Ad-hoc | 27 August 2003 07:52
Mineralbrunnen Überkingen
Mineralbrunnen AG: Restrukturierung zeigt deutlich positive Effekte
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Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG: Restrukturierung zeigt deutlich positive
Effekte
Stuttgart 27. August 2003 – Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG erreichte
mit 74,6 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2003 exakt den Umsatzerlös des
Vorjahreszeitraums. Die Konzernumsätze reduzierten sich geringfügig um 0,9
Prozent auf 84,6 Millionen Euro.
Insbesondere bei Mineralwasser verzeichnet das Unternehmen einen Mengenzuwachs
um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraums. Dabei sind die saisonalen
Effekte bedingt durch die gute Witterung noch nicht berücksichtigt. Der PET-
Anteil an abgesetzten Mengen (in Litern) steigerte sich zum Vorjahreshalbjahr
um 40 Prozent und ist weiter ansteigend.
Im Rahmen des konsequenten Kostenmanagements konnten erste Erfolge im
Personalbereich sowie im Vertrieb und Marketing realisiert werden. Die
ergebniswirksamen Effekte durch verringerte Personalkosten beliefen sich im
Berichtszeitraum in der Mineralbrunnen AG auf rund 4 Prozent und im Konzern auf
2,6 Prozent. Die in den vergangenen Jahren erheblich angestiegenen
Vertriebskosten wurden im ersten Halbjahr 2003 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um 28 % gesenkt. Bei den Marketingkosten betrug der Rückgang 12,1 %. Dem
gegenüber stehen erhöhte Materialaufwendungen aus dem gestiegenen Anteil der
PET-Gebinde gegenüber. Dadurch ist der Rohertrag im ersten Halbjahr um 6,5
Prozent gesunken.
Das Unternehmen weist ein betriebliches Ergebnis (EBIT) von -3,5 Millionen Euro
(1. Hj. 2002: -0,6 Millionen Euro) aus. Bedingt durch die Strukturmaßnahmen und
Sonderbelastungen aus der Pfandumstellung beläuft sich das Halbjahresergebnis
vor Steuern auf -4,5 Millionen Euro (1. Hj. 2002: -0,4 Millionen Euro). Im
Konzernabschluss wirkt dieser Effekt ebenfalls. Mit einem EBIT von -3,6
Millionen Euro (Vorjahr: -1,0 Millionen Euro) und einem Halbjahresergebnis vor
Steuern von -4,5 Millionen Euro (Vorjahr: -0,4 Millionen Euro) liegen die Werte
innerhalb der Planungen und unterstreichen den positiven Verlauf der
Reorganisation.
Für das Gesamtjahr 2003 wird in der AG ein Umsatz von rund 145 Millionen Euro
(2002: 141,3 Millionen Euro) und der Konzernumsatz von ca. 165 Millionen Euro
(2002: 162,3) erwartet. Nach der derzeitigen Hochrechnung wird sich das
Jahresergebnis für 2003 auf ca. -10 Millionen Euro (2002: -34,8 Millionen Euro)
belaufen.
Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG
Der Vorstand
Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 27.08.2003
Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Ad-hoc-Mitteilung:
Mit einer konsequenten Kostendisziplin und einer flexiblen Marktausrichtung ist
es der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG gelungen, die negative Entwicklung
des Vorjahres umzukehren und erste Reorganisationserfolge zu verzeichnen.
Bereits in den ersten sechs Monaten des Wirtschaftsjahres entwickelte sich der
Absatztrend wieder positiv und die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2003 konnten
stabilisiert werden.
Der Mengenzuwachs bei Mineralwasser gegenüber dem Vorjahreszeitraums ist auf
die gestrafften Vertriebsaktivitäten und die Konzentration auf den Wassermarkt
zurückzuführen. Positiv beeinflussten die Gebindearten – und damit das PET-
Cycle-System als Insellösung – den Mengenzuwachs. Durch die Irritationen bei
der Pflichtpfandeinführung stieg die Nachfrage des Handels nach Gebindeformen
auf PET-Cycle-Basis deutlich. Das Unternehmen konnte sich im Einwegbereich als
Problemlöser für den Handel positionieren und wird auch weiterhin von dieser
Entwicklung profitieren.
Die strukturellen Maßnahmen im Hinblick auf die Einführung der Profitcenter-
Organisation beinhalteten sowohl eine Anpassung der Personalkostenstruktur als
auch eine Verringerung der Belegschaft. Durch den Wegfall der Überstundengelder
auf Basis neuer Arbeitszeitmodelle und erste Reduzierungen des Personals
konnten bereits im ersten Halbjahr wesentliche Einsparungen realisiert werden.
Die Verringerung des Personals erfolgt u.a. durch natürliche Fluktuation,
Beendigung von befristeten Arbeitsverhältnissen, durch Aufhebungsverträge und
dem weiteren Abschluss von Altersteilzeitverträgen. Insgesamt wird dies im
Laufe des Gesamtjahres rund 150 Stellen umfassen. Im Durchschnitt sank der
Personalstand in der Mineralbrunnen AG gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 847
Mitarbeiter und im Konzern um 6,5 % auf 976 Mitarbeiter. Weitere Maßnahmen wie
der Verzicht auf übertarifliche Leistungen in der bisherigen Form und ein neues
Entlohnungssystem befinden sich derzeit im Prozess. Durch die verzögerte
Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen werden erst in den Folgeperioden die
Einsparungseffekte deutlich sichtbar werden. Bis zum Jahresende wird ein
Rückgang der Personalkosten um 6,7 % im Vergleich zum Vorjahr erwartet.
Dem stehen erhöhte Materialaufwendungen aus dem gestiegenen Anteil der PET-
Gebinde gegenüber. Investitionen in die Gebindeumstellungen – insbesondere für
das PET-Cycle-System – und die Neupositionierungen von Einzelmarken betrugen im
ersten Halbjahr 3,7 Millionen Euro. Hinzu kommen Aufwendungen in die
Maschinentechnik für die Gebindeumstellungen im Tochterunternehmen Fachingen
von 1,4 Millionen Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen im Konzern
für das erste Halbjahr auf rund 5,1 Millionen Euro.
Die Abschreibungen sind insgesamt – durch die im Vorjahr unterjährig in Betrieb
genommene PET-Anlagen in Güstrow und Kisslegg – im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum angestiegen. Während die Abschreibungen auf Glasflaschen
zurückgegangen sind, bedingten die vorgenommenen Investitionen in PET einen
Anstieg der Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände von ca. 17 %.
Das Beteiligungsergebnis ist temporär durch die laufende Gebindeumstellung in
Fachingen und der 2002 erfolgten PET-Investition in Güstrow um rund 600.000
Euro zurückgegangen. Das Finanzergebnis ist mit -291.000 Euro leicht negativ,
bewegt sich aber im geplanten Rahmen.
Für das Gesamtjahr befindet sich die laufende Restrukturierung voll im Plan und
wird auch im zweiten Halbjahr fortgeführt. Das Unternehmen wird deutlich
effizienter werden, flexibler agieren und schneller auf Markterfordernisse
reagieren. In der Leistungserstellung steht weiterhin die Kostensenkung im
Vordergrund. Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem der strategischen
Konzentration auf das Kernabsatzgebiet in Süddeutschland, dem Fokus auf das
Wassergeschäft und auf neue Produkte. Insbesondere aufgrund der Komplexität des
Zwangspfandes im Handel, kommt dem PET-Cycle-System eine besondere Bedeutung zu.
Auf dieser Basis wird in diesem Jahr eine deutliche Verbesserung des operativen
Ergebnisses erwartet.
Kontakt:
Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG
Dr. Birgit Eschenbruch
Tel. 07331 201 310
e-mail: birgit.eschenbruch@minag.de
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WKN: 661400; ISIN: DE0006614001; Index:
Notiert: Amtlicher Markt in Frankfurt (General Standard) und Stuttgart;
Freiverkehr in Berlin-Bremen
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