![]() Baader Bank AktiengesellschaftUnterschleißheimJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 20211 Grundlagen des Baader Bank Konzerns1.1 Organisatorische und rechtliche StrukturDie Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank oder Baader Bank AG) ist eine mehrheitlich in Familienbesitz befindliche, börsengelistete Investmentbank. Sie verfügt über eine Vollbanklizenz, ist Mitglied des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. und gehört dessen Einlagensicherungseinrichtung an. Zum Baader Bank Konzern (nachfolgend Baader Bank Konzern) gehörten zum Bilanzstichtag neben der Konzernmutter sechs vollkonsolidierte Gesellschaften, davon drei Tochter- und drei Enkelunternehmen. Die Konzernzentrale befindet sich in Unterschleißheim bei München. Weitere deutsche Standorte der Baader Bank sind Frankfurt am Main und Stuttgart. Die 100 %-ige schweizerische Tochtergesellschaft der Baader Bank, die Baader Helvea AG, hat ihren Hauptsitz in Zürich. Die Baader Helvea AG ist jeweils zu 100 % an der Baader Helvea Ltd. mit Sitz in London und der Baader Helvea Inc. mit Sitz in New York beteiligt. Gemeinsam mit der Baader Helvea AG bilden diese Gesellschaften die Baader Helvea Gruppe. Die Baader Bank ist zu 100 % an der Selan Holding GmbH mit Sitz in Unterschleißheim beteiligt. Dieses Unternehmen hält alle Anteile an der kroatischen Windparkbetreiberin Selan d.o.o. sowie an der Vjetropark Vrataruša d.o.o., die gemeinsam mit der Selan Holding GmbH die Selan Gruppe bilden. Wegen des geringen Geschäftsvolumens der Vjetropark Vrataruša d.o.o. und fehlender Geschäftsaktivitäten erfolgt weiterhin keine Einbeziehung dieser Gesellschaft in den Konzernabschluss. Die Tochtergesellschaft Baader & Heins Capital Management AG (Baader & Heins AG), an der die Baader Bank mit 75 % beteiligt ist, hat ihren Sitz im Gebäude der Konzernzentrale in Unterschleißheim. Die Baader Bank hat im Geschäftsjahr 2021 ihre Anteile am Research-Anbieter AlphaValue S.A., Frankreich (AlphaValue) von zuvor 5,39 % auf nunmehr 13,30 % erhöht. Die strategische Beteiligung an und die Zusammenarbeit mit AlphaValue besteht bereits seit 2019 und soll perspektivisch weiter ausgebaut werden. AlphaValue ist der Exklusivpartner bei der Marktaufstellung des Research-Angebots des Baader Bank Konzerns. Die Baader Bank ist mit 19,90 % an der Conservative Concept Portfolio Management AG (CCPM AG oder CCPM) beteiligt. Die CCPM AG hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Zum Jahresende 2021 waren insgesamt 485 Mitarbeiter im Baader Bank Konzern und 451 Mitarbeiter in der Baader Bank AG beschäftigt. Im Berichtszeitraum wurde das Führungsteam der Baader Bank um Dietmar von Blücher als Generalbevollmächtigter verstärkt. Damit ist frühzeitig die CFO-Nachfolge von Dieter Brichmann eingeleitet worden. Nach Zustimmung der Bankenaufsicht hat Dietmar von Blücher zum 01.07.2021 als Mitglied des Vorstands die Aufgaben des Chief Financial Officer übernommen. Dieter Brichmann legte zum 30. Juni 2021 seine Funktion als CFO nieder, um in den Ruhestand zu gehen. Im Aufsichtsrat der Baader Bank haben sich im Berichtszeitraum keine Änderungen ergeben. Um die Anforderungen aus dem Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) umzusetzen, ist ein Prüfungsausschuss durch den Aufsichtsrat gebildet worden, dessen Aufgabenbereich sich durch § 107 Abs. 3 Satz 2 AktG definiert. Die Aktien der Baader Bank sind im Freiverkehr der Börse München und dort im Marktsegment m:ac-cess sowie im Freiverkehr der Börsenplätze Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover und Stuttgart handelbar. Die Baader Beteiligungs GmbH, München, hält 64,90 % der Anteile an der Baader Bank, 5,63 % hält die Ubtrend GmbH & Co. KG und die weiteren 29,47 % der Anteile befinden sich im Streubesitz. 1.2 Geschäftsmodell des Baader Bank KonzernsDas Kerngeschäft der Baader Bank umfasst die Erbringung von Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Market Making, Equity Capital Markets und Multi Asset Brokerage. Diese Kerngeschäftsfelder werden durch die Unterstützungsgeschäftsfelder Banking Services, Asset Management Services und Research Services ergänzt, welche das Dienstleistungsspektrum um komplementäre Services für die Kundengruppen aus den Kerngeschäftsfeldern erweitern. Die Grundstruktur aus sechs kunden- und marktfokussierten Geschäftsfeldern wurde in strukturell unveränderter Form im Geschäftsjahr 2021 fortgeführt. Die Baader Bank agiert mit ihren Dienstleistungen am Kapitalmarkt als Partner für Unternehmen, Börsen und Handelspartner (u.a. Direktbanken, institutionelle Investoren, Unternehmen, Vermögensverwalter, FinTechs, Kapitalsammelstellen und Portfoliomanager). 1.2.1 Kerngeschäftsfelder1.2.1.1 Geschäftsfeld Market MakingAls Market Maker übernimmt die Baader Bank Intermediärsaktivitäten an regulierten Börsen und auf außerbörslichen Handelsplattformen. Das Market Making umfasst jene Geschäftsaktivitäten, die gemäß dem Handelsmodell am jeweiligen Börsenplatz als Skontroführer, Specialist- bzw. Quality-Liquidity-Provider oder als Spezialist definiert werden. Ausgeführt wird das Market Making von der Baader Bank an insgesamt sechs regulierten Börsen in Deutschland (Börse Berlin, Frankfurter Wertpapierbörse, Börse Stuttgart, Börse München und gettex sowie Börse Frankfurt Zertifikate) und der Börse Wien in Österreich. Die Baader Bank übernimmt in Abhängigkeit des jeweiligen Marktmodells die Preisstellung und Orderausführung für börsengehandelte inländische und ausländische Aktien, Anleihen, Fonds, Genussscheine, Exchange Traded Products (ETPs) und verbriefte Derivate. Die Dienstleistungserbringung orientiert sich dabei sowohl an einheitlichen internen Standards als auch an börsen- und aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Es ist das erklärte Ziel der Baader Bank, mit konstant hohem Qualitätsanspruch auch bei steigender Nachfrage kontinuierliche Liquidität an allen Handelsplätzen und in allen betreuten Wertpapiergattungen zu gewährleisten. Im außerbörslichen Wertpapierhandel kooperiert die Baader Bank mit Partnerbanken, meist Direktbanken oder Onlinebrokern, quotiert in ihrer Funktion als Market Maker zu den jeweiligen Handelszeiten die Preise auf außerbörslichen Handelsplattformen und tritt in bilateralen Handelsverhältnissen als Gegenpartei ein. Die Endkunden der Handelspartner, hauptsächlich Privatanleger, generieren Handelsumsätze in Aktien, Anleihen, Fonds und ETPs. 1.2.1.2 Geschäftsfeld Equity Capital MarketsIm Bereich Equity Capital Markets betreut die Baader Bank Unternehmenskunden im Primär- und Sekundärmarkt, die als Kapitalnachfrager bzw. Emittenten agieren. Das Dienstleistungsangebot umfasst die unabhängige Beratung bei Kapitalmarkttransaktionen, sowie die Durchführung und ggf. Strukturierung von Eigenkapitaltransaktionen oder hybriden Finanzierungsvarianten. Die im Rahmen der Wertpapiertechnik (Special Execution) angebotenen Dienstleistungen beziehen sich auf alle handelbaren Instrumente und umfassen sämtliche Formen der Kapitalerhöhungen gegen Bar- oder Sacheinlagen inklusive Debt-Equity-Swaps, öffentliche Angebote auf Wertpapiere, Herstellung der börslichen Fungibilität von Wertpapieren auch im Anleihe- und Genußscheinbereich bis hin zu Kapitalherabsetzungen und Squeezeouts. Darüber hinaus begleitet das Special Execution Team Segmentwechsel, Gattungswechsel und übernimmt die laufende Betreuung im Marktsegment m:access ebenso wie die Zahlstellenfunktion bei Aktien, Anleihen und ETPs. Darüber hinaus ergeben sich Schnittpunkte mit dem Bereich Multi Asset Brokerage in Form der ergänzend angebotenen Corporate Brokerage-Dienstleistungen. Diese umfassen je nach Kunde die ganzheitliche Begleitung des Kapitalmarktauftritts börsennotierter Unternehmen oder auch die Betreuung im Designated Sponsoring. 1.2.1.3 Geschäftsfeld Multi Asset BrokerageDas Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage umfasst sämtliche für Kunden auf dem Sekundärmarkt zu erbringende Dienstleistungen sowie Platzierung und Vertrieb von (eigenen) Primärmarkttransaktionen. Zu den wesentlichen Leistungen der Baader Bank zählen in diesem Bereich das Low-Touch-Trading (Brokerage) für Kunden an nationalen und internationalen Börsenplätzen und Handelsplattformen, an die die Baader Bank direkt angeschlossen ist. Dies umfasst die automatisierte Auftragsausführung in Aktien, Anleihen, ETPs und Verbrieften Derivaten sowie Derivaten. Darüber hinaus wird das sogenannte High-Touch-Trading als individuelle Betreuung und Orderausführung angeboten. Die Vertriebsaktivitäten in diesem Geschäftsfeld schließen die aktive Ansprache von Endkunden sowie den Vertrieb von Research-Produkten und Trading-Ideen ein. Als eigenständig angebotenes Dienstleistungspaket erbringt die Baader Bank im Corporate Brokerage unabhängige Beratung und Begleitung am Kapitalmarkt sowie die Betreuung der Aktie bei einem Börsenlisting durch aktives Designated Sponsoring in Form einer Mandatierung auf der Börsenplattform Xetra (Frankfurter Wertpapierbörse) sowie der Wiener Börse. 1.2.2 Unterstützungsgeschäftsfelder1.2.2.1 Geschäftsfeld Banking ServicesUnter dem Geschäftsfeld Banking Services subsumiert die Baader Bank das Einlagen- und Depotgeschäft, wobei alle originären Bankfunktionen und Dienstleistungen ausschließlich im Rahmen von B2B2C-Kooperationen mit klassischen Vermögensverwaltern, FinTechs, Neobrokern und Kapitalsammelstellen erbracht werden. Dabei profitieren die Kooperationspartner von den globalen Handelsanbindungen und der modernen IT-Infrastruktur der Baader Bank. Als Vollbank und Plattformanbieter verfolgt die Baader Bank einen Schnittstellenansatz und agiert als B2B-Partner bei der Konto- und Depotführung, sowie der systemtechnischen Abbildung sämtlicher Order Management- und Reporting-Prozesse unter Einhaltung der MiFID II-Vorgaben und der Anbindung an ein breites internationales Handelsnetzwerk. 1.2.2.2 Geschäftsfeld Asset Management ServicesIm Geschäftsfeld Asset Management Services erbringt die Baader Bank Dienstleistungen im Bereich der Finanzportfolioverwaltung im aufsichtsrechtlichen Sinne. Als Outsourcing-Partner für Kapitalverwaltungsgesellschaften unterstützt sie das Portfoliomanagement von Fondsprodukten wie UCITS-Fonds, Spezialfonds, Offshore Fonds und Derivate-Overlay-Mandaten. Darüber hinaus bietet die Baader Bank für Anlageberater, Vermögensverwalter und Versicherungen umfassende Unterstützung bei der Realisierung von Fondsmandaten. Ferner übernimmt die Baader Bank die Buy Side Trading Desk-Funktion, zahlreiche Services im Order Management sowie in administrativen Pre- und Post-Trade-Prozessen. 1.2.2.3 Geschäftsfeld Research ServicesIm Rahmen eines fundamentalen, technischen und quantitativen Top-Down-Ansatzes entwickelt das Equity-Research-Team der Baader Bank Indexziele, analysiert relevante makroökonomische Themen, definiert volkswirtschaftliche Szenarien, trifft Aussagen zum Market Timing (Strategy Research) und zu europäischen Sektortrends. Auf Einzelwertebene erstellen Sektor-Spezialisten des Baader Bank Konzerns regelmäßig umfangreiche Studien für Investoren und liefern Einschätzungen zu Anlagewerten. Der Fokus liegt auf der Analyse von Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Coverage wurde um ein paneuropäisches Produktuniversum im Zuge der Kooperation mit dem französischen Research-Anbieter Alpha-Value sukzessive ausgebaut. Ergänzend zum Aktien-Research unterstützt das ETF-Researchprodukt der Baader Bank institutionelle Investoren bei Entscheidungen zur Asset-Allokation und der Umsetzung ihrer Anlagestrategien. Ebenso ist ein ESG-Research im Dienstleistungsportfolio enthalten. Das Research-Angebot bildet die Schnittstelle zwischen zwei für die Baader Bank besonders relevanten Kundengruppen, - die größtenteils aus der DACH-Region stammenden Unternehmenskunden sowie internationale institutionelle Investoren, die aus den Analysen ihre Investmentideen generieren und Anlageentscheidungen ableiten. 1.2.3 Geschäftsfelder der TochtergesellschaftenAbgerundet wird das Angebot der Baader Bank durch das Produkt- und Leistungsspektrum der Tochtergesellschaften. Dieses umfasst im Wesentlichen die Research- und Brokerage-Aktivitäten mit institutionellen Investoren durch die Baader Helvea Gruppe und die Vermittlung von Schuldscheindarlehen, Namenstiteln und Geldmarktanlagen an deutsche institutioneller Anleger durch die Baader & Heins AG. Die Selan Gruppe generiert Erträge aus dem Einspeisen von Windenergie durch den Betrieb der in Kroatien ansässigen Windkraftanlagen der Selan d.o.o. und entwickelt Konzepte für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Standortes Vrataruša/Senj zur Nutzung von Wind- und Solarenergie. 2 Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen2.1.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Geschäftsjahr 2021Im Jahr 2021 konnte sich die Weltwirtschaft weiter von den Folgen der Covid-19-Pandemie erholen. Dazu trug insbesondere die steigende Verfügbarkeit von mehreren, um den Jahresbeginn nach und nach zugelassenen Impfstoffen bei. Trotz einer insbesondere in Europa anfänglich eingeschränkten Versorgungssituation - die in vielen Ländern zunächst noch anhaltende Kontakt- und Aktivitätsbeschränkungen zur Folge hatte - kam es infolge des zunehmenden Impffortschritts sowie des saisonal nachlassenden Infektionsgeschehens gegen Frühlingsende zu schrittweisen Lockerungen. Infolgedessen nahm die wirtschaftliche Entwicklung ab dem zweiten Quartal wieder deutlich an Fahrt auf, da sich insbesondere die Aktivität im Dienstleistungssektor erholen konnte. Demgegenüber schwächte sich die Erholung im Verarbeitenden Gewerbe über die Sommermonate etwas ab. Dies war auf eine allmähliche Wachstumsverlangsamung in China, aber auch auf immer deutlicher werdende Probleme in der Lieferbarkeit von Vorleistungsprodukten (insbesondere Halbleitern) zurückzuführen. Nachdem es in einigen Ländern ab dem Herbst zu einem neuerlichen Anstieg in den Inzidenzzahlen kam und mehrere Regierungen (wie etwa in Deutschland) neuerliche Beschränkungsmaßnahmen verhängten, verlangsamte sich das Wachstum im vierten Quartal erneut. Das Auftreten der Omikron-Variante gegen Jahresende belastete zudem das Weihnachtsgeschäft im stationären Einzelhandel. Demgegenüber konnte sich die Industrie gegen Jahresende wieder moderat erholen, da sich erste Anzeichen einer leichten Entspannung bei der Lieferkettenproblematik abzeichneten. Obwohl das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2021 in den meisten Ländern sehr stark war, war die Entwicklung in vielen Bereichen zumindest vorübergehend von Enttäuschungen begleitet. Auch regional wurden die Wachstumshoffnungen teilweise verfehlt, da die in den USA verabschiedeten Stimulierungsprogramme mangels Zustimmung im Kongress hinter den Erwartungen zurückblieben und das nachlassende Wachstum in China bei mehreren hochverschuldeten Immobilienentwicklungsunternehmen zu Zahlungsproblemen führte. In Summe verzeichnete die deutsche Volkswirtschaft in 2021 ein reales BIP-Wachstum von 2,8 % was den höchsten Wert seit 2011 darstellt. In vielen anderen Ländern fiel die Wachstumserholung jedoch noch massiver aus (Eurozone: 5,2 %, USA: 5,7 %, China: 8,1 %). Die Knappheit verschiedener Inputfaktoren schlug sich auch in der Entwicklung der Rohstoffpreise nieder. So stieg der Ölpreis von rund 50 USD am Jahresanfang auf zeitweise über 85 USD, aber auch andere Energiepreise (insbesondere Gas) zogen deutlich an. Vor diesem Hintergrund kam es global zu einem deutlichen und nachhaltigen Anstieg in den Inflationsraten, wobei der massive Anstieg der Energiepreise ab dem Herbst auch zunehmend von klar anziehenden Kerninflationsraten begleitet war, welche die normalerweise relativ stabile Preisentwicklung von Industriegütern und Dienstleistungen messen. Die weitere Zunahme des Inflationsdrucks war auch darauf zurückzuführen, dass sich angesichts begrenzter Kapazitäten sowohl die Logistik- als auch die Personalkosten für viele Unternehmen deutlich verteuerten. Zum Jahresende stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland somit um 5,3 %, in der Eurozone um 5,0 % und in den USA sogar um 7,0 %. Während die Zentralbanken den Anstieg der globalen Inflationsraten anfänglich als willkommene Normalisierung erachteten und das Überschießen der längerfristigen Zielmarken als vorübergehend bewerteten, mussten sie ihre Inflationsprognosen jedoch mehrmals nach oben anpassen und ihre Einschätzung zunehmend in Richtung eines nachhaltigeren Preisdrucks revidieren. Vor diesem Hintergrund wurde gegen Jahresende sowohl von der Fed als auch von der EZB ein allmähliches Herunterfahren der monatlichen Nettokäufe ihrer in der Pandemie begonnenen Anleihekaufprogramme angekündigt. Dabei betonten beide Notenbanken aber, mit Zinsanhebungen erst zu beginnen, nachdem dieser Prozess abgeschlossen sein wird. In Folge der nachlassenden Wachstumsdynamik ergriff die chinesische Zentralbank demgegenüber im zweiten Halbjahr Maßnahmen zur Ankurbelung der Kreditvergabe (zwei Senkungen des Mindestreservesatzes, niedrigere Loan Prime Rate). Die Aktienmärkte entwickelten sich in diesem Umfeld sehr freundlich. Per Saldo verzeichnete der DAX in 2021 einen Anstieg von 15,8 %, während der STOXX Europe 600 um 22,2 % und der S&P 500 sogar um 26,9 % zulegen konnten. Zudem war der Verlauf bis in den Herbst hinein von einer niedrigen Volatilität geprägt. Dies war vor allem auf eine starke und über den Konsenserwartungen liegende Entwicklung der Unternehmensgewinne zurückzuführen, welche auch von Seiten des im Jahresverlaufs sukzessive aufwertenden US-Dollars unterstützt wurde. Die in Folge nachgebender Konjunkturerwartungen rückläufigen KGV-Bewertungen stellten somit keine nachhaltige Belastung für die Kursentwicklung der Aktienindizes dar. Lediglich die drohende Zahlungsunfähigkeit einiger chinesischer Immobilienentwickler im September sowie die Entdeckung der Omikron-Variante im November führten temporär zu einer gewissen Verunsicherung der Investoren. Dennoch blieben die maximal im Jahresverlauf verzeichneten Kursrückgänge für viele Aktienindizes im historischen Vergleich extrem moderat, wozu auch anhaltende Rotationen beitrugen. Während am Jahresanfang noch zyklische und sehr niedrig bewertete Value-Aktien outperformten, kam es ab dem Frühjahr zu einem bis in den Herbst anhaltenden Revival der Qualitätsaktien. Dies war auch darauf zurückzuführen, dass sich der ab dem Jahresanfang einsetzende Renditeanstieg um rund 50 Basispunkte bei langlaufenden Staatsanleihen über die Sommermonate teilweise wieder zurückbildete. Gegen Jahresende stiegen die Anleiherenditen dann wieder etwas an, was eine neuerliche Outperformancephase von Value-Aktien begünstigte. 2.1.2 Branche, Marktstellung und Veränderung der WettbewerbspositionDie Baader Bank agiert als Market Maker auf börslichen und außerbörslichen Handelsplätzen sowie im bilateralen Direkthandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesem Umfeld gewinnen gebührenoptimierte Best Execution-Plattformen (Neo-Börsen), die für Endkunden kostenlose oder flexible Preisstrategien umsetzen, Marktanteile von klassischen deutschen Regionalbörsen. Im nationalen Bereich hat sich die Verteilungssituation zwischen den klassischen Börsenplätzen wie Frankfurt und Stuttgart gegenüber den Neo-Börsen merklich verändert. Wesentliche Wachstumsraten verzeichnet dabei der elektronische Handelsplatz gettex, ein Angebot der Börsen München in Kooperation mit der Baader Bank. Die neueren Handelsplätze werden vor allem von Mobile- und Online-Brokern bzw. deren Endkunden genutzt. Die Gruppe der Privatanleger investierte auch in 2021 - u.a. getrieben durch spezifische Aktienthemen - auf einem weiterhin hohen Niveau in Aktien. In diesem Umfeld konnte die Baader Bank im Berichtszeitraum von den steigenden Handelsaktivitäten profitieren und die eigene Marktstellung auch dank neuer B2B-Kooperationen nachhaltig ausbauen. Im deutschsprachigen Raum entwickelt sich der Wettbewerb für orderbuchführende Market Maker weiterhin intensiv in einem zunehmend fragmentierten Marktumfeld. Durch die international fortschreitende Etablierung sogenannter Multi Market Maker-Modelle entsteht im internationalen Wettbewerb eine offene Konkurrenzsituation zwischen mehreren preisstellenden Market Makern, die permanent hinsichtlich Schnelligkeit und möglichst enger Spreads in der Preisstellung im Wettbewerb miteinander stehen. Das Brokerage-Geschäft der Baader Bank als Handelspartner insbesondere für Cash Equity-Produkte im DACH-Raum findet in einem sich konsolidierenden Markt statt. Das Marktumfeld entwickelte sich im Berichtszeitraum durchaus unterstützend, doch ausgeprägter Wettbewerb und Konsolidierungen fanden weiterhin statt. Mitbewerber (v.a. Großbanken) ziehen sich vom Markt zurück, andere Player setzen auf Wachstum, wobei das Geschäft stark qualitäts- und Tool-getrieben (Zusatzleistungen) ist. Im Markt für Kapitalmarktdienstleistungen ist die Anzahl der Börsengänge in 2021 trotz der andauernden Covid-19-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. In Deutschland gab es insgesamt 30 Börsengänge, wovon 22 Unternehmen sich für eine deutsche Börse entschieden haben. Hinsichtlich der Anzahl der Börsengänge und dem Emissionsvolumen war das Jahr 2021 ein Rekordjahr weltweit seit dem Jahr 2000. Ein preis- und servicegetriebener Wettbewerb um Kapitalmarktmandate, der Einfluss auf die Margen hat, findet weiterhin statt. Darüber hinaus zeichnete sich ein Trend der sogenannten SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) ab, wodurch ein verkürzter IPO als Verschmelzung mit einer leeren Unternehmenshülle stattfindet. Vereinzelte Unternehmen verschoben auch ihre IPO-Pläne oder zogen diese zunächst zurück. Als Anbieter von Equity Research befindet sich die Baader Bank seit dem Inkrafttreten der MiFID II-Richtlinie in einem weiterhin stark preisgetriebenen Wettbewerbsumfeld. Die Preismodelle müssen den Anforderungen der Kunden entsprechen, wettbewerbsfähig gegenüber anderen Anbietern sein und den regulatorischen Anforderungen gerecht werden. Im Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit Online-Brokern, Vermögensverwaltern, Family Offices und FinTechs sieht die Baader Bank weiterhin ein nachhaltig hohes Potenzial. Mit ihrer IT-Infrastruktur und ihrem vollumfänglichen Bankdienstleistungsangebot von Konto- und Depotgeschäften bis zu Handelsanbindungen, Ordermanagement und Reporting, steht die Baader Bank nicht in Konkurrenz, sondern ergänzt das Leistungsspektrum der Online-Broker, Vermögensverwalter, Family Offices und FinTechs. Die Baader Bank fungiert in diesem Segment als leistungsfähiger Geschäftspartner und Plattformanbieter für die jeweiligen Kundengruppen. Hinsichtlich umfassender Dienstleistungen im Bereich von Asset Management-Funktionen und Trading Desk-Services, wirkt sich der starke Trend steigender regulatorischer Anforderungen positiv auf die Neuauflage von Fondsprodukten und somit auf die Nachfrage nach den gebotenen Dienstleistungen der Baader Bank in diesem Bereich aus. 2.2 Geschäftsverlauf2.2.1 Entwicklung der wesentlichen Leistungs- und ErgebnistreiberDen substanziellen Anteil am Gesamtbankergebnis der Baader Bank machen als wesentliche Leistungs- und Ergebnistreiber das Handels- und Provisionsergebnis aus. Diese unterliegen sowohl den im Folgenden beschriebenen exogenen Entwicklungen an relevanten Märkten, also den dort herrschenden Stimmungsbildern und Volatilitäten, als auch der internen Prozessoptimierung und Preismodellen. Das zweite Pandemiejahr infolge war in 2021 nach wie vor geprägt von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Der überraschende Moment des Virusausbruchs scheint jedoch nachhaltig überwunden, was sich auch in der Entwicklung der globalen Marktindizes widerspiegelt. Das Volatilitätsniveau, gemessen anhand des CBOE Volatility Index (VIX), verzeichnete insbesondere im ersten und viertel Quartal vergleichsweise hohe Ausschläge, erreichte jedoch nicht die Extremwerte von März 2020. Insgesamt manifestierte sich die Schwankungsbreite auf einem leicht höheren Niveau als vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie. Die weiterhin moderat erhöhten Handelsaktivitäten wirkten sich unmittelbar auf den Wertpapierhandel der Baader Bank und auf den Unternehmensgewinn aus. Zum Jahresstart sorgten insbesondere sogenannte Meme-Stocks aber bspw. auch die Impfstoffthematik für enorme Aktienkursentwicklungen einzelner Titel und damit einhergehenden außerordentlichen Handelsaktivitäten. Die Gesamterträge der Baader Bank erhöhten sich auf Konzernebene von EUR 212,7 Mio. in 2020 auf EUR 215,4 in 2021 und liegen damit innerhalb des Prognosekorridors. Mit einem EBT in Höhe von EUR 57,4 Mio. übertrifft der Baader Bank Konzern das Ergebnis aus dem Vorjahr (2020: EUR 56,0 Mio.) und verzeichnet entsprechend ein weiteres erfolgreiches Gesamtjahr. Trotz des Wachstums konnte die Baader Bank die Kostendisziplin innerhalb der Geschäftsorganisation wahren. Die Cost Income Ratio beläuft sich für 2021 auf 70,4 %, was einem nahezu gleichbleibenden Niveau gegenüber dem Vorjahr entspricht (2020: 69,4 %). Mit 38,7 % weist die Baader Bank eine außerordentliche Eigenkapitalrendite nach Steuern auf. Auch die Kapitalstärkung bzw. das Verhältnis von hartem Kernkapital zu den Risiken in der Bankbilanz hat sich verbessert und spiegelt sich in einer CET-1-Quote von 22,1 % wider (2020: 14,6 %). Das Handelsergebnis stieg auf Konzernebene, getrieben durch die beschriebenen Effekte, um weitere 10,0 % im Vergleich zum bereits sehr starken Vorjahr auf EUR 185,0 Mio. an. Damit einhergehend ist der steigende handelsinduzierte Provisionsaufwand u.a. auf eine steigende Anzahl an Transaktionen und Orders zurückzuführen, wodurch das Provisionsergebnis im Konzern auf EUR 12,9 Mio. zurückgeht. Dem entgegengesetzt wirken als wesentlicher Treiber des Provisionsergebnisses konzernweit die Entwicklungen im Multi Asset Brokerage, ergänzt um die Provisionseinnahmen des Capital Markets-, des Asset Management Service- und des Research Service-Geschäfts. Zudem werden im Konto- und Depotgeschäft nicht nur Cross Selling-Effekte auf das Handelsergebnis, sondern auch Provisionsbeiträge erwirtschaftet. Insgesamt konnte die Baader Bank ihre Marktstellung in allen Geschäftsbereichen ausbauen und die Provisionserträge auf Konzernebene von EUR 94,5 Mio. auf EUR 112,0 Mio. um rund 19 % steigern. 2.2.2 Geschäftsverlauf der Kerngeschäftsfelder2.2.2.1 Geschäftsfeld Market MakingDie anhaltende Verlagerung von Umsatzvolumina - weg von den klassischen Börsen mit Entgeltmodellen, hin zu entgeltfreien Handelsplätzen - ist im Jahr 2021 weiter vorangeschritten. Unterstützt durch das wachsende Angebot von Neo-Brokern und Online-Vermögensverwaltern hat sich das Anlegerverhalten in Deutschland im Sinne eines Strukturwandels im nationalen Brokergeschäft auch in 2021 weiter verändert. Dies spiegelte sich im Berichtszeitraum in den Handelsaktivitäten, insbesondere seitens der Privatanleger, wider und wurde von einer sich erholenden Grundstimmung am Markt bestärkt. Auch Sonderthemen wie Imfpstoff-Aktien, Shortseller-Attacken und Kryptowerte haben in 2021 das Umfeld positiv beeinflusst. Die Effekte betreffen vor allem neuere Börsenplätze, sodass die Baader Bank mit ihrem OTC- (,Over the Counter') Angebot und dem Market Making am Handelsplatz gettex von der Ausweitung ihrer Dienstleistungen in diesem Geschäftsfeld profitiert. Diese Entwicklung fußt auf der jüngsten Strategieausrichtung und stützt die weitere Diversifikation im Geschäftsfeld. Dabei strebt die Baader Bank die Gewinnung weiterer Marktanteile, bzw. die Zurückgewinnung der Marktführerschaft im Sinne einer diversifizierten Abdeckung der vorhandenen Handelsplätze an. Bei insgesamt moderat geringeren Volatilitäten im Vergleich zum Vorjahr, haben sich die Handelsumsätze an den für die Baader Bank relevanten deutschen Börsenplätzen hinsichtlich aller Assetklassen in 2021 moderat steigend gegenüber 2020 entwickelt. Die Anzahl der Trades hat sich in diesem Zeitraum um 36,1 % erhöht. Die Baader Bank konnte entsprechend ihren Marktanteil weiter steigern. Die Umsätze am Börsenplatz gettex nahmen im Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt rund 155 % zu. Das Segment ATF- (Algorithmic Trading Facility) Handel profitierte im Berichtszeitraum aktienseitig insbesondere von der Impfstoff-Thematik, was sich anteilig im XETRA-Volumen widerspiegelte. Insgesamt konnte die Baader Bank ihre Marktanteile auf XETRA steigern und profitabler agieren. Dies wurde u.a. gestützt durch ein wachsendes Universum gehandelter Instrumente und technische Optimierung. Zusätzlich engagiert sich die Baader Bank für die Einführung neuer Aktien und ETFs am XETRA-Handelsplatz. Im außerbörslichen Handel bewegten sich die Umsätze in 2021, ausgehend von einem sehr hohen Vorjahresniveau in 2020, weiter steigend. Hierfür sind die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zusätzlich verstärkten Volatilitäten am Markt einer der wesentlichen Gründe. Der OTC-Bereich profitierte von einem allgemein hohen Umsatzwachstum und Transaktionsvolumen sowie den Effekten hoch volatiler Aktien. Das Orderflow-Potenzial aus bestehenden und neu gewonnenen Kooperationen mit Online- und Direktbanken, die an den Quote-, Handels- und Abwicklungssystemen der Baader Bank partizipieren, ist weiter erfolgreich vorangeschritten. Der Ausbau der OTC-Aktivitäten stellt für die Baader Bank nach wie vor ein langfristiges Ziel dar. Am Rentenmarkt, dessen Entwicklung maßgeblich von der europäischen Zinspolitik abhängt, zeichnete sich in 2021 eine wellenartige Marktbewegung ab, mit einer wechselhaften Renditeentwicklung sowohl bei 10-jährigen Bundesanleihen als auch bei US-Staatsanleihen. Als Treiber dieser Entwicklung waren neben den Unsicherheiten durch die Covid-19-Pandemie auch geopolitische und wirtschaftliche Gründe verantwortlich. Wesentliche marktbeeinflussende Ausnahmefaktoren waren u.a. die coronabedingten Mehrwertsteuersenkungen in Deutschland, die Neuverschuldung und Bonds-Emissionswelle aufgrund des Lockdown, expoliderende Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe und Produktionsausfälle in Folge der Suezkanal-Blockade. Insgesamt verzeichneten sowohl die Anzahl der Trades als auch das gehandelte Volumen im Bereich Rentenhandel einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Dies bemisst sich anhand dem Gegenwert (Kurswert) sowie an der Nominale der gehandelten Bonds an den deutschen Börsen. Wie auch in den vergangenen Jahren konnte die Baader Bank abermals neue Orderbücher gewinnen. Sie wurde im Berichtszeitraum bei 18 Börsengängen im Prime Standard der Börse Frankfurt als Spezialist mandatiert. Sie übernahm die Orderbuchführung u.a. für die Vantage Towers AG, die 468 SPAC I SE und die Daimler Truck Holding AG. 2.2.2.2 Geschäftsfeld Equity Capital MarketsDie deutliche Zurückhaltung im IPO-Geschäft während dem ersten Pandemiejahr ist in 2021 bereits nicht mehr zu vernehmen. Das wirtschaftliche Zurechtkommen mit dem Covid-19-Virus sowie das andauernde Niedrigzinsumfeld haben die Kapitalmarktaktivitäten global wiederbelebt und erzeugten ein positives Martkumfeld für Börsengänge. Der Großteil der Anbieter konnte unter diesen Marktbedingungen eine deutliche Zunahme der Geschäftsaktivitäten verzeichnen. Im Geschäftsjahr 2021 begleitete das Equity Capital Markets-Team der Baader Bank insgesamt sechs Kapitalmarkttransaktionen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von EUR 462 Millionen. Im Vorjahr lag das Volumen der begleiteten Transaktionen bei EUR 58 Millionen. Hervorzuheben ist insbesondere die Kapitalerhöhung der BRAIN Biotech AG, die von der Baader Bank als Joint-Coordinator und Joint-Bookrunner betreut wurde. Die Transaktion umfasste EUR 19,6 Millionen und erfolgte gegen Bareinlagen aus genehmigtem Kapital und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. Im Rahmen des beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) wurden die neuen Aktien durch eine Privatplatzierung zum Kauf angeboten. Im Berichtszeitraum haben insbesondere Biotech- und Pharma-Unternehmen von den Entwicklungen am Kapitalmarkt profitiert. Ein weiterer Börsentrend zeichnete sich in Deutschland mit sogenannten Special Purpose Acquisition Company (SPAC)-Börsengängen ab. Ein SPAC ist definiert als börsennotierte Mantelgesellschaft, die ein anderes Unternehmen übernimmt und finanziert, sodass dieses an die Börse gebracht werden kann. Das Equity Capital Markets-Team der Baader Bank agierte als Listing Agent im Zusammenhang mit der SPAC und anschließenden De-SPAC-Transaktion der Lakestar SPAC I SE. Diese Transaktion war die erste abgeschlossene europäische De-SPAC-Transaktion mit einem deutschen Zielunternehmen. Seit der Börsenzulassung sind die Aktien des neu kombinierten Unternehmens unter dem neuen Namen HomeToGo SE handelbar. Die Nachfrage hinsichtlich der Wertpapiertechnik-Dienstleistungen der Baader Bank im Bereich Special Execution war auch in 2021 weiterhin hoch. Das Geschäft profitierte ebenfalls von dem unterstützenden Marktumfeld und den wiederauflebenden Kapitalmarktaktivitäten der Unternehmen. Die Umsätze konnten in 2021 über das gesamte Portfolio an Dienstleistungen hinweg moderat gesteigert werden. Es wurden im Geschäftsjahr insgesamt 106 Transaktionen (Vorjahr: 74) und 598 Dienstleistungmandate (Vorjahr: 404) begleitet. Insgesamt erhöhte sich bei allen Maßnahmen- und Dienstleistungskategorien die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr, unter anderem getrieben durch die Entwicklung am Markt, dass Großbanken sich bei technischen Mandaten auf eigene Kunden oder umfangreiche Dienstleistungspakete beschränken, wodurch sich die Position der Baader Bank abseits dieser Mandate verstärkt. Im Bereich Corporate Brokerage bietet die Baader Bank unabhängige Kapitalmarktberatung an, wie bspw. Designated Sponsoring-Dienstleistungen. Das Team fungiert dabei auch als strategisches Bindeglied zur längerfristigen Anbahnung von Sell-Side-Kontakten, wovon auch der Bereich Capital Markets profitiert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 nutzten 80 Unternehmenskunden die Corporate Brokerage-Services der Baader Bank (Vorjahr: 74 Kunden), was eine Steigerung um 8 % gemessen an der Anzahl an Mandaten im Vergleich zum Vorjahr darstellt. 2.2.2.3 Geschäftsfeld Multi Asset BrokerageAnknüpfend an das Vorjahr waren im Berichtszeitraum die Einschränkungen im Kundenkontakt im Zuge der Covid-19-Pandemie weiterhin nachteilig für die Geschäftsaktivitäten im Bereich Multi Asset Brokerage. Dennoch konnte die Gewinnung von Marktanteilen weiter voranschreiten. Während die Marktvolumina in den Hauptmärkten wie bspw. XETRA im Jahresverlauf zurückgingen, sind die Brokerage-Gebühren gestiegen. Zudem hat sich die Anzahl Trades im Vergleich zum starken Vorjahr insgesamt deutlich positiv entwickelt und um über 130 % gesteigert. Weiterhin konnten im Berichtszeitraum ein signifikanter Anstieg der betreuten institutionellen Kunden-Accounts verzeichnet und die Umsetzung zusätzlicher Marktanbindungen realisiert werden. Voraussetzung hierfür war und ist auch die permanente Automatisierung der Handelsinfrastruktur mithilfe neuer Technologien. In Bezug auf die regionale Fokussierung versteht sich die Baader Bank weiterhin als lokaler Broker für die deutschsprachige Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und für globale Investorenkunden. 2.2.3 Geschäftsverlauf der Unterstützungsgeschäftsfelder2.2.3.1 Geschäftsfeld Banking ServicesAusgehend von einem starken Wachstum im Vorjahr, hat sich das Depotkundengeschäft in 2021 weiter deutlich positiv entwickelt. Der Anstieg bezieht sich sowohl auf die Anzahl als auch auf das resultierende Depotvolumen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Depotanzahl im Zuge der Funktion der Baader Bank als depotführende Bank im Jahr 2021 um 290 % auf insgesamt rund 500.000 Depots erhöht (Vorjahr: 129.141 Depots). Das geführte Depotvolumen ist entsprechend im Jahresverlauf - trotz immer wieder aufkommenden Marktschwankungen - konzernweit um 86 % auf EUR 12,3 Mrd. angestiegen (Vorjahr: EUR 6,6 Mrd.). Dieses Wachstum geht unter anderem einher mit der Umsetzung von insgesamt zwei neuen B2B-Kooperationspartnerschaften, sowohl im Bereich der Vermögensverwalter und auch der Banken. Entsprechend betreute die Baader Bank zum Geschäftsjahresende 2021 insgesamt 82 Finanzdienstleister (Vorjahr: 72), etwa die Hälfte davon sind digitale Vermögensverwalter. Auch im Geschäft mit Neo-Brokern konnten weitere namenhafte und teilweise internationale Kunden gewonnen werden. Die entstandenen Kooperationen haben bereits in ihrem ersten Live-Jahr für weiteres signifikantes Wachstum gesorgt. Dabei profitiert die Baader Bank auch als Market Maker durch die Abwicklung der Kundenaufträge über gettex, die elektronische Handelsplattform der Börse München. Aufgrund der auch in 2021 anhaltenden Handelsaffinität im Retail-Segment sorgen die Neobroker-Kooperationen vermehrt für steigende Transaktionsaktivitäten. Insbesondere das um ETF-Sparpläne ergänzte Sortiment der Neobroker steht für einen langfristigen Anlagehorizont der Nutzer. Darüber hinaus konnte die Baader Bank durch den Ausbau technischer Plattformen (z.B. Automatisierung im Onboarding) die Skalierung wichtiger Abläufe weiter voranbringen. Infolgedessen haben bestehende Kooperationspartner ihr Produktangebot mit der Baader Bank kontinuierlich ausgebaut. Dies hat sich als inkrementelles Wachstum im Transaktionsvolumen niedergeschlagen und inaktive Kundendepots konnten minimiert werden. 2.2.3.2 Geschäftsfeld Asset Management ServicesIm Geschäftsverlauf 2021 verzeichnete das bei den als Finanzportfolioverwalter für Kapitalverwaltungsgesellschaften betreute Vermögen im Bereich der Asset Management Services einen Anstieg um etwa 5 % auf EUR 6,6 Mrd. (Gesamtvolumen zum 31.12.2020: EUR 6,3 Mrd.). Die Zahl der Fondsmandate sank im Vergleich zum Vorjahr von 55 auf 47 Mandate, was unter anderem auf die Konsolidierung von Einzelfonds zurückzuführen ist. Dass die betreuten Vermögen dennoch gestiegen sind, liegt darin begründet, dass im Verlauf des Jahres 2021 eine Reihe von größeren institutionellen Mandaten gewonnen werden konnte. Schwankungen dieser Größenordnung sind aus Sicht des Vorstands unwesentlich. Im Zeitverlauf über mehrere Jahre betrachtet, bewegen sich genannte Vergleichsgrößen auf konstantem Niveau. Zudem wirken sich die steigenden regulatorischen Anforderungen positiv auf die Nachfrage nach den gebotenen Dienstleistungen der Baader Bank im Bereich Asset Management Services aus. 2.2.3.3 Geschäftsfeld Research ServicesIm Berichtszeitraum wurde die Kooperation mit dem unabhängigen französischen Analyse-Anbieter AlphaValue weiter ausgebaut und entsprechend im März die Beteiligung der Baader Bank um rund acht Prozentpunkte erhöht (siehe Kapitel 1.1). Aus der Kooperation mit AlphaValue als Exklusivpartner ist im August 2020 die neue Research-Plattform "Baader Europe" entstanden. Die Plattform konsolidiert alle Research-Produkte des Baader Bank Konzerns und bietet Zugang zu über 600 europäischen Titeln, zu Equity-, Credit- und ESG-Research, zu Strategy- sowie Macro-Research, zu ETF-Research und zu den Top Picks der Baader Bank. Im Gesamtjahr 2021 lag die Performance der Baader Helvea Top Picks-Liste bei insgesamt 27,5 %, was einer Outperformance gegenüber dem Vergleichsindex (STOXX Europe 600) von zwei Prozentpunkten entspricht. Das Geschäftsfeld Research Services hält weiterhin an seinem fundamentalen, nach Sektoren ausgerichteten Ansatz, der durch eine gezielte Selektion und die qualitative Analyse von Geschäftsmodellen einen hohen Spezialisierungsgrad aufweist, fest. Die Coverage der analysierten Titel wurde ausgebaut und nachhaltig optimiert, sodass auch künftig ein größeres Angebot entstehen soll. Mit dieser Strategie konnte die Anzahl der Research-Kunden bzw. Investoren im Geschäftsjahr 2021 bereits um ca. 11 % auf insgesamt 255 gesteigert werden. Wie bereits im Vorjahr mussten die Veranstaltungsformate allesamt virtuell oder hybrid umgesetzt werden. Dabei konnte das Team der Baader Bank die inzwischen gut erprobten Konzepte umsetzen und an bisherige Veranstaltungserfolge anknüpfen. 2.2.4 Geschäftsverlauf der TochtergesellschaftenWesentlicher Bestandteil des Baader Bank Konzerns ist die schweizerische Baader Helvea Gruppe. Zusammen mit dem Brokerage der Baader Bank konnte hier einer der größten lokalen Broker in deutschen, österreichischen und schweizerischen Aktien erfolgreich am Markt etabliert werden. Seit über zehn Jahren steht Baader Helvea für zuverlässiges Brokerage und Research für institutionelle Anleger weltweit, mit einem Fokus auf Investoren in Großbritannien, der Schweiz, den USA und Kanada. Im Jahr 2021 setzte sich der Aufwärtstrend der Baader Helvea fort. Der Kundenstamm wurde an allen Standorten ausgebaut und das Cross-Selling von Produkten und Dienstleistungen an den internationalen Standorten verstärkt. Bestehende Kooperationen wie das SIX Stage-Programm mit der schweizerischen Börse wurden erfolgreich ausgebaut und die Position der Baader Helvea als führender Anbieter in der Schweiz gefestigt. Zusammen mit der französischen AlphaValue, an der die Baader Bank beteiligt ist, wird eine vollumfängliche Research-Plattform angeboten. Das Angebot erstreckt sich auf über 600 pan-europäische Analysetitel. Haupttreiber des Baader Helvea-Ergebnisses sind Provisionseinnahmen aus Sales- und Research-Aktivitäten. Der Markterfolg der Baader Helvea Gruppe in 2021 spiegelt sich in einem deutlich positiven Ergebnisbeitrag zum Baader Bank Konzern für das Geschäftsjahr 2021 wider und knüpft damit an die Entwicklung aus dem Vorjahr an. Dafür sind die fortgesetzte Kosten- und Prozessoptimierung sowie die Adjustierung der Dienstleistungs- und Produktpalette nach den Bedürfnissen und Potenzialen der einzelnen Kundengruppen ursächlich. Die weltweite Covid-19-Pandemie hatte auch in 2021 keine direkt ableitbare positive oder negative Ergebnisauswirkung auf Baader Helvea. Die wesentlichen Ergebnistreiber der Selan Gruppe sind die von der Windparkbetreiberin Selan d.o.o. erzielten Einspeisevergütungen für Windenergie, die in wesentlichem Maße von den Windverhältnissen sowie der technischen Verfügbarkeit der Windkraftanlagen im Verlauf eines Geschäftsjahres abhängig sind. Das Windaufkommen für den an der kroatischen Küste stehenden Windpark unterlag in 2021 im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlichen Schwankungen, was insbesondere der europäischen Großwetterlage im Sommer und den extremen Stürmen im Herbst/Winter geschuldet ist. Der Windertrag war damit leicht rückläufig gegenüber den erfolgreichen Vorjahren. Insgesamt erwirtschaftete die Selan Gruppe aber einen positiven Ergebnisbeitrag zum Baader Bank Konzernergebnis 2021. Die Covid-19-Pandemie hatte auch in 2021 keinen sichtbaren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und Ergebnisentwicklung der Selan Gruppe. Im Jahr 2021 erfolgte im Windpark eine Umstellung der Steuerungs- und Überwachungssoftware und damit einhergehend wurden alle Windkraftanlagen mit neuen leistungsfähigeren Servern ausgestattet. Die neue Technik steuert nun zielgerichtet das Abschaltverhalten und ermöglicht unter Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) bei einigen Windturbinen die Erzeugung von mehr Energie bei höheren Windgeschwindigkeiten. Im abgelaufenen Jahr hat die Selan d.o.o. zudem ihre Finanzierungsstruktur verschlankt und optimiert. So konnten unter anderem die Fremdverbindlichkeiten deutlich abgebaut und der verbliebende Finanzierungsanteil durch die Baader Bank übernommen werden. Die Baader & Heins Capital Management AG ist ein Wertpapierinstitut, das auf die Vermittlung vorwiegend illiquider, verzinslicher Finanzprodukte zwischen institutionellen Investoren spezialisiert ist. Zum Kundenkreis gehören institutionelle Großanleger aus dem Versicherungsbereich, dem öffentlichen Sektor sowie dem Bankenbereich im In- und Ausland. Der Geschäftsverlauf der Baader & Heins wird im Wesentlichen vom Provisionsergebnis bzw. von der zugrundeliegenden Vermittlungsprovision, der Anzahl der Geschäftsabschlüsse sowie dem vermittelten Volumen bestimmt. Der Wettbewerb zwischen den auf institutionelle Investoren fokussierten freien Finanzmaklern wie der Baader & Heins war weiterhin stark von den an den internationalen Kapitalmärkten herrschenden Rahmenbedingungen geprägt. So fehlten im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der fortwährend anhaltenden Niedrigzinspolitik weiterhin attraktive Anlagemöglichkeiten für Investoren in verzinslichen Finanzprodukten. Erschwerend hinzu kam die anhaltende "Corona-Krise" und die mit ihr einhergehenden wirtschaftlichen Unwägbarkeiten, sowie die Insolvenz der Bremer Greensill Bank, welche für zusätzliche Verunsicherung und Zurückhaltung bei Investoren sorgten. In diesem, insgesamt anhaltend erneut sehr schwierigen Umfeld, konnte sich die Gesellschaft in den letzten Jahren im Markt für illiquide Zinsprodukte behaupten. Im Geschäftsjahr 2021 ist es Baader & Heins gelungen die etablierte Marktstellung im Berichtsjahr aufrecht zu erhalten. Dies spiegelte sich auch darin wider, dass sowohl Bestands- wie auch vereinzelt neue Kunden weiterhin aktiv den Kontakt zur Baader & Heins AG gesucht haben. Im Gegensatz zum anhaltenden Personalabbau bzw. den Schließungen von Geschäftsfeldern im Rentenmarkt bei Banken und anderen Mitbewerbern, hielt die Gesellschaft an dem Dienstleistungsbereich der Vermittlung illiquider Zinsprodukte mit dem Schwerpunkt Schuldscheindarlehen bzw. Namensschuldverschreibungen fest und konnte so ihre Position in diesem Markt festigen. Dies hat dazu geführt, dass die Baader & Heins AG im Geschäftsjahr 2021 trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen erneut ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erzielen konnte. 2.2.5 Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung in 2021 mit den im Vorjahr abgegebenen PrognosenDer Vorstand der Baader Bank hat für das Geschäftsjahr 2021 anfänglich die Prognose ausgegeben, unter mit dem Vorjahr vergleichbaren Marktgegebenheiten ein Ergebnis vor Steuern auf Konzernebene von mindestens EUR 56 Mio. erwirtschaften zu können. Diese Erwartung begründete sich in der Annahme der sich fortsetzenden Rahmenbedingungen für ein weiteres Ausnahmejahr sowie der strategisch verbesserten Ausrichtung der Baader Bank. Insgesamt verlief die Markt- und Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2021 der anfänglichen Prognose entsprechend. Mit der strategischen Ausrichtung geht auch die Entwicklung und Durchführung von organisatorischen und prozessualen Verbesserungen, von Kostenoptimierungsmaßnahmen sowie von Marktbearbeitungs- und Vertriebsoptimierungsmaßnahmen einher. Im Ergebnis haben die Maßnahmen dazu geführt, im Zuge einer langfristigen Strategieausrichtung auch eine entscheidende Kapital- und Finanzstärke zurückzugewinnen bzw. weiter auszubauen. Weiterhin wurde und wird die interne Automatisierung und Digitalisierung vorangetrieben. Das strategische Kalkül, die Baader Bank zu einem integrierten Plattformbetreiber weiterzuentwickeln, ist aufgegangen. Im ersten Quartal 2021 war auch wie in Q1 2020 ein wesentlicher Anstieg der Geschäftsaktivitäten bei der Baader Bank zu verzeichnen. Das Handelsergebnis stieg im Vergleich zur bereits sehr starken Vorjahresperiode um rund 77 % an. Das Provisionsergebnis nahm hingegen im ersten Quartal um 43 % im Vergleich zum ersten Quartal 2020 ab. Die Ertrags- und Ergebnisstärke der Baader Bank setzte sich auch im zweiten Quartal 2021 fort. Zum Halbjahr steigerte sich das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um mehr als 80 %. Das Provisionsergebnis schwächte sich aufgrund der handelsinduzierten Provisionsaufwendungen auf EUR 9,7 Mio. weiter ab. Mit einem Ergebnis vor Steuern i.H.v. EUR 49,0 Mio. für die ersten neun Monate 2021 setzte sich die wachstumsreiche Entwicklung des Baader Bank Konzerns weiter fort. Insgesamt erwirtschaftete der Baader Bank Konzern im Geschäftsjahr 2021 ein Gesamtergebnis vor Steuern von EUR 57,4 Mio. Die Geschäftsentwicklung im Abschlussquartal war also ungebrochen. Im Wesentlichen sind für die Geschäftsentwicklung der Baader Bank in 2021 die folgenden Treiber auszumachen: Die Ertrags- und Kosteneffekte aus der fortgesetzten Strategieadjustierung der Baader Bank sowie die Cross-Selling-Effekte aufgrund der Diversifikation des Geschäftsmodells tragen zu der positiven Gesamtentwicklung bei. Ergänzend haben die Marktentwicklungen im Wertpapierhandel, bei denen sich die nach wie vor höheren Volatilitäten und Umsatzvolumina über das gesamte Jahr fortgesetzt haben, das Ergebnis entscheidend gestützt. Die überproportionale Zunahme mit den teilweise historisch hohen Umsatzvolumina begründet sich im Wesentlichen auf einer enormen Handelsaktivität vorwiegend seitens der Privatanleger und damit einhergehend spezifischen Anlagethemen wie etwa Impfstoff-Aktien, Kryptowerte oder sogenannten Meme-Stocks. Auch die wirkenden strategischen Maßnahmen, die aus Sicht des Vorstandes zu einer langfristigen strukturellen Weiterentwicklung des Handelssetups und der Handelsqualität im Market Making führen, konnten weiterhin für die positiven Effekte verantwortlich gemacht werden. Auch die ungebrochenen Wachstumsraten im Konto- und Depotgeschäft der Baader Bank wirken zusätzlich verstärkend. Bei den Banking Services, namentlich dem Konto- und Depotgeschäft mit Vermögensverwaltern, knüpft die Baader Bank nahtlos an die Wachstumsraten der Vorjahre an. Der überproportionale Anstieg der Depotvolumina als auch der Depotanzahl im Jahr 2021 ist sowohl auf die Gewinnung weiterer Online- und klassischer Vermögensverwalter als auch auf den Start von neuen, gebührenoptimierten Brokerangeboten zurückzuführen, bei denen die Baader Bank Kooperationspartner ist. Der signifikante Anstieg des Ergebnisbeitrages aus dem Market Making wird folglich durch Markterfolge im Kunden- und Bestandsgeschäft unterstützt. Dies gilt auch für die digitale Konto- und Depotführung, bzw. den Trend hin zum Mobile Trading. Die daraus entstehende neue Börsenkultur wird begleitet durch sich anpassende Börsen- und Handelsplattformbetreiber, die mit Partnern wie der Baader Bank, innovative, teilweise exklusive Kooperationen aufsetzen. Die Baader Bank vereint diese Marktentwicklungen und profitiert als unabhängiger Anbieter einer Handels-, Abwicklungs- und Bankinfrastruktur überproportional von dieser Entwicklung und dem neu gewonnenen Anlegerstamm durch ihr integriertes Geschäftsmodell. Zu notieren bleibt, dass auch alle drei Tochtergesellschaften des Baader Bank Konzerns, die schweizerische Baader Helvea Gruppe, die Baader & Heins Capital Management AG sowie die Selan Gruppe, mit positiven Abschlüssen zum Konzernergebnis beitrugen. 2.3 Wirtschaftliche Lage des Baader Bank Konzerns2.3.1 Vermögens-, Finanz- und ErtragslageDie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Baader Bank AG als Muttergesellschaft des Baader Bank Konzerns bestimmt maßgeblich die wirtschaftliche Gesamtentwicklung des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die für den Baader Bank Konzern getroffenen Aussagen lassen sich grundsätzlich auch auf die Baader Bank AG übertragen. Dementsprechend werden der Lagebericht der Baader Bank AG und der des Baader Bank Konzerns gemäß § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Soweit sich wesentliche Abweichungen zwischen dem Jahresabschluss der Baader Bank AG und dem Konzernabschluss ergeben sowie ergänzende quantitative Angaben zu machen sind, werden diese in den sich anschließenden Berichtspassagen erläutert und dargestellt. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Baader Bank AG wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches ("HGB") und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") sowie unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes ("AktG") aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft. Die Bekanntmachung für das Geschäftsjahr 2021 erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger. 2.3.2 ErtragslageDie Ertragslage des Baader Bank Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich mit einem positiven Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 57.444 (Vorjahr TEUR 56.019) im Vergleich zum Vorjahr erneut verbessert. Im Einzelnen stellt sich die Ertragslage des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG im Geschäftsjahr 2021, im Vergleich zu den Vorjahren 2019 und 2020, wie folgt dar:
1
Korrespondierende Erträge und
Aufwendungen sind saldiert ausgewiesen Tabelle 1: Indikatoren zur Ertragslage des Baader Bank Konzerns
1
Korrespondierende Erträge und
Aufwendungen sind saldiert ausgewiesen Tabelle 2: Indikatoren zur Ertragslage der Baader Bank AG Das Zinsergebnis und die laufenden Erträge sind insgesamt um TEUR 1.008 auf - TEUR 1.626 höher, jedoch erneut negativ ausgefallen (Baader Bank AG: um TEUR 937 auf - TEUR 166). Die laufenden Erträge enthalten bei der Baader Bank AG Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaft Baader & Heins. Geprägt war das Zinsergebnis unverändert durch Zinserträge aus festverzinslichen Wertpapieren, denen korrespondierend rückläufige Zinsaufwendungen aus der Begebung eigener Schuldscheindarlehen (TEUR 3.344) und der Refinanzierung der Konzernzentrale am Standort Unterschleißheim (Baader Bank AG: TEUR 434) gegenüberstanden. Hinzu kamen im Konzern, wie bereits im Vorjahr, vor allem die Zinsaufwendungen aus der Fremdfinanzierung des Windparks bei der Windparkbetreiberin Selan d.o.o. Mit TEUR 12.889 (Baader Bank AG: - TEUR 170) ist das Provisionsergebnis erneut eine wesentliche Einflussgröße für das positive Jahresergebnis. Aufgrund der starken Handelsaktivitäten steigen insbesondere die Börsen- und Abwicklungsgebühren um TEUR 7.929 auf TEUR 35.413 (Baader Bank AG: - TEUR 7.920 auf TEUR 35.368) sowie die Vermittlungsprovisionen um TEUR 16.668 auf TEUR 23.000 (Baader Bank AG: - TEUR 15.882 auf TEUR 28.053). Das Provisionsergebnis weist insgesamt einen Rückgang um TEUR 18.087 (Baader Bank AG: um TEUR 17.184) auf. Bereinigt um die vorbenannten handelsinduzierten Provisionsaufwendungen hat sich das Provisionsergebnis in dem wesentlichen Geschäftsfeld Multi Asset Brokerage insgesamt jedoch positiv entwickelt. Durch das Cash Equity Geschäft einschließlich des Verkaufs von Research-Produkten sowohl auf Ebene der Baader Bank AG als auch der Baader Helvea Gruppe erfuhr das Provisionsergebnis aus Orderrouting- und Kundenkommissionsgeschäft mitsamt Research sowie das sonstige Provisionsergebnis einen signifikanten Anstieg um TEUR 6.683 auf TEUR 52.026 (Baader Bank AG: um TEUR 6.987 auf TEUR 44.223). Ebenfalls gestiegen um TEUR 2.073 auf TEUR 5.294 (Baader Bank AG: + TEUR 1.878 auf TEUR 5.046) ist das Provisionsergebnis aus Kapitalmarktdienstleistungen und das Ergebnis aus Management- und Performancefees um TEUR 105 auf TEUR 1.674 (Baader Bank AG: + TEUR 105 auf TEUR 1.674). Einen Rückgang erfuhr das Ergebnis aus Courtage- und Transaktionsentgelten um TEUR 2.351 auf TEUR 12.308 (Baader Bank AG: um TEUR 2.352 auf TEUR 12.308). Das Handelsergebnis auf Konzernebene ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 16.815 auf TEUR 185.030 erneut im Vorjahresvergleich angestiegen und resultiert vollständig aus der Baader Bank AG als Handelsbuchinstitut. Das Ergebnis dieses zweiten Ausnahmejahres in Folge begründet sich in den auch im Schlussquartal weiterhin sehr hohen Wertpapierumsätzen, speziell an den Handelsplattformen und Börsen, an denen die Baader Bank als Market Maker aktiv ist. Insgesamt hat das sehr gute Handelsergebnis den positiven Geschäftsabschluss wesentlich geprägt Die durch die Selan Gruppe ausgewiesene Position Umsatzerlöse entfällt in voller Höhe auf die durch den Windpark generierte Einspeisevergütung für Strom. Diese liegt im abgelaufenen Geschäftsjahr um 8 % bzw. TEUR 914 auf TEUR 11.048 leicht unter Vorjahresniveau. Die sonstigen Erträge weisen einen deutlichen Anstieg um TEUR 3.992 auf TEUR 8.134 auf (Baader Bank AG: um TEUR 4.805 auf TEUR 9.202). Wesentlich hierfür sind periodenfremde Erträge auf Ebene der Baader Bank AG aus Vorsteuererstattungen sowie der erstmalige Ausweis der Erträge aus Währungsumrechnungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen. Der Gesamtaufwand ist im abgelaufenen Geschäftsjahr mit TEUR 158.031 nahezu konstant geblieben. (Baader Bank AG: Anstieg um TEUR 6.863 auf TEUR 141.568). Die Personalaufwendungen sind auf Konzernebene aufgrund der gestiegenen Mitarbeiteranzahl mit insgesamt TEUR 73.491 um 3 % bzw. TEUR 2.252 leicht höher ausgefallen (Baader Bank AG um 4 % bzw. TEUR 2.429 auf TEUR 66.526). Der andere Verwaltungsaufwand und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 7.779 auf TEUR 55.920 höher ausgefallen, mehrheitlich bedingt durch gestiegene EDV-Kosten (Baader Bank AG: um TEUR 9.849 auf TEUR 50.659). Infolge der beschriebenen Faktoren konnte beim Rohertrag annähernd das Vorjahresniveau mit TEUR 207.341 (Baader Bank AG: 184.694) erzielt werden. Die Abschreibungen sind im Baader Bank Konzern mit TEUR 10.116 niedriger ausgefallen und haben sich mit einem Rückgang um TEUR 10.309 nahezu halbiert. Diese resultieren überwiegend aus Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen. Insgesamt entfallen TEUR 5.846 auf Sachanlagen und TEUR 3.270 auf immaterielle Anlagewerte. Im Vorjahr waren die Abschreibungen mit der Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert einer Tochtergesellschaft und Buchwertverlusten im Anlagebuch der Baader Bank AG deutlich belastet. In der Baader Bank AG sind die Abschreibungen um TEUR 7.097 auf TEUR 5.879 niedriger ausgefallen. Den etwas höher ausgefallenen Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen in Höhe von insgesamt TEUR 4.907 stehen mit TEUR 8.345 auf TEUR 972 ein deutlicher Rückgang der Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie die Abschreibungen auf Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere gegenüber. Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde im Geschäftsjahr 2021 in Übereinstimmung mit § 340e Absatz 4 HGB TEUR 18.504 (Baader Bank AG: TEUR 18.504) zugeführt. Der Steueraufwand im Konzernabschluss resultiert vor allem aus dem deutlich positiven Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in der Baader Bank AG. Infolge der beschriebenen Faktoren war das Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 57.444 (Vorjahr TEUR 56.019) als auch das Konzernjahresergebnis mit TEUR 46.554 positiv (Vorjahr TEUR 46.529) und konnte somit erneut leicht gesteigert werden. In der Baader Bank AG wird ein Jahresüberschuss von TEUR 42.292 (Vorjahr TEUR 45.235) ausgewiesen. 2.3.3 Finanz- und VermögenslageDie Bilanzsumme beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 1.819.682 und ist mit einem Anstieg um TEUR 931.104 mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahresvergleich (Baader Bank AG: um TEUR 944.331 auf TEUR 1.810.222). Die Bilanzstruktur des Baader Bank Konzerns hat dabei sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite Veränderungen erfahren. Die Veränderungen der Aktiva resultieren im Wesentlichen aus einem deutlichem Anstieg der Barreserve um TEUR 883.282 auf TEUR 1.372.123 sowie der Forderungen an Kunden um TEUR 52.052 auf TEUR 99.313. Korrespondierend sind auf der Passivseite die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aufgrund höherer Sichteinlagen deutlich um TEUR 903.889 auf TEUR 1.497.533 gestiegen. Im Einzelnen stellen sich die Vermögenslage und die Veränderungen der Bilanzposten des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG zum Abschlussstichtag wie folgt dar:
Tabelle 3: Indikatoren zur Finanz- und Vermögenslage des Baader Bank Konzerns
Tabelle 4: Indikatoren zur Finanz- und Vermögenslage der Baader Bank AG 2.3.3.1 Kurzfristiges VermögenDie Barreserve ist um TEUR 883.282 auf TEUR 1.372.123 (Baader Bank AG: um TEUR 883.282 auf TEUR 1.372.122) stark angestiegen, während die Forderungen an Kreditinstitute leicht mit TEUR 13.747 auf TEUR 149.256 (Baader Bank AG: um TEUR 13.210 auf TEUR 135.876) zurückgegangen sind. Die Forderungen an Kunden sind infolge der Ausweitung des Kreditgeschäfts ebenfalls um TEUR 52.052 auf TEUR 99.313 (Baader Bank AG: um TEUR 61.762 auf TEUR 113.806) gestiegen. Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren ist insgesamt nur leicht auf TEUR 47.474 angestiegen. Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren bei öffentlichen Emittenten ist auf TEUR 37.318 angestiegen, während der Bestand an anderen Emittenten um TEUR 8.510 auf TEUR 10.156 zurückging. Im Berichtsjahr sind die neu erworbenen Bestände an Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren der Liquiditätsreserve zugeordnet worden. Der Handelsbestand ist stichtagsbedingt um TEUR 4.954 bzw. 13 % auf TEUR 41.754 angestiegen. Die sonstigen Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten sind stichtagsbedingt um TEUR 151 auf TEUR 5.796 (Baader Bank AG: um TEUR 461 auf TEUR 3.564) etwas niedriger als im Vorjahr. 2.3.3.2 Beteiligungen und Anteile an assoziierten/verbundenen UnternehmenDer Buchwert der Beteiligungen sowie der Anteile an assoziierten Unternehmen liegt im Berichtsjahr im Konzern mit TEUR 9.690 insgesamt auf Vorjahresniveau. Veränderungen ergaben sich durch eine Teilveräußerung der Anteile an dem Fonds Earlybird DWES Fund VI GmbH & Co. KG des Venture Capital Investors Earlybird und dem Erwerb von Anteilen an dem neu aufgelegten Fonds Earlybird DWES Fund VII GmbH & Co. KG. Ferner wurde aus strategischen Gründen die Beteiligung an der AlphaValue SA aufgestockt. 2.3.3.3 Immaterielle Anlagewerte und SachanlagenDie immateriellen Anlagewerte sind im Berichtsjahr im Konzern insgesamt um TEUR 2.302 auf TEUR 11.580 angestiegen. Die Sachanlagen sind mit TEUR 53 auf TEUR 74.577 konstant geblieben. Die Zugänge inkl. Umbuchungen bei den immateriellen Anlagewerten entfielen im Wesentlichen auf Investitionen in EDV-Software (TEUR 5.598), die nahezu vollständig in der Baader Bank AG getätigt wurden. Des Weiteren haben sich die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen um planmäßig vorgenommene Abschreibungen reduziert. In der Baader Bank AG sind die Sachanlagen und immateriellen Anlagewerte um TEUR 5.646 auf TEUR 50.863 angestiegen. Dies ist bedingt durch die im Geschäftsjahr vorgenommenen Investitionen in Höhe von TEUR 10.570, denen planmäßig vorgenommenen Abschreibungen in Höhe TEUR 4.907 gegenüberstanden. Weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Berichtserstellung waren weitere wesentliche Investitionen, die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegen, geplant. 2.3.3.4 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der VermögensverrechnungEinen Rückgang verzeichnete der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung um TEUR 398 auf insgesamt TEUR 7.270. Ursächlich hierfür war das auf TEUR 13.957 rückläufige Deckungsvermögen, welches zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Das Deckungsvermögen setzte sich mit TEUR 6.695 aus Forderungen an Kreditinstituten sowie mit TEUR 7.262 aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren zusammen. 2.3.3.5 FremdfinanzierungDie Fremdfinanzierungsmittel setzen sich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie sonstigen Verbindlichkeiten zusammen. Insgesamt liegen die Fremdfinanzierungsmittel deutlich über Vorjahresniveau (Anstieg um TEUR 868.456) und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 1.557.568 (Baader Bank AG: Anstieg um TEUR 886.715 auf TEUR 1.561.148) infolge des starken Kundenwachstums. Ursächlich für den starken Anstieg sind im Wesentlichen höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Sichteinlagen um TEUR 903.889 auf TEUR 1.497.533 (Baader Bank AG: um TEUR 908.729 auf TEUR 1.503.156). Hingegen sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit TEUR 35.802 (Baader Bank AG: um TEUR 22.275) zurückgegangen. Stichtagsbedingt ergab sich bei den sonstigen Verbindlichkeiten ein Anstieg in Höhe von TEUR 369 auf TEUR 13.195 (Baader Bank AG: um TEUR 261 auf TEUR 11.152). 2.3.3.6 Sonstige RefinanzierungsmittelDie sonstigen Refinanzierungsmittel sind im Berichtsjahr um TEUR 19.153 auf TEUR 97.651 (Baader Bank AG: TEUR 19.074 auf TEUR 94.301) angestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus der Zuführung des Sonderpostens in Höhe von TEUR 18.504 auf TEUR 46.961 (Baader Bank AG: um TEUR 18.504 auf TEUR 46.961), höher dotierten Rückstellungen um TEUR 2.892 auf TEUR 47.746 (Baader Bank AG: um TEUR 2.813 auf TEUR 44.396) sowie stichtagsbedingt niedrigeren passiven Handelsbeständen der Baader Bank AG (um TEUR 2.233 auf TEUR 2.701). 2.3.3.7 Bilanzielles EigenkapitalIm laufenden Geschäftsjahr 2021 ergaben sich Veränderungen des gezeichneten Kapitals und der Kapitalrücklagen durch die Ausgabe von 779.320 auf Inhaber lautende Stückaktien gegen Sacheinlage im Rahmen der Wahldividende, legitimiert durch den Gewinnverwendungsbeschluss der ordentlichen Hauptversammlung am 1. Juli 2021. Der deutliche Anstieg des Eigenkapitals um TEUR 43.495 auf TEUR 164.463 ist im Wesentlichen bedingt durch das Konzernergebnis vor Anteilen anderer Gesellschafter (TEUR 46.797), Dividendenausschüttungen (- TEUR 3.999) sowie Effekten aus der Währungsumrechnung (TEUR 697). In der Baader Bank AG stieg das Eigenkapital um TEUR 38.542 auf TEUR 154.773 aufgrund des Jahresüberschusses an. Aus dem Jahrsüberschuss wurden in Übereinstimmung mit § 268 Abs. 1 HGB i.V.m. § 58 Abs. 2 AktG TEUR 21.400 in die frei verfügbaren Gewinnrücklagen eingestellt. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt 9 % (Baader Bank AG: 9 %), die modifizierte Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung des Fonds für allgemeine Bankrisiken 12 % (Baader Bank AG: 11 %). Die aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote beträgt 22 % (Baader Bank AG: 23 %). Für die Angaben gem. § 315 Abs. 2 HGB i.V.m. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG wird auf den Konzernanhang des Jahresabschlusses der Baader Bank AG als Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2021 verwiesen. 2.3.3.8 Außerbilanzielle VerpflichtungenDie außerbilanziellen Verpflichtungen resultierten zum Stichtag aus Eventualverbindlichkeiten (Bürgschaften) in Höhe von TEUR 8 sowie aus unwiderruflichen Kreditzusagen an Kunden in Höhe von TEUR 6.599. 2.3.3.9 LiquiditätDie Steuerung der täglichen Zahlungen, die Planung der erwarteten Zahlungsströme sowie die Lenkung der freien Liquidität im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements sichern die jederzeitige Fähigkeit zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen des Baader Bank Konzerns. Die schon in den Vorjahren solide Liquiditätsausstattung des Konzerns konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr noch verbessert werden. Der bilanzielle Liquiditätsüberschuss zum Bilanzstichtag ist um 13 % bzw. TEUR 26.874 auf TEUR 239.340 gestiegen (Baader Bank AG: Steigerung um 18 % bzw. TEUR 36.117 auf TEUR 238.114). Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) der Baader Bank AG betrug zum 31. Dezember 2021 327,18 % (Vorjahr: 281,10 %). Der LCR ist erfüllt, wenn das Institut stets über liquide Aktiva (Liquiditätspuffer) verfügt, deren Gesamtwert den Liquiditätsabflüssen abzüglich der Liquiditätszuflüsse innerhalb der nächsten 30 Tage unter Stressbedingungen mindestens entspricht. Dies impliziert eine LCR-Mindestquote von 100 %. Zum Bilanzstichtag bestehen nicht genutzte Kreditrahmenvereinbarungen bei inländischen Kreditinstituten. 2.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren2.4.1 MitarbeiterIm Berichtsjahr ist die Anzahl der Mitarbeiter im Baader Bank Konzern zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr von 420 auf 485 Beschäftigte gestiegen. Die Konzern-Belegschaft setzt sich aus 128 Arbeitnehmerinnen und 357 Arbeitnehmern zusammen, die aus 40 Nationen stammen. In der Baader Bank AG ist die Anzahl der Mitarbeiter zum 31. Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahr von 388 auf 451 gestiegen. Die 451 Mitarbeiter, davon 118 Arbeitnehmerinnen und 333 Arbeitnehmer, stammen aus 35 Nationen. Der Baader Bank Konzern legt besonderen Wert auf die hohe Qualifikation und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Dabei bildeten auch im Jahr 2021 die Förderung von Fach- und Nachwuchsführungskräften sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen Schwerpunkt der Personalarbeit. Im Zentrum des Arbeitsschutzes standen in 2021 abermals die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Für den Großteil der Mitarbeiter wurde die Möglichkeit eines Homeoffice-Arbeitsplatzes fortgesetzt. Dank der strengen internen Regelungen zum Schutz der Mitarbeitenden und des umsichtigen und verantwortungsvollen Verhaltens unserer Mitarbeitenden konnte ein Infektionsgeschehen innerhalb der Betriebsstätten verhindert werden. Mit einer eigenen Unterstützungskasse, der Baader Unterstützungskasse e.V., besteht eine eigenständige soziale Einrichtung, um Versorgungsleistungen im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gewähren zu können. 2.4.2 UmweltberichtDie Baader Bank und ihre Tochterunternehmen betreiben keinerlei nennenswerte umweltbelastende Geschäftsaktivitäten. Unternehmensintern wird größter Wert auf einen ressourcenschonenden Umgang mit Produktions- (Kopierer, Drucker und andere Geräte der Büroausstattung) und Verbrauchsmitteln gelegt. Die Baader Bank hat durch Umstrukturierungen ihre Produktivität angehoben. Durch Prozessoptimierungsprojekte wurden die Effektivität und Effizienz der wesentlichen Abläufe mit dem Fokus auf Automatisierung und Digitalisierung weiter vorangetrieben. Entsprechend trägt die Baader Bank der fortschreitenden Digitalisierung im Finanzsektor mit einer gezielten und nachhaltigen Weiterentwicklung ihrer Prozesse Rechnung. Die Konzernzentrale in Unterschleißheim wurde nach ökologischen Erkenntnissen insbesondere in den Bereichen Wasser, Wärme und Klimatisierung errichtet und wird entsprechend bewirtschaftet. Unter anderem wird auf die Nutzung von Grauwasser im Sanitärbereich und für die Pflanzenbewässerung zurückgegriffen. Zudem konnte durch die fortlaufende Modernisierung der Gebäudetechnik der Stromverbrauch seit 2013 signifikant reduziert werden. Ebendies gilt für den Fernwärmebezug. Seit dem 1. Januar 2021 speisen die Standorte Unterschleißheim und Frankfurt ihre Stromversorgung aus 100 %-igem regionalem Ökostrom aus der DACH-Region. Vor dem Hintergrund der weiter zunehmenden Herausforderungen in Bezug auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (kurz ESG) und unter Berücksichtigung unseres Wachstums und unserer Strategie streben wir zusammen mit unseren Tochterunternehmen an, auch zukünftig einen ausgeprägten Beitrag auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit zu leisten. Diesbezüglich hat die Baader Bank zum 1. Februar 2022 den neuen Fachbereich Group Corporate Security implementiert. Dieser Fachbereich beinhaltet neben den Themen der Informations- und Datensicherheit auch den Bereich ESG, der seine diesbezüglichen Aktivitäten auf die bereits erfolgreich umgesetzten Initiativen aufsetzen und weiterentwickeln wird. In diesem Zusammenhang ist die Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie die weitere Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Geschäftsaktivitäten geplant. 2.5 Gesamtaussage zum WirtschaftsberichtDer Geschäftsverlauf des Baader Bank Konzerns für das Geschäftsjahr 2021 war abermals geprägt durch sehr hohe Umsätze an den Börsen, einer strukturellen und nachhaltigen Weiterentwicklung im Bereich Market Making sowie im Bereich Banking Services und einer daraus resultierenden erneuten Steigerung der Handelsergebnisse. Das Ergebnis dieses zweiten Ausnahmejahres in Folge begründet sich insbesondere in den auch im Schlussquartal weiterhin sehr hohen Wertpapierumsätzen, speziell an den Handelsplattformen und Börsen, an denen die Baader Bank aktiv ist. Dies hat dazu geführt, dass das Konzernergebnis vor Steuern leicht gesteigert werden konnte. Der Baader Konzern schließt das Geschäftsjahr 2021 mit einem deutlich positiven Ergebnis ab. Auch alle Tochtergesellschaften konnten einen positiven Konzernbeitrag leisten. Die zusammenfassende Ergebnisdarstellung der Tochtergesellschaften der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2021 ist dem Kapitel 2.2.4 zu entnehmen. Die Vermögens- und Finanzverhältnisse des Baader Bank Konzerns sind für das Geschäftsjahr 2021 geordnet, wodurch die Zahlungsfähigkeit im Berichtszeitraum jederzeit gewährleistet war. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht3.1 RisikoberichtIm nachfolgenden Abschnitt wird die Risikolage der Baader Bank AG und des handelsrechtlichen Baader Bank Konzerns (nachfolgend Baader Bank Konzern oder Kurz Konzern genannt) zum 31. Dezember 2021 dargestellt. Aufgrund der gegebenen Vergleichbarkeit der bestehenden Risiken beziehen sich die nachfolgenden Erläuterungen in erster Linie auf das Risikomanagement des Baader Bank Konzerns. Die Kennzahlen der Baader Bank AG werden immer ergänzend zu denen des Konzerns dargestellt. Im Fall von inhaltlichen Abweichungen bei den Verfahren und Prozessen wird jeweils gesondert darauf hingewiesen. 3.1.1 Das Risikomanagementsystem des Baader Bank KonzernsDie Geschäftsaktivitäten des Baader Bank Konzerns sind ihrem Wesen nach mit Risiken behaftet. Demzufolge hat der Vorstand ein umfassendes Risikomanagementsystem installiert, welches sich einerseits an den vorgegebenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen der nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden sowie andererseits an internen wirtschaftlichen Erfordernissen orientiert. 3.1.2 Ziele des RisikomanagementsDas übergeordnete Ziel des Risikomanagements des Baader Bank Konzerns ist die permanente Sicherstellung der Risikotragfähigkeit und damit der Schutz des Unternehmensfortbestandes. Demzufolge stellen die frühzeitige Identifikation, das aktive Management und die laufende Überwachung von Risiken die Kernelemente der Geschäfts- und Risikosteuerung des Baader Bank Konzerns dar. Hierdurch können kalkulierbare Risiken unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit wohlüberlegt eingegangen und existenzgefährdende Risiken kategorisch ausgeschlossen werden. Um diesem Grundsatz gerecht zu werden, verschafft sich der Vorstand im Rahmen einer umfassenden Risikoberichterstattung täglich einen Überblick über die Ausprägung aller wesentlichen Risiken. 3.1.3 RisikotragfähigkeitDie Risikotragfähigkeit wird von der Abteilung Risk Strategy & Management der Baader Bank AG regelmäßig überprüft. Diese ist auch für das Risikomanagement auf Konzernebene zuständig. Die Berechnung der Risikotragfähigkeit erfolgt gemäß dem aufsichtsrechtlichen Leitfaden zur Neuausrichtung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) in der normativen und der ökonomischen Perspektive. Hierbei sind beide Perspektiven gleichermaßen steuerungsrelevant. Die normative Perspektive wird dabei als Gesamtheit der regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen verstanden. Um die Risikotragfähigkeit zu überprüfen, werden die zur Verfügung stehenden Eigenmittel den aufsichtsrechtlichen Anforderungen gegenübergestellt. Nachfolgend wird die Situation per 31. Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
Tabelle 5: Übersicht Eigenmittel und Eigenmittelanforderungen zum 31. Dezember 2021 Der Anstieg der Eigenmittel resultiert aus dem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2020. Da der Jahresabschluss 2021 noch nicht festgestellt wurde, erfolgt die Berücksichtigung der Ergebnisse aus 2021 in den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln erst mit Beginn der Feststellung des Jahresabschlusses 2021. Die Eigenmittel werden dadurch nochmals deutlich ansteigen. Die Kapitalplanung wird gemäß den Bestimmungen der Aufsicht für die Baader Bank sowie des Konzerns sowohl in einem Basis- als auch in einem adversen Szenario berechnet. Dabei wird kontinuierlich die Angemessenheit der Kapitalausstattung sowie die Einhaltung aller relevanten Kapitalquoten überprüft. Damit wird die Risikotragfähigkeit des Unternehmens auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft sichergestellt. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Erwartete Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit oder der strategischen Ziele, Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie bindende oder bereits beschlossene regulatorische Änderungen werden in der Planung berücksichtigt. Risiken aus der ökonomischen Perspektive werden in den adversen Szenarien berücksichtigt. Sowohl die CRR Quote als auch alle anderen aufsichtsrechtlichen Anforderungen inklusive der Zielkennziffer für die Baader Bank und den Konzern werden sowohl im Plan- als auch im adversen Szenario eingehalten. Die ökonomische Perspektive hingegen dient dem Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus wirtschaftlicher Sicht. Dabei wird das Ziel einer langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts verfolgt. Das Risikodeckungspotenzial wird durch eine barwertnahe Berechnungsmethodik bestimmt. Diese bezieht sich auf bilanzielle Positionen, wobei jedoch bspw. stille Lasten negativ in der Berechnung berücksichtigt werden. Um die Risikotragfähigkeit zu überprüfen, wird das zur Verfügung stehende Risikodeckungspotenzial den unerwarteten Verlusten (Risikopotenzial), berechnet zu einem Konfidenzniveau von 99,9 %, gegenübergestellt. Die folgende Tabelle zeigt die Risikotragfähigkeit für die Baader Bank AG und den Konzern nach dem ökonomischen Ansatz per 31. Dezember 2021:
Tabelle 6: Übersicht Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zum 31. Dezember 2021 In der ökonomischen Perspektive wird, im Gegensatz zur normativen Perspektive, der in 2021 erzielte Jahresüberschuss bereits angesetzt. Daraus resultiert ein deutlich höheres Risikodeckungspotenzial. Für die Steuerung und Limitierung sind sowohl der normative als auch der ökonomische Ansatz relevant. Für den normativen Ansatz wird im Baader Bank Konzern ein Ampelsystem eingesetzt, mit Hilfe dessen die Einhaltung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive überwacht wird. Im ökonomischen Ansatz kommt ein Limitsystem zur Anwendung. Das Gesamtrisiko im Baader Bank Konzern wird hierbei durch das verfügbare Risikodeckungspotenzial begrenzt. Grundsätzlich stellt zur dauerhaften Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Vorstand nur einen Teil des Risikodeckungspotenzials als sogenanntes Risikokapital zur Verfügung. Dieses wird "top down" auf die einzelnen Risikoarten bzw. die jeweiligen Geschäftsbereiche verteilt und hat als Risikolimit eine begrenzende Funktion. Das Risikodeckungspotenzial, das Risikopotenzial und das Risikokapital werden mindestens quartalsweise überprüft. Um zu gewährleisten, dass selbst in hypothetischen Krisenzeiten (Stressszenarien) das Risikodeckungspotenzial ausreicht, um die eintretenden Verluste zu decken, stellt das Risk Management die größten Verluste aus den durchgeführten Stressszenarien für alle relevanten Risikoarten dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial gegenüber. Zusammenfassend kann für das Geschäftsjahr 2021 sowohl für den Baader Bank AG als auch für den Baader Bank Konzern, festgestellt werden, dass die Risikotragfähigkeit zu keiner Zeit gefährdet und selbst im Falle des Eintretens des schlechtesten Stressszenarios der Unternehmensfortbestand weiterhin gegeben war. 3.1.4 Risikoinventur und -strategieIm Rahmen der jährlich stattfindenden Strategiesitzung des Vorstands wird die Geschäftsstrategie mit den Zielen für die wesentlichen Geschäftsfelder des Baader Bank Konzerns definiert. Dabei werden externe Einflussfaktoren, die ihnen zugrundeliegenden Annahmen sowie interne Größen wie die Risikotragfähigkeit, die Ertragslage, die Liquidität etc. in die strategischen Überlegungen miteinbezogen. Aufbauend auf der Geschäftsstrategie beschließt der Vorstand unter Berücksichtigung von wesentlichen Einflussfaktoren eine zur Geschäftsstrategie konsistente Risikostrategie für das kommende Geschäftsjahr. Hierzu wird eine Risikoinventur vorgenommen, die relevante Aspekte aus der Geschäftsstrategie einbezieht. Diese wird im Baader Bank Konzern mindestens jährlich durch das Risk Management der Baader Bank AG durchgeführt. Darüber hinaus kann es z.B. aufgrund von Änderungen hinsichtlich der Wesentlichkeit von Risiken oder durch die Aufnahme der Geschäftstätigkeit in neuen Produkten oder auf neuen Märkten zu einer außerordentlichen Überprüfung kommen. Um zu gewährleisten, dass das Risk Management unverzüglich Kenntnis von solchen Änderungen erhält, ist es in alle "Neue Produkte, neue Märkte"-Prozesse und Projekte einzubeziehen sowie über Änderungen der strategischen Ausrichtung, Beteiligungsstruktur, Markterwartungen etc. unverzüglich zu informieren. Identifizierte Änderungen im Risikoprofil sind zeitnah zu berücksichtigen und an den Vorstand zu berichten. Die im Anschluss festgelegte Risikostrategie wird in Teilstrategien nach den wesentlichen Risikoarten dargestellt. Grundbestandteil der risikopolitischen Strategie ist, dass die Risikotragfähigkeit der Bank jederzeit gegeben ist. Demzufolge wird für alle wesentlichen Risikoarten vom Vorstand ein bestimmter Betrag an Risikokapital bereitgestellt, der als Limit für Verluste aus der jeweiligen Risikoart dient. 3.1.5 Strukturen und Prozesse des RisikomanagementsDas Risikomanagementsystem des Baader Bank Konzerns umfasst die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken. Diese Prozesse gestalten sich wie folgt: Im Rahmen der Identifizierung von neuen Risiken werden alle risikobehafteten Geschäfte bzw. daraus entstehende Positionen unverzüglich in den bestandsführenden Systemen erfasst. Darüber hinaus wird das Risk Management im Rahmen des Prozesses "Aktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten" über mögliche Änderungen im bestehenden Risikoprofil zeitnah informiert. Hierbei wird eine Prüfung der geplanten Aktivitäten durchgeführt und der entsprechende Risikogehalt identifiziert. Bestehende Aktivitäten werden einer laufenden Überprüfung unterzogen. Darüber hinaus findet mindestens jährlich eine Risikoinventur für den Baader Bank Konzern durch das Risk Management der Baader Bank AG statt. Die Beurteilung der Risiken erfolgt anhand von detaillierten Analysen im Risk Management, welches ein Konzept zur Steuerung und Überwachung dieser Risiken entwickelt hat. Die identifizierten Risiken werden (soweit möglich) anhand eines Value at Risk-Konzepts quantifiziert und dem Risikokapital gegenübergestellt. Dabei wird immer ein rollierender 12-Monats-Horizont zugrunde gelegt. Die detaillierte Beschreibung der Verfahren ist im Kapitel zu den Risiken des Baader Bank Konzerns nachzulesen. Die Steuerung der Risiken im Baader Bank Konzern erfolgt über ein System von Limiten zur Begrenzung der jeweiligen wesentlichen Risiken. Die Limite werden mindestens jährlich auf Grundlage der Risikotragfähigkeit durch den Vorstand per Beschluss festgelegt. Unabhängig davon können diese Limite angepasst werden, wenn die Geschäftstätigkeit oder die Ertragslage des Baader Bank Konzerns dies erforderlich machen. Durch die permanente Anrechnung der Risiken auf die Limite wird dem Risk Management eine adäquate Überwachung ermöglicht. Liegt eine Limitüberschreitung vor, so wird diese unmittelbar durch das Risk Management erkannt und entsprechende Maßnahmenempfehlungen wie bspw. Positionsrückführung an den verantwortlichen Marktvorstand und den Überwachungsvorstand kommuniziert. Der Vorstand beschließt dann eine zu ergreifende Maßnahme und teilt diese dem betroffenen Marktbereich sowie dem Risk Management mit. Das Risk Management überwacht die Ausführung der beschlossenen Maßnahme und leitet ggf. einen Eskalationsprozess ein, falls die Maßnahme nicht umgesetzt wurde. Ergänzend hat das Risk Management zur Überwachung ein Risikofrüherkennungssystem installiert. Der Vorstand ist für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Diese Verantwortung umfasst u.a. alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements inkl. der Festlegung der Risikopolitik. Damit der Vorstand dieser Verantwortung gerecht werden kann, existiert ein umfassendes Berichtswesen des Risk Managements, welches die Kommunikation in Form täglicher, turnusmäßiger und - soweit erforderlich - Ad Hoc-Berichte an den Vorstand vorsieht. Darüber hinaus führt das Risk Management mindestens quartalsweise Stresstests für alle wesentlichen Risikoarten durch. Im Rahmen der Stresstests definiert das Risk Management verschiedene außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Szenarien und überprüft deren Wirkung auf das bestehende Portfolio. Das Szenario mit dem größten Verlust wird als Worst-Case-Szenario bezeichnet. Die Ergebnisse der Stresstests werden im Rahmen eines Stresstest-Berichts dem Vorstand dargelegt und gegebenenfalls mit diesem diskutiert. Ferner finden die Ergebnisse aus den Stresstests im Rahmen der Überprüfung der Risikotragfähigkeit Berücksichtigung. Per 31. Dezember 2021 ergaben sich im jeweils schlechtesten Szenario folgende Verluste:
Tabelle 7: Ergebnisse der Stresstests zum 31. Dezember 2021 Die dargelegten Prozesse sollen sicherstellen, dass die wesentlichen Risiken frühzeitig erkannt, vollständig erfasst und in angemessener Weise gesteuert und überwacht werden. Weiterhin werden die Prozesse regelmäßig überprüft und zeitnah an sich ändernde Bedingungen angepasst. Ebenso findet für die angewandten Methoden und Verfahren regelmäßig eine Validierung statt, in der die Angemessenheit der Verfahren sowie die zugrundeliegenden Annahmen überprüft und ggf. Anpassungsbedarf identifiziert wird. Die Ergebnisse der Validierungen werden dem Vorstand in Form gesonderter Berichte zur Kenntnis gebracht. Die technische Ausstattung der Risikoüberwachungs- und -steuerungssysteme ist im Hinblick auf das Risikomanagementsystem geeignet. Darüber hinaus wird für die Sicherung einer angemessenen Qualifikation des Personals permanent Sorge getragen. Die Prüfung des Risikomanagementprozesses durch die Interne Revision ist mindestens jährlich vorgesehen. 3.2 Wesentliche Änderungen im Vergleich zum VorjahrIn 2021 wurden folgende wesentliche Änderungen in den im Risk Management eingesetzten Modellen vorgenommen: MarktpreisrisikoIm Marktpreisrisiko wurden im vergangenen Geschäftsjahr Modellvalidierungen durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen hat das Risk Management einzelne Korrekturfaktoren für die Marktpreisrisikoberechnung angepasst. Des Weiteren wurde eine umfassende Vereinheitlichung der verwendeten Haltedauer-Annahmen durchgeführt. AdressenausfallrisikoDie ökonomische und normative Perspektive wurden hinsichtlich der Konsolidierung der Selan angeglichen. Die Gesellschaft wird nun in der Ökonomischen Perspektive ebenfalls als Beteiligung berücksichtigt und nicht mehr voll konsolidiert. Dadurch steigen sowohl die ausgewiesenen Risiken aus Forderungen gegenüber Kunden sowie die Risiken aus Beteiligungen. Der Credit Spread Value at Risk (CSVaR) wurde dem Marktpreisrisiko zugeordnet und nicht mehr länger im Adressenausfallrisiko. Operationelles RisikoIm Bereich der operationellen Risiken werden neben den bisherigen Risiken aus Auslagerungen ergänzend die Risiken aus Kooperationen in der Berechnung des VaR aus operationellen Risiken berücksichtigt. Außerdem wird bei der Darstellung der Schäden aus operationellen Risiken nun das Schadenseintrittsdatum anstatt des Schadensmeldedatums berichtet. LiquiditätsrisikoIm Zuge der Validierung wurden vereinzelte Annahmen zur Modellierung von Zahlungsströmen zur Bestimmung des strukturellen Liquiditätsrisikos aktualisiert. 3.2.1.1 Die Risiken im Baader Bank KonzernAls wesentliche Risiken wurden im vergangenen Geschäftsjahr unverändert das Marktpreisrisiko, das Adressenausfallrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko sowie das Geschäftsrisiko identifiziert. Bestandsgefährdende Risiken bestehen hierbei nicht. Nachfolgend werden diese Risikoarten detailliert erläutert, beurteilt (Quantifizierung im Rahmen einer Nettobetrachtung unter Berücksichtigung risikoreduzierender Effekte) und die zur Risikobegrenzung eingesetzten Maßnahmen veranschaulicht. 3.2.1.2 MarktpreisrisikoAllgemein versteht die Baader Bank unter Marktpreisrisiken alle Risiken, die aus der Veränderung des Marktpreises eines Finanzinstruments über eine bestimmte Zeitperiode resultieren. Dabei unterscheidet die Bank je nach Einflussparameter das Aktienkursrisiko, das Zinsänderungsrisiko inkl. Credit Spread Risiko, das Rohstoffrisiko und das Währungsrisiko. Das Aktienkursrisiko bezeichnet hierbei das Risiko aus der Preisänderung von Aktien. Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko einer durch Marktzins- bzw. Credit Spread-Änderungen induzierten Verringerung des Barwertes eines zins- bzw. Spread-sensitiven Finanzinstruments. Unter dem Wechselkursrisiko versteht die Baader Bank das Risiko eines Verlustes aufgrund sich negativ für die eigene Position entwickelnder Wechselkurse. Ebenso sind Rohstoffpositionen, einschließlich derivativer Instrumente auf Rohstoffe, dem Risiko sich ändernder Preise ausgesetzt. Darüber hinaus wird durch die jeweils angenommenen Haltedauern im Modell das Marktliquiditätsrisiko im Marktpreisrisiko berücksichtigt. Das Marktliquiditätsrisiko kann sich insbesondere bei wenig liquiden Wertpapieren konkretisieren. Eine geringe Marktliquidität in einzelnen Handelsprodukten führt dazu, dass Transaktionen in diesen Produkten beeinträchtigt sind. Die beschriebenen Marktpreisrisiken resultieren grundsätzlich nur aus dem Eigenhandel und nicht aus dem Vermittlungsgeschäft. Demzufolge sind hier die Bestände insbesondere aus dem Market Making und dem Anlagebuch betroffen. Zum Jahresende bestanden folgende Exposures (Marktwerte) an mit Marktpreisrisiko behafteten Positionen:
Tabelle 8: Bestandsübersicht des Baader Bank Konzerns / der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2021 Insgesamt verblieben die Bestände auf stabilen Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Die Kursänderungsrisiken werden durch ein Value at Risk (VaR)-Modell basierend auf Monte-Carlo-Simulationen im zentralen Handels- und Überwachungssystem der Baader Bank gemessen. Der VaR wird bei einem gewählten Konfidenzniveau von 99,9 % für die angesetzte Halteperiode bestimmt. Per 31. Dezember 2021 stellte sich die Risikosituation wie folgt dar:
Tabelle 9: Marktpreisrisiko zum 31. Dezember 2021 Die deutliche Erhöhung des Marktpreisrisikos ist im Wesentlichen auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen wirkt sich die Anpassung von Haltedauer-Annahmen im verwendeten Risikomodell unmittelbar risikoerhöhend aus, im Vergleich zum Vorjahr wird teilweise mit deutlich längeren Annahmen gerechnet. Zum anderen ist der Anstieg auf gestiegene Zinsänderungs- sowie Fremdwährungsrisiken im Anlagebuch zurückzuführen. Die Differenz im VaR zwischen der Baader Bank AG und des Baader Bank Konzerns resultiert aus der Zufallsnatur der Monte-Carlo-Simulation, bisher vorhandene Abweichungen, die sich aus Zinsrisiken aus konzerninternen Krediten ergaben, sind nicht mehr gegeben. Die Güte des VaR-Modells wird im Rahmen des Backtestings (Clean Backtesting) anhand des Verhältnisses zwischen den VaR-Werten und Marktwertveränderungen einer Position auf Grundlage tatsächlicher Kursänderungen permanent überprüft. In dem Fall, dass die Anzahl der sogenannten Ausreißer aus dem Backtesting über der als kritisch definierten Grenze liegt, werden - soweit erforderlich - entsprechende Anpassungen im VaR-Modell durch das Risk Management vorgenommen. Hierdurch wird eine Abbildung der tatsächlichen Verluste durch den Value at Risk erreicht und somit die Anzahl der Ausreißer im Zeitablauf wieder reduziert. Zur Risikobegrenzung der Marktpreisrisiken wurde im Baader Bank Konzern ein umfassendes Limitsystem im zentralen Handels- und Überwachungssystem installiert. In diesem System werden permanent alle Positionen der Handelseinheiten auf die jeweiligen Limite angerechnet. Die Verteilung der Limite innerhalb der einzelnen Handelseinheiten obliegt dem Vorstand. Im Falle von Limitüberschreitungen, die unmittelbar im Überwachungssystem angezeigt werden, ist eine unverzügliche Meldung des Risk Managements an den Marktbereichsverantwortlichen und im Rahmen des täglichen Berichts an den Vorstand vorgesehen. Die einzuleitenden Maßnahmen sind dem Risk Management mitzuteilen und deren Umsetzung von diesem zu überwachen. Im vergangenen Geschäftsjahr verblieb das Marktpreisrisiko auf einem stabilen Level im Vergleich zur zweiten Hälfte des Vorjahres und damit unter dem erhöhten Niveau des ersten Halbjahres 2020, das durch Marktverwerfungen durch die "Corona-Krise" geprägt war. Absolut gesehen, wirkten sich die erwähnten Anpassungen der Haltedauer-Annahmen, die im vierten Quartal 2021 umgesetzt wurden, erhöhend auf den ausgewiesenen Risikobetrag aus. Unter Berücksichtigung der verfügbaren Risikodeckungsmasse sowie der Auslastung dieser durch das Risikopotenzial, kann das Marktpreisrisiko aber nach wie vor als gering beurteilt werden. 3.2.1.3 AdressenausfallrisikoUnter dem Adressenausfallrisiko versteht die Baader Bank allgemein die Gefahr, dass ein Kreditnehmer bzw. Kontrahent die geschuldete Leistung aufgrund des Ausfalls nicht oder nicht vollständig erbringen kann. Dies umfasst im weiteren Sinne auch das Migrationsrisiko, wodurch sich eine Änderung der Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls in der Zukunft bereits auf den heutigen Wert des Exposures auswirkt. Die Adressenausfallrisiken werden jeweils auf die konzernhöchste Einheit (Muttergesellschaft) angerechnet. Dies beinhaltet neben den einzelnen Kreditnehmereinheiten auch die Anrechnung auf die Konzentrationsstrukturlimite. Beispielsweise wird der Sitz der Muttergesellschaft als Kriterium für die Anrechnung auf das jeweilige Konzentrationsstrukurlimit des Landes herangezogen. Bei den Adressenausfallrisiken wird zur Risikobegrenzung das gesamte Adressenausfallrisiko anhand des vom Vorstand bereitgestellten Risikokapitals limitiert und überwacht. Beabsichtigt der Marktbereich ein Adressenausfallrisiko bei einer noch unbekannten Kreditnehmereinheit (KNE) einzugehen, so muss er dies beim Risk Management schriftlich beantragen. Das Risk Management ermittelt dann eine Bonitätsklasse anhand eines internen Ratingverfahrens für die neue KNE. Kommt es für einen Handelstag zu einer Überschreitung des Limits für Adressenausfallrisiken, so ist eine Meldung des Risk Managements an den verantwortlichen Marktvorstand und den Überwachungsvorstand mit einem entsprechenden Maßnahmenvorschlag vorgesehen. Der Vorstand beschließt daraufhin eine einzuleitende Maßnahme und informiert den Marktbereich und das Risk Management darüber. Das Risk Management überwacht dann die Umsetzung. Ergänzend werden Überschreitungen des Adressenausfallrisikolimits im Rahmen des Reportings an den Vorstand berichtet. Jede interne Bonitätsklasse ist einer externen Ratingklasse und somit einer entsprechenden Ausfallwahrscheinlichkeit für erwartete Verluste (PD = probability of default) zugeordnet. In Anlehnung an den Internal Rating Based Approach (IRBA) der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Artikel 142 ff.) werden gemäß dem bankeigenen Verfahren für jede dieser Bonitätsklassen die sogenannten IRBA-Risikogewichte ermittelt. Dabei findet auch der sogenannte Herfindahl-Hirschman-Index, der die Granularität des Portfolios und somit Risikokonzentrationen misst, Berücksichtigung. Auf Basis dieser Risikogewichte wird der VaR berechnet. Dieser umfasst sowohl die erwarteten als auch die unerwarteten Verluste. Dabei wird sowohl die Verlustquote beim Ausfall der jeweiligen KNE (LGD = loss given default) als auch eine theoretische Restlaufzeit der Position von einem Jahr berücksichtigt. Das gesamte Risiko über alle KNE ergibt sich dann aus der Addition der Einzelrisiken. Bei den Wertpapieren der Liquiditätsreserve entstehen darüber hinaus noch zusätzliche Migrationsrisiken. Für diese kommen somit - ergänzend zu dem oben beschriebenen Default-Risk-Modell - zusätzlich das Migrationsrisikomodell zur Risikoquantifizierung zur Anwendung. Das Migrationsrisiko stellt dabei die Gefahr von Abweichungen von der erwarteten Ratingmigration eines Schuldners dar. Da die Ratingmigration Einfluss auf den Wert des Zahlungsstroms und damit auf den Barwert des Instruments hat, kann eine negative Ratingmigration zu entsprechenden Bewertungsverlusten führen. Die einzeln ermittelten Risikowerte werden entsprechend zu einem Gesamtrisiko aggregiert, welches das vom Vorstand für Adressenausfallrisiken bereitgestellte Risikokapital nicht überschreiten darf. Das Limit für das Adressenausfallrisiko wird im Zuge des Beschlusses zur Festlegung der Risikolimite und Risikotragfähigkeit mindestens jährlich festgelegt. Der Baader Bank Konzern unterscheidet hinsichtlich der Adressenausfallrisiken zwischen Kredit-, Kontrahenten-, Emittenten- und Beteiligungsrisiken, welche nachfolgend genauer erläutert werden. KreditrisikoIm Rahmen des Kundenkreditgeschäftes im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 KWG werden Privat- und Firmenkunden (unechte) Lombardkredite gegen Sicherheiten gewährt. Bei diesen Sicherheiten handelt es sich i.d.R. um börsennotierte Wertpapiere, deren Beleihungswert nach einem konservativen Bewertungsverfahren ermittelt wird, oder um Bankgarantien. Ein Risiko resultiert hierbei aus unbesicherten Überziehungen bzw. unbesicherten Krediten zum Stichtag. Des Weiteren werden im Rahmen des Kreditgeschäftes nur noch Geldmarktanlagen bei Kreditinstituten durch den Bereich Treasury getätigt. KontrahentenrisikoFür den Baader Bank Konzern tritt darüber hinaus beim Derivatehandel ein Kontrahentenrisiko in Form eines Wiedereindeckungsrisikos auf. Das Wiedereindeckungsrisiko stellt hierbei das Risiko des Ausfalls der jeweiligen Gegenpartei dar, der eine Nichterfüllung der abgeschlossenen Geschäfte zur Folge hat. Die Baader Bank handelt zwar Derivate ausschließlich über Derivatebörsen, da sie aber kein Clearing Member an diesen Börsen ist, müssen die Geschäfte zwischen der Baader Bank und dem entsprechenden Clearing Member abgerechnet werden. Aus dem Erfüllungsanspruch gegenüber dem Clearing Member für die getätigten Eigen- und Kundengeschäfte entsteht dementsprechend ein Adressenausfallrisiko in Form eines Wiedereindeckungsrisikos. EmittentenrisikoUnter dem Emittentenrisiko wird das Risiko der Bonitätsverschlechterung bzw. des Ausfalls eines Emittenten verstanden. Ein Verlust aus dem Emittentenrisiko realisiert sich in einer Wertminderung der jeweiligen Wertpapiere dieses Emittenten. Im Rahmen des Emittentenrisikos werden die Anleihebestände der Liquiditätsreserve, für die eine längerfristige Halteabsicht besteht, betrachtet. BeteiligungsrisikoUnter Beteiligungen werden sowohl Beteiligungen als auch Anteile an verbundenen Unternehmen nach § 271 HGB verstanden. Das Adressenausfallrisiko bei Beteiligungen resultiert aus der dauerhaften Bonitätsverschlechterung bzw. dem Ausfall des jeweiligen Beteiligungsunternehmens, was sich in einer entsprechenden Wertminderung realisiert. Nachfolgend wird die Risikosituation im Adressenausfallrisiko per 31. Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahr tabellarisch dargestellt:
Tabelle 10: Adressenausfallrisiko Baader Bank Konzern / der Baader Bank AG zum 31. Dezember 2021 Zusätzlich wurden im Risikomanagement des Adressenausfallrisikos zur Vermeidung von Konzentrationsrisiken Limite bzgl. Einzeladressen, Bonitäten, Branchen und Ländern implementiert. Diese werden täglich überwacht und im Rahmen der täglichen Risikoberichterstattung an den Vorstand gemeldet. Im Jahr 2021 stieg das Adressenausfallrisiko des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG bedingt durch die Änderung der Konsolidierung der Selan sowie die Ausweitung des Kreditengagements im Zuge der Ablösung der Darlehen bei der Erste Group deutlich an. Außerdem führte die Berücksichtigung eines Konzentrationsmaßes in der Berechnung der Kreditrisiken aus Beteiligungen zu einem Anstieg des Risikopotenzials. Die leicht gestiegene Risikovorsorge resultiert nicht aus drohenden Corona-bedingten Kreditausfällen. 3.2.1.4 Operationelles RisikoOperationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch den Eintritt von externen Ereignissen entstehen. Dies schließt auch Rechtsrisiken oder Risiken aus Kooperationen und Cyberrisiken mit ein. Die Einschätzung des Risikopotenzials, d.h. die konzernweite Identifizierung und Bewertung von operationellen Risiken, wird anhand der jährlich von den OpRisk Managern auszufüllenden Fragebögen bzw. in Form spezieller Self Assessments durch das Risk Management der Baader Bank AG vorgenommen. Die aus den Erhebungen resultierenden Ergebnisse werden dem Sicherheitsausschuss des Baader Bank Konzerns zur Diskussion vorgelegt. Der Ausschuss dient als organisatorisches und thematisches Gremium für alle sicherheitsrelevanten Fragestellungen und beschäftigt sich in regelmäßigen Sitzungen mit entsprechenden Themen. Er hat bei entscheidungsrelevanten Fragestellungen ein Vorschlags- und Empfehlungsrecht an den Vorstand. Ergänzend besteht für die OpRisk Manager auch jederzeit die Möglichkeit, umgehend Meldungen von neu identifiziertem Risikopotenzial vorzunehmen. Der Sicherheitsausschuss prüft den vom Risk Management vorgeschlagenen Handlungsbedarf hinsichtlich der Notwendigkeit an zusätzlichen Maßnahmen und unterbreitet dem Vorstand einen entsprechenden Vorschlag. Dieser entscheidet letztlich über dessen Umsetzung und gibt gegebenenfalls den Auftrag an den Sicherheitsausschuss. Im MaRisk-Bericht werden die Ergebnisse aus den Fragebögen an den Vorstand und den Aufsichtsrat der Baader Bank AG berichtet. Neben der Einbindung in die Erhebung des Risikopotenzials ist es Aufgabe der OpRisk Manager, eingetretene Schäden aus operationellen Risiken zu melden. Hierfür steht eine Anwendung zur Verfügung, in der Schäden ab einer Höhe von TEUR 1 zu erfassen sind. Ein Schaden ist dabei ein finanzieller Verlust, der unmittelbar mit dem operationellen Risiko verbunden ist. Bedeutende Schadensfälle werden unverzüglich hinsichtlich ihrer Ursachen analysiert. Die Quantifizierung unerwarteter Verluste aus dem operationellen Risiko erfolgt quartalsweise auf Basis historisch beobachteter Schäden ergänzt um potenzielle Verluste im Baader Bank Konzern. Dies schließt die Berücksichtigung von Risiken aus fehlerhaften Prozessen, aus Datenverarbeitungsrisiken, aus Personalrisiken und Elementarrisiken mit ein. Das Vorgehen orientiert sich am Loss Distribution Approach, wonach die Parameter einer Höhenverteilung sowie einer Häufigkeitsverteilung nach dem Maximum-Likelihood-Verfahren geschätzt werden, um einen Gesamtverlust pro Jahr zu ermitteln. Hierbei gehen die Annahmen ein, dass die Schadenhöhe lognormalverteilt ist, die Schadenanzahl einem Poissonprozess folgt und die Schäden unabhängig und identisch verteilt sind. Die Gesamtschadenverteilung wird mit Hilfe einer Statistiksoftware auf Basis der Monte-Carlo-Simulation geschätzt. Zur Ermittlung des Betrages, der mit Risikokapital zu unterlegen ist, wird für den unerwarteten Verlust das 99,9 %-Quantil herangezogen. Per 31. Dezember 2021 stellte sich die Risikosituation wie folgt dar:
Tabelle 11: Operationelles Risiko zum 31. Dezember 2021 Zur Risikolimitierung der operationellen Risiken wird auch hierfür vom Vorstand ein bestimmter Betrag an Risikokapital zur Verfügung gestellt. Die Überprüfung, ob das zur Verfügung gestellte Risikokapital (maximales Verlust-Limit) ausreicht, um unerwartete Verluste aus operationellen Risiken zu decken, erfolgt im Risk Management und ist Bestandteil des täglichen Berichts an den Vorstand. Im Geschäftsjahr 2021 war trotzt eines massiven Anstiegs des Handelsvolumens ein leichter Rückgang an Schäden aus operationellen Risiken zu verzeichnen. Schäden aus Cyberrisiken aufgrund von Home-office-Tätigkeiten im Zuge der Covid-19-Pandemie konnten keine verzeichnet werden. Im Hinblick darauf beurteilt der Vorstand das operationelle Risiko weiterhin als unkritisch. Darüber hinaus war das zur Verfügung gestellte Risikokapital zu jeder Zeit ausreichend. Die technische Ausstattung an Risikosystemen konnte im vergangenen Geschäftsjahr als angemessen bewertet werden. 3.2.1.5 LiquiditätsrisikoIm Rahmen des Liquiditätsrisikos ist sicherzustellen, dass Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllt werden können. Hierbei wird grundsätzlich zwischen dem dispositiven und dem strukturellen Liquiditätsrisiko unterschieden. Das dispositive (kurzfristige) Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass Kreditzusagen unerwartet in Anspruch genommen bzw. Einlagen unerwartet abgezogen werden (Abrufrisiko). Neben unerwarteten Abflüssen können zudem Verzögerungen bei Zahlungseingängen auftreten, was bedeutet, dass sich die Kapitalbindungsdauer von Aktivgeschäften unplanmäßig verlängert (Terminrisiko). Dies kann Auswirkungen auf die Erfüllung eigener Zahlungsverpflichtungen haben, z.B. in Form von "Margin-Verpflichtungen" an den Börsen aus der dortigen Handelstätigkeit der Baader Bank. Die Sicherstellung der Zahlungsverpflichtungen obliegt dem Bereich Treasury. Zwischen den Marktbereichen, dem Bereich Treasury und der Abteilung Custody & Payment Services ist eine enge Abstimmung vorgesehen, um die täglichen Zahlungsströme aus diesen Bereichen zu koordinieren. Besondere Liquiditätsbelastungen aus anderen Bereichen sind Treasury und Custody & Payment Services unverzüglich anzuzeigen. Zur Sicherung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs des Baader Bank Konzerns bestehen diverse Kreditlinien und die Teilnahme am GC-Pooling-Markt. Für die Überwachung des dispositiven Liquiditätsrisikos des Baader Bank Konzerns ist das Risk Management verantwortlich. Um diese Aufgabe adäquat zu erfüllen und zeitnah Gegenmaßnahmen einzuleiten, wurden verschiedene Überwachungsmechanismen installiert. Zur Steuerung und Überwachung der LCR (Liquidity Coverage Ratio) -Kennziffer ist ein Limitsystem für die Marktbereiche eingerichtet, welches zum einen alle verrechneten Zu- und Abflüsse und zum anderen das gesamte gebundene Kapital je Valutatag und Profit Center limitiert. Diese Liquiditätslimite ermöglichen eine untertägige Steuerung der Liquidität und somit auch der LCR-Kennziffer durch den Bereich Treasury. Darüber hinaus wird täglich die Einhaltung der LCR-Kennziffer im Rahmen des Risikoreports an den Vorstand überwacht. Ergänzend erhält das Risk Management täglich vom Bereich Treasury einen Liquiditätsstatus mit der aktuellen Liquiditätssituation, der vom Risk Management entsprechend plausibilisiert und überprüft wird. Daneben erfolgt auf vierteljährlicher Basis die Ermittlung und Überwachung der NSFR (Net Stable Funding Ratio) -Kennziffer. Sofern ein drohender Liquiditätsengpass identifiziert wird, werden die verantwortlichen Entscheidungsträger umgehend informiert. Aufgrund der Art der Ausprägung des dispositiven Liquiditätsrisikos ist eine Begrenzung dieses Risikos durch Risikodeckungspotenzial nicht möglich und somit eine Quantifizierung nicht zielführend (MaRisk AT 4.1 Tz. 4). Das strukturelle Liquiditätsrisiko (Refinanzierungsrisiko) beschreibt die Gefahr, dass sich die Refinanzierungskosten durch eine mögliche Verteuerung des institutsindividuellen Spreads erhöhen. Nach einer Bonitätsverschlechterung können Passivgeschäfte nur zu schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. Zudem können marktbedingte Veränderungen einen großen Einfluss haben. Steigt der Marktzins, wird tendenziell die Refinanzierung teurer. Die dadurch gewonnenen liquiden Mittel werden im Wesentlichen in EZB-fähige Anleihen investiert, welche wiederum im Rahmen der Offenmarktpolitik bei der Deutschen Bundesbank als Refinanzierungsfazilitäten oder im GC-Pooling-Markt hinterlegt werden können. Durch die Erstellung von Liquiditätsablaufbilanzen und die Ermittlung potenzieller Liquiditätsunterdeckungen wird ein möglicher Refinanzierungsschaden quantifiziert. Es wird quartalsweise die Refinanzierung zu aktuell gültigen Marktkonditionen der Refinanzierung im unerwarteten Fall gegenübergestellt. Hierbei fließen zum einen eine deutlich teurere Refinanzierung und zum anderen unerwartete Mittelabflüsse ein. Die Differenz stellt dann den entsprechenden Refinanzierungsschaden dar. Dieser wird im Zuge der Ermittlung der Risikotragfähigkeit für den Baader Bank Konzern berücksichtigt und ggf. mit Risikokapital unterlegt. Die Überprüfung, ob das zur Verfügung gestellte Risikokapital ausreicht, um unerwartete Verluste aus Liquiditätsrisiken zu decken, erfolgt täglich im Risk Management. Die Risikosituation stellte sich per 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
Tabelle 12: Liquiditätsrisiko zum 31. Dezember 2021 Im Geschäftsjahr 2021 bestand - wie auch schon im Vorjahr - aufgrund fehlender Liquiditätslücken kein Risikopotenzial. Deshalb beurteilt das Risk Management das Liquiditätsrisiko als unkritisch. 3.2.1.6 GeschäftsrisikoDas Geschäftsrisiko bezeichnet die Gefahr von unerwarteten Verlusten, die sich aus Managemententscheidungen zur geschäftspolitischen Positionierung des Baader Bank Konzerns ergeben. Die Risiken resultieren des Weiteren aus unerwarteten Veränderungen der Markt- und Umfeldbedingungen mit negativen Auswirkungen auf die Ertragslage. Demzufolge sind hier unerwartete Ergebnisrückgänge und negative Planabweichungen, die ihre Ursache nicht in anderen definierten Risikokategorien haben, zu betrachten. Da die Geschäftstätigkeit des Baader Bank Konzerns insbesondere von der Entwicklung des allgemeinen Börsenumfeldes abhängig ist, ist diese Risikoart als wesentlich einzustufen. Als bedeutende, das Börsenumfeld bestimmende Faktoren sind hier beispielsweise die Börsenumsätze, die Entwicklung der Aktienindizes und deren Volatilitäten sowie das Zinsniveau zu nennen. Eine Quantifizierung des Geschäftsrisikos auf Basis komplexer mathematischer Modelle ist hier jedoch nicht sinnvoll. Im Rahmen des RTF-Konzepts findet das Geschäftsrisiko des Baader Bank Konzerns, welches exemplarisch in einigen Stressszenarien der ökonomischen Perspektive zum Ausdruck kommt, in der normativen Perspektive im Rahmen der Kapitalplanung im adversen Szenario Eingang. Hierbei wird ein Szenario gewählt, welches institutsspezifische konjunkturelle Aspekte berücksichtigt und hinreichend vorsichtig und konservativ ist. Das adverse Szenario wird einmal jährlich im Zuge des Planungsprozesses entwickelt und wurde Anfang Dezember vom Vorstand verabschiedet. Die äußert positiven Ergebnisse in den beiden vergangenen Geschäftsjahren zeigen nach wie vor die erhebliche Abhängigkeit des Baader Bank Konzerns vom Börsenumfeld. Die in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sowie der Anstieg der Börsenumsätze führte zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnisse. Die Entwicklung ist weiterhin sorgfältig zu beobachten und das Geschäftsrisiko als entscheidend für den Erfolg der Bank zu beurteilen. 3.2.2 Zusammenfassende Darstellung der Risikolage des Baader Bank KonzernsDer Baader Bank Konzern steuert die wesentlichen Risiken durch einen Risikosteuerungs- und -controllingprozess sowie Risikomanagementtools. Der proaktive Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung der mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen dieser Risiken auf die finanziellen Ergebnisse sowie die langfristigen strategischen Ziele frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen abzuschwächen. Durch die zentrale Einheit Risk Management, in der alle im Baader Bank Konzern bestehenden Risiken quantifiziert und überwacht werden, ist jederzeit sichergestellt, dass Interdependenzen zwischen den Risikoarten erkannt und unmittelbar Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Im Rahmen der Risikostrategie wurde vom Vorstand der Baader Bank auch im Geschäftsjahr 2021 nur ein Teil des verfügbaren Risikokapitals zur Deckung unerwarteter Verluste zur Verfügung gestellt. Die Aufteilung und deren unterjährige Reallokation auf die einzelnen Risikoarten berücksichtigt insbesondere das aktuell bestehende Risikopotenzial in den einzelnen Risikoarten, die Geschäftsstrategie für die folgenden Jahre sowie die Markterwartungen. Die Risikotragfähigkeit für die Baader Bank war im vergangenen Geschäftsjahr auch unter der Berücksichtigung des Worst-Case-Szenarios aus den Stresstests in der ökonomischen Perspektive jederzeit gewährleistet. In der normativen Perspektive wurden die Vorgaben der Aufsicht hinsichtlich der Eigenmittelanforderungen eingehalten. Die Kapitalplanung der Baader Bank zeigt, dass die Sicherstellung der langfristigen Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen auch unter adversen Bedingungen sichergestellt ist. Das Marktumfeld in 2021 war wie im Vorjahr insbesondere durch die "Corona-Krise" und weiterhin hohe Umsätze an den betreuten Märkten geprägt. Die Baader Bank konnte ihre Wettbewerbsposition ausbauen und von der positiven Marktentwicklung profitieren. Erwartungsgemäß wird auch das kommende Geschäftsjahr von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie geprägt sein. Kreditausfälle sind im Baader Bank Konzern nicht zu erwarten, da nahezu ausschließlich das ausreichend besicherte Lombardkreditgeschäft und kein klassisches Kreditgeschäft betrieben wird. Darüber hinaus besitzt das Anlagebuch eine gute Kreditqualität. Mit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine und den anhaltenden Kampfhandlungen Anfang März 2022 sowie den daraus resultierenden weltweiten Sanktionen für Russland, ist die weitere Entwicklung in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten mit sehr großen Unsicherheiten verbunden. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses hatte die Bank keine nennenswerten Kreditforderungen, Wertpapierbestände oder sonstige Risiken gegenüber - oder Geschäftsbeziehungen mit Russland, die im Zuge dieser Krise eine finanzielle Auswirkung auf die Ertragslage der Bank oder deren langfristigen strategischen Ziele haben könnten. Auch haben wir alle erdenklichen Maßnahmen getroffen, um die Bank vor etwaigen Cyber-Attacken bestmöglich zu schützen. 3.3 Prognose- und Chancenbericht3.3.1 Erwartete Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen RahmenbedingungenNachdem eine Vielzahl von Notenbanken inzwischen fast gleichzeitig begonnen hat, ihre im Zuge der Covid-19-Pandemie ergriffenen Stimulierungsmaßnahmen zurückzufahren, ist davon auszugehen, dass die Geschwindigkeit und Entschlossenheit mit der dieser Prozess ablaufen wird einen maßgeblichen Einfluss auf die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Konjunktur sowie der Kapitalmärkte ausüben wird. In diesem Zusammenhang dürfte der Frage, wie nachhaltig der Inflationsdruck in 2022 ausfallen wird, eine zentrale Rolle zukommen. Angesichts der Anfang 2022 weiterhin über den Erwartungen liegenden Inflationszahlen signalisierten sowohl die EZB als auch die Fed zuletzt bereits die Notwendigkeit, ihre bisher gegebene Guidance für den Pfad der Stimulus-Reduktion auf ihrem nächsten Meeting im März zu überdenken und wahrscheinlich zu verschärfen. Die hohe Unsicherheit über das Ausmaß der im weiteren Jahresverlauf zu erwartenden Maßnahmen seitens der Notenbanken birgt das Risiko höherer Volatilitäten. Historisch betrachtet steigt zudem das Risiko stärkerer Kursrückschläge am Aktienmarkt an, sobald mehrere geldpolitische Straffungsschritte vollzogen wurden. Somit könnte sich der Kursausblick an den Aktienmärkten im zweiten Halbjahr eintrüben, insbesondere falls die Wachstumsdynamik als Folge zunehmender Belastungen deutlicher an Schwung verlieren sollte. In einem derartigen Umfeld könnten dann auch Risikofaktoren, die bisher nur temporär zu Belastungen geführt haben, eine stärkere Bedeutung entfalten (z.B. die Kreditprobleme chinesischer Immobilienunternehmen). Auf Sicht der nächsten Monate dürfte auch der weitere Verlauf der Covid-19-Pandemie ein wichtiger Einflussfaktor bleiben. So dürfte das wahrscheinliche Abklingen der Omikron-Welle im Frühjahr einen mit den beiden Vorjahren vergleichbaren, positiven Wachstumsimpuls für das zweite Quartal bewirken. Noch ist jedoch unklar, ob es im Herbst zu einer weiteren Infektionswelle in Folge einer neuen Virusvariante kommen könnte und ob eine solche Entwicklung neuerliche Aktivitätsbeschränkungen nach sich ziehen würde. Die jüngsten geopolitischen Spannungen dürften weit in das Frühjahr hinein ein zentrales Thema bleiben. So ist zu erwarten, dass der militärische Konflikt in der Ukraine deutlich negative Auswirkungen auf die makroökonomischen Rahmenbedingen nach sich ziehen wird. Dies gilt insbesondere im Fall einer längeren Dauer der Kampfhandlungen oder einer weiteren Eskalation zwischen Russland und dem Westen, z.B. aufgrund eines umfassenden Öl- und Gasembargos. Über einen längeren Zeitraum hoch bleibende Preise für Energieträger, Industriemetalle und Nahrungsmittel könnten weiterhin über den Erwartungen liegende Inflationsraten nach sich ziehen und auch die Kaufkraft signifikant dämpfen. Dies würde die angekündigte Stimulusrückführung der globalen Notenbanken vor große Herausforderungen stellen. Von politischer Seite besteht zudem im Vorfeld der im April stattfindenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich die Gefahr einer Ausweitung der Risikoaufschläge von französischen Staatsanleihen, was möglicherweise auch auf andere Länder der Eurozone ausstrahlen würde. Neben der Gefahr steigender Risikoaufschläge für Staatsanleihen dürfte auch eine Diskussion über die Bonität von Unternehmen zunehmen, was auch den Finanzsektor belasten könnte. Auch die weitere Entwicklung der Kapitalmarktzinsen stellt einen Risikofaktor für 2022 dar. Im zweiten Quartal könnten eine erneute Wachstumsbelebung, weiterhin über den Erwartungen liegende Inflationsraten sowie die von vielen Notenbanken gleichzeitig angestoßene Rückführung von Stimulierungsmaßnahmen zwischenzeitlich einen deutlicheren Anstieg in den Anleiherenditen auslösen. Sollte die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wieder deutlich in den positiven Bereich ansteigen, wäre an den Aktienmärkten zudem mit einer massiven Branchenrotation zu rechnen, da hoch gewichtete Qualitätstitel mit defensiven Geschäftsmodellen dann aufgrund ihrer starken Zinsabhängigkeit unter Druck kommen könnten. Demgegenüber dürften sich zyklische Sektoren und hier insbesondere spätzyklische Titel weiterhin besser entwickeln als der Gesamtmarkt. Die zum Jahresverlauf noch intakte Perspektive auf eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung wird durch die jüngsten Turbulenzen massiv in Frage gestellt. Die Entwicklung an den Aktienmärkten dürfte daher zunächst geprägt bleiben von dem erwarteten Ausmaß der Belastungen für die Unternehmensgewinne, die durch eine niedrigere Nachfrage, steigende Einkaufspreise und erneute Probleme in den Lieferketten entstehen werden. Solange die Unsicherheit über diese Faktoren anhalten wird, dürfte die Entwicklung an den Aktienmärkten sehr volatil verlaufen. Allerdings hat sich die im Vorjahr erreichte, hohe Bewertung bei vielen Aktien bereits deutlich reduziert. Gegen Frühlingsende dürften die Folgen der jüngsten Turbulenzen allmählich besser einschätzbar werden, sodass es in den Sommer hinein zu einer Erholungsbewegung an den Aktienmärkten kommen dürfte. 3.3.2 Ausblick auf die Kerngeschäftsfelder3.3.2.1 Geschäftsfeld Market MakingDie wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsfeldes Market Making wird in 2022 weiterhin maßgeblich vom Marktverlauf, den Handelsvolumina in den einzelnen Wertpapiergattungen und der Marktvolatilität bestimmt sein. Diese Ergebnistreiber unterliegen stets dem Einfluss von exogenen, nicht vom Institut beeinflussbaren geokonjunkturellen und geldpolitischen Rahmendaten, sodass Prognosen nur sehr eingeschränkt im Rahmen der erwarteten Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkung auf die Handelserträge der Baader Bank abgegeben werden können. Eine merkliche Verlagerung der Wertpapiervolumina auf alternative Handelsplattformen ist weiterhin zu beobachten. Im Berichtszeitraum hat die Baader Bank ihre strukturellen und vertriebsstrategischen Maßnahmen fortgesetzt. Dabei konnte die Baader Bank ihre Marktanteile im Jahr 2021 über alle relevanten Börsen und Assetklassen hinweg trotz insgesamt moderat geringerer Volatilitäten im Vergleich zum Vorjahr weiter ausbauen. Die Baader Bank wird sich ihre verhältnismäßig hohen Marktanteile als Market Maker an deutschen Präsenzbörsen zu Nutze machen und konsequent bestehende und neue Kooperationen mit Betreibern von börslichen und außerbörslichen Best Execution-Handelsplattformen weiterhin in den Fokus rücken. Das Jahr 2021 knüpft an die enormen Erfolge der Vertriebspraxis aus dem Jahr 2020 an und bietet eine Basis für längerfristigen Kundenzuwachs, steigende Orderflow-Volumina und eine sich fortsetzende Umsatzpartizipation an diesen neu zu erschließenden Wertpapiermärkten. Entsprechend plant die Baader Bank ihr Engagement an europäischen Börsenplätzen auszuweiten, um auch die Diversifikation in neuen Märkten weiter voranzubringen. Im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr ist in 2022 mit vergleichbaren bzw. zeitweise auch geringeren volatilen Schwankungen im Wertpapierhandel zu rechnen. Die Entwicklung in 2021 markierte zunächst eine moderate Fortsetzung der hohen Umsatzaktivitäten aus 2020. Für das laufende Geschäftsjahr ist eine Normalisierung der Marktvolatilität im Vergleich zu den schwankungsintensiven Vorjahren 2020 und 2021 zu erwarten. Strategisch setzt die Baader Bank im Bereich Market Making das Onboarding neuer Kunden sowohl im außerbörslichen Handel sowie auf gettex, dem Handelsplatz der Börse München, fort. Dabei kommt der Baader Bank der Trend der "Mobile Broker" und Online-Vermögensverwalter sowie die eigene Plattformstruktur in besonderem Maße zugute, den Zugang zu den entscheidenden Handelsplätzen einfacher darzustellen und zu nutzen. Es ist davon auszugehen, dass die Beliebtheit der Aktie als Anlageform und der mobile Zugang zu den Märkten seitens der Anleger weiterhin das Geschäft der Baader Bank stützen werden. Das daraus resultierende sich weiter fortsetzende Wachstum hinsichtlich Kunden, Marktvolumina und Produkten wird sich voraussichtlich in einem vergleichbaren Umfeld wie in 2021, d.h. mit einer ähnlichen Anzahl der Wertpapiertransaktionen sowie des Umsatzvolumens, entwickeln. Nichtsdestotrotz befinden sich Market Maker angesichts steigender technischer und regulatorischer Anforderungen innerhalb der deutschen Börsenlandschaft weiterhin in einer Konsolidierungsphase, die zu einer neuen Wettbewerberkonstellation führen könnte und das Fortbestehen kleinerer, weniger kapitalstarker Marktteilnehmer gefährdet. Gleichwohl hält die Baader Bank an ihrem mittel- und längerfristigen strategischen Ziel des Geschäftsfeldes Market Making fest, die aktuelle Marktposition auszuweiten. 3.3.2.2 Geschäftsfeld Equity Capital MarketsMaßgeblicher Treiber der Auftragslage im Kapitalmarktbereich sind der allgemeine Aktienmarktverlauf mit seinen Wertpapierumsätzen sowie die vorherrschende Volatilität an den Sekundärmärkten in Verbindung mit der allgemeinen Wettbewerbssituation und dem globalen Zinsniveau. Hinzu kommen die verstärkenden Effekte in Folge der Covid-19-Pandemie, was in 2021 ebenfalls die positiven Entwicklungen im Biotech- und Pharma-Sektor miteinschließt. Unter anderem durch die Begleitung der Kapitalmaßnahme der BRAIN Biotech AG (siehe Kapitel 2.2.2.2) und der De-SPAC-Transaktion der Lakestar SPAC I SE konnte das Capital Markets-Team die Sichtbarkeit der Baader Bank im Markt weiter eröhen. Mitsamt der Research-Expertise in bedeutenden Sektoren ist die Ausgangslage auch künftig für das Kapitalmarktgeschäft gut positioniert, um die Aktivitäten sukzessive auszubauen. Dabei wird eine Steigerung des Transaktionsvolumens für das kommende Jahr um 8 % angestrebt. Entsprechend soll mittel- bis langfristig die Anzahl der Mandatierungen der Baader Bank wieder steigen - stets unter Berücksichtigung der globalen Zinsentwicklung, wobei ein steigendes Zinsniveau als geschäftshemmend einzustufen ist. Auch die steigende Bedeutung von ESG-Themen ist in die Handhabung der Kapitalmaßnahmen zunehmend miteinzubeziehen. Insgesamt erwartet der Vorstand der Baader Bank für das Jahr 2022 ein leichtes Gesamtwachstum im deutschen Markt, insbesondere getrieben durch die mittelfristige Erwartung steigender Zinsen in den USA. Ein weiteres Ziel ist die Aufrechterhaltung der gefestigten Marktpositionierung im Bereich Special Execution, der gemeinsam mit dem Market Making-Geschäft der Baader Bank die Equity Capital Markets-Aktivitäten unterstützt. Bei Wertpapiertechnik-Dienstleistungen agiert die Baader Bank weitgehend unabhängig von der volkswirtschaftlichen Grundstimmung und will dies auf konstant hohem Qualitäts- und Ertragsniveau fortsetzen. Die sehr hohe Anzahl der Transaktionen und Diensleistungsmandate in 2021 soll perspektivisch steigen, für 2022 erwartet der Vorstand zunächst ein um 20 % geringeres Niveau. Die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in die Schweiz ist noch im laufenden Geschäftsjahr geplant. 3.3.2.3 Geschäftsfeld Multi Asset BrokerageIn weitgehender Übereinstimmung mit den Geschäftsbereichen Market Making und Equity Capital Markets sind die volkswirtschaftliche Grundstimmung, der allgemeine Aktienmarktverlauf sowie volatile Bewegungen an den Sekundärmärkten maßgebliche Ergebnistreiber des Geschäftsfeldes Multi Asset Brokerage. Nach wie vor stellen auch in 2022 die preissensiblen Mechanismen innerhalb des MiFID II-Regimes, die sich unter anderem in fallenden Transaktionsgebühren äußern, sowie weiter sinkende Budgets für Research-Leistungen potenziell hemmende Faktoren dar. Das Ziel, neue Marktanteile im Multi Asset Brokerage hinzuzugewinnen, hat weiterhin Bestand. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand ein leichtes bis moderates Gesamtmarktwachstum im Multi Asset Brokerage, aufgrund insgesamt steigender Handelsaktivitäten seitens institutioneller Investoren. Dabei ist zu erwarten, dass die positiven Auswirkungen, die für andere Geschäftsfelder gelten, in diesem Geschäftsfeld weniger starke Effekte zeigen. In 2022 ist eine Steigerung der Anzahl der Trades von rund 11 % anvisiert. Im Vordergrund steht für das Geschäftsjahr 2022 der nachhaltig optimierte Ausbau und die Digitalisierung der Handelsinfrastruktur, um die Marktanbindungen der Baader Bank auszuweiten. Damit einhergehend soll auch die kostengünstige Umsetzung effektiver gestaltet werden, um dem herrschenden Margendruck entgegenzuwirken. 3.3.3 Ausblick auf die Unterstützungsgeschäftsfelder3.3.3.1 Geschäftsfeld Banking ServicesDie Baader Bank erwartet durch den anhaltenden "Börsen-Boom" insbesondere im Retailsegment und den nachhaltigen Ausbau der Kooperationen mit klassischen und digitalen Vermögensverwaltern ein fortgesetzt spürbares Wachstum der Marktanteile. Dabei geht der Vorstand für das Jahr 2022 weiterhin von einem signifikanten Wachstum im zugrundeliegenden Markt des Geschäftsfelds aus. Entscheidend ist hierbei insbesondere die Festigung der Anlagegewohnheiten seitens der Privatanleger. Darüber hinaus ist eine bedeutsame Internationalisierung im Geschäft der Online-Vermögensverwalter und NeoBroker zu erwarten, wodurch sich weitere vielversprechende Marktpotenziale ergeben. In diesem Umfeld ist die Baader Bank bestrebt, ihre Marktführerschaft dank ihres integrierten Geschäftsmodells weiterhin zu behaupten und auszubauen. Weitere Treiber des Geschäfts sind mittelfristig auch ausbaufähige Kundengruppen, wie z.B. Heavy-Trader aber auch neue Produktwelten, insbesondere im Bereich Krypto und Tokenisierung. Somit hält die Baader Bank an ihrem Wachstumskurs im Bereich Banking Services, der sich in seiner Querschnittsfunktion mit ertragssteigernder Wirkung in weiteren Handelseinheiten etabliert hat, weiterhin fest. Mit dem Ausbau der Kooperationen mit qualitativen Geschäftspartnern und deren hauptsächlich digitalen Kooperationsmodellen will die Baader Bank die Anzahl an Konten und Depots bis Ende des Jahres 2022 auf etwa 700.000 steigern, einhergehend mit einer entsprechenden Entwicklung des Gesamtdepotvolumens. Dabei konnten bereits die ersten neuen Kooperationen im laufenden Jahr umgesetzt werden und zahlreiche neue B2B-Partnerschaften sind anvisiert. Entsprechend der hohen Erwartungen für das Jahr 2022 für den Bereich Banking Services stellt insbesondere auch die Prozessoptimierung und Digitalisierung der Konto- und Depotführung, bzw. -eröffnung eine wesentliche Aufgabe für das bevorstehende Geschäftsjahr dar, worin im Berichtszeitraum schon wichtige Meilensteine erreicht werden konnten. 3.3.3.2 Geschäftsfeld Asset Management ServicesHinsichtlich der Geschäftsaktivitäten im Bereich Asset Management Services bestehen für die Baader Bank aufgrund ihres diversifizierten Geschäftsmodells entscheidende Wettbewerbsvorteile. Diese liegen unter anderem in der Schnelligkeit und Qualität des Handels sowie im Spektrum der Ausführungsplätze und der handelbaren Werte. Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet der Vorstand der Baader Bank, unter Einbezug wahrscheinlich geringerer Marktschwankungen, an das in 2021 erreichte Niveau der betreuten Vermögen über Fondsmandatierungen anknüpfen zu können. Mit der gelegentlichen Konsolidierung von Einzelfonds muss durchaus gerechnet werden. Nichtsdestotrotz ist weiterhin von einer aus Sicht der Baader Bank günstigen Bedarfssituation auf Kundenseite auszugehen, da die Regulierung des Finanzsektors zu erhöhtem Kostendruck und anhaltenden Auslagerungstendenzen innerhalb der Kapitalverwaltungsgesellschaften führt. Zusätzlich getrieben wird diese Entwicklung auch von der enormen Bedeutung und dem Umsetzungsdruck hinsichtlich neuer ESG-Regularien. Mit ihrer Expertise im Handel und der Regulatorik kommt die Baader Bank weiterhin ihrem Bestreben nach, über komplementäre Bankservices einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden zu schaffen und gleichzeitig für eine effiziente Auslastung der vorhandenen Infrastruktur in ihren Grundlagengeschäftsfeldern zu sorgen. Entsprechend strebt die Baader Bank eine zunächst gleichbleibende Entwicklung der Fondsmandate an, mit einer entsprechenden Entwicklung der betreuten Assets under Management für das Jahr 2022. 3.3.3.3 Geschäftsfeld Research ServicesDas Geschäftsfeld Equity Research bleibt weiterhin ein wichtiges Bindeglied für die Baader Bank zwischen den deutschsprachigen Unternehmenskunden und internationalen Investoren. Die starke Präsenz auf internationalen Investorenkonferenzen soll beibehalten und durch die Abhaltung weiterer Konferenzen in kleinerem Format ergänzt werden. Die Entwicklung der Covid-19-Pandemie hat auch in 2021 jegliche Veranstaltungskonzepte im Research-Segment in die digitale Welt verlagert. Vereinzelt hat die Baader Bank ihre Veranstaltungsreihen hybrid umgesetzt, mehrheitlich jedoch vollständig als Online-Events. Durch die Kooperation mit dem französischen Anbieter AlphaValue und der daraus entstandenen Research-Plattform "Baader Europe" verfügt die Baader Bank über ein wesentlich breiteres Angebot gemessen an der Anzahl gecoverter Titel, das künftig auch eine paneuropäische Werteauswahl einschließt und in dieser Kombination neue Anreize in der Neukundenakquise schaffen soll. Das Wettbewerbsumfeld im Research-Geschäft ist weiterhin von einem Margendruck geprägt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand der Baader Bank - wenn überhaupt - nur ein verhaltenes Gesamtmarktwachstum in diesem Bereich. Grundsätzlich ist jedoch die Research-Nachfrage weiterhin gegeben, sodass die Produkte in diesem Geschäftsfeld insbesondere auch als Anknüpfungspunkt für weitere Geschäftsaktivitäten in anderen Geschäftsfeldern der Baader Bank angesehen werden können. Für das Jahr 2022 sind weitere Optimierungen und eine starke Positionierung im Markt von oberster Priorität, um das eigene Research-Geschäft profitabel zu gestalten. Dies geht einher mit einer zunächst gleichbleibenden Entwicklung hinsichtlich der Anzahl der Researchverträge mit Investoren in 2022. 3.3.4 Ausblick auf die Geschäftsentwicklung der TochtergesellschaftenAls elementarer Bestandteil des Baader Bank Konzerns und in enger Verzahnung mit den Geschäftsfeldern Research, Multi Asset Brokerage und Equity Capital Markets, ist die Baader Helvea Gruppe für internationale institutionelle Investoren und Unternehmenskunden Hauptansprechpartner. Dabei wird der Kundenfokus auf Großbritannien, der Schweiz und Nordamerika weiter bestehen bleiben. Die Gruppe liefert das organisatorische und vertriebliche Setup, diese Investoren- und Kundengruppen in den jeweiligen Destinationen bedienen zu können. Die Baader Helvea Gruppe wird deshalb auch in 2022 einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Betreuung des internationalen Kundenkreises im Baader Bank Konzern leisten. Die weiter voranzutreibende Optimierung des Research-Angebotes im gesamten Baader Bank Konzern, aber auch der Investitionsbedarf des Baader Helvea-Kundenstamms lassen für das Geschäftsjahr 2022 im schweizerischen Unternehmen einen stetig steigenden Ergebnisbeitrag zum Gesamtergebnis des Baader Bank Konzerns erwarten. An den Standorten Zürich, London und Nordamerika (New York) wird auch in 2022 festgehalten. Mit ihrer kroatischen Windkraftanlage wird die Selan Gruppe wie in den vergangenen Jahren einen deutlich positiven Beitrag zum Konzernergebnis der Baader Bank in Form von Umsatzerlösen leisten können. Ertragssteigerungen sind aufgrund der inflationsabhängigen Indizierung des staatlich geförderten Strompreises nur bedingt zu erwarten. Bei gleichbleibendem Windaufkommen und gleichbleibendem Windertrag wird daher von einem leicht höheren Gesamtergebnis der Selan Gruppe im Geschäftsjahr 2022 ausgegangen. Verantwortlich dafür sind nach wie vor die stabile Infrastruktur sowie der aktuell hohe technische Standard. Die Entwicklung der Strompreise in Folge der weltweiten Gasnachfrage und in Abhängigkeit von den deutlich gestiegenen CO2-Preisen im Zusammenhang mit den Klimaschutzzielen für 2030 lassen jedoch ein anhaltend hohes Strompreisniveau erwarten, haben aber zunächst noch keine Auswirkungen auf die Gruppe. Letztlich ist das Gesamtjahresergebnis der Selan Gruppe stark von den Windverhältnissen und den daraus zu erwirtschaftenden Winderträgen abhängig, deren Prognostizierbarkeit jedoch Grenzen gesetzt sind. Hauptaugenmerk des Windkraftanlagenbetreibers wird die Realisierung der zweiten Ausbaustufe des Windparks sein. Aktivierungsfähige Aufwände für den Beginn des Ausbaus können daher bereits in einem merklichen Umfang in 2022 anfallen. Unverändertes Ziel der Baader & Heins Capital Management AG wird in 2022, wie in 2021 auch, in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld die Sicherung der starken Marktposition bei der Vermittlung von Schuldtiteln und im Geldmarkthandel sein. Die erschwerten Marktverhältnisse werden dabei im neuen Geschäftsjahr bestehen bleiben. Weiter zunehmende regulatorische Anforderungen und regulatorisch-gesetzliche Einflussfaktoren auf die Vermittlungsumsätze und das Provisionsergebnis sowie das ungünstige Zinsumfeld mit anhaltenden Negativzinsen sind hier zu nennen. Die Niedrigzinspolitik der EZB wird zwar etwas an Dynamik verlieren, jedoch noch länger Bestand haben, die Anlagealternativen in Zinsprodukten für die Kunden der Baader & Heins werden weiterhin weniger werden und wenig attraktiv bleiben. Zudem bestehen weiterhin wirtschaftliche Unwägbarkeiten aufgrund der Covid-19-Pandemie, welche die Märkte von Baader & Heins beeinflussen können. Die in 2018 eingetretenen regulatorischen Einflussfaktoren in Bezug auf den Wegfall bzw. die Reduzierung der freiwilligen Einlagensicherung und deren negative Auswirkungen auf die Vermittlungsumsätze und das Provisionsergebnis der Baader & Heins AG dürften sich in 2022 verstetigen und nach den Auswirkungen in den Jahren 2018 - 2021 weiter abschwächen. Entsprechend wird für 2022 aufgrund der oben genannten allgemein weiter sehr schwierigen Marktbedingungen und des Zinsumfelds (Negativzinsen) ein rückläufiges Provisionsgeschäft erwartet. 3.3.5 Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Baader Bank KonzernsDer Banken- und Börsenmarkt, in dem sich die Baader Bank als ihrem Hauptmarkt bewegt, ist international und vor allem in Deutschland weiterhin einem tiefgehenden Wandel unterworfen. Gebührenoptimierte Best Execution-Plattformen (Neo-Börsen), die für Endkunden kostenlose oder flexible Preisstrategien umsetzen, gewinnen Marktanteile gegenüber klassischen deutschen Regionalbörsen. Ein dadurch vereinfachter Zugang zum Wertpapierhandel auch für Privatanleger, manifestiert den Wandel auch auf Seiten der Investoren. Anleger agieren als aktive Selbstentscheider, die über einen simplen technischen mobilen Zugang zum Wertpapierhandel verfügen und diesen für ein kostenoptimiertes, aktives Trading nutzen. Diese Entwicklung wird insbesondere durch Neo-Broker und Robo-Advisor getrieben, die ebenfalls kostenoptimierte Anlagestrategien für Privatanleger umsetzen. Für die Baader Bank bedeutet dies eine moderate Fortsetzung des Wachstums in den Umsatzvolumina der von ihr betreuten Orderbüchern im Market Making und ein weiteres Wachstum hinsichtlich der von ihr in Kooperationen geführten Konten und Depots in den Banking Services auch im Geschäftsjahr 2022. Die Ertrags- und Ergebnisbeiträge aus dem Market Making werden inklusive der Cross-Selling-Effekte aus den Banking Services auch bei einem natürlichen Abschwächen der Wachstumskurve in beiden Bereichen auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2021 liegen. Für die Bereiche Brokerage, Equity Capital Markets und Research erwartet der Vorstand ein geringeres Steigerungspotenzial der Geschäftsentwicklung für 2022 im Vergleich zu den anderen Geschäftsbereichen. Es ist von moderat anziehenden Ergebnisbeiträgen im Sinne einstelliger Wachstumsraten auszugehen. Für die Gesamtaussage zur zukünftigen Entwicklung der Baader Bank sind im Einzelnen die Ergebnistreiber und Ergebniskomponenten wie folgt einzuordnen: Für das kommende Geschäftsjahr 2022 ist für das Basis-Szenario der Baader Bank unterstellt, dass sich die Marktvolatilität im Vergleich zu den hoch volatilen Vorjahren 2020 und 2021 wieder normalisiert. Aufgrund des sich weiter fortsetzenden Wachstums (seitens Kunden, Marktvolumina und Produkten) ist dennoch zu erwarten, dass die Anzahl der Wertpapiertransaktionen sowie das Umsatzvolumen sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen werden. Neben der weiter deutlich steigenden Anzahl an Privatanlegern im Retailkundengeschäft trägt auch das erwartet steigende Geschäftsvolumen in allen Geschäftsfeldern zur Stabilisierung der Stückzahlen und Volumina bei. Aufgrund schwer prognostizierbarer Marktvolatiliäten sowie Handelsvolumina wird für das Handelsergebnis der Baader Bank für 2022 eine Bandbreite zwischen EUR 135,0 Mio. und EUR 195,0 Mio. erwartet. Das Provisionsergebnis ist getrieben durch die Anzahl der Geschäftsabschlüsse in den Kundenbereichen sowie durch die Depotanzahl und Depotvolumina. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich bei steigenden Handelsvolumina die im Provisionsergebnis ausgewiesenen Abwicklungskosten deutlich erhöhen können. Die Spannweite des Provisionsergebnisses für das Jahr 2022 liegt daher zwischen EUR 4,0 Mio. und EUR 20,0 Mio. Die Umsatzerlöse werden in 2022 auf einem Niveau von rund EUR 13,0 Mio. erwartet. Die anderen Ertragskomponenten (Zinsergebnis, sonstige Erträge) erreichen im Basis-Szenario rund EUR 4,0 Mio. Der Vorstand der Baader Bank plant mit Gesamtaufwendungen, die sich im Geschäftsjahr 2022 von EUR 145,0 Mio. bis EUR 175,0 Mio. bewegen sollten. In den Gesamtaufwendungen sind die variablen, von Ergebnisbestandteilen abhängigen Aufwendungen für die variable Vergütung und die Dotierung für den Fonds für allgemeine Bankrisiken entsprechend enthalten. Für das Geschäftsjahr 2022 wird im Basis-Szenario eine Cost-Income-Ratio von rund 80 % erwartet. Entsprechend wird ein Ergebnis vor Steuern des Baader Bank Konzerns von um EUR 30,0 Mio. prognostiziert, bei einem RoE nach Steuern in Höhe von rund 15 %. In Anbetracht von unabwägbaren, exogenen Einflussfaktoren können zuverlässige Prognosen zur Geschäftsentwicklung nach Einschätzung des Vorstands nur unter Einschränkungen erstellt werden. Die in diesem Lagebericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen, Erwartungen und Prognosen zur künftigen Entwicklung der Baader Bank beruhen daher auf den zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses im Unternehmen verfügbaren Informationen und Erkenntnissen. 4 Sonstige Angaben4.1 Erklärung zur Unternehmensführung mit den Festlegungen und Angaben nach § 289f Abs. 2 Nr. 4, Abs. 4 Satz 1 HGBDer Vorstand hat am 28. September 2015 einen Beschluss zur Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands gem. § 76 Abs. 4 AktG gefasst. Demzufolge sollten bis zum 30. Juni 2017 in der ersten Führungsebene mit der Funktionsbezeichnung "Managing Director" ein Frauenanteil von 3,6 % und in der zweiten Führungsebene ("Executive Director") von 12 % erreicht werden. Mit einem Frauenanteil von 9,5 % in der ersten Führungsebene im Juni 2017 wurde die erstgenannte Zielgröße erreicht bzw. übertroffen. Der Frauenanteil der zweiten Führungsebene lag zum selben Zeitpunkt bei 8 % und damit unterhalb der festgelegten Zielgröße. Hauptursächlich dafür war der Wechsel von weiblichen Führungskräften von der zweiten in die erste Führungsebene. Geschilderte Umstände veranlassten den Vorstand zur neuerlichen Beschlussfassung über Zielgrößen der jeweiligen Frauenanteile auf der ersten und zweiten Führungsebene. Für die erste Führungsebene wurde die Zielgröße auf 12 % angehoben, für die zweite Führungsebene wurde die Zielgröße bei 12 % belassen. Als Erreichungszeitpunkt für die beiden Zielgrößen wurde der 30. Juni 2022 festgelegt. Der Aufsichtsrat hat am 28. September 2015 einen Beschluss zur Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und im Aufsichtsrat gem. § 111 Abs. 5 AktG gefasst, der die Zielgrößen von 0 % für den Frauenanteil im Vorstand und von 16,67 % im Aufsichtsrat der Baader Bank beinhaltet. Zum Zeitpunkt der vorgesehenen Erreichung bis zum 30. Juni 2017 waren beide Zielgrößen erreicht. Nach Neuformierung des Aufsichtsrats im Nachgang der Hauptversammlung der Baader Bank AG am 25. Juni 2018 beträgt der Frauenanteil im Aufsichtsrat 0 %. Mit Beschluss des Aufsichtsrats am 03. April 2019 wurden die Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand auf 0 % und im Aufsichtsrat auf 16,67 % festgelegt. Für beide Zielgrößen wird der Erreichungszeitpunkt bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. 4.2 Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gem. § 312 AktGDie Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank AG) ist ein abhängiges Unternehmen der Baader Beteiligungs GmbH, Unterschleißheim (Baader GmbH). Die Baader Beteiligungs GmbH ist mit 64,90 % an der Baader Bank AG beteiligt. Da kein Beherrschungsvertrag zwischen den Unternehmen besteht, hat der Vorstand der Baader Bank AG gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit folgender Erklärung schließt: "Die Baader Bank AG hat nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte bzw. andere Maßnahmen vorgenommen oder unterlassen wurden, für diese Rechtsgeschäfte bzw. anderen Maßnahmen eine angemessene Gegenleistung erhalten. Sie wurde durch getroffene oder unterlassene Maßnahmen nicht benachteiligt. Alle berichtspflichtigen Vorgänge wurden vom Vorstand beschlossen, soweit nach der Satzung bzw. Geschäftsordnung der Baader Bank AG erforderlich auch vom Aufsichtsrat genehmigt und in diesem Abhängigkeitsbericht aufgestellt."
Unterschleißheim, den 17. März 2022 Baader Bank AG Der Vorstand Nico Baader Dietmar von Blücher Oliver Riedel Bericht des Aufsichtsrats 2021 für den Jahresabschluss und Geschäftsbericht 2021der Baader Bank AktiengesellschaftZur Arbeitskultur, Überwachungs- und Beratungstätigkeit des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Baader Bank hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft wahrgenommen. Er hat dabei die Arbeit des Vorstands überwacht und begleitet. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat stets eingebunden. Sofern auf Grund eines Gesetzes, der Satzung oder der Geschäftsordnung für einzelne Maßnahmen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurde hierüber nach gründlicher Prüfung und Beratung Beschluss gefasst. Der Aufsichtsrat der Baader Bank fasst Beschlüsse grundsätzlich in Sitzungen. Bei Bedarf werden auf Anordnung des Aufsichtsratsvorsitzenden Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen im Umlaufverfahren gefasst. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat stets und umfassend auf schriftlichem und mündlichem Wege über grundsätzliche Fragen des Instituts, der Geschäftspolitik und der Gesamtbankstrategie, der aktuellen und künftigen Geschäftsführung, der Geschäftsentwicklung sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle und wichtige Einzelvorkommnisse unterrichtet. Der Aufsichtsrat war demnach regelmäßig über die Lage des Gesamtkonzerns sowie der Konzerngesellschaften unterrichtet. Insbesondere wurde über die gesamtwirtschaftliche und politische Lage und die Auswirkungen auf die Branche, die Entwicklung der Ertrags- und Ergebnissituation des Baader Bank Konzerns und der Einzelunternehmen, über die strategische Weiterentwicklung sowie über die Risikolage und das Risikomanagement eingehend diskutiert. Es wurden Lösungsansätze und Maßnahmen erörtert. Der Aufsichtsratsvorsitzende und auch die weiteren Aufsichtsratsmitglieder wurden zudem in regelmäßigen Abständen durch Zurverfügungstellung der Protokolle der Vorstandssitzungen sowie in zahlreichen persönlichen Treffen durch den Vorstandsvorsitzenden und einzelner Aufsichtsratsmitglieder informiert. Der Aufsichtsrat führte weiterhin auch Gespräche mit den anderen Vorstandsmitgliedern zur Vertiefung von Fragestellungen innerhalb der jeweiligen Ressortbereiche. Die Mitglieder des Aufsichtsrats setzten sich auch wiederholt zu einem internen Austausch ohne die Teilnahme von Dritten zusammen, um die wichtigen Belange der Gesellschaft aus Sicht des Aufsichtsgremiums zu erörtern. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat in seinen monatlichen Berichten fortlaufend und situationsbedingt über alle wesentlichen Kennzahlen zur finanziellen Entwicklung und der Risikosituation der Baader Bank Aktiengesellschaft und des Konzerns. In 2021 wurden die Aufsichtsrats-Reports optimiert, um eine noch bessere Überwachung sicherzustellen. Die Abweichungen der Ergebnisentwicklung von den Finanzplanzahlen wurden umgehend im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat geprüft. Gegenstand der regelmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrats waren die Unternehmenszahlen, die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns einschließlich der Tochterunternehmen und Beteiligungen, sowie die Entwicklung sämtlicher Geschäftsbereiche. Die weiteren Themen gestalteten sich anlassbezogen zu den administrativen Bereichen Recht, Risikomanagement, Kredit, Backoffice, Treasury, IT, Rechnungswesen und sonstiger Stabsstellen. Zudem traten Vorstand und Aufsichtsrat zusammen, um über die Gesamtbank- und Geschäftsfeldstrategien für die kommenden Jahre sowie die damit verbundene Finanzplanung zu beraten. Im Fokus stand hier die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells im Sinne einer wahrscheinlichen Wirtschaftlichkeit und einer angemessenen Profitabilität im Rahmen der erarbeiteten strategischen Positionierung und den Marktpotenzialen. Hier wurde auch der fünfte und letzte Baustein des langfristigen Strategieprogramms "Vision 2022" vom Vorstand vorgestellt, mit dem Aufsichtsrat erörtert. Der Compliance-Beauftragte legte dem Aufsichtsratsvorsitzenden jeweils zum Halbjahr seine ausführlichen Berichte, der Leiter der Internen Revision seinen ausführlichen Gesamtjahresbericht vor. Den anderen Aufsichtsratsmitgliedern werden diese Berichte zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf wurden die Berichte im Aufsichtsrat erörtert. Auswirkungen der Maßnahmen zur Corona-Pandemie, Nachfolgeregelung im Vorstand sowie Aufsichtsrats-Governance als thematische Schwerpunkte der Beratung und ÜberwachungIm Geschäftsjahr 2021 tagte der Aufsichtsrat der Baader Bank im Rahmen von fünf ordentlichen Sitzungen. Zudem schloss sich der Aufsichtsrat zu vertiefenden Telefonkonferenzen zusammen, um sich bei wichtigen Beschlussfassungen und Themen von größerer Tragweite für die Baader Bank intensiv informieren zu lassen und sich über Beschluss-/Sachverhalte alleine, mit dem Vorstand und/oder mit Fachbereichsvertretern auszutauschen. Einige Beschlüsse wurden, auch bedingt durch notwendige Präventionsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie, als Umlaufbeschlüsse gefasst. Auf der Agenda der Aufsichtsratstätigkeit standen die regel- und satzungsmäßigen Themen zum Jahresabschluss, zu den Jahresabschlussprüfungen und deren Ergebnisse sowie die Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung der Baader Bank. Der Aufsichtsrat ließ sich regelmäßig über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Baader Bank sowie über den Stand und die Wirkung getroffener Organisations-/Schutzmaßmaßnahmen unterrichten. Der Aufsichtsrat erörterte gemeinsam mit dem Vorstand auch Fragestellungen zu Strategie- und Finanzplanung der Baader Bank. Hierbei stand auch das Thema Aktiendividende im Fokus der Erörterungen. Bei Fragestellungen zur operativen und personellen Entwicklung prüften Aufsichtsrat und Vorstand den Geschäftsverteilungsplan und die Aufbauorganisation des Kreditinstituts. Darüber hinaus waren wesentliche Projekte und einzelne Kreditengagements maßgebliche Punkte der Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand im Geschäftsjahr 2021. Wesentlicher Schwerpunkt einer Aufsichtsratszusammenkunft war das Thema Aufsichtsrats-Governance bei der Baader Bank. Hier beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit neuen regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen, seiner eigenen Arbeit, aktuelle Entwicklungen der Aufsichtsrats-Governance sowie dem Thema FISG. In diesem Zuge wurden die Geschäftsordnungen des Vorstandes sowie des Aufsichtsrats der Baader Bank aktualisiert und angepasst. Vor dem Hintergrund der neuen FISG-Gesetzgebung fasste der Aufsichtsrat den Grundsatzbeschluss und bildete einen Prüfungsausschuss. Der Aufsichtsrat bestimmte als Mitglieder für seinen Prüfungsausschuss Herrn Prof. Dr. Heni, Herrn Helmut Schreyer sowie Herrn Dr. Horst Schiessl. Der Prüfungsausschuss wurde mit Wirkung zum 21.12.2021 eingesetzt. Zur Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2021Der Vorstand der Baader Bank Aktiengesellschaft hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht jeweils für das Geschäftsjahr 2021 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des Aktiengesetzes sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute aufgestellt. Der von der Hauptversammlung gewählte Abschluss- und Konzernabschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, hat die Abschlüsse und den Lagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat dabei die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen. Der Aufsichtsrat hat die vorstehenden Unterlagen eingehend geprüft. Alle Abschlussunterlagen sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Die Abschlussunterlagen wurden vom Aufsichtsrat in Gegenwart des zuständigen Wirtschaftsprüfers ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Der Abschlussprüfer ging ferner auf den Umfang und die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung ein. Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Abschlussprüfung zustimmend Kenntnis genommen und nach Beendigung seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind. Der vom Vorstand aufgestellte und vom Abschlussprüfer geprüfte Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 31. März 2022 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich, unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses aus 2021, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft, dem Vorschlag des Vorstands an, den Aktionären eine Dividende auszuschütten bzw. ihnen die Wahlmöglichkeit in Form einer sogenannten Skript-Dividende anzubieten. Zum AbhängigkeitsberichtDer Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt. Der Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, München, hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands entsprechend den gesetzlichen Vorschriften geprüft und folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war und 3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen". Der Aufsichtsrat hat vom Ergebnis der Prüfung des Abschlussberichts zustimmend Kenntnis genommen und nach seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind. Zu den Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand der Baader Bank AktiengesellschaftIm Geschäftsjahr 2021 ergaben sich im Aufsichtsrats keine Veränderungen. In 2021 vollzog der Aufsichtsrat die bereits in 2020 eingeleitete Nachfolgeregelung im Vorstand der Baader Bank. Zum 01.07.2021 trat mit Herrn Dietmar von Blücher ein neuer CFO seine Tätigkeit im Vorstand an. Herr Dieter Brichmann schied aus dem Vorstand altersbedingt aus. Die Bildung eines Prüfungsausschusses des Aufsichtsrats wurde bereits an obiger Stelle erläutert. Dank an alle MitarbeitendenDer Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern des gesamten Baader Bank Konzerns für ihr außerordentliches Engagement und die stets professionelle Leistung im Geschäftsjahr 2021, insbesondere vor dem Hintergrund des großen zu bewältigenden Geschäftsvolumens unter den Einschränkungen von organisatorischen Maßnahmen, die wegen der Corona-Pandemie nach wie vor einzuhalten waren.
Unterschleißheim, den 31. März 2022 Der Aufsichtsrat Bilanz zum 31. Dezember 2021Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 202
Anhang 2021I. GrundlagenDer Jahresabschluss der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2021 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") aufgestellt worden. Die Vorschriften des Aktiengesetzes wurden beachtet. Die Baader Bank AG erstellt als Muttergesellschaft zum 31. Dezember 2021 für den Baader Konzern einen Konzernabschluss, der beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht wird. Zum Zweck der Übersichtlichkeit sind die Werte in Tausend € ausgewiesen. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit entstehen. Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2021. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Baader Bank Aktiengesellschaft, mit Sitz in Unterschleißheim, wird beim Amtsgericht München unter der Handelsregisternummer HRB 121537 geführt. II. Bilanzierungs-, Bewertungs- und AusweismethodenBei der Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden werden die allgemeinen Bewertungsgrundsätze (§§ 252 ff. HGB), die besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) sowie die ergänzenden Vorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB) beachtet. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Anhang aufgeführt. Soweit einzelne Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst werden, erfolgt eine Aufgliederung im Anhang. Im Einzelnen werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet: BarreserveDie Bestände der Barreserve sind zum Nennbetrag ausgewiesen. ForderungenForderungen an Kreditinstitute und Kunden sind grundsätzlich mit dem Nominalbetrag oder den Anschaffungskosten ausgewiesen und werden soweit erforderlich um Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Maße gekürzt. Von der gemäß § 340f Absatz 3 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht. Um dem Vorsichtsprinzip nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB Rechnung zu tragen werden in Anlehnung an den IDW RS BFA 7 Pauschalwertberichtigungen vorgenommen. Aufgrund der Portfoliostruktur mit Fokus auf täglich fällige Bestände wurde als Risikomodell die 12-Monats-Expected Loss Berechnung gewählt. Demnach wird der Verlust auf Basis der Parameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), Verlusthöhe (LGD) und dem erwarteten Kreditbetrag bei Ausfall (EAD) ermittelt. Eine Ausgeglichenheit zwischen Risikoprämien und Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditvergabe besteht und das Adressenausfallrisiko hat sich nicht nennenswert zum Bilanzstichtag erhöht. Wertpapiere (ohne Handelsbestand)Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, sind als Finanzanlagen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip entsprechend § 253 Absatz 1 und 3 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung wird berücksichtigt. Sofern erforderlich werden Zuschreibungen nach dem Wertaufholungsgebot (§ 253 Absatz 5 HGB) vorgenommen. Die Ermittlung des beizulegenden Wertes der wie Anlagevermögen zu bewerteten Wertpapieren erfolgt anhand anerkannter Bewertungsmodelle. Von der gemäß § 340c Abs. 2 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht. Das Bewertungswahlrecht gemäß § 340e Abs. 1 Satz 3 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wird nicht in Anspruch genommen. Wertpapiere, die weder dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, noch dem Handelsbestand zugeordnet sind (Wertpapiere der Liquiditätsreserve), werden als Umlaufvermögen nach dem strengen Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 1 und 4 HGB mit ihren Anschaffungskosten beziehungsweise mit den niedrigeren Börsenwerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Der beizulegende Zeitwert gemäß § 255 Abs. 4 HGB entspricht grundsätzlich dem Marktpreis. Ist zum Bilanzstichtag kein Marktpreis feststellbar, wird der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmodelle ermittelt. Sofern kein beizulegender Zeitwert ermittelbar ist, werden die Anschaffungskosten im Sinne des § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB fortgeführt. HandelsbestandDie Bewertung der Finanzinstrumente des Handelsbestandes erfolgt bei Zugang mit den Anschaffungskosten. Die Folgebewertung erfolgt entsprechend § 340e Abs. 3 HGB i.V.m. IDW RS BFA 2 und 5 mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bei finanziellen Vermögensgegenständen bzw. zuzüglich eines Risikozuschlags bei finanziellen Verpflichtungen. Sofern für derivative Finanzinstrumente keine tägliche Marktbewertung vorliegt, erfolgt die Ermittlung des Zeitwerts für Optionen mittels des Black-Scholes-Modells und für Futures mittels der arbitragefreien Bewertung. Die Baader Bank AG nimmt die Bewertung amerikanischer Optionen mithilfe der Approximation von Barone-Adesi/Whaley (1987) vor. Fremdwährungsoptionen werden mithilfe des Modells von Garman/Kohlhagen (1983) bewertet. Ausgangspunkt für die Ermittlung des Risikoabschlags ist der Value at Risk (VaR). Der Value at Risk bezeichnet dabei ein Risikomaß, das angibt, welchen Wert der Verlust des betrachteten Portfolios mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit und in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Zur Ermittlung des Markpreisrisikos verwendet die Baader Bank AG die Monte-Carlo-Simulation. Bei der Berechnung wird ein Konfidenzniveau von 99,9 % unterstellt und die erforderlichen Parameter (insb. Volatilitäten, Korrelationen etc.) auf Basis von historischen Daten geschätzt. Dabei wird die Methode exponentieller Glättung verwendet, so dass bei dem gewählten Decay Factor von 0,97 die letzten ca. 98 Tage den größten Einfluss, unter kumulativer Betrachtung 95 %, auf die Parameter haben. Zum 31. Dezember 2021 werden zum Zwecke des Risikoabschlags die bestandsindividuelle (faktischen) Haltedauern zwischen 0,25 bis 10 Tagen zugrunde gelegt. Der Risikoabschlag wurde für sämtliche Bestände der Handelsaktiva und -passiva ermittelt. Da es bei einzelnen Gattungen nicht möglich ist, diesen Betrag sachgerecht auf die aktiven bzw. passiven Handelsbestände aufzuteilen, erfolgt die Berücksichtigung des Risikoabschlags generell beim größeren der jeweiligen Bestände. Zum 31. Dezember 2021 erfolgte die Zuordnung bei dem aktiven Handelsbestand. WertpapierleiheDie Baader Bank AG kontrahiert Wertpapierleihegeschäfte nahezu ausschließlich zum Zweck der Erfüllung von Lieferverpflichtungen aus Geschäften im Rahmen des Market Making. Sie werden mit den Anschaffungskosten aktiviert, die sich aus dem, mit dem Verleiher vereinbarten, Kurs ergeben. Die Wertpapiere werden dem Handelsbestand zugeordnet. In gleicher Höhe erfolgt die Passivierung einer Herausgabeverpflichtung. UmwidmungFür die Zuordnung von Forderungen und Wertpapieren zum Handelsbestand, zur Liquiditätsreserve oder zu den wie Anlagevermögen bewerteten Vermögensgegenständen ist jeweils die Zweckbestimmung zum Erwerbszeitpunkt maßgebend (§ 247 Abs. 1 und 2 HGB). Eine Umgliederung in den Handelsbestand ist ausgeschlossen und eine Umgliederung aus dem Handelsbestand erfolgt nur dann, wenn außergewöhnliche Umstände, insbesondere schwerwiegende Beeinträchtigungen der Handelbarkeit der Finanzinstrumente, zu einer Aufgabe der Handelsabsicht führen. Eine Umwidmung zwischen den Kategorien Liquiditätsreserve und wie Anlagevermögen behandelte Vermögensgegenstände wird vorgenommen, wenn sich die festgelegte Zweckbestimmung seit deren erstmaligem Ansatz geändert hat und dies dokumentiert ist. Die Umwidmung der Forderungen beziehungsweise Wertpapiere erfolgt zum Zeitpunkt der Änderung der Zweckbestimmung. Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte keine Umwidmung aus dem Handelsbestand in das Anlagevermögen sowie keine Änderung der institutsintern festgelegten Kriterien für die Einbeziehung von Finanzinstrumenten in den Handelsbestand. Derivative Finanzinstrumente im HandelsbestandDerivative Finanzgeschäfte werden wie folgt bilanziert und bewertet:
Verlustfreie Bewertung von zinsbezogenen Geschäften im BankbuchDer IDW RS BFA 3 regelt die Einzelfragen zur verlustfreien Bewertung des Bankbuchs nach HGB. Die Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute im Rahmen des Bankbuchs lässt regelmäßig keine unmittelbare Zuordnung einzelner Finanzinstrumente zueinander zu. Die Steuerung erfolgt als Gesamtheit im Bankbuch. Für die zinsbezogenen bilanziellen Vermögensgegenstände und Schulden des Bankbuchs wird dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip dadurch Rechnung getragen, dass unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) für einen etwaigen Verpflichtungsüberschuss eine Rückstellung gemäß § 249 HGB zu bilden ist ("Drohverlustrückstellung"). Bei der Abgrenzung des Bankbuchs hat die Baader Bank von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die direkt zugeordnete Refinanzierung von nicht zinstragenden Aktiva sowie die entsprechenden Vermögensgegenstände nicht in den Saldierungsbereich einzubeziehen. Die Baader Bank wendet zur Ermittlung einer Drohverlustrückstellung die periodische Methode an. Danach ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden, wenn die Summe der diskontierten zukünftigen Periodenergebnisse des Bankbuchs negativ ist. Die Risikokosten und Verwaltungskosten werden dabei als Abschlag von den Zahlungsströmen berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag besteht für die Baader Bank AG kein Verpflichtungsüberschuss. Die Notwendigkeit einer Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung ist somit nicht gegeben. Beteiligungen und Anteile an verbundenen UnternehmenBeteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind gemäß den für das Anlagevermögen geltenden Regelungen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe, die zu einer Abschreibung geführt haben, nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten. Die Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgt unter Verwendung anerkannter Bewertungsmodelle, im Wesentlichen auf DCF-Verfahren. Anteile an verbundenen Unternehmen in Fremdwährung werden zum Devisenkassakurs bewertet. Immaterielle Anlagewerte und SachanlagenDie Baader Bank AG weist ihre EDV-Standard-Software unter den Immateriellen Anlagewerten aus. Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die aus Verschmelzungen stammenden Geschäfts- und Firmenwerte sowie erworbene Skontren werden über 10 Jahre linear abgeschrieben. Resultierend aus dem tatsächlichen Nutzen des jeweils erworbenen und im Wege der Verschmelzung auf die Baader Bank AG übergegangenen Kundengeschäfts sowie aufgrund der tatsächlichen Nutzungsdauern von in der Vergangenheit erworbenen Geschäftswerten, hat sich gezeigt, dass die Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 5 Jahren deutlich zu niedrig ist. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 250,00 (netto) werden sofort aufwandswirksam erfasst. Darüber hinaus werden geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 1.000,00 in einem jährlichen Sammelposten erfasst und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Die tatsächlichen Nutzungsdauern der im Sammelposten zusammengefassten geringwertigen Wirtschaftsgüter oder deren Abgänge bleiben unberücksichtigt. Für die Bestimmung der individuellen Nutzungsdauern werden grundsätzlich die steuerlichen AfA-Tabellen herangezogen und auf die technische Abnutzung abgestellt. In Einzelfällen und bei wirtschaftlicher Veranlassung wird eine längere Nutzungsdauer angesetzt. Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind mit dem Nominalbetrag ausgewiesen und werden gegebenenfalls um erforderliche Wertberichtigungen in ausreichendem Maße gekürzt. Sonstige VermögensgegenständeDie sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag, vermindert um erforderliche Abschreibungen und Wertberichtigungen, angesetzt. RechnungsabgrenzungspostenIn die aktive und passive Rechnungsabgrenzung werden transitorische Posten eingestellt. Verbindlichkeiten und RückstellungenDie Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt mittels des ratierlich degressiven Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinses, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren (10-Jahresdurchschnitt) ergibt. Dieser beträgt gemäß der Festsetzung der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag 1,87 %. Der für die geforderten Anhangangaben verwendete Vergleichszinssatz (7-Jahresdurchschnitt) beträgt 1,35 % und wird ebenfalls von der Deutschen Bundesbank festgesetzt. Vermögensgegenstände, die ausschließlich zur Erfüllung von Altersvorsorgeverpflichtungen dienen, werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesen saldiert. Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe ihres notwendigen Erfüllungsbetrags bemessen, der sich in Übereinstimmung mit § 253 Abs. 1 HGB gemäß den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt. Sofern die voraussichtliche Restlaufzeit der jeweiligen Rückstellung länger als ein Jahr ist, erfolgt eine Abzinsung der Rückstellung mit dem jeweiligen von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz. Fonds für allgemeine BankrisikenDer Fonds für allgemeine Bankrisiken beinhaltet Beiträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Sicherung gegen allgemeine Bankrisiken notwendig sind. Unabhängig davon erfolgt gemäß § 340e Abs. 4 HGB eine Dotierung aus den Nettoerträgen des Handelsbestands. Latente SteuernBestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so muss eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuer in der Bilanz angesetzt werden. Eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung kann als latente Steuer aktiviert werden. Ein entstandener Aktivüberhang wird in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen. Erwerb eigener AnteileDer Nennwert von erworbenen eigenen Anteilen wird in der Vorspalte offen von dem Posten Gezeichnetes Kapital abgesetzt und ergibt das ausgegebene Kapital. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile wird erfolgsneutral mit den frei verfügbaren Rücklagen (Gewinnrücklagen) verrechnet. Werden die eigenen Anteile wieder veräußert, entfällt der Abzug in der Vorspalte. Ein den rechnerischen Wert übersteigender Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös wird bis zur Höhe des mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechneten Betrags in die jeweiligen Rücklagen eingestellt. Ein darüber hinausgehender Differenzbetrag wird in die Kapitalrücklage eingestellt, wohingegen ein beim Verkauf entstehender Verlust die Gewinnrücklagen belastet. Im Geschäftsjahr 2021 wurde der Bestand eigener Aktien im Rahmen der Wahldividende verwendet, so dass zum Bilanzstichtag keine eigenen Aktien mehr ausgewiesen sind. WährungsumrechnungDie Behandlung der Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung richtet sich grundsätzlich danach, ob die Fremdwährungsgeschäfte dem Handelsbestand zugeordnet oder besonders gedeckt sind. Eine besondere Deckung ist zum Bilanzstichtag nicht gegeben. Im Falle des Handelsbestands werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst und im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Bei Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr erfolgt der Ausweis von Aufwendungen und Erträge brutto ebenfalls im sonstigen betrieblichen Ergebnis. Demgegenüber werden bei Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr nur die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung dem Imparitätsprinzip entsprechend erfolgswirksam berücksichtigt und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. ZinsergebnisNegative Zinsen aus Aktivgeschäften sind im Zinsertrag erfasst. Der Zinsertrag zeigt den aus dem Zinsgeschäft im Laufe des Geschäftsjahres realisierten Zinsertrag, der um negative Zinsen geschmälert wurde. Korrespondierend hierzu schmälern negative Zinsen aus Passivgeschäften den Zinsaufwand entsprechend. III. Änderungen von Bewertungs-, Bilanzierungs- und AusweismethodenIm Geschäftsjahr 2021 ergaben sich Änderungen von Bewertungs-, Bilanzierungs- und Ausweismethoden bei dem Ausweis der Aufwendungen bzw. Erträge aus der Währungsumrechnung die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden. In Vorjahren erfolgte der Ausweis unter dem Nettoertrag des Handelsbestands. IV. Erläuterungen zur BilanzFremdwährungsvoluminaAm Bilanzstichtag bestehen Vermögensgegenstände in Fremdwährung in Höhe von umgerechnet T€ 54.195 (Vorjahr: T€ 66.123). Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährung lauten, bestehen in Höhe von T€ 134.431 (Vorjahr: T€ 105.265). Dabei handelt es sich um die folgenden Bilanzposten:
Die aus der Währungsumrechnung der Positionen des Anlagebestands mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr resultierenden Erträge betragen T€ 0 (Vorjahr: T€ 0). Die Erträge aus der Währungsumrechnung des Handelsbestands in Höhe von T€ 1.636 (Vorjahr: T€ 627) sind unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. BarreserveDie Barreserve besteht neben Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von T€ 1.152.122 (Vorjahr: T€ 288.840) aus Kassenbeständen in Höhe von T€ 220.000 (Vorjahr: T€ 200.000), die in Form von Bargeld in einem Wertelager bei der Bayerischen Landesbank eingelagert sind. Forderungen an KreditinstituteDie Forderungen an Kreditinstitute bestehen aus täglich fälligen Forderungen in Höhe von T€ 135.876 (Vorjahr: T€ 149.086). Es bestehen keine anderen Forderungen (Vorjahr: T€ 0) und keine Forderungen an verbundene Unternehmen (Vorjahr: T€ 0), oder Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0). Forderungen an KundenDie Forderungen an Kunden belaufen sich auf T€ 113.806 (Vorjahr: T€ 52.044). In der Gesamtposition sind Forderungen an verbundene Unternehmen aus täglich fälligen und Forderungen mit vereinbarter Laufzeit in Höhe von insgesamt T€ 16.363 (Vorjahr: T€ 7.350) enthalten. Forderungen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 0) sind nachrangig. Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von T€ 0 (Vorjahr: T€ 11) enthalten. Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit bestehen nicht. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche WertpapiereDie Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere belaufen sich auf insgesamt T€ 47.474 und beinhalten keine Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0). Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere enthalten eine wie Anlagevermögen bewertete Gattung in Höhe von T€ 662. Anzeichen für eine voraussichtlich dauernde Wertminderung lagen nicht vor. Die weiteren Positionen sind der Liquiditätsreserve zugeordnet.
Im Folgejahr werden Anleihen und Schuldverschreibungen in Höhe von T€ 20.027 fällig. Aktien und andere nicht festverzinsliche WertpapiereDie Baader Bank AG weist zum 31. Dezember 2021 unter den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren keine Investmentanteile aus. RestlaufzeitengliederungFür die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten gelten die folgenden Restlaufzeiten:
Aufgliederung der börsenfähigen Wertpapiere nach börsennotierten und nicht börsennotierten Wertpapieren:
AnlagevermögenSämtliche im Anlagengitter ausgewiesenen Grundstücke und Gebäude werden von der Baader Bank AG im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt. Es wurden keine selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände aktiviert. Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens zeigt im Folgenden das Anlagengitter:
1
Wurde im Vorjahr als Abgänge
unter Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesen. AnteilsbesitzDer Anteilsbesitz wird unter Ziffer VIII dargestellt. Sonstige VermögensgegenständeIn den sonstigen Vermögensgegenständen sind enthalten:
Es bestehen Forderungen in Höhe von T€ 1 an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Es bestehen keine Forderungen an verbundene Unternehmen (Vorjahr: T€ 0). Aktive RechnungsabgrenzungDie aktive Rechnungsabgrenzung betrifft in Höhe von T€ 11 (Vorjahr: T€ 21) die gemäß § 250 Abs. 3 HGB auf der Aktivseite ausgewiesenen Unterschiedsbeträge aus der Ausgabe von Schuldscheindarlehen. Der Unterschiedsbetrag wird zeitanteilig linear über die Restlaufzeit aufgelöst. Darüber hinaus beruht der Gesamtposten auf vorab geleisteten Ausgaben für Leistungen künftiger Perioden. Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dienen überwiegend zur Finanzierung des Geschäftsgebäudes in Unterschleißheim und zur Refinanzierung des Wertpapierhandelsgeschäftes. Es bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0). Verbindlichkeiten gegenüber KundenZum Bilanzstichtag bestanden täglich fällige Kundeneinlagen in Höhe von T€ 1.426.348 (Vorjahr: T€ 496.469) und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus aufgenommenen Schuldscheindarlehen und Termingeldern in Höhe von T€ 76.808 (Vorjahr: T€ 97.958). Es sind Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 5.814 (Vorjahr: T€ 4.686) enthalten. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0). Sonstige VerbindlichkeitenIn den sonstigen Verbindlichkeiten sind enthalten:
Es bestehen keine sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. PensionsrückstellungenDie Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2021 betragen T€ 13.068 (Vorjahr: T€ 17.654) und werden nach dem im Abschnitt "Verbindlichkeiten und Rückstellungen" beschriebenen Verfahren ermittelt. Zur Rückdeckung der Verpflichtungen stehen Bankkonten, Wertpapierdepots sowie Rückdeckungsversicherungen zur Verfügung. Den versicherungsmathematischen Berechnungen liegen folgende Parameter zugrunde:
In Übereinstimmung mit § 253 Abs. 6 HGB ergibt sich ein Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren in Höhe von T€ 531. Als Rechnungsgrundlagen wurden darüber hinaus sowohl für die Handels- als auch für die Steuerbilanz zum 31. Dezember 2021 die Klaus Heubeck "Richttafeln 2018 G" verwendet. Deckungsvermögen
Die als Deckungsvermögen qualifizierten Bankguthaben, die Rückdeckungsversicherungen sowie die Wertpapierdepots werden mit der Pensionsverpflichtung saldiert. Des Weiteren wird auf der Aktivseite ein Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung in Höhe von T€ 7.270 (Vorjahr: T€ 7.668) ausgewiesen. Dies führt im Saldo zu einem Bilanzausweis der Pensionsrückstellungen von T€ 2.242 (Vorjahr: T€ 2.088). Aufwendungen und Erträge aus dem verrechneten Vermögen werden in Höhe von T€ 939 saldiert und in Übereinstimmung mit § 246 Abs. 2 HGB unter dem Posten sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen. In Anwendung von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Erträge in Höhe von T€ 1.025 mit Aufwendungen in Höhe von T€ 1.964 verrechnet. Andere RückstellungenDie anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Fonds für allgemeine BankrisikenGemäß § 340e Abs. 4 HGB haben Kreditinstitute einen Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" gemäß § 340g HGB zu bilden. Dem Sonderposten sind jährlich 10 % der aus dem Handelsbestand erzielten Nettoerträge zuzuführen, um den aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultierenden besonderen Risiken Rechnung zu tragen. Der Sonderposten ist jährlich solange mit mindestens 10 % der aus dem Handelsbestand erzielten Nettoerträge zu dotieren, bis mindestens 50 % des Durchschnitts der letzten fünf vor dem Berechnungsstichtag erzielten jährlichen Nettoerträge aus dem Handelsbestand erreicht sind (Mindestbestand). Der Sonderposten ist aufgrund von Zuführungen in Höhe von T€ 18.504 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 mit T€ 46.961 dotiert. HandelsbestandZum 31. Dezember 2021 gliedern sich Handelsaktiva sowie -passiva wie folgt:
BewertungseinheitenEs wurden im Geschäftsjahr 2021 keine Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet. Derivative FinanzinstrumenteZum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 hält die Baader Bank AG keine indexbezogenen derivativen Finanzinstrumente im Handelsbestand. TermingeschäfteAm Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte bestehen ausschließlich im Rahmen von Devisentermingeschäften im Sinne des § 36 Nr. 1 RechKredV.
Bei den dargestellten Geschäften handelt es sich ausschließlich um kundeninduzierte Termingeschäfte sowie um noch nicht zum Bilanzstichtag erfüllte Kassageschäfte. Anteile an InvestmentfondsDie Baader Bank AG ist zum 31. Dezember 2021 nicht mit mehr als 10 % an Anteilen an Sondervermögen im Sinn des § 1 Abs. 10 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder vergleichbaren EU-Investmentvermögen oder vergleichbaren ausländischen Investmentvermögen beteiligt. Als Sicherheiten übertragene VermögensgegenständeFür die nachfolgenden Verbindlichkeiten wurden zum 31. Dezember 2021 Vermögensgegenstände mit dem angegebenen Beleihungswert als Sicherheiten hinterlegt:
Latente SteuernDie Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Wertunterschiede zwischen Handels- und Steuerrecht, die im Wesentlichen aus dem Ansatz von Pensionsrückstellungen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (aktive latente Steuern) sowie der Nutzungsdauer des Geschäftsgebäudes und Risikovorsorgen (passive latente Steuern) resultieren. Der angewandte Steuersatz beträgt 28,20 %. Der entstandene Aktivüberhang wird in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen. Eigenkapital1. GrundkapitalDas Grundkapital der Gesellschaft betrug am 31. Dezember 2021 T€ 46.688 (Vorjahr: T€ 45.909). Es ist eingeteilt in 46.688.002 (Vorjahr: 45.908.682) auf den Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien) zu einem rechnerischen Nennwert von je € 1,00. 2. Genehmigtes Kapitala) Genehmigtes Kapital 2021Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 1. Juli 2021 ein Genehmigtes Kapital 2021 mit folgendem Inhalt geschaffen: Der Vorstand wird ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 22.954.341 neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu insgesamt EUR 22.954.341 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Bei der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2021 ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die Aktien können auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder Unternehmen im Sinne von § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen, a) um Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen; b) wenn die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis der bereits im m:access börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich im Sinne des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet, und soweit die insgesamt seit der Ermächtigung gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung. Auf diese 10 %-Grenze sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt der Ausübung der jeweiligen Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben oder veräußert wurden. Ebenfalls anzurechnen sind diejenigen Aktien, die von der Gesellschaft aufgrund von zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der Ermächtigung ausgegebenen Wandel-/Optionsschuldverschreibungen ausgegeben wurden beziehungsweise noch ausgegeben werden können, sofern die Wandel-/Optionsschuldverschreibungen nach dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durch die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften ausgegeben wurden; c) um die Aktien gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder Vermögensgegenständen, insbesondere Dividendenansprüche, - auch durch Aktientausch - sowie bei Unternehmenszusammenschlüssen auszugeben. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2021 festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, nach Ausnutzung des Genehmigten Kapitals oder Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen. Der Beschluss zur Schaffung des Genehmigten Kapitals 2021 wurde am 1. Juli 2021 zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet. Die Eintragung erfolgte am 15. Juli 2021. Das Genehmigte Kapital 2021 wurde im Berichtsjahr (Vorjahr: T€ 0) in Höhe von EUR 779.320 durch Ausgabe von 779.320 auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Sacheinlage im Rahmen der Wahldividende 2021 in Anspruch genommen. Als Sacheinlage für die neuen Aktien wurden durch den Gewinnverwendungsbeschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 1. Juli 2021 entstandene Dividendenansprüche derjenigen Aktionäre eingebracht, die sich im Rahmen der Wahldividende für den Bezug von Aktien entschieden haben. Das verbleibende Genehmigte Kapital betrug am 31. Dezember 2021 noch bis zu insgesamt 22.175.021 EUR welches mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 22.175.021 neuen auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgenutzt werden kann. b) Sonstiges genehmigtes KapitalEs bestand im Geschäftsjahr 2021 kein sonstiges genehmigtes Kapital. 3. Bedingtes Kapitala) Bedingtes Kapital 2020Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 11. August 2020 ein Bedingtes Kapital 2020 mit folgendem Inhalt geschaffen: Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu T€ 22.954 eingeteilt in bis zu 22.954.341 auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und anderen hybriden Schuldverschreibungen (mit oder ohne Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. -pflicht), die von der Baader Bank Aktiengesellschaft oder unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften der Baader Bank Aktiengesellschaft (Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG) auf der Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 11. August 2020 (Ermächtigung 2020) bis zum 10. August 2025 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder ihren entsprechenden Wandlungs- oder Optionspflichten nachkommen oder die Gesellschaft von einer Ersetzungsbefugnis Gebrauch macht und nicht andere Erfüllungsformen gewählt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der Ermächtigung 2020 jeweils zu bestimmenden Options- und Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. durch Erfüllung entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Absatz 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. b) Sonstiges bedingtes KapitalEs bestand im Geschäftsjahr 2021 kein sonstiges ausnutzbares bedingtes Kapital. 4. Eigene Aktiena) Ermächtigungen zum Erwerb eigener AktienDie durch die Hauptversammlung am 1. Juli 2019 erteilte und bis zum 30. Juni 2024 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Juli 2021 durch eine neue, bis zum 30. Juni 2026 laufende Ermächtigung ersetzt worden. Die Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juli 2021 folgenden Beschluss gefasst: a) Die derzeit bestehende, durch die Hauptversammlung am 1. Juli 2019 unter Tagesordnungspunkt 7 erteilte und bis zum 30. Juni 2024 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG wird aufgehoben. b) Der Vorstand wird ermächtigt, bis zum 30. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zur Höhe von 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit den ggf. auch aus anderen Gründen erworbenen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) darf bei einem Erwerb über die Börse den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse (Schlusskurs im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor der Verpflichtung zum Erwerb nicht um mehr als 10 % über- bzw. unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot oder einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten kann die Gesellschaft entweder einen Preis oder eine Preisspanne festlegen, zu dem sie bereit ist, die Aktien zu erwerben. Der Kaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) darf jedoch - vorbehaltlich einer Anpassung während der Angebotsfrist - den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse (Schlusskurs im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung des Erwerbsangebots um nicht mehr als 20 % unter- bzw. überschreiten. Ergeben sich nach der Veröffentlichung des formellen Kaufangebots bzw. der formellen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Schlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse (im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) am dritten Börsenhandelstag vor der öffentlichen Ankündigung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Sollte das Volumen der angebotenen Aktien das vorgesehene Rückkaufvolumen überschreiten, kann die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien oder nach Quoten (ggf. unter Schaffung übertragbarer Andienungsrechte) erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme kleiner Offerten oder kleiner Teile von Offerten bis zu 50 Stück kann vorgesehen werden. c) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung oder aufgrund vorangegangener Hauptversammlungsermächtigungen nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden bzw. wurden, - in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre - unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre als (Teil-) Gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgütern zu verwenden, an Dritte gegen Barzahlung zu veräußern, soweit die Veräußerung zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet, oder Personen zum Erwerb anzubieten oder zu übertragen, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen. d) Darüber hinaus wird der Vorstand ermächtigt, vorbezeichnete Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder die Durchführung der Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch in der Weise eingezogen werden, dass sich das Grundkapital nicht verändert, sondern durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht wird (vereinfachtes Einziehungsverfahren gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG). Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Einziehungsverfahren, ist der Aufsichtsrat zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt. e) Zudem wird der Vorstand ermächtigt, die Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung oder aufgrund vorangegangener Hauptversammlungsermächtigungen nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden bzw. wurden, allen Aktionären anzubieten, damit diese gegen (auch teilweise) Abtretung ihres mit dem Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung entstandenen Anspruchs auf Auszahlung der Dividende eigene Aktien beziehen können (Aktiendividende). Werden die Aktien zu dem vorgenannten Zweck der Aktiendividende verwendet, ist der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht auszuschließen. f) Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden. b) Anzahl eigener AktienDie Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2021 keine eigenen Aktien. Der Bestand an eigenen Aktien hat sich im Berichtszeitraum um 276.996 verringert und entspricht 0 % des Grundkapitals. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt € 0.
Die 276.996 eigenen Aktien wurden zur teilweisen Bedienung der Wahldividende 2021 verwendet. Der durchschnittliche Kurs der Abgänge der eigenen Aktien entspricht dem Bezugspreis von 7,25 EUR der Aktien aus der Wahldividende 2021. Bilanzgewinn
Das Jahresergebnis der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2021 beträgt T€ 42.292. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus Vorjahren in Höhe von T€ 535 sowie der Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von T€ 21.400 in Übereinstimmung mit § 268 Abs. 1 HGB ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von T€ 21.427. Die Einstellung in andere Gewinnrücklagen in Höhe von T€ 21.400 erfolgte mit T€ 21.130 nach § 58 Abs. 2 AktG sowie mit T€ 270 nach § 58 Abs. 2a AktG (Wertaufholungsrücklage). Der Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von € 0,35 je dividendenberechtigter Stückaktie vor, insgesamt maximal T€ 16.341. Darüber hinaus schlägt der Vorstand der Hauptversammlung vor, weitere T€ 5.000 in die Gewinnrücklagen einzustellen und einen verbleibenden Restbetrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorzutragen. EventualverbindlichkeitenDie Eventualverbindlichkeiten resultieren aus Bürgschaften gegenüber Mitarbeitern in Höhe von T€ 8 (Vorjahr: T€ 5). Es bestehen keine Bürgschaften gegenüber Mitgliedern des Vorstands (Vorjahr: T€ 203). Darüber hinaus bestehen keine widerruflichen Kreditzusagen gegenüber Mitgliedern des Vorstands (Vorjahr: T€ 195). Andere VerpflichtungenEs bestehen offene unwiderrufliche Kreditzusagen an Kunden in Höhe von T€ 6.599 (Vorjahr: T€ 529). Wesentliche Risiken aus den Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen sind nicht erkennbar. Die Einschätzung des Risikos der Inanspruchnahme leitet sich aus dem Risikomanagement ab. Der überwiegende Teil der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen beinhaltet Kreditrisiken von Kreditnehmern mit guter Bonität. Akuten und latenten Bonitätsrisiken wird bilanziell gegebenenfalls durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen. V. Nicht in der Bilanz enthaltene GeschäfteAngaben nach § 285 Nr. 3a HGBIm Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist die Baader Bank finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die über die in der Bilanz zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Verbindlichkeiten hinausgehen und sich wie folgt darstellen:
Wesentliche Risiken aus den nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, welche sich auf die Liquidität bzw. auf die Fähigkeit der Baader Bank AG, in einem absehbaren Zeitraum die vorhandenen Verpflichtungen erfüllen zu können, negativ auswirken, sind nicht erkennbar. Angaben nach § 285 Nr. 3 HGBSonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind und nach § 285 Nr. 3 HGB anzugeben sind, bestehen im Zusammenhang mit der bisher nicht vollständigen Inanspruchnahme von Kapitalzusagen (T€ 6.815) für Beteiligungen. VI. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungZinserträge und -aufwendungenIn dem Posten "Zinserträge" aus Kredit- und Geldmarktgeschäften sind negative Zinsen auf Guthaben aus laufenden Konten in Höhe von T€ 3.464 (Vorjahr: T€ 1.330) sowie aus Termin- und Kundengeldern in Höhe von T€ 43 (Vorjahr: T€ 30) enthalten. Negative Zinsen in Höhe von T€ 3.043 (Vorjahr: T€ 901), die aus Kundengeld- und Termingeldanlagen resultieren, sind ebenso wie Aufwendungen in Höhe von T€ 5 (Vorjahr: T€ 3) aus der Aufzinsung von anderen Rückstellungen unter dem Posten "Zinsaufwendungen" ausgewiesen. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen Erträge in Höhe von T€ 712 enthalten im Wesentlichen Rückerstattungen von zuvor verauslagten Projektkosten. Periodenfremde Erträge entfallen im Wesentlichen auf Vorsteuererstattungen in Folge einer abgeschlossenen Betriebsprüfung in Höhe von T€ 1.861. VII. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und SachanlagenAußerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen waren wie im Vorjahr nicht erforderlich. Für die Zusammensetzung der Abschreibungen wird auf das Anlagengitter verwiesen. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 1.176 (Vorjahr: T€ 1.903) enthalten im Wesentlichen verrechnete Aufwendungen aus der Abzinsung von Pensionsrückstellungen mit den Aufwendungen und Erträgen aus dem Deckungsvermögen in Übereinstimmung mit § 246 Abs. 2 HGB (T€ 939) (Vorjahr: T€ 1.531) sowie Auslagen für Projektkosten (T€ 216) (Vorjahr: T€ 313). Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie im Geschäftsjahr 2021 ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten keine Steuernachzahlungen aus Vorjahren (Vorjahr: T€ 50). Ausschüttungsgesperrte BeträgeIm Geschäftsjahr 2021 ergibt sich für die Baader Bank AG ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von T€ 531. Dieser resultiert gemäß § 253 Abs. 6 HGB in voller Höhe aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren. VIII. Ergänzende AngabenMehrheitsbeteiligungDie Baader Beteiligungs GmbH, Unterschleißheim, hält an der Baader Bank AG eine Mehrheitsbeteiligung gemäß § 16 Abs. 1 AktG. Eine Mitteilung gemäß § 20 Abs. 4 AktG liegt vor. MitarbeiterIm Geschäftsjahr 2021 wurden durchschnittlich 431 (Vorjahr: 375) Angestellte beschäftigt. Davon waren 49 Mitarbeiter leitende Angestellte. Gesamtbezüge des Vorstands und des AufsichtsratsDen Mitgliedern des Vorstandes wurden für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 9.687 (Vorjahr: T€ 3.686) gewährt. Der Gesamtbetrag enthält Bezüge sowie Zahlungen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen für einen ausgeschiedenen Vorstand. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 233 (Vorjahr: T€ 233). Honorare des AbschlussprüfersGemäß § 285 Nr. 17 HGB entfällt diese Angabe, soweit die Angaben in einem das Unternehmen einbeziehenden Konzernabschluss enthalten sind. Die Baader Bank AG als Muttergesellschaft erstellt einen Konzernabschluss. Dort werden die geforderten Angaben zu den Honoraren der Abschlussprüfer gemacht. Die vom Abschlussprüfer zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung erbrachten Leistungen umfassen im Wesentlichen die Prüfung nach § 89 Abs. 1 WpHG und die Depotprüfung für den Zeitraum 1. Mai 2020 bis 30. April 2021 sowie eine Sacheinlagenprüfung im Rahmen der Gewinnverwendung 2020. Organe der Baader Bank AGVorstandHerr Nico Baader, Gräfelfing (Vorsitzender) Beruf: Bankkaufmann Verantwortung: Vorstandsassistenz, Group Strategy & Communication, Vorstandsreferat Market Making, Legal & Corporate Finance Execution, Kapitalmarktanalyse, Informationstechnologien, Betriebsorganisation / Personal, Market Making Equities Stuttgart, Market Making Equities Frankfurt / Berlin / München / OTC / Fonds / ETF / ATF, Market Making Verbriefte Derivate, Market Making Bonds, Treasury, Capital Markets Herr Dietmar von Blücher, Viernheim (seit 1. Juli 2021) Beruf: Dipl.-Betriebswirt (BA) Verantwortung: Group Compliance / Geldwäschebeauftragter, Internal Audit, Datenschutzmanagement, Riskmanagement & Regulatory Reporting, Backoffice, Group Accounting, Group Controlling, Credit Herr Oliver Riedel, Lauf Beruf: Bankkaufmann Verantwortung: Designated Sponsoring, Distribution mit Banking Services Sales, Corporate Brokerage Sales, Multi Asset Sales, Corporate Access / Client Intelligence & Events, Products mit Multi Asset Execution, Research und Asset Management Services, Account Management, Client Services mit Business Development und Client Service Group Herr Dieter Brichmann, Penzberg (stellv. Vorsitzender) (bis 30. Juni 2021) Beruf: Dipl. Kaufmann Verantwortung: Risk Management & Regulatory Reporting, Compliance / Geldwäsche, Internal Audit, Datenschutz, Credit, Accounting & Corporate Taxes / Controlling, Human Ressources & Company Organisation, Informationssicherheit, Backoffice, Auslagerung AufsichtsratHerr Dr. Horst Schiessl, München (Vorsitzender) Selbständiger Rechtsanwalt Herr Helmut Schreyer, München (stellv. Vorsitzender) ehem. persönlich haftender Gesellschafter, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA Herr Prof. Dr. Georg Heni, Freudenstadt Geschäftsführender Gesellschafter der WirtschaftsTreuhand GmbH, Wirtschaftsprüfer Herr Christoph Mast, Bad Nauheim Selbständiger Rechtsanwalt Herr Ali Cavli, Frankfurt am Main (Arbeitnehmervertreter) Wertpapierhändler im Bereich Market Making Fonds der Baader Bank AG Herr Thomas Leidel, Bad Aibling (Arbeitnehmervertreter) Leiter Data & Risk Management der Baader Bank AG Mandate nach § 340a Abs. 4 Nr. 1 HGBZum 31. Dezember 2021 wurden Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien von großen Kapitalgesellschaften wahrgenommen. Diese sowie weitere nennenswerte Mandate werden im Folgenden aufgeführt:
Aufstellung des Anteilsbesitzes der Baader Bank AGDie Baader Bank AG ist unmittelbar an folgenden Unternehmen beteiligt:
1)
Das Eigenkapital und das Ergebnis
des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2021 wurden umgerechnet (€/CHF
1,0331). Im Geschäftsjahr 2021 haben sich innerhalb des Anteilsbesitzes der Baader Bank AG folgende Änderungen ergeben: Verbundene UnternehmenIm Geschäftsjahr 2021 ergaben sich keine Änderungen an den Anteilen verbundener Unternehmen. BeteiligungenWesentliche Veränderungen in den Beteiligungen ergaben sich durch eine Teilveräußerung der Anteile an dem Fonds Earlybird DWES Fund VI GmbH & Co. KG, München, des Venture Capital Investors Earlybird in Höhe von T€ 4.444 sowie weitere Einzahlungen in diesen mit T€ 388. Durch den Verkauf sank der Anteilsbesitz auf 3,23 %. Ferner wurden Anteile an dem neu aufgelegten Fonds Earlybird DWES Fund VII GmbH & Co. KG, München, des Venture Capital Investors Earlybird mit einem Beteiligungsbuchwert zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 3.350 erworben. Die Beteiligung an der AlphaValue SA, Paris wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr um T€ 750 erhöht. Der Buchwert beträgt zum Bilanzstichtag T€ 1.000. Zusätzlich ist die Baader Bank AG über die Baader Helvea AG, Zürich (Schweiz) und die Selan Holding GmbH, Unterschleißheim, mittelbar an folgenden Gesellschaften beteiligt:
1)
Das Eigenkapital und das Ergebnis
des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2021 wurden umgerechnet (€/USD
1,13260). NachtragsberichtMit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine und den anhaltenden Kampfhandlungen Anfang März 2022 sowie den daraus resultierenden weltweiten Sanktionen für Russland, ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 auch in Deutschland und Europa mit extrem großen Unsicherheiten verbunden. Die finanziellen Auswirkungen der kriegerischen Aktivitäten Russlands auf die Realwirtschaft können zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses nicht beziffert werden. Die negativen Folgen sowohl für die Realwirtschaft als auch für die Finanzmärkte werden umso stärker ausfallen, desto länger der Konflikt andauert.
Unterschleißheim, den 21. März 2022 Baader Bank AG Der Vorstand Nico Baader Dietmar von Blücher Oliver Riedel Anlage zum KonzernabschlussLänderspezifische Berichterstattung (Country-by-Country-Reporting) zum Stichtag 31. Dezember 2021 der Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank AG)Nach § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG haben CRR-Institute auf konsolidierter Basis zusätzliche Angaben offenzulegen. Folgende Angaben aus Sicht der Baader Bank AG sind zum Stichtag 31. Dezember 2021 im Rahmen der Offenlegungsanforderungen im Sinne des § 26a Abs. 1 KWG darzustellen:
Der Umsatz wird nach handelsrechtlichen Vorgaben unter Anwendung der für Kreditinstitute geltenden Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) ermittelt. Für die länderspezifische Berichterstattung gem. § 26a Abs. Satz 2 KWG werden als Umsatzgröße das Zinsergebnis und laufende Erträge, Provisionsergebnis, Handelsergebnis, Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge herangezogen. Öffentliche Beihilfen hat weder die Baader Bank AG noch eine ihrer Tochtergesellschaften erhalten. Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger wird entsprechend der handelsrechtlichen Regelung gemäß § 267 Abs. 5 HGB angegeben (nach Quartalsabständen berechneter Durchschnittswert). Aufschlüsselung nach Ländern
Vollkonsolidierte Unternehmen
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Baader Bank Aktiengesellschaft, UnterschleißheimVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Baader Bank Aktiengesellschaft, Unterschleißheim, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Baader Bank Aktiengesellschaft, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Aus unserer Sicht waren folgende Sachverhalte am bedeutsamsten in unserer Prüfung: 1 Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 2 Nettoertrag des Handelsbestands Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert: 1 Sachverhalt und Problemstellung 2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse 3 Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: 1 Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen1 Im Jahresabschluss der Baader Bank Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2021 werden unter den Bilanzposten "Beteiligungen" und "Anteile an verbundenen Unternehmen" Unternehmensanteile i.H.v. € 36,6 Mio (2 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Die handelsrechtliche Bewertung dieser Bilanzposten richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Da zur Ermittlung des beizulegenden Werts kein Marktpreis der jeweiligen Finanzanlage herangezogen werden kann, werden die beizulegenden Werte als Barwerte der erwarteten künftigen Ausschüttung, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern der Beteiligungsunternehmen erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Ertragswertverfahren oder anderen geeigneten Bewertungsverfahren ermittelt. Bei der Bewertung werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Auf Basis der ermittelten Werte ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf. Das Ergebnis der Bewertungen ist in hohem Maße abhängig von den erwarteten Ausschüttungen, den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir zunächst die Angemessenheit des für die Bewertung relevanten internen Kontrollsystems beurteilt. Dabei haben wir unter anderem das methodische Vorgehen zur Bewertung nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte der Unternehmensanteile sachgerecht mittels Ertragswertverfahren oder anderen geeigneten Bewertungsverfahren (z.B. Discounted Cashflow Modellen) unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Darüber hinaus haben wir die der Bewertung zugrundeliegenden Geschäftsplanungen einer Plausibilitätsbeurteilung unterzogen und die Verlässlichkeit der verwendeten Bewertungsunterlagen gewürdigt. Dabei haben wir uns gem. IDW S 1 i. V. m. IDW RS HFA 10 ein Verständnis von der sachgerechten Ableitung der finanziellen Überschüsse und deren Kapitalisierung, unter anderem vor dem Hintergrund von Risikogehalt, Branche, Unternehmenswachstum und Steuerbelastung verschafft, die Ergebnisse kritisch gewürdigt und beurteilt, ob sie innerhalb einer vertretbaren Bandbreite liegen und dem Bewertungszweck Rechnung tragen. Dabei haben wir uns auch auf einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen sowie auf umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern gestützt, die den erwarteten Ausschüttungen zugrunde liegen. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung sachgerecht vorzunehmen. 3 Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt II "Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden" des Anhangs enthalten. 2 Nettoertrag des Handelsbestands1 Bei der Baader Bank Aktiengesellschaft resultieren wesentliche Teile des Jahresüberschusses aus dem Nettoertrag des Handelsbestands. In der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 wird ein Nettoertrag des Handelsbestands in Höhe von € 185,0 Mio ausgewiesen. Der Nettoertrag des Handelsbestands umfasst im Wesentlichen Erträge aus dem Handel mit Aktien und Fonds bzw. ETFs und basiert weit überwiegend auf realisierten Erfolgsbeiträgen aus der Erzielung von Geld-/Brief-Spannen im Rahmen der Tätigkeit der Bank als Market Maker an verschiedenen Börsenplätzen und Plattformen. Aufgrund der hohen Anzahl an unterschiedlichen Komponenten, die insgesamt zum Nettoertrag des Handelsbestands führen, sind bei der Baader Bank hochautomatisierte systemgestützte Prozesse eingerichtet. Die daraus resultierenden Buchungslogiken erfordern nur im geringen Umfang manuelle Eingriffe. Insbesondere in Anbetracht des hohen Transaktionsvolumens ist dem Nettoertrag des Handelsbestands der Baader Bank AG ein Risiko aus Massentransaktionen zuzuschreiben. Vor diesem Hintergrund und da die entsprechenden Geschäftsaktivitäten und die zugrunde liegenden Prozesse einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage haben war der Nettoertrag des Handelsbestands im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. 2 Wir haben uns für die Prüfung des Nettoertrags des Handelsbestands ein Verständnis von den zugrunde liegenden Geschäftsprozessen und den darin implementierten Kontrollen verschafft und diese beurteilt. Ergänzend haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Zur Beurteilung der eingesetzten Software zur Abwicklung der Handelsgeschäfte der Bank und zur Berechnung des Handelsergebnisses sowie deren Schnittstellen zu den Bewegungs- und Stammdaten führenden Systemen haben wir unsere internen IT-Spezialisten eingebunden. Wir haben die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Kontrollen in den Handelsprozessen beurteilt. Dabei haben wir auch die Angemessenheit der implementierten Kontrollen zur Erfassung und zur Abwicklung von Handelsgeschäften beurteilt und deren Wirksamkeit getestet. Des Weiteren haben wir die von der Baader Bank implementierte Kontrolle zur Geldkontenabstimmung nachvollzogen und beurteilt. Ein weiterer Teil unserer Kontrollprüfungshandlungen hat sich auf die Stammdatenverwaltung für die Finanzinstrumente sowie die Kursversorgung und Bewertung von Wertpapierbeständen bezogen. Außerdem haben wir die Angemessenheit und Wirksamkeit des Geschäftsbestätigungsprozesses beurteilt. Wir haben anhand von aussagebezogenen Prüfungshandlungen die automatische Berechnung der Anschaffungskosten mit dem gewogenen Durchschnittswert sowie das realisierte Handelsergebnis bei einem Wertpapierkauf bzw. - verkauf untersucht und nachvollzogen. Durch die Einsichtnahme in die Depotauszüge zum 31. Dezember 2021 haben wir eine Abstimmung der Wertpapierbestände im bestandsführenden System vorgenommen. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die eingerichteten Systeme und Prozesse sowie die eingerichteten Kontrollen insgesamt angemessen für die sachgerechte Erfassung des Nettoertrags des Handelsbestands sind. 3 Die Angaben der Gesellschaft zum Nettoertrag des Handelsergebnisses sind in den Lageberichtsangaben "Wirtschaftsbericht" sowie "Prognose- und Chancenbericht" enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtsjahr am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 1. Juli 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 21. Oktober 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2014 als Abschlussprüfer der Baader Bank Aktiengesellschaft, Unterschleißheim, tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Stefan Palm. Beschluss des Vorstandes der Baader Bank AGDer Vorstand beschließt folgende Gewinnverwendung: Das Jahresergebnis der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2021 beträgt € 42.292.278,31 Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus Vorjahren in Höhe von € 535.089,08 sowie der Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von € 21.400.000,00 in Übereinstimmung mit § 268 Abs. 1 HGB ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von € 21.427.367,39. Die Einstellung in andere Gewinnrücklagen in Höhe von € 21.400.000,00 erfolgte mit € 21.129.596,79 nach § 58 Abs. 2 AktG sowie mit € 270.403,21 nach § 58 Abs. 2a AktG (Wertaufholungsrücklage). Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von € 0,35 je dividendenberechtigter Stückaktie vor, insgesamt maximal € 16.340.800,70. Den Aktionären soll dabei ein Wahlrecht zwischen einer Dividendenausschüttung in bar ("Bardividende") oder in Form von Aktien ("Aktiendividende") eingeräumt werden. Darüber hinaus schlägt der Vorstand der Hauptversammlung vor, weitere € 5.000.000,00 in die Gewinnrücklagen einzustellen und einen verbleibenden Restbetrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorzutragen.
Unterschleißheim, 21.03.2022 Nico Baader Dietmar von Blücher Oliver Riedel Beschluss des Aufsichtsratsder Baader Bank AGDer Aufsichtsrat beschließt folgende Gewinnverwendung: Das Jahresergebnis der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2021 beträgt € 42.292.278,31 Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus Vorjahren in Höhe von € 535.089,08 sowie der Einstellung in die Gewinnrücklagen in Höhe von € 21.400.000,00 in Übereinstimmung mit § 268 Abs. 1 HGB ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von € 21.427.367,39. Die Einstellung in andere Gewinnrücklagen in Höhe von € 21.400.000,00 erfolgte mit€ 21.129.596,79 nach § 58 Abs. 2 AktG sowie mit € 270.403,21 nach § 58 Abs. 2a AktG (Wertaufholungsrücklage). Der Aufsichtsrat schlägt der Hauptversammlung eine Dividendenausschüttung von € 0,35 je dividendenberechtigter Stückaktie vor, insgesamt maximal € 16.340.800,70. Den Aktionären soll dabei ein Wahlrecht zwischen einer Dividendenausschüttung in bar ("Bardividende") oder in Form von Aktien ("Aktiendividende") eingeräumt werden. Darüber hinaus schlägt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, weitere € 5.000.000,00 in die Gewinnrücklagen einzustellen und einen verbleibenden Restbetrag des Bilanzgewinns auf neue Rechnung vorzutragen.
Unterschleißheim, 31.03.2022 Dr. Horst Schiessl, Vorsitzender Helmut Schreyer, Stellvertretender Vorsitzender Dr. Georg Heni Christoph Mast Ali Cavli Thomas Leidel |
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