Mensch und Maschine Software SEWeßlingKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzern-Überblick 2022Unternehmen und MarktstellungDie Mensch und Maschine Software SE (MuM) ist ein führender Entwickler von technischer Software und Digitalisierungs-Lösungen in den Bereichen CAD/CAM/CAE, PDM und BIM. CAD/CAM/CAE steht für Computer Aided Design, Manufacturing und Engineering, also für rechnergestützte Konstruktion, Fertigung und Entwicklung. Mit PDM (Product Data Management) bzw. BIM (Building Information Modeling / Management) werden Softwarelösungen für die Datenverwaltung von Industrie bzw. Bau-Projekten bezeichnet. 39 Jahre am Markt, 26 Jahre an der BörseMuM wurde 1984 gegründet und entwickelte sich rasch zum führenden Partner des heutigen CAD-Weltmarktführers Autodesk in Europa. 1997 erfolgte der Börsengang als einer der ersten Emittenten am "Neuen Markt". Das Geschäftsmodell durchlief seither einen Entwicklungsprozess, der die eigene Wertschöpfung entscheidend gestärkt und die Skalierbarkeit deutlich verbessert hat. Zwei Segmente: Software und SystemhausDas MuM-Geschäftsmodell basiert heute auf den Segmenten Software und Systemhaus: Das sehr profitable MuM-Softwaresegment entwickelt Standardsoftware für CAD/CAM, BIM/Ingenieurbau, Garten/Landschaftsbau und CAE. Die Vermarktung der CAD/CAM- und BIM/Ingenieurbau-Software erfolgt weltweit in mehr als 70 Länder, über eigene Niederlassungen, Vertriebspartner und Export. Das Systemhaus-Segment bietet technische Digitalisierungs-Lösungen, die meist auf den Autodesk-Standards basieren, in Europa. Die Wertschöpfung kommt hier primär aus kundenspezifischen Anpassungen, Schulung und dem Autodesk-Wiederverkauf, der nur noch rund 20% der Konzern-Wertschöpfung ausmacht (2001 waren es noch gut 75%), aber durch den Hebeleffekt im Umsatz für einen höheren MuM-Marktanteil sorgt. Das MuM-Geschäftsmodell hat 2 Segmente: Das Systemhaus sorgt mit höherem Umsatz für mehr Marktanteil, zum Rohertrag tragen beide Segmente nahezu gleichmäßig bei, und die MuM-Software führt bei der Profitabilität. Global mit Schwerpunkt D/A/CHMit 61,1% entfiel der Löwenanteil am Konzern -Umsatz 2022 in Höhe von EUR 320,5 Mio auf die D/A/CH-Region (41,9% Deutschland sowie 19,2% Schweiz/Österreich), das übrige europäische Ausland trug 30,7% bei. EUR 26,5 Mio bzw. 8,3% wurden global in Asien, Nord- und Südamerika, Afrika und Australien mit der MuM-eigenen CAD/CAM- und BIM/Ingenieurbau-Software erlöst. Mit rund 75 Niederlassungen in 22 Ländern (hier dunkler eingefärbt) ist der MuM-Konzern ein führender Anbieter technischer Software und Digitalisierung. Bei der geografischen Erlösverteilung dominieren die D/A/CH-Region und Europa. Immerhin EUR 26,5 Mio oder 8,3% stammten 2022 aus globalen Umsätzen, da die MuM-eigene CAM- und BIM-Ingenieurbau-Software in über 70 Länder verkauft wird. Große Kunden- und InstallationsbasisInsgesamt verfügt Mensch und Maschine über eine aktive Installationsbasis von weit mehr als 100.000 CAD/CAM/CAE/PDM/BIM-Arbeitsplätzen bei über 30.000 Endkunden aller Größenklassen - vom kleinen Ingenieurbüro bis zum internationalen Großkonzern. MuM agiert ausschließlich im B2B-Bereich (Business-to-Business) und ist nicht im B2C-Geschäft (Business-to-Consumer) aktiv. Die MuM-Segmente im DetailDie folgenden Seiten geben einen Überblick über die Segmente Software und Systemhaus im aktuellen MuM-Geschäftsmodell. Segment MuM-SoftwareBetriebswirtschaftlich entspricht das SoftwareSegment einem klassischen Softwarehaus mit über 97 Millionen Euro Umsatz (2022), einer Rohmarge von rund 90% sowie fast 26% EBIT-Rendite. Das Segment erzielt dadurch aus nur 30,4% Anteil am Konzernumsatz eine relativ hohe Wertschöpfung: Im Jahr 2022 wurden 54,3% vom Konzern-Rohertrag und 58,9% des Betriebsgewinns EBIT im MuM-Software-Segment erwirtschaftet. Hohe Investitionen in die Entwicklung2022 wurden EUR 23,5 Mio in die Pflege und Weiterentwicklung der MuM-Softwareprodukte investiert, also 24% vom Segmentumsatz. Ursprünge in der "Technologie-Offensive"Die Ursprünge des Software-Segments lagen um die Jahrtausend-Wende, als MuM mit der "Technologie-Offensive" seine proprietäre Wertschöpfung durch Anteilskäufe bei CAD/CAM-Softwarefirmen verstärkt hat. Die seitdem durchlaufene Entwicklung lässt sich daran ermessen, dass die vier heute noch im Segment versammelten Firmen anno 2001 zusammen nur gut EUR 15 Mio Umsatz erwirtschafteten und die Gewinnschwelle noch nicht erreicht hatten. CAM in der Praxis: Präzise Übergänge und spiegelnde OberflächenNutzen: Keine Nachbearbeitung wie Schleifen oder Polieren mehr nötig Kunden: Alle Betreiber von Werkzeugmaschinen weltweit Wenn bei hyperMILL die Funktion "High Precision" eingeschaltet ist, wird es magisch: Dann entstehen Frästeile mit absolut perfekten Übergängen oder spiegelnde Oberflächen, die nicht mehr durch Schleifen oder Polieren nachbearbeitet werden müssen. Davon profitieren z.B. Formen- und Werkzeugbauer, die Spritzgussformen für hochwertige Kunststoffteile in Innenräumen von Autos, Flugzeugen und Schiffen oder Blasformen für Glas- bzw. Plastikflaschen anfertigen. Schokoladen-Gussformen für die Lebensmittel-Industrie zählen ebenfalls zu den Teilen, bei denen es auf besonders glatte Oberflächen ankommt. Auch in der Schmuckherstellung oder beim Modellbau, z.B. für Arbeiten von Skulpturen-Künstlern, werden perfekte Oberflächen benötigt, ebenso wie für Reflektoren von Autoscheinwerfern oder Spritzgussformen von LED-Spots. Teilweise werden hier auch Oberflächen mit Facettenmustern benötigt, die kaum oder gar nicht manuell herstellbar wären. CAM-Softwarelösungen der 100-prozentigen MuM-Tochter OPEN MIND AG werden von mehr als 6.000 Kunden in aller Welt für Fräs-, Bohr- und Dreh-Bearbeitung in den verschiedensten Branchen wie Maschinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Automobil-, Luft-/Raumfahrt und Schiffsbau, ebenso in der Medizintechnik sowie in der Spielzeug-, Schmuck- und Uhrenindustrie eingesetzt. Vor allem beim hochkomplexen 5-Achs-Fräsen nehmen die Produktlinien hyperMILL und hyperCAD S eine technologisch führende Stellung ein und ermöglichen den Kunden eine rasche Amortisation ihrer hohen Werkzeugmaschinen-Investitionen, die typischerweise im sechs- bis siebenstelligen Euro-Bereich liegen. Deshalb erzielt Open Mind den für eine Standardsoftware sehr hohen Umsatz von rund EUR 30.000 pro neu verkaufter hyperMILL-Lizenz. Zusatzmodule z.B. für Reifenformen, Impeller oder Turbinenschaufeln ermöglichen bzw. vereinfachen das Programmieren komplizierter Bearbeitungen, senken die Bearbeitungszeiten und steigern die Bearbeitungsqualität. Ergänzt wird das Produktspektrum mit den innovativen Paketen millTURN für kombinierte Fräs/Dreh-Maschinen sowie hyperMILL MAXX Machining, das durch drastische Verkürzung der Maschinenzeiten enorme Produktivitätsgewinne ermöglicht. CAM in der Praxis: Kürzere Fräszeiten durch intelligente BearbeitungsstrategienProjekt: Komplexe Teile signifikant schneller fräsen Kunden: Alle Nutzer von Werkzeugmaschinen weltweit Zeit ist Geld - diese Regel gilt ganz besonders bei Präzisions-Werkzeugmaschinen mit Anschaffungskosten im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich. hyperMILL verkürzt mit intelligenten Bearbeitungsstrategien die Fräszeit drastisch und katapultiert so die Wirtschaftlichkeit der teuren Maschinen in ganz neue Dimensionen. So galt z.B. früher die Regel, dass beim "Schruppen", dem groben Materialabtrag im ersten Arbeitsgang, klassische 3-Achs-Maschinen geeigneter wären, und die Feinarbeit, das "Schlichten", besser mit den agileren 5-Achs-Werkzeugmaschinen erledigt werden kann. Mit dem "helikalen Bohren", bei dem der Fräser in einer Taumel-Bewegung ohne Vorbohren in Material beliebiger Härte eintaucht, durchbricht hyperMILL diese Regel und ermöglicht ein bis zu 5x höheres Spanvolumen beim Schruppen, und das bei niedrigerem Werkzeug-Verschleiß und mit preiswerteren Fräsern. Zusammen mit der hyperMILL-Methode, das Schlichten ebener Flächen durch den Einsatz von Kegelfräsern mit leicht konvexer Krümmung bis zu zehnfach zu beschleunigen, konnte für das hier gezeigte Leichtbauteil aus dem Flugzeugbau die Bearbeitungszeit von bisher mehr als 10 Stunden dank hyperMILL auf nur gut zwei Stunden reduziert werden - eine Verfünffachung der Produktivität. CAM meets 3D-Druck: Subtraktive Nachbearbeitung von MetalldruckteilenProjekt: Automatisches Ausrichten nach der Aufspannung Kunden: Nutzer von 3D-Metalldruckern 3D-Metalldrucker bieten faszinierende Möglichkeiten für Leichtbauteile mit innenliegenden Wabenstrukturen oder Kühlkanälen wie diesen Motorblock, die konventionell gar nicht herstellbar wären. Allerdings kommt so ein additives Teil nicht fertig aus dem Drucker, sondern trägt noch Stützstrukturen, die in Nachbearbeitungsschritten auf einer Werkzeugmaschine (subtraktiv) entfernt werden müssen. Um dabei eine solche filigrane Struktur exakt fertigzufräsen und nicht stattdessen zu zerstören, müssen Nullpunkt und Lage des Teils nach der Aufspannung mit sehr engen Toleranzen, meist im Bereich von 1/100 Millimetern, bekannt sein. Manuelles Ausrichten dauert hier in der Praxis viele Stunden und stellt eine der größten Produktivitätshürden für den Einsatz additiver Verfahren dar. hyperMILL unterstützt mit der Funktion BEST FIT das automatische Ausrichten in wenigen Minuten, also rund 100x schneller, und verbilligt damit nicht nur die Einzelfertigung drastisch, sondern ermöglicht den wirtschaftlichen Einsatz von 3D-Metalldruck in der Serienfertigung. Zum 1.1.2019 erhöhte MuM die seit 2000 bestehende Beteiligung an der SOFiSTiK AG von 13,3% auf 51% und hat damit das BIM-Softwareportfolio wesentlich verstärkt. SOFiSTiK ist ein technologisch führender Anbieter von Statik- und Bewehrungs-Software für den Brücken-, Tunnel- und Hochbau mit beeindruckenden Referenzen in aller Welt: z.B. die BMW-Welt in München (links oben), die neue Brücke über den Bosporus (links) und das Brasilia National Stadion (unten), um nur drei von tausenden in über 30 Jahren mit Hilfe von SOFiSTiK-Software berechneten Bauprojekten zu nennen. SOFiSTiK bietet Lösungen für alle Bereiche im Ingenieurbau. Von der Berechnung bis zur Bewehrungsplanung, vom einfachen Hochbau bis zu anspruchsvollen Projekten im Brücken- und Stahlbau, für die Bemessung von leichten Tragwerken, für Berechnungen in der Geotechnik und im Tunnelbau sowie für komplexe Anwendungen im Bereich Dynamik oder CFD (Computational Fluid Dynamics - Strömungsmechanik). Über 3.000 Kunden in mehr als 60 Ländern auf allen 5 Kontinenten nutzen SOFiSTiK-Software zur Realisierung ihrer Projekte -vom Bewehrungsplan fürs Einfamilienhaus bis zur Berechnung von Großbauwerken, und das selbstverständlich entsprechend den verschiedenen internationalen Normen. CAD in der Praxis: Statik- und Dynamikberechnung von BrückenbauwerkenProjekt: Arnulfparkbrücke für Fußgänger und Radfahrer in München Kunde: SSF Ingenieure, München, Deutschland Die Ende 2020 fertiggestellte Fuß- und Radwegbrücke am Arnulfpark über das 240 Meter breite Vorfeld des Münchner Hauptbahnhofs mit 37 Gleisen stellte enorm hohe Anforderungen an Entwurf, Konstruktion und Berechnung. Um den Bahnverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wurde die Stahlkonstruktion seitlich vormontiert und im "Takt-Schiebeverfahren" etappenweise über die Pfeiler in die endgültige Position eingeschoben (Bilder rechts). Für die Statik- und Dynamikberechnungen der sehr komplexen Brückengeometrie wurde SOFiSTiK-Software verwendet. Besonders kritisch waren die Berechnungen der Taktschiebephasen (Bild Mitte links) und des Schwingungsverhaltens bei Starkwind-Einflüssen, wo mit dem CFD-Verfahren (Computational Fluid Dynamics) per Computersimulation (Bild Mitte rechts) nachgewiesen werden konnte, dass der kostspielige Einbau von Schwingungsdämpfern nicht nötig war. DATAflor hat eine starke Marktstellung im deutschsprachigen Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau). Die angebotenen Lösungen umfassen nicht nur den grafischen Planungsteil, sondern integrieren zusätzlich die komplette kaufmännische Kalkulation und Abrechnung. DATAflor wurde 1982 gegründet und gehört seit 1999 zum MuM-Konzern, seit 2002 mit einem Mehrheitsanteil von derzeit 67,2%. DATAflor-Software ist spezialisiert auf die organischen Formen, die besonderen Strukturen und Kernkompetenzen von Landschaftsarchitektur-Büros und Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen. Im Mittelpunkt jeder Funktionalität stehen die Pflanze und die Landschaft. Seit einigen Jahren gibt es DATAflor-Software auch für die Bereiche Erd- und Tiefbau. Zwei Beispiele aus der umfangreichen DATAflor-Funktionalität: Mit dem "Digitalen Geländemodell" lassen sich Außenanlagen komfortabel dreidimensional planen und anfallende Aushubbzw. Füllmaterial-Mengen für verschiedene Geländevarianten berechnen. Dabei können sowohl 3D-Scanner- oder Drohnen-Bilder eingelesen als auch 3D-Planungsdaten zur Ausführung an automatische Baggersteuerungen übertragen werden. Dies steigert nicht nur die Qualität und Effizienz von Aushub- und Erdbewegungsarbeiten signifikant, sondern lindert auch den immer drängender werdenden Fachkräftemangel in der Baubranche, weil es die Attraktivität der Arbeit im Bagger-Führerstand vor allem für jüngere, technik-affine Mitarbeiter steigert sowie den bislang obligatorischen "zweiten Mann mit der Messlatte" auf der Baustelle überflüssig macht. Mit Hilfe des Moduls GRÜNSTUDIO 3D ist der künftige Garten am Bildschirm bzw. per VR-Brille vorab live erlebbar, und zwar dank eines umfangreichen Pflanzenkatalogs und des "Blühkalenders" für alle Jahreszeiten. Auch die Tageszeit ist wählbar, um dem Kunden verschiedene Sonnenstände zeigen oder die nächtliche Wirkung von Lichtkonzepten anschaulich machen zu können. Mit eXs hat MuM 2020 eine komplett neue CAE-Software (Computer Aided Engineering) auf den Markt gebracht, die aber voll Daten- und weitgehend bedienkompatibel zum seit 1993 bewährten Vorgänger ecscad ist, was Bestandskunden den Umstieg leicht macht. eXs geht völlig neue Wege in der Projektierung für die Industrie-Gewerke Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Hydraulik und Pneumatik ebenso wie für die Gebäudetechnik als Gewerk im Rahmen von BIM-Projekten. Mit schneller Datenbank, mehr Funktionalität bei einfacherer Bedienung und freier Konfigurierbarkeit setzt eXs neue Maßstäbe für CAE-Software. Da eXs wie schon ecscad auf den weltweit marktführenden Autodesk-Standards basiert, sind auch gewerkübergreifende Projekte in der Industrie (Stichwort Mechatronik) oder im Bauwesen (BIM) einfach realisierbar, was zunehmend auf Kundeninteresse trifft. eXs wird von der der 100-prozentigen MuM-Tochter Mechatronik GmbH entwickelt, die zum Software-Segment gehört. Vertrieb, Schulung und kundenspezifische Anpassung liegen größtenteils bei den Industrie-Teams im Systemhaus-Segment und zum kleineren Teil bei externen Vertriebspartnern. Das neue eXs eignet sich für die CAE-Projektierung der Industrie-Gewerke Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Hydraulik, Pneumatik oder Mechatronik ebenso wie für die Gebäudetechnik als Gewerk im Rahmen von BIM-Projekten. Segment SystemhausMit etwa 50 Standorten und rund 500 Mitarbeitenden in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in UK, Italien, Frankreich, Polen, Rumänien und Ungarn bedient das MuM-Systemhaus etwa 20.000 Kunden aller Größenklassen flächendeckend, branchenübergreifend und in höchster Qualität. Dynamisches WachstumDas Systemhaus-Segment ist 2009 aus der vorher 25 Jahre lang betriebenen Autodesk-Distribution (Großhandel) hervorgegangen. Die Umwandlung wurde durch Übernahme von Vertriebspartnern und den Verkauf der Distributionsrechte unterstützt, so dass der 2009er-Umsatz von ca. EUR 35 Mio in den 13 Jahren bis 2022 auf EUR 223 Mio mehr als versechsfacht und eine EBIT-Rendite von 7,9% im Segment erreicht werden konnte. Hohe proprietäre WertschöpfungDer Rohertrag setzt sich im MuM-Systemhausgeschäft aus proprietären Eigenleistungen (z.B. kundenspezifische Anpassungen, MuM-eigene Software, Schulungen, Hotline) und der Handelsmarge aus Standardsoftware von Autodesk und einer Reihe anderer Hersteller zusammen. Wachstumstreiber: Schulungen ...Das hohe Wachstum der Eigenleistungen in den letzten Jahren basierte zum einen auf einer stark zunehmenden Nachfrage nach Schulungen im Industrie- und vor allem im Baubereich, wo MuM mit BIM Ready eine eigene Ausbildungslinie kreiert hat, um alle Beteiligten an Bauprojekten - von Bauzeichner/in bis Projektleiter/in - mit der neuartigen BIM-Projektierung vertraut zu machen. Digitalisierung in der Praxis: Vollautomatisierte VariantenkonstruktionProjektbeispiele: Verteilerkästen und Gastronomie-Vitrinen Kunden: Bals Elektrotechnik, Deutschland und Beer Grill AG, Schweiz Die MuM-Konfigurationssoftware customX ermöglicht bis zu 90% Produktivitätssteigerung durch die automatisierte Variantenkonstruktion auch hoch komplexer Produkte. Nach der Web-Eingabe der Kundenanforderungen stehen alle gewünschten Kalkulations- und Produktionsdaten sofort vollständig und fehlerfrei zur Verfügung. Zum Beispiel bei Bals, wo individuelle Verteilerkästen exakt nach Kundenwunsch konfiguriert werden können und durch Koppelung mit dem ERP-System SAP HANA die internen Abläufe von Angebot über Auftragseingang bis zur Fertigung so beschleunigt wurden, dass auch Einzelstücke absolut wirtschaftlich machbar sind. Oder bei Beer Grill AG, wo von der Vitrinengröße über Temperaturregelung und Beleuchtung bis zur Farbe des Dekors pro Produktlinie alle möglichen Kombinationen auswählbar sind. customX prüft sofort, ob die Eingaben plausibel sind, und generiert Maßbilder, Visualisierungen, Konstruktionszeichnungen, Stücklisten - kurz alles, was man zunächst für das Angebot und später für die Produktion benötigt. ... und DigitalisierungsprojekteDer zweite Wachstumstreiber waren und sind kundenspezifische Digitalisierungsprojekte, bei denen Standardsoftware zu individuell maßgeschneiderten Projektlösungen verbunden und im erforderlichen Maße mit ergänzender Funktionalität versehen wird. Um hier das Rad nicht jedes Mal neu zu erfinden, hat MuM einen immer größer werdenden Fundus an Applikationen und Branchenlösungen entwickelt, um das für den Weltmarkt entwickelte Autodesk-Produktspektrum an die spezifischen Anforderungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern anzupassen. Einige Beispiele:
Kundenspezifische Projekte bei MuM können einen Umfang von wenigen Manntagen bis zu mehreren Mannjahren aufweisen, wobei die großen Projekte üblicherweise in mehrere Auftragstranchen unterteilt werden. Der Projektbereich erwirtschaftet insgesamt einen signifikanten Teil der Dienstleistungs-Wertschöpfung im Systemhaus. Um die einzelnen Branchen fachlich optimal beraten zu können, gibt es innerhalb der Systemhaus-Organisation bei MuM eigene Kompetenz-Teams für Industrie, Architektur/ Bauwesen und Infrastruktur. Auf mum.de findet man viele spannende Referenzberichte von Digitalisierungs-Projekten aus diesen Teams. Vier davon sind hier und auf der nächsten Seite sowie auf dem Umschlag in Kurzform abgedruckt. Digitalisierung in der Praxis: Building Information Modeling/Management (BIM)Projekt: BIM-Einführung und -Schulung bei einem großen Bahnbetreiber Kunde: Deutsche Bahn AG, Berlin, Deutschland Alle Bau-Gewerke dreidimensional in einer Datenbank, inklusive Informationen zu Massen und Kosten sowie zeitlichem Ablauf des Bauprojekts: das ist BIM. Durch den ganzheitlichen Ansatz dieser neuartigen Methodik sind in allen Phasen (Planung, Bau, Betrieb) hohe Zeit- und Kosten-Einsparungen realisierbar. Die Deutsche Bahn AG gehört in Deutschland zu den BIM-Pionieren und arbeitet mit ihren Tochterunternehmen kontinuierlich daran, ihre Standards zu verbessern. Nach mehrjähriger Pilotphase wird BIM heute bei allen neuen Projekten genutzt. MuM ist seit Jahren Partner der DB mit dem Ausbildungsprogramm BIM Ready und organisiert Informations-Foren für Planungs- und Projekt-Mitarbeitende wie die DB BIM-Messe in Berlin. Daneben ist in einigen Abteilungen der DB sowie bei vielen ihrer externen Partner der MuM BIM Booster in der Planung, Mengenermittlung und Modellprüfung im Einsatz, ebenso wie die Ingenieurbau-Software von MuM-Tochter SOFiSTiK in den Bereichen Brücken-Design und -Berechnung. Digitalisierung in der Praxis: BIM für InfrastrukturProjekte: MuM MapEdit als Datendrehscheibe für die Digitale Stadt oder Fabrik Kunden: Kommunen, Ver-/Entsorger, Industrie, Häfen/Flughäfen, Planungsbüros... Die Infrastruktur-Software MuM MapEdit ist auf rund 2.500 Arbeitsplätzen bei fast 200 Kunden in Deutschland, der Schweiz und weiteren Europäischen Ländern im Einsatz, um Geo- und Kataster-Daten mit anderen Quellen zu einem digitalen Zwilling der eigenen Stadt oder Fabrik zu verknüpfen und internen oder externen Nutzern jede gewünschte Art von Auskunft einfach über das Web zu ermöglichen. Fachanwendungen wie Flächen- / Bebauungspläne, Baum- / Liegenschaftskataster, Bodenrichtwerte, Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Telekommunikation, Fernwärme, Werks-Topographie, Notfall-Management, Störfall-Dokumentation etc. stehen zur Verfügung, und tausende von Nutzern können zeitgleich auf die MapEdit-Datendrehscheibe zugreifen, egal ob aus Fachabteilungen, für Bürgerauskünfte per Web oder von Wartungstechnikern im mobilen Einsatz vor Ort. Weiterführende Informationen: www.mapedit.de Branchenverteilung der WertschöpfungIm Jahr 2022 erzielte Mensch und Maschine 54,3% der Wertschöpfungskennzahl Rohertrag im Software-Segment und 45,7% im Systemhaus, und zwar quer über den Industrie-, Bau- sowie Infrastrukturbereich hinweg in sehr vielen verschiedenen Branchen. Industriebereich erwirtschaftet ca. 55%Den größten Anteil an den 2022 erreichten EUR 161,14 Mio Rohertrag hatte weiterhin der Industriebereich mit etwa 55%, und zwar unterteilt in folgende zwei Blöcke: Größter Block: MuM-CAD/CAM-SoftwareDie MuM-eigene CAM-Software hyperMILL (im Schaubild oben) bildet zusammen mit dem ebenfalls selbst entwickelten CAD-Kern hyperCAD S den größten Wertschöpfungs-Block. Zielgruppe sind hier alle Eigner und Käufer von Werkzeugmaschinen weltweit. Längste Tradition: Systemhaus IndustrieBis zur Gründung von MuM zurück reicht die Tradition des Industrieteams im Systemhaus. Die Schwerpunkte: Digitalisierung/Schulung auf der Grundlage von eXs, customX und PDM Booster für Kunden im Maschinenbau, Fahrzeug-/Flugzeug-/Schiffsbau, Formen-/ Werkzeugbau, Elektro-/Verfahrenstechnik, Hydraulik und Pneumatik (linker Sektor). Architektur/Bauwesen trägt ca. 35% beiAuch der zweitgrößte Bereich Architektur/ Bauwesen mit etwa 35% Wertschöpfungs-Anteil ist unterteilt in je einen Block aus dem Software- und Systemhaus-Segment: MuM-Software: DATAflor und SOFiSTiKDATAflor wendet sich an Architekten und ausführende Firmen in Garten-/Landschafts- und Erdbau, primär im deutschsprachigen Raum, während SOFiSTiK global Planer und Baufirmen im Ingenieur-/Brücken-/Tunnel- und Hochbau adressiert (rechter Sektor). Die BIM-Profis: Systemhaus BauwesenDas Architektur/Bauwesen-Team im Systemhaus mit seinen BIM-Profis kümmert sich um die Digitalisierung (BIM Booster) und Schulung (BIMready) von Kunden im Hoch- und Tiefbau, Haustechnik/TGA (Technische Gebäude-Ausstattung) sowie im Bereich der Liegenschaftsverwaltung (rechts unten). Rund 10% Hybrid: Industrie & BauGeschätzte 10% der Wertschöpfung sind nicht direkt einem der Bereiche Industrie oder Bau zurechenbar, sondern liegen hybrid dazwischen. Dazu trägt die Infrastruktur mit MapEdit bei, aber auch CAE mit eXs und Variantenkonstruktion mit customX sowie der von MuM "iBIM" getaufte Bereich von Bauzulieferern aus der Industrie sind teils hier zu verorten (links unten). Gemeinsame Basis: Autodesk-StandardsBis auf CAM basieren die meisten MuM-Lösungen auf CAD-Standards von Autodesk, primär AutoCAD, Revit, Inventor und Vault. Dieses im Schaubild hellblau dargestellte Feld steht im Systemhaus für die etwa 20% des Konzern-Rohertrags, die (über sämtliche Branchen hinweg) mit dem Wiederverkauf von Autodesk-Software generiert werden. Im Software-Segment sind Lizenzzahlungen an Autodesk Teil der Materialkosten. Ökologie und Ökonomie im EinklangDie wohl effektivsten Arten, zur Reduzierung der weltweiten CO2 -Emissionen beizutragen, dürften einerseits Energie-Einsparungen und auf der anderen Seite das Ersetzen fossiler durch regenerative Stromerzeugung sein. Beide Methoden haben zudem den Vorteil, dass sie nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern sich auch ökonomisch rechnen. Deshalb ist Mensch und Maschine schon sehr lange auf beiden Wegen aktiv. MuM als regenerativer Stromerzeuger ...Wir nutzen alle geeigneten Dachflächen auf konzerneigenen Gebäuden für regenerative Stromerzeugung und produzieren insgesamt rund 200 MWh Solarstrom pro Jahr. Schon 2011 wurde unsere erste Photovoltaik-Anlage auf dem MuM-Trainingszentrum in Wiesbaden in Betrieb genommen. 2019 folgte der SOFiSTiK-Neubau in Nürnberg mit Dachsolar und Geothermie, 2020 dann das neue DATAflor-Technologiezentrum in Göttingen mit Solar und Blockheizkraftwerk. Im September 2021 wurde schließlich eine 1.500qm große Solaranlage auf dem Dach der MuM-Zentrale in Wessling installiert. Da beim Ersatz von Kohlestrom durch Solar rund ein Kilogramm CO2 -Emissionen je kWh eingespart werden (Quelle: strom-report.de), bringt es MuM per Saldo auf ca. 200 Tonnen CO2 -Einsparung/Jahr. Dabei sind Ökologie und Ökonomie voll im Einklang: Die neueste Anlage auf dem Dach der MuM-Zentrale amortisiert sich schon nach rund 10 Jahren. ... kompensiert 7% des CO2 -FußabdrucksMuM hat als reine Denkfabrik mit seinen gut 1.000 Mitarbeitenden keinen sehr großen CO2 -Fußabdruck: Geht man pro Kopf und Jahr von etwa 7 Tonnen CO2 aus, sowie einer Verteilung beruflich/privat von 40/60%, dann errechnet sich eine Jahressumme von ca. 2.900 Tonnen CO2 für den MuM-Konzern. Damit kompensieren wir mit regenerativer Stromerzeugung ca. 7% unseres CO2 -Abdrucks. Die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der MuM-Zentrale in Wessling nimmt mit 1.500qm die gesamte sinnvoll nutzbare Dachfläche ein und liefert seit Oktober 2021 Ökostrom. Das MuM-Geschäftsmodell basiert auf Ressourcen-Einsparungen bei Kunden ...Einen wesentlich größeren Effekt bewirkt MuM auf der Ebene seiner Kunden - durch sein Geschäftsmodell, das durchgängig auf Prozessoptimierung und den damit einhergehenden Ressourceneinsparungen basiert: Eine Werkzeugmaschine, die zwei- bis fünfmal schneller läuft, verbraucht auch entsprechend weniger Strom (siehe Seite 5). Entsprechendes gilt, wenn Kunden mit eXs, customX oder PDM Booster ihre technischen Prozesse beschleunigen (Seiten 9/10 und Umschlagseiten). Oder wenn durch Ausbildung mit BIM Ready und Einsatz des BIM Booster effektiver geplant und ressourcensparend gebaut wird (S. 11), bzw. große Infrastruktur-Betreiber mit Hilfe von MapEdit ihre ambitionierten Nachhaltigkeitsziele rascher erreichen können (S. 12). Ein mit SOFiSTiK-Software geplantes und berechnetes Bauwerk kommt mit weniger Stahl und Beton aus oder kann alternativ aus einem umweltfreundlicheren Material wie Holz errichtet werden (Seiten 6/7). Und mit der Garten- und Landschaftsbau-Planungssoftware von DATAflor entstehen Gärten oder Parkanlagen, die einen direkten Beitrag zur CO2 -Reduktion leisten (Seite 8). Man kann also davon ausgehen, dass die wesentliche Motivation von MuM-Kunden im Einsparen von Ressourcen mit Hilfe unserer technischen Software- und Digitalisierungs-Lösungen liegt - also eine direkte Korrelation zwischen dem Umsatz des MuM-Konzerns und der Reduzierung des CO2 -Fußabdrucks seiner weltweiten Kundschaft besteht. Die Höhe dieser Korrelation lässt sich sicher nicht exakt beziffern, aber man kann sie näherungsweise anhand der Einsparungen bei elektrischer Energie abschätzen: Bei einem Strompreis von 25 Cent pro KWh und einem CO2 -Ausstoß von 250g pro KWh (geschätzte Langfrist-Durchschnittswerte für unseren Kunden-/Ländermix) entspricht eine Million Euro weniger Stromkosten einer Einsparung von 1.000 Tonnen CO2 -Ausstoß. ... was den CO2 -Fußabdruck von MuM mehr als kompensieren dürfteDas bedeutet auf den MuM-Fußabdruck von ca. 2.900 Tonnen CO2 bezogen: Wenn unsere Kunden durch Einsatz unserer Software nur EUR 2,9 Mio Stromkosten p.a. einsparen (also knapp 1% des MuM-Umsatzes), ist Mensch und Maschine schon CO2 -neutral. Realistischerweise kann man sicher eher von einer deutlich höheren Einsparungsquote bei unseren Kunden ausgehen, zumal sich obige Rechnung nur auf elektrische Energie bezieht und alle anderen Ressourcen-Einsparungen noch dazugerechnet werden müssten. Die signifikante Verkürzung der Maschinen-Laufzeiten durch die CAM-Software von MuM geht mit deutlich weniger Stromverbrauch (und Werkzeugverschleiß) einher. Das freut den Maschinenbetreiber - und die Umwelt. Mitarbeiterzahl im Konzern +5,3%Die Brutto-Beschäftigtenzahl im Konzern zum 31.12.2022 betrug 1.120 Personen (Vj 1.081). Das durchschnittliche Vollzeitäquivalent (FTE) 2022 kletterte auf 1.031 (Vj 979 / +5,3%), mit 530 / 51% (Vj 504 / 51%) bei Software und 501 / 49% (Vj 475 / 49%) im Systemhaus. Branchentypische GeschlechterquoteDer Frauenanteil lag bei 26,6% (brutto) bzw. 23,6% (FTE). Hier spiegelt sich das leider sehr schwache Angebot weiblicher Fachkräfte in den technischen Berufen und der signifikant höhere Teilzeitanteil von Mitarbeiterinnen. Trotzdem kommt MuM auf einen Frauenanteil von 20,6% bei den Führungskräften. Mitarbeitende als Mit-UnternehmerTraditionell wird bei MuM sehr viel Wert auf eine gute Firmenkultur gelegt. In den 39 Jahren seit Gründung wurden unsere Mitarbeitenden immer als "Mit-Unternehmer" gesehen und stark in die Entscheidungsfindung integriert. Bei den Übernahmen von Firmen im In- und Ausland im Rahmen der starken Expansion seit dem Börsengang 1997 hat MuM stets darauf geachtet, die spezifische Kultur der akquirierten Unternehmen zu respektieren. Die Entscheidungsstrukturen im MuM-Konzern sind soweit wie möglich dezentral, die einzelnen Einheiten tragen viel Eigenverantwortung, um in ihren Märkten jeweils optimal auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können und bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Erfahrenes FührungsteamDas Ergebnis dieser Firmenkultur ist ein hohes Maß an Kontinuität: Die Fluktuation im MuM-Konzern ist sehr gering, was selbst in den Hype-Phasen der IT-Branche einen Aderlass an qualifizierten Fachkräften verhindert hat. Dadurch verfügt MuM bis in die zweite und dritte Führungsebene hinein über ein sehr erfahrenes Management-Team, dessen Mitglieder meist auf eine mehr als 15-jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken können. Ausbildung und Qualifizierung: Rezept gegen den FachkräftemangelMuM ist sehr aktiv als Ausbildungsbetrieb und in der Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeitenden. Außerdem werden an vielen Standorten Kooperationen mit lokalen Unis und Fachhochschulen gepflegt. So steigern wir unsere Attraktivität als Arbeitgeber und wirken aktiv dem auch in unserer Branche latenten Fachkräftemangel entgegen. Unternehmergeführt und börsennotiertObwohl MuM-Aktien seit 26 Jahren an der Börse notiert sind, liegt nach wie vor die Mehrheit der Anteile beim Management. Gründer Adi Drotleff hielt per 31.12.2022 rund 45,7%, andere Management-Mitglieder weitere 6,1% der Aktien. Firmierung als "Europa AG"2006 wurde die MuM-Muttergesellschaft von AG in SE umgewandelt. Parallel dazu wurde eine Holdingstruktur mit der MuM SE als reine Finanzholding realisiert. Für Zentralfunktionen im Konzern ist die Tochtergesellschaft MuM Management AG zuständig, alle operativen Tätigkeiten werden von Tochtergesellschaften im In- und Ausland ausgeübt. Wegen der Hauptversammlungsmehrheit des Gründers wurde für die MuM SE statt einer dualistischen AG-Gremienstruktur eine "monistische" SE-Struktur gewählt, die aus Corporate-Governance-Sicht viel besser für ein unternehmergeführtes und gleichzeitig börsennotiertes Unternehmen geeignet ist. Monistische SE-GremienstrukturIm Verwaltungsrat, der die Funktionen eines AG-Aufsichtsrats mit denen des Verwaltungs-Organs verbindet, nimmt Drotleff zusammen mit seiner Ehefrau Heike Lies die Kontrollmehrheit wahr, während Dr. Rupprecht von Bechtolsheim als unabhängiges Mitglied die Interessen der freien Aktionäre vertritt. Dem geschäftsführenden Direktorium, das dem Vorstand einer AG ohne dessen Organ-Eigenschaft entspricht, gehört außer Drotleff noch CFO Markus Pech (Konzernfinanzen und -Verwaltung) an. Der Gründer als "aktiver Aufsichtsrat"Seit dem 1.1.2023 ist Drotleff auf eigenen Wunsch nur noch einfaches Direktoriumsmitglied mit halbierten Bezügen, nachdem er sich in den letzten Jahren vollständig aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hatte. Er konzentriert sich als "aktiver Aufsichtsrat" auf Strategie und Konzernkommunikation. Konzernleitung: Group Management BoardSchon vor über 10 Jahren hatte Drotleff für die Konzernleitung das Group Management Board gebildet, dem neben den geschäftsführenden Direktoren die Bereichsvorstände der großen operativen Einheiten angehören. Derzeit sind dies Volker Nesenhöner (CAM), Marcus Höllrich (Systemhaus Europa), Wolfgang Huber (Industrie/CAE) und Rainer Sailer (Bauwesen/BIM). Zusätzlich nehmen auch weitere Mitglieder der oberen Führungsebenen bei Bedarf an den regelmäßigen Board-Meetings teil. Notierung in scale und m:accessDie MuM-Aktie ist an den Premium-KMU-Segmenten scale der Börse Frankfurt und m:access der Börse München notiert. Beide Segmente schreiben über die gesetzlichen Vorschriften hinaus diverse Zulassungsfolgepflichten vor und gewährleisten somit eine hohe Transparenz. Sie sind damit nach Auffassung von MuM ideale Marktsegmente, um eine vernünftige Kosten-Nutzen-Relation der Börsennotierung im Verhältnis zur Eigentümerstruktur sowie den berechtigten Transparenzinteressen der externen Aktionäre herzustellen. Aufgrund der Publizitäts- und Transparenzanforderungen stellen diese Marktsegmente voll funktionsfähige Märkte dar, deren Schutzmechanismen denen des regulierten Marktes stark angenähert sind und die Verkehrsfähigkeit der Aktien einschließlich der Handelbarkeit über Xetra gewährleisten. Zudem geht MuM mit Quartalsabschlüssen und deutsch/englischer Berichterstattung nach IFRS weit über die Regeln von scale und m:access hinaus. Risiken und ChancenDas Geschäft des MuM-Konzerns unterliegt verschiedenen Risiken. Durch unser Risikomanagementsystem werden Unsicherheitsfaktoren systematisch identifiziert, dokumentiert, bewertet und möglichst gezielt gesteuert. In allen Unternehmensbereichen gibt es sogenannte Risikoinhaber, die für die Beschreibung, Bewertung und Steuerung der Risiken in ihren Feldern zuständig sind. Sämtliche Bereichsrisiken werden in Verbindung mit bereits getroffenen Gegenmaßnahmen in einem Risikoinventar dokumentiert und auf ihr Restrisiko hin bewertet. Die Bewertung berücksichtigt die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkungen auf das Gesamtunternehmen. Anhand des Risikoinventars, der darin dokumentierten, getroffenen Gegenmaßnahmen und der Beobachtung verschiedener Frühindikatoren kann die Entwicklung eines Risikos kontrolliert werden. Die nach erfolgreichen Gegenmaßnahmen reduzierten Risikoauswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeiten werden sorgfältig überwacht und an die geschäftsführenden Direktoren berichtet. Die Restrisiken werden in der Unternehmensplanung besonders berücksichtigt. In dieses Risikomanagement ist auch die Rechnungslegung eingebunden, so dass Risiken, die dem Ziel der Regelungskonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen, ebenfalls identifiziert und bewertet werden könnten. Derartige Risiken sind derzeit nicht erkennbar. Die gesamte Rechnungslegung unterliegt zudem effizienten Kontrollsystemen. Hierzu zählt insbesondere ein umfangreiches monatliches Reporting und eine Liquiditätsplanung, die im Detail geprüft werden. Zu ausgewählten Fragestellungen erfolgt zusätzlich ein regelmäßiger Review. Auch die Finanzierungsgeschäfte werden kontinuierlich überwacht. Innerhalb des Finanz- und Rechnungswesens sichern wir uns außerdem durch ein Vier-Augen-Prinzip für alle wichtigen Vorgänge ab. Systematische Limit Prüfungen, beispielsweise für offene Aufträge des Vertriebs oder für Investitionsrechnungen, ergänzen die Kontrollmechanismen. Die wesentlichen Risiken im Einzelnen:Kreditrisiko:Dem Risiko von Forderungsausfällen wird durch Kundenkreditversicherungen, Einzelwertberichtigungen sowie ein straffes Forderungs-Management Rechnung getragen. Günstig wirkt sich aus, dass das Geschäft auf viele Kunden verteilt ist, von denen keiner mehr als 1% der Konzernerlöse auf sich vereinigt. Lager- und Transportrisiko:Das Risiko von Wertverlusten im Lager ist aufgrund sehr niedriger Bestände mit schnellem Umschlag gering. Transportrisiken werden mit entsprechenden Versicherungen weitgehend abgedeckt. Absatz- und Markt-Risiken:MuM ist wie jeder andere Anbieter von Standardsoftware den Markt- und Produkt-Zyklen des Software- und insbesondere des CAD/CAM-Marktes ausgesetzt. Solche Risiken werden zwar durch die branchenmäßige und regionale Verteilung des MuM-Konzerns sowie durch Abstützung auf mehrere Produktlinien soweit wie möglich gedämpft. Sie sind damit aber nicht immer voll zu kompensieren. Personalrisiken:Als Unternehmen der Softwarebranche unterliegt MuM grundsätzlich einer gewissen Abhängigkeit von Know-How-Trägern. Allerdings ist die Fluktuation insbesondere aufgrund der ausgeprägten Firmenkultur bisher ausgesprochen gering. Dem Risiko der Abhängigkeit von Schlüsselpersonen im Top-Management wurde durch ein mehrköpfiges Direktorium sowie durch Stärkung der zweiten Management-Ebene Rechnung getragen. Lieferantenrisiko:Die Konzentration auf den Hauptlieferanten Autodesk im Systemhaus-Segment stellt ein gewisses Abhängigkeits-Risiko von dessen Entwicklungs- und Marktkompetenz sowie Geschäftspolitik dar. Verlustrisiko bei Beteiligungen:Bei allen Beteiligungs- und Tochterverhältnissen besteht grundsätzlich das Risiko, dass statt der angestrebten positiven eine negative Wertentwicklung bis hin zum Totalverlust eintritt. Dies würde sich ggf. nicht nur in einer entsprechenden Abschreibung des Firmen- bzw. Beteiligungswerts niederschlagen, sondern bei vollkonsolidierten Tochterfirmen mit Verlustvorträgen auch in einer entsprechenden Abschreibung von ggf. gebuchten aktiven latenten Steuergutschriften. Finanzierungs- und Liquiditätsrisiko:Wie bei jedem Geschäftsmodell, das nicht ausschließlich durch Eigenkapital finanziert ist, besteht im MuM-Konzern das Risiko der Abhängigkeit des fremdfinanzierten Anteils von den Refinanzierungsmöglichkeiten über den Kapitalmarkt. Diesem Risiko begegnet das Management mit einer Abstützung auf Kreditlinien bei verschiedenen Hausbanken im In- und Ausland. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich der von MuM zu zahlende Refinanzierungszins negativ entwickelt oder die Refinanzierung über Fremdkapital ganz oder teilweise misslingt. Hierbei spielen sowohl interne als auch externe Einflüsse eine Rolle. Interne Einflüsse sind in der Hauptsache die Ertrags- und Finanzlage und die damit verbundene Bonitäts-Einstufung durch den Markt sowie die Fähigkeit des Managements im Umgang mit den bestehenden und potentiellen Fremdfinanzierungs-Gebern. Externe Einflüsse sind zum Beispiel das allgemeine Zinsniveau am Markt, die Kreditvergabepolitik der Banken und anderer Fremdkapitalgeber sowie gesetzliche Rahmenbedingungen. Die Chancen resultieren aus der Umsetzung des strategischen Gesamtkonzepts. Deren Ausflüsse sind im Kapitel Ausblick näher dargestellt. Geschäftsverlauf 2022 und Lage des KonzernsIm Geschäftsjahr 2022 hat MuM den oberen Rand der unterjährig erhöhten Prognosen sowie neue Rekordzahlen erreicht. Primäre Wachstumstreiber waren das Neugeschäft bei eigener Software sowie das Bestandsgeschäft im Systemhaus, im Q4 verstärkt von der im Januar endenden Rabattierung von 3-Jahres-Verträgen durch Autodesk. Umsatz mit +20% weiter auf RekordkursDer Konzernumsatz stieg auf EUR 320,48 Mio (Vj 266,16 / +20%), mit EUR 97,30 Mio (Vj 84,16 / +16%) aus der Software und EUR 223,18 Mio (Vj 182,00 / +23%) aus dem Systemhaus. In den 8 Jahren seit 2014 ist der Umsatz um +11% p.a. gestiegen. Rekord-Rohertrag +16% über VorjahrDer Rohertrag kletterte auf EUR 161,14 Mio (Vj 138,42 / +16%). Hierzu trug die Software EUR 87,48 Mio (Vj 76,13 / +15%) bei und das Systemhaus EUR 73,66 Mio (Vj 62,29 / +18%). Mit +10% p.a. seit 2014 war das Langfrist-Wachstum fast gleichauf zum Umsatz, aber mit einer deutlich stetigeren Entwicklung. Kostenanstieg im akzeptablen BereichDer Personalaufwand stieg um akzeptable +12% auf EUR 94,86 Mio (Vj 84,93), davon EUR 48,42 Mio (Vj 43,81 / +10%) bei der eigenen Software und EUR 46,44 Mio (Vj 41,12 / +13%) im Systemhaus. Der sonstige betriebliche Aufwand stieg auf EUR 18,08 Mio (Vj 13,76 / +31%), während die sonstigen betrieblichen Erträge leicht auf EUR 4,48 Mio (Vj 4,72 / -5,1%) nachgaben. EBITDA klettert +19% auf neuen RekordDas Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern EBITDA kletterte auf den Rekordwert EUR 52,67 Mio (Vj 44,44 / +19%). Abschreibungen nur geringfügig höherDie Abschreibungen stiegen nur geringfügig, mit EUR 3,65 Mio (Vj 3,70 / -1,4%) auf das Anlagevermögen, EUR 5,87 Mio (Vj 5,66 / +3,8%) als "Abschreibungen Leasing" (IFRS16) und EUR 0,52 Mio (Vj 0,40 / +31%) für Amortisation immaterieller Vermögenswerte aus Firmenkäufen (PPA). Neues Rekord-EBIT mit +23% zum VorjahrDas Betriebsergebnis EBIT vor Zinsen und Steuern stellte mit EUR 42,63 Mio (Vj 34,69 / +23%) ebenfalls einen neuen Rekord auf. Die Software steuerte mit EUR 25,11 Mio (Vj 21,36 / +18%) weiter den größeren Anteil bei, das Systemhaus wuchs aber mit +31% auf EUR 17,52 Mio (Vj 13,33) stärker. 8-Jahres-Wachstum beim EBIT +26% p.a.In den 8 Jahren seit 2014 wuchs das EBIT mit +26% p.a. deutlich überproportional zu Umsatz (+11%) und Rohertrag (+10%), weil Kosten plus Abschreibungen im Durchschnitt nur um rund +7% pro Jahr zulegten. Quartalsverteilung mit typischen MusterDie Quartalsverteilung blieb 2022 genau wie im Vorjahr beim für MuM typischen Muster mit starken Anfangs- und Schlussquartalen sowie einer ruhigeren Jahresmitte, anders als im durch den Wechsel von Rekord-Q1 auf Corona-Situation stark verzerrten Jahr 2020, was in der 3-Jahres-Darstellung von Umsatz, Rohertrag und EBIT deutlich erkennbar ist. Quartalsverteilung Umsatz:Q1: EUR 85,41 Mio (Vj 72,34 / 2020: 78,63) Q2: EUR 71,18 Mio (Vj 63,73 / 2020: 51,75) Q3: EUR 71,65 Mio (Vj 57,92 / 2020: 50,23) Q4: EUR 92,23 Mio (Vj 72,18 / 2020: 63,37) Quartalsverteilung Rohertrag:Q1: EUR 41,85 Mio (Vj 36,77 / 2020: 37,29) Q2: EUR 38,18 Mio (Vj 33,06 / 2020: 28,39) Q3: EUR 36,59 Mio (Vj 30,98 / 2020: 27,86) Q4: EUR 44,52 Mio (Vj 37,61 / 2020: 34,41) Quartalsverteilung EBIT:Q1: EUR 13,38 Mio (Vj 11,16 / 2020: 11,08) Q2: EUR 9,32 Mio (Vj 7,36 / 2020: 5,63) Q3: EUR 7,64 Mio (Vj 5,57 / 2020: 5,03) Q4: EUR 12,29 Mio (Vj 10,60 / 2020: 9,29) Der Vorsteuergewinn wuchs auf EUR 41,53 Mio (Vj 33,83 / +23%). Die Steuerquote erhöhte sich auf 30,4% (Vj 29,4%), die Steuerlast stieg dadurch leicht überproportional auf EUR -12,63 Mio (Vj -9,95 / +27%). Rekord-Nettogewinn 155 Cent/AktieNach Steuern und Minderheitsanteilen in Höhe von EUR 2,89 Mio (Vj 2,57 / +13%) erreichte der Nettogewinn mit EUR 26,01 Mio (Vj 21,31 / +22%) bzw. 155 Cent pro Aktie (Vj 126) einen neuen Rekordwert. Seit 2014 nahm der Nettogewinn um +26% p.a. zu. Rekord-Cashflow 233 Cent/AktieDer operative Cashflow setzte seinen Höhenflug fort und markierte einen neuen Rekord von EUR 39,05 Mio (Vj 36,91 / +5,8%) bzw. 233 Cent (Vj 218) pro Aktie. Seit 2014 stieg der Cashflow um +25% p.a. Dividendenvorschlag 140 Cent (+17%)Die Verwaltung wird der Hauptversammlung am 11. Mai 2023 vorschlagen, pro Aktie 140 Cent (Vj 120) Dividende auszuschütten. Dabei stammen 70 von 140 Cent aus dem steuerlichen Einlagenkonto nach §27 KStG. Die maximale Ausschüttungssumme beträgt EUR 24,01 Mio (die genaue Höhe hängt von der aktuellen Anzahl der eigenen Aktien ab). Es ist wieder geplant, optional Barauszahlung oder Aktiendividende anzubieten. Dividende in 8 Jahren versiebenfachtIn den 8 Jahren seit 2014 wurde damit die Dividende von 20 auf 140 Cent versiebenfacht - ein Anstieg von +27,5% pro Jahr. InvestitionstätigkeitDa beim Geschäftsmodell von MuM die wesentlichen Zukunftsinvestitionen im Bereich der Softwareentwicklung liegen und die Kosten hierfür größtenteils nicht aktiviert werden, fallen normalerweise nur relativ geringe Investitionen an, um das Sachanlagevermögen auf Stand zu halten. Im Jahr 2022 fielen Investitionen in Höhe von EUR 6,12 Mio (Vj 8,26) an, primär in die Erneuerung des Anlagevermögens sowie in Anteilskäufe bei Tochterunternehmen. Bilanzsumme kräftig gewachsenDie Bilanzsumme stieg kräftig, aber leicht unterproportional zum Geschäftsvolumen auf EUR 187,45 Mio (Vj 160,79 / +17%). Eigenkapitalquote bei 45,7%Das Konzern-Eigenkapital per 31.12.2022 sank durch Dividendenzahlung und hohe Aktienrückkäufe auf EUR 85,75 Mio (31.12.2021: 92,80 / -7,6%), die Eigenkapitalquote auf 45,7% (31.12.2021: 57,7%). Rückblick und AusblickIn den acht Jahren seit 2014 kletterte der Rohertrag um +10% pro Jahr, während das EBIT weit überproportional um +26% p.a. stieg. Dieser nachhaltige Gewinnzuwachs wurde erzielt, weil die Kosten inkl. AfA seit 2014 nur um rund +7% p.a. zulegten. Aktive & dezentrale Kostensteuerung ...Erreicht wird dies durch aktive Steuerung der Kosten bei ca. 2/3 der Rohertragsentwicklung, und zwar dezentral auf der Ebene von rund 100 Profitcentern, in die das MuM-Geschäft regional und thematisch aufgeteilt ist. In der Grafik rechts ist diese Entwicklung dargestellt, wobei Kosten+AfA und EBIT aufeinandergestapelt den Rohertrag bilden. Dabei erkennt man sehr einfach, dass das Modell sogar bei kurzfristigen Dellen in der Rohertragsentwicklung gut funktioniert hat. ... funktioniert auch in schwierigen PhasenZum Beispiel im Jahr 2017, als wegen der Autodesk-Umstellung von Software-Verkauf auf Vermietung nur +3,7% Rohertragsplus anfiel, aber durch den flachen Kostenverlauf das EBIT überproportional um +22% stieg. Oder zuletzt während der Corona-Situation, als durch konsequentes Kostenmanagement im Zwei-Jahres-Zeitraum 2020/21 aus nur +8,2% beim Rohertrag ein EBIT-Sprung von +28% generiert werden konnte. Gut skalierbares Geschäftsmodell ...Dies zeigt, dass MuM ein gut skalierbares Geschäftsmodell hat und über seine aktive dezentrale Kostenkontrolle überproportionale Gewinnzuwächse zu generieren vermag, auch und gerade in schwierigen Phasen. ... auch für die zukünftige EntwicklungAuch für die Zukunft ist es das klare Ziel des MuM-Managements, mit der konsequenten Fortsetzung dieser Strategie nachhaltig und profitabel zu wachsen. Ziel: Ergebnisverdopplung in 4-5 JahrenAls mittelfristiges Ziel sehen wir damit eine Ergebnisverdoppelung in 4-5 Jahren, also einen Nettogewinn/Aktie (EPS) >300 Cent bis zum Jahr 2026 oder 2027. Diese Perspektive basiert auf organischem Wachstum ohne größere Akquisitionen. Für die kommenden beiden Geschäftsjahre ergeben sich hieraus die folgenden Ziele: 2023E: EPS 164-181 / Div. 155-165 Cent2023 erwarten wir ein EPS-Wachstum auf 164-181 Cent/Aktie. Über die Jahre 2022/23E kumuliert wären das +38-55 Cent Zuwachs, also mit +14-20% p.a. exakt die 2-Jahres-Prognose aus dem Geschäftsbericht 2021. Für die 2023er-Dividende ist eine Erhöhung um +15-25 Cent auf 155-165 Cent geplant. 2024E: EPS +24-34 / Div. +15-25 Cent2024 erwarten wir ebenfalls ein Wachstum von +14-20% bzw. +24-34 Cent beim EPS und planen +15-25 Cent mehr Dividende. Alle Zielsetzungen stehen unter VorbehaltAlle hier genannten Ziele stehen unter dem Vorbehalt, dass die Marktbedingungen in etwa so eintreten, wie sie in den Planungsmodellen angenommen wurden. Es kann daher keine Garantie für das Erreichen der Ziele übernommen werden. Dies gilt insbesondere für den Fall einer globalen Eskalation des Ukraine-Konflikts. Vergleich mit Zielen für 2022Das im letzten Geschäftsbericht für 2022 formulierte Nettogewinnziel "144-150 Cent pro Aktie" wurde mit 155 Cent übertroffen. Ereignisse nach dem BilanzstichtagEs gab keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag. DanksagungWir möchten uns an dieser Stelle wieder bei allen Mitarbeiter/innen für ihre engagierte Arbeit bedanken, mit der sie ihrer MuM zu einem sehr guten Abschneiden in dem durch diverse globale Krisen sehr herausfordenden Jahr 2022 verholfen haben. Ebenso bedanken wir uns ganz herzlich bei unseren Kunden, Lieferanten und Aktionären für Ihre Treue zu MuM. Wir werden das Unsere tun, diese auch in Zukunft zu verdienen.
Wessling, im März 2023 Mensch und Maschine Software SE Das geschäftsführende Direktorium Der Kurs der MuM-Aktie hat seit 2010 sehr stark zugelegt. Zudem wurden in diesem Zeitraum Dividenden in Höhe von 570 Cent ausgeschüttet, so dass sich der Gesamtwert für den Aktionär enorm erhöht hat. Die Kursperformance entsprach bis 2015 der von TecDAX und DAX Software, seitdem jedoch ist die MuM-Aktie mit großem Vorsprung unterwegs und hat sich seit 2016 mehr oder weniger im Rahmen einer Anfangs-Dividendenrendite von 2% bewegt, mit Abweichungen auf bis zu 1,5% während der Hausse 2020/21 und auf bis zu 3,5% in der Baisse 2022. Gewinn- und Verlustrechnung
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Anmerkungen siehe Anhang Seite 46 bis 48 Gesamtergebnisrechnung
Bilanz
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Anmerkungen siehe Anhang Seite 47, 49 bis 57 Kapitalflussrechnung
Anmerkungen siehe Anhang Seite 58 Entwicklung Konzern-Eigenkapital
Konzern-AnhangSegmentberichterstattungNach IFRS 8 basiert die Identifikation von berichtspflichtigen operativen Segmenten auf dem "Management Approach". Danach erfolgt die externe Segmentberichterstattung auf Basis der konzerninternen Organisations- und Management-Struktur sowie der internen Finanzberichterstattung an das oberste Führungsgremium. Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS Grundsätze zu Grunde. MuM beurteilt die Leistung der Segmente u. a. anhand des Betriebsergebnisses (EBIT). Die Umsätze und Vorleistungen zwischen den Segmenten werden auf Basis von Marktpreisen verrechnet. Segmentvermögen und -schulden umfassen alle Vermögenswerte und Schulden, die der betrieblichen Sphäre zuzuordnen sind und deren positive und negative Ergebnisse das Betriebsergebnis bestimmen. Zum Segmentvermögen zählen insbesondere immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Vorräte. Die Segmentschulden betreffen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie wesentliche Rückstellungen. Die Segmentinvestitionen beinhalten die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen. Die latenten Steueransprüche und Steuerschulden sind im Segmentvermögen und in den Segmentschulden nicht enthalten. Das MuM-Geschäftsmodell ist unterteilt in die Segmente Systemhaus und MuM-Software. Das Segment Systemhaus umfasst den Einzelhandel mit CAD-Software sowie die zugehörige Dienstleistung. Im Software-Segment ist vom MuM-Konzern selbst entwickelte CAD/CAM/CAE-Software erfasst. Die Summe der auf Ebene der Segmente ermittelten Betriebsergebnisse (EBIT) stimmt mit dem ausgewiesenen Betriebsergebnis (EBIT) in der Gewinn- und Verlustrechnung überein. Da das Finanzergebnis und die Ertragsteuern nicht auf Ebene der Segmente gesteuert werden, wird auf die Darstellung einer Überleitung zum Ergebnis nach Steuern verzichtet. Nach den Vorschriften von IFRS 8 wird zudem die Aufteilung der Gesamt- und Außenumsätze auf Deutschland als dem Sitzland der Mensch und Maschine Software SE und auf das Ausland unterschieden. Segmentierung
Geografische Segmentierung
Allgemeine HinweiseGrundlagen des KonzernabschlussesDer Konzernabschluss der Mensch und Maschine Software SE, Wessling, wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, aufgestellt. Dabei wurden alle von der EU anerkannten, zum Bilanzstichtag anzuwendenden IFRS bzw. International Accounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) bzw. des ehemaligen Standard Interpretations Committee (SIC) beachtet. Ergänzend wurden die Bestimmungen des § 315e HGB zur Anwendung ausgewählter handelsrechtlicher Vorschriften sowie § 160 AktG beachtet. Die MuM SE ist ein in Deutschland ansässiges, international tätiges Unternehmen, mit Sitz im Argelsrieder Feld 5, 82234 Wessling, das seine Aktivitäten auf Technische Software konzentriert. Die MuM SE ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 165230 eingetragen. Am 24.2.2023 haben die geschäftsführenden Direktoren der MuM SE den Konzernabschluss zur Vorlage an den Verwaltungsrat der Gesellschaft freigegeben. Der Verwaltungsrat billigte den Konzernabschluss in seiner Sitzung vom 9.3.2023 und gab ihn zur Veröffentlichung am 14.3.2023 frei. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind - soweit nicht anders angegeben - in Tausend Euro (TEUR) ausgewiesen. Der vorliegende Abschluss bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2022 (1. Januar bis 31. Dezember). Änderung der Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDas IASB hat eine Reihe von Änderungen bei bestehenden sowie einige neue Rechnungslegungsstandards und Interpretationen verabschiedet, die seit dem 1.1.2022 verpflichtend anzuwenden sind. Änderungen von Standards: IAS 16 Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in betriebsbereiten Zustand befindet IAS 37 Belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrags IAS 41 Besteuerung bei Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert IFRS 1 Erstanwendung durch ein Tochterunternehmen IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept IFRS 9 Gebühren beim 10%-Barwerttest vor Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten Die vorstehenden Änderungen von Standards wirken sich nicht wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MuM-Konzerns aus. Neue RechnungslegungsvorschriftenDas IASB und das IFRIC haben weitere Rechnungslegungsstandards und Interpretationen verabschiedet, die von der Europäischen Union in europäisches Recht übernommen wurden und für das Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind: IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Angabe der RechnungslegungsmethodenIAS 8 Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen IAS 12 Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einem einzigen Geschäftsvorfall IFRS 17 / IFRS 9: Versicherungsverträge - Übergangsvorschriften betreffend Vergleichszahlen im ersten Berichtsjahr Folgende Änderungen von Rechnungslegungsstandards und Interpretationen wurden bisher nicht von der Europäischen Union in europäisches Recht übernommen: IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig IFRS 16 Leasingverbindlichkeiten in einer Sale- and Leaseback-Transaktion Diese Rechnungslegungsstandards und Interpretationen sind frühestens für Geschäftsjahre, die nach dem 1.1.2023 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Der MuM-Konzern wendet die Regelungen nicht vorzeitig an. Wesentliche Auswirkungen der erstmaligen Anwendung der neuen Vorschriften auf den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023 werden nicht erwartet. Bewertungs- und RechnungslegungsgrundsätzeKonsolidierungskreis und Stichtag In den Konzernabschluss sind neben der Muttergesellschaft alle in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die MuM SE unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügt, die einheitliche Leitung ausübt oder aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verfügungsmacht aus der Tätigkeit der Gesellschaft Nutzen ziehen kann. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Im Einzelnen sind neben der Muttergesellschaft folgende Unternehmen im Konzernabschluss zum 31.12.2022 konsolidiert worden: Bilanzstichtag bei allen in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist der 31. Dezember. Mit Wirkung zum 1.1.2022 wurden 51% der Anteile der Hummingbird Systems GmbH, Nürnberg, Deutschland erworben. Der Kaufpreis belief sich auf TEUR 450 und die erworbenen Zahlungsmittel betrugen TEUR 203. Die wesentlichen erworbenen Vermögenswerte betreffen sonstige immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 1.213. Die weiteren erworbenen Vermögenswerte und Schulden sind von untergeordneter Bedeutung. Der Eigenkapitalanteil der anderen Gesellschafter belief sich auf TEUR 473. Der erstmalig einbezogene Geschäftsbetrieb hat im Geschäftsjahr den Konzernumsatz um TEUR 1.013 und das Konzernergebnis vor Steuern um TEUR 18 verbessert. Konzern-Konsolidierungskreis
Im Geschäftsjahr 2022 wurde die 100%-ige Beteiligung an der Mensch und Maschine Haberzettl GmbH, Nürnberg, auf die Mensch und Maschine Deutschland GmbH, Wessling verschmolzen. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die Beteiligung an der Mensch und Maschine acadGraph GmbH, München, Deutschland, von 82,75% auf 87,75% erhöht. Entsprechend den Regelungen des IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse nach dem 1. Januar 2010) wurde die Differenz zwischen Kaufpreis und anteiligem Eigenkapital in der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 305 erfasst. SonstigesDie Jahresabschlüsse aller Konzernunternehmen sind auf Basis einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt sowie, soweit prüfungspflichtig, von unabhängigen Abschlussprüfern geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen worden. Folgende inländische Tochtergesellschaften machten im Geschäftsjahr 2022 von der Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB (Befreiung von der Aufstellung eines Lageberichts sowie der Veröffentlichung des Einzelabschlusses) Gebrauch:
KonsolidierungsgrundsätzeDer Konzernabschluss beinhaltet Tochterunternehmen. Tochterunternehmen sind diejenigen Gesellschaften, bei denen MuM über bestehende Rechte verfügt, die ihr die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten zu lenken. Die maßgeblichen Tätigkeiten sind die Tätigkeiten, die die Profitabilität der Gesellschaft wesentlich beeinflussen. Beherrschung ist somit nur gegeben, wenn die MuM variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einer Gesellschaft ausgesetzt ist und mittels ihrer Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten die Möglichkeit zur Beeinflussung dieser Rückflüsse hat. In der Regel beruht die Beherrschungsmöglichkeit dabei auf einer mittel- oder unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit der MuM. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn die Möglichkeit der Beherrschung nicht mehr besteht. Unternehmenszusammenschlüsse nach dem 1. Januar 2010 werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Bestimmung der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Dies beinhaltet auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten Derivate. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst. Ein Zukauf von Anteilen (Beteiligungsquotenerhöhung) nach der Erstkonsolidierung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags des Anteils ohne beherrschenden Einfluss über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Für Unternehmenszusammenschlüsse vor dem 1. Januar 2010 galten nach der bisher angewandten Methode für die Bilanzierung von Unternehmenserwerben im Vergleich zu den oben bezeichneten Anforderungen folgende abweichende Grundsätze: Unternehmenszusammenschlüsse wurden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Direkt dem Unternehmenserwerb zuordenbare Transaktionskosten stellten einen Teil der Anschaffungskosten dar. Der Anteil ohne beherrschenden Einfluss (früher als Minderheitsanteil bezeichnet) wurde zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen erfolgte eine gesonderte Erfassung einzelner Erwerbsvorgänge. Ein zusätzlich erworbener Anteil wirkte sich nicht auf den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem vorangegangenen Erwerbsvorgang aus. Wenn der Konzern ein Unternehmen erwarb, erfolgte eine Neubeurteilung der durch das erworbene Unternehmen vom Basisvertrag getrennt bilanzierten eingebetteten Derivate zum Erwerbszeitpunkt nur dann, wenn der Unternehmenszusammenschluss zu einer Änderung der Vertragsbedingungen führte, durch die es zu einer erheblichen Änderung der Zahlungsströme kam, die sich ansonsten aus dem Vertrag ergeben hätten. Eine bedingte Gegenleistung wurde nur dann erfasst, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung hatte, wenn mehr für einen Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen als dagegen sprach und eine verlässliche Schätzung möglich war. Nachträgliche Anpassungen der bedingten Gegenleistung wurden als Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts ausgewiesen. Die sich aus der Kapitalkonsolidierung ergebenden Unterschiedsbeträge sind, soweit aktiv, als Geschäfts- oder Firmenwert im Anlagevermögen ausgewiesen. Die Anteile anderer Gesellschafter werden zum Bilanzstichtag mit ihrem Anteil am Eigenkapital bzw. am Jahresergebnis des jeweiligen Tochterunternehmens bewertet. Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften wurden gegeneinander aufgerechnet. Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden erfolgswirksam behandelt. Eventualschulden sind im erforderlichen Umfang konsolidiert worden. Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen. Konzerninterne Umsatzerlöse wie auch andere konzerninterne Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge wurden Steuerabgrenzungen nach IAS 12 insoweit vorgenommen, als sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ausgleicht. Ermessensentscheidungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Die nach stehend aufgeführten wesentlichen Schätzungen und zugehörigen Annahmen sowie die mit den gewählten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verbundenen Unsicherheiten sind entscheidend für das Verständnis der zu Grunde liegenden Risiken der Finanzberichterstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen, Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss haben könnten. Die Bewertung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens und immateriellen Vermögenswerten ist mit Schätzungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes zum Erwerbszeitpunkt verbunden. Dies gilt vor allem für solche Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden. Ferner ist die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte zu schätzen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden sowie der Nutzungsdauern der Vermögenswerte basiert auf Beurteilungen des Managements. Im Rahmen der Ermittlung der Wertminderung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens und von immateriellen Vermögenswerten werden auch Schätzungen vorgenommen, die sich u. a. auf Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminderung beziehen. Eine Wertminderung beruht auf einer Vielzahl von Faktoren. Grundsätzlich werden Änderungen der gegenwärtigen Wettbewerbsbedingungen, Erwartungen bezüglich des Wachstums der Branche, Erhöhungen der Kapitalkosten, Änderungen der künftigen Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln, technologische Veraltung, Einstellung von Dienstleistungen, aktuelle Wiederbeschaffungskosten, in vergleichbaren Transaktionen gezahlte Kaufpreise und sonstige das Umfeld betreffende Änderungen, die auf eine Wertminderung hindeuten, berücksichtigt. Der erzielbare Betrag und die beizulegenden Zeitwerte werden in der Regel unter Anwendung der "Discounted Cash-Flow"-Methode ermittelt, in die angemessene Annahmen von Marktteilnehmern einfließen. Die Identifizierung von Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hindeuten, die Schätzung von künftigen Cash-Flows sowie die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten sind mit wesentlichen Einschätzungen verbunden, die das Management hinsichtlich der Identifizierung und Überprüfung von Anzeichen für eine Wertminderung, der erwarteten Cash-Flows, der zutreffenden Abzinsungssätze, der jeweiligen Nutzungsdauern sowie der Restwerte zu treffen hat. Wenn die Nachfrage nach Produkten und Diensten sich nicht so entwickelt wie erwartet, würde dies die Erlöse und Cash-Flows reduzieren und möglicherweise zu Wertminderungsaufwendungen in Verbindung mit der Abschreibung dieser Investitionen auf ihre beizulegenden Zeitwerte führen. Dies könnte sich negativ auf die künftige Ertragslage auswirken. Die Ermittlung des erzielbaren Betrags einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist mit Schätzungen durch das Management verbunden. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten erfolgt auf Grundlage von Discounted Cash-Flows. Zu den wesentlichen Annahmen, auf denen die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten durch das Management beruht, gehören Annahmen bezüglich Ergebnisentwicklung, Investitionen und Marktanteil. Diese Schätzungen, einschließlich der verwendeten Methoden, können auf die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes sowie letztlich auf die Höhe der Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert wesentliche Auswirkungen haben. Das Management bildet Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen, um geschätzten Verlusten Rechnung zu tragen, die aus der Zahlungsunfähigkeit von Kunden resultieren. Die vom Management verwendeten Grundlagen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen sind neben der Fälligkeitsstruktur der Forderungssalden und Erfahrungen in Bezug auf Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, die Bonität der Kunden sowie Veränderungen der Zahlungsbedingungen auch angemessene und belastbare zukunftsgerichtete Informationen. Bei einer Verschlechterung der Finanzlage der Kunden kann der Umfang der tatsächlich vorzunehmenden Ausbuchungen den Umfang der erwarteten Ausbuchungen übersteigen. Ertragsteuern sind für jede Steuerjurisdiktion zu schätzen, in der der Konzern tätig ist. Dabei ist für jedes Besteuerungssubjekt die erwartete tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen und die temporären Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS-Konzernabschluss und dem steuerrechtlichen Abschluss zu beurteilen. Soweit temporäre Differenzen vorliegen, führen diese grundsätzlich zum Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern im Konzernabschluss. Das Management muss bei der Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern Beurteilungen treffen. Aktive latente Steuern werden in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie genutzt werden können. Die Nutzung aktiver latenter Steuern hängt von der Möglichkeit ab, im Rahmen der jeweiligen Steuerart und Steuerjurisdiktion ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erzielen, wobei ggf. gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der maximalen Verlustvortragsperiode zu berücksichtigen sind. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit von aktiven latenten Steuern sind verschiedene Faktoren heranzuziehen, wie z.B. Ertragslage der Vergangenheit, operative Planungen, Verlustvortragsperioden und Steuerplanungsstrategien. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen ab oder sind diese Schätzungen in künftigen Perioden anzupassen, könnte dies nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Kommt es zu einer Änderung der Werthaltigkeitsbeurteilung bei aktiven latenten Steuern, sind die angesetzten aktiven latenten Steuern erfolgswirksam abzuwerten. MuM aktiviert nur die steuerlichen Verlustvorträge, die voraussichtlich innerhalb der folgenden fünf Jahre genutzt werden können. Die Pensionsverpflichtungen sind grundsätzlich durch Pläne gedeckt, die als leistungsorientierte Pläne klassifiziert und bilanziert werden. Die Aufwendungen für Altersversorgung werden in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Verfahren ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Zinssatzes, der Lebenserwartung und der erwarteten Erträge aus Planvermögen beruhen. Falls weitere Änderungen der Annahmen in Bezug auf Zinssätze oder die erwarteten Erträge aus Planvermögen erforderlich sind, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf die künftige Höhe der Aufwendungen für Altersversorgung haben. Ansatz und Bewertung der Rückstellungen und der Höhe der Eventualschulden im Zusammenhang mit eventuellen Rechtsstreitigkeiten oder Ansprüchen aus Vergleichs-, Vermittlungs- und Schiedsgerichtsverfahren bzw. sonstiger Eventualschulden sind in erheblichem Umfang mit Einschätzungen durch das Management verbunden. So beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein Verfahren Erfolg hat oder eine Verbindlichkeit entsteht, bzw. die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation. Für Verbindlichkeiten werden Rückstellungen gebildet, wenn Verluste aus schwebenden Geschäften drohen, ein Verlust wahrscheinlich ist und dieser Verlust verlässlich geschätzt werden kann. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheiten können die tatsächlichen Verluste ggf. von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem ist die Ermittlung von Rückstellungen für Steuern und Rechtsrisiken mit erheblichen Schätzungen verbunden. Diese Schätzungen können sich auf Grund neuer Informationen ändern. Bei der Einholung neuer Informationen nutzt MuM hauptsächlich die Dienste interner Experten sowie die Dienste externer Berater, wie beispielsweise Versicherungsmathematiker oder Rechtsberater. Änderungen der Schätzungen dieser drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften können sich erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken. WährungsumrechnungDie Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften wurden in Übereinstimmung mit IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei den betroffenen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die ausländischen Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben. Folglich ist die Währungsumrechnung beim Eigenkapital zum historischen Kurs, bei den sonstigen Bilanzpositionen zum Stichtagskurs und bei den Erträgen und Aufwendungen sowie beim Jahresergebnis zum Durchschnittskurs des Jahres vorgenommen worden. Währungsdifferenzen aus der Kapitalkonsolidierung sowie aus der Einbringung des Jahresergebnisses zum Durchschnittskurs des Jahres in die Bilanz werden gemäß IAS 21 erfolgsneutral behandelt und im Eigenkapital ausgewiesen. Neu erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbstständigen ausländischen Teileinheiten mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Wechselkurse
Gliederung von Gewinn- und Verlustrechnung sowie BilanzIn Übereinstimmung mit dem Aufbau von internationalen Konzernabschlüssen beginnt die Berichterstattung mit der Gewinn- und Verlustrechnung, die nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt ist. Die Gliederung der Bilanz unterscheidet gemäß IAS 1 auf der Aktivseite nach kurz- und langfristigen Vermögenswerten und auf der Passivseite nach kurz- und langfristigen Schulden sowie dem Eigenkapital. Dabei werden Restlaufzeiten unter einem Jahr als kurzfristig erachtet. Zur Verbesserung der Klarheit sind grundschuldgesicherte Immobilienfinanzierungen extra ausgewiesen. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente MuM weist unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände aus. Fremdwährungsguthaben werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. SachanlagenSachanlagen sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer linear über 3 bis 50 Jahre abgeschrieben. UnternehmenszusammenschlüsseUnternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Der Geschäfts- oder Firmenwert aus Unternehmensakquisitionen wird als Restsaldo aus dem Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und den übernommenen Schulden im Vergleich zu den Anschaffungskosten des erworbenen Unternehmens ermittelt. Die Folgebilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich eventueller Wertminderung aus dem jährlich durchgeführten Wertminderungstest (Impairment-Test). Gemäß IFRS 3 (Business Combinations) werden die Geschäfts- oder Firmenwerte im gesamten Geschäftsjahr nicht planmäßig abgeschrieben. Stattdessen sind Geschäfts- oder Firmenwerte mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test zu unterziehen. Im Rahmen des Impairment-Tests wird der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten durch den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert bestimmt. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten werden grundsätzlich die einzelnen Tochterunternehmen der MuM SE definiert. Der beizulegende Zeitwert spiegelt die bestmögliche Schätzung des Betrags wider, für den ein unabhängiger Dritter die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten am Bilanzstichtag erwerben würde; Veräußerungskosten werden abgezogen. Der Nutzwert wird anhand des DCF-Verfahrens ermittelt. Der Bestimmung des Nutzungswertes liegen Cash-Flow-Planungen zu Grunde, die auf der vom Verwaltungsrat genehmigten und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen Mittelfristplanung für eine Periode von fünf Jahren basieren. Diese Planungen beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit sowie auf Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung. Der Diskontierungssatz wird auf der Basis von Marktdaten ermittelt und berücksichtigt Bonitäts-, Markt- und Zusatzrisiken. Der Nachsteuerdiskontierungssatz beträgt für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zwischen 7,77% und 13,09%. Übersteigt der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, den erzielbaren Betrag, so wird zunächst der zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe des Differenzbetrags außerplanmäßig abgeschrieben. Der darüber hinausgehende Abwertungsbedarf wird gegebenenfalls durch anteilige Reduzierung der Buchwerte der übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit berücksichtigt. Wenn der Grund für eine früher vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, werden die Vermögenswerte zugeschrieben, wobei der durch Zuschreibung erhöhte Buchwert nicht die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten übersteigen darf. Bei Geschäfts- oder Firmenwerten werden keine Zuschreibungen vorgenommen. Übrige Immaterielle VermögenswerteImmaterielle Vermögenswerte, die einzeln angeschafft wurden, werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer linear über 3 bis 15 Jahre abgeschrieben und sind in den planmäßigen Abschreibungen enthalten. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses angeschafft wurden, werden zum Zeitwert bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt anhand fortgeführter Anschaffungskosten. Immaterielle Vermögenswerte können entweder festgelegte Nutzungsdauern haben bzw. eine unbegrenzte oder unbestimmte Lebensdauer aufweisen. Im Fall von festgelegten Nutzungsdauern erfolgt eine erfolgswirksame Abschreibung von bis zu 15 Jahren. Die Nutzungsdauern werden regelmäßig überprüft und soweit erforderlich Anpassungen vorgenommen. Die Aufwendungen sind in den Abschreibungen aus Kaufpreisverteilung enthalten. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden einem jährlichen Impairment-Test auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten unterzogen. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nicht aktiviert, sondern aufwandswirksam in der Periode erfasst. Entwicklungskosten für individuelle Projekte werden nur dann aktiviert, wenn die zukünftige wirtschaftliche Nutzenerzielung zuverlässig abgeschätzt werden kann. Forschungskosten werden sofort in der jeweiligen Periode aufwandswirksam erfasst. FinanzinstrumenteEin Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle VermögenswerteSeit dem 1.1.2018 stuft der Konzern seine finanziellen Vermögenswerte in die folgenden Bewertungskategorien ein:
Die Klassifizierung ist abhängig vom Geschäftsmodell des Unternehmens für die Steuerung der finanziellen Vermögenswerte und von den vertraglichen Zahlungsströmen. Bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten werden die Gewinne und Verluste entweder erfolgswirksam oder erfolgsneutral erfasst. Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ist dies abhängig davon, ob sich der Konzern zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes unwiderruflich dafür entschieden hat, die Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Ein marktüblicher Kauf oder Verkauf von finanziellen Vermögenswerten wird zum Handelstag angesetzt, d.h. zu dem Tag, an dem sich der Konzern verpflichtet, den Vermögenswert zu kaufen oder zu verkaufen. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungsströmen aus den finanziellen Vermögenswerten ausgelaufen oder übertragen worden sind und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum übertragen hat. Beim erstmaligen Ansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich - im Falle eines in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerts - der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Die Folgebewertung ist abhängig vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswerts und den Zahlungsstrommerkmalen des Vermögenswerts:
Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme und zur Veräußerung der finanziellen Vermögenswerte gehalten werden, und bei denen die Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Veränderungen des Buchwerts werden im sonstigen Ergebnis ausgewiesen, mit Ausnahme der Wertminderungserträge oder -aufwendungen, Zinserträge und Fremdwährungsgewinne und -verluste, die im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswerts wird der zuvor im sonstigen Ergebnis angesetzte kumulierte Gewinn oder Verlust aus dem Eigenkapital in die Gewinn- oder Verlustrechnung umgegliedert und in den sonstigen betrieblichen Ertrag / Aufwand ausgewiesen. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode in den Finanzerträgen ausgewiesen.
Seit dem 1. Januar 2018 beurteilt der Konzern auf zukunftsgerichteter Basis die mit ihren Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, verbundenen erwarteten Kreditverluste. Die Wertminderungsmethode ist abhängig davon, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos vorliegt. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet der Konzern den gemäß IFRS 9 zulässigen vereinfachten Ansatz an, dem zufolge die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ab dem erstmaligen Ansatz der Forderungen zu erfassen sind. LeasingverhältnisseMuM beurteilt bei Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Seit dem 1. Januar 2019 bilanziert der Konzern als Leasingnehmer grundsätzlich für sämtliche Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Dabei handelt es sich vor allem um die Anmietung von Büroräumen, Fahrzeugen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie Software. Die im Anlagevermögen ausgewiesenen Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert. Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten werden bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit nicht berücksichtigt. Die in den Finanzschulden ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten sind der Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen zum Zeitpunkt der Bereitstellung des Vermögens wertes zur Nutzung. Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, der im Grundsatz Anwendung findet. Die Ableitung des Zinssatzes unterstellt eine laufzeitadäquate Aufnahme von Finanzmitteln in Höhe eines dem Wert des Nutzungsrechts vergleichbaren Vermögenswertes unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Umfelds und vergleichbarer Sicherheiten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses:
Nutzungsrechte werden mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses vorgenommen, es sei denn, die Nutzungsdauer des Leasinggegenstandes ist kürzer. Enthält der Leasingvertrag hinreichend sichere Kaufoptionen, wird das Nutzungsrecht über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben. Im Rahmen der Folgebewertung wird die Leasingverbindlichkeit aufgezinst und der entsprechende Zinsaufwand im Finanzergebnis erfasst. Die geleisteten Zahlungen vermindern den Buchwert der Leasingverbindlichkeit. Für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasinggegenstände von geringem Wert wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dabei werden nur Leasinggegenstände mit einem Neuwert bis zu 5.000 € als Leasinggegenstände von geringem Wert klassifiziert. Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, ist jede Leasingkomponente getrennt von den Nicht-Leasingkomponenten als Leasingverhältnis zu bilanzieren. Dabei hat der Leasingnehmer das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis des relativen Einzelveräußerungspreises der Leasingkomponente und des aggregierten Einzelveräußerungspreises der Nicht-Leasingkomponenten auf die einzelnen Leasingkomponenten aufzuteilen. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses wird unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses ermittelt. Insbesondere für eine Reihe von Immobilienleasingverträgen bestehen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten MuM eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Bei der Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind und auf einem Ereignis beruhen, das in der Kontrolle des Leasingnehmers liegt. Finanzielle VerbindlichkeitenSämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden nach der erstmaligen Erfassung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat der Konzern von der Anwendung des Wahlrechts, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten einzustufen, bisher keinen Gebrauch gemacht. Derivative Finanzinstrumente nutzt MuM nicht. VorräteDie Bewertung der Vorräte richtet sich nach den Vorschriften des IAS 2. Die in dieser Position enthaltenen bezogenen Handelswaren werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Gegebenenfalls wird ein Wertabschlag aufgrund einer geminderten Verwertbarkeit vorgenommen. Allen erkennbaren Risiken wird durch angemessene Abschläge Rechnung getragen. ErtragsteuernDie Ertragsteuern umfassen sowohl die unmittelbar zu entrichtenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag als auch die latenten Steuern. Die Steuerverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für in- und ausländische Ertragsteuern. Diese umfassen sowohl das laufende Jahr als auch etwaige Verpflichtungen aus Vorjahren. Die Verbindlichkeiten werden auf Basis der steuerlichen Vorschriften in den Ländern unserer Geschäftstätigkeit berechnet und berücksichtigen alle uns bekannten Sachverhalte. Aktive und passive latente Steuern werden für nicht permanente Differenzen zwischen den Wertansätzen in der Konzernbilanz und der Steuerbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Aktive latente Steuern werden angesetzt, sofern es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz verwendet werden kann. Außerdem werden keine latenten Steuern angesetzt, wenn diese aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld im Rahmen eines Geschäftsvorfalls resultieren, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt, und wenn dadurch weder das handelsrechtliche Periodenergebnis (vor Ertragsteuern) noch das steuerrechtliche Ergebnis beeinflusst werden. Auf geplante Dividendenausschüttungen von Tochterunternehmen werden passive latente Steuern angesetzt. Soweit langfristig keine Dividendenausschüttung geplant ist, wird auf den Unterschiedsbetrag zwischen anteiligem IFRS-Eigenkapital und dem steuerlichen Beteiligungswert keine passive latente Steuer gebildet. Für die Bewertung der latenten Steuern werden die zum Abschlussstichtag gültigen bzw. verabschiedeten steuerlichen Vorschriften herangezogen. FremdkapitalkostenFremdkapitalkosten werden entsprechend IAS 23 grundsätzlich aufwandswirksam verbucht. Erstreckt sich die Bauphase von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden Fremdkapitalzinsen als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (Borrowing Costs) aktiviert. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand, die entstandene Aufwendungen kompensieren, werden in der Periode erfolgswirksam als sonstige betriebliche Erträge erfasst, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfallen. EigenkapitalkostenKosten der Eigenkapitalbeschaffung werden bereinigt um die verbundenen Ertragsteuern nach IAS 32 mit der Kapitalrücklage verrechnet. RückstellungenGemäß IAS 37 sind Rückstellungen mit dem Betrag anzusetzen, der sich aufgrund der bestmöglichen Schätzung des finanziellen Abflusses zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Bilanzstichtag ergibt. Der Wertansatz der übrigen Rückstellungen berücksichtigt alle erkennbaren Risiken, die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe und Fälligkeit unsicher ist. PensionsrückstellungenDie Pensionsrückstellungen beziehen sich im Wesentlichen auf leistungsorientierte Pläne gegenüber den geschäftsführenden Direktoren. Die Versorgungszusage beinhaltet ein betriebliches Altersruhegeld, eine Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall sowie eine Invalidenrente. Im Rentenfall werden die Zahlungen monatlich im Voraus geleistet. Die Pensionsrückstellungen sind gemäß der laufenden Einmalprämienmethode (Projected Unit Credit Method) nach IAS 19 mit ihrem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Liability) angesetzt und decken sämtliche Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ab. Die finanzmathematischen Annahmen sind in nachfolgender Tabelle ersichtlich:
Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Daten. Die Rückstellung wird in Höhe des Vermögens des zur Deckung der Pensionsverpflichtung gebildeten Fonds, der ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen besteht, gekürzt. Die entstehenden Aufwendungen werden im Personalaufwand sowie im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus zwei leistungsorientierten Pensionsplänen werden sofort in vollem Umfang ergebniswirksam im sonstigen Ergebnis erfasst. Sonstige Vermögenswerte und SchuldenBei den übrigen Vermögenswerten werden für erkennbare Risiken erforderliche Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Bewertung der übrigen Schulden erfolgt zu deren Rückzahlungsbeträgen. Vermögenswerte und Schulden in fremder WährungIn den Einzelabschlüssen werden Vermögenswerte und Schulden grundsätzlich mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis ausgewiesen. Da die Erträge und Aufwendungen nicht wesentlich sind, wurde auf eine Erläuterung dieser Position verzichtet. Grundsätze der GewinnrealisierungUmsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten (Software) und anderen damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen werden erfasst, wenn der Kunde die Verfügungsgewalt über diese erlangt. MuM erfasst Erlöse aus Dienstleistungen, insbesondere bei Wartungsverträgen, über einen bestimmten Zeitraum, da dem Kunden der Nutzen aus der Leistung des Konzerns zufließt und er diesen Nutzen gleichzeitig verbraucht. Erlöse aus dem Verkauf von Software werden zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst, in der Regel bei Lieferung. MuM erstellt Rechnungen üblicherweise mit Zahlungszielen von weniger als 60 Tagen. Für Umsatzgeschäfte mit mehreren Teilleistungen, wie z. B. Verkauf von Produkten und damit in Zusammenhang stehenden Dienstleistungen oder Wartungsverträgen erfolgt eine Aufteilung der Umsatzerlöse auf die verschiedenen Leistungen hauptsächlich auf Grundlage ihrer geschätzten relativen Einzelveräußerungspreise. Der Konzern zahlt seinen Mitarbeitern Verkaufsprovisionen für jeden Vertrag, den sie für den gebündelten Verkauf von Software und Dienstleistungen gewinnen. Diese zusätzlichen Kosten einer Vertragsanbahnung werden bei ihrem Entstehen sofort als Aufwand erfasst, wenn der Abschreibungszeitraum nicht mehr als ein Jahr betragen würde. UmsatzabgrenzungspostenZahlt ein Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird ein Umsatzabgrenzungsposten erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird. Umsatzabgrenzungsposten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Nahe stehende Unternehmen und Personen Der Hauptaktionär, Verwaltungsratsvorsitzende und geschäftsführende Direktor Adi Drotleff sowie Mitglieder seiner Familie haben der MuM SE Darlehen ausgereicht, die am 31.12.2022 mit TEUR 4.401 (Vj 2.678) valutieren und dafür in 2022 Zinsen in Höhe von TEUR 36 (Vj 58) erhalten. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung1. UmsatzerlöseDer Konzernumsatz wird ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 generiert. Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden setzten sich im Berichtszeitraum zusammen aus Leistungsverpflichtungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt wurden, in Höhe von TEUR 280.884 (Vj 230.293) und aus Leistungsverpflichtungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt wurden, in Höhe von TEUR 39.592 (Vj 35.869). Es wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 3.494 (Vj 2.835) erfasst, die in der Vorperiode im Umsatzabgrenzungsposten enthalten waren. 2. Materialaufwand
3. Personalaufwand
4. Sonstiger betrieblicher Aufwand
In der Position "Übrige" befinden sich diverse Einzelposten kleiner als TEUR 300. 5. Abschreibungen
6. Sonstige betriebliche Erträge
In der Position "Übrige" befinden sich diverse Einzelposten, die im Wesentlichen kleiner als TEUR 300 sind. 7. Finanzergebnis
8. ErtragsteuernDiese Position enthält den tatsächlichen Steueraufwand in Höhe von TEUR 13.985 (Vj 7.707), eine Entlastung in Höhe von TEUR 112 (Vj Belastung 1.112) aus der Weiterentwicklung von Steuergutschriften (aktive latente Steuern) gemäß IAS 12, sowie eine Entlastung in Höhe von TEUR 1.245 (Vj Belastung 1.346) durch die Anpassung passiver latenter Steuern. Insgesamt bestehen realisierbare steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 3.534 (Vj 4.577). Hieraus errechnen sich Brutto-Steuergutschriften in Höhe von TEUR 1.009 (Vj 1.185). Die Realisierbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge ist durch Planungsrechnungen in den einzelnen Gesellschaften nachgewiesen, dabei wurden nur die Verlustvorträge aktiviert, die voraussichtlich innerhalb der folgenden fünf Jahre genutzt werden können. Daraus ergeben sich keine aktiven latenten Steuern (Vj 143). Es sind also 0% (Vj 12,14%) der Brutto-Steuergutschriften aktiviert. Wesentliche zeitliche Beschränkungen in der Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen bestehen im Konzern zurzeit nicht. Die nicht permanenten Differenzen beinhalten aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 1.131 (Vj 1.187), die sich im Wesentlichen auf Rückstellungen und Wertberichtigungen beziehen. Des Weiteren haben die temporären Unterschiede zu passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 2.260 (Vj 2.303) geführt. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Aktivierung von Entwicklungskosten. Der durchschnittliche inländische Steuersatz enthält die Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Die Ursachen für den Unterschied zwischen erwarteter und tatsächlicher Steuerlast begründen sich aus nachfolgender Tabelle: Steuerliche Überleitungsrechnung
9. Berechnung von Aktienstückzahlen und Ergebnissen je AktieDie Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie sowie des verwässerten Ergebnisses je Aktie erfolgte gemäß IAS 33. Bei der Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie entspricht die Anzahl der Stammaktien der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während der Periode im Umlauf gewesenen Stammaktien. Der Aktienrückkauf wurde entsprechend berücksichtigt.
Die verwässerte Aktienanzahl sowie das verwässerte Ergebnis je Aktie sind identisch mit den unverwässerten Werten. Erläuterungen zur BilanzAktivseiteKurzfristige Vermögenswerte10. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie in den Einzelgesellschaften enthaltenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten angemessene Wertberichtigungen. Sie haben durchgängig eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Forderungen sind um Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 1.345 (Vj 1.369) reduziert. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Es haben sich wie im Vorjahr keine wesentlichen Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Erträge aus dem Eingang ausgebuchter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergeben. Alle Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. 11. VorräteDiese Position enthält bezogene Waren im Wert von TEUR 3.844 (Vj 3.371), Softwarelizenzen im Wert von TEUR 13 (Vj 19), sowie teilfertige Leistungen in Höhe von TEUR 362 (Vj 595). Wertberichtigungen sind, wie im Vorjahr, nicht vorgenommen worden. 12. Sonstige kurzfristige VermögenswerteIn dieser Position sind in erster Linie sonstige Steuerguthaben, gegebene Darlehen und Forderungen an Lieferanten aus ausstehenden Rückvergütungen enthalten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Anlagespiegel 2021
Langfristige VermögenswerteDie Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte ist im Anlagespiegel dargestellt. Die Spalte "Sonstige" enthält neben Umgliederungen und Zuschreibungen auch Effekte aus Konzernkreisveränderungen. Anlagespiegel 2022
13. Geschäfts- oder FirmenwertDie Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte ist im Firmenwertspiegel dargestellt. Unter "Systemhaus D/A/CH" sind hier alle im Rahmen der "Marktoffensive" übernommenen Systemhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengefasst. Firmenwertspiegel
14. LeasingverhältnisseMuM hat Leasingverträge für Büroräume, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Software abgeschlossen. Leasingverträge für Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Software haben in der Regel Laufzeiten zwischen 3 und 5 Jahren, während bei Büroräumen die Laufzeit üblicherweise zwischen 2 und 10 Jahren beträgt. In der folgenden Tabelle sind die Buchwerte der bilanzierten Nutzungsrechte und die Veränderungen während der Berichtsperiode dargestellt: Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Leasingverbindlichkeiten und die Veränderung während der Berichtsperiode:
Entwicklung Nutzungsrechte 2022
Entwicklung Nutzungsrechte 2021
Die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betrugen TEUR 5.880 (Vj 5.813). Die nicht zahlungswirksamen Zugänge von Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten betrugen TEUR 5.672 (Vj 5.554). Die Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist unter der Position "Liquiditätsrisiken" auf der Seite 60 dargestellt. In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:
Der für die Leasingverbindlichkeiten verwendete durchschnittlich gewichtete Grenzfremdkapitalzinssatz beträgt 1,5%. PassivseiteKurzfristige Schulden15. Kurzfristige Bankdarlehen und kurzfristiger Anteil an langfristigen BankdarlehenDiese Position enthält im Wesentlichen Bankdarlehen bei den Hausbanken im In- und Ausland im Rahmen von gewährten Krediten. Sie sind zu einem kleinen Teil durch Forderungsabtretungen besichert. In der Bilanz werden nur solche Bankschulden als kurzfristig ausgewiesen, die auch tatsächlich in den nächsten 12 Monaten getilgt werden müssen. Feste Kreditlinien mit unbestimmter Laufzeit werden dagegen als langfristig ausgewiesen, auch wenn sie (zinsgünstig) kurzfristig refinanziert werden. Damit wird die Fremdfinanzierungs-Struktur klarer dargestellt und der falsche Eindruck vermieden, ein großer Teil der Bankschulden wären kurzfristig zur Tilgung fällig. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und, sofern erforderlich, Barmitteln vorgehalten. Hierzu hat MuM mit verschiedenen in- und ausländischen Banken Kreditverträge mit einem aggregierten Gesamtvolumen von EUR 42,0 Mio (Vj 38,0) abgeschlossen. MuM bezahlt keine Bereitstellungsgebühren auf ungenutzte Kreditlinien. 16. RückstellungenDie Bemessung der Rückstellungen erfolgte unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken und stellt jeweils den erwarteten Auszahlungsbetrag dar. Die Entwicklung der Rückstellungen im abgelaufenen Geschäftsjahr ist aus dem Rückstellungsspiegel zu entnehmen. Rückstellungsspiegel
Die sonstigen langfristigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für die Archivierung. 17. Sonstige kurzfristige SchuldenDiese Position enthält Umsatz- und Lohnsteuerschulden, noch zu zahlende Sozial abgaben sowie passive Rechnungsabgrenzungen. Langfristige Schulden18. Langfristiges FremdkapitalDiese Position enthält die festen, unbesicherten Kreditlinien mit unbestimmter Laufzeit, Gesellschafterdarlehen sowie Bankdarlehen zur Finanzierung von Immobilien, die durch Grundschulden besichert sind. Fremdkapital
Änderungen der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit
19. PensionsrückstellungenDie Pensionsrückstellungen bestehen im Wesentlichen bei der Muttergesellschaft und beziehen sich auf die leistungsorientierten Pläne gegenüber den geschäftsführenden Direktoren der Gesellschaft. Die Versorgungszusage beinhaltet ein betriebliches Altersruhegeld, eine Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall sowie eine Invalidenrente. Die Pensionsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend der laufenden Einmalprämienmethode (Projected Unit Credit Method) nach IAS 19 errechnet. Die Pensionsrückstellung zum Bilanzstichtag beläuft sich auf TEUR 49 (Vj 928). Davon stellt ein Betrag von TEUR 49 (Vj 928) den ermittelten Barwert der nicht über einen Fonds finanzierten leistungsorientierten Verpflichtung dar. Der zum Bilanzstichtag ermittelte Barwert der über einen Fonds finanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen beläuft sich auf TEUR 2.635 (Vj 2.702). Dieser Wert entspricht auch dem beizulegenden Zeitwert des Aktivvermögens zum Bilanzstichtag. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind Erträge aus Aktivvermögen in Höhe von TEUR 20 (Vj 39), Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 29 (Vj 45) sowie ein laufender Dienstzeitaufwand von TEUR 0 (Vj 0) enthalten. Die genannten Aufwendungen und Erträge sind im Personalaufwand und im Finanzergebnis enthalten. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst (siehe Erläuterung zu den Pensionsrückstellungen auf Seite 45). Es wurden Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses in Höhe von TEUR 150 (Vj 150) im Geschäftsjahr ausbezahlt. Die Überleitung auf die Nettoschuld der Pensionsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:
Die zukünftig zu zahlenden Versorgungsleistungen werden wie folgt geschätzt:
Die Versorgungsleistung hat eine durchschnittliche, statistische erwartete Restlaufzeit von 14 Jahren (Vj 15). Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität der Pensionsrückstellungen auf Veränderungen der Parameter:
Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen wurden mit dem gleichen Verfahren durchgeführt, das zur Ermittlung der Pensionsverpflichtung verwendet wurde. Die Sensitivitätsanalysen basieren dabei auf der Änderung einer Annahme, während alle anderen Annahmen unverändert bleiben. Eigenkapital20. Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital der MuM SE setzte sich per 31.12.2022 aus 17.149.052 (Vj 17.149.052) Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von EUR 1,00 pro Aktie zusammen. Das durch die Hauptversammlung vom 9.5.2018 genehmigte Kapital beträgt zum 31.12.2022 TEUR 7.875 (Vj 7.875) und ist bis zum 8.5.2023 befristet. 21. KapitalrücklageDie Entwicklung der Kapitalrücklage ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:
22. Eigene AnteileAm 9.10.2008 hat der Verwaltungsrat der MuM SE beschlossen, ein Aktienrückkaufprogramm zu starten. Im Geschäftsjahr wurden 417.899 MuM-Aktien für TEUR 20.473 erworben, was EUR 48,99 pro Aktie entspricht. Im Vorjahr wurden keine eigenen Aktien erworben. Zur Bedienung der Aktiendividende wurden im Geschäftsjahr 110.142 (Vj 106.467) eigene Aktien für TEUR 5.702 (Vj 6.506) verwendet, was EUR 51,77 (Vj 61,11) pro Aktie entspricht. Für das Mitarbeiteraktiensparprogramm wurden im Geschäftsjahr 19.764 (Vj 17.510) eigene Aktien für TEUR 826 (Vj 1.073) verwendet, was EUR 41,80 (Vj 61,30) pro Aktie entspricht. Der den Mitarbeitern gewährte Rabatt in Höhe von TEUR 165 (Vj 216) wurde als Personalaufwand verbucht (siehe Seite 46). Per Saldo wurde der Bestand im Geschäftsjahr um 287.993 Stück erhöht und TEUR 15.728 investiert. Im Vorjahr hatte sich der Bestand um 123.977 Stück verringert, wofür per Saldo TEUR 2.651 erlöst wurden. Zum 31.12.2022 werden insgesamt 480.921 (Vj 192.928) Stück eigene Anteile gehalten. Das sind 2,80% (Vj 1,13%) des gezeichneten Kapitals. Eigene Anteile werden zu Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 19.853 (Vj 4.126) bewertet, was EUR 41,28 (Vj 21,38) pro Aktie entspricht. Gemäß IFRS werden eigene Aktien bilanziell als eingezogen behandelt und deshalb im Eigenkapital mit ihrem negativen Wert angesetzt. Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung ist nach den Zahlungsströmen aus Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Der Betrag der flüssigen Mittel in der Kapitalflussrechnung stimmt mit dem entsprechenden Gesamtbetrag der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz überein. Diese Position umfasst nur Zahlungsmittel, wie Barmittel und täglich fällige Sichteinlagen sowie Zahlungsmitteläquivalente wie Festgelder und Geldmarktpapiere, die jederzeit in Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und keinen wesentlichen Wertänderungsrisiken in Form von Zinsänderungs- oder Kreditrisiken ausgesetzt sind. Mittelzuflüsse aus dem Erwerb und der Veräußerung konsolidierter Gesellschaften sind im Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit enthalten. Auswirkungen von Wechselkursänderungen werden gesondert gezeigt. Im Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit sind u.a. enthalten:
In den sonstigen zahlungsunwirksamen Erträgen / Aufwendungen sind im Wesentlichen die Veränderungen der Latenten Steuern in Höhe von TEUR 655 (Vj 2.454), die Veränderungen der Umsatzabgrenzung in Höhe von TEUR 1.297 (Vj 659) und Veränderungen des übrigen kumulierten Eigenkapitals in Höhe von TEUR 622 (Vj 399) enthalten. Im Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit sind Ausschüttungen an MuM-Aktionäre in Höhe von TEUR 20.120 (Vj 16.832) enthalten, was EUR 1,20 (Vj 1,00) pro Aktie entspricht. Davon sind TEUR 5.692 (Vj 6.501) als Einzahlung ins Eigenkapital zurückgeflossen, soweit die Option Aktiendividende gewählt wurde. Der Saldo der tatsächlichen Ausschüttungen an MuM-Aktionäre betrug TEUR 14.428 (Vj 10.331). Die flüssigen Mittel unterliegen keinen Verfügungsbeschränkungen. Sonstige AngabenSonstige finanzielle Verpflichtungen und HaftungsverhältnisseDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen resultierten bis zum 31.12.2018 insbesondere aus langfristigen Mietverträgen sowie Leasingverträgen aus Operating Leases. Durch IFRS 16 sind diese seit dem 1.1.2019 als Nutzungsrecht in der Bilanz erfasst. Weitere relevante sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden zum 31.12.2022 nicht. RisikomanagementGrundsätze des RisikomanagementsMuM unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Schulden und geplanten Transaktionen insbesondere Währungs-, Zins-, Liquiditäts-, Kredit- und sonstigen Preisrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Finanzrisiken durch die laufenden operativen und finanzorientierten Aktivitäten zu begrenzen. WährungsrisikenDie Währungskursrisiken resultieren aus Investitionen und operativen Tätigkeiten. Fremdwährungen werden in der Regel nicht gesichert. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern (aufgrund der Änderung von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden) bezüglich einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung des Euro gegenüber allen anderen Fremdwährungen. Alle anderen Variablen bleiben konstant.
ZinsrisikenZinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen dar. Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Eigenkapitals gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Änderung der Zinssätze (aufgrund der Auswirkungen auf variabel verzinsliche Darlehen). Alle anderen Variablen bleiben konstant.
LiquiditätsrisikenAus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zinszahlungen und maximal mögliche Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich: Liquiditätsrisiken 2022
Liquiditätsrisiken 2021
Einbezogen wurden alle Instrumente, die am jeweiligen Stichtag im Bestand waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. Der aus den finanziellen Verbindlichkeiten zukünftig erwartete Mittelabfluss wird durch das operative Geschäft, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die zur Verfügung stehenden Kreditlinien gedeckt. Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzpositionen über. Da die Bilanzpositionen Sonstige Forderungen und Sonstige Verbindlichkeiten sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten (z. B. sonstige Steuerforderungen oder Vorauszahlungen für zukünftig zu erhaltende Leistungen) enthält, dient die Spalte "Nicht finanzielle Vermögenswerte / Verbindlichkeiten" dieser Überleitung. Die Ermittlung des Fair Values erfolgt grundsätzlich auf der Hierarchiestufe 2 unter Berücksichtigung von nicht notierten Preisen oder indirekt abgeleiteten notierten Marktpreisen. Fair Values 2022
Fair Values 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte von nicht börsennotierten Anleihen, Bankdarlehen, Schuldscheindarlehen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve ermittelt. Sonstige PreisrisikenIFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage. Zum 31.12.2022 hatte MuM keine wesentlichen als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten Beteiligungen im Bestand. KreditrisikenMuM schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Alle Kunden, die mit MuM Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass kein wesentliches Ausfallrisiko besteht. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den ausgewiesenen Buchwert begrenzt. Es bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Ausfallrisiken. Bei sonstigen finanziellen Vermögenswerten, wie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente. Den Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen sowie einer Warenkreditversicherung Rechnung getragen. Die Warenkreditversicherung erstattet im Falle eines Forderungsausfalles zwischen 70% und 90% des versicherten Forderungsbestandes. Aufgrund der Kundenstruktur ergibt sich keine Risikokonzentration. KapitalsteuerungVorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung von MuM ist es sicherzustellen, dass zur Unterstützung der Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote aufrechterhalten wird. Hierzu wird eine Eigenkapitalquote von mindestens 30% angestrebt. Darüber hinaus soll der Verschuldungsgrad nicht über dem 3-fachen des EBITDA liegen. Der Verschuldungsgrad lag mit -0,02 (Vj -0,31) und die Eigenkapitalquote mit 45,74% (Vj 57,72%) innerhalb der Ziele. Zur Aufrechterhaltung oder Anpassung der Kapitalstruktur kann der Konzern Anpassungen der Dividendenzahlungen an die Anteilseigner vornehmen oder neue Anteile ausgeben. Zum 31.12.2022 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren vorgenommen. Forschungs- und EntwicklungskostenDie Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Geschäftsjahr TEUR 23.544 (Vj 21.872). Davon sind TEUR 23.044 (Vj 21.372) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und TEUR 500 (Vj 500) unter den sonstigen immateriellen Vermögenswerten aktiviert, da es sich um Entwicklungskosten für individuelle Projekte handelt und die zukünftige wirtschaftliche Nutzenerzielung zuverlässig abgeschätzt werden kann. MitarbeiterDie durchschnittliche Mitarbeiterzahl im Konzern (Vollzeitäquivalent) betrug im Geschäftsjahr 1.031 (Vj 979). VerwaltungsratDer Verwaltungsrat setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Adi Drotleff, Diplom-Informatiker, München (Vorsitzender) Heike Lies, Magister Artium, München, Verwaltungsangestellte (stv. Vorsitzende) Dr. Rupprecht von Bechtolsheim, selbstständiger Rechtsanwalt, München Der Verwaltungsrat setzt sich nach §§ 23, 24 des Gesetzes zur Einführung der Europäischen Gesellschaft i.V.m. § 10 Abs. 1 der Satzung der Mensch und Maschine Software SE aus drei von der Hauptversammlung gewählten Mitgliedern zusammen, die Amtszeit beträgt 5 Jahre. Die letzte Wahl erfolgte am 11. Mai 2021. Geschäftsführende DirektorenAls geschäftsführende Direktoren waren im Geschäftsjahr 2022 bestellt: Adi Drotleff, Diplom-Informatiker, München (Vorsitz) Christoph Aschenbrenner, Diplom-Ingenieur (FH), Eresing (Operative Leitung) verstorben am 22. April 2022 Markus Pech, Betriebswirt (FH), Schrobenhausen (Finanzen) Die Gesellschaft wird gemeinschaftlich durch zwei geschäftsführende Direktoren oder durch einen geschäftsführenden Direktor in Gemeinschaft mit einem Prokuristen gesetzlich vertreten. Herrn Adi Drotleff ist die Einzelvertretungsberechtigung erteilt. In Memoriam: Christoph Aschenbrenner6.5.1961 bis 22.4.2022In über 30 Jahren bei MuM hat der Dipl.-Ing. für Holz- und Kunststofftechnik verschiedene Stationen durchlaufen und wurde ab der Jahrtausendwende ins Management berufen. Auch nach Ernennung zum COO im Jahr 2014 blieb er durch seine stets zugewandte Art ein "Primus inter Pares" für das Leitungsteam. Er wurde während seines Osterurlaubs völlig unerwartet durch plötzlichen Herztod aus dem Leben gerissen. Wir trauern mit seiner Frau und fünf Kindern um einen großartigen Familienvater, Freund, Kollegen und liebenswerten Menschen. Bezüge von geschäftsführenden Direktoren und VerwaltungsratDie Bezüge der geschäftsführenden Direktoren im Geschäftsjahr 2022 betrugen TEUR 1.085 (Vj 1.192). Sie setzten sich zusammen aus fixen Bezügen in Höhe von TEUR 426 (Vj 564), variablen Anteilen in Höhe von TEUR 600 (Vj 558) und unbaren Bezügen in Höhe von TEUR 59 (Vj 70). Die Versorgungsverpflichtung für geschäftsführende Direktoren beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 1.916 (Vj 2.061). Die Bezüge des Verwaltungsrats im Geschäftsjahr 2022 betrugen TEUR 16 (Vj 16). Gebührenvolumen des KonzernabschlussprüfersDas angabepflichtige Gebührenvolumen des Konzernabschlussprüfers gliedert sich wie folgt:
Verwendung des Bilanzgewinnes der Mensch und Maschine Software SEDie Mensch und Maschine Software SE weist zum 31.12.2022 einen Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 26.085 aus. Der Verwaltungsrat wird der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende in Höhe von EURO 1,40 je Aktie vorschlagen. Unter Berücksichtigung der zum 24.2.2023 gehaltenen 480.921 Stück eigene Anteile ergibt sich eine Ausschüttung von TEUR 23.335. Der verbleibende Betrag von TEUR 2.750 wird auf neue Rechnung vorgetragen. Sollte sich die Anzahl der eigenen Anteile bis zur Hauptversammlung am 11.5.2023 noch verändern, wird die Ausschüttungssumme entsprechend angepasst. "Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Mensch und Maschine Software SE: PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der Mensch und Maschine Software SE, Wessling, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung und der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Mensch und Maschine Software SE, Wessling für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Folgende Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft:
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Verwaltungsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Stuttgart, den 6. März 2023 RSM GmbH Behrendt, Wirtschaftsprüferin Riedhammer, Wirtschaftsprüfer Bericht des Verwaltungsrats der Mensch und Maschine Software SE, Wessling, gemäß § 47 Abs. 3 SE-Ausführungsgesetz i.V.m. § 171 Abs. 2 AktGDer Verwaltungsrat erstattet gemäß § 47 Abs. 3 SE-Ausführungsgesetz i.V.m. § 171 Abs. 2 AktG nachfolgenden Bericht an die Hauptversammlung: Der Verwaltungsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach dem Gesetz und der Satzung der Gesellschaft auferlegten Aufgaben wahrgenommen. Er hat die geschäftsführenden Direktoren bei der Führung der Geschäfte des Unternehmens regelmäßig beraten und überwacht. Der Verwaltungsrat wurde in alle für das Unternehmen grundlegenden Entscheidungen eingebunden. Die strategische Ausrichtung des MuM-Konzerns geschah in enger Abstimmung zwischen geschäftsführenden Direktoren und Verwaltungsrat. Die geschäftsführenden Direktoren haben den Verwaltungsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend mündlich und auch schriftlich über die wesentlichen Fragen informiert, die die kurzfristige Planung, den aktuellen Geschäftsverlauf sowie die Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage des MuM-Konzerns betrafen. Auf Basis detaillierter Berichte der geschäftsführenden Direktoren wurden die wesentlichen und für den MuM-Konzern bedeutenden Geschäftsvorfälle eingehend erörtert. Dabei wurde auch auf die Entwicklung der Einzelgesellschaften eingegangen. Abweichungen im Geschäftsverlauf von den Plänen wurden ausführlich diskutiert. Im Geschäftsjahr 2022 fanden insgesamt vier Verwaltungsratssitzungen statt, und zwar am 9. März, 11. Mai, 22. Juli sowie am 18. Oktober 2022. Hierbei waren insbesondere folgende Themen Gegenstand der Diskussion zwischen Verwaltungsrat und geschäftsführendem Direktorium:
Der Verwaltungsrat ließ sich über die Weiterentwicklung des Risikomanagement-Systems berichten; bestehende Risiken und deren Vorsorge wurden von den geschäftsführenden Direktoren erläutert. Der Verwaltungsrat wurde auch zwischen den regulären Sitzungen ausführlich über Vorgänge von besonderer Bedeutung informiert. Aufgrund der Größe des Verwaltungsrats wurden keine Ausschüsse gebildet. Eine Effizienzprüfung der Tätigkeit des Verwaltungsrats wurde nicht gesondert durchgeführt, da Verbesserungsansätze fortlaufend diskutiert und umgesetzt werden. Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nebst Konzernlagebericht wurden von den geschäftsführenden Direktoren aufgestellt und durch die RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Die Vorlagen der geschäftsführenden Direktoren und die Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft lagen allen Mitgliedern des Verwaltungsrats vor. Der Abschlussprüfer nahm an der Bilanzsitzung am 9. März 2023 teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Vorschlag der geschäftsführenden Direktoren zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und erhebt nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen keine Einwendungen. Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss festgestellt und den Konzernabschluss gebilligt und sich dem Vorschlag der geschäftsführenden Direktoren für die Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Der Verwaltungsrat dankt allen Mitarbeitern für ihr Engagement im Geschäftsjahr 2022.
Wessling, im März 2023 Der Verwaltungsrat Adi Drotleff, Vorsitzender |
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