Daldrup & Söhne
Aktiengesellschaft
Grünwald
Jahresabschluss zum 31.12.2022
LAGEBERICHT
für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis 31. Dezember 2022
Wir weisen darauf hin, dass bei Verwendung gerundeter
Beträge oder Prozentangaben aufgrund
kaufmännischer Rundung Rundungsdifferenzen auftreten
können.
A. UNTERNEHMEN -
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT, WETTBEWERBSPOSITION UND
RAHMENBEDINGUNGEN
1. GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Die Daldrup & Söhne AG ist in Deutschland
und in Mitteleuropa ein gefragter und führender
Anbieter von Bohr- und Umweltdienstleistungen. Das
Unternehmen ist in den Geschäftsfeldern Erneuerbare
Energien, Trinkwasser und Rohstoffe tätig. Damit
besetzt der Daldrup-Konzern Geschäftsfelder, die
für nachfolgende Generationen von hoher Relevanz sind.
Das Geschäftsmodell findet im Rahmen der
Energiewende positive Unterstützung durch konkrete
Vorgaben des Gesetzgebers zur Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen. Der Ersatz fossiler
Primärenergieträger bekommt zudem durch die
geopolitischen Auswirkungen des Angriffskrieges Russlands
gegen die Ukraine eine zusätzliche Dringlichkeit
insbesondere für nicht-fossile Alternativen für
die Wärmeerzeugung.
Die Marktposition der Daldrup & Söhne AG als
Bohrdienstleistungsunternehmen und Geothermiespezialist ist
in allen Geschäftsbereichen in den adressierten
Märkten gefestigt. Die Daldrup & Söhne AG
bewegt sich unverändert in einem insgesamt
attraktiven, durch ein hohes Nachfrageniveau
gekennzeichneten Umfeld. Das aktuelle und für Daldrup
& Söhne AG relevante Nachfrageniveau wird mit rund
203 Mio. € beziffert. Im Rahmen geothermischer
Projekte bietet das Unternehmen mit seinen Bohrgeräten
und dem bohrtechnischen Know-how elementare
Leistungsbestandteile für die Nutzbarmachung
geothermischer Energie in Wärme- und Stromprojekten.
Beteiligungen an Geothermie-Heizwerken oder an Kraftwerken
werden über Minderheitsbeteiligungen nur in
Einzelfällen angestrebt, sofern sie der
mittelständischen Ausrichtung und
Größenordnung des Daldrup-Konzerns entsprechen.
ANBIETER VON BOHRDIENSTLEISTUNGEN
Daldrup erbringt umfangreiche bohr- und
umwelttechnische Dienstleistungen für zahlreiche
Kunden aus Industrie, Versorger, kommunale/ staatliche
Stellen sowie Privatkunden.
GEOTHERMIE: EINE ERNEUERBARE,
UNERSCHÖPFLICHE ENERGIEQUELLE
Im Geschäftsbereich Geothermie werden
Bohrdienstleistungen sowohl für die
oberflächennahe Geothermie für Bohrtiefen bis zu
400 Metern, die mitteltiefe Geothermie und die tiefe
Geothermie mit Bohrtiefen von bis zu 6.000 Metern erbracht,
um die über Bohrungen zugängliche Erdwärme
für die Strom- und/oder Wärmegewinnung nutzbar zu
machen. Dieser Geschäftsbereich verfügt in der
Strom-, aber vor allem in der Wärmeerzeugung als
bisher kleinster Bestandteil der Erneuerbaren Energien im
Gesamtenergiemix über einen intakten Auslastungspfad,
mit unseres Erachtens guter Wachstumsperspektive.
Tätigkeitsschwerpunkte der Daldrup &
Söhne AG im Inland liegen unverändert in den
geologischen Schwerpunktregionen für geothermische
Energieerschließung: im bayerischen Molassebecken
rund um die Stadt München, am Oberrheingraben sowie in
der norddeutschen Tiefebene. In Europa konzentrierten sich
die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2022
insbesondere auf Deutschland und die Schweiz. Allgemein
richtet die Daldrup & Söhne AG ihre
Aktivitäten in Mitteleuropa an Standorten mit
geothermischem Potenzial und entsprechenden
Absatzmöglichkeiten für Strom und Wärme aus.
Dazu gehören neben der DACH-Region die Benelux-Staaten
und Italien.
Die wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten der
Geothermie zur Wärme- und Kälteversorgung sind
vor allem für die Wohnungswirtschaft, sowohl bei
Neubauvorhaben als auch bei der energetischen
Gebäudesanierung-, die Nah- und
Fernwärmeversorgung sowie gewerbliche Anwendungen der
Wärmenutzung wie Akquiferspeicher, in
Gewächshäusern, Fischzuchten, Trocknungsprozessen
etc. wirtschaftlich interessant. Eine
wärmegeführte Nutzung bietet sich bei
Lagerstätten an, die Thermalwassertemperaturen von
unter 110 °C aufweisen und die in der Regel Bohrtiefen
von 1.000 Metern bis 3.000 Metern erforderlich machen. In
Deutschland ist zudem der gesetzliche Rahmen für die
Förderung der Wärmenutzung aus Erneuerbaren
Energien in den letzten Jahren stetig erweitert und
verbessert worden. Benachbarte Länder wie die
Niederlande oder die Schweiz gehen vergleichbare Wege, um
bestehende Abhängigkeiten von fossilen
Energieträgern abzubauen und die
Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) zu reduzieren.
Tiefenbohrungen bis in 6.000 Meter Tiefe stellen
immer große Anforderungen an die Planung im Vorfeld
und in der Bohrphase zwischen den Beschäftigten, der
Technik und den Zulieferern. Daldrup hat über 50
solcher Bohrungen für tiefe Geothermieprojekte
niedergebracht. Im Laufe der Firmengeschichte hat die
Daldrup & Söhne AG insgesamt mehr als 10.000
Bohrungen erfolgreich in unterschiedlichen geologischen
Formationen ausgeführt. Der Anteil des
Geschäftsbereichs Geothermie am Umsatz des Jahres 2022
der Daldrup & Söhne AG erreichte 16 % (Vorjahr: 73
%).
ALTERNATIVE RISK TRANSFER-KONZEPT
(ART-KONZEPT)
Die Daldrup & Söhne AG hat gemeinsam mit
namhaften Partnern der Versicherungswirtschaft ein
inzwischen mehrfach erfolgreich umgesetztes Konzept zur
Absicherung von Fündigkeitsrisiken bei der Erstellung
von Tiefengeothermieprojekten entwickelt. Dieses exklusiv
für die Kunden der Daldrup & Söhne AG zur
Verfügung stehende Absicherungskonzept ermöglicht
in vielen Fällen für mittelständische Kunden
erst geothermische Bohr- und Energieprojekte, da mit dem
Absicherungskonzept die Finanzierung von
Geothermieprojekten mit einem hohen Fremdkapitalanteil von
Seiten der Banken begleitet werden können. Damit sind
Geothermiebohrungen für Projektentwickler und
Investoren bereits von Beginn an über Kreditinstitute
finanzierbar. Daldrup tritt dabei weder als Finanzierer
noch als Versicherer auf. Die Fündigkeitsrisiken
werden von Dritten getragen. Das ART-Konzept ist ein
Schlüsselinstrument der Kunden- und Projektakquise in
Mitteleuropa und bildet im Segment tiefe Geothermie
unverändert ein Alleinstellungsmerkmal des
Daldrup-Konzerns.
ROHSTOFFE & EXPLORATION
Im Geschäftsbereich Rohstoffe & Exploration
dienen die von der Daldrup & Söhne AG
ausgeführten Bohrungen der Exploration und dem
Aufschluss der Lagerstätten fossiler
Energieträger sowie mineralischer Rohstoffe und Erze.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden Arbeiten zur Erkundung
und Sicherung des Baugrundes in Bergbaugebieten.
Unter diesen Geschäftsbereich fielen im
Geschäftsjahr 2022 zum Beispiel unsere
Bohrtätigkeiten für die Nagra, die Nationale
Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver
Abfälle. Der Anteil dieses Geschäftsbereiches am
Umsatz der Daldrup & Söhne AG im Jahr 2022 belief
sich auf 62 % (Vorjahr: 21 %).
WASSERGEWINNUNG
Der Geschäftsbereich Wassergewinnung bildet den
unternehmerischen Ursprung der Daldrup & Söhne AG.
Er umfasst den Brunnenbau zur Gewinnung von Trink-,
Brauch-, Heil-, Mineral-, Kesselspeise- oder
Kühlwasser sowie Thermalsole. Neben der eigentlichen
Bohrleistung kommt es bei der Wassergewinnung auf spezielle
Techniken an, von der Edelstahl-Verrohrung zur
Förderung von Trink- und Heilwasser über den
professionellen Ausbau von Brunnenanlagen bis zur Montage
moderner Filter- und Pumpenanlagen. Der
Geschäftsbereich Wassergewinnung repräsentierte
14 % (Vorjahr: 4 %) des Umsatzes der Daldrup &
Söhne AG im Berichtsjahr.
ENVIRONMENT, DEVELOPMENT, SERVICE
Der Geschäftsbereich Environment, Development,
Service (EDS) umfasst spezielle umwelttechnische
Dienstleistungen wie etwa die hydraulische Sanierung von
kontaminierten Standorten, die Errichtung von
Gas-Absaugbrunnen zur Gewinnung von Deponiegas, die
Erstellung von Grundwassergüte-Messstellen oder die
Errichtung von Wasserreinigungsanlagen. Der
Geschäftsbereich EDS erwirtschaftete im
Geschäftsjahr 2022 einen Anteil von 8 % (Vorjahr: 2 %)
am Umsatz der Daldrup & Söhne AG.
Die Erfahrungen aus den vier Geschäftsbereichen
stärken und sichern täglich die Weiterentwicklung
des Bohr-Know-hows. Im Durchschnitt des Jahres 2022 wurden
nahezu unverändert 102 Mitarbeiter/innen (Vorjahr:
104) von der Daldrup & Söhne AG beschäftigt.
Projektbedingt kommen bei Bedarf weitere Mitarbeiter/innen
hinzu, welche der Daldrup & Söhne AG und ihren
Tochtergesellschaften durch konzernfremde
Personaldienstleister flexibel und auf Anfrage zur
Verfügung gestellt werden.
2. MARKT, WETTBEWERB UND
KUNDENVERBINDUNGEN
GEOTHERMISCHE ENERGIE IST
UNERSCHÖPFLICH
Geothermische Energie ist die unterhalb der festen
Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Es
ist inzwischen allgemein anerkannt, dass diese
Energiequelle unerschöpflich ist. Sie steigt
grundsätzlich mit zunehmender Bohrtiefe an. Dieser
sogenannte geothermische Gradient liegt in Deutschland im
Mittel bei 3 °C pro 100 Meter. Geologen gehen davon
aus, dass im Erdkern Temperaturen von etwa 5.000 °C bis
7.000 °C bestehen. Diese in der Erde gespeicherte
Wärme ist nach menschlichen Maßstäben
unerschöpflich, da aus dem Innern unseres Planeten ein
ständiger Strom von Energie, der sogenannte
terrestrische Wärmestrom, an die Oberfläche
steigt. Damit ist die Geothermie eine regenerative
Energiequelle.
Der Tiefenbereich zwischen 400 Metern und 1.500
Metern mit Temperaturen von 20 °C bis 60 °C wird
als mitteltiefe Geothermie bezeichnet. Dieser Bereich ist
besonders für die Energiespeicherung von
größerem Interesse. Ab Temperaturen von 60
°C, d. h. ab Tiefen von 1.000 Metern bis 1.500 Metern,
ist eine direkte Nutzung der Erdwärme ohne
Temperaturanhebung (durch Wärmepumpen,
Wärmetransformation) insbesondere als Nah- und
Fernwärme möglich.
Im Rahmen der tiefen Geothermie erfolgt die
Energiebereitstellung in der Regel über die sogenannte
Fluidförderung. Realisiert wird meist ein
Thermalwasserkreislauf durch eine mittels Tiefenbohrungen
erstellte geothermische Dublette, bestehend aus einer
Förder- und einer Injektionsbohrung. Angetrieben wird
der Thermalwasserkreislauf durch eine Förderpumpe und
(falls notwendig) durch zusätzliche Injektionspumpen.
Mit der tiefen Geothermie kann neben Wärme ab einem
Temperaturniveau von ca. 120 °C durch ein thermisches
Kraftwerk - auch in einem parallelen Prozess -Strom
produziert werden. Im Gegensatz zu der nur fluktuierend zur
Verfügung stehenden Energie aus Wind und Sonne kann
die Energie kontinuierlich und geregelt erzeugt werden und
ist damit grundlastfähig und unabhängig von
Tages- und Jahresgang.
Vorteile geothermischer Energie sind die
klimafreundliche, kohlendioxidarme Erzeugung von
Elektrizität und Wärme
Die Geothermie ist in Deutschland ein mit insgesamt
guten Perspektiven ausgestatteter Nischenmarkt. In
Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbandes Geothermie
(BVG) im Jahr 2022 eine elektrische Leistung von 46 MW
(Vorjahr: 40,5 MW) durch tiefengeothermische Kraftwerke
installiert. Es befinden sich 42 (Vorjahr: 38)
überwiegend hydrothermale Tiefengeothermiekraftwerke
in Betrieb. Neben der elektrischen Leistung erzeugen sie
eine thermische Leistung von 417 MW (Vorjahr: 349,7 MW).
Die durchschnittliche Teufe beträgt circa 2.500 m.
Anders als die Tiefengeothermie hat die
oberflächennahe Geothermie bereits eine
größere Marktdurchdringung erreicht. Der BVG
schätzt, dass über 470.000 (Vorjahr: rund
420.000) Anlagen (z. B. als Erdwärmesonden oder
-kollektoren in Verbindung mit Wärmepumpen) in Betrieb
sind und ca. 4.700 MW bereitstellen.
Insgesamt hat geothermische Energienutzung ein
signifikantes Potenzial, mit dem sich der Energiebedarf
Deutschlands rechnerisch um ein Vielfaches decken
ließe. Derzeit ist die Stromerzeugung mittels tiefer
Geothermie allerdings noch teurer als vergleichbare
regenerative Energiequellen. Die Produktion geothermischer
Wärme hingegen ist bereits heute wirtschaftlich und
ohne Subventionierung für die Nah- und
Fernwärmeversorgung sowie für das Heizen von
Gebäuden in der Breite attraktiv.
Mit der gewonnenen geothermischen Wärme
können über einen Großteil (mehr als 8.000
Stunden = 91 %) des Jahres zuverlässig Wärme
für Wohnungen, Fernwärmenetze, öffentliche
Gebäude oder Prozesswärme für Industrie und
Gewerbe bereitgestellt werden. Der BVG geht
gemäß einer Studie von Fraunhofer-Gesellschaft
und der Helmholtz-Gemeinschaft davon aus, dass tiefe
Geothermie mehr als ein Viertel des jährlichen
deutschen Wärmebedarfes (über 300 TWh) abdecken
könnte.
Reine Wärmeprojekte sind aus finanzieller Sicht in
erster Linie Nah- bzw. Fernwärmeprojekte, da die
Investitionskosten der Bohrungen und der Anlagentechnik
(Heizwerk) im Gegensatz zu den Investitionen für
elektrische Energie aus Geothermie relativ gering sind. Die
meist bereits vorhandenen Fern- und Nahwärmenetze sind
überwiegend in kommunaler Hand oder in der Hand
großer Infrastrukturgesellschaften. Das Potenzial
sowohl für eine erweiterte Nutzung geothermischer
Energie zur Wärmeversorgung als auch für eine
Reduzierung von THG-Emissionen ist enorm. Laut
Umweltbundesamt werden durch geothermische Anlagen pro Jahr
bisher knapp 1 Million Tonnen CO
2 eingespart.
EHRGEIZIGE ZIELE FÜR DEN
KLIMASCHUTZ - MASSNAHMEN ZUR DEKARBONISIERUNG ZUR
BEGRENZUNG DER ERDERWÄRMUNG LENKEN VERMEHRT DAS
WIRTSCHAFTLICHE HANDELN
Deutschland und die EU haben sich zu ehrgeizigen
Klimazielen verpflichtet. Als Beitrag zur Erreichung des
Ziels des Pariser Klimaabkommens, die globale
Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen,
hat die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben im Jahr
2021 verschärft und das Ziel der
Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bereits
bis 2030 sollen die Emissionen um 65 % gegenüber 1990
sinken. Auch auf EU-Ebene wurde mit dem Europäischen
Klimagesetz im Rahmen des Green Deal das Ziel einer
klimaneutralen EU bis 2050 festgezurrt.
Das novellierte Klimaschutzgesetz zielt im
Gebäudesektor vor allem auf die Reduktion der
THG-Emissionen aus der fossilen Wärmebereitstellung
durch eine Verbesserung der Förderung im Bereich
Energieeffizienz und Erneuerbarer Wärme. Dabei bieten
die Raumwärme und Warmwasserbereitung in
Wohngebäuden mit einem Anteil von über zwei
Drittel das höchste Reduktionspotenzial.
Der Ausbau geothermisch gespeister Wärmenetze
stellt eine Option dar, die schneller umgesetzt werden kann
als die energetische Sanierung von Altbauten und die
Errichtung von Neubauten, bei denen über eine
höhere Energieeffizienz ein geringerer
Wärmeverbrauch erreicht wird. Die Daldrup &
Söhne AG ist an solchen Wärmeprojekten mit ihren
Bohrdienstleistungen beispielsweise für die Stadtwerke
München, die Stadtwerke Schwerin sowie für die
Stadt Frankfurt regelmäßig beteiligt.
GEOTHERMIE IST FÜR DIE
WÄRMEGRUNDLAST ERSTE WAHL
Ohne eine Wärmewende, also ein Umstieg auf
Erneuerbare Energiequellen im Wärmesektor, ist die
Energiewende nicht umsetzbar. Denn der Anteil von
Wärme und Kälte am Endenergieverbrauch lag in
Deutschland im Jahr 2020 bei 52,1 %, während der
Nettostromverbrauch nur 21,4 % ausmachte. Es wird also rund
zweieinhalbmal mehr Energie für Wärme als
für Strom benötigt. Mit der Dekarbonisierung der
Wärme- und Kälteerzeugung liegt die
größte Aufgabe der Energiewende noch vor der
Staatengemeinschaft. Zumal der Anteil der Erneuerbaren
Energien an der Wärmebereitstellung in Deutschland
erst bei rund 17 % liegt. Aus welchen Energieträgern
sich letztere zusammensetzen, zeigt die Abbildung
"Erneuerbare Energie für Wärme und Kälte
2022". Anders als bei der Stromproduktion aus Geothermie
(2022: 0,2 Mrd. kWh, entspricht etwa 0,1 % der erneuerbar
erzeugten Strommenge) gewann die Wärmebereitstellung
aus Umweltwärme und Geothermie im Jahr 2022 deutlich
an Bedeutung und lag mit 22,0 Mrd. kWh deutliche 13 %
über dem Niveau des Vorjahres (19,5 Mrd. kWh).
Insgesamt werden etwa 11 % der Erneuerbaren Wärme aus
Geothermie und Umweltwärme gewonnen, im Jahr 2000 lag
der Anteil bei unter 4 %.
Beim Stromverbrauch liegt der Anteil der Erneuerbaren
Energien nach über 20 Jahren EEG bei 46,2 %. Insgesamt
beträgt im Jahr 2022 der regenerative Anteil am
Endenergieverbrauch 20,4 % und erreicht damit gerade einmal
ein Fünftel am Verbrauch.
GEOTHERMIE IST EINE DER KLIMA- UND
UMWELTFREUNDLICHSTEN TECHNOLOGIEN
Erneuerbare Wärme wird in Deutschland bisher
überwiegend aus Holz, biogenen Abfällen und
Biogas gewonnen. Ähnlich wie bei der Verfeuerung
fossiler Brennstoffe entstehen dabei sowohl
gesundheitsschädliche Emissionen, in erster Linie
Feinstaub und Stickoxide, als auch THG-Emissionen.
Auch aus Gründen des hohen Flächenbedarfs
und der Landnutzungskonkurrenz ist ein Ausbau der
Verwendung dieser Input-Brennstoffe wenig wahrscheinlich.
Aufgrund der wetterbedingten Abhängigkeit ist mit
Solarthermie eine ganzjährige Bereitstellung der
Wärmegrundlast nicht realisierbar. Dass die Geothermie
eine der klima- und umweltfreundlichsten Technologien zur
Wärmebereitstellung ist und Ausbaupotenzial hat, haben
wir an dieser Stelle mehrfach gezeigt.
Fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und
Erdgas können in vielen Bereichen der
Wärmeerzeugung durch Geothermie substituiert werden.
Als Beispiel ist die Stadt München zu nennen, die bis
2035 als erste deutsche Großstadt 100 % der
Fernwärme aus Erneuerbaren Energien bereitstellen will
- die tiefe Geothermie spielt dabei aufgrund der
günstigen geologischen Untergrundbedingungen eine
zentrale Rolle. In der Norddeutschen Tiefebene gehen einige
Großstädte wie Hamburg einen ähnlichen Weg.
FÖRDERRAHMEN WIRD AUSGEWEITET UND
ATTRAKTIVER GESTALTET
Mit dem umfassenden Maßnahmenprogramm des
Klimaschutzprogramms 2030 werden Anreize geschaffen, den
Ausstoß von klimaschädlichen THG zu verringern.
Die einzelnen Maßnahmen werden Schritt für
Schritt mit Gesetzen und Förderprogrammen mit dem
Fokus u. a. auf den Sektor Gebäude umgesetzt. Dazu
zählt zum Beispiel neben dem EEG die Förderung
der Herstellung von Anlagen der tiefen Geothermie zur
Strom- und/oder Wärmeerzeugung u. a. durch das
Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die
Bundesförderung für effiziente Gebäude
(BEG). Weitere Programme auch im Rahmen der
Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der
Europäischen Kommission zielen auf Förderungen
von regenerativer Wärme als Schlüssel für
die beschleunigte Dekarbonisierung des Energiesystems. Im
Bereich der tiefen Geothermie spielt zudem die
Forschungsförderung eine wichtige Rolle. Weitere
Informationen dazu sind im Kapitel 5 "Forschung und
Entwicklung" aufgeführt.
ERKUNDUNGSBOHRUNGEN FÜR DIE
ENDLAGERSUCHE EIN WICHTIGER MARKT
Die Daldrup & Söhne AG hat im Berichtsjahr
erfolgreich die Arbeit für die schweizerische Nagra,
die Nationale Genossenschaft für die Lagerung
radioaktiver Abfälle, mit einer letzten
Erkundungsbohrung beendet. Die Nagra sucht einen geeigneten
Standort für ein geologisches Tiefenlager für
radioaktive Abfälle in der Schweiz. Die Bohrungen
dienten dazu, das geologische Gesamtbild der potenziellen
Standortregionen zu vervollständigen und so die Wahl
des sichersten Standorts für ein Tiefenlager zu
ermöglichen. Für die deutsche Bundesgesellschaft
für Endlagerung mbH (BGE), die vor einer
ähnlichen Aufgabe steht, hat Daldrup als
Bohrdienstleister bereits bohrtechnische Erkundungen
ausgeführt. Generell sind diese Bohrungen durch ihre
Komplexität und ihren hohen wissenschaftlichen
Standard charakterisiert, die zur Gewinnung von Daten auf
dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik als
Entscheidungsgrundlagen dienen.
Für weitere Erläuterungen zu den
Plänen der BGE verweisen wir auf den
Geschäftsbericht 2020. Die Daldrup & Söhne AG
verfügt über exakt die Kenntnisse und
Erfahrungen, die dieser Markt erfordert. Daldrup ist eines
der wenigen Unternehmen in Europa, das in hochwertiger
Qualität Tief- und Kernbohrtechnik kombinieren kann.
Für uns öffnet sich mit Spezialbohrungen rund um
die Endlagersuche ein neues, attraktives Marktsegment in
dem Geschäftsfeld Rohstoffe & Exploration.
WETTBEWERBSINTENSIVER
GEOTHERMIEMARKT
Der Geothermie-Markt ist gekennzeichnet durch die
eingeschränkte Verfügbarkeit von qualifizierten
Bohrkapazitäten von Unternehmen mit ausreichender
Bohrerfahrung im Geothermiesektor. Die
Ausbaumöglichkeiten sind damit zumindest kurz- bis
mittelfristig begrenzt. Auch die limitierte Anzahl an
Bohrrechten in Deutschland begrenzen den Markt. Stabile
Bohrpreise bei bisweilen jedoch hoher
Wettbewerbsintensität sind die Folge. Der Wettbewerb
im Bereich der Tiefengeothermiebohrungen ist
überwiegend durch mittelständische
Unternehmensstrukturen und national eingehegte
Tätigkeitsschwerpunkte geprägt. Neben den wenigen
spezialisierten Geothermiebohrunternehmen nehmen auch
Bohrunternehmen, die primär im Öl- und
Gasgeschäft tätig sind, vereinzelt an
Ausschreibungen von Geothermieprojekten teil. In Zeiten
hoher Rohölpreise ist dieser Wettbewerb aber nicht am
Markt aktiv.
Der Marktzugang ist gekennzeichnet von hohen
technischen, finanziellen und zunehmend behördlichen
wie administrativen Markteintrittsbarrieren. Daldrup
begegnet diesem Wettbewerbsumfeld mit seinem
langjährigen Know-how, marktgerechten Preisen,
erfahrenen Bohrteams und einem qualitativ hohen
Leistungsniveau für die Planung und Ausführung
der von Kunden beauftragten Projekte. Die gute
Wettbewerbsposition der Daldrup & Söhne AG leitet
sich ab aus:
Die guten Beziehungen zu unseren Kunden in den
Kundensegmenten privatwirtschaftliche Unternehmen und
Kommunen bestehen zum Teil seit Jahrzehnten. Analog zum
Vorjahr haben wir in den vergangenen zwölf Monaten
Geschäftsbeziehungen zu neuen Kunden aus den
vorgenannten Segmenten sowie zu Investoren für
größere Geothermieprojekte aufgebaut.
Projekte der tiefen- und mitteltiefen Geothermie
werden in der Regel europaweit ausgeschrieben. Damit
unterliegen sie neben hohen technischen und qualitativen
Anforderungen auch einem mitunter hohen preislichen
Wettbewerb. Das Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden
ist gewachsen. Nach Ansicht des Vorstands der Daldrup &
Söhne AG markieren ein ausgeweiteter staatlicher
Förderrahmen, örtliche Energieinitiativen in
überwiegend urbanem Umfeld und ein heute bereits
subventionsfreier Betrieb von Wärmeerzeugungsanlagen
sowie anspruchsvolle Erkundungsbohrungen ein
grundsätzlich intaktes Branchenumfeld für die
Daldrup & Söhne AG. Zudem sorgt die
Börsennotierung für ein hohes Maß an
Transparenz für unsere Kunden, Lieferanten,
Finanzinstitute und Aktionäre.
3. STRATEGIE, ZIELE UND
UNTERNEHMENSSTEUERUNG
Zweck der Daldrup & Söhne AG als
Muttergesellschaft des Daldrup-Konzerns ist insbesondere
die Planung und die Erstellung von Bohrungen für die
genannten Geschäftsfelder sowie die Unterstützung
unserer Kunden bei ihren teils anspruchsvollen Bohr- und
Projektvorhaben. Dieses erfüllt die Daldrup &
Söhne AG mit dem eigenen, umfangreichen
Bohrgerätepark, den angestellten Bohrteams, der
Unterstützung von konzernexternen Fach- und
Arbeitskräften sowie dem jahrzehntelangen
Erfahrungsschatz zu Geothermie- und Spezialbohrungen.
Kommunen, Unternehmen und Verbraucher in Europa fragen
dieses Know-how nach, um zum einen konkurrenzfähigen
und unabhängigen Zugang zu klimafreundlichen,
geothermischen Energiequellen als Alternative zu den
fossilen Primärenergieträgern aufzubauen und zum
anderen, um geologische Formationen für die sichere
Lagerung von atomaren Abfällen erkunden zu
können. Die Daldrup & Söhne AG will in diesen
Geschäftsfeldern nachhaltig wachsen und die
führende Marktstellung in Deutschland und Europa als
erfahrener Bohrtechnik- und Geothermiespezialist weiter
ausbauen. Dabei liegt kurz- und mittelfristig der Fokus auf
dem operativen Bohrgeschäft und hochwertigen
Bohrdienstleistungen. Ein limitierender Faktor ist aber der
geschilderte Facharbeitermangel.
Flankiert durch die aktuelle energiepolitische
Situation - ausgelöst durch den russischen
Angriffskrieg in der Ukraine, den Klimawandel und den
politischen Reaktionen sowie Maßnahmen hierauf -
sieht das Unternehmen insgesamt ein hohes Marktpotenzial.
In diesem Marktumfeld will das Unternehmen organisch
wachsen. In diesem Zusammenhang sind aber auch
Kooperationen mit oder Übernahmen von Wettbewerbern
denkbar.
Zudem will sich das Unternehmen an wirtschaftlich
sinnvollen geothermischen Wärmeprojekten mit
regionalem, dezentralem Charakter als
Minderheitsgesellschafter beteiligen. Für solche
Beteiligungen kommen insbesondere geothermische Heizwerke
und auch Kraftwerke in mittelständisch geprägten
Größenordnungen in Ländern mit einem
stabilen wirtschaftlichen und politischen Umfeld in Frage.
So könnten zu den tendenziell volatileren Einnahmen
aus dem projektgetriebenen Bohrgeschäft konstantere
Erlöse aus dem Verkauf von Wärme und Strom
erzielt werden.
Zur Fortentwicklung des Konzerns wird der verfolgte
Strategieprozess in vertrieblicher,
projektorganisatorischer und finanzwirtschaftlicher
Hinsicht weiter vorangetrieben. Der Strategieprozess hat
betriebswirtschaftlich zum Ziel, eine nachhaltig
verbesserte Finanz- und Ertragskraft der Daldrup-Gruppe
herzustellen und die Projektrisiken deutlich zu verringern.
Zu diesem Zweck wird die Daldrup & Söhne AG in den
Jahren 2023 und 2024 die Digitalisierung weiter
vorantreiben. Im Jahr 2022 wurde u. a. mit einem
EDV-Projekt begonnen, um betehende EDV-Systeme durch ein
Management-Informationssystem sinnvoll zu ergänzen,
auch um für weitere technische Entwicklungen in der
Zukunft gerüstet zu sein. Mit einer entsprechenden
wirtschaftlichen Stabilität kann die Daldrup &
Söhne AG in einem stabilen wirtschaftlichen Umfeld an
dem strukturellen Wachstumsmarkt "Erzeugung geothermischer
Wärme" und den weiteren beschriebenen Zukunftsthemen
in Mitteleuropa erfolgreich und profitabel partizipieren.
4. BETEILIGUNGEN
Die Beteiligungen sind in den Regionen Schweiz und
Österreich sowie Benelux operativ tätig. Sie
sondieren die regionalen Märkte und betreiben mitunter
das operative Bohrgeschäft in den genannten Regionen.
Darüber hinaus sind strategische Kooperationen
für die gezielte Bearbeitung von Marktnischen denkbar.
Die Daldrup & Söhne AG hält zum
31.12.2022 die folgenden direkten und indirekten operativ
tätigen, wesentlichen Beteiligungen:
Daldrup Bohrtechnik AG, 6023 Rothenburg
(Schweiz)
Die Daldrup Bohrtechnik AG agiert operativ
eigenständig in einem interessanten Schweizer Markt
mit Potenzial in der Geothermie. Geschäftsverbindungen
und Kontakte zu wichtigen Kundenkontakten bestehen teils
langjährig. Neben Bohrungen zur Exploration und
Aufsuchung von Erdwärme sind insbesondere Sonder- und
Erkundungsbohrungen z. B. zur Solegewinnung und
Tiefenlagerfindung nachgefragt. Die Abarbeitung der
Aufträge wird bei der Daldrup & Söhne AG
beauftragt.
GERF - Geothermal Energy Realisation
and Financing B.V., 2675 BR Honselersdijk
(Niederlande)
Die Nutzung der Erdwärme als ressourcenschonende
Energiequelle erfährt eine hohe Akzeptanz bei den
großen Gewächshausbetreibern (Gemüse-,
Blumen-, Pflanzenanbau) in den Niederlanden. Das
niederländische Wirtschaftsministerium und die
Regionalprovinzen unterstützen diese Entwicklung mit
einem Zuschussprogramm für Investitionen in autarke
Geothermieheizwerke. Daher ist Daldrup bereits seit dem
Jahr 2011 mit dieser Repräsentanz in den Niederlanden
aktiv.
Daldrup Wassertechnik GmbH, 59387
Ascheberg
Die Daldrup & Söhne AG hält sich weiter
die Möglichkeit offen, die
Geschäftsaktivitäten rund um die Wassergewinnung
in die Daldrup Wassertechnik GmbH auszulagern. Derzeit
ruhen entsprechende Pläne. Die Mitarbeiter der
Gesellschaft sind daher im Wesentlichen für die
Daldrup & Söhne AG tätig.
D&S Geothermie GmbH, 82031
Grünwald
Nach der Veräußerung des
Geysir-Teilkonzerns in den Jahren 2019/2020 ist die
Gesellschaft bereit, die Funktion einer Zwischenholding
für Projektgesellschaften mit mittelständischen
Geothermie-Projekten zu übernehmen.
5. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Die Daldrup & Söhne AG sieht sich
unverändert als technologischer Vorreiter in der
Tiefengeothermie und will sich perspektivisch auch den
technischen Herausforderungen der petrothermalen
Geothermie/ der Enhanced Geothermal Systems stellen. Laut
Angaben des Bundesverbands Geothermie soll zukünftig
verstärkt die Nutzung zur Wärme- und
Kälteversorgung ausgebaut sowie saisonale
Wärmespeicher initiiert werden. Forschungsprojekte
sollen in erster Linie dazu beitragen, innovative
Ansätze zu fördern, Risiken und Kosten zu
reduzieren, Speichermöglichkeiten zu schaffen sowie
Bekanntheit und Akzeptanz dieser Form von Erneuerbarer
Energie zu steigern. Das Energieforschungsprogramm der
Bundesregierung, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das
Gebäude-Energien-Gesetz (GEG), die
Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) und die
Bundesförderung Effiziente Wärmenetze (BEW)
bilden dafür den politischen Rahmen.
Die Weiterentwicklung des Technologiefeldes
Geothermie ist nicht auf den nationalen Markt
beschränkt, sondern bietet ein weites
Betätigungsfeld auch im internationalen Kontext.
Generell werden im Bereich der Tiefengeothermie drei Arten
der Wärmeentnahme aus dem Untergrund unterschieden:
6. ÜBERBLICK ÜBER DIE
WIRTSCHAFTLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN UND DEN
GESCHÄFTSVERLAUF
In den Mitte März 2023 vorgelegten Kieler
Konjunkturberichten geht das IfW Kiel für die
Weltwirtschaft für das Berichtsjahr von einem
gebremsten Zuwachs in Höhe von 2,5 % (Vorjahr: 3,2 %)
aus. Die Erholung der Weltwirtschaft von den Auswirkungen
der Corona-Pandemie ist laut IfW unter dem Eindruck hoher
Energiepreise und großer geopolitischer Unsicherheit
sehr verhalten ausgefallen. Bremsend wirkte in Reaktion auf
die hohe Inflation mehr und mehr auch die Geldpolitik, die
ausgesprochen rasch gestrafft wurde. Die chinesische
Wirtschaft litt unter den restriktiven Maßnahmen zur
Eindämmung der Corona-Pandemie, die erst im Dezember
beendet wurden. Im Euroraum waren die Auftriebskräfte
bis zum Schlussquartal 2022 laut der Experten offenbar
stark genug, um trotz der zwischenzeitlich extrem hohen
Energiepreise und des damit verbundenen Kaufkraftentzugs
das befürchtete Schrumpfen der Wirtschaftsleistung
abzuwenden. Das IfW geht für das Jahr 2022 für
den europäischen Währungsraum von einer
Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,5 %
(Vorjahr: 5,3 %) aus. Für Deutschland wird eine
Wachstumsrate von 1,8 % (Vorjahr: 2,6 %) von den
Konjunkturexperten erwartet.
NACHFRAGE NACH GEOTHERMIEPROJEKTEN
EUROPAWEIT ROBUST
Die Nachfrage nach Projekten für die Nutzung
geothermischer Energie für die Strom- und
Wärmeversorgung verlief in Mitteleuropa nach
Einschätzung der Daldrup & Söhne AG in den
letzten Quartalen solide. Neben dem Anreiz, die
Energieversorgung insbesondere im Wärmesektor zu
dekarbonisieren, ist mit dem Krieg Russlands gegen die
Ukraine die massive Abhängigkeit Deutschlands und
weiterer EU-Länder von leitungsgebundenem Erdgas
deutlich geworden. Das hat zwei wesentliche Effekte. Zum
einen zieht die Nachfrage nach grundlastfähigen,
klimafreundlichen Energiequellen heimischen Ursprungs wie
der Geothermie deutlich an. Zum anderen verbessern sich die
Wirtschaftlichkeitsrechnungen von Geothermieprojekten mit
dem deutlich gestiegenen Energiepreisniveau fossiler
Träger, und zwar für Elektrizität wie auch
für die Wärme. Die Regierungen und die
EU-Kommission zeigen sich ferner bemüht, die
Förderbedingungen für Geothermie zu verbessern
und somit für Kommunen und Investoren wichtige Anreize
und sichere Rahmenbedingungen zu setzen.
Langfristig bleibt die zunehmend ambitionierte
Klimapolitik, die sowohl die signifikante Reduzierung der
Treibhausgasemissionen als auch massive
Förderprogramme in den Mittelpunkt stellt, nach
unserer Einschätzung für ein strukturelles
Wachstum ausschlaggebend für den Geothermiemarkt. Die
EU strebt an, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 %
unter den Wert von 1990 zu bringen. Durch das
EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) wird CO
2 über eine abnehmende Anzahl an
Emissions-Zertifikaten handelbar und bepreist.
Außerdem werden die Obergrenzen für die
Emissionen einzelner Wirtschaftszweige wie der
Energiewirtschaft und der Industrie jedes Jahr gesenkt. Die
EU-Kommission will klimaneutrale Technologien stärker
fördern: der EU Green Deal, das Programm REPowerEU
sowie die Reaktion der EU auf den US-amerikanischen IRA
(Inflation Reduction Act) mit gelockerten Beihilferegeln,
die den EU-Staaten erlaubt, private Investitionen in
grüne Technik bis zu 100 % fördern zu dürfen
, sollen zu massiven Investitionen in grüne
Energieerzeugung führen. Der Umsetzungs- und
Investitionswille wird für die Daldrup &
Söhne AG an den vielen Angebotsanfragen erkennbar.
Jedoch ist Daldrup im Rahmen gesicherter Budgets
tätig. Denn die Investitionsentscheidungen für
die laufenden und anstehenden Bohrprojekte werden von
unseren Kunden bereits Monate oder Jahre früher
getroffen. Zudem sind Investitionsentscheidungen in die
Energieversorgung von Kommunen und von privaten Investoren
von langfristigen Überlegungen geleitet und
zählen vielfach zur Daseinsvorsorge. Insofern hat die
Daldrup & Söhne AG weder einen Rückgang der
Nachfrage durch die Corona-Pandemie feststellen müssen
noch hat es Stornierungen von Aufträgen gegeben.
Wir stellen aktuell das Gegenteil fest: Die durch den
Krieg in der Ukraine augenscheinlich gewordene
Dringlichkeit, die Wärmeversorgung zu dekarbonisieren
und das ebenso dringende Bestreben, sich von einzelnen
Energiearten und Ländern unabhängiger zu machen,
stärkt grundsätzlich den Geschäftszweck der
Daldrup & Söhne AG. Die Auftraggeber sind sowohl
deutsche Industrie- und Gewerbeunternehmen, Privatpersonen
und Kommunen als auch Unternehmen und öffentliche
Auftraggeber aus der Schweiz und den Benelux-Staaten. Im
Berichtszeitraum haben wir in der Schweiz das
Geothermieprojekt "Lavey-les-Bains" im Rhonetal, mit einer
tiefen Geothermiebohrung bis 3.100 Meter begonnen und im
September 2022 abgeschlossen. Es folgte eine
Tiefengeothermiebohrung im schweizerischen Vinzel. Für
die Stadtwerke Hamburg haben wir zum Ende des
Berichtsjahres begonnen, eine Erkundungsbohrung für
die Nutzung eines Akquiferspeichers abzuteufen. Die Stadt
Frankfurt hat uns beauftragt, eine Erkundungsbohrung zur
Sondierung der geologischen Verhältnisse für die
Nutzung der Geothermie im Stadtgebiet auszuführen. Zum
Jahreswechsel erhielten wir von der MTU Aero Engines AG
einen Generalunternehmerauftrag zur Erstellung einer
geothermischen Dublette mit Errichtung des Bohrplatzes am
Standort München. Der Beginn der Arbeiten ist für
das Frühjahr 2023 vorgesehen. MTU wird die
geothermische Energie als Prozess- und Raumwärme in
den Betriebsgebäuden einsetzen. Damit erwartet die
MTU, bis zu 88 % der heutigen fossilen Energie einsparen zu
können.
Der institutionelle und öffentliche Druck zur
Dekarbonisierung der Energieerzeugung wird Investitionen in
klimafreundliche Wärme- und Stromerzeugung weiter
notwendig machen. Zudem ist absehbar, dass der
Energiebedarf im Zuge der Energiewende durch eine
Elektrifizierung vieler Bereiche und den Ersatz bisher
fossiler Erzeugungsarten steigt. Als Beispiele seien
genannt: Strom für Wärmepumpen, Ersatz für
die Wärmeauskopplung der Kohlekraftwerke, Aufbau der
E-Mobilität, Bereitstellung von Wasserstofferzeugung
durch Elektrolyseure u. a. für die stromintensive
Industrie. Agora Energiewende geht in der Studie
"Klimaneutrales Stromsystem 2035" von einem Anstieg des
Bruttostromverbrauchs in Deutschland bis 2035 auf 894 TWh
aus, das entspricht einem Plus von 54 % gegenüber dem
Berichtsjahr.
Geothermiekraftwerke stellen unabhängig von
Wetter und Tageszeiten planbare "grüne" Regelenergie
zur Verfügung und erfüllen damit eine
stabilisierende, netzdienliche Systemfunktion. Zudem
fällt der regional hohe Strombedarf mit den
tiefengeothermisch geeigneten Regionen im Oberrheingraben,
dem Norddeutschen Becken und dem bayerischen Molassebecken
zusammen. Strom aus der Geothermie und geothermische
Wärme können dort produziert werden, wo sie
gebraucht werden, und sind nicht auf neue
überregionale Stromtrassen oder neue
Fernwärmenetze angewiesen. Sie können auf
vorhandene Infrastruktur zurückgreifen und lassen sich
leicht auch im Sinne der Sektorenkopplung integrieren.
ERDWÄRME-TURBO FÜR
DEUTSCHLAND: BMWK LEGT ECKPUNKTEPAPIER VOR
Mehrere aktuelle Studien (Roadmap
Oberflächennahe Geothermie, Roadmap Tiefe Geothermie,
Metastudie zur nationalen Erdwärmestrategie,
Fernwärmeversorgung mittels Nutzung von
Niedertemperaturwärmequellen am Beispiel
tiefengeothermischer Ressourcen) deutscher
Forschungseinrichtungen verdeutlichen, dass die Geothermie
das Potenzial hat, einen Großteil des deutschen
Wärmebedarfs zu decken. Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) will gemäß dem
im November 2022 veröffentlichten Eckpunktepapier
"Geothermie für die Wärmewende" mit acht
Maßnahmen die Branche unterstützen, dieses
Potenzial zügig zu heben und Investitionen
erleichtern. Ziel ist es, die derzeit noch zu über 75
% aus Erdgas, Öl und Kohle erzeugte Wärme bis zum
Jahr 2030 wenigstens zur Hälfte zu dekarbonisieren.
Der Ersatzbedarf insbesondere für das importierte
Erdgas ist enorm.
Gerade bei den typischerweise langen
Realisierungszeiträumen von Geothermieprojekten ist
für Investoren eine heute verlässlich geregelte
Vergütung während der Betriebsphase ihrer
Investitionen von essentieller Bedeutung. Auch zeigen
Kommunen und Infrastrukturinvestoren weiterhin ein vitales
Interesse an Wärmeprojekten, die sie von der Daldrup
& Söhne AG auf Wunsch auch schlüsselfertig
erwerben können.
In Deutschland trifft dies derzeit insbesondere in
der Region um München und in Norddeutschland zu.
Kommunen setzen vermehrt auf eine klimafreundliche,
dezentrale Energieversorgung aus lokalen Ressourcen. In den
Niederlanden konzentriert sich die privatwirtschaftliche
Nachfrage auf die Errichtung von lokalen
Nahwärmenetzen, wie sie beispielsweise
Gewächshausbetreiber als Ersatz für Erdgas als
Energiequelle errichten. In der Schweiz ist die Geothermie
Teil der strategischen Energieplanung zur Dekarbonisierung
der Strom- und Wärmeversorgung. Die
leistungsbegrenzenden Faktoren im Bohr- und
Projektgeschäft des Geschäftsjahres 2022 waren
branchenüblich sowohl langwierige Ausschreibungs- und
Genehmigungsverfahren für Bohrprojekte wie auch
Engpässe bei der Verfügbarkeit von
Bohrmannschaften und -gerät.
In diesem Marktumfeld erzielte die Daldrup &
Söhne AG im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von
36,9 Mio. € (Vorjahr: 78,3 Mio. €) bzw. eine
Gesamtleistung in Höhe von 35,3 Mio. € (Vorjahr:
40,9 Mio. €).
Die einzelnen Geschäftsbereiche der Daldrup
& Söhne AG hatten am Umsatz folgende Anteile:
Die Umsatzerlöse des Jahres 2022 wurden zu 43 %
(Vorjahr: 57 %) in Deutschland und zu 57 % (Vorjahr: 10 %)
in den europäischen Nachbarländern Niederlande
und Schweiz erwirtschaftet. Die Auftragslage zum
Geschäftsjahresende war im Bereich der Bohranlagen
für mitteltiefe und Tiefengeothermiebohrungen gut.
Gleiches gilt für die Bohranlagen für geringere
Tiefen, die beispielsweise für Brunnenbohrungen, im
Altbergbau oder in der flachen Geothermie für
Immobilien gut ausgelastet waren. Tiefengeothermiebohrungen
wurden von Daldrup im Berichtsjahr überwiegend in
Deutschland und in der Schweiz ausgeführt. In der
Schweiz erbrachte Daldrup außerdem Tiefenerkundungen
für die Endlagersuche der Nagra - Nationale
Genossenschaft zur Lagerung radioaktiver Abfälle.
KAPAZITÄTEN DER DALDRUP &
SÖHNE AG IM GESCHÄFTSJAHR 2023 AUSGELASTET
Für die Daldrup & Söhne AG war der
Geschäftsverlauf im Berichtsjahr geprägt von
bestehenden, großen Bohraufträgen vor allem in
Deutschland und in der Schweiz, zuletzt im Rahmen
sogenannter Day-Rate-Aufträge der tiefen Geothermie.
Diese Vertragsform ist durch geringere Risiken einerseits
gekennzeichnet, andererseits sinkt die Möglichkeit zum
Vertrieb ergänzender Dienstleistungen oder auch zum
Verkauf notwendigen Bohrequipments oder Dienstleistungen
von Nachunternehmern, da diese Einkäufe von den
Auftraggebern getätigt werden.
Auch die Geschäftsbereiche Rohstoffe &
Exploration und Wassergewinnung waren mit Aufträgen
gut ausgelastet. Die Nachfragesituation ist anhaltend rege.
Daldrup hat zudem weitere große Aufträge
für Bohrungen zur geothermischen Nutzung oder für
Sonderaufträge erhalten.
Ebenfalls erfreulich entwickelt sich das
Geschäft in der flachen Geothermie, das bereits bis
November 2023 ausgelastet ist.
Alle Geschäftsbereiche haben einen insgesamt
komfortablen Auftragsbestand. Per Ende Mai 2023
beträgt er 32,7 Mio. € und lastet die
Produktionskapazitäten rechnerisch bis über das
vierte Quartal 2023 hinaus aus. Darüber hinaus umfasst
die Summe des mit Eintrittswahrscheinlichkeiten bewerteten,
relevanten Marktes und somit in Verhandlung befindlicher
Aufträge per Februar 2023 rund 203 Mio. € und
signalisiert damit ein weiterhin vorhandenes, vitales
Interesse an den Dienstleistungen der Daldrup &
Söhne AG.
B. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND
FINANZLAGE
1. ERTRAGSLAGE
Die volatilen Projektverläufe führen
zwangsläufig zu bisweilen starken Wertschwankungen in
der Gewinn- und Verlustrechnung der Daldrup &
Söhne AG. Dieses wird im abgelaufenen Berichtsjahr
2022 einmal mehr deutlich: die Umsatzerlöse erreichten
mit 36,9 Mio. € (78,3 Mio. €) wieder eine
"Normalgröße" nachdem im Vorjahr ein
längerer Großauftrag mit der entsprechenden
Wirkung auf die Umsatzgröße abgerechnet wurde.
Die alleinige Berücksichtigung der Umsatzerlöse
aus beendeten und abgerechneten Aufträgen würde
jedoch bei den teils mittelfristigen Projektverläufen
ein unvollständiges Bild der insgesamt im
Geschäftsjahr erbrachten Leistung wiedergeben. Daher
sind unter Berücksichtigung deutscher
Rechnungslegungsvorschriften die Bestandsveränderungen
in Arbeit befindlicher und kundenseitig beauftragter
Leistungen bei der Beurteilung der Ertragslage zu
berücksichtigen. Diese Bestandsveränderungen
werden, dem Vorsichtsprinzip folgend, um einen 12,5%igen
Pauschalabschlag vom Leistungswert zur
Berücksichtigung von z. B. Erstellungs- oder
Abnahmerisiken zunächst korrigiert. Dieser Abschlag
wird grundsätzlich erst nach Fertigstellung, Abnahme
und Schlussrechnung eines Projektes realisiert. Die
Projekt- und Betriebskosten sind demgegenüber bereits
direkt zum Zeitpunkt ihres Entstehens zu erfassen. Bei den
sogenannten "Day-Rate-Aufträgen" hingegen werden
aufgrund des grundsätzlichen Dienstleistungscharakters
dieser Aufträge oben genannte Pauschalabschläge
nicht vorgenommen, sodass die Margenanteile sukzessive im
Rahmen der vereinbarten Abrechnungssystematik
Berücksichtigung in der Gesamtleistung finden. Die
Gesellschaft beobachtet seit 2018 eine Zunahme dieses
Vertragstyps.
Die Bestände an teilfertigen Arbeiten sanken um
rund 1,5 Mio. € (- 37,5 Mio. €) nachdem sie im
Vorjahr aufgrund des abgerechneten Großauftrages
deutlich gefallen waren. Die so ermittelte Gesamtleistung
des abgelaufenen Geschäftsjahres 2022 fiel auf 35,3
Mio. € (40,9 Mio. €) und unterschreitet die im
Mai 2022 abgegebene Prognose um rund 4,7 Mio. €. Im
abgelaufenen Jahr wurden insbesondere der letzte
Großauftrag der schweizerischen Nagra sowie viele
Aufträge im Geschäft Altbergbau erfolgreich
abgeschlossen und abgerechnet. Mit nahezu 0,1 Mio. €
(0,0 Mio. €) wurden selbst erstellte Anlagen
aktiviert, die im Konzern regelmäßig
kostengünstiger hergestellt werden können.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen
leicht auf 0,8 Mio. € (0,5 Mio. €) oder 2,2 %
(1,1 %) der Gesamtleistung. In dieser Position sind neben
der Auflösung nicht mehr notwendiger
Zins-Rückstellungen des Vorjahres auch Erträge
aus der Währungsumrechnung mit schweizerischen Kunden
und der schweizerischen Tochtergesellschaft von 0,2 Mio.
€ (0,1 Mio. €) enthalten, denen nahezu gleichhohe
Aufwendungen aus Währungsumrechnung von 0,2 Mio.
€ (0,1 Mio. €) gegenüberstehen, da
wesentliche Aufträge oder Währungspositionen
analog zur strikten Risikopolitik der Gesellschaft
abgesichert werden.
Auf 13,9 Mio. € (19,9 Mio. €) und damit
sehr deutlich rückläufig entwickelt sich der
Materialaufwand, der auf 39,5 % (48,6 %) reduziert werden
konnte. Die Entwicklung geht nahezu ausschließlich
auf den deutlich rückläufigen Leistungsbezug in
einem Umfang von noch 8,9 Mio. € (14,6 Mio. €)
oder 25,3 % (35,8 %) der Gesamtleistung von spezialisierten
Drittunternehmen sowie zugekauften Personaldienstleistungen
zurück.
Der Rohertrag als Summe der Gesamtleistung, der
sonstigen betrieblichen Erträge und der
Materialaufwendungen stieg spürbar und erreichte 22,2
Mio. € (21,5 Mio.) bzw. 62,8 % (52,5 %) der
Gesamtleistung.
Jedoch führten im Wesentlichen ein gestiegener
Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
gestiegene Anforderungen unserer Auftraggeber an
Personalvorhaltung auf den Bohrlokationen, Lohnsteigerungen
sowie tendenziell mit höherem Aufwand verbundene
Einsätze des Personals in der Schweiz zu einem
deutlichen Anstieg des Personalaufwands. Nach leichten
Anstiegen in den Vorjahren legte der Personalaufwand
ungewohnt stark um 1,0 Mio. € auf 8,3 Mio. (7,3 Mio.
€) zu. Er beträgt somit 23,4 % (17,8 %) der
Gesamtleistung.
Die planmäßigen Abschreibungen befinden
sich mit 2,4 Mio. € (2,4 Mio. €) oder 6,8 % (5,8
%) der Gesamtleistung absolut betrachtet auf dem Niveau des
Vorjahres. Die Abschreibungen betreffen im Wesentlichen die
großen Bohranlagen und resultieren aus Investitionen
in das Anlagevermögen der Gesellschaft. Die
Tiefbohranlagen werden unverändert auf Basis einer
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 15 Jahren
abgeschrieben. Somit enden die planmäßigen
Abschreibungen auf die zwei großen Bohranlagen Bentec
und Drillmec sukzessive ab 11/2023 und Mitte des Jahres
2024.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden rund 0,9 Mio.
€ (1,0 Mio. €) in das Sachanlagevermögen
investiert. Die Investitionen ersetzen überwiegend bis
dato gemietetes Equipment.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten
sich abermals deutlich auf 9,9 Mio. € (10,6 Mio.
€) bzw. 27,9 % (26,0 %) der erbrachten Leistung. Der
absolute Rückgang resultiert aus geringeren
Transportkosten für eines unserer großen
Bohrgeräte, die um rund 0,6 Mio. € gegenüber
dem Vorjahr auf rund 0,3 Mio. € sanken. Da sich das
Bohrgerät bereits in der Schweiz befand, trafen die im
Geschäftsjahr 2022 stark gestiegenen Treibstoffkosten
das Unternehmen in dieser Kostenposition nicht. Da
Währungsrisiken gemäß der Risikopolitik
überwiegend abzusichern sind, stehen sonstigen
betrieblichen Erträgen aus der
Währungsabsicherung von 0,2 Mio. € (0,1 Mio.
€) Aufwendungen in nahezu identischer Höhe
entgegen.
Das Finanzergebnis beträgt - 0,6 Mio. € (-
0,7 Mio. €). Wesentliche Positionen dieses
Teilergebnisses sind mit + 0,9 Mio. € (0,0 Mio.
€) die Ausschüttung des Geschäftsjahres 2021
der schweizerischen Tochtergesellschaft, die Abschreibung
auf Forderung gegenüber der Konzerngesellschaft GERF
B.V. von 0,8 Mio. € sowie ein um rund 0,2 Mio. €
rückläufiger Zinsaufwand. Die Nachrangforderungen
gegenüber der veräußerten Geysir
Europe-Gruppe mussten im Wert um 0,3 Mio. € (0,0 Mio.
€) korrigiert werden. Im Geschäftsjahr 2022 waren
aus dem Umlaufvermögen in das Anlagevermögen 2,6
Mio. € umzugliedern und auf den beizuliegenden Wert in
Höhe von 1,8 Mio. € abzuwerten.
Insgesamt wurde der Jahresüberschuss der Daldrup
& Söhne AG auf rund 1,1 Mio. € (0,5 Mio.
€) mehr als verdoppelt.
Ausgehend von einem Ergebnis vor Steuern von 1,1 Mio.
€ (0,5 Mio. €) und unter üblicher
Eliminierung des Finanzergebnisses errechnet sich ein
operatives EBIT von + 1,7 Mio. € nach + 1,2 Mio.
€ im Geschäftsjahr 2021. Hierauf aufbauend wurde
ein EBITDA im Berichtsjahr von + 4,1 Mio. € (3,6 Mio.
€) erzielt.
Die Daldrup & Söhne AG hat die im Mai 2022
prognostizierte Ziel-Gesamtleistung für das
Geschäftsjahr 2022 von rund 40,0 Mio. € im
Berichtsjahr mit insgesamt 35,3 Mio. € nicht erreicht.
Das im Mai 2022 prognostizierte EBIT zwischen 0,80 Mio.
€ und 1,60 Mio. € bzw. zwischen 2 % bis 4 % der
Gesamtleistung wurde mit 1,7 Mio. € übertroffen.
2. VERMÖGENSLAGE
Die Bilanzsumme der Daldrup & Söhne AG zum
Bilanzstichtag 31.12.2022 erreicht 39,2 Mio. € (37,8
Mio. €) und erhöhte sich gegenüber dem
Stichtag des Vorjahres um rund 1,4 Mio. €.
Das Sachanlagevermögen wird planmäßig
abgeschrieben und beträgt 5,7 Mio. € (7,2 Mio.
€). Es umfasst vor allem den Bestand an Bohranlagen
sowie den Fuhrpark und die erforderliche Betriebs- und
Geschäftsausstattung. Die Veränderung resultiert
aus Zugängen zum Anlagevermögen in Höhe von
rund 0,9 Mio. € und Abschreibungen von 2,4 Mio.
€. Die Zugänge beinhalten im Wesentlichen
betriebsnotwendige Investitionen, insbesondere die
Anschaffung neuen Equipments für den operativen
Bohrbetrieb und ersetzen überwiegend bis dato
gemietetes Equipment.
Die Finanzanlagen belaufen sich insgesamt auf 9,9
Mio. € (8,4 Mio. €). Hierin sind neben den
Gesellschaftsanteilen an den Unternehmen des
Daldrup-Konzerns Ausleihungen an die Tochtergesellschaft
D&S Geothermie GmbH von unverändert 3,0 Mio.
€ (3,0 Mio. €) enthalten. Die nachrangigen
Forderungen gegenüber den Unternehmen des ehemaligen
Geysir-Teilkonzerns werden mit rund 4,4 Mio. € (4,7
Mio. €) bilanziert, nachdem im Geschäftsjahr 2022
rund 0,30 Mio. € dieser Position aufgrund dauernder
Wertminderung (Zinsergebnis) abgeschrieben wurden.
Der Ausweis der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe als
Teilposition der Vorräte beläuft sich zum
Bilanzstichtag auf 5,5 Mio. € (4,8 Mio. €) und
überschreitet den Vorjahreswert. Zum einen wurden
höhere Lagerbestände vorgehalten, andererseits
stieg auch der Preis eingekaufter Waren.
Die nach kaufmännischer Vorsicht bewerteten
unfertigen Leistungen und geleistete Anzahlungen erreichen
am Bilanzstichtag einen Wert von insgesamt 8,6 Mio. €
(9,5 Mio. €), denen erhaltene Anzahlungen von
insgesamt 6,6 Mio. € (8,0 Mio. €)
gegenüberstanden, die von den unfertigen Leistungen
abgezogen sind. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um
Abschlagszahlungen für bereits im Rahmen der
vertraglichen Vereinbarungen mit Kunden der Daldrup &
Söhne AG erbrachte Leistungen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
stiegen leicht an und betrugen zum Berichtsstichtag 6,2
Mio. € (4,0 Mio. €). Das Ausfallrisiko dieser
Kundenforderungen beurteilt der Vorstand aufgrund der
Verteilung auf eine Vielzahl von Kunden und deren
Bonität als insgesamt sehr gering. Wo aus
kaufmännischer Umsicht notwendig wurden
Wertberichtigungen angemessen gebildet.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben
sich auf 0,7 Mio. € (2,7 Mio. €) reduziert.
Erneut leicht rückläufig entwickeln sich
die sonstigen Vermögensgegenstände. In dieser
Bilanzposition ist u. a. ein Darlehen an eine Gesellschaft
der Daldrup-Gruppe enthalten, welches im Jahr 2022
vertragsgemäß zurückgeführt wurde.
Umsatzsteuerforderungen bewegen sich mit rund 0,5 Mio.
€ (von 0,2 Mio. €) weiterhin auf einem
Normniveau.
Die liquiden Mittel stiegen auf 3,0 Mio. € (2,7
Mio. €) und überschritten den Vorjahreswert um
rund 0,2 Mio. €.
Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich das
Eigenkapital der Daldrup & Söhne AG zum 31.12.2022
auf insgesamt 21,1 Mio. € (20,1 Mio. €). Die
Eigenkapitalquote zum Stichtag 31.12.2022 betrug weiterhin
komfortable 54,0 % (53,1 %) der Bilanzsumme.
Die sonstigen Rückstellungen sanken auf 1,0 Mio.
€ (1,1 Mio. €), da insbesondere
Rückstellungen für ursprünglich vertraglich
vereinbarte Zinsen von rund 0,3 Mio. € (0,2 Mio.
€) aufzulösen waren. Weitere Details lassen sich
dem Rückstellungsspiegel im Anhang entnehmen.
Verbindlichkeiten bestanden in Höhe von
insgesamt 17,0 Mio. € (16,6 Mio. €) und bewegen
sich auf einem konstanten Niveau. Trotz getätigter
Investitionen bewegen sich die Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten mit 7,8 Mio. € sowie
die sonstigen Verbindlichkeiten mit 2,8 Mio. € (2,5
Mio. €) ebenfalls auf einem konstanten Niveau.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
wurden auf 1,3 Mio. € (1,4 Mio. €) erneut
zurückgeführt. Demgegenüber stiegen die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen leicht auf
5,2 Mio. € (4,9 Mio. €). Diesen Anstieg
führen wir auf das gestiegene Preisniveau für
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zurück. Mittelfristige
Finanzierungen im Zusammenhang mit der Anschaffung
notwendiger Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden
in einem Volumen von lediglich rund 0,4 Mio. €
abgerufen.
3. FINANZLAGE
Umfangreiche, vorbereitende Tätigkeiten für
große Bohrprojekte im Geschäftsfeld tiefe
Geothermie erfordern regelmäßig hohe
monetäre Vorleistungen seitens der Daldrup &
Söhne AG. Zur Finanzierung dieses
Betriebsmittelbedarfs, zur Abfederung von
Liquiditätsspitzen und Avalaufstellungen standen zum
Bilanzstichtag Betriebsmittel-, Projektfinanzierungslinien
und mittelfristige Finanzierungen bei deutschen
Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften von
insgesamt 21,5 Mio. € zur Verfügung. Darüber
hinaus besteht zum Bilanzstichtag eine sukzessive zu
tilgende, unbesicherte Blockfinanzierung in Höhe von
noch rund 1,2 Mio. € (1,9 Mio. €).
Die Zahlungsfähigkeit der Daldrup &
Söhne AG wurde laufend überwacht, fortgeschrieben
und war unter Berücksichtigung der getroffenen
Prognosen während des Geschäftsjahres 2022
gesichert. Insgesamt betrugen die liquiditätsnahen
Bilanzpositionen zum Bilanzstichtag 31.12.2022 - bestehend
aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 6,2 Mio.
€ (4,0 Mio. €) sowie der liquiden Mittel von 3,0
Mio. € (2,7 Mio. €) - zum Berichtsstichtag
erfreuliche 9,2 Mio. € (6,7 Mio. €). Denen
standen kurzfristig fällige
Lieferantenverbindlichkeiten von 5,2 Mio. € (4,9 Mio.
€) gegenüber.
Die Daldrup & Söhne AG wird im
Geschäftsjahr 2023 die akquirierten Aufträge
plangemäß abarbeiten. Der Auftragsbestand von
32,7 Mio. € (18,4 Mio. €) per Ende Mai 2023
lastet die Kapazitäten rechnerisch über das
vierte Quartal 2023 hinaus vollständig aus. Aus diesen
Aufträgen unter Berücksichtigung der getroffenen
Prognosen rechnet die Gesellschaft bei
plangemäßer Abarbeitung mit
regelmäßigen Umsatzerlösen sowie gut
planbaren Liquiditätszuflüssen aus dem Segment
Tiefengeothermie sowie dem allgemeinen Bohrgeschäft.
Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung der
Ausführungen im Abschnitt
"Finanzierungsrisken/Bestandsgefähr-dendes Risiko" ist
die Zahlungsfähigkeit der Daldrup AG auch über
das Geschäftsjahr 2023 hinaus gesichert.
Auch für das Geschäftsjahr 2023 bestehen
anspruchsvolle Pläne, die bis dato trotz des Krieges
in der Ukraine nicht gefährdet scheinen. Da steigende
Preise nicht immer an Kunden weitergegeben werden
können, besteht das Risiko von Margenverlusten. Zudem
haben die diversen Zinsschritte von Zentralbanken die
Finanzierung verteuert, was sich ebenfalls auf die
Rentabilität des Berichtsunternehmens auswirken wird.
Die Werthaltigkeit der Nachrangdarlehen an die Unternehmen
der Geysir Europe-Gruppe wird relevanten bei
Sachverhaltsänderungen neu bewertet, wobei ein
weiteres, nicht liquiditätsbelastendes Risiko in
Abhängigkeit von zum Beispiel eintretenden
Strategieänderungen des Investors besteht. Die
anspruchsvollen Pläne für das Geschäftsjahr
2023 und die Folgejahre insbesondere in den Bereichen
Projektsteuerung und Kostenmanagement müssen
erfüllt werden, um die Situation der Daldrup &
Söhne AG nachhaltig zu verbessern, wobei seit 2019
Teilschritte bereits umgesetzt wurden. Im
Geschäftsjahr 2022 wurde mit zwei EDV-Projekten
begonnen, die mittelfristig positiv auf die
Rentabilität wirken sollten. Zudem ist dem
Facharbeitermangel mit geeigneten Maßnahmen
entgegenzuwirken.
4. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN
LAGE
Die gute Auslastung aller Geschäftsbereiche der
Daldrup & Söhne AG, die Gespräche mit in- und
ausländischen privaten, öffentlichen und
institutionellen Kunden, die auf ein hohes Interesse im
Hinblick auf Geothermie- und Spezialbohrungen
schließen lassen, sowie die im Berichtszeitraum
niedergebrachten Bohrungen versetzen das Unternehmen zum
Berichtsstichtag in eine wirtschaftlich insgesamt
zufriedenstellende Lage. Das Kerngeschäft des Konzerns
wurde durch die Investition in technische Erneuerungen und
Erweiterungen im Gerätepark gestärkt. Der weitere
Abbau der Verschuldung erfolgte plangemäß. Die
hohe Eigenkapitalquote und die nochmals leicht verbesserte
Cashflow-Situation ermöglichen gezielte Investitionen
in die Betriebs- und Geschäftsausstattung zur
Stärkung des Kerngeschäfts und zum weiteren Abbau
gemieteten Equipments, um an das frühere Ertragsniveau
anknüpfen zu können.
Allerdings haben das höhere Energiepreisniveau
und die Inflation die Kosten auf den Baustellen für
Materialien wie Stahl und Zement und Betriebsmittel wie
Strom und Diesel im Laufe des Berichtsjahres deutlich
steigen lassen. Auch die Logistikaufwendungen zogen an.
Diese Kostensteigerungen konnten wir zum Teil an die
Auftraggeber weitergeben.
Wachstums- und ergebnisbegrenzend wirkte sich auch im
Jahr 2022 der Facharbeitermangel aus. Wir versuchen dieses
Defizit durch den sukzessiven Einsatz modernerer und
effizienterer Bohrgeräte, der Ausbildung eigener
Kräfte sowie dem Ausbau der Leihe von temporären
Arbeitskräften entgegenzuwirken.
Die Rahmenbedingungen für den Markt für
Erneuerbare Energien im Strom- und Wärmesektor werden
von Seiten der Bundesregierung und der EU sukzessive
verbessert. Durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine hat
die Abkehr von fossilen Primärenergieträgern eine
neue Dringlichkeit erfahren, um sich aus
Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern und
fossilen Rohstoffen schnellstmöglich zu lösen.
Insbesondere die noch zu vollziehende Wärmewende
bietet nach Einschätzung des Vorstands für die
Daldrup & Söhne AG ein weiterhin aussichtsreiches
Marktumfeld. Unter dieser Voraussetzung sollte das
unverändert hohe Interesse von Kommunen, Unternehmen
und Finanzinvestoren an geothermischen Heiz- und
Kraftwerksprojekten weiterhin gegeben sein.
Per Februar 2023 hält sich der Auftragsbestand
der Daldrup & Söhne AG für Geothermieprojekte
in Deutschland und im europäischen Ausland mit rund
36,0 Mio. € weiter auf einem zufriedenstellenden
Niveau. Auch das mit Eintrittswahrscheinlichkeiten
bewertete, für Daldrup relevante Marktvolumen von rund
202 Mio. € stimmt den Vorstand insgesamt weiterhin
zuversichtlich.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der
Geschäftsverlauf und das Ergebnis der Daldrup &
Söhne AG durch die zufriedenstellende Auslastung, das
regulatorische Umfeld und das zum Teil hohe
Energiepreisniveau in den Zielmärkten Deutschland,
Schweiz und den Benelux-Staaten sowie das gesellschaftliche
Umfeld auch weiterhin positiv - trotz des deutlich
gestiegenen Zinsniveaus - beeinflusst wurden. Daher wird
die wirtschaftliche Entwicklung durch den Vorstand unter
Beachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als
weiterhin insgesamt zufriedenstellend eingeschätzt.
C. RISIKO- UND CHANCENBERICHT
Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und
Risiken ist ein zentrales Element der
Unternehmensführung der Daldrup & Söhne AG.
Zudem validieren wir mit der Zunahme der Komplexität
und Volatilität in der Weltwirtschaft das Chancen- und
Risikosystem regelmäßig und passen es den
veränderten Rahmenbedingungen an.
Zum Stichtag und zum Zeitpunkt der Erstellung des
Lageberichts wurden unter Berücksichtigung der
bestehenden Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen
folgende Risiken identifiziert, die in ihrer Bedeutung
abfallend dargestellt werden. In dieser
Bedeutungsreihenfolge ist ebenfalls die Bewertung der aus
dem Ukraine-Krieg erwachsenen Risiken eingeflossen, die
gesondert beschrieben werden. Die COVID-19-Pandemie hat
sich in den für die Daldrup & Söhne AG
relevanten Märkten im Berichtsjahr zu einer
endemischen Lage entwickelt und schränkt die
wirtschaftlichen Aktivitäten nicht mehr wesentlich
ein. Die negativen Auswirkungen auch auf das weltweite
Handels- und Produktionsgeschehen sollten sich damit
sukzessive auflösen. Insgesamt sehen wir die
Fortführung der langfristigen Bohraufträge ebenso
wenig eingeschränkt wie die dazu im Vorjahr
thematisierten Bereiche "Beschaffung" und "Personal".
Das Risikosystem, das Risikoumfeld und die
Gefährdungspotenziale für die Daldrup &
Söhne AG stellen sich, nicht abschließend,
aktuell wie folgt dar:
1. STRATEGISCHE RISIKEN
Sich rasch wandelnde, volatilere Märkte,
preisliche Risiken in Abhängigkeit von der
wirtschaftlichen Entwicklung der Öl- und Gasindustrie,
Material- und Lieferengpässe und der zunehmende Mangel
an qualifizierten Facharbeiterinnen und Facharbeitern sowie
ein bestehendes gesundheitliches Gefährdungspotenzial
aus der Covid-Pandemie und geopolitische und
wirtschaftliche Risiken aufgrund des Krieges Russlands
gegen die Ukraine lassen die Risiken des
Geschäftsmodells der Daldrup-Gruppe in den vergangenen
Geschäftsjahren tendenziell insgesamt steigen.
Unternehmensbeteiligungen und Joint Ventures
können sich integrationsbedingt durch
Fehlinvestitionen und durch Fehleinschätzung von
Chancen und Risiken erheblich negativ auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Daldrup &
Söhne AG auswirken. Durch sorgfältige und
intensive Prüfungen im Vorfeld derartiger Bindungen
sollen diese unternehmerischen Risiken minimiert werden.
Wenngleich durch den Verkauf der Geysir Europe-Gruppe diese
Risiken in den Jahren 2019 und 2020 inzwischen insgesamt
deutlich minimiert wurden, bestehen Restrisiken in Form
bilanzierter Nachrangdarlehen und Kaufpreisforderungen.
Der Vorstand der Gesellschaft sowie die
örtlichen Geschäftsführungen arbeiten teils
mit Unterstützung Geothermie-erfahrener Berater und
Lieferanten an der Fertigstellung der Bohraufträge und
den schlüsselfertig zu übergebenden Projekten.
2. OPERATIVE RISIKEN
Integrationsmaßnahmen, laufende Optimierungen
und eine rollierende Planung der Engpassfaktoren sind
integraler Bestandteil des Tagesgeschäftes.
Der Eintritt operativer Risiken führt mitunter
zu deutlichen Verzögerungen bei der
Auftragsbearbeitung und in Einzelfällen eventuell zu
einer abrupten, aber vertraglich induzierten Beendigung des
Auftrags. Eingetretene Risiken führen dann unmittelbar
auch zu einer deutlichen Veränderung von
Zahlungsflüssen und finanzwirtschaftlicher
Leistungsparameter. Grundsätzlich gilt es, fünf
Gefahren- bzw. Risikobereiche zu unterscheiden, die im
Zusammenhang mit Tiefenbohrungen der Berichtsgesellschaft
und im Projektgeschäft der Konzernunternehmen
bestehen:
BAUGRUNDRISIKEN
Das Baugrundrisiko, d. h. das Risiko bekannter und
unvorhersehbarer, vom Baugrund ausgehender Wirkungen und
Erschwernisse (alle untertägigen, geologischen
Risiken) wird in der Bau(rechts)praxis in den
Verträgen zwischen den Parteien geregelt. In der Regel
liegt es in der Sphäre des Auftraggebers. Die Daldrup
& Söhne AG als Auftragnehmerin von
Bohraufträgen trägt das Risiko für die
bohrtechnischen Vorgänge. In den von Daldrup
ausgeführten Tiefbohrungen kann dieses Risiko i. d. R.
über projektbezogene Versicherungen aufgefangen
werden. Im Rahmen der Eigenüberwachung mit
geschultem/zertifiziertem Personal, dem Einsatz moderner
Bohrtechnik sowie der engen Zusammenarbeit mit den
zuständigen Fachbehörden und
Fremdüberwachern trifft der Daldrup-Konzern in der
Praxis zudem aktive Risikovorsorge.
Bei offen erkennbaren Risiken kommt Daldrup seiner
Prüfungs-, Hinweis- bzw. Sorgfaltspflicht nach.
Zusätzliche Sicherheit wird durch die Vergabe
komplexer Planungs- und Ingenieurleistungen an entsprechend
versicherte Dienstleister erreicht.
BETRIEBSGEWÖHNLICHE RISIKEN
Das Betriebs- und Umwelthaftpflichtrisiko sowie das
Maschinenbruch- und Betriebsunterbrechungsrisiko sind im
Rahmen sorgfältiger Abwägungen und
Kosten-/Nutzenanalysen versicherbar. Für Personen-,
Sach- und Umweltschäden besteht eine Deckung über
die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung einer
namhaften Versicherungsgesellschaft. Sofern Maschinen oder
Bohranlagen durch konzernexterne Dritte gewartet oder
repariert werden, besteht das Risiko, dass trotz
sorgfältiger Wartung schadhafte Teile,
Verschleißkomponenten oder Geräte sich negativ
auf die Performance direkt oder die Ertragskraft des
Daldrup-Konzerns durch notwendig werdende
Rückstellungen für Reparaturen bis hin zu
Prozessrisiken oder ähnlich auswirken können.
Eine gesonderte Maschinenversicherung (inklusive
Lost-in-hole) sichert mögliche Schäden an den
Tiefbohranlagen sowie an sämtlichen peripheren
Maschinen und Geräten auf erstes Risiko ab. Für
das Risiko einer Betriebsunterbrechung als Schadensfolge
ist eine normale Versicherbarkeit gegeben. Blowout-Risiken
sind grundsätzlich dem Baugrundrisiko zuzuordnen,
können aber über erhöhte Deckungssummen im
Einzelfall über die Betriebshaftpflichtversicherung
mit abgedeckt werden.
Die beste Versicherung gegen Blowout ist der Einsatz
moderner und funktionsfähiger Blowout-Preventer, die
von Daldrup regelmäßig eingesetzt werden.
Über das Maß betriebsgewöhnlicher
Haftungsrisiken hinaus bestehen nach Ansicht des Vorstands
und im Rahmen jährlicher Strategiegespräche mit
unserem Industrieversicherungspartner keine besonderen
Risikobereiche. Risiko- und Schadensvermeidung über
ein konsequentes und zertifiziertes Qualitäts- und
Sicherheitskonzept haben im operativen Geschäft der
Daldrup-Gruppe einen hohen Stellenwert. Die bestehenden
Versicherungen und deren Umfang werden in jährlichen
Strategiegesprächen überprüft und
gegebenenfalls angepasst.
NICHTFÜNDIGKEIT EINES
BOHRPROJEKTES
Spezialpolicen von Versicherungskonsortien decken im
Rahmen des ART-Konzepts das Ausfallrisiko bei Nichterfolg
einer Tiefenbohrung ab. Die Fündigkeitsparameter sind
dabei eindeutig mit der Schüttungsmenge, der
Temperatur und der Absenkung des Ruhewasserspiegels
definiert. Bei der Beurteilung des Versicherungsrisikos,
der Versicherbarkeit und der Prämienbemessung eines
Projektes spielen die Erfahrungen und Referenzen des
beauftragten Bohrunternehmens sowie die durch externe
Gutachten belegten Fündigkeitswahrscheinlichkeiten
eine entscheidende Rolle. Die Versicherbarkeit von
Geothermieprojekten, die von und mit der Daldrup-Gruppe
geplant, gebohrt und umgesetzt wurden, war
regelmäßig und ist aktuell wirtschaftlich
gegeben. Wenngleich das ART-Konzept zeitliche
Verschiebungen bei Nichtfündigkeit und deren
finanzwirtschaftliche Auswirkungen für die Daldrup
& Söhne AG nicht eliminieren kann, sorgt es
für die Reduzierung des Fündigkeitsrisikos
unserer Kunden, die bessere Umsetzbarkeit von tiefen
Geothermieprojekten und unterstützt somit die
Kundenakquise der Daldrup & Söhne AG in der Nische
maßgeblich. Ob ein entsprechender Versicherungsschutz
gewählt wird, liegt im Ermessen des jeweiligen
Projektauftraggebers.
BESCHAFFUNGSRISIKEN
Die in Abhängigkeit vom beauftragten Bohrumfang
schwankende Beschaffung von Anlagentechnik, Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffen sowie der teilweise umfangreiche Bezug
von Fremdleistungen haben sich bisher nicht negativ auf den
Leistungsprozess der Daldrup-Gruppe ausgewirkt. Trotz der
aktuell zu beobachtenden Konsolidierung im Öl- und
Gassegment stehen in allen Geschäftsbereichen
ausreichende Dienstleister- und Lieferantenstrukturen mit
zufriedenstellenden Einkaufskonditionen und guten
Qualitäten, die einer ständigen
Überprüfung im Rahmen des
Qualitäts-Management-Systems unterliegen, zur
Verfügung. Das risikoorientierte Lieferantenmanagement
versucht durch die Diversifizierung der
Geschäftspartner und einer Sondierung neuer
Lieferanten und Dienstleister die Beschaffungsrisiken zu
verringern bzw. auf einem geringstmöglichen Niveau zu
stabilisieren. Dennoch bestehen in Teilbereichen der
Leistungskette vereinzelt Lieferantenabhängigkeiten.
GENEHMIGUNGSRISIKEN
Jede Gewinnungsanlage und Bohrung zur Aufsuchung und
Gewinnung von Bodenschätzen, sei es für
Geothermie oder Wassergewinnung oder zur
Rohstoffexploration, unterliegt im Vorfeld umfangreichen
Genehmigungsverfahren durch die zuständigen
Aufsichtsbehörden. Für die Genehmigung der
unterschiedlichen Bohrungen und Anlagen zur Gewinnung, wie
z. B. einem Heizwerksbau bzw. -betrieb, sind die Regelungen
des Bundesberggesetzes (BBergG), des Abgrabungsgesetzes,
die Vorschriften des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) bzw. die
landesrechtlichen Wassergesetze und bauplanungs- bzw.
bauordnungsrechtlichen Regelungen zu beachten. Die an die
Daldrup-Gruppe hierbei gestellten Erfordernisse nehmen zu,
sind daher regelmäßig auf den aktuellen Stand zu
bringen und mit den Regierungspräsidien,
Landesämtern für Geologie und Bergbau sowie den
Wasserbehörden abzustimmen.
Entsprechende Genehmigungsverfahren können sich
aufwändiger und langwieriger erweisen als angenommen
und Projekte deutlich verzögern und infolgedessen zu
Stillstandskosten bei der Daldrup & Söhne AG
führen. Die Daldrup-Gruppe ist aufgrund der
jahrzehntelangen Tätigkeit in den bekannten Segmenten
im Umgang mit den Genehmigungsverfahren und den
Behörden geübt und kennt die Anforderungsprofile
für die Genehmigungsdokumente. Ein kontinuierlicher
Dialog mit den verschiedenen Behörden über die
gesamte Projektphase und eine enge, lösungsorientierte
Abstimmung helfen, ein schnelles, genehmigungsfähiges
Einvernehmen herzustellen und längere
Verzögerungen zu vermeiden.
3. ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE
RISIKEN
WETTBEWERBSRISIKEN
Neue, lukrative und wachsende Märkte
könnten weitere Marktteilnehmer, zum Beispiel aus der
Öl- und Gasindustrie anziehen. Die Bemühungen
branchennaher Unternehmen zum Einstieg in den
Geothermiemarkt sind trotz hoher Markteintrittsbarrieren
feststellbar.
Die zahlreichen Referenzen, die langjährige
Bekanntheit der Marke Daldrup & Söhne AG und die
Marktposition sind ein wichtiger Wettbewerbsvorteil der
Daldrup & Söhne AG.
Eine mögliche künftige Auslastung des
Daldrup-Konzerns über den Auftragsbestand hinaus wird
über die Kennzahl "relevanter Markt" (früher:
Auftragspipeline) bewertet und veröffentlicht. Bei der
Bewertung dieser Kennzahl ist zu berücksichtigen, dass
ihr keine abgeschlossenen Verträge mit Kunden, sondern
abgewogene, aber schlussendlich subjektive
Eintrittswahrscheinlichkeiten hinsichtlich einer
möglichen Auftragserteilung zugrunde liegen. Diese
Eintrittswahrscheinlichkeiten können in
Abhängigkeit von der Entwicklung aktueller
Gespräche stark schwanken bzw. bei zum Beispiel
Vergabe an einen Wettbewerber entfallen.
Weitere Risiken bestehen durch Abnahme der Nachfrage
infolge von Marktveränderungen oder verlorener
Ausschreibungen sowie dadurch, dass Gesetzesänderungen
zu Projektverzögerungen bei unseren Kunden führen
sowie Projektverschiebungen entstehen können.
PERSONALRISIKEN
Die Daldrup & Söhne AG beschäftigt in
allen Unternehmensbereichen Schlüsselmitarbeiter
(Projektleiter, Ingenieure, erfahrene
Bohrgeräteführer, Mitarbeiter im Rechnungswesen),
deren langjährige Kontakte oder Fachwissen für
den Unternehmenserfolg essentiell sind. Der Verlust von
Schlüsselmitarbeitern, z. B. durch Abwerbung,
Krankheit, Unfall, könnte zeitnah, wenn auch
gegenbenenfalls nur vorübergehend, aber längere
Lücken erzeugen, die auch auf einzuhaltende Termine
negative Auswirkung haben könnten. Der vorherrschende
Mangel an zertifiziertem Fachpersonal für den Betrieb
des umfangreichen Bohrgeräteparks und in den
kaufmännischen Bereichen hat sich gegenüber dem
Vorjahr nochmals verschärft und ist auch durch eigene
Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen oder
europaweite Akquise kurzfristig nicht zu beheben. Der
Wachstumspfad der Daldrup & Söhne AG wird
limitiert durch den sich weiter verschärfenden Mangel
an gut ausgebildeten, agilen Mitarbeitern. Durch gezielte
Akquisemaßnahmen versuchen wir inzwischen europaweit
qualifiziertes Personal zu gewinnen. Mit einem attraktiven
Arbeitsumfeld und Incentives versuchten wir insbesondere
Schlüsselmitarbeiter zu gewinnen und an das
Unternehmen zu binden. Darüber hinaus werden u. a.
strategische Beteiligungen, Akquisitionen und ggfs. Joint
Ventures aufmerksam verfolgt und Chancen geprüft.
Zusätzliche Aufgabenbereiche im technischen und
kaufmännischen Bereich entstehen, die Informations-
und Kommunikationswege sowie die organisatorischen und
personellen Ressourcen sind infolgedessen permanent an
diese Erfordernisse anzupassen.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN/
VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN
Fremdwährungsrisiken werden durch Vertrags- und
Preisverhandlungen auf Euro-Basis möglichst vermieden.
Für geplante Auftragsabwicklungen und Beschaffungen in
Fremdwährungen werden situativ Währungs-/
Kurssicherungsinstrumente sowie Devisentermingeschäfte
mit Laufzeitoption und Devisenswaps genutzt. Es handelt
sich jeweils um Micro Hedges. Diese derivativen
Geschäfte schließt der Daldrup-Konzern nur bei
Vorhandensein eines zu sichernden Grundgeschäftes und
ausschließlich mit Kreditinstituten sehr guter
Bonität ab. Die Effektivität der
Sicherungsbeziehungen wird durch die Verwendung jeweils
identischer Parameter (critical terms) bei Grund- und
Sicherungsgeschäft sichergestellt. Die
Sicherungsbeziehungen werden im Abschluss als bilanzielle
Bewertungseinheiten abgebildet. Trotz des Einsatzes
derartiger Finanzinstrumente können negative Effekte
auch in Verbindung mit Projektverschiebungen nicht
gänzlich vermieden werden. Spekulative Zins-,
Währungs- und/oder Rohstoffgeschäfte wurden im
Geschäftsjahr nicht abgeschlossen und sind analog zum
Risikomanagementsystem auch nicht geplant.
Zum Abschlussstichtag bestanden derivative
Finanzinstrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken
aus dem Bohrgeschäft in der Währung Schweizer
Franken. Bei Bedarf werden im internationalen Geschäft
übliche Instrumente zur Absicherung von
Bonitäts-, Zahlungs- und Lieferrisiken durch Garantien
und Akkreditive eingesetzt. Zur Begrenzung von Schäden
durch Zahlungsausfälle werden, wo möglich,
Bürgschaften von unseren Kunden oder deren
Kreditgebern gefordert. Zahlungsrisiken im Bereich der
Lieferantenrisiken begegnet der Daldrup-Konzern
insbesondere durch die Vereinbarung individueller
Lieferantenzahlungen. Im Lieferantenbereich kann eine
Nichtlieferung zu Projektverzögerungen und Mehrkosten
führen. Diesem Risiko begegnet die Daldrup &
Söhne AG mit einer i. d. R. breiten Auswahl an
möglichen Ersatzlieferanten und einer Überwachung
kritischer Komponenten im Herstellungsprozess, u. a. durch
umfangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen und
Kontrolle des Herstellungsprozesses.
Darlehen in Höhe von rund 4,4 Mio. € (4,7
Mio. €) bestehen als Nachrangdarlehen an die Geysir
Europe-Gruppe. Hier besteht das Risiko, dass diese
Nachrangdarlehen nicht vollständig zurückgezahlt
werden und dann notwendig werdende Wertberichtigungen,
sukzessive oder im schlechtesten Fall in voller Höhe
oder auch in Zukunft die Geschäftsergebnisse der
Berichtsgesellschaft bzw. des Daldrup-Konzerns weiterhin
nennenswert negativ beeinflussen könnten.
Im Rahmen des Geysir-Verkaufs hat zudem die
Tochtergesellschaft D&S Geothermie GmbH als
Kaufpreisbestandteil das Eigentum an Teilen der ehemaligen
Komponenten des Kraftwerks Taufkirchen erhalten, die
gutachterlich bewertet wurden. Erlöse aus den
Verkäufen dieser Komponenten sollen primär zur
Rückführung der Ausleihungen an die D&S
Geothermie GmbH verwandt werden. Nachdem im März 2022
erste Komponenten veräußert wurden, rechnet der
Vorstand mit weiteren Erlösen auf diesem Niveau aus
dem Verkauf dieser Komponenten. Hierbei besteht das Risiko,
dass die gutachterlichen Werte unter Berücksichtigung
der vorstandsseitig vorgenommenen Werte nicht erreicht
werden, der Abverkauf längere Zeit in Anspruch nimmt
und in der Zukunft Abschreibungen auf die Ausleihungen an
die D&S Geothermie GmbH notwendig werden können.
Das wieder deutlich steigende Zinsniveau könnte
sich negativ auf die Ertragskraft des Unternehmens
auswirken, da ein steigender Zinsaufwand nicht zeitnah und
bei bestehenden Projekten häufig nicht
nachträglich fakturiert werden kann. Die immer wieder
aufkeimende Diskussion um die Bonität einzelner
Länder der Eurozone sowie die Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie könnte analog zur Staatsschulden-
bzw. Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 zu einer
deutlich eingeschränkten Finanzierungsbereitschaft von
Kreditinstituten führen und die Realisierung
zahlreicher bohrreifer Geothermieprojekte erschweren oder
verhindern, da diese dann zunehmend wieder mit höher
verzinslichen Anlageformen konkurrieren. Hierdurch
könnten sich - wenn ggfs. auch nur temporär -
Hemmnisse für das Wachstum des Geothermiemarktes
insgesamt ergeben.
Mit den langjährig geschäftlich mit der
Daldrup & Söhne AG verbundenen Kreditinstituten
und Avalkreditgebern wurde im Mai 2020 eine umfangreiche
Vereinbarung zur Besicherung bilateral gewährter
Betriebsmittelkreditlinien für Kontokorrent- und
Avalkredite getroffen. Die Vereinbarung umfasst eine
Öffnungsklausel hinsichtlich eventuell notwendig
werdender Projektfinanzierungslinien, die durch jeweils
projektindividuelle Sicherheiten - auch außerhalb der
Vereinbarung - besichert werden können.
4. TECHNOLOGISCHE RISIKEN
Die verwendete Bohrtechnologie entspricht dem Stand
der Technik und unterliegt keinem raschen technologischen
Wandel, sodass kein besonderes Risikopotenzial besteht.
Vernetzte Technologien oder künstliche Intelligenz
spielen im operativen Bohrbetrieb eine noch untergeordnete
Rolle.
Um die Leistungsfähigkeit des Daldrup-Konzerns
EDV-seitig zu erhöhen, wurde in 2021 eine neue
Serverstruktur erworben und eingerichtet. Wenngleich die
IT-Systeme dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und
Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff oder
Schädigung durch Schadsoftware getroffen wurden und
laufend aktualisiert werden, ist die IT grundsätzlich
weiterhin ein Angriffspunkt von außen. Ferner werden
regelmäßige Datensicherungen vorgenommen. Bei
technischen Updates und dem beabsichtigten Ausbau der
betriebsinternen IT-Systeme werden wir von externen
Spezialisten begleitet, welche die Sicherheit der Systeme
den Anforderungen anpassen.
Mit effizienzerhöhenden EDV-Projekten wurde in
2022 begonnen. Hier besteht die Gefahr, dass diese Projekte
verspätet fertig gestellt werden, insofern kalkulierte
bzw. berücksichtigte Vorteile für den Konzern
erst mit eventuell deutlicher Verzögerung greifbar
werden und deutlich höhere Kosten für die
Schaffung der EDV-Umgebung entstehen. Andererseits sind
diese Systeme ein notwendiger Zwischenschritt für die
Schaffung von Systemen, die sich künstlicher
Intelligenz bedienen.
5. RECHTLICHE RISIKEN
Rechtsstreitigkeiten können aufgrund des
Leistungsprozesses und im Rahmen von Gewährleistungen
sowie im Rahmen allgemein bestehender Verträge
eintreten. Unterschiedliche Erwartungshaltungen oder
Auslegungen von Projektverträgen können zu
juristischen Streitigkeiten führen. Diese können
auch ohne rechtliche Beratung erledigt werden. Bei einigen
Sachverhalten sind zur berechtigten Wahrung der Interessen
des Daldrup-Konzerns gerichtliche Auseinandersetzungen
nicht zu vermeiden. Unabhängig von der Art der
Beilegung der juristischen Streitigkeiten werden externe
Fachanwälte mit der Wahrnehmung der Interessen des
Daldrup-Konzerns betraut.
Bei Aktivprozessen besteht das Risiko, dass vor
Gericht die eingeklagten Forderungen nicht durchgesetzt
werden können und somit Wertberichtigungen
erforderlich wären.
Das Vertragsmanagement ist soweit organisiert, dass
unter juristischer, technischer und kaufmännischer
Einbindung eine ausgewogene Chancen-Risiken-Verteilung
für die Daldrup & Söhne AG besteht. Der
aktuelle Auftragsbestand unterliegt diesen Gesichtspunkten
des Vertragsmanagements. Die künftige mögliche
Auslastung des Daldrup-Konzerns wird über die Kennzahl
"mit Eintrittswahrscheinlichkeiten bewerteter, relevanter
Markt" bewertet und veröffentlicht. Bei der Bewertung
dieser Kennzahl ist zu berücksichtigen, dass ihr keine
abgeschlossenen Verträge mit Kunden, sondern zwar
sorgfältig abgewogene, aber schlussendlich subjektive
Eintrittswahrscheinlichkeiten hinsichtlich einer
möglichen Auftragserteilung zugrunde liegen. Diese
Eintrittswahrscheinlichkeiten können in
Abhängigkeit von der Entwicklung aktueller
Gespräche schwanken bzw. bei zum Beispiel Vergabe an
einen Wettbewerber komplett entfallen.
Bürgerinitiativen und -begehren, aber auch
Technologiegegner können die Politik beeinflussen.
Dies kann nachteilig in Genehmigungsverfahren sein und dazu
führen, dass Gerichte angerufen werden müssen und
sich Bohraufträge und Gesamtprojekte dadurch deutlich
verzögern.
Insgesamt sind die Daldrup & Söhne AG und
ihre Tochtergesellschaften als Beklagte oder sonstige
Beteiligte regelmäßig in gerichtliche
Klageverfahren sowie behördliche Verfahren
eingebunden. Aufgrund der zunehmenden Klagebereitschaft
nehmen die rechtlichen Risiken auch für die Daldrup
& Söhne AG oder Konzernunternehmen tendenziell zu.
In einem nennenswerten Fall wurde eine Klage angedroht. Die
Daldrup & Söhne AG ist darüber hinaus in
einem nennenswerten Fall beklagt und verteidigt sich in
diesem Verfahren. Daldrup kann den Ausgang dieser Verfahren
nicht endgültig abschätzen. Insbesondere sind in
diesem für Daldrup wesentlichen Verfahren
anspruchsbegründende Umstände aus heutiger Sicht
nicht oder nicht hinreichend dargetan, weshalb der Vorstand
eine Inanspruchnahme unverändert als unwahrscheinlich
einstuft. Ein ungünstiger Ausgang in einem Verfahren
könnte massive Auswirkungen auf die wirtschaftlichen
Parameter der Daldrup & Söhne AG besitzen. Daldrup
wird hier von einer namhaften Kanzlei vertreten.
Rückstellungen für entstehende Prozesskosten
wurden gebildet.
Die Gesellschaft hat für die Vorstände, den
Aufsichtsrat sowie für Geschäftsführer
rechtlich selbständiger Tochtergesellschaften eine
D&O-Versicherung abgeschlossen.
6. REGULATORISCHE UND POLITISCHE
RISIKEN
Die Gesellschaften des Daldrup-Konzerns sehen sich
politischen und regulatorischen Veränderungen in
vielen Ländern und Märkten ausgesetzt.
Der seit dem Jahr 2000 in vielen Ländern
bestehende Trend zur aktiven Förderung von
Erneuerbaren Energien unterliegt in seiner Ausprägung
je nach Land Schwankungen und Änderungen durch die
Gesetzgebung der jeweiligen Regierung. Auch wirtschaftliche
Krisen oder neue politische Machtkonstellationen
können die Prioritäten beeinflussen.
Die Unsicherheiten oder die Komplexität in den
gesetzlichen Bestimmungen zur Förderung von
Geothermiebohrungen und Geothermiekraftwerken und
-heizwerken sowie die Änderung bzw. signifikante
Kürzung der Förderungen der
Elektrizitätserzeugung und Wärmelieferung aus
geothermischer Energie können die Rentabilität
geothermischer Projekte negativ beeinflussen und
Investitionen verzögern, stoppen oder obsolet werden
lassen.
Auch der Aktionismus von Bürgerinitiativen gegen
Geothermieprojekte kann die Projektentwicklung und
Genehmigungsverfahren verzögern oder gefährden
und Investoren abschrecken. Eine enge Kommunikation mit
Entscheidungsträgern in der Politik und aktive
Maßnahmen wie die Teilnahme an
Bürgeranhörungen, die öffentliche
Vorstellung von Projekten und Gespräche mit den Medien
zur Aufklärung über die Vorteile der Geothermie
dienen als Instrumente zur präventiven Risikoabwehr.
Durch Diversifikation hinsichtlich der regionalen
Absatzmärkte sollte eine Abschwächung
potenzieller negativer Auswirkungen möglich sein. So
ist die Daldrup-Gruppe neben Deutschland
regelmäßig in den Niederlanden, Belgien und der
Schweiz, zukünftig gegebenenfalls in Italien
tätig und trifft auf sehr unterschiedliche
Förderregime. In den Niederlanden ist die Geothermie
als thermische Energie zu konventionellen
Energieträgern bereits ohne Förderung
konkurrenzfähig. Aus rechtlichen Veränderungen
drohen immer auch Nachteile für das Unternehmen. Diese
Veränderungen können auch in den anderen
Ländern zu Verschiebungen bei der Nachfrage nach
Geothermiebohrungen führen.
7. RISIKEN IN VERBINDUNG MIT DEN
AUSWIRKUNGEN DES KRIEGES IN DER UKRAINE
Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine
angegriffen und führt seither einen Eroberungskrieg.
Auf Seiten der Ukraine führt dies zu Millionen von
Flüchtlingen und fortschreitend zu
großräumigen Zerstörungen von Städten
und Versorgungs-Infrastrukturen. Die Wirtschaftsleistung
der Ukraine ist auf absehbare Zeit mindestens stark
eingeschränkt. Die westliche Staatengemeinschaft hat
gegen Russland vielfältige und umfangreiche Sanktionen
gegen Personen sowie im Waren- und Geldverkehr
verhängt. Russland ist bisher für Europa und
teilweise für die Weltwirtschaft der größte
Exporteur fossiler Primärenergieträger (Kohle,
Öl, Erdgas) und ein bedeutender Lieferant weiterer
Industrie- und Agrar-Rohstoffe gewesen.
Die durch den Krieg ausgelöste Unsicherheit,
entstehende Knappheiten durch den sanktionierten Waren- und
Geldverkehr, die Verfügbarkeit von Arbeitskräften
insbesondere in der Logistikbranche sowie an unseren
Bohrlokationen und die signifikanten Preiserhöhungen
fossiler Primärenergieträger und bei
Agrargütern hatten im Berichtsjahr weltweit negative
wirtschaftliche Auswirkungen.
Die Daldrup & Söhne AG sieht durch den Krieg
Russlands gegen die Ukraine für ihr
Geschäftsmodell - mit Kenntnisstand Ende Mai 2023 -
keine wesentlichen Risiken. Umsätze wurden mit keiner
der beiden Kriegsparteien gemacht. In den meisten
Fällen konnte der Bezug von Vorprodukten aus anderen
Bezugsquellen erfolgen. Die durch den Krieg mit
ausgelösten Volatilitäten auf den
Energiemärkten haben zwar direkt und indirekt die
Kosten auf den Baustellen für Betriebsstoffe und
Materialien nach oben getrieben, haben aber zu keinem
Zeitpunkt während des Berichtsjahres eine Tragweite
erreicht, die den Erfolg der Bohrstellen hätten
gefährden können.
PROGNOSERISIKEN
Generell ist seit Februar 2022 das Risiko
signifikanter Marktverwerfungen aufgrund einer Eskalation
des Krieges Russlands gegen die Ukraine nicht
auszuschließen. Deren Ausprägungen und
Tragweiten lassen sich für die Zukunft schlecht
bemessen. Fest steht aber, dass sich aus dieser Lage neue
Herausforderungen und Chancen für die
Importunabhängigkeit der EU von fossilen
Primärenergien und die Energiesouveränität
im Rahmen der Energiewende herauskristallisieren.
Die Höhe des Prognoserisikos korreliert mit den
Auswirkungen des Krieges in den für Daldrup relevanten
Märkten sowie den dagegen getroffenen Maßnahmen
im Waren- und Geldverkehr sowie der Rohstoffversorgung.
Hieraus gegebenenfalls resultierende Auftragsverschiebungen
oder signifikante Preisänderungen führen in der
Regel auch zu einer Verschiebung von Zahlungsflüssen
und den finanzwirtschaftlichen Leistungsparametern.
FINANZIERUNGSRISIKEN/BESTANDSGEFÄHRDENDE RISIKEN
Mit einer zunehmenden Risikolage und deutlich
höheren Zinssätzen steigt auch das Risiko, dass
einzelne oder eine Vielzahl unserer langjährigen
Finanzierungspartner nicht mehr in bisheriger Weise und
Umfang mit Projektfinanzierungen sowie gerade im
projektbezogenen Geschäft mit teils umfangreich
notwendig werdenden Avalkrediten zur Verfügung stehen.
Nicht gewährte Kreditlinien können die Abwicklung
kompletter Projekte erschweren oder vollständig
gefährden. Die Daldrup & Söhne AG begegnet
diesem Risiko mit einer rechtzeitigen Ansprache
möglicher Kreditgeber, der Schaffung einer umfassenden
und zufriedenstellenden Informationslage rechtzeitig im
Vorfeld zu treffender Kreditentscheidungen sowie dem
Abschluss der vorerwähnten kreditvertraglichen
Vereinbarungen hinsichtlich der Besicherung bilateral
gewährter Kreditlinien.
Die Gesellschaft finanzierte sich ansonsten
insbesondere mittels kurzfristiger externer Kredite, die in
Form von Kreditrahmenverträgen oder Kontokorrent- bzw.
Avalkreditverträgen mit fixierten Limiten ausgestaltet
sind und die i .d. R. als sogenannte "bis auf
weiteres-Finanzierungen" (Betriebsmittellinien)
gewährt wurden.
Ein von einer externen
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellter Indepent
Business Revue (IBR) wurde zuletzt im Juli 2022
aktualisiert. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die
Planung für die Geschäftsjahre 2022 und 2023
vorgelegt, im Rahmen des IBR plausibilisiert und mit den
Kreditgebern wurden diverse Sanierungsmaßnahmen
vereinbart. Zum Aufstellungszeitpunkt waren diese
Maßnahmen zwar mehrheitlich, jedoch noch nicht
vollständig umgesetzt. Insbesondere sind hier die noch
nicht vollständig umgesetzten Maßnahmen zu
nennen:
Die Daldrup & Söhne AG befindet sich aus
Sicht der Kreditgeber bis mindestens 31. Dezember 2023 im
Sanierungsprozess. Der Abschluss des Prozesses wird danach
erst beendet, wenn die zwischen den Kreditgebern und der
Daldrup & Söhne AG vereinbarten Maßnahmen
vollständig und erfolgreich umgesetzt wurden.
Aus der erstellten Liquiditätsplanung ergibt
sich im Planungshorizont bis zum 30. Juni 2024 kein
zusätzlicher Liquiditätsbedarf. Nichtsdestotrotz
könnten die mit den Kreditgebern getroffenen
Vereinbarungen, die bis auf weiteres gewährten Kredite
durch die Kreditgeber gekündigt werden. Die
Kreditgeber sind jedoch zur Aufrechterhaltung ihrer
Engagements bereit. Sollten die Maßnahmen nicht oder
nicht vollständig umgesetzt werden und infolgedessen
die Kreditgeber möglicherweise von ihrem
Kündigungsrecht Gebrauch machen und sollte es der
Gesellschaft nicht gelingen, eine entsprechende Anschluss-
oder Alternativfinanzierung abzuschließen, wäre
die Gesellschaft in ihrem Bestand gefährdet.
8. CHANCEN
Die Geothermie gewinnt in der Strom- und
Wärmeerzeugung unter den Erneuerbaren Energien in
Deutschland, in Europa und global zunehmend an Bedeutung.
Ihre Vorteile sind das Vorhandensein als lokale, unendliche
Ressource, die Grundlastfähigkeit, die geringen
THG-Emissionen und die dezentrale Energieerzeugung in der
Region des Verbrauchs.
Speziell in Deutschland wird nicht nur die
Stromerzeugung, sondern auch die Wärme- und
Kälteversorgung im Hochbau sowohl bei Neubauvorhaben
als auch bei der energetischen Gebäudesanierung
gefördert. Der gesetzliche Rahmen ist in Deutschland
für die Förderung der Wärmenutzung aus
Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren stetig
erweitert und verbessert worden. Dennoch steht der Bereich
Erneuerbare Wärme weiter vor großen
Herausforderungen, die wahrscheinlich nur mit
großzügig ausgestatteten Instrumenten bestehend
aus regulatorischen Anreizen und flankierenden
Investitionsförderungen angegangen werden können.
Allein die zentrale Zielsetzung der neuen Bundesregierung
aus dem Klimaschutzprogramm, bis 2045 einen nahezu
klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, hilft
nicht weiter, eine schnelle und sozialverträgliche
Dekarbonisierung umzusetzen. Der Druck auf die Politik, den
Gebäudesektor auf erneuerbare Energien auszurichten
und dadurch die bestehende Abhängigkeit von fossilem
Gas zu beenden, steigt. Viele Städte haben inzwischen
eigene Klimainitiativen gestartet und konkretisieren die
geforderten Anstrengungen. In geologisch geeigneten
Gebieten in Süd- und Norddeutschland steigt dabei die
Bedeutung geothermischer Wärme für die Nah- und
Fernwärmeversorgung. Auch der Ausstieg aus der
Kohleenergie wird Ersatzkapazitäten für
Fernwärme erforderlich machen, die die Geothermie zum
Teil bereitstellen kann.
Mit dem zum 18. Dezember 2020 in Kraft getretenen,
novellierten EEG sind die Rahmenbedingungen für
Investoren für Geothermie-Projekte verbessert worden
und es besteht Planungs- und Rechtssicherheit für die
Auftraggeber und Betreiber. Durch die bestehende EEG-Umlage
und die Stromsteuer, die dem Umweltschutz dienen sollten,
wurden bisher paradoxerweise aber umweltfreundliche
Technologien, wie die Geothermie, in ihrer Entwicklung
blockiert. Insgesamt wurde der Preis für den Strom
für Erdwärmeheizungen durch Steuern und Abgaben
mehr als verdoppelt. Durch die zum 1. Juli 2022
beschlossene Abschaffung der EEG-Umlage wird der Strompreis
für geothermische Wärmepumpen und Tiefenpumpen
gesenkt. Die Energiegewinnung von oberflächennaher und
tiefer Geothermie wird somit noch günstiger und
entlastet Verbraucher.
Die so verbesserten wirtschaftlichen Parameter werden
neue Investitionen auslösen. Laut BVG sollen
mittelfristig die bereits im Koalitionsvertrag festgelegten
Maßnahmen zur Energie- und Wärmewende mit
höherer Priorität umgesetzt werden. Der Entwurf
eines Maßnahmenkatalogs der Ad-hoc-Arbeitsgruppe
"Gasreduktion" aus dem Bundesministerium für
Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) beinhaltet einige
wichtige Punkte, um den Ausbau der Geothermie massiv zu
beschleunigen. Zu den Vorschlägen gehört eine
Risikoabsicherung für Geothermieprojekte und eine
nationale Explorationskampagne, um die Nutzung von Erdgas
zur Wärmeerzeugung effektiv zu senken. Die gemeinsame
Roadmap von Forschenden aus der Fraunhofer-Gesellschaft und
der Helmholtz-Gemeinschaft zeigte kürzlich auf, dass
tiefe Geothermie mehr als ein Viertel des jährlichen
deutschen Wärmebedarfes (über 300 TWh) abdecken
könnte. Die hydrothermale Geothermie (gegebenenfalls
kombiniert mit Großwärmepumpen) als
Wärmequelle für Fernwärmenetze könnte
nach den Abschätzungen der Roadmap rund ein Viertel
des Gesamtwärmebedarfes Deutschlands decken, also rund
300 Terawattstunden Jahresarbeit bei 70 Gigawatt
installierter Leistung.
Davon kann die Daldrup-Gruppe als spezialisierter
Bohrdienstleister entlang der Wertschöpfungskette
für schlüsselfertige Geothermieheiz- und
-kraftwerke profitieren. Denn das Unternehmen ist mit
über 50 erfolgreichen Tiefengeothermiebohrungen einer
der erfahrensten Wettbewerber im mitteleuropäischen
Markt. Die mittelständischen Strukturen und die gut
ausgebildeten Mitarbeiter erlauben darüber hinaus eine
hohe Flexibilität und Lösungskompetenz
gegenüber Kundenprojekten und den jeweiligen
geologischen Formationen in großen Tiefen. Die
Daldrup & Söhne AG geht trotz vorgenannter, teils
zunehmender Risiken auch weiterhin von entsprechend
günstigen Rahmenbedingungen, einer steigenden
Nachfrage nach Bohrdienstleistungen für die Erstellung
von Geothermieheiz- und -kraftwerken aus.
Für die Daldrup & Söhne AG können
sich aus der anhaltenden guten Auftragslage und -abwicklung
und der über die Börsennotierung gegebenen
langjährigen Transparenz sowie der etablierten
Marktstellung in Mitteleuropa als verlässlicher
Partner in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen
Lage durchaus neue Chancen im Markt ergeben.
9. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKO- UND
CHANCENSITUATION
Trotz der Ausführungen im Abschnitt
"Finanzierungsrisiken/Bestandsgefährdende Risiken" ist
die Unternehmensführung bei bewusster Risikostrategie
mit dem Auge für unternehmerische Chancen, dem raschen
Zugriff und der Bereitschaft zu Plananpassungen auf
organisatorische und finanzielle Stabilität
ausgerichtet. Im Vergleich zu den möglichen Risiken
überwiegen die unternehmerischen Chancen.
D. PROGNOSEBERICHT
1. KÜNFTIGE
UNTERNEHMENSAUSRICHTUNG
Das Kerngeschäft des Daldrup-Konzerns ist das
Erschließen und die Nutzbarmachung geothermischer
Energie sowie die Erbringung hochwertiger
Bohrdienstleistungen für die Bereiche Wasser,
Rohstoffe und Umweltdienstleistungen. Insbesondere im
Wärmemarkt sehen wir in Mitteleuropa aufgrund der
dringend umzusetzenden Dekarbonisierung der
Wärmeerzeugung viel Potenzial für strukturelles
Wachstum. Das gilt auch für den sich mittelfristig
bildenden Markt für Tiefenerkundungen für die
Suche von atomaren Endlagern. Beteiligungen an Heizwerken
oder Kraftwerken werden langfristig als
Minderheitsbeteiligungen angestrebt, sofern sie der
mittelständischen Ausrichtung und
Größenordnung des Daldrup-Konzerns entsprechen.
Somit wird der Daldrup-Konzern in den nächsten Jahren
seine operativen Schwerpunkte insbesondere in den
Geschäftsfeldern flache und tiefe Geothermie, im
Segment Wassertechnik sowie mit Dienstleistungen für
den Altbergbau und die Rohstoff- und
Lagerstättenerkundung haben. Regional wird das
Unternehmen seinen Fokus weiter auf die DACH-Region und die
Benelux-Staaten legen. Ziel ist es, die nationale und
europäische Marktposition als Komplettanbieter
für mittelständisch geprägte geothermische
Energieprojekte zu stärken und die Ertragskraft zu
steigern.
Diese Entwicklung erfordert auch die Fortsetzung und
Weiterentwicklung der Ende 2018 begonnenen Neuausrichtung
der konzerninternen Strukturen sowie der Steuerungs- und
Kontrollmechanismen. Die Organisationsstruktur im Konzern,
das Auftragscontrolling, die Steuerungs-, Risikoerkennungs-
und Reporting-Tools sowie die Grundlagen des
Geschäftsmodells werden sukzessive, die Anforderungen
des Geschäftsmodells berücksichtigend, und mit
Augenmaß umgestellt, um den Konzern verlässlich
in die Zukunft führen zu können. Die
diesbezüglich notwendigen personellen und
organisatorischen Anpassungen betreffen neben den Bereich
Finanzen und Controlling ebenso die Organisation und die
personelle Ausstattung des laufenden Bohrbetriebs.
Der Vorstand der Daldrup & Söhne AG rechnet
trotz der nicht abschließend abzuschätzenden
Folgen des Krieges Russlands gegen die Ukraine in den
kommenden Quartalen mit einer regen Nachfrage nach
Bohraufträgen insbesondere für geothermische
Wärmeprojekte. Trotz eines möglicherweise
weiteren Zinsanstiegs in den nächsten Quartalen
dürfte das unverändert hohe Interesse von
Finanzinvestoren als einer Kundengruppe neben Kommunen,
Stadtwerken und Industrieunternehmen an geothermischen
Kraft- und Heizwerksprojekten weiterhin gegeben sein.
2. KÜNFTIGE WIRTSCHAFTLICHE
RAHMENBEDINGUNGEN
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN VON INFLATION
UND RESTRIKTIVER GELDPOLITIK GEBREMST Das IfW geht in
seinem Mitte März 2023 veröffentlichten Kieler
Konjunkturbericht für das Jahr 2023 insgesamt von
einer gebremsten globalen wirtschaftlichen Entwicklung aus.
Zwar haben sich einige der ungünstigen
Rahmenbedingungen, die für die Abschwächung der
Weltkonjunktur im vergangenen Jahr wesentlich
verantwortlich waren, zuletzt verbessert. So sind die
Rohstoffpreise und insbesondere die für Energie wieder
deutlich gesunken. In der Folge hat sich die Inflation
etwas verringert. Auch haben sich mit der Abkehr von der
Null-Covid-Politik in China die Aussichten verbessert, dass
sich die Konjunkturentwicklung dort verstetigen kann, und
Lieferengpässe behindern die wirtschaftliche
Aktivität immer weniger. In der Folge hat sich die
Stimmung bei Unternehmen und Haushalten weltweit
aufgehellt. Ausschlaggebend für die nach wie vor
gedämpften wirtschaftlichen Aussichten ist nach
Angaben des IfW aber die scharfe Straffung der Geldpolitik,
die zu deutlich höheren Finanzierungskosten
geführt hat und die Ausgabeneigung bremst. Für
das Jahr 2023 gehen die Konjunkturexperten nur von einem
globalen BIP-Wachstum um 2,5 % aus, für 2024 rechnen
sie mit einer Beschleunigung des Wachstums auf 3,2 %.
Mit den inzwischen auf breiter Front gesunkenen
Energiepreisnotierungen - in Verbindung mit nachlassendem
Gegenwind aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld - dürfte
die Konjunktur im Euroraum nach Einschätzung des IfW
im laufenden Jahr allmählich wieder Tritt fassen. Dies
deuten auch Umfragen zur Zuversicht von Unternehmen und
Verbrauchern an, die wieder etwas optimistischer in die
Zukunft blicken als noch im Herbst, so die Experten. Im
Prognosezeitraum dürfte die Konjunktur von einem
stärkeren privaten Verbrauch gekennzeichnet sein, die
gesamtwirtschaftliche Dynamik dürfte jedoch aufgrund
der deutlichen Straffung der Geldpolitik verhalten bleiben.
Insgesamt wird das BIP im laufenden Jahr wohl um 1,1 %
zulegen, gefolgt von einem Zuwachs um 1,6 % im kommenden
Jahr, so der IfW.
Die deutsche Wirtschaft müht sich aus der
Energiekrise. Die gesamtwirtschaftliche Produktion wird nur
verhalten zulegen. Insgesamt dürfte das BIP laut IfW
im laufenden Jahr um 0,5 % und im Jahr 2024 um 1,4 %
steigen. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der
Ukraine haben die Erholung von der Pandemie abgewürgt
und das Niveau des BIP merklich gedrückt.
Der Preisauftrieb wird nach Einschätzung der
Experten noch für einige Zeit hartnäckig hoch
bleiben. Das IfW rechnet mit Verbraucherpreisanstiegen von
5,4 % für das laufende Jahr und 2,1 % für das
Jahr 2024. Von weltwirtschaftlicher Seite zeichnen sich
keine größeren Impulse ab und die
Bauinvestitionen werden laut IfW aufgrund der schlechteren
Finanzierungsbedingungen deutlich sinken.
BRANCHENAUSBLICK
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat bis auf die
volatile Entwicklung der Energiepreise keine negativen
Auswirkungen auf die Auftragslage gehabt. Kommunale wie
private Auftraggeber treiben die Planungen insbesondere
für geothermische Wärmeprojekte weiter voran.
Hier stehen die Reduzierung der Abhängigkeit von
Erdgas und anderen fossilen Primärenergieträgern
zur Wärmeerzeugung und eine beschleunigte
Dekarbonisierung im Vordergrund. Das wird gestützt von
einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die mit einer
verstärkten Förderung Erneuerbarer Energien die
Importunabhängigkeit und Energiesouveränität
Deutschlands stärken sollen. Die Rahmenbedingungen
sollen vom BMWK weiter verbessert werden. Das stärkt
die Planungs- und Investitionssicherheit und wird für
die Daldrup & Söhne AG nach unserer
Einschätzung absehbar zu einer steigenden Nachfrage
nach Projekten der flachen und tiefen Geothermie
führen.
Eine deutliche Beschleunigung eines
umweltfreundlichen Umbaus der Wärmeversorgung ist
dringend nötig. Mit der oberflächennahen
Geothermie und der tiefen Geothermie stehen zwei effiziente
und umweltfreundliche, dekarbonisierende Technologien zur
Verfügung, diese benötigen jedoch verbesserte
Rahmenbedingungen. Erdwärme ist jederzeit und
praktisch im gesamten Bundesgebiet nutzbar, unabhängig
von Tages- und Jahreszeiten sowie Wetterereignissen.
Darüber hinaus ist die Erdwärmenutzung in
Kombination mit Wärmepumpen die aktuell effizienteste
Methode der Sektorenkopplung. Damit erbringt Geothermie
eine wichtige Systemdienstleistung und kann in absehbarer
Zeit wirtschaftlich ohne Subventionen betrieben werden.
Laut der Studie "Roadmap tiefe Geothermie für
Deutschland" von Fraunhofer und Helmholtz eröffnet das
Marktpotenzial in Deutschland Ausbauziele von weit
über 300 TWh Jahresarbeit bzw. 70 GW installierte
Leistung, das entspricht rund 25 % des
Gesamtwärmebedarfs. Zum Aufbau einer
tiefengeothermalen Erzeugungsinfrastruktur und zur
Anbindung an kommunale Verteilungsinfrastrukturen für
Wärme werden laut Roadmap in den kommenden zehn Jahren
Investitionen in Höhe von ca. 2,0 bis 2,5 Mrd. Euro je
GW installierter Leistung aus öffentlichen und
privaten Haushalten benötigt. Damit lassen sich
wettbewerbsfähige Wärmegestehungskosten von <
30 EUR/MWh erzielen.
Die Geothermie zählt für das BMWK in dem im
November 2022 vorgestellten Eckpunktepapier dabei zu den
Schlüsseltechnologien, um Raumwärme, Warmwasser
und Prozesswärme versorgungssicher, wirtschaftlich und
dezentral zu erzeugen. Laut Leibnitz Institut für
angewandte Geophysik müssen allein 587 TWh/pro Jahr
(2.111 PJ) aus Erdgas, Erdöl und Kohle ersetzt werden,
um die Klimaschutzziele im Sektor Raumwärme/Warmwasser
zu erreichen. Zu den vom BMWK vorgeschlagenen
Maßnahmen gehören u. a. die Beschleunigung von
Genehmigungsverfahren, der Ausbau von Förderprogrammen
wie dem BEW und dem EEW sowie die Risikoabfederung von
Geothermiebohrungen. Bis 2030 bedeutete das mindestens 100
mitteltiefe und tiefe Geothermieprojekte. Das
entspräche einer Vervielfachung gegenüber dem
derzeitigen Ausbautempo.
3. ERWARTETE ERTRAGS- UND
FINANZLAGE
Das Bohr- und Projektgeschäft der Daldrup &
Söhne AG ist seit einigen Jahren durch eine hohe
Auslastung und eine zufriedenstellende Auftragslage in
allen vier Geschäftsbereichen gekennzeichnet.
Wenngleich das aktuelle Klima gegenüber der Geothermie
in der Gesellschaft und der Politik als sehr freundlich
einzustufen ist, ist dennoch das Bohrgeschäft dem
Grunde auch nach mit Unwägbarkeiten und den
skizzierten Risiken behaftet, die man nicht ausblenden
darf. Trotz sorgfältigster Planungen und Abstimmungen
mit den Projektpartnern und den Behörden lassen sich
aber beispielsweise zeitliche Verschiebungen bei
Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren, sich
ändernde juristische Anforderungen, Veränderungen
bei den in der Regel besonderen Infrastrukturbedingungen
und den Bedingungen bei Projektfinanzierungen sowie
Unwägbarkeiten in der Geologie niemals
ausschließen. Das liegt daran, dass die
Erschließung geothermischer Energie ein noch relativ
junges Gewerk ist. Zudem muss jedes Projekt individuell
geplant werden, da die geologischen Verhältnisse im
Untergrund sehr unterschiedlich sein können.
Kompetitiv wirkt zudem das inzwischen wieder steigende
Zinsniveau, da alternative Anlageformen wieder
interessanter erscheinen. Aufgrund vorgenannter
Unwägbarkeiten sind Auswirkungen auf die Ertrags- und
Finanzlage der Daldrup & Söhne AG bzw. des
Konzerns naturgemäß nicht auszuschließen
und werden den Geschäftsgang der Daldrup &
Söhne AG auch zukünftig beeinflussen.
Die Daldrup & Söhne AG hat mit dem Verkauf
der Geysir Europe GmbH und den Geothermie-Kraftwerken bis
Anfang 2020 ihr Risikoexposure in Form von
Nachrangforderungen und die enormen Verpflichtungen aus
Verbindlichkeiten signifikant reduziert. Damit ist das
Unternehmen nach Auffassung des Vorstands der Daldrup &
Söhne AG auf dem richtigen Weg, die Risikopositionen
und die Geschäftstätigkeit den
mittelständisch geprägten Strukturen anzupassen.
Die wirtschaftliche Entwicklung 2023/2024 wird durch
den Vorstand mit Stand Ende März 2023 unter Beachtung
der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der
Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine als insgesamt
noch zufriedenstellend eingeschätzt. Das Bohr- und
Dienstleistungsgeschäft des Konzerns Daldrup &
Söhne AG dürfte in den kommenden Quartalen weiter
durch mögliche Preisvolatilitäten -
ausgelöst durch Inflation und den Krieg in der Ukraine
- für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
vorübergehend erschwert werden.
Insgesamt ist der Vorstand mittelfristig jedoch
zuversichtlich, weitere Projekte in allen
Geschäftsbereichen akquirieren und abarbeiten zu
können. Sei es für Erkundungsbohrungen für
die Lagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland oder
für die Sanierung von Schächten und Flächen
im Ruhrgebiet aus dem Altbergbau. In den Niederlanden
werden mit einem zielgerichteten staatlichen
Förderrahmen die Möglichkeiten der Geothermie
für die Wärmeversorgung für Gebäude und
in der Landwirtschaft weiter aktiv vorangetrieben.
Rund um München ist das Interesse auch an
größeren Geothermieprojekten in der Molasse
für die Strom- und Wärmeversorgung weiterhin
hoch. So haben wir Anfang 2023 bereits von der MTU Aero
Engines AG einen Generalunternehmerauftrag zur Erstellung
einer geothermischen Dublette mit Errichtung des
Bohrplatzes am Standort München erhalten. Die
Auftragspipeline entwickelt sich positiv und erreicht zu
Ende April 2023 einen Stand von rund 202 Mio. €.
Wenngleich weitere Wertkorrekturen der nennenswert
abgebauten Forderungen gegenüber den Gesellschaften
des ehemaligen Geysir-Teilkonzerns nicht
auszuschließen sind und in den kommenden Jahren
zunehmen könnten, geht der Vorstand der Daldrup &
Söhne AG unter Berücksichtigung der vorgenannten
Punkte und den gut ausgelasteten
Bohranlagenkapazitäten sowie der zufriedenstellenden
Auftragslage, die rechnerisch eine Auftragsreichweite
über das vierte Quartal 2023 hinaus besitzt, sowie der
bestehenden Auftragspotenziale insgesamt davon aus, dass
die Daldrup & Söhne AG im Geschäftsjahr 2023
wieder eine Gesamtleistung von rund 40 Mio. €
erreichen wird. Aufgrund bestehender Markt-, Beschaffungs-
und preislicher Risiken aus dem Ukraine-Krieg geht der
Vorstand zunächst von einer Marge des operativen
Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 3,0 %
und 5,0 % der Gesamtleistung aus.
E. ANGABEN ZU EIGENEN ANTEILEN GEM.
§ 160 ABS. 1 NR. 2 AKTG
Die Angaben zu eigenen Anteilen nach § 160 Abs.
1 Nr. 2 AktG und § 289 Abs. 2 Satz 2 HGB sind im
Anhang angegeben.
F. SCHLUSSERKLÄRUNG DES VORSTANDS
ZUM ABHÄNGIGKEITSBERICHT
Abschließend stellen wir fest, dass die Daldrup
& Söhne Aktiengesellschaft nach den
Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in
dem Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maßnahmen
getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem
Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten
hat und dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder
unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist.
Oberhaching, 30. Mai,
2023
Daldrup
& Söhne AG
Der
Vorstand
Andreas
Tönies, Vorstandssprecher
Bernd
Daldrup, Vorstand
Karl
Daldrup, Vorstand
Stephan
Temming, Vorstand
NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN -
NICHT BESTANDTEIL DER JAHRESABSCHLUSSPRÜFUNG 2022
Die Daldrup & Söhne AG verpflichtet sich zur
Einhaltung hoher Gesundheits-, Sicherheits- und
Umweltschutzstandards. Hierbei legt die Daldrup &
Söhne AG größten Wert auf die Einhaltung
branchenüblicher Standards, der jeweils geltenden
nationalen Gesetze sowie der einschlägigen Regularien
bzgl. Sicherheit und des Gesundheits- und Umweltschutzes
durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das vom
Vorstand der Daldrup & Söhne AG installierte und
extern auditierte Management-, Informations- und
Sicherheitssystem gewährleistet eine effektive
Umsetzung dieser Standards. Die nicht finanziellen
Leistungsindikatoren dienen nicht unmittelbar der
Unternehmenssteuerung.
Die Grundlagen des täglichen Handelns werden u.
a. durch das Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument
nach den entsprechenden Rechtsvorschriften und Richtlinien
der Europäischen Union sowie die internen Leitlinien
der Daldrup & Söhne AG zur Mitarbeiterführung
und Mitarbeiterentwicklung, zur Suchtprävention und
zur Instandhaltung und Wartung vorgegeben.
Ein hohes Qualitätsniveau über alle
Unternehmensbereiche der Daldrup & Söhne AG ist
ein entscheidender Faktor, um den Erfolg unserer Arbeiten
und die Zufriedenheit der Kunden zu gewährleisten. Die
übliche SCC-Zertifizierung ist daher ebenso
selbstverständlich wie die Erfüllung und
regelmäßige Erneuerung des
Qualitätsmanagements nach DIN ISO 9001. Die Daldrup
& Söhne AG ist besonders stolz darauf, eines der
ersten mittelständischen Unternehmen zu sein, die im
März 2022 bereits nach der neuen SCC-Norm "SCC-VAZ
2021" zertifiziert wurde.
JAHRESABSCHLUSS
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.
JANUAR BIS ZUM 31. DEZEMBER 2022
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.
JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022
AKTIVA
PASSIVA
ANHANG
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1.
JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022
ALLGEMEINE ANGABEN ZUM
JAHRESABSCHLUSS
ANGABEN ZUR IDENTIFIKATION DER
GESELLSCHAFT LAUT REGISTERGERICHT
Der Jahresabschluss wurde nach den handelsrechtlichen
Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung
der ergänzenden Vorschriften für große
Kapitalgesellschaften aufgestellt.
Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in
der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang
ausgeübt werden können, wurde der Vermerk in der
Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung
gewählt. Der Anlagenspiegel ist als Bestandteil des
Anhangs auf der Seite 68 f. dargestellt.
Nach den in § 267 HGB angegebenen
Größenklassen ist die Gesellschaft eine
mittelgroße Kapitalgesellschaft. Freiwillig hat sich
die Gesellschaft entschlossen, Auskunft gemäß
einer großen Kapitalgesellschaft zu leisten.
Die Gesellschaft ist gemäß § 290 Abs.
1 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss und einen
Konzernlagebericht aufzustellen.
ANGABEN ZUR BILANZIERUNG UND
BEWERTUNG
BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter der Zugrundelegung
des Grundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Des Weiteren
verweisen wir auf unsere Ausführungen zu den
bestandsgefährdenden Risiken im Lagebericht im Risiko-
und Chancenbericht unter Punkt 7 "Finanzierungsrisiken und
bestandsgefährdende Risiken".
AKTIVA
Die entgeltlich erworbenen immateriellen
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und
das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um
planmäßige Abschreibungen vermindert.
Die Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen
Nutzungsdauer linear vorgenommen. Geringwertige
Wirtschaftsgüter zwischen 250,00 € und 1.000,00
€ werden in einen Sammelposten eingestellt und
über einen Zeitraum von 5 Jahren linear abgeschrieben.
Vermögensgegenstände unter 250,00 € werden
direkt als Aufwand erfasst.
Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu
Anschaffungskosten angesetzt.
Ausleihungen sind zum Nominalwert bilanziert.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die
Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese
angesetzt.
Die Bewertung der unfertigen Leistungen erfolgt
grundsätzlich retrograd vom Auftragswert unter
Berücksichtigung des Fertigstellungsgrades am
Bilanzstichtag und eines pauschalen Abschlags in Höhe
von 12,5 % für den noch nicht realisierten
Gewinnanteil und die nicht aktivierungsfähigen Kosten.
Gegebenenfalls erfolgte eine Abwertung auf den niedrigeren
beizulegenden Wert. Hingegen werden bei den sogenannten
"Day-Rate-Aufträgen" aufgrund des grundsätzlichen
Dienstleistungscharakters dieser Aufträge oben
genannte Pauschalabschläge nicht vorgenommen, sodass
die Margenanteile sukzessive im Rahmen der vereinbarten
Abrechnungssystematik Berücksichtigung der
Gesamtleistung finden.
Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde
den individuellen Risiken durch ausreichend bemessene
Einzelwertberichtigungen und dem allgemeinen Kreditrisiko
durch angemessene Pauschalabschläge von 1,0 % Rechnung
getragen.
Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei
Kreditinstituten wurden zum Nennbetrag angesetzt.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet
Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die erst im Folgejahr
zu Aufwand werden.
Für Währungssicherungsgeschäfte wurden
Bewertungseinheiten gebildet. Zu deren bilanzieller
Abbildung wurde die Einfrierungsmethode verwendet.
PASSIVA
Das gezeichnete Kapital wurde mit dem Nennbetrag
angesetzt.
Die sonstigen Rückstellungen wurden für
alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des
nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
erforderlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei
wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Bei
einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde eine
laufzeitadäquate Abzinsung unter Verwendung der von
der Deutschen Bundesbank veröffentlichten
Zinssätze vorgenommen.
Die Verbindlichkeiten wurden zum
Erfüllungsbetrag angesetzt.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder
Währung werden im Rahmen der Zugangsbewertung mit dem
Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls bewertet. Verluste
aus Kursänderungen bis zum Abschlussstichtag werden
stets, Gewinne aus Kursänderungen nur bei
Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger
berücksichtigt. Im Übrigen verweisen wir auf die
Hinweise unter dem Punkt Absicherung von
Fremdwährungsrisiken/Bewertungseinheiten auf der Seite
62 dieses Berichts..
LATENTE STEUERN
Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von
temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen
dem handelsrechtlichen Wertansätzen von
Vermögensgegenständen, Schulden und
Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen
Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher
Verlustvorträge werden die Beträge der sich
ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den
unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt
des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.
Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die
Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung
des dafür bestehenden Ansatzwahlrechtes.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
I. BILANZ
ANLAGEVERMÖGEN
Der Anlagenspiegel zum 31.12.2022 ist als Bestandteil
des Anhangs auf der Seite 68 f. enthalten.
ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Es bestehen folgende direkte und indirekte
Beteiligungen an verbundenen Unternehmen:
* Werte zum 31.12.2021
AUSLEIHUNGEN AN VERBUNDENE
UNTERNEHMEN
Gegenüber dem verbundenen Unternehmen D&S
Geothermie GmbH bestehen Ausleihungen der
Berichtsgesellschaft von insgesamt 3.008.227,47 €
(Vorjahr: 2.993.261,16 €). Die Ausleihungen werden mit
0,50 % p. a. verzinst. Im Geschäftsjahr 2022 waren
Forderungen gegen das verbundene Unternehmen GERF B.V. aus
dem Umlaufvermögen in das Anlagevermögen
2.600.000,00 € umzugliedern und auf den beizuliegenden
Wert in Höhe von 1.800.00,00 abzuwerten.
SONSTIGE AUSLEIHUNGEN
Die Ausleihungen gegenüber der Geysir Europe
GmbH und Geox GmbH wurden im Zuge der
Veräußerung der Geysir Europe-Gruppe an eine
Finanzierungsgesellschaft mit Rangrücktritten
versehen: Die Daldrup & Söhne AG tritt mit dem
Darlehensbetrag sowie den entstandenen Zinsen sowie allen
daran haftenden Rechten hinter alle bestehende,
künftigen und bedingten Ansprüche aller aktuell
bestehenden vorrangigen Gläubiger und der
Finanzierungsgesellschaft und seiner Gesellschaften sowie
hinter allen Forderungen, einschließlich
Ausschüttungen, Zinsforderungen und
Dividendenansprüche der Finanzierungsgesellschaft
gegenüber der Geysir Europe-Gruppe zurück. Die
Bewertung der Ausleihungen Geysir Europe GmbH und Geox GmbH
erfolgt auf Basis eines Cashflow basierenden Models
aufgrund von Earn-out Vereinbarungen sowie einem
Cashflow-Rückfluss aus den Kraftwerksgesellschaften.
Die Ausleihungen gegen die Geysir Europe GmbH wurden um
115.400,00 € und gegen die Geox GmbH um 187.600,00
€ wertberichtigt.
UMLAUFVERMÖGEN
VORRÄTE
Die erhaltenen Anzahlungen werden offen von den
Vorräten abgesetzt.
FORDERUNGEN
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in
Höhe von 6.169.628,36 € (Vorjahr: 3.965.887,49
€) sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen
in Höhe von 681.604,35 € (Vorjahr: 2.681.454,60
€) haben Laufzeiten bis zu einem Jahr. Forderungen
gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von
681.604,35 € (Vorjahr: 2.681.454,60 €)
Darlehensforderungen (sonstige
Vermögensgegenstände).
Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe 480.489,99
€ vorgenommen (Vorjahr: 275.000,00 €).
SONSTIGE
VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
ZUM 31.12.2022 IN EUR
Unter 2. sind Vorsteuerforderungen enthalten, die in
Höhe von 234.638,18 € erst in 2023 entstehen.
DARLEHENSFORDERUNGEN GEGEN NAHESTEHENDE
UNTERNEHMEN
bestehen gegenüber der J. D. Apparate- und
Maschinenbau GmbH, Ascheberg, in Höhe von 5.619.735,85
€ (Vorjahr: 6.016.578,42 €). Es besteht ein
Rangrücktritt in Höhe von 800.000,00 €
hinter die Forderungen aller anderen Gläubiger der
Gesellschaft.
EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital beläuft sich auf 5.989.500,00
€ (Vorjahr: 5.989.500,00 €), es ist aufgeteilt in
5.989.500 (Vorjahr: 5.989.500) auf den Inhaber lautende
Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Der rechnerische
Wert für jede Stückaktie beläuft sich damit
auf 1,00 €. Das genehmigte Kapital zum 31.12.2022
beträgt 2.994.750,00 € (Vorjahr: 2.994.750,00
€).
Die Tochtergesellschaft Daldrup Bohrtechnik AG,
Rothenburg/ Schweiz, hält unverändert zum Vorjahr
3.012 Aktien an der Daldrup & Söhne AG, dies
entspricht 3.012,00 € des Grundkapitals
beziehungsweise 0,1 % am Grundkapital.
KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklage ist im Vergleich zum Vorjahr
unverändert (36.355.875,01 €).
GESETZLICHE RÜCKLAGE
Die gesetzliche Rücklage ist im Vergleich zum
Vorjahr unverändert (25.000,00 €).
ANDERE GEWINNRÜCKLAGEN
Die anderen Gewinnrücklagen sind im Vergleich
zum Vorjahr unverändert (140.574,51 €).
GEWINNVORTRAG UND
JAHRESÜBERSCHUSS
Der Verlustvortrag in Höhe von 22.443.544,35
€ und der Jahresüberschuss für das
Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 1.745.097,27
€ werden auf neue Rechnung vorgetragen.
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
RÜCKSTELLUNGSSPIEGEL ZUM
31.12.2022 IN EUR
Die pauschale Rückstellung für
Gewährleistungen wurde mit 0,5 % des
durchschnittlichen Umsatzes der letzten fünf Jahre
gebildet.
Dabei wurde eine abweichende Gewichtung der einzelnen
Jahre sowie eine Abzinsung berücksichtigt.
VERBINDLICHKEITEN
VERBINDLICHKEITENSPIEGEL ZUM 31.12.2022
IN EUR
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
bestehen in Höhe von 7.788.850,42 € (Vorjahr:
7.178.951,29 €) aus der Inanspruchnahme von
Betriebsmittelkrediten und in Höhe von 626.425,32
€ (Vorjahr: 585.254,63 €) aus der Finanzierung
von Sachanlagevermögen.
Zugesagte Kontokorrent- und Avalkreditlinien der
Berichtsgesellschaft belaufen sich auf insgesamt 21.500.000
€. Mit den langjährigen Kreditinstituten und
Avalkreditgebern der Berichtsgesellschaft wurde im Mai 2020
eine Sicherheitentreuhandvereinbarung zu deren Besicherung
durch die Übereignung von Bohranlagen und Maschinen
sowie Warenbeständen und Forderungszession getroffen.
Die Vereinbarung umfasst eine Öffnungsklausel zu
Gunsten der Berichtsgesellschaft hinsichtlich
künftiger Projektfinanzierungslinien. In den
Gesamtlinien ist die Avalkreditlinie eines Kreditgebers in
Höhe von 5.000.000,00 € enthalten, die ebenfalls
durch die Verpfändung eines Bankguthabens von
500.000,00 € besichert ist.
Darüber hinaus besteht zum Bilanzstichtag eine
im Berichtsjahr neu zugesagte, unbesichert zur
Verfügung gestellte weitere mittelfristige
Darlehensfinanzierung eines neuen Kreditgebers in Höhe
von noch 1.221.502,62 € (Vorjahr: 1.850.141,90
€).
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen bestehen gegenüber der Daldrup Bohrtechnik
AG, Rothenburg/Schweiz, in Höhe von 706.445,15 €
(Vorjahr: 1.021.417,39 €). Weiterhin bestehen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber sonstigen Tochtergesellschaften in Höhe
von 574.138,92 € (Vorjahr: 392.738,02 €).
Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten
Darlehensverbindlichkeiten von 1.463.179,03 €
(Vorjahr: 1.678.923,05 €), Verbindlichkeiten aus Lohn
und Gehalt von 367.563,35 € (Vorjahr: 327.731,69
€), Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer von
96.208,71 € (Vorjahr: 86.800,06 €),
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit von 77.344,66
€ (Vorjahr: 56.082,70 €),
Umsatzsteuerverbindlichkeiten von 370.247,97 €
(Vorjahr: 197.554,31 €), Darlehensverbindlichkeiten
gegenüber drei Mitgliedern des Vorstands der
Berichtsgesellschaft von insgesamt noch 114.685,11 €
(Vorjahr: 172.668,35 €) und gegenüber dem
Vorsitzenden des Aufsichtsrates J. Daldrup von 65.700,37
€ (Vorjahr: 15.479,62 €).
II. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das
Gesamtkostenverfahren gewählt.
UMSATZERLÖSE/GESAMTLEISTUNG
Die einzelnen Geschäftsbereiche der Daldrup
& Söhne AG hatten folgende Umsatzanteile:
UMSATZVERTEILUNG 2022 NACH
GESCHÄFTSBEREICHEN IN EUR
UMSATZVERTEILUNG 2022 NACH LEISTUNGSORT
IN EUR
Die Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt
36.920.094,70 € entfallen mit 15.719.803,13 € auf
das Inland und mit 21.200.291,57 € auf das Ausland.
Wegen der teils langfristigen Auftragsfertigung geben die
Umsatzerlöse nur ein unvollständiges Bild der im
Geschäftsjahr erbrachten Leistung. Daher wird
ergänzend die Gesamtleistung im Inland in Höhe
von 18.760.588,20 € (53,1 %) und Ausland in Höhe
von 16.577.270,83 € (46,9 %) angegeben.
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Die sonstigen betrieblichen Erträge (790.615,09
€) setzen sich wie folgt zusammen:
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von
9.861.284,00 € setzen sich wie folgt zusammen:
In den Positionen Forderungsverluste auf Forderungen
und sonstige Vermögensgegenstände sind
außergewöhnliche und periodenfremde Aufwendungen
aus Forderungsverlusten in Höhe von 0,00 €
(Vorjahr: 32.955,44 €) enthalten.
ABSCHREIBUNGEN
Die in der Berichtsperiode vorgenommenen
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände und das
Sachanlagevermögen beinhalten nur
planmäßige Abschreibungen. Die
außerplanmäßigen Abschreibungen auf das
Finanzanlagevermögen belaufen sich auf 1.103.000,00
€ (Vorjahr: 40.000,00 €).
III. SONSTIGE ANGABEN
SONSTIGE FINANZIELLE
VERPFLICHTUNGEN
Die Daldrup & Söhne AG hat sonstige
finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und
Leasingverträgen in Höhe von 185.508,23 €.
Die Verpflichtungen haben in Höhe von 158.138,06
€ Laufzeiten bis zu einem Jahr und in Höhe von
27.370,17 € Laufzeiten zwischen einem und fünf
Jahren. Des Weiteren bestehen Verpflichtungen aus einem
Lizenzvertrag in Höhe von 3.300.000,00 €
gegenüber einem nahestehenden Unternehmen, von denen
350.000,00 € innerhalb eines Jahres, 1.400.000,00
€ im Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren
sowie 1.550.000,00 € nach fünf Jahren fällig
sind.
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen
Verpflichtungen beträgt somit 3.485.508,23 €,
davon fällig:
NICHT IN DER BILANZ ENTHALTENE
GESCHÄFTE
Die Daldrup & Söhne AG hat im
Geschäftsjahr 2016 ein Patent zur
Förderverrohrung zur Verwendung bei einer
Erdwärmesonde zur Gewinnung geothermischer Energie und
Verfahren zum Einbau einer solchen Förderverrohrung
für 5.400.000,00 € netto an die J. D. Apparate-
und Maschinenbau GmbH (Käufer) veräußert
und mietet dieses seitdem für eine jährliche
Lizenzgebühr von 350.000,00 € zurück.
Die jährliche Miete wird auf den Kaufpreis
angerechnet. Das Patent hat eine Laufzeit bis Januar 2034.
Zweck der Transaktion war die Realisierung stiller
Reserven. Darüber hinaus werden keine wesentlichen
Chancen oder Risiken gesehen.
Mit Kauf- und Mietvertrag vom 30.06.2015 zwischen der
Daldrup & Söhne AG (Verkäufer) und der J. D.
Apparate- und Maschinenbau GmbH (Käufer) wurde eine
Bohranlage für netto 2.800.000 €
veräußert.
Mit gleichem Vertrag wird die Bohranlage zur
wirtschaftlichen und betrieblichen Nutzung auf Basis einer
festen Monatspauschale von 17.000,00 € zzgl.
Mehrwertsteuer an die Daldrup & Söhne AG
zurück vermietet. Die monatliche Miete wird auf den
Kaufpreis angerechnet. Zweck der Transaktion war die
Realisierung stiller Reserven. Darüber hinaus werden
keine wesentlichen Chancen oder Risiken gesehen.
ABSICHERUNG VON
FREMDWÄHRUNGSRISIKEN/ BEWERTUNGSEINHEITEN
Gemäß Risikopolitik sind entstehende
Fremdwährungsrisiken der Berichtsgesellschaft und
ihrer Tochtergesellschaften, die eine wesentliche Bedeutung
für die wirtschaftliche Entwicklung besitzen,
rechtzeitig im Vorfeld eines Vertragsschlusses,
spätestens aber unverzüglich nach deren
Entstehung in derselben Währung und Laufzeit,
mindestens in Höhe von 90 % des
Fremdwährungsrisikos durch geeignete
Devisentermingeschäfte abzusichern.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden weitere
Absicherungen von Fremdwährungsrisiken mit
Kreditinstituten für die Geschäftsjahre 2022 und
2023 vorgenommen. Zum 31.12.2022 bestanden noch fünf
Bewertungseinheiten mit folgenden Parametern:
Die gegenläufigen Zahlungsströme
gemäß obiger Tabelle von Grund- und
Sicherungsgeschäft gleichen sich voraussichtlich in
vollem Umfang im Sicherungszeitraum aus, weil wesentliche
Positionen in betraglich gleicher Höhe in derselben
Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte
abgesichert werden. Bis zum Abschlussstichtag haben sich
die gegenläufigen Wertänderungen/
Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft
vollständig ausgeglichen. Zur Messung der
Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die
"Critical-Terms-Match-Methode" verwendet.
GESAMTHONORAR DES
ABSCHLUSSPRÜFERS
Das auf den Abschlussprüfer Grant Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf,
für das Geschäftsjahr 2022 entfallende
Gesamthonorar beträgt 60.000,00 €. Es
entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen.
VORSCHLAG ZUR ERGEBNISVERWENDUNG
Der Vorstand schlägt folgende Ergebnisverwendung
vor:
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
den Jahresüberschuss in Höhe von 1.078.074,36
€ und den Verlustvortrag in Höhe von
22.443.544,35 € auf neue Rechnung vorzutragen.
NACHTRAGSBERICHT
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem
Schluss des Geschäftsjahres 2022 eingetreten und weder
in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz oder
dem Lagebericht berücksichtigt sind, ergaben sich
nicht.
SONSTIGE PFLICHTANGABEN
NAMEN DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND
DES AUFSICHTSRATS
Während des abgelaufenen Geschäftsjahres
gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:
Dem Aufsichtsrat gehörten im Berichtsjahr
folgende Personen an:
VERGÜTUNGEN DER MITGLIEDER DES
VORSTANDS UND DES AUFSICHTSRATS
Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr
2022 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands
beliefen sich auf 1.010.377,39 €.
Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr
2022 gewährten Gesamtbezüge des Aufsichtsrates
beliefen sich auf 100.000,00 €.
Es besteht ein Verrechnungskonto mit dem ehemaligen
Vorstandsvorsitzenden und jetzigem
Aufsichtsratsvorsitzendem Josef Daldrup, welches zum
31.12.2022 eine Forderung von Herrn Daldrup gegenüber
der Berichtsgesellschaft von 65.700,37 € (Vorjahr:
15.479,62 €) ausweist und in drei Raten zu tilgen ist.
Die Verzinsung des Verrechnungskontos beträgt
jährlich 6,0 %.
Es bestehen ratierlich zu tilgende Verbindlichkeiten
der Berichtsgesellschaft gegenüber den
Vorstandsmitgliedern in Höhe von insgesamt 114.685,11
€ (Vorjahr: 172.668,35 €).
DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER WÄHREND
DES LAUFENDEN JAHRES BESCHÄFTIGTEN ARBEITNEHMER
Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren
während des Geschäftsjahrs durchschnittlich im
Unternehmen beschäftigt:
Oberhaching, 30. Mai 2023
Daldrup
& Söhne AG
Der
Vorstand
Andreas
Tönies, Vorstandssprecher
Bernd
Daldrup, Vorstand
Karl
Daldrup, Vorstand
Stephan
Temming,Vorstand
ANLAGESPIEGEL
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31.
DEZEMBER 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Daldrup & Söhne AG,
Oberhaching:
PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben den Jahresabschluss der Daldrup &
Söhne AG, Oberhaching - bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum
31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich
der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -
geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht
der Daldrup & Söhne AG, Oberhaching, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember
2022 geprüft. Die weiteren Angaben im Lagebericht zu
Angaben zum Gesundheits-, Umweltschutz- und
Qualitätsstandards haben wir in Einklang mit den
deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
GRUNDLAGE FÜR DIE
PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend
beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
WESENTLICHE UNSICHERHEIT IM
ZUSAMMENHANG MIT DER FORTFÜHRUNG DER
UNTERNEHMENSTÄTIGKEIT
Wir verweisen auf die Angabe im Abschnitt "Angaben
zur Bilanzierung und Bewertung" und dort im Unterabschnitt
"Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" im Anhang
sowie die Angabe in Abschnitt "C. Risiko- und
Chancenbericht" und dort im Unterabschnitt
"Finanzierungsrisken/Bestandsgefährdende Risiken" des
Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter
beschreiben, dass sich die Daldrup & Söhne AG aus
Sicht der Kreditgeber bis mindestens 31. Dezember 2023 im
Sanierungsprozess befindet. Der Abschluss des Prozesses
wird danach erst beendet, wenn die zwischen den
Kreditgebern und der Daldrup & Söhne AG
vereinbarten Maßnahmen vollständig und
erfolgreich umgesetzt wurden. Des Weiteren führen die
gesetzlichen Vertreter aus, dass sich aus der erstellten
Liquiditätsplanung im Planungshorizont bis zum 31. Mai
2024 kein zusätzlicher Liquiditätsbedarf ergibt.
Nichtsdestotrotz könnten die mit den Kreditgebern
getroffenen Vereinbarungen, die bis auf weiteres
gewährten Kredite durch die Kreditgeber gekündigt
werden. Die Kreditgeber sind jedoch zur Aufrechterhaltung
ihrer Engagements bereit. Sollten die Maßnahmen nicht
oder nicht vollständig umgesetzt werden und
infolgedessen die Kreditgeber möglicherweise von ihrem
Kündigungsrecht Gebrauch machen und sollte es der
Gesellschaft nicht gelingen, eine entsprechende Anschluss-
oder Alternativfinanzierung abzuschließen, wäre
die Daldrup & Söhne AG in ihrem Bestand
gefährdet.
Wie im Anhang im Abschnitt "Angaben zur Bilanzierung
und Bewertung" und dort im Unterabschnitt "Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze" und im Lagebericht im
Abschnitt "C. Risiko- und Chancenbericht" und dort im
Unterabschnitt "Finanzierungsrisken/
Bestandsgefährdendes Risiko" dargelegt, zeigen diese
Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein
bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322
Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und
zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts
nicht modifiziert.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die
sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen
Informationen umfassen:
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und
zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir
die Verantwortung, die oben genannten sonstigen
Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die
sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns
durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass
eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen
Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über
diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem
Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN
VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN
JAHRESABSCHLUSS UND DEN LAGEBERICHT
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES
LAGEBERICHTS
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 30. Mai
2023
Grant
Thornton AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
FINANZKALENDER
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AG
INVESTOR RELATIONS
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Daldrup & Söhne AG
Lüdinghauser Straße 42-46
59387 Ascheberg
Deutschland
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Telefax + 49 (0)2593 / 95 93 60
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IMPRESSUM
Geschäftsadresse der
Gesellschaft
Daldrup & Söhne AG
Bajuwarenring 17a
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Deutschland
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Grünwald
Zweigniederlassung
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