Cliq Digital AG

(vormals: BOB MOBILE AG)

Düsseldorf

(vormals: Straelen)

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011

nach IFRS

AKTIVA in TEUR

Anhang 31.12.2010 31.12.2011
Langfristiges Vermögen      
Immaterielle Vermögenswerte   1.377,2 1.131,0
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 10 604,2 569,6
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 10 238,0 107,5
Geleistete Anzahlungen und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 10 535,0 348,3
Geschäfts- oder Firmenwert 10 - 105,6
Sachanlagen   138,9 181,5
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11 138,9 181,5
Finanzanlagen   162,5 162,5
Anteile an verbundenen Unternehmen 12 162,5 162,5
Sonstige Vermögenswerte (sofern Restlaufzeit >1 Jahr)   - 3,8
Aktive latente Steuern 16 957,7 2.551
Summe langfristige Vermögenswerte   2.636,3 4.030,6
Kurzfristige Vermögenswerte      
Forderungen   6.816,5 4.168,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13 6.741,5 4.093,3
Forderungen gegen Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 14 75,0 75,0
Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte 15 2.163,2 2.476,5
Sonstige Vermögenswerte (sofern Restlaufzeit < 1 Jahr)   2.163,2 2.476,5
Zahlungsmittel 17 1.632,1 2.145,7
Summe kurzfristige Vermögenswerte   10.611,8 8.790,5
Summe Aktiva   13.248,1 12.821,1

PASSIVA in TEUR

     
  Anhang 31.12.2010 31.12.2011
Eigenkapital      
Gezeichnetes Kapital 18 1.447,0 1.688
abzüglich: eigene Anteile 18 -20,0 -4,0
Summe gezeichnetes Kapital 18 1.427,0 1.684,2
Kapitalrücklage 18 2.088,8 6.030,2
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital des Mutterunternehmens 18 479,0 3.636,9
    3.994,8 4.077,5
Nicht beherrschte Anteile 19 504,9 2.112,9
Summe Eigenkapital   4.499,7 6.190,4
Schulden      
Langfristige Schulden      
Passive latente Steuern 16 - 95,1
Summe langfristige Schulden   - 95,1
Kurzfristige Schulden      
Sonstige Rückstellungen 21 1.398,8 1.518,5
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 22 1.401,3 101,4
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22 2.656,6 2.163,5
Sonstige Verbindlichkeiten 22 3.291,6 2.752,2
Summe kurzfristige Schulden   8.748,3 6.535,6
Summe Schulden   8.748,3 6.630,7
Summe Passiva   13.248,1 12.321,1

Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

nach IFRS

in TEUR Anhang 2010 2011
Umsatzerlöse 1 40.662,8 35.079,8
Andere aktivierte Eigenleistungen 2 211,3 187,6
Sonstige betriebliche Erträge 3 284,2 1.897,8
Personalaufwand 4 -3.424,7 -5.160,9
Löhne und Gehälter   -2.964,9 -4.687,5
Soziale Abgaben   -459,8 -473,4
Abschreibungen 5 -378,3 -2.222,8
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte   -318,0 -1.499,2
Abschreibungen auf Sachanlagen   -60,2 -107,3
Abschreibungen auf das Umlaufvermögen   - -616,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6 -34.660,8 -32.308,7
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit   2.694,5 -2.527,2
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7 3,6 120,4
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 7 -81,7 -168,7
Finanzergebnis   -78,1 -48,3
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   2.616,4 -2.575,5
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8 -1.152,3 -1.373,1
Latente Steuern 8 344,0 1.498,9
Sonstige Steuern 8 -0,6 -35,9
Periodenergebnis   1.807,5 -2.485,5
Konzern-Gesamtergebnis   1.807,5 -2.485,5
Ergebnisanteil nicht beherrschender Anteile   540,9 1.339,4
Ergebnisanteil der Aktionäre der Bob Mobile AG   1.266,5 -3.824,9
Anzahl der Aktien für die Berechnung Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in Tausend Stück)   1.372,1 1.657,4
Anzahl der Aktien für die Berechnung Verwässertes Ergebnis je Aktie (in Tausend Stück)   71,40 71,40
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €)   0,92 -2,31
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €)   0,88 -2,21

Anhang

Allgemeine Angaben

Der Bob-Mobile-Konzern ist ein führender Anbieter im Bereich Games und Mobile Entertainment mit Schwerpunkten in den Bereichen mobile und online Games sowie mobile Mehrwertdienste für Smartphones, herkömmliche Mobiltelefone, PC's und Tablets.

Die Entwicklung innerhalb des Konzerns wird überwiegend in Deutschland betrieben.

Die Muttergesellschaft des Konzerns ist die Bob Mobile Aktiengesellschaft (im Folgenden „Bob Mobile") mit Sitz am Paesmühlenweg 8,47638 Straelen, Deutschland. Die Gesellschaft ist eingetragen in das Handelsregister des Amtsgerichts Kleve (HRB9886). Die Aktie der Bob Mobile AG ist an der Frankfurter Börse im Marktsegment Open Market (Freiverkehr) gelistet und Bestandteil des Entry Standards. Der Open Market stellt gemäß § 2 Abs. 5 WpHG (Wertpapierhandelsgesetz) keinen organisierten bzw. geregelten Markt dar. Die Basis für die Einbeziehung von Wertpapieren in den Open Market (Entry Standard) bilden die Freiverkehrsrichtlinien der Deutsche Börse AG. In Folge dessen ist die Bob Mobile AG kein kapitalmarktorientiertes Unternehmen gemäß § 264d HGB und ebenfalls nicht gemäß § 315a HGB zur Erstellung eines nach International Financial Accounting Standards (IFRS) erstellten Konzernabschlusses verpflichtet. Wegen der Größenmerkmale ist die Bob Mobile AG insgesamt nicht gesetzlich verpflichtet, somit weder nach deutschen Rechnungslegungsstandards noch nach IFRS, einen Konzernabschluss zu erstellen. Die Erstellung des IFRS-Konzernabschlusses erfolgt freiwillig und unter anderem zur Erfüllung von Offenlegungsverpflichtungen gegenüber der Deutsche Börse AG gemäß § 17 Abs. 2 Textziffer b) der Allgemeine Geschäftsbedingungen der Deutsche Börse AG für den Freiverkehr an der Frankfurter Wertpapierbörse mit Stand vom 23. Mai 2011.

Das Geschäftsjahr des Konzerns beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember des Kalenderjahres.

Die funktionale Währung und die Berichtswährung der Bob Mobile AG ist der Euro (1. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, da dies die Währung ist, in der die überwiegende Mehrzahl der Transaktionen des Konzerns durchgeführt werden. Die Berichterstattung erfolgt in Tausend Euro (T€), soweit nichts anderes vermerkt ist.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden verschiedene Posten der Konzernbilanz sowie der Konzerngesamtergebnisrechnung zusammengefasst ausgewiesen. Diese Posten werden im Konzernanhang gesondert dargestellt und erläutert. Die Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

ANWENDUNG DER INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS).

Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des § 315a des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards und gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2005 beginnen.

Bob Mobile erstellt den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 nach Full-IFRS. Es wurden die für die erstmalige Anwendung der IFRS geltenden besonderen Vorschriften des IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards berücksichtigt. Diese Vorschriften umfassen im Wesentlichen Regelungen zur Überleitung des Konzernabschlusses von den zuvor angewandten nationalen Rechnungslegungsstandards, die im Falle von Bob Mobile den deutschen Rechnungslegungsstandards entsprachen, auf IFRS, Regelungen zur Darstellungspflicht von Vergleichsinformationen, Regelungen zu Ausnahmen in Bezug auf die Pflicht zur (retrospektiven) Anwendung von Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisregelungen der IFRS und Regelungen zur Erläuterung der im vorgenannten Zusammenhang durchgeführten Maßnahmen der Überleitung auf IFRS im Anhang zum Konzernabschluss.

Nach den Vorschriften des IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards hat ein Unternehmen, das erstmalig die IFRS anwendet, für die Eröffnungsbilanz und alle innerhalb des ersten IFRS-Konzernabschlusses dargestellten Perioden einheitliche Rechnungslegungsmethoden anzuwenden, die zudem den IFRS entsprechen, die am Ende der ersten IFRS-Berichtsperiode gelten. Infolgedessen kamen in diesem Konzernabschluss alle IFRS zur Anwendung, die relevant und zum 31. Dezember 2011 von der Europäischen Kommission im Rahmen des hierfür vorgesehenen „Endorsement"-Verfahrens zur verpflichtenden Anwendung zugelassen waren.

Die folgenden Standards und Überarbeitungen von Standards des IASB, die in vergangenen Berichtsperioden vom IASB verabschiedet worden sind, waren für die aktuelle Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden und werden im Geschäftsjahr 2011 nicht berücksichtigt:

Standard/
Interpretation
Inhalt der Änderung Veröffentlichung durch das IASB Anwendungspflicht Übernahme durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen auf die Bob Mobile
IFRS 1 Änderungen in Bezug auf feste Umstellungszeitpunkte und ausgeprägte Hochinflation 20.12.2010 1.1.2012 Nein Keine
IFRS 7 Angabepflichten bei der Übertragung finanzieller Vermögenswerte 7.10.2010 1.1.2012 Ja Unwesentlich
IFRS 7 Anhangangaben: Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden 16.12.2011 1.1.2013 Nein Unwesentlich
IFRS 9 Finanzinstrumente 12.11.2009/
28.10.2010
1.1.2015 Nein Grundsätzlich von Bedeutung: Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten könnte sich ändern. Unwesentlich: Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten
IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.5.2011 1.1.2013 Nein Nein
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12.5.2011 1.1.2013 Nein Nein
IFRS 12 Angaben über die Beteiligung an anderen Unternehmen 12.5.2011 1.1.2013 Nein Nein
IFRS 13 Fair Value Bewertung 12.5.2011 1.1.2013 Nein Nein
IAS 1 Änderungen zur Darstellung von Posten im Other Comprehensive Income (OCI) 16.6.2011 1.1.2013 Nein Nein
IAS 12 Rückgewinnung der zugrunde liegenden Vermögenswerte 20.12.2010 1.1.2012 Nein Nein
IAS 19 Änderungen der Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer, insbesondere Leistungen nach Beendigung von Arbeitsverhältnissen und Pensionen 16.6.2011 1.1.2013 Nein Nein
IAS 27 Einzelabschlüsse 12.5.2011 1.1.2013 Nein Keine
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 12.5.2011 1.1.2013 Nein Keine
IAS 32 Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden 16.12.2011 1.1.2014 Nein Unwesentlich
IFRIC 20 Abraumbeseitigungskosten in der Produktionsphase eines Tagebergbaus 19.10.2011 1.1.2013 Nein Keine

Wir beabsichtigen, die in der obigen Tabelle dargestellten Standards, Interpretationen und Ergänzungen in dem Geschäftsjahr in unserem Konzernabschluss zu berücksichtigen, wenn diese gemäß den Vorgaben der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Wir erwarten zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Konzernanhangs keine materiellen Auswirkungen aus den einzelnen noch nicht vorzeitig angewendeten Regelungen auf den Konzernabschluss der Bob Mobile AG und dessen Darstellung zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung.

KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 beinhaltet diejenigen Gesellschaften, die im letzten Konzernabschluss, der nach den zuvor angewandten deutschen Rechnungslegungsstandards aufgestellt wurde, in den Konzernabschluss einbezogen waren. Es wurde dabei von der Möglichkeit des Verzichts auf eine retrospektive Anwendung der Vorschriften für Unternehmenszusammenschlüsse gemäß IFRS 1.C1 Gebrauch gemacht. Grundsätzlich handelt es sich bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen um solche, bei denen die Bob Mobile AG unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte (Tochtergesellschaften) verfügt. Es liegt dann eine Beherrschung der Tochterunternehmen gemäß IAS 27.13 vor.

In dem Zeitraum vom 1. Januar 2010 (Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) bis zum 31. Dezember 2011 (Ende der ersten Berichtsperiode) ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis.

Hinsichtlich der Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns nach § 313 Abs. 2 HGB wird auf Anmerkung (28) dieses Anhangs verwiesen.

Konsolidierungsgrundsätze

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach konzerneinheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2011 und für die Vergleichsperiode zum 31. Dezember 2010 aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt wegen des im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS möglichen Verzichts auf die retrospektive Anwendung von IFRS 3 nach den Grundsätzen der im letzten nach deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellten Konzernabschluss angewandten Kapitalkonsolidierungsmethoden. Danach wurden die bei einem Unternehmenszusammenschluss zum Erwerbszeitpunkt, regelmäßig aber zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss zum Konzernbilanzstichtag angesetzten Vermögensgegenstände, Schulden und sonstigen rechnungslegungsrelevanten Transaktionen mit ihrem zu diesem Zeitpunkt festgestellten Buchwerte angesetzt. Etwaige sich jeweils aus der Differenz zwischen den Anschaffungskosten der Beteiligung und dem Buchwert des korrespondierenden erworbenen Nettovermögens ergebende aktivische Unterschiedsbeträge wurden mit dem Konzerneigenkapital verrechnet, passivische Unterschiedsbeträge wurden ertragswirksam vereinnahmt. Die überwiegende Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurde allerdings durch oder unter Mitwirkung von Bob Mobile gegründet. Daher ergaben sich bei der jeweiligen erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss keine wesentlichen Unterschiedsbeträge.

Für ab 1. Januar 2010 (Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) entstehende Unternehmenszusammenschlüsse ist IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden. Nach IFRS 3 sind solche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode zu bilanzieren, wonach die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen sind. Der positive Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses und dem Anteil am beizulegenden Nettozeitwert der angesetzten Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. In dem Zeitraum vom 1. Januar 2010 (Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) bis zum 31. Dezember 2011 (Ende der ersten Berichtsperiode) fand ein Unternehmenszusammenschluss mit Capital Games GmbH, Berlin statt. Des Weiteren wurden die Verhandlungen über den Erwerb aller Anteile der Cliq B.V. und über den Erwerb der noch ausstehenden Geschäftsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH erfolgreich abgeschlossen. Die rechtliche bzw. wirtschaftliche Übernahme der Geschäftsanteile dieser Gesellschaften erfolgte allerdings erst im Geschäftsjahr 2012. Wir verweisen auf unsere Angaben zu Anmerkung 30 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Die nicht dem Mutterunternehmen zustehenden Anteile am Eigenkapital von Tochterunternehmen werden innerhalb des Konzerneigenkapitals als »Nicht beherrschende Anteile« ausgewiesen. Diese Anteile anderer Gesellschafter werden wegen des bei der erstmaligen Anwendung der IFRS möglichen Verzichts auf die retrospektive Anwendung von IFRS 3 ebenfalls mit dem auf sie entfallenden Anteil des bei der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss anzusetzenden Buchwerts des erworbenen Nettovermögens zuzüglich der in den Folgeperioden entstandenen Anteile an den jeweiligen Konzernjahresüberschüssen bzw. -fehlbeträgen ermittelt. Veränderungen des Eigenkapitals, die infolge des bei der erstmaligen Anwendung der IFRS geforderten Ansatzes von Vermögensgegenständen oder Schulden, die bei vergangenen Unternehmenszusammenschlüssen zwar erworben aber gemäß den zuvor angewandten Rechnungslegungsstandards nicht angesetzt wurden, die aber nach IFRS anzusetzen sind, entstanden, wurden in Höhe des auf andere Gesellschafter entfallenden Anteils bei diesen erfasst.

Bei ab 1. Januar 2010 (Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS) entstehenden Unternehmenszusammenschlüssen werden Anteile anderer Gesellschafter ebenfalls mit den anteiligen beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten ermittelt (Full-Goodwill-Methode) oder mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet.

Wechselseitige Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, konzerninterne Erträge und Aufwendungen sowie Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden, sofern erforderlich, latente Steuern angesetzt.

Währungsumrechnung

In den in lokaler Währung erstellten Einzelabschlüssen werden Fremdwährungstransaktionen mit den zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Devisenkursen erfasst. Monetäre Posten in fremder Währung (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen sowie Verbindlichkeiten) werden am Bilanzstichtag zum Devisenmittelkurs bewertet. Die sich aus der Bewertung oder Abwicklung der monetären Posten ergebenden Kursgewinne oder Kursverluste werden in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Nicht monetäre Posten werden mit historischen Kursen angesetzt.

Die Umrechnung von in fremder Währung erstellten Jahresabschlüsse in Euro erfolgt gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die funktionale Währung ist die Währung, in der eine ausländische Gesellschaft überwiegend ihre Mittel erwirtschaftet und Zahlungen leistet. Da die Gesellschaften des Konzerns ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, sind die funktionalen Währungen grundsätzlich identisch mit den jeweiligen Landeswährungen. Die jeweilige Landeswährung der in den Konzernabschluss von Bob Mobile AG einbezogenen Tochtergesellschaften ist der Euro. Infolgedessen wird bei der Bob Mobile AG und bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen der Euro als funktionale Währung verwendet.

ALLGEMEINE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Der Konzernabschluss wird auf der Grundlage konzerneinheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt. Es wurden in diesem Konzernabschluss erstmals die International Financial Reporting Standards angewendet. Als Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS wurde der 1. Januar 2010 gewählt. Infolgedessen wurde auf diesen Zeitpunkt eine IFRS-Eröffnungsbilanz erstellt. Zur Darstellung von Vergleichsinformationen wurden ebenfalls die relevanten Daten der Bilanz zum 31. Dezember 2011, der Gesamtergebnisrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr 2010 nach den IFRS erstellt.

Die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden erfolgt auf Basis fortgeführter historischer Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten die ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen und Schätzungen zu treffen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten auswirken.

Die Annahmen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Die verwendeten Schätzungen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Ermittlung abgezinster Cashflows im Rahmen von Werthaltigkeitstests, sonstigen Rückstellungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen.

Schätzungen beruhen dabei auf Erfahrungswerten und Prämissen, die zum Bilanzstichtag Gültigkeit haben und die unter den gegebenen Umständen als angemessen erachtet werden. Zugrunde gelegt wird die künftige Geschäftsentwicklung, für die die größte Wahrscheinlichkeit unterstellt wird. Ebenso wird die Entwicklung der Banken und der Anbieter ähnlicher Leistungen sowie des Unternehmensumfelds berücksichtigt. Die Schätzungen und die zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Allerdings können die tatsächlichen Werte in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die genannten Rahmenbedingungen anders als erwartet zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.

Hinsichtlich der getroffenen Annahmen und der verwendeten Schätzungen verweisen wir auf die weiteren Ausführungen in diesem Abschnitt sowie auf die weiter gehenden Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung und -Bilanz sowie auf die Sonstigen Angaben.

Umsatzerlöse

 

Umsätze aus der Überlassung von Nutzungsrechten für Handyapplikationen und Spiele werden erfasst, sobald der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens aus dem Verkauf hinreichend wahrscheinlich ist und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. Keine Umsätze werden ausgewiesen, wenn wesentliche Risiken bezüglich des Erhalts der Gegenleistung bestehen oder das Nutzungsrecht durch den Kunden aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, nicht wahrgenommen werden kann.

 

Umfasst die Überlassung von Nutzungsrechten einen bestimmbaren Teilbetrag für mehrere oder aufeinander folgende Leistungen (Mehrkomponentenverträge), werden die darauf entfallenden Umsatzerlöse abgegrenzt und über die Laufzeit des Nutzungsrechts erfolgswirksam aufgelöst. Die Auflösung erfolgt in der Regel entsprechend der Leistungserbringung.

 

Die Umsätze wurden grundsätzlich nach Abzug von Umsatzsteuern und anderen Steuern sowie nach Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni oder Rabatten zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung ausgewiesen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Nach IAS 38 besteht für Forschungskosten ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen aktivierungspflichtig. Eine Aktivierung ist demnach immer dann erforderlich, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die über die normalen Kosten hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Zusätzlich müssen hinsichtlich des Entwicklungsprojekts oder der zu entwickelnden Applikation oder der zu entwickelnden Plattformkomponente verschiedene, in IAS 38.57 genannte Kriterien kumulativ erfüllt sein.

Entwicklungskosten für Applikationen oder Plattformkomponenten werden zu Herstellungskosten aktiviert, soweit die zurechenbaren Ausgaben verlässlich bewertbar und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die erfolgreiche Vermarktung sichergestellt sind. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten einschließlich entwicklungsbezogener Gemeinkosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab dem Produktionsstart planmäßig über den erwarteten Produktlebenszyklus von in der Regel 3 und 5 Jahren abgeschrieben.

Innerhalb des Konzerns betrifft ein wesentlicher Teil der Entwicklungskosten Weiterentwicklungen und Verbesserungen von bereits existierenden Applikationen und Plattformkomponenten, die die Kriterien für eine separate Aktivierung als Entwicklungskosten nach IAS 38 nicht erfüllen. Weiterhin unterliegen einzelne Entwicklungsprojekte häufig Genehmigungs- und Zertifizierungsverfahren, so dass die Bedingungen für eine Aktivierung der vor der Genehmigung entstandenen Kosten regelmäßig nicht erfüllt sind.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden im Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst. Eine Zuordnung von Fremdkapitalkosten direkt zum Erwerb oder zu der Herstellung eines qualifizierten immateriellen Vermögenswerts, was insofern zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts führen könnte, liegt nicht vor.

Steuern

Die Ertragsteuern umfassen sowohl laufende als auch latente Steuern. Diese werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen Posten, die direkt im Eigenkapital zu erfassen sind. In solchen Fällen werden auch die entsprechenden Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital gebucht.

Laufende Ertragsteuern sind die erwarteten, für das Jahr zu zahlenden Steuern auf der Grundlage der in dem betreffenden Jahr geltenden Steuersätze sowie etwaige Korrekturen von Steuern früherer Jahre.

Latente Steuern werden angesetzt für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Werten von Vermögenswerten und Schulden und deren Wertansätzen im Konzernabschluss. Darüber hinaus werden auch aktive latente Steuern für die künftige Nutzung steuerlicher Verlustvorträge angesetzt. Aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen sowie Verlustvorträge werden in dem Umfang angesetzt, in

dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um diese nutzen zu können. Der Ansatz der latenten Steuern erfolgt mit den Steuersätzen, die in den einzelnen Ländern zum Bilanzstichtag für den Zeitraum derzeit gültig oder zukünftig anwendbar sind und zu dem sich die temporären Differenzen voraussichtlich umkehren bzw. zu dem die Verlustvorträge voraussichtlich genutzt werden können.

Eine Saldierung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerschulden erfolgt, wenn ein Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuern besteht und sich die Positionen auf Ertragsteuern beziehen, die von den gleichen Steuerbehörden erhoben werden und die bei der gleichen Gesellschaft beziehungsweise im gleichen Organkreis entstehen.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und, da die Nutzungsdauern mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte als endlich eingestuft werden können, planmäßig über die jeweilige Nutzungsdauer nach der linearen Methode abgeschrieben. Ergeben sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten, werden diese daraufhin überprüft, ob eine Wertminderung vorliegt (siehe Impairment), und gegebenenfalls ein Wertminderungsaufwand erfasst. Sind die Gründe für die Wertminderungen entfallen, werden entsprechende erfolgswirksame Wertaufholungen bis maximal zur Höhe der um planmäßige Abschreibungen geminderten Anschaffungskosten vorgenommen.

Im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS wurden immaterielle Vermögenswerte zum Übergangszeitpunkt auf IFRS am 1. Januar 2010 mit Ihren nach deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen zum 31. Dezember 2009 ermittelten Werten fortgeführt, da sich keine wesentlichen Abweichungen zu den nach IFRS ermittelten Werten ergaben. Sofern im letzten dem Zeitpunkt des Übergangs nach IFRS am 1. Januar 2010 vorangehenden nach deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen erstellten Konzernabschluss solche immaterielle Vermögenswerte nicht angesetzt waren, z. B. selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, diese aber nach IFRS als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte anzusetzen sind, wurden die immateriellen Vermögenswerte mit ihren fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder mit Ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst.

Die Abschreibungsdauer für Gewerbliche Schutzrechte und Lizenzen beträgt maximal fünf Jahre.

Die Abschreibungen sowie die Wertminderungen auf die immateriellen Vermögenswerte werden in der Konzerngesamtergebnisrechnung im Posten „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen.

Wertaufholungen bei den immateriellen Vermögenswerten sind wie im Vorjahr nicht vorgenommen worden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden für Immaterielle Vermögenswerte keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte werden wegen des im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS möglichen Verzichts auf die retrospektive Anwendung von IFRS 3 für die bis zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS entstandenen Unternehmenszusammenschlüsse nicht angesetzt oder ergaben sich nicht. In der Zeit vom Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS bis zum 31. Dezember 2011 ergab sich ein Unternehmenszusammenschluss mit der Capital Games GmbH, Berlin, der zum Ansatz eines Goodwills geführt hat. Bei diesem und zukünftigen Unternehmenszusammenschlüssen werden in Einklang mit IFRS 3 anzusetzende Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig abgewertet, sondern nur, sofern ein Wertminderungsbedarf festgestellt wird. Es wird bereits zum jetzigen Zeitpunkt darauf verwiesen, dass ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden darf.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige nutzungsbedingte Abschreibungen sowie Wertminderungen, angesetzt. Eine Neubewertung der Sachanlagen entsprechend dem Wahlrecht des IAS 16 ist nicht erfolgt. Im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS wurden Sachanlagen zum Übergangszeitpunkt auf IFRS am 1. Januar 2010 mit Ihren nach deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen zum 31. Dezember 2009 ermittelten Werten fortgeführt, da sich keine wesentlichen Abweichungen zu den nach IFRS ermittelten Werten ergaben.

Ergeben sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Sachanlagen, werden diese daraufhin überprüft, ob eine Wertminderung vorliegt (siehe Impairment), und gegebenenfalls ein Wertminderungsaufwand erfasst. Sind die Gründe für die Wertminderungen entfallen, werden entsprechende erfolgswirksame Wertaufholungen bis maximal zur Höhe der um planmäßige Abschreibungen geminderten Anschaffungskosten vorgenommen.

Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten abzüglich erhaltener Anschaffungspreisminderungen zusammen.

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden überwiegend über drei bis fünf Jahre abgeschrieben. Gemäß dem wirtschaftlichen Nutzungsverlauf werden die Sachanlagen linear abgeschrieben.

Die Abschreibungen im Geschäftsjahr werden ebenso wie die Wertminderungen in der Gesamtergebnisrechnung im Posten „Abschreibungen auf Sachanlagen" ausgewiesen.

Kosten für die Reparatur von Sachanlagen, wie zum Beispiel laufende Unterhaltungsaufwendungen, werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst.

Wertaufholungen bei den Sachanlagen ergaben sich wie im Vorjahr nicht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden für Sachanlagen keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Impairment

Die Buchwerte der Vermögenswerte des Konzerns mit Ausnahme der aktiven latenten Steuern (siehe Steuern) sowie der finanziellen Vermögenswerte (siehe Finanzinstrumente) werden zum Bilanzstichtag daraufhin überprüft, ob gemäß IAS 36 Indikatoren für eine Wertminderung (Impairment) vorliegen. Wenn solche Indikatoren vorliegen, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount) der Vermögenswerte geschätzt und gegebenenfalls eine Abwertung erfolgswirksam vorgenommen.

Aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte bestehen nur durch den Unternehmenszusammenschluss mit der Capital Games GmbH, Berlin. Die Werthaltigkeit des Goodwills zum Abschlussstichtag wurde durch einen Impairmenttest bestätigt.

Leasing

Als Leasingverhältnis gemäß IAS 17 gilt eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Es wird zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing unterschieden. Als Finanzierungsleasing werden Leasingtransaktionen behandelt, bei denen der Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen trägt. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating Leasing bezeichnet.

Bei einem Operating Leasing erfasst Bob Mobile die als Leasingnehmer zu zahlende Leasingrate als Aufwand.

Ist Bob Mobile Leasingnehmer in einem Finanzierungsleasing, wird in der Bilanz der niedrigere Wert aus beizulegendem Zeitwert und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen zu Beginn des Leasingverhältnisses aktiviert und gleichzeitig unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten passiviert. Die Mindestleasingzahlungen setzen sich im Wesentlichen aus Finanzierungskosten und dem Tilgungsanteil der Restschuld zusammen. Der Leasinggegenstand wird linear über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die zu zahlenden Leasingraten werden nach der Effektivzinsmethode aufgeteilt in einen Tilgungsanteil und in einen Zinsaufwand.

Zum Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS und danach sind alle Leasingverhältnisse als Operating Leasing zu klassifizieren Sonstige Forderungen und Schulden

Nichtfinanzielle Vermögenswerte und Schulden sowie Abgrenzungen und Vorauszahlungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS wurden nichtfinanzielle Vermögenswerte zum Übergangszeitpunkt auf IFRS am 1. Januar 2010 mit Ihren nach deutschen Rechnungslegungsgrundsätzen zum 31. Dezember 2009 ermittelten Werten fortgeführt, da sich keine wesentlichen Abweichungen zu den nach IFRS ermittelten Werten ergaben.

Finanzinstrumente

Grundlagen

Finanzielle Vermögenswerte werden erfasst, wenn Bob Mobile ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von einer anderen Partei zu erhalten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden erfasst, sobald Bob Mobile eine Pflicht hat, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei zu übertragen. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Hingegen werden Wertpapierkäufe und -verkäufe mit dem Abrechnungskurs des Kreditinstituts zum Handelstag und derivative Geschäfte mit ihren Anschaffungskosten am Handelstag bilanziert.

Die erstmalige Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei Finanzinstrumenten, deren Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, umfasst der Buchwert dabei auch die direkt zurechenbaren Transaktionskosten.

Im Rahmen der erstmaligen Anwendung der IFRS wurden Finanzinstrumente zum Übergangszeitpunkt auf IFRS am 1. Januar 2010 als zur Veräußerung verfügbar oder, sofern die Voraussetzungen gegeben waren, als ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte bzw. Schulden klassifiziert.

Die Folgebewertung der im Konzern bilanzierten Finanzinstrumente erfolgt anhand der in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung definierten Bewertungskategorien:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (FVO und zu Handelszwecken gehalten (Held for Trading, „HfT")): beizulegender Zeitwert

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (Held-to-Maturity Investments (HtM)): fortgeführte Anschaffungskosten

Kredite und Forderungen (Loans and Receivables (LaR)): fortgeführte Anschaffungskosten

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available-for-Sale Financial Assets (AfS)): beizulegender Zeitwert

Finanzielle Verbindlichkeiten (Financial Liabilities (FLAC)): fortgeführte Anschaffungskosten

Im Berichtsjahr bzw. in der ersten IFRS-Berichtsperiode wurden keine Übertragungen zwischen den verschiedenen Bewertungskategorien des IAS 39 vorgenommen.

Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden nicht miteinander verrechnet ausgewiesen.

Gemäß IAS 39 werden in den Fällen, in denen objektive substanzielle Hinweise auf eine Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten gegeben sind, entsprechende Wertminderungen vorgenommen. Dabei werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, individuell mittels Einzelwertberichtigung hinsichtlich des Wertminderungsbedarfs untersucht. Objektive Hinweise können zum Beispiel erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, der Wegfall eines aktiven Markts sowie signifikante Änderungen des technologischen, marktbezogenen, wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfelds sein. Bei Eigenkapitalinstrumenten ist eine signifikante oder länger anhaltende Abnahme des beizulegenden Zeitwerts ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Der Ausweis der Aufwendungen erfolgt in der Gesamtergebnisrechnung in dem Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen. Allen erkennbaren Ausfallrisiken wurde durch entsprechende Risikovorsorge in ausreichender Höhe Rechnung getragen. Das theoretisch maximal verbleibende Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten entspricht den bilanzierten Werten.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten auslaufen oder eine Übertragung der finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Chancen und Risiken erfolgt. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, sobald die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Angaben zum Risikomanagement finden sich sowohl unter Anmerkung 23 als auch in der Risikoberichterstattung des Konzernlageberichts.

Finanzanlagen

Die Regelungen des IAS 39 sehen für solche Finanzinstrumente die Unterteilung in „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte", „Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen", „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" oder „Kredite und Forderungen" vor. Beteiligungen, deren beizulegender Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann, werden als „Erfolgswirksam zu beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" eingestuft. Kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden, werden die Beteiligungen als „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" eingestuft und zu Anschaffungskosten bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen und sonstigen Vermögenswerte unterteilen sich in „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen", „Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht" sowie „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte".

Bei der erstmaligen Bilanzierung werden „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung direkt zurechenbarer Transaktionskosten angesetzt. In den Folgeperioden erfolgt die Bewertung aufgrund der Klassifizierung als „Loans and Receivables" zu fortgeführten Anschaffungskosten

In dem Posten „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte" werden sowohl nichtfinanzielle Vermögenswerte als auch finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen. Die finanziellen Vermögenswerte sind mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente der Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen" des IAS 39 zugeordnet, die im Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung direkt zurechenbarer Transaktionskosten angesetzt werden und in den Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet werden. Die nichtfinanziellen Vermögenswerte werden entsprechend den jeweils anzuwendenden Standards bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter dieser Position werden Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesen. Die Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden der Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen" des IAS 39 zugeordnet und im Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert unter Berücksichtigung direkt zurechenbarer Transaktionskosten angesetzt und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bilanziert. Fremdwährungsbestände sind zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Guthaben bei Kreditinstituten weisen bei Erwerb eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten auf.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Originäre Finanzinstrumente umfassen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie nicht derivative sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die nicht derivativen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten zum Bilanzstichtag bestehende Schulden für noch nicht ausgeglichene Rechnungen, Darlehensverpflichtungen sowie Schulden gegenüber Mitarbeitern und damit verbundenen Verpflichtungen. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden nach IAS 39 bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dabei werden direkt zurechenbare Transaktionskosten berücksichtigt. In den Folgeperioden erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden für rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, die aus Ereignissen aus der Vergangenheit resultieren, sowie für belastende Verträge angesetzt, wenn der Mittelabfluss zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist.

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt nach IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert dabei auf bestmöglichen Schätzungen. Wegen der kurzfristigen Laufzeit der Rückstellungen wurden keine Abzinsung vorgenommen. Erstattungsansprüche gegenüber Dritten werden getrennt von den Rückstellungen aktiviert, soweit ihre Realisation nahezu sicher ist.

Aktienbasierte Vergütungstransaktionen

Aktienoptionen, d.h. aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, werden im Zeitpunkt der Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtung wird über den Erdienungszeitraum als Personalaufwand und im Eigenkapital erfasst. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wird mit der international anerkannten Black-Scholes-Merton-Formel ermittelt.

Das aktienbasierte Programm zur Vorstands- und Mitarbeitervergütung sieht ein Wahlrecht aufseiten der Bob Mobile AG vor, eine Erfüllung in bar oder Stammaktien der Bob Mobile AG vorzunehmen. Zum Stichtag besteht nicht die Absicht, die aktienbasierte Vergütung in bar zu erfüllen.

ERSTMALIGE ANWENDUNG DER IFRS

Bob Mobile erstellt den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 erstmals nach IFRS. Daher wurden die für die erstmalige Anwendung der IFRS geltenden besonderen Vorschriften des IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards berücksichtigt. Nach den Vorschriften des IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards hat ein Unternehmen, das erstmalig die IFRS anwendet, die Auswirkungen des Übergangs auf IFRS auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darzustellen.

Die nachfolgende Überleitungsrechnung stellt die infolge der erstmaligen Anwendung der IFRS entstandenen Eigenkapitaländerungen für die IFRS-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2010 und die Vergleichsperiode 2010 dar.

31.12.2009/1.1.2010 31.12.2010
in TEUR IFRS HGB Eigenkapitaländerung IFRS HGB Eigenkapitaländerung
Immaterielle Vermögenswerte - - - - -133,0 133,0
Vorräte - 757,0 -757,0 - - -
Eigene Anteile - 151,8 -151,8 - -151,8 151,8
Aktive latente Steuern 613,7 - 613,7 344,1 - 344,1
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten -387,0 - -387,0 -39,2 -387,0 347,8
Minderheitenkapital 19,0 - 19,0 - 19,0 -19,0
Übrige 38,3 - 38,3 - -0,9 0,9
Summe - - -624.8 - - 958,6

Der Eigenkapitalunterschied wurde zum 1. Januar 2010 erfolgsneutral im erwirtschaftetem Konzerneigenkapital erfasst.

Der Ausweis von Vorräten wurde angepasst, da die im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Abschluss ausgewiesenen Vorräte nach IFRS nicht vollumfänglich die Ansatzkriterien als Vorräte erfüllen.

Die im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Abschluss aktivisch ausgewiesenen eigenen Anteile sind nach IFRS vom Eigenkapital abzusetzen.

Im ersten IFRS-Abschluss werden aktive latente Steuern auf steuerlich nutzbare Verlustvorträge angesetzt.

Die in der IFRS-Eröffnungsbilanz nicht aktivierbaren Vorräte wurden im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Abschluss als immaterielle Vermögenswerte umklassifiziert und abgeschrieben. Infolgedessen ist die Abschreibung im ersten IFRS-Abschluss zu korrigieren. Des Weiteren waren Abschreibungen von erworbenen immateriellen Vermögenswerten anzupassen.

Im ersten IFRS-Abschluss wird eine Dividendenausschüttung als sonstige kurzfristige Verbindlichkeit berücksichtigt, die im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellen Abschluss nicht als Zahlungsverpflichtung auszuweisen war. Die darauf folgende Ausschüttung der Dividende wird im ersten nach IFRS-Abschluss im Geschäftsjahr 2010 berücksichtigt, im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellen Abschluss erst im Folgejahr. Des Weiteren sind im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Abschluss unter den kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene übrige Verbindlichkeiten (2009: € 38,3) erst im Geschäftsjahr 2010 anzusetzen bzw. werden im Geschäftsjahr 2010 übrige Verbindlichkeiten (€ 39,2) ausgewiesen, die im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Abschluss nicht anzusetzen waren.

Für die Vorjahresperiode 2010 ergeben sich folgende Ergebnisunterschiede:

2010
in TEUR IFRS HGB Differenz
Personalaufwand -3.424,7 -3.384,2 -40,5
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte -378,3 -529,3 151,0
Latenter Steueraufwand 366,4 22,3 344,1
Summe - - 454,6

Bob Mobile hat im Geschäftsjahr 2008 ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell entwickelt und einem Kreis von leitenden Mitarbeitern, Geschäftsführern oder Vorständen des Mutterunternehmens und von Tochterunternehmen Aktienoptionen gewährt. Der auf das

Geschäftsjahr 2010 entfallende Teil des Fair Values der gewährten Aktienoptionen wird unter Berücksichtigung der erwarteten Inanspruchnahme in den Personalaufwendungen erfasst. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Erläuterungen zu den gewährten Aktienoptionen in Tz. (18).

Die Abschreibungen nach IFRS weichen von denen im letzten nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Abschluss berücksichtigten Abschreibungen ab, da ein Teil der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte entfällt, die im ersten IFRS-Abschluss nicht angesetzt werden dürfen. Es wird auf die obigen Angaben zu immateriellen Vermögenswerten verwiesen.

Ergänzende Informationen zu den Posten der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz, der Kapitalflussrechnung und der Eigenkapitalveränderungsrechnung

(1) Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010 2011
Mobile Fun Mehrwertdienste 35.850,0 29.370,9
Online & Freemium Games 1.000,8 4.044,2
Mobile Adultdienste 2.653,4 1.662,0
Übrige 1.158,6 2,7
  40.662,8 35.079,8

(2) Aktivierte Eigenleistungen

Der Posten beinhaltet im Wesentlichen Personalaufwendungen im Zusammenhang mit der Aktivierung von Entwicklungskosten für TOM Software und Game Shop Software.

(3) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten folgende Sachverhalte:

in TEUR 2010 2011
Verkauf Assets Pink Adventure AG, Düsseldorf - 163,0
Erlöse aus Weiterberechnungen net mobile - 400,6
Erlöse Weiterberechnungen Cliq - 126,2
Erlöse Weiterberechnungen EU Goldkiwi - 78,5
Erträge aus Verkauf eigene Anteile 168,0 -
Sonstige 116,2 129,5
Summe 284,2 1.897,5

(4) Personalaufwand

Im Personalaufwand werden die sich aus den dienst-, tarifvertraglichen oder ähnlichen Regelungen ergebenden Verpflichtungen gegenüber angestellten und freien Mitarbeitern erfasst. Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010 2011
Löhne- und Gehälter 2.964,9 4.687,5
Soziale Abgaben 459,8 473,4
Summe 3.424,7 5.160,9

(5) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Hinsichtlich der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu den immateriellen Vermögenswerten (10) und Sachanlagen (11).

Die Abschreibungen auf das Umlaufvermögen enthalten im Wesentlichen Abschreibungen auf geleistete Anzahlungen für Leistungen aus Verträgen mit 2 Medienpartnern in Höhe von T€ 594,7 die im vereinbarten Zeitraum nicht in Anspruch genommen wurden.

(6) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten folgende Aufwendungen:

in TEUR 2010 2011
Medien Kosten (Werbung) 13.648,0 13.168,0
Kosten für Technik und Lizenzen 17.048,6 14.607,4
Raumkosten 249,6 243,4
Werbekosten 33,2 193,7
Versicherungen und Beiträge 112,9 140,4
Reisekosten 94,6 120,9
Kraftfahrzeugkosten 71,1 80,7
Aufsichtsratsvergütungen 34,4 46,5
Sonstige 3.368,4 3.707,7
Summe 34.660,8 32.308,7

(7) Finanzerträge und Finanzaufwendungen

Die Finanzerträge und Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010 2011
Finanzerträge    
Zinserträge 3,6 120,4
  3,6 120,4
Finanzaufwand    
Zinsaufwendungen 81,7 168,7
  81,7 168,7

(8) Ertragsteuern

in TEUR 2010 2011
Laufende Ertragsteuern - Inland    
Körperschaftsteuern - 674,3
Gewerbesteuern - 594,5
  1.152,3 1.268,8
Laufende Ertragsteuern - Ausland -  
Latente Ertragsteuern    
Latenter Steuerertrag -344,0 -1.498,9
  -344,0 -1.498,9
  808,3 -125,8

Der Ausweis der laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfasst im Inland Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2011 aber auch Erträge aus der teilweisen Auflösung von im Vorjahr gebildeten Steuerrückstellungen. Dies gilt auch für die laufenden Ertragsteuern der im Ausland ansässigen Tochtergesellschaften, die nach den für die einzelnen Gesellschaften maßgeblichen nationalen Steuervorschriften ermittelt werden.

Die latenten Steuern resultieren aus zeitlich abweichenden Wertansätzen zwischen den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften und den Wertansätzen in der Konzernbilanz entsprechend der Liability-Methode sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der Umkehrung der Bewertungsunterschiede und der Nutzbarkeit der Verlustvorträge, die zu aktiven latenten Steuern geführt haben. Dies ist abhängig von der Entstehung künftiger steuerpflichtiger Gewinne während der Perioden, in denen sich steuerliche Bewertungsunterschiede umkehren und steuerliche Verlustvorträge geltend gemacht werden können. Aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit und der zu erwartenden steuerlichen Einkommenssituation geht Bob Mobile davon aus, dass die entsprechenden Vorteile aus den aktivierten latenten Steuern realisiert werden können. Daher werden Latenzen in dem Umfang angesetzt, in dem die Verwendung der steuerlichen Verluste in den nächsten Jahren wahrscheinlich ist. Zum 31. Dezember 2011 bestehen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von T€ 10.985,0 (2010: T€ 3.239,0) sowie temporäre Differenzen in Höhe von T€ 317 (2010: T€ 0). Auf einen Teil der ermittelten steuerlichen Verlustvorträge wurde wegen der damit bestehenden grundsätzlichen Unsicherheit keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da die Verlustvorträge erst bis zum Veranlagungszeitraum 2009 festgesetzt wurden. Die deshalb nicht berücksichtigten steuerlichen Verlustvorträge betragen T€ 1.765.

Zukünftig in Deutschland zu zahlende Dividenden der Bob Mobile AG haben keinen Einfluss auf die Steuerbelastung des Konzerns.

Insgesamt ergibt sich ein Steuerertrag, der im Wesentlichen aus aktiven latenten Steuererträgen auf steuerlichen Verlusten resultiert, die in der Summe die tatsächlichen Ertragsteuern auf Gewinne von Tochtergesellschaften, die nicht mit Verlusten von Tochtergesellschaften verrechnet werden können, übersteigen.

Zum 31. Dezember 2011 wurden alle inländischen latenten Steuern auf temporäre Differenzen unverändert gegenüber dem Vorjahr auf der Basis eines kombinierten Steuersatzes von gerundet 30 % ermittelt, für ausländische latente Steuern zwischen 20 und 25 % Für den Ansatz der latenten Steuern auf inländische Verlustvorträge wurden analog zum Vorjahr durchgängig Steuersätze von 14 % für die Gewerbesteuer und von 16 % für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag zugrunde gelegt.

Die Überleitung des erwarteten Steueraufwands auf den tatsächlichen Steueraufwand zeigt die folgende Tabelle:

TEUR 2010 2011
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.571,5 -2.575,5
Erwarteter Steueraufwand bei einem Steuersatz von 30 % - -
Abweichungen vom erwarteten Steueraufwand    
Unterschiedsbetrag, um den die latenten Steuererträge die Ertragsteuern auf Gewinne von Tochtergesellschaften, die nicht mit Verlusten von Tochtergesellschaften steuerlich verrechnet werden können, übersteigen - -149,3
Sonstiges - 23,5
Summe der Anpassungen 808,9 -125,8
Tatsächlicher Steueraufwand 808,9 -125,8

Der effektive Steuersatz beträgt 4,9 % (2010: 31,4 %; jeweils in Bezug auf den Betrag des negativen Ergebnisses).

Die Steuerabgrenzungen sind folgenden Bilanzposten zuzuordnen:

2010 2011
in TEUR Aktive latente passive Steuern latente Steuern Aktive latente Steuern passive latente Steuern
Immaterielle Vermögenswerte - - - 95,1
Steuerliche Verlustvorträge 957,7 - 2.551,7 -
  957,7 - 2.551,7 95,1
Saldierung aktive und passive latente Steuern 957,7 - 2.456,6 -
  957,7 - 2.456,6 -

(9) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der Ergebnisanteil der Aktionäre der Bob Mobile AG durch den gewichteten Durchschnitt der Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie berücksichtigt zusätzlich alle aufgrund von Aktienoptionsprogrammen (Anmerkung 18) möglicherweise auszugebenden Aktien. Wegen des im Vergleich zum Kurs der Aktie zum Bilanzstichtag höheren Ausübungspreises der Optionen des Aktienoptionsprogramms 2011 wurden diese Optionen nicht in die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie für das Geschäftsjahr 2011 einbezogen.

in TEUR 2010 2011
Ergebnisanteil der Aktionäre der Bob Mobile AG 1.266,50 -3.824,90
Zahl der Aktien, die sich zum 1. Januar im Umlauf befanden (in Stück) 1.293.662 1.427.028
Zahl der Aktien, die sich zum 31. Dezember im Umlauf befanden (in Stück) 1.427.028 1.684.199
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Umlauf (in Tausend Stück) 1.372.073 1.657.354
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 0,92 -2,31
Zahl der potenziell verwässerten Stammaktien (in Stück) 71.400 71.400
Gewichteter Durchschnitt der Aktien für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie (in Stück) 1.443.473 1.728.754
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in €) 0,88 -2,21

(10) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
in TEUR
Selbst erstellte
immaterielle
Vermögenswerte
Sonstige immaterielle Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte Geschäfts- oder Firmenwert Gesamt
1. Januar 2010 710,1 440,6 - - 1.150,7
Zugänge 227,2 57,2 535,0 - 819,4
Abgänge -   - - -
31. Dezember 2010 937,3 497,8 535,0 - 1.970,1
1. Januar 2011 937,3 497,8 535,0 - 1.970,1
Zugänge erstmalig Konsolidierung - 36,0 - - 36,0
Zugänge 238,3 395,2 506,0 105,6 1.245,1
Abgänge -42,1 -537,7 -500,0 - -1.079,8
31. Dezember 2011 1.133,4 1 391,2 541,0 105,6 2.171,3
Abschreibungen          
1. Januar 2010 145,1 129,8 - - 274,9
Abschreibungen des 188,0 130,0 - - 318,0
Geschäftsjahres          
Wertminderungen - - - - -
Abgänge - - - - -
31. Dezember 2010 333,1 259,8 - - 592,9
1. Januar 2011 333,1 259,8 - - 592,9
Zugänge erstmalig Konsolidierung - 3,5 - - 3,5
Abschreibungen des Geschäftsjahres 268,4 538,1 692,7 - 1.499,2
Abgänge -37,7 -517,6 -500,0 - -1.055,3
31. Dezember 2011 563,8 283,8 192,7 - 1.040,3
Bilanzwert 31. Dezember 2011 569,6 107,5 348,3 105,6 1.131,0
Bilanzwert 31. Dezember 2010 604,2 238,0 535,0 - 1.377,2

Die Zugänge des Geschäftsjahres 2011 betrafen im Wesentlichen (Geleistete Anzahlungen auf) Lizenzen für 804 T€ (2010: 592,2 T€) und Selbst erstellte Entwicklungskosten für TOM Software und Game Shop Software in Höhe von 187,6 T€ (2010: 211,3 T€).

Der Goodwill ist entstanden durch den Erwerb der Capital Games GmbH, Berlin.

(11) Sachanlagen

Die Sachanlagen entwickelten sich wie folgt:

in TEUR Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungs- oder Herstellungskosten    
1. Januar 2010 214,8 214,8
Zugänge 94,2 94,2
Abgänge -4,9 -4,9
31. Dezember 2010 304,1 304,1
1. Januar 2011 304,1 304,1
Zugänge erstmalig Konsolidierung 14,7 14,7
Zugänge 153,5 153,5
Abgänge -96,8 -96,8
31. Dezember 2011 375,4 375,4
Abschreibungen    
1. Januar 2010 105,0 105,0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 60,2 60,2
Wertminderungen - -
Abgänge - -
31. Dezember 2010 165,2 165,2
1. Januar 2011 165,2 165,2
Zugänge erstmalig Konsolidierung 4,6 4,6
Abschreibungen des Geschäftsjahres 107,3 107,3
Abgänge -83,2 -83,2
31. Dezember 2011 193,9 193,9
Bilanzwert 31. Dezember 2011 181,5 181,5
Bilanzwert 31. Dezember 2010 138,9 138,9

Die Zugänge bei den Sachanlagen betragen 153,5 T€ (2010: T€ 94,2). Die größten Einzelposten sind hier: Geschäftsausstattung in Höhe von 122,7 T€ sowie eine Telefonanlage in Höhe von 11,8 T€.

(12) Finanzanlagen

Unter den Finanzanlagen werden die nachfolgenden Beteiligungen ausgewiesen:

in TEUR 2010 2011
Torna Media GmbH 162,5 162,5

Die Beteiligung an der Gesellschaft wird wie im Vorjahr, da der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann (AfS), als „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" eingestuft. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten. Diese Finanzanlage verfügt über keinen auf einem aktiven Markt notierten Marktpreis.

(13) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010 2011
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 6.741,5 4.152,5
abzüglich: Wertberichtigungen - -59,2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.741,5 4.093,3

Die ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:

Einzelwertberichtigungen Portfoliowertberichtigungen Gesamt
in TEUR 2010 2011 2010 2011 2010 2011
1. Januar 2011 - - - - - -
Ergebniswirksame Veränderungen der Wertberichtigungen - - - - - 59,2
31. Dezember 2011 - 59,2 - - - 59,2

Zum Abschlussstichtag bestehen überfällige, nicht wertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in folgender Höhe:

in TEUR Überfällig
1-30 Tage
Überfällig
31-180 Tage
Überfällig
mehr als 180 Tage
31. Dezember 2011 261,6 330,4 152,7
31. Dezember 2010 1.879,0 998,2 852,9

Bezüglich der Forderungen, die nicht überfällig und nicht wertgemindert oder überfällig und nicht wertgemindert sind, gibt es keine Hinweise, dass die Kunden, basierend auf der Kredithistorie und den aktuellen Bonitätseinstufungen, nicht in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

(14) Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, stellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von bis zu 1 Jahr dar.

(15) Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2010 31.12.2011
in TEUR Gesamt Restlaufzeit >1 Jahr Gesamt Restlaufzeit >1 Jahr
Umsatzsteuer 337,7 - 1.004,9 -
Geleistete Anzahlungen auf Garantien und Lizenzen 918,4 - 500,2 -
Steuerüberzahlungen 211,0 - 351,2 -
Forderungen aus noch nicht 123,0 - 136,3 -
abgerechneten Leistungen   -   -
Kautionen 18,2 - 38,1 -
Rechnungsabgrenzungsposten 85,6 - 56,9 -
Steuerrückerstattungsansprüche gegenüber griechischen Steuerbehörden 266,0 - 161,7 -
Übrige 203,3 - 227,2 -
  2.163,2 6 605,6 2.476,5 294,8

(16) Latente Steuern

Die Abgrenzung latenter Steuern erfolgt gemäß dem „Liability-Methode" des IAS 12 Ertragsteuern. Dabei finden die am Bilanzstichtag geltenden bzw. beschlossenen und bekannten Steuersätze Anwendung.

Die Aktiven latente Steuern in Höhe von T€ 2.551,7 (2010: T€ 957,2) resultieren aus der wahrscheinlichen zukünftigen Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen. Weitere Erläuterungen zu den latenten Steuern sind unter Anmerkung 8 Ertragsteuern enthalten.

(17) Zahlungsmittel

Der Posten Zahlungsmittel beinhaltet Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von T€ 2.143,2 und einen Kassenbestand in Höhe von T€ 2,5 (2010: T€ 6,3)

(18) Konzerneigenkapital

Das Konzerneigenkapital und seine einzelnen Komponenten werden in der „Eigenkapitalveränderungsrechnung" gesondert dargestellt.

Ausschüttungen

Bob Mobile setzt die bisherige Dividendenpolitik, nur Gewinne auszuschütten, wenn diese nicht für das Wachstum eingesetzt werden weiter fort. Die Bob Mobile AG hat in 2010 und 2011 stark in Wachstum investiert und verzichtet deshalb auf Ausschüttungen.

Kapitalmanagement

Bob Mobile verfolgt grundsätzlich das Ziel, eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften. Das buchhalterische Kapital des Konzerns fungiert dabei jedoch lediglich als passives Steuerungskriterium. Als aktive Steuerungsgrößen werden der Umsatz und das EBITA genutzt. Allerdings ist Bob Mobile AG ein junges noch im Wachstum befindliches Unternehmen. Es ist das Ziel, hohe Investitionen, die in einem nicht unbeträchtlichen Umfang die kurzfristige Ertragsfähigkeit des Unternehmens belasten, in den Aufbau der Unternehmensgruppe zu tätigen. Diese Wachstumsziele führen dazu, dass in dieser Wachstumsphase klassische Renditekriterien nicht immer im Vordergrund stehen. Die in diesem Zusammenhang stehenden Investitionen sind die Basis für den langfristigen Unternehmenserfolg. Es ist das Ziel der Bob Mobile AG, kurz sowie langfristig eine profitable Unternehmensgruppe zu sein.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital besteht aus 1.688.199 nennwertlosen Stückaktien. Alle bis zum 31. Dezember 2011 ausgegebenen Aktien sind voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt gleichrangiges Stimmrecht sowie gleichrangigen Dividendenanspruch. Die Anzahl der ausgegebenen dividendenberechtigten Aktien hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

in TEUR  
1. Januar 2011 1.427.028
Veräußerung eigener Anteile 16.000
Ausgabe neuer Aktien 241.171
31. Dezember 2011 1.684.199
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2010/2011 1.657.354

Die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 22. Dezember 2011 beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft um EUR 1.900.000,00 durch Ausgabe von 1.900.000 neuen, auf den Inhaber lautendenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 pro Aktien zu erhöhen. Die neuen Aktien sind von Beginn des bei der Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister laufenden Geschäftsjahres an gewinnberechtigt. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen. Zur Zeichnung der 1.900.000 neuen Aktien wurden ausschließlich die Orinoco B.V., Amsterdam, Niederlande, die EmRose B.V., Amsterdam, Niederlande, die TOPSAM B.V., Laren, Niederlande, die Grupa Media Holding II B.V., Amsterdam, Niederlande zugelassen. Die Gewährung der neuen Aktien erfolgt gegen Einbringung sämtlicher Anteile an der Cliq B.V., Amsterdam, Niederlande. Zusätzlich erhalten die Einbringenden eine Zahlung von EUR 20.000.000, von der T€ 2.000 der Gesellschaft als Darlehen gewährt werden. Die Eintragung der Kapitalerhöhung erfolgte am 16. Februar 2012.

Eigene Anteile

Die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 22. Dezember 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 1. Juni 2016 Aktien der Gesellschaft zu erwerben, um Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Zusammenschlusses mit Unternehmen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen, zu verwenden oder sie zu einem Preis zu veräußern, der den Börsenpreis der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet oder sie einzuziehen. Die derzeit bestehende durch die Hauptversammlung am 31. Juli 2011 erteilte und ebenfalls bis zum 1. Juni 2016 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wird unter der aufschiebenden Bedingung für die Zeit ab Wirksamwerden der neuen Ermächtigung aufgehoben, dass die in derselben außerordentlichen Hauptversammlung beschlossene Sachkapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen wird.

Die Ermächtigung ist auf den Erwerb von Aktien im Umfang von 10 % des Grundkapitals beschränkt. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch von der Gesellschaft beauftragte Dritte ganz oder in mehreren Teilbeträgen im Rahmen der vorgenannten Beschränkung ausgeübt werden.

Zuvor hatte die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft am 31. Juli 2011 den Vorstand ermächtigt, bis zum 1. Juni 2016 Aktien der Gesellschaft zu erwerben, um Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Zusammenschlusses mit Unternehmen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen, zu verwenden oder sie zu einem Preis zu veräußern, der den Börsenpreis der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet oder sie einzuziehen. Die bis dahin bestehende durch die Hauptversammlung am 16. Juli 2010 erteilte und bis zum 1. Juni 2015 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wird für die Zeit ab Wirksamwerden der neuen Ermächtigung aufgehoben.

Die Ermächtigung ist auf den Erwerb von Aktien mit einem auf diese Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 168.819,00 beschränkt, das sind 10 % des Grundkapitals von EUR 1.688.199,00. Die Ermächtigung kann unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch von der Gesellschaft beauftragte Dritte ganz oder in mehreren Teilbeträgen im Rahmen der vorgenannten Beschränkung ausgeübt werden.

Zuvor hatte die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft am 14. August 2008 den Vorstand ermächtigt, bis zum 30. Januar 2010 Aktien der Gesellschaft zu erwerben, um Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Zusammenschlusses mit Unternehmen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen, zu verwenden oder sie zu einem Preis zu veräußern, der den Börsenpreis der Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet oder sie einzuziehen. Die Ermächtigung wurde mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 31. Juli 2009 dergestalt verändert, dass der Zeitraum bis zu dem der Erwerb der eigenen Anteile abgeschlossen sein musste auf den 15. Januar 2011 verlängert wurde. Die Ermächtigung wurde wiederum mit Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 16. Juli 2010 dergestalt verändert, dass der Zeitraum bis zu dem der Erwerb der eigenen Anteile abgeschlossen sein muss auf den 1. Juni 2015 verlängert wurde.

Die Ermächtigung war auf den Erwerb von Aktien mit einem auf diese Aktien entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 133.366,00 beschränkt, das waren 10 % des Grundkapitals von EUR 1.333.662,00. Die Ermächtigung konnte unmittelbar durch die Gesellschaft oder durch von der Gesellschaft beauftragte Dritte ganz oder in mehreren Teilbeträgen im Rahmen der vorgenannten Beschränkung ausgeübt werden. Der Vorstand hatte am 8. Juni 2009 nach erfolgter Zustimmung durch den Aufsichtsrat am selbigen Tag, beschlossen, den Erwerb der Aktien in der Zeit vom 8. Juni bis 31. Juli 2009 durchzuführen. Die durch die Hauptversammlung am 19. Juni 2007 erteilte und bis zum 30. November 2008 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde für die Zeit ab Wirksamwerden dieser neuen Ermächtigung aufgehoben.

Der Vorstand der Bob Mobile AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 15 März 2011 beschlossen, 8.000 Stückaktien der Gesellschaft im Rahmen des Erwerbs der Capital Games GmbH zu verkaufen. Ferner hat der Aufsichtsrat am 18 Juli 2011 beschlossen, 8.000 Stückaktien der Gesellschaft im Rahmen der Erhöhung des Anteils an der Just A Game GmbH von 84 % auf 100 % zu verkaufen. Er hat damit von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 14. August 2008 (zuletzt geändert am 31. Juli 2011) Gebrauch gemacht. Bei dem beschlossenen Verkauf eigener Aktien durch die Gesellschaft darf der Kaufpreis je Aktie den Börsenpreis der Aktie zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreiten.

Der gesamte Bestand an eigenen Aktien beläuft sich zum 31. Dezember 2011 auf 4.000 Stück. Dies entspricht 0,24 % des Grundkapitals. Die Anschaffungskosten in Höhe von 15,48 T€ (inklusive Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 0,0 T€) wurden in einer Summe vom Eigenkapital abgezogen.

Genehmigtes Kapital

Die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 22. Dezember 2011 beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, bis zum 21. Dezember 2016 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um bis zu EUR 1.794.099,00 durch die Ausgabe von bis zu 1.794.099 neuen Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011). Der Vorstand kann dabei einen von § 60 Abs. 2 S. 3 AktG abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung bestimmen. Das zuvor beschlossene Genehmigte Kapital 2011 wurde mit Wirksamkeit des Genehmigten Kapitals II 2011 aufgehoben. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 16 Februar 2012.

Zuvor hatte die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft am 31. Juli 2011 beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, bis zum 31. August 2016 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um bis zu EUR 844.099,00 durch die Ausgabe von bis zu 844.099 neuen Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2011). Der Vorstand konnte dabei einen von § 60 Abs. 2 S. 3 AktG abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung bestimmen. Das zuvor beschlossene Genehmigte Kapital 2008 wurde mit Wirksamkeit des Genehmigten Kapitals 2011 aufgehoben.

Zuvor hatte die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft am 08. Juli 2008 beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, bis zum 1. August 2013 durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig um bis zu EUR 666.831,00 durch die Ausgabe von bis zu 666.831 neuen Stückaktien (Genehmigtes Kapital 2008) zu erhöhen. Der Vorstand kann dabei einen von § 60 Abs. 2 S. 3 AktG abweichenden Beginn der Gewinnbeteiligung bestimmen. Das zuvor beschlossene Genehmigte Kapital 2005 wurde mit Wirksamkeit des Genehmigten Kapitals 2008 aufgehoben.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 533.464,00 durch Ausgabe von bis zu 533.464 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital I). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Umtausch- und Bezugsrechten an Inhaber von Wandelschuldverschreibungen und/oder Inhaber und/oder Gläubiger von Umtausch- oder Bezugsrechten bzw. Verpflichteten aus solchen Anleihen, die gemäß der vorstehenden Ermächtigung bis zum 1. August 2013 von der Gesellschaft begeben werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem gemäß der vorstehenden Ermächtigung jeweils festzulegenden Umtausch- oder Bezugspreis. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie von den Umtausch- oder Bezugsrechten Gebrauch gemacht wird, soweit nicht ein Barausgleich oder etwaige eigene Aktien, soweit die hierfür erforderlichen aktienrechtlichen Voraussetzungen geschaffen oder erfüllt sind, eingesetzt werden. Die neuen Aktien nehmen, sofern sie durch Ausübung bis zum Beginn der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft entstehen, von Beginn des vorhergehenden Geschäftsjahres, ansonsten jeweils vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Bezugsrechten entstehen, am Gewinn teil.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu EUR 133.366,00 durch Ausgabe von bis zu 133.366 auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von EUR 1,00 bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient ausschließlich der Umwandlung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen von Mitgliedern des Vorstands und von Mitarbeitern der Bob Mobile AG sowie von Mitgliedern der Geschäftsleitung und von Mitarbeitern mit der Gesellschaft verbundener oder künftig verbundener Unternehmen im Sinne des §§ 15 ff. AktG. Die bedingte Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie die Inhaber von den Bezugsrechten hiervon Gebrauch gemachen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder Barausgleich gewährt. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, für das zum Zeitpunkt der Ausübung der Bezugsrechte noch kein Beschluss über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist, am Gewinn teil.

Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und/oder Wandelgenussscheinen, Options-, Wandel- und/oder Gewinnschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts

Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 08. Juli 2008 beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 1. August 2013 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen mit einem Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 15.000.000,00 zu begehen, wobei nach näherer Maßgabe der jeweiligen Bedingungen der Schuldverschreibungen („Anleihebedingungen") den Anleihegläubigern Umtausch- oder Bezugsrechte für auf insgesamt bis zu 533.464 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 pro Stückaktie eingeräumt wurden. Die Verzinsung der Wandelschuldverschreibungen ist mit einem marktüblichen festen Zinssatz auszugestalten. Die Anleihebedingungen können vorsehen, dass im Fall der Ausübung der eingeräumten Umtausch- oder Bezugsrechte die den Gesellschaft den Gläubigern auch etwaige eigene Aktien der Gesellschaft gewährt, wenn und soweit hierfür die aktienrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und erfüllt sind. Außerdem kann festgesetzt werden, dass die Gesellschaft den Anleihegläubigern nicht Aktien der Gesellschaft gewährt, sondern den Gegenwert in Geld zahlt, der nach näherer Maßgabe der Bedingungen der Schuldverschreibungen dem Durchschnittskurs der Aktie der Gesellschaft in der XETRA-Schlussauktion an der Frankfurter Wertpapierbörse oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem während der letzten 10 Börsentage vor Erklärung der Umtausch- oder Bezugsrechtsausübung entspricht.

Der Umtausch- oder Bezugspreis für eine Stückaktie entspricht 100 % des durchschnittlichen Börsenkurses der Aktien der Gesellschaft in der XETRA-Schlussauktion der Frankfurter Wertpapierbörse oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem während der letzten 10 Börsenhandelstage vor dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand über die Begebung der Wandelschuldverschreibungen.

Die Wandelschuldverschreibungen sind grundsätzlich den Aktionären zum Bezug anzubieten; die Schuldverschreibungen können auch von einem durch den Vorstand zu bestimmenden Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten übernommen werden mit der Verpflichtung, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Beachtung der vorstehenden Vorgaben die weiteren Einzelheiten der Ausgabe und Ausstattung der Wandelschuldverschreibungen festzulegen. Dies betrifft insbesondere Zinssatz, Ausgabekurs, Ausschüttungsanspruch, Laufzeit und Stückelung, Übertragbarkeit der Umtausch- und/oder: Bezugsrechte, Bezugs- und Umtauschverhältnis, Umtauschpflicht, Festlegung einer baren Zuzahlung, Ausgleich oder Zusammenlegung von Spitzen, Wandlungs- und Optionspreis, Wandlungs- und Optionszeitraum, Barzahlung statt Lieferung von Aktien sowie Lieferung existierender Aktien statt Ausgabe neuer Aktien.

Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Die Posten enthalten die thesaurierten erwirtschafteten Gewinne der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften, das Periodenergebnis sowie die sonstigen Konsolidierungsrücklagen.

Aktienoptionsprogramm

Die ordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft hat am 8. Juli 2008 beschlossen, den Vorstand zu ermächtigen, mit Zustimmung des Aufsichtsrats innerhalb von 5 Jahren nach Eintragung des bedingten Kapital II in das Handelsregister einmalig oder mehrmals Bezugsrechte auf insgesamt bis zu 133.633 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 pro Stückaktie an der Gesellschaft nach Maßgabe der nachfolgend dargestellten wesentlichen Bedingungen („Aktienoptionsplan 2008") zu gewähren:

Die Ausgabe der Aktienoptionen zum Bezug von Aktien der Gesellschaft und die Ausgabe der Aktien erfolgt zur Schaffung eines Mitarbeiterbeteiligungsmodells.

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2008 werden Bezugsrechte an Mitglieder des Vorstands und der Mitarbeiter der Bob Mobile AG sowie an Mitglieder der Geschäftsleitung und Mitarbeiter mit der Gesellschaft verbundener oder künftig verbundener Unternehmen im Sinne des §§ 15 ff. AktG ausgegeben.

Bob Mobile AG hat seit dem Geschäftsjahr 2009 zwei Aktienoptionsprogramme (2009-2015) für Führungskräfte aufgelegt. Für die Programme 2009 und 2011 gelten die nachfolgenden Bedingungen:

Die Haltefrist der Optionen beträgt 3 Jahre für ein Drittel (1/3) und vier Jahre für zwei Drittel (2/3) der zugesagten Optionen. Jede Aktienoption berechtigt zum Bezug einer Aktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis. Der Ausübungspreis entspricht jeweils 100 % des Marktwerts der Aktien am Tag des Beschlusses über die Zuteilung der Optionen am 18. November 2009 (Programm 2009) bzw. 21. Juli 2011 (Programm 2011) (Programm 2009: 4,27, Programm 2011: 19,47); dabei sind Ausschüttungen, insbesondere Dividendenzahlungen und etwaige Bezugsrechte oder sonstige Sonderrechte während der Laufzeit der jeweiligen Aktienoptionen zu berücksichtigen. Voraussetzung für den verbindlichen Erwerb und die Ausübung der Aktienoptionen ist, dass der Marktwert der Aktie von Bob Mobile AG am Tag der Ausübung des Bezugsrechts den Basispreis um mindestens 20 Prozent übersteigt. Die Erfolgsziele wurden bisher während der Laufzeit der Programme nicht nachträglich abgesenkt. Aktienoptionen, für die die Wartefrist erfüllt ist und die trotz Erreichens des Erfolgsziels in einem Ausübungsfenster nicht ausgeübt wurden, können in einem späteren Ausübungsfenster ausgeübt werden. Die Aktienoptionen können grundsätzlich nur ausgeübt werden, solange der Bezugsberechtigte in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis mit Bob Mobile AG oder mit einer verbundenen Unternehmen steht. Die Ausübungsbedingungen sehen auch vor, dass die Ausübung der Aktienoptionen nur in den folgenden jährlichen Zeiträumen („Ausübungszeiträume") zulässig ist, die jeweils sechs Wochen dauern: Sie beginnen jeweils am dritten Bankarbeitstag nach der Veröffentlichung der bzw. von vorläufigen Quartalsberichten. Die Ablösung der Optionen kann die Gesellschaft über die Zuteilung von Aktien oder durch Barausgleich vornehmen. Die Laufzeit des Aktienoptionsprogramms beträgt fünf Jahre, beginnend ab dem Zeitpunkt der Zusage am 18. November 2009. Werden die Aktienoptionen von dem Bezugsberechtigten nicht innerhalb der Laufzeit ausgeübt, verfallen die Aktienoptionen entschädigungslos.

Die den Programmen 2009 und 2011 zugrunde liegenden Annahmen stellen sich wie folgt dar:

Programm 2009 Programm 2011
Anzahl ausgegebene Optionen 71.400 4.000
Beizulegender Wert der Option zum Zeitpunkt der Ausgabe 3,82 € 2,50 €
Ausübungspreis der Option zum Zeitpunkt der Ausgabe 4,27 € 19,47 €
Erwartete Volatilität 100,00 % 30,00 %
Laufzeit der Option 5 Jahre 5 Jahre
Erwartete Dividenden 5 % 5 %
Risikoloser Zinssatz 1,50 % 1,50 %
Fluktuationsrate 30,00 % 30,00 %

Die zum Stichtag 31. Dezember 2011 ausgewiesenen Aktienoptionen setzen sich ausschließlich aus den Aktienoptionsprogrammen 2009 und 2011 zusammen. Das Programm 2009 läuft im November 2014, das Programm 2011 im Juli 2016 aus.

Die beizulegenden Werte der Optionen wurden jeweils mittels der Black-Scholes-Merton-Formel von einem externen Gutachter ermittelt. Für die Programme 2009 und 2011 wurde die erwartete Volatilität auch unter Einbeziehung der in den Geschäftsjahren 2010 und 2011 erfolgten Kurzsteigerungen plausibel geschätzt.

Die Entwicklung der Aktienoptionen stellt sich wie folgt dar:

2010
Durchschnittlicher Ausübungspreis
2011
Durchschnittlicher Ausübungspreis
Anzahl EUR Anzahl EUR
1. Januar 74.100 4,27 72.100 4,27
Zusage - - 4.000 19,47
Ausgeübte Aktienoptionen - - - -
Verfallene Aktienoptionen -2.000 4,27 -2.400 4,27
31. Dezember 2011 72.100 4,27 73.400 5,09
ausübbar an 31. Dezember 2011 - -    

Im Geschäftsjahr sind für die Aktienoptionsprogramme Personalaufwendungen in Höhe von T€ 41,3 (2010: T€ 40,5) angefallen. Die Kapitalrücklage ist um diesen Betrag erhöht worden.

(19) Nicht beherrschende Anteile

Die Nicht beherrschenden Anteile werden in der „Eigenkapitalveränderungsrechnung" dargestellt.

(20) Leistungspläne

Bei Bob Mobile bestehen keine betrieblichen Altersversorgungssysteme. Es besteht für die Mitarbeiter in Deutschland die Möglichkeit eine Altersversorgung auf Basis von Direktversicherungen abzuschließen, deren Beiträge durch Gehaltsumwandlung letztlich durch die Mitarbeiter getragen werden.

(21) Sonstige Rückstellungen

in TEUR 1.1.2011 Inanspruchnahme Auflösung Zuführung 31.12.2011
Kurzfristige sonstige Rückstellungen          
Ertragsteuern 838,5 -402,9 -225,6 746,4 956,4
Abschluss- und Prüfungskosten 88,2 -37,3 -42,5 81,5 89,9
Übrige Rückstellungen 472,2 -174,5 -188,0 362,5 472,2
Summe kurzfristige sonstige Rückstellungen 1.398,9 -614,7 -500,2 1.190,4 1.518,5

Gemäß IAS 37 werden für rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten, die aus Ereignissen aus der Vergangenheit resultieren, Rückstellungen angesetzt, wenn der Mittelabfluss zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist.

Die Rückstellungen für Personalkosten wurden im Wesentlichen für betriebliche Zusatzversorgungen, Urlaubsrückstände, Gleitzeitrückstände, Überstunden, sowie Abfindungen gebildet.

In den übrigen Rückstellungen sind Rückstellungen für drohende Vertragsstrafen in Höhe von T€ 300 enthalten.

(22) Verbindlichkeiten

in TEUR Gesamt Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2011 101,4 101,4 - -
  2010 1.401,3 1.401,3 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen Leistungen und 2011 2.163,5 2.163,5 - -
  2010 2.656,6 2.656,6 - -
Sonstige Verbindlichkeiten   2.752,2 2.752, - -
  2010 3.291,6 2.466,1 825,5 -
Summe 2011 5.017,1 5.017,1 - -
  2010 7.349,5 6.524,0 825,5 -

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sie umfassen Rahmenkredit- und Darlehensverbindlichkeiten. Die Darlehensverbindlichkeiten setzen sich aus mehreren Darlehen zusammen, die mit unterschiedlichen Laufzeiten und zu unterschiedlichen Finanzierungskonditionen abgeschlossen wurden.

Die Verzinsung basiert auf über die Laufzeit fest vereinbarten Zinssätzen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR Gesamt Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre
Erhaltene Anzahlungen 2011 814,5 814,5 -  
  2010 1.511,5 686,0 825,5 -
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 2011 531,2 531,2 0 -
  2010 797,6 797,6 - -
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit   13,3 13,3 - -
  2010 14,2 14,2 - -
Verbindlichkeiten Lizenzerertrage 2011 169,4 169,4 - -
  2010 200,0 200,0 - -
Tantieme 2011 -   - -
  2010 141,0 141,0 - -
Übrige 2011 323,8 323,8 - -
  2010 427,3 427,3 - -
Nicht-finanzielle sonstige Verbindlichkeiten 2011 1.852,2 1.852,2 - -
  2010 3.091,6 2.266,1 825,5 -
Verbindlichkeit zu Jarimovas GmbH 2011 900,0 900,0 - -
  2010 200,0 200,0 - -
Finanzielle sonstige Verbindlichkeiten 2011 900,0 900,0 - -
  2010 200,0 200,0 - -
  2011 2.752,2 2.752,2 - -
  2010 3.291,6 2.466,1 825,5 -

Weiter gehende Erläuterungen zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen finden sich unter Anmerkung 25.

(23) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

Finanzinstrumente sind vertragliche Vereinbarungen, die Ansprüche auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten. Gemäß IAS 32 und IAS 39 gehören hierzu originäre sowie derivative Finanzinstrumente. Zu den originären Finanzinstrumenten zählen insbesondere die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Kredite und Darlehen.

Die nachfolgenden Tabellen stellen die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leiten diese auf die entsprechenden Bilanzposten über. Da die Bilanzposten „Übrige Forderungen und sonstige Vermögenswerte" und „Sonstige Verbindlichkeiten" sowohl Finanzinstrumente als auch nichtfinanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten.

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien zum 31. Dezember 2011

Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert
laut Bilanz
davon
außerhalb
IFRS 7
Fortgeführte
Anschaffungskosten
in TEUR
Aktiva        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 2.145,7   - 2.145,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 4.093,3 - 4.093,3
Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis LaR 75,0 - 75,0
Sonstige Vermögenswerte LaR 2.480,3 - 2.480,3
Finanzanlagen LaR 162,5 - 162,5
Passiva        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC -2.163,5 - -2.163,5
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis FLAC - -  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC -101,4 - -101,4
Sonstige Verbindlichkeiten FLAC -2.752,2 - -2.752,2
Aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:        
Kredite und Forderungen LaR 6.811,1 - 6.811,1
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Fair Value Option) FVO - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Held for Trading) HfT - - -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLAC -2.853,6 - -2.853,6
davon Wertansatz Bilanz nach IAS 39 Fair Value
Finanzinstrumente
innerhalb von IFRS 7
in TEUR Fair Value
erfolgsneutral
Fair Value
erfolgswirksam
davon
Wertansatz
nach IAS 17
Aktiva        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente       2.145,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - - 4.093,3
Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - - - 75,0
Sonstige Vermögenswerte - - - 2.480,3
Finanzanlagen - - - 162,5
Passiva        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - - -2.163,5
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -101,4
Sonstige Verbindlichkeiten - - - -2.752,2
Aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:        
Kredite und Forderungen - - - 6.811,1
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Fair Value Option) - - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Held for Trading) - - - -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - - -2.853,6

LaR: Loans and Receivables.

FVO: Financial Assets or Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (Fair Value Option).

Financial Assets or Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (Fair Value Option)

FLAC: Financial Liabilities at Amortized Costs.

FAC: Financial Assets at Costs.

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien zum 31. Dezember 2010

Bewertungskategorie
nach IAS 39
Buchwert
laut Bilanz
davon
außerhalb
IFRS 7
Fortgeführte
Anschaffungskosten
in TEUR
Aktiva        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 1.632,20 - 1.632,20
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 6.741,5 - 6.741,5
Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis LaR 75,0 - 75,0
Sonstige Vermögenswerte LaR 2.163,2 - 2.163,2
Finanzanlagen LaR 162,5 - 162,5
Passiva        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC -2.656,6 - -2.656,6
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis FLAC - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC -1.401,3 - -1.401,3
Sonstige Verbindlichkeiten FLAC -3.291,6 - -3.291,6
Aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:        
Kredite und Forderungen LaR 9.142,2 - 9.142,2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Fair Value Option) FVO - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Held for Trading) HfT - - -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FLAC -4.692,9 - -4.692,9
davon Wertansatz Bilanz nach IAS 39 Fair Value
Finanzinstrumente
innerhalb von IFRS 7
in TEUR Fair Value
erfolgsneutral
Fair Value
erfolgswirksam
davon
Wertansatz
nach IAS 17
Aktiva        
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - - 1.632,20
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - - 6.741,5
Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - - - 75,0
Sonstige Vermögenswerte - - - 2.163,2
Finanzanlagen - - - 162,5
Passiva        
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - - - -2.163,5
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis - - - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - - - -1.401,3
Sonstige Verbindlichkeiten - - - -3.291,6
Aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:        
Kredite und Forderungen - - - 9.142,2
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Fair Value Option) - - - -
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Held for Trading) - - - -
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - - -4.692,9

LaR: Loans and Receivables.

FVO: Financial Assets or Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (Fair Value Option).

HfT: Financial Assets or Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (Held for Trading).

FLAC: Financial Liabilities at Amortized Costs.

FAC: Financial Assets at Costs.

Aufgrund der kurzen Laufzeit der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten wird angenommen, dass der jeweilige beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows ermittelt. Zur Diskontierung werden marktübliche Zinssätze, bezogen auf die entsprechenden Fristigkeiten, verwendet. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen gegen Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis, sonstigen Vermögenswerte und Finanzanlagen sind zum Bilanzstichtag nicht überfällig oder wertgemindert.

Die Nettoergebnisse der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2010 2011
Forderungen und Kredite - -
Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss (FVO) - -
Financial Assets or Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (HfT) - -
Financial Liabilities at Amortized Costs -78,1 -48,3
  -78,1 -48,3

Das Nettoergebnis der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" (Financial Liabilities at Amortized Costs) setzt sich im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten zusammen.

Die Gesamtzinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2010 2011
Gesamtzinserträge 3,6 120,4
Gesamtzinsaufwendungen -81,7 -168,7
  -78,1 -48,3

RISIKEN AUS FINANZINSTRUMENTEN

Typische Risiken aus Finanzinstrumenten sind das Kreditrisiko, das Liquiditätsrisiko und die einzelnen Marktrisiken. Das Risikomanagementsystem des Konzerns wird einschließlich seiner Ziele, Methoden und Prozesse im Risikobericht des Konzernlageberichts dargestellt. Auf Basis der nachfolgend dargestellten Informationen sehen wir keine expliziten Risikokonzentrationen aus Finanzrisiken.

Kreditrisiken

Bob Mobile versucht das Ausfallrisiko originärer Finanzinstrumente durch Handelsauskünfte, Kreditlimits und Debitorenmanagement einschließlich Mahnwesen und offensiven Inkassos zu verringern. Eine Risikokonzentration hinsichtlich Kreditrisiken besteht insofern nicht, da in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 auf keinen Einzelkunden mehr als 1 % der Konzernumsatzerlöse entfielen. Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte.

Liquiditätsrisiken

Das operative Liquiditätsmanagement umfasst einen Cash-Controlling-Prozess, durch den eine Zusammenführung von liquiden Mitteln erfolgt. Dadurch können Liquiditätsüberschüsse und -anforderungen entsprechend den Bedürfnissen des Konzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden. In das kurz- und mittelfristige Liquiditätsmanagement werden die Fälligkeiten finanzieller

Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sowie Schätzungen des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit einbezogen. Für die Deckung des Liquiditätsbedarfs stehen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von insgesamt T€ 2.145,7 (2010: T€ 1.632,2 zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt Bob Mobile über bislang nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von insgesamt T€ 99 (2010: T€ 299). Das Liquiditätsrisiko wird daher insgesamt als gering eingestuft.

Aus den finanziellen Verbindlichkeiten resultieren in den nächsten Jahren voraussichtlich die folgenden (nicht diskontierten) Zahlungen:

in TEUR Bruttowert 31.12.2011 Zahlungen 2012 Zahlungen 2013 bis 2016 Zahlungen ab 2017
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.163,5 2.163,5 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 101,4 101,4 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 2.752,2 2.752,2 - -
Gesamt 5.017,1 5.017,1 - -

in TEUR Bruttowert 31.12.2010 Zahlungen 2011 Zahlungen 2012 bis 2015 Zahlungen ab 2016
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.656,6 2.656,6 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.401,3 1.401,3 - -
Sonstige Verbindlichkeiten 3.291,6 2.466,1 825,5 -
Gesamt 7.349,5 6.524,0 825,5 -

Marktrisiken

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftige Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Die wesentlichen Marktrisiken, denen Bob Mobile ausgesetzt ist, sind das Zinsänderungsrisiko. Aus diesen Risiken können Ergebnis-, Eigenkapital- und Cashflow- Schwankungen resultieren.

Die nachstehend beschriebene Analyse stellt hypothetische, zukunftsorientierte Angaben dar, die sich aufgrund unvorhersehbarer Entwicklungen an den Finanzmärkten von den tatsächlichen Ereignissen unterscheiden können. Zudem sind hier nicht Risiken berücksichtigt, die nichtfinanzieller Natur oder nicht quantifizierbar sind, wie zum Beispiel Geschäftsrisiken.

Währungsrisiken

Im Konzern erfolgen keine bzw. keine wesentlichen Einnahmen und Ausgaben in Fremdwährung. Insofern ergeben sich aus Fremdwährungen keine bzw. keine wesentlichen Risiken.

Zinsrisiken

Der Umfang der zinsgebundenen Fremdfinanzierung ist nicht signifikant, so dass das Risiko, dass aus sich volatil verhaltenden Zinssätzen resultiert, nicht wesentlich ist.

(24) Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften bestehen zum Bilanzstichtag nicht (2010: T€ 0).

(25) Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften

in TEUR Gesamt Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre >5 Jahre
Künftige Zahlungsverpflichtungen aus          
Mietverhältnissen für Gebäude 2011 88,9 88,9 - -
  2010 60,8 60,8 - -
- sonstigen Miet/Leasingverhältnissen 2011 140,6 95,8 44,8 -
  2010 287,4 147,2 95,4 44,8
Gesamt 2011 229,5 84,7 44,8 -
  2010 348,2 208,0 95,4 -

Die Mietverhältnisse für Gebäude und sonstige Miet-/Leasingverhältnisse entsprechen den zukünftigen Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen gemäß IAS 17. Gegenstand der Verträge sind die Anmietung von Gebäuden sowie das Leasing von Kfz oder IT-Hardware. Die Miet- und Leasingaufwendungen betrugen im Berichtsjahr 382,5 T€ (2010: 272,7 T€ ).

Neben den zuvor genannten sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus schwebenden Dauerschuldverhältnissen hat die Bob Mobile AG hat mit Anteilskaufvertrag vom 14. November 2011 sämtliche Anteile an der Cliq B.V., Amsterdam erworben. Als Gegenleistung für die Übertragung der Anteile wurde eine Zahlung in bar in Höhe von € 20 Mio., von der € 2 Mio. der Gesellschaft als Darlehen gewährt werden und die Übertragung von 1.900.000 Stück Aktien der Bob Mobile AG, die durch Erhöhung des Stammkapitals der Bob Mobile AG entstehen, vereinbart. Die für den Abschluss des Anteilskaufs vereinbarten Bedingungen wurden abschließend erst im Geschäftsjahr 2012 erfüllt. Der Abschluss des Kaufvertrags und damit die Übertragung der Geschäftsanteile an der Cliq B.V. erfolgte mit Wirkung zum 16. Februar 2012.

Darüber hinaus hat die Bob Mobile AG mit notariellem Geschäftsanteilskaufvertrag vom 30./31. August 2011 zwei Geschäftsanteile in Höhe von je 12.500 an der Guerilla Mobile Berlin GmbH, Berlin und somit die bisher noch nicht im Besitz von Bob Mobile AG befindlichen verbleibenden 49,8 % der Geschäftsanteile erworben. Als Gegenleistung für die Übertragung der Geschäftsanteile wurde eine Zahlung in bar in Höhe von € 4 Mio. und die Übertragung von 362.500 Stück Aktien der Bob Mobile AG, die durch Erhöhung des Stammkapitals der Bob Mobile AG entstehen, vereinbart. Die für den Abschluss des Anteilskaufs vereinbarten Bedingungen wurden abschließend erst in Geschäftsjahr 2012 erfüllt. Der Abschluss des Kaufvertrags und damit die Übertragung der Geschäftsanteile an der Guerilla Mobile Berlin GmbH erfolgte mit Wirkung zum 16. Februar 2012.

(26) Beziehungen zu nahe stehenden Personen und Unternehmen

Die verbundenen Unternehmen der Bob Mobile AG werden im Konsolidierungskreis (Anmerkung 28) dargestellt. Als „Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen" im Sinne des IAS 24 Angaben zu Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen kommen neben dem Vorstand, ihm nahe Familienangehöriger und grundsätzlich der Aufsichtsrat, Beteiligungen sowie die Anteilseigner in Betracht.

Die Vergütung des Vorstands setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2010 2011
Kurzfristig fällige Leistungen (ohne aktienbasierte Vergütung) 268,6 268,6
Aktienbasierte Vergütung 8,8 8,8
Gesamtvergütung 277,4 277,2
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses -  
Gesamt 277,4 277,2

Die aktienbasierte Vergütung bezieht sich auf den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung.

Der Vorstand hält zum 31. Dezember 2011 aus den Aktienoptionsprogrammen 2009 insgesamt 15.000 Aktienoptionen (2010: 15.000 Aktienoptionen aus den Aktienoptionsprogrammen 2009). Der Aufsichtsrat hält zum 31. Dezember 2011 keine Aktienoptionen (2010: keine Aktienoptionen).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Geschäftsjahr 2011 Aufwandsentschädigungen in Höhe von T€ 45,7 (2010: T€ 23,4) erhalten. Eine langfristige Vergütungskomponente für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht vereinbart.

(27) Erläuterungen zur Segmentberichterstattung

Gemäß den Regeln von IFRS 8 Geschäftssegmente werden die Aktivitäten des Konzerns im Rahmen der Segmentberichterstattung nach Geschäftssegmenten abgegrenzt. Im Konzern erfolgt die interne Berichterstattung auf Basis der Kundenprofile Mobile und Games sowie auf regionaler Ebene; in Übereinstimmung mit IFRS 8.10 wurden die Bereiche Mobile und Games als Geschäftssegmente definiert. Auf Basis des Berichtswesens beurteilt unser Vorstand als Hauptentscheidungsträger gemäß IFRS 8 die Leistung dieser beiden operativen Segmente und trifft Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen. Die Leistung der operativen Segmente wird insbesondere anhand der Größen „Umsatz mit externen Kunden" sowie „EBITA" gemessen.

Die Arten der Produkte und Dienstleistungen der Segmente Mobile und Games sind im Abschnitt „Allgemeine Angaben" und im Konzernlagebericht dargestellt.

Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich die gleichen Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es keine Änderungen der Bewertungsmethoden.

Die Segmentergebnisgröße „EBITA" setzt sich zusammen aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs- und Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten, den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sowie dem Ergebnis aus at Equity bilanzierten Beteiligungen.

In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 entfielen auf keinen Einzelkunden mehr als 1 % der Konzernumsatzerlöse. Die Angaben zu den langfristigen Vermögenswerten beziehen sich auf die immateriellen Vermögenswerte ohne Geschäfts- und Firmenwert, die Sachanlagen sowie die reparablen Ersatzteile. Die Zuordnung erfolgt nach dem Standort des betreffenden Vermögens.

Überleitung Segmentergebnis zu Konzernergebnis

in TEUR 2010 2011
Mobile Games Mobile Games
Operatives Ergebnis (EBITA) 4.063,9 -991,1 3.865,1 -4.168,5
Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwert -356,1 -22,2 -1.624,2 -599,6
Operatives Ergebnis (EBIT) 3.707,8 -1.013,3 2.240,9 -4.768,1
Finanzerträge und Finanzaufwendungen -65,7 -12,4 41,2 -89,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.642,0 -1.025,7 2.282,1 -4.857,6
Ertragsteuern -1.024,2 215,3 -827,9 917,9
Periodenergebnis 2.617,8 -810,4 1.454,2 -3.939,7
Ergebnisanteil anderer Gesellschafter -667,0 126,1 -1.339,4 -
Ergebnisanteil der Aktionäre der Bob Mobile AG 1.950,8 -684,2 114,8 -3.939,7

Überleitung des Segmentvermögens und der Segmentverbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2010 31.12.2011
Mobile Games Mobile Games
Summe Aktiva 13.220,2 2.009,6 14.754,4 3.220,8
Sonstige Beteiligungen 162,5 - 162,6 -
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.981,7 - 5.154,0 -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.571,1 61,1 2.089,6 56,1
Latente Steueransprüche 761,6 218,6 1.185,4 1.366,3
  31.12.2010   31.12.2011  
in TEUR Mobile Garnes Mobile Games
Segmentvermögen 8.743,3 1.729,9 6.162,7 1.798,4 
Summe Passiva 13.220,2 2.009,6 14.754,4 3.220,8
Eigenkapital 5.072,4 -591,6 9.443,3 -3.252,9
Latente Steuerverbindlichkeiten - - 95,1 -
Sonstige Rückstellungen 1.393,5 5,3 1.434,0 84,5
Finanzverbindlichkeiten 1.392,6 8,7 101,4 -
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten - - 256,0 104,2
Segmentverbindlichkeiten 5.361,7 605,4 3.424,5 1.131,1

(28) Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2011

Kapitalanteil in %

Bob Mobile AG, Straelen, Deutschland  
BOB MOBILE Deutschland GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,00
BOB MOBILE Hellas S.A., Attiki, Griechenland 99,99
BOB MOBILE Nederland B.V., Amsterdam, Niederlande 100,00
Pink Adventure AG, Baar, Schweiz 100,00
Venga Mobile GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,00
Rheinkraft Production GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,00
Imobic GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100,00
Just A Game GmbH, Berlin, Deutschland 100,00
Just A Garne Hellas S.A. Attiki, Griechenland 75,00
Guerilla Mobile Berlin GmbH, Berlin, Deutschland 50,20
Guerilla Mobile Greece Ltd., Athen, Griechenland 50,20
Guerilla Mobile LATAM GmbH, Berlin, Deutschland 50,20
Guerilla Mobile Asia Pacific Pte Ltd., Singapur 50,20
Capital Garnes GmbH, Berlin, Deutschland 100,00

(29) Honorar für Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Für die in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 erbrachten Dienstleistungen des Konzernabschlussprüfers WP StB Dipl. Kfm. E. Pipke (2010) und MAZARS (2011) sind folgende Honorare als Aufwand erfasst worden:

in TEUR 2010 2011
für Abschlussprüfungen 45,6 101,5
davon für den Konzernabschlussprüfer: WP StB Dipl. Kfm. E. Pipke 45,6 24,4
MAZARS - 77,1
für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 2,0 60,2
davon für den Konzernabschlussprüfer: WP StB Dipl. Kfm. E. Pipke 2,0 0,6
MAZARS - 59,6
für Steuerberatungsleistungen 5,2 -
davon für den Konzernabschlussprüfer: WP StB Dipl. Kfm. E. Pipke 5,2  
MAZARS - -
für sonstige Leistungen, die für die Bob Mobile AG oder ihre Tochterunternehmen erbracht worden sind - 5,0
davon für den Konzernabschlussprüfer: WP StB Dipl. Kfm. E. Pipke - -
MAZARS - 5,0

Die an Herrn Wirtschaftsprüfer Steuerberater E. Pipke geleitesten Aufwendungen für Abschlussprüfung stellen allesamt Aufwendungen dar, die im Zusammenhang mit der Prüfung des nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2010 entstanden sind.

(30) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bob Mobile AG hat im Geschäftsjahr 2011 einen Einbringungsvertrag betreffend sämtliche Anteile an der Cliq B.V., Amsterdam, Niederlande geschlossen. Die rechtlichen Voraussetzung zur Übertragung der Anteile der Cliq B.V. an die Bob Mobile AG wurden erst mit Wirkung zum 16. Februar 2012 erfüllt.

Darüber hinaus hat die Bob Mobile AG im Geschäftsjahr 2011 zwei Geschäftsanteile in Höhe von je 12.500 der Guerilla Mobile Berlin GmbH, Berlin und somit die bisher noch nicht im Besitz von Bob Mobile AG befindlichen verbleibenden 49,8 % der Geschäftsanteile erworben.

Zur Finanzierung der Transaktionen wurde ein Bankdarlehen mit der ABN Amro Bank über Euro 35,0 Mio. abgeschlossen, aufgeteilt in Euro 25,0 Mio. mit einer monatlichen Rückzahlung von Euro 1,00 Mio. und einem zusätzlichen Kreditrahmen von bis zu Euro 10,0 Mio. Die Darlehen sind jeweils mit maximal Euribor +300 Basispunkte verzinst. Zur Sicherung der Darlehen wurden nahezu sämtliche Aktiva des Unternehmens verpfändet. Zusätzlich wurden Gesellschafterdarlehen mit den veräußernden Gesellschaftern der Cliq B.V. (nach Anteil ihrer Beteiligung) abgeschlossen, womit das Unternehmen insgesamt über Gesellschafterdarlehen in Höhe von Euro 4,70 Mio. verfügt (Zinssatz: Euribor +350 Basispunkte). Die Gesellschafterdarlehen sind nachrangig zum Darlehen der ABN Amro Bank.

Wir verweisen auf unsere Angaben zum Gezeichneten Kapital (vgl. Tz. 18) und zu den sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus schwebenden Geschäften (vgl. Tz. 22).

Darüber hinaus lagen berichtspflichtige Ereignisse nicht vor.

(31) Anzahl der Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2011 betrug:

2010 2011
Vollbeschäftigte 59 101
Inland 55 100
Ausland 4 1
Teilzeit 4 6
Inland 4 6
Ausland - -
Geringfügig Beschäftigte/Praktikanten 13 12
Inland 13 12
Ausland - -
Total 76 119
Inland 72 118
Ausland 4 1

 

Straelen, 18. Juni 2012

Bob Mobile AG, Straelen

Remco Westermann

Luc Voncken Ben Bos (seit 16.02.2012)

Bob Mobile AG, Straelen, Deutschland (seit 28.03.2012)

Konzernlagebericht

A. Überblick

Der Bob-Mobile-Konzern ist ein führender Anbieter im Bereich Games und Mobile Entertainment mit Schwerpunkten in den Bereichen Mobile- und Online-Games sowie mobile Mehrwertdienste für Smartphones, herkömmliche Mobiltelefone, PCs und Tablets. Gegründet wurde der Konzern mit Sitz in Straelen (NRW) im Jahr 2005. Die Aktien der Bob Mobile AG werden im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Das Geschäftsjahr 2011 war ein bedeutendes Jahr für Bob Mobile. Zu den strategisch wichtigsten Änderungen, die in diesem Geschäftsjahr eingeleitet bzw. fortgeführt wurden, zählt die Übernahme des niederländischen Mobile-Spezialisten Cliq B.V. In den ersten Jahren nach Gründung der Bob Mobile AG verlief das Wachstum fast ausschließlich organisch. 2011 strebte man dann zum ersten Mal auch eine größere Übernahme an. So begannen im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verhandlungen mit den Eigentümern der Cliq B.V. (Amsterdam) über den Kauf von 100 % der Unternehmensanteile durch Bob Mobile. Am 22. Dezember 2011 genehmigte die Hauptversammlung der Bob Mobile AG diesen Schritt, das Closing der Transaktion erfolgte Mitte Februar 2012.

Die Akquisition von Cliq hat insbesondere im zweiten Halbjahr 2011 bedeutende Management-Ressourcen gebunden und verursachte zudem signifikante Sonderkosten. Die Transaktion stellt jedoch einen entscheidenden Wachstumsschritt dar, da hierdurch künftig steigende Umsatz- und Ergebniserträge für den Bob-Mobile-Konzern erwartet werden. Gemeinsam haben Bob Mobile und Cliq nun Tochtergesellschaften in Amsterdam, Berlin, Düsseldorf, Athen, Toronto und Singapur.

Eine weitere wichtige zukunftsweisende, strategische Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 war der nachhaltige Ausbau des im Juli 2010 gegründeten Geschäftsbereichs Online & Freemium Games. Besonders vielversprechend entwickelte sich im Jahresverlauf 2011 das im vierten Quartal 2010 auf den Markt gebrachte Online-Spiel „War2Glory". Insgesamt verzeichneten die bisher in diesem Geschäftsbereich gestarteten Spiele zum Jahresende 2011 mehr als 2,8 Mio. registrierte Nutzer. Obwohl eine Lernkurve durchlaufen werden musste und es zu Verzögerungen bei der Internationalisierung und dem „Roll-Out" von zusätzlichen erfolgreichen Spielen kam, ist dieser neu aufgebaute Geschäftsbereich wichtig für die zukünftige Entwicklung des Konzerns. Die Umsatzsteigerung der Sparte Online & Freemium Games blieb zwar hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, war jedoch mit einem Plus von 300 % gegenüber dem Vorjahr beachtlich. Ende 2011 wurde ein zusätzlicher Fokus auf Mobile Freemium Games gelegt, unter anderem mit der Markteinführung von „Ski Jump" für iPhones und später auch Android-Smartphones. Außerdem wurde die organisatorische und technische Basis geschaffen, um künftig zusätzliche Erlöse aus dem Bereich Werbung zu generieren.

Auch im Mobile-Premium-Bereich wurden 2011 wichtige Veränderungen in die Wege geleitet. Mit dem Management der Tochter Guerilla Mobile Berlin GmbH wurde im vierten Quartal 2011 vereinbart, deren Minderheitsanteil an der GmbH zu übernehmen. Das Closing der Transaktion erfolgte Mitte Februar 2012. Durch die Aufstockung auf 100 % der Guerilla Mobile Berlin GmbH-Anteile in Kombination mit der Übernahme der Cliq B.V. kann der Mobile-Bereich in der Bob-Mobile-Gruppe kostenoptimiert und besser auf zukünftige Geschäftsanforderungen ausgerichtet werden. Der Zusammenschluss der Bob-Mobile-Unternehmen mit den Cliq-Gesellschaften in diesem Geschäftsbereich ermöglicht Vertriebsaktivitäten in über 40 Ländern mit einer Reichweite von mehr als zwei Milliarden potentiellen Kunden. Gemeinsam verfügen die Unternehmen über ein großes Portfolio digitaler Unterhaltungsprodukte mit Schwerpunkten in den Bereichen Games und Mobile-Entertainment-Apps. Zudem ist der Bob-Mobile-Konzern Spezialist in der direkten Endkundenvermarktung seiner Produkte über Internet, mobiles Internet sowie TV.

Aufgrund des Länderrisikos wurde entschieden, das Engagement in Griechenland stark zurückzufahren. Darüber hinaus hat sich die Bob Mobile AG 2011 von dem Geschäftsbereich Adult getrennt.

Während die Expansion in neue Auslandsmärkte ebenfalls bereits zum Unternehmenswachstum beitrug, war Deutschland 2011 nach wie vor der wichtigste Absatzmarkt für die Bob Mobile AG.

Der Bob-Mobile-Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz in Höhe von Euro 35,1 Mio. (2010: Euro 40,7 Mio.). Der Umsatzrückgang ist vorrangig auf die Restrukturierungen im Mobile-Bereich zurückzuführen. Das Beenden der Aktivitäten im Adult-Bereich führte 2011 zu einem Umsatzrückgang um rund Euro 1,0 Mio. Der Rückzug aus Griechenland hatte einen negativen Umsatzeffekt von etwa Euro 5,7 Mio. zur Folge. Das Erschließen neuer Absatzmärkte im Ausland und ein 300-prozentiges Wachstum des Bereichs Online & Freemium Games von Euro 1,0 Mio. (2010) auf Euro 4,0 Mio. (2011) konnten diese Sondereffekte nicht vollständig kompensieren. Unter Bereinigung umsatzrelevanter Sondereffekte durch die Veräußerung von Pink Adventure und den Rückzug aus Griechenland erzielte der Bob-Mobile-Konzern gegenüber dem Vorjahr ein geringfügiges Umsatzwachstum von 3 %.

Trotz der zahlreichen Veränderungen und Sondereffekte erwirtschaftete der Bob-Mobile-Konzern im Geschäftsjahr 2011 ein operativ positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBITDA, exklusive Übernahmekosten) in Höhe von Euro 0,35 Mio. Das operative EBITDA (exklusive Übernahmekosten) verbesserte sich im Laufe des Jahres 2011 kontinuierlich und war im vierten Quartal mit Euro 0,60 Mio. positiv. Unter Berücksichtigung der Übernahmekosten in Höhe von Euro 0,65 Mio. war das EBITDA im Gesamtjahr 2011 mit Euro -0,30 Mio. leicht negativ (2010: Euro +3,10 Mio.). Hauptgrund für das rückläufige EBITDA waren die weiterhin hohen Investitionen in den Aufbau des Geschäftsbereichs Online & Freemium Games, die Veränderungen beim Lizenzhandel sowie der Rückzug aus Griechenland. Belastend auf das EBITDA wirkten sich außerdem die Kosten im Rahmen der vollständigen Übernahme der Cliq B.V. sowie der Erhöhung des Anteils an der Guerilla Mobile Berlin GmbH auf 100 % aus. Der konsolidierte Jahresfehlbetrag für 2011 beträgt Euro 2,49 Mio. vor Anteilen Dritter (2010: Jahresüberschuss in Höhe von Euro 1,81 Mio.). Neben laufenden Abschreibungen in Höhe von Euro 0,8 Mio. (2010: Euro 0,4 Mio.) führten insbesondere Sonderabschreibungen in Höhe von Euro 1,4 Mio. zu diesem Resultat. Die Sonderabschreibungen resultierten aus Sonderbelastungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Adult-Aktivitäten und Medien (Euro 1,0 Mio.) sowie Wertberichtigungen bei Lizenzen, insbesondere im Spiele-Lizenzhandelsbereich (Euro 0,4 Mio.). Nach Anteilen Dritter beträgt der Jahresfehlbetrag Euro 3,82 Mio. gegenüber einem Jahresüberschuss in Höhe von Euro 1,27 Mio. in 2010. Die Gewinnanteile Dritter (insbesondere an der Guerilla Mobile Berlin GmbH) werden im Jahr 2012 aufgrund der Übernahme der betreffenden Minderheitsanteile entfallen.

Um auch zukünftig den steigenden Transparenzanforderungen am Kapitalmarkt gerecht zu werden, wurde die Rechnungslegung auf die International Financial Reporting Standards („IFRS"), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, umgestellt und erstmals so angewendet. Die Minderheitsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH wurden für 2011 herausgerechnet. Zudem wurde Cliq B.V. im Geschäftsjahr 2011 noch nicht konsolidiert, da das Closing der Transaktion erst Mitte Februar 2012 stattfand (am 14. November 2011 wurden die Kaufverträge unterschrieben, am 22. Dezember 2011 erteilte die Hauptversammlung der Bob Mobile AG ihre Zustimmung).

Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet der Bob-Mobile-Konzern aufgrund der sich verbessernden Performance im Bereich Online & Freemium Games sowie angesichts der Komplettübernahme der Cliq B.V. und der Aufstockung des Beteiligungsbesitzes an der Guerilla Mobile Berlin GmbH auf 100 % deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Das erste Quartal des Jahres 2012 ist bereits gut verlaufen. Die Integration der Unternehmen schreitet nach Closing der Transaktionen planmäßig voran. Somit befindet sich die neu formierte Bob-Mobile-Gruppe auf einem gutem Weg, ihre Prognosen von rund Euro 95,0 Mio. Umsatz und rund Euro 18,0 Mio. EBITDA für das Geschäftsjahr 2012 zu erreichen. Der Bob-Mobile-Konzern hat sich durch den Zusammenschluss mit Cliq B.V., insbesondere im europäischen Raum, eine starke Marktposition erarbeitet und ist aus heutiger Sicht auch für das weitere profitable Wachstum im Geschäftsjahr 2013 gut aufgestellt.

B. Highlights 2011

Übernahme der Cliq B.V.

Die Bob-Mobile AG hat im November 2011 mit den Gesellschaftern der Cliq B.V. eine Vereinbarung abgeschlossen, um 100 % der Anteile an der Cliq B.V. gegen Ausgabe von 1,9 Mio. neuen Aktien und einen Betrag von Euro 20 Mio. zu übernehmen. Die Barkomponente hat die Bob Mobile AG durch einen neuen Bankfazilität mit der ABN Amro Bank über insgesamt bis zu Euro 35 Mio. geleistet, mit der sämtliche ansonsten bestehenden Kreditlinien des neuen Bob-Mobile-Konzerns refinanziert wurden. Durch die Übernahme sind sowohl das Produktportfolio als auch das Länderportfolio signifikant ausgeweitet worden. Außerdem können zukünftig Umsatz und damit Skaleneffekte sowie Profitabilität des Konzerns stark gesteigert werden. Die Übernahme wurde im Februar 2012 abgeschlossen. Da per 31. Dezember 2011 noch nicht alle vertraglichen Bedingungen für den Übergang der Beherrschung erfüllt waren, kann Cliq B.V. erst ab 2012 konsolidiert werden.

Aufstockung des Anteils an der Guerilla Mobile Berlin GmbH auf 100 %

Die Bob-Mobile AG hat im Dezember 2011 eine Einigung mit dem Management der Guerilla Mobile Berlin GmbH erzielt, die noch im Eigentum von Geschäftsführern befindlichen Geschäftsanteile im Umfang von 49,8 % des Unternehmens zu erwerben. Die Aufstockung auf 100 % mittels einer kombinierten Bar- und Sacheinlage erleichtert eine schnelle und optimale Integration der mobilen Aktivitäten der Bob-Mobile-Gruppe. Die Übernahme wurde im Februar 2012 abgeschlossen.

Verkauf der Aktiva der Pink Adventure AG

Der Bob-Mobile-Konzern hat im Geschäftsjahr 2011 mit den Erwerbern Einigung erzielt, die Aktiva der Pink Adventure AG zu veräußern. Die Trennung vom Adult-Bereich war eine Bedingung für die Bankfinanzierung der ABN Amro. Bei der Entscheidung diesen Bereich zu veräußern spielte außerdem der Umstand eine wesentliche Rolle, dass das Softerotikgeschäft in den letzten Jahren nur ein geringes Wachstum gezeigt hat, wobei sich auch die Renditen nicht zufriedenstellend entwickelt haben. Der Verkauf dieses Bereichs führte zu Umsatzeinbußen. Dementsprechend standen dem Verkaufserlös Kosten und Sonderabschreibungen gegenüber.

Sonderkosten insbesondere aufgrund der Übernahmen sowie der strategischen Optimierung

Die Komplettübernahme der Cliq B.V. sowie der Erwerb der Minderheitsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH verursachten im Geschäftsjahr 2011 hohe einmalige Kosten, insbesondere für die Rechtsberatung, Commercial und Financial Due Diligence sowie die Vertragsgestaltung (insgesamt Euro 0,65 Mio.). Zusätzliche Kosten und Abschreibungen entstanden durch die strategische Optimierung in Zusammenhang mit den Übernahmen, dem Verkauf des Adult-Bereiches zum 1. August 2011, der Schließung des Lizenzhandelsbereichs sowie der Einstellung wenig erfolgreicher Online-Spiele im vierten Quartal (Sonderabschreibungen in Höhe von insgesamt Euro 1,4 Mio.).

Ausbau des Geschäftsbereichs Online & Freemium Games

Mitte 2010 gründete der Bob-Mobile-Konzern den Geschäftsbereich Online & Freemium Games. In dieser Sparte beruht das Geschäftsmodell auf „Free to play & Item Sale"; Kunden können sich gratis registrieren und gratis spielen. Umsätze ergeben sich insbesondere durch den Verkauf von virtuellen Gütern (sogenannten „Items"). Der Bob-Mobile-Vorstand hat frühzeitig erkannt, dass es im Markt für digitale Unterhaltungsdienste wichtig ist, Expertise im Bereich des Freemium-Geschäftsmodells aufzubauen. Auf Basis des traditionell hohen Stellenwerts von Spielen im Bob-Mobile-Produktportfolio wurde Mitte 2010 die Entscheidung getroffen, sich zusätzlich auf den schnell wachsenden Markt für Multiplayer und Online Games zu konzentrieren. Aufgrund der zunehmenden Konvergenz zwischen Online und Mobile und der damals noch geringen Durchdringung der Smartphones konzentrierte sich Bob Mobile zunächst auf Freemium Multiplayer Online PC Games. Im Jahr 2011 konnte sich der Bob-Mobile-Konzern im Bereich der Online & Freemium Games etablieren. Insbesondere das Online-Spiel „War2Glory" war mit insgesamt rund 2,8 Mio. registrierten Spielern bis Ende 2011 sehr erfolgreich. Beim Aufbau dieses Bereiches gab es jedoch auch wesentliche Lerneffekte, insbesondere beim Management und der Monetarisierung der Spiele (u. a. Community Management), der Internationalisierung und der Selektion der richtigen Titel. Nach einem erfolgreichen Start im Jahr 2010 zeigte die Sparte auch 2011 ein starkes Wachstum und eine positive Ergebnisentwicklung. Insgesamt blieb der Bereich im Jahr 2011 trotz eines 300-prozentigen Umsatzwachstums aber deutlich hinter den selbst gesteckten Umsatz-, Internationalisierungs-, und Renditezielen zurück. Die Entwicklung der Plattform erwies sich als zeitintensiver als ursprünglich geplant und auch die Internationalisierung und die Einführung von neuen Spielen verliefen langsamer als planmäßig vorgesehen. Der Durchschnittsumsatz pro User (ARPU) ist auf Basis eines reinen „Item Sale"-Modells in Kombination mit einem verstärkten Wettbewerb noch nicht optimal. In Reaktion auf diese Entwicklung wurde ab dem vierten Quartal 2011 an der Implementierung von zusätzlichen Umsatzgeneratoren wie z. B. CRM (Customer Relations Management bzw. Optimierung der Kundeninteraktion) und Newsletter sowie Advertising gearbeitet. Die Entscheidung, in den Bereich Online & Freemium Games zu investieren, hat sich jedoch als sinnvoll erwiesen; die Sparte spielt eine wichtige Rolle bei der strategischen Fokussierung des Bob-Mobile-Konzerns auf den Wachstumsmarkt Online/Browser Games und damit für das zukünftige Umsatz- und Ergebniswachstum. Vor dem Hintergrund der gesteigerten Fachkompetenz, auch durch den Zusammenschluss mit der Cliq B.V., wurden im vierten Quartal 2011 zukunftsweisende Entscheidungen bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Sparte Online & Freemium Games getroffen. Neben dem Online-Portfolio wird ab 2012 ein zusätzlicher Fokus auf Mobile Multiplayer-Spiele gelegt. Zusätzlich wird weiter in einige noch fehlende technische Plattform-Komponenten investiert. Aufgrund der hohen Risiken beim Handel mit Spielelizenzen hat der Vorstand zudem entschieden, diesen Bereich - mit Ausnahme einer kleinen hochwertigen Einkaufsabteilung-zu schließen. Dies führte im Jahr 2011 zu Restrukturierungskosten und Sonderabschreibungen. Im Geschäftsjahr 2012 versprechen insbesondere das attraktive Produktportfolio sowie die internationale Positionierung der Cliq B.V. positive Impulse für den Gesamtkonzern.

Ausbau und Optimierung des Bereichs Mobile Entertainment-Dienste:

Der Bob-Mobile-Konzern setzt im Bereich Mobile Entertainment Dienste verstärkt auf die internationale Expansion. So wurden im Jahr 2011 mit Italien, Frankreich, Serbien und Malaysia vier regionale Märkte neu erschlossen. Der wichtigste Markt war im abgelaufenen Geschäftsjahr nach wie vor Deutschland, gefolgt von Österreich. Das Engagement in Griechenland wurde aufgrund des Länderrisikos stark zurückgefahren, wodurch sich ein Umsatzminus von Euro 5,7 Mio. ergab. Das Wachstum in den neuen Märkten konnte diesen Rückgang in Griechenland nicht vollständig kompensieren, da der Aufbau von substantiellen Marktanteilen und Umsätzen in neuen Ländern, auch angesichts des bestehenden Wettbewerbs, Zeit in Anspruch nimmt. Fördernd auf die angestrebte Internationalisierung, die auch aus Effizienzgründen sinnvoll ist, wirkt sich der Zusammenschluss mit Cliq aus. Zusammen mit der Cliq B.V. ist der Bob-Mobile-Konzern nun in über 40 Ländern aktiv und zählt zu den Top-3-Anbietern in mehr als acht Märkten. So konnte die Abhängigkeit vom deutschen Markt deutlich reduziert werden. Durch die Aufstockung der Beteiligung an der Guerilla Mobile Berlin GmbH auf 100 % kann 2012 die Integration der Cliq B.V. in die mobilen Aktivitäten der Bob Mobile AG ohne Rücksicht auf Minderheitsbelange vollzogen werden. Die länger als ursprünglich geplant andauernde Finalisierung der Übernahme von Cliq B.V. sowie der Minderheitsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH bis Anfang 2012 wirkte sich negativ auf die operative Performance der Guerilla Mobile Berlin GmbH aus. Insgesamt erzielte der Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste aber ein deutlich positives Ergebnis. Im Geschäftsjahr 2012 strebt der Konzern an, die vielfältigen Synergien zwischen der Cliq B.V. und der Bob Mobile AG durch die interne Restrukturierung der Organisation optimal zu nutzen. Dies soll sich sowohl auf die Umsatzseite als auch auf die Kostenseite positiv auswirken.

C. Darstellung des Geschäftsverlaufs

1. ENTWICKLUNG DER GESAMTWIRTSCHAFT UND DER BRANCHE

1.1 Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Das Jahr 2011 wurde aus wirtschaftlicher Sicht durch die Staatsschulden-Krise im Euroraum geprägt. Die hohe Verschuldung einiger Euro¬Staaten, insbesondere Griechenlands, stellte im vergangenen Geschäftsjahr eine Bedrohung der gemeinsamen Währungsunion dar und hatte einen negativen Einfluss auf die Gesamtwirtschaft. Auch die Aussichten für das weitere konjunkturelle Wachstum des Euroraumes sind durch diese Entwicklung getrübt. Die Währungsunion ist nach wie vor mit deutlichen Risiken behaftet.

Trotz Euro-Krise zeigte sich die deutsche Konjunktur im Jahr 2011 relativ robust. Nach dem Krisenjahr 2009 ist die Wirtschaft nach dem Rekordwachstum von 3,7 % 2010 auch 2011 mit 3,0 % deutlich gewachsen. 1 Auch der private Konsum entwickelte sich 2011 positiv. Allerdings kühlte die Konjunktur zum Jahresende 2011 sowohl in Deutschland als auch in anderen Teilen Europas deutlich ab. Aufgrund der anhaltenden Krise im Euroraum fallen die Erwartungen für 2012 verhalten aus.

Die Informations- und Kommunikationsbranche zeigte im ersten Halbjahr 2011 überdurchschnittliche Wachstumsraten. In der zweiten Jahreshälfte schwächte sich diese Entwicklung jedoch ab, was größtenteils auf die Euro-Krise zurückzuführen ist. Insgesamt verzeichneten vor allem die Segmente Software und IT Zuwächse, während der Hardware-Bereich mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten konnte. Die negative Entwicklung des Verbrauchervertrauens belastet auch die Aussichten für den europäischen IT-Markt im Jahr 2012. Innerhalb Europas ist der deutsche IT-Sektor vergleichsweise gut aufgestellt.

1.2 Entwicklung der Branche Mobile Mehrwertdienste

Der Markt für Mobile Mehrwertdienste zeigt ungebrochenes Wachstum. Gemäß den Erwartungen war auch 2011 ein starkes Wachstumsjahr für die Mobile-Branche. Dabei liefert die Hardware einen starken Impuls für weitere Wertzuwächse. Im vierten Quartal 2011 wurden weltweit 149,0 Mio. Smartphones verkauft, eine Steigerung von 47,3 % gegenüber dem vierten Quartal 2010.31 % aller im Jahr 2011 weltweit verkauften Mobile-Geräte waren Smartphones. 2 Insbesondere ist ein deutlicher Anstieg bei der Nutzung von Android- und iOS-„Smart"- Betriebssystemen zu verzeichnen. Laut einer Studie von Ipsos 3 nahm die Smartphone-Durchdringung 2011 auf globaler Ebene stark zu. Mit dem Anstieg der mobilen Internetnutzung verändert sich auch das Konsumentenverhalten mobiler Mehrwertdienste. Social Mobile Media war hier 2011 die treibende Kraft und gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Vermarktung mobiler Dienste. So zeigte sich, dass neben der Online-Vermarktung der Vertriebskanal Mobile nicht nur effizient ist, sondern sich im Marketing-Mix neben Online etabliert hat. Der rückläufige klassische TV-Werbemarkt für mobile Produkte hatte in 2011 kaum noch Bedeutung. Die im Jahr 2011 erwarteten strengeren Vermarktungsrichtlinien mobiler Mehrwertdienste durch die Netzbetreiber wurden umgesetzt bzw. für 2012 vorbereitet. Durch die ergriffenen Maßnahmen ist das Vertrauen der Nutzer in die mobilen Dienste gestiegen. Gleichzeitig fielen die befürchteten Effizienzeinbußen geringer aus als erwartet.

1.3 Entwicklung des Wettbewerbs Mobile Mehrwertdienste

Der Wettbewerb konzentrierte sich 2011 in fast allen Ländern darauf, Dienste an die aktuelle Marktentwicklung anzupassen. Dabei zeichnet sich ab, dass der Wettbewerb sich auch in Deutschland von Diensten für klassische Mobiltelefone hin zu Diensten für Smartphones (z. B. Apps) bewegt. Auch die Anpassung der Dienste an neue Richtlinien der Regulierungsbehörden, der Netzbetreiber sowie der neuen Distributionskanäle (u.a. App-Store) spielt eine wichtige Rolle. Durch die Veränderungen des Marktes ergeben sich für einige Wettbewerber Schwierigkeiten in der Anpassung an die neuen Entwicklungen. Andererseits stoßen aber auch neue Wettbewerber auf den Markt, beispielsweise durch Unternehmensgründungen aber auch durch Überschneidungen zu Unternehmen aus anderen Bereichen, die somit zu Wettbewerbern werden.

1.4 Entwicklung der Branche Online Games

Das Marktsegment Online Games ist ein starkes Wachstumssegment sowohl im Internet als auch im mobilen Internet und in App-Stores. Das Internet hat sich zum größten „Spielplatz" der Welt entwickelt. Nach einer aktuellen Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des BIU 4 nutzte im Jahr 2010 nahezu jeder vierte Deutsche im Alter von über 10 Jahren das Internet zum Spielen (davon spielen 11,3 Mio. Nutzer Browser Games). Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Zahl derjenigen, die im Internet spielen um 17 % auf 14,5 Mio.

1 Spiegel Online, 11. Januar 2012, Boom Boom Deutschland
2 Pressemitteilung Gartner, 15. Februar 2012: „Gartner Says Worldwide Smartphone Sales Soared in Fourth Quarter of 2011 With 47 Percent Growth"
3 Ipsos Mobile Consumer Evolution 2011
4 Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU), 2012, Themendossier Spielplatz Internet

gesteigert werden. Der Umsatz mit Internet-Spielen in Deutschland belief sich auf insgesamt 268,0 Mio. Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 28 % im Vergleich zum Vorjahr.

Ein starker Schub für die Online-Spiele kommt von den sozialen Netzwerken. Zusätzlich steht das Geschäftsmodell „Free to play & Item Sale" (gratis spielen und erst zahlen, wenn man zusätzliche „Items" benötigt) in starkem Wettbewerb zum klassischen Vertriebsmodell, bei dem pro Spiel im Voraus gezahlt werden muss. Laut der aktuellen Jim-Studie 5 geben 20 % aller befragten Jugendlichen an, täglich oder mehrmals in der Woche alleine im Internet zu spielen. 18 % geben an, im Internet gemeinsam mit anderen Nutzern zu spielen.

Im Jahr 2011 wurden weltweit 31 Mrd. Apps heruntergeladen. Für 2016 wird eine Steigerung auf 66 Mrd. erwartet, wobei 87 % davon Gratis-Apps mit nachgelagerten Einkünften aus Abos und Item-Sale sind. Für 2016 wird erwartet, dass ein Viertel aller App-Downloads über ein Tablet stattfinden wird. 6 Spiele bleiben die wichtigste und größte Kategorie bei den Apps. Branchenexperten gehen davon aus, dass neben den Download-Apps zukünftig auch Online-Apps eine wichtige Rolle spielen werden.

1.5 Entwicklung des Wettbewerbs Online Garnes

Die Wettbewerbssituation im Bereich Online Games ist von Land zu Land unterschiedlich, wird aber immer globaler. Einige wichtige Anbieter (z. B. Bigpoint und Gameforge) kommen aus Deutschland, wobei die Anzahl internationaler Anbieter stetig steigt. Mittelfristig ist in diesem Segment mit einer Konsolidierung zu rechnen. Insbesondere die US-Gesellschaft Zynga hat dank einer Kooperation mit dem sozialen Netzwerk Facebook eine sehr starke Position aufgebaut. Aber auch neue Wettbewerber stoßen im Bereich Online Games auf den Markt, darunter etwa klassische Konsolenspieleanbieter wie Electronic Arts. Diese verändern ihr Geschäftsmodell - teilweise mittels Übernahmen - schnell in Richtung Online. Durch das Marktwachstum sind Expansionspotentiale für die Bob Mobile AG in diesem Bereich jedoch weiterhin ausreichend vorhanden. Der Wettbewerb bei der Kundenakquise nimmt jedoch zu, wodurch die Kosten pro Neuregistrierung ansteigen. Auch der Wettbewerb beim Spieleeinkauf nimmt zu. Zusätzlich wird die Zahl der verfügbaren Online-Spiele größer und damit der Kampf um zahlungskräftige Kunden härter.

Im mobilen Bereich des Online-Spielemarkts besteht noch wesentlich mehr Spielraum für die Weiterentwicklung. Hier gibt es eine Vielzahl an Portalen wie etwa Apple, Google, Netzbetreiberportale und diverse unabhängige Portale. Wichtige Wettbewerber in diesem Bereich sind nach wie vor Glu und Gameloft. Aber auch in diesem Bereich treten neue Wettbewerber auf. So hat beispielsweise die finnische Computerspielefirma Rovio mit dem Spiel „Angry Birds" einen substantiellen Umsatz aufgebaut. Insgesamt sind die Anteile jedoch sehr verteilt und es gibt (noch) keine dominanten Teilnehmer am Markt. Zusätzlich entstehen durch das Marktwachstum in Zusammenhang mit der voranschreitenden Smartphone-Durchdringung diverse Chancen im Bereich mobile Online Games.

2. ENTWICKLUNG BOB-MOBILE-KONZERN

2.1 Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste

Auf den Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste entfielen 2011 über 83,7 % des Gesamtumsatzes, zudem hat dieser Bereich ein substantielles positives Ergebnis erwirtschaftet. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr jedoch zurück. Hauptgrund hierfür ist der planmäßige, schnelle Abbau der Umsätze in Griechenland, der zur Reduzierung des Länderrisikos erfolgte (minus Euro 5,7 Mio.; von Euro 8,9 Mio. in 2010 auf Euro 3,2 Mio. in 2011). Dies konnte nicht vollständig vom Wachstum in anderen, teils neu erschlossenen Ländern kompensiert werden. Zum Ende des Jahres stand auch in Deutschland der Umsatz zeitweilig unter Druck. Der Fokus auf die Cliq-Übernahme sowie die Übernahme der Minderheitsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH banden maßgebliche Management-Kapazitäten mit entsprechend negativem Einfluss auf die operative Entwicklung, insbesondere im vierten Quartal. Mit der erfolgreichen Integration, die bis Ende Juni 2012 angestrebt wird, wurde jedoch die Basis für deutliches Wachstum in den kommenden Quartalen gelegt.

Im Bereich Mobile Fun Dienste basiert das Geschäftsmodell auf einem Premium-Ansatz. Den Kunden steht ein großes Portfolio an Mobile-Fun-Produkten und Apps zur Verfügung. Die Produkte werden käuflich erworben und können, sofern es sich - wie im überwiegenden Fall - um Downloadprodukte handelt, dauerhaft auf dem Handy abgespeichert und genutzt werden. Aus Effizienzgründen werden die Produkte vorrangig im Abonnement vertrieben. Weil die Abonnements aber kurzfristig gekündigt werden können, bezieht rund ein Drittel der Kunden nur ein einzelnes Produkt. Die restlichen zwei Drittel sind meist langfristige Kunden, wobei es wichtig ist, ein großes Portfolio an attraktiven Downloadprodukten zur Verfügung zu stellen.

Die Ausweitung des Produktportfolios, die Neukundengewinnung mittels effizienter Vermarktung sowie die Expansion in neue Länder waren wichtige Schwerpunkte in 2011. In sechs neu hinzugekommenen Ländern wurden Dienste gelauncht. Insbesondere Frankreich, Italien, Malaysia und Serbien entwickelten sich positiv. Die Dienste für Smartphones gewinnen zunehmend an Bedeutung. In manchen Ländern liegt der Anteil von Smartphonekunden bei den Neukunden inzwischen weit über 50 %. 2011 wurde das Produktportfolio mit entsprechenden Fun Mehrwertdiensten ausgeweitet, insbesondere für iOS/Apple und Android Smartphones.

5 JIM 2010, November 2010; Jugend, Information, (Multi-), Media Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland
6 Pressemitteilung Juniper Research, 5. April 2012: Mobile App Downloads to Pass 66bn Annually by 2016, Up from 31bn Last Year

2.2 Bereich Online & Freemium Garnes

Der strategisch sehr wichtige Bereich Online & Freemium Games verzeichnete im Geschäftsjahr 2011 ein starkes Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr (+300 %). Das Wachstum war jedoch geringer als auf Basis der anfänglich noch positiveren Zahlen erwartet. Insbesondere die Fertigstellung der technischen Komponenten (Onlineshop, i-Frame, CRM, Customer Care) und die Internationalisierung dauerte länger als geplant. Zusätzlich nahm die Wettbewerbsintensität im Jahresverlauf zu; aufgrund der vielen positiven Berichte aus dem Bereich Browser Games sowie ausgelöst durch die Schwäche der Konsolen- und PC-Spiele traten viele neue Marktteilnehmer auf, was insbesondere die Kundenakquise verteuerte. Das Ende 2010 gelaunchte Online Freemium Spiel „War2Glory" entwickelt sich sehr positiv. Zum Jahresende 2011 hatten sich kumulativ rund 2,8 Mio. Spieler für sechs Sprachversionen registriert (Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Polnisch, Italienisch). Zwei Spiele („Gondalworld" und „9Empires") wurden wegen fehlender Erfolgsaussichten in der Zwischenzeit wieder eingestellt.

Im Bereich Online & Freemium Games basiert das Geschäftsmodell auf „Free to play & Item-Sale". Kunden können sich gratis registrieren und gratis spielen. Um bestimmte Items (digitale Güter) zu erwerben bzw. um sich weitere Vorteile innerhalb des Spiels zu verschaffen, ist ein kleiner Teil der Spieler (üblicherweise 3 bis 5 %) bereit, regelmäßig Geld auszugeben. Die Erlöse aus diesen Verkäufen müssen das ganze Spiel, die Marketingkosten sowie die Overhead-Kosten finanzieren.

Der Bob-Mobile-Konzern hat Mitte 2010 die in Berlin ansässige Just A Game GmbH und Anfang 2011 die Just A Game Hellas SA gegründet. Im März 2011 wurde die Capital Games GmbH erworben. Der Bereich Online & Freemium Games hat sich im Geschäftsjahr 2011 positiv entwickelt und aufgezeigt, dass in diesem Bereich sehr gute Renditen erzielbar sind. Es wurde substantiell in den Aufbau des Kundenstammes investiert, die gesamten Marketingausgaben beliefen sich auf Euro 3,00 Mio. Bis Ende 2011 wurden über 2,80 Mio. Registrierungen verzeichnet. Obwohl es auch bei der Kundenakquise Lerneffekte gab und teilweise unattraktive Kundengruppen akquiriert wurden, zeigt ein substantieller Teil der Kunden langfristiges Interesse und damit ein zukünftiges Umsatzpotential.

Das Jahr 2011 war aber insgesamt noch durch Anlaufkosten sowie Lerneffektkosten in diesem Bereich gekennzeichnet. Die technische Weiterentwicklung der Plattform wurde unterschätzt und kam langsamer voran als geplant. Dies hatte zur Folge, dass die Internationalisierung und Effizienzverbesserungen hinter Plan lagen. Wachstum und Rendite entwickelten sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte weniger positiv als ursprünglich erwartet.

Auch die Prozesse der Spieleselektion sowie der Launchvorbereitung wurden optimiert. Die Markstarts der vertraglich gesicherten Social Games wurden auf 2012 verschoben. Der Bereich Lizenzhandel zeigte in 2012 eine wesentlich schlechtere Performance als geplant. Der Bereich wurde 2010 als Teil des Online & Freemium Games Bereiches mit dem Ziel gegründet, durch aktiven Lizenzhandel im herkömmlichen Bereich (Konsolen und PC) einen besseren Zugriff auf Lizenzen für den Online-Bereich zu bekommen. Der herkömmliche Markt für Konsolen- und PC-Spiele entwickelte sich im Jahr 2011 jedoch deutlich rückläufig, in der Folge standen alle Marktteilnehmer unter Druck. Viele Entwickler sowie Distributoren verzeichneten starke Umsatzeinbrüche und kamen aufgrund dessen oft auch in Zahlungsprobleme. Ende 2011 wurde entschieden, den Lizenzhandelsbereich einzustellen und nur ein kleines Team spezialisierter Spieleeinkäufer zu behalten. Dies führte zu zusätzlichen Aufwendungen und Abschreibungen zum Ende des Jahres 2011.

Insgesamt jedoch war die Entscheidung, weiter im Bereich Games und hier insbesondere in Online Games sowie das Freemium-Geschäftsmodell zu investieren, richtig. Dieser Bereich verzeichnet sehr hohe Wachstumsraten. Der Bob-Mobile-Konzern hat 2010 und 2011 viel Know-how aufgebaut und verfügt jetzt über eine gute Position, um in diesem Bereich profitabel zu wachsen. Für 2012 wird verstärkt auf Mobile Freemium Games gesetzt. Erste Marktstarts und Vorbereitungen fanden schon 2011 statt. Unter anderem entwickelte sich das IOS-Spiel „Ski-Jump" sehr gut und beweist, dass substantielle Einkünfte auch im Mobile-Games-Bereich möglich sind. Zusätzliche Umsatzströme werden im Jahr 2012 aus Werbung erwartet. Die kommerziellen und technischen Vorbereitungen hierfür laufen.

2.3 Bereich Mobile Adult-Dienste

Der Bereich Mobile Adult-Dienste wurde zum 1. August 2011 mittels des Verkaufs aller Aktivitäten inklusive der Aktiva veräußert. Dem Erlös standen einmalige Aufwendungen und Abschreibungen gegenüber.

Bis Ende Juli konzentrierte sich die Vertriebsgesellschaft Pink Adventure AG auf weiteres Wachstum in Deutschland. Die Bewerbung der Mobile Adult Mehrwertdienste in Griechenland wurde aufgrund des Länderrisikos und der Marktlage schon 2010 stark reduziert.

2.4 Bereich Produktion und Technik

Im Jahr 2011 hat der Bob-Mobile-Konzern verstärkt in Technik investiert. Im Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste wurde die technische Plattform weiter optimiert, zudem wurden neue Länder technisch angebunden. Auch im Bereich Online & Freemium Games wurde stark in Technik investiert, wobei die technische Implementierung zum Jahresende 2011 jedoch noch hinter den Planungen zurücklag. In diesem Bereich wurde in Shopsysteme, Longin-Flows & Backend, Web-Page-Builder, Customer Care Tools sowie in Reporting-Tools investiert. Zusätzlich wurden Online-Spiele an die Plattform angebunden.

Die Core-Technik zum Bewerben, Liefern und Abrechnen der Produkte wird von Bob Mobile konzernintern entwickelt. Bei den Anbindungen an Mobilfunknetzbetreiber, bei den diversen Abrechnungsmethoden sowie beim Serverhosting wird mit externen Partnern zusammengearbeitet. Die Entwicklung der Produkte (Mobile Dienste bzw. Spiele) findet fast komplett extern statt, teilweise im Auftrag von Bob Mobile. Es werden vorrangig fertige oder nahezu fertige Produkte eingekauft bzw. lizenziert.

3. UMSATZENTWICKLUNG BOB-MOBILE-KONZERN

Der IFRS-Konzernabschluss konsolidiert die Ergebnisse der Bob Mobile AG und ihrer Tochtergesellschaften zu 100 %.

In seinem siebten Geschäftsjahr seit der Gründung (1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011) hat der Bob-Mobile-Konzern einen Umsatz von Euro 35,1 Mio. (2010: Euro 40,7 Mio.) erwirtschaftet. Der Umsatzrückgang ist vorrangig auf die Restrukturierung im Mobile-Bereich zurückzuführen. Die Einstellung der Aktivitäten im Adult-Bereich (Pink Adventure AG) führte 2011 zu einem Umsatzrückgang von ca. Euro 1,0 Mio. Zudem hatte der Rückzug aus dem Geschäft in Griechenland einen negativen Umsatzeffekt von ca. Euro 5,7 Mio. zur Folge. Neue Länder und ein 300-prozentiges Wachstum des Bereichs Online & Freemium Games konnten diese Sondereffekte nicht vollständig kompensieren. Unter Herausrechnung der Sonderumsatzeffekte Pink Adventure und Griechenland erwirtschaftete der Bob-Mobile-Konzern gegenüber dem Vorjahr ein moderates Umsatzwachstum von 3 %.

Somit sieht sich der Bob-Mobile-Konzern für weiteres Wachstum in 2012 gut und solide aufgestellt. Der Bereich Online & Freemium Games wurde im Jahresverlauf 2011 optimiert und sollte sich - auch aufgrund der Synergien durch den Zusammenschluss mit Cliq - im Jahr 2012 sowohl bei der Zahl der registrierten Spieler als auch im Umsatz positiv weiterentwickeln. Investiert wird 2012 u. a. in die Weiterentwicklung der Plattform. Darüber hinaus steht das Generieren von zusätzlichen ARPU-Bestandteilen wie Werbung, CRM und (Co-) Registrierungen im Mittelpunkt. Auch im Bereich Mobile Mehrwertdienste wird auf Basis der sich ergänzenden Produktportfolien, der gemeinsam besseren Einkaufsposition bei den Medien und der höheren Kosteneffizienz weiteres Umsatzwachstum avisiert. Der Bob-Mobile-Konzern strebt für 2012 unter Einbezug der Cliq B.V. und ihrer Tochtergesellschaften ein deutliches Umsatzwachstum auf rund Euro 95,0 Mio. an.

4. KOSTEN- UND ERGEBNISENTWICKLUNG

4.1 Investitionen in die Zukunft

Im Geschäftsjahr 2011 wurde von Bob Mobile - ebenso wie in den vorangegangenen Jahren - in zukünftiges Wachstum investiert. Dies betraf insbesondere folgende Punkte:

Weiterer Aufbau des Kundenbestandes (Neukundenakquise, Abonnenten) für Mobile Fun Mehrwertdienste, insbesondere in den Kernländern, aber auch in neuen Ländern wie Frankreich und Italien.

Weitere Investitionen in die Kundenakquise sowie Aufbau und Ausbau der Marktposition im Bereich Online & Freemium Games.

Investitionen im Bereich Lizenzhandel: Aufgrund der fehlenden Erfolge und der sich verschlechternden Marktumstände wurden die Investitionen in diesen Bereich jedoch zur Mitte des Jahres 2011 gestoppt und die betreffenden Lizenzen zum Ende des Jahres wertberichtigt.

Aufbau neuer Länder sowie Erweiterung der Vertriebswege, insbesondere im Internet und dem mobilen Internet. Aufbau neuer Produkte und Geschäftsmodelle sowohl im Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste als auch bei den Online & Freemium Games.

Weiterer Ausbau der eigenen Technik; insbesondere Erhöhung der Kapazität, Verbesserung der Effizienz und Optimierungen von Internet und mobilem Internet; Aufbau von Softwaremodulen für den Online & Freemium Games Bereich.

Im Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste war - wie in den Vorjahren - die für weiteres Umsatzwachstum benötigte Neukundenakquise weniger kostenintensiv als die durch den Gesamtkundenstamm generierte Marge. Somit wurde in diesem Bereich auch 2011, trotz der Investitionen in weiteres Wachstum, wie in den Vorjahren ein Gewinn erwirtschaftet. Bei dem vorrangig genutzten Abonnement-Geschäftsmodell fallen die Akquisitionskosten (= Werbekosten) zeitlich vor den Abonnementeinkünften an. Die eigentliche Gewinngenerierung durch einen zusätzlichen Neukunden findet erst mehrere Monate später statt. Den Kosten der Neukundenakquise sowie der Produktentwicklung und der Internationalisierung stehen allerdings auch bereits werthaltige Abonnenten gegenüber.

Im Bereich Online & Freemium Games beruht das Geschäftsmodell auf „Free to play & Item-Sale". Die Erlöse aus den entsprechenden Verkäufen der Items müssen das ganze Spiel, die Marketingkosten sowie die nicht direkt zurechenbaren Kosten finanzieren. Auch in diesem Bereich wird erst in Marketing investiert, bevor die Einkünfte dann im Laufe der Zeit erzielt werden. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die Kosten der Investitionen in das Wachstum noch nicht durch die Einnahmen gedeckt. Es wurde entschieden, dass aufgrund des sich verschärfenden Wettbewerbs und der dadurch erhöhten Kundenakquisekosten zusätzliche Umsatzbestandteile aufgebaut werden müssen, wie z. B. Einkünfte aus Newslettern, Werbung, usw. Hierfür wurden im Jahr 2011 erste Schritte, insbesondere im Bereich Newsletter und CRM vorbereitet, die voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2012 zu substantiellen Umsätzen führen und damit dem Geschäftsbereich mittelfristig zu einer attraktiven Rendite verhelfen sollen.

Detaillierte Informationen zu den Investitionen finden sich unter Punkt 6.

4.2 Deckungsbeitrag I (Gross Margin)

Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein positiver Deckungsbeitrag I in Höhe von Euro 7,3 Mio. (2010: Euro 10,0 Mio.) erzielt. Die hauptsächlichen Kosten entfielen auf die Bereiche Medien mit Euro 13,2 Mio. (2010: Euro 13,6 Mio.) und direkte Kosten für Technik, Abrechnung, Übertragung und Inhalte mit Euro 14,6 Mio. (2010: Euro 17,0 Mio.).

4.3 Deckungsbeitrag II (EBITDA)

Trotz der zahlreichen Veränderungen und Sondereffekte erwirtschaftete der Bob-Mobile-Konzern im Geschäftsjahr 2011 ein operativ positives EBITDA (exklusive Übernahmekosten) in Höhe von Euro 0,35 Mio. Das operative EBITDA (exklusive Übernahmekosten) verbesserte sich im Verlauf des Jahres 2011 kontinuierlich und war im vierten Quartal mit Euro 0,6 Mio. positiv. Unter Berücksichtigung der Übernahmekosten in Höhe von Euro 0,65 Mio. war das EBITDA im Gesamtjahr 2011 mit Euro -0,3 Mio. leicht negativ (2010: Euro +3,1 Mio.). Hauptgrund für das rückläufige EBITDA waren die weiterhin hohen Investitionen in den Aufbau des Geschäftsbereichs Online & Freemium Games, die Veränderungen und Einschränkungen beim Lizenzhandel, der Rückzug aus Griechenland und die Kosten im Rahmen der vollständigen Übernahme der Cliq B.V. sowie der Erhöhung des Anteils an der Guerilla Mobile Berlin GmbH auf 100 %, die nicht komplett durch das positive EBITDA im Mobile-Bereich kompensiert werden konnten.

Die indirekten Kosten sind im Geschäftsjahr 2011 auf Euro 9,7 Mio. (2010: Euro 7,4 Mio.) gestiegen. Aufgrund der Internationalisierung im Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste und der Investitionen in den Ausbau des Bereichs Online & Freemium Games, hat sich das Verhältnis indirekter Kosten zum Umsatz von 18 % (2010) auf 28 % (2011) verschlechtert. Hauptverantwortlich dafür war eine deutliche Steigerung der Personalkosten (Euro 5,2 Mio. in 2011 gegenüber Euro 3,4 Mio. in 2010). Insbesondere im Zuge des Aufbaus des Bereichs Online & Freemium Games wurden neue Einstellungen getätigt. Im zweiten Halbjahr 2011 wurde jedoch auf Basis der Erfahrungen sowie zur Vorbereitung auf die Cliq-Übernahme Personal abgebaut. Im dritten und vierten Quartal wurde das Ergebnis mit Euro 0,65 Mio. durch unterschiedliche Kostenfaktoren aufgrund der Übernahmen belastet. Diese betrafen unter anderem die Kosten für Due Diligence und Verträge, die im Zusammenhang mit der Übernahme der Anteile der Cliq B.V., dem Erwerb der Minderheitsbeteiligungen an der Guerilla Mobile Berlin GmbH, der imobic GmbH sowie der Just A Game GmbH angefallen sind.

Der Deckungsbeitrag blieb im Geschäftsjahr 2011, insbesondere aufgrund der längeren Investitionsphase für den Bereich Online Games, hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Während laut Plan der Bereich Online & Freemium Games schon ab dem dritten Quartal einen positiven Beitrag liefern sollte, verzögerte sich dies. Der Bereich Online & Freemium Games wies auch im vierten Quartal ein zwar verbessertes, jedoch noch negatives EBITDA aus. Allerdings erwirtschaftete der Gesamtkonzern im vierten Quartal 2011 nach vier negativen Quartalen in Folge erstmals wieder einen positiven operativen Deckungsbeitrag.

4.4 Profitabilität (EBIT und Jahresüberschuss)

Das EBIT auf IFRS-Basis war im Geschäftsjahr 2011 mit Euro -2,53 Mio. negativ gegenüber einem positiven Vorjahres-EBIT von Euro 2,65 Mio. Neben laufenden Abschreibungen in Höhe von Euro 0,8 Mio. (2010: Euro 0,4 Mio.) führten insbesondere Sonderabschreibungen in Höhe von Euro 1,4 Mio. zu diesem Resultat. Die Sonderabschreibungen resultierten aus Sonderbelastungen in Zusammenhang mit dem Verkauf der Adult-Aktivitäten und Medien (Euro 1,0 Mio.) sowie Wertberichtigungen bei Lizenzen, insbesondere im Spiele-Lizenzhandel (EUR 0,4 Mio.). Der konsolidierte Jahresfehlbetrag für 2011 beträgt Euro 2,49 Mio. vor Anteilen Dritter (2010: Euro +1,85 Mio.). Nach Anteilen Dritter beträgt das Ergebnis Euro -3,82 Mio. gegenüber einem Gewinn von Euro 1,27 Mio. in 2010. Die Gewinnanteile Dritter (insbesondere Guerilla Mobile Berlin GmbH) in Höhe von Euro 1,34 Mio. entfallen im laufenden Geschäftsjahr 2012 aufgrund der vollständigen Übernahmen der betreffenden Minderheitsanteile.

Wie bereits erwähnt (vergleiche Teil Überblick), standen den Belastungen aus den Akquisitionen der Geschäftsanteile der Cliq B.V. und der Guerilla Mobile Berlin GmbH im Geschäftsjahr 2011 noch keine positiven Umsatz- und Ergebniseffekte gegenüber.

5. EINKAUF

5.1. Medieneinkauf

Der effiziente Einkauf von Medien - also die Steuerung der Werbeausgaben - hat eine große Bedeutung für die Unternehmen des Bob-Mobile-Konzerns. Dies ist eine der wichtigsten Größen für die Anzahl der Neukunden sowie die Effizienz der Neukundengewinnung und damit für das künftige Umsatzwachstum und die Rentabilität. Es werden sowohl Medien eingekauft (z. B. Sekunden für Werbespots, Cost per Click, Cost per View), als auch Medien über Kooperationen abgewickelt (z. B. Revenue Share, Cost per Order). Obwohl nach wie vor auch TV-Werbung geschaltet wird, hat sich die Bewerbung vor allem auf das Internet fokussiert. Das Schalten von Werbung im mobilen Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die verfügbaren effizienten Werbevolumina werden jedes Jahr größer, sind aber nach wie vor relativ gering. Während die Medienkosten im Mobile-Bereich relativ stabil waren, war bei den Medienkosten für die Neukundengewinnung im Bereich Online Games eine deutliche Kostensteigerung aufgrund des sich verschärfenden Wettbewerbs festzustellen.

5.2 Produkt- und Lizenzeinkauf

Der Einkauf und die Produktion von Produkten und Diensten für den Mobile-Bereich finden fast komplett extern auf variabler Basis (Lizenz/Revenue Share) statt, mit Ausnahme einer minimalen Anzahl von Produkten, die im eigenen Auftrag entwickelt werden (Fixum bzw. Mindestgarantie). 2011 wurden diverse neue erfolgreiche Produkte in das Produktportfolio aufgenommen. Der Schwerpunkt lag dabei auf Produkten für Smartphones. Im Bereich Online-Spiele werden die Spiele für spezifische Länder komplett von Dritten lizenziert. Um eine gute Position beim Erwerb von Lizenzen aufzubauen, wurde innerhalb der Spieletochter eine Einheit für Lizenzein- und -verkauf gegründet, die Spielelizenzen für alle Plattformen vertraglich sichert, aber auch an Dritte (B2B) weiter vertreibt. Dieser Bereich blieb 2011 deutlich hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im Konsolen- und PC-Bereich ist die Nachfrage spürbar zurückgegangen. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde die Lizenzeinkaufs- und -vertriebseinheit Ende 2011 restrukturiert, die Abteilung konzentriert sich nunmehr nur noch auf den Einkauf von Online und Mobile Games. Aufgrund der Restrukturierung kam es zu Wertberichtigungen bei den Spielelizenzen.

5.3 Einkauf Dienstleistungen

Die Aufwendungen für Netzbetreiber und technische Dienstleister sind, abgesehen von kleinen Fixums bzw. Mindestumsätzen, fast komplett variabel. Die Netzbetreiber lassen sich als Semi-Monopolisten im eigenen Netzwerk für ihre Dienste (Traffic, Billing und Forderungsabkauf) sehr gut bezahlen; der Anteil am Endkundenumsatz, der an die Netzbetreiber geht, reicht von 25 % in Deutschland bis über 50 % in einigen anderen Ländern. In diesem Bereich haben sich keine größeren Veränderungen gegenüber 2010 ergeben. Positiv ist, dass der Bereich Online & Freemium Games bei der Abrechnung auch andere Bezahlmethoden nutzt wie zum Beispiel Kreditkarte, PayPal oder Moneybookers, wobei die Gebühren wesentlich geringer sind als bei den Mobilfunknetzbetreibern. Der Kostenanteil für technische Dienstleister, die z. B. Anbindungen an den Mobilfunknetzbetreiber bereitstellen, ist gering. Aufgrund der höheren Anzahl an Online-Spielen im Bereich Online & Freemium Games steigerten sich die Kosten für Traffic und Server in 2011.

5.4 Übrige operative Aufwendungen

Zusätzliche Aufwendungen verbucht die Bob Mobile AG u. a. im Bereich Customer Care und Community Management. In diesen Bereichen steht die Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt des Interesses. Hierbei wird grundsätzlich ein großes Maß an Kulanz beachtet, wenn es um Rückerstattungen geht. Es ist besonders wichtig, auf die Wünsche der Kunden einzugehen und diese bei der Produktweiterentwicklung bzw. beim Lizenzieren neuer Produkte zu beachten.

5.5 Übrige nicht operative Aufwendungen: Börse und Kapitalerhöhungen

Zusätzliche Kosten des Konzerns entstehen durch die Börsennotiz. Neben den Kosten der Notierung und des Designated Sponsorings fielen im Geschäftsjahr 2011 insbesondere Kosten für Anwälte sowie Investor Relations in Höhe von Euro 0,31 Mio. an.

5.6 Übrige nicht operative Aufwendungen: Übernahmekosten

Im dritten und vierten Quartal wurde das Ergebnis durch die Kosten für die Cliq-Übernahme (Due diligence, Verträge und Änderungen der Organisationsstruktur), Kosten und Sonderabschreibungen im Rahmen der Restrukturierung sowie Vorbereitungen für die Integration stark belastet.

6. INVESTITIONEN

Der Nettofinanzbedarf im Investitionsbereich betrug 2011 Euro 1,40 Mio. (2010: Euro 0,91 Mio.). Davon entfallen auf immaterielle Vermögensgegenstände Euro 1,25 Mio. (2010: Euro 0,82 Mio.). Diese bestehen aus Aufwendungen für die Erstellung und den Einkauf von Software für die Bereiche Online & Freemium Games, Mobile Fun Mehrwertdienste und für den Erwerb von Produktlizenzen (insbesondere Online-Spiele) und für übrige Anwendersoftware. Investitionen in Sachanlagen wurden in Höhe von Euro 0,15 Mio. (2010: Euro 0,09 Mio.) getätigt.

Investitionen, die nicht im Anlagenspiegel dokumentiert werden können, sondern als betriebliche Aufwendungen verbucht werden, umfassen dabei insbesondere

 

Aufwendungen für den Aufbau eines fachlich hoch qualifizierten Mitarbeiterstamms,

 

Medienkosten zum Aufbau des Abobestandes,

 

Aufwendungen für die Internationalisierung und neue Segmente,

 

Aufwendungen für die Anlaufkosten im Bereich Online & Freemium Games.

7. PERSONAL UND SOZIALBEREICH

Alleiniger Vorstand der Bob Mobile AG war im Jahr 2011 Remco Westermann. Im Geschäftsjahr 2011 waren im Konzern durchschnittlich 119 Mitarbeiter (2010: 76 Mitarbeiter) beschäftigt. Am Stichtag 31. Dezember 2011 beschäftigte der Konzern 101 Mitarbeiter in Vollzeit, 6 in Teilzeit und 12 Aushilfen/Praktikanten.

Der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten lag im Geschäftsjahr 2011 bei 13,0 % (2010: 8,9 %).

Im Februar 2012 wurde der Vorstand um Luc Voncken erweitert. Herr Voncken war zuvor CEO der Cliq B.V. und wird sich vorrangig um das operative Geschäft kümmern. Im März 2012 wurde Herr Ben Bos als drittes Vorstandsmitglied berufen, seine Schwerpunkte sind Corporate Finance und M&A. Herr Remco Westermann kümmert sich als Vorstandsvorsitzender vorrangig um die Außendarstellung des Unternehmens sowie um den Bereich Finanzen.

8. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Bob Mobile AG betreibt keine Forschung. Die Gesellschaft investierte jedoch Euro 1,14 Mio. in die Entwicklung und Optimierung von Plattformen, sowohl mittels Eigenleistung (Euro 0,19 Mio.) als auch durch Dritte (Euro 0,95 Mio.). 2011 wurden insgesamt Euro 0,19 Mio. in die Weiterentwicklung der technischen Plattform investiert und als Eigenleistung aktiviert.

9. BESONDERE EREIGNISSE IM ABGELAUFENEN GESCHÄFTSJAHR

Auflistung der besonderen Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr:

Vorbereitung des Erwerbs von 100 % der Anteile der Cliq B.V. (abgeschlossen im Februar 2012)

Erwerb der von Dritten gehaltenen Minderheitsbeteiligungen an Tochtergesellschaften; Erwerb von 49,8 % an der Guerilla Mobile Berlin GmbH (abgeschlossen im Februar 2012); Erwerb von 16 % an der Just A Game GmbH (Berlin) sowie Erwerb von 25,1 % der imobic GmbH

Erwerb von 100 % der Anteile der Capital Games GmbH

Verkauf der Aktiva der Pink Adventure AG und Einstellung des Adult-Geschäfts

Einstellen des Spiele-Lizenzhandelsgeschäfts

Weiterer Aufbau des Bereichs Online & Freemium Games

Neue Länderlaunches sowie Abbau der griechischen Aktivitäten im Bereich Mobile Fun Mehrwertdienste

Verhandlung und Abschluss einer Bankfinanzierung in Höhe von insgesamt bis zu Euro 35 Mio. zur Finanzierung der Übernahmen und zur Refinanzierung des Bob-Mobile-Konzerns

Abschließen der in 2010 angestoßenen Kapitalmaßnahme

D. Erläuterung der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage

1. VERMÖGENSLAGE

Beteiligungen

Zum 31. Dezember 2011 hatte die Bob Mobile AG folgende Beteiligungen:

Bob Mobile Deutschland GmbH 100,00 %
Bob Mobile Hellas S.A. 99,99 %*
Bob Mobile Nederland B.V. 100,00 %
Pink Adventure AG 100,00 %
Venga Mobile GmbH 100,00 %
Rheinkraft Production GmbH 100,00 %
imobic GmbH 100,00 %
Just A Game GmbH 100,00 %
Just A Game Hellas S.A. 75,00 %
Capital Games GmbH 100,00 %

Die Bob Mobile Deutschland GmbH hält zum 31. Dezember 2011 folgende Beteiligungen:

Bob Mobile Hellas S.A. 0,01 % *
Guerilla Mobile Berlin GmbH 50,20 % **
Torna Media GmbH 20,00 % ***

* Im Rahmen der Übernahme der Bob Mobile Hellas S.A. war es nach griechischem Recht notwendig, dass zwei Kapitalgesellschaften die Anteile an der Bob Mobile Hellas S.A. halten.
** In 2011 wurde eine Einigung über den Kauf der Minderheitsbeteiligung durch die Bob Mobile AG erzielt. Die Transaktion wurde aber erst im Februar 2012 abgeschlossen.
*** Nicht strategische Minderheitsbeteiligung

Alle Beteiligungen bis auf die Torna Media GmbH (nicht strategische Minderheitsbeteiligung) werden zu 100 % konsolidiert.

Zwischen der Bob Mobile AG und der Bob Mobile Deutschland GmbH besteht seit dem 4. Januar 2005 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

Die Minderheitsbeteiligungen bei der Guerilla Mobile Berlin GmbH sowie bei der Just A Game Hellas S.A. sind jeweils Beteiligungen des Managements der Gesellschaften.

Im Jahr 2011 wurde durch die genannten Maßnahmen die Basis für eine größere Umstrukturierung gelegt. Ziel ist es, alle strategischen Beteiligungen auf 100 % zu erhöhen, um damit durch die Zentralisierung der Organisation Synergien zu nutzen und somit die Integration der Cliq B.V. einfacher und effektiver gestalten zu können.

Immaterielle Vermögenswerte

Der Bob-Mobile-Konzern verfügt zum 31. Dezember 2011 über immaterielle Vermögenswerte in Höhe von Euro 1,13 Mio. Diese hatten zum Stichtag 31. Dezember 2010 noch Euro 1,38 Mio. betragen. Die wichtigsten Bestandteile der immateriellen Vermögenswerte sind Spielelizenzen für den Online Freemium Games-Bereich (Euro 0,43 Mio.), Software/Plattformen für die Bereitstellung und Abrechnung der Dienste (Euro 0,57 Mio.) sowie Goodwill (Euro 0,11 Mio.). 2011 wurden in diesem Bereich Euro 1,25 Mio. investiert. Die normalen Abschreibungen auf die immateriellen Werte betrugen Euro 0,65 Mio. Zum Ende des Jahres fand zusätzlich eine Sonderabschreibung in Höhe von Euro 0,86 Mio. statt. Diese Sonderabschreibung beruht auf Wertberichtigungen im Bereich Spiele (insbesondere auf Spielelizenzen und Plattformen Euro 0,36 Mio.) und dem Beenden der Adult-Aktivitäten (Euro 0,50 Mio.).

Sachanlagevermögen

Der Bob-Mobile-Konzern verfügt zum 31. Dezember 2011 über materielle Vermögenswerte in Höhe von Euro 0,18 Mio. Dies sind insbesondere Büromöbel sowie PCs. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Euro 0,15 Mio. investiert und Euro 0,11 Mio. abgeschrieben.

Finanzielle Vermögensgegenstände

Der Bob-Mobile-Konzern verfügt zum 31. Dezember 2011 über finanzielle Vermögenswerte in Höhe von Euro 0,16 Mio. Dabei handelt es sich um die Beteiligung an der Torna Media GmbH. In diesem Bereich wurde im Geschäftsjahr 2011 weder neu investiert, noch wurden Abschreibungen getätigt.

Aktive latente Steuern

Die latenten Steuern des Bob-Mobile-Konzerns belaufen sich zum 31. Dezember 2011 auf Euro 2,55 Mio. nach Euro 0,96 Mio. zum 31. Dezember 2010. Der Grund für den starken Anstieg liegt in den Verlusten beim Aufbau der Online Freemium Games Aktivitäten. Es wurde eine ausführliche Analyse der Wertigkeit der Steuerlatenz erstellt. Daraus wird klar, wie die Steuerlatenz zukünftig nutzbar ist. Auf einen Teil der ermittelten steuerlichen Verlustvorträge wurde wegen der damit bestehenden grundsätzlichen Unsicherheit keine aktiven latenten Steuern angesetzt, da die Verlustvorträge erst bis zum Veranlagungszeitraum 2009 festgesetzt wurden.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Zum 31. Dezember 2011 bestanden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von Euro 4,09 Mio. gegenüber Euro 6,74 Mio. im Vorjahr. Die Senkung der Forderungen ist sowohl auf einen niedrigeren Umsatz als auch auf ein besseres Forderungsmanagement zurückzuführen. Übrige Forderungen bestanden zum 31. Dezember 2011 in Höhe von Euro 2,55 Mio. (31. Dezember 2010: Euro 2,24 Mio.). Wichtigste Bestandteile sind hier nach wie vor Steuern in Höhe von Euro 1,34 Mio. und Anzahlungen im Volumen von Euro 0,47 Mio.

Kassen- und Bankbestände

Zum 31. Dezember 2011 bestanden Kassen- und Bankguthaben in Höhe von Euro 2,15 Mio. (31. Dezember 2010: Euro 1,63 Mio.).

2. FINANZLAGE

Für die Bob Mobile AG stehen aktuell die Investitionen in Wachstum und Kernkompetenzen im Fokus ihres Handelns. Der Konzern hat das Wachstum des Unternehmens seit seiner Gründung immer hauptsächlich mittels Eigenkapital finanziert. Zusätzlicher - meist kurzfristiger ¬Finanzbedarf wurde bei verschiedenen Bankinstituten mittels kurzfristiger Kreditlinien abgedeckt. Der Finanzbedarf wird durch Budgets- und Cashflow-Planungen ermittelt und anhand aktueller Zahlen fortlaufend angepasst.

Das kurzfristige Vermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr von Euro 10,6 Mio. (2010) auf Euro 8,8 Mio. (2011) verringert. Das kurzfristige Fremdkapital reduzierte sich von Euro 8,7 Mio. (2010) auf Euro 6,5 Mio. (2011).

Eigenkapital

Der Bob-Mobile-Konzern verfügt zum 31. Dezember 2011 über ein Eigenkapital in Höhe von Euro 6,19 Mio. (Vorjahr: Euro 4,50 Mio.). Das Unternehmen hat ein Stammkapital von Euro 1,69 Mio., aufgeteilt in 1.688.199 Aktien. Aufgrund der Kapitalerhöhung aus dem Dezember 2010, die im Januar 2011 eingetragen wurde, hat sich die Zahl der Aktien gegenüber dem Vorjahr um 241.171 Stück erhöht. Das Unternehmen hielt zum 31. Dezember 2011 4.000 eigene Aktien (gegenüber 20.000 im Vorjahr). Die Kapitalrücklage hat sich von Euro 2,09 Mio. zum 31. Dezember 2010 auf nun Euro 6,03 Mio. erhöht. Der zum 31. Dezember 2010 bestehende Gewinnvortrag in Höhe von Euro 0,48 Mio. wurde durch das negative Ergebnis aus 2011 zu einem Verlustvortrag in Höhe von Euro 3,64 Mio. Die den Minderheitsbeteiligten zustehenden Vermögensteile betrugen zum 31. Dezember 2011 Euro 2,11 Mio. (31. Dezember 2010: Euro 0,51 Mio.). Es wurden keine Dividenden an Minderheitsgesellschafter ausgezahlt. Da die Bob Mobile AG die Minderheitsanteile inzwischen erworben hat (zuletzt Guerilla Mobile Berlin GmbH Mitte Februar 2012), fließen diese Anteile Dritter im Geschäftsjahr 2012 in die Bilanz ein. Einzig die Just A Game Hellas S.A. weist bis jetzt noch eine Minderheitsbeteiligung von 25 % auf.

Die Bob Mobile AG wurde 2011 weiterhin fast komplett über Eigenkapital finanziert. Am 27. Januar 2011 wurde die Ende 2010 in Höhe von Euro 4.039.614 zum Kurs von Euro 16,75 platzierte Kapitalerhöhung in das Handelsregister eingetragen. Die Kapitalmaßnahme hatte zum Ziel, die Aufbau- und Anlaufverluste der Sparte Online & Freemium Games zu finanzieren. Die Kapitalrücklagen betragen Euro 6,03 Mio. (2010: Euro 2,09 Mio.).

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung vom 22. Dezember 2011 wurde der Ausgabe von 1,9 Mio. neuer Aktien zum Erwerb von 100 % der Anteile der Cliq B.V. mittels einer gemischten Bar-/Sacheinlage zugestimmt. Die Eintragung der neuen Aktien für den Cliq-Anteilskauf sowie der 362.500 ausgegebenen Aktien gegen Bar-/Sacheinlage für den Erwerb der restlichen Anteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH fand im Februar 2012 statt. Zusätzlich wurden liquide Mittel für den Kauf der Cliq B.V. in Höhe von Euro 20,0 Mio. (Euro 18,0 Mio. direkt, Euro 2,00 Mio. als Gesellschafterdarlehen) sowie in Höhe von Euro 4,00 Mio. für die Guerilla Mobile Berlin GmbH Transaktion eingesetzt. Beim Kauf der Cliq B.V. verfügte diese Gesellschaft über Euro 5,00 Mio. Bankfinanzierung, die mittels des neuen Darlehens abgelöst wurde. Zusätzlich hatte die Cliq B.V. Gesellschafterdarlehen in Höhe von Euro 1,80 Mio. in ihrem Bestand, die weiterhin bestehen. Die Bob Mobile AG verfügt nach diesen Transaktionen über ein Grundkapital von 3.950.699 Aktien.

Für das Geschäftsjahr 2010 wurde keine Dividende gezahlt. Diese wurde aufgrund der bedeutenden strategischen Investitionen im Bereich Online & Freemium Games ausgesetzt.

Fremdkapital

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 hat das Unternehmen kurzfristige Kreditlinien genutzt und insgesamt Euro 0,02 Mio. für Zinszahlungen aufgewendet. Zum 31. Dezember 2011 bestand bis auf Weiteres eine laufende Kreditlinie bei der Stadtsparkasse Düsseldorf in Höhe von Euro 0,2 Mio. Hiervon wurde ein Volumen von Euro 0,1 Mio. in Anspruch genommen. Demgegenüber standen Guthaben in Höhe von Euro 2,15 Mio., womit sich der Nettobestand an liquiden Mitteln zum 31. Dezember 2011 auf Euro 2,05 Mio. belief. Zwischen der AG und den Töchtern sowie zwischen den Töchtern untereinander wurden Intercompany Darlehen vereinbart. Während die Mobile-Aktivitäten einen positiven Cashflow generierten, war der Gesamt-Cashflow im Geschäftsjahr 2011 aufgrund der hohen Investitionen in die Online-Spielesparte sowie der Kosten für den Übernahmeprozess negativ.

Zur Finanzierung der Übernahme von 100 % der Anteile der Cliq B.V., der Minderheitsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH sowie der Refinanzierung des bestehenden Darlehens der Cliq B.V., wurde mit der ABN Amro Bank eine Kreditfazilität vereinbart; zur Besicherung wurden fast sämtliche Vermögenswerte des Bob-Mobile-Konzerns verpfändet. Es wurde - unter Vorbehalt des Closings der Übernahmen - ein Kredit in Höhe von bis zu Euro 35,0 Mio. vereinbart. Einen Teilbetrag von Euro 25,0 Mio. wird mit Euro 1,0 Mio. pro Monat zurückgeführt. Der verbleibende Teil von bis zu Euro 10,0 Mio. steht als laufende Linie bis auf Weiteres zur Verfügung (wovon zum Zeitpunkt des Closings Euro 5,60 Mio. gezogen wurden). Der Zinssatz beläuft sich auf den Euribor +300 Basispunkte. Zusätzlich verfügt das Unternehmen nach dem Closing über Gesellschafterdarlehen in Höhe von Euro 4,7 Mio. Diese sind hinter dem Darlehen der ABN Amro zurückgestellt. Der Zinssatz beträgt Euribor + 350 Basispunkte.

Das Unternehmen verfügt - nach Eintragung der Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Übernahme von Cliq B.V. sowie dem Erwerb von 100 % der Anteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH - zum 1. Mai 2012 über liquide Mittel in Höhe von Euro 8,60 Mio. sowie zusätzliche Finanzmittel aus Bankfinanzierung (bis zu ca. Euro 4,40 Mio.), die bei Bedarf eingesetzt werden können.

Das finanzielle Fundament des Konzerns (Eigenkapital und Fremdkapital) ist auf Basis der seit 2007 eingetretenen Profitabilität und trotz des Verlustjahres 2011 ausreichend, um weiteres Wachstum zu finanzieren.

3. ERTRAGSLAGE

Im Geschäftsjahr 2011 erwirtschaftete der Bob-Mobile-Konzern aufgrund der hohen Investitionen im Bereich Online & Freemium Games, der Restrukturierung im Lizenzhandelsbereich, des Rückzugs aus dem Griechenland-Geschäft sowie der Kosten in Bezug auf die Übernahme sowie Umstrukturierung des Konzerns als Vorbereitung auf die Integration in 2012, einen Verlust.

Der Großteil der Umsätze (83,7 %) wurde 2011 nach wie vor im Mobile-Bereich mittels Premium-Abonnements erwirtschaftet. Dabei wurde ein umfangreiches Portfolio von Mobile-Produkten in Abonnements vertrieben, deren Bewerbung in erster Linie online stattfand. Aufgrund des Länderrisikos wurde das Engagement in Griechenland im Jahresverlauf 2011 stark reduziert. Der Bereich Online & Freemium Games (11,5 % des Umsatzes) konnte die hohen Wachstumserwartungen noch nicht erfüllen: Während dieser Bereich im ersten Halbjahr 2011 ein ansprechendes Wachstum zeigte, führten im zweiten Halbjahr Verzögerungen bei der technischen Implementierung und bei Spielelaunches sowie veränderte Marktumstände (sowohl im Online Games-Bereich wie auch im Lizenzhandelsbereich) zu einem deutlich langsameren Wachstumstempo. Der deutsche Markt war 2011 nach wie vor der wichtigste Umsatzbringer.

Der Umsatz verteilt sich auf die Gesellschaften und Bereiche* wie folgt (Beträge in TEUR)

Bob Mobile AG
in TEUR
2010 2011
Guerilla Mobile Berlin GmbH 23.222 20.634
Bob Mobile Deutschland GmbH 3.542 5.412
Bob Mobile Hellas S.A. 8.853 3.214
Bob Mobile Nederland BV 159 111
imobic GmbH 73 -
Mobile Fun Mehrwertdienste 35.850 29.371
Just A Game GmbH 1.000 3.226
Capital Games GmbH - 97
Just A Game Hellas S.A. 1 722
Online & Freemium Garnes 1.001 4.044
Pink Adventure AG* 2.653 1.662
Mobile Adult-Dienste 2.653 1.662
Rheinkraft Productions GmbH (Inkl. GIM GmbH) 231 -
Venga Mobile GmbH 928 3
Produktion und Technik 1.159 3
Total 40.663 35.080

Die Aktivitäten der Pink Adventure AG wurden zum 1. August 2011 beendet. Die Aktiva wurden entsprechend veräußert.

Innerhalb des Bereichs Mobile Fun-Dienste fand 2011 eine aktive Bewerbung und Neukundengewinnung nur durch die Tochtergesellschaft Guerilla Mobile Berlin GmbH statt. Die übrigen Unternehmen pflegten vorrangig ihren Altkundenbestand, werden aber 2012 nach der Integration der Cliq B.V. wieder aktiv bei der Vermarktung eingesetzt. Im Bereich Online & Freemium Games gab es in 2011 drei Vermarktungseinheiten. Ende 2011 wurde in Vorbereitung auf die Übernahmen entschieden, die Aktivitäten zu optimieren sowie die Effizienz zu erhöhen und dafür zukünftig alle verbundenen Tätigkeiten einheitlich zu konzentrieren.

Die Aktiva der Pink Adventure AG für den Bereich mobile Adult-Dienste wurden zum 1. August 2011 veräußert. Die Support-Unternehmen haben in 2011 weiter den übrigen Gesellschaften zugearbeitet. Die Venga Mobile GmbH kümmerte sich als technischer Dienstleister des Konzerns um die Internationalisierung im Mobile Fun-Bereich sowie um den Aufbau der Technik im Bereich Online & Freemium Games.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Umsatz und Ergebnis der Bob Mobile AG durch diverse Sonderereignisse beeinflusst, insbesondere sind hier zu nennen:

Aufbau des Bereichs Online & Freemium Games,

Beendigung der Lizenzhandelsaktivitäten und Wertberichtigung diverser Spieletitel,

Verkauf der Aktiva der Pink Adventure AG, Einstellung der Adult-Aktivitäten,

Kauf von 100 % der Anteile der Capital Games GmbH,

Verhandlung mit Cliq B.V. sowie Due Diligence und Vorbereitung der Integration,

Erwerb aller Minderheitsanteile folgender Konzerngesellschaften: imobic GmbH, Just A Game GmbH (Berlin), Guerilla Mobile Berlin GmbH (Closing in 2012) sowie damit zusammenhängende Managementübergaben und Organisationsanpassungen.

Grundsätzlich sind die Marktentwicklungen sowohl im Bereich Mobile Mehrwertdienste als auch im Bereich Freemium & Online Games positiv. Nutzer von Mobiltelefonen greifen zunehmend auf Mobile-Dienste zurück. Insbesondere der steigende Marktanteil von Smartphones trägt deutlich zum Wachstum bei. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Smartphones ändern sich auch das Nutzerverhalten und damit die Distributionskanäle. Inzwischen ist es wichtig, nicht nur im „freien mobilen Internet", sondern auch in den diversen App-Stores (u. a. von Google und Apple) vertreten zu sein. Obwohl die Anzahl der klassischen Mobiltelefone abnimmt, stellen sie noch immer einen relevanten Marktanteil dar. Aus diesem Grund ist es wichtig, nach wie vor auch Produkte für diese Telefone anzubieten.

Auch im Bereich Freemium Games ist ein starkes Marktwachstum ersichtlich, es findet weiterhin eine Substitution von Kaufspielen durch Freemium Games statt. Aufgrund der positiven Berichte im Markt ist allerdings auch die Zahl der Wettbewerber gewachsen, was zu steigenden Kundenakquisekosten führt. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Effizienz des Geschäftsmodells „Item-Sale" abnimmt. Diese Entwicklung hat sich bereits im Jahr 2011 abgezeichnet. Als Reaktion auf diesen Margendruck hat die Bob Mobile AG verstärkt in Technik investiert, um neue zusätzliche Einkunftsquellen zu erschließen. Insbesondere Werbeeinkünfte werden nach Einschätzung des Managements in diesem Markt in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die unverändert unsichere Situation an den weltweiten Finanzmärkten stellt auch Risiken für die Zukunft dar, sowohl auf der Finanzierungsseite wie auch auf der Vertriebsseite. Das Problem liegt hier nicht in erster Linie auf der Kundenseite, da auch in Rezessionsphasen genügend Geld, Zeit und Interesse für Entertainment-Dienste vorhanden ist, wobei aber bei einer länger anhaltende Rezession auch Kundenausgaben gefährdet sind. Das größere Risiko liegt im Ausscheiden eines Landes aus der Euro-Währungsunion (insbesondere Griechenland), wobei Währungsabwertungen sich negativ auf die Rendite auswirken würden. Aufgrund des hohen Länderrisikos sind die Umsätze in Griechenland 2011 stark abgebaut worden.

Der Großteil der Aufwendungen und Investitionen aus den Vorjahren hat sich bewährt und kann zum Ende 2011 Aktivitäten aufweisen, die profitabel sind oder kurz davor stehen und die außerdem zum weiteren Ausbau des Kundenbestandes beigetragen haben. Das Gleiche gilt für die Investitionen aus dem Geschäftsjahr 2011, wobei jedoch das für den Spielebereich geplante ausgeglichene Ergebnis aufgrund der genannten, unterschiedlichen Faktoren 2011 nicht erreicht wurde. Im Geschäftsjahr 2012 soll der Bereich jedoch auf Basis der aktuellen Planungen - trotz weiterer Investitionen und Kosten für den Ausbau, insbesondere bei den Mobile-Spielen - einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis liefern.

Die Kapitalerhöhung aus 2010, die im Januar 2011 in das Handelsregister eingetragen wurde, hat Anfang des Jahres die Vermögens- und Finanzposition gestärkt. Aufgrund des negativen Ergebnisses 2011, verursacht insbesondere durch Kosten für den Aufbau des Bereichs Online & Freemium Garnes sowie Übernahmekosten und Sonderabschreibungen, hat sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Ende des Jahres 2011 jedoch insgesamt verschlechtert. Der Ausblick auf 2012 ist aber aufgrund der vielversprechenden Entwicklungen im Bereich Online & Freemium Garnes und des Zusammenschlusses mit der Cliq B.V. sowie dem Erwerb des Minderheitsanteils der Guerilla Mobile Berlin GmbH positiv.

E. Hinweise auf wesentliche Risiken der künftigen Entwicklung

Verschärftes Wettbewerbsumfeld: Es ist nicht auszuschließen, dass sich der Wettbewerb für mobile und interaktive Mehrwertdienste, online und mobile Spiele sowie für Freemium Dienste verschärfen wird. Zudem könnte sich die Anzahl der (internationalen) Wettbewerber erheblich vergrößern. Darüber hinaus ist es möglich, dass Wettbewerber Produkte oder Dienstleistungen entwickeln und anbieten, die den Produkten und Dienstleistungen der Bob-Mobile-Tochtergesellschaften überlegen sind oder eine größere Marktakzeptanz erreichen. Ebenfalls denkbar ist eine erhöhte Konkurrenz durch günstigere Angebote von Wettbewerbern sowie durch Kooperationen und Allianzen mehrerer Wettbewerber miteinander und ein gemeinsames Heranziehen von Marktanteilen etwa in Zusammenschlüssen mit Dritten.

Junge Märkte: Zahlenangaben zu Marktanteilen, Wachstumsraten und Umsätzen des Marktes für mobile und interaktive Mehrwertdienste sowie für den Markt für online und mobile Spiele und Freemium Dienste beruhen überwiegend auf Schätzungen von Marktforschungsinstituten und eigenen Recherchen der Anbieter. Eine genaue Evaluierung erweist sich jedoch aufgrund des noch kurzen Bestehens der jungen Märkte als schwierig. Zudem sind Übergänge fließend und daher eine Abgrenzung einzelner Marktbereiche nicht einfach. Aus diesem Grund sind verlässliche Angaben und Einschätzungen über die Marktgröße und das Wachstum, aktuelle und potentielle Wettbewerber sowie Markttrends nicht möglich und können nur nach bestem Wissen eingeschätzt werden, beruhend auf eigenen Erfahrungs- und Erkenntniswerten.

Abhängigkeit von technischen Entwicklungen: Der mobile Fun-Markt sowie auch der Markt für online und mobile Spiele und Freemium Dienste ist geprägt von schnellem Wachstum, schnellen Marktveränderungen und schneller technischer Entwicklung. Durch stetige Bewegungen, getrieben von neuen Produkten, neuen und optimierten Handsets/Geräten, schnelleren Netzen, neuen Kompressions- und Speichertechniken, usw., ist der Markt ein sehr dynamischer. Somit besteht für Anbieter stets das Risiko, einen Trend zu verpassen oder im Vergleich zu Wettbewerbern, die sich ebenfalls technisch schnell weiterentwickeln, zurückzufallen.

Abhängigkeit vom Endverbraucher und Trends: Endverbraucher, insbesondere Jugendliche, folgen gerne neuen Trends. Dies heißt, dass Produkte, die heute populär sind, morgen oftmals vom Kunden nicht mehr angenommen werden. Dies kann sich unter anderem negativ auf Medieneffizienzen (z. B. Kosten pro Neukunde), Preissensitivität, Kündigungsraten, Prepaid-Guthaben, Umsatz pro Kunde sowie Marktakzeptanz von Produkten auswirken. Auch die allgemeine wirtschaftliche Lage kann einen starken Einfluss auf Saisonalität, Preissensitivität sowie die Kaufkraft der Zielgruppen haben. Eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, durch beispielsweise ein Ausweiten der Finanzkrise oder ein Einbruch des Konsumentenvertrauens, kann sich negativ auf den Umsatz und die Profitabilität des Unternehmens auswirken. Durch die Abnahme der Kaufkraft der (potentiellen) Kunden kann die Gesellschaft unter Druck geraten. Durch die Konvergenz der Technik kann es auch passieren, dass Konsumenten auf andere Produkte oder Angebote ausweichen. Insbesondere das illegale Kopieren von digitalen Produkten ist in diesem Sinne als ein substantielles Risiko zu werten.

Verschärfung der rechtlichen Anforderungen sowie Regulierung: Ein weiteres Risiko liegt in Verschärfungen der telekommunikationsrechtlichen Bestimmungen, Regulierungen und Gesetzen, insbesondere der gesetzlichen Regulierung des Kundenschutzes. Die Märkte für mobile und interaktive Mehrwertdienste sowie für Online und Mobile Spiele sind jung, durch ständige technische und kommerzielle Innovationen geprägt sowie wachstumsstark. Vonseiten der Regierungen, der Regulierungsbehörden, des Europäischen Rats und der Europäischen Kommission, der Verbraucherschutzverbände, der Mobilfunk-Netzbetreiber, der Jugendschutzbeauftragten, der Datenschutzbehörden und der Medienanstalten, besteht eine Tendenz zu verschärfter Regulierung. Hierbei existiert aber immer auch das Risiko von Überregulierungen oder gar Abschaltungen oder Verboten von gewissen Diensten oder Geschäftsmodellen. Aufgrund der voranschreitenden Verschärfung der Regulierung muss der Bob Mobile Konzern auf diese Veränderungen reagieren und teilweise auch das eigene Geschäftsmodell entsprechend anpassen. Besondere Risiken, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, sind Stilllegungen, Bußgelder oder Verbote. Zudem gilt es besonders darauf zu achten, auf diese sich schnell ändernden Regeln schnell und adäquat zu reagieren.

Abhängigkeit von Inhaltelieferanten: In bestimmten Bereichen haben Lieferanten von Inhalten eine starke Machtposition und können das Geschäft und die Rentabilität des Geschäfts beeinflussen. Insbesondere im Bereich Musik stimmen die Auffassungen über die Inhaberschaft der zur Vermarktung von Klingeltönen sowie Musikstücken und Musikvideos erforderlichen Rechte in verschiedenen Ländern und durch unterschiedliche Marktteilnehmer (Musikverlage, der GEMA, den Unternehmen der Tonträgerindustrie sowie den Aggregatoren) nicht immer überein. Auch bei anderen Inhaltelieferanten kommt es zu Unternehmenszusammenschlüssen und internationaler Konzentration. So verfügen teilweise einzelne Marktteilnehmer über wichtige/erfolgreiche Rechte (z.B Spielelizenzen, Namensrechte, technische Patente). Je nach Anbieter kann es stets zu Preissteigerungen, Einführung von Mindestvergütungen oder gar Einschränkungen oder Ausschluss von bestimmten Lieferanten kommen. Im Bereich der online und mobilen Spiele werden Spiele eingesetzt, die von Dritten lizenziert werden. Hierbei sind die Lizenzkonditionen, die Zusammenarbeit und insbesondere auch die technische Weiterentwicklung wichtige Elemente, die jeweils zu Komplikationen führen können.

Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Vermarktungsmedien: Medieneinkauf und Kooperationen sind sehr wichtig für das Geschäft von Bob Mobile. Änderungen in den Ausgaben der klassischen Werber sowie der Konkurrenten von Bob Mobile und Änderungen in der Verfügbarkeit (u.a. durch Programmierung, Orientierung der Sender, Regulierung) können sich negativ auf das Geschäft auswirken. Auch Regulierungsmaßnamen oder Netzbetreiberrichtlinien, die zu einer Verschlechterung der Vermarktungseffizienz führen, können negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit beim Medieneinkauf haben.

Abhängigkeit von Netzbetreibern, technischen Dienstleistern und Abrechnungspartnern: Netzbetreiber spielen eine wichtige Rolle als Netzwerklieferant bei Bestellung und Auslieferung von mobilen und interaktiven Diensten. Bei der Abrechnung der Dienste über die Telefonrechnung bzw. Prepaid-Accounts, sowie als „Tor" zu den Kunden des betreffenden Netzbetreibers, sind die Kosten insgesamt hoch im Vergleich zu anderen Zahlungsmöglichkeiten. Des Weiteren können die Netzbetreiber durch ihre Macht unter anderem Einfluss auf Geschäftsmodelle, Regulierung der Dienste, Vorlaufzeiten sowie Bußgelder ausüben. Weitere Risiken sind Vertragsstrafen, temporärer oder struktureller Ausfall von technischen Plattformen, Systemen, Datenbeständen sowie Abrechnungssystemen.

Der Einsatz von technischen Dienstleistern birgt immer das Risiko in sich, dass es zu temporären oder strukturellen Ausfällen von technischen Plattformen, Systemen, Datenbeständen und Abrechnungssystemen kommen kann. Ferner ist die Solvenz der Dienstleister selbst ein eigenständiges Risiko, dass es zu berücksichtigen gilt. So werden insbesondere bei den Online Diensten auch andere Zahlungspartner als Mobilfunkbetreiber, wie z.B. PayPal, eingesetzt. Hier bestehen Risiken im Zusammenhang mit Umsatzausfällen oder Haftungsrisiken aufgrund von beispielsweise Systemausfällen oder gar Hackerangriffen sowie durch die etwaige Zahlungsunfähigkeit des Dienstleisters.

Junges Unternehmen: Die Bob Mobile AG ist ein relativ junges Unternehmen und ist in jungen dynamischen Märkten aktiv. Es gibt keine Gewähr dafür, dass sich die Bob Mobile AG in diesen Märkten behaupten kann, das Umsatzwachstum in der Zukunft fortsetzen kann, und dass diese Märkte auch in der Zukunft weiter wachsen werden. Der Begriff „junges Unternehmen" beinhaltet insbesondere eine starke Abhängigkeit vom Wachstum, vom Erfolg der Investments und einen relativ hohen Fixkostenanteil im Verhältnis zum Umsatz.

Abhängigkeit von wichtigen Partnern: Die Bob Mobile AG ist für die Erbringung ihrer Leistungen auf die Zusammenarbeit mit einigen wesentlichen Lieferanten und Partnern angewiesen. Netzbetreiber sowie Service Provider, Abrechnungspartner und technische Dienstleister, Musikindustrie, Spiele-Lizenzgeber sowie andere Inhaltelieferanten in den Bereichen Spiele, Grafiken und Video und einige wenige wichtige Medienpartner sind entscheidend für den Erfolg von Bob Mobile.

Technische Leistungsfähigkeit und Ausfall des EDV-Systems: Die Durchführung der Unternehmenstätigkeit, insbesondere die Abwicklung des Leistungsangebots, beruht im Wesentlichen auf einer stabilen Datenverfügbarkeit, Serverstabilität sowie einer schnellen Übertragung von Daten. Wichtig für die Servicequalität ist außerdem eine technisch stabil funktionierende Anbindung an die Short-Message-Service-Center (SMSC) bzw. Multimedia-Message-Service-Center (MMSC) sowie an die Abrechnungsplattformen der Netzbetreiber. Zusätzlich gibt es diverse wichtige Softwarekomponenten, wie z. B. Landingpages, Shop-Systeme, Customer Care Systeme, Reporting und Abrechnungsmodule und die -teilweise beim Lizenzgeber - ausgelagerte Spielesoftware. Probleme mit der eigenen Plattform oder bei den Partnern können zu Ausfällen oder sonstigen Komplikationen führen.

Abhängigkeit von Führungskräften und Personal: Die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensziele und damit der allgemeine Erfolg der Gesellschaft hängen von einer begrenzten Anzahl von Mitarbeitern und Managern ab. So beruhte der bisherige wirtschaftliche Erfolg der Gesellschaft maßgeblich auf der Leistung, den Kontakten und der strategischen Führung des Vorstands sowie der Geschäftsführer der Tochtergesellschaften. Der Erfolg der Bob Mobile AG hängt des Weiteren aber auch von qualifizierten Mitarbeitern unterhalb der Vorstands-/Geschäftsführerebene ab. Bei einem relativ kleinen Team besteht immer eine starke Abhängigkeit von Personen. Urlaub, Krankheit und Kündigungen können zu Engpässen führen.

Verflechtungen und Interessenkonfliktpotentiale: Wegen der (teilweise bestehenden) Personenidentität der jeweiligen Funktionsträger bestehen im Hinblick auf die Emittentin mehrere angabepflichtige Verflechtungstatbestände rechtlicher, wirtschaftlicher und/oder personeller Art. Angabepflichtige Verflechtungstatbestände in rechtlicher, wirtschaftlicher und/oder personeller Hinsicht bestehen bei der Emittentin wie folgt: Der Alleinvorstand Remco Westermann ist gleichzeitig Geschäftsführer der Westerventures B.V. (den Haag), die derzeit keine operative Geschäftstätigkeit verfolgt. Darüber hinaus ist der Vorstand über die Jarimovas GmbH mittelbar an der Emittentin beteiligt. Das Aufsichtsratsmitglied Dr. Andreas Hoynigg hält 2.500 Aktien der Gesellschaft.

Risiken in Zusammenhang mit Akquisitionen: Das geplante Wachstum der Bob Mobile AG soll, sofern sich geeignete Gelegenheiten bieten, auch durch Akquisitionen erfolgen. Unternehmenskäufe sind trotz Sorgfalt bei dem Kauf (Due Diligence, Bewertung, usw.) mit erheblichen Kosten, Investitionen und Risiken verbunden.

Risiken in Zusammenhang mit der Cliq Akquisition: Der Erwerb von 100 % der Anteile der Cliq B.V., eine Transaktion von immenser Größe für die Bob Mobile AG, ist mit erheblichen Risiken verbunden. Mögliche Haftungsrisiken, sei es, dass sie auf einer Fehleinschätzung des zukünftigen Wachstums, der Wertigkeit des erworbenen Unternehmens oder der Integrierbarkeit der Cliq B.V. in den Bob-Mobile-Konzern beruhen, sei es, dass vertragliche Garantien, die die Bob Mobile AG abgegeben hat, wie z.B. eine Bilanzgarantie, die eine Haftung der Bob Mobile AG auslösen oder gar die Finanzierung gefährden, können trotz Anwendung von äußerster Sorgfalt bei dem Kauf (Due diligence, Bewertung, usw.) nicht ausgeschlossen werden. Das Management der Bob Mobile AG hatte bisher keine Erfahrung mit einer grenzüberschreitenden Akquisition dieser Größenordnung und hat sich deshalb umfassend von professionellen Beratern unterstützen lassen. Zudem führt auch der internationale Aspekt zu Risiken. Zusätzlich wurde die Übernahme mit einen großvolumigen Kredit finanziert und der Konzern insgesamt refinanziert, besichert durch die Verpfändung nahezu sämtlicher Aktiva des Bob-Mobile-Konzerns. Somit besteht das Risiko, dass die Ertragskraft des übernommenen Unternehmens nicht ausreicht, um den eigenen finanziellen Verbindlichkeiten gerecht zu werden.

Finanzierung des Working Capital durch Vorauszahlung: Die Bob Mobile AG muss Medien im Allgemeinen im Voraus bezahlen. Die Netzbetreiber, Zahlungsanbieter und technischen Service Provider zahlen allerdings grundsätzlich sehr spät. Ein Teil dieser Finanzierungslücke wird durch Vorauszahlung von Partnern und zukünftig eventuell auch über Factoring finanziert. Ein ersatzloser Wegfall der Vorauszahlungen beziehungsweise der Factoring-Finanzierung würde die Umsetzung der Wachstumstrategie der Bob Mobile AG beeinträchtigen und könnte wesentliche negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Forderungsausfall: Ein Großteil der Forderungen der Bob Mobile AG bestehen gegenüber einigen technischen Dienstleistern bzw. Netzbetreibern. In dem Fall, dass einer dieser Partner in Zahlungsschwierigkeiten kommt oder aus sonstigen Gründen nicht zahlt, kann dies zu finanziellen Engpässen oder Problemen führen. Auch Zahlungsausfall von anderen Kunden (im In- und Ausland) sowie Zahlungsverweigerung von Endkunden beinhalten ein Forderungsausfallrisiko.

Risiken bei der Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und bei körperschaftssteuerlichen Verlustvorträgen: Die steuerliche Nutzung von bestehenden Verlustvorträgen aus Gewerbe- bzw. Körperschaftssteuer sowie die Verrechnung und Verantwortung der Umsatzsteuer ist abhängig vom jeweilig gültigen rechtlichen Rahmen sowie der Auslegung durch verantwortliche Instanzen und kann sich jederzeit ändern. Insbesondere bezüglich der Umsatzsteuerhandhabung ist die internationale Anwendung nicht immer eindeutig. Es ist nicht auszuschließen, dass es aufgrund dieser Unsicherheiten zu Verlusten von Verlustvorträgen oder zu Steuernachzahlungen kommen kann. Auch steuerliche Prüfungen von Finanzbehörden können zu Steuernachforderungen führen.

Finanzierungsrisiko: Für ein Unternehmen im kapitalintensiven Endkundenmarkt mit dem wichtigen Stellenwert von Medienbudgets ist Bob Mobile nach wie vor ein relativ kleines Unternehmen. Die finanziellen Mittel sind im Vergleich zu den wichtigen Wettbewerbern und möglichen neuen Wettbewerbern eher gering. Die Gesellschaft ist bezüglich ihrer Finanzierung abhängig von der Rentabilität der eigenen sowie der eingekauften Aktivitäten. Für die Übernahme der Cliq B.V. sowie den Erwerb der Minderheitsanteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH wurde ein beträchtliches Darlehen aufgenommen, das zurückgeführt werden muss. Obwohl die Bob Mobile AG im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet ist und dadurch Zugriff auf dem Kapitalmarkt hat, besteht immer das Risiko, dass eine weitere Finanzierung über den Kapitalmarkt nicht oder nur zu sehr ungünstigen Konditionen zustande kommt.

Bankenfinanzierung: Die Bob Mobile AG hat zur Finanzierung der Übernahme der Anteile an der Cliq B.V. sowie für den Kauf der Minderheitsbeteiligung der Guerilla Mobile Berlin GmbH ein beträchtliches Bankdarlehen abgeschlossen. Nahezu sämtliche Aktiva des Unternehmens wurden zur Sicherung des Darlehens verpfändet. Zusätzlich führt ein Bankdarlehen zu weitreichenden Verpflichtungen in Bezug auf das Reporting sowie regulatorische Richtlinien. Die Rückführung ist ferner abhängig von der Ertragskraft der übernommenen Unternehmensgruppe, der Cliq B.V. Finanzielle Probleme mit den Covenants sowie bei der Rückführung der Bankfinanzierung können wesentliche negative Auswirkungen auf die Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Holding- und Haftungsrisiko: Die Bob Mobile AG haftet auf Basis eines Gewinnabführungsvertrages für die Bob Mobile Deutschland GmbH. Die Bob Mobile Nederland BV, die Venga Mobile GmbH, die Rheinkraft Production GmbH, die Just A Game GmbH, die imobic GmbH, die Capital Games GmbH, die Bob Hellas S.A., die GIM GmbH sowie die Pink Adventure AG sind 100-prozentige Tochtergesellschaften. Die Guerilla Mobile Berlin GmbH ist eine 50,2-prozentige Tochtergesellschaft (inzwischen 100 %), die Just A Game Hellas ist eine 75-prozentige Tochtergesellschaft. Für diese Unternehmen agiert die Bob Mobile AG als Zulieferer und in einzelnen Fällen - z. B. bei internationalen Rahmenverträgen mit Dienstleistern - als Hauptvertragspartner. Die Bob Mobile AG übernimmt als Muttergesellschaft auch teilweise die Haftung bzw. Bürgschaften sowie Verlustübernahmen. Das Geschäft der Bob Mobile AG bringt auch diverse Haftungsrisiken mit sich. Haftungsrisiken können z. B. vonseiten der Kunden und Partner durch nicht erhaltene oder mangelhafte Produkte sowie durch Viren entstehen. Vonseiten der Lizenzgeber, der Rechteverwalter, der Inhalteverkäufer, der Inhalteproduzenten und Markeninhaber ergeben sich Risiken durch nicht rechtmäßig erworbene oder nicht geklärte Lizenzen/Rechte. Vonseiten der Medien, der Netzbetreiber und der übrigen Partner bestehen Risiken durch fehlerhafte Abrechnungen, Systemausfälle, Nichteinhalten von Medien- oder sonstigen Vorgaben und/oder von Verträgen. Auch vonseiten der Regulierer sowie Verbraucherverbände kann es zu Haftungstatbeständen kommen.

Erläuterung der Risikomanagementziele und -methoden etc. (§315 Abs. 2 Nr. 2 HGB)

Die tägliche Messung der Effizienzen (Medien-, Produkt- und Technikeffizienz) ist von großer Bedeutung für die Bob Mobile AG, da diese als Grundlage für die Optimierung dienen und so die Werbemaßnahmen sowie die Rentabilität steuern. Nach § 91 AktG ist der Vorstand verpflichtet, geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, um den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh zu erkennen. Der Bob-Mobile-Konzern erstellt monatliche Budgets und Jahresbudgets auf Basis der Erfahrungen sowie Prognosen der verantwortlichen Manager. Durch einen regelmäßigen Soll-/Ist-Vergleich auf Monatsbasis werden Abweichungen ermittelt und, wo notwendig, gegengesteuert. Für die Liquiditätsplanung wird ein ähnliches Verfahren angewendet. Das Business Intelligence System (BIS) wird aufgrund des Zusammenschlusses mit Cliq im Jahr 2012 weiter verbessert. Somit können fast alle wichtigen Variablen in Echtzeit überwacht werden. Das Risikomanagement basiert teilweise auf den internen Zahlen der Buchhaltung und dem BIS. Zusätzlich stützt sich das Risikomanagement auf regelmäßige Meetings sowie die Berichterstattung des Managements. Ziel des Risikomanagements ist es, einen umfassenden Überblick über die Risiken zu erhalten sowie diese frühzeitig zu erkennen und richtig einschätzen zu können, um dann mittels geeigneter Maßnahmen schnell darauf reagieren zu können.

F. Prognose

Der Bob-Mobile-Konzern will sich in den Jahren 2012 und 2013 auf Wachstum in den zwei Geschäftsbereichen Online & Freemium Games (Freemium-Bereich) sowie Mobile Fun Mehrwertdienste (Premium-Bereich) konzentrieren und dabei profitabel wachsen. Das Unternehmen ist gut aufgestellt, um organisches Wachstum zu zeigen. Zusätzlich soll mittels Übernahmen anorganisches Wachstum generiert werden.

Die Übernahme der Cliq B.V. wird einen starken Einfluss auf die Performance 2012 haben. Folgende Gründe, die bei der Übernahme der Cliq B.V. eine entscheidende Rolle gespielt haben, sollen zum Tragen kommen: Internationalisierung, insbesondere im Spielesektor; Ausweitung des Produktportfolios; Verstärkung des Managements; höhere Effizienz durch Synergien und Skaleneffekte inklusive Kostenreduktionen; bessere Risikostreuung sowie Ausbau und Verstärkung des Premium- sowie des Freemium-Bereichs. Neben vielen positiven Elementen, die sich nach der Integration im ersten Halbjahr beweisen müssen, gibt es auch Verpflichtungen und Risiken infolge der getätigten Übernahmen. Hier sind insbesondere die finanziellen Verpflichtungen aufgrund der Rückführung des Bankdarlehens sowie damit in Zusammenhang stehende Berichtspflichten und übrige Verpflichtungen zu nennen.

Der Freemium-Bereich, der sich noch in der Start-Phase befindet, soll dabei weiter zu einem wichtigen Treiber für Umsatz- und Ergebniswachstum ausgebaut werden. Damit spielt er eine bedeutende Rolle bei der künftigen Strategie der Bob Mobile AG. Während der Bereich Item-Sales und Upgrades jetzt bereits ansprechende Resultate zeigt (z. B. bei „War2Glory" und „SkiJump"), wird der Werbeteil, bestehend aus Leadgenerierung, Banner- und Videowerbung, derzeit implementiert und getestet (hier wurde z. B. kürzlich von Apple ein neuer optimierter Registrierungsablauf freigegeben). Zusätzlich wird das Portfolio im Bereich Mobile und Online Freemium Games kontinuierlich ausgebaut. Auch die Internationalisierung wird aufgrund des erweiterten Länderportfolios durch den Zusammenschluss mit der Cliq B.V. vorangetrieben. Der Fokus liegt für diesen Bereich im ersten Halbjahr 2012 auf der technischen Optimierung sowie der Erhöhung des Umsatzes pro Spieler (ARPU). Zudem wird die Basis für einen starken Mobile Freemium-Bereich als Ergänzung zum Bereich Online Freemium geschaffen, was im ersten Halbjahr 2012 noch zu einer Belastung des EBITDAs führen wird. Es ist geplant, dass der Freemium-Bereich ab dem zweiten Halbjahr 2012 und insbesondere ab 2013 ein starkes Wachstum zeigen wird. Hierzu zählen erhöhte Marketing-Maßnahmen sowie Investitionen in eine deutliche Ausweitung des Kundenstammes.

Im Premium-Bereich steht der weitere Ausbau des Premium-Produktportfolios mit Schwerpunkt auf Spielen für den Smartphone-Bereich sowie die weitere Internationalisierung im Vordergrund. Die Internationalisierung und die Markteinführung der neuen besseren Fullfillmentplattformen werden weiter vorangetrieben. Durch die Optimierung der Kostenstruktur sowie eine, aufgrund der höheren Volumina, verbesserte Einkaufsposition wird in diesem Bereich auch ein starker Fokus auf Effizienzverbesserung gelegt.

Während die Umsätze im Premium-Bereich aufgrund der zunehmenden Regulierung sowie der Substitution durch Freemium-Produkte unter Druck stehen, ergeben sich Wachstumschancen durch den Ausbau des Produktportfolios, die voranschreitende Internationalisierung sowie die zu erwartende Konsolidierung des Marktes. Obwohl in den kommenden Jahren nicht in jedem Markt Wachstum realisiert werden kann, soll auch dieser Bereich 2012 und 2013 zum profitablen Wachstum der Gruppe beitragen.

Ein wichtiger Fokus im ersten Halbjahr 2012 ist die Integration und Optimierung der Beteiligungen. Nachdem im Februar 2012 die Übernahmen der Cliq B.V. und der Minderheitsbeteiligung der Guerilla Mobile Berlin GmbH vollzogen wurden, steht einer Integration nichts mehr im Wege. Inzwischen ist ein Großteil der Schritte erfolgreich eingeleitet. Es wird erwartet, die Integration bis zum Ende des ersten Halbjahres 2012 abschließen zu können.

Aufgrund der guten Positionierung im wachstumsstarken Segment Mobile & Online Entertainment mit dem Schwerpunkt (Mobile) Games, der durch den Zusammenschluss erreichten kritischen Masse, der besseren Strukturierung sowie Effizienzverbesserung der Organisation nach der Integration, der Konzentration auf profitable und ertragsstarke Geschäftsbereiche, der Internationalisierung und der Produktentwicklung wird erwartet, dass der Bob-Mobile-Konzern 2012 und 2013 seinen profitablen Wachstumskurs fortsetzen kann. Für organisches Wachstum ist das Unternehmen sehr gut aufgestellt, wichtige Investitionen im Freemium-Bereich sowie der Proof-of-Concept haben stattgefunden. Zudem weist der Premium-Bereich nach wie vor attraktive Wachstumspotentiale auf. Für anorganisches Wachstum ist der Aktienkurs von großer Bedeutung, obwohl auch aus Barmitteln sowie mithilfe von Darlehen akquiriert werden kann. Die Unruhe an den Finanzmärkten sowie eine zunehmende Risikoaversität von Investoren könnten einen negativen Einfluss auf das anorganische Wachstum haben.

Während die Bob-Mobile-Gruppe gut aufgestellt ist und der Markt für Mobile Services und insbesondere Mobile Garnes weiter stark wächst und auch damit eine Basis legt für weiteres Wachstum der Gruppe, ist die Einschätzung der externen Marktfaktoren zur Zeit von großen Unsicherheiten geprägt. Die Finanzmärkte zeigen sich nach wie vor sehr volatil und könnten durch eine Verschärfung der Euro-Krise einen negativen Einfluss auf die Finanzierung von Wachstum und Übernahmen sowie auf die Entwicklung des Börsenkurses haben. Auch die konjunkturelle Entwicklung ist nicht ohne Risiken. Obwohl auch bei einer etwas schlechteren Konjunktur Geld für Entertainment ausgegeben wird, kann der für Bob Mobile wichtige Markt doch unter Druck geraten (z. B. durch sinkende Verkaufszahlen neuer Smartphones), wenn sich die Konjunktur längere Zeit negativ entwickelt. Zusätzliche Marktchancen und Risiken ergeben sich durch mögliche Regierungswechsel, bei denen sich insbesondere ein Trend in Richtung Regulierung negativ auf das Geschäft auswirken könnte. Eine Konsolidierung der Branche, ein Trend, der zurzeit klar ersichtlich ist, bietet sowohl Risiken wie auch Chancen für die Bob Mobile AG.

Eine verlässliche Umsatz- und Gewinnprognose ist aufgrund der nach wie vor großen Unsicherheiten an den Finanzmärkten sowie der teilweise negativen Experteneinschätzungen bezüglich der zukünftigen Konjunkturentwicklung schwierig. Auf der Grundlage des Zusammenschlusses mit der Cliq B.V. und der stärkeren Integration des Konzerns sind dennoch ein deutliches Umsatzwachstum und eine Ertragsverbesserung möglich. Die Restrukturierung wird in der ersten Jahreshälfte 2012 noch zu außerordentlichen Kosten führen. Außerdem wird nach wie vor in Expansion, insbesondere im Freemium-Bereich, investiert.

Der Bob-Mobile-Konzern erwartet aufgrund der sich verbessernden Performance im Bereich Online & Freemium Garnes in Kombination mit der Komplettübernahme der Cliq B.V. und der Aufstockung des Beteiligungsbesitzes an der Guerilla Mobile Berlin GmbH auf 100 % eine Steigerung von Umsatz und Ergebnis für das Geschäftsjahr 2012. Das erste Quartal des Jahres 2012 ist gut verlaufen. Die Integration der übernommenen Unternehmen schreitet nach Closing der Transaktionen planmäßig voran. Die neu formierte Bob-Mobile-Gruppe befindet sich auf gutem Weg, ihre kommunizierten Ziele von rund Euro 95,0 Mio. Umsatz und rund Euro 18,0 Mio. EBITDA für das Geschäftsjahr 2012 zu erreichen. Der Bob-Mobile-Konzern hat sich durch den Zusammenschluss mit Cliq B.V. eine starke Marktposition erarbeitet, insbesondere im europäischen Raum, und ist aus heutiger Sicht auch gut für weiteres profitables Wachstum in 2013 aufgestellt.

G. Berichterstattung nach § 315 Abs. 2 HGB

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres

Im den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2012 sind folgende wichtige Vorgänge zu nennen:

Abschluss der Übernahme von 100 % der Anteile der Cliq B.V. sowie der Übernahme von 49,8 % der Anteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH

Die 2011 vorbereiteten und vertraglich fixierten Übernahmen von 100 % der Anteile der Cliq B.V. sowie von 49,8 % der Anteile der Guerilla Mobile Berlin GmbH wurden Mitte Februar 2012 abgeschlossen. Am 16. Februar 2012 wurde die Kapitalerhöhung für beide Transaktionen im Handelsregister eingetragen, mit Gewinnberechtigung der neuen Aktien ab 1. Januar 2012. Die Aktienzahl wurde von 1.688.199 auf insgesamt 3.950.699 Stück erhöht. Das Closing der beiden Transaktionen inklusive der Zahlung der Barkomponenten sowie der Rückführung des bestehenden Darlehens der Cliq B.V. erfolgte kurze Zeit später. Die Übernahme der Cliq B.V. hat einen starken positiven Einfluss auf die Umsatz- und Ertragslage des Konzerns. Die Aufstockung des Anteils an der Guerilla Mobile Berlin GmbH ermöglicht es, die Unternehmen optimal zu integrieren und Kostensynergien konsequent zu nutzen. Zusätzlich entfällt der Gewinnanteil Dritter. Eine Konsolidierung der Cliq B.V. findet ab 2012 statt.

Abschluss von Darlehen zur Finanzierung der Transaktionen

Zur Finanzierung der Transaktionen wurde ein Bankdarlehen mit der ABN Amro Bank über Euro 35,0 Mio. abgeschlossen, aufgeteilt in Euro 25,0 Mio. mit einer monatlichen Rückzahlung von Euro 1,00 Mio. und einem zusätzlichen Kreditrahmen von bis zu Euro 10,0 Mio. Die Darlehen sind jeweils mit maximal Euribor +300 Basispunkte verzinst. Zur Sicherung der Darlehen wurden nahezu sämtliche Aktiva des Unternehmens verpfändet. Zusätzlich wurden Gesellschafterdarlehen mit den veräußernden Gesellschaftern der Cliq B.V. (nach Anteil ihrer Beteiligung) abgeschlossen, womit das Unternehmen insgesamt über Gesellschafterdarlehen in Höhe von Euro 4,70 Mio. verfügt (Zinssatz: Euribor +350 Basispunkte). Die Gesellschafterdarlehen sind nachrangig zum Darlehen der ABN Amro Bank.

Integration der Cliq B.V. in die Bob Mobile AG

Im Zusammenhang mit der Cliq-Übernahme wurde die Struktur des Bob-Mobile-Konzerns optimiert. Die technische und organisatorische Umstrukturierung ist weit fortgeschritten und soll Ende Juni 2012 abgeschlossen sein. Das operative Geschäft der Gruppe gliedert sich nun in die zwei Geschäftseinheiten Freemium und Premium. Die Anzahl der Mitarbeiter wurde von ca. 165 Vollzeitangestellten (inklusive Cliq B.V.) zur Zeit des Closings bis Juni 2012 auf 135 Vollzeitangestellte verringert.

Im Rahmen der Optimierungen wurden die Aktiva der Venga Mobile, inklusive des Übergangs von Personal, zum 1. April 2012 verkauft. Hauptstandorte für das operative Geschäft sind Amsterdam und Berlin.

Insgesamt verläuft die Geschäftsentwicklung positiv, der Umsatz wächst und auch die Kundenakquise läuft gut. Die Integration und Kostenoptimierung schreiten plangemäß voran.

 

18. Juni 2012

Der Vorstand

Remco Westermann (seit 16.02.2012)

Luc Voncken Ben Bos (seit 28.03.2012)

Kapitalflussrechnung
nach IFRS für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011

in TEUR 2010 2011
1. Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteilen von Minderheitsgesellschaftern) 1.807,5 -2.485,5
2. + Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und 378,3 1.606,6
3. + Zunahme der Rückstellungen 1.196,9 119,7
4. - Sonstige zahlungsunwirksame Erträge -303,4 -841,5
5. +/Abnahme/Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva. die nicht der Investitions- oder -2.884,4 1.715,0
6. -/+ Abnahme/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva. die nicht der 63,3 -1.837,3
7. = Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 258,1 -1.723,1
8. + Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des 4,9 13,6
9. - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -94,2 -168,2
10. - Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen - 32,6
11. - Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -819,4 -1.281,0
12. = Cashflow aus der Investitionstätigkeit -908,7 -1.403,0
13. + Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 1.473,8 4.039,6
14. - Auszahlungen an Unternehmenseigner und -2.574,1 -
15. + Einzahlungen aus der Begebung der Aufnahme von 1.354,0 900,0
16. - Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten - -1.299,9
17. = Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 253,6 3.639,7
18. Zahlungswirksame Veränderungen der Finanzmittelfonds -397,0 513,6
19. + Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 2.029,1 1.632,2
20. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 1.632,2 2.145,7

Eigenkapitalveränderungsrechnung
nach IFRS zum 31. Dezember 2011

Mutterunternehmen
in TEUR Gezeichnetes
Kapital-
Stammaktien
Kapitalrücklage Erwirtschaftetes
Konzern-
eigenkapital
Eigenkapital
gemäß
Konzernbilanz
Eigene Anteile,
die nicht zur
Einziehung
Eigenkapital
Stand am 01.01.2010 1.333,7 519,8 807,5 2.661,0 -40,0 2.621,0
Ausgabe von Anteilen 113,4 1.360,4 - 1.473,8 - 1.473,8
Gezahlte Dividenden - - -1.427,0 -1.427,0 - -1.427,0
Personalaufwendungen wegen Aktienoptionen - 40,5 - 40,5 - 40,5
Übrige Veränderungen - 168,0 -168,0 - 20,0 20,0
Periodenergebnis - - 1.266,5 1.266,5 - 1.266,5
Stand am 31.12.2010 1.447,0 2.088,8 479,0 4.014,8 -20,0 3.994,8
Ausgabe von Anteilen 241,2 3.798,4 - 4.039,6 - 4.039,6
Personalaufwendungen wegen Aktienoptionen - 41,3 - 41,3 - 41,3
Übrige Veränderungen - 101,8 -291,0 -189,2 16,0 -173,2
Periodenergebnis - - -3.824,9 -3.824,9 - -3.824,9
Stand am 31.12.2011 1.688,2 6.030,2 -3.636,9 4.081,5 -4,0 4.077,5
Minderheitsgesellschafter Konzern-
eigenkapital
in TEUR Minderheitenkapital andere neutrale
Transaktionen
Eigenkapital
Stand am 01.01.2010 1.092,1 19,0 1.111,1 3.732,1
Ausgabe von Anteilen - - - 1.473,8
Gezahlte Dividenden -1.147,1 - -1.147,1 -2.574,1
Personalaufwendungen wegen Aktienoptionen - - - 40,5
Übrige Veränderungen - - - 20,0
Periodenergebnis 540,9 - 540,9 1.807,5
Stand am 31.12.2010 485,9 19,0 504,9 4.499,7
Ausgabe von Anteilen - - - 4.039,6
Personalaufwendungen wegen Aktienoptionen - - - 41,3
Übrige Veränderungen 268,5 - 268,5 95,3
Periodenergebnis 1.339,4 - 1.339,4 -2.485,5
Stand am 31.12.2011 2.093,9 19,0 2.112,9 6.190,4

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Bob Mobile AG, Straelen:

Wir haben den von der Bob Mobile AG, Straelen, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Konzernanhang inklusive der Segmentberichterstattung - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind nebst den ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften, liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben ob dieser auch den IFRS insgesamt entspricht.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Düsseldorf, den 18. Juni 2012

MAZARS GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kleinmann, Wirtschaftsprüfer

Stramitzer, Wirtschaftsprüfer