp Unternehmen sind lediglich formal weiterhin Beteiligte des Verfahrens, da über die Verteilung der Prozesskosten erst einheitlich am Schluss entschieden wird. Hierfür besteht eine Rückstellung im niedrigen sechsstelligen Bereich. Das Verfahren erfüllt damit seit dem 1. Quartal 2023 / 2024 nicht mehr die Kriterien einer hier individuell zu erläuternden Eventualverbindlichkeit.

Die Al-Jafr Trading Contracting Company, bislang Mitgesellschafterin einer Gesellschaft in Saudi-Arabien, hatte anwaltlich Schadenersatz in Höhe von 74 Mio € gegenüber der thyssenkrupp Industrial Solutions AG wegen Verletzung von Treuepflichten als Mitgesellschafterin geltend gemacht. Mit einem im Juni 2024 abgeschlossenen Vertrag hat thyssenkrupp die Beteiligung der Al-Jafr Trading Contracting Company an der saudi-arabischen Gesellschaft erworben. In diesem Zusammenhang entfällt mit der Umsetzung des Vertrages auch die behauptete Forderung, so dass die Voraussetzungen für eine weitere Berichterstattung als Eventualverbindlichkeit nicht mehr erfüllt sind.

Bei den übrigen sonstigen Verpflichtungen und den anderen Risiken sind seit dem Geschäftsjahresende 2022 / 2023 keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

08 Finanzinstrumente

Für die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Für die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Geldmarktfonds sowie die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

Für die Vorzugsaktien im Zusammenhang mit der Elevator-Beteiligung, welche als Eigenkapitalinstrument klassifiziert sind, wurde aufgrund der Bedeutung das Wahlrecht ausgeübt, diese erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (ohne Recycling) zu bilanzieren. In den sonstigen übrigen finanziellen Vermögenswerten sind die Darlehen aus der Elevator-Transaktion enthalten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden; vgl. dazu auch Anhang-Nr. 09. Die übrigen Eigen- und Fremdkapitalinstrumente werden grundsätzlich erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet; dieser basiert, soweit vorhanden, auf Börsenkursen zum Quartalsstichtag. Liegen keine auf einem aktiven Markt notierten Preise vor, erfolgt eine Bewertung der Eigen- und Fremdkapitalinstrumente durch Diskontierung der zukünftigen Cashflows auf Basis der aktuellen marktüblichen Zinsen über die Restlaufzeit der Finanzinstrumente.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften errechnet sich auf Basis des am Quartalsstichtag geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende Zeitwert einer Option wird neben der Restlaufzeit der Option zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren beeinflusst, wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrundeliegenden jeweiligen Wechselkurses oder der zugrundeliegenden Basiszinsen.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Dabei werden die für die Restlaufzeit der Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen einbezogen, in denen die Cashflows stattfinden.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften basiert auf offiziellen Börsennotierungen. Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Quartalsstichtag vorgenommen. Das Hedge Accounting für CO2-Termingeschäfte wurde mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 / 2023 aufgegeben. Marktwertschwankungen werden damit nicht mehr erfolgsneutral im Eigenkapital, sondern erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Umsatzkosten erfasst.

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeiten der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen langfristigen Finanzverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Quartalsstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem Charakter entsprechen die Buchwerte annähernd den beizulegenden Zeitwerten.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten mit einem Buchwert von 6.020 Mio € zum 30. Juni 2024 (30. September 2023: 7.405 Mio €) haben einen beizulegenden Zeitwert von 6.017 Mio € (30. September 2023: 7.382 Mio €), der nach Bewertungsmethoden ermittelt wurde, die Level 2 zuzuordnen sind.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, lassen sich in die folgende dreistufige Bewertungshierarchie einordnen:

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.9.2023

Mio € 30.9.2023 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 48 0 48 0
Eigenkapitalinstrumente 13 8 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.181 1.181
Eigenkapitalinstrumente 72 72
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 48 48 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 32 0 32 0
Insgesamt 1.394 56 1.266 72
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 111 0 111 0
Zahlungsmitteläquivalente 2.660 2.660
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 21 0 21 0
Insgesamt 2.792 2.660 132 0

BEWERTUNGSHIERARCHIE 30.6.2024

Mio € 30.6.2024 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 38 0 38 0
Eigenkapitalinstrumente 13 7 5 0
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.139 1.139
Eigenkapitalinstrumente 79 79
Fremdkapitalinstrumente (bewertet zum beizulegenden Zeitwert) 12 12 0 0
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 19 0 19 0
Insgesamt 1.301 20 1.202 79
Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert
Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 107 0 107 0
Zahlungsmitteläquivalente 900 900
Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral
Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) 16 0 16 0
Insgesamt 1.023 900 123 0

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte einbezogenen Faktoren wider. In Level 1 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von quotierten Marktpreisen auf aktiven Märkten ermittelt wird. Beizulegende Zeitwerte in Level 2 werden aufgrund von beobachtbaren Marktdaten ermittelt, z. B. anhand von Währungskursen. In Level 3 werden die Finanzinstrumente erfasst, deren beizulegender Zeitwert anhand von nicht beobachtbaren Marktdaten auf Basis anerkannter Bewertungsmodelle bewertet wird.

Im Berichtsquartal gab es keine Umgliederungen zwischen Level 1 und Level 2.

Nachfolgend ist die Entwicklung der in Level 3 erfassten Eigenkapitalinstrumente dargestellt:

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG FINANZINSTRUMENTE LEVEL 3

Mio €
Stand am 30.9.2023 72
Ergebnisneutrale Veränderungen 7
Stand am 30.6.2024 79

Die auf individuellen Bewertungsparametern basierenden und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Eigenkapitalinstrumente beinhalten ausschließlich die Vorzugsaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg aus der Beteiligung an TK Elevator. Der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Vorzugsaktien liegt ein finanzmathematisches Bewertungsmodell (Discounted Cashflow Verfahren) zugrunde, das die auf die Vorzugsaktien vertraglich entfallenden erwarteten zukünftigen Cashflows berücksichtigt. Der Wert der Vorzugsaktien wird durch Diskontierung der festgelegten Verzinsung mit einem Kapitalisierungszinssatz ermittelt, dessen Höhe sich nach der zum Abschlussstichtag am Kapitalmarkt beobachtbaren Rendite-/Risikostruktur bemisst. Der Wert der Vorzugsaktien unterliegt demzufolge kapitalmarktbedingten Schwankungen. Dabei wurde zum 30. Juni 2024 ein risikoadäquater Diskontierungszinssatz in Höhe von 10,12 % (30. September 2023: 11,05 %) angewendet.

Der aus der Bewertung resultierende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis innerhalb der Position "Marktbewertung Eigenkapitalinstrumente" ausgewiesen.

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte

Zur Ermittlung der erwarteten Kreditausfälle insbesondere zur Ermittlung der erwarteten Ausfallraten von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat thyssenkrupp grundsätzlich folgendes Modell angewendet: Die erwarteten Ausfallraten werden im Wesentlichen aus externen Kreditinformationen und Ratings pro Kontrahent abgeleitet, was im Vergleich zur Bildung von Ratingklassen eine genauere Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit ermöglicht. Hierbei werden zum einen die durch Warenkreditversicherer vergebenen Risikonummern der Kunden und zum anderen die von Auskunfteien erteilten Bonitätsinformationen mittels eines zentralen Zuordnungssystems in eine individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde übersetzt. Diese individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit pro Kunde wird einheitlich im thyssenkrupp Konzern verwendet. Es erfolgt eine quartalsweise Aktualisierung der Informationen. Sind keine Ratinginformationen auf Kontrahentenebene vorhanden, erfolgt eine Bewertung auf Basis der durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit pro Segment zuzüglich eines angemessenen Risikozuschlags. Für den Konzernabschluss zum 30. Juni 2024 wurden die aktuellen externen Kreditinformationen und Ratings verwendet, welche die derzeitigen Erwartungen der möglichen Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg bereits berücksichtigen. Somit ist in diesem Modell keine zusätzliche Anpassung der Wertberichtigung notwendig.

Die Ausfälle betreffen im Wesentlichen Insolvenzfälle, die im Vorjahr nicht aus den Rating-Informationen ableitbar waren.

09 Segmentberichterstattung

Die Berichterstattung folgt dem internen Steuerungskonzept von thyssenkrupp.

Im Zuge der im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022 / 2023 beschlossenen und zum 1. Oktober 2023 wirksamen Neustrukturierung der Segmente des thyssenkrupp Konzerns ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr folgende Veränderungen der Berichterstattung:

Das bisherige Segment Multi Tracks wurde zum 1. Oktober 2023 aufgelöst.

Seit dem 1. Oktober 2023 werden das Großwälzlagergeschäft Rothe Erde (zum 30. September 2023 als eigenes Segment Bearings berichtet) sowie die Geschäfte von Uhde, Polysius und thyssenkrupp nucera (alle drei Geschäfte bis zum 30. September 2023 dem bisherigen Segment Multi Tracks zugeordnet) im neuen Segment Decarbon Technologies gebündelt. Darüber hinaus enthält das neue Segment Decarbon Technologies die bisher dem Segment Steel Europe zugeordnete Gesellschaft thyssenkrupp Immobilien Verwaltungs GmbH.

Seit dem 1. Oktober 2023 werden die Geschäfte Automation Engineering und Springs & Stabilizers (bis zum 30. September 2023 dem bisherigen Segment Multi Tracks zugeordnet) im Segment Automotive Technology erfasst. Dies gilt auch für die Geschäfte von Forged Technologies (zum 30. September 2023 als eigenes Segment berichtet).

Ab dem 1. Oktober 2023 wird die von thyssenkrupp seit dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts Elevator Technology Ende Juli 2020 gehaltene Beteiligung TK Elevator im Rahmen der Segmentberichterstattung der "Überleitung" innerhalb der Einheiten von Special Units zugeordnet (im Geschäftsjahr 2022 / 2023 im bisherigen Segment Multi Tracks erfasst); zu den Bestandteilen der Beteiligung vgl. die Ausführungen in dieser Anhang-Nr. 09.

Seit dem 1. Oktober 2023 wird die Gesellschaft thyssenkrupp Transrapid GmbH, die bisher dem Segment Marine Systems zugeordnet wurde, im Rahmen der Segmentberichterstattung in der "Überleitung" innerhalb der Einheiten von Service Units erfasst.

Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst.

Die Segmentinformationen für die 9 Monate 2022 / 2023 und die 9 Monate 2023 / 2024 bzw. für das 3. Quartal 2022 / 2023 und das 3. Quartal 2023 / 2024 stellen sich damit wie folgt dar:

SEGMENTINFORMATIONEN

Mio € Automotive
Technology
Decarbon
Technologies
Materials
Services
Steel
Europe
Marine
Systems
Corporate
Headquarters
9 Monate 2022 / 2023
Außenumsätze 5.938 2.534 10.263 8.484 1.486 1
Konzerninterne Umsätze 2 26 226 1.028 -2 5
Umsatzerlöse 5.939 2.560 10.489 9.511 1.484 5
EBIT 178 36 192 21 44 -128
Bereinigtes EBIT 198 53 155 266 46 -122
9 Monate 2023 / 2024
Außenumsätze 5.697 2.762 9.042 7.307 1.405 0
Konzerninterne Umsätze 2 14 175 820 -2 6
Umsatzerlöse 5.699 2.775 9.217 8.127 1.403 6
EBIT 163 -119 8 -14 74 -165
Bereinigtes EBIT 174 -61 153 238 72 -144
3. Quartal 2022 / 2023
Außenumsätze 2.045 849 3.274 2.940 480 0
Konzerninterne Umsätze 0 6 71 312 0 1
Umsatzerlöse 2.046 856 3.346 3.251 480 2
EBIT 41 -29 78 163 12 -45
Bereinigtes EBIT 44 -16 50 190 12 -37
3. Quartal 2023 / 2024
Außenumsätze 1.913 940 3.138 2.550 439 0
Konzerninterne Umsätze 1 4 56 267 -1 2
Umsatzerlöse 1.914 945 3.194 2.818 438 2
EBIT 83 -91 17 117 30 -62
Bereinigtes EBIT 78 -59 58 100 30 -47
Mio € Überleitung Konzern
9 Monate 2022 / 2023
Außenumsätze 18 28.723
Konzerninterne Umsätze -1.283 0
Umsatzerlöse -1.265 28.723
EBIT 6 349
Bereinigtes EBIT 19 615
9 Monate 2023 / 2024
Außenumsätze 18 26.232
Konzerninterne Umsätze -1.014 -1
Umsatzerlöse -996 26.231
EBIT -19 -73
Bereinigtes EBIT -16 416
3. Quartal 2022 / 2023
Außenumsätze 10 9.598
Konzerninterne Umsätze -391 0
Umsatzerlöse -381 9.598
EBIT -9 212
Bereinigtes EBIT -2 243
3. Quartal 2023 / 2024
Außenumsätze 5 8.987
Konzerninterne Umsätze -330 -1
Umsatzerlöse -325 8.986
EBIT -11 84
Bereinigtes EBIT -11 149

Im Vergleich zum 30. September 2023 verminderte sich zum 30. Juni 2024 das durchschnittliche Capital Employed bei Decarbon Technologies um 145 Mio € auf 1.003 Mio €, bei Materials Services um 307 Mio € auf 3.361 Mio € und bei Steel Europe um 1.714 Mio € auf 3.686 Mio €.

Die Spalte "Überleitung" lässt sich wie folgt unterteilen:

AUFRISS ÜBERLEITUNG

Mio € Service Units Special Units Konsolidierung Überleitung
9 Monate 2022 / 2023
Außenumsätze 19 2 -3 18
Konzerninterne Umsätze 179 21 -1.483 -1.283
Umsatzerlöse 198 23 -1.486 -1.265
EBIT 18 -38 25 6
Bereinigtes EBIT 19 -25 25 19
9 Monate 2023 / 2024
Außenumsätze 17 2 -1 18
Konzerninterne Umsätze 188 21 -1.223 -1.014
Umsatzerlöse 205 23 -1.224 -996
EBIT 14 -28 -5 -19
Bereinigtes EBIT 14 -25 -5 -16
3. Quartal 2022 / 2023
Außenumsätze 9 1 0 10
Konzerninterne Umsätze 61 7 -459 -391
Umsatzerlöse 70 8 -459 -381
EBIT 6 -17 2 -9
Bereinigtes EBIT 6 -10 2 -2
3. Quartal 2023 / 2024
Außenumsätze 5 1 -1 5
Konzerninterne Umsätze 65 7 -402 -330
Umsatzerlöse 71 7 -403 -325
EBIT 2 -11 -2 -11
Bereinigtes EBIT 2 -11 -2 -11

Die Beteiligung an TK Elevator setzt sich aus mehreren Finanzierungsinstrumenten zusammen, die wie folgt bilanziert werden:

Stammaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Aufgrund des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss werden die Stammaktien nach den Vorgaben des IAS 28 als nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung behandelt und ausgewiesen. Die Fortschreibung der Anschaffungskosten nach der Equity-Methode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb des Finanzergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen enthalten.

Vorzugsaktien (mit Stimmrechten ausgestattet) an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg. Die Vorzugsaktien werden als Eigenkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral im Eigenkapital (ohne Recycling) erfasst werden.

Zinslose Darlehen (Darlehensnehmer: Vertical Topco I S.A., Luxembourg). Die zinslosen Darlehen werden als Fremdkapitalinstrument nach den Vorgaben des IAS 32 bzw. des IFRS 9 behandelt und ebenfalls in den langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Ergebniseffekte aus der Folgebewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis in den Finanzierungserträgen bzw. -aufwendungen gezeigt werden.

Nachfolgend wird die Überleitungsrechnung der Ertragskennzahl Bereinigtes EBIT zum Ergebnis vor Steuern gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

ÜBERLEITUNG BEREINIGTES EBIT ZUM ERGEBNIS VOR STEUERN

Mio € 9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
3. Quartal
2022/2023
3. Quartal
2023/2024
Bereinigtes EBIT gemäß Segmentberichterstattung 615 416 243 149
Sondereffekte1) -267 -489 -31 -65
EBIT gemäß Segmentberichterstattung 349 -73 212 84
+ Nicht operatives Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen -54 -132 -18 -45
+ Finanzierungserträge 652 597 207 182
- Finanzierungsaufwendungen -745 -617 -226 -193
- Bestandteile der Finanzierungserträge, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden -7 -9 -5 -8
+ Bestandteile der Finanzierungsaufwendungen, die nach wirtschaftlicher Abgrenzung dem EBIT zugeordnet werden 11 21 4 5
Ergebnis Konzern (vor Steuern) 205 -213 174 26

1) Vgl. die Erläuterung der Quartals-Sondereffekte im Wirtschaftsbericht in der Berichterstattung zu den Segmenten.

In den 9 Monaten 2023 / 2024 entfallen die Sondereffekte im Wesentlichen auf Wertminderungsaufwendungen und Aufwendungen aus der Bewertung der CO2-Termingeschäfte im Segment Steel Europe, Wertminderungsaufwendungen und Restrukturierungen im Segment Materials Services sowie Wertminderungsaufwendungen in den Segmenten Decarbon Technologies und Automotive Technology. In den 9 Monaten 2022 / 2023 betrafen die Sondereffekte im Wesentlichen das Segment Steel Europe; sie resultierten aus dem Saldo aus Erträgen aus der Bewertung der CO2-Termingeschäfte und aus Wertminderungsaufwendungen im Anlagevermögen aufgrund gestiegener Kapitalkosten.

10 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse bzw. die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden sind nachfolgend dargestellt:

UMSATZERLÖSE

Mio € Automotive
Technology
Decarbon
Technologies
Materials
Services
Steel
Europe
Marine
Systems
Corporate
Headquarters
9 Monate 2022 / 2023
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 4.424 856 1.422 8.793 33 0
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 526 128 8.618 148 9 0
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 211 223 537 169 42 5
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 666 1.291 5 0 1.396 0
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 102 58 1 399 3 0
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 5.929 2.557 10.583 9.509 1.482 5
Sonstige Umsatzerlöse 11 3 - 94 3 1 0
Insgesamt 5.939 2.560 10.489 9.511 1.484 5
9 Monate 2023 / 2024
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 4.276 767 1.240 7.550 28 0
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 502 116 7.339 94 12 1
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 248 224 577 150 34 4
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 578 1.615 18 0 1.320 0
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 93 51 0 337 4 0
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 5.697 2.772 9.174 8.130 1.399 6
Sonstige Umsatzerlöse 2 4 43 - 3 5 0
Insgesamt 5.699 2.775 9.217 8.127 1.403 6
3. Quartal 2022 / 2023
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.520 252 463 3.006 13 0
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 183 48 2.724 51 2 0
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 66 69 173 58 16 1
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 236 466 4 0 523 0
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 39 18 0 136 - 77 0
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 2.043 854 3.364 3.251 477 2
Sonstige Umsatzerlöse 3 1 -18 0 3 0
Insgesamt 2.046 856 3.346 3.251 480 2
3. Quartal 2023 / 2024
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen 1.436 265 415 2.602 11 0
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren 185 41 2.585 38 7 0
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen 88 90 199 50 11 2
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen 177 530 3 0 408 0
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 29 19 0 130 0 0
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.916 945 3.202 2.820 436 2
Sonstige Umsatzerlöse -1 0 -8 -2 2 0
Insgesamt 1.914 945 3.194 2.818 438 2
Mio € Überleitung Konzern
9 Monate 2022 / 2023
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen -959 14.569
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren -109 9.319
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen -121 1.065
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen -8 3.350
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -8 556
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -1.206 28.859
Sonstige Umsatzerlöse -59 -135
Insgesamt -1.265 28.724
9 Monate 2023 / 2024
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen -784 13.077
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren -86 7.978
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen -105 1.132
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen -12 3.518
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -10 474
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -998 26.179
Sonstige Umsatzerlöse 2 52
Insgesamt -996 26.231
3. Quartal 2022 / 2023
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen -298 4.957
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren -34 2.974
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen -37 346
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen -2 1.227
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -2 114
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -372 9.618
Sonstige Umsatzerlöse -9 -20
Insgesamt -381 9.598
3. Quartal 2023 / 2024
Umsatzerlöse aus Verkauf von fertigen Erzeugnissen -257 4.472
Umsatzerlöse aus Verkauf von Handelswaren -31 2.825
Umsatzerlöse aus Erbringung von Dienstleistungen -35 404
Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen -6 1.111
Übrige Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -4 175
Zwischensumme Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden -334 8.986
Sonstige Umsatzerlöse 9 0
Insgesamt -325 8.986

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH KUNDENGRUPPEN

Mio € Automotive
Technology
Decarbon
Technologies
Materials
Services
Steel
Europe
Marine
Systems
Corporate
Headquarters
9 Monate 2022 / 2023
Automobilindustrie 5.215 23 1.622 2.605 0 2
Handel 412 30 1.483 2.165 0 2
Maschinen- und Anlagenbau 245 777 944 221 5 0
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 5 69 1.797 2.134 0 0
Bauwirtschaft 0 24 535 35 0 0
Öffentliche Hand 0 8 57 6 1.462 0
Verpackungsindustrie 0 1 105 1.268 0 0
Energie und Versorgung 0 7 176 507 0 0
Übrige Kundengruppen 51 1.618 3.863 567 15 1
Insgesamt 5.929 2.557 10.583 9.509 1.482 5
9 Monate 2023 / 2024
Automobilindustrie 5.030 33 1.475 2.384 0 2
Handel 284 13 1.472 1.778 2 2
Maschinen- und Anlagenbau 274 827 708 173 0 1
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 4 47 1.434 1.748 0 0
Bauwirtschaft 0 18 438 31 0 0
Öffentliche Hand 0 12 45 5 1.385 0
Verpackungsindustrie 0 4 98 1.113 0 0
Energie und Versorgung 0 5 129 394 0 0
Übrige Kundengruppen 104 1.813 3.377 503 11 0
Insgesamt 5.697 2.772 9.174 8.130 1.399 6
3. Quartal 2022 / 2023
Automobilindustrie 1.795 7 547 876 0 1
Handel 149 7 496 750 1 1
Maschinen- und Anlagenbau 95 226 290 70 2 0
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 2 20 565 743 0 0
Bauwirtschaft 0 8 172 8 0 0
Öffentliche Hand 0 2 17 4 471 0
Verpackungsindustrie 0 0 32 454 0 0
Energie und Versorgung 0 2 41 156 0 0
Übrige Kundengruppen 2 582 1.204 188 3 0
Insgesamt 2.043 854 3.364 3.251 477 2
3. Quartal 2023 / 2024
Automobilindustrie 1.659 14 501 797 0 1
Handel 112 3 486 604 1 1
Maschinen- und Anlagenbau 85 259 233 58 0 0
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung 1 19 523 626 0 0
Bauwirtschaft 0 6 154 7 0 0
Öffentliche Hand 0 4 15 3 432 0
Verpackungsindustrie 0 0 32 407 0 0
Energie und Versorgung 0 1 48 131 0 0
Übrige Kundengruppen 58 639 1.210 187 3 0
Insgesamt 1.916 945 3.202 2.820 436 2
Mio € Überleitung Konzern
9 Monate 2022 / 2023
Automobilindustrie 33 9.500
Handel -802 3.292
Maschinen- und Anlagenbau -3 2.190
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung -350 3.655
Bauwirtschaft -6 588
Öffentliche Hand 6 1.539
Verpackungsindustrie 6 1.380
Energie und Versorgung 2 691
Übrige Kundengruppen -93 6.022
Insgesamt -1.206 28.859
9 Monate 2023 / 2024
Automobilindustrie -15 8.909
Handel -597 2.955
Maschinen- und Anlagenbau -4 1.979
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung -301 2.933
Bauwirtschaft -1 485
Öffentliche Hand 1 1.448
Verpackungsindustrie -2 1.212
Energie und Versorgung -1 527
Übrige Kundengruppen -79 5.731
Insgesamt -998 26.179
3. Quartal 2022 / 2023
Automobilindustrie 4 3.230
Handel -246 1.157
Maschinen- und Anlagenbau -2 680
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung -105 1.225
Bauwirtschaft -2 187
Öffentliche Hand 5 499
Verpackungsindustrie 1 487
Energie und Versorgung 0 200
Übrige Kundengruppen -27 1.953
Insgesamt -372 9.618
3. Quartal 2023 / 2024
Automobilindustrie -5 2.966
Handel -195 1.011
Maschinen- und Anlagenbau -2 632
Stahl- und stahlnahe Verarbeitung -99 1.071
Bauwirtschaft -1 166
Öffentliche Hand 1 455
Verpackungsindustrie 0 439
Energie und Versorgung 0 180
Übrige Kundengruppen -31 2.066
Insgesamt -334 8.986

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Automotive Technology Decarbon Technologies Materials Services Steel Europe Marine Systems Corporate Headquarters
9 Monate 2022 / 2023
Deutschsprachiger Raum1) 1.723 391 3.647 5.196 362 1
Westeuropa 890 365 1.647 2.179 296 0
Zentral- und Osteuropa 281 117 1.516 728 0 0
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 23 6 7 5 0 0
Nordamerika 1.751 254 3.169 789 4 3
Südamerika 260 64 23 86 196 0
Asien / Pazifik 60 141 282 27 183 0
Großraum China 798 490 110 60 0 0
Indien 39 132 88 79 47 0
Naher Osten &Afrika 103 595 94 360 393 0
Insgesamt 5.929 2.557 10.583 9.509 1.482 5
9 Monate 2023 / 2024
Deutschsprachiger Raum1) 1.532 344 2.995 4.384 367 1
Westeuropa 824 383 1.371 1.798 361 0
Zentral- und Osteuropa 454 65 1.183 697 2 0
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 4 6 8 10 14 0
Nordamerika 1.719 257 2.969 741 7 4
Südamerika 289 134 39 78 287 0
Asien / Pazifik 65 135 288 18 122 0
Großraum China 746 414 109 40 0 0
Indien 30 362 119 87 31 0
Naher Osten &Afrika 35 671 93 277 208 0
Insgesamt 5.697 2.772 9.174 8.130 1.399 6
Mio € Überleitung Konzern
9 Monate 2022 / 2023
Deutschsprachiger Raum1) -984 10.338
Westeuropa -119 5.258
Zentral- und Osteuropa -61 2.580
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 42
Nordamerika -67 5.903
Südamerika 3 633
Asien / Pazifik 1 694
Großraum China 11 1.470
Indien 1 387
Naher Osten &Afrika 8 1.554
Insgesamt -1.206 28.859
9 Monate 2023 / 2024
Deutschsprachiger Raum1) -787 8.835
Westeuropa -111 4.627
Zentral- und Osteuropa -52 2.349
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 42
Nordamerika -49 5.647
Südamerika -1 826
Asien / Pazifik 0 629
Großraum China 2 1.310
Indien 0 630
Naher Osten &Afrika 0 1.284
Insgesamt -998 26.179

UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDEN NACH REGIONEN

Mio € Automotive Technology Decarbon Technologies Materials Services Steel Europe Marine Systems Corporate Headquarters
3. Quartal 2022 / 2023
Deutschsprachiger Raum1) 607 -10 1.166 1.766 139 0
Westeuropa 305 122 539 775 92 0
Zentral- und Osteuropa 113 30 472 241 0 0
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 12 1 3 2 0 0
Nordamerika 617 78 1.009 251 2 1
Südamerika 72 28 8 28 63 0
Asien / Pazifik 22 46 86 7 69 0
Großraum China 253 135 28 18 0 0
Indien 10 43 26 36 3 0
Naher Osten &Afrika 33 382 27 128 109 0
Insgesamt 2.043 854 3.364 3.251 477 2
3. Quartal 2023 / 2024
Deutschsprachiger Raum1) 536 119 991 1.516 49 0
Westeuropa 267 139 471 585 117 0
Zentral- und Osteuropa 151 19 394 246 1 0
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 2 3 3 5 0 0
Nordamerika 588 75 1.063 285 3 1
Südamerika 102 41 10 22 107 0
Asien / Pazifik 26 54 127 7 39 0
Großraum China 226 149 53 14 0 0
Indien 8 81 48 32 12 0
Naher Osten &Afrika 9 266 43 107 109 0
Insgesamt 1.916 945 3.202 2.820 436 2
Mio € Überleitung Konzern
3. Quartal 2022 / 2023
Deutschsprachiger Raum1) -298 3.370
Westeuropa -47 1.786
Zentral- und Osteuropa -21 834
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 19
Nordamerika -15 1.942
Südamerika 1 200
Asien / Pazifik 1 231
Großraum China 5 438
Indien 0 118
Naher Osten &Afrika 3 680
Insgesamt -372 9.618
3. Quartal 2023 / 2024
Deutschsprachiger Raum1) -263 2.947
Westeuropa -32 1.546
Zentral- und Osteuropa -17 794
Gemeinschaft unabhängiger Staaten 0 12
Nordamerika -22 1.993
Südamerika 0 282
Asien / Pazifik 0 252
Großraum China 1 444
Indien 0 182
Naher Osten &Afrika 0 534
Insgesamt -334 8.986

1) Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein

Von den Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden resultieren in den 9 Monaten 2023 / 2024 4.689 Mio € (Vorjahr: 3.808 Mio €) bzw. im 3. Quartal 2023 / 2024 1.222 Mio € (Vorjahr: 1.229 Mio €) aus langfristigen Verträgen und in den 9 Monaten 2023 / 2024 21.490 Mio € (Vorjahr: 25.050 Mio €) bzw. im 3. Quartal 2023 / 2024 7.764 Mio € (Vorjahr: 8.390 Mio €) aus kurzfristigen Verträgen bzw. in den 9 Monaten 2023 / 2024 4.682 Mio € (Vorjahr: 4.733 Mio €) bzw. im 3. Quartal 2023 / 2024 1.587 Mio € (Vorjahr: 1.783 Mio €) aus zeitraumbezogen erfassten Umsatzerlösen und in den 9 Monaten 2023 / 2024 21.497 Mio € (Vorjahr: 24.126 Mio €) bzw. im 3. Quartal 2023 / 2024 7.399 Mio € (Vorjahr: 7.835 Mio €) aus zeitpunktbezogen erfassten Umsatzerlösen.

11 Umsatzkosten

Die Umsatzkosten beinhalten Wertminderungsaufwendungen auf übrige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 176 Mio € sowie periodenfremde Mehrkosten bei einzelnen (Alt-) Projekten im Anlagenbau bei Polysius (Zementbereich) in Höhe von 71 Mio €.

12 Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge enthalten insbesondere Erträge aus Strompreiskompensationen und aus dem Wirksamwerden eines als eingebettetes Leasingverhältnis eingeordneten Liefervertrages sowie weitere Erträge aus Zulagen und Zuschüssen.

13 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis enthält in der Zeile "Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen" in den 9 Monaten 2023 / 2024 Aufwendungen in Höhe von 132 Mio € (Vorjahr: 54 Mio €) bzw. im 3. Quartal 2023 / 2024 Aufwendungen in Höhe von 45 Mio € (Vorjahr: 27 Mio €) aus den Stammaktien an der Vertical Topco I S.A., Luxembourg, die Bestandteil der Elevator-Beteiligung sind (vgl. Anhang-Nr. 09).

14 Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie ("basic earnings per share") berechnet sich wie folgt:

ERGEBNIS JE AKTIE

9 Monate
2022/2023
9 Monate
2023/2024
3. Quartal
2022/2023
Gesamt-
betrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Gesamt-
betrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Gesamt-
betrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
-64 -0,10 -446 -0,72 83 0,13
Gewichteter Durchschnitt der Aktien
(in Stück)
622.531.741 622.531.741 622.531.741
3. Quartal
2023/2024
Gesamtbetrag
in Mio €
Ergebnis
je Aktie in €
Periodenüberschuss/(-fehlbetrag)
(Anteil der Aktionäre der thyssenkrupp AG)
-54 -0,09
Gewichteter Durchschnitt der Aktien (in Stück) 622.531.741

In den dargestellten Berichtsperioden gab es keine Verwässerungseffekte.

15 Zusätzliche Informationen zur Kapitalflussrechnung

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds lässt sich wie folgt aus der Bilanzposition "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" herleiten.

HERLEITUNG ZAHLUNGSMITTELFONDS

Mio € 30.6.2023 30.9.2023 30.6.2024
Zahlungsmittel 1.806 2.641 2.392
Zahlungsmitteläquivalente 4.357 4.699 2.293
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gemäß Bilanz 6.163 7.339 4.685
Zahlungsmittelfonds gemäß Kapitalflussrechnung 6.163 7.339 4.685

Per 30. Juni 2024 stammen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 124 Mio € (30. Juni 2023: 72 Mio €; 30. September 2023: 104 Mio €) von der Joint Operation HKM.

16 Korrektur nach IAS 8.41f.

Im 3. Quartal 2023 / 2024 erfolgte im Segment Marine Systems eine Korrektur des Bilanzausweises von Verträgen mit Kunden nach IFRS 15. Ursächlich hierfür war eine bisher nicht vorgenommene Saldierung von Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten aus segmentinternen Unterauftragsverhältnissen.

Die Korrektur gemäß IAS 8.41f. hatte folgende Auswirkungen auf die Bilanz zum 30.9.2023: Verminderung der Vertragsvermögenswerte um 689 Mio € und Verminderung der Vertragsverbindlichkeiten um 689 Mio €. Darüber hinaus gab es in der Kapitalflussrechnung für die 9 Monate 2022 / 2023 in der Überleitungsrechnung innerhalb des operativen Cashflows eine Verminderung der Verändrung der Vertragsvermögenswerte um 132 Mio € (bzw. 110 Mio € für das 3. Quartal 2022 / 2023) und gegenläufig eine Erhöhung der Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten um 132 Mio € (bzw. 110 Mio € für das 3. Quartal 2022 / 2023).

Auf das Eigenkapital, die Gewinn- und Verlustrechnung, die Gesamtergebnisrechnung, das Ergebnis je Aktie, sowie den operativen Cashflow, den Cashflow aus Investitionstätigkeit, den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in der Kapitalflussrechnung hatte die Korrektur keine Auswirkungen.

17 Ereignis nach dem Stichtag

Am 31. Juli 2024 hat thyssenkrupp die Beteiligung des Energieunternehmens EP Corporate Group (EPCG) an seinem Stahlgeschäft abgeschlossen, nachdem der Aufsichtsrat der thyssenkrupp AG und alle zuständigen Behörden der Transaktion zugestimmt hatten. Mit dem erfolgten Closing erwirbt EPCG, wie am 26. April 2024 vereinbart, einen Anteil in Höhe von 20 % am Stahlgeschäft von thyssenkrupp. Das Closing der Transaktion hat keine wesentlichen Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Darüber hinaus sprechen die Parteien über den Erwerb weiterer 30 % der Anteile am Stahlgeschäft durch die EPCG. Ziel ist die Bildung eines gleichberechtigten 50/50-Joint Ventures.

Essen, den 12. August 2024

thyssenkrupp AG

Der Vorstand

López
Burkhard Dinstuhl Henne Schulte

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der thyssenkrupp AG, Duisburg und Essen, für den Zeitraum vom 1. Oktober 2023 bis 30. Juni 2024, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Düsseldorf, den 13. August 2024

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marc Ufer
Wirtschaftsprüfer
Dr. Markus Zeimes
Wirtschaftsprüfer

Weitere Informationen

Kontakt und Finanzkalender 2024 / 2025

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Finanzkalender 2024 / 2025

19. November 2024
Geschäftsbericht 2023 / 2024 (Oktober bis September)

31. Januar 2025
Ordentliche Hauptversammlung

13. Februar 2025
Zwischenbericht 1. Quartal 2024 / 2025 (Oktober bis Dezember)

15. Mai 2025
Zwischenbericht 1. Halbjahr 2024 / 2025 (Oktober bis März)

14. August 2025
Zwischenbericht 9 Monate 2024 / 2025 (Oktober bis Juni)

Herausgeber

thyssenkrupp AG

thyssenkrupp Allee 1, 45143 Essen
Postfach, 45063 Essen

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Telefax: (0201) 844-536000

E-Mail: info@thyssenkrupp.com
www.thyssenkrupp.com

Dieser Zwischenbericht ist am 14. August 2024 erschienen.

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Zukunftsbezogene Aussagen

Dieser Finanzbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen sind mit Unsicherheiten verbunden, da sie von thyssenkrupp nicht beeinflusst oder kontrolliert werden können, wie beispielsweise das zukünftige Marktumfeld und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer, die erfolgreiche Integration von Neuerwerben und Realisierung der erwarteten Synergieeffekte sowie Maßnahmen staatlicher Stellen. Daher können die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesem Finanzbericht explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen abweichen. Die in diesem Finanzbericht enthaltenen zukunftsbezogene Aussagen werden nicht an Ereignisse oder Entwicklungen angepasst, die nach dem Datum dieses Berichts eintreten.

Rundungen und Veränderungsraten

Bei Prozentangaben und Zahlen in diesem Bericht können Rundungsdifferenzen auftreten. Die Vorzeichenangabe der Veränderungsraten richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (-). Bei sehr hohen positiven bzw. negativen Veränderungsraten (≥ 100 % bzw. ≤ -100 %) wird die Veränderungsrichtung durch ++ bzw. -- angezeigt.

Abweichungen aus technischen Gründen

Dieser Finanzbericht ist von der Gesellschaft aufgrund gesetzlicher Offenlegungspflichten zum elektronischen Bundesanzeiger einzureichen. Aus technischen Gründen kann es beim Bundesanzeiger Verlag zu Abweichungen in den im Bundesanzeiger bekannt gemachten Unterlagen kommen.

Der Finanzbericht steht in deutscher Sprache und in englischer Übersetzung im Internet unter www.thyssenkrupp.com zum Download bereit. Bei Abweichungen geht die deutsche Fassung des Finanzberichts der englischen Übersetzung vor.