wallstreet:online AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2011

AKTIVA

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31.12.2011 31.12.2010
A. Anlagevermögen 301.237,50 434.188,79
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 241.233,02 321.061,41
1. Lizenzen, Software und ähnliche Rechte und Werte 105.680,02 158.397,41
2. Geschäfts- oder Firmenwert 135.553,00 162.664,00
II. Sachanlagen 60.003,97 113.126,87
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 60.003,97 113.126,87
III. Finanzanlagen 0,51 0,51
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,51 0,51
B. Umlaufvermögen 2.541.076,46 2.153.912,47
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 562.981,56 610.848,82
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 389.814,31 381.525,15
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,51 0,51
3. Sonstige Vermögensgegenstände 173.166,74 229.323,16
II. Wertpapiere
1. Sonstige Wertpapiere 482.492,11 0,00
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1.495.602,79 1.543.063,65
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.162,41 8.846,13
Summe der Aktiva 2.843.476,37 2.596.947,39

PASSIVA

31.12.2011 31.12.2010
A. Eigenkapital 2.597.926,87 2.276.905,89
I. Gezeichnetes Kapital 8.860.990,00 8.860.990,00
II. Bilanzverlust - 6.263.063,13 - 6.584.084,11
B. Rückstellungen 126.463,66 141.749,67
1. Steuerrückstellungen 0,00 57.782,37
2. Sonstige Rückstellungen 126.463,66 83.967,30
C. Verbindlichkeiten 97.240,12 177.982,43
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 67.280,83 93.014,17
2. Sonstige Verbindlichkeiten 29.959,29 84.968,26
D. Rechnungsabgrenzungsposten 21.845,72 309,40
Summe der Passiva 2.843.476,37 2.596.947,39

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2011

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2011 2010
1. Umsatzerlöse 1.867.337,01 2.194.703,91
2. Sonstige betriebliche Erträge 112.965,97 156.667,57
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen - 533.423,01 - 924.207,14
Rohergebnis 1.446.879,97 1.427.164,34
4. Personalaufwand - 606.364,64 - 1.215.862,39
a) Löhne und Gehälter - 526.390,12 - 1.047.120,51
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
die Altersversorgung und für Unterstützung - 79.974,52 - 168.741,88
davon für Altersversorgung
5. Abschreibungen - 148.179,27 - 216.008,22
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen - 382.966,61 - 597.062,99
Betriebsergebnis 309.369,45 - 601.769,26
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 13.206,27 16.280,98
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 272,59 - 18.820,89
Finanzergebnis 12.933,68 - 2.539,91
9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 322.303,13 - 604.309,17
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 1.282,15 - 32.892,03
11. Sonstige Steuern 0,00 - 11.422,97
12. Jahresergebnis 321.020,98 - 648.624,17
13. Verlustvortrag - 6.584.084,11 - 18.848.037,05
14. Entnahme aus der Kapitalrücklage 0,00 12.912.577,11
15. Bilanzverlust - 6.263.063,13 - 6.584.084,11

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS 31. DEZEMBER 2011

I. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss der wallstreet:online AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden folgen der Bilanzierungsstetigkeit gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Die Ausweis- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr angewandt.

Die wallstreet:online AG ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB und nimmt größenabhängige Aufstellungserleichterungen teilweise in Anspruch.

Die bei den einzelnen Posten des Jahresabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden wie folgt erläutert:

Entgeltlich von Dritten erworbene abnutzbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum der Nutzung planmäßig bzw. bei dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Erworbene Domainnamen werden nicht planmäßig abgeschrieben, weil in Anwendung der steuerlichen Betrachtung der Domainname grundsätzlich eine zeitlich unbeschränkte Nutzungsmöglichkeit und daraus resultierende wirtschaftliche Vorteile bietet.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt. Für Zugänge an beweglichen Anlagegütern wird im Zugangsjahr eine Abschreibung pro rata temporis vorgenommen. Die ab 2008 zugegangenen geringwertigen Anlagegüter mit Anschaffungskosten, die zwischen EUR 150,00 und EUR 1.000,00 liegen, werden in einem Sammelposten erfasst und über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis EUR 150,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden bei Beachtung des Niederstwertprinzipes mit dem Nennwert bzw. mit dem Börsen- oder Marktpreis angesetzt.

Die übrigen Wertpapiere des Umlaufvermögens werden gemäß § 253 Abs. 4 HGB unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzipes mit dem Börsen- oder Marktpreis angesetzt.

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalwert bilanziert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag bekannten Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

II. Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Zeitraum 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2011 ist im Anlagenspiegel dargestellt, der als Anlage 1 zu diesem Anhang beigefügt ist.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten Lizenzen, Webseiten-Funktionserweiterungen (Tools), Adressbestände und Software. Die Abschreibungen darauf erfolgen linear über Nutzungsdauern zwischen 2 und 5 Jahren. Nutzungsrechte an Domains werden nicht abgeschrieben.

Der ausgewiesene Firmenwert in Höhe von TEUR 136 wird über einen Zeitraum von 10 Jahren linear abgeschrieben. Der Firmenwert wird entsprechend der geschätzten wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Zugänge bei den Sachanlagen betreffen überwiegend Neuanschaffungen im Bereich Hardware und Serverausstattung sowie Büromöbel. Die Abschreibungsdauern für die neu angeschafften Anlagengüter betragen zwischen 3 und 10 Jahre.

Die Forderungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. In den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelwertberichtigungen in angemessener Höhe berücksichtigt. Die Bildung einer Pauschalwertberichtigung zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos ist nicht notwendig.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentlichen Forderungen gegen das Finanzamt (TEUR 77) und Kautionen (TEUR 59) enthalten.

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen Fremdwährungsanlagen in Norwegischen Kronen, die am Bilanzstichtag gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet und zum Marktwert der Anleihe bewertet wurden.

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 8.860.990 ist eingeteilt in 8.860.990 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennwert mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen (TEUR 22), Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 20), Rückstellungen für Berufsgenossenschaft (TEUR 2), Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung (TEUR 5), Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern (TEUR 73) sowie Rückstellungen gegenüber der Künstlersozialkasse (TEUR 4). Aufgrund der zum Bilanzstichtag erfolgten Bewertung und der im Zeitablauf eingetretenen geänderten Einschätzung bestimmter ungewisser Verpflichtungen ergaben sich im Berichtszeitraum periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 12.

Die Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Sicherheiten wurden nicht gestellt.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse werden sowohl im Inland als auch im Ausland erzielt. Die im Ausland erzielten Umsätze werden in Euro abgerechnet. Die Höhe der im Ausland erzielten Umsätze beträgt TEUR 519.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Ausbuchungen von Verbindlichkeiten sowie Erträge aus geschäftsfremden Vorgängen (Untervermietung Büroräume).

In den Abschreibungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 6 enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten neben den operativen Verwaltungsaufwendungen Kosten für Wertberichtigungen von Forderungen in Höhe von TEUR 10 sowie Kosten für die Bereinigung von Anlagevermögen aufgrund eines Büroumzugs. Ebenfalls enthalten sind Aufwendungen aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 33.

Steuern vom Einkommen und Ertrag ergeben sich grundsätzlich unter Berücksichtigung von Verlustvorträgen nach den Vorschriften über die so genannte Mindestbesteuerung nicht. Im Geschäftsjahr 2011 fand eine Betriebsprüfung der Jahre 2008 bis 2009 statt, aus der sich Steuernachzahlungen in Höhe von TEUR 1 sowie Steuererstattungen In Höhe von TEUR 12 ergeben haben.

In dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 42 enthalten.

III. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen gem. § 285 Nr. 3 HGB resultieren mit TEUR 77 p.a. aus Mietverträgen, die im Jahr 2014 enden.

Anzahl der Beschäftigten

Die Anzahl der beschäftigten Angestellten betrug im Jahr 2011 durchschnittlich 10 Mitarbeiter.

Nahe stehende Personen

Im Geschäftsjahr 2011 gab es Geschäfte mit nahe stehenden Personen, die ohne Ausnahme zu marktüblichen Konditionen abgewickelt worden sind.

Mitglieder des Vorstands

 

Herr Felix Plog, Vorstand, Mitglied des Vorstands seit dem 01. Januar 2009.

 

Herr Felix Plog ist in keinen weiteren Gremien tätig.

 

Herr André Kolbinger, Kaufmann, Mitglied des Vorstands, bis zum 3. Mai 2011.

 

Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der AreaDigital AG tätig.

 

Frau Jeannette Kolbinger, Vorstand, Mitglied des Vorstands, seit dem 4. Mai 2011.

 

Frau Kolbinger ist in keinen weiteren Gremien tätig.

Mitglieder des Aufsichtrates:

Herr Dr. Frank-B. Werner, Verlagskaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 6. Juni 2007, Aufsichtsratsvorsitzender seit 3. Juli 2007. Herr Dr. Werner ist zum 20. Juli 2011 aus dem Aufsichtsrat der wallstreet:online AG ausgeschieden.

Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Aufsichtsratsmitglied seit 23. August 2007.

Herr André Kolbinger, Kaufmann. Herr Kolbinger ist mit Hauptversammlungsbeschluss vom 20. Juli 2011 in den Aufsichtsrat und mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 20. Juli 2011 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden. Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der AreaDigital AG tätig.

Frau Jeannette Kolbinger, Diplom-Kauffrau, Aufsichtsratsmitglied seit 8. Juli 2010. Frau Kolbinger ist zum 3. Mai 2011 aus dem Aufsichtsrat der wallstreet:online AG ausgeschieden.

Herr Sven Boschert, Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Herr Boschert ist zum 20. Juli 2011 aus dem Aufsichtsrat der wallstreet:online AG ausgeschieden.

Herr Ewald Brunen, Diplom-Betriebswirt, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Herr Brunen ist zum 20. Juli 2011 aus dem Aufsichtsrat der wallstreet:online AG ausgeschieden.

Herr René Krüger, Bank-Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010. Herr Krüger ist zudem stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der deboka AG sowie im Aufsichtsrat der BOLL AG tätig.

Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrates

Die Vergütung des Vorstands für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 betrug insgesamt TEUR 155.

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates betragen im Berichtszeitraum gem. § 17 Abs. 1 der Satzung TEUR 4.

 

Berlin, 31.03.2012

wallstreet:online AG

Der Vorstand

Felix Plog

Jeannette Kolbinger

ANLAGE 1 ZUM ANHANG – ANLAGENSPIEGEL zum 31. Dezember 2011

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historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2011
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
31.12.2011
Euro
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und ähnliche Rechte und Werte 276.095,31 44.567,80 23.333,33 297.329,78
2. Firmenwert 271.106,53 0,00 0,00 271.106,53
547.201,84 44.567,80 23.333,33 568.436,31
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 232.337,09 7.218,51 23.334,71 216.220,89
232.337,09 7.218,51 23.334,71 216.220,89
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenden Unternehmen 3.010,00 0,00 0,00 3.010,00
3.010,00 0,00 0,00 3.010,00
Summe Anlagevermögen 782.548,93 51.786,31 46.668,04 787.667,20
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kumulierte Abschreibungen
01.01.2011
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
31.12.2011
Euro
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und ähnliche Rechte und Werte 117.697,90 73.951,86 0,00 191.649,76
2. Firmenwert 108.442,53 27.111,00 0,00 135.553,53
226.140,43 101.062,86 0,00 327.203,29
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 119.210,22 47.116,41 10.109,71 156.216,92
119.210,22 47.116,41 10.109,71 156.216,92
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenden Unternehmen 3.009,49 0,00 0,00 3.009,49
3.009,49 0,00 0,00 3.009,49
Summe Anlagevermögen 348.360,14 148.179,27 10.109,71 486.429,70
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Buchwerte
31.12.2011
Euro
31.122010
Euro
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Software, Lizenzen und ähnliche Rechte und Werte 105.680,02 158.397,41
2. Firmenwert 135.553,00 162.664,00
241.233,02 321.061,41
II. Sachanlagen
1. Betriebs- und Geschäftsausstattung 60.003,97 113.126,87
60.003,97 113.126,87
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenden Unternehmen 0,51 0,51
0,51 0,51
Summe Anlagevermögen 301.237,50 434.188,79

LAGEBERICHT FÜR 2011

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2011 laut einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes verglichen zum Vorjahr preisbereinigt um 3,0 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro gestiegen, nachdem es bereits im Vorjahr um 3,7 Prozent zugelegt hatte. Aufgrund der anhaltend guten Entwicklung ist auch das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft gestiegen, was sich positiv auf das Kaufverhalten der Konsumenten auswirkt (Quelle: Pressebroschüre des Statistischen Bundesamtes zum BIP 2011).

Laut einer Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung 2011 des UMU (Union Mittelständischer Unternehmen e.V.), ist der Wirtschaftsaufschwung im vergangenen Jahr auch beim Mittelstand angekommen. Viele Unternehmen melden positive Auswirkungen auf ihre Geschäftsentwicklung. So bezeichnen 52,8 Prozent der mittelständischen Unternehmen ihre Wirtschaftslage als gut, ein vergleichbar hoher Wert wurde mit 56,8 Prozent im Jahr 2007 erreicht. In den Krisenjahren 2008/09 brach die Bewertung auf 19,9 bzw. 20,6 Prozent ein (Quelle: Umfrage der UMU zur Wirtschaftsentwicklung 2011). Im Zuge der positiven konjunkturellen Entwicklung sank die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr um 0,6 auf 7,1 Prozent. Die Bruttolöhne stiegen im Jahresvergleich um 3,4 Prozent (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2011 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technik).

Online-Handel und Werbung im Internet

Eine ebenfalls positive Entwicklung verzeichnete der Online-Handel in Deutschland. Er legte im Jahr 2011 um 18,6 Prozent verglichen zum Vorjahr zu, der Zuwachs bei Elektronik und Elektroartikeln lag sogar bei 28 Prozent. Gemessen am gesamten Non-Food-Einzelhandelsumsatz von rund 205 Mrd. Euro in 2011 lag der Online-Anteil mit 21,7 Mrd. Euro bereits bei 10,2 Prozent. Inklusive Dienstleistungen wie Ticketumsätze wurden sogar 29,7 Mrd. Euro erreicht, was einem Anteil von 14,5 Prozent entspricht (Quelle: Studie zum Online-Handel der Hochschule Niederrhein vom 02.04.2012).

Besonders junge Verbraucher greifen häufig auf das Internet zurück, um sich über Produkte zu informieren oder sie online zu kaufen. Hierzulande informieren sich 70 Prozent der Bürger im Internet über Waren und Dienstleistungen, bevor sie diese kaufen. Damit ist das Internet zu einem der wichtigsten meinungsbildenden Medien geworden. Im Vergleich mit anderen Staaten der Europäischen Union liegt Deutschland damit hinter den Niederlanden und den skandinavischen Ländern auf den vorderen Plätzen. Besonders junge, männliche Verbraucher nutzen demnach die Chance, sich vor dem Kauf ausgiebig im Netz zu informieren: Während es bei den Männern 74 Prozent sind, nutzen nur zwei von drei Frauen diese Möglichkeit. Ein Drittel der deutschen Senioren sucht online Verbraucher-Informationen. Unter den 25- bis 34-Jährigen ist der Anteil drei Mal so groß (Quelle: Mitteilung des BITKOM vom 13.04.2012).

Im vergangenen Jahr haben deutsche Unternehmen rund 5,7 Mrd. Euro für Online-Werbung ausgegeben, das entspricht einem Wachstum von 7,1 Prozent. Damit lagen die Investitionen unter den Erwartungen von mehr als 6,2 Mrd. Euro: Ein Großteil des Budgets ging wie in den Vorjahren in klassische Online Werbung (3,2 Mrd. Euro), das Budget für Suchwortvermarktung lag bei 2,1 Mrd. Euro und für Affiliate-Netzwerke gaben die deutschen Unternehmen 374 Mio. Euro aus. Damit lag der Anteil an Online Werbung im vergangenen Jahr bei 19,6 Prozent des Bruttowerbe-Budgets. Diese Zahlen gehen aus einer

Hochrechnung des OVK (Online-Vermarkterkreis) hervor. Für das Jahr 2012 werden 6,3 Mrd. Euro Gesamtbudget prognostiziert, von denen 3,7 Mrd. Euro in klassische Online-Werbung fließen sollen (Quelle: Erhebung es OVK laut Meldung des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft e.V. vom 28.02.2012).

Das Börsenumfeld hat sich im Jahr 2011 sehr volatil gezeigt. Zwischen dem 1.1.2011 und dem 31.12.2011 fiel der DAX von 6.973 um 1.075 Punkte auf 5.898.

2. Unternehmensentwicklung

Allgemein

Das Jahr 2011 war durch eine verhalten positive Entwicklung des Werbemarktes gekennzeichnet, die sich zum Ende des Jahres jedoch deutlich eingetrübt hat, insbesondere im Bereich der Vermarktung im Finanzbereich. Durch die diversifizierte Erlösbasis konnte ein Einbrechen des Ergebnisses jedoch verhindert werden. In allen Quartalen konnte ein positives Betriebsergebnis erzielt werden. Auf weitere Kostensenkungen konnte im Verlauf des Jahres 2011 verzichtet werden, der Fokus lag auf einer Sondierung von Investitionsopportunitäten innerhalb und außerhalb des Kernprodukts.

Die operativen Schwerpunkte des Jahres 2011 waren dementsprechend die Optimierung der Erlös- und Werbe-Performance und die schrittweise Neuprogrammierung der Plattform, die nun nahezu abgeschlossen wurde. So konnten in 2011 einige wichtige Direktkunden für die Vermarktung gewonnen werden, die produktseitig in die Plattform integriert wurden. Diese Kooperationen sind von hoher Relevanz, da sie auf Nachhaltigkeit angelegt sind. Darüber hinaus konnte die Performance einzelner Werbemittel durch intensives Testen verbessert werden, damit wird die Plattform www.wallstreet-online.de für Werbekunden noch attraktiver. Die neuen Features werden von den Nutzern gut angenommen, der Traffic konnte trotz eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks gegenüber Vorjahr stabil gehalten werden.

Folglich konnte das Jahr 2011 mit einem positiven Ergebnis in Höhe von TEUR 321 gegenüber dem Vorjahr (TEUR -649) abgeschlossen werden.

Investitionstätigkeit / Desinvestition

Die getätigten Investitionen betreffen im Wesentlichen die Entwicklung neuer Tools sowie Weiterentwicklungen im Bereich Search Engerniering Marketing (SEO). Die Zugänge bei den Sachanlagen betreffen überwiegend Neuanschaffungen im Bereich Hardware und Büroausstattung.

Mitarbeiterentwicklung

Zum 31. Dezember 2011 betrug der Mitarbeiterbestand bei der wallstreet:online AG 10 Mitarbeiter (Vorjahr: 13 Mitarbeiter). Durchschnittlich waren 10 Mitarbeiter (Vorjahr: 21 Mitarbeiter) beschäftigt.

Anzahl Mitarbeiter:

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31.03.2011 30.06.2011 30.09.2011 31.12.2011
11 9 10 10

Produkt: www.wallstreet-online.de

Im Laufe des Jahres konnten diverse Produktmaßnahmen umgesetzt werden. Die wallstreet:online AG konnte dadurch mit 680 Tsd. Unique Usern (AGOF 2011-12) die dritte Position im Bereich der Finanz- und Anlageportale nach finanzen.net (1,82 Mio.) und onvista.de (0,92 Mio.) festigen. wallstreet-online.de zählte im Jahresmittel rund 33 Mio. Page Impressions (2010: 32 Mio.) und 4,5 Mio. Visits (2010: 4,5 Mio.). Damit liegt die Plattform etwa auf Niveau des Vorjahres (Quelle: IVW).

Produktseitig konnte der Bereich Börse & Märkte im letzten Jahr komplett neu aufgesetzt werden. Im Rahmen dessen wurde der Derivatebereich mit einem neuen Dienstleister umfassend überarbeitet. Darüber hinaus wurden diverse neue Werbeprodukte konzipiert und umgesetzt. Die Migration der Funktionalitäten auf die neue Entwicklungsumgebung wurde nahezu abgeschlossen. Dadurch wird es im Jahre 2012 möglich sein, bestehende Funktionen deutlich schneller weiter zu entwickeln als bisher.

3. Lage der Gesellschaft

Vermögenslage

Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Anlagenspiegel. Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 247 auf TEUR 2.843 erhöht, was im Wesentlichen auf die operative Ergebnisentwicklung zurückzuführen ist.

Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit gegeben. Zum 31. Dezember 2011 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von TEUR 1.978 ausgewiesen, was einen Anstieg von TEUR 435 bedeutet.

Die Liquiditätsplanung sieht für das Geschäftsjahr 2012 einen weiteren Anstieg der Liquiditätsreserven vor, da für 2012 ein positives Ergebnis erwartet wird. Für 2013 rechnen wir ebenfalls mit einem deutlichen Jahresüberschuss.

Ertragslage

Die Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum resultiert aus einer diversifizierten Erlösbasis und einer gesunkenen Kostenstruktur. Sowohl Personal- als auch Materialkosten liegen im Vorjahresvergleich auf deutlich niedrigerem Niveau.

Aufgrund des Vermarkterwechsels, der stets mit Anlaufverlusten verbunden ist, fielen die Umsatzerlöse um 15 % von TEUR 2.195 auf TEUR 1.867. Den gesunkenen Umsätzen stehen im Gegenzug im Vergleich zum Vorjahr auch geringere Kosten gegenüber. Der neue Vermarkter konnte das Niveau des Jahres 2010 nicht halten. Die Umsätze in diesem Bereich sind TEUR 271 zurückgegangen.

Bis auf bei den Key-Account-basierten Umsätzen konnten in sämtliche Bereiche Steigerungen zum Vorjahr verzeichnet werden. Der stärkste Anstieg war im Bereich Investor-Relation Vermarktung zu verzeichnen. Die Umsätze in diesem Bereich konnten mehr als verdoppelt werden auf TEUR 287. Im Bereich Transaktionen / Ecommerce-Modell konnten die Einnahmen in Fortsetzung zum Jahr 2010 weiter gesteigert werden: um 7 % auf TEUR 572.

Steigerungen konnten zudem im recht kleinen Umsatzsegment der Autorenzugänge erzielt werden. Hier stiegen die Umsätze um 166 % auf TEUR 54.

Gänzlich weggefallen sind aus firmenpolitischen Gründen die Umsatzbereiche Drittvermarktung und Bartergeschäfte, bei denen gar keine bzw. nur eine kleine Marge erwirtschaftet wurde in der Vergangenheit. Dies macht insgesamt in diesen beiden Bereichen einen Rückgang gegenüber Vorjahr in Höhe von TEUR 250 aus.

Der Materialaufwand ist um TEUR 391 auf TEUR 533 zurückgegangen, das ist ein Rückgang von 42 % im Vergleich zum Vorjahr. Grund hierfür sind zum einen noch die Auswirkungen aus der Aufgabe der Drittvermarktung (Wegfall Gutschriften an Drittseiten) sowie die Auslagerung des Vertriebs (keine Kosten mehr für AGOF und Vertriebsdatenbanken etc.) und zum anderen die Reduktion der Kosten für Dateneinkauf, Serverkosten und Kosten für externe Programmierung.

Im Rahmen dieser Umstrukturierungsmaßnahmen konnten im Personalbereich nochmalig Kostensenkungen erzielt werden, der Aufwand wurde um 50,0 % bzw. TEUR 606 auf TEUR 608 reduziert. Zudem entfällt nun die Einmalbelastung durch Abfindungszahlungen im Jahr 2010 infolge des Personalabbaus.

Die Abschreibungen sind nochmals deutlich zurückgegangen, Grund hierfür ist im Wesentlichen die Bereinigung des Anlagevermögens aufgrund eines Bürowechsels.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 214 auf TEUR 383 zurückgegangen. Im Wesentlichen resultiert die Reduzierung der Kosten aus der vollständigen Aufgabe von Bartergeschäften und der permanenten Optimierung im Bereich der übrigen Verwaltungskosten. Kosteneinsparungen konnten vor allem nochmals in den Bereichen Beraterkosten und Reise-/Messe-Kosten erzielt werden. Zudem fielen die Wertberichtigungen auf uneinbringliche Forderungen in 2011 deutlich niedriger aus als im Vorjahr.

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag ergeben sich grundsätzlich unter Berücksichtigung von Verlustvorträgen nach den Vorschriften über die so genannte Mindestbesteuerung nicht.

4. Organisation und Risikomanagement

Vorstand

Frau Jeannette Kolbinger ist zum 4. Mai 2011 neben Herrn Plog in den Vorstand gewählt worden. Sie übernimmt die Ressorts Finanzen und Verwaltung und löste damit André Kolbinger ab, der in den Aufsichtsrat wechselt.

Aufsichtsrat

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 20. Juli 2011 wurde Herr André Kolbinger in den Aufsichtsrat und mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 20. Juli 2011 zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.

Mit Datum vom 20. Juli 2011 legten folgende Mitglieder des Aufsichtsrats ihr Mandat auf Grund der Verkleinerung des Aufsichtsrats nieder:

Dr. Frank-B. Werner

Ewald Brunen

Sven Boschert

Risikomanagement

Da sich das Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld bewegt, wird besonderer Wert auf ein praktikables und umsetzungsfähiges Risikomanagement-System gelegt. Der Vorstand ist sich dieser Aufgabe bewusst. Das bei der Gesellschaft implementierte Risikomanagement ist darauf aufgebaut, aktuelle Entwicklungen in allen Bereichen der Gesellschaft mit den Planungen zu vergleichen und zu analysieren. Bei der Abweichung von den Planzahlen im negativen Sinne wird ein Plan zur zügigen Umsetzung von Gegenmaßnahmen entwickelt.

Der Vorstand informiert sich in monatlichen Abständen über die Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft und laufend zur allgemeinen Geschäftslage. Die Steuerung der Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, Wachstum und Wertsteigerung mit vertretbaren Risiken zu erzielen.

Der Aufsichtsrat wird in seinen Sitzungen regelmäßig zu bestehenden Risiken und Gegenmaßnahmen informiert und erhält monatlich einen detaillierten Überblick zur finanziellen Entwicklung der Gesellschaft und anderen wichtigen Kennzahlen.

5. Forschung und Entwicklung

Die wallstreet:online AG ist bestrebt, ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot permanent weiterzuentwickeln, effizient zu gestalten sowie sinnvolle und ergänzende Nutzer- und Kundenwünsche schnell und sachgerecht umzusetzen. Forschungsarbeiten im grundlegenden Sinne werden nicht durchgeführt.

6. Risiken und Chancen der zukünftigen Entwicklung

Bestandsgefährdende Risiken, insbesondere Liquiditätsrisiken, sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

Betriebsrisiken bestehen im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb des eigenen Portals. Unterbrechungen im Betrieb des Portals oder der Informationsversorgung können zu Einnahmeausfällen und Kundenverlusten führen.

Wirtschaftliche Rezensionstendenzen und staatliche Eingriffe könnten dazu führen, dass das Interesse an Börseninformationen bei den Nutzern nachlässt und der Werbeumsatz einbricht. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Werbekunden ihre Werbeinvestitionen bei weiterer Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds stark einschränken.

Durch die sehr effiziente Kostenstruktur ist die wallstreet:online AG sehr schlank aufgestellt und kann auf Marktveränderungen schnell reagieren. Die Fokussierung auf das Kerngeschäft und die kostengünstige Positionierung verhelfen der wallstreet:online AG zu einer guten Positionierung im wettbewerblichen Umfeld.

7. Wichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es sind keine berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt geworden, die für das Unternehmen von wesentlicher Bedeutung sind.

8. Prognosebericht

Die wallstreet:online AG erwartet für das Jahr 2012 eine positive Entwicklung, die Restrukturierungs- und Konsolidierungsphase ist nun nach zwei Jahren vollständig abgeschlossen. Die Ertragssituation ist als positiv zu bewerten, das Geschäftsmodell ist klar fokussiert und zukunftsfähig. Für 2012 rechnet die Gesellschaft mit einer anhaltend positiven Entwicklung.

Die wallstreet:online AG verfügt über ein gesundes Kerngeschäft, dass nun durch gezielte Investitionen erweitert wird, um ein profitables Umsatzwachstum zu erzeugen. Mehrere Projekte befinden sich in der Umsetzung, die ihren Beitrag dazu leisten werden. Das Jahr 2011 war ein Stabilisierungsjahr, 2012 und 2013 werden vorbehaltlich stabiler Finanzmärkte wieder Wachstumsjahre werden.

Die aktuelle Marktsituation beinhaltet Chancen und Risiken gleichermaßen, das drückt sich in einer entsprechend hohen Volatilität der Finanzmärkte aus. Die Volatilität verunsichert einen Großteil der Anleger - trotzdem gibt es insbesondere im Trading- und Small Cap Bereich immer wieder Anleger, die auch bereit sind in Finanzprodukte zu investieren. Solange das Zinsniveau niedrig und die Marktliquidität hoch bleibt, gehen wir von einer akzeptablen bis guten Marktlage aus.

Durch die optimierte Kostenstruktur ist die wallstreet:online AG aber auch für schwierigere Konjunkturszenarien gut gerüstet.

 

Berlin, 31. März 2012

wallstreet:online AG

Der Vorstand

Felix Plog

Jeannette Kolbinger