Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Hamburg

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011

Bilanz zum 31. Dezember 2011

Aktiva

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EUR Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 1.748,49 3,0
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 760.516,82 2.735,4
b) andere Forderungen 110.450,00 870.966,82 100,0
2.835,4
3. Forderungen an Kunden 2.467.892,85 2.339,4
- darunter an Finanzdienstleistungsinstitute 0,00 TEUR (im Vorjahr: 0,0 TEUR)
4. Beteiligungen 233.673,10 120,0
5. Treuhandvermögen 12.593.730,73 12.089,8
6. Immaterielle Anlagewerte
a) Aufwendungen für die Ingangsetzung des Geschäftsbetriebs 425.626,00 778,7
b) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 462.198,00 548,8
c) entgeltlich erworbene Konzessionen 992.645,50 981,1
1.880.469,50 2.308,6
7. Sachanlagen 382.071,00 390,4
8. Sonstige Vermögensgegenstände 42.838,98 10,8
9. Rechnungsabgrenzungsposten 39.850,61 57,9
10. Aktive latente Steuern 251.316,42 0,00
Summe Aktiva 18.764.558,50 20.155,3

Passiva

EUR Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 7.916,46 0,00
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 0,00 1,0
7.916,46 1,0
2. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 48.384,30 56,4
3. Treuhandverbindlichkeiten 12.593.730,73 12.089,8
4. Sonstige Verbindlichkeiten 514.684,55 391,8
5. Rechnungsabgrenzungsposten 45.000,00 420,0
5 a. Passive latente Steuern 0,00 112,7
6. Rückstellungen
a) Steuerrückstellungen 0,00 67,4
b) andere Rückstellungen 364.650,00 731,4
364.650,00 798,8
7. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 1.332.337,00 1.332,3
b) Kapitalrücklage 3.799.943,50 3.799,9
c) Gewinnrücklagen 18.400,00 18,4
d) Bilanzgewinn 39.511,96 1.134,2
5.190.192,46 6.284,8
Summe Passiva 18.764.558,50 20.155,3

Gewinn und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011

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EUR EUR Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 351.042,37 498,7
2. Zinsaufwendungen -248.186,31 -402,8
102.856,06 95,9
3. Laufende Erträge aus Beteiligungen 0,00 401,3
4. Provisionserträge 5.164.405,72 9.126,9
5. Provisionsaufwendungen -2.964.824,54 -4.200,4
2.199.581,18 4.926,5
6. Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands
a) Ertrag des Handelsbestands 6.328.786,60 2.861,3
b) Aufwand des Handelsbestands -1.708.986,45 -105,8
4.619.800,15 2.755,5
7. Sonstige betriebliche Erträge 248.756,33 334,3
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -3.160.158,17 -2.548,5
ab) Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -462.375,14 -319,3
- darunter: für Altersversorgung 0,00 TEUR (Vorjahr: 0,00 TEUR)
-3.622.533,31 -2.867,8
b) andere Verwaltungsaufwendungen -3.643.269,77 -2.511,2
-7.265.803,08 -5.379,0
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -1.033.093,43 -826,3
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen -13.286,74 -43,0
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft -126.667,00 -97,8
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 -125,0
13. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -1.267.856,53 2.042,4
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 402.432,46 -165,3
15. Sonstige Steuern -2.807,00 -2,6
399.625,46 -167,9
16. Jahresfehlbetrag/-überschuss -868.231,07 1.874,5
17. Gewinn-/Verlustvortrag 907.743,03 -740,3
18. Bilanzgewinn 39.511,96 1.134,2

ANHANG

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Zur besseren Übersicht wurde von der Angabe nicht belegter Posten in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 265 Abs. 8 HGB abgesehen.

Hintergrund der im Jahr 2007 gemäß § 269 Satz 1 HGB a.F. aktivierten Aufwendungen (TEUR 101) für die Erweiterung des Geschäftsbetriebs war die Übernahme von Kunden, Kundenvermögen, Software und Mitarbeitern der Schweizer Gesellschaft Finex Group GmbH, Zürich, um im Forex-Handel tätig zu werden. Die nach § 269 Satz 2 HGB a.F. einem Ausschüttungsverbot unterliegende Bilanzierungshilfe wird gemäß § 282 HGB a.F. seit 2008 über vier Jahre abgeschrieben. Die Aufwendungen (TEUR 25) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen" ausgewiesen.

Im Jahr 2009 wurden gemäß Art. 66 Abs. 5 EGHGB i.V.nn. § 269 HGB a.F. Aufwendungen für die Ingangsetzung der Handelsinfrastruktur (TEUR 330) sowie Aufwendungen für die Ingangsetzung des Dubai-Offices (TEUR 373) aktiviert. Die nach § 269 HGB a.F. einem Ausschüttungsverbot unterliegenden Bilanzierungshilfen werden gemäß § 282 HGB seit dem Jahr 2010 über vier Jahre abgeschrieben. Die Aufwendungen (TEUR 83 für die Ingangsetzung der Handelsinfrastruktur und TEUR 93 für die Ingangsetzung des Dubai-Offices) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen" ausgewiesen.

Das Wahlrecht gemäß § 248 Abs. 2 HGB wurde in Anspruch genommen und weitere Entwicklungskosten der bereits im Jahr 2010 aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände aktiviert. Hierbei handelt es sich um die Homepage Varengoldfx (TEUR 8), die Einrichtung des Typo 3 (TEUR 0,2) und BIW (TEUR 41). Die Entwicklung dieser drei Vermögensgegenstände wurde im ersten Quartal 2011 abgeschlossen. Forschungskosten sind keine angefallen. Die Abschreibungen für sämtliche selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände (TEUR 136) sind unter „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen" ausgewiesen. Die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände werden jeweils über vier Jahre abgeschrieben. Die Aktivierung dieser Bilanzierungshilfen unterliegt ebenfalls der Ausschüttungssperre.

Die Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB gliedert sich wie folgt auf:

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Buchwert
TEUR
passive latente Steuern
TEUR
Sperrbetrag
TEUR
Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung 426 137 289
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 462 149 313
Zwischensumme 888 286 602
Aktive latente Steuern 538
Summe 1.140

Passive latente Steuern ergeben sich aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände und von Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen. Dem stehen aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 538 aus steuerlichen Verlustvorträgen gegenüber. Die aktivierten latenten Steuern unterliegen der Ausschüttungssperre. Der Vorstand geht von der vollständigen Nutzung des steuerlichen Verlustvortrages in Höhe von TEUR 1.563 in den nächsten fünf Jahren aus. Für die Berechnung der latenten Steuern wurde ein Steuersatz von 32,275% zu Grunde gelegt.

Der Kassenbestand ist zu Nennwerten bilanziert.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Soweit erforderlich wird möglichen Adressenausfallrisiken durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Alle auf ausländische Währung lautenden Beträge sind täglich fällig.

Die Beteiligungen sind entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu Anschaffungskosten bewertet. Anhaltspunkte für Wertminderungen liegen nicht vor.

Die Bewertung der aus Kundengeldern resultierenden Treuhandverbindlichkeiten erfolgt zum Rückzahlungsbetrag, der dem Nennwert der insbesondere bei Brokern sowie Kreditinstituten als Sicherheitsleistungen gehaltenen Vermögensgegenstände entspricht. Die Kundengelder werden in einer gesonderten Buchführung erfasst.

Entgeltlich erworbene Software wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen und wie die Sachanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Dabei werden stets die steuerlichen AfA-Sätze (Absetzung für Abnutzung) zugrunde gelegt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.

Aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten (im Wesentlichen vorausbezahlte Versicherungen und Lizenzgebühren sowie Tätigkeitsvergütungen) werden gemäß § 250 Abs. 1 und Abs. 2 HGB gebildet.

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag passiviert.

Rückstellungen werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung angesetzt. Sämtliche Rückstellungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Eventualverpflichtungen und andere Verpflichtungen bestehen nicht. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind zum Nennbetrag angesetzt.

Aufwendungen und Erträge werden periodengerecht abgegrenzt. Die Beträge sind in TEUR angegeben.

3. Währungsumrechnung

Die unter „Provisionserträge" aufgeführten Erträge fallen zu einem nicht unwesentlichen Teil in den ausländischen Währungen US-Dollar (USD), Schweizer Franken (SFR), Britische Pfund (GBP), Japanische Yen (JPY) und Arabische Dirham (AED) an. Unterjährig gehen zahlungsmäßig abgewickelte Erträge mit den jeweiligen Tageskursen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein. Daraus resultierende Fremdwährungsguthaben werden gemäß § 256a HGB zum Stichtag mit den folgenden Stichtagskursen in Euro umgerechnet:

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1 EUR = USD 1,2932
1 EUR = SFR 1,2165
1 EUR = GBP 0,8367
1 EUR = JPY 100,07
1 EUR = AED 4,7516

Verluste oder Gewinne aus der Währungsumrechnung werden gemäß § 340h HGB in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt und im Zinsergebnis ausgewiesen.

Zum 31. Dezember 2011 lauten die folgenden Bilanzposten auf Fremdwährungen:

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Bilanzposten 31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 177 179
Forderungen an Kunden 0 351
Treuhandvermögen 5.522 2.750
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 0
Treuhandverbindlichkeiten 5.522 2.750

Wertänderungen des zum Stichtagskurses umgerechneten Treuhandvermögens gehen zu Gunsten bzw. zu Lasten der Treugeber.

4. Erläuterungen zur Bilanz

4.1 Postenübergreifende Angaben

4.1.1 Beziehungen zu Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und zu Aktionären

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Forderungen an Kunden 2.468 2.339
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 40 19
davon gegenüber Aktionären 0 0

Es handelt sich hierbei um Forderungen gegenüber der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen (TEUR 40).

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Sonstige Verbindlichkeiten 515 392
davon gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 148 69
davon gegenüber Aktionären 148 69

Hier sind Verbindlichkeiten gegenüber der Hanseatic Brokerhouse Securities AG (TEUR 148) enthalten.

4.1.2 Restlaufzeitengliederung

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 871 2.835
bis drei Monate 871 2.835
Forderungen an Kunden 2.468 2.339
bis drei Monate 1.607 1.545
mehr als drei Monate bis ein Jahr 585 595
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 102 74
mehr als fünf Jahre 174 125
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 1
bis drei Monate 8 1

4.2 Postenindividuelle Angaben

4.2.1 Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden bestehen zu großen Teilen aus Provisionsforderungen gegen Broker bzw. Kapitalanlagegesellschaften und Investmentaktiengesellschaften.

4.2.2 Beteiligungen

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG hält folgenden, nicht börsennotierten Anteilsbesitz:

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Gesellschaft Beteiligungsquote
%
Buchwert
TEUR
Eigenkapital 31.12.2010
TEUR
Ergebnis 2010
TEUR
Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg 16,00 58 1.354 448*)
Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg 49,00 176 30.108**) 528***)

*) Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2010
**) Gesellschaftsvermögen zum 30. November 2011 (abweichendes Wirtschaftsjahr)
***) Ergebnis zum 30. November 2011 (abweichendes Wirtschaftsjahr)

Die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen hat ausschließlich für das Teilgesellschaftsvermögen Varengold Enhanced Fund Unternehmensaktien ausgegeben. Das Kapital dieses Teilgesellschaftsvermögens beträgt zum 30.11.2011 TEUR 359. Gegenüber diesem Teilgesellschaftsvermögen kann die Varengold Wertpapierhandelsbank AG Ansprüche geltend machen.

Die Hanseatic Brokerhouse Securities AG hält zum Bilanzstichtag eine Beteiligung an der Varengold Wertpapierhandelsbank AG in Höhe von 3,90%.

4.2.3 Brutto-Anlagenspiegel

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Anschaffungskosten Abschreibungen
01.01.2011 Zugänge 2011
TEUR
Abgänge 2011
TEUR
kumuliert
TEUR
Zugänge 2011
TEUR
Abgänge 2011
TEUR
Beteiligungen 253 114 0 133 0 0
Immaterielle Anlagewerte
Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 1.640 2 0 1.216 356 0
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 557 49 0 144 135 0
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.849 408 30 1.234 397 30
Sachanlagen 1.016 136 152 618 145 153
Summe 5.315 709 182 3.345 1.033 183
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Restbuchwerte
31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Beteiligungen 234 120
Immaterielle Anlagewerte
Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebs 426 779
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 462 549
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 993 981
Sachanlagen 382 390
Summe 2.497 2.819

Die immateriellen Anlagewerte bestehen im Wesentlichen aus entgeltlich erworbener Software sowie Konzessionen und gewerblichen Schutzrechten. Die Sachanlagen entfallen auf Betriebs- und Geschäftsausstattung (einschließlich Mietereinbauten).

Bei den Zugängen aus Beteiligungen handelt es sich um den Erwerb weiterer Unternehmensaktien an der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen. Die weiteren Zugänge im Jahr 2011 betreffen im Wesentlichen die Weiterentwicklung der Software sowie Aufrüstung/Erneuerung der Hardware.

Bei den Abgängen handelt es sich im Wesentlichen um die Ausbuchung nicht mehr vorhandener Software und EDV-Anlagen. Die Ausbuchung wird unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Der Anstieg der Abschreibungen ist im Wesentlichen auf die Aktivierung der selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie auf die neuen Investitionen in Software zurückzuführen.

4.2.4 Treuhandvermögen und -verbindlichkeiten

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten beinhalten die im Rahmen der Kommissionsvereinbarungen gehaltenen Kundengelder. Die einzelnen Bestände und Bewegungen der Kundengelder bei ausländischen Brokern werden in einer gesonderten Buchführung erfasst.

Die treuhänderisch verwalteten Kundengelder werden in Abhängigkeit der jeweils eingegangenen Geschäfte im Wesentlichen in Euro und in US-Dollar, sowie teilweise auch in Britischen Pfund, Schweizer Franken, Japanischen Yen und Arabischen Dirham, gehalten.

Das Treuhandvermögen gliedert sich in folgende Aktivposten:

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Forderungen an Kreditinstitute 12.594 12.090
Summe 12.594 12.090

Die Treuhandverbindlichkeiten gliedern sich in folgende Passivposten:

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 12.594 12.090
Summe 12.594 12.090

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten entfallen fast ausschließlich auf das Segment Capital-Markets-Brokerage.

4.2.5 Sonstige Vermögensgegenstände

Der Posten beinhaltet eine Forderung aus einer Einzahlung auf ein Testkonto bei Interactive Brokers (TEUR 10) sowie eine Forderung gegen das Finanzamt (TEUR 33).

4.2.6 Verbriefte Verbindlichkeiten

Bei dieser Position handelt es sich um ein Bankguthaben, das in gleicher Höhe unter Forderungen an Kreditinstitute ausgewiesen wird.

4.2.7 Sonstige Verbindlichkeiten

In dieser Position sind im Wesentlichen ausstehende Provisionszahlungen an Kooperationspartner für die Erbringung von Dienstleistungen in Höhe von TEUR 319 (31.12.2010: TEUR 241) enthalten. Die sonstigen Verbindlichkeiten haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 459 309
Sonstige Verbindlichkeiten 3 0
Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 1 0
Verbindlichkeiten Lohnsteuer 53 79
Verbindlichkeiten soziale Sicherheit 1 1
Verbindlichkeiten Umsatzsteuer laufendes Jahr -2 3
Summe 515 392

4.2.8 Andere Rückstellungen

Dieser Posten gliedert sich wie folgt:

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Tantieme und Mitarbeiterbeteiligung 0 580
Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdVV) 198 0
Urlaubsrückstellung 43 80
Ausstehende Rechnungen für EDV-Leistungen 43 0
Abschlusserstellungs- und Prüfungskosten 35 30
Hauptversammlung 25 20
Archivierungskosten 6 6
Berufsgenossenschaft 7 6
Rückstellung für die BaFin 7 7
DATEV-Kosten 1 2
Summe 365 731

4.2.9 Eigenkapital

Das voll eingezahlte Grundkapital (TEUR 1.332) ist eingeteilt in 1.332.337 auf den Namen lautende nennwertlose Stückaktien. Die Kapitalrücklage (TEUR 3.800) stammt hauptsächlich (TEUR 3.774) aus der im Jahr 2007 erfolgten Kapitalerhöhung. 328.177 neue Aktien wurden mit einem Agio von EUR 11,50 je Aktie ausgegeben.

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 2. August 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautende Aktien gegen Bareinlage und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um EUR 666.168 (666.168 Aktien) zu erhöhen und hierbei das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

4.2.10 Geschäfte mit nahestehenden Personen

Unter den Forderungen an Kunden sind TEUR 118 gegen die DFQ GbR ausgewiesen. Mit Vertrag vom 14. Oktober 2011 wurde der DFQ GbR ein Darlehen in Höhe von TEUR 118 mit einer Laufzeit von zwei Jahren gewährt. Das Darlehen wird mit 4,0 % p.a. verzinst.

5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Zinsergebnis

Im Zinsergebnis sind Wechselkursverluste in Höhe von TEUR 111 (im Vj.: Wechselkursverluste TEUR 215) enthalten.

Die Zinserträge bestehen im Wesentlichen aus Zinsen von dem Broker CMC Markets UK PLC, London sowie aus Erträgen aus Kursdifferenzen. In den Zinsaufwendungen sind ausschließlich Verluste aus Kursdifferenzen enthalten.

5.2 Provisionserträge/-aufwendungen

In den Provisionserträgen sind die Umsätze aus den Dienstleistungen Forex und CFDs sowie Erträge aus dem Bereich Asset Management enthalten.

Bei den Provisionsaufwendungen handelt es sich um Zahlungen an Vermittler.

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Provisionserträge 5.164 9.127
Provisionsaufwendungen 2.965 4.200
Provisionsüberschuss 2.199 4.927

5.3 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge wurden im Wesentlichen aus weiterbelasteten Kosten an den Fonds „HI Varengold CTA Hedge" (TEUR 161), aus einem Forderungsverzicht eines Vermittlers (TEUR 24) sowie an Dienstleistungen gegenüber Dritten erzielt.

5.4 Personalaufwendungen

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Löhne und Gehälter 3.160 2.549
Soziale Abgaben 460 316
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 3 3
Summe 3.623 2.868

Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert im Wesentlichen aus der Neueinstellung von Mitarbeitern.

5.5 Andere Verwaltungsaufwendungen

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31.12.2011
TEUR
31.12.2010
TEUR
Raumkosten 313 316
Beiträge und Versicherung 299 83
Kfz-Kosten einschl. Leasing (ohne Kfz-Steuer) 169 128
Werbung, Bewirtung, Reisekosten 1.134 747
Instandhaltung für Geschäftsausstattung, Hard- und Software 435 264
Aufwendungen für Kommunikation 204 180
Bürobedarf, Zeitschriften, Fortbildung 91 57
Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten 747 331
übrige andere Verwaltungsaufwendungen 251 405
Summe 3.643 2.511

5.6 Abschlussprüferhonorar

Der Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 hat ein Honorar für Prüfungsleistungen in Höhe von 24 TEUR und für sonstige Leistungen in Höhe von 10 TEUR erhalten.

6. Sonstige Angaben

6.1 Organe

6.1.1 Aufsichtsrat

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Herr Willi Müller
Vereidigter Buchprüfer
Vorsitzender
Herr Hans J. M. Manteuffel
Selbständiger Rechtsanwalt
Stellvertretender Vorsitzender
Herr Prof. Peter Andree
Professor TU Hamburg-Harburg

Herr Manteuffel ist zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Mönchengladbach e.G., Mönchengladbach. Die anderen Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen keine Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien im Sinne des § 125 Abs. 1 Satz 3 AktG wahr.

6.1.2 Vorstand

Herr Steffen Fix
Strategisches Management und Vertrieb

Herr Yasin Sebastian Qureshi
Asset-Management, Legal und IT

Herr Mohammad Hans Dastmaltchi (seit dem 1. März 2012)
Vertrieb und Marketing Capital-Markets-Brokerage

Die Vorstandsmitglieder sind gleichberechtigt.

Neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG ist Herr Fix Vorstand der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg. Herr Qureshi ist neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG als Vorstand in der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg, tätig und nimmt ein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hanseatic Brokerhouse Securities AG, Hamburg, wahr. Herr Dastmaltchi ist neben seiner Tätigkeit als Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG im Aufsichtsrat der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen, Hamburg, tätig.

6.1.3 Organbezüge und -kredite

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2011 TEUR 447 (31.12.2010: TEUR 776). Sie beinhalten TEUR 447 (31.12.2010: TEUR 465) erfolgsunabhängige Komponenten und TEUR 0 (31.12.2010: TEUR 311) erfolgsbezogene Komponenten.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2011 Vergütungen in Höhe von insgesamt TEUR 54 (31.12.2010: TEUR 44).

Zum Abschlussstichtag sind weder Mitgliedern des Vorstands noch des Aufsichtsrats Kredite oder Vorschüsse eingeräumt. Darüber hin-aus ist die Bank gegenüber diesem Personenkreis keine Haftungsverhältnisse eingegangen.

6.2 Mitarbeiter

Die durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter betrug insgesamt 57 (31.12.2010: 44), darunter befanden sich 15 (31.12.2010: 14) Mitarbeiterinnen. Teilzeitkräfte sind in diesen Zahlen entsprechend der geleisteten Arbeits-zeit anteilig enthalten. Die durchschnittliche Arbeitszeit der Teilzeitkräfte beträgt unverändert zum Vorjahr 50% der Normalarbeitszeit. Mit Ausnahme zweier Mitarbeiter sind alle Mitarbeiter in Deutschland tätig.

6.3 Mitgliedschaften

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG ist Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW), Berlin.

6.4 Offenlegungsbericht

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG hat den Offenlegungsbericht zum 31. Dezember 2010 gemäß § 26 a KWG i.V.m. §§ 319 ff. SolvV veröffentlicht.

6.5 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen (TEUR 1.608; 31.12.2010: TEUR 1.543) umfassen vor allem Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen.

6.6 Ergebnisverwendung

Das Ergebnis wird auf neue Rechnung vorgetragen.

6.7 Deutscher Corporate Governance Kodex

Seit dem 20. März 2007 ist die Varengold Wertpapierhandelsbank AG (ISIN DE0005479307) im Entry Standard der Deutschen Börse notiert. Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG verzichtet auf die Veröffentlichung einer Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG), da die Gesellschaft nicht börsennotiert im Sinne des § 3 Abs. 2 AktG ist.

 

Hamburg, 18. April 2012

Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Steffen Fix

Yasin Sebastian Qureshi

Mohammad Hans Dastmaltchi

Bericht des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2011

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat dankt allen Kunden, Aktionären und Geschäftspartnern der Varengold Wertpapierhandelsbank AG für das Vertrauen, das sie in einem herausfordernden Umfeld in das Unternehmen gesetzt haben, sowie den Mitarbeitern und dem Vorstand für ihren persönlichen und fachlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2011 zur Förderung des Unternehmenszwecks.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Als Aufsichtsrat haben wir die uns nach Satzung und Gesetz obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2011 wahrgenommen und den Vorstand laufend überwacht. Die Überwachungsziele haben wir dabei bereits zu Beginn des Jahres festgelegt und dem Geschäftsverlauf entsprechend ergänzt und angepasst. Die uns zur Verfügung stehenden Informationen haben wir auf den Aufsichtsratssitzungen sowie in Einzelgesprächen geprüft und hinterfragt. Der Vorstand beantwortete und erläuterte alle unsere Fragen umfangreich und zu unserer Zufriedenheit. Zur Verbreiterung der Informationsbasis und zur Gewinnung eigener Eindrücke von der Unternehmensentwicklung haben wir auch vorstandsferne Erkundigungen eingeholt, unter anderem bei leitenden Angestellten und externen Beratern. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass wir unsere Informationen über das Unternehmen ergänzt und vervollständigt haben. Wir haben vom Vorstand neben detaillierten Berichten im Rahmen der gemeinsamen Sitzungen monatlich schriftlich und sehr zeitnah Informationen zur aktuellen Geschäftslage erhalten. Die steten, umfassenden und zeitnahen schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstandes an den Aufsichtsrat entsprachen den Vorgaben gemäß § 90 AktG.

Aufsichtsratssitzungen 2011

Insgesamt haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Aufsichtsratssitzungen abgehalten, die am 18. Januar 2011, am 10. Mai 2011, am 25. Juli 2011 und am 25. Oktober 2011 stattgefunden haben. Sämtliche Sitzungen erfolgten unter Teilnahme aller Aufsichtsratsmitglieder und mindestens einem Mitglied des Vorstandes.

Im Rahmen der Sitzungen wurden uns im Geschäftsjahr vom Vorstand umfassende Erläuterungen und detaillierte Finanzdaten (Zwischenabschlüsse und monatliche Abschlüsse bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und BWA sowie die Fortschreibung der Unternehmensplanung für das laufende Jahr) übermittelt und sodann von uns auf Plausibilität im Zeit- und Branchenvergleich sowie Vollständigkeit geprüft. Darüber hinaus haben wir uns fortlaufend mit der Überwachung der Rechnungslegungsprozesse befasst und von der Wirksamkeit der internen Rechnungslegungs- und Kontrollsysteme überzeugt.

In der Aufsichtsratssitzung am 18. Januar 2011 präsentierte der Vorstand dem Aufsichtsrat anhand vorläufiger Jahresabschlusszahlen die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft im Jahr 2010. Im Ausblick auf das Jahr 2011 wurden Planzahlen und Worst-Case-Betrachtungen mit uns diskutiert sowie die Fokussierung in den Bereichen Vertrieb und Werbung vorgestellt. Der Bericht des Abschlussprüfers über die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2010, die Prüfung dieses Jahresabschlusses durch den Aufsichtsrat und die Vorbereitung der Hauptversammlung 2011 und deren Tagesordnung stellten am 10. Mai 2011 die Hauptthemen der Aufsichtsratssitzung dar. In der Sitzung des Aufsichtsrates am 25. Juli 2011 haben wir unter anderem über die Erweiterung des Vorstandes beraten und sodann beschlossen, den Vorstand um ein zusätzliches Mitglied zu erweitern. Am 25. Oktober 2011 habe wir uns im Wesentlichen mit der bedenklichen Entwicklung der Ertragslage befasst und den Vorstand aufgefordert, für die Beendigung dieser Entwicklung die erforderlichen Maßnahmen in der Führung der Gesellschaft zu treffen.

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr, wie bereits in den vorangegangenen Geschäftsjahren, auf Grund der Unternehmensgröße und der Tatsache, dass der Aufsichtsrat nur aus drei Mitgliedern besteht, auf die Bildung von Ausschüssen verzichtet.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Der Aufsichtsrat freut sich, dass der Vorstand seit dem 01. März 2012 um Herrn Mohammad Hans Dastmaltchi verstärkt ist. Herr Dastmaltchi war bereits zuvor für unsere Gesellschaft tätig, insbesondere als Generalbevollmächtigter, und ist als Vorstand zuständig für Vertrieb und Marketing. Bereits in den ersten Monaten seiner Amtszeit konnte Herr Dastmaltchi wichtige Akzente setzen und die Unternehmensentwicklung mitgestalten. Weitere personelle Veränderungen gab es nicht.

Erteilung des Prüfungsauftrags an NPP Niethammer, Posewang Er Partner

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH, Hamburg, wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 03. August 2011 zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2011 gewählt. Anschließend erteilten wir NPP Niethammer, Posewang & Partner den Prüfungsauftrag. Hinsichtlich der Einzelheiten und der Zusammenarbeit beinhaltete der Auftrag klare Regelungen, unter anderem eine eingehende Betrachtung des Risikofrüherkennungssystems.

Bilanzaufsichtsratssitzung am 23. April 2012

Rechtzeitig im Vorwege der Bilanzaufsichtsratssitzung erhielten wir im Entwurf sämtliche relevanten Berichte (den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011 und den entsprechenden Lagebericht sowie den Entwurf des Prüfungsberichtes der Abschlussprüfer) zwecks Studium und Prüfung. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir im Rahmen der Bilanzaufsichtsratssitzung ein ausführliches Gespräch mit den Abschlussprüfern über die Prüfungsergebnisse sowie über das Risikomanagement geführt. Die Abschlussprüfer berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und beantworteten Fragen. Alle offenen Fragen des Abschlussprüfers konnten am 23. April 2011 mit dem Vorstand und dem anwesenden Wirtschaftsprüfer geklärt werden. Dem Ergebnis der Abschlussprüfung haben wir nach eigener Prüfung ohne Einwände zugestimmt.

Am 31. Mai 2012 erhielt der Aufsichtsrat sodann die endgültige Version des Prüfberichts, des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Durch einstimmigen Beschluss des Aufsichtsrats vom 31. Mai 2012 wurde der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der Varengold Wertpapierhandelsbank AG zum 31. Dezember 2011, der gegenüber den Entwürfen keine materiellen Änderungen enthielt, gemäß § 9 Absatz 4 der Satzung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG sodann per Umlaufbeschluss gebilligt. Der Jahresabschluss der Varengold Wertpapierhandelsbank AG ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmte dem Vorschlag des Vorstandes an die kommende Hauptversammlung zu, den nach Abzug des im Geschäftsjahr 2011 erwirtschafteten Jahresfehlbetrag von dem zum 01. Januar 2011 vorhandenen Gewinnvortrag verbleibenden Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Weitere Tagesordnungspunkte der Bilanzaufsichtsratssitzung am 23. April 2012 waren der Rückblick auf die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft und der Investment AG innerhalb der ersten fünf Monate sowie die Besprechung der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 08. August 2012.

 

Hamburg, 01. Juni 2012

Für den Aufsichtsrat

Willi Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrats

LAGEBERICHT

A. GESCHÄFT UND RAHMENBEDINGUNGEN

1. Die Rahmenbedingungen

Das Marktumfeld im Geschäftsjahr 2011 ist gekennzeichnet von bisher selten dagewesener Volatilität. Diese hohe Schwankungsintensität wurde hervorgerufen durch diverse Brandherde rund um den Globus. Aktienindizes wiesen zu Beginn des Jahres eine durchaus freundliche Tendenz auf, welche jedoch sowohl durch die Erdbebenkatastrophe in Japan als auch durch den Arabischen Frühling in der MENA-Region jäh beendet wurde. Auch das verlangsamte Wachstum in China und Indien sowie vor allem in den Vereinigten Staaten ließ die Sorgen um eine positive Entwicklung der Weltkonjunktur steigen. Dies wirkte sich ebenso negativ auf Rohstoff- wie auch auf Aktienpreise aus.

Als dominierende Thematik zeigte sich zudem die Schuldenkrise der Euro-Zone. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten durch die Ratingagentur Standard & Poor's untermauerte die Diskussionen. Das Übergreifen der Problematik auf weitere Peripheriestaaten der Euro-Zone konnte auch durch die Eingriffe der Europäischen Zentralbank nur bedingt verhindert werden. Ähnlich wie die Zentralbank Europas unterstützte auch die US-Notenbank die Konjunktur und Finanzmärkte mit signifikanter Liquiditätszufuhr. Internationale Zentralbanken wie die Schweizerische Nationalbank oder auch die Bank of Japan griffen mehrmals in die Wechselkurse ihrer Landeswährungen ein, um die sicherheitsorientierten Währungsaufwertungen zu unterbinden. Die Zinsniveaus bewegten sich trotz allmählich abklingender Marktnervosität dementsprechend auch zum Jahresende hin auf außerordentlichen Niedrigniveaus.

Gleichwohl präsentierte sich die reale Binnenwirtschaft in Deutschland mit einer Abnahme des Bruttoinlandsprodukts bei einem Wert von 3,0 %. Das Wachstum nahm zwar zum Ende 2011 ab, die Wirtschaftsleistung lag jedoch auch im zweiten Jahr nach der Wirtschaftskrise in allen Quartalen über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenzahlen verzeichneten einen deutlichen Abwärtstrend auf eine Anzahl von unter drei Millionen und eine Quote von 7,1 %. Die gestiegenen Nettolöhne und das niedrige Zinsniveau stützten diesen Aufschwung.

2. Die Entwicklung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Die prekären Rahmenbedingungen der globalen Finanzmärkte und die damit einhergehende Unsicherheit der Anleger beeinflussten im Jahr 2011 gleichermaßen die beiden Kerngeschäftsfelder Asset Management und Capital-Markets-Brokerage.

Während in der ersten Jahreshälfte Investitionen in die Bereiche Marketing und Vertrieb vorgenommen wurden, führten zudem umfangreiche Weichenstellungen zur Umsetzung von Kooperationen zu Ergebnisbelastungen und erhöhten Verwaltungsaufwendungen. Dem Marktumfeld entsprechend gestaltete sich infolgedessen auch das zweite Halbjahr 2011 überdurchschnittlich volatil und schwer steuerbar. Das Geschäftsjahr 2011 schloss die Gesellschaft mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von -868 TEUR ab.

Die Sparte Asset Management entwickelte sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2011 stabil. Der Bereich erwirtschaftete Provisionserträge i.H.v. 2.564 TEUR, denen vergleichsweise geringe Provisionsaufwendungen mit einem Betrag von 116 TEUR gegenüberstanden. Das ausgewiesene Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit für das Geschäftsjahrbeträgt im Segment Asset Management 337 TEUR.

Der Dachfonds HI Varengold CTA Hedge musste den schwierigen Marktbedingungen Tribut zollen und schloss das Handelsjahr 2011 mit einer negativen Rendite von -6,06 % in der Anteilklasse A und -6,88 % in der Retailklasse B ab. Vor allem die nachlassende Generierung von Trends belastete die Fondsentwicklung. Das Gesamtvolumen verringerte sich durch Abflüsse in beiden Anteilklassen auf 14.377 TEUR Assets under Management zum Ende des Betrachtungs- und Berichtszeitraums.

Mit dem Ende des Jahres 2010 aufgelegten UCITS III-Fonds Varengold Alternative Alpha kam die Gesellschaft dem Wunsch vieler Anleger nach einem sicheren und täglich liquiden Anlagevehikel nach. Die Anteilklasse A schloss dabei unter Berücksichtigung der jährlichen Ausschüttung mit einem leichten Verlust i.H.v. -0,12 % zum Jahresultimo ab - die Anteilklasse B respektive mit -0,93 %. Das Fondsvolumen erhöhte sich mit 26.140 TEUR gegenüber 20.300 TEUR aus dem Vorjahr indes signifikant. Aufgrund der hohen Transparenz, dem bewusst gewählten Standort Deutschland und der erwarteten Ertragsstabilität stellt dieses Produkt weiterhin eine hohe Attraktivität für die Optimierung eines klassischen Portfolios aus Aktien, Anleihen und Renten dar.

Die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen konnte auch im Jahr 2011 ihren positiven Beitrag zum Geschäftsfeld Asset Management leisten. Basierend auf der ersten deutschen Managed Account-Plattform wird Investoren der Zugang zu internationalen Top Asset Managern geboten. Durch die Abwicklung externer Managed Futures-Manager sowie der in den Alternativen Investmentprodukten enthaltenen Zielfondsmanager konnten signifikante Erträge für die Bank generiert werden.

In der Sparte Capital-Markets-Brokerage investierte die Gesellschaft in den weiteren Ausbau des Geschäftsbereichs und optimierte den Kundenservice, um einen Zuwachs an Erträgen im Forex- und CFD-Handel zu erwirken. Es wurde dabei unter anderem in die seit 2010 geplante Kooperation mit der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG mit Fokus auf Erweiterung des Forex-Handels investiert, welche sich in Bezug auf die Anzahl der übermittelten Kunden sehr zufriedenstellend entwickelt hat. Dennoch war auch in diesem Bereich erkennbar, dass die Trading-Aktivität der Kunden sichtlich durch die Schwankungen an den Kapitalmärkten und natürlich insbesondere an den Devisenmärkten beeinflusst war. Neben den Provisionserträgen i.H.v. 2.600 TEUR und den Zinserträgen i.H.v. 344 TEUR generierte die Gesellschaft in diesem Geschäftsfeld insbesondere bei den Nettoerträgen aus Finanzgeschäften eine Steigerung auf 6.329 TEUR. Den Nettoerträgen stehen vergleichsweise geringfügige Nettoaufwendungen aus Finanzgeschäften i.H.v. 1.709 TEUR gegenüber. Die Zinsaufwendungen verzeichneten eine annähernd proportionale Entwicklung zu den Zinser-trägen. Der Großteil der Provisionsaufwendungen fiel mit einem Betrag von 2.849 TEUR im Bereich Capital-Markets-Brokerage im Rahmen der Vermittlung an. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit für das Jahr 2011 ist für das Segment Capital-Markets-Brokerage mit einem Betrag i.H.v. -1.605 TEUR auszuweisen.

Die Sparte Capital-Markets-Brokerage hatte insbesondere im dritten Quartal 2011 mit schwachen Erträgen zu kämpfen. Die Gesellschaft hat entsprechend mit Kosteneinsparungen darauf reagiert. Schon im Dezember 2011 konnten wieder erste leicht positive Ertragssteigerungen verbucht werden.

Am 03. August 2011 fand in Hamburg die Hauptversammlung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG statt bei der sämtliche Tagesordnungspunkte einstimmig seitens der Aktionäre verabschiedet wurden. Darunter fiel auch die Abstimmung über die Zahlung einer Dividende von 0,17 EUR je Aktie für das vorangegangene Geschäftsjahr 2010.

B. LAGE DER GESELLSCHAFT

1. Vermögenslage

Im Jahr 2011 sank die Bilanzsumme, bereinigt um das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten, um 23,49 % von 8.066 TEUR auf 6.171 TEUR. Das Treuhandvermögen stieg um 4,17 % von 12.090 TEUR auf 12.594 TEUR. Der Rückgang der Bilanzsumme ohne Treuhandvermögen begründet sich durch die Reduzierung der Forderungen an Kreditinstitute auf der Aktiv-Seite und dem niedrigeren Eigenkapital sowie den gesunkenen Rückstellungen auf der Passiv-Seite.

Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Vermögens- und Kapitalstruktur, bereinigt um das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten, stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

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Vermögen 2011 2010 Veränderung
Kurzfristige Forderungen (< 1 Jahr) 55,07 % 62,58 % -7,51 %
Mittelfristige Forderungen (>1 Jahr) 1,66 % 0,92 % 0,74 %
Langfristige Forderungen (>5 Jahre) 2,82 % 1,55 % 1,27 %
Beteiligungen/Anteile an verbundenen Unternehmen 3,79 % 1,49 % 2,30 %
Anlagevermögen 36,67 % 33,46 % 3,21 %
Kapital 2011 2010 Veränderung
Kurzfristige Schulden (< 1 Jahr) 15,89 % 22,08 % -6,19 %
Eigenkapital 84,11 % 77,92 % 6,19 %

Das Unternehmen ist mit einer Eigenkapitalquote von ca. 84 % vollständig durch Eigenkapital finanziert. Es bestehen nur sonstige Verbindlichkeiten gegenüber unseren Lieferanten in nennenswerter Größe (515 TEUR), die im folgenden Monat überwiesen wurden und Rückstellungen mit einem Bilanzansatz von 365 TEUR. Das kurzfristig gebundene Vermögen übersteigt die kurzfristigen Schulden (Verbindlichkeiten und Rückstellungen) deutlich. Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG verfügt über eine geordnete Vermögens- und Kapitalstruktur.

Insgesamt werden Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen in Höhe von 426 TEUR unter den immateriellen Vermögensgegenständen und selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 462 TEUR bilanziert, die jeweils auf 4 Jahre abgeschrieben werden. Die Ausschüttungssperre beträgt nach Abzug der passiven latenten Steuern und Zurechnung des bilanzierten Überhangs an aktiven latenten Steuern 1.140 TEUR. Die Preisfeststellung eines Inhaber-Zertifikates wurde ausgesetzt. Es folgte daher ein Wertansatz von 0 EUR.

2. Finanzlage

Über die Finanzlage im Jahr 2011 gibt die folgende Kapitalflussrechnung Aufschluss, die nach der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA)/Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft (SG) aufgestellt wurde:

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Varengold Wertpapierhandelsbank AG, Hamburg Kapitalflussrechnung 2011 2011
In TEUR
Vorjahr
In TEUR
Veränderung
Jahresergebnis -868 1.875 -2.743
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 1.033 826 207
+/- sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0 0 0
= Cash Flow nach DVFA/SG 165 2.701 -2.536
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0 0 0
+/- Zunahme/Abnahme der mittel- und kurzfristigen Rückstellungen -434 727 -1.161
-/+ Zunahme/Abnahme der Forderungen an Kunden, der sonst. Vermögensgegenstände u. sonst. Aktiva -394 -153 -241
+/- Zunahme/Abnahme der Kundenverbindlichkeiten, der sonst. Verbindlichkeiten u. anderer Passiva -374 374 -748
= Cash Flow aus Geschäftstätigkeit -1.037 3.649 -4.686
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 0 135 -135
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -136 -157 21
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -460 -613 153
- Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes 0 -557 557
- Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -114 -50 -64
= Cash Flow aus Investitionstätigkeit -710 -1.242 532
Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 0 0 0
- Auszahlungen an stille Gesellschafter 0 0 0
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen u. der Aufnahme von + Finanzkrediten 0 0 0
- Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen u. Finanzkrediten 0 0 0
- Auszahlungen an die Aktionäre -226 0 -226
= Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -226 0 -226
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes -1.973 2.407 -4.380
+/- Wechselkurs- u. bewertungsbedingte Änderungen 0 0 0
+ Finanzmittelbestand am Anfang des Geschäftsjahres 2.838 431 2.407
= Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 865 2.838 -1.973
Zusammensetzung des Finanzmittelbestandes am Ende des Geschäftsjahres
Barreserve 2 3 -1
Bankguthaben 871 2.835 -1.964
Bankverbindlichkeiten -8 0 -8
Finanzmittelbestand am Ende des Geschäftsjahres 865 2.838 -1.973

Im Jahr 2011 sank der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit um insgesamt 4.686 TEUR auf -1.037 TEUR. Bei dem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit i.H.v. 226 TEUR handelt es sich um die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2010. Die Ausschüttung erfolgte mit 0,17 EUR/Aktie im August 2011. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (-710 TEUR) fiel negativ aus, weil die Gesellschaft Liquidität für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und in Sachanlagen verwendete. Im Resultat verbuchte die Gesellschaft im Jahr 2011 einen Finanzmittelabfluss i.H.v. 1.973 TEUR. Die liquiden Mittel sanken von 2.838 TEUR zum Jahresbeginn auf 865 TEUR zum Geschäftsjahresende.

Die Gesellschaft führt neben ihren Forderungen an Kreditinstituten i.H.v. 871 TEUR Konten bei Brokern, die der rechtlichen Einordnung der Broker nach dem KWG als Forderungen an Kunden ausgewiesen werden müssen. Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft ca. 196 TEUR an liquiden Mitteln bei beiden Brokern.

In den Forderungen an Kunden sind auch die im Geschäftsjahr 2011 erzielten Erträge aus dem Dachfonds enthalten, da diese erst im Jahr 2012 ausgezahlt werden. Diese Forderungen belaufen sich auf 51 TEUR.

3. Ertragslage

Die Zinserträge der Gesellschaft sanken von 499 TEUR im Jahr 2010 auf 351 TEUR im Jahr 2011. Weiterhin sanken die Zinsaufwendungen auf 248 TEUR, so dass ein Zinsüberschuss von 103 TEUR erzielt wurde.

Die Provisionserlöse sanken um 43,42 % von 9.127 TEUR im Jahr 2010 auf 5.164 TEUR im Jahr 2011. Die Provisionsaufwendungen reduzierten sich um 29,40 % von 4.200 TEUR auf 2.965 TEUR. Das Provisionsergebnis sank von 4.927 TEUR auf 2.199 TEUR. Die Verminderung der Provisionserlöse liegt zum einen an einer Verminderung der Erträge im Forex-Handel und zum anderen am Wegfall von Erträgen aus der Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen. Durch die Verminderung der Provisionserlöse im Forex-Handel sind auch die IB-Vergütungen gesunken, die unter den Provisionsaufwendungen ausgewiesen werden. Der Nettoertrag aus Finanzgeschäften verzeichnete erneut einen deutlichen Anstieg. Dieser stieg von 2.861 TEUR im Jahr 2010 auf 6.329 TEUR im Jahr 2011. Als Nettoaufwand aus Finanzgeschäften wird zum Geschäftsjahresende ein Wert i.H.v. 1.709 TEUR (Vorjahr: 106 TEUR) ausgewiesen. Das Ergebnis aus Finanzgeschäften stieg von 2.755 TEUR auf 4.620 TEUR.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von 334 TEUR auf 249 TEUR. Die Gründe liegen dafür im Wesentlichen am Wegfall von weitergereichten Kosten an die Hanseatic Brokerhouse Securities AG.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen der Gesellschaft stiegen um 1.887 TEUR (von 5.379 TEUR auf 7.266 TEUR). Ursächlich dafür war insbesondere ein erhöhter Zuwachs der Personalkosten (von 2.868 TEUR auf 3.623 TEUR) und der Aufwendungen für Werbung, Bewirtung und Reisen (von 747 TEUR auf 1.134 TEUR). Die Aufwendungen für Beratungs-, Abschluss- und Prüfungskosten (von 331 TEUR auf 747 TEUR), die Aufwendungen für Beiträge und Versicherungen (von 83 TEUR auf 299 TEUR), die Aufwendungen für Instandhaltung für Geschäftsausstattung, Hard- und Software (von 264 TEUR auf 435 TEUR), die Kfz-Kosten (von 128 TEUR auf 169 TEUR), die Aufwendungen für Bürobedarf, Zeitschriften und Fortbildung (von 57 TEUR auf 91 TEUR) sowie die Aufwendungen für Kommunikation (von 180 TEUR auf 204 TEUR) führten weiterhin zu einer Steigerung der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen. Reduziert wurden diese durch den Rückgang der Raumkosten (von 316 TEUR auf 313 TEUR) sowie der übrigen Verwaltungsaufwendungen (von 405 TEUR auf 251 TEUR).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagenwerte und Sachanlagen stiegen deutlich von 826 TEUR im Jahr 2010 auf 1.033 TEUR im Jahr 2011.

In der Summe betrug das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit der Varengold Wertpapierhandelsbank AG -1.268 TEUR (Vorjahr: 2.042 TEUR), der Jahresfehlbetrag lag bei -868 TEUR (Vorjahr: Jahresüberschuss i.H.v. 1.875 TEUR).

C. RISIKEN

Das Erzielen von Erträgen im Bankgeschäft ist in der Regel nicht ohne das Eingehen von Risiken möglich. Inso-fern sind der bewusste Umgang, das aktive Management und die laufende Identifikation und Überwachung von Risiken Kernelement der erfolgsorientierten Geschäftssteuerung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG.

Zur Beherrschung der mit der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft verbundenen internen und externen Risiken hat die Bank ein Risikocontrolling- und Risikomanagementsystem eingeführt, das den Bestimmungen der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement" (MaRisk) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entspricht.

Unter Risiko wird die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der wesentlichen Risiken in die Kategorien Adressenausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktpreisrisiko, operationelles Risiko und Geschäftsrisiko.

Aufgrund der Größe der Bank ist der Vorstand in sämtliche risikobehafteten Vorgänge von Bedeutung eingebunden. Neben dem primären Kriterium des Vermögensschutzes lässt sich der Vorstand dabei von folgenden Prinzipien leiten:

Erfüllung bzw. Einhaltung aufsichtsrechtlicher Normen und Compliance Vorschriften

Klare Kompetenzen beim Risikomanagement

Funktionstrennung von Risikosteuerung und Risikocontrolling

Transparenz bei der Offenlegung von Risiken

Risikobewusstes Verhalten

Zur Beherrschung dieser Risiken wird im Rahmen des Risikomanagementsystems eine laufende Beobachtung und Bewertung der identifizierten Risiken durchgeführt. Der gesamte Prozess umfasst folgende aufeinander aufbauende Schritte:

Risikoidentifikation und Risikobeobachtung

Risikoquantifizierung

Risikosteuerung

Risikocontrolling und Risikoreporting

Der Vorstand legt die Höhe des zulässigen Gesamtrisikos und dessen Verteilung auf die einzelnen Risikoarten und Kompetenzfelder fest. In diesem Zusammenhang wird permanent Sorge dafür getragen, dass die verschiedenen Geschäftsaktivitäten angemessen mit Eigenkapital unterlegt sind.

Für die Überwachung der Risikostrategie ist bei der Varengold Wertpapierhandelsbank AG die Innenrevision verantwortlich.

Alle Maßnahmen der Risikobegrenzung werden grundsätzlich in einem wirtschaftlich sinnvollen Verhältnis durchgeführt, welches die Größe des Instituts sowie das besondere Geschäftsmodell in angemessener Weise berücksichtigt.

Die Varengold Wertpapierhandelsbank AG nutzt im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gezielt ihre Marktchancen und geht die damit einhergehenden Risiken nur verantwortungsbewusst ein. Grundlage für die Kontrolle und Steuerung dieser Risiken ist ein System, dass erkennen lässt, dass der Fortbestand des Unternehmens nach den heute bekannten Informationen nicht gefährdet ist.

D. CHANCEN DER VARENGOLD WERTPAPIERHANDELSBANK AG

Die Begebenheiten des Jahres 2011 prägten das Umfeld der Deutschen Börse und der Entry Standard-Unter-nehmen, so dass sich neue Trends im Kapitalmarktumfeld abzeichnen. Nach der insgesamt eher verhaltenen Geschäftsentwicklung im Jahr 2011 geht die Gesellschaft auf Basis erkennbarer Marktsignale jedoch von einer wirksamen Ergebnisverbesserung aus. Die Geschäftsfelder Asset Management und Capital-Markets-Brokerage greifen dabei elementar ineinander, so dass sich auch die Neukundenakquise auf jedes Geschäftsfeld positiv auswirkt und zu diversifizierten Erträgen führt.

Die Performance im Asset Management mit Managed Futures wurde zuletzt durch häufige und schnelle Trendbrüche beeinflusst. Dabei wird abermals der Produktnutzen von Alternative Investments gegenüber den klassischen Anlagen wie Aktien oder Anleihen insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten deutlich. Auf Basis einer Steigerung des Asset under Management steigen die Vergütungen für die Bank aus der Gewinnbeteiligung und der Vermögensverwaltungsgebühr. Sowohl die Publikumsfonds als auch die Varengold Investmentaktiengesellschaft mit Teilgesellschaftsvermögen sollen dabei erneut zu den Ergebnistreibern des Unternehmens gehören.

Für die Sparte Capital-Markets-Brokerage bestehen gute Chancen, dem Bereich Forex- und CFD-Handel abermals eine entsprechend positive Entwicklung zuzusprechen. Vor allem international agierende Vermittler haben großes Interesse mit der Varengold Wertpapierhandelsbank AG - als eine von der BaFin regulierte Gesellschaft nach deutschen Regularien - zu kooperieren. Dabei hat die mit der biw AG geschlossene Kooperation Modellcharakter für die von der Varengold Wertpapierhandelsbank AG entwickelte Angebotspalette im Bereich der White Label-Lösungen. Für Varengold ist damit eine konkrete Wachstumsperspektive bezüglich Umsatz und Kundenzahl verbunden. Die Abwicklungsprozesse im Rahmen derartiger Kooperationen begründen eine unmittelbare Beteiligung der Gesellschaft am Ergebnis der durch die Kunden des Kooperationspartners getätigten Forex-Transaktionen, welche über angeschlossene Online-Broker vermittelt werden.

Auf operativer Ebene konzentriert sich die Gesellschaft nachhaltig auf den Ausbau einer risikobewussten Geschäftspolitik und der Anpassung sich verändernder Marktbedingungen. Es sind zur Stützung, Steigerung und Diversifikation der Erträge weitreichende Maßnahmen ergriffen worden, die zu einem noch breiteren Produktangebot beitragen sollen, so dass dauerhaft eine stabile Ertragsbasis geschaffen ist.

Aufgrund der Anfechtung der Hauptversammlungsbeschlüsse für das Geschäftsjahr 2008 ist für die diesbezüglichen Schadensersatz- und Regressansprüche der Varengold Wertpapierhandelsbank AG eine Klage beim Landgericht anhängig. Der Streitwert liegt bei über einer Million Euro.

E. NACHTRAGSBERICHT

Über die geschilderten Vorgänge hinaus trat nach Abschluss des Geschäftsjahres 2011 keine Entwicklung von besonderer Bedeutung auf.

F. PROGNOSEBERICHT

Bedingt durch die Chancen und Risiken, die unter C. und D. erläutert wurden, geht der Vorstand von einer verbesserten Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Vorjahr aus. Er prognostiziert ein positives Ergebnis.

 

Freie und Hansestadt Hamburg, im April 2012

Der Vorstand der Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Steffen Fix

Yasin Sebastian Qureshi

Mohammad Hans Dastmaltchi

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Einwendungen im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 HGB sind gegen den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 und den Lagebericht nicht zu erheben. Wir erteilen daher dem Jahresabschluss der Varengold Wertpapierhandelsbank AG, Hamburg, zum 31. Dezember 2011 (Anlage 1) und dem Lagebericht der Gesellschaft zum 31. Dezember 2011 (Anlage 2) folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk:

„Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Varengold Wertpapierhandelsbank AG, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des internen rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne die Beurteilung einzuschränken, weisen wir darauf hin, dass die unter den Posten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere bzw. verbriefte Verbindlichkeiten zu bilanzierenden Inhaber-Zertifikate aufgrund ausgesetzter Preisfeststellung für die Wertpapiere, die den Inhaber-Zertifikaten zugrundeliegen, bis auf den Baranteil in Höhe von 48,4 T mit einem Wert von Null angesetzt wurden."

 

Hamburg, 20. April 2012

NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Sven Ole Raap, Wirtschaftsprüfer

Stephan Buchert, Wirtschaftsprüfer

Gewinnverwendungsbeschluss

Die ordentliche Hauptversammlung der Varengold Wertpapierhandelsbank AG vom 8. August 2012 hat beschlossen, den Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von EUR 39.511,96 EUR auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, im August 2012

Varengold Wertpapierhandelsbank AG

Der Vorstand