üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft
Hannover
Zwischenmitteilung gemäß § 37 WpHG
Zwischenmitteilung für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2013 der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft
1. Wesentliche Ereignisse der Geschäftsentwicklung
Der Kreis der konsolidierten Unternehmen des Konzerns der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe
Aktiengesellschaft (üstra) hat sich im Berichtszeitraum nicht verändert.
Der üstra Konzern ist weiterhin in drei Sparten gegliedert. Die wirtschaftlich höchste
Bedeutung kommt der Sparte „Verkehrs- und Transportleistungen“ zu. Innerhalb dieser
Sparte wird die üstra als wirtschaftlich mit Abstand bedeutendste Einheit betrachtet.
Die Sparte „Beratungs- und Ingenieurleistungen“ enthält die Geschäftstätigkeit der
TransTec Bauplanungs- und Managementgesellschaft Hannover mbH (TransTec-Bau). Die
Sparte „Sonstige Dienstleistungen“ umfasst die Aktivitäten der protec service GmbH
(protec).
1.1 Verkehrs- und Transportleistungen
Das Ergebnis der üstra entwickelte sich im Zeitraum Januar bis September 2013 gegenüber
der Planung und dem Vorjahr positiv. Auch die Vorschau auf das Jahresergebnis geht
von einer deutlichen Verbesserung gegenüber den Planungen aus.
Die auf der Ebene des Verkehrsverbundes Großraum-Verkehr Hannover (GVH) im Dezember
2012 durchgeführte Tariferhöhung um durchschnittlich 3,1 % wurde vom Markt ohne Fahrgastverluste
aufgenommen und entfaltete damit ihre gewünschte Wirkung. Darüber hinaus führte die
winterliche Witterung insbesondere in den Monaten Januar und März wie auch der regenintensive
Monat Mai zu zusätzlichen Einnahmen. Daraus folgend stieg der üstra-Anteil aus GVH-Tarifen
im Berichtszeitraum um 2,7 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum an.
Positiv entwickelte sich im ersten Halbjahr 2013 die Aufwandseite der üstra. Die Aufwendungen
lagen deutlich unter den Planansätzen. Im Wesentlichen zeigte sich dies in geringeren
Instandhaltungsaufwendungen, welche durch nicht eingetretene Obsoleszenz und zeitliche
Verschiebungen beeinflusst wurden sowie in unter Plan liegenden Kraftstoff- und Personalaufwendungen.
Daneben investiert die üstra weiter in einen kundenorientierten und nachhaltigen öffentlichen
Nahverkehr. Wie berichtet, wurden im Jahr 2011 zunächst 50 neue Stadtbahnfahrzeuge
vom Typ TW 3000 bestellt, deren Auslieferung mit dem ersten Fahrzeug in 2013 beginnen
wird. Für ein zweites Los über die Beschaffung von weiteren 50 Fahrzeugen im Zeitraum
2015 bis 2018 erteilte die LNVG im September 2013 einen Zuwendungsbescheid. Die Maßnahme
wird vom Land Niedersachsen aus Mitteln des
Entflechtungsgesetzes (EntFlG) zu 50 % (max. 64,9 Mio. €) gefördert. Im 4. Quartal
2013 erfolgt die Auslieferung der für 2013 geplanten 18 neuen Hybridbusse.
Die Risikolage der üstra hat sich gegenüber dem Stand vom 30. Juni 2013 reduziert.
Wesentlicher Grund für die Reduzierung ist der zwischenzeitlich ergangene Zuwendungsbescheid
an die üstra für die Beschaffung des zweiten Loses der neuen Stadtbahnfahrzeuge.
1.2 Beratungs- und Ingenieurleistungen
Umsatz und Ergebnis TransTec-Bau entwickelten sich im Zeitraum Januar bis September
2013 besser als erwartet.
Die TransTec-Bau erbrachte ihre Leistungen weiterhin überwiegend in Hannover. Im Auftrag
der infra Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH, Hannover (infra), wurden
die Planungsaktivitäten wie die Streckenverlängerung Misburg-Zentrum sowie eine Reihe
von Hochbahnsteigen (Laatzen, Großer Hillen und Saarbrücker Straße) und Aufzügen (Markthalle/Landtag
und Kröpcke) weitergeführt. Außerdem wurden die Planungen an der Verlängerungsstrecke
nach Hemmingen im Abschnitt Westerfeld fortgesetzt. Für das Projekt „D-Innenstadt“
wurden die Planungen für die innerstädtische Streckenführung mit Hochbahnsteigen fortgeführt.
Die baulichen Aktivitäten zum Hochbahnsteig Schwarzer Bär konnten pünktlich zur Inbetriebnahme
am 18. September 2013 abgeschlossen werden.
Im überregionalen Bereich wurden die bestehenden Planungsaufträge weiter bearbeitet.
Die Risikolage hat sich gegenüber dem Stand zum 30. Juni 2013 geringfügig verbessert.
1.3 Sonstige Dienstleistungen
Nachdem bei der protec zum 1. Januar 2013 die Übertragung von definierten externen
Aufträgen in eine neue Gesellschaft außerhalb des üstra Konzerns abgeschlossen wurde,
konzentriert sich die protec im Geschäftsjahr 2013 im Wesentlichen auf ihr ursprüngliches
Kerngeschäft, nämlich auf die Sauberkeit und Sicherheit in den Bussen und Bahnen und
auf die Haltestellen der üstra.
Das durch diese strukturelle Veränderung ab 2013 auf einem insgesamt niedrigeren Niveau
geplante Geschäft der protec hat sich im Berichtszeitraum beim Umsatz gegenüber der
Planung positiv entwickelt. Das handelsrechtliche Ergebnis blieb jedoch im Wesentlichen
aufgrund über Plan liegender Winterdienstaufwendungen für die üstra wegen des langanhaltenden
Winters hinter den Erwartungen zurück.
Die Risikolage zeigte sich gegenüber dem Stand zum 30. Juni 2013 unverändert.
2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des üstra-Konzerns
Die Ertragslage des üstra Konzerns entwickelte sich im Berichtszeitraum gegenüber
der Planung insgesamt besser als erwartet, was besonders auf die üstra zurückzuführen
war.
Die Finanzlage des üstra Konzerns ist besonders durch die üstra beeinflusst. Sie war
im Berichtszeitraum durch einen hohen Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit
gekennzeichnet, aufgrund der zweiten Anzahlung für die Beschaffung der neuen 50 Stadtbahnwagen
TW 3000. Der entsprechende Zuschuss der LNVG wurde bereits im Vorjahr vereinnahmt.
Insgesamt ist die Finanzlage des Konzerns derzeit weiterhin auf einem hohen Niveau
gesichert und die liquiden Mittel reichen aus, um sämtliche Verpflichtungen der Konzerngesellschaften
zu erfüllen. Die Finanzverbindlichkeiten des üstra-Konzerns wurden in den letzten
Jahren durch die planmäßige Tilgung von Bankdarlehen deutlich vermindert. Den hohen
mittel- bzw. langfristigen Investitionsbedarf für die Erneuerung der Fahrzeugflotte
kann die üstra voraussichtlich ab 2015 nicht mehr mit eigenen Mitteln abdecken. Deshalb
werden gemeinsam mit der Region Hannover verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten geprüft,
über die zu entscheiden ist.
Hannover, den 12. November 2013
üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft
Der Vorstand
André Neiß
Wilhelm Lindenberg
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