Smartbroker Holding AG (vormals: wallstreet:online AG)

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022

AKTIVA

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31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen 63.565.512,35 57.723.525,50
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 8.579.639,33 9.811.032,51
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.517.750,30 4.866.018,30
2. Geleistete Anzahlungen 4.061.889,03 4.945.014,21
II. Sachanlagen 46.189,00 41.372,01
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46.189,00 41.372,01
III. Finanzanlagen 54.939.684,02 47.871.120,98
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 53.375.025,29 45.657.542,04
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 221.204,11 206.204,11
3. Beteiligungen 29.800,00 553.133,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 979.663,75 1.111.894,75
5. Sonstige Ausleihungen 333.990,87 342.347,08
B. Umlaufvermögen 24.663.201,73 19.350.506,35
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.881.702,29 13.724.844,47
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.687.817,10 1.436.604,41
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.130.240,30 11.026.533,56
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.063.644,89 1.261.706,50
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 15.781.499,44 5.625.661,88
C. Rechnungsabgrenzungsposten 377.478,73 111.542,45
Summe der Aktiva 88.606.192,81 77.185.574,30

PASSIVA

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A. Eigenkapital 58.608.082,60 50.236.606,84
I. Gezeichnetes Kapital 15.681.252,00 15.101.252,00
II. Kapitalrücklage 38.726.519,81 29.272.519,81
III. Bilanzgewinn 4.200.310,79 5.862.835,03
B. Rückstellungen 1.562.876,32 2.443.273,57
1. Steuerrückstellungen 185.805,76 734.816,06
2. Sonstige Rückstellungen 1.377.070,56 1.708.457,51
C. Verbindlichkeiten 27.717.310,77 23.524.675,85
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.635.964,48 4.989.798,55
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 152.320,00 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.219.758,95 7.536.166,10
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.567.494,82 9.323.565,09
5. Sonstige Verbindlichkeiten 141.772,52 1.675.146,11
davon aus Steuern: 118.066,91 Euro (Vorjahr 141.356,26 Euro)
D. Rechnungsabgrenzungsposten 467.478,60 912.747,32
E. Passive latente Steuern 250.444,52 68.270,72
Summe der Passiva 88.606.192,81 77.185.574,30

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG VOM 01.01.2022 BIS 31.12.2022

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2022 2021
1. Umsatzerlöse 18.217.701,69 22.510.321,24
2. andere aktivierte Eigenleistungen 358.846,86 244.320,82
3. Sonstige betriebliche Erträge 1.108.094,32 260.390,36
4. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen -9.658.741,82 -17.787.358,63
Rohergebnis 10.025.901,05 5.227.673,79
5. Personalaufwand -5.921.926,58 -5.898.656,78
a) Löhne und Gehälter -5.338.948,61 -5.404.939,57
b) Soziale Abgaben -582.977,97 -493.717,21
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen -7.042.058,58 -367.390,94
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.292.145,29 -4.511.865,26
Betriebsergebnis -5.230.229,40 -5.550.239,19
8. Erträge aus Beteiligungen 400.000,00 0,00
- davon aus verbundenen Unternehmen 400.000,00 0,00
9. Erträge aus Ergebnisabführungen 5.570.487,04 7.248.928,25
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 43.244,80 19.933,80
- davon aus verbundenen Unternehmen 15.000,00 15.000,00
11. Aufwendungen aus Ergebnisabführungen -732.776,81 -3.404,35
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen -1.172.100,00 -302.756,25
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -509.468,66 -228.653,83
- davon aus verbundenen Unternehmen 160.080,39 95.800,03
Finanzergebnis 3.599.386,37 6.734.047,62
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -31.681,21 -582.117,36
- davon aus latenten Steuern 63.455,44 -95.800,03
15. Jahresüberschuss/​Jahresfehlbetrag -1.662.524,24 601.691,07
16. Gewinnvortrag 5.862.835,03 5.261.143,96
17. Bilanzgewinn 4.200.310,79 5.862.835,03

ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS 31. DEZEMBER 2022

I. Allgemeine Angaben

Die Smartbroker Holding AG (vormals wallstreet:online AG), Berlin, hat ihren Geschäftssitz in der Ritterstraße 11 in 10969 Berlin und ist im Handelsregister von Berlin-Charlottenburg unter HRB 96260 eingetragen. Die Aktien der Smartbroker Holding AG sind an der Frankfurter Wertpapierbörse im Freiverkehr unter der ISIN DE000A2GS609 gelistet.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Jahresabschluss der Smartbroker Holding AG wird nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften der§§ 242 bis 288 HGB und den aktienrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden folgen der Bilanzierungsstätigkeit gemäß den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

Die Ausweis- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr angewandt. Die Smartbroker Holding AG ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB und nimmt größenabhängige Aufstellungserleichterungen teilweise in Anspruch. Die bei den einzelnen Posten des Jahresabschlusses angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden wie folgt erläutert:

Entgeltlich von Dritten erworbene abnutzbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über den Zeitraum der voraussichtlichen Nutzung planmäßig bzw. bei dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Die Gesellschaft übt bei selbst erstellten immateriellen Vermögengegenständen das Wahlrecht gem. § 248 Abs. 2 S. 1 HGB aus.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen werden nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ermittelt. Für Zugänge an beweglichen Anlagegütern wird im Zugangsjahr eine Abschreibung pro rata temporis vorgenommen. Die geringwertigen Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis EUR 800,00 werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.

Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Wertpapiere zu Anschaffungskosten bzw. bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung zu den niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen zum Nennwert angesetzt.

Die Forderungen und die sonstigen Vermögensgegenstände werden unter Beachtung des Niederstwertprinzips mit dem Nennwert bzw. mit dem Börsen- oder Marktpreis angesetzt. Fremdwährungsforderungen (falls vorhanden) werden zum Stichtag mit dem Devisenkassamittelkurs in Euro umgerechnet. In 2022 gab es keine Fremdwährungsforderungen.

Die flüssigen Mittel sind zum Nominalwert bilanziert.

Das gezeichnete Kapital innerhalb des Eigenkapitals ist mit dem Nennbetrag bewertet.

Die Rückstellungen werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag bekannten Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken. Die Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen ausgewiesen, die den Aufwand bzw. Erträge für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

II. Angaben zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Angaben zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022 ist im Anlagenspiegel abgebildet, der als Anlage zu diesem Anhang beigefügt ist.

Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten Lizenzen, Webseiten-Funktionserweiterungen (Tools) sowie Software. Die Abschreibungen darauf erfolgen linear über eine Nutzungsdauer von zwei bis fünf Jahren. Erworbene Domainnamen werden nicht planmäßig abgeschrieben, da in Anwendung der steuerlichen Betrachtung der Domainname grundsätzlich eine zeitlich unbeschränkte Nutzungsmöglichkeit und daraus resultierende wirtschaftliche Vorteile bietet.

Des Weiteren wird unter den immateriellen Vermögensgegenständen der Kundenstamm der Wertpapierbestandskunden der Volkswagen Bank GmbH (kurz VW-Kundenstamm) ausgewiesen. Im Zuge der Ermächtigungstreuhand wird die Tochtergesellschaft Smartbroker AG dazu ermächtigt, über das Treuhandvermögen im eigenen Namen im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung zu verfügen, wobei die rechtliche Verfügungsgewalt der Smartbroker Holding AG weiterhin besteht. Der Kundenstamm wird über eine voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben.

Außerdem werden unter den immateriellen Vermögensgegenständen Entwicklungskosten für das Frontend des Projektes Smartbroker 2.0 ausgewiesen. Infolge einer Produktänderung und Neuausrichtung beim Smartbroker wurde im Geschäftsjahr 2022 eine außerplanmäßige Abwertung um TEUR 6.653 vorgenommen.

Die Zugänge bei den Sachanlagen betreffen überwiegend Neuanschaffungen im Bereich Hardware und Büroausstattung, wobei die Dauer der Abschreibungen der neu angeschafften Anlagengüter zwischen drei und fünf Jahren liegt.

Die Finanzanlagen betreffen im Einzelnen:

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Name Sitz Anteil am Kapital Eigenkapital zum 31.12.2022 Ergebnis 2022
in TEUR in TEUR
Markets Inside Media GmbH Leipzig 100% 1.594 0
ABC New Media AG Zürich, Schweiz 100% 8.619 1.525
ARIVA.DE Aktiengesellschaft Kiel 100% 3.187 0
Smartbroker AG Berlin 100% 7.654 -7.041
Smart Investor Media GmbH München 90% 267 88
Mint Assets GmbH i. L. Berlin 60% 0 -15
Blockchain Consult GmbH i. L. Frankfurt/​ Main 50% 0 -2
Wallstreet Online Corporate Finance AG i. L. Berlin 100% 247 -1
Wallstreet:online Publishing GmbH Berlin 90% 1.025 0
Wallstreet:online Fonds Advisory GmbH i. L. Berlin 100% 21 -1
crumbl AG i. L. Berlin 85% 88 -5
GF Global Funds SICAV Liechtenstein 33% 1.384 -14
FinMarie GmbH Berlin 17% 391 -816

Anteile an verbundenen Unternehmen

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weitere Zukäufe im Rahmen des Squeeze out und Einzahlungen in die Kapitalrücklage bei der Smartbroker AG in Höhe von TEUR 6.662. Die außerordentliche Hauptversammlung der Smartbroker AG (vormals wallstreet:online capital AG) hat mit Beschluss vom 26. Januar 2022 die Übertragung der Anteile der übrigen Aktionäre gegen Zahlung einer Barabfindung gemäß § 327a AktG (Squeeze-Out) auf die Smartbroker Holding AG, Berlin, beschlossen. Der Übertragungsbeschluss ist am 25. April 2022 in das Handelsregister der Smartbroker AG beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg (HRB 99126) eingetragen worden. Dadurch sind kraft Gesetzes alle Aktien der Minderheitsaktionäre der Smartbroker AG auf die Smartbroker Holding AG übergegangen.

Kapitalerhöhung bei der Wallstreet:online Publishing GmbH in Höhe von TEUR 1.000

Die Beteiligung an der GF Global Funds SICAV wurde im Geschäftsjahr 2022 in voller Höhe in die Beteiligungen umgegliedert.

Beteiligungen

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weitere Zukäufe bei der FinMarie GmbH in Höhe von TEUR 267

die Beteiligung an der GF Global Funds SICAV wurde in voller Höhe umgegliedert von "Anteile verbundene Unternehmen" in die "Beteiligungen"

Zum 31. Dezember 2022 wurde aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung die Beteiligungen an der FinMarie GmbH um TEUR 790 abgewertet

Wertpapiere

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Im Geschäftsjahr 2022 wurden Wertpapierpositionen in Höhe von TEUR 250 erworben.

Wertpapiere im Anlagevermögen wurden im Geschäftsjahr um TEUR 382 aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben.

Die Forderungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. In den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Einzelwertberichtigungen in Höhe von TEUR 191 berücksichtigt. Die Bildung einer Pauschalwertberichtigung zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos ist nicht notwendig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen vor allem eine Forderung im Zusammenhang mit dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Markets Inside Media GmbH (TEUR 3.691) und der AVIRA.DE Aktiengesellschaft (TEUR 1.880) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 560). Im Wesentlichen sind dies Forderungen gegen die Smartbroker AG aus dem Kooperationsvertrag bezüglich des gemeinsamen Projekts Smartbroker und dem Treuhandverhältnis bezüglich VW-Kundenstamm sowie Forderungen gegen Tochterunternehmen aus Leistungsverrechnungen.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen aus Kautionen enthalten (TEUR 21, Vorjahr: TEUR 21 ), welche eine Restlaufzeit von über einem Jahr haben. Weiterhin sind hier Forderungen gegen das Finanzamt aus Umsatzsteuerüberschüssen sowie aus Rückforderungen zur Körperschaft- und Gewerbesteuer enthalten.

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 15.681.252,00 ist eingeteilt in 15.681.252 auf den Inhaber lautenden Aktien ohne Nennwert mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00.

Die Entwicklung des Eigenkapitals zum 31. Dezember 2022 stellt sich wie folgt dar:

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gez. Kapital Kapitalrücklage Bilanzgewinnvortrag Eigenkapital
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Stand 1.1.2022 15.101 29.273 5.863 50.237
Kapitalerhöhung 580 9.454 0 10.034
Ergebnis 2022 0 0 -1.663 -1.663
Stand 31.12.2022 15.681 38.727 4.200 58.608

Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 13. Juli 2022 hat die Gesellschaft eine Kapitalerhöhung aus genehmigten Kapital 2021 (TEUR 7.841) gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen. Das genehmigte Kapital laut Satzung beträgt 6.970.626,00 Euro.

Die Gesellschaft hat eine Kapitalerhöhung aus genehmigten Kapital 2021 im Umfang von 580.000 Euro gegen Bareinlagen und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durchgeführt, welche durch Eintragung ins Handelsregister am 21. Juli 2022 wirksam wurde. Mit Beschluss des Aufsichtsrats vom 13. Juli 2022 wurde die Fassung der Satzung entsprechend angepasst. Das Genehmigte Kapital 2021 betrug danach noch 6.970.626,00 Euro.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29.08.2022 wurde das Genehmigte Kapital 2021 vollständig aufgehoben und ein neues Genehmigtes Kapital 2022 geschaffen. Danach ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 28.08.2027 einmalig oder mehrmals um bis zu 7.840.626,00 EUR gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2022/​I). Diese Ermächtigung wurde bislang noch nicht ausgenutzt.

Die Steuerrückstellungen enthalten Rückstellung für latente Steuern in Höhe von TEUR 250 (Vorjahr TEUR 68). Diese resultieren aus Aktivierung der selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenstände aufgrund der aktivierten Personalkosten für das Projekt Smartbroker 2.0.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen TEUR 258 (Vorjahr: TEUR 220), Rückstellungen für Abschluss- und Prüfungskosten TEUR 187 (Vorjahr: TEUR 70), Rückstellungen für Berufsgenossenschaft TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 5), Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütung TEUR 142 (Vorjahr: TEUR 140) sowie Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern TEUR 785 (Vorjahr: TEUR 1.274).

Die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

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Verbindlichkeiten bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr davon mehr als 5 Jahre
gegenüber Kreditinstituten TEUR 4.152 TEUR 10.485 TEUR 0
(Vorjahr TEUR 1.494) (Vorjahr TEUR 3.496) (Vorjahr TEUR 0)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen TEUR 0 TEUR 152 TEUR 0
(Vorjahr TEUR 0) (Vorjahr TEUR 0) (Vorjahr TEUR 0)
aus Lieferungen und Leistungen TEUR 1.220 TEUR 0 TEUR 0
(Vorjahr TEUR 7.536) (Vorjahr TEUR 0) (Vorjahr TEUR 0)
gegenüber verbundenen Unternehmen TEUR 11.567 TEUR 0 TEUR 0
(Vorjahr TEUR 9.324) (Vorjahr TEUR 0) (Vorjahr TEUR 0)
Sonstige TEUR 142 TEUR 0 TEUR 0
(Vorjahr TEUR 1.675) (Vorjahr TEUR 0) (Vorjahr TEUR 0)
Summe TEUR 17.081 TEUR 10.637 TEUR 0
(Vorjahr 20.029) (Vorjahr TEUR 3.496) (Vorjahr TEUR 0)

Die Gesellschaft hat in 2022 zusätzliche Bankkredite in Höhe von TEUR 13.000 aufgenommen, um das Projekt Smartbroker 2.0 zu finanzieren.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Gesamthöhe von TEUR 14.636 (Vorjahr TEUR 4.990) sind TEUR 14.481 durch gesamtschuldnerische Bürgschaften/​Mithaftung der Tochtergesellschaften Markets Inside Media GmbH, ABC New Media AG und ARIVA.DE Aktiengesellschaft abgesichert.

Davon sind TEUR 10.986 zusätzlich durch gesamtschuldnerische Bürgschaft/​Mithaftung der Tochtergesellschaft Smartbroker AG abgesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 828 (Vorjahr: TEUR 851), sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 10.007 (Vorjahr: TEUR 8.473) aus Darlehen sowie Verbindlichkeiten aus Verlustübernahme in Höhe von TEUR 733 (Vorjahr: TEUR 3).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind insbesondere Verbindlichkeiten aus Lohnsteuer und Sozialversicherung sowie Kreditkartenabrechnungen ausgewiesen.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse über TEUR 18.218 (Vorjahr TEUR 22.510) werden sowohl im Inland als auch im Ausland erzielt. Die Umsätze mit im Ausland ansässigen Kunden werden üblicherweise in Euro abgerechnet. Diese betragen TEUR 12.866 (Vorjahr TEUR 12.982).

Unter den anderen aktivierten Eigenleistungen wurden Personalkosten aktiviert, welche die Weiterentwicklung des Smartbrokers betreffen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Konzernverrechnungen in Höhe von TEUR 431 (Vorjahr TEUR 174). Des Weiteren sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen hier ausgewiesen TEUR 590 (Vorjahr TEUR 65). Unter den sonstigen betrieblichen Erträgen wurden Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 4 (Vorjahr TEUR 0) ausgewiesen.

Die Abschreibungen enthalten Abschreibungen auf den im Jahr 2020 erworbenen Depotbestand der Volkswagen Bank GmbH in Höhe von TEUR 333 (Vorjahr TEUR 333). Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen im Kontext des Projekts Smartbroker 2.0 in Höhe von TEUR 6.653.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen neben den üblichen allgemeinen Verwaltungskosten wie Miete, Versicherungen etc. insbesondere Kosten für Beratung (TEUR 358, Vorjahr TEUR 2.282), Kosten für Börsennotierung (TEUR 212; Vorjahr TEUR 734), Kosten Hauptversammlung (TEUR 74; Vorjahr TEUR 39), Kosten für Rechtsberatung (TEUR 294, Vorjahr TEUR 334), Abschluss- und Prüfungskosten (TEUR 208; Vorjahr TEUR 98) und Aufsichtsratsvergütung (TEUR 95; Vorjahr TEUR 102). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen für Kosten aus der Nachbelastung infolge einer Sozialversicherungsprüfung in Höhe von TEUR 59 enthalten. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr TEUR 1) ausgewiesen.

Unter den Abschreibungen auf Finanzanlagen sind Abschreibungen auf die Beteiligung an der FinMarie GmbH in Höhe von TEUR 790, sowie Abschreibungen auf sonstige Wertpapiere in Höhe von TEUR 382 enthalten.

Innerhalb der Erträge aus Ergebnisabführungen sind Erträge aus der Gewinnabführung gemäß Ergebnisabführungsvertrag mit der Markets Inside Media GmbH sowie der AVIRA.DE Aktiengesellschaft ausgewiesen.

Unter den Aufwendungen aus Ergebnisabführungen sind Verlustübernahmen aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der wallstreet:online Publishing GmbH ausgewiesen.

Die Smartbroker Holding AG weist passive latente Steuern in Höhe von TEUR 250 (Vorjahr TEUR 68) aus, die aus der Aktivierung eigener Personalaufwendungen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Projekts Smartbroker resultieren. In 2022 wurden passive latente Steuern in Höhe von TEUR 63 ertragswirksam aufgelöst.

III. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestanden zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen für das von insgesamt TEUR 8.443 (Vorjahr TEUR 500).

Die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

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Sonstige finanzielle Verpflichtungen bis 1 Jahr mehr als 1 Jahr davon mehr als 5 Jahre
Mietverträge TEUR 1.407 TEUR 5.629 TEUR 1.407
(Vorjahr TEUR 150) (Vorjahr TEUR 350) (Vorjahr TEUR 0)

Haftungsverhältnisse

Die Smartbroker Holding AG hat eine Patronatserklärung für den Mietvertrag der Tochtergesellschaft Smartbroker AG, Berlin, in Höhe von TEUR 10.932 abgegeben. Eine Inanspruchnahme der Smartbroker Holding AG scheint aus heutiger Sicht unwahrscheinlich.

Honorar Abschlussprüfer

Das Honorar des Abschlussprüfers beträgt im Geschäftsjahr 2022 TEUR 187 (Vorjahr TEUR 80) und enthält ausschließlich Abschlussprüfungsdienstleistungen.

Anzahl der Beschäftigten

Die Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter betrug im Jahr 2022 durchschnittlich 50 Mitarbeiter (Vorjahr 43). Hiervon entfallen 42 Angestellte auf Vollzeitbeschäftigung (Vorjahr: 39) und 8 Angestellte (Vorjahr: 4) auf Teilzeitbeschäftigung (inkl. Werkstudenten).

Nahestehende Personen

Im Berichtsjahr gab es keine Geschäfte mit nahestehenden Personen zu marktunüblichen Konditionen.

Im Jahr 2021 schloss die Smartbroker Holding AG einen Beratungsvertrag mit ihrem Vorstand Roland Nicklaus. Der mit Herr Nicklaus verhandelte Vertrag ist marktüblich.

Im Jahr 2020 schloss die Smartbroker Holding AG einen Vertrag über ein Partnerprogramm mit der Firstlead GmbH, Berlin. Hauptgesellschafter der Firstlead GmbH ist der Aufsichtsrat Marcus Seidel. Der mit der Firstlead GmbH vereinbarte Vertrag ist marktüblich.

Die Smartbroker Holding AG hat mit ihren Tochterunternehmen Markets Inside Media GmbH, Leipzig, ARIVA.DE Aktiengesellschaft, Kiel, und der ABC New Media AG, Zürich, Schweiz, die Vermarktung von Werbung auf den zu den Töchtern gehörenden Medien vertraglich vereinbart. Die Vergütung an die Smartbroker Holding AG ist jeweils marktüblich.

Mitglieder des Vorstands

Herr André Kolbinger, Kaufmann, Mitglied des Vorstandes seit 19. August 2022 (Vorstandsvorsitzender). Herr Kolbinger ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG i. L., Berlin (Tochterunternehmen den Smartbroker Holding AG), und der ARIVA.DE Aktiengesellschaft, Kiel, (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig.

Herr Stefan Zmojda, Bankkaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. Januar 2016. Herr Zmojda ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG i. L., Berlin (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig.

Herr Michael Bulgrin, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Bulgrin ist zudem im Aufsichtsrat der ARIVA.DE Aktiengesellschaft, Kiel (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig.

Herr Oliver Haugk, Diplom-Kaufmann, Mitglied des Vorstands seit 1. November 2017. Herr Haugk ist zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG i. L., Berlin (Tochterunternehmen den Smartbroker Holding AG), tätig.

Herr Roland Nicklaus, Diplom-Betriebswirt (BA), Mitglied des Vorstands seit 1. April 2021. Herr Nicklaus ist zudem im Aufsichtsrat der Smartbroker AG (vormals wallstreet:online capital AG), Berlin (Tochterunternehmen den Smartbroker Holding AG), tätig.

Mit Aufhebungsvereinbarung vom 19. August 2022 ist Herr Matthias Hach, Bankkaufmann, aus dem Vorstand ausgeschieden.

Die Gesamtbezüge des Vorstands belaufen sich im Jahr 2022 auf TEUR 2.912. Darin enthalten sind Abfindungen in Höhe von TEUR 513.

Mitglieder des Aufsichtsrates

Frau Silvia Gromol, Steuerberaterin, Mitglied des Aufsichtsrats seit 24. Juni 2022 (Aufsichtsratsvorsitzende). Frau Gromoll ist als Leiterin Finanzen & Steuern (Syndikus-Steuerberaterin) im Family Office von André Kolbinger angestellt.

Herr René Krüger, Bankkaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010 (stellvertretender Vorsitzender). Zudem ist Herr Krüger im Aufsichtsrat der Smartbroker AG, Berlin (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig.

Herr Marcus Seidel, Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 20. August 2020.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 95.

Bis zu seinem Wechsel in den Vorstand war André Kolbinger Aufsichtsratsvorsitzender. Mit 19. August 2022 schied er aus dem Gremium aus und wechselte in den Vorstand. Silvia Gromoll wurde von der Hauptversammlung der Aktionäre der Smartbroker Holding AG am 24. Juni 2022 in den Aufsichtsrat der Gesellschaft berufen. Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 2. Dezember 2022 wurde sie zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Konzernverhältnisse

Die Smartbroker Holding AG stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis auf. Der Konzernabschluss ist im Unternehmensregister einsehbar.

Nachtragsbericht

Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft haben.

Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Entwicklung der hiesigen und weltweiten Wirtschaft haben maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Werbe- und Finanztechnologie- Branche. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine haben zahlreiche Lieferketten, insbesondere im Bereich der Rohstoffe negativ beeinflusst. Infolge darauf ist eine weltweit gestiegene Inflation zu beobachten, die sich im Frühjahr 2023 wieder abflacht. Eine Ausweitung des Konflikts auf weitere Länder könnte jedoch zu stärkeren negativen Einflüssen in der globalen Wirtschaft führen und damit auch das Anlage- und Investitionsverhalten stark beeinflussen. Wenngleich derartige Krisen zum Anstieg der Volatilität und damit kurzfristig zur Zunahme in der Anzahl der Wertpapiertransaktion führen können, besteht die Gefahr eines längerfristigen negativen Marktumfelds, was abträgliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft haben könnte.

Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 15. März 2022 wurde der Gewinnabführungsvertrag mit der wallstreet:online Publishing GmbH zum 31.12.2022 aufgelöst. Das Ergebnis der wallstreet:online Publishing GmbH fließt somit erstmalig ab dem Wirtschaftsjahr 2023 nicht mehr in den Jahresabschluss der Smartbroker Holding AG ein.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 weist einen Bilanzgewinn von EUR 4.200.310,79 aus. Der Vorstand wird im Zuge der Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2022 vorschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Der Bilanzgewinn 2021 wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Berlin, 18. Juli 2023

Der Vorstand der Smartbroker Holding AG

André Kolbinger

Michael Bulgrin

Oliver Haugk

Stefan Zmojda

Roland Nicklaus

Anlagenspiegel zum 31.12.2022

Smartbroker Holding AG (vormals wallstreet:online AG)

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Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen Anschaffungs-, Herstellungskosten 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.478.895,72 5.500,00 15.000,00 0,00 6.469.395,72
2. Geleistete Anzahlungen 4.945.014,21 5.823.515,57 53.396,23 0,00 10.715.133,55
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 11.423.909,93 5.829.015,57 68.396,23 0,00 17.184.529,27
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 206.850,03 62.987,05 15.376,29 0,00 254.460,79
Summe Sachanlagen 206.850,03 62.987,05 15.376,29 0,00 254.460,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 46.782.897,87 7.717.483,25 0,00 -19.800,00 54.480.581,12
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.057.375,00 15.000,00 0,00 0,00 1.072.375,00
3. Beteiligungen 533.333,00 266.667,00 0,00 19.800,00 819.800,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 1.303.089,75 249.869,00 0,00 0,00 1.552.958,75
5. Sonstige Ausleihungen 342.347,08 4.933,80 13.290,01 333.990,87
Summe Finanzanlagen 50.019.042,70 8.253.953,05 13.290,01 0,00 58.259.705,74
Summe Anlagevermögen 61.649.802,66 14.145.955,67 97.062,53 0,00 75.698.695,80
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kumulierte Abschreibung 01.01.2022 Abschreibung Geschäftsjahr Abgänge kumulierte Abschreibung 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.612.877,42 338.768,00 0,00 1.951.645,42
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 6.653.244,52 0,00 6.653.244,52
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.612.877,42 6.992.012,52 0,00 8.604.889,94
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 165.478,02 50.046,06 7.252,29 208.271,79
Summe Sachanlagen 165.478,02 50.046,06 7.252,29 208.271,79
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.105.555,83 0,00 0,00 1.105.555,83
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 851.170,89 0,00 0,00 851.170,89
3. Beteiligungen 0,00 790.000,00 0,00 790.000,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 191.195,00 382.100,00 0,00 573.295,00
5. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 2.147.921,72 1.172.100,00 0,00 3.320.021,72
Summe Anlagevermögen 3.926.277,16 8.214.158,58 7.252,29 12.133.183,45
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Buchwert Geschäftsjahr 31.12.2022 Buchwert Vorjahr 31.12.2021
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.517.750,30 4.866.018,30
2. Geleistete Anzahlungen 4.061.889,03 4.945.014,21
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 8.579.639,33 9.811.032,51
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 46.189,00 41.372,01
Summe Sachanlagen 46.189,00 41.372,01
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 53.375.025,29 45.677.342,04
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 221.204,11 206.204,11
3. Beteiligungen 29.800,00 533.333,00
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 979.663,75 1.111.894,75
5. Sonstige Ausleihungen 333.990,87 342.347,08
Summe Finanzanlagen 54.939.684,02 47.871.120,98
Summe Anlagevermögen 63.565.512,35 57.723.525,50

Lagebericht

Grundlagen des Konzerns

Konzernstruktur und Organisation

Der Smartbroker Konzern ("Smartbroker Gruppe", "die Gruppe", "der Konzern", "das Unternehmen" oder schlicht "wir") ist ein Technologieunternehmen mit Sitz in Berlin und beschäftigt über 240 Mitarbeiter an den Standorten Berlin, Kiel, Leipzig, München und Zürich. Als Finanzdienstleister entwickelt und betreibt die Gruppe über Tochterunternehmen digitale Brokerage-Plattformen für Privatanleger sowie Finanzmedienportale und verbindet damit wichtige Aspekte des Retail-Investmentmarktes. Die beiden Hauptgeschäftsfelder sind "Transaktion" (digitale Brokerage-Lösungen) und "Media" (Finanz- und Börsenportale, Diskussionsforen, B2B-Softwarelösungen).

Management

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 waren folgende Personen als Mitglieder des Vorstandes der Smartbroker Holding AG bestellt:

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André Kolbinger | Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer Kaufmann, Vorstandsmitglied seit 19. August 2022, zudem im Aufsichtsrat der der ARIVA.DE Aktiengesellschaft, Kiel (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG) und im Aufsichtsrat der crumbl AG i.L., Berlin (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig

Roland Nicklaus | Vorstandsmitglied, Chief Financial Officer Diplom-Betriebswirt (BA), Vorstandsmitglied seit 1. April 2021, zudem im Aufsichtsrat der Smartbroker AG, Berlin, (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig

Stefan Zmojda | Vorstandsmitglied, Chief Revenue Officer Bankkaufmann, Vorstandsmitglied seit 1. Januar 2016, zudem im Aufsichtsrat der crumbl AG i. L., Berlin, (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig

Michael Bulgrin | Vorstandsmitglied, Chief Content Officer Diplom-Kaufmann, Vorstandsmitglied seit 1. November 2017, zudem im Aufsichtsrat der ARIVA.DE AG, Kiel, (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig

Oliver Haugk | Vorstandsmitglied, Chief Technology Officer Diplom-Kaufmann, Vorstandsmitglied seit 1. November 2017, im Aufsichtsrat der crumbl AG i. L., Berlin, (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig

André Kolbinger wurde unterjährig am 19. August 2022 in den Vorstand berufen und löste Matthias Hach in der Rolle des Vorstandsvorsitzenden ab. Nach Verständigung mit den relevanten Gremien legte Herr Hach sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Smartbroker Holding AG und der Smartbroker AG einvernehmlich mit sofortiger Wirkung vorzeitig nieder und schied aus der Unternehmensgruppe aus.

Der Aufsichtsrat der Smartbroker Holding AG setzte sich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 wie folgt zusammen:

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Silvia Gromoll | Aufsichtsratsvorsitzende

Steuerberaterin, Diplom-Kauffrau (FH), Aufsichtsratsmitglied seit 24. Juni 2022, Frau Gromoll ist als Leiterin Finanzen & Steuern (Syndikus-Steuerberaterin) im Family Office von André Kolbinger angestellt.

René Krüger | Aufsichtsratsmitglied (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender)

Bankkaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 9. September 2010, zudem im Aufsichtsrat der Smartbroker AG, Berlin, (Tochterunternehmen der Smartbroker Holding AG), tätig

Marcus Seidel | Aufsichtsratsmitglied

Kaufmann, Aufsichtsratsmitglied seit 20. August 2020

Bis zu seinem Wechsel in den Vorstand war André Kolbinger Aufsichtsratsvorsitzender. Mit dem 19. August 2022 schied er aus dem Gremium aus und wechselte in den Vorstand. Silvia Gromoll wurde von der Hauptversammlung der Aktionäre der Smartbroker Holding AG am 15. Juni 2022 in den Aufsichtsrat der Gesellschaft berufen. Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 2. Dezember 2022 wurde sie zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.

Rechtliche Struktur

Der Sitz der Muttergesellschaft, Smartbroker Holding AG, ist Berlin ("Smartbroker Holding AG", "die AG" oder "die Muttergesellschaft"). Die Muttergesellschaft hatte zum Abschlussstichtag unmittelbar bzw. mittelbar folgende Tochtergesellschaften mit Beteiligungshöhe über 50 %:

* nicht operativ tätig, Liquidationsbeschluss getroffen

Geschäftsmodell

Die Smartbroker Gruppe ist ein Finanztechnologieanbieter, der digitale private Vermögensanlage mit der Bereitstellung von Finanzmedien und Börseninformationen verbindet. Das Unternehmen entwickelt und betreibt Brokerage-Plattformen für Privatanleger sowie Finanz-Communitys und -portale. Außerdem bietet der Konzern individuelle B2B-Softwarelösungen in den Bereichen Finanzdaten, Webservices und regulatorische Dokumente an.

Aus dem 1998 gegründeten Geschäftsfeld der Finanzmedien entwickelte sich über die Beteiligung an der Smartbroker AG der Zugang zum Brokerage-Sektor. Ende 2019 wurde das Kernprodukt im Bereich Transaktion, der Smartbroker, lanciert. Das Unternehmen positioniert sich mit seinen Webseiten, Apps und Foren im Bereich Aktien und Märkte und in Kombination mit dem Angebot verschiedener Dienstleistungen im Brokerage-Markt als Anbieter für die Bereiche Information und Transaktion für Sparer, Privatanleger und Kapitalmarkt- Interessierte. Die Smartbroker Gruppe wendet sich damit an folgende Kunden- und Nutzergruppen:

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Sparer und Anleger haben mit dem Smartbroker die Möglichkeit nahezu sämtliche in Deutschland zugelassenen Wertpapiere an jedem deutschen Handelsplatz zu handeln.

Kapitalmarkt-Interessierten bieten die Websites und Apps der Smartbroker Gruppe Zugang zu Berichterstattung zu Wirtschafts- und Börsennachrichten, Anlagetrends und Analysen. Sparer, Anleger und Kapitalmarkt-Interessierte können sich in den sozialen Online-Foren austauschen und erhalten so weiterführende Informationen zu Finanz- und Investmentthemen.

Werbekunden und Bankpartner nutzen die Angebote der Gruppe für die gezielte Ansprache attraktiver Verbrauchergruppen - via Web und In-App.

Das Geschäftsfeld Transaktion wird im Wesentlichen über die Tochtergesellschaft Smartbroker AG betrieben. Gegenstand ist unter anderem die Vermittlung von Geschäften über die Anschaffung und die Veräußerung von Finanzinstrumenten oder deren Nachweis (Anlagevermittlung), die Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten im fremden Namen für fremde Rechnung (Abschlussvermittlung), die Vermittlung von Anlagekonten und Depots ohne Wertpapierdienstleistung (Leerkonten/​-depots) sowie der Betrieb und die Vermarktung von Finanzportalen im Internet. Die Haupteinnahmequellen erwachsen aus Transaktions-, Abschluss-, Bestands- und Innenprovisionen sowie Rückvergütungen von Bankpartnern und Handelsplätzen.

Den wichtigsten Bestandteil und gleichzeitig größten Umsatz- und Wachstumstreiber im Geschäftsfeld Transaktion stellt der Smartbroker dar - ein digitaler Broker für Privatanleger. Der Broker ist über eine Weboberfläche und nach Einführung von Smartbroker 2.0 auch über mobile Apps für iOS und Android zugänglich. Die Depotführung sowie die technische Durchführung des Wertpapierhandels erfolgt bis zum Umzug der Bestandskunden über die Partnerbank DAB BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, München ("DAB"). Im neuen System Smartbroker 2.0 obliegt die Depotführung und die Transaktionsabwicklung der Baader Bank AG.

Eine weitere Brokerage-Plattform, FondsDISCOUNT, ist auf die Vermittlung von Fonds, Direkt- und Crowdinvesting und Beteiligungen spezialisiert. Das Unternehmen bietet die Möglichkeit, ohne Emissionsaufschläge in Fonds zu investieren. Die Smartbroker Gruppe betreut außerdem Anlagekunden, die 2020 von der Volkswagen Bank übernommen wurden.

Über das gesamte Brokerage-Segment hinweg betreute die Gruppe über ihre Tochtergesellschaft Smartbroker AG ("SB AG") Ende 2022 rund 267.000 Wertpapierdepots und Kundenvermögen von annähernd € 9,2 Mrd. Dies entspricht einem durchschnittlichen Volumen von mehr als € 34.000 je Kundendepot.

Das Unternehmen entwickelt und betreibt zudem Finanz- und Börsenportale und Diskussionsforen zu finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Themen, im Wesentlichen rund um die Felder Börse, Markttrends, Investieren, Geldanlage, Vermögensaufbau und -management, angeführt von wallstreet-online.de, boersenNews.de, Finanznachrichten.de und Ariva.de. Ergänzt wird das Medienangebot durch das Printmedium Smart Investor (auch digital unter smartinvestor.de) sowie eine 2022 gestartete Börsenredaktion, die das bisherige Medienangebot erstmals durch Bezahl-Produkte (Börsenbriefe) erweitert.

Innerhalb des Bereichs B2C-Media stammen die Haupteinnahmequellen des Unternehmens aus der Werbung, die auf den verschiedenen Medien von Bankpartnern, Emittenten von Finanzprodukten sowie Werbeagenturen im Auftrag von Verbrauchermarken und Unternehmen platziert werden. Zusätzlich ergeben sich geringere Einnahmen aus Abonnements für Börsenbriefe und für das Magazin Smart Investor in der Print- und Digitalausgabe.

Ergänzt wird das Feld um B2B-Media. Das Tochterunternehmen ARIVA.DE AG bietet die Erstellung von Internetauftritten (Web, App), die Verarbeitung und Bereitstellung von Finanzdaten und regulatorischer Dokumente und liefert Marktdaten, Stammdaten und Kursinformationen an Banken, Finanzinstitute und Privatanleger. Hierbei erwachsen die Umsätze aus der Lizenzierung von Software ("software as a service") und dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen rund um die Entwicklung und Bereitstellung digitaler Inhalte. Insbesondere die Leistungen rund um die Bereitstellung von Marktdaten, Kursinformationen, und Charts werden in den selbstentwickelten Frontends (Web, App) des Smartbroker 2.0 Anwendungen finden, was einen Synergieeffekt zwischen dem Medien- und dem Brokerage-Angebot der Gruppe darstellt.

Unternehmensstrategie

Die Smartbroker Gruppe verfolgt die Strategie, umfassende Produkte und Anwendungen für private Anleger, Sparer und Kapitalmarktinteresse zu bieten und damit das Kundeninteresse in den Bereichen Information und Transaktion zu verknüpfen. Das Wachstum im profitablen Mediengeschäft ermöglichte die wesentlichen Investitionen in den Bereich Transaktion - zunächst in Form der Beteiligung an der Smartbroker AG und seit Ende 2019 in das gemeinsam gestartete Projekt Smartbroker. Damit wurden die Umsätze der Gruppe diversifiziert und ein neues Geschäftsfeld aufgebaut, das einerseits an sich ein Wachstumspotenzial darstellt und andererseits komplementär zum bestehenden Produkt ist und Synergiepotenziale sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Kostenseite bietet.

Aus diesem Ansatz leitet sich die derzeitige und künftige Unternehmensstrategie ab. Der Konzern setzt sich zum Ziel, das Wachstum in den Geschäftsfeldern Media und Transaktion für sich genommen weiter fortzuführen. Für beide Bereiche wurden Produkt- und Geschäftsinitiativen festgelegt, um die Wettbewerbsposition weiter auszubauen. Dazu zählen für den Bereich Media etwa die laufende visuelle und funktionelle Überarbeitung der Portale (z.B. Relaunch der Ariva News App) oder der Produktstart der firmeneigenen Börsenbriefe. Auf Seiten des Transaktionssegments ist der wichtigste Wachstumsprojekt der Produktstart von Smartbroker 2.0. Zudem bietet die synergetische Verbindung beider Bereiche die Möglichkeit, Privatanlegern Werkzeuge, Produkte und Dienstleistungen entlang des gesamten Investmentprozesses zu bieten - von der Finanzbildung und der Informationsbeschaffung über die Auswahl konkreter Anlageinstrumente bis hin zur kostengünstigen Transaktionsausführung und der Möglichkeit der nachlaufenden Überwachung bzw. Optimierung des eingesetzten Kapitals. Ziel der Strategie ist der nachhaltige Ausbau der Wettbewerbsposition bei gleichzeitig ertragsorientiertem Wachstum. Für 2023 plant SB AG mit einer geringen Anzahl an neueröffneten Wertpapierdepots und aufgrund der Migration insgesamt einen Rückgang an betreuten Depots bis zum Jahresende im Vergleich zum 31.12.2022. Es soll sich um das letzte Übergangsjahr handeln, bevor Smartbroker 2.0 ab 2024 ganzjährig zur Umsatzgenerierung beitragen kann. Das bedeutet, wie im Jahr 2022, dass der Fokus auch in 2023 nicht auf der Neukundengewinnung liegt.

Forschung und Entwicklung

Die Smartbroker Holding AG ist bestrebt, ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot permanent weiterzuentwickeln, effizient zu gestalten sowie sinnvolle und ergänzende Nutzer- und Kundenwünsche schnell und sachgerecht umzusetzen. Forschungsarbeiten im grundlegenden Sinne werden nicht durchgeführt.

Die Gruppe führte 2022 die Entwicklungsarbeiten am Projekt Smartbroker 2.0 fort. Das Projekt umfasst die Erweiterung der eigenen IT-Infrastruktur, die Erstellung von web- und app- basierten Kundenzugängen, Kundendatenbanken, Teile der sogenannten Middleware sowie die notwendigen internen Integrationen und jene zu den depotführenden und transaktionsabwickelnden Systemen der Partnerbank. Die Arbeiten werden größtenteils intern umgesetzt.

Im Laufe des Jahres kam es zu erheblichen Änderungen im Projektplan. Aufgrund von Verzögerungen bzw. Nicht-Lieferung zentraler Bestandteile, die an externe Dienstleister ausgelagert waren, musste der geplante Produktstart auf 2023 verschoben werden. Das Unternehmen sah im Zuge der Umstellung davon ab, die gesamte Transaktionsplattform und die Depotführung zu internalisieren. Diese werden im neuen Setup von Smartbroker 2.0 an die Baader Bank ausgelagert. Die Smartbroker Gruppe steuert die Frontends bei, die intern entwickelt werden, sowie einige Backoffice-Funktionen, regulatorische Komponenten und die Middle-Ware, die in Zusammenarbeit mit einem weiteren Partner bereitgestellt wird. Die Kundenbetreuung verbleibt wie gehabt in der Gruppe.

In diesem Zusammenhang ergaben sich einmalige Sonderabschreibungen in Höhe von rund € 13 Mio., die sich zum Teil auf aktivierte Eigenleistungen für Plattformteile bezogen, die im neuen Setup mit der Baader Bank nicht mehr benötigt wurden und zu einem größeren Teil auf Kosten externer Dienstleister zurückgehen. Sämtliche betroffenen Dienstleister sind nicht mehr Teil des finalen Projekts.

Im Projektzeitraum 2021 und 2022 investierte die Gruppe gesamt rund € 3,2 Mio. (Investitionen in Höhe von € 15,8 Mio. abzgl. Sonderabschreibungen in Höhe von € 12,6 Mio.) in die neue Tradingplattform, einschließlich der oben genannten Sonderabschreibungen des Jahres 2022.

Wirtschaftsbericht

Marktumfeld

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Trotz vielfältiger Krisen, darunter die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Energiekrise, Schwierigkeiten in den Lieferketten und der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, entwickelte sich die deutsche Wirtschaft stabil. Das Bruttoinlandsprodukt konnte um rund 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr zulegen. Die positive Entwicklung im privaten Konsum (+4,6 %) ermöglichte den Anstieg, die ihrerseits wiederum auf Nachholeffekte aufgrund der Lockerungen der Corona-Eindämmungsmaßnahmen und der Erholung gewisser Lieferengpässe zurückzuführen ist. Wenngleich das zweite Halbjahr 2022 wirtschaftlich stärker ausfiel als prognostiziert, trübten Unsicherheiten über den weiteren Ausblick und die hohe Inflationsrate im Winterhalbjahr 2022/​2023 die Entwicklung und die Investitionsbereitschaft. Im Dezember 2022 lag die Inflationsrate (gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat) bei +8,6 %. Der Durchschnittswert der Teuerung lag für das letzte Quartal 2022 bei rund +9,7%. Das Konsumklima zeigte sich zum Jahresende pessimistisch, da die Aufholeffekte langsam ausliefen und negative Faktoren wie die hohe Teuerung und Unsicherheiten in Bezug auf die erwarteten Energiekosten Überhand gewannen. 1

Die Inflationsrate erreichte im Oktober 2022 ihren Jahreshöchststand mit 10,4 %, im Dezember lag der Wert bei 8,6 %. Im Jahresdurchschnitt belief sich die Teuerungsrate 2022 auf 7,9 %, im Vergleich zu den 3,1 % im Jahr 2021. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die hohen Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel seit dem Ausbruch des Ukrainekrieges zurückzuführen. Allein Energieprodukte verteuerten sich 2022 im Durchschnitt um mehr als 34 %, wobei diese 2021 preislich bereits um 10,4 % im Vergleich zum Vorjahr zulegten. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise, die teilweise durch staatliche Entlastungsmaßnahmen abgefedert wurden, läge die Inflationsrate 2022 bei rund 5 %. Hinzu kamen krisen- und kriegsbedingte Sondereffekte wie Lieferengpässe, die sich auch auf die vorgelagerten Wirtschaftsstufen auswirkten. 2

1 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Januar 2023 sowie Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2022
2 Statistisches Bundesamt (Destatis), Januar 2023

Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelte sich 2022 trotz der genannten Krisen stabil. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresdurchschnitt im Vergleich zu 2021 leicht auf 5,3 %, trotz Erfassung ukrainischer Geflüchteter ab der Jahresmitte. Auch die Quote der Unterbeschäftigung war rückläufig. Der Sicherungsmechanismus der Kurzarbeit fand weiterhin Verwendung, wenngleich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in den Corona-Jahren 2020 und 2021. Die Erwerbstätigkeit stieg auf 46,6 Mio. Menschen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überstieg zur Jahreshälfte das Vor-Corona-Niveau aus Juni 2019. Die Statistik der offenen Stellen erreichte mit 845.000 gemeldeten Posten einen neuen Höchststand. 3

Die Ausgaben des öffentlichen Gesamthaushalts stiegen während der ersten drei Quartale 2022 um 1,5 %. Demgegenüber stand eine Zunahme der Einnahmen der öffentlichen Hand um 9,1 %, was zu einer Reduktion des Finanzierungsdefizites um € 85 Mrd. im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2021 führte. Der Anstieg der Steuereinnahmen ist auf das erhöhte Preisniveau sowie auf die schwache Vergleichsbasis 2021 zurückzuführen, während derer vor allem die Umsatzsteuer von den Corona-Eindämmungsmaßnahmen negativ beeinflusst wurde. 4

Auch die globale Wirtschaft war 2022 geprägt von den zunehmenden Risiken in Verbindung mit dem russischen Angriffskrieg, Lieferengpässen und Anstiegen in den Preisniveaus. Hinzu kommen Sonderfaktoren wie der Rückgang des Wachstums in China, vor allem im Zusammenhang mit der strikten Corona-Politik und den Entwicklungen im dortigen Immobiliensektor. Das Wachstum des Welthandels ging basierend auf dem rückläufigen Produktionswachstums 2022 um mehr als 4 % zurück und lag trotz Öffnung nach vielen Corona-Lockdowns weiterhin unter dem historischen Durchschnitt. Dies wird etwa auch in der Entwicklung des S&P Global Index (EMI, Einkaufsmanagerindex) sichtbar, der im Dezember 2022 weiter unter der Wachstumsschwelle (50 Punkte) bei 48 Punkten notierte. 5

Der deutsche Aktienindex DAX erzielte die schlechteste Jahresperformance seit vier Jahren und schloss mit -12 % unter der 14.000-Marke. Der TecDAX ging im Jahresvergleich um 25 % zurück, der SDAX um rund 27 %. Auch internationale Indizes schlossen das Jahr deutlich negativ ab, etwa der S&P 500 Index mit einer Jahresperformance von -19 % oder der NASDAQ 100 Index mit historischen -33 %. 6

Ausblick 2023

Die Bundesbank geht von einer leichten Schrumpfung der deutschen Wirtschaft 2023 von 0,5 % aus, wobei sich in den Folgejahren erneut ein Wachstum von 1,7 % in 2024 bzw. von 1,4 % in 2025 ergeben soll. Der Rückgang im laufenden Jahr ist vor allem auf die Belastung der Produktion aufgrund der hohen Energiekosten, gedämpften Export sowie auf die sinkenden Reallöhne und damit einhergehende Einschränkungen im privaten Konsum zurückzuführen. Nachlassender Preisdruck, sinkende Inflation (Planwert 2023: 7,2 %, Rückgang bis 2025 auf 2,8 %) und steigende Auslandsnachfrage sollen erneut zu wachsendem Wirtschaftsvolumen in den Folgejahren führen. 7

3 Bundesagentur für Arbeit, Januar 2023
4 Statistisches Bundesamt (Destatis), Januar 2023
5 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, November 2022 und Januar 2023
6 Börse Frankfurt
7 Bundesbank, Monatsbericht Dezember 2022

Branchenbezogene Rahmenbedingungen - Transaktion

Im vergangenen Jahr erreichte die Anzahl an Privatanlegern laut dem Deutschen Aktieninstitut ("DAI") einen neuen Höchststand und stellte damit den bisherigen Rekord von 2001 ein. 2022 haben demnach 12,9 Mio. Menschen in Aktien, Fonds und ETFs investiert, was über 18 % der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland entspricht. Jeder Fünfte nutzte trotz vielfachen Kursrückgängen die Kapitalmärkte für die eigene Vermögensbildung. Rund 600.000 Menschen unter 30 Jahren investierten 2022 erstmals in Aktien, Fonds oder ETFs - ein Anstieg von 40 % gegenüber dem Vorjahr. 8

Anzahl der Wertpapierdepots deutscher Privatanleger in Mio., zum Jahresende

Quelle: DAI 2022

Von den beinahe 13 Mio. Aktionären sind rund 7,6 Mio. in Fonds und ETFs, 2,4 Mio. in Aktien und 2,9 Mio. in beiden Kategorien investiert. 9 Laut Bundesbank lag die Anzahl an Wertpapierdepots privater Haushalte in Deutschland Ende 2022 bei knapp 30 Mio. 10

Zu den Gründen des Anstiegs der Anzahl zählen unter anderem die breite Verfügbarkeit digitaler Broker, die den einfachen Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen und aufgrund günstiger Gebührenstrukturen und niedriger Mindestanlagebeträge auch für Einsteiger geeignet sind. Themen rund um die private Zukunftssicherung und die finanzielle Bildung gewinnen auch in den Medien und den sozialen Netzwerken an Bedeutung und schaffen so Aufmerksamkeit und Engagement. Viele der Anleger sind langfristig orientiert und versuchen die wachsende Rentenlücke abzufedern. So nutzen rund 70 % der unter 35-jährigen Anleger Sparpläne für Aktien, ETFs und Fonds und 77 % der jungen Investoren geben als wichtigstes Anlagemotiv den langfristigen Vermögensaufbau an. 11

8 DAI, Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts 2022
9 DAI, Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts 2022
10 Bundesbank, Anzahl der Depots nach Deponentengruppen, 2022
11 DAI, Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts 2022

Der Renteneintritt der "Generation Babyboomer" bedingt eine Verdoppelung der Rentenbezieher bis 2040. Die Beibehaltung des Rentenniveaus sowie Deckelung der Beiträge auf dem derzeitigen Niveau würden die Defizite der gesetzlichen Rentenversicherungen ab 2025 gravierend steigern. Bereits heute können die rund 35 Mio. Bundesbürger im Alter zwischen 20 und 65 Jahren ihren Lebensstandard im Alter nicht rein mit der gesetzlichen Rente absichern. Bei Renteneintritt erhalten sie durchschnittlich 48 % des letzten Einkommens, woraus sich eine Versorgungslücke zum lebensstandsichernden Einkommen von rund € 540 pro Monat ergibt. Etwas mehr als die Hälfte der Berufstätigen verkleinert diese Lücke mit gesetzlichen Zusatzvorsorgen (Riester-Rente) oder betrieblicher Altersvorsorge. Durch ein vermutetes künftiges Absinken des Rentenniveaus kommt dem privaten Teil der Vorsorge eine entscheidende Rolle zu. 12 Bis zum Jahr 2025 ist das derzeitige Rentenniveau gesetzlich garantiert. Danach müssten bei einem Absinken unter 48 % geeignete Maßnahmen zum Gegensteuern vorgeschlagen werden. Nach 2030 ist keine Untergrenze für die Entwicklung des Rentenniveaus vorgesehen. 13 Der aktuelle Bericht der Bundesregierung über die gesetzliche Rentenversicherung modelliert ein Absinken des Rentenniveaus auf 45 % im Jahre 2036 und verweist auf den Handlungsbedarf der Versicherten, ihre Einkommen im Alter zu verbessern. 2021 lag der durchschnittliche monatliche Rentenzahlbetrag für Altersrenten aus der gesetzlichen Rente für Männer bei rund € 1.200 und für Frauen bei rund € 800. 14

Das steuerlich berücksichtigte Vermögen, das 2021 in Deutschland vererbt wurde, stieg um mehr als 26 % auf € 63,4 Mrd. Der Großteil hiervon, € 35 Mrd., entfiel auf die Kategorie "Übriges Vermögen: Bankguthaben, Wertpapiere, Anteile und Genussscheine". Berücksichtigt man gleichzeitig das per Schenkung übertragene Vermögen erhält man einen Gesamtwert von € 118 Mrd., wobei der Großteil der Schenkungen auf Betriebsvermögen entfällt und rund € 13 Mrd. der Kategorie "Übriges Vermögen" zuzurechnen ist. 15 Das tatsächlich vererbte Vermögen liegt deutlich höher, da die amtliche Statistik nur die steuerlich wirksamen Erbschaften außerhalb der Freibeträge erfasst.

12 Forschungszentrum Generationenverträge, Union Investment, Vorsorgeatlas 2021
13 Deutsche Rentenversicherung, Erklärung Rentenniveau 2022
14 Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung 2022
15 Statistisches Bundesamt (Destatis), Erbschaften und Schenkungen 2021, Pressemitteilung Nr. 308 vom 20. Juli 2022

Das Geldvermögen der deutschen Haushalte sank im dritten Quartal 2022 zum dritten Mal in Folge aufgrund anhaltender Bewertungsverluste, die sich zwar gegenüber dem zweiten Quartal abschwächten, aber dennoch allein im Q3 noch € 88 Mrd. im Vergleich zum Vorquartal ausmachten. Die größten Wertverluste ergaben sich in Pensions- und Versicherungsansprüchen (- € 43 Mrd.), gefolgt von Aktien und sonstigen Anteilsrechten (- € 28 Mrd.) und Investmentfonds (- € 21 Mrd.). Dem gegenüber standen Mittelzuflüsse in Bargeld und Einlagen (+ € 36 Mrd.), Aktien, Anteilsrechten und Fonds (+ €9 Mrd.) und Versicherungen (+ € 22 Mrd.). Die Verschuldungsquote blieb stabil. Die Sparquote sank 2022 erwartungsgemäß auf rund 11 % des verfügbaren Einkommens ab, was in etwa dem langjährigen Mittel der Vor-Coronazeit entspricht, und wird von der Bundesbank für den Projektionszeitraum bis 2025 auf etwa diesem Niveau fortgeschrieben. Die Aufteilung des Geldvermögens blieb weitestgehend stabil im Vergleich zum Vorjahr. Basierend auf den Daten für das dritte Quartal 2022 legten die deutschen Haushalte € 3.193 Mrd. in Bargeld, Einlagen und Schuldverschreibungen an, € 2.625 Mrd. entfielen auf Versicherungs-, Alterssicherungs- und Standardgarantie-Systeme und sonstige Forderungen sowie € 1.657 Mrd. auf Aktien, sonstige Anteilsrechte und Anteile an Investmentfonds (darin enthalten sind etwa € 390 Mrd. auf nicht-börsennotierte Aktien und sonstige Anteilsrechte). 16

Geldvermögen deutscher Haushalte Q3 2022, in %

Quelle: Deutsche Bundesbank

Trotz Bewertungsverlusten zeigt sich demnach die anhaltende Bereitschaft der Haushalte, auch in einem schwierigen Marktumfeld Kapital an den Börsen anzulegen.

Zum Jahresende 2022 verzeichnete die Bundesbank rund 29,9 Mio. Wertpapierdepots privater Haushalte in Deutschland, wobei große Teile auf Großbanken, Sparkassen, Landesbanken und andere Kreditinstitute entfielen. 17

16 Deutsche Bundesbank, Geldvermögensbildung privater Haushalte, Januar 2023; Bundesbank Pressemitteilung vom 13. Januar 2023
17 Deutsche Bundesbank, Statistik der Kundendepots, Januar 2023

Branchenbezogene Rahmenbedingungen - Media

Wie vom Online-Vermarkterkreis im Bundesverbands Digitale Wirtschaft ("OVK") prognostiziert, erzielte der digitale Werbemarkt 2021 ein außerordentlich hohes Wachstum von 25 % gegenüber dem Vorjahr. Die Digitalisierung schritt aufgrund der Covid-19 Pandemie weiter voran. Home-Office und Online-Shopping nahmen zu und sind nur zwei der Faktoren, die zu einer direkten Stärkung der Display-Werbung führten. Viele der Trends erwiesen sich auch nach Ende der Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie als nachhaltig. Für 2022 geht der OVK daher davon aus, dass das Werbevolumen um weitere 7 % auf € 5,5 Mrd. steigen wird.

Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate zwischen 2018 und 2022 steigt damit auf 14 % (durchschnittliche Wachstumsrate 2018 - 2021: 12 %). Zu den Hauptwachstumstreibern zählen die Videowerbung und programmatische Werbung. Mehr als ein Drittel des Umsatzes soll 2022 auf Bewegtbild-Formate entfallen. Mehr als zwei Drittel der Displaywerbung wird programmatisch platziert. Der Bereich Finanzen konnte im ersten Halbjahr 2022 auf den dritten Platz der Top Wirtschaftsbereiche nach Bruttowerbeinvestitionen aufsteigen. 18

Die Smartbroker Gruppe profitiert von den verschiedenen Markttrends. Das Unternehmen setzt auf Webseiten und Apps, präsentiert Text- und Videoinhalte und bietet damit Raum für diverse Displaywerbeformate, die sowohl direkt als auch programmatisch platziert werden.

18 Online-Vermarkterkreis, Report "Digitale Wirtschaft 2022", März 2023

Geschäftsentwicklung

2022 stellte die Smartbroker Gruppe vor vielfältige Herausforderungen. Die herausfordernde Marktlage, geprägt von Inflation, Verunsicherung an den Märkten und rückläufigen Haushaltseinkommen, wirkte sich negativ auf die größten Geschäftsbereiche der Gruppe aus. Die jährlichen Seitenaufrufe auf den Medienportalen und Apps ging um mehr als 30 % zurück. Die durchschnittliche Anzahl an Transaktionen pro Jahr und Depot verringerten sich von 29 Trades in 2021 auf rund 18 Trades in 2022. Beides belastete die Umsatzentwicklung.

Zudem führten interne, strategische Fehlentscheidung zu einer weitreichenden Verschiebung der Markteinführung von Smartbroker 2.0. Das Projekt wurde neu ausgerichtet und im Umfang der intern zu entwickelnden Plattformteile neu bestimmt. Große Teile der internen und externen Entwicklungsarbeiten, die bis zur Umstellung geleistet wurden, konnten nicht in das finale Setup übernommen werden. Das Ergebnis wurde dadurch wesentlich von außerordentlichen Abschreibungen belastet. Die Kostenbasis ist aufgrund der Einführung von Smartbroker 2.0 und der zeitlichen Verzögerung mit erhöhten Einmalkosten belastet.

Die Profitabilität im Mediengeschäft konnte erhalten bleiben. Dies ermöglichte es, die erhöhten Investitionen in Smartbroker 2.0 zu tragen und das Projekt fortzuführen.

Die Smartbroker AG konnte die Anzahl der geführten Wertpapierdepots sowie die betreuten Vermögenswerte im Laufe des Jahres 2022 zwar ausbauen, jedoch mit deutlich geringerem Momentum. Der Wachstumsrückgang ist auf das herausfordernde Marktumfeld und vor allem auf die Verschiebung der Markteinführung von Smartbroker 2.0 zurückzuführen.

Zum 31.12.2022 führte die Tochtergesellschaft Smartbroker AG rund 267.000 Wertpapierdepots (Vorjahr: 246.000). Das betreute Kundenvermögen lag zeitgleich bei etwa € 9,2 Mrd. (Vorjahr: € 8,8 Mrd.). Dies entspricht einem Wachstum von 4 % im Vergleich zu Ende 2021 und einem durchschnittlichen Volumen von rund € 34.000 je Depot.

Die Gruppe erzielte 2022 Umsatzerlöse von € 52,8 Mio., was einem Wachstum von rund 10 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht (Vorjahr: € 48,2 Mio.). Der Jahresfehlbetrag belief sich auf € 10,1 Mio. (Vorjahr Jahresfehlbetrag: €0,5 Mio.).

Die angestrebte 100%-Beteiligung an der Smartbroker AG (vormals wallstreet:online capital AG) konnte 2022 abgeschlossen werden. Das Squeeze-Out Verfahren nach § 327a AktG wurde im April 2022 erfolgreich beendet. In den Vorjahreswerten 2021 wird die Smartbroker AG mit Erreichen der Mehrheitsbeteiligung ab 1. August 2021 vollkonsolidiert, davor wurde nach dem ,at equity'-Verfahren konsolidiert.

Die für die Gesellschaft im operativen Betrieb bedeutsamen Leistungsindikatoren entwickelten sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt:

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Leistungsindikatoren Ist 2022 Plan 2022
Umsatz € 52,8 Mio. ~ € 52 Mio.
EBITDA € 8,8 Mio. ~ € 9 Mio.

Für den Einzelabschluss stellen sich die Leistungsindikatoren wie folgt dar:

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Leistungsindikatoren Ist 2022 Plan 2022
Umsatz € 18,2 Mio. ~ € 19 Mio.
EBITDA € 5,9 Mio. ~ € 2,4 Mio.

Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

Konzernabschluss

Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Konzernanlagenspiegel. Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2022 € 73.933 Tsd. (Vorjahr: € 75.409 Tsd.).

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in € Mio. 31.12.2022 31.12.2021
Anlagevermögen 36,9 40,6
Umlaufvermögen 36,3 34,4
Eigenkapital 49,4 49,5
Verbindlichkeiten 18,5 16,6
Bilanzsumme 73,9 75,4
Eigenkapitalquote 67% 66 %

Jahresabschluss

Zur Darstellung der Vermögenslage im Einzelnen verweisen wir auf die Bilanz und den Anlagenspiegel. Die Bilanzsumme belief sich für das Jahr 2022 auf € 88.606 Tsd. (Vorjahr: € 77.186Tsd.), ein Plus von € 11.421 Tsd. im Vergleich zum Vorjahr. Dies war im Wesentlichen bedingt durch die in 2022 durchgeführte Kapitalerhöhung, die Aufnahme von Bankdarlehen und die Zahlung von hohen offenen Verbindlichkeiten des Vorjahres.

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in € Mio. 31.12.2022 31.12.2021
Anlagevermögen 63,6 57,7
Umlaufvermögen 24,7 19,4
Eigenkapital 58,6 50,2
Verbindlichkeiten 27,7 23,5
Bilanzsumme 88,6 77,2
Eigenkapitalquote 66 % 65%

Finanzlage

Konzernabschluss

Die Zahlungsfähigkeit des Konzerns war im Berichtsjahr jederzeit gegeben. Zum 31.

Dezember 2022 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von € 27.374 Tsd. ausgewiesen.

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in € Mio. 2022 2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 5,0 13,9
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (22,0) (19,8)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 18,7 17,3
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 25,5 14,1
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 27,4 25,5

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verringerte sich aufgrund des schwierigeren Marktumfelds. Die Erhöhung der Investitionstätigkeit ist vor allem auf die Erstellung der Smartbroker Cloud Platform, auf nachgelagerte Zahlungen im Zuge des Erwerbs des VW-Kundenstammes, auf die Ausweitung der bestehenden Beteiligung an der Smartbroker AG im Rahmen des Squeeze-Out Verfahrens sowie nachgelagerte Kaufpreiszahlungen für weitere Beteiligungen und Investitionen im Rahmen des Umzugs in neue Büroräume zurückzuführen. Die Finanzierungstätigkeit umfasste vor allem die im Juli 2022 durchgeführte Kapitalerhöhung sowie neu aufgenommene Bankdarlehen.

Jahresabschluss

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Berichtsjahr jederzeit gegeben. Zum 31. Dezember 2022 wurde ein Cash-Bestand in Höhe von € 15.781Tsd. (Vorjahr: € 5.626 Tsd.) ausgewiesen. Zur Unterstützung der bereits vorhandenen Liquidität sowie weiterer Investitionen hat die Smartbroker Holding AG im Jahr 2022 eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre beschlossen, inklusive der Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von € 10.034 Tsd.

Zudem hat die Smartbroker Holding AG in 2022 einen Bankkredit über € 13.000 Tsd. aufgenommen.

Die Liquiditätsplanung sieht für das Geschäftsjahr 2023 eine komfortable Entwicklung vor, sodass ausreichend Liquidität für die Finanzierung des Wachstums des Smartbrokers zur Verfügung steht.

Ertragslage

Aufgrund des herausfordernden Marktumfelds konnten wir 2022 nicht an das Wachstum des Vorjahres anschließen. Der Umsatz stieg zwar um 10%, dies ist jedoch auf die ganzjährige Vollkonsolidierung der Smartbroker AG zurückzuführen, die 2021 zunächst ,at equity' konsolidiert wurde und ab August 2021 vollkonsolidiert wurde. Ergebnisseitig konnte der Konzern operativ deutlich zulegen. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern) stieg von € 3.558 Tsd. in 2021 auf € 8.773 Tsd. in 2022. Die Ergebnisverbesserung ist im Wesentlichen auf die reduzierten Kundengewinnungskosten für den Smartbroker zurückzuführen, die sich aufgrund der geplanten Umstrukturierung des Setups des Smartbroker 2.0 ergaben. Die hohen Abschreibungen auf das alte Setup führten final zu einem deutlichen Verlust in 2022.

Konzernabschluss

Auf Konzernebene erwirtschaftete die Smartbroker Gruppe 2022 € 52.788 Tsd. (Vorjahr: € 48.203 Tsd.) an Umsatzerlösen. Entsprechend der strategischen Unternehmensausrichtung konnte die Umsatzsteigerung und die erzielte Profitabilität im Bereich Media wiederum gezielt eingesetzt werden, um das Wachstum des Smartbrokers zu forcieren.

Der Materialaufwand ist auf € 21.058 Tsd. zurückgegangen (Vorjahr: € 25.852 Tsd.), wobei € 4.019 Tsd. auf die Kundengewinnungskosten für den Smartbroker entfielen (Vorjahr: € 12.867 Tsd.).

Die Personalkosten stiegen um 48 % auf € 18.746 Tsd. (Vorjahr: € 12.637 Tsd.).

Die Summe der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen machte 2022 € 17.185 Tsd. (Vorjahr: € 3.209 Tsd.) aus, wobei € 2.845 Tsd. (Vorjahr: € 1.798 Tsd.) Geschäfts- und Firmenwerten sowie stille Reserven aus der Kapitalkonsolidierung zuzurechnen waren. Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu außerplanmäßigen Abschreibungen auf das alte Setup des Projektes Smartbroker 2.0 in Höhe von insgesamt € 12.586 Tsd.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von € 7.956 Tsd. (Vorjahr: € 7.653 Tsd.) umfassten die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, wie Miete, Versicherungen und Beratungskosten, Kosten für Börsennotierung etc.

Das Finanzergebnis lag 2022 bei € -1.520 Tsd. (Vorjahr: € -307 Tsd.). Darunter waren € - 1.172 Tsd. Abschreibungen auf Finanzanlagen (Beteiligung an FinMarie GmbH, Wertpapiere).

Der Konzern erzielte einen Jahresfehlbetrag von € 10.067 Tsd. (Vorjahr Jahresfehlbetrag: € 537 Tsd.).

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in € Mio. 2022 2021
Umsatzerlöse 52,8 48,2
Materialaufwand (21,1) (25,9)
Personalaufwand (18,7) (12,6)
Abschreibungen (17,2) (3,2)
EBIT (8,4) 0,3
Jahresfehlbetrag (10,1) (0,5)

Jahresabschluss

Die Smartbroker Holding AG erzielte Umsätze in Höhe von € 18.218 Tsd. für das Jahr 2022 (Vorjahr: € 22.510 Tsd.) - ein Minus von 19 %.

Im Jahr 2022 wurden keine neuen B2B-Media-Aufträge akquiriert. Bereits bestehende Verträge wurden abgearbeitet. Die Umsätze konnten mit € 425 Tsd. im Vergleich zu 2021 leicht gesteigert werden (Vorjahr: € 388 Tsd.).

Die Kooperationsvereinbarung mit Smartbroker AG über den gemeinsamen Betrieb des Smartbrokers ist wie geplant weiterhin aufrecht. Die Muttergesellschaft übernimmt wesentliche Produktentwicklungs- und Marketingkosten für das Projekt Smartbroker und bezieht im Gegenzug einen Teil der Einnahmen der Tochtergesellschaft. Die Umsätze aus dem Bereich Smartbroker beliefen sich im Jahr 2022 auf € 1.187 Tsd. (Vorjahr: € 4.079 Tsd.). Der Rückgang beruht auf der vertraglich vereinbarten Absenkung des prozentualen Anteils an den Einnahmen. Die Umsätze aus dem im Jahr 2020 erworbenen VW-Kundenstamm beliefen sich auf € 797 Tsd. (Vorjahr: € 995 Tsd.).

Der Materialaufwand belief sich 2022 auf € 9.659 Tsd. (Vorjahr € 17.787 Tsd.), was einem Rückgang von 46 % entspricht. Der größte Teil hiervon, € 4.019 Tsd. (Vorjahr: € 12.867 Tsd.), entfiel planmäßig auf die Kundengewinnungs- sowie Kundenlegitimationskosten, die für den Smartbroker übernommen wurden.

Der Personalaufwand lag 2022 bei € 5.922 Tsd. (Vorjahr: € 5.899 Tsd.).

Die Abschreibungen stiegen 2022 auf € 7.042 Tsd. (Vorjahr: € 367 Tsd.). Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu außerplanmäßigen Abschreibungen auf das alte Setup des Projektes Smartbroker 2.0 in Höhe von insgesamt € 6.653 Tsd.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 49 % auf € 2.292 Tsd. gesunken (Vorjahr: €4.512 Tsd.). Grund hierfür waren unter anderem der Rückgang der Beraterkosten für die konzeptionelle Weiterentwicklung des Smartbrokers.

Das Finanzergebnis ist um 47 % auf € 3.599 Tsd. (Vorjahr: € 6.734Tsd.) zurückgegangen. Die Smartbroker Holding AG entschied sich im Jahr 2022 dazu, die Beteiligung an der FinMarie GmbH abzuwerten. Zusätzlich wurden die Wertpapiere auf ihren aktuellen Marktwert abgeschrieben. Positiv auf das Finanzergebnis wirkten sich die Ergebnisabführungen der Markets Inside Media GmbH sowie der ARIVA.DE AG aus.

Der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2022 beläuft sich auf € 1.663 Tsd.

Investitionen

Konzernabschluss

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet vor allem den vertraglich vereinbarten Kauf weiterer Anteile an der FinMarie GmbH (€ 267 Tsd.) sowie den Kauf von Wertpapieren (€ 250 Tsd.), den Kauf von immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von € 12.840 Tsd., sowie den Kauf von Sachanlagen in Höhe von € 1.700 Tsd.

Jahresabschluss

Im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände wurden Investitionen für die Neu- bzw. Weiterentwicklung des Projektes Smartbroker in Höhe von € 5.824 Tsd. getätigt.

Die getätigten Investitionen in Sachanlagen betreffen im Wesentlichen Neuanschaffungen im Bereich Hardware.

Im Bereich der Finanzanlagen wurden folgende Investitionen in verbundene Unternehmen/​Beteiligungen getätigt:

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Name Anteil in % gesamt Art
FinMarie GmbH, Berlin 17 % 2. Kaufpreisrate
Smartbroker AG, Berlin 100 % Einzahlung in die Kapitalrücklage und Zukäufe im Rahmen des Squeeze out Verfahrens

Im Geschäftsjahr 2022 wurden Abschreibungen auf Wertpapiere wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung in Höhe von € 382 Tsd. vorgenommen.

Zum 31. Dezember 2022 wurde wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung die Beteiligung an der FinMarie GmbH um € 790 Tsd. abgewertet.

Mitarbeiter

Konzernabschluss

Im Jahr 2022 waren durchschnittlich 239 Mitarbeiter beim Smartbroker Konzern beschäftigt.

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Jahresdurchschnitt
2022 2021 Änderung
Anzahl Mitarbeiter 239 196 43
Werte inkl. Vorstände und Studenten

Der Zuwachs ergibt sich im Wesentlichen aus der Neueinstellung von Mitarbeitern im Projekt Smartbroker.

Jahresabschluss

Im Jahr 2022 waren durchschnittlich 50 Mitarbeiter bei der Smartbroker Holding AG einschließlich vier Vorstände beschäftigt.

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Jahresdurchschnitt
2022 2021 Änderung
Anzahl Mitarbeiter 50 43 7
Werte inkl. Vorstände und Studenten

Gesamtaussage zur Unternehmensentwicklung 2022

Die Gruppe blickt auf ein schwieriges Jahr 2022 zurück. Dem Rückgang der Trade-Einnahmen und dem Rückgang im Bereich Investor-Relation-Werbung konnte durch Einsparungen im Bereich der Kundengewinnungskosten für Smartbroker entgegengewirkt werden. Durch die Änderungen im Setup des Smartbrokers 2.0 ergaben sich hohe Abschreibungen, die das Jahresergebnis 2022 deutlich belasteten. Trotz eines schwierigen Marktumfelds konnte im Bereich des Portalgeschäfts ein deutlich profitables Ergebnis erzielt werden. Es konnten rund 30.000 neue Smartbroker-Wertpapierdepots eröffnet und das betreute Vermögen weiter gesteigert werden.

Insgesamt schloss der Konzern mit einem Verlust nach Steuern von € 10,1 Mio. Die Bilanzsumme ist um € 1,5 Mio. auf € 73,9 Mio. gesunken. Der Konzern-Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf € 5,0 Mio. Die Finanzmittel zum 31. Dezember 2022 betrugen € 27,4 Mio.

Chancen- und Risikobericht

Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements

Der Smartbroker Konzern ist in einem dynamischen Marktumfeld positioniert, konnte in den letzten Jahren starkes Wachstum verzeichnen und hat sich zum Ziel gesetzt, auch weiterhin nachhaltig profitabel zu wachsen und getroffene Prognosen einzuhalten. Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 25-jährige Firmengeschichte zurück und ist seit 2006 börsennotiert im Freiverkehr der Frankfurter Börse. Das gewonnene Know-how, die Branchenkenntnis und das dichte Partnernetzwerk, das in dieser Zeit aufgebaut werden konnte, erlauben es dem Unternehmen, die aus der unternehmerischen Tätigkeit erwachsenden Chancen zu erkennen und zu realisieren.

Die Angaben zum Chancen- und Risikomanagement gelten sowohl für den Konzern als auch für die Muttergesellschaft, sofern nicht gesondert vermerkt.

Chancen

Das Unternehmen etablierte sich seit der Gründung 1998 durch organisches und anorganisches Wachstum, laufende Investitionen in das Produktangebot und die unternehmensinterne Entwicklung eigener Medienplattformen zum größten verlagsunabhängigen Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Europa. 2019 wurde gemeinsam mit der mittlerweile 100%igen Tochtergesellschaft Smartbroker AG der digitale Next Generation Broker Smartbroker auf den Markt gebracht - ein Unternehmen, das seinerseits wiederum auf eine erfolgreiche Wachstumsgeschichte zurückblickt.

Das Unternehmen profitiert von den oben genannten Marktentwicklungen, da der Zielmarkt der privaten Geldanlage in börsennotierte Titel an sich wächst und innerhalb des Segmentes eine Marktbewegung zu digitalen, kostengünstigen Anbietern zu beobachten ist, die vermehrt von selbst entscheidenden Investoren eingesetzt werden. Mit dem breit aufgestellten Angebot im Transaktionsbereich wird ein Spektrum bevorzugter Anlageklassen und -formen (Aktien, Fonds, ETFs; Direktanlage, Sparpläne) angeboten. Zusätzlich unterstützt das Unternehmen Anleger bei der Entscheidungsfindung durch die Kombination aus Information (Börsenportale) und Transaktion (Brokerage-Plattformen). Das Unternehmen geht langfristig von einer weiterhin positiven Marktentwicklung aus, vermischt mit kurzfristiger Volatilität, die sich zeitweise auch negativ auswirken kann. Digitale, kostengünstige Lösungen erlauben eine gezielte Produktgestaltung und Kundenansprache. Spezialisierte, digitale Broker erfüllen den Anspruch, dauerhaft günstige Konditionen anzubieten, und bieten gleichzeitig möglichst das Produktspektrum, das Anleger und Sparer von traditionellen Banken gewohnt sind. Aus Sicht des Unternehmens sind Next Generation Broker wie der Smartbroker, die vergleichbare Leistungen zu geringen bzw. ohne Gebühren bieten, gut platziert, um Marktanteile der teureren Anbieter zu übernehmen. Der zersplitterte Bankenmarkt in Deutschland mit seinen mehr als 1.670 Kreditinstituten 19 bietet den Herausforderern zudem die Möglichkeit, die eigene Marktposition leichter auszubauen als auf einem Markt, der von wenigen Teilnehmern dominiert wird. Weitere Chancen sieht das Unternehmen in der zunehmenden Wertpapieraffinität privater Sparer und Anleger. Dies zeigt sich etwa im wachsenden Anteil an Aktionären in Deutschland und an dem Kundenwachstum, das Neobroker und andere digitale Broker verzeichnen. Mit zunehmend ausdifferenziertem Produktangebot steigt üblicherweise auch die Nachfrage preissensibler Anleger nach kostengünstigen Angeboten und die Wechselbereitschaft, was Plattformen wie Smartbroker zugutekommt.

19 Deutsche Bundesbank, Statistik der Bankstellenentwicklung, 2022

Die Digitalisierung, die Verschiebung der Nutzergewohnheiten hin zu digitalen Medien auf App- und Webplattformen und der damit verbundene Anstieg der Werbeausgaben stellt eine Chance für das Mediengeschäft des Unternehmens dar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gruppe aus Unternehmenssicht über diversifizierte Einkommensquellen verfügt und sich dank der Produktqualität, Innovationskraft und dem Preismodell eine gesicherte Wettbewerbsposition erarbeitet hat. Die Gruppe geht davon aus, dass die Zielmärkte ausreichend Raum für langfristiges Wachstum bieten. Weitere Investitionen in die Technologie- und Produktkapazitäten sollen den Ausbau des Partner- und Kundennetzwerkes ermöglichen. Zudem bietet die engere Verzahnung der beiden Hauptgeschäftsfelder zusätzliche Wachstumschancen für den Umsatz und den Profit des Unternehmens.

Im Folgenden wird zunächst auf das Risikomanagement der Tochtergesellschaft Smartbroker AG für das Geschäftsfeld eingegangen. Danach folgen Angaben zum Risikomanagement der Smartbroker Holding AG für das Mediengeschäft und bezüglich allgemeiner Geschäftsrisiken.

Risiken im Zusammenhang mit dem Geschäftsfeld Transaktion

Die betreffende Tochtergesellschaft Smartbroker AG ist ein von der BaFin lizensiertes Wertpapierinstitut, das folglich den anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen unterliegt. Das Wertpapierinstitutsgesetz fordert solide Regelungen für die Unternehmensführung, die zweckdienlich, sowie der Art, dem Umfang und der Komplexität der dem Geschäftsmodell innewohnenden Risiken und den Geschäften des Wertpapierinstituts angemessen sind. Zudem werden die Gesamtverantwortung des Vorstands für die Risikostrategie und die internen Grundsätze zum Umgang mit Risiken wie auch die Überwachungsfunktion des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans beschrieben.

Die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation umfasst ein angemessenes Risikomanagement, welches unter anderem aus Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit, der Festlegung von Strategien sowie der Einrichtung von Kontrollverfahren besteht, Regelungen zur jederzeitigen Bestimmung der finanziellen Lage des Instituts, ein internes Kontrollsystem sowie angemessene Sicherheitsvorkehrungen für den EDV-Einsatz.

Das Risikomanagementsystem der Smartbroker AG beinhaltet im Wesentlichen die Festlegung einer Risikopolitik (grundsätzliche Aussagen zum Umgang mit Risiken) sowie Risikokultur (Charakter der Umsetzung der Risikopolitik) sowie den Risikomanagementprozess (Kreislauf von der Identifikation der Risiken über die Beurteilung, Steuerung und Überwachung bis hin zur Kommunikation). Die Risikopolitik der Smartbroker AG basiert auf einer wertorientierten Unternehmensführung und stellt sicher, dass der Risikoappetit, also der akzeptierte, aggregierte Risikoumfang nach Risikominderungsmaßnahmen nicht das zur Verfügung stehende Risikodeckungspotential überschreitet. Die Risikokultur beschreibt unter anderem die Vorbildfunktion des Vorstands, die Eckpunkte des Wertesystems - Integrität und Aufrichtigkeit, Rechenschaftspflicht, Respekt sowie Diversität - aktiv zu leben. Auch die Eigenverantwortlichkeit aller Mitarbeiter, die Tätigkeit am Wertesystem, am festgelegten Risikoappetit und den definierten Risikolimits auszurichten sowie offene Kommunikation und kritischer Dialog sind Teil der Kultur.

Der Risikomanagementprozess baut auf der Identifikation der Risiken anhand einer Risikoinventur auf, die mindestens jährlich sowie anlassbezogen ermittelt, überprüft und bei Bedarf angepasst wird. Die ermittelten Risiken werden wie folgt kategorisiert:

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Adressrisiken (Adressenausfallrisiken, Risiko von Verlust aufgrund der Bonitätsverschlechterung oder des Ausfalls eines Geschäftspartners)

Marktpreisrisiken (u.a. potenzielle Verluste, die sich aus Veränderungen von Marktparametern ergeben können)

Liquiditätsrisiken (Risiken, die sich aus Störungen in der eigenen Liquidität oder aus Veränderungen der eigenen Refinanzierungsbedingungen ergeben können)

Operationelle Risiken (unbeabsichtigte Ereignisse, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Abläufen, Mitarbeitern oder Technologie oder durch externe Einflüsse eintreten und zu einem Schaden oder einer anderen deutlich negativen Konsequenz für den Smartbroker AG führen, etwa Rechts- und Rechtsänderungsrisiken, Compliance-Risiken, Sourcing-Risiken, Conduct- oder Verhaltensrisiken, Fraud-Risiken, Personalrisiken, Betriebsrisiken, Haftungsrisiken, Informationssicherheitsrisiken, Pensionsrisiken oder Projektrisiken)

Sonstige Risiken (etwa strategische Risiken, Reputationsrisiken sowie Geschäftsrisiken)

Zudem werden diese klassifiziert als bestandsgefährdende Risiken, wesentliche Risiken, relevante Risiken oder nicht relevante Risiken und auf Konzentrationen geprüft.

Grundsätzlich versucht die Smartbroker AG, identifizierte Risiken, die nicht mit der direkten Geschäftstätigkeit im Zusammenhang, stehen, zu vermeiden. Für alle anderen identifizierten Risiken werden individuelle Mitigationsmöglichkeiten eruiert und geschäftspolitisch bewertet. Über die Verfahren zur Quantifizierung und Steuerung der Risiken wird sichergestellt, dass die wesentlichen Risiken jederzeit durch das Risikodeckungspotential abgedeckt sind und damit die Risikotragfähigkeit gegeben ist. Dies gilt sowohl für die normative wie auch für die ökonomische Perspektive der Risikotragfähigkeit. Risikoseitig fließen in die Betrachtung der ökonomischen Perspektive Risikopotenziale wesentlicher Risiken aus den Risikoarten Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, operationelle Risiken, Geschäftsrisiken und sonstige Risiken zu einem festgelegten Konfidenzniveau ein. Hierdurch erfolgt der Nachweis, dass das ökonomische Risikodeckungspotential auch bei schlagend werdenden, seltenen und schweren Verlustausprägungen ausreicht, um den Fortbestand des Instituts aus eigenen Mitteln, das heißt ohne Rückgriff auf externe Mittel, zu gewährleisten und somit die Gläubiger vor Verlusten zu schützen.

Die normative Perspektive soll im Kern sicherstellen, dass die Institute alle regulatorischen und externen Beschränkungen sowie darauf basierende interne Anforderungen laufend erfüllen.

Ziel beider Betrachtungen ist es, die fortlaufende Einhaltung der regulatorischen Anforderungen wie auch der internen Ziele, also der ökonomischen Sicht, sicherzustellen und somit den Going-Concern-Ansatz zu bestätigen.

Auf dieser Basis erfolgt eine Entscheidung zwischen Umsetzung von Risikominderungsmöglichkeiten oder dem Selbsttragen der Risiken. Der Umgang mit den Risiken wird laufend überwacht, etwa durch die Funktionen Compliance, Information-Security- Management, Datenschutz und Risikocontrolling, welche direkt dem Vorstand für die Marktfolge unterstellt und diesem berichts- und rechenschaftspflichtig sind.

Risiken im Zusammenhang mit dem Geschäftsfeld Medien & allgemeine Risiken

Technologierisiken

Als Werbetechnologieunternehmen und Anbieter von Software-Lösungen ist die Gruppe auf die durchgehende Verfügbarkeit seiner IT-Systeme, technologischen Infrastruktur und Kommunikationssysteme angewiesen. Jegliche Unterbrechung könnte zu Umsatz- oder Kundenverlust sowie zu Reputationsschäden führen. Systemunterbrechungen könnten etwa auf äußere Umstände, höhere Gewalt, Cyber-Angriffe oder Computerviren zurückgehen. Der Konzern setzt zur Risikominimierung auf den Einsatz von Firewalls, redundanten Serverstrukturen, ein durchgehendes System-Monitoring, den Einsatz von Software namhafter Drittanbieter in den Bereichen, in denen die Entwicklung nicht selbst erfolgt, sowie relevante Mitarbeiterschulungen.

Zudem bewegt sich das Unternehmen in einem dynamischen Marktumfeld, das geprägt ist von technologischen Neuerungen und sich rasch ändernden Produktstandards und - anforderungen. Neue oder verbesserte Produkte und Technologien von Mitbewerbern könnten die Marktposition der Gruppe schwächen oder die Platzierung ihrer Produkte erschweren (z. B. Ad Blocking). Vor allem im mobilen Umfeld verfügen Alphabet (Google) und Apple mit ihren Plattformen über eine große Marktmacht und damit auch über die Kanäle zur Ausspielung von Informationen und Werbung. Um dem entgegenzuwirken, setzt das Unternehmen auf kontinuierliche Investitionen in das Produktangebot und stimmt dieses bestmöglich auf die aktuellen und antizipierten Anforderungen seiner Kunden, Partner und der relevanten Plattformen ab.

Marktrisiken

Im Bereich Portalgeschäft ist das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld tätig. Derzeitige oder künftige Mitbewerber könnten über eine höhere Kapitalausstattung verfügen und diese einsetzen, um ihre Marktposition auf Kosten von Smartbroker Holding auszubauen. Neue Markttrends könnten das Angebot der Gruppe weniger attraktiv oder schlimmstenfalls obsolet machen. Auf Seiten des Werbegeschäfts könnten große, marktbestimmende Unternehmen fundamentale Marktdynamiken ändern, die den Einsatz der Produkte der Smartbroker Holding erschweren oder verhindern (z. B. Einführung neuer Richtlinien zum Datenschutz von App-Usern und den Einsatz von Tracking zum Zwecke der Platzierung gezielter Werbung durch Apple; geplante Beendigung der Nutzung von Cookies von Drittanbietern im Browser Chrome durch Google). Maßnahmen in diesen Bereichen wurden 2022 zum Teil umgesetzt bzw. werden zeitnah erwartet. Bisher ergaben sich für das Unternehmen aber keine abträglichen Auswirkungen. Anpassungsmaßnahmen in der In-App Werbung (z.B. kontext-basierte Werbung) kommen zur Anwendung und gleichen die negativen Auswirkungen im Wesentlichen aus, die Vermarktung eigener Produkte gewinnt an Bedeutung und die Medien-Outlets der Smartbroker Holding profitieren von den Vorteilen, die themenbezogene Webseiten und Apps mit gezielter Leserschaft genießen. Die betreffenden Tochtergesellschaften analysieren die Entwicklungen und ermöglichen die technische Umsetzbarkeit etwaiger, von Werbekunden oder -netzwerken gewünschter, Anpassungsmaßnahmen.

In dem Geschäftsfeld Transaktion könnte die Adaption des Produktangebots traditioneller Banken in Anlehnung an die Neobroker zur weiteren Verschärfung des Wettbewerbs führen (etwa app-basierte Brokerage-Lösungen, Angleichung der Gebührenstrukturen etc.)

Eine allgemeine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds, Rezessionstendenzen oder eine anhaltend schwache Performance der Aktienmärkte, könnten dazu führen, dass Partner ihre Werbeinvestitionen einschränken und Nutzer die Produkte von Smartbroker Holding in geringerem Ausmaß oder gar nicht nutzen. Gesondert hervorzuheben ist hierbei die weitere Entwicklung des Ukrainekriegs und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Die Smartbroker Gruppe hat nach Ansicht des Unternehmens in ihrer 25-jährigen Firmengeschichte ein breit gefächertes Produktspektrum mit gut diversifizierten Einnahmequellen etabliert. Die erzielten Gewinne werden eingesetzt, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu fördern. Die engen Kundenbeziehungen und die langjährige Expertise der Smartbroker Holding Produkt- und Managementteams ermöglichen die Früherkennung von Trends und Marktänderungen.

Rechtliche Risiken

Die Gruppe unterliegt bei der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl rechtlicher Vorgaben. Die Einführung neuer Richtlinien oder Verordnungen, etwa im Bereich des Datenschutzes oder der Rückvergütung von Handelsplätzen und Emissionshäusern an Banken und Broker ("payment for order flow"), könnte negative Auswirkungen auf die Ertragskraft des Unternehmens haben.

Die einzelnen Gruppenunternehmen erfüllen sämtliche sie jeweils treffenden rechtlichen Anforderungen und stellen die notwendigen Ressourcen zur Verfügung, um die Einhaltung nachhaltig zu gewährleisten und rasch auf etwaige Änderungen in den äußeren Rahmenbedingungen reagieren zu können. Den operativen Risiken im Werbegeschäft wird mit entsprechenden rechtlichen Haftungsausschlusserklärungen begegnet. Diese werden regelmäßig auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft, auch unter Zuhilfenahme von externem Rechtsbeistand. Die Gruppe verfügt über ausreichenden Versicherungsschutz, um sich gegen mögliche Haftungsrisiken abzusichern. Zum Zeitpunkt des vorliegenden Berichts war die Gruppe an keinen Gerichtsverfahren beteiligt, die das Potenzial hätten, wesentlich auf das Geschäftsergebnis einzuwirken.

Finanzrisiken

Um die Profitabilität des Unternehmens zu erhalten und weiter auszubauen, ist das Unternehmen darauf angewiesen, sein Kundennetzwerk zu erweitern, bestehende Kundenbeziehungen zu erhalten und die Vermarktung seiner Produkte weiterhin erfolgreich fortzuführen.

Die Marktentwicklung und der Konkurrenzdruck könnten zu sinkenden Umsatz- und Gewinnmargen führen. Zudem ist das Unternehmen von der Zahlungsmoral seiner Kunden abhängig. Die Forderungen sind in der Regel unbesichert und resultieren aus Umsätzen, die überwiegend mit Kunden mit Sitz in Europa generiert werden. Vor allem die Forderungen aus den Werbeumsätzen können im Jahresverlauf entlang der natürlichen Saisonalität des Werbemarktes schwanken. Zusätzlich sind diese Einnahmen vom allgemeinen Zustand der Kapitalmärkte abhängig.

Das Unternehmen hält ausreichend Liquidität vor, um die Working-Capital-Anforderungen zu erfüllen. Zum Jahresende 2022 belief sich der Cash-Bestand auf Konzernebene auf rund € 27 Mio.

Um auch im Falle einer kurzfristigen negativen Geschäftsentwicklung über ausreichend Liquidität zu verfügen, hält das Unternehmen in der Regel einen positiven Barbestand vor. Daneben bestehen zum Berichtszeitpunkt eine ungenutzte Kreditlinie in Höhe von € 2 Mio. und Zugang zu weiteren externen Finanzierungsmöglichkeiten zu marktüblichen Konditionen. Eine mögliche negative Entwicklung der Finanzmärkte könnte die (Re-)Finanzierung zu annehmbaren Konditionen erschweren oder verhindern. Der Aktienkurs der SBH-Aktie wies seit der Erstnotierung erhebliche Schwankungen aus und dürfte auch in Zukunft volatil bleiben. Die allgemeinen Schwankungen des Aktienmarkts - gerade Technologiewerte weisen oft signifikante Fluktuation in Preis und Handelsvolumen auf - können den Kurs der SBH-Aktie unabhängig von den tatsächlichen Geschäftsergebnissen beeinträchtigen.

Das Unternehmen bestätigt, für die laufende Periode über ausreichend Finanzmittel zu verfügen, um die bestehende Geschäftstätigkeit und die geplanten Produktinvestitionen umsetzen zu können. Außerdem verfügt Smartbroker Holding über langjährige, vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen zu ihren Hausbanken und geht folglich davon aus, dass bestehende Kreditlinien auf Wunsch verlängert oder neue Kreditrahmen abgeschlossen werden können.

Personelle Risiken

Der Unternehmenserfolg der Smartbroker Gruppe hängt zu großen Teilen von der Fähigkeit ab, talentierte Mitarbeiter und Fachpersonal mit Branchenkenntnis für das Unternehmen gewinnen und langfristig beschäftigen zu können. Der Arbeitsmarkt ist speziell im Bereich Technologie sehr umkämpft und die Nachfrage nach Experten etwa im Bereich der Programmierung oder dem Produktmanagement anhaltend hoch. Ähnliches trifft zu für die Personalsuche in Bereichen wie Compliance und Risikocontrolling, die im Wesentlichen das Segment Transaktion betreffen. Können wichtige Schlüsselpositionen nicht rechtzeitig besetzt werden oder sollte sich eine größere Anzahl an Mitarbeitern in einer kurzen Zeitspanne dazu entschließen, das Unternehmen zu verlassen, könnte dies zu erheblichen Einschränkungen in den Betriebsprozessen führen.

Smartbroker Holding setzt unter anderem auf branchenübliche Vergütung inklusive leistungsbezogener variabler Elemente sowie ein umfassendes Angebot an zusätzlichen Leistungen. Das Unternehmen ist bestrebt, eine hochmoderne Arbeitsumgebung zu schaffen und mobiles Arbeiten abhängig von den Anforderungen der jeweiligen Rolle zu ermöglichen. Zudem sollen unternehmensinterne Schulungsmaßnahmen sicherstellen, dass kritische Positionen stets mit Stellvertretern abgesichert sind.

Planungsrisiken

Sämtliche Planungen und zukunftsgerichtete Aussagen beruhen auf Annahmen und unterliegen naturgemäß Risiken und Unsicherheiten. Die regelmäßige Überprüfung dieser Annahmen durch den Vorstand soll die Früherkennung etwaiger Abweichungen und die Durchsetzung von Gegenmaßnahmen ermöglichen. Das Erreichen der Umsatz- und Profitabilitätsziele für 2023 und der weiteren Geschäftsvision in den Folgejahren hängen unter anderem von der Einführung von Smartbroker 2.0 und der erfolgreichen Migration der Bestandskunden auf das neue System ab, dem erfolgreichen Ausbau des Redaktionsnetzwerks der Smartbroker Holding AG sowie dem Erhalt und der Erweiterung des Netzwerks an lukrativen Werbepartnern.

Äußere Effekte

Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Entwicklung der hiesigen und weltweiten Wirtschaft haben maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Werbe- und Finanztechnologie-Branche. Dies zeigte sich während der COVID-19-Pandemie etwa aufgrund des Einflusses der umfassenden Eindämmungsmaßnahmen auf die wirtschaftliche Entwicklung und zuletzt aufgrund des Ukrainekriegs. Eine Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums könnte Auswirkungen auf verfügbare Werbebudgets und das Interesse von Privatanlegern an Investitionen am Kapitalmarkt haben. Wenngleich derartige Krisen zum Anstieg der Volatilität und damit kurzfristig zur Zunahme in der Anzahl der Wertpapiertransaktion führen können, besteht die Gefahr eines längerfristigen negativen Marktumfelds, was abträgliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft haben könnte.

Die Gesellschaft prüft äußere Einflüsse und antizipiert mögliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit bestmöglich.

Allgemeines Risikomanagement

Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung der Smartbroker Gruppe. Der Vorstand zeichnet sich verantwortlich für die Einführung, Aktualisierung und Umsetzung des Risikomanagementsystems. Seine Wirksamkeit wird vom Aufsichtsrat überwacht.

Das bei der Gesellschaft implementierte Risikomanagementsystem analysiert aktuelle Entwicklungen in den Geschäftsbereichen der Gesellschaft und vergleicht diese mit den Planungen. Im Falle etwaiger Abweichungen werden Pläne zur zügigen Umsetzung von Gegenmaßnahmen eingeleitet. Der Vorstand informiert sich monatlich über die Ertrags- und Liquiditätssituation der Gesellschaft und laufend zur allgemeinen Geschäftslage. Die Steuerung der Gesellschaft ist darauf ausgerichtet, Wachstum und Wertsteigerung mit vertretbaren Risiken zu erzielen.

Der Aufsichtsrat wird in seinen Sitzungen regelmäßig zu bestehenden Risiken und Gegenmaßnahmen informiert und erhält einen detaillierten Überblick über die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft und andere wichtige Kennzahlen für die Einzelgesellschaften der Gruppe als auch für die Muttergesellschaft. Dies sind insbesondere Umsatz, Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Liquiditätsstatus und die Bruttomarge bestimmter Produkte.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts waren für den Vorstand weder für Einzelgesellschaften noch für den Konzern bestandsgefährdende Risiken oder Liquiditätsrisiken mit Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe erkennbar.

Kontrolle der Rechnungslegung

Zudem soll das interne Kontrollsystem die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung der Gruppe und des Konzerns sicherstellen, um das Ziel zu erfüllen, mit der Finanzberichterstattung die tatsächlichen Verhältnisse hinsichtlich Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens abzubilden. Auch hierfür liegt die operative Verantwortung beim Vorstand, der durch die kaufmännische Unternehmensleitung unterstützt wird.

Das Kontrollsystem umfasst die Prozesse des Finanz- und Rechnungswesens sowie andere Unternehmensprozesse, die für die Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses benötigte Informationen liefern. Das Vier-Augen-Prinzip, Funktionstrennung, EDV-gestützte Zugriffsbeschränkungen und Kontrollen, standardisierte Finanzbuchhaltungsprozesse und einheitliche Bilanzierungsstandards sind wichtige Säulen der ordnungsgemäßen Durchführung.

Insgesamt sind weder für die Einzelgesellschaft noch für den Konzern bestandsgefährdende Risiken noch Liquiditätsrisiken mit Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus heutiger Sicht erkennbar.

Prognosebericht

2023 soll der Fokus auf der Markteinführung von Smartbroker 2.0, der Migration der Bestandskunden auf die neue Plattform sowie der nachgelagerten Wiederaufnahme der verstärkten Neukundengewinnung für den Online-Broker liegen. In der Finanzplanung stellt 2023 daher ein Brückenjahr dar, in dem höhere Kosten für die Entwicklung von Smartbroker 2.0 und die geplante Migration bei gleichzeitigem Betrieb der derzeitigen Version des Brokers zu einem negativen Cash-Flow führen werden. Die Investition in das Neukundenmarketing wird im Vergleich zu 2022 erneut gesenkt, auf rund € 2 Mio. Ab 2024 soll Smartbroker 2.0 erstmals ganzjährig zum Umsatz, und erstmalig auch zur Profitabilität der Gruppe, beitragen.

Einschätzung der Marktentwicklung

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Trotz historisch herausforderndem Marktumfeld 2022 (Inflation, Zinsanstieg, Rückgang der deutschen Haushaltsvermögen, Kursrückgänge, negative Sentiments und Unsicherheiten an vielen Märkten, Volatilität) wurden hunderttausende Anleger erstmals an den Kapitalmärkten aktiv (Quelle: Deutsches Aktieninstitut). Das deutsche Aktieninstitut schätzt, dass mittlerweile mehr als 18% der deutschen Bevölkerung über 14 Jahren gelistete Wertpapiere halten, was den bisherigen Höchststand des Jahres 2001 übertrifft.

Die Haushaltsvermögen waren laut Deutscher Bundesbank in den ersten drei Quartalen 2022 erstmals seit der Finanzkrise 2008 über einen derart langen Zeitraum leicht rückläufig. Aktien, sonstige Anteilsrechte und Investmentfonds erlitten signifikante Bewertungsverluste. Dennoch kam es zu durch Mittelflüsse bedingte Zunahmen, was die nachhaltige Bedeutung der Kapitalmärkte für die Vermögensbildung privater Haushalte unterstreicht.

Wir gehen weiterhin davon aus, dass langfristige Trends wie die Digitalisierung, die Verbreitung von benutzerfreundlichen digitalen Produkten für Banking und Investing sowie provisionsfreier Geschäftsmodelle und der Zugang zu verlässlichen Finanzinformationen und Finanzbildung zum weiteren Wachstum des adressierbaren Marktes beitragen.

Der Druck auf die staatlichen Rentensysteme bedingt die Suche nach Renditealternativen. Investitionen am Kapitalmarkt werden auch in Zeiten steigender Zinsen als eine Säule der privaten Altersvorsorge wahrgenommen und genutzt.

Eine neue Generation von Anlegern sind die "Digital Natives", die beinahe ausschließlich mobiles bzw. Online-Banking für ihre täglichen Bankgeschäfte nutzen und keine Berührungsängste mit digitalen Plattformen zum Wertpapierhandel und allgemein zu digitalen Finanzdienstleistungen haben.

Deutschlands fragmentierter Bankenmarkt mit seinen über 1.500 Instituten (Gesamtzahl der Kreditinstitute in Deutschland laut Bundesbank) bietet eine gute Ausgangslage für digitale Broker als neue Marktteilnehmer.

Anhaltende Digitalisierung bedingt eine Verschiebung der Medienlandschaft und der Leserschaft hin zu digitalen Medien auf Desktop, App und Mobile Web. Damit nehmen auch die Werbeausgaben in diesen Medien zu.

Diese und weitere Faktoren bedingen das nachhaltige Wachstum der Zielmärkte, die die Smartbroker Gruppe bearbeitet. Das Unternehmen hat eine umfassende Produkt-Roadmap und abgestimmte Vermarktungsstrategien entwickelt, um das Marktpotenzial durch den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen und die Erweiterung des Partnernetzwerks weiter zu erschließen.

Unternehmensinitiativen

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Markteinführung von Smartbroker 2.0

Die neue, digitale Depotantragsstrecke und die Bewerbung der App sollten die Prozesse deutlich beschleunigen, weniger fehleranfällig machen, neue Kundengruppen erschließen und perspektivisch die Kundengewinnungskosten senken

Modernisierung der Börsenportale, zunächst der ältesten Website der Gruppe wallstreet-online.de, die 2023 ihr 25-jähriges Bestehen feierte.

Engere funktionale Einbindung des Smartbroker 2.0 in die Medienportale, insbesondere durch neue Funktionen wie z. B. Direkterwerb von Wertpapieren aus den Portalen für Smartbroker 2.0-Kunden

Zusätzlich zu den im Risikobericht genannten Faktoren und Unsicherheiten ist unklar, wie sich die weiteren Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf die Wirtschaft in Europa, die Volatilität der Finanzmärkte, die verfügbaren Werbebudgets und damit die Geschäftstätigkeit der Gruppe auswirken werden.

Die Smartbroker-Gruppe rechnet für 2023 mit einem Umsatz zwischen € 51 Mio. bis € 56 Mio. Das operative EBITDA nach den Kundengewinnungskosten soll sich auf € 1 Mio. bis € 4 Mio. belaufen.

Dabei ist hervorzuheben, dass die Einführung des Smartbrokers 2.0 auch in 2023 zu erheblichen Anlaufkosten führt, die aufgrund der Migration im zweiten Halbjahr noch nicht mit entsprechend höheren Umsätzen aus dem operativen Geschäft gedeckt werden. Das Projekt stellt jedoch eine Investition in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung der Gruppe dar.

Umsatz- und Profitabilitätsprognose für den Konzern

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in € Mio. 2023F1
Umsatz 51 - 56
EBITDA nach Kundengewinnungskosten 1 - 4

1 2023F: Prognose auf Grundlage aktueller Annahmen und Planungen, vorbehaltlich Risiken und Ungewissheiten

Die Planung basiert auf der Annahme, dass das Mediengeschäft entsprechend der Marktentwicklung stabil bleibt bzw. leicht zulegen kann, in beiden Fällen jedoch gewohnt hohe EBITDA-Margen erzielen kann. Im Brokerage plant die Gesellschaft mit einem geringen Bruttokundenzuwachs. Da der Fokus allerdings nicht auf der Neukundenakquise, sondern auf der Markteinführung von Smartbroker 2.0 und der darauffolgenden Migration der Bestandskunden liegt, sollte die Kundendepotanzahl bis Ende 2023 im Vergleich zum Vorjahr sinken, da es im Zuge der Migration auf die neuen Transaktionsplattform zu Schwund kommen kann.

Prognose der Smartbroker Holding AG

Die oben genannten Informationen beziehen sich auf den Konzern. Für die Einzelgesellschaft plant die Unternehmensführung auf Basis eines sich regulär entwickelnden Börsenumfelds mit einer stabilen organischen Entwicklung für das Mediengeschäft. Die zugrundeliegende Ertragskraft soll auch 2023 in den weiteren Ausbau der Marktposition des Smartbroker 2.0, investiert werden. Trotz umfangreicher Aufwände bis zum Abschluss dieses Projekts rechnet das Unternehmen wieder mit einem deutlich positiven m für die Smartbroker Holding AG im Jahr 2023, das im einstelligen Millionenbereich liegen soll.

Schlusserklärung

zum Abhängigkeitsbericht gemäß § 312 AktG

Gemäß § 312 AktG haben wir einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit der folgenden Erklärung gemäß § 312 Abs. 3 AktG abschließt:

"Über die im Abhängigkeitsbericht genannten Sachverhalte hinaus, sind keine Rechtsgeschäfte durchgeführt worden oder Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder damit verbundenen Unternehmen getroffen oder unterlassen worden.

Die Smartbroker Holding AG hat nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt worden."

 

Berlin, 18. Juli 2023

Der Vorstand der Smartbroker Holding AG

André Kolbinger

Michael Bulgrin

Oliver Haugk

Roland Nicklaus

Stefan Zmojda

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Smartbroker Holding AG, Berlin

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der Smartbroker Holding AG, Berlin - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht der Smartbroker Holding AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Geschäftsberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der unter "SONSTIGE INFORMATIONEN" genannten Bestandteile des Geschäftsberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des ZUSAMMENGEFASSTEN Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

SONSTIGE INFORMATIONEN

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die Sonstigen Informationen umfassen:

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die Ausführungen im Geschäftsbericht unter "1. Highlights", "2. Brief des Vorstands", "3. Geschäftsmodell", "4. Die Smartbroker Holding AG Aktie" und "5. ESGC-Bericht".

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, 18. Juli 2023

BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Zink, Wirtschaftsprüfer

Paape, Wirtschaftsprüfer