United Internet AG

Montabaur

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

BERICHT ÜBER DIE LAGE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

Konzernabschluss NACH IFRS

Hinweis:

Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten.

Dieser Jahresabschluss liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall ist die deutsche Version maßgeblich.

Lagebericht FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

1 GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS

1.1 GESCHÄFTSMODELL

Konzernstruktur

Die 1988 gegründete United Internet AG mit Hauptsitz in Montabaur, Deutschland, ist die Konzernobergesellschaft der United Internet Gruppe.

Die United Internet AG konzentriert sich zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft United Internet Corporate Services GmbH im Wesentlichen auf zentrale Funktionen wie Finanzen, Corporate Controlling & Accounting, Tax, Presse (PR), Investor Relations (IR), Beteiligungsmanagement, Legal, Corporate Governance, Compliance, Risikomanagement, Corporate Audit (Interne Revision), Einkauf sowie das Personalmanagement.

Das operative Geschäft im Segment "Access" wird im Teilkonzern 1&1 Telecommunication SE insbesondere von der 1&1 Telecom GmbH sowie der Versatel Deutschland GmbH betrieben.

Das operative Geschäft im Segment "Applications" wird im Bereich der Business Applications primär von der 1&1 Internet SE inklusive deren wesentlicher Tochterunternehmen im In- und Ausland betrieben. Dazu zählen - neben den 1&1-Auslandsgesellschaften 1&1 Internet Inc. (USA), 1&1 Internet Ltd. (Großbritannien), 1&1 Internet S.A.R.L. (Frankreich), 1&1 Internet España S.L.U. (Spanien) und 1&1 Internet Sp.z o.o (Polen) - insbesondere die Arsys Internet S.L., die Fasthosts Internet Ltd., die home.pl S.A. (seit dem 30. Dezember 2015), die InterNetX GmbH, die Sedo GmbH und die united-domains AG. Im Bereich der Consumer Applications sind insbesondere die inzwischen unter der 1&1 Mail & Media Applications SE zusammengefassten Gesellschaften 1&1 Mail & Media GmbH, 1&1 De-Mail GmbH, United Internet Media GmbH und affilinet GmbH zu nennen.

Neben diesen operativ tätigen und vollkonsolidierten Tochterunternehmen hält United Internet eine Reihe weiterer Beteiligungen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die von der United Internet Ventures AG gehaltenen Anteile an den börsennotierten Unternehmen Drillisch AG, Deutschland (20,11 %), Hi-Media S.A., Frankreich (10,46 %), HiPay Group S.A., Frankreich (8,37 %), und Rocket Internet SE, Deutschland (8,31 %), sowie um Beteiligungen an den strategischen Partnern ePages GmbH (25,10 %), Open-Xchange AG (29,02 %), ProfitBricks GmbH (28,57 %), uberall GmbH (30,36 %) und virtual minds AG (25,10 %).

Einzelheiten zu Beteiligungen sowie Veränderungen bei Beteiligungen finden sich unter Punkt 2.2 "Geschäftsverlauf" unter "Beteiligungen im Konzern".

Vereinfachte Darstellung (Stand 31. Dezember 2015) der Konzernstruktur inklusive wesentlicher operativ tätiger Tochterunternehmen sowie wesentlicher Beteiligungen:

Geschäftstätigkeit

United Internet ist mit weltweit 15,97 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie 33,15 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts der führende europäische Internet-Spezialist.

Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die beiden Segmente "Access" und "Applications".

Segment "Access"

Im Segment "Access" sind die kostenpflichtigen Festnetz- und Mobile-Access-Produkte des Konzerns inklusive der damit verbundenen Anwendungen (wie Heimvernetzung, Online-Storage, Telefonie, Video-on-Demand oder IPTV) zusammengefasst. Neben diesen Produkten für Privatanwender und kleine Firmen bietet die Gesellschaft - nach der Komplettübernahme von Versatel zum 1. Oktober 2014 - Daten- und Netzwerklösungen für mittelständische Unternehmen sowie Infrastrukturleistungen für Großunternehmen an.

Mit aktuell 40.825 km Länge (31. Dezember 2014: 39.318 km) ist das Versatel-Netz das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland und wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Die eigene Netzinfrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zunehmend zu vertiefen und weniger DSL-Vorleistungen zu beziehen.

Im Segment "Access" ist United Internet ausschließlich in Deutschland tätig und zählt zu den führenden Anbietern. Die Gesellschaft nutzt das Versatel-Festnetz und kauft zusätzlich von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen ein. Diese werden mit Endgeräten namhafter Anbieter sowie selbstentwickelten Applikationen und Services aus der eigenen "Internet-Fabrik" veredelt, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren.

Vermarktet werden die Access-Produkte über die bekannten Marken GMX, WEB.DE, 1&1 und Versatel, mit denen der Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.

Segment "Applications"

Das Segment "Applications" umfasst das Applikations-Geschäft des Konzerns - werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen, die in der eigenen "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und in den 7 Rechenzentren der Gesellschaft betrieben werden. Darüber hinaus bietet die United Internet AG ihren Kunden über die Marken Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsplattformen im Internet an.

Im Segment "Applications" gehört United Internet auch international zu den führenden Unternehmen mit Aktivitäten in europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien) sowie in Nordamerika (Kanada, Mexiko, USA).

Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Applikationen an Privat- und Geschäftskunden erfolgt über die unterschiedlich positionierten Marken GMX, mail.com, WEB.DE, 1&1, Arsys, InterNetX, Fasthosts, home.pl und united-domains.

Segmente, Zielgruppen und Marken (Stand: 31. Dezember 2015):

Unternehmensleitung

Der Vorstand von United Internet bestand im Geschäftsjahr 2015 aus dem Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzenden Herrn Ralph Dommermuth, dem stellvertretenden Vorsitzenden und Vorstand "Business Applications" Herrn Robert Hoffmann (seit 2006 im Unternehmen), dem Vorstand "Consumer Applications" Herrn Jan Oetjen (seit 2008 im Unternehmen), dem Vorstand "Access" Herrn Martin Witt (seit 2009 im Unternehmen) sowie den Finanzvorständen Herrn Norbert Lang (bis 30. Juni 2015) sowie Herrn Frank Krause (seit 1. Juni 2015).

Im April 2015 hat United Internet bekannt gegeben, dass der langjährige Finanzvorstand Herr Norbert Lang das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 30. Juni 2015 verlassen wird. Nach 21 Jahren im United Internet Konzern, davon 13 Jahre als Finanzvorstand, hat Norbert Lang entschieden, sich künftig mehr Freiräume für private Themen und neue Projekte zu schaffen.

Als neuen Finanzvorstand der United Internet AG konnte der Aufsichtsrat der Gesellschaft Herrn Frank Krause gewinnen. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre begann Frank Krause seine berufliche Laufbahn 1992 im Controlling von Mannesmann Mobilfunk (D2). Von 1999 bis 2007 war er Head of Controlling der Mannesmann- (und späteren Vodafone-) Tochter Arcor, bevor er von 2007 bis Mitte 2009 als Director Controlling & Regions (Mobil & Festnetz) bei Vodafone Deutschland tätig war. Hier verantwortete er neben dem Tagesgeschäft auch den kaufmännischen Part der Arcor-Integration in die Vodafone Gruppe. Von Mitte 2009 bis Ende 2013 war Frank Krause für Vodafone in Ungarn und der Türkei aktiv. Nach der Bestellung als CFO von Vodafone Ungarn im Juli 2009 übernahm er im September 2012 die CFO-Position im Vorstand der Vodafone Türkei. Seit Anfang 2014 lebt Frank Krause mit seiner Familie wieder in Deutschland, wo er als Mitglied der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland das Ressort Strategy & Corporate Development verantwortete, mit einem Schwerpunkt auf der Integration von Kabel Deutschland in den Vodafone Konzern. Während seiner rund 23-jährigen beruflichen Tätigkeit begleitete Frank Krause zudem zahlreiche Gesellschaften der Vodafone-Gruppe als Aufsichtsrat. Er hatte Mandate bei Vodafone Deutschland, beim Vodafone Operations Center Hungary und bei Kabel Deutschland sowie bei Vodafone Ungarn, Vodafone Zypern und Netcom Kassel.

Der Vorstand der United Internet AG besteht somit seit dem 1. Juli 2015 aus folgenden 5 Mitgliedern:

Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender

Robert Hoffmann, stellv. Vorsitzender, Vorstand Business Applications

Jan Oetjen, Vorstand Consumer Applications

Martin Witt, Vorstand Access

Frank Krause, Vorstand Finanzen

Der von der Hauptversammlung 2015 neu gewählte Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2015 unverändert aus den Herren Kurt Dobitsch (Aufsichtsratsvorsitzender), Michael Scheeren (stellvertretender Vorsitzender) und Kai-Uwe Ricke.

Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbsposition

Mit einem Umsatzanteil von rund 90 % am Gesamtumsatz ist Deutschland der bei weitem wichtigste Absatzmarkt der United Internet Gruppe. Dabei gehört der Konzern mit seinen DSL-Produkten im deutschen Breitbandmarkt zu den 3 führenden Unternehmen und mit seinen Mobile Internet Produkten zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen. Mit ihren Hosting- und Cloud-Applikationen ist United Internet Marktführer in Deutschland.

In Europa ist United Internet mit ihren Hosting- und Cloud-Applikationen inzwischen - direkt vor Ort oder aus Deutschland heraus - in allen wichtigen Märkten aktiv. Dazu zählen neben dem Heimatmarkt Deutschland vor allem die großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Spanien. Mit Ausnahme von Italien, wo United Internet erst im Mai 2012 gestartet ist, gehört die Gesellschaft in den anderen genannten Ländern zu den jeweiligen Marktführern. Damit steht United Internet auch insgesamt an der Spitze der europäischen Hosting- und Cloud-Anbieter.

Neben Europa sind auch die nordamerikanischen Länder Kanada, USA und Mexiko wesentliche Absatzmärkte für das Applikationsgeschäft des Konzerns. Im dort wichtigsten Markt, den USA, gehört United Internet zu den 5 führenden Unternehmen in diesem Segment.

Weltweit gesehen zählt United Internet damit - auch nach Einschätzung von Internet-Analysten wie 451 RESEARCH - zu den 3 führenden Unternehmen im Geschäft mit Hosting- und Cloud-Applikationen.

Wesentliche Standorte

United Internet beschäftigte zum 31. Dezember 2015 insgesamt 8.239 Mitarbeiter an rund 40 in- und ausländischen Standorten.

Wesentlichste Standorte (gemessen an der Anzahl der Beschäftigten)

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Standort Tätigkeitsschwerpunkt Gesellschaft / Marke
Montabaur Zentrale, Beteiligungen, IR, PR, Finanzen, Risikomanagement, Internal Audit, Legal, Compliance, Personal United Internet
  Finanzen, PR, Marketing, Vertrieb, Logistik, Kundenservice im Access- & Applications-Geschäft 1&1
Karlsruhe Entwicklung, Produktmanagement, RZ-Betrieb, Marketing, Vertrieb, Einkauf, Kundenservice im Access- & Applications-Geschäft 1&1, WEB.DE, GMX, mail.com
Zweibrücken Kundenservice im Access- & Applications-Geschäft 1&1
München Applications-Geschäft (Portale) GMX, WEB.DE
  Applications-Geschäft (Affiliate-Marketing) affilinet
Cebu City (Philippinen) Kundenservice im Applications-Geschäft 1&1
Madrid / Logroño (Spanien) Applications-Geschäft und RZ-Betrieb in Spanien 1&1, Arsys
Berlin Entwicklung, Kundenservice im Applications-Geschäft 1&1
  Access-Geschäft (B-to-B und Wholesale) Versatel
Bukarest (Rumänien) Entwicklung im Applications-Geschäft 1&1
Chesterbrook / Lenexa (USA) Applications-Geschäft, RZ-Betrieb und Kundenservice in Nordamerika 1&1
Stettin (Polen) Applications-Geschäft in Polen home.pl
Gloucester (Großbritannien) Applications-Geschäft und RZ-Betrieb in UK 1&1, Fasthosts
Flensburg Access-Geschäft (B-to-B und Wholesale) Versatel
Dortmund Access-Geschäft (B-to-B und Wholesale) Versatel
Düsseldorf Access-Geschäft (B-to-B und Wholesale) Versatel
Köln Applications-Geschäft (Domain-Marketing) Sedo
Stuttgart Access-Geschäft (B-to-B und Wholesale) Versatel
Regensburg Applications-Geschäft (Reselling) InterNetX
Essen Access-Geschäft (B-to-B und Wholesale) Versatel
Starnberg Applications-Geschäft (Domains) united-domains

1.2 STRATEGIE

Das Geschäftsmodell von United Internet basiert überwiegend auf Kundenverträgen (elektronischen Abonnements) mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Ein solches Geschäftsmodell sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen.

Eine große Zahl an Kundenbeziehungen hilft der Gesellschaft auch, sogenannte Skaleneffekte zu nutzen: Je mehr Kunden Produkte nachfragen, die von den Entwicklungsteams erstellt und in den firmeneigenen Rechenzentren betrieben werden, desto größer der Gewinn. Diese Gewinne können anschließend wiederum in neue Kunden, neue Produkte und neue Geschäftsfelder investiert werden.

Aus heutiger Sicht sind Mobile Internet und Cloud-Applikationen die Wachstumsmärkte der nächsten Jahre. Mit ihrer klaren Positionierung in den Geschäftsfeldern "Access" und "Applications" ist die United Internet Gruppe strategisch gut aufgestellt, um das erwartete Marktpotenzial zu nutzen.

Angesichts der dynamischen Marktentwicklung in den Bereichen Cloud-Applikationen und Mobile Internet liegen die Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall verfügbare, immer leistungsfähigere Breitbandanschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Endkunden und Unternehmen sind die Wachstumstreiber für United Internet in den nächsten Jahren - sowohl als eigenständige Produkte im Geschäftsfeld "Applications" wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Geschäftsfeld "Access".

Dank der langjährigen Erfahrung als Zugangs- und Applikations-Provider, den Kompetenzen bei Software-Entwicklung und Rechenzentrums-Betrieb, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung, den starken und bekannten Marken (wie z. B. 1&1, GMX und WEB.DE) sowie den bestehenden Kundenbeziehungen zu Millionen Privatanwendern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen im In- und Ausland (aktuell weltweit rund 49 Mio. Kunden-Accounts) ist die Gesellschaft dazu sehr gut positioniert.

Um diese Positionierung auch für weiteres und nachhaltiges Wachstum zu nutzen, wird United Internet auch künftig stark in neue Kunden, neue Produkte und Geschäftsfelder sowie die weitere Internationalisierung investieren.

Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet (insbesondere bei Business Applications) kontinuierlich auch mögliche Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen, um Marktpositionen, Kompetenzen und Produktportfolios weiter auszubauen.

Dank der planbaren und hohen Free Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und einen guten Zugang zu den Fremdfinanzierungsmärkten.

Weitere Informationen zu Strategie, Chancen und Zielen enthält der "Risiko-, Chancen- und Prognosebericht" unter Punkt 4.

1.3 STEUERUNGSSYSTEME

Die internen Steuerungssysteme unterstützen das Management bei der Steuerung und Überwachung des Konzerns und der Segmente. Die Systeme bestehen aus Planungs-, Ist-und Vorschaurechnungen und basieren auf der jährlich überarbeiteten strategischen Planung des Konzerns. Dabei werden insbesondere Marktentwicklungen, technologische Entwicklungen und Trends, deren Einfluss auf die eigenen Produkte und Services sowie die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmenssteuerung hat das Ziel, United Internet und ihre Tochterunternehmen kontinuierlich und nachhaltig zu entwickeln.

Das Konzern-Berichtswesen umfasst monatliche Ergebnisrechnungen sowie quartalsweise erstellte IFRS-Reportings aller konsolidierten Tochtergesellschaften und stellt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sowie der Unternehmensbereiche dar. Die Finanzberichterstattung wird durch weitere Detailinformationen ergänzt, die für die Beurteilung und Steuerung des operativen Geschäfts notwendig sind.

Die zentralen Steuerungsgrößen der United Internet Gruppe für das oberste Führungsgremium sind in der "Segmentberichterstattung" des Konzernanhangs unter Punkt 5 dargestellt.

Ein weiterer Bestandteil der Steuerungssysteme sind vierteljährlich erstellte Berichte zu den wesentlichen Risiken des Unternehmens.

Die genannten Berichte werden in den Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen diskutiert und stellen wesentliche Beurteilungs- und Entscheidungsgrundlagen dar.

Zur Steuerung des Konzerns verwendet die United Internet AG insbesondere Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatz, EBITDA, EBIT, EPS), der Kapitalflussrechnung (Free Cashflow) sowie der Bilanz (Vermögenspositionen, Finanzverbindlichkeiten, Eigenkapitalquote). Darüber hinaus wird die Gesellschaft über nicht-finanzielle Kennzahlen, insbesondere über Anzahl und Wachstum der kostenpflichtigen Kundenverträge sowie der werbefinanzierten Free-Accounts, gesteuert.

Die für die Unternehmensleitung zentralen Steuerungsgrößen sind hierbei die Anzahl der kostenpflichtigen Kundenverträge, der Umsatz, das EBITDA, das EBIT sowie das EPS. Diese Größen finden sich entsprechend auch in der Prognoseberichterstattung wieder.

Ein Vergleich zwischen den in der Prognose benannten Steuerungskennzahlen und den Ist-Werten dieser Steuerungskennzahlen findet sich in diesem Lagebericht unter Punkt 2.2 "Geschäftsverlauf" im Bereich "Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf" sowie unter Punkt 2.3 "Lage des Konzerns".

Als Frühwarnsystem dienen insbesondere die Anzahl der Kundenverträge, die Brutto- und Netto-Vertriebszahlen sowie die damit verbundenen Kundengewinnungskosten - im Vergleich zu den Planungs- und Forecast-Rechnungen der Gesellschaft.

1.4 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Als Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Vor diesem Hintergrund weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus.

Gleichwohl stehen die United Internet Marken für leistungsstarke Internet-Access-Lösungen sowie für innovative, webbasierte Produkte und Applikationen, die zumeist im eigenen Haus entwickelt werden. Die Fähigkeit, innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg der Gesellschaft.

Dank eigener Entwicklungsteams kann United Internet dabei schnell und flexibel auf neue Ideen und Trends reagieren und etablierte Produkte weiterentwickeln und wechselnden Bedürfnissen anpassen - ein wichtiges Erfolgsmerkmal im überaus dynamischen Internet-Markt. Durch die Kompetenz bei Produktentwicklung, -weiterentwicklung und -rollout ist die Gesellschaft in vielen Bereichen unabhängig von Entwicklungsarbeiten und Zulieferungen Dritter und kann damit wichtige Wettbewerbs- und Geschwindigkeitsvorteile nutzen.

Die eigenen Entwicklungszentren (insbesondere in Karlsruhe und Bukarest) mit rund 2.700 (Vorjahr: 2.500) Entwicklern, Produktmanagern und technischen Administratoren arbeiten überwiegend mit Open-Source-Codes und im Rahmen fest definierter und modellierter Entwicklungsumgebungen. Ergänzend werden Programmierleistungen Dritter in Anspruch genommen, um bestimmte Projekte rasch und effizient umzusetzen. So können Produkte innerhalb kürzester Zeit weiterentwickelt und zeitnah neuen Kundenbedürfnissen angepasst werden. Darüber hinaus bezieht United Internet auch Lösungen von Partnern, die anschließend modifiziert und in die eigenen Systeme integriert werden. Mittels der eigenentwickelten sowie der integrierten Anwendungen verfügt United Internet über eine Art Baukastensystem, dessen Module sich zu verschiedenen leistungsfähigen und integrierten Anwendungen kombinieren und mit produkt- und länderspezifischen Benutzeroberflächen versehen lassen - ein großer Vorteil bei der Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen sowie dem internationalen Produkt-Rollout.

Aufgrund der stetig wachsenden Kundenzahl werden die Anforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit immer höher. Neben der Weiterentwicklung der Produkte und den ständigen Optimierungen im Backend-Bereich gilt es dabei auch, vorhandene Prozesse ständig zu verbessern, um die Zuverlässigkeit der Systeme und damit auch die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen.

Schwerpunkte 2015

"Access"

Start von 1&1 Business DSL

1&1 bietet seit Juli 2015 mit 1&1 Business DSL ein speziell auf die Anforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen ausgerichtetes Zugangs-Produkt an. Um die besonderen Produkt- und Servicebestandteile wie z.B. "Express-Entstörung" und "Vor-Ort-Einrichtung" abbilden zu können, wurden neue Schnittstellen eingerichtet und bereits bestehende ergänzt. Darüber hinaus wurden Customer-Care-Prozesse angepasst, um den Premium-Service für Geschäftskunden zu ermöglichen. Über das Versatel Glasfasernetz können zudem Bandbreiten von bis zu 1.000 MBit/s und individuelle Service-Level realisiert werden.

Ausbau der Digital Service Plattform (Self Center)

Parallel zu der Kundenzahl wachsen auch die Kundenanforderungen an Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und direkter Verfügbarkeit immer weiter. Um diesen gerecht zu werden, wurde ein völlig neues, auf die Nutzerbedürfnisse maßgeschneidertes, Kundenportal entwickelt. Zum einen kann der Kunde im responsiven "Control-Center-Web" direkt am PC oder Tablet auf seine aktuellen Verbräuche, Rechnungen, Verträge und Optionen zugreifen. Zum anderen wurden diese Zugriffe auch über die neue kostenfreie "Control-Center-App" für Smartphones realisiert. Sollte der Kunde Kontakt zum Support benötigen, entscheidet er selbst über welchen Kanal er sich meldet. So wird dem Kunden mit dem "Control-Center-Web" und der "Control-Center-App" ein völlig neuer Kontaktkanal geboten. Hierbei besteht auch die Möglichkeit auf hilfreiche Lösungen passend zur jeweiligen Kundenfrage zuzugreifen.

"Business Applications"

Einführung des neuen 1&1 Cloud Servers

Im Januar 2015 wurde der 1&1 "Next Generation Cloud Server" (NGCS) zunächst in Europa und Mitte 2015 auch in Nord Amerika erfolgreich eingeführt. Dazu wurde die technische Plattform in den Rechenzentren in Logroño (seit Januar 2015), in Lenexa (seit Juli 2015) und in Karlsruhe (seit Dezember 2015) für die Marke 1&1 sowie seit Juli 2015 auch für die Marke Arsys zur Verfügung gestellt. Der neue 1&1 Cloud Server basiert auf dem CloudBuilder des 2013 erworbenen, spanischen Hosting Anbieters Arsys. Kunden können damit in weniger als einer Minute neue, virtuelle Server mit allen gängigen Betriebssystemen und optional auch ausgewählten Programmen (z. B. Wordpress) erstellen und sofort benutzen. Durch virtuelle Netzwerkkomponenten, wie LoadBalancer, Firewalls, VPNs, und VLANs können mehrere virtuelle Server zu komplexen Clustern konfiguriert werden. Ein dediziertes User/Rollen-Management und Standard-Funktionen wie Cloning, Backup und Monitoring ermöglichen die Erstellung und Administration von virtuellen Rechenzentren über das einfach zu bedienenden Cloud Control Panel. Darüber hinaus adressiert eine offene NGCS Cloud-API mit zugehörigen SDKs (Software Developer Kit) in allen üblichen Programmiersprachen die Entwickler-Community, um kundenspezifische Automatisierungen und Integrationen zu ermöglichen.

Launch der Version 8 bei 1&1 MyWebsite

Im Mai 2015 wurde die Version 8 des Website-Builders MyWebsite vorgestellt. Neben einer Vielzahl von neuen Funktionen, die in interdisziplinären Teams entwickelt wurden, bietet die neue Version insbesondere Kleinunternehmen und Selbständigen im Kern einen neuen und einfachen Weg, um besser im Internet gefunden zu werden. Das hochkomplexe Thema der Suchmaschinenoptimierung wird mit der Version 8 der MyWebsite zielgruppengerecht gestaltet. Das "1&1 Online-Erfolgscenter" zeigt zentral alle Elemente an, die für die Auffindbarkeit im Netz wichtig sind. Nutzer können anhand einer Analyse dieser Elemente Schritt für Schritt den Erfolg ihrer Website in Suchmaschinen und Online-Verzeichnissen verbessern. Durch die zentrale Verwaltung von Basis-Informationen wie Name, Adresse, Telefonnummer oder Öffnungszeiten können Nutzer ihr lokales Such-Ranking verbessern. Hierzu wurde technisch auf Datenstrukturdefinitionen von schema.org und OpenGraph zurückgegriffen, was Suchmaschinen das Lesen und Verarbeiten dieser Informationen erleichtert. Anhand der integrierten Google-Vorschau können Nutzer prüfen, wie ihre Informationen in der beliebtesten Suchmaschine angezeigt werden und die entsprechenden Daten direkt bearbeiten. Das "1&1 Online-Erfolgscenter" bietet Kleinunternehmen zudem eine Überprüfung und Bewertung ihrer Präsenz in den wichtigsten Online-Verzeichnissen wie Google Maps, GMX oder WEB.DE Hierzu wurden MyWebsite und 1&1 List Local technisch integriert. Website-Inhalte können mithilfe des SEO-Assistenten optimiert werden, sodass die Seite besser in Suchmaschinen gefunden wird. Darüber hinaus wurde die gesamte Produktoberfläche für Tablets optimiert. So wurden Bedienelemente vergrößert, um die Steuerung auf Touch Devices optimal zu gewährleisten und einige Bedienkonzepte von Grund auf optimiert und dadurch "touch-fähig" gemacht. Zudem können Kunden auf ihren responsive Design Webseiten in der Smartphone-Ansicht seit Version 8 eine "Mobile Bar" mit Kontaktmöglichkeiten am unteren Bildschirmrand einblenden. Darüber hinaus wurde die Zahl der Design-Templates mit denen die Kunden starten können von ca. 50 auf mehr als 500 erhöht sowie branchenspezifische Assets, wie beispielsweise in die Website integrierbare Apps, Bilder und Texte, direkt in die Templates integriert.

Start von List Local in den USA

Ende 2014 wurde "1&1 List Local" im europäischen Markt implementiert. Das erfolgreiche Konzept, der zentralen Online-Verwaltung von Unternehmensdaten mit anschließender 1-Klick-Veröffentlichung und -Aktualisierung in Online-Verzeichnissen, wurde anschließend auf die USA adaptiert. Seit März 2015 ist "1&1 List Local" auf dem amerikanischen Markt vertreten. Die Charakteristika der US-Variante sind insbesondere die hohe Verzeichnisanzahl wie auch die Datensynchronisierung in Echtzeit. Die Verzeichnisanzahl sowie die Synchronisationsgeschwindigkeit wurden 2015 ebenfalls auf dem europäischen Markt signifikant weiterentwickelt. In allen Märkten wurde das Angebot von "1&1 List Local" weiter ausgebaut. Dazu zählt das "Aktionsangebote"-Feature, mit dem Unternehmen Echtzeitangebote in Online-Verzeichnissen und auch auf Twitter veröffentlichen können. Ebenfalls neu ist "SafeGuard", mit dessen Hilfe die Manipulation der Unternehmensdaten durch Dritte verhindert und folglich die Datensicherheit gewährleistet wird. Die erhöhte Reichweite und Datenkonsistenz mit "1&1 List Local" verhilft Unternehmen zu einer signifikanten Verbesserung der Onlinesichtbarkeit.

"Consumer Applications"

Einführung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei WEB.DE- und GMX-E-Mail sowie bei De-Mail

Im August 2015 haben WEB.DE und GMX eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung auf Basis des weltweit anerkannten Standards "Pretty Good Privacy" (PGP) eingeführt. Damit kann erstmals jeder E-Mail-Nutzer auf WEB.DE und GMX auch ohne technische Vorkenntnisse durchgängig verschlüsselt kommunizieren. Bisherige Methoden waren sehr komplex, so dass nur technisch versierte Nutzer davon Gebrauch machen konnten. Beide E-Mail-Anbieter setzen auf PGP-Verschlüsselung im Browser mit der Open-Source-Software Mailvelope. Mit der Veröffentlichung des Source-Codes und einer Überprüfung durch externe Security-Experten sorgen die Provider für Transparenz. WEB.DE und GMX haben das komplexe PGP-Verfahren durch verschiedene Komfortfunktionen vereinfacht. Ein Einrichtungsassistent führt den Anwender in wenigen Schritten zum Versand seiner ersten verschlüsselten Mail. Außerdem ist es möglich, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit den Mail-Apps von WEB.DE und GMX auch mobil zu nutzen. Darüber hinaus wurde die Nutzung der Ende-zu-Ende Verschlüsselung bereits im April 2015 für De-Mail, der rechtsverbindlichen und kostengünstigeren digitalen Alternative zur Briefpost, freigeschaltet.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jahr 2015 seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft unterjährig mehrfach nach unten korrigiert. Im Rahmen des letzten Updates seines "World Economic Outlook" vom 19. Januar 2016 hat der IWF letztendlich für das Jahr 2015 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1 % (nach 3,4 % im Vorjahr) errechnet. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger, als der IWF in seiner Prognose vom Januar 2015 vorausgesagt hatte.

Ursächlich für die schwächer als erwartet ausgefallene globale Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2015 nennt der Fonds im Wesentlichen folgende Gründe:

Lahmende Entwicklung in Schwellen- und Entwicklungsländern

Starker Rückgang der Rohstoffpreise

Zinswende in den USA

Aus Sicht von United Internet haben sich die Volkswirtschaften der heutigen Zielländer der Gesellschaft recht unterschiedlich entwickelt. Während die wirtschaftliche Entwicklung in den nordamerikanischen Zielländern durchweg deutlich schlechter als erwartet verlaufen ist, konnten die europäischen Zielländer mit Ausnahme von Großbritannien im Vergleich zu den Erwartungen zulegen.

So konnte die US-Wirtschaft im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr (2,4 %) zwar leicht zulegen, blieb jedoch mit einem Wachstum von 2,5 % um 1,1 Prozentpunkte hinter den Erwartungen des IWF zu Jahresbeginn (Prognose Januar 2015) zurück. Das Wirtschaftswachstum in Kanada blieb mit 1,2 % deutlich hinter dem Vorjahr (2,5 %) und gleichzeitig auch um 1,1 Prozentpunkte hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Mexiko konnte seine Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr (2,3 %) zwar auf 2,5 % steigern, blieb aber ebenfalls deutlich um 0,7 Prozentpunkte gegenüber der ursprünglichen Prognose des IWF zurück.

Die Wirtschaft der Euro-Zone konnte im Vergleich zum Vorjahr (0,9 %) weiter zulegen und mit einem Wachstum von 1,5 % auch die ursprünglichen Erwartungen um 0,3 Prozentpunkte übertreffen.

Mit Ausnahme des Nicht-Euro-Landes Großbritannien konnten die wesentlichen europäischen Zielländer von United Internet, Frankreich, Spanien und Italien, ihre Wirtschaftsleistung im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr als auch im Vergleich zu den ursprünglichen Wachstumserwartungen des IWF (Prognose Januar 2015) steigern. So konnte Frankreich seine Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahr (0,2 %) auf 1,1 % steigern und auch die ursprünglichen Erwartungen um 0,2 Prozentpunkte übertreffen. Spanien konnte sein Wirtschaftswachstum von 1,4 % im Vorjahr auf 3,2 % in 2015 steigern und lag damit um 1.2 Prozentpunkten über den Erwartungen. Auch Italien konnte - nach einer Rezession von -0,4 % im Vorjahr - wieder zulegen und mit einem Wachstum von 0,8 % auch die Erwartungen um 0,4 Prozentpunkte übertreffen.

Deutlich schlechter als erwartet verlief die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien. Mit einem Plus von 2,2 % wurde das Wachstum des Vorjahres (2,9 %) deutlich verfehlt. Gleichzeitig blieb die britische Wirtschaft damit um 0,5 % hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Für Deutschland, dem aus United Internet Sicht wichtigsten Markt (Umsatzanteil 2015: rund 90 %), hat der IWF in 2015 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 % errechnet. Dies sind 0,1 Prozentpunkte weniger als 2014 (1,6 %), gleichzeitig aber 0,2 Prozentpunkte mehr als ursprünglich erwartet. Die Berechnungen des IWF für Deutschland decken sich mit den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das ein Wachstum des (preis- und kalenderbereinigten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) von ebenfalls 1,5 % festgestellt hat.

Veränderungen der unterjährigen Wachstumsprognosen 2015 für wesentliche Zielländer und -regionen von United Internet

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Januar- Prognose April- Prognose Juli- Prognose Oktober- Prognose Ist 2015 Abweichung zur Januar-Prognose
Welt 3,5 % 3,5 % 3,3 % 3,1 % 3,1 % - 0,4 Prozentpunkte
USA 3,6 % 3,1 % 2,5 % 2,6 % 2,5 % - 1,1 Prozentpunkte
Kanada 2,3 % 2,2 % 1,5 % 1,0 % 1,2 % - 1,1 Prozentpunkte
Mexiko 3,2 % 3,0 % 2,4 % 2,3 % 2,5 % - 0,7 Prozentpunkte
Euro-Zone 1,2 % 1,5 % 1,5 % 1,5 % 1,5 % + 0,3 Prozentpunkte
Frankreich 0,9 % 1,2 % 1,2 % 1,2 % 1,1 % + 0,2 Prozentpunkte
Spanien 2,0 % 2,5 % 3,1 % 3,1 % 3,2 % + 1,2 Prozentpunkte
Italien 0,4 % 0,5 % 0,7 % 0,8 % 0,8 % + 0,4 Prozentpunkte
Großbritannien 2,7 % 2,7 % 2,4 % 2,5 % 2,2 % - 0,5 Prozentpunkte
Deutschland 1,3 % 1,6 % 1,6 % 1,5 % 1,5 % + 0,2 Prozentpunkte

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2016

Historische Entwicklung des BIP in wesentlichen Zielländern und -regionen von United Internet

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2011 2012 2013 2014 2015
Welt 3,9 % 3,1 % 3,3 % 3,4 % 3,1 %
USA 1,8 % 2,8 % 2,2 % 2,4 % 2,5 %
Kanada 2,6 % 1,7 % 2,0 % 2,5 % 1,2 %
Mexiko 3,9 % 3,7 % 1,4 % 2,3 % 2,5 %
Euro-Zone 1,4 % - 0,7 % - 0,5 % 0,9 % 1,5 %
Frankreich 1,7 % 0,0 % 0,3 % 0,2 % 1,1 %
Spanien 0,4 % - 1,6 % - 1,2 % 1,4 % 3,2 %
Italien 0,4 % - 2,5 % - 1,9 % - 0,4 % 0,8 %
Großbritannien 0,9 % 0,3 % 1,7 % 2,9 % 2,2 %
Deutschland 3,1 % 0,9 % 0,2 % 1,6 % 1,5 %

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2016

Historische Entwicklung des preis- und kalenderbereinigten BIP in Deutschland

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2011 2012 2013 2014 2015
BIP 3,7 % 0,6 % 0,4 % 1,6 % 1,5 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Januar 2016

Entwicklung der Branche / Kernmärkte

Die aus Sicht des Geschäftsmodells von United Internet wichtigsten ITK-Märkte (ITK = Informations- und Telekommunikationstechnik) sind insbesondere der deutsche Breitband-und Mobile-Internet-Markt im abonnementfinanzierten Segment "Access" sowie der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Segment "Applications".

(Stationärer) Breitband-Markt in Deutschland

Die Nachfrage nach neuen festnetzbasierten Breitbandanschlüssen in Deutschland hat sich seit 2008 infolge der bereits breiten Haushaltsabdeckung sowie des starken Trends zur mobilen Internetnutzung verlangsamt. Mit einem erwarteten Plus von 1,1 Mio. neuen Anschlüssen in 2015 auf 30,7 Mio. blieb die Anzahl der Neuschaltungen zwar erneut deutlich hinter den Rekordjahren zurück, gleichwohl sind dies 200.000 neue Anschlüsse mehr als im Vorjahreszeitraum (Vorjahr: +0,9 Mio. neue Anschlüsse). Zu diesem Ergebnis kamen der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und Dialog Consult in ihrer gemeinsamen "TK-Marktanalyse Deutschland 2015" (Oktober 2015).

Bei den mit festnetzbasierten Breitbandanschlüssen erzielten Umsätzen erwartet PricewaterhouseCoopers für 2015 - laut der Studie "German Entertainment and Media Outlook 2015 - 2019" (Dezember 2015) - einen Anstieg um 1,8 % auf rund 7,92 Mrd. €.

Weitaus stärker als die Anzahl der neu geschalteten Anschlüsse sowie die mit Breitbandanschlüssen realisierten Umsätze hat sich gemäß einer Hochrechnung von Dialog Consult / VATM das durchschnittlich verbrauchte Datenvolumen - als Indikator für die weiter steigende Nutzung - mit einem Anstieg um 19,5 % auf 31,8 GB (pro Anschluss und Monat) entwickelt.

Markt-Kennzahlen: Breitband-Access (Festnetz) in Deutschland

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2015 2014 Veränderung
Breitbandanschlüsse (in Mio.) 30,7 29,6 + 3,7 %
Breitbandumsätze (in Mrd. €) 7,92 7,78 + 1,8 %
Datenvolumen pro Anschluss und Monat (in GB) 31,8 26,6 + 19,5 %

Quelle: Dialog Consult / VATM; PricewaterhouseCoopers

Mobile-Internet-Markt in Deutschland

Sehr dynamisch hat sich der deutsche Mobile-Internet-Markt weiterentwickelt. So hat sich die Zahl der mobilen Internet-Nutzer laut PricewaterhouseCoopers (PWC) im Jahr 2015 um 13,5 % auf 48,9 Mio. Nutzer erhöht.

Gleichzeitig stiegen die Umsätze mit mobilen Datendiensten im Jahr 2015 um 10,5 % auf 6,95 Mrd. €.

Noch deutlicher nahm nach Prognosen von Dialog Consult / VATM das durchschnittlich verbrauchte Datenvolumen (pro Anschluss und Monat) - als Zeichen für die zunehmende Nutzung mobiler Datendienste - um 30,4 % auf 377 MB zu.

Markt-Kennzahlen: Mobile Internet (Mobilfunk) in Deutschland

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2015 2014 Veränderung
Mobile-Internet-Nutzer (in Mio.) 48,9 43,1 + 13,5 %
Mobile-Internet-Umsätze (in Mrd. €) 6,95 6,29 + 10,5 %
Datenvolumen pro Anschluss und Monat (in MB) 377 289 + 30,4 %

Quelle: PricewaterhouseCoopers; Dialog Consult / VATM

Cloud-Computing-Markt weltweit

Auch der Cloud-Computing-Markt hat sich dynamisch weiterentwickelt. In einem Update der Studie "Forecast Analysis: Public Cloud Services, Worldwide" (August 2015) erwartet Gartner für 2015 ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 153,9 Mrd. $ um 13,5 % auf 174,7 Mrd. $.

Cloud Computing ist kein kurzfristiger Trend, sondern bedeutet einen tief greifenden Wandel bei der Bereitstellung und Nutzung von IT-Leistungen. Die genannten Zahlen zeigen, welche Dynamik in diesem Markt steckt. Die Anwender von IT erhalten mit Cloud Computing bessere Leistungen für weniger Geld. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen bekommen dadurch Zugang zu IT-Anwendungen, die sich in der Vergangenheit nur große Unternehmen leisten konnten.

Markt-Kennzahlen: Cloud Computing weltweit (in Mrd. $)

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2015 2014 Veränderung
Umsatz Public Cloud Services weltweit 174,7 153,9 + 13,5 %
davon Business Process Services (BPaaS) 39,2 38,1 + 2,9 %
davon Application Services (SaaS) 31,4 27,2 + 15,4 %
davon Application Infrastructure Services (PaaS) 3,8 3,3 + 15,2 %
davon System Infrastructure Services (IaaS) 15,8 12,3 + 28,5 %
davon Management and Security Services 5,0 4,2 + 19,0 %
davon Cloud Advertising 79,4 68,8 + 15,4 %

Quelle: Gartner

Online-Werbemarkt in Deutschland

Bei den im deutschen Online-Werbemarkt erzielten Umsätzen (netto) erwartet PWC für 2015 einen Anstieg um 9,5 % auf rund 6,10 Mrd. €.

Mit einem Wachstum um 31,0 % bzw. 22,2 % konnten dabei insbesondere die mobile Online-Werbung sowie die Video-Werbung stark zulegen.

Markt-Kennzahlen: Online-Werbung in Deutschland (in Mrd. €)

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2015 2014 Veränderung
Online-Werbeumsatz 6,10 5,57 + 9,5 %
davon Suchwortvermarktung 3,01 2,79 + 7,9 %
davon Display-Werbung 1,41 1,38 + 2,2 %
davon Affiliate / Classifieds 0,97 0,94 + 3,2 %
davon mobile Online-Werbung 0,38 0,29 + 31,0 %
davon Video-Werbung 0,33 0,27 + 22,2 %

Quelle: PricewaterhouseCoopers

Rechtlichen Rahmenbedingungen / wesentliche Ereignisse

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben im Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen konstant und hatten daher keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im United Internet Konzern.

Auch fanden im Geschäftsjahr 2015 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten.

2.2 GESCHÄFTSVERLAUF

Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2015 ist für United Internet sehr erfolgreich verlaufen. Die zu Jahresbeginn sowie unterjährig veröffentlichten Prognosen konnten erreicht bzw. übertroffen werden.

Prognostizierter Geschäftsverlauf

Konkret wurden für das Geschäftsjahr 2015 die folgenden Prognosen veröffentlicht:

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Geschäftsjahr 2014 1. Prognose 2015 (aus 03/2014) 2. Prognose 2015 (aus 08/2014)
Kostenpflichtige Kundenverträge 14,78 Mio. + ca. 0,8 Mio. + ca. 0,88 Mio.
Umsatz 3,065 Mrd. € + ca. 20 % + ca. 20 %
EBITDA 551,5 Mio. €(1) + ca. 40 % + ca. 40 %(2)

(1) Vorjahr ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung (EBITDA-Effekt: +186,1 Mio. €)
(2) Inklusive der Effekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen (EBITDA-Effekt: +14,0 Mio. €)

Auch für die finanziellen Leistungsindikatoren EBIT und EPS wurde - im Vergleich zu den um die Einmalerträge aus der Versatel-Übernahme und der Portfolio-Optimierung bereinigten Kennzahlen des Vorjahres (EBIT-Effekt: +186,1 Mio. €; EPS-Effekt: +0,82 €) - ein signifikanter Anstieg im Geschäftsjahr 2015 erwartet.

Zusammengefasst stellten sich die bei den Prognosen unberücksichtigten Einmaleffekte im Geschäftsjahr 2014 wie folgt dar:

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Einmalerträge EBITDA-Effekt + 186,1 Mio. €
aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung(1) , EBIT-Effekt + 186,1 Mio. €
gesamt, netto EPS-Effekt + 0,82 €

(1) Für weitere Details wird auf den Geschäftsbericht 2014, Seite 60ff verwiesen

Tatsächlicher Geschäftsverlauf

Auch im Geschäftsjahr 2015 hat United Internet wieder stark in neue Kundenbeziehungen investiert und die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge organisch um 930.000 Verträge (März-Prognose: + ca. 800.000; August-Prognose: + ca. 880.000) steigern können.

Zu diesem organischen Vertragswachstum kamen zum Jahresende 2015 zwei Einmaleffekte hinzu:

Nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden konnte United Internet am 30. Dezember 2015 die Übernahme von home.pl, dem Marktführer im polnischen Webhosting-Markt, abschließen. Durch die Übernahme kamen rund 340.000 Verträge von home.pl zum organischen Kundenwachstum von United Internet hinzu.

Wie bereits im Rahmen der 9-Monatszahlen 2015 berichtet, hat United Internet im 3. Quartal 2015 plangemäß die Domain-Preise in den außereuropäischen Märkten angehoben und so - insbesondere in der niedrigmargigen Kundengruppe der sogenannten "Domainer" - eine Vertragsbereinigung initiiert. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass aus der Preiserhöhung - angesichts üblicher Vertragslaufzeiten bei Domains von einem Jahr - auch für die Folgequartale Vertragsverluste zu erwarten sind. Im Zuge der laufenden IPO-Prüfung für den Geschäftsbereich "Business Applications" hat sich der Vorstand der Gesellschaft vorsorglich dazu entschieden, weitere Domain-Verträge in dieser niedrigmargigen Kundengruppe bereits zum Jahresende 2015 aus dem Vertragsbestand zu nehmen. Daraus resultierte zum Jahreswechsel eine einmalige Bereinigung um rund 80.000 Verträge. Aus der Bereinigung werden keine Auswirkungen auf zukünftige Ergebniskennzahlen erwartet.

Inklusive der neuen home.pl-Verträge sowie der genannten Vertragsbereinigung bei "Domainern" stiegen die Kundenverträge im Geschäftsjahr 2015 somit um 1,19 Mio. Verträge auf 15,97 Mio.

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2015 auf die neue Rekordmarke von 3,716 Mrd. € - ein Wachstum um 21,2 % (Prognose: ca. 20 %) im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz der deutlich übertroffenen Prognosen für das Vertragswachstum und den damit verbundenen höheren Aufwendungen für die Kundengewinnung konnten auch die ursprünglichen Ergebnisprognosen erreicht werden. Dazu trugen auch zwei EBITDA-wirksame Verkaufserlöse aus dem Verkauf von Anteilen an der Goldbach Group AG in Höhe von € 5,6 Mio. sowie aus einem Teilverkauf von Anteilen an der virtual minds AG in Höhe von € 8,4 Mio. bei. Die Verkaufserlöse wurden zur Kompensation der Aufwendungen für das -gegenüber der ursprünglichen Prognose (+ ca. 800.000 Verträge) - um 130.000 Verträge stärkere organische Vertragswachstum (+ 930.000 Verträge) eingesetzt.

Das EBITDA auf Konzernebene stieg von 551,5 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 37,3 % auf 757,2 Mio. €. Inklusive der vorgenannten Verkaufserlöse ergibt dies ein Wachstum von 39,8 % (Prognose: ca. 40 %) auf 771,2 Mio. €.

Auch das EBIT sowie das EPS konnten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen. Einschließlich der Effekte aus den Verkaufserlösen stiegen das EBIT von 430,6 Mio. € im Vorjahr um 29,1 % auf 555,7 Mio. € und das EPS von 1,46 € im Vorjahr um 23,3 % auf 1,80 €.

Zusammenfassung: Tatsächlicher und prognostizierter Geschäftsverlauf 2015

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Erzielte Werte 2014 1. Prognose 2015 (aus 03/2014) 2. Prognose 2015 (aus 08/2014) Erzielte Werte 2015
Kundenverträge 14,78 Mio. + ca. 800.000 + ca. 880.000 15,71 Mio. = + 930.000(3)
Umsatz 3,065 Mrd. € + ca. 20 % + ca. 20 % 3,716 Mrd. € = +21,2 %
EBITDA 551,5 Mio. €(1) + ca. 40 % + ca. 40 %(2) 757,2 Mio. € + 14,0 Mio. €(4) = 771,2 Mio. € = + 39,8 %

(1) Ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung (EBITDA-/EBIT-Effekt: +186,1 Mio. €; EPS-Effekt: +0,82 € );für weitere Details wird auf den Geschäftsbericht 2014, Seite 60 ff. verwiesen
(2) Inklusive der Effekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen (EBITDA-Effekt: +14,0 Mio. €)
(3) Organisches Wachstum (ohne home.pl und ohne einmalige Vertragsbereinigung)
(4) Effekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen

Entwicklung der Segmente

Segment "Access"

Im Segment "Access" sind die kostenpflichtigen Festnetz- und Mobile-Access-Produkte von United Internet inklusive der damit verbundenen Anwendungen (wie Heimvernetzung, Online-Storage, Telefonie, Video-on-Demand oder IPTV) zusammengefasst. Neben diesen Produkten für Privatanwender und kleine Firmen bietet die Gesellschaft - nach der Komplettübernahme von Versatel zum 1. Oktober 2014 - auch Daten- und Netzwerklösungen für mittelständische Unternehmen sowie Infrastrukturleistungen für Großunternehmen an.

Mit aktuell 40.825 km Länge (31. Dezember 2014: 39.318 km) ist das Versatel-Netz das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland. und. Die eigene Netzinfrastruktur wird kontinuierlich ausgebaut und gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zunehmend zu vertiefen und weniger DSL-Vorleistungen zu beziehen.

Im Segment "Access" ist United Internet ausschließlich in Deutschland tätig und zählt zu den führenden Anbietern. Die Gesellschaft nutzt das Versatel-Festnetz und kauft zusätzlich von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen ein. Diese werden mit Endgeräten namhafter Anbieter sowie selbstentwickelten Applikationen und Services aus der eigenen "Internet-Fabrik" veredelt, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren.

Vermarktet werden die Access-Produkte über die bekannten Marken GMX, WEB.DE, 1&1 und Versatel, mit denen der Markt umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird.

Im Zuge der dynamischen Kundenentwicklung sowie der ganzjährigen Konsolidierung von Versatel (Vorjahr:130,6 Mio. € aus Konsolidierung im 4. Quartal) stieg der Segment-Umsatz im Geschäftsjahr 2015 erneut deutlich von 2.135,1 Mio. € im Vorjahr um 28,5 % auf 2.742,6 Mio. € (davon 517,9 Mio. € aus der Versatel-Konsolidierung). Der Umsatzanteil des Segments belief sich damit auf ca. % des Gesamtumsatzes des Konzerns.

Die Ergebniskennzahlen des Segments wurden im Geschäftsjahr 2014 durch verschiedene Einmalerträge aus der Versatel-Übernahme beeinflusst. In Summe machten sich diese Einmalerträge auf Ebene des Segments mit 112,6 Mio. € im EBITDA und EBIT bemerkbar. Für weitere Details zu den Einmaleffekten im Vorjahr wird auf den Geschäftsbericht 2014, Seite 60 ff. verwiesen.

Ohne Berücksichtigung dieser Einmalfaktoren stiegen die Ergebniskennzahlen - trotz hoher Investitionen in das Kundenwachstum sowie der vollständig ergebniswirksamen Verbuchung von Endgeräte-Subventionen aus dem nochmals stärker gewachsenen Mobile-Internet-Geschäft (+880.000 Verträge in 2015 im Vergleich zu +620.000 im Vorjahr) - erneut deutlich an. Dabei konnten das Segment-EBITDA von 330,8 Mio. € im Vorjahr um 48,8 % auf 492,1 Mio. € (davon 146,1 Mio. € aus der Versatel-Konsolidierung) und das Segment-EBIT von 267,8 Mio. € um 25,6 % auf 336,4 Mio. € (davon 17,2 Mio. € Mio. € aus der Versatel-Konsolidierung) zulegen.

Sämtliche Kundengewinnungskosten für DSL- und Mobile-Internet-Produkte wurden ebenso wie die Konvertierungskosten von Resale-DSL-Anschlüssen auf DSL-Komplettpakete (ULL = Unbundled Local Loop) unverändert direkt als Aufwand verbucht.

Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Segment stieg infolge der Geschäftsausweitung sowie von Mitarbeiter-Transfers aus dem Segment Applications um 6,0 % auf 3.142 (Vorjahr 2.965).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment "Access" (in Mio. €)

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2015) 2014(1) Veränderung
Umsatz 2.742,6 2.135,1 + 28,5 %
EBITDA 492,1 330,8 + 48,8 %
EBIT 336,4 267,8 + 25,6 %

(1) 2014 ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme (EBITDA- und EBIT-Effekt: +112,6 Mio. €)

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal (in Mio. €)

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Q1 2015 Q2 2015 Q3 2015 Q4 2015 Q4 2014(1) Veränderung
Umsatz 662,2 676,5 696,5 707,4 653,4 + 8,3 %
EBITDA 109,2 108,4 127,0 147,5 116,9 + 26,2 %
EBIT 69,9 68,6 88,4 109,5 74,5 + 47,0 %

(1) 2014 ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme (EBITDA- und EBIT-Effekt: +112,6 Mio. €)

Historische Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014(1) 2015
Umsatz 1.368,0 1.586,1 1.788,3 2.135,1 2.742,6
EBITDA 152,3 191,8 245,4 330,8 492,1
EBITDA-Marge 11,1 % 12,1 % 13,7 % 15,5 % 17,9 %
EBIT 122,2 164,3 217,4 267,8 336,4
EBIT-Marge 8,9 % 10,4 % 12,2 % 12,5 % 12,3 %

(1) 2014 ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme (EBITDA- und EBIT-Effekt: +112,6 Mio. €)

Die Zahl der kostenpflichtigen Access-Verträge stieg im Geschäftsjahr 2015 um 1,01 Mio. Verträge. Dies sind insgesamt 180.000 Verträge mehr als im Vorjahreszeitraum (830.000 Verträge ohne Versatel-Übernahme).

Dabei konnten im Mobile-Internet-Geschäft 880.000 Verträge hinzugewonnen und damit die Kundenzahl auf 3,48 Mio. gesteigert werden.

Auch die DSL-Komplettverträge konnten um 190.000 Kundenverträge auf insgesamt 4,08 Mio. zulegen. Im Bereich der auslaufenden Geschäftsmodelle T-DSL und R-DSL war die Zahl der Kundenverträge erwartungsgemäß mit -60.000 Kundenverträgen weiter leicht rückläufig. In Summe konnten die DSL-Verträge somit um weitere 130.000 Verträge auf 4,32 Mio. zulegen.

Damit hat sich die Kundenzahl im Access-Segment auf insgesamt 7,80 Mio. erhöht.

Entwicklung der Access-Verträge im Geschäftsjahr 2015 (in Mio.)

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31.12.2015 31.12.2014 Veränderung
Access, Verträge gesamt 7,80 6,79 + 1,01
davon Mobile Internet 3,48 2,60 + 0,88
davon DSL-Komplettpakete (ULL) 4,08 3,89 + 0,19
davon T-DSL / R-DSL 0,24 0,30 - 0,06

Entwicklung der Access-Verträge im 4. Quartal 2015 (in Mio.)

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31.12.2015 30.09.2015 Veränderung
Access, Verträge gesamt 7,80 7,52 + 0,28
davon Mobile Internet 3,48 3,25 + 0,23
davon DSL-Komplettpakete (ULL) 4,08 4,02 + 0,06
davon T-DSL / R-DSL 0,24 0,25 - 0,01

Segment "Applications"

Das Segment "Applications" umfasst das Applikations-Geschäft des Konzerns - werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages, Webhosting, Server und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen, die in der eigenen "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit Partnerfirmen entwickelt und in den 7 Rechenzentren der Gesellschaft betrieben werden. Darüber hinaus bietet United Internet ihren Kunden über die Marken Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsplattformen im Internet an.

Im Segment "Applications" gehört United Internet auch international zu den führenden Unternehmen mit Aktivitäten in europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien) sowie in Nordamerika (Kanada, Mexiko, USA).

Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Applikationen an Privat- und Geschäftskunden erfolgt über die unterschiedlich positionierten Marken GMX, mail.com, WEB.DE, 1&1, Arsys, InterNetX, Fasthosts, home.pl und united-domains.

Durch den erfolgreichen Ausbau des Bestandskundengeschäfts, die Konzentration auf hochwertige Kundenbeziehungen sowie die gute Monetarisierbarkeit der Free Accounts über Werbung stieg der Segment-Umsatz im Geschäftsjahr 2015 von 929,4 Mio. € im Vorjahr um 7,7 % auf 1.001,2 Mio. €. Das Auslandsgeschäft wuchs um 11,2 % auf 383,6 Mio. € (Vorjahr: 344,9 Mio. €). Der Umsatzanteil des Segments "Applications" belief sich damit auf ca. % des Gesamtumsatzes des Konzerns.

Deutlich stärker noch als der Umsatz konnten die Ergebniskennzahlen zulegen. So stiegen das Segment-EBITDA von 228,6 Mio. € im Vorjahr um 23,3 % auf 281,9 Mio. € und das Segment-EBIT von 170,9 Mio. € im Vorjahr um 30,2 % auf 222,5 Mio. €.

Auch in diesem Segment werden die Kundengewinnungskosten unverändert direkt als Aufwand verbucht.

Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Segment stieg - infolge der Übernahme von home.pl zum Jahresende sowie gegenläufig durch interne Mitarbeiter-Transfers - um 2,4 % auf 4.945 (Vorjahr: 4.829).

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment "Applications" (in Mio. €)

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2015 2014 Veränderung
Umsatz 1.001,2 929,4 + 7,7 %
EBITDA 281,9 228,6 + 23,3 %
EBIT 222,5 170,9 + 30,2 %

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal (in Mio. €)

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Q1 2015 Q2 2015 Q3 2015 Q4 2015 Q4 2014 Veränderung
Umsatz 247,5 249,3 244,9 259,5 240,7 + 7,8 %
EBITDA 68,2 67,8 72,6 73,3 57,0 + 28,6 %
EBIT 53,3 53,0 57,3 58,9 44,8 +31,5 %

Historische Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014 2015
Umsatz 725,8 810,2 867,0 929,4 1.001,2
EBITDA 183,4 132,1 168,7 228,6 281,9
EBITDA-Marge 25,3 % 16,3 % 19,5 % 24,6 % 28,2 %
EBIT(1) 125,0 66,6 102,1 170,9 222,5
EBIT-Marge 17,2 % 8,2 % 11,8 % 18,4 % 22,2 %

(1) 2012 ohne Sonderfaktoren (Sedo-Wertminderungen: EBIT-Effekt: -46,3 Mio. €)

Im Segment "Applications" hat United Internet im Geschäftsjahr 2014 ihre Marketing- und Vertriebsmaßnahmen für Business Applications umgestellt. Im Zuge dieser Umstellung lag der Fokus auch im Geschäftsjahr 2015 primär auf dem Absatz zusätzlicher Features an Bestandskunden (z. B. weitere Domains, E-Shops oder Business-Apps) sowie der Gewinnung von hochwertigen Kundenbeziehungen.

Vor diesem Hintergrund hat United Internet im 3. Quartal 2015 plangemäß die Domain-Preise in den außereuropäischen Märkten angehoben und hat so - insbesondere in der niedrigmargigen Kundengruppe der sogenannten "Domainer" - eine Vertragsbereinigung initiiert. Durch diese Maßnahme, die eine geringere Anzahl an Domain-Neuverträgen sowie gleichzeitig einen höheren Churn bei bestehenden Domain-Verträgen zur Folge hatte, reduzierte sich der Vertragsbestand in der zweiten Jahreshälfte (nach einem konstanten Vertragsbestand in der ersten Jahreshälfte) erwartungsgemäß um 80.000 Verträge auf 5,73 Mio.

Zum Jahresende hatten zudem zwei Einmalfaktoren Einfluss auf die Vertragszahlen im Bereich Business Applications:

Nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden konnte am 30. Dezember 2015 die Übernahme von home.pl, dem Marktführer im polnischen Webhosting-Markt, abgeschlossen werden. Durch die Übernahme kamen zum 31. Dezember 2015 rund 340.000 Verträge von home.pl zum Vertragsbestand hinzu.

Im Rahmen ihres 9-Monatsberichts hat United Internet darauf hingewiesen, dass aus der vorgenannten Preiserhöhung - angesichts üblicher Vertragslaufzeiten bei Domains von einem Jahr - auch für die Folgequartal Vertragsverluste zu erwarten sind. Im Zuge der IPO-Prüfung für den Geschäftsbereich "Business Applications" hat sich der Vorstand der Gesellschaft vorsorglich dazu entschieden weitere Domain-Verträge in der niedrigmargigen Kundengruppe der "Domainer" bereits zum Jahresende 2015 aus dem Vertragsbestand zu nehmen. Daraus resultierte zum Jahreswechsel eine einmalige Bereinigung um rund 80.000 Verträge. Aus der Bereinigung werden keine Auswirkungen auf zukünftige Ergebniskennzahlen erwartet.

Inklusive der neuen home.pl-Verträge sowie der genannten einmaligen Vertragsbereinigung bei "Domainern" stiegen die Kundenverträge bei Business Applications im Geschäftsjahr 2015 somit um 180.000 Verträge.

Entwicklung der Business-Applications-Verträge im Geschäftsjahr 2015 (in Mio.)

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31.12.2015(1) 31.12.2014 Veränderung
Business-Applications, Verträge gesamt 5,99 5,81 + 0,18
davon "Inland" 2,35 2,42 - 0,07
davon "Ausland" 3,64 3,39 + 0,25

(1) Inklusive +340.000 Verträge aus home.pl-Übernahme sowie -80.000 aus Vertragsbereinigung "Domainer"

Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 4. Quartal 2015 (in Mio.)

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31.12.2015(1) 30.09.2015 Veränderung
Business-Applications, Verträge gesamt 5,99 5,77 + 0,22
davon "Inland" 2,35 2,37 - 0,02
davon "Ausland" 3,64 3,40 + 0,24

(1) Inklusive +340.000 Verträge aus home.pl-Übernahme sowie -80.000 aus Vertragsbereinigung "Domainer"

Bei Consumer Applications lag der Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2015 - angesichts der anhaltend starken Nachfrage nach Online-Werbung - weiterhin auf der Monetarisierung werbefinanzierter Accounts. Deshalb hat United Internet auch in 2015 die Werbeflächen für Pay-Produkte limitiert.

Trotz dieser Limitierung konnten im 4. Quartal 2015 die unterjährigen Vertragsverluste bei Pay-Accounts wieder ausgeglichen und mit 2,18 Mio. ein unveränderter Vertragsbestand im Vergleich zum Vorjahr ausgewiesen werden. Gleichzetig konnte die Anzahl der Free-Accounts im Geschäftsjahr 2015 deutlich um 1,03 Mio. auf 33,15 Mio. gesteigert werden.

Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im Geschäftsjahr 2015 (in Mio.)

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31.12.2015 31.12.2014 Veränderung
Consumer-Applications, Accounts gesamt 35,33 34,30 + 1,03
davon mit Premium-Mail-Subscription 1,77 1,84 - 0,07
davon mit Value-Added-Subscription 0,41 0,34 + 0,07
davon Free-Accounts 33,15 32,12 + 1,03

Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 4. Quartal 2015 (in Mio.)

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31.12.2015 30.09.2015 Veränderung
Consumer-Applications, Accounts gesamt 35,33 34,75 + 0,58
davon mit Premium-Mail-Subscription 1,77 1,78 - 0,01
davon mit Value-Added-Subscription 0,41 0,36 + 0,05
davon Free-Accounts 33,15 32,61 + 0,54

Beteiligungen im Konzern

Auch im Geschäftsjahr 2015 hat die United Internet AG ihr Beteiligungsportfolio weiter optimiert. Dabei wurden neue strategische Beteiligungen gezeichnet (Drillisch, home.pl), Anteile an bestehenden Beteiligungen erhöht (Rocket Internet), Beteiligungen reduziert (virtual minds) sowie Beteiligungen verkauft (Goldbach Group). Zudem wurde die Prüfung eines Börsengangs (IPO) des Geschäftsbereichs "Business Applications" gestartet.

Wesentliche Veränderungen bei Beteiligungen

Rocket Internet SE

Die United Internet Beteiligung Rocket Internet SE (früher: Rocket Internet AG) hat am 13. Februar 2015 eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals abgeschlossen. Durch die Kapitalerhöhung hat sich das Grundkapital der Gesellschaft von 153.130.566 € auf 165.140.790 € erhöht. Die neuen Aktien wurden ausschließlich im Rahmen einer Privatplatzierung mittels eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) institutionellen Anlegern angeboten. Die insgesamt 12.010.224 neuen Aktien wurden zu einem Platzierungspreis von 49,00 € je Aktie zugeteilt. United Internet hat im Rahmen dieser Kapitalerhöhung 1.201.000 Rocket-Aktien für insgesamt rund 58,8 Mio. € erworben und hält damit aktuell 8,31 % der Rocket-Anteile (31. Dezember 2014: 8,18 %).

Goldbach Group AG

Am 10. April 2015 hat United Internet ihre 898.970 Aktien der Goldbach Group AG außerbörslich zu einem Preis von 21,00 CHF bzw. 20,14 € je Aktie und somit für insgesamt 18,9 Mio. CHF bzw. 18,2 Mio. € (EBITDA-wirksam: 5,6 Mio. €) verkauft.

Drillisch AG

United Internet hat am 27. April 2015 bekannt gegeben, dass sie sich an diesem Tag - über ihre Tochtergesellschaft United Internet Ventures - den Erwerb von ca. 9,1 % an der Drillisch AG vertraglich gesichert hat. Nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden und Vollzug des Anteilserwerbs hielt United Internet - inklusive weiterer bereits erworbener Anteile - insgesamt mittelbar eine Beteiligung von 20,70 % (aktuell: 20,11 % nach Kapitalerhöhung der Drillisch AG). United Internet sieht in Drillisch ein gut aufgestelltes Unternehmen mit aussichtsreichen Marktchancen. Das Produkt-Portfolio und die Kunden-Zielgruppen der Gesellschaft ergänzen das Access-Geschäft der United Internet Gruppe. Als strategischer Aktionär wird United Internet die weitere Entwicklung der Drillisch AG begleiten und von deren Wachstum profitieren. United Internet beabsichtigt derzeit aber weder den Erwerb einer Beteiligung von 30 % oder mehr an der Drillisch AG - welcher mit der Abgabe eines Pflichtangebots an alle weiteren Aktionäre der Drillisch AG verbunden wäre - noch ein freiwilliges Übernahmeangebot.

virtual minds AG

Im September 2015 hat sich die ProSiebenSat.1 Group - als zweiter strategischer Investor -mit 51,00 % an der virtual minds AG beteiligt, in die United Internet bereits seit 2008 investiert ist und auch nach dem Einstieg der ProSiebenSat.1 Group einen Anteil von 25,10 % (zuvor: 48,65 %) hält. Ebenso blieben die Gründer und das Management der Gesellschaft am Unternehmen beteiligt. Aus dem Anteilsverkauf erhielt United Internet einen Verkaufserlös von 13,3 Mio. € (EBITDA-wirksam: 8,4 Mio. €).

HiPay Group S.A.

Die börsennotierte United Internet Beteiligung Hi-Media S.A. (10,46 %) hat im Juni 2015 ihre Aktivitäten im Bereich Online-Payment im Rahmen eines Spin-offs in der HiPay Group separiert und diese ebenfalls in Paris an die Börse gebracht. Nach Durchführung der Transaktion ist United Internet jetzt auch mit 8,37 % an HiPay beteiligt.

home.pl S.A.

Am 10. Juli 2015 hat sich United Internet mit der Anteilseigner-Gruppe der home.pl S.A. (Stettin / Polen), angeführt von dem Private Equity Fonds V4C Eastern Europe, über den 100 %-igen Erwerb von home.pl durch die United Internet Tochter 1&1 Internet SE geeinigt. home.pl ist mit rund 25 Mio. € Umsatz klarer Marktführer im polnischen Webhosting-Markt. Nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden erfolgte das Closing der Transaktion am 30. Dezember 2015. Insgesamt wurden im Rahmen des Closings 154,5 Mio. € (Kaufpreis abzüglich erhaltener Zahlungsmittel) für 100 % der home.pl-Anteile gezahlt. home.pl soll auch zukünftig vom derzeitigen Management als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden. Gemeinsam mit der bereits seit 2010 in Polen agierenden United Internet Marke 1&1 soll der polnische Markt weiter erschlossen werden.

Prüfung eines IPOs im Geschäftsbereich "Business Applications"

Nachdem der Webhosting-Markt (als Teilmarkt des gesamten Cloud Computing Marktes) in Europa inzwischen weitgehend verteilt ist, will United Internet - neben organischem Wachstum - zukünftig verstärkt auf Akquisitionen setzen. Durch die erfolgreichen Übernahmen der letzten Jahre von InterNetX, Sedo, Fasthosts, united-domains, Arsys und aktuell home.pl konnte United Internet weitreichende Erfahrungen hierzu sammeln. Vor diesem Hintergrund hat United Internet die Prüfung eines Börsengangs (IPO) des Geschäftsbereichs "Business Applications" beschlossen. Sollte die Prüfung zu einem positiven Ergebnis führen, soll die Börsennotierung Mitte 2017 erfolgen. Mit einem eigenständigen Kapitalmarktzugang und Applications-Aktien als zusätzlicher Akquisitionswährung würden Übernahmen zukünftig leichter eigenfinanziert werden können, da Verkäufer häufig mit einem Teil des Verkaufserlöses in der Branche investiert bleiben möchten, um am Wachstum und den Größenvorteilen des kombinierten Unternehmens zu partizipieren.

Neben den (vollkonsolidierten) operativen Kerngesellschaften im Access- und Applications-Segment hielt United Internet zum 31. Dezember 2015 folgende Beteiligungen.

Wesentliche Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen

Seit der Einbringung des Display-Marketing-Geschäfts "AdLINK Media" in Hi-Media im Juli 2009 hält United Internet eine Beteiligung an der Hi-Media S. A., Paris / Frankreich. Zum 31. Dezember 2015 betrug der Stimmrechtsanteil 10,46 %. Hi-Media hat im Juni 2015 ihre Aktivitäten im Bereich Online-Payment im Rahmen eines Spin-offs in der HiPay Group S. A., Paris / Frankreich, separiert und diese ebenfalls in Paris an die Börse gebracht hat. Damit ist United Internet auch mit 8,37 % an HiPay beteiligt. Die Marktkapitalisierung von HiPay zum 31. Dezember 2015 belief sich auf rund 45 Mio. €. Die Marktkapitalisierung von Hi-Media hat sich - auch durch den Spin-off von HiPay - stark reduziert und belief sich zum 31. Dezember 2015 auf rund 13 Mio. € (Vorjahr vor Spin-off von HiPay: 113 Mio. €).

Seit August 2014 ist United Internet an der Rocket Internet SE beteiligt. Zum 31. Dezember 2015 betrug der Stimmrechtsanteil 8,31 %. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 belief sich auf rund 4,664 Mrd. € (Vorjahr: 7,869 Mrd. €).

Im April 2015 hat United Internet bekannt gegeben, dass sie sich an der Drillisch AG beteiligt hat. Zum 31. Dezember 2015 betrug der Stimmrechtsanteil 20,11 %. Die Marktkapitalisierung der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 belief sich auf rund 2,141 Mrd. € (Vorjahr: 1,573 Mrd. €).

Minderheitsbeteiligungen an Partnerunternehmen

Bereits seit Februar 2008 ist United Internet an der Medienholding virtual minds AG (Tätigkeitsschwerpunkt: Media Technologies, Digital Advertising und Hosting) beteiligt. Nach einem Teilverkauf von virtual minds Anteilen an ProSiebenSat.1 betrug der Stimmrechtsanteil von United Internet 25,10 % zum 31. Dezember 2015. virtual minds - über die Marke ADITION auch Adserving-Lieferant der United Internet Portale - konnte auch im Geschäftsjahr 2015 ein positives Ergebnis erzielen.

Seit November 2010 ist United Internet bei der ProfitBricks GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: IaaS-Lösungen; IaaS = Infrastructure-as-a-Service) investiert. Zum 31. Dezember 2015 betrug der Stimmrechtsanteil 28,57 %. ProfitBricks befindet sich weiterhin in der Phase des Marken-und Kundenaufbaus und hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen.

Im Juli 2013 hat sich United Internet an der Open-Xchange AG (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Mail- und Collaboration-Lösungen) beteiligt. Zum 31. Dezember 2015 betrug der Stimmrechtsanteil 29,02 %. United Internet arbeitet in ihrem Applications-Geschäft bereits seit vielen Jahren erfolgreich mit der Gesellschaft zusammen. Open-Xchange hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen.

Im Februar 2014 hat sich United Internet mit 25,10 % an der ePages GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: E-Shop-Lösungen) beteiligt. Über die Beteiligung hinaus haben ePages und die United Internet Tochter 1&1 Internet SE einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der ePages-Lösungen geschlossen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit gibt es eine gemeinsame Technologieplattform für die 1&1 E-Shops. ePages hat auch das Geschäftsjahr 2015 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen.

Im April 2014 hat United Internet eine Beteiligung an der uberall GmbH (Tätigkeitsschwerpunkt: Online-Listings) gezeichnet. Zum 31. Dezember 2015 betrug der Stimmrechtsanteil 30,36 %. Darüber hinaus haben uberall und die United Internet Tochter 1&1 Internet SE einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung der uberall-Lösungen geschlossen. uberall befindet sich noch in der Phase des Geschäftsausbaus und hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen.

Aktie und Dividende

Aktie

Im Zuge der sehr guten Unternehmensentwicklung und begleitet von der positiven Stimmung an den Aktienmärkten konnte die Aktie der United Internet AG ihre gute Performance aus den Vorjahren fortsetzen und das Jahr 2015 mit einem neuen Allzeithoch beenden.

Konkret legte die United Internet Aktie im Geschäftsjahr 2015 um 35,8 % auf 50,91 € zu (31. Dezember 2014: 37,49 €). Damit hat sich die Aktie besser entwickelt als die ebenfalls gestiegenen Indices DAX (+9,6 %) und TecDAX (+33,5 %).

Die Marktkapitalisierung der United Internet AG stieg entsprechend von rund 7,69 Mrd. € im Vorjahr auf rund 10,44 Mrd. € zum 31. Dezember 2015.

Im Geschäftsjahr 2015 wurden über das elektronische Computerhandelssystem XETRA täglich durchschnittlich rund 355.000 Aktien (Vorjahr: rund 421.000) im Wert von durchschnittlich 15,28 Mio. € (Vorjahr: 13,73 Mio. €) gehandelt.

Entwicklung der Aktie (in €; alle Börsenangaben beziehen sich auf den Xetra-Handel)

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2011 2012 2013 2014 2015
Jahresendkurs 13,80 16,31 30,92 37,49 50,91
Performance + 13,4 % + 18,2 % + 89,6 % +21,2 % + 35,8 %
Jahreshoch 14,79 17,55 31,00 37,95 51,94
Jahrestief 10,58 12,49 16,11 28,35 36,17
Ø Börsenumsatz am Tag 7.974.042 4.906.732 8.554.509 13.731.799 15.279.407
Ø Börsenumsatz am Tag (Stück) 613.960 332.898 367.102 420.640 354.904
Anzahl Aktien zum Jahresende 215 Mio. 215 Mio. 194 Mio. 205 Mio. 205 Mio.
Börsenwert zum Jahresende 2,97 Mrd. 3,51 Mrd. 6,00 Mrd. 7,69 Mrd. 10,44 Mrd.
Ergebnis je Aktie (EPS) 0,79 0,56 1,07 2,28 1,80
Bereinigtes Ergebnis je Aktie(1) 0,72 0,70 1,07 1,46 1,80

(1) Ohne Sonderfaktoren: 2011 ohne positiven Einmaleffekt aus dem Verkauf der Versatel-Anteile (EPS-Effekt: +0,07 €); 2012 ohne negativen Einmaleffekt aus Sedo-Wertminderungen (EPS-Effekt: -0,23 €) sowie ohne positiven Einmaleffekt aus dem Verkauf der freenet-Anteile (EPS-Effekt: +0,09 €); 2014 ohne positive Einmalerträge aus der Versatel-Übernahme sowie der Portfolio-Optimierung (EPS-Effekt: +0 82 €)

Daten zur Aktie

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Namens-Stammaktien
Rechnerischen Anteil am Grundkapital 1,00 €
Wertpapierkennnummer (WKN) 508903
Internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) DE0005089031
Börsenkürzel Xetra UTDI
Reuters-Symbol UTDI.DE
Bloomberg-Symbol UTDI.GR
Segment Prime Standard
Index TecDAX
Sektor Software

Aktionärsstruktur

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Aktionär Anteile
Ralph Dommermuth GmbH & Co. KG Beteiligungsgesellschaft 39,02 %
RD Holding GmbH & Co. KG (Ralph Dommermuth) 0,98 %
Blackrock 4,96 %
Allianz Global Investors 3,00 %
United Internet (eigene Aktien) 0,45 %
Streubesitz 51,59 %

Stand 31. Dezember 2015, Darstellung basiert auf der jeweils letzten Stimmrechtsmitteilung

Dividende

Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik von United Internet hat sich auch im Geschäftsjahr 2015 fortgesetzt. Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 21. Mai 2015 dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,60 € (Vorjahr 0,40 €) je Aktie für das Geschäftsjahr 2014 zugestimmt. Die Ausschüttung in der Gesamthöhe von 122,3 Mio. € (Vorjahr: 77,3 Mio. €) erfolgte am 22. Mai 2015. Die Ausschüttungsquote lag damit bei 27,3 % des Konzernergebnisses 2014 nach Steuern bzw. bei 43,0 % des bereinigten Konzernergebnisses 2014. Die Quote lag somit leicht oberhalb der gemäß Dividendenpolitik der Gesellschaft vorgesehenen Ausschüttungsspanne von 20 - 40 % des bereinigten Konzernergebnisses, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.

Für das Geschäftsjahr 2015 schlägt der Vorstand dem Aufsichtsrat eine Dividende in Höhe von 0,70 € je Aktie vor und liegt damit am oberen Ende der vorgesehenen Ausschüttungsspanne. Über diesen Dividendenvorschlag beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 16. März 2016 (und somit nach Redaktionsschluss dieses Lageberichts). Über den gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat entscheidet dann die Hauptversammlung der United Internet AG am 19. Mai 2016.

Ausgehend von 204,1 Mio. dividendenberechtigter Aktien (Stand 31. Dezember 2015) ergäbe sich für das Geschäftsjahr 2015 eine Ausschüttungssumme von 142,9 Mio. €. Die Ausschüttungsquote läge damit bei 39,0 % des Konzernergebnisses 2015 nach Steuern (366,6 Mio. €). Die Dividendenrendite beliefe sich - bezogen auf den Schlusskurs der United Internet Aktie zum 31. Dezember 2015 - auf 1,4 %.

Entwicklung der Dividende

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Für 2011 Für 2012 Für 2013 Für 2014 Für 2015(1)
Dividende je Aktie (in €) 0,30 0,30 0,40 0,60 0,70
Gesamtausschüttung (in Mio. €) 58,1 58,0 77,5 122,3 142,9
Ausschüttungsquote 35,8 % 53,6 % 37,4 % 27,3 % 39,0 %
Bereinigte Ausschüttungsquote(2) 35,8 % 37,5 % 37,4 % 43,0 % 39,0 %
Dividendenrendite(3) 2,2 % 1,8 % 1,3 % 1,6 % 1,4 %

(1) Vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung 2016
(2) Ohne Sonderfaktoren: Sedo-Wertminderungen (2012); Einmalerträge Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung (2014)
(3) Stand: 31. Dezember

Hauptversammlung 2015

Die Hauptversammlung der United Internet AG fand am 21. Mai 2015 in Frankfurt am Main statt. Bei der Abstimmung waren rund 68 % des Grundkapitals vertreten. Die Aktionäre erteilten allen abstimmungspflichtigen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit ihre Zustimmung.

Grundkapital und eigene Aktien

Der Vorstand der Gesellschaft hat am 13. Juni 2014 beschlossen, ein neues Aktienrückkaufprogramm aufzulegen. Im Rahmen dieses Rückkaufprogramms können bis zu 2.000.000 eigene Aktien über die Börse zurückgekauft werden. Der Rückkauf erfolgt im Rahmen der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 22. Mai 2014 zum Erwerb eigener Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals, die bis zum 22. September 2017 erteilt wurde. Im Geschäftsjahr 2015 hat die United Internet AG keine eigenen Aktien zurückgekauft.

Zum 31. Dezember 2015 hielt United Internet 917.859 eigene Aktien (31. Dezember 2014: 1.232.338) und damit 0,45 % des aktuellen Grundkapitals von 205 Mio. €. Der Rückgang der eigenen Aktien resultiert aus der Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.

Investor Relations

Auch im Geschäftsjahr 2015 informierten der Vorstand und die Investor-Relations-Abteilung der United Internet AG institutionelle und private Anleger regelmäßig und ausführlich. Der Kapitalmarkt erhielt Informationen im Rahmen der Quartalsberichte und des Geschäftsberichts sowie in Presse- und Analystenkonferenzen. Das Management und die Investor-Relations-Abteilung erläuterten die Strategie und die Finanzergebnisse in zahlreichen persönlichen Gesprächen am Unternehmenssitz in Montabaur und auf Roadshows und Konferenzen in Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz, Spanien und den USA. Rund 20 nationale und internationale Investmenthäuser stehen mit der Investor-Relations-Abteilung der Gesellschaft in Kontakt und veröffentlichen regelmäßig Studien und Kommentare zur Geschäftsentwicklung und zur Aktie. Auch außerhalb persönlicher Treffen können sich Aktionäre und interessierte Anleger unter www.united-internet.de jederzeit über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens informieren.

2.3 LAGE DES KONZERNS

Ertragslage im Konzern

Der konsolidierte Umsatz der United Internet Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2015 - infolge der im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich höheren Kundenzahl aber auch durch die ganzjährige Konsolidierung von Versatel (Vorjahr: 130,6 Mio € aus Konsolidierung im 4. Quartal) - von 3.065,0 Mio. € im Vorjahr um 21,2 % auf 3.715,7 Mio. € (davon 517,9 Mio. € aus der Versatel-Konsolidierung). Dabei verbesserte sich der Umsatz im Segment "Access" von 2.135,1 Mio. € um 28,5 % auf 2.742,6 Mio. € (inkl. der Versatel-Konsolidierung) und der Umsatz im Segment "Applications" von 929,4 Mio. € um 7,7 % auf 1.001,2 Mio. €. Der Umsatz im Ausland erhöhte sich von 344,9 Mio. € im Vorjahr um 11,2 % auf 383,6 Mio. €.

Auch im Geschäftsjahr 2015 hat United Internet wieder stark in neue Kundenbeziehungen investiert. Dadurch konnte die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge organisch um 930.000 Verträge gesteigert werden. Hinzu kamen 340.000 Verträge aus der Übernahme von home.pl. Gegenläufig wirkte sich eine einmalige Vertragsbereinigung um 80.000 Applications-Verträge aus. Insgesamt stieg die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge damit um 1,19 Mio. auf 15,97 Mio. Getragen wurde das Kundenwachstum insbesondere vom Segment "Access", in dem United Internet organisch um 1,01 Mio. Kundenverträge zulegen konnte (880.000 Mobile-Internet-Verträge sowie 130.000 DSL-Anschlüsse). Dies sind insgesamt 180.000 Verträge mehr als im Vorjahreszeitraum (Vorjahr: 0,83 Mio. ohne Versatel-Übernahme). Die werbefinanzierten Free-Accounts im Segment "Applications" stiegen 2015 um 1,03 Mio. auf 33,15 Mio.

Alle Kundengewinnungskosten für Access- und Applications-Produkte wurden ebenso wie die Konvertierungskosten von Resale-DSL-Anschlüssen auf DSL-Komplettpakete unverändert direkt als Aufwand verbucht.

Die im Folgenden beschriebenen Kostenpositionen sowie ihr Verhältnis zum Umsatz (Kostenquote) sind - infolge der ganzjährigen Konsolidierung von Versatel im Geschäftsjahr 2015 (Vorjahr: Konsolidierung im 4. Quartal) - nur bedingt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Die Umsatzkosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2015 infolge von Skaleneffekten und verbesserter Konditionen im Vorleistungseinkauf nur unterproportional zum Umsatz von 2.034,5 Mio. € (66,4 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 2.437,2 Mio. € (65,6 % vom Umsatz). Die Bruttomarge stieg entsprechend von 33,6 % im Vorjahr auf 34,4 %. Der Anstieg des Bruttoergebnisses von 1.030,5 Mio. € im Vorjahr um 24,1 % auf 1.278,5 Mio. € konnte dadurch das Umsatzwachstum (21,2 %) noch übertreffen.

Trotz des starken Kundenwachstums im Access-Geschäft erhöhten sich die Vertriebskosten nur unterproportional zum Umsatz von 481,3 Mio. € (15,7 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 557,2 Mio. € (15,0 % vom Umsatz). Die höhere Vertriebskostenquote im Geschäftsjahr 2014 resultierte insbesondere aus einer im 1. Halbjahr des Vorjahres durchgeführten Marketingkampagne für DSL-Premium-Tarife.

Die Verwaltungskosten stiegen von 136,9 Mio. € (4,5 % vom Umsatz) im Vorjahr auf 182,2 Mio. € (4,9 % vom Umsatz)

Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014 2015
Umsatzkosten 1.375,7 1.574,7 1.742,8 2.034,5 2.437,2
Umsatzkostenquote 65,7 % 65,7 % 65,6 % 66,4 % 65,6 %
Bruttomarge 34,3 % 34,3 % 34,4 % 33,6 % 34,4 %
Vertriebskosten 356,8 461,7 481,4 481,3 557,2
Vertriebskostenquote 17,0 % 19,3 % 18,1 % 15,7 % 15,0 %
Verwaltungskosten 102,8 112,1 120,4 136,9 182,2
Verwaltungskostenquote 4,9 % 4,7 % 4,5 % 4,5 % 4,9 %

Die Ergebniskennzahlen des Konzerns waren im Geschäftsjahr 2014 durch verschiedene, im Saldo positive Einmalerträge aus der Versatel-Übernahme sowie der Portfolio-Optimierung bei Beteiligungen (insbesondere durch die Einbringung der GFC- bzw. EFF-Beteiligungen in Rocket Internet) beeinflusst. In Summe machten sich diese Einmalerträge auf Ebene des Konzerns mit 186,1 Mio. € in EBITDA und EBIT, mit 91,9 Mio. € im EBT, mit 89,2 Mio. € im Konzernergebnis und mit 0,82 € im EPS bemerkbar. Für weitere Details zu den Einmaleffekten im Vorjahr wird auf den Geschäftsbericht 2014, Seite 60 ff. verwiesen.

Zusammengefasst stellten sich diese Einmaleffekte auf Konzernebene für das Geschäftsjahr 2014 wie folgt dar:

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EBITDA-Effekt + 186,1
Mio. €
Einmalerträge EBIT-Effekt + 186,1 Mio. €
aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung(1), EBT-Effekt + 91,9 Mio. €
gesamt, netto Konzernergebnis-Effekt + 89,2 Mio. €
  EPS-Effekt + 0,82 €

(1) Für weitere Details wird auf den Geschäftsbericht 2014, Seite 60 ff. verwiesen

Trotz der deutlich übertroffenen Prognosen für das Vertragswachstum und den damit verbundenen höheren Aufwendungen für die Kundengewinnung konnten auch die ursprünglichen Ergebnisprognosen erreicht werden. Dazu trugen auch zwei EBITDA-wirksame Verkaufserlöse aus dem Verkauf von Anteilen an der Goldbach Group AG in Höhe von € 5,6 Mio. sowie aus einem Teilverkauf von Anteilen an der virtual minds AG in Höhe von € 8,4 Mio. bei. Diese Verkaufserlöse wurden zur Kompensation der Aufwendungen für das -gegenüber der ursprünglichen Prognose (+ ca. 800.000 Verträge) - um 130.000 Verträge stärkere organische Vertragswachstum (+ 930.000 Verträge) eingesetzt.

Das EBITDA auf Konzernebene stieg von 551,5 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert) um 37,3 % auf 757,2 Mio. €. Inklusive der vorgenannten Verkaufserlöse ergibt dies ein Wachstum von 39,8 % auf 771,2 Mio. €.

Einschließlich der Effekte aus den Verkaufserlösen verbesserte sich das EBIT von 430,6 Mio. € um 29,1 % auf 555,7 Mio. € (davon 17,2 Mio. € aus der Versatel-Konsolidierung) und das EBT von 412,9 Mio. € um 29,6 % auf 535,1 Mio. €. Das Konzernergebnis konnte von 284,7 Mio. € um 28,8 % auf 366,6 Mio. € zulegen. Das EPS stieg entsprechend von 1,46 € um 23,3 % auf 1,80 €.

Vor Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (sogenannte PPA-Abschreibungen), welche hauptsächlich aus der Versatel-Übernahme stammen, stieg das EPS von 1,52 € um 28,9 % auf 1,96 €.

Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)

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2015 2014 Veränderung
Umsatz 3.715,7 3.065,0 + 21,2 %
EBITDA 757,2 +14,0(1) = 771,2 551,5(2) + 39,8 %
EBIT 541,7 +14,0(1) = 555,7 430,6(2) + 29,1 %

(1) Effekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen
(2) 2014 ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung (EBITDA- und EBIT-Effekt: +186,1 Mio. €)

Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal (in Mio. €)

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Q1 2015 Q2 2015 Q3 2015 Q4 2015 Q4 2014 Veränderung
Umsatz 905,1 918,3 931,4 960,9 894,1 + 7,5 %
EBITDA 173,5 172,2 + 5,6(1) = 177,8 195,3 + 8,4(2) = 203,7 216,2 171,7(3) + 25,9 %
EBIT 119,1 117,6 + 5,6(1) = 123,2 141,3 + 8,4(2) = 149,7 163,7 116,9(3) + 40,0 %

(1) Effekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien
(2) Effekte aus dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen
(3) Q4 2014 ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung (EBITDA- und EBIT-Effekt: +114,6 Mio. €)

Historische Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014 2015
Umsatz 2.094,1 2.396,6 2.655,7 3.065,0 3.715,7
EBITDA(1) 341,8 325,9 406,9 551,5 757,2
EBITDA-Marge 16,3 % 13,6 % 15,3 % 18,0 % 20,4 %
EBIT(1) 253,0 232,7 312,2 430,6 541,7
EBIT-Marge 12,1 % 9,7 % 11,8 % 14,0 % 14,6 %

(1) Ohne Sonderfaktoren: 2011 ohne Verkauf Versatel-Anteile (EBITDA- und EBIT-Effekt: +23,0 Mio. €); 2012 ohne Sedo-Wertminderungen (EBIT-Effekt: -46,3 Mio. €) und Verkauf freenet-Anteile (EBITDA- und EBIT-Effekt: +17,9 Mio. €); 2014 ohne Einmalerträge aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung (EBITDA- und EBIT-Effekt: +186,1 Mio. €); 2015 ohne Effekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen (EBITDA- und EBIT-Effekt: +14,0 Mio. €)

Finanzlage im Konzern

Dank der positiven Ergebnisentwicklung stieg der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit deutlich von 380,6 Mio. € im Vorjahr auf 554,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2015.

Die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit stiegen ebenfalls deutlich auf 775,9 Mio. € (Vorjahr: 118,3 Mio. €). Ursächlich hierfür waren auch unterschiedliche Steuereffekte in den Geschäftsjahren 2014 und 2015. Im Geschäftsjahr 2014 wirkte sich eine im Rahmen der Unternehmensumstrukturierung angefallene Kapitalertragssteuerzahlung in Höhe von 335,7 Mio. € negativ auf die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit aus. Im Geschäftsjahr 2015 hingegen wirkte sich die Rückerstattung dieser Kapitalertragssteuerzahlung sowie - gegenläufig - eine weitere Kapitalertragssteuerzahlung mit insgesamt 242,7 Mio. € (netto) positiv auf die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit aus. Ohne Berücksichtigung dieser gegenläufigen Steuereffekte stiegen die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit von 454,0 Mio. € auf 533,2 Mio. €.

Der Cashflow aus dem Investitionsbereich weist im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen in Höhe von 766,0 Mio. € (Vorjahr: 1.349,8 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 140,4 Mio. € (Vorjahr: 72,3 Mio. €), aus Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 154,5 Mio. € (Übernahme von home.pl), aus Auszahlungen für Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 93,9 Mio. € (insbesondere für die Aufstockung der Anteile an Rocket Internet im Rahmen der Kapitalerhöhung dieser Gesellschaft) sowie aus Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 417,8 Mio. € (insbesondere für die Beteiligung an Drillisch). Gegenläufig wirkten sich Einzahlungen aus der Veräußerung von at-equity bilanzierten Unternehmen in Höhe von 13,3 Mio. € (aus dem Teilverkauf von Anteilen an virtual minds) sowie Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 18,2 Mio. € (insbesondere aus dem Verkauf der Anteile an Goldbach) aus. Der Cashflow aus dem Investitionsbereich des Vorjahres war - neben den Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen - im Wesentlichen geprägt durch Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 942,2 Mio. € (Versatel-Übernahme), durch Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 23,1 Mio. € (Beteiligung an ePages und uberall sowie Beteiligungen über den Global Founders Capital Nr. 1) sowie durch Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 334,7 Mio. € (insbesondere für die Beteiligung an Rocket Internet).

Der Free Cashflow, definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, stieg aufgrund der Kapitalertragssteuerzahlung im Vorjahr bzw. einer Kapitalertragssteuerrückerstattung (netto) im Geschäftsjahr 2015 von 50,9 Mio. € auf 643,2 Mio. €. Um die Kapitalertragssteuer bereinigt stieg der Free Cashflow im Geschäftsjahr 2015 von 386,6 Mio. € auf 400,5 Mio. €.

Bestimmend im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich waren im Geschäftsjahr 2015 die Netto-Aufnahme von Krediten in Höhe von 161,4 Mio. € sowie - gegenläufig - die Tilgung von Finanzierungsleasingverbindlichkeiten in Höhe von 15,7 Mio. € sowie die Dividendenzahlung in Höhe von 122,3 Mio. €. Der Cashflow aus dem Finanzierungsbereich des Vorjahres wurde insbesondere geprägt durch den Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung im September 2014 in Höhe von 348,3 Mio. €, die Netto-Aufnahme von Krediten in Höhe von 1.034,0 Mio. € sowie -gegenläufig - durch den Erwerb eigener Aktien in Höhe von 38,8 Mio. €, durch die Tilgung von Finanzierungsleasingverbindlichkeiten in Höhe von 3,9 Mio. €, durch die Dividendenzahlung in Höhe von 77,3 Mio. € sowie den Erwerb weiterer Anteile an verbundenen Unternehmen (Sedo Holding, united-domains) in Höhe von 20,0 Mio. €.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 84,3 Mio. € - nach 50,8 Mio. € zum Vorjahresstichtag.

Historische Entwicklung wesentlicher Cashflow-Kennzahlen (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014 2015
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 211,9 214,1 280,1 380,6 554,5
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit 194,8 260,5 268,3 454,0(1) 533,2(1)
Cashflow aus dem Investitionsbereich 2,0 1,9 -207,8 -1.349,8 766,0
Free Cashflow(2) 142,3 204,7 211,6 386,6(1) 400,5(1)
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich -228,0 -284,4 -59,2 1.240,9 23,1
Zahlungsmittel zum 31. Dezember 64,9 42,8 42,8 50,8 84,3

(1) Ohne Berücksichtigung der stichtagsbedingten Kapitalertragssteuerzahlung in Höhe von 335,7 Mio. € (2014) bzw. einer Kapitalertragssteuerrückerstattung (netto) in Höhe von 242,7 Mio. € (2015)
(2) Free Cashflow ist definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

Vermögenslage im Konzern

Die Bilanzsumme im Konzern stieg von 3.673,4 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 3.877,6 Mio. € zum 31. Dezember 2015.

Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich von 744,1 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 564,9 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Dabei stieg der in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln von 50,8 Mio. € auf 84,3 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen stichtagsbedingt und infolge der Geschäftsausweitung von 193,1 Mio. € auf 218,1 Mio. €. Gleiches gilt für die abgegrenzten Aufwendungen, die von 66,6 Mio. € auf 82,6 Mio. € anstiegen. Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte reduzierten sich (insbesondere infolge einer im März 2015 erfolgten Kapitalertragssteuerrückerstattung) von 377,5 Mio. € auf 114,6 Mio. € und bestehen im Wesentlichen aus Forderungen gegen das Finanzamt.

Die langfristigen Vermögenswerte stiegen von 2.929,3 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 3.312,7 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Innerhalb der Positionen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte standen Zugängen in Höhe von 149,8 Mio. € (im Wesentlichen für Betriebsausstattung und Software) Abschreibungen in Höhe von 215,5 Mio. € gegenüber. Gegenläufig wirkten sich in beiden Positionen Zugänge aus der Übernahme von home.pl aus. Die Firmenwerte stiegen von 977,0 Mio. € auf 1.137,8 Mio. € (insbesondere durch die home.pl-Übernahme). Die Anteile an assoziierten Unternehmen stiegen deutlich (insbesondere infolge der Drillisch-Beteiligung) von 34,9 Mio. € auf 468,4 Mio. €. Die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte reduzierten sich -durch den Verkauf der Goldbach-Anteile sowie die Folgebewertung der börsennotierten Anteile an Rocket, Hi-Media und Hipay zum 31. Dezember 2015 - von 695,3 Mio. € auf 449,0 Mio. €. Die abgegrenzten Aufwendungen, die im Wesentlichen aus geleisteten Vorauszahlungen im Rahmen langfristiger Einkaufsverträge resultieren, stiegen von 37,1 Mio. € auf 102,4 Mio. €.

Die kurzfristigen Schulden stiegen von 887,6 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 969,0 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Dabei stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt und infolge der Geschäftsausweitung von 356,1 Mio. € auf 395,9 Mio. €. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten blieben mit 29,3 Mio. € nahezu unverändert (Vorjahr: 30,1 Mio. €). Die Ertragssteuerschulden reduzierten sich von 139,2 Mio. € auf 129,6 Mio. €. Die erhaltenen Anzahlungen sowie die abgegrenzten Erlöse stiegen infolge der Geschäftsausweitung von 11,8 Mio. € auf 15,1 Mio. € bzw. von 210,6 Mio. € auf 233,0 Mio. € an. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten von 94,8 Mio. € auf 105,4 Mio. € ist überwiegend stichtagsbedingt und auf die Geschäftsausweitung zurückzuführen.

Die langfristigen Schulden sind von 1.581,1 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 1.758,9 Mio. € zum 31. Dezember 2015 angestiegen. Dabei stiegen die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (trotz der Aufstockung der Rocket-Anteile, der Drillisch-Beteiligung sowie der home.pl-Übernahme) nur moderat von 1.343,9 Mio. € auf 1.507,2 Mio. €. Die latenten Steuerschulden stiegen von 73,6 Mio. € auf 89,1 Mio. €.

Das Eigenkapital im Konzern reduzierte sich - trotz der erfolgreichen Geschäftsentwicklung -insbesondere aufgrund der Neubewertungsrücklage für die börsennotierten Beteiligungen von United Internet (-96,0 Mio. €; Vorjahr: +216,7 Mio. €) von 1.204,7 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 1.149,8 Mio. € zum 31. Dezember 2015. Die Eigenkapitalquote sank entsprechend von 32,8 % auf 29,7 %. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 hielt United Internet 917.859 Stück eigene Aktien (31. Dezember 2014: 1.232.338 Stück eigene Aktien).

Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden Mitteln) stiegen trotz der oben genannten M&A-Aktivitäten nur moderat von 1.323,2 Mio. € per 31. Dezember 2014 auf 1.452,2 Mio. € zum 31. Dezember 2015.

Entwicklung der relativen Verschuldung

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2011 2012 2013 2014(1) 2015
Netto-Bankverbindlichkeiten(2) / EBITDA 1,26 0,75 0,73 1,79 1,88
Netto-Bankverbindlichkeiten(2) / Free Cashflow(3) 3,23 1,26 1,40 3,42 3,63

(1) 2014: Anstieg der Netto-Bankverbindlichkeiten, insbesondere durch Versatel-Übernahme, Rocket-Beteiligung und die stichtagsbedingte Kapitalertragssteuerzahlung
(2) Netto-Bankverbindlichkeiten = Saldo aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und liquiden Mittel
(3) Free Cashflow = Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen; Free Cashflow 2014 und 2015 ohne Berücksichtigung der stichtagsbedingten Kapitalertragssteuerzahlung in Höhe von 335,7 Mio. € (2014) bzw. einer Kapitalertragssteuerrückerstattung (netto) in Höhe von 242,7 Mio. € (2015)

Weitere Angaben zu Zielsetzung und Methoden des Finanzrisiko-Managements im Konzern finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 41.

Historische Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014 2015
Bilanzsumme 1.187,0 1.107,7 1.270,3 3.673,4 3.877,6
Liquide Mittel 64,9 42,8 42,8 50,8 84,3
Anteile an assoziierten Unternehmen 33,6 90,9(1) 115,3 34,9(1) 468,4(1)
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 102,6 70,1 47,6 695,3(2) 449,0
Sachanlagen 110,9 109,2 116,2 689,3(3) 665,2
Immaterielle Vermögenswerte 187,4 151,8 165,1 385,5(3) 344,0
Firmenwerte 401,3 356,2(4) 452,8(4) 977,0(4) 1.137,8(4)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 524,6 300,3(5) 340,0 1.374,0(5) 1.536,5(5)
Grundkapital 215,0 215,0 194,0(5) 205,0(6) 205,0
Eigene Anteile 270,8 263,6 5,2(6) 35,3 26,3
Eigenkapital 154,8 198,1 307,9 1.204,7(7) 1.149,8
Eigenkapitalquote 13,0 % 17,9 % 24,2 % 32,8 % 29,7 %

(1) Rückkauf der Versatel-Anteile über Versatel-Obergesellschaft (2012); Rückgang durch Einbringung GFC- bzw. EFF-Fonds in Rocket und Komplettübernahme von Versatel (2014); Anstieg durch Beteiligung an Drillisch (2015)
(2) Anstieg durch Beteiligung an Rocket (2014), Rückgang durch Verkauf Goldbach-Anteile und Folgebewertung von Anteilen an börsennotierten Unternehmen (2015)
(3) Anstieg durch Komplettübernahme von Versatel (2014)
(4) Rückgang durch Wertminderungen bei der Sedo Holding (2012); Anstieg durch Arsys-Übernahme (2013); Anstieg durch Komplettübernahme von Versatel (2014); Anstieg durch Übernahme von home.pl
(5) Rückgang durch Rückzahlung von Krediten (2012); Anstieg durch Rocket-Beteiligung und Versatel-Übernahme (2014); Anstieg durch Aufstockung der Rocket-Anteile, Drillisch-Beteiligung sowie home.pl-Übernahme
(6) Rückgang durch Aktieneinzüge (2013); Anstieg durch Kapitalerhöhung (2014)
(7) Anstieg durch Kapitalerhöhung (2014)

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den wichtigsten Zielländern der United Internet Gruppe haben sich im Berichtszeitraum sehr unterschiedlich entwickelt. Während die wirtschaftliche Entwicklung in den nordamerikanischen Zielländern (USA, Kanada und Mexiko) sowie in Großbritannien hinter den ursprünglichen Erwartungen des IWF zurückblieben, konnten die Zielländer im Euro-Raum (Frankreich, Spanien, Italien) die Erwartungen übertreffen. Der aus United Internet Sicht wichtigste Markt, Deutschland, hat sich im Rahmen der Erwartungen entwickelt.

Trotz der unterschiedlich ausgefallenen wirtschaftlichen Entwicklung in den Zielländern hat sich United Internet mit einem Zuwachs um 1,19 Mio. Kundenverträge auf 15,97 Mio., einem Umsatzwachstum um 21,2 % auf 3,716 Mrd. € sowie einer EBITDA-Steigerung um 39,8 % auf 771,2 Mio. € (inklusive der Verkaufserlöse aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen) auch im Geschäftsjahr 2015 dynamisch weiterentwickelt. Mit den im Geschäftsjahr 2015 erreichten Meilensteinen bei Kundenverträgen, Umsatz und Ergebniskennzahlen wurden die ursprünglichen und auch die unterjährig erhöhten Prognosen erreicht und teilweise deutlich übertroffen. Besonders erwähnenswert ist dabei, dass die Ergebniskennzahlen trotz des gegenüber der ursprünglichen Prognose deutlich stärkeren Kundenwachstums und den damit verbundenen höheren Aufwendungen erreicht werden konnten.

Parallel dazu hat die Gesellschaft wieder stark den Ausbau der bestehenden Kundenverhältnisse sowie in neue Geschäftsfelder investiert und damit die Basis für künftiges Wachstum geschaffen. Neben diesen operativen Weichenstellungen hat sich United Internet durch die Übernahme von home.pl sowie die strategische Beteiligung an Drillisch zusätzliche Möglichkeiten erschlossen.

Diese deutlich bessere Entwicklung im Vergleich zum volkswirtschaftlichen Trend zeigt die Vorteile des Geschäftsmodells von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements basiert - mit festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Dies sichert stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Übernahmen.

Die Finanzlage der United Internet AG hat sich auch im Geschäftsjahr 2015 stark dargestellt. Der Free Cashflow lag mit 400,5 Mio. € unverändert auf einem hohen Niveau (Vorjahr: 386,6 Mio. €). Darin zeigt sich unverändert die sehr gute Cash-Generierung der Unternehmensgruppe bei einem gleichzeitig hohen und qualitativen Wachstum.

Die Veränderung der Vermögenslage im Konzern wurde insbesondere durch die Übernahme von home.pl. der Anteilsaufstockung bei Rocket sowie die Beteiligung an Drillisch geprägt.

Insgesamt sieht der Vorstand die United Internet Gruppe für die weitere Unternehmensentwicklung sehr gut aufgestellt, schätzt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage - vorbehaltlich eventueller Sondereffekte - positiv ein und blickt optimistisch in die Zukunft.

2.4 LAGE DER GESELLSCHAFT

Ertragslage der United Internet AG

Die Ertragslage der United Internet AG als reine Holding Gesellschaft ist vor allem durch das Beteiligungs- und Finanzergebnis geprägt. Aufgrund der im Vorjahr und im Berichtsjahr fortgeführten gesellschaftsrechtlichen Konzernreorganisation sind das Beteiligungsergebnis und die Ertragslage der Gesellschaft nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar.

Der Umsatz der United Internet AG betrug im Berichtsjahr 1,4 Mio. € (Vorjahr: 6,3 Mio. €) und umfasste überwiegend für Konzerngesellschaften erbrachten Dienstleistungen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus der Übertragung von zentralen Dienstleistungen aus der United Internet AG in die Tochtergesellschaft United Internet Corporate Services GmbH.

Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2015 stieg auf 3,9 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €). Bereinigt um Effekte aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen beliefen sich die Personalaufwendungen der Berichtsperiode auf 1,8 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Aufsichtsratsvergütungen und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung. Insgesamt beliefen sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 9,3 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €).

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen in Höhe von 80,4 Mio. € betrafen im Berichtsjahr die 1&1 Mail & Media Applications SE (vormals United Internet Mail & Media SE) (70,9 Mio. €) und die United Internet Ventures AG (9,5 Mio. €). Im Vorjahr betrugen die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit der 1&1 Internet AG (1.393,2 Mio. €), der 1&1 Telecommunication AG (118,6 Mio. €) sowie der UI Ventures AG (61,0 Mio. €) insgesamt 1.572,8 Mio. €. Die Gewinnabführung der 1&1 Internet AG im Vorjahr enthielt einen Sondereffekt aus einer Vorabausschüttung der 1&1 Telecom Holding GmbH in Höhe von 1.272,8 Mio. €. Nach Durchführung unterschiedlicher Konzernreorganisationsschritte im Berichtsjahr besteht zwischen der United Internet AG und der 1&1 Internet AG bzw. ihrer Rechtsnachfolgerin 1&1 Internet SE kein Ergebnisabführungsvertrag mehr.

Die Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 15,1 Mio. € (Vorjahr: 5,7 Mio. €) umfassen im Wesentlichen den Ergebnisausgleich der United Internet Corporate Services GmbH (6,1 Mio. €) sowie der 1&1 Telecommunication SE, vormals 1&1 Telecommunication Holding SE (8,7 Mio. €).

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Einzelabschluss belief sich auf 74.3 Mio. € (Vorjahr: 1.532,9 Mio. €).

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von 23,0 Mio. € (Vorjahr: 53,4 Mio. €) betreffen mit 29,8 Mio. € laufende Steuern des Jahres 2015, davon 15,1 Mio. € Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag und 14,7 Mio. € Gewerbesteuer. Gegenläufig wirkten sich periodenfremde Steuerträge mit 4,0 Mio. € sowie die Auflösung von passiven latenten Steuern mit 2,8 Mio. € aus.

Der Jahresüberschuss belief sich im Einzelabschluss auf 51,3 Mio. € (Vorjahr: 1.479,6 Mio. €). Insbesondere aufgrund des im Rahmen der Ergebnisabführung der 1&1 Internet AG im Vorjahr enthaltenen Beteiligungsertrages aus einer Vorabausschüttung der 1&1 Telecom Holding GmbH ist der Jahresüberschuss des Vorjahres nicht mit dem der Berichtsperiode vergleichbar.

Finanz- und Vermögenslage der United Internet AG

Die Bilanzsumme der Einzelgesellschaft sank von 4.514,6 Mio. € zum 31. Dezember 2014 auf 4.225,3 Mio. € zum 31. Dezember 2015.

Das Anlagevermögen der United Internet AG in Höhe von 2.993,0 Mio. € (Vorjahr: 2.251,9 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch die Finanzanlagen. Dabei stiegen die Anteile an verbundenen Unternehmen auf 1.558,3 Mio. € (Vorjahr: 1.214,5 Mio. €). Die Zugänge betrafen im Wesentlichen den Kauf der GMX & WEB.DE Mail & Media SE, Montabaur, die am 1. April 2015 von der Tochtergesellschaft 1&1 Internet AG zu einem Kaufpreis von 1.040,6 Mio. € erworben wurde. Die erworbene Gesellschaft wurde anschließend auf die bereits bestehende Tochtergesellschaft 1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur, verschmolzen. Zudem wurde im Berichtsjahr die 1&1 Internet SE, Montabaur, zu einem Kaufpreis von 0,1 Mio. € erworben, auf die im Berichtsjahr sowohl die 1&1 Internet AG als auch die 1&1 Internet Service Holding GmbH, beide mit Sitz in Montabaur, verschmolzen wurden. Gegenläufig in der Position Anteile an verbundenen Unternehmen wirkte sich eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn der 1&1 Internet SE, Montabaur, in Höhe von 697 Mio. € aus, die handelsbilanziell als Kapitalrückzahlung abgebildet wurde. Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen stiegen auf 1.434,6 Mio. € (Vorjahr: 1.037,3 Mio. €). Ursächlich hierfür war im Wesentlichen eine konzerninterne Abtretungsvereinbarung über ein Darlehen in Höhe von 937 Mio. €, von dem im Geschäftsjahr 2015 bereits rund 540 Mio. € wieder getilgt wurden.

Das Umlaufvermögen der United Internet AG in Höhe von 1.232,3 Mio. € (Vorjahr: 2.262,7 Mio. €) ist im Wesentlichen geprägt durch Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Dabei reduzierten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 1.134,4 Mio. € (Vorjahr: 1.886,1 Mio. €). Diese resultierten insbesondere aus Forderungen im Rahmen des Cash-Managements innerhalb der United Internet Gruppe, aus Forderungen aus dem Gewinnabführungsvertrag mit der United Internet Ventures AG, Montabaur, sowie aus Forderungen aus Leistungsbeziehungen gegen die 1&1 Telecommunication SE (vormals 1&1 Telecommunication Holding SE), Montabaur. Die ebenfalls im Umlaufvermögen ausgewiesenen sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 89,9 Mio. € (Vorjahr: 366,7 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt.

Das Eigenkapital der United Internet AG in Höhe von 2.527,5 Mio. € (Vorjahr: 2.584,9 Mio. €) ist gekennzeichnet durch den Rückgang des Bilanzgewinns auf 1.351,9 Mio. € (Vorjahr: 1.422,8 Mio. €). In diesem Bilanzgewinn ist ein Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 1.422,8 € enthalten, der sich infolge der im Geschäftsjahr 2015 ausgezahlten Dividende auf 1.300,5 Mio. € reduzierte. Die Eigenkapitalquote stieg infolge der reduzierten Bilanzsumme von 57,3 % im Vorjahr auf 59,8 % zum 31. Dezember 2015.

Bei den Rückstellungen der United Internet AG handelt es sich insbesondere um Steuerrückstellungen im Wesentlichen für Vorjahre in Höhe von 7,0 Mio. € (Vorjahr: 33,9 Mio. €) sowie sonstige Rückstellungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Tantiemen und Provisionen in Höhe von 18,5 Mio. € (Vorjahr: 23,7 Mio. €).

Die Verbindlichkeiten der United Internet AG sind insbesondere von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen geprägt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen im Geschäftsjahr 2015 - trotz Dividendenzahlung, Teilnahme an der Kapitalerhöhung der Rocket Internet SE und Beteiligung an der Drillisch AG - nur leicht auf 1.409,2 Mio. € (Vorjahr: 1.382,6 Mio. €). Die Bankverbindlichkeiten resultieren aus einem im August 2014 abgeschlossenen Konsortialkredit in Höhe von insgesamt 750 Mio. €, aus einem im November 2014 abgeschlossenen Schuldscheindarlehen in Höhe von 600 Mio. € und einem revolvierenden Konsortialkredit in Höhe von 810 Mio. € (Vorjahr 600 Mio. €), der am Bilanzstichtag mit 30 Mio. € in Anspruch genommen war. Zusätzlich wurde eine Kontokorrentkreditlinie in Höhe von 28,0 Mio. in Anspruch genommen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sanken auf 242,3 Mio. € (Vorjahr: 466,5 Mio. €) und beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Salden im Rahmen des Cash-Managements innerhalb der United Internet Gruppe (203,0 Mio. €), aus Leistungsbeziehungen (11,7 Mio. €), aus geschlossenen Gewinnabführungsverträgen (15,1 Mio. €) sowie aus einem langfristigen Darlehen mit einem Konzernunternehmen (12,5 Mio. €).

Der Cashflow im Einzelabschluss der Gesellschaft ist geprägt durch Zahlungsmittelzuflüsse aus den Gewinnabführungsverträgen sowie der Aufnahme zusätzlicher Finanzverbindlichkeiten. Gegenläufig wirkte sich im Finanzierungsbereich die im Geschäftsjahr 2015 gezahlte Dividende aus. Weitere Angaben dazu finden sich im Anhang des Einzelabschlusses.

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage der United Internet AG

Die wirtschaftliche Lage der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis beeinflusst. Zentrale Treiber waren die Ergebnisabführungen der 1&1 Mail & Media Applications SE sowie der United Internet Ventures AG. Insofern gilt die Gesamtaussage des Vorstandes zur wirtschaftlichen Lage im Konzern qualitativ auch für die United Internet AG selbst.

2.5 WESENTLICHE NICHT-FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Unternehmerisches Handeln ist nach dem Selbstverständnis der United Internet AG nicht ausschließlich auf die Verfolgung und Umsetzung wirtschaftlicher Ziele beschränkt, sondern beinhaltet darüber hinaus auch eine Verpflichtung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt. Dieser Verantwortung stellt sich United Internet in verschiedener Weise. Die wichtigsten Aspekte sind in den folgenden Abschnitten zusammengefasst.

Nachhaltige Geschäftspolitik

United Internet fühlt sich einer nachhaltigen Geschäftspolitik verpflichtet. Diese Nachhaltigkeit zeigt sich insbesondere durch hohe Investitionen in Kundenbeziehungen, in Servicequalität, Kundenbindung und Kundenzufriedenheit, in Produkt- und Netzqualität sowie in Sicherheit und Datenschutz - und damit auch in nachhaltiges Wachstum.

Kundenwachstum

Auch im Geschäftsjahr 2015 hat United Internet wieder stark in das Kundenwachstum investiert und konnte organisch um 0,93 Mio. Verträge zulegen. Inklusive der Verträge aus der home.pl-Übernahme (+340.000) sowie gegenläufig der in der Segmentberichterstattung beschriebenen einmaligen Vertragsbereinigung bei Business Applications (-80.000) stiegen die Kundenverträge im Geschäftsjahr 2015 um 1,19 Mio. auf 15,97 Mio. Verträge.

Neben diesen kostenpflichtigen Verträgen betreibt United Internet in ihren Rechenzentren auch 33,15 Mio. aktive Free-Accounts (Vorjahr: 32,12 Mio.), die über Werbung refinanziert werden.

Insgesamt managt United Internet damit 49,12 Mio. Kunden-Accounts (Vorjahr: 46,90 Mio.) weltweit.

Entwicklung der Kundenbeziehungen (in Mio.)

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2011(1) 2012 2013(2) 2014(3) 2015(4)
Wachstum "kostenpflichtige Verträge" + 0,91 + 1,18 + 1,41 + 1,33 + 1,19
Wachstum "Free-Accounts" + 2,80 + 1,00 - 0,05 + 0,61 + 1,03
Wachstum "Accounts insgesamt" + 3,71 + 2,18 + 1,36 + 1,94 + 2,22

(1) Inkl. 1,50 Mio. Free-Accounts aus der Übernahme von mail.com
(2) Inkl. 0,33 Mio. kostenpflichtige Verträge aus der Übernahme von Arsys
(3) Inkl. 0,42 Mio. kostenpflichtige Verträge aus der Übernahme von Versatel
(4) Inkl. 0,34 Mio. kostenpflichtige Verträge aus der Übernahme von home.pl sowie gegenläufig 0,08 Mio. Vertragsbereinigung

Servicequalität, Kundenbindung und Kundenzufriedenheit

Auch auf Ebene der Servicequalität und somit bei Kundenbindung und Kundenzufriedenheit wurde seit dem Start der DSL-Qualitätsoffensive im Jahr 2009 mit der Einführung des 1&1 Prinzips im Jahr 2012 sowie dessen internationalem Rollout im Jahr 2013 viel investiert.

Mit dem 1&1 Prinzip gibt die United Internet Marke 1&1 ihren Kunden fünf klare, produktspezifische Leistungsversprechen. Dazu zählen z. B. eine einmonatige Testphase und eine hochverfügbare Experten-Hotline sowie - bei DSL- und Mobilfunk-Produkten - eine Auslieferung der Hardware innerhalb eines Tages oder ein Vor-Ort-Austausch defekter Geräte am nächsten Tag oder - bei Cloud-Produkten - ein monatliches Produkt Up- oder Downgrade oder eine Georedundanz für maximale Datensicherheit.

Dass diese Maßnahmen wirken, zeigen auch die Testsiege der jüngeren Vergangenheit.

So konnte sich die Marke 1&1 beispielsweise im September 2015 im Service-Hotline-Test des Computermagazins CHIP sowohl in der Kategorie "Mobilfunkanbieter" als auch im Bereich "Festnetz & Internet" den Spitzenplatz sichern. CHIP hatte die Kundenservice-Hotlines großer Dienstleister aus insgesamt zwölf Branchen getestet.

In der Kategorie "Mobilfunkanbieter" konnte 1&1 insbesondere in den Bereichen Hotline-Erreichbarkeit (98 von 100 Punkten), Wartezeit (94 von 100 Punkten) und Service (93 von 100 Punkten) überzeugen. Die Gesamtbewertung lag bei 93,8 von 100 Punkten.

In der Kategorie "Festnetz & DSL" konnte 1&1 ebenfalls gewinnen und in drei von vier Testkategorien die Note "Spitzenklasse" erreichen. Hier gab es im Bereich Hotline-Erreichbarkeit 94 von 100 Punkten, für den Service 91 von 100 Punkten und für die Wartezeit sogar die volle Punktzahl von 100 Punkten. Die Gesamtbewertung lag bei 94,5 Punkten.

Produkt- und Netzqualität

Neben der Servicequalität hat United Internet in den letzten Jahren auch stark in die Qualität von Netzen und Produkten investiert. Den Erfolg dieser Investitionen dokumentiert auch der Testsieg der Marke 1&1 im renommierten Festnetztest der Zeitschrift connect (August 2015). In diesem Test ist 1&1 als einziger Anbieter mit der Note sehr gut ausgezeichnet worden. 1&1 konnte dabei in allen Teilkategorien des Tests mit Bestwertung überzeugen. connect, Europas größtes Fachmagazin für Telekommunikation, untersuchte in diesem Test die Kategorien "Sprache", "Internet", "Web-Services" und "Web-TV" an Testanschlüssen von sechs bundesweit und drei regional tätigen Anbietern.

Erstmals im Festnetztest berücksichtigte connect auch die Leistung bei so genannten "Web-TV"-Diensten. Damit sind neben Video-on-Demand Anbietern auch Video-Plattformen wie YouTube gemeint. Neben der Bild- und Tonqualität beim Streaming werden auch die Wartezeiten beim Puffern der Daten vor Videostart gewertet. Auch hier konnte 1&1 überzeugen: An den Testanschlüssen von 1&1 starten Videos am schnellsten.

Der Festnetztest wurde im Auftrag der Zeitschrift connect durch die zafaco GmbH durchgeführt. Hierzu wurden an den Testanschlüssen aller beteiligten Anbieter in einem Zeitraum von vier Wochen rund 1,7 Mio. Messungen durchgeführt. Die Testanschlüsse initiierten dabei automatisch Sprach- und Datenübertragungen.

Sicherheit und Datenschutz

Mit der im Jahr 2013 gestarteten Initiative "E-Mail made in Germany" (in Kooperation und im Verbund mit der Deutschen Telekom und freenet) bietet United Internet ihren Kunden bei ihrer E-Mail-Kommunikation auch hohe Standards in Sachen Sicherheit und Datenschutz. Dazu gehören eine verschlüsselte Übertragung aller E-Mails auf allen Übertragungswegen des Verbunds, die Verarbeitung und Speicherung aller Daten in Deutschland nach deutschem Datenschutz sowie die Kennzeichnung sicherer E-Mail-Adressen im Rahmen der E-Mail-Anwendungen.

Seit dem 29. April 2014 werden im Verbund "E-Mail made in Germany" ausschließlich in Deutschland zertifizierte SSL-Schlüssel eingesetzt und alle Übertragungswege komplett verschlüsselt.

Als wichtige Ergänzung des Sicherheitsstandards "E-Mail made in Germany" haben die United Internet E-Mail-Dienste GMX und WEB.DE in 2015 eine auf dem weltweit anerkannten Standard "Pretty Good Privacy" (PGP) basierende Verschlüsselungslösung entwickelt. Die neue Sicherheitsstufe für E-Mail funktioniert auf allen gängigen Endgeräten, steht allen Kunden der E-Mail-Dienste kostenlos zur Verfügung und ist kompatibel zu allen bisherigen PGP-Anwendungen.

Der neue Ansatz löst die 3 Grundprobleme, die es bisher beim Einsatz von Ende-zu-Ende Verschlüsselung für den Nutzer gab und die Verbreitung stark beschränkten: Einrichtung von PGP, Austausch der Schlüssel und Hilfe bei Verlust des Schlüssels.

Bei GMX und WEB.DE führt ein Einrichtungsassistent den Anwender in wenigen Schritten zum Versand seiner ersten verschlüsselten E-Mail. Nach Installation der Browser-Erweiterung wird automatisch der für PGP erforderliche private und öffentliche Schlüssel erzeugt, der jedem Nutzer eindeutig zugeordnet ist. E-Mails an einen Empfänger werden mit dessen öffentlichem Schlüssel verschlüsselt und können dann mithilfe seines geheimen privaten Schlüssels nur von ihm selbst entschlüsselt werden.

Mit ihrem internen Public-Key-Verzeichnis bieten GMX und WEB.DE eine Lösung für ein bisher ungelöstes PGP-Problem: Wie kommt man sicher an die öffentlichen Schlüssel der anderen, und wie stellt man sicher, dass es auch die richtigen sind? Alle mit der BrowserErweiterung erzeugten öffentlichen Schlüssel werden in einem von GMX und WEB.DE gepflegten Verzeichnis abgelegt. Mit Hilfe einer Signatur stellen die E-Mail-Anbieter sicher, dass die Schlüssel im Verzeichnis zu den jeweiligen Accounts passen. Die entsprechenden privaten Schlüssel kennt nur der Nutzer.

Durch die einfache Übertragung der Schlüssel zwischen den Endgeräten kann der Nutzer seinen privaten Schlüssel sehr schnell auch auf sein Smartphone laden, so dass er ihn im Falle des Verlustes über eines der Geräte wiederherstellen kann.

Mitarbeiter

Die Internet Branche zeichnet sich durch eine hohe Dynamik, kurze Innovationszyklen und globale Vernetzung aus. Diesen Herausforderungen stellt sich die United Internet AG seit vielen Jahren mit großem Erfolg. Einer der Schüsselfaktoren für den Erfolg und das Wachstum der United Internet AG stellen die engagierten und kompetenten und gleichzeitig unternehmerisch denkenden und eigenverantwortlich handelnden Mitarbeiter und Führungskräfte der Gesellschaft dar. Das Unternehmen legt deshalb großen Wert auf eine nachhaltige und ausgewogene Strategie über alle Aspekte des Personalbereichs: Von der Mitarbeitergewinnung, einem zielgruppengerechten Angebot von Einstiegs- und Ausbildungsformaten, funktionsadäquaten Qualifizierungsangeboten, der Begleitung auf individuellen Karrierepfaden, bis hin zur nachhaltigen Führungskräfteentwicklung und Bindung der Potenzial-und Leistungsträger.

Die United Internet AG ist auch 2015 wieder anerkannter Top Arbeitgeber. Basierend auf einer unabhängigen Studie des "Top Employers Institut" wurde United Internet, wie schon in den vergangenen Jahren, die Auszeichnung als "TOP Arbeitgeber Deutschland" verliehen. Die Zertifizierung wird an Unternehmen vergeben, die ihren Mitarbeitern attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Die Bewertungen erfolgen zu Karrieremöglichkeiten, Arbeitgeberleistungen, Arbeitsbedingungen, Fortbildung und Entwicklungsmöglichkeiten sowie der Unternehmenskultur.

Personalbestand und Kennzahlen

Im stark umkämpften Markt um Fachkräfte im IT-Sektor, ist es United Internet erneut gelungen, Schlüsselpositionen mit Top Kräften zu besetzen und damit der Geschäftsausweitung gerecht zu werden. Neben einem zielgruppengerechten Arbeitgebermarketing, Kooperationen mit Aus- und Weiterbildungsträgern und dem positiven Abstrahleffekt der Produktmarken auf Kandidaten, steht ein kandidatenfreundlicher, wettbewerbsfähiger Akquise- und Auswahlprozess im Bereich Recruiting und durch die Führungskräfte im Mittelpunkt der erfolgreichen Personalgewinnung.

Infolge der Geschäftsausweitung entwickelte sich der Personalbestand auch im Geschäftsjahr 2015 positiv. Konkret stieg die Anzahl der Mitarbeiter um 5,2 % bzw. 407 Mitarbeiter auf 8.239 (Vorjahr: 7.832). Die Übernahme von home.pl trug mit 262 Mitarbeitern zum Personalaufbau bei.

Dabei waren 3.142 Mitarbeiter im Segment "Access" (Vorjahr: 2.965) tätig, 4.945 im Segment "Applications" (Vorjahr: 4.829) und 152 Mitarbeiter im Bereich "Zentrale" (Vorjahr: 38). Der starke Anstieg der Mitarbeiter im Bereich "Zentrale" resultiert aus dem Transfer von Mitarbeitern aus den Segmenten, die bereits in der Vergangenheit zentrale Funktionen wahrgenommen haben.

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland stieg um 5,4 % auf 6.502 zum 31. Dezember 2015 (Vorjahr 6.168). In den ausländischen Gesellschaften stieg die Anzahl der Beschäftigten um 4,4 % auf 1.737 (Vorjahr: 1.664) an.

Entwicklung der Mitarbeiterzahl (nach Segmenten sowie Inland / Ausland)

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2011 2012 2013(1) 2014 2015 Veränderung zu 2014
Mitarbeiter, gesamt 5.593 6.254 6.723 7.832 8.239 + 5,2 %
davon Inland 4.375 4.904 5.080 6.168 6.502 + 5,4 %
davon Ausland 1.218 1.350 1.643 1.664 1.737 + 4,4 %
Segment Access 1.794 1.928 2.025 2.965 3.142 + 6,0 %
Segment Applications 3.771 4.292 4.664 4.829 4.945 + 2,4 %
Zentrale 28 34 34 38 152  

(1) Zum 30. Juni 2014 wurden die Mitarbeiterstatistiken der United Internet AG umgestellt und weisen nur noch aktive Mitarbeiter aus. Die Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2013 wurden rückwirkend angepasst.

Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2015 auf 429,7 Mio. € (Vorjahr: 351,7 Mio. €). Die Personalaufwandsquote blieb mit 11,6 % nahezu unverändert (Vorjahr: 11,5 %).

Entwicklung des Personalaufwands (in Mio. €)

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2011 2012 2013 2014 2015 Veränderung zu 2014
Personalaufwand 230,1 275,1 306,1 351,7 429,7 + 22,2 %
Personalaufwandsquote 11,0 % 11,5 % 11,5 % 11,5 % 11,6 %  

Der Umsatz pro Mitarbeiter bezogen auf die Mitarbeiterzahl im Jahresdurchschnitt betrug für das Geschäftsjahr 2015 ca. 461 Tsd. € (Vorjahr: ca. 421 Tsd. €).

Gezielte Mitarbeiterförderung und Weiterentwicklung

Um mit neuen Technologien, kompetitiven Ideen und Markttrends Schritt zu halten oder gar vorweggehen zu können, bedarf es einer kontinuierlichen Entwicklung der Mitarbeiter. Das Wissen zu bündeln und zu binden, erfordert eine nachhaltige Beschäftigung damit, Anforderungen des Unternehmens und des Markts an die Funktionen mit den individuellen Karrierezielen der Mitarbeiter in Einklang zu bringen und Perspektiven zu bieten.

Die Gesellschaft legt großen Wert darauf, den Mitarbeitern an allen Standorten, egal welcher Bereiche und Funktionen, die gleichen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu geben. Deshalb wurde bereits früh ein übergreifender, transparenter Rahmen für die Personalentwicklung definiert. Das Angebot umfasst einheitliche Programme und Fördermaßnahmen, ebenso wie funktionsadäquate, auf den Mitarbeiter und dessen Kompetenzprofil zugeschnittene Angebote. Konkret bedeutet dies, eine sukzessive Verantwortungsübernahme und Kompetenzerweiterung innerhalb der Funktion - vom Einsteiger bis zum Spezialisten. Dabei werden die Mitarbeiter im Arbeitsalltag ("on the job") sowie durch gezielte Trainingsmaßnahmen begleitet. Neben dem vertikalen Entwicklungspfad sind auch horizontale Entwicklungen in eine andere Funktion möglich. Daneben erlaubt die Durchlässigkeit in der Organisation einen Wechsel zwischen den Produkten oder Segmenten und ermöglicht so eine interdisziplinäre Weiterentwicklung der Mitarbeiter.

Für Mitarbeiter, die nach Erreichen der höchsten Kompetenzstufe in einer Funktion, dem sogenannten "Senior-Level", gerne weiter Verantwortung für ein Spezial-Thema oder in einer Führungsrolle übernehmen möchten, bietet die Gesellschaft zwei Laufbahnmodelle an: die "Führungslaufbahn" und die "Expertenlaufbahn". Während die Mitarbeiter in der "Führungslaufbahn" schrittweise Personalverantwortung übernehmen, verfügen die "Experten" über hohes Fachwissen. Sie haben keine disziplinarische Führungsverantwortung, sondern sind wichtige Leistungs- / Know-how-Träger und Berater zu strategischen Fragestellungen in ihrem speziellen Fachgebiet und wirken als Multiplikatoren für ihr Wissen in- und außerhalb der Gesellschaft. Sowohl die Führungs- als auch die Expertenlaufbahn ist "durchlässig", d. h. auch hier ist eine horizontale Bewegung möglich und ein Experte kann sich zur Führungskraft entwickeln und umgekehrt.

Potenzial und Leistung frühzeitig entdecken und gezielt fördern

Mittels Nachwuchsförderprogrammen, wie 1&1 Graduate oder Master+, fördert United Internet frühzeitig junge Talente, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben. Als Hauptziel wird dabei die nachhaltige Gewinnung und Ausbildung von zukünftigen Führungs-und Fachkräften aus den eigenen Reihen angestrebt.

Für besonders leistungsstarke Mitarbeiter und Potenzialträger aus allen Bereichen des Unternehmens werden weitere Förderprogramme angeboten. Darin werden diese Mitarbeiter strukturiert durch individuelle Entwicklungs- und Trainingspläne begleitet, um sie für ihre künftigen persönlichen Herausforderungen und die des Unternehmens vorzubereiten (MyWay+ für Mitarbeiter und 1&1 MOVE für Führungskräfte und Experten).

Fachtrainings von Kollegen für Kollegen

Eine besondere Initiative, die in Kooperation von Personalentwicklung und Kollegen aus dem Fachbereich getrieben wird, ist der TEC Campus, der sich mittlerweile im zweiten, sehr erfolgreichen Jahr befindet. Der TEC Campus ist die Plattform für die fachliche Weiterbildung von Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich "Technik und Entwicklung". Ziel ist es, durch interne Wissensweitergabe sowie gezielte, bedarfsgerechte Trainings das Know-how der Mitarbeiter zu verbreitern, zu vernetzen und neue Technologien frühzeitig aufzugreifen.

Auch dank der beschriebenen Förderprogramme konnten im Geschäftsjahr 2015 innerhalb der United Internet Gruppe 69 % der Führungspositionen intern besetzt werden.

Ausbildung mit hohem Stellenwert

Auch die berufliche Erstausbildung hat innerhalb der United Internet Gruppe einen hohen Stellenwert. Die Gesellschaft bildet Nachwuchskräfte selbst aus und ermöglicht jungen Menschen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Zurzeit werden in den kaufmännischen und technischen Berufen Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung / Systemintegration), IT-Systemkaufleute, Kaufleute für Dialogmarketing, Kaufleute für Marketingkommunikation sowie Kaufleute für Büromanagement ausgebildet. In Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) bietet United Internet an den Hochschulstandorten Karlsruhe und Mannheim Studiengänge in den Bereichen Angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik, BWL / Accounting & Controlling und BWL / Dienstleistungsmarketing an.

Alle Teilnehmer durchlaufen während ihrer dreijährigen Ausbildung oder ihres DHBW-Studiums ein breites Spektrum unterschiedlicher Fachabteilungen im Unternehmen. Während ihrer Einsätze dort werden sie voll in die Teams integriert und weitgehend in die Tagesabläufe eingebunden. Als besonders erfolgreich erweisen sich die Lehrwerkstätten an den Standorten in Karlsruhe und Montabaur. Hier verbringen vor allem die Auszubildenden in den technischen Berufen einen Teil ihrer Ausbildungszeit, um sich die für ihren späteren Einsatz nötigen fachlichen Grundlagen zu erarbeiten. Neben dem Vermitteln von Fach- und Methodenkompetenz legt die Gesellschaft im Rahmen der Ausbildung auch viel Wert auf das Verhalten im Einklang mit der Unternehmenskultur. Das Verinnerlichen der Unternehmenskultur, fachliches Know-how, methodische Skills sowie ein von den Unternehmenswerten geprägtes Verhalten bilden die Basis für einen erfolgreichen Übergang in die Zeit nach der Ausbildung.

Zum Jahresende 2015 befanden sich konzernweit über 150 junge Menschen in Ausbildung oder Studium. United Internet ist bestrebt, möglichst viele der Ausgebildeten nach bestandener Prüfung zu übernehmen und jedem Absolventen ein attraktives Angebot für eine Anstellung zu machen. Im Geschäftsjahr 2015 wurden 25 Auszubildende in eine Festanstellung übernommen.

Darüber hinaus ist United Internet als Förderer im Rahmen des "Deutschlandstipendiums" tätig, bei dem Unternehmen und Staat zu jeweils gleichen Teilen angehende Akademiker fördern, um ihnen ein erfolgreiches und anspruchsvolles Studium zu ermöglichen. Das Stipendium unterstützt dabei Studierende, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Seit dem Start des Programms 2011 fördert United Internet Studierende der beiden Elite-Universitäten LMU und TU München. United Internet beschränkt sich dabei nicht auf die finanzielle Unterstützung, sondern betreut die Studierenden auch persönlich durch Kollegen aus den Fachbereichen. Häufig entstehen daraus Praktika oder Werkstudententätigkeiten.

Diversity

Ohne die individuellen Stärken der Mitarbeiter/innen wäre United Internet nicht das, was es heute ist: Ein international erfolgreiches, innovatives Unternehmen auf Wachstumskurs. Die konstruktive Nutzung des Diversity-Managements, der Umgang mit der sozialen Vielfalt aller Mitarbeiter, hat für United Internet eine herausragende Bedeutung.

Die United Internet Gruppe steht für eine wertschätzende Unternehmenskultur, bei der die individuelle Verschiedenheit hinsichtlich Kultur, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppe und Religion gewünscht wird, also alles, was die einzelnen Mitarbeiter/innen innerhalb des Unternehmens einzigartig und unverwechselbar macht. Eine Belegschaft, die sich aus verschiedensten Persönlichkeiten zusammensetzt, bietet optimale Rahmenbedingungen für Kreativität und Produktivität. Das daraus resultierende Ideen- und Innovationspotenzial stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft und steigert die Chancen in Zukunftsmärkten. Diesem Gedanken folgend, soll für jeden Mitarbeiter das Tätigkeitsfeld und die Funktion gefunden werden, in der die jeweiligen individuellen Potenziale und Talente bestmöglich ausgeschöpft werden können. Neben der Produktivität wird mit Diversity auch die Mitarbeiterzufriedenheit im Allgemeinen gefördert. Dies sind wichtige Entscheidungskriterien für viele Bewerber bei der Auswahl ihres Arbeitgebers. Aber auch die Kunden von United Internet mit ihren vielfältigen Bedürfnissen schätzen einen Geschäftspartner, der ihrer eigenen Diversity gerecht wird.

Die Förderung von Vielfältigkeit kann jedoch keiner Einheitslösung folgen. Mitarbeiter und Bewerber werden aufgrund objektiver Faktoren wie Qualifikation, fachliche Eignung und Kompetenz eingestellt, beschäftigt und gefördert. In Unternehmensbereichen, in denen Frauen strukturell unterrepräsentiert sind, strebt United Internet bei gleicher Qualifikation, Kompetenz und sonstiger Eignung grundsätzlich eine höhere Berücksichtigung von Frauen an, entscheidet aber stets von Fall zu Fall.

Mitarbeiter nach Geschlecht

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31.12.2013 31.12.2014 31.12.2015
Frauen 35 % 33 % 34 %
Männer 65 % 67 % 66 %

Das Durchschnittsalter je Mitarbeiter im United Internet Konzern betrug zum Ende des Geschäftsjahrs 2015 rund 35,4 Jahre (Vorjahr: 33,8 Jahre).

Altersstruktur der Mitarbeiter

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31.12.2013 31.12.2014 31.12.2015
unter 30 Jahre 30 % 32 % 27 %
30 - 39 Jahre 46 % 43 % 40 %
40 - 49 Jahre 20 % 20 % 25 %
über 50 Jahre 4 % 5 % 8 %

Die Mitarbeiter der United Internet AG arbeiten in einem internationalen Umfeld an weltweit rund 40 Standorten.

Mitarbeiter nach Ländern

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31.12.2013 31.12.2014 31.12.2015
Mitarbeiter, gesamt 6.723 7.832 8.239
davon Deutschland 5.080 6.168 6.502
davon Frankreich 23 46 25
davon Großbritannien 208 227 234
davon Philippinen 468 450 390
davon Polen 6 6 263
davon Rumänien 288 264 229
davon Spanien 329 341 339
davon USA 303 300 239
davon Sonstige 18 30 18

Green IT

Im Zuge der globalen Klimadebatte und stetig steigender Energiekosten ist in der Computer-Branche immer häufiger von "Green IT" die Rede. Der Begriff "Green IT" umfasst im Prinzip sämtliche Maßnahmen, die dazu beitragen, sowohl den CO2 -Ausstoß als auch den Energieverbrauch eines Unternehmens zu reduzieren.

Die ITK-Branche leistet heute einen wesentlichen Beitrag zur weltweiten Wertschöpfung und ist damit ein starker Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig ist sie auch ein nicht unbedeutender CO2 -Emittent und benötigt viel Strom. Dies gilt bei Internet Service Providern wie United Internet insbesondere für die Rechenzentren in denen viele Millionen Cloud-Anwendungen für Privatpersonen und Gewerbetreibende betreut werden.

United Internet nutzt für ihre deutschen Rechenzentren bereits seit Dezember 2007 Strom aus regenerativen Energiequellen. So werden die Server in den deutschen Rechenzentren in Karlsruhe und Baden Airpark zum Beispiel zu 100 % mit Strom aus norwegischen und französischen Wasserkraftwerken betrieben, der über die Stadtwerke Karlsruhe bezogen wird. Die Server in den Rechenzentren in den USA wurden 2008 ebenfalls auf klimaneutralen Strom umgestellt. Und auch die beiden Rechenzentren in Spanien, die im Zuge der Übernahme des spanischen Wettbewerbers Arsys im Jahr 2013 mit übernommen wurden, arbeiten mit Strom aus regenerativen Energiequellen.

Die wichtigsten Bausteine hinsichtlich der Einsparung von Energie innerhalb der deutschen Rechenzentren sind:

Ein intelligentes Kühlungssystem: Das warme Kühlwasser wird zunächst durch Freiluftkühler auf dem Dach des Rechenzentrums geschleust, die ohne energiehungrige Kompressoren auskommen und die "natürliche" Außentemperatur zur Kühlung nutzen.

Die Server-Hardware: Ein Teil der Rechner wird speziell für United Internet zusammengebaut. Dabei wird auf überflüssige Komponenten verzichtet und es werden u. a. stromsparende Prozessoren sowie Netzteile mit geringem Wärmeverlust eingesetzt. Dadurch wird nur wenig Hitze abgesondert, so dass die Rechnerräume nicht so stark abgekühlt werden müssen.

Die eingesetzte Software: Das von United Internet eingesetzte Webhosting-Betriebssystem ist eine Eigenentwicklung, basierend auf Linux. Dank der Modifikation können so auf einem einzigen Rechner Daten von einigen tausend Kunden verwaltet und damit gleichzeitig Ressourcen sinnvoll genutzt werden.

Die Virtualisierung: Die Serverhardware in Rechenzentren ist häufig im Schnitt nur zu 15 % bis 25 % ausgelastet. Durch Virtualisierung kann die Effizienz deutlich gesteigert und damit Energie eingespart werden.

Soziales Engagement

Stiftung "United Internet for UNICEF"

Im September 2006 wurde die Stiftung "United Internet for UNICEF" gegründet. "United Internet for UNICEF" ist eine selbstständige, rechtsfähige Stiftung des deutschen bürgerlichen Rechts. Die Stiftung unterstützt in erster Linie Projekte von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen.

Aus dem breiten Spektrum der von UNICEF behandelten Themen werden gezielt Projekte ausgewählt und auf den reichweitestarken Portalen der United Internet Gruppe (1&1, GMX und WEB.DE) vorgestellt, um möglichst viele Spenderinnen und Spender - für die jeweiligen Projekte oder als dauerhafte UNICEF-Paten - zu gewinnen.

Ein großes Thema in 2015 war die Nothilfe nach dem katastrophalen Erdbeben in Nepal Anfang 2015. Das Erdbeben traf ein Land, das zu den ärmsten der Welt zählt. Nach dem Beben lebten fast 900.000 weitere Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Das Beben gilt als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Nepals. Knapp 9.000 Menschen starben an den Folgen des Erdbebens, rund 22.300 wurden verletzt. Zudem wurden über 4.500 Schulen, 700 Gesundheitseinrichtungen und 600.000 Häuser zerstört oder beschädigt.

Die schnelle Nothilfe von "United Internet for UNICEF" nach dem Erdbeben in Nepal hat erneut gezeigt, dass "United Internet for UNICEF" insbesondere in Notfall-Situationen so schnell wie kaum eine andere Stiftung Spenden in Millionenhöhe sammeln kann, da über die Newsletter der United Internet Portale innerhalb von 24 Stunden weit über 30 Mio. Menschen erreicht werden können. So konnten innerhalb kürzester Zeit rund 1,3 Mio. € gesammelt und an UNICEF übergeben werden. Damit konnten die ehrenamtlichen Helfer von UNICEF vor Ort u. a. 220.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen und 2.400 Kinder impfen.

Die schnelle Nothilfe von "United Internet for UNICEF" zeigte sich auch im November 2013, als der verheerende Taifun "Haiyan" über die philippinischen Inseln fegte. Damals konnten innerhalb von kurzer Zeit sogar rund 6 Mio. € Spendengelder gesammelt und an UNICEF weitergeleitet werden.

Neben der Nothilfe für die Erdbebenopfer in Nepal, waren Kinder in Krisengebieten ein wichtiges Thema in 2015. Der Fokus der Fundraising-Maßnahmen lag dabei auf der Gewinnung neuer und langfristiger UNICEF-Paten.

Die auf den United Internet Portalen gewonnenen Einzel- und Dauerspenden werden - dank ehrenamtlicher Tätigkeit aller Stiftungsmitarbeiter - zu 100 % an UNICEF weitergeleitet.

Die Entscheidung, mit einer eigenen Stiftung hauptsächlich UNICEF zu unterstützen, hat mehrere Gründe:

UNICEF verbessert die Lebensbedingungen von Kindern nachhaltig. Gemäß dem Ansatz der "Hilfe zur Selbsthilfe" entwickelt UNICEF überall auf der Welt landesweite Programme mit den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit, AIDS oder Kinderschutz. UNICEF bezieht die Bevölkerung intensiv in die Entwicklungsarbeit ein und unterstützt sie so, für sich selbst und ihre Kinder zu sorgen.

UNICEF hilft langfristig, ist aber auch in der Nothilfe ein reaktionsschneller und verlässlicher Partner. Nach Erdbeben, Flutkatastrophen oder in Nachkriegssituationen versorgt UNICEF die Kinder mit sauberem Trinkwasser und Medikamenten, sorgt für Notschulen und psychosoziale Betreuung. Dabei kommen UNICEF die langjährige Erfahrung und weltweite Präsenz zugute.

Die Verwendung von Spenden unterliegt bei UNICEF strengen Kontrollen. Sowohl die UNICEF-Vertretungen in den Programmländern als auch die Partner vor Ort werden regelmäßig überprüft um sicherzustellen, dass die Mittel exakt wie vorgesehen verwendet werden.

Im Zuge der Stiftungsaufrufe konnten im Geschäftsjahr 2015 weitere rund 3,7 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) an UNICEF übergeben werden.

Damit konnten seit Bestehen der Stiftung insgesamt 32,2 Mio. € an Spendengeldern und mit Stand 31. Dezember 2015 rund 11.400 aktive und dauerhafte UNICEF-Paten (Vorjahr: 9.800) über die Portale von 1&1, GMX und WEB.DE gewonnen werden.

Weitere Informationen zur Stiftung "United Internet for UNICEF" finden sich im Internet unter www.united-internet-for-unicef-stiftung.de.

"1&1 Welcome" und Initiative "Wir zusammen"

Neben der Stiftung "United Internet for UNICEF" engagiert sich die United Internet Gruppe auch mit verschiedenen Maßnahmen für die nachhaltige Integration von Flüchtlingen in Deutschland auf den drei Ebenen, die United Internet ausmachen: Mit den Mitarbeitern, als Arbeitgeber und den Produkten der Gesellschaft.

Bereits seit November 2015 engagieren sich im Rahmen des Projekts "1&1 Welcome" viele Mitarbeiter von United Internet freiwillig in lokalen Projekten. Dazu hat die United Internet AG Patenschaften für ausgewählte Integrationsangebote und Asylunterkünfte an ihren großen deutschen Standorten Karlsruhe, Montabaur, München und Zweibrücken übernommen. Dabei bieten Mitarbeiter gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort regelmäßige Aktivitäten an, die den Einstieg in den deutschen Alltag erleichtern. Dazu gehören beispielsweise Sportkurse, gemeinsames Musizieren, Ausflüge oder Kinderbetreuung. United Internet Mitarbeiter können dabei bis zu zehn Prozent ihrer Arbeitszeit für ihr Engagement im Rahmen des Projekts nutzen. Zusätzlich stellt United Internet finanzielle Mittel bereit, um unkompliziert notwendige Anschaffungen in den Asylunterkünften zu ermöglichen.

Neben diesen lokalen Projekten wird sich United Internet auch mit Qualifizierungsprogrammen und mit der Bereitstellung von kostenlosen Internetzugängen in die Integrationsinitiative "Wir zusammen" einbringen, die am 10. Februar 2016 gemeinsam mit 35 anderen namhaften Unternehmen gestartet wurde.

Für April 2016 plant United Internet den Start eines Qualifizierungsprogramms, um Flüchtlinge auf den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dazu wird derzeit ein modulares Kursprogramm entwickelt, in dem Teilnehmer einen allgemeinen Einblick in die Büroarbeit, das kulturelle Umfeld sowie in Berufsbilder in der IT-Branche erhalten. Für Absolventen dieses Programms werden im Anschluss auch Praktikums- oder Einstiegsplätze angeboten. Mit dem Rüstzeug des Qualifizierungsprogramms sollen die Absolventen in die Lage versetzt werden, sich erfolgreich um Arbeitsangebote bei deutschen Firmen - egal ob bei United Internet oder bei anderen Arbeitgebern - bewerben zu können.

Im Rahmen eines dritten Projekts wird United Internet Weiterbildungsmaßnahmen in Asylunterkünften unterstützen und dabei mobile Unterrichtsräume mit kostenlosen InternetZugängen ausstatten, um E-Learning-Programme zum Spracherwerb zu ermöglichen.

3 NACHTRAGSBERICHT

United Internet wird größter Aktionär der Tele Columbus AG

Die United Internet AG hat sich am 10. Februar 2016 - über ihre Tochtergesellschaft United Internet Ventures AG - den Erwerb eines Aktienpakets von ca. 15,31 % an der Tele Columbus AG, Berlin, vertraglich gesichert. Der Vollzug des Erwerbs stand zum damaligen Zeitpunkt unter der aufschiebenden Bedingung der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Diese Freigabe ist am 7. März 2016 erfolgt.

Nach Vollzug des Erwerbs hält die United Internet AG unter Berücksichtigung weiterer erworbener Anteile insgesamt mittelbar eine Beteiligung von 25,11 % an Tele Columbus.

United Internet sieht in der Tele Columbus AG ein gut aufgestelltes Unternehmen mit aussichtsreichen Marktchancen und wird als strategischer Aktionär die weitere Entwicklung der Gesellschaft begleiten und von deren Wertsteigerung profitieren.

Die United Internet AG beabsichtigt derzeit aber weder den Erwerb einer Beteiligung von 30 % oder mehr an der Tele Columbus AG - der mit der Verpflichtung zur Abgabe eines Pflichtangebots an alle weiteren Aktionäre der Tele Columbus AG verbunden wäre - noch ein freiwilliges Übernahmeangebot.

Aktienkurs der Rocket Internet SE

Der Aktienkurs der börsennotierten United Internet Beteiligung Rocket Internet SE verhielt sich auch nach dem Abschlussstichtag 31. Dezember 2015 stark volatil. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernabschlusses betrug der Aktienkurs 24,75 € (Schlusskurs per 11. März 2016). Sollte sich der Aktienkurs bis zum Ende des 1. Quartals 2016 nicht verbessern, ist aufgrund der geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Konzerns eine Wertminderung im 1. Quartal 2016 zu erfassen. Bewertet mit dem Aktienkurs zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses (11. März 2016) würde sich die potenzielle (nicht-cashwirksame) Wertminderung auf ca. 154,8 Mio. € belaufen. Für weitere Informationen wird auf den Konzernanhang unter Punkt 3 verwiesen.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 bei United Internet keine Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung und Berichterstattung haben.

Aussagen zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns und der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts finden sich unter Punkt 4.3 im "Prognosebericht".

4 RISIKO-, CHANCEN- UND PROGNOSEBERICHT

Die Risiko- und Chancenpolitik des United Internet Konzerns orientiert sich an dem Ziel, die Werte des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Das "gelebte" Risiko-und Chancenmanagement stellt sicher, dass die United Internet AG ihre Geschäftstätigkeiten in einem kontrollierten Unternehmensumfeld ausüben kann.

Das Risiko- und Chancenmanagement regelt den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem Handeln immer verbunden sind.

4.1 RISIKOBERICHT

Risikomanagement

Konzeption, Organisation und Aufgabe des Risikomanagements der United Internet AG werden von Vorstand und Aufsichtsrat vorgegeben und im Rahmen eines konzernweit verfügbaren und gültigen Risikohandbuchs dokumentiert. Diese Vorgaben werden laufend an die sich ändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Konzern-Risikomanagementabteilung koordiniert die Umsetzung und Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems und ist im Auftrag des Vorstands der United Internet AG für den zentral gesteuerten Risikomanagementprozess verantwortlich.

Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) prüft in regelmäßigen Abständen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems. Der Abschlussprüfer prüft im Rahmen des gesetzlichen Prüfungsauftrags für den Jahresabschluss und den Konzernabschluss, ob das Risikofrüherkennungssystem grundsätzlich geeignet ist, bestandsgefährdende Risiken und Entwicklungen so frühzeitig zu erkennen, dass diesen rechtzeitig entgegengewirkt werden kann. Das System entspricht den gesetzlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem, steht im Einklang mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex und orientiert sich in seiner Ausgestaltung an den in der internationalen ISO Norm ISO/IEC 31.000 festgelegten Merkmalen. Der Aufsichtsrat überprüft gemäß den Vorschriften des Aktiengesetzes die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems.

Methoden und Ziele des Risikomanagements

Das Risikomanagementsystem umfasst die Maßnahmen, die es der United Internet AG erlauben, mögliche Risiken, die die Erreichung der Unternehmensziele gefährden könnten, frühzeitig durch Assessments und Frühwarnsysteme zu erkennen, monetär und szenarioorientiert zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Das Ziel des konzernweit etablierten Risikomanagements ist es dabei, dem Management die größtmögliche Transparenz über die tatsächliche Risikosituation, deren Veränderung sowie der verfügbaren Handlungsoptionen zu verschaffen, um so das bewusste Eingehen oder das Vermeiden von Risiken zu ermöglichen. Hierbei ist konzernweit immer eine über die regulären Berichtswege etablierte indirekte Anbindung und für alle wesentlichen Geschäftsbereiche eine direkte Anbindung an das konzernweit etablierte zentrale Risikomanagement mit definierten Zuständigkeiten realisiert. Damit wird die Vollständigkeit der erfassten Risiken im Risikomanagementsystem gesichert.

Der Status der wesentlichen Risiken wird viermal im Jahr in Berichtsform an Vorstand und Aufsichtsrat kommuniziert. Bei identifizierten, unvermittelt wirkenden wesentlichen Risiken oder bei einer erheblichen Risikoveränderung wird eine Ad-hoc-Berichtspflicht ausgelöst. Das Risiko wird dann unverzüglich an den Finanzvorstand der United Internet AG gemeldet und von diesem gegebenenfalls auch an den Aufsichtsrat berichtet. Auf diesem Wege können wesentliche Risiken schnellstmöglich adressiert werden. Zur Unterstützung des zentralen Risikomanagements sind zusätzlich dezentrale Risikomanager mit einer monatlichen Berichtsfrequenz in für den Geschäftserfolg der Gesellschaft besonders wesentlichen Geschäftsbereichen (beispielsweise in den Bereichen "Technik und Entwicklung" der Gesellschaften) installiert. Für den konzernweiten Austausch und den Abgleich von Risikoinformationen finden regelmäßige Risk-Manager-Meetings zwischen dem zentralen Risikomanagement, den dezentralen Risikomanagern sowie auch - im übergreifenden Ansatz - mit den unternehmensweiten, querschnittsverantwortlichen Stellen statt. In dem bei der United Internet AG etablierten Risikomanagementsystem werden ausschließlich die erkannten Risiken dokumentiert. Die Bewertung der Risiken erfolgt in einer Netto-Betrachtung, d. h. Effekte durch mitigierende (korrigierende) Maßnahmen werden erst nach Umsetzung der Maßnahme in der Risikobewertung berücksichtigt.

Risiken für United Internet

Aus der Gesamtheit der für den Konzern identifizierten Risiken erläutern die folgenden Abschnitte die aus Sicht der Gesellschaft wesentlichen Risikofelder sowie Einzelrisiken. Einschätzungen seitens des Vorstands der Gesellschaft hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der möglichen Auswirkungen der im Folgenden beschriebenen Risiken befinden sich am Schluss dieses Risikoberichts.

Strategie

Die United Internet AG verfolgt weiterhin ein zunehmend internationales Wachstum auf europäischen und außereuropäischen Märkten. Dies stellt die Gesellschaft zunehmend vor neue Arten von Herausforderungen, die mit den unterschiedlichen kulturellen Umfeldern, unterschiedlichen gesetzlichen Anforderungen und ethischen und sozialen Erwartungen der Kunden und internationalen Mitarbeiter an die Muttergesellschaft zusammenhängen. Sowohl bei internen Prozessen, wie etwa der Durchführung übergreifender und internationaler Großprojekte, sowie der Kundenkommunikation hängt der unternehmerische Erfolg auch von den genauen Kenntnissen und der Berücksichtigung der landesspezifischen Besonderheiten der involvierten Parteiungen ab. Dies berücksichtigt die Gesellschaft durch einen verstärkten Aufbau interkultureller Kompetenz und die Sensibilisierung der Mitarbeiter und Führungskräfte.

Markt

Wettbewerb

Die Wettbewerbsintensität ist sowohl im Access- als auch im Applications-Segment hoch und könnte, beispielsweise durch den Markteintritt von neuen Wettbewerbern, weiter zunehmen. In der Folge könnten das Wachstum und / oder die erzielbaren Margen zurückgehen.

Im Rahmen der Diversifikation des Geschäftsmodells steigt United Internet gelegentlich in neue, zusätzliche Märkte mit großen Wettbewerbern ein. Mit einer solchen unternehmerischen Entscheidung für ein neues Geschäftsfeld oder ein neues Produkt sind in der Regel neue Risiken verbunden, die beispielsweise aus der Tarifierung der Produkte, der Veränderung von Geschäftsstrategien von Vordienstleistern oder einer missbräuchlichen Nutzung (Fraud) resultieren. United Internet versucht, mit einer detaillierten Planung auf Basis interner Erfahrungswerte und externer Marktstudien, durch die Nutzung verschiedener Partner / Zulieferer sowie durch ständig verbesserte Anti-Fraud Maßnahmen diese Risiken zu minimieren.

Geschäftsentwicklung und Innovationen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für United Internet ist es, neue und ständig verbesserte Produkte und Services zu entwickeln, um die Anzahl der Kundenverträge weiter zu steigern und die Kundenbindung zu stärken. Dabei besteht das Risiko, dass Neuentwicklungen zu spät auf den Markt kommen oder seitens der Zielgruppe nicht angenommen werden. Diesen Risiken begegnet United Internet durch eine intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie eine ständig auf das Feedback der Kunden reagierende Produktentwicklung.

Recht & Politik

Regulierung

Im Segment "Access" haben die Entscheidungen der Bundesnetzagentur und des Bundeskartellamts Einfluss auf die Gestaltung der Internetzugangstarife. Preiserhöhungen der Leitungsbetreiber, von denen United Internet Vorleistungen für die eigenen Kunden bezieht, könnten sich negativ auf die Profitabilität der Tarife auswirken. Gleichermaßen besteht die Möglichkeit, dass eine fehlende Regulierung das Marktumfeld für United Internet verschlechtert. United Internet begegnet dem tendenziell steigenden Regulierungsrisiko durch eine Zusammenarbeit mit mehreren Vorleistungspartnern und einer aktiven Verbandsarbeit. Zudem verfügt United Internet mit der Komplettübernahme von Versatel zum 1. Oktober 2014 inzwischen auch über ein eigenes Netz. Die eigene Netzinfrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zunehmend zu vertiefen und weniger DSL-Vorleistungen zu beziehen.

Mit sinkendem Trend besteht weiterhin das Risiko, dass es durch neue Datenschutzbestimmungen auf EU- und Bundesebene zu Einschränkungen in der Auswertung von so genannten Browser-Cookies kommt. Browser-Cookies ermöglichen das clientseitige Speichern von Information, die bei weiteren Aufrufen an den Server übertragen werden. Die Auswertung bzw. Informationsgewinnung über solche Browser-Cookies ist ein wesentlicher Bestandteil der Online-Werbung. Eine Nutzungseinschränkung könnte zur Folge haben, dass eigens entwickelte technische Lösungen nur noch bedingt eingesetzt werden könnten. Dies könnte das Geschäft in Teilen des Segments "Applications" behindern.

Datenschutz

United Internet speichert die Daten ihrer Kunden auf Servern in firmeneigenen und angemieteten Rechenzentren. Der Umgang mit diesen Daten unterliegt umfangreichen gesetzlichen Vorgaben. Die Gesellschaft ist sich dieser großen Verantwortung bewusst und räumt dem Datenschutz einen hohen Stellenwert und besondere Beachtung ein. Gleichwohl kann nie ausgeschlossen werden, dass Datenschutzbestimmungen beispielsweise durch menschliches Fehlverhalten oder technische Schwachstellen verletzt werden. Durch den Einsatz neuester Technologien, die ständige Überprüfung der datenschutzrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Vorgaben, einem umfangreichen datenschutzrechtlichen Schulungsprogramm für Mitarbeiter sowie die möglichst frühzeitige Einbindung von Datenschutzaspekten und -anforderungen in die Produktentwicklung investiert die Gesellschaft kontinuierlich in die Verbesserung des Datenschutzniveaus.

Rechtsstreitigkeiten

Die United Internet Gruppe ist gegenwärtig an verschiedenen Rechtsstreitigkeiten und Schiedsverfahren beteiligt, die sich aus den normalen Geschäftstätigkeiten ergeben. Der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten ist naturgemäß ungewiss und stellt daher ein Risiko dar. Sofern die Höhe der Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden kann, sind die Risiken aus den Rechtsstreitigkeiten in den Rückstellungen berücksichtigt.

Personal

Wenn United Internet ihre Personalressourcen an den nationalen und internationalen Standorten nicht effektiv steuert, ist die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage, ihr Geschäft effizient und erfolgreich zu führen. Es ist von zentraler Bedeutung, dass die personellen Ressourcen effektiv gesteuert werden, damit der kurz- und auch langfristige Bedarf an Mitarbeitern und erforderlichen Fachkenntnissen sichergestellt werden kann.

Diesem Risiko wirkt die Gesellschaft durch eine Reihe von Maßnahmen gezielt entgegen. Dazu gehören beispielsweise die Nachfolge- und Personalplanung, Outsourcing und der befristete Einsatz externer Ressourcen.

Hoch qualifizierte Mitarbeiter bilden die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von United Internet. Der Wettbewerb um kompetente und spezialisierte Fach- und Führungskräfte ist jedoch intensiv. Wenn es nicht gelingt, Führungskräfte und Mitarbeiter mit speziellem Fach-und Technologiewissen zu gewinnen, weiterzuentwickeln und an die Gesellschaft zu binden, wäre United Internet nicht in der Lage, ihrer Geschäftstätigkeit effektiv nachzugehen und ihre Wachstumsziele zu erreichen.

Trotz dieser Risiken sieht sich die Gesellschaft als attraktiver Arbeitgeber gut aufgestellt, um auch künftig hervorragend qualifizierte Fach- und Führungskräfte mit Potenzial zur Steigerung des Geschäftserfolgs einstellen zu können. Die Gesellschaft wirkt diesem Risiko auch entgegen, indem Mitarbeiter- und Führungskompetenzen weiterentwickelt werden. So werden gezielt Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung, Mentoren- und Coachingprogramme sowie besondere Angebote für Potenzialträger angeboten, die auf die Weiterentwicklung von Talenten und insbesondere von Führungskompetenzen ausgerichtet sind.

Weitere Angaben zum Thema Personal finden sich unter Punkt 2.5 "Wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren" dieses Lageberichts unter "Mitarbeiter".

Fraud

Um dem dynamischen Kundenwachstum sowie einer möglichst schnellen Leistungsbereitstellung im Sinne des Kunden Rechnung zu tragen, sind die Bestell- und Bereitstellungsprozesse von United Internet - wie bei vielen großen Unternehmen im Massenmarktgeschäft - weitgehend automatisiert. Diese automatisierten Prozesse bieten naturgemäß Angriffsmöglichkeiten für Betrüger. So könnten United Internet beispielsweise Schäden durch automatisierte Hosting- oder Domainbestellungen entstehen, die unter einer falschen Identität bestellt und nicht bezahlt werden.

Auch durch missbräuchliche SIM-Kartennutzungen, z.B. infolge von massenhaften Anrufweiterleitungen oder Roaming-Calls, können der United Internet Schäden entstehen.

United Internet versucht durch den permanenten Ausbau des Fraud-Managements, durch eine enge Zusammenarbeit mit Vorleistungsdienstleistern sowie durch entsprechende Produktgestaltung solche Fraud-Angriffe zu vermeiden oder zumindest sehr frühzeitig zu erkennen und zu beenden.

Leistungserstellung

Bedrohungspotenziale im Internet

Die United Internet AG realisiert ihren Unternehmenserfolg im Wesentlichen im Umfeld des Internet. Zur Leistungserbringung werden im Rahmen der Geschäftsprozesse Informations- und Telekommunikationstechnologien (Rechenzentren, Übertragungssysteme, Vermittlungsknoten u. a.) eingesetzt, die stark mit dem Internet vernetzt sind und deren Verfügbarkeit durch Bedrohungen aus dem Internet gefährdet werden können. So könnten beispielsweise DDoS-Attacken (DDoS = Distributed Denial of Service) zu einer Überlastung der technischen Systeme bzw. zu Serverausfällen führen. Um solchen Risiken zunehmend schneller begegnen zu können, wird das bestehende Überwachungs- und Alarmierungssystem inklusive der nötigen Prozesse und Dokumentationen kontinuierlich optimiert.

Es besteht zudem das Risiko eines Hackerangriffs mit dem Ziel, Kundendaten auszuspionieren, zu löschen oder Leistungen missbräuchlich in Anspruch zu nehmen. United Internet begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz von Virenscannern, Firewalling-Konzepten, eigens initiierten Tests und diversen technischen Kontrollmechanismen.

In den vergangenen Jahren ist eine stetige Zunahme an Spam-E-Mails im Internet zu verzeichnen. Hier besteht das Risiko, dass Spammer die E-Mail-Systeme der Gesellschaft missbrauchen und diese dann von anderen E-Mail-Providern blockiert werden. Um diesem Risiko zu begegnen, wurden verschiedene Vorkehrungen getroffen, das Spam-Aufkommen möglichst gering zu halten. Durch die aktive Teilnahme an länderübergreifenden Arbeitsgruppen wirkt United Internet darüber hinaus bei der Weiterentwicklung der Mail-Security-Standards mit.

Die Bedrohungspotentiale aus dem Internet stellen für United Internet hinsichtlich ihrer Auswirkungen die größte Risikogruppe dar, die insgesamt durch eine Vielzahl an technischen und organisatorischen Maßnahmen kontrolliert werden. Insbesondere seien hier der Betrieb und die kontinuierliche Verbesserung eines Sicherheitsmanagementsystems sowie der stetige Ausbau der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Systeme genannt.

Komplexität und Manipulierbarkeit der eingesetzten Hard- und Software

Die Produkte von United Internet sowie die dazu benötigten Geschäftsprozesse basieren auf einer komplexen technischen Infrastruktur und einer Vielzahl erfolgskritischer Softwaresysteme (Server, Kundenverwaltungsdatenbanken, Statistiksysteme etc.). Die ständige Anpassung an sich verändernde Kundenbedürfnisse führt zu einer zunehmenden Komplexität dieser technischen Infrastruktur, an der regelmäßig Änderungen vorgenommen werden müssen. In der Folge, aber auch durch größere Umstellungen wie beispielsweise Migrationen von Datenbeständen, kann es zu vielfältigen Störungen oder Ausfällen kommen. Sollten z. B. Leistungssysteme betroffen sein, könnte United Internet gegenüber ihren Kunden die zugesicherte Leistung nicht oder vorübergehend nicht mehr erbringen. Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft durch gezielte Architekturanpassungen, Qualitätssicherheitsmaßnahmen und eine räumlich getrennte (georedundante) Auslegung der Kernfunktionalitäten.

Für den Betrieb der Systeme besteht das Risiko gezielter Angriffe von innen und außen, z.B. durch Hacker oder durch Manipulation seitens zugriffsberechtigter Mitarbeiter, die Ausfälle oder Verschlechterungen der Services nach sich ziehen könnten. Um diesem Risiko zu begegnen, werden verschiedene soft- und hardwarebasierte Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt, die Infrastruktur und Verfügbarkeit schützen. Durch die Teilung von Aufgaben werden risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle nicht von einem Mitarbeiter allein, sondern nach dem "Vier-Augen-Prinzip" ausgeführt. Manuelle und technische Zugriffsbeschränkungen stellen darüber hinaus sicher, dass Mitarbeiter nur in ihren Verantwortungsbereichen tätig sind. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme gegen Datenverlust werden die vorhandenen Datenbestände einer regelmäßigen Datensicherung unterzogen und in georedundanten Rechenzentren gespeichert.

Komplexität in der Entwicklung

Auch hinsichtlich der bei United Internet intern realisierten Arbeitsabläufe und -prozesse sind vor dem Hintergrund der stetig steigenden Komplexität und Interoperabilität der angebotenen Produkte gestiegene Anforderungen an die Weiterentwicklung des Gesamtportfolios zu verzeichnen, die mit ständig wachsenden Abstimmungs- und Koordinationsaufwänden einhergehen. Die besondere Herausforderung liegt hierbei neben der Sicherstellung der Qualitätsstandards vor allem auch in der Berücksichtigung des agilen und sich immer schneller vollziehenden Marktgeschehens, welches die Aufrechterhaltung einer diesen Entwicklungen Schritt haltendenden, gewohnt leistungsfähigen und belastbaren Weiterentwicklungskomponente bedingt.

Ein weiterer Aspekt in diesem Kontext ist der Erhalt und Ausbau von Kernfähigkeiten im Unternehmen für die Weiterentwicklung des Produktportfolios. So könnte bei zeitkritischen Projekten der Einsatz von hochspezialisierten Dienstleistern bei deren kurzzeitigem Ausfall zu weiteren Mehraufwänden und negativen Folgen - wie etwa der Verzögerung geplanter Kampagnen, Sicherheitslücken o.ä. - im Unternehmen führen.

Diesen Risiken begegnet die Gesellschaft mit einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung der internen Abläufe und Prozesse, der gezielten Bündelung und Bindung von Experten und Kompetenzträgern sowie der kontinuierlichen Optimierung der organisatorischen Strukturen der Weiterentwicklungs-komponenten. Auch hinsichtlich der Auswahl und Steuerung strategischer Outsourcing-Partner wird sichergestellt, dass deren Verlässlichkeit und Fachkunde nach international belastbaren Kriterien nachgewiesen ist und keine Partnerschaften für kritische Geschäftsbereiche eingegangen werden, die nicht durch gesellschaftsinterne Fähigkeiten verzugslos aufrechterhalten werden könnten.

Zusätzliche Angaben zu Risiken, Finanzinstrumenten und Finanzrisikomanagement

Die im Wesentlichen bei der Einzelgesellschaft United Internet AG im Zuge der Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit entstandenen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen, Kontokorrentkredite sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

United Internet verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus ihrer Geschäftstätigkeit resultieren. Diese umfassen im Wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sowie Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Die Gesellschaft verfügte zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente.

Ziel des Finanzrisikomanagements ist es, Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Finanzmarktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.

Liquidität

Das Liquiditätsrisiko von United Internet besteht grundsätzlich darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen - beispielsweise der Tilgung von Finanzschulden - nicht nachkommen kann. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität auch durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen.

Im Cash-Management werden konzernweit der Bedarf und Überschuss an Zahlungsmitteln zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) von Bedarf und Überschuss wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Neben der operativen Liquidität unterhält United Internet auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteil dieser Liquiditätsreserven ist ein zugesagter syndizierter Kredit.

Durch die starke Geschäftsausweitung in den letzten Jahren haben sich auch die möglichen Forderungsausfälle der Gesellschaft erhöht. Trotz der (durch das Kundenwachstum) gestiegenen Eintrittswahrscheinlichkeit werden die Auswirkungen auf die Liquidität von United Internet als sehr gering eingestuft. Bei der Gesellschaft besteht weiterhin keine wesentliche Liquiditätsrisiko-Konzentration.

Financial Covenants

Die bestehenden Kreditlinien der Gesellschaft sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung dieser Auflagen könnte dazu führen, dass der Kreditgeber die Finanzierungen kündigen und die jeweiligen Valutierungen sofort fällig stellen kann. Die in den Kreditverträgen von United Internet enthaltenen Covenants umfassen die Einhaltung einer bestimmten Nettofinanzschulden-zu-EBITDA-Relation sowie die Einhaltung einer bestimmten EBITDA-zu-Zinsen-Relation. Mit diesen Relationen wird die relative Belastung der Gesellschaft durch die Finanzverbindlichkeiten (z. B. durch Zinszahlungen) berechnet. Angesichts der derzeit weit besseren Relationen von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als sehr gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht.

Finanzmarkt

Die Aktivitäten der United Internet AG sind insbesondere finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, von Wechselkursen sowie von Börsenkursen ausgesetzt.

Zinsen

Die Gesellschaft ist grundsätzlich Zinsrisiken ausgesetzt, da Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen wurden. Die Gesellschaft prüft auf der Grundlage der Liquiditätsplanung ständig die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Konditionen der Finanzschulden. Ein entstehender Finanzierungsbedarf wird mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt. Liquiditätsüberschüsse werden bestmöglich im Geldmarkt angelegt. Aufgrund der Entwicklung auf den weltweiten Finanzmärkten blieb das Zinsrisiko weitgehend unverändert. Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden.

Währung

Das Währungsrisiko von United Internet resultiert im Wesentlichen aus der operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Netto-Investitionen in ausländischen Tochterunternehmen. Da die Umsatzerlöse und Aufwendungen überwiegend im Euroraum erwirtschaftet bzw. angefallen sind, lagen im Berichtszeitraum keine wesentlichen die Cashflows beeinflussenden Währungsrisiken vor.

Börsenkurse (Bewertungsrisiko)

Ein Börsenkursrisiko resultiert im Wesentlichen aus Beteiligungen an börsennotierten Gesellschaften. Diese Beteiligungen werden im Einzelabschluss zu Anschaffungskosten und im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet. Sofern der (anteilige) Börsenwert einer Beteiligung dauerhaft unter dessen Anschaffungskosten liegt, erfasst die Gesellschaft im Einzelabschluss die Wertminderung des Finanzinstruments im Periodenergebnis. Im Konzernabschluss werden Wertänderungen, die sich aus der Fair Value Bewertung ergeben, erfolgswirksam erfasst, sofern eine Wertminderung aufgrund eines signifikanten oder langanhaltenden Rückgangs des beizulegenden Zeitwertes vorliegt. Weitere Einzelheiten dazu enthält der Nachtragsbericht sowie der Konzernanhang unter Punkt 2 "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" und Punkt 3 "Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen".

Kapitalsteuerung

Die Gesellschaft unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen (Umsatz, EBITDA, EBIT, EPS) sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, eigene Anteile erwerben und bei Bedarf wieder platzieren oder auch neue Anteile ausgeben. Zum 31. Dezember 2015 bzw. 31. Dezember 2014 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.

Gesamtaussage des Vorstands zur Risikosituation des Konzerns

Die Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung der Interdependenzen.

Die wesentlichen Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht insbesondere "Bedrohungspotenziale im Internet", "Komplexität und Manipulierbarkeit der eingesetzten Hard- und Software" sowie Risiken aus den Bereichen "Recht & Politik", "Markt" und "Fraud".

Durch den kontinuierlichen Ausbau des Risikomanagements begegnet United Internet diesen Risiken und begrenzt sie, soweit sinnvoll, mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum.

Im nicht-operativen Geschäft können abhängig von der weiteren Kursentwicklung der börsennotierten Beteiligungen von United Internet (nicht-cashwirksame) Belastungen aus Wertminderungen entstehen.

Bestandsgefährdende Risiken für den United Internet Konzern waren im Geschäftsjahr 2015 sowie zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts weder aus Einzelrisikopositionen noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar.

Eintrittswahrscheinlichkeit / mögliche Auswirkungen der Unternehmensrisiken

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Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkung
Risiken im Bereich Strategie    
Internationalisierung Gering (2014: Gering) Hoch (2014: Hoch)
Risiken im Bereich Markt    
Wettbewerb Gering (2014: Gering) Hoch (2014: Hoch)
Geschäftsentwicklung und Innovationen Gering (2014: Gering) Hoch (2014: Hoch)
Risiken im Bereich Recht & Politik    
Regulierung Hoch (2014: Hoch) Hoch (2014: Hoch)
Datenschutz Sehr gering (2014: Sehr gering) Hoch (2014: Hoch)
Rechtsstreitigkeiten(1) Hoch (2014: n/a) Hoch (2014: n/a)
Risiken im Bereich Personal    
Mitarbeiter Gering (2014: Gering) Hoch (2014: Gering)
Risiken im Bereich Fraud    
Betrug Gering (2014: Gering) Gering (2014: Gering)
Risiken im Bereich Leistungserstellung    
Bedrohungspotenziale im Internet Gering (2014: Gering) Sehr hoch (2014: Sehr hoch)
Komplexität / Manipulierbarkeit von Hard- u. Software Gering (2014: Gering) Hoch (2014: Hoch)
Komplexität in der Entwicklung Gering (2014: Gering) Hoch (2014: Hoch)
Risiken im Bereich Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement    
Liquidität Gering (2014: Gering) Sehr Gering (2014: Sehr gering)
Financial Covenants Sehr gering (2014: Sehr gering) Sehr gering (2014: Sehr gering)
Finanzmarkt Sehr hoch (2014: Gering) Sehr hoch (2014: Hoch)
Kapitalsteuerung Sehr gering (2014: Sehr gering) Sehr gering (2014: Sehr gering)

(1) Zuvor unter Regulierung ausgewiesen

Bewertungskategorien der Unternehmensrisiken in aufsteigender Reihenfolge

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Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche Auswirkung
Sehr gering Sehr gering
Gering Gering
Hoch Hoch
Sehr hoch Sehr hoch
  Extrem hoch

4.2 CHANCENBERICHT

Chancenmanagement

Das Chancenmanagement hat seine Grundlage in der strategischen Planung und den daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Entwicklung von Produkten und deren Positionierung in den unterschiedlichen Zielgruppen, Märkten und Ländern während des Produkt-Lebenszyklus. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten in Form der Bereichsvorstände und Geschäftsführer. Das Management der United Internet AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen, Modellen und Szenarien zu aktuellen und künftigen Branchen- und Technologietrends, Produkten, Märkten / Marktpotenzialen und Wettbewerbern im Umfeld der Gesellschaft. Die bei diesen strategischen Analysen identifizierten Chancenpotenziale werden anschließend unter Betrachtung der kritischen Erfolgsfaktoren sowie der bestehenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der United Internet AG analysiert, in den Planungsgesprächen zwischen Vorstand, Aufsichtsrat und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert und in konkrete Maßnahmen, Ziele und Meilensteine umgesetzt. Fortschritt und Erfolg der Maßnahmen werden fortlaufend von den operativ Verantwortlichen sowie von den Geschäftsführern und Vorständen der Gesellschaften überwacht.

Chancen für United Internet

Das stabile und weitgehend konjunkturunabhängige Geschäftsmodell von United Internet sichert planbare Umsätze und Cashflows und eröffnet so finanzielle Spielräume, um Chancen in neuen Geschäftsfeldern und neuen Märkten zu nutzen - organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen.

Breite strategische Positionierung in Wachstumsmärkten

Angesichts der breiten Positionierung in den heutigen Wachstumsmärkten liegen die rein strategischen Wachstumschancen der Gesellschaft auf der Hand: Überall und ständig verfügbare, immer leistungsfähigere Breitbandanschlüsse ermöglichen neue, aufwändigere Cloud-Applikationen. Diese internetbasierten Anwendungen für Privatanwender, Freiberufler und kleine Unternehmen sind für United Internet aus heutiger Sicht die Wachstumstreiber der nächsten Jahre - sowohl als eigenständige Produkte im Segment "Applications" wie auch in Kombination mit den festnetz- und mobilfunkbasierten Zugangsprodukten im Segment "Access".

Partizipation am Marktwachstum

Trotz der unsicheren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwartet United Internet wie auch viele der führenden Branchenanalysten eine positive Entwicklung in den für die Gesellschaft wesentlichen Märkten. United Internet gehört in diesen Märkten zu den führenden Marktteilnehmern. National und international. Mit den sehr wettbewerbsfähigen Access-Produkten, dem wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen, den starken und spezialisierten Marken, der hohen Vertriebskraft sowie den bereits bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden (Cross- und Up-Selling-Potenzial) ist United Internet gut aufgestellt, um in beiden Geschäftssegmenten auch am erwarteten Marktwachstum zu partizipieren.

Ausbau der Marktpositionen

Die United Internet AG gehört heute in vielen Unternehmensbereichen zu den führenden Unternehmen. Aufbauend auf dem vorhandenen technologischen Know-how, der hohen Produkt- und Servicequalität, der Bekanntheit der Konzernmarken wie z. B. 1&1, GMX, WEB.DE, united-domains, InterNetX oder Fasthosts, der Geschäftsbeziehungen zu Millionen Privat- und Geschäftskunden sowie der hohen Kundenbindung sieht United Internet gute Chancen, die heutigen Marktanteile weiter auszubauen.

Einstieg in neue Geschäftsfelder

Zu den Kernkompetenzen von United Internet gehört es auch, Kundenwünsche, Trends und somit neue Märkte frühzeitig zu erkennen. Die breit angelegte Wertschöpfungskette (von Produktentwicklung und Rechenzentrumsbetrieb, über effektives Marketing und einen schlagkräftigen Vertrieb bis hin zur aktiven Kundenbetreuung) ermöglicht es United Internet dabei, oft schneller als andere mit Innovationen am Markt zu sein und diese - dank der hohen Cash-Generierung in den bestehenden Geschäftsfeldern - kraftvoll zu vermarkten.

Bei sich abzeichnenden neuen Chancen, wie z. B. De-Mail, ist United Internet bereit und durch die starke Cash-Generierung in den etablierten Geschäftsfelder auch in der Lage, einen mehrjährigen kostenintensiven Vorlauf zu tragen. Denn dank des hohen Marktanteils bei deutschen E-Mail-Nutzern kann sich die Gesellschaft gute Chancen ausrechnen, sichtbar am Geschäft rund um den digitalen, rechtssicheren Briefweg (insbesondere bei Umsätzen aus "Porto" und "Werbesendungen") zu partizipieren.

Eigene Infrastruktur

Durch die Komplettübernahme von Versatel zum 1. Oktober 2014 verfügt United Internet inzwischen auch über ein eigenes Netz. Mit über 40.000 km Länge ist es das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland. Die eigene Netzinfrastruktur gibt United Internet die Möglichkeit, ihre Wertschöpfung zunehmend zu vertiefen und auch intern produzierte DSL-Vorleistungen zu beziehen.

Zudem bietet das eigene Netz United Internet die Chance, über die Marke Versatel auch im Geschäft mit Daten und Infrastruktur im B-to-B Business mit kleinen und mittleren Unternehmen sowie Großunternehmen aktiv zu werden. Diese Chance wird deutlich bei einem Blick auf den sehr stark ansteigenden Datenverbrauch bei Privatanwendern und Unternehmen (laut Auswertungen von Dialog Consult / VATM: +19,5 % verbrauchtes Datenvolumen pro Breitbandanschluss und Monat im Jahr 2015) bei einem gleichzeitig sehr hohen Nachholbedarf bei direkten Glasfaseranschlüssen in Deutschland. So waren - laut letzter Auswertung der OECD (Dezember 2014) - nur 1,2 % aller Breitbandanschlüsse in Deutschland Glasfaseranschlüsse. Damit belegt Deutschland weit abgeschlagen Platz 29 unter den 34 OECD-Ländern.

Internationalisierung

Cloud-Applikationen sind weltweit einsetzbar und funktionieren in Frankfurt am Main nach den gleichen Regeln wie in London, Rom oder New York. So hat United Internet bereits in der Vergangenheit zunächst für Deutschland entwickelte Cloud-Produkte wie 1&1 MyWebsite auf Sprache und länderspezifische Unterschiede angepasst und diese sukzessive in andere Länder ausgerollt.

Dank der guten Exportierbarkeit dieser Produkte ist United Internet im Geschäftsfeld "Applications" schon heute in zahlreichen europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Polen), aber auch in Nordamerika (USA, Kanada und Mexiko) tätig. Weitere Länder und Produkt-Rollouts werden sukzessive folgen.

Übernahmen und Beteiligungen

Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich auch Möglichkeiten von Firmenübernahmen und strategischen Beteiligungen. Dank der planbaren hohen Cashflows verfügt United Internet über eine hohe Eigenfinanzierungskraft und hat auch einen guten Zugang zu den Fremdfinanzierungsmärkten, um Chancen in Form von Übernahmen und Beteiligungen zu nutzen.

So hat United Internet ihre Marktpositionen im In- und Ausland auch durch mehrere Übernahmen sowie durch strategische Beteiligungen weiter verbessert und sich gleichzeitig eine hohe Kompetenz in den Bereichen "Mergers & Acquisitions" und "Firmen-Integration" aufgebaut. Zu den wichtigsten M&A Aktivitäten der letzten Jahre zählen dabei die Übernahme des Portalgeschäfts von WEB.DE (im Jahr 2005), die Übernahmen von Fasthosts (2006) und united-domains (2008), die Übernahme des DSL-Geschäfts von freenet (2009) sowie die Übernahmen von mail.com (2010), Arsys (2013), Versatel (2014) und home.pl (2015). Zu den wichtigsten strategischen Beteiligungen zählen die Beteiligungen an virtual minds (2008), ProfitBricks (2010), Open-Xchange (2013), ePages (2014), uberall (2014), Rocket Internet (2014) und Drillisch (2015).

4.3 PROGNOSEBERICHT

Konjunkturerwartungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Weltwirtschaftsausblick vom Januar 2016 seine Prognosen für die Entwicklung der globalen Volkswirtschaften in den Jahren 2016 und 2017 aktualisiert.

Danach wird die Weltwirtschaft in 2016 und 2017 langsamer wachsen als bisher erwartet. Ursächlich hierfür sieht der IWF eine Reihe von Risiken:

Verlangsamtes Wirtschaftswachstums in Schwellen- und Entwicklungsländern

Rückgang der Rohstoffpreise

Weltweit steigende Arbeitslosigkeit

Zinswende in den USA gepaart mit einem starken Dollar

Mögliche Eskalation der bestehenden geopolitischen Spannungen

Konkret rechnet der IWF für die Weltwirtschaft - nach einem Wachstum von 3,1 % in 2015 -mit einem Plus von 3,4 % in 2016 und 3,6 % in 2017. Dies sind jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger als bisher (Prognose Oktober 2015) erwartet.

Für die nordamerikanischen Zielländer von United Internet, die USA, Kanada und Mexiko, fallen die neuen Prognosen des IWF durchweg pessimistischer aus. So soll die Volkswirtschaft in den USA - nach einem Plus von 2,5 % in 2015 - um jeweils 2,6 % in 2016 und 2017 zulegen. Damit hat der IWF seine bisherigen Prognosen um jeweils 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Für Kanada wird - nach einem Wachstum von 1,2 % in 2015 - in 2016 und 2017 ein Wachstum von 1,7 % bzw. 2,1 % erwartet und damit 0,0 bzw. 0,3 Prozentpunkte weniger als bisher. Die Volkswirtschaft in Mexiko soll - nach einem Plus von 2,5 % in 2015- um 2,6 % in 2016 und 2,9 % in 2017 zulegen. Dies sind jeweils 0,2 Prozentpunkte weniger als bisher prognostiziert.

Für die Euro-Zone hat der IWF für 2016 und 2017 - nach einem Wachstum um 1,5 % in 2015 - ein Wachstum von jeweils 1,7 % in Aussicht gestellt. Damit hat der IWF seine Prognose für 2016 leicht um 0,1 Prozentpunkte angehoben und 2017 unverändert belassen.

Für die wesentlichen europäischen Zielländer von United Internet, Frankreich, Spanien, Italien sowie das Nicht-Euro-Land Großbritannien, erwartet der IWF unterschiedliche Entwicklungen. Für Frankreich prognostiziert der Fonds - nach einem Wachstum von 1,1 % in 2015 - nur noch eine Verbesserung der Wirtschaftsleistung um 1,3 % in 2016 und 1,5 % in 2017 (und damit 0,2 bzw. 0,1 Prozentpunkte weniger als bisher). Spanien hingegen soll - nach einem Plus von 3,2 % in 2015 - in 2016 und 2017 um 2,7 % bzw. 2,3 % zulegen (und damit um 0,2 bzw. 0,1 Prozentpunkte mehr als bisher erwartet). Die wirtschaftliche Entwicklung in Italien soll sich hingegen im Rahmen der bisherigen Erwartungen entwickeln. Nach einem Wachstum von 0,8 % in 2015 erwartet der IWF für 2016 und 2017 unverändert ein Wachstum von 1,3 % bzw. 1,2 %. Für Großbritannien rechnet der IWF - nach einem Plus von 2,2 % in 2015- auch für 2016 und 2017 mit einem Wachstum von jeweils 2,2 %. Dies entspricht ebenfalls den bisherigen Prognosen.

Für den aus Sicht von United Internet wichtigsten Markt, Deutschland, erwartet der IWF -nach einem Wachstum von 1,5 % in 2015 - ein Wirtschaftswachstum von jeweils 1,7 % in 2016 und 2017 und damit 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher erwartet.

Markt-Prognose: Entwicklung wesentlicher Bruttoinlandsprodukte aus Sicht von United Internet

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2017e 2016e 2015
Welt 3,6 % 3,4 % 3,1 %
USA 2,6 % 2,6 % 2,5 %
Kanada 2,1 % 1,7 % 1,2 %
Mexiko 2,9 % 2,6 % 2,5 %
Euro-Zone 1,7 % 1,7 % 1,5 %
Frankreich 1,5 % 1,3 % 1,1 %
Spanien 2,3 % 2,7 % 3,2 %
Italien 1,2 % 1,3 % 0,8 %
Großbritannien 2,2 % 2,2 % 2,2 %
Deutschland 1,7 % 1,7 % 1,5 %

Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Januar 2016

Markt- / Branchenerwartungen

Zum Start ins Geschäftsjahr 2016 herrscht bei den Unternehmen der Digitalwirtschaft in Deutschland überwiegend Optimismus. 74 % der Unternehmen erwarten für das 1. Halbjahr 2016 steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nur 8 % rechnen mit rückläufigen Geschäften. Dies geht aus der im Januar 2016 vorgestellten halbjährlichen Konjunkturumfrage des Branchenverbandes Bitkom unter deutschen ITK-Unternehmen hervor.

Die Zuversicht der meisten Unternehmen darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es innerhalb der Branche große Unterschiede gibt. So erwarten 81 % der Softwareanbieter und 80 % der IT-Dienstleister im 1. Halbjahr 2016 steigende Umsätze und nur 5 % bzw. 4 % rechnen mit einem Rückgang. Bei den Herstellern von Kommunikationstechnik gehen hingegen nur 63 % der Unternehmen von einem Plus aus, während 22 % rückläufige Geschäfte erwarten. Am skeptischsten sind die Anbieter von IT-Hardware. Von ihnen glauben nur 51 % an einen Umsatzanstieg, während 14 % einen Rückgang erwarten.

Insgesamt sind die Unternehmen auch für das Gesamtjahr 2016 optimistisch: 81 % aller befragten ITK-Unternehmen erwarten ein Umsatzplus, während nur 5 % von einem Minus ausgehen.

Von besonderer Bedeutung für United Internet sind insbesondere der deutsche Breitband- und Mobile-Internet-Markt im abonnementfinanzierten Segment "Access" sowie der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement- und werbefinanzierten Segment "Applications".

(Stationärer) Breitbandmarkt in Deutschland

Für den deutschen (festnetzbasierten) Breitbandmarkt erwarten die Experten angesichts einer bereits vergleichsweise hohen Haushaltsabdeckung sowie des Trends zur mobilen InternetNutzung weiterhin ein nur moderates Wachstum.

So rechnet PricewaterhouseCoopers für 2016 - laut der Studie "German Entertainment and Media Outlook 2015-2019" (Dezember 2015) - bei den mit festnetzbasierten Breitbandanschlüssen erzielten Umsätzen mit einem Anstieg um 1,4 % auf 8,03 Mrd. €.

Markt-Prognose: Breitband-Access (Festnetz) in Deutschland (in Mrd. €)

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2016e 2015 Veränderung
Umsatz 8,03 7,92 + 1,4 %

Quelle: PricewaterhouseCoopers

Mobile-Internet-Markt in Deutschland

Dem Mobile-Internet-Markt hingegen sagen alle Experten weiterhin deutliches Wachstum voraus. Nach einem Marktwachstum um 10,5 % auf 6,95 Mrd. € in 2015 erwartet PricewaterhouseCoopers für die mobilen Datendienste auch in 2016 ein Wachstum um 9,6 % auf 7,62 Mrd. €.

Getragen wird dieses Wachstum vor allem durch günstige und somit für den Verbraucher attraktive Preise sowie vom Boom bei Smartphones und Tablet-PCs und den damit verbundenen Anwendungen (Apps).

Markt-Prognose: Mobile Internet (Mobilfunk) in Deutschland (in Mrd. €)

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2016e 2015 Veränderung
Umsatz 7,62 6,95 + 9,6 %

Quelle: PricewaterhouseCoopers

Cloud-Computing-Markt

In einem Update der Studie "Forecast Analysis: Public Cloud Services, Worldwide" (August 2015) erwartet Gartner für 2016 ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 174,7 Mrd. $ um 16,3 % auf 203,1 Mrd. $.

Markt-Prognose: Cloud Computing weltweit (in Mrd. $)

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2016e 2015 Veränderung
Umsatz Public Cloud Services weltweit 203,1 174,7 16,3 %
davon Business Process Services (BPaaS) 42,9 39,2 9,4 %
davon Application Services (SaaS) 37,9 31,4 20,7 %
davon Application Infrastructure Services (PaaS) 4,6 3,8 21,1 %
davon System Infrastructure Services (IaaS) 21,1 15,8 33,5 %
davon Management and Security Services 6,3 5,0 26,0 %
davon Cloud Advertising 90,3 79,4 13,7 %

Quelle: Gartner

Online-Werbemarkt in Deutschland

Im Jahr 2015 waren die Aktivitäten der Werbetreibenden im Online-Sektor unverändert durch eine große Investitionsbereitschaft bestimmt.

Auch in 2016 rechnen Experten mit weiterem Wachstum. PricewaterhouseCoopers erwartet einen Anstieg um 7,4 % auf 6,55 Mrd. €. Dabei sollen insbesondere die mobile Online-Werbung sowie die Video-Werbung mit einem Plus von 31,6 % bzw. 18,2 % weiterhin kräftig zulegen.

Markt-Prognose: Online-Werbung in Deutschland (in Mrd. €)

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2016e 2015 Veränderung
Online-Werbeumsatz 6,55 6,10 + 7,4 %
davon Suchwortvermarktung 3,24 3,01 + 7,6 %
davon Display-Werbung 1,44 1,41 + 2,1 %
davon Affiliate / Classifieds 0,98 0,97 + 1,0 %
davon mobile Online-Werbung 0,50 0,38 +31,6 %
davon Video-Werbung 0,39 0,33 + 18,2 %

Quelle: PricewaterhouseCoopers

Unternehmenserwartungen

Schwerpunkte im Geschäftsjahr 2016

Die United Internet AG wird ihre auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Geschäftspolitik auch künftig fortsetzen und in neue Kunden, in neue Produkte und Geschäftsfelder sowie in die weitere Internationalisierung investieren.

Im Segment "Access" sieht sich United Internet angesichts der auf Flexibilität basierenden Produktpolitik, der konkreten Serviceversprechen im Rahmen des 1&1 Prinzips, der innovativen Produkte sowie des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr gut aufgestellt.

Das Vertrags- und Umsatzwachstum bei Consumer Produkten wird auch im Geschäftsjahr 2016 aus der Vermarktung von Mobile-Internet-Produkten und DSL-Anschlüssen erwartet. Schwerpunkte sind dabei der weitere Ausbau der V-DSL-Reichweite und der Einsatz der neuen Übertragungstechnologie "Vectoring" (mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s).

Bei den Business Lösungen der Marke Versatel soll das Sprach-, Daten und Netzwerkgeschäft mit kleinen und mittleren Unternehmen sowie das Infrastrukturgeschäft mit Großunternehmen weiter forciert werden.

Auch im Segment "Applications" hat sich United Internet mit ihren starken und spezialisierten Marken, dem ständig wachsenden Portfolio an Cloud-Applikationen sowie den bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Millionen kleiner Firmen, Freiberuflern und Privatanwendern gut positioniert, um die sich ergebenden Chancen im Cloud-Computing-Markt weiterhin zu nutzen.

Bei Consumer-Applikationen stehen in 2016 unverändert die Monetarisierung der Free-Accounts über Werbung sowie die sichere E-Mail-Kommunikation im Vordergrund. Ein Schwerpunkt ist dabei die weitere Verbreitung der im August 2013 mit der Deutschen Telekom gestarteten Initiative "E-Mail made in Germany".

Bei Business-Applikationen sollen die bestehenden Zielmärkte weiter ausgeschöpft werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts durch den Verkauf zusätzlicher Produkte, wie z. B. neuer Top-Level-Domains oder Marketing-Tools wie 1&1 List Local, sowie der Gewinnung von hochwertigen Kundenbeziehungen, etwa beim 1&1 Cloud Server.

Neben dem organischen Wachstum prüft United Internet kontinuierlich Möglichkeiten von Firmenübernahmen, Beteiligungen und Kooperationen. Dank der planbaren hohen Cashflows verfügt United Internet über eine starke Eigenfinanzierungskraft und hat einen guten Zugang zu Fremdfinanzierungsmärkten, um das geplante künftige Wachstum - sei es organisch oder durch Übernahmen und Beteiligungen - zu finanzieren.

Prognose für das Geschäftsjahr 2016

Konkret erwartet United Internet für das Geschäftsjahr 2016, dass die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge von 15,97 Mio. zum 31. Dezember 2015 um weitere ca. 800.000 Verträge gesteigert werden kann.

Der Umsatz im Konzern soll im Geschäftsjahr 2016 auf ca. 4 Mrd. € zulegen (Vorjahr: 3,716 Mrd. €). Die unterjährige Umsatzentwicklung (jeweils im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal) wird dabei auch von den Realisierungszeitpunkten im Projektgeschäft von Versatel beeinflusst.

Für das EBITDA wird ein Anstieg auf ca. 850 Mio. € erwartet (Vorjahr: 771,2 Mio. € inklusive 14,0 Mio. € Sondereffekte aus Verkaufserlösen).

Das Ergebnis der United Internet AG auf Ebene des Einzelabschlusses ist aufgrund ihrer Rolle als Holding-Gesellschaft im Wesentlichen durch das Beteiligungsergebnis beeinflusst. Zentrale Treiber sind hier die Ergebnisabführungen seitens der 1&1 Telecommunication SE und 1&1 Mail & Media Applications SE sowie der United Internet Ventures AG. Für das Ergebnis vor Steuern wird - vorbehaltlich eventueller Sondereffekte - ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet.

Die auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG soll sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Die Gesellschaft plant auch zukünftig, 20 - 40 % des bereinigten Konzernergebnisses an ihre Aktionäre auszuschütten, sofern die Mittel nicht für die weitere Unternehmensentwicklung benötigt werden.

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung

Der Vorstand der United Internet AG blickt optimistisch in die Zukunft. Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht sich United Internet auch stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt.

Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen, neue Geschäftsfelder und Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen wurde ein breites Fundament für das weitere Wachstum geschaffen.

Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Bei Access-Produkten werden die Schwerpunkte bei Marketing und Vertrieb im Geschäftsjahr 2016 insbesondere auf der Vermarktung der Mobile-Internet-Produkte liegen. In diesem Geschäft werden derzeit in Deutschland die Marktanteile verteilt. United Internet will dabei am derzeitigen Marktwachstum partizipieren und überproportional wachsen. Auch bei den DSL-Produkten will die Gesellschaft ihre gute Positionierung nutzen und sichtbar wachsen. Neben der Vermarktung der Access-Produkte an Consumer soll zusätzlich über die Marke Versatel das Geschäft mit Access-Lösungen für Geschäftskunden ausgebaut werden.

Neben dem deutschen Markt bietet auch das internationale Geschäft mit Cloud-Applikationen mittel- und langfristig gutes Potenzial für das weitere Wachstum der Gesellschaft. Wenngleich auch in 2016 die zentralen Themen "Monetarisierung der Free-Accounts über Werbung" (bei Consumer Applikationen) sowie "Ausbau des Bestandskundengeschäfts" sowie "Gewinnung hochwertiger Kundenverhältnisse" (bei Business Applikationen) unverändert bleiben werden.

Nach einem erfolgreichen Jahresauftakt sieht der Vorstand die Gesellschaft auch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts auf gutem Wege, die in der folgenden Tabelle zusammengefasste Prognose für das Gesamtjahr 2016 zu erreichen.

Prognose 2016 der United Internet AG

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Prognose 2016 12/2015
Kostenpflichtige Kundenverträge + ca. 800.000 15,97 Mio.
Umsatz ca. 4 Mrd. € 3,716 Mrd. €
EBITDA ca. 850 Mio. € 771,2 Mio. €(1)

(1) Inklusive 14,0 Mio. € Sondereffekte aus dem Verkauf der Goldbach Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual minds Anteilen

Auch für die finanziellen Leistungsindikatoren EBIT und EPS erwartet der Vorstand im Geschäftsjahr 2016 - im ordentlichen Geschäft - einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den um die Verkaufserlöse aus dem Verkauf der Goldbach-Aktien sowie dem Teilverkauf von virtual-minds-Anteilen bereinigten Kennzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahrs.

Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Der vorliegende Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen, Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nicht zutreffend erweisen könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht, die in diesem Bericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw. zu aktualisieren.

5 RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENES INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Gemäß § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB ist die United Internet AG verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll-und Risikomanagementsystems zu beschreiben.

Die United Internet AG betrachtet das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems (IKS). Dabei wird das IKS als fortlaufender Prozess verstanden, der Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen umfasst, um die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmerischen Vorgaben jederzeit zu gewährleisten. Der Aufbau des IKS der United Internet AG orientiert sich unter anderem an den international anerkannten Kontrollmodellen des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO).

Der Vorstand der United Internet AG ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der United Internet AG, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Zustand des IKS und die Ergebnisse des internen Revisionssystems berichten lässt. Die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) überprüft unabhängig die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im United Internet Konzern und verfügt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben über umfassende Informations-, Prüf- und Eintrittsrechte. Ihre Prüfungshandlungen basieren auf einem risikoorientierten Prüfungsplan, der auch regelmäßige Prüfungen bei Tochtergesellschaften vorsieht. Darüber hinaus prüft die Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Anlage- und Vorratsinventuren. Der Abschlussprüfer prüft darüber hinaus die für die Finanzberichterstattung relevanten Teile des IKS im Rahmen seines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses dient das IKS insbesondere dazu, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach § 315a HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zusätzlich dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Bei jedem IKS muss grundsätzlich berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten beispielsweise fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.

Die folgenden Aussagen beziehen sich nur auf die im Konzernabschluss der United Internet AG vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die United Internet AG mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geldpolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.

Die Aufgabe des Risikomanagements der United Internet AG ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen. Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.

Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die United Internet Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeiter, deren regelmäßige Schulung, das Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen unterstützt.

Bei festgestellten wesentlichen Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden diese bewertet und mit den verantwortlichen Personen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet, um die Wirksamkeit des IKS weiter zu verbessern. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch Abteilung Corporate Audit (Interne Revision) überwacht und kann Gegenstand von Folgeprüfungen sein. Zur Sicherstellung der hohen Qualität des rechnungslegungsbezogenen IKS ist Corporate Audit über alle Stufen hinweg eng mit einbezogen.

6 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

Die folgenden Angaben nach §§ 289 Abs. 4, 315 Abs. 4 HGB geben die Verhältnisse zum Bilanzstichtag wieder. Wie in § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG vorgesehen, werden die Angaben in den einzelnen Abschnitten erläutert.

Zusammensetzung des Kapitals

Das gezeichnete Kapital der United Internet AG beträgt zum 31. Dezember 2015 205.000.000 € und ist in 205.000.000 nennwertlose, auf den Namen lautende Stammaktien eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme, weitere Aktiengattungen existieren nicht. Bei einer Erhöhung des Grundkapitals kann der Beginn der Gewinnberechtigung der neuen Aktien abweichend von dem Zeitpunkt der Leistung der Einlagen festgelegt werden. Alle Stammaktien sind börsennotiert.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen in Bezug auf eigene Aktien gem. § 71b AktG und gem. § 71d S. 4 i. V. m. § 71b AktG vor. United Internet ist zum Stichtag im Besitz von 917.859 Aktien, welche 0,45 % des Grundkapitals repräsentieren.

Gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der Stimmrechte liegen weiterhin in Bezug auf die Interessenkollision gem. § 136 Abs. 1 AktG bei Aktien vor, die im Besitz des Vorstands und des Aufsichtsrats sind.

Innerhalb der Mitglieder des Vorstands hält Herr Ralph Dommermuth zum 31. Dezember 2015 82.000.000 Aktien (40,00 % des Grundkapitals). Zudem halten Herr Robert Hoffmann 100.000 Aktien (0,05 % des Grundkapitals), Herr Jan Oetjen 14.033 Aktien (0,01 % des Grundkapitals), Herr Martin Witt 3.139 Aktien (0,00 % des Grundkapitals) sowie Herr Frank Krause 920 Aktien (0,00 % des Grundkapitals).

Innerhalb der Mitglieder des Aufsichtsrats hält Herr Michael Scheeren zum Bilanzstichtag 300.000 Aktien (0,15 % des Grundkapitals).

Beschränkungen, die die Übertragung von Aktien betreffen, liegen nicht vor.

Direkte und indirekte Beteiligungen am Kapital mit mehr als 10 % der Stimmrechte

Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ralph Dommermuth, hält per 31. Dezember 2015 82.000.000 Aktien bzw. 40,00 % der Anteile am Grundkapital von 205.000.000 Aktien der United Internet AG. Weitere Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.

Sonderrechte

Herrn Ralph Dommermuth steht das persönliche Recht zu, ein Mitglied in den Aufsichtsrat zu entsenden. Das Entsendungsrecht wird ausgeübt durch Benennung der Person des Aufsichtsratsmitglieds gegenüber dem Vorstand der Gesellschaft. Die Benennung wird wirksam durch Erklärung der Annahme des Aufsichtsratsmandats durch die benannte Person gegenüber dem Vorstand. Das vorstehende Benennungsrecht setzt voraus, dass Herr Ralph Dommermuth selbst oder durch mit ihm gemäß §§ 15 ff. AktG verbundene Unternehmen bei Ausübung des Benennungsrechts Aktien halten, die mindestens 25 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Gesellschaft repräsentieren und dies dem Vorstand bei der Benennung des Aufsichtsratsmitglieds durch Depotauszüge oder ähnliche Unterlagen nachweisen. Herr Dommermuth hat bisher von seinem Entsendungsrecht keinen Gebrauch gemacht. Weitere Aktien mit Sonderrechten bestehen nach Kenntnis des Vorstands nicht.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsänderungen

Die Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands richtet sich nach den §§ 84, 85 AktG in Verbindung mit Ziffer 1 der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand mindestens aus einer Person. Der Aufsichtsrat bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands, bestimmt ihre Zahl und kann ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden ernennen.

Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 22 der Satzung in Verbindung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG ermächtigt (Änderungen bei Grundkapital und Aktienzahl).

Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe von Aktien

Der Vorstand hat die Möglichkeit, unter folgenden Umständen neue Aktien auszugeben:

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 20. Mai 2020 einmalig oder mehrfach um bis zu insgesamt 102.500.000,00 € durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015). Der Vorstand ist zudem ermächtigt, in bestimmten in § 5 Ziffer 4 der Satzung genannten Fällen das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Dies betrifft insbesondere den Ausgleich von Spitzenbeträgen und die Einräumung von Bezugsrechten auf neue Aktien an die Inhaber von Optionsscheinen, Wandelschuldverschreibungen oder Optionsanleihen. Des Weiteren ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht einzuschränken, unter der Voraussetzung, dass der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und die ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht überschreiten. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats kann der Vorstand das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen ausschließen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern.

Das Grundkapital ist um bis zu 25.000.000,00 €, eingeteilt in bis zu 250.000.000 Stammaktien ohne Nennwert, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Mai 2015 bis zum 20. Mai 2020 von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden, soweit die Ausgabe gegen bar erfolgt ist und soweit nicht ein Barausgleich gewährt wird oder die Options- oder Wandlungsrechte aus dem Bestand eigener Aktien oder aus genehmigtem Kapital bedient werden.

Befugnisse des Vorstands zum Rückkauf von Aktien

Die von der Hauptversammlung am 23. Mai 2013 beschlossene und ursprünglich bis zum 22. November 2014 laufende Ermächtigung zum Erwerb, der Veräußerung oder Einziehung eigener Aktien wurde seitens der Hauptversammlung vom 22. Mai 2014 zum Ablauf des 22. Mai 2014 mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben.

Gleichzeitig hat die Hauptversammlung den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG am 22. Mai 2014 ermächtigt, im Anschluss an die auslaufende Ermächtigung und bis zum 22. September 2017 eigene Aktien im Umfang von bis zu zehn vom Hundert des Grundkapitals zu erwerben, zu veräußern oder einzuziehen.

Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, für einen oder mehrere Zwecke von der Gesellschaft ausgeübt werden; sie kann aber auch von abhängigen oder im Mehrheitsbesitz der Gesellschaft stehenden Unternehmen oder für ihre oder deren Rechnung von Dritten ausgeübt werden. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels mit eigenen Aktien genutzt werden.

Der Erwerb der United-Internet-Aktien kann auf alle gesetzlich zulässigen Weisen erfolgen, insbesondere durch Rückkauf über die Börse und / oder mittels einer öffentlichen Kaufofferte.

Bei einem Erwerb über die Börse darf der Gegenwert für den Erwerb der United-Internet-Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) zehn vom Hundert des Börsenkurses nicht unterschreiten und den Börsenkurs nicht um mehr als zehn vom Hundert überschreiten.

Die Gegenleistung für den Erwerb der United-Internet-Aktien im Rahmen von Kaufofferten kann in einer Barzahlung bestehen oder durch Übertragung von Aktien eines im Sinne von § 3 Abs. 2 AktG börsennotierten Unternehmens ("Tauschaktien") geleistet werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die so erworbenen Aktien und bereits früher erworbene Aktien zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere eine Veräußerung der eigenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre oder gegen eine Sachleistung vorzunehmen. Die Ermächtigung zur Veräußerung gegen eine Barleistung verringert sich um den Anteil am Grundkapital, der auf Aktien entfällt, für die das Bezugsrecht in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wurde.

Ferner ist der Vorstand ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Gewährung von Aktien an Mitglieder des Vorstands und an sonstige Mitarbeiter sowie an Mitglieder der Geschäftsführungen und Mitarbeiter von mit der Gesellschaft im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen zu verwenden, zu deren Bezug diese Personen aufgrund von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen berechtigt sind. Soweit eigene Aktien an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft übertragen werden sollen, obliegt die Entscheidung hierüber dem Aufsichtsrat.

Der Vorstand ist zudem ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats zur Erfüllung von Wandel- oder Optionsrechten bzw. Wandlungspflichten zu verwenden.

Der Vorstand ist weiter ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder teilweise ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen.

Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird insoweit ausgeschlossen, wie diese Aktien gemäß den vorstehend beschriebenen Ermächtigungen verwendet werden.

7 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG / CORPORATE GOVERNANCE BERICHT

Die Unternehmensführung der United Internet AG als börsennotierte deutsche Aktiengesellschaft wird in erster Linie durch das Aktiengesetz und durch die Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) in seiner jeweils aktuellen Fassung bestimmt.

Der Begriff Corporate Governance steht für eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Effiziente Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Aktionärsinteressen sowie Offenheit und Transparenz der Unternehmenskommunikation sind wesentliche Aspekte guter Corporate Governance.

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung für den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen.

Der nachfolgende Bericht enthält die "Erklärung zur Unternehmensführung" gemäß § 289a HGB sowie den "Corporate Governance Bericht" gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex von Vorstand und Aufsichtsrat.

Führungs- und Unternehmensstruktur

Entsprechend ihrer Rechtsform verfügt die United Internet AG mit ihren Organen Vorstand und Aufsichtsrat über eine zweigeteilte Leitungs- und Überwachungsstruktur. Das dritte Organ bildet die Hauptversammlung. Alle 3 Organe sind dem Wohl des Unternehmens verpflichtet.

Aufsichtsrat

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der von der Hauptversammlung gewählte Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2015 aus 3 Mitgliedern. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt in der Regel 5 Jahre.

Der Aufsichtsrat hält mit dem Vorstand regelmäßig Kontakt und überwacht und berät -gemäß Gesetz, Satzung, Geschäftsordnung sowie den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist - den Vorstand bei der Führung der Geschäfte und dem Risiko- und Chancenmanagement des Unternehmens.

In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie und deren Umsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements sowie der Compliance. Er diskutiert mit dem Vorstand die Quartals- und Halbjahresberichte vor ihrer Veröffentlichung und verabschiedet die Jahresplanung. Er prüft den Jahres- und Konzernabschluss und billigt die Abschlüsse, wenn keine Einwände zu erheben sind. Dabei berücksichtigt er die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers.

In den Aufgabenbereich des Aufsichtsrats fallen auch die Bestellung der Vorstandsmitglieder sowie die Festlegung der Vorstandsvergütung und deren regelmäßige Überprüfung unter Beachtung der jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach § 161 AktG eine Abweichung erklärt wird.

Zur Selbstbeurteilung führt der Aufsichtsrat regelmäßig eine Effizienzprüfung durch.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt.

Der Aufsichtsrat wird mindestens einmal im Kalendervierteljahr einberufen.

Die Sitzungen des Aufsichtsrates werden durch seinen Vorsitzenden mindestens 14 Tage vorher schriftlich einberufen.

Mit der Einberufung sind die Gegenstände der Tagesordnung mitzuteilen. Ist eine Tagesordnung nicht ordnungsgemäß angekündigt worden, darf hierüber nur beschlossen werden, wenn vor der Beschlussfassung kein Aufsichtsratsmitglied widerspricht.

Beschlüsse des Aufsichtsrates werden in der Regel in Sitzungen gefasst. Sitzungen werden vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats geleitet. Außerhalb von Sitzungen können auf Anordnung des Vorsitzenden Beschlussfassungen auch auf anderem Wege, zum Beispiel per Telefon oder per E-Mail erfolgen, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht.

Der Aufsichtsrat ist beschlussfähig, wenn an der Beschlussfassung alle 3 Mitglieder teilnehmen. Ein Mitglied nimmt auch dann an einer Beschlussfassung teil, wenn es sich in der Abstimmung der Stimme enthält.

Beschlüsse des Aufsichtsrates werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes bestimmt, mit einer einfachen Mehrheit gefasst.

Über die Verhandlungen und Beschlüsse des Aufsichtsrates werden Niederschriften angefertigt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates ist ermächtigt, im Namen des Aufsichtsrates die zur Durchführung der Beschlüsse des Aufsichtsrates erforderlichen Willenserklärungen abzugeben.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats / Stand der Umsetzung

Nach Beseitigung der in der Vergangenheit bestehenden Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld hat der Aufsichtsrat mit Beschlussfassung vom 16. Dezember 2015 erstmals konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benannt und wird diese Ziele bei künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. Auf die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, einer Empfehlung des aktuellen Corporate Governance Kodex, wurde dabei verzichtet, da der Aufsichtsrat der Auffassung ist, dass eine derartige Beschränkung gegenüber anderen Kriterien für Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern nicht sachgerecht ist und es letztendlich der Hauptversammlung und ihrer Wahlfreiheit obliegt, die Kandidaten in den Aufsichtsrat zu wählen, die sie für am besten geeignet halten, ihre Interessen zu vertreten.

Vor dem Hintergrund

seiner eigenen Größe (drei Mitglieder),

des Geschäftsfeldes, in dem die Gesellschaft tätig ist,

der Größe und der Struktur der Gesellschaft,

des Umfangs der internationalen Tätigkeit der Gesellschaft sowie

der Börsennotierung der Gesellschaft und

ihrer gegenwärtigen Aktionärsstruktur

hat der Aufsichtsrat der United Internet AG die folgenden Vorgaben für seine Zusammensetzung beschlossen:

Die Mitglieder des Aufsichtsrats müssen insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Der Aufsichtsrat wird das, ebenso wie die nachfolgenden Zielvorgaben, im Rahmen seiner Wahlvorschläge an die Hauptversammlung berücksichtigen.

Unter Berücksichtigung dieses Erfordernisses bestehen die nachfolgenden Zielvorgaben für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Bei der Umsetzung der Zielvorgaben ist jeweils die spezifische Situation des Unternehmens zu berücksichtigen.

Der Aufsichtsrat strebt an, dass jeweils mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats mehrjährige im Ausland oder in einem international tätigen Unternehmen erworbene operative Erfahrung aufweist.

Aufsichtsratsmitglieder sollen keine anderweitigen Tätigkeiten ausüben, die das häufige Auftreten von Interessenkonflikten wahrscheinlich machen. Dazu gehören leitende Positionen bei wesentlichen Wettbewerbern.

Der Aufsichtsrat strebt an, dass jeweils mindestens zwei der drei Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne der Kriterien von Nummer 5.4.2 DCGK sind.

Mitglieder des Aufsichtsrats sollen in der Regel zum Zeitpunkt ihrer Wahl oder Wiederwahl das 70. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

Der Aufsichtsrat strebt an, dass seine Zusammensetzung ein möglichst breites Spektrum der für das Unternehmen relevanten Erfahrungen reflektiert. Hinsichtlich der Beteiligung von Frauen wird auf die separate Festlegung der Zielgröße nach Maßgabe der gesetzlichen Regelungen hingewiesen.

Der Aufsichtsrat strebt an, dass mindestens eines seiner Mitglieder über besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollverfahren verfügt.

Der Aufsichtsrat strebt an, dass alle seine Mitglieder den für die sorgfältige Wahrnehmung des Mandats erforderlichen Zeitaufwand über ihre gesamte Amtszeit hinweg erbringen können. Er wird dies bei seinen Wahlvorschlägen berücksichtigen und sich bei den jeweiligen Kandidaten darüber vergewissern.

Der Aufsichtsrat der United Internet AG sieht die genannten Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats derzeit als ausnahmslos erfüllt an.

Aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der von der Hauptversammlung 2015 neu gewählte Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2015 unverändert aus den Herren Kurt Dobitsch (Aufsichtsratsvorsitzender), Michael Scheeren (stellvertretender Vorsitzender) und Kai-Uwe Ricke. Vorbehaltlich der Bildung von Rumpfgeschäftsjahren endet das jeweilige Amt der Aufsichtsratsmitglieder mit dem Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2020.

Vorstand

Arbeitsweise des Vorstands

Der Vorstand ist das Leitungsorgan des Konzerns. Er bestand im Geschäftsjahr 2015 aus 5 Personen. Der Vorstand führt die Geschäfte nach Gesetz und Satzung, der vom Aufsichtsrat genehmigten Geschäftsordnung sowie den jeweiligen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex, soweit nicht nach Maßgabe von § 161 AktG eine Abweichung erklärt ist.

Er ist zuständig für die Aufstellung der Zwischen- und Jahresabschlüsse sowie für die Besetzung von personellen Schlüsselpositionen im Unternehmen.

Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen des § 90 AktG und gibt dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats mindestens einmal pro Monat mündlich und auf Anforderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch schriftlich einen Überblick über den aktuellen Stand der nach § 90 AktG relevanten Berichtsgegenstände. Der Aufsichtsratsvorsitzende wird demnach über wichtige Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung sowie für die Leitung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung sind, unverzüglich durch den Vorsitzenden bzw. Sprecher des Vorstands oder den Vorstand Finanzen informiert. Als wichtiger Anlass ist auch jede wesentliche Abweichung von der Planung oder sonstigen Prognosen der Gesellschaft anzusehen. Der Vorsitzende bzw. Sprecher des Vorstands oder der Vorstand Finanzen informiert den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ferner nach Möglichkeit vorab, sonst unverzüglich danach über jede Ad-hoc-Mitteilung der Gesellschaft nach § 15 WpHG.

Für die Mitglieder des Vorstands gilt ebenfalls eine Altersgrenze von 70 Jahren. Diese Vorgabe wird derzeit ebenfalls ausnahmslos eingehalten.

Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich nach einheitlichen Zielsetzungen, Plänen und Richtlinien. Unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands handelt jedes Vorstandsmitglied in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich, ist aber gehalten, die auf das ihm zugewiesene Ressort bezogenen Interessen dem Gesamtwohl des Unternehmens unterzuordnen.

Die Aufgabenverteilung innerhalb des Vorstands regelt der Gesamtvorstand in einem Geschäftsverteilungsplan.

Die Vorstandsmitglieder unterrichten sich gegenseitig über wichtige Vorgänge innerhalb ihrer Geschäftsbereiche. Angelegenheiten von größerer Bedeutung, die nicht im Budget verabschiedet sind, sind von wenigstens zwei Vorstandsmitgliedern zu erörtern und zu entscheiden, wobei eines der beiden Vorstandsmitglieder das Ressort Finanzen verantworten muss.

Unbeschadet ihrer Ressortzuständigkeit verfolgen alle Vorstandsmitglieder ständig die für den Geschäftsverlauf der Gesellschaft entscheidenden Daten, um jederzeit auf die Abwendung drohender Nachteile, die Durchführung wünschenswerter Verbesserungen oder zweckmäßiger Änderungen durch Anrufung des Gesamtvorstandes oder sonst auf geeignete Weise hinwirken zu können.

Der Gesamtvorstand beschließt über alle Angelegenheiten, die von besonderer Bedeutung und Tragweite für die Gesellschaft oder ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sind.

Der Gesamtvorstand entscheidet mit einfacher Stimmenmehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorstandsvorsitzenden den Ausschlag. Die Beschlüsse des Vorstandes werden in einer Niederschrift festgehalten.

Der Gesamtvorstand kommt regelmäßig einmal im Monat und sonst bei Bedarf zu einer Vorstandssitzung zusammen.

Jedes Vorstandsmitglied legt Interessenkonflikte unverzüglich gegenüber dem Aufsichtsrat offen.

Aktuelle Zusammensetzung des Vorstands

Der Vorstand von United Internet bestand im Geschäftsjahr 2015 aus dem Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzenden Herrn Ralph Dommermuth, dem stellvertretenden Vorsitzenden und Vorstand "Business Applications" Herrn Robert Hoffmann (seit 2006 im Unternehmen), dem Vorstand "Consumer Applications" Herrn Jan Oetjen (seit 2008 im Unternehmen), dem Vorstand "Access" Herrn Martin Witt (seit 2009 im Unternehmen) sowie den Finanzvorständen Herrn Norbert Lang (bis 30. Juni 2015) sowie Herrn Frank Krause (seit 1. Juni 2015).

Der langjährige Finanzvorstand Herr Norbert Lang hat das Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 30. Juni 2015 verlassen.

Als neuer Finanzvorstand der United Internet AG wurde Herr Frank Krause mit Wirkung zum 1. Juni 2015 berufen.

Der Vorstand der United Internet AG besteht somit seit dem 1. Juli 2015 aus folgenden 5 Mitgliedern:

Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender

Robert Hoffmann, stellv. Vorsitzender, Vorstand Business Applications

Jan Oetjen, Vorstand Consumer Applications

Martin Witt, Vorstand Access

Frank Krause, Vorstand Finanzen

Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und Führungsebenen / Stand der Umsetzung

Das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" (FührposGleichberG) vom 24. April 2015 hat das Aktiengesetz sowie eine Reihe weiterer Gesetze verändert.

Für die United Internet AG ergaben sich aus dem Gesetz insbesondere folgende Verpflichtungen:

Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat der United Internet AG durch den Aufsichtsrat

Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand der United Internet AG durch den Aufsichtsrat

Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene der United Internet AG durch den Vorstand

Die erstmalige Festlegung musste bis zum 30. September 2015 erfolgen und darf maximal einen Zeitraum bis zum 30. Juni 2017 erfassen, innerhalb dessen die angestrebte Zielgröße erreicht werden soll. Die nachfolgenden Festlegungen dürfen jeweils maximal einen Zeitraum von 5 Jahren umfassen.

Nach eingehender Prüfung haben Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG mit Beschlussfassung von 12. August 2015 dazu folgende Beschlüsse gefasst:

Für den erst von der Hauptversammlung vom 21. Mai 2015 neu gewählten Aufsichtsrat wird für den Referenzzeitraum (bis 30. Juni 2017) die Zielgröße "0" festgelegt. Der Aufsichtsrat setzt sich derzeit ausschließlich aus Männern zusammen. Die Amtszeit aller Aufsichtsratsmitglieder reicht deutlich über das Ende des Referenzzeitraums hinaus. Personelle Veränderungen oder eine Vergrößerung des Gremiums sind weder geplant noch absehbar.

Für den Vorstand wird für den Referenzzeitraum (bis 30. Juni 2017) die Zielgröße "0" festgelegt. Der Vorstand setzt sich derzeit ebenfalls ausschließlich aus Männern zusammen. Personelle Veränderungen oder eine Vergrößerung des Gremiums sind weder geplant noch absehbar. Das vom Gesetzgeber verfolgte Ziel der Erhöhung des Frauenanteiles tritt aus Sicht des Aufsichtsrats insoweit hinter dem Interesse des Unternehmens an der Fortführung der erfolgreichen Arbeit durch eingearbeitete Vorstandsmitglieder und an einer den Bedürfnissen des Unternehmens angepassten Vorstandsgröße zurück.

Sowohl hinsichtlich des Frauenanteils im Aufsichtsrat als auch im Vorstand behält sich der Aufsichtsrat vor, über die Zielgröße innerhalb des Referenzzeitraums erneut zu beschließen, sollte sich innerhalb des Referenzzeitraums eine Neubesetzung abzeichnen.

Für den Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene wird keine Zielgröße festgelegt, da es bei der United Internet AG aufgrund ihrer Holding-Struktur keine Führungsebenen unterhalb des Vorstands gibt.

Aufsichtsrat und Vorstand der United Internet AG sehen die genannten Zielgrößen derzeit als ausnahmslos erfüllt an.

Hauptversammlung

Die jährliche ordentliche Hauptversammlung ist das Organ der Willensbildung der Aktionäre der United Internet AG. Auf der ordentlichen Hauptversammlung wird den Anteilseignern der Jahres- und Konzernabschluss vorgelegt. Die Aktionäre entscheiden über die Verwendung des Bilanzgewinns und stimmen zu weiteren durch Gesetz festgelegten Themen wie der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und der Wahl des Abschlussprüfers ab. Jede Aktie besitzt eine Stimme. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung sind diejenigen Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig anmelden und die am Tag der Hauptversammlung im Aktienregister eingetragen sind. Die Aktionäre können ihre Stimmrechte auf der Hauptversammlung auch durch einen Vertreter ausüben lassen. Die Gesellschaft stellt dazu einen Stimmrechtsvertreter bereit, der nach Weisung der Aktionäre abstimmt, soweit er dazu von den Aktionären den Auftrag erhält.

Compliance

Compliance ist ein integraler Bestandteil der Unternehmens- und Führungskultur des United Internet Konzerns. Für die United Internet AG bedeutet Compliance die Übereinstimmung ihrer Aktivitäten mit allen für die Geschäftstätigkeit maßgeblichen Gesetzen sowie mit den eigenen Grundsätzen und Regeln.

Dazu zählen auch der offene und faire Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit. Als Internet-Dienstleister mit mehreren Millionen Kunden und einer hohen Zahl von Geschäftspartnern ist United Internet darauf angewiesen, durch ein rechtlich und ethisch einwandfreies Verhalten das Vertrauen seiner Kunden und Geschäftspartner zu erhalten.

Um ein dem Selbstverständnis des Unternehmens entsprechendes Verhalten zu gewährleisten, hat der Vorstand einen verbindlichen Rahmen für die ethischen Grundsätze und Wertvorstellungen des Unternehmens geschaffen. Er hat Werte und Führungsleitlinien definiert sowie wichtige Verhaltensregeln in einem Verhaltenskodex zusammengefasst. Diese "Kultur des Miteinanders" gibt den Mitarbeitern Orientierung für den Arbeitsalltag und schafft einen sicheren Handlungsrahmen für richtige Entscheidungen. Als Leitbild gilt dieser Rahmen für Vorstand, Geschäftsführung, Führungskräfte und alle Mitarbeiter gleichermaßen.

Compliance-Verstöße werden im Interesse aller Mitarbeiter und des Unternehmens untersucht, aufgeklärt und durch angemessene Maßnahmen geahndet. Zu diesem Zweck hat der Vorstand der Gesellschaft eine Compliance-Organisation eingerichtet, um die Einhaltung von gesetzlichen und internen Regeln einschließlich der Werte des Unternehmens sicherzustellen und sie nachhaltig in der Organisation zu verankern.

Die Compliance-Organisation ist Teil eines ganzheitlichen Risikomanagements, zu dem neben den "GRC"-Funktionen Corporate Governance, Risk Management & Compliance auch die Bereiche Corporate Audit und Legal Department gehören. Diese risikomitigierende Funktionen stehen seit dem 1. Januar 2015 unter der Leitung des Group General Counsels, der direkt an den Finanzvorstand (CFO) der United Internet AG berichtet.

Die Compliance-Organisation ist verantwortlich für die Schaffung von geeigneten Strukturen und Prozessen, um die Umsetzung von Compliance im Unternehmen zu unterstützen und Maßnahmen effizient umzusetzen. Die Compliance-Organisation ist in den Unternehmenseinheiten durch funktionale und lokale Compliance Manager (FCM und LCM) präsent und verankert. Die FCM und LCM unterstützen in ihrer Zusatzfunktion neben ihrer eigentlichen Tätigkeit den Compliance-Bereich.

Übergreifendes Element des Compliance-Systems mit den drei Handlungsebenen Vorbeugen, Erkennen und Reagieren bleibt weiterhin die Verantwortung aller Führungskräfte für Compliance. Sie beinhaltet die Vorbildrolle, wie sie in den Führungsleitlinien der Gesellschaft verankert ist und geht darüber hinaus: Alle Führungskräfte des Unternehmens müssen Compliance vorleben und sicherstellen, dass in ihrem Verantwortungsbereich geschäftliche Entscheidungen und Handlungen stets im Einklang mit den jeweiligen rechtlichen Bestimmungen und den eigenen Werten und Regeln stehen.

Finanzpublizität / Transparenz

Es ist das erklärte Ziel von United Internet, institutionelle Investoren, Privataktionäre, Finanzanalysten, Mitarbeiter sowie die interessierte Öffentlichkeit durch regelmäßige, offene und aktuelle Kommunikation gleichzeitig und gleichberechtigt über die Lage des Unternehmens zu informieren.

Dazu werden alle wesentlichen Informationen, wie z. B. Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen und andere Pflichtmitteilungen (wie z. B. Directors' Dealings oder Stimmrechtsmitteilungen) sowie sämtliche Finanzberichte entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Ferner informiert United Internet auch umfangreich über die Internetseite der Gesellschaft (www.united-internet.de). Dort finden sich auch Dokumente und Informationen zu den Hauptversammlungen der Gesellschaft sowie weitere wirtschaftlich relevante Informationen.

United Internet berichtet Aktionären, Analysten und Pressevertretern nach einem festen Finanzkalender viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage. Der Finanzkalender wird auf der Internetseite der Gesellschaft und gemäß den Vorgaben des Gesetzgebers veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.

Darüber hinaus informiert der Vorstand durch Ad-hoc-Mitteilungen umgehend über nicht öffentlich bekannte Umstände, die dazu geeignet sind, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen.

Im Rahmen der Investor Relations trifft sich das Management regelmäßig mit Analysten und institutionellen Anlegern. Zudem finden zur Vorstellung der Halbjahres- und Jahreszahlen Analystenkonferenzen statt, zu denen Investoren und Analysten auch telefonisch Zugang erhalten.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die Rechnungslegung des Konzerns erfolgt nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind) unter Berücksichtigung von § 315a HGB. Der für Ausschüttungs- und Steuerbelange relevante Jahresabschluss wird dagegen nach den Regeln des Deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Jahres- und Konzernabschluss werden durch unabhängige Abschlussprüfer geprüft. Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt durch die Hauptversammlung. Für das Geschäftsjahr 2015 wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn / Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer bestellt. Der Aufsichtsrat erteilt den Prüfungsauftrag, legt die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungshonorar fest und überprüft die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.

Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat

Die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat werden im Vergütungsbericht unter Punkt 8 dieses Lageberichts dargestellt. Die Offenlegung der Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, individualisiert und aufgegliedert nach Bestandteilen (gemäß der Vorgaben des Gesetzgebers sowie des Deutschen Corporate Governance Kodex) findet sich im Vergütungsbericht bzw. auch im Konzernanhang unter Punkt 40.

Aktienoptionsprogramme

Die Grundzüge des Mitarbeiterbeteiligungsprorammes der United Internet AG werden im Vergütungsbericht unter Punkt 8 dieses Lageberichts beschrieben. Weitere Einzelheiten dazu enthält der Konzernanhang unter Punkt 35.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat - Directors' Dealings

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der United Internet AG sind nach § 15a WpHG gesetzlich verpflichtet, den Erwerb und die Veräußerung von Aktien der United Internet AG oder sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschäfte, die ein Organmitglied und ihm nahestehende Personen innerhalb eines Kalenderjahres getätigt haben, die Summe von 5.000 € erreicht oder übersteigt.

Im Geschäftsjahr 2015 wurden diesbezüglich von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG folgende Wertpapiergeschäfte (in chronologischer Reihenfolge) getätigt:

Herr Robert Hoffmann hat am 3. Juni 2015 91.660 Aktien zum Preis von 42,3685 EUR je Aktie veräußert. Das Gesamtvolumen belief sich auf 3.883 T€.

Herr Martin Witt hat am 9. Juni 2015 5.000 Aktien zum Preis von 39,826 € je Aktie veräußert. Das Gesamtvolumen belief sich auf 199 T€.

Herr Martin Witt hat am 3. Dezember 2015 200 Aktien zum Preis von 50,0010 € je Aktie mit einem Gesamtvolumen von 10 T€ und am 4. Dezember 2015 8.300 Aktien zum Preis von je 50,00 € je Aktie mit einem Gesamtvolumen von 415 T€ veräußert.

Herr Jan Oetjen hat am 9. Dezember 2015 9.000 Aktien zum Preis von 50,8093 € je Aktie veräußert. Das Gesamtvolumen belief sich auf 457 T€.

Darüber hinaus wurden der Gesellschaft keine veröffentlichungspflichtigen Wertpapiergeschäfte seitens der Organe gemeldet.

Aus der nachfolgenden Tabelle ergibt sich der Aktienbesitz der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat (jeweils in Aktien, was jeweils den Stimmrechten und dem rechnerischen Anteil am Grundkapital in € entspricht).

Per 31. Dezember 2015 belief sich das Grundkapital auf 205.000.000 €, mit ebenso vielen Stimmen. Der Gesamtbesitz des Vorstands belief sich auf 40,06 % des Kapitals und der Stimmen, der Gesamtbesitz des Aufsichtsrats auf 0,15 % des Kapitals und der Stimmen. Von den Organmitgliedern hielt lediglich Herr Dommermuth einen Anteil von mehr als 1 % (konkret: 40,00 %) des Kapitals und der Stimmen.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

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Anteilseigentum 1. Jan. 2015 31. Dez. 2015
Vorstand Direkt Indirekt Gesamt Direkt Indirekt Gesamt
Ralph Dommermuth 0 82.000.000 82.000.000 0 82.000.000 82.000.000
Robert Hoffmann 75.000 0 75.000 100.000 0 100.000
Frank Krause --- --- --- 920 0 920
Jan Oetjen 3.994 0 3.994 14.033 0 14.033
Martin Witt 0 0 0 3.139 0 3.139
  78.994 82.000.000 82.078.994 118.092 82.000.000 82.118.092
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Aufsichtsrat Direkt Indirekt Gesamt Direkt Indirekt Gesamt
Kurt Dobitsch --- --- --- --- --- ---
Kai-Uwe Ricke --- --- --- --- --- ---
Michael Scheeren 300.000 --- 300.000 300.000 --- 300.000
  300.000 --- 300.000 300.000 --- 300.000

Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Corporate Governance bei United Internet orientiert sich am Deutschen Corporate Governance Kodex, den die von der Bundesministerin für Justiz im September 2001 eingesetzte Regierungskommission erstmals am 26. Februar 2002 veröffentlicht hat. Am 5. Mai 2015 wurde die 13. und aktuell geltende Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex fertig gestellt und am 12. Juni 2015 durch das Bundesministerium der Justiz im Bundesanzeiger (http://www.bundesanzeiger.de) veröffentlicht.

Der Kodex enthält drei Arten von Standards:

Vorschriften, die geltende deutsche Gesetzesnormen beschreiben

Empfehlungen

Anregungen

Die Vorschriften sind von deutschen Unternehmen zwingend anzuwenden.

Zu den Empfehlungen müssen börsennotierte Unternehmen gemäß § 161 des deutschen Aktiengesetzes (AktG) jährlich eine Erklärung über deren Beachtung veröffentlichen.

Von Anregungen können die Unternehmen ohne Offenlegungspflicht abweichen.

Am 5. März 2016 haben Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG die nachfolgend wiedergegebene aktuelle jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und im Anschluss auf der Internet-Seite der Gesellschaft (www.united-internet.de) sowie im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG erklären gemäß § 161 Aktiengesetz:

Die United Internet AG hat den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in ihrer geltenden Fassung vom 5. Mai 2015 ("Kodex") seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung vom 5. März 2015 entsprochen, wobei bis zur Bekanntmachung des Kodex im Bundesanzeiger am 12. Juni 2015 die Fassung vom 24. Juni 2014 zugrunde gelegt wurde, und plant, diesen Empfehlungen auch weiterhin zu entsprechen, jeweils mit folgenden Ausnahmen:

Selbstbehalt bei D&O-Versicherungen für Aufsichtsräte (Ziffer 3.8 Absatz 3 des Kodex)

Die D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat sieht keinen Selbstbehalt vor. Dies ist auch künftig nicht vorgesehen, da die United Internet AG grundsätzlich nicht der Ansicht ist, dass Motivation und Verantwortung, mit der die Mitglieder des Aufsichtsrats ihre Aufgaben wahrnehmen, durch einen solchen Selbstbehalt verbessert werden können.

Betragsmäßige Höchstgrenzen bei der Vorstandsvergütung (Ziffer 4.2.3 Absatz 2 Satz 6 des Kodex)

Die Vereinbarungen über die Vergütung der Vorstandsmitglieder sehen keine betragsmäßige Höchstgrenze für die Vergütung insgesamt vor. Für variable Vergütungsteile sind Höchstgrenzen vorgesehen, die aber nicht betragsmäßig, sondern in Prozent eines festen Betrags ausgedrückt sind. Da der Aufsichtsrat die von der Kodexempfehlung angestrebte grundsätzliche Begrenzung der Vorstandvergütung bereits durch die derzeitigen Regelungen in den Vergütungsvereinbarungen für ausreichend gewährleistet hält, beabsichtigt er auch zukünftig nicht, der Empfehlung des Kodex nach Ziffer 4.2.3 Absatz 2 Satz 6 vollumfänglich zu folgen.

Bildung von Ausschüssen (Ziffer 5.3 des Kodex)

Der Aufsichtsrat hat angesichts seiner gegenwärtigen Größe von drei Mitgliedern keine Ausschüsse gebildet und nimmt sämtliche Aufgaben in seiner Gesamtheit wahr. Der Aufsichtsrat kann unter diesen Umständen nicht erkennen, wie die Effizienz seiner Arbeit durch Ausschüsse gesteigert würde.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Absatz 2 und 3 des Kodex)

Nach Beseitigung der in der Vergangenheit bestehenden Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld hat der Aufsichtsrat mit Beschlussfassung vom 16. Dezember 2015 erstmals konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benannt und wird diese Ziele bei künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. Auf die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat wurde dabei verzichtet, da der Aufsichtsrat der Auffassung ist, dass eine derartige Beschränkung gegenüber anderen Kriterien für Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern nicht sachgerecht ist und es letztendlich der Hauptversammlung und ihrer Wahlfreiheit obliegt, die Kandidaten in den Aufsichtsrat zu wählen, die sie für am besten geeignet halten, ihre Interessen zu vertreten. Die konkreten Zielsetzungen des Aufsichtsrats sowie der Stand der Umsetzung werden im Corporate Governance Bericht der Gesellschaft veröffentlicht.

Berücksichtigung des stellvertretenden Vorsitzes bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder (Ziffer 5.4.6 Absatz 1 Satz 2 des Kodex)

Bei der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder wird der stellvertretende Vorsitz im Aufsichtsrat nicht berücksichtigt, da der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende derzeit keine zusätzlichen Aufgaben wahrnimmt, die ihn gegenüber einem einfachen Mitglied des Aufsichtsrats stärker beanspruchen würden.

Ausrichtung der erfolgsorientierten Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung (Ziffer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2 des Kodex)

Die Hauptversammlung der United Internet AG hat am 21. Mai 2015 für das Geschäftsjahr 2015 und Folgejahre ein neues, vollumfänglich kodexkonformes Vergütungssystem (bestehend aus einer festen Vergütungskomponente sowie einem Sitzungsgeld) beschlossen und hat das bis dato bestehende Vergütungssystem (bestehend aus einer festen Vergütungskomponente sowie einer kurz- und langfristigen variablen Vergütungskomponente), das möglicherweise nicht vollständig auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung im Sinne von Ziffer 5.4.6 Absatz 2 Satz 2 des Kodex ausgerichtet war, abgelöst.

Veröffentlichungen zur Rechnungslegung (Ziffer 7.1.2 Satz 4 des Kodex)

Die United Internet AG hat den Bericht zum 1. Quartal 2015 sowie den Bericht zu den ersten 9 Monaten 2015 aus organisatorischen, innerbetrieblichen Gründen am 19. Mai 2015 bzw. 17. November 2015 veröffentlicht. Aus den gleichen Gründen wird der Bericht zum 1. Quartal 2016 am 17. Mai 2016 sowie der Bericht zu den ersten 9 Monaten 2016 am 15. November 2016 veröffentlicht.

8 VERGÜTUNGSBERICHT

Grundzüge des Vergütungssystems des Vorstands

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat unter Einbeziehung von etwaigen Konzernbezügen in angemessener Höhe auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Die Höhe der Vergütungsbestandteile wird regelmäßig überprüft. Dabei berücksichtigt der Aufsichtsrat auch das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung des oberen Führungskreises sowie der Belegschaft der United Internet AG insgesamt auch in der zeitlichen Entwicklung.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder der United Internet AG ist leistungsorientiert und besteht aus einem festen und einem variablen Bestandteil.

Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der variablen Vergütung ist von der Erreichung bestimmter und zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniskennzahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt in der Regel eine Bandbreite von 90 % bis 120 %. Werden die Ziele zu weniger als 90 % erreicht, entfällt die Zahlung des variablen Vergütungsbestandteils ganz. Werden die Ziele zu mehr als 120 % erfüllt, endet die Zahlung des variablen Vergütungsbestandteils bei 120 %. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist nicht vorgesehen. Eine Mindestzahlung des variablen Vergütungsbestandteils wird nicht garantiert. Als Vergütungsbestandteil mit langfristiger Anreizwirkung existiert bei vier Vorstandsmitgliedern ein auf virtuellen Aktienoptionen basierendes Beteiligungsprogramm (SAR). Die Ausübungshürde des Programms liegt bei 120 % des Ausübungspreises. Die Zahlung des Wertzuwachses ist auf 100 % des ermittelten Börsenpreises bei der Einräumung der virtuellen Optionen begrenzt.

Die Nebenleistungen bestehen in der Regel aus einem der Position angemessenen Dienstfahrzeug, dessen geldwerter Vorteil zu versteuern ist.

Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen bestehen nicht.

Bei den Abfindungsregelungen für Vorstandsmitglieder orientiert sich United Internet an den Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex:

Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit einschließlich Nebenleistungen sind durch den Wert von zwei Jahresvergütungen (Abfindungs-Cap) sowie durch die Restlaufzeit des Anstellungsvertrages begrenzt

Für die Berechnung des Abfindungs-Caps wird auf die Gesamtvergütung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie auf die voraussichtliche Gesamtvergütung für das laufende Geschäftsjahr abgestellt

Bei Beendigung eines Anstellungsvertrags aus einem von dem Vorstandsmitglied zu vertretenden wichtigen Grund, erfolgt keine Zahlung an das Vorstandsmitglied

Für die Dauer des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots von 12 Monaten nach Beendigung des Dienstvertrags erhält das jeweilige Vorstandsmitglied eine Entschädigung bis zur Höhe der Festvergütung. Herr Lang hat auf Ansprüche aus dem nachvertraglichen Wettbewerbsverbot verzichtet.

Über die Vergütung des Vorstands nach den Vorgaben des deutschen Corporate Governance Kodex geben die folgenden Tabellen Auskunft.

Wert der gewährten Zuwendungen für das Berichtsjahr

Folgende Tabelle bildet den Wert der für das Berichtsjahr gewährten Zuwendungen ab. Sie ist des Weiteren ergänzt um die Werte, die im Minimum bzw. im Maximum erreicht werden können. Für die einjährige variable Vergütung ist der Zielwert (d. h. der Wert bei einer Zielerreichung von 100 %), der für das Berichtsjahr gewährt wird, angegeben. Außerdem werden die im Berichtsjahr gewährten mehrjährigen variablen Vergütungen nach verschiedenen Plänen und unter Nennung der jeweiligen Laufzeiten aufgeschlüsselt. Für Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen wurde der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung berechnet.

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Ralph Dommermuth
Gewährte Zuwendungen Vorsitzender
(in T€) Seit 2000
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 300 300 300 300
Nebenleistungen 0 0 0 0
Summe 300 300 300 300
Einjährige variable Vergütung 240 240 0 288
Mehrjährige variable Vergütung        
SAR-Programm M 2014 (6 Jahre)        
SAR-Programm O 2015 (6 Jahre)        
Summe 540 540 300 588
Versorgungsaufwand        
Gesamtvergütung 540 540 300 588
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Norbert Lang(1)
Gewährte Zuwendungen Finanzen
(in T€) Seit 2000 bis 30. Juni 2015
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 300 150 150 150
Nebenleistungen 20 11 11 11
Summe 320 161 161 161
Einjährige variable Vergütung 190 95 0 114
Mehrjährige variable Vergütung        
SAR-Programm M 2014 (6 Jahre)        
SAR-Programm O 2015 (6 Jahre)        
Summe 510 256 161 275
Versorgungsaufwand        
Gesamtvergütung 510 256 161 275
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Frank Krause(2)
Gewährte Zuwendungen Finanzen
(in T€) Seit 1. Juni 2015
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung   210 210 210
Nebenleistungen   106 106 106
Summe   316 316 316
Einjährige variable Vergütung   82 82 98
Mehrjährige variable Vergütung   1.213 0  
SAR-Programm M 2014 (6 Jahre)        
SAR-Programm O 2015 (6 Jahre)   1.213 0  
Summe   1.611 398 414
Versorgungsaufwand        
Gesamtvergütung   1.611 398 414
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Robert Hoffmann
Gewährte Zuwendungen Business Applications
(in T€) Seit 1. Januar 2013
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 300 300 300 300
Nebenleistungen 11 12 12 12
Summe 311 312 312 312
Einjährige variable Vergütung 200 200 0 240
Mehrjährige variable Vergütung        
SAR-Programm M 2014 (6 Jahre)        
SAR-Programm O 2015 (6 Jahre)        
Summe 511 512 312 552
Versorgungsaufwand        
Gesamtvergütung 511 512 312 552
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Jan Oetjen(3)
Gewährte Zuwendungen Consumer Applications
(in T€) Seit 1. Oktober 2014
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 292 300 300 300
Nebenleistungen 12 13 13 13
Summe 304 313 313 313
Einjährige variable Vergütung 242 200 0 240
Mehrjährige variable Vergütung 1.425      
SAR-Programm M 2014 (6 Jahre) 1.425      
SAR-Programm O 2015 (6 Jahre)        
Summe 1.971 513 313 553
Versorgungsaufwand        
Gesamtvergütung 1.971 513 313 553
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Martin Witt(3)
Gewährte Zuwendungen Access
(in T€) Seit 1. Oktober 2014
2014 2015 2015 (Min) 2015 (Max)
Festvergütung 275 300 300 300
Nebenleistungen 12 12 12 12
Summe 287 312 312 312
Einjährige variable Vergütung 175 200 0 240
Mehrjährige variable Vergütung 1.425      
SAR-Programm M 2014 (6 Jahre) 1.425      
SAR-Programm O 2015 (6 Jahre)        
Summe 1.887 512 312 552
Versorgungsaufwand        
Gesamtvergütung 1.887 512 312 552

(1) 2015 ohne Abgeltungen aus Urlaubsansprüchen in Höhe von 13 TEUR
(2) Die Nebenleistungen bei Herrn Krause ergeben sich aus dem geldwerten Vorteil des Dienstfahrzeugs sowie einer Einmalzahlung in Höhe von 100.000 €; die Höhe der maximalen mehrjährigen variablen Vergütung (SARProgramm O 2015) bei Herrn Krause errechnet sich (bezogen auf 200.000 SARs) aus einem Ausgabekurs von 40 € und einem theoretischen Aktienkurs von mindestens 80 € (Kurs zum 11. März 2016: 44,65 €) zum jeweiligen Ausübungszeitraum und verteilt auf eine Laufzeit von 5 Jahren
(3) Die Vorstände Jan Oetjen und Martin Witt erhielten ihre Vergütungen für 2014 und 2015 über Tochtergesellschaften der United Internet AG

Zufluss für das Berichtsjahr

Folgende Tabelle enthält den Zufluss für das Berichtsjahr (Auszahlungsbetrag) für die Festvergütung sowie die einjährige variable Vergütung. Die Tabelle gibt außerdem den Zufluss (Auszahlungsbetrag) aus mehrjährigen variablen Vergütungen wieder, die im Berichtsjahr ausgeübt wurden. Die Beträge werden nach unterschiedlichen Plänen getrennt aufgeschlüsselt.

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Ralph Dommermuth Norbert Lang(1) Frank Krause(2) Robert Hoffmann Jan Oetjen(3) Martin Witt(3)
Zufluss Vorsitzender Finanzen Finanzen Business Applications Consumer Applications Access
(in T€) Seit 2000 Bis 30. Juni 2015 Seit 01. Juni 2015 Seit 1. Januar 2013 Seit 1. Oktober 2014 Seit 1. Oktober 2014
2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014 2015 2014
Festvergütung 300 300 150 300 210   300 300 300 292 300 275
Nebenleistungen 0 0 11 20 106   12 11 13 12 12 12
Summe 300 300 151 320 316   312 311 313 304 312 287
Einjährige variable Vergütung 240 247 95 196 82   130 200 207 242 201 175
Mehrjährige variable Vergütung       1.104     4.917 2.246 896 1.172 722 320
SAR-Programm E 2009 (6 Jahre)       1.104           276    
SAR-Programm F 2009 (6 Jahre)               1.344        
SAR-Programm I 2010 (6 Jahre)                 896 896    
SAR-Programm A 2011 (6 Jahre)                     121 121
SAR-Programm B 2011 (6 Jahre)             902 902        
SAR-Programm F 2012 (6 Jahre)                     199 199
SAR-Programm H 2012 (6 Jahre)             4.015       402  
Sonstiges                        
Summe 540 547 246 1.620 398   5.359 2.757 1.416 1.718 1.235 782
Versorgungsaufwand                        
Gesamtvergütung 540 547 246 1.620 398   5.359 2.757 1.416 1.718 1.235 782

(1) 2015 ohne Abgeltungen aus Urlaubsansprüchen in Höhe von 13 TEUR
(2) Die Nebenleistungen bei Herrn Krause ergeben sich aus dem geldwerten Vorteil des Dienstfahrzeugs sowie einer Einmalzahlung in Höhe von 100.000
(3) Die Vorstände Jan Oetjen und Martin Witt erhielten ihre Vergütungen für 2015 über Tochtergesellschaften der United Internet AG

Weitere Angaben zur Vorstandsvergütung finden sich im Konzernanhang unter Punkt 40.

Im Geschäftsjahr 2015 haben folgende Mitglieder des Vorstands SARs ausgeübt: Herr Robert Hoffmann (325.000 SARs mit einem gewichteten Ausübungspreis von 15,13 €), Herr Jan Oetjen (100.000 SARs mit einem gewichteten Ausübungspreis von 8,96 €) und Herr Martin Witt (50.000 SARs mit einem gewichteten Ausübungspreis von 14,44 €). Im Berichtsjahr wurden Herrn Frank Krause 200.000 SARs mit einem Ausübungspreis von 40 € gewährt.

Im IFRS Konzernabschluss der United Internet Gruppe wurden folgende Aufwendungen für aktienbasierte Vergütungen für den Vorstand erfasst: Herr Ralph Dommermuth (0 T€, Vorjahr: 0 T€), Herr Robert Hoffmann (464 T€, Vorjahr: 778 T€), Herr Nobert Lang (0 T€, Vorjahr: 11 T€), Herr Frank Krause (191 T€, Vorjahr: 0 T€), Herr Jan Oetjen (458 T€, Vorjahr: 350 T€) und Herr Martin Witt (523 T€, Vorjahr: 433 T€).

Grundzüge des Vergütungssystems des Aufsichtsrats

Die 3 Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG bilden gleichzeitig auch den Aufsichtsrat der wichtigsten Tochtergesellschaften, d. h. den Teilkonzernen 1&1 Telecommunication SE, 1&1 Internet SE und 1&1 Mail & Media Applications SE sowie der United Internet Ventures AG. Die Aufsichtsräte erhalten im Rahmen ihrer Tätigkeit für die genannten Unternehmen jeweils auch eine getrennte Vergütung. Die Vergütung besteht jeweils aus einer festen Vergütung sowie einem Sitzungsgeld.

Das von der Hauptversammlung 2015 neu beschlossene Vergütungssystem für den Aufsichtsrat der United Internet AG sieht eine feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats sowie den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden in Höhe von jeweils 15.000 € pro volles Geschäftsjahr und für den Aufsichtsratsvorsitzenden in Höhe von 30.000 € pro volles Geschäftsjahr vor. Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 € für jede Sitzungsteilnahme als Präsenzsitzung, Telefon- oder Videokonferenz oder entsprechende Zuschaltung. Aktienoptionsprogramme für die Mitglieder des Aufsichtsrats existieren nicht.

Im Rahmen der Tätigkeit für die 1&1 Telecommunication SE beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 50.000 € pro volles Geschäftsjahr, für den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden 55.000 € pro volles Geschäftsjahr und für den Aufsichtsratsvorsitzenden 60.000 € pro volles Geschäftsjahr. Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 € für jede Sitzungsteilnahme als Präsenzsitzung, Telefon- oder Videokonferenz oder entsprechende Zuschaltung.

Im Rahmen der Tätigkeit für die 1&1 Internet SE beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats sowie den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils 30.000 € pro volles Geschäftsjahr und für den Aufsichtsratsvorsitzenden 35.000 € pro volles Geschäftsjahr. Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 € für jede Sitzungsteilnahme als Präsenzsitzung, Telefon- oder Videokonferenz oder entsprechende Zuschaltung.

Im Rahmen der Tätigkeit für die 1&1 Mail & Media Applications SE beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 15.000 € pro volles Geschäftsjahr sowie für den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und für den Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils 25.000 € pro volles Geschäftsjahr. Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 € für jede Sitzungsteilnahme als Präsenzsitzung, Telefon- oder Videokonferenz oder entsprechende Zuschaltung.

Im Rahmen der Tätigkeit für die United Internet Ventures AG beträgt die feste Vergütung für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats sowie den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils 10.000 € pro volles Geschäftsjahr und für den Aufsichtsratsvorsitzenden 15.000 € pro volles Geschäftsjahr. Darüber hinaus erhält jedes Mitglied des Aufsichtsrats ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.000 € für jede Sitzungsteilnahme als Präsenzsitzung, Telefon- oder Videokonferenz oder entsprechende Zuschaltung.

Konkrete Angaben zur Aufsichtsratsvergütung finden sich im Konzernanhang unter Punkt 40.

Aktienoptionsprogramme

Bei der United Internet AG besteht ein aktienbasiertes Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, mit dem Führungskräfte am Unternehmenserfolg beteiligt und damit langfristig an das Unternehmen gebunden werden sollen. Dieser Plan ist als virtuelles Aktienoptionsprogramm ausgestaltet.

Als virtuelle Aktienoption bzw. Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der United Internet AG bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung der Option und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Börsenpreises, der als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten zehn Börsentage vor der Ausgabe der Option berechnet wird. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig auf 100 % des ermittelten Börsenpreises bei der Einräumung der virtuellen Optionen begrenzt.

Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Die United Internet AG behält sich das Recht vor, ihre Verpflichtung zur Barauszahlung der SAR nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von United Internet Aktien aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen. Nach Ablauf von gewissen Mindestwartezeiten kann der Mitarbeiter das Optionsrecht ausüben. In Höhe des Wertzuwachses entsteht ein vom Mitarbeiter zu versteuernder Gewinn. Die SAR haben eine Laufzeit von maximal 6 Jahren.

Das Optionsrecht kann wie folgt ausgeübt werden: hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option.

Weitere Einzelheiten zum Mitarbeiterbeteiligungsprogramm finden sich auch im Konzernanhang unter Punkt 35.

9 ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Der Vorstand erklärt gemäß § 312 AktG, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die der Gesellschaft zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat oder dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden ist.

 

Montabaur, den 11. März 2016

Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Robert Hoffmann

Frank Krause

Jan Oetjen

Martin Witt

Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2015

Konzernbilanz nach IFRS zum 31. Dezember 2015 in T€

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VERMÖGENSWERTE Anmerkung 31. Dezember 2015 31. Dezember 2014
Kurzfristige Vermögenswerte      
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17 84.261 50.829
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18 218.074 193.142
Vorräte 19 42.509 42.630
Abgegrenzte Aufwendungen 20 82.633 66.627
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 21.1 22.840 13.444
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 21.2 114.575 377.474
    564.892 744.146
Langfristige Vermögenswerte      
Anteile an assoziierten Unternehmen 22 468.366 34.932
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 23 448.959 695.287
Sachanlagen 24 665.195 689.302
Immaterielle Vermögenswerte 25 344.033 385.474
Firmenwerte 26 1.137.795 977.043
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18 37.431 23.506
Abgegrenzte Aufwendungen 28 102.438 37.097
Latente Steueransprüche 14 108.512 86.638
    3.312.729 2.929.279
Summe Vermögenswerte   3.877.621 3.673.425
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SCHULDEN Anmerkung 31. Dezember 2015 31. Dezember 2014
Kurzfristige Schulden      
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29 395.862 356.141
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30 29.332 30.061
Erhaltene Anzahlungen   15.084 11.766
Ertragsteuerschulden 31 129.586 139.246
Abgegrenzte Erlöse 32 233.036 210.586
Sonstige Rückstellungen 33 23.835 12.561
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 34.1 105.445 94.817
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 34.2 36.805 32.378
    968.985 887.556
Langfristige Schulden      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30 1.507.170 1.343.941
Latente Steuerschulden 14 89.080 73.576
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 29 4.042 4.193
Abgegrenzte Erlöse 32 26.856 24.295
Sonstige Rückstellungen 33 36.209 35.894
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 34.3 95.521 99.241
    1.758.878 1.581.140
Summe Schulden   2.727.863 2.468.696
Eigenkapital      
Grundkapital 36 205.000 205.000
Kapitalrücklage 37 372.203 369.353
Kumuliertes Konzernergebnis 37 695.799 460.671
Eigene Anteile 36 -26.318 -35.335
Neubewertungsrücklage 37 -96.021 216.745
Währungsumrechnungsdifferenz 37 -1.443 -12.446
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital   1.149.220 1.203.988
Nicht beherrschende Anteile 38 538 741
Summe Eigenkapital   1.149.758 1.204.729
Summe Schulden und Eigenkapital   3.877.621 3.673.425

Konzern-Gesamtergebnisrechnung nach IFRS vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 in T€

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Anmerkung 2015 Januar - Dezember 2014 Januar - Dezember
Umsatzerlöse 5 3.715.680 3.064.962
Umsatzkosten 6, 10, 11 -2.437.225 -2.034.486
Bruttoergebnis vom Umsatz   1.278.455 1.030.476
Vertriebskosten 7, 10, 11 -557.220 -481.292
Verwaltungskosten 8, 10, 11 -182.245 -136.904
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9.1 -69.778 -39.954
Sonstige betriebliche Erträge 9.2 86.505 244.374
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit   555.717 616.700
Finanzierungsaufwendungen 12 -27.139 -29.499
Finanzerträge 13 13.129 4.294
Abschreibungen auf Finanzanlagen 23 -5.317 -705
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen 22 -1.293 -11.862
Ergebnis vor Steuern   535.097 578.928
Steueraufwendungen 14 -168.518 -131.504
Konzernergebnis   366.579 447.424
davon entfallen auf      
nicht beherrschende Anteile   174 300
Anteilseigner der United Internet AG   366.405 447.124
Ergebnis je Aktie der Anteilseigner der United Internet AG (in €)      
- unverwässert 15 1,80 2,28
- verwässert 15 1,79 2,26
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)      
- unverwässert 15 203,92 196,42
- verwässert 15 205,20 197,80
Überleitung zum gesamten Konzernergebnis      
Konzernergebnis   366.579 447.424
Kategorien, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden      
Veränderung der Währungsdifferenzen - unrealisiert   11.003 7.252
Marktwertveränderung von als zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten vor Steuern - unrealisiert 23 -313.403 210.841
Steuereffekt 23 3.102 -3.170
Marktwertveränderung von als zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten vor Steuern - realisiert 23 -2.519 0
Steuereffekt 23 54 0
Veränderung der Cashflow Hedge Rücklage vor Steuern - unrealisiert   0 7.682
Steuereffekt   0 -2.306
Sonstiges Ergebnis   -301.763 220.299
Gesamtes Konzernergebnis   64.816 667.723
davon entfallen auf      
nicht beherrschende Anteile   174 300
Anteilseigner der United Internet AG   64.642 667.423

Konzern-Kapitalflussrechnung nach IFRS vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 in T€

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Anmerkung 2015 Januar - Dezember 2014 Januar - Dezember
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit      
Konzernergebnis   366.579 447.424
Berichtigungen zur Überleitung des Konzernergebnisses zu den Ein- und Auszahlungen      
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 10 168.742 102.674
Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben      
aktivierte Vermögenswerte 10 46.723 18.212
Abschreibungen auf Finanzanlagen 23 5.317 705
Personalaufwand aus Mitarbeiterbeteiligungen 35 2.850 3.222
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen 22 1.293 11.862
Ausgeschüttete Gewinne assoziierter Unternehmen 22 100 331
Ertrag aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen 9.2, 22 -8.388 -118.523
Ertrag aus der Einbringung von assoziierten Unternehmen 9.2, 22 0 -75.802
Ertrag aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 9.1 -5.569 0
Verlust aus der Veräußerung von assoziierten Unternehmen 9.2 0 884
Veränderungen der Ausgleichsposten für latente Steueransprüche 14 -3.762 -15.675
Sonstige nicht zahlungswirksame Positionen aus Steueranpassungen 14 0 3.930
Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 9.1, 9.2 896 0
Sonstige nicht zahlungswirksame Positionen   -20.870 129
Sonstige Korrekturen   553 1.190
Cashflow der betrieblichen Tätigkeit   554.464 380.563
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden      
Veränderung der Forderungen und sonstiger Vermögenswerte   -23.175 -34.905
Veränderung der Vorräte   121 1.921
Veränderung der abgegrenzten Aufwendungen   -76.571 -27.619
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   38.083 28.207
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen   3.170 -572
Veränderung der sonstigen Rückstellungen   11.589 3.873
Veränderung der Ertragsteuerschulden   -10.049 98.643
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten   22.148 -15.795
Veränderung der abgegrenzten Erlöse   13.424 19.681
Veränderungen der Vermögenswerte und Schulden, gesamt   -21.260 73.434
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit (vor Kapitalertragsteuerzahlungen)   533.204 453.997
Kapitalertragsteuererstattung 44 326.013 0
Kapitalertragsteuerzahlung 44 -83.345 -335.694
Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit   775.872 118.303
Cashflow aus dem Investitionsbereich      
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen   -140.442 -72.310
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   7.732 4.886
Erwerb von Anteilen an verbundenen Unternehmen abzüglich erhaltener Zahlungsmittel 4 -154.483 -942.233
Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen 4.2, 22, 44 -417.821 -23.065
Rückzahlungen von Anteilen an assoziierten Unternehmen   0 7.817
Investitionen in sonstige finanzielle Vermögenswerte 23, 44 -93.885 -334.719
Auszahlungen aus der Ausgabe von Darlehen 40 -1.141 -2.184
Einzahlungen aus der Rückzahlung von Darlehen   250 10.835
Einzahlungen aus der Veräußerung von at-equity bilanzierten Unternehmen 4.2, 22 13.303 0
Einzahlungen aus der Veräußerung von finanziellen Vermögenswerten 4.2, 23 18.165 0
Rückzahlungen aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten 23 2.283 1.162
Nettoauszahlungen im Investitionsbereich   -766.039 -1.349.811
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich      
Kapitalerhöhung 36 0 348.327
Erwerb eigener Aktien 36 0 -38.795
Aufnahme von Krediten 30 191.411 1.846.960
Rückzahlung von Krediten 30 -30.000 -813.000
Tilgung von Finanzierungsleasingverbindlichkeiten   -15.721 -3.939
Dividendenzahlungen 16 -122.260 -77.304
Ausschüttungen an Fremdaktionäre   -377 -1.359
Erwerb weiterer Anteile an verbundenen Unternehmen   0 -19.992
Nettoeinzahlungen im Finanzierungsbereich   23.053 1.240.898
Nettoanstieg der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   32.886 9.390
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres   50.829 42.775
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   546 -1.336
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Berichtsperiode   84.261 50.829

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung nach IFRS vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 in T€

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Grundkapital Kapitalrücklage Kumuliertes Konzernergebnis Eigene Anteile
Stückelung T€ T€ T€ Stückelung T€
Stand am 1. Januar 2014 194.000.000 194.000 27.702 104.819 244.265 -5.178
Konzernergebnis       447.124    
Sonstiges Konzernergebnis            
Gesamtergebnis       447.124    
Kapitalerhöhung 11.000.000 11.000 338.429      
Erwerb von eigenen Anteilen         1.295.735 -38.795
Ausgabe von eigenen Anteilen       -8.638 -307.662 8.638
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm     3.222      
Dividendenzahlungen       -77.304    
Gewinnausschüttungen            
Veränderung Beteiligungsquoten       -1.914    
Sonstige Transaktionen mit Eigenkapitalgebern       -3.416    
Stand am 31. Dezember 2014 205.000.000 205.000 369.353 460.671 1.232.338 -35.335
Stand am 1. Januar 2015 205.000.000 205.000 369.353 460.671 1.232.338 -35.335
Konzernergebnis       366.405    
Sonstiges Konzernergebnis            
Gesamtergebnis       366.405    
Ausgabe von eigenen Anteilen       -9.017 -314.479 9.017
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm     2.850      
Dividendenzahlungen       -122.260    
Gewinnausschüttungen            
Stand am 31. Dezember 2015 205.000.000 205.000 372.203 695.799 917.859 -26.318
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Neubewertungs-
rücklage
Cashflow Hedge Rücklage Währungs-
umrechnungs-
differenz
Auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallendes Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
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Stand am 1. Januar 2014 9.074 -5.376 -19.698 305.343 2.510 307.853
Konzernergebnis       447.124 300 447.424
Sonstiges Konzernergebnis 207.671 5.376 7.252 220.299   220.299
Gesamtergebnis 207.671 5.376 7.252 667.423 300 667.723
Kapitalerhöhung       349.429   349.429
Erwerb von eigenen Anteilen       -38.795   -38.795
Ausgabe von eigenen Anteilen       0   0
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm       3.222   3.222
Dividendenzahlungen       -77.304   -77.304
Gewinnausschüttungen       0 -168 -168
Veränderung Beteiligungsquoten       -1.914 -1.901 -3.815
Sonstige Transaktionen mit Eigenkapitalgebern       -3.416   -3.416
Stand am 31. Dezember 2014 216.745 0 -12.446 1.203.988 741 1.204.729
Stand am 1. Januar 2015 216.745 0 -12.446 1.203.988 741 1.204.729
Konzernergebnis       366.405 174 366.579
Sonstiges Konzernergebnis -312.766   11.003 -301.763   -301.763
Gesamtergebnis -312.766 0 11.003 64.642 174 64.816
Ausgabe von eigenen Anteilen       0   0
Mitarbeiterbeteiligungsprogramm       2.850   2.850
Dividendenzahlungen       -122.260   -122.260
Gewinnausschüttungen       0 -377 -377
Stand am 31. Dezember 2015 -96.021 0 -1.443 1.149.220 538 1.149.758

Konzernanhang ZUM 31. DEZEMBER 2015

1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen und zum Abschluss

Die United Internet AG (im Folgenden auch "United Internet Gruppe" oder "Gesellschaft") ist der führende europäische Internet-Spezialist, mit den Geschäftsfeldern Access (festnetz- und mobilfunkbasierte Internetzugangsprodukte) und Applications (Applikationen für den Einsatz des Internets).

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in 56410 Montabaur, Elgendorfer Straße 57, Bundesrepublik Deutschland, und ist dort beim Amtsgericht unter HR B 5762 eingetragen. Die Gesellschaft verfügt in Deutschland und weltweit über zahlreiche Niederlassungen und Tochtergesellschaften.

Der Konzernabschluss der United Internet AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315a Abs. 1 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Die Berichtswährung ist Euro (€). Die Angaben im Anhang erfolgen entsprechend der jeweiligen Angabe in Euro (€), Tausend Euro (T€) oder Millionen Euro (Mio. €). Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2015.

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 25. März 2015 den Konzernabschluss 2014 gebilligt. Der Konzernabschluss wurde am 6. Mai 2015 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Konzernabschluss 2015 wurde vom Vorstand der Gesellschaft am 11. März 2016 aufgestellt und im Anschluss an den Aufsichtsrat weitergeleitet. Der Konzernabschluss wird am 16. März 2016 dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt. Bis zur Billigung des Konzernabschlusses und Freigabe zur Veröffentlichung durch den Aufsichtsrat könnten sich theoretisch noch Änderungen ergeben. Der Vorstand geht jedoch von einer Billigung des Konzernabschlusses in der vorliegenden Fassung aus. Die Veröffentlichung erfolgt am 17. März 2016.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

In diesem Abschnitt werden zunächst sämtliche Rechnungslegungsgrundsätze dargestellt, die einheitlich für die in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewendet worden sind. Im Anschluss daran werden die in diesem Abschluss erstmalig angewendeten Rechnungslegungsstandards sowie die kürzlich veröffentlichten, aber noch nicht angewendeten Rechnungslegungsstandards erläutert.

2.1 Zusammenfassung wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss sind die United Internet AG sowie alle von ihr beherrschten inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften (Mehrheitsbeteiligungen) einbezogen. Beherrschung (Control) besteht gemäß IFRS 10 dann, wenn ein Investor über die Entscheidungsmacht verfügt, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist oder ihm Rechte bezüglich der Rückflüsse zustehen und er infolge der Entscheidungsmacht in der Lage ist, die Höhe der variablen Rückflüsse zu beeinflussen. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, werden in voller Höhe eliminiert.

Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Mit Verlust des beherrschenden Einflusses wird in der konsolidierten Gesamtergebnisrechnung ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des Tochterunternehmens erfasst in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung des Tochterunternehmens, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile, dem Buchwert der nicht beherrschenden Anteile sowie der kumulierten auf das Tochterunternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses und (ii) dem Buchwert des abgehenden Nettovermögens des Tochterunternehmens.

Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Nicht beherrschende Anteile werden in der Konzernbilanz separat ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt von dem auf die Anteilseigner der United Internet AG entfallenden Eigenkapital. Bei Erwerben von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (Minderheitsanteile) oder Veräußerungen von Anteilen mit beherrschendem Einfluss, ohne dass der beherrschende Einfluss verloren geht, werden die Buchwerte der Anteile mit und ohne beherrschenden Einfluss angepasst, um die Änderung der jeweiligen Beteiligungsquote widerzuspiegeln. Der Betrag, um den die für die Änderung der Beteiligungsquote zu zahlende oder zu erhaltende Gegenleistung den Buchwert des betreffenden Anteils ohne beherrschenden Einfluss übersteigt, ist als Transaktion mit den Gesellschaftern direkt im Eigenkapital zu erfassen.

Umsatzrealisierung

Bei der Umsatzrealisierung ist zwischen unterschiedlichen Geschäftsbereichen des Konzerns zu unterscheiden (siehe auch Erläuterungen zu Segmentberichterstattung Anhangsangabe 5).

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Umsatzsteuer oder andere Abgaben bleiben unberücksichtigt. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus.

Im Einzelnen werden die Umsätze der Segmente nach den folgenden Gesichtspunkten realisiert:

Segment "Access"

Das Segment "Access" umfasst im Wesentlichen die Produktlinien DSL-Anschlüsse sowie Mobile Internet.

In diesen Produktlinien erzielt die Gesellschaft Umsätze aus der Bereitstellung der genannten Zugangsprodukte sowie aus etwaigen zusätzlichen Leistungen wie Internet- und Mobilfunktelefonie. Die Umsätze bestehen dabei aus festen monatlichen Grundgebühren sowie variablen, zusätzlichen Nutzungsentgelten für bestimmte Leistungen (z. B. für Auslands- und Mobilfunkverbindungen, die nicht mit einer Flatrate abgedeckt sind) sowie aus Erlösen aus dem Verkauf von dazugehöriger Hardware.

Die Umsätze werden entsprechend der Erbringung der Dienstleistung, die in der Regel der Vereinnahmung der von den Kunden gezahlten monatlichen Beträge (Nutzungsentgelte und Grundgebühren) entspricht, realisiert. Die Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Hardware werden bei Gefahrenübergang in Höhe des an den Kunden fakturierten Betrages realisiert. Vorauszahlungen der Kunden werden als abgegrenzte Erlöse bilanziert.

Das Segment beinhaltet auch Umsatzerlöse aus verschiedenen Telekommunikationsprodukten für Geschäfts- und Wholesalekunden. Die Telekommunikationsdienstleistungen umfassen neben der Bereitstellung von klassischen Festnetzanschlüssen (DSL und ISDN) auch Breitbanddienste, Vernetzungslösungen als Telekommunikationsinfrastruktur (sog. Leased Lines) oder VPN, Mehrwertdienste, Interconnection sowie IP Dienste. Bestimmte Produkte werden auf Basis von Leasingverhältnissen zur Verfügung gestellt. Werden im Rahmen eines Leasingverhältnisses alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen, wird der Barwert der Mindestleasingzahlungen aus diesem wirtschaftlichen Verkauf mit Beginn der Vermietung als Umsatzerlöse realisiert; im Rahmen der Folgebilanzierung der Finanzierungsleasingforderungen werden in Folgeperioden Zinserträge realisiert. Die vermieteten Vermögenswerte werden über die Umsatzkosten ausgebucht. Bereitstellungsentgelte werden über die Vertragslaufzeit abgegrenzt.

Segment "Applications"

Das Segment "Applications" umfasst das Applikations-Geschäft von United Internet - werbefinanziert oder im kostenpflichtigen Abonnement. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail, Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage oder Office-Applikationen. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft ihren Kunden über Sedo und affilinet erfolgsbasierte Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten an.

Im Bereich der kostenpflichtigen Abonnements werden primär feste monatliche Beträge für die Nutzung, Verwaltung und Speicherung der genannten Applikationen sowie Erlöse aus der Vermittlung und Verwaltung von Domains erzielt. Neben den festen monatlichen Gebühren werden auch Einmalerlöse wie Einrichtungsgebühren, SMS-Gebühren oder Erlöse aus Partnerprogrammen erzielt.

Die Kunden zahlen in der Regel im Voraus für einen vertraglich fixierten Zeitraum für die von der Gesellschaft zu erbringenden Leistungen. Die Umsatzrealisierung erfolgt anteilig über den Zeitraum der Inanspruchnahme der Dienstleistung.

Im Bereich der werbefinanzierten Applikationen (in der Regel kostenfreie E-Mail-Lösungen von GMX und WEB.DE) generiert die Gesellschaft - über die Portale WEB.DE, 1&1, GMX und smartshopping - Werbeeinnahmen und eCommerce-Provisionen. Basis dieses Geschäfts ist die häufige Inanspruchnahme der kostenfreien Applikationen und die damit verbundene hohe Frequentierung der Portale. Dabei werden bei der Online-Werbung Werbeflächen auf den Websites der Portale angeboten. Die Umsatzerlöse werden in Abhängigkeit von der Platzierung der Werbung sowie der Anzahl der Einblendungen bzw. Clickraten realisiert. Im eCommerce-Geschäft erhält die Gesellschaft Provisionen für den Verkauf von Produkten oder die Vermittlung von Kunden.

Die Umsatzerlöse werden entsprechend der Leistungserbringung realisiert. Vorauszahlungen der Kunden werden als abgegrenzte Erlöse bilanziert.

Neben den Applikations-Umsätzen werden in diesem Segment auch die Umsätze aus den erfolgsabhängigen Werbeformen Domain-Marketing und Affiliate-Marketing abgebildet.

Im Domain-Marketing betreibt United Internet (über die Sedo GmbH) eine Handelsplattform für den Domain-Sekundärmarkt (Domain-Handel). Gleichzeitig bietet die Gesellschaft den Domain-Inhabern an, nicht genutzte Domains an Werbetreibende zu vermarkten (Domain-Parking). Neben diesen KundenDomains hält die Gesellschaft auch ein eigenes Portfolio an verkauf- bzw. vermarktbaren Domains. Im Domain-Handel erhält die Gesellschaft Provisionen bei erfolgtem Verkauf einer Domain über die Plattform und erzielt darüber hinaus Umsatzerlöse aus Dienstleistungen rund um den Themenbereich DomainBewertung und -Transfer. Die Verkaufsprovisionen und Dienstleistungen bemessen sich dabei in der Regel prozentual vom erzielten Verkaufspreis, während es sich bei den sonstigen Dienstleistungen regelmäßig um Festpreise handelt. Beim Domain-Parking erfolgt die Vermarktung (primär über Kooperationen mit Suchmaschinen) hauptsächlich über Textlinks, d. h. über Verweise auf den geparkten Domains auf die Angebote der Werbetreibenden. Die Gesellschaft erhält dabei durch den Kooperationspartner monatlich eine erfolgsabhängige Vergütung auf Basis der generierten Klicks, die durch den Kooperationspartner ermittelt werden.

Die Gesellschaft erfasst Verkaufsprovisionen mit Leistungserbringung in den Umsatzerlösen. Die Realisierung des Umsatzes erfolgt daher nach Abschluss der Transaktion bzw. nach der Erbringung der Dienstleistung. In den Umsatzerlösen des Domain-Parkings wird monatlich die von den Kooperationspartnern gutgeschriebene Vergütung erfasst.

Über die affilinet GmbH betreibt United Internet eine Internetplattform für Affiliate-Marketing. Ein Affiliate-Programm (Partnerprogramm) ist eine internetbasierte Vertriebslösung, bei der ein kommerzieller Anbieter (der sogenannte Advertiser) seinen Vertriebspartner (den sogenannten Affiliate) erfolgsorientiert über eine Provision vergütet. Der Advertiser stellt hierbei seine Werbemittel über die Plattform zur Verfügung, die der Affiliate wiederum auf seinen Seiten zur Bewerbung der Angebote des Advertisers verwenden kann.

Dabei gewinnt, steuert und vergütet der Anbieter seine Vertriebspartner über die gemeinsame Plattform. affilinet als Betreiber der Plattform erhält von den Advertisern für die Nutzung der auf der Plattform zu Verfügung stehenden Admin- und Management-Tools, die Auswertung der Transaktionen und die Erstellung der monatlichen Abrechnung gegenüber den Vertriebspartnern eine Vergütung. Basis der Berechnung dieser Vergütung ist dabei die an den Affiliate zu zahlende Provision. Bei dieser kann es sich um eine Berechnung auf Basis eines Klicks (Cost per Click), auf Basis einer bestimmten Aktion des Internetnutzers (Cost per Action), auf Basis getätigter Käufe oder Bestellungen (Cost per Sale) oder um eine Mischform handeln.

Die Erfassung in den Umsatzerlösen erfolgt mit der Leistungserbringung. Vorab in Rechnung gestellte Beträge werden abzüglich der erbrachten Leistungen als erhaltene Anzahlungen erfasst.

Ausweis von Veräußerungsgewinnen und -verlusten aus der Veräußerung von Beteiligungsunternehmen

Die reguläre Wertfortschreibung und Bewertung insbesondere von Anteilen an assoziierten Unternehmen sowie von zur Veräußerung gehaltenen Anteilen wird - soweit sie ergebniswirksame Effekte betrifft - im Finanzergebnis ausgewiesen (siehe auch Erläuterungen zum Finanzergebnis).

Gewinne aus der Veräußerung von solchen Anteilen werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Veräußerungsverluste unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Fremdwährungsumrechnung

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen und der Darstellungswährung der Gesellschaft, aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst. Aus diesen Währungsdifferenzen entstehende latente Steuern werden ebenfalls direkt im Eigenkapital erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig war. Jegliche im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs entstehende Geschäfts- oder Firmenwerte und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs bilanziert und zum Stichtagskurs umgerechnet.

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen erfolgt zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls (aus praktischen Erwägungen wird zur Umrechnung bei nicht stark schwankenden Wechselkursen ein gewichteter Durchschnittskurs gewählt). Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Bestandteil des Eigenkapitals erfasst. Der im Eigenkapital für einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfasste kumulative Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs erfolgswirksam aufgelöst.

Die Wechselkurse der wesentlichen Währungen entwickelten sich wie folgt:

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(im Verhältnis zu 1 Euro) Stichtagskurs Durchschnittskurse
31.12.2015 31.12.2014 2015 2014
US-Dollar 1,087 1,214 1,110 1,329
Britisches Pfund 0,734 0,779 0,726 0,806

Sachanlagen

Sachanlagen werden grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Eine Sachanlage wird entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus dem Abgang des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden über deren voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

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Nutzungsdauer in Jahren
Mietereinbauten Bis zu 10
Gebäude 10 bzw. 50
Kraftfahrzeuge 5 bis 6
Telekommunikationsanlagen 7 bis 10
Verteilnetze 20
Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung 3 bis 10
Büroeinrichtung 5 bis 13
Server 3 bis 5

Für im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworbene Vermögenswerte des Sachanlagevermögens bestimmt sich die jeweils anzuwendende Restnutzungsdauer vor allem auf Basis der vorgenannten Nutzungsdauern sowie der bereits zum Erwerbszeitpunkt verstrichenen Nutzungsdauern.

Die Durchführung von Werthaltigkeitstests sowie die Erfassung von Wertminderungen und Wertaufholungen erfolgt entsprechend der Vorgehensweise für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer (siehe unten).

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, sie stehen im Zusammenhang mit der Herstellung oder dem Erwerb eines "Qualifying Assets". In der Berichtsperiode waren keine Fremdkapitalkosten zu aktivieren.

Unternehmenszusammenschlüsse und Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dies beinhaltet die Erfassung aller identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen Geschäftsbetriebs zum beizulegenden Zeitwert.

Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden bemessen. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich oder dann auf Wertminderung geprüft, wenn Sachverhalte oder Änderungen der Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte.

Zum Zweck der Überprüfung, ob eine Wertminderung vorliegt, muss der Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, vom Übernahmetag an jeder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns, die aus den Synergien des Zusammenschlusses Nutzen ziehen sollen, zugeordnet werden. Dieses gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des Konzerns diesen Einheiten bereits zugewiesen worden sind.

Der Wertminderungsbedarf wird durch den Vergleich von erzielbarem Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, auf die sich der Firmenwert bezieht, mit deren Buchwert ermittelt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf DCF-Modelle, Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Tochterunternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts bzw. einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert bzw. die zahlungsmittelgenerierende Einheit als wertgemindert betrachtet und auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Ein für den Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Der Konzern nimmt die jährliche Überprüfung der Firmenwerte auf Werthaltigkeit zum Bilanzstichtag vor.

Immaterielle Vermögenswerte

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten von im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Kosten für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von aktivierungsfähigen Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer differenziert.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Vorgehensweise des Werthaltigkeitstests entspricht dem des Werthaltigkeitstests für den Firmenwert. Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die erforderlichen Änderungen der Abschreibungsmethode und der Nutzungsdauer werden als Änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen entspricht.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich zum Bilanzstichtag auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit einer Überprüfung auf Werthaltigkeit unterzogen. Die Vorgehensweise entspricht dem des Werthaltigkeitstests für den Firmenwert. Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur begrenzten Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.

Die angesetzten Nutzungsdauern ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

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Nutzungsdauer in Jahren
Markenrechte unbestimmt
Kundenstamm 4 bis 25
Lizenzen und sonstige Rechte 2 bis 15
Software 3 bis 5

Zu jedem Bilanzstichtag wird zudem eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, nimmt die Gesellschaft eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Anteile an assoziierten Unternehmen sind nach der Equity-Methode bewertet. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem die Gesellschaft über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder ein Tochterunternehmen noch ein Joint Venture ist.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils der Gesellschaft am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil der Gesellschaft am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden von der Gesellschaft in Höhe ihres Anteils erfasst und - sofern zutreffend - in der Eigenkapital-veränderungsrechnung dargestellt. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen der Gesellschaft und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.

Mit Verlust des maßgeblichen Einflusses wird ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des assoziierten Unternehmens erfasst in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung der Anteile, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile sowie der kumulierten auf das assziierte Unternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses und (ii) dem Buchwert der abgehenden Beteiligung.

Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden in der Regel zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen.

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt die Gesellschaft, ob es erforderlich ist, einen zusätzlichen Wertminderungsaufwand für die Anteile der Gesellschaft an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, inwiefern objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Anteil an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert ist. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des assoziierten Unternehmens und dem Buchwert als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst. Die Durchführung von Werthaltigkeitstests sowie die Erfassung von Wertminderungen und Wertaufholungen erfolgt entsprechend der Vorgehensweise für immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Teilweise werden Vermögenswerte und Schulden entweder bei erstmaliger Erfassung oder auch im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem:

Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld oder

vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist.

Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben.

Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden.

Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nicht-finanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.

Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten.

Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Abschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:

Stufe 1 - In aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise

Stufe 2 - Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist

Stufe 3 - Bewertungsverfahren, bei denen der Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist.

Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.

Um die Angabeanforderungen über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen, hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair-Value-Hierarchie festgelegt.

Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses dieser Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt.

Konzern als Leasingnehmer

Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Beginns der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand wird mit seinem beizulegenden Zeitwert oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, angesetzt. Leasingzahlungen werden derart in Finanzaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden erfolgswirksam erfasst.

Ist der Eigentumsübergang auf den Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, so werden die aktivierten Leasingobjekte über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben.

Wesentliche Verträge, die als Finanzierungsleasing einzustufen sind, betreffen Vereinbarungen über IRUs (Indefeasible Rights of Use) sowie die Nutzung der angemieteten Stadtnetze der Versatel Gruppe. IRUs werden entsprechend der Vertragslaufzeit oder im Fall von günstigen Kaufoptionen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Leasingzahlungen für Operating-Leasing-Verhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Konzern als Leasinggeber

In den Fällen, in denen Konzerngesellschaften Finanzierungsleasingverträge als Leasinggeber vereinbaren, erfolgt ein Ansatz einer Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswertes des Leasingverhältnisses. Die Leasingzahlungen werden in Tilgung der Leasingforderung sowie in Finanzerträge aufgeteilt.

Trägt der Konzern die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating Lease), wird der Leasinggegenstand vom Leasinggeber in der Bilanz angesetzt. Die Bewertung des Leasing-Gegenstands richtet sich nach den für den Leasing-Gegenstand einschlägigen Bilanzierungsvorschriften. Die Leasingraten werden vom Leasinggeber erfolgswirksam vereinnahmt.

Finanzinstrumente - Finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte des Konzerns umfassen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige Forderungen sowie notierte und nicht notierte Finanzinstrumente.

Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinstrumenten als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien

Kredite und Forderungen sowie

zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte.

erfolgt zum Zeitpunkt ihres erstmaligen Ansatzes.

Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d. h. am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst.

Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Kredite und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden die Kredite und Forderungen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertberichtigung für Wertminderungen bewertet. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Kredite und Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind sowie im Rahmen von Amortisationen.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert und nicht in eine andere Kategorie eingestuft sind. Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern nicht hinsichtlich der Wertermittlung wesentliche Schätzunsicherheiten bestehen. Die nicht realisierten Gewinne oder Verluste werden direkt im Eigenkapital in der Neubewertungsrücklage erfasst. Wertminderungen werden erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst. Bei Abgang von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. Lässt sich der beizulegende Zeitwert von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten nicht zuverlässig ermitteln, so werden diese zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sofern sie zuvor als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte klassifiziert waren, werden sie bei Eintritt wesentlicher Schätzunsicherheiten entsprechend reklassifiziert. Der beizulegende Zeitwert zu diesem Zeitpunkt stellt die Anschaffungskosten unter der neuen Bewertungskategorie dar.

Finanzinstrumente - Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt.

Besteht ein objektiver Hinweis, dass eine Wertminderung bei mit fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten eingetreten ist, ergibt sich die Höhe des Verlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener Kreditausfälle), abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswerts (d. h. dem bei erstmaligem Ansatz ermittelten Effektivzinssatz). Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden dabei auf Basis von Erfahrungswerten durch Klassifizierung der Forderungen nach dem Alter und auf Basis von sonstigen Informationen hinsichtlich der Werthaltigkeit von kundenspezifischen Forderungen gebildet. Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert. Der Wertminderungsverlust wird ergebniswirksam erfasst. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in einer der folgenden Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf einen nach der Erfassung der Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste Wertberichtigung rückgängig gemacht. Die Wertaufholung ist der Höhe nach auf die fortgeführten Anschaffungskosten zum Zeitpunkt der Wertaufholung beschränkt. Die Wertaufholung wird ergebniswirksam erfasst.

Ist ein zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswert in seinem Wert gemindert, wird ein im Eigenkapital erfasster Betrag in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert dieses Vermögenswerts in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Um zu bestimmen, ob eine Wertminderung vorliegt, die ergebniswirksam zu erfassen ist, werden Informationen über nachteilige Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfelds berücksichtigt. Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ebenfalls ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

Ein signifikanter Rückgang wird angenommen, wenn die Verringerung des beizulegenden Zeitwerts eines Eigenkapitalinstruments am Bilanzstichtag mehr als 25 % der durchschnittlichen Anschaffungskosten beträgt. Ein länger anhaltender Rückgang ist aus Sicht des Konzerns gegeben, wenn der beizulegende Zeitwert länger als 6 Monate einen Rückgang von mehr als 20 % aufweist bzw. länger als 12 Monate einen Rückgang von mehr als 10 % aufweist. Dies gilt nicht, wenn die Umstände und die Sachlage zu diesem Zeitpunkt im Ausnahmefall eindeutig ergeben, dass keine Wertminderung vorliegt.

Wurde eine Wertminderung auf einen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswert vorgenommen, so ist jeder weitere Rückgang des beizulegenden Zeitwerts in den darauffolgenden Perioden ebenfalls als Wertminderung zu erfassen. Folglich ist zu jedem Bilanzstichtag für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eine Wertminderung in Höhe der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert und den ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich der Wertminderungen aus Vorperioden zu erfassen.

Ergebniswirksam erfasste Wertminderungen für zur Veräußerung verfügbare Eigenkapitalinstrumente dürfen nicht ergebniswirksam rückgängig gemacht werden, sondern werden aus dem Eigenkapital erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, sobald das Eigenkapitalinstrument verkauft wird.

Wertaufholungen bei Schuldinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden ergebniswirksam erfasst, wenn der Anstieg des beizulegenden Zeitwerts des Instruments objektiv aus einem Ereignis, das nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung aufgetreten ist, resultiert.

Finanzinstrumente - Finanzielle Verbindlichkeiten

Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung abzüglich der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen ausgewiesen.

Nach der erstmaligen Erfassung erfolgt eine Bewertung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Finanzinstrumente - Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Der Konzern verwendet von Zeit zu Zeit derivative Finanzinstrumente, um sich gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert von Zinsderivaten wird auf Basis von Barwertmodellen unter Einbeziehung von Marktinformationen (Zinsstrukturkurven) sowie - sofern wesentlich - des individuellen Kreditrisikos der Gesellschaft ermittelt. Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehungen erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Bei Eingehen von Sicherungsgeschäften zur Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows werden bestimmte Derivate bestimmten Grundgeschäften zugeordnet, welche einem bestimmten mit einem erfassten Vermögenswert oder einer Schuld verbundenen Risiko oder dem mit einer vorgesehenen Transaktion verbundenen Risiko zugeordnet werden können (Cashflow-Hedge). Im Rahmen eines Sicherungszusammenhangs (Hedge) werden die Sicherungsinstrumente ebenfalls zu Marktwerten bilanziert. Allerdings erfolgt die Erfassung der Wertänderungen bezogen auf den effektiven Teil erfolgsneutral in der Cashflow-Hedge-Rücklage, die einen separaten Posten innerhalb des Eigenkapitals darstellt. Ineffektivitäten werden ergebniswirksam erfasst. Die zugrunde liegende Effektivitätsmessung wird zu jedem Stichtag, zu dem Abschlüsse veröffentlicht werden, auf der Basis der "hypothetischen Derivate-Methode" vorgenommen. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in der Periode in die Gesamtergebnisrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst, z. B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird.

Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten. Zur Berücksichtigung von Bestandsrisiken werden angemessene Wertberichtigungen für Überbestände vorgenommen.

Die Bewertung fußt dabei unter anderem auch auf zeitabhängigen Gängigkeitsabschlägen. Sowohl die Höhe, als auch die zeitliche Verteilung der Abschläge stellen eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und sind daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Bei Anzeichen für einen gesunkenen Nettoveräußerungserlös werden die Vorratsbestände durch entsprechende Wertminderungsaufwendungen korrigiert.

Eigene Anteile

Eigene Anteile werden vom Eigenkapital abgezogen. Der Kauf, der Verkauf, die Ausgabe oder die Einziehung von eigenen Anteilen wird nicht erfolgswirksam erfasst.

Die Einziehung eigener Anteile bewirkt eine anteilige Auflösung der im Eigenkapital ausgewiesenen Position "Eigene Anteile" zulasten des übrigen Eigenkapitals. Hierzu nutzt der Konzern die folgende Verwendungsreihenfolge:

In Höhe des Nennbetrags erfolgt die Erfassung der Einziehung immer zu Lasten des Grundkapitals.

Der den Nennbetrag übersteigende Betrag wird zunächst bis in Höhe des Wertbeitrags aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen (SAR und Wandelschuldverschreibungen) gegen die Kapitalrücklage ausgebucht.

Ein den Wertbeitrag aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen übersteigender Betrag wird gegen das kumulierte Konzernergebnis ausgebucht.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, sonstigen Geldanlagen, Schecks und Kassenbeständen, die allesamt einen hohen Liquiditätsgrad und eine - gerechnet vom Erwerbszeitpunkt - Restlaufzeit von unter 3 Monaten aufweisen.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Die Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden mit Gehaltszahlung an den Arbeitnehmer als Aufwand erfasst.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der -sofern im Einzelfall erforderlich - die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwendungen erfasst.

Aktienbasierte Vergütung

Als Entlohnung für die geleistete Arbeit erhalten Mitarbeiter des Konzerns eine aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten und in Form der Gewährung von Wertsteigerungsrechten, die nach Wahl der Gesellschaft in bar oder durch Eigenkapitalinstrumente ausgeglichen werden können. Da bei keiner Vereinbarung für die United Internet Gruppe eine gegenwärtige Verpflichtung zum Barausgleich vorliegt, werden sämtliche aktienbasierten Vergütungstransaktionen als Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente bilanziert.

Die Kosten aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bemessen. Der beizulegende Zeitwert wird unter Anwendung eines geeigneten Optionspreismodells ermittelt. Mit dem zugehörigen Bewertungsverfahren wird die Wertkomponente im Zusagezeitpunkt auch für die Folgebewertung bis zum Ende der Laufzeit festgelegt. Umgekehrt ist zu jedem Bewertungsstichtag eine Neueinschätzung des zu erwartenden Ausübungsvolumens vorzunehmen mit der Folge einer entsprechenden Anpassung des Zuführungsbetrags unter Berücksichtigung der bislang schon erfolgten Zuführung. Notwendige Anpassungsbuchungen sind jeweils in der Periode vorzunehmen, in der neue Informationen über das Ausübungsvolumen bekannt werden. Die Erfassung von aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen und die korrespondierende Erhöhung des Eigenkapitals erfolgt über den Zeitraum, in dem die Ausübungs- bzw. Leistungsbedingungen erfüllt werden müssen (sog. Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet am Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit, d. h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. Die an jedem Bilanzstichtag bis zum Zeitpunkt der ersten Ausübungsmöglichkeit ausgewiesenen kumulierten Aufwendungen aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente reflektieren den bereits abgelaufenen Teil des Erdienungszeitraums sowie die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die nach bestmöglicher Schätzung des Konzerns mit Ablauf des Erdienungszeitraums tatsächlich ausübbar werden. Der im Periodenergebnis erfasste Ertrag oder Aufwand entspricht der Entwicklung der zu Beginn und am Ende des Berichtszeitraums erfassten kumulierten Aufwendungen. Für Vergütungsrechte, die nicht ausübbar werden, wird kein Aufwand erfasst.

Ergebnis je Aktie

Das "unverwässerte" Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird berechnet, indem das den Inhabern von Namensaktien zuzurechnende Ergebnis durch den für den Zeitraum gewogenen Durchschnitt der ausgegebenen Aktien geteilt wird.

Das "verwässerte" Ergebnis je Aktie (Diluted Earnings per Share) wird ähnlich dem Ergebnis je Aktie ermittelt, mit der Ausnahme, dass die durchschnittliche Anzahl der ausgegebenen Aktien um den Anteil erhöht wird, der sich ergeben hätte, wenn die aus dem ausgegebenen Mitarbeiterbeteiligungsprogramm resultierenden ausübbaren Bezugsrechte ausgeübt worden wären.

Finanzerträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d. h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden). Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Zuwendungen für einen Vermögenswert kürzen den Buchwert des Vermögenswerts.

Tatsächliche und latente Steuern

Der Steueraufwand einer Periode setzt sich zusammen aus tatsächlichen Steuern und latenten Steuern. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Transaktionen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesen Fällen werden die Steuern entsprechend im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.

Tatsächliche Steuern werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der

latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und der

latenten Steuerschuld aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Periodenergebnis nach IFRS noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und

latenten Steueransprüchen aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Joint Ventures stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden und kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn die Gesellschaft einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

2.2 Auswirkungen neuer bzw. geänderter IFRS

Im Geschäftsjahr 2015 waren folgende durch das IASB geänderte bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen verpflichtend anzuwenden:

Jährliches Änderungsverfahren 2011-2013

Die geänderten bzw. neuen Standards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

2.3 Bereits veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Rechnungslegungsstandards

Neben den vorgenannten, verpflichtend anzuwendenden IFRS wurden vom IASB noch weitere IFRS und IFRIC veröffentlicht, die das Endorsement der EU bereits teilweise durchlaufen haben, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verpflichtend anzuwenden sind. Die United Internet AG wird diese Standards voraussichtlich erst zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung im Konzernabschluss umsetzen.

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Standard Anwendungspflicht für Geschäftsjahre beginnend ab Übernahme durch EU Kommission
IFRS 9 Finanzinstrumente (Standard und weitere Ergänzungen) 01.01.2018 Nein
IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderungen) 01.01.2016 Nein
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Änderungen) 01.01.2016 Ja
IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen (Änderungen) 01.01.2016 Nein
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01.01.2016 Nein
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018 Nein
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019 Nein
IAS 1 Darstellung des Abschlusses (Änderungen) 01.01.2016 Ja
IAS 16 Sachanlagen (Änderungen) 01.01.2016 Ja
IAS 19 Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge (Änderungen) 01.07.2014 Ja, ab 01.02.2015
IAS 27 Separate Abschlüsse 01.01.2016 Ja
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (Änderungen) 01.01.2016 Nein
IAS 38 Immaterielle Vermögenswerte (Änderungen) 01.01.2016 Ja
diverse Jährliches Änderungsverfahren 2010-2012 01.07.2014 Ja, ab 01.02.2015
diverse Jährliches Änderungsverfahren 2012-2014 01.01.2016 Ja

Im Juli 2014 hat das IASB die finale Fassung von IFRS 9 - Finanzinstrumente veröffentlicht, die IAS 39 -Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung sowie alle vorherigen Versionen von IFRS 9 ersetzt. IFRS 9 führt die drei Projektphasen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten "Klassifizierung und Bewertung", "Wertminderung" und "Bilanzierung von Sicherungsgeschäften" zusammen. IFRS 9 gilt erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist nicht zulässig. Mit Ausnahme der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften ist der Standard rückwirkend anzuwenden, jedoch ist die Angabe von Vergleichsinformationen nicht erforderlich. Die Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften sind im Allgemeinen bis auf wenige Ausnahmen prospektiv anzuwenden. Die Regelungen wurden noch nicht von der Europäischen Union in europäisches Recht übernommen. United Internet prüft derzeit die Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage bzw. der Cashflows.

Der IFRS 15 - Erlöse aus Verträgen mit Kunden sieht ein einheitliches, prinzipienbasiertes, fünfstufiges Modell für die Erlösermittlung und -erfassung vor, das auf sämtliche Kundenverträge anzuwenden ist. Der neue Standard ersetzt die bestehenden Standards IAS 18 - Erlöse und IAS 11 - Fertigungsaufträge. Der IFRS 15 ist erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der Übergang auf den neuen Standard kann entweder modifiziert oder vollständig retrospektiv erfolgen.

Die Anwendung des IFRS 15 wird wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der United Internet Gruppe haben. Die Auswirkungen betreffen vor allem die Bilanzierung von sog. Mehrkomponentengeschäften. Während unter den bisherigen Regelungen Umsatzerlöse für Hardwarelieferungen im Rahmen eines Mehrkomponentengeschäfts nur in Höhe des an den Kunden fakturierten Entgelts als Umsatzerlös realisiert werden, sehen die Neuregelungen eine Aufteilung des Gesamtentgelts aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der einzelnen Leistungsverpflichtungen vor. Der auf dieser Basis allokierte Umsatzanteil für die Hardware wird bei Auslieferung an den Kunden erfasst. Da der so allokierte Umsatzanteil das an den Kunden fakturierte Entgelt in der Regel übersteigt, führen die Neuregelungen zu einer vorgezogenen Umsatzrealisierung. Gleichzeitig wird der Anteil der auf die Hardware entfallenden Umsätze zu Lasten der Erlöse aus den erbrachten Dienstleistungen ansteigen. Darüber hinaus sehen die neuen Regelungen die Aktivierung von Vertragskosten vor. Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, sind Kosten der Vertragserfüllung (z.B. Bereitstellungsentgelte) sowie Kosten der Vertragserlangung (z.B. Vertriebsprovisionen) zukünftig zu aktivieren und über die geschätzte Nutzungsdauer zu amortisieren. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 15 werden im Rahmen eines konzernweiten Projekts zur Implementierung des neuen Standards untersucht. Eine verlässliche Schätzung der quantitativen Auswirkungen ist derzeit nicht möglich.

Der Rechnungslegungsstandard IFRS 16 - Leasingverhältnisse, in dem die Leasingbilanzierung neu geregelt ist, verpflichtet die Leasingnehmer künftig alle Leasingverträge innerhalb der Bilanz zu zeigen. Bilanziell wird künftig nicht mehr unterschieden, ob ein Vermögenswert geleast oder kreditfinanziert erworben wird. Die neue Vorschrift führt in der Konzernbilanz zu einem Anstieg der Sachanlagen (für das Nutzungsrecht), gleichzeitig werden aber auch die Finanzverbindlichkeiten (aufgrund der Zahlungsverpflichtung) steigen. Somit wird jedes Leasing- und Mietverhältnis in der Bilanz abgebildet. In der Gewinn- und Verlustrechnung führt dies zu höheren Abschreibungen und Zinsaufwendungen. Das EBITDA verbessert sich aber nicht in gleichem Maße wie sich die Finanzverbindlichkeiten erhöhen. Dies hat zur Folge, dass sich das Verhältnis von Netto-Finanzverbindlichkeiten zu bereinigten EBITDA (relativer Verschuldungsgrad), rechnerisch verschlechtern wird, obwohl wirtschaftlich keine Veränderung eintritt.

Ausgenommen von der Bilanzierungspflicht sind Leasing- oder Mietverträge mit bis zu zwölf Monaten Laufzeit und Verträge mit einem wertmäßig geringen Volumen.

Die United Internet AG ist derzeit im Bereich von Operating Leases vorwiegend Leasingnehmer, im Bereich Finance Leases sowohl als Leasingnehmer als auch als Leasinggeber tätig. Operate Leases im Konzern entfallen im Wesentlichen auf Verpflichtungen für Miete für Netzinfrastruktur inklusive Teilnehmeranschluss-leitungen, Gebäude, technische Anlagen und Fahrzeuge. Demnach sind Auswirkung des IFRS 16 auf die Darstellung des Konzernabschlusses der United Internet AG im Wesentlichen in Höhe der Verpflichtungen aus den Finanzierungs- und Operating-Leasingverhältnissen sowie den daraus resultierenden Abschreibungs- und Zinseffekten zu erwarten (siehe Anhangsangabe 43).

Aus den weiteren Änderungen der IFRS werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet.

3. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses werden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen vom Management getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen.

Einfluss auf den Konzernabschluss haben insbesondere die IRUs (Indefeasable Rights of Use). Das Management beurteilt im Rahmen dieser Leasingverträge die Übertragung aller wesentlichen mit dem Vermögenswert verbundenen Chancen und Risiken. Soweit das Management zu der Überzeugung gelangt, dass alle mit dem Vermögenswert verbundenen Chancen und Risiken aus der Nutzung auf die Konzerngesellschaft oder auf den Kunden übertragen werden, wird der Vertrag als Finanzierungsverhältnis i.S.v. IAS 17 bilanziert.

Ein signifikanter oder anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines als zur Veräußerung verfügbar eingestuften Eigenkapitalinstruments unter seine Anschaffungskosten stellt einen objektiven Hinweis auf eine Wertminderung dar. Die Entscheidung, wann ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang vorliegt, ist ermessensbehaftet. Im Rahmen dieser Ermessensentscheidung bewertet der Konzern neben anderen Faktoren insbesondere die prozentuale Höhe des Rückgangs des beizulegenden Zeitwerts sowie die Dauer des Rückgangs.

Der Konzern hält eine strategische Beteiligung an der Rocket Internet SE (Anteil am Grundkapital 8,31 %). Seit dem Börsengang der Rocket Internet SE am 2. Oktober 2014 verhielt sich der Aktienkurs der strategischen Beteiligung stark volatil. Zum Bilanzstichtag lag der Aktienkurs der Rocket Internet SE um 21,5 % unter den durchschnittlichen Anschaffungskosten des Konzerns. Der Rückgang zum Bilanzstichtag wird vom Konzern aufgrund der im Abschnitt 2 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nicht als signifikant eingestuft und wurde daher nicht als Wertminderung erfasst. Für die Beteiligung an der Rocket Internet SE besteht in diesem Zusammenhang zum 31. Dezember 2015 ein kumuliertes sonstiges Ergebnis von -106.870 T€.

Schätzungen und Annahmen

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft überprüft den Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf mögliche Wertminderung. Hierbei wird der erzielbare Betrag der entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der der Firmenwert bzw. die immateriellen Vermögenswerte zugeordnet ist, entweder als "Nutzungswert" oder als beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt.

Zur Schätzung des Nutzungswerts oder des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit schätzen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Für weitere Einzelheiten, einschließlich einer Sensitivitätsanalyse der wesentlichen Annahmen, wird auf die Anhangsangabe zu "Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer" verwiesen.

Zu den wesentlichen Annahmen des Managements im Hinblick auf die Bestimmung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten gehören Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung, Margenentwicklung und des Diskontierungszinssatzes.

Werthaltigkeitsprüfung von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Der United Internet Konzern hält zum Bilanzstichtag Anteile an verschiedenen assoziierten Unternehmen. Zum Bilanzstichtag überprüft die Gesellschaft gemäß IAS 28.31, ob hinsichtlich der Nettoinvestition des United Internet Konzerns in das jeweilige assoziierte Unternehmen die Berücksichtigung eines zusätzlichen Wertminderungsaufwands erforderlich ist.

Die erzielbaren Beträge börsennotierter assoziierter Unternehmen orientieren am jeweiligen Aktienkurs. Die erzielbaren Beträge nicht börsennotierter Unternehmen berücksichtigen neben den für das jeweilige Unternehmen vorliegenden Vergangenheitserfahrungen auch Erwartungen über die voraussichtliche zukünftige Entwicklung. Diesen Erwartungen liegen zahlreiche Annahmen zugrunde, so dass die Ermittlung der erzielbaren Beträge ermessensabhängig ist. Der Buchwert der Anteile an börsennotierten assoziierten Unternehmen belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 440.272 T€ (Vorjahr: 0 T€). Der Buchwert der Anteile an nicht-börsennotierten assoziierten Unternehmen belief sich zum 31. Dezember 2015 auf T€ 28.094 (Vorjahr: 34.932 T€).

Aktienbasierte Vergütung

Der Aufwand aus der Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten an Mitarbeiter wird im Konzern mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Zur Schätzung des beizulegenden Zeitwerts muss für die Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten ein geeignetes Bewertungsverfahren bestimmt werden; dieses ist abhängig von den Vertragsbedingungen. Es ist weiterhin die Bestimmung geeigneter in dieses Bewertungsverfahren einfließender Daten, darunter insbesondere die voraussichtliche Optionslaufzeit, Volatilität, Ausübungsverhalten und Dividendenrendite sowie entsprechende Annahmen erforderlich.

Die gleiche Vorgehensweise findet Anwendung auf aktienbasierte Vergütungsformen an Dritte (z. B. Dienstleister, Lieferanten etc.). Hier kommt es neben oben genannten Faktoren vor allem in den Bereichen Ermittelbarkeit des Zeitwerts der empfangenen Dienstleistungen, Festlegung des Gewährungszeitpunkts sowie Festlegung der Dienstperiode zu Schätzungen und Annahmen.

Steuern

Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher Vorschriften sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts künftig zu versteuernder Ergebnisse. Dem folgend sowie angesichts der Komplexität bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags und Steueraufwands erfordern. Der Konzern bildet, basierend auf vernünftigen Schätzungen, Rückstellungen für mögliche Auswirkungen steuerlicher Außenprüfungen in den Ländern, in denen er tätig ist.

Die Höhe solcher Rückstellungen basiert auf verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise der Erfahrung aus früheren steuerlichen Außenprüfungen und unterschiedlichen Auslegungen der steuerrechtlichen Vorschriften durch das steuerpflichtige Unternehmen und die zuständige Steuerbehörde. Solche unterschiedlichen Auslegungen können sich aus einer Vielzahl verschiedener Sachverhalte ergeben, abhängig von den Bedingungen, die im Sitzland des jeweiligen Konzernunternehmens vorherrschen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden in der Bilanz abzüglich der vorgenommenen Wertberichtigungen ausgewiesen. Die Wertberichtigung von zweifelhaften Forderungen erfolgt auf der Grundlage von regelmäßigen Überprüfungen sowie Bewertungen im Rahmen der Kreditüberwachung. Die hierzu getroffenen Annahmen über das Zahlungsverhalten und die Bonität der Kunden unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum 31. Dezember 2015 255.505 T€ (Vorjahr: 216.648 T€).

Vorräte

Vorräte sind mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der erwarteten notwendigen Kosten bis zum Veräußerungszeitpunkt. Die Bewertung fußt dabei unter anderem auf zeitabhängigen Gängigkeitsabschlägen, die im Zeitablauf ansteigen. Sowohl die Höhe, als auch die zeitliche Verteilung der Abschläge stellen eine bestmögliche Schätzung des Nettoveräußerungswerts dar und sind daher mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Buchwerte der Vorräte zum Bilanzstichtag betrugen 42.509 T€ (Vorjahr: 42.630 T€). Zu weiteren Informationen wird auf Anhangsangabe 19 verwiesen.

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden dann linear über die angenommene wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die angenommenen Nutzungsdauern basieren auf Erfahrungswerten und sind mit wesentlichen Unsicherheiten, insbesondere bezüglich unvorhergesehener technologischer Entwicklung, behaftet. Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer betrug zum 31. Dezember 2015 888.541 T€ (Vorjahr: 956.939 T€).

Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Zugrundelegung der Erwerbsmethode bilanziert. Geschäfts- oder Firmenwerte aus einem Unternehmenszusammenschluss werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs über die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden bemessen. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses anfallende Kosten werden als Aufwand erfasst und im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.

Die Bestimmung der zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegt dabei wesentlichen Schätzungsunsicherheiten. Bei Identifizierung von immateriellen Vermögenswerten wird in Abhängigkeit von der Art des immateriellen Vermögenswerts und der Komplexität der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts entweder auf unabhängige Gutachten externer Bewertungsgutachter zurückgegriffen oder der beizulegende Zeitwert wird intern unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik für den jeweiligen immateriellen Vermögenswert ermittelt, deren Basis üblicherweise die Prognose der insgesamt erwarteten künftigen generierten Zahlungsmittel ist. Diese Bewertungen sind eng verbunden mit den Annahmen und Schätzungen, die das Management bezüglich der künftigen Entwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat sowie des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte betrugen zum Bilanzstichtag 1.137.795 T€ (Vorjahr: 977.043 T€). Die Buchwerte der aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierenden bilanzierten immateriellen Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 313.232 T€ (Vorjahr: 337.766 T€), die bilanzierten materiellen Vermögenswerte 400.985 T€ (Vorjahr: 423.174 T€).

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann gebildet, wenn der Konzern eine rechtliche oder faktische Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Solche Schätzungen unterliegen wesentlichen Unsicherheiten. Der Buchwert der Rückstellungen betrug zum 31. Dezember 2015 60.044 T€ (Vorjahr: 48.455 T€).

4. Unternehmenszusammenschlüsse und -beteiligungen

4.1. Unternehmenszusammenschlüsse des Geschäftsjahres 2015

Unternehmenstransaktionen in 2015

Am 30. Dezember 2015 erwarb die 1&1 Internet SE 100 % der Anteile an der home.pl S.A., Stettin (Polen). Die home.pl S.A. Gruppe ist mit über 300.000 Kunden und einem Jahresumsatz in 2015 von 24.595 T€ Marktführer im polnischen Webhosting-Markt. Die 1&1 Internet SE hatte sich bereits im Juli 2015 mit der Anteilseigner-Gruppe der home.pl S.A., angeführt von dem Private Equity Fonds V4C Eastern Europe, über den Erwerb von home.pl geeinigt. Die 1&1 Internet SE will mit dem Erwerb der home.pl Gruppe ihren Marktanteil auf dem polnischen Markt erweitern.

Für den Erwerb der Anteile an der home.pl S.A. Gruppe hat die 1&1 Internet SE am 30. Dezember 2015 insgesamt 159.028 T€ (in bar sowie in Form der Ablösung der zinstragenden Verbindlichkeiten der home.pl S.A. Gruppe) geleistet (übertragene Gegenleistung). Abzüglich der übernommenen Zahlungsmittel in Höhe von 4.545 T€ betrug der Nettozahlungsmittelabfluss des Konzerns 154.483 T€. Im Rahmen des Unternehmenserwerbs der home.pl S.A. wurde zudem im Kaufvertrag eine nachträgliche Anpassung des Kaufpreises in Abhängigkeit des zum Abschlussstichtag bestehenden Free Cash vereinbart. Aus der Anpassungsklausel kann sich eine Kaufpreisanpassung im mittleren dreistelligen T€-Bereich ergeben.

Die 1&1 Internet SE hat mit Wirkung zum 30. Dezember 2015 (Erwerbszeitpunkt) damit die vollständige Beherrschung über die home.pl. SA Gruppe erlangt. Zeitgleich mit der Ablösung der bestehenden zinstragenden Verbindlichkeiten der home.pl. S.A. Gruppe von 23.015 T€ - bestehend aus einem Bank-und Mezzanine Darlehen - wurde der home.pl S.A. Gruppe eine Ausleihung durch die 1&1 Internet SE bereitgestellt. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses wurden Transaktionskosten in Höhe von insgesamt 1.916 T€ als Aufwand erfasst.

Die home.pl S.A. Gruppe wurde mit Erwerbszeitpunkt erstmals in den Konzernabschluss der United Internet AG einbezogen. Die Erstkonsolidierung der home.pl S.A. Gruppe erfolgt gemäß IFRS 3 -Unternehmenszusammenschlüsse unter Anwendung der Erwerbsmethode. Aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs des Erwerbs zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 erfolgte die Erfassung der Vermögenswerte und Schulden der home.pl. S.A. Gruppe vor Kaufpreisallokation und zu den Buchwerten wie im IFRS Reporting Package ausgewiesen. Die nachfolgende Übersicht zeigt die erfassten Vermögenswerte und Schulden:

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Vermögenswerte T€
Kurzfristig  
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.545
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 431
Abgegrenzte Aufwendungen 4.761
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 57
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 5
Langfristig  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 18
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 91
Abgegrenzte Aufwendungen 15
Sachanlagen 1.583
Immaterielle Vermögenswerte 1.891
Latente Steueransprüche 1.416
  14.813
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Schulden T€
Kurzfristig  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.182
Erhaltene Anzahlungen 148
Ertragsteuerschulden 388
Abgegrenzte Erlöse 11.353
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 776
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 113
Langfristig  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 292
Abgegrenzte Erlöse 326
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 14
Summe des identifizierten Nettovermögens 14.592
Nicht beherrschende Anteile 59
Vorläufiger Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb vor Kaufpreisallokation 158.866
Übertragene Gegenleistung 159.028

Aufgrund der zeitlichen Nähe des Erwerbs der home.pl S.A. Gruppe zum Bilanzstichtag ist bisher weder eine Kaufpreisallokation noch eine Aufteilung des Firmenwerts auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten erfolgt. Im Rahmen der noch durchzuführenden Kaufpreisallokation wird eine Allokation der übertragenen Gegenleistung insbesondere auf Kundenbeziehungen, Marke und den Firmenwert erwartet.

Die übertragene Gegenleistung und der Netto-Zahlungsmittelabfluss setzen sich wie folgt zusammen:

Übertragene Gegenleistung Erwerb home.pl S.A.

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in T€
Barkaufpreis 136.013
Ablösung Finanzschulden 23.015
Übertragene Gegenleistung 159.028

Cash Flow aus Investitionstätigkeit

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in T€
Barkaufpreis 136.013
Ablösung Finanzschulden 23.015
Abzüglich übernommene Zahlungsmittel -4.545
Netto-Zahlungsmittelabfluss 154.483

Wäre die home.pl S.A. Gruppe bereits zum 1. Januar 2015 in den Konsolidierungskreis der United Internet Gruppe einbezogen worden, hätten sich die Umsatzerlöse im Berichtsjahr 2015 um ca. 25 Mio. € erhöht, das Konzernergebnis um ca. 2 Mio. € sowie das EBITDA um ca. 8 Mio. € verbessert. Da die Effekte aus der Kaufpreisallokation für den Erwerb der home.pl S.A. Gruppe bisher noch nicht berücksichtigt werden konnten, basieren die Zahlenangaben auf dem lokalen Reporting-Package der home.pl S.A. Gruppe nach IFRS.

4.2. Unternehmensbeteiligungen des Geschäftsjahres 2015

Am 10. April 2015 hat United Internet ihre 898.970 an der Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz gehaltenen Aktien (14,96 %) außerbörslich für einen Preis von 21,00 CHF bzw. 20,14 € je Aktie und somit für insgesamt 18,9 Mio. CHF bzw. 18,1 Mio. € verkauft. Aus dem Verkauf der Anteile ergab sich ein sonstiger betrieblicher Ertrag von 5.569 T€.

Die Gesellschaft hat am 27. April 2015 bekannt gegeben, dass sie sich am selbigen Tag - über ihre Tochtergesellschaft United Internet Ventures AG - den Erwerb von ca. 9,1 % an der Drillisch AG, Maintal, vertraglich gesichert hat. Nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden und Vollzug des Anteilserwerbs hielt United Internet unter Berücksichtigung bereits erworbener Anteile insgesamt mittelbar eine Beteiligung von 20,7 % an der Drillisch AG. Die Anschaffungskosten für die gesamten Anteile (20,7 %) beliefen sich auf 436.643 T€. Die Einbeziehung der Gesellschaft in den Konzernabschluss der United Internet AG erfolgt seit Erwerb der 9,1 % an der Drillisch AG als assoziiertes Unternehmen. Nach einer Kapitalerhöhung der Drillisch AG hält die United Internet Ventures AG einen Anteil von 20,11 % an der Drillisch AG.

Die börsennotierte United Internet Beteiligung Hi-Media S.A. (10,46 %) hat Ende des 1. Halbjahres 2015 ihre Aktivitäten im Bereich Online-Payment im Rahmen eines Spin-Offs in der HiPay Group separiert und hat diese ebenfalls an die Börse gebracht. Nach Durchführung der Transaktion ist United Internet auch mit 8,37 % an HiPay beteiligt. Die Beteiligungen werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bilanziert.

Ende Juni 2015 hat die ProSiebenSat.1 Group bekannt gegeben, sich (vorbehaltlich der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden) - als zweiter strategischer Investor - mit 51,00 % an der virtual minds AG zu beteiligen, in die United Internet bereits seit 2008 investiert ist und auch nach dem Einstieg von ProSiebenSat.1 einen Anteil von 25,10 % (zuvor: 48,65 %) halten wird. Nach Freigabe durch die Kartellbehörden erhielt United Internet einen Mittelzufluss in Höhe von 13,3 Mio. €. Aus dem Verkauf der Anteile ergab sich ein sonstiger betrieblicher Ertrag von 8.388 T€.

Am 13. Februar 2015 wurde eine Barkapitalerhöhung der Rocket Internet SE, Berlin, beschlossen. Das Grundkapital der Rocket Internet SE wurde von 153.131 T€ um 12.010 T€ auf 165.141 T€ erhöht. Die United Internet SE hat mittelbar über die UI Ventures an der Kapitalerhöhung teilgenommen und weitere 1.201.000 Anteile im Gesamtwert von 58.849 T€ erworben. Die Anteile der UI Ventures an der Rocket Internet SE stiegen in diesem Zusammenhang von 8,18 % auf 8,31 %.

4.3. Unternehmenstransaktionen des Vorjahres

Am 3. September 2014 hat United Internet bekannt gegeben, dass sie sich mit der Private Equity Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (kKr) darauf geeinigt hatte, 74,9 % der Anteile an der Versatel Gruppe zu erwerben und ihre Anteile an der Versatel Gruppe somit auf 100 % aufzustocken. Der Anteilserwerb erfolgte durch die Komplettübernahme der Versatel-Obergesellschaft VictorianFibre Holding Beteiligungs-GmbH. Die Versatel Gruppe wurde daher ab dem 1. Oktober 2014 in den Konzernabschluss der United Internet AG einbezogen.

Für die ausstehenden Anteile von 74,9 % zahlte United Internet rund 593 Mio. € in bar. Des Weiteren wurden in der Versatel Gruppe bestehende Nettobankverbindlichkeiten in Höhe von 377 Mio. € durch United Internet abgelöst und der Gesellschaft als Darlehen zur Verfügung gestellt. Die Gegenleistung für 100 % der Anteile (inklusive der neu bewerteten bestehenden Anteile an der Versatel Gruppe in Höhe von 175 Mio. €) beträgt insgesamt 1.146 Mio. €. Aus der Neubewertung der bestehenden Anteile an der Versatel Gruppe ergab sich ein in den sonstigen betrieblichen Erträgen (siehe Anhangsangabe 9.2) erfasster Betrag in Höhe von 119 Mio. €.

Aufgrund der zeitlichen Nähe des Unternehmenserwerbs zu dem Aufstellungsdatum war die Kaufpreisallokation des Vorjahres noch vorläufig. Aus der im Berichtsjahr abgeschlossenen Kaufpreisallokation ergibt sich eine Verminderung des Firmenwerts um 3.172 T€ auf 506.482 T€. Die Reduzierung des Firmenwerts ist auf eine im Rahmen der Finalisierung der Kaufpreisallokation vorgenommene Zeitwertanpassung der Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen in Höhe von 4,6 Mio. € sowie eine korrespondierende Erhöhung der passiven latenten Steuern in Höhe von 1,5 Mio. € zurückzuführen. Der Firmenwert spiegelt vor allem die Synergieeffekte mit dem bestehenden Access Geschäft der United Internet Gruppe wider. Der Firmenwert wurde demzufolge im Rahmen der Finalisierung der Kaufpreisallokation auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Versatel (398.261 T€) und 1&1 Telecom (108.221 T€) aufgeteilt.

Am 28. Januar 2014 erwarb United Internet 25,1 % der Anteile an der ePages GmbH, Hamburg, einem Anbieter für Onlineshop-Software. Der Kaufpreis betrug 3,0 Mio. €. Des Weiteren wurden 25 % der Anteile an der uberall GmbH, Berlin (vormals favor.it labs GmbH, Berlin), zu einem Kaufpreis von 3,2 Mio. € erworben. Die Einbeziehung der Gesellschaften in den Konzernabschluss der United Internet AG erfolgt jeweils als assoziiertes Unternehmen.

Am 15. August 2014 investierte United Internet insgesamt 435 Mio. € in eine 8,2 %-ige Beteiligung an der Rocket Internet SE. Das Investment setzt sich zusammen aus 333 Mio. € in bar und 102 Mio. € aus der Einbringung aller Beteiligungen an den Portfolio-Unternehmen der Global Founders Capital bzw. European Founders Funds. Durch die Einbringung der Anteile an den Global Founders Capital bzw. European Founders Funds bzw. deren Portfolio-Unternehmen wurden insgesamt stille Reserven in Höhe von rund 75,8 Mio. € aufgedeckt. Dieser nicht zahlungswirksame Ertrag wurde im Vorjahr als sonstiger betrieblicher Ertrag ausgewiesen. Die Aktien der Rocket Internet SE werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

5. Umsatzerlöse / Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem sogenannten Managementansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium (Chief Operating Decision Maker). In der United Internet Gruppe ist der Vorstand der United Internet AG verantwortlich für die Bewertung und Steuerung des Geschäftserfolgs der Segmente.

Die Unternehmenssteuerung und Konzernberichterstattung erfolgt über die Segmente "Access" und "Applications". Eine Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen findet sich in Abschnitt 2.1 unter den Ausführungen zur Umsatzrealisierung. Unter dem Segment "Corporate" sind im Wesentlichen Holdingfunktionen zu subsumieren.

Die Steuerung durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und des Ergebnisses der betrieblichen Tätigkeit (EBIT). Transaktionen zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen berechnet. Die Informationen zu den Umsatzerlösen sind dem Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, zugeordnet. Bei der Überleitung werden die Ergebnisse der Segmente auf die Gesamtsumme der United Internet Gruppe übergeleitet.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2015 wie folgt dar:

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Januar - Dezember 2015 Segment Access
T€
Segment Applications
T€
Segment Corporate
T€
Überleitung / Konsolidierung
T€
United Internet- Gruppe
T€
Segmentumsatz 2.742.647 1.001.181 221 -28.369 3.715.680
- davon Inland 2.742.647 617.595 221 -28.369 3.332.094
- davon Ausland 0 383.586 0 0 383.586
EBITDA 492.125 281.932 -2.875 0 771.182
EBIT 336.392 222.510 -3.185 0 555.717
Finanzergebnis     9.199 -23.209 -14.010
Abschreibungen auf Finanzanlagen     -5.292 -25 -5.317
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen     -5.065 3.772 -1.293
EBT     -4.343 539.440 535.097
Steueraufwendungen       -168.518 -168.518
Konzernergebnis         366.579
Vermögenswerte (langfristig) 983.118 645.549 426.453 --- 2.055.120
- davon Inland 983.118 322.042 421.231 --- 1.726.391
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 440.272 0 26.539 --- 466.811
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 36.364 20 394.692 --- 431.076
- davon Firmenwerte 506.482 322.022 0 --- 828.504
- davon Ausland 0 323.507 5.222 --- 328.729
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 1.555 0 --- 1.555
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 12.661 5.222 --- 17.883
- davon Firmenwerte 0 309.291 0 --- 309.291
Investitionen in immaterielle Vermögens          
werte und Sachanlagen (ohne Firmenwerte) 96.308 52.448 791 --- 149.547
Abschreibungen 155.733 59.422 310 --- 215.465
- davon immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 116.162 52.270 310 --- 168.742
- davon im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte          
Vermögenswerte 39.571 7.152 0 --- 46.723
Anzahl der Mitarbeiter 3.142 4.945 152 --- 8.239
- davon Inland 3.142 3.208 152 --- 6.502
- davon Ausland 0 1.737 0 --- 1.737

Die Segmentumsatzerlöse umfassen auch bestimmte Erlöse zwischen den Segmenten, jedoch ohne konzerninterne Umlagen und Weiterbelastungen. Der Segmentumsatz des Segments Applications beinhaltet insofern auch Erlöse mit dem Segment Access in Höhe von 28.369 T€ hauptsächlich im Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr gestarteten Vermarktung der Portale GMX und WEB.DE für Access-Produkte.

Die langfristigen Vermögenswerte der Segmente umfassen die Anteile an assoziierten Unternehmen, die sonstigen finanziellen Vermögenswerte und die Firmenwerte.

Aus der Kundenstruktur hat sich in den Berichtsjahren keine wesentliche Konzentration auf einzelne Kunden ergeben. In der United Internet Gruppe wurden mit keinem Kunden mehr als 10 % der gesamten externen Umsatzerlöse generiert. Die Auslandsumsätze betrugen 10,3 % (Vorjahr: 11,3 %) des Konzernumsatzes.

Das oberste Führungsgremium überwacht lediglich die Anteile an assoziierten Unternehmen, die langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie die Firmenwerte. Die in den Segmenten dargestellten Abschreibungen beziehen sich auf übrige, nicht überwachte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Überleitungsgröße hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern stellt den entsprechenden EBT-Beitrag der Segmente "Access" sowie "Applications" dar.

Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für das Geschäftsjahr 2014 wie folgt dar:

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Januar - Dezember 2014 Segment Access
T€
Segment Applications
T€
Zentrale / Beteiligungen
T€
Überleitung / Konsolidierung
T€
United Internet- Gruppe
T€
Segmentumsatz 2.135.103 929.349 510 --- 3.064.962
- davon Inland 2.135.103 584.414 510 --- 2.720.027
- davon Ausland 0 344.935 0 --- 344.935
EBITDA 443.374 228.562 65.650 0 737.586
EBIT 380.362 170.889 65.449 0 616.700
Finanzergebnis     -21.816 -3.389 -25.205
Abschreibungen auf Finanzanlagen     0 -705 -705
Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen     -3.422 -8.440 -11.862
EBT     40.211 538.717 578.928
Steueraufwendungen       -131.504 -131.504
Konzernergebnis         447.424
Vermögenswerte (langfristig) 509.795 487.225 710.242 --- 1.707.262
- davon Inland 509.795 303.348 684.655 --- 1.497.798
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 196 33.253 --- 33.449
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 141 6.149 651.402 --- 657.692
- davon Firmenwerte 509.654 297.003 0 --- 806.657
- davon Ausland 0 183.877 25.587 --- 209.464
- davon Anteile an assoziierten Unternehmen 0 1.483 0 --- 1.483
- davon sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 12.008 25.587 --- 37.595
- davon Firmenwerte 0 170.386 0 --- 170.386
Investitionen in immaterielle Vermögens          
werte und Sachanlagen (ohne Firmenwerte) 27.259 50.273 500 --- 78.032
Abschreibungen 63.012 57.673 201 --- 120.886
- davon immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 53.180 49.293 201 --- 102.674
- davon im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte          
Vermögenswerte 9.832 8.380 0 --- 18.212
- davon Firmenwertabschreibungen 0 0 0 --- 0
Anzahl der Mitarbeiter 2.965 4.829 38 --- 7.832
- davon Inland 2.897 3.233 38 --- 6.168
- davon Ausland 68 1.596 0 --- 1.664

6. Umsatzkosten

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2015
T€
2014
T€
Aufwand für bezogene Leistungen 1.633.941 1.402.671
Aufwand für bezogene Waren 376.911 350.563
Personalaufwendungen 164.320 126.933
Abschreibungen 139.530 74.169
Sonstiges 122.523 80.150
Gesamt 2.437.225 2.034.486

Die Umsatzkosten sind im Verhältnis zu den Umsatzerlösen gegenüber dem Vorjahr auf 65,6 % (im Vorjahr 66,4 %) gesunken, was zu einem Anstieg der Bruttomarge auf 34,4 % (im Vorjahr 33,6 %) führte.

7. Vertriebskosten

Die Vertriebskosten haben sich unterproportional von 481.292 T€ (15,7 % vom Umsatz) auf 557.220 T€ (15,0 % vom Umsatz) entwickelt.

8. Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten haben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht überproportional von 136.904 T€ (4,5 % vom Umsatz) auf 182.245 T€ (4,9 % vom Umsatz) erhöht.

9. Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen

9.1 Sonstige betriebliche Aufwendungen

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2015
T€
2014
T€
Forderungsverluste 33.158 22.350
Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung 12.735 6.110
Sonstige Steuern 3.463 333
Transaktionskosten aus Unternehmenszusammenschlüssen 1.916 5.104
Verluste Abgang Sachanlagen 1.365 425
Spenden 246 146
Verluste aus Abgang Beteiligung 0 884
Sonstiges 16.895 4.602
Gesamt 69.778 39.954

Die Forderungsverluste beinhalten Aufwendungen aus der Zuführung zu Wert-berichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Aufwendungen aus der Ausbuchung solcher Forderungen.

Die Aufwendungen aus der Fremdwährungsumrechnung enthalten im Wesentlichen Verluste aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursverluste aus der Bewertung zum Stichtagskurs, Kursgewinne aus diesen Positionen werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Eine saldierte Betrachtung führt zu einem Nettoertrag von 246 T€ (Vorjahr: 1.555 T€).

Die sonstigen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Diese betreffen Prozessrisiken, für die zum Stichtag entsprechende Rückstellungen gebildet wurden.

Hinsichtlich der Transaktionskosten aus Unternehmenszusammenschlüssen wird auf die Anhangsangaben 4.1 verwiesen.

9.2 Sonstige betriebliche Erträge

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2015
T€
2014
T€
Erträge aus Mahngebühren und Rücklastschriften 25.206 30.538
Erträge aus der Abwicklung einer Beteiligungstransaktion 20.870 0
Erträge aus Fremdwährungsumrechnung 12.981 7.665
Erträge aus dem Abgang von Virtual Minds 8.388 0
Erträge aus dem Abgang von Goldbach 5.569 0
Ertrag aus einer Vereinbarung im Rahmen eines Unternehmenserwerbs 2.700 0
Erträge Abgang Sachanlagen 469 151
Ertrag aus der Neubewertung der bestehenden Versatel    
Anteile im Rahmen des sukzessiven Unternehmenserwerbs der Versatel Gruppe 0 118.523
Ertrag aus der Einbringung der Global Founders Capital bzw. European Founders Fund in die Rocket Internet AG 0 75.802
Sonstiges 10.322 11.695
Gesamt 86.505 244.374

Die Erträge aus der Abwicklung einer Beteiligungstransaktion betreffen die erfolgswirksame Erfassung eines derivativen Finanzinstruments, das unterjährig bestand und zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurde.

Die Erträge aus Währungsgewinnen enthalten im Wesentlichen Gewinne aus Kursänderungen zwischen Entstehungs- und Zahlungszeitpunkt von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Kursgewinne aus der Bewertung zum Stichtagskurs, Kursverluste aus diesen Positionen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Im Rahmen des sukzessiven Unternehmenserwerbs der Versatel Gruppe im Vorjahr wurden die bestehenden Anteile an der Versatel Gruppe zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Die Differenz zwischen bisherigem Buchwert (at-equity Bewertung) und dem beizulegenden Zeitwert der bestehenden Anteile zum Erwerbszeitpunkt in Höhe von 118.523 T€ wurde im Rahmen der Übergangskonsolidierung von at-equity auf Vollkonsolidierung ergebniswirksam als nicht zahlungswirksamer Ertrag im Vorjahr erfasst.

Hinsichtlich des Ertrages aus der Einbringung der Global Founders Capital bzw. European Founders Fund Gesellschaften im Vorjahr wird auf Anhangsangabe 4.3 verwiesen.

10. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

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2015
T€
2014
T€
Umsatzkosten 139.530 74.169
Vertriebskosten 44.875 33.883
Verwaltungskosten 31.060 12.834
Gesamt 215.465 120.886

Die Abschreibungen beinhalten auch die Abschreibungen auf die im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten Vermögenswerte. Diese verteilen sich auf die aktivierten Vermögenswerte wie folgt:

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Immaterielle Vermögenswerte 2015
T€
2014
T€
Kundenstamm/ Auftragsbestand 22.816 9.545
Software 276 395
Technologie 1.442 1.811
  24.534 11.751
Materielle Vermögenswerte    
Netzinfrastruktur 21.407 5.288
Betriebs- und Geschäftsausstattung 782 1.173
Gesamt 46.723 18.212

Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte verteilen sich auf die Unternehmenszusammenschlüsse wie folgt:

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2015
T€
2014
T€
Versatel 39.571 9.832
Arsys 6.116 6.626
Fasthosts 999 900
united-domains 0 778
RevenueDirect 0 39
Portalgeschäft WEB.DE 37 37
  46.723 18.212

11. Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen verteilen sich auf die Funktionsbereiche wie folgt:

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2015
T€
2014
T€
Umsatzkosten 164.320 126.933
Vertriebskosten 185.258 163.031
Verwaltungskosten 80.170 61.697
Gesamt 429.747 351.661

Die Anzahl der Mitarbeiter stieg gegenüber dem Vorjahr von 7.832 Mitarbeitern um 5,2 % auf 8.239 Mitarbeiter zum Jahresende 2015 an:

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2015 2014
Inland 6.502 6.168
Ausland 1.737 1.664
Gesamt 8.239 7.832

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2015 belief sich auf 7.972 (Vorjahr: 7.028), davon im Inland 6.374 (Vorjahr: 5.395) und im Ausland 1.598 (Vorjahr: 1.634).

Für die betriebliche Altersversorgung bestehen im Konzern beitragsorientierte Zusagen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Sie beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf insgesamt 25.060 T€ (Vorjahr: 20.214 T€) und betrafen überwiegend in Deutschland für die gesetzliche Rentenversicherung geleistete Beiträge.

Hiervon entfielen aufgrund von Beitragsbefreiungen 0 T€ (Vorjahr: 0 T€) auf Beitragszahlungen für nahe stehende Personen.

12. Finanzierungsaufwendungen

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2015
T€
2014
T€
Darlehen und Kontokorrentkredite 22.136 13.449
  2.228 579
Zinsaufwand aus steuerlicher Betriebsprüfung 456 5.779
Sonstige 2.319 302
Vorzeitige Ablösung Zinsswaps 0 6.723
Zinsaufwand aus Zinsswaps 0 2.667
  27.139 29.499

Vor dem Hintergrund eines im August 2014 abgeschlossenen neuen Konsortial-Kredits und dem damit einhergehenden Wegfall des Grundgeschäfts wurden die Zinssicherungsvereinbarungen am 21. November 2014 vorzeitig durch Zahlung in Höhe des negativen Marktwerts von TEUR 6.723 abgelöst. Das bis zu diesem Zeitpunkt erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasste Ergebnis wurde im Vorjahr ergebniswirksam recycelt.

Der Anstieg der Finanzierungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem höheren durchschnittlichen Finanzierungsvolumen.

Bezüglich der Finanzierungskosten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen wird auf Anhangsangabe 43 verwiesen.

13. Finanzerträge

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2015
T€
2014
T€
Erträge aus Dividenden 10.640 395
Zinserträge aus Guthaben bei Kreditinstituten 1.183 691
Zinserträge aus Finanzierungsleasing 523 301
Zinserträge aus steuerlicher Betriebsprüfung 498 2.165
Erträge aus Ausleihungen an assoziierte Unternehmen 285 742
Summe Finanzerträge 13.129 4.294

Die Erträge aus Dividenden beinhalten im Wesentlichen Dividendenerträge aus der Ausschüttung der Drillisch AG in Höhe von 10.472 T€.

Hinsichtlich der Erträge aus Ausleihung an assoziierte Unternehmen wird auf die Anhangsangabe 40 verwiesen.

14. Steueraufwendungen

Die Steueraufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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2015
T€
2014
T€
Laufende Ertragsteuern    
- Deutschland 158.298 158.381
- Ausland 13.982 -11.202
Gesamt (laufende Periode) 172.280 147.179
Latente Steuern    
- aufgrund steuerlicher Verlustvorträge 2.819 -252
- steuerliche Wirkung auf temporäre Unterschiede -6.581 -15.423
Gesamte latente Steuern -3.762 -15.675
Gesamter Steueraufwand 168.518 131.504

Nach dem deutschen Steuerrecht setzen sich die Ertragsteuern aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sowie Solidaritätszuschlag zusammen.

Die Gewerbesteuer in Deutschland wird auf das zu versteuernde Einkommen der Gesellschaft erhoben, korrigiert durch Kürzungen bestimmter Erträge, die nicht gewerbesteuerpflichtig sind und durch Hinzurechnung bestimmter Aufwendungen, die für Gewerbesteuerzwecke nicht abzugsfähig sind. Der effektive Gewerbesteuersatz hängt davon ab, in welcher Gemeinde die Gesellschaft tätig ist. Der durchschnittliche Gewerbesteuersatz im Geschäftsjahr 2015 beträgt ca. 14,5 % (Vorjahr: 14,2 %).

Unabhängig davon, ob das Ergebnis thesauriert oder ausgeschüttet wird, betrug der Körperschaftsteuersatz in Deutschland unverändert zum Vorjahr 15 %. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaftsteuer erhoben.

Die Ertragsteueraufwendungen enthalten neben den Steuern auf das laufende Ergebnis periodenfremde Effekte in Höhe von 2.810 T€ (Vorjahr: 219 T€).

Der im Geschäftsjahr 2015 erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasste Steuerertrag belief sich zum Stichtag auf 2.642 T€ (Vorjahr: Steueraufwand 5.759 T€).

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann.

Die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge verteilen sich auf die Länder wie folgt:

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2015
T€
2014
T€
Deutschland 22.193 24.647
Frankreich 670 1.033
USA 340 340
  23.203 26.020

Die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge für deutsche Gesellschaften betreffen im Wesentlichen die Versatel Gruppe.

Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen folgende Länder (ohne Deutschland):

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2015
T€
2014
T€
USA Federal* 8.711 7.104
USA State** 9.862 8.140
Polen 1.369 1.429
  19.942 16.673

* Steuersatz 30,6%
* * Steuersatz 10,0%

Aufgeteilt nach den Ertragsteuerarten ergeben sich für Deutschland folgende Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden:

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2015 2014
Körperschaftsteuer
in T€
Gewerbesteuer
in T€
Körperschaftsteuer
in T€
Gewerbesteuer
in T€
Deutschland 85.710 32.953 89.100 34.136

Die Verlustvorträge in Deutschland, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betreffen vor allem Verlustvorträge der Versatel Gruppe.

Im Geschäftsjahr 2015 konnten Verlustvorträge in Höhe von 3.626 T€ genutzt werden.

Entsprechend IAS 12 werden aktive latente Steuern auf die zukünftigen Vorteile, die mit steuerlichen Verlustvorträgen verbunden sind, gebildet. Die Frist für den Nettoverlustvortrag in den einzelnen Ländern ist wie folgt:

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■ USA: zeitlich unbeschränkt
■ Deutschland: zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung
■ Frankreich: zeitlich unbeschränkt, jedoch Mindestbesteuerung
■ Polen: 5 Jahre

Die latenten Steuern haben sich aus den folgenden Positionen abgeleitet:

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2015 2014
In T€ Aktive latente Steuern Passive latente Steuern Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.904 3.746 1.330 2.337
Vorräte 275 0 34 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte -kurzfristig 502 15 578 67
Sonstige finanzielle Vermögenswerte -langfristig 33.756 316 43.509 3.194
Sonstige Vermögenswerte 445 88 1.039 147
Abgegrenzte Aufwendungen 83.975 1.894 79.724 1.035
Sachanlagen 4.261 62.636 4.821 70.959
Immaterielle Vermögenswerte 7.922 105.339 21.341 121.630
Sonstige Rückstellungen 7.781 1.290 6.867 1.945
Sonstige Verbindlichkeiten 28.973 3.689 31.232 3.483
Abgegrenzte Erlöse 6.033 2.191 3.788 2.168
Bruttowert 175.827 181.204 194.263 206.965
Steuerliche Verlustvorträge 23.203 0 26.020 0
Steuerguthaben Spanien 854 0 201 0
Konsolidierungsanpassungen 1.182 430 0 457
Saldierung -92.554 -92.554 -133.846 -133.846
Konzernbilanz 108.512 89.080 86.638 73.576

Der Aktivüberhang der latenten Steuern hat sich von 13.062 T€ im Vorjahr auf 19.432 T€ erhöht. Somit belief sich der Gesamtbetrag der Veränderung des Saldos latenter Steuern auf 6.370 T€ (Vorjahr: -28.269 T€). Ursächlich für diese Veränderung sind im Wesentlichen folgende Faktoren:

Verminderung der aktiven latenten Steuern aus einem Besserungsschein der im Geschäftsjahr 2014 erworbenen Versatel Gruppe (8.940 T€),

Verminderung der passiven latenten Steuern aus dem Sachanlagevermögen der im Geschäftsjahr 2014 erworbenen Versatel Gruppe (9.594 T€),

Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf in der Steuerbilanz aktivisch abgegrenzten Kundenakquisitionskosten (4.251 T€),

erfolgsneutraler Zugang aktiver latenter Steuern im Rahmen des Erwerbs der home.pl Gruppe (1.416 T€).

Die Veränderung des Saldos latenter Steuern im Vorjahresvergleich lässt sich wie folgt überleiten:

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In T€ 2015 2014
Latenter Steuerertrag 3.762 15.675
Erfolgsneutral erfasster latenter Steueraufwand 2.642 -5.759
Zugang im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen 1.416 -38.185
Effekt aus Finalisierung Kaufpreisallokation Versatel -1.450 0
Veränderung des Saldos latenter Steuern 6.370 -28.269

Die passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 105.339 T€ (Vorjahr: 121.630 T€) resultieren im Wesentlichen aus der unterschiedlichen Behandlung von im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierten immateriellen Vermögenswerten im Konzernabschluss und der Steuerbilanz. Der passive Saldo der ergebnisneutral gebildeten latenten Steuern belief sich per 31. Dezember 2015 auf 1.189 T€ (Vorjahr: 3.831 T€).

Die Überleitung vom Gesamtsteuersatz auf den effektiven Steuersatz der fortgeführten Aktivitäten stellt sich wie folgt dar:

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2015
%
2014
%
Erwarteter Steuersatz 30,3 30,0
- Tatsächliche und latente Steuern für Vorjahre -0,5 0,2
- Steuerlich aktivierungspflichtige Transaktionskosten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben 0,2 0,2
- Steuerlich nicht abzugsfähige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 0,5 0,9
- Steuervergünstigte Veräußerungsgewinne sowie Beteiligungserträge -2,5 -10,1
- Steuereffekte im Zusammenhang mit konzerninternen Ausschüttungen sowie Veräußerungen 4,3 1,8
- Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen -0,4 -0,3
- Mitarbeiterbeteiligungsprogramm -0,6 -0,3
- Steuerliche Verluste des Geschäftsjahres, für die keine latenten Steuern angesetzt worden sind 0,0 0,1
- Erstmalige Aktivierung von in Vorjahren nicht angesetzten steuerlichen Verlusten 0,0 -0,6
- Wertberichtigung von in Vorjahren aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen 0,0 0,6
- Nutzung von Verlustvorträgen, auf die keine latenten Steuern angesetzt waren -0,2 0,0
- Nicht steuerbare At-equity-Ergebnisse 0,1 0,6
- Saldo von sonstigen steuerfreien Erträgen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen 0,3 -0,5
Effektiver Steuersatz 31,5 22,7

Die Überleitungsgröße aus steuervergünstigten Veräußerungsgewinnen sowie Beteiligungserträgen im Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus Erträgen im Zusammenhang mit der Einbringung der Beteiligungen an den Portfolio-Unternehmen der Zweckgesellschaften Global Founders Capital bzw. European Founders Fund Nr. 2 und Nr. 3 und der Einbringung der Zweckgesellschaften selbst in die Rocket Internet SE gegen Anteilsgewährung sowie aus der Neubewertung der bestehenden Anteile an der Versatel Gruppe im Rahmen des sukzessiven Unternehmenserwerbs und den damit verbundenen sonstigen betrieblichen Erträge.

Die steuerlich nicht abzugsfähigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte resultieren aus im Ersteinbuchungszeitpunkt erfolgsneutral entstandenen Vermögensunterschieden, für die folglich gemäß IAS 12 keine latenten Steuern gebildet worden sind.

Der erwartete Steuersatz entspricht dem Steuersatz des Mutterunternehmens, der United Internet AG.

15. Ergebnis je Aktie

Zum 31. Dezember 2015 ist das Grundkapital, wie im Vorjahr, eingeteilt in 205.000.000 Stück auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 €. United Internet hielt zum 31. Dezember 2015 917.859 Stück eigene Aktien (Vorjahr: 1.232.338 Stück eigene Aktien). Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu, so dass die zurückgekauften Aktien eigenkapitalmindernd erfasst werden. Der gewogene Durchschnitt der für die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zugrunde gelegten Anzahl an Aktien beläuft sich für das Geschäftsjahr 2015 auf 203.917.520 Stück (Vorjahr: 196.418.404 Stück).

Ein Verwässerungseffekt ist im Hinblick auf die sich aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der United Internet AG ergebenden Optionsrechte zu berücksichtigen, die sich per 31. Dezember 2015 im Geld befanden. Dabei wurden sämtliche zum 31. Dezember 2015 bestehenden Optionsrechte nach Maßgabe der Treasury-Stock Methode bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie berücksichtigt, soweit sich die Optionsrechte im Geld befanden und unabhängig davon, ob die Optionsrechte zum Bilanzstichtag tatsächlich ausübbar waren. Die Berechnung des Verwässerungseffekts aus dem Umtausch erfolgt, indem zunächst die Anzahl der potenziellen Aktien festgestellt wird. Anschließend wird auf der Basis des durchschnittlich beizulegenden Zeitwerts der Aktien die Aktienanzahl ermittelt, die aus der Gesamthöhe der Zahlungen (Nennwert der Rechte zuzüglich Zuzahlung) erworben werden könnte. Ist die aus beiden Werten ermittelte Differenz null, entspricht die gesamte Zahlung genau dem beizulegenden Zeitwert der potenziellen Aktien, so dass keine verwässernde Wirkung zu berücksichtigen ist. Ist der Differenzbetrag positiv, wird davon ausgegangen, dass diese Aktien im Werte dieses Differenzbetrages unentgeltlich ausgegeben werden.

Die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie ging von 2.875.000 Stück (Vorjahr: 3.660.000 Stück) potentiellen Aktien (aus der fingierten Nutzung der Rechte) aus. Basierend auf einem durchschnittlichen Marktpreis von 43,33 € (Vorjahr: 32,81 €) würde sich eine unentgeltliche Ausgabe von 1.278.548 Stück (Vorjahr: 1.377.714 Stück) Aktien ergeben.

Nachfolgende Tabelle enthält die der Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnis zugrunde gelegten Beträge:

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2015
T€
2014
T€
Ergebnisse, die den Anteilseignern der United Internet AG zuzurechnen sind 366.405 447.124
Ergebnis je Aktie (in €)    
- unverwässert 1,80 2,28
- verwässert 1,79 2,26
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Mio. Stück)    
- unverwässert 203,92 196,42
- verwässert 205,20 197,80

16. Dividende je Aktie

Die Hauptversammlung der United Internet AG hat am 21. Mai 2015 dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,60 € je Aktie zugestimmt. Die Dividendenzahlung in einer Gesamthöhe von 122,3 Mio. € erfolgte am 22. Mai 2015.

Über die Verwendung eines Bilanzgewinns beschließt nach § 21 der Satzung der United Internet AG die Hauptversammlung. Über den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2015 beraten Vorstand und Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 16. März 2016.

Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte und damit auch keine anteilige Ausschüttung zu. Zum Datum der Unterzeichnung des Jahresabschlusses hält die United Internet Gruppe 917.859 Stück (Vorjahr: 1.232.338) eigene Aktien.

Erläuterungen zur Bilanz

17. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Bankguthaben, kurzfristigen Anlagen, Schecks und Kassenbeständen. Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Zahlungsmittelbedarf des Konzerns zwischen einem Tag und 3 Monaten betragen.

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Konzern-Kapitalflussrechnung zu entnehmen.

18. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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2015
T€
2014
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 278.603 237.017
Abzüglich    
Wertberichtigungen -23.098 -20.369
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto 255.505 216.648
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen- kurzfristig 218.074 193.142
davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen- langfristig 37.431 23.506

Zum 31. Dezember 2015 beliefen sich die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 23.098 T€ (Vorjahr: 20.369 T€). Die Entwicklung des Wertberichtigungskontos stellt sich wie folgt dar:

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2015
T€
2014
T€
Stand 1. Januar 20.369 16.943
Inanspruchnahme -15.340 -14.816
Aufwandswirksame Zuführungen 20.487 19.720
Auflösung -2.520 -2.098
Währungsdifferenzen 102 620
Stand 31. Dezember 23.098 20.369

Die aufwandswirksamen Zuführungen des Geschäftsjahres umfassen jeweils nicht die unterjährig begründeten und vor dem Bilanzstichtag ausgebuchten Forderungen.

Zum Bilanzstichtag sind keine Anzeichen erkennbar, dass den Zahlungsverpflichtungen für die nicht wertberichtigten Forderungen nicht nachgekommen wird.

Das maximale Ausfallrisiko zum Bilanzstichtag entspricht dem Nettobuchwert der oben genannten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Überfällige Forderungen werden auf ihren Wertberichtigungsbedarf geprüft. Die Ermittlung der Einzelwertberichtigungen erfolgt dabei im Wesentlichen in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Forderungen. Es wird auf Anhangsangabe 41 verwiesen.

Sämtliche überfälligen Forderungen, die nicht einzeln wertberichtigt wurden, unterliegen einer pauschalierten Einzelwertberichtigung.

Zum 31. Dezember stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Berücksichtigung der vorgenannten Wertberichtigungen wie folgt dar:

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2015
T€
2014
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto    
< 30 Tage 237.030 195.711
30 - 60 Tage 6.466 9.099
60 - 90 Tage 5.543 5.839
90 - 120 Tage 3.695 3.438
> 120 Tage 2.771 2.561
  255.505 216.648

19. Vorräte

Das Vorratsvermögen besteht aus folgenden Posten:

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2015
T€
2014
T€
Handelswaren    
Mobilfunk / Mobile Internet 40.014 38.527
DSL- Hardware 6.913 5.168
SIM-Karten 468 611
Sonstige 48 2.184
Zur Weiterveräußerung gehaltener Domainbestand 4.088 4.724
  51.531 51.214
Abzüglich    
Wertberichtigungen -9.022 -8.584
Vorräte, netto 42.509 42.630

Der im Geschäftsjahr aus dem Absatz von Vorräten unter den Umsatzkosten als Materialaufwand erfasste Wareneinsatz belief sich auf 376.911 T€ (Vorjahr: 350.563 T€). Hiervon entfallen 438 T€ (Vorjahr: 2.068 T€) auf Wertminderungen auf Vorräte.

Die Wertberichtigungen entfallen mit 5.375 T€ auf Mobilfunk / Mobile Internet (Vorjahr: 4.225 T€), mit 3.647 T€ auf Domains (Vorjahr: 3.584 T€), mit 0 T€ auf DSL-Hardware (Vorjahr: 22 T€), sowie mit 0 T€ auf übrige Vorräte (Vorjahr: 355 T€).

20. Kurzfristige abgegrenzte Aufwendungen

Die abgegrenzten Aufwendungen in Höhe von 82.633 T€ (Vorjahr: 66.627 T€) beinhalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Domainregistrierungsgebühren sowie für Vorleistungsentgelte, die auf Basis des zugrunde liegenden Vertragszeitraums abgegrenzt und periodengerecht als Aufwand erfasst werden.

21. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

21.1 Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

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2015
T€
2014
T€
Geleistete Anzahlungen 5.044 832
Forderung gegen Vorleister 4.525 2.124
Debitorische Kreditoren 2.681 2.306
Umsatzboni 1.896 1.473
Kautionen 562 521
Sonstige 8.132 6.188
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 22.840 13.444

21.2 Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte

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2015
T€
2014
T€
Forderungen Finanzamt 114.575 377.474
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 114.575 377.474

Die Forderungen gegen das Finanzamt betreffen in Höhe von 83 Mio. € Forderungen aus gezahlter anrechenbarer Kapitalertragsteuer inklusive Solidaritätszuschlag (Vorjahr: 336 Mio. €).

22. Anteile an assoziierten Unternehmen

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2015
T€
2014
T€
Buchwert zum Beginn des Geschäftsjahres 34.932 115.311
Zugänge 439.305 22.684
Korrekturen    
- Ausschüttungen -100 -331
- Ergebnisanteile -1.293 -11.862
- Sonstiges 928 208
Abgänge -5.406 -91.078
  468.366 34.932

Die Zugänge betreffen im Wesentlichen die Anteile an der Drillisch AG, wir verweisen auf Anhangsangabe 4.2. Der beizulegende Zeitwert der Anteile an der Drillisch AG belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 430.488 T€.

Die sonstigen Korrekturen in Höhe von 928 T€ betreffen im Wesentlichen Ergebnisanteile an assoziierten Unternehmen mit einem Beteiligungsbuchwert von 0 T€. Die negativen Erfolgsbeiträge von assoziierten Unternehmen mit einem Beteiligungsbuchwert von 0 T€ wurden nur dann berücksichtigt, sofern den assoziierten Unternehmen langfristige Darlehen zur Verfügung gestellt wurden oder Kredit- bzw. Haftungszusagen bestanden.

Die Abgänge betreffen im Wesentlichen den Anteilsverkauf virtual minds AG (siehe Anhangsangabe 4.2).

Nachfolgende Tabelle enthält zusammengefasste Finanzinformationen der zum Bilanzstichtag gehaltenen assoziierten Unternehmen auf Basis eines Anteilsbesitzes von 100 %:

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2015
T€
2014
T€
Kurzfristige Vermögenswerte 380.603 46.633
Langfristige Vermögenswerte 2.128.200 59.280
Kurzfristige Schulden 93.782 19.146
Langfristige Schulden 115.522 11.848
Eigenkapital 2.299.499 74.919
Umsatzerlöse 502.769 63.915
Periodenergebnisse 30.391 -14.279

Die zusammengefassten Finanzinformationen betreffen im Wesentlichen die Beteiligung an der Drillisch AG. Zum Teil basieren die Finanzinformationen auf lokalen Rechnungslegungsvorschriften, da eine Überleitung dieser Finanzinformationen auf IFRS unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde.

23. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

Die Entwicklung der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

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Fortschreibung der Neubewertungsrücklage
01.01.2015
T€
Zugang
T€
Recycling
T€
Veränderung
T€
Wertminderung
T€
Umbuchung
T€
Abgang
T€
31.12.2015
T€
Anteile Goldbach 13.449   -2.519       -10.930 0
Anteile Hi-media 11.838     -632 -3.433 -6.393   1.380
Anteile HiPay 0     -742 -1.859 6.393   3.792
Anteile Afilias 8.720             8.720
Anteile Rocket Internet 643.343 58.849   -314.744       387.448
Anteile Tele Columbus 0 32.815   2.715       35.530
Übrige 17.937 2.221     -25 -1.542 -6.502 12.089
  695.287 93.885 -2.519 -313.403 -5.317 -1.542 -17.432 448.959
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Fortschreibung der Neubewertungsrücklage
01.01.2014
T€
Zugang
T€
Recycling
T€
Veränderung
T€
Wertminderung
T€
Umbuchung
T€
Abgang
T€
31.12.2014
T€
Anteile Goldbach 13.530     509     -590 13.449
Anteile Hi-media 8.854     2.984       11.838
Anteile Afilias 8.720             8.720
Anteile Rocket Internet 0 435.473   207.870       643.343
Übrige 16.451 3.430     -705 -348 -891 17.937
  47.555 438.903 0 211.363 -705 -348 -1.481 695.287

Die Zugänge in Bezug auf Rocket Internet SE betreffen den Erwerb weiterer Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Die Anteile an der Goldbach Group AG wurden im April 2015 veräußert, wir verweisen auf Anhangsangabe 4.2.

Im Dezember 2015 hat die United Internet Gruppe einen Anteil von 2,98 % an der Tele Columbus AG, Berlin, zum Preis von 32,8 Mio. € erworben.

24. Sachanlagen

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2015
T€
2014
T€
Anschaffungskosten    
- Grundstücke und Bauten 17.144 16.264
- Telekommunikationsanlagen 474.050 398.230
- Netzinfrastruktur 184.132 181.729
- Betriebs- und Geschäftsausstattung 466.093 418.101
- Geleistete Anzahlungen 14.584 16.893
  1.156.003 1.031.217
Abzüglich    
Aufgelaufene Abschreibungen -490.808 -341.915
Sachanlagen, netto 665.195 689.302

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der Sachanlagen in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

Der Buchwert der im Rahmen von Finanzierungs-Leasingverhältnissen gehaltenen Sachanlagen beläuft sich zum 31. Dezember 2015 auf 104.579 T€ (Vorjahr: 116.415 T€).

Zum Bilanzstichtag bestehen Abnahmeverpflichtungen für Vermögenswerte des Anlagevermögens in einem Gesamtbetrag von 22,3 Mio. € (Vorjahr: 24,2 Mio. €).

25. Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte)

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2015
T€
2014
T€
Anschaffungskosten    
- Kundenstamm 282.066 411.170
- Marke 121.671 118.770
- Software / Technologie 118.480 114.533
- Lizenzen 28.099 29.628
- Einmalentgelte 919 445
  551.235 674.546
Abzüglich    
Aufgelaufene Abschreibungen -207.202 -289.072
Immaterielle Vermögenswerte, netto 344.033 385.474

Eine alternative Darstellung der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel). Die Kundenbeziehungen in Höhe von 190.765 T€ betreffen im Wesentlichen den im Rahmen der Versatel-Akquisition im Vorjahr erworbenen Kundenstamm. Im Vorjahr waren hier noch die im Geschäftsjahr 2009 und 2010 von der freenet AG erworbenen Breitband-Kunden ausgewiesen. Diese von Dritten erworbenen Kundenbeziehungen werden planmäßig über 6 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 2015 19.882 T€ (Vorjahr: 21.694 T€), der Restbuchwert 0 T€ (Vorjahr: 19.882 T€). Nach vollständiger planmäßiger Abschreibung wurde ein Abgang dieses Kundenstamms unterstellt.

Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen (Markenrechte) betrugen 120.687 T€ (Vorjahr: 117.837 T€). Die Werthaltigkeitsüberprüfung der immateriellen Vermögenswerte, die einer unbestimmten Nutzungsdauer unterliegen, wurde zum Bilanzstichtag auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten vorgenommen. Daraus ergab sich im Geschäftsjahr keine Wertminderung (Vorjahr: 0 T€).

Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die Markenrechte:

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2015
T€
2014
T€
Versatel 62.000 62.000
Mail.com 25.065 22.490
WEB.DE 17.173 17.173
Arsys 7.553 7.553
Fasthosts 4.698 4.423
united-domains 4.198 4.198
  120.687 117.837

26. Firmenwerte

Eine Darstellung der Entwicklung der Firmenwerte in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 wird in der Anlage zum Konzernanhang gezeigt (Konzernanlagenspiegel).

27. Wertminderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die vorhandenen Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen. In Anlehnung an den unternehmensinternen Budgetierungsprozess hat die Gesellschaft das letzte Quartal ihres Geschäftsjahres für die Durchführung des jährlich geforderten Impairment-Tests festgelegt.

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Firmenwerte wurden für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet.

Die Wertminderungsaufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Konzernanlagespiegel gesondert ausgewiesen.

Die Firmenwerte zum 31. Dezember stellen sich nach zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt dar:

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2015
T€
2014
T€
Segment Access    
Versatel* 398.261 509.654
1&1 Telecom* 108.221 0
  506.482 509.654
Segment Applications    
1&1 Mail & Media 228.501 228.501
Home.pl** 159.361 0
Arsys 100.495 100.495
UK (Fasthosts / Dollamore) 73.901 69.579
united-domains 35.924 35.924
Affiliate-Marketing 22.451 22.451
InterNetX 5.237 5.032
Domain-Marketing 5.098 5.098
Mail.com 345 309
  631.313 467.389
  1.137.795 977.043

* Aufgrund der zeitlichen Nähe des Unternehmenserwerbs zu dem Aufstellungsdatum des Konzernabschlusses im Vorjahr war die Kaufpreisallokation noch vorläufig. Aus der Finalisierung der Kaufpreisallokation ergab sich eine Verminderung des Firmenwerts von 3.172 T€ sowie eine Aufteilung des Firmenwertes auf die zahlungs-mittelgenerierenden Einheiten Versatel und 1&1
** Aufgrund der zeitlichen Nähe des Unternehmenserwerbs zu dem Aufstellungsdatum dieses Konzernabschlusses ist noch keine Kaufpreisallokation erfolgt. Der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und den Buchwerten der übernommenen Vermögenwerte und Schulden wurde somit vorläufig als Firmenwert erfasst.

Planmäßiger Wertminderungstest zum 31. Dezember 2015

Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten werden auf Basis der Berechnung von beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten des Abgangs unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Die Hierarchie des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs im Sinne von IFRS 13 wird bei allen Wertminderungstests als Level 3 eingestuft. Die Cashflow-Prognosen basieren auf Budgets der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2016. Diese Budgets wurden vom Management auf Basis von externen Marktstudien sowie internen Annahmen für einen Zeitraum von bis zu 5 Jahren extrapoliert. Nach diesem Zeitraum unterstellt das Management einen jährlichen Anstieg der Cashflows zwischen 0,5 % und 2,0 % (Vorjahr: 0,5 % - 2,0 %), der der langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate des Sektors entspricht, in dem die jeweilige zahlungsmittelgenerierende Einheit tätig ist. Die im Geschäftsjahr für die Cashflow-Prognose verwendeten Abzinsungssätze nach Steuern bewegen sich in einer Bandbreite zwischen 5 % und 9 % (Vorjahr: 6 % bis 10 %). Die rechnerischen Abzinsungssätze vor Steuern dieses Geschäftsjahres bewegen sich in einer Bandbreite von 8 % bis 13 % (im Vorjahr 8 % bis 12 %).

Die wichtigsten Parameter je zahlungsmittelgenerierender Einheit ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle:

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CGU Parameter 2016 2017 2018 2019 > 2020
Anteil Firmenwert gesamt Vorjahr 2015 2016 2017 2018 > 2019
Versatel* 35% Umsatzwachstum   -2% 5% 19% 17% 12%
    Vorjahr 0% 0% 4% 5% 6%  
    Abzinsungssätze   6% 6% 6% 6% 6%
    Vorjahr 6% 6% 6% 6% 6%  
1&1 Mail & Media*** 20% Umsatzwachstum   11% 6% 6% 1% 1%
    Vorjahr 15% 6% 5% 5% 2%  
    Abzinsungssätze   6% 5% 5% 5% 5%
    Vorjahr 9% 9% 9% 9% 7%  
1&1 Telecom 10% Umsatzwachstum   9% 7% 3% 1% 1%
    Vorjahr n/a n/a n/a n/a n/a  
    Abzinsungssätze   7% 6% 6% 6% 6%
    Vorjahr n/a n/a n/a n/a n/a  
Arsys** 9% Umsatzwachstum   2% 3% 3% 3% 3%
    Vorjahr 3% 11% 11% 6% 3%  
    Abzinsungssätze   9% 9% 9% 9% 7%
    Vorjahr 10% 10% 10% 10% 9%  
Fasthosts*** 6% Umsatzwachstum   6% 1% 1% 1% 1%
    Vorjahr 1% 2% 2% 2% 2%  
    Abzinsungssätze   7% 6% 6% 6% 6%
    Vorjahr 8% 8% 8% 8% 6%  
united-domains*** 3% Umsatzwachstum   8% 1% 1% 1% 1%
    Vorjahr 9% 9% 9% 9% 1%  
    Abzinsungssätze   7% 6% 6% 6% 6%
    Vorjahr 9% 9% 9% 9% 8%  
Affiliate-Marketing*** 2% Umsatzwachstum   30% 1% 1% 1% 1%
    Vorjahr 14% 9% 11% 10% 1%  
    Abzinsungssätze   6% 5% 5% 5% 5%
    Vorjahr 12% 12% 12% 12% 11%  
InterNetX*** 0% Umsatzwachstum   21% 1% 1% 1% 1%
    Vorjahr 2% 2% 2% 2% 1%  
    Abzinsungssätze   7% 6% 6% 6% 6%
    Vorjahr 9% 9% 9% 9% 8%  
Domain-Marketing*** 0% Umsatzwachstum   0% 1% 1% 1% 1%
    Vorjahr -1% -1% -3% -3% 0%  
    Abzinsungssätze   7% 6% 6% 6% 6%
    Vorjahr 12% 12% 12% 12% 13%  

* geplantes Umsatzwachstum 2020: 12 %, > 2021: 0,5 %; der Abzinsungssatz nach Steuern in der ewigen Rente beträgt 5%
** geplantes Umsatzwachstum nach 2020: 2 %
*** Abzinsungssätze Vorjahr sind Abzinsungssätze vor Steuern (Nutzungswert)

Im Segment "Applications" sind Markenrechte in Höhe von 58.687 T€ bilanziert (Vorjahr: 55.837 T€), im Segment "Access" in Höhe von 62.000 T€ (Vorjahr: 62.000 T€); siehe Anhangsangabe 25). Die Markenrechte wurden im Rahmen der Unternehmenszusammenschlüsse zu ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren (in der Regel Lizenzpreisanalogiemethode; in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Mail.com unter Anwendung der Residualwertmethode) bewertet und zum Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Hierbei wurden die marktrelevanten Cashflows mit den markenrelevanten Lizenzsätzen multipliziert. Diese liegen bei 0,75 % bis 2,5 % (Vorjahr: 0,75 % bis 2,5 %). Bei der Prognose der markenrelevanten Cashflows wurden dieselben Annahmen bezüglich der Marktentwicklung und der Abzinsungssätze zugrunde gelegt, die bereits in die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eingeflossen sind. Die Überprüfung ergab wie im Vorjahr keine Wertminderung.

Grundannahmen der Werthaltigkeitstests

Bei den folgenden der Berechnung der erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugrundegelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten:

Umsatzerlöse

Die Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwartet im Planungshorizont unterschiedliche Entwicklungen der Umsatzerlöse. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird für die Geschäftsjahre 2016 bis 2020 mit einer Veränderung zwischen -2 % und 30 % gerechnet (Vorjahr: zwischen -3 % und 15 %). Die Prognosen basieren auf Vergangenheitserfahrungen sowie Marktstudien in den relevanten Marktsegmenten.

Wachstumsraten

Den Wachstumsraten liegen veröffentlichte branchenbezogene Marktschätzungen zugrunde. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden interne Annahmen getroffen.

Bruttomarge

Die geplanten Bruttomargen basieren auf den Markteinschätzungen der Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Geschäftsführung stellt ausgehend von Marktanalysen Schätzungen hinsichtlich der Entwicklung der Bruttomargen an.

EBITDA-Marge

Die geplanten EBITDA-Margen basieren auf den Markteinschätzungen der Geschäftsführung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Geschäftsführung stellt ausgehend von Marktanalysen Schätzungen hinsichtlich der Entwicklung der EBITDA-Margen an.

Abzinsungssätze

Die Abzinsungssätze spiegeln die Schätzung der Unternehmensleitung hinsichtlich der den einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuzuordnenden spezifischen Risiken wider. Die Ermittlung der angemessenen Abzinsungssätze basiert im Wesentlichen auf einem quasi risikolosen Zins, der jeweils um einen spezifischen Risikozuschlag, ermittelt auf Basis empirischer Daten für eine Gruppe von Vergleichsunternehmen, erhöht wird.

Veräußerungskosten

Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten wurden Veräußerungskostensätze in einer Bandbreite von 1,5 % bis 3 % unterstellt.

Sensitivität der getroffenen Annahmen

Die Sensitivität der getroffenen Angaben in Bezug auf eine Wertminderung der Firmenwerte bzw. der Markenwerte ist abhängig von den jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.

Die Unternehmensleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt.

Die Auswirkungen von Änderungen der Grundannahmen werden nachfolgend erläutert:

Abzinsungssätze

Eine Änderung des quasi risikolosen Zinses oder des spezifischen Risikozuschlags verändert auch die den Impairment-Tests zugrunde gelegten Abzinsungssätze. Aus der Änderung der verwendeten Abzinsungssätze um 2 Prozentpunkte (Vorjahr: 2 Prozentpunkte) würden sich keine Auswirkungen auf den Impairment-Test mit Ausnahme des Impairment Tests für die zahlungsmittelgenierende Einheit Versatel (siehe nachfolgende Ausführungen) ergeben. Die Geschäftsleitung stuft das Risiko aus Zinsvariationen derzeit als gering ein.

Wachstumsraten

Die Unternehmensleitung erkennt, dass das Wachstum im Segment "Applications", und damit auch das Wachstum der in diesem Segment tätigen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, stark von der Entwicklung der Nutzung des Internets und damit von der Akzeptanz des Internets als Medium zur Nutzung im privaten und geschäftlichen Bereich abhängt. Aus dem Eintritt neuer Wettbewerber sowie der prognostizierten Marktkonsolidierung werden keine negativen Auswirkungen auf die im Budget berücksichtigten Prognosen erwartet. Eine Änderung könnte jedoch zu grundsätzlich möglichen Wachstumsraten führen, die nach vernünftigem Ermessen von jenen abweichen, die der Planung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugrunde liegen. Aus einem Rückgang der langfristigen Wachstumsraten in der ewigen Rente um 0,5 Prozentpunkte würden sich keine Auswirkungen auf den Impairment-Test ergeben.

EBITDA-Margen

Die Unternehmensleitung erkennt, dass die EBITDA-Margen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, stark von der Entwicklung der Nutzung des Internets und damit von der Akzeptanz des Internets als Medium zur Nutzung im privaten und geschäftlichen Bereich abhängt. Aus dem Eintritt neuer Wettbewerber sowie der prognostizierten Marktkonsolidierung werden keine negativen Auswirkungen auf die im Budget berücksichtigten Prognosen erwartet. Eine Änderung könnte jedoch zu grundsätzlich möglichen EBITDA-Margen führen, die nach vernünftigem Ermessen von jenen abweichen, die der Planung der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugrunde liegen. Ein Rückgang der EBITDA-Margen innerhalb einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Bandbreite würde jedoch nicht zu einer Reduktion der beizulegenden Zeitwerte unter die Buchwerte führen.

Zahlungsmittelgenerierende Einheit "Versatel"

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit "Versatel" wurde auf Basis der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Kosten des Abgangs unter Verwendung von Cashflow-Prognosen und Barwertmodellen ermittelt. Bezüglich der grundlegenden Annahmen verweisen wir auf die oben getroffenen Angaben. Die Hierarchie des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten im Sinne von IFRS 13 wird als Level 3 eingestuft. Eine Variation des Abzinsungssatzes von + 1,0 % sowie der Wachstumsrate von - 0,15 % würden dazu führen, dass der erzielbare Betrag dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht. Eine Variation des Abzinsungssatzes von + 0,5 % sowie der geplanten EBITDA-Marge in der ewigen Rente von - 2,5 % würden dazu führen, dass der erzielbare Betrag dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht.

Für alle anderen zahlungmittelgenerierenden Einheiten ist die Unternehmensleitung der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzliche Änderung des Abzinsunsatzes, der Wachstumsrate sowie der EBITDA-Marge dazu führen würden, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag wesentlich übersteigt.

28. Langfristige abgegrenzte Aufwendungen

Die langfristigen abgegrenzten Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus geleisteten Vorauszahlungen im Rahmen langfristiger Einkaufsverträge mit Vorleistern und belaufen sich zum 31. Dezember 2015 auf 102.438 T€ (Vorjahr: 37.097 T€).

29. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen in Höhe von 399.904 T€ (Vorjahr: 360.334 T€), davon haben Verbindlichkeiten in Höhe von 4.042 T€ (Vorjahr: 4.193 T€) eine Laufzeit von über einem Jahr.

30. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

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2015
T€
2014
T€
Darlehen von Kreditinstituten 1.536.502 1.374.002
Abzüglich    
Kurzfristiger Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -29.332 -30.061
Langfristiger Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.507.170 1.343.941
Kurzfristige Darlehen / Kontokorrentkredite 29.332 30.061
Kurzfristiger Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 29.332 30.061
Gesamt 1.536.502 1.374.002

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zum 31. Dezember 2015 resultieren aus einem im August 2014 abgeschlossenen Konsortialkredit in Höhe von insgesamt 750 Mio. €, aufgeteilt in zwei Tranchen mit Laufzeiten bis 2017 bzw. 2019 sowie aus einem Schuldscheindarlehen in Höhe von 600 Mio. €, das in 4 Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten von 2017 bis 2022 aufgeteilt ist.

Die Inanspruchnahme des Konsortialkredits ist variabel verzinslich. Der Einstandszinssatz für die Zinsperioden von 1, 3 und 6 Monaten ist an den EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden. Die Marge ist abhängig von Finanzkennzahlen der United Internet Gruppe und liegt in einer Bandbreite von 0,6 % und 1,4 %. Rückzahlungen können jederzeit erfolgen.

Die Zinssätze des Schuldscheindarlehens sind zum einen variabel und an den 6-Monats-EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden, zum anderen fest verzinslich. Die festen Zinssätze inklusive Marge variieren dabei je nach Laufzeit zwischen 1,32 % und 2,15 %.

Des Weiteren besteht ein revolvierender Konsortialkreditrahmen von 810 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 9. Juli 2020, der zum 31. Dezember 2015 in Höhe von 163 Mio. € in Anspruch genommen war. Damit stehen aus dem noch nicht abgerufenen Teil des revolvierenden Konsortialkredits Mittel in Höhe von 647 Mio. € zur Verfügung.

Die Inanspruchnahme ist variabel verzinslich. Der Einstandszinssatz für die Zinsperioden von 1, 3 oder 6 Monaten ist an den EURIBOR zuzüglich einer Marge p. a. gebunden. Die Marge ist abhängig von Finanzkennzahlen der United Internet Gruppe. Der Zinsssatz inkl. Marge am Bilanzstichtag beträgt 0,850 % (Vorjahr: 0,726 %).

Zum 31. Dezember 2015 bestehen darüber hinaus noch Kontokorrentverbindlichkeiten.

Eine Besicherung dieser Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfolgte nicht.

Mit Ausnahme der festverzinslichen Schuldscheindarlehen entsprechen die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituen im Wesentlichen den Buchwerten. Bezüglich weiterer Informationen zum Schuldscheindarlehen wird auf Anhangsangabe 39 verwiesen.

Seit Juli 2012 besteht zwischen der United Internet AG, bestimmten Tochterunternehmen und der Commerzbank AG, Frankfurt am Main, eine Vereinbarung über die Durchführung eines Cash-Poolings (Disposervice). Danach werden banktäglich die Guthaben- und Debetsalden konzernintern verrechnet und zusammengefasst.

b) Kreditlinien (ohne den revolvierenden Konsortialkreditrahmen)

Die United Internet AG hat zusätzlich bei 3 Banken die nachfolgenden Kreditlinien für Kontokorrentkredite und sonstige kurzfristige Kredite bzw. Avale:

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2015
Mio. €
2014
Mio. €
Kreditlinie und Avale 133 118
Inanspruchnahme Kreditlinie 28 0
Verfügbare Kreditlinie 105 118
Inanspruchnahme Avale 37 19
Durchschnittlicher Zinssatz (%) 0,53-1,10 0,81-1,16
Nicht in Anspruch genommene Kreditlinien 68 99

Die Kreditlinien wurden von den Banken befristet zur Verfügung gestellt. Laufzeiten von 35 Mio. € enden im November 2018, Laufzeiten von 98 Mio. € stehen bis auf Weiteres zur Verfügung.

Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht unverändert zum Vorjahr gesamtschuldnerische Mithaftung der United Internet AG. Der angegebene durchschnittliche Zinssatz zum Bilanzstichtag bezieht sich auf die Inanspruchnahme der Kreditlinie.

31. Ertragsteuerschulden

Die Ertragsteuerschulden setzen sich wie folgt zusammen:

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2015
T€
2014
T€
Deutschland 126.477 136.823
Grossbritannien 2.328 2.021
Polen 388 0
USA 242 165
Frankreich 0 176
Spanien 151 61
Gesamt 129.586 139.246

32. Abgegrenzte Erlöse

Die Kunden leisten für bestimmte Verträge Vorauszahlungen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Webhosting und Internet-Zugangsleistungen sowie um einmalige Bereitstellungsentgelte der Versatel Gruppe. Die Vorauszahlungen an Gebühren werden über den zugrunde liegenden Vertragszeitraum abgegrenzt und periodengerecht als Umsatz vereinnahmt.

33. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der Rückstellungen im Geschäftsjahr 2015 stellt sich wie folgt dar:

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Rückbauverpflichtung
T€
Prozessrisiken
T€
Übrige
T€
Gesamt
T€
01. Januar 2015 33.458 7.609 7.388 48.455
Verbrauch 115 2.247 5.032 7.394
Auflösung 182 2.102 0 2.284
Effekt aus der Aufzinsung 512 0 0 512
Zuführung 1.276 16.068 3.411 20.755
31. Dezember 2015 34.949 19.328 5.767 60.044

Die Rückstellung für Rückbauverpflichtungen betreffen im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen zum Rückbau von aktiver Telekommunikationstechnik in angemieteten Hauptverteilerstandorten (HVT).

Die Prozessrisiken setzen sich aus diversen Rechtsstreitigkeiten bei unterschiedlichen Konzerngesellschaften zusammen.

Bei den übrigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Gewährleistungs- und Drohverlustrückstellungen.

Rückstellungen in Höhe von 10.267 T€ (Vorjahr: 12.657 T€) haben eine Laufzeit von zwei bis fünf Jahren und 25.942 T€ (Vorjahr: 23.237 T€) eine Laufzeit von über fünf Jahren. Bei den langfristigen Rückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Rückbauverpflichtungen.

34. Sonstige Verbindlichkeiten

34.1 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

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2015
T€
2014
T€
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten    
- Verbindlichkeiten aus Gehalt 41.823 30.622
- Marketing- und Vertriebskosten I Vertriebsprovisionen 27.851 22.537
- Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen 17.747 16.671
- kreditorische Debitoren 6.522 3.398
- Wartung I Instandhaltung I Rückbauverpflichtungen 3.658 6.172
- Rechts- und Beratungskosten, Abschlusskosten 3.008 3.517
- Öffentlichkeitsarbeit 353 226
- Kaufpreisverbindlichkeiten 0 5.100
- Marketingaktionen 0 1.140
- Sonstiges 4.483 5.434
Gesamt 105.445 94.817

34.2 Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

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Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 2015
T€
2014
T€
- Verbindlichkeiten Finanzamt 36.408 27.128
- Verbindlichkeiten aus Betriebsprüfung 0 5.195
-Sonstige 397 55
Gesamt 36.805 32.378

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt handelt es sich im Wesentlichen um Umsatzsteuerschulden.

34.3 Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

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2015
T€
2014
T€
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten    
- Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen 85.817 89.442
- Kaufpreisverbindlichkeit InterNetX 3.110 3.416
-Sonstige 6.594 6.382
Gesamt 95.521 99.240

Bezüglich der Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen wird auf Anhangsangabe 43 verwiesen.

Die 1&1 Internet AG hat am 10. Juni 2014 einen Optionsvertrag mit den weiteren Gesellschaftern der InterNetX GmbH über die ausstehenden 4,44 % Gesellschaftsanteile an der InterNetX geschlossen. In der Vereinbarung wurde den beiden Mitgesellschaftern von der 1&1 Internet AG eine Put-Option auf deren restlichen Anteile eingeräumt, die erstmals 2017 ausübbar ist. Die Höhe des Kaufpreises hängt im Wesentlichen von der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft ab. Die Put-Option wurde im Vorjahr erfolgsneutral bilanziert, Anpassungen auf den beizulegenden Zeitwert der Verpflichtung aus dieser Put-Option werden in der Folge erfolgswirksam als Kaufpreisanpassung bilanziert ebenso wie Effekte aus der Aufzinsung.

35. Aktienbasierte Vergütung

Mitarbeiterbeteiligungsmodelle

Das aktuelle Mitarbeiterbeteiligungsmodell der United Internet Gruppe zur Beteiligung von Führungskräften bzw. leitenden Mitarbeitern am langfristigen Unternehmenserfolg basiert auf virtuellen Aktienoptionen. Sämtliche Pläne werden als aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente behandelt.

Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm 2006 bis 2010 bzw. 2010 bis 2015 erfolgt über virtuelle Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights). Als Stock Appreciation Right (SAR) wird die Zusage der United Internet AG (oder einer Tochtergesellschaft) bezeichnet, den Berechtigten eine Zahlung zu leisten, deren Höhe der Differenz zwischen dem Börsenkurs bei Einräumung (Ausübungspreis) und dem Börsenkurs bei Ausübung der Option entspricht. Die Ausübungshürde beträgt 120 % des Börsenpreises, der als der Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel für die Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten 10 Börsentage vor dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option berechnet wird. Die Zahlung des Wertzuwachses für den Berechtigten ist gleichzeitig bei 100 % des ermittelten Börsenpreises begrenzt.

Ein SAR entspricht einem virtuellen Bezugsrecht auf eine Aktie der United Internet AG, ist aber kein Anteilsrecht und somit keine (echte) Option auf den Erwerb von Aktien der United Internet AG. Die United Internet AG behält sich jedoch das Recht vor, ihrer Verpflichtung (bzw. der Verpflichtung der Tochtergesellschaft) zur Auszahlung des SAR in bar stattdessen nach freiem Ermessen auch durch die Übertragung von Aktien der United Internet AG aus dem Bestand eigener Aktien an die Berechtigten zu erfüllen.

Das Optionsrecht kann hinsichtlich eines Teilbetrags von bis zu 25 % frühestens nach Ablauf von 24 Monaten seit dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 50 % frühestens 36 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option, hinsichtlich eines Teilbetrags von insgesamt bis zu 75 % frühestens 48 Monate nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option und hinsichtlich des Gesamtbetrags frühestens nach Ablauf von 60 Monaten nach dem Zeitpunkt der Ausgabe der Option ausgeübt werden.

Unter Verwendung eines Optionspreismodells auf Basis eines Binomialmodells in Übereinstimmung mit IFRS 2 wurde der Zeitwert der ausgegebenen Optionen wie folgt ermittelt:

Bewertungsparameter

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Ausgabestichtag 12.07.2010 14.01.2011 30.03.2011 01.06.2011
Zeitwert 758 T€ 224 T€ 1.403 T€ 1.203 T€
Durchschnittlicher                
Marktwert je Option 1,90 2,80 2,81 3,01
Dividendenrendite 2,2 % 1,6 % 2,7 % 2,3 %
Volatilität der Aktie 56 % 47 % 43 % 37 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5   5   5   5  
Risikofreier Zins 1,5 % 1,9 % 2,6 % 2,3 %
Ausgabestichtag 02.07.2012   01.10.2012   18.12.2012   02.01.2013  
Zeitwert 1 58 T€ 992 T€ 788 T€ 2.060 T€
Durchschnittlicher                
Marktwert je Option 2,64 3,31 2,63 2,06
Dividendenrendite 2,2 % 1,9 % 1,8 % 1,8 %
Volatilität der Aktie 32 % 27 % 24 % 23 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5   5   5   5  
Risikofreier Zins 0,6 % 0,4 % 0,5 % 0,5 %
Ausgabestichtag 26.03.2013   04.06.2013   02.01.2014   17.03.2014  
Zeitwert 898 T€ 995 T€ 264 T€ 788 T€
Durchschnittlicher                
Marktwert je Option 2,25 3,32 4,40 3,94
Dividendenrendite 1,6 % 1,3 % 1,3 % 1,3 %
Volatilität der Aktie 22 % 27 % 24 % 24 %
Erwartete Dauer (Jahre) 5   5   5   5  
Risikofreier Zins 0,4 % 0,6 % 1,0 % 0,6 %
Ausgabestichtag 12.05.2014   03.11.2014   22.06.2015      
Zeitwert 3.043 T€ 474 T€ 1.213 T€    
Durchschnittlicher                
Marktwert je Option 4,75 4,74 6,07    
Dividendenrendite 1,3 % 1,3 % 1,48 %    
Volatilität der Aktie 27 % 29 % 29 %    
Erwartete Dauer (Jahre) 5   5   5      
Risikofreier Zins 0,6 % 0,2 % 0,05 %    

Der Gesamtaufwand aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm beläuft sich auf 30.691 T€ (Vorjahr: 30.060 T€). Der kumulierte Aufwand zum 31. Dezember 2015 betrug 26.668 T€ (Vorjahr: 23.818 T€). Auf künftige Jahre entfallen somit Aufwendungen in Höhe von 4.023 T€ (Vorjahr: 6.242 T€). Der Personalaufwand aus den ausgegebenen Aktienoptionen belief sich im Geschäftsjahr auf 2.850 T€ (Vorjahr: 3.222 T€).

Im Rahmen des Erwerbs der Unternehmensgruppe home.pl SA wurden dem Management der erworbenen Gruppe Optionsrechte auf den Erwerb von home.pl S.A. Aktien gewährt. Dieses Mitarbeiterbeteiligungsprogramm ist an Ausübungsbedingungen und Unternehmensziele gekoppelt. Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit ist der 31. Dezember 2018.

Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2012 eine Einzelzusage auf Übertragung von 100.000 Aktien der United Internet AG gewährt. Der Gesamtwert der Zusage belief sich im Zeitpunkt der Zusage auf 1.593 T€. Die gewährten Aktien sind nicht an Ausübungsbedingungen gekoppelt, jedoch erfolgt die Übertragung der Aktien erst nach Ablauf einer Sperrfrist, die im zweiten Quartal 2016 endet.

Die Veränderungen in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

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United Internet AG
Durchschnittl. Ausübungspreis
Ausstehend zum 31. Dezember 2013 4.059.000 13,88
ausgegeben 200.000 32,79
ausgegeben 60.000 30,11
ausgegeben 640.000 31,15
ausgegeben 100.000 31,02
verfallen/verwirkt -27.250 5,52
verfallen/verwirkt -4.000 6,07
ausgeübt -532.750 5,52
ausgeübt -20.000 12,12
ausgeübt -125.000 12,03
ausgeübt - 100.000 13,43
ausgeübt - 300.000 8,96
ausgeübt - 15.000 13,30
ausgeübt - 75.000 16,24
Ausstehend zum 31. Dezember 2014 3.860.000 20,07
ausgegeben 200.000 40,00
ausgeübt - 75.000 18,13
ausgeübt - 20.000 12,12
ausgeübt - 125.000 12,03
ausgeübt - 325.000 16,06
ausgeübt - 75.000 21,95
ausgeübt - 100.000 13,43
verfallen/verwirkt - 100.000 18,13
verfallen/verwirkt - 100.000 32,79
verfallen/verwirkt -75.000 16,24
ausgeübt - 100.000 8,96
ausgeübt - 15.000 13,30
ausgeübt -75.000 16,24
Ausstehend zum 31. Dezember 2015 2.875.000 22,78
Ausübbar zum 31. Dezember 2015 0 0
Ausübbar zum 31. Dezember 2014 0 0
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit zum 31. Dezember 2015 (in Monaten) 31  
Gewogene durchschnittliche Restlaufzeit zum 31. Dezember 2014 (in Monaten) 38  

36. Grundkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital zum Bilanzstichtag, wie im Vorjahr, betrug 205.000.000 €, eingeteilt in 205.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 €.

Am 13. Juni 2014 beschloss der Vorstand, ein neues Aktienrückkaufprogramm aufzulegen. Im Rahmen dieses neuen Aktienrückkaufprogramms sollen bis zu 2.000.000 Aktien der Gesellschaft über die Börse zurückgekauft werden. Der Rückkauf erfolgte im Rahmen der Ermächtigung gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG der Hauptversammlung vom 22. Mai 2014 zum Erwerb eigener Aktien im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals, die bis zum 22. September 2017 erteilt wurde. Die eigenen Anteile können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 22. Mai 2014 genannten Zwecken verwendet werden. Die Hauptversammlung vom 22. Mai 2014 hat die bisherige, am 23. Mai 2013 erteilte, Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien zum Ablauf des 22. Mai 2014 mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben.

Nach Ausgaben aufgrund von bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen in Höhe von 314.479 Stück (Vorjahr: 307.662) wurden konzernweit zum 31. Dezember 2015 917.859 (Vorjahr: 1.232.338) eigene Aktien bzw. 0,45 % (Vorjahr: 0,60 %) des Grundkapitals gehalten.

Eigene Anteile kürzen das Eigenkapital und sind nicht dividendenberechtigt.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 20. Mai 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen und/oder gegen Sacheinlagen einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 102.500.000,00 € zu erhöhen. Die bis zum 26. Mai 2016 gültige Ermächtigung, das genehmigte Kapital einmal oder mehrfach um insgesamt 112.500.000,00 € durch Ausgabe neuer Stückaktien zu erhöhen, wurde zum Ablauf des 21. Mai 2015 mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben.

Wird das Kapital erhöht, ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht zu gewähren. Das Bezugsrecht kann den Aktionären auch mittelbar, gemäß § 186 Abs. 5 AktG, gewährt werden. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen:

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund eines Bezugsverhältnisses ergeben;

bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlage, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festsetzung des Ausgabebetrags, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne der §§ 203 Absatz 1 und 2, 186 Absatz 3 Satz 4 AktG unterschreitet und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals insgesamt nicht zehn vom Hundert des Grundkapitals überschreitet und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung. Auf diesen Betrag ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit der Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss in unmittelbarer oder entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder verwendet werden; ferner ist auf diesen Betrag der anteilige Betrag am Grundkapital der Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandlungs- und/oder Optionsrechten ausgegeben wurden oder noch ausgegeben werden können, sofern die zugrunde liegenden Schuldverschreibungen während der Laufzeit der Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden;

soweit dies erforderlich ist, um den Inhabern bzw. Gläubigern der von der Gesellschaft oder ihren Konzerngesellschaften ausgegebenen Schuldverschreibung mit Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung ihres Options- oder Wandlungsrechts bzw. nach Erfüllung einer Options- bzw. Wandlungspflicht zustünde;

bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage zur Gewährung von Aktien zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen einschließlich Rechten und Forderungen oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital ist um bis zu 25.000.000,00 €, eingeteilt in bis zu 25.000.000 Stammaktien ohne Nennwert, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2015). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die gemäß der Ermächtigung von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen begeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der vorstehenden Ermächtigung in den Anleihebedingungen jeweils festzulegenden Options- bzw. Wandlungspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von Options- oder Wandlungsrechten aus den Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten aus solchen Schuldverschreibungen erfüllt werden oder die Gesellschaft von ihrem Recht zur Andienung Gebrauch macht und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Die zur Ausgabe gelangenden neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung des Options- bzw. Umtauschrechtes entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und auch abweichend von § 60 Abs. 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Die bis zum 21. Mai 2019 gültige Ermächtigung, der bedingten Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 30.000.000,00 € eingeteilt in bis zu 30.000.000 Stammaktien ohne Nennwert, wurde zum Ablauf des 21. Mai 2015 mit Wirkung für die Zukunft aufgehoben.

37. Rücklagen

Die Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2015 372.203 T€ (Vorjahr: 369.353 T€). Der Anstieg resultiert in Höhe von 2.850 T€ aus der Zuführung im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.

Das kumulierte Konzernergebnis enthält die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet werden. Im Vorjahr war unter den sonstigen Transaktionen mit Eigenkapitalgebern in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in Höhe von 3.416 T€ die Kaufpreisverbindlichkeit InterNetX eigenkapitalmindernd berücksichtigt.

Die Neubewertungsrücklage zum Bilanzstichtag setzt sich wie folgt zusammen:

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2015
T€
2014
T€
- Rocket Internet -106.870 204.753
- Anteile Afilias 8.175 8.175
- Anteile Tele Columbus 2.674 0
- Anteile Goldbach 0 2.465
- Anteile HiMedia 0 1.353
Gesamt -96.021 216.745

Gewinne und Verluste aus der Folgebewertung auf den beizulegenden Zeitwert werden - sofern keine Wertminderung vorliegt - direkt im sonstigen Ergebnis netto - d. h. abzüglich von latenten Steuern - und nach nicht beherrschenden Anteilen erfasst.

Unter der Währungsumrechnungsdifferenz werden die Differenzen aus der erfolgsneutralen Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften erfasst.

Eine Übersicht zur Zusammensetzung und Veränderung der oben beschriebenen Rücklagen in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

38. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile zum 31. Dezember 2015 betreffen im Wesentlichen die Anteile von Fremdgesellschaftern der InterNetX GmbH, Regensburg, (4,44 % des Stammkapitals) und Tochterunternehmen der home.pl S.A. Gruppe.

39. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2015 aus:

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Wertansatz nach IAS 39
(in T€) Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
Buchwert per 31.12.2015 Fortgeführte Anschaffungs-
kosten
Fair Value erfolgsneutral Fair Value erfolgswirksam Wertansatz nach IAS 17 Fair Value per 31.12.2015
Finanzielle Vermögenswerte              
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lar 84.261 84.261       84.261
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lar/n/a            
Forderungen aus Finanzierungsleasing n/a 42.001       42.001 42.948
Übrige lar 213.504 213.504       213.504
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte lar 22.840 22.840       22.840
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte lar/afs            
Beteiligungen afs 436.870 8.720 428.150     436.870
Übrige lar 12.089 12.089       13.365
Finanzielle Verbindlichkeiten              
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen flac -399.904 -399.904       -399.904
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten flac -1.536.502 -1.536.502       -1.553.350
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten flac/n/a            
Finanzierungs-Leasing n/a -103.483       -103.483 -106.026
Übrige flac -97.483 -97.483       -97.483
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:              
Loans and receivables (lar) lar 332.694 332.694 0 0 0 333.971
Available-for-sale (afs) afs 436.870 8.720 428.150 0 0 436.870
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac -2.033.889 -2.033.889 0 0 0 -2.050.737
Finanzierungs-Leasing n/a -61.482 0 0 0 -61.482 -63.078

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2015 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

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aus Zinsen und Dividenden Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2015
(in T€)
Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
zum Fair Value Währungs-
umrechnung
Wertberichtigung Nettoergebnis
Loans and receivables (lar) lar 1.468 -- -17 -33.158 -31.707
Available for sale (afs) afs          
- erfolgsneutral   -- -315.922 -- -- -315.922
- erfolgswirksam   10.640 -- -- -5.317 5.323
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac -24.455 -- -7 -- -24.462
Financial assets held for trading hd          
- erfolgswirksam   -- 21.140 -- -- 21.140
Gesamt   -12.347 -294.782 -24 -38.475 -345.628

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte haben, bis auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit Finanzierungsleasing, überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Der Zeitwert der übrigen sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte weicht wie im Vorjahr vom Buchwert ab, da im Rahmen der At-Equity-Bilanzierung anteilige negative Ergebnisübernahmen über den Beteiligungsbuchwert hinaus bestehenden Ausleihungen zugewiesen wurden.

Für die übrigen sonstigen langfristigen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben im Wesentlichen kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Gleiches gilt für kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Bei den langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um Kredite, die grundsätzlich jederzeit vorzeitig rückzahlbar sind. Zudem sind im Wesentlichen sowohl Basisverzinsung, als auch Marge variabel ausgestaltet. Die Marge hängt von vordefinierten Kennzahlen der United Internet Gruppe ab. Aufgrund dieser Faktoren wird davon ausgegangen, dass der Buchwert der langfristigen Verbindlichkeiten annähernd dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Trotz der im Vorjahr zu günstigen Konditionen abgeschlossenen Schuldscheindarlehen in Höhe von 600 Mio. € sind aufgrund der positiven Risikobeurteilung der Gruppe durch die Banken die beizulegenden Werte dieser Verbindlichkeiten um 17 Mio. € auf 617 Mio. € gestiegen.

Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Finanzierungsleasingverhältnissen weisen aufgrund des geänderten Zinsniveaus geringfügige Abweichungen zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert auf.

Für die übrigen sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Die folgende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für das Geschäftsjahr 2014 aus:

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Wertansatz nach IAS 39
(in T€) Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
Buchwert per 31.12.2014 Fortgeführte Anschaffungs-
kosten
Fair Value erfolgsneutral
Finanzielle Vermögenswerte        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lar 50.829 50.829  
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lar/n/a      
Forderungen aus Finanzierungsleasing n/a 21.895    
Übrige lar 194.753 194.753  
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte lar 13.444 13.444  
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte lar/afs      
Beteiligungen afs 677.350 8.720 668.630
Übrige lar 17.937 17.937  
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen flac -360.334 -360.334  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten flac -1.374.002 -1.374.002  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten flac/n/a      
Finanzierungs-Leasing n/a -106.113    
Übrige flac -87.945 -87.945  
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:        
Loans and receivables (lar) lar 276.963 276.963 0
Available-for-sale (afs) afs 677.350 8.720 668.630
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac -1.822.281 -1.822.281 0
Finanzierungs-Leasing n/a -84.218 0 0
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(in T€) Fair Value erfolgswirksam Wertansatz nach IAS 17 Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
Fair Value per 31.12.2014
Finanzielle Vermögenswerte        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente     lar 50.829
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen     lar/n/a  
Forderungen aus Finanzierungsleasing   21.895 n/a 25.537
Übrige     lar 194.753
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte     lar 13.444
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte     lar/afs  
Beteiligungen     afs 677.350
Übrige     lar 23.640
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen     flac -360.334
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten     flac -1.374.002
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten     flac/n/a  
Finanzierungs-Leasing   -106.113 n/a -107.436
Übrige     flac -87.945
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien:        
Loans and receivables (lar) 0 0 lar 282.666
Available-for-sale (afs) 0 0 afs 677.350
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) 0 0 flac -1.822.281
Finanzierungs-Leasing 0 -84.218 n/a -81.899

Für die einzelnen Kategorien von Finanzinstrumenten nach IAS 39 wurden im Geschäftsjahr 2014 folgende Nettoergebnisse ausgewiesen:

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aus Zinsen und Dividenden Nettogewinne und -verluste aus der Folgebewertung
Nettoergebnis nach Bewertungskategorien 2014
(in T€)
Bewertungs-
kategorie nach IAS 39
zum Fair Value Währungs-
umrechnung
Wertbe- richtigung Netto- ergebnis
Loans and receivables (lar) lar 1.435 -- 1.088 -22.350 -19.827
Available for sale (afs) afs          
- erfolgsneutral   -- 211.363 -- -- 211.363
- erfolgswirksam   395 -- -- -- 395
Financial liabilities measured at amortised cost (flac) flac -14.028 -- 467 -- -13.561
Hedgingderivatives (hd) hd          
- erfolgsneutral   -- 959     959
- erfolgswirksam   -2.667 -6.723 -- -- -9.390
Gesamt   -14.865 205.599 1.555 -22.350 169.939

Der beizulegende Zeitwert der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten ist mit dem Betrag angegeben, zu dem das betreffende Instrument in einer gegenwärtigen Transaktion (ausgenommen erzwungene Veräußerung oder Liquidation) zwischen vertragswilligen Geschäftspartnern getauscht werden könnte.

Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten kommen hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Buchwert sehr nahe.

Langfristige festverzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen / Darlehen werden vom Konzern basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um erwarteten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen. Zum 31. Dezember 2015 wie auch im Vorjahr unterschieden sich die Buchwerte dieser Forderungen, abzüglich der Wertberichtigungen, nicht wesentlich von ihren berechneten beizulegenden Zeitwerten.

Der beizulegende Zeitwert von nicht notierten Instrumenten, Bankdarlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sowie sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Kreditrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren Zinssätzen geschätzt.

Der beizulegende Zeitwert der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wird, sofern verfügbar, auf der Grundlage von Börsenpreisen auf aktiven Märkten ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der nicht notierten zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte wird unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren geschätzt.

Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:

Stufe 1: Notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten

Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind

Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

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Zum 31.12.2015
T€
Stufe 1
T€
Stufe 2
T€
Stufe 3
T€
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte        
Börsennotierte Aktien 428.150 428.150    

Während der Berichtsperiode zum 31. Dezember 2015 gab es keine Umbuchungen zwischen den Bewertungsstufen.

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Zum 31.12.2014
T€
Stufe 1
T€
Stufe 2
T€
Stufe 3
T€
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte        
Börsennotierte Aktien 668.630 668.630    

Die Bewertung der Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen basiert im Wesentlichen auf Barwertmodellen, in die Planungsrechnungen sowie marktbeobachtbare Zinssätze einfließen. Die sich hieraus ergebenden Zeitwerte werden mit Erkenntnissen aus Markttransaktionen für vergleichbare Unternehmenstitel abgeglichen.

Derivative Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2011 hatte die United Internet AG vier Zinsswaps abgeschlossen. Das Nominalvolumen betrug in Summe 180.000 T€ bei einer Laufzeit bis zum 7. Juni 2016. Die Zinssicherungsgeschäfte wurden zur Absicherung des Zinsrisikos geschlossen, erfüllten die Voraussetzungen des IAS 39 zum Hedge-Accounting und wurden soweit effektiv erfolgsneutral zum beizulegenden Wert erfasst. Vor dem Hintergrund eines im August 2014 abgeschlossenen neuen Konsortialkredits und dem damit einhergehenden Wegfall des Grundgeschäfts wurden die Zinssicherungsvereinbarungen am 21. November 2014 vorzeitig durch Zahlung in Höhe des negativen Marktwerts von TEUR 6.723 abgelöst. Infolge der Beendigung der Sicherungsbeziehung war dieser Betrag im Zeitpunkt der vorzeitigen Beendigung letztmalig erfolgsneutral zu bewerten und dann aufwandswirksam zu erfassen.

40. Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Als nahe stehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär sowie die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG und deren nahen Familienangehörigen wurden als nahe stehende Personen eingestuft. Darüber hinaus werden Unternehmen, auf die die nahestehenden Personen einen beherrschenden Einfluss haben, als nahestehende Unternehmen qualifiziert.

Zum 1. Juni 2015 wurde Herr Frank Krause als weiteres Mitglied in den Vorstand der United Internet AG berufen. Zum 30. Juni 2015 ist Herr Norbert Lang aus dem Vorstand der United Internet AG auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Darüber hinaus blieb der Kreis der nahe stehenden Personen im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 unverändert.

Die Geschäftsräume von United Internet in Montabaur sind von Herrn Ralph Dommermuth, dem Vorstandsvorsitzenden und einem wesentlichen Aktionär der Gesellschaft, gemietet. Die entsprechenden Mietverträge weisen unterschiedliche Laufzeiten zwischen Ende 2016 und September 2025 auf. Die daraus entstehenden Mietaufwendungen liegen auf ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 7.206 T€ (Vorjahr: 7.338 T€).

In der Hauptversammlung vom 21. Mai 2015 wurden die Herren Kurt Dobitsch (Vorsitzender), Michael Scheeren (stellvertretender Vorsitzender) und Kai-Uwe Ricke erneut von den Aktionären in den Aufsichtsrat der Gesellschaft gewählt. Der Aufsichtsrat wurde für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019 beschließt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats waren im Geschäftsjahr 2015 außerdem in den Aufsichtsräten oder vergleichbaren Gremien folgender Unternehmen vertreten:

Kurt Dobitsch

1&1 Internet SE, Montabaur (vormals 1&1 Internet Holding SE, Montabaur; vormals Atrium 74. VV SE, Berlin); (ab 23. Januar bis 16. März 2015; ab 18. Juni 2015)

1&1 Internet AG, Montabaur (bis 11. Juni 2015)

United Internet Ventures AG, Montabaur

1&1 Telecommunication AG, Montabaur (bis 30. April 2015)

GMX & WEB.DE Mail & Media SE, Montabaur (bis 16. März 2015)

1&1 Telecommunication SE (vormals 1&1 Telecommunication Holding SE), Montabaur (bis 16. März 2015; ab 21. Mai 2015)

1&1 Mail & Media Applications SE (vormals United Internet Mail & Media SE), Montabaur, (bis 16. März 2015; ab 22. Juli 2015)

United Internet Service SE, Montabaur (bis 16. März 2015)

Nemetschek AG, München (Vorsitz)

Bechtle AG, Gaildorf

Graphisoft S.E., Budapest / Ungarn

Singhammer IT Consulting AG, München

Vectorworks Inc., Columbia / USA

Kai-Uwe Ricke

1&1 Internet SE, Montabaur (vormals 1&1 Internet Holding SE, Montabaur; vormals Atrium 74. VV SE, Berlin); (ab 23. Januar bis 16. März 2015; ab 18. Juni 2015)

1&1 Internet AG, Montabaur (bis 11. Juni 2015)

United Internet Ventures AG, Montabaur

1&1 Telecommunication AG, Montabaur (bis 30. April 2015)

GMX & WEB.DE Mail & Media SE, Montabaur (bis 16. März 2015)

1&1 Telecommunication SE (vormals 1&1 Telecommunication Holding SE), Montabaur (bis 16. März 2015; ab 21. Mai 2015)

1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur (vormals United Internet Mail & Media SE, Montabaur), (bis 16. März 2015; ab 22. Juli 2015)

United Internet Service SE, Montabaur (bis 16. März 2015)

SUSI Partners AG, Zürich / Schweiz (Vorsitz)

euNetworks Group Ltd., Singapur / Singapur

Delta Partners, Dubai / Emirat Dubai (Vorsitz)

Zalando SE, Berlin

Virgin Mobile CEE, Amsterdam / Niederlande

Michael Scheeren

1&1 Internet SE, Montabaur (Vorsitz); (vormals 1&1 Internet Holding SE, Montabaur; vormals Atrium 74. VV SE, Berlin); (ab 23. Januar bis 16. März 2015; ab 18. Juni 2015)

1&1 Internet AG, Montabaur (Vorsitz) (bis 11. Juni 2015)

United Internet Ventures AG, Montabaur (Vorsitz)

1&1 Telecommunication AG, Montabaur (Vorsitz) (bis 30. April 2015)

GMX & WEB.DE Mail & Media SE, Montabaur (Vorsitz) (bis 16. März 2015)

1&1 Telecommunication SE (vormals 1&1 Telecommunication Holding SE), Montabaur (Vorsitz); (bis 16. März 2015; ab 21. Mai 2015)

1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur (Vorsitz) (vormals United Internet Mail & Media SE, Montabaur) (bis 16. März 2015; ab 22. Juli 2015)

United Internet Service SE, Montabaur (bis 16. März 2015)

Goldbach Group AG, Küsnacht-Zürich / Schweiz (bis 25. Juni 2015)

Lottowelt AG, Düsseldorf (bis 26. Januar 2015)

In der am 21. Mai 2015 stattfindenden Hauptversammlung wurde ein neues, vollumfänglich mit dem aktuellen deutschen Corporate Governance Kodex konformes Vergütungssystem, bestehend aus einer festen jährlichen Vergütung sowie einem Sitzungsgeld je Sitzung, beschlossen. Die feste Vergütung beträgt für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 15 T€ pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte. Das Sitzungsgeld beträgt 1 T€ pro Sitzung.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG sind gleichzeitig auch die Mitglieder des Aufsichtsrats verschiedener Tochterunternehmen. Seit dem Berichtsjahr 2015 erhalten sie von den Tochterunternehmen eine Vergütung (im Vorjahr nur von der 1&1 Internet AG). Auch bei den Tochterunternehmen besteht die Vergütung aus einer festen jährlichen Vergütung sowie einem Sitzungsgeld je Sitzung. Die feste jährliche Vergütung variiert zwischen den Tochterunternehmen das Sitzungsgeld beträgt einheitlich 1 T€ pro Sitzung.

Im Vorjahr erhielten die Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG eine Vergütung, die aus einem festen und einem am wirtschaftlichen Erfolg der United Internet Gruppe ausgerichteten variablen Teil bestand. Die feste Vergütung betrug für ein einfaches Mitglied des Aufsichtrats 10 T€ pro volles Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhielt das Doppelte. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden orientierte sich an dem nach IFRS ermittelten Konzerngewinn pro Aktie (EPS) und dessen Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren der United Internet AG.

Außerdem erhielten im Vorjahr die Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG, die gleichzeitig auch die Mitglieder des Aufsichtsrats der 1&1 Internet AG waren eine Vergütung von der 1&1 Internet AG. Diese bestand ebenfalls aus einem festen und einem variablen Teil. Die feste Vergütung betrug für ein einfaches Mitglied des Aufsichtsrats 20 T€ pro vollem Geschäftsjahr. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhielt 30 T€ pro vollem Geschäftsjahr. Die erfolgsabhängige Vergütung für jedes Mitglied des Aufsichtsrats einschließlich des Aufsichtsratsvorsitzenden orientierte sich an Ergebniszahlen der 1&1 Internet AG. Sie betrug mindestens 30 T€ und maximal 70 T€ pro volles Geschäftsjahr.

Über die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats der United Internet AG gibt die folgende Aufstellung Aufschluss:

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2015 United Internet AG Tochtergesellschaften der United Internet AG Insgesamt
in T€ Fix Sitzungsgeld Gesamt Fix Sitzungsgeld Gesamt Fix Sitzungsgeld Gesamt
Kurt Dobitsch 30 4 34 110 16 126 140 20 160
Kai-Uwe Ricke 15 4 19 115 16 131 130 20 150
Michael Scheeren 15 4 19 135 16 151 150 20 170
  60 12 72 360 48 408 420 60 480
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2014 United Internet AG 1&1 Internet AG Insgesamt
in T€ Fix Variabel Gesamt Fix Variabel Gesamt Fix Variabel Gesamt
Kurt Dobitsch 20 57 77 20 62 82 40 119 159
Kai-Uwe Ricke 10 57 67 20 62 82 30 119 149
Michael Scheeren 10 57 67 30 62 92 40 119 159
  40 171 211 70 186 256 110 357 467

Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen für die Mitglieder des Aufsichtsrats existieren nicht.

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist leistungsorientiert. Sie enthält einen festen und einen variablen Bestandteil (Tantieme / Bonus). Für die feste Vergütung und die Tantieme wird ein Zieleinkommen festgelegt, das regelmäßig überprüft wird. Die letzte Überprüfung fand im Geschäftsjahr 2015 statt. Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Die Höhe der Tantieme ist von der Erreichung bestimmter, zu Beginn des Geschäftsjahres fixierter finanzieller Ziele abhängig, die sich im Wesentlichen an Umsatz- und Ergebniszahlen orientieren. Für die Zielerreichung gilt in der Regel eine Bandbreite von 90 % bis 120 %. Unter 90 % Zielerreichung entfällt die Zahlung und bei 120 % Zielerreichung endet die Tantiemenzahlung. Eine nachträgliche Änderung der Erfolgsziele ist ausgeschlossen. Eine Mindesttantieme wird nicht garantiert. Die Auszahlung erfolgt nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat.

Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber den Vorständen bestehen nicht.

Über die Bezüge der Mitglieder des Vorstands gibt die folgende Aufstellung Aufschluss:

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2015 Fix
T€
Variabel
T€
Nebenleistungen
T€
Summe Fix, Variabel und Nebenleistungen
T€
Marktwert der in 2015 gewährten aktienbasierten Vergütungen
T€
Ralph Dommermuth 300 240 0 540 -
Robert Hoffmann 300 130 12 442 -
Frank Krause seit 1. Juni 2015 210 82 106 398 1.213
Norbert Lang bis 30. Juni 2015 150 95 24 269 -
Jan Oetjen 300 207 13 520 -
Martin Witt 300 201 12 513 -
  1.560 955 167 2.682 1.213
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2014 Fix
T€
Variabel
T€
Nebenleistungen
T€
Summe Fix, Variabel und Nebenleistungen
T€
Marktwert der in 2014 gewährten aktienbasierten Vergütungen
T€
Ralph Dommermuth 300 247 0 547 -
Robert Hoffmann 300 200 11 511 -
Norbert Lang 300 196 20 516 -
Jan Oetjen 292 242 12 546 1.425
Martin Witt 275 175 12 462 1.425
  1.467 1.060 55 2.582 2.850

* Die aktienbasierten Vergütungen (sog. Stock Appreciation Rights) stellen Vergütungs-komponenten mit langfristiger Anreizwirkung dar und werden über einen Zeitraum von insgesamt 6 Jahren ausbezahlt.

Die Gesamtbezüge des Vorstands im Sinne § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB, d.h. inklusive der Marktwerte der aktienbasierten Vergütungen, beliefen im Geschäftsjahr auf T€ 3.895 (Vorjahr: T€ 5.432). Den Mitgliedern des Vorstands wurden weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Mit Ausscheiden aus dem Vorstand der United Internet AG erhielt Herr Norbert Lang eine Sonderzahlung in Höhe von 13 T€ zur Abgeltung von Urlaubsansprüchen, die in den Nebenleistungen enthalten ist. Weitere Zusagen anlässlich des Ausscheidens von Herrn Lang wurden nicht vereinbart.

Herr Frank Krause erhielt im ersten Jahr seiner Bestellung zum Vorstand der United Internet AG eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 100 T€. Die Sonderzahlung wurde in den Nebenleistungen dargestellt.

Herr Martin Witt übte im Geschäftsjahr 2015 50.000, Herr Robert Hoffmann 325.000 und Herr Jan Oetjen 100.000 Bezugsrechte aus. An Herrn Frank Krause erfolgte im Berichtsjahr die Ausgabe von 200.000 virtuellen Aktienoptionen (Konditionen siehe Anhangsangabe 37).

Darüber hinaus wird auf die Angaben im Vergütungsbericht verwiesen, der Teil des zusammengefassten Lageberichts ist.

Die Anzahl der Aktien an der United Internet AG, die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats halten, ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

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Anteilseigentum 1. Januar 2015 31. Dezember 2015
Vorstand Direkt Indirekt Gesamt Direkt Indirekt Gesamt
Ralph Dommermuth --- 82.000.000 82.000.000 --- 82.000.000 82.000.000
Robert Hoffmann 75.000 --- 75.000 100.000 --- 100.000
Frank Krause --- --- --- 920 --- 920
Norbert Lang 256.405 197.428 453.833 --- --- ---
Jan Oetjen 3.994 --- 3.994 14.033 --- 14.033
Martin Witt --- --- --- 3.139 --- 3.139
  335.399 82.197.428 82.532.827 118.092 82.000.000 82.118.092
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Aufsichtsrat Direkt Indirekt Gesamt Direkt Indirekt Gesamt
Kurt Dobitsch --- --- --- --- --- ---
Kai-Uwe Ricke --- --- --- --- --- ---
Michael Scheeren 300.000 --- 300.000 300.000 --- 300.000
  300.000 --- 300.000 300.000 --- 300.000

Darüber hinaus kann die United Internet Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf ihre assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ausüben.

Konditionen der Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Verkäufe an und Käufe von nahe stehende(n) Unternehmen und Personen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Die zum Geschäftsjahresende bestehenden offenen Salden sind unbesichert, unverzinslich und werden durch Barzahlung beglichen. Für Forderungen gegen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehende(n) Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien. Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen und Personen wurden im Geschäftsjahr 2015 und im Vorjahr nicht wertberichtigt. Ein Werthaltigkeitstest wird jährlich durchgeführt. Dieser beinhaltet eine Beurteilung der Finanzlage des nahe stehenden Unternehmens oder der nahe stehenden Person sowie die Entwicklung des Markts, in dem diese(s) tätig ist.

Im April 2014 wurde ein Wandeldarlehen in Höhe von 600 T€ an die ProfitBricks GmbH gegeben. Im Geschäftsjahr 2015 erfolgte die Wandlung in Eigenkapital. Zum Stichtag besteht damit 1 (Vorjahr: 2) Darlehensvertrag mit einem Gesamtvolumen von 7,1 Mio. € (Vorjahr: 7,7 Mio. €). Die Zinsen aus den Darlehen sind bis zum 31. März 2016 bzw. 31. März 2020 gestundet. In den Verträgen sind Sondertilgungsmöglichkeiten vorgesehen. Zum Bilanzstichtag beläuft sich die Forderung inklusive Zinsen auf 8.214 T€ (Vorjahr: 8.543 T€).

Des Weiteren wurden Dividendenerträge der DomainsBot S.r.l., Rom / Italien, in Höhe von 100 T€ (Vorjahr: 84 T€) vereinnahmt.

In der folgenden Tabelle werden die ausstehenden Salden sowie die Gesamthöhe der Transaktionen mit assoziierten Unternehmen im jeweiligen Geschäftsjahr dargestellt:

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Käufe / Dienstleistungen von nahe stehenden Unternehmen / Personen Verkäufe / Dienstleistungen an nahe stehende Unternehmen / Personen Verbindlichkeiten gegenüber nahe stehenden Unternehmen / Personen Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen / Personen
2015
T€
2014
T€
2015
T€
2014
T€
2015
T€
2014
T€
2015
T€
2014
T€
9.066 6.270 25 278 373 1.030 8.214 8.679

Die Forderungen gegen sonstige nahe stehende Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Ausleihungen gegen die ProfitBricks GmbH. In diesem Zusammenhang entstanden Zinserträge von 285 T€ (Vorjahr: 347 T€).

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Finanzerträge Finanzaufwendungen
2015
T€
2014
T€
2015
T€
2014
T€
385 431 0 0

41. Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

Grundsätze des Risikomanagements

Die Systematik des in der United Internet Gruppe eingeführten Risikomanagementsystems orientiert sich am COSO-ERM-Framework und wird im Lagebericht ausführlich beschrieben.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat.

Die wesentlichen durch den Konzern verwendeten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Bankdarlehen, Schuldscheindarlehen und Kontokorrentkredite, Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten.

Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren. Sie umfassen im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie kurzfristige Einlagen.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag im Wesentlichen über originäre Finanzinstrumente.

Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. Dabei unterliegt die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken, die im Folgenden dargestellt werden.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko von United Internet besteht grundsätzlich und damit auch unverändert zum Vorjahr darin, dass die Gesellschaft möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, bspw. der Tilgung von Finanzschulden. Ziel der Gesellschaft ist die kontinuierliche Deckung des Finanzmittelbedarfs und die Sicherstellung der Flexibilität durch die Nutzung von Kontokorrentkrediten und Darlehen.

Im Cash-Management werden weltweit alle Zahlungsmittelbedarfe und -Überschüsse zentral ermittelt. Durch das konzerninterne Saldieren (Netting) der Zahlungsmittelbedarfe und -Überschüsse wird die Anzahl externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß reduziert. Das Netting erfolgt durch Cash-Pooling-Verfahren. Die Gesellschaft hat zur Steuerung ihrer Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Neben der operativen Liquidität unterhält United Internet auch weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser Liquiditätsreserven sind zugesagte syndizierte Kreditlinien unterschiedlicher Fristigkeit.

Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2015 und 2014 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten:

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31.12.2015
T€
2016
T€
2017
T€
2018
T€
2019
T€
> 2020
T€
Gesamt
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.536.502 46.622 431.372 215.064 412.874 510.824 1.616.756
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 399.904 394.571 713 662 1.752 2.206 399.904
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 200.966 116.960 16.696 15.337 13.005 49.568 211.566
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31.12.2014
T€
2015
T€
2016
T€
2017
T€
2018
T€
> 2019
T€
Gesamt
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.374.002 49.332 16.608 431.150 214.344 756.346 1.467.780
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 360.334 356.141 713 660 614 2.206 360.334
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 194.058 106.207 16.819 15.532 14.011 52.203 204.772

Im Rahmen der Ermittlung der Zahlungsströme aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist die Unternehmensleitung davon ausgegangen, dass der momentan aus dem revolvierenden Konsortialkreditrahmen gezogene Betrag in Höhe von 163.441 T€ bis zum Ende der Laufzeit (9. Juli 2020) konstant gezogen bleibt.

Zu den Zins- und Tilgungszahlungen bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wird auf Anhangsangabe 30 verwiesen.

Bei der Gesellschaft besteht keine wesentliche Liquiditätsrisikokonzentration.

Marktrisiko

Die Aktivitäten von United Internet sind in erster Linie finanziellen Risiken aus der Änderung von Zinssätzen, der Wechselkurse, der Börsenkurse sowie dem Kredit und Ausfallrisiko ausgesetzt.

Zinsrisiko

Der Konzern ist Zinsrisiken ausgesetzt, da zum Bilanzstichtag Finanzmittel im Wesentlichen zu variablen Zinssätzen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen worden sind. Gleichzeitig werden auf der Grundlage der Liquiditätsplanung laufend die verschiedenen Anlagemöglichkeiten der liquiden Mittel und die Struktur der Finanzschulden überprüft. Die entstehenden Finanzierungsbedarfe werden mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung gedeckt; Liquiditätsüberschüsse werden renditeoptimal im Geldmarkt angelegt.

Marktzinsänderungen könnten sich auf das Zinsergebnis auswirken und gehen in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten ein. Zur Darstellung von Marktrisiken verwendet United Internet eine Sensitivitätsanalyse, die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis vor Steuern zeigt. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag bezogen werden.

Für die übrigen verzinslichen Schulden kann das Zinsänderungsrisiko vernachlässigt werden.

Währungsrisiko

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Der Konzern ist vor allem aus seiner Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und / oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung des Konzerns abweichende Währung lauten) und den Nettoinvestitionen in ausländischen Tochterunternehmen Wechselkursrisiken ausgesetzt. Das Währungsrisiko von United Internet resultiert aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Fremdwährungsrisiken, die die Cashflows der Gesellschaft nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung resultieren), bleiben grundsätzlich ungesichert. Im Berichtszeitraum lagen keine die Cashflows wesentlich beeinflussenden Währungsrisiken vor.

Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko der Gesellschaft aus der laufenden operativen Tätigkeit wie bereits im Vorjahr als gering eingeschätzt. Einige Konzernunternehmen sind jedoch Fremdwährungsrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt.

Währungsrisiken entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen die Gesellschaft Finanzinstrumente eingeht.

Die Gesellschaft hat die Fremdwährungsrisiken bewertet. Aus dieser Analyse ergaben sich keine Anhaltspunkte für wesentliche berichtspflichtige Währungsrisiken.

Börsenkursrisiko (Bewertungsrisiko)

Die Gesellschaft stuft bestimmte (börsennotierte) finanzielle Vermögenswerte als zur Veräußerung verfügbar ein und erfasst Änderungen in ihrem beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral im Eigenkapital. Sofern ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines gehaltenen Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten liegt, erfasst die Gesellschaft die Wertminderung des Finanzinstruments hingegen erfolgswirksam im Periodenergebnis. Der beizulegende Zeitwert dieser börsennotierten finanziellen Vermögenswerte lag zum Bilanzstichtag bei 428.150 T€ (Vorjahr: 668.630 T€).

Ferner hält der Konzern Anteile an börsennotierten assozierten Unternehmen. Der beizulegende Zeitwert dieser Anteile lag zum Bilanzstichtag bei 430.488 T€ (Vorjahr: 0 T€)

Abhängig von der Kursentwicklung von börsennotierten Beteiligungen kann es zu Wertminderungen kommen.

Kredit- und Ausfallrisiko

Die Gesellschaft ist aus ihrem operativen Geschäft einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Dementsprechend ist ein aufwendiges auch bereits präventiv wirkendes Fraud-Management-System etabliert worden, das permanent weiterentwickelt wird. Weiterhin werden die Außenstände bereichsbezogen, also dezentral fortlaufend überwacht. Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Gegenüber dem Vorjahr sieht die Gesellschaft einen leichten Rückgang des Ausfallrisikos.

Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen besteht das maximale Kreditrisiko im Bruttobetrag der bilanzierten Forderung vor Wertberichtigungen, aber nach Saldierung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert sind, werden in der Anhangsangabe 18 nach Zeitbändern, in der sie überfällig sind, gegliedert.

Internes Ratingsystem

Grundsätzlich wird ein vorvertraglicher Fraud-Check durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt. Darüber hinaus wird für das Media-Sales-Geschäft eine vorvertragliche Überprüfung der Bonität des Vertragspartners durchgeführt sowie das Forderungsmanagement unter Inanspruchnahme von Inkassobüros abgewickelt.

Die Einzelwertberichtigung überfälliger Forderungen erfolgt im Wesentlichen in Abhängigkeit der Altersstruktur der Forderungen mit unterschiedlichen Bewertungsabschlägen, die im Wesentlichen aus den Erfolgsquoten der mit dem Einzug überfälliger Forderungen beauftragten Inkassobüros abgeleitet werden. Alle Forderungen, die mehr als 365 Tage überfällig sind, werden zu 100 % einzelwertberichtigt. In einzelnen Konzerngesellschaften erfolgt die Wertberichtigung individuell für jeden Kunden anhand verschiedener Kriterien (z. B. Mahnstufe, Insolvenz, Betrugsfälle etc.).

Bei der Gesellschaft bestehen keine wesentlichen Kreditrisikokonzentrationen.

Risiken aus Financial Covenants

Die bestehenden Kreditlinien der United Internet AG sind an sogenannte Financial Covenants (Kreditauflagen) gebunden. Eine Verletzung dieser Auflagen könnte dazu führen, dass der Kreditgeber die Finanzierungen kündigen und die jeweiligen Valutierungen sofort fällig stellen kann. Die in den Kreditverträgen von United Internet enthaltenen Covenants umfassen die Einhaltung einer bestimmten Nettoschulden-zu-EBITDA-Relation sowie die Einhaltung einer bestimmten EBITDA-zu-Zinsen-Relation. Mit diesen Relationen wird die relative Belastung der Gesellschaft durch die Finanzverbindlichkeiten bzw. durch die Zinszahlungen berechnet. Angesicht der derzeit weit besseren Relationen von United Internet wird die Eintrittswahrscheinlichkeit als gering eingeschätzt. Die Einhaltung der Kreditauflagen wird vom Vorstand der Gesellschaft fortlaufend überwacht.

Kapitalsteuerung

Die Gesellschaft unterliegt über die aktienrechtlichen Bestimmungen hinaus keinen weitergehenden satzungsmäßigen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Kapitalerhalt. Die im Rahmen der Unternehmenssteuerung von der Gesellschaft herangezogenen Finanzkennzahlen sind überwiegend erfolgsorientiert. Ziele, Methoden und Prozesse des Kapitalmanagements sind den erfolgsorientierten Finanzkennzahlen untergeordnet.

Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann die Gesellschaft Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner oder eine Kapitalrückzahlung an die Anteilseigner vornehmen, eigene Anteile erwerben und bei Bedarf wieder platzieren oder auch neue Anteile ausgeben. Zum 31. Dezember 2015 bzw. 31. Dezember 2014 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen.

42. Erfolgsunsicherheiten und andere Verpflichtungen

Rechtsstreitigkeiten

Bei den Rechtsstreitigkeiten handelt es sich im Wesentlichen um diverse Rechtsstreitigkeiten bei 1&1, Versatel und Sedo Holding.

Für etwaige Verpflichtungen aus diesen Rechtsstreitigkeiten wurden Rückstellungen für Prozessrisiken gebildet (siehe Anhangsangabe 33).

Garantien

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag keine Garantien abgegeben.

43. Angaben zu Leasingverhältnissen, sonstige finanziellen Verpflichtungen, Haftungsverhältnisse und Eventualschulden

Konzern als Leasingnehmer

Operating-Leasing-Verträge

Die Verpflichtungen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen für Miete für Netzinfrastruktur inklusive Teilnehmeranschlussleitungen, Gebäude, technische Anlagen und Fahrzeuge. In der Regel enthalten die Verträge Verlängerungsoptionen.

Hinsichtlich der Mehrzahl der Mietverträge bestehen Optionen auf Verlängerung der Vertragsverhältnisse. Die Konditionen dieser Verlängerungsoptionen sind frei verhandelbar oder identisch mit den derzeit geltenden Konditionen.

Zum 31. Dezember bestanden folgende künftige Mindestleasingzahlungsverpflichtungen:

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2015
T€
2014
T€
Bis 1 Jahr 70.386 67.891
2 bis 5 Jahre 85.908 87.164
Über 5 Jahre 29.084 30.317
Gesamt* 185.378 185.372

* Die Angaben erfolgen auf Basis vertraglicher Mindestlaufzeiten.

In der Berichtsperiode sind Aufwendungen aus Operating-Leasing in Höhe von 182.865 T€ (Vorjahr: 60.638 T€) enthalten. Der Anstieg der Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus dem Erwerb der Versatel Gruppe im Geschäftsjahr 2014, die im Geschäftsjahr 2015 erstmals mit 12 Monaten (Vorjahr: 3 Monate) einbezogen wurde.

Finanzierungs-Leasingverhältnisse

Die zum Abschlussstichtag aus Finanzierungsleasing resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden in Höhe des Barwertes der zukünftigen Leasingzahlungen als Verbindlichkeit bilanziert. Bei den Finanzierungs-Leasingverträgen handelt es sich vor allem um Miet- und Pachtverträge für passive Netzinfrastruktur der Versatel Gruppe. Die meisten Verträge beinhalten Verlängerungsoptionen. Die künftigen Mindestleasingzahlungen aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen können auf deren Barwert wie folgt übergeleitet werden:

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2015 2014
Mindestleasingzahlungen
T€
Barwert der Mindestleasingzahlungen
T€
Mindestleasingzahlungen
T€
Barwert der Mindestleasingzahlungen
T€
Bis 1 Jahr 19.504 19.315 18.577 18.381
2 bis 5 Jahre 54.968 51.915 57.789 54.724
Über 5 Jahre 39.611 32.334 40.461 33.008
Gesamt 114.083 103.564 116.827 106.113
abzüglich Zinsanteil -10.519 --- -10.714 ---
Barwert der Mindestleasingzahlungen 103.564 103.564 106.113 106.113

Konzern als Leasinggeber

Finanzierungs-Leasingverhältnisse

Der Konzern hat auf Ebene der im Vorjahr erworbenen Versatel Gruppe Finanzierungsleasingverhältnisse, bei denen die Versatel Gruppe als Leasinggeber auftritt, diese sind in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. Die Überleitung der Bruttoinvestitionen der Leasingverhältnisse auf den Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen sowie deren Fälligkeiten stellen sich wie folgt dar:

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31.12.2015
T€
31.12.2014
T€
Bruttoinvestitionen    
(davon nicht garantierte Restwerte)    
davon fällig bis 1 Jahr 3.635 2.584
davon fällig in 1-5 Jahren 14.420 10.173
davon fällig nach über 5 Jahren 27.528 15.832
Noch nicht realisierter Finanzertrag -5.916 -7.687
Nettoinvestitionen 39.667 20.902
Kumulierte Wertminderungen 0 0
Forderungen aus Umsatzsteuer 2.334 993
Buchwert der Forderungen aus Finanzierungsleasing 42.001 21.895
davor Barwert der nicht garantierten Restwerte 0 0
Barwert der ausstehenden Mindestleasingzahlungen 39.667 20.902
davon fällig bis 1 Jahr 3.635 2.584
davon fällig in 1-5 Jahren 13.542 8.538
davon fällig nach über 5 Jahren 22.490 9.780

Den Forderungen aus Finanzierungsleasing liegen ausschließlich Verträge über die Nutzung und Bereitstellung von Dark Fibre-Leitungen zugrunde.

Haftungsverhältnisse und sonstige Verpflichtungen

Im Hinblick auf den Gesellschaften der United Internet Gruppe von einer Bank gewährten Kreditrahmen besteht gesamtschuldnerische Mithaftung der Gesellschaft. Zum Bilanzstichtag wurde der Kreditrahmen nur durch Avale in Anspruch genommen.

Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Tatsachen bekannt, die eine materielle nachteilige Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit, auf die finanziellen Umstände oder auf das Geschäftsergebnis der Gesellschaft haben könnten.

44. Kapitalflussrechnung

In den Nettoeinnahmen der betrieblichen Tätigkeit sind im Geschäftsjahr 2015 Zinsauszahlungen in Höhe von 24.595 T€ (Vorjahr: 24.275 T€) und Zinseinzahlungen in Höhe von 1.482 T€ (Vorjahr: 454 T€) enthalten. Die Auszahlungen des Geschäftsjahres 2015 für Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 209.928 T€ (Vorjahr: 405.248 T€) und die Einzahlungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag auf 352.793 T€ (Vorjahr: 1.744 T€). Die Steuereinzahlungen des Geschäftsjahres betreffen mit 326.013 T€ (Vorjahr: 0 T€) die im Dezember 2014 gezahlte anrechenbare Kapitalertragsteuer inklusive Solidaritätszuschlag (335.694 T€) im Zusammenhang mit einer konzerninternen Ausschüttung.

Für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen wurden 417.821 T€ (Vorjahr: 23.065 T€), für den Erwerb von Tochterunternehmen wurden 154.483 T€ (Vorjahr: 942.233 T€) und für Investitionen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten 93.885 T€ (Vorjahr: 334.719 T€) im Geschäftsjahr 2015 in bar aufgewendet.

Die Zahlungseingänge im Zusammenhang mit erhaltenen Dividenden beliefen sich auf 9.562 T€ und betreffen im Wesentlichen eine Ausschüttung der Drillisch AG.

Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen in Höhe von 9.104 T€ (Vorjahr: 5.722 T€) erfolgten im Rahmen von Finanzierungs-Leasing Verträgen ohne direkten Zahlungsmittelabfluss.

45. Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB

Die folgenden Gesellschaften der United Internet AG nehmen Befreiungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

1&1 Berlin Telecom Service GmbH, Berlin

1&1 De-Mail GmbH, Montabaur

1&1 Internet SE, Montabaur

1&1 Internet Service GmbH, Montabaur

1&1 Logistik GmbH, Montabaur

1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur

1&1 Mail & Media Development & Technology GmbH, Montabaur

1&1 Mail & Media Service GmbH, Montabaur

1&1 Telecom GmbH, Montabaur

1&1 Telecom Holding GmbH, Montabaur

1&1 Telecom Sales GmbH, Montabaur

1&1 Telecom Service Holding Montabaur GmbH, Montabaur

1&1 Telecom Service Montabaur GmbH, Montabaur

1&1 Telecom Service Zweibrücken GmbH, Zweibrücken

1&1 Telecommunication SE, Montabaur

1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur

A1 Marketing, Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur

affilinet GmbH, München

United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur

United Internet Media GmbH, Montabaur

United Internet Service SE, Montabaur

United Internet Ventures AG, Montabaur

United Internet Service Holding GmbH, Montabaur

Versatel GmbH, Berlin

Versatel Deutschland GmbH, Düsseldorf

Versatel Holding GmbH, Berlin

Versatel Telecommunications GmbH, Düsseldorf

TROPOLYS Service GmbH, Düsseldorf

46. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Aktienkurs der Rocket Internet SE verhielt sich auch nach dem Abschlussstichtag weiterhin stark volatil. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses betrug der Aktienkurs 24,75 € (Schlusskurs per 11. März 2016). Sofern keine signifikante Aktienkurssteigerung bis zum Ende des ersten Quartals eintreten sollte, ist aufgrund der geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze des Konzerns voraussichtlich im ersten Quartal 2016 eine Wertminderung zu erfassen. Bewertet mit dem Aktienkurs zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses, beläuft sich die potenzielle Wertminderung auf ca. 155 Mio. €.

Die United Internet AG hat sich am 10. Februar 2016 - über ihre Tochtergesellschaft United Internet Ventures AG - den Erwerb eines Aktienpakets von ca. 15,31 % an der Tele Columbus AG, Berlin, vertraglich gesichert. Der Vollzug des Erwerbs stand zum damaligen Zeitpunkt unter der aufschiebenden Bedingung der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Diese Freigabe ist am 7. März 2016 erfolgt.

Nach Vollzug des Erwerbs hält die United Internet AG unter Berücksichtigung weiterer erworbener Anteile insgesamt mittelbar eine Beteiligung von 25,11 % an Tele Columbus.

47. Honorare des Abschlussprüfers

Im Geschäftsjahr 2015 wurden im Konzernabschluss Honorare des Abschlussprüfers in Höhe von insgesamt 5.315 T€ (Vorjahr: 3.852 T€) als Aufwand erfasst. Diese beziehen sich mit 1.890 T€ (Vorjahr: 1.095 T€) auf die Abschlussprüfungen, mit 1.533 T€ (Vorjahr: 1.453 T€) auf Steuerberatungsleistungen sowie mit 1.892 T€ (Vorjahr: 1.303 T€) auf sonstige Leistungen.

48. Aufstellung des Anteilsbesitzes des United Internet AG-Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB

Der Konzern umfasst zum 31. Dezember 2015 folgende Gesellschaften, an denen die United Internet AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich (entsprechend den in Klammern angegebenen Anteilen am Kapital) beteiligt ist. Der Anteil am Kapital entspricht, soweit nicht anders lautend beschrieben, dem Anteil der Stimmrechte:

1&1 Internet:

1&1 Internet SE, Montabaur (100,0 %)

1&1 Datacenter SAS, Straßburg / Frankreich (100,0 %)

1&1 Internet Development SRL, Bukarest / Rumänien (100,0 %)

1&1 Internet España S.L.U., Madrid / Spanien (100,0 %)

1&1 Internet Inc., Chesterbrook / USA (100,0 %)

A1 Media USA LLC, Chesterbrook / USA (100,0 %)

1&1 Cardgate LLC, Chesterbrook / USA (100,0 %)

1&1 Internet Ltd., Gloucester (vormals Slough) / Großbritannien (100,0 %)

1&1 Internet S.A.R.L., Saargemünd / Frankreich (100,0 %)

1&1 Internet Service GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet (Philippines) Inc., Cebu City / Philippinen (100,0 %)

1&1 Internet Sp.z o.o, Warschau / Polen (100,0 %)

1&1 UK Holdings Ltd., Gloucester (vormals Slough) / Großbritannien (100,0 %)

Fasthosts Internet Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)

Dollamore Ltd., Gloucester / Großbritannien (100,0 %)

Fasthosts Internet Inc., Chesterbrook / USA in Liquidation (100,0 %)

Arsys Internet S.L., Logroño / Spanien (100,0 %)

Arsys Internet E.U.R.L., Perpignan / Frankreich (100,0 %)

Tesys Internet S.L., Logroño / Spanien (100,0 %)

Nicline Internet S.L., Logroño / Spanien (100,0 %)

InterNetX GmbH, Regensburg (95,56 %)

InterNetX LAC S.A., Buenos Aires / Argentinien (100,0 %)

Schlund Technologies GmbH, Regensburg (100,0 %)

PSI-USA, Inc., Las Vegas / USA (100,0 %)

Domain Robot Enterprises Inc., Vancouver / Kanada (100,0 %)

Domain Robot Servicos de Hospedagem na Internet Ltda., São Paulo / Brasilien (100,0 %)

myLLC GmbH, Regensburg (100,0 %)

myLLP GmbH, Regensburg (100,0 %)

InterNetX Corp., Miami / USA (100,0 %)

Sedo Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

Sedo GmbH, Köln (100,0 %)

DomCollect Worldwide Intellectual Property AG in Liquidation, Zug / Schweiz (100,0 %)

DomCollect International GmbH, Montabaur (100,0 %)

Sedo.com LLC, Cambridge (vormals Boston) / USA (100,0 %)

united-domains AG, Starnberg (100,0 %)

united-domains Reselling GmbH, Starnberg (100,0 %)

United Domains, Inc., Cambridge / USA (100,0 %)

Immobilienverwaltung AB GmbH, Montabaur (100,0 %)

Immobilienverwaltung NMH GmbH, Montabaur (100,0 %)

home.pl S.A. , Stettin / Polen (100,0 %)

AZ.pl Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

HBS Cloud Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

premium.pl Sp. Z o.o, Stettin / Polen (75,0 %)

DP EUROPE Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

DP AFRICA Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

DP AMERICAS Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

DP AUSTRALIA Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

DP POLAND Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

DP ASIA Sp. Z o.o, Stettin / Polen (100,0 %)

1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur (100,0%)

1&1 Mail & Media GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 De-Mail GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media Inc., Chesterbrook / USA (100,0 %)

General Media Xervices GMX S.L., Madrid / Spanien (100,0 %)

GMX Italia S.r.l., Mailand / Italien (100,0 %)

1&1 Mail & Media Development & Technology GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media Service GmbH, Montabaur (100,0 %)

United Internet Media GmbH, Montabaur (100,0 %)

UIM United Internet Media Austria GmbH, Wien / Österreich (100,0 %)

affilinet GmbH, München (100,0 %)

affilinet Austria GmbH, Wien / Österreich (100,0 %)

affilinet España S.L.U., Madrid / Spanien (100,0 %)

affilinet France SAS, Saint-Denis / Frankreich (100,0 %)

affilinet Ltd., London / Großbritannien (100,0 %)

affilinet Nederland B.V., Haarlem / Niederlande (100,0 %)

affilinet Schweiz GmbH, Zürich / Schweiz (100,0 %)

Cleafs B.V., Groningen / Niederlande (100,0 %)

Die affilinet Ltd., London, Großbritannien, eingetragen unter der Nr. 05409037, nimmt die Möglichkeit der Befreiung von der Prüfung des handelsrechtlichen Jahresabschlusses gemäß Absatz 479A des UK Companies Act 2006 in Anspruch.

1&1 Telecom:

1&1 Telecommunication SE, Montabaur (100,0 %)

1&1 Berlin Telecom Service GmbH, Berlin (100,0 %)

1&1 Logistik GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Breitband GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom Sales GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom Service Montabaur GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom Service Zweibrücken GmbH, Zweibrücken (100,0 %)

Versatel Telecommunications GmbH, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel GmbH, Berlin (100,0 %)

Versatel Holding GmbH, Berlin (100,0 %)

Versatel Deutschland GmbH, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel Beteiligungs GmbH, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel Immobilien Verwaltungs GmbH, Düsseldorf (100,0 %)

TROPOLYS Service GmbH, Düsseldorf (100,0 %)

TROPOLYS Netz GmbH, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel Service Süd GmbH & Co. KG, Düsseldorf (100,0 %)

United Internet Beteiligungen:

United Internet Ventures AG, Montabaur (100,0 %)

Sonstige:

MIP Multimedia Internet Park GmbH, Zweibrücken (100,0 %)

United Internet Corporate Services GmbH, Montabaur (100,0 %)

A1 Marketing Kommunikation und neue Medien GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecom Service Holding Montabaur GmbH, Montabaur (100,0 %)

United Internet Service SE, Montabaur (100,0 %)

United Internet Service Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

Assoziierte Unternehmen

Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode bilanziert und bestehen aus folgenden wesentlichen Gesellschaften:

Intellectual Property Management Company Inc., Dover / USA (49,00 %)

DomainsBot S.r.l, Rom / Italien (49,00 %)

uberall GmbH, Berlin (30,36 %)

ProfitBricks GmbH, Berlin (28,57 %)

Open-Xchange AG, Nürnberg (29,02 %, Stimmrechte 22,4 %)

virtual minds AG, Freiburg (25,10 %)

VictorianFibre Holding & Co. S.C.A. in Liquidation, Luxemburg / Luxemburg (25,10 %, Stimmrechte 24,9 %)

ePages GmbH, Hamburg (25,1 %)

Drillisch AG, Maintal (20,11 %)

Sonstige Beteiligungen

Beteiligungen, auf deren Finanz- und Geschäftspolitik die Gesellschaft keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann (< 20 % der Stimmrechte), fallen als Finanzinstrumente grundsätzlich unter den Anwendungsbereich von IAS 39 und werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft:

MMC Investments Holding Company Ltd., Port Louis / Mauritius (11,36 %)

Hi-Media S.A., Paris / Frankreich (10,46 %)

Hi-Pay S.A.S., Paris / Frankreich (8,37%)

Afilias Ltd., Dublin / Irland (9,82 %)

Rocket Internet SE, Berlin (8,31 %)

Änderungen in der berichtenden Unternehmenseinheit

Folgende Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2015 durch die Gesellschaft gegründet:

United Internet Service Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

Folgende Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2015 erworben und umfirmiert:

1&1 Internet SE, Montabaur (100,0 %)

(vormals Atrium 74. Europäische VV SE, Berlin)

Folgende Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2015 umfirmiert:

1&1 Telecommunication SE, Montabaur (100,0 %)

(vormals 1&1 Telecommunication Holding SE, Montabaur)

1&1 Mail & Media Applications SE, Montabaur (100,0 %)

(vormals United Internet Mail & Media SE, Montabaur)

Im Berichtszeitraum 2015 wurden folgende Gesellschaften auf bestehende Konzerngesellschaften verschmolzen oder angewachsen:

1&1 Internet Service Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Internet AG, Montabaur (100,0 %)

1&1 Mail & Media Holding GmbH, Montabaur (100,0 %)

1&1 Telecommunication AG, Montabaur (100,0 %)

GMX & WEB.DE Mail & Media SE, Montabaur (100,0 %)

United Internet Dialog GmbH, Montabaur (100,0 %)

mySRL GmbH, Regensburg (100,0 %)

TLDDOT GmbH, Regensburg (100 %)

Versatel Hanse GmbH, München (100,0 %)

Versatel Service Nord GmbH & Co. KG, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel Service BreisNet GmbH & Co. KG, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel Service West GmbH & Co. KG, Düsseldorf (100,0 %)

Versatel Service Ost GmbH & Co. KG, Düsseldorf (100,0 %)

49. Corporate Governance Kodex

Die Erklärung nach § 161 AktG zur Beachtung des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde durch den Vorstand und den Aufsichtsrat abgegeben und ist den Aktionären im Internetportal der United Internet AG (www.united-internet.de) zugänglich.

 

Montabaur, den 11. März 2016

Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Robert Hoffmann

Frank Krause

Jan Oetjen

Martin Witt

United Internet AG - Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen nach IFRS im Geschäftsjahr 2015 und 2014 (T€)

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2015 ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.01.2015 Veränderung Konsoli-
dierungskreis
Zugänge Abgänge Umbuchungen Währungs-
differenzen
31.12.2015
Immaterielle Vermögenswerte              
Lizenzen 29.628   6.190 8.594 748 127 28.099
Einmalentgelte 445   475 1     919
Software / Technologie 114.533 1.891 7.333 4.511 -864 98 118.480
Marke 118.770         2.901 121.671
Kundenstamm 411.170     130.478   1.374 282.066
Firmenwerte 1.041.365 158.866 205 3.171   4.938 1.202.203
Summe (I) 1.715.911 160.757 14.203 146.755 -116 9.438 1.753.438
Sachanlagen              
Grundstücke und Bauten 16.264 133 674 218 289 2 17.144
Telekommunikationsanlagen 398.230   72.991 1.233 4.062   474.050
Netzinfrastruktur 181.729   4.021 1.689 71   184.132
Betriebs- und Geschäftsausstattung 418.101 1.450 49.480 19.361 5.310 11.113 466.093
Geleistete Anzahlungen 16.893   8.383 1.101 -9.616 25 14.584
Summe (II) 1.031.217 1.583 135.549 23.602 116 11.140 1.156.003
Summe total 2.747.128 162.340 149.752 170.357 0 20.578 2.909.441
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2015 AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.01.2015 Zugänge Abgänge Umbu-
chungen
Währungs-
differenzen
31.12.2015
Immaterielle Vermögenswerte            
Lizenzen 28.204 6.109 7.124 -2 43 27.230
Einmalentgelte 95 691 1     785
Software / Technologie 82.241 7.762 3.179 2 76 86.902
Marke 933       51 984
Kundenstamm 177.599 42.773 130.478   1.407 91.301
Firmenwerte 64.322       86 64.408
Summe (I) 353.394 57.335 140.782 0 1.663 271.610
Sachanlagen            
Grundstücke und Bauten 6.343 923   439   7.705
Telekommunikationsanlagen 18.871 74.012 385     92.498
Netzinfrastruktur 7.541 29.366 647     36.260
Betriebs- und Geschäftsausstattung 308.882 51.336 16.744 -439 8.539 351.574
Geleistete Anzahlungen 278 2.493       2.771
Summe (II) 341.915 158.130 17.776 0 8.539 490.808
Summe total 695.309 215.465 158.558 0 10.202 762.418
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2015 NETTOBUCHWERTE
31.12.2014 31.12.2015
Immaterielle Vermögenswerte    
Lizenzen 1.424 869
Einmalentgelte 350 134
Software / Technologie 32.292 31.578
Marke 117.837 120.687
Kundenstamm 233.571 190.765
Firmenwerte 977.043 1.137.795
Summe (I) 1.362.517 1.481.828
Sachanlagen    
Grundstücke und Bauten 9.921 9.439
Telekommunikationsanlagen 379.359 381.552
Netzinfrastruktur 174.188 147.872
Betriebs- und Geschäftsausstattung 109.219 114.519
Geleistete Anzahlungen 16.615 11.813
Summe (II) 689.302 665.195
Summe total 2.051.819 2.147.023
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2014 ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN
01.01.2014 Veränderung Konsoli-
dierungskreis
Zugänge Abgänge Umbu-
chungen
Währungs-
differenzen
31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte              
Lizenzen 29.985 0 53 638 0 228 29.628
Einmalentgelte 0 389 56 0 0 0 445
Software / Technologie 104.531 4.427 8.540 3.078 -18 131 114.533
Marke 53.810 62.000 0 0 0 2.960 118.770
Kundenstamm 222.682 187.100 0 0 0 1.388 411.170
Firmenwerte 517.134 509.654 10.309 129 0 4.397 1.041.365
Summe (I) 928.142 763.570 18.958 3.845 -18 9.104 1.715.911
Sachanlagen              
Grundstücke und Bauten 13.992 1.773 482 2 19 0 16.264
Telekommunikationsanlagen 0 381.064 18.218 1.184 132 0 398.230
Netzinfrastruktur 0 181.296 848 415 0 0 181.729
Betriebs- und Geschäftsausstattung 371.223 4.623 45.588 19.415 5.483 10.599 418.101
Geleistete Anzahlungen 5.056 13.213 4.247 42 -5.616 35 16.893
Summe (II) 390.271 581.969 69.383 21.058 18 10.634 1.031.217
Summe total 1.318.413 1.345.539 88.341 24.903 0 19.738 2.747.128
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2014 AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN
01.01.2014 Zugänge Abgänge Umbu-
chungen
Währungs-
differenzen
31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte            
Lizenzen 28.415 32 440 0 197 28.204
Einmalentgelte 0 95 0   0 95
Software / Technologie 71.506 13.348 2.736 0 123 82.241
Marke 882 0 0 0 51 933
Kundenstamm 145.127 31.328 0 0 1.144 177.599
Firmenwerte 64.322 0 0 0 0 64.322
Summe (I) 310.252 44.803 3.176 0 1.515 353.394
Sachanlagen            
Grundstücke und Bauten 5.681 662 0 0 0 6.343
Telekommunikationsanlagen 0 18.871 0   0 18.871
Netzinfrastruktur 0 7.541 0   0 7.541
Betriebs- und Geschäftsausstattung 268.415 48.731 16.712 0 8.448 308.882
Geleistete Anzahlungen 0 278 0 0 0 278
Summe (II) 274.096 76.083 16.712 0 8.448 341.915
Summe total 584.348 120.886 19.888 0 9.963 695.309
scroll
2014 NETTOBUCHWERTE
31.12.2013 31.12.2014
Immaterielle Vermögenswerte    
Lizenzen 1.570 1.424
Einmalentgelte 0 350
Software / Technologie 33.025 32.292
Marke 52.928 117.837
Kundenstamm 77.555 233.571
Firmenwerte 452.812 977.043
Summe (I) 617.890 1.362.517
Sachanlagen    
Grundstücke und Bauten 8.311 9.921
Telekommunikationsanlagen 0 379.359
Netzinfrastruktur 0 174.188
Betriebs- und Geschäftsausstattung 102.808 109.219
Geleistete Anzahlungen 5.056 16.615
Summe (II) 116.175 689.302
Summe total 734.065 2.051.819

Bestätigungsvermerk

Zu dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den von der United Internet AG, Montabaur, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

 

Eschborn/Frankfurt am Main, 15. März 2016

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Grote, Wirtschaftsprüfer

Kemmerich, Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Montabaur, den 11. März 2016

Der Vorstand

Ralph Dommermuth

Robert Hoffmann

Frank Krause

Jan Oetjen

Martin Witt

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2015

Mitglieder des Aufsichtsrats sind:

Kurt Dobitsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats der United Internet AG, Markt Schwaben

Kai-Uwe Ricke, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Delta Partners / Dubai, Stallikon/Schweiz

Michael Scheeren, Mitglied des Aufsichtsrats der United Internet AG, Frankfurt

Der Aufsichtsrat der United Internet AG hat im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig sowohl schriftlich als auch mündlich zeitnah und umfassend auch zwischen den Sitzungen über alle relevanten Fragen der Strategie und den damit verbundenen Chancen und Risiken, der Unternehmensplanung, über die Entwicklung und den Gang der Geschäfte, geplante und laufende Investitionen, die Lage des Konzerns einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie die Compliance. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat ab. Der Vorstand legte dem Aufsichtsrat vierteljährlich einen umfassenden Bericht über den Gang der Geschäfte einschließlich der Umsatzentwicklung und Rentabilität sowie der Lage der Gesellschaft und der Geschäftspolitik vor. Dies beinhaltete auch Informationen über Abweichung des Geschäftsverlaufs von der Planung. Die Berichte des Vorstands wurden sowohl hinsichtlich ihrer Gegenstände als auch hinsichtlich ihres Umfangs den vom Gesetz, guter Corporate Governance und vom Aufsichtsrat an sie gestellten Anforderungen gerecht. Die Berichte lagen jeweils allen Aufsichtsratsmitgliedern vor. Die vom Vorstand erteilten Berichte und sonstigen Informationen hat der Aufsichtsrat auf ihre Plausibilität hin überprüft, intensiv behandelt sowie kritisch gewürdigt und hinterfragt.

Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig vom Vorstand über das vom Vorstand eingerichtete interne Kontrollsystem, das konzernweite Risikomanagement und das interne Revisionssystem berichten lassen. Der Aufsichtsrat ist aufgrund seiner Prüfungen zu der Einschätzung gelangt, dass das interne Kontrollsystem, das konzernweite Risikomanagement und das interne Revisionssystem wirksam und funktionsfähig sind.

Der Aufsichtsrat besteht aus drei Mitgliedern und hat keine Ausschüsse gebildet. Anhaltspunkte für Interessenkonflikte eines Aufsichtsratsmitglieds hat es nicht gegeben.

Neben der gesetzlichen Regelberichterstattung sind insbesondere folgende Themen intensiv beraten und geprüft worden:

Der Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014

Der Bericht des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2014 sowie die Aktualisierung der Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Feststellung der Zielerreichung des Vorstands im Geschäftsjahr 2014 und die Freigabe der Auszahlung der variablen Vergütungsanteile sowie die Zielvereinbarung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2015

Die Einladung und die Tagesordnungspunkte für die ordentliche Hauptversammlung 2015 mit den Beschlussvorschlägen

Der Dividendenvorschlag an die Hauptversammlung

Die Wahl von Herrn Kurt Dobitsch zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und von Herrn Michael Scheeren zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats

Die Prüfungsplanung und die Quartalsberichte der Innenrevision

Die Quartalsberichte zum Risikomanagement

Die Kapitalerhöhung bei der Rocket Internet AG

Den Anteilserwerb an der Drillisch AG

Die Diskussion von wichtigen Zulieferverträgen

Den Erwerb von 100% der Anteile an der home.pl S.A. für einen Kaufpreis in Höhe von 155 Mio. EUR

Die Prüfung eines Initial Public Offerings des Bereichs Business Applications

Die Erhöhung des bestehenden Konsortialkredites von 600 Mio. EUR auf 810 Mio. EUR zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung im Rahmen der Geschäftsausweitung

Die Verlängerung des bestehenden Mitarbeiterbeteiligungsprogramms

Die Auflage eines neuen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms

Die unterjährige Unternehmensentwicklung

Die Konzernplanung und die Investitionsvorhaben für das Geschäftsjahr 2016

Die Umsatz- und Ergebnisplanung 2016 der United Internet AG (Einzelgesellschaft)

Die strategische Aufstellung und die Strukturierung der Firmengruppe und der Unternehmensorganisation

Die Beendigung des Vorstandsmandats von Herrn Norbert Lang zum 30. Juni 2015 und die Bestellung von Herrn Frank Krause zum Vorstandsmitglied der United Internet AG zum 1. Juni 2015

Die textlichen Anpassungen der Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat und den Vorstand.

Die Festlegung von Zielgrößen für den Anteil von Frauen im Vorstand und im Aufsichtsrat

Die Festlegung von weiteren Zielen für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Die Sitzungstermine und der Finanzkalender für das Geschäftsjahr 2016

Sitzungen und Teilnahme:

Im Geschäftsjahr 2015 fanden vier Aufsichtsratssitzungen statt, in denen der Vorstand den Aufsichtsrat eingehend über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Gesellschaft und des Konzerns sowie über bedeutende Geschäftsvorfälle informierte. Der Aufsichtsrat war in den Sitzungen jeweils vollständig vertreten. Über die Sitzungen hinaus haben weitere Beschlussfassungen zu aktuellen Themen im schriftlichen Umlaufverfahren stattgefunden.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat sich auch im Geschäftsjahr 2015 mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben am 5. März 2016 eine aktualisierte Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben, die auf der Website der Gesellschaft und im Bundesanzeiger dauerhaft zur Verfügung steht.

Nach Beseitigung der in der Vergangenheit bestehenden Unsicherheiten im regulatorischen Umfeld hat der Aufsichtsrat mit Beschlussfassung vom 16. Dezember 2015 erstmals konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benannt und wird diese Ziele bei künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. Auf die Festlegung einer Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat, einer Empfehlung des aktuellen Corporate Governance Kodex, wurde dabei verzichtet, da der Aufsichtsrat der Auffassung ist, dass eine derartige Beschränkung gegenüber anderen Kriterien für Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern nicht sachgerecht ist und es letztendlich der Hauptversammlung und ihrer Wahlfreiheit obliegt, die Kandidaten in den Aufsichtsrat zu wählen, die sie für am besten geeignet halten, ihre Interessen zu vertreten.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Hauptversammlung hat am 21. Mai 2015 ein neues, vollumfänglich mit dem aktuellen deutschen Corporate Governance Kodex konformes Vergütungssystem, bestehend aus einer festen jährlichen Vergütung sowie einem Sitzungsgeld je Sitzung beschlossen. Die durch Aufsichtsrat und Vorstand vorgeschlagene Neuregelung trägt der seit dem letzten Vergütungsbeschluss geänderten Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex Rechnung, die vorsieht, dass dem Aufsichtsrat zur Stärkung der Unabhängigkeit allein eine fixe Vergütung gewährt und auf eine variable Vergütung verzichtet werden kann.

Die bisherige Vergütung des Aufsichtsrats bestand aus einer festen jährlichen Vergütung sowie einer an das Ergebnis je Aktie ("EPS") geknüpften variablen Vergütung. Die variable Vergütung war dabei so aufgeteilt, dass neben einer auf jährlicher Basis zu ermittelnden Erfolgskomponente auch eine langfristig zu ermittelnde Erfolgskomponente gezahlt wurde. Die neue Vergütungsregelung gilt für das Geschäftsjahr 2015 und die folgenden Geschäftsjahre.

Erörterung des Jahres- und Konzernjahresabschlusses 2015

Die Hauptversammlung der United Internet AG hat am 21. Mai 2015 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Eschborn/Frankfurt am Main als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015 gewählt. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat die Buchführung, den Jahresabschluss der United Internet AG, den Konzernabschluss nach IFRS sowie den zusammengefassten Lagebericht der United Internet AG und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2015 geprüft. Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde auch das Risikomanagementsystem geprüft und analysiert. Wesentliche Schwachstellen des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems sowie des Rechnungslegungsprozesses sind von den Abschlussprüfern nicht festgestellt worden. Der Abschlussprüfer erteilte jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überzeugt und eine schriftliche Erklärung dazu eingeholt.

Die genannten Abschlussunterlagen und der Gewinnverwendungsvorschlag sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers lagen allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor. An der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 16. März 2016 nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete über seine Prüfungen und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte seinen Prüfungsbericht und beantwortete die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach eigener Prüfung ist der Aufsichtsrat zu dem Ergebnis gekommen, dass der Jahresabschluss, der zusammengefasste Lagebericht, der Konzernabschluss und die Berichte des Abschlussprüfers zu keinen Einwendungen Anlass geben. Der Aufsichtsrat teilt die Einschätzung der Abschlussprüfer, dass das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, insbesondere auch bezogen auf den Rechnungslegungsprozess, keine wesentlichen Schwachstellen aufweist. Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 16. März 2016 den von der Gesellschaft am 11. März 2016 aufgestellten Jahresabschluss der United Internet AG und den von der Gesellschaft ebenfalls am 11. März 2016 aufgestellten Konzernabschluss nach IFRS für das Geschäftsjahr 2015 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss im Sinne von § 172 AktG festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat sich der Aufsichtsrat angeschlossen.

Prüfung des Berichts des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat den von ihm aufgestellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für das Geschäftsjahr 2015 dem Aufsichtsrat rechtzeitig vorgelegt.

Der Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen war Gegenstand der Prüfung durch den Abschlussprüfer. Es wurde diesbezüglich folgender Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war,

3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen."

Den Prüfungsbericht hat der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht und der Prüfungsbericht lagen dem Aufsichtsrat rechtzeitig vor. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands und den Prüfungsbericht geprüft. Die abschließende Prüfung durch den Aufsichtsrat erfolgte in der Aufsichtsratssitzung am 16. März 2016. An der Sitzung nahm der Abschlussprüfer teil und berichtete über seine Prüfung des Abhängigkeitsberichts und seine wesentlichen Prüfungsergebnisse, erläuterte seinen Prüfungsbericht und beantwortete die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung stimmt der Aufsichtsrat dem Abhängigkeitsbericht des Vorstands und dem Prüfungsbericht zu und hat keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen zu erheben.

Personelle Veränderungen im Vorstand

Zum 30. Juni 2015 hat der langjährige Finanzvorstand Herr Norbert Lang nach 21 Jahren im United Internet Konzern, davon 13 Jahre als Finanzvorstand, das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Herr Norbert Lang war maßgeblich an der Entwicklung von United Internet beteiligt. Als Finanzvorstand hat er mit Beteiligungen und Übernahmen das Wachstum vorangetrieben und die Strukturen der Unternehmensgruppe den veränderten Gegebenheiten angepasst. Mit zahlreichen Kapital- und Finanzierungsmaßnahmen hat er die finanziellen Freiräume für das Wachstum geschaffen. Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Herrn Lang für seine überaus erfolgreiche Arbeit.

Als neuen Finanzvorstand der United Internet AG konnte der Aufsichtsrat Herrn Frank Krause gewinnen. Herr Krause verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Telekommunikationsbranche und war zuletzt als Mitglied der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland für das Ressort Strategy & Corporate Development zuständig. Die Bestellung erfolgte mit Wirkung zum 1. Juni 2015.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2015.

 

Montabaur, 16. März 2016

Für den Aufsichtsrat

Kurt Dobitsch