TUI AGHannoverZwischenabschluss zum 31. März 2021HALBJAHRESFINANZBERICHT 1. OKTOBER 2020 - 31. MÄRZ 2021ZWISCHENLAGEBERICHTTUI Group in Zahlenscrollen
Differenzen durch Rundungen möglich.
Die vorliegende Zwischenmitteilung der TUI Group bezieht
sich auf die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres
2021, die den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis zum 31.
März 2021 umfassen.
1 Das dem bereinigten EBIT zugrundeliegende EBIT
definieren wir als das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern
und Aufwendungen aus der Bewertung von
Zinssicherungsinstrumenten des Konzerns. Für weitere
Details siehe auch Seite 14.
H1 2021 im Überblickscrollen
1 Liquide Mittel: freie Barmittel plus zugesagte
Kreditlinien inklusive des dritten
Unterstützungspakets (beinhaltet die ab Ende Mai zur
Verfügung stehende zusätzliche
Kreditfazilität der KfW in Höhe von 200 Mio.
€) und der Wandelschuldverschreibung
Abschluss des dritten UnterstützungspaketsUnser am 2. Dezember 2020 angekündigtes drittes
Unterstützungspaket in Höhe von 1,8 Mrd. €,
das mit unseren Aktionären, einem Konsortium von
Konsortialbanken, der KfW und dem deutschen
Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) vereinbart wurde,
wurde im Berichtszeitraum erfolgreich abgeschlossen und
umfasst die folgenden Komponenten:
scrollen
400 Mio. € Platzierung einer WandelschuldverschreibungNach dem Bilanzstichtag haben wir am 16. April 2021 die
Platzierung einer vorrangigen, unbesicherten
Wandelschuldverschreibung über 400 Mio. €
erfolgreich abgeschlossen. Die Wandelschuldverschreibung
wurde mit einem Kupon von 5 % angeboten und war rund
zweifach überzeichnet. Sie nutzt 68 % unseres
genehmigten Kapitals aus, das auf unserer letzten
ordentlichen Hauptversammlung beschlossen wurde. Dies
entspricht etwa 75 Mio. der zugrundeliegenden Aktien.
Sofern nicht zuvor gewandelt, getilgt oder
zurückgekauft und entwertet, werden die
Wandelschuldverschreibungen am 16. April 2028 zu ihrem
Nennbetrag zurückgezahlt. Die Investoren haben zudem
die Möglichkeit, die Anleihen in neue und/oder
bestehende nennwertlose Namens-Stammaktien der TUI zu
wandeln. Der anfängliche Wandlungspreis wurde auf
5,3631 € festgelegt, was einer Wandlungsprämie
von 25 % über dem Referenzaktienkurs von 4,2905 €
entspricht.
Mit dem erfolgreichen Angebot planen wir, neben der
kurzfristigen Stärkung unserer Liquidität, die
Refinanzierung von Krediten aus den
COVID-19-Unterstützungsprogrammen zu beginnen.
Liquidität/MittelabflussZum 7. Mai 2021 standen dem Konzern liquide Mittel
1 in Höhe von auf 1,7 Mrd. € zur
Verfügung. In Anbetracht der typischen saisonalen
Schwankungen und der deutlichen Anzeichen für einen
Nachholbedarf, der sich in einem sofortigen Anstieg der
Buchungen zeigt, wenn ein Reiseziel wieder geöffnet
wird, sind wir sehr zuversichtlich, dass der typische
saisonale Zufluss, der normalerweise im Q2 zu beobachten
wäre, eintreten wird, wenn wir uns auf die Hauptsaison
im Sommer zubewegen.
Für das Q3 gehen wir aufgrund von fortgesetzten
Reisebeschränkungen von einer verhaltenen Anzahl von
Abflügen aus. Bereits im Q3 erwarten wir jedoch einen
deutlich Zufluss aus Kundenanzahlungen entsprechend unserer
geplanten Kapazität für das Q4, sobald die
Destinationen wieder eröffnet werden.
Für das Q4 2021 gehen wir von deutlich positiven
Beiträgen aufgrund starker Volumina und des
normalisierten Geschäftsbetriebs aus.
NettoverschuldungDie Nettoverschuldung verringerte sich auf 6.813 Mio.
€ im Vergleich zu unserer Nettoverschuldung von 7.177
Mio. € zum 31. Dezember 2020 (Q1). Der Rückgang
um 364 Mio. € im Q2 spiegelt in erster Linie den
Nettomittelzufluss aus unserer Kapitalerhöhung sowie
aus den Stillen Einlagen des WSF wider.
Die Maßnahmen des WSF umfassen eine Stille
Einlage, die in Aktien der TUI gewandelt werden kann, in
Höhe von 420 Mio. € (Stille Einlage I) sowie eine
zweite Stille Einlage in Höhe von 671 Mio. €. Zum
31. März 2021 waren die Stille Einlage I voll und die
Stille Einlage II in Höhe von 500 Mio. €
eingezahlt. Im IFRS Konzernabschluss werden die Stillen
Einlagen aufgrund ihres Charakters als Eigenkapital
ausgewiesen und sind daher nicht in der Nettoverschuldung
des Konzerns enthalten.
Mit der erfolgreichen Platzierung von
Wandelschuldverschreibung in Höhe von 400 Mio. €
nach dem Bilanzstichtag haben wir den ersten Schritt zur
Refinanzierung der staatlichen Unterstützungsprogramme
getan. Mit der Wiederaufnahme von internationalen
Urlaubsreisen und der beginnenden Erholung der globalen
Märkte ist es unsere Priorität, ein robustes
Finanzprofil wiederherzustellen und zu unserem Ziel einer
Brutto-Leverage Ratio unter 3x zurückzukehren. Wir
prüfen weiterhin Maßnahmen, um die Verringerung
des Verschuldungsgrads zu beschleunigen, eine angemessene
Kapitalausstattung sicherzustellen und um das Wachstum
langfristig zu unterstützen.
Buchungsupdatescrollen
Programm zur globalen NeuausrichtungDie Hauptprojekte unseres Global Realignment Programme
sind auf Kurs, um die angestrebten Einsparungen von rund
400 Mio. € pro Jahr bis zum Geschäftsjahr 2023 zu
erreichen. Die Projekte in den Kerngeschäftsbereichen
Märkte & Airlines und TUI Musement (ehemals
Zielgebietserlebnisse) liegen im Plan. Wir erwarten, fast
50 % der angestrebten Einsparungen bis zum Ende des
laufenden Geschäftsjahrs zu erreichen. Von den 8.000
Stellen, die im Rahmen des Programms potenziell betroffen
sind, ist ein Abbau von bislang 6.000 Stellen bereits
umgesetzt oder vereinbart.
PrognoseveränderungsberichtDas weitere Pandemiegeschehen und die damit verbundenen
Auswirkungen der Pandemie auf das Kundenverhalten
können weiterhin nur schwer prognostiziert werden.
Angesichts dieser erheblichen Unsicherheiten sieht sich der
Vorstand unverändert nicht in der Lage, eine konkrete
Prognose für das Geschäftsjahr 2021 abzugeben.
Die im Geschäftsbericht 2020 getroffenen
Erwartungen für das Geschäftsjahr 2021 wurden in
den nachfolgenden Punkten angepasst.
Aufgrund der Reisebeschränkungen im ersten Halbjahr
und der aktuellen Erwartungen für die Sommersaison
2021 gehen wir nunmehr davon aus, dass der Umsatz ( IFRS
16) der TUI Group im Geschäftsjahr 2021 zu konstanten
Wechselkursen unter dem Wert des Vorjahres liegen wird.
Auf Basis der erwarteten Bruttoinvestitionen,
Desinvestitionen und Rückflüsse aus geleisteten
Vorauszahlungen für Flugzeugbestellungen rechnen wir
im Geschäftsjahr 2021 mit einem Mittelzufluss aus
Nettosach- und -finanzinvestitionen zumindest auf dem
Niveau des Vorjahres.
→ Siehe Geschäftsbericht der TUI Group 2020 ab
Seite 50
Struktur und Strategie der TUI GroupBerichtsstrukturFür diesen Halbjahresfinanzbericht wurde die im
Geschäftsbericht 2020 der TUI Group verwendete
Berichtsstruktur verwendet.
→ Siehe Geschäftsbericht der TUI Group 2020 ab
Seite 26
Konzernziele und -strategieDie im Geschäftsbericht 2020 erläuterte
Strategie der TUI Group soll nach dem Abklingen der
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie fortgeführt werden.
→ Siehe Geschäftsbericht der TUI Group 2020 ab
Seite 23
Ertragslage des KonzernsUmsatzscrollen
Bereinigtes EBITscrollen
EBITscrollen
Geschäftsentwicklung in den SegmentenUrlaubserlebnissescrollen
Hotels & Resortsscrollen
Die Umsatzgrößen enthalten alle
vollkonsolidierten Gesellschaften, alle übrigen
Kennzahlen inkl. Equity-Gesellschaften.
1 Anzahl Betten der in Eigentum/Pacht
befindlichen Hotels, multipliziert mit Öffnungstagen
pro Quartal.
Zum Ende des Berichtszeitraums waren 122 Hotels und
damit rund 34 % des Hotelportfolios der TUI Group
geöffnet. Ursache hierfür waren die für den
Winter übliche Saisonalität sowie die derzeit
geltenden Reisebeschränkungen
Die Gesamtauslastung unseres Hotelportfolios sank im H1
um 35 Prozentpunkte auf 40 %, was die Auswirkungen der
Reisebeschränkungen in unseren europäischen
Schlüsselmärkten während des
größten Teils des ersten Halbjahres
widerspiegelt. Die durchschnittliche Tagesrate sank im H1
um 13 % auf 63,5 €.
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) in Höhe
von 198 Mio. € fiel im Vergleich zum Vorjahr um 254
Mio. € höher aus. Ursache hierfür waren die
zuvor ausgeführten Faktoren
Kreuzfahrtenscrollen
1 Der Umsatz enthält nicht TUI Cruises und
Hapag-Lloyd Cruises da das Joint Venture at Equity im
Konzernabschluss bewertet wird.
TUI Cruises setzte im Q1 drei Schiffe ein (Mein Schiff
1, 2 und 6), die kurze "Blaue Reisen" rund um die Ostsee,
in Griechenland und um die Kanarischen Inseln anboten. Im
Q2 wurden Routen mit der Mein Schiff 1 und 2 zu den Kanaren
angeboten. Die durchschnittliche Tagesrate der eingesetzten
Flotte lag im H1 bei 104 €, ein Rückgang von 26 %
gegenüber dem Vorjahr (H1 2020: 141 €).
Ursächlich hierfür waren die im Durchschnitt
kürzere Dauer sowie die eher lokalen Routen der Blauen
Reisen. Die Auslastung der betriebenen Flotte lag im H1 bei
35 % und spiegelt das insgesamt gedämpfte Umfeld
für Reisen aufgrund von Reisebeschränkungen sowie
die Einhaltung der behördlichen
COVID-19-Sicherheitsrichtlinien wider, die die Anzahl der
Passagiere an Bord begrenzen.
Hapag-Lloyd Cruises setzte im Q1 zwei Schiffe ein, die
Europa 2 und die Hanseatic Inspiration, die Abfahrten in
die Ostsee und zu den Kanaren anboten. Im Q2 führte
die Europa 2 Routen zu den Kanarischen Inseln durch. Die
durchschnittliche Tagesrate der betriebenen Flotte lag im
H1 bei 411 €, ein Rückgang von 33 %
gegenüber dem Vorjahr (H1 2020: 611 €) aufgrund
der Preisgestaltung für die kürzeren und
lokaleren Routen. Die Auslastung der betriebenen Flotte lag
im H1 bei 33 % (H1 2020: 77 %).
Der Geschäftsbetrieb unserer britischen
Kreuzfahrtmarke Marella Cruises blieb während des
gesamten Q1 in Übereinstimmung mit den Reisehinweisen
der britischen Regierung ausgesetzt. Unsere Teams bereiten
den Neustart für das Ende des Q3 vor.
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) in Höhe
von 153 Mio. €, der gegenüber dem Vorjahr um 180
Mio. € gestiegen ist, spiegelt die aufgrund von
Reisebeschränkungen eingeschränkte Kapazität
wider. Im Vorjahr ist das Ergebnis von Hapag-Lloyd Cruises
zu 100 % enthalten (H1 2020: bereinigtes EBIT 22 Mio.
€), das nun innerhalb des TUI Cruises Joint Ventures
at equity konsolidiert wird.
TUI Musement (zuvor Zielgebietserlebnisse)scrollen
Im H1 verkaufte TUI Musement rund 141.000 Ausflüge
und Aktivitäten. Dies ist ein Rückgang von 90 %
gegenüber dem Vorjahr. Ursache hierfür war die
eingeschränkte Geschäftstätigkeit
während des gesamten Zeitraums. Der operative Verlust
(bereinigtes EBIT) betrug 62 Mio. €, ein Rückgang
von 33 Mio. € gegenüber dem Vorjahr.
Der Online-Vertrieb lag bei 50 % und stieg damit im
Vergleich zum Vorjahreswert von 21 %. Zu diesem Anstieg
trug die erfolgreiche Integration des Musement-Angebots in
die TUI App unser Quellmärkte bei.
Märkte & Airlinesscrollen
1 Anteil der über eigene
Vertriebskanäle (stationär und online) verkauften
Reisen.
Wie oben erläutert, war der Geschäftsbetrieb
aufgrund der fortgesetzten Reisebeschränkungen in
vielen unserer wichtigsten Quellmärkte im H1 stark
eingeschränkt. Insgesamt reisten im Berichtszeitraum
rund 684.000 Kunden ab, ein Rückgang von 89 %
gegenüber dem Vorjahr, wobei etwa die Hälfte
davon im Oktober vor den jüngsten Einschränkungen
abreiste.
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) von 850 Mio.
€ spiegelt die begrenzten Kapazitäten, die im
Berichtszeitrum betrieben wurden, wider.
Region Nordscrollen
1 Anteil der über eigene
Vertriebskanäle (stationär und online) verkauften
Reisen.
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) betrug 418 Mio.
€ und lag damit um 3 Mio. € höher als im
Vorjahr. In den ersten sechs Monaten sind rund 119.000 mit
uns verreist, ein Rückgang von 95 % gegenüber dem
Vorjahr.
Der Direktvertrieb stieg um 2 Prozentpunkte auf 93 % (H1
2020: 91 %), der Onlinevertrieb um 11 Prozentpunkte auf 76
% (H1 2020: 65%).
Region Zentralscrollen
1 Anteil der über eigene
Vertriebskanäle (stationär und online) verkauften
Reisen.
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) stieg
gegenüber dem Vorjahr um 93 Mio. € auf 272 Mio.
€. In den ersten sechs Monaten sind rund 333.000
Gäste mit uns verreist, ein Rückgang von 85 %
gegenüber dem Vorjahr.
Der Direktvertrieb stieg um 12 Prozentpunkte auf 63 %
(H1 2020: 51 %), der Onlinevertrieb um 15 Prozentpunkte auf
37 % (H1 2020: 22%).
Region Westscrollen
1 Anteil der über eigene
Vertriebskanäle (stationär und online) verkauften
Reisen.
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) fiel mit 160
Mio. €. um 30 Mio. € geringer aus als im Vorjahr.
In den ersten sechs Monaten sind rund 232.000 Kunden mit
uns verreist, ein Rückgang von 87 % gegenüber dem
Vorjahreswert.
Der Direktvertrieb stieg um 8 Prozentpunkte auf 86 % (H1
2020: 78 %), der Onlinevertrieb um 11 Prozentpunkte auf 72
% (H1 2020: 61 %).
Alle übrigen Segmentescrollen
Der operative Verlust (bereinigtes EBIT) in Höhe
von 45 Mio. € fiel um 20 Mio. € geringer als im
Vorjahr aus.
Finanz- und VermögenslageCash Flow / Investitionen / NettofinanzpositionDurch die Einstellung unserer Reiseaktivitäten im
März 2020 und deren unmittelbare Folgen wurde der
operative Cash Flow des TUI Konzerns auch im
Berichtszeitraum weiterhin belastet.
Der Mittelabfluss aus laufender
Geschäftstätigkeit lag mit 1.476,0 Mio. € um
747,6 Mio. € über dem Wert des Vorjahres.
Die Nettoverschuldung zum 31. März 2021
erhöhte sich um 1.910,6 Mio. € auf 6.813,1 Mio.
€.
Nettofinanzpositionscrollen
Nettosach- und Finanzinvestitionenscrollen
Die Bruttosachinvestitionen der TUI Group im H1 2021
lagen um 56,9 % unter dem Vorjahr. In diesem Rückgang
spiegelt sich das strikte Management der Investitionen
wider. Die Nettosach- und Finanzinvestitionen gingen im
Berichtszeitraum um 395,6 Mio. € gegenüber dem
Vorjahreswert zurück.
Die Desinvestitionen im H1 2021 betrafen insbesondere
den Verkauf der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten an unser Joint
Venture TUI Cruises sowie Sale and Lease back von
Flugzeugen und Ersatzteilen. Im Vorjahreswert war der
Verkauf von zwei deutschen Spezialreiseveranstaltern
enthalten.
Vermögens- und KapitalstrukturVermögens- und Kapitalstrukturscrollen
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungUngeprüfte verkürzte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des TUI Konzerns für die Zeit vom 1.10.2020 bis 31.3.2021scrollen
Die weitgehende Aussetzung des TUI Veranstalter-, Flug-,
Hotel- und Kreuzfahrtgeschäfts infolge der weltweiten
Reisebeschränkungen zur Eindämmung der
Ausbreitung des COVID-19-Virus hat die Umsatz- und
Ergebnisentwicklung in den ersten sechs Monaten des
Geschäftsjahres 2021 weiter erheblich belastet.
Darüber hinaus ist die Entwicklung des TUI Konzerns
aufgrund des durch die Winter- und die Sommerreisemonate
geprägten touristischen Geschäfts einer
signifikanten Saisonalität unterworfen, allerdings
sind die Auswirkungen in diesem Zeitraum aufgrund der
COVID-19-Pandemie weniger offensichtlich.
Die Umsatzerlöse der TUI Group verminderte sich im
H1 2021 um 89,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf 0,7 Mrd.
€, währungsbereinigt verringerte sich der Umsatz
um 89,0 %. Hierin spiegeln sich die COVID-19-bedingten
Reisebeschränkungen wider.
Alternative Performance-KennzahlenWir steuern den Konzern über die
Ergebnisgröße "bereinigtes EBIT". Das dem
bereinigten EBIT zugrundeliegende EBIT definieren wir als
das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Aufwendungen aus
der Bewertung von Zinssicherungsinstrumenten des Konzerns
Das bereinigte EBIT ist um Erträge und Aufwendungen
angepasst worden, die aufgrund ihrer Höhe sowie der
Häufigkeit ihres Eintritts die Beurteilung der
operativen Ertragskraft der Unternehmensbereiche und des
Konzerns erschweren oder verzerren. Hierzu zählen
Abgangsergebnisse aus Finanzanlagen, wesentliche Gewinne
und Verluste aus dem Verkauf von Vermögenswerten sowie
wesentliche Restrukturierungs- und
Integrationsaufwendungen. Daneben werden sämtliche
Effekte aus Kaufpreisallokationen, Anschaffungsnebenkosten
und bedingten Kaufpreiszahlungen bereinigt. Auch
Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte
würden in der Überleitung zum bereinigten EBIT
korrigiert.
Überleitung auf bereinigtes EBITscrollen
Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Verlust
der TUI Group erhöhte sich im H1 2021 um 514,0 Mio.
€ auf 1.308,8 Mio. €.
→ Details zu den Einzelsachverhalten sind im Anhang
dieses Halbjahresfinanzberichts beschrieben, siehe Seite
46.
Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
* Auf Sach- und immaterielle Anlagen,
finanzielle und sonstige Vermögenswerte
Weitere SegmentkennzahlenBereinigtes EBITDAscrollen
EBITDAscrollen
Mitarbeiterscrollen
Corporate GovernanceZusammensetzung der OrganeIm ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 haben
sich folgende Veränderungen in der Besetzung der
Organe der TUI AG ergeben.
Mit dem Schluss der ordentlichen Hauptversammlung am 25.
März 2021 endete die Amtszeit aller zehn
Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer sowie von vier der
zehn von der Hauptversammlung zu wählenden
Aufsichtsratsmitgliedern.
Durch die diesjährige ordentliche Hauptversammlung
wurden folgende Mitglieder erstmals oder erneut in den
Aufsichtsrat gewählt:
Dr. Jutta Dönges, Geschäftsführerin der
Finanzagentur GmbH; Prof. Dr. Edgar Ernst, Präsident
der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung
(DPR); Janina Kugel, Aufsichtsrätin & Senior
Advisorin und Alexey Mordashov, Vorsitzender des Board of
Directors der PAO Severstal. Ausgeschieden sind mit Ablauf
ihrer regulären Amtszeit Peter Long und Angelika
Gifford.
Die Wahl der zehn Aufsichtsratsmitglieder der
Arbeitnehmer fand turnusmäßig bereits am 8.
Oktober 2020 statt. Als neue Vertreter der Arbeitnehmer
wurden Mark Muratovic und Tanja Viehl in den Aufsichtsrat
gewählt. Ausgeschieden sind mit Ablauf ihrer
regulären Amtszeit Dr. Dierk Hirschel sowie Michael
Pönipp.
In der Zusammensetzung des Vorstands der TUI AG gab es
im ersten Halbjahr 2021 folgende Veränderungen:
Birgit Conix, die vom Juli 2018 an das Finanzressort im
Vorstand der TUI AG verantwortet hatte, ist im Dezember
2020 ausgeschieden. Ihre Nachfolge hat das
Vorstandsmitglied Sebastian Ebel angetreten.
Peter Krueger hat im Januar 2021 als Chief Strategy
Officer einen neu zugeschnittenen Vorstandsbereich
übernommen, in dem die TUI Airlines, Hotel- und
Kreuzfahrtbeteiligungen sowie seine bisherigen
Verantwortungsbereiche TUI Strategie und M&A
gebündelt werden.
Die aktuelle, vollständige Besetzung von Vorstand
und Aufsichtsrat ist auf der Internetseite der Gesellschaft
angegeben und dort der Öffentlichkeit dauerhaft
zugänglich.
→
www.tuigroup.com/de-de/investoren/corporate-governance
Risiko- und ChancenberichtFür den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg
unseres Konzerns und das Erreichen unserer strategischen
Ziele ist ein erfolgreiches Management bestehender und neu
auftretender Risiken und Chancen entscheidend. Umfassende
Angaben zu unserem Konzept der Risikosteuerung und zu den
Hauptrisiken und -chancen finden sich in unserem
Geschäftsbericht 2020.
→ Details siehe Risikobericht im
Geschäftsbericht 2020, ab Seite 33
Aktiv gemanagte Risiken: IT-Entwicklung und -Strategie;
Chancen aus der Integration und Restrukturierung; Umwelt-
und gesellschaftliche Verantwortung;
Informationssicherheit; Auswirkungen des Brexit
Überwachte Hauptrisiken: Ereignisse in den
Destinationen; Kundennachfrage;
Inputkostenvolatilität; Cash flow-Profil; Einhaltung
gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Vorschriften;
Gesundheit und Sicherheit; Lieferkettenrisiko; Talent- und
Führungskräfteentwicklung, Joint
Venture-Partnerschaften
Infolge der COVID-19-Pandemie, die weltweit zu
Reisebeschränkungen sowohl in den Märkten als
auch in den Zielgebietsländern geführt hat,
traten mehrere Hauptrisiken gleichzeitig auf.
Es besteht eine wesentliche Unsicherheit im Hinblick
darauf, wann die Reiseaktivitäten des TUI Konzerns in
vollem Umfang wieder aufgenommen werden können. Unter
Berücksichtigung der noch zur Verfügung stehenden
Finanzierungslinien und der pandemiebedingt geringen
operativen Zahlungszuflüsse in den letzten sechs
Monaten besteht das Risiko, dass die TUI Group bei einem
Ausbleiben eines Anstiegs von neuen Reisebuchungen in den
kommenden Monaten und damit verbundener Kundenanzahlungen
ab Sommer 2021 ohne weitere
Unterstützungsmaßnahmen oder den kurzfristigen
Verkauf langfristiger Vermögenswerte nicht mehr
über ausreichende Finanzmittel verfügt, um den
Geschäftsbetrieb fortzusetzen. Insgesamt besteht das
Risiko, dass die TUI Group nicht in der Lage ist, ihren
Geschäftsbetrieb ohne weitere externe
Unterstützungsmaßnahmen fortzuführen und im
normalen Geschäftsbetrieb ihre Vermögenswerte zu
realisieren und ihre Schulden zu bedienen.
Die Zahlungsfähigkeit der TUI könnte
außerdem gefährdet werden, wenn eine weitere
Aussetzung der Einhaltung der Covenants für die am 30.
September 2021 endende Testperiode und darüber hinaus
nicht erreicht wird. Weiterhin müssen im
Geschäftsjahr 2022 die Kredite der KfW (beide
Tranchen) und die initiale Revolving Credit Facility im
Gesamtumfang von 4,6 Mrd. € refinanziert werden.
Aufgrund der Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige
Geschäftsentwicklung besteht das Risiko, dass eine
Refinanzierung am Banken- und Kapitalmarkt nicht gelingt
und insofern eine Verlängerung der bestehenden
Finanzierung oder weitere staatliche
Unterstützungsmaßnahmen notwendig sind.
Während dieser Zeit der Reisebeschränkungen
überwacht der Vorstand weiterhin die Hauptrisiken,
insbesondere die erhöhten Risiken, wie die
Kundennachfrage und diejenigen Risiken, die sich auf das
Finanzprofil, also Kostenvolatilität und Cash flow der
Gruppe auswirken.
Darüber hinaus prüft der TUI Konzern
kontinuierlich, wie der Geschäftsbetrieb unter
Einhaltung der von den Märkten und Zielgebieten
eingeführten Richtlinien wiederaufgenommen werden
kann, sobald die Reiserestriktionen gelockert werden. Damit
soll die Wiederaufnahme der Aktivitäten zum
frühestmöglichen Zeitpunkt und auf die sicherste
Art und Weise gewährleistet werden.
UNGEPRÜFTER VERKÜRZTER KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSSUngeprüfte verkürzte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des TUI Konzerns für die Zeit vom 1.10.2020 bis 31.3.2021scrollen
* Für weitere Informationen, verweisen wir
auf den Abschnitt "Korrektur von Vorjahreswerten"
Ergebnis je Aktiescrollen
* Für weitere Informationen, verweisen wir
auf den Abschnitt "Korrektur von Vorjahreswerten"
Ungeprüfte verkürzte Konzern-Gesamtergebnisrechnung des TUI Konzerns für die Zeit vom 1.10.2020 bis zum 31.3.2021scrollen
* Für weitere Informationen, verweisen wir
auf den Abschnitt "Korrektur von Vorjahreswerten"
Ungeprüfte verkürzte Konzernbilanz des TUI Konzerns zum 31.3.2021scrollen
Ungeprüfte verkürzte Konzernbilanz des TUI Konzerns 31.3.2021scrollen
Ungeprüfte verkürzte Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung des TUI Konzerns vom 1.10.2020 bis 31.3.2021scrollen
scrollen
Ungeprüfte verkürzte Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung des TUI Konzerns vom 1.10.2019 bis 31.3.2020scrollen
scrollen
* Für weitere Informationen, verweisen wir
auf den Abschnitt "Korrektur von Vorjahreswerten"
Ungeprüfte verkürzte Konzern-Kapitalflussrechnung des TUI Konzerns für den Zeitraum vom 1.10.2020 bis zum 31.03.2021 *scrollen
ANHANGAllgemeine InformationenDer TUI Konzern ist mit seinen wesentlichen
Tochtergesellschaften und Beteiligungen in der Touristik
tätig. Die TUI AG mit Sitz in Hannover und Berlin,
Deutschland, ist die Muttergesellschaft des TUI Konzerns
und eine börsennotierte Aktiengesellschaft deutschen
Rechts. Die Aktien der Gesellschaft werden an der London
Stock Exchange und an den Wertpapierbörsen in Hannover
und Frankfurt am Main gehandelt. Im vorliegenden Dokument
bezeichnet der Begriff "TUI Group" den Konsolidierungskreis
der TUI AG und ihre unmittelbaren und mittelbaren
Beteiligungen. Zusätzlich werden der ungeprüfte
verkürzte Konzernzwischenabschluss des TUI Konzerns
als "Zwischenabschluss", die ungeprüfte verkürzte
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des TUI Konzerns als
"Gewinn- und Verlustrechnung", die ungeprüfte
verkürzte Konzernbilanz des TUI Konzerns als "Bilanz",
die ungeprüfte verkürzte
Konzern-Gesamtergebnisrechnung des TUI Konzern als
"Gesamtergebnisrechnung" und die ungeprüfte
verkürzte
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung des TUI
Konzern als "Eigenkapitalveränderungsrechnung"
bezeichnet.
Der Zwischenabschluss bezieht sich auf den Zeitraum vom
1. Oktober 2020 bis zum 31. März 2021. Der
Zwischenabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht
anders vermerkt, sind alle Beträge in Mio. €
(Mio. €) angegeben.
Der vorliegende Zwischenabschluss wurde am 10. Mai 2021
vom Vorstand der TUI AG zur Veröffentlichung
freigegeben.
Grundlagen der RechnungslegungÜbereinstimmungserklärungDer vorliegende Konzernhalbjahresfinanzbericht zum 31.
März 2021 umfasst nach den Vorschriften des § 115
Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) einen verkürzten
Konzernzwischenabschluss und einen
Konzernzwischenlagebericht.
Der Zwischenabschluss wurde in Einklang mit den
International Financial Reporting Standards ( IFRS) des
International Accounting Standards Board (IASB) und den
diesbezüglichen Interpretationen des IFRS
Interpretation Committee ( IFRS IC), wie sie in der
Europäischen Union anzuwenden sind, für die
Zwischenberichterstattung erstellt.
In Übereinstimmung mit IAS 34 wird der
Zwischenabschluss in einer im Vergleich zum
Konzernjahresabschluss verkürzten Form
veröffentlicht und ist daher in Verbindung mit dem
Konzernabschluss des TUI Konzerns für das
Geschäftsjahr 2020 zu lesen. Der vorliegende
Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht
unterzogen.
Going Concern-Berichterstattung nach UK Corporate Governance CodeDer TUI Konzern deckt den täglichen Bedarf an
Betriebskapital durch Bargeldbestände, Guthaben und
Kredite bei Kreditinstituten. Die Nettoverschuldung
(Finanzschulden zuzüglich Leasingverbindlichkeiten
abzüglich flüssiger Mittel und abzüglich
kurzfristiger verzinslicher Geldanlagen) des TUI Konzerns
zum 31. März 2021 betrug 6,8 Mrd. €.
Nettofinanzpositionscrollen
Die weltweiten Reisebeschränkungen zur
Eindämmung von COVID-19 haben die Ergebnis- und
Liquiditätsentwicklung des Konzerns ab Ende März
2020 stark negativ beeinflusst. Zur Deckung des hieraus
resultierenden Liquiditätsbedarfs hat der Konzern im
Geschäftsjahr 2020 insbesondere auch
Finanzierungsmaßnahmen der Bundesrepublik Deutschland
in Form einer Kreditlinie der KfW in Höhe von
insgesamt 2,85 Mrd. € und einer
Optionsschuldverschreibung des
Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 150
Mio. € mit Optionsrechten auf rund 58,7 Mio. Aktien
erhalten. Die Ausgabe der Optionsanleihe an den
Wirtschaftsstabilisierungsfonds erfolgte am 1. Oktober
2020. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021
sicherte sich TUI weitere Mittel aus einem mit der Unifirm
Ltd., einem Bankenkonsortium und der KfW sowie dem WSF
vereinbarten weiteren Finanzierungspaket in Höhe von
1,8 Mrd. €.
Die Voraussetzungen für alle Komponenten des
dritten Finanzierungspakets wurden auf der
außerordentlichen Hauptversammlung der TUI AG am 5.
Januar 2021 geschaffen. Hierzu zählte insbesondere der
Beschluss über die Herabsetzung des Grundkapitals von
2,56 Euro je Aktie auf 1,00 Euro je Aktie und die
darauffolgende Kapitalerhöhung über rund 509 Mio.
€.
Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und die TUI AG
haben danach den Vertrag über zwei stille Einlagen in
Höhe von insgesamt 1,091 Mrd. € unterschrieben.
Die Maßnahmen des WSF umfassen eine stille Einlage,
die in Aktien der TUI gewandelt werden kann, in Höhe
von 420 Mio. € (Stille Einlage I) sowie eine zweite
stille Einlage in Höhe von 671 Mio. €. Zum 31.
März 2021 waren die stille Einlage I voll und die
stille Einlage II in Höhe von 500 Mio. €
eingezahlt. Im IFRS Konzernabschluss werden die stillen
Einlagen aufgrund ihres Charakters als Eigenkapital
ausgewiesen und sind daher nicht in der Nettoverschuldung
des Konzerns enthalten. Im Rahmen des dritten
Finanzierungspakets beteiligte sich die KfW darüber
hinaus an einer zusätzlichen Darlehensfazilität
gemeinsam mit privaten Banken in Höhe von 200 Mio.
€.
Am 28. Januar 2021 hat die TUI AG ihre
Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen. Der
Bruttoemissionserlös betrug rund 568 Mio. €. Das
Grundkapital des Konzerns erhöhte sich nominal um
knapp 509 Mio. € auf rund 1,099 Mrd. €.
Mit den Mitteln aus der Kapitalerhöhung hat TUI am
23. Februar 2021 den ausstehenden Senior Bond (Oktober 2016
- Oktober 2021) in Höhe von 300 Mio. €
gemäß den Anleihebedingungen vorzeitig
zurückgezahlt. Gemäß der Vereinbarung zu
den gewährten Krediten der KfW im Rahmen der drei
Finanzierungspakete verlängerten sich durch die
vorzeitige Ablösung des Senior Bonds deren Laufzeiten.
Die Kredite der KfW aus den Stabilisierungspaketen in
Höhe von insgesamt 3,05 Mrd. € werden somit
nunmehr im Juli 2022 fällig.
Die revolvierende Kreditlinie (Revolving Credit Facility
"RCF") und die KfW-Kreditlinie der TUI AG unterliegen der
Einhaltung bestimmter finanzieller Zielwerte (Covenants)
für die Schuldendeckung und die Zinsdeckung. Die
Überprüfung dieser Covenants ist derzeit
ausgesetzt und wird im September 2021 wieder aufgenommen.
Die Tests werden auf der Grundlage der vier letzten
berichteten Quartale vor September 2021 durchgeführt.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Belastungen durch die
COVID-19-Pandemie streben wir eine Aussetzung der Covenants
(so genannter Covenant Holiday) für die am 30.
September 2021 endende Testperiode und darüber hinaus
im Rahmen des RCF an.
Am 16. April 2021 hat die TUI AG die Emission einer
Wandelschuldverschreibung erfolgreich abgeschlossen. Die
nicht nachrangige und unbesicherte
Wandelschuldverschreibung hat eine Laufzeit bis 2028 und
einen Gesamtnennbetrag von 400 Mio. €. Sofern die
Wandelschuldverschreibung nicht vorzeitig gewandelt,
zurückgezahlt oder zurückgekauft und eingezogen
wurde, wird diese zu ihrem Nennbetrag am 16. April 2028
zurückgezahlt. Investoren haben die Möglichkeit,
die Wandelschuldverschreibung in Namensaktien von TUI
umzuwandeln.
Mit der erfolgreich platzierten
Wandelschuldverschreibung soll insbesondere die
Refinanzierung von Krediten aus den
Corona-Stabilisierungspaketen eingeleitet und darüber
hinaus die kurzfristig verfügbare Liquidität
gestärkt werden. Zusätzliche Mittel wurden im H1
2021 durch den Sale and Lease back von Flugzeugen und
Ersatzteilen generiert. Im zweiten Halbjahr erwarten wir
zudem Mittelzuflüsse aus Hotelprojekten.
Aktuell ist die TUI Group weiterhin von den negativen
finanziellen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts (10. Mai
2021) ist nicht absehbar, wann die internationalen
Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden und wann
wir unser Reiseprogramm wieder vollständig
wiederaufnehmen können. Insbesondere ist zu diesem
Zeitpunkt nicht verlässlich absehbar, wie schnell die
Impfung gegen das COVID-19-Virus in den einzelnen
Ländern abgeschlossen werden kann, ob neue Varianten
des Virus auftreten werden und wann Medikamente zur
Behandlung einer COVID-19-Erkrankung zur Verfügung
stehen werden. Auch eine Veränderung des
Buchungsverhaltens kann derzeit nicht ausgeschlossen
werden.
Unter Berücksichtigung der noch zur Verfügung
stehenden Finanzierungslinien und der pandemiebedingt
geringen operativen Zahlungszuflüsse in den letzten
sechs Monaten besteht das Risiko, dass die TUI Group bei
einem Ausbleiben eines Anstiegs von neuen Reisebuchungen in
den kommenden Monaten und damit verbundener
Kundenanzahlungen ab Sommer 2021 ohne weitere
Unterstützungsmaßnahmen oder den kurzfristigen
Verkauf langfristiger Vermögenswerte nicht mehr
über ausreichende Finanzmittel verfügt, um den
Geschäftsbetrieb fortzusetzen. Insgesamt besteht das
Risiko, dass die TUI Group nicht in der Lage ist, ihren
Geschäftsbetrieb ohne weitere externe
Unterstützungsmaßnahmen fortzuführen und im
normalen Geschäftsbetrieb ihre Vermögenswerte zu
realisieren und ihre Schulden zu bedienen.
Die Zahlungsfähigkeit der TUI könnte
außerdem gefährdet werden, wenn eine weitere
Aussetzung der Einhaltung der Covenants für die am 30.
September 2021 endende Testperiode und darüber hinaus
nicht erreicht wird. Weiterhin müssen im
Geschäftsjahr 2022 die Kredite der KfW (beide
Tranchen) und die initiale Revolving Credit Facility im
Gesamtumfang von 4,6 Mrd. € refinanziert werden.
Aufgrund der Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige
Geschäftsentwicklung besteht das Risiko, dass eine
Refinanzierung am Banken- und Kapitalmarkt nicht gelingt
und insofern eine Verlängerung der bestehenden
Finanzierung oder weitere staatliche
Unterstützungsmaßnahmen notwendig sind.
Der Vorstand geht davon aus, dass die erfolgreiche
Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen möglich
ist. Aufgrund der Abhängigkeit der
Zahlungsfähigkeit des TUI Konzerns von der weiteren
Entwicklung der Reisebuchungen, Risiken im Hinblick auf die
Refinanzierbarkeit der externen Darlehen und der
erforderlichen weiteren Aussetzung der Einhaltung der
Covenants sowie der Unsicherheit in Bezug auf die
zukünftige Entwicklung aufgrund der COVID-19-Pandemie,
bestehen bedeutsame Zweifel an der Möglichkeit des TUI
Konzerns, die Unternehmenstätigkeit fortführen zu
können. Insoweit handelt es sich um eine wesentliche
Unsicherheit in Bezug auf die Fortführung der
Unternehmenstätigkeit des Konzerns.
Auf Basis der oben beschriebenen Annahmen erwarten wir,
dass der TUI Konzern trotz der vorhandenen Risiken aktuell
und auch zukünftig über ausreichende Mittel
verfügt, die sowohl aus der Mittelaufnahme als auch
aus operativen Cash Flows resultieren, um seinen
Zahlungsverpflichtungen für die absehbare Zukunft
nachzukommen und die Unternehmensfortführung
entsprechend zu gewährleisten.
In Übereinstimmung mit der Vorschrift 30 des UK
Corporate Governance Code bestätigt der Vorstand, dass
es aus seiner Sicht angemessen ist, den Zwischenabschluss
unter der Prämisse der Unternehmensfortführung
aufzustellen.
Bilanzierungs- und BewertungsmethodenBei der Erstellung des Zwischenabschlusses müssen
von der Unternehmensleitung Schätzungen vorgenommen
und Annahmen getroffen werden. Diese beeinflussen die
Höhe der für Vermögenswerte, Schulden sowie
Eventualverbindlichkeiten ausgewiesenen Beträge zum
Bilanzstichtag sowie die Höhe der ausgewiesenen
Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum.
Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 war die TUI davon
ausgegangen, dass die Reisetätigkeit bereits im ersten
Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 wieder aufgenommen
werden kann. Aufgrund der im Vergleich zu den
ursprünglichen Annahmen späteren Wiederaufnahme
der Reisetätigkeit im laufenden Geschäftsjahr
gibt es Anzeichen dafür, dass bestimmte
Vermögenswerte des TUI Konzerns wertgemindert sein
könnten. Daher wurden zum 31. März 2021
Werthaltigkeitstests für die Vermögenswerte des
TUI Konzerns, insbesondere die Unternehmenseinheiten mit
Geschäfts- oder Firmenwerten, sowie Sachanlagen und
Beteiligungen durchgeführt.
Der Werthaltigkeitstest erforderte Schätzungen und
Annahmen hinsichtlich der zugrundeliegenden Prämissen.
Diese betreffen insbesondere den der Abzinsung zugrunde
liegenden gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz
nach Ertragsteuern (WACC), die Wachstumsrate der ewigen
Rente sowie die auf der Unternehmensplanung basierenden
Prognosen hinsichtlich zukünftiger Zahlungsströme
einschließlich der zugrunde liegenden
Planungsannahmen. Änderungen dieser Annahmen
können einen erheblichen Einfluss auf den erzielbaren
Wert und die Höhe einer möglichen Wertminderung
haben.
Die der Unternehmensplanung zugrundeliegenden Annahmen
gehen weiterhin davon aus, dass für den Sommer des
Geschäftsjahres 2021 mit einer Erholung der
Reisetätigkeit zu rechnen ist. Nach einer sukzessiven
weiteren Erholung im Geschäftsjahr 2022 wird
unverändert erwartet, dass der Geschäftsverlauf
des Konzerns spätestens im Geschäftsjahr 2023 zu
einem vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie herrschenden
Niveau zurückkehren wird. Im Unterschied zu den
Annahmen, die dem Wertminderungstest zum Ende des
Geschäftsjahres 2020 zu Grunde lagen, wird nun nach
dem weitestgehenden Ausfall des Geschäftes vom 1.
Oktober bis zum 31. März 2021 damit gerechnet, dass
die Reisetätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres
2021 erst später wieder aufgenommen werden kann und
das Niveau der Reisetätigkeit im Sommer unter den
ursprünglichen Annahmen liegt.
Zur Ermittlung der Wachstumsrate und des gewichteten
durchschnittlichen Kapitalkostensatzes nach Ertragsteuern
verweisen wir auf den Abschnitt "Geschäfts- oder
Firmenwerte".
Der Zwischenabschluss zum 31. März 2021 wurde
grundsätzlich unter Beachtung derselben Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden aufgestellt, die auch dem
vorangegangenen Konzernabschluss zum 30. September 2020
zugrunde lagen, außer im Hinblick auf die erstmalige
Anwendung neuer oder geänderter Standards, wie
nachstehend erläutert.
Der Ertragsteueraufwand wurde auf Basis der
bestmöglichen Schätzung des gewichteten
durchschnittlichen Ertragsteuersatzes erfasst, der für
das gesamte Geschäftsjahr erwartet wird.
Neu angewendete StandardsBeginnend mit dem Geschäftsjahr 2021 wendet der TUI
Konzern die folgenden durch das IASB überarbeiteten
bzw. neu herausgegebenen Standards und Interpretationen,
die das Endorsement-Verfahren der EU durchlaufen haben,
erstmals verpflichtend an.
Im Geschäftsjahr 2021 erstmals angewendete Standardsscrollen
Korrektur von VorjahreswertenIm Geschäftsjahr 2020 änderte sich die
Funktionalwährung türkischer Gesellschaften.
Beginnend mit dem 1. Oktober 2019 ist nicht mehr die
Türkische Lira, sondern der Euro als
Funktionalwährung dieser Gesellschaften anzusehen.
Die Berichterstattung in der Funktionalwährung Euro
erfolgte erstmalig im Konzernjahresabschluss für das
Geschäftsjahr zum 30. September 2020. Im
Zwischenabluss zum 31. März 2020 wurden diese
Gesellschaften noch mit der Türkischen Lira als
Funktionalwährung und damit fehlerhaft berichtet.
Aufgrund wesentlicher Effekte aus Veränderungen des
Kurses der türkischen Lira gegenüber dem Euro
wurde die Gewinn- und Verlustrechnung, das Ergebnis pro
Aktie, die Gesamtergebnisrechnung und die
Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 1. Oktober 2019
bis 31. März 2020 korrigiert. Im Folgenden werden die
angepassten Beträge dargestellt.
Betroffene Posten der ungeprüften verkürzten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des TUI Konzerns für die Zeit vom 1.10.2019 bis zum 31.03.2020scrollen
Überleitung auf das angepasste Ergebnis je Aktie des TUI Konzerns für die Zeit vom 1.10.2019 bis zum 31.03.2020scrollen
Betroffene Posten der ungeprüften verkürzten Konzern-Gesamtergebnisrechnung des TUI Konzerns für die Zeit vom 1.10.2019 bis zum 31.03.2020scrollen
Entsprechend der Veränderung der
Gesamtergebnisrechnung erhöhten sich in der
Eigenkapitalveränderungsrechnung die
Gewinnrücklagen um 69,6 Mio. € von -3.637,6 Mio.
€ auf -3.568,0 Mio. €, das Eigenkapital vor nicht
beherrschenden Anteilen von 2.075,7 Mio. € auf 2.145,3
Mio. € und das Eigenkapital insgesamt von 2.792,3 Mio.
€ auf 2.861,9 Mio. €.
KonsolidierungskreisIn den Zwischenabschluss werden alle wesentlichen
Tochterunternehmen einbezogen, die von der TUI AG
beherrscht werden. Beherrschung besteht dann, wenn die TUI
AG Verfügungsmacht über die maßgeblichen
Tätigkeiten hat, variablen Rückflüssen
ausgesetzt ist oder ihr Rechte bezüglich der
Rückflüsse zustehen und sie infolge der
Verfügungsmacht die Höhe der variablen
Rückflüsse beeinflussen kann.
In den Zwischenabschluss zum 31. März 2021 wurden
insgesamt 277 Tochterunternehmen einbezogen.
Entwicklung des Konsolidierungskreises * und der nach der Equity-Methode bewerteten Gesellschaftenscrollen
* Anzahl ohne TUI AG
Akquisitionen - DesinvestitionenAkquisitionen des GeschäftsjahresIn den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2021 wurden Gesellschaften für eine Gegenleistung von
insgesamt umgerechnet 10,0 Mio. € erworben. Davon
entfielen 3,4 Mio. € auf gestundete
Kaufpreiszahlungen, 4,9 Mio. € auf verrechnete
Kaufpreiszahlungen und 1,7 Mio. € auf Zahlungsmittel.
Zusammenfassende Darstellung der Akquisitionenscrollen
Mit dem Erwerb der Anteile an der Karisma Hotels
Adriatic d.o.o.za trgovinu i usluge, Zagreb, Kroatien,
wurden die bisher durch den TUI Konzern gehaltenen 33% auf
100% aufgestockt. Als Ergebnis der Anwendung des
Konzentrationstests wird dieser Erwerb nicht nach IFRS 3
abgebildet. Die Anschaffungskosten werden dementsprechend
den einzelnen erworbenen Vermögenswerten und Schulden
zum Erwerbszeitpunkt auf Grundlage ihrer beizulegenden
Zeitwerte zugeordnet.
Verkürzte Bilanz zum Zeitpunkt des Erwerbsscrollen
Nach dem Bilanzstichtag wurden keine Unternehmenserwerbe
durchgeführt.
Akquisitionen des VorjahresDie Kaufpreiszuordnung der im Geschäftsjahr 2020
erworbenen Gesellschaften wurde bereits im Vorjahr
finalisiert.
DesinvestitionenIm März 2019 verkaufte der TUI Konzern seine
Beteiligung an der Fluglinie Corsair S.A. an die Diamondale
Ltd. Gleichzeitig wurde ein Anteil von 27% an der
Diamondale Ltd. für 1 € erworben. Seitdem wird
diese Beteiligung als assoziiertes Unternehmen des TUI
Konzerns mit einem Buchwert von 1 € bilanziert. Am
30.12.2020 hat der TUI Konzern die Beteiligung an der
Corsair S.A. verkauft. Im Zusammenhang mit dieser
Veräußerung wurden am 29. Dezember 2020 75,0%
der Anteile an der Flugzeugvermögensgesellschaft MSN
1359 GmbH an die Corsair S.A. für 1 €
übertragen. Nach dem Verkauf der Anteile an der MSN
1359 GmbH, die bisher als vollkonsolidierte
Tochtergesellschaft bilanziert wurden, verbleiben 25,0% der
Anteile bei der TUI Aviation GmbH, die in der Folge als
assoziiertes Unternehmen nach der At-Equity-Methode
bilanziert werden. Aus dem Verkauf der Anteile wurde ein
Verlust in Höhe von 3,3 Mio. € erzielt, der in
den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen wird.
Verkürzte Bilanz der "MSN 1359 GmbH" zum 29.12.2020scrollen
scrollen
Erläuterungen zur ungeprüften verkürzten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des TUI KonzernsDie weitgehende Aussetzung des TUI Veranstalter-, Flug-,
Hotel- und Kreuzfahrtgeschäfts infolge der weltweiten
Reisebeschränkungen zur Eindämmung der
Ausbreitung von COVID-19 hat die Umsatz- und
Ergebnisentwicklung in den ersten 6 Monaten des
Geschäftsjahres 2021 weiter erheblich belastet.
Darüber hinaus ist die Entwicklung des TUI Konzerns
aufgrund des durch die Winter- und die Sommerreisemonate
geprägten touristischen Geschäfts einer
signifikanten Saisonalität unterworfen, allerdings
sind die Auswirkungen in diesem Zeitraum aufgrund der
COVID-19-Pandemie weniger offensichtlich.
(1) UmsatzerlöseIm ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021
verminderte sich der Konzernumsatz durch die COVID-19
bedingten Reisebeschränkungen um 89,2 % im Vergleich
zum Vorjahr auf 0,7 Mrd. €.
Umsatzerlöse nach Zielgebieten für die Zeit vom 1.10.2020 bis 31.3.2021scrollen
scrollen
Umsatzerlöse nach Zielgebieten für die Zeit vom 1.10.2019 bis 31.3.2020scrollen
scrollen
(2) Umsatzkosten und VerwaltungsaufwendungenDie Umsatzkosten betreffen die Aufwendungen zur
Erbringung der touristischen Dienstleistungen. Neben den
anfallenden Aufwendungen für Personal, Abschreibungen,
Miete und Leasing gehören hierzu insbesondere
sämtliche Kosten des TUI Konzerns im Zusammenhang mit
der Vermittlung und Erbringung von Flugdienstleistungen,
Hotelübernachtungen und Kreuzfahrten sowie
Vertriebskosten.
Aufgrund der COVID-19 bedingten Einstellung des
Geschäftsbetriebs sind auch die Umsatzkosten im ersten
Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 um 78,2 % auf 1,5
Mrd. € zurückgegangen.
Zuwendungen der öffentlichen Handscrollen
Die in den Umsatz- und Verwaltungskosten ausgewiesenen
Zuwendungen der öffentlichen Hand betreffen
insbesondere Zuschüsse zu Löhnen und
Gehältern sowie soziale Abgaben, die direkt dem
jeweiligen Unternehmen erstattet werden.
Die Verwaltungsaufwendungen umfassen alle Aufwendungen,
die im Zusammenhang mit den Tätigkeiten der
Verwaltungsfunktionen entstehen und setzen sich wie folgt
zusammen:
Verwaltungsaufwendungenscrollen
Die Umsatzkosten und Verwaltungsaufwendungen beinhalten
folgende Aufwendungen für Personal und Abschreibungen:
Personalaufwandscrollen
Abschreibungenscrollen
Der Rückgang der planmäßigen
Abschreibungen ist auf Neubewertungen und Modifikationen
von Nutzungsrechten sowie generell auf Wertminderungen im
Vorjahr und weiterhin auf geänderte Umrechnungskurse
zurückzuführen. Die Wertminderungen entfielen mit
14,0 Mio. € (H1 2020 0,0 Mio. €) auf
Nutzungsrechte, mit 18,6 Mio. € (H1 2020 18,9 Mio.
€) auf Sachanlagen und mit 0,3 Mio. € (H1 2020
1,8 Mio. €) auf sonstige immaterielle
Vermögensgegenstände. 29,3 Mio. € (H1 2020
20,3 Mio. €) der Wertminderungen werden in den
Umsatzkosten ausgewiesen. Weiterhin erfolgten im ersten
Halbjahr des Geschäftsjahres Zuschreibungen von 10,3
Mio. €, die sämtlich in den Umsatzkosten
ausgewiesen sind.
(3) Sonstige ErträgeDie sonstigen Erträge im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2021 resultieren hauptsächlich
aus dem Verkauf von Flugzeugvermögen und der
Veräußerung eines Gemeinschaftsunternehmens. Im
Vorjahr waren hier im Wesentlichen die Erträge aus der
Veräußerung von Tochtergesellschaften enthalten.
(4) Andere AufwendungenIn den anderen Aufwendungen sind im laufenden Jahr vor
allem Verluste im Zusammenhang mit dem Abgang von
Gesellschaften des TUI Konzerns enthalten. Im Vorjahr waren
hier Verluste aus dem Verkauf von Flugzeugvermögen
sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Abgang von
Gesellschaften des TUI Konzerns enthalten.
(5) Finanzerträge und FinanzaufwendungenDer Rückgang des Nettofinanzergebnisses von -107,3
Mio. € im ersten Halbjahr des Vorjahres auf -229,1
Mio. € im laufenden Geschäftsjahr resultiert zu
großen Teilen aus gestiegenen Zinsaufwendungen durch
die Inanspruchnahme von Kreditfazilitäten zur Deckung
der zu leistenden Zahlungen sowie aus Aufwendungen im
Zusammenhang mit der vorzeitigen Rückzahlung der TUI
Anleihe am 23. Februar 2021 und aus geringeren
Erträgen aus Bankguthaben. Die Finanzerträge
ergeben sich im Wesentlichen aus Wechselkursänderungen
bei Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16.
(6) Ergebnis aus nach der
Equity-Methode bewerteten Unternehmen
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mio. € | H1 2021 | H1 2020 |
| Hotels & Resorts | - 47,1 | 4,1 |
| Kreuzfahrten | - 94,2 | 42,1 |
| TUI Musement | - 2,2 | 3,6 |
| Urlaubserlebnisse | - 143,5 | 49,8 |
| Region Nord | - 12,5 | - 7,1 |
| Region Zentral | - 1,2 | - 0,9 |
| Region West | - | - |
| Märkte & Airlines | - 13,7 | - 8,0 |
| Alle übrigen Segmente | - | 0,1 |
| Gesamt | - 157,2 | 41,9 |
Das gesunkene Ergebnis ist auf abgesagte Reisen,
Rückführungskosten von Kunden und
Hotelschließungen aufgrund der COVID-19-Pandemie
zurückzuführen.
Der im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021
entstandene Steuerertrag ist im Wesentlichen auf
zusätzliche Erträge aus steuerlichen Verlusten
zurückzuführen, die nach dem Ende der
COVID-19-Pandemie genutzt werden können.
Die den nicht beherrschenden Gesellschaftern zustehenden
Konzernergebnisse stellen im Wesentlichen Verluste dar und
entfallen mit 21,4 Mio. € vornehmlich auf die
RIUSA-II-Gruppe (H1 2020 Gewinn 46,5 Mio. €).
Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind aufgrund der
Währungsumrechnung um 93,4 Mio. € gestiegen. Die
Aufteilung der Geschäfts- oder Firmenwerte zu
Buchwerten auf die wesentlichen einzelnen
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) stellt sich wie
folgt dar:
| Mio. € | 31.3.2021 | 30.09.2020 |
| Region Nord | 1.236,1 | 1.162,2 |
| Region Zentral | 501,6 | 501,7 |
| Region West | 412,2 | 412,3 |
| RIU | 343,1 | 343,1 |
| Marella Cruises | 299,1 | 279,3 |
| TUI Musement | 170,1 | 170,1 |
| Übrige | 45,7 | 45,8 |
| Gesamt | 3.007,9 | 2.914,5 |
Die anhaltenden Reisebeschränkungen und die damit
verbundenen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die
Erholung der Geschäftsbereiche im Geschäftsjahr
2021 stellen einen Anhaltspunkt für mögliche
Wertminderungen dar (sogenanntes "triggering event"). Daher
wurde zum 31. März 2021 eine Überprüfung der
Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten auf
der Ebene von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs)
durchgeführt.
Die Diskontierungszinssätze werden als gewichtete
durchschnittliche Kapitalkostensätze unter Einbezug
länderspezifischer Risiken auf Basis externer
Kapitalmarktinformationen und unter Berücksichtigung
von Besonderheiten der CGUs berechnet. Die vergleichsweise
hohen gewichteten Kapitalkostensätze spiegeln die
aktuelle Marktsituation und den aufgrund der COVID-19
Pandemie gestiegenen Anteil an Fremdkapital wider.
Die folgende Tabelle gibt je CGU die im Vergleich zum
Geschäftsjahresende angepassten Parameter wieder, die
der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde liegen.
Angesichts der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und der
erwarteten Erholung in den kommenden Planungsperioden
lassen sich die Wachstumsrate für die Umsätze und
die EBIT-Marge nicht sinnvoll vergleichen. Die Tabelle
enthält die CGUs, denen ein Geschäfts- oder
Firmenwert zugeordnet ist.
| Prognosezeitraum in Jahren | Umsatzwachstum in % p.a. *** | EBIT-Marge in % p.a. *** | Nachhaltige Wachstumsrate ** in % | Diskontierungszinssätze in % | Levelzuordnung der Eingangsparameter | |
| Region Nord | 2,50 | 8,5 | 2,7 | 0,5 | 11,75 | 3 |
| Region Zentral | 2,50 | 12,4 | 3,1 | 0,5 | 11,75 | 3 |
| Region West | 2,50 | 3,3 | 4,2 | 0,5 | 11,75 | 3 |
| RIU * | 2,50 | 7,7 | 32,2 | 1,0 | 8,24 | 3 |
| Marella Cruises * | 2,50 | 21,0 | 12,1 | 1,0 | 9,83 | 3 |
| TUI Musement | 2,50 | 20,3 | 4,7 | 1,0 | 8,73 | 3 |
| Übrige | 2,50 | 1,7 bis 5,2 | 15,1 bis 15,8 | 1,0 | 8,24 bis 8,94 | 3 |
| Buchwert in Mio. € | Erzielbarer Betrag in Mio. € | |
| Region Nord | 2.090,0 | 2.545,9 |
| Region Zentral | 566,2 | 1.151,9 |
| Region West | 544,9 | 1.156,6 |
| RIU * | 2.130,3 | 2.774,1 |
| Marella Cruises * | 871,7 | 931,5 |
| TUI Musement | 381,5 | 474,4 |
| Übrige | 557,9 bis 636,6 | 641,3 bis 707,8 |
* Dabei handelt es sich um Gruppen von CGUs
** Wachstumsrate der erwarteten
Netto-Zahlungszuflüsse
*** Geplantes Umsatzwachstum in % und
EBIT-Margen nach Erholung des bevorstehenden Geschäfts
| Prognosezeitraum in Jahren | Umsatzwachstum in % p.a. | EBIT-Marge in % p.a. | Nachhaltige Wachstumsrate ** in % | Diskontierungszinssätze in % | Levelzuordnung der Eingangsparameter | |
| Region Nord | 3,00 | 44,1 | 1,0 | 0,5 | 11,75 | 3 |
| Region Zentral | 3,00 | 28,3 | - | 0,5 | 11,75 | 3 |
| Region West | 3,00 | 34,8 | 2,1 | 0,5 | 11,75 | 3 |
| RIU * | 3,00 | 27,9 | 26,9 | 1,0 | 7,74 | 3 |
| Marella Cruises * | 3,00 | 32,5 | 1,0 | 1,0 | 9,74 | 3 |
| TUI Musement | 3,00 | 40,3 | - 1,8 | 1,0 | 8,39 | 3 |
| Übrige | 3,00 | 40,3 bis 42,3 | 11,3 bis 12,4 | 1,0 | 7,74 bis 8,80 | 3 |
| Buchwert in Mio. € | Erzielbarer Betrag in Mio. € | |
| Region Nord | 1.973,2 | 2.516,8 |
| Region Zentral | 167,7 | 808,7 |
| Region West | 321,5 | 872,6 |
| RIU * | 2.010,3 | 2.778,4 |
| Marella Cruises * | 573,6 | 696,4 |
| TUI Musement | 352,5 | 453,9 |
| Übrige | 568,9 bis 666,5 | 662,8 bis 778,1 |
* Dabei handelt es sich um Gruppen von CGUs
** Wachstumsrate der erwarteten
Netto-Zahlungszuflüsse
Die Überprüfung der Geschäfts- oder
Firmenwerte zum 31. März 2021 auf Basis der
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten führte nicht zur
Erfassung einer Wertminderung der aktivierten
Geschäfts- oder Firmenwerte. Eine Erhöhung des
WACC um 100 Basispunkte hätte zu einem
Wertminderungsbedarf der aktivierten Geschäfts- oder
Firmenwerte von 35,5 Mio. € bei Marella Cruises und
von 17,9 Mio. € bei Robinson, die unter Übrige
ausgewiesen werden, geführt. Bei einer Absenkung des
Discounted Cash Flow um 10% müssten aktivierte
Geschäfts- oder Firmenwerte von Marella Cruises um
10,9 Mio. € in ihrem Wert gemindert werden. Die
Verminderung der Wachstumsrate um 50 Basispunkte hätte
zu keiner Wertminderung der Geschäfts- oder
Firmenwerte geführt.
Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem
Geschäftsjahresende um 66,2 Mio. € auf 3.396,3
Mio. € gesunken. Das Sachanlagevermögen
verminderte sich um 158,6 Mio. € durch den Abgang von
Sachanlagen, die im Wesentlichen auf den Abgang von
Flugzeugen (96,1 Mio. €) sowie von Vorauszahlungen
für zukünftige Auslieferungen von Flugzeugen
(42,9 Mio.€) zurückzuführen sind und
teilweise durch Sale- & Leaseback-Transaktionen
begründet. Bedingt durch die Leasingtransaktionen
wurden die neuen Flugzeuge als Zugänge zu den
Nutzungsrechten ausgewiesen (wir verweisen in diesem
Zusammenhang auf den Abschnitt "Leasing"). Weiterhin
führten planmäßige Abschreibungen von 120,8
Mio. € zu einem Rückgang der Sachanlagen.
Gegenläufig wirkten sich Zugänge von 147,8
Mio. € aus, die im Wesentlichen auf Erwerbe im Segment
,Hotels & Resorts' zurückzuführen sind. Der
Bau von zwei neuen Hotels sowie die Renovierung von Hotels
in Spanien und Jamaika führten zu Zugängen in der
RIU Gruppe von insgesamt 59,8 Mio. €. Weiterhin sind
Sachanlagen von 44,0 Mio. € aus dem Erwerb von Karisma
zugegangen (in diesem Zusammenhang verweisen wir auf den
Abschnitt "Akquisitionen des Geschäftsjahres").
Die aufgrund der Reisebeschränkungen
durchgeführten Überprüfungen der Buchwerte
der Sachanlagen führten zu Wertminderungen in
Höhe von insgesamt 18,6 Mio. € die mit 17,3 Mio.
€ auf Sachanlagen im Segment Hotels & Resorts
entfielen und durch verschiedene Einzelsachverhalte
begründet waren. Die im ersten Halbjahr des Vorjahres
angefallenen Wertminderungen von 18,9 Mio. € entfielen
mit 18,5 Mio. € im Wesentlichen auf das Segment
Kreuzfahrten.
Die Nutzungsrechte sind gegenüber dem
Geschäftsjahresende um 44,6 Mio. € auf 3.183,3
Mio. € gesunken. Den kumulierten Abschreibungen von
256,5 Mio. € standen Zugänge insbesondere von
209,2 Mio. € aus der Auslieferung von sechs neuen
Flugzeugen sowie von 20,8 Mio. € bei den Hotels
gegenüber. Die Währungsumrechnung erhöhte
die Nutzungsrechte zudem um 26,8 Mio. €.
Des Weiteren führten Abgänge zu einem
Rückgang der Nutzungsrechte um 39,7 Mio. €. Die
Abgänge sind mit 36,5 Mio. € im Wesentlichen auf
Vertragsanpassungen im Bereich der Flugzeuge
zurückzuführen.
Die im Rahmen der Pandemie durchgeführte
Überprüfung der Buchwerte führte zu einer
Wertminderung der Nutzungsrechte von insgesamt 14,0 Mio.
€. Die Wertminderungen entfielen mit einem Betrag von
8,1 Mio. € auf angemietete Reisebüros in der
Region Nord. Im Gegenzug hat die Überprüfung der
Buchwerte zu Wertaufholungen von 10,4 Mio. €
geführt, die im Wesentlichen auf das Segment Hotels
& Resorts entfielen. Im ersten Halbjahr des Vorjahres
waren keine Wertminderungen oder Wertaufholungen auf
Nutzungsrechte erfolgt.
Die dazugehörigen Verbindlichkeiten werden im
Abschnitt "Leasingverbindlichkeiten" erläutert.
Der TUI Konzern und Boeing haben sich auf ein
umfangreiches Paket von Maßnahmen verständigt,
mit dem die Folgen des Ausfalls der 737 MAX ausgeglichen
werden. Die Vereinbarung umfasst eine Kompensation, die
einen erheblichen Teil des Schadens abdeckt, sowie Guthaben
für künftige Flugzeugbestellungen. Die Auszahlung
der Kompensation wird schrittweise im Zuge der kommenden
zwei Jahre erfolgen, während die Erträge bereits
zum Teil in den Umsatzkosten des Vorjahresberichtszeitraums
realisiert sind und zum Teil über die Nutzungsdauer
zukünftig ausgelieferter 737 MAX verteilt werden. Die
entsprechende Forderung auf Leistung der
Kompensationszahlungen war in den sonstigen Forderungen
enthalten. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021
hat TUI diese Forderung an einen fremden Dritten verkauft
und somit ausgebucht, da alle Kriterien für eine
Ausbuchung erfüllt waren. Aus dem Verkauf resultierte
ein Verlust, der in den Finanzaufwendungen ausgewiesen
wird.
Zum 31. März 2021 wurde ein Hotel inklusive
Grundstück des Segments Region West aufgrund der
erwarteten Veräußerung in die zur
Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte
umgegliedert.
Alle zum 30. September 2020 ausgewiesenen zur
Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und
Vermögensgruppen sowie die damit verbundenen
Verbindlichkeiten wurden im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres verkauft. Wir verweisen insbesondere
auf den Abschnitt "Desinvestitionen".
| Mio. € | 31.3.2021 | 30.9.2020 |
| Hotels inklusive Grundstücke | 3,8 | - |
| Übrige Aktiva | 0,9 | 1,7 |
| Flugzeuge | - | 42,4 |
| Nach der Equity-Methode bewertete Unternehmen | - | 13,1 |
| Gesamt | 4,7 | 57,2 |
In Großbritannien und Deutschland war zum 31.
März 2021 ein Anstieg des langfristigen Zinsniveaus
gegenüber dem 30. September 2020 zu verzeichnen. Die
hieraus resultierenden Neubewertungseffekte führten zu
einem Absinken der Verpflichtung aus Pensionszusagen wie
auch des Vermögens bei fondsgedeckten
Pensionsplänen. Dabei sank das Vermögen
stärker als die Verpflichtung.
Entsprechend nahmen die Pensionsrückstellungen
für ungedeckte Pläne und Pläne mit
Unterdeckungen gegenüber dem Ende des
Geschäftsjahres um 42,9 Mio. € auf 1.057,9 Mio.
€ zu.
Die in den Sonstigen nichtfinanziellen
Vermögenswerten ausgewiesene Überdeckung bei
fondsgedeckten Pensionsplänen sank gegenüber dem
30. September 2020 um 32,3 Mio. € auf 331,0 Mio.
€.
Die langfristigen Finanzschulden erhöhten sich im
Vergleich zum 30. September 2020 um 887,2 Mio. € auf
4.578,9 Mio. €. Der Anstieg ergibt sich im
Wesentlichen aus der Erhöhung der Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten um 1.068,7 Mio. €.
Diesem Anstieg steht ein Rückgang der
Verbindlichkeiten aus den begebenen Anleihen in Höhe
von 181,5 Mio. € gegenüber. Hierbei ist zu
berücksichtigen, dass die TUI AG im Rahmen der
Finanzierungsmaßnahmen durch die Bundesrepublik
Deutschland am 1. Oktober 2020 eine
Optionsschuldverschreibung in Höhe von 150,0 Mio.
€ begeben hat, die ausschließlich durch den
Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) gezeichnet wurde. Die
Anleihekomponente dieser Optionsanleihe wird unter den
Finanzschulden ausgewiesen, der optionale Anteil wird im
Eigenkapital bilanziert, indessen wurde die am 26. Oktober
2016 platzierte Anleihe der TUI mit einem Nominalvolumen in
Höhe von 300,0 Mio. € am 23. Februar 2021
vorzeitig zurückgezahlt.
Größtes Finanzierungsinstrument ist ein
revolvierender Konsortialkredit ("Revolving Credit
Facility", RCF) zwischen der TUI AG und den bisherigen
Konsortialbanken bzw. der neu hinzugekommenen KfW in
Höhe von insgesamt 4,6 Mrd. €.
Des Weiteren besteht ein separater revolvierender
Konsortialkredit in Höhe von 200,0 Mio. €.
Zum 31. März 2021 wurden die revolvierenden
Kreditlinien in Höhe von 3.830,0 Mio. € in
Anspruch genommen.
Die kurzfristigen Finanzschulden reduzierten sich um
308,3 Mio. € auf 268,9 Mio. € zum 31. März
2021 im Vergleich zum 30. September 2020 mit 577,3 Mio.
€. Der Rückgang ergibt sich aus einer Reduzierung
der kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten.
Für nähere Einzelheiten zu den Bedingungen der
von der KfW bereitgestellten Kreditlinien verweisen wir auf
den Abschnitt "Going Concern-Berichterstattung nach UK
Corporate Governance Code".
Die Leasingverbindlichkeiten sind im Vergleich zum 30.
September 2020 um 22,0 Mio. € auf 3.377,9 Mio. €
gesunken. Der Rückgang ist bedingt durch Tilgungen von
361,5 Mio. €. Gegenläufig wirkten Zugänge
aus neuen Mietverträgen mit 265,3 Mio. €, die
hauptsächlich neue Flugzeuge betreffen. Weiterhin
erhöhten sich die Leasingverbindlichkeiten um Zinsen
in Höhe von 76,4 Mio. €.
Die Sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten
touristische Anzahlungen für aufgrund von
COVID-19-Beschränkungen abgesagte Reisen in Höhe
von 284,9 Mio. € (zum 30. September 2020 351,0 Mio.
€), für die sofortige
Barrückzahlungsoptionen bestehen und die kurzfristig
zurückzuzahlen sind, sofern der Kunde sich für
eine Auszahlung entscheidet. Weitere Einzelheiten werden im
nachfolgenden Abschnitt erläutert.
Der TUI Konzern bietet seinen Kunden für die im
Rahmen der COVID-19-Pandemie abgesagten Reisen je nach
Jurisdiktion neben der Erstattungsmöglichkeit auch
Gutscheinlösungen an. Werden diese Gutscheine
innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht für
zukünftige Buchungen genutzt, hat der Kunde einen
Anspruch auf die Erstattung des Gutscheinwerts. Besteht ein
Anspruch auf die Erstattung des Gutscheinwerts, handelt es
sich um eine finanzielle Verbindlichkeit. Aufgrund der
hohen Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung
der COVID-19-Pandemie und des Kundenverhaltens ist es
für den TUI Konzern nicht möglich, den Umfang der
Inanspruchnahme für zukünftige Buchungen
verlässlich zu schätzen. Diese Beträge sind
als Erhaltene touristische Anzahlungen in der Bilanz
enthalten.
Zum 31. März 2021 enthalten die erhaltenen
touristischen Anzahlungen somit Anzahlungen in Höhe
von 79,3 Mio. € (zum 30. September 2020 184,8 Mio.
€) für wegen COVID-19 abgesagte Reisen, die nicht
zur unmittelbaren Rückerstattung fällig sind.
Insgesamt verringerte sich das Eigenkapital seit dem 30.
September 2020 um 25,4 Mio. € auf 192,7 Mio. €.
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft wurde im
Zusammenhang mit einer Rekapitalisierung zunächst
herabgesetzt. Bei gleichbleibender Aktienanzahl von 590,4
Mio. wurde der Nominalwert je Aktie von 2,56 € auf
1,00 € reduziert. Hierdurch minderte sich das
gezeichnete Kapital um 919,0 Mio. €.
Anschließend wurde eine Kapitalerhöhung gegen
Bareinlagen vorgenommen, die in Höhe des
Nominalbetrags von 1,00 € pro Aktie zu einem Anstieg
des gezeichneten Kapitals um 509,0 Mio. € führte.
Die oben genannte Kapitalherabsetzung führte zu
einer Erhöhung der Kapitalrücklage um 919,0 Mio.
€. Weiterhin erhöhte das Aufgeld aus der
Kapitalerhöhung die Kapitalrücklage um 58,8 Mio.
€. Die Nebenkosten der Kapitalerhöhung und der
Ausgabe der Stillen Beteiligungen wurden in Höhe von
32,9 Mio. € verrechnet. Weiterhin wurde im ersten
Halbjahr des Geschäftsjahres eine Schuldverschreibung
mit Optionsrechten an den WSF ausgegeben. Der Wert der
Optionsrechte erhöhte die Kapitalrücklage um 34,5
Mio. €.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 wurden
zwei stille Beteiligungen an den WSF ausgegeben. Beide
werden gemäß IAS 32 im Eigenkapital ausgewiesen.
Die erste Beteiligung wurde mit 420,0 Mio. € voll
eingezahlt. Sie ist jederzeit ganz oder teilweise zu einem
Wandlungspreis von 1,00 € in Aktien der TUI AG
wandelbar, soweit die mit der Wandlung entstehende
Beteiligung des WSF 25% plus 1 Aktie am Aktienkapital der
TUI nicht übersteigt. Die zweite stille Beteiligung
ist nicht in Aktien wandelbar. Sie beträgt maximal
671,0 Mio. € und wurde zum 31. März 2021 in
Höhe von 500,0 Mio. € eingezahlt.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 zahlte
die TUI AG keine Dividende (Vorjahr 318,1 Mio. €).
Der Konzernverlust im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2021 ist im Wesentlichen durch die
aktuelle COVID-19-Krise im laufenden Jahr bedingt.
Der Anteil der Gewinne und Verluste aus
Sicherungsinstrumenten, der als effektive Absicherung
zukünftiger Zahlungsströme ermittelt wird, wird
in Höhe von 53,9 Mio. € (vor Steuern)
erfolgsneutral innerhalb der sonstigen Ergebnisse im
Eigenkapital erfasst (Vorjahr -444,4 Mio. €).
Die Neubewertung von Pensionsverpflichtungen wird
ebenfalls erfolgsneutral innerhalb der sonstigen Ergebnisse
im Eigenkapital erfasst.
| Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 | ||||||
| Mio. € | Buchwert Bilanz | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert - erfolgsneutral ohne Recycling | Beizulegender Zeitwert - erfolgsneutral mit Recycling | Beizulegender Zeitwert - erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert Finanzinstrumente |
| Aktiva | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | ||||||
| davon Instrumente im Anwendungsbereich des IFRS 9 | 576,0 | 576,0 | - | - | - | 575,5 |
| davon Instrumente im Anwendungsbereich des IFRS 16 | 10,8 | - | - | - | - | 11,2 |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||||
| Sicherungsgeschäfte | 2,7 | - | - | 2,7 | - | 2,7 |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 31,2 | - | - | - | 31,2 | 31,2 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 23,0 | 12,9 | 8,0 | - | 2,1 | 23,0 |
| Finanzmittel | 1.399,7 | 1.399,7 | - | - | - | 1.399,7 |
| Passiva | ||||||
| Finanzschulden | 4.847,8 | 4.847,8 | - | - | - | 4.762,5 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.190,4 | 1.190,4 | - | - | - | 1.190,4 |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||||
| Sicherungsgeschäfte | 20,0 | - | - | 20,0 | - | 20,0 |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 71,9 | - | - | - | 71,9 | 71,9 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 401,7 | 401,7 | - | - | - | 401,7 |
| Wertansatz Bilanz nach IFRS 9 | ||||||
| Mio. € | Buchwert Bilanz | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert - erfolgsneutral ohne Recycling | Beizulegender Zeitwert - erfolgsneutral mit Recycling | Beizulegender Zeitwert - erfolgswirksam | Beizulegender Zeitwert Finanzinstrumente |
| Aktiva | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen | ||||||
| davon Instrumente im Anwendungsbereich des IFRS 9 | 875,2 | 875,2 | - | - | - | 847,1 |
| davon Instrumente im Anwendungsbereich des IFRS 16 | 13,5 | - | - | - | - | 39,2 |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||||
| Sicherungsgeschäfte | 22,3 | - | - | 22,3 | - | 22,3 |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 74,0 | - | - | - | 74,0 | 74,0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 25,5 | 14,9 | 8,5 | - | 2,1 | 22,5 |
| Finanzmittel | 1.233,1 | 1.233,1 | - | - | - | 1.233,1 |
| Passiva | ||||||
| Finanzschulden | 4.269,0 | 4.291,4 | - | - | - | 4.022,8 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.611,5 | 1.611,5 | - | - | - | 1.611,5 |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||||
| Sicherungsgeschäfte | 61,3 | - | - | 61,3 | - | 61,3 |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 257,5 | - | - | - | 257,5 | 257,5 |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 429,2 | 431,3 | - | - | - | 430,8 |
Die in der vorangegangene Tabelle zum 30.09.2020 in der
Spalte "Buchwert Bilanz" (wie in der Bilanz ausgewiesen)
ausgewiesenen Beträge können sich von denen in
den anderen Spalten einer bestimmten Zeile unterscheiden,
da letztere alle Finanzinstrumente enthalten. Das
heißt, dass die letzteren Spalten Finanzinstrumente
enthalten, die Teil der Veräußerungsgruppen
gemäß IFRS 5 sind. Weitere Details hierzu
enthält der Geschäftsbericht 2020.
Bei kurzfristigen sonstigen Forderungen, Finanzschulden
und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten wurde der
beizulegenden Zeitwerte unter Berücksichtigung von
Zinsstrukturkurven und des jeweils
bonitätsabhängigen Kreditrisikoaufschlags (Credit
Spread) ermittelt.
Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen
Forderungen entsprechen den Barwerten der mit den
Vermögenswerten verbundenen Zahlungsströme unter
Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter,
die markt- und partnerbezogene Veränderungen der
Konditionen und Erwartungen reflektieren. Bei
Finanzmitteln, kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, den sonstigen finanziellen
Vermögenswerten sowie kurzfristigen Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen entspricht der Buchwert
aufgrund der kurzen Restlaufzeit näherungsweise dem
beizulegenden Zeitwert.
Dem aktuellen Marktumfeld im Rahmen der
COVID-19-Pandemie wurde für alle Finanzinstrumente,
für die beizulegende Zeitwerte ermittelt werden, durch
eine Anpassung der zugrunde liegenden Parameter Rechnung
getragen.
Die COVID-19 Pandemie hat sich in hohem Maße auf
den Geschäftsbetrieb und die bisherige
Sicherungsstrategie für Fremdwährungsrisiken und
Treibstoffpreisrisiken ausgewirkt. Zeitweise kam es zu
einem vollständigen Aussetzen der operativen
Reiseaktivitäten und zu einem Flugverbot. Aufgrund
dessen kann der Eintritt zahlreicher gesicherter
Grundgeschäfte nicht mehr als hochwahrscheinlich
eingeschätzt werden, wodurch der Bedarf an Treibstoff-
und Währungssicherungen rapide gesunken ist, sodass
diese Sicherungsbeziehungen prospektiv zu beenden sind.
Für die betroffenen Sicherungsbeziehungen kann auch
zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr mit dem
Eintritt der Grundgeschäfte gerechnet werden, sodass
alle angesammelten Beträge aus der Wertänderung
der Sicherungsinstrumente aus der
Wertänderungsrücklage (OCI) in die Umsatzkosten
in der Gewinn- und Verlustrechnung reklassifiziert wurden.
Entsprechend wurden zum 31.03.2021 aus den
Treibstoffpreissicherungen -27,5 Mio. € und aus den
Fremdwährungssicherungen -9,6 Mio. € umgebucht.
Alle zukünftigen Wertänderungen dieser
de-designierten Sicherungsinstrumente werden ab dem
Zeitpunkt der Beendigung des Cash Flow Hedge Accountings
ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung in den
Umsatzkosten erfasst und als sonstige derivative
Finanzinstrumente bilanziert. Zum 31.03.2021 beträgt
der Fair Value dieser reklassifizierten
Sicherungsinstrumente aus den Treibstoffpreissicherungen
-3,5 Mio. € bei einem Nominalvolumen von 96,1 Mio.
€ und aus den Währungssicherungen -9,6 Mio.
€ bei einem Nominalvolumen von 398,5 Mio. €.
Weiterhin hat das stark angestiegene Kreditrisiko der
TUI sich direkt auf den retrospektiven
Effektivitätstest ausgewirkt. Infolgedessen mussten
weitere Sicherungsbeziehungen im Bereich der
Treibstoffsicherung, der Zinsen und der
Fremdwährungssicherung beendet werden, da diese nicht
mehr die Effektivitätsanforderungen des IAS 39
erfüllten und sich die Effektivität
außerhalb der zulässigen Bandbreite von 80-125%
befand.
Alle zukünftigen Wertänderungen dieser
de-designierten Sicherungsinstrumente werden ebenfalls ab
dem Zeitpunkt der Beendigung des Cash Flow Hedge
Accountings ergebniswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung in den Umsatzkosten beziehungsweise bei
Zinssicherungen im Finanzergebnis erfasst und als sonstige
derivative Finanzinstrumente bilanziert. Zum 31.03.2021
beträgt der Fair Value dieser reklassifizierten
Sicherungsinstrumente aus den Treibstoffpreissicherungen
-21,6 Mio. € bei einem Nominalvolumen von 346,9 Mio.
€, aus den Zinssicherungen -13,3 Mio. € bei einem
Nominalvolumen von 445,9 Mio. € und aus den
Währungssicherungen -3,1 Mio. € bei einem
Nominalvolumen von 203,9 Mio. €.
| Mio. € | Buchwert Finanzinstrumente Gesamt | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten | 1.988,6 | 1.988,1 |
| zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral ohne Recycling | 8,0 | 8,0 |
| zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | 33,3 | 33,3 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten | 6.440,1 | 6.344,3 |
| zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | 71,9 | 71,9 |
| Mio. € | Buchwert Finanzinstrumente Gesamt | Beizulegender Zeitwert |
| Finanzielle Vermögenswerte | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten | 2.123,2 | 2.095,0 |
| zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral ohne Recycling | 8,5 | 8,5 |
| zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | 76,1 | 76,1 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten | 6.334,1 | 6.065,0 |
| zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | 257,5 | 257,5 |
Die folgende Übersicht stellt die beizulegenden
Zeitwerte der wiederkehrend, nicht wiederkehrend und
sonstigen zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente
entsprechend dem zugrunde liegenden Bewertungslevel dar.
Die einzelnen Bewertungslevel sind entsprechend den
Inputfaktoren wie folgt definiert:
| ― |
Level 1: Quotierte (nicht angepasste) Preise auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. |
| ― |
Level 2: Inputfaktoren für die Bewertung sind andere als die im Level 1 genannten Marktpreisnotierungen, die entweder direkt (als Marktpreisnotierung) oder indirekt (von Marktpreisnotierungen ableitbar) für den Vermögenswert oder die Schuld am Markt beobachtbar sind. |
| ― |
Level 3: Inputfaktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Schuld basieren nicht auf beobachtbaren Marktdaten. |
| Fair Value Hierarchie | ||||
| Mio. € | Gesamt | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
| Aktiva | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 10,1 | - | - | 10,1 |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Sicherungsgeschäfte | 2,7 | - | 2,7 | - |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 31,2 | - | 31,2 | - |
| Passiva | ||||
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Sicherungsgeschäfte | 20,0 | - | 20,0 | - |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 71,9 | - | 71,9 | - |
| Fair Value Hierarchie | ||||
| Mio. € | Gesamt | Level 1 | Level 2 | Level 3 |
| Aktiva | ||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 10,6 | - | - | 10,6 |
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Sicherungsgeschäfte | 22,3 | - | 22,3 | - |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 74,0 | - | 74,0 | - |
| Passiva | ||||
| Derivative Finanzinstrumente | ||||
| Sicherungsgeschäfte | 61,3 | - | 61,3 | - |
| Sonstige derivative Finanzinstrumente | 257,5 | - | 257,5 | - |
Die TUI prüft zum Ende jeder Berichtsperiode, ob es
Gründe für eine Übertragung in ein oder aus
einem Bewertungslevel gibt. Grundsätzlich werden
finanzielle Vermögenswerte und finanzielle
Verbindlichkeiten von Level 1 in Level 2 umgegliedert, wenn
die Liquidität und die Handelsaktivität nicht
länger auf einen aktiven Markt schließen lassen.
Dies gilt entsprechend umgekehrt für etwaige
Übertragungen von Level 2 in Level 1. Im
Berichtszeitraum fanden keine Übertragungen zwischen
Level 1 und Level 2 statt.
Umgliederungen aus Level 3 in Level 2 oder Level 1
werden vorgenommen, sobald beobachtbare
Marktpreisnotierungen für den betroffenen
Vermögenswert oder die Schuld verfügbar werden.
TUI erfasst Übertragungen in und aus Level 3 an dem
Tag des Ereignisses oder des Anlasses, der bzw. das die
Übertragung verursacht hat. Im Berichtszeitraum fanden
keine Übertragungen aus der oder in die
Bewertungsstufe Level 3 statt.
Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten,
für die ein aktiver Markt verfügbar ist, basiert
auf der Marktpreisnotierung am Bilanzstichtag. Ein aktiver
Markt ist vorhanden, wenn Preisnotierungen von einer
Börse, Händlern, Maklern, Preisdienstleistern
oder Regulierungsbehörden leicht und
regelmäßig verfügbar sind und diese Preise
tatsächliche und regelmäßig stattfindende
Markttransaktionen zwischen unabhängigen
Geschäftspartnern darstellen. Diese Finanzinstrumente
werden dem Level 1 zugeordnet. Die beizulegenden Zeitwerte
entsprechen den Nominalwerten, multipliziert mit den
Kursnotierungen am Bilanzstichtag.
Finanzinstrumente des Levels 1 beinhalten vor allem
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifizierte
Aktien börsennotierter Unternehmen und begebene
Anleihen der Klasse zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten.
Die beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die
nicht in einem aktiven Markt gehandelt werden, z. B. Over
the Counter-Derivate (OTC), werden mittels
Bewertungstechniken bestimmt. Diese Bewertungstechniken
maximieren die Verwendung von beobachtbaren Marktdaten und
beruhen so wenig wie möglich auf konzernspezifischen
Annahmen. Wenn alle wesentlichen Inputfaktoren zur
Zeitwertbestimmung eines Instruments beobachtbar sind, wird
das Instrument dem Level 2 zugeordnet.
Wenn einer oder mehrere der wesentlichen Inputfaktoren
nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen, wird das
Instrument dem Level 3 zugeordnet.
Als spezifische Bewertungstechniken zur Bewertung von
Finanzinstrumenten werden eingesetzt:
| ― |
Für nicht börsennotierte Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen und sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten wird der beizulegende Zeitwert als Barwert der zukünftigen Zahlungsströme unter Berücksichtigung von beobachtbaren Zinsstrukturkurven und des jeweils bonitätsabhängigen Kreditrisikoaufschlags (Credit Spread) ermittelt. |
| ― |
Bei nicht börsengehandelten Derivaten wird der beizulegende Zeitwert durch geeignete finanzmathematische Methoden, z.B. durch Diskontierung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, bestimmt. Die Terminkurse bzw. -preise von Termingeschäften richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abgeschlossener optionaler Sicherungsinstrumente erfolgt mit markgängigen Bewertungsmethoden. Periodisch erfolgt ein Abgleich der mit den eigenen Systemen ermittelten Marktwerte mit Marktwertbestätigungen der externen Vertragspartner. |
| ― |
Sonstige Bewertungstechniken, wie z. B. die Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme, werden für die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte bei den übrigen Finanzinstrumenten eingesetzt. |
Die folgende Tabelle zeigt die Wertentwicklung der
wiederkehrend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Finanzinstrumente, die dem Level 3 der Bemessungshierarchie
zugeordnet werden.
| Mio. € | Sonstige finanzielle Vermögenswerte IFRS 9 |
| Stand zum 1.10.2019 | 42,9 |
| Abgänge | - 3,5 |
| durch Konsolidierung | - 3,5 |
| Gewinn oder Verlust im Geschäftsjahr | - 28,8 |
| davon in der Gewinn- und Verlustrechnung | - 1,1 |
| davon in den sonstigen Ergebnissen (erfolgsneutral) | - 27,7 |
| Stand zum 30.9.2020 | 10,6 |
| Stand zum 1.10.2020 | 10,6 |
| Abgänge | - |
| durch Konsolidierung | - |
| Gewinn oder Verlust im Geschäftsjahr | - 0,5 |
| davon in der Gewinn- und Verlustrechnung | - |
| davon in den sonstigen Ergebnissen (erfolgsneutral) | - 0,5 |
| Stand zum 31.3.2021 | 10,1 |
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der
Finanzinstrumente im Level 3 erfolgt mittels Discounted
Cash Flow-Verfahren durch den Finanzbereich des TUI
Konzerns. Dabei werden die für die Bewertung
benötigten Marktdaten und Parameter erhoben bzw.
validiert. Die nicht beobachtbaren Inputparameter werden
auf Grundlage der intern verfügbaren Informationen
überprüft und gegebenenfalls aktualisiert.
Grundsätzlich beziehen sich die nicht beobachtbaren
Inputparameter auf folgende Parameter. Die
(geschätzte) EBITDA-Marge liegt in einer Bandbreite
zwischen -13% und 22%. Die ewige Wachstumsrate beläuft
sich auf 1%. Die gewichteten Kapitalkosten (WACC) liegen in
einer Bandbreite von 9,2%-10,2%. Mit Ausnahme des WACCs
besteht zwischen den Inputfaktoren und dem beizulegenden
Zeitwert eine positive Korrelation.
Sowohl die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung
der als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten finanziellen Vermögenswerte als auch die
effektiven Anteile der Marktwertänderungen von im
Rahmen des Cash Flow Hedge Accounting designierten
Derivaten sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung
aufgeführt.
Zum 31. März 2021 bestanden nicht bilanzierte
Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 162,0 Mio.
€ (zum 30. September 2020 165,6 Mio. €). Sie
beinhalten vor allem Eventualverbindlichkeiten im Rahmen
der Gewährung von Avalen zugunsten von Hotel- und
Kreuzfahrtaktivitäten und werden in Höhe des am
Bilanzstichtag geschätzten Erfüllungsbetrags
ausgewiesen.
| Mio. € | 31.3.2021 | 30.9.2020 |
| Bestellobligo für Investitionen | 2.548,7 | 2.549,0 |
| Übrige finanzielle Verpflichtungen | 117,2 | 212,7 |
| Gesamt | 2.665,9 | 2.761,7 |
Das Bestellobligo für Investitionen verminderte
sich im Vergleich zum 30. September 2020 um insgesamt 0,3
Mio. €. Die Zunahme durch neue Verpflichtungen
für ein Kreuzfahrtschiff wurden durch die Auslieferung
von Flugzeugen und die Reduzierung der Hotelverpflichtungen
mehr als ausgeglichen.
Dargestellt ist die ungeprüfte verkürzte
Konzern-Kapitalflussrechnung des TUI Konzerns
einschließlich der Veräußerungsgruppe
"Hapag-Lloyd Kreuzfahrten", die im Vorjahr verkauft wurde.
Mit Übergang auf IFRS 16 werden grundsätzlich
alle Leasingverhältnisse in der Bilanz als
Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten erfasst.
Dadurch werden seit dem vorigen Geschäftsjahr
Zahlungen für Mietverträge zum weit
überwiegenden Teil nicht mehr im Mittelabfluss aus
laufender Geschäftstätigkeit, sondern als
Zinszahlungen und als Rückzahlung von
Leasingverbindlichkeiten im Mittelabfluss aus der
Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.
Der Finanzmittelbestand stieg im Berichtszeitraum um
166,7 Mio. € auf 1.399,7 Mio. €.
Aus laufender Geschäftstätigkeit flossen im
Berichtszeitraum Zahlungsmittel in Höhe von 1.476,0
Mio. € ab (H1 2020 -728,4 Mio. €). Hierin
enthalten sind 3,6 Mio. € Zinseinzahlungen (H1 2020
14,2 Mio. €) und 10,0 Mio. € Dividenden (H1 2020
7,3 Mio. €). Ertragsteuerzahlungen führten zu
Mittelabflüssen in Höhe von 5,3 Mio.€ (H1
2020 -44,7 Mio. €).
Der Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit
beträgt insgesamt 110,0 Mio. € (H1 2020 -263,7
Mio. €). Darin enthalten sind Auszahlungen für
Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle
Vermögenswerte in Höhe von 150,0 Mio. €. Dem
Konzern sind 228,1 Mio. € aus dem Verkauf von
Sachanlagevermögen und immateriellen Anlagen
zugeflossen. Weiter sind hier 32,9 Mio. € Einzahlungen
aus dem im Vorjahr erfolgten Verkauf der Hapag-Lloyd
Kreuzfahrten enthalten und 19,6 Mio. € aus der
Rückzahlung von Darlehen im Zusammenhang mit dem
Verkauf der Anteile an der Togebi Holdings Limited (TUI
Russia). Für eine Kapitalerhöhung der TUI Cruises
GmbH flossen 21,0 Mio. € ab.
Aus der Finanzierungstätigkeit hat sich der
Finanzmittelbestand insgesamt um 1.511,2 Mio. €
erhöht (H1 2020 +258,6 Mio. €). TUI AG hat aus
verschiedenen Eigenkapitalmaßnahmen nach Abzug von
Kapitalbeschaffungskosten 1.489,4 Mio. € eingenommen.
0,5 Mio. € wurden für den Kauf von Aktien
aufgewandt, die im Rahmen des
Mitarbeiterbeteiligungsprogramms oneShare an Mitarbeiter
des TUI-Konzerns übertragen wurden. Aus der Aufnahme
von Krediten und Anleihen flossen der TUI AG nach Abzug von
Kapitalbeschaffungskosten 619,5 Mio. € zu. Andere
Gesellschaften der TUI Group haben Kredite in Höhe von
224,7 Mio. € aufgenommen. 604,7 Mio. € flossen
für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten ab,
darunter 300,0 Mio. € für die vorzeitige
Rückzahlung einer Anleihe der TUI AG und 290,6 Mio.
€ für Leasingverbindlichkeiten. Für
Zinszahlungen sind 217,2 Mio. € verwendet worden.
Im Übrigen erhöhte sich der
Finanzmittelbestand wechselkursbedingt um 21,4 Mio. €
(H1 2020 29,8 Mio. €).
Die Finanzmittel unterliegen zum 31. März 2021 mit
497,5 Mio. € Verfügungsbeschränkungen (zum
30. September 2020 324,0 Mio. €).
Am 30. September 2016 ist die TUI AG eine Vereinbarung
zur langfristigen Schließung der Differenz zwischen
den Verpflichtungen und dem Fondsvermögen
leistungsorientierter Pensionspläne in
Großbritannien eingegangen. Als Sicherheit
hierfür waren zum Bilanzstichtag 55,8 Mio. € auf
einem Bankkonto hinterlegt. Der TUI Konzern kann über
diese Finanzmittel nur verfügen, wenn alternative
Sicherheiten gestellt werden.
Des Weiteren entfallen 116,5 Mio. € (zum 30.
September 2020 116,5 Mio. €) auf erhaltene
Barsicherheiten, die im Geschäftsjahr 2013 von
belgischen Steuerbehörden vor dem Hintergrund eines
langjährigen Rechtsstreits über die Erstattung
von Umsatzsteuer für die Jahre 2001 bis 2011 ohne
Anerkenntnis einer Schuld bei einem belgischen
Tochterunternehmen hinterlegt wurden.
Die übrigen Beschränkungen in Höhe von
325,5 Mio. € (zum 30. September 2020 155,4 Mio.
€) betreffen Finanzmittel, die aufgrund rechtlicher
oder regulatorischer Bestimmungen vorgehalten werden
müssen, im Wesentlichen um Kundenanzahlungen und
Kreditkartenverbindlichkeiten zu sichern.
| Mio. € | Fremde Dritte | Konzern | H1 2021 Gesamt |
| Hotels & Resorts | 83,9 | 62,9 | 146,8 |
| Kreuzfahrten | 1,5 | - | 1,5 |
| TUI Musement | 18,6 | 6,8 | 25,4 |
| Konsolidierung | - | - 0,5 | - 0,5 |
| Urlaubserlebnisse | 104,0 | 69,2 | 173,2 |
| Region Nord | 159,1 | 135,1 | 294,2 |
| Region Zentral | 337,4 | 41,0 | 378,4 |
| Region West | 102,1 | 64,7 | 166,8 |
| Konsolidierung | - | - 239,7 | - 239,7 |
| Märkte & Airlines | 598,6 | 1,1 | 599,7 |
| Alle übrigen Segmente | 13,6 | 1,3 | 14,9 |
| Konsolidierung | - | - 71,5 | - 71,5 |
| Summe der Segmente | 716,3 | - | 716,3 |
| Mio. € | Fremde Dritte | Konzern | H1 2020 Gesamt |
| Hotels & Resorts | 300,2 | 282,2 | 582,4 |
| Kreuzfahrten | 481,6 | - | 481,6 |
| TUI Musement | 300,4 | 123,3 | 423,7 |
| Konsolidierung | - | - 3,2 | - 3,2 |
| Urlaubserlebnisse | 1.082,2 | 402,3 | 1.484,5 |
| Region Nord | 2.187,0 | 139,6 | 2.326,6 |
| Region Zentral | 2.209,9 | 66,2 | 2.276,1 |
| Region West | 1.075,1 | 78,9 | 1.154,0 |
| Konsolidierung | - | - 276,6 | - 276,6 |
| Märkte & Airlines | 5.471,9 | 8,2 | 5.480,1 |
| Alle übrigen Segmente | 84,5 | 3,9 | 88,4 |
| Konsolidierung | - | - 414,3 | - 414,3 |
| Summe der Segmente | 6.638,7 | - | 6.638,7 |
Die angegebenen Segmentdaten basieren auf der
regelmäßigen internen Berichterstattung an den
Vorstand. Ab dem Geschäftsjahr 2020 wird die
international gebräuchlichere Ergebnisgröße
"bereinigtes EBIT" für die wertorientierte
Unternehmensführung herangezogen. Im
Geschäftsjahr 2020 wurde im Rahmen der internen
Berichterstattung das bereinigte EBIT zudem um den
Ergebniseffekt des IFRS16 korrigiert ("bereinigtes EBIT
[IAS17]"), um die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr zu
erleichtern. Ab dem Geschäftsjahr 2021 stellt das
bereinigte EBIT ( IFRS 16) die
Segmentsteuerungsgröße im Sinne des IFRS 8 dar,
die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Wir definieren das dem bereinigten EBIT zugrundeliegende
EBIT als das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und
Aufwendungen aus der Bewertung von
Zinssicherungsinstrumenten des Konzerns. Wertminderungen
auf Geschäfts- oder Firmenwerte sind in der Kennzahl
EBIT definitionsgemäß enthalten, werden jedoch
bei der Berechnung unseres bereinigten EBIT bereinigt.
Für die Segmentleistungskennzahl werden alle
konzerninternen Leasingverhältnisse gemäß
IAS 17 als Operating Miet- und Leasingverträge
berichtet.
Als Einzelsachverhalte werden Erträge und
Aufwendungen bereinigt, die aufgrund ihrer Höhe und
der Häufigkeit ihres Eintritts die Beurteilung der
operativen Ertragskraft der Unternehmensbereiche und des
TUI Konzerns erschweren oder verzerren. Hierzu zählen
Abgangsergebnisse aus Finanzanlagen, wesentliche Gewinne
und Verluste aus dem Verkauf von Vermögenswerten sowie
wesentliche Restrukturierungs- und
Integrationsaufwendungen. Sämtliche Effekte aus
Kaufpreisallokationen, Anschaffungsnebenkosten und
bedingten Kaufpreiszahlungen werden bereinigt. Auch etwaige
Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte werden
in der Überleitung zum bereinigten EBIT korrigiert.
Das bereinigte EBIT enthält im ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2021 Ergebnisse aus den nach der
Equity-Methode bewerteten Unternehmen in Höhe von
-157,2 Mio. € (Vorjahr 41,9 Mio. €). Diese sind
überwiegend innerhalb des Bereichs Urlaubserlebnisse
angefallen.
| Mio. € | H1 2021 | H1 2020 angepasst |
| Hotels & Resorts | - 198,3 | 56,1 |
| Kreuzfahrten | - 153,3 | 26,9 |
| TUI Musement | - 62,0 | - 28,9 |
| Urlaubserlebnisse | - 413,6 | 54,2 |
| Region Nord | - 418,3 | - 415,2 |
| Region Zentral | - 272,0 | - 179,5 |
| Region West | - 159,8 | - 189,6 |
| Märkte & Airlines | - 850,1 | - 784,3 |
| Alle übrigen Segmente | - 45,1 | - 64,6 |
| Summe der Segmente | - 1.308,8 | - 794,8 |
| Mio. € | H1 2021 | H1 2020 angepasst |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | - 1.543,7 | - 849,0 |
| zuzüglich
Nettozinsbelastung (ohne Aufwand / Ertrag aus der
Bewertung von
Zinssicherungsinstrumenten) |
239,6 | 104,7 |
| zuzüglich /
abzüglich (Ertrag) Aufwand aus der Bewertung von
Zinssicherungsinstrumenten |
5,6 | - 1,7 |
| EBIT | - 1.298,5 | - 746,0 |
| Bereinigungen: | ||
| abzüglich zu bereinigender Einzelsachverhalte | - 26,4 | - 71,1 |
| zuzüglich Aufwand aus Kaufpreisallokation | 16,2 | 22,3 |
| Bereinigtes EBIT | - 1.308,8 | - 794,8 |
In den im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2021
bereinigten Nettoerträgen von insgesamt 26,4 Mio.
€ sind Erträge in Höhe von 53 Mio. €
aus der Auflösung nicht mehr benötigter
Restrukturierungsrückstellungen in der Region Zentral
aufgrund der geringer als erwartet ausgefallenen
Reduzierung der Flottengröße bei TUIfly
enthalten. Daneben entfielen Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 21 Mio. € auf die Bereiche TUI
Musement (1 Mio. €), Region Nord (13 Mio. €,
davon Vereinigtes Königreich 6 Mio. € und
Nordische Länder 7 Mio.€), Region Mitte (3 Mio.
€,), Region West (3 Mio. €) und Alle übrigen
Segmente (1 Mio. €). Des Weiteren wurde der Verlust
aus dem Verkauf einer Beteiligung an einer
Flugzeug-Asset-Gesellschaft in den Regionen Nord (2 Mio.
€) und Zentral (1 Mio. €) sowie ein Aufwand aus
einer nachträglichen Kaufpreisanpassung in Höhe
von 2 Mio. € im Bereich Alle sonstigen Segmente
bereinigt.
In den im ersten Halbjahr des Vorjahres bereinigten
Nettoerträgen von insgesamt 71,1 Mio. € sind
Abgangsgewinne in Höhe von 90 Mio. € aus dem
Verkauf der deutschen Spezialreiseveranstalter enthalten.
Restrukturierungsaufwendungen wurden in den Bereichen TUI
Musement (4 Mio. €), Region Mitte (8 Mio. €
für die geplante Kapazitätsreduzierung bei TUIfly
Deutschland, eine Ausweitung des bestehenden
Restrukturierungsprogramms bei TUI Deutschland und die
Restrukturierung des eigenen stationären Vertriebs),
Region West (5 Mio. € für Restrukturierungen in
Frankreich und weitere Projekte in Belgien und den
Niederlanden) und Alle übrigen Segmente (2 Mio.
€) angepasst.
Aufwendungen für Kaufpreisallokationen in Höhe
von 16,2 Mio. € (Vorjahr 22,3 Mio. €) betreffen
insbesondere die planmäßige Abschreibung
immaterieller Vermögenswerte aus in den Vorjahren
vorgenommenen Akquisitionen.
Außer mit den in den Zwischenabschluss
einbezogenen Tochterunternehmen steht die TUI AG in
Ausübung ihrer normalen Geschäftstätigkeit
in unmittelbaren oder mittelbaren Beziehungen mit
nahestehenden Unternehmen und Personen. Alle Geschäfte
mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden zu
Bedingungen ausgeführt, wie sie auch mit
konzernfremden Dritten üblich sind.
Die Unifirm Limited, Zypern, hielt zum 31. März
2021 30,1% der Anteile an der TUI AG (30. September 2020
24,9%). Die Unifirm Limited wird von der Familie des
russischen Unternehmers Alexej Mordashov, Mitglied im
Aufsichtsrat der TUI, kontrolliert. Die DH Deutsche
Holdings Limited, ein in Zypern registriertes Unternehmen
unter Kontrolle des Joint Venture Partners Herrn Hamed El
Chiaty, hat ihre Kapitalbeteiligung auf unter 3,0% gesenkt.
Für weitergehende Informationen zu nahestehenden
Unternehmen und Personen verweisen wir auf den Abschnit 24
im Anhang des Konzernabschlusses 2020.
Am 16. April 2021 hat die TUI AG eine
Wandelschuldverschreibung über 400 Mio. €
emittiert. Die Wandelschuldverschreibung hat eine Laufzeit
bis zum 16. April 2028 und wird mit einem halbjährlich
zahlbaren Zins von 5,00% p.a. verzinst. Die Stückelung
der Anleihe erfolgte zu 100.000 €. Der
anfängliche Wandlungspreis wurde festgesetzt auf einen
Betrag von 5,3631 € je Stückaktie.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Halbjahresfinanzberichterstattung der
Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Der Vorstand
Hannover, den 10. Mai 2021
Friedrich Joussen
David Burling
Sebastian Ebel
Dr. Elke Eller
Peter Krueger
Frank Rosenberger
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung,
der Gesamtergebnisrechnung, der verkürzten
Kapitalflussrechnung, der verkürzten
Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie
ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den
Konzernzwischenlagebericht der TUI AG, Berlin und Hannover,
für den Zeitraum vom 1. Oktober 2020 bis 31. März
2021, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach
§ 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht
unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses nach den International Financial
Reporting Standards ( IFRS) für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der
Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu
dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem
Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer
prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender
Beachtung des International Standard on Review Engagements
2410: "Review of Interim Financial Information Performed by
the Independent Auditor of the Entity" vorgenommen. Danach
haben wir die prüferische Durchsicht so zu planen und
durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung
mit einer gewissen Sicherheit ausschließen
können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, oder der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden ist. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss der TUI AG, Berlin und Hannover,
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit
den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der
EU anzuwenden sind, oder dass der
Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht
in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden ist.
Ohne unser Urteil einzuschränken, weisen wir auf
den Abschnitt "Going Concern-Berichterstattung nach UK
Corporate Governance Code" der ausgewählten
erläuternden Anhangangaben im verkürzten
Konzernzwischenabschluss sowie die Risikoberichterstattung
im Konzernzwischenlagebericht im Kapitel "Risiko- und
Chancenbericht" hin. Dort stellt der Vorstand ein
bestandsgefährdendes Risiko dar, dass die TUI Group
bei einem Ausbleiben eines Anstiegs von neuen
Reisebuchungen in den kommenden Monaten und damit
verbundener Kundenanzahlungen ab Sommer 2021 ohne weitere
Unterstützungsmaßnahmen oder den kurzfristigen
Verkauf langfristiger Vermögenswerte nicht mehr
über ausreichende Finanzmittel verfügt, um den
Geschäftsbetrieb fortzusetzen. Zudem sind nach Ansicht
des Vorstands zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit die weitere Aussetzung der
Einhaltung von Covenants sowie die Verlängerung der
Finanzierung im Geschäftsjahr 2022 bzw. weitere
staatliche Unterstützungsmaßnahmen notwendig.
Wie im Konzernzwischenlagebericht und in den
ausgewählten erläuternden Anhangangaben
dargelegt, deuten die Ereignisse und Gegebenheiten im
Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie auf eine wesentliche
Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die einem
bestandsgefährdenden Risiko im Sinne des § 322
Abs. 2 Satz 3 HGB entspricht.
Hannover, den 10. Mai 2021
Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Christoph B. Schenk | Dr. Hendrik Nardmann |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |
Dieser Halbjahresfinanzbericht enthält verschiedene
Prognosen und Erwartungen sowie Aussagen, die die
zukünftige Entwicklung der TUI Group und der TUI AG
betreffen. Diese Aussagen beruhen auf Annahmen und
Schätzungen und können mit bekannten und
unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die
tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse sowie die
Finanz- und Vermögenslage können daher wesentlich
von den geäußerten Erwartungen und Annahmen
abweichen. Gründe hierfür können, neben
anderen, Marktschwankungen, die Entwicklung der
Weltmarktpreise für Rohstoffe sowie der
Finanzmärkte und Wechselkurse, Veränderungen
nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften
oder grundsätzliche Veränderungen des
wirtschaftlichen und politischen Umfelds sein. Es ist weder
beabsichtigt noch übernimmt TUI eine gesonderte
Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren
oder sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem
Erscheinen dieses Berichts anzupassen.
| Termine | |
| Halbjahresfinanzbericht H1 2021 | 12. Mai 2021 |
| Zwischenmitteilung zum 3. Quartal 2021 | August 2021 |
| Geschäftsbericht 2021 | Dezember 2021 |
Mathias Kiep
Group Director Controlling, Corporate Finance &
Investor Relations
Tel.: + 44 1293 645 925 /
+ 49 511 566-1425
Nicola Gehrt
Director, Head of Group Investor Relations
Tel.: + 49 511 566-1435
Hazel Chung
Senior Investor Relations Manager
Tel.: + 44 1293 645 823
Ina Klose
Senior Investor Relations Manager
Tel.: + 49 511 566-1318
Vera Weißwange
Junior Investor Relations Manager
Tel.: + 49 511 566-1425
TUI AG
Karl-Wiechert-Allee 4
30625 Hannover
Tel.: + 49 511 566-00
www.tuigroup.com
Unter folgendem Link stehen dieser am 12. Mai 2021
veröffentlichte Halbjahresfinanzbericht in deutscher
und englischer Sprache sowie die Präsentation und der
Webcast zur Verfügung:
www.tuigroup.com/de-de/investoren