![]() Daldrup & Söhne AktiengesellschaftOberhachingJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Bilanz zum 31. Dezember 2024AKTIVA scroll
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Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024scroll
ANHANG für das Geschäftsjahr 2024der Daldrup & Söhne AktiengesellschaftOberhachingAllgemeine Angaben zum Jahresabschluss Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht scroll
Der Jahresabschluss wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften der §§ 242 ff. HGB unter Beachtung der ergänzenden Vorschriften für große Kapitalgesellschaften aufgestellt. Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung gewählt. Der Anlagenspiegel ist als Bestandteil des Anhangs auf der letzten Seite dargestellt. Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Freiwillig hat sich die Gesellschaft entschlossen, Auskunft gemäß einer großen Kapitalgesellschaft zu leisten. scroll
Die Gesellschaft ist gemäß § 290 Abs. 1 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Der Jahresabschluss wurde unter der Zugrundelegung des Grundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Aktiva Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgüter zwischen 250,00 € und 1.000,00 € werden in einen Sammelposten eingestellt und über einen Zeitraum von 5 Jahren linear abgeschrieben. Vermögensgegenstände unter 250,00 € werden direkt als Aufwand erfasst. Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Ausleihungen sind zum Nominalwert bilanziert. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. Die Bewertung der unfertigen Leistungen erfolgt grundsätzlich retrograd vom Auftragswert unter Berücksichtigung des Fertigstellungsgrades am Bilanzstichtag und eines pauschalen Abschlags in Höhe von 12,5 % für den noch nicht realisierten Gewinnanteil und die nicht aktivierungsfähigen Kosten. Gegebenenfalls erfolgte eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert. Hingegen werden bei den sogenannten „Day-Rate-Aufträgen“ aufgrund des grundsätzlichen Dienstleistungscharakters dieser Aufträge oben genannte Pauschalabschläge nicht vorgenommen, sodass die Margenanteile sukzessive im Rahmen der vereinbarten Abrechnungssystematik als Umsatzerlöse Berücksichtigung in der Gesamtleistung finden. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde den individuellen Risiken durch ausreichend bemessene Einzelwertberichtigungen und dem allgemeinen Kreditrisiko durch angemessene Pauschalabschläge von 1,0 % Rechnung getragen. Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennbetrag angesetzt. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die erst im Folgejahr zu Aufwand werden. Für Währungssicherungsgeschäfte wurden Bewertungseinheiten gebildet. Zu deren bilanzieller Abbildung wurde die Einfrierungsmethode verwendet. Passiva Das gezeichnete Kapital wurde mit dem Nennbetrag angesetzt. Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde eine laufzeitadäquate Abzinsung unter Verwendung der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätze vorgenommen. Die Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die erst im Folgejahr zu Ertrag werden. Währungsumrechnung Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden im Rahmen der Zugangsbewertung mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalls bewertet. Verluste aus Kursänderungen bis zum Abschlussstichtag werden stets, Gewinne aus Kursänderungen nur bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger berücksichtigt. Im Übrigen verweisen wir auf die Hinweise unter dem Punkt Absicherung von Fremdwährungsrisiken / Bewertungseinheiten ab Blatt 11 des Anhangs. Latente Steuern Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet. Die Aktivierung des latenten Steuerüberhangs unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechtes. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung I. Bilanz Anlagevermögen Der Anlagenspiegel zum 31.12.2024 ist als Bestandteil des Anhangs auf der letzten Seite enthalten. Anteile an verbundenen Unternehmen Es bestehen folgende direkte und indirekte Beteiligungen an verbundenen Unternehmen: scroll
Ausleihungen an verbundene Unternehmen Gegenüber dem verbundenen Unternehmen D & S Geothermie GmbH bestehen Ausleihungen der Berichtsgesellschaft von insgesamt 1.351.233,85 € (Vorjahr 3.023.268,61 €). Im Berichtsjahr wurde auf die Ausleihung gegenüber der D&S Geothermie GmbH ein Forderungsverzicht zur Vermeidung der bilanziellen Überschuldung des Tochterunternehmens in Höhe von 1.687.151,10 € ausgesprochen. Die Ausleihungen werden mit 0,50 % p.a. verzinst. Forderungen gegen das verbundene Unternehmen GERF B.V. wurden auf den beizuliegenden Wert in Höhe von 1.382.359,73 € (Vorjahr 1.706.648,00 €) abgewertet. Sonstige Ausleihungen scroll
Die Ausleihungen gegenüber der geox GmbH wurden im Zuge der Veräußerung der Geysir Europe-Gruppe an eine Finanzierungsgesellschaft im Januar 2020 mit umfassenden Rangrücktritten versehen: Die Daldrup & Söhne AG tritt demgemäß mit dem Darlehensbetrag sowie den entstandenen Zinsen sowie allen daran haftenden Rechten hinter alle bestehenden, künftigen und bedingten Ansprüche aller aktuell bestehenden vorrangigen Gläubiger und der Finanzierungsgesellschaft und seiner Gesellschaften sowie hinter allen Forderungen, einschließlich Ausschüttungen, Zinsforderungen und Dividendenansprüche der Finanzierungsgesellschaft gegenüber der Geox GmbH, Landau, zurück. Die seitdem erfolgte Bewertung der Ausleihungen an die geox GmbH erfolgt im Wesentlichen auf Basis eines Cash-flow-basierten Modells, welches für den Zeitraum bis 2026 auf planerische Annahmen bzgl. der Cash-flow-Rückflüsse der Kraftwerksgesellschaft Landau sowie einer noch bestehende Earn-out-Vereinbarung basiert. Vorgenannte Vereinbarung sieht vor, dass bei einem künftigen Bau eines weiteren Kraftwerks und dessen erfolgreichem Betrieb - definiert durch in 2019 festgelegte Parameter - ein Betrag von rd. 2.000.000,00 € an die D&S Geothermie GmbH (= Tochtergesellschaft der Berichtsgesellschaft) zu zahlen ist, der ebenfalls in das Modell eingeflossen ist. Aufgrund der Tatsache, dass das Kraftwerk Taufkirchen bisher nicht in Betrieb gegangen ist und keine Zahlungseingänge verzeichnet werden konnten, wurde die Ausleihung gegenüber der Geysir Europe GmbH im Geschäftsjahr 2024 vollständig wertberichtigt (2.996.311,00 €). Die Ausleihung gegenüber der geox GmbH wurde gemäß des Bewertungsschemas im Berichtsjahr um 187.129,00 € abgeschrieben. Aufgrund des Gesellschafterwechsels der geox GmbH ist von einer Rückzahlung der Ausleihung weiterhin auszugehen. Umlaufvermögen Vorräte Die erhaltenen Anzahlungen werden offen von den Vorräten abgesetzt. Forderungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.486.408,34 € (Vorjahr 8.174.682,36 €) sowie die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 2.171.983,04 € (Vorjahr 1.234.377,57 €) haben Laufzeiten bis zu einem Jahr. Forderungen gegen verbundene Unternehmen beinhalten in Höhe von 2.171.983,04 € (Vorjahr 1.234.377,57 €) Darlehensforderungen (sonstige Vermögensgegenstände). Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in Höhe von insgesamt 328.885,37 € vorgenommen (Vorjahr: 125.000,00 €). Sonstige Vermögensgegenstände scroll
Unter 2. sind Vorsteuerforderungen enthalten, die in Höhe von 74.910,37 € erst in 2025 entstehen. Darlehensforderungen gegen nahestehende Unternehmen bestehen gegenüber der J. D. Apparate- und Maschinenbau GmbH, Ascheberg, in Höhe von 2.341.644,32 € (Vorjahr 4.838.770,21 €). Es besteht ein Rangrücktritt in Höhe von 800.000,00 € hinter die Forderungen aller anderen Gläubiger der J.D. Apparate- und Maschinenbau GmbH. Eigenkapital Grundkapital Das Grundkapital beläuft sich auf 5.989.500,00 € (Vorjahr 5.989.500,00 €), es ist aufgeteilt in 5.989.500 (Vorjahr 5.989.500) auf den Inhaber lautende Aktien ohne Nennbetrag (Stückaktien). Der rechnerische Wert für jede Stückaktie beläuft sich damit auf 1,00 €. Das genehmigte Kapital zum 31.12.2024 beträgt 2.994.750,00 € (Vorjahr 2.994.750,00 €). Die Tochtergesellschaft Daldrup Bohrtechnik AG, Rothenburg/Schweiz, hält unverändert zum Vorjahr 3.012 Aktien an der Daldrup & Söhne AG, dies entspricht 3.012,00 € des Grundkapitals beziehungsweise 0,1 % am Grundkapital. Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage beträgt 15.954.431,80 € (Vorjahr 15.954.431,80 €). Gesetzliche Rücklage Die gesetzliche Rücklage ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert (25.000,00 €). Andere Gewinnrücklagen Die anderen Gewinnrücklagen sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert (140.574,51 €). Gewinnvortrag und Jahresüberschuss Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres beläuft sich auf 1.977.525,80 € und wird auf neue Rechnung vorgetragen. Sonstige Rückstellungen Rückstellungsspiegel zum 31.12.2024 in € scroll
Die pauschale Rückstellung für Gewährleistungen wurde mit 0,5 % des durchschnittlichen Umsatzes der letzten fünf Jahre gebildet. Dabei wurde eine abweichende Gewichtung der einzelnen Jahre sowie eine Abzinsung berücksichtigt. VerbindlichkeitenVerbindlichkeitenspiegel zum 31.12.2024 in €scroll
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen in Höhe von 0,00 € (Vorjahr 6.419.088,49 €) aus der Inanspruchnahme von Betriebsmittelkrediten und in Höhe von 1.633.092,22 € (Vorjahr 1.262.022,71 €) aus der Finanzierung von Sachanlagevermögen. Kontokorrent- und Avalkreditlinien der Berichtsgesellschaft belaufen sich auf insgesamt 21,5 Mio. €. Mit den langjährigen Kreditinstituten und Avalkreditgebern der Berichtsgesellschaft wurde im Mai 2020 eine Sicherheitentreuhandvereinbarung zu deren umfassende Besicherung durch die Übereignung von Bohranlagen und Maschinen sowie Warenbeständen und Forderungszession getroffen. Die Vereinbarung umfasst eine Öffnungsklausel zu Gunsten der Berichtsgesellschaft hinsichtlich künftiger Projektfinanzierungslinien. In den Gesamtlinien ist die Avalkreditlinie eines Kreditgebers in Höhe von 5,0 Mio. € enthalten, die zudem durch die Verpfändung eines Bankguthabens von 0,5 Mio. € besichert ist. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen gegenüber der Daldrup Bohrtechnik AG, Rothenburg/Schweiz, in Höhe von 1.739.139,77 € (Vorjahr 658.686,54 €) aus Darlehensverbindlichkeiten (sonstige Verbindlichkeiten). Weiterhin bestehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber sonstigen Tochtergesellschaften in Höhe von 122.756,36 € (Vorjahr 137.242,20 €). Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Darlehensverbindlichkeiten von 978.425,33 € (Vorjahr 1.213.171,01 €), Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt von 353.728,10 € (Vorjahr 401.391,21 €), Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer von 73.657,63 € (Vorjahr 68.642,52 €), Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit von 0,00 € (Vorjahr 53.942,00 €), Umsatzsteuerverbindlichkeiten von 628.188,06 € (956.022,35 €), Darlehensverbindlichkeiten gegenüber zwei Mitgliedern des Vorstands der Berichtsgesellschaft von insgesamt noch 27.664,68 € (Vorjahr 54.459,87 €), gegenüber dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates J. Daldrup von 2.062,78 € (Vorjahr 11.280,64 €), Verbindlichkeiten aus Kreditkartenabrechnungen von 8.208,64 € (Vorjahr 11.177,12 €) und Verbindlichkeiten aus Steuern und Abgaben von 13.390,45 € (Vorjahr 0,00 €). II. Gewinn- und VerlustrechnungFür die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt. Umsatzerlöse/Gesamtleistung Die einzelnen Geschäftsbereiche der Daldrup & Söhne AG hatten folgende Umsatzanteile: Umsatzverteilung 2024 nach Geschäftsbereichen in € scroll
Umsatzverteilung 2024 nach Leistungsort in € scroll
Die Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 52.175.340,81 € entfallen mit 49.907.825,52 € auf das Inland und mit 2.267.515,29 € auf das Ausland. Wegen der teils langfristigen Auftragsfertigung geben die Umsatzerlöse nur ein unvollständiges Bild der im Geschäftsjahr erbrachten Leistung. Daher wird ergänzend die Gesamtleistung im Inland in Höhe von 50.627.767,83 € (95,7%) und im Ausland in Höhe von 2.267.515,29 € (4,3%) angegeben. In der inländischen Gesamtleistung sind aktivierte Eigenleistungen von insgesamt 265.877,41 € enthalten. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge (392.333,44 €) setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 9.367.965,10 € setzen sich wie folgt zusammen: scroll
In den Positionen Forderungsverluste sind außergewöhnliche und periodenfremde Aufwendungen aus Forderungsverlusten aus einem Vergleich in Höhe von 7.164,39 € (Vorjahr 473.462,79 €) enthalten. Im Berichtsjahr wurden abweichend zum Vorjahr Ausweisänderungen vom sonstigen betrieblichen Aufwand in den Materialaufwand vorgenommen, da diese Aufwendungen in direktem Zusammenhang mit der Leistungserbringung in den einzelnen Projekten der Daldrup & Söhne AG stehen. Im Wesentlichen wurden Aufwendungen für Entsorgungsleistungen (2,7 Mio. €) Mietaufwendungen für bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens (1,2 Mio. €) sowie Aufwendungen für Diesel und Treibstoffe (0,8 Mio. €) im Berichtsjahr im Materialaufwand ausgewiesen. Demzufolge liegt der sonstige betriebliche Aufwand deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Abschreibungen Die in der Berichtsperiode vorgenommenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen beinhalten nur planmäßige Abschreibungen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Finanzanlagevermögen belaufen sich auf 5.728.334,89 € (Vorjahr 1.004.449,00 €). Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Daldrup & Söhne AG hat sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von 269.556,96 €. Die Verpflichtungen haben in Höhe von 240.706,62 € Laufzeiten bis zu einem Jahr und in Höhe von 28.850,34 € Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren. Des Weiteren bestehen Verpflichtungen aus einem Lizenzvertrag in Höhe von 2.600.000,00 € gegenüber einem nahestehenden Unternehmen, von denen 350.000,00 € innerhalb eines Jahres, 1.400.000,00 € im Zeitraum zwischen einem und fünf Jahren sowie 850.000,00 € nach fünf Jahren fällig sind. Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen beträgt somit 2.869.556,96 €, davon fällig:
Haftungsverhältnisse Mit Anteilskaufvertrag vom 01.04.2019 hatte die Tochtergesellschaft D&S Geothermie GmbH Gesellschaftsanteile an der Geysir Europe GmbH erworben. Die Kaufpreisverbindlichkeit der D&S Geothermie GmbH gegenüber dem Verkäufer beträgt zum 31.12.2024 noch 577.000,00 €. Die Daldrup & Söhne AG hat mit Datum vom 23.01.2020 eine Patronatserklärung gegenüber der D&S Geothermie GmbH in der Form abgegeben, dass die D&S Geothermie GmbH in Höhe der Hälfte der offenen Kaufpreiszahlung aus der notariellen Vereinbarung vom 01.04.2019 (UR-Nr. 232/2019) in der Lage ist, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Die Daldrup & Söhne AG geht nicht von einer Inanspruchnahme der Patronatserklärung aus, da die D&S Geothermie GmbH ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Absicherung von Fremdwährungsrisiken / Bewertungseinheiten Gemäß Risikopolitik der Berichtsgesellschaft sind entstehende Fremdwährungsrisiken der Berichtsgesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften, die eine wesentliche Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung besitzen, durch die Berichtsgesellschaft rechtzeitig im Vorfeld eines Vertragsschlusses, spätestens aber unverzüglich nach deren Entstehung in derselben Währung und Laufzeit, mindestens in Höhe von 90% des identifizierten Fremdwährungsrisikos durch geeignete Devisentermingeschäfte abzusichern. Im Geschäftsjahr 2024 wurden weitere grundgeschäftsbezogene Absicherungen von Fremdwährungsrisiken mit Kreditinstituten für die Geschäftsjahre 2024 bis 2026 vorgenommen. Zum 31.12.2024 bestanden noch sieben Bewertungseinheiten mit folgenden Parametern: scroll
Die gegenläufigen Zahlungsströme gemäß obiger Tabelle von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich voraussichtlich in vollem Umfang im Sicherungszeitraum aus, weil wesentliche Positionen in betraglich gleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden. Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Wertänderungen/Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft vollständig ausgeglichen. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "Critical-Terms-Match-Methode" verwendet. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 wurden zwei Devisentermingeschäfte teilweise geswapt, da die Zahlungseingänge nicht wie geplant eingegangen sind. Aus diesen Swaps ergaben sich Währungskursverluste in Höhe von 34.805,69 €, die sich anteilig im Geschäftsjahr 2025 wieder ausgleichen werden. Gesamthonorar des Abschlussprüfers Das auf den Abschlussprüfer Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, für das Geschäftsjahr 2024 entfallende Gesamthonorar beträgt 144.248,42 €. Es entfällt auf Abschlussprüfungsleistungen. Vorschlag zur Ergebnisverwendung Der Vorstand schlägt folgende Ergebnisverwendung vor: Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Jahresüberschuss in Höhe von 1.977.525,80 € auf neue Rechnung vorzutragen. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2024 eingetreten und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz oder dem Lagebericht berücksichtigt sind, ergaben sich nicht. Namen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Während des abgelaufenen Geschäftsjahres gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an: scroll
Dem Aufsichtsrat gehörten im Berichtsjahr folgende Personen an: scroll
Vergütungen der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2024 gewährten Gesamtbezüge des Vorstands beliefen sich auf 866.511,11 €. Die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2024 gewährten Gesamtbezüge des Aufsichtsrates beliefen sich auf 100.000,00 €. Es besteht ein Verrechnungskonto mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und jetzigem Aufsichtsratsvorsitzendem Josef Daldrup, welches zum 31.12.2024 eine Forderung von Herrn Daldrup gegenüber der Berichtsgesellschaft von 2.062,78 € (Vorjahr 11.280,64 €) ausweist. Die Verzinsung des Verrechnungskontos beträgt jährlich 6,0 %. Es bestehen ratierlich zu tilgende Verbindlichkeiten der Berichtsgesellschaft gegenüber zwei Vorstandsmitgliedern in Höhe von insgesamt noch 27.664,68 € (Vorjahr 54.459,87 €). Durchschnittliche Zahl der während des laufenden Jahres beschäftigten Arbeitnehmer Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahrs durchschnittlich im Unternehmen beschäftigt: scroll
Oberhaching, 23. Mai 2025 Daldrup & Söhne Aktiengesellschaft Der Vorstand Andreas Tönies, Vorstandsvorsitzender Bernd Daldrup, Vorstand Karl Daldrup, Vorstand Anlagespiegel für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024scroll
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Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024der Daldrup & Söhne AG, Oberhaching1. Geschäftstätigkeit Die Daldrup & Söhne AG ist in Mitteleuropa ein gefragter und führender Anbieter von Bohr- und Umweltdienstleistungen. Das Unternehmen ist in den Geschäftsfeldern erneuerbare Energien, Trinkwasser und Rohstoffe tätig. Damit besetzt der Daldrup-Konzern Geschäftsfelder, die für nachfolgende Generationen von hoher Relevanz sind. Das Geschäftsmodell findet im Rahmen der Energiewende positive Unterstützung durch konkrete Vorgaben des Gesetzgebers zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen. Der Ersatz fossiler Primärenergieträger bekommt zudem durch bedeutende geopolitische Veränderungen eine zusätzliche Dringlichkeit. Dazu zählt insbesondere das Erschließen nichtfossiler Alternativen für die Wärmeerzeugung wie die Geothermie. Zudem entwickelt sich die staatlich getriebene Suche nach geeigneten Endlagern zur Deponierung der atomaren Hinterlassenschaften in Deutschland zu einem interessanten Geschäftszweig. Dazu bestehen seitens der Daldrup & Söhne AG bereits umfangreiche Erfahrungen und namhafte Referenzen. Die Marktposition der Daldrup & Söhne AG als Bohrdienstleistungsunternehmen und Geothermiespezialist ist in allen Geschäftsbereichen in den adressierten Märkten gefestigt. Die Daldrup & Söhne AG bewegt sich unverändert in einem insgesamt attraktiven, durch ein hohes Nachfrageniveau gekennzeichneten Umfeld. Im Rahmen geothermischer Projekte bietet das Unternehmen mit ihren Bohrgeräten und dem bohrtechnischen Know-how elementare Leistungsbestandteile für die Nutzbarmachung geothermischer Energie in Wärme- und Stromprojekten. Beteiligungen an Geothermie-Heizwerken oder an Kraftwerken werden über Minderheitsbeteiligungen nur in Einzelfällen angestrebt, sofern sie der mittelständischen Ausrichtung und Größenordnung des Daldrup-Konzerns entsprechen. ![]() Konzernstruktur zum 31. Dezember 2024 ![]() Geothermie: eine erneuerbare, unerschöpfliche Energiequelle Im Geschäftsbereich Geothermie werden Bohrdienstleistungen sowohl für die oberflächennahe Geothermie für Bohrtiefen bis zu 400 Metern, die mitteltiefe Geothermie und die tiefe Geothermie mit Bohrtiefen von bis zu 6.000 Metern erbracht, um die über Bohrungen zugängliche Erdwärme für die Strom- und/ oder Wärmegewinnung nutzbar zu machen. Dieser Geschäftsbereich verfügt in der Strom-, aber vor allem in der Wärmeerzeugung als bisher kleinster Bestandteil der erneuerbaren Energien im Gesamtenergiemix über einen intakten Auslastungspfad mit unseres Erachtens sehr guten Wachstumsperspektiven. Tätigkeitsschwerpunkte der Daldrup & Söhne AG im Inland liegen unverändert in den geologischen Schwerpunktregionen für geothermische Energieerschließung: im bayerischen Molassebecken rund um die Stadt München, am Oberrheingraben sowie in der norddeutschen Tiefebene. In Europa konzentrierten sich die Aktivitäten im Geschäftsjahr 2024 weiterhin insbesondere auf Deutschland und die Schweiz. Allgemein richtet die Daldrup & Söhne AG ihre Aktivitäten in Mitteleuropa an Standorten mit geothermischem Potenzial und entsprechenden Absatzmöglichkeiten für Strom und Wärme aus. Dazu gehören neben der DACH-Region, die Benelux-Staaten und perspektivisch Italien. Die wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten der Geothermie zur Wärme- und Kälteversorgung sind vor allem für die Wohnungswirtschaft - sowohl bei Neubauvorhaben als auch bei der energetischen Gebäudesanierung -, die Nah- und Fernwärmeversorgung sowie gewerbliche Anwendungen der Wärmenutzung wie Akquiferspeicher, in Gewächshäusern, Fischzuchten, Trocknungsprozessen etc. wirtschaftlich interessant. Eine wärmegeführte Nutzung bietet sich bei Lagerstätten an, die Thermalwassertemperaturen von unter 110 °C aufweisen und die in der Regel Bohrtiefen von 1.000 Metern bis 3.000 Metern erforderlich machen. In Deutschland ist zudem der gesetzliche Rahmen für die Förderung der Wärmenutzung aus erneuerbaren Energien in den letzten Jahren stetig erweitert und verbessert worden. Benachbarte Länder wie die Niederlande oder die Schweiz gehen vergleichbare Wege, um bestehende Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern abzubauen und die Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) zu reduzieren. Tiefenbohrungen bis in 6.000 Meter Tiefe stellen immer große Anforderungen sowohl an die Planung im Vorfeld als auch in der Bohrphase zwischen den Beschäftigten, der Technik und den Zulieferern. Daldrup hat weit über 50 solcher Bohrungen für tiefe Geothermieprojekte niedergebracht. Im Laufe der Firmengeschichte hat die Daldrup & Söhne AG insgesamt mehr als 10.000 Bohrungen erfolgreich in unterschiedlichen geologischen Formationen ausgeführt. Der Anteil des Geschäftsbereichs Geothermie am Umsatz des Jahres 2024 der Daldrup & Söhne AG erreichte 45 % (Vorjahr: 57 %). ![]() Absicherung von Fündigkeitsrisiken - Alternative Risk Transfer-Konzept der Daldrup-Gruppe / Initiative des BMWK Die Daldrup & Söhne AG hat bereits vor Jahren gemeinsam mit namhaften Partnern der Versicherungswirtschaft ein mehrfach erfolgreich umgesetztes Konzept zur Absicherung von Fündigkeitsrisiken bei der Erstellung von Tiefengeothermieprojekten entwickelt. Dieses exklusiv für die Kunden der Daldrup & Söhne AG zur Verfügung stehende Absicherungskonzept ermöglicht in vielen Fällen für mittelständische Kunden erst geothermische Bohr- und Energieprojekte, da mit dem Absicherungskonzept die Finanzierung von Geothermieprojekten mit einem hohen Fremdkapitalanteil von Seiten der Banken begleitet werden können. Damit sind Geothermiebohrungen für Projektentwickler und Investoren bereits von Beginn an über Kreditinstitute finanzierbar. Daldrup tritt dabei weder als Finanzierer noch als Versicherer auf. Die Fündigkeitsrisiken werden von Dritten getragen. Das ART-Konzept ist ein Schlüsselinstrument der Kunden- und Projektakquise in Mitteleuropa. Die Daldrup & Söhne AG begrüßt die Initiative des BMWK zur Absicherung der Fündigkeitsrisiken seitens des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) und der Förderbank KfW, eine staatlich unterstützte Versicherungslösung für das sog. Fündigkeitsrisiko für tiefe Geothermiebohrungen zu etablieren ausdrücklich, da mit einer staatlich unterlegten Versicherungslösung eine wesentliche Hürde für kommunale wie private Auftraggeber von tiefen Geothermieprojekten abgebaut und eine zügige Erschließung der heimischen Geothermie vorangetrieben. Rohstoffe & Exploration Im Geschäftsbereich Rohstoffe & Exploration dienen die von der Daldrup & Söhne AG ausgeführten Bohrungen der Exploration und dem Aufschluss der Lagerstätten fossiler Energieträger sowie mineralischer Rohstoffe und Erze. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Arbeiten zur Erkundung und Sicherung des Baugrundes in Bergbaugebieten. Unter diesen Geschäftsbereich fielen im Geschäftsjahr 2024 zum Beispiel Gasentlastungsbohrungen im Ruhrgebiet. Der Anteil dieses Geschäftsbereiches am Umsatz der Daldrup & Söhne AG im Jahr 2024 belief sich auf 44 % (Vorjahr: 26 %). Wassergewinnung Der Geschäftsbereich Wassergewinnung bildet den unternehmerischen Ursprung der Daldrup & Söhne AG. Er umfasst den Brunnenbau zur Gewinnung von Trink-, Brauch-, Heil-, Mineral-, Kesselspeise- oder Kühlwasser sowie Thermalsole. Neben der eigentlichen Bohrleistung kommt es bei der Wassergewinnung auf spezielles Know-how an, von der Edelstahl-Verrohrung zur Förderung von Trink- und Heilwasser über den professionellen Ausbau von Brunnenanlagen bis zur Montage moderner Filter- und Pumpenanlagen. Der Geschäftsbereich Wassergewinnung repräsentierte im Berichtsjahr 2 % (Vorjahr: 3 %) des Umsatzes der Daldrup & Söhne AG. Environment, Development, Service Der Geschäftsbereich Environment, Development, Service (EDS) umfasst spezielle umwelttechnische Dienstleistungen wie etwa die hydraulische Sanierung von kontaminierten Standorten, die Errichtung von Gas-Absaugbrunnen zur Gewinnung von Deponiegas, die Erstellung von Grundwassergüte-Messstellen oder die Errichtung von Wasserreinigungsanlagen. Der Geschäftsbereich EDS erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 einen Anteil von 9 % (Vorjahr: 5 %) am Umsatz der Daldrup & Söhne AG. Mitarbeiterstamm wächst Die Erfahrungen aus den vier Geschäftsbereichen stärken und sichern täglich die Weiterentwicklung des unternehmenseigenen Bohr-Know-hows. Der Wachstumspfad der Daldrup & Söhne AG ist allerdings auch abhängig von einer ausreichenden Anzahl an gut ausgebildeten, agilen Mitarbeitern. Durch gezielte Akquisemaßnahmen versuchen wir europaweit qualifiziertes Personal zu gewinnen. Mit einem attraktiven Arbeitsumfeld und Incentives versuchten wir insbesondere Schlüsselmitarbeiter zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Im Durchschnitt des Jahres 2024 wurden 132 Mitarbeiter/-innen (Vorjahr: 117) von der Daldrup & Söhne AG beschäftigt. Projektbedingt kommen bei Bedarf weitere Mitarbeiter hinzu, welche der Daldrup & Söhne AG und ihren Tochtergesellschaften durch konzernfremde Personaldienstleister flexibel und auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. 2. Markt, Wettbewerb und Kundenverbindungen Geothermische Energie ist unerschöpflich Geothermische Energie ist die unterhalb der festen Oberfläche der Erde gespeicherte Wärmeenergie. Sie steigt grundsätzlich mit zunehmender Bohrtiefe an. Dieser sogenannte geothermische Gradient liegt in Deutschland im Mittel bei 3°C pro 100 Meter. Geologen gehen davon aus, dass im Erdkern Temperaturen von etwa 5.000 °C bis 7.000 °C bestehen. Diese in der Erde gespeicherte Wärme ist nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich, da aus dem Innern unseres Planeten ein ständiger Strom von Energie, der sogenannte terrestrische Wärmestrom, an die Oberfläche steigt. Damit ist die Geothermie eine regenerative Energiequelle. Der Tiefenhorizont zwischen 400 Metern und 1.500 Metern mit Temperaturen von 20 °C bis 60 °C wird als mitteltiefe Geothermie bezeichnet. Dieser Bereich ist besonders für die Energiespeicherung von größerem Interesse. Vor allem ist ab einer Temperatur von 60 °C, d. h. ab Tiefen von 1.000 Metern bis 1.500 Metern, eine direkte Nutzung der Erdwärme auch ohne Temperaturanhebung (durch Wärmepumpen, Wärmetransformation) insbesondere für die Nah- und Fernwärmeversorgung möglich. Im Rahmen der tiefen Geothermie erfolgt die Energiebereitstellung in der Regel über die sogenannte Fluidförderung. Realisiert wird meist ein Thermalwasserkreislauf durch eine mittels Tiefenbohrungen erstellte geothermische Dublette, bestehend aus einer Förder- und einer Injektionsbohrung. Angetrieben wird der Thermalwasserkreislauf durch eine Förderpumpe. Mit der tiefen Geothermie kann neben Wärme ab einem Temperaturniveau von ca. 120 °C durch ein thermisches Kraftwerk - auch in einem parallelen Prozess - Strom produziert werden. Im Gegensatz zu der nur fluktuierend zur Verfügung stehenden Energie aus Wind und Sonne kann die Energie kontinuierlich und geregelt erzeugt werden und ist damit grundlastfähig und unabhängig von Tages- und Jahresgang. In Deutschland und der Schweiz haben die Märkte je nach geothermischer Tiefe und Erschließungssystem unterschiedliche Reifegrade und Wettbewerbsstrukturen. Die flache Geothermie ist ein entwickelter Markt, Deutschland und die Schweiz sind weltweit führend. Die mitteltiefe Geothermie ist ein wachsender Markt, die Expertise bei den potenziellen Auftraggebern aus Kommunen und Industrie befinden sich mit Unterstützung von spezialisierten Ingenieurbüros und Bohrunternehmen im Aufbau. Die tiefe Geothermie ist in einer späten Pilotphase, und sogenannte Closed Loop Systemen mit tiefen geschlossenen Heizkreisläufen befinden sich in einer Phase der Forschung und Entwicklung mit einem ersten Demonstrationsprojekt in Europa in Geretsried. Vorteile geothermischer Energie sind die klimafreundliche, kohlendioxidarme Erzeugung von Elektrizität und Wärme,
![]() Die Geothermie ist in Europa ein mit insgesamt guten Perspektiven ausgestatteter Nischenmarkt. In Deutschland ist nach Angaben des Bundesverbandes Geothermie (BVG)1 Anfang 2025 eine elektrische Leistung von 55 MW (Vorjahr: 46 MW) durch tiefengeothermische Kraftwerke installiert. Es befinden sich 42 (Vorjahr: 43) überwiegend hydrothermale Tiefengeothermiekraftwerke in Betrieb. Neben der elektrischen Leistung erzeugen sie eine thermische Leistung von 408 MW (Vorjahr: 407 MW). Die durchschnittliche Teufe beträgt circa 2.500 m. Anders als die Tiefengeothermie hat die oberflächennahe Geothermie bereits eine größere Marktdurchdringung erreicht. Der BVG schätzt, dass über 480.000 (Vorjahr: 470.000) Anlagen (z. B. als Erdwärmesonden oder -kollektoren in Verbindung mit Wärmepumpen) in Betrieb sind und ca. 4.800 MW (Vorjahr: 4.700 MW) bereitstellen2.
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https://www.geothermie.de/aktuelles/geothermie-in-zahlen, PDF Tiefe Geothermie in
Deutschland 2025, eingesehen am 16. März 2025 Die nutzbare - mit heutiger Tiefbohrtechnik erschließbare - Energiereserve wird weltweit auf das rund 30-fache sämtlicher fossiler Reserven (Kohle, Gas und Öl) geschätzt. Insgesamt hat geothermische Energienutzung ein signifikantes Potenzial, mit dem sich der Energiebedarf Deutschlands rechnerisch um ein Vielfaches decken ließe3. Derzeit ist die Stromerzeugung mittels tiefer Geothermie allerdings noch teurer als vergleichbare regenerative Energiequellen. Die Produktion geothermischer Wärme hingegen ist bereits heute wirtschaftlich und ohne Subventionen für die Nah- und Fernwärmeversorgung sowie für das direkte Heizen von Gebäudekomplexen oder Industriequartieren in der Breite attraktiv. Mit der gewonnenen geothermischen Wärme können über einen Großteil (mehr als 8.000 Stunden = > 90 %) des Jahres zuverlässig Wärme für Wohnungen, Fernwärmenetze, öffentliche Gebäude oder Prozesswärme für Industrie und Gewerbe bereitgestellt werden. Die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten je nach Temperatur sind in der unten stehenden Abbildung dargestellt. Je nach Nutzung kann mit Wärmepumpen die Anfangstemperatur erhöht bzw. gekühlt werden. Der BVG geht gemäß einer Studie von Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft davon aus, dass Tiefe Geothermie mehr als ein Viertel des jährlichen deutschen Wärmebedarfes (über 300 TWh) abdecken könnte4. ![]() Reine Wärmeprojekte sind aus finanzieller Sicht in erster Linie Nah- bzw. Fernwärmeprojekte, da die Investitionskosten der Bohrungen durch die geringere Teufe und der Anlagentechnik (Heizwerk) im Gegensatz zu den Investitionen für elektrische Energie aus Geothermie relativ geringer sind. Die vielerorts bereits vorhandenen Fern- und Nahwärmenetze sind überwiegend in kommunaler Hand oder in der Hand großer Infrastrukturgesellschaften. Das Potenzial sowohl für eine erweiterte Nutzung geothermischer Energie zur Wärmeversorgung als auch für eine Reduzierung von THG-Emissionen ist enorm. Laut Umweltbundesamt werden durch geothermische Anlagen bisher bereits pro Jahr bisher knapp 1 Million Tonnen CO2 eingespart.
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https://www.geothermie.de/geothermie/einstieg-in-die-geothermie, Vorteile der Geothermie,
eingesehen am 16. März 2025 Ehrgeizige Ziele für den Klimaschutz - Maßnahmen zur Dekarbonisierung lenken vermehrt das wirtschaftliche Handeln Deutschland und die EU haben sich zu ehrgeizigen Klimazielen verpflichtet. Als Beitrag zur Erreichung des Ziels des Pariser Klimaabkommens, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, hat die Bundesregierung im Jahr 2023 novellierte Klimaschutzvorgaben5 vorgelegt und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 bestätigt. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 % gegenüber 1990 sinken. Auch auf EU-Ebene wurde mit dem Europäischen Klimagesetz im Rahmen des Green Deal das Ziel einer klimaneutralen EU bis 2050 festgezurrt6. Das Klimaschutzgesetz zielt im Gebäudesektor vor allem auf die Reduktion der THG-Emissionen aus der fossilen Wärmebereitstellung durch eine Verbesserung der Förderung im Bereich Energieeffizienz und erneuerbarer Wärme. Dabei bieten die Raumwärme und Warmwasserbereitung in Wohngebäuden mit einem Anteil von über zwei Drittel das höchste Reduktionspotenzial. Der Ausbau geothermisch gespeister Wärmenetze stellt eine Option dar, die schneller umgesetzt werden kann als die energetische Sanierung von Altbauten und die Errichtung von Neubauten, bei denen über eine höhere Energieeffizienz ein geringerer Wärmeverbrauch erreicht wird. Die Daldrup & Söhne AG ist an solchen Wärmeprojekten mit ihren Bohrdienstleistungen beispielsweise für die Stadtwerke München, die Stadtwerke Schwerin sowie für die Stadtwerke Neuruppin regelmäßig beteiligt.
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https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/tipps-fuer-verbraucher/klimaschutzgesetz-2197410,
eingesehen 16. März 2025 Geothermie ist für die Wärmegrundlast erste Wahl Ohne eine Wärmewende, also ein Umstieg auf erneuerbare Energiequellen im Wärmesektor, bliebe die Energiewende immer unvollständig. Denn der Anteil von Wärme und Kälte am Endenergieverbrauch lag in Deutschland im Jahr 2023, aktuellere Berechnungen liegt nicht vor, bei 49,7 %, während der Bruttostromverbrauch nur 23,9 % ausmachte7. ![]() Es wird also rund doppelt so viel Energie für die Wärmeerzeugung wie für Strom benötigt. In Mitteleuropa ist diese Verbrauchsstruktur vorherrschendmit der Dekarbonisierung der Wärme- und Kälteerzeugung liegt die größte Aufgabe der Energiewende noch vor der Staatengemeinschaft. Zumal runtergebrochen auf die Verwendungsart des Bruttoendenergieverbrauchs - die Werte im Jahr 2023 für die Verwendung für Wärme/Kälte mit 18,1 % (17,7 %) noch deutlich unter dem Gesamtanteil der erneuerbare Energien von 21,6 % liegen.8 Insgesamt beträgt im Jahr 2023 der regenerative Anteil am Endenergieverbrauch 21,6 % (20,8 %) und erreicht damit gerade einmal etwas mehr als ein Fünftel am Verbrauch. Die Entwicklung der letzten Jahre ist in der Grafik „Erneuerbare Energien für Wärme und Kälte“ und „Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch“ ersichtlich.
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https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/energieverbrauch-in-deutschland-im-jahr-
2023-nach-strom-waerme-und-verkehr , eingesehen 16. März 2025 ![]() ![]() Aus welchen Energieträgern sich letztere zusammensetzen, zeigt die Abbildung „Erneuerbare Energie für Wärme und Kälte 2024“9. Anders als bei der Stromproduktion aus Geothermie (2023: 0,2 Mrd. kWh, entspricht etwa 0,1 % der erneuerbar erzeugten Strommenge) gewann die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie im Jahr 2024 nochmals an Bedeutung und lag mit 27,5 Mrd. kWh deutlich über dem Niveau des Vorjahres (23,9 Mrd. kWh). Insgesamt werden etwa 15 % der erneuerbaren Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen, im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei unter 4 %10. Beim Stromverbrauch liegt der Anteil der erneuerbaren Energien 2024 nach fast einem Vierteljahrhundert EEG bei 54,4 % (52,9 %)11. ![]() Geothermie ist eine der klima- und umweltfreundlichsten Technologien Erneuerbare Wärme wird in Deutschland bisher überwiegend aus Holz, biogenen Abfällen und Biogas gewonnen. Ähnlich wie bei der Verfeuerung fossiler Brennstoffe entstehen dabei sowohl gesundheitsschädliche Emissionen, in erster Linie Feinstaub und Stickoxide, als auch THG-Emissionen. Auch aus Gründen des hohen Flächenbedarfs und der Landnutzungskonkurrenz ist ein Ausbau der Verwendung dieser Input-Brennstoffe wenig wahrscheinlich. Aufgrund der wetterbedingten Abhängigkeit ist mit Solarthermie eine ganzjährige Bereitstellung der Wärmegrundlast nicht realisierbar. Dass die Geothermie eine der klima- und umweltfreundlichsten Technologien zur Wärmebereitstellung ist und Ausbaupotenzial hat, haben wir an dieser Stelle mehrfach gezeigt. Fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas können in vielen Bereichen der Wärmeerzeugung durch Geothermie substituiert werden. Als Beispiel sind die Städte München, Hamburg oder auch Schwerin zu nennen, die im Zeitraum 2035 bis 2050 Klimaneutralität erreichen wollen. Dazu planen sie, den Wärmebedarf aus erneuerbaren Energien aufgrund der günstigen geologischen Untergrundbedingungen ebenfalls mit der Erschließung der geothermischen Potenziale zu decken.
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https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbareenergien-in-zahlen#waerme,
eingesehen 18. März 2025 Förderrahmen wird ausgeweitet und attraktiver gestaltet Mit dem umfassenden Maßnahmenprogramm des Klimaschutzprogramms 2030 werden Anreize geschaffen, den Ausstoß von klimaschädlichen THG zu verringern. Die einzelnen Maßnahmen werden Schritt für Schritt mit Gesetzen und Förderprogrammen mit dem Fokus u. a. auf den Sektor Gebäude umgesetzt. Dazu zählt zum Beispiel neben dem EEG die Förderung der Herstellung von Anlagen der tiefen Geothermie zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung u. a. durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG), die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Weitere Programme im Rahmen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der Europäischen Kommission zielen auf Förderungen von regenerativer Wärme als Schlüssel für die beschleunigte Dekarbonisierung des Energiesystems. Im Bereich der tiefen Geothermie spielt zudem die Forschungsförderung eine wichtige Rolle. Weitere Informationen dazu sind im Kapitel 5 „Forschung und Entwicklung“ aufgeführt. Erkundungsbohrungen für die Endlagersuche ein wichtiger Markt Die Suche nach geeigneten Standorten für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle ist in vielen mitteleuropäischen Ländern angestoßen. In diesem Zusammenhang dienen wissenschaftlich begleitete Erkundungsbohrungen dazu, das geologische Gesamtbild der potenziellen Standortregionen zu vervollständigen und so die Wahl des sichersten Standorts für ein Tiefenlager zu ermöglichen. Für die schweizerische Nagra, die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle, hat Daldrup solche Bohrungen in den Jahren 2018 bis 2022 ausgeführt. Mit der Nagra wurde ein erster wertvoller Referenzgeber für diese Erkundungsbohrungen gewonnen. Für die deutsche Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE), die vor einer ähnlichen Aufgabe steht, hat Daldrup als Bohrdienstleister bereits bohrtechnische Erkundungen ausgeführt. Generell sind diese Bohrungen durch ihre Komplexität und ihren hohen wissenschaftlichen Standard charakterisiert, die zur Gewinnung von Daten auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik als Entscheidungsgrundlagen dienen. Die Daldrup & Söhne AG verfügt über exakt die Kenntnisse und Erfahrungen, die dieser Markt erfordert. Daldrup ist eines der wenigen Unternehmen in Europa, das in hochwertiger Qualität Tief- und Kernbohrtechnik kombinieren kann. Für uns öffnet sich mit Spezialbohrungen rund um die Endlagersuche ein neues, attraktives Marktsegment in dem Geschäftsfeld Rohstoffe & Exploration. Wettbewerbsintensiver Geothermiemarkt Der Geothermie-Markt ist gekennzeichnet durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von qualifizierten Bohrkapazitäten von Unternehmen mit ausreichender Bohrerfahrung in der Abteufung von Geothermiebohrungen. Das schließt sowohl die technischen Bohrkapazitäten wie auch die ausgebildeten Bohrmannschaften ein. Die Ausbaumöglichkeiten zur geothermischen Erschließung von Akquiferen sind damit zumindest kurz- bis mittelfristig begrenzt. Auch die limitierte Anzahl an Bohrrechten in Deutschland begrenzen den Markt. Stabile Bohrpreise bei bisweilen jedoch hoher Wettbewerbsintensität sind die Folge. Der Wettbewerb im Bereich der Tiefengeothermiebohrungen ist überwiegend durch mittelständische Unternehmensstrukturen und national eingehegte Tätigkeitsschwerpunkte geprägt. Neben den wenigen spezialisierten Geothermiebohrunternehmen nehmen mitunter auch Bohrunternehmen, die primär im Öl- und Gasgeschäft tätig sind, vereinzelt an Ausschreibungen von Geothermieprojekten teil. In Zeiten hoher Rohölpreise ist dieser Wettbewerb aber nicht am Markt aktiv. Der Marktzugang ist gekennzeichnet von hohen technischen, finanziellen und zunehmend behördlichen wie administrativen Markteintrittsbarrieren. Daldrup begegnet diesem Wettbewerbsumfeld mit seinem langjährigen Know-how, marktgerechten Preisen, erfahrenen Bohrteams und einem qualitativ hohen Leistungsniveau für die Planung und Ausführung der von Kunden beauftragten Projekte. Die gute Wettbewerbsposition der bekannten Marke Daldrup & Söhne AG leitet sich ab aus:
Die guten Beziehungen zu unserem Kundennetzwerk in den Segmenten privatwirtschaftliche Unternehmen und Kommunen bestehen zum Teil seit Jahrzehnten. Analog zum Vorjahr haben wir in den vergangenen zwölf Monaten Geschäftsbeziehungen zu neuen Kunden aus den vorgenannten Segmenten sowie zu Investoren für größere Geothermieprojekte aufgebaut. Projekte der tiefen- und mitteltiefen Geothermie unterliegen neben hohen technischen und qualitativen Anforderungen auch einem mitunter hohen preislichen Wettbewerb. Das Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden ist im Jahr 2024 erneut gewachsen. Nach Ansicht des Vorstands der Daldrup & Söhne AG markieren ein ausgeweiteter staatlicher Förderrahmen, örtliche Energieinitiativen in überwiegend urbanem Umfeld und ein heute bereits subventionsfreier Betrieb von Wärmeerzeugungsanlagen sowie anspruchsvolle Erkundungsbohrungen ein grundsätzlich intaktes Branchenumfeld für die Daldrup & Söhne AG. Das zeigt sich auch in dem signifikant höheren Volumen an in Ausschreibung befindlicher Aufträge (mit Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertetes, relevantes, bearbeitetes Marktvolumen) gegenüber früheren Jahren. Zudem sorgt die Börsennotierung für ein hohes Maß an Transparenz und Kontinuität in der Berichterstattung für unsere Kunden, Lieferanten, Finanzinstitute und Aktionäre. 3. Strategie, Ziele und Unternehmenssteuerung Zweck der Daldrup & Söhne AG als Muttergesellschaft des Daldrup-Konzerns ist insbesondere die Planung und die Erstellung von Bohrungen für die genannten Geschäftsfelder sowie die Unterstützung unserer Kunden bei ihren teils anspruchsvollen Bohr- und Projektvorhaben. Das Unternehmen sieht - flankiert durch die angespannte energie- und geopolitische Situation und eines strukturell höheren Preisniveaus fossiler Energieträger - insgesamt ein hohes Marktpotenzial für seine Produkte und Dienstleistungen. Ziel ist es, die führende Marktstellung in Deutschland und Zentraleuropa als erfahrener Bohrtechnik- und Geothermiespezialist auszubauen. In dem geschilderten Marktumfeld will das Unternehmen weiter organisch wachsen, Kooperationen mit oder Übernahmen von Wettbewerbern sind denkbar. Bisweilen komplexe und höchst anspruchsvolle Kundenaufträge in großen Tiefen erfordern hohes technisches Know-how. Hierzu unterhält die Daldrup & Söhne AG einen umfangreichen Bohrgerätepark, der kontinuierlich instandgehalten und verjüngt wird. Weitere Investitionen in den Gerätepark sind geplant. Ein wichtiger Eckpfeiler unserer Leistung bilden ferner die angestellten Bohrteams sowie die Unterstützung durch konzernexterne Fach- und Arbeitskräfte. Hier ist es uns trotz bestehenden, knapper Facharbeiterkapazitäten gelungen, die Anzahl der Mitarbeiter analog zum Bohrgerätepark auszubauen. Wir werten unsere Anziehungskraft auf insbesondere jüngere, gut ausgebildete Mitarbeiter und Fachkräfte als Zeichen der Attraktivität unseres Geschäftsmodells und Unternehmens. Die Fortentwicklung des Konzerns erfordert regelmäßige Anpassungen des Strategieprozesses in vertrieblicher, projektorganisatorischer und finanzwirtschaftlicher Hinsicht. Insbesondere verbesserten sich im Geschäftsjahr 2024 die wesentlichen Kennzahlen der Finanz- und Ertragskraft der Daldrup & Söhne AG. Auch hat die Daldrup & Söhne AG das Projekt Management Informations-System weiter vorangetrieben und nutzt seit dem Berichtsjahr ein Projekt zur digitalen, ortsgebundenen Zeit- und Kostenerfassung sowie Auftragsplanung. 4. Beteiligungen Die Daldrup & Söhne AG hält Beteiligungen an verschiedenen Tochtergesellschaften. Sie sind in den Regionen Schweiz und Österreich sowie Benelux tätig. Sie sondieren die regionalen Märkte und betreiben mitunter das operative Bohrgeschäft in den genannten Regionen. Darüber hinaus sind strategische Kooperationen für die gezielte Bearbeitung von Marktnischen denkbar. Die Daldrup & Söhne AG hält zum 31.12.2024 die folgenden direkten und indirekten operativ tätigen, wesentlichen Beteiligungen: Daldrup Bohrtechnik AG, 6023 Rothenburg (Schweiz) Die Daldrup Bohrtechnik AG agiert operativ eigenständig in einem interessanten Schweizer Markt mit Potenzial in der Geothermie. Im Fokus unserer Marktsondierung steht insbesondere der für uns interessante schweizerische Markt, in dem Geschäftsverbindungen und Kontakte zu wichtigen Kundenkontakten teils langjährig bestehen. Neben Bohrungen zur Exploration und Aufsuchung von Erdwärme sind insbesondere Sonder- und Erkundungsbohrungen z. B. zur Solegewinnung und Tiefenlagerfindung nachgefragt. Die erforderliche Bohrtechnik einschließlich des qualifizierten Betriebspersonals wird bei Bedarf von der Daldrup & Söhne AG bereitgestellt. GERF - Geothermal Energy Realisation and Financing B.V ., 2675 BR Honselersdijk (Niederlande) Die Nutzung der Erdwärme als ressourcenschonende Energiequelle erfährt eine hohe Akzeptanz bei den großen Gewächshausbetreibern (Gemüse-, Blumen-, Pflanzenanbau) in den Niederlanden. Das niederländische Wirtschaftsministerium und die Regionalprovinzen unterstützen diese Entwicklung mit einem Zuschussprogramm für Investitionen in autarke Geothermieheizwerke. Daher ist Daldrup bereits seit dem Jahr 2011 mit dieser Repräsentanz in den Niederlanden aktiv. Daldrup Wassertechnik GmbH, 59387 Ascheberg Die Daldrup & Söhne AG hält sich weiter die Möglichkeit offen, die Geschäftsaktivitäten rund um die Wassergewinnung in die Daldrup Wassertechnik GmbH auszulagern. Derzeit ruhen entsprechende Pläne. D&S Geothermie GmbH, 82031 Grünwald Nach der Veräußerung des Geysir-Teilkonzerns in den Jahren 2019/2020 ist die Gesellschaft bereit, die Funktion einer Zwischenholding für Projektgesellschaften mit mittelständischen Geothermie-Projekten zu übernehmen. 5. Forschung und Entwicklung Die Daldrup & Söhne AG sieht sich unverändert als technologischer Vorreiter in der Tiefengeothermie und will sich perspektivisch auch den technischen Herausforderungen der petrothermalen Geothermie / der Enhanced Geothermal Systems sog. Closed Loop Systeme stellen. Laut Angaben des Bundesverbands Geothermie soll zukünftig verstärkt die Nutzung zur Wärme- und Kälteversorgung ausgebaut sowie saisonale Wärmespeicher initiiert werden. Forschungsprojekte sollen in erster Linie dazu beitragen, innovative Ansätze zu fördern, Risiken und Kosten zu reduzieren, Speichermöglichkeiten zu schaffen sowie Bekanntheit und Akzeptanz dieser Form von erneuerbarer Energie zu steigern. Das Energieforschungsprogramm der Bundesregierung, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Gebäude-Energien-Gesetz (GEG), die Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) und die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) bilden dafür den politischen Rahmen. Die Weiterentwicklung des Technologiefeldes Geothermie ist nicht auf den nationalen Markt beschränkt, sondern bietet ein weites Betätigungsfeld auch im internationalen Kontext. Generell werden im Bereich der Tiefengeothermie drei Arten der Wärmeentnahme aus dem Untergrund unterschieden: Tiefe Erdwärmesonden Geschlossener Kreislauf durch ein U-Rohr oder eine Koaxialsonde mit einem zirkulierenden Wärmeträgermedium (z. B. Geothermieprojekt der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich, Schweiz, im Triemli-Quartier). Hydrothermale Systeme Geschlossener Kreislauf, in dem Thermalwässer aus Förderbohrungengepumpt und über Reinjektionsbohrungen wieder in natürliche Grundwasserleiter (Aquifere) eingeleitet werden. Petrothermale Systeme Mit hydraulischen Stimulationsmaßnahmen werden im trockenen Untergrund Risse und Klüfte erzeugt bzw. erweitert, durch die künstlich eingebrachtes/eingepresstes Wasser fließen kann. Während die beiden erstgenannten Systeme durch Daldrup mehrfach erfolgreich ausgeführt und die Projekte in Betrieb genommen wurden, gibt es in Europa keinen Regelbetrieb eines petrothermalen Geothermieprojektes. 6. Überblick über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Geschäftsverlauf Ökonomen rechnen mit stagnierender Wirtschaftsleistung im Euroraum und Deutschland In den Anfang März 2025 vorgelegten Kieler Konjunkturberichten12 geht das IfW Kiel für die Weltwirtschaft für das Berichtsjahr von einem gebremsten Zuwachs in Höhe von 3,1 % (Vorjahr: 3,0 %) aus. Maßgeblich war ein geringerer Anstieg der Produktion in den Schwellenländern, nicht zuletzt in China, während sie in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften insgesamt mit wenig veränderter, mäßiger Rate zunahm. Bremsend wirkte zudem eine stark erhöhte wirtschaftspolitische Unsicherheit ausgelöst durch Ankündigungen der neuen US-Administration zur Zollpolitik. In den Mitte Dezember 2024 vorgelegten Kieler Konjunkturberichten13 geht das Institut für Weltwirtschaft (IfW) für das Berichtsjahr von einer nur schwachen konjunkturellen Dynamik aus. Das spiegle sich in zahlreichen Indikatoren wie der Industrieproduktion und der Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern. Zwar dürfte der private Konsum dank steigender Reallöhne aufwärtsgerichtet sein, und die erwartete Lockerung der Geldpolitik verbessert die Finanzierungsbedingungen. Bremsend wirkten allerdings die anhaltende Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe, der Fortfall von fiskalischen Impulsen sowie eine Vielzahl an wirtschaftspolitischen Unsicherheiten. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dürfte sich im Jahr 2024 nach Einschätzung des IfW nur leicht um 0,8 % (Vorjahr: 0,5 %) erhöhen. Laut IfW14 konnte sich die deutsche Wirtschaft nicht aus der Stagnation lösen - und auch Signale für eine spürbare wirtschaftliche Belebung sind kaum auszumachen gewesen. Vielmehr mehrten sich die Zeichen, dass die wirtschaftliche Schwäche vor allem struktureller Natur und weniger konjunkturell bedingt ist, so dass die Wirtschaftsleistung kurzfristig nicht viel Luft nach oben hat. Insgesamt laste eine erhebliche Unsicherheit über die Ausrichtung der zukünftigen Wirtschaftspolitik auf der deutschen Wirtschaft, die insbesondere die Investitionsbereitschaft hemmte und ebenso das Konsumklima belastet, analysiert das IfW in seinem Bericht. Vor diesem Hintergrund hat das IfW seine Jahresprognose gegenüber dem Herbst nach unten angepasst und rechnet für das Berichtsjahr mit einem Rückgang des BIP um 0,2 % (Vorjahr: - 0,3 %).
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Kieler Konjunkturberichte, Nr. 121, Weltwirtschaft im Frühjahr 2025, 13. März 2025 Nachfrage nach Geothermieprojekten europaweit robust Die Nachfrage nach Projekten für die Nutzung geothermischer Energie für die Strom- und Wärmeversorgung verlief in Mitteleuropa nach Einschätzung der Daldrup & Söhne AG in den letzten Quartalen solide. In Deutschland zeigte sich jedoch im Laufe des Berichtsjahres eine spürbare Unsicherheit und Investitionszurückhaltung von Seiten öffentlicher wie privater Auftraggeber. Bremsend wirkten die mit der vorläufigen Haushaltsführung verbundenen Budgetkürzungen im Klima- und Transformationsfonds (KTF), dem zentralen Instrument der Regierung für die Finanzierung der Klimawende, sowie ausbleibende Förderzusagen. Aufgrund des Bruchs der Regierungskoalition strahlten diese Effekte bis weit in das Jahr 2025 hinein. Das wirkte sich negativ auf Planungen und die Investitionsbereitschaft vieler Akteure aus. Übergeordnet bleiben nach Ansicht des Unternehmens aber die entscheidenden Anreize bestehen, die Energieversorgung insbesondere im Wärmesektor zu dekarbonisieren und die Abhängigkeit Deutschlands und weiterer EU-Länder von leitungsgebundenem Erdgas signifikant zu reduzieren. Insbesondere die Kürzungen im KTF werden voraussichtlich die Entwicklung um ein Jahr verzögern. Grundsätzlich haben die bestehenden Anreize aber zwei positive Effekte: Zum einen zieht die Nachfrage nach grundlastfähigen, klimafreundlichen Energiequellen heimischen Ursprungs wie der Geothermie deutlich an. Zum anderen verbessern sich die Wirtschaftlichkeitsrechnungen von Geothermieprojekten mit dem deutlich gestiegenen Energiepreisniveau fossiler Träger und zwar für Elektrizität wie auch für die Wärme. Die Regierungen und die EU-Kommission zeigen sich ferner bemüht, die Förderbedingungen für Geothermie zu verbessern und somit für Kommunen und Investoren wichtige Anreize und sichere Rahmenbedingungen zu setzen. Langfristig bleibt die zunehmend ambitionierte Klimapolitik, die sowohl die signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen als auch massive Förderprogramme in den Mittelpunkt stellt, nach unserer Einschätzung für ein strukturelles Wachstum ausschlaggebend für den Geothermiemarkt. Die EU strebt an, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 % unter den Wert von 1990 zu bringen15. Durch das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) wird CO2 über eine abnehmende Anzahl an Emissions-Zertifikaten handelbar und bepreist. Ab 2027 wird der Emissionshandel in ganz Europa auch auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ausgeweitet16. Die EU-Kommission will klimaneutrale Technologien stärker fördern: der EU Green Deal, das Programm REPowerEU sowie die Reaktion der EU auf den US-amerikanischen IRA (Inflation Reduction Act) mit gelockerten Beihilferegeln, die den EU- Staaten erlaubt, private Investitionen in grüne Technik bis zu 100 % fördern zu dürfen17 , sollen zu massiven Investitionen in grüne Energieerzeugung führen. Der Umsetzungs- und Investitionswille wird für die Daldrup & Söhne AG an den vielen Sondierungsgesprächen und Angebotsanfragen erkennbar. Das stärkt grundsätzlich den Geschäftszweck der Daldrup & Söhne AG.
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https://www.consilium.europa.eu/de/policies/green-deal/, eingesehen am 2. Mai 2023 Die Daldrup & Söhne AG ist im Rahmen gesicherter Budgets tätig. Denn die Investitionsentscheidungen für die laufenden und anstehenden Bohrprojekte werden von unseren Kunden bereits Monate oder Jahre früher getroffen. Zudem sind Investitionsentscheidungen in die Energieversorgung von Kommunen und von privaten Investoren von langfristigen Überlegungen geleitet und zählen vielfach zur Daseinsvorsorge. Unsere Auftraggeber sind sowohl deutsche Industrie- und Gewerbeunternehmen, Privatpersonen und Kommunen als auch Unternehmen und öffentliche Auftraggeber aus der Schweiz und den Benelux-Staaten. Im Berichtszeitraum haben wir in der Schweiz die Erkundungsbohrungen für die Schweizer Salinen AG - einen Auftrag zur Niederbringung von Punktbohrungen zur Salzgewinnung - fortgesetzt. In Deutschland ist der Auftrag MTU Aero Engines AG am Standort München ebenso abgeschlossen wie Bohrungen für die Stadtwerke Neuruppin. Für die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) haben wir den Auftrag zur Erstellung einer Schachtvorbohrung - ein komplexer High-Tech-Bohrauftrag - zur Asse ausgeführt. Außerdem hat uns die Ruhrkohle AG (RAG) mit einigen aufwendigen Bohrprojekten zur Errichtung von Fangbrunnen und Pegelbohrungen im Zuge der Bergbaunachsorge beauftragt, die wir erfolgreich beendet haben. In der flachen Geothermie kamen die Umsatzbeiträge zunehmend aus der Errichtung von Sondenfeldern für Erdwärmepumpen im gewerblichen Neubau, wohingegen Bohrungen für private Haushalte aufgrund der stark gebremsten Baukonjunktur für Ein-/Zweifamilienhäuser deutlich zurück gingen. In diesem Marktumfeld steigerte die Daldrup & Söhne AG im Geschäftsjahr 2024 den Umsatz erfreulich auf 52,2 Mio. € (Vorjahr: 47,2 Mio. €) und erreichte eine Gesamtleistung in Höhe von rd. 52,9 Mio. € (Vorjahr: 46,3 Mio. €). Die einzelnen Geschäftsbereiche der Daldrup & Söhne AG hatten hieran folgende Anteile:
In den Umsätzen sind abgerechnete Dienstleistungen für Tochtergesellschaften von 1,8 Mio. € oder 3,5 % der Umsätze enthalten. Die Umsatzerlöse des Jahres 2024 wurden zu 96 % (Vorjahr: 83 %) in Deutschland und zu 4 % (Vorjahr: 17 %) in den europäischen Nachbarländern erwirtschaftet. Die Auftragslage zum Geschäftsjahresende war im Bereich der Bohranlagen für mitteltiefe und Tiefengeothermiebohrungen gut. Gleiches gilt für die Bohranlagen für geringere Tiefen, die beispielsweise für Brunnenbohrungen, im Altbergbau oder in der flachen Geothermie für Immobilien gut ausgelastet waren. Tiefengeothermiebohrungen wurden von Daldrup im Berichtsjahr in Deutschland und in der Schweiz ausgeführt. Kapazitäten der Daldrup & Söhne AG im Geschäftsjahr 2024 ausgelastet Für die Daldrup & Söhne AG war der Geschäftsverlauf im Berichtsjahr geprägt von bestehenden, großen Bohraufträgen vor allem in Deutschland und in der Schweiz, zuletzt im Rahmen sogenannter Day-Rate-Aufträge der tiefen Geothermie. Diese Vertragsform ist durch geringere Risiken einerseits gekennzeichnet. Andererseits sinkt tendenziell die Möglichkeit zum Vertrieb ergänzender Dienstleistungen oder auch zum Verkauf notwendigen Bohrequipments oder Dienstleistungen von Nachunternehmern, da diese Einkäufe häufig von den Auftraggebern getätigt werden. Auch die Geschäftsbereiche Rohstoffe & Exploration und Wassergewinnung waren mit Aufträgen gut ausgelastet. Die Nachfragesituation ist anhaltend rege. Daldrup hat zudem weitere große Aufträge für Bohrungen zur geothermischen Nutzung oder für Sonderaufträge erhalten. Im Geschäft der flachen Geothermie profitierten wir vom Nachfrageboom nach Wärmepumpensystemen. Alle Geschäftsbereiche haben einen insgesamt komfortablen Auftragsbestand. Per Ende März 2025 beträgt er rd. 31 Mio. € und lastet die Produktionskapazitäten rechnerisch bis weit in das erste Quartal 2026 aus. Darüber hinaus umfasst die Summe des mit Eintrittswahrscheinlichkeiten bewerteten, relevanten Marktes und somit in Verhandlung befindlicher Aufträge per März 2025 rund 405 Mio. €. Hierbei handelt es sich erneut um eine nie erreichte Größenordnung, die auch weiterhin für ein vitales Interesse an den Dienstleistungen der Daldrup & Söhne AG einerseits und einem strukturell wachsenden Markt anderseits beschreibt. B. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage 1. Ertragslage Die volatilen Projektverläufe führen zwangsläufig zu bisweilen starken Wertschwankungen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Daldrup & Söhne AG. Die Umsatzerlöse liegen mit 52,2 Mio. € (Vorjahr: 47,2 Mio. €) auf einem deutlich höheren und erfreulicheren Niveau als noch im Vorjahr. Die alleinige Berücksichtigung der Umsatzerlöse aus beendeten und abgerechneten Aufträgen würde jedoch bei den teils mittelfristigen Projektverläufen ein unvollständiges Bild der insgesamt im Geschäftsjahr erbrachten Leistung wiedergeben. Daher sind unter Berücksichtigung deutscher Rechnungslegungsvorschriften die Bestandsveränderungen in Arbeit befindlicher und kundenseitig beauftragter Leistungen bei der Beurteilung der Ertragslage zu berücksichtigen. Diese Bestandsveränderungen werden, dem Vorsichtsprinzip folgend, grundsätzlich um einen 12,5 %-igen Pauschalabschlag vom Leistungswert zur Berücksichtigung von z.B. Erstellungs- oder Abnahmerisiken zunächst korrigiert. Dieser Abschlag wird erst nach Fertigstellung, Abnahme und Schlussrechnung eines Projektes realisiert. Die Projekt- und Betriebskosten sind demgegenüber bereits direkt zum Zeitpunkt ihres Entstehens zu erfassen. Die Bestände an teilfertigen Arbeiten stiegen leicht um rd. 0,5 Mio. € (Vorjahr: -1,9 Mio. €). In den teilfertigen Arbeiten befinden sich nicht schlussgerechnete Projekte in Deutschland. Mit 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) wurden Anlagen selbst erstellt. Diese Anlagen konnten im eigenen Anlagenbau kostengünstiger hergestellt werden. Die so ermittelte Gesamtleistung des abgelaufenen Geschäftsjahres 2024 stieg deutlich auf 52,9 Mio. € (Vorjahr: 46,3 Mio. €), aufgrund von Auftragserweiterungen. Damit überschreitet sie die im August 2024 bereits angehobene Prognose um rd. 2,9 Mio. €., wobei ein Großteil dieser Planüberschreitung auf Nachträge bei größeren Aufträgen resultiert. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken auf 0,4 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €). In dieser Position sind u.a. auch Erträge aus der Währungsumrechnung mit schweizerischen Kunden von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) enthalten, denen nahezu gleichhohe Aufwendungen aus Währungsumrechnung von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) gegenüberstehen, da wesentliche Aufträge oder Währungspositionen analog zur strikten Risikopolitik der Gesellschaft abgesichert werden. Weitere Details finden Sie im Anhang. Der Materialaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 24,2 Mio. € (Vorjahr: 21,2 Mio. €). Die Erhöhung des Materialaufwands geht einher mit der gestiegenen Gesamtleistung des Jahres 2024 sowie Ausweisänderungen in Höhe von rd. 5,0 Mio. €, bei denen unter anderem Aufwendungen für Entsorgungsleistungen und Mietgeräte, die in direktem Zusammenhang mit der Leistungserbringung für laufende Projekte stehen, in postenbezogene Leistungen ausgewiesen werden. Die Entwicklung geht nahezu ausschließlich auf den gestiegenen Leistungsbezug mit einem Umfang von noch 19,7 Mio. € (Vorjahr: 16,9 Mio. €) oder 37,3 % (Vorjahr: 36,6 %) der Gesamtleistung von spezialisierten Drittunternehmen sowie zugekauften Personaldienstleistungen zur Leistungserbringung zurück. Der Rohertrag als Summe der Gesamtleistung, der sonstigen betrieblichen Erträge und der Materialaufwendungen stieg absolut auf einen Wert von 29,1 Mio. € (Vorjahr: 26,4 Mio. €). Die prozentuale Entwicklung des Rohertrags in Relation zur Gesamtleistung des Unternehmens sank um 2 %-Punkte auf 55,0 % (Vorjahr: 57,0 %), aufgrund der genannten Ausweisänderung. Im Wesentlichen führten Neueinstellungen, ein gestiegener zeitlicher Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lohnsteigerungen sowie Sondereffekte aus dem Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zu einem erneuten Anstieg des Personalaufwands in Höhe von 0,9 Mio. € auf insgesamt 9,7 Mio. € (Vorjahr: 8,8 Mio. €). Im Verhältnis zur Gesamtleistung konnte die Personalaufwandsquote trotz absolut gestiegenem Personalaufwand nochmals auf 18,4 % (Vorjahr: 19,0 %) reduziert werden. Die planmäßigen Abschreibungen liegen mit 1,6 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) oder 3,0 % (Vorjahr: 5,1 %) der Gesamtleistung deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Abschreibungen betreffen im Wesentlichen die großen Bohranlagen und resultieren aus Investitionen in das Anlagevermögen der Gesellschaft. Die Tiefbohranlagen werden unverändert auf Basis einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die Anlage des Herstellers Drillmec wurde bis einschließlich Mitte 2024 abgeschrieben, sodass sich ein positiver Ergebniseffekt im Vergleich zu früheren Geschäftsjahren allein aus dem Entfall der planmäßigen Abschreibungen auf die zwei großen Bohranlagen Bentec, deren Abschreibung bereits im November 2023 ausgelaufen ist, und Drillmec (Sprunginvestitionen nach dem Börsengang) von rd. 1 Mio. € zu verzeichnen ist. Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 wurden umfangreiche Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von rd. 4,1 Mio. € (2,8 Mio. €) vorgenommen. Die Investitionen ersetzen überwiegend bis dato gemietetes Equipment, so wie die Bohranlage B152 des Herstellers Wirth. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken deutlich auf 9,4 Mio. € (Vorjahr: 12,7 Mio. €) und prozentual von 27,5 % auf 17,7 % der erbrachten Leistung des Geschäftsjahres 2024. Die Reduktion resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung projektbezogener Kosten in den Materialaufwand. Darunter fallen im Wesentlichen Aufwendungen für Entsorgungsleistungen (2,7 Mio. €) Mietaufwendungen für bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens (1,2 Mio. €) sowie Aufwendungen für Diesel und Treibstoffe (0,8 Mio. €). Die Transportkosten für die großen Bohrgeräte liegen mit rd. 0,8 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres. Die Reparatur und Instandhaltungskosten stiegen auf 1,7 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €). Die Werbe- und Reisekosten liegen mit 1,1 Mio. € leicht unter dem Vorjahreswert von 1,3 Mio. €. Da Währungsrisiken gemäß der Risikopolitik überwiegend abzusichern sind, stehen sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Währungsumrechnung von € 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) Aufwendungen in nahezu identischer Höhe entgegen. Das Finanzergebnis beträgt - 6,2 Mio. € (Vorjahr: - 1,5 Mio. €). Wesentliche Positionen dieses Teilergebnisses sind mit 5,7 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) die Abschreibung auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens. Hiervon entfielen Wertberichtigungen auf die Nachrangforderungen gegenüber der veräußerten Geysir Europe-Gruppe von 3,2 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €) sowie Forderungsverzicht auf Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 2,0 Mio. €. Die Zinsaufwendungen bewegen sich mit 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) trotz eines gestiegenen Zinsniveaus auf Vorjahreshöhe. Insgesamt liegt der Jahresüberschuss der Daldrup & Söhne AG mit rd. 2,0 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Ausgehend von einem Ergebnis vor Steuern von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) und unter üblicher Eliminierung des Finanzergebnisses errechnet sich ein operatives EBIT18 von 8,4 Mio. € nach 2,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2023. Hierauf aufbauend wurde ein EBITDA19 im Berichtsjahr von 10,0 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €) erzielt. Die Daldrup & Söhne AG hat die im Augst 2024 bereits angehobene prognostizierte Ziel- Gesamtleistung für das Geschäftsjahr 2024 von rd. 50,0 Mio. € im Berichtsjahr mit insgesamt 52,9 Mio. € erfreulich übertroffen. Auch das prognostizierte EBIT zwischen 3,5 Mio. € und 4,5 Mio. € bzw. zwischen 7 % bis 9 % der Gesamtleistung wurde absolut mit 8,4 Mio. € deutlich überschritten. 2. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Daldrup & Söhne AG zum Bilanzstichtag 31.12.2024 erreicht 35,0 Mio. € (Vorjahr: 41,1 Mio. €) und reduziert sich gegenüber dem Stichtag des Vorjahres um rd. 6,1 Mio. €.
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EBIT= Jahresüberschuss + Steuern vom Einkommen und Ertrag + Zinsen & ähnliche Aufwendungen
+ Abschreibungen auf Finanzanlagen - sonstige Zinsen und ähnliche Erträge - Erträge
aus Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Das Sachanlagevermögen wird planmäßig abgeschrieben und beträgt 8,6 Mio. € (Vorjahr: 6,2 Mio. €). Es umfasst vor allem den Bestand an Bohranlagen sowie den Fuhrpark und die erforderliche Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Veränderung resultiert aus Zugängen zum Anlagevermögen in Höhe von insgesamt rd. 4,1 Mio. €, von denen 1,7 Mio. € auf den Rückkauf der bisher gemieteten Bohranlage Wirth B152 entfallen. Planmäßige Abschreibungen betragen rd. 1,6 Mio. €. Die Zugänge beinhalten außerdem im Wesentlichen betriebsnotwendige Investitionen, insbesondere die Anschaffung neuen Equipments für den operativen Bohrbetrieb, die auch bis dato gemietetes Equipment ersetzen. Die Finanzanlagen belaufen sich insgesamt auf 3,5 Mio. € (Vorjahr: 8,9 Mio. €). Hierin sind neben den Gesellschaftsanteilen an den Unternehmen des Daldrup-Konzerns Ausleihungen an die Tochtergesellschaft D&S Geothermie GmbH von 1,4 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €) sowie der Konzerngesellschaft GERF B.V. von 1,4 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €) enthalten. Auf die Ausleihungen gegenüber den Tochtergesellschaften wurden im Berichtsjahr Forderungsverzichte in Höhe von rd. 2,0 Mio. € zur Vermeidung einer bilanziellen Überschuldung ausgesprochen. Die nachrangigen Forderungen gegenüber den Unternehmen des ehemaligen Geysir-Teilkonzerns werden mit rd. 0,4 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) bilanziert, nachdem im Geschäftsjahr 2024 weitere rd. 3,2 Mio. € dieser Position aufgrund dauernder Wertminderung (Finanzergebnis) abgeschrieben wurden. Der Ausweis der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe als Teilposition der Vorräte beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 6,4 Mio. € (Vorjahr: 6,8 Mio. €) und liegt damit unter dem Vorjahreswert. Die nach kaufmännischer Vorsicht bewerteten unfertigen Leistungen und geleistete Anzahlungen erreichen am Bilanzstichtag einen Wert von insgesamt 6,5 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €), denen erhaltene Anzahlungen von insgesamt 5,4 Mio. € (Vorjahr: 5,5 Mio. €) gegenüberstanden, die von den unfertigen Leistungen abgezogen sind. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Abschlagszahlungen für bereits im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen mit Kunden der Daldrup & Söhne AG erbrachte Leistungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres und betrugen zum Berichtsstichtag rd. 3,5 Mio. € (Vorjahr: 8,2 Mio. €). Das Ausfallrisiko dieser Kundenforderungen beurteilt der Vorstand aufgrund der Verteilung auf eine Vielzahl von Kunden und deren Bonität als insgesamt sehr gering. Wo aus kaufmännischer Umsicht notwendig, wurden Wertberichtigungen angemessen gebildet. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen auf 2,2 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €), wovon 1,1 Mio. € auf die D&S Geothermie entfiel und 1,1 Mio. € auf die niederländische GERF B.V. Erneut rückläufig entwickeln sich die sonstigen Vermögensgegenstände. In dieser Bilanzposition ist u.a. ein Darlehen an eine Gesellschaft der Daldrup-Gruppe von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €) enthalten, welches im Jahr 2024 durch die Rückübertragung der Wirth Bohranlage deutlich reduziert werden konnte. Umsatzsteuerforderungen bewegen sich mit rd. 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) weiterhin auf einem Normniveau. Die liquiden Mittel stiegen spürbar auf 6,3 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) und überschritten damit den Vorjahreswert um rd. 2,9 Mio. €. Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich das Eigenkapital der Daldrup & Söhne AG zum 31.12.2024 auf insgesamt 24,1 Mio. € (Vorjahr: 22,1 Mio. €). Die Eigenkapitalquote zum Stichtag 31.12.2024 erhöht sich auf komfortable 68,6 % (Vorjahr: 53,8 %) der Bilanzsumme. Die sonstigen Rückstellungen reduzierten sich auf 1,8 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €), die Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von rd. 1,1 Mio. € wurden im Berichtsjahr verbraucht. Weitere Details lassen sich dem Rückstellungsspiegel im Anhang entnehmen. Verbindlichkeiten bestanden in Höhe von insgesamt 9,0 Mio. € (Vorjahr: 16,5 Mio. €). Trotz getätigter Investitionen sanken die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten deutlich auf 1,6 Mio. € (Vorjahr: 7,7 Mio. €), Kontokorrentlinien wurden zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Sonstige Verbindlichkeiten betrugen 2,1 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €). Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf 1,9 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €) und bestehen im Wesentlichen gegenüber dem Schweizer Tochterunternehmen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich deutlich auf 3,4 Mio. € (Vorjahr: 5,3 Mio. €). Mittelfristige Finanzierungen im Zusammenhang mit der Anschaffung notwendiger Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden in einem Volumen von lediglich rd. 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) abgerufen. 3. Finanzlage Umfangreiche, vorbereitende Tätigkeiten für große Bohrprojekte im Geschäftsfeld tiefe Geothermie erfordern regelmäßig hohe monetäre Vorleistungen seitens der Daldrup & Söhne AG. Zur Finanzierung dieses Betriebsmittelbedarfs, zur Abfederung von Liquiditätsspitzen und Aval Aufstellungen standen zum Bilanzstichtag Betriebsmittel -, Projektfinanzierungslinien und mittelfristige Finanzierungen bei deutschen Kreditinstituten und Versicherungsgesellschaften von insgesamt 21,5 Mio. € zur Verfügung. Die Zahlungsfähigkeit der Daldrup & Söhne AG wurde laufend überwacht, fortgeschrieben und war unter Berücksichtigung der getroffenen Prognosen während des Geschäftsjahres 2024 gesichert. Insgesamt betrugen die liquiditätsnahen Bilanzpositionen zum Bilanzstichtag 31.12.2024 - bestehend aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 3,5 Mio. € (Vorjahr: 8,2 Mio. €) sowie der liquiden Mittel von 6,3 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) - zum Berichtsstichtag 9,7 Mio. € (11,6 Mio. €). Denen standen kurzfristig fällige Lieferantenverbindlichkeiten von 3,4 Mio. € (Vorjahr: 5,3 Mio. €) gegenüber. Der Saldo vorgenannter, liquiditätsnaher Aktiva von 9,7Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) und den in der Regel zeitnah zu bedienenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von minus 3,4 Mio. € (Vorjahr: - 5,3 Mio. €) lag zum Stichtag 31.12.2024 mit 6,3 Mio. € (Vorjahr: 6,3 Mio. €) im deutlich positiven Bereich. Die Daldrup & Söhne AG wird im Geschäftsjahr 2025 die akquirierten Aufträge plangemäß abarbeiten. Der Auftragsbestand von rd. 31,0 Mio. € (Vorjahr: 36,9 Mio. €) per Ende März 2025 lastet die Kapazitäten rechnerisch bis weit in das erste Quartal 2026 aus. Aus diesen Aufträgen unter Berücksichtigung der getroffenen Prognosen rechnet die Gesellschaft bei plangemäßer Abarbeitung mit regelmäßigen Umsatzerlösen sowie gut planbaren Liquiditätszuflüssen aus dem Segment Tiefengeothermie sowie dem allgemeinen Bohrgeschäft. Auf dieser Basis ist die Zahlungsfähigkeit der Daldrup AG auch über das Geschäftsjahr 2025 hinaus gesichert. Auch für das Geschäftsjahr 2025 bestehen anspruchsvolle Pläne, die bis dato nicht gefährdet scheinen. Da steigende Preise nicht immer an Kunden weitergegeben werden können, besteht das Risiko von Margenverlusten. Auch sind weitere Risiken gemäß Risiko- / Chancenprofil nicht auszuschließen. Trotz eines höheren Zinsniveaus sehen wir aktuell jedoch keinen höheren Zinsaufwand auf die Gesellschaft zukommen. Die laufenden EDV-Projekte in den Bereichen Projektsteuerung und Kostenmanagement gehen zum 1. April 2025 in den Echtzeit-Betrieb. Trotz guter Fortschritte bzgl. der Neueinstellung von Facharbeitern in 2024 ist dem Facharbeitermangel auch weiterhin mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken. 4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Die gute Auslastung aller Geschäftsbereiche der Daldrup & Söhne AG, die Gespräche mit in- und ausländischen privaten, öffentlichen und institutionellen Kunden, die auf ein hohes Interesse im Hinblick auf Geothermie- und Spezialbohrungen schließen lassen sowie die im Berichtszeitraum niedergebrachten Bohrungen versetzen das Unternehmen zum Berichtsstichtag in eine wirtschaftlich insgesamt zufriedenstellende Lage. Das Kerngeschäft des Konzerns wurde durch die Investition in technische Erneuerungen und Erweiterungen im Gerätepark sukzessive gestärkt. Der Abbau der Verschuldung erfolgte plangemäß. Die hohe Eigenkapitalquote und die nochmals leicht verbesserte Cashflow-Situation ermöglicht gezielte Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung zur Stärkung des Kerngeschäfts, zum Abbau des gemieteten Equipments und zum weiteren Aufbau des Bestands von Fachkräften. Allerdings haben das höhere Energiepreisniveau und allgemeine Kostensteigerungen auf den Baustellen für Materialien wie Stahl und Zement und Betriebsmittel wie Strom und Diesel die Betriebskosten im Laufe des Berichtsjahres auf einem hohen Niveau belassen. Dementsprechend blieben ebenfalls die Logistikaufwendungen auf hohem Niveau. Diese Kostenentwicklung konnten wir aber zum Teil an die Auftraggeber weitergeben. Die Rahmenbedingungen für den Markt für erneuerbare Energien im Strom- und Wärmesektor werden von Seiten der Bundesregierung und der EU sukzessive verbessert. Allerdings haben in Deutschland die Haushaltskrise mit Milliardeneinsparungen im KTF und verzögerte Förderzusagen zumindest kurzfristig deutliche Bremsspuren bei der Investitionsbereitschaft und ein gerütteltes Maß an Unsicherheit hinterlassen. Dennoch ist der Vorstand davon überzeugt, dass insbesondere die noch zu vollziehende Wärmewende für die Daldrup & Söhne AG ein weiterhin aussichtsreiches Marktumfeld mit guter Wachstumsperspektive bietet. Dazu werden die beschlossenen sog. Sondervermögen der EU und Deutschlands für Infrastrukturinvestments und den Ausbau der Erneuerbaren Energien ein gerütteltes Maß beitragen sobald die konkreten Förderbedingungen feststehen. Unter diesen Voraussetzungen sollte das unverändert hohe Interesse von Kommunen, Unternehmen und Finanzinvestoren an geothermischen Heiz- und Kraftwerksprojekten weiterhin gegeben sein. Die Daldrup & Söhne AG plant daher an dem Wachstumspotenzial mit der Ausweitung der Bohrkapazitäten und der Bohrmannschaften zu partizipieren. Per März 2025 hält sich der Auftragsbestand der Daldrup & Söhne AG für Geothermieprojekte in Deutschland und im europäischen Ausland mit rund 31 Mio. € weiter auf einem zufriedenstellenden Niveau. Auch das mit Eintrittswahrscheinlichkeiten bewertete, für Daldrup relevante Marktvolumen von rund 405 Mio. € stimmt den Vorstand insgesamt weiterhin zuversichtlich. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Geschäftsverlauf und das Ergebnis der Daldrup & Söhne AG durch eine gute Auslastung, das regulatorische Umfeld und das zum Teil hohe Energiepreisniveau in den Zielmärkten Deutschland, Schweiz und den Benelux-Staaten sowie das gesellschaftliche Umfeld auch weiterhin positiv beeinflusst wurden. Daher wird die wirtschaftliche Entwicklung durch den Vorstand unter Beachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als weiterhin insgesamt zufriedenstellend eingeschätzt. C. Risiko- und Chancenbericht Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist ein zentrales Element der Unternehmensführung der Daldrup & Söhne AG. Wir validieren mit der Zunahme der Komplexität und Volatilität in der Weltwirtschaft das Chancen- und Risikosystem regelmäßig und passen es den veränderten Rahmenbedingungen an. Zum Bilanzstichtag und zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts wurden unter Berücksichtigung der bestehenden Steuerungs- und Kontrollinstrumente folgende Risiken identifiziert, die in ihrer Bedeutung abfallend dargestellt werden. Das Risikosystem, das Risikoumfeld und die Gefährdungspotenziale für den Daldrup-Konzern stellen sich aktuell wie folgt dar: 1. Strategische Risiken Sich rasch wandelnde, volatilere Märkte, preisliche Risiken in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung der Öl- und Gasindustrie, geopolitische Unsicherheiten und Kriege, Material- und Lieferengpässe und der latent bestehende Mangel an qualifizierten Facharbeiterinnen und Facharbeitern lassen die Risiken des Geschäftsmodells der Daldrup-Gruppe in den vergangenen Geschäftsjahren tendenziell steigen. Der regionale Fokus der Geschäftstätigkeit auf die DACH- und Benelux-Regionen und eine vergleichsweise geringe Konjunkturabhängigkeit des Daldrup-Geschäftsmodells, schwerpunktmäßig im Bereich der Daseinsvorsorge, mindern das Risiko-Exposure. Unternehmensbeteiligungen und Joint Ventures können sich integrationsbedingt durch Fehlinvestitionen und durch Fehleinschätzung von Chancen und Risiken erheblich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Daldrup & Söhne AG oder ihrer Tochtergesellschaften auswirken. Durch sorgfältige und intensive Prüfungen im Vorfeld derartiger Bindungen sollen diese unternehmerischen Risiken minimiert werden. Wenngleich durch den Verkauf der Geysir Europe-Gruppe diese Risiken in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt deutlich minimiert und bilanzielle Abwertungen vorgenommen wurden, bestehen weiterhin Restrisiken bezüglich der Einbringlichkeit der Nachrangdarlehen und Kaufpreisforderungen. Diese sind aus heutiger Sicht aber beherrschbar. Weitere Unternehmensbeteiligungen wird das Unternehmen nur nach umfangreicher Due Dilligence eingehen und wenn sie dem eigenen mittelständischen Charakter entsprechen. Die damit einzugehenden finanziellen Verpflichtungen im Rahmen der eigenen Finanzstruktur, unter Zugrundelegung kaufmännischer Vorsicht müssen beherrschbar sein. Der Vorstand der Gesellschaft sowie die örtlichen Geschäftsführungen arbeiten teils mit Unterstützung erfahrener Berater und Lieferanten an der Fertigstellung der Bohraufträge. Projekte auf Turn Key-Vertragsbasis werden von Daldrup nur noch in Ausnahmefällen bei risikoarmem Arbeitsumfang durchgeführt. 2. Operative Risiken Der Eintritt operativer Risiken führt mitunter zu deutlichen Verzögerungen bei der Auftragsbearbeitung und in Ausnahmefällen eventuell zu einer abrupten, aber vertraglich induzierten Beendigung des Auftrags. Eingetretene Risiken führen dann unmittelbar auch zu einer deutlichen Veränderung von Zahlungsflüssen und finanzwirtschaftlicher Leistungsparameter. Grundsätzlich gilt es, fünf Gefahrenbzw. Risikobereiche zu unterscheiden, die im Zusammenhang mit Tiefenbohrungen der Berichtsgesellschaft und im Projektgeschäft der Konzernunternehmen bestehen: Baugrundrisiken Das Baugrundrisiko, d. h. das Risiko bekannter und unvorhersehbarer, vom Baugrund ausgehender Wirkungen und Erschwernisse (alle untertägigen, geologischen Risiken) wird in der Bau(rechts-)praxis in den Verträgen zwischen den Parteien geregelt. In der Regel liegt es in der Sphäre des Auftraggebers. Die Daldrup & Söhne AG, aber auch ihre Tochtergesellschaften als Auftragnehmerin von Bohraufträgen tragen das Risiko für die bohrtechnischen Vorgänge. In den von Daldrup ausgeführten Tiefbohrungen kann dieses Risiko i. d. R. über projektbezogene Versicherungen aufgefangen werden. Im Rahmen der Eigenüberwachung mit geschultem/zertifiziertem Personal, dem Einsatz moderner Bohrtechnik sowie der engen Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden und Fremdüberwachern trifft der Daldrup-Konzern in der Praxis zudem aktive Risikovorsorge. Bei offen erkennbaren Risiken kommt Daldrup seiner Prüfungs-, Hinweis- bzw. Sorgfaltspflicht nach. Zusätzliche Sicherheit wird durch die Vergabe komplexer Planungs- und Ingenieurleistungen an entsprechend versicherte Dienstleister erreicht. Betriebsgewöhnliche Risiken Das Betriebs- und Umwelthaftpflichtrisiko sowie das Maschinenbruch- und Betriebsunterbrechungsrisiko sind im Rahmen sorgfältiger Abwägungen Kosten- Nutzenanalysen versicherbar. Für Personen-, Sach- und Umweltschäden besteht eine Deckung über die Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung einer namhaften Versicherungsgesellschaft. Eine gesonderte Maschinenversicherung (inklusive Lost-in-hole) sichert mögliche Schäden an den Tiefbohranlagen sowie an sämtlichen peripheren Maschinen und Geräten auf erstes Risiko ab. Für das Risiko einer Betriebsunterbrechung als Schadensfolge ist eine normale Versicherbarkeit gegeben. Blowout-Risiken sind grundsätzlich dem Baugrundrisiko zuzuordnen, können aber über erhöhte Deckungssummen im Einzelfall über die Betriebshaftpflichtversicherung mit abgedeckt werden. Die beste Versicherung gegen Blowout ist der Einsatz moderner und funktionsfähiger Blowout- Preventer, die von Daldrup regelmäßig eingesetzt werden. Über das Maß betriebsgewöhnlicher Haftungsrisiken hinaus bestehen nach Ansicht des Vorstands und im Rahmen jährlicher Strategiegespräche mit unserem Industrieversicherungspartner keine besonderen Risikobereiche. Risiko- und Schadensvermeidung über ein konsequentes und zertifiziertes Qualitäts- und Sicherheitskonzept haben im operativen Geschäft der Daldrup-Gruppe einen hohen Stellenwert. Die bestehenden Versicherungen und deren Umfang werden in jährlichen Strategiegesprächen überprüft und gegebenenfalls angepasst. Nichtfündigkeit eines Bohrprojektes Spezialpolicen von Versicherungskonsortien decken im Rahmen des ART-Konzepts das Ausfallrisiko bei Nichterfolg einer Tiefenbohrung ab. Die Fündigkeitsparameter sind dabei eindeutig mit der Schüttungsmenge, der Temperatur und der Absenkung des Ruhewasserspiegels definiert. Bei der Beurteilung des Versicherungsrisikos, der Versicherbarkeit und der Prämienbemessung eines Projektes spielen die Erfahrungen und Referenzen des beauftragen Bohrunternehmens sowie die durch externe Gutachten belegten Fündigkeitswahrscheinlichkeiten eine entscheidende Rolle. Die Versicherbarkeit von Geothermieprojekten, die von und mit der Daldrup-Gruppe geplant, gebohrt und umgesetzt wurden, war regelmäßig und ist aktuell wirtschaftlich gegeben. Wenngleich das ART-Konzept zeitliche Verschiebungen bei Nichtfündigkeit und deren finanzwirtschaftliche Auswirkungen für die Daldrup & Söhne AG nicht eliminieren kann, sorgt es für die Reduzierung des Fündigkeitsrisikos unserer Kunden, die bessere Umsetzbarkeit von tiefen Geothermieprojekten und unterstützt somit die Kundenakquise in der Nische maßgeblich. Ob ein entsprechender Versicherungsschutz gewählt wird, liegt im Ermessen des jeweiligen Projektauftraggebers. Die Regierungen in Deutschland auf Bundes- wie Landesebene haben das Fündigkeitsrisiko als Hemmschuh für den zügigen Ausbau der Erschließung geothermischer Ressourcen erkannt. Das BMWK hatte im Frühjahr 2024 ein staatlich hinterlegtes Versicherungskonzept in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der privaten Versicherungswirtschaft angekündigt. Eine Konkretisierung steht allerdings noch aus. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat mit dem im Frühjahr 2024 vorgestellten „Masterplan Geothermie“ hingegen konkrete Absicherungen zur Fündigkeit in Zusammenarbeit mit der NRW-Bank installiert20. Wir gehen davon aus, dass es ebenfalls auf Bundesebene mit der neuen Regierung in naher Zukunft zur Ausarbeitung von konkreten Absicherungsinstrumenten kommen wird. Das wird die Bereitschaft und die finanziellen Möglichkeiten vieler Stadtwerke und Kommunen für Geothermieprojekte auch im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung stärken. Beschaffungsrisiken Die in Abhängigkeit vom beauftragten Bohrumfang schwankende Beschaffung von Anlagentechnik, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie der teilweise umfangreiche Bezug von Fremdleistungen haben sich bisher nicht negativ auf den Leistungsprozess der Daldrup-Gruppe ausgewirkt. Trotz der aktuell zu beobachtenden Konsolidierung im Öl- und Gassegment stehen in allen Geschäftsbereichen ausreichende Dienstleister- und Lieferantenstrukturen mit zufriedenstellenden Einkaufskonditionen und guten Qualitäten, die einer ständigen Überprüfung im Rahmen des Qualitäts-Management-Systems unterliegen, zur Verfügung. Das risikoorientierte Lieferantenmanagement versucht durch die Diversifizierung der Geschäftspartner und einer Sondierung neuer Lieferanten und Dienstleister die Beschaffungsrisiken zu verringern bzw. auf einem geringstmöglichen Niveau zu stabilisieren. Dennoch bestehen in Teilbereichen der Leistungskette vereinzelt Lieferantenabhängigkeiten. Genehmigungsrisiken Jede Gewinnungsanlage und Bohrung zur Aufsuchung und Gewinnung von Bodenschätzen, sei es für Geothermie oder Wassergewinnung oder zur Rohstoffexploration, unterliegt im Vorfeld umfangreichen Genehmigungsverfahren durch die zuständigen Aufsichtsbehörden. Für die Genehmigung der unterschiedlichen Bohrungen und Anlagen zur Gewinnung, wie z. B. einem Heizwerksbau bzw. -betrieb, sind die Regelungen des Bundesberggesetzes (BBergG), des Abgrabungsgesetzes, die Vorschriften des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) bzw. die landesrechtlichen Wassergesetze und bauplanungs- bzw. bauordnungsrechtlichen Regelungen zu beachten. Die an die Daldrup-Gruppe hierbei gestellten Erfordernisse nehmen zu, sind daher regelmäßig auf den aktuellen Stand zu bringen und mit den Regierungspräsidien, Landesämtern für Geologie und Bergbau sowie den Wasserbehörden abzustimmen. Entsprechende Genehmigungsverfahren können sich aufwändiger und langwieriger erweisen als angenommen und Projekte deutlich verzögern und infolgedessen zu Stillstandskosten bei der Daldrup & Söhne AG führen. Die Daldrup-Gruppe ist aufgrund der jahrzehntelangen Tätigkeit in den bekannten Segmenten im Umgang mit den Genehmigungsverfahren und den Behörden geübt und kennt die Anforderungsprofile für die Genehmigungsdokumente. Ein kontinuierlicher Dialog mit den verschiedenen Behörden über die gesamte Projektphase und eine enge, lösungsorientierte Abstimmung helfen, ein schnelles, genehmigungsfähiges Einvernehmen herzustellen und längere Verzögerungen zu vermeiden. 3. Allgemeine wirtschaftliche Risiken Wettbewerbsrisiken Neue, lukrative und wachsende Märkte könnten weitere Marktteilnehmer, zum Beispiel aus der Öl- und Gasindustrie anziehen. Die Bemühungen branchennaher Unternehmen zum Einstieg in den Geothermiemarkt sind trotz hoher Markteintrittsbarrieren feststellbar. Die technische Expertise, ein spezialisierter, vielseitiger Bohranlagenpark und erfahrene, qualifizierte Bohrteams, zahlreichen Referenzen, die langjährige Bekanntheit der Marke Daldrup & Söhne AG und die Marktposition sind ein wichtiger Wettbewerbsvorteil der Daldrup & Söhne AG. Die mögliche, künftige Auslastung des Daldrup-Konzerns wird über die Kennzahl „relevanter Markt“ bewertet und veröffentlicht. Bei der Bewertung dieser Kennzahl ist zu berücksichtigen, dass ihr keine abgeschlossenen Verträge mit Kunden, sondern abgewogene, aber schlussendlich subjektive Eintrittswahrscheinlichkeiten hinsichtlich einer möglichen Auftragserteilung zugrunde liegen. Diese Eintrittswahrscheinlichkeiten können in Abhängigkeit von der Entwicklung aktueller Gespräche stark schwanken bzw. bei zum Beispiel Vergabe an einen Wettbewerber entfallen. Weitere Risiken bestehen durch Abnahme der Nachfrage infolge von Marktveränderungen, Fördermittelstopps oder verlorener Ausschreibungen sowie dadurch, dass Gesetzesänderungen zu Projektverzögerungen oder Projektverschiebungen bei unseren Kunden führen können. Eine Vielzahl von Gesetzen rund um die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung wie das Gebäudeenergiegesetz, das Wärmeplanungsgesetz oder die Bundesförderung effiziente Wärmenetze und gut ausgestattete Förderinstrumente sowie zusätzlich jüngst von EU und der Bundesregierung in Deutschland beschlossene Sondervermögen für Infrastrukturmaßnahmen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien sprechen generell eher für ein strukturelles, kräftiges Wachstum in den nächsten Jahren. Personalrisiken Die Daldrup & Söhne AG beschäftigt in allen Unternehmensbereichen Schlüsselmitarbeiter (Projektleiter, Ingenieure, erfahrene Bohrgeräteführer, Mitarbeiter im Rechnungswesen), deren langjährige Kontakte oder Fachwissen für den Unternehmenserfolg essenziell sind. Der Verlust von Schlüsselmitarbeitern, z. B. durch Abwerbung, Krankheit, Unfall, könnte kurzfristig, wenn auch gegebenenfalls nur vorübergehend Lücken erzeugen, die auch auf einzuhaltende Termine negative Auswirkung haben könnten. Der latente Mangel an zertifiziertem Fachpersonal für den Betrieb des umfangreichen Bohrgeräteparks und in den kaufmännischen Bereichen hat sich gegenüber dem Vorjahr auch aufgrund der Krise in der Bauindustrie etwas entspannt. Mit eigenen Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und europaweiter Akquise sind wir bestrebt, den Personalstand qualifiziert auszubauen und langfristig zu sichern. Der geplante Wachstumspfad des Konzerns könnte aber durch die Personalsituation limitiert werden. Darüber hinaus werden u.a. strategische Beteiligungen, Akquisitionen und ggfs. Joint Ventures aufmerksam verfolgt und Chancen geprüft. Die Personalgewinnung unterliegt ferner aufgrund der Branchenbesonderheiten dem Risiko, dass neues Personal längere Einarbeitungs- und Qualifizierungszeiten benötigt. Es entstehen zusätzliche Aufgabenbereiche im technischen und kaufmännischen Bereich, die Informations- und Kommunikationswege sowie die organisatorischen und personellen Ressourcen sind infolgedessen permanent an diese Erfordernisse anzupassen. Finanzwirtschaftliche Risiken / Verwendung von Finanzinstrumenten Fremdwährungsrisiken werden durch Vertrags- und Preisverhandlungen auf Euro-Basis möglichst vermieden. Für geplante Auftragsabwicklungen und Beschaffungen in Fremdwährungen werden situativ Währungs-/Kurssicherungsinstrumente sowie Devisentermingeschäfte mit Laufzeitoption und Devisenswaps genutzt. Es handelt sich jeweils um Micro Hedges. Diese derivativen Geschäfte schließt die Daldrup & Söhne AG nur bei Vorhandensein eines zu sichernden Grundgeschäftes und ausschließlich mit Kreditinstituten sehr guter Bonität ab. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird durch die Verwendung jeweils identischer Parameter („critical terms“) bei Grund- und Sicherungsgeschäft sichergestellt. Die Sicherungsbeziehungen werden im Abschluss als bilanzielle Bewertungseinheiten abgebildet. Trotz des Einsatzes derartiger Finanzinstrumente können negative Effekte auch in Verbindung mit Projektverschiebungen nicht gänzlich vermieden werden. Spekulative Zins-, Währungs- und/ oder Rohstoffgeschäfte wurden im Geschäftsjahr nicht abgeschlossen und sind analog zum Risikomanagementsystem auch nicht geplant. Zum Abschlussstichtag bestanden derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Wechselkursrisiken aus dem Bohrgeschäft in der Währung Schweizer Franken. Bei Bedarf werden die im internationalen Geschäft üblichen Instrumente zur Absicherung von Bonitäts-, Zahlungs- und Lieferrisiken durch Garantien und Akkreditive eingesetzt. Zur Begrenzung von Schäden durch Zahlungsausfälle werden, wo möglich, Bürgschaften seitens unserer Kundschaft gefordert. Zahlungsrisiken im Bereich der Lieferantenrisiken begegnet der Daldrup-Konzern insbesondere durch die Vereinbarung individueller Lieferantenzahlungen. Im Lieferantenbereich kann eine Nichtlieferung zu Projektverzögerungen und Mehrkosten führen. Diesem Risiko versucht die Daldrup & Söhne AG mit einer i. d. R. breiten Auswahl an möglichen Ersatzlieferanten und einer Überwachung kritischer Komponenten im Herstellungsprozess, u. a. durch Qualitätssicherungsmaßnahmen und Kontrolle des Herstellungsprozesses zu begegnen. Im Rahmen des Verkaufs der Geysir-Gruppe bleiben Ausleihungen langjährig über die Daldrup & Söhne AG in Höhe von rd. 0,4 Mio. € (3,5 Mio. €) in Form von Nachrangdarlehen bestehen. Im Berichtsjahr wurde das Nachrangdarlehen gegenüber der Geysir Europe GmbH vor dem Hintergrund, dass das Kraftwerk in Taufkirchen noch nicht in Betrieb ist, vollständig wertberichtigt. Aufgrund des Gesellschafterwechsels der geox GmbH, bleibt die Nachrangforderung gemäß dem bekannten Bewertungsschema weiterhin in den Büchern der Daldrup & Söhne AG. Die fast schon regelmäßig aufkeimende Diskussion um die Bonität einzelner Kreditinstitute oder Länder der Eurozone sowie Auswirkungen weiterer Pandemien könnten analog zur Staatsschulden- bzw. Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 zu einer deutlich eingeschränkten Finanzierungsbereitschaft von Kreditinstituten führen und die Realisierung zahlreicher bohrreifer Geothermieprojekte erschweren oder verhindern, da diese dann zunehmend wieder mit höher verzinslichen Anlageformen konkurrieren. Durch vorgenannte Risiken könnten sich - wenn auch ggfs. nur temporär - Hemmnisse für das Wachstum des Geothermiemarktes bis hin zu seinem Zusammenbruch ergeben. 4. Technologische Risiken Die verwendete Bohrtechnologie entspricht dem Stand der Technik und unterliegt keinem raschen technologischen Wandel, sodass kein besonderes Risikopotenzial besteht. Vernetzte Technologien oder künstliche Intelligenz spielen im operativen Bohrbetrieb eine noch untergeordnete Rolle. Wenngleich die IT-Systeme im Daldrup-Konzern dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugten Zugriff oder Schädigung durch Schadsoftware getroffen wurden und laufend aktualisiert werden, kann die IT grundsätzlich ein Angriffspunkt von außen sein. Ferner werden regelmäßige Datensicherungen vorgenommen. Bei technischen Updates und dem beabsichtigten Ausbau der betriebsinternen IT-Systeme werden wir von externen Spezialisten begleitet, welche die Sicherheit der Systeme den Anforderungen anpassen. Mit effizienzerhöhenden EDV-Projekten wurde in 2022 begonnen. Die neuen Systeme wurden unter umfangreicher Begleitung eins IT-Systemhauses zum 1. April 2025 erfolgreich in Betrieb genommen. Diese Systeme sind ein notwendiger Zwischenschritt, um sich künftig künstlicher Intelligenz zu bedienen. 5. Rechtliche Risiken Rechtsstreitigkeiten können aufgrund des Leistungsprozesses und im Rahmen von Gewährleistungen sowie im Rahmen allgemein bestehender Verträge eintreten. Unterschiedliche Erwartungshaltungen oder Auslegungen von Projektverträgen können zu juristischen Streitigkeiten führen. Diese können auch ohne rechtliche Beratung erledigt werden. Bei einigen Sachverhalten sind zur berechtigten Wahrung der Interessen des Daldrup-Konzerns gerichtliche Auseinandersetzungen nicht zu vermeiden. Unabhängig von der Art der Beilegung der juristischen Streitigkeiten werden externe Fachanwälte mit der Wahrnehmung der Interessen des Daldrup-Konzerns betraut. Bei Aktivprozessen besteht das Risiko, dass vor Gericht die eingeklagten Forderungen nicht durchgesetzt werden können und somit Wertberichtigungen erforderlich wären. Das Vertragsmanagement ist soweit organisiert, dass unter juristischer, technischer und kaufmännischer Einbindung eine ausgewogene Chancen-Risiken-Verteilung für die Daldrup & Söhne AG besteht. Der aktuelle Auftragsbestand unterliegt diesen Gesichtspunkten des Vertragsmanagements. Bürgerinitiativen und -begehren entwickeln sich mit Blick auf die Genehmigungen von Geothermie-Projekten deutlich rückläufig. Aber auch Technologiegegner können die Politik beeinflussen. Dies kann nachteilig in Genehmigungsverfahren sein und dazu führen, dass Gerichte angerufen werden müssen und sich Bohraufträge und Gesamtprojekte dadurch deutlich verzögern. Insgesamt sind die Daldrup & Söhne AG und ihre Tochtergesellschaften als Beklagte oder sonstige Beteiligte regelmäßig in gerichtliche Klageverfahren sowie behördliche Verfahren eingebunden. Aufgrund der zunehmenden Klagebereitschaft nehmen die rechtlichen Risiken auch für die Daldrup & Söhne AG oder Konzernunternehmen tendenziell zu. Neben regelmäßig kleineren Prozessrisiken ist die Daldrup & Söhne AG in zwei nennenswerten Fällen beklagt und verteidigt sich in diesen Verfahren. Daldrup kann den Ausgang dieser Verfahren nicht endgültig abschätzen. Insbesondere sind in diesen für Daldrup wesentlichen Verfahren anspruchsbegründende Umstände aus heutiger Sicht nicht oder nicht hinreichend dargetan, weshalb der Vorstand eine Inanspruchnahme unverändert als unwahrscheinlich einstuft. Ein ungünstiger Ausgang in einem oder beiden Verfahren könnte massive Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Parameter der Daldrup & Söhne AG oder ihrer Tochtergesellschaften besitzen. Daldrup wird hier von namhaften Kanzlein vertreten. Rückstellungen für entstehende Prozesskosten wurden gebildet. Die Gesellschaft hat für die Vorstände, den Aufsichtsrat sowie für Geschäftsführer rechtlich selbständiger Tochtergesellschaften eine D&O-Versicherung abgeschlossen und im Geschäftsjahr 2024 die Versicherungssumme analog zum Vorgehen vieler Unternehmen angepasst, um im Falle von Verstößen gegen Vorschriften der deutschen Börse oder bei anderen Verstößen ggf. Rückgriff nehmen zu können. 6. Regulatorische und politische Risiken Die Gesellschaften des Daldrup-Konzerns sehen sich politischen und regulatorischen Veränderungen in vielen Ländern und Märkten ausgesetzt. Der seit dem Jahr 2000 in vielen Ländern bestehende Trend zur aktiven Förderung von erneuerbaren Energien unterliegt in seiner Ausprägung je nach Land und politischer Couleur der Regierungen Schwankungen und Änderungen durch die Gesetzgebung der jeweiligen Regierung. Auch wirtschaftliche Krisen oder neue politische Machtkonstellationen können die Prioritäten beeinflussen. Die Unsicherheiten oder die Komplexität in den gesetzlichen Bestimmungen zur Förderung von Geothermiebohrungen und Geothermiekraftwerken und -heizwerken sowie die Änderung bzw. signifikante Kürzung der Förderungen der Elektrizitätserzeugung und Wärmelieferung aus geothermischer Energie können die Rentabilität geothermischer Projekte negativ beeinflussen und Investitionen verzögern, stoppen oder obsolet werden lassen. Auch der Aktionismus von Bürgerinitiativen gegen Geothermieprojekte können die Projektentwicklung und Genehmigungsverfahren verzögern oder gefährden und Investoren abschrecken. Eine enge Kommunikation mit Entscheidungsträgern in der Politik und aktive Maßnahmen wie die Teilnahme an Bürgeranhörungen, die öffentliche Vorstellung von Projekten und Gespräche mit den Medien zur Aufklärung über die Vorteile der Geothermie dienen als Instrumente zur präventiven Risikoabwehr. Durch Diversifikation hinsichtlich der regionalen Absatzmärkte sollte eine Abschwächung potenzieller negativer Auswirkungen möglich sein. So ist die Daldrup-Gruppe neben Deutschland regelmäßig in den Niederlanden, Belgien und der Schweiz, zukünftig gegebenenfalls in Österreich und Italien tätig und trifft auf sehr unterschiedliche Förderregime. In den Niederlanden ist die Geothermie als thermische Energie zu konventionellen Energieträgern bereits ohne Förderung konkurrenzfähig. Aus rechtlichen Veränderungen drohen immer auch Nachteile für das Unternehmen. Diese Veränderungen können auch in den anderen Ländern zu Verschiebungen bei der Nachfrage nach Geothermiebohrungen führen. Die Destabilisierung politischer Systeme, Kriege oder geopolitische Krisen können Spannungen und negative wirtschaftliche Auswirkungen in Form von signifikanten Preiserhöhungen fossiler Primärenergieträger und Gütern aller Art ebenso zur Folge haben wie entstehende Knappheiten durch einen sanktionierten Waren- und Geldverkehr oder unterbrochene Liefer- und Logistikketten. Nicht auszuschließen ist, dass die Standorte der Daldrup & Söhne AG und die Bohrlokationen in Deutschland und europäischen Ländern davon beeinträchtigt sein können. Die von der neuen Regierung in den USA seit dem Jahreswechsel 2024 / 2025 vielfach angedrohten Zölle auf aus der EU importierte Waren wird sehr wahrscheinlich ähnlich strukturierte Zölle für in die EU aus den USA importierte Waren als Gegenmaßnahmen hervorrufen. Die Daldrup & Söhne AG wäre hiervon im Wesentlichen in den Bereichen von speziellen Bohrausrüstung betroffen. Da alle, für den Daldrup-Konzern relevanten USA- Lieferanten jedoch eigenständige Niederlassungen in der EU betreiben, wird das Risiko einer höheren Verzollung vom Vorstand als gering eingeschätzt. Durch Diversifikation hinsichtlich der regionalen Absatzmärkte und Konzentration der Beschaffung auf die DACH-Region und die Benelux-Staaten sowie Beschaffungsredundanzen sollte eine Abschwächung potenzieller negativer Auswirkungen möglich sein. Die Maßnahmen und Erfahrungen aus der Zeit der Corona-Pandemie und mit den Auswirkungen des Krieges Russlands gegen die Ukraine haben gezeigt, dass die diesbezügliche Organisation der Daldrup & Söhne AG dem Grunde nach eine hohe Resilienz aufweist. 7. Prognoserisiken Generell ist seit Februar 2022 das Risiko signifikanter Marktverwerfungen aufgrund einer Eskalation des Krieges Russlands gegen die Ukraine nicht auszuschließen. Deren Ausprägungen und Tragweiten lassen sich für die Zukunft schlecht bemessen. Fest steht aber, dass sich aus dieser Lage neue Herausforderungen und Chancen für die Importunabhängigkeit der EU von fossilen Primärenergien und die Energiesouveränität im Rahmen der Energiewende herauskristallisieren. Die Höhe des Prognoserisikos korreliert mit den Auswirkungen des Krieges in den für Daldrup relevanten Märkten sowie den dagegen getroffenen Maßnahmen im Waren- und Geldverkehr sowie der Rohstoffversorgung. Hieraus ggfs. resultierende Auftragsverschiebungen oder signifikante Preisänderungen führen in der Regel auch zu einer Verschiebung von Zahlungsflüssen und den finanzwirtschaftlichen Leistungsparametern. 8. Finanzierungsrisiken Mit den langjährig geschäftlich mit der Daldrup & Söhne AG verbundenen Kreditinstituten und Avalkreditgebern wurde im Mai 2020 eine umfangreiche Vereinbarung zur Besicherung bilateral gewährter Betriebsmittelkreditlinien für Kontokorrent- und Avalkredite getroffen. Die Vereinbarung umfasst eine Öffnungsklausel hinsichtlich eventuell notwendig werdender Projektfinanzierungslinien, die durch jeweils projektindividuelle Sicherheiten - auch außerhalb der Vereinbarung - besichert werden können. Ein neuer Kreditgeber stellte in 2021 ein Darlehen mit mittelfristiger Laufzeit unbesichert zur Verfügung, welches plangemäß zurückgeführt wurde. Darüber hinaus erfolgten auch im Jahr 2024 laufend kleinere Kreditaufnahmen zur Finanzierung von Bilanzaktiva des Konzerns. Mit einer zunehmenden Risikolage und höheren Zinssätzen würde ebenfalls das Risiko steigen, dass einzelne oder eine Vielzahl unserer langjährigen Finanzierungspartner nicht mehr in bisheriger Weise und im gewohnten Umfang mit Projektfinanzierungen, Kontokorrentkrediten sowie gerade im projektbezogenen Geschäft mit teils umfangreich notwendig werdenden Avalkrediten zur Verfügung stehen. Aktuell ist bundesweit eine insgesamt zurückhaltende Kreditvergabe über alle Bankengruppen hinweg festzustellen. Nicht gewährte oder seitens der Kreditinstitute nicht aufrechterhaltene Kreditlinien können die Abwicklung kompletter Projekte erschweren, verhindern und geplantes Wachstum gefährden oder auch zu Finanzierungsproblemen der Daldrup & Söhne AG und zu massiven Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Parameter der Daldrup & Söhne AG bzw. den Konzern selbst führen. Die Daldrup & Söhne AG versucht, diesem Risiko mit einer rechtzeitigen Ansprache möglicher, auch neuer Kreditgeber unter Bereitstellung einer zufriedenstellenden Informationslage rechtzeitig im Vorfeld zu treffender Kreditentscheidungen sowie dem Abschluss der vorerwähnten kreditvertraglichen Vereinbarungen zu begegnen. Im Betriebsmittelbereich finanziert sich die Gesellschaft mittels banküblich ausgestalteter kurzfristiger Kredite, die in Form von bilateralen Kreditrahmenverträgen oder Kontokorrentbzw. Avalkreditverträgen mit fixierten Kreditlimiten ausgestaltet sind und die i.d.R. als sogenannte „bis auf weiteres-Finanzierungen“ gewährt wurden. Ein von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellter Independent Business Revue (IBR) wurde zuletzt im Mai 2024 aktualisiert. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die Planung mehrerer Szenarien für die Geschäftsjahre 2024 ff. vorgelegt und im Rahmen des IBR hinsichtlich möglicher Ertrags- und Liquiditätsauswirkungen plausibilisiert sowie der Umsetzungsstand der seinerzeit mit den Finanzierern vereinbarten Maßnahmen zur Ertragssteigerung hinsichtlich ihres Umsetzungsstandes überprüft. Mit Einführung eines neuen ERP-Systems zum 1. April 2025 hat das Unternehmen alle Maßnahmen vollständig und erfolgreich umgesetzt und die Voraussetzungen zur Entlassung aus dem Sanierungsprozess erfüllt. Die Geschäftsbeziehungen mit dem Finanziererkreis werden, bis auf eine Ausnahme, fortgeführt. Die verbleibenden Finanzierer haben das Engagement an die Marktfolge übergeben. Die Entlassung aus dem Sanierungsprozess und der Wegfall des damit in Zusammenhang gestandenen bestandsgefährdenden Risikos, bietet der Daldrup & Söhne AG die Möglichkeit neue Finanzierungen für Investitionen in den Gerätepark sowie zur Ausweitung des Geschäftsbetriebs abzuschließen. Zudem können günstigere Konditionen mit den Finanzierern für neue Kreditfinanzierungen ausgehandelt werden, was sich positiv auf die Zinsbelastung des Unternehmens auswirkt. 9. Chancen Die Geothermie gewinnt in der Strom- und Wärmeerzeugung unter den erneuerbaren Energien in Deutschland, in Europa und global zunehmend an Bedeutung. Ihre Vorteile sind eine unerschöpfliche, erneuerbare Ressource, die Grundlastfähigkeit, die geringen THG- Emissionen und die dezentrale Energieerzeugung in der Region des Verbrauchs. Speziell in Deutschland wird nicht nur die Stromerzeugung, sondern auch die Wärme- und Kälteversorgung im Hochbau sowohl bei Neubauvorhaben als auch bei der energetischen Gebäudesanierung gefördert. Der gesetzliche Rahmen ist in Deutschland für die Förderung der Wärmenutzung aus erneuerbaren Energien in den letzten Jahren stetig erweitert und verbessert worden. Dennoch steht der Bereich erneuerbare Wärme weiter vor großen Herausforderungen, die wahrscheinlich nur mit großzügig ausgestatteten Instrumenten bestehend aus regulatorischen Anreizen und flankierenden Investitionsförderungen angegangen werden können. Allein die zentrale Zielsetzung der neuen Bundesregierung aus dem Klimaschutzprogramm, bis 2045 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, hilft nicht weiter, eine schnelle und sozialverträgliche Dekarbonisierung umzusetzen. Mit dem Wärmeplanungsgesetz, dem Gebäudeenergiegesetz oder der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze sind zwischenzeitlich Instrumente und Anreize geschaffen worden, den Gebäudesektor auf erneuerbare Energien umzustellen und dadurch die bestehende Abhängigkeit von fossilem Gas zu beenden. Viele Städte haben inzwischen eigene Klimainitiativen gestartet und konkretisieren die geforderten Anstrengungen. In geologisch geeigneten Gebieten in Süd- und Norddeutschland steigt dabei die Bedeutung geothermischer Wärme für die Nah- und Fernwärmeversorgung. Auch der Ausstieg aus der Kohleenergie wird Ersatzkapazitäten für Fernwärme erforderlich machen, die die Geothermie zum Teil bereitstellen kann. Mehrere aktuelle Studien (Roadmap Oberflächennahe Geothermie, Roadmap Tiefe Geothermie, Metastudie zur nationalen Erdwärmestrategie, Fernwärmeversorgung mittels Nutzung von Niedertemperaturwärmequellen am Beispiel tiefengeothermischer Ressourcen) deutscher Forschungseinrichtungen verdeutlichen, dass die Geothermie das Potenzial hat, einen Großteil des deutschen Wärmebedarfs zu decken. So zeigt die gemeinsame Roadmap von Forschenden aus der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft auf, dass die hydrothermale Geothermie (gegebenenfalls kombiniert mit Großwärmepumpen) als Wärmequelle für Fernwärmenetze nach den Abschätzungen der Roadmap rund ein Viertel des Gesamtwärmebedarfes Deutschlands decken könnte, also rund 300 Terawattstunden Jahresarbeit bei 70 Gigawatt installierter Leistung. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) will gemäß dem im November 2022 veröffentlichten Eckpunktepapier „Geothermie für die Wärmewende“21 mit acht Maßnahmen die Branche unterstützen, dieses Potenzial zügig zu heben und Investitionen erleichtern. Ziel ist es, die derzeit noch zu über 75 % aus Erdgas, Öl und Kohle erzeugte Wärme, bis zum Jahr 2030 wenigstens zur Hälfte zu dekarbonisieren. Der Ersatzbedarf insbesondere für das importierte Erdgas ist enorm. Anfang März 2024 ist eine Initiative des BMWK und der Förderbank KfW bekannt geworden, eine staatlich unterstützte Versicherungslösung für das sogenannte Fündigkeitsrisiko für tiefe Geothermiebohrungen zu etablieren. Das Fündigkeitsrisiko bezeichnet das Risiko, dass niedergebrachte Bohrungen im Untergrund nicht die im Vorfeld angenommenen Temperaturen oder Ergiebigkeiten (sogenannte Schüttung) der Akquifere vorfinden. Diese Maßnahme ist Teil der „Erdwärmekampagne“, die das Ministerium Ende 2022 vorgestellt hat. Mit einer staatlich unterlegten Versicherungslösung wird eine wesentliche Hürde für kommunale wie private Auftraggeber von tiefen Geothermieprojekten abgebaut, um eine zügige Erschließung der Potenziale der Geothermie für die Wärmeversorgung in größerem Maßstab voranzubringen. ![]() Der im Februar 2025 von der EU-Kommission ausgerufene Green Industrial Deal will mit einem 100-Milliarden-Euro-Paket und Bürokratieabbau die klimafreundliche Industrie fördern.22 Zusätzlich hat der Net-Zero Industry Act (NZIA) das Ziel, bis zum Jahr 2030 40 % des EU- Bedarfs an sauberen Technologien in Europa zu produzieren. Details zu den Programmen werden noch erarbeitet, aber die Stoßrichtung ist klar: die Dekarbonisierung und damit die signifikante Reduzierung der Abhängigkeit von fossiler Primärenergie werden weiter vorangetrieben. Das ist ebenfalls die Intention der neuen Regierung in Deutschland mit der Auflage von sog. Sondervermögen für Infrastruktur und Erneuerbare Energien mit hunderten von Milliarden Euro. Daldrup kann von diesen Programmen sowohl für den weiteren Ausbau der Geothermie als auch in den übrigen Geschäftsbereichen über Bohrungen z.B. im Vorfeld von Bau- und Sanierungsmaßnahmen bzw. Nachhol- und Ersatzbedarf in den Bereichen Schiene, Straße, Brücken zusätzlich profitieren. Denn das Unternehmen ist mit über 50 erfolgreichen Tiefengeothermiebohrungen einer der erfahrensten Wettbewerber im mitteleuropäischen Markt. Auch die Geschäftsbereiche Rohstoffe & Exploration und EDS sind mit zahlreichen Referenzprojekten und gut ausgebauten Kundenbeziehungen für Infrastrukturprojekte gut positioniert. Die mittelständischen Strukturen und die gut ausgebildeten Mitarbeiter erlauben darüber hinaus eine hohe Flexibilität und Lösungskompetenz gegenüber Kundenprojekten und den jeweiligen geologischen Formationen in großen Tiefen. Die Daldrup & Söhne AG geht trotz vorgenannter, teils zunehmender Risiken auch weiterhin von entsprechend günstigen Rahmenbedingungen, einer steigenden Nachfrage nach Bohrdienstleistungen für die Erstellung von Geothermieheiz- und -kraftwerken aus. Für die Daldrup & Söhne AG können sich aus der anhaltenden guten Auftragslage und - abwicklung und der über die Börsennotierung gegebenen langjährigen Transparenz sowie der etablierten Marktstellung in Mitteleuropa als verlässlicher Partner in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage durchaus neue Chancen im Markt ergeben. 10. Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation Trotz der Ausführungen im Abschnitt „Finanzierungsrisiken“ ist die Unternehmensführung bei bewusster Risikostrategie mit dem Auge für unternehmerische Chancen, dem raschen Zugriff und der Bereitschaft zu Plananpassungen auf organisatorische und finanzielle Stabilität ausgerichtet. Bestandsgefährdende Risiken bestehen derzeit nicht. Im Vergleich zu den möglichen Risiken überwiegen die unternehmerischen Chancen. D. Prognosebericht 1. Künftige Unternehmensausrichtung Das Kerngeschäft des Daldrup-Konzerns ist das Erschließen und die Nutzbarmachung geothermischer Energie sowie die Erbringung hochwertiger Bohrdienstleistungen für die Bereiche Wasser, Rohstoffe und Umweltdienstleistungen. Insbesondere im Wärmemarkt sehen wir in Mitteleuropa aufgrund der dringend umzusetzenden Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung viel Potenzial für strukturelles Wachstum. Das gilt in ähnlichem Maße für zwei weitere Geschäftsbereiche: Mit dem im März 2025 im Bundestag beschlossenen Sondervermögen für Infrastrukturmaßnahmen in Deutschland wird es möglicherweise eine deutlich erhöhte Nachfrage nach Bohrungen im Vorfeld von Baumaßnahmen für die Schiene, Straße und im Brückenbau geben. Stand heute wird sich ab dem Jahr 2028 in Deutschland ein Markt für Tiefenerkundungen für die Suche von atomaren Endlagern bilden. Daldrup hat in den vergangenen Jahren im Auftrag der zuständigen Behörde bereits zahlreiche Spezialbohrungen mit sehr hohen Anforderungen abgeteuft. Somit wird der Daldrup-Konzern in den nächsten Jahren seine operativen Schwerpunkte insbesondere in den Geschäftsfeldern tiefe Geothermie und EDS haben. Aber auch für die Wassertechnik mit dem klassischen Brunnenbau und mit Dienstleistungen für den Altbergbau und die Rohstoff- und Lagerstättenerkundung schätzen wir die Aussichten als mindestens zufriedenstellend ein. Zudem strebt Daldrup mittelfristig Beteiligungen an Heizwerken oder Kraftwerken als Minderheitsbeteiligungen an, sofern sie der mittelständischen Ausrichtung und Größenordnung des Daldrup-Konzerns entsprechen. Regional wird das Unternehmen seinen Fokus weiter auf die DACH-Region und die Benelux-Staaten legen. Ziel ist es, die nationale und europäische Marktposition als Komplettanbieter für mittelständisch geprägte geothermische Energieprojekte und Bohrdienstleistungen in unterschiedlichen Anwendungsschwerpunkten zu stärken und die Ertragskraft zu steigern. Diese Entwicklung erfordert fortlaufend die Weiterentwicklung der konzerninternen Strukturen sowie der Steuerungs- und Kontrollmechanismen. Die Organisationsstruktur im Konzern, das Auftragscontrolling, die Steuerungs-, Risikoerkennungs- und Reporting-Tools sowie die Grundlagen des Geschäftsmodells werden sukzessive, die Anforderungen des Geschäftsmodells berücksichtigend, und mit Augenmaß angepasst. Das ist die Basis, um den Konzern verlässlich und wettbewerbsfähig für die nächsten Jahre vorzubereiten. Die diesbezüglich notwendigen personellen und organisatorischen Anpassungen betreffen neben den Bereich Finanzen und Controlling ebenso die betriebswirtschaftliche Organisation und die personelle Ausstattung des laufenden Bohrbetriebs. Der Vorstand der Daldrup & Söhne AG rechnet trotz der nicht abschließend abzuschätzenden Folgen des Krieges Russlands gegen die Ukraine und einer insgesamt angespannten geopolitischen Lage in den kommenden Quartalen mit einer regen Nachfrage nach Bohraufträgen insbesondere für geothermische Wärmeprojekte. Auf Kundenseite dürfte das hohe Interesse von Kommunen, Stadtwerken und Industrieunternehmen an geothermischen Kraft- und Heizwerksprojekten weiterhin gegeben sein. 2. Künftige wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen von verhaltener konjunktureller Entwicklung und geopolitischen Unsicherheiten geprägt Das IfW geht in seinem Anfang März 2025 veröffentlichten Kieler Konjunkturbericht davon aus, dass sich die Weltwirtschaft in einer Phase ohnehin mäßiger Dynamik stark erhöhter wirtschaftspolitischer Unsicherheit gegenübersieht. Maßgeblich hierfür sind Handlungen und Ankündigungen der neuen US-Administration. Sie drohen den Welthandel empfindlich zu dämpfen und die eingespielten Wertschöpfungsketten zu stören. Dieser Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass zusätzliche Zölle auf Einfuhren in die Vereinigten Staaten in empfindlicher Höhe erhoben würden. Die Geldpolitik werde weniger stark gelockert als bisher angenommen. Gleichzeitig gingen von der Finanzpolitik größere Impulse aus, nicht zuletzt, weil die Rüstungsausgaben in vielen Ländern angesichts der veränderten geopolitischen Konstellation stark ausgeweitet werden. Im Ergebnis erwartet das IfW eine weiterhin sehr moderate Expansion der Weltwirtschaft mit einem BIP-Wachstum für das laufende Jahr in Höhe von 3,1 %. Für das Jahr 2026 geht das IfW ebenfalls von einer Expansion um 3,1 % aus23. Für den Euroraum rechnet das IfW mit einer leicht anziehenden Konjunktur. Größtes Risiko ist aber die Unsicherheit bezüglich der US-Handelspolitik. Denn Zölle wirken nicht nur direkt über die Handelsströme, sondern dürften die Konjunktur auch über verringerte Investitionen dämpfen. Erste Anzeichen einer Verschlechterung des Geschäftsklimas sind laut IfW bereits in den Einkaufsmanagerindizes zu beobachten, die eine spürbar negativere Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Lage signalisieren. Als Gegengewicht dürfte die Finanzpolitik im Prognosezeitraum deutlich expansiver sein als bisher absehbar war. Insbesondere die geplanten zusätzlichen Verteidigungsausgaben rücken eine expansivere Haushaltsführung in den Vordergrund. Und die EZB senkt die Zinsen und der Restriktionsgrad der Geldpolitik nimmt ab. Für 2025 rechnet das IfW mit einem Anstieg des BIP um 1,0 %, für 2026 erwartet das Institut einen Zuwachs um 1,4 %24. In Deutschland wird die wirtschaftliche Dynamik laut Einschätzung des IfW zunächst schwach bleiben. Zeichen für eine spürbare konjunkturelle Belebung sind rar gesät. Ohnehin leidet die deutsche Wirtschaft offenbar vor allem unter strukturellen Problemen, die kurzfristig kaum nachlassen werden. Sofern die US-Administration die Zölle auf deutsche Einfuhren erhöhen wird - wie für diese Prognose unterstellt -, wird dies die Wirtschaftsleistung zusätzlich dämpfen. Für das kommende Jahr gehen die Experten für die Prognose davon aus, dass die Finanzpolitik mit einer neuen Regierung deutlich expansiver ausgerichtet wird. Die Investitionen dürften ihre Talsohle durchschreiten und im Jahr 2026 nach vier Rückgängen in Folge wieder zulegen. Vor diesem Hintergrund rechnet das IfW für das Jahr 2026 mit einer Zuwachsrate des BIP von 1,5 %. Im laufenden Jahr dürfte das BIP aber stagnieren25. Kurzfristig verhaltener Branchenausblick, mittelfristig kräftiges Wachstum voraus Im Rahmen der zum 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Gesetzes zur Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) eruieren Kommunen und Stadtwerke die Potenziale der Erschließung geothermischer Wärme in ihren Regionen. Einige Kommunen befinden sich bereits in Planungs- und Genehmigungsphasen für geothermische Wärmeprojekte. Bestehende Wärmenetze sollen bis 2030 mindestens 30 %, bis 2040 zu 80 % aus erneuerbaren Energien oder Abwärme gespeist werden. Für neue Wärmenetze gilt die Vorgabe von 65 % Erneuerbaren, dabei ist Geothermie als Erfüllungsoption (65 % erneuerbare Energie) anerkannt. Auch private Auftraggeber aus der Industrie stehen in den Startlöchern, um die Ressourcen der Geothermie für Heizzwecke oder Prozesswärme zu nutzen. Bei beiden Kundengruppen stehen die Reduzierung der Abhängigkeit von Erdgas und den strukturell höheren Energiepreisen sowie eine beschleunigte Dekarbonisierung im Vordergrund der Investitionsentscheidungen.
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Kieler Konjunkturberichte, Nr. 121, Weltwirtschaft im Frühjahr 2025, 13. März 2025 Das wird flankiert von einer ganzen Reihe von bestehenden Gesetzen und Fördermöglichkeiten wie über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze und Förderungen durch die KfW im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes. Der Bruch der Regierungskoalition in Deutschland im Herbst 2024 und der nicht verabschiedete Bundeshaushalt 2025 führten allerdings zu Budgeteinschränkungen im Klima- und Transformationsfonds, dem zentralen Instrument der Regierung für die Finanzierung der Klimawende, und Unsicherheiten bei potenziellen Auftraggebern. Diese halten auch in der ersten Hälfte 2025 an, so dass es zu Verzögerungen bei Planungen, Ausschreibungen und Genehmigungen kommt. Nach Einschätzung des Vorstands sollte das aber ein vorübergehendes Phänomen bleiben. Mit der Verabschiedung des Infrastruktur- Sondervermögens in Höhe von bis zu 500 Mrd. € kann durchaus zu einer Schubumkehr kommen, die das langfristige Wachstumspotenzial Deutschlands und das Tempo bei der Wärmewende stärken. Doch ohne weitergehende Strukturreformen, da sind sich Ökonomen einig, wird der Effekt kaum nachhaltig sein.26 Dazu gehören neben einem signifikanten Abbau von bürokratischen Hürden auch die Entschlackung von Genehmigungsprozessen, kürzeren Entscheidungswegen und mehr Pragmatismus. Wir haben an dieser Stelle dazu bereits in den Vorjahren Stellung genommen und die für die Geothermiebranche wichtigen Stellschrauben benannt. Die Geothermie zählt für das BMWK in dem im November 2022 vorgestellten Eckpunktepapier27 dabei zu den Schlüsseltechnologien, um Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme versorgungssicher, wirtschaftlich und dezentral zu erzeugen. Das BMWK hat seitdem zwar einige Initiativen wie das Geothermiebeschleunigungsgesetz angestoßen, die harren aber weiter einer Konkretisierung und Umsetzung. Dazu gehört die Einführung des Privilegierungstatbestands für die Geothermie auf der Ebene der Bauleitplanung. Damit wird die Gleichbehandlung der Geothermie mit anderen bereits privilegierten erneuerbaren Energien erreicht. Im Wege der Raumordnung sollen zudem geeignete Flächen für Geothermie-Vorhaben ausgewiesen werden, in denen erleichterte Zulassungsanforderungen gelten sollen. Ein Gamechanger wäre das vom BMWK im Frühjahr letzten Jahres angekündigte Versicherungskonzept zur Fündigkeit von Geothermiebohrungen. Das wäre ein weiterer entscheidender Schritt, um die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung mit den Potenzialen der heimischen Geothermie entscheidend in der Breite zu beschleunigen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich auf mittlere Sicht gesehen, der regulatorische Rahmen für die Wärmewende in Deutschland deutlich verbessert. Wir gehen davon aus, dass erste Kommunen und Städte ihre Wärmeplanung im ersten Halbjahr 2025 abschließen können und anschließend Ausschreibungen auch für Geothermieprojekte starten werden. Das sollte dazu beitragen, die Investitionszurückhaltung von Seiten öffentlicher wie privater Auftraggeber Schritt für Schritt aufzulösen. Das wird für die Daldrup & Söhne AG nach unserer Einschätzung absehbar zu einer steigenden Nachfrage nach Projekten der flachen und tiefen Geothermie führen.
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Handelsblatt, Die gigantische Schuldenwette von Friedrich Merz, 21. März 2025 Der institutionelle und öffentliche Druck zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Primärenergieträgern - auch aus geopolitischen Überlegungen heraus - und zur Dekarbonisierung der Energieerzeugung wird Investitionen in einen dezentralen Umbau der Wärme- und Stromerzeugung weiter zwingend notwendig machen. Zudem ist absehbar, dass der Energiebedarf im Zuge der Energiewende durch eine Elektrifizierung vieler Bereiche steigt. Als Beispiele seien genannt: Strom für Wärmepumpen, Ersatz für die Wärmeauskopplung der Kohlekraftwerke, Aufbau der E-Mobilität, Bereitstellung von Wasserstofferzeugung durch Elektrolyseure. Das Institut Agora Energiewende geht in der Studie „Klimaneutrales Stromsystem 2035“ von einem Anstieg des Bruttostromverbrauchs in Deutschland bis 2035 auf 894 TWh aus, das entspricht einem Plus von rund 50 % gegenüber dem Berichtsjahr. Laut der Studie „Roadmap tiefe Geothermie für Deutschland“28 von Fraunhofer und Helmholtz eröffnet das Marktpotenzial in Deutschland Ausbauziele von weit über 300 TWh Jahresarbeit bzw. 70 GW installierte Leistung, das entspricht rund 25 % des Gesamtwärmebedarfs. Zum Aufbau einer tiefengeothermalen Erzeugungsinfrastruktur und zur Anbindung an kommunale Verteilungsinfrastrukturen für Wärme werden laut Roadmap in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von ca. 2,0 bis 2,5 Mrd. Euro je Gigawatt installierter Leistung aus öffentlichen und privaten Haushalten benötigt. Damit lassen sich wettbewerbsfähige Wärmegestehungskosten von < 30 EUR/MWh erzielen. Mit der oberflächennahen Geothermie und der tiefen Geothermie stehen zwei effiziente und umweltfreundliche, dekarbonisierende Technologien zur Verfügung. Erdwärme ist jederzeit und praktisch im gesamten Bundesgebiet nutzbar, unabhängig von Tages- und Jahreszeiten sowie Wetterereignissen. Darüber hinaus ist die Erdwärmenutzung in Kombination mit Wärmepumpen die aktuell effizienteste Methode der Sektorenkopplung. Damit erbringt Geothermie eine wichtige Systemdienstleistung und kann in absehbarer Zeit wirtschaftlich ohne Subventionen betrieben werden. Ohne grundsätzlich verbesserte Rahmenbedingungen werden ihre Erschließung und Anwendung aber unter ihren Potenzialen bleiben. Laut Leibnitz Institut für angewandte Geophysik müssen allein 587 TWh/pro Jahr (2.111 PJ) aus Erdgas, Erdöl und Kohle ersetzt werden, um die Klimaschutzziele im Sektor Raumwärme/Warmwasser zu erreichen. Zu den vom BMWK vorgeschlagenen Maßnahmen gehören u.a. die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, der Ausbau von Förderprogrammen wie dem BEW und dem EEW sowie die Risikoabfederung von Geothermiebohrungen. Bis 2030 bedeutete das mindestens 100 mitteltiefe und tiefe Geothermieprojekte. Das entspräche einer Vervielfachung gegenüber dem derzeitigen Ausbautempo29. 3. Erwartete Ertrags- und Finanzlage Das Bohr- und Projektgeschäft der Daldrup & Söhne AG ist bereits seit einigen Jahren durch eine hohe Auslastung und eine zufriedenstellende Auftragslage in allen vier Geschäftsbereichen gekennzeichnet. Wenngleich das aktuelle Klima gegenüber der Geothermie in der Gesellschaft und der Politik als sehr freundlich einzustufen ist, ist dennoch das Bohrgeschäft dem Grunde auch nach mit Unwägbarkeiten und den skizzierten Risiken behaftet, die man nicht ausblenden darf.
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Strategiepapier von sechs Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft,
„Roadmap tiefe Geothermie für Deutschland“, Februar 2022 Trotz sorgfältigster Planungen und Abstimmungen mit den Projektpartnern und den Behörden lassen sich aber beispielsweise zeitliche Verschiebungen bei Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren, sich ändernde juristische Anforderungen, Veränderungen bei den in der Regel besonderen Infrastrukturbedingungen und den Bedingungen bei Projektfinanzierungen sowie Unwägbarkeiten in der Geologie niemals ausschließen. Das liegt daran, dass die Erschließung geothermischer Energie ein noch relativ junges Gewerk ist. Zudem muss jedes Projekt individuell geplant werden, da die geologischen Verhältnisse im Untergrund sehr unterschiedlich sein können. Aufgrund vorgenannter Unwägbarkeiten sind Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage der Daldrup & Söhne AG bzw. des Konzerns naturgemäß nicht auszuschließen und werden den Geschäftsgang der Daldrup & Söhne AG auch zukünftig beeinflussen. Die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren 2025 und 2026 wird durch den Vorstand mit Stand Ende März 2025 unter Beachtung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der Auswirkungen der geopolitischen Krisen als insgesamt zufriedenstellend eingeschätzt. Das Bohr- und Dienstleistungsgeschäft des Konzerns Daldrup & Söhne AG dürfte in den kommenden Quartalen aber durch einen verbesserten regulatorischen Rahmen einen strukturellen Nachfrageanstieg erfahren. Mögliche Preisvolatilitäten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe - ausgelöst durch geopolitische Spannungen, hohe Unsicherheiten aus der Handelspolitik und Kriege können aber belastende Faktoren für die Kostenstrukturen und die zeitlichen Abläufe auf den Bohrstellen darstellen. Insgesamt ist der Vorstand mittelfristig zuversichtlich, weitere Projekte in allen Geschäftsbereichen akquirieren und abarbeiten zu können. Sei es für die Sanierung von Schächten und Flächen im Ruhrgebiet aus dem Altbergbau für die Ruhrkohle AG, sei es für Geothermieprojekte rund um München und in der Norddeutschen Tiefebene oder in der Schweiz. So erhielten wir im ersten Quartal 2025 von dem Schweizer Versorgungsunternehmen Services Industriels de Genève (SIG) einen Generalunternehmer-Auftrag zur Abteufung einer Geothermie-Dublette in Satigny bei Genf. Für die Schweizer Salinen AG setzen wir die Erkundungsbohrungen zur Salzgewinnung mit bis zu vier parallel arbeitenden Bohranlagen fort. Eine lebhafte Nachfrage besteht ebenfalls für Erkundungs- und Forschungsbohrungen, die perspektivisch das Feld für größere Geothermieprojekte vorbereiten. So teufen wir in Krefeld für den Geologischen Dienst NRW eine Forschungsbohrung ab, um die Kalksteinschichten in der Region auf ihr geothermisches Potenzial hin zu untersuchen. Für einen Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen unter der Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) erstellt die Daldrup & Söhne AG eine Erkundungsbohrung (GeoLab-1), um Erkenntnisse über die Eignung eines Gebiets zur Errichtung und zum Betrieb eines Untertagelabors zu gewinnen. Mit der Forschungsinfrastruktur GeoLaB sollen fundamentale Fragestellungen zur Erschließung und Nutzung kristalliner Reservoire für die Geothermie beantwortet werden. Mit dem Projektstart im laufenden Jahr rechnen wir ebenfalls für den Bohrauftrag der Bäderbetriebe der Stadt Oldenburg zur Erstellung einer Erkundungs- und einer Dublettenbohrung Im westlichen Niedersachsen ist Oldenburg mit dem mitteltiefen Geothermieprojekt Vorreiter für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Darüber hinaus beteiligen wir uns an zahlreichen Ausschreibungen in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Die Auftragspipeline entwickelt sich entsprechend robust und erreicht zu Ende März 2025 einen Stand von rund 405 Mio. €. Der Auftragsbestand über alle vier Geschäftsbereiche beträgt zu Ende März 2025 31 Mio. € und lastet Bohrmannschaften und Bohrgerät der Daldrup & Söhne AG bis ins Jahr 2026 hinein aus. Der Vorstand treibt die Stärkung der Ertragskraft mit gezielten Investitionen in Effizienzsteigerungen der Bohrgeräte und einem sukzessiven Ausbau des Bohrgeräteparks insbesondere für die mitteltiefe Geothermie voran. Auch die Unternehmensorganisation wird mit der Etablierung eines Management Information Systems und der Zertifizierungen nach ISO 9001 und ISO 14001 weiter auf Effizienz, Risikominimierung, Kundennutzen sowie Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wenngleich weitere Wertkorrekturen der zwischenzeitlich nennenswert abgebauten Forderungen gegenüber den Gesellschaften des ehemaligen Geysir-Teilkonzerns nicht auszuschließen sind, geht der Vorstand der Daldrup & Söhne AG unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte von einem zufriedenstellenden Geschäftsverlauf im Jahr 2025 aus. Auf Basis der gut ausgelasteten Bohranlagenkapazitäten, der zufriedenstellenden Auftragslage sowie der bestehenden Auftragspotenziale geht der Vorstand insgesamt davon aus, im Geschäftsjahr 2025 eine Gesamtleistung von rund 46 Mio. € zu erreichen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird in einer Spanne zwischen 6,0 % und 8,0 % der Gesamtleistung liegen. Diese Prognose beruht auf Annahmen, so dass die tatsächlichen Ergebnisse aufgrund bestehender Markt-, Beschaffungs- und preislicher Risiken aus den multipolaren geopolitischen Krisen von den derzeitigen Erwartungen abweichen können. E. Angaben zu eigenen Anteilen gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG Die Angaben zu eigenen Anteilen nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG und § 289 Abs. 2 Satz 2 HGB sind im Anhang angegeben. G. Schlusserklärung des Vorstands zum Abhängigkeitsbericht Abschließend stellen wir fest, dass die Daldrup & Söhne Aktiengesellschaft nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist.
Oberhaching, 23. Mai 2025 Andreas Tönies, Vorstandsvorsitzender Bernd Daldrup, Vorstand Karl Daldrup, Vorstand Angabe im Lagebericht zur Gesundheits-, Umweltschutz- und Qualitätsstandards - nicht Bestandteil der Jahreasbschlussprüfung 2024 Die Daldrup & Söhne AG verpflichtet sich zur Einhaltung hoher Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltschutzstandards. Hierbei legt die Daldrup & Söhne AG größten Wert auf die Einhaltung branchenüblicher Standards, der jeweils geltenden nationalen Gesetze sowie der einschlägigen Regularien bzgl. Sicherheit und des Gesundheits- und Umweltschutzes durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das vom Vorstand der Daldrup & Söhne AG installierte und extern auditierte Management-, Informations- und Sicherheitssystem gewährleistet eine effektive Umsetzung dieser Standards. Die nicht finanziellen Leistungsindikatoren dienen nicht unmittelbar der Unternehmenssteuerung. Die Grundlagen des täglichen Handelns werden u. a. durch das Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument nach den entsprechenden Rechtsvorschriften und Richtlinien der Europäischen Union sowie die internen Leitlinien der Daldrup & Söhne AG zur Mitarbeiterführung und Mitarbeiterentwicklung, zur Suchtprävention und zur Instandhaltung und Wartung vorgegeben. Ein hohes Qualitätsniveau über alle Unternehmensbereiche der Daldrup & Söhne AG ist ein entscheidender Faktor, um den Erfolg unserer Arbeiten und die Zufriedenheit der Kunden zu gewährleisten. Die übliche SCC-Zertifizierung (SCC-Norm „SCC-VAZ 2021“) ist daher ebenso selbstverständlich wie die Erfüllung und regelmäßige Erneuerung des Qualitätsmanagements nach DIN ISO 9001.
Oberhaching, 23. Mai 2025 Daldrup & Söhne Aktiengesellschaft Der Vorstand Andreas Tönies, Vorstandsvorsitzender Bernd Daldrup, Vorstand Karl Daldrup, Vorstand E. Angaben zu eigenen Anteilen gem. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG Die Angaben zu eigenen Anteilen nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG und § 289 Abs. 2 Satz 2 HGB sind im Konzernanhang angegeben.
Oberhaching, 23. Mai 2025 Andreas Tönies, Vorstandsvorsitzender Bernd Daldrup, Vorstand Karl Daldrup, Vorstand Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Daldrup & Söhne Aktiengesellschaft, Oberhaching Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Daldrup & Söhne AG, Oberhaching, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Daldrup & Söhne AG, Oberhaching, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die weiteren Angaben im Lagebericht zu den Gesundheits -, Umweltschutz- und Qualitätsstandards haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 23. Mai 2025 Grant Thornton AG Thorsten Esser, Wirtschaftsprüfer Carsten Carstens, Wirtschaftsprüfer |
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