United Internet AG

Montabaur

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Bericht über die Lage der
Gesellschaft und des Konzerns

Konzernabschluss nach IFRS

des Vorstands
für das Geschäftsjahr 2010

Highlights 2010

Weiterhin dynamisches Kundenwachstum

+610.000 Verträge auf 9,76 Mio.

Erfolgreicher Einstieg in das Mobile Internet Geschäft

+ 180.000 Verträge allein im 2. Halbjahr 2010

Wachstum bei DSL-Komplettpaketen, Rückgang im Alt-Geschäft

+500.000 DSL-Komplett-Verträge vs. -550.000 bei Schmalband, T- und R-DSL

Deutliches Wachstum bei kostenpflichtigen Applikationen

+480.000 Verträge in 2010, davon +230.000 im Ausland

Dynamisches Wachstum bei werbefinanzierten Applikationen

+ 1,7 Mio. Free-Accounts auf 28,0 Mio.

Starkes Umsatzwachstum

+ 15 % auf über 1,9 Mrd. €

Stabiles EBITDA trotzt hoher Investitionen in neue Geschäftsfelder

+72 Mio. € zusätzliche Aufwendungen; EBITDA mit 358 Mio. € leicht über Vorjahr

Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

Konzernstruktur

Die United Internet AG ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe. Die Holding-Gesellschaft konzentriert sich im Wesentlichen auf die Bereiche Konzerncontrolling und Konzernrechnungslegung, Presse, Investor Relations, Beteiligungsmanagement, Risikomanagement und Interne Revision sowie das Personalmanagement.

Im operativen Geschäft ist der Konzern primär über die 1&1 Internet AG, inklusive der wesentlichen Tochterunternehmen im In- und Ausland wie 1&1 Mail & Media GmbH (ehemals WEB.DE GmbH, GMX GmbH und GMX Internet Services GmbH), United Internet Media AG, Fasthosts Internet Ltd., InterNetX GmbH und united-domains AG, sowie über die Sedo Holding AG, inklusive der wesentlichen Tochterunternehmen Sedo GmbH und affilinet GmbH, tätig.

Vereinfachte Darstellung der Konzernstruktur inkl. wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen:

Neben den operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hält United Internet weitere direkte und indirekte Beteiligungen.

Bei den direkten Beteiligungen handelt es sich insbesondere um die Beteiligungen an den börsennotierten Unternehmen freenet AG (United Internet Anteil: 4,98 %) und Versatel AG (26,12 %).

Bei den indirekt über die United Internet Beteiligungen GmbH (100 %) gehaltenen Beteiligungen handelt es sich im Wesentlichen um die börsennotierten Online-Marketing-Unternehmen Goldbach Media AG, Schweiz (14,99 %) und Hi-media S.A., Frankreich (10,65 %), um die fun communications GmbH (49 %), die virtual minds AG (48,65 %) und die ProfitBricks GmbH (30,02 %) sowie um eine Reihe weiterer Internet-Beteiligungen (insgesamt 49 Investments) über die gemeinsam mit den Samwer Brüdern betriebenen Fondsgesellschaften EFF Nr. 1 (66,67 %), EFF Nr. 2 (90 %) und EFF Nr. 3 (80 %).

Geschäftstätigkeit

Die operative Geschäftstätigkeit der United Internet AG gliedert sich in die beiden Segmente "Access" und "Applications".

Im Geschäftsfeld "Access" sind die Festnetz- und Mobile-Access-Produkte der Gesellschaft inklusive der damit verbundenen Anwendungen zusammengefasst. In diesem Bereich ist United Internet in Deutschland aktiv und zählt zu den führenden Anbietern. Die Gesellschaft agiert dabei netzunabhängig und kauft von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen ein. Diese werden anschließend mit Endgeräten, selbstentwickelten Applikationen und Services aus der eigenen "Internet-Fabrik" veredelt, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren. Vermarktet werden die Access-Produkte über die starken Marken GMX, WEB.DE und 1&1, mit denen der Massenmarkt breit und zielgruppenspezifisch adressiert werden kann.

"Applications" beschreibt das Applikations-Geschäft von United Internet -werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Homepages und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen, die in der eigenen "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und in den Rechenzentren der Gesellschaft betrieben werden. Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Applikationen erfolgt über die unterschiedlich positionierten Marken GMX, WEB.DE, 1&1, united-domains, Fasthosts und InterNetX. Darüber hinaus bietet United Internet seinen Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.

Unternehmensführung - Erklärung gemäß § 289a HGB

Führungs- und Unternehmensstruktur

Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt die United Internet AG mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das dritte Organ bildet die Hauptversammlung. Alle drei Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.

Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat besteht derzeit aus drei Mitgliedern. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt in der Regel fünf Jahre. Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sollen im Regelfall nicht älter als 70 Jahre sein. Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung, die Planung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartals- und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung sowie den Einzel- und Konzernabschluss. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie die Festlegung der Vorstandsvergütung und deren regelmäßige Überprüfung.

Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns und besteht derzeit aus zwei Personen. Er führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung sowie der vom Aufsichtsrat genehmigten Geschäftsordnung. Er ist zuständig für die Aufstellung der Quartals- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen. Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung durch den Aufsichtsrat.

Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das Organ der Willensbildung unserer Aktionäre. Auf der Hauptversammlung wird unseren Anteilseignern der Jahresabschluss vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren durch Gesetz und Satzung festgelegten Themen ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Unsere Aktionäre können ihre Stimmrechte auf der Hauptversammlung auch durch einen von der Gesellschaft gestellten Stimmrechtsvertreter ausüben lassen.

Steuerungssysteme

Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Überwachung und Steuerung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Planungs-, Ist- und Vorschaurechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt.

Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und zur Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.

Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.

Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.

Gemäß der Positionierung in den beiden Segmenten "Access" und "Applications" wird das operative Geschäft der Gesellschaft im Wesentlichen über die Messgrößen Umsatz, Bruttoertrag, EBITDA und EBIT sowie über eine Reihe weiterer wesentlicher nicht-finanzieller Kennzahlen wie Kundenverträge, Free-Accounts, Reichweite / aktive Nutzer bei der Eigenvermarktung sowie vermarktbare Domains und Websites bei der Drittvermarktung überwacht und gesteuert.

Corporate Governance

Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Aktionärsinteressen, Offenheit und Transparenz der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen.

Die Corporate Governance bei United Internet orientiert sich am Deutschen Corporate Governance Kodex, den die von der Bundesministerin für Justiz im September 2001 eingesetzte Regierungskommission erstmalig am 26. Februar 2002 veröffentlicht hat. Am 26. Mai 2010 wurde die neunte Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex fertig gestellt und am 2. Juli 2010 durch das Bundesministerium der Justiz im elektronischen Bundesanzeiger (http://www.ebundesanzeiger.de/) veröffentlicht.

Der Kodex enthält drei Arten von Standards:

Vorschriften, die geltende deutsche Gesetzesnormen beschreiben,

Empfehlungen,

Anregungen.

Die Vorschriften sind von deutschen Unternehmen zwingend anzuwenden.

Zu den Empfehlungen müssen börsennotierte Unternehmen gemäß § 161 des deutschen Aktiengesetzes (AktG) jährlich eine Erklärung über deren Beachtung veröffentlichen.

Von Anregungen können die Unternehmen ohne Offenlegungspflicht abweichen.

Am 3. März 2011 haben Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG die aktuelle jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Internet-Seite der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung der Empfehlungen
des Deutschen Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 AktG:

Die United Internet AG hat den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 bis auf folgende Ausnahmen entsprochen und wird diesen voraussichtlich auch weiterhin bis auf folgende Ausnahmen entsprechen:

Selbstbehalt bei D&O-Versicherungen (Kodex-Ziffer 3.8)

Nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sieht das Aktiengesetz (AktG) nun vor, dass Vorstände bei D&O-Versicherungen einen obligatorischen Selbstbehalt in Höhe von mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur 1,5-fachen Höhe des Jahresfestgehalts zu übernehmen haben (§93 AktG). Für Aufsichtsratsmitglieder hingegen muss kein Selbstbehalt vereinbart werden (§116 AktG). Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt über das AktG hinaus, auch in einer D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat einen entsprechenden Selbstbehalt zu vereinbaren.

Die United Internet AG hat die Vorgaben des Gesetzgebers mit der Änderung der bestehenden D&O-Versicherungsverträge zum 1. Januar 2010 vollständig umgesetzt und erstmalig einen Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder vereinbart. Auf einen Selbstbehalt für die Aufsichtsratsmitglieder wurde verzichtet. United Internet ist grundsätzlich nicht der Ansicht, dass sich Motivation und Verantwortung, mit der die Mitglieder des United Internet Aufsichtsrats ihre Aufgabe wahrnehmen, durch einen solchen Selbstbehalt ändern.

Ausschüsse (Kodex-Ziffer 5.3)

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass der Aufsichtsrat einen Prüfungsausschuss (Audit Committee) einrichten soll, der sich insbesondere mit Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung befasst. Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt darüber hinaus, dass der Aufsichtsrat einen Nominierungsausschuss bildet, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt.

Der Aufsichtsrat der United Internet AG besteht zurzeit aus drei Mitgliedern. Die Mitglieder befassen sich in ihrer Gesamtheit - neben ihren sonstigen Pflichten - auch mit den genannten Themen. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates sieht vor, Ausschüsse erst bei mehr als drei Aufsichtsratsmitgliedern einzurichten.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Kodex-Ziffer 5.4.1)

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenskonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung des Aufsichtsrats und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden.

Die derzeit amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats sind bestellt bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Aufsichtsratsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 beschließen wird. Da konkrete neue Wahlvorschläge des Aufsichtsrats erst mittelfristig zur turnusmäßigen Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern an die Hauptversammlung im Jahr 2015 erfolgen müssen, erscheint es nicht sachgerecht, ohne Kenntnis der bis dahin möglicherweise eintretenden Änderungen im regulatorischen Umfeld und den Marktbedingungen des Unternehmens, schon heute konkrete Ziele dafür zu formulieren. Der Aufsichtsrat wird die Entwicklungen genau beobachten und rechtzeitig vor der turnusgemäßen Neubesetzung des Aufsichtsrats zu den Empfehlungen des Kodex hinsichtlich der konkreten Ziele und deren Umsetzung im Rahmen von Vorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sowie der Berichterstattung entscheiden.

Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Kodex-Ziffer 5.4.6)

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat sowie der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen berücksichtigt werden.

Solange der Aufsichtsrat aus drei Mitgliedern besteht und keine Ausschüsse gebildet werden, berücksichtigt United Internet nur den Vorsitz des Aufsichtsrates gesondert.

Veröffentlichung der Berichte (Kodex-Ziffer 7.1.2)

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass die Zwischenberichte binnen 45 Tage nach Ende des Berichtszeitraums öffentlich zugänglich sein sollen.

United Internet hat den Halbjahresfinanzbericht 2010 - wie bereits vorab im Finanzkalender 2010 angekündigt - aus organisatorischen, innerbetrieblichen Gründen erst am 27. August 2010 veröffentlicht.

Compliance

Für United Internet ist ein ausgewogenes und nachhaltiges wirtschaftliches, soziales und ökologisches Handeln unverzichtbares Element der unternehmerischen Kultur. Dazu zählen auch der offene und faire Umgang mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit sowie ein entsprechendes Verhalten. Als Dienstleistungskonzern sind wir darauf angewiesen, durch untadeliges Verhalten das Vertrauen unserer Kunden und Geschäftspartner zu gewinnen und zu erhalten. Wir treten glaubhaft, seriös und zuverlässig auf und handeln entsprechend.

Um ein einheitliches vorbildliches Handeln und Verhalten zu gewährleisten, wurden vom Vorstand ethische Leitlinien entwickelt, die für den überwiegenden Teil des Konzerns als unmittelbarer Verhaltenskodex gelten. Der Verhaltenskodex enthält unsere Führungsleitlinien und soll eigenverantwortliches Handeln eines jeden einzelnen Mitarbeiters fördern und ihm dafür Orientierung geben. Darüber hinaus konkretisiert er unser Selbstverständnis und unsere Werte und gilt für Vorstand, Geschäftsführung, Führungskräfte und alle Mitarbeiter gleichermaßen als Leitbild.

Verstößen gegen die Compliance wird im Interesse aller Mitarbeiter und des Unternehmens nachgegangen und die jeweiligen Ursachen werden im Rahmen der Möglichkeiten beseitigt. Dazu gehört auch die konsequente Verfolgung von Fehlverhalten im Rahmen der jeweils geltenden internen Richtlinien, der jeweiligen gesetzlichen Regelungen und sonstiger Vorschriften. Zu diesem Zweck hat der Vorstand der Gesellschaft entsprechende Verfahren etabliert, die die Einhaltung der Compliance einschließlich der oben genannten Werte sicherstellen und sie nachhaltig in der Organisation verankern.

Vergütungsbericht

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der United Internet AG ist leistungsorientiert und besteht aus einem festen und einem variablen Bestandteil. Als Vergütungsbestandteil mit langfristiger Anreizwirkung existiert bei einem Vorstandsmitglied ein auf virtuellen Aktienoptionen basierendes Beteiligungsprogramm (SAR). Die Ausübungshürde des Programms liegt bei 120 % des Ausübungspreises. Die Zahlung des Wertzuwachses ist auf 100 % des ermittelten Börsenpreises begrenzt. Die Höhe der Vergütungsbestandteile wird regelmäßig überprüft.

Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der variablen Vergütung ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt in der Regel eine Bandbreite von 80 % bis 120 %. Werden die Ziele zu weniger als 80 % erreicht, entfällt die Zahlung des variablen Vergütungsbestandteils ganz. Werden die Ziele zu mehr als 120 % erfüllt, endet die Zahlung des variablen Vergütungsbestandteils bei 120 %. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist nicht vorgesehen, und eine Mindestzahlung des variablen Vergütungsbestandteils wird nicht garantiert. Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen bestehen nicht.

Die drei Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG sind gleichzeitig auch die Mitglieder des Aufsichtsrats der wichtigsten United Internet Tochtergesellschaft, der 1&1 Internet AG. Seit dem Geschäftsjahr 2010 erhalten die Aufsichtsräte im Rahmen ihrer Tätigkeit für beide Unternehmen jeweils auch eine getrennte Vergütung. Die Vergütung besteht jeweils aus einem festen und einem am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ausgerichteten variablen Teil.

Seitens United Internet beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 10 T€ (bisher 20 T€) pro vollem Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte des auf ein einfaches Mitglied entfallenden Betrages. Die erfolgsabhängige, variable Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt pro vollem Geschäftsjahr 1 T€ (bisher 2 T€) für jeden Cent, um den der nach IFRS ermittelte Konzerngewinn pro Aktie (EPS) der United Internet AG den Betrag von 0,60 € (bisher 0,10 €) überschreitet. Als langfristiger variabler Vergütungsbestandteil ist ab dem Geschäftsjahr 2013 für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden pro vollem Geschäftsjahr eine zusätzliche Zahlung in Höhe von 500 € pro angefangenem Prozentpunkt vorgesehen, um den sich das EPS der United Internet AG im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem EPS des 3 Jahre zuvor abgelaufenen Geschäftsjahres erhöht hat. Die langfristige variable Vergütung ist dabei auf max. 10 T€ je Mitglied begrenzt. Aktienoptionsprogramme für die Mitglieder des Aufsichtsrats existieren nicht.

Im Rahmen der Tätigkeit für die 1&1 Internet AG beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 20 T€ pro vollem Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält 30 T€. Die erfolgsabhängige, variable Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden orientiert sich an Ergebniskennzahlen der 1&1 Internet AG. Die variable Vergütung beträgt dabei mindestens 30 T€ und maximal 70 T€ je Mitglied.

Weitere Angaben zu Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung finden Sie auch im Konzernanhang unter Punkt 42.

Personalbericht

Der sich schnell entwickelnde Zukunftsmarkt Internet stellt hohe Anforderungen an unsere Mitarbeiter und damit gleichzeitig auch an die Personalpolitik unseres Unternehmens. Dieser Herausforderung stellen wir uns insbesondere durch eine aktive Nachwuchsförderung, die gezielte Entwicklung unserer Führungskräfte sowie weiterer Personalentwicklungsaktivitäten.

Diversity

Ohne die individuellen Stärken unserer Mitarbeiter/innen wäre United Internet nicht, was es heute ist - ein international erfolgreiches, innovatives Unternehmen auf Wachstumskurs. Die konstruktive Nutzung des Diversity Managements, der Umgang mit der sozialen Vielfalt aller Mitarbeiter, nimmt für United Internet eine herausragende Bedeutung ein.

United Internet steht für eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe und Religion gewünscht wird, also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/innen innerhalb unseres Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht.

Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von United Internet und steigert unsere Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend, soll für jeden Mitarbeiter die Einsatzmöglichkeit gefunden werden, in der er seine individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausschöpfen kann. Neben der Produktivität wird mit Diversity auch die Mitarbeiterzufriedenheit im Allgemeinen gefördert. Dies sind wichtige Entscheidungskriterien für viele Bewerber/innen bei der Auswahl ihres Arbeitgebers. Aber auch unsere Kunden mit ihren mannigfaltigen Bedürfnissen schätzen einen Geschäftspartner, der ihrer eigenen Diversity gerecht wird.

Die Förderung von Vielfältigkeit kann jedoch keiner Einheitslösung folgen. Mitarbeiter und Bewerber werden aufgrund objektiver Faktoren wie Qualifikation, Eignung und Kompetenz eingestellt, beschäftigt und gefördert. In Unternehmensbereichen, in denen Frauen strukturell unterrepräsentiert sind, streben wir bei gleicher Qualifikation, Kompetenz und sonstiger Eignung grundsätzlich eine höhere Berücksichtigung von Frauen an, entscheiden aber stets von Fall zu Fall.

Vertikale und horizontale Entwicklungsmöglichkeiten
für Fach- und Führungskräfte

Um allen Mitarbeitern an allen Standorten und in allen Bereichen dieselben Chancen zu geben, haben wir für die Mitarbeiter-Entwicklung einheitliche Standards definiert. Dabei können sich die Mitarbeiter innerhalb einer Funktion über definierte Laufbahnwege durch sukzessive Verantwortungsübernahme und Kompetenzerweiterung weiterentwickeln. Hat der Mitarbeiter den Senior-Status erreicht, werden zwei alternative Laufbahnmodelle angeboten: Zum einen die "Führungslaufbahn" und zum anderen die "Expertenlaufbahn". Während die Mitarbeiter in der "Führungslaufbahn" schrittweise Personalverantwortung übernehmen, verfügen die Experten über hohes Fachwissen und sind wichtige Leistungsträger in ihrem speziellen Fachgebiet, haben aber keine disziplinarische Personalverantwortung. Sowohl die Führungs- als auch die Expertenlaufbahn ist "durchlässig", d. h. auch hier ist eine horizontale Entwicklung möglich und ein Experte kann sich zur Führungskraft entwickeln und umgekehrt. Neben der Entwicklung innerhalb einer Stufe und dem nächsten, vertikalen Schritt gibt es somit konzernweit auch horizontale Entwicklungsmöglichkeiten, um in eine neue Rolle hineinzuwachsen - im eigenen Bereich oder auch bereichsübergreifend. Alle Modelle werden sowohl mit programmatischen, als auch mit individuellen Personalmaßnahmen begleitet.

Ausbildung mit hohem Stellenwert

Der Bereich Ausbildung hat innerhalb der United Internet AG einen hohen Stellenwert. Wir bilden unsere Nachwuchskräfte selbst aus und ermöglichen jungen Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Zurzeit bilden wir in den kaufmännischen und technischen Berufen Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung / Systemintegration), IT-Systemkaufleute, Kaufleute für Dialogmarketing, Bürokaufleute sowie Mediengestalter aus. Alle Teilnehmer durchlaufen während ihrer etwa dreijährigen Ausbildung ein breites Spektrum an unterschiedlichen Fachabteilungen im Unternehmen und nehmen an Veranstaltungen und Workshops teil. Als besonders erfolgreich erweisen sich die Lehrwerkstätten an unseren Standorten in Karlsruhe und Montabaur. Hier verbringen vor allem die Auszubildenden in den technischen Berufen einen Teil ihrer Ausbildungszeit, um sich die für ihren späteren Einsatz nötigen fachlichen Grundlagen zu erarbeiten. Darüber hinaus bieten wir in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) an den Hochschulstandorten Karlsruhe und Mannheim Studiengänge in den Bereichen Wirtschaftsinformatik und BWL / Dienstleistungsmarketing an.

Zum Jahresende 2010 befanden sich konzernweit rund 150 junge Menschen in Ausbildung. Ein Großteil der Ausgebildeten erhält nach bestandener Prüfung ein Arbeitsplatzangebot in einem unserer Konzernunternehmen.

Mitarbeiterentwicklung 2010

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Zusammenhang mit der Geschäftsausweitung und unserer Qualitätsoffensive auch im Jahr 2010 erhöht. Zum 31. Dezember 2010 waren bei United Internet insgesamt 5.018 Mitarbeiter beschäftigt. Damit stieg die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr (4.571 Mitarbeiter) um rund 9,8 %. Dabei arbeiteten 1.780 Mitarbeiter im Segment Access, 3.211 im Segment Applications und 27 Mitarbeiter im Bereich Zentrale. In unseren ausländischen Gesellschaften stieg die Anzahl der Beschäftigten von 867 im Vorjahr auf 999. Der Personalaufwand stieg von 181,0 Mio. €. im Vorjahr um 12,1 % auf 202,9 Mio. €.

Entwicklung der Mitarbeiter

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31.12.2009 31.12.2010 Veränderung zum
Vorjahr
Segment Access 1.584 1.780 + 12,4 %
Segment Applications 2.961 3.211 + 8,4 %
Zentrale 26 27 + 3,8 %
Konzern insgesamt 4.571 5.018 + 9,8 %

Wirtschaftliches Umfeld

Weltwirtschaft hat 2010 konjunkturelle Erholung fortgesetzt

Die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft hat sich 2010 fortgesetzt. Entsprechend dieser Entwicklung hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen für 2010 bereits unterjährig mehrfach nach oben korrigiert. Im Rahmen eines Updates des World Economic Outlook im Januar 2011 hat der Fonds für 2010 - trotz eines leichten Dämpfers zum Ende des Jahres - letztendlich ein globales Wachstum von 5,0 % (nach -0,6 % im Vorjahr) festgestellt. Dabei wurde das Wachstum insbesondere von den boomenden Schwellen- und Entwicklungsländern getragen, die um 7,1 % (nach 2,6 % im Vorjahr) zulegen konnten. Deutlich schwächer fiel das Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften Europas, Nordamerikas und Japans aus, die ein Wachstum von 3,0 % (nach -3,4 % im Vorjahr) verzeichnen konnten.

Innerhalb der entwickelten Volkswirtschaften blieb das Wachstum der Euro-Zone mit 1,8 % dabei nochmals deutlich hinter den vergleichbaren Volkswirtschaften wie den USA (2,8 %), Kanada (2,9 %) oder Japan (4,3 %) zurück.

Eine der wenigen positiven Ausnahmen in Europa bildete dabei die Exportnation Deutschland, die sich insgesamt als Zugpferd der Euro-Zone erwiesen hat und stark vom Export in die boomenden Schwellen- und Entwicklungsländer profitieren konnte. Mit einem Plus von 3,6 % (nach -4,7 % im Vorjahr) konnte Deutschland bei den Euro-Ländern damit den deutlichsten Turnaround verzeichnen.

Auch ITK-Märkte wieder gewachsen

Während der weltweite Markt für Informationstechnik, Telekommunikation und digitale Consumer Electronics (ITK) bereits in 2010 wieder das Vorkrisenniveau erreichen konnte, hat auch der deutsche ITK-Markt vom weltweiten wirtschaftlichen Wachstum und den damit verbundenen Investitionen profitieren und nach einem Verlust von 4,8 % in 2009 wieder mit einem Plus von 2,0 % auf 142,7 Mrd. € wachsen können - so das Fazit des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) im Rahmen der Jahrespressekonferenz 2011. Dabei konnten in 2010 wieder alle Teilmärkte zulegen. So stiegen der Telekommunikations-Markt um 0,6 %, der Markt der Informationstechnik um 3,0 % und der Markt für Consumer Electronics (digitale Unterhaltungselektronik) um 3,3 %.

Positive Entwicklung der Wachstumsmärkte von United Internet

Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte sind die Teilmärkte "Breitband-Anschlüsse im Festnetz" und "Mobile Internet" (im rein abonnement-finanzierten Segment Access) sowie "Cloud Computing" und "Online-Werbung" (im abonnement- bzw. werbefinanzierten Segment "Applications").

Breitbandanschlüsse im Festnetz

Die Entwicklung der Nachfrage nach neuen festnetzbasierten Breitbandanschlüssen in Deutschland hat sich seit 2008 verlangsamt. Mit einem Plus von 1,8 Mio. neuen Anschlüssen in 2010 auf 26,9 Mio. hat sich die Anzahl der Neuschaltungen - nach 2,3 Mio. in 2009 und 3,1 Mio. in 2008 - weiter reduziert und blieb deutlich hinter den Rekordjahren zurück, wie der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) bereits im Oktober 2010 prognostiziert hat.

Weitaus stärker als die Anzahl der insgesamt geschalteten Anschlüsse hat das verbrauchte Datenvolumen - als Indikator für die weiter steigende Nutzung - mit einem Anstieg um 20,7 % auf 3,5 Mrd. GB zugenommen.

Gleichzeitig geht der Trend immer stärker zu Breitband-Komplettpaketen, bei denen kein Telefonanschluss der Deutschen Telekom mehr notwendig ist, sondern Provider wie United Internet die letzte Meile bei Vorleistungsanbietern mieten und alles aus einer Hand anbieten. Sichtbar wird dieser eindeutige Trend auch am Rückgang der Festnetzanschlüsse der Deutschen Telekom AG um 1,6 Mio. bzw. 6,0 % auf rund 24,7 Mio. sowie am Anstieg der Vorleistungsprodukte TAL und entbündelte Anschlüsse (IP-BSA) um insgesamt 840.000 bzw. 8,7 % auf über 10,5 Mio. in 2010.

Wachstum Datenvolumen und Breitband-Anschlüsse in Deutschland

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2009 2010e Wachstum
Datenvolumen (in Mrd. GB) 2,9 3,5 20,7 %
Breitband-Anschlüsse (in Mio.) 25,1 26,9 7,2 %
Quelle: VATM


Mobile Internet

Überaus dynamisch hat sich der Mobile Internet Markt in Deutschland im Jahr 2010 entwickelt. So stiegen die Umsätze mit mobilen Daten-Diensten nach BITKOM-Angaben in 2010 um 18,2 % auf 6,5 Mrd. €. Gleichzeitig nahm - als Zeichen für die zunehmende Nutzung mobiler Daten-Dienste -das Datenvolumen im deutschen Mobilfunkmarkt um über 100 % auf 70 Mio. GB zu. Ein wesentlicher Grund für dieses Wachstum ist der Boom bei Smartphones, deren Absatz in 2010 um 34 % auf 7,2 Mio. zulegen konnte.

Wachstum Datenvolumen und Umsätze in Deutschland

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2009 2010 Wachstum
Datenvolumen (in Mio. GB) 34,0 70,0 105,9 %
Umsatz (in Mrd. €) 5,5 6,5 18,2 %
Quelle: BITKOM


Cloud Computing

Beim Cloud Computing werden IT-Leistungen in Echtzeit über Datennetze (aus der "Wolke") statt auf lokalen Rechnern bereitgestellt. Das Angebot reicht vom Versand von Nachrichten über einen webbasierten E-Mail-Dienst über einfache Speichermöglichkeiten für Fotos und Filme im Web bis zu komplexen Anwendungen für Unternehmen.

Mit Cloud Computing werden global bereits Umsätze im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich (15,5 Mrd. USD in 2009 laut einer IDC-Studie von Juni 2010) erzielt. Die Aussagen zur Größe des Marktes variieren jedoch stark - in Abhängigkeit von den Definitionen der jeweiligen Marktbeobachter. Mit dem deutschen Markt beschäftigt sich insbesondere die Experton Group. Nach deren Studie, die im Rahmen der internationalen "Cloud Computing Konferenz" Anfang Oktober 2010 in Köln vorgestellt wurde, hat allein der B-to-B-Umsatz mit Cloud Computing in Deutschland bereits in 2010 die Milliarde-Euro-Schwelle passiert und ist um 48 % auf 1,14 Mrd. € gestiegen.

Wachstum Cloud Computing (Firmenkunden) in Deutschland

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2009 2010 Wachstum
Umsatz (in Mrd. €) 0,77 1,14 48,0 %
Quelle: Experton Group


Online-Werbung

Der Online-Werbemarkt in Deutschland ist 2010 um insgesamt 26 % auf rund 5,4 Mrd. € gewachsen. Dies geht aus der Erhebung der Bruttowerbeinvestitionen durch den Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hervor. Der Online-Anteil am Mediamix ist damit weiter angestiegen und hat mit 19,2 % fast ein Fünftel des Gesamtwerbemarkts erreicht. Damit hat das Internet 2010 zum ersten Mal die Gattung Zeitungen (19,0 %) knapp überholt und sich als zweitstärkstes Werbemedium im Mediamix positioniert.

Wachstum Online Werbemarkt in Deutschland

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in Mrd. € 2009 2010 Wachstum
Klassische Online-Werbung 2,326 3,151 35,5%
Suchwortvermarktung 1,624 1,867 15,0%
Affiliate-Netzwerke 0,308 0,339 10,1%
Brutto-Gesamtwerbevolumen 4,258 5,357 25,8%
Quelle: BVDW


Geschäftsentwicklung im Konzern

Das Geschäftsjahr 2010 ist für United Internet erfolgreich verlaufen. Wir konnten unser Geschäft sowie unsere Kundenzahlen weiter ausbauen und alle für 2010 gesteckten Ziele erreichen. Im Rahmen unserer laufenden Qualitätsoffensive haben wir eine Reihe wesentlicher Verbesserungsmaßnahmen umsetzen und die Kundenzufriedenheit insgesamt deutlich steigern können. Gleichzeitig haben wir die Weichen für weiteres Wachstum in den Wachstumsfeldern "mobiles Internet" und "Cloud Applikationen" sowie bei der weiteren Internationalisierung gestellt.

Um die genannten Wachstumstreiber "mobiles Internet" und "Cloud Applikationen" ganz gezielt adressieren zu können, haben wir bereits Anfang 2010 eine neue Segmentierung in der Unternehmenssteuerung und Berichterstattung eingeführt. Die bisherigen Segmente "Produkte" und "Online-Marketing" wurden aufgegeben und das Geschäft in den Segmenten "Access" und "Applications" abgebildet.

Entwicklung der Segmente

Segment "Access"

Im Geschäftsfeld "Access" sind die Festnetz- und Mobile-Access-Produkte der Gesellschaft inklusive der damit verbundenen Anwendungen zusammengefasst. In diesem Bereich sind wir in Deutschland aktiv und zählen zu den führenden Anbietern. Dabei agieren wir netzunabhängig und kaufen von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen ein. Diese werden anschließend mit Endgeräten, selbstentwickelten Applikationen und Services aus unserer "Internet-Fabrik" veredelt, um uns so vom Wettbewerb zu differenzieren. Vermarktet werden die Access-Produkte über unsere starken Marken GMX, WEB.DE und 1&1, mit denen der Massenmarkt breit und zielgruppenspezifisch adressiert werden kann.

Im Segment "Access" stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2010 deutlich um 19,8 % von 1.026,7 Mio. € auf 1.230,1 Mio. €. Damit wurden im Geschäftsfeld "Access" 64,5 % (Vorjahr 61,9 %) der Gesamt-Umsätze der United Internet AG erzielt.

Im Geschäftsjahr 2010 haben wir zusätzlich 50,2 Mio. € in den Aufbau und die Entwicklung unserer neuen Geschäftsfelder, speziell für die Vermarktung unserer Mobile Internet Produkte, sowie für unsere DSL-Qualitätsoffensive investiert. Gleichzeitig konnten wir im 3. Quartal Verhandlungen über von uns beanstandete Vorleistungsrechnungen abschließen. Die daraus resultierenden Rückerstattungen für Vorperioden in Höhe von insgesamt 19,3 Mio. € wurden zur anteiligen Refinanzierung der genannten Aufwendungen im Neugeschäft verwendet.

Das EBITDA lag trotz dieser hoher Aufwendungen mit 122,6 Mio. € nur leicht (-1,2 %) unter dem Vorjahreswert von 124,1 Mio. €. Das EBIT blieb erwartungsgemäß - infolge planmäßiger Abschreibungen in Höhe von 21,6 Mio. € auf den Ende 2009 erworbenen freenet-DSL-Kundenbestand - mit 92,0 Mio. € um 22,2 % hinter dem Vorjahreswert von 118,3 Mio. € zurück. Die Kundengewinnungskosten sowie die Konvertierungskosten von T-DSL- und R-DSL-Anschlüssen auf Komplettpakete (ULL) werden unverändert direkt als Aufwand verbucht. Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Segment stieg um 12,4 % auf 1.780 (Vorjahr 1.584).

Entwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Access"
in Mio. €

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2009 2010
Umsatz 1.026,7 1.230,1
EBITDA 124,1 122,6
EBIT 118,3 92,0

Quartalsentwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Access" in
Mio. €

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Q1 2010 Q2 2010 Q3 2010 Q4 2010 Q4 2009
Umsatz 300,8 301,4 310,8 317,1 273,5
EBITDA 31,7 34,5 36,4 20,0 21,8
EBIT 25,2 28,0 29,6 9,2 18,7

Durch den erfolgreichen Start unserer Mobile Internet Produkte und den anhaltenden Anstieg von DSL-Komplettpaketen stieg die Zahl der kostenpflichtigen Access-Verträge insgesamt um 130.000 Verträge von 3,50 Mio. Verträgen im Vorjahr auf 3,63 Mio. zum 31. Dezember 2010.

Im Mobile Internet Geschäft haben wir - nach Unterzeichnung des MVNO-Vertrages (Mobile Virtual Network Operator) mit Vodafone im März dieses Jahres sowie der anschließenden Produktentwicklung - am 1. Juli 2010 die Vermarktung unserer neuen Mobile-Internet-Produkte gestartet. Der von einer umfangreichen TV-, Print- und Online-Marketing-Kampagne begleitete Start stieß auf eine hohe Resonanz im Markt. So konnten wir allein im 2. Halbjahr 180.000 neue Kundenverträge aktivieren und damit die Kundenzahl auf insgesamt 270.000 steigern.

Bei den für uns wichtigen DSL-Komplettverträgen konnten wir ebenfalls stark zulegen und weitere 500.000 Kundenverhältnisse hinzu gewinnen. Im Bereich der auslaufenden Geschäftsmodelle Schmalband, T-DSL und R-DSL war die Zahl der Kundenverträge weiter rückläufig. 2010 gingen 550.000 Kundenverhältnisse verloren bzw. wurden in unsere DSL-Komplettpakete migriert. Nach guten Vertriebserfolgen im ersten Halbjahr haben wir unsere Vertriebsziele im 2. Halbjahr nicht erreicht und in Summe 50.000 DSL-Verträge verloren. Ursächlich hierfür war insbesondere die Performance unseres größten Vertriebspartners, der seine Ziele deutlich verfehlte.

Im Rahmen unserer DSL-Qualitäts-Offensive konnten wir im Berichtszeitraum wesentliche Maßnahmen wie Prozess-Optimierungen, kostenfreie Hotlines und schnellere Entstörzeiten planmäßig umsetzen und die Kundenzufriedenheit insgesamt deutlich verbessern.

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Access" in 2010

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31.12.2009 31.12.2010 + / -
Access, gesamt 3,50 Mio. 3,63 Mio. + 130.000
Davon DSL-Komplettpakete (ULL) 1,82 Mio. 2,32 Mio. + 500.000
Davon Mobile Internet 0,09 Mio. 0,27 Mio. + 180.000
Davon Schmalband / T-DSL / R-DSL 1,59 Mio. 1,04 Mio. - 550.000

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Access" im 4. Quartal 2010

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30.09.2010 31.12.2010 + / -
Access, gesamt 3,55 Mio. 3,63 Mio. + 80.000
Davon DSL-Komplettpakete (ULL) 2,21 Mio. 2,32 Mio. + 110.000
Davon Mobile Internet 0,17 Mio. 0,27 Mio. + 100.000
Davon Schmalband / T-DSL / R-DSL 1,17 Mio. 1,04 Mio. - 130.000

Produkt-Highlights 2010

Im Geschäftsjahr 2010 standen in erster Linie neue Angebote im Sinne unserer DSL-Qualitätsoffensive sowie Vorbereitung und Start unseres Mobile Internet Geschäfts im Vordergrund:

Im Februar 2010 hat unsere Marke 1&1 ein neues DSL-Angebot eingeführt, das nicht nur wie gewohnt günstig, sondern auch flexibel mit Zusatzleistungen kombinierbar ist. Vier einfache und transparente Grundtarife, die sich vor allem durch die maximal erreichbare Geschwindigkeit unterscheiden, bilden die Basis und lassen sich auf Wunsch mit Optionen für verschiedene Interessen erweitern.

Außerdem bieten wir unsere DSL- Pakete seit April 2010 auch ohne Mindestvertragslaufzeiten an. Im Rahmen unserer DSL-Qualitätsoffensive entspricht 1&1 damit dem Wunsch mancher Kunden nach mehr Flexibilität und bietet allen eine Alternative, die sich vertraglich nicht lange an ihren Internet- und Telefonanbieter binden möchten.

Mitte März 2010 haben wir mit Vodafone einen sogenannten MVNO-Vertrag (Mobile Virtual Network Operator) unterzeichnet, auf dessen Basis wir im 2. Quartal eigene Mobile Internet Produkte und Tarife entwickelt haben.

Zum 1. Juli 2010 haben wir die Vermarkung unserer Mobile Internet Tarife gestartet. Seitdem bieten wir mit der 1&1 All-Net-Flat und der 1&1 Notebook-Flat transparente Tarife - mit und ohne Laufzeit - für Smartphones und Laptops. Der Vermarktungsstart wurde durch eine umfangreiche TV-, Print- und Online-Marketing-Einführungskampagne unterstützt.

Am 22. November 2010 haben wir über GMX und WEB.DE die Vermarktung unserer neuen Mobilfunkmarke FreePhone gestartet. Wer über eine E-Mail-Adresse bei GMX oder WEB.DE verfügt, kann mittels einer FreePhone-SIM-Karte mit anderen FreePhone-Teilnehmern kostenfrei mobil telefonieren - ohne Grundgebühren, Mindestumsätze und Mindestvertragslaufzeit. Die Preise für Gespräche in andere Netze, SMS-Versand und Internet-Nutzung sind im unteren Preissegment angesiedelt. GMX- und WEB.DE-Kunden von Bezahltarifen erhalten zusätzlich eine kostenlose Internet-Flatrate als exklusiven Vorteil.

Ausblick

Im Access-Geschäft sehen wir angesichts unserer auf Transparenz und Flexibilität basierenden Produktpolitik, unserer innovativen Produkte, unseres guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sowie vielfältiger zubuchbarer Applikationen gute Chancen bei der Kundenbindung und der weiteren Erhöhung des durchschnittlichen Umsatzes je Vertrag. Das Vertragswachstum in diesem Segment wird insbesondere aus der für die Kundenbindung sehr wichtigen Migration unserer Kunden auf DSL-Komplettpakete (ULL) sowie aus der Vermarktung unserer Mobile Internet Produkte erwartet.

Segment "Applications"

"Applications" beschreibt das Applikations-Geschäft unserer Gesellschaft -werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Homepages und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen, die wir in unserer "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickeln, anschließend in unseren Rechenzentren betreiben und über unsere Marken GMX, WEB.DE, 1&1, united-domains, Fasthosts und InterNetX an unterschiedliche Zielgruppen vermarkten. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.

Auch in unserem Segment "Applications" haben wir 2010 stark in unser Kundenwachstum investiert. Die Zahl der kostenpflichtigen Verträge stieg um 480.000 auf 6,13 Mio. Dabei stand einer einmaligen Statistikbereinigung um 40.000 Verträge infolge einer im 3. Quartal vorgenommen Policy-Änderungen bei Inkassofällen im Ausland, ein Zuwachs um 35.000 Verträge im Ausland aus der Übernahme der Marke Mail.com gegenüber. Die Zahl unserer werbefinanzierten Applications-Accounts weltweit stieg organisch von 26,3 Mio. auf 28,0 Mio.

Trotz dieses Kundenwachstums verläuft das Umsatzwachstum im Applications-Segment durch die Vertragsumstellung Ende 2009 bei einem Großkunden der Sedo-Tochter affilinet gebremst. Dadurch musste unsere ebenfalls börsennotierte Konzerntochter Sedo Holding AG für das Geschäftsjahr 2010 einen Umsatzrückgang um 14,2 % ausweisen -wohingegen wir im übrigen Segment ein Wachstum von 12,5 % verzeichnen konnten. Vor diesem Hintergrund stieg der Segment-Umsatz insgesamt um 7,1 % von 631,5 Mio. € auf 676,5 Mio. und trug 35,5 % (Vorjahr 38,1 %) zum Gesamt-Umsatz im Konzern bei. Das Geschäft im Ausland wuchs um 15,2 % auf insgesamt 199,5 Mio. € (Vorjahr: 173,2 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2010 haben wir zusätzlich 21,7 Mio. € in die Entwicklung neuer Applikationen, die Vermarktung unserer Do-it-Yourself-Homepage sowie die weitere Internationalisierung, insbesondere die Expansion nach Polen, investiert.

Trotz dieser hohen Aufwendungen lagen EBITDA und EBIT des Segments mit 232,7 Mio. € bzw. 177,3 Mio. € mit 3,2 % bzw. 1,1 % über den Vorjahreswerten von 225,4 Mio. € bzw. 175,4 Mio. €. Auch in diesem Segment werden die Kundengewinnungskosten unverändert direkt als Aufwand verbucht. Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Segment stieg um 8,4 % auf 3.211 (Vorjahr 2.961).

Entwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Applications"
in Mio. €

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2009 2010
Umsatz 631,5 676,5
EBITDA 225,4 232,7
EBIT 175,4 177,3

Quartalsentwicklung der Finanz-Kennzahlen im Segment "Applications"
in Mio. €

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Q1 2010 Q2 2010 Q3 2010 Q4 2010 Q4 2009
Umsatz 161,8 166,4 167,3 181,0 160,4
EBITDA 60,5 58,4 53,9 59,9 62,9
EBIT 47,4 44,9 40,2 44,8 49,6

Im Bereich unserer Consumer-Applikationen möchten wir in 2011 unsere Internationalisierung forcieren. Dazu haben wir im 3. Quartal 2010 Mail.com erworben. Der Kauf umfasst neben dem Portal auch die Mail-Kunden der international agierenden Marke. Im wichtigen amerikanischen Markt haben wir uns damit neben der eingängigen internationalen Domain Mail.com weitere attraktive E-Mail-Kennungen wie email.com, post.com oder usa.com gesichert. Die Nutzer von Mail.com erhalten im Zuge der Übernahme und der vorgesehenen Integration die deutlich leistungsstärkere GMX-E-Mail-Technologie anstelle des bisherigen Dienstes. Die besondere Stärke der Domain Mail.com ist ihr generischer Charakter: Der Name ist leicht zu merken und damit eine global attraktive und zudem neutrale Alternative zu anbieterorientierten Adress-Endungen wie Hotmail, Yahoo oder Google Mail. Mit dieser generischen E-Mail-Domain sehen wir eine einzigartige Möglichkeit zur Differenzierung im international hart umkämpften E-Mail-Markt.

Die Migration auf die GMX-Technologie wird in den nächsten Monaten durchgeführt. Während die 35.000 kostenpflichtigen Verträge von Mail.com bereits im Vertrags-Reporting der United Internet Gruppe ausgewiesen sind, werden die werbefinanzierten Accounts erst nach Migration auf die GMX-Technologie und der anschließenden Anwendung unserer konzerninternen Auswertungs-Kriterien aufgenommen.

Zu unserem Vertragswachstum um insgesamt 480.000 Verträge im Geschäftsjahr 2010 auf 6,13 Mio. trugen unsere Business-Applikationen mit 290.000 neuen Verträgen auf 4,30 Mio. und unsere Consumer-Applikationen mit 190.000 neuen Verträgen auf 1,83 Mio. bei.

Die Vertragszahl unserer Applications-Verträge im Ausland stieg um 230.000 Verträge auf 2,45 Mio. an.

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Applications" in 2010

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31.12.2009 31.12.2010* + / -
Kostenpflichtige Verträge, gesamt 5,65 Mio. 6,13 Mio. + 480.000
Davon "Inland" 3,43 Mio. 3,68 Mio. + 250.000
Davon "Ausland" 2,22 Mio. 2,45 Mio. + 230.000
Werbefinanzierte Accounts 26,3 Mio. 28,0 Mio. + 1.700.000

* Im 3. Quartal 2010 stand einer einmaligen Statistikbereinigung um 40.000 Verträgen im Ausland (Policy-Änderung bei Inkassofällen), ein Zuwachs um 35.000 Verträge im Ausland aus der Übernahme von Mail.com gegenüber.

Entwicklung der Kundenverträge im Segment "Applications" im 4. Quartal 2010

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30.09.2010 31.12.2010 + / -
Kostenpflichtige Verträge, gesamt 6,03 Mio. 6,13 Mio. + 100.000
Davon "Inland" 3,63 Mio. 3,68 Mio. + 50.000
Davon "Ausland" 2,40 Mio. 2,45 Mio. + 50.000
Werbefinanzierte Accounts 27,3 Mio. 28,0 Mio. + 700.000

Produkt-Highlights 2010

2010 standen in erster Linie Ausbau und Weiterentwicklung unseres Portfolios an Cloud-Applikationen im Vordergrund:

Mit dem Dynamic Cloud Server haben wir Anfang 2010 über die Marke 1&1 ein neuartiges Server-Angebot gestartet. Anwender können Arbeitsspeicher, Prozessorleistung und Festplatten-Kapazität frei wählen und diese Einstellungen bei Bedarf flexibel anpassen. Dabei zahlen sie nur für die Leistung, die sie beispielsweise für Websites, Internet-Shops, Games oder Web-Applikationen benötigten. Zur Auswahl stehen verschiedene Linux- und Windows-Varianten. Für Standard-Anwendungen wie Mail-, Datenbank-, Webhosting- oder Game-Server werden optimierte Voreinstellungen angeboten.

Ende März 2010 haben wir mit Zoho eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel der Partnerschaft ist die Bereitstellung von standardisierten Cloud- Applikationen für den Massenmarkt. Als erstes Ergebnis der Partnerschaft wurde das neue Produkt 1&1 Online Office als Add-on zu den 1&1 Webhosting-Produkten eingeführt. 1&1 Online Office umfasst neben den bei 1&1 schon seit längerem vorhandenen Modulen E-Mail, Kalender, Adress-Verwaltung, Groupware und Mobilität auch Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentations-Software. Alle Anwendungen sind komplett im Browser lauffähig. Die Daten unserer Kunden werden zentral in unseren Hochleistungs-Rechenzentren vorgehalten und gesichert.

Während des 1. Halbjahres 2010 wurde die 1&1 Branchen-Homepage zur 1&1 Do-it-yourself-Homepage weiterentwickelt und mit zahlreichen neuen Features wie z. B. RSS-Feeds, einem Produktkatalog mit Bestell- und Zahlungsfunktion sowie einer Suchmaschinen-Optimierung weiter aufgewertet. Seit Anfang Juli wird das Produkt -als erstes Cloud-Produkt überhaupt - auch per TV-Werbung in Deutschland beworben.

Am 6. Juli 2010 ist bei GMX und WEB.DE die Vorregistrierung für De-Mail gestartet. Nach umfangreichen Vorbereitungen können GMX und WEB.DE-Nutzer ihre Namen für eine spätere Freischaltung von De-Mail unverbindlich und kostenlos reservieren. Mit De-Mail können Behörden, Unternehmen und Privatpersonen - nach Inkrafttreten des De-Mail-Gesetzes - voraussichtlich ab Sommer 2011 elektronische Dokumente auf sicherem Weg rechtsverbindlich miteinander austauschen. Bis zum 31. Dezember 2010 lagen bereits rund 700.000 Vorregistrierungen vor.

Am 27. August 2010 sind wir in unserem Applikations-Geschäft auch im polnischen Markt gestartet. Im Rahmen einer sogenannten Pre-Launch-Phase konnten Privatanwender und Firmen ein 1&1 Hosting-Produkt bestellen und kostenfrei und ohne Vertragslaufzeit testen. Der Start unseres Angebots stieß auf eine hohe Presse- und Medienresonanz im polnischen Markt. Auch von Seiten der polnischen Anwender ist das Testangebot sehr positiv aufgenommen worden. Bis Ende der Pre-Launch-Phase und dem gleichzeitigen Start unserer kostenpflichtigen Produktpalette Mitte Januar 2011 lagen rund 40.000 Registrierungen vor.

Ausblick 2011

Mit unseren starken und spezialisierten Marken, unserem ständig wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen und unseren bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen kleinen Firmen und Privatanwendern sind wir gut aufgestellt, um die sich ergebenden Chancen im Cloud-Computing für unser Unternehmen zu nutzen. Weitere Chancen bietet die Erschließung neuer Auslandsmärkte für Business-Applikationen. Bei Consumer-Applikationen werden wir vor allem die technische Integration und die anschließende Expansion des neu erworbenen Dienstes Mail.com vorantreiben. Außerdem planen wir als führender deutscher E-Mail-Anbieter, nach dem für das erste Quartal 2011 erwarteten Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens zu De-Mail, ab Sommer in die rechtssichere EMail-Kommunikation einzusteigen.

Beteiligungen im Konzern

Neben ihren (vollkonsolidierten) operativen Kernmarken im Access- und Applications-Segment hält United Internet eine Reihe weiterer Beteiligungen.

Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen

United Internet hielt am 31. Dezember 2010 26,12 % des Grundkapitals der Versatel AG, Berlin. Versatel hat in den ersten 9 Monaten 2010 (der Jahresabschluss von Versatel wird erst nach Redaktionsschluss dieses Berichts veröffentlicht) ein negatives Konzernergebnis in Höhe von rund 30 Mio. € (Vorjahr: -31,0 Mio. €) erzielt. Die Marktkapitalisierung bzw. der Börsenwert der Gesellschaft betrug zum 31. Dezember 2010 rund 216 Mio. €.

Zum 31. Dezember 2010 hielt United Internet 4,98 % der Aktien der freenet AG, Büdelsdorf. freenet hat - nach vorläufigen Zahlen - im Geschäftsjahr 2010 ein deutlich positives Konzernergebnis in Höhe von 112,5 Mio. € erzielt. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft zum 31. Dezember 2010 belief sich auf rund 1,01 Mrd. €.

Seit dem Jahr 2007 hält United Internet eine Beteiligung an der Goldbach Media AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Stimmrechtsanteil unverändert 14,99 %. Goldbach Media hat das Geschäftsjahr 2010 mit einem positiven Konzernergebnis in Höhe von 10,0 Mio. € abgeschlossen. Die Marktkapitalisierung betrug zum 31. Dezember 2010 rund 234 Mio. CHF.

Im Zuge der Einbringung unseres Display-Marketing-Geschäft "AdLINK Media" in Hi-media S.A. halten wir seit Mitte des Jahres 2009 10,65 % der Aktien der Hi-media, Paris / Frankreich. Hi-Media hat im 1. Halbjahr 2010 (der Jahresabschluss wird erst nach Redaktionsschluss dieses Berichts veröffentlicht) insbesondere infolge hoher Firmenwertabschreibungen ein negatives Konzernergebnis in Höhe von 63,5 Mio. € (Vorjahr: +2,4 Mio. €) erzielt. Die Marktkapitalisierung betrug rund 156 Mio. € zum 31. Dezember 2010.

Beteiligungsfonds mit den Samwer Brüdern

Gemeinsam mit den Samwer Brüdern investiert United Internet seit Mitte 2007 in Fonds mit unterschiedlichen Investitionsschwerpunkten. An der European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 1, einem Fonds für Frühphasenfinanzierungen, ist United Internet seit Mitte 2007 beteiligt. In einem weiteren gemeinsamen Fonds, der Ende 2007 aufgelegten European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 2, wird seit 2008 in "Later-Stage-Investments" investiert. Mit Vertrag vom 5. März 2008 hat sich United Internet auch an der European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 3 beteiligt. Über letztgenannten Fonds werden insbesondere prozentual kleine Investments in "Later-Stage-Firmen" gezeichnet.

Im Geschäftsjahr 2010 hat United Internet 1,2 Mio. € über den EFF Nr. 1 sowie 0,1 Mio. € über den vollkonsolidierten Fond EFF Nr. 3 in Portfolio-Unternehmen investiert. Über den EFF Nr. 2 wurden keine Investments getätigt.

Aus dem Verkauf von Anteilen an Portfolio-Unternehmen flossen 2010 insgesamt 30,9 Mio. € zurück.

Im Rahmen der 3 Fonds wurden zum 31. Dezember 2010 insgesamt 49 Beteiligungen an Internet-Unternehmen gehalten.

Weitere Beteiligungen zum 31. Dezember 2010

Bereits seit mehreren Jahren hält United Internet wesentliche Anteile an der fun communications GmbH (49,00 %) sowie der virtual minds AG (48,65 %). Beide Gesellschaften haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Ergebnis erzielt.

Anfang November 2010 haben wir uns an ProfitBricks, einem innovativen StartUp im Bereich Cloud Hosting, mit 30,02 % beteiligt. Mit der Beteiligung ergänzen wir unsere Aktivitäten im Cloud-Kerngeschäft über die Marken 1&1, GMX, WEB.DE, Fasthosts und InterNetX um ein komplementäres Segment und eine neue Zielgruppe in diesem Wachstumsmarkt. ProfitBricks wurde von den ehemaligen 1&1-Vorständen Andreas Gauger und Achim Weiß, die die restlichen 70 % der Anteile halten, gegründet. Ziel der Gesellschaft ist es, innovative und leistungsstarke Cloud-Anwendungen und komplexe Cloud-Server-Infrastrukturen und damit hochperformante sogenannte Infrastructure-as-a-Service-Lösungen (IaaS) zu entwickeln. Zielgruppe sind Entwickler und Internet-Anbieter, die auf Basis der ProfitBricks-Lösungen wiederum eigene Produkte und Applikationen für ihre Endkunden herstellen und betreiben können. Die voraussichtlich ab Sommer 2011 bereitstehenden ProfitBricks-Produkte werden derzeit komplett neu entwickelt und designt.

Veräußerte Beteiligungen in 2010

Im Dezember 2010 haben wir unsere (über die 1&1 Internet AG gehaltenen) Anteile an dem Video-on-Demand-Portal maxdome an den bisherigen Mitgesellschafter ProSiebenSat.1 verkauft. ProSiebenSat.1 übernimmt maxdome damit komplett. Bislang hielten die Gesellschafter, ProSiebenSat.1 und 1&1, jeweils 50 % der Anteile am Joint Venture maxdome GmbH & Co. KG.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Konzern

Ertragslage im Konzern

Der in der United Internet AG konsolidierte Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2010 um 15,0 % von 1.658,9 Mio. € im Vorjahr auf 1.907,1 Mio. €. Dabei verbesserte sich der Umsatz im Segment "Access" von 1.026,7 Mio. € im Vorjahr um 19,8 % auf 1.230,1 Mio. €. Im Segment "Applications" verläuft das Umsatzwachstum seit der Umstellung des Vertragsverhältnisses Ende 2009 bei einem Großkunden der Sedo-Tochter affilinet gebremst. Dadurch musste unsere ebenfalls börsennotierte Konzerntochter Sedo Holding AG für das Geschäftsjahr 2010 einen Umsatzrückgang um 14,2 % ausweisen -wohingegen wir im übrigen Segment ein Wachstum von 12,5 % verzeichnen konnten. Vor diesem Hintergrund stieg der Segment-Umsatz insgesamt um 7,1 % von 631,5 Mio. € auf 676,5 Mio. €.

In 2010 haben wir stark in Aufbau, Entwicklung und Vermarktung unserer neuen Geschäftsfelder sowie in unsere DSL-Qualitätsoffensive investiert und zusätzlich 71,9 Mio. € ausgegeben. Gleichzeitig konnten wir im 3. Quartal Verhandlungen über von uns beanstandete Vorleistungsrechnungen abschließen. Die daraus resultierenden Rückerstattungen für Vorperioden von insgesamt 19,3 Mio. € wurden zur anteiligen Refinanzierung der genannten Aufwendungen im Neugeschäft verwendet.

Die Bruttomarge im Konzern sank von 38,7 % im Vorjahr auf 35,7 %. Ursächlich hierfür sind in erster Linie die hohen Aufwendungen für unsere DSL-Qualitätsoffensive, der starke Anstieg unserer DSL-Komplettpakete (ULL) und die ergebniswirksame Verbuchung der gestiegenen Hardware-Subventionen auch im Bereich unserer neuen Mobile Internet Produkte.

Die Vertriebskosten stiegen durch die planmäßigen Abschreibungen auf den erworbenen freenet-DSL-Kundenbestand, durch deutlich gesteigerte Marketingausgaben und hohe Anlaufkosten für neue Produkte sowie Kundengewinnungskosten von 228,0 Mio. € (13,7 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 306,2 Mio. € (16,1 % vom Umsatz). Die Verwaltungskosten haben sich mit 94,7 Mio. € (5,0 % vom Umsatz) im Vergleich zu 92,7 Mio. € (5,6 % vom Umsatz) im Vorjahr unterproportional erhöht.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich trotz der zusätzlichen Aufwendungen für unsere DSL-Qualitätsoffensive und den Anlaufkosten in den neuen Geschäftsfeldern in Höhe von 71,9 Mio. € um 0,4 % von 356,1 Mio. € (Vorjahr ohne positive Sonderfaktoren in Höhe von 60,6 Mio. € aus Anteilsverkäufen bei freenet und Drillisch) auf 357,7 Mio. €. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieb erwartungsgemäß - insbesondere durch die planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 21,6 Mio. € auf den Ende 2009 erworbenen freenet-DSL-Kundenbestand - mit 271,5 Mio. € um 9,5 % unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau von 300,0 Mio. €.

Während das Ergebnis vor Steuern (EBT) sowie das Konzernergebnis des Vorjahres durch im Saldo positive Einmalerträge in Höhe von 75,6 Mio. € (Verkauf der freenet- und Drillisch-Anteile, Wertaufholungen bei der MSP-Holding und Wertminderungen insbesondere bei den Versatel-Anteilen) erhöht waren, sind beide Kennzahlen durch Wertminderungen, insbesondere bei den börsennotierten freenet- und Hi-media-Anteilen, in Höhe von 13,5 Mio. € sowie durch deutlich erhöhte Verluste aus at-equity bilanzierten Unternehmen (insbesondere Versatel) belastet. Inklusive der genannten Sonderfaktoren sank das EBT von 327,7 Mio. € auf 215,8 Mio. €.

Das Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen reduzierte sich von 271,2 Mio. € auf 127,7 Mio. € und das Konzernergebnis inklusive der eingestellten Geschäftsbereiche von 283,2 Mio. € auf 129,5 Mio. €. In den Vorjahreswerten waren neben den weitgehend steuerfreien Einmalerträgen (75,6 Mio. €) zusätzlich einmalige im Saldo positive Steueranpassungen in Höhe von 26,6 Mio. € enthalten. Das Ergebnis pro Aktie (EPS) sank entsprechend von 1,22 € (inkl. 0,47 € aus den im Saldo positiven Sonderfaktoren sowie 0,05 € aus eingestellten Geschäftsbereichen) im Vorjahr auf 0,58 € (inkl. 0,01 € aus eingestellten Geschäftsbereichen).

Entwicklung der Finanz-Kennzahlen im Konzern
in Mio. €

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2009 2010
Umsatz 1.658,9 1.907,1
EBITDA ohne Sonderfaktoren 356,1 357,7
EBITDA 416,7* 357,7
EBIT ohne Sonderfaktoren 300,0 271,5
EBIT 360,6* 271,5

* EBITDA und EBIT 2009 inkl. positiven Sonderfaktoren in Höhe von 60,6 Mio. € aus Anteilsverkäufen bei freenet und Drillisch

Quartalsentwicklung der Finanz-Kennzahlen im Konzern
in Mio. €

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Q1 2010 Q2 2010 Q3 2010 Q4 2010 Q4 2009
Umsatz 462,8 468,0 478,2 498,1 434,1
EBITDA ohne Sonderfaktoren 90,3 91,7 88,8 86,9 87,0
EBITDA 90,3 91,7 88,8 86,9 97,4*
EBIT ohne Sonderfaktoren 70,7 71,5 68,4 60,9 70,4
EBIT 70,7 71,5 68,4 60,9 80,8*

* EBITDA und EBIT Q4 2009 inkl. positiven Sonderfaktoren in Höhe von 10,4 Mio. € aus Anteilsverkäufen bei Drillisch

Cash-Flow, Investitionen und Finanzierungen

Trotz der zusätzlichen Aufwendungen für unsere DSL-Qualitätsoffensive und der Anlaufkosten in unseren neuen Geschäftsfeldern in Höhe von 71,9 Mio. € reduzierte sich der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit nur um 13,1 Mio. € auf 238,1 Mio. € (Vorjahreswert: 251,2 Mio. €). Auch die Nettoeinnahmen der betrieblichen Tätigkeit lagen mit 290,4 Mio. € nur um 22,7 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres von 313,1 Mio. €.

Die Nettoausgaben im Investitionsbereich betrugen 71,2 Mio. €. Dabei stand auf der Einnahmeseite ein Mittelrückfluss aus Beteiligungsverkäufen der EFF-Fonds in Höhe von 30,9 Mio. € im Vordergrund, während auf der Ausgabenseite insbesondere Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 72,4 Mio. € getätigt und 21,4 Mio. € in den Erwerb von Mail.com investiert wurden. Im Vorjahr betrugen die Nettoausgaben im Investitionsbereich 110,2 Mio. €. Dabei war die Ausgabenseite insbesondere durch die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit 175,0 Mio. € (davon 126,3 Mio. € für den Kauf des freenet-DSL-Geschäfts) sowie den "Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen" mit 33,0 Mio. € (davon 32,5 Mio. € für die den Erwerb der united-domains AG) geprägt. Auf der Einnahmeseite standen die Einzahlungen aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen mit 93,9 Mio. € (davon 92,9 Mio. € aus dem Verkauf der freenet-Anteile) und die Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten mit 23,0 Mio. € (davon 21,4 Mio. € aus dem Verkauf der Drillisch-Anteile) im Vordergrund.

Die Nettoausgaben im Finanzierungsbereich stiegen von 142,8 Mio. € im Vorjahr auf 240,5 Mio. €. Nachdem der Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich im Vorjahr fast ausschließlich durch die Rückzahlung von Krediten in Höhe von 143,2 Mio. € geprägt war, standen im Geschäftsjahr 2010 der Erwerb eigener Aktien (118,2 Mio. €), die Dividendenzahlung (88,0 Mio. €) sowie die Rückzahlung von Krediten (Netto 30,8 Mio. €) im Vordergrund.

Vermögen und Eigenkapital

Die Bilanzsumme im Konzern sank von 1.323,4 Mio. € zum 31. Dezember 2009 auf 1.271,3 Mio. € zum 31. Dezember 2010.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen gingen insbesondere durch die anteilige Ergebnisübernahme der Beteiligung an der Versatel AG von 126,6 Mio. € auf 84,1 Mio. € zurück.

Der Rückgang bei den sonstigen finanziellen Vermögenswerten von 160,5 Mio. € auf 145,3 Mio. € war im Wesentlichen durch eine erfolgsneutrale Fortschreibung der Buchwerte unserer Beteiligung an Goldbach Media sowie gegenläufig aus Wertminderungen der Buchwerte unserer Beteiligungen an freenet und Hi-media sowie Beteiligungsverkäufen des EFF Fonds Nr. 3 geprägt.

Die Firmenwerte blieben mit 402,9 Mio. € nahezu unverändert (398,9 Mio. € zum 31. Dezember 2009) und resultieren ausschließlich aus dem ertragsstarken Segment Applications.

Der Bestand an liquiden Mitteln lag insbesondere infolge der Dividendenzahlung und der Aktienrückkäufe zum Bilanzstichtag mit 96,1 Mio. € unter dem Vorjahreswert von 116,8 Mio. €.

Nähere Angaben zu den im Konzern verwendeten Finanzinstrumenten finden Sie im Konzernanhang unter Punkt 41.

Die Netto-Bankverbindlichkeiten konnten trotz der Dividendenzahlung und der Rückkäufe eigener Aktien von 283,4 Mio. € auf 273,3 Mio. € reduziert werden.

Der Bestand an eigenen Aktien der United Internet AG belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 20.563.522 Stück (nach 10.272.371 zum 31. Dezember 2009).

Die Eigenkapitalquote im Konzern betrug zum 31. Dezember 2010 nach Abzug der eigenen Aktien (241,0 Mio. € vs. 123,8 Mio. € im Vorjahr) 30,1 % gegenüber 33,2 % zum 31. Dezember 2009.

Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements im Konzern finden Sie auch im Konzernanhang unter Punkt 43.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im
Einzelabschluss der Gesellschaft

Ertragslage der United Internet AG

Der Umsatz der United Internet AG betrug im Berichtsjahr 2,9 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) und umfasst überwiegend die Weiterbelastung von Dienstleistungen und Mieten an die Tochtergesellschaften.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 0,5 Mio. €. Die sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres in Höhe von 121,8 Mio. € resultierten im Wesentlichen aus dem Verkauf der 2008 erworbenen Anteile an der freenet AG (56,4 Mio. €), aus Erträgen im Zusammenhang mit dem Tausch von Anteilen an der MSP-Holding gegen freenet-Aktien (34,7 Mio. €) sowie aus Zuschreibung auf die zum Bilanzstichtag gehaltenen eigenen Aktien (30,1 Mio. €) aufgrund der Aktienkurssteigerungen im Jahr 2009.

Durch Beteiligungserträge aus der operativen Tochtergesellschaft 1&1 Internet AG sowie der United Internet Beteiligungen GmbH stiegen die Erträge aus den Gewinnabführungsverträgen von 278,9 Mio. € im Vorjahr auf 951,3 Mio. €. Ursächlich für diesen deutlichen Anstieg war die Aufdeckung von stillen Reserven auf Ebene der 1&1 Internet AG. Mit Gründungsurkunde vom 6. Dezember 2010 hat die 1&1 Internet AG die 1&1 Mail & Media Holding GmbH im Wege der Sachgründung errichtet. Gemäß Gründungsurkunde hat die 1&1 Internet AG die übernommene Stammeinlage dadurch erbracht, dass sie sämtliche Geschäftsanteile an der 1&1 Mail & Media GmbH in die Gesellschaft eingelegt hat. Der Zeitwert der im Rahmen der Sachgründung eingebrachten Geschäftsanteile an der 1&1 Mail & Media GmbH wurde auf Basis eines Bewertungsgutachtens ermittelt. Aus der Aufdeckung der stillen Reserven ist auf Ebene der 1&1 Internet AG ein Ertrag in Höhe von 701,7 Mio. € verbucht worden. Hintergrund dieser Maßnahme war eine strategische Neuausrichtung der Konzernsteuerung, welche sich unter anderem in der geänderten Konzern-Segmentberichterstattung innerhalb des United Internet Konzerns widerspiegelt. Die United Internet AG wird - nach dem Bilanzstichtag - eine Zuzahlung in Höhe von 700,0 Mio. € in die Kapitalrücklage der 1&1 Internet AG leisten.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen stiegen von 27,6 Mio. € im Vorjahr auf 45,7 Mio. €. Diese resultieren im Wesentlichen aus Abschreibungen auf die Buchwerte der Beteiligungen an der freenet AG (11,0 Mio. €) und der Versatel AG (34,6 Mio. €) infolge der rückläufigen Aktienkursentwicklung der beiden Gesellschaften. Im Vorjahr wurden Abschreibungen in Höhe von 27,6 Mio. € auf den Buchwert der Versatel AG vorgenommen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Einzelabschluss belief sich auf 889,8 Mio. € - nach 345,2 Mio. € im Vorjahr. Der Jahresüberschuss wird im Einzelabschluss mit 779,5 Mio. € - nach 298,2 Mio. im Vorjahr - ausgewiesen. Der Vorstand der United Internet AG hat nach Maßgabe des § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG einen Teilbetrag (375 Mio. €) des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen eingestellt.

Vermögens- und Finanzlage der United Internet AG

Die Bilanz der Einzelgesellschaft ist im Wesentlichen geprägt durch die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 405,0 Mio. € (Vorjahr: 404,5 Mio. €) sowie Beteiligungen in Höhe von 106,7 Mio. € (Vorjahr: 150,1 Mio. €).

Den Zugängen bei den Beteiligungen in Höhe von 2,2 Mio. € stehen Abschreibungen bei den Beteiligungen von insgesamt 45,7 Mio. € gegenüber. Diese resultieren im Wesentlichen aus Abschreibungen auf die Buchwerte der Beteiligungen an der freenet AG (11,0 Mio. €) und der Versatel AG (34,6 Mio. €) auf Basis der Börsenkurse zum 31. Dezember 2010.

Die Verbindlichkeiten der United Internet AG gegenüber Kreditinstituten sind um 29,8 Mio. € auf 370,2 Mio. € (Vorjahr: 400 Mio. €) reduziert worden. Die Bankverbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus einem Konsortialkredit, der am Bilanzstichtag mit 220 Mio. € (Vorjahr: 250 Mio. €) in Anspruch genommen war, sowie einem in 2008 aufgenommenen Schuldscheindarlehen von 150 Mio. €. Die Eigenkapitalquote stieg von 51,5 % im Vorjahr auf 67,8 % zum 31. Dezember 2010.

Dividende

Die Hauptversammlung der United Internet AG hat am 2. Juni 2010 dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,40 € je Aktie zugestimmt. Die Dividende setzte sich zusammen aus regulär 0,20 € für das Geschäftsjahr 2009 sowie einer Sonderdividende in Höhe von weiteren 0,20 € für die im Vorjahr ausgefallene Dividende. Die Dividendenzahlung in einer Gesamthöhe von 88,0 Mio. € ist im Juni 2010 geleistet worden.

Über den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2010 beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 23. März 2011.

Forschung und Entwicklung im Konzern

Die United Internet Marken stehen für Portalangebote und Internet Access, insbesondere aber auch für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Gerade die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der United Internet Marken.

Mit unseren eigenen Entwicklungsteams können wir dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und unsere etablierten Produkte weiterentwickeln und den wechselnden Bedürfnissen anpassen -ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch unsere Kompetenz bei Produkt-Entwicklung, -Weiterentwicklung und Rollout sind wir in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungen und Zulieferungen Dritter und können damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.

Unsere Entwicklungszentren in Karlsruhe und Bukarest mit insgesamt über 1.100 Entwicklern, Produktmanagern und technischen Administratoren arbeiten überwiegend mit dem Open-Source-Code Linux und im Rahmen fest definierter und modellierter Entwicklungsumgebungen. Ergänzend nehmen wir Programmierleistungen Dritter in Anspruch, um bestimmte Projekte rasch und effizient umzusetzen. So können wir die Basis-Anwendungen unserer Produkte innerhalb kürzester Zeit weiterentwickeln und zeitnah neuen Kundenbedürfnissen anpassen. Neben diesen Entwicklungen beziehen wir auch Lösungen von Partnern, die wir nach unseren Bedürfnissen modifizieren und in unsere Systeme integrieren. Damit verfügen wir über eine Art Baukastensystem, dessen Module sich zu ganz verschiedenen, leistungsfähigen und integrierten Anwendungen kombinieren und mit einer produkt- und länderspezifischen Benutzeroberfläche versehen lassen.

Aufgrund unserer stetig wachsenden Kundenzahl werden auch die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit unserer Angebote immer höher. Neben der Weiterentwicklung unserer Produkte und ständiger Optimierung im Backend-Bereich (z. B. bei den kundenseitig zu Verfügung stehenden Administrations- und Konfigurations-Tools) gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen. So arbeiten wir u.a. permanent an Verbesserungen der Schnittstellen zu unseren verschiedenen Vorleistungsanbietern.

Schwerpunkte 2010

Einführung eines dynamischen Telefon-Routing Systems

Mit dem "VWP-CLC" wurde in Weiterentwicklung und Zusammenführung unserer bestehenden Support-Systeme ein dynamisches Anruf-Routing-System realisiert. Bei einem Anruf wird der Kunde über seine Rufnummer identifiziert und erhält eine situationsbezogene angepasste Ansage. Parallel erfolgt im Hintergrund die Prüfung eventuell schon laufender Geschäftsprozesse. Das System zeichnet sich durch eine außerordentliche Effizienz und Routingintelligenz aus. Kundenanliegen werden dabei intelligent und ohne Sprachdialogsystem an einen geeigneten Agenten weitergeleitet. Zusätzlich gehen aktuelle Ereignisse, wie beispielsweise eine Störung im Wohngebiet des Kunden, in das Routing ein. Der Kunde erhält also nur die für ihn persönlich relevanten Informationen und wird komfortabel vermittelt. Gleichzeitig wird die Wartezeit für den Kunden dadurch deutlich reduziert. Teilweise kann das Kundenanliegen durch passgenaue Systemansagen auch "fallabschließend" bearbeitet werden. Anlässlich der VOICE Days plus wurde das System für den besten telefonischen Self-Service mit dem Smart Service Award prämiert.

Ausbau der universellen Anwendungsplattform

Durch die zunehmende Fragmentierung der Endgeräte (Desktop-Rechner, Tablets, Smartphones etc.) sind die Anforderungen an Interoperabilität und Skalierbarkeit von Anwendungen extrem gestiegen. Bereits heute setzten wir unternehmensweit auf zukunftsweisende Technologien wie JavaScript, HTML5 und cloudfähige APIs. Die Grundlagen zur Umsetzung universeller Anwendungen wurden und werden auch künftig weiter konsequent ausgebaut - unterstützt durch die langjährige Kompetenz in der webbasierten Softwareentwicklung und der Verfügbarkeit neuer Technologien und Standards. Ein einheitliches, objektorientiertes Programmiermodell, kombiniert mit modernsten Webtechnologien, ermöglicht die Umsetzung und Anpassung von Applikationen auf unterschiedlichsten Plattformen, bis hin zu mobilen Nutzung.

Entwicklung modularer Rechenzentren

Der Betrieb von Cloud-Applikationen, ein steigendes Datenvolumen und hohe Energiekosten stellen hohe Anforderungen an unsere Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir ständig daran, unsere Rechenzentren weiterzuentwickeln und deren Effizienz durch intelligente Lösungen zu erhöhen. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit einer technologischen Weiterentwicklung in Richtung mobiler Rechenzentren. Mit Hilfe modularer Einheiten können Rechenzentren lokal und damit nah am Kunden betrieben werden. Durch kurze Wege werden Netzwerk-Latenzen bei Cloud-Applikationen minimiert und die Beanspruchung von Ressourcen durch kleine Grundeinheiten kann optimal verteilt werden. Durch Container-Einheiten können Rechenzentren abhängig vom Bedarf flexibel skaliert oder temporär betrieben werden. Ändern sich wesentliche Rahmenbedingungen wie Bedarf, Energiepreise etc. ist ein Umzug der Einheiten jederzeit möglich. Durch eine effiziente Kühlung über Außenluft können die Einheiten umweltfreundlich und mit geringerem Energieverbrauch betrieben werden.

Entwicklung einer internen Virtualisierungs-Plattform

Im Geschäftsjahr 2010 wurden unsere bestehenden Test- und Entwicklungsprozesse um eine interne Virtualisierungs-Plattform erweitert, auf deren Basis in kürzester Zeit virtuelle Rechnerkapazitäten für die interne Entwicklung und das Testen von Anwendungen bereitgestellt werden können. Zudem können auf dieser Plattform aber auch produktive Applikationen dauerhaft betrieben werden. Musste in der Vergangenheit die notwendige Hardware erst physisch im Rechenzentrum zusammengestellt werden, so können mit Hilfe der neuen Plattform die benötigten Rechnerinstanzen virtuell in kürzester Zeit aufgesetzt werden. Der virtuelle Betrieb ermöglicht darüber hinaus Energie-, Hardware- und Ressourceneinsparungen, bei einer noch höheren Ausfallsicherheit.

Risikobericht

Risikomanagementsystem

Auch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus hat ein ganzheitliches Risikomanagement für die United Internet AG einen hohen Stellenwert. Ziel des konzernweiten Risikomanagements ist die systematische Auseinandersetzung mit potenziellen Risiken und die Förderung des risikoorientierten Denkens und Handelns in der Organisation. Der kontrollierte Umgang mit Risiken soll dazu beitragen, bestehende Chancen konsequent zu nutzen und den Geschäftserfolg zu steigern. Konzeption, Organisation und Aufgabe des konzernweiten Risikomanagements werden von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG vorgegeben und im Rahmen eines konzernweit verfügbaren und gültigen Risikohandbuchs dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend mit den sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen abgeglichen, angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für die Jahresabschlussprüfung, ob das Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, unternehmensgefährdende Risiken und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Zudem unterliegen die Funktionsfähigkeit und Effizienz der Risikomanagement-Prozesse sowie die Einhaltung der im Risikohandbuch definierten Regelungen der Prüfung durch die interne Revision.

Im Rahmen des Risikomanagements identifizieren, klassifizieren und bewerten wir Unternehmensrisiken - bei klaren Verantwortlichkeiten - konzernweit einheitlich. Wir setzen unser Risikomanagementsystem nicht nur zur Identifikation von bestandsgefährdenden Risiken ein, sondern identifizieren und überwachen auch Risiken, die unterhalb der Bestandsgefährdung liegen, jedoch negativen Einfluss auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns haben können.

Im Geschäftsjahr 2010 haben wir zur Unterstützung des zentralen Risikomanagements weitere dezentrale Risikomanager mit einer monatlichen Berichtsfrequenz im Bereich Technik & Entwicklung installiert. Zudem wurden zusätzliche dezentrale Risikomanager in den in- und ausländischen Tochtergesellschaften sowie in wesentlichen Beteiligungen für den Risikomanagementprozess vor Ort eingesetzt.

Im Sinne eines konzernweiten Austauschens und Abgleichens von Risikoinformationen findet zwischen den dezentralen Risikomanagern und dem zentralen Risikomanagement ein regelmäßiges Risk-Manager-Meeting statt.

Der Risikostatus wird quartalsweise an den Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert. Bei unvermittelt eintretenden wesentlichen Risiken oder bei einer erheblichen Risikoveränderung wird eine Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Vorstand gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet.

Risiken der künftigen Geschäftsentwicklung

Aus der Gesamtheit der für den Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die Risikofelder und Einzelrisiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der United Internet AG wesentlich beeinflussen können.

Externe Risiken

Bedrohungspotenziale im Internet

Die United Internet AG realisiert ihren Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Umfeld des Internet. Unser Produktportfolio besteht aus hochwertigen Internet- und Telekommunikationsanwendungen sowie aus technisch komplexen Mehrwertprodukten. Zur Leistungserbringung setzen wir im Rahmen unserer Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) ein, die stark mit dem Internet vernetzt sind.

Grundsätzlich besteht das Risiko eines Hackerangriffs mit dem Ziel, Kundendaten auszuspionieren, zu löschen oder Leistungen missbräuchlich in Anspruch zu nehmen. Wir begegnen diesem Risiko mit dem Einsatz von Virenscannern, Firewalling-Konzepten eigens initiierten Tests und diversen technischen Kontrollmechanismen. Des Weiteren besteht das Risiko von DDos-Attacken (DDos = Distributed Denial of Service), die zu einer Überlastung unserer technischen Systeme bzw. zu Serverausfällen führen können. Um solchen Risiken zunehmend schneller begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs- und Alarmierungssystem inkl. der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.

United Internet ist bestrebt, im Rahmen des IT-Security-Managements ihr Sicherheitskonzept kontinuierlich zu verbessern und auf dem neuesten Stand zu halten. Dennoch kann nie vollständig ausgeschlossen werden, dass sich ein Hacker Zugang zu firmeneigenen Netzen verschafft oder in Kundenkonten einbricht und Leistungen wie z. B. Internet-Telefonie missbräuchlich in Anspruch nimmt. Dafür wurden Notfallkonzepte und Automatismen entwickelt, die einen möglichen Schaden weitestgehend gering halten und die Interessen unserer Kunden schützen.

In den vergangenen Jahren ist eine stetige Zunahme an Spam-E-Mails im Internet zu verzeichnen. Dies hat für die Mailsysteme von United Internet zur Folge, dass die Auslastung deutlich zunimmt und Prozesse behindert werden. Vor diesem Hintergrund treffen wir verschiedene Vorkehrungen, um den Spam-Verkehr möglichst gering zu halten. Durch die aktive Teilnahme an länderübergreifenden Arbeitsgruppen wirken wir darüber hinaus u. a. bei der Definition von Mail-Security-Standards mit.

Marktregulierung

Im Segment Access haben die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts Einfluss auf die Gestaltung der Breitband-Internetzugangstarife. (Genehmigte) Preiserhöhungen der Leitungsbetreiber, von denen United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich negativ auf die Profitabilität unserer Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht aber auch die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert. United Internet versucht, dem steigenden Regulierungsrisiko dadurch zu begegnen, dass wir bei den im Bereich Internet-Zugang bezogenen Vorleistungen mit mehreren Partnern zusammenarbeiten und uns über Interessenvertreter wie dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) aktiv einbringen. Auch im Bereich der Internet-Telefonie (VoIP) haben Entscheidungen der Bundesnetzagentur Einfluss auf die Geschäftsprozesse. Durch externe Anforderungen (z. B. des Gesetzgebers) an bestehende Prozesse und neue regulatorische Rahmenbedingungen könnten höhere Kosten entstehen, die sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit von United Internet und somit auch auf die Profitabilität auswirken könnten.

Wettbewerb

Mit dem im April 2010 geschlossenen MVNO-Vertrag sowie dem Start unserer neuen Mobile Internet Produkte am 1. Juli 2010 hat die United Internet AG ihr Produkt-Portfolio um ein weiteres Zugangs-Produkt erweitert und ist in einen neuen, zusätzlichen Wachstumsmarkt mit großen Wettbewerbern eingestiegen. Mit dieser unternehmerischen Entscheidung sind naturgemäß auch neue Risiken verbunden, die in erster Linie aus der Tarifierung unserer Produkte (Pricing) sowie aus dem mit unserem Vorleistungslieferanten vertraglich vereinbarten Mindestabnahme-Volumen resultieren. Sollten die tatsächlichen Verbräuche an Sprachminuten und / oder Datenvolumen von den kalkulatorischen Annahmen bei der Tarifierung der Produkte abweichen oder Mindestabnahmen unterschritten werden, könnte dies zu einer Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft führen. United Internet hat bereits in der Projektierungsphase versucht, diese Risiken mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien zu minimieren. Wir überwachen diese Risiken mit einem zeitnahen Monitoring und Controlling der Verbräuche sowie einem ständigen Abgleich von Mindestabnahme- und Abverkaufs-Volumen.

Abhängigkeit von Kunden / Geschäftspartnern

Die Werbeausgaben von Werbetreibenden stehen in hoher Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung. Zudem werden Werbe-Etats häufig auch nur noch für einzelne Kampagnen vergeben. In unserem Segment Applications werden wesentliche Umsatzanteile mit teilweise wenigen großen Geschäftspartnern erzielt. Sollten diese Geschäftspartner ihre Geschäftsbeziehung zu uns einschränken oder beenden, könnte es zu einer deutlichen Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in diesem Segment kommen.

Betriebliche Risiken

Produktentwicklung

Einer unserer wesentlichen Erfolgsfaktoren ist es, im Rahmen unserer Kernmarken neue Produkte und Services zu entwickeln, die wir Neu- und Bestandskunden anbieten, um die Anzahl unserer Kundenverträge zu steigern und die Kundenbindung zu verstärken. Dabei besteht grundsätzlich das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht angenommen werden. Diese Risiken versucht die United Internet AG durch eine intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback unserer Kunden reagierende Produktentwicklung zu minimieren. Gemeinsam mit den Samwer Brüdern sind wir über unsere Beteiligungs-Fonds an europäischen Internet- und Technologieunternehmen beteiligt und verfolgen damit das Ziel, künftig auch von deren Innovationen und Technologien zu profitieren.

Einsatz von Hard- und Software

Unsere Produkte sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur bzw. Architektur. In der Folge kann es zu vielfältigen Störungen, z.B. Überlastungen oder technischen Ausfällen, kommen. Diesen Risiken begegnen wir durch gezielte Architekturanpassung und georedundante Auslegung der Kernfunktionalitäten.

Darüber hinaus besteht auch das Risiko gezielter Angriffe von innen und außen, z. B. durch Hacker oder durch mutwillige Manipulation seitens zugriffsberechtigter Mitarbeiter, die Ausfälle oder Verschlechterungen unserer Services nach sich ziehen könnten. Um diesem Risiko zu begegnen, setzen wir verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen ein, die die Infrastruktur und deren Verfügbarkeit schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einem Mitarbeiter allein, sondern nach dem "Vier-Augen-Prinzip" ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeiter nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in räumlich getrennten, d. h. georedundanten, Rechenzentren gespeichert.

Rechtliche Risiken

Geschützte Rechte

Wie andere Internet- und Softwareanbieter auch ist die United Internet AG mit einer wachsenden Anzahl von behaupteten Patentverletzungen konfrontiert. Der Ursprung dieser Streitfälle liegt dabei überwiegend in den USA. Für die United Internet AG besteht das Risiko der Zahlung von Lizenzgebühren und Schadensersatz. United Internet beabsichtigt, sich in jedem Verfahren entschieden zu verteidigen bzw. ihre Ansprüche zu verfolgen.

Datenschutz

United Internet speichert die Daten von mehreren Millionen Kunden auf ihren Servern. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt verschiedenen gesetzlichen Vorgaben. Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst und räumen dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Durch den Einsatz neuester Technologien und durch ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen Vorgaben versuchen wir, einen hohen Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Falls es Mitarbeitern oder Dritten trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gelingen sollte, die vielfältigen Schutzmaßnahmen mutwillig zu durchbrechen und personenbezogene Daten zu entwenden, könnte United Internet für den damit betriebenen Missbrauch haftbar gemacht werden.

Weiterhin besteht das Risiko, dass es durch neue Datenschutzbestimmungen auf EU- und Bundesebene zu Einschränkungen in der Auswertung von so genannten Browser-Cookies kommt. Browser-Cookies ermöglichen das clientseitige Speichern von Information, die bei weiteren Aufrufen an den Server übertragen werden. Die Auswertung bzw. Informationsgewinnung durch solche Browser-Cookies ist ein wesentlicher Bestandteil der Online-Werbung. Eine Nutzungseinschränkung könnte zur Folge haben, dass eigens entwickelte technische Lösungen nur noch bedingt eingesetzt werden könnten.

Sonstige Risiken

Akquisitionen

Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie ist auch die Option, in bestimmten Märkten durch Zukäufe schneller an Größe zu gewinnen, in neue Geschäftsmodelle zu diversifizieren und insgesamt günstige Markt- und Konsolidierungschancen zu nutzen. Sollten die erworbenen Unternehmen oder Unternehmensbestandteile die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen oder die erwarteten Synergien schlechter als geplant ausfallen, könnte dies negative Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage von United Internet haben. Wir begegnen diesem Risiko i. d. R. mit umfangreichen Due-Diligence-Prüfungen im Vorfeld von Akquisitionen, können diese Risiken jedoch nicht gänzlich ausschließen.

Abschreibungen / Wertminderungen

Gleiches gilt für unsere Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen. Bei einer durch weltweit fallende Aktienkurse geänderten Bewertungsgrundlage können Abschreibungen auf diese Beteiligungen erforderlich werden - wie bereits in den Geschäftsjahren 2008 und 2010 geschehen. Abhängig von der weiteren Kursentwicklung unserer börsennotierten Beteiligungen können auch zukünftig weitere, nicht-cash-wirksame Belastungen aus Sonderabschreibungen / Wertminderungen entstehen.

Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und
Finanzrisikomanagement der Einzelgesellschaft United Internet AG

Die im Wesentlichen bei der Einzelgesellschaft im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstandenen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bank- und Schuldscheindarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Die United Internet AG verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus ihrer Geschäftstätigkeit resultieren. Diese umfassen im Wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente aus Zinssicherungsvereinbarungen.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko von United Internet besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen -beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden - nicht nachkommen kann. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen.

Im Cash-Management werden konzernweit der Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Neben der operativen Liquidität unterhält United Internet auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser Liquiditätsreserven sind zugesagte syndizierte Kreditlinien mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Bei der Gesellschaft besteht derzeit keine wesentliche Liquiditätsrisiko-Konzentration.

Risiken aus Financial Covenants

Die bestehenden Kreditlinien der United Internet AG sind an so genannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung dieser Auflagen könnte dazu führen, dass der Kreditgeber die Finanzierungen kündigen und die jeweiligen Valutierungen sofort fällig stellen kann. Die in den Kreditverträgen von United Internet enthaltenen Covenants umfassen die Einhaltung einer bestimmten Nettofinanzschulden-zu-EBITDA-Relation sowie die Einhaltung einer bestimmten EBITDA-zu-Zinsen-Relation. Mit diesen Relationen wird die relative Belastung der Gesellschaft durch die Finanzverbindlichkeiten bzw. durch die Zinszahlungen berechnet. Angesichts der derzeit weit besseren Relationen von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht.

Marktrisiko

Die Aktivitäten der United Internet AG sind insbesondere finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, von Wechselkursen sowie von Börsenkursen ausgesetzt.

Zinsrisiko
Die Gesellschaft ist Zinsrisiken ausgesetzt, da zum Bilanzstichtag Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen waren. Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt, und Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten blieb das Zinsrisiko weitgehend unverändert.

Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden.

Zur Absicherung der Zinsrisiken wurden im Geschäftsjahr 2008 zwei Zinssicherungsvereinbarungen über insgesamt 200 Mio. € abgeschlossen.

Währungsrisiko
Das Währungsrisiko von United Internet resultiert im Wesentlichen aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Nettoinvestitionen in ausländischen Tochterunternehmen. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cash-Flows wesentlich beeinflussende Währungsrisiken vor.

Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)
Ein Börsenkursrisiko resultiert im Wesentlichen aus Beteiligungen an börsennotierten Gesellschaften. Diese Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Sofern der (anteilige) Börsenwert einer Beteiligung dauerhaft unter dessen Anschaffungskosten liegt, erfasst die Gesellschaft die Wertminderung des Finanzinstruments im Periodenergebnis.

Kapitalsteuerung

Die Gesellschaft unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen (Umsatz, Bruttoertrag, EBITDA und EBIT) sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, neue Anteile ausgeben oder eigene Anteile erwerben. Zum 31. Dezember 2010 bzw. 31. Dezember 2009 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.

Steuerliche Risiken aus Kundenakquisitionskosten

Im Rahmen der abgelaufenen Betriebsprüfung für die Veranlagungszeiträume 2002 bis 2005 kam es zu Prüfungsfeststellungen hinsichtlich der ertragsteuerlichen Behandlung so genannter Kundenakquisitionskosten. Diese Kosten werden aufgrund ihres Vertriebskosten-Charakters im Rechnungswesen bei Anfall sofort aufwandswirksam erfasst. Nach Auffassung der Finanzbehörden sind bestimmte Teile dieser Kosten aktivisch über die anfängliche Mindestvertragslaufzeit abzugrenzen.

In 2010 wurde die Klage eines Mobilfunk-Providers gegen diese Auffassung vom I. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) abgewiesen. Nicht geklärt wurde dabei die Frage, ob das Urteil rückwirkend auf die Vorjahre anzuwenden ist. Zur Klärung dieser Frage hat der I. Senat den Großen Senat des BFH angerufen. United Internet hat das Urteil des I. Senats für das Geschäftsjahr 2010 steuerrechtlich berücksichtigt und hat entsprechende Steuerrückstellungen gebildet. Da United Internet aus heutiger Sicht nicht von einer rückwirkenden Anwendung des Urteils ausgeht, sind für die Vorjahre keine Steuerrückstellungen gebildet worden.

Sollte diese Erwartung nicht eintreten, würden sich entsprechend dem Geschäftsvolumen der Gruppe Ertragsteuer-Belastungen im unteren zweistelligen Millionen-Bereich ergeben.

Beurteilung des Gesamtrisikos

Die wesentlichen Risiken der aktuellen und zukünftigen Finanz-, Vermögens- und Ertragslage konzentrieren sich aus heutiger Sicht auf die Bereiche Bedrohungspotenziale im Internet, Marktregulierung, Wettbewerb, Einsatz von Hard- und Software sowie Akquisitionen. Durch den weiteren Ausbau der Risikomanagementsystematik begegnen wir diesen Risiken proaktiv und begrenzen sie, soweit sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden von uns als gering bis begrenzt eingeschätzt. Bestandsgefährdende Risiken für den United Internet-Konzern waren im Geschäftsjahr 2010 weder aus Einzelrisiko-Positionen noch aus der Gesamtrisiko-Situation für den United Internet-Konzern erkennbar.

Wesentliche Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems

Gemäß § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beschreiben. Der Umfang und die Ausgestaltung an die spezifischen Anforderungen der United Internet AG liegen im Ermessen und in der Verantwortung des Vorstands. Die United Internet AG versteht das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems, das in Anlehnung an das international anerkannte COSO-Rahmenwerk ("Internal Control -Integrated Framework") nach der Definition des COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) aufgebaut ist.

Die Interne Revision ist verantwortlich für die unabhängige Überprüfung der Funktionsfähigkeit des internen Kontrollsystems. Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben verfügt die interne Revision über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte.

Risikoeinschätzung

Die United Internet AG sieht das Risikomanagement als eine Maßnahme, um Risiken zu erkennen, zu bewerten und auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten.

Das Risikomanagementsystem der United Internet AG ist ein System, mit dem Risiken erkannt und bewertet werden, vor allem solche Geschäftsvorfälle, die die Existenz des Unternehmens gefährden könnten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.

Spezifische rechnungslegungsbezogende Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte, insbesondere zeitkritisch zum Ende des Geschäftsjahres, auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.

Die Interne Revision der United Internet AG stellt durch Prüfungen im Rahmen ihrer Überwachungstätigkeit die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sicher.

Beschreibung des internen Kontrollsystems

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der United Internet AG umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

In den Rechnungslegungsprozess sind anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen eingebettet. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasst organisatorische, präventive und detektivische Kontrollen, zu denen IT-gestützte und manuelle Abstimmungen, die Funktionstrennung, das Vier-Augen-Prinzip, allgemeine IT-Kontrollen, wie z. B. Zugriffberechtigungen in IT-Systemen oder Change-Management sowie deren Überwachung gehören.

Das interne Kontrollsystem ermöglicht durch die in der United Internet AG festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Konzernrechnungslegung. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Jahresabschluss analysiert. Die in den Konzernrechnungslegungsprozess involvierten Mitarbeiter werden regelmäßig geschult. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei vom Bereich Konzernrechnungslegung unterstützt. Ergänzt wird das beschriebene rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem durch sogenannte Entity Level Controls (Kontrollen auf Unternehmensebene), die von den obersten Entscheidungsgremien durchgeführt werden.

Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerhafte Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände können allerdings naturgemäß nicht ausgeschlossen werden und führen dann zu einer eingeschränkten Wirksamkeit und Verlässlichkeit des eingesetzten internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems. Somit kann auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme keine absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten.

Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die in den Konzernabschluss der United Internet AG einbezogenen und nicht-börsennotierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geldpolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.

Übernahmerechtliche Angaben -
nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des Kapitals

Das gezeichnete Kapital der United Internet AG beträgt zum 31. Dezember 2010 240.000.000 € und ist in 240.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.

Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital, Sonderrechte

Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, Montabaur, Deutschland, hält per 31. Dezember 2010 92.000.000 Aktien bzw. 38,33 % der Anteile an der United Internet AG. Herrn Dommermuth steht das persönliche Recht zu, ein Mitglied in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandates durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Benennungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch mit ihm gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Benennungsrechts Aktien hält, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweist. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, oder Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder,
Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstandes zum Vorsitzenden ernennen. Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 12. Juni 2011 einmal oder mehrfach um insgesamt bis zu 124.550.402,00 € durch Ausgabe von neuen Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Der Vorstand ist zudem ermächtigt, in bestimmten in § 5 Ziffer 4 der Satzung genannten Fällen das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Dies betrifft insbesondere den Ausgleich von Spitzenbeträgen und die Einräumung von Bezugsrechten auf neue Aktien an die Inhaber von Optionsscheinen, Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen. Des Weiteren ist der Vorstand ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht einzuschränken, unter der Voraussetzung, dass der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten.

Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann der Vorstand das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhung gegen Sachanlagen ausschließen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern.

Das Grundkapital ist um bis zu 80.000.000,00 € eingeteilt in bis zu 80.000.000 Stammaktien ohne Nennwert, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2010). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 bis zum 1. Juni 2015 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden, soweit die Ausgabe gegen bar erfolgt ist und die Options- oder Wandlungsrechte nicht aus dem Bestand eigener Aktien oder aus genehmigten Kapital bedient werden.

Befugnisse des Vorstands zum Rückkauf von Aktien

Die von der Hauptversammlung am 26. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb, der Veräußerung oder Einziehung eigener Aktien lief zum 25. November 2010 aus. Die Hauptversammlung hat am 2. Juni 2010 den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, im Anschluss an die auslaufende Ermächtigung bis zum 25. Mai 2012 eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn vom Hundert des Grundkapitals zu erwerben, zu veräußern oder einzuziehen.

Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesellschaft ausgeübt werden; sie kann aber auch von abhängigen oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten ausgeübt werden.

Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden.

Der Erwerb der United Internet Aktien kann auf alle gesetzlich zulässigen Weisen erfolgen, insbesondere durch Rückkauf über die Börse und/oder mittels einer öffentlichen Kaufofferte. Bei einem Erwerb über die Börse darf der Gegenwert für den Erwerb der United Internet Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) zehn vom Hundert des Börsenkurses nicht unterschreiten und den Börsenkurs nicht um mehr als zehn vom Hundert überschreiten.

Die Gegenleistung für den Erwerb der United Internet Aktien im Rahmen von Kaufofferten kann in einer Barzahlung bestehen oder durch Übertragung von Aktien eines im Sinne von § 3 Abs. 2 AktG börsennotierten Unternehmens ("Tauschaktien") geleistet werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die so erworbenen Aktien und bereits früher erworbene Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere eine Veräußerung der eigenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre oder gegen eine Sachleistung vorzunehmen. Die Ermächtigung gegen eine Barleistung verringert sich um den Anteil am Grundkapital, der auf Aktien entfällt, für die das Bezugsrecht in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von §§ 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wurde.

Ferner ist der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Gewährung von Aktien an Mitglieder des Vorstands und an sonstige Mitarbeiter zu verwenden, zu deren Bezug diese Personen aufgrund von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen berechtigt sind. Soweit eigene Aktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft übertragen werden sollen, obliegt die Entscheidung hierüber dem Aufsichtsrat der Gesellschaft.

Der Vorstand ist zudem ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten bzw. Wandlungspflichten zu verwenden.

Der Vorstand ist weiter ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehend beschriebenen Ermächtigungen verwendet werden.

Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat oder dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden ist.

Nachtragsbericht

Die überwiegend positiven Rahmenbedingungen in den für United Internet relevanten Zielmärkten bleiben nach Einschätzung führender Marktanalysten auch in 2011 weiterhin bestehen.

Einzug eigener Aktien

Die United Internet AG hat das am 10. Dezember 2010 beschlossene und veröffentlichte Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen und hat im Zeitraum vom 10. Dezember 2010 bis zum 18. Februar 2011 insgesamt 4.000.000 eigene Aktien zurückgekauft und damit das Rückkaufprogramm ausgeschöpft.

Nach Abschluss diese Rückkaufprogramms hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 22. Februar 2011 auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 2. Juni 2010 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien beschlossen, insgesamt 15.000.000 Aktien aus dem Bestand eigener Aktien, die im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen erworben wurden, einzuziehen und das Grundkapital der United Internet AG von 240 Mio. € um 15 Mio. € auf 225 Mio. € herabzusetzen. Die Herabsetzung erfolgte zur Optimierung der Bilanz- und Kapitalstruktur.

In Ausführung dieses Beschlusses wurden 15.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1 € eingezogen. Die United Internet AG hielt nach dem Einzug dieser 15.000.000 eigenen Aktien noch 9.000.000 eigene Aktien. Das entsprach 4 % des herabgesetzten Grundkapitals von 225 Mio. €.

Das Grundkapital wurde zugleich von derzeit 240.000.000 € um 15.000.000 € auf 225.000.000 € herabgesetzt. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien reduzierte sich entsprechend von 240.000.000 Aktien auf 225.000.000 Aktien. Der rechnerische Anteil der ausgegebenen Aktien am Grundkapital bleibt unverändert bei 1 € je Aktie.

Neues Aktienrückkaufprogramm

Gleichzeitig hat der Vorstand der United Internet AG am 22. Februar 2011 beschlossen, ein neues Aktienrückkaufprogramm aufzulegen, das nach Wirksamwerden der Einziehung und Kapitalherabsetzung begonnen hat. Im Rahmen dieses neuen Aktienrückkaufprogramms sollen bis zu 4.500.000 Aktien der Gesellschaft (das entspricht 2 % des herabgesetzten Grundkapitals von 225 Mio. €) über die Börse zurückgekauft werden. Der Rückkauf erfolgt im Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 zum Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals, die bis zum 25. Mai 2012 erteilt wurde. Die zurückgekauften Aktien können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 genannten Zwecken, insbesondere für bestehende und künftige Mitarbeiter-Beteiligungsprogramme und / oder als Akquisitionswährung, verwendet werden, können aber auch eingezogen werden.

Darüber hinaus fanden keine Ereignisse nach Schluss des Berichtsjahres statt, die die Unternehmenssituation von United Internet wesentlich verändert haben.

Prognosebericht - Chancen und Ausblick

Weltwirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet in seinem aktualisierten Weltwirtschaftsausblick vom Januar 2011 auch für 2011 und 2012 weiteres Wirtschaftswachstum. Insgesamt geht der IWF dabei von einem globalen Zuwachs von 4,4 % in 2011 und 4,5 % in 2012 aus.

Dabei prognostiziert der IWF, dass der Wirtschaftsaufschwung in den Schwellenländern (6,5 % in 2011 und 2012) das Wachstum der klassischen Industrienationen (2,5 % in 2011 und 2012) deutlich überflügeln wird. Die Gründe dafür sieht der Fonds in den "andauernden Belastungen" durch krisengeschüttelte Euro-Länder wie Griechenland und Portugal sowie einer anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den Industrienationen.

Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise in einigen Mitgliedsländern hat der der IWF insbesondere die Staaten der Euro-Zone vor Wachstumsrisiken in den kommenden beiden Jahren gewarnt und geht lediglich von einem Wachstum von 1,5 % in 2011 und 1,7 % in 2012 aus. Leicht über dem europäischen Durchschnitt sieht der IWF Deutschland und erwartet ein Wachstum von 2,2 % in 2011 und 2,0 % in 2012. Damit liegt der IWF für 2011 unter den Erwartungen der Bundesregierung (2,5 %) und den führenden deutschen Wirtschaftsinstituten (bis zu 3,2 %).

Weiteres Wachstum auch für ITK-Branche erwartet

Nach dem Turnaround im weltweiten und auch deutschen ITK-Markt in 2010 blickt der deutsche Branchenverband BITKOM optimistisch in die Zukunft. Konkret erwartet der Verband, dass der weltweite ITK-Markt im Jahr 2011 um 4,5 % und in 2012 sogar um 5,3 % zulegen wird. Für den deutschen ITK-Gesamtmarkt ist der Branchenverband nicht ganz so zuversichtlich, geht aber dennoch von einem soliden Wachstum von jeweils 2,0 % in 2011 und 2012 aus.

Im Bereich der Informationstechnik rechnet der BITKOM im Jahr 2011 mit einem Wachstum von 4,4 % auf 68,8 Mrd. €. Dabei sollen insbesondere das Segment Hardware, die Nachfrage nach Software sowie die IT-Services im Zuge des anhaltenden konjunkturellen Aufschwungs spürbar anziehen. Für zusätzlichen Schub im Bereich Software und IT-Dienste sorgen nach Einschätzung des BITKOM die Cloud-Services mit jährlichen Wachstumsraten von über 50 %.

Im Bereich der Telekommunikation erwartet der BITKOM nur ein leichtes Wachstum von 0,3 % auf 64,3 Mrd. €. Hinter diesem Anstieg nahe der Null-Linie verbergen sich tiefgreifende Veränderungen in einzelnen Bereichen: Der Umsatz mit Festnetztelefonaten sinkt - auch infolge des steigenden Anteils an VoIP-Telefonaten - seit Jahren konstant. Rückläufig ist auch der Umsatz mit mobilen Sprachdiensten. Hauptgrund dafür sind primär die Vorgaben der Regulierer. So hat die Bundesnetzagentur angekündigt, die Durchleitungsgebühren massiv zu senken und auf Druck der EU-Kommission sinken die internationalen Roaming-Gebühren. Dem Minus bei den Sprachdiensten stehen hohe Wachstumsraten bei der festnetzbasierten und insbesondere der mobilen Datenübertragung gegenüber. Der Erfolg des mobilen Internets zeigt sich dabei eindrucksvoll am massiv gestiegenen Datenvolumen (100 % in 2010), das in den Mobilfunknetzen bewegt wird. Ein wesentlicher Grund für dieses Wachstum ist der boomende Markt für Smartphones.

Für den dritten großen ITK-Bereich, die digitale Unterhaltungselektronik, erwartet der BITKOM für 2011 ein leichtes Minus von 1,6 % auf 12,5 Mrd. €. Etwa die Hälfte dieses Marktes entfällt auf Flachbildfernseher. Nach einem starken Geschäft im Jahr der Fußball-WM wird sich der Umsatz mit Flachbildfernsehern 2011 bei 6,5 Mrd. € stabilisieren. Neben der geringen Dynamik bei TV-Geräten kommt ein weiterer Effekt hinzu: Klassische Produkte aus den beiden anderen Segmenten wie Tablet-PCs und Smartphones nehmen den Geräten aus der Unterhaltungselektronik (wie z. B. den MP3-Playern, den mobilen Spielkonsolen oder auch den Navigationsgeräten) zunehmend Marktanteile ab.

Ausblick auf die wichtigsten Teilmärkte von United Internet

Von besonderer Bedeutung für United Internet sind insbesondere der deutsche Breitband- und Mobile-Internet-Markt im abonnementfinanzierten Segment "Access" sowie der Cloud Computing-Markt und der Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Segment "Applications".

Segment "Access"

Primär qualitatives Wachstum im deutschen Breitband-Markt

Für den deutschen Breitbandmarkt erwarten die Experten angesichts einer bereits vergleichsweise hohen Haushaltsabdeckung von über 67 % weiterhin ein nur moderates Wachstum. Deutlich stärker hingegen sollen die Anwendungen wachsen, die über die Breitbandverbindungen genutzt werden. So sollen im Jahr 2011 rund 11,2 Mio. Nutzer in Deutschland regelmäßig über das Web telefonieren. Das entspricht einem Anstieg um 13,5 % im Vergleich zu 2010, wie der Branchenverband BITKOM auf der Basis aktueller Daten des European Information Technology Observatory (EITO) berichtete.

Dynamisches Wachstum im deutschen Mobile Internet Markt

Dem Mobile Internet Markt sagen alle Experten ein weiterhin dynamisches Wachstum voraus. Nach einem Marktwachstum um 18,2 % auf 6,5 Mrd. € in 2010 erwartet der BITKOM auch in 2011 und 2012 ein Wachstum um 14,0 % bzw. 10,4 %. Getragen wird dieses Wachstum vor allem durch niedrige und somit für den Verbraucher attraktive Preise sowie vom Boom bei Smartphones und den damit verbundenen Anwendungen (Apps). So rechnet der Branchenverband BITKOM für 2011 mit einem zusätzlichen Absatz um 39 % auf insgesamt 10 Mio. verkaufte Smartphones (nach 7,2 Mio. in 2010) sowie einem damit verbundenen Umsatzwachstum um 35 % auf 2,2 Mrd. € (nach 1,6 Mrd. in 2010).

Wachstum Mobile Internet Markt in Deutschland

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2010 2011e 2012e
Wachstum 18,2 % 14,0 % 10,4 %
Umsatz (in Mrd. €) 6,5 7,4 8,2
Quelle: BITKOM


Segment "Applications"

Weiteres Wachstum im Online-Werbemarkt

Durch den nur verhaltenen Anstieg der Online-Werbung im Krisenjahr 2009 schlug das 2010 gezeigte positive Online-Engagement der Werbetreibenden überdurchschnittlich stark zu Buche. Aufgrund des mit über 5,3 Mrd. € bereits sehr hohen Niveaus der Bruttowerbeinvestitionen geht der Online-Vermarkterkreis (OVK) für 2011 von einer unverändert positiven, aber etwas moderateren weiteren Entwicklung aus. Mit der angenommenen Wachstumsrate von 16 % würde das Bruttowerbevolumen 2011 erstmals die 6-Milliarden-Euro-Grenze überschreiten und so die weiter steigende Relevanz der Online-Werbung belegen.

Wachstum Online Werbemarkt in Deutschland In Mrd. €

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2010 2011e Wachstum
Klassische Online-Werbung 3,151 3,781 20,0%
Suchwortvermarktung 1,867 2,076 11,2%
Affiliate-Netzwerke 0,339 0,373 10,0%
Brutto-Gesamtwerbevolumen 5,357 6,230 16,3%
Quelle: BVDW


Cloud Computing als Megatrend

Das Thema Cloud Computing ist seitens Presse und Experten derzeit das Hype-Thema Nummer 1. In einer Studie vom Juni 2010 prognostizierte IDC eine Verdreifachung des Cloud-Marktes von 2009 bis 2013 auf dann 44,9 Mrd. USD. Für Deutschland erwarten der Branchenverband BITKOM auf Basis einer Studie der Experton Group, dass der Cloud-Umsatz mit Geschäftskunden und Privatverbrauchern in 2011 um rund 55 % auf insgesamt 3,5 Mrd. € steigen wird. Bis 2015 soll der Cloud-Markt auf 13 Mrd. € zulegen. Damit würden etwa 10 % der gesamten IT-Ausgaben in Deutschland auf diese Technologie entfallen (nach 1,5 % in 2010). Das Wachstum soll dabei durchgängig zweistellig sein und auch 2012 noch bei über 50 % liegen.

Wachstum Cloud Computing in Deutschland

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2011e 2012e 2013e
Wachstum 55 % 51 % 40 %
Umsatz (in Mrd. €) 3,5 5,3 7,4
Davon Privatanwender 1,6 2,2 3,0
Davon Geschäftskunden 1,9 3,1 4,4
Quelle: BITKOM


Chancen für United Internet

Um das beschriebene Wachstumspotenzial insbesondere in den Bereichen mobile Internet und Cloud Computing optimal auszuschöpfen, hat sich United Internet bereits im Geschäftsjahr 2010 neu aufgestellt und die beiden Segmente "Access" und "Applications" gebildet. Im Segment "Access" sind unsere Schmalband-, Breitband- und Mobile-Access-Produkte inklusive den damit verbundenen Anwendungen zusammengefasst. Im Segment "Applications" weisen wir unsere werbefinanzierten oder im Abonnement gebuchten Cloud-Applikationen aus.

Im Segment "Access" wollen wir unsere Kunden durch die Migration auf Komplettpakete (ULL), über einen personalisierten Service sowie mit transparenten und flexiblen Angeboten noch enger an uns binden. Darüber hinaus möchten wir mit integrierten zusätzlichen Anwendungen und neuen Applikationen den Durchschnittsumsatz je Vertrag steigern und so weiteres Wachstum generieren. Zusätzlich erwarten wir weiteres Wachstum durch unsere erfolgreich gestartete Mobile Internet Kampagne im stark wachsenden mobilen Internet-Zugangsmarkt.

Im Segment "Applications" möchten wir an dem erwarteten Marktwachstum im Bereich der Cloud-Applikationen partizipieren. Mit unserem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, unseren starken und spezialisierten Marken und unseren bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden im In- und Ausland sind wir dafür gut aufgestellt. Bei unseren Consumer-Applikationen erwarten wir, dass es uns aufgrund einer immer größeren Produktpalette weiter zunehmend gelingen wird, werbefinanzierte Nutzer in Bezahl-Kunden zu konvertieren. Im Geschäft mit Business-Applikationen setzen wir auf weiteres Wachstum durch neue, höherpreisige Cloud-Applikationen, mit denen wir unseren Kunden weitere Geschäftschancen im Internet eröffnen wollen und sie bei der Digitalisierung ihrer Unternehmens-Abläufe unterstützen.

Ausblick und Prognose

Die United Internet AG wird auch 2011 ihre auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Geschäftspolitik fortsetzen. Deshalb werden wir auch in diesem Jahr stark in neue Geschäftsfelder investieren, um unsere vielfältigen Chancen zu nutzen. Im Segment "Access" soll das Vertragswachstum weiter zulegen, insbesondere bei Produkten zur mobilen Internetnutzung. Im Segment "Applications" bietet die Erschließung neuer Auslandsmärkte für Business-Applikationen in 2011 weitere Chancen. Bei Consumer-Applikationen werden wir vor allem die technische Integration durchführen und die anschließende Expansion des neu erworbenen Dienstes Mail.com starten. Außerdem planen wir als führender deutscher EMail-Anbieter, nach dem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens zu De-Mail, im Sommer 2011 in die rechtssichere E-Mail-Kommunikation einzusteigen. Trotz der mit diesen Vorhaben für nachhaltiges Wachstum im Abonnentengeschäft verbundenen hohen Anlaufkosten soll das EBITDA 2011 ungefähr auf dem Niveau von 2010 (357,7 Mio. €) liegen. Der Umsatz soll erstmalig über 2 Mrd. € betragen.

Auch für 2012 erwarten Branchenexperten in den für United Internet besonders relevanten Märkten Mobile Internet und Cloud Applikationen eine positive Entwicklung. Mit den für 2011 geplanten Investitionen in unsere Access-Produkte (insbesondere Mobile Internet) sowie in unsere Cloud-Applikationen und deren Internationalisierung stellen wir die Weichen für das Wachstum in den nächsten Jahren. Vor diesem Hintergrund erwarten wir auch für 2012 weiteres Umsatz- und Kundenwachstum sowie ein starkes EBITDA.

Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien für die darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Vielmehr sind die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unabwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich künftig möglicherweise als nicht zutreffend erweisen könnten. United Internet übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Bericht gemachten zukunftsbezogene Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

Montabaur, den 16. März 2011

Der Vorstand

Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2010

United Internet AG - Konsolidierte Bilanz nach IFRS zum 31. Dezember 2010 in T€

VERMÖGENSWERTE

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Anmerkung 31. Dezember 2010 31. Dezember 2009
Kurzfristige Vermögenswerte


Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20 96.091 116.812
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 97.987 91.290
Vorräte 22 16.912 14.061
Rechnungsabgrenzungsposten 23 36.536 30.360
Sonstige Vermögenswerte 24 28.297 48.336


275.823 300.859
Langfristige Vermögenswerte


Anteile an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen 25 84.079 126.628
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 26 145.274 160.524
Sachanlagen 27 108.675 93.921
Immaterielle Vermögenswerte 28 221.415 228.341
Firmenwerte 29 402.868 398.926
Latente Steueransprüche 16 33.194 14.236


995.505 1.022.576
Summe Vermögenswerte
1.271.328 1.323.435

SCHULDEN UND EIGENKAPITAL

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Schulden
Kurzfristige Schulden



Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31 213.509 193.197
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 32 178.167 51.462
Erhaltene Anzahlungen
7.146 7.078
Steuerrückstellungen 33 43.071 37.428
Rechnungsabgrenzungsposten 34 138.209 127.046
Sonstige Rückstellungen 35 5.836 11.125
Sonstige Verbindlichkeiten 36 59.603 61.874


645.541 489.210
Langfristige Schulden


Wandelschuldverschreibungen 37 0 4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 32 191.233 348.767
Latente Steuerschulden 16, 38 28.483 23.051
Sonstige Verbindlichkeiten 36 23.648 22.641


243.364 394.463
Summe Schulden
888.905 883.673
Eigenkapital


Grundkapital 39 240.000 240.000
Kapitalrücklage 40 41.649 39.971
Kumuliertes Konzernergebnis
326.663 285.546
Eigene Anteile 39 -240.977 -123.786
Neubewertungsrücklage 40 25.442 12.717
Währungsumrechnungsdifferenz
-20.038 -24.326
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital
372.739 430.122
Nicht beherrschende Anteile
9.684 9.640
Summe Eigenkapital
382.423 439.762
Summe Schulden und Eigenkapital
1.271.328 1.323.435

United Internet AG - Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung nach IFRS
vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 in T€

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2010 2009

Anmerkung Januar -
Dezember
Januar -
Dezember
Umsatzerlöse 4 1.907.135 1.658.877
Umsatzkosten 5 , 9 , 11 -1.226.185 -1.016.532
Bruttoergebnis vom Umsatz
680.950 642.345
Vertriebskosten 6 , 9 ,11 -306.210 -228.036
Verwaltungskosten 7, 9 , 11 -94.712 -92.741
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8 -33.653 -44.997
Sonstige betriebliche Erträge 8 44.868 103.094
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmens-
erwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte
9 -19.586 -19.053
Firmenwertabschreibungen 10 -162 0
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit
271.495 360.612
Finanzierungsaufwendungen 12 -15.197 -23.515
Finanzerträge 13 5.094 2.993
Abschreibungen auf Beteiligungen 14 -13.840 -3.478
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen 15 -31.778 -8.938
Ergebnis vor Steuern
215.774 327.674
Steueraufwendungen 16 -88.068 -56.509
Konzernergebnis
(aus fortgeführten Geschäftsbereichen)

127.706 271.165
Ergebnis nach Steuern aus eingestellten Geschäftsbereichen 17 1.790 12.010
Konzernergebnis
(nach eingestellten Geschäftsbereichen)

129.496 283.175
davon entfallen auf


nicht beherrschende Anteile
379 3.248
Anteilseigner der United Internet AG
129.117 279.927
Ergebnis je Aktie der Anteilseigner
der United Internet AG (in €)



- unverwässert 18 0,58 1,22
- verwässert 18 0,58 1,21
davon Ergebnis je Aktie (in €) - aus fortgeführten Geschäftsbereichen


- unverwässert 18 0,57 1,17
- verwässert 18 0,57 1,16
davon Ergebnis je Aktie (in €) - aus eingestellten Geschäftsbereichen


- unverwässert 18 0,01 0,05
- verwässert 18 0,01 0,05
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien (in Mio. Stück)



- unverwässert 18 222,50 229,56
- verwässert 18 224,15 230,64
Überleitung zum gesamten Konzernergebnis


Konzernergebnis
129.496 283.175
Im Eigenkapital erfasste Ergebnisse


Veränderung der Währungsdifferenzen
4.324 4.287
Marktwertveränderung von als zur Veräußerung
verfügbaren Finanzinstrumenten nach Steuern

12.993 3.526
Erfolgsneutrale Veränderung von at-equity
bilanzierten Unternehmen nach Steuern

-268 261


17.049 8.074
Gesamtes Konzernergebnis
146.545 291.249
davon entfallen auf


nicht beherrschende Anteile
415 4.241
Anteilseigner der United Internet AG
146.130 287.008

United Internet AG - Eigenkapitalveränderungsrechnung in der Konzernbilanz nach IFRS
vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010

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Grundkapital Kapitalrücklage Kumuliertes
Konzernergebnis
Eigene
Anteile

Stückelung T€ T€ T€ Stückelung T€
Stand am 1. Januar 2009 251.469.184 251.469 163.896 5.619 22.000.000 -264.987
Konzernergebnis


279.927

Sonstiges Konzernergebnis





Gesamtergebnis


279.927

Ausübung von Wandlungsrechten 156.472 157 526


Ausgabe von eigenen Anteilen

-328
-101.973 1.228
Einziehung von eigenen Anteilen -11.625.656 -11.626 -128.347
-11.625.656 139.973
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding

36


Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet

4.171


Sonstiges

17


Gewinnausschüttungen





Veränderung Beteiligungsquoten





Stand am 31. Dezember 2009 240.000.000 240.000 39.971 285.546 10.272.371 -123.786
Konzernergebnis


129.117

Sonstiges Konzernergebnis





Gesamtergebnis


129.117

Ausgabe von eigenen Anteilen

-60
-81.525 982
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding

184


Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet

1.554


Erwerb von eigenen Anteilen



10.372.676 -118.173
Dividendenzahlungen


-88.000

Gewinnausschüttungen





Veränderung Beteiligungsquoten





Stand am 31. Dezember 2010 240.000.000 240.000 41.649 326.663 20.563.522 -240.977
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Neubewertungs-
rücklage
Währungsum-
rechnungsdifferenz
Auf die
Anteilseigner
der United
Internet AG
entfallendes
Eigenkapital
Nicht
beherrschende
Anteile
Summe
Eigenkapital

T€ T€
T€
T€ T€
Stand am 1. Januar 2009 10.002 -28.692 137.307 8.273 145.580
Konzernergebnis

279.927 3.248 283.175
Sonstiges Konzernergebnis 2.715 4.366 7.081 993 8.074
Gesamtergebnis 2.715 4.366 287.008 4.241 291.249
Ausübung von Wandlungsrechten

683
683
Ausgabe von eigenen Anteilen

900
900
Einziehung von eigenen Anteilen

0
0
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding

36 4 40
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet

4.171
4.171
Sonstiges

17
17
Gewinnausschüttungen

0 -144 -144
Veränderung Beteiligungsquoten

0 -2.734 -2.734
Stand am 31. Dezember 2009 12.717 -24.326 430.122 9.640 439.762
Konzernergebnis

129.117 379 129.496
Sonstiges Konzernergebnis 12.725 4.288 17.013 36 17.049
Gesamtergebnis 12.725 4.288 146.130 415 146.545
Ausgabe von eigenen Anteilen

922
922
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Sedo Holding

184 50 234
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm United Internet

1.554
1.554
Erwerb von eigenen Anteilen

-118.173
-118.173
Dividendenzahlungen

-88.000
-88.000
Gewinnausschüttungen

0 -341 -341
Veränderung Beteiligungsquoten

0 -80 -80
Stand am 31. Dezember 2010 25.442 -20.038 372.739 9.684 382.423

United Internet AG - Konsolidierte Kapitalflussrechnung nach IFRS *
vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 in T€

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2010 2009

Anmerkung Januar -
Dezember
Januar -
Dezember
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit


Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)
127.706 271.165
Konzernergebnis (aus eingestellten Geschäftsbereichen)
1.790 12.010
Berichtigungen zur Überleitung des Konzernergebnisses
zu den Einnahmen und Ausgaben



Abschreibungen (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)


Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 9 66.468 37.032
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben
aktivierte immaterielle Vermögenswerte
9 19.586 19.053
Abschreibungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte 14 13.840 3.478
Firmenwertabschreibungen 10 162 0
Abschreibungen (aus eingestellten Geschäftsbereichen)


Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
0 147
Personalaufwand aus Mitarbeiterbeteiligungen 37 4.891 5.111
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen 15, 25 31.778 8.938
Ausgeschüttete Gewinne assoziierter Unternehmen 25 983 0
Ertrag aus der Veräußerung von sonstigen finanziellen Vermögenswerte 8, 26 -8.440 -12.463
Ertrag aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen 8, 25 -7.768 -48.495
Ertrag aus der Veräußerung des Display-Marketing-Geschäfts 17 0 -11.566
Veränderungen der Ausgleichsposten für latente Steueransprüche 16 -14.664 -3.465
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen / Erträge aus Steueranpassungen 16 0 -26.594
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen / Erträge
1.740 -3.201
Cash Flow der betrieblichen Tätigkeit
238.072 251.150
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden


Veränderung der Forderungen und sonstiger Vermögenswerte
23.937 13.384
Veränderung der Vorräte
-2.851 4.987
Veränderung des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens
-6.174 1.340
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
20.515 38.376
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen
67 626
Veränderung der sonstigen Rückstellungen
1.218 -354
Veränderung der Steuerrückstellungen
6.528 -4.134
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten
-821 -774
Veränderung des passiven Rechnungsabgrenzungspostens
9.902 8.475
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden, gesamt
52.321 61.926
Nettoeinnahmen der betrieblichen Tätigkeit
290.393 313.076
Cash Flow aus dem Investitionsbereich


Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
-72.435 -174.996
Erwerb weiterer Anteile an verbundenen Unternehmen 3 -465 -7.358
Erwerb von sonstigen Geschäftseinheiten 3 -21.437 0
Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen abzüglich erhaltener Zahlungsmittel 3 0 -33.027
Einzahlungen aus nachträglicher Kaufpreiserstattung beim Erwerb von Unternehmen 3 0 144
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen 25 -4.697 -4.802
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 26 20.465 23.049
Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte 26 -565 -10.313
Auszahlungen aus der Ausgabe von Darlehen 42 -13.900 -2.200
Abgänge aus der Veräußerung des Display-Marketing-Geschäfts 17 0 -1.154
Einzahlungen aus Anlagenabgängen
1.716 1.404
Einzahlungen aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen
6.000 93.854
Rückzahlungen von Anteilen an assoziierten Unternehmen
14.134 5.165
Nettoausgaben im Investitionsbereich
-71.184 -110.234
Cash Flow aus dem Finanzierungsbereich


Kapitalerhöhung
0 644
Erwerb eigener Aktien 39 -118.173 0
Aufnahme von Krediten 32 20.000 0
Rückzahlung von Krediten 32 -50.830 -143.241
Dividendenzahlungen 19 -88.000 0
Ausschüttungen an Fremdaktionäre
-1.338 -144
Sonstiges 37 -2.181 0
Rückzahlungen von Wandelschuldverschreibungen
-4 -32
Nettoausgaben im Finanzierungsbereich
-240.526 -142.773
Nettorückgang / -anstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
-21.317 60.069
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zu Beginn des Geschäftsjahres

116.812 55.372
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
596 1.371
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
zum Ende der Berichtsperiode

96.091 116.812

* Siehe Anmerkung 46 des Konzernanhangs zum 31. Dezember 2010.

KONZERNANHANG ZUM 31. DEZEMBER 2010

1. Informationen zum Unternehmen

Geschäftstätigkeit

Die Geschäftstätigkeit der United Internet AG (im Folgenden "United Internet AG", "United Internet Gruppe" oder "Gesellschaft") umfasst laut Satzung die Erbringung von Marketing-, Vertriebs- oder sonstigen Dienstleistungen, insbesondere auf den Gebieten der Telekommunikation, der Informationstechnologie einschließlich des Internet sowie der Datenverarbeitung oder verwandter Bereiche. Zum Gegenstand des Unternehmens gehören auch der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an anderen Unternehmen, insbesondere an solchen, die in den vorgenannten Geschäftsbereichen tätig sind. Die Gesellschaft ist berechtigt, Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, unter ihrer einheitlichen Leitung zusammenzufassen und sich auf die Leitung oder Verwaltung der Beteiligungen zu beschränken.

Die Gesellschaft ist befugt, Unternehmen aller Art im In- und Ausland zu erwerben oder sich daran zu beteiligen und alle Geschäfte zu tätigen, die dem Gegenstand des Unternehmens förderlich sind. Die Gesellschaft ist berechtigt, ihre Geschäftstätigkeit auch durch Tochter-, Beteiligungs- und Gemeinschaftsunternehmen auszuüben. Sie kann ihren Betrieb ganz oder teilweise in verbundene Unternehmen ausgliedern oder verbundenen Unternehmen überlassen.

Die United Internet AG hat ihre strategische Ausrichtung in den letzten Jahren geändert und sich von einem reinen Internet- und IT-Marketing-Dienstleister zu einer operativen Management-Holding für Beteiligungen in verschiedenen Zielsegmenten des Internets, insbesondere im Bereich Internet Service Providing, entwickelt.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in 56410 Montabaur, Elgendorfer Strasse 57, Bundesrepublik Deutschland, mit Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in Düsseldorf, Hannover, Karlsruhe, Köln, München, Regensburg, Starnberg, Zweibrücken, Boston, Brüssel, Buenos Aires, Bukarest, Cambridge (USA), Cebu City, Chesterbrook, Gloucester, Haarlem, Las Vegas, Melbourne (UK), Levallois-Perret, London, Madrid, Mailand, Saargemünd, Slough, Warschau und Wien. Die Bürogebäude der Gesellschaft sind sämtlich gemietet mit Ausnahme der Gebäude am Standort Zweibrücken.

Die berichtende Gesellschaft

Die Obergesellschaft des Konzerns, die United Internet AG, wurde am 29. Januar 1998 als 1&1 Aktiengesellschaft & Co. KGaA gegründet. Sie übernahm als Holding-Gesellschaft die Aufgaben der mit Wirkung zum 1. Januar 1998 auf sie verschmolzenen 1 &1 Holding GmbH. Sie firmierte bis zur Hauptversammlung am 22. Februar 2000 unter 1&1 Aktiengesellschaft & Co. KGaA. Auf dieser Hauptversammlung wurde zunächst die Umfirmierung in United Internet Aktiengesellschaft & Co. KGaA und anschließend die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter der Firma United Internet AG beschlossen. Die United Internet AG ist beim Amtsgericht Montabaur unter HR B 5762 eingetragen.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Entsprechend Artikel 4 der sog. IAS-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards ABl. EG Nr. L 243 S. 1) erstellt die United Internet Gruppe den Konzernabschluss nach IFRS ("International Financial Reporting Standards"). Die Gesellschaft hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ergänzend dazu die Vorschriften des § 315a Abs. 1 HGB beachtet und auch angewendet. Es wurden alle am Bilanzstichtag gültigen IFRS beachtet, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind.

Die Berichtswährung ist Euro (€). Die Angaben im Anhang erfolgen entsprechend der jeweiligen Angabe in Euro (€), Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €). Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2010.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 24. März 2010 den Konzernabschluss 2009 gebilligt. Der Konzernabschluss wurde am 2. Juni 2010 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss 2010 wurde vom Vorstand der Gesellschaft am 16. März 2011 aufgestellt und im Anschluss an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Der Konzernabschluss wird am 23. März 2011 dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt.

2.2 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss sind die United Internet AG sowie alle von ihr beherrschten inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften (Mehrheitsbeteiligungen) einbezogen. Eine Beherrschung liegt vor, wenn die Gesellschaft die Möglichkeit hat, die Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen und daraus wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden in voller Höhe eliminiert.

Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzern-Bilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzern-Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapital. Bis zum 31. Dezember 2009 wurde der Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss nach der sog. Parent-Entity-Extension-Methode bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Buchwert des anteiligen erworbenen Nettovermögens als Firmenwert erfasst. Seit dem 1. Januar 2010 werden bei Erwerben von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (Minderheitsanteile) oder Veräußerungen von Anteilen mit beherrschenden Einfluss, ohne dass der beherrschende Einfluss verloren geht, die Buchwerte der Anteile mit und ohne beherrschenden Einfluss angepasst, um die Änderung der jeweiligen Beteiligungsquote widerzuspiegeln. Der Betrag, um den die für die Änderung der Beteiligungsquote zu zahlende oder zu erhaltende Gegenleistung den Buchwert des betreffenden Anteils ohne beherrschenden Einfluss übersteigt, ist direkt in dem auf den Anteil mit beherrschenden Einfluss entfallendes Eigenkapital zu erfassen.

Der Konzern umfasst zum 31. Dezember 2010 folgende Gesellschaften, an denen die United Internet AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich (entsprechend den in Klammern angegebenen Anteilen am Kapital) beteiligt ist. Der Anteil am Kapital entspricht, soweit nicht anders lautend beschrieben, dem Anteil der Stimmrechte:

1&1 Internet:

1&1 Internet AG, Montabaur (100,0 %)

1&1 Breitband GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet Applications GmbH, Montbaur (100,0 %)

1&1 Internet Development SRL, Bukarest / Rumänien (99,0 %)

1&1 Internet Inc., Chesterbrook / USA (100,0 %)

A1 Media LLC, Chesterbrook / USA (100,0 %)

1&1 Internet Ltd., Slough / Großbritannien (100,0 %)

1&1 Internet S.A.R.L., Saargemünd / Frankreich (100,0 %)

1&1 Internet Espana S.L.U., Madrid / Spanien (100,0 %)

1&1 Internet Service GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet Service GmbH Zweibrücken, Zweibrücken (100,0 %)

1&1 Internet (Philippines) Inc., Cebu City, Phillipinen (100,0 %)

1&1 Internet Sp.z o.o, Warschau / Polen (100,0 %)

1&1 Mail & Media Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media Inc., Chesterbrook / USA (100,0 %)

1&1 Telecom GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 UK Holdings Ltd., Slough / Großbritannien (100,0 %)

Fasthosts Internet Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)

Dollamore Ltd, Melbourne / Großbritannien (100,0 %)

Fasthosts Internet Inc., Chesterbrook / USA (100,0 %)

A1 Marketing Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur (100,0 %)

Immobilienverwaltung AB GmbH, Montabaur (100,0 %)

Immobilienverwaltung NMH GmbH, Montabaur (100,0 %)

InterNetX GmbH, Regensburg (95,56 %)

InternNetX LAC S.A, Buenos Aires / Argentinien (100,0 %)

Schlund Technologies GmbH, Regensburg (100,0 %)

PSI-USA Inc., Las Vegas / USA (100,0 %)

united-domains AG, Starnberg (85,0 %)

Dopoly GmbH, Starnberg (100,0 %)

United Domains, Inc., Cambridge / USA (100,0 %)

United Internet Media AG, München (100,0 %)

United Internet Dialog GmbH, Montabaur (100,0 %)

UIM United Internet Media Austria GmbH, Wien / Österreich (100,0%)

United Internet Beteiligungen:

United Internet Beteiligungen GmbH, Montabaur (100,0 %)

United Internet Beteiligungen International GmbH, Montabaur (100,0 %)

Sedo Holding:

Sedo Holding AG, Köln (78,80 %)

Response Republic Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH, Montabaur (100,0 %)

Sedo GmbH, Köln (100,0 %)

Sedo.com LLC, Cambridge (Boston) / USA (100,0 %)

Sedo London Ltd., London / Großbritannien (100,0 %)

DomCollect Worldwide Intellectual Property AG, Zug / Schweiz (100,0 %)

Intellectual Property Management Company Inc., Dover / USA (49,0 %)

affilinet GmbH, München (100,0 %)

affilinet Ltd., London / Großbritannien (100,0 %)

affilinet Espana S.L.U. Madrid / Spanien (100,0 %)

affilinet France SAS, Levallois-Perret, Frankreich (100,0 %)

affilinet Nederland B.V., Haarlem / Niederlande (100,0 %)

Sonstige:

MIP Multimedia Internet Park GmbH, Zweibrücken (100,0 %)

European Founders Fund Nr. 2 Verwaltungs GmbH, München (90,0 %)

European Founders Fund Nr. 2 Geschäftsführungs GmbH, München (90,0 %)

European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 2, München (90,0 %)

European Founders Fund Nr. 3 Verwaltungs GmbH, München (80,0 %)

European Founders Fund Nr. 3 Management GmbH, München (80,0 %)

European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr. 3, München (80,0 %)

European Founders Fund Nr. 3 Beteiligungs GmbH, München (100,0 %)

Aufgrund der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Einstimmigkeit bei sämtlichen Gesellschafterbeschlüssen kann der Konzern aus der Stimmrechtsmehrheit allein keinen beherrschenden Einfluss auf die EFF Nr. 2- und EFF Nr. 3-Gesellschaften ausüben. Da der Konzern jedoch nach den in SIC 12 Konsolidierung - Zweckgesellschaften genannten Indikatoren die Kontrolle hat, erfolgt eine Konsolidierung dieser Gesellschaften.

Änderungen in der berichtenden Unternehmenseinheit

Die WEB.DE GmbH, Montabaur, wurde im Geschäftsjahr 2010 in 1&1 Mail & Media GmbH umfirmiert. Die GMX GmbH, München, und die GMX Internet Services GmbH, München, wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2010 auf die 1&1 Mail & Media GmbH verschmolzen.

Die GMX Internet Services Inc., Chesterbrook / USA, wurde in 1&1 Mail & Media Inc. umfirmiert.

Die AdLINK Internet Media AG, Montabaur, wurde in Sedo Holding AG umfirmiert und der Sitz wurde nach Köln verlegt.

Folgende Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2010 durch die Gesellschaft bzw. die Tochtergesellschaften gegründet:

1&1 Internet Applications GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet Sp. z o.o, Warschau / Polen (100,0 %)

1&1 Mail & Media Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom GmbH, Montabaur (100,0 %)

InterNetX LAC S.A, Buenos Aires / Argentinien (100,0 %)

United Internet Dialog GmbH, Montabaur (100,0 %)

Die United Internet Beteiligungen GmbH ist aus dem Gesellschafterkreis der BW2 Group AG ausgetreten. Die Intellectual Property Management Company Inc. mit Sitz in Dover, Delaware, USA ("IPMC"), wird seit dem 1. Januar 2010 als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Sedo GmbH hält 49 % der Anteile an der IPMC sowie eine Kaufoption auf weitere 32 % der Anteile, die seit dem 1. Januar 2010 ausübbar ist. Bereits die Möglichkeit der Ausübung der Kaufoption führt nach IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse dazu, dass die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2010 vollkonsolidiert wird. Bis zum 31. Dezember 2009 wurde das Unternehmen als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.

Assoziierte Unternehmen

Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bestehen aus folgenden wesentlichen Gesellschaften:

European Founders Fund Verwaltungs GmbH, München (66,67 %)

European Founders Fund Management GmbH, München (66,67 %)

European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr.1, München (66,67 %)

fun communications GmbH, Karlsruhe (49,00 %)

Virtual Minds AG, Freiburg (48,65 %)

DomainsBot Srl, Rom / Italien (49,00 %)

European Founders Fund Investment GmbH, München (33,33 %)

ProfitBricks GmbH, Berlin (30,02 %)

Versatel AG, Berlin (26,12 %)

Travel-Trex GmbH, Köln (25,00 %)

getAbstract AG, Luzern / Schweiz (22,00 %)

internetstores AG, Esslingen (20,00 %)

Aufgrund der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Einstimmigkeit bei sämtlichen Gesellschafterbeschlüssen kann der Konzern bei den EFF Nr. 1 Gesellschaften (European Founders Fund Verwaltungs GmbH, European Founders Fund Management GmbH sowie European Founders Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG Nr.1) keinen beherrschenden Einfluss, sondern nur einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Abweichend von dem Anteil am Kapital in Höhe von 66,67 % partizipiert der Konzern in Abhängigkeit der internen Verzinsung des Fonds zwischen 33,33 % und 66,67 % an den Jahresergebnissen der EFF Nr. 1.

Sonstige Beteiligungen

Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (< 20 % der Stimmrechte), fallen als Finanzinstrumente grundsätzlich unter den Anwendungsbereich von IAS 39 und werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft:

Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz (14,99 %)

Hi-media S.A., Paris / Frankreich (10,65 %)

Afilias Ltd, Dublin / Irland (10,16 %)

Silverpop Systems Inc., Atlanta / USA (5,91 %)

Xactly Corporation, San Jose / USA (5,26 %)

Become Inc., Sunnyvale / USA (5,06 %)

2.3 Änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den im Vorjahr angewandten Methoden mit Ausnahmen der erstmals angewendeten nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS Standards und Interpretationen. Aus der Anwendung dieser neuen oder überarbeiteten IFRS Standards und Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRS
In 2010 umgesetzte Rechnungslegungsstandards

Vom IASB wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Änderungen an bestehenden IFRS vorgenommen sowie neue IFRS und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) veröffentlicht.

Des Weiteren veröffentlicht das IASB im Rahmen eines jährlichen Verfahrens Änderungen zu bestehenden Standards. Primäres Ziel des Sammelstandards ist es, Inkonsistenzen zu beseitigen und Formulierungen klarzustellen.

Nachfolgend aufgelistete neue und überarbeitete IFRS traten mit Wirkung für das abgelaufene Geschäftsjahr in Kraft:

IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS (1. Januar 2010)

IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung (1. Januar 2010)

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse (1. Juli 2009)

IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS (1. Juli 2009)

Improvements to IFRS 2009 mit den nachfolgend genannten Änderungen von einzelnen Standards:
IFRS 5 Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene
Geschäftsbereiche (1. Januar 2010)
IFRS 8 Geschäftssegmente (1. Januar 2010)
IAS 7 Darstellung der Zahlungsströme (1. Januar 2010)
IAS 17 Leasingverhältnisse (1. Januar 2010)
IAS 32 Finanzinstrumente: Ausweis (1. Februar 2010)
IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten (1. Januar 2010)
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (1. Juli 2009)
IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (1. Januar 2010)
IFRIC 9 Erneute Beurteilung eingebetteter Derivate (1. Juli 2009)
IFRIC 16 Absicherungen einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb
(1. Juli 2009)
IFRIC 17 Sachausschüttungen an Eigentümer (1. Juli 2009)
IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden (1. Juli 2009)
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente (1. Juli 2010)

Nachfolgend werden kurz die für United Internet relevanten Vorschriften sowie deren Auswirkungen auf den vorliegenden Abschluss beschrieben.

Aus der überarbeiteten Fassung von IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse und IAS 27 Konzern- und separate Abschlüsse nach IFRS ergeben sich Auswirkungen auf die Bewertung von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss, die Bilanzierung von Transaktionskosten, die erstmalige Erfassung und die Folgebewertung einer bedingten Gegenleistung sowie sukzessive Unternehmenserwerbe. Diese Neuregelungen werden sich auf die Ansatzhöhe des Geschäfts- oder Firmenwerts, auf das Ergebnis der Berichtsperiode, in der ein Unternehmenszusammenschluss erfolgt, und auf künftige Ergebnisse auswirken. Der überarbeitete IAS 27 schreibt vor, dass eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen, die nicht zum Verlust der Beherrschung führt, als Transaktion mit Anteilseignern in ihrer Eigenschaft als Anteilseigner bilanziert wird. Aus einer solchen Transaktion kann daher weder ein Geschäfts- oder Firmenwert noch ein Gewinn oder Verlust resultieren. Außerdem wurden Vorschriften zur Verteilung von Verlusten auf Anteilseigner des Mutterunternehmens und die Anteile ohne beherrschenden Einfluss und die Bilanzierungsregelungen für Transaktionen, die zu einem Beherrschungsverlust führen, geändert. Beide Neuregelungen werden sich auf künftige Erwerbe oder Verluste der Beherrschung an Tochterunternehmen und Transaktionen mit Anteilen ohne beherrschenden Einfluss auswirken. Auf den vorliegenden Abschluss ergaben sich aus dem Erwerb der Mail.com Auswirkungen auf die bilanzielle Behandlung von Transaktionskosten, welche ergebniswirksam vereinnahmt wurden. Weitere Auswirkungen ergeben sich, wenn der im Rahmen der Earn-Out-Vereinbarung vereinbarte Zusatzkaufpreis von der Schätzung im Erwerbszeitpunkt abweicht. Der Differenzbetrag ist ergebniswirksam zu behandeln.

IFRS 8 Geschäftssegmente verlangt die Berichterstattung über finanzielle und beschreibende Informationen hinsichtlich der berichtspflichtigen Segmente der Unternehmen. Die Improvements to IFRS (2009) brachten Klarstellung hinsichtlich der Angaben zum Segmentvermögen. Hieraus ergaben sich jedoch keine Anpassungen im vorliegenden Abschluss.

Die Änderung von IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten durch die Improvements to IFRS (2009) wirkt sich nicht auf den Konzernabschluss aus. In der Anpassung wurde noch einmal klargestellt, auf welcher Ebene ein Impairment Test durchzuführen ist. Die von der Gesellschaft vorzunehmenden Impairment Tests waren schon vorher in Übereinstimmung mit den gemachten Klarstellungen, sodass sich aus der Anpassung keine Änderung ergab.

Die nicht explizit aufgeführten Standards haben bzw. hatten keine Relevanz für den Abschluss, so dass sich aus der erstmaligen Anwendung auch keine Änderungen ergaben.

Bereits veröffentlichte, aber noch nicht umgesetzte Rechnungslegungsstandards

Neben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere IFRS und IFRIC veröffentlicht, die das Endorsement der EU bereits teilweise durchlaufen haben, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung wird von diesen Standards ausdrücklich zugelassen bzw. empfohlen. Die United Internet AG macht von diesem Wahlrecht keinen Gebrauch. Diese Standards werden zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umgesetzt.

Im Mai 2010 veröffentlichte der IASB Improvements to IFRSs (2010). Dabei handelt es sich um den dritten im Rahmen des Annual-Improvements-Process-(AIP)-Projekts veröffentlichten Standard. Improvements to IFRSs enthält 11 verschiedene Änderungen an 6 bestehenden Standards und einer Interpretation. Durch die Zusammenfassung dieser Änderungen in einem Dokument beabsichtigt der IASB, den Aufwand für alle Beteiligten zu reduzieren.

Im Einzelnen betroffen sind die folgenden Standards bzw. Interpretationen:

IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS

IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse

IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben

IAS 1 Darstellung des Abschlusses

IAS 27 Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS

IAS 34 Zwischenberichterstattung

IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme

Daneben wurden noch die folgenden Standards bzw. Interpretationen geändert bzw. neu herausgegeben:

IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS

IFRS 9 Finanzinstrumente (1. Januar 2013)

IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und
Personen

IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung (10. Februar 2010)

IFRIC 14 IAS 19 - Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften
und ihre Wechselwirkung

IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente
(1. Juli 2010)

Die Änderungen sind für United Internet für Berichtsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden.

Nachfolgend werden nur Standards bzw. Interpretationen explizit aufgeführt, die eine Relevanz für die United Internet AG haben bzw. haben könnten.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses: Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals können in einer Analyse des sonstigen Ergebnises in der Veränderung des Eigenkapitals oder im Anhang dargestellt werden.

IFRS 7 Finanzinstrumente: Die Angabevorschriften zu finanziellen Vermögenswerten, die überfällig, aber nicht wertgemindert sind, sowie die Angaben für wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte fallen weg. Hinzu kommen Angaben bei finanziellen Vermögensgegenständen, deren Buchwerte nicht das maximale Kreditrisiko widerspiegeln.

IFRS 9 reflektiert die erste Phase des IASB-Projekts zur Überarbeitung des IAS 39 und bezieht sich auf die Klassifizierung und Bewertung von in IAS 39 definierten Finanzinstrumenten. Die Fertigstellung dieses Projekts ist für 2011 vorgesehen. Eine verpflichtende Anwendung ist für Geschäftsjahre mit Beginn am oder nach dem 1. Januar 2013 vorgesehen.

IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen: Die Definition eines nahe stehenden Unternehmens oder einer nahe stehenden Person wurde verdeutlicht. Der überarbeitete Standard ändert die Angabepflichten für regierungsverbundene Unternehmen.

Die Änderungen von IAS 34 Zwischenberichterstattung betreffen weitere Angaben zu Umgliederungen und Änderungen der Klassifizierungen von Finanzinstrumenten und finanziellen Vermögenswerten.

Derzeit werden - bis auf zusätzliche bzw. geänderte Angaben oder Ausweise - keine wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung der genannten Standards bzw. Interpretationen für den konsolidierten Abschluss von United Internet erwartet.

2.4 Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

In der Erstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen vom Management gemacht, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen.

Zweckgesellschaften

Der Konzern hat Anteile an den Zweckgesellschaften European Founders Fund Nr. 1 bis Nr. 3 erworben. Dabei wurde anhand einer Analyse der Vertragsbedingungen in den Gesellschaftsverträgen unter Berücksichtigung von SIC-12 Konsolidierung - Zweckgesellschaften festgestellt, dass

die United Internet AG den European Founders Fund Nr. 1 nicht beherrscht, aber

die United Internet AG den European Founders Fund Nr. 2 beherrscht und

die United Internet AG den European Founders Fund Nr. 3 beherrscht.

Entsprechend wurde der European Founders Fund Nr. 2 und Nr. 3 als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen und der European Founders Fund Nr. 1, aufgrund des maßgeblichen Einflusses, den die United Internet AG ausüben kann, als assoziiertes Unternehmen behandelt.

Schätzungen und Annahmen

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Der Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. Sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt.

Zur Schätzung des Nutzungswerts muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cash-Flows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cash-Flows zu ermitteln. Für weitere Einzelheiten, einschließlich einer Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen, wird auf die Anhangsangabe zur "Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer" verwiesen.

Wertminderung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen

Die Gesellschaft stuft bestimmte Vermögenswerte als zur Veräußerung verfügbar ein und erfasst Änderungen in ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im Eigenkapital. Verringert sich der beizulegende Zeitwert, so werden vom Management Annahmen über den Wertverlust getroffen, um zu bestimmen, ob es sich um eine Wertminderung handelt, die erfolgswirksam im Periodenergebnis zu erfassen ist. Eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten kann ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung sein. Der Buchwert der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen betrug zum 31. Dezember 2010 128.634 T€ (Vorjahr 141.153 T€).

Ermittlung des Ergebnisanteils von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Die Anteile an assoziierten Unternehmen und an Gemeinschaftsunternehmen werden mittels der Equity Methode im Konzernabschluss fortgeschrieben. Aufgrund von zum Teil zum Bilanzstichtag nicht vollständig vorliegender Finanzinformationen von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen berücksichtigt die anteilige Ergebnisübernahme teilweise Schätzungen der Unternehmensleitung der United Internet Gruppe. Die Schätzungen betreffen beispielsweise Anpassungen an einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften (IAS 28.26), Effekte aus den durchzuführenden Kaufpreisallokationen (IAS 28.23) sowie die zugrunde zu legenden Periodenergebnisse. Im Rahmen der Schätzungen ergeben sich Ermessensspielräume und Unsicherheiten.

Für Schätzung des Ergebnisanteils von börsennotierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zum Teil Ergebnisprognosen von externen Finanzanalysten zugrunde gelegt. Der Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 84.079 T€ (Vorjahr 126.628 T€).

Werthaltigkeitsprüfung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Der United Internet Konzern hält zum Bilanzstichtag Anteile an verschiedenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. Zum Bilanzstichtag überprüft die Gesellschaft gemäß IAS 28.31, ob hinsichtlich der Nettoinvestition des United Internet Konzerns in das jeweilige assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen die Berücksichtigung eines zusätzlichen Wertminderungsaufwands erforderlich ist.

Die Ermittlung der erzielbaren Beträge basiert bei kapitalmarktorientierten Gesellschaften maßgeblich auf den jeweiligen Börsenkursen zum Bilanzstichtag. Die erzielbaren Beträge nicht börsennotierter Unternehmen orientieren sich neben den an für das jeweilige Unternehmen vorliegenden Vergangenheitserfahrungen auch an den Erwartungen über die voraussichtliche zukünftige Entwicklung. Diesen Erwartungen liegen zahlreiche Annahmen zugrunde, so dass die Ermittlung der erzielbaren Beträge ermessensabhängig ist. Der Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 84.079 T€ (Vorjahr 126.628 T€).

Aktienbasierte Vergütung

Der Aufwand aus der Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten an Mitarbeiter wird im Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität und Dividendenrendite, sowie entsprechender Annahmen erforderlich.

Bei Plänen mit Erfüllungswahlrecht beim Unternehmen sind zu jedem Stichtag Schätzungen hinsichtlich des Vorliegens einer "present obligation to settle in cash" gem. IFRS 2 notwendig. Aus diesen Annahmen ergeben sich Auswirkungen auf die Bilanzierung solcher Pläne.

Die gleiche Vorgehensweise findet Anwendung auf aktienbasierte Vergütungsformen an Dritte (z. B. Dienstleister, Lieferanten, etc.). Hier kommt es neben oben genannten Faktoren vor allem in den Bereichen Ermittelbarkeit des Zeitwerts der empfangenen Dienstleistungen, Festlegung des Gewährungszeitpunktes sowie Festlegung der Dienstperiode zu Schätzungen und Annahmen.

Steuern

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Dem folgend sowie angesichts der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist.

Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalten ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen.

Aktive latente Steuern

Aktive latente Steuern werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Für die Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung auf der Grundlage des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Zum 31. Dezember 2010 belief sich der Buchwert der aktiven latenten Steuern auf berücksichtigte steuerliche Verlustvorträge auf 353 T€ (Vorjahr 253 T€). Weitere Einzelheiten sind in der Anhangsangabe 16 dargestellt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in der Bilanz abzüglich der vorgenommenen Wertberichtigungen ausgewiesen. Die Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen erfolgt auf der Grundlage von regelmäßigen Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Die hierzu getroffenen Annahmen über das Zahlungsverhalten und die Bonität der Kunden unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum 31. Dezember 2010 97.987 T€ (Vorjahr 91.290 T€).

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden dann linear über die angenommene wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angenommenen Nutzungsdauern basieren auf Erfahrungswerten und sind mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener technologischer Entwicklung, behaftet. Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer betrug zum 31. Dezember 2010 283.962 T€ (Vorjahr 296.244 T€).

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Solche Schätzungen unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Rückstellungen betrug zum 31. Dezember 2010 5.836 T€ (Vorjahr 11.125 T€).

2.5 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Umsatzrealisierung

Bei der Umsatzrealisierung ist zwischen unterschiedlichen Geschäftsbereichen des Konzerns zu unterscheiden (siehe Anhangsangabe 4).

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Skonti, Rabatte sowie Umsatzsteuer oder andere Abgaben bleiben unberücksichtigt. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus.

Im Einzelnen werden die Umsätze der Segmente nach den folgenden Gesichtspunkten realisiert:

Segment Access

Das Segment Access umfasst im Wesentlichen die Produktlinien Schmalband-Internet-Zugänge, Breitband- / DSL-Internet-Zugänge (inkl. Internet-Telefonie und Video-on-Demand) sowie Mobile Internet.

In diesen Produktlinien erzielt die Gesellschaft Umsätze aus der Bereitstellung der genannten Zugangsprodukte sowie aus etwaigen zusätzlichen Leistungen wie Internet- und Mobilfunk-Telefonie oder Video-on-Demand. Die Umsätze bestehen dabei aus festen monatlichen Grundgebühren sowie variablen, zusätzlichen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (z. B. für Auslands- und Mobilfunkverbindungen die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind oder auch für den Einzelabruf von Videos), aus Zuschüssen für die Markterschließung im Rahmen der Neukundengewinnung sowie aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware und Software.

Die Umsätze werden entsprechend der Erbringung der Dienstleistung, die in der Regel der Vereinnahmung der von den Kunden gezahlten monatlichen Beträge (Nutzungsentgelte und Grundgebühren) entspricht, realisiert. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Hardware werden bei Gefahrenübergang realisiert. Die Entgelte werden überwiegend im Wege des Lastschriftverfahrens eingezogen.

Segment Applications

Das Segment Applications umfasst das Applikations-Geschäft von United Internet - werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (EMail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage oder Office-Applikationen. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft ihren Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.

Im Bereich der kostenpflichtigen Abonnements werden primär feste monatliche Erträge für die Nutzung, Verwaltung und Speicherung der genannten Applikationen sowie Erlöse aus der Vermittlung und Verwaltung von Domains erzielt. Neben den festen monatlichen Gebühren werden auch Einmalerlöse wie Einrichtungsgebühren, SMS-Gebühren oder Erlöse aus dem Verkauf von Software-Produkten (z. B. Virenschutz-Software) erzielt.

Die Kunden zahlen dabei in der Regel im Voraus für einen vertraglich fixierten Zeitraum für die von der Gesellschaft erbrachten Leistungen. Vorauszahlungen der Kunden werden als passive Rechnungsabgrenzung bilanziert. Die Umsatzrealisierung erfolgt anteilig über den Zeitraum der Inanspruchnahme der Dienstleistung. Die Entgelte werden in der Regel im Wege des Lastschriftverfahrens eingezogen.

Im Bereich der werbefinanzierten Applikationen (in der Regel kostenfreie E-Mail-Lösungen von GMX und WEB.DE) generiert die Gesellschaft - über die Portale WEB.DE, 1&1, GMX und smartshopping - Werbeeinnahmen und eCommerce-Provisionen. Basis dieses Geschäfts ist die häufige Inanspruchnahme der kostenfreien Applikationen und die damit verbundene hohe Frequentierung der Portale. Dabei werden bei der Online Werbung Werbeflächen auf den Websites der Portale angeboten. Die Umsatzerlöse werden in Abhängigkeit von der Platzierung der Werbung sowie der Anzahl der Einblendungen bzw. Clickraten realisiert. Im eCommerce-Geschäft erhält die Gesellschaft Provision für den Verkauf von Produkten oder für die Vermittlung von Kunden.

Die Umsatzerlöse werden entsprechend der Leistungserbringung realisiert. Vorauszahlungen der Kunden werden als passive Rechnungsabgrenzung bilanziert.

Umsatzerlöse aus dem Tausch von Werbeleistungen werden gemäß SIC 31 nur realisiert, wenn art- und wertmäßig unterschiedliche Werbedienstleistungen getauscht werden. Umsatzerlöse werden zum Marktwert des hingegebenen Vermögenswertes oder der erbrachten Dienstleistung bewertet und eventuell um eine zusätzliche Barzahlung angepasst. United Internet vermarktet Werbeflächen auf ihren Portalen nur in geringem Umfang im Tausch gegen Werbezeiten in anderen Werbemedien.

Neben den Applikations-Umsätzen werden in diesem Segment auch die Umsätze aus den erfolgsabhängigen Werbeformen Domain-Marketing und Affiliate-Marketing abgebildet.

Im Domain-Marketing betreibt United Internet (über die Sedo GmbH) eine Handelsplattform für den Domain-Sekundärmarkt (Domain-Handel). Gleichzeitig bietet die Gesellschaft den Domain-Inhabern an, nicht genutzte Domains an Werbetreibende zu vermarkten (Domain-Parking). Neben diesen Kunden-Domains hält die Gesellschaft auch ein eigenes Portfolio an verkaufbzw. vermarktbaren Domains. Im Domain-Handel erhält die Gesellschaft Provisionen bei erfolgtem Verkauf einer Domain über die Plattform und erzielt darüber hinaus Umsatzerlöse aus Dienstleistungen rund um den Themenbereich Domain-Bewertung und -Transfer. Die Verkaufsprovisionen und Dienstleistungen bemessen sich dabei in der Regel prozentual vom erzielten Verkaufspreis, während es sich bei den sonstigen Dienstleistungen um Festpreise handelt. Beim Domain-Parking erfolgt die Vermarktung (primär über Kooperationen mit Suchmaschinen) hauptsächlich über Textlinks, d. h. über Verweise auf den geparkten Domains auf die Angebote der Werbetreibenden. Die Gesellschaft erhält dabei monatlich durch den Kooperationspartner eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis der generierten Klicks, die durch den Kooperationspartner ermittelt werden.

Die Gesellschaft erfasst Verkaufsprovisionen bei Rechnungsstellung in den Umsatzerlösen. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt daher nach Abschluss der Transaktion bzw. nach der Erbringung der Dienstleistung. In den Umsatzerlösen des Domain-Parkings wird monatlich die von den Kooperationspartnern gutgeschriebene Vergütung erfasst.

Über die affilinet GmbH betreibt United Internet eine Internet-Plattform für Affiliate-Marketing. Ein Affiliate-Programm (Partnerprogramm) ist eine internetbasierte Vertriebslösung, bei der ein kommerzieller Anbieter (der sogenannte Advertiser) seinen Vertriebspartner (der sogenannten Affiliate) erfolgsorientiert über eine Provision vergütet. Der Advertiser stellt hierbei seine Werbemittel über die Plattform zur Verfügung, die der Affiliate wiederum auf seinen Seiten zur Bewerbung der Angebote des Advertisers verwenden kann.

Dabei gewinnt, steuert und vergütet der Anbieter seine Vertriebspartner über die gemeinsame Plattform. Affilinet, als Betreiber der Plattform, erhält von den Advertisern für die Nutzung der auf der Plattform zu Verfügung stehenden Admin- und Management-Tools, die Auswertung der Transaktionen und die Erstellung der monatlichen Abrechnung gegenüber den Vertriebspartnern eine Vergütung. Basis der Berechnung dieser Vergütung ist dabei die an den Affiliate zu zahlende Provision. Bei dieser kann es sich um eine Berechnung auf Basis eines Klicks (Cost per Click), auf Basis einer bestimmten Aktion des Internetnutzers (Cost per Action), auf Basis getätigter Käufe oder Bestellungen (Cost per Sale) oder um eine Mischform handeln.

Die Rechnungsstellung erfolgt im Voraus oder auf monatlicher Basis nach Leistungserbringung. Die Erfassung in den Umsatzerlösen erfolgt mit der Leistungserbringung. Vorab in Rechnung gestellte Beträge werden abzüglich der erbrachten Leistungen als erhaltene Anzahlungen erfasst. In den Fällen, in denen Leistungen nicht monatlich abgerechnet werden, werden die erbrachten Leistungen ermittelt und zu den mit den Kunden vereinbarten Preisen als Umsatzerlöse erfasst.

Ausweis von Veräußerungsgewinnen und -verlusten aus der Veräußerung von Beteiligungsunternehmen

Die reguläre Wertfortschreibung und Bewertung insbesondere von Anteilen an assoziierten Unternehmen sowie von zur Veräußerung gehaltenen Anteilen wird - soweit sie ergebniswirksame Effekte betrifft - im Finanzergebnis ausgewiesen (siehe auch Erläuterungen zum Finanzergebnis).

Gewinne aus der Veräußerung von solchen Anteilen werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Veräußerungsverluste unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Fremdwährungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung der Gesellschaft, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehenden Geschäfts- oder Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet.

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls (aus praktischen Erwägungen wird zur Umrechnung bei nicht stark schwankenden Wechselkursen ein gewichteter Durchschnittskurs gewählt). Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs erfolgswirksam aufgelöst.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Bei Durchführung einer größeren Wartung werden die Kosten im Buchwert der Sachanlagen als Ersatz erfasst, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind.

Grundstücke und Gebäude werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen auf Gebäude und Wertminderungen bewertet.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz aus Nettoveräußerungserlösen und Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden über deren voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden Server, die im Rahmen des Webhosting eingesetzt werden, über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abgeschrieben. Die restlichen von der Gesellschaft verwendeten Server werden aufgrund der vergleichsweise geringeren Beanspruchung über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

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Nutzungsdauer in Jahren
Mietereinbauten Bis zu 10 (abhängig von der Mietdauer)
Gebäude 10 bzw. 50
Kraftfahrzeuge 5 bis 6
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
3 bis 10
Büroeinrichtung 5 bis 13

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Erwerb eines Qualifying Assets. In der Berichtsperiode waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren.

Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dies beinhaltet die Erfassung aller identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert.

Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbes über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich oder dann auf Wertminderung geprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte.

Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dieses gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind.

Der Wertminderungsbedarf wird durch den Vergleich von erzielbarem Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf die sich der Firmenwert bezieht, mit deren Buchwert ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert bzw. die zahlungsmittelgenerierenden Einheit als wertgemindert betrachtet und auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Immaterielle Vermögenswerte

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer differenziert.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Nutzungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit eine Überprüfung auf Werthaltigkeit durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.

Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

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Nutzungsdauer in Jahren
Markenrechte Unbegrenzt
Portal 8
Kundenstamm 5 bis 13
Lizenzen und sonstige Rechte 3 bis 6
Software 3

Anteile an assoziierten Unternehmen

Anteile an assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem die Gesellschaft über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils der Gesellschaft am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil der Gesellschaft am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden von der Gesellschaft in Höhe ihres Anteils erfasst und - sofern zutreffend - in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.

Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden in der Regel zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.

Anteile an Joint Ventures

Die Gesellschaft war an einem Joint Venture in Form eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens beteiligt. Danach bestand eine vertragliche Vereinbarung zwischen den Partnerunternehmen zur gemeinschaftlichen Führung der wirtschaftlichen Tätigkeiten des Unternehmens. Der Konzern bilanzierte seine Anteile an den Joint Ventures unter Anwendung der Equity-Methode. Der Abschluss des Joint Ventures wurde zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, wurden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.

Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt die Gesellschaft eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Cash-Flows, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind; in letzterem Fall, wird der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit ermittelt, zu welcher der Vermögenswert gehört. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cash-Flows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf DCF-Modelle, Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Tochterunternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.

Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts im Unternehmen entsprechen.

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Firmenwerts, wird zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, nimmt die Gesellschaft eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre.

Für bestimmte Vermögenswerte sind zusätzlich folgende Kriterien zu berücksichtigen:

Firmenwert

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung des Firmenwerts vorliegen. Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wird mindestens einmal jährlich überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit bestimmt, der der Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum Bilanzstichtag vor.

Immaterielle Vermögenswerte

Die Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Werthaltigkeit erfolgt mindestens einmal jährlich zum Bilanzstichtag. Die Überprüfung wird in Abhängigkeit des Einzelfalls für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit durchgeführt.

Assoziierte Unternehmen

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt die Gesellschaft, ob es erforderlich ist, einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand für die Anteile der Gesellschaft an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, inwiefern objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Anteil an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert ist. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des assoziierten Unternehmens und den Anschaffungskosten als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.

Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte

Finanzinvestitionen und andere finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden folgendermaßen klassifiziert:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen

Kredite und Forderungen sowie

zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen.

Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige Forderungen, notierte und nicht notierte Finanzinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente.

Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinvestitionen als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt zum Zeitpunkt ihres erstmaligen Ansatzes. Umwidmungen werden, sofern diese zulässig sind und erforderlich erscheinen, zum Ende jedes Geschäftsjahres vorgenommen.

Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d. h. am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und finanzielle Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Diese Kategorie umfasst vom Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die die Bilanzierungskriterien für Sicherungsgeschäfte gemäß IAS 39 nicht erfüllen. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasste finanzielle Vermögenswerte werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei Gewinne und Verluste erfolgswirksam erfasst werden. Der Konzern hat nur derivative Finanzinstrumente als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft.

Kredite und Forderungen

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und nicht in eine der drei vorstehend genannten Kategorien eingestuft sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne oder Verluste direkt im Eigenkapital, in der Rücklage für nicht realisierte Gewinne, erfasst werden. Bei Abgang von Finanzinvestitionen wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Beizulegender Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cash-Flows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle.

Fortgeführte Anschaffungskosten

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sowie Kredite und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Diese werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertberichtigungen und unter Berücksichtigung von Disagien und Agien beim Erwerb ermittelt und beinhalten Transaktionskosten und Gebühren, die ein integraler Teil des Effektivzinssatzes sind.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt.

Finanzielle Vermögenswerte, die mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden

Besteht ein objektiver Hinweis, dass eine Wertminderung bei mit fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Krediten und Forderungen eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Verlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cash-Flows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts (d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz). Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in einer der folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung rückgängig gemacht. Die Wertaufholung ist der Höhe nach auf die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung beschränkt. Die Wertaufholung wird ergebniswirksam erfasst.

Liegen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen objektive Hinweise (wie z. B. die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners), dafür vor, dass nicht alle fälligen Beträge gemäß den ursprünglich vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden, wird eine Wertminderung unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos vorgenommen. Wertminderungsbeträge werden ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden. Wertberichtigungen werden auf Basis von Erfahrungswerten durch Klassifizierung der Forderungen nach dem Alter und auf Basis von sonstigen Informationen hinsichtlich der Werthaltigkeit von kundenspezifischen Forderungen gebildet.

Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

Ist ein zur Veräußerung verfügbarer Vermögenswert in seinem Wert gemindert, wird ein im Eigenkapital erfasster Betrag in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich etwaiger, bereits früher ergebniswirksam erfasster Wertberichtigungen dieses finanziellen Vermögenswerts, in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Wertaufholungen bei Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Um zu bestimmen, ob eine Wertminderung vorliegt, die ergebniswirksam zu erfassen ist, werden Informationen über nachteilige Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfelds berücksichtigt. Eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Wertaufholungen bei Schuldinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden ergebniswirksam erfasst, wenn der Anstieg des beizulegenden Zeitwerts des Instruments objektiv aus einem Ereignis, das nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung aufgetreten ist, resultiert.

Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken werden angemessene Wertberichtigungen für Überbestände vorgenommen.

Bei der Ermittlung der Nettoveräußerungswerte der zur Weiterveräußerung gehaltenen Domains werden Gängigkeitsabschläge verwendet. Eine zunehmende Haltedauer wird als Indikation für eine geringere Attraktivität / Gängigkeit angesehen. Die geringere Gängigkeit der Domain wird dabei als sinkende Verkaufswahrscheinlichkeit interpretiert, wodurch der erzielbare Nettoveräußerungserlös infolge der höheren Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt in Verbindung mit einer geringeren Verkaufspreiserwartung sinkt. Die Abschläge werden erstmalig zum Ende des dem Erwerbes folgenden Geschäftsjahres vorgenommen. Nach einer Haltedauer von sieben Jahren wird die Verkaufswahrscheinlichkeit seitens der Gesellschaft vereinfachend mit Null angenommen. Über die Gängigkeitsabschläge hinaus testet die Gesellschaft den Domainbestand zum jeweiligen Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen, die ein stärkeres Absinken des Nettoveräußerungswertes als mit den unterstellten Gängigkeitsabschlägen anzeigt.

Eigene Anteile

Eigene Anteile werden vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, Verkauf, die Ausgabe oder Einziehung von eigenen Anteilen wird nicht erfolgswirksam erfasst.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, sonstigen Geldanlagen, Schecks und Kassenbeständen, die allesamt einen hohen Liquiditätsgrad und eine - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - Restlaufzeit von unter 3 Monaten aufweisen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Darlehen werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie mit der Absicht erworben wurden, sie in naher Zukunft zu veräußern. Derivate, einschließlich getrennt erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst.

Ausbuchungen finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

Finanzielle Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der drei folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cash-Flows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.

Die Gesellschaft behält zwar die Rechte auf den Bezug von Cash-Flows aus finanziellen Vermögenswerten zurück, übernimmt jedoch eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung der Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, die die Bedingungen von IAS 39.19 erfüllt (pass-through-arrangement).

Die Gesellschaft hat ihre vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cash-Flows aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt oder gekündigt oder erloschen ist.

Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn die Gesellschaft eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird nach Abzug der Erstattung erfolgswirksam erfasst. Ist der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der sofern im Einzelfall erforderlich die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst.

Aktienbasierte Vergütung

Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter des Konzerns eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten und in Form der Gewährung von Wertsteigerungsrechten, die nach Wahl der Gesellschaft in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden können.

Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente

Die Kosten aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt. Mit dem zugehörigen Bewertungsverfahren wird die Wertkomponente im Zusagezeitpunkt auch für die Folgebewertung bis zum Ende der Laufzeit festgelegt. Umgekehrt ist zu jedem Bewertungsstichtag eine Neueinschätzung des zu erwartenden Ausübungsvolumens vorzunehmen mit der Folge einer entsprechenden Anpassung des Zuführungsbetrages unter Berücksichtigung der bislang schon erfolgten Zuführung. Notwendige Anpassungsbuchungen sind jeweils in der Periode vorzunehmen, in der neue Informationen über das Ausübungsvolumen bekannt werden.

Die Erfassung von aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen und die korrespondierende Erhöhung des Eigenkapitals erfolgt über den Zeitraum, in dem die Ausübungs- bzw. Leistungsbedingungen erfüllt werden müssen (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet am Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit, d. h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Der im Periodenergebnis erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen. Für Vergütungsrechte, die nicht ausübbar werden, wird kein Aufwand erfasst.

Transaktionen mit Ausgleich in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente nach Wahl der Gesellschaft

Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die der Gesellschaft das vertragliche Wahlrecht einräumen, ob der Ausgleich in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen soll, hat die Gesellschaft zu bestimmen, ob eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, und die aktienbasierte Vergütungstransaktion entsprechend abzubilden. Eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich liegt dann vor, wenn die Möglichkeit eines Ausgleichs durch Eigenkapitalinstrumente keinen wirtschaftlichen Gehalt hat (z. B. weil der Gesellschaft die Ausgabe von Aktien gesetzlich verboten ist) oder der Barausgleich eine vergangene betriebliche Praxis oder erklärte Richtlinie der Gesellschaft war oder die Gesellschaft im Allgemeinen einen Barausgleich vornimmt, wenn die Berechtigten diese Form des Ausgleichs wünschen. Diese Transaktion wird gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Der verwässernde Effekt der ausstehenden Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente sowie der Transaktionen mit Barausgleich oder durch Eigenkapitalinstrumente wird bei der Berechnung der Ergebnisse je Aktie als zusätzliche Verwässerung berücksichtigt.

Ergebnis je Aktie

Das "unverwässerte" Ergebnis je Aktie (basic earnings per share) wird berechnet, indem das den Inhabern von Namensaktien zuzurechnende Ergebnis durch den für den Zeitraum gewogenen Durchschnitt der ausgegebenen Aktien geteilt wird.

Das "verwässerte" Ergebnis je Aktie (diluted earnings per share) wird ähnlich dem Ergebnis je Aktie ermittelt, mit der Ausnahme, dass die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um den Anteil erhöht wird, der sich ergeben hätte, wenn die aus den ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen resultierenden ausübbaren Wandlungsrechte ausgeübt worden wären. Zusätzlich wird das Periodenergebnis um Zinsaufwendungen nach Steuern korrigiert, die auf die potenziell umzutauschenden Wandelschuldverschreibungen entfielen.

Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt.

Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Beginns der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand wird mit seinem beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, angesetzt. Leasingzahlungen werden derart in Finanzaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden erfolgswirksam erfasst.

Ist der Eigentumsübergang auf den Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, so werden die aktivierten Leasingobjekte über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben.

Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Gesellschaft qualifiziert derzeit sämtliche Leasingverträge der Gesellschaft als Operating-Leasingverhältnisse, wobei die Gesellschaft ausschließlich als Leasingnehmer auftritt.

Finanzerträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden). Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert kürzen den Buchwert des Vermögenswertes.

Steuern

Tatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und die früheren Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der:

latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und

latenten Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von:

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und

latenten Steueransprüchen aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn die Gesellschaft einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Umsatzsteuer

Umsatzerlöse, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst, mit Ausnahme folgender Fälle:

Wenn die beim Kauf von Vermögenswerten oder Dienstleistungen angefallene Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde eingefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.

Forderungen und Schulden werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde erstattet oder an diese abgeführt wird, wird in der Konzern-Bilanz unter Sonstige kurzfristige Vermögenswerte bzw. Sonstige Verbindlichkeiten erfasst.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps, um sich gegen Zinsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist.

Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

3. Unternehmenszusammenschlüsse und -beteiligungen

3.1. Unternehmenszusammenschlüsse des Geschäftsjahres 2010

Mit Vertrag vom 19. Juli 2010 hat die GMX Internet Services Inc. - heute 1&1 Mail & Media Inc. - im Rahmen eines Asset Deals den Geschäftsbetrieb Mail.com erworben. Diesbezüglich wurden die wesentlichen Komponenten erworben, um den Geschäftsbetrieb Mail.com fortzuführen. Der wirtschaftliche Übergang war am 31. August 2010.

Die erworbenen Vermögenswerte waren bei Übergabe in ihrer Beschaffenheit oder mit jederzeit am Markt beschaffbaren Ergänzungen in der Lage, eigene Erträge zu generieren. Im Rahmen der Transaktion wurden Serviceverträge geschlossen, die es ermöglichen, Mail.com auf die eigene technische Plattform zu migrieren, ohne dabei die Leistungserstellung einzuschränken. Daher wurde der Erwerb des Geschäftsbetriebs als Unternehmenszusammenschluss eingestuft.

Der Kaufpreis in Höhe von 21.437 T€ wurde im Berichtszeitraum vollständig in bar beglichen. Gleichzeitig wurde den Verkäufern im Rahmen eines so genannten Earn-Out Agreements ein Zusatzkaufpreis eingeräumt. Die Höhe des zusätzlichen Kaufpreises hängt davon ab, ob die definierten Erfolgsgrößen erreicht werden.

Im Rahmen der Transaktion wurden im Wesentlichen selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte übernommen. Mitarbeiter oder Schulden wurden nicht übernommen.

Die vorläufig beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

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T€
Zahlungsmittelabfluss 21.437
Earn-out Agreement 1.169
Anschaffungskosten 22.606
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Zeitwerte

T€
Marke 21.309
Kundenstamm 544
Serviceverträge 264
Immaterielle Vermögenswerte 22.118
Firmenwert 488
Anschaffungskosten 22.606

Der Firmenwert in Höhe von 488 T€ resultiert aus erwarteten Synergien aus dem Erwerb des Geschäftsbetriebs. Anschaffungsnebenkosten wurden aufwandswirksam unter den Verwaltungskosten erfasst.

Die Rechnungsstellung an die Kunden von Mail.com wird während einer Übergangszeit noch vom Verkäufer vorgenommen. Aus diesem Grund erfolgt der Ausweis der Erträge unter den sonstigen betrieblichen Erträgen (1.570 T€). Das Ergebnis des Geschäftsbetriebs Mail.com seit dem Erwerbszeitpunkt, das im Periodenergebnis erfasst wurde, betrug im Geschäftsjahr 2010 1.099 T€. Unter der Annahme, dass der Geschäftsbetrieb bereits zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 erworben worden wäre, hätten sich die Umsätze um 5.040 T€ und das Periodenergebnis um 1.515 T€ erhöht.

Die Sedo GmbH hält 49 % der Anteile an der Intellectual Property Management Company Inc. mit Sitz in Dover, Delaware / USA. Bis zum 31. Dezember 2009 wurde das Unternehmen als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert. Die Sedo GmbH hält darüber hinaus eine Kaufoption auf weitere 32 % der Anteile, die seit dem 1. Januar 2010 ausübbar ist. Die Möglichkeit der Ausübung führt nach IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse dazu, dass die Gesellschaft ab dem Geschäftsjahr 2010 als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wird.

Die erbrachte Gegenleistung betrug 86 T€ und setzt sich aus einer bedingten Kaufpreiszahlung in Höhe von 14 T€ und dem Abgang des nach der Equity-Methode bilanzierten Anteils in Höhe von 72 T€. Das erworbene Nettovermögen betrug -155 T€. Dabei erfolgte keine Anpassung der Buchwerte, die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung angesetzt waren. Unter Berücksichtigung der Anteile ohne beherrschenden Einfluss in Höhe von 79 T€ ergab sich aus der Vollkonsolidierung ein Firmenwert in Höhe von 162 T€. Im Geschäftsjahr 2010 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 403 T€ sowie ein Jahresfehlbetrag der IPMC in Höhe von 308 T€ in den Konzernabschluss einbezogen.

3.2 Unternehmenbeteiligungen des Geschäftsjahres 2010

Die United Internet Beteiligungen GmbH hat sich mit Vertrag vom 2. November 2010 mit 30,02 % an der ProfitBricks GmbH, Berlin, beteiligt. Der Erwerb der Anteile erfolgte im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 875 T€.

3.3 Unternehmentransaktionen des Vorjahres

Die United Internet Beteiligungen GmbH hat mit Vertrag vom 12. Dezember 2008 - vorbehaltlich der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden - die Anteile an der united-domains AG erworben. Nach der Freigabe der Kartellbehörden am 30. Januar 2009 wurde die Übernahme am 27. Februar 2009 vollzogen. Der Kaufpreis in Höhe von 34.951 T€ wurde im Berichtszeitraum 2009 mit 34.070 T€ in bar sowie mit 881 T€ im Wege der Übernahme von Verbindlichkeiten beglichen. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 35.097 T€ und umfassten neben dem Kaufpreis auch direkt zurechenbare Kosten in Höhe von 146 T€. Die united-domains AG wird auch weiterhin von den Gründern geleitet, die sich nach Abschluss der Übernahme mit insgesamt 15 % an der united-domains AG beteiligt haben. Der Kaufpreis für diese Anteile wurde gestundet. Gleichzeitig wurde im Rahmen des Erwerbs dieser Anteile den Gründern eine Put-Option auf ihre Anteile eingeräumt, die erstmals in 2014 ausübbar ist. Die Höhe des Kaufpreises hängt im Wesentlichen von der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft ab.

Der Firmenwert in Höhe von 24.399 T€ resultierte im Wesentlichen aus erwarteten Synergien aus dem Unternehmenserwerb.

Die Put-Option wird als "contingent consideration" bilanziert, d. h. Anpassungen auf den beizulegenden Zeitwert der Verpflichtung aus dieser Put-Option werden erfolgsneutral als Kaufpreisanpassung bilanziert und beeinflussen somit in der Folge die Höhe des Firmenwerts. Der Effekt aus der Aufzinsung wird im Finanzergebnis als Zinsaufwand verbucht. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Effekt aus der Firmenwert-Anpassung -93 T€ (Vorjahr 3.677 T€), der Aufzinsungseffekt belief sich auf 682 T€ (Vorjahr 434 T€).

Im Zusammenhang mit dieser Transaktion wurden folgende wesentliche stille Reserven im Zuge der erfolgten Kaufpreisallokation aufgedeckt: Kundenstamm (12.295 T€), Marke (4.198 T€), Software (2.211 T€). Hieraus resultierten latente Steuerschulden in Höhe von 5.555 T€.

Am 25. Februar 2009 wurde von der Sedo USA ein Kaufvertrag über den Erwerb des Domain-Parking-Anbieters RevenueDirect abgeschlossen. Im Rahmen des Kaufvertrages wurden der Kundenstamm, die Marke und die zugehörige Software des Domain-Parking-Service-Anbieters erworben. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 628 T€. Direkt zurechenbare Kosten fielen nicht an. Aus dieser Transaktion resultierte ein Firmenwert in Höhe von 85 T€.

Bis zum Geschäftsjahr 2006 wurden 75,94 % der Anteile an der Sedo GmbH von der Response Republic Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH erworben. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages führt die Sedo GmbH ihr Ergebnis vollständig an die Response Republic Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH ab. Als Ausgleich an die Minderheitsgesellschafter sah der Vertrag eine Zahlung einer Dividende in Höhe von 250 T€ pro Geschäftsjahr vor. Der Vertrag konnte erstmals zum 31. Dezember 2011 gekündigt werden. Im Rahmen des Erwerbs der weiteren Anteile wurde den Minderheitsgesellschaftern eine bedingte Put-Option eingeräumt. Die Put-Option konnte im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2015 ausgeübt werden, wobei die Option in den Jahren 2009 und 2010 nur gemeinsam von allen Minderheitsgesellschaftern ausgeübt werden kann. Die Option ist insofern bedingt, als dass Sedo Holding das Recht hat, der Ausübung der Put-Option zu widersprechen. Die Höhe der Kaufpreise hingen im Wesentlichen von der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft ab. Mit notariellem Vertrag vom 29. September 2009 verpflichteten sich die verbliebenen Minderheitsaktionäre der Sedo GmbH, Köln, sämtliche von ihnen gehaltenen Anteile in Höhe von 24,06 % an die AdLINK Internet Media AG - heute Sedo Holding AG - gegen Zeichnung von 4.250.000 neuen Aktien der Sedo Holding AG und einer Barkomponente in Höhe von 5.500 T€ zu übertragen. Die Abtretungen der Geschäftsanteile erfolgten unter den aufschiebenden Bedingungen der Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung der Sedo Holding AG im Handelsregister sowie der Leistung der Barkomponente. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 20. November 2009. Auf Basis des Aktienkurses der Sedo Holding AG zu diesem Tag in Höhe von 3,20 € ergab sich ein Gesamtwert dieser Transaktion in Höhe von 19.100 T€.

Mit dem Kaufvertrag entfiel die bestehende Verpflichtung zur Zahlung einer Garantiedividende. Die dafür bilanzierte Verbindlichkeit wurde erfolgswirksam aufgelöst. Ansonsten ergaben sich keine Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung auf Grund der bereits bestehenden vollständigen Zurechnung des Ergebnisses der Sedo GmbH zum Konzernergebnis in Folge des Ergebnisabführungsvertrages gegen Ausgleichszahlung (Garantiedividende).

Die Sedo GmbH hat sich mit Wirkung vom 1. Januar 2008 mit 40 % an der DomainsBot S.r.l, Rom / Italien, beteiligt. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass über eine Call-Option erstmalig im Jahr 2010 weitere 20 % der Anteile erworben werden können. Die Anschaffungskosten beliefen sich auf 839 T€ und umfassen neben dem Kaufpreis auch direkt zurechenbare Kosten in Höhe von 89 T€.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

4. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem sogenannten Management-Ansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium ("Chief Operating Decision Maker"). In der United Internet Gruppe ist der Vorstand der United Internet AG verantwortlich für die Bewertung und Steuerung des Geschäftserfolgs der Segmente.

Um die von der Gesellschaft identifizierten Wachstumstreiber "mobiles Internet" und "Cloud Applikationen" gezielt zu adressieren, wurde Anfang 2010 eine neue Segmentierung in der Unternehmenssteuerung und Berichterstattung eingeführt. Die bisherigen Segmente "Produkte" und "Online-Marketing" wurden aufgegeben. Im Zuge der Neupositionierung der United Internet Gruppe erfolgt ab dem Berichtszeitraum 2010 die Unternehmenssteuerung und Konzernberichterstattung über die Segmente "Access" und "Applications". Um die Angaben der Berichtsperiode vergleichbar zu machen, wurde die Vorjahresperiode auf die neue Segmentierung angepasst.

Eine Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen findet sich in Abschnitt 2.5 unter den Ausführungen zur Umsatzrealisierung. Unter das Segment Zentrale / Beteiligungen sind im Wesentlichen Holdingfunktionen zu subsumieren.

Die Steuerung durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT). Transaktionen zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen berechnet. Die Informationen zu den Umsatzerlösen sind dem Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, zugeordnet. Bei der Überleitung werden die Ergebnisse der Segmente auf die Gesamtsumme der United Internet-Gruppe übergeleitet.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2010 wie folgt dar:

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2010 Segment
Access
Segment
Applications
Zentrale /
Beteiligungen
Überleitung United Internet-
Gruppe


T€ T€ T€ T€ T€
Gesamtumsatz 1.231.486 685.492 3.980 --- ---
- davon konzernintern 1.440 8.971 3.412 --- ---
Außenumsatz 1.230.046 676.521 568 --- 1.907.135
- davon Inland 1.230.046 477.013 568 --- 1.707.627
- davon Ausland 0 199.508 0 --- 199.508
EBITDA 122.596 232.711 2.404 0 357.711
EBIT 92.006 177.247 2.242 0 271.495
Finanzergebnis

-9.491 -612 -10.103

Abschreibungen auf Beteiligungen


-13.840 0 -13.840

Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen


-31.840 62 -31.778

EBT


-52.929 268.703 215.774

Steueraufwendungen



-88.068 -88.068

Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)




127.706

Ergebnis aus eingestellten Geschäftsbereichen



1.790 1.790

Konzernergebnis (nach eingestellten Geschäftsbereichen)




129.496

Vermögenswerte (langfristig)
0 426.918 205.303 --- 632.221
- davon Inland 0 348.518 134.158 --- 482.676

- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 81.495 --- 81.495

- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 16.339 52.663 --- 69.002

- davon Firmenwerte 0 332.179 0 --- 332.179
- davon Ausland 0 78.400 71.145 --- 149.545

- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 956 1.628 --- 2.584

- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 6.755 69.517 --- 76.272

- davon Firmenwerte 0 70.689 0 --- 70.689

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
11.732 81.525 57 --- 93.314

Abschreibungen
30.590 55.464 162 --- 86.216
- davon immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 30.590 35.716 162 --- 66.468

-
davon im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte
immaterielle Vermögenswerte
0 19.586 0 --- 19.586
- davon Firmenwertabschreibungen 0 162 0 --- 162

Anzahl der Mitarbeiter
1.780 3.211 27 --- 5.018
- davon Inland 1.696 2.296 27 --- 4.019
- davon Ausland 84 915 0 --- 999

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2010 sind mit 22.118 T€ wesentlich durch den Erwerb des Geschäftsbetriebs Mail.com geprägt.

Die langfristigen Vermögenswerte der Segmente umfassen die Anteile an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die Firmenwerte.

Aus der Kundenstruktur hat sich in den Berichtsjahren keine wesentliche Konzentration auf einzelne Kunden ergeben. In der United Internet-Gruppe wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der gesamten externen Umsatzerlöse generiert. Die Auslandsumsätze betragen 10,5 % (Vorjahr 10,4 %) des Konzernumsatzes.

Die Überleitungsgröße hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern stellt den entsprechenden EBT-Beitrag der Segmente Access sowie Applications dar.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2009 wie folgt dar:

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2009 Segment
Access
Segment
Applications
Zentrale /
Beteiligungen
Überleitung United Internet-
Gruppe


T€ T€ T€ T€ T€
Gesamtumsatz 1.028.773 649.523 4.756 --- ---
- davon konzernintern 2.118 17.999 4.058 --- ---
Außenumsatz 1.026.655 631.524 698 --- 1.658.877
- davon Inland 1.026.655 458.305 698 --- 1.485.658
- davon Ausland 0 173.219 0 --- 173.219
EBITDA 124.064 225.411 67.222 0 416.697
EBIT 118.300 175.287 67.025 0 360.612
Finanzergebnis

-19.546 -976 -20.522
Abschreibungen auf Beteiligungen

-3.478 0 -3.478
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen

-1.189 -7.749 -8.938
EBT

42.812 284.862 327.674
Steueraufwendungen


-56.509 -56.509
Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen)



271.165
Ergebnis aus eingestellten Geschäftsbereichen


12.010 12.010
Konzernergebnis (nach eingestellten Geschäftsbereichen)



283.175
Vermögenswerte (langfristig) 0 423.003 263.075 --- 686.078
- davon Inland 0 346.390 185.798 --- 532.188

- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 0 124.159 --- 124.159

- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 17.577 61.639 --- 79.216

- davon Firmenwerte 0 328.813 0 --- 328.813
- davon Ausland 0 76.613 77.277 --- 153.890

- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 899 1.570 --- 2.469

- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 5.601 75.707 --- 81.308

- davon Firmenwerte 0 70.113 0 --- 70.113
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
147.754 27.501 41 --- 175.296
Abschreibungen 5.764 50.124 197 --- 56.085
- davon immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 5.764 31.071 197 --- 37.032
- davon im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte
immaterielle Vermögenswerte
0 19.053 0 --- 19.053
- davon Firmenwertabschreibungen 0 0 0 --- 0
Anzahl der Mitarbeiter 1.584 2.961 26 --- 4.571
- davon Inland 1.545 2.133 26 --- 3.704
- davon Ausland 39 828 0 --- 867

Die Investitionen im Geschäftsjahr 2009 waren mit 126.348 T€ wesentlich durch den Erwerb des Kundenstamms von freenet geprägt.

Die Überleitungsgröße hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern stellt den entsprechenden EBT-Beitrag der Segmente Access sowie Applications dar.

5. Umsatzkosten

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2010 2009

T€ T€
Aufwand für bezogene Leistungen 971.387 843.225
Aufwand für bezogene Waren 103.389 74.303
Personalaufwendungen 63.806 55.895
Abschreibungen 36.799 27.731
Sonstiges 50.804 15.378
Gesamt 1.226.185 1.016.532

Die Umsatzkosten erhöhten sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen gegenüber dem Vorjahr von 61,3 % auf 64,3 %, was zu einer Senkung der Bruttomarge von 38,7 % auf 35,7 % führte. Ursächlich hierfür sind in erster Linie die hohen Aufwendungen für die DSL-Qualitätsoffensive, der starke Anstieg der DSL-Komplettpakete (ULL) und die ergebniswirksame Verbuchung der gestiegenen Hardware-Subventionen auch im Bereich der Mobile Internet Produkte.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden separat ausgewiesen und sind nicht in den Umsatzkosten enthalten. Es wird auf die Anhangsangabe 9 verwiesen.

6. Vertriebskosten

Die Vertriebskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 228.036 T€ (13,7 % vom Umsatz) auf 306.210 T€ (16,1 % vom Umsatz). Ursächlich hierfür sind in erster Linie die planmäßigen Abschreibungen auf den erworbenen freenet-DSL-Kundenbestand in Höhe von 21.626 T€, die deutlich gesteigerten Marketingausgaben und die Anlaufkosten für die neuen Produkte sowie Kundengewinnungskosten.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden separat ausgewiesen und sind nicht in den Vertriebskosten enthalten. Es wird auf die Anhangsangabe 9 verwiesen.

7. Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr von 92.741 T€ (5,6 % vom Umsatz) auf 94.712 T€ (5,0 % vom Umsatz) unterproportional erhöht.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden separat ausgewiesen und sind nicht in den Verwaltungskosten enthalten. Es wird auf die Anhangsangabe 9 verwiesen.

8. Sonstige betriebliche Erträge /Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2010 sind im Wesentlichen von dem Verkauf von Anteilen bei EFF Nr. 3 (8.440 T€) und dem Verkauf der Anteile an der maxdome GmbH & Co. KG (7.769 T€) geprägt. Im Rahmen des Verkaufs der Anteile an der maxdome GmbH & Co. KG wurde ein Verkaufserlös von 16.515 T€ erzielt. Ein Teil dieses Erlöses wurde gestundet, hieraus ergab sich ein Abzinsungseffekt von -1.352 T€. Da für das Jahr 2010 keinerlei Nachschusspflichten bestanden, wurde aufgrund wirtschaftlicher Betrachtungsweise die sich im Rahmen der Anwendung der Equity-Methode ergebende anteilige Ergebnisübernahme in Höhe von -7.394 T€ mit diesem Verkaufserlös saldiert ausgewiesen. Bis zum dritten Quartal war dieser Ergebnisanteil im Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten verweisen wir auf Anhangsangabe 42.

Ferner enthalten sind die unter Anmerkung 3 dargestellten sonstigen betrieblichen Erträge im Zusammenhang mit dem Erwerb des Geschäftsbetriebs Mail.com (1.570 T€).

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2009 waren im Wesentlichen von dem Verkauf der direkt gehaltenen Anteile an der freenet AG (48.170 T€) und dem Verkauf der Anteile an der Drillisch AG (12.463 T€) geprägt. Aus der Ausbuchung eines derivativen Finanzinstruments im Zusammenhang mit der Abnahme von Anteilen an einer börsennotierten Gesellschaft resultierte ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von 6.425 T€.

Den Forderungsverlusten bei 1&1 in Höhe von 21.874 T€ (Vorjahr 32.189 T€) stehen Erträge aus Mahn- und Rücklastschriftgebühren bei 1&1 in Höhe von 17.364 T€ (Vorjahr 15.211 T€) gegenüber.

Die Währungsgewinne (netto) des Geschäftsjahres 2010 beliefen sich auf 27 T€ (Vorjahr 938 T€).

Die periodenfremden Erträge beliefen sich auf 278 T€ (Vorjahr 297 T€).

9. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

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2010 2009

T€ T€
Umsatzkosten 36.799 27.731
Vertriebskosten 23.816 3.781
Verwaltungskosten 5.853 5.520
Gesamt 66.468 37.032

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte verteilen sich auf die Vermögenswerte wie folgt:

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2010 2009

T€ T€
Portal 9.031 9.030
Kundenstamm / Auftragsbestand 9.389 9.567
Software 416 456
Marke 750 0
Gesamt 19.586 19.053

Die Wertminderungsaufwendungen aus Marken resultieren aus einer nicht weiter genutzten Marke.

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte entfallen auf das Segment Applications und verteilen sich auf die Unternehmenszusammenschlüsse wie folgt:

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2010 2009

T€ T€
Portalgeschäft WEB.DE 12.861 13.576
united-domains 2.828 2.418
Fasthosts 1.763 1.698
Dollamore 1.358 586
CibleClick 553 553
RevenueDirect 223 222
Gesamt 19.586 19.053

Da eine zuverlässige Allokation der Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte auf die einzelnen Funktionsbereiche nicht möglich ist, erfolgt ein separater Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung.

10. Firmenwertabschreibungen

Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung wurden Wertminderungen auf den Firmenwert bei der Intellectual Property Management Company Inc. in Höhe von 162 T€ vorgenommen. Im Geschäftjahr 2009 waren keine Firmenwertabschreibungen zu verbuchen.

11. Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:

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2010 2009

T€ T€
Umsatzkosten 63.806 55.895
Vertriebskosten 102.277 87.446
Verwaltungskosten 36.839 37.655
Gesamt 202.922 180.996

Die Anzahl der Mitarbeiter stieg gegenüber dem Vorjahr von 4.571 Mitarbeitern um 9,8 % auf 5.018 Mitarbeiter zum Jahresende 2010 an:

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2010 2009
Inland 4.019 3.704
Ausland 999 867
Gesamt 5.018 4.571

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2010 belief sich auf 4.809 (Vorjahr 4.486), davon im Inland 3.865 (Vorjahr 3.645) und im Ausland 945 (Vorjahr 841).

12. Finanzierungsaufwendungen

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2010 2009

T€ T€
Darlehen und Kontokorrentkredite 13.391 15.045
Aufwand aus Zinssicherungsgeschäften 799 5.043
Zinseffekt Put-Option united-domains AG 682 434
Aufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung 325 2.967
Garantiedividende an Minderheitsgesellschafter 0 26
Summe Finanzierungsaufwendungen 15.197 23.515

Der Aufwand aus Zinssicherungsgeschäften betrifft die Folgebewertung von im Geschäftsjahr 2008 abgeschlossenen Zinsswaps zum Marktwert. Der Aufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung resultiert aus der Verzinsung von Steuerschulden.

13. Finanzerträge

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2010 2009

T€ T€
Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten 2.083 2.227
Erträge aus Finanzinvestitionen 2.272 520
Erträge aus Kaufpreisstundung aus dem Verkauf
der Anteile eines assoziierten Unternehmens
0 134
Erträge aus Ausleihungen an
Gemeinschaftsunternehmen
739 112
Summe Finanzerträge 5.094 2.993

14. Abschreibungen auf Beteiligungen

Die Abschreibungen auf Beteiligungen belaufen sich auf 13.840 T€ (Vorjahr 3.478 T€). Weitere Angaben werden in der Anhangsangabe 26 gemacht.

15. Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen

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2010 2009

T€ T€
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen -31.778 -8.938

-31.778 -8.938

Weitere Angaben zu dem Ergebnis aus assoziierten Unternehmen werden in der Anhangsangabe 25 gemacht.

16. Steueraufwendungen

Die Steueraufwendungen aus fortgeführten Geschäftsbereichen setzen sich wie folgt zusammen:

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2010 2009


T€ T€
Laufende Ertragsteuern

- Deutschland 93.270 51.637
- Ausland 9.462 8.336
Gesamt (laufende Periode) 102.732 59.973
Latente Steuern

- aufgrund steuerlicher Verlustvorträge -100 2.459
- steuerliche Wirkung auf temporäre Unterschiede -14.564 -5.923
- aufgrund von Steuersatzänderungen 0 0
Gesamte latente Steuern -14.664 -3.464
Gesamter Steueraufwand 88.068 56.509

Nach dem deutschen Steuerrecht setzen sich die Ertragsteuern aus Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag zusammen.

Die Gewerbeertragsteuer in Deutschland wird auf das zu versteuernde Einkommen der Gesellschaft erhoben, korrigiert durch Kürzungen bestimmter Erträge, die nicht gewerbeertragsteuerpflichtig sind und durch Hinzurechnung bestimmter Aufwendungen, die für Gewerbeertragsteuerzwecke nicht abzugsfähig sind. Der effektive Gewerbesteuersatz hängt davon ab, in welcher Gemeinde die Gesellschaft tätig ist. Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz im Geschäftsjahr 2010 beträgt ca. 13,8 % (Vorjahr 13,8 %). Infolge einer Erhöhung des gewerbesteuerlichen Hebesatzes beträgt der künftige durchschnittliche Gewerbesteuersatz der United Internet AG 14,1 %.

Unabhängig davon, ob das Ergebnis thesauriert oder ausgeschüttet wird, beträgt der Körperschaftsteuersatz in Deutschland unverändert zum Vorjahr 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer erhoben.

Die laufenden Steueraufwendungen enthalten neben den Steuern auf das laufende Ergebnis periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 7.193 T€ (Vorjahr periodenfremde Erträge 37.527 T€). Die periodenfremden Erträge des Vorjahres resultieren aus der steuerlichen Berücksichtigung von im handelsrechtlichen Abschluss des Vorjahres vorgenommenen Abschreibungen auf eigene Anteile infolge geänderter Rechtsprechung.

Aufgrund der Prüfungsfeststellungen der steuerlichen Betriebsprüfung der United Internet AG sowie ihres Organkreises für die Jahre 2002 bis 2005 ergaben sich im Vorjahr periodenfremde Steueraufwendungen für Ertragsteuern in Höhe von 7.541 T€. Ferner entstanden in diesem Zusammenhang periodenfremde Aufwendungen für Umsatzsteuer von 425 T€ und Zinsen von 2.967 T€. Diese waren unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen beziehungsweise im Finanzergebnis ausgewiesen.

Aus nicht fortgeführten Aktivitäten ergaben sich im Geschäftsjahr 2010 ein Steuerertrag aus laufenden Steuern von 262 T€ (Vorjahr 523 T€) sowie ein latenter Steueraufwand von 491 T€ (Vorjahr 0 T€).

Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Steueraufwendungen belaufen sich zum Stichtag auf 647 T€ (Vorjahr 95 T€).

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann.

Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge verteilen sich auf die Länder wie folgt:

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2010 2009

T€ T€
Frankreich 353 253

353 253

Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen folgende Länder:

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2010 2009

T€ T€
Frankreich 10.354 9.968
Spanien 9.739 4.659
Deutschland 3.600 3.836

23.693 18.463

Entsprechend IAS 12 werden aktive latente Steuern auf die zukünftigen Vorteile, die mit steuerlichen Verlustvorträgen verbunden sind, gebildet. Die Frist für den Nettoverlustvortrag in den einzelnen Ländern ist wie folgt:

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Spanien: 15 Jahre
Frankreich: zeitlich unbeschränkt
Deutschland: zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung

Die Verlustvorträge in Deutschland können auf unbefristete Zeit geltend gemacht werden; dabei handelt es sich zum 31. Dezember 2010 wie im Vorjahr im Wesentlichen um Verlustvorträge der Response Republic Beteiligungsgesellschaft Deutschland GmbH, die aufgrund eines bestehenden Gewinnabführungsvertrages nicht geltend gemacht werden können.

Die latenten Steuern haben sich aus den folgenden Positionen abgeleitet:

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2010 2009

Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
Aktive
latente Steuern lat
Passive
latente Steuern
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 226 0 289 0
Vorräte 1.107 0 53 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - kurzfristig 0 241 0 95
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - langfristig 481 0 1.218 0
Sonstige Vermögenswerte 17.788 0 359 0
Sachanlagen 235 3.523 122 0
Immaterielle Vermögenswerte 5.737 21.213 3.868 19.822
Sonstige Rückstellungen 1.182 1.615 2.628 293
Sonstige Verbindlichkeiten 3.378 0 3.077 0
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 1.963 0 1.869 0
Bruttowert 32.097 26.592 13.483 20.210
Steuerliche Verlustvorträge 353 0 253 0
Konsolidierungsanpassungen 67 1.891 10 2.608
Sonstige Sachverhalte 677 0 490 233
Konzernbilanz 33.194 28.483 14.236 23.051

Der Saldo der latenten Steuern hat sich von einem passivischen Überhang von 8.815 T€ im Vorjahr hin zu einem aktivischen Überhang von 4.711 T€ entwickelt (im Vorjahr Erhöhung des passivischen Saldos um 1.096 T€). Somit beläuft sich der Gesamtbetrag der Veränderung des Saldos latenter Steuern auf 13.526 T€. Ursächlich für diese Veränderung ist im Wesentlichen die im Geschäftsjahr 2010 erstmalig vorgenommene steuerbilanzielle Abgrenzung sogenannter Kundenakquisitionskosten aufgrund geänderter Steuervorschriften. Für Konzernzwecke werden die zugrundeliegenden Aufwendungen bei Anfall aufwandswirksam erfasst. Hieraus resultieren aktive latente Steuern in Höhe von 16.418 T€.

Die Veränderung des Saldos latenter Steuern im Vorjahresvergleich lässt sich wie folgt überleiten:

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Latenter Steuerertrag 14.664
Erfolgsneutral erfasster latenter Steueraufwand -647
Latenter Steueraufwand aus eingestelltem
Geschäftsbereich

-491
Veränderung des Saldos latenter Steuern 13.526

Die passiven latenten Steuern in Höhe von 21.213 T€ (Vorjahr 19.822 T€) resultieren im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Behandlung von im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten immateriellen Vermögenswerten im Konzernabschluss und der Steuerbilanz.

Daneben beinhalten die latenten Steuern ergebnisneutral gebildete latente Steuern in Höhe von 742 T€ (Vorjahr 95 T€).

Zum 31. Dezember 2010 waren keine passiven latenten Steuern aufgrund der unterschiedlichen Bilanzansätze der Beteiligung an der 1&1 Mail & Media GmbH in der IFRS- und in der Steuerbilanz erfasst, da es wahrscheinlich ist, dass sich diese Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Die Überleitung vom Gesamtsteuersatz auf den effektiven Steuersatz der fortgeführten Aktivitäten stellt sich wie folgt dar:

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2010 2009


% %
Erwarteter Steuersatz 30,0 29,6
-
Steuerliche Effekte aus der Bewertung
eigener Anteile


0,0


-8,7
- Tatsächliche und latente Steuern für Vorjahre 3,3 0,8
- Steuerlich nicht abzugsfähige
Abschreibungen auf Beteiligungen
1,9 0,3
- Steuerlich nicht abzugsfähige
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
2,7 0,0
- Steuervergünstigte Veräußerungsgewinne -1,1 -4,9
- Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen -0,6 -0,2
- Mitarbeiterbeteiligungsprogramm -1,5 -0,9
- Steuerliche Verluste des Geschäftsjahres, für die
keine latenten Steuern angesetzt worden sind
1,0 0,0
- Verbrauch nicht aktivierter steuerlicher
Verlustvorträge
0,0 -0,3
- Nicht steuerbare at-equity Ergebnisse 4,4 0,8
- Saldo von sonstigen steuerfreien Erträgen und
nicht abzugsfähigen Aufwendungen
0,7 0,7
Effektiver Steuersatz 40,8 17,2

Die steuerlich nicht abzugfähigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte resultieren aus im Ersteinbuchungszeitpunkt erfolgneutral entstandenen Vermögensunterschieden, für die folglich gemäß IAS 12 keine latenten Steuern gebildet worden sind.

Der erwartete Steuersatz entspricht dem Steuersatz des Mutterunternehmens, der United Internet AG.

17. Ergebnis aus eingestellten Geschäftsbereichen

Die United Internet Tochter AdLINK Internet Media AG - heute Sedo Holding AG - hat sich am 6. Juli 2009 mit der Hi-media S.A., Paris, darauf geeinigt, das Display-Marketing-Geschäft von AdLINK in die Hi-media Group einzubringen. Im Gegenzug hat die Sedo Holding AG 10,7 % der Aktien der Hi-media S.A. (4.735.000 Aktien) und zusätzlich 12.195 T€ in bar erhalten. Für die Barkomponente hat die Sedo Holding AG Hi-media ein Verkäuferdarlehen (Vendor Loan) gewährt, das mit einem marktüblichen Darlehenszins ausgestattet ist. Das Verkäuferdarlehen ist spätestens zum 30. Juni 2011 fällig. Das Vertragsclosing der Transaktion fand am 31. August 2009 statt. Nach finaler Bestimmung von vertraglich bestimmten Kaufpreisanpassungen betrug der Gesamtkaufpreis 28.571 T€.

Das Ergebnis aus eingestellten Geschäftsbereichen nach Steuern im Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 1.790 T€ (Vorjahr 12.010 T€) resultiert im Wesentlichen aus langfristigen Verträgen und betrifft überwiegend die Zurverfügungstellung von DART-Dienstleistungen für die ehemaligen Tochtergesellschaften der Sedo Holding AG. Darüber hinaus wurden im Vorjahr gebildete Rückstellungen für Verluste aus laufenden Verträgen aufgelöst sowie bestehende Rückstellungen neu eingeschätzt.

18. Ergebnis je Aktie

Zum 31. Dezember 2010 ist das Grundkapital eingeteilt in 240.000.000 Stück auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €. Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2010 20.563.522 eigene Aktien (Vorjahr 10.272.371 eigene Aktien). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu, so dass die zurückgekauften Aktien eigenkapitalmindernd erfasst werden. Der gewogene Durchschnitt der für die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Anzahl an Aktien beläuft sich für das Geschäftsjahr 2010 auf 222.503.961 Stück (Vorjahr 229.554.296 Stück).

Ein Verwässerungseffekt ist im Hinblick auf die sich aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der United Internet AG ergebenden Optionsrechte zu berücksichtigen, die sich per 31. Dezember 2010 im Geld befanden. Dabei wurden sämtliche zum 31. Dezember 2010 bestehenden Optionsrechte nach Maßgabe der treasury stock Methode bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie berücksichtigt, soweit sich die Optionsrechte im Geld befanden und unabhängig davon, ob die Optionsrechte zum Bilanzstichtag tatsächlich ausübbar waren. Die Berechnung des Verwässerungseffektes aus dem Umtausch erfolgt, indem zunächst die Summe der potenziellen Aktien festgestellt wird. Anschließend wird auf der Basis des durchschnittlich beizulegenden Zeitwertes die Aktienanzahl ermittelt, die aus der Gesamthöhe der Zahlungen (Nennwert der Wandlungsrechte zuzüglich Zuzahlung) erworben werden könnte. Ist die aus beiden Werten ermittelte Differenz Null, entspricht die gesamte Zahlung genau dem beizulegenden Zeitwert der potenziellen Aktien, so dass keine verwässernde Wirkung zu berücksichtigen ist. Ist der Differenzbetrag positiv, wird davon ausgegangen, dass diese Aktien unentgeltlich ausgegeben werden.

Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie ging von 5.860.000 Stück (Vorjahr 3.978.000 Stück) potentiellen Aktien (aus der fingierten Nutzung der Wandlungsrechte) aus. Basierend auf einem durchschnittlichen Marktpreis von 10,88 € (Vorjahr 8,02 €) würde sich eine unentgeltliche Ausgabe von 1.641.448 (Vorjahr 1.086.207) Aktien ergeben. Der gewogene Durchschnitt der für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses zugrunde gelegten Anzahl an Aktien beläuft sich für das Geschäftsjahr 2010 auf 224.145.409 (Vorjahr 230.640.504) Aktien.

Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnis zugrunde gelegten Beträge:

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2010 2009

T€ T€
Ergebnisse, die den Anteilseignern der
United Internet AG zuzurechnen sind
129.117 279.927
Ergebnis je Aktie (in €)

- unverwässert 0,58 1,22
- verwässert 0,58 1,21
davon Ergebnis aus fortgeführten
Geschäftsbereichen
127.327 267.917
Ergebnis je Aktie (in €)

- unverwässert 0,57 1,17
- verwässert 0,57 1,16
davon Ergebnis aus eingestellten
Geschäftsbereichen
1.790 12.010
Ergebnis je Aktie (in €)

- unverwässert 0,01 0,05
- verwässert 0,01 0,05
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf
befindlichen Aktien (in Mio. Stück)


- unverwässert 222,50 229,56
- verwässert 224,15 230,64

Der Berechnung des verwässerten und des unverwässerten Ergebnisses je Aktie für den eingestellten Geschäftsbereich wurde oben genannte gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien zugrunde gelegt.

19. Dividende je Aktie

Über die Verwendung eines Bilanzgewinns beschließt nach § 21 der Satzung der United Internet AG die Hauptversammlung. Über den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2010 beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratsitzung am 23. März 2011.

Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu. Zum Datum des unterzeichneten Jahresabschlusses hält die United Internet AG 11.250.000 Stück eigene Aktien.

Erläuterungen zur Bilanz

20. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, kurzfristigen Anlagen, Schecks und Kassenbeständen. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und drei Monaten betragen.

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen.

21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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2010 2009

T€ T€
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
113.006 113.977
Abzüglich

Wertberichtigungen -15.019 -22.687
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, netto
97.987 91.290

Zum 31. Dezember 2010 waren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 15.019 T€ (Vorjahr 22.687 T€) wertgemindert. Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:

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2010 2009

T€ T€
Stand 1. Januar 22.687 16.639
Aufwandswirksame Zuführungen 13.178 21.407
Inanspruchnahme -20.370 -14.038
Auflösung -630 -402
Währungsdifferenzen 154 -88
Abgang aus Entkonsolidierung 0 -831
Stand 31. Dezember 15.019 22.687

Die aufwandswirksamen Zuführungen des Geschäftsjahres umfassen jeweils nicht die unterjährig begründeten und vor dem Bilanzstichtag ausgebuchten Forderungen.

Zum Bilanzstichtag sind keine Anzeichen erkennbar, dass den Zahlungsverpflichtungen für die nicht wertberichtigten Forderungen nicht nachgekommen wird.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Nettobuchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden grundsätzlich mit ihrem Nominalwert angesetzt, da sie sofort fällig sind. Überfällige Forderungen werden auf ihren Wertberichtigungsbedarf geprüft. Die Ermittlung der Einzelwertberichtigungen erfolgt dabei im Wesentlichen in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen. Wir verweisen auf Anhangsangabe 43.

Sämtliche überfälligen Forderungen, die nicht einzeln wertberichtigt wurden, unterliegen einer pauschalierten Einzelwertberichtigung.

Zum 31. Dezember stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Berücksichtigung der vorgenannten Wertberichtigungen wie folgt dar:

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2010 2009


T€ T€
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, netto


< 30 Tage
94.784 83.562
30 - 60 Tage
1.089 2.862
60 - 90 Tage
976 1.904
90 - 120 Tage
651 1.012
> 120 Tage
487 1.950


97.987 91.290

22. Vorräte

Das Vorratsvermögen besteht aus folgenden Posten:

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2010 2009


T€ T€
Handelswaren


DSL-Hardware 4.231 3.992

Mobilfunk-Hardware 5.860 1.444

Hardware Mobiles Internet 2.670 1.149

Video-on-Demand-Hardware 2.053 1.251

Webhosting-Hardware 1.558 954

Sonstige 694 210
Zur Weiterveräußerung gehaltener
Domainbestand



Domainbestand 5.821 6.833


22.887 15.833

Abzüglich


Wertberichtigungen -5.975 -1.772

Vorräte, netto 16.912 14.061

Die Wertminderung von Vorräten, die im Berichtsjahr als Aufwand erfasst wurde, beläuft sich auf 5.443 T€ (Vorjahr 1.628 T€). Dieser Aufwand wird unter den Umsatzkosten ausgewiesen.

Der Anstieg resultiert mit 3.383 T€ im Wesentlichen aus erfassten Wertminderungen auf den Domainbestand.

23. Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 36.536 T€ (Vorjahr 30.361 T€) beinhalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Domaingebühren, die auf Basis des zugrundeliegenden Vertragszeitraums der Kunden abgegrenzt und periodengerecht als Aufwand erfasst werden.

24. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

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2010 2009

T€ T€
Hi-media (Vendor Loan) 12.195 0
Debitorische Kreditoren 4.646 937
Forderungen Finanzamt 3.559 42.294
Forderungen gegenüber
Abrechnungsdienstleistern
1.104 0
Geleistete Anzahlungen 747 1.244
Sonstige 6.046 3.861
Sonstige Vermögenswerte, netto 28.297 48.336

Das Vendor Loan ist im Zusammenhang mit dem Verkauf des Display-Marketing Geschäfts zu sehen (siehe Anhangsangabe 17). Dieses Darlehen wird zum 30. Juni 2011 fällig. Im Vorjahr wurde dieses Darlehen unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Wir verweisen auf Anhangsangabe 26.

Die Forderungen gegen das Finanzamt im Vorjahr resultierten neben Steuervorauszahlungen im Wesentlichen aus der steuerlichen Geltendmachung der Abwertung auf eigene Anteile des Geschäftsjahres 2008 (siehe auch Anmerkung 16).

25. Anteile an assoziierten Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen

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2010 2009


T€ T€
Buchwert zum Beginn
des Geschäftsjahres
126.628 221.684
Zugänge 4.697 4.803
Korrekturen

-Ausschüttungen -983 0
-Ergebnisanteile -31.778 3.710
-Wertminderungen 0 -12.648
-Sonstiges -268 10.006
Abgänge -14.217 -100.927


84.079 126.628

Der Zugang bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen resultiert im Wesentlichen aus der Beteiligung an Versatel (2.212 T€), EFF Nr. 1 (1.180 T€) und der Beteiligung an ProfitBricks (875 T€).

Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen in Höhe von -31.778 T€ ist wesentlich durch die anteilige Ergebnisübernahme von Versatel begründet.

Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die direkten Wertminderungen im Geschäftsjahr 2009:

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2010 2009

T€ T€
Versatel 0
9.958
EFF Nr. 2 0
2.181
BW2 0
509

0
12.648

Die sonstigen Korrekturen in Höhe von -268 T€ betreffen direkt im Eigenkapital der assoziierten Unternehmen erfasste Erfolgsbeiträge. Die sonstigen Korrekturen im Vorjahr in Höhe von 10.006 T€ betrafen mit 7.495 T€ Ergebnisanteile an assoziierten Unternehmen mit einem Beteiligungsbuchwert von 0 T€ sowie direkt im Eigenkapital der assoziierten Unternehmen erfasste Erfolgsbeiträge in Höhe von 2.511 T€. Die negativen Erfolgsbeiträge von assoziierten Unternehmen mit einem Beteiligungsbuchwert von 0 T€ wurden nur dann berücksichtigt, sofern den assoziierten Unternehmen langfristige Darlehen zur Verfügung gestellt wurden oder Kredit-/ Haftungszusagen bestanden.

Die Abgänge resultieren im Wesentlichen aus Kapitalrückzahlungen der Beteiligung EFF Nr. 1 (14.134 T€). Aufgrund der gesellschaftsvertraglich vereinbarten Einstimmigkeit bei sämtlichen Gesellschafterbeschlüssen kann der Konzern bei den EFF Nr. 1 Gesellschaften keinen beherrschenden Einfluss, sondern nur einen maßgeblichen Einfluss ausüben. Abweichend von dem Anteil am Kapital in Höhe von 66,67 % partizipiert der Konzern in Abhängigkeit der internen Verzinsung des Fonds zwischen 33,33 % und 66,67 % an den Jahresergebnissen der EFF Nr. 1.

Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen über die Beteiligung an der Versatel AG:

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2010 2009

T€ T€
Kurzfristige Vermögenswerte 216.606 139.373
Langfristige Vermögenswerte 740.070 879.110
Kurzfristige Schulden 167.097 170.298
Langfristige Schulden 574.765 604.998
Eigenkapital 214.814 243.187
Umsatzerlöse 550.172 734.824
Periodenergebnis -30.018 -42.258

Bei den Finanzinformationen des Jahres 2010 der Versatel AG handelt es sich um veröffentlichte Zahlen zum Stichtag 30. September 2010.

Auf Basis des Börsenkurses zum Bilanzstichtag ergab sich für die von der United Internet AG gehaltenen Anteile an der Versatel AG ein beizulegender Wert in Höhe von 56.311 T€. Der Buchwert dieser Anteile beträgt zum 31. Dezember 2010 50.926 T€.

Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen der übrigen, wesentlichen zum Bilanzstichtag gehaltenen assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen:

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2010 2009

T€ T€
Kurzfristige Vermögenswerte 14.453 11.918
Langfristige Vermögenswerte 19.077 19.653
Kurzfristige Schulden 2.825 3.190
Langfristige Schulden 0 0
Eigenkapital 30.705 28.381
Umsatzerlöse 16.781 17.116
Periodenergebnisse 20.601 -790

Die zusammengefassten Finanzinformationen der nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen basieren jeweils auf 100%igen Zahlen dieser Unternehmen.

26. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Entwicklung dieser Anteile ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

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erfolgsneutrale Fortschreibung
der Neubewertungsrücklage



01.01.2010 Zugang Recycling Zuführung Wertminderung Umbuchung

T€ T€ T€ T€ T€ T€
Anteile Goldbach 15.804

12.316

Anteile Hi-media 23.344
-3.031
-3.551
Anteile Afilias 5.601

1.154

Anteile freenet 59.845
477
-9.955
Portfolio-Unternehmen
der EFF Nr. 3


36.559


68


-1.382


3.674


-334



Hi-media (Vendor Loan) 12.195



-12.195
Kaufpreisforderung 0 9.163



Übrige 7.176 497


-145

160.524 9.728 -3.936 17.144 -13.840 -12.340
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Abgang 31.12.2010

T€ T€
Anteile Goldbach
28.120
Anteile Hi-media
16.762
Anteile Afilias
6.755
Anteile freenet
50.367
Portfolio-Unternehmen
der EFF Nr. 3


-11.955


26.630
Hi-media (Vendor Loan)
0
Kaufpreisforderung
9.163
Übrige -51 7.477

-12.006 145.274
scroll



erfolgsneutrale Fortschreibung
der Neubewertungsrücklage



01.01.2009 Zugang Recycling Zuführung Wertminderung Umbuchung

T€ T€ T€ T€ T€ T€
Anteile Goldbach 12.047

3.757

Anteile Drillisch 8.909




Anteile Hi-media 0 20.313
3.031

Anteile Afilias 7.726

-2.125

Anteile freenet 0 60.322
-477

Portfolio-Unternehmen
der EFF Nr. 3
41.816 110
-707 -3.382
Hi-media (Vendor Loan) 0 12.195



Übrige 2.287 5.384

-96

72.785 98.324 0 3.479 -3.478 0
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Abgang 31.12.2009

T€ T€
Anteile Goldbach
15.804
Anteile Drillisch -8.909 0
Anteile Hi-media
23.344
Anteile Afilias
5.601
Anteile freenet
59.845
Portfolio-Unternehmen
der EFF Nr. 3
-1.278 36.559
Hi-media (Vendor Loan)
12.195
Übrige -399 7.176

-10.586 160.524

Die ausstehende Kaufpreisforderung resultiert aus dem Verkauf der Anteile an der maxdome GmbH & Co. KG. Wir verweisen auf die Anhangsangaben 8 und 42.

Die Umbuchung bei dem Vendor Loan steht im Zusammenhang mit dem Verkauf des Display-Marketing-Geschäfts der AdLINK-Group - heute Sedo Holding AG - an Hi-media. Wir verweisen auf Anhangsangabe 17.

Bei den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um sonstige Kautionen und Ausleihungen, bei denen der Marktwert mit dem bilanzierten Wert übereinstimmt.

27. Sachanlagen

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2010 2009


T€ T€
Anschaffungskosten

-Grundstücke und Bauten 8.050 8.049
-Betriebsausstattung 256.822 225.222
-Geleistete Anzahlungen 13.241 9.867


278.113 243.138
Abzüglich

aufgelaufene Abschreibungen -169.438 -149.217
Sachanlagen, netto 108.675 93.921

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

28. Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

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2010 2009


T€ T€
Anschaffungskosten

-Lizenzen 28.804 28.416
-Auftragsbestand 2.397 2.141
-Software 63.282 48.934
-Marke 46.902 26.041
-Kundenstamm 188.888 183.586
-Portal 72.240 72.240


402.513 361.358
Abzüglich

aufgelaufene Abschreibungen -181.098 -133.017
Immaterielle Vermögenswerte, netto 221.415 228.341

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

Der Ansatz der Kundenbeziehungen resultiert in Höhe von 130.158 T€ im Wesentlichen aus dem im Geschäftsjahr 2009 erfolgten Erwerb von Breitband-Kunden von der freenet AG in Höhe von 126.348 T€. Im Geschäftsjahr 2010 sind nachträgliche Anschaffungskosten in Höhe von 3.810 T€ angefallen. Der Erwerb erfolgte mit wirtschaftlicher Wirkung zum 30. November 2009. Diese von Dritten erworbenen Kundenbeziehungen werden planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2010 21.626 T€ (Vorjahr 1.874 T€), der Restbuchwert 106.658 T€.

Der Zugang bei den Markenrechten ist mit 21.309 T€ (ohne Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung) auf den Erwerb des Geschäftsbetrieb Mail.com zurückzuführen. Wir verweisen auf Anmerkung 3.

Die immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen (Markenrechte), sind dem Segment Applications zugeordnet. Die Buchwerte betragen 46.128 T€. Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Daraus ergab sich eine Wertminderung in Höhe von 750 T€ (Vorjahr 79 T€), da eine Marke künftig nicht weiter genutzt wird.

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2010 2009

T€ T€
Mail.com 20.628 0
WEB.DE 17.173 17.173
Fasthosts / Dollamore 4.076 4.561
united-domains 4.198 4.198
Domain Marketing 53 86

46.128 26.018

29. Firmenwerte

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2010 2009

T€ T€

brutto netto brutto netto
Segment Applications 417.122 402.868 413.018 398.926

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der Firmenwerte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

Die Firmenwerte erhöhten sich im Saldo um 3.942 T€ auf 402.868 T€. Die Veränderung bei den Firmenwerte resultiert mit 488 T€ aus dem Erwerb des Geschäftsbetriebs Mail.com und im Wesentlichen aus Effekten der Fremdwährungsumrechnung in Höhe von 3.109 T€.

30. Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der
immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die vorhandenen Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen. In Anlehnung an den unternehmensinternen Budgetierungsprozess hat die Gesellschaft das letzte Quartal ihres Geschäftsjahres für die Durchführung des jährlich geforderten Impairment-Tests festgelegt.

Aus dem im 4. Quartal 2010 turnusgemäß durchgeführten jährlichen Impairment-Test hat sich ein Abschreibungsbedarf in Höhe von 162 T€ ergeben. Hauptursache der Wertminderung war eine Verschlechterung der Ertragslage der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der Wertminderungsaufwand wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert ausgewiesen.

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die sich ausschließlich auf das Segment Applications verteilen:

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2010 2009

T€ T€
WEB.DE 228.501 228.501
Fasthosts / Dollamore 63.562 60.473
united-domains 27.983 28.076
InterNetX 5.032 5.032
Mail.com 473 0
Domain Marketing 43.114 43.114
Minderheitsanteile 24.649 24.176
Affiliate Marketing 9.554 9.554

402.868 398.926

Die Firmenwerte aus dem Erwerb von Minderheitsanteilen an der Sedo Holding AG werden von der Gesellschaft auf Teilkonzernebene auf Werthaltigkeit geprüft. Die Minderheitsanteile stellen den auf der Ebene der United Internet AG zusätzlich bilanzierten Firmenwert dar.

Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden auf Basis der Berechnung von Nutzungswerten unter Verwendung von Cash-Flow-Prognosen ermittelt. Die Cash-Flow-Prognosen basieren auf Budgets der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2011. Diese Budgets wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für einen Zeitraum von fünf Jahren extrapoliert. Nach diesem Zeitraum - unverändert zum Vorjahr - unterstellt das Management einen jährlichen Anstieg der Cash-Flows zwischen 1,0 % und 2,0 %, der der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors entspricht, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierenden Einheit tätig ist. Die im Geschäftsjahr für die Cash-Flow-Prognose verwendeten Abzinsungssätze vor Steuern bewegen sich in einer Bandbreite von 10 % bis 12 % (Vorjahr 10 % bis 12 %).

Die wichtigsten Parameter je zahlungsmittelgenerierender Einheit ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

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CGU Parameter 2011 2012 2013 2014 > 2015
WEB.DE Umsatzwachstum 9% 11% 10% 14% 1,5%

Abzinsungssätze 10% 10% 10% 10% 8,6%
Fasthosts / Dollamore Umsatzwachstum 8% 8% 8% 9% 2,0%

Abzinsungssätze 11% 11% 11% 11% 8,9%
united-domains Umsatzwachstum 8% 8% 8% 9% 1,0%

Abzinsungssätze 11% 11% 11% 11% 8,6%
InterNetX Umsatzwachstum 8% 8% 8% 9% 2,0%

Abzinsungssätze 10% 10% 10% 10% 7,5%
Sedo Holding CGU Umsatzwachstum 19% 10% 10% 10% 1,5%

Abzinsungssätze 12% 12% 12% 12% 10,5%

Im Segment Applications sind Markenrechte in Höhe von 46.128 T€ bilanziert (siehe Anhangsangabe 28). Die Markenrechte wurden im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse zu ihrem beizulegenden Zeitwert unter Anwendung der Lizenzpreisanalogiemethode bewertet und zum Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Hierbei wurden die marktrelevanten Cash-Flows mit den markenrelevanten Lizenzsätzen multipliziert. Diese liegen unverändert bei 1,5 % und 2,5 %. Bei der Prognose der markenrelevanten Cash-Flows wurden dieselben Annahmen bezüglich der Marktentwicklung und der Abzinsungssätze zugrunde gelegt, die bereits in die Ermittlung der Ermittlung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eingeflossen sind. Die Überprüfung ergab eine Wertminderung in Höhe von 750 T€ (Vorjahr 79 T€), da eine Marke künftig nicht weiter genutzt wird.

Grundannahmen für die Berechnung der Nutzungswerte

Bei den folgenden, der Berechnung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten:

Umsatzerlöse

Die Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet im Planungshorizont weiter steigende Umsatzerlöse. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird für die Geschäftsjahre 2011 bis 2014 mit einem Anstieg zwischen 8 % und 19 % gerechnet (Vorjahr zwischen 7 % und 27 %).

Wachstumsraten

Den Wachstumsraten liegen veröffentlichte branchenbezogene Marktschätzungen zugrunde. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden interne Annahmen getroffen.

Bruttomarge

Die geplanten Bruttomargen basieren auf den Markteinschätzungen der Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Geschäftsführung rechnet im Wesentlichen mit konstanten Bruttomargen.

Abzinsungssätze

Die Abzinsungssätze spiegeln die Schätzung der Unternehmensleitung hinsichtlich der den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuzuordnenden spezifischen Risiken wider. Die Ermittlung der angemessenen Abzinsungssätze basiert im Wesentlichen auf einem quasi risikolosen Zins, der jeweils um einen spezifischen Risikozuschlag erhöht wird.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Die Sensitivität der getroffenen Angaben in Bezug auf eine Wertminderung der Firmenwerte bzw. der Markenwerte ist abhängig von den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des Nutzungswerts einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert ihren erzielbaren Wert wesentlich übersteigt.

Die Auswirkungen von Änderungen der Grundannahmen werden nachfolgend erläutert:

Abzinsungssätze

Eine Änderung des quasi risikolosen Zinses oder des spezifischen Risikozuschlags verändert auch die den Impairment-Tests zugrunde gelegten Abzinsungssätze. Aus der Änderung der verwendeten Abzinsungssätze um 1 %-Punkt könnten sich Auswirkung auf den Impairment-Test ergeben. Die Geschäftsleitung stuft das Risiko derzeit allerdings als gering ein.

Wachstumsraten

Die Geschäftsführung erkennt, dass das Wachstum im Segment Applications, und damit auch das Wachstum der in diesem Segment tätigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, stark von der Entwicklung der Nutzung des Internets und damit von der Akzeptanz des Internets als Medium zur Nutzung im privaten und geschäftlichen Bereich abhängt. Aus dem Eintritt neuer Wettbewerber sowie der prognostizierten Marktkonsolidierung werden keine negativen Auswirkungen auf die im Budget berücksichtigten Prognosen erwartet. Eine Änderung könnte jedoch zu grundsätzlich möglichen Wachstumsraten führen, die nach vernünftigem Ermessen von jenen abweichen, die der Planung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugrunde liegen. Ein Rückgang der Wachstumsraten innerhalb einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Bandbreite würde jedoch nicht zu einer Reduktion der Nutzungswerte unter die Buchwerte führen.

31. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 213.509 T€ (Vorjahr 193.197 T€) bestehen gegenüber unabhängigen Dritten und haben eine Laufzeit von unter einem Jahr.

32. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

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2010 2009

T€ T€
Darlehen von Kreditinstituten 191.233 348.767
Abzüglich

Kurzfristiger Teil der Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
0 0
Langfristiger Teil der Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
191.233 348.767
Kurzfristige Darlehen / Kontokorrentkredite 178.167 51.462
Kurzfristiger Teil der Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
178.167 51.462
Gesamt 369.400 400.229

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren im Wesentlichen aus einem syndizierten Konsortialkredit mit einer Gesamtzusage in Höhe von 500,0 Mio. €. Der Konsortialkreditvertrag wurde am 14. September 2007 abgeschlossen. Der gesamte Kreditrahmen teilt sich auf in eine Tranche A in Höhe von 300,0 Mio. € und eine Tranche B in Höhe von 200,0 Mio. €.

Tranche A hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Rückzahlung erfolgt ab dem 14. März 2010 in sechs gleichen Raten, die halbjährlich zu zahlen sind. Zum 30. Dezember 2009 wurde der 1. Teilbetrag der Tranche A in Höhe von 50,0 Mio. € vorzeitig zurückgezahlt. Die 2. vertragliche Rückführung in Höhe von 50,0 Mio. € erfolgte im 3. Quartal 2010. Zum 31. Dezember 2010 sind somit von der Tranche A 200,0 Mio. € in Anspruch genommen worden, von denen 100 Mio. € unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen sind. Bei der Tranche B handelt es sich um einen revolvierenden Konsortialkredit mit einer Laufzeit bis zum 13. September 2012, der zum 31. Dezember mit 20,0 Mio. € in Anspruch genommen worden ist.

Die Darlehen sind variabel verzinslich. Der Einstandszinssatz für die Zinsperioden von einem, zwei, drei, sechs oder zwölf Monaten ist an den EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden. Die Marge ist abhängig von Finanzkennzahlen der United Internet Gruppe. Die Darlehenszinssätze inkl. Marge am Bilanzstichtag liegen zwischen 1,22 % und 1,43 % (Vorjahr 0,87 % und 0,88 %). Eine Besicherung dieses syndizierten Konsortialkredits erfolgte nicht.

Weitere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren mit 150,0 Mio. € aus einem Schuldscheindarlehen. Das Schuldscheindarlehen wurde am 23. Juli 2008 platziert. Das Schuldscheindarlehen ist endfällig ausgestaltet und teilt sich auf in eine Tranche A mit 78,0 Mio. € und einer Laufzeit bis zum 23. Juli 2011 sowie eine Tranche B mit 72,0 Mio. € und einer Laufzeit bis zum 23. Juli 2013. Der Ausweis der Tranche A erfolgte unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Eine besondere Besicherung dieses Schuldscheindarlehens erfolgte nicht. Die Darlehen sind variabel verzinslich. Der Einstandszinssatz für die Zinsperiode von drei Monaten ist an den EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden. Die Darlehenszinssätze inkl. Marge am Bilanzstichtag liegen zwischen 1,78 % und 1,98 % (Vorjahr 1,64 % und 1,84 %).

Die beizulegenden Zeitwerte dieser Verbindlichkeiten entsprechen im Wesentlichen den Buchwerten.

Seit dem 1. Oktober 2002 besteht zwischen der United Internet AG, bestimmten Tochterunternehmen und der West LB AG, Düsseldorf, eine Vereinbarung über die Durchführung eines Cash Poolings (Disposervice). Danach werden banktäglich die Guthaben- und Debetsalden konzernintern verrechnet und zusammengefasst.

b) Kreditlinien

Die United Internet AG hat bei drei Banken die nachfolgenden Kreditlinien für Kontokorrentkredite und sonstige kurzfristige Kredite:

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2010 2009

Mio. € Mio. €
Verfügbare Kreditlinie 55,0 55,0
Inanspruchnahme (nur Avale) 9,8 10,2
Durchschnittlicher Zinssatz (%) n.a. n.a.
Nicht in Anspruch genommene
Kreditlinien
45,2 44,8

Die Kreditlinien wurden von den Banken befristet zur Verfügung gestellt. Laufzeiten von 15 Mio. € enden im Juni 2011, Laufzeiten von 15 Mio. € enden im November 2011, Laufzeiten von 10 Mio. € enden im November 2012 und weitere 15 Mio. € stehen bis auf Weiteres zur Verfügung.

Darüber hinaus stehen aus dem noch nicht abgerufenen Teil des syndizierten Konsortialkredits Mittel in Höhe von 180,0 Mio. € bis zum 13. September 2012 zur Verfügung.

Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht gesamtschuldnerische Mithaftung der United Internet AG. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen ausschließlich durch Avale in Anspruch genommen. Aus diesem Grund wurde auf die Angabe eines durchschnittlichen Zinssatzes verzichtet.

33. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2010 2009

T€ T€
Deutschland 41.866 35.915
Grossbritannien 1.197 1.296
Spanien 8 0
USA 0 204
Frankreich 0 12
Niederlande 0 1

43.071 37.428

34. Rechnungsabgrenzungsposten

Die Kunden leisten für bestimmte Verträge Vorauszahlungen über einen Zeitraum von maximal 24 Monaten. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Webhosting- und Internetzugangsleistungen. Die Vorauszahlungen an Gebühren werden über den zugrundeliegenden Vertragszeitraum abgegrenzt und periodengerecht als Umsatz vereinnahmt.

35. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2010 stellt sich wie folgt dar:

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Prozessrisiken Übrige Gesamt

T€ T€ T€
1. Januar 2010 1.710 9.415 11.125
Verbrauch 750 1.340 2.090
Auflösung 260 7.264 7.524
Zuführung 3.953 372 4.325
31. Dezember 2010 4.653 1.183 5.836

Die Prozessrisiken setzen sich aus diversen Rechtsstreitigkeiten bei 1&1 Internet und Sedo zusammen.

Bei den übrigen Rückstellungen handelte es sich im Wesentlichen um Drohverlustrückstellungen. Da die Ursache für diese Drohverluste zum Bilanzstichtag nicht weiter bestand, wurden diese Rückstellungen aufgelöst.

36. Sonstige Verbindlichkeiten

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2010 2009


T€ T€
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

-Verbindlichkeiten Finanzamt 10.435 14.946
-Verbindlichkeiten aus Gehalt und Sozialabgaben 12.251 10.433
-Marketing- und Vertriebskosten / Vertriebsprovisionen 12.461 9.067
-freenet 0 7.378
-Verbindlichkeit aus Zinssicherungsgeschäft 5.337 6.981
-Verbindlichkeiten aus Betriebsprüfung 3.531 3.392
-Rechts- und Beratungskosten, Abschlusskosten 2.281 2.217
-Transaktionskosten für Verkauf von Anteilen 500 653
-Kaufpreisverbindlichkeiten 1.132 0
-Debitorische Kreditoren 1.063 179
-Sonstiges 10.612 6.628

Gesamt
59.603 61.874

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerschulden.

Die Verbindlichkeiten aus einem Zinssicherungsgeschäft betreffen einen negativen Marktwert zum Bilanzstichtag.

Die langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 23.648 T€ (Vorjahr 22.641 T€) resultieren im Wesentlichen mit 6.672 T€ (Vorjahr 8.697 T€) aus den nicht beherrschenden Anteilen der Personengesellschaften EFF Nr. 2 und EFF Nr. 3 und mit 7.176 T€ (Vorjahr 4.733 T€) aus dem negativen Marktwert des Zinssicherungsgeschäfts zum Bilanzstichtag. Die Kaufpreisverbindlichkeit im Zusammenhang mit dem Erwerb der Anteile der united-domains AG beträgt 9.800 T€ (Vorjahr 9.211 T€).

37. Aktienbasierte Vergütung

37.1 Mitarbeiterbeteiligungsmodelle

Das aktuelle Mitarbeiterbeteiligungsmodell der United Internet Gruppe zur Beteiligung von Führungskräften bzw. leitenden Mitarbeitern am langfristigen Unternehmenserfolg basiert auf virtuellen Aktienoptionen. Sämtliche Pläne werden als aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente behandelt.

United Internet AG
Virtuelle Aktienoptionen

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2006 - 2010 erfolgt über virtuelle Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der United Internet AG (oder Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübunghürde beträgt 120 % des Börsenpreises, der als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten zehn Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option berechnet wird. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig bei 100 % des ermittelten Börsenpreises begrenzt.

Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Die United Internet AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung je einer United Internet AG Aktie pro SAR aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen.

Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die der Gesellschaft das vertragliche Wahlrecht einräumen, ob der Ausgleich in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen soll, hat die Gesellschaft zu bestimmen, ob eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, und die aktienbasierte Vergütungstransaktion entsprechend abzubilden. Eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich liegt dann vor, wenn die Möglichkeit eines Ausgleichs durch Eigenkapitalinstrumente keinen wirtschaftlichen Gehalt hat (z. B. weil der Gesellschaft die Ausgabe von Aktien gesetzlich verboten ist) oder der Barausgleich eine vergangene betriebliche Praxis oder erklärte Richtlinie der Gesellschaft war oder die Gesellschaft im Allgemeinen einen Barausgleich vornimmt, wenn die Berechtigten diese Form des Ausgleichs wünschen.

Diese Transaktion wird gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Abweichend davon wurde die erstmalige Ausübung der Tranche vom 20. November 2008 im November 2010 bilanziell als Rückkauf von Eigenkapitalanteilen behandelt. Dabei wurden 359.500 Stück virtuelle Aktienoptionen in bar an die Berechtigten vergütet. Der Wertzuwachs war gleichzeitig bei 100 % des ermittelten Börsenpreises begrenzt, so dass eine Zahlung von 6,07 € je virtueller Aktienoption erfolgte. Die Gesamtzahlung in Höhe von 2.182 T€ wurde gegen die Kapitalrücklage verrechnet.

Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt (d.h. einschließlich früher ausgeübter Optionsrechte) bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden.

Unter Verwendung eines Optionspreismodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 belief sich der Personalaufwand für die ausgegebenen Optionen auf 3.735 T€ (Vorjahr 4.171 T€).

Unter Verwendung eines Optionspreismodells auf Basis einer Binomialmodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:

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Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 14.08.2006 14.03.2007 12.11.2007 29.01.2008
Zeitwert 1.790 T€ 1.200 T€ 1.394 T€ 596 T€
Durchschnittlicher Marktwert
je Option
2,24 € 3,00 € 3,49 € 2,98 €
Dividendenrendite 1,0 % 1,4 % 1,6 % 1,5 %
Volatilität der Aktie 39 % 44 % 46 % 46 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 3,8 % 3,8 % 3,9 % 3,6 %
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Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 30.05.2008 20.11.2008 31.03.2009 17.08.2009
Zeitwert 1.309 T€ 1.424 T€ 3.414 T€ 2.173 T€
Durchschnittlicher Marktwert
je Option
3,27 € 0,95 € 1,38 € 2,17 €
Dividendenrendite 1,4 % 0,0 % 3,8 % 2,5 %
Volatilität der Aktie 46 % 55 % 57 % 58 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 4,3 % 2,6 % 2,2 % 2,5 %
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Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 29.03.2010 21.06.2010 12.07.2010 20.10.2010
Zeitwert 47 T€ 813 T€ 758 T€ 107 T€
Durchschnittlicher Marktwert
je Option
2,37 € 2,03 € 1,90 € 2,67 €
Dividendenrendite 1,8 % 2,0 % 2,2 % 1,6 %
Volatilität der Aktie 57 % 57 % 56 % 55 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 2,2 % 1,6 % 1,5 % 1,6 %

Der Gesamtaufwand aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm beläuft sich auf 17.289 T€. Der kumulierte Aufwand zum 31. Dezember 2010 beträgt 12.129 T€. Auf künftige Jahre entfallen somit Aufwendungen in Höhe von 5.159 T€.

Sedo Holding AG
Virtuelle Aktienoptionen

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2007 bis 2010 erfolgt über virtuelle Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der AdLINK Internet Media AG (oder Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Ausgabepreis bei Einräumung und dem Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse der letzten 10 Handelstage vor Ausübung der Option entspricht. Der Ausgabepreis ist der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse der letzten 10 Handelstage vor Einräumung der Option, zuzüglich eines Aufschlages von 20 %. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig bei 100 % des Ausgabepreises begrenzt.

Diese Transaktion wird gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt (d. h. einschließlich früher ausgeübter Optionsrechte) bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden.

Unter Verwendung eines Optionspreismodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 belief sich der Personalaufwand für die ausgegebenen Optionen auf 234 T€ (Vorjahr 195 T€).

Unter Verwendung eines Optionspreismodells auf Basis einer Binomialmodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:

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Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 03.09.2007 28.11.2007 22.02.2008 06.03.2008 30.10.2008
Zeitwert 863 T€ 723 T€ 231 T€ 870 T€ 12 T€
Durchschnittlicher Marktwert
je Option
3,75 € 3,61 € 3,86 € 4,35 € 1,65 €
Dividendenrendite 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Volatilität der Aktie 52 % 55 % 40 % 39 % 53 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5 5
Risikofreier Zins 4,0 % 3,9 % 3,6 % 3,5 % 3,2 %
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Bewertungsparameter
Ausgabestichtag 25.03.2009 30.03.2009 25.05.2009 22.03.2010
Zeitwert 18 T€ 62 T€ 54 T€ 26 T€
Durchschnittlicher Marktwert
je Option
0,62 € 0,62 € 0,77 € 0,65 €
Dividendenrendite 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 %
Volatilität der Aktie 73 % 73 % 78 % 41 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5 5 5 5
Risikofreier Zins 2,6 % 2,5 % 2,8 % 1,7 %

Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

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United Internet AG Sedo Holding AG


SAR Durchschnittl.
Ausübungs-
preis (€)
SAR Durchschnittl.
Ausübungs-
preis (€)
Ausstehend zum 31. Dezember 2008 4.495.000 10,56 627.200 17,26

ausgegeben 2.483.000 5,52 30.000 3,72

ausgegeben 1.000.000 8,96 100.000 3,72

ausgegeben --- --- 70.000 4,32

verfallen / verwirkt --- --- -90.000 15,51

verfallen / verwirkt --- --- -30.000 18,15

verfallen / verwirkt --- --- -200.000 18,60

verfallen / verwirkt --- --- -7.200 7,43

verfallen / verwirkt --- --- -30.000 4,32
Ausstehend zum 31. Dezember 2009 7.978.000 8,71 470.000 12,27

ausgegeben 20.000 11,33 40.000 4,21

ausgegeben 400.000 9,73 --- ---

ausgegeben 400.000 8,96 --- ---

ausgegeben 40.000 11,73 --- ---

verfallen / verwirkt -58.500 6,07 -20.000 15,51

ausgeübt -359.500 6,07 --- ---
Ausstehend zum 31. Dezember 2010 8.420.000 8,93 490.000 11,48
Ausübbar zum 31. Dezember 2010 400.000
0
Ausübbar zum 31. Dezember 2009 0
0
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2010 (in Monaten)
35
43
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit
zum 31. Dezember 2009 (in Monaten)
44
54

Sedo Holding AG
Wandelschuldverschreibungen

Aus der Vergangenheit besteht noch ein weiteres Mitarbeiterbeteiligungsmodell auf Basis der Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen, welches auf dem bei der Sedo Holding AG bestehenden bedingten Kapital 2004 beruht. Die letzte Ausgabe aus diesem Programm erfolgte im Geschäftsjahr 2005.

Der Ausübungspreis der zum 31. Dezember 2010 ausstehenden 5.630 Stück Wandelschuldverschreibungen der Sedo Holding AG liegt unverändert zum Vorjahr bei 3,60 €. Die gewogene durchschnittliche Restlaufzeit der ausstehenden 5.630 (Vorjahr 40.630) Wandelschuldverschreibungen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 5 Monate (Vorjahr 17 Monate).

Im Geschäftsjahr 2010 fiel aus der Bilanzierung der ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen kein Aufwand an, wohingegen im Vorjahr ein Ertrag in Höhe von 155 T€ verbucht wurde. Dieser resultierte aus dem Verfall der Wandelschuldverschreibungen durch Ausscheiden der betroffenen Mitarbeiter. Der Ertrag des Vorjahres war mit 76 T€ in den Verwaltungskosten und mit 79 T€ im Ergebnis aus eingestellten Geschäftsbereichen berücksichtigt.

Verwendete Annahmen bei der Optionsbewertung

Die antizipierten Laufzeiten der Wandlungsrechte aus den Wandelschuldverschreibungen und den virtuellen Aktienoptionen basieren auf historischen Daten und entsprechen nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten der Berechtigten. Der berücksichtigten erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von historischer Volatilität auf künftige Trends geschlossen werden kann, so dass die tatsächlich eintretende Volatilität von den getroffenen Annahmen abweichen kann.

United Internet AG
Mitarbeiteraktienprogramm

Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates entschieden, wie im Vorjahr den Mitarbeitern des Konzerns im Geschäftsjahr 2010 Aktien im Wert von 360 € je Mitarbeiter anzubieten.

Diese Aktien wurden aus dem eigenen Bestand Ende Februar 2010 zur Verfügung gestellt. Der Xetra-Schlusskurs bei Ausgabe betrug 11,31 €. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Programms 81.525 (Vorjahr 101.973) Aktien ausgegeben. Die historischen Anschaffungskosten betrugen 982 T€ (Vorjahr 1.228 T€), der resultierende Personalaufwand 922 T€ (Vorjahr 900 T€). Die Kapitalrücklage verminderte sich um 60 T€ (Vorjahr 328 T€) in Höhe der Differenz zwischen dem Zeitwert und den ursprünglichen Anschaffungskosten der eigenen Anteile.

37.2 Aktienbasierte Vergütung an Dritte

Mit Vereinbarung vom 26. Mai 2009 schlossen die 1&1 Internet AG und die freenet AG eine Vertriebsvereinbarung mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2014 bezüglich der Vermittlung von DSL-Verträgen. Im Zuge dieser Vereinbarung wird ein aktienbasierter Mengenbonus bei Erreichung bestimmter Vermittlungsvolumina pro Jahr in vier Tranchen für die Jahre 2011 bis 2014 gewährt. Dieser Vertrag wurde zum 31. Juli 2009 wirksam.

Im Rahmen dieser Vertriebsvereinbarung gewährt die 1&1 Internet AG der freenet AG zusätzlich zu ihren marktüblichen DSL-Provisionen eine Prämie von bis zu insgesamt 6.551.000 United Internet-Aktien. Die erfolgsabhängige Prämie wird in 4 Tranchen fällig - abhängig von der Erreichung definierter Jahresvertriebsziele. 1&1 hat das Wahlrecht, diese Prämie alternativ auch in bar zu begleichen.

Diese Bonusvereinbarung stellt eine Vereinbarung dar, bei der 1&1 Internet Dienstleistungen erhält und die Wahl hat, ob der Ausgleich in bar oder durch Ausgabe von Aktien erfolgen soll.

Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die der Gesellschaft das vertragliche Wahlrecht einräumen, ob der Ausgleich in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten erfolgen soll, hat die Gesellschaft zu bestimmen, ob eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich besteht, und die aktienbasierte Vergütungstransaktion entsprechend abzubilden. Eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich liegt dann vor, wenn die Möglichkeit eines Ausgleichs durch Eigenkapitalinstrumente keinen wirtschaftlichen Gehalt hat (z. B. weil der Gesellschaft die Ausgabe von Aktien gesetzlich verboten ist) oder der Barausgleich eine vergangene betriebliche Praxis oder erklärte Richtlinie der Gesellschaft war oder die Gesellschaft im Allgemeinen einen Barausgleich vornimmt, wenn die Berechtigten diese Form des Ausgleichs wünschen. Diese Voraussetzungen liegen nicht vor.

Die Transaktion wird daher gemäß den Vorschriften für aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Gemäß IFRS 2.10 wird nicht auf den Zeitwert der empfangenen Dienstleistungen abgestellt, sondern auf den Zeitwert der zugesagten Eigenkapitalinstrumente; der Zeitwert der empfangenen Dienstleistungen konnte aufgrund der Erfolgsabhängigkeit der Vergütung nicht verlässlich geschätzt werden. Insofern entspricht der Gewährungszeitpunkt für alle Tranchen dem Tag des Wirksamwerdens der Vereinbarung zum 31. Juli 2009. Zu diesem Datum ist der Zeitwert der Vergütungskomponente einmalig zu bestimmen. Die Zeitwerte je Aktie und Tranche sowie die wesentlichen Bewertungsparameter lassen sich der folgenden Tabelle entnehmen:

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Bewertungsparameter
Tranche 1 (2011) 2 (2012) 3 (2013) 4 (2014)
Börsenkurs bei Ausgabe je Aktie 8,95 € 8,95 € 8,95 € 8,95 €
Ausübungspreis je Aktie 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €
Durchschnittlicher Marktwert
je Option
8,31 € 8,05 € 7,81 € 7,57 €
Dividendenrendite 3,2 % 3,2 % 3,2 % 3,2 %
Volatilität der Aktie 58 % 58 % 58 % 58 %
Erwartete Dauer (Jahre) 2,4 3,4 4,4 5,4
Risikofreier Zins 1,6 % 2,1 % 2,4 % 2,6 %

Die Ermittlung des Zeitwerts erfolgte unter Zugrundelegung des Börsenkurses im Gewährungszeitpunkt abzüglich des Barwerts der Dividendenrendite.

Die Aufwandsverteilung erfolgt nach Maßgabe der bereits erbrachten Vermittlungsleistung zur Sollleistung. Die Preiskomponente (Marktwert der eingeräumten Optionen) bleibt dabei fixiert, hinsichtlich der Mengenkomponente sind zu jedem Stichtag Schätzung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung vorzunehmen.

Zum Bilanzstichtag ist keine Aufwandserfassung für die Tranchen 1 bis 4 erfolgt, da die Vermittlungsleistung noch nicht erbracht worden ist.

38. Latente Steuerschulden

Bezüglich der latenten Steuerschulden wird auf Anhangsangabe 16 verwiesen.

39. Grundkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital zum Bilanzstichtag beträgt unverändert zum Vorjahr 240.000.000 €, eingeteilt in 240.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 €.

Die United Internet AG hielt zum Bilanzstichtag insgesamt 20.563.522 (Vorjahr 10.272.371) Stück eigene Aktien bzw. 8,57 % (Vorjahr 4,28 %) des Grundkapitals zum Bilanzstichtag. Bis Februar 2011 wurden weitere 3.436.478 Stück eigene Aktien erworben, so dass die United Internet AG insgesamt 24.000.000 Stück eigene Aktien bzw. 10,00 % des Grundkapitals hielt.

Auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 2. Juni 2010 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 22. Februar 2011 beschlossen, insgesamt 15.000.000 Aktien aus dem Bestand eigener Aktien, die im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen erworben wurden, einzuziehen und das Grundkapital der Gesellschaft von 240.000.000,00 € um 15.000.000,00 € auf 225.000.000,00 € herabzusetzen. In Ausführung dieses Beschlusses wurden 15.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1 € eingezogen. Die Gesellschaft hält nach dem Einzug dieser 15.000.000 eigenen Aktien noch 9.000.000 eigene Aktien. Das entspricht 4 % des herabgesetzten Grundkapitals von 225.000.000,00 €. Die Herabsetzung erfolgte zur Optimierung der Bilanz- und Kapitalstruktur.

Zum 16. März 2011 werden aufgrund weiterer Aktienrückkaufe 11.250.000 Stück eigene Aktien bzw. 5 % des aktuellen Grundkapitals in Höhe von 225.000.000,00 € gehalten. Eigene Anteile kürzen das Eigenkapital und sind nicht dividendenberechtigt.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 12. Juni 2011 einmal oder mehrfach um insgesamt bis zu 124.550.402 € durch Ausgabe von neuen Stammaktien ohne Nennwert gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen.

Bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge vom Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen und das Bezugsrecht auch insoweit auszuschließen als dies erforderlich ist, um den Inhabern von Optionsscheinen, Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen, die von der Gesellschaft oder ihr nachgeordneten Konzernunternehmen ausgegeben wurden, ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einräumen zu können, wie es ihnen nach Ausübung ihres Wandlungs- oder Optionsrechts bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustünde. Der Vorstand ist außerdem ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft mit gleicher Ausstattung nicht wesentlich unterschreitet und die gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung sind Aktien anzurechnen, die aufgrund anderer Ermächtigungen in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Bezugsrechtsauschluss veräußert oder ausgegeben wurden.

Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage auszuschließen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern.

Bedingtes Kapital

Es bestehen folgende bedingte Kapitalien:

Das Grundkapital ist um bis zu 80.000.000,00 €, eingeteilt in bis zu 80.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien, bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 bis zum 1. Juni 2015 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden, soweit die Ausgabe gegen bar erfolgt ist und die Options- oder Wandlungsrechte nicht aus dem Bestand eigener Aktien oder aus genehmigten Kapital bedient werden.

Die Gesellschaft ist gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 25. Mai 2012 eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn vom Hundert des Grundkapitals zu erwerben. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf zehn vom Hundert des Börsenkurses nicht unterschreiten und den Börsenkurs nicht um mehr als zehn vom Hundert überschreiten. Die eigenen Anteile können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 genannten Zwecken verwendet werden.

40. Rücklagen

Die Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember 2010 41.649 T€ (Vorjahr 39.971 T€). Der Anstieg resultiert mit 3.919 T€ (Vorjahr 4.207 T€) aus der korrespondierenden Buchung des Personalaufwands aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Der Rückgang resultiert mit 60 T€ (Vorjahr 328 T€) aus der Ausgabe von eigenen Aktien an die Mitarbeiter. Ein weiterer Rückgang in Höhe von 2.181 T€ basiert aus der erstmaligen Ausübungen von virtuellen Aktienoptionen gegen Barausgleich. Diese Barvergütung ist bilanziell als Rückkauf von Eigenkapitalanteilen behandelt worden.

Die Neubewertungsrücklage zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:

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2010 2009


T€ T€
-Anteile Goldbach 14.743 2.612
-Anteile Afilias 6.228 5.082
-EFF Nr. 3 4.363 2.131
-EFF Investment 108 353
-Anteile Hi-media 0 2.985
-EFF Nr. 1 0 23
-Anteile freenet 0 -469
Gesamt 25.442 12.717

Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung auf den beizulegenden Zeitwert werden direkt im Eigenkapital netto - d. h. abzüglich von latenten Steuern - und nach nicht beherrschenden Anteilen erfasst.

41. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von Finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2010 aus:

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Wertansatz nach IAS 39
in T€ Bewertungs-
kategorie
nach IAS 39
Buchwert per
31.12.2010
fortgeführte
Anschaf-
fungskosten
Fair Value
erfolgsneutral
Fair Value
erfolgswirksam
Fair Value per
31.12.2010
Finanzielle Vermögenswerte





Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lar 96.091 96.091

96.091
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lar 97.987 97.987

97.987
Sonstige Vermögenswerte lar 24.738 24.738

24.738
Sonstige finanzielle Vermögenswerte lar/afs




Übrige lar 7.477 7.477

7.477
Kaufpreisforderung lar 9.163 9.163

9.163
Beteiligungen afs 128.634
128.634
128.634
Finanzielle Verbindlichkeiten





Verbindlicheiten aus Lieferungen und Leistungen flac 213.509 213.509

213.509
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten flac 369.400 369.400

369.400
Sonstige Verbindlichkeiten flac/hft 72.816 60.303
12.513 72.816
Wandelschuldverschreibungen flac 0 0

0
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:





Loans and Receivables (lar) lar 235.456 235.456 0 0 235.456
Available-for-sale (afs) afs 128.634 0 128.634 0 128.634
Financial liabilities Measured at amortised Cost (flac) flac 643.212 643.212 0 0 643.212
Held-for-Trading (hft) hft 12.513

12.513 12.513

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2010 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

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aus Zinsen
und Dividenden
Nettogewinne und -verluste aus der
Folgebewertung
aus Abgang
Nettoergebnis nach
Bewertungskategorien 2010 (in T€)
Bewertungs-
kategorie
nach IAS 39

zum Fair Value Währungs-
umrechnung
Wertberichtigung
Loans and receivables (lar) lar 2.822 --
19 -22.346 --
Available-for-sale (afs) afs --
--
--
--
--
- erfolgsneutral

17.144 --
--
--
- erfolgswirksam
2.272 -13.840 --
--
--
Financial liabilities measured
at amortised Cost (flac)
flac -15.197 --
8 --
--
Held-for-trading (hft) hft --
-799 --
--
--


-10.103 2.505 27 -22.346 0
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Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2010 (in T€) Nettoergebnis
Loans and receivables (lar) -19.505
Available-for-sale (afs) 0
- erfolgsneutral 17.144
- erfolgswirksam -11.568
Financial liabilities measured at amortised Cost (flac) -15.189
Held-for-trading (hft) -799

-29.917

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten, die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Bei den erfolgswirksam at fair value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich um ein Zinssicherungsgeschäft.

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von Finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2009 aus:

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Wertansatz nach IAS 39
in T€ Bewertungs-
kategorie
nach IAS 39
Buchwert per
31.12.2009
fortgeführte
Anschaffungs-
kosten
Fair Value
erfolgsneutral
Fair Value
erfolgswirksam
Fair Value per
31.12.2009
Finanzielle Vermögenswerte





Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
lar 116.812 116.812

116.812
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
lar 91.290 91.290

91.290
Sonstige Vermögenswerte lar 6.042 6.042

6.042
Sonstige finanzielle Vermögenswerte lar/afs




Übrige lar 7.176 7.176

7.176
Vendor Loan lar 12.195 12.195

12.195
Beteiligungen afs 141.153
141.153
141.153
Finanzielle Verbindlichkeiten





Verbindlicheiten aus Lieferungen
und Leistungen
flac 193.197 193.197

193.197
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
flac 400.229 400.229

400.229
Sonstige Verbindlichkeiten flac/hft 66.177 54.463
11.714 66.177
Wandelschuldverschreibungen flac 4 4

4
Davon aggregiert nach
Bewertungskategorien:






Loans and Receivables (lar) lar 233.515 233.515 0 0 233.515
Available-for-sale (afs) afs 141.153 0 141.153 0 141.153
Financial liabilities
Measured at amortised Cost (flac)
flac 647.893 647.893 0 0 647.893
Held-for-Trading (hft) hft 11.714

11.714 11.714

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2009 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

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aus Zinsen
und Dividenden
Nettogewinne und -verluste aus der
Folgebewertung
aus Abgang
Nettoergebnis nach
Bewertungskategorien 2009 (in T€)
Bewertungskategorie
nach IAS 39

zum Fair
Value
Währungs-umrechnung Wert-
berichtigung

Loans and receivables (lar) lar 2.473 --
657 -33.087 --
Available-for-sale (afs) afs --
--
--
--
--
- erfolgsneutral

3.479 --
--
--
- erfolgswirksam
520 -3.478 --
--
--
Financial liabilities measured
at amortised Cost (flac)
flac -23.515 --
281 --
--
Held-for-trading (hft) hft --
1.382 --
--
--


-20.522 1.383 938 -33.087 0
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Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2009 (in T€) Nettoergebnis
Loans and receivables (lar) -29.957
Available-for-sale (afs) 0
- erfolgsneutral 3.479
- erfolgswirksam -2.958
Financial liabilities measured at amortised Cost (flac) -23.234
Held-for-trading (hft) 1.382

-51.288

Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.

Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten kommen hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Buchwert sehr nahe.

Langfristige fest verzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen / Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um erwarteten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Zum 31. Dezember 2010 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Forderungen, abzüglich der Wertberichtigungen, nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.

Der beizulegende Zeitwert von nicht notierten Instrumenten, Bankdarlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Kreditrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren Zinssätzen geschätzt. Zum 31. Dezember 2010 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Verbindlichkeiten nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.

Der beizulegende Zeitwert der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wird, sofern verfügbar, auf der Grundlage von Börsenpreisen auf aktiven Märkten ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der nicht notierten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wird unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren geschätzt.

Der Konzern schließt derivative Finanzinstrumente mit insbesondere mit Finanzinstituten mit guter Bonität (Investment Grade) ab. Unter Anwendung eines Bewertungsverfahrens mit am Markt beobachtbaren Input-Parametern bewertete Derivate sind hauptsächlich Zinsswaps. Zu den am häufigsten angewandten Bewertungsverfahren gehören Swap-Modelle unter Verwendung von Barwertberechnungen. Diese Modelle beziehen vor allem Zinsstrukturkurven als Bewertungsparameter ein.

Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:

Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten

Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind

Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

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Zum
31.12.2010
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3


T€ T€ T€ T€
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte




Stammaktien 95.249 95.249


Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen 33.385
33.385
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten





Zinsswap 12.513
12.513

Während der Berichtsperiode zum 31. Dezember 2010 gab es keine Umbuchungen zwischen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 1 und Stufe 2 und keine Umbuchungen in oder aus Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert der Stufe 3.

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Zum
31.12.2009
Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3


T€ T€ T€ T€
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte




Stammaktien 98.993 98.993


Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen 42.160
42.160
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete
finanzielle Verbindlichkeiten





Zinsswap 11.714
11.714

Derivative Finanzinstrumente

Der United Internet Konzern verfügt über folgende derivative Finanzinstrumente:

Am 7. Oktober 2008 hat die United Internet AG zwei Zinsswaps abgeschlossen. Das Nominalvolumen beträgt jeweils 100.000 T€ bei einer Laufzeit bis zum 9. Oktober 2013. Die Zinssicherungsgeschäfte wurden zur Absicherung des Zinsrisikos geschlossen, erfüllen jedoch nicht die Voraussetzungen des IAS 39 zum Hedge Accounting und wurden erfolgswirksam zum beizulegenden Wert erfasst. Der negative beizulegende Zeitwert beträgt zum Bilanzstichtag 12.513 T€ (Vorjahr 11.714 T€) und wurde unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Im Zuge der Einbringung des Display-Marketing-Geschäfts der AdLINK Group in die Hi-media Group wurde in Höhe der Barkomponente ein Verkäuferdarlehen (Vendor Loan) gewährt, das mit einem marktüblichen Darlehenszins ausgestattet ist (siehe Anmerkung 17). Das Verkäuferdarlehen ist spätestens zum 30. Juni 2011 fällig und ist unter den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.

42. Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Einen maßgeblichen Einfluss auf die United Internet AG können Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär sowie die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat ausüben.

Die Geschäftsräume von United Internet in Montabaur sind von Herrn Ralph Dommermuth, dem Vorstandsvorsitzenden und einem wesentlichen Aktionär der Gesellschaft, gemietet. Die entsprechenden Mietverträge haben Laufzeiten bis Juni 2019, April 2015 sowie April und Dezember 2016. Die daraus entstehenden Mietaufwendungen liegen auf ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Geschäftsjahr 2010 auf 2.277 T€ (Vorjahr 1.891 T€).

In der Hauptversammlung vom 2. Juni 2010 wurden die Herren Kurt Dobitsch (Vorsitzender), Michael Scheeren und Kai-Uwe Ricke erneut von den Aktionären in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt. Der Aufsichtsrat wurde für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2014 beschließt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2010 außerdem in den Aufsichtsräten oder vergleichbarer Gremien folgender Unternehmen vertreten:

Kurt Dobitsch

1&1 Internet AG, Montabaur

Nemetschek AG, München (Vorsitz)

Bechtle AG, Gaildorf

docuware AG, München

Hybris AG, Zürich / Schweiz

Graphisoft S.E, Budapest / Ungarn

Kai-Uwe Ricke

1&1 Internet AG, Montabaur

Assicurazioni Generali S.p.A, Trieste / Italien (Austritt zum 24. April 2010)

Kabel Baden-Württemberg GmbH & Co. KG, Heidelberg

Saudi Oger Telecom Ltd., Dubai / Emirat Dubai (Austritt zum 28. April 2010)

Exigen Capital Europa AG, Zürich / Schweiz

Nordia Innovation AB, Stockholm / Schweden

euNetworks Group Ltd. , Singapur / Singapur (Eintritt zum 12. April 2010)

Delta Partners, Dubai / Emirat Dubai (Eintritt zum 21. Januar 2010)

Michael Scheeren

1&1 Internet AG, Montabaur (Vorsitz)

Sedo Holding AG, Montabaur (Vorsitz)

United Internet Media AG, Montabaur (stellvertretender Vorsitz)

Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG erhalten eine Vergütung, die aus einem festen und einem am wirtschaftlichen Erfolg der United Internet Gruppe ausgerichteten variablen Teil besteht. Die feste Vergütung beträgt für ein einfaches Mitglied des Aufsichtrats 10 T€ pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden beträgt pro volles Geschäftsjahr 1 T€ für jeden Cent, um den der nach IFRS ermittelte Konzerngewinn pro Aktie (EPS) der United Internet AG den Betrag von 0,60 € überschreitet.

Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtrats der United Internet AG für das Geschäftsjahr 2013 und für die folgenden Geschäftsjahre jeweils eine Vergütung in Höhe von 500 € für jeden angefangenen Prozentpunkt, um den das EPS sich in dem abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem EPS in dem drei Jahre zuvor abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht hat, jedoch maximal 10 T€ pro Geschäftsjahr.

Die Mitglieder des Aufsichtrats der United Internet AG sind gleichzeitig auch die Mitglieder des Aufsichtsrats der 1&1 Internet AG. Seit dem Geschäftsjahr 2010 erhalten sie von der 1&1 Internet AG eine Vergütung, die aus einem festen und einem variablen Teil besteht. Die feste Vergütung beträgt für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 20 T€ pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden orientiert sich an Ergebniszahlen der 1&1 Internet AG. Sie beträgt mindestens 30 T€ und maximal 70 T€ pro volles Geschäftsjahr.

Über die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats gibt die folgende Aufstellung Aufschluss:

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United Internet AG 1&1 Internet AG
2010 fix variabel gesamt fix variabel gesamt
Kurt Dobitsch 20 --- 20 20 53 73
Kai-Uwe Ricke 10 --- 10 20 53 73
Michael Scheeren 10 --- 10 30 53 83

40 0 40 70 159 229
2009 fix variabel gesamt


Kurt Dobitsch 40 120 160


Kai-Uwe Ricke 20 120 140


Michael Scheeren 20 120 140



80 360 440


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United Internet Gruppe
2010 fix variabel gesamt
Kurt Dobitsch 40 53 93
Kai-Uwe Ricke 30 53 83
Michael Scheeren 40 53 93

110 159 269

Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen für die Mitglieder des Aufsichtsrats existieren nicht.

Am 15. Dezember 2010 schloss die affilinet GmbH einen Beratervertrag mit Herrn Scheeren. Herr Scheeren wird die affilinet GmbH dabei unterstützen, die aus einem abgeschlossenen Strategieberatungs-Projekt resultierenden Ergebnisse praktisch umzusetzen und in die operativen Geschäftsabläufe zu implementieren. Davon ausgenommen sind solche Tätigkeiten, die in den Aufgabenbereich von Herrn Scheeren als Aufsichtsratsmitglied der Sedo Holding AG fallen. Bis zum 31. Dezember 2010 wurden Beratungsleistungen in Höhe von 2 T€ in Anspruch genommen.

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist leistungsorientiert. Sie enthält einen festen und einen variablen Bestandteil (Tantieme / Bonus). Für die feste Vergütung und die Tantieme wird ein Zieleinkommen festgelegt, das regelmäßig überprüft wird. Die letzte Überprüfung fand im Geschäftsjahr 2010 statt. Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der Tantieme ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt in der Regel eine Bandbreite von 80 % bis 120 %. Unter 80 % Zielerreichung entfällt die Zahlung und bei 120 % Zielerreichung endet die Tantiemenzahlung. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist ausgeschlossen. Eine Mindesttantieme wird nicht garantiert. Die Auszahlung erfolgt nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat. Für das Geschäftsjahr 2010 wurde eine Vergütung des Vorstands von insgesamt 1.027 T€ (Vorjahr: 1.076 T€) zugrunde gelegt. Von diesem Gesamtbetrag entfielen 600 T€ bzw. 58 % auf das Fixum und 427 T€ bzw. 42 % auf den variablen Bestandteil.

Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen bestehen nicht.

In den Geschäftsjahren 2008 und 2009 erfolgte an Herrn Norbert Lang die Ausgabe von je 800.000 virtuellen Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights; Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) zu einem Ausübungspreis von 12,85 € bzw. 5,52 €. Zum Zeitpunkt der Ausgabe dieser virtuellen Aktienoptionen betrugen die beizulegende Werte 2.384 T€ bzw. 1.104 T€. Herr Norbert Lang kann erstmalig im Juni 2011 ausüben, da die Ausübungshürden bisher nicht überschritten waren.

Über die Bezüge der Mitglieder des Vorstands gibt die folgende Aufstellung Aufschluss:

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2010 fix variabel gesamt
Ralph Dommermuth 300 238 538
Norbert Lang 300 189 489

600 427 1.027
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2009 fix variabel gesamt
Ralph Dommermuth 300 266 566
Norbert Lang 300 210 510

600 476 1.076

Die Anzahl der Aktien an der United Internet AG, die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

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Anteilseigentum 1. Januar 2010 1. Januar 2010 31. Dezember 2010 31. Dezember 2010
Vorstand direkt indirekt gesamt direkt indirekt gesamt
Ralph Dommermuth 17.600.000 74.400.000 92.000.000 17.600.000 74.400.000 92.000.000
Norbert Lang --- 576.128 576.128 --- 402.248 402.248

17.600.000 74.976.128 92.576.128 17.600.000 74.802.248 92.402.248
Aufsichtsrat direkt indirekt gesamt direkt indirekt gesamt
Kurt Dobitsch --- --- --- --- --- ---
Kai-Uwe Ricke --- --- --- --- --- ---
Michael Scheeren 700.000 --- 700.000 700.000 --- 700.000

700.000 --- 700.000 700.000 --- 700.000

Darüber hinaus kann die United Internet Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf ihre assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ausüben.

Konditionen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Verkäufe an und Käufe von nahe stehende(n) Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden sind unbesichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende(n) Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien. Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr 2010 und im Vorjahr nicht wertberichtigt. Ein Werthaltigkeitstest wird jährlich durchgeführt. Dieser beinhaltet eine Beurteilung der Finanzlage des nahe stehenden Unternehmens oder der nahe stehenden Person sowie die Entwicklung des Markts, in dem diese(s) tätig ist.

Im Rahmen der Kooperation mit der ProSiebenSat.1 Media AG war die 1&1 Internet AG bis zum 31. Dezember 2010 an dem Joint Ventures maxdome GmbH & Co. KG beteiligt, welches das Video On Demand Portal Maxdome betreibt. Im Rahmen dieser Kooperation übernahm die 1&1 Internet AG das Hosting und weitere Dienstleistungen. Die im Namen und auf Rechnung von maxdome abgerechneten Umsätze wurden an die maxdome GmbH & Co. KG weitergeleitet. Ferner hatte sich die 1&1 Internet AG verpflichtet, der maxdome GmbH & Co. KG unter bestimmten Bedingungen nachrangige Gesellschafterdarlehen zur Finanzierung des operativen Geschäfts der maxdome GmbH & Co. KG zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang erfolgten im Geschäftsjahr 2010 Darlehensgewährungen in Höhe von 13.900 T€.

Mit Vertrag vom 20. Dezember 2010 wurde das Joint Venture maxdome GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2010 verkauft. Von dem Kaufpreis in Höhe von 16.515 T€ sind im Geschäftsjahr 2010 6.000 T€ in bar geleistet worden. Der restliche Kaufpreis in Höhe von 10.515 T€ wurde bis zum 30. Dezember 2014 gestundet. Inklusive dem Effekt aus der Abzinsung dieser Forderung beläuft sich die Kaufpreisforderung zum Bilanzstichtag auf 9.163 T€. Die anteilige Ergebnisübernahme wurde bis zum Verkauf durchgeführt und im Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen berücksichtigt. Der sonstige betriebliche Ertrag beläuft sich auf 7.769 T€ (siehe auch Anmerkung 8).

Im Geschäftsjahr 2009 hat die United Internet AG 1.090.000 Aktien der freenet AG von der MSP Holding GmbH zu eine Preis von 9,10 € je Aktie erworben. Mit Vertrag vom 11. Dezember 2009 ist die United Internet AG als Gesellschafterin der MSP Holding GmbH ausgeschieden und hat im Gegenzug 50 % der von der MSP Holding GmbH gehaltenen freenet Aktien (5.285.591 Aktien) erhalten. In Summe hält die United Internet AG zum Bilanzstichtag 6.375.591 Aktien der freenet AG, entsprechend 4,98 % der Stimmrechte.

Aus einem im Geschäftsjahr 2009 unterjährig gewährten Darlehen an die MSP Holding GmbH in Höhe von 1.700 T€ resultierten Zinserträge in Höhe von 31 T€. Das Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2009 vollständig zurückgeführt.

Von der im Geschäftsjahr 2009 zum Vertragsschluss als assoziiertes Unternehmen einbezogenen freenet AG wurden Kundenbeziehungen (Breitband-Kunden) in Höhe von 126.348 T€ erworben. Ferner wurde eine Vertriebsvereinbarung mit der freenet AG geschlossen. Wir verweisen auf die Anmerkung 28 und 37.2.

In der folgenden Tabelle werden die ausstehenden Salden sowie die Gesamthöhe der Transaktionen mit assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen im jeweiligen Geschäftsjahr dargestellt:

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Käufe/
Dienstleistungen von
nahe stehenden
Unternehmen
Verkäufe/
Dienstleistungen an
nahe stehende
Unternehmen
Verbindlichkeiten
gegenüber nahe
stehende
Unternehmen

2010 2009 2010 2009 2010 2009

T€ T€ T€ T€ T€ T€
maxdome GmbH & Co. KG 7.182 10.239 --- --- 228 ---
Sonstige 705 1.518 30 30 32 14
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Forderungen gegen
nahe stehende
Unternehmen

2010 2009

T€ T€
maxdome GmbH & Co. KG --- ---
Sonstige 3 18
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Zinserträge Zinsaufwendungen

2010 2009 2010 2009

T€ T€ T€ T€
MSP Holding GmbH 0 31 --- ---
maxdome GmbH & Co. KG 739 81 --- ---

43. Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

Grundsätze des Risikomanagements

Die Systematik des in der United Internet Gruppe eingeführten Risikomanagementsystems orientiert sich am COSO-ERM-Framework und wird im Lagebericht ausführlich beschrieben.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat.

Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen und Kontokorrentkredite, Wandelschuldverschreibungen, Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen sowie kurzfristige Einlagen.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente. Darüber hinaus bestehen derivative Finanzinstrumente, die im Wesentlichen Zinsswaps betreffen.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko von United Internet besteht grundsätzlich, und damit auch unverändert zum Vorjahr darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen.

Im Cash-Management werden weltweit alle Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) der Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Neben der operativen Liquidität unterhält United Internet auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser Liquiditätsreserven sind zugesagte syndizierte Kreditlinien unterschiedlicher Fristigkeit.

Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2010 und 2009 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten:

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31.12.2010 2011 2012 2013 2014 > 2015

T€ T€ T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 369.400 183.365 123.145 73.953 0 0
Verbindlicheiten aus Lieferungen und Leistungen 213.509 213.509 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 83.251 59.603 4.639 2.537 9.800 6.672
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Gesamt

T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 380.463
Verbindlicheiten aus Lieferungen und Leistungen 213.509
Sonstige Verbindlichkeiten 83.251
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31.12.2009 2010 2011 2012 2013 > 2014

T€ T€ T€ T€ T€ T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 400.229 55.356 184.648 104.186 73.872 0
Wandelschuldverschreibungen 4 4 0 0 0 0
Verbindlicheiten aus Lieferungen und Leistungen 193.197 193.197 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 84.515 56.023 3.407 1.085 581 22.546
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Gesamt

T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 418.062
Wandelschuldverschreibungen 4
Verbindlicheiten aus Lieferungen und Leistungen 193.197
Sonstige Verbindlichkeiten 83.642

Zu den Zins- und Tilgungszahlungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf Anhangsangabe 32. Bei dem revolvierendem Konsortialkredit liegt dabei die Annahme zugrunde, dass dieser zum Ende der Laufzeit 2012 zurückgeführt wird. Die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Verpflichtungen gegenüber Minderheitsgesellschaftern der von der Gesellschaft aufgelegten Investment Fonds der EFF Nr. 2 und EFF Nr. 3, sind nur bei Verkauf der zugrunde liegenden Portfolio-Unternehmen fällig.

Bei der Gesellschaft besteht keine wesentliche Liquiditätsrisikokonzentration.

Marktrisiko

Die Aktivitäten von United Internet sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, der Wechselkurse, der Börsenkurse sowie dem Kredit- und Ausfallrisiko ausgesetzt.

Zinsrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da zum Bilanzstichtag Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen worden sind. Gleichzeitig werden auf der Grundlage der Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und Finanzschulden überprüft. Die entstehenden Finanzierungs-bedarfe werden mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt, Liquiditätsüberschüsse werden renditeoptimal im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten hat sich das Zinsrisiko gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Im Geschäftsjahr 2008 hat die Gesellschaft zur Reduzierung des Zinsrisikos zwei Zinsswaps über einen Nominalbetrag von insgesamt 200.000 T€ abgeschlossen. Damit sind zum Bilanzstichtag von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 369.400 T€ rd. 54 % abgesichert. Die Vereinbarungen weisen eine Laufzeit bis zum 9. Oktober 2013 aus.

Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden.

Die Änderung des Marktzinsniveaus hat Auswirkungen auf die erfolgswirksam zum beizulegenden Wert bilanzierten Zinsswaps. Bei einer Parallelverschiebung der Zinsstrukturkurve um + / - 100 Basispunkte hätte das Ergebnis vor Steuern vergleichweise um 5.382 T€ (Vorjahr 5.311 T€) höher bzw. 5.483 T€ (Vorjahr 6.991 T€) geringer ausfallen können.

Für die übrigen verzinslichen Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.

Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cash-Flows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Der Konzern ist vor allem aus seiner Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Nettoinvestitionen in ausländischen Tochterunternehmen Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Währungsrisiko von United Internet resultiert aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Fremdwährungsrisiken, die die Cash-Flows der Gesellschaft nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung resultieren), bleiben grundsätzlich ungesichert. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cash-Flows wesentlich beeinflussenden Währungsrisiken vor.

Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko der Gesellschaft aus der laufenden operativen Tätigkeit wie bereits im Vorjahr als gering eingeschätzt. Einige Konzernunternehmen sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt.

Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Gesellschaft Finanzinstrumente eingeht.

Die Gesellschaft hat die Fremdwährungsrisiken bewertet. Aus dieser Analyse ergaben sich keine Anhaltspunkte für wesentliche berichtspflichtige Währungsrisiken.

Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)

Die Gesellschaft stuft bestimmte (börsennotierte) Vermögenswerte als zur Veräußerung verfügbar ein und erfasst Änderungen in ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im Eigenkapital. Sofern ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten liegt, erfasst die Gesellschaft die Wertminderung des Finanzinstruments hingegen erfolgswirksam im Periodenergebnis. Der beizulegende Zeitwert dieser börsennotierten Vermögenswerte lag zum Bilanzstichtag bei 95.249 T€ (Vorjahr 98.993 T€).

Abhängig von der Kursentwicklung von börsennotierten Beteiligungen kann es zu Wertminderungen kommen.

Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Marktrisikokonzentrationen.

Kredit- und Ausfallrisiko

Die Gesellschaft ist aus ihrem operativen Geschäft einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Daher werden die Außenstände bereichsbezogen, also dezentral, fortlaufend überwacht. Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Gegenüber dem Vorjahr sieht der Konzern keinen wesentlichen Anstieg des Ausfallrisikos.

Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht das maximale Kreditrisiko im Bruttobetrag der bilanzierten Forderung vor Wertberichtigungen aber nach Saldierung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert sind, werden in der Anhangsangabe 21 nach Zeitbändern, in der sie überfällig sind, gegliedert.

Internes Ratingsystem

Im 1&1-Teilkonzern wird ein vorvertraglicher Fraud-Check durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt. Darüber hinaus wird im Sedo-Teilkonzern für das Media-Sales Geschäft eine vorvertragliche Überprüfung der Bonität des Vertragspartners durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt.

Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt im 1&1-Teilkonzern im Wesentlichen in Abhängigkeit der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten der mit dem Einzug überfälliger Forderungen beauftragten Inkassobüros abgeleitet werden. Alle Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, werden zu 100 % einzelwertberichtigt. Im Sedo-Teilkonzern erfolgt die Wertberichtigung individuell für jeden Kunden anhand verschiedener Kriterien (z. B. Mahnstufe, Insolvenz, Betrugsfälle etc.).

Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen.

Risiken aus Financial Covenants

Die bestehenden Kreditlinien der United Internet AG sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung dieser Auflagen könnte dazu führen, dass der Kreditgeber die Finanzierungen kündigen und die jeweiligen Valutierungen sofort fällig stellen kann. Die in den Kreditverträgen von United Internet enthaltenen Covenants umfassen die Einhaltung einer bestimmten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation sowie die Einhaltung einer bestimmten EBITDA-zu-Zinsen-Relation. Mit diesen Relationen wird die relative Belastung der Gesellschaft durch die Finanzverbindlichkeiten bzw. durch die Zinszahlungen berechnet. Angesicht der derzeit weit besseren Relationen von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht.

Kapitalsteuerung

Die Gesellschaft unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, neue Anteile ausgeben oder eigene Anteile erwerben. Zum 31. Dezember 2010 bzw. 31. Dezember 2009 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.

44. Erfolgsunsicherheiten und andere Verpflichtungen

Rechtsstreitigkeiten

Bei den Rechtstreitigkeiten handelt es sich im Wesentlichen um diverse Rechtsstreitigkeiten bei 1&1 und Sedo Holding.

Für etwaige Verpflichtungen aus diesen Rechtstreitigkeiten wurde eine Rückstellung für Prozessrisiken gebildet (siehe Anhangsangabe 35).

Garantien

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag keine Garantien abgegeben.

45. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Eventualschulden

Operating Leasing-Verpflichtungen

Zum Ende des Geschäftsjahres bestehen im Wesentlichen unkündbare Verpflichtungen aus der Anmietung von Gebäuden und Geschäftsräumen sowie Mobilien.

Hinsichtlich der Mehrzahl der Mietverträge bestehen Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen.

Zum 31. Dezember bestehen folgende künftige Mindestleasingzahlungsverpflichtungen:

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2010 2009

T€ T€
Bis 1 Jahr 18.657 22.380
1 bis 5 Jahre 40.595 34.982
Über 5 Jahre 23.124 16.427

82.376 73.789

In der Berichtsperiode sind Aufwendungen aus Operating-Leasing in Höhe von 14.273 T€ (Vorjahr 12.537 T€) enthalten.

Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen

Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht gesamtschuldnerische Mithaftung der Gesellschaft. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen nur durch Avale in Anspruch genommen.

Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Tatsachen bekannt, die eine materielle nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, auf die finanziellen Umstände oder auf das Geschäftsergebnis der Gesellschaft haben könnten.

Eventualschulden

Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2009 abgelaufenen Betriebsprüfung für die Veranlagungszeiträume 2002 bis 2005 kam es zu Prüfungsfeststellungen hinsichtlich der ertragsteuerlichen Behandlung sogenannter Kundenakquisitionskosten. Diese Kosten werden aufgrund ihres Vertriebskosten-Charakters im Rechnungswesen bei Anfall sofort aufwandswirksam erfasst. Nach Auffassung der Finanzbehörden sind bestimmte Teile dieser Kosten aktivisch über die anfängliche Mindestvertragslaufzeit abzugrenzen.

In 2010 wurde die Klage eines Mobilfunk-Providers gegen diese Auffassung vom I. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) abgewiesen. Nicht geklärt wurde dabei die Frage, ob das Urteil rückwirkend auf die Vorjahre anzuwenden ist. Zur Klärung dieser Frage hat der I. Senat den Großen Senat des BFH angerufen. United Internet hat das Urteil des I. Senats für das Geschäftsjahr 2010 steuerrechtlich berücksichtigt und hat entsprechende Steuerrückstellungen gebildet. Da United Internet aus heutiger Sicht nicht von einer rückwirkenden Anwendung des Urteils ausgeht, sind für die Vorjahre keine Steuerrückstellung gebildet worden. Sollte diese Erwartung nicht eintreten, würden sich entsprechend dem Geschäftsvolumen der Gruppe Ertragsteuer-Belastungen im unteren zweistelligen Millionen-Bereich ergeben.

46. Kapitalflussrechnung

In den Nettoeinnahmen der betrieblichen Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 2010 Zinszahlungen in Höhe von 11.558 T€ (Vorjahr 17.789 T€) und Zinseinnahmen in Höhe von 1.564 T€ (Vorjahr 2.981 T€) enthalten. Die Auszahlungen des Geschäftsjahres 2010 für Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 84.208 T€ (Vorjahr 85.520 T€) und die Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag auf 31.856 T€ (Vorjahr 0 T€). Aus Einzahlungen aus ausgeschütteten Gewinnen von sonstigen Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2010 2.272 T€ (Vorjahr 520 T€) vereinnahmt. Die Einzahlungen aus ausgeschütteten Gewinnen assoziierter Unternehmen beliefen sich auf 983 T€ (Vorjahr 392 T€).

Für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen bzw. Gemeinschaftsunternehmen wurden im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 4.697 T€ (Vorjahr 4.802 T€) in bar aufgewendet. Wir verweisen auf Anhangsangabe 25.

Für den Erwerb weiterer Anteile an Sedo Holding wurden im Geschäftsjahr 2010 465 T€ (Vorjahr 1.858 T€) aufgewendet. Die Anschaffungskosten für den Erwerb des Geschäftsbetriebs Mail.com beliefen sich zum Erwerbszeitpunkt auf 22.606 T€, von denen 21.437 T€ im Geschäftsjahr 2010 in bar geleistet worden sind.

Im Rahmen des Verkaufs von Anteile an assoziierten Unternehmen bzw. Beteiligungen wurden im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 26.465 T€ (Vorjahr 116.903 T€) in bar vereinnahmt.

Die Anschaffungskosten für die im Vorjahr erworbenen Anteile an der united-domains AG beliefen sich auf 34.951 T€, von denen 34.070 T€ in bar beglichen wurden. Im Rahmen der Akquisition der united-domains AG wurden liquide Mittel in Höhe von 1.762 T€ übernommen.

Im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung des Display-Marketing-Geschäfts der Sedo Holding AG im Geschäftsjahr 2009 sind im Vorjahr Zahlungsmittel in Höhe von 1.154 T€ abgegangen.

47. Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Die folgenden Gesellschaften der United Internet AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

1&1 Internet AG, Montabaur

1&1 Internet Applications GmbH, Montabaur

1&1 Internet Service GmbH, Montabaur

1&1 Internet Service GmbH Zweibrücken, Zweibrücken

1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur

1&1 Telecom GmbH, Montabaur

A1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur

United Internet Beteiligungen GmbH, Montabaur

United Internet Media AG, Montabaur

United Internet Dialog GmbH, Montabaur

48. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Auf der Basis der Ermächtigung der Hauptversammlung der United Internet AG vom 2. Juni 2010 über den Erwerb und die Verwendung eigener Aktien hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 22. Februar 2011 beschlossen, insgesamt 15.000.000 Aktien aus dem Bestand eigener Aktien, die im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen erworben wurden, einzuziehen und das Grundkapital der Gesellschaft von 240.000.000,00 € um 15.000.000,00 € auf 225.000.000,00 € herabzusetzen. In Ausführung dieses Beschlusses wurden 15.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1 € eingezogen.

Darüber hinaus fanden keine Ereignisse nach Schluss des Berichtsjahres statt, die die Unternehmenssituation von United Internet wesentlich verändert haben.

49. Honorare des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2010 wurden im Konzernabschluss Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von insgesamt 1.563 T€ (Vorjahr 2.139 T€) als Aufwand erfasst. Diese beziehen sich mit 970 T€ (Vorjahr 937 T€) auf die Abschlussprüfungen, mit 383 T€ (Vorjahr 499 T€) auf Steuerberatungsleistungen sowie mit 210 T€ (Vorjahr 703 T€) auf sonstige Leistungen.

Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr Honorare des Abschlussprüfers für Steuerberatungsleistungen und sonstige Leistungen in Höhe von 0 T€ (Vorjahr 22 T€) im Konzernabschluss erfolgsneutral erfasst und im Rahmen von Unternehmensakquisitionen als Transaktionskosten aktiviert worden.

50. Corporate Governance Kodex

Die Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde durch den Vorstand und den Aufsichtsrat abgegeben und ist den Aktionären im Internetportal der United Internet AG (www.united-internet.de) bzw. der Sedo Holding AG (www.sedoholding.com) zugänglich.

Montabaur, den 16. März 2011

Der Vorstand

United Internet AG - Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen nach IFRS im Geschäftsjahr 2010 und 2009 (T€)

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2010 ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN

01.01.2010 Veränderung
Konsolidierungskreis
Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungs-
differenzen
Immaterielle Vermögenswerte





Lizenzen 28.416
276 11
123
Auftragsbestand 2.141 264


-8
Software 48.934
14.768 473
53
Marke 26.041 21.309


-448
Kundenstamm 183.586 544 3.778

980
Portal 72.240




Firmenwerte 413.018 488 535

3.081
Summe (I) 774.376 22.605 19.357 484 0 3.781
Sachanlagen





Grundstücke und Bauten 8.049
1


Betriebs- und Geschäftsausstattung 225.222 35 42.835 21.644 6.248 4.126
Geleistete Anzahlungen 9.867
9.504 40 -6.248 158
Summe (II) 243.138 35 52.340 21.684 0 4.284
Summe total 1.017.514 22.640 71.697 22.168 0 8.065
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2010 ANSCHAFFUNGS- UND
HERSTELLUNGSKOSTEN
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN

31.12.2010 01.01.2010 Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungs-
differenzen
Immaterielle Vermögenswerte





Lizenzen 28.804 26.264 840

90
Auftragsbestand 2.397 2.141 171


Software 63.282 34.632 6.204 471
36
Marke 46.902 23 750

1
Kundenstamm 188.888 32.332 31.061

369
Portal 72.240 37.625 9.031

-1
Firmenwerte 417.122 14.092 162


Summe (I) 819.635 147.109 48.219 471 0 495
Sachanlagen





Grundstücke und Bauten 8.050 4.122 94


Betriebs- und Geschäftsausstattung 256.822 145.095 37.903 19.981
2.205
Geleistete Anzahlungen 13.241 0




Summe (II) 278.113 149.217 37.997 19.981 0 2.205
Summe total 1.097.748 296.326 86.216 20.452 0 2.700
scroll
2010 AUFGELAUFENE
ABSCHREIBUNGEN
NETTOBUCHWERTE

31.12.2010 31.12.2009 31.12.2010
Immaterielle Vermögenswerte


Lizenzen 27.194 2.152 1.610
Auftragsbestand 2.312 0 85
Software 40.401 14.302 22.881
Marke 774 26.018 46.128
Kundenstamm 63.762 151.254 125.126
Portal 46.655 34.615 25.585
Firmenwerte 14.254 398.926 402.868
Summe (I) 195.352 627.267 624.283
Sachanlagen


Grundstücke und Bauten 4.216 3.927 3.834
Betriebs- und Geschäftsausstattung 165.222 80.127 91.600
Geleistete Anzahlungen 0 9.867 13.241
Summe (II) 169.438 93.921 108.675
Summe total 364.790 721.188 732.958
scroll
2009 ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN

01.01.2009 Veränderung
Konsolidierungskreis
Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungs-
differenzen
Immaterielle Vermögenswerte





Lizenzen 28.337 0 311 204 0 -28
Auftragsbestand 2.141 0 0 0 0 0
Software 37.695 2.211 9.974 1.016 0 70
Marke 21.423 4.198 75 0 0 345
Kundenstamm 42.927 12.295 126.979 0 0 1.385
Portal 72.240 0 0 0 0 0
Firmenwerte 399.172 24.399 20.414 35.540 0 4.573
Summe (I) 603.935 43.103 157.753 36.760 0 6.345
Sachanlagen





Grundstücke und Bauten 8.047 0 2 0 0 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 196.645 345 29.571 3.701 1.948 414
Geleistete Anzahlungen 3.464 0 8.443 117 -1.948 25
Summe (II) 208.156 345 38.016 3.818 0 439
Summe total 812.091 43.448 195.769 40.578 0 6.784
scroll
2009 ANSCHAFFUNGS- UND
HERSTELLUNGSKOSTEN
AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN

31.12.2009 01.01.2009 Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungs-
differenzen
Immaterielle Vermögenswerte





Lizenzen 28.416 25.211 1.186 121 0 -12
Auftragsbestand 2.141 2.141 0 0 0 0
Software 48.934 30.675 4.680 896 0 173
Marke 26.041 44 79 0 0 -100
Kundenstamm 183.586 20.585 11.401 0 0 346
Portal 72.240 28.595 9.030 0 0 0
Firmenwerte 413.018 20.296 0 6.204 0 0
Summe (I) 774.376 127.547 26.376 7.221 0 407
Sachanlagen





Grundstücke und Bauten 8.049 4.028 110 16 0 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 225.222 117.634 29.746 2.615 14 316
Geleistete Anzahlungen 9.867 0 0 0 0 0
Summe (II) 243.138 121.662 29.856 2.631 14 316
Summe total 1.017.514 249.209 56.232 9.852 14 723
scroll
2009 AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN NETTOBUCHWERTE

31.12.2009 31.12.2008 31.12.2009
Immaterielle Vermögenswerte


Lizenzen 26.264 3.126 2.152
Auftragsbestand 2.141 0 0
Software 34.632 7.020 14.302
Marke 23 21.379 26.018
Kundenstamm 32.332 22.342 151.254
Portal 37.625 43.645 34.615
Firmenwerte 14.092 378.876 398.926
Summe (I) 147.109 476.388 627.267
Sachanlagen


Grundstücke und Bauten 4.122 4.019 3.927
Betriebs- und Geschäftsausstattung 145.095 79.011 80.127
Geleistete Anzahlungen 0 3.464 9.867
Summe (II) 149.217 86.494 93.921
Summe total 296.326 562.882 721.188

Bestätigungsvermerk

Wir haben den von der United Internet AG, Montabaur, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapital-veränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Eschborn/Frankfurt am Main, 21. März 2011

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Bösser Kemmerich
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Montabaur, 16. März 2011

Der Vorstand

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Ralph Dommermuth Norbert Lang