Baader Bank Aktiengesellschaft

Unterschleißheim

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1 Grundlagen des Baader Bank Konzerns

1.1 Organisatorische und rechtliche Struktur

Die Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank oder Baader Bank AG) ist ein mehrheitlich in Familienbesitz befindliches, börsengelistetes Kreditinstitut. Sie verfügt über eine Vollbanklizenz, ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V. und gehört dessen Einlagensicherungseinrichtung an.

Zum Baader Bank Konzern (nachfolgend Baader Bank Konzern) gehörten zum Bilanzstichtag 31.12.2023 neben der Baader Bank AG als Konzernmutter sieben Gesellschaften, davon drei Tochter- und vier Enkelunternehmen. Die Baader Bank wird gemeinsam mit ihren Tochter- bzw. Enkelgesellschaften nachfolgend als "Baader Bank Gruppe" bezeichnet. Die Konzernzentrale befindet sich in Unterschleißheim bei München. Weitere nationale Standorte der Baader Bank sind Frankfurt am Main und Stuttgart.

Die 100 %-ige, in der Schweiz ansässige Tochtergesellschaft der Baader Bank, die Baader Helvea AG, hat ihren Hauptsitz in Zürich. Die Baader Helvea AG ist jeweils zu 100 % an der Baader Helvea Ltd. mit Sitz in London /​ Großbritannien und der Baader Helvea Inc. mit Sitz in New York /​ USA beteiligt. Gemeinsam mit der Baader Helvea AG bilden diese Gesellschaften die Baader Helvea Gruppe.

Die Baader Bank ist zu 100 % an der Selan Holding GmbH mit Sitz in Unterschleißheim beteiligt. Dieses Unternehmen hält alle Anteile an der kroatischen Windparkbetreiberin Selan d.o.o. in Senj /​ Kroatien sowie an der Vjetropark Vrataruša d.o.o. in Vrataruša /​ Kroatien, die gemeinsam mit der Selan Holding GmbH die Selan Gruppe bilden. Wegen fehlender Geschäftsaktivitäten wurde die Liquidation der Vjetropark Vratarusa d.o.o. beschlossen und es erfolgt weiterhin keine Einbeziehung dieser Gesellschaft in den Konzernabschluss.

Die Tochtergesellschaft Baader & Heins Capital Management AG (Baader & Heins AG), an der die Baader Bank mit 75 % beteiligt ist, hat ihren Sitz im Gebäude der Konzernzentrale in Unterschleißheim.

Die Baader Bank ist seit dem Jahr 2019 strategisch an dem französischen Research-Anbieter AlphaValue S.A. in Paris /​ Frankreich (AlphaValue) beteiligt. Bereits seit dem Jahr 2021 liegt der Anteil der Baader Bank unverändert bei 13,30 %. AlphaValue ist der Exklusivpartner bei der Marktaufstellung des Research-Angebots des Baader Bank Konzerns.

Die Baader Bank ist mit 19,90 % an der LeanVal Asset Management AG in Frankfurt a.M. /​ Deutschland (LeanVal AG oder LeanVal) beteiligt.

Zum Jahresende 2023 waren insgesamt 560 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Baader Bank Konzern und 525 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Baader Bank AG beschäftigt (in Mitarbeiterkapazitäten gerechnet).

Im Berichtszeitraum hat der Aufsichtsrat das Vorstandsmandat von Herrn Oliver Riedel um weitere fünf Jahre verlängert. Mit Wirkung ab dem 01.04.2023 wurde Herr Oliver Riedel als Mitglied des Vorstandes und damit einhergehend auch als stellvertretender Vorstandsvorsitzender für die Dauer von fünf Jahren bestellt.

Im Rahmen der Hauptversammlung der Baader Bank AG am 06.07.2023 hat turnusmäßig die Wahl des Aufsichtsrats stattgefunden. Mit der Durchführung der ordentlichen virtuellen Hauptversammlung der Baader Bank wurden die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats, Herr Helmut Schreyer, Herr Prof. Dr. Georg Heni und Herr Christoph B. Mast, von den Aktionärinnen und Aktionären für eine weitere Amtszeit in den Aufsichtsrat der Baader Bank entsendet. Zudem wurde Herr Dr. Louis Hagen von der Hauptversammlung als neues Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt. Zuvor haben am 17.04.2023 die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der Baader Bank Herrn Michael Frank und Herrn Timon Hauser nach den Bestimmungen des Drittelbeteiligungsgesetzes als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat gewählt.

Mit Wirkung zum Ablauf des 12.07.2023 hat Herr Dietmar von Blücher als Mitglied des Vorstands das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen. Der Aufsichtsrat ist seinem Wunsch nach einem vorzeitigen Austritt nachgekommen, so dass Herr Dietmar von Blücher sein Vorstandsmandat entsprechend niedergelegt hat. Herr Dietmar von Blücher war seit 2021 Finanzvorstand der Baader Bank und hat die Bereiche Revision, Group Corporate Security, Compliance, Risikomanagement, Kredit, Accounting, Controlling und Backoffice verantwortet. Die Vorstandsressorts sind im Zuge dieser Änderung gemäß den regulatorischen Vorgaben in Markt- und Marktfolgebereiche neu aufgeteilt worden. Die Verantwortung für die Marktfolgebereiche hat Herr Nico Baader als Vorstandsvorsitzender übernommen. Die Marktbereiche werden seither durch Herr Oliver Riedel als stellvertretender Vorstandsvorsitzender verantwortet.

Zur Erweiterung des Management-Teams der Baader Bank ist Herr Kai Göhring mit Wirkung zum 01.11.2023 zum Generalbevollmächtigten ernannt worden. Herr Kai Göhring gehört seit mehreren Jahren zur ersten Führungsebene der Bank und verantwortet als Bereichsleiter Group Legal & Corporate Finance wesentliche operative und strategische Themen innerhalb des Hauses. Daneben agiert Herr Kai Göhring als Aufsichtsrat in mehreren Tochtergesellschaften der Baader Bank Gruppe.

Die Aktien der Baader Bank sind im Freiverkehr der Börse München und dort im Marktsegment m:access sowie an weiteren deutschen Börsen und Handelsplätzen handelbar.

Die Baader Beteiligungs GmbH, München, hält 66,34 % der Anteile an der Baader Bank, 5,40 % hält die Ubtrend GmbH & Co. KG und die weiteren 28,26 % der Anteile befinden sich im Streubesitz.

1.2 Geschäftsmodell des Baader Bank Konzerns

Die Baader Bank agiert mit ihren Wertpapier- und Banking-Dienstleistungen am internationalen Kapitalmarkt als Partner für Unternehmen, Börsen und Handelspartner (u.a. Direktbanken, institutionelle Investoren, Unternehmen, Vermögensverwalter, FinTechs, Kapitalsammelstellen und Portfoliomanager). Das Kerngeschäft der Baader Bank basiert u.a. auf der profitablen Abwicklung von Trades und umfasst die Erbringung von Dienstleistungen insbesondere in den Bereichen Market Making, Capital Markets und Brokerage. Operativ setzt die Baader Bank ihre Strategie in sechs Geschäftsfeldern um. Die Geschäftsfelder Account Services, Fund Services und Research Services ergänzen das Dienstleistungsspektrum um komplementäre Services für die Kundengruppen im Market Making und Brokerage sowie im Geschäftsfeld Capital Markets. Die Grundstruktur aus sechs kunden- und marktfokussierten Geschäftsfeldern wurde in strukturell unveränderter Form im Geschäftsjahr 2023 fortgeführt. Im Zuge des alljährlichen Strategieprozesses wurde zum laufenden Geschäftsjahr (2024) der Beschluss gefasst, dass das bisherige Geschäftsfeld Research Services künftig in das Geschäftsfeld Capital Markets integriert wird. Das Geschäftsmodell der Baader Bank wird somit seit dem 01.01.2024 in fünf Geschäftsfeldern umgesetzt. Mit diesem Schritt sollen die Cross-Selling-Potenziale und Synergien der beiden Bereiche noch besser genutzt werden. Durch die engere Zusammenarbeit können zusätzlich auch Kosten optimiert und die Einnahmen gesteigert werden. Die Basis des Geschäftsmodells ist die hauseigene IT-Plattform, die als System-, Prozess- und Anbindungsinfrastruktur funktioniert, sie verknüpft alle Geschäftsbereiche der Baader Bank.

1.2.1 Geschäftsfelder
1.2.1.1 Geschäftsfeld Market Making

Als Market Maker übernimmt die Baader Bank Intermediärsaktivitäten an regulierten Börsen und auf außerbörslichen Handelsplattformen sowie im bilateralen Direkthandel in Deutschland und Österreich. Sie agiert als Komplettanbieter für die Quotierung von Börsenkursen und die Ausführung von Orders und setzt auf eine Diversität hinsichtlich Börsenplätzen und Kooperationsmodellen.

Das Market Making umfasst jene Geschäftsaktivitäten, die gemäß dem Handelsmodell am jeweiligen Börsenplatz als Skontroführer, Specialist- bzw. Quality-Liquidity-Provider oder als Spezialist definiert werden. Ausgeführt wird das Market Making von der Baader Bank an insgesamt sechs regulierten Börsen in Deutschland (Börse Berlin, Frankfurter Wertpapierbörse inkl. Zertifikate, Börse Stuttgart, Börse München und gettex). Die Baader Bank übernimmt in Abhängigkeit des jeweiligen Marktmodells die Preisstellung und Orderausführung für börsengehandelte inländische und ausländische Aktien, Anleihen, Fonds, Genussscheine, Exchange Traded Products (ETPs) und verbriefte Derivate. Die Dienstleistungserbringung orientiert sich dabei sowohl an einheitlichen internen Standards als auch an börsen- und aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Es ist das erklärte Ziel der Baader Bank, mit konstant hohem Qualitätsanspruch auch bei steigender Nachfrage kontinuierliche Liquidität an allen Handelsplätzen und in allen betreuten Wertpapiergattungen zu gewährleisten.

Im außerbörslichen Wertpapierhandel kooperiert die Baader Bank mit Partnerbanken, meist Direktbanken oder Onlinebrokern, quotiert in ihrer Funktion als Market Maker zu den jeweiligen Handelszeiten die Preise auf außerbörslichen Handelsplattformen und tritt in bilateralen Handelsverhältnissen als Gegenpartei ein. Die Endkunden der Handelspartner, hauptsächlich Privatanleger, generieren Handelsumsätze in Aktien, Anleihen, Fonds und ETPs.

1.2.1.2 Geschäftsfeld Capital Markets

Im Bereich Capital Markets betreut die Baader Bank Unternehmenskunden im Primär- und Sekundärmarkt, die als Kapitalnachfrager bzw. Emittenten agieren. Das Dienstleistungsangebot umfasst die unabhängige Beratung bei Kapitalmarkttransaktionen, sowie die Durchführung und Strukturierung von Eigenkapitaltransaktionen oder hybriden Finanzierungsvarianten.

Die Beratungsfunktion im Transaktionsprozess wird ergänzt durch Platzierungs- und Strukturierungskompetenzen. Zudem bestehen Cross-Selling-Potenziale mit dem Angebot von Unternehmens- und Sektor-Research sowie aus Dienstleistungen für Unternehmenskunden im Corporate Brokerage als auch im Bereich der Wertpapiertechnik (Special Execution).

Die im Rahmen der Wertpapiertechnik angebotenen Dienstleistungen beziehen sich auf alle handelbaren Instrumente und umfassen sämtliche Formen der Kapitalerhöhung gegen Bar- oder Sacheinlagen inklusive Debt-Equity-Swaps, öffentliche Angebote auf Wertpapiere, Herstellung der börslichen Fungibilität von Wertpapieren auch im Anleihe- und Genussscheinbereich bis hin zu Kapitalherabsetzungen und Squeezeouts. Darüber hinaus begleitet das Special Execution-Team Segmentwechsel sowie Gattungswechsel und übernimmt die laufende Betreuung im Marktsegment m:access ebenso wie die Zahlstellenfunktion bei Aktien, Anleihen und ETPs.

1.2.1.3 Geschäftsfeld Brokerage

Das Geschäftsfeld Brokerage umfasst sämtliche für Kunden auf dem Sekundärmarkt zu erbringenden Dienstleistungen sowie die Platzierung und den Vertrieb von Primär- und Sekundärmarkttransaktionen. Zu den wesentlichen Leistungen der Baader Bank zählen in diesem Bereich das Low-Touch-Trading für Kunden an nationalen und internationalen Börsenplätzen und Handelsplattformen, an die die Baader Bank angeschlossen ist. Dies umfasst die automatisierte Auftragsausführung in Aktien, Anleihen, ETPs und verbrieften Derivaten sowie Derivaten und Krypto-Assets. Darüber hinaus wird das sogenannte High-Touch-Trading und Sales Trading als direkte individuelle Betreuung und Orderausführung für institutionelle Kunden angeboten.

Die Vertriebsaktivitäten in diesem Geschäftsfeld schließen die aktive Ansprache von institutionellen Endkunden sowie den Vertrieb von Research-Produkten und -Ideen ein. Als eigenständig angebotenes Dienstleistungspaket erbringt die Baader Bank im Corporate Brokerage unabhängige Beratung und Begleitung am Kapitalmarkt als auch die Betreuung der Aktie durch aktives Designated Sponsoring in Form einer Mandatierung auf der Börsenplattform Xetra (Frankfurter Wertpapierbörse) sowie der Wiener Börse und in der Schweiz.

1.2.1.4 Geschäftsfeld Account Services

Unter dem Geschäftsfeld Account Services subsumiert die Baader Bank das Einlagen- und Depotgeschäft. Alle originären Bankfunktionen und Dienstleistungen werden ausschließlich im Rahmen von B2B2C-Kooperationen mit Online-Vermögensverwaltern, FinTechs, Neo-Brokern, klassischen Vermögensverwaltern und Kapitalsammelstellen erbracht. Dabei profitieren die Kooperationspartner von den globalen Handelsanbindungen und der IT-Infrastruktur der Baader Bank. Als Vollbank und Plattformanbieter verfolgt die Baader Bank einen Schnittstellenansatz und agiert als B2B-Partner bei der Konto- und Depotführung, sowie bei der systemtechnischen Abbildung sämtlicher Order Management- und Reporting-Prozesse unter Einhaltung der MiFID II-Vorgaben und der Anbindung an ein breites internationales Handelsnetzwerk.

1.2.1.5 Geschäftsfeld Fund Services

Im Geschäftsfeld Fund Services erbringt die Baader Bank Dienstleistungen im Bereich der Finanzportfolioverwaltung im aufsichtsrechtlichen Sinne. Als Outsourcing-Partner für Kapitalverwaltungsgesellschaften unterstützt sie das Portfoliomanagement von Fondsprodukten wie UCITS-Fonds, Spezialfonds, Offshore Fonds und Derivate-Overlay-Mandaten. Darüber hinaus bietet die Baader Bank für Anlageberater, Vermögensverwalter und Versicherungen umfassende Unterstützung bei der Realisierung von Fondsmandaten. Ferner übernimmt die Baader Bank die Buy Side Trading Desk-Funktion, zahlreiche Services im Order Management sowie in administrativen Pre- und Post-Trade-Prozessen.

1.2.1.6 Geschäftsfeld Research Services

Im Bereich Research Services kooperiert die Baader Bank mit dem französischen Research-Anbieter AlphaValue. Das gemeinsame Angebot umfasst unabhängiges, paneuropäisches Aktien- und Sektor-Research, sowie Research zu ausgewählten Unternehmen und Branchen aus der DACH-Region. Zielgruppe sind kapitalsuchende Unternehmenskunden sowie Investoren, die ihrerseits nach Investmentideen suchen. Entsprechend bildet das Research-Angebot eine Schnittstelle zwischen zwei für die Baader Bank besonders relevanten Kundengruppen - die größtenteils aus der DACH-Region stammenden Unternehmenskunden sowie internationale institutionelle Investoren, die aus den Analysen ihre Investmentideen generieren und Anlageentscheidungen ableiten.

Im Rahmen eines fundamentalen, technischen und quantitativen Top-Down-Ansatzes entwickelt das Equity-Research-Team der Baader Bank Indexziele, analysiert relevante makroökonomische Themen, definiert volkswirtschaftliche Szenarien, trifft Aussagen zum Market Timing (Strategy Research) und zu europäischen Sektortrends. Auf Einzelwertebene erstellen Sektor-Spezialisten des Baader Bank Konzerns regelmäßig umfangreiche Studien für Investoren und liefern Einschätzungen zu Anlagewerten. Ergänzend zum Aktien-Research unterstützt das ETF-Researchprodukt der Baader Bank institutionelle Investoren bei Entscheidungen zur Asset-Allokation und der Umsetzung ihrer Anlagestrategien. Ebenso ist ein ESG-Research im Dienstleistungsportfolio enthalten.

Gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Baader Helvea organisiert die Baader Bank turnusmäßig Konferenzen, die dem Dialog zwischen internationalen Investoren und Unternehmen, die sich dort präsentieren, dienen bzw. diesen fördern. Im Rahmen von Einzelgesprächen oder Diskussionsrunden werden Unternehmenseinblicke gegeben und Investmentideen entwickelt. Die Baader Investment Conference findet jährlich in München statt und die Swiss Equities Conference in Bad Ragaz (Schweiz). Dort treffen sich jeweils Index-zugehörige und sonstige gelistete Unternehmen mit Investoren aus der DACH-Region, Europa, Großbritannien und Nordamerika.

1.2.2 Geschäftsfelder der Tochtergesellschaften

Abgerundet wird das Angebot der Baader Bank durch das Produkt- und Leistungsspektrum der Tochtergesellschaften. Dieses umfasst im Wesentlichen die Research- und Brokerage-Aktivitäten mit institutionellen Investoren durch die Baader Helvea Gruppe und die Vermittlung von Schuldscheindarlehen, Namenstiteln und Geldmarktanlagen an deutsche institutionelle Anleger durch die Baader & Heins AG.

Die Selan Gruppe generiert Erträge aus dem Einspeisen von Windenergie durch den Betrieb der in Kroatien ansässigen Windkraftanlagen der Selan d.o.o. und entwickelt Konzepte für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Standortes Vrataruša/​Senj zur Nutzung von Wind- und Solarenergie.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.1.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld im Geschäftsjahr 2023

Im Jahr 2023 schwächte sich das Wachstum der Weltwirtschaft weiter ab und erreichte laut IWF (Internationaler Währungsfonds) rund 3,1 %, nachdem es in 2022 noch 3,5 % betragen hatte. Trotz dieser Verlangsamung zeigte sich die Konjunktur per Saldo robuster als es zum Jahresanfang erwartet worden war, da der IWF im Januar 2023 lediglich einen Anstieg um 2,9 % in Aussicht gestellt hatte. Das globale Wachstum lag somit nur leicht unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,4 %, der in den Jahren seit 1980 erreicht worden war.

In einer regionalen Betrachtung hat insbesondere das Wachstum in den USA mit 2,5 % positiv überrascht, weil die unerwartet starke Nachfrage der Konsumenten dort eine markante Aufwärtsrevision der Wachstumsschätzungen im Jahresverlauf begünstigte. Demgegenüber lag das Wachstum in China mit 5,2 % in etwa auf dem am Jahresanfang erwarteten Niveau, während es in der Eurozone mit 0,5 % leicht darunterlag. Dies war auch auf das schlechte Abschneiden Deutschlands zurückzuführen, dessen BIP in 2023 um 0,3 % schrumpfte, obwohl zu Jahresbeginn noch ein Wachstum von 0,1 % erwartet worden war.

Zu der besser als erwarteten globalen Konjunkturentwicklung trug auch eine klare Entspannung in den Energiekosten bei. So lag der Preis für Brent-Öl fast durchgängig unter dem Niveau des jeweiligen Vorjahresniveaus, während der in Europa sehr wichtige Gaspreis im Durchschnitt sogar um rund 70 % zurückging. Dies begünstigte einen im Jahresverlauf klar nachlassenden Inflationsdruck, was sich angesichts gleichzeitig deutlich steigender Löhne und Gehälter positiv auf die Kaufkraft der privaten Haushalte auswirkte.

Nachdem sich jedoch die für die Notenbanken sehr wichtigen Kerninflationsraten sowohl in den USA als auch in der Eurozone bis in das dritte Quartal hinein kaum zurückgebildet hatten, erhöhten die Federal Reserve und die EZB ihre Leitzinsen zunächst noch weiter. Während die US-Notenbank den Zielsatz für die Fed Funds bis Juli um weitere 100 Basispunkte auf 5,25 bis 5,50 % erhöhte, betrugen die Anhebungen der EZB bis September sogar 200 Basispunkte. Der für die EUR-Geldmarktzinsen maßgebliche Einlagensatz stieg somit auf ein Rekordhoch von 4,0 %, während der Refinanzierungssatz dann bei 4,5 % lag.

Unter dem Eindruck der bis in das dritte Quartal anhaltenden und somit stärker als erwartet ausfallenden Zinsanhebungen der Notenbanken setzte sich der Renditeanstieg an den Anleihemärkten zunächst fort. Im Oktober erreichte die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen kurzfristig das Niveau von 5 %, während 10-jährige Bundesanleihen bis auf rund 3 % anstiegen. Aufgrund der zunehmenden Gewissheit, dass die Notenbanken nach dem dritten Quartal keine weiteren Zinserhöhungen mehr vornehmen werden, kam es dann bis zum Jahresende zu einer deutlichen Entspannung an den Anleihemärkten.

An den Aktienmärkten sorgten die zunehmenden Anzeichen für ein allmähliches Auslaufen des Zinserhöhungszyklus der Notenbanken sowie die damit verbundene, wachsende Hoffnung auf eine weiche Landung der Weltwirtschaft für eine positive Grundstimmung. Der DAX-Kursindex konnte um 16,5 % zulegen (DAX-Performanceindex inklusive Dividenden: 20,3 %), während der Euro STOXX 50 um 19,2 % stieg. Dabei profitierten insbesondere Technologieunternehmen von der Perspektive auf ein starkes Wachstum im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Dies bescherte dem amerikanischen Aktienmarkt sogar noch stärkere Kursgewinne. Der S&P 500 gewann 24,2 % und der NASDAQ 100 sogar 53,8 %. Generell verlief die Entwicklung an den Aktienmärkten jedoch sehr selektiv. Die starke Entwicklung des US-Aktienmarktes war dabei maßgeblich von einigen wenigen Mega-Caps getragen, während sowohl in den USA als auch in Europa viele geringer kapitalisierte Werte deutlich schwächer als der Gesamtmarkt abschnitten.

Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten wurde lediglich durch zwei Entwicklungen zwischenzeitlich unterbrochen: Im Frühjahr sorgte die Krise bei einigen US-Regionalbanken sowie die Zwangsübernahme der Credit Suisse kurzeitig für Verunsicherung, und ab Juli kam es aufgrund der schwachen Anleihemärkte und der Sorgen vor einer Eskalation des Nahost-Konflikts zu einer Korrekturbewegung. Zyklische Aktien verzeichneten in diesen beiden Phasen zwar jeweils eine zwischenzeitliche Underperformance, aufgrund der insgesamt besser als erwartet ausfallenden Konjunkturentwicklung sowie der sich insbesondere zum Jahresende verfestigenden Perspektive auf eine sanfte Landung der Weltwirtschaft verzeichneten zyklische Aktien jedoch eine Outperformance im Gesamtjahr. Wachstumsaktien, die typischerweise auch in konjunkturell herausfordernden Zeiten eine positive Gewinnentwicklung erreichen können, erzielten in 2023 keine Outperformance gegenüber niedrig bewerteten Value-Aktien. Das lag auch an der starken Entwicklung von Bankaktien, welche vor allem auf das deutlich veränderte Zinsumfeld zurückzuführen war.

2.1.2 Branche, Marktstellung und Veränderung der Wettbewerbsposition

Die im Jahresverlauf im Vergleich zum Vorjahr leicht positivere Grundstimmung im Börsenumfeld wirkte sich nur bedingt auf das Wertpapierhandelsgeschäft im zurückliegenden Geschäftsjahr aus. Das zurückliegende Kapitalmarktjahr war geprägt von hohen Zinsen und einer hohen Inflation sowie einem teilweise seitwärts verlaufenden Kapitalmarkt. Die Anzahl der Trades und die Umsätze an den deutschen Börsen sind in 2023 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. An den für die Baader Bank relevanten Börsen (Frankfurt, Stuttgart, München, Berlin und gettex) sind die Anzahl der Trades und die Umsätze gegenüber dem Vorjahr überwiegend gesunken - mit gettex als wesentliche Ausnahme. Die Marktpartizipation der für die Baader Bank relevanten Börsen, d.h. der prozentuale Anteil an den Umsätzen und der Anzahl der Trades, sowie der Marktanteil der Baader Bank selbst sind in 2023 gegenüber dem Vorjahr teilweise gestiegen. Insgesamt verzeichnete das erste Quartal im Vergleich zum starken Vorjahresquartal durch ein Ausbleiben größerer Marktvolatilitäten eine schwächere Entwicklung. Die Assetklasse Renten konnte durch das Umfeld steigender Zinsen profitieren. Sowohl der Umsatz als auch die Anzahl Trades an den deutschen Börsen sind insgesamt gestiegen, vor allem im ersten Quartal. Auch der Marktanteil der Baader Bank an den relevanten Börsen (Frankfurt, München, Berlin und gettex) konnte mit Blick auf die Assetklasse Renten leicht gesteigert werden. In 2023 hat sich das Wettbewerbsumfeld der Market Maker an inländischen Börsen konsolidiert, da ein Mitbewerber im Bereich Rentenskontren den Markt verlassen hat und die Skontren von einem anderen Wettbewerber übernommen wurden.

Die Verlagerung der Umsatzvolumina - weg von den klassischen Börsen mit Entgeltmodellen, hin zu entgeltfreien Handelsplätzen - hat sich auch im Jahr 2023 weiter fortgesetzt. Gebührenoptimierte Best Execution-Plattformen gewinnen insbesondere seit den Ausnahmejahren 2020 und 2021 weiterhin verstärkt Marktanteile von klassischen deutschen Regionalbörsen. Die elektronische Handelsplattform gettex verzeichnet über die Gattungen Aktien Ausland, Aktien Inland, ETFs, Renten und Zertifikate hinweg bei den Orderbuchumsätzen Steigerungen von über 40 % in Summe und bei der Anzahl an Trades um über 20 %.

Der Wettbewerb für orderbuchführende Market Maker im deutschsprachigen Raum bleibt in einem weiterhin fragmentierten Marktumfeld intensiv. Durch die international fortschreitende Etablierung sogenannter Multi Market Maker-Modelle entsteht im internationalen Wettbewerb eine offene Konkurrenzsituation zwischen mehreren preisstellenden Market Makern, die permanent hinsichtlich Schnelligkeit und möglichst enger Spreads in der Preisstellung im Wettbewerb miteinander stehen.

Und auch das Brokerage-Geschäft der Baader Bank als Handelspartner, insbesondere für Cash Equity-Produkte im DACH-Raum, findet in einem sich konsolidierenden Markt statt. Das Marktumfeld entwickelte sich im Berichtszeitraum durchaus herausfordernd in einem ausgeprägten Wettbewerb.

Mit deutlichen Auswirkungen im Markt für Kapitalmarktdienstleistungen kennzeichneten die weltpolitische Instabilität, steigende Zinsen und hohe Inflation das Jahr 2023. In Deutschland gab es insgesamt drei Börsengänge, sodass sich der negative Trend aus 2022 auch im zurückliegenden Geschäftsjahr fortgesetzt hat.

Im Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit Online-Brokern, (Online-) Vermögensverwaltern, Family Offices und FinTechs sieht die Baader Bank weiterhin ein hohes Potenzial, sowohl mit neuen als auch bestehenden Kooperationspartnern. Die Zahl der Personen, die in Deutschland im Jahr 2023 in Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs investiert haben, beträgt 12,3 Mio. und liegt nahezu auf Vorjahresniveau. Ergänzend zu dem nationalen Geschäft treiben verstärkt im europäischen Ausland agierende Wettbewerber das weitere Marktwachstum voran. Mit einer wesentliche IT-Infrastruktur und einem vollumfänglichen Bankdienstleistungsangebot von Konto- und Depotgeschäften bis zu Handelsanbindungen, Ordermanagement und Reporting, steht die Baader Bank nicht in Konkurrenz, sondern ergänzt das Leistungsspektrum der Online-Broker, Vermögensverwalter, Family Offices und FinTechs.

Im Equity Research-Geschäft befindet sich die Baader Bank seit dem Inkrafttreten der MiFID II-Richtlinie nach wie vor in einem stark preisgetriebenen Wettbewerbsumfeld. Die Preismodelle müssen den Anforderungen der Kunden entsprechen, wettbewerbsfähig gegenüber anderen Anbietern sein und den regulatorischen Anforderungen gerecht werden.

Hinsichtlich umfassender Dienstleistungen im Bereich von Asset Management-Funktionen und Trading Desk-Services, wirkt sich der fortschreitende Trend steigender regulatorischer Anforderungen unterstützend auf die Neuauflage von Fondsprodukten und somit auf die Nachfrage nach den gebotenen Dienstleistungen der Baader Bank in diesem Bereich aus.

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Entwicklung der wesentlichen finanziellen Leistungs- und Ergebnistreiber

Den substanziellen Anteil am Gesamtbankergebnis des Baader Bank Konzerns machen als wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren und Ergebnistreiber das Ergebnis aus Handels- und das Ergebnis aus Provisionsgeschäft aus - sowie aufgrund der Zinsentwicklung zudem das Ergebnis aus Zinsgeschäft. Die Treiber unterliegen sowohl den beschriebenen exogenen Entwicklungen an relevanten Märkten, also den dort herrschenden Stimmungsbildern und Volatilitäten, als auch der internen Prozessoptimierung und Preismodellen. Für das Jahr 2023 lieferte abermals das Ergebnis aus Zinsgeschäft einen deutlich positiven Anteil am Gesamtergebnis.

Die Gesamterträge der Baader Bank belaufen sich auf EUR 170,8 Mio. (Vorjahr: EUR 159,6 Mio.) und konnten im Kontext einer selektiven Entwicklung an den Aktienmärkten und bis in das dritte Quartal anhaltende Zinsanhebungen gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 7 % gesteigert werden.

Das Ergebnis aus Handelsgeschäft ist maßgeblich beeinflusst durch die Handelsvolumina und die herrschende Volatilität. Im Gesamtjahr entwickelten sich die Umsätze und Anzahl Trades an deutschen Börsen gegenüber dem Vorjahr insgesamt rückläufig. Entsprechend verzeichnete das Ergebnis aus Handelsgeschäft einen Rückgang um nahezu 30 % und liegt für das vergangene Geschäftsjahr bei EUR 37,4 Mio. (Vorjahr: EUR 53,2 Mio.).

Auf das Ergebnis aus Provisionsgeschäft entfallen EUR 79,5 Mio. (Vorjahr: EUR 73,6 Mio.), welches trotz eines herausfordernden Marktumfelds um 8 % gesteigert werden konnte.

Das Ergebnis aus Zinsgeschäft liegt bei EUR 35,8 Mio. (Vorjahr: EUR 4,9 Mio.) und ist aufgrund der Zinsanhebungen und erhöhter Kundeneinlagen gestiegen.

Die Ergebnisbeiträge der drei Tochtergesellschaften des Baader Bank Konzerns, die schweizerische Baader Helvea Gruppe, die Baader & Heins Capital Management AG sowie die Selan Gruppe, haben jeweils mit positiven Abschlüssen zum Jahresergebnis beigetragen.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von EUR 4,0 Mio. liegt im Baader Bank Konzern unter dem Ergebnis aus dem Vorjahr (2022: EUR 12,2 Mio.) und entspricht der im vierten Quartal veröffentlichten, angepassten Jahresprognose, die von einem ausgeglichenen Ergebnis vor Steuern ausgeht (ursprüngliche EBT-Prognose: Bandbreite zwischen EUR 15,0 Mio. und EUR 25,0 Mio.).

Die Gesamtaufwendungen sind für das abgeschlossene Geschäftsjahr auf EUR 166,9 Mio. gestiegen (Vorjahr: EUR 147,4 Mio.). Aufgrund von Investitionen in die IT-Infrastruktur zur Optimierung der Plattformfunktionalitäten liegt der Sachaufwand bei EUR 90,6 Mio. (Vorjahr: EUR 75,6 Mio.).

Der Anstieg im Personalaufwand auf EUR 72,6 Mio. (Vorjahr: EUR 65,0 Mio.) ist durch das wachsende Personalgerüst sowie Einmaleffekte (z.B. Inflationsausgleichsprämie) begründet.

Die Bilanzsumme der Baader Bank verzeichnet zum 31.12.2023 im Vergleich zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres einen Anstieg um rund 66 % und hat sich auf EUR 3,9 Mrd. ausgeweitet (31.12.2022: EUR 2,4 Mrd.). Das Eigenkapital der Baader Bank ist auf EUR 165,5 Mio. angestiegen (31.12.2022: EUR 164,9 Mio.) und die Gesamtkapitalquote liegt für das zurückliegende Geschäftsjahr bei 23,0 % (31.12.2022: 24,3 %). Mit dieser Basis verfügt die Baader Bank über ausreichend Kapazitäten für weiteres Wachstum und Investitionen.

Weiterhin sind die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der Baader Bank Mitarbeiter und Umweltbelange (siehe Kapitel 2.4 Nichtfinanzielle Berichterstattung).

2.2.2 Geschäftsverlauf Geschäftsfelder

2.2.2.1 Geschäftsfeld Market Making

Die anhaltende Verlagerung von Umsatzvolumina - weg von den klassischen Börsen mit Entgeltmodellen, hin zu entgeltfreien Handelsplätzen - ist im Jahr 2023 weiter vorangeschritten. Trotz zeitweise seitwärts laufenden Märkten, hoher Inflation und steigenden Zinsen liegt die Zahl der Aktiensparerinnen und -sparer laut dem Deutschen Aktieninstitut bei 12,3 Millionen. Davon investieren über 80 % in Fonds und ETFs. Diese konstante Entwicklung wird u.a. unterstützt durch das wachsende Angebot von Neo-Brokern und Online-Vermögensverwaltern.

Die Börse gettex konnte trotz des durchwachsenen Umfelds ihren Marktanteil erhöhen. Über alle Gattungen (Aktien, Anleihen, Bonds, ETPs und Zertifikate) hinweg steigerte sich der Orderbuchumsatz um 44 % und die Anzahl der Trades um 22 %. Entsprechend profitiert die Börse gettex wesentlich vom (Neukunden-) Wachstum der Baader Bank im Kooperationspartner- bzw. Depotgeschäft, da hier maßgeblich Ordervolumina für gettex und somit die Baader Bank als Market Maker generiert werden. Ergänzt um zahlreiche OTC- Direktanbindungen ist die Baader Bank im Wertpapierhandel mit Retailkunden sehr gut positioniert. Das starke Umsatzwachstum dieser beiden Handelsplätze hat dazu beigetragen, dass sich die Bank dem allgemeinen Umsatzrückgang in 2023 entziehen konnte und Ihren Marktanteil auch in 2023 ausbauen konnte.

Der durch die Zinsanhebungen entstandenen, steigenden Nachfrage im Anleihebereich begegnete die Baader Bank mit der Börse gettex mit einer Verlängerung der Handelszeiten für Zinsprodukte. Seit dem vierten Quartal handeln alle von der Baader Bank betreuten Anleihen bis 22:00 Uhr. Somit können auf gettex 8.500 Anleihen in Euro-Währung und 6.100 Anleihen in 22 weiteren Währungen von US-Dollar über britische Pfund bis zu Japanischen Yen in diesem Zeitraum gehandelt werden. Der Umsatz und die Anzahl an Trades in der Assetklasse Renten haben sich im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr mit Blick auf die deutschen Börsen insgesamt ungefähr verdoppelt.

Im außerbörslichen Handel bewegten sich die Umsätze in 2023 auf einem unwesentlich höheren Gesamtniveau als im Vorjahr. Die Assetklasse der Renten verzeichnete einen vergleichsweise höheren Umsatzanteil, währen der Anteil der Assetklasse ETFs zurückging. Die Baader Bank profitiert von dieser Entwicklung als Liquiditätsspender an OTC-Handelsplätzen

Das Orderflow-Potenzial aus bestehenden und neu gewonnenen Kooperationen mit Online- und Direktbanken, die an den Quote-, Handels- und Abwicklungssystemen der Baader Bank partizipieren, ist weiterhin auf einem soliden Niveau. Der Ausbau der OTC-Aktivitäten stellt für die Baader Bank nach wie vor ein langfristiges Ziel dar, insbesondere in 2024, gebündelt mit dem gesamten Handelsangebot der Baader Bank unter einem einheitlichen Auftritt unter der neuen Marke "Baader Trading".

Wie auch in den vergangenen Jahren konnte die Baader Bank abermals neue Orderbücher gewinnen. Sie wurde im Berichtszeitraum fünf Mal als Spezialist an der Frankfurter Wertpapierbörse mandatiert. Sie übernahm entsprechend die Orderbuchführung für die IONOS Group SE, thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA, SCHOTT Pharma AG & Co. KGaA, SMG Technology Acceleration SE und die Marley Spoon SE.

2.2.2.2 Geschäftsfeld Capital Markets

Nach einem bereits stark eingetrübten Vorjahr war das Geschäft mit Kapitalmarktdienstleistungen in 2023 mit insgesamt drei Börsengängen in Deutschland im Prime Standard weiterhin deutlich rückläufig. Das Gesamtemissionsvolumen ist von EUR 9,1 Milliarden im Vorjahr auf EUR 1,9 Milliarden in 2023 gesunken. Während der Aktienmarkt sich im Berichtszeitraum grundsätzlich positiv entwickelt hat, wirkten steigende Zinsen, politische Unsicherheiten und eine schwächelnde Gesamtwirtschaft als Dämpfer für das IPO-Geschäft.

Im Kapitalmarktgeschäft begleitete die Baader Bank im ersten Quartal als Listing Agent den De-SPAC der GFJ ESG Acquisition I SE. Hierbei wurde das Unternehmen "learnd" im Rahmen der Business Combination am Regulierten Markt der Börse Frankfurt gelistet. Bereits 2021 hat die Baader Bank den De-SPAC des Lakestar SPAC I SE und damit das Börsendebüt des Unternehmens "HomeToGo" begleitet. Im deutschsprachigen Raum wurden in den letzten Jahren drei De-SPAC-Transaktionen abgeschlossen, wobei nun zwei der drei Transaktionen von der Baader Bank begleitet worden sind. Dies unterstreicht die Kompetenz der Baader Bank in der Begleitung von komplexen und innovativen Transaktionsstrukturen.

Des Weiteren betreute das Team der Baader Bank mehrere Beratungsmandate und konnte somit auch die finanziellen Ziele für den Geschäftsbereich für das zurückliegende Jahr erreichen.

Trotz insgesamt geringem Transaktionsvorkommen konnte sich die Baader Bank weiter am Markt für Kapitalmarkdienstleistungen behaupten und sich für das laufende Börsenjahr perspektivenreich positionieren. So konnte die IPO-lose Phase genutzt werden, für 2024 anvisierte Transaktionen vorzubereiten. Weiterhin herrscht ein nach wie vor starker Verdrängungswettbewerb, trotz je nach Marktlage auf kommenden Marktwachstums. Dabei sind die Mandate stark preis- und personengetrieben. Im Berichtszeitraum hat die Baader Bank eine Kooperationsvereinbarung mit der DZ Bank geschlossen, um gegenseitige Synergien hinsichtlich der Produktportfolien im Kapitalmarktgeschäft für Kunden in der Schweiz nutzen zu können. Die strategische Zusammenarbeit der beiden Häuser soll den Mehrwehrt für die genannte Kundengruppe maßgeblich steigern, da sich das Produkt- und Leistungsspektrum beider Banken ideal ergänzt.

Die Nachfrage hinsichtlich der Wertpapiertechnik-Dienstleistungen der Baader Bank im Bereich Special Execution war auch in 2023 weiterhin hoch. Der Ertrag konnte trotz einer geringeren Anzahl an begleiteten Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Es wurden im Geschäftsjahr insgesamt 68 Transaktionen (Vorjahr: 93) und 790 Dienstleistungsmandate (Vorjahr: 768) begleitet.

Der Markteintritt in die Schweiz wurde in der zweiten Jahreshälfte 2023 wesentlich vorangetrieben, sodass im Oktober das Going-Live mit den Wertpapiertechnik-Dienstleistungen in der Schweiz gestartet werden konnte. Die Baader Bank kann somit alle Wertpapiere in der DACH-Region (DE-ISIN, AT-ISIN sowie CH-ISIN) wertpapiertechnisch betreuen.

2.2.2.3 Geschäftsfeld Brokerage

Das Brokerage-Geschäft der Baader Bank hat sich im Zuge des herausfordernden Kapitalmarktumfeldes in 2023 gegenüber dem Vorjahr konstant entwickelt, wodurch sich die eigene Wettbewerbsposition verbessert hat. Zwar haben sich insgesamt die Börsenumsätze rückläufig entwickelt - vor allem an den Hauptmärkten wie bspw. XETRA - die Anzahl der Trades im Brokeragegeschäft der Baader Bank ist im Vergleich zum Vorjahr hingegen leicht gestiegen.

Nach wie vor ist das Umfeld geprägt durch spürbaren Wettbewerb und Konsolidierung. Trotz herausforderndem Umfeld konnten weitere Kunden gewonnen werden. Voraussetzung hierfür war und ist auch der permanente Ausbau mit Blick auf die Märkte und die Automatisierung der Handelsinfrastruktur mithilfe neuer Technologien.

In Bezug auf die regionale Fokussierung versteht sich die Baader Bank weiterhin sowohl als lokaler Broker für die deutschsprachige Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) als auch für globale institutionelle Investoren.

Im Bereich Corporate Brokerage begleitet die Baader Bank börsennotierte Unternehmen mit Kapitalmarktdienstleistungen, wie bspw. Designated Sponsoring. Das Team fungiert dabei auch als strategisches Bindeglied zur längerfristigen Anbahnung von Sell-Side-Kontakten, wovon auch der Bereich Capital Markets profitiert. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 nutzten 79 Unternehmenskunden die Corporate Brokerage-Services der Baader Bank (Vorjahr: 77 Kunden). Neue Mandate übertrafen meist Delisting-bedingte Abgänge. Weitere neue Mandate befanden sich zum Jahresende in konkreter Vertragsanbahnung.

2.2.2.4 Geschäftsfeld Account Services

Die Baader Bank fungiert in diesem Geschäftsbereich als Geschäftspartner und Plattformanbieter für die jeweiligen Kundengruppen (u.a. Neo-Broker, Online- und klassische Vermögensverwalter, Fintechs). Das B2B-Geschäft erfuhr im Zuge der Zinserhöhungen in 2023 eine Verlagerung bei den Anlegerpräferenzen, wodurch die Anleger die Assetklasse der Renten wieder verstärkt nachfragten. Das Geschäft der Neo-Broker und Online-Vermögensverwalter ist trotz dieser Entwicklung weiter gewachsen, wenn auch mit einer Abschwächung der Zuwachsrate im Jahr 2023.

Das Konto- und Depotgeschäft der Baader Bank ist im Gesamtjahr 2023 in Hinblick auf die Anzahl der im Konzern geführten Depots um rund 51 % auf 1.277.000 Depots (31.12.2022: 843.000) gewachsen und weist somit eine deutliche Neukundengewinnung auf. Dabei verzeichnet das Einlagevolumen einen deutlichen Anstieg um 75 % bzw. EUR 1,5 Mrd. im Gesamtjahr 2023 auf EUR 3,5 Mrd. Das Depotvolumen konnte seit Jahresbeginn 2023 um EUR 12,5 Mrd. auf insgesamt EUR 28,2 Mrd. gesteigert werden. Das Wachstum begründet sich u.a. in der technischen Depotübertragung von Smartbroker-Bestandskunden mit EUR 5 Milliarden betreuten Vermögenswerten, die im vierten Quartal 2023 umgesetzt worden ist. Im Zuge dessen wurde fast der gesamte Kundenbestand auf die Plattform der Baader Bank übertragen. Das Onboarding der großen Anzahl an Kunden markiert einen wichtigen Meilenstein für die Baader Bank.

Weiteres Wachstum ist im Ausbau bestehender B2B-Kooperationspartnerschaften begründet. Zudem konnten weitere Vermögensverwalter und Family Offices als Kunden gewonnen werden, von denen letztere insbesondere den Handelsservice der Baader Bank nachfragen. Ebenfalls wurde ein weiterer Kunde im Endkunden-Broker-Segment angebunden.

Im dritten Quartal hat die Baader Bank gemeinsam mit einem B2B-Kooperationspartner den sogenannten Dispo-Depotkredit gestartet. Dieser dient Neobroker-Endkunden insbesondere, um Investitionen am Kapitalmarkt zu tätigen ohne bestehende Positionen aufzulösen. Der Produktprozess wird automatisiert und standardisiert umgesetzt und ist somit skalierbar. Entsprechend befinden sich weitere Kooperationspartner bereits in der Umsetzung und werden voraussichtlich in den kommenden Monaten an den Produktprozess angebunden.

Im Zuge des Strategieprogramms High Performance Banking setzt die Baader Bank weiterhin verstärkt auf die Sicherstellung der technischen und prozessualen Leistungs- und Lieferfähigkeit gegenüber Kooperationspartnern und Endkunden. Damit einhergehend werden Prozessoptimierungen bis hin zur Vollautomatisierung vorangetrieben, u.a. um die Internationalisierung, bzw. Europäisierung der eigenen Geschäfte mit den Kooperationspartnern erfolgreich umzusetzen.

2.2.2.5 Geschäftsfeld Fund Services

Im Geschäftsverlauf 2023 verzeichnete das bei den als Finanzportfolioverwalter für Kapitalverwaltungsgesellschaften betreute Vermögen im Bereich der Fund Services einen Zuwachs um etwa 4 % auf EUR 6,03 Mrd. (Gesamtvolumen zum 31.12.2022: EUR 5,78 Mrd.). Die Zahl der Fondsmandate blieb stabil bei 51 (Vorjahr: 52). Dass die betreuten Vermögen dennoch gestiegen sind, liegt darin begründet, dass die Aktien- und Rentenmärkte im vergangenen Jahr positive Renditen verzeichnen konnten. Die gestiegenen Zinsen wirkten sich jedoch negativ auf die Performance bei Mischfonds aus. Nichtsdestotrotz wirken sich die steigenden regulatorischen Anforderungen positiv auf die Nachfrage nach den gebotenen Dienstleistungen der Baader Bank im Bereich Fund Services aus.

2.2.2.6 Geschäftsfeld Research Services

Aufgrund der im Jahresverlauf im Vergleich zum Vorjahr positiveren Grundstimmung im Börsenumfeld im Jahr 2023, hat die Nachfrage für Research zeitweise tendenziell nachgelassen. Entsprechend ist die Anzahl der Researchverträge mit Kunden bzw. Investoren im Geschäftsjahr 2023 mit insgesamt 261 nahezu unverändert (Vorjahr: 263). In dem beschriebenen (Aktienmarkt-) Umfeld haben sich die Anforderungen an das angebotene Research insofern verändert, als dass Investoren weniger Interesse an Small- und MidCap- als an LargeCap-Research hatten. Insgesamt hat die Baader Bank im Geschäftsjahr 2023 weitere neue Titel in das gecoverte Universum aufgenommen. Darüber hinaus konnte das ESG-Rating der Baader Bank weiter etabliert werden, sowohl für Small- und MidCaps sowie inzwischen auch für LargeCaps. Durch die steigende Bedeutung von ESG-Aspekten hat sich hieraus auch für das Research-Geschäft Rückenwind ergeben.

In 2023 hat die Baader Bank im Zuge einer Kooperation mit der Caixa Bank BPI als Chaperone fungiert, um den Vertrieb von Research in Amerika umzusetzen. Während die Baader Bank ihre Marktposition im Berichtszeitraum halten konnte, hat sich der Researchmarkt weiter konsolidiert, insbesondere im Schweizer Markt.

Das Geschäftsfeld Research Services hält weiterhin an seinem fundamentalen, nach Sektoren ausgerichteten Ansatz, der durch eine gezielte Selektion und die qualitative Analyse von Geschäftsmodellen einen hohen Spezialisierungsgrad aufweist, fest.

Hinsichtlich der Veranstaltungsformate war die Nachfrage seitens Unternehmensvertretern und Investoren, gemessen an den Teilnehmerzahlen, im Vergleich zu den Vorjahren nahezu konstant hoch. Zwar haben virtuelle Konzepte weiterhin ihre Berechtigung, doch die physische Teilnahme wird nach wie vor mehrheitlich präferiert. Insgesamt hat die Baader Bank im abgeschlossenen Geschäftsjahr 100 Roadshows für gecoverte Unternehmen begleitet - im Vorjahr waren es 106.

2.2.3 Geschäftsverlauf der Tochtergesellschaften

Zentraler Bestandteil des Baader Bank Konzerns ist die schweizerische Baader Helvea Gruppe. Zusammen mit dem Brokerage der Baader Bank konnte hier einer der größten lokalen Broker in deutschen, österreichischen und schweizerischen Aktien erfolgreich am Markt etabliert werden. Seit über zehn Jahren bietet die Baader Helvea Brokerage und Research für institutionelle Anleger weltweit an, mit einem Fokus auf Investoren in Großbritannien, der Schweiz, den USA und Kanada.

Im Jahr 2023 setzte sich der Aufwärtstrend der Baader Helvea trotz herausfordernder Märkte fort. Der Kundenstamm wurde an allen Standorten ausgebaut und das Cross-Selling von Produkten und Dienstleistungen an den internationalen Standorten verstärkt. Bestehende Kooperationen wie das SIX Stage-Programm mit der schweizerischen Börse wurden erfolgreich ausgebaut und die Position der Baader Helvea als führender Anbieter in der Schweiz gefestigt. Zusammen mit der französischen AlphaValue, an der die Baader Bank beteiligt ist, wird eine vollumfängliche Research-Plattform angeboten. Das Angebot erstreckt sich auf über 600 pan-europäische Analysetitel.

Haupttreiber des Baader Helvea-Ergebnisses sind Provisionseinnahmen aus Sales- und Research-Aktivitäten. In 2023 ist der Anteil der Einnahmen aus dem reinen Ausführungsgeschäft ('Execution Only') gestiegen. Der Markterfolg der Baader Helvea Gruppe in 2023 spiegelt sich in einem deutlich positiven Ergebnisbeitrag zum Baader Bank Konzern für das Geschäftsjahr 2023 wider und knüpft damit an die Entwicklung aus dem Vorjahr an. Dafür sind die fortgesetzte Kosten- und Prozessoptimierung sowie die Adjustierung der Dienstleistungs- und Produktpalette nach den Bedürfnissen und Potenzialen der einzelnen Kundengruppen ursächlich.

Mitte 2023 hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in Zürich in ein neues Bürogebäude verlegt und verfügt nun über eine modernere und repräsentativere Location.

Ergebnistreiber der Selan Gruppe sind die von der Windparkbetreiberin Selan d.o.o. erzielten Erlöse aus der Produktion und Vermarktung von Windstrom. Maßgeblich wird diese Erlösquelle von den Windverhältnissen an der kroatischen Küste und den Strompreisen am kroatischen Strommarkt beeinflusst.

Nach dem Beginn der Ukraine-Krise im Februar 2022 stiegen die Energiekosten in Europa auf noch nicht gekannte Höhen. Viele nationale Regierungen führten daraufhin staatliche Hilfsmaßnahmen ein, um ihre Bürger und vor allem ihre Industrien vor den Auswirkungen des extremen Preisanstiegs zu schützen. Fast zwei Jahre später haben sich nun die Großhandelspreise für Strom wieder auf annähernd Vorkriegsniveau zurückgebildet. Die Selan d.o.o. konnte von dieser außergewöhnlichen Marktsituation insoweit profitieren, als sie Juli 2022 mit einem nationalen Stromvermarkter einen 3-Jahres-Festpreisvertrag beginnend ab 01.01.2023 abschließen konnte. Das von der Selan Gruppe erzielte Ergebnis ist neben den Marktpreisen für Strom maßgeblich auch von der technischen Verfügbarkeit der durch die Windparkbetreiberin Selan d.o.o. betriebenen Windkraftanlagen und von den Windverhältnissen am Standort Senj an der kroatischen Adriaküste beeinflusst.

Die Wettersituation in der Adria-Region (Slowenien und Kroatien) hatte so auch Auswirkungen auf den Windertrag im abgelaufenen Geschäftsjahr. Lange Perioden von Schwachwind und Windflauten wurden teilweise durch extreme Phasen von Windböen oder starken Unwettern abgelöst, was im Ergebnis auch zu einem reduzierten Betrieb zum Schutze der Windkraftanlagen geführt hat.

Die Baader & Heins Capital Management AG ist ein Wertpapierinstitut, das auf die Vermittlung vorwiegend illiquider, verzinslicher Finanzprodukte zwischen Emittenten und institutionellen Investoren spezialisiert ist. Zum Kundenkreis gehören institutionelle Großanleger aus dem Versicherungsbereich, dem öffentlichen Sektor sowie dem Bankenbereich im In- und Ausland. Die Geschäftsentwicklung der Baader & Heins wird im Wesentlichen vom Provisionsergebnis bzw. von der zugrundeliegenden Vermittlungsprovision, der Anzahl der Geschäftsabschlüsse sowie dem vermittelten Volumen bestimmt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sorgten insbesondere der Ukraine-Krieg, der Nahost-Konflikt, die hohe Inflation sowie die mit ihr einhergehenden rasant ansteigenden Zinsen und Risikoaufschläge auf Rententitel, der zunehmende Konsolidierungsdruck bei wichtigen Marktakteuren im Zuge von Fusionen und Übernahmen sowie weiterhin die Nachwirkungen der Insolvenz der Bremer Greensill Bank für Gegenwind.

In diesem, insgesamt anhaltend erneut sehr schwierigen Umfeld, konnte sich die Baader & Heins AG im Markt für illiquide Zinsprodukte behaupten. Die etablierte Marktstellung der Baader & Heins AG spiegelte sich im Berichtsjahr auch darin wider, dass sowohl Bestands- wie auch vereinzelt neue Kunden weiterhin aktiv den Kontakt zur Baader & Heins AG gesucht haben. Im Gegensatz zum anhaltenden Personalabbau bzw. den Schließungen von Geschäftsfeldern im Rentenmarkt bei Banken und anderen Mitbewerbern, hielt die Gesellschaft weiterhin an dem Dienstleistungsbereich der Vermittlung illiquider Zinsprodukte mit dem Schwerpunkt Schuldscheindarlehen bzw. Namensschuldverschreibungen fest und konnte so ihre Position in diesem Markt weiter festigen. Dies hat dazu geführt, dass die Baader & Heins AG im Geschäftsjahr 2023 trotz der sehr anspruchsvollen Rahmenbedingungen erneut ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen konnte.

2.2.4 Vergleich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung in 2023 mit den im Vorjahr abgegebenen Prognosen

Der Vorstand der Baader Bank hat für das Geschäftsjahr 2023 unter der Annahme sich normalisierender aber tendenziell höherer Marktvolatilität und weiterem Geschäftswachstum anfänglich eine Prognose ausgegeben, mit einem Ergebnis vor Steuern in der Bandbreite zwischen EUR 15,0 Mio. und EUR 25,0 Mio. und einer Eigenkapitalrendite nach Steuern in Höhe von 7 % bis 11 %. Diese Erwartung begründete sich bereits in der Annahme einer nachlassenden Unterstützung durch exogene Einflussfaktoren gegenüber dem Vorjahr sowie den strategischen Investitionsaufwendungen der Baader Bank im Geschäftsjahr 2023. Das Ergebnis vor Steuern entwickelte sich aufgrund der Entwicklung der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren (Ergebnis aus Handelsgeschäft, Ergebnis aus Provisionsgeschäft und Ergebnis aus Zingeschäft) und Ergebnistreiber, bzw. insbesondere dem Ergebnis aus Handelsgeschäft, im Gesamtjahr mit insgesamt EUR 4,0 Mio. im Baader Bank Konzern als auch in der Baader Bank AG geringer als zunächst prognostiziert. Entsprechend liegt die Eigenkapitalrendite nach Steuern bei 1,7 % für das abgeschlossene Geschäftsjahr.

Für das Ergebnis aus Handelsgeschäft wurde zu Jahresbeginn eine Prognose als Bandbreite von EUR 110 Mio. bis EUR 150 Mio. für den Baader Bank Konzern als auch die Baader Bank AG aufgestellt (nach Management-Darstellung: EUR 70 Mio. bis EUR 90 Mio.). Aufgrund hoher Zinsen und hoher Inflation sowie einem teilweise seitwärts verlaufenden Kapitalmarkt, ist die weitere Entwicklung in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten maßgeblich beeinflusst worden. Die Anzahl der Trades und die Umsätze an den deutschen Börsen sind in 2023 gegenüber dem Vorjahr mit Blick auf alle Assetklassen zurückgegangen. Insbesondere das erste Quartal 2023 verzeichnete einen deutlichen Rückgang im Ergebnis aus Handelsgeschäft gegenüber dem Vorjahr, während die weiteren Quartale ungefähr auf dem Niveau aus 2022 verliefen. Mit Abschluss des Geschäftsjahres beläuft sich das Ergebnis aus Handelsgeschäft für den Baader Bank Konzern als auch die Baader Bank AG auf EUR 37,4 Mio. und liegt somit deutlich unter dem Vorjahresergebnis und fällt geriner aus als die anfänglich getroffene Prognose.

Entsprechend hat die Baader Bank zu Beginn des vierten Quartals 2023 ihre Prognose aufgrund des weiterhin sehr herausfordernden Marktumfeldes und damit einhergehend wesentlich geringeren Handelsvolumina auf ein ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern auf Konzernebene angepasst.

Für das Ergebnis aus Zins- und Provisionsgeschäft lag die anfängliche Prognose für den Baader Bank Konzern als auch für die Baader Bank AG zusammengefasst zunächst bei EUR 50,0 Mio. (entspricht EUR 100 Mio. nach der Management-Darstellung). Die tatsächliche Entwicklung beläuft sich auf EUR 115,3 Mio. im abgeschlossenen Geschäftsjahr - insbesondere begründet durch die Entwicklung der Zinsen und die gestiegenen Kundeneinlagen. Aber auch das Ergebnis aus Provisionsgeschäft konnte trotz eines herausfordernden Marktumfelds insgesamt um 8 % gesteigert werden.

Im Wesentlichen sind für die Geschäftsentwicklung der Baader Bank in 2023 die folgenden Treiber auszumachen:

Die Ertrags- und Kosteneffekte aus der fortgesetzten Strategieadjustierung und der weiteren Investitionen in Wachstumsbereiche der Baader Bank sowie die Cross-Selling-Effekte aufgrund der Diversifikation des Geschäftsmodells tragen zu der positiven Gesamtentwicklung trotz eines herausfordernden Marktumfeldes bei.

Ergänzend haben die sich fortgesetzten Marktentwicklungen im Wertpapierhandel aufgrund von Unsicherheiten, gesunkene Börsenumsätze und zeitweise seitwärts laufende Aktivitäten der Marktteilnehmer das Ergebnis entscheidend beeinflusst. Nichtsdestotrotz konnte das Wachstum im Konto- und Depotgeschäft der Baader Bank fortgesetzt werden. Bei den Account Services, knüpft die Baader Bank weiterhin an die Wachstumsraten der Vorjahre an und wird in dem erneut deutlichen Anstieg der Depotanzahl im Jahr 2023 sichtbar. Aufgrund des sich fortsetzenden Wachstums bei Kunden und Produkten, wird ein moderater Anstieg des Handelsvolumens sowie der Anzahl an Wertpapiertransaktionen bei einer sich erholenden Gesamtmarktlage erwartet.

Mit der weiterentwickelten strategischen Ausrichtung der Baader Bank als führender Partner für Wertpapier- und Banking-Dienstleistungen in Europa schreitet auch die Entwicklung und Durchführung von organisatorischen und prozessualen Verbesserungen, von IT-Investitionen sowie von Marktbearbeitungs- und Vertriebsoptimierungsmaßnahmen voran. Im Ergebnis zielen die Maßnahmen der langfristigen Strategieausrichtung auch auf eine entscheidende Kapital- und Finanzstärke ab. Weiterhin wurde und wird die interne Automatisierung und Digitalisierung vorangetrieben. Das strategische Ziel, die Baader Bank zu einer integrierten und skalierbaren Plattform mit Schnittstellenstrategie in Europa weiterzuentwickeln, ist in 2023 näher gerückt. Entsprechend profitiert die Baader Bank als unabhängiger Anbieter einer Handels-, Abwicklungs- und Bankinfrastruktur von den europaweiten Marktentwicklungen sowie der wachsenden Anlegerschaft im In- und Ausland durch ihr integriertes Geschäftsmodell.

Ergänzend haben auch alle drei Tochtergesellschaften des Baader Bank Konzerns, die schweizerische Baader Helvea Gruppe, die Baader & Heins Capital Management AG sowie die Selan Gruppe, mit positiven Abschlüssen zum Konzernergebnis beigetragen.

2.3 Wirtschaftliche Lage des Baader Bank Konzerns

2.3.1 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Baader Bank AG als Muttergesellschaft des Baader Bank Konzerns bestimmt maßgeblich die wirtschaftliche Gesamtentwicklung des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die für den Baader Bank Konzern getroffenen Aussagen lassen sich grundsätzlich auch auf die Baader Bank AG übertragen. Dementsprechend werden der Lagebericht der Baader Bank AG und der des Baader Bank Konzerns gemäß § 315 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Soweit sich wesentliche Abweichungen zwischen dem Jahresabschluss der Baader Bank AG und dem Konzernabschluss ergeben sowie ergänzende quantitative Angaben zu machen sind, werden diese in den sich anschließenden Berichtspassagen erläutert und dargestellt.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der Baader Bank AG wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches ("HGB") und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") sowie unter Beachtung der ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes ("AktG") aufgestellt und vom Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, geprüft. Die Bekanntmachung für das Geschäftsjahr 2023 erfolgt im elektronischen Bundesanzeiger.

2.3.2 Ertragslage

Die Ertragslage des Baader Bank Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich mit einem positiven Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 3.958 (Vorjahr TEUR 12.181) im Vergleich zum Vorjahr um 68 % verschlechtert. Ausführungen zu Neukunden im Geschäftsjahr 2023 sind dem Kapitel 2.2.2 (Geschäftsverlauf Geschäftsfelder) zu entnehmen. Im Einzelnen stellt sich die Ertragslage des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG im Geschäftsjahr 2023, im Vergleich zu den Vorjahren 2021 und 2022, wie folgt dar:

scrollen
Baader Bank Konzern 2021 2022 2023 Veränderung zum Vorjahr
- Ertragslage - absolut relativ
in TEUR
Ergebnis aus Zinsgeschäft -2.267 4.906 35.792 30.887 630%
Ergebnis aus Provisionsgeschäft 63.116 73.610 79.492 5.881 8%
Ergebnis aus Handelsgeschäft 134.804 53.231 37.423 -15.808 -30%
Umsatzerlöse 11.048 21.343 11.396 -9.947 -47%
Sonstige Erträge 8.775 6.535 6.721 186 3%
Gesamterträge 215.476 159.625 170.823 11.199 7%
Personalaufwand 73.491 64.993 72.572 7.579 12%
Sachaufwand 65.037 75.623 90.610 14.987 20%
Vorsorgeaufwand 19.505 6.827 3.683 -3.144 -46%
Gesamtaufwendungen 158.033 147.443 166.865 19.422 13%
Ergebnis vor Steuern (EBT) 57.444 12.181 3.958 -8.223 -68%
Steuern 10.646 3.298 1.130 -2.168 -66%
Minderheiten 243 193 38 -155 -80%
Konzernjahresergebnis 46.554 8.690 2.791 -5.899 -68%
Gewinn- und Verlustvortrag des Mutterunternehmens -535 -87 -228 -141 163%
Einstellungen in /​Entnahmen aus Gewinnrücklagen 25.662 4.610 2.829 -1.781 -39%
Konzernbilanzgewinn 21.427 4.167 190 -3.977 -95%

Tabelle 1: Indikatoren zur Ertragslage des Baader Bank Konzerns

scrollen
Baader Bank AG 2021 2022 2023 Veränderung zum Vorjahr
- Ertragslage - absolut relativ
in TEUR
Ergebnis aus Zinsgeschäft -1.557 5.376 35.865 30.489 567%
Ergebnis aus Provisionsgeschäft 50.986 61.135 69.306 8.171 13%
Ergebnis aus Handelsgeschäft 133.875 52.180 35.304 -16.876 -32%
Sonstige Erträge 10.593 14.254 7.017 -7.238 -51%
Gesamterträge 193.897 132.945 147.492 14.547 11%
Personalaufwand 66.527 57.601 66.519 8.918 15%
Sachaufwand 55.566 63.620 76.673 13.053 21%
Vorsorgeaufwand 19.477 6.807 3.669 -3.137 -46%
Gesamtaufwendungen 141.569 128.027 146.861 18.834 15%
Ergebnis vor Steuern (EBT) 52.328 4.918 631 -4.286 -87%
Steuern 10.036 837 669 -168 -20%
Jahresüberschuss /​-fehlbetrag 42.292 4.081 -38 -4.118 -101%
Gewinn- und Verlustvortrag aus dem Vorjahr -535 -87 -228 -141 163%
Einstellungen in /​Entnahmen aus Gewinnrücklagen 21.400 0 0 0 n.m.
Bilanzgewinn 21.427 4.167 190 -3.977 -95%

Tabelle 2: Indikatoren zur Ertragslage der Baader Bank AG

Das Ergebnis aus Zinsgeschäft liegt mit insgesamt TEUR 35.792 im Konzern (Baader Bank AG: TEUR 35.865) aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und des höheren Einlagevolumens um TEUR 30.887 (Baader Bank AG: um TEUR 30.489) über dem Vorjahr. Geprägt war das Zinsergebnis durch erhaltene Zinsen aufgrund von Tagesgeldeinlagen bei der Deutschen Bundesbank (TEUR 87.837). Daneben wurden Zinserträge aus Beständen in festzverzinslichen Wertpapieren in Höhe von TEUR 11.097 generiert. Demgegenüber stehen zinsinduzierte Provisionsaufwendungen an Kooperationspartner.

Mit TEUR 79.492 (Baader Bank AG: TEUR 69.306) liefert das Ergebnis aus Provisionsgeschäft den größten Beitrag zu den Gesamterträgen und ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 5.881, bzw. 8 % erneut angestiegen (Baader Bank AG: Anstieg um TEUR 8.171 bzw. 13 %). Der Anstieg stammt im Wesentlichen aus dem Orderrouting- und Kundenkommissionsgeschäft, getrieben durch einen deutlichen Anstieg beim Handelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr.

Das Ergebnis aus Handelsgeschäft auf Konzernebene ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 15.808 auf TEUR 37.423 im Vergleich zum Vorjahr erneut zurückgegangen (Baader Bank AG: um TEUR 16.876 auf TEUR 35.304). Der Rückgang ist im Wesentlichen getrieben durch einen Anstieg der handelsinduzierten Provisionsaufwendungen und ein geringeres Handelsergebnis im Vergleich zum Vorjahr.

Die durch die Selan Gruppe ausgewiesene Position Umsatzerlöse entfällt in voller Höhe auf die durch den Windpark generierte Einspeisevergütung für Strom. Diese waren im abgelaufenen Geschäftsjahr rückläufig um -47 % bzw. TEUR 9.947 auf TEUR 11.396.

Die sonstigen Erträge im Konzern waren stabil mit einem leichten Anstieg um TEUR 186 auf TEUR 6.721. In der Baader Bank AG weisen die sonstigen Erträge mit TEUR 7.017 einen deutlichen Rückgang von TEUR -7.238 auf, im Wesentlichen aufgrund der Vorabausschüttung von der Selan Gruppe im Vorjahreszeitraum.

Der Gesamtaufwand ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 19.422 mit TEUR 166.865 deutlich gestiegen. (Baader Bank AG: Anstieg um TEUR 18.834 auf TEUR 146.861).

Die Personalaufwendungen sind auf Konzernebene im Wesentlichen aufgrund einer höheren Mitarbeiteranzahl (+ 11 %) mit insgesamt TEUR 72.572 um 12 % bzw. TEUR 7.579 angestiegen (Baader Bank AG um 15 % bzw. TEUR 8.918 auf TEUR 66.519).

Der Sachaufwand ist im abgelaufenen Geschäftsjahr mit insgesamt TEUR 90.610 um + 20 %, bzw. TEUR 14.987 deutlich angestiegen (Baader Bank AG: um TEUR 13.053, bzw. + 21 % auf TEUR 76.673). Haupttreiber hierfür sind gestiegene EDV-Kosten, aufgrund von Investitionen in die IT-Infrastruktur.

Der Vorsorgeaufwand, bestehend aus der allgemeinen Risikovorsorge und Zuführung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken, sinkt im Geschäftsjahr 2023 deutlich um 46 % auf TEUR 3.683 (Baader Bank AG: um 46 % auf TEUR 3.669). Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken wurde dabei in Übereinstimmung mit § 340e Absatz 4 HGB im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 6.810 (Vorjahr: TEUR 8.310) zugeführt. Die allgemeine Risikovorsorge fällt aufgrund von Bewertungseffekten mit TEUR -3.127 um TEUR -1.644 deutlich niedriger als im Vorjahr aus (Baader Bank AG: TEUR -3.141 um TEUR -1.637).

Der Steueraufwand im Konzernabschluss von insgesamt TEUR 1.130 resultiert mehrheitlich aus der Baader Bank AG mit TEUR 669 und der Helvea Gruppe mit TEUR 264.

Infolge der beschriebenen Faktoren war das Ergebnis vor Steuern in Höhe von TEUR 3.958 (Vorjahr TEUR 12.181) als auch das Konzernjahresergebnis mit TEUR 2.791 positiv (Vorjahr TEUR 8.690). In der Baader Bank AG wird ein Jahresfehlbetrag von TEUR -38 (Vorjahr TEUR 4.081) ausgewiesen.

2.3.3 Finanz- und Vermögenslage

Die Bilanzsumme beläuft sich zum Stichtag auf TEUR 3.938.078 und ist mit einem Anstieg um TEUR 1.562.466 deutlich im Vorjahresvergleich gestiegen (Baader Bank AG: um TEUR 1.555.839 auf TEUR 3.920.106). Die Bilanzstruktur des Baader Bank Konzerns hat dabei sowohl auf der Aktiv- als auch der Passivseite Veränderungen erfahren. Die Veränderungen der Aktiva resultieren im Wesentlichen aus einem Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute um TEUR 1.825.054 auf TEUR 3.221.478 (Baader Bank AG: um TEUR 1.826.801 auf TEUR 3.207.437) durch die Anlage von Guthaben bei der Deutschen Bundesbank. Gleichzeitig ist die Barreserve um TEUR 129.259 auf TEUR 30.751 (Baader Bank AG: um TEUR 129.260 auf TEUR 30.750) gesunken. Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren ist mit einem Rückgang um TEUR 198.136 auf TEUR 339.429 (Baader Bank AG: um TEUR 198.136 auf TEUR 339.429) deutlich abgebaut worden. Korrespondierend sind auf der Passivseite die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aufgrund höherer Sichteinlagen deutlich um TEUR 1.551.949 auf TEUR 3.546.133 (Baader Bank AG: um TEUR 1.546.123 auf TEUR 3.551.433) gestiegen. Im Einzelnen stellen sich die Vermögenslage und die Veränderungen der Bilanzposten des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG zum Abschlussstichtag wie folgt dar:

scrollen
Baader Bank Konzern 2021 2022 2023 Veränderung zum Vorjahr
- Finanz- und Vermögenslage - absolut relativ
in TEUR
Kurzfristiges Vermögen 1.716.566 2.270.441 3.826.807 1.556.366 69%
Barreserve 1.372.123 160.010 30.751 -129.259 -81%
Forderungen an Kreditinstitute 149.256 1.396.425 3.221.478 1.825.054 131%
Forderungen an Kunden 99.314 90.565 132.026 41.460 46%
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 47.474 537.564 339.429 -198.136 -37%
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 849 8.780 8.232 -548 -6%
Handelsbestand Aktiva 41.754 57.525 66.521 8.997 16%
Sonstige Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten 5.796 19.572 28.370 8.798 45%
Langfristiges Vermögen 103.117 105.170 111.271 6.100 6%
Beteiligungen und Anteile an assoziierten Unternehmen 9.690 11.090 12.626 1.537 14%
Immaterielle Anlagewerte 11.580 14.663 20.486 5.824 40%
Sachanlagen 74.577 71.151 68.059 -3.092 -4%
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 7.270 8.266 10.099 1.832 22%
Bilanzsumme 1.819.682 2.375.611 3.938.078 1.562.466 66%
Fremdfinanzierung 1.557.568 2.127.193 3.670.058 1.542.865 73%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 46.840 117.645 75.635 -42.010 -36%
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.497.533 1.994.184 3.546.133 1.551.949 78%
Sonstige Verbindlichkeiten 13.195 15.365 48.291 32.926 214%
Sonstige Refinanzierungsmittel 97.651 83.478 102.506 19.028 23%
Handelsbestand Passiva 2.701 3.195 11.356 8.161 255%
Rechnungsabgrenzungsposten Passiva 243 250 199 -51 -20%
Rückstellungen 47.746 24.763 28.870 4.107 17%
Fonds für allgemeine Bankrisiken 46.961 55.271 62.081 6.810 12%
Bilanzielles Eigenkapital 164.463 164.939 165.513 574 0%
Gezeichnetes Kapital 46.688 48.797 48.797 0 0%
Kapitalrücklage 37.645 43.445 43.445 0 0%
Gewinnrücklagen 57.759 67.630 69.502 1.872 3%
Anteile anderer Gesellschafter 944 899 750 -150 -17%
Bilanzgewinn /​ - Verlust 21.427 4.167 3.019 -1.149 -28%
Außerbilanzielle Verpflichtungen 6.607 10.127 11.183 1.056 10%
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 8 8 3 -5 -59%
Verpflichtungen aus Kreditzusagen 6.599 10.119 11.180 1.061 10%

Tabelle 3: Indikatoren zur Finanz- und Vermögenslage des Baader Bank Konzerns

scrollen
Baader Bank AG 2021 2022 2023 Veränderung zum Vorjahr
- Finanz- und Vermögenslage - absolut relativ
in TEUR
Kurzfristiges Vermögen 1.715.446 2.263.837 3.811.404 1.547.567 68%
Barreserve 1.372.122 160.010 30.750 -129.260 -81%
Forderungen an Kreditinstitute 135.876 1.380.636 3.207.437 1.826.801 132%
Forderungen an Kunden 113.806 101.223 133.799 32.575 32%
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 47.474 537.564 339.429 -198.136 -37%
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 849 8.780 8.232 -548 -6%
Handelsbestand Aktiva 41.754 57.525 66.521 8.997 16%
Sonstige Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten 3.564 18.098 25.236 7.138 39%
Langfristiges Vermögen 94.776 100.430 108.702 8.272 8%
Beteiligungen und Anteile an assoziierten Unternehmen 36.643 38.043 39.580 1.537 4%
Immaterielle Anlagewerte 10.075 13.758 19.831 6.073 44%
Sachanlagen 40.787 40.363 39.192 -1.170 -3%
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 7.270 8.266 10.099 1.832 22%
Bilanzsumme 1.810.222 2.364.267 3.920.106 1.555.839 66%
Fremdfinanzierung 1.561.148 2.135.716 3.673.265 1.537.549 72%
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 46.840 117.645 75.635 -42.010 -36%
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.503.156 2.005.310 3.551.433 1.546.123 77%
Sonstige Verbindlichkeiten 11.152 12.762 46.197 33.436 262%
Sonstige Refinanzierungsmittel 94.301 78.128 98.895 20.768 27%
Handelsbestand Passiva 2.701 3.195 11.356 8.161 255%
Rechnungsabgrenzungsposten Passiva 243 250 199 -51 -20%
Rückstellungen 44.396 19.412 25.259 5.847 30%
Fonds für allgemeine Bankrisiken 46.961 55.271 62.081 6.810 12%
Bilanzielles Eigenkapital 154.773 150.423 147.946 -2.477 -2%
Gezeichnetes Kapital 46.688 48.797 48.797 0 0%
Kapitalrücklage 37.645 43.445 43.445 0 0%
Gewinnrücklagen 49.013 54.013 55.513 1.500 3%
Anteile anderer Gesellschafter 0 0 0 0 n.m.
Bilanzgewinn /​ - Verlust 21.427 4.167 190 -3.977 -95%
Außerbilanzielle Verpflichtungen 6.607 10.127 11.183 1.056 10%
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 8 8 3 -5 -59%
Verpflichtungen aus Kreditzusagen 6.599 10.119 11.180 1.061 10%

Tabelle 4: Indikatoren zur Finanz- und Vermögenslage der Baader Bank AG

2.3.3.1 Kurzfristiges Vermögen

Die Barreserve ist um TEUR 129.259 auf TEUR 30.751 (Baader Bank AG: um TEUR 129.260 auf TEUR 30.750) zurückgegangen, während die Forderungen an Kreditinstitute mit TEUR 1.825.054 auf TEUR 3.221.478 (Baader Bank AG: um TEUR 1.826.801 auf TEUR 3.207.437) durch die Anlage von Guthaben bei der Deutschen Bundesbank im Rahmen der Einlagefazilität angestiegen sind. Die Forderungen an Kunden sind ebenfalls um TEUR 41.460 auf TEUR 132.026 (Baader Bank AG: um TEUR 32.575 auf TEUR 133.799) angestiegen. Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren hingegen ist insgesamt um TEUR 198.136 auf TEUR 339.429 gesunken. Der Bestand an Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren bei öffentlichen Emittenten ist auf TEUR 295.280 und der Bestand an anderen Emittenten um TEUR 4.707 auf TEUR 44.149 zurückgegangen. Im Berichtsjahr sind die neu erworbenen Bestände an Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren der Liquiditätsreserve zugeordnet worden. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere enthalten wie Anlagevermögen bewertete Gattungen in Höhe von TEUR 275.272. Der Handelsbestand ist stichtagsbedingt um TEUR 8.997 bzw. 16 % auf TEUR 66.521 angestiegen.

Die sonstigen Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten sind stichtagsbedingt sowie durch Anlage von Beständen in Edelmetallen um TEUR 8.798 auf TEUR 28.370 (Baader Bank AG: um TEUR 7.138 auf TEUR 25.236) gestiegen.

2.3.3.2 Beteiligungen und Anteile an assoziierten/​verbundenen Unternehmen

Der Buchwert der Beteiligungen sowie der Anteile an assoziierten Unternehmen liegt im Berichtsjahr im Konzern mit TEUR 12.626 insgesamt um TEUR 1.537 über Vorjahresniveau, bedingt durch zusätzliche Einzahlungen in die Beteiligung an den Earlybird Venture Capital Fonds (Earlybird DWES Fund VI GmbH & Co. KG und Earlybird DWES Fund VII GmbH & Co. KG).

2.3.3.3 Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die immateriellen Anlagewerte sind im Berichtsjahr im Konzern insgesamt um TEUR 5.824 auf TEUR 20.486 angestiegen. Die Sachanlagen sind um TEUR 3.092 auf TEUR 68.059 leicht zurückgegangen.

Die Zugänge inkl. Umbuchungen bei den immateriellen Anlagewerten entfielen im Wesentlichen auf Investitionen in EDV-Software (TEUR 5.700), die nahezu vollständig in der Baader Bank AG getätigt wurden. Des Weiteren haben sich die immateriellen Anlagewerte und Sachanlagen um planmäßig vorgenommene Abschreibungen reduziert.

In der Baader Bank AG sind die Sachanlagen und immateriellen Anlagewerte um TEUR 4.903 auf TEUR 59.023 angestiegen. Dies ist bedingt durch die im Geschäftsjahr vorgenommenen Investitionen in Höhe von TEUR 15.250, denen planmäßig vorgenommene Abschreibungen in Höhe TEUR 12.014 gegenüberstanden.

Weder zum Bilanzstichtag noch zum Zeitpunkt der Berichtserstellung waren weitere wesentliche Investitionen, die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegen, geplant.

2.3.3.4 Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Einen leichten Anstieg verzeichnete der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung um TEUR 1.832 auf insgesamt TEUR 10.099. Ursächlich hierfür war mehrheitlich das auf TEUR 16.095 angestiegene Deckungsvermögen, welches zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.

2.3.3.5 Fremdfinanzierung

Die Fremdfinanzierungsmittel setzen sich aus den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie sonstigen Verbindlichkeiten zusammen. Insgesamt liegen die Fremdfinanzierungsmittel deutlich über Vorjahresniveau (Anstieg um TEUR 1.542.865) und betragen zum Bilanzstichtag TEUR 3.670.058 (Baader Bank AG: Anstieg um TEUR 1.537.549 auf TEUR 3.673.265) infolge des starken Kundenwachstums. Ursächlich für den starken Anstieg sind im Wesentlichen höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus Sichteinlagen um TEUR 1.565.270 auf TEUR 3.487.696 (Baader Bank AG: um TEUR 1.559.444 auf TEUR 3.492.995). Auch sind die sonstigen Verbindlichkeiten mit TEUR 32.926 auf TEUR 48.291 (Baader Bank AG: mit TEUR 33.436 auf TEUR 46.197) angestiegen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstiuten hingegen verzeichnen einen Rückgang in Höhe von TEUR 42.010 auf TEUR 75.635 (Baader Bank AG: um TEUR 42.010 auf TEUR 75.635).

2.3.3.6 Sonstige Refinanzierungsmittel

Die sonstigen Refinanzierungsmittel sind im Berichtsjahr um TEUR 19.028 auf TEUR 102.506 (Baader Bank AG: TEUR 20.768 auf TEUR 98.895) angestiegen. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einem Anstieg des passiven Handelsbestandes um TEUR 8.161 auf TEUR 11.356 und der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken (TEUR 6.810 auf TEUR 62.081). Zusätzlich sind die Rückstellungen mit TEUR 28.870 um TEUR 4.107 (Baader Bank AG: um TEUR 5.847 auf TEUR 25.259) höher dotiert.

2.3.3.7 Bilanzielles Eigenkapital

Im laufenden Geschäftsjahr 2023 ergaben sich keine Veränderungen des gezeichneten Kapitals und der Kapitalrücklagen. Der Anstieg des Eigenkapitals um TEUR 574 auf TEUR 165.513 ist im Wesentlichen bedingt durch das Konzernergebnis vor Anteilen anderer Gesellschafter (TEUR 2.829), Dividendenausschüttungen (TEUR -188) sowie Effekten aus der Währungsumrechnung (TEUR 543). In der Baader Bank AG sank das Eigenkapital um TEUR 2.477 auf TEUR 147.946. Die bilanzielle Eigenkapitalquote beträgt 4 % (Baader Bank AG: 4 %), die modifizierte Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung des Fonds für allgemeine Bankrisiken 6 % (Baader Bank AG: 5 %). Die aufsichtsrechtliche Gesamtkapitalquote beträgt 23,0 % (Baader Bank AG: 23,0 %).

Für die Angaben gem. § 315 Abs. 2 HGB i.V.m. § 160 Abs. 1 Nr. 2 AktG wird auf den Konzernanhang des Jahresabschlusses der Baader Bank AG als Mutterunternehmen für das Geschäftsjahr 2023 verwiesen.

2.3.3.8 Außerbilanzielle Verpflichtungen

Die außerbilanziellen Verpflichtungen resultierten zum Stichtag aus Eventualverbindlichkeiten (Bürgschaften) in Höhe von TEUR 3 sowie aus unwiderruflichen Kreditzusagen an Kunden in Höhe von TEUR 11.180.

2.3.3.9 Liquidität

Die Steuerung der täglichen Zahlungen, die Planung der erwarteten Zahlungsströme sowie die Lenkung der freien Liquidität im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements sichern die jederzeitige Fähigkeit zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen des Baader Bank Konzerns.

Die schon in den Vorjahren solide Liquiditätsausstattung des Konzerns konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konstant hochgehalten werden.

Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) der Baader Bank AG betrug zum 31. Dezember 2023 436,9 % (Vorjahr: 326,0 %). Der LCR ist erfüllt, wenn das Institut stets über liquide Aktiva (Liquiditätspuffer) verfügt, deren Gesamtwert den Liquiditätsabflüssen abzüglich der Liquiditätszuflüsse innerhalb der nächsten 30 Tage unter Stressbedingungen mindestens entspricht. Dies impliziert eine LCR-Mindestquote von 100 %.

Zum Bilanzstichtag bestehen nicht genutzte Kreditrahmenvereinbarungen bei inländischen Kreditinstituten.

2.4 Nichtfinanzielle Berichterstattung

Die Baader Bank erstellt zu diesem Geschäftsjahr einen zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht, der unter www.baaderbank.de veröffentlicht wird.

2.5 Gesamtaussage zum Wirtschaftsbericht

Der Geschäftsverlauf des Baader Bank Konzerns in 2023 war geprägt von einer im Jahresverlauf verglichen zum Vorjahr leicht positiveren Grundstimmung im Börsenumfeld. Diese wirkte sich nur bedingt auf das Wertpapierhandelsgeschäft im zurückliegenden Geschäftsjahr aus. Das Jahr 2023 war geprägt von hohen Zinsen und einer hohen Inflation sowie einem teilweise seitwärts verlaufenden Kapitalmarkt. Die Anzahl der Trades und die Umsätze an den deutschen Börsen sind in 2023 gegenüber dem Vorjahr mit Blick auf alle Assetklassen zurückgegangen. An den für die Baader Bank relevanten Börsen (Frankfurt, Stuttgart, München, Berlin und gettex) sind die Anzahl der Trades und die Umsätze gegenüber dem Vorjahr jedoch leicht gestiegen.

Die Baader Bank fokussierte in diesem Umfeld weiterhin die strukturelle Weiterentwicklung von Partnerschaften und Kooperationsmodellen, insbesondere an entgeltfreien Handelsplätzen, im Bereich Market Making sowie im Bereich Account Services. Der Baader Konzern schließt das Geschäftsjahr 2023 trotz herausforderndem Umfeld und umfangreichen strategischen (IT-) Investitionen mit einem positiven Ergebnis ab.

Auch alle Tochtergesellschaften konnten einen positiven Konzernbeitrag leisten. Die zusammenfassende Ergebnisdarstellung der Tochtergesellschaften der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2023 ist dem Kapitel 2.2.3 zu entnehmen.

Die Vermögens- und Finanzverhältnisse des Baader Bank Konzerns sind für das Geschäftsjahr 2023 geordnet, wodurch die Zahlungsfähigkeit im Berichtszeitraum jederzeit gewährleistet war.

3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht

3.1 Risikobericht

Im nachfolgenden Abschnitt wird die Risikolage der Baader Bank AG und des handelsrechtlichen Baader Bank Konzerns zum 31. Dezember 2023 dargestellt. Aufgrund der gegebenen Vergleichbarkeit der bestehenden Risiken beziehen sich die nachfolgenden Erläuterungen in erster Linie auf das Risikomanagement des Baader Bank Konzerns. Die Kennzahlen der Baader Bank AG werden immer ergänzend zu denen des Konzerns dargestellt. Im Fall von inhaltlichen Abweichungen bei den Verfahren und Prozessen wird jeweils gesondert darauf hingewiesen. Im Offenlegungsbericht werden davon abweichend die Kennzahlen der aufsichtsrechtlichen Institutsgruppe unter Berücksichtigung der Baader Finanzholding berichtet. Die Baader Finanzholding umfasst zusätzlich zum Konzern die Gesellschaften Baader Verwaltungs GmbH, Baader Beteiligungs GmbH sowie Ubtrend GmbH & Co KG. Die Finanzholdinggesellschaften sind als Finanzholding im Sinne der CRR eingeordnet. Die Hauptgeschäftstätigkeit besteht im direkten oder indirekten Halten von Beteiligungen und es handelt sich nicht um Institute im Sinne des KWG.

3.1.1 Das Risikomanagementsystem des Baader Bank Konzerns

Die Geschäftsaktivitäten des Baader Bank Konzerns sind ihrem Wesen nach mit Risiken behaftet. Demzufolge hat der Baader Bank Konzern ein Risikomanagementsystem installiert, welches sich einerseits an den vorgegebenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen der nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden sowie andererseits an internen wirtschaftlichen Erfordernissen orientiert.

3.1.2 Ziele des Risikomanagements

Das übergeordnete Ziel des Risikomanagements des Baader Bank Konzerns ist die permanente Sicherstellung der Risikotragfähigkeit und damit die Fortführung des Instituts sowie der Schutz der Gläubiger. Demzufolge stellen die frühzeitige Identifikation, das aktive Management und die laufende Überwachung von Risiken die Kernelemente der Geschäfts- und Risikosteuerung des Baader Bank Konzerns dar. Hierdurch können kalkulierbare Risiken unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit wohlüberlegt eingegangen und existenzgefährdende Risiken soweit möglich vermieden werden.

Um diesem Grundsatz gerecht zu werden, verschafft sich der Vorstand im Rahmen einer Risikoberichterstattung täglich einen Überblick über die Ausprägung aller wesentlichen Risiken.

3.1.3 Risikotragfähigkeit

Die Risikotragfähigkeit wird regelmäßig überprüft. Die Berechnung der Risikotragfähigkeit erfolgt in der normativen und der ökonomischen Perspektive. Hierbei sind beide Perspektiven gleichermaßen steuerungsrelevant.

Die normative Perspektive wird dabei als Gesamtheit der regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen verstanden. Um die Risikotragfähigkeit zu überprüfen, werden die zur Verfügung stehenden Eigenmittel den aufsichtsrechtlichen Anforderungen gegenübergestellt. In der aufsichtsrechtlichen normativen Perspektive wird ergänzend auch die Baader Finanzholding berichtet. Nachfolgend werden die Kapitalquoten per 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern Baader Bank Finanzholding
2022 2023 2022 2023 2022 2023
Eigenmittel 175.743 183.044 183.309 191.464 196.731 199.465
RWA 718.782 794.234 753.216 832.757 830.520 880.869
Gesamtkapitalquote 24,5% 23,1% 24,3% 23,0% 23,7% 22,6%

Tabelle 5: Übersicht Eigenmittel, risikogewichtete Aktiva (RWA) zum 31.12.2023

Der Anstieg der Eigenmittel resultiert aus dem Überschuss des Geschäftsjahrs 2022. Der Anstieg der RWAs resultiert inbesondere aus dem gestiegenen Eigenmittelbedarf für die Unterlegung der operationellen Risiken.

Die Kapitalplanung wird gemäß den Bestimmungen der Aufsicht für die Baader Bank sowie des Konzerns sowohl in einem Basis- als auch in einem adversen Szenario berechnet. Dabei wird kontinuierlich die Angemessenheit der Kapitalausstattung sowie die Einhaltung aller relevanten Kapitalquoten überprüft. Damit wird die Risikotragfähigkeit des Konzerns auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft sichergestellt. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren. Erwartete Veränderungen der eigenen Geschäftstätigkeit oder der strategischen Ziele, Veränderungen des Markt- und Wettbewerbsumfelds sowie bindende oder bereits beschlossene regulatorische Änderungen werden in der Planung berücksichtigt. Risiken aus der ökonomischen Perspektive, die Einfluss auf das in der normativen Perspektive zur Verfügung stehende Kapital haben, werden berücksichtigt.

Sowohl die Anforderungen an die CRR-Quote als auch alle anderen aufsichtsrechtlichen Kennziffern für die Baader Bank und den Konzern werden sowohl im Basis- als auch im adversen Szenario eingehalten.

Die ökonomische Perspektive dient dem Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus wirtschaftlicher Sicht. Dabei wird das Ziel einer langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts verfolgt. Das Risikodeckungspotenzial wird durch eine barwertnahe Berechnungsmethodik bestimmt. Diese bezieht sich auf bilanzielle Positionen, wobei jedoch bspw. stille Lasten negativ in der Berechnung berücksichtigt werden. Um die Risikotragfähigkeit zu überprüfen, wird das zur Verfügung stehende Risikodeckungspotenzial den unerwarteten Verlusten (Risikopotenzial), berechnet zu einem Konfidenzniveau von 99,9 %, gegenübergestellt.

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
2022 2023 2022 2023
Risikodeckungspotenzial 164.773 170.279 174.204 186.768
Risikopotenzial 70.340 52.675 63.674 48.252

Tabelle 6: Übersicht Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zum 31.12.2023

Im Vergleich zum Vorjahr steigt das Risikodeckungspotenzial durch die Eigenmittelzuführung des Vorjahres. Das Risikopotenzial sinkt dagegen. Der Rückgang resultiert durch gesunkene Adress- und Marktpreisrisiken.

Für die Steuerung und Limitierung sind sowohl normative als auch die ökonomische Sicht relevant. Für den normativen Ansatz wird im Baader Bank Konzern ein Ampelsystem eingesetzt, mit Hilfe dessen die Einhaltung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive überwacht wird.

In der ökonomischen als auch in der normativen Perspektive kommt ein Limitsystem zur Anwendung. Das Gesamtrisiko im Baader Bank Konzern wird hierbei durch die Risikodeckungsmasse begrenzt, welche anhand des Risikoappetits aus dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial abgeleitet wird. Grundsätzlich stellt zur dauerhaften Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Vorstand nur einen Teil des Risikodeckungspotenzials als Risikodeckungsmasse zur Verfügung. Diese wird "top down" auf die einzelnen Risikoarten bzw. die jeweiligen Geschäftsbereiche verteilt und hat als Obergrenze für die Summe der Risikolimite eine begrenzende Funktion. Das Risikodeckungspotenzial, das Risikopotenzial und die Risikodeckungsmasse werden mindestens quartalsweise überprüft.

Um zu gewährleisten, dass selbst in hypothetischen Krisenzeiten (Stressszenarien) das Risikodeckungspotenzial ausreicht, um die eintretenden Verluste zu decken, werden die größten Verluste aus den durchgeführten Stressszenarien für alle relevanten Risikoarten dem verfügbaren Risikodeckungspotenzial bzw. der Risikodeckungsmasse gegenübergestellt.

Zusammenfassend kann für das Geschäftsjahr 2023 sowohl für die Baader Bank AG als auch für den Baader Bank Konzern, festgestellt werden, dass die Risikotragfähigkeit zu keiner Zeit gefährdet war.

3.1.4 Risikoinventur und -strategie

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Strategiesitzung des Vorstands wird die Geschäftsstrategie mit den Zielen für die wesentlichen Geschäftsfelder des Baader Bank Konzerns definiert. Dabei werden externe Einflussfaktoren, die ihnen zugrundeliegenden Annahmen sowie interne Größen wie die Risikotragfähigkeit, die Ertragslage, die Liquidität etc. in die strategischen Überlegungen miteinbezogen.

Aufbauend auf der Geschäftsstrategie beschließt der Vorstand unter Berücksichtigung von wesentlichen Einflussfaktoren eine zur Geschäftsstrategie konsistente Risikostrategie für das kommende Geschäftsjahr. Hierzu wird eine Risikoinventur vorgenommen, die relevante Aspekte aus der Geschäftsstrategie einbezieht. Diese wird im Baader Bank Konzern mindestens jährlich durchgeführt. Darüber hinaus kann es z.B. aufgrund von Änderungen hinsichtlich der Wesentlichkeit von Risiken oder durch die Aufnahme der Geschäftstätigkeit in neuen Produkten oder auf neuen Märkten zu einer außerordentlichen Überprüfung kommen. Identifizierte Änderungen im Risikoprofil werden zeitnah berücksichtigt und an den Vorstand berichtet. Die im Anschluss festgelegte Risikostrategie wird in Teilstrategien nach den wesentlichen Risikoarten dargestellt. Grundbestandteil der risikopolitischen Strategie ist, dass die Risikotragfähigkeit jederzeit gegeben ist. Demzufolge wird für alle wesentlichen Risikoarten vom Vorstand ein bestimmter Betrag an Risikokapital bereitgestellt, der als Limit für Verluste aus der jeweiligen Risikoart dient.

3.1.5 Strukturen und Prozesse des Risikomanagements

Das Risikomanagementsystem des Baader Bank Konzerns umfasst die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken. Diese Prozesse gestalten sich wie folgt:

Im Rahmen der Identifizierung von neuen Risiken werden alle risikobehafteten Geschäfte bzw. daraus entstehende Positionen in den bestandsführenden Systemen erfasst. Darüber hinaus wird das Risk Management im Rahmen des Prozesses "Aktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten" über mögliche Änderungen im bestehenden Risikoprofil zeitnah informiert. Hierbei wird eine Prüfung der geplanten Aktivitäten durchgeführt und der entsprechende Risikogehalt identifiziert. Bestehende Aktivitäten werden einer laufenden Überprüfung unterzogen. Darüber hinaus findet mindestens jährlich eine Risikoinventur für den Baader Bank Konzern durch das Risk Management der Baader Bank AG statt.

Die Beurteilung der Risiken erfolgt anhand von detaillierten quantitativen Analysen bzw. Scoring Verfahren. Die identifizierten Risiken werden (soweit möglich) anhand eines Value at Risk-Konzepts quantifiziert und dem Risikokapital gegenübergestellt. Dabei wird immer ein rollierender 12-Monats-Horizont zugrunde gelegt.

Die operative Steuerung der Risiken im Baader Bank Konzern erfolgt unter anderem über ein Limit- und Frühwarnindikatorensystem zur Begrenzung der jeweiligen Risiken. Die Limite bzw. Frühwarnindikatoren werden mindestens jährlich auf Grundlage der Risikotragfähigkeit durch den Vorstand per Beschluss festgelegt.

Durch die Anrechnung der Risiken auf die Limite wird dem Risk Management eine adäquate Überwachung ermöglicht. Ergänzend hat das Risk Management zur Überwachung ein Risikofrüherkennungssystem installiert.

Es existiert ein umfassendes Berichtswesen des Risk Managements, welches die Kommunikation in Form täglicher, turnusmäßiger und - soweit erforderlich - Ad-Hoc-Berichte an den Vorstand vorsieht.

Darüber hinaus führt das Risk Management mindestens quartalsweise Stresstests für alle wesentlichen Risikoarten durch. Im Rahmen der Stresstests definiert das Risk Management verschiedene außergewöhnliche, aber plausibel mögliche Szenarien und überprüft deren Wirkung auf das bestehende Portfolio. Die Ergebnisse der Stresstests werden im Rahmen eines Stresstest-Berichts dem Vorstand dargelegt und gegebenenfalls mit diesem diskutiert. Ferner finden die Ergebnisse aus den Stresstests im Rahmen der Überprüfung der Risikotragfähigkeit Berücksichtigung. Per 31.12.2023 ergaben sich im jeweils schlechtesten Szenario folgende Verluste:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
Stresstestverluste 2022 2023 2022 2023
82.047 62.874 70.309 56.157

Tabelle 7: Ergebnisse der Stresstests zum 31.12.2023

Die dargelegten Prozesse sollen sicherstellen, dass die wesentlichen Risiken frühzeitig erkannt, vollständig erfasst und in angemessener Weise gesteuert und überwacht werden. Weiterhin werden die Prozesse regelmäßig überprüft und zeitnah an sich ändernde Bedingungen angepasst. Ebenso findet für die angewandten Methoden und Verfahren regelmäßig eine Validierung statt, in der die Angemessenheit der Verfahren sowie die zugrundeliegenden Annahmen überprüft und ggf. Anpassungsbedarf identifiziert wird. Die Ergebnisse der Validierungen werden dem Vorstand zur Kenntnis gebracht.

3.1.6 Wesentliche Änderungen im Vergleich zum Vorjahr

In 2023 wurden folgende wesentliche Änderungen in den im Risk Management eingesetzten Modellen vorgenommen:

Marktpreisrisiko

In Bezug auf die Bemessung der Marktpreisrisiken in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit, im Speziellen des Zinsänderungs- und Credit Spread-Risikos des Treasurybuches, wurde der Umfang der berücksichtigten Positionen um Bestände des Anlagevermögens erweitert.

Adressrisiko

Für die Berechnung der Adressrisiken wurden keine wesentlichen Änderungen vorgenommen.

Operationelles Risiko

Im Dezember 2023 wurde das Berechnungsmodell für die operationellen Risiken überarbeitet und gemäß gängigen Standards umgebaut. Hierzu wurden die separaten Betrachtungen der Unterrisikoarten durch einen verallgemeinerten szenariobasierten Ansatz ersetzt. Sämtliche Szenarien werden nun durch ihre Eintrittswahrscheinlichkeit, ihre mittlere sowie schlimmstmögliche Schadenshöhe beschrieben. Das Ziel der Vereinheitlichung ist, das intuitive Verständnis des Modells zu verbessern als auch die Berechnung effizienter zu gestalten.

Liquiditätsrisiko

Im Bereich der Liquiditätsrisiken gab es keine wesentlichen Änderungen.

3.1.6.1 Die Risiken im Baader Bank Konzern

Als wesentliche Risiken wurden im vergangenen Geschäftsjahr unverändert das Marktpreisrisiko, das Adressenausfallrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko sowie das Kosten- und Ertragsrisiko identifiziert.

Nachfolgend werden diese Risikoarten detailliert erläutert, beurteilt (Quantifizierung im Rahmen einer Nettobetrachtung unter Berücksichtigung risikoreduzierender Effekte) und die zur Risikobegrenzung eingesetzten Maßnahmen veranschaulicht.

3.1.6.2 Marktpreisrisiko

Allgemein versteht die Baader Bank unter Marktpreisrisiken alle Gefahren, die aus der Veränderung des Marktwertes oder anderer preisbildender Faktoren resultieren. Dabei unterscheidet die Bank je nach Einflussparameter unter anderem das Aktienrisiko, das Zinsänderungsrisiko, das Credit Spread Risiko und das Währungsrisiko.

Darüber hinaus wird durch die jeweils angenommenen Haltedauern im Modell das Marktliquiditätsrisiko im Marktpreisrisiko berücksichtigt.

Die beschriebenen Marktpreisrisiken resultieren grundsätzlich nur aus dem Eigenhandel der Bank und nicht aus dem Vermittlungsgeschäft. Demzufolge sind hier die Bestände insbesondere aus dem Market Making und dem Anlagebuch betroffen. Zum Jahresende bestanden folgende Exposures (Marktwerte) an mit Marktpreisrisiko behafteten Positionen:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
2022 2023 2022 2023
Aktien 24.466 35.532 24.466 35.532
Renten 216.404 271.916 216.404 271.916
Fonds, Zertifikate, Verbriefte Derivate 13.165 26.127 13.165 26.127
Optionen 0 114 0 114
Futures -5.346 -16.631 -5.346 -16.631

Tabelle 8: Bestandsübersicht des Baader Bank Konzerns /​ der Baader Bank AG zum 31.12.2023

Der Anstieg der Bestände im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus einer erhöhten Bestandsführung im Market Making sowie dem Erwerb von Anleihen für das Treasurybuch der Bank. Die negativen Marktwerte für Futures begründen sich aus Hedgepositionen.

Die Marktpreisrisiken werden durch ein Value at Risk (VaR)-Modell basierend auf Monte-Carlo-Simulationen im zentralen Handels- und Überwachungssystem der Baader Bank gemessen. Der VaR wird bei einem gewählten Konfidenzniveau von 99,9 % für die angesetzte Halteperiode bestimmt. Per 31.12.2023 stellte sich die Risikosituation wie folgt dar:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
2022 2023 2022 2023
Value at Risk 26.870 11.557 26.870 11.557
Limitauslastung 53% 21% 53% 21%

Tabelle 9: Marktpreisrisiko zum 31.12.2023

Der deutliche Rückgang der Marktpreisrisiken ist unter anderem auf den Abbau von FX-Risiken im Anlagebuch der Bank, den Einsatz von Sicherungsgeschäften sowie einer leicht reduzierten Marktvolatilität zurückzuführen.

Die Güte des VaR-Modells wird im Rahmen des Backtestings anhand der Gegenüberstellung von VaR-Werten und tatsächlichen Marktwertveränderungen überprüft.

3.1.6.3 Adressrisiko

Unter dem Adressrisiko versteht die Baader Bank allgemein die Gefahr, dass ein Kreditnehmer bzw. Kontrahent die geschuldete Leistung aufgrund des Ausfalls nicht oder nicht vollständig erbringen kann. Die Adressrisiken werden jeweils auf die konzernhöchste Einheit (Muttergesellschaft) angerechnet. Dies beinhaltet neben den einzelnen Kreditnehmereinheiten auch die Anrechnung auf die Konzentrationsstrukturlimite. Beispielsweise wird der Sitz der Muttergesellschaft als Kriterium für die Anrechnung auf das jeweilige Konzentrationsstrukturlimit des Landes herangezogen.

Bei den Adressrisiken wird zur Risikobegrenzung das gesamte Risikopotenzial anhand des vom Vorstand bereitgestellten Risikokapitals limitiert und überwacht.

Mittels bankeigenen Verfahren werden Bonitätsklassen ermittelt. Dabei findet auch der sogenannte Herfindahl-Hirschman-Index, der die Granularität des Portfolios und somit Risikokonzentrationen misst, Berücksichtigung. Auf Basis dieser Risikogewichte wird der VaR für das Adressenausfallrisiko berechnet. Dieser umfasst sowohl die erwarteten als auch die unerwarteten Verluste. Dabei wird sowohl die Verlustquote (LGD = loss given default) beim Ausfall der jeweiligen KNE (Kreditnehmereinheit, nach KGW) als auch eine theoretische Restlaufzeit der Position von einem Jahr berücksichtigt. Das gesamte Risiko über alle KNE ergibt sich dann aus der Addition der Einzelrisiken.

Bei Wertpapieren entstehen darüber hinaus noch zusätzliche Migrationsrisiken. Für diese kommen somit - ergänzend zu dem oben beschriebenen Default-Risk-Modell - zusätzlich das Migrationsrisikomodell zur Risikoquantifizierung zur Anwendung.

Die einzeln ermittelten Risikowerte werden entsprechend zu einem Gesamtrisiko aggregiert. Der Baader Bank Konzern unterscheidet hinsichtlich der Adressrisiken unter anderem zwischen Kredit-, Kontrahenten-, Emittenten- und Beteiligungsrisiken.

Nachfolgend wird die Risikosituation im Adressenausfallrisiko per 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr tabellarisch dargestellt:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
2022 2023 2022 2023
Kreditrisiko KU 3.912 1.324 3.912 1.742
Kreditrisiko KI 2.898 1.452 2.898 1.389
Kontrahentenrisiko 698 3.305 698 3.187
Emittentenrisiko 11.321 8.263 11.321 3.785
Beteiligungsrisiko 16.047 5.645 8.613 5.414
SUMME 34.876 19.988 27.442 15.517
Limitauslastung 70% 50% 55% 51%
Risikovorsorge für Kundenkredite 156 781 156 781

Tabelle 10: Adressenausfallrisiko Baader Bank Konzern /​ der Baader Bank AG zum 31.12.2023

Zusätzlich wurden zur Vermeidung von Konzentrationsrisiken Strukturlimite u.a. bzgl. Einzeladressen, Bonitäten, Branchen und Ländern implementiert. Diese werden überwacht und im Rahmen der Risikoberichterstattung an den Vorstand gemeldet.

Im Jahr 2023 sank das Adressenausfallrisiko des Baader Bank Konzerns sowie der Baader Bank AG durch den Abbau Anleihenposition. Die Risikovorsorge stieg zum Jahresende aufgrund des gestiegenen Kreditportfolios.

3.1.6.4 Operationelles Risiko

Operationelles Risiko ist die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch den Eintritt von externen Ereignissen entstehen. Dies schließt u.a. auch Rechtsrisiken oder Risiken aus Kooperationen und Cyberrisiken mit ein.

Die Einschätzung des Risikopotenzials, d.h. die konzernweite Identifizierung und Bewertung von operationellen Risiken, wird im Rahmen der jährlich stattfindenen Risikoinventur identifiziert. Ergänzend besteht für die Bereiche auch jederzeit die Möglichkeit, umgehend Meldungen von neu identifiziertem Risikopotenzial vorzunehmen.

Eingetretene Schäden aus operationellen Risiken werden gemeldet und in der Schadensfalldatenbank dokumentiert. Hierfür steht eine Anwendung zur Verfügung. Ein Schaden ist dabei ein finanzieller Verlust, der unmittelbar mit dem operationellen Risiko verbunden ist. Bedeutende Schadensfälle werden unverzüglich hinsichtlich ihrer Ursachen analysiert.

Die Quantifizierung unerwarteter Verluste aus dem operationellen Risiko orientiert sich am Loss Distribution Approach, wonach die Parameter einer der Schadenshöhe sowie der Schadenshäufigkeit auf Basis statistischer Methoden geschätzt werden, um einen Gesamtverlust pro Jahr zu ermitteln. Dabei wird angenommen, dass die Schadenhöhe lognormalverteilt ist, die Schadenanzahl einem Poissonprozess folgt und die Schäden unabhängig und identisch verteilt sind. Die Gesamtschadenverteilung wird mit Hilfe einer Statistiksoftware auf Basis der Monte-Carlo-Simulation geschätzt. Zur Ermittlung des Betrages, der mit Risikokapital zu unterlegen ist, wird für den unerwarteten Verlust das 99,9 %-Quantil herangezogen.

Die Ermittlung der Datenbasis erfolgt quartalsweise anhand historisch beobachteter Schäden ergänzt um Szenarien, welche bisher noch nicht in der Schadensfalldatenbank berücksichtigte, jedoch plausibel mögliche Risiken im Baader Bank Konzern darstellen. Dies schließt unter anderem Risiken aus fehlerhaften Prozessen, aus Datenverarbeitungsrisiken, aus Personalrisiken und Elementarrisiken mit ein.

Per 31.12.2023 stellte sich die Risikosituation wie folgt dar:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
2022 2023 2022 2023
Value at Risk 8.594 16.130 9.362 16.179
Limitauslastung 86% 81% 94% 81%
Schadensumme pro Jahr 1.114 1.002 1.114 1.002

Tabelle 11: Operationelles Risiko zum 31.12.2023

Zum Stichtag 31.12.2023 wurde das Verfahren für die Ermittlung des Value at Risk weiterentwickelt. Die Szenarien erhalten einen stärkeren Einfluss auf den Risikowert. Dadurch stieg der Value at Risk deutlich an. Die tatsächliche Schadenssumme aus operationellem Risiko im Jahr 2023 war dagegen im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht rückläufig.

Schäden aus Cyberrisiken aufgrund von Homeoffice-Tätigkeiten konnten keine verzeichnet werden. Im Hinblick darauf beurteilt der Vorstand das operationelle Risiko weiterhin als unkritisch. Darüber hinaus war das zur Verfügung gestellte Risikokapital zu jeder Zeit ausreichend. Die technische Ausstattung an Risikosystemen konnte im vergangenen Geschäftsjahr als angemessen bewertet werden.

3.1.6.5 Liquiditätsrisiko

Im Rahmen des Liquiditätsrisikos ist sicherzustellen, dass Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllt werden können. Hierbei wird grundsätzlich zwischen dem dispositiven und dem strukturellen Liquiditätsrisiko unterschieden.

Das dispositive (kurzfristige) Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass Kreditzusagen unerwartet in Anspruch genommen bzw. Einlagen unerwartet abgezogen werden (Abrufrisiko). Neben unerwarteten Abflüssen können zudem Verzögerungen bei Zahlungseingängen auftreten, was bedeutet, dass sich die Kapitalbindungsdauer von Aktivgeschäften unplanmäßig verlängert (Terminrisiko). Dies kann Auswirkungen auf die Erfüllung eigener Zahlungsverpflichtungen haben, z.B. in Form von Margin-Verpflichtungen an den Börsen aus der dortigen Handelstätigkeit der Baader Bank.

Die Sicherstellung der Zahlungsverpflichtungen obliegt dem Bereich Treasury. Zwischen den Marktbereichen, dem Bereich Treasury und der Abteilung Custody & Payment Services ist eine enge Abstimmung vorgesehen, um die täglichen Zahlungsströme aus diesen Bereichen zu koordinieren. Besondere Liquiditätsbelastungen aus anderen Bereichen sind Treasury und Custody & Payment Services unverzüglich anzuzeigen. Zur Sicherung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs des Baader Bank Konzerns bestehen Kreditlinien und die Teilnahme am GC-Pooling-Markt.

Zur Steuerung und Überwachung der LCR (Liquidity Coverage Ratio) -Kennziffer ist ein Limitsystem für die Marktbereiche eingerichtet, welches zum einen alle verrechneten Zu- und Abflüsse und zum anderen das gesamte gebundene Kapital je Valutatag und Profit Center limitiert. Diese Liquiditätslimite ermöglichen eine untertägige Steuerung der Liquidität und somit auch der LCR-Kennziffer durch den Bereich Treasury. Darüber hinaus wird täglich die Einhaltung der LCR-Kennziffer im Rahmen des Risikoreports an den Vorstand überwacht. Ergänzend erhält das Risk Management täglich vom Bereich Treasury einen Liquiditätsstatus mit der aktuellen Liquiditätssituation, der vom Risk Management entsprechend plausibilisiert und überprüft wird. Daneben erfolgt auf vierteljährlicher Basis die Ermittlung und Überwachung der NSFR (Net Stable Funding Ratio)-Kennziffer. Aufgrund der Art der Ausprägung des dispositiven Liquiditätsrisikos ist eine Begrenzung dieses Risikos durch Risikodeckungspotenzial nicht möglich und somit eine Quantifizierung nicht zielführend (MaRisk AT 4.1 Tz. 4).

Das strukturelle Liquiditätsrisiko (Refinanzierungsrisiko) beschreibt die Gefahr, dass sich die Refinanzierungskosten durch eine mögliche Verteuerung des institutsindividuellen Spreads erhöhen. Nach einer Bonitätsverschlechterung können Passivgeschäfte nur zu schlechteren Konditionen abgeschlossen werden. Zudem können marktbedingte Veränderungen einen großen Einfluss haben. Steigt der Marktzins, wird tendenziell die Refinanzierung teurer. Die dadurch gewonnenen liquiden Mittel werden im Wesentlichen in EZB-fähige Anleihen investiert, welche wiederum im Rahmen der Offenmarktpolitik bei der Deutschen Bundesbank als Refinanzierungsfazilitäten oder im GC-Pooling-Markt hinterlegt werden können.

Durch die Erstellung von Liquiditätsablaufbilanzen und die Ermittlung potenzieller Liquiditätsunterdeckungen wird ein möglicher Refinanzierungsschaden quantifiziert. Es wird quartalsweise die Refinanzierung zu aktuell gültigen Marktkonditionen der Refinanzierung im unerwarteten Fall gegenübergestellt. Hierbei fließen zum einen eine deutlich teurere Refinanzierung und zum anderen unerwartete Mittelabflüsse ein. Die Differenz stellt dann den entsprechenden Refinanzierungsschaden dar. Dieser wird im Zuge der Ermittlung der Risikotragfähigkeit für den Baader Bank Konzern berücksichtigt und ggf. mit Risikokapital unterlegt. Die Überprüfung, ob das zur Verfügung gestellte Risikokapital ausreicht, um unerwartete Verluste aus Liquiditätsrisiken zu decken, erfolgt täglich im Risk Management. Die Risikosituation stellte sich per 31.12.2023 wie folgt dar:

scrollen
In TEUR Baader Bank AG Baader Bank Konzern
2022 2023 2022 2023
Refinanzierungsschaden 0 0 0 0
Limitauslastung 0% 0% 0% 0%

Tabelle 12: Liquiditätsrisiko zum 31.12.2023

Im Geschäftsjahr 2023 bestand - wie auch schon in den Vorjahren - aufgrund fehlender Liquiditätslücken kein Risikopotenzial. Deshalb beurteilt das Risk Management das Liquiditätsrisiko als unkritisch.

Im Zuge des strukturellen Liquiditätsrisikos erstellt die Bank quartalsweise einen Refinanzierungsplan, sowohl für das Basis-Szenario, als auch für das adverse Szenario. Dieser spiegelt die Strategie, den Risikoappetit und das Geschäftsmodell der Bank wider und trägt möglichen Auswirkungen auf den Refinanzierungsbedarf durch Veränderungen in der Geschäftstätigkeit, den strategischen Zielen und im wirtschaftlichen Umfeld angemessen Rechnung.

Das dispositive und strukturelle Liquiditätsrisiko wiederum finden Eingang im ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process). Der ILAAP ist definiert als das vom Institut eingerichtete Verfahren zur Identifizierung, Messung, Steuerung und Überwachung von Liquidität. Er umfasst somit sämtliche zur Untermauerung des Risikoappetits erforderlichen qualitativen und quantitativen Informationen, einschließlich einer Beschreibung der Systeme, Verfahren und Methoden zur Messung und Steuerung von Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken. Die Baader Bank legt jährlich eine Erklärung über die Angemessenheit ihrer Liquiditätsausstattung vor, extern über einen entsprechenden Meldebogen der Fina-RisikoV gegenüber der Aufsicht, intern im Rahmen eines LAS (Liquidity Adequacy Statement) gegenüber dem Vorstand.

3.1.6.6 Kosten- und Ertragsrisiko

Das Kosten- und Ertragsrisiko beziffert erhöhte Kosten bzw. zu geringe Erträge im Vergleich zur Planung in einem Zeitraum von bis zu einem Jahr. Diese Abweichungen können durch eine Veränderung von internen oder externen Faktoren verursacht werden. Dieses Risiko umfasst auch das Vertriebsrisiko.

Eine Quantifizierung erfolgt auf Basis einer Expertenschätzung des Bereichs Controlling.

3.1.7 Zusammenfassende Darstellung der Risikolage des Baader Bank Konzerns

Der Baader Bank Konzern steuert die wesentlichen Risiken durch einen Risikosteuerungs- und -controllingprozess sowie Risikomanagementtools. Der proaktive Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung der mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen dieser Risiken auf die finanziellen Ergebnisse sowie die langfristigen strategischen Ziele frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen abzuschwächen. Durch die zentrale Einheit Risk Management, in der alle im Baader Bank Konzern bestehenden Risiken bewertet und überwacht werden, ist sichergestellt, dass Interdependenzen zwischen den Risikoarten erkannt und Gegenmaßnahmen durch die Baader Bank eingeleitet werden können.

Im Rahmen der Risikostrategie wurde vom Vorstand der Baader Bank auch im Geschäftsjahr 2023 abgeleitet vom Risikoappetit nur ein Teil des verfügbaren Risikodeckungskapitals zur Deckung unerwarteter Verluste zur Verfügung gestellt. Die Aufteilung und deren unterjährige Reallokation auf die einzelnen Risikoarten berücksichtigt insbesondere das aktuell bestehende Risikopotenzial in den einzelnen Risikoarten, die Geschäftsstrategie für die folgenden Jahre sowie die Markterwartungen. Die Risikotragfähigkeit für die Baader Bank war im vergangenen Geschäftsjahr auch unter der Berücksichtigung der Stresstests in der ökonomischen Perspektive jederzeit gewährleistet. In der normativen Perspektive wurden die Vorgaben der Aufsicht hinsichtlich der Eigenmittelanforderungen eingehalten. Die Kapitalplanung der Baader Bank zeigt, dass die Sicherstellung der langfristigen Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen auch unter adversen Bedingungen sichergestellt ist.

Die hohe Inflation, das hohe Zinsniveau und die gesunkenen Wachstumserwartungen sowie mehrere geopolitische Konflikte bestimmten 2023 maßgeblich die Märkte. Die Baader Bank konnte ihre Wettbewerbsposition trotz des schwierigen Umfeldes weiter ausbauen und die Kundenanzahl weiter steigern. Erwartungsgemäß wird auch das kommende Geschäftsjahr von der geld- und geopolitischen Lage geprägt sein. Signifikante Kreditausfälle sind im Baader Bank Konzern nicht zu erwarten, da nahezu ausschließlich das ausreichend besicherte Lombardkreditgeschäft und kein klassisches Kreditgeschäft betrieben wird. Darüber hinaus besitzt das Anlagebuch eine gute Kreditqualität.

3.2 Prognose- und Chancenbericht

3.2.1 Erwartete Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen

Die Frühindikatoren signalisieren Anfang 2024 ein uneinheitliches Bild für das konjunkturelle Umfeld. Während der globale Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Januar erstmals seit 16 Monaten wieder ein Niveau von 50 Punkte erreichen konnte, deuten die jüngsten Umfragen zum ifo Geschäftsklima sowie dem GfK Konsumklima auf ein anhaltend schwieriges Wachstumsumfeld hin. Der IWF erwartet aktuellen Prognosen zu Folge, dass die Weltwirtschaft in 2024 um 3,1 % wachsen wird, was dem Niveau von 2023 entspricht. Die USA (2,1 %) und China (4,6 %) sollen laut dem IWF in diesem Jahr etwas schwächer wachsen als im letzten, während die Eurozone (0,9 %) und Deutschland (0,5 %) leicht zulegen dürften. Da die zugrundeliegende Entwicklung bei den Auftragseingängen in Deutschland jedoch zuletzt weiterhin eher schwach verlief, dürfte sich eine Wachstumsbelebung wahrscheinlich erst im zweiten Halbjahr 2024 materialisieren.

Insgesamt ist somit zu erwarten, dass das ökonomische Umfeld für viele Unternehmen zunächst herausfordernd bleiben wird. Dazu dürfte auch beitragen, dass die Notenbanken ihre Leitzinsen zunächst noch im restriktiven Bereich halten werden. So hatten sowohl die EZB als auch die Federal Reserve (FED) zuletzt Hoffnungen auf eine schnelle Senkung ihrer Leitzinsen gedämpft. Trotz der deutlich rückläufigen Teuerungsraten in der zweiten Jahreshälfte 2023 sehen beide Notenbanken ihr Inflationsziel aktuell noch nicht als erreicht an, weil sich insbesondere die Preissteigerungen für Dienstleistungen weiterhin nur sehr langsam zurückbilden. Somit dürften die Finanzierungskosten von Haushalten und Unternehmen zunächst hoch bleiben, was sich dämpfend auf die Nachfrage auswirken sollte.

Die Kombination aus niedrigem Wirtschaftswachstum und zunächst noch restriktiv bleibenden Notenbanken birgt die Gefahr, dass die Volatilität an den Finanzmärkten in den nächsten Monaten erneut ansteigen könnte. So könnte sich der Kursausblick an den Aktienmärkten im Verlauf des Frühjahres erneut eintrüben, insbesondere falls sich die erwartete Wachstumserholung erneut nach hinten verschieben sollte. Ein Risikofaktor geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass die negativen konjunkturellen Folgewirkungen aufgrund der sehr straffen Geldpolitik erst verzögert bzw. abrupt sichtbar werden könnten. Auch andere Themen wie eine mögliche Eskalation geopolitischer Konflikte oder die Unsicherheit über den Ausgang der anstehenden Wahlen in Europa und den USA könnten die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten zumindest vorübergehend belasten.

Während die Perspektive auf eine allmähliche wirtschaftliche Erholung und die Aussicht auf Zinssenkungen seitens der EZB und FED im weiteren Jahresverlauf als mittelfristig positiv für die Entwicklung an den Aktienmärkten anzusehen ist, könnte sich eine Fortsetzung des in den ersten Wochen des Jahres erfolgten Renditeanstiegs an den Anleihemärkten zwischenzeitlich als belastend für die Bewertung von Aktien auswirken. Das gilt insbesondere deswegen, weil die starke Aktienmarktentwicklung im 4. Quartal 2023, gemessen am EURO Stoxx 50 Index, stark von der Antizipation eines Szenarios getrieben war, in dem eine Rezession vermieden werden kann und die Notenbanken dennoch die Zinsen schnell und deutlich senken werden. Solange jedoch die Bestätigung dafür noch ausbleibt, dürften einige Investoren zunächst eine abwartende Haltung einnehmen. Vor diesem Hintergrund sollte für die Entwicklung an den Aktienmärkten in 2024 auch entscheidend sein, wie sich die Erwartungen für die Unternehmensgewinne weiter entwickeln werden. Da die Unsicherheit über das künftige Wirtschaftswachstum und den Spielraum für weitere Preisanhebungen zunächst hoch bleiben dürfte, könnte die Unterstützung für die Aktienmärkte von dieser Seite zeitweise volatil verlaufen.

Da jedoch damit zu rechnen ist, dass sich - aus Sicht der EZB - die genannten Unsicherheitsfaktoren im Verlauf des Jahres 2024 allmählich zurückbilden, ist zu erwarten, dass sich die Performanceaussichten an den Aktienmärkten vor allem im 2. Halbjahr aufhellen werden. Vor diesem Hintergrund ist es zunächst wahrscheinlich, dass an den Aktienmärkten weiterhin eher mit kurzfristigen Rotationen bei Branchen und Investmentstilen zu rechnen ist. In Phasen erhöhter Volatilität dürften sich Qualitätstitel und Unternehmen mit defensiven Geschäftsmodellen besser als der Gesamtmarkt entwickeln, während spätzyklische Value-Aktien eher underperformen sollten. Demgegenüber dürften zyklische Sektoren insbesondere in den Phasen profitieren, in denen eine Wachstumsbelebung wahrscheinlicher wird. Solange sich eine klare wirtschaftliche Erholung - sichtbar durch das ifo Geschäftsklima und das GfK Konsumklima - jedoch noch nicht abzeichnet, dürften sie sich eher unterdurchschnittlich entwickeln. Sollte es dann im zweiten Halbjahr zu der erhofften Konjunkturbelebung kommen, sollten insbesondere geringer kapitalisierte Titel ihre mehrjährige Underperformance überwinden können.

3.2.2 Ausblick auf die Geschäftsfelder

3.2.2.1 Geschäftsfeld Market Making

Die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsfeldes Market Making wird in 2024 weiterhin maßgeblich vom Marktverlauf, den Handelsvolumina in den einzelnen Wertpapiergattungen und der Marktvolatilität bestimmt sein. Diese Ergebnistreiber unterliegen stets dem Einfluss von exogenen, nicht vom Institut beeinflussbaren geokonjunkturellen und geldpolitischen Rahmendaten, sodass Prognosen nur sehr eingeschränkt im Rahmen der erwarteten Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkung auf die Handelserträge der Baader Bank abgegeben werden können.

Die Verlagerung der Wertpapiervolumina auf alternative Handelsplattformen ist weiterhin zu beobachten. Im Berichtszeitraum hat die Baader Bank ihre strukturellen und vertriebsstrategischen Maßnahmen fortgesetzt und wird sich ihre verhältnismäßig hohen Marktanteile als Market Maker an deutschen Präsenzbörsen zu Nutze machen und bestehende sowie neue Kooperationen mit Betreibern von börslichen und außerbörslichen Handelsplattformen weiterhin in den Fokus rücken, da aus Sicht des Vorstands der Baader Bank die Kooperationsmodelle in der Konstellation mit Neo-Brokern und Gratisbörsen weiterhin attraktiv bleiben. Im Sinne der High Performance Banking-Strategie ist hierbei auch die schrittweise Ausweitung ausgehend von der DACH-Region nach Europa anvisiert, um die Diversifikation in neuen Märkten weiter voranzubringen. Die Realisierung von und die Partizipation an längerfristigem Kundenzuwachs, Produkterweiterungen, steigenden Orderflow-Volumina und konstant erhöhende Umsätze sind auch an in Europa zu erschließenden Wertpapiermärkten wesentliches Ziel. Die Baader Bank geht gemeinsam mit ihren Geschäftspartnern einen entscheidenden Schritt, um die angebotenen Plattformdienstleistungen künftig auch im Ausland anzubieten.

Die Attraktivität von Wertpapieren als Anlage hält an, u.a. begründet in der Thematik der privaten Altersvorsorge, dem einfachen mobilen Zugang, sowie kostengünstigen passiven Produkten. Im aktuellen makroökonomischen Umfeld steigt hierbei auch die Bedeutung der Renten als Assetklasse weiter an. Dieser Trend wird sich im Jahr 2024 voraussichtlich abgeschwächt fortsetzen, da möglicherweise moderate Zinssenkungen die Entwicklung dämpfen.

Insgesamt ist die Baader Bank serviceseitig bestrebt, die Qualität weiter zu verbessern. Im Wettbewerb nimmt der Margendruck und das Kostenniveau weiterhin zu und es findet vereinzelt eine Verdrängung kleiner Wettbewerber statt. Das Geschäft ist weiterhin stark durch Verrechnungspreise, größere Player und Börsenplatzbetreiber (z.B. Börse Stuttgart, Börse Frankfurt, Börse München) getrieben. Zusätzlich etablieren sich neue Wettbewerber (Fintechs) am Markt.

Einhergehend mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet der Vorstand der Baader Bank in 2024 ein eher stagnierendes Gesamtmarktwachstum mit einem vereinzelt volatilen Marktumfeld. Es ist davon auszugehen, dass die Beliebtheit der Aktie als Anlageform und der mobile Zugang zu den Märkten seitens der Anleger weiterhin das Geschäft der Baader Bank stützen werden, insbesondere auch über den deutschsprachigen Raum hinaus. Das daraus resultierende sich weiter fortsetzende Wachstum hinsichtlich Kunden, Marktvolumina und Produkten wird sich voraussichtlich in einem vergleichbaren Umfeld wie in 2023, d.h. mit einer ähnlichen Anzahl der Wertpapiertransaktionen und wieder leicht zunehmenden Umsatzvolumina, entwickeln.

Nichtsdestotrotz befinden sich Market Maker angesichts steigender technischer und regulatorischer Anforderungen innerhalb der deutschen Börsenlandschaft weiterhin in einer Konsolidierungsphase, die zu einem anhaltenden Wettbewerb führen könnte und das Fortbestehen kleinerer, weniger kapitalstarker Marktteilnehmer gefährdet. Gleichwohl hält die Baader Bank an ihrem mittel- und längerfristigen strategischen Ziel des Geschäftsfeldes Market Making fest, die aktuelle Marktposition auszuweiten. Hierfür ist in 2024 u.a. eine Markt-Offensive geplant, welche das Handelsangebot der Baader Bank unter der Marke "Baader Trading" im Markt platzieren soll, um die Marktanteile gezielt zu erhöhen, u.a. im außerbörslichen aber auch im börslichen Handel und Brokerage. Weiterhin gilt es Internationalisierungsopportunitäten auszuloten und zu nutzen, sowie Chancen für anorganisches Wachstum umzusetzen wie bspw. die Übernahme von Orderbüchern.

3.2.2.2 Geschäftsfeld Capital Markets

Maßgeblicher Treiber der Auftragslage im Kapitalmarktbereich sind der allgemeine Aktienmarktverlauf mit seinen Wertpapierumsätzen sowie die vorherrschende Volatilität an den Sekundärmärkten in Verbindung mit der allgemeinen Wettbewerbssituation und dem globalen Zinsniveau.

Für das angefangene Jahr 2024 erwartet der Vorstand der Baader Bank eine weiterhin zurückhaltende Marktentwicklung, allerdings mit perspektivisch mehr Börsengängen in der zweiten Jahreshälfte und einem sich langsam wiederbelebenden Geschäft mit Kapitalmarktdienstleistungen. Nach wie vor besteht international, v.a. in den angelsächsischen Märkten, eine Abhängigkeit von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Capital Markets-Geschäft. Für den weiteren Verlauf in 2024 sind bereits Transaktionen in der Pipeline.

Anfang Februar 2024 hat der Panzergetriebe-Hersteller RENK seinen im Oktober abgesagten Börsengang auf dem Frankfurter Parkett nachgeholt. Die Baader Bank ist Spezialist am Handelsplatz Börse Frankfurt und Designated Sponsor auf XETRA.

Perspektivisch wird eine moderate Steigerung des Transaktionsvolumens für das laufende Jahr auf ein leicht höheres Niveau als im abgeschlossenen Geschäftsjahr angestrebt. Zudem soll eine weitere Erhöhung der Sichtbarkeit im Kapitalmarktgeschäft fokussiert werden, unterstützt durch die Handelskompetenz (Designated Sponsoring, Market Making) und Wertpapiertechnik als strategische Angelpunkte, sodass in diesen Bereichen die Cross-Selling-Effekte des Geschäftsmodells wirken, einhergehend mit dem Ausbau der Volumina dieser Services. In diesem Kontext wird auch die Expansion in den Schweizer Markt sowohl im ECM-Geschäfts als auch im Wertpapiertechnik-Bereich vorangetrieben.

Entsprechend soll mittel- bis langfristig die Anzahl der Mandatierungen der Baader Bank wieder moderate steigen - stets unter Berücksichtigung der globalen Zinsentwicklung, wobei ein steigendes Zinsniveau als geschäftshemmend einzustufen ist. Auch die steigende Bedeutung von ESG-Themen ist in die Handhabung der Kapitalmaßnahmen zunehmend miteinzubeziehen. Insgesamt erwartet der Vorstand der Baader Bank für das Jahr 2024 ein leichtes Gesamtwachstum im deutschen Markt gegenüber dem Vorjahr.

Seit dem 01. Januar 2024 wurde das bisherige Geschäftsfeld Research Services in das Geschäftsfeld Capital Markets integriert. Im Researchgeschäft erwartet die Baader Bank für das Jahr 2024 ein zurückhaltendes bis ausbleibendes Gesamtmarktwachstum. Perspektivisch beeinflussen ein stagnierender Markt sowie steigender Margendruck das Geschäft. Das aktuelle Nachfrageniveau hat jedoch weiterhin seine Berechtigung und kann bspw. durch Preisoptimierungen im Sinne der Verbesserung der eigenen Marktstellung erhöht werden. So können die Produkte in diesem Geschäftsfeld insbesondere auch als Anknüpfungspunkt für weitere Geschäftsaktivitäten in anderen Geschäftsfeldern der Baader Bank angesehen werden. Das Geschäftsfeld Research Services bleibt für die Baader Bank weiterhin wichtiges Bindeglied zwischen den deutschsprachigen Unternehmenskunden und internationalen Investoren. Die starke Präsenz auf internationalen Investorenkonferenzen soll beibehalten und durch weitere eigene Konferenzen in kleinerem Format ergänzt werden - z.B. Sektor- und SmallCap-Koferenzen. Entsprechend fungiert das Researchgeschäft der Baader Bank als Cross-Selling-Bereich mit anderen Geschäftsbereichen wie etwas das Kapitalmarkt- und das Brokerage-Geschäft.

Im Bereich der Wertpapiertechnik-Dienstleistungen agiert die Baader Bank weitgehend unabhängig von der volkswirtschaftlichen Grundstimmung und will dies auf konstant hohem Qualitäts- und Ertragsniveau fortsetzen. Die sehr hohe Anzahl der Transaktionen und Dienstleistungsmandate in 2023 soll perspektivisch auf diesem Niveau bleiben, wenngleich ein Rückgang mit eingeplant ist. Die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten in die Schweiz erreichte im vierten Quartal 2023 einen wichtigen Meilenstein und soll in 2024 entscheidend vorangebracht werden.

3.2.2.3 Geschäftsfeld Brokerage

In weitgehender Übereinstimmung mit den Geschäftsbereichen Market Making und Capital Markets sind die volkswirtschaftliche Grundstimmung, der allgemeine Aktienmarktverlauf sowie die Volatilität an den Sekundärmärkten maßgebliche Ergebnistreiber des Geschäftsfeldes Brokerage.

Perspektivisch erwartet der Vorstand der Baader Bank im Brokerage-Geschäft ein leichtes bis moderates Gesamtmarktwachstum in 2024. Insgesamt sollten die Handelsaktivitäten der internationalen institutionellen Investoren weiter zunehmen. In diesem Umfeld positioniert die Baader Bank ihr Brokerage als globales bzw. paneuropäisches Produkt in 2024 ebenfalls unter dem Überbegriff "Baader Trading". Dabei besteht die klare Absicht, sich mit einer kostengünstigen und effektiven Herangehensweise gegenüber dem Margendruck zu positionieren. So stellen nach wie vor auch in 2024 die preissensiblen Mechanismen innerhalb des MiFID II-Regimes potenziell hemmende Faktoren dar. Das Ziel, neue Marktanteile im Brokerage hinzuzugewinnen, hat weiterhin Bestand. Wichtige Faktoren sind perspektivisch die Nutzung von Cross-Selling-Effekten bei bestehenden Kunden, der Ausbau des Kryptoangebots für weitere Kunden, die Optimierung der Time-to-market bei neuen Produkten oder deren Ausweitung und insgesamt der Ausbau bestehender Kooperationspartnerschaften sowie das Onboarding und die Akquise neuer Kooperationspartner.

In 2024 ist eine weitere Steigerung des Handelsvolumens im niedrigen zweistelligen Prozentbereich anvisiert.

3.2.2.4 Geschäftsfeld Account Services

Der Vorstand der Baader Bank erwartet für das Jahr 2024 ein insgesamt zurückgehendes Gesamtmarktwachstum - abhängig vom Anlegerverhalten und den makroökonomischen Entwicklungen im angefangenen Jahr. Für die weitere Gewinnung von Marktanteilen wirken u.a. eine steigende Anzahl an Aktiensparenden (in Deutschland) sowie die Ausweitung der Geschäfte von Retail-Brokern u.a. in das europäische Ausland unterstützend. Auch neue Produktwelten, u.a. im Bereich Krypto, sowie der Ausbau im Geschäft mit klassischen Vermögensverwaltern werden die Geschäftsentwicklung künftig beeinflussen. Für das laufende Jahr soll der Krypto-Handel für weitere Kooperationspartner umgesetzt werden. Darüber hinaus ist die weitere Internationalisierung im Geschäft der Online-Vermögensverwalter und Neo-Broker zu erwarten, wodurch sich weitere vielversprechende Marktpotenziale ergeben. In diesem Umfeld ist die Baader Bank bestrebt, ihre Marktposition dank ihres integrierten Geschäftsmodells weiterhin zu behaupten und auszubauen.

Im aktuellen Umfeld schreitet auch die Internationalisierung im Markt der Neo-Broker und Robo-Advisor voran. Damit einhergehend hinterfragen die Akteure durchaus ihr Setup, um Optimierungspotenziale zu identifizieren. Die Baader Bank hält an ihrem Wachstumskurs im Bereich Account Services, der sich in seiner Cross Selling-Funktion mit ertragssteigernder Wirkung in den Handelseinheiten etabliert hat, weiterhin fest. Mit dem Ausbau der Kooperationen mit qualitativen Geschäftspartnern und deren hauptsächlich digitalen Kooperationsmodellen will die Baader Bank die Anzahl an Konten und Depots bis Ende des Jahres 2024 weiter steigern, einhergehend mit einem Wachstum des Depotvolumens sowie des Einlagenvolumens. Bei einem anhaltend hohen Zinsniveau wirkt diese Entwicklung unterstützend für das Gesamtergebnis der Bank.

Insgesamt befindet sich die Baader Bank als Komplettanbieter für Market Making und Konto-Depot-Dienstleistungen in einer komfortablen Ausgangsposition.

3.2.2.5 Geschäftsfeld Fund Services

Hinsichtlich der Geschäftsaktivitäten im Bereich Fund Services bestehen für die Baader Bank aufgrund ihres diversifizierten Geschäftsmodells entscheidende Wettbewerbsvorteile. Diese liegen unter anderem in der Schnelligkeit und Qualität des Handels sowie im Spektrum der Ausführungsplätze und der handelbaren Assetklassen und Produkte. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet der Vorstand der Baader Bank, unter Einbezug tendenziell geringerer Marktschwankungen, ein geringes bzw. moderates Gesamtmarktwachstum. Mit der gelegentlichen Konsolidierung von Einzelfonds muss durchaus gerechnet werden. Nichtsdestotrotz ist weiterhin von einer aus Sicht der Baader Bank günstigen Bedarfssituation auf Kundenseite auszugehen, da die Regulierung des Finanzsektors zu erhöhtem Kostendruck und anhaltenden Auslagerungstendenzen innerhalb der Kapitalverwaltungsgesellschaften führt. Zusätzlich getrieben wird diese Entwicklung auch von der enormen Bedeutung und dem Umsetzungsdruck hinsichtlich neuer aufsichtsrechtlicher ESG-Regularien. Entsprechend strebt die Baader Bank eine gleichbleibende bis leicht verbesserte Entwicklung hinsichtlich der Assets under Management und der Anzahl der Fondsmandate für das Jahr 2024 an.

Mit ihrer Expertise im Handel und der Regulatorik kommt die Baader Bank weiterhin ihrem Bestreben nach, über komplementäre Dienstleistungen im Bereich Asset Management einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden zu schaffen und gleichzeitig für eine effiziente Auslastung der vorhandenen Infrastruktur in ihren Grundlagengeschäftsfeldern zu sorgen. Im Zuge der High Performance-Banking-Strategie beabsichtigt der Vorstand der Baader Bank die Stabilisierung und Ausweitung der Marktposition mit weiterem Fokus auf Kunden in Europa und darüber hinaus (z.B. USA).

3.2.2.6 Geschäftsfeld Research Services

Seit dem 01. Januar 2024 wurde das bisherige Geschäftsfeld Research Services in das Geschäftsfeld Capital Markets integriert. Das Geschäftsmodell der Baader Bank wird somit künftig in fünf Geschäftsfeldern umgesetzt. Mit diesem Schritt sollen die Cross-Selling-Potenziale und Synergien der beiden Bereiche noch besser genutzt werden. Durch die engere Zusammenarbeit können zusätzlich auch Kosten optimiert und die Einnahmen gesteigert werden. Dieser Schritt stellt keinen Bedeutungsverlust des Researchgeschäfts dar, sondern eine gestärkte Positionierung in einem weiterhin starken Wettbewerb.

3.2.3 Ausblick auf die Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaften

Als elementarer Bestandteil des Baader Bank Konzerns und in enger Verzahnung mit den Geschäftsfeldern Brokerage und Capital Markets (inklusive Research Services), ist die Baader Helvea Gruppe Ansprechpartner für internationale institutionelle Investoren und Unternehmenskunden. Dabei wird der Kundenfokus auf Großbritannien, der Schweiz und Nordamerika weiter bestehen bleiben. Die Gruppe liefert das organisatorische und vertriebliche Setup, um die relevanten Investoren- und Kundengruppen in den jeweiligen Destinationen bedienen zu können. Die Baader Helvea Gruppe wird deshalb auch in 2024 einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Betreuung des internationalen Kundenkreises im Baader Bank Konzern leisten.

Die weiter voranzutreibende Optimierung des Research-Angebotes im gesamten Baader Bank Konzern, aber auch der Investitionsbedarf des Baader Helvea-Kundenstamms lassen für das Geschäftsjahr 2024 im schweizerischen Unternehmen einen konstanten Ergebnisbeitrag zum Gesamtergebnis des Baader Bank Konzerns erwarten. Das Unternehmen wird auch im Jahr 2024 weiterhin von den Standorten Zürich, London und New York aus operieren.

Im Kontext der Geschäftstätigkeiten der Selan Gruppe ist die Abhängigkeit von den Strompreisschwankungen in den kommenden zwei Jahren aufgrund der Festpreisvereinbarung mit dem Stromvermarkter fast vollständig gewichen. Das Gesamtjahresergebnis der Selan Gruppe ist daher in starkem Maße von den Windverhältnissen und den daraus zu erzielenden Winderträgen abhängig. Die Gesellschaft geht derzeit davon aus, dass die Windkraftanlagen weiterhin verlässlich und stabil laufen und die Wetterverhältnisse keine größeren Überraschungen wie im letzten Jahr bereithalten.

Der Prognostizierbarkeit der Winderträge sind erfahrungsgemäß Grenzen gesetzt, jedoch glauben wir auch in diesem Jahr das durchschnittliche Ertragsniveau der Vorjahre erreichen zu können. Sonderbelastungen aus der europäischen Strompreis-Deckelung und den daraus resultierenden Zusatzabgaben werden nicht erwartet.

Noch immer steht die geplante Erweiterung des Windparks um bis zu 7 Windkraftanlagen im Fokus der Gesellschaft. Die Gesellschaft erwartet noch in der ersten Jahreshälfte eine abschließende Genehmigung durch das kroatische Umweltministerium. Sollte im Jahre 2024 mit dem Ausbau begonnen werden können, so werden im Geschäftsjahr erste aktivierungsfähige Aufwendungen für Bestandteile der geplanten Investition erwartet.

Unverändertes Ziel der Baader & Heins Capital Management AG wird in 2024 in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld die Sicherung der starken Marktposition bei der Vermittlung von Schuldtiteln und im Geldmarkthandel sein.

Auf dieser Grundlage ist der Vorstand der Baader & Heins AG der Meinung, dass eine Priorisierung der kürzeren Laufzeiten sowie eine Verlagerung der prozentualen Verteilung der Anlageprodukte hin zu Aktien, Fonds, weiteren alternativen Anlageformen und Investitionen in Immobilien bei den Investoren durchaus anhalten könnte. Insbesondere der Ukraine-Krieg, der Nahost-Konflikt, die bevorstehenden Wahlen in den USA sowie die immer noch erhöhte Inflation bilden für institutionelle Investoren hierbei weiterhin Unsicherheitsfaktoren. Trotz der damit verbundenen negativen Folgeerscheinungen geht der Vorstand der Baader & Heins AG davon aus, dass die Gesellschaft weiterhin stabile Erträge erzielen wird. Sowohl die Anzahl der Transaktionen als auch das vermittelte Volumen sollten hier auch in Zukunft ein solides Fundament darstellen.

3.2.4 Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung des Baader Bank Konzerns

Der Banken- und Börsenmarkt, in dem sich die Baader Bank als ihrem Hauptmarkt bewegt, ist in Deutschland sowie in Europa weiterhin im Wandel und von anhaltendem Wachstum geprägt. Gebührenoptimierte Best Execution-Plattformen, die für Endkunden kostenlose oder flexible Preisstrategien umsetzen, gewinnen seit dem Boom während der Ausnahmejahre 2020 und 2021 weiterhin Marktanteile gegenüber klassischen deutschen Regionalbörsen. Ein dadurch vereinfachter Zugang zum Wertpapierhandel auch für Privatanleger, lässt Anleger als aktive Selbstentscheider agieren, die über einen digitalen und oftmals mobilen Zugang zum Wertpapierhandel verfügen und diesen für ein kostenoptimiertes, aktives Trading sowie für langfristige Sparanlagen oder auch den Handel mit Kryptowährungen nutzen. Diese Entwicklung wird insbesondere durch Neo-Broker und Robo-Advisor getrieben und geschieht längst im Zuge einer Europäisierung der Angebote für Privatanleger, entweder durch über Ländergrenzen hinweg expandierende Marktakteure oder im europäischen Ausland ansässige Wettbewerber direkt.

Für die Baader Bank bedeutet dies perspektivisch eine steigende Tendenz hinsichtlich der Handelsvolumina bei den von ihr betreuten Orderbüchern im Market Making und weiteres Wachstum in Bezug auf die von ihr in Kooperationen geführten Konten und Depots auch im Jahr 2024.

Der Vorstand der Baader Bank erwartet, dass die Ertrags- und Ergebnisbeiträge aus dem Market Making und dem Brokerage inklusive der Cross-Selling-Effekte aus den Account Services bei einer moderat steigenden Wachstumskurve - ausgehend von den Entwicklungen in 2023 - in den Bereichen leicht über dem Niveau des Geschäftsjahres 2023 liegen werden. Für den Bereich Capital Markets (inkl. Research Services) erwartet der Vorstand ein vergleichsweise geringeres Steigerungspotenzial der Geschäftsentwicklung für 2024, wobei sich der Markt für Kapitalmarktdienstleistungen durchaus besser entwickeln sollte als in 2023.

Für die Gesamtaussage zur zukünftigen Entwicklung der Baader Bank sind im Einzelnen die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren und Ergebnistreiber wie folgt einzuordnen:

Für das kommende Geschäftsjahr 2024 wird im Base Case-Szenario der Baader Bank (gilt sowohl für die Baader Bank AG als auch den Baader Bank Konzern) erwartet, dass sich die Marktvolatilität im Vergleich zum Vorjahr tendenziell auf einem ähnlichen Niveau einpendelt. Aufgrund des sich weiter fortsetzenden Wachstums (seitens Kunden, Marktvolumina und Produkten) ist zu erwarten, dass die Anzahl der Wertpapiertransaktionen gegenüber dem Vorjahr leicht steigen wird. In Bezug auf das Umsatzvolumen für das Jahr 2024 geht der Vorstand der Baader Bank von einer moderaten Erhöhung gegenüber dem Vorjahr aus. Neben der über die nationalen Ländergrenzen hinaus weiter steigenden Anzahl an Privatanlegern im Retailkundengeschäft, trägt auch das erwartet leicht steigende Geschäftsvolumen in allen Geschäftsfeldern zur Stabilisierung der Stückzahlen und Volumina bei.

Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet der Vorstand auf Basis der Szenarioplanung sowohl für die Baader Bank AG als auch für den Baader Bank Konzern mit im Vergleich zum Vorjahr leicht steigenden Gesamterträgen.

Innerhalb der Gesamterträge geht der Vorstand beim Handelsergebnis für das Geschäftsjahr 2024 - unter Berücksichtigung schwer prognostizierbarer Marktvolatilitäten sowie Handelsvolumina - von im Vergleich zum Vorjahr moderat steigenden Erträgen aus. Die Umsatzerlöse werden im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls leicht erhöht erwartet. Diese erwarteten Ertragsbeiträge kompensieren ein leicht unter dem Vorjahresniveau prognostiziertes Ergebnis aus Zins- und Provisionsgeschäft.

Auf der Aufwandsseite rechnet der Vorstand der Baader Bank für das Geschäftsjahr 2024 demgegenüber sowohl auf Ebene der Baader Bank AG also auch des Baader Bank Konzerns mit im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht fallenden Gesamtaufwendungen. In den Gesamtaufwendungen sind die variablen, von Ergebnisbestandteilen abhängigen Aufwendungen für die variable Vergütung und die Dotierung für den Fonds für allgemeine Bankrisiken entsprechend berücksichtigt.

Auf Basis der vorstehend skizzierten Planungen erwartet der Vorstand für die Baader Bank AG als auch für den Baader Bank Konzern ein Ergebnis vor Steuern für das Geschäftsjahr 2024, das leicht oberhalb des Niveaus des Vorjahres liegt. Die damit einhergehende Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) nach Steuern wird ebenfalls im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht erwartet.

In Anbetracht von unabwägbaren, exogenen Einflussfaktoren können zuverlässige Prognosen zur Geschäftsentwicklung nach Einschätzung des Vorstands nur unter Einschränkungen erstellt werden. Die in diesem Lagebericht enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen, Erwartungen und Prognosen zur künftigen Entwicklung der Baader Bank beruhen daher auf den zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses im Unternehmen verfügbaren Informationen und Erkenntnissen.

4 Sonstige Angaben

4.1 Erklärung zur Unternehmensführung mit den Festlegungen und Angaben nach § 289f Abs. 2 Nr. 4, Abs. 4 Satz 1 HGB

Für den Vorstand ist eine Zielgröße für den Frauenanteil gern. § 111 Abs. 5 AktG in Höhe von 0 % festgelegt worden, die bis zum 30. Juni 2025 zu erreichen ist. Damit ist momentan die Zielgröße für den Vorstand erreicht. Die Zielgröße mit 0 % ist damit begründet, dass zum Zeitpunkt der Beschlussfassung sämtliche Vorstände männlich waren und ihre Vorstandsverträge über das Zieldatum vom 30. Juni 2025 hinausgingen. Die Abberufung des dritten Vorstands im Juli 2023 ändert daran nichts, da seitdem der Vorstand lediglich aus zwei Mitgliedern besteht, die männlich sind. Mit einem Frauenanteil von 0 % im Aufsichtsrat wird die Zielgröße von 16,67 % für den Aufsichtsrat hingegen momentan verfehlt. Grund hierfür ist, dass bei seiner Wahl im Jahr 2023 der Aufsichtsrat ausschließlich mit männlichen Mitgliedern besetzt wurde und sich seit dem Beginn der Amtszeit des Aufsichtsrats im Juli 2023 im Berichtszeitraum keine personellen Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats ergeben haben.

4.2 Schlusserklärung zum Abhängigkeitsbericht gem. § 312 AktG

Die Baader Bank Aktiengesellschaft (Baader Bank AG) ist ein abhängiges Unternehmen der Baader Beteiligungs GmbH, Unterschleißheim (Baader GmbH). Die Baader Beteiligungs GmbH ist mit 66,34 % an der Baader Bank AG beteiligt. Da kein Beherrschungsvertrag zwischen den Unternehmen besteht, hat der Vorstand der Baader Bank AG gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der mit folgender Erklärung schließt:

"Die Baader Bank AG hat nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäfte bzw. andere Maßnahmen vorgenommen oder unterlassen wurden, für diese Rechtsgeschäfte bzw. anderen Maßnahmen eine angemessene Gegenleistung erhalten. Sie wurde durch getroffene oder unterlassene Maßnahmen nicht benachteiligt. Alle berichtspflichtigen Vorgänge wurden vom Vorstand beschlossen, soweit nach der Satzung bzw. Geschäftsordnung der Baader Bank AG erforderlich auch vom Aufsichtsrat genehmigt und in diesem Abhängigkeitsbericht aufgestellt."

 

Unterschleißheim, den 21. März 2024

Baader Bank AG

Der Vorstand

Nico Baader

Oliver Riedel

Bericht des Aufsichtsrats 2023 für den Jahresabschluss und Geschäftsbericht 2023

der Baader Bank Aktiengesellschaft

Zur Arbeitskultur, Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Baader Bank hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft wahrgenommen. Er hat dabei die Arbeit des Vorstands überwacht und begleitet. In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat stets eingebunden. Sofern aufgrund eines Gesetzes, der Satzung oder der Geschäftsordnung für einzelne Maßnahmen die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurde hierüber nach gründlicher Prüfung und Beratung Beschluss gefasst und ggf. der Prüfungsausschuss miteinbezogen.

Der Aufsichtsrat der Baader Bank fasst Beschlüsse grundsätzlich in Sitzungen. Bei Bedarf werden auf Anordnung des Aufsichtsratsvorsitzenden Beschlüsse auch außerhalb von Sitzungen im Umlaufverfahren gefasst.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat stets und umfassend auf schriftlichem und mündlichem Wege über grundsätzliche Fragen des Instituts, der Geschäftspolitik und der Gesamtbankstrategie, der aktuellen und künftigen Geschäftsführung, der Geschäftsentwicklung sowie über bedeutsame Geschäftsvorfälle und wichtige Einzelvorkommnisse unterrichtet. Der Aufsichtsrat war demnach regelmäßig über die Lage des Gesamtkonzerns sowie der Konzerngesellschaften unterrichtet. Insbesondere wurde über die gesamtwirtschaftliche und politische Lage und die Auswirkungen auf die Branche, die Entwicklung der Ertrags- und Ergebnissituation des Baader Bank Konzerns und der Einzelunternehmen, über die strategische Weiterentwicklung sowie über die Risikolage und das Risikomanagement eingehend diskutiert. Es wurden Lösungsansätze und Maßnahmen erörtert.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und auch die weiteren Aufsichtsratsmitglieder wurden zudem in regelmäßigen Abständen durch Zurverfügungstellung der Protokolle der Vorstandssitzungen sowie in zahlreichen persönlichen Treffen durch den Vorstandsvorsitzenden und einzelner Aufsichtsratsmitglieder informiert. Die Mitglieder des Aufsichtsrats setzten sich auch wiederholt zu einem internen Austausch ohne die Teilnahme von Dritten zusammen, um die wichtigen Belange der Gesellschaft aus Sicht des Aufsichtsgremiums zu erörtern.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat fortlaufend und situationsbedingt über alle wesentlichen Kennzahlen zur finanziellen Entwicklung und der Risikosituation der Baader Bank Aktiengesellschaft und des Konzerns. Auch im Geschäftsjahr 2023 wurden die Aufsichtsrats-Reports weiter optimiert, um Steuerungs- und Überwachungsmöglichkeiten weiter zu verbessern. Die Abweichungen der Ergebnisentwicklung von den Finanzplanzahlen wurden umgehend im Einzelnen erläutert und vom Aufsichtsrat geprüft, so auch die ad hoc Prognose-Anpassung am 18. Oktober 2023 im Vorfeld der Berichterstattung der Neunmonatszahlen 2023.

Gegenstand der regelmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrats waren die Unternehmenszahlen, die Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns einschließlich der Tochterunternehmen und Beteiligungen, sowie die Entwicklung sämtlicher Geschäftsbereiche. Die weiteren Themen gestalteten sich anlassbezogen auf Basis der Aufgabenstellungen aus dem Markt- und Marktfolgeressort.

Der Compliance-Beauftragte, der Leiter des Risiko Managements sowie die Leiterin der Internen Revision legten dem Aufsichtsrat regelmäßig die jeweiligen Berichte vor. Allen Aufsichtsratsmitgliedern werden diese Berichte zur Verfügung gestellt.

Zudem traten Vorstand und Aufsichtsrat zusammen, um über die Gesamtbank- und Geschäftsfeldstrategien für die kommenden Jahre sowie die damit verbundene Finanzplanung zu beraten. Im Fokus stand die Langfristigkeit und Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells im Sinne einer Wirtschaftlichkeit und einer angemessenen Profitabilität im Rahmen der weiterentwickelten strategischen Positionierung und den Marktpotenzialen. Das geltende Strategieprogramm "High Performance Banking" wurde in seinem Voranschreiten geprüft, die Teilstrategien sowie die Gesamtbankstrategie vom Vorstand einem jährlichen Review unterzogen und mit dem Aufsichtsrat erörtert und schließlich verabschiedet.

Zu den Veränderungen im Vorstand der Baader Bank Aktiengesellschaft

Herr Dietmar von Blücher hat mit Ablauf des 12.07.2023 sein Amt als Mitglied des Vorstands niedergelegt und ist mit diesem Datum aus dem Vorstand ausgeschieden. Herr von Blücher war seit 2021 Finanzvorstand der Baader Bank und hat die Bereiche Revision, Group Corporate Security, Compliance, Risikomanagement, Kredit, Accounting, Controlling und Backoffice verantwortet. Die Vorstandsressorts sind im Zuge dieser Änderung gemäß den regulatorischen Vorgaben in Markt- und Marktfolgebereiche neu aufgeteilt worden. Die Verantwortung für die Marktfolgebereiche hat Herr Nico Baader als Vorstandsvorsitzender übernommen. Die Marktbereiche werden seither durch Herrn Oliver Riedel als stellvertretender Vorstandsvorsitzender verantwortet.

Zur Erweiterung des Management-Teams der Baader Bank ist Herr Kai Göhring mit Wirkung zum 01.11.2023 zum Generalbevollmächtigten ernannt worden. Herr Kai Göhring gehört seit mehreren Jahren zur ersten Führungsebene der Bank und verantwortet als Bereichsleiter Group Legal & Corporate Finance wesentliche operative und strategische Themen innerhalb des Hauses. Daneben agiert Herr Kai Göhring als Aufsichtsrat in mehreren Tochtergesellschaften der Baader Bank Gruppe.

Zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Prüfung dieser

Für das Geschäftsjahr 2023 ist die Baader Bank erstmals verpflichtet, einen gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht zu erstellen. Die Bedeutung der damit einhergehenden ESG-Themen (ESG: Environmental, Social, Governance) spiegelt sich in strategischen und aufsichtsrechtlichen Aspekten wider. Um den steigenden Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu entsprechen, wurde seitens der Baader Bank ein ESG-Team gebildet.

Gemäß § 171 Abs. 1 Satz 4 AktG hat der Aufsichtsrat den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zu prüfen. Zur Unterstützung dieser Prüfung hat der Aufsichtsrat eine betriebswirtschaftliche Prüfung durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ("KPMG") beauftragt. Die KPMG hat einen uneingeschränkten Vermerk über eine betriebswirtschaftliche Prüfung zur Erlangung der "Limited Assurance" erteilt. Der Bericht wird mit dem entsprechenden Vermerk des Wirtschaftsprüfers auf der Website der Baader Bank veröffentlicht.

Thematische Schwerpunkte der Beratung und Überwachung des Aufsichtsrats

Im Geschäftsjahr 2023 tagte der Aufsichtsrat der Baader Bank im Rahmen von fünf ordentlichen Sitzungen. Zudem schloss sich der Aufsichtsrat zu vertiefenden Telefonkonferenzen zusammen, um sich bei wichtigen Beschlussfassungen und Themen von größerer Tragweite für die Baader Bank intensiv informieren zu lassen und sich über Beschluss-/​Sachverhalte allein, mit dem Vorstand und/​oder mit Fachbereichsvertretern auszutauschen.

Auf der Agenda der Aufsichtsratstätigkeit standen die regel- und satzungsmäßigen Themen zum Jahresabschluss, zu den Jahresabschlussprüfungen und deren Ergebnisse sowie die Vorbereitung und (virtuelle) Durchführung der Hauptversammlung der Baader Bank.

Der Aufsichtsrat erörterte gemeinsam mit dem Vorstand auch Fragestellungen zu Strategie- und Finanzplanung der Baader Bank. Bei Fragestellungen zur operativen und personellen Entwicklung prüften Aufsichtsrat und Vorstand den Geschäftsverteilungsplan und die Aufbauorganisation des Kreditinstituts. Darüber hinaus waren wesentliche Projekte und einzelne Kreditengagements maßgebliche Punkte der Erörterungen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand im Geschäftsjahr 2023.

Sowohl im Aufsichtsrat als auch in den Sitzungen des Prüfungsausschusses war die im Geschäftsjahr 2022 durchgeführte bankaufsichtliche Sonderprüfung gemäß § 44 KWG der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ein weiteres wichtiges Thema. Im Rahmen dessen wurde regelmäßig über die Bearbeitung der aus der Prüfung resultierenden Feststellungen berichtet.

Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2023 insgesamt im Rahmen von sieben ordentlichen Sitzungen und einer außerordentlichen Sitzung. Er befasste sich intensiv mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss. Darüber hinaus überwachte er die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, insbesondere das der internen Kontrollsysteme und der Internen Revision.

Der seit Juli 2023 eingerichtete Vergütungskontrollausschuss tagte im Geschäftsjahr 2023 in einer Sitzung und befasste sich insbesondere mit der Angemessenheit der Vergütungssysteme für Geschäftsleiter und Mitarbeiter.

In dem Vergütungskontrollausschuss sind Herr Schreyer, Herr Prof. Dr. Heni, Herr Dr. Hagen und Herr Hauser als Mitglieder vertreten.

Zur Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2023

Der Vorstand der Baader Bank Aktiengesellschaft hat den Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht jeweils für das Geschäftsjahr 2023 nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches, des Aktiengesetzes sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute aufgestellt.

Der von der Hauptversammlung gewählte Abschluss- und Konzernabschlussprüfer, die KPMG, hat die Abschlüsse und den Lagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Abschlussprüfer hat dabei die Prüfung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen.

Der Aufsichtsrat hat die vorstehenden Unterlagen eingehend geprüft.

Alle Abschlussunterlagen sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers lagen den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor. Die Abschlussunterlagen wurden vom Aufsichtsrat in Gegenwart des zuständigen Wirtschaftsprüfers ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Der Abschlussprüfer ging ferner auf den Umfang und die Prüfungsschwerpunkte der Abschlussprüfung ein.

Der Aufsichtsrat hat von dem Ergebnis der Abschlussprüfung zustimmend Kenntnis genommen und nach Beendigung seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind.

Der vom Vorstand aufgestellte und vom Abschlussprüfer geprüfte Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 26. März 2024 gebilligt.

Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Der Aufsichtsrat schließt sich, unter Berücksichtigung insbesondere des Jahresergebnisses aus 2023, der Liquidität und der Finanzplanung der Gesellschaft, dem Vorschlag des Vorstands an, den Aktionären keine Dividende auszuschütten.

Zum Abhängigkeitsbericht

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt. Der Abschlussprüfer KPMG hat den Abhängigkeitsbericht des Vorstands entsprechend den gesetzlichen Vorschriften geprüft und folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war und 3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen".

Der Aufsichtsrat hat vom Ergebnis der Prüfung des Abschlussberichts zustimmend Kenntnis genommen und nach seiner eigenen Prüfung festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwände zu erheben sind.

Zu den Veränderungen im Aufsichtsrat der Baader Bank Aktiengesellschaft

Im Rahmen der Hauptversammlung der Baader Bank AG am 06.07.2023 hat turnusmäßig die Wahl des Aufsichtsrats stattgefunden. Mit der Durchführung der ordentlichen virtuellen Hauptversammlung der Baader Bank wurden die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats, Herr Helmut Schreyer, Herr Prof. Dr. Georg Heni und Herr Christoph B. Mast, von den Aktionärinnen und Aktionären für eine weitere Amtszeit in den Aufsichtsrat der Baader Bank entsendet. Zudem wurde Herr Dr. Louis Hagen von der Hauptversammlung als neues Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt. Zuvor haben am 17.04.2023 die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der Baader Bank Herrn Michael Frank und Herrn Timon Hauser nach den Bestimmungen des Drittelbeteiligungsgesetzes als Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsrat gewählt.

Im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sind weiterhin Herr Prof. Dr. Georg Heni und Herr Christoph B. Mast sowie Herr Dr. Louis Hagen als neues Mitglied vertreten.

Dank an alle Mitarbeitenden

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden des gesamten Baader Bank Konzerns für ihr außerordentliches Engagement und die stets professionelle Leistung im schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld des Geschäftsjahres 2023, insbesondere vor dem Hintergrund des großen zu bewältigenden Geschäftsvolumens unter den vermehrten regulatorischen Auflagen, die aufgrund von geltenden Anforderungen einzuhalten waren.

 

Unterschleißheim, den 26. März 2024

Der Aufsichtsrat

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

scrollen
31.12.2023
31.12.2022
1. Barreserve
a) Kassenbestand 1.103,33 0,00
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 30.749.726,89 30.750.830,22 160.009.655,64 160.009.655,64
darunter:
bei der Deutschen Bundesbank € 30.749.726,89 (Vorjahr: € 160.009.655,64)
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 3.220.033.059,10 1.395.053.616,59
b) andere Forderungen 1.445.416,51 3.221.478.475,61 1.371.319,20 1.396.424.935,79
3. Forderungen an Kunden 132.025.518,82 90.565.378,31
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert € 0,00 (Vorjahr: € 0,00)
4. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Anleihen und Schuldverschreibungen
aa) von öffentlichen Emittenten 295.279.610,45 488.707.978,23
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank € 135.819.814,84 (Vorjahr: € 354.810.383,87)
ab) von anderen Emittenten 44.149.022,42 339.428.632,87 48.856.292,68 537.564.270,91
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank € 0,00 (Vorjahr: € 11.007.166,92)
5. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 8.232.246,70 8.780.010,87
5a. Handelsbestand 66.521.472,36 57.524.743,18
6. Beteiligungen 12.626.262,30 11.089.611,04
darunter:
an Finanzdienstleistungsinstituten € 464.052,88 (Vorjahr: € 464.052,88)
7. Immaterielle Anlagewerte
a) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.293.930,79 12.430.499,90
b) Geschäfts- oder Firmenwert 626.657,25 835.541,97
c) geleistete Anzahlungen 6.565.883,00 20.486.471,04 1.396.871,81 14.662.913,68
8. Sachanlagen 68.059.297,81 71.151.285,47
9. Sonstige Vermögensgegenstände 19.798.281,47 15.320.237,59
10. Rechnungsabgrenzungsposten 8.571.504,83 4.251.919,77
11. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 10.098.542,48 8.266.345,48
Summe der Aktiva 3.938.077.536,51 2.375.611.307,73

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 73.046.307,99 111.266.273,08
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 2.588.337,20 75.634.645,19 6.378.260,59 117.644.533,67
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) andere Verbindlichkeiten
aa) täglich fällig 3.487.695.725,66 1.922.425.575,25
ab) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 58.437.449,60 3.546.133.175,26 71.758.378,10 1.994.183.953,35
3. Handelsbestand 11.356.118,38 3.194.707,18
4. Sonstige Verbindlichkeiten 48.290.602,39 15.364.976,73
5. Rechnungsabgrenzungsposten 198.762,20 249.801,94
6. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.986.896,99 3.037.724,78
b) Steuerrückstellungen 1.869.694,26 2.491.562,69
c) andere Rückstellungen 24.013.608,28 28.870.199,53 19.233.586,09 24.762.873,56
7. Fonds für allgemeine Bankrisiken
darunter:
Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 62.081.000,00 62.081.000,00 55.271.000,00 55.271.000,00
8. Eigenkapital
a) Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 48.797.311,00 48.797.311,00
abzgl. Nennbetrag eigener Aktien 0,00 48.797.311,00 0,00
b) Kapitalrücklage 43.445.358,77 43.445.358,77
c) Gewinnrücklagen
ca) andere Gewinnrücklagen 70.331.807,58 66.174.215,78
cb) Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 1.999.007,79 72.330.815,37 1.455.852,24
d) Nicht beherrschende Anteile 749.506,58 899.304,14
e) Konzernbilanzgewinn 190.041,84 165.513.033,56 4.167.419,37 164.939.461,30
Summe der Passiva 3.938.077.536,51 2.375.611.307,73
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 3.450,00 8.400,00
2. Andere Verpflichtungen
a) Unwiderrufliche Kreditzusagen 11.179.865,69 10.119.007,31

Konzerngewinn- und -verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

scrollen
2023
2022
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 100.127.532,22 3.801.446,08
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 11.096.717,42 111.224.249,64 2.399.349,92
2. Zinsaufwendungen -12.951.968,73 98.272.280,91 262.685,76 6.463.481,76
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 982.483,18 651.518,01
b) Beteiligungen 58.506,00 1.040.989,18 160.195,00 811.713,01
4. Provisionserträge 112.680.596,06 107.515.813,02
5. Provisionsaufwendungen -163.335.599,76 -50.655.003,70 -94.476.638,61 13.039.174,41
6. Nettoertrag des Handelsbestands 105.089.496,87 112.243.875,38
7. Umsatzerlöse 11.396.082,95 21.343.319,61
8. Sonstige betriebliche Erträge 5.679.591,01 5.723.045,00
9. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter -62.967.158,21 -56.796.774,95
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -9.605.067,26 -72.572.225,47 -8.196.488,79
darunter:
für Altersversorgung € - 510.881,45 (Vorjahr: € - 546.635,84)
b) andere Verwaltungsaufwendungen -77.187.780,28 -149.760.005,75 -63.084.807,52 -128.078.071,26
10. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -12.013.128,32 -11.133.327,92
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.409.010,58 -1.405.251,85
12. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 0,00
13. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 210.899,59 1.674.583,42
14. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 -191.345,59
15. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 2.916.278,53 0,00
16. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken -6.810.000,00 -8.310.000,00
davon:
Zuführungen nach § 340e Abs. 4 HGB € - 6.810.000,00 (Vorjahr: € - 8.310.000,00)
17. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 3.958.470,69 12.181.195,97
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.073.927,45 -3.239.189,61
19. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 11 ausgewiesen -55.818,18 -58.913,24
20. Konzernergebnis 2.828.725,06 8.883.093,12
21. Nicht beherrschende Anteile -37.702,44 -192.597,70
22. Gewinnvortrag des Mutterunternehmens 227.553,82 86.566,69
23. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus anderen Gewinnrücklagen 3.707.966,51 3.707.966,51 10.811.305,38 10.811.305,38
24. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in andere Gewinnrücklagen -6.536.501,11 -6.536.501,11 -15.420.948,12 -15.420.948,12
25. Konzernbilanzgewinn 190.041,84 4.167.419,37

Eigenkapitalspiegel des Baader Konzerns

scrollen
Geschäftsjahr 2023 Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftetes Konzernergebnis Eigene Anteile Eigenkapital
Stammaktien
T€
T€ Gewinnrücklage
T€
Bilanzgewinn /​-verlust
T€
T€ T€
Stand 1. Januar 2023 48.797 43.446 66.174 4.167 0 162.584
Erwerb /​ Einziehung eigener Anteile 0 0 0 0 0 0
Gezahlte Dividenden 0 0 0 -2.439 0 -2.439
Änderung des Konsolidierungskreises 0 0 0 0 0 0
Übrige Veränderungen 0 0 -171 0 0 -171
Konzernjahresergebnis 0 0 0 2.791 0 2.791
Übriges Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 2.791 0 2.791
Einstellung in /​ Entnahme aus Rücklagen 0 0 4.329 -4.329 0 0
Stand 31. Dezember 2023 48.797 43.446 70.332 190 0 162.765
scrollen
Geschäftsjahr 2023 Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
T€
Nicht beherrschende Anteile
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand 1. Januar 2023 1.456 899 164.939
Erwerb /​ Einziehung eigener Anteile 0 0 0
Gezahlte Dividenden 0 -188 -2.627
Änderung des Konsolidierungskreises 0 0 0
Übrige Veränderungen 0 0 -171
Konzernjahresergebnis 0 38 2.829
Übriges Konzernergebnis 543 0 543
Konzerngesamtergebnis 543 38 3.372
Einstellung in /​ Entnahme aus Rücklagen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2023 1.999 749 165.513
scrollen
Geschäftsjahr 2022 Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Erwirtschaftetes Konzernergebnis Eigene Anteile Eigenkapital
Stammaktien
T€
T€ Gewinnrücklage
T€
Bilanzgewinn /​-verlust
T€
T€ T€
Stand 1. Januar 2022 46.688 37.645 56.565 21.427 0 162.325
Erwerb /​ Einziehung eigener Anteile 0 0 0 0 0 0
Gezahlte Dividenden 0 0 0 -8.431 0 -8.431
Änderung des Konsolidierungskreises 0 0 0 0 0 0
Übrige Veränderungen 2.109 5.801 0 -7.910 0 0
Konzernjahresergebnis 0 0 0 8.690 0 8.690
Übriges Konzernergebnis 0 0 0 0 0 0
Konzerngesamtergebnis 0 0 0 8.690 0 8.690
Einstellung in /​ Entnahme aus Rücklagen 0 0 9.609 -9.609 0 0
Stand 31. Dezember 2022 48.797 43.446 66.174 4.167 0 162.584
scrollen
Geschäftsjahr 2022 Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung
T€
Nicht beherrschende Anteile
T€
Konzerneigenkapital
T€
Stand 1. Januar 2022 1.194 944 164.463
Erwerb /​ Einziehung eigener Anteile 0 0 0
Gezahlte Dividenden 0 -238 -8.669
Änderung des Konsolidierungskreises 0 0 0
Übrige Veränderungen 0 0 0
Konzernjahresergebnis 0 193 8.883
Übriges Konzernergebnis 262 0 262
Konzerngesamtergebnis 262 193 9.145
Einstellung in /​ Entnahme aus Rücklagen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2022 1.456 899 164.939

Kapitalflussrechnung des Baader Konzerns

scrollen
2023
T€
2022
T€
1. Periodenergebnis (inkl. Ergebnisanteilen von Minderheitsgesellschaftern) 2.829 8.883
Im Periodenergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow der normalen Geschäftstätigkeit:
2. Abschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Forderungen und Gegenstände des Anlagevermögens 7.359 11.033
3. Veränderung der Rückstellungen 4.107 -22.983
4. andere zahlungsunwirksame Aufwendungen/​Erträge -2.274 2.860
5. Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Anlagevermögen 1.565 1.639
6. sonstige Anpassungen (Saldo) -89.119 6.040
7. Zwischensumme -75.533 7.472
Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus laufender Geschäftstätigkeit:
8. Forderungen
8a. an Kreditinstitute -73.316 45.275
8b. an Kunden -42.292 11.591
9. Wertpapiere (soweit nicht Anlagevermögen) 206.696 -248.633
10. andere Aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit -9.182 -13.476
11. Verbindlichkeiten
11a. gegenüber Kreditinstituten -42.010 70.805
11b. gegenüber Kunden 1.552.270 496.700
12. Handelspassiva 8.161 494
13. andere Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit 32.875 2.177
14. erhaltene Zinsen und Dividenden 104.839 5.892
15. gezahlte Zinsen -12.631 215
16. Ertragsteuerzahlungen -3.260 -12.147
17. Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.646.617 366.365
18. Einzahlungen aus Abgängen des
18a. Finanzanlagevermögens 428.045 0
19. Auszahlungen für Investitionen in das
19a. Finanzanlagevermögen -436.028 -266.854
19b. Sachanlagevermögen -3.840 -3.468
19c. Immaterielle Anlagevermögen -10.869 -7.427
20. Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 0 0
21. Cashflow aus der Investitionstätigkeit -22.692 -277.749
22. Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter
22a. Dividendenzahlungen -2.627 -8.668
22b. sonstige Zahlungen 0 0
23. Mittelveränderungen aus sonstigem Fremdkapital (Saldo) 0 0
24. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -2.627 -8.668
25. zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe 17, 21 und 24) 1.621.298 79.948
26. Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 470 359
27. Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 0
28. Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 1.464.600 1 1.384.293 1
29. Finanzmittelfonds am Ende der Periode 3.086.368 1.464.600

1 Sichteinlagen werden einbezogen, sofern sie dazu dienen, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Konzernanhang 2023

I. Grundlagen

Der Konzernabschluss der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2023 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") für den übergeordneten Kreis von Unternehmen aufgestellt worden. Die Vorschriften des Aktiengesetzes wurden beachtet.

Der Konzernabschluss richtet sich auch nach den vom Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) verabschiedeten und vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gemäß § 342 Abs. 2 HGB bekannt gemachten Standards.

Neben der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und -verlustrechnung enthält der Konzernabschluss als weitere Komponenten einen Eigenkapitalspiegel, eine Kapitalflussrechnung sowie einen Konzernanhang. Das Wahlrecht gemäß § 297 Abs. 1 Satz 2 HGB wurde nicht in Anspruch genommen und auf eine Segmentberichterstattung verzichtet.

Zum Zweck der Übersichtlichkeit sind die Werte in Tausend € ausgewiesen. Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/​- einer Einheit entstehen.

Der Bilanzstichtag ist der 31. Dezember 2023. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Baader Bank Aktiengesellschaft, mit Sitz in Unterschleißheim, wird beim Amtsgericht München unter der Handelsregisternummer HRB 121537 geführt.

II. Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweismethoden

Bei der Bewertung der im Konzernabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden werden die allgemeinen Bewertungsgrundsätze (§§ 252 ff. HGB), die besonderen Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB), die ergänzenden Vorschriften für Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB) sowie die Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ("RechKredV") beachtet.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, insgesamt im Anhang aufgeführt. Soweit einzelne Posten in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst werden, erfolgt eine Aufgliederung im Anhang.

Im Einzelnen werden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Barreserve

Die Bestände der Barreserve sind zum Nennbetrag ausgewiesen.

Forderungen

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sind grundsätzlich mit dem Nominalbetrag oder den Anschaffungskosten ausgewiesen und werden soweit erforderlich um Wertberichtigungen in ausreichendem Maße gekürzt. Von der gemäß § 340f Abs. 3 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht. Um dem Vorsichtsprinzip nach § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB Rechnung zu tragen, werden gemäß dem IDW RS BFA 7 Pauschalwertberichtigungen vorgenommen. Anzuwenden sind die Regelungen auf die Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (§§ 14, 15 RechKredV). Darüber hinaus fallen auch Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (§§ 26, 27 RechKredV) in den sachlichen Anwendungsbereich. Aufgrund der Portfoliostruktur mit Fokus auf täglich fällige Bestände wurde als Risikomodell die 12-Monats-Expected Loss Berechnung gewählt. Demnach wird der Verlust auf Basis der Parameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), Verlusthöhe (LGD) und dem erwarteten Kreditbetrag bei Ausfall (EAD) ermittelt. Eine Ausgeglichenheit zwischen Risikoprämien und Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditvergabe besteht und das Adressenausfallrisiko hat sich nicht nennenswert zum Bilanzstichtag erhöht. Im Ergebnis ergab sich im Geschäftsjahr keine deutliche Erhöhung des Ausfallrisikos und keine allgemeine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage mit nachweislicher Auswirkung auf das Kreditportfolio.

Wertpapiere (ohne Handelsbestand)

Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, sind als Finanzanlagen nach dem gemilderten Niederstwertprinzip entsprechend § 253 Abs. 1 und 3 HGB zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Sofern erforderlich werden Zuschreibungen nach dem Wertaufholungsgebot (§ 253 Abs. 5 HGB) vorgenommen. Die Ermittlung des beizulegenden Wertes der wie Anlagevermögen zu bewerteten Wertpapieren erfolgt grundsätzlich anhand von Marktwerten. Im Falle des Nichtvorliegens eines aktiven Marktes erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Wertes anhand anerkannter Bewertungsmodelle. Von der gemäß § 340c Abs. 2 HGB zulässigen Verrechnung wird Gebrauch gemacht. Das Bewertungswahlrecht gemäß § 340e Abs. 1 Satz 3 HGB in Verbindung mit § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wird nicht in Anspruch genommen.

Wertpapiere, die weder dazu bestimmt sind, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, noch dem Handelsbestand zugeordnet sind (Wertpapiere der Liquiditätsreserve), werden als Umlaufvermögen nach dem strengen Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 1 und 4 HGB mit ihren Anschaffungskosten beziehungsweise mit den niedrigeren Börsenwerten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert.

Der beizulegende Zeitwert gemäß § 255 Abs. 4 HGB entspricht grundsätzlich dem Marktpreis. Ist zum Bilanzstichtag kein Marktpreis feststellbar, wird der beizulegende Zeitwert mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmodelle ermittelt. Sofern kein beizulegender Zeitwert ermittelbar ist, werden die Anschaffungskosten im Sinne des § 255 Abs. 4 Satz 3 HGB fortgeführt.

Handelsbestand

Die Bewertung der Finanzinstrumente des Handelsbestandes erfolgt bei Zugang mit den Anschaffungskosten. Die Folgebewertung erfolgt entsprechend § 340e Abs. 3 HGB i.V.m. IDW RS BFA 2 und 5 mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bei finanziellen Vermögensgegenständen bzw. zuzüglich eines Risikozuschlags bei finanziellen Verpflichtungen. Sofern für derivative Finanzinstrumente keine tägliche Marktbewertung vorliegt, erfolgt die Ermittlung des Zeitwerts für Optionen mittels des Black-Scholes-Modells und für Futures mittels der arbitragefreien Bewertung. Die Baader Bank AG nimmt die Bewertung amerikanischer Optionen mithilfe der Approximation von Barone-Adesi/​Whaley (1987) vor. Fremdwährungsoptionen werden mithilfe des Modells von Garman/​Kohlhagen (1983) bewertet.

Ausgangspunkt für die Ermittlung des Risikoabschlags ist der Value at Risk (VaR). Der Value at Risk bezeichnet dabei ein Risikomaß, das angibt, welchen Wert der Verlust des betrachteten Portfolios mit einer gegebenen Wahrscheinlichkeit und in einem gegebenen Zeithorizont nicht überschreitet. Zur Ermittlung des Markpreisrisikos verwendet die Baader Bank AG die Monte-Carlo-Simulation. Bei der Berechnung wird ein Konfidenzniveau von 99,9 % unterstellt und die erforderlichen Parameter (insb. Volatilitäten, Korrelationen etc.) auf Basis von historischen Daten geschätzt. Dabei wird die Methode exponentieller Glättung verwendet, so dass bei dem gewählten Decay Factor von 0,97 die letzten ca. 98 Tage den größten Einfluss, unter kumulativer Betrachtung 95 %, auf die Parameter haben. Zum 31. Dezember 2023 werden zum Zwecke des Risikoabschlags die bestandsindividuelle (faktischen) Haltedauern zwischen 0,25 bis 3 Tagen zugrunde gelegt.

Der Risikoabschlag wird für sämtliche Bestände der Handelsaktiva und -passiva ermittelt. Da es bei einzelnen Gattungen nicht möglich ist, diesen Betrag sachgerecht auf die aktiven bzw. passiven Handelsbestände aufzuteilen, erfolgt die Berücksichtigung des Risikoabschlags generell beim größeren der jeweiligen Bestände. Zum 31. Dezember 2023 erfolgte die Zuordnung bei dem aktiven Handelsbestand.

Wertpapierleihe

Die Baader Bank AG als Mutterunternehmen kontrahiert Wertpapierleihegeschäfte nahezu ausschließlich zum Zweck der Erfüllung von Lieferverpflichtungen aus Geschäften im Rahmen des Market Making. Sie werden mit den Anschaffungskosten aktiviert, die sich aus dem mit dem Verleiher vereinbarten, Kurs ergeben. Die Wertpapiere werden dem Handelsbestand zugeordnet. In gleicher Höhe erfolgt die Passivierung einer Herausgabeverpflichtung.

Umwidmung

Für die Zuordnung von Forderungen und Wertpapieren zum Handelsbestand, zur Liquiditätsreserve oder zu den wie Anlagevermögen bewerteten Vermögensgegenständen ist jeweils die Zweckbestimmung zum Erwerbszeitpunkt maßgebend (§ 247 Abs. 1 und 2 HGB).

Eine Umgliederung in den Handelsbestand ist ausgeschlossen und eine Umgliederung aus dem Handelsbestand erfolgt nur dann, wenn außergewöhnliche Umstände, insbesondere schwerwiegende Beeinträchtigungen der Handelbarkeit der Finanzinstrumente, zu einer Aufgabe der Handelsabsicht führen.

Eine Umwidmung zwischen den Kategorien Liquiditätsreserve und wie Anlagevermögen behandelte Vermögensgegenstände wird vorgenommen, wenn sich die festgelegte Zweckbestimmung seit deren erstmaligem Ansatz geändert hat und dies dokumentiert ist. Die Umwidmung der Forderungen beziehungsweise Wertpapiere erfolgt zum Zeitpunkt der Änderung der Zweckbestimmung.

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte keine Umwidmung sowie keine Änderung der institutsintern festgelegten Kriterien für die Einbeziehung von Finanzinstrumenten in den Handelsbestand.

Derivative Finanzinstrumente im Handelsbestand

Derivative Finanzgeschäfte werden wie folgt bilanziert und bewertet:

scrollen

Gezahlte Optionsprämien aus dem Kauf von Kauf- bzw. Verkaufsoptionen werden als aktivischer Handelsbestand bilanziert und mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich eines Risikoabschlags bewertet.

Erhaltene Optionsprämien aus dem Verkauf von Kauf- bzw. Verkaufsoptionen werden als passivischer Handelsbestand bilanziert und mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich eines Risikozuschlags bewertet.

Marginforderungen aus Futuregeschäften werden als Sonstige Vermögensgegenstände mit dem Nennbetrag bilanziert.

Marginverpflichtungen aus Futuregeschäften werden als Sonstige Verbindlichkeiten mit dem Nennbetrag bilanziert.

Verlustfreie Bewertung von zinsbezogenen Geschäften im Bankbuch

Der IDW RS BFA 3 n.F. regelt die Einzelfragen zur verlustfreien Bewertung des Bankbuchs nach HGB. Die Geschäftstätigkeit der Kreditinstitute im Rahmen des Bankbuchs lässt regelmäßig keine unmittelbare Zuordnung einzelner Finanzinstrumente zueinander zu. Die Steuerung erfolgt als Gesamtheit im Bankbuch. Für die zinsbezogenen bilanziellen Vermögensgegenstände und Schulden des Bankbuchs wird dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip dadurch Rechnung getragen, dass unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) für einen etwaigen Verpflichtungsüberschuss eine Rückstellung gemäß § 249 HGB zu bilden ist ("Drohverlustrückstellung"). Bei der Abgrenzung des Bankbuchs hat die Baader Bank AG von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die direkt zugeordnete Refinanzierung von nicht zinstragenden Aktiva sowie die entsprechenden Vermögensgegenstände nicht in den Saldierungsbereich einzubeziehen. Die Baader Bank AG wendet zur Ermittlung einer Drohverlustrückstellung die periodische Methode an. Danach ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden, wenn die Summe der diskontierten zukünftigen Periodenergebnisse des Bankbuchs negativ ist. Die Risikokosten und Verwaltungskosten werden dabei als Abschlag von den Zahlungsströmen berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag besteht für den Baader Bank Konzern kein Verpflichtungsüberschuss. Die Notwendigkeit einer Drohverlustrückstellung aus der verlustfreien Bewertung ist somit nicht gegeben.

Beteiligungen

Beteiligungen sind gemäß den für das Anlagevermögen geltenden Regelungen zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe, die zu einer Abschreibung geführt haben, nicht mehr bestehen, erfolgt eine Zuschreibung bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten. Zur Ermittlung des beizulegenden Wertes wird auf den separaten Abschnitt "Wertpapiere (ohne Handelsbestand)" verwiesen. Auf eine konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung der assoziierten Unternehmen wird verzichtet, wenn die aus der unterlassenen Anpassung resultierenden Vermögens- und Ergebniseffekte unwesentlich sind.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Der Baader Bank Konzern weist seine EDV-Standard-Software unter den immateriellen Anlagewerten aus. Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt pro rata temporis. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 250,00 (netto) werden sofort aufwandswirksam erfasst. Darüber hinaus werden geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von € 1.000,00 in einem jährlichen Sammelposten erfasst und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Die tatsächlichen Nutzungsdauern der im Sammelposten zusammengefassten geringwertigen Wirtschaftsgüter oder deren Abgänge bleiben unberücksichtigt.

Für die Bestimmung der individuellen Nutzungsdauern werden grundsätzlich die steuerlichen AfA-Tabellen herangezogen und auf die technische Abnutzung abgestellt. In Einzelfällen und bei wirtschaftlicher Veranlassung wird eine längere Nutzungsdauer angesetzt.

Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind mit dem Nominalbetrag ausgewiesen und werden gegebenenfalls um erforderliche Wertberichtigungen in ausreichendem Maße gekürzt.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag, vermindert um erforderliche Abschreibungen und Wertberichtigungen, angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

In die aktive und passive Rechnungsabgrenzung werden transitorische Posten eingestellt. Die Auflösung wird zu dem Zeitpunkt vorgenommen, in dem der abgegrenzte Aufwand bzw. Ertrag wirtschaftlich entstanden ist.

Verbindlichkeiten und Rückstellungen

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt mittels des ratierlich degressiven Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Verwendung des durchschnittlichen Marktzinses, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren (10-Jahresdurchschnitt) ergibt. Dieser beträgt gemäß der Festsetzung der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag 1,82 %. Der für die geforderten Anhangangaben verwendete Vergleichszinssatz (7-Jahresdurchschnitt) beträgt 1,74 % und wird ebenfalls von der Deutschen Bundesbank festgesetzt.

Vermögensgegenstände, die ausschließlich zur Erfüllung von Altersvorsorgeverpflichtungen dienen, werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesen saldiert.

Die sonstigen Rückstellungen sind in Höhe ihres notwendigen Erfüllungsbetrags bemessen, der sich in Übereinstimmung mit § 253 Abs. 1 HGB gemäß den Grundsätzen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung ergibt. Sofern die voraussichtliche Restlaufzeit der jeweiligen Rückstellung länger als ein Jahr ist, erfolgt eine Abzinsung der Rückstellung mit dem jeweiligen von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssatz.

Fonds für allgemeine Bankrisiken

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken beinhaltet Beiträge, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zur Sicherung gegen allgemeine Bankrisiken notwendig sind.

Gemäß § 340e Abs. 4 HGB haben Kreditinstitute einen Sonderposten "Fonds für allgemeine Bankrisiken" gemäß § 340g HGB zu bilden. Dem Sonderposten sind jährlich mindestens 10 % der aus dem Handelsbestand erzielten Nettoerträge zuzuführen, um den aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert resultierenden besonderen Risiken Rechnung zu tragen. Der Sonderposten ist jährlich solange mit mindestens 10 % der aus dem Handelsbestand erzielten Nettoerträge zu dotieren, bis mindestens 50 % des Durchschnitts der letzten fünf vor dem Berechnungsstichtag erzielten jährlichen Nettoerträge aus dem Handelsbestand erreicht sind (Mindestbestand).

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital ist mit dem Nennbetrag anzusetzen. Als Kapitalrücklage werden Agien aus der Ausgabe von Aktien ausgewiesen. Ferner werden unter den Gewinnrücklagen Beträge ausgewiesen, die im Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr aus dem Ergebnis gebildet worden sind.

Latente Steuern

Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so muss eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuer in der Bilanz angesetzt werden. Eine sich insgesamt ergebende Steuerentlastung kann als latente Steuer aktiviert werden.

Der zum 31. Dezember 2023 bestehende Aktivüberhang wird in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz angesetzt. Es haben sich ferner keine latenten Steuern im Rahmen von Konsolidierungsmaßnahmen in Übereinstimmung mit § 306 HGB ergeben.

Währungsumrechnung

Die Behandlung der Ergebnisse aus der Fremdwährungsumrechnung richtet sich grundsätzlich danach, ob die Fremdwährungsgeschäfte dem Handelsbestand zugeordnet oder besonders gedeckt sind. Eine besondere Deckung ist zum Bilanzstichtag nicht gegeben. Im Falle des Handelsbestands werden sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge aus der Währungsumrechnung erfolgswirksam erfasst und im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Bei Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr erfolgt der Ausweis von Aufwendungen und Erträge brutto ebenfalls im sonstigen betrieblichen Ergebnis. Demgegenüber werden bei Fremdwährungsposten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr nur die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung dem Imparitätsprinzip entsprechend erfolgswirksam berücksichtigt und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Aktiv- und Passivposten einer auf fremde Währung lautenden Bilanz werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umzurechnen ist, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden zum Durchschnittskurs auf monatlicher Basis in Euro umgerechnet. Eine sich ergebende Differenz aus der Umrechnung wird innerhalb des Konzerneigenkapitals als "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Währungsumrechnungsdifferenzen im Rahmen der Schuldenkonsolidierung bzw. Zwischenergebniseliminierung haben sich nicht ergeben.

Zinsergebnis

Negative Zinsen aus Aktivgeschäften sind im Zinsertrag erfasst. Der Zinsertrag zeigt den aus dem Zinsgeschäft im Laufe des Geschäftsjahres realisierten Zinsertrag, der um negative Zinsen geschmälert wurde. Korrespondierend hierzu schmälern negative Zinsen aus Passivgeschäften den Zinsaufwand entsprechend.

Provisionsergebnis

Das Provisionsergebnis enthält Erträge und Aufwendungen, die zum Dienstleistungsgeschäft gehören. Hierzu zählen nach § 30 RechKredV u.a. der Zahlungsverkehr, das Außenhandelsgeschäft, das Wertpapierkommissionsgeschäft und das Depotgeschäft.

Daneben werden innerhalb des Provisionsergebnisses handelsinduzierte Provisionsaufwendungen ausgewiesen, die aus Vermittlungsentgelten von Orderflow-Provider resultieren.

III. Änderungen von Bewertungs-, Bilanzierungs- und Ausweismethoden

Im Geschäftsjahr 2023 ergaben sich keine Änderungen von Bewertungs-, Bilanzierungs- und Ausweismethoden.

IV. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 sind neben der Baader Bank AG als Mutterunternehmen insgesamt sechs Tochterunternehmen (Vorjahr: sechs Tochterunternehmen) einbezogen (Baader Bank Konzern). An diesen Tochterunternehmen hält die Baader Bank AG direkt oder indirekt mehr als 50 % der Anteile oder übt einen beherrschenden Einfluss aus. Von diesen Unternehmen haben zwei ihren Sitz im Inland und vier Unternehmen haben ihren Sitz im Ausland.

In den Konzernabschluss werden zum 31. Dezember 2023 folgende vollkonsolidierte Unternehmen einbezogen:

scrollen
Name /​ Sitz Kapitalanteil
%
Grundkapital
T€
Eigenkapital
T€
Bilanzsumme
T€
Jahresergebnis
T€
Erstkonsolidierung
Baader Helvea AG, Zürich (Schweiz) 2) 100,00 5.428 9.813 10.425 -584 31. August 2013
Baader Helvea Inc., New York (Vereinigte Staaten von Amerika) 1, 3) 100,00 1.597 3.198 3.475 965 31. August 2013
Baader Helvea Ltd., London (Vereinigtes Königreich) 1, 4) 100,00 943 4.066 4.530 788 31. August 2013
Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim 75,00 50 2.679 3.903 151 1. Januar 2005
Selan Holding GmbH, Unterschleißheim 100,00 25 8.634 8.634 -463 1. Januar 2017
Selan d.o.o., Senj (Kroatien) 5) 100,00 2.145 27.463 33.514 2.795 1. Januar 2017

1) Die Anteile werden mittelbar über die Beteiligung an der Baader Helvea AG, Zürich, gehalten.
2) Die Zahlen des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 wurden umgerechnet (€/​CHF 0,92600).
3) Die Zahlen des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 wurden umgerechnet (€/​USD 1,10500).
4) Die Zahlen des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 wurden umgerechnet (€/​GBP 0,86905).
5) Die Anteile werden mittelbar über die Beteiligung an der Selan Holding GmbH, Unterschleißheim, gehalten.

Im Geschäftsjahr 2023 ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis.

Mit der Baader Unterstützungskasse e.V., Unterschleißheim, unterhält die Baader Bank AG eine Zweckgesellschaft im Sinne des § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB, für die grundsätzlich eine Pflicht zur Einbeziehung in den Konzernabschluss besteht. Aus Gründen der Wesentlichkeit wurde zum 31. Dezember 2023 gemäß § 296 Abs. 2 Satz 1 HGB auf eine Konsolidierung verzichtet.

In den Konzernabschluss werden zum Bilanzstichtag keine assoziierten Unternehmen einbezogen.

V. Konsolidierungsmethoden

Der Konzernabschluss beinhaltet Finanzinformationen der Muttergesellschaft Baader Bank AG als Mutterunternehmen sowie der Tochterunternehmen und stellt die einzelnen Konzerngesellschaften als eine wirtschaftliche Einheit dar (Baader Bank Konzern).

Tochterunternehmen

Tochterunternehmen des Baader Bank Konzerns sind die von ihm beherrschten Einheiten. Der Baader Bank Konzern verfügt über einen beherrschenden Einfluss auf Tochterunternehmen, wenn er deren Finanz- und Geschäftspolitik bestimmen kann. Dies wird in der Regel bei einer direkten oder indirekten Kapitalbeteiligung von mehr als der Hälfte der Stimmrechte an den Unternehmen angenommen. Das Bestehen potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder wandelbar sind, wird bei der Prüfung, ob der Konzern ein anderes Unternehmen beherrscht, berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine potenziellen Stimmrechte.

Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt vollkonsolidiert, an dem der Baader Bank Konzern einen beherrschenden Einfluss erlangt. Die Konsolidierung endet mit dem Zeitpunkt, zu dem keine beherrschende Einflussnahme mehr vorliegt.

Der Baader Bank Konzern überprüft mindestens zu jedem Jahresabschluss die Angemessenheit zuvor getroffener Konsolidierungsentscheidungen. Entsprechend werden etwaige organisatorische Veränderungen unmittelbar berücksichtigt. Dazu gehören neben Änderungen der Eigentumsverhältnisse jegliche Änderungen von bestehenden oder mit einer Einheit neu abgeschlossenen vertraglichen Verpflichtungen des Konzerns.

Die Abschlüsse der in den Baader Bank Konzern einbezogenen Tochterunternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Die Vollkonsolidierung von Tochterunternehmen folgt grundsätzlich den in §§ 300 ff. HGB vorgegebenen Grundsätzen.

Für die Kapitalkonsolidierung von Tochterunternehmen (Erwerb vor dem 31. Dezember 2009) nach der Erwerbsmethode besteht gemäß Artikel 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB das Wahlrecht, die Buchwertmethode fortzuführen. Darüber hinaus ist für Erwerbsvorgänge ab dem 1. Januar 2010 gemäß § 301 Abs. 1 HGB zwingend die Neubewertungsmethode anzuwenden.

Der Baader Bank Konzern macht von dem Wahlrecht Gebrauch und führt für alle bis zum 31. Dezember 2008 erworbenen Tochterunternehmen die Buchwertmethode fort. Für Tochterunternehmen, die ab dem 1. Januar 2009 erworben wurden, erfolgt die Anwendung der Neubewertungsmethode.

Sofern erforderlich, werden die in den Konzernabschluss nach § 300 Abs. 2 HGB übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden nach den auf den Jahresabschluss des Mutterunternehmens anwendbaren Bewertungsmethoden einheitlich bewertet.

Buchwertmethode

Die Konsolidierung erfolgt auf Basis der in den jeweiligen Einzelabschlüssen ausgewiesenen Buchwerte. Das auf das zu konsolidierende Tochterunternehmen entfallende anteilige Eigenkapital wird mit dem Beteiligungsbuchwert der Konzernunternehmen an dem Tochterunternehmen verrechnet. Hinsichtlich der Ermittlung des Beteiligungsbuchwerts wird auf den separaten Abschnitt "Beteiligungen" verwiesen.

Die Differenz zwischen anteiligem Eigenkapital und Beteiligungsbuchwert wird entsprechend der Beteiligungsquote auf die stillen Reserven und Lasten der Vermögensgegenstände und Schulden des Tochterunternehmens verteilt. Der verbleibende Unterschiedsbetrag stellt einen Geschäfts- oder Firmenwert bzw. negativen Unterschiedsbetrag dar. Die so entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden nach § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB (alt) mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Neubewertungsmethode

Zum Erwerbszeitpunkt wird das Nettovermögen des Tochterunternehmens zu Zeitwerten neu bewertet. Neben der Ermittlung der Zeitwerte für bereits bilanzierte Vermögenswerte und Schulden werden dabei auch bislang nicht bilanzierte Vermögensgegenstände bzw. Schulden angesetzt. Die Neubewertung der Vermögensgegenstände und Schulden führt zu einer Neubewertung des Eigenkapitals. Der auf die Konzernunternehmen entfallende Teil des Eigenkapitals wird mit den Anschaffungskosten verrechnet und die Differenz stellt den Geschäfts- oder Firmenwert ("Goodwill") bzw. den negativen Unterschiedsbetrag dar.

Die Abschreibung eines "Goodwill" erfolgt grundsätzlich nach der individuellen Nutzungsdauer.

Erwirbt der Konzern einen beherrschenden Einfluss durch sukzessiven Anteilserwerb, erfolgt zu jedem Erwerbszeitpunkt eine Ermittlung des "Goodwills" bzw. des negativen Unterschiedsbetrags.

Erfolgt die Erstkonsolidierung eines Tochterunternehmens zum 1. Januar eines jeden Geschäftsjahres, werden die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung des Tochterunternehmens vollständig in die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns übernommen. Im Fall einer unterjährigen Erstkonsolidierung erfolgt eine anteilige Übernahme.

Die Baader Bank AG bilanziert Anteile an Tochterunternehmen, die wegen Geringfügigkeit bzw. beschränkter Ausübungsmöglichkeiten von Rechten nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden (§ 296 Abs. 1 und 2 HGB), grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. Darüber hinaus wird auf den Abschnitt "Beteiligungen" verwiesen.

Assoziierte Unternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt, aber keinen beherrschenden Einfluss auf die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen besitzt. In der Regel wird ein maßgeblicher Einfluss vermutet, wenn der Konzern zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte hält. Bei der Beurteilung, ob der Konzern die Möglichkeit besitzt, einen maßgeblichen Einfluss auf ein anderes Unternehmen auszuüben, werden die Existenz sowie der Effekt potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder wandelbar sind, berücksichtigt.

Zum Bilanzstichtag bestehen keine potenziellen Stimmrechte.

Weitere Faktoren, die zur Beurteilung eines maßgeblichen Einflusses herangezogen werden, sind beispielsweise die Vertretung in Leitungs- und Aufsichtsgremien des Beteiligungsunternehmens sowie wesentliche Geschäftsvorfälle mit dem Beteiligungsunternehmen. Liegen solche Faktoren vor, könnte auch dann ein assoziiertes Unternehmen vorliegen, wenn die Beteiligung des Konzerns weniger als 20 % der Stimmrechte umfasst.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der sogenannten "Equity-Methode" gemäß § 311 Abs. 1 HGB bei erstmaliger Anwendung mit den Anschaffungskosten bilanziert. In den Folgejahren anfallende Gewinne und Verluste sowie sonstige Reinvermögensänderungen des betreffenden assoziierten Unternehmens erhöhen oder vermindern die Anschaffungskosten ("Equity-Wert").

Der Konzern überprüft mindestens zu jedem Jahresabschluss den "Equity-Wert" auf seine Werthaltigkeit. Sofern der "Equity-Wert" den beizulegenden Zeitwert übersteigt wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Eine Wertaufholung erfolgt, sofern der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen ist.

Die Abschreibung eines "Goodwill" erfolgt grundsätzlich nach der individuellen Nutzungsdauer. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird sofort erfolgswirksam aufgelöst.

Zwischenergebnisse aus Transaktionen zwischen Konzerngesellschaften und assoziierten Unternehmen werden entsprechend der bestehenden Beteiligungsquote eliminiert.

Veräußert der Konzern Anteile an einem assoziierten Unternehmen vollständig oder teilweise, erfolgt die Ermittlung des Veräußerungserfolgs durch Gegenüberstellung des erzielten Veräußerungserlöses und des auf den abgehenden Anteil entfallenden "Equity-Werts". Sofern der Konzern den maßgeblichen Einfluss auf ein assoziiertes Unternehmen ohne Veränderung der Beteiligungsquote verliert, erfolgt eine Fortführung des "Equity-Werts" nach der Anschaffungskostenmethode.

Die Beteiligungsverhältnisse des Konzerns an assoziierten Unternehmen haben sich im Geschäftsjahr 2023 nicht verändert. Diese betragen unverändert zum Vorjahr T€ 0.

VI. Erläuterungen zur Bilanz

Fremdwährungsvolumina

Am Bilanzstichtag bestehen Vermögensgegenstände in Fremdwährung in Höhe von umgerechnet T€ 83.905 (Vorjahr: T€ 185.522). Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährung lauten, bestehen in Höhe von T€ 71.284 (Vorjahr: T€ 134.234). Dabei handelt es sich um die folgenden Bilanzposten:

scrollen
Währung Forderungen (Kunden und Kreditinstitute)
T€
Wertpapiere, Beteiligungen und assoziierte Unternehmen
T€
Sonstige Aktiva
T€
Verbindlichkeiten (Kunden und Kreditinstitute)
T€
Sonstige Passiva
T€
AUD 566 159 19 790 4
CAD 1.233 1 0 1.234 0
CHF 17.471 15.537 1.733 13.685 786
CZK 111 0 0 110 0
DKK 108 10 0 54 0
GBP 2.271 398 68 3.556 376
HKD 646 0 16 681 0
HUF 1 0 0 0 0
INR 15 0 0 0 0
JPY 129 1 0 127 0
MXN 1 0 0 0 0
MYR 2 0 0 0 0
NOK 873 0 0 497 0
NZD 48 0 0 54 0
OMR 6 0 0 0 0
PLN 3 0 0 0 0
SEK 1 0 0 7 0
SGD 75 3 0 74 3
THB 117 0 0 0 0
USD 14.457 27.498 326 48.257 983
ZAR 2 0 0 6 0
38.136 43.607 2.162 69.132 2.152

Aus der Währungsumrechnung resultieren Aufwendungen in Höhe von T€ 80 (Vorjahr: T€ 303), die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sind, sowie Erträge in Höhe von T€ 1.488 (Vorjahr: T€ 2.074) mit einem Ausweis unter den sonstigen betrieblichen Erträgen.

Barreserve

Die Barreserve besteht aus Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von T€ 30.750 (Vorjahr: T€ 160.010).

Forderungen an Kreditinstitute

Die Forderungen an Kreditinstitute bestehen aus täglich fälligen Bankguthaben in Höhe von T€ 3.115.554 (Vorjahr: T€ 1.351.312) und aus täglich fälligen sowie anderen Forderungen in Höhe von T€ 105.925 (Vorjahr: T€ 45.113). Es bestehen keine Forderungen an Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).

Forderungen an Kunden

Die Forderungen an Kunden belaufen sich auf insgesamt T€ 132.026 (Vorjahr: T€ 90.565). Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von T€ 1 (Vorjahr: T€ 1) enthalten. Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit bestehen nicht.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere belaufen sich auf insgesamt T€ 339.429 und beinhalten keine Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).

Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere enthalten wie Anlagevermögen bewertete Gattungen in Höhe von T€ 275.272. Der beizulegende Wert für wie Anlagevermögen bewertete Gattungen, die über ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, da eine außerplanmäßige Abschreibung nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB unterblieben ist, beträgt zum 31. Dezember 2023 T€ 112.968 (Buchwert: T€ 113.046). Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung liegen nicht vor, da es sich bei den betroffenen Gattungen ausschließlich um risikolose Staatsanleihen handelt, bei denen keine dauerhafte Wertminderung vorliegt. Die weiteren Positionen sind der Liquiditätsreserve zugeordnet.

scrollen
31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Anleihen und Schuldverschreibungen 331.176 536.088
Stückzinsen 8.253 1.476
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 339.429 537.564

Im Folgejahr werden Anleihen und Schuldverschreibungen in Höhe von T€ 339.429 fällig.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

Der Baader Bank Konzern weist zum 31. Dezember 2023 unter den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren keine Investmentanteile aus.

Restlaufzeitengliederung

Für die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten gelten die folgenden Restlaufzeiten:

scrollen
bis 3 Monate
T€
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre
T€
mehr als 5 Jahre
T€
Andere Forderungen an Kreditinstitute 1.445 0 0 0
Forderungen an Kunden 129.396 24 2.606 0
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 2.588 0 0 0
Andere Verbindlichkeiten ggü. Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 458 17.979 15.000 25.000

Aufgliederung der börsenfähigen Wertpapiere nach börsennotierten und nicht börsennotierten Wertpapieren:

scrollen
nicht börsenfähig börsenfähig
T€ börsennotiert
T€
nicht börsennotiert
T€
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 0 339.429 0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0 8.232 0
Beteiligungen 11.162 0 1.464

Anlagevermögen

Die aktivierten Geschäfts- und Firmenwerte, die aus der Übernahme der Selan Holding GmbH, Unterschleißheim resultieren, haben gezeigt, dass die Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 5 Jahren deutlich zu niedrig ist. Unter Berücksichtigung von § 253 Abs. 3 Satz 3 und 4 HGB erfolgt eine Abschreibung der aktivierten Geschäfts- und Firmenwerte über 10 Jahre. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen (Vorjahr: T€ 0) vorgenommen.

Die Entwicklung und Zusammensetzung des Anlagevermögens zeigt im Folgenden das Anlagengitter:

scrollen
Anschaffungs- oder Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
T€
Zugänge
T€
Umbuchungen
T€
Abgänge
T€
Immaterielle Anlagewerte 118.575 10.869 0 -191
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 83.767 5.632 68 -191
Geschäfts- und Firmenwerte 33.411 0 0 0
Geleistete Anzahlungen auf Immaterielle Anlagewerte 1.397 5.237 -68 0
Sachanlagen 147.779 4.381 0 -719
Grundstücke und Bauten 57.229 121 1.180 0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 85.650 4.260 0 -179
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen und Anlagen im Bau 4.900 0 -1.180 -540
Finanzanlagen 279.756 436.028 0 -422.652
Beteiligungen 13.635 1.536 0 0
Wertpapiere des Anlagevermögens 266.121 434.492 0 -422.652
scrollen
Abschreibungen und Wertberichtigungen Buchwert
Stand 01.01.2023
T€
davon 2023
T€
davon Abgänge
T€
Stand 31.12.2023
T€
Stand 31.12.2023
T€
Stand 31.12.2022
T€
Immaterielle Anlagewerte -103.913 -5.019 165 -108.766 20.486 14.663
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -71.338 -4.810 165 -75.982 13.293 12.430
Geschäfts- und Firmenwerte -32.575 -209 0 -32.784 627 836
Geleistete Anzahlungen auf Immaterielle Anlagewerte 0 0 0 0 6.566 1.397
Sachanlagen -76.628 -6.995 241 -83.382 68.059 71.151
Grundstücke und Bauten -23.054 -757 0 -23.810 34.719 34.176
Betriebs- und Geschäftsausstattung -53.574 -6.238 241 -59.572 30.160 32.075
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlagen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 3.180 4.900
Finanzanlagen -2.757 2.916 -5.393 -5.234 287.898 276.999
Beteiligungen -2.545 0 0 -2.545 12.626 11.090
Wertpapiere des Anlagevermögens -212 2.916 -5.393 -2.689 275.272 265.909

Sonstige Vermögensgegenstände

In den Sonstigen Vermögensgegenständen sind enthalten:

scrollen
31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Bestand physisches Gold 13.139 13.139
Sonstige Steuerforderungen 6.189 1.758
Sonstige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 406 362
Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen 64 61
Sonstige Vermögensgegenstände 19.798 15.320

Aktive Rechnungsabgrenzung

Die aktive Rechnungsabgrenzung betrifft in Höhe von T€ 5 (Vorjahr: T€ 8) die gemäß § 250 Abs. 3 HGB auf der Aktivseite ausgewiesenen Unterschiedsbeträge aus der Ausgabe von Schuldscheindarlehen. Der Unterschiedsbetrag wird zeitanteilig linear über die Restlaufzeit aufgelöst. Darüber hinaus beruht der Gesamtposten auf vorab geleisteten Ausgaben für Leistungen künftiger Perioden.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten dienen überwiegend zur Refinanzierung des Wertpapierhandelsgeschäftes. Es bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Zum Bilanzstichtag bestanden täglich fällige Kundeneinlagen in Höhe von T€ 3.487.696 (Vorjahr: T€ 1.922.426) und Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist in Höhe von T€ 58.437 (Vorjahr: T€ 71.758), die im Wesentlichen auf aufgenommene Schuldscheindarlehen entfallen. Es bestehen keine Verbindlichkeiten mit Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (Vorjahr: T€ 0).

Sonstige Verbindlichkeiten

In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind enthalten:

scrollen
31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 21.490 9.177
Steuerverbindlichkeiten 21.477 2.966
Sonstige Verbindlichkeiten 2.694 1.522
Verbindlichkeiten aus Kapitalmarktdienstleistungen 2.630 1.700
Sonstige Verbindlichkeiten 48.291 15.365

Pensionsrückstellungen

Die Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2023 betragen T€ 13.672 (Vorjahr: T€ 13.716) und werden nach dem im Abschnitt "Verbindlichkeiten und Rückstellungen" beschriebenen Verfahren ermittelt. Zur Rückdeckung der Verpflichtungen stehen Edelmetalle (physisches Gold) sowie Rückdeckungsversicherungen zur Verfügung.

Den versicherungsmathematischen Berechnungen liegen bei den Konzernunternehmen folgende Parameter zugrunde:

scrollen
31.12.2023 31.12.2022
Rechnungszins 1,82 % 1,78 %
Gehaltsentwicklung 2,00 % bzw. 3,00 % 2,00 % bzw. 3,00 %
Rentenanpassung 2,00 % 2,00 %

In Übereinstimmung mit § 253 Abs. 6 HGB ergibt sich ein Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren in Höhe von T€ 76.

Als Rechnungsgrundlagen wurden darüber hinaus sowohl für die Handels- als auch für die Steuerbilanz zum 31. Dezember 2023 die Klaus Heubeck "Richttafeln 2018 G" verwendet.

Deckungsvermögen

scrollen
31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Anschaffungskosten 18.402 18.349
Beizulegender Zeitwert 20.784 18.927
Verrechnete Schulden 10.685 10.661

Die als Deckungsvermögen qualifizierten Rückdeckungsversicherungen sowie die Edelmetalle werden mit der Pensionsverpflichtung saldiert. Des Weiteren wird auf der Aktivseite ein Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung in Höhe von T€ 10.099 (Vorjahr: T€ 8.266) ausgewiesen. Dies führt im Saldo zu einem Bilanzausweis der Pensionsrückstellungen von T€ 2.987 (Vorjahr: T€ 3.038). Aufwendungen und Erträge aus dem verrechneten Vermögen werden in Höhe von T€ 1.426 saldiert und in Übereinstimmung mit § 246 Abs. 2 HGB unter dem Posten sonstige betriebliche Erträge ausgewiesen. In Anwendung von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden Erträge in Höhe von T€ 1.560 mit Aufwendungen in Höhe von T€ 134 verrechnet.

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

scrollen
31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Verwaltungs- und Provisionsaufwendungen 15.034 7.753
Personalrückstellungen 7.817 11.020
Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten 1.163 461
Andere Rückstellungen 24.014 19.234

Fonds für allgemeine Bankrisiken

Der Sonderposten ist aufgrund von Zuführungen in Höhe von T€ 6.810 zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 mit T€ 62.081 dotiert.

Handelsbestand

Zum 31. Dezember 2023 gliedern sich Handelsaktiva sowie -passiva wie folgt:

scrollen
Handelsaktiva 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Derivative Finanzinstrumente 190 105
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 59.890 18.969
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 7.127 39.007
Risikoabschlag -686 -556
bilanzielle Handelsaktiva 66.521 57.525
scrollen
Handelspassiva 31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Derivative Finanzinstrumente 43 6
Verbindlichkeiten 11.313 3.189
bilanzielle Handelspassiva 11.356 3.195

Bewertungseinheiten

Es wurden im Geschäftsjahr 2023 keine Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet.

Derivative Finanzinstrumente

Die Baader Bank AG setzt derivative Finanzinstrumente insbesondere zur Sicherung im Rahmen der Aktiv-/​Passivsteuerung und zur Steuerung der Fremdwährungsposition ein. Darüber hinaus sind geringe Volumina an derivativen Finanzgeschäften dem Handelsbestand zugeordnet.

Die Bilanzierung und Bewertung des aktiven bzw. passiven Handelsbestands erfolgt nach dem im separaten Abschnitt "Handelsbestand" beschriebenen Verfahren. Zum Bilanzstichtag wurden alle derivativen Finanzinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert, der dem Marktwert entspricht, bilanziert.

Die in der nachfolgenden Tabelle enthaltenen Angaben basieren auf den Anforderungen der § 285 Nr. 19 und 20 HGB i.V.m. § 36 RechKredV. Die ausgewiesenen Nominalwerte stellen das Bruttovolumen aller Käufe und Verkäufe dar. Bei dem Wert handelt es sich um eine Referenzgröße für die Ermittlung von gegenseitig vereinbarten Ausgleichszahlungen, jedoch nicht um bilanzierungsfähige Forderungen und Verbindlichkeiten.

Termingeschäfte

Am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelte Termingeschäfte bestehen ausschließlich im Rahmen von Devisentermingeschäften im Sinne des § 36 Nr. 1 RechKredV.

scrollen
Geschäftsart Währung Nominal
T€
Kasse Kauf AUD 14
Kasse Kauf CAD 127
Kasse Kauf CHF 1.707
Kasse Kauf DKK 30
Kasse Kauf GBP 98
Kasse Kauf JPY 102
Kasse Kauf SEK 14
Kasse Kauf USD 1.321
Termingeschäft Kauf GBP 5.177
Termingeschäft Kauf USD 13.915
Kasse Verkauf CAD -134
Kasse Verkauf CHF -993
Kasse Verkauf DKK -93
Kasse Verkauf GBP -92
Kasse Verkauf JPY -100
Kasse Verkauf NOK -375
Kasse Verkauf USD -5.095

Bei den dargestellten Geschäften handelt es sich ausschließlich um kundeninduzierte Termingeschäfte sowie um noch nicht zum Bilanzstichtag erfüllte Kassageschäfte.

Das Bewertungsergebnis für offene Termingeschäfte beträgt T€ 21 (Marktwertveränderung) und wird unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Für mit dem beizulegenden Zeitwert (Marktwert) bewertete derivative Finanzinstrumente stellen sich Umfang und Art jeder Kategorie einschließlich der wesentlichen Bedingungen, welche die Höhe, den Zeitpunkt und die Sicherheit künftiger Zahlungsströme beeinflussen können, wie folgt dar:

Handelsaktiva

scrollen
Bezeichnung Kategorie Fälligkeit Kontrakte Stück Währung Marktpreis Marktwert
EUR/​USD FX Future Devisen-Future Januar 2024 8 USD 1,1046 1.104.600,00
EUR/​USD FX Future Devisen-Future März 2024 39 USD 1,1075 5.399.062,50
Volatility Index (VIX®) Future Aktienindex-Future Februar 2024 40 USD 15,30 612.000,00
E-Mini S&P 500® Future (ESH4) Aktienindex-Future März 2024 25 USD 4.820,00 6.025.000,00
E-Mini S&P 500® Future Option Aktienindex-Option März 2024 20 USD 63,50 63.500,00
E-Mini NASDAQ 100® Future Option Aktienindex-Option März 2024 10 USD 310,25 62.050,00
DAX® Future (FDAX) Aktienindex-Future März 2024 32 EUR 16.913,00 13.530.400,00
Micro-DAX®- Futures (FDXS) Aktienindex-Future März 2024 17 EUR 16.913,00 287.521,00
EURO STOXX 50® Index Future (FESX) Aktienindex-Future März 2024 78 EUR 4.543,00 3.543.540,00
scrollen
Bezeichnung Einstandswert Buchwert Risikofaktoren Zahlungsströme
EUR/​USD FX Future 1.096.365,60 8.234,40 (entspricht 7.451,95 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des FX-Kurses (125.000 USD pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
EUR/​USD FX Future 5.392.882,30 6.180,20 (entspricht 5.592,94 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des FX-Kurses (125.000 USD pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
Volatility Index (VIX®) Future 610.575,20 1.424,80 (entspricht 1.289,41 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 • täglich: Differenzenausgleich
(1.000 USD pro Kontrakt) • Erfüllung durch Lieferung
E-Mini S&P 500® Future (ESH4) 6.036.320,50 11.320,50 (entspricht 10.244,80 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 • täglich: Differenzenausgleich
(50 USD pro Kontrakt) • Erfüllung durch Lieferung
E-Mini S&P 500® Future Option 85.518,00 63.500,00 (entspricht 57.466,06 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 • täglich: Differenzenausgleich
(50 USD pro Kontrakt) • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement)
E-Mini NASDAQ 100® Future Option 68.409,00 62.050,00 (entspricht 56.153,85 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index Nasdaq 100 • täglich: Differenzenausgleich
(20 USD pro Kontrakt) • am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag Erfüllung durch Barausgleich (Cash Settlement)
DAX® Future (FDAX) 13.626.326,00 95.926,00 Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index DAX (25 EUR pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
Micro-DAX®- Futures (FDXS) 289.830,79 2.309,79 Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index DAX, der Blue ChipIndex der Deutsche Börse AG (1 EUR pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
EURO STOXX 50® Index Future (FESX) 3.555.061,14 11.521,14 Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index Euro Stoxx 50 • täglich: Differenzenausgleich
(10 EUR pro Kontrakt) • Erfüllung durch Lieferung

Handelspassiva

scrollen
Bezeichnung Kategorie Fälligkeit Kontrakte Stück Währung Marktpreis Marktwert
Hang Seng Index Futures (HSI) Aktienindex-Future März 2024 4 HKD 17.196,00 3.439.200,00
ASX SPI 200TM Futures Aktienindex-Future März 2024 3 AUD 7.585,00 568.875,00
Volatility Index (VIX®) Future Aktienindex-Future Januar 2024 10 USD 14,05 140.500,00
Gold Future Commodity-Future Februar 2024 1 USD 2.071,80 207.180,00
E-Mini NASDAQ 100® Future (NQH4) Aktienindex-Future März 2024 2 USD 17.023,50 680.940,00
MSCI Emerging Markets Index-Future (FMEM) Aktienindex-Future März 2024 9 USD 538,70 484.830,00
scrollen
Bezeichnung Einstandswert Buchwert Risikofaktoren Zahlungsströme
Hang Seng Index Futures (HSI) 3.301.445,84 -137.754,16 (entspricht -15.959,65 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index Hang Seng (50 HKD pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
ASX SPI 200TM Futures 540.745,35 -28.129,65 (entspricht -17.296,72 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S&P/​ASX 200 • täglich: Differenzenausgleich
(25 AUD pro Kontrakt) • Erfüllung durch Lieferung
Volatility Index (VIX®) Future 142.268,80 -1.768,80 (entspricht -1.600,72 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index S & P 500 • täglich: Differenzenausgleich
(1.000 USD pro Kontrakt) • Erfüllung durch Lieferung
Gold Future 209.401,90 -2.221,90 (entspricht -2.010,77 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Rohstoffes Gold (100 USD pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
E-Mini NASDAQ 100® Future (NQH4) 683.183,36 -2.243,36 (entspricht -2.030,19 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des Index Nasdaq 100 • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung
(20 USD pro Kontrakt)
MSCI Emerging Markets Index-Future (FMEM) 479.935,72 -4.894,28 (entspricht -4.429,21 EUR) Zahlungsstromschwankungen ergeben sich hauptsächlich aus der Wertänderung des MSCI Emerging Markets Index (100 USD pro Kontrakt) • täglich: Differenzenausgleich
• Erfüllung durch Lieferung

Anteile an Investmentfonds

Der Baader Bank Konzern ist zum 31. Dezember 2023 nicht mit mehr als 10 % an Anteilen an Sondervermögen im Sinn des § 1 Abs. 10 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder vergleichbaren EU-Investmentvermögen oder vergleichbaren ausländischen Investmentvermögen beteiligt.

Als Sicherheiten übertragene Vermögensgegenstände

Für die nachfolgenden Verbindlichkeiten wurden zum 31. Dezember 2023 Vermögensgegenstände mit dem angegebenen Beleihungswert als Sicherheiten hinterlegt:

scrollen
Grundschulden
T€
Wertpapiere (Liquiditätsreserve)
T€
Bankguthaben
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 97.104

Latente Steuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Wertunterschiede zwischen Handels- und Steuerrecht, die im Wesentlichen aus dem Ansatz von Pensionsrückstellungen und dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (aktive latente Steuern) sowie der Nutzungsdauer des Geschäftsgebäudes, Windkraftanlagen und Risikovorsorgen (passive latente Steuern) resultieren. Der angewandte Steuersatz beträgt 28,15 %. Der entstandene Aktivüberhang wird in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht in der Bilanz ausgewiesen.

Eigenkapital

1. Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft betrug am 31. Dezember 2023 T€ 48.797 (Vorjahr: T€ 48.797). Es ist eingeteilt in 48.797.311 (Vorjahr: 48.797.311) auf den Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien) zu einem rechnerischen Nennwert von je € 1,00.

2. Genehmigtes Kapital

a) Genehmigtes Kapital 2021

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 1. Juli 2021 ein Genehmigtes Kapital 2021 mit folgendem Inhalt geschaffen:

Der Vorstand wird ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 20.065.712 neuen auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/​oder Sacheinlage um bis zu insgesamt EUR 20.065.712 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021). Bei der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2021 ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die Aktien können auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder Unternehmen im Sinne von § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen,

a) um Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht auszunehmen;

b) wenn die neuen Aktien gegen Bareinlagen zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis der bereits im m:access börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich im Sinne des § 186 Abs. 3 S. 4 AktG unterschreitet, und soweit die insgesamt seit der Ermächtigung gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung 10 % des Grundkapitals nicht übersteigen und zwar weder zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung noch - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausnutzung der Ermächtigung. Auf diese 10 %-Grenze sind diejenigen Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung bis zum Zeitpunkt der Ausübung der jeweiligen Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben oder veräußert wurden. Ebenfalls anzurechnen sind diejenigen Aktien, die von der Gesellschaft aufgrund von zum Zeitpunkt der jeweiligen Ausübung der Ermächtigung ausgegebenen Wandel-/​Optionsschuldverschreibungen ausgegeben wurden beziehungsweise noch ausgegeben werden können, sofern die Wandel-/​Optionsschuldverschreibungen nach dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durch die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften ausgegeben wurden;

c) um die Aktien gegen Sacheinlagen zum Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen oder Vermögensgegenständen, insbesondere Dividendenansprüche, - auch durch Aktientausch - sowie bei Unternehmenszusammenschlüssen auszugeben.

Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die weiteren Einzelheiten der Durchführung der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2021 festzusetzen. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, nach Ausnutzung des Genehmigten Kapitals oder Ablauf der Frist für die Ausnutzung des Genehmigten Kapitals die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen.

Der Beschluss zur Schaffung des Genehmigten Kapitals 2021 wurde am 1. Juli 2021 zur Eintragung in das Handelsregister angemeldet. Die Eintragung erfolgte am 15. Juli 2021.

Das Genehmigte Kapital 2021 wurde im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von EUR 2.109.309 durch Ausgabe von 2.109.309 auf Inhaber lautenden Stückaktien gegen Sacheinlage im Rahmen der Wahldividende 2022 in Anspruch genommen. Als Sacheinlage für die neuen Aktien wurden durch den Gewinnverwendungsbeschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 7. Juli 2022 entstandene Dividendenansprüche derjenigen Aktionäre eingebracht, die sich im Rahmen der Wahldividende für den Bezug von Aktien entschieden haben.

Das verbleibende Genehmigte Kapital betrug am 31. Dezember 2023 noch bis zu insgesamt EUR 20.065.712, welches mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe von bis zu 20.065.712 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgenutzt werden kann.

b) Sonstiges genehmigtes Kapital

Es bestand im Geschäftsjahr 2023 kein sonstiges genehmigtes Kapital.

3. Bedingtes Kapital

a) Bedingtes Kapital 2020

Die Hauptversammlung der Gesellschaft hat durch Beschluss vom 11. August 2020 ein Bedingtes Kapital 2020 mit folgendem Inhalt geschaffen:

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu T€ 22.954 eingeteilt in bis zu 22.954.341 auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und anderen hybriden Schuldverschreibungen (mit oder ohne Wandlungs- oder Optionsrecht bzw. -pflicht), die von der Baader Bank Aktiengesellschaft oder unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften der Baader Bank Aktiengesellschaft (Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG) auf der Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 11. August 2020 (Ermächtigung 2020) bis zum 10. August 2025 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Wandlungs- oder Optionsrechten Gebrauch machen oder ihren entsprechenden Wandlungs- oder Optionspflichten nachkommen oder die Gesellschaft von einer Ersetzungsbefugnis Gebrauch macht und nicht andere Erfüllungsformen gewählt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe der Ermächtigung 2020 jeweils zu bestimmenden Options- und Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. durch Erfüllung entsprechender Wandlungs- oder Optionspflichten entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien abweichend von § 60 Absatz 2 AktG, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

b) Sonstiges bedingtes Kapital

Es bestand im Geschäftsjahr 2023 kein sonstiges ausnutzbares bedingtes Kapital.

4. Eigene Aktien

a) Ermächtigungen zum Erwerb eigener Aktien

Die durch die Hauptversammlung am 1. Juli 2019 erteilte und bis zum 30. Juni 2024 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. Juli 2021 durch eine neue, bis zum 30. Juni 2026 laufende Ermächtigung ersetzt worden.

Die Hauptversammlung der Gesellschaft am 1. Juli 2021 folgenden Beschluss gefasst:

a) Die derzeit bestehende, durch die Hauptversammlung am 1. Juli 2019 unter Tagesordnungspunkt 7 erteilte und bis zum 30. Juni 2024 befristete Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG wird aufgehoben.

b) Der Vorstand wird ermächtigt, bis zum 30. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eigene Aktien der Gesellschaft bis zur Höhe von 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit den ggf. auch aus anderen Gründen erworbenen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen.

Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen.

Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) darf bei einem Erwerb über die Börse den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse (Schlusskurs im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor der Verpflichtung zum Erwerb nicht um mehr als 10 % über- bzw. unterschreiten. Bei einem öffentlichen Kaufangebot oder einer an die Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten kann die Gesellschaft entweder einen Preis oder eine Preisspanne festlegen, zu dem sie bereit ist, die Aktien zu erwerben. Der Kaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) darf jedoch - vorbehaltlich einer Anpassung während der Angebotsfrist - den Mittelwert der Aktienkurse an der Frankfurter Wertpapierbörse (Schlusskurs im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) an den letzten drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung des Erwerbsangebots um nicht mehr als 20 % unter- bzw. überschreiten.

Ergeben sich nach der Veröffentlichung des formellen Kaufangebots bzw. der formellen Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, so kann das Angebot angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Schlusskurs an der Frankfurter Wertpapierbörse (im Xetra-Handel bzw. einem das Xetra-System ersetzenden vergleichbaren Nachfolgesystem) am dritten Börsenhandelstag vor der öffentlichen Ankündigung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Sollte das Volumen der angebotenen Aktien das vorgesehene Rückkaufvolumen überschreiten, kann die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien oder nach Quoten (ggf. unter Schaffung übertragbarer Andienungsrechte) erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme kleiner Offerten oder kleiner Teile von Offerten bis zu 50 Stück kann vorgesehen werden.

c) Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, eigene Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung oder aufgrund vorangegangener Hauptversammlungsermächtigungen nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden bzw. wurden, - in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre - unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre als (Teil-) Gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder anderen Wirtschaftsgütern zu verwenden, an Dritte gegen Barzahlung zu veräußern, soweit die Veräußerung zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet, oder Personen zum Erwerb anzubieten oder zu übertragen, die in einem Arbeitsverhältnis zu der Gesellschaft oder einem mit ihr verbundenen Unternehmen stehen.

d) Darüber hinaus wird der Vorstand ermächtigt, vorbezeichnete Aktien einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder die Durchführung der Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die Aktien können mit Zustimmung des Aufsichtsrats auch in der Weise eingezogen werden, dass sich das Grundkapital nicht verändert, sondern durch die Einziehung der Anteil der übrigen Stückaktien am Grundkapital gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht wird (vereinfachtes Einziehungsverfahren gemäß § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG). Erfolgt die Einziehung im vereinfachten Einziehungsverfahren, ist der Aufsichtsrat zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.

e) Zudem wird der Vorstand ermächtigt, die Aktien, die aufgrund dieser Ermächtigung oder aufgrund vorangegangener Hauptversammlungsermächtigungen nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG erworben werden bzw. wurden, allen Aktionären anzubieten, damit diese gegen (auch teilweise) Abtretung ihres mit dem Gewinnverwendungsbeschluss der Hauptversammlung entstandenen Anspruchs auf Auszahlung der Dividende eigene Aktien beziehen können (Aktiendividende). Werden die Aktien zu dem vorgenannten Zweck der Aktiendividende verwendet, ist der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht auszuschließen.

f) Die Ermächtigungen können einmal oder mehrmals, ganz oder in Teilbeträgen, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, aber auch durch Konzernunternehmen oder von Dritten für Rechnung der Gesellschaft oder der Konzernunternehmen ausgeübt werden.

b) Anzahl eigener Aktien

Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2023 keine eigenen Aktien. Das entspricht 0% des Grundkapitals. Der auf sie entfallende Betrag des Grundkapitals beträgt € 0,00.

Kapital- und Gewinnrücklagen

Die Kapitalrücklagen belaufen sich zum 31. Dezember 2023 auf unverändert T€ 43.445 (Vorjahr: T€ 43.445). Die Veränderungen der Gewinnrücklagen sind im Eigenkapitalspiegel des Baader Bank Konzerns dargestellt, der separater Bestandteil des Konzernabschlusses ist.

Konzernbilanzgewinn

scrollen
31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Konzernergebnis 2.829 8.883
Nicht beherrschende Anteile -38 -193
Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen 2.791 8.690
Gewinn-/​Verlustvortrag des Mutterunternehmens 228 87
Entnahme aus Gewinnrücklagen 3.708 10.811
Einstellung in Gewinnrücklagen -6.537 -15.421
Konzernbilanzgewinn 190 4.167

Das Jahresergebnis der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr 2023 beträgt T€ -38. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus Vorjahren in Höhe von T€ 228 ergibt sich ein Bilanzgewinn in Höhe von T€ 190. Der Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

Eventualverbindlichkeiten

Die Eventualverbindlichkeiten resultieren aus Bürgschaften gegenüber Mitarbeitern in Höhe von T€ 4 (Vorjahr: T€ 8). Es bestehen keine Bürgschaften gegenüber Mitgliedern des Vorstands (Vorjahr: T€ 0).

Darüber hinaus bestehen keine widerruflichen Kreditzusagen gegenüber Mitgliedern des Vorstands (Vorjahr: T€ 0).

Andere Verpflichtungen

Es bestehen offene unwiderrufliche Kreditzusagen an Kunden in Höhe von T€ 11.180 (Vorjahr: T€ 10.119).

Wesentliche Risiken aus den Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen sind nicht erkennbar. Die Einschätzung des Risikos der Inanspruchnahme leitet sich aus dem Risikomanagement ab. Der überwiegende Teil der Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen beinhaltet Kreditrisiken von Kreditnehmern mit guter Bonität. Akuten und latenten Bonitätsrisiken wird bilanziell gegebenenfalls durch die Bildung von Rückstellungen Rechnung getragen.

VII. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist der Baader Bank Konzern finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die über die in der Bilanz zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Verbindlichkeiten hinausgehen und sich wie folgt darstellen:

scrollen
Restlaufzeit Monate finanzielle Verpflichtung
T€
Zukünftige Zahlungen aus Mietverträgen für Büroräume, Nutzflächen und Pkw-Stellplätze 1 bis 58 4.470
Zukünftige Zahlungen aus Kraftfahrzeugleasingverträgen sowie Leasingverträgen über Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 48 1.605
Zukünftige Zahlungen aus sonstigen Dienstleistungsverträgen 3 bis 84 20.770

Wesentliche Risiken aus den nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften, welche sich auf die Liquidität bzw. auf die Fähigkeit des Baader Bank Konzerns, in einem absehbaren Zeitraum die vorhandenen Verpflichtungen erfüllen zu können, negativ auswirken, sind nicht erkennbar.

Angaben nach § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB

Sonstige wesentliche finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind und nach § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB anzugeben sind, bestehen im Zusammenhang mit der bisher nicht vollständigen Inanspruchnahme von Kapitalzusagen (T€ 3.878) für Beteiligungen.

VIII. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und -aufwendungen

In dem Posten "Zinserträge" aus Kredit- und Geldmarktgeschäften sind keine negativen Zinsen auf Guthaben aus laufenden Konten (Vorjahr: T€ 4.395) sowie aus Termin- und Kundengeldern (Vorjahr: T€ 3) enthalten.

Negative Zinsen in Höhe von T€ 131 (Vorjahr: T€ 3.976), die aus Kundengeldanlagen resultieren, sind unter dem Posten "Zinsaufwendungen" ausgewiesen.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse in Höhe von T€ 11.396 (Vorjahr: T€ 21.343) entfallen in voller Höhe auf die durch den Windpark in Kroatien generierte Einspeisevergütung für Strom.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 5.680 (Vorjahr: T€ 5.723) entfallen auf Aufwendungen und Erträge aus dem saldierten Deckungsvermögen in Übereinstimmung mit § 246 Abs. 2 HGB (T€ 1.426), Erträge aus Sachbezügen (Firmenwagen) in Höhe von T€ 547, sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 121).

Ferner enthalten sind sonstige Erträge in Höhe von insgesamt T€ 2.031, die im Wesentlichen aus weiterzubelastenden Projektkosten, welche vorwiegend im Rahmen der Betreuung von Kapitalmarktdienstleistungen anfallen, resultieren, sowie sonstige Kostenerstattungen im Zusammenhang mit dem Betrieb des Windparks in Kroatien (T€ 845).

Periodenfremde Erträge entfallen im Wesentlichen auf Erstattungen für im Vorjahr bezogene Leistungen.

Andere Verwaltungsaufwendungen

Die anderen Verwaltungsaufwendungen in Höhe von T€ 77.188 enthalten Aufwendungen für den Betrieb und Aufrechterhaltung des Windparks in Höhe von T€ 3.293.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von T€ 1.409 (Vorjahr: T€ 1.405) enthalten im Wesentlichen Aufwendungen des Windparks (T€ 629) sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe T€ 90.

Die periodenfremden Aufwendungen betreffen vor allem Aufwendungen für im Vorjahr bezogene Leistungen.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Der im Geschäftsjahr 2023 ausgewiesene Steueraufwand in Höhe von T€ 1.074 beinhaltet im Wesentlichen die Ertragsteuern für das abgelaufene Geschäftsjahr in Höhe von T€ 1.502 sowie Steuererstattungen aus Vorjahren in Höhe von T€ 429.

IX. Ergänzende Angaben

Mehrheitsbeteiligung

Die Baader Beteiligungs GmbH, Unterschleißheim, hält an der Baader Bank AG eine Mehrheitsbeteiligung gemäß § 16 Abs. 1 AktG. Eine Mitteilung gemäß § 20 Abs. 4 AktG liegt vor.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 wurden durchschnittlich 588 (Vorjahr: 524) Angestellte beschäftigt. Davon waren 59 Mitarbeiter leitende Angestellte.

Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats

Den Mitgliedern des Vorstandes wurden für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 3.647 (Vorjahr: T€ 3.279) gewährt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr Gesamtbezüge in Höhe von T€ 301 (Vorjahr: T€ 268).

Honorare des Abschlussprüfers

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich für das Geschäftsjahr 2023 auf das Gesamthonorar der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie für das Vorjahr auf das Gesamthonorar der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG für die an die Baader Bank AG und ihre vollkonsolidierten inländischen Tochterunternehmen erbrachten Leistungen.

Diese teilen sich für das Geschäftsjahr 2023 wie folgt auf:

scrollen
Baader Bank Konzern 2023
T€
2022
T€
Abschlussprüfungsleistungen 773 555
Andere Bestätigungsleistungen 427 334
Sonstige Leistungen 0 0
Gesamthonorare 1.200 889

Die vom Abschlussprüfer zusätzlich zur Jahresabschlussprüfung erbrachten Leistungen umfassen die Prüfung nach § 89 Abs. 1 WpHG für den Zeitraum 1. Mai 2022 bis 30. April 2023.

Organe des Baader Bank Konzerns

Vorstand

scrollen

Herr Nico Baader, Gräfelfing (Vorsitzender)

Beruf: Bankkaufmann

Verantwortung: Group Strategy & Management, Group Legal & Corporate Finance, Human Resources & Corporate Services, Information Technology, Backoffice, Treasury, Riskmanagement & Regulatory Reporting, Compliance, Internal Audit

Herr Oliver Riedel, Lauf (stellvertretender Vorsitzender)

Beruf: Bankkaufmann

Verantwortung: Distribution, Production /​ Markets Operation, Capital Markets, Business Management Clients & Markets, Market Making Stuttgart, Market Making Fonds /​ ETFs /​ Equities FFM, Verbriefte Derivate, Market Making Bonds, Client Service Group, Business Management Administration, Fund Services

Herr Dietmar von Blücher, Viernheim (bis 12. Juli 2023)

Beruf: Dipl.-Betriebswirt (BA)

Verantwortung: Group Compliance /​ Geldwäschebeauftragter, Internal Audit, Group Corporate Security, Riskmanagement & Regulatory Reporting, Backoffice, Group Accounting, Group Controlling, Credit

Aufsichtsrat

scrollen

Herr Helmut Schreyer, München (Vorsitzender)

ehem. persönlich haftender Gesellschafter der ehemaligen Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA

Herr Prof. Dr. Georg Heni, Freudenstadt (stellvertretender Vorsitzender)

Selbständiger Berater, Wirtschaftsprüfer

Herr Christoph Mast, Bad Nauheim

Selbständiger Berater, Rechtsanwalt

Herr Dr. Louis Hagen, Starnberg (seit 06. Juli 2023)

Rechtsanwalt

Herr Ali Cavli, Frankfurt am Main (Arbeitnehmervertreter) (bis 06. Juli 2023)

Wertpapierhändler im Bereich Market Making Fonds der Baader Bank AG

Herr Thomas Leidel, Bad Aibling (Arbeitnehmervertreter) (bis 06. Juli 2023)

Leiter Data & Risk Management der Baader Bank AG

Herr Michael Frank, Bietigheim-Bissingen (Arbeitnehmervertreter) (seit 06. Juli 2023)

Wertpapierhändler im Bereich Market Making Equities Stuttgart der Baader Bank AG

Herr Timon Hauser, Haimhausen (Arbeitnehmervertreter) (seit 06. Juli 2023)

Stellv. Leiter des Bereichs Group Accounting der Baader Bank AG

Mandate nach § 340a Abs. 4 Nr. 1 HGB

Zum 31. Dezember 2023 wurden Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsgremien von großen Kapitalgesellschaften wahrgenommen. Diese sowie weitere nennenswerte Mandate werden im Folgenden aufgeführt:

scrollen
Mandatsinhaber Mandatsfirma /​ -institution Mandat
Herr Nico Baader Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats
Herr Oliver Riedel Baader Helvea AG, Zürich (Schweiz) Baader Helvea Limited, London (UK) Baader Helvea Inc., New York (USA) Vorsitzender des Verwaltungsrats Member of the Supervisory Board of Directors Member of the Supervisory Board of Directors
Herr Kai Göhring Baader & Heins Capital Management AG, Unterschleißheim LeanVal Asset Management AG, Frankfurt am Main (seit 26. April 2023) Selan d.o.o., Senj (Kroatien) (seit 20. September 2023) Mitglied des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats Vorsitzender des Aufsichtsrats
Herr Florian Koller Selan d.o.o., Senj (Kroatien) (seit 20. September 2023) Mitglied des Aufsichtsrats
Herr Jens Schumann Selan d.o.o., Senj (Kroatien) (seit 20. September 2023) stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats
Herr Lukas Burkart Baader Helvea Limited, London (UK) Member of the Supervisory Board of Directors
Herr Sebastian Niedermayer Baader Helvea Inc., New York (USA) Member of the Supervisory Board of Directors

Aufstellung des Anteilsbesitzes des Baader Bank Konzerns

Der Baader Bank Konzern ist unmittelbar an folgenden Unternehmen mit mehr als 5 % beteiligt, die zum 31. Dezember 2023 weder als Tochterunternehmen einbezogen noch assoziierte Unternehmen sind:

scrollen
Name /​ Sitz Kapitalanteil
%
Letzter Zwischen-/​Jahresabschluss Eigenkapital (gesamt)
T€
Jahresergebnis
T€
Vjetropark Vrataruša d.o.o., Senj (Kroatien) 1) 100,00 31. Dezember 2022 5 -441
Parsoli Corporation Ltd., Mumbai (Indien) 27,36 Zum 31. Dezember 2023 stehen keine aktuellen Daten zur Verfügung.
LeanVal Asset Management AG (vormals: Conservative Concept Portfolio Management AG), Frankfurt am Main 19,90 31. Dezember 2021 1.932 806
AlphaValue SA, Paris (Frankreich) 13,30 31. Dezember 2022 879 162

1) Das Eigenkapital und das Ergebnis des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2022 wurden umgerechnet (€/​HRK 7,53450).

 

Unterschleißheim, den 21. März 2024

Baader Bank AG

Der Vorstand

Nico Baader

Oliver Riedel

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Baader Bank AG, Unterschleißheim

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Baader Bank AG, Unterschleißheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Baader Bank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

scrollen

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Existenz und Ermittlung der Nettoerträge aus dem Handelsbestand

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer II sowie den zusammengefassten Lagebericht Ziffer 1.2 sowie 2.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Für das Geschäftsjahr 2023 weist die Baader Bank Gruppe insgesamt einen Nettoertrag des Handelsbestands in Höhe von EUR 105,1 Mio aus. Dieser stellt eine wesentliche Ertragsposition der Gewinn- und Verlustrechnung der Baader Bank Gruppe dar.

Die Nettoerträge des Handelsbestands umfassen im Wesentlichen Erträge und Aufwendungen aus dem Handel mit Aktien, Fonds bzw. ETFs und Rentenpapieren und basieren weit überwiegend auf realisierten Erfolgsbeiträgen im Rahmen der Tätigkeit der Baader Bank als Market Maker an verschiedenen Börsenplätzen und Plattformen.

Das Risiko für den Abschluss besteht insbesondere darin, dass die Nettoerträge aus dem Handelsbestand nicht existieren oder aufgrund einer fehlerhaften Ermittlung Nettoerträge in unrichtiger Höhe berücksichtigt werden. Aufgrund der hohen Anzahl der Transaktionen, die insgesamt zum Nettoertrag aus Handelsgeschäften führen, hat die Baader Bank hochautomatisierte systemgestützte Prozesse eingerichtet. Für unsere Prüfung war es daher von besonderer Bedeutung, dass die Prozesse und Verfahren, einschließlich der eingerichteten manuellen und IT-anwendungsbezogenen automatischen Kontrollen, geeignet sind, die Existenz und Ermittlung der Nettoerträge des Handelsbestands in zutreffender Höhe sicherzustellen.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil insbesondere auf kontrollbasierte Prüfungshandlungen gestützt. Demzufolge haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt:

Im Rahmen von kontrollbasierten Prüfungshandlungen haben wir die Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit von manuellen und IT-anwendungsbezogenen Kontrollen beurteilt, die die Baader Bank zur Sicherstellung der Existenz und einer sachgerechten Ermittlung im Handelsgeschäft eingerichtet hat.

Dabei haben wir insbesondere die Angemessenheit der implementierten Kontrollen zur Abwicklung von Handelsgeschäften, insbesondere der Kontrollen zur Bestätigung und Gegenbestätigung der Handelsgeschäfte, beurteilt und deren Wirksamkeit getestet. Zudem umfassten unsere Prüfungshandlungen u. a. auch den rechnerischen Nachvollzug der automatischen Ermittlung der Nettoerträge des Handelsbestands. Für die zum Einsatz kommenden IT-Systeme haben wir im Vorfeld die Wirksamkeit der Regelungen und Verfahrensweisen, die sich auf die IT-Anwendungen beziehen und die Wirksamkeit von Anwendungskontrollen unterstützen, unter Einbindung unserer IT-Spezialisten überprüft.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Prozesse und Verfahren, einschließlich der eingerichteten manuellen und IT-anwendungsbezogenen Kontrollen, sind geeignet, die Existenz der Nettoerträge aus dem Handelsbestand in zutreffender Höhe sicherzustellen, sodass die Erfassung der Nettoerträge aus dem Handelsbestand sachgerecht erfolgt.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:

scrollen

den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden gesonderten zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und

die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Gesellschaft und des Konzerns, die in Abschnitt 4.1 des zusammengefassten Lageberichts enthalten ist.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellten Geschäftsbericht. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

scrollen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

scrollen

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 6. Juli 2023 als Konzernabschlussprüfer gewählt.

Wir wurden am 24. November 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2023 als Konzernabschlussprüfer der Baader Bank AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Franz Haider.

 

München, den 25. März 2024

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Haider, Wirtschaftsprüfer

Ruoff, Wirtschaftsprüfer