2G Energy AG

Heek

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

Konzernbilanz

Aktiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 515.729,65 537.592,07
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.713.726,37 3.257.758,66
3. Geleistete Anzahlungen 9.333,00 9.333,00
3.238.789,02 3.804.683,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.148.804,75 12.711.333,72
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.281.148,29 1.081.672,01
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.570.803,74 8.973.175,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 63.822,35 64.720,95
24.064.579,13 22.830.902,37
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 868.469,58 881.030,44
2. Sonstige Beteiligungen 10.000,00 10.000,00
878.469,58 891.030,44
28.181.837,73 27.526.616,54
B. Umlaufvemögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 48.413.088,57 38.341.343,64
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 30.856.174,88 41.146.465,40
4. Geleistete Anzahlungen 1.279.921,72 4.320.388,12
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -20.124.106,79 -37.689.584,15
60.425.078,38 46.118.613,01
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 37.030.124,06 31.891.190,00
2. Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 301.622,91 322.038,29
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.462.606,06 1.691.341,10
38.794.353,03 33.904.569,39
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 10.701.989,93 13.632.458,25
109.921.421,34 93.655.640,65
C. Rechnungsabgrenzungsposten 341.284,70 837.847,07
D. Aktive latente Steuern 2.476.098,29 2.775.782,08
140.920.642,06 124.795.886,34

Passiva

31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 4.430.000,00 4.430.000,00
II. Kapitalrücklage 11.235.300,00 11.235.300,00
III. Andere Gewinnrücklagen 53.129.681,91 40.299.580,49
IV. Konzernbilanzgewinn 630.403,04 5.835.705,09
V. Nicht beherrschende Anteile -42.691,61 662.602,70
VI. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung -860.688,13 -907.255,47
68.522.005,21 61.555.932,81
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 1.304.741,02 2.821.619,73
2. Sonstige Rückstellungen 14.088.937,11 14.348.780,41
15.393.678,13 17.170.400,14
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.552.715,90 7.290.399,38
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 26.405.463,52 21.429.055,25
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.728.619,72 10.631.818,53
4. Sonstige Verbindlichkeiten 6.318.159,58 6.718.280,23
57.004.958,72 46.069.553,39
140.920.642,06 124.795.886,34

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

01.01.2019 bis 31.12.2019 01.01.2018 bis 31.12.2018
EUR
1. Umsatzerlöse 236.395.643,92 209.782.529,63
2. Verminderung / Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -10.290.290,52 10.834.452,53
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 13.776,59 532.430,56
226.119.129,99 221.149.412,72
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.016.706,78 1.764.175,69
228.135.836,77 222.913.588,41
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 118.369.427,96 120.228.940,11
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 28.393.108,49 28.509.611,62
146.762.536,45 148.738.551,73
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 32.577.245,73 29.451.816,08
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.387.810,55 5.857.901,81
38.965.056,28 35.309.717,89
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 3.715.252,13 3.917.683,47
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 23.054.957,54 23.189.625,62
9. Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen -12.560,86 -130.339,66
10. Erträge aus sonstigen Beteiligungen 500,00 200,00
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 58.202,96 59.563,72
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 407.236,93 454.685,67
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.801.921,40 3.450.478,81
14. Ergebnis nach Steuern 10.475.018,14 7.782.269,28
15. Sonstige Steuern 173.125,08 174.659,76
16. Konzernjahresüberschuss 10.301.893,06 7.607.609,52
17. Nicht beherrschenden Anteilen zustehender Gewinn/Verlust 8.005,89 -90.040,23
18. Konzerngewinn 10.309.898,95 7.517.569,29
19. Gewinnvortrag 5.835.705,09 178.735,80
20. Dividendenausschüttung -1.993.500,00 -1.860.600,00
21. Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen -13.521.701,00 0,00
22. Konzernbilanzgewinn 630.403,04 5.835.705,09

Konzernanhang

der 2G Energy AG

A. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

1. Grundsätzliche Angaben

Die 2G Energy AG ist eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts. Die Aktien der Gesellschaft werden im Börsensegment Scale, einem Teilbereich des Open Market (Freiverkehr), an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) der Deutschen Börse AG gehandelt und damit nicht an einem organisierten Markt.

Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Coesfeld (HRB Nr. 11081) eingetragen und hat ihren Sitz in 48619 Heek, Benzstraße 3.

2. Geschäftszweig

Die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften betreiben im Wesentlichen die Planung und Errichtung von Blockheizkraftwerken und anderen Anlagen zur Gewinnung bzw. effizienten Nutzung elektrischer Energie sowie mit Blockheizkraftwerken verbundene Serviceleistungen. Ein Tochterunternehmen ist mit der Optimierung von Gasmotoren bzw. der Herstellung von OttoGasMotoren und deren Vertrieb betraut.

3. Grundlagen der Rechnungslegung

Der Konzernabschluss der 2G Energy AG wurde gemäß §§ 290 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.

Auf die Rechnungslegung des Konzerns finden die Vorschriften für Kapitalgesellschaften im Sinne der §§ 264 ff. HGB, die einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes sowie die Regelungen der §§ 290 ff. HGB für Konzernabschlüsse Anwendung.

Die funktionale Währung des Konzerns ist der Euro. Alle Betragsangaben erfolgen deshalb in Euro bzw. TEUR. Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden mit den relevanten Fremdwährungskursen zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Die Umrechnung von Bilanzposten von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen sowie von Fremdwährungsgeschäften in der Handelsbilanz II erfolgt zu den entsprechenden Kursen am Bilanzstichtag. Positionen des Eigenkapitals werden zu historischen Kursen umgerechnet. Aufwands- und Ertragsposten werden zu auf das Geschäftsjahr bezogenen Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.

B. Konsolidierungsmethoden

1. Konsolidierungskreis und Aufstellung des Anteilsbesitzes

In dem Konzernabschluss der 2G Energy AG (Mutterunternehmen) sind folgende Abschlüsse enthalten:

Anteil
in %
Nennkapital
in TEUR
Eigenkapital
in TEUR
Jahresergebnis
in TEUR
Erstkonsolidierung
2G Energietechnik GmbH, Heek * 100 % 1.000 2.832 0 30.06.2007
2G Drives GmbH, Heek 100 % 25 4.111 624 24.03.2010
2G Home GmbH, Heek 100 % 125 578 4 31.12.2007
2G Rental GmbH, Heek 100 % 50 85 159 31.12.2014
HJS Motoren GmbH, Amtzell 50 % 25 947 638 01.07.2018
2G Solutions of Cogeneration S.L., Vic Barcelona, Spanien 90 % 3 - 650 - 114 31.01.2008
2G Energie SAS, Sainte-Luce-sur-Loire (Nantes), Frankreich 100 % 200 877 584 24.08.2016
2G Italia Srl, Vago di Lavagno (Verona), Italien 100 % 10 507 - 127 15.03.2011
2G Energy Ltd., Cheshire, Großbritannien ** 100 % 1 444 216 19.09.2011
2G Polska Sp. z o.o., Bielsko-Biala, Polen ** 100 % 1 - 57 2 07.11.2011
2G Energy Inc., St. Augustine (FL), USA ** 100 % 1 706 - 81 27.02.2012
2G Energy Corp., Fergus (ON), Kanada ** 100 % 0 - 371 - 366 01.01.2019

* Mit der 2G Energietechnik GmbH besteht seit dem 5. Juli 2007 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag.

** Zum Stichtagskurs umgerechnet.

Gegenstand der Tochterunternehmen 2G Energietechnik GmbH, 2G Home GmbH, 2G Solutions of Cogeneration S.L., 2G Energie SAS, 2G Italia Srl, 2G Energy Ltd., 2G Polska Sp. z o.o., 2G Energy Inc. sowie der 2G Energy Corp. ist die Planung und Errichtung von Blockheizkraftwerken, der Handel mit Komponenten für Blockheizkraftwerke sowie die mit Blockheizkraftwerken verbundenen Serviceleistungen.

Gegenstand des Tochterunternehmens 2G Drives GmbH ist die Optimierung von Gasmotoren bzw. die Herstellung von Otto-Gas-Motoren und deren Vertrieb. Gegenstand des Tochterunternehmens 2G Rental GmbH ist der Handel und die Vermietung von Blockheizkraftwerken.

Gegenstand der HJS Motoren GmbH ist die Entwicklung, der Vertrieb sowie der Service von Verbrennungsmotorenanlagen.

Sämtliche Gesellschaften – mit Ausnahme der HJS Motoren GmbH - sind aufgrund der Mehrheit der Stimmrechte der Muttergesellschaft als Tochtergesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen.

Die HJS Motoren GmbH wird „at Equity“ in den Konzernabschluss einbezogen.

2. Angewandte Konsolidierungsmethoden

Stichtag des Konzernabschlusses und der einbezogenen Unternehmen

Der Konzernabschluss basiert auf den Einzelabschlüssen der 2G Energy AG und der einbezogenen Tochterunternehmen. Die Abschlüsse sind auf den Stichtag 31. Dezember 2019 erstellt.

Kapitalkonsolidierung

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB. Dabei werden zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung auf Ebene der Tochterunternehmen sämtliche Bilanzpositionen zu Zeitwerten angesetzt. Danach werden die Anschaffungskosten der Anteile mit dem neu bewerteten anteiligen Eigenkapital verrechnet. Der danach verbleibende Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung (Geschäfts- oder Firmenwert) wird aktiviert und da er die nachhaltige Kerngeschäftstätigkeit der 2G Energy AG betrifft gemäß § 309 Abs. 1 HGB unverändert über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 20 Jahren linear abgeschrieben.

Nicht der Gesellschaft gehörende Anteile der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen werden innerhalb des Eigenkapitals unter der Position „Nicht beherrschende Anteile“ ausgewiesen.

Schuldenkonsolidierung

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt gem. § 303 Abs. 1 HGB. Hiernach sind Ausleihungen, geleistete Anzahlungen und andere Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen zu eliminieren. Aufrechnungsdifferenzen im Zusammenhang mit der Schuldenkonsolidierung wurden ergebniswirksam berücksichtigt, soweit es sich um eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr handelt, ansonsten ergebnisneutral. Im Berichtsjahr waren geringe Aufrechnungsdifferenzen zu verzeichnen.

Währungsumrechnungsdifferenzen im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Behandlung von Zwischenergebnissen

Die Eliminierung von Zwischenergebnissen erfolgt gem. § 304 Abs. 1 HGB. Hiernach sind Vermögensgegenstände, die ganz oder teilweise auf Lieferungen oder Leistungen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen beruhen, mit einem Betrag anzusetzen, zu dem sie in der auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellten Jahresbilanz dieses Unternehmens angesetzt werden könnten, wenn die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen auch rechtlich ein einziges Unternehmen bilden würden.

Die Berichtigung der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung um die positiven bzw. negativen Erfolgsbeiträge aus konzerninternen Transaktionen erfolgt im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung gemäß § 305 HGB.

Währungsumrechnungsdifferenzen im Rahmen der Zwischengewinneliminierung werden erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst.

Aufwands- und Ertragskonsolidierung

Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt gem. § 305 Abs. 1 HGB. Sie hat den Zweck, dass in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach Art und Höhe nur die Aufwendungen und Erträge abzubilden sind, die aus Geschäftsbeziehungen mit außerhalb des Konzerns stehenden Dritten resultieren. Die Konsolidierungsmaßnahmen umfassen ausschließlich Eliminierungen.

Equity-Bewertung

Die Bewertung nach der Equity-Methode ist vorzunehmen, wenn ein Unternehmen als assoziiertes Unternehmen aufzufassen ist. Dies bedeutet, dass das Mutterunternehmen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik des Tochterunternehmens ausüben kann. Nach § 311 HGB ist bei Beteiligungen an Unternehmen ein solcher maßgeblicher Einfluss zu vermuten und somit eine Bewertung „at Equity“ durchzuführen.

Anteile an assoziierten Unternehmen sind mit dem anteiligen Eigenkapital zuzüglich eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts gemäß § 312 HGB bewertet. Die Equity-Bewertung wurde nach der Buchwertmethode zum Zeitpunkt des Erwerbs in den Konzernabschluss vorgenommen.

Der danach verbleibende Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) wird in den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen aktiviert und da er das erworbene Know-how des assoziierten Unternehmens betrifft über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 3 Jahren linear abgeschrieben.

Auf eine Eliminierung von Zwischenergebnissen im Rahmen der Equity-Bewertung nach § 312 Abs. 5 S. 3 HGB wurde aufgrund untergeordneter Bedeutung verzichtet.

C. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen

Die Einzelabschlüsse der 2G Energy AG und der Tochtergesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die einbezogenen Jahresabschlüsse werden unter Anwendung der Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der jeweiligen rechtsformspezifische Vorschriften aufgestellt.

Die Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert angewandt.

Im Einzelnen erfolgte die Bewertung wie folgt:

1. Immaterielle Vermögensgegenstände

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu den Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben:

Nutzungsdauer
EDV-Software 3 – 5 Jahre
Lizenzen 3 Jahre
Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 3 – 6 Jahre

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennbetrag angesetzt.

2. Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die planmäßigen Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände linear vorgenommen:

Nutzungsdauer
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 0 Jahre
Bauten, Einrichtungen u. Außenanlagen auf eigenen Grundstücken 5 – 33 Jahre
Bauten auf fremden Grundstücken 9 – 19 Jahre
Betriebsvorrichtungen 6 – 21 Jahre
Fahrzeuge und Flurförderfahrzeuge 6 – 8 Jahre
Werkzeuge 5 – 13 Jahre
EDV-Ausstattung 3 – 9 Jahre
Einbauten in fremde Grundstücke 5 – 21 Jahre
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 – 21 Jahre

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennbetrag angesetzt.

3. Finanzanlagen

Die sonstigen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem am Stichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Vermögensgegenständen des Finanzanlagevermögens über dem Wert liegt, der am Bilanzstichtag beizulegen ist, so wird dem durch außerplanmäßige Abschreibung Rechnung getragen. Sofern die Gründe für einen niedrigeren Wertansatz nicht mehr vorliegen, ist gem. § 253 Abs. 5 S. 1 HGB eine Zuschreibung vorzunehmen.

4. Vorräte

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die unfertigen Erzeugnisse und unfertigen Leistungen werden zu Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie allgemeine Verwaltungskosten, soweit sie der Fertigung zugerechnet werden können, einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in den Herstellungskosten berücksichtigt.

Geleistete Anzahlungen sind zum Nennbetrag angesetzt.

Soweit erhaltene Anzahlungen den Wert der unfertigen Erzeugnisse bzw. unfertigen Leistungen nicht übersteigen, werden sie projektbezogen mit den unfertigen Erzeugnissen bzw. unfertigen Leistungen in Höhe des Erfüllungsbetrages verrechnet.

5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Ausfall- und Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt.

6. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert bewertet.

7. Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

8. Latente Steuern

Für die Berechnung der Steuerlatenzen wurde ein durchschnittlicher Konzernsteuersatz von 30% zugrunde gelegt.

Aus der im Rahmen der Kapitalkonsolidierung vorgenommenen Verrechnung ergibt sich ein Unterschiedsbetrag, der als Geschäfts- oder Firmenwert auszuweisen ist. Latente Steuern sind hierauf nicht zu berechnen (DRS 18 TZ. 25).

9. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bewertet.

10. Steuerrückstellungen

Die Steuerrückstellungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt und beinhalten die noch nicht veranlagten Steuern.

11. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.

12. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt.

13. Erhaltene Anzahlungen

Die erhaltenen Anzahlungen beinhalten Anzahlungen aus Neuanlagen sowie Anzahlungen aus Vollwartungsverträgen. Erhaltene Anzahlungen aus Neuanlagen werden, soweit sie den Wert der unfertigen Erzeugnisse bzw. unfertigen Leistungen nicht übersteigen, projektbezogen mit den unfertigen Erzeugnissen bzw. unfertigen Leistungen in Höhe des Erfüllungsbetrages verrechnet. Der überschießende Teil wird als erhaltene Anzahlungen auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen aus Vollwartungsverträgen werden vertragsbezogen leistungsgerecht anhand der anteilig erbrachten Leistung abgegrenzt. Einzahlungen aus Vollwartungsverträgen werden anhand der anteilig erbrachten Leistungen in den Umsatzerlösen erfasst; ein Einzahlungsüberschuss wird als erhaltene Anzahlung abgegrenzt.

14. Währungsumrechnung

Posten des Jahresabschlusses, denen auf fremde Währung lautende Beträge zu Grunde liegen, werden entsprechend § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

D. Erläuterungen zur Konzernbilanz

1. Anlagevermögen

Hinsichtlich der Entwicklung des Anlagevermögens im Berichtsjahr verweisen wir auf die entsprechende Darstellung im Anlagenspiegel. Die Geschäftsjahresabschreibung je Posten der Bilanz ist ebenfalls dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

In den anderen Anlagen sind aus der Geschäftstätigkeit der 2G Rental GmbH Anlagen zur Vermietung von 3.166 TEUR (Vorjahr: 3.755 TEUR) enthalten.

In den Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ist ein Unterschiedsbetrag zwischen Buchwert und anteiligem Eigenkapital des assoziierten Unternehmens in Höhe von 332 TEUR (Vorjahr: 663 TEUR) enthalten, der in voller Höhe auf den entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert entfällt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 4.483 TEUR (Vorjahr: 4.458 TEUR) gebildet.

Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

3. Aktive latente Steuern

Die latenten Steuerforderungen in Höhe von 2.476 TEUR (Vorjahr: 2.776 TEUR) resultieren aus den steuerlichen Verlustvorträgen (122 TEUR) bei der 2G Polska Sp. Z o.o. und der 2G Energy Corp. Auf die Verlustvorträge der 2G Solutions S.L., der 2G Italia Srl und der 2G Energy Inc. wurden aufgrund der negativen Jahresergebnisse der vergangenen Jahre keine aktiven latenten Steuern gebildet. Hierbei wurde ein vorsichtiger Ansatz gewählt, in dem die positiven Erwartungen aus den aktuellen Strukturveränderungen nicht berücksichtigt wurden. Daneben wurden latente Steuern auf eliminierten Zwischengewinnen im Anlage- (917 TEUR) und im Vorratsvermögen (1.313 TEUR) aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag und auf temporären Differenzen (124 TEUR) gebildet. Diese temporären Differenzen stammen im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen in der Handels- und Steuerbilanz des Vorratsvermögens und der Rückstellungen.

Es wird davon ausgegangen, dass die mit den Verlustvorträgen verbundenen Steuervorteile mit hinreichender Wahrscheinlichkeit in den nächsten fünf Geschäftsjahren realisiert werden können.

Passive latente Steuern waren zum Bilanzstichtag nicht zu verzeichnen.

4. Konzerneigenkapital

Das Grundkapital beträgt 4.430 TEUR und ist in 4.430.000 auf den Inhaber lautende Aktien mit einem Nennwert von 1 EUR eingeteilt.

Die Kapitalrücklage in Höhe von 11.235 TEUR resultiert im Wesentlichen aus den Agien durchgeführter Kapitalerhöhungen der 2G Energy AG.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, in der Zeit bis zum 7. Juli 2020 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein- oder mehrmalig um bis zu insgesamt 2.215 TEUR durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015).

Fiktive gesetzliche Ausschüttungssperren liegen bei den aktiven latenten Steuern in Höhe von 2.476 TEUR vor.

Im Berichtsjahr steht den Gesellschaftern ein Betrag Höhe von 51.281 TEUR für Ausschüttungszwecke zur Verfügung. Auf Ebene des Einzelabschlusses der 2G Energy AG bestehen keine ausschüttungsgesperrten Beträge.

Hinsichtlich der Entwicklung des Konzerneigenkapitals im Berichtsjahr verweisen wir auf die entsprechende Darstellung im Konzerneigenkapitalspiegel.

5. Sonstige Rückstellungen

Die Zusammensetzung zum Bilanzstichtag der sonstigen Rückstellungen ist der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen:

Sonstige Rückstellungen,
in TEUR
31.12. 2019 31.12. 2018
Gewährleistungsverpflichtungen 6.046 6.177
Ausstehende Eingangsrechnungen/ Restarbeiten an fertig gestellten Anlagen 4.263 4.586
Personalverpflichtungen 2.143 1.865
Steuerliche Nebenleistungen 872 872
Berufsgenossenschaft/Ausgleichsabgabe 315 292
Abschluss- und Prüfungskosten 158 154
Prozesskosten 82 80
Hauptversammlung und Geschäftsbericht 53 49
Archivierung von Geschäftsunterlagen 20 19
Übrige sonstige Rückstellungen 137 255
14.089 14.349

6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Restlaufzeiten, in TEUR (Vorjahresbeträge in Klammern) < 1 Jahr >1 Jahr davon >5 Jahre Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.406 5.146 1.532 10.553
(1.219) (6.071) (2.151) (7.290)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 26.405 0 0 26.405
(21.429) (0) (0) (21.429)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 13.729 0 0 13.729
(10.632) (0) (0) (10.632)
Sonstige Verbindlichkeiten 6.318 0 0 6.318
(6.718) (0) (0) (6.718)
51.859 5.146 1.532 57.005
(39.998) (6.071) (2.151) (46.070)

Mit den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind die folgenden Sicherungsinstrumente verbunden:

Grundschuld in Höhe von 2,8 Mio. EUR Siemensstraße 20, Heek

Grundschuld in Höhe von 2,63 Mio. EUR Benzstraße 3, Heek

Grundschuld in Höhe von 0,31 Mio. EUR Siemensstraße 10, Heek

Sicherungsübereignung sowie Abtretung der Pachtansprüche des entsprechenden

Sachanlagevermögens

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern von 3.820 TEUR (Vorjahr: 4.251 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit von 118 TEUR (Vorjahr: 93 TEUR).

E. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und gemäß § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich geografisch und nach Tätigkeitsbereichen wie folgt:

Umsatzerlöse, in TEUR (Vorjahresbeträge in Klammern) Inland Ausland Gesamt
BHKW / After Sales 90.264 56.767 147.031
(79.426) (52.322) (131.745)
Service 63.255 26.110 89.365
(57.614) (20.424) (78.038)
153.519 82.876 236.396
(137.037) (72.746) (209.783)

2. Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge von 1.249 TEUR (Vorjahr: 624 TEUR) enthalten, die im Wesentlichen aus Versicherungserstattungen und Schadensersatzleistungen (807 TEUR) und der Herabsetzung von Wertberichtigungen auf Forderungen (303 TEUR) resultieren.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung von 382 TEUR (Vorjahr: 202 TEUR) enthalten.

3. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2019 2018
Betriebsaufwand 7.756 7.333
Verwaltungsaufwand 3.221 3.234
Vertriebsaufwand 7.100 6.257
Übrige 4.979 6.366
23.055 23.190

In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von 876 TEUR (Vorjahr: 1.802 TEUR) enthalten, die im Wesentlichen aus periodenfremden Gutschriften und Forderungsverlusten resultieren.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von 558 TEUR (Vorjahr: 295 TEUR) enthalten. Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnungen resultieren in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR) aus Währungsumrechnungsdifferenzen im Rahmen der Schuldenkonsolidierung.

4. Personalaufwand

In den sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung sind Aufwendungen für Altersversorgung von 449 TEUR (Vorjahr: 401 TEUR) enthalten.

5. Abschreibungen

In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagenvermögens und Sachanlagen sind Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 544 TEUR (Vorjahr: 794 TEUR) enthalten.

6. Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Das Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2019 2018
Anteiliges Ergebnis 319 201
Abschreibung Geschäfts- oder Firmenwert - 332 - 331
- 13 - 130

7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 7 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR) enthalten.

8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag folgende Sachverhalte erfasst:

Ergebnis aus latenten Steuern,
in TEUR
2019 2018
Latente Steuererträge 45 1.500
Latente Steueraufwendungen - 345 - 159
davon entfallen auf Verlustvorträge (Saldo) 45 -159
- 300 1.341

F. Sonstige Angaben

1. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wird nach DRS 21 aufgestellt.

Der in der Kapitalflussrechnung ausgewiesene Finanzmittelfonds umfasst ausschließlich liquide Mittel und Bankguthaben abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten in Höhe von 146 TEUR (Vorjahr: 17 TEUR).

2. Mitteilungen gemäß § 20 AktG

Herr Christian Grotholt hat der Gesellschaft gemäß § 20 AktG mitgeteilt, dass ihm zum Bilanzstichtag mehr als der vierte Teil der Aktien der 2G Energy AG gehören. Diese Mitteilung wurde dem Bundesanzeiger am 30. Juli 2007 mitgeteilt.

3. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Mit Wirkung vom 1. Januar 2020 (Verschmelzungsstichtag) übernimmt die 2G Energietechnik GmbH im Rahmen der Verschmelzung durch Aufnahme das Vermögen der übertragenden Schwestergesellschaft 2G Drives GmbH. Als alleinige Anteilseignerin der 2G Energietechnik GmbH und der 2G Drives GmbH fasste der Vorstand der 2G Energy AG, Heek, den Beschluss zur Verschmelzung dieser Gesellschaften am 11. November 2019. Der Aufsichtsrat der 2G Energy AG hat dem Beschluss am 14. November 2019 zugestimmt. Die Eintragung in das Handelsregister steht derzeit noch aus.

Weltweit sind Unternehmen und die Bevölkerung von der Covid-19-Pandemie in ihrem Wirtschafts- und Erwerbsleben über erhebliche Einschränkungen direkt und indirekt betroffen. Der zu erwartende Rückgang der Wirtschaftsleistung auf breiter Front in allen Volkswirtschaften ist auf die zum Teil drakonischen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und die dadurch ausgelöste Unsicherheit, die ausbleibende Nachfrage, den Rückgang der Produktion in Teilen der Industrie, die Stilllegung von Dienstleistungsbetrieben und eine breite Investitionszurückhaltung zurückzuführen.

Solange kein Impfstoff zur Immunisierung oder Prävention sowie keine Medikamente zur Behandlung zur Verfügung stehen, ist nicht auszuschließen, dass die radikalen Maßnahmen der Abschottung und Quarantäne anhalten.

2G sieht durch die Covid-19-Pandemie in erster Linie Risiken für die im Risiko- und Chancenbericht thematisierten Bereiche „Absatzrisiken“, „Verfügbarkeit von Produkten“ sowie „Personal“. Hierzu verweisen wir auf unsere Ausführungen im Konzernlagebericht.

Aus heutiger Sicht sind für 2G keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.

4. Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Absicherung von Währungsrisiken. Am Bilanzstichtag bestanden folgende derivative Finanzinstrumente:

Art Umfang,
in TEUR
Fälligkeit Beizulegender Zeitwert,
in TEUR
Devisentermingeschäft EUR – USD 922 15.01.2020 -25
Devisentermingeschäft EUR – GBP 356 15.01.2020 -6
Devisentermingeschäft EUR – USD 3.375 31.01.2020 -84
Devisentermingeschäft EUR – GBP 424 14.02.2020 -7
Devisentermingeschäft EUR – USD 226 19.02.2020 -1
Devisentermingeschäft EUR – USD 621 28.02.2020 -26
Devisentermingeschäft EUR – USD 1.186 28.02.2020 -16
Devisentermingeschäft EUR – GBP 292 28.02.2020 -5
Devisentermingeschäft EUR – GBP 1.383 13.03.2020 -51
Devisentermingeschäft EUR – GBP 458 03.04.2020 -17
Devisentermingeschäft EUR – GBP 611 17.04.2020 -22
Devisentermingeschäft EUR – USD 555 17.04.2020 -4
Devisentermingeschäft EUR – CAD 195 24.04.2020 -3
Devisentermingeschäft EUR – USD 855 30.04.2020 7
Devisentermingeschäft EUR – USD 491 08.05.2020 -4
Devisentermingeschäft EUR – USD 773 26.06.2020 -9
Devisentermingeschäft EUR – GBP 484 30.06.2020 -10
Devisentermingeschäft EUR – USD 695 02.07.2020 -8
Devisentermingeschäft EUR – USD 775 10.07.2020 -9
Devisentermingeschäft EUR – USD 2.044 30.07.2020 -22
Devisentermingeschäft EUR – USD 1.741 30.09.2020 -24
18.462 -346

Da für diese Sicherungsgeschäfte die Voraussetzungen vorliegen, werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB (Micro Hedge) gebildet. Hinsichtlich des negativen Marktwertes der Sicherungsgeschäfte wurde entsprechend auf die Bildung einer Drohverlustrückstellung verzichtet. Der Ausgleich der gegenläufigen Zahlungsströme erfolgt mit Fälligkeit der Grundgeschäfte, die der Fälligkeit der Sicherungsgeschäfte entsprechen. Die Wirksamkeit der Bewertungseinheit basiert auf der Übereinstimmung der Bedingungen und Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wird die sog. Einfrierungsmethode angewendet.

5. Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB für fremde Verbindlichkeiten bestanden zum Bilanzstichtag nicht.

6. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestanden für Verträge in folgender Höhe:

Restlaufzeiten,
in TEUR (Vorjahresbeträge in Klammern)
< 1 Jahr 1-5 Jahre Gesamt
Unbefristete Mietverträge * 483 0 483
(369) (0) (369)
Befristete Mietverträge 154 247 401
(125) (157) (282)
Leasingverträge 188 280 468
(186) (145) (331)
825 527 1.352
(680) (302) (983)

* Der angegebene Wert zu den unbefristeten Dauerschuldverhältnissen bezieht sich auf die Verpflichtung der Gesellschaft aus diesen Verträgen bezogen auf einen Zeitraum von 12 Monaten.

7. Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter nach § 267 HGB gliederte sich wie folgt:

2019 2018
Gewerbliche Mitarbeiter 350 326
Kaufmännische Mitarbeiter 299 301
649 627
davon Teilzeitbeschäftigte 77 67

8. Vorstand

Der Vorstand setzt sich aktuell wie folgt zusammen:

Zeitraum seit Bestellt bis
Herr Dipl.-Ing. Christian Grotholt (Vorsitzender) Ahaus-Alstätte Vorstandsvorsitzender (CEO) der 2G Energy AG Strategie, Vertrieb, Service, Forschung und Entwicklung 17.7.2007 16.7.2022
Herr Ludger Holtkamp Gronau Vorstand (COO) der 2G Energy AG Einkauf, Produktion, Projektmanagement 17.7.2007 16.7.2022
Herr Dipl.-Betriebsw. (BA) Friedrich Pehle Soest Vorstand (CFO) der 2G Energy AG Finanzen, Personal, Recht, Investor Relations 1.12.2017 30.11.2023

Nähere Angaben zu den Vorständen der 2G Energy AG werden auf der 2G-Homepage in der Rubrik Unternehmen zur Verfügung gestellt.

9. Aufsichtsrat

Während des Berichtsjahres waren die folgenden Personen zu Mitgliedern des Aufsichtsrats bestellt:

Zeitraum seit
Herr Dr. Lukas Lenz (Vorsitzender) Hamburg Rechtsanwalt 17.7.2007
Herr Heinrich Bertling (stellv. Vorsitzender) Gronau Steuerberater 28.8.2012
Herr Wiebe Hofstra Drachten/NL Senior Manager van der Wiel Holding BV 17.7.2007

Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind bis zum Ende der Hauptversammlung gewählt, die über die Entlastung der Organmitglieder für das Jahr 2021 beschließt.

Nähere Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrates der 2G Energy AG werden auf der 2G-Homepage in der Rubrik Unternehmen zur Verfügung gestellt.

10. Bezüge der Organe

Für die Bezüge des Vorstandes wurden im Geschäftsjahr 944 TEUR (Vorjahr: 786 TEUR) und für die Bezüge des Aufsichtsrats 46 TEUR (Vorjahr: 30 TEUR) aufgewendet.

11. Honorar des Abschlussprüfers

Die "sonstigen betrieblichen Aufwendungen" enthalten das als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers. Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt insgesamt 93 TEUR (Vorjahr: 100 TEUR) und setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2019 2018
Abschlussprüfungsleistungen 91 91
Andere Bestätigungsleistungen 2 0
Sonstige Beratungsleistungen 0 9
93 100

12. Ergebnisvorschlag

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat empfehlen, der Hauptversammlung folgenden Gewinnvorschlag zur Abstimmung vorzulegen:

Der sich in dem nach deutschem Handelsrecht aufgestellten Jahresabschluss der 2G Energy AG rechnerisch ergebende Bilanzgewinn in Höhe von 6.763.193,91 EUR, bestehend aus einem Jahresüberschuss in Höhe von 6.763.193,91 EUR und einem Gewinnvortrag in Höhe von 0,00 EUR wird in Höhe von 1.993.500,00 EUR ausgeschüttet und in Höhe von 4.769.693,91 EUR in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.

13. Befreiungsvorschriften

Hinsichtlich der Aufstellungspflicht des Lageberichts sowie der Offenlegung des Jahresabschlusses der Tochtergesellschaft 2G Energietechnik GmbH, Heek, sowie der 2G Drives GmbH, Heek, wird die Befreiung des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen.

 

Heek, den 31. März 2020

Christian Grotholt, Vorsitzender des Vorstands

Ludger Holtkamp, Mitglied des Vorstands

Friedrich Pehle, Mitglied des Vorstands

Konzern-Anlagenspiegel

Anschaffungs- oder Herstellungskosten
01.01.2019 Währungsumrechnung Zugang
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.390.683,34 197,26 233.875,44
2. Geschäfts- oder Firmenwert 8.431.787,58 0,00 0,00
3. Geleistete Anzahlungen 9.333,00 0,00 0,00
10.831.803,92 197,26 233.875,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.812.616,89 54.174,35 850.346,01
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.098.932,90 14.938,47 361.718,41
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 20.353.398,55 71.104,06 3.065.246,07
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 64.720,95 0,00 9.019,78
37.329.669,29 140.216,88 4.286.330,27
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 881.030,44 0,00 0,00
2. Sonstige Beteiligungen 10.000,00 0,00 0,00
891.030,44 0,00 0,00
49.052.503,65 140.414,140 4.520.205,71
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Umbuchung Abgang 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 17.789,68 2.606.966,36
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0,00 8.431.787,58
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 9.333,00
0,00 17.789,68 11.048.086,94
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.918,38 0,00 15.727.055,63
2. Technische Anlagen und Maschinen 0,00 67.435,24 2.408.154,54
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 1.263.369,51 22.226.379,17
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -9.918,38 0,00 63.822,35
0,00 1.330.804,75 40.425.411,69
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 12.560,86 868.469,58
2. Sonstige Beteiligungen 0,00 0,00 10.000,00
0,00 12.560,86 878.469,58
0,00 1.361.155,29 52.351.968,21
Abschreibungen
01.01.2019 Währungsumrechnung Zugang
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.853.091,27 193,48 252.688,04
2. Geschäfts- oder Firmenwert 5.174.028,92 0,00 544.032,29
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
7.027.120,19 193,48 796.720,33
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.101.283,17 4.468,27 472.499,44
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.017.260,89 10.482,11 165.596,20
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.380.222,86 42.395,45 2.280.436,16
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00
14.498.766,92 57.345,83 2.918.531,80
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00 0,00
2. Sonstige Beteiligungen 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00
21.525.887,11 57.539,31 3.715.252,13
Abschreibungen
Abgang 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 14.736,08 2.091.236,71
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 5.718.061,21
3. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
14.736,08 7.809.297,92
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 2.578.250,88
2. Technische Anlagen und Maschinen 66.332,95 1.127.006,25
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.047.479,04 12.655.575,43
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00
1.113.811,99 16.360.832,56
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0,00 0,00
2. Sonstige Beteiligungen 0,00 0,00
0,00 0,00
1.128.548,07 24.170.130,48
Buchwert
31.12.2019 31.12.2018
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 515.729,65 537.592,07
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.713.726,37 3.257.758,66
3. Geleistete Anzahlungen 9.333,00 9.333,00
3.238.789,02 3.804.683,73
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.148.804,75 12.711.333,72
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.281.148,29 1.081.672,01
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 9.570.803,74 8.973.175,69
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 63.822,35 64.720,95
24.064.579,13 22.830.902,37
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 868.469,58 881.030,44
2. Sonstige Beteiligungen 10.000,00 10.000,00
878.469,58 891.030,44
28.181.837,73 27.526.616,54

Konzern-Kapitalflussrechnung

01.01.2019 bis 31.12.2019
EUR
01.01.2018 bis 31.12.2018
EUR
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 10.301.893,06 7.607.609,52
+ Abschreibungen auf das Anlagevermögen 3.715.252,13 3.917.683,47
± Veränderung der Rückstellungen -259.843,30 1.521.499,45
± Veränderung der Vorräte -14.306.465,37 -2.152.544,17
± Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätikeit zuzuordnen sind -4.393.221,27 -5.459.637,67
± Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.673.088,81 108.642,97
± Verlust/Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 46.591,51 11.842,06
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen 407.236,93 454.685,67
- Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge -58.202,96 -59.563,72
- Sonstige Beteiligungserträge 12.060,86 130.139,66
+ Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.801.921,40 3.450.478,81
± Ertragsteuerzahlungen -6.019.116,32 -4.655.500,81
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 1.921.195,48 4.875.335,24
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 173.454,86 2.258.893,32
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -233.875,44 -148.421,21
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -4.286.330,27 -7.095.214,86
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0,00 -1.011.370,10
- Auszahlungen aus dem Erwerb von konsolidierten Unternehmen -1.388.888,00 0,00
+ Erhaltene Zinsen 58.702,96 59.763,72
= Cashflow aus der Investitionstätigkeit -5.676.935,89 -5.936.349,13
+ Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 4.363.169,29 2.800.000,00
- Auszahlungen aus der Tilgung von (Finanz-)Krediten -1.229.154,24 -1.866.242,42
- Gezahlte Zinsen -407.236,93 -454.685,67
- Gezahlte Dividenden an Gesellschafter des Mutterunternehmens -1.993.500,00 -1.860.600,00
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 733.278,12 -1.381.528,09
= Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -3.022.462,29 -2.442.541,98
Währungsbedingte Änderung des Finanzmittelbestandes -36.307,49 -34.729,69
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 13.615.190,87 16.092.462,54
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode 10.556.421,09 13.615.190,87
Zusammensetzung
Liquide Mittel 10.701.989,93 13.632.458,25
Kurzfristige Bankverbindlichkeiten -145.568,84 -17.267,38
10.556.421,09 13.615.190,87

Konzern-Eigenkapitalspiegel

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Andere Gewinnrücklagen
Stand per 1.1.2018 4.430.000,00 11.235.300,00 40.299.580,49
Währungsumrechnung 0,00 0,00 0,00
Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00
Stand per 31.12.2018 4.430.000,00 11.235.300,00 40.299.580,49
Stand per 1.1.2019 4.430.000,00 11.235.300,00 40.299.580,49
Einstellung in Rücklagen 0,00 0,00 13.521.701,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 0,00
Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00
Sonstige Veränderungen 0,00 0,00 -691.599,58
Konzernjahresergebnis 0,00 0,00 0,00
Stand per 31.12.2019 4.430.000,00 11.235.300,00 53.129.681,91
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Konzernbilanzgewinn, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Summe
Stand per 1.1.2018 -1.005.335,70 178.735,80 55.138.280,59
Währungsumrechnung 98.080,23 0,00 98.080,23
Ausschüttungen 0,00 -1.860.600,00 -1.860.600,00
Konzernjahresergebnis 0,00 7.517.569,29 7.517.569,29
Stand per 31.12.2018 -907.255,47 5.835.705,09 60.893.330,11
Stand per 1.1.2019 -907.255,47 5.835.705,09 60.893.330,11
Einstellung in Rücklagen 0,00 -13.521.701,00 0,00
Währungsumrechnung 46.567,34 0,00 46.567,34
Ausschüttungen 0,00 -1.993.500,00 -1.993.500,00
Sonstige Veränderungen 0,00 0,00 -691.599,58
Konzernjahresergebnis 0,00 10.309.898,95 10.309.898,95
Stand per 31.12.2019 -860.688,13 630.403,04 68.564.696,82
Nicht beherrschende Anteile Konzerneigenkapital
Nicht beherrschende Anteile vor Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung und Jahresergebnis Auf nicht beherrschende Anteile entfallende Gewinne / Verluste Summe
Stand per 1.1.2018 5.300,60 567.261,87 572.562,47 55.710.843,06
Währungsumrechnung 0,00 0,00 0,00 98.080,23
Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00 -1.860.600,00
Konzernjahresergebnis 0,00 90.040,23 90.040,23 7.607.609,52
Stand per 31.12.2018 5.300,60 657.302,10 662.602,70 61.555.932,81
Stand per 1.1.2019 5.300,60 657.302,10 662.602,70 61.555.932,81
Einstellung in Rücklagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Währungsumrechnung 0,00 0,00 0,00 46.567,34
Ausschüttungen 0,00 0,00 0,00 -1.993.500,00
Sonstige Veränderungen -5.000,00 -692.288,42 -697.288,42 -1.388.888,00
Konzernjahresergebnis 0,00 -8.005,89 -8.005,89 10.301.893,06
Stand per 31.12.2019 300,60 -42.992,21 -42.691,61 68.522.005,21

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen

Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts beruhen. Solche Aussagen beziehen sich auf Zeiträume in der Zukunft oder sind durch Begriffe wie „erwarten“, „vorhersagen“, „beabsichtigen“, „prognostizieren“, „planen“, „schätzen“, oder „rechnen mit“ gekennzeichnet. Zukunftsgerichtete Aussagen sind mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Eine Vielzahl dieser Risiken und Unsicherheiten wird von Faktoren bestimmt, die nicht dem Einfluss der 2G Gruppe unterliegen. Die tatsächlichen Ergebnisse können daher erheblich von dem nachfolgend Beschriebenen abweichen.

A. Der 2G-Konzern

Geschäftstätigkeit, Unternehmensstruktur

Die 2G Energy AG Unternehmensgruppe ist ein international führender Hersteller und Anbieter von Anlagen zur dezentralen Energieversorgung. Mit der Entwicklung, der Produktion und der technischen Installation sowie der digitalen Netzintegration von Blockheizkraftwerken bietet das Unternehmen umfassende Lösungen im wachsenden Markt der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen). Service- und Wartungsdienstleistungen sind ein weiteres, wichtiges Leistungskriterium. Die Produktpalette umfasst insbesondere KWK-Anlagen im Bereich von 20 kW bis 2.000 kW elektrischer Leistung für den Betrieb mit Erdgas, Biogas, anderen Schwachgasen sowie Wasserstoff. Alle Anlagen arbeiten hocheffizient, ressourcenschonend und mindern oder neutralisieren den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 oder NOx durch die gekoppelte Energieerzeugung und moderne Abgasreinigungssysteme. Weltweit versorgen über 5.500 installierte 2G Anlagen in unterschiedlichen Anwendungen ein breites Kundenspektrum von Unternehmen der Wohnungswirtschaft, Landwirtschaft, Gewerbe- und Industrieunternehmen, Energieversorgern, Stadtwerken und Kommunen mit elektrischer Energie und Wärme bzw. Kälte.

Die 2G Energy AG ist eine Holding, die unter ihrem Dach zehn operative Tochtergesellschaften vereint.

Abb. 1: 2G Energy Unternehmensstruktur (Stand: 31. Dezember 2019)

Die wesentliche, operativ tätige Gesellschaft ist die 2G Energietechnik GmbH (2GE) mit Sitz in Heek im westlichen Münsterland. Das Unternehmen vereint die Planung, den Vertrieb, die Produktion sowie die Inbetriebnahme und den laufenden Service der 2G Anlagen. Die 2GE unterhält zudem in Schonstett bei München, in Hamburg, in Halle/Saale sowie in Berlin unselbstständige Niederlassungen.

Im Ausland ist 2G mit selbstständigen Vertriebs- und Servicegesellschaften in den USA, in Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Polen vertreten. Darüber hinaus werden über Vertriebskooperationen z.B. in Japan, Südostasien, Australien, Osteuropa, Afrika und Russland bedeutende Ballungszentren sowie Industriemärkte erschlossen.

B. Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Situation

Der Aufschwung ist beendet

In seinem im November 2019 vorgelegten Jahresgutachten 2019/2020 1 geht der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung von einer Abkühlung der globalen Konjunktur aus. Dies gilt insbesondere für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In den Schwellenländern habe sich das Wachstum jedoch ebenfalls verlangsamt. Der Welthandel ist zurückgegangen, Unternehmen hielten sich zunehmend vielerorts bei Investitionen zurück und auch die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe zeigte erste Signale der Eintrübung. Der Sachverständigenrat geht für 2019 von einem Zuwachs des Welt-Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,6 % (2018: 3,3 %) aus.

Im Euroraum setzte sich die bereits im Vorjahr zu beobachtende, eher verhaltene konjunkturelle Dynamik auch im Jahr 2019 fort. Dazu trug insbesondere die schwächere Entwicklung der Investitionen und der Exporte bei. Aufgrund der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürften hingegen vom privaten Konsum weiterhin positive Wachstumsimpulse ausgehen. Zudem hat der EZB-Rat seine bereits seit Jahren sehr expansive Geldpolitik 2019 nochmals spürbar gelockert. Die Wachstumsrate des BIP im Euroraum wird nach Einschätzung des Sachverständigenrates mit 1,2 % im Jahr 2019 deutlich unter dem im Vorjahr erreichten Wert von 1,9 % liegen.

Für die deutsche Wirtschaft gehen die Sachverständigen für das Berichtsjahr von einem Ende des langjährigen Aufschwungs aus, ohne eine tiefgehende Rezession zu erwarten. Die nur moderate wirtschaftliche Dynamik führen die Sachverständigen auf eine länderübergreifende Schwäche der Industrie zurück, die zum Teil auf einen zyklischen Abschwung zurückzuführen sei, der mit einem Rückgang der Investitionen der Unternehmen einhergehe. Für die weitere Entwicklung, so die Experten, sei entscheidend, inwiefern der bislang noch solide Arbeitsmarkt und die Binnennachfrage von dieser Entwicklung erfasst werden. Insgesamt prognostiziert der Sachverständigenrat für das BIP in Deutschland im Jahr 2019 eine Zuwachsrate von 0,5 % (2018: 1,5 %).

Für die Maschinenbauer in Deutschland war das Jahr 2019 laut VDMA 2 in Summe enttäuschend. Im Vergleich zum Vorjahr steht für das Gesamtjahr 2019 ein Minus von real 9 % in den Auftragsbüchern. Laut VDMA haben zu Unsicherheiten und Investitionszurückhaltung insbesondere internationale Handelsstreitigkeiten, zunehmender Protektionismus und das Brexit-Unterfangen sowie der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie beigetragen.

Globale Rahmenbedingungen und Branchenentwicklung

Kraft-Wärme-Kopplung als wichtiger Baustein im zukünftigen Energieerzeugermarkt

In seinem Selbstverständnis sieht sich der 2G Konzern mit seinen Produkten und seinem Know-hows als Teil der globalen Energiewende. Eine nachhaltige Energiezukunft ist im Geschäftsziel selbst verankert: 2G trägt mit seinen hocheffizienten, Gas betriebenen KWK-Anlagen, die in einem gekoppelten Prozess elektrische und thermische Energie erzeugen, auf einer wirtschaftlichen Basis zur Ressourcenschonung, Emissionsvermeidung und zum Klimaschutz bei.

Das strukturelle Umfeld der Energieversorgung ist - wie in den Vorjahren an dieser Stelle dargelegt - nach wie vor geprägt von einer steigenden Energienachfrage und der Notwendigkeit, die Kohlendioxid-Emissionen zur Begrenzung des Klimawandels deutlich zu reduzieren. Dazu streben viele Länder an, ihre konventionellen Erzeugungskapazitäten auf Basis von Kohle und Kernenergie sukzessive zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Übergeordnet besteht in diesem Szenario die Herausforderung, den Wechsel hin zu einer CO2-armen Erzeugung unter dem Primat der Wirtschaftlichkeit und der Versorgungssicherheit zu gestalten. Um dies sicherzustellen, ist parallel der Ausbau technischer Lösungen, die die Erneuerbaren in eine gesicherte, regelbare Versorgung integrieren können und von langfristigen Speichermöglichkeiten sowie die Rückwandlung in verkehrsfähige Elektrizität und Wärme erforderlich. Die Integration der Erneuerbaren in eine Energieversorgung, die auf eine ausreichende Kapazität an gesicherter, regelbarer Leistung zurückgreifen kann, stellt eine große Herausforderung dar, die in einer relativ kurzen Zeitspanne gestaltet werden muss. Diese Konstellation bietet für innovative Unternehmen mit integrativen Lösungen neue Märkte und Chancen.

In diesem Spannungsfeld sind auf der Erzeugerseite Technologien gefragt, die mit Erdgas, biogenen Primärenergieträgern wie Biogas, Deponie- und Klärgas oder mit Wasserstoff Elektrizität und Wärme wirtschaftlich bereitstellen. So kann nach Bedarf die schwankende Stromproduktion von PV- und Windkraftanlagen ergänzt bzw. kompensiert werden. Damit der Strom aus dem Mix aus Erneuerbaren auch effizient und als gesicherte, regelbare Leistung genutzt werden kann, sind dezentrale Strukturen und eine intelligente Vernetzung der Erzeugungs- wie der Verbrauchseinheiten notwendig. Nur so kann insbesondere Kohle als einer der fossilen Primärenergieträger mit den höchsten CO2-Emissionen abgelöst werden. Die KWK-Technologie bietet genau diese ressourcenschonende, effiziente, regelbare und klimafreundliche Art der Energieerzeugung für eine weiterhin wirtschaftliche Energieversorgung.

Die Dimension dieser Aufgabe und die damit einhergehenden Potenziale für stabilisierende, effiziente und regelbare Energieerzeuger wie die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zeigt die Abbildung 2 zum Atom- und Kohleausstieg, wie er in Deutschland mit dem Kabinettsbeschluss zum sog. Kohleausstieggesetz vorgesehen ist. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 20,35 GW Erzeugungskapazität (Kohle- und Atomkraft) aus dem Markt genommen werden, gefolgt von weiteren 13 GW bis 2030. Diese stillzulegenden Kraftwerke entsprechen rund 24 % der zum 11.11.2019 laut Bundesnetzagentur verfügbaren grundlastfähigen Kapazitäten wie in Abb.2 dargestellt.

Abb. 2: Abbau der Nettoleistung der Kohle- und Atomkraftwerke in GW im Zuge des geplanten Ausstiegs in Deutschland

Um die Versorgungssicherheit dennoch zu gewährleisten, erachtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bis 2030 einen Zubau von gasbetriebenen KWK-Anlagen mit einer Leistung von 17 GW als notwendig, und stützt sich dabei auf ein Gutachten von r2b (research to business energy consulting). Ein Zubau in dieser Höhe entspricht 150% der bestehenden Erdgas-KWK-Kapazitäten und würde Neuinstallationen von durchschnittlich 1.700 MW pro Jahr ab 2021 erfordern. Die sich auftuende Versorgungslücke bietet Produzenten von dezentralen Erdgas-KWK-Kraftwerken wie 2G damit ein großes Marktpotenzial 3 .

Die vom deutschen Öko-Institut, dem Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) und der Zeitschrift Energie & Management veröffentlichten Ergebnisse der jährlichen Umfrage unter den in Deutschland tätigen KWK-Herstellern zu den abgesetzten Modulen, publiziert im November 2019, zeigen, dass sich der langjährig positive Wachstumstrend der Branche nicht fortgesetzt hat. Die von den Herstellern für das Geschäftsjahr 2019 abgegebenen Absatzschätzungen indizieren für die Branche erstmals seit vielen Jahren einen Rückgang von rund 20 % der abgesetzten Leistung. Die Teilnehmer der Umfrage führen dies für die Erdgas-Anlagen auf die im KWKG festgeschriebene Ausschreibungssystematik für Anlagen ab 1 MW sowie die eingeschränkte Förderung der Eigenversorgung für Anlagen ab 100 kW zurück. Auch für die Biogas-Anlagen werden Unzulänglichkeiten im Ausschreibungsverfahren genannt, aber vor allem auf das Erreichen des 1 GW Flex-Deckels schon zu Mitte des Jahres 2019 verwiesen.

Abb. 3:Absatz KWK-Module im In- und Ausland 2015 – 2019e

2G steigert abgesetzte Leistung im In- und Ausland

Den aus der Umfrage für 2019 prognostizierten Absatzrückgang in der Branche kann 2G für das Geschäftsjahr anhand seiner abgesetzten Leistung nicht bestätigen. Insgesamt hat 2G im Berichtsjahr – offenbar gegen den rückläufigen Branchentrend - 207,9 MW elektrische Leistung (Vorjahr: 189,7 MW) abgesetzt, ein Plus von knapp 10 % gegenüber dem Vorjahr. Das Absatzplus resultierte vor allem aus gestiegenen Verkäufen für Erdgas-BHKW im Inland (26,0 MW; Vorjahr: 18,3 MW).

Gemessen am jährlichen Zubau von Biogas betriebenen KWK-Modulen hat 2G seine Marktposition in Deutschland im Berichtsjahr deutlich auf rund ein Drittel (Vorjahr: 23,5 %) erhöht. Auch ist es dem Unternehmen gelungen, im Zuge der Überbauung Wettbewerber zu verdrängen. Die Angaben zum Marktanteil in der Abb. 4 beziehen sich auf die für das Jahr 2019 prognostizierten Zahlen, Stand Mai 2019, die der Fachverband Biogas e.V. jährlich zum Gesamtmarkt über alle Leistungsklassen veröffentlicht.

Abb. 4:Entwicklung 2G-Marktanteil im deutschen Biogas-KWK-Markt 2015 – 2019e über alle Leistungsbereiche

Trotz der erst Mitte des Jahres 2019 aufgelösten gesetzgeberischen Blockade für den Betrieb von Erdgas KWK-Anlagen, hat 2G gegenüber dem Vorjahr die abgesetzte Leistung um rund 42 % auf 26 MW gesteigert.

Im deutschen Markt für erdgasbetriebene KWK-Anlagen hat 2G in seinem Leistungsbereich von 50 kW bis 500 kW damit seine Marktstellung in einem rückläufigen Markt ausgebaut. In den letzten Jahren hat 2G seinen Marktanteil von rund 20 % auf gut 25 % erhöht. Für die Jahre 2018 und 2019 geht das Unternehmen nach eigenen Berechnungen davon aus, diesen Anteil zumindest gehalten zu haben. Verlässliche Branchenzahlen sind nur mit deutlicher zeitlicher Verzögerung von der BAFA verfügbar.

Abb. 5:Entwicklung 2G-Marktanteil im Kernleistungsbereich 50 kWe bis 500 kWe für erdgasbetriebene Anlagen in Deutschland

Der Absatz in die ausländischen Märkte zeigte sich im Berichtsjahr dynamisch mit einem Anstieg von 12,5 % 86,2 MW; Vorjahr: 76,6 MW). Insgesamt lag der Anteil der außerhalb Deutschlands abgesetzten Leistung mit 41,5 % (Vorjahr: 40,4 %) in etwa auf Vorjahresniveau.

Abb. 6:2G abgesetzte KWK-Leistung In- und Ausland 2015 – 2019 in kW

Entwicklung Biogasmarkt in Deutschland und international

Wie bereits in den vergangenen Jahren konnte 2G im deutschen Biogasmarkt insbesondere an der Entwicklung der Flexibilisierung von Biogasanlagen partizipieren (prognostizierter Zubau elektrischer Leistung in Höhe von 249 MW, Vorjahr: 373 MW), während der Neubau von Biogasanlagen auf niedrigem Niveau blieb. Zusätzlich profitiert 2G durch das Servicegeschäft über langjährig gewachsene Kundenbeziehungen, wodurch 2G häufig der erste Ansprechpartner für die Betreiber der Biogasanlagen ist. Auch international kann 2G diesen Kunden über eigene Tochtergesellschaften sowie über das Partnernetzwerk verlässlich Service- und Ersatzteildienstleistungen anbieten.

Der laufende Auftragseingang zeigte sich 2019 mit 84,3 Mio. Euro (Vorjahr: 118,2 Mio. Euro) robust. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr stellt in erster Linie eine Normalisierung gegenüber dem im Inland von einer Sonderkonjunktur geprägtem Vorjahr dar. Zu den stärksten Auslandsmärkten gehörten Frankreich mit einem Auftragseingang in Höhe von 8,1 Mio. Euro (Vorjahr: 13,2 Mio. Euro) und die USA mit 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,3 Mio. Euro).

Entwicklung Erdgasmarkt in Deutschland und international

Seit Jahrzehnten trägt Erdgas zuverlässig zur Energieversorgung in Deutschland, Europa und vielen Teilen der Welt bei. Im Zuge der Energiewende nimmt Erdgas nach Ansicht zahlreicher Experten eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Energieversorgung ein. Das stützt sich im Wesentlichen auf fünf Eigenschaften:

1. Die CO2-Emissionsbilanz von Erdgas ist um rund 50 % vorteilhafter als die von Kohle oder Ölen; auch Rußpartikel, Schwefel und Stickstoffoxide werden signifikant reduziert. 4

2. Perspektivisch wird Erdgas im Gasnetz durch grün erzeugtes Gas (Wasserstoff, Methan) sukzessive ersetzt und somit in der CO2-Bilanz noch vorteilhafter.

3. Mit Erdgas betriebene Kraftwerke erzeugen nach Bedarf sowohl Grundlaststrom als auch flexibel verfügbare Elektrizität.

4. Die vorhandene Erdgasinfrastruktur ist gut als (langfristiger) Speicher nutzbar, in den auch andere Gase wie Wasserstoff und Methan zusätzlich eingespeist werden können.

5. Die Versorgungssicherheit hat sich in den vergangenen Jahren über die Erschließung neuer Erdgas-Vorkommen und Investitionen in die Distributionslogistik wie Hafenterminals für die Verschiffung von verflüssigtem Erdgas (LNG) verbessert.

Trotz dieser überzeugenden Eigenschaften und Rahmenbedingungen war das Neugeschäft für erdgasbetriebene KWK-Anlagen in Deutschland zunächst von Zurückhaltung auf Investorenseite geprägt. Insbesondere die Unklarheit zur Ausgestaltung der EEG-Umlagepflicht bei Eigenstromverbrauch für ab August 2014 installierte KWK-Neuanlagen wirkte sich negativ aus. Erst Ende Juni 2019 hat der Bundestag zwei maßgebliche Änderungen im EEG und KWKG beschlossen. Im zweiten Halbjahr stieg die Nachfrage dann deutlich an.

Der Auftragseingang für erdgasbetriebene Anlagen lag mit 55,8 Mio. Euro rund 30 % über dem Niveau des Vorjahres (42,9 Mio. Euro). 2G ist es sowohl in den USA und in Großbritannien als auch in Deutschland gelungen, den Absatz erdgasbetriebener Anlagen signifikant zu steigern. In den USA verdoppelte er sich nahezu auf 13,9 Mio. Euro (Vorjahr 7,2 Mio. Euro); hier tragen die neuen Vertriebs- und Servicestrukturen der 2G Energy Inc. und die personelle Verstärkung mit BHKW-Experten mit langjährigem Markt- und Produkt-Know-how erste Früchte. In Großbritannien zog der Auftragseingang von einem bereits hohen Niveau um fast ein Viertel auf 11,6 Mio. Euro an. Insbesondere der attraktive spark spread im Land macht KWK-Anlagen sehr wirtschaftlich und damit als Investitionsobjekte attraktiv. In Deutschland verbuchte 2G im Berichtsjahr einen um knapp 10 % auf 23,0 Mio. Euro gestiegenen Auftragseingang.

Spark spread bleibt auf attraktivem Niveau

Grundsätzlich stehen potenzielle 2G-Kunden vor der ökonomischen Entscheidung, in ein mit Gas betriebenes KWK-Kraftwerk zu investieren und damit zu einem guten Teil unabhängiger von der öffentlichen Versorgung zu werden und Energiekosten sparen zu können oder bei der konventionellen Energieversorgung zu bleiben. Für die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen ist die Differenz zwischen dem Erdgas- und dem Strompreis, der sog. spark spread, die entscheidende Größe. Daher liegt auf deren Preisentwicklung ein besonderes Augenmerk. Die Preise für Erdgas haben sich – gemessen am niederländischen TTF Natural Gas Forward – in den letzten Jahren wie in der Abb. 7 veranschaulicht deutlich ermäßigt. Im Berichtsjahr hat er sich von 22,45 Euro/MWh auf 11,80 Euro/MWh nahezu halbiert. Das tendenziell steigende Angebot an Erdgas (LNG aus „shale gas“ aus den USA und Kanada) trägt darüber hinaus weltweit zu einem liquiden Gasmarkt und zu Erdgaspreisen auf einem dauerhaft niedrigen Niveau bei.

Abb. 7:Niederländischer TTF Natural Gas Forward Euro/MWh,

European Energy Exchange AG, 2018 – Februar 2020

Auch bei den Strompreisen lässt sich konstatieren, dass das Preisniveau seit 2011 auf einem hohen Niveau weiter anzieht. Eine Trendumkehr hin zu sinkenden Preisen ist auch im Verlauf des aktuellen Berichtsjahres nicht zu erkennen.

In den für 2G relevanten Märkten haben sich die Gas- und Strompreise 2019 für die Wirtschaftlichkeit von 2G KWK-Kraftwerken damit vorteilhaft entwickelt. Die Experten von Delta Energy & Environment gehen davon aus, dass bei einem Faktor größer 2,5 die Marktbedingungen für eine Investition beginnen, interessant zu werden. Ein Faktor größer 3,0 signalisiert bereits attraktive Bedingungen, und ein Faktor größer 3,5 verspricht eine sehr attraktive Wirtschaftlichkeitsrechnung für die Betreiber. In den Ländern Italien, Deutschland, USA und Großbritannien liegt der spark spread Faktor nahe oder über Fünf. Selbst in Frankreich mit seinem vergleichsweise günstigen Atomstrom liegt der spark spread inzwischen bei 3, also auf einem auskömmlichen Niveau.

Eine Änderung dieser positiven Rahmenbedingungen ist nicht abzusehen.

Abb. 8:Spark spread Ratios in den G7 Staaten 2015 - 2019

Regulatorisches Umfeld unterstützt Investitionen in KWK-Anlagen

Die regulatorischen Rahmenbedingungen haben sich im Berichtsjahr in wesentlichen Bereichen verbessert. Offensichtlich will der Gesetzgeber weitere Anreize zur Entwicklung der Kraft-Wärme-Kopplung schaffen. Der Deutsche Bundestag hat Ende Juni 2019 zwei maßgebliche Veränderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und KWKG beschlossen. Die Änderungen des EEG betreffen KWK-Anlagen mit elektrischer Leistung über 1 MW und bis 10 MW, die rückwirkend ab dem 1. Januar 2019 einheitlich wieder eine lediglich 40-%ige EEG-Umlage abführen müssen. Auch die in der Kritik stehenden Regelungen mit einer Beschränkung der anteiligen EEG-Umlage auf 3.500 Vollbenutzungsstunden pro Jahr und dem Claw-Back-Mechanismus für alle ab dem 1. August 2014 in Betrieb genommenen KWK-Anlagen entfällt für alle Anlagen, die gasförmige Brennstoffe verwenden, damit rückwirkend ab dem 1. Januar 2019.

Außerdem entfallen im Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) die beihilferechtlichen Vorbehalte hinsichtlich der Förderung von Bestandsanlagen. Diese hatten zur Folge, dass die Förderung der KWK-Bestandsanlagen für das Jahr 2019 ausgesetzt war. Auch der Genehmigungsvorbehalt zur Verlängerung des KWKG ist aufgehoben, so dass die Geltungsdauer des KWK-Gesetzes bis zum 31. Dezember 2025 festgeschrieben ist. Die damit für die nächsten sechs Jahre geschaffene Planungs- und Investitionssicherheit kann dazu beitragen, die Nachfrage nach erdgasbetriebenen KWK-Anlagen in Deutschland wieder zu erhöhen.

Für die Biogas-Branche kamen 2019 einige positive Signale aus Berlin. So findet sich im sogenannten Klimapaket der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zur Stabilisierung des Biogas-Anlagenparks. Der Anteil an Biogasstrom soll erhalten bleiben, so die Botschaft. Das ist vor allem für jene Betreiber, deren EEG-Vergütungszeitraum in absehbarer Zeit abläuft, relevant. Die ersten Anlagen fallen Ende 2020 aus dem EEG. Als erster wichtiger Schritt im Jahr 2020 muss eine EEG-Novelle verabschiedet werden. Der Fachverband Biogas fordert zudem, die Flexibilisierung von Biogasanlagen fortzuführen und auszubauen. Dazu könnte der Deckel der Flexibilisierungsprämie abgeschafft oder angehoben werden. 5

Das Geschäftsjahr im Überblick

2G wächst im Geschäftsjahr 2019, steigert Profitabilität und baut Auslandsgeschäft weiter aus

Mit einem Auftragsbestand von 131,5 Mio. Euro startete 2G in das Geschäftsjahr 2019. Durch einen konstant hohen Auftragseingang sowohl im In- als auch im Ausland hat 2G dieses hohe Niveau während des gesamten Berichtsjahres fortgetragen. Das hat auch die ganzjährig zweischichtige Nutzung der Kapazitäten erlaubt und im Ergebnis zu höheren Umsätzen und Erträgen beigetragen.

Im Inland erhielt 2G Aufträge für biogasbetriebene KWK-Anlagen in Höhe von 52,4 Mio. Euro etwas unterhalb des außerordentlich hohen Niveaus des Vorjahres. Mit dem Erreichen des sog. Flexdeckels (1 GW) für die Inanspruchnahme der Flexprämie im Juli 2019 hat sich die Dynamik des Auftragseingangs beruhigt. Der Auftragseingang für erdgasbetriebene KWK-Anlagen erhöhte sich vor allem im zweiten Halbjahr auf rund 23,0 Mio. Euro aufgrund einiger vom Gesetzgeber ausgeräumter regulatorischer Unklarheiten.

Wesentliche Impulse für die erneut starke Umsatzsteigerung kamen insbesondere aus einem lebhaften Auslandsgeschäft. Erfreulich war vor allem die Entwicklung in Großbritannien, Amerika und Frankreich. In Großbritannien hat 2G im Berichtsjahr vor allem die Potenziale für erdgasbetriebene KWK-Anlagen aufgrund eines sehr vorteilhaften spark spreads erschlossen. Insgesamt lag der Auftragseingang in Großbritannien bei 14,3 Mio. Euro (Vorjahr: 10,4 Mio. Euro). Den höchsten Auftragseingang im Ausland erzielte die amerikanische Tochtergesellschaft mit 18,0 Mio. Euro (Vorjahr: 10,2 Mio. Euro). Insgesamt lag der Auftragseingang im Ausland rund 7 % über dem Niveau des Vorjahres (64,6 Mio. Euro, Vorjahr: 60,3 Mio. Euro) Unterstützt wurde das Wachstum durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Vertriebs- und Servicepartnern rund um den Globus im Rahmen des Partnerkonzeptes.

Seine Diversifizierungsstrategie hat 2G damit im Berichtsjahr weiter erfolgreich vorangetrieben. Bezogen auf den Auftragseingang lag der Auslandsanteil bei knapp 46 %. 2G hat sich das mittelfristige Ziel gesetzt, zu einem vollständig globalisierten Hersteller von KWK-Anlagen zu werden. Mit dieser strategischen Vorgabe will 2G seine Position in ausgewählten Wachstumsmärkten in Europa, Amerika und Asiens aktiv ausbauen und auch seine Geschäftschancen und –Risiken weiter diversifizieren.

Neben der Diversifizierung hinsichtlich der Gasarten und Absatzmärkte trägt das Servicegeschäft wesentlich zu einer Stabilisierung der Umsatzerlöse bei. Dies liegt zum einen an der steigenden Anzahl der abgesetzten erdgas- und biogasbetriebenen KWK-Anlagen, die im In- und Ausland mit Serviceverträgen verkauft werden, und zum anderen an der konsequenten Digitalisierung vieler Serviceprozesse. Dazu zählt die von 2G selbst entwickelte und im Jahr 2019 in Betrieb genommene I.R.I.S. ("Intelligent Report Information System")-Plattform. Mit ihrer Hilfe werden bis zu 400 Millionen Anlagen- bzw. Sensorwerte pro Woche in Echtzeit intelligent ausgewertet und miteinander verknüpft, um logische Rückschlüsse über das aktuelle bzw. zukünftige Verhalten der KWK-Anlagen zu treffen. Diese Informationen werden im Service genutzt, um mögliche Störungen zu identifizieren, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten und somit ungeplante Stillstandzeiten zu verhindern. Störmeldungen sollen also vorhergesagt werden, bevor Sie entstehen (sog. "Predictive Maintenance"). Für den Kunden entsteht über eine effizientere Strom- und Wärmeausbeute seiner Anlage ein echter Mehrwert in der Leistungsausbeute und eine Reduzierung seiner Total Costs of Ownerhsip.

Erstmals hat 2G seine selbst entwickelte erste Generation von Wasserstoff-BHKW erfolgreich an Kunden in Deutschland verkauft. Der Umsatzanteil betrug rund 1 Mio. Euro. Die Nachfrage zeigte sich sehr rege, das allgemeine sowie konkrete Interesse ist sehr groß.

Aufgrund des hohen Auftragsbestandes und der dynamischen Auftragsentwicklung im In- und Ausland hat der Vorstand der 2G Energy AG Ende November 2019 seine Prognose für das Geschäftsjahr für die EBIT-Marge mit 5,5 % bis 7,0 % und für den Konzernumsatz von 220 Mio. Euro bis 230 Mio. Euro bestätigt. Letztlich wurde die Umsatzprognose durch einen hohen Anteil von schlussgerechneten Projekten im Dezember mit 236,4 Mio. Euro übertroffen, beim EBIT hat 2G mit 6,5 % ein Ergebnis in der oberen Hälfte der Prognosebandbreite erreicht.

Abb. 9:Entwicklung von Umsatz, Auftragseingang und EBIT Marge, 2015-2019 und Prognose für 2020

C. Ertragslage

Umsatz

2G steigert Umsatz erneut um mehr als 10 %

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte 2G einen Konzernumsatz in Höhe von 236,4 Mio. Euro (Vorjahr: 209,8 Mio. Euro). Damit setzte das Unternehmen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr das seit dem Jahr 2013 andauernde, organische Wachstum von durchschnittlich rund 10 % pro Jahr fort. Unter Berücksichtigung eines Bestandsabbaus in Höhe von 10,3 Mio. Euro (Vorjahr: Bestandserhöhung in Höhe von 10,8 Mio. Euro) ergibt sich eine auf 226,1 Mio. Euro gestiegene Gesamtleistung (Vorjahr: 221,1 Mio. Euro; inkl. aktivierter Eigenleistungen in Höhe von 0,5 Mio. Euro).

Verteilung der Umsatzerlöse

In der nachfolgenden Tabelle kann die Umsatzverteilung sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen nachvollzogen werden:

2019 2018
Inland
in Euro
Ausland
in Euro
Summe
in Euro
Inland
in Euro
Ausland
in Euro
Summe
in Euro
Umsatzerlöse (€) 153,5 82,9 236,4 137,0 72,7 209,8
BHKW 90,3 56,8 147,0 79,4 52,3 131,7
davon Biogas 66,7 32,0 98,7 63,5 30,5 93,9
davon Erdgas 22,6 24,7 47,3 16,0 21,8 37,8
davon Wasserstoff 1,0 0 1,0 0 0 0
Service 63,3 26,1 89,4 57,6 20,4 78,0
KWK-Anlagen
Einheiten (Stück) 351 182 533 307 138 445
Ø Wert pro Einheit (€/St.) 257.163 311.906 275.856 258.706 379.146 296.056
Verumsatzte elektrische Leistung, in kW 207.895 189.689
Verumsatzte elektrische Leistung, Ø kW pro Stück 390 426

Veränderung gegenüber dem Vorjahr (absolut und in %)

Absolut
(in EUR)
In %
Inland Ausland Summe Inland Ausland Summe
Umsatzerlöse (€) 16,5 10,1 26,6 12% 14% 13%
BHKW 10,8 4,4 15,3 14% 8% 12%
davon Biogas 3,2 1,5 4,8 5% 5% 5%
davon Erdgas 6,6 2,9 9,5 41% 13% 25%
davon Wasserstoff 1,0 0,0 1,0 - - -
Service 5,6 5,7 11,3 10% 28% 15%

Die Entwicklung der Umsatzerlöse war im Jahr 2019 von den folgenden Faktoren geprägt:

1. Die Umsatzerlöse im Ausland sind gegenüber dem Vorjahr um 14 % und damit überproportional zum Gesamtumsatz gestiegen. Insgesamt wurden 39 % der Umsatzerlöse aus dem Verkauf von KWK-Anlagen im Ausland erzielt. Zu diesem Umsatzwachstum haben sowohl die ausländischen Vertriebspartner als auch die 2G Tochtergesellschaften beigetragen. Umsatzstärkste Niederlassungen waren hierbei die 2G Energy Inc. (USA) mit 18,4 Mio. Euro (Vorjahr: 6,9 Mio. Euro) sowie die 2G Energy Ltd. (UK) mit 18,1 Mio. Euro (Vorjahr: 13,8 Mio. Euro).

2. Die Umsatzerlöse durch Servicedienstleistungen sowie durch den Ersatzteilverkauf sind ebenfalls -wie bereits im Vorjahr- überproportional zum Gesamtumsatz um rund 15 % gestiegen. Insgesamt erzielte 2G 38 % der Konzernumsatzerlöse durch den Geschäftsbereich Service.

3. Das Inlandswachstum von 16,5 Mio. Euro stammt vor Allem aus dem Erdgasbereich (+6,6 Mio. Euro bzw. +41 %) sowie aus dem Service (+ 5,6 Mio. Euro bzw. + 10%). Auch im Ausland konnte 2G den Umsatz mit erdgasbetriebenen Anlagen gegenüber dem Vorjahr erneut steigern (+13%).

Konzernergebnis

2G steigerte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Berichtsjahr von 11,5 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro (+35 %), entsprechend einer EBIT-Marge von 6,5 % (Vorjahr: 5,5 %). Die EBIT-Marge liegt damit in der oberen Hälfte der kommunizierten Zielbandbreite von 5,5 % bis 7,0 %.

Der Materialaufwand ist gegenüber dem Vorjahr trotz einer erhöhten Gesamtleistung in absoluten Zahlen von 148,7 Mio. Euro auf 146,8 Mio. Euro gesunken. Die Materialaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) lag damit bei 64,9 % nach 67,3 % im Vorjahr. Der Personalaufwand ist um 3,7 Mio. Euro bzw. um 10 % gestiegen. Infolge der Implementierung eines industriellen Prozessmodells sowohl in der Produktion als auch in der Administration steigt die durchschnittliche Qualifikation der neu zu besetzenden Stellen entsprechend. In Kombination mit einer Arbeitslosenquote von nur rund 2 % im Kreis Borken führte dies zu erhöhten durchschnittlichen Personalkosten pro Mitarbeiter (+6,6 %).

Die Vertriebs -, Betriebs-, Verwaltungs- und sonstigen Aufwendungen lagen mit 23,1 Mio. Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (23,2 Mio. Euro).

Nach einem Finanzergebnis von – 361 TEUR (Vorjahr: - 525 TEUR), im Wesentlichen resultierend aus Darlehenszinsen und Avalprovisionen, sowie Ertragssteuern in Höhe von 4,8 Mio. Euro (Vorjahr 3,5 Mio. Euro), verbleibt ein Konzernjahresüberschuss von 10,3 Mio. Euro (Vorjahr: 7,6 Mio. Euro)

D. Finanzlage

Die Finanzlage des Konzerns ist folgender verkürzter Kapitalflussrechnung zu entnehmen:

Kapitalflussrechnung 31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
Konzernjahresüberschuss 10.302 7.608
Abschreibungen auf das Anlagevermögen 3.715 3.918
Veränderung der Rückstellungen -260 1.521
Veränderung der Vorräte -14.306 -2.153
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -4.393 -5.460
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 7.673 109
Verlust / Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 47 12
Übrige -856 -680
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operative cash flow) 1.921 4.875
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (investive cash flow) -5.677 -5.936
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (finance cash flow) 733 -1.393
Liquide Mittel am 31.12 10.556 13.615

Aufgrund des deutlich erhöhten Vorratsvermögen (+ 14,3 Mio. Euro; Vorjahr: +2,2 Mio. Euro), ist der Cashflow – trotz erhöhtem Jahresüberschuss - auf 1,9 Mio. Euro gesunken (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro). Im Berichtsjahr wurden insgesamt 4,3 Mio. Euro in Sachanlagen investiert (Vorjahr: 7,1 Mio. Euro), die sich u.a. wie folgt zusammensetzten:

1,1 Mio. Euro in neue (Service-)Fahrzeuge durch die 2G Energietechnik GmbH

0,8 Mio. Euro in Umbaumaßnahmen sowie in die Erweiterung von Lagerflächen am Unternehmensstandort durch die 2G Energy AG

0,6 Mio. Euro in Einbauten sowie in Betriebs- und Geschäftsausstattung durch die 2G Energy Ltd.

0,2 Mio. Euro in Software-Lizenzen durch die 2G Energy AG

0,2 Mio. Euro in neue EDV-Geräte durch die 2G Energietechnik GmbH

Rund 1,4 Mio. Euro wurden für den Erwerb von Minderheitsanteilen der 2G Drives GmbH durch die 2G Energy AG (Erwerb mit Wirkung zum 1. Januar 2019) aufgewendet.

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit wurden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Mio. Euro planmäßig zurückgeführt. Zur Deckung des erhöhten Betriebsmittelbedarfs aufgrund der geplanten Erhöhung des Motorenbestands hat die 2G Energy AG kurzfristige Geldmarktkredite in Höhe von 4,0 Mio. Euro aufgenommen.

Insgesamt ergibt sich zum Bilanzstichtag eine Liquidität in Form von Bankguthaben in Höhe von 10,6 Mio. Euro. Daneben bestanden und bestehen bei Bedarf freie Kreditlinien bei Banken für branchenüblich zu stellende Bürgschaften, Avale, Akkreditive und als potenzielle Liquiditätsreserve zur Verfügung. Zum 31. Dezember waren freie Linien in Höhe von rund 27,2 Mio. Euro vorhanden. Bedeutsame Änderungen in den Kreditkonditionen waren nicht zu verzeichnen.

Die detaillierte Kapitalflussrechnung ist als separater Bestandteil des Konzernabschlusses enthalten.

E. Vermögenslage

Überblick zur Vermögenslage des 2G Konzerns:

Aktiva 31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Anlagevermögen 28.182 27.527
B. Umlaufvermögen 109.921 93.656
C. Rechnungsabgrenzungsposten 341 838
D. Aktive latente Steuern 2.476 2.776
Bilanzsumme 140.921 124.796
Passiva 31.12.2019
EUR
31.12.2018
EUR
A. Eigenkapital 68.522 61.556
B. Rückstellungen 15.394 17.170
C. Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.553 7.290
II. Andere Verbindlichkeiten 46.452 38.779
Bilanzsumme 140.921 124.796

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 ist die Bilanzsumme um 13 % auf 140,9 Mio. Euro angestiegen. Zu dieser Bilanzverlängerung haben insbesondere die folgenden Faktoren beigetragen:

Das Vorratsvermögen ist zum Stichtag von 46,1 Mio. Euro auf 60,4 Mio. Euro gestiegen. Korrespondierend zum reduzierten Bestand an unfertigen Erzeugnissen (-10,3 Mio. Euro) sind die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen, die konkreten Projekten zugeordnet sind und daher offen von den Vorräten abgesetzt werden, um 17,6 Mio. Euro gesunken. Daneben ist der Bestand der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe von 38,3 Mio. Euro auf 48,4 Mio. Euro gestiegen. Hintergrund hierfür ist zu 85% ein höherer Lagerbestand an Motoren (+8,5 Mio. Euro), der kürzere Lieferzeiten und damit Wettbewerbsvorteile ermöglicht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zum Jahresende von 31,9 Mio. Euro auf 37,0 Mio. Euro gestiegen. Davon resultieren rund 4,0 Mio. Euro aus im Dezember gestellten Schlussrechnungen der 2G Rental GmbH an einen externen Finanzierungspartner.

Das Working Capital, die Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigem Fremdkapital, erhöhte sich zum Stichtag auf 42,7 Mio. Euro (Vorjahr: 36,5 Mio. Euro).

Durch die Gewinnthesaurierung zum 31. Dezember 2019 stieg das Eigenkapital auf 68,5 Mio. Euro (Vorjahr: 61,6 Mio. Euro). Aufgrund der überproportional gestiegenen Bilanzsumme reduziert sich die Eigenkapitalquote leicht von 49,3 % auf 48,6 %.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Berichtsjahr ist erneut sehr zufriedenstellend verlaufen. 2G hat sein organisches Wachstum von durchschnittlich rund 10 % pro Jahr erneut fortgesetzt und konnte dabei auch die Ertragskraft deutlich steigern (+35 %). Die stabile Eigenkapitalquote von nahezu 50 % bildet verbunden mit einer hohen Liquidität die Grundlage für weiteres Wachstum. Der Vorstand ist überzeugt, die Ertragskraft durch die konsequente Verfolgung der strategischen Leitprojekte in naher Zukunft weiter nachhaltig steigern zu können.

F. Unternehmerische Verantwortung

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Risiken verbunden. Der Erfolg eines Unternehmens ist dadurch gekennzeichnet, dass bei allen wichtigen Entscheidungen – nach eingehender Abwägung – die Chancen die Risiken überwiegen. 2G versteht Risiken im weitesten Sinne als die Gefahr, die finanziellen und operativen Ziele nicht wie geplant zu erreichen, und im engsten Sinne als die Gefahr, die Existenz des Unternehmens zu gefährden. So verstanden ist das Risikomanagement ein Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse.

Risiko- und Chancenmanagement

Im unternehmensweiten Risikomanagementprozess sind der Vorstand, die Geschäftsführungen aller 2G Gesellschaften und die zuständigen Abteilungsleiter als Risikoverantwortliche definiert. Diese Risikoverantwortlichen bewerten in regelmäßigen Abständen die von ihnen betreuten Bereiche und ihre Risikosituation neu und melden identifizierte Risiken an die nächsthöhere Instanz bzw. im Rahmen der regelmäßigen konzernweiten Berichtspflichten. Signifikante Veränderungen der Einschätzung bereits bekannter Risiken sowie neue signifikante Risiken werden unverzüglich berichtet. Der bewusste und kontrollierte Umgang mit Chancen und Risiken ist damit ein zentrales Element der Unternehmensführung im 2G Konzern. Dem Aufsichtsrat werden im Rahmen eines Quartals-Reportings für die Unternehmensentwicklung und Risikoabschätzung wichtige Kennzahlen präsentiert und erläutert.

Neue Herausforderungen und Chancen durch die Internationalisierung, die Digitalisierung, Optimierung der Fertigungstiefe oder Dienstleistungen wie die Vermietung von 2G Kraftwerken werden durch 2G fortlaufend erfasst und bewertet. Das konsequente Einsparen von Ressourcen, das Vermeiden von Verschwendungen und die Erhöhung der Effizienz der 2G Kraftwerke sowie die kontinuierliche Optimierung des Services führen zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit und höherem Kundennutzen. Ebenso bedeutsam für die weitere Entwicklung der 2G Gruppe ist das Erkennen von Chancen und neuen Geschäftsmöglichkeiten sowohl auf der Produktions- als auch auf der Produkt-, Vertriebs- und Serviceseite. Vorstand und Bereichsleitungen erarbeiten auf regelmäßig angesetzten Treffen strategische Optionen, neue Produkte und Geschäftsmodelle für die mittel- bis langfristige Perspektive des 2G Konzerns.

Für das Geschäft der 2G Energy AG wurden seitens des Managements folgend aufgeführte Risiken als relevant für die weitere Entwicklung des Unternehmens eingeschätzt und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe bewertet. Im Wesentlichen werden Risiken aufgeführt, deren Eintreten signifikanten negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hätte. 2G ist möglicherweise weiteren Risiken ausgesetzt, die derzeit jedoch noch nicht bekannt sind oder zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht als wesentlich eingeschätzt werden. Zum Stichtag und zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts wurden unter Berücksichtigung der bestehenden Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen folgende Risiken mit einem Risikofaktor identifiziert, die in ihrer Bedeutung abfallend dargestellt werden. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung sind der Unternehmensleitung keine Sachverhalte bekannt, die den Fortbestand des 2G Konzerns gefährden könnten.

Geschäftsbezogene Risiken

Gesamterlöse und Ergebnis des 2G Konzerns stützen sich auf eine Vielzahl von weltweiten Märkten und den unterschiedlichen 2G Produkten in verschiedenen Leistungsklassen, Anwendungsgebieten und Betriebsgasarten. Diese Diversifikation soll zu einer Risikominderung beitragen, da sich die internationalen Märkte in ihrer Struktur und ihren Konjunkturzyklen unterscheiden. Sie ist auch Ausdruck der 2G Strategie, ein international agierendes und von nationalen Gesetzgebungen oder Konjunkturzyklen unabhängiges Unternehmen zu werden. 2G integriert dabei sein Risikomanagement auch in die Prozesse einer nachhaltigen Geschäftsplanung. Mögliche negative Entwicklungen, beispielsweise Änderungen der Kundennachfrage oder geänderte politische und rechtliche Rahmenbedingungen, werden beachtet und bewertet.

Somit können bei Ereignissen, die von den Planungen abweichen, frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Diese Analyse hat ebenfalls Einfluss auf Investitions- und Expansionsvorhaben.

Risiken des Unternehmenswachstums

2G beabsichtigt, insbesondere durch organisches Wachstum sowie gegebenenfalls durch strategische Allianzen und Akquisitionen von Unternehmen oder Unternehmensteilen, sein Wachstum im In- und Ausland fortzusetzen. Um solche Chancen wahrnehmen zu können, sind die Einstellung geeigneter Führungskräfte und Mitarbeiter, die Auswahl von strategischen Partnern sowie die Beschaffung der erforderlichen Finanzmittel erforderlich. Ferner bedarf es dazu der sinnvollen Erweiterung geeigneter Organisationsstrukturen, insbesondere in den Bereichen Rechnungswesen, Controlling, Personal, Vertrieb und Marketing. Starkes Wachstum, Akquisitionen sowie strategische Allianzen sind per se mit Integrations- und Erfolgsrisiken verbunden. Um in dem international wachsenden KWK-Markt die unternehmerischen Risiken und die Kapitalbindung so gering wie möglich zu halten, hat 2G ein umfangreiches Partnerkonzept entwickelt und ausgerollt. Damit werden Partnerschaften im In- und Ausland zum zentralen Vertriebs- und Servicemodell, die Markteintritts- und Marktaufbaurisiken für den 2G Konzern minimieren.

Rechtliche Risiken

2G ist ebenfalls Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Dazu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Kapitalmarktrecht, Patentrecht, Arbeitsrecht und Umweltschutz gehören. Als forschendes Technologieunternehmen besitzt 2G ein Portfolio an gewerblichen Schutzrechten wie Patenten und Marken. Diese können zum Ziel von Angriffen und Verletzungen werden. Generell ist 2G bestrebt, alle rechtlichen Risiken möglichst gering zu halten und zu kontrollieren.

Soweit es möglich und sinnvoll ist, begrenzt 2G Haftungs- und Schadensrisiken in allen Ländern, in denen 2G aktiv ist, durch vertragliche Vereinbarungen und Versicherungsschutz, dessen Art und Umfang fortlaufend den aktuellen Anforderungen angepasst wird. 2G kann dabei bereits auf Erfahrungen in zahlreichen Ländern auch außerhalb Europas zurückgreifen. Außerdem stützt sich das Unternehmen auf ein länderspezifisches Beraternetzwerk aus Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Rechtsanwälten, die länderübergreifende Konzernbelange berücksichtigen.

In einem integrierten, weltweiten Versicherungsprogramm für alle 2G Unternehmen werden Deckungs- und Haftungslücken geschlossen. Durch angemessene und tragfähige Selbstbehalte werden die Versicherungsprämien adjustiert.

Politische Risiken

Die Destabilisierung politischer Systeme und die mögliche Errichtung von Handelsschranken können ebenso wie Wechselkurs-Veränderungen zu Absatzproblemen in bestimmten Ländern und Regionen führen. Durch Diversifikation hinsichtlich der regionalen Absatzmärkte sollte eine Abschwächung potenzieller negativer Auswirkungen möglich sein. Ein Einstieg in sich entwickelnde Märkte und der Rückzug aus gesättigten Teilmärkten werden dabei in Erwägung gezogen.

Risiken der Qualität, Preise und Verfügbarkeit von Produkten

2G ist als Hersteller komplexer, technischer Anlagen erhöhten Produkthaftungsrisiken ausgesetzt. Laufende Qualitätskontrollen und Dokumentationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimieren diese Risiken. Dies beginnt bei der Qualifikation der Lieferanten und setzt sich fort mit umfassenden Qualitätsanforderungen für eingesetzte Materialien und Halbfertigprodukte sowie mit langfristigen strategischen Kooperationen bei Vorprodukten und einer Personalpolitik, die sehr stark auf Qualifizierung und Qualitätsbewusstsein ausgerichtet ist. Lieferfähigkeit und termingerechte Lieferungen sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Auf der Beschaffungsseite ergeben sich Risiken durch eventuell steigende Rohstoffpreise. 2G legt Wert auf alternative Bezugsquellen, vermeidet Abhängigkeiten und stellt durch Bestellmengenoptimierung und Lagerhaltung die Teileverfügbarkeit und Lieferfähigkeit sicher.

Risiken der Forschung und Entwicklung

Innovation ist von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie von 2G, mit dem Ziel, sich von den Mitbewerbern über technologische und elektrotechnische Kompetenz abzugrenzen. Das Risiko, dass sich Forschungs- und Entwicklungsprojekte verzögern können, erwartete Budgets überschritten oder anvisierte Ziele nicht erreicht werden, ist damit latent vorhanden. Laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden aus diesem Grund permanent überwacht, regelmäßig diskutiert und gegebenenfalls neu ausgerichtet. Entscheidungen – etwa bei Investitionen in neue Technologien – werden so getroffen, dass die Risiken so gering wie möglich gehalten werden.

Finanzrisiken

2G sieht sich als international tätiges Unternehmen verschiedenen Finanzrisiken ausgesetzt. Dabei handelt es sich vor allem um Liquiditäts-, Ausfall-, Besteuerungs-, Währungs-, Zoll- und Marktpreisrisiken.

Um den eigenen Fortbestand zu sichern, muss ein Unternehmen zu jedem Zeitpunkt seine fälligen Verpflichtungen aus operativer und finanzieller Tätigkeit erfüllen können. Zur Reduzierung potenzieller Liquiditätsrisiken steuert 2G daher die Liquidität im gesamten Konzern zentral über die Muttergesellschaft 2G Energy AG in Heek.

Ausfallrisiken können sowohl im Zusammenhang mit finanziellen Anlagen, Kreditaufnahmen, Finanzierungszusagen oder über die mietweise Gebrauchsüberlassung von 2G Kraftwerken als auch bei operativen Forderungen entstehen. Über eine bestehende Kreditversicherung werden immanente Bonitäts- und Zahlungsausfallrisiken so weit wie möglich abgesichert. Zudem sind damit eine professionelle laufende Bonitätsüberwachung und ein Inkasso installiert. Insgesamt minimiert 2G diese Risiken durch seine strikte Anzahlungspolitik. Wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko werden nur in geringem Umfang und ausschließlich mit Banken guter Bonität abgeschlossen.

Darüber hinaus verfügt die 2G Gruppe über eine sehr gute Liquidität, die die Abhängigkeit von Kreditgebern deutlich reduziert. In den sich teilweise rasant verändernden Märkten kann aber der Ausfall einzelner Handelspartner oder Kunden mit KWK-Mietverträgen, auch bei positiver Bonitätseinstufung, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Bei grenzüberschreitenden Geschäften (Ein- und Verkauf) bestehen latente Steuer- und Haftungsrisiken, die bei formellen Verstößen eintreten können. Über die erforderlichen Sachverhaltskenntnisse in den jeweiligen Geschäftsbereichen kann eine frühzeitige und richtige steuerliche und rechtliche Einordnung, auch unter Einbindung externer Fachleute, erfolgen. Fehleinschätzungen und Bearbeitungsfehler können trotz prozessualer Vorkehrungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

2G ist durch seine globale Konzernstruktur zwangsläufig – wenn auch nur in geringem Maße – von Währungs- und Zinsrisiken betroffen. 2G hat Währungsrisiken, die durch Wechselkurs- oder Zinsschwankungen bedingt sind, insbesondere durch Devisentermingeschäfte minimiert. Finanzgeschäfte, operative Außenstände und Verpflichtungen sollen im Wesentlichen über Devisentermingeschäfte kursgesichert werden.

Risiken im Personalbereich

Der zukünftige Erfolg und das zukünftige Wachstum aller 2G Unternehmen werden maßgeblich von ihren Mitarbeitern und deren Know-how beeinflusst. Demzufolge sind die Kompetenz und das Engagement der Mitarbeiter in allen Bereichen des Unternehmens, in denen 2G tätig ist, entscheidend für den Erfolg.

Die für 2G relevanten regionalen Bewerbermärkte sind durch intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Der Wettbewerb verstärkt sich zusätzlich durch die Knappheit qualifizierter Fachkräfte in den Bereichen, in denen 2G tätig ist, sowie durch demografische Herausforderungen in den globalen Märkten. Eine der höchsten Prioritäten des Unternehmens ist demzufolge die Rekrutierung und die Bindung von Fachkräften und Talenten innerhalb des Unternehmens. 2G fördert die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter und Fachkräfte und versucht Mitarbeiter bereits ausbildungsbegleitend zu rekrutieren. Über Mitarbeiterbefragungen werden Verbesserungspotenziale identifiziert, die dann durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Darüber hinaus bietet 2G den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Katalog an freiwilligen Sozialleistungen, um zusätzlich die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.

IT-Risiken

IT-Risiken mit Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis entstehen, wenn Daten und Informationen oder Prozesse nicht verfügbar oder fehlerhaft sind, unerwünscht veröffentlicht werden oder die abgebildeten Prozesse zu unflexibel, zu aufwendig oder gesetzeswidrig in IT-Systemen umgesetzt sind. Sicherheitslücken oder unzureichende Notfallplanungen können schnell zu Vorfällen werden, die das gesamte Unternehmen betreffen.

Datenschutzverstöße aufgrund fehlerhafter Berechtigungsvergabe oder die EU-Datenschutzgrundverordnung können negative Außenwirkungen oder Strafzahlungen zur Folge haben. Die wachsende Bedeutung der IT sowie die zunehmende Vernetzung der IT-Strukturen sowohl für den Konzern als auch für seine Produkte und Services erfordern hohe Aufwendungen für deren Weiterentwicklung und Wartung. Mit zunehmender Komplexität der IT-Landschaft steigen zwar die effiziente Abwicklung und Abbildung, aber auch die potenziellen Risiken. Wesentliche Risiko-Szenarien für 2G stellen der Ausfall zentraler IT-Systeme, die Veröffentlichung von vertraulichen Daten aus Forschung und Entwicklung und der Geschäftsentwicklung sowie die Manipulation von IT-Systemen dar.

Durch die redundante Auslegung von technischen Komponenten, Netzwerken und Standorten sowie durch eine geeignete Notfallvorsorge gewährleistet 2G die erforderliche Verfügbarkeit seiner geschäftsnotwendigen Systeme und den jederzeitigen Zugriff auf alle relevanten Daten. Mit geeigneten organisatorischen und technischen Vorkehrungen für Zugangskontrolle, Zugriffsrechte, Viren- und Datenschutz lassen sich diese Risiken weiter einschränken. Ein dezidierter Prozess stellt sicher, dass IT-Risiken evaluiert und angemessene Maßnahmen umgesetzt werden.

Basierend auf diesen getroffenen Maßnahmen kann davon ausgegangen werden, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit eines schwerwiegenden IT-Risiko-Vorfalls gering ist. Zur Sicherung und zum Schutz personenbezogener Daten arbeitet 2G mit einem externen Datenschutzbeauftragten zusammen und befolgt die Empfehlungen zur Umsetzung der DSGVO.

Umwelt- und Sicherheitsrisiken

2G als produzierendes Unternehmen ist Risiken von möglichen Schäden an Menschen, Gütern und Reputation ausgesetzt. Audits, Beratung und Schulung zum Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz minimieren diese Risiken für Mensch und Umwelt. Sicherheits- und Arbeitsschutzbeauftragte kontrollieren diese Risiken sowohl an den eigenen Standorten als auch auf den Baustellen unserer Kunden zur Sicherung des Unternehmens. Die Einhaltung der hohen technischen Standards, strenger Verhaltensregeln und aller rechtlichen Vorgaben im Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz sorgen so für den Erhalt von Unternehmenswerten. Zudem ist 2G selbst an der Schonung von Ressourcen interessiert und unterhält ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001:2011.

Gesamtaussage zur Risikosituation

Die folgende Gesamtaussage zur Risikosituation berücksichtigt keine Risiken, die sich aufgrund der Covid-19 Pandemie ergeben. Hierzu wird auf den separaten Risiko- und Chancenbericht auf S. 27 verwiesen.

Die Risikostrategie trägt einen mittelständischen Charakter und ist bewusst chancenorientiert geprägt. Die Unternehmensführung ist auf organisatorische und vor allem finanzielle Stabilität ausgerichtet, wobei Planabweichungen im Unternehmensinteresse vorkommen können. Unter Berücksichtigung der bestehenden Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen wird weder eines der Einzelrisiken als bestandsgefährdend eingestuft noch eine bestandsgefährdende Verbundwirkung beim gleichzeitigen Eintreten mehrerer Einzelrisiken gesehen. Solche sind auch für die Zukunft – aus heutiger Perspektive – nicht erkennbar. Die aufgeführten Risiken können sich jedoch negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie das Geschäftsergebnis auswirken.

Wesentliche Veränderungen in der Risikosituation ergeben sich insbesondere aus der steigenden Internationalisierung der Geschäftstätigkeit. Wie oben dargelegt, besteht eine Korrelation zwischen internationalem Wachstum und den damit verbundenen Risiken. Der Auslandsumsatz ist im Berichtsjahr um 15,5 % auf 84,0 Mio. Euro gestiegen. Damit steigt auch die Komplexität der Managementaufgabe.

Die Risikotragfähigkeit ist angesichts der vorhandenen und potenziellen finanziellen Reserven, der guten bilanziellen Verhältnisse sowie eines ausgereiften Versicherungskonzepts stets gegeben. Im Vergleich zu den möglichen Risiken überwiegen die unternehmerischen Chancen.

Chancen

2G hat eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um die Voraussetzungen für die weitere wachstums- und ertragsorientierte Entwicklung des Konzerns zu schaffen und die unternehmerischen Chancen zu erkennen, zu bewerten und kontrolliert in die Praxis umzusetzen. Einige dieser Maßnahmen sind mittel- bis langfristig ausgelegt und erstrecken sich somit über mehrere Berichtsjahre, während andere der folgend beschriebenen Maßnahmen im Berichtsjahr neu angestoßen wurden.

1. 2G treibt das verstärkte unternehmerische Engagement in den ausländischen Kernmärkten Nordamerika, Großbritannien, Frankreich, Italien, und Japan sowie den Ausbau des 2G Partnerkonzeptes auf der ganzen Welt voran und setzt beim Aufbau des Partnerkonzeptes von Anfang an auf die Möglichkeiten der Digitalisierung. Mit der umfassenden Online-Plattform „my.2-g.com“ stellt das Unternehmen seinen Vertriebs- und Servicepartnern sowie Anlagenbetreibern alle relevanten Informationen zur Verfügung. Integriert ist auch ein elektronischer Ersatzteilkatalog, der eine schnelle Ersatzteilversorgung unterstützt. Die Digitalisierung der KWK-Anlagen und des Service in puncto Steuerung, Wartung und Betriebsverfügbarkeit treibt 2G u. a. mit der Schaffung von Schnittstellen zu EVU, Contractoren und Investoren sowie eigenen Entwicklungen wie I.R.I.S. ("Intelligent Report Information System"-Plattform) für den Service weiter voran.

2. Das Leitprojekt „Lead to Lean“ führt sukzessive zu einer nachhaltigen Verbesserung der Produktionsprozesse. Unter anderem hat 2G ein Terminleitstufen-Konzept eingeführt, das zu einer Glättung der Saisonalität und Verstetigung sämtlicher Beschaffungs- und Produktionsabläufe beiträgt. Im Berichtsjahr haben sich die positiven Auswirkungen des Projekts in Form kürzerer Lieferzeiten, niedrigerer Produktionskosten und einer steigenden Produktqualität weiter erhöht.

3. Der Geschäftsbereich Service ist nach den erfolgten Neu-Organisationen im Innen- und Außendienst, dem Ausbau des Mitarbeiterstamms beim direkten Kunden-Service vor Ort sowie bei der Digitalisierung von Steuerung, Wartung und Betriebsverfügbarkeit der 2G Kraftwerke profitabel aufgestellt. Auch in den Auslandsmärkten werden die Servicedienstleistungen sowohl für biogasbetriebene als auch für erdgasbetriebene KWK-Anlagen zunehmend nachgefragt. Servicekompetenz ist ein wichtiges Leistungskriterium bei der Investitionsentscheidung der Kunden.

4.2G treibt die technische Weiterentwicklung der KWK-Module konsequent voran. Dazu gehört auch das von 2G selbst entwickelte Blockheizkraftwerk, das mit reinem Wasserstoff (H2) betrieben wird. Technisch ist es der Forschung und Entwicklung von 2G gelungen, ein Standard-Erdgas-BHKW so anzupassen, dass H2 nahezu CO2-emissionsfrei, hocheffizient und mit vergleichbarer Wirtschaftlichkeit zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt wird. 2G bietet H2-BHKW im Leistungsspektrum von 80 kW bis 280 kW zu ähnlichen Preisen wie mit erdgasbetriebenen Anlagen an.

6. Der weitere Ausbau von Miet- und Leasingmöglichkeiten von 2G Kraftwerken hebt zusätzliche Absatzpotenziale. Mit der Pay-per-Use-Lösung bietet 2G den konkreten Gebrauch eines KWK-Kraftwerks als Mietlösung an. So können Kunden die Vorteile der KWK-Technologie ohne eigene Investition und ohne langfristige Bindung nutzen. Aus Kundenperspektive entfällt damit die wichtige Frage, wie sein Investment nach dem gesetzlich vorgesehenen Förderungszeitraum von 30.000 Vollbenutzungsstunden (für Anlagen über 50 kW) wirtschaftlich gesichert werden kann.

7. Auch die internationale Klimadiskussion unterstützt generell zunehmend das Geschäftsmodell von 2G. Die Weltgemeinschaft hat sich im Dezember 2015 in Paris auf ein gemeinsames Klimaschutzziel geeinigt. Die abzuleitenden Maßnahmen auf nationaler (wie zum Beispiel der geplante Kohleausstieg in Deutschland bis 2038) und internationaler (wie z. B. die 8Teil-)Abschaltung zahlreicher Atomkraftwerke in Frankreich) Ebene für die Energieerzeugung unterstützen Technologien und Erzeugungsformen, die Effizienzgewinne bringen, den Ressourcenverbrauch deutlich reduzieren, die Treibhausgasemissionen signifikant mindern sowie die Integration der volatilen Erneuerbaren Energien für eine sichere Versorgung ermöglichen. D. h., der Aufbau von Energieerzeugungskapazitäten aus Erneuerbarer Energien und der Integrationstechnologien wird gefördert. Mit dem beabsichtigten Zurückdrängen der Kohle als Primärenergieträger und größtem Treibhausgasverursacher werden auch Technologien erforderlich, die die Energieversorgung im Einklang mit den fluktuierenden Erneuerbaren im Sinne der Flexibilität, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleisten. Das ist eine der Stärken der KWK-Technologie, aus der zukünftig international großes Nachfragepotenzial wachsen kann.

8. Die unter 7. skizzierte Entwicklung impliziert auch für die Wärmeversorgung eine grundlegende Änderung der Erzeugungsart. Denn ca. 70 % der deutschen Kohlekraftwerke sind in irgendeiner Weise in ein System der Kraft-Wärme-Kopplung eingebunden; es stehen also mit der Reduzierung der Kohleverfeuerung auch immense Wärmemengen nicht mehr zur Verfügung. Zwar können Wärmepumpen einen gewissen Ersatz leisten, sie führen aber wie die wachsende Anzahl von Elektrofahrzeugen zu einem Anstieg des Stromverbrauchs. Wissenschaftliche Studien gehen mehrheitlich von einem Anstieg des Verbrauchs in Deutschland bis 2030 von gut einem Viertel aus. 6 D.h., sowohl für die zukünftige Wärme- als auch für die Stromversorgung erschließen sich für die Kraft-Wärme-Kopplung neue Märkte und Absatzchancen.

9. Das Listing der 2G Energy AG an der Frankfurter Wertpapierbörse im Segment „Scale“ schafft Transparenz. Die Börsennotierung ermöglicht dem Unternehmen – bei Bedarf – den Zugang zu Wachstums- und Investitionskapital. Die gesetzten Transparenzanforderungen tragen zu einem spürbaren Vertrauen von Kunden bei Investitionsentscheidungen in KWK-Kraftwerke von 2G bei und helfen dem Unternehmen, sich gegenüber Wettbewerbern positiv durch Verlässlichkeit und Transparenz abzugrenzen.

Insgesamt sieht der Vorstand für 2G auf dem deutschen wie auf den ausländischen Märkten attraktive Chancen. Basis dieser Einschätzung ist die Entwicklung des für die Wirtschaftlichkeit von KWK-Anlagen wichtigen Spark Spreads: der Strompreis steigt tendenziell oder verharrt auf hohem Niveau, und der Gaspreis bewegt sich auf niedrigem Niveau seitwärts oder fällt. Der flexibel steuerbare Betrieb macht KWK-Anlagen zu einem idealen und notwendigen Partner von fluktuierenden Energiequellen wie Sonne und Wind. Die Kraft-Wärme-Kopplung ist damit ein wichtiger Baustein einer globalen Energiewende, um Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit für die Abnehmer von Elektrizität und Wärme zu gewährleisten.

Risiken und Chancen in Verbindung mit der Covid-19-Pandemie

Weltweit sind Unternehmen und die Bevölkerung von der Covid-19-Pandemie in ihrem Wirtschafts- und Erwerbsleben über erhebliche Einschränkungen direkt und indirekt betroffen. Der zu erwartende Rückgang der Wirtschaftsleistung auf breiter Front in allen Volkswirtschaften ist auf die zum Teil drakonischen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und die dadurch ausgelöste Unsicherheit, die ausbleibende Nachfrage, den Rückgang der Produktion in Teilen der Industrie, die Stilllegung von Dienstleistungsbetrieben und eine breite Investitionszurückhaltung zurückzuführen.

Solange kein Impfstoff zur Immunisierung oder Prävention sowie keine Medikamente zur Behandlung zur Verfügung stehen, ist nicht auszuschließen, dass die radikalen Maßnahmen der Abschottung und Quarantäne anhalten.

2G sieht durch die Covid-19-Pandemie in erster Linie Risiken für die im Risiko- und Chancenbericht thematisierten Bereiche „Absatzrisiken“, „Verfügbarkeit von Produkten“ sowie „Personal“ und bewertet diese – mit Kenntnisstand von Ende März 2020 – wie folgt:

Absatzrisiken

Der Vorstand geht von nur temporären Absatzrisiken aus. Es besteht weiterhin weltweit Bedarf nach dezentralen, grundlastfähigen und CO2 einsparenden Energieerzeugungskapazitäten. Der Klimawandel wird durch Covid-19 weder aufgehalten noch verliert er an Präsenz oder entbindet die Pandemie von der Dringlichkeit zu handeln. Eine temporäre Verschiebung der Prioritäten der legislativen Ressourcen zur Bekämpfung der Pandemie erscheint wahrscheinlich, wird aber die dringenden Gesetzvorhaben wie zum Beispiel das Kohleausstiegsgesetz und die Novellierung des EEG in Deutschland nicht grundsätzlich in Frage stellen. 2G hat ein diesbezügliches Risiko durch breite internationale Präsenz gut diversifiziert. Zudem hat 2G mit seinem hohen aktuellen Auftragsbestand eine gewisse Planungssicherheit in der KWK-Produktion bis ins Jahr 2021 hinein. Darüber hinaus trägt der Service zu ca. 40 % des Konzernumsatzes bei. Er generiert planbare, kontinuierliche Cashflows auch über das Jahr 2021 hinaus.

Risiken der Verfügbarkeit von Produkten

Die Verfügbarkeit von Produkten für die Produktion und den Service sieht 2G als bedingt gesichert an. Für die gängigsten KWK-Module besteht ein hoher Lagerbestand an Motoren, wobei die Verfügbarkeit mit Rohmotoren möglicherweise im Laufe des Frühjahrs eingeschränkt sein könnte, da ein wichtiger Lieferant in der Schweiz ansässig ist. Die übrigen Zulieferer arbeiten bisher zuverlässig die Bestelllisten ab. Zudem kann 2G für fast alle Komponenten auf alternative Zulieferer zurückgreifen und ist geografisch auf die DACH-Region fokussiert, so dass auch logistische Risiken beherrschbar erscheinen. Bereits im Vorjahr hat 2G seine Lagerkapazitäten am Standort Heek deutlich ausgebaut und Vorräte aufgestockt. Die Abarbeitung des erwähnten Auftragsbestands sieht 2G mit den vorhandenen Produkten und Komponenten nicht gefährdet. Die solide finanzielle Situation eröffnet dem Unternehmen einen entsprechenden Spielraum, auch antizyklisch Chancen in der Beschaffung zu nutzen.

Risiken im Personalbereich

Bereits im Februar hat 2G seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Handlungs- und Kommunikationsempfehlungen zu Covid-19 für den beruflichen Alltag mit auf den Weg gegeben. Neben dem Schutz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegt der Fokus des Vorstands darauf, den Geschäftsbetrieb möglichst sicherzustellen und den Kundennutzen über die Funktionsfähigkeit der BHKW weiter abzusichern. Dies vorausschauend auch unter der Maßgabe, dass sich die Situation durch weitere Einschränkungen weiter zuspitzt.

Seiner Sorgfaltspflicht für die Gesundheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgend hat der Vorstand das Arbeiten vom Homeoffice aus ermöglicht, solange die existierende Corona-Virus-Pandemie dies als notwendig vorgibt. Hierzu wurde bereits im Februar in entsprechendes zusätzliches IT Equipment investiert. Der Zutritt zur Produktion und zum Lager ist nur noch für die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlaubt. Die Produktions- und Logistikmitarbeiter sind in kleine Gruppen eingeteilt, die möglichst keinen Kontakt zueinander haben. Innerhalb dieser Gruppen sind Zweier- und Dreier-Teams definiert, die ggf. enger zusammenarbeiten, so dass die Handlungsempfehlung des „Social Distancing“ auch in Produktion und Lager weitgehend und in der Verwaltung und Service vollständig umgesetzt ist. Präventive Hygienemittel und -maßnahmen sind in Produktion, Verwaltung und Service installiert. Alle Treffen mit externen Personen erfolgen digital über Web-Meetings. Für die Servicetechniker im Außendienst haben wir strikte Verhaltensregeln erlassen. Die Führungskräfte sind wiederholt und nachhaltig aufgefordert worden, die Einhaltung der Verhaltensregeln zu überwachen und ggf. durchzusetzen.

Der Vorstand führt in kurzen Abständen regelmäßig Besprechungen, evaluiert die erlassenen Schutzmaßnahmen und die sich ändernden Verhältnisse, um schnell und flexibel reagieren zu können. Ziel ist es, die Gesundheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und zu erhalten, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens abzusichern und den Betrieb aller Anlagen weltweit sicherzustellen.

Für 2G können sich aus der anhaltenden Lieferfähigkeit, seiner soliden finanziellen Lage, der über die Börsennotierung gegebenen langjährigen Transparenz und der etablierten Marke durchaus neue Chancen im Markt ergeben.

Prognosebericht

Der Prognosebericht des 2G Konzerns berücksichtigt relevante Fakten und Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bekannt waren und die künftige Geschäftsentwicklung beeinflussen können.

Ausrichtung des Konzerns in den folgenden zwei Geschäftsjahren

2G verfolgt als einer der international führenden Hersteller von gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen weiter mit Nachdruck das Ziel, bestehende Märkte zu stärken, ausgewählte Märkte neu zu erschließen und seine globalen Marktanteile auf profitabler Basis auszubauen. Dazu haben wir drei Leitprojekte auf den Weg gebracht, die wir konsequent weiterverfolgen: die Internationalisierung im Rahmen des Partnerkonzepts, die Digitalisierung und das Projekt „Lead to Lean“. Aus diesen Projekten lassen sich die folgenden strategischen Leitlinien für Wachstum und Ertrag ableiten:

Erschließung zusätzlicher Potenziale durch die forcierte Internationalisierung des Absatzes von KWK-Anlagen und Serviceleistungen unter Einbindung von Vertriebs- und Servicepartnern,

konsequente Digitalisierung der KWK-Motorensteuerung sowie der Service- und Wartungsleistungen und damit Schaffung eigener, digitaler Produkte als zusätzliches Absatzpotenzial,

Kostensenkungen bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung und Kapazitätsausweitung durch eine optimierte Prozessstruktur über die gesamte Wertschöpfungskette.

Diese Leitlinien werden das unternehmerische Handeln in den nächsten Jahren weiter bestimmen. Das organische Wachstum wird in allen adressierten Märkten weiter vorangetrieben. Dabei fokussiert sich 2G auf die Regionen Nordamerika, Asien sowie Mittel- und Osteuropa. 2G will sich ergänzend zur Positionierung als technologisch führender Entwickler und Hersteller von KWK-Anlagen zunehmend als Anbieter integrierbarer, digital steuerbarer KWK-Anlagen für den anspruchsvollen Regelenergiebetrieb etablieren. Auch den wachsenden Anforderungen an sehr niedrige Abgasemissionen stellt sich das Unternehmen mit eigenen Entwicklungen wie einem Verbrennungskonzept mit Schwachaufladung bzw. einer 2G-SCR-Katalysator-Technologie. Mit der erfolgten Serienreife unseres selbst entwickelten, mit reinem Wasserstoff fahrbaren BHKW sind wir einen entscheidenden Schritt weiter gegangen und können unseren Kunden eine CO2-freie Energieversorgung anbieten. Zusätzlich versteht sich 2G als Dienstleistungs- und Produktpartner im Rahmen von Energiemanagementkonzepten von Kunden. Damit positioniert sich 2G in dem sich international dynamisch entwickelnden Energiemarkt als flexibler Anbieter hocheffizienter KWK-Kraftwerke und Energieerzeugungslösungen.

Künftige gesamtwirtschaftliche Situation

Das ifo-Institut stellt seiner am 19. März 2020 veröffentlichten Konjunkturprognose ein Statement über die erheblichen wirtschaftlichen und konjunkturellen Auswirkungen und Risiken durch die Coronavirus-Pandemie voran:

„Die globale Konjunktur bricht als Folge der Coronavirus-Pandemie ein. Um die Ausbreitung der Neuinfektionen einzudämmen und einer Überlastung des Gesundheitswesens entgegenzuwirken, kommt es mittlerweile in vielen Ländern zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und einem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens. Gleichzeitig versuchen die meisten Staaten die erwarteten wirtschaftlichen Folgen mit umfangreichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen abzumildern. Eine präzise Vorhersage der volkswirtschaftlichen Kosten der Corona-Krise ist zum jetzigen Zeitpunkt nahezu unmöglich, da eine hohe Unsicherheit über die weitere Verbreitung des Virus und insbesondere die von den Regierungen ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besteht. Auch gibt es keine historischen Erfahrungen mit vergleichbaren Ereignissen, aus denen wahrscheinliche Krisenverläufe abgeleitet werden könnten. Schließlich stehen aktuell nur sehr wenige Konjunkturindikatoren zur Verfügung, mit denen sich das gesamtwirtschaftliche Ausmaß der Folgen der Corona-Krise abschätzen ließe.“

Belastbare Aussagen zur allgemeinen weltweiten Wirtschaftsentwicklung sind unter den gegebenen Umständen nur schwer zu treffen und sind deshalb mit der gebotenen Vorsicht einzuschätzen.

Laut Ifo-Experten könnte die deutsche Wirtschaft nach derzeitigem Stand im laufenden Jahr um 1,5 % schrumpfen. Damit würde die Wachstumsrate im Vergleich zu einer Situation ohne Ausbruch der Corona-Krise um fast 3 %punkte zurückgenommen. Während es im ersten Quartal 2020 infolge des starken Jahresauftaktes noch zu einem leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts kommen dürfte, wird die Krise ihre volle, messbare Wirkung im zweiten Quartal entfalten und zu einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um möglicherweise 4,5 % führen. Bis in die erste Jahreshälfte 2021 dürfte es – sofern die Beschränkungen für Wirtschaft und Bevölkerung sukzessive zurückgenommen werden - dann wieder zu einer allmählichen Rückkehr der Produktion von Waren und Dienstleistungen auf ein normales Niveau kommen.

Auch die Weltwirtschaft dürfte laut Ifo-Institut beträchtlich unter der Corona-Krise leiden. So wird nach Ansicht der Ifo-Experten das globale Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr nur noch um 0,1 % zulegen, nach 2,6 % im Jahr 2019. Auch der Welthandel dürfte mit einem Rückgang um 1,7 % stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Bereits zum Jahresauftakt wird die gesamtwirtschaftliche Produktion leicht geschrumpft sein aufgrund der rückläufigen realen Aktivität in China und Südkorea. Aber auch Japan dürfte bremsen. Mit der weiteren Verschärfung der Pandemie wird die globale Wirtschaftsleistung wohl vor allem im zweiten Quartal um 2,6 % einbrechen. Hierzu tragen insbesondere Europa und die USA bei. In den USA dürfte der Krisenverlauf sehr ähnlich wie in Deutschland sein. Dagegen dürfte die Aktivität in China und Südkorea wieder leicht zulegen als Folge der gesunkenen Infektionszahlen. Ab dem Sommer wird es voraussichtlich weltweit zu einem allmählichen Aufholprozess kommen mit knapp 2 % Zuwachs im dritten und 1,7 % im vierten Quartal. Ähnlich wie in Deutschland dürfte das Produktionsniveau am Ende des Prognosezeitraums um 0,5 % unter dem Vorkrisenniveau liegen. 7

Künftige Branchensituation

Die IEA spricht in ihrem International Energy Outlook (IEO) 2019 8 dem Primärenergieträger Gas eine bedeutende Rolle für die Energiewende und –versorgung zu. Die Gasnetze sind ein entscheidender Mechanismus, um Energie zu den Verbrauchern zu bringen, da sie typischerweise mehr Energie transportieren können als Stromnetze. Zudem bieten sie eine wertvolle Quelle für Flexibilität. Aus der Perspektive der Versorgungssicherheit können ausgebaute Gas- und Stromnetze komplementäre Vorteile darstellen. Aus der Perspektive der Energiewende kann Erdgas beim Ersatz umweltschädlicherer Brennstoffe kurzfristig Vorteile bieten. In einer längerfristigen Perspektive ist noch zu klären, inwieweit die Gasnetze aufnahmefähig sind für kohlenstoffarme oder kohlenstofffreie Energieträger wie z.B. Wasserstoff und Biomethan. Die Einbindung in die Gasnetze würde Möglichkeiten bieten, die Versorgungsmedien und -technologien zu erweitern und die Kosten zu senken.

IEA sieht „Goldenes Zeitalter des Gases“

Die IEA geht davon aus, dass der Erdgasverbrauch global weiter ansteigt, im Jahr 2018 betrug die Rate 4,6 %. Das entsprach fast der Hälfte des Anstiegs der weltweiten Energienachfrage. Verflüssigtes Erdgas (LNG) ist der Schlüssel zu diesem breiteren Wachstum in der Zukunft; 2019 ist bereits ein Rekordjahr für Investitionen in die neue LNG-Versorgung gewesen, auch wenn die Preise in wichtigen Importregionen auf Rekordtiefststände gefallen sind. Aus seinen langjährigen Beobachtungen und aktuellen Erhebungen schlussfolgert der IEA, dass die Welt wohl auf dem Weg in ein „Goldenes Zeitalter des Gases“ sei. 9 In der Projektion des IEA für die Zeit bis ins Jahr 2040 übertrifft die Nachfrage nach Erdgas weiterhin die für Kohle oder Öl.

Rückenwind für Wasserstoff

Durch gesetzliche Emissionsauflagen und ehrgeizige Klimapläne in vielen Regionen weltweit wird der Einsatz von fossilen Brennstoffen in den kommenden Jahrzehnten schwieriger und teurer. Zudem wird Strom aus erneuerbaren Quellen immer günstiger. Eine Lösung könnte demnach grüner Wasserstoff mit Power-to-Gas Technologien sein.

Damit verbinden sich Lösungsansätze für zwei Fragestellungen: zum einen die Vermeidung von CO2-Emissionen und zum anderen die langfristige Speicherbarkeit von erneuerbar erzeugtem Strom. In Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen lässt sich der reine Wasserstoff oder Gasgemische wieder zu Strom und Wärme umwandeln.

„Nationale Wasserstoffstrategie“ kann integrative Rolle der KWK für Energiewende stärken

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer „Nationalen Wasserstoffstrategie“. Mit ihr soll die Produktion von Wasserstoff im industriellen Maßstab mit einer zu installierenden Elektrolyseur-Leistung zwischen fünf und zehn Gigawatt bis 2030 gefördert werden. 10 In der Strategie heißt es außerdem, dass Wasserstoff als „Basis für synthetische Kraft- und Brennstoffe“ wichtige Beiträge zur CO2-Reduktion leiste und gleichzeitig „ein Energiespeicher [ist], der angebotsorientiert und flexibel erneuerbare Energien speichern kann.“ 11 Aus dem BMWi heißt es weiter, das „gasförmige Energieträger […] fester und langfristiger Bestandteil der Energiewende [sind].“ Strombasierte Gase wie Wasserstoff würden Erdgas „kontinuierlich substituieren, insbesondere nach 2030.“ 12 Laut vorliegenden Plänen sollten sowohl die Produktion aus regenerativer Energie (sog. grüner Wasserstoff) als auch mittels Erdgases (sog. blauer Wasserstoff) berücksichtigt werden. Neben der Kapazitätsförderung werden aber auch notwendige Änderungen des regulatorischen Rahmens wie die Belastungen mit Abgaben diskutiert. So fordert der BDI, den für die Produktion eingesetzten Strom von der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien zu befreien. Denn nur so werde aus grünem Wasserstoff ein Geschäftsmodell.

Der Einschätzung von 2G zufolge, wird der fossile Energieträger Erdgas zwar noch über Jahre im Wärmesektor und zur Stromerzeugung eine wichtige Rolle spielen, auf Dauer steht er dem Ziel der Klimaneutralität aber im Weg. Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Umso wichtiger sind daher die Investitionen, die 2G in die Weiterentwicklung seiner Wasserstoff BHKW steckt.

Belebung im deutschen Erdgas-KWK-Markt absehbar

Für erdgasbetriebene BHKWs spricht in 2Gs Zielmärkten weiter absehbar ein vorteilhafter spark spread. Zudem wird die Erdgas-Infrastruktur in vielen Ländern deutlich engmaschiger - auch befeuert über den Ausbau des LNG-Angebots. Für viele Regierungen ist die Förderung solcher Infrastrukturmaßnahmen vorteilhaft, da sie die CO2-Emissionen pro MWh in der Energiewirtschaft über Erdgas-Anwendungen um 40 bis 50 % senken können. Das eröffnet 2G neue Absatzchancen in den ausländischen Märkten.

Für den deutschen Markt sind im Zuge des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens zum Kohleausstiegsgesetz auch Änderungen der Förderungen im KWKG vorgesehen. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form sich diese materialisieren. Möglicherweise wird das Kohleausstiegsgesetz noch vor der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet. Vor dem Hintergrund eines gesicherten Übergangs von der Atom- und Kohleenergieerzeugung hin zu einer mehrheitlich auf Erneuerbaren fußenden Energieversorgung kann aber kein Weg an der mit Gasen betriebenen Kraft-Wärme-Kopplung vorbeiführen. Nur sie ist absehbar wirtschaftlich in der Lage, die Erneuerbaren in eine gesicherte, regelbare Elektrizitätsversorgung zu integrieren. Eine Förderung dieses wesentlichen Beitrags wäre daher volkswirtschaftlich nicht nur im Rahmen von kurzfristig wirkenden Konjunkturprogrammen gut investiertes Steuergeld.

Biogas-KWK-Markt international stabil

Das gilt unserer Einschätzung nach auch für Biogas. Der verbleibende Auftragsbestand aus dem 1 GW Flex-Deckel wird voraussichtlich im Herbst 2020 abgearbeitet sein. Neue Regelungen für Biogas-Anlagen, die ab 2020 aus der EEG-Förderung fallen, für Neu-Anlagen und für die weitere Flexibilisierung von Bestandsanlagen müssen im Rahmen der anstehenden Novelle des EEG gefunden werden. Denn die grundlastfähige Bioenergie ist mit ihrer in Deutschland installierten Kapazität von 5,2 GW ein notwendiger, stabilisierender Faktor für die Versorgungssicherheit – und das bei einer vorteilhaften CO2-Bilanz. Außerhalb Deutschlands gehen wir von einer leicht ansteigenden Nachfrage aus. Die technologische Entwicklung, gesetzliche Vorgaben und Förderungen für Biogas-Anlagen umfassen ein breiter werdendes Spektrum an Gärsubstraten. Neben nachwachsenden Rohstoffen kommen auch Reststoffe der Agrarindustrie, Rückstände der Tierhaltung, Abfälle aus der Lebensmittelproduktion und –verwendung und andere Spezialitäten als Grundstoffe zum Einsatz. Über unsere starke Marktposition in Märkten wie Frankreich, Großbritannien, Japan und Amerika können wir von solchen Entwicklungen weiter profitieren.

2G ist auf starken Auftragseingang aus Deutschland vorbereitet

Deutschland ist mit dem Ausstieg aus den bisher dominierenden, regelbaren Erzeugern Kohle und Kernenergie und dem Übergang zu einer Energieversorgung auf Basis der Erneuerbaren in einer Pionierrolle, auf die die Welt schaut. Deutschland kann sich zudem als hochindustrialisiertes Land und viertgrößte Volkswirtschaften der Welt (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) keine Versorgungsengpässe bei Elektrizität und Wärme leisten. Nach unserer Einschätzung ist deshalb ein dynamischer Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis sauberer Gasmotoren in Deutschland unerlässlich. Denn der Ausbau der Übertragungsleitungen und der Verteilnetze bleibt weit hinter dem notwendigen Maß zurück, alternative Speichertechnologie sind auf absehbare Zeit in industriellem Maßstab nicht verfügbar und auch der vielzitierte Stromimport bzw. –export ist nur in begrenztem Umfang möglich, da fast alle europäischen Länder inzwischen im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes zumindest die sukzessive Reduzierung der Erzeugungskapazitäten aus Kohle- und Kernenergie beschlossen haben. Die Suche nach sauberen, schnell installierbaren, dezentralen und gesellschaftlich akzeptierten Alternativen führt unweigerlich zu gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.

2G ist auf einen kurzfristig eintretenden, starken Auftragseingang aus Deutschland vorbereitet. Das heißt, eine Verdopplung der derzeit produzierten jährlichen Energieerzeugungskapazität (ca. 200 MW) ist ohne wesentliche Investitionen schnell umsetzbar. In einer Szenariobetrachtung hat 2G als wesentliche kritische Faktoren die Kapazitäten der Produktionsanlagen, die Verfügbarkeit von Schlüsselkomponenten, die Verfügbarkeit von Fachkräften, die Kapazitäten von Führungskräften, die Leistungsfähigkeit des ERP-Systems sowie die Finanzierbarkeit einer Umsatzausweitung identifiziert und geprüft. Wenn es zu einer solchen Nachfragedynamik kommt, rechnet 2G neben den steigenden Umsätzen zudem mit höheren Margen, die sich zum einen wegen der deutlich höheren Fixkostendegression ergeben. Zum anderen wird 2G in diesen Situationen eine nicht ungewöhnliche Preissetzungsmacht zufallen.

Weiter positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung erwartet

Die Corona-Pandemie wird erheblichen Einfluss auf die globale wirtschaftliche Entwicklung haben. In welchem Ausmaß und über welchen Zeitraum ist nach heutigem Kenntnisstand noch nicht zu bemessen. Dessen ist sich der Vorstand der 2G Energy AG bewusst. Nichtsdestotrotz gehen wir davon aus, dass global die Anstrengungen für die Senkung von CO2-Emissionen fortgesetzt werden (müssen), und die Nachfrage nach Elektrizität weiter steigen wird. Neben der vermehrten Nachfrage nach klima- und umweltfreundlichen Erzeugungskapazitäten wird insbesondere die Nachfrage nach Technologien steigen, die systemdienlich und effizient die fluktuierenden erneuerbaren Erzeuger in eine regelbare Kapazität integrieren können, um mit eine wirtschaftliche und sichere Versorgung der Verbraucher gewährleisten zu können. Gas betriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erfüllen genau an diesem „sweet-spot“ ihre Aufgabe. Sie werden weltweit in ihren diversen Anwendungsmöglichkeiten als Investitionsgut von einem „nice to have“ immer mehr zu einem „must have“.

Aus dieser Einschätzung ziehen wir eine gewisse Portion unternehmerischen Optimismus für die nächsten Jahre. Auch für das laufende Geschäftsjahr sprechen die vorliegenden Fakten eine eindeutige Sprache: Die zu Jahresbeginn 2020 bereits sehr gut gefüllten Auftragsbücher und der laufende Auftragseingang aus dem In- und Ausland, das wachsende Servicegeschäft sowie die sich stetig weiter materialisierenden positiven Ergebnisse der drei Leitprojekte stimmen den Vorstand für das laufende Geschäftsjahr verhalten zuversichtlich., Das Unternehmen ist mit dem Überhang aus dem Vorjahr - auch wenn sie etwas unter dem sehr hohen Niveau des Vorjahres lag, das von einer Sonderkonjunktur im deutschen Biogas-Markt geprägt war - in Höhe von 116,8 Mio. Euro (Vorjahr: 131,5 Mio. Euro) und einer lebhaften Nachfrage im ersten Quartal 2020 gut ins laufende Jahr gestartet. Das Unternehmen ist über die eigenen Tochtergesellschaften und das Partnernetzwerk international gut diversifiziert; die Nachfrageentwicklung in Amerika, Großbritannien und Frankreich sowie einigen asiatischen Märkten ist weiterhin gut. 2G hat zudem frühzeitig in die Entwicklung von technologischen Lösungen für eine emissionsarme Verbrennung und für Wasserstoff-Anwendungen investiert.

Der Vorstand geht daher für das Geschäftsjahr 2020 mit der gebotenen unternehmerischen Vorsicht davon aus, Umsatzerlöse in einer Bandbreite von 235 Mio. Euro bis 250 Mio. Euro erwirtschaften zu können. Die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2020 sieht eine EBIT-Marge innerhalb der bereits für das abgelaufenen Geschäftsjahr erwarteten Bandbreite von 5,5 % bis 7,0 % vor. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Corona-Pandemie im laufenden Jahr bei 2G in Form rückläufiger Bestellungen, Zulieferengpässen, logistischen Problemen oder notwendiger Quarantäne-Maßnahmen in Produktion, Vertrieb oder Verwaltung an den 2G Standorten oder im Partnernetzwerk bemerkbar macht. Dies kann Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung haben. Langfristig hält der Vorstand jedoch an seinem Ziel fest, bis 2024 einen Umsatz in Höhe von 300 Mio. Euro zu erreichen und durch Effizienzgewinne aus den Leitprojekten, Margenbeiträge aus dem Servicegeschäft sowie Kostendegressionen die Profitabilität des Konzerns die EBIT Marge auf ein Niveau von 10 % nachhaltig zu verbessern.

 

Heek, den 31. März 2020

Christian Grotholt, Vorsitzender des Vorstands

Ludger Holtkamp, Mitglied des Vorstands

Friedrich Pehle, Mitglied des Vorstands

1 Jahresgutachten 2019/2020 „Den Strukturwandel meistern“, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für die Weltwirtschaft, 6.11.2019
2 VDMA Pressemeldung 6. Februar 2020 „Jahresende ohne Überraschung“
3 S. FirstBerlin Research 28. Februar 2020
4 Eurogas, press release 16 October 2019, „LNG Protocol Declaration for the use of LNG as the Go-To Fuel of the Future“
5 Fachverband Biogas e.V., Pressemitteilung „EEG-Novelle: 2020 ist Entscheidungsjahr für Bioenergie“,
27. Januar 2020
6 https://www.ewi.uni-koeln.de/de/news/ee-ziel-2030/
7 https://www.ifo.de/ifo-economic-forecast/202003
8 US Energy Information Administration, International Energy Outlook 2019, November 2019
9 World Economic Outlook 2019, Gas, November 2019, https://www.iea.org/reports/world-energy-outlook-2019/gas#abstract
10 Handelsblatt, „Die Bundesregierung streitet über Wasserstoff“, 2, März 2020
11 Handelsblatt, „Heilsbringer oder Illusion? Wasserstoff im Faktencheck“, 7. Februar 2020
12 Handelsblatt, Dossier „Hoffnung Wasserstoff“, S. 5, ohne Datum

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die 2G Energy AG, Heek

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der 2G Energy AG, Heek, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der 2G Energy AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage fürdie Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 1. April 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Norbert Niedenhof, Wirtschaftsprüfer

ppa. Stefan Heitmeyer, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen,

sehr geehrte Aktionäre,

der Aufsichtsrat der 2G Energy AG hat den Vorstand durch ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 begleitet und in der Leitung der Gesellschaft und des 2G Konzerns überwacht, ihn beratend unterstützt und ist entsprechend den Vorgaben des Gesetzes, der Satzung und der Geschäftsordnung seinen Kontroll- und Beratungsaufgaben mit der gebotenen Sorgfalt nachgekommen. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand über wichtige strategische und operative Entscheidungen sowie Abweichungen von der Jahresplanung unterrichtet und war in Entscheidungen, die für den 2G Konzern von besonderer Bedeutung waren, eingebunden. Die Bildung von Ausschüssen war dazu nicht erforderlich.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf, die Ertrags- und Finanzlage des 2G Konzerns sowie über Geschäftsvorgänge von größerer Bedeutung regelmäßig mündlich oder in Textform informiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Sitzungen in Kontakt mit dem Vorstand. Dabei wurden neben der aktuellen Geschäftsentwicklung und Personalfragen insbesondere Fragen zur Unternehmensorganisation, zur Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen sowie zu den ausländischen Absatzmärkten erörtert. So war der Aufsichtsrat über wesentliche Fragen der Geschäftspolitik sowie relevante, anstehende Entscheidungen informiert und konnte den Vorstand in seiner Arbeit unterstützen.

Organisation des Aufsichtsrats

Dem Aufsichtsrat gehörten im Berichtsjahr die Herren Dr. Lukas Lenz (Vorsitzender), Heinrich Bertling (stellv. Vorsitzender) sowie Wiebe Hofstra an. Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat es im Berichtsjahr nicht gegeben. Der Aufsichtsrat der 2G Energy AG ist mit drei Mitgliedern bewusst in der Größenordnung gehalten, um ein effizientes Arbeiten und fruchtbare Diskussionen sowohl in strategischen als auch in Detailfragen im Gremium zu ermöglichen. Daher ist die Bildung von gesonderten Aufsichtsratsausschüssen nicht sinnvoll und zweckmäßig. Dies gilt auch für einen Prüfungsausschuss, dessen Aufgaben unverändert vom Gesamtaufsichtsrat wahrgenommen werden.

Beratungen und Beschlüsse des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2019 fanden unter Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 110 Abs. 3 Satz 2 AktG drei Aufsichtsratssitzungen statt, und zwar am 9. Mai, 24. Juni und 14. November. Bei diesen Aufsichtsratssitzungen waren stets sämtliche Aufsichtsratsmitglieder anwesend. Der Aufsichtsrat hat die Geschäfte, die nach Gesetz und Satzung seiner Zustimmung bedurften, mit dem Vorstand erörtert, geprüft und hat diesen stets einstimmig zugestimmt. In den Sitzungen befasste sich der Aufsichtsrat anhand der Berichte und Vorlagen des Vorstands mit der wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie der operativen und strategischen Entwicklung des Unternehmens, seiner Geschäftsbereiche und seiner Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Dazu gehörten insbesondere die Entwicklung des Partnerkonzeptes (Internationalisierung), des Leitprojekts „Lead to Lean“, die weitere Digitalisierung von KWK-Anlagen sowie die Entwicklung der Service-Dienstleistungen, die Möglichkeiten der BHKW-Wasserstofftechnologie und die Zielerreichung in Bezug auf die Jahresplanung. Der Aufsichtsrat befasste sich ebenfalls mit der Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen und dem Wettbewerb auf verschiedenen Märkten. Über wichtige Einzelfragen der Gesellschaft, die Risikolage sowie zur Investitionsplanung und Personalentwicklung des Unternehmens hat sich der Aufsichtsrat unterrichten lassen und darüber beraten.

In den einzelnen Sitzungen wurden folgende Themen eingehend beraten:

Wichtige Tagesordnungspunkte der Aufsichtsratssitzung am 9. Mai 2019 waren insbesondere die Geschäftspolitik und Unternehmensplanung, die Rentabilität des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018, der Gang der Geschäfte in den ersten Monaten des Berichtsjahres sowie die mittelfristige Liquiditäts-, Finanz-, Investitions- und Personalplanung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat erörterte zudem die Jahresabschlüsse, den Konzernlagebericht und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Der Aufsichtsrat stellte den Jahresabschluss fest und billigte diesen einstimmig ebenso wie den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018. Ferner erteilte der Aufsichtsrat dem Vorstand einstimmig die Zustimmung zu zustimmungspflichtigen Geschäften.

Am 24. Juni 2019 berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf und die Auftragsentwicklung im ersten Halbjahr und gab einen Ausblick auf die zu erwartende Gesamtjahresentwicklung.

In der Aufsichtsratssitzung am 14. November 2019 erläuterte der Vorstand die Ergebnisse des Halbjahresabschlusses, den Gang der Geschäfte im dritten und vierten Quartal sowie die Entwicklung der Liquidität der Gesellschaft. Gegenstand der Sitzung war ferner die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Der Vorstand gab zudem einen Ausblick auf die Unternehmensentwicklung im Jahr 2020. Der Aufsichtsrat genehmigte einstimmig zustimmungspflichtige Geschäfte des Vorstands, unter anderem zur Anpassung der Kreditfazilitäten und zur Verschmelzung der 2G Drives GmbH auf die 2G Energietechnik GmbH.

Interessenkonflikte traten bei Mitgliedern des Aufsichtsrats nicht auf.

Der Aufsichtsrat hat den Vertrag mit Finanzvorstand Friedrich Pehle im November 2019 frühzeitig um drei Jahre, bis November 2023, verlängert.

Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2019

Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften wurde von der Hauptversammlung am 25. Juni 2019 die PricewaterhouseCoopers AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Osnabrück, zum Abschlussprüfer gewählt.

Der Vorstand hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der 2G Energy AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 nach den Regeln des Handelsgesetzbuches aufgestellt. Die Abschlussprüfer haben den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der 2G Energy AG für das Geschäftsjahr 2019 unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Prüfungsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2019 lagen in der Prüfung der Konsolidierungsmaßnahmen und konsolidierungsrelevanten Sachverhalte, der Bewertung des Vorratsvermögens sowie in der Bewertung der Rückstellungen. Der Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Jahresabschluss, Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie die dazugehörigen Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor der Bilanzsitzung vorgelegen. In der Sitzung des Aufsichtsrats am 3. April 2020 hat der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung berichtet und diese dem Aufsichtsrat erläutert und die Fragen des Aufsichtsrats umfassend beantwortet.

Der Aufsichtsrat hat die Prüfungsberichte zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der 2G Energy AG gemäß § 172 Aktiengesetz festgestellt.

Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 6.763.193,91 EUR Euro eine Dividende in Höhe von 1.993.500,00 Euro, d.h. 0,45 Euro je Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn von 4.769.693,91 Euro in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der 2G Energy AG und ihrer Konzerngesellschaften weltweit sowie den Mitgliedern des Vorstands und den Geschäftsführern der Tochtergesellschaften für ihren persönlichen Beitrag und ihren Einsatz, die dem Unternehmen ein hohes Maß an Stabilität und Flexibilität geben. Nicht zuletzt dieses Engagement hat dazu beigetragen, Umsatz und Ergebnis erneut kräftig zu steigern.

 

Heek, den 3. April 2020

Der Aufsichtsrat

Dr. Lukas Lenz, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Der Jahresabschluss zum 31.12.2019 wurde am 03.04.2020 festgestellt.