Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010

Bilanz zum 31. Dezember 2010

Aktivseite

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Vorjahr
T€
1. Barreserve
a) Kassenbestand 2.961,94 3,0
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 2.735.370,21 368,6
b) andere Forderungen 99.984,19 59,8
2.835.354,40 428,4
3. Forderungen an Kunden 2.339.464,94 2.135,5
- darunter: an Finanzdienstleistungsinstitute: 0,0 T€ (im Vorjahr: 0,0 T€)
4. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0,3
5. Beteiligungen 119.993,59 194,8
- darunter: an Finanzdienstleistungsinstituten: 62,1 T€ (im Vorjahr: 0,0 T€)
6. Treuhandvermögen 12.089.812,99 16.876,2
7. Immaterielle Anlagewerte
a) Aufwendungen für die Ingangsetzung des Geschäftsbetriebs 778.721,00 1.159,7
b) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 548.789,96 0,0
c) entgeltlich erworbene Konzessionen 981.064,95 678,5
2.308.575,91 1.838,2
8. Sachanlagen 390.422,00 370,4
9. Sonstige Vermögensgegenstände 10.856,06 37,7
10. Rechnungsabgrenzungsposten 57.874,67 75,9
20.155.316,50 21.960,4

Passivseite

Vorjahr
T€
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 966,74 0,0
2. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 56.389,99 56,4
3. Treuhandverbindlichkeiten 12.089.812,99 16.876,2
4. Sonstige Verbindlichkeiten 391.748,09 432,7
5. Rechnungsabgrenzungsposten 420.000,00 0,0
5a. passive latente Steuern 112.660,76 0,0
6. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 67.417,43 0,0
b) andere Rückstellungen 731.400,00 184,8
798.817,43 184,8
7. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 1.332.337,00 1.332,3
b) Kapitalrücklage 3.799.943,50 3.799,9
c) Gewinnrücklagen 18.400,00 18,4
d) Bilanzgewinn/-verlust 1.134.240,00 -740,3
6.284.920,50 4.410,3
20.155.316,50 21.960,4

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit
vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010

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Vorjahr
T€
1. Zinserträge aus Kredit- und Geldmarktgeschäften 498.729,17 672,2
2. Zinsaufwendungen -402.862,77 -414,9
95.866,40 257,3
3. Laufende Erträge aus Beteiligungen 401.310,00 19,2
4. Provisionserträge 9.126.930,46 7.032,0
5. Provisionsaufwendungen -4.200.380,63 -3.575,4
4.926.549,83 3.456,6
6. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands
a) Ertrag des Handelsbestands 2.861.356,43 718,7
b) Aufwand des Handelsbestands -105.825,67 -17,4
2.755.530,76 701,3
7. Sonstige betriebliche Erträge 334.376,48 252,7
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -2.548.502,77 -1.917,5
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -319.345,29 -297,0
darunter für Altersversorgung: 0,0 T€ (Vorjahr: 0,0 T€)
-2.867.848,06 -2.214,5
b) andere Verwaltungsaufwendungen -2.511.219,60 -2.484,7
-5.379.067,66 -4.699,2
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -826.337,34 -591,0
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen -43.044,61 -25,5
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -97.807,48 -252,4
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere -125.000,00 0,0
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 2.042.376,38 -881,0
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -165.296,80 0,0
15. Sonstige Steuern -2.555,00 -1,2
-167.851,80 -1,2
16. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.874.524,58 -882,2
17. Verlust-/Gewinnvortrag -740.284,58 141,9
18. Bilanzgewinn/-verlust 1.134.240,00 -740,3

Anhang für den Zeitraum
vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die auf Fremdwährung lautenden Bankbestände wurden gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Die Auswirkungen der Bewertungsänderung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind insgesamt von untergeordneter Bedeutung.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben im Übrigen gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 265 Abs. 8 HGB abgesehen.

Hintergrund der im Jahr 2007 gemäß § 269 Satz 1 HGB a.F. aktivierten Aufwendungen (TEUR 101) für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs war die Übernahme von Kunden, Kundenvermögen, Software und Mitarbeitern der Schweizer Gesellschaft Finex Group GmbH, Zürich, um im Forex-Handel tätig zu werden. Die nach § 269 Satz 2 HGB a.F. einem Ausschüttungsverbot unterliegende Bilanzierungshilfe wird gemäß § 282 HGB a.F. seit 2008 über vier Jahre abgeschrieben. Die Aufwendungen (TEUR 25) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen" ausgewiesen.

Im Jahr 2009 wurden gemäß Art. 66 Abs. 5 EGHGB i.V.m. § 269 HGB a.F. Aufwendungen für die Ingangsetzung der Handelsinfrastruktur (TEUR 330) sowie Aufwendungen für die Ingangsetzung des Dubai-Offices (TEUR 373) aktiviert. Die nach § 269 HGB a.F. einem Ausschüttungsverbot unterliegenden Bilanzierungshilfen werden gemäß § 282 HGB seit dem Jahr 2010 über vier Jahre abgeschrieben. Die Aufwendungen (TEUR 83 für die Ingangsetzung der Handelsinfrastruktur und TEUR 93 für die Ingangsetzung des Dubai-Offices) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen" ausgewiesen.

Das Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB wurde in Anspruch genommen und die Entwicklungskosten für die MT4 CFD-Software (TEUR 48), für die Homepage Varengoldfx (TEUR 162), für den BlackBerry-Server (TEUR 15) und den virtuellen Server (TEUR 18), für die Einrichtung des Typo 3 (TEUR 32) und Flatex (TEUR 229), für die Implementierung der Kreditkartensoftware ConCardis (TEUR 17) und für die Einrichtung des PayPal Plugins (TEUR 32) aktiviert. Forschungskosten sind keine angefallen. Die Abschreibungen für die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände (TEUR 7) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen" ausgewiesen. Die Entwicklung der Homepage, von Typo 3 und von Flatex ist noch nicht abgeschlossen und wurde noch nicht der Abschreibung unterworfen. Die übrigen selbst geschaffenen Vermögensgegenstände werden jeweils über vier Jahre abgeschrieben. Die Aktivierung dieser Bilanzierungshilfen unterliegt ebenfalls der Ausschüttungssperre.

Die Ausschüttungssperre gliedert sich wie folgt auf:

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Buchwert
TEUR
passive latente Steuern
TEUR
Sperrbetrag
TEUR
Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung 779 252 527
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 2010 549 177 372
Summe 1.328 429 899

Passive latente Steuern ergeben sich aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände und von Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen. Dem stehen aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 316 aus steuerlichen Verlustvorträgen gegenüber. Die passiven latenten Steuern übersteigen den Betrag der aktiven latenten Steuern. Es wurde die Differenz in Höhe von TEUR 113 passiviert. Der Vorstand geht von der vollständigen Nutzung des steuerlichen Verlustvortrages in Höhe von TEUR 978 in den nächsten fünf Jahren aus. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 32,275% zu Grunde gelegt.

Der Kassenbestand ist zu Nennwerten bilanziert.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Alle auf ausländische Währung lautenden Beträge sind täglich fällig.

Die Beteiligungen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten bewertet. Anhaltspunkte für Wertminderungen liegen nicht vor.

Die Bewertung der aus Kundengeldern resultierenden Treuhandverbindlichkeiten erfolgt zum Rückzahlungsbetrag, der dem Nennwert der insbesondere bei Brokern sowie Kreditinstituten als Sicherheitsleistungen gehaltenen Vermögensgegenstände entspricht. Die Kundengelder werden in einer gesonderten Buchführung erfasst.

Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei werden stets die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde gelegt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen vorausbezahlte Versicherungen und Lizenzgebühren sowie Management Fees) werden gemäß § 250 Abs. 1 und Abs. 2 HGB gebildet.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag passiviert.

Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung angesetzt. Sämtliche Rückstellungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Eventualverpflichtungen und andere Verpflichtungen bestehen nicht. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind zum Nennbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt.

Die Beträge sind in TEUR angegeben.

3. Währungsumrechnung

Die unter „Provisionserträge" aufgeführten Erträge fallen zu einem nicht unwesentlichen Teil in den ausländischen Währungen US-Dollar (USD), Schweizer Franken (SFR), Britische Pfund (GBP) und Japanische Yen (JPY) an. Unterjährig gehen zahlungsmäßig abgewickelte Erträge mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Daraus resultierende Fremdwährungsguthaben werden gemäß § 340h Abs. 1 HGB zum Stichtag mit den folgenden Stichtagskursen in Euro umgerechnet:

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1 EUR = USD 1,3380
1 EUR = SFR 1,2525
1 EUR = GBP 0,8625
1 EUR = JPY 108,80

Verluste oder Gewinne aus der Währungsumrechnung werden gemäß § 340h Abs. 2 HGB in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt und im Zinsergebnis ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2010 lauten die folgenden Bilanzposten auf Fremdwährungen:

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Bilanzposten 31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 179 12
Forderungen an Kunden 351 312
Treuhandvermögen 2.750 407
Treuhandverbindlichkeiten 2.750 407

Wertänderungen des zum Stichtagskurses umgerechneten Treuhandvermögens gehen zu Gunsten bzw. zu Lasten der Treugeber.

4. Erläuterungen zur Bilanz

4.1 Postenübergreifende Angaben

4.1.1 Beziehungen zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und zu Aktionären

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Forderungen an Kunden 2.339 2.142
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 19 198
davon gegenüber Aktionären 0 185

Es handelt sich hierbei um Forderungen gegenüber der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen (TEUR 19).

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Sonstige Verbindlichkeiten 392 439
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 69 612
davon gegenüber Aktionären 69 125

Hier sind Verbindlichkeiten gegenüber der Hanseatic Brokerhouse Securities AG (TEUR 67) enthalten.

4.1.2 Restlaufzeitengliederung

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 2.835 428
bis drei Monate 2.835 428
Forderungen an Kunden 2.339 2.142
bis drei Monate 1.545 1.291
mehr als drei Monate bis ein Jahr 595 726
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 74 76
mehr als fünf Jahre 125 49
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1 0
bis drei Monate 1 0

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um die Finanzierung eines sich im Anlagevermögen befindlichen Pkws.

4.2 Postenindividuelle Angaben

4.2.1 Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden bestehen zu großen Teilen aus Provisionsforderungen gegen Brokern bzw. Kapitalanlagegesellschaften und Investmentaktiengesellschaften.

4.2.2 Beteiligungen

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG hält folgenden, nicht börsennotierten Anteilsbesitz:

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Gesellschaft Beteiligungsquote
%
Buchwert
TEUR
Eigenkapital 31.12.2009
TEUR
Ergebnis 2009
TEUR
Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg 16,00 58 1.729 822 *)
Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Frankfurt am Main 49,00 62 15.052 **) -1.329 ***)

*) Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2009
**) Gesellschaftsvermögen zum 30. November 2010 (abweichendes Wirtschaftsjahr)
***) Ergebnis zum 30. November 2010 (abweichendes Wirtschaftsjahr)

Die Hanseatic Brokerhouse Securities AG hält zum Bilanzstichtag eine Beteiligung an der Varengold Wertpapierhandelsbank AG in Höhe von 3,90 %.

Die Beteiligung an der TCMF Trading Concept Managed Futures GmbH wurde auf TEUR 0 abgeschrieben, da die Gesellschaft aufgelöst wurde. Ein Erlös aus der Liquidation ist nicht zu erwarten.

Die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen wurde im Februar 2010 gegründet.

4.2.3 Anlagenspiegel

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Anschaffungskosten Abschreibungen
1.1.2010 Zugänge 2010
TEUR
Abgänge 2010
TEUR
kumuliert
TEUR
2010
TEUR
Beteiligungen 377 50 174 133 0
Immaterielle Anlagewerte
Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 2007 1.640 0 0 861 383
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände und ähnliche Rechte und Werte 0 557 0 8 8
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.267 613 31 868 308
Sachanlagen 971 157 112 626 128
Summe 4.254 1.377 317 2.496 827
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Restbuchwerte
31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Beteiligungen 120 195
Immaterielle Anlagewerte
Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 2007 779 1.160
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände und ähnliche Rechte und Werte 549 0
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 981 678
Sachanlagen 390 370
Summe 2.818 2.403

Die immateriellen Anlagewerte bestehen im Wesentlichen aus entgeltlich erworbener Software sowie Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).

Im Jahr 2010 wurden zwei neue Pkw (TEUR 70) angeschafft sowie in die Weiterentwicklung der Software investiert. Bei dem Zugang in den Beteiligungen handelt es sich um die Anschaffungskosten der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen. Mittels der im Jahr 2010 gegründeten Gesellschaft ist es möglich, sowohl externe Managed Futures-Manager als auch Zielfondsmanager des Fonds „Hl Varengold CTA Hedge" über die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen abzuwickeln und dadurch deutlich höhere Erträge zu generieren. Im Jahr 2010 fand eine Teilrückzahlung des Kapitals statt, der Anteil ist mit 49 % gleich geblieben. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände und ähnlichen Rechte und Werte betreffen Entwicklungskosten sowie den Kauf von Domains.

Bei den Abgängen aus Beteiligungen handelt es sich zum einen um die börsennotierten Bit by Bit-Aktien. Diese wurden mit Datum vom 20. Mai 2010 zum aktuellen Börsenwert veräußert. Außerdem wurde die Beteiligung an der TCMF Trading Concept Managed Futures GmbH auf TEUR 0 abgeschrieben, da die Gesellschaft aufgelöst wurde. Ein Erlös aus der Liquidation ist nicht zu erwarten.

Bei den übrigen Abgängen mit einem Buchwert von insgesamt 9 TEUR handelt es sich um den Verkauf dreier Handys sowie um die Ausbuchung nicht mehr vorhandener Software und EDV-Anlagen. Die Ausbuchung wird unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Der Anstieg der Abschreibungen ist im Wesentlichen auf den Abschreibungsbeginn der im Jahr 2009 aktivierten Aufwendungen für die Ingangsetzung der Handelsinfrastruktur sowie für die Ingangsetzung des Dubai-Offices zurückzuführen.

4.2.4 Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten beinhalten die im Rahmen der Kommissionsvereinbarungen gehaltenen Kundengelder. Die einzelnen Bestände und Bewegungen der Kundengelder bei ausländischen Brokern werden in einer gesonderten Buchführung erfasst.

Die treuhänderisch verwalteten Kundengelder werden in Abhängigkeit der jeweils eingegangenen Geschäfte im Wesentlichen in Euro und in US-Dollar, sowie teilweise auch in Britischen Pfund, Schweizer Franken und Japanischen Yen, gehalten.

Das Treuhandvermögen gliedert sich in folgende Aktivposten:

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 12.090 16.876
Summe 12.090 16.876

Die Treuhandverbindlichkeiten gliedern sich in folgende Passivposten:

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 12.090 16.876
Summe 12.090 16.876

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten teilen sich auf die beiden Segmente wie folgt auf:

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Capital-Markets-Brokerage 12.005 16.759
Asset Management 85 117
Summe 12.090 16.876

4.2.5 Sonstige Vermögensgegenstände

Der Posten beinhaltet im Wesentlichen eine Forderung aus einer Einzahlung auf ein Testkonto bei Interactive Brokers (TEUR 10).

4.2.6 Verbriefte Verbindlichkeiten

Bei dieser Position handelt es sich um ein Bankguthaben, das in gleicher Höhe unter Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen wird.

4.2.7 Sonstige Verbindlichkeiten

In dieser Position sind im Wesentlichen ausstehende Provisionszahlungen an Kooperationspartner für die Erbringung von Dienstleistungen in Höhe von TEUR 241 (31.12.2009: TEUR 258) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Durchlaufende Posten 0 3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 309 398
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 0 1
Verbindlichkeiten Lohnsteuer 79 35
Verbindlichkeiten soziale Sicherheit 1 0
Verbindlichkeiten aus Vermögensbildung 0 1
Verbindlichkeiten Umsatzsteuer laufendes Jahr 3 1
Summe 392 439

4.2.8 Rechnungsabgrenzungsposten

Dieser Posten auf der Passivseite enthält ausschließlich vorausgezahlte Management Fees i.H.v. TEUR 420, die aus einem Beratungsmandat stammen.

4.2.9 Andere Rückstellungen

Dieser Posten gliedert sich wie folgt:

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Tantiemen und Mitarbeiterbeteiligung 580 0
Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) 0 65
Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 0 52
Rückstellung für nicht genommenen Urlaub 80 25
Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten 30 30
Hauptversammlung 20 0
Archivierungskosten 6 5
Berufsgenossenschaft 6 4
BaFin 7 4
DATEV 2 0
Summe 731 185

4.2.10 Eigenkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital (TEUR 1.332) ist eingeteilt in 1.332.337 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien. Die Kapitalrücklage (TEUR 3.800) stammt hauptsächlich (TEUR 3.774) aus der im Jahr 2007 erfolgten Kapitalerhöhung. 328.177 neue Aktien wurden mit einem Agio von EUR 11,50 je Aktie ausgegeben.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. November 2011 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bareinlage und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um EUR 502.080 (502.080 Aktien) zu erhöhen und hierbei das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 24. September 2011 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen in einem Gesamtnennbetrag von bis zu EUR 125.520,00 mit einer Laufzeit von längstens zwanzig Jahren zu begeben, die den Inhabern bzw. Gläubigern Umtausch- bzw. Bezugsrechte auf bis zu 125.520 neue Inhaberstammaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu EUR 125.520,00 nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen gewähren.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Zinsergebnis

Im Zinsergebnis sind Wechselkursverluste in Höhe von TEUR 215 (im Vj.: Wechselkursverluste TEUR 111) enthalten.

Die Zinserträge bestehen aus Zinsen von den Brokern CMC Markets UK PLC, London und Newedge Group S.A. sowie aus Festgeldzinsen. Weiterhin sind Erträge in Höhe von TEUR 54 aus der Realisierung von Devisentermingeschäften (Futures) enthalten. Diesen gegenüber stehen Aufwendungen in Höhe von TEUR 258, die in den Zinsaufwendungen enthalten sind.

5.2 Laufende Erträge aus Beteiligungen

In den Beteiligungen ist eine Dividende von der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Frankfurt am Main enthalten.

5.3 Provisionserträge/-aufwendungen

In den Provisionserträgen sind die Umsätze aus den Dienstleistungen Forex, CFDs und Futures & Options sowie Erträge aus dem Bereich Asset Management enthalten.

Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich um Zahlungen an Vermittler.

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Provisionserträge 9.127 6.996
Provisionsaufwendungen 4.200 3.575
Provisionsüberschuss 4.927 3.421

5.4 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge wurden im Wesentlichen aus weiterbelasteten Kosten an den Fonds „Hl Varengold CTA Hedge" (TEUR 170) und an Hanseatic Brokerhouse Securities AG (TEUR 40) sowie an Dienstleistungen gegenüber Dritten erzielt.

5.5 Personalaufwendungen

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Löhne und Gehälter 2.549 1.917
Soziale Abgaben 316 294
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 3 3
Summe 2.868 2.214

Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der Tantieme und der Mitarbeiterbeteiligung (TEUR 580).

5.6 Andere Verwaltungsaufwendungen

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31.12.2010
TEUR
31.12.2009
TEUR
Raumkosten 316 305
Beiträge und Versicherung 83 144
Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) 128 146
Werbung, Bewirtung, Reisekosten 747 611
Instandhaltung für Geschäftsausstattung, Hard- und Software 264 242
Aufwendungen für Kommunikation 180 200
Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung 57 132
Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten 331 546
übrige andere Verwaltungsaufwendungen 405 154
Summe 2.511 2.480

5.7 Abschlussprüferhonorar

Der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 hat ein Honorar für Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von 32 TEUR erhalten und für sonstige Leistungen in Höhe von 8 TEUR.

6. Sonstige Angaben

6.1 Organe

6.1.1 Aufsichtsrat

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Herr Willi Müller Vorsitzender
Vereidigter Buchprüfer
Herr Hans J. M. Manteuffel Stellvertretender Vorsitzender
Selbständiger Rechtsanwalt
Herr Prof. Peter Andree
Professor TU Hamburg-Harburg

Herr Manteuffel ist zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Mönchengladbach e.G., Mönchengladbach. Die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen keine Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 285 Nr. 10 HGB i.V.m. § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG wahr.

6.1.2 Vorstand

 

Herr Steffen Fix
Strategisches Management und Vertrieb

 

Herr Yasin Sebastian Qureshi
Asset-Management, Legal und IT

Beide Vorstandsmitglieder sind gleichberechtigt.

Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG ist Herr Fix Vorstand der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Frankfurt am Main. Herr Qureshi ist neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG als Vorstand in der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Frankfurt am Main, tätig und nimmt ein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg, wahr.

6.1.3 Organbezüge und -kredite

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2010 TEUR 776 (31.12.2009: TEUR 380). Sie beinhalten TEUR 465 (31.12.2009: TEUR 380) erfolgsunabhängige Komponenten und TEUR 311 (31.12.2009: TEUR 0) erfolgsbezogene Komponenten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2010 Vergütungen in Höhe von insgesamt TEUR 44 (31.12.2009: TEUR 40).

Zum Abschlussstichtag sind weder Mitgliedern des Vorstands noch des Aufsichtsrats Kredite oder Vorschüsse eingeräumt. Darüber hinaus ist die Bank gegenüber diesem Personenkreis keine Haftungsverhältnisse eingegangen.

6.2 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter betrug insgesamt 44 (31.12.2009: 38), darunter befanden sich 14 (31.12.2009: 13,5) Mitarbeiterinnen sowie 1 Auszubildende (31.12.2009: 1). Teilzeitkräfte sind in diesen Zahlen entsprechend der geleisteten Arbeitszeit anteilig enthalten. Die durchschnittliche Arbeitszeit der Teilzeitkräfte beträgt unverändert zum Vorjahr 50 % der Normalarbeitszeit. Mit Ausnahme eines Mitarbeiters sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig.

6.3 Mitgliedschaften

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG ist Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW), Berlin, sowie bis zum 31.12.2010 im Alternative Investments e.V., Bonn.

6.4 Offenlegungsbericht

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG hat den Offenlegungsbericht zum 31. Dezember 2009 gemäß § 26 a KWG i.V.m. §§ 319 ff. SolvV veröffentlicht.

6.5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen (TEUR 1.543; 31.12.2009: TEUR 1.863) umfassen vor allem Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen.

6.6 Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von TEUR 1.134 abzüglich der Ausschüttungssperre von TEUR 899 zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,17 je Aktie zu verwenden. Die restlichen TEUR 908 werden auf neue Rechnung vorgetragen.

6.7 Deutscher Corporate Governance Kodex

Seit dem 20. März 2007 ist die Varengold Wertpapierhandelsbank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Abs. 2 AktG ist.

 

Hamburg, 14. Februar 2011

Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Steffen Fix

Yasin Sebastian Qureshi

Lagebericht

A. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN

1. Die Rahmenbedingungen

Nachdem das turbulente Jahr 2009 auf den internationalen Märkten mit einer deutlichen Erholung abschloss, erfolgte zu Beginn des Jahres 2010 ein erneuter Einbruch der weltweiten Finanzmärkte. Trotz positiver Entwicklungen Deutschlands als wirtschaftlicher Wachstumsmotor konnte der deutsche Leitindex DAX keine konstant positive Performance verbuchen. Dieser brachte ein steigendes Maß an Kursvolatilität mit sich, welche im Mai lokale Höchststände erreichte. Bis zum Ende des dritten Quartals und darüber hinaus wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar massiv ab. Weder die Vereinigten Staaten als stockende internationale Konjunkturlokomotive noch die weiterhin in hohem Ausmaß vorhandene Risikoaversion der Investoren verhinderten jedoch im vierten Quartal des Kalenderjahres 2010 eine aufstrebende Erholung der Aktienmärkte. So betrug die Performance des DAX beispielsweise rund 17 %.

Die im großen Gesamtbild als volatil und schwierig vorhersehbar einzustufende Marktsituation im Jahr 2010 stellte für derivativ geprägte Anlagestrategien ein schwieriges Umfeld dar. Klare, längerfristige Trends kamen erst zum Ende des Jahres zum Tragen. Kurzfristige Marktschwankungen generierten Handelssignale, welche kurz darauf bereits wieder nichtig wurden. Insbesondere in den Monaten April bis August konnten unter diesen erschwerten Bedingungen nur spärliche Zugewinne erzielt werden. Ab September konnten die bis dahin zu verzeichnenden Verluste jedoch zum Teil wieder eingeholt werden, so dass, ähnlich wie bei der Entwicklung der internationalen Finanzmärkte im Allgemeinen, auch hier ein positives Fazit für 2010 vertretbar ist.

Gleichwohl präsentierte sich die reale Binnenwirtschaft mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um preisbereinigt 3,6 % als außergewöhnlich wachstumsstark. In Deutschland erholte sich die Konjunktur bis zum Ende des dritten Quartals 2010 vor allem exportbedingt deutlich schneller als in den meisten anderen Industrienationen. Die Arbeitslosenzahlen verzeichneten einen deutlichen Abwärtstrend auf eine Anzahl i.H.v. unter drei Millionen und eine Quote von 7 %. Die gestiegenen Nettolöhne und das niedrige Zinsniveau stützten diesen Aufschwung.

2. Die Entwicklung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Die zeitweise schwierigen Rahmenbedingungen der internationalen Märkte erlaubten dennoch eine positive Ergebnisentwicklung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG, so dass die Gesellschaft das Geschäftsjahr 2010 mit einem Jahresüberschuss i.H.v. 1.875 TEUR abschloss. Diese deutliche Ergebnissteigerung, welche bereits im 1. Halbjahr 2010 klar sichtbar wurde, führte nach erneuter Erhöhung im 2. Halbjahr 2010 somit zum besten Jahresergebnis seit Gründung der Gesellschaft. Die Umsetzung von Kurzarbeit im Februar 2010 als Überbrückungsphase infolge von Prozessoptimierungen und Umstrukturierung konnte aufgrund des fortschreitenden Ausbaus der Geschäftsfelder Asset Management und Capital-Markets-Brokerage bereits nach drei Monaten beendet werden. Neben umfangreichen Investitionen in aufwendige Hardwarekomponenten sowie komplexe Softwareentwicklungen zur weiteren Optimierung der Handelsplattform und Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Abschluss von Kooperationen, führte der Ausbau des Onlinemarketings und des Vertriebs zu Ergebnisbelastungen und erhöhten Verwaltungsaufwendungen. Mittels dieser Investitionen wurde der Grundstein für eine tiefere Wertschöpfungskette innerhalb der eigenen Organisation gelegt.

Die Sparte Asset Management entwickelte sich im Verlauf des Geschäftsjahres überproportional. Der Dachfonds HI Varengold CTA Hedge musste jedoch der volatilen Marktentwicklung Tribut zollen und schloss das Handelsjahr 2010 mit einer leicht negativen Rendite von -0,83 % in der Anteilklasse A und -1,33 % in der Retailkasse B ab. Vor allem die nachlassende Generierung von Trends belastete die Fondsentwicklung. Das Gesamtvolumen verringerte sich durch Abflüsse in der institutionellen Anlageklasse A um auf 44.560 TEUR Assets under Management zum Ende des Betrachtungs- und Berichtszeitraums.

Aufgrund spezieller Nachfrage entwickelte die Gesellschaft zusätzlich zum Dachfonds den risikooptimierten Varengold Alternative Alpha Index als einen innovativen Managed Future-Index, in den der täglich liquide UCITS III-Fonds Varengold Alternative Alpha investiert. Dieser Fonds konnte den ersten Handelsmonat Dezember 2010 nach der Auflage am 26.11.2010 mit einem positiven Ergebnis von 0,58 % beenden. Das Auflagekapital belief sich auf 20.000 TEUR und konnte bis zum Ende des Beobachtungszeitraums auf 20.300 TEUR erhöht werden. Aufgrund der hohen Transparenz, dem bewusst gewählten Standort Deutschland und der erwarteten Ertragsstabilität stellt dieses Produkt eine hohe Attraktivität für die Optimierung eines klassischen Portfolios aus Aktien, Anleihen und Renten dar.

Die bereits im Jahr 2009 geplante Gründung der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen erfolgte im Jahr 2010, so dass diese ihr operatives Geschäft aufnahm und zu einem zusätzlichen Wachstumstreiber im Bereich Asset Management wurde. Mittels dieser Investmentaktiengesellschaft wurde eine Managed-Futures-Plattform aufgebaut, durch die sowohl externe Managed Futures Manager als auch Zielfondsmanager des HI Varengold CTA Hedge abgewickelt und dadurch höhere Erträge generiert werden konnten. Im Geschäftsjahr 2010 wurde eine Dividendenausschüttung der Investmentaktiengesellschaft bei den laufenden Erträgen aus Beteiligungen i.H.v. 401 TEUR ausgewiesen.

In der Sparte Capital-Markets-Brokerage trug der Forex- und CFD-Handel zum Erfolg bei. Um dem Eintritt weiterer Marktteilnehmer und dem daraus resultierenden Preiswettbewerb des CFD-Produktes entgegenzutreten und eine Ertragssteigerung in diesem Bereich zu erwirken, investierte die Gesellschaft in eine neue, technologisch führende Metatrader Handelsplattform und optimierte den Kundenservice. Neben den Provisionserträgen i.H.v. 5.964 TEUR und den Zinserträgen i.H.v. 499 TEUR generierte die Gesellschaft in diesem Geschäftsfeld Nettoerträge aus Finanzgeschäften i.H.v. 2.861 TEUR. Den Nettoerträgen stehen vergleichsweise geringfügige Nettoaufwendungen aus Finanzgeschäften gegenüber. Die Zinsaufwendungen verzeichneten eine annähernd proportionale Entwicklung zu den Zinserträgen. Der Großteil der gesamten Provisionsaufwendungen fiel dabei zudem im Bereich Capital-Markets-Brokerage im Rahmen der Vermittlung an.

Im Geschäftsjahr 2010 wurde zudem in eine für das Jahr 2011 geplante Kooperation mit Fokus auf Erweiterung des Forex-Handels mit der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG investiert. Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG stellt dabei die innovative Handelsplattform und übernimmt die vollständige Handelsabwicklung wie auch das Risikomanagement.

B. LAGE DER GESELLSCHAFT

1. Vermögenslage

Im Geschäftsjahr 2010 stieg die Bilanzsumme, bereinigt um das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten, überproportional um 58,47 % von 5.090 TEUR auf 8.066 TEUR. Das Treuhandvermögen sank um 28,36 % von 16.876 TEUR auf 12.090 TEUR. Der Wertzuwachs der Bilanzsumme ohne Treuhandvermögen begründet sich durch den Anstieg der Forderungen an Kunden und Kreditinstitute auf der Aktiv-Seite und dem höheren Eigenkapital, einem neu gebildeten Rechnungsabgrenzungsposten sowie gestiegener Rückstellungen auf der Passiv-Seite.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Vermögens- und Kapitalstruktur, bereinigt um das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten, stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

Vermögen

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2010 2009 Veränderung
Kurzfristige Forderungen (< 1 Jahr) 62,58 % 50,27 % 12,31 %
Mittelfristige Forderungen (> 1 Jahr) 0,92 % 1,47 % -0,55 %
Langfristige Forderungen (> 5 Jahre) 1,55 % 0,96 % 0,59 %
Beteiligungen / Anteile an verbundenen Unternehmen 1,49 % 3,83 % -2,34 %
Anlagevermögen 33,46 % 43,44 % -9,98 %

Kapital

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2010 2009 Veränderung
Kurzfristige Schulden(< 1 Jahr) 22,08 % 13,25 % 8,83 %
Eigenkapital 77,92 % 86,75 % -8,83 %

Das Unternehmen ist mit einer Eigenkapitalquote von ca. 78 % vollständig durch Eigenkapital finanziert. Es bestehen nur sonstige Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten in nennenswerter Größe (392 TEUR), die im folgenden Monat überwiesen wurden und Rückstellungen mit einem Bilanzansatz von 911 TEUR. Das kurzfristig gebundene Vermögen übersteigt die kurzfristigen Schulden (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) deutlich. Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG verfügt über eine geordnete und gesunde Vermögens- und Kapitalstruktur.

Insgesamt werden Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen in Höhe von 552 TEUR unter den immateriellen Vermögensgegenständen bilanziert, die auf 4 Jahre abgeschrieben werden. Des Weiteren wurden im Jahr 2010 selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände i.H.v. 549 TEUR bilanziert. Die Ausschüttungssperre beträgt nach Abzug der passiven latenten Steuern 900 TEUR. Die Preisfeststellung eines Inhaber-Zertifikates wurde ausgesetzt. Es folgte daher ein Wertansatz von 0 EUR.

2. Finanzlage

Über die Finanzlage im Jahr 2010 gibt die folgende Kapitalflussrechnung Aufschluss, die nach der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) / Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (SG) aufgestellt wurde:

Kapitalflussrechnung 2010

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2010
In TEUR
Vorjahr
In TEUR
Veränderung
Jahresergebnis 1.875 -882 2.757
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 826 591 235
+/- sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen / Erträge 0 0 0
= Cash Flow nach DVFA / SG 2.701 -291 2.992
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0 0 0
+/- Zunahme/Abnahme der mittel- und kurzfristigen Rückstellungen 727 -129 856
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen an Kunden, der sonst. Vermögensgegenstände u. sonst. Aktiva -153 680 -833
+/- Zunahme/Abnahme der Kundenverbindlichkeiten, der sonst. Verbindlichkeiten u. anderer Passiva 374 -88 462
= Cash Flow aus Geschäftstätigkeit 3.649 172 3.477
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 135 18 117
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -157 -127 -30
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -613 -393 -220
- Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes -557 -703 146
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -50 -12 -38
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit -1.242 -1.217 -25
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 0 0 0
- Auszahlungen an stille Gesellschafter 0 0 0
+ Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen u. der Aufnahme von Finanzkrediten 0 0 0
- Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen u. Finanzkrediten 0 0 0
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 0 0 0
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 2.407 -1.046 3.453
+/- Wechselkurs- u. bewertungsbedingte Änderungen 0 0 0
+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 431 1.477 -1.046
= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 2.838 431 2.407
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes am Ende des Geschäftsjahres
Barreserve 3 3 0
Bankguthaben 2.835 428 2.407
Bankverbindlichkeiten 0 0 0
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 2.838 431 2.407

Im Jahr 2010 erwirtschaftete die Varengold Wertpapierhandelsbank AG mit einem deutlichen Anstieg um insgesamt 3.477 TEUR einen positiven Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit i.H.v. 3.649 TEUR. Es bestand kein Mittelzufluss bzw. -abschluss aus der Finanzierungstätigkeit (+/-0 TEUR), da die Gesellschaft keine Kapitalmaßnahmen durchgeführt hat. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (-1.242 TEUR) fiel negativ aus, weil die Gesellschaft Liquidität für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und in Sachanlagen verwendete. Im Resultat verbuchte die Gesellschaft im Jahr 2010 einen Finanzmittelzufluss i.H.v. 2.407 TEUR. Die liquiden Mittel stiegen von 431 TEUR zum Jahresbeginn auf 2.838 TEUR zum Geschäftsjahresende.

Die Gesellschaft führt neben ihren Forderungen an Kreditinstituten i.H.v. 2.835 TEUR Konten bei Brokern, die der rechtlichen Einordnung der Broker nach dem KWG als Forderungen an Kunden ausgewiesen werden müssen. Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft ca. 399 TEUR an liquiden Mitteln bei beiden Brokern.

In den Forderungen an Kunden sind auch die im Geschäftsjahr 2010 erzielten Erträge aus dem Dachhedgefonds enthalten, da diese erst im Jahr 2011 ausgezahlt werden. Diese Forderungen belaufen sich auf 170 TEUR.

3. Ertragslage

Die Zinserträge der Gesellschaft sanken von 672 TEUR im Jahr 2009 auf 499 TEUR im Jahr 2010. Weiterhin sanken die Zinsaufwendungen auf 403 TEUR, so dass ein Zinsüberschuss von 96 TEUR erzielt wurde. Da die Varengold Wertpapierhandelsbank AG einen Teil der Erträge in USD erwirtschaftet, ist ein Kursverfall des Dollars abgesichert worden. Aufgrund der Bruttobuchung der Währungs-Hedgings wurden die Aufwendungen dafür als Zinsaufwendungen verbucht.

Die Provisionserlöse stiegen um 30,46 % von 6.996 TEUR im Jahr 2009 auf 9.127 TEUR im Jahr 2010. Die Provisionsaufwendungen nahmen um 17,48 % von 3.575 TEUR auf 4.200 TEUR zu. Der Nettoertrag aus Finanzgeschäften verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 754 TEUR zum Jahresbeginn auf 2.861 TEUR zum Geschäftsjahresende. Als Nettoaufwand aus Finanzgeschäften wird zum Geschäftsjahresende ein Wert i.H.v. 106 TEUR (Vorjahr: 17 TEUR) ausgewiesen. Das Provisionsergebnis inklusive der Nettoerträge und -aufwendungen aus Finanzgeschäften stieg dadurch von 4.158 TEUR auf 7.682 TEUR. Die Erhöhung der Provisionserlöse liegt zum einen an dem Anstieg der Management Fees und zum anderen an dem Anstieg der Erträge im Forex-Handel. Durch den Anstieg der Provisionserlöse im Forex- und CFD-Handel sind auch die IB-Vergütungen angestiegen, die unter den Provisionsaufwendungen ausgewiesen werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 253 TEUR auf 334 TEUR. Gründe liegen dafür im Wesentlichen in der Weiterreichung von Kosten an den HI Varengold CTA Hedge und an die Hanseatic Brokerhouse Securities AG.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft stiegen um 685 TEUR (von 4.694 TEUR auf 5.379 TEUR). Ursächlich dafür war insbesondere ein erhöhter Zuwachs der übrigen Verwaltungsaufwendungen von 154 TEUR im Jahr 2009 auf 406 TEUR im Jahr 2010. Die Aufwendungen für Personalkosten (von 2.214 TEUR auf 2.868 TEUR), die Raumkosten (von 305 TEUR auf 316 TEUR), die Aufwendungen für Werbung, Bewirtung und Reisekosten (von 611 TEUR auf 747 TEUR) sowie die Aufwendungen für Instandhaltung für Geschäftsausstattung, Hard- und Software (von 242 TEUR auf 264 TEUR) führten weiterhin zu einer Steigerung der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen. Reduziert wurden diese durch den Rückgang der Aufwendungen für Beiträge und Versicherungen (von 144 TEUR auf 83 TEUR), der Kfz-Kosten (von 146 TEUR auf 128 TEUR), der Aufwendungen für Kommunikation (von 200 TEUR auf 180 TEUR), der Aufwendungen für Bürobedarf, Zeitschriften und Fortbildung (von 132 TEUR auf 57 TEUR) sowie der Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten (von 546 TEUR auf 331 TEUR).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen stiegen deutlich von 591 TEUR im Jahr 2009 auf 826 TEUR im Jahr 2010.

In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Wertpapierhandelsbank AG 2.042 TEUR (Vorjahr: -876 TEUR), der Jahresüberschuss lag bei 1.875 TEUR (Vorjahr: Jahresfehlbetrag i.H.v. -882 TEUR).

C. RISIKEN

Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist i.d.R. nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Insofern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelement der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG.

Zur Beherrschung der mit der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft verbundenen internen und externen Risiken hat die Bank ein Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem eingeführt, das den Bestimmungen der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entspricht.

Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken in die Kategorien Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und Geschäftsrisiko.

Aufgrund der Größe der Bank ist der Vorstand in sämtliche risikobehafteten Vorgänge von Bedeutung eingebunden. Neben dem primären Kriterium des Vermögensschutzes lässt sich der Vorstand dabei von folgenden Prinzipien leiten:

Erfüllung bzw. Einhaltung aufsichtsrechtlicher Normen und Compliance Vorschriften

Klare Kompetenzen beim Risikomanagement

Funktionstrennung von Risikosteuerung und Risikocontrolling

Transparenz bei der Offenlegung von Risiken

Risikobewusstes Verhalten

Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Beobachtung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:

Risikoidentifikation und Risikobeobachtung

Risikoquantifizierung

Risikosteuerung

Risikocontrolling und Risikoreporting

Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten und Kompetenzfelder fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Eigenkapital unterlegt sind.

Für die Überwachung der Risikostrategie ist bei der Varengold Wertpapierhandelsbank AG die Innenrevision verantwortlich.

Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken nur verantwortungsbewusst ein. Grundlage für die Kontrolle und Steuerung dieser Risiken ist ein System, dass erkennen lässt, dass der Fortbestand des Unternehmens nach den heute bekannten Informationen nicht gefährdet ist.

D. CHANCEN DER VARENGOLD WERTPAPIERHANDELSBANK AG

Die gegenläufigen Entwicklungen der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu den Kapitalmärkten im Jahr 2010 prägten das Umfeld der Deutschen Börse und der Entry Standard-Unternehmen einerseits mit Optimismus und Wiederaufschwung, andererseits mit anhaltender Unsicherheit. Nachdem die Varengold Wertpapierhandelsbank AG dennoch im vergangenen Geschäftsjahr ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftete und einen Großteil ihrer Erträge in die Entwicklung der Handels- und Organisationsstruktur investiert hat, liegt der Fokus nunmehr auf dem verstärkten Ausbau des Vertriebs. Die Geschäftsfelder Asset Management und Capital-Markets-Brokerage greifen dabei elementar ineinander, so dass sich die Neukundenakquise auf jedes Geschäftsfeld positiv auswirkt und zu diversifizierten Erträgen führt.

Während der Verunsicherung an den Handelsmärkten im ersten Halbjahr 2010 und der darauffolgenden Marktberuhigung konnte der Dachfonds HI Varengold CTA Hedge, im Gegensatz zu einem Singlemanageransatz, auch in Phasen sehr schwieriger und komplexer Umfelder seinen Mehrwert zur Stabilisierung von Anlegerportfolien verdeutlichen. Auf Basis einer Steigerung des Asset under Management steigen die Vergütungen für die Bank aus der Gewinnbeteiligung und der Vermögensverwaltungsgebühr. Zudem werden sowohl der UCITS III-Fonds Varengold Alternative Alpha als auch die Investmentaktiengesellschaft weiterhin zu den zielgerichteten Ergebnistreibern der Varengold Wertpapierhandelsbank AG gehören.

Für die Dienstleistungen Forex und CFDs aus dem Bereich Capital-Markets-Brokerage bestehen hohe Chancen, den Umsatz aus dem vergangenen Geschäftsjahr nochmals zu erhöhen. Sowohl die neue Metatrader-Handelsplattform für CFDs als auch der mögliche Eigenhandel in diesem Bereich kann zu der Steigerung des Ertrages führen. Die Forex-Dienstleistung profitiert bei nationalen und internationalen Kunden von dem Alleinstellungsmerkmal, dass die Varengold den Status einer deutschen Wertpapierhandelsbank trägt. Vor allem externe, international agierende Vermittler haben großes Interesse, mit der Varengold Wertpapierhandelsbank AG zu kooperieren. Dabei hat diese im Geschäftsjahr 2011 geschlossene Kooperation Modellcharakter für die von der Varengold Wertpapierhandelsbank AG entwickelte Angebotspalette im Bereich der White Label-Lösungen. Die Abwicklungsprozesse im Rahmen dieser Kooperation begründen eine unmittelbare Beteiligung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG am Ergebnis der durch die Kunden der biw AG getätigten Forex-Transaktionen, welche über angeschlossene Online-Broker vermittelt werden.

Aufgrund der Anfechtung der Hauptversammlungsbeschlüsse für das Geschäftsjahr 2008 ist für die diesbezüglichen Schadensersatz- und Regressansprüche der Varengold Wertpapierhandelsbank AG eine Klage beim Landgericht anhängig. Der Streitwert liegt bei über einer Million Euro.

E. NACHTRAGSBERICHT

Über die geschilderten Vorgänge hinaus trat nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010 keine Entwicklung von besonderer Bedeutung auf.

F. PROGNOSEBERICHT

Bedingt durch die Chancen und Risiken, die unter C. und D. erläutert wurden, geht der Vorstand von einer verbesserten Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr aus. Er prognostiziert ein positives Ergebnis.

 

Freie und Hansestadt Hamburg, im März 2011

Der Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Yasin Sebastian Qureshi

Steffen Fix

Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2010

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat der Varengold Wertpapierhandelsbank AG hat sich im vergangenen Geschäftsjahr in vier ordentlichen Sitzungen umfassend mit der geschäftlichen und strategischen Entwicklung des Unternehmens befasst. Im gesamten Geschäftsjahr 2010 hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung der Gesellschaft obliegenden Aufgaben wahrgenommen, die Geschäftsführung des Vorstandes überwacht und beratend begleitet. Auch außerhalb der Sitzungen standen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstandes in engem Kontakt, um strategische Optionen und aktuelle Fragen der Geschäftspolitik zu erörtern. Die steten, umfassenden und zeitnahen schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstandes an den Aufsichtsrat entsprachen den Vorgaben nach § 90 AktG. Darüber hinaus wurden wie im Vorjahr bei leitenden Angestellten und externen Beratern vorstandsferne Erkundigungen eingeholt. Die Überwachungsziele des Aufsichtsrates wurden im Januar 2010 festgelegt.

Aufsichtsratssitzungen 2010

Die vier Aufsichtsrats-Sitzungen wurden am 25. Januar 2010, am 26. Mai 2010, am 04. August 2010 und am 19. Oktober 2010 abgehalten. Sämtliche Sitzungen erfolgten unter Teilnahme aller Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder.

Im Rahmen der Sitzungen hat der Vorstand dem Aufsichtsrat zeitnah schriftlich und mündlich über die Geschäftspolitik, grundsätzliche Fragen der künftigen Geschäftsführung, über die wirtschaftliche Lage (monatliche Abschlüsse, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie BWA und Summen-Saldenlisten) und strategische Weiterentwicklung, die Risikolage und das Risikomanagement unterrichtet und mit ihm hierüber beraten.

Der Aufsichtsrat befasste sich darüber hinaus fortlaufend mit der Überwachung der Rechnungslegungsprozesse und überzeugte sich von der Wirksamkeit der internen Rechnungslegungs- und Kontrollsysteme.

Am 25. Januar 2010 stellte der Vorstand anhand vorläufiger Jahresabschlusszahlen kritisch die wirtschaftliche Entwicklung der Bank im Jahr 2009 dar. Gemeinsam wurden aufgrund des negativen Jahresergebnisses 2009 erhebliche Einsparmaßnahmen beschlossen (sinkende Personal-, Betriebs- und Marketingkosten). Die anstehende Zustimmung der BaFin zur Gründung der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen (Investment-AG) wurde vom Aufsichtsrat wohlwollend zur Kenntnis genommen, da mit Aufnahme der Geschäftstätigkeiten erhebliche Ertragssteigerungen erwartet wurden. Abschließend diskutierten die Teilnehmer den Wechsel des Innenrevisors.

Der Bericht des Abschlussprüfers über die Prüfung des Jahresabschlusses, die Prüfung des Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat und die Vorbereitung der Hauptversammlung und deren Tagesordnung stellten am 26. Mai 2010 die Hauptthemen der Aufsichtsratssitzung dar. Außerdem berichtete der Vorstand über die überaus erfreuliche Ertragsentwicklung in den ersten vier Monaten, wozu die Investment-AG erheblich beitragen konnte. Ein weiteres Thema waren die Anstellungsverträge der Vorstände der Investment-AG sowie mögliche Alternativen zur Steigerung der Wertschöpfungskette (Auflage weiterer Fonds, Verkauf von Gesellschaftsanteilen).

Am 04. August 2010 konnte der Vorstand weitere positive Ertragszahlen aus dem Brokerage Bereich sowie der Investment-AG liefern. Weiterhin wurde der Aufsichtsrat über das Gedankenspiel einer Erweiterung des Aufsichtsrates in 2011 informiert, da ein Großinvestor der Bank ein Mandat in dem Aufsichtsgremium anstrebt. Den Schlusspunkt bildeten Absprachen bezüglich der Durchführung der anstehenden Hauptversammlung.

Auf der letzten Sitzung des Jahres am 19. Oktober 2010 wurde über die Verteilung der Vergütung der Aufsichtsräte beschlossen. In diesem Zusammenhang resümierten alle Beteiligte mit hoher Zufriedenheit die Ergebnisse der Hauptversammlung vom 18.08.2010. Außerdem stellte sich Herr Kauter als neues Beiratsmitglied vor. Weiterhin informierte der Vorstand über die überaus erfreuliche Ertragslage der ersten neun Monate. Konkret wurde aus dem Bereich Asset Management eine neue Managerplattform und die Neuauflage eines Fonds vorgestellt. Der Vorstand konnte über mehrere aussichtsreiche Gespräche mit möglichen Investoren und ein lukratives Mandat eines englischen Hedgefonds berichten. Im Bereich Brokerage erhielt der Aufsichtsrat einen Bericht über die im Aufbau befindliche Kooperation mit einem namenhaften Unternehmen, von der sich die Bank die Zuführung erheblicher Kundenpotentiale verspricht. Abschließend diskutierten der Vorstand und der Aufsichtsrat die Vor- und Nachteile und Erfordernisse für den Erhalt einer möglichen Vollbanklizenz.

Angesichts der Tatsache, dass der Aufsichtsrat aus drei Personen besteht, wurde - wie auch in den vergangenen Geschäftsjahren auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet.

Erteilung des Prüfungsauftrags an NPP Niethammer, Posewang & Partner

Entsprechend dem Votum der Hauptversammlung erteilte der Aufsichtsrat der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH, Hamburg den Prüfungsauftrag für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2010, und machte dabei hinsichtlich der Einzelheiten der Jahresabschlussprüfung Prüfungsschwerpunkte und der Zusammenarbeit detaillierte Vorgaben.

Bilanzaufsichtsratssitzung am 10. Mai 2011

Der Jahresabschluss der Varengold Wertpapierhandelsbank AG zum 31. Dezember 2010, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang, sowie der Lagebericht 2010 der Gesellschaft sind vom Abschlussprüfer geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat gemeinsam mit dem Vorstand im Rahmen der Bilanzaufsichtsratssitzung am 10. Mai 2010 ein ausführliches Gespräch mit den Abschlussprüfern über die Prüfungsergebnisse sowie über das Risikomanagement und Organisationsfragen geführt. Die Abschlussprüfer berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und beantworteten Fragen. Der Prüfungsbericht der Abschlussprüfer zum Jahresabschlusses 2010 sowie der Lagebericht über das Geschäftsjahr 2010 lagen dem Aufsichtsrat seit dem 21.04.2011 zur Prüfung vor. Dem Ergebnis der Abschlussprüfung hat der Aufsichtsrat ohne Einwände zugestimmt und den geprüften, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss der Varengold Wertpapierhandelsbank AG zum 31. Dezember 2010 sodann gebilligt.

Der Jahresabschluss per 31. Dezember 2010 ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt.

Der Aufsichtsrat stimmte dem Vorschlag des Vorstandes zu, einen Teil des Bilanzgewinns der Varengold Wertpapierhandelsbank AG in Höhe von 226.497,29 Euro (entsprechend 0,17 Euro je Aktie) als Dividende an die Aktionäre auszuschütten (sowie 907.742,71 Euro auf neue Rechnung vorzutragen (Gewinnvortrag). Außerdem diskutierte der Aufsichtsrat auf dieser Sitzung die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 3. August 2011.

Abschließend dankt der Aufsichtsrat allen Kunden, Aktionären und Geschäftspartnern für das in die der Varengold Wertpapierhandelsbank AG gesetzte Vertrauen, sowie den Mitarbeitern und dem Vorstand für ihren persönlichen und fachlichen Einsatz, ohne den die außerordentlich erfreuliche Entwicklung der Geschäftsaktivitäten im Geschäftsjahr 2010 nicht möglich gewesen wäre.

 

Hamburg, 07. Juni 2011

Für den Aufsichtsrat

Willi Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrats

F. Bestätigungsvermerk

Einwendungen im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 HGB sind gegen den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und den Lagebericht nicht zu erheben. Wir erteilen daher dem Jahresabschluss der Varengold Wertpapierhandelsbank AG, Hamburg, zum 31. Dezember 2010 -Anlage 1- und dem Lagebericht der Gesellschaft zum 31. Dezember 2010 -Anlage 2- folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk:

„Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Varengold Wertpapierhandelsbank AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des internen rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne die Beurteilung einzuschränken, weisen wir darauf hin, dass die unter den Posten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere bzw. verbriefte Verbindlichkeiten zu bilanzierenden Inhaber-Zertifikate aufgrund ausgesetzter Preisfeststellung für die Wertpapiere, die den Inhaber-Zertifikaten zugrundeliegen, bis auf den Baranteil in Höhe von 56,4 T€ mit einem Wert von Null angesetzt wurden."

 

Hamburg, 20. April 2011

NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Sven Ole Raap, Wirtschaftsprüfer

Stephan Buchert, Wirtschaftsprüfer