![]() United Internet AGMontabaurHalbjahresfinanzbericht 2018AUSGEWÄHLTE KENNZAHLENscroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet Sehr geehrte Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner von United Internet,die United Internet AG hat ihren Wachstumskurs auch im 1. Halbjahr 2018 fortgesetzt.
Dabei konnten wir die Zahl unserer Kundenverträge, den Umsatz sowie unsere Ergebniskennzahlen
erneut verbessern. Im 1. Halbjahr 2018 haben wir wieder stark in neue Kundenverträge sowie den Ausbau
bestehender Kundenbeziehungen und damit in nachhaltiges Wachstum investiert. Insgesamt
konnten wir die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge um 530.000 Verträge auf
23,17 Mio. steigern. Dabei kamen in unserem Access-Segment 470.000 Verträge (430.000
Mobile Internet und 40.000 DSL-Anschlüsse) hinzu. Damit blieben die Zuwächse in diesem
Bereich leicht hinter unseren ursprünglichen Erwartungen zurück. Ursächlich hierfür
ist ein verschärfter Preiswettbewerb im Mobilfunk-Discount-Segment seit Mai 2018.
An dieser Preisreduzierung haben wir uns nicht beteiligt. Unser Applications-Segment
wuchs im 1. Halbjahr 2018 um 60.000 kostenpflichtige Verträge sowie um 390.000 werbefinanzierte
Free-Accounts. Unsere Umsatz- und Ergebniszahlen sind geprägt durch die Konsolidierung von Strato
und Drillisch sowie durch positive Umstellungseffekte aus der erstmaligen Bilanzierung
gemäß IFRS 15 im 1. Halbjahr 2018 (Vorjahr: IAS 18). Gegenläufig gibt es die erwarteten
Ergebnisbelastungen aus höherem Vertragswachstum sowie verstärktem Smartphone-Einsatz
bei Neu- und Bestandskunden (keine oder nur geringe Einmalzahlung des Kunden bei Vertragsabschluss
und Rückfluss über höhere Tarifpreise während der Vertragslaufzeit). Die so entstehenden
IFRS 15 Effekte machen sich beim Umsatz positiv (160,1 Mio. €) bemerkbar, während
sich bei den Ergebniskennzahlen die IFRS 15 Effekte und die Aufwendungen für den verstärkten
Smartphone-Einsatz nahezu ausgleichen. Konkret stieg der Umsatz auf Konzernebene im 1. Halbjahr 2018 von 1.954,1 Mio. € (nach
IAS 18) im Vorjahr um 30,4 % auf 2.548,9 Mio. € (nach IFRS 15). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung
unter Einbeziehung von Strato und Drillisch im Vorjahr legte der Umsatz von 2.298,2
Mio. € (nach IAS 18) um 10,9 % auf 2.548,9 Mio. € (nach IFRS 15) zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg von 429,9 Mio.
€ (nach IAS 18) im Vorjahr um 31,5 % auf 565,5 Mio. € (nach IFRS 15). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung
unter Einbeziehung von Strato und Drillisch im Vorjahr legte das EBITDA von 510,2
Mio. € (nach IAS 18) um 10,8 % auf 565,5 Mio. € (nach IFRS 15) zu. Im EBITDA des 1.
Halbjahres 2018 enthalten sind 13,9 Mio. € Einmalaufwendungen (One-Offs) aus laufenden
Integrationsprojekten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 325,3 Mio. € (nach IAS 18) im
Vorjahr um 14,9 % auf 373,8 Mio. € gemäß IFRS 15. Auch im EBIT sind die vorgenannten
One-Offs enthalten. Das im EBITDA-Vergleich abweichende prozentuale Wachstum resultiert
aus gestiegenen Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen (sogenannte PPA-Abschreibungen)
durch die in 2017 getätigten Übernahmen von Strato und Drillisch. Das Ergebnis pro Aktie (EPS) ging von 0,96 € (vergleichbarer Vorjahreswert ohne Rocket-Wertminderung)
auf 0,91 € zurück. Ursächlich hierfür sind die stark angestiegenen Minderheitenanteile
infolge der 33 %igen Beteiligung von Warburg Pincus am Geschäftsbereich "Business
Applications" sowie der 27 %igen Beteiligung von Minderheitsaktionären an der 1&1
Drillisch AG und somit am Geschäftsbereich "Consumer Access". Hinzu kommen gestiegene
PPA-Abschreibungen, die neben dem Versatel-Erwerb insbesondere die in 2017 getätigten
Übernahmen von Strato und Drillisch abbilden. Ohne Berücksichtigung der PPA-Abschreibungen
stieg das EPS von 1,05 € auf 1,16 €. Nach dem erfolgreichen 1. Halbjahr 2018 bestätigen wir unsere Umsatz- und Ergebnisprognose
für das Gesamtjahr und rechnen unverändert mit einem Umsatzanstieg auf ca. 5,2 Mrd.
€ (Vorjahr nach IAS 18: 4,21 Mrd. €). Das EBITDA im Konzern soll 2018 weiterhin bei
ca. 1,2 Mrd. € (Vorjahr nach IAS 18: 980 Mio. €) liegen. Bei unseren Kundenverträgen
im Geschäftsbereich Consumer Access gehen wir davon aus, dass sich das seit dem Zusammen-schluss
von 1&1 und Drillisch kontinuierlich erzielte Wachstum von ca. 500.000 Verträgen pro
Halbjahr fortsetzen wird. Daher erwarten wir für 2018 ein Wachstum um ca. 1 Mio. Verträge
auf ca. 13,64 Mio. Wir haben entschieden, uns nicht an dem seit Mai 2018 verschärften
Preiswettbewerb im Mobilfunk Discount-Segment zu beteiligen und demzufolge unsere
Vertriebsleistung in diesem Jahr nicht weiter zu steigern. Wir sind für die nächsten Schritte unserer Unternehmensentwicklung sehr gut aufgestellt
und blicken optimistisch auf das weitere Geschäftsjahr. Angesichts des erfolgreichen
1. Halbjahres gilt unser besonderer Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für
ihren engagierten Einsatz sowie unseren Aktionären und Kunden für das der United Internet
AG entgegengebrachte Vertrauen. Montabaur, 13. August 2018 Ralph Dommermuth ZWISCHENLAGEBERICHT DES KONZERNS ZUM 1. HALBJAHR 2018Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodellDie 1988 gegründete United Internet AG mit Hauptsitz in Montabaur ist mit weltweit
23,17 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen (Vorjahr: 18,85 Mio.) sowie 36,06 Mio.
werbefinanzierten Free-Accounts (Vorjahr: 34,54 Mio.) ein führender europäischer Internet-Spezialist. Die operative Geschäftstätigkeit des Konzerns gliedert sich in die beiden Berichtssegmente
"Access" und "Applications". Segment "Access"Im Segment "Access" sind die kostenpflichtigen Access-Produkte von United Internet
für Privat- und Geschäftskunden zusammengefasst. Dazu zählen - im Privatkundengeschäft
- die DSL- und Mobile-Access-Produkte inklusive der damit verbundenen Anwendungen
(wie Heimvernetzung, Online-Storage, Telefonie, Video-on-Demand oder IPTV) sowie -
im Geschäftskundengeschäft -Daten- und Netzwerklösungen für mittelständische Unternehmen
sowie Infrastrukturleistungen für Großunternehmen. Mit 45.839 km Länge (Vorjahr: 42.346 km) verfügt United Internet über das zweitgrößte
Glasfasernetz in Deutschland. Zudem hat die Gesellschaft - indirekt über 1&1 Drillisch
- als einziger MBA MVNO in Deutschland langfristig Anspruch auf einen auf bis zu 30
% steigenden Anteil an der genutzten Netzkapazität von Telefónica Deutschland und
damit einen weitreichenden Zugriff auf das größte Mobilfunknetz in Deutschland. Neben
dem eigenen Festnetz sowie dem privilegierten Zugang zum Telefónica-Netz kauft die
Gesellschaft zusätzlich von verschiedenen Vorleistungsanbietern standardisierte Netzleistungen
ein. Diese Vorleistungen werden mit Endgeräten, selbstentwickelten Applikationen und
Services aus der eigenen "Internet-Fabrik" veredelt, um sich so vom Wettbewerb zu
differenzieren. Im Segment "Access" ist United Internet ausschließlich in Deutschland tätig und zählt
zu den führenden Anbietern. Vermarktet werden die Access-Produkte über die bekannte Marke 1&1 sowie über die Discount-Marken
von Drillisch Online, wie winSIM, yourfone und smartmobile.de, mit denen der Markt
umfassend und zielgruppenspezifisch adressiert wird. Segment "Applications"Das Segment "Applications" umfasst werbefinanzierte und kostenpflichtige Applications-Produkte
für Privat- und Geschäftskunden. Zu diesen Applikationen gehören z. B. Domains, Homepages,
Webhosting, Server und E-Shops, Anwendungen für Personal Information Management (E-Mail,
Aufgaben, Termine, Adressen), Groupwork, Online-Storage und Office-Applikationen.
Die Applikationen werden in der eigenen "Internet-Fabrik" oder in Kooperation mit
Partnerfirmen entwickelt und in den 10 Rechenzentren der Gesellschaft auf rund 90.000
Servern betrieben. Business-Modell![]() Marken und Beteiligungen (Stand: 30. Juni 2018)![]() Im Segment "Applications" gehört United Internet auch international zu den führenden
Unternehmen mit Aktivitäten in europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Großbritannien,
Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien) sowie in Nordamerika (Kanada,
Mexiko, USA). Die zielgruppenspezifische Vermarktung der Applikationen an Privat- und Geschäftskunden
erfolgt über die unterschiedlich positionierten Marken 1&1, GMX, mail.com, WEB.DE,
Arsys, Fasthosts, home.pl, InterNetX, ProfitBricks, Strato und united-domains. Darüber
hinaus bietet United Internet ihren Kunden über die Marke Sedo professionelle Dienstleistungen
rund um das aktive Domain-Management an. Die Monetarisierung der kostenfreien Applikationen
über Werbung erfolgt über den Eigenvermarkter United Internet Media. Konzernstruktur, -strategie und -steuerungHinsichtlich der Konzernstruktur, -strategie und -steuerung der Gesellschaft wird
auf die Erläuterungen im zusammengefassten Lagebericht 2017 (Geschäftsbericht 2017,
Seite 32ff.) verwiesen. Aus Sicht des Konzerns ergaben sich hierzu keine wesentlichen
Änderungen. Forschung und EntwicklungAls Internet Service Provider betreibt die United Internet Gruppe keine mit produzierenden
Unternehmen vergleichbare Forschung und Entwicklung (F&E). Vor diesem Hintergrund
weist United Internet keine F&E-Kennzahlen aus. Gleichwohl stehen die United Internet Marken für Internet-Access-Lösungen sowie für
innovative, webbasierte Applikationen für Privat- und Geschäftskunden, die überwiegend
im eigenen Haus oder in Zusammenarbeit mit Partnerfirmen entwickelt werden. Die Fähigkeit,
innovative Produkte und Dienste zu entwickeln, zu kombinieren, anzupassen und in große
Märkte einzuführen, bildet die Basis für den Erfolg des Konzerns. Neben der ständigen Optimierung sowie der Sicherstellung des zuverlässigen Betriebs
aller angebotenen Dienste haben die insgesamt rund 3.000 Entwickler, Produktmanager
und technischen Administratoren in den in- und ausländischen Entwicklungszentren von
United Internet im 1. Halbjahr 2018 insbesondere an folgenden Projekten gearbeitet:
Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene und rechtliche RahmenbedingungenEntwicklung der GesamtwirtschaftNach Ablauf des 1. Halbjahres 2018 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine
Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft angepasst. In seinem aktualisierten Konjunkturausblick
für 2018 (World Economic Outlook, Update Juli 2018) sieht der Fonds die Lage der Weltwirtschaft
leicht eingetrübt. Zwar beließ der IWF die Wachstumsschätzung für die globale Wirtschaft
unverändert bei 3,9 % in diesem Jahr, sieht aber das Wachstum in großen Volkswirtschaften
wie Großbritannien, Japan und in einigen Mitgliedsstaaten der Euro-Zone skeptischer. Auch für einige Zielländer der United Internet Gruppe hat der IWF seine unterjährigen
Prognosen (im Vergleich zur Januar-Prognose) angepasst. Dabei wurde die Prognose für
die USA um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 % angehoben, während die Prognose für Kanada
um 0,2 Prozentpunkte auf 2,1 % gesenkt wurde. Für Mexiko wird unverändert ein Wachstum
von 2,3 % erwartet. Für die Euro-Zone erwartet der IWF unverändert (im Vergleich zur Januar-Prognose)
ein Wachstum von 2,2 %. Dabei wurden die Prognosen für Frankreich und Italien um 0,1
Prozentpunkte auf 1,8 % bzw. um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 % gesenkt. Für Spanien wurde
die Prognose um 0,4 Prozentpunkte auf 2,8 % angehoben. Für Großbritannien erwartet der IWF ein Wachstum um 1,4 % und somit 0,1 Prozentpunkte
weniger als zu Jahresbeginn. Und auch die Wachstumserwartung für den aus United Internet Sicht wichtigsten Markt,
Deutschland (Umsatzanteil 2017: rund 91 %), hat der IWF unterjährig um 0,1 Prozentpunkte
auf 2,2 % reduziert. Veränderungen der Wachstumsprognosen 2018 für wesentliche Zielländer und -regionen von United Internetscroll
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Juli 2018 Einen leichten Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland im 1. Halbjahr
2018 zeigt auch das preis-, saison- und kalenderbereinigte Konjunkturbarometer des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das für das 1. Quartal
und 2. Quartal 2018 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 bzw. 0,4 %
konstatiert hat - nach jeweils 0,6 % in den ersten beiden Quartalen des Vorjahres. Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland gegenüber dem Vorquartalscroll
Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; Stand: 27. Juni 2018 Rechtliche Rahmenbedingungen / wesentliche EreignisseDie rechtlichen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit von United Internet blieben
im 1. Halbjahr 2018 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 im Wesentlichen konstant und
hatten daher keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der United
Internet Gruppe. Auch fanden im 1. Halbjahr 2018 keine wesentlichen Ereignisse statt, die einen maßgeblichen
Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatten. Geschäftsverlauf im KonzernErstmalige Anwendung von IFRS 15Im Mai 2014 hat das International Accounting Standards Board (IASB) den Standard IFRS
15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" veröffentlicht. Die Anwendungspflicht gilt für
ab dem 1. Januar 2018 beginnende Berichtsperioden und somit auch für den vorliegenden
Halbjahresfinanzbericht 2018. Der neue Standard sieht ein einheitliches, prinzipienbasiertes,
fünfstufiges Modell für die Erlösermittlung und -erfassung vor, das auf alle Verträge
mit Kunden anzuwenden ist. Er ersetzt insbesondere die bisherigen Standards IAS 18
"Erlöse" und IAS 11 "Fertigungsaufträge". United Internet hat das Wahlrecht zugunsten der modifiziert retrospektiven Übergangsmethode
ausgeübt, d. h. im Rahmen des vorliegenden Halbjahresfinanzberichtes 2018 wurden die
Vorjahreszahlen nicht angepasst. Die Umstellungseffekte wurden zum 1. Januar 2018
erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. IFRS 15 hat wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von
United Internet. Insbesondere betreffen die Neuregelungen die folgenden Sachverhalte:
Neben den Umstellungseffekten aus der erstmaligen Bilanzierung gemäß IFRS 15 sind
die Umsatz- und Ergebniszahlen durch den angekündigten verstärkten Einsatz von Smartphones
bei der Gewinnung von Neukunden und der Bindung von Bestandskunden (keine oder nur
geringe Einmalzahlung des Kunden bei Vertragsabschluss und Rückfluss über höhere Tarifpreise
während der Vertragslaufzeit) geprägt. Um eine Vergleichbarkeit der sich nach IFRS
15 ergebenden Umsatz- und Ergebniszahlen des 1. Halbjahres 2018 mit den sich nach
IAS 18 ergebenden Umsatz- und Ergebniskennzahlen des 1. Halbjahres 2017 zu gewährleisten,
werden die wesentlichsten Effekte im Rahmen der Kommentierungen von Geschäftsverlauf
und Lage im Konzern zusätzlich berichtet. Verwendung von betriebswirtschaftlich relevanten finanziellen KennzahlenFür eine klare und transparente Darstellung der Geschäftsentwicklung von United Internet
werden in den Jahres- und Zwischenabschlüssen der Gesellschaft - neben den nach International
Financial Reporting Standards (IFRS) geforderten Angaben - weitere finanzielle Kennzahlen
wie z. B. EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT, EBIT-Marge oder Free Cashflow angegeben. Informationen
zur Verwendung, Definition und Berechnung dieser Kennzahlen stehen im Geschäftsbericht
2017 der United Internet AG ab Seite 53 zur Verfügung. Die von United Internet verwendeten Kennzahlen werden, soweit es für eine klare und
transparente Darstellung notwendig ist, um Sondereffekte bereinigt. Die Sondereffekte
betreffen in der Regel nur solche Effekte, die aufgrund ihrer Art, ihrer Häufigkeit
und / oder ihres Umfangs geeignet sind, die Aussagekraft der finanziellen Kennzahlen
für die Finanz- und Ertragsentwicklung der Gesellschaft zu beeinträchtigen. Alle Sondereffekte
werden zum Zwecke der Oberleitung zu den unbereinigten finanziellen Kennzahlen im
jeweiligen Abschnitt des Abschlusses aufgezeigt und erläutert. Entwicklung im Segment "Access"Die Zahl der kostenpflichtigen Verträge im Segment "Access" stieg im 1. Halbjahr 2018
organisch um 470.000 Verträge auf 13,11 Mio. Dabei konnten im Mobile-Internet-Geschäft
430.000 Kundenverträge hinzugewonnen und damit die Vertragszahl auf 8,73 Mio. gesteigert
werden. Damit blieben die Zuwächse in diesem Bereich leicht hinter den ursprünglichen
Erwartungen zurück. Ursächlich hierfür ist ein verschärfter Preiswettbewerb im Mobilfunk-Discount-Segment
seit Mai 2018. An dieser Preisreduzierung hat sich United Internet nicht beteiligt.
Die DSL-Komplettverträge (ULL = Unbundled Local Loop) konnten um 40.000 Verträge auf
4,38 Mio. zulegen. Entwicklung der Access-Verträge im 1. Halbjahr 2018 (in Mio.)scroll
Entwicklung der Access-Verträge im 2. Quartal 2018 (in Mio.)scroll
Der Umsatz im Segment "Access" stieg im 1. Halbjahr 2018 - auch infolge des Zusammenschlusses
mit Drillisch im September 2017 - von 1.474,4 Mio. € im Vorjahr um 35,8 % auf 2.001,7
Mio. € (Umsatzeffekt aus IFRS 15: + 153,8 Mio. €). Dabei konnte der Umsatz im Bereich
Consumer Access von 1.266,4 Mio. € um 42,6 % auf 1.805,7 Mio. € zulegen (Umsatzeffekt
aus IFRS 15: + 153,8 Mio. €). Der Umsatz im Bereich Business Access blieb mit 222,2
Mio. € leicht hinter dem Vorjahr (222,5 Mio. €) zurück. Ursächlich für diesen Rückgang
war das Massenmarkt-Geschäft von 1&1 Versatel, das im Vorjahr teilweise noch bei Business
Access ausgewiesen wurden (seit 1. Mai 2017 bei Consumer Access). Ohne Berücksichtigung
des Massenmarkt-Geschäfts ist der Bereich deutlich gewachsen (+ 11,1 %). Bei einer
Pro-Forma-Betrachtung (unter Einbeziehung von Drillisch im Vorjahr) legte der Umsatz
im gesamten Segment Access von 1.785,7 Mio. € um 12,1 % auf 2.001,7 Mio. € (Umsatzeffekt
aus IFRS 15: + 153,8 Mio. €) zu. Das Segment-EBITDA legte im 1. Halbjahr 2018 - auch infolge des Zusammenschlusses
mit Drillisch im September 2017 - von 260,0 Mio. € im Vorjahr um 40,7 % auf 365,9
Mio. € zu (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 158,7 Mio. €; Ergebniseffekt aus verstärktem
Smartphone-Einsatz: - 158,3 Mio. €). Dabei stieg das EBITDA im Bereich Consumer Access
von 215,5 Mio. € um 57,9 % auf 340,2 Mio. € (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 158,3 Mio.
€; Ergebniseffekt aus verstärktem Smartphone-Einsatz: - 158,3 Mio. €). Das EBITDA im Bereich Business Access blieb mit 25,7 Mio. € (Ergebniseffekt
aus IFRS 15: + 0,4 Mio. €) hinter dem Vorjahr (44,5 Mio. €) zurück. Ursächlich hierfür
war das Massenmarkt-Geschäft von 1&1 Versatel, das im Vorjahr teilweise noch bei Business
Access ausgewiesen wurde (seit 1. Mai 2017 bei Consumer Access). Ohne Berücksichtigung
des Massenmarkt-Geschäfts sowie Strukturmaßnahmen (2,0 Mio. €) ist das EBITDA deutlich
gestiegen (+ 8,0 %). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung (unter Einbeziehung von Drillisch
im Vorjahr) legte das gesamte Segment-EBITDA von 332,3 Mio. € um 10,1 % auf 365,9
Mio. € (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 158,7 Mio. €; Ergebniseffekt aus verstärktem Smartphone-Einsatz: - 158,3 Mio. €)
zu. Im EBITDA enthalten sind 7,7 Mio. € Einmalaufwendungen (One-Offs) aus laufenden
Integrationsprojekten. Das Segment-EBIT stieg im 1. Halbjahr 2018 von 191,6 Mio. € im Vorjahr um 15,7 % auf
221,7 Mio. € (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 159,7 Mio. €; Ergebniseffekt aus verstärktem
Smartphone-Einsatz: - 158,3 Mio. €). Auch im EBIT sind die vorgenannten One-Offs enthalten. Das im EBITDA-Vergleich
abweichende prozentuale Wachstum resultiert aus gestiegenen Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen
(sogenannte PPA-Abschreibungen) durch die Übernahme von Drillisch. Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment "Access" (in Mio. €)![]() Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal (in Mio. €)scroll
(1)
Ohne außerordentlichen Ertrag aus der Neubewertung der Drillisch Aktien (EBITDA- und
EBIT-Effekt: +303,0 Mio. €) Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen (in Mio. €)scroll
Entwicklung im Segment "Applications"Neben den bereits im Jahresabschluss 2017 angekündigten technischen Integrationsprojekten
sowie einem Rebranding der Sparte liegt der Fokus im Geschäftsbereich Business Applikationen
auch in 2018 auf dem Absatz zusätzlicher Features an Bestandskunden (z. B. weitere
Domains, E-Shops oder Business-Apps) sowie der Gewinnung von hochwertigen Kundenbeziehungen.
Gleichwohl konnte die Zahl der kostenpflichtigen Verträge für Business-Applikationen
im 1. Halbjahr 2018 organisch um 50.000 auf 8,07 Mio. Verträge zulegen. Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 1. Halbjahr 2018 (in Mio.)scroll
Entwicklung der Business-Applications-Verträge im 2. Quartal 2018 (in Mio.)scroll
Im Bereich der Consumer Applikationen ist - wie ebenfalls bereits im Jahresabschluss
2017 angekündigt - im Geschäftsjahr 2018 die Neupositionierung von GMX und WEB.DE
das zentrale Thema. Im Rahmen dieser Neupositionierung werden Werbeflächen reduziert
und gleichzeitig der Ausbau datengetriebener Geschäftsmodelle zur Werbemonetarisierung
vorangetrieben. Die werbefinanzierten Free-Accounts stiegen - trotz des üblichen saisonalen
Rückgangs im 2. Quartal - um 390.000 auf 36,06 Mio. Die Anzahl der kostenpflichtigen
Accounts (Verträge) bei Consumer Applications stieg im Berichtszeitraum insgesamt
um 10.000 auf 1,99 Mio. Damit legten die Consumer-Accounts insgesamt um 400.000 auf
38,05 Mio. Accounts zu. Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 1. Halbjahr 2018 (in Mio.)scroll
Entwicklung der Consumer-Applications-Accounts im 2. Quartal 2018 (in Mio.)scroll
Der Umsatz im Segment "Applications" stieg im 1. Halbjahr 2018 - auch durch die Konsolidierung
der zum 1. April 2017 übernommenen Strato - von 493,8 Mio. € im Vorjahr um 12,8 %
auf 557,1 Mio. € (Umsatzeffekt aus IFRS 15: + 6,3 Mio. €). Dabei konnte der Umsatz
im Bereich Consumer Applications von 134,4 Mio. € um 4,3 % auf 140,2 Mio. € zulegen
(Umsatzeffekt aus IFRS 15: + 0,5 Mio. €). Der Umsatz im Bereich Business Applications
stieg von 361,7 Mio. € um 15,9 % auf 419.3 Mio. € (Umsatzeffekt aus IFRS 15: + 5,8
Mio. €). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung (unter Einbeziehung von Strato im Vorjahr)
legte der Umsatz im gesamten Segment Applications von 526,6 Mio. € um 5,8 % auf 557,1
Mio. € (Umsatzeffekt aus IFRS 15: + 6,3 Mio. €) zu. Der Umsatz im Ausland legte, insbesondere beeinflusst von dem im Vergleich zum Vorjahr
schwächeren Britischen Pfund, nur moderat von 191,3 Mio. € um 2,2 % auf 195,5 Mio.
€ zu. Währungsbereinigt legte das Auslandsgeschäft um 3,4 % zu. Das Segment-EBITDA legte im 1. Halbjahr 2018 - auch durch die Konsolidierung der zum
1. April 2017 übernommenen Strato - von 176,1 Mio. € im Vorjahr um 15,5 % auf 203,4
Mio. € zu (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 5,9 Mio. €). Dabei blieb das EBITDA im Bereich
Consumer Applications mit 54,5 Mio. € (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 0,5 Mio. €) leicht
hinter dem Vorjahr (57,9 Mio. €) zurück. Ursächlich für diesen Rückgang war die angekündigte
Neupositionierung von GMX und WEB.DE. Das EBITDA im Bereich Business Applications
legte von 118,2 Mio. € um 26,0 % auf 148,9 Mio. € zu (Ergebniseffekt aus IFRS 15:
+ 5,4 Mio. €). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung (unter Einbeziehung von Strato im Vorjahr)
legte das Segment-EBITDA von 184,1 Mio. € um 10,5 % auf 203,4 Mio. € (Ergebniseffekt
aus IFRS 15: + 5,9 Mio. €) zu. Im EBITDA enthalten sind 6,2 Mio. € Einmalaufwendungen
(One-Offs) aus laufenden Integrationsprojekten. Das Segment-EBIT stieg von 140,0 Mio. € im Vorjahr um 11,2 % auf 155,7 Mio. € (Ergebniseffekt
aus IFRS 15: 5,9 Mio. €). Auch im EBIT sind die vorgenannten One-Offs enthalten. Das
im EBITDA-Vergleich abweichende prozentuale Wachstum resultiert aus gestiegenen Abschreibungen
auf Kaufpreisallokationen (sogenannte PPA-Abschreibungen) durch die Übernahme von
Strato. Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Segment "Applications" (in Mio. €)![]() Quartalsentwicklung (in Mio. €); Veränderung zum Vorjahresquartalscroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017 Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Umsatz- und Ergebniskennzahlen (in Mio. €)scroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017; Q1 2016 angepasst Aktie und DividendeDie Aktie der United Internet AG hat sich im 1. Halbjahr 2018 rückläufig entwickelt
und um 14,4 % auf 49,06 € zum 30. Juni 2018 nachgegeben (31. Dezember 2017: 57,34
€). Im Vergleich zum Vorjahresstichtag (30. Juni 2017: 48,15 €) legte die Aktie leicht
um 1,9 % zu. Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Aktiescroll
Die aktionärsfreundliche Dividendenpolitik der United Internet AG wurde auch in 2018
fortgesetzt. Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 24. Mai 2018 dem Beschlussvorschlag
von Vorstand und Aufsichtsrat über die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,85 €
(Vorjahr: 0,80 €) je Aktie für das Geschäftsjahr 2017 zugestimmt. Entsprechend wurden
am 29. Mai 2018 insgesamt 170,0 Mio. € (Vorjahr: 159,7 Mio. €) ausgeschüttet. Die
Ausschüttungsquote lag damit bei 42,0 % des bereinigten Konzernergebnisses 2017 aus
fortgeführten Geschäftsbereichen nach Minderheiten (405,0 Mio. €) und somit leicht
oberhalb der gemäß Dividendenpolitik der Gesellschaft vorgesehenen Ausschüttungsspanne
(20 % - 40 % des bereinigten Konzernergebnisses, sofern die Mittel nicht für die weitere
Unternehmensentwicklung benötigt werden). Die Dividendenrendite belief sich auf 1,7
% - bezogen auf den Schlusskurs der United Internet Aktie per 30. Juni 2018. Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Dividendescroll
(1)
Ohne Sonderfaktoren: Einmalerträge aus Versatel-Übernahme und Portfolio-Optimierung
bei Beteiligungen (2014); Abschreibungen auf Finanzanlagen, insbesondere Rocket-Wertminderungen
(2016); im Saldo positive Einmaleffekte aus nicht-cashwirksamen Bewertungsthemen,
Transaktions- und Restrukturierungskosten, Abschreibungen, Finanzierungskosten, einmaligen
Steuereffekten sowie nicht-fortgeführten Geschäftsbereichen Lage im KonzernErtragslageDie Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge konnte im 1. Halbjahr 2018 organisch
um 530.000 auf insgesamt 23,17 Mio. Verträge gesteigert werden. Werbefinanzierte Free-Accounts
legten um 390.000 auf 36,06 Mio. zu. Die Umsatz- und Ergebniszahlen sind geprägt durch die Konsolidierung von Strato und
Drillisch, sowie durch positive Umstellungseffekte aus der erstmaligen Bilanzierung
gemäß IFRS 15 im 1. Halbjahr 2018 (Vorjahr: IAS 18). Gegenläufig gibt es die erwarteten
Ergebnisbelastungen aus höherem Vertragswachstum sowie verstärktem Smartphone-Einsatz
bei Neu- und Bestandskunden (keine oder nur geringe Einmalzahlung des Kunden bei Vertragsabschluss
und Rückfluss über höhere Tarifpreise während der Vertragslaufzeit). Der Umsatz auf Konzernebene stieg im 1. Halbjahr 2018 - auch durch die Konsolidierung
von Strato und Drillisch - von 1.954,1 Mio. € im Vorjahr um 30,4 % auf 2.548,9 Mio.
€ (Umsatzeffekt aus IFRS 15: + 160,1 Mio. €). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung (unter
Einbeziehung von Strato und Drillisch im Vorjahr) legte der Umsatz von 2.298,2 Mio.
€ um 10,9 % auf 2.548,9 Mio. € zu. Der Umsatz im Ausland legte, insbesondere beeinflusst
von dem im Vergleich zum Vorjahr schwächeren Britischen Pfund, nur moderat von 191,3
Mio. € um 2,2 % auf 195,5 Mio. € zu. Währungs-bereinigt legte das Auslandsgeschäft
um 3,4 % zu. Die Umsatzkosten stiegen im 1. Halbjahr 2018 infolge des verstärkten Smartphone-Einsatzes
bei Neu- und Bestandskunden überproportional von 1.272,9 Mio. € (65,1 % vom Umsatz)
im Vorjahr auf 1.697,6 Mio. € (66,6 % vom Umsatz). Die Bruttomarge sank entsprechend
von 34,9 % auf 33,4 %. Das Bruttoergebnis stieg dabei von 681,2 Mio. € um 25,0 % auf
851,3 Mio. €. Die Vertriebskosten stiegen nur unterproportional von 270,9 Mio. € (13,9 % vom Umsatz)
im Vorjahr auf 344,1 Mio. € (13,5 % vom Umsatz) an. Auch die Verwaltungskosten erhöhten
sich nur unterproportional von 85,2 Mio. € im Vorjahr (4,4 % vom Umsatz) auf 109,2
Mio. € (4,3 % vom Umsatz). Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Kostenpositionen (in Mio. €)scroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017; 1. HJ 2016 angepasst Das EBITDA im Konzern legte von 429,9 Mio. € im Vorjahr um 31,5 % auf 565,5 Mio. €
zu (Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 169,1 Mio. €; Ergebniseffekt aus verstärktem Smartphone-Einsatz:
- 158,3 Mio. €). Bei einer Pro-Forma-Betrachtung (unter Einbeziehung von Strato und
Drillisch im Vorjahr) legte das EBITDA von 510,2 Mio. € um 10,8 % auf 565,5 Mio. €
(Ergebniseffekt aus IFRS 15: + 169,1 Mio. €; Ergebniseffekt aus verstärktem Smartphone-Einsatz:
- 158,3 Mio. €) zu. Im EBITDA des 1. Halbjahres 2018 enthalten sind 13,9 Mio. € Einmalaufwendungen
(One-Offs) aus laufenden Integrationsprojekten. Das EBIT stieg von 325,3 Mio. € um 14,9 % auf 373,8 Mio. € (Ergebniseffekt aus IFRS
15: + 170,0 Mio. €; Ergebniseffekt aus verstärktem Smartphone-Einsatz: - 158,3 Mio.
€). Auch im EBIT sind die vorgenannten One-Offs enthalten. Das im EBITDA-Vergleich
abweichende prozentuale Wachstum resultiert aus gestiegenen Abschreibungen auf Kaufpreisallokationen
(sogenannte PPA-Abschreibungen) durch die Übernahmen von Strato und Drillisch. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg von 291,3 Mio. € um 23,0 % auf 358,3 Mio. € bzw.
- ohne Berücksichtigung der im Vorjahr vorgenommenen Wertminderungen auf die von United
Internet gehaltenen Rocket Internet Aktien (EBT-Effekt: -19,8 Mio. €; EPS-Effekt:
-0,09 €) - von 311,1 Mio. € um 15,2 % auf 358,3 Mio. €. Trotz des angestiegenen Vorsteuerergebnisses ging das Ergebnis pro Aktie (EPS) von
0,96 € (vergleichbarer Vorjahreswert ohne Rocket-Wertminderung) auf 0,91 € zurück.
Ursächlich hierfür sind die stark angestiegenen Minderheitenanteile infolge der 33
%igen Beteiligung von Warburg Pincus am Geschäftsbereich "Business Applications" sowie
der 27 %igen Beteiligung von Minderheitsaktionären an der 1&1 Drillisch AG und somit
am Geschäftsbereich "Consumer Access". Hinzu kommen gestiegene PPA-Abschreibungen,
die neben dem Versatel-Erwerb insbesondere die in 2017 getätigten Übernahmen von Strato
und Drillisch abbilden. Ohne Berücksichtigung der PPA-Abschreibungen stieg das EPS
von 1,05 € auf 1,16 €. Wesentliche Umsatz- und Ergebniskennzahlen im Konzern (in Mio. €)![]() Quartalsentwicklung; Veränderung zum Vorjahresquartal (in Mio. €)scroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017 Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der wesentlichen Umsatz- und Ergebnis-Kennzahlen (in Mio. €)scroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017; 1. HJ 2016 angepasst FinanzlageDank der positiven Ergebnisentwicklung stieg der Cashflow der betrieblichen Tätigkeit
von 315,6 Mio. € im Vorjahr auf 418,9 Mio. € im 1. Halbjahr 2018. Die Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit des 1. Halbjahres 2018 gingen von
394,5 Mio. € im Vorjahr (ohne Berücksichtigung einer Kapitalertragsteuererstattung
in Höhe von 70,3 Mio. €) auf 164,7 Mio. € zurück. Ursächlich hierfür waren insbesondere
Vorauszahlungen für bezogene Leistungen, die erst in den Folgeperioden aufwandswirksam
erfasst werden, der verstärkte Hardware-Einsatz in Verbindung mit dem Anstieg der
Vertragsvermögenswerte sowie der kurzzeitige Anstieg der Vorräte, die zu entsprechenden
Liquiditätsabflüssen führten und sich erst in den Folgeperioden amortisieren. Der Cashflow aus dem Investitionsbereich weist im Berichtszeitraum Nettoauszahlungen
in Höhe von 128,1 Mio. € (Vorjahr: 741,2 Mio. €) aus. Diese resultieren im Wesentlichen
aus Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 119,7
Mio. € (Vorjahr: 98,6 Mio. €) sowie aus einem nachträglichen Mittelabfluss aus dem
Verkauf der yourfone Shop GmbH Ende 2017. Der Cashflow aus dem Investitionsbereich
des Vorjahres war - neben den vorgenannten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen - geprägt durch Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an verbundenen
Unternehmen in Höhe von 554,5 Mio. € (Übernahme von Strato) sowie durch Auszahlungen
für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen in Höhe von 89,6 Mio. € (im
Wesentlichen für die Aufstockung der Anteile an Tele Columbus und Drillisch sowie
die Beteiligung an rankingCoach). Der Free Cashflow, definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert
um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen
aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, reduzierte sich durch
die getätigten Investitionen in das operative Geschäft (verstärkter Smartphone-Einsatz
bei Neu- und Bestandskunden), die sich erst in den Folgeperioden amortisieren werden,
sowie durch den stichtagsbedingten und nur kurzzeitigen Aufbau von Vorräten (Nutzung
günstiger Einkaufskonditionen) von 297,8 Mio. € (vergleichbarer Vorjahreswert ohne
vorgenannte Kapitalertragsteuererstattung) auf 84,3 Mio. € (ohne eine Steuerzahlung
in Höhe von 34,7 Mio. € aus dem Geschäftsjahr 2016). Bestimmend im Cashflow aus dem Finanzierungsbereich waren im 1. Halbjahr 2018 die
Aufnahme von Krediten von im Saldo 89,9 Mio. € (Vorjahr: 450,1 Mio. €), die Dividendenzahlung
in Höhe von 170,0 Mio. € (Vorjahr: 159,7 Mio. €) sowie die Ausschüttung an Minderheitsaktionäre
(im Wesentlichen 1&1 Drillisch-Aktionäre) in Höhe von 75,5 Mio. € (Vorjahr: 0 €).
Der Cashflow aus dem Finanzierungsbereich des Vorjahres wurde - neben der Aufnahme
von Krediten sowie der Dividendenzahlung - durch den Erwerb eigener Aktien (77,2 Mio.
€) sowie durch Einzahlungen von Minderheitsaktionären (305,2 Mio. € aus der Beteiligung
von Warburg Pincus am Bereich Business Applications) geprägt. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beliefen sich zum 30. Juni 2018 auf
111,8 Mio. € - nach 336,6 Mio. € zum Vorjahresstichtag. Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der wesentlichen Cashflow-Kennzahlen (in Mio. €)scroll
(1)
Free Cashflow ist definiert als Nettoeinzahlungen der betrieblichen Tätigkeit, verringert
um Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, zuzüglich Einzahlungen
aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen VermögenslageDie Bilanzsumme im Konzern erhöhte sich von 7,606 Mrd. € per 31. Dezember 2017 auf
8.174 Mrd. € zum 30. Juni 2018. Aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 im 1. Halbjahr 2018 resultieren lang- und
kurzfristige Vermögenswerte sowie lang- und kurzfristige Schulden, die sich aus den
zum 1. Januar 2018 erfolgsneutral zu erfassenden Sachverhalten aus Vorperioden und
den ergebniswirksamen Anpassungen der aktuellen Berichtsperiode zusammensetzen. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen von 823,9 Mio. € per 31. Dezember 2017 auf
1.043,5 Mio. € zum 30. Juni 2018. Dabei reduzierte sich der in den kurzfristigen Vermögenswerten
ausgewiesene Bestand an liquiden Mitteln von 238,5 Mio. € auf 111,8 Mio. € infolge
der getätigten Investitionen im Rahmen des verstärkten Smartphone-Einsatzes bei Neu-
und Bestandskunden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen von 290,0
Mio. € auf 309,5 Mio. €. Die Vorräte für anstehende Kampagnen stiegen stichtagsbedingt
und nur kurzzeitig von 44,7 Mio. € auf 109,6 Mio. €. Die Position Vertragsvermögenswerte
in Höhe von 345,3 Mio. € (31. Dezember 2017: 0 €) beinhaltet Ansprüche gegenüber Kunden
aus der im 1. Halbjahr 2018 im Rahmen der Anwendung von IFRS 15 vorgezogenen Umsatzrealisierung,
die zu Jahresbeginn erfolgsneutral erfasst wurden und seitdem erfolgswirksam fortgeschrieben
werden. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte reduzierten sich von 100,3 Mio.
€ (inkl. einer Forderung auf Rückerstattung gegenüber einem Vorleistungsanbieter)
auf 49,3 Mio. €. Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte sanken von 58,2 Mio.
€ auf 33,1 Mio. € und beinhalten insbesondere Forderungen gegenüber dem Finanzamt. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich von 6.781,9 Mio. € zum 31. Dezember
2017 auf 7.130,2 Mio. € zum 30. Juni 2018. Dabei stiegen die Anteile an assoziierten
Unternehmen leicht von 418,0 Mio. € auf 420,6 Mio. €. Sonstige finanzielle Vermögenswerte
legten insbesondere durch die Folgebewertung der börsennotierten Beteiligungen von
United Internet von 333,7 Mio. € auf 460,3 Mio. € zu. Sachanlagen stiegen von 747,4
Mio. € auf 770,1 Mio. €, immaterielle Vermögenswerte sanken von 1.393,3 Mio. € auf
1.281,2 Mio. €. Die Firmenwerte blieben mit 3.576,9 Mio. € nahezu unverändert. Die
Position Vertragsvermögenswerte in Höhe von 141,2 Mio. € (31. Dezember 2017: 0 €)
beinhaltet Ansprüche gegenüber Kunden aus der im 1. Halbjahr 2018 im Rahmen der Anwendung
von IFRS 15 vorgezogenen Umsatzrealisierung. Die abgegrenzten Aufwendungen erhöhten
sich von 100,9 Mio. € auf 418,9 Mio. € und beinhalten im Wesentlichen den langfristigen
Anteil der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Kundengewinnung (Vertragserlangung)
und der Vertragserfüllung sowie geleistete Vorauszahlungen im Rahmen langfristiger
Einkaufsverträge. Die latenten Steueransprüche sanken infolge der IFRS-15-Bilanzierung
von 155,2 Mio. € auf 9,7 Mio. €. Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich von 1.284,5 Mio. € per 31. Dezember 2017
auf 1.215,4 Mio. € zum 30. Juni 2018. Dabei stiegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen stichtagsbedingt von 399,9 Mio. € auf 419,3 Mio. €.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen von 248,2 Mio.
€ auf 303,6 Mio. €. Ertragsteuerschulden sanken von 130,2 Mio. € auf 94,9 Mio. €.
Die Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 161,7 Mio. € beinhalten vor allem Einzahlungen
aus Kundenverträgen, für die die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist,
und die im 1. Halbjahr 2018 im Rahmen der Anwendung von IFRS 15 zu Jahresbeginn erfolgsneutral
erfasst wurden und seitdem erfolgswirksam fortgeschrieben werden. Die langfristigen Schulden erhöhten sich von 2.270.8 Mio. € per 31. Dezember 2017
auf 2.363,4 Mio. € zum 30. Juni 2018. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten stiegen dabei von 1.707,6 Mio. € auf 1.742,1 Mio. €. Die Vertragsverbindlichkeiten
in Höhe von 32,4 Mio. beinhalten vor allem Einzahlungen aus Kundenverträgen, für die
die Leistung noch nicht vollständig erbracht worden ist, und die im 1. Halbjahr 2018
im Rahmen der Anwendung von IFRS 15 zu Jahresbeginn erfolgsneutral erfasst wurden
und seitdem erfolgswirksam fortgeschrieben werden. Der Anstieg der sonstigen Rückstellungen
von 33,5 Mio. € auf 98,8 Mio. € resultiert insbesondere aus der erstmaligen Erfassung
von Rückstellungen für Kündigungsentgelte im Rahmen der IFRS 15 Bilanzierung. Das Eigenkapital im Konzern stieg von 4.050,6 € per 31. Dezember 2017 auf 4.594,9
Mio. € zum 30. Juni 2018. Die Veränderung spiegelt vor allem die aus der Anwendung
der modifiziert retrospektiven Übergangsmethode erfolgsneutral erfassten Anpassungen
im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 zum 1. Januar 2018 wider.
Die Eigenkapitalquote stieg entsprechend von 53,3 % auf 56,2 %. Zum Bilanzstichtag
30. Juni 2018 hielt United Internet 4.702.202 Stück eigene Aktien (31. Dezember 2017:
5.093.289 Stück). Die Netto-Bankverbindlichkeiten (d. h. der Saldo aus Bankverbindlichkeiten und liquiden
Mitteln) stiegen von 1.717,3 Mio. € per 31. Dezember 2017 auf 1.933,8 Mio. € zum 30.
Juni 2018. Ursächlich für diesen vorübergehenden Anstieg ist insbesondere die - wie
auch in den Vorjahren - im Mai geleistete Dividendenzahlung. Mehrperiodenübersicht: Entwicklung wesentlicher Bilanzpositionen (in Mio. €)scroll
(1)
Anstieg durch Beteiligung an Drillisch (2015); Anstieg durch Beteiligung an Tele Columbus
(2016); Rückgang durch Übernahme und Konsolidierung von ProfitBricks und Drillisch Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen LageAuch im 1. Halbjahr 2018 hat United Internet wieder stark in neue Kundenverträge sowie
den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen und damit in nachhaltiges Wachstum investiert.
Insgesamt konnte die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge um 530.000 Verträge
auf 23,17 Mio. gesteigert werden. Dabei kamen im Access-Segment 470.000 Verträge (430.000
Mobile Internet und 40.000 DSL-Anschlüsse) hinzu. Das Applications-Segment wuchs um
60.000 kostenpflichtige Verträge sowie um 390.000 werbefinanzierte Free-Accounts. Mit diesem starken Kundenwachstum, einem Umsatzwachstum um 30,4 % auf 2,549 Mrd. €
sowie einer EBITDA-Verbesserung um 31,5 % auf 565,5 Mio. € hat sich United Internet
auch im 1. Halbjahr 2018 dynamisch weiterentwickelt. Parallel dazu wurde erneut stark in die Kundenbindung sowie in den Ausbau bestehender
Kundenverhältnisse investiert und damit die Basis für künftiges Wachstum gelegt. Die dynamische Unternehmensentwicklung zeigt erneut die Vorteile des Geschäftsmodells
von United Internet, das überwiegend auf elektronischen Abonnements basiert - mit
festen monatlichen Beträgen sowie vertraglich festgelegten Laufzeiten. Dies sichert
stabile und planbare Umsätze und Cashflows, bietet Schutz gegen konjunkturelle Einflüsse
und eröffnet finanzielle Spielräume, um Chancen in bestehenden und neuen Geschäftsfeldern
und Märkten zu nutzen. Organisch oder durch Beteiligungen und Übernahmen. Mit den im 1. Halbjahr 2018 erreichten Umsatz- und Ergebniszahlen sowie den getätigten
Investitionen sieht der Vorstand die Gesellschaft hinsichtlich seiner Planungen gut
auf Kurs und für die weitere Unternehmensentwicklung sehr gut aufgestellt. PersonalberichtZum 30. Juni 2018 waren in der United Internet Gruppe insgesamt 8.999 Mitarbeiter
beschäftigt. Damit stieg die Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Vorjahr (8.387 Mitarbeiter)
- insbesondere infolge der Übernahme von Drillisch (inzwischen 1&1 Drillisch) im Segment
"Access" - um 612 Mitarbeiter bzw. 7,3 %. Dabei waren 4.232 Mitarbeiter im Segment "Access" (Vorjahr: 3.578) tätig, 4.315 im
Segment "Applications" (Vorjahr: 4.485) und 452 Mitarbeiter im Bereich "Zentrale"
(Vorjahr: 324). Der starke Anstieg im Bereich "Zentrale" bei gleichzeitigem Rückgang
im Segment "Applications" resultiert aus dem Transfer von Mitarbeitern, die bereits
in der Vergangenheit zentrale Funktionen wahrgenommen haben. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland stieg von 6.859 im Vorjahr um 661 Mitarbeiter
bzw. 9,6 % auf 7.520 zum 30. Juni 2018. In den ausländischen Gesellschaften reduzierte
sich die Anzahl der Beschäftigten von 1.528 im Vorjahr um 49 Mitarbeiter bzw. 3,2
% auf 1.479. Mehrperiodenübersicht: Entwicklung der Mitarbeiterzahl (nach Inland / Ausland und Segmenten); Veränderung zum Vorjahrscroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017; 1. HJ 2016 angepasst Der Personalaufwand stieg von 230,5 Mio. € im Vorjahr um 15,3 % auf 265,8 Mio. € im
1. Halbjahr 2018. Ursächlich für diesen Anstieg sind insbesondere die Übernahmen von
Strato und 1&1 Drillisch. Gleichwohl ging die Personalaufwandsquote durch das noch
stärkere Umsatzwachstum um 1,4 Prozentpunkte auf 10,4 % zurück. Mehrperiodenübersicht: Entwicklung des Personalaufwands (in Mio. €); Veränderung zum Vorjahrscroll
(1)
Nach Entkonsolidierung von affilinet in 2017; 1. HJ 2016 angepasst NachtragsberichtNach dem Bilanzstichtag 30. Juni 2018 sind bei United Internet keine Ereignisse von
besonderer Bedeutung eingetreten, die größere Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens-
und Finanzlage des Unternehmens bzw. des Konzerns mit Auswirkungen auf Rechnungslegung
und Berichterstattung haben. Risiko- und ChancenberichtDie Risiken- und Chancenpolitik der United Internet AG orientiert sich an dem Ziel,
den Wert des Unternehmens zu erhalten und nachhaltig zu steigern, indem Chancen wahrgenommen
und Risiken frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Dabei regelt das Risiko- und
Chancenmanagement den verantwortungsvollen Umgang mit Unsicherheiten, die mit unternehmerischem
Handeln immer verbunden sind. Gesamtaussage des Vorstands zur Risiko- und Chancensituation des KonzernsDie Einschätzung der Gesamtrisikosituation ist das Ergebnis der konsolidierten Betrachtung
aller wesentlichen Risikofelder bzw. Einzelrisiken unter Berücksichtigung der Interdependenzen. Bestandsgefährdende Risiken für den United Internet Konzern waren im Berichtszeitraum
sowie zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Halbjahresfinanzberichtes weder aus Einzelrisikopositionen
noch aus der Gesamtrisikosituation erkennbar. Die wesentlichen Herausforderungen umfassen aus heutiger Sicht weiterhin insbesondere
"Recht & Politik" (leicht gestiegen durch Regulierungs- und Datenschutzthemen), "Bedrohungspotenziale
im Internet" (leicht gestiegen) sowie Risiken aus den Bereichen "Markt" (leicht gesunken)
und "Personal" (leicht gesunken). Durch den weiteren Ausbau des Risikomanagements
begegnet United Internet diesen Risiken und begrenzt sie, soweit sinnvoll, mit der
Umsetzung konkreter Maßnahmen auf ein Minimum. Aus derzeit laufenden Preisanpassungsgesprächen der Konzerntochter 1&1 Drillisch mit
einem Vorleistungslieferanten werden positive Ergebnisbeiträge erwartet. Darüber hinaus blieb die Gesamtrisiko- und Chancensituation im 1. Halbjahr 2018 im
Vergleich zur Risiko- und Chancenberichterstattung im Rahmen des Jahresabschlusses
2017 weitgehend unverändert. PrognoseberichtKonjunkturerwartungenNach Ablauf des 1. Halbjahres 2018 hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine
Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft angepasst. In seinem aktualisierten Konjunkturausblick
(World Economic Outlook, Update Juli 2018) sieht der Fonds die Lage der Weltwirtschaft
leicht eingetrübt. Zwar beließ der IWF die Wachstumsschätzung für die globale Wirtschaft
unverändert bei 3,9 % in diesem und nächstem Jahr, sieht aber das Wachstum in großen
Volkswirtschaften wie Großbritannien, Japan und in einigen Mitgliedsstaaten der Euro-Zone
skeptischer. Auch für die wesentlichen Zielländer der United Internet Gruppe hat der IWF seine
Prognosen unterjährig vielfach angepasst. Konjunktur-Prognose: Wirtschaftliche Entwicklung der wesentlichen Zielländer und -regionen von United Internetscroll
Quelle: Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook (Update), Juli 2018 Branchen- und MarkterwartungenDie Umsätze im weltweiten ITK-Markt sollen nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom
im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz vom 14. Februar 2018 im Jahr 2018 um 2,9 %
auf 3,29 Bio. € steigen. Für den deutschen ITK-Markt erwartet der Bitkom in 2018 ein Plus von 1,7 % (Vorjahr:
+ 2,2 %) auf 164,0 Mrd. €. Der Markt der Informationstechnik soll dabei auch in 2018 am stärksten steigen und
um 3,1 % (Vorjahr: + 3,9 %) auf 88,8 Mrd. € zulegen. Das mit Abstand größte Wachstum
soll das Software-Segment verzeichnen, das um 6,3 % (Vorjahr: + 6,3 %) auf 24,4 Mrd.
€ zulegen soll. Auch der Bereich IT-Services, in den etwa das Projektgeschäft und
IT-Beratung fallen, soll ein Plus von 2,6 % (Vorjahr: + 2,3 %) auf 40,0 Mrd. € erreichen.
Für das Segment IT-Hardware wird nur ein leichtes Plus von 0,9 % (Vorjahr: + 4,2 %)
auf 24,4 Mrd. € erwartet. Für den Telekommunikationsmarkt wird weiterhin ein nur gedämpftes Wachstum erwartet.
Die Umsätze steigen voraussichtlich um 0,4 % (Vorjahr: 0,1 %) auf 65,9 Mrd. €. Dabei
sollen TK-End-geräte um 1,3 % (Vorjahr: 4,7 %) auf 10,7 Mrd. € zulegen. Davon sollen
10,1 Mrd. € auf Smartphones entfallen. Das Geschäft mit Telekommunikationsinfrastruktur
soll um 1,4 % (Vorjahr: + 0,5 %) auf 6,7 Mrd. € steigen. Für Telekommunikationsdienste
wird ein Plus von 0,1 % (Vorjahr: - 1,0 %) auf 48,5 Mrd. € erwartet. Stark rückläufig
sollen sich dabei die Umsätze mit Sprachdiensten in den Bereichen Festnetz (- 8,5
%) und Mobilfunk (- 8,3 %) entwickeln. Dafür soll das Geschäft mit mobilen Datendiensten
(+ 6,0 %) weiter zulegen. In der Unterhaltungselektronik sollen die Umsätze nach einem Plus in 2017 wieder zurückgehen
und laut Prognose um 1,9 % (Vorjahr: + 2,6 %) auf 9,3 Mrd. € schrumpfen. Von besonderer Bedeutung für United Internet sind insbesondere der deutsche Breitband-
und Mobile-Internet-Markt im überwiegend abonnementfinanzierten Segment "Access" sowie
der weltweite Cloud-Computing-Markt und der deutsche Online-Werbemarkt im abonnement-
und werbefinanzierten Segment "Applications". (Stationärer) Breitbandmarkt in DeutschlandFür den deutschen (festnetzbasierten) Breitbandmarkt rechnet PricewaterhouseCoopers
für 2018 - laut der Studie "German Entertainment and Media Outlook 2017-2021" - mit
einem Umsatzanstieg um 1,1 % auf 8,15 Mrd. €. Markt-Prognose: Breitband-Access (Festnetz) in Deutschland (in Mrd. €)scroll
Quelle: PricewaterhouseCoopers, Oktober 2017 Mobile-Internet-Markt in DeutschlandDem Mobile-Internet-Markt sagen alle Experten weiterhin ein deutliches Wachstum voraus.
So prognostiziert PricewaterhouseCoopers für die mobilen Datendienste in 2018 ein
Wachstum um 5,8 % auf 8,22 Mrd. €. Markt-Prognose: Mobile Internet (Mobilfunk) in Deutschland (in Mrd. €)scroll
Quelle: PricewaterhouseCoopers, Oktober 2017 Cloud-Computing-MarktIn einem Update der Studie "Forecast Analysis: Public Cloud Services, Worldwide" erwartet
Gartner für 2018 ein weltweites Wachstum für Public Cloud Services von 153,1 Mrd.
$ um 21,2 % auf 185,5 Mrd. $. Markt-Prognose: Cloud Computing weltweit (in Mrd. $)scroll
Quelle: Gartner, Dezember 2017 Online-Werbemarkt in DeutschlandFür den deutschen Online-Werbemarkt erwartet PricewaterhouseCoopers in 2018 einen
Anstieg um 6,1 % auf 7,50 Mrd. €. Dabei sollen die mobile Online-Werbung sowie die
Suchwortvermarktung mit einem Plus von 22,2 % bzw. 6,4 % am stärksten zulegen. Markt-Prognose: Online-Werbung in Deutschland (in Mrd. €)scroll
Quelle: PricewaterhouseCoopers, Oktober 2017 UnternehmenserwartungenPrognose für das Geschäftsjahr 2018Nach dem erfolgreichen 1. Halbjahr 2018 bestätigt die United Internet AG ihre Umsatz-
und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2018 und rechnet unverändert mit einem Umsatzanstieg
auf ca. 5,2 Mrd. € (Vorjahr nach IAS 18: 4,21 Mrd. €). Das EBITDA im Konzern soll
2018 weiterhin bei ca. 1,2 Mrd. € (Vorjahr nach IAS 18: 980 Mio. €) liegen. Bei den
Kundenverträgen geht die Gesellschaft im Geschäftsbereich Consumer Access davon aus,
dass sich das seit dem Zusammenschluss von 1&1 und Drillisch kontinuierlich erzielte
Wachstum von ca. 500.000 Verträgen pro Halbjahr fortsetzen wird. Daher erwarten die
Gesellschaft für 2018 ein Wachstum um ca. 1 Mio. Verträge auf ca. 13,64 Mio. Die Gesellschaft
hat entschieden, sich nicht an dem seit Mai 2018 verschärften Preiswettbewerb im Mobilfunk
Discount-Segment zu beteiligen und demzufolge die Vertriebsleistung in diesem Jahr
nicht weiter zu steigern. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen EntwicklungDer Vorstand der United Internet AG blickt unverändert optimistisch in die Zukunft.
Dank des überwiegend auf elektronischen Abonnements beruhenden Geschäftsmodells sieht
sich United Internet weitestgehend stabil gegen konjunkturelle Einflüsse aufgestellt.
Und mit den in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in Kundenbeziehungen,
neue Geschäftsfelder und Internationalisierung sowie durch Übernahmen und Beteiligungen
wurde ein breites Fundament für das weitere Wachstum geschaffen. Diese nachhaltige Geschäftspolitik wird United Internet auch weiterhin fortsetzen. Im Bereich Consumer Access werden die Schwerpunkte auch in der 2. Jahreshälfte 2018
- neben der Integration von 1&1 Drillisch - insbesondere auf der Vermarktung der Mobile-Internet-Produkte
sowie auf der Synchronisation von Markenführung und Kundenansprache im Premium- und
Discount-Segment des Mobilfunkmarktes liegen. United Internet will dabei am Marktwachstum
partizipieren und überproportional wachsen. Auch bei den DSL-Produkten will die Gesellschaft
ihre gute Positionierung nutzen und weiter wachsen. Im Bereich Business Access soll
das eigene Glasfasernetz weiter ausgebaut und weitere BNGs (Übergabepunkte) der Deutschen
Telekom erschlossen werden, um die eigene Wertschöpfungstiefe zu erweitern. Neben dem deutschen Markt bietet auch das internationale Geschäft mit Cloud-Applikationen
mittel- und langfristig gutes Potenzial für das weitere Wachstum der Gesellschaft.
Zentrale Themen im Bereich Consumer Applications sind auch im 2. Halbjahr 2018 die
Neupositionierung von GMX und WEB.DE und die damit verbundene Reduzierung der Monetarisierung
über traditionelle Werbung zugunsten von datengetriebenen Geschäftsmodellen sowie
die Konzentration auf hochwertige Kundenbeziehungen. Im Bereich Business Applications
liegt der Schwerpunkt unverändert auf dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts und der
Gewinnung hochwertiger Kundenverhältnisse sowie auf Integrations- und Rebranding-Projekten. Der Vorstand der United Internet AG sieht die Gesellschaft auch zum Zeitpunkt der
Aufstellung dieses Halbjahresfinanzberichtes auf gutem Wege, die im voranstehenden
Abschnitt "Prognose für das Geschäftsjahr 2018" näher erläuterte Umsatz- und Ergebnisprognose
zu erreichen. Zukunftsgerichtete Aussagen und PrognosenDieser Halbjahresfinanzbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen
Erwartungen, Annahmen und Prognosen des Vorstands der United Internet AG sowie den
ihm derzeit verfügbaren Informationen basieren. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind
verschiedenen Risiken und Unwägbarkeiten unterworfen und beruhen auf Erwartungen,
Annahmen und Prognosen, die sich künftig möglicherweise als nicht zutreffend erweisen
könnten. United Internet garantiert nicht, dass sich die zukunftsgerichteten Aussagen
als richtig erweisen, übernimmt keine Verpflichtung und hat auch nicht die Absicht,
die in diesem Zwischenbericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen anzupassen bzw.
zu aktualisieren. KONZERN- ZWISCHENABSCHLUSSKONZERN-BILANZzum 30. Juni 2018 in T€scroll
(1)
Die Position Erhaltene Anzahlungen ist aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS
15 in den Vertragsverbindlichkeiten enthalten. KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGvom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018 in T€scroll
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGvom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018 in T€scroll
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGin 2017 und 2018 in T€scroll
scroll
ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS1. Informationen zum UnternehmenDie United Internet AG ("United Internet") ist ein Dienstleistungsunternehmen der
Telekommunikations- und Informationstechnologiebranche mit Sitz in 56410 Montabaur,
Elgendorfer Straße 57, Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht
Montabaur unter HRB 5762 eingetragen. 2. Wesentliche Bilanzierungs-, Bewertungs- und KonsolidierungsgrundsätzeDie Zwischenberichterstattung der United Internet AG zum 30. Juni 2018 wurde, wie
schon der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017, in Übereinstimmung mit den International
Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden
sind, aufgestellt. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum
30. Juni 2018 wurde gemäß IAS 34 - "Zwischenberichterstattung" aufgestellt. Für die Darstellung dieses Konzernzwischenabschlusses wurde ein gegenüber dem Konzernabschluss
verkürzter Berichtsumfang gewählt, der daher im Kontext mit dem Konzernabschluss zum
31. Dezember 2017 zu lesen ist. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
des verkürzten Konzernzwischenabschlusses entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr
angewandten Methoden mit Ausnahme der pflichtmäßig neu anzuwendenden Standards, die
im Folgenden kurz genannt sind. Verpflichtend anzuwendende neue RechnungslegungsstandardsFür das Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2018 sind die folgenden Standards erstmals
verpflichtend in der EU anzuwenden: scroll
Im Juli 2014 verabschiedete das IASB die finale Fassung von IFRS 9 - "Finanzinstrumente",
die IAS 39 - "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" sowie alle vorherigen Versionen
von IFRS 9 ersetzt. Durch die Einführung der finalen Fassung von IFRS 9 wurden die
drei Projektphasen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten "Klassifizierung und Bewertung",
"Wertminderung" und "Bilanzierung von Sicherungsgeschäften" zusammengeführt. IFRS
9 gilt erstmals verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018
beginnen. Mit Ausnahme der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften ist der Standard
grundsätzlich rückwirkend anzuwenden, wobei keine zusätzlichen Angaben zu Vergleichsinformationen
erforderlich sind. Die Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
sind im Allgemeinen bis auf wenige Ausnahmen hingegen prospektiv zu befolgen. Die Auswirkungen auf die United Internet Gruppe sind im Wesentlichen auf die Klassifizierung
und Bewertung von als zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten zurückzuführen.
Alle zum beizulegenden Zeitwert gehaltenen finanziellen Vermögenswerte des Konzerns
wurden weiterhin zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Vermögenswerte, die als zur
Veräußerung verfügbar gehalten und deren Gewinne bzw. Verluste im sonstigen Ergebnis
erfasst wurden, werden indes nach Einzelfallbetrachtung entweder erfolgswirksam oder
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im letzteren Fall werden diese
Vermögenswerte weiterhin im sonstigen Ergebnis erfasst, jedoch später nicht mehr in
den Gewinn oder Verlust umgegliedert. United Internet nahm die Ausübung des Bilanzierungswahlrechts zugunsten der vereinfachten
Erstanwendung von IFRS 9 in Anspruch. Der aus der Umstellung auf IFRS 9 resultierende
kumulierte Effekt wurde erfolgsneutral im Eigenkapital berücksichtigt. Darüber hinaus
erfolgte keine rückwirkende Anpassung der entsprechenden Vergleichszahlen aus den
Vorjahren. Die durch die Umstellung aufgetretenen Veränderungen in den Bilanzposten
des Berichtszeitraums sind im Folgenden dargestellt. In Folge der Umstellung auf IFRS 9 setzen sich die erforderlichen Anpassungseffekte
im Wesentlichen aus der Wertminderung auf die nach IFRS 15 erstmals angesetzten Vermögenswerte
sowie aus der Neubewertung von bisher zu Anschaffungskosten bewerteten zur Veräußerung
verfügbaren Vermögenswerten zusammen. Die zum 1. Januar 2018 kumulierten Anpassungseffekte
vor Berücksichtigung latenter Steuern betrugen 23.055 T€ und wurden entsprechend in
den Gewinnrücklagen erfasst. Die Anpassungseffekte im Zusammenhang mit der Neubewertung
von bisher zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten zur Veräußerung verfügbaren
Vermögenswerten haben zum 1. Januar 2018 34.036 T€ betragen. Für die zuvor nach den Bewertungskategorien des IAS 39 klassifizierten Bestände an
finanziellen Vermögenswerten hat eine Zuordnung auf die neu eingeführten Bewertungskategorien
nach IFRS 9 zu erfolgen. In der nachfolgenden Tabelle stellt United Internet die Veränderungen
der betroffenen Wertbestände in Form einer Überleitung auf die anzuwendenden Bewertungskategorien
des IFRS 9 dar: scroll
Bei den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten sind Anpassungen in der
Zuordnung zu den Bewertungskategorien des IFRS 9 vorzunehmen. Bisher wurden gehaltene
Eigenkapitalinstrumente den Vorschriften des IAS 39 zufolge in der Kategorie "Zur
Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (Available-for-Sale Financial Assets)
erfasst. Die Eigenkapitalinstrumente des Konzerns, die nun in den Anwendungsbereich
des IFRS 9 fallen, werden der Kategorie "Zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige
Ergebnis ohne nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung"
zugeordnet. IFRS 9 macht keine Unterscheidung im Hinblick auf die Verlässlichkeit
der Schätzung. In diesem Zusammenhang wurden die Anteile an Afilias, die bisher aufgrund
der geringen Verlässlichkeit der Bewertung zu Anschaffungskosten bewertet wurden,
nun zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In Rahmen der Einordnung von finanziellen Verbindlichkeiten in die neuen Bewertungskategorien
des IFRS 9 entstehen keine Änderungen bei der Bewertung. Die einzelnen Bezeichnungen
der Bewertungskategorien wurden lediglich entsprechend an die neuen Bezeichnungen
des IFRS 9 angepasst. Nach wie vor werden zwei Bewertungskategorien für finanzielle
Verbindlichkeiten unterschieden: Bewertung "Zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam"
(At Fair Value through Profit or Loss) und "Zu fortgeführten Anschaffungskosten" (At
Amortized Cost). Die nachstehende Tabelle stellt die Klassen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
dar. Unter Beachtung der Vorschriften des neuen Standards findet sich hier eine zum
vorher angewendeten IAS 39 vergleichende Übersicht zu den jeweiligen Bewertungskategorien
und Buchwerten zum 31.12.2017/01.01.2018: scroll
IAS 39 Kategorienscroll
IFRS 9 Kategorienscroll
Die Tabelle auf der folgenden Seite zeigt die bestandsmäßigen Veränderungen der Wertberichtigungen
auf finanzielle Vermögenswerte anlässlich der Umstellung von IAS 39 auf IFRS 9 zum
1. Januar 2018 auf. Wertberichtigungen auf finanzielle Vermögenswerte (in T€)scroll
IFRS 15 - "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" wurde im Mai 2014 veröffentlicht und im
April 2016 geändert. Der Standard implementiert ein einheitliches, prinzipienbasiertes,
fünfstufiges Modell für die Erfassung und Ermittlung der Erlöse und ist auf sämtliche
Kundenverträge anzuwenden. Der neue Standard ersetzt die bestehenden Standards IAS
18 - "Erlöse" und IAS 11 - "Fertigungsaufträge". Der Standard ist für Geschäftsjahre,
die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen verpflichtend anzuwenden und schreibt
entweder die vollständige oder eine modifizierte rückwirkende Anwendung vor. Die United Internet Gruppe hat das Wahlrecht zugunsten der modifiziert rückwirkenden
Übergangsmethode ausgeübt, d. h. alle zum Übergangszeitpunkt noch nicht vollständig
erfüllten Verträge wurden so behandelt, als ob diese von Beginn an bereits nach IFRS
15 behandelt wurden. Die kumulierten Umstellungseffekte wurden zum 1. Januar 2018
erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Vergleichswerte der Vorperiode unterliegen
keiner Anpassung und gehen unverändert mit den zu diesem Zeitpunkt gültigen Rechnungslegungsvorschriften
in den Konzernabschluss ein. Mit Blick auf die große Anzahl vergleichbarer Kundenverträgen
hat sich die United Internet für den Bereich Access zur Anwendung des sog. portfolio
approach entschlossen. Für den Bereich Applications wurde der contract by contract
approach gewählt. Die Auswirkungen betreffen im Bereich Access vor allem die Bilanzierung von sog. Mehrkomponentengeschäften.
Während unter den bisherigen Regelungen Umsatzerlöse für Hardwarelieferungen im Rahmen
eines Mehrkomponentengeschäfts nur in Höhe des an den Kunden fakturierten Entgelts
als Umsatzerlös realisiert wurden, sehen die Neuregelungen eine Aufteilung des Gesamtentgelts
aus dem Kundenvertrag auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise der einzelnen
Leistungsverpflichtungen vor. Der auf dieser Basis allokierte Umsatzanteil für die
Hardware wird bei Auslieferung an den Kunden erfasst. Da der so allokierte Umsatzanteil
das an den Kunden fakturierte Entgelt in der Regel übersteigt, führen die Neuregelungen
zu einer vorgezogenen Umsatzrealisierung. Gleichzeitig wird der Anteil der auf die
Hardware entfallenden Umsätze zu Lasten der Erlöse aus den erbrachten Dienstleistungen
ansteigen. Im Rahmen der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 erfolgte die Berücksichtigung
von anteiligen Umsatzerlösen für alle am 1. Januar 2018 laufenden Dienstleistungsverträgen
mit einer vorab gelieferten subventionierten Hardware direkt im Eigenkapital. Die
künftigen Umsatzerlöse des jeweiligen Dienstleistungsvertrages reduzieren sich jedoch
um die für Hardware allokierten Umsatzanteile. Auf Basis der einzelnen Produktgruppen spiegeln sich die Auswirkungen im Bereich Applications
im Wesentlichen in unterschiedlichen Erfüllungszeitpunkten einzelner Leistungsverpflichtungen
wider. Die größte Auswirkung ergibt sich hier aus der zeitpunktbezogenen Erlösrealisierung
bei Domains. Produktgruppen wie WebSpace oder Saas werden weiterhin zeitraumbezogen
realisiert. Sofern dem Kunden wesentliche Rechte im Rahmen von Optionen zur Nutzung zusätzlicher
Güter oder Dienstleistungen eingeräumt werden, stellen diese eine zusätzliche Leistungsverpflichtung
dar, die anhand ihrer erwarteten Inanspruchnahme in die Ermittlung des Transaktionspreises
einbezogen wurden. Die United Internet Gruppe gewährt ihren Kunden im Rahmen der Vertragsabschlüsse zeitlich
begrenzte monetäre Aktionsrabatte auf die Grundgebühr und/oder die Hardware. Diese
Rabatte fließen in die Ermittlung des Transaktionspreises ein, werden über den Allokationsmechanismus
auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen verteilt und mindern so die Umsatzerlöse
während der Vertragslaufzeit. Die bei Vertragsabschluss an den Kunden fakturierten Einmalentgelte, wie zum Beispiel
Bereitstellungsentgelte, stellen häufig keine günstige Verlängerungsoption dar und
sind somit nicht als separate Leistungsverpflichtung zu erfassen. Diese Einmalgebühren
sind in diesem Fall Teil des Transaktionspreises und werden auf die identifizierten
Leistungsverpflichtungen allokiert und entsprechend deren Leistungserbringung realisiert. Im Rahmen des 1&1 Prinzips gewährt United Internet ihren Kunden ein freiwilliges,
auf 30 Tage begrenztes Widerrufsrecht. Wenn ein Kunde vom 1&1 Prinzip Gebrauch macht
und seinen Vertrag widerruft, so hat er Anspruch auf Erstattung einzelner Transaktionsbestandteile
wie fakturierte Einmalentgelte und Grundgebühren. Eventuelle Verbrauchsgebühren sind
von dem Erstattungsanspruch ausgeschlossen. Im Gegenzug hat United Internet einen
Rückforderungsanspruch aus gelieferter Hardware. United Internet hat das 1&1 Prinzip
im Rahmen der Ermittlung des Transaktionspreises berücksichtigt und somit in die Ermittlung
der Umsatzerlöse integriert. Der aus dem 1&1 Prinzip resultierende Rückforderungsanspruch
aus gelieferter Hardware wird getrennt von der Rückerstattungsverbindlichkeit aus
fakturierten Einmalgebühren ausgewiesen. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises hat ein Unternehmen die zugesagte Gegenleistung
um eine Finanzierungskomponente anzupassen, wenn der durch die Vertragsparteien vereinbarte
Zahlungszeitpunkt dem Kunden oder dem Unternehmen einen wesentlichen Nutzen bei der
Finanzierung der Übertragung der Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden gewährt.
Bei der Ermittlung des Transaktionspreises hat United Internet die Wesentlichkeit
einer Finanzierungskomponente überprüft. Die Analyse der zugrundeliegenden Verträge
hat ergeben, dass kein wesentlicher Nutzen anzunehmen ist. Eine Änderung der angenommenen
Zinssätze oder der Tarife könnte jedoch zukünftig zu einer wesentlichen Finanzierungskomponente
führen. Der Finanzierungseffekt wird daher in einem regelmäßigen Turnus auf Wesentlichkeit
überprüft. Darüber hinaus sehen die neuen Regelungen die Aktivierung von Vertragskosten vor.
Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, sind Kosten der Vertragserfüllung (z.
B. Bereitstellungsentgelte, erwartete Kündigungsentgelte) sowie Kosten der Vertragsanbahnung
(z. B. Vertriebsprovisionen) zukünftig zu aktivieren und über die geschätzte Nutzungsdauer
zu amortisieren. Vor Inkrafttreten des IFRS 15 wurden die Kundengewinnungskosten sofort als Aufwand
in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Im Rahmen der erstmaligen Bilanzierung erfolgte
eine Aktivierung von Vertragserfüllungskosten und Vertragsanbahnungskosten für alle
am 1. Januar 2018 laufenden Dienstleistungsverträge und führt damit zu künftigem Aufwand.
Folglich werden in der Übergangszeit, bereits unter IAS 18 im Aufwand erfasste Kundengewinnungskosten,
aufgrund von IFRS 15 zum Teil nochmal als Aufwand erfasst. Eine Analyse der derzeit bestehenden Vereinbarungen mit Hinblick darauf, ob die United
Internet Produkte auf eigene Rechnung als Prinzipal oder im Auftrag eines fremden
Dritten als Agent vertreibt, hat ergeben, dass keine wesentliche Änderungen aus der
geänderten Definition der Prinzipal-/Agentenstellung resultieren. scroll
(1)
Die Positionen abgegrenzte Erlöse aus dem Vorjahr sind unter den Vertragsverbindlichkeiten
dargestellt. Die Anwendung des IFRS 15 hat neben IFRS 9 im Wesentlichen folgende Auswirkungen auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der United Internet Gruppe: scroll
Die Neubewertungseffekte zum 1. Januar 2018 aus IFRS 15 resultieren im Wesentlichen
aus folgenden Sachverhalten: Ansatz von Vertragsvermögenswerten in Höhe von 407 Mio. € aus dem Verkauf von Gütern
und Handelswaren, die nach IFRS 15 zu einer vorgezogenen Umsatzrealisierung im Vergleich
zu IAS 18 führen. Die Anpassungen bei den Abgegrenzten Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Vertragsanbahnungs-
und Vertragserfüllungskosten (Bereitstellungsentgelte, Kündigungsentgelte etc.) in
Höhe von 137 Mio. € bzw. 124 Mio. €, die nach IFRS 15 zu einer späteren Erfassung
von Aufwendungen führen. Gegenläufig wirken sich die Domain-Registrierungskosten in
Höhe von 57 Mio. € aus. Diese werden zu Vertragsbeginn im Voraus an die jeweilige
Registry geleistet und wurden bisher als abgegrenzte Aufwendungen erfasst. Aufgrund
der Umstellung der Umsatzrealisierung nach IFRS 15 werden die Leistungen nun direkt
als Aufwand erfasst. Die Effekte aus der Neubewertung der kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte
in Höhe von 2 Mio. € betreffen die aus dem 1&1 Prinzip resultierenden Rückforderungsansprüche
für Hardware aus widerrufenen Verträgen. Der Rückgang bei den immateriellen Vermögenswerten betrifft im Wesentlichen die Umgliederung
des im Rahmen der Drillisch Kaufpreisallokation aktivierten Kundenstamms, die im Zuge
der Umstellung auf IFRS 15 insoweit bereits als Vertragsvermögenswert erfasst wird. Erhaltene Anzahlungen und abgegrenzte Erlöse werden dem wirtschaftlichen Gehalt folgend
mit den Vertragsverbindlichkeiten zusammengefasst dargestellt. Der Rückgang der Vertragsverbindlichkeiten
resultiert aus der Auflösung im Zusammenhang mit Domainerlösen aus dem Applications
Segment. Unter IAS 18 erfolgte bisher eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung. Vom
Kunden zu Vertragsbeginn gezahlte Gebühren wurden dementsprechend über die Laufzeit
als abgegrenzte Erlöse angesetzt. Die Implementierung von IFRS 15 führt zu einer Umstellung
der Umsatzrealisierung von einer zeitraumbezogenen auf eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung.
Die bisher gebildeten abgegrenzten Erlöse wurden insoweit aufgelöst. Der Saldo der latenten Steuern erhöhte sich um 172 Mio. € und ist im Wesentlichen
auf die vorgezogenen Umsätze aus dem Hardwareverkauf zurückzuführen. Gegenläufig wirkte
sich der Rückgang der aktiven latenten Steuern im Wesentlichen auf die bisher als
Aufwand erfassten Kunden-akquisitionskosten aus. Unter Berücksichtigung latenter Steuern ergibt sich aus der Umstellung zum 1. Januar
2018 ein in den Gewinnrücklagen (unter Einbeziehung der dazugehörigen nicht beherrschenden
Anteile entfallenden Komponenten) zu erfassender erhöhender kumulierter Effekt aus
IFRS 15 von insgesamt 417 Mio. €. Vergleichsangaben für die von der Erstanwendung des IFRS 15 betroffenen AbschlusspostenDie sich zum 30. Juni 2018 ergebenden Abschlussposten nach IFRS 15 entwickelten sich
im Vergleich zur Bilanzierung nach IAS 18 im Wesentlichen aus folgenden Effekten:
scroll
Ohne Berücksichtigung von IFRS 15 lägen die Umsatzerlöse bei 2.389 Mio. € und wären
damit um 160 Mio. € niedriger ausgefallen. Dieser Effekt resultiert im Wesentlichen
aus der vorgezogenen Erfassung von Hardwareumsätzen. Gegenläufig wirkt sich die umsatzwirksame
Fortschreibung der aktivierten Vertragsvermögenswerte und passivierten Vertragsverbindlichkeiten
über die (verbleibende) Vertragsdauer im ersten Halbjahr 2018 aus. Die Umsatzkosten lägen ohne Berücksichtigung von IFRS 15 bei 1.672 Mio. € und wären
damit insgesamt um 26 Mio. € niedriger ausgefallen. Die Vertriebskosten lägen ohne Berücksichtigung von IFRS 15 bei 389 Mio. € und wären
damit insgesamt um 45 Mio. € höher ausgefallen. Dieser Effekt resultiert aus der Periodisierung
der Vertragsanbahnungskosten nach IFRS 15. Die Verwaltungskosten lägen ohne Berücksichtigung von IFRS 15 bei 108 Mio. € wären
damit insgesamt leicht niedriger als nach IFRS 15. In der Berichtsperiode hat der Konzern Vertragskosten in Höhe von 85.067 T€ aufwandswirksam
aufgelöst. Hiervon entfallen 41.465 T€ auf Vertragsanbahnungskosten und 43.602 T€
auf Vertragserfüllungskosten. Aus den weiteren Änderungen der IFRS werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. Verwendung von Annahmen und SchätzungenBei der Erstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses werden Ermessensentscheidungen,
Schätzungen und Annahmen vom Management getroffen, die sich auf die Höhe der zum Stichtag
ausgewiesenen Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie den Ausweis
von Eventualschulden auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene
Unsicherheit könnten Ergebnisse entstehen, die in der Zukunft zu erheblichen Anpassungen
des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen. Der Ermittlung der Höhe der Vertragskosten liegen Ermessensentscheidungen und Schätzungen
zugrunde. Eine Änderung dieser Annahmen und Schätzung kann somit auch Auswirkungen
auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Erfassung der Vertragskosten haben. Diese
Schätzungen und Ermessungsspielräume spiegeln sich überwiegend in den Annahmen zu
den jeweils einschlägig geschätzten Amortisationsdauern der Vertragskosten sowie in
der Annahme über die zu erwartende Höhe bestimmter Vertragserfüllungskosten (z.B.
Kündigungsentgelte) und zu treffender Annahmen im Rahmen des Wertminderungstests zur
Bestimmung der Werthaltigkeit der Vertragskosten wider. In der Berichtsperiode ergaben
sich keine Effekte aus der Änderung von Annahmen und Schätzungen. Im Rahmen des Portfolioansatzes werden bestimmte Annahmen und Schätzungen getroffen,
die wiederum auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und auf vorliegende Erkenntnisse
zum Zeitpunkt des jeweiligen Abschlussstichtages beruhen. Änderungen dieser Annahmen
und Schätzungen können somit auch Auswirkung auf die Höhe und den zeitlichen Verlauf
der Umsatzrealisierung haben. Die angesetzten Einzelveräußerungspreise entsprechen
den beobachtbaren Marktpreisen. SonstigesIn den Konzernzwischenabschluss sind sämtliche Tochterunternehmen und assoziierte
Unternehmen einbezogen. Im Berichtszeitraum 2018 wurden folgende Gesellschaften umfirmiert:
Darüber hinaus blieb der Konsolidierungskreis im Vergleich zum Konzernabschluss zum
31. Dezember 2017 im Wesentlichen unverändert. Dieser Konzernzwischenabschluss ist keiner Prüfung entsprechend § 317 HGB oder einer
prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen worden. ERLÄUTERUNGEN ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG3. SegmentberichterstattungNach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten
auf dem sogenannten Management-Ansatz. Danach erfolgt die externe Berichterstattung
auf Basis der konzerninternen Organisations- und Managementstruktur sowie der internen
Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium ("Chief Operating Decision
Maker"). In der United Internet Gruppe ist der Vorstand der United Internet AG verantwortlich
für die Bewertung und Steuerung des Geschäftserfolgs der Segmente. Die Steuerung durch den Vorstand der United Internet AG erfolgt überwiegend auf Basis
von Ergebniskennzahlen. Dabei misst der Vorstand der United Internet AG den Erfolg
der Segmente primär anhand der Umsatzerlöse, dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) sowie dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT). Transaktionen
zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen berechnet. Die informativ genannten
und im Ausland erzielten Umsatzerlöse sind dem Land, in dem das Unternehmen seinen
Sitz hat, zugeordnet. Die Überleitungsgröße hinsichtlich des Ergebnisses vor Steuern (EBT) stellt den entsprechenden
EBT-Beitrag der Segmente "Access" sowie dem Berichtssegment "Applications" dar. Die Segmentberichterstattung der United Internet AG stellt sich für den Berichtszeitraum
1. Januar bis 30. Juni 2018 sowie 1. Januar bis 30. Juni 2017 wie in den nebenstehenden
Tabellen abgebildet dar. In der Berichtsperiode weist der Konzern Wertberichtigungen auf Forderungen und Vertragsvermögenswerten
aus Verträgen mit Kunden aus. Der Ausweis erfolgt brutto unter den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen und beläuft sich auf 42.526 T€. Unter einem fortgeführten Ausweis nach
IAS 18 läge der Wert bei 33.394 T€. Zum Bilanzstichtag betragen die Schlusssalden der aktivierten Vertragskosten für Vertragsanbahnungskosten
153 Mio. € und für Vertragserfüllungskosten 128 Mio. €. 4. PersonalaufwandDer Personalaufwand für den Berichtszeitraum 2018 betrug 265.788 T€ (Vorjahr: 230.513
T€). United Internet beschäftigte Ende Juni 2018 insgesamt 8.999 Mitarbeiter, davon
1.479 im Ausland. Die Anzahl der Mitarbeiter Ende Juni 2017 belief sich auf 8.387,
davon 1.528 im Ausland. 5. AbschreibungenDie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf
99.215 T€ (Vorjahr: 77.939 T€). Die Abschreibungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte Vermögenswerte
betrugen 92.468 T€ (Vorjahr: 26.640 T€). Die gesamten Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen des Berichtszeitraumes
2018 summierten sich auf 191.683 T€ (Vorjahr: 104.579 T€). scroll
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZEs werden lediglich Erläuterungen zu den Positionen gegeben, die nennenswerte Änderungen
der Beträge gegenüber dem letzten Konzernabschluss ausweisen. 6. Anteile an assoziierten UnternehmenDie folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Anteile an assoziierten
Unternehmen: scroll
Die Zugänge betreffen im Wesentlichen eine Kapitalerhöhung bei Uberall. 7. Sonstige finanzielle VermögenswerteDie Entwicklung dieser Anteile ergibt sich aus der folgenden Übersicht: scroll
scroll
Die Anteile an Afilias wurden im Zuge der erstmaligen Anwendung von IFRS 9 per 1.
Januar 2018 zum Fair Value bewertet. Zum 30. Juni 2018 erfolgte eine Neubewertung
dieser Anteile. Der Buchwert der Anteile an Rocket Internet ist aufgrund der positiven
Entwicklung des Börsenkurses angestiegen. In den Vorjahren wurden die Rocket Internet
Anteile um insgesamt 274 Mio. € abgewertet. Die entsprechende Wertaufholung zum 30.
Juni 2018 beträgt 87 Mio. €. Durch die erstmalige Anwendung von IFRS 9 wurde dieser
Ergebnisbeitrag im sonstigen Ergebnis erfasst. 8. Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und FirmenwerteIm Zwischenberichtszeitraum wurden insgesamt 122.169 T€ (Vorjahr: 107.042 T€) in Sachanlagen
und immaterielle Vermögenswerte investiert. Der Schwerpunkt waren Investitionen in
Telekommunikationsanlagen und Software. Bei den zum 30. Juni 2018 ausgewiesenen Firmenwerten in Höhe von 3.576.907 T€ handelt
es sich in Höhe von 2.576.721 T€ um Firmenwerte des Segments "Access". 9. Langfristige abgegrenzte AufwendungenDie langfristigen abgegrenzten Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen die Contract
Costs (Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten) sowie die geleisteten Vorauszahlungen
im Rahmen langfristiger Einkaufsverträge. 10. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitutenscroll
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren im Wesentlichen aus Schuldscheindarlehen
und Konsortialkrediten. 11. Sonstige kurzfristige finanzielle VerbindlichkeitenBei den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen
um Marketing- und Vertriebskosten, um Verbindlichkeiten aus Gehaltszahlungen und um
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen. 12. Sonstige langfristige finanzielle VerbindlichkeitenDie langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten
aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen. 13. Grundkapital / Eigene AnteileDas voll eingezahlte Grundkapital zum 30. Juni 2018 betrug, wie auch zum 31. Dezember
2017, 205.000.000 €, eingeteilt in 205.000.000 auf den Namen lautende Stückaktien
mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 €. Zum Bilanzstichtag wurden 4.702.202 Stück (Vorjahr: 5.093.289 Stück) eigene Aktien
gehalten. 14. RücklagenDie Veränderung des Kumulierten Konzernergebnisses gegenüber dem Vorjahr resultiert
im Wesentlichen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 und IFRS 9. Die Veränderung der Neubewertungsrücklage ist im Wesentlichen auf die Folgebewertung
der Anteile an Rocket Internet SE sowie AdUX S.A., Frankreich zurückzuführen. Wir
verweisen auf Anmerkung 7. SONSTIGES15. MitarbeiterbeteiligungsmodelleStock Appreciation Rights (SAR)Das Mitarbeiterbeteiligungsmodell in der United Internet Gruppe erfolgte bisher nur
über virtuelle Aktienoptionen (sog. Stock Appreciation Rights). Die Veränderungen
in den ausgegebenen bzw. ausstehenden virtuellen Aktienoptionen ergeben sich aus der
folgenden Tabelle: scroll
Der Aufwand aus den Stock Appreciation Rights (SAR) hat im ersten Halbjahr 539 T€
betragen. Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (MAP)Der Aufwand aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm umfasst sowohl den Personalaufwand
aus dem vergünstigten Verkauf von Aktien der United Internet AG an die teilnehmenden
Mitarbeiter (Investmentaufwand) sowie aus der Gewährung von United Internet AG Aktien
nach Ablauf von 2 Jahren (Matching Aufwand). Die Aufwendungen aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm im Geschäftsjahr 2018 beinhalteten
den Personalaufwand aus der Gewährung von United Internet AG Aktien nach Ablauf von
2 Jahren (Matching Aufwand) und beliefen sich auf 443 T€. Long Term Incentive Plan (LTIP)Aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen im Rahmen von LTIP sind im Geschäftsjahr 2018
Aufwendungen in Höhe von 3.010 T€ entstanden. 16. Zusätzliche Angaben zu den FinanzinstrumentenDie nebenstehende Tabelle weist die Buchwerte jeder Kategorie von finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2018 aus. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte haben, bis auf die Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen im Zusammenhang mit Finanzierungsleasing, überwiegend
kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise
dem beizulegenden Zeitwert. Für die übrigen sonstigen langfristigen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert
entspricht. Der beizulegende Zeitwert von börsennotierten finanziellen Vermögenswerten wird grundsätzlich
auf Basis des Börsenkurses ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von nicht notierten Instrumenten, Bankdarlehen und sonstigen
finanziellen Verbindlichkeiten sowie sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten
wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für
Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Kreditrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren
Zinssätzen geschätzt. Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Finanzierungsleasingverhältnissen
weisen aufgrund des geänderten Zinsniveaus geringfügige Abweichungen zwischen Buchwert
und beizulegendem Zeitwert auf. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben im Wesentlichen kurze Restlaufzeiten;
die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Gleiches
gilt für kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Für die übrigen sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert werden, wird unterstellt, dass ihr Buchwert dem beizulegenden Zeitwert
entspricht. Bewertungshierarchie der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden: scroll
scroll
Die Hierarchien zur Bestimmung und zum Ausweis der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten
je Bewertungsverfahren haben sich gegenüber dem 31. Dezember 2017 nicht geändert. scroll
scroll
17. Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden PersonenAls nahe stehende Personen im Sinne von IAS 24 gelten Personen und Unternehmen, wenn
eine der Parteien über die Möglichkeit verfügt, die andere Partei zu beherrschen oder
einen maßgeblichen Einfluss auszuüben. Herr Ralph Dommermuth als wesentlicher Aktionär
sowie die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der United Internet AG wurden als
nahe stehende Personen eingestuft. Der Kreis der nahe stehenden Personen blieb im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember
2017 unverändert. Die Anzahl der Aktien bzw. Bezugsrechte an der United Internet AG, die Mitglieder
des Vorstands und des Aufsichtsrats direkt oder indirekt zum 30. Juni 2018 gehalten
haben, ist in der folgenden Tabelle dargestellt: scroll
scroll
Die Geschäftsräume von United Internet in Montabaur und Karlsruhe sind teilweise von
Herrn Ralph Dommermuth gemietet. Die daraus entstehenden Mietaufwendungen liegen auf
ortsüblichem Niveau und beliefen sich im Berichtszeitraum auf 4.529 T€ (Vorjahr: 4.370
T€). Darüber hinaus kann die United Internet Gruppe einen maßgeblichen Einfluss auf ihre
assoziierten Unternehmen ausüben. Wesentliche Transaktionen haben nicht stattgefunden. 18. Ereignisse nach dem StichtagBis zum Tag der Aufstellung des Konzernzwischenabschlusses sind keine Vorgänge von
wesentlicher Bedeutung eingetreten, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage geführt hätten. Montabaur, 13. August 2018 United Internet AG scroll
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind. Montabaur, 13. August 2018 Der Vorstand scroll
GESAMTERGEBNISRECHNUNGQuartalsentwicklung in Mio. €scroll
FINANZKALENDERscroll
IMPRESSUMHerausgeber und Copyright © 2018United Internet AG Elgendorfer Straße 57 56410 Montabaur Deutschland www.united-internet.de KontaktInvestor Relations Telefon: +49(0) 2602 96-1100 Telefax: +49(0) 2602 96-1013 E-Mail: investor-relations@united-internet.de August 2018 Registergericht: Montabaur HRB 5762 HinweisAus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen
zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.)
auftreten. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Bericht auf die zusätzliche Formulierung der weiblichen Form verzichtet. United Internet weist darauf hin, dass die Verwendung der männlichen Form explizit als geschlechtsunabhängig zu verstehen ist. Dieser Bericht liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Beide Fassungen stehen
auch im Internet unter www.united-internet.de zum Download bereit. Im Zweifelsfall
ist die deutsche Version maßgeblich. DisclaimerDieser Bericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten
des Vorstands von United Internet hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln.
Diese zukunftsbezogenen Aussagen basieren auf unseren derzeit gültigen Plänen, Einschätzungen
und Erwartungen. Zukunftsbezogene Aussagen entsprechen nur dem Sachstand zu dem Zeitpunkt,
zu dem sie getroffen werden. Diese Aussagen sind abhängig von Risiken und Unsicherheiten
sowie sonstigen Faktoren, auf die United Internet vielfach keinen Einfluss hat und
die zu erheblichen Abweichungen der tatsächlichen Ergebnisse von diesen Aussagen führen
können. Diese Risiken und Unsicherheiten sowie sonstigen Faktoren werden im Rahmen
unserer Risikoberichterstattung in den Geschäftsberichten der United Internet AG ausführlich
beschrieben. Die United Internet AG hat nicht die Absicht, solche vorausschauenden
Aussagen zu aktualisieren. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||