quirin bank AG

Berlin

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012

Lagebericht zum 31. Dezember 2012

der qurinin bank AG

1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Entwicklung des wirtschaftlichen Umfeldes

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2012 stand ganz unter dem Eindruck der Staatsschuldenkrise in der Eurozone und der wirtschaftspolitischen Reaktionen der europäischen Regierungen hierauf. Phasen immer neuer Zuspitzungen vor allem in Bezug auf die besonders betroffenen Euro-Mitgliedsländer Italien, Spanien und allen voran Griechenland wechselten sich mit zwischenzeitlichen Perioden tendenzieller Beruhigung ab. Erst im Verlauf der zweiten Jahreshälfte sorgten Ankündigungen der Europäischen Zentralbank zur unbedingten Stützung der Gemeinschaftswährung für einen graduellen und bis zum Jahresstart 2013 anhaltenden Rückgang der allgemeinen Risikowahrnehmung.

Die konjunkturelle Dynamik konnte hiervon im Jahresverlauf 2012 jedoch nicht profitieren. Bereits der Jahresanfang war im für die quirin bank AG (nachfolgend kurz „quirin bank“ oder „Bank“) maßgeblichen Markt Deutschland von einer konjunkturellen Schwäche geprägt, die sich nur langsam zurückbildete und erst im Sommer überwunden schien. Die inzwischen wieder angespanntere Krisensituation der Gemeinschaftswährung führte aber umgehend zu einer neuerlichen konjunkturellen Eintrübung, die sich bis zum Jahresende 2012 fortsetzte und verstärkte. Erneut war für diese Wachstumsschwäche in Deutschland maßgeblich ein deutlicher Rückgang der Außenhandelsdynamik verantwortlich, der sich nicht nur aus den Entwicklungen im Zusammenhang mit der Eurokrise, sondern auch in folge einer weltwirtschaftlichen Schwächephase in den Sommer- und Herbstmonaten ergab. Insgesamt geht das Statistische Bundesamt laut seiner ersten Schätzung davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2012 lediglich um 0,7 % gewachsen ist und damit fast schon stagnierte.

Wie schon im Jahr 2011 war auch in 2012 die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt hingegen überaus robust und konnte der konjunkturellen Eintrübung und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit damit trotzen. Zwar ging die Dynamik des Arbeitsmarkts im Zuge der geschilderten Turbulenzen im Vorjahresvergleich leicht zurück, die positive Grundtendenz wurde aber beibehalten. So waren im Jahresverlauf 2012 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich 2,9 Mio. Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 % auf 6,8 % zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf 41,6 Mio. und damit auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung (vorläufige Angaben des Statistischen Bundesamts).

Im Unternehmenssektor hinterließen die europäischen und weltwirtschaftlichen Turbulenzen hingegen deutlichere Spuren. Auftragseingänge, Produktion und Ausfuhren kamen im Jahresverlauf – insbesondere in der zweiten Jahreshälfte – spürbar unter Druck. Vor allem im Frühjahr und zum Jahresende zeigte sich hier eine zunehmende Abwärtsbewegung: Die Ausfuhren sanken im November 2012 gegenüber dem Vormonat um 2,2 %, die Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes gingen um 1,8 % zurück und die Produktion sank im Oktober um 2,0 %. Besonders deutlich wurde dies auch in der Eintrübung des Geschäftsklimas in Deutschland sichtbar. Seit dem Mai 2012 sank der maßgebliche ifo-Index sechs Monate in Folge teils kräftig auf Werte, die zuletzt Anfang 2010 zu verzeichnen waren. Erst im November 2012 konnte die Abwärtsentwicklung gestoppt und eine Stabilisierung dieses wichtigen konjunkturellen Frühindikators erreicht werden.

Auch die Kapitalmärkte zeigten sich unverändert volatil. So konnte der Aktienindex DAX im ersten Quartal 2012 um gut 1.173 Punkte auf 7.157 Punkte steigen, fiel jedoch bis zum 5. Juni deutlich auf 5.969 Punkte zurück. Im zweiten Halbjahr 2012 konnte der Dax um 27,5 % zulegen und notiert zum Jahresende bei 7.612,39 Punkten.

Trotz der Schuldenkrise hat sich die Nachfrage auf den Anleihemärkten, insbesondere bei den Unternehmensanleihen, weiter stabilisiert. Das Zinsniveau ist jedoch weiter gesunken. Auch deshalb zeigen sich die Anleger wieder zunehmend risikofreudiger, um entsprechende Renditen zu erlangen. Die Unternehmen nutzen fortgesetzt – unterstützt durch das weiter geringe Zinsniveau – die Anleihemärkte für die Kapital-Aufnahme. Auf dem Markt für Aktienemissionen im klassischen Small-Mid-Cap-Segment hat sich die Belebung jedoch nicht durchgesetzt.

Trotz des anhaltenden volatilen Kapitalmarkumfeldes und der weiter sinkenden Zinsen konnte die quirin bank in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ihren Wachstumskurs fortsetzen. Durch die positive Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr konnte die Bank mit € -0,9 Mio. ihr erwartetes Plan-Ergebnis verbessern.

Unternehmen und Strategie

Neben derHonorarberatung (Private Banking) betreibt die Bank als weitere Geschäftsbereiche das Investmentbankgeschäft für den Mittelstand (Unternehmerbank) und das Mandantengeschäft für Finanzdienstleister (Business Process Outsourcing).

Geschäftsbereich Private Banking

Die strategische Ausrichtung der Bank konzentriert sich auch weiterhin auf die Honorarberatung und setzt unverändert auf Wachstum. Im Berichtszeitraum zeigte sich insbesondere das erste Halbjahr 2013 hinsichtlich der Gewinnung neuer Kunden und Assets als schwierig. Die Anleger sind durch die anhaltenden Kapitalmarktschwankungen sowie die ungelöste Schuldenkrise stark verunsichert und suchen vermehrt nach Investitionen in Sachwerte - und hier insbesondere in Immobilien. Dem daraus resultierenden Trend der Vermögensabflüsse in der Finanzbranche konnte die Bank durch ihr überzeugendes Modell entgegenwirken und ihr Wachstum, wenn auch etwas langsamer als geplant, fortsetzen

So gewann die Honorarberatung im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 € 142 Mio. neue Vermögenswerte (Nettomittelzuflüsse). Das betreute Vermögen der Kunden im Private Banking beträgt mehr als € 2,4 Mrd. (Vorjahr 2,3 Mrd.). Auf die Vermögensverwaltung entfallen davon rd. 43 % (Vorjahr 37 Prozent) des Vermögens. Die Kundenanzahl stieg zum Jahresende auf 8.697 Kunden (Vorjahr 8.419 Kunden). Mit 14 Beratungsstützpunkten ist die Honorarberatung an allen wichtigen Wirtschaftsstandorten deutschlandweit vertreten. Das Geschäftsmodell ist nach wie vor einzigartig. Bisher hat in Deutschland keine weitere Bank die Honorarberatung so konsequent umgesetzt.

Das Gesamtergebnis des Private Bankings zeigt für 2012 positive Ergebnisbeiträge (Deckungsbeitrag vor Gemeinkosten und Leistungsverrechnung). Der Provisionsüberschuss stieg insbesondere durch die erfreuliche Performanceentwicklung in der Vermögensverwaltung um € 6,1 Mio. auf € 16,8 Mio. Zu dem Ergebnis hat auch der Zinsüberschuss aus der Liquiditätsanlage von € 2,3 Mio. beigetragen. Die Cost-Income-Ratio (CIR) als Relation der ordentlichen Aufwendungen zu den ordentlichen Erträgen (Summe der Verwaltungsaufwendungen, Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zur Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstigen betrieblichen Erträgen) zeigt einen Wert von 96 Prozent (Vorjahr 143 Prozent).

Sowohl in der Politik als auch in den Medien wird die Honorarberatung zunehmend ernst genommen und erhält weiteren Rückenwind, zumal es nach wie vor keine überzeugenden verbraucherfreundlichen Alternativen in der Finanzberatung gibt. In Rahmen ihrer Aktivitäten für den Berufsverband deutscher Honorarberater (BVDH)zur regulatorischen Stärkung der Honorarberatung konnte die Bank erfreuliche Erfolge verzeichnen. So hat das Bundesfinanzministerium am 5. November 2012 einen Vorschlag zur gesetzlichen Ausgestaltung einer honorargestützten Beratung vorgelegt. Der Gesetzentwurf zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente (Honoraranlageberatungsgesetz) knüpft an die Honorar-Anlageberatung weitergehende Anforderungen. So wird das bestehende Zuwendungsverbot nach dem Wertpapierhandelsgesetz ausgeweitet. Demnach darf die Honorar-Anlageberatung nur gegen Honorar des Kunden erbracht werden. Sollten bestimmte Finanzinstrumente nicht provisionsfrei am Markt erhältlich sein, ist es dem Anlageberater nur dann erlaubt, Zuwendungen von Dritten anzunehmen, wenn diese unverzüglich und ungemindert an den Kunden weitergeleitet werden. Damit wird eine Kernforderung der quirin bank in eine gesetzliche Regelung gefasst und der Honorarberater erstmals als Berufsbild definiert. Auch wenn Details der Neuregelung noch ausgestaltet werden müssen, ist das Eintreten des Gesetzgebers für eine Regelung als wichtiger Etappensieg für die Etablierung der Honorarberatung in Deutschland anzusehen.

Auch im Jahr 2012 gehörte die Bank bei der von Focus Money und dem Nachrichtensender n-tv durchgeführten Test von Vermögensverwaltern und Banken zum vierten Mal zu den „besten Vermögensverwaltungen Deutschlands“. Sie erhält in diesem Jahr die Bestnote „herausragend“ für ihre „klare und hochwertige Portfoliostruktur auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse“. Besonders gut gefällt den Testern zudem die sehr effiziente und kostengünstige Produktauswahl.

In einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Bankkunden des Marktforschungsinstituts puls wurde die quirin bank darüber hinaus als vertrauenswürdigste Bank Deutschlands bewertet. Im Bereich der Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit gehört die quirin bank zu den fünf führenden deutschen Banken. Dies spiegelt die Erkenntnisse aus der bankeigenen Kundenbefragung vom November 2012 wider

Die Vielzahl positiver Resonanzen bringt die Honorarberatung mit Schwung in das neue Jahr. Die anhaltende Aufklärung der Verbraucher sollte diesen Trend verstärken. Jedenfalls deuten die fortgesetzten Wachstumszahlen der Bank für den Januar 2013 in diese Richtung.

Geschäftsbereich Investment Banking (Unternehmerbank)

Das Leistungsspektrum des Geschäftsbereiches richtet sich insbesondere an den deutschen Mittelstand, mit einem umfassenden Angebot den Zugang zu den Kapitalmärkten zu verschaffen. Dabei konzentriert sich die Bank auf Eigen- und Fremdkapitaltransaktionen (Börsengänge, Sekundärplatzierungen gelisteter Unternehmen, Emission von Wandel- und Optionsanleihen sowie Genussrechten). Darüber hinaus werden institutionelle Kunden im Wertpapiergeschäft betreut. Der Geschäftsbereich ist in die Sparten Corporate Finance und Institutional Sales unterteilt.

Erneut war der Bereich Corporate Finance erfolgreich bei dem Einwerben von Mandanten bei mittelständischen Unternehmen. Dieser hat einen über den Erwartungen liegenden wirtschaftlichen Ergebnisbeitrag geliefert.

Institutional Sales konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr an den erfreulichen Erfolgen des Vorjahres anknüpfen und einen positiven wirtschaftlichen Beitrag leisten. Erneut konnte das Sales Team durch erfolgreiche Platzierungen, in erster Linie bei Mittelstandsanleihen, unterstützen.

Bei der Begleitung von Mittelstandsanleihen festigte die quirin bank ihre führende Marktstellung in Deutschland.

Das Provisionsergebnis und das Ergebnis mit institutionellen Kunden konnte mit € 7,8 Mio. (Vorjahr € 10,7 Mio.) auf einem erfreulichen Niveau gehalten werden. Die CIR beträgt 59 Prozent (Vorjahr 54 Prozent).

Geschäftsbereich Business Process Outsourcing (BPO)

Im Geschäftsbereich Business Process Outsourcing bietet sich die Bank als leistungsfähiger und individueller Outsourcing-Partner für Finanzdienstleister, Privat- und Auslandsbanken mit dem Schwerpunkt im Wertpapiergeschäft an. Das Leistungs- und Produktportfolio ist fokussiert auf hochwertige Bankdienstleistungen, bei denen Individualität und Kundennähe statt „Standards“ und Skaleneffekte im Vordergrund stehen. Damit positioniert sich die Bank im Geschäftsbereich Business Process Outsourcing als Full-Service-Anbieter mit einer originär für den deutschen Markt konzipierten Lösung.

Die quirin bank hebt sich mit individuellen Lösungsangeboten sowie einer sehr weitgehenden Fertigungstiefe für Bankdienstleistungen gegenüber ihren Wettbewerbern ab. Mit unserem einzigartigen Angebot an wertvollen Bankdienstleistungen sind wir erster Ansprechpartner für Privat- und Auslandsbanken, wenn es um maßgeschneiderte Outsourcing-Lösungen geht.

Der Provisionsüberschuss im Outsourcing beträgt nahezu unverändert € 6,1 Mio. (Vorjahr € 6,2 Mio.) und die sonstigen betrieblichen Erträge sind um € 0,5 Mio. auf € 4,7 Mio. gestiegen. Die Cost-Income-Ratio beträgt unverändert 81 Prozent. Kostentreiber waren hier die EDV-Aufwendungen sowie Kurs- und Datenbezüge.

Das abgelaufene Geschäftsjahr ist geprägt durch die Evaluierung möglicher Softwarealternativen und die erfolgreiche Fortentwicklung des Geschäftsbereiches. Im Ergebnis haben die quirin bank und die Avaloq Group AG (Avaloq), Schweiz, am 17. Dezember 2012 einen Kooperationsvertrag geschlossen. Die Avaloq Group ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in der Schweiz, die eine Gesamtbanklösung für Retail- und Privatbanken entwickelt und vertreibt.

Ziel der Kooperationsvereinbarung ist ein Joint Venture, in das der nicht nach KWG oder ZAG erlaubnispflichtige BPO-Geschäftsbereich der quirin bank eingebracht wird.

Hierzu bringt die quirin bank ihre Mitarbeiter aus dem BPO-Bereich und der IT und die für die Betreuung der BPO-Kunden zuständigen Mitarbeiter sowie Vermögensgegenstände von rund € 4 Mio. in die konzerneigene Gesellschaft quirin business support AG, Leipzig, ein. Nachfolgend übernimmt die Avaloq 51 % der Aktien von der Bank. Unternehmensgegenstand der dann firmierenden „Avaloq Sourcing (Deutschland) AG“ (nachfolgend kurz „avaloq sourcing“) ist die Bereitstellung einer technischen Infrastruktur zur Erbringung von Bank- und Bankhilfsdienstleistungen durch Dritte sowie neben der Wertpapierabwicklung und Abwicklung des Zahlungsverkehrs die Bereitstellung kompletter Bankensysteme für Privatbanken. Zielgruppe sind zunächst die bestehenden BPO-Kunden der Bank sowie die quirin bank selbst. In der Folge wird eine Ausweitung des Geschäftsmodells auf weitere BPO- und auch ASP-Kunden im deutschen Bankenmarkt angestrebt.

Zunächst wird das BPO-Geschäft durch die avaloq sourcing noch auf Basis der von der Bank aktuell genutzten Software „ITREXS“ der Höll Computer & Software GmbH, Rüsselsheim, betrieben werden. Die Kooperationspartner streben eine möglichst rasche Migration der Mandanten-Banken und der quirin bank auf das Avaloq-System an; die Ablösung von ITREXS soll bis Ende 2014 erfolgen.

Mit der Kooperation begegnet die Bank dem wachsenden Effizienz- und Kostendruck insbesondere durch die zunehmende Industrialisierung der Bankenprozesse. Hinzu kommt der zunehmende Bedarf von Finanzdienstleistern, sich voll und ganz auf die Kundenberatung zu konzentrieren. Deshalb gewinnt die vollständige Auslagerung von Produktion, Abwicklung und IT-Systemen immer mehr an Bedeutung.

Neben der Kostenstabilität für das Privat Banking steht die Leistungsfähigkeit der Software sowie die unternehmerische Gestaltung über die Beteiligung an der avaloq sourcing im Vordergrund. Risiken sieht die Bank in dem Verzug der Migration und dadurch bedingten höheren Kosten bzw. darin, dass die erwartete Ausweitung des Geschäftsmodells nicht in dem geplanten Wachstum realisiert werden kann.

2. Geschäftliche Entwicklung

Ertragslage

Die Ertragslage im Geschäftsjahr 2012 ist im Wesentlichen durch den Provisionsüberschuss bestimmt, der sich gegenüber dem Vorjahr um € 4,2 Mio. auf € 28,4 Mio. erhöht hat. Maßgeblicher Grund für die Steigerung sind die Erträge aus der erfolgsabhängigen Vermögensverwaltung.

Insbesondere durch die vermehrte Liquiditätsanlage in länger laufende Wertpapiere mit Festzinskupons und Unternehmensanleihen konnte der Zinsüberschuss um € 1,6 Mio. auf € 2,3 Mio. gesteigert werden.

Im Nettoertrag des Handelsbestandes hat die Bank aus Geschäften mit institutionellen Kunden trotz weiter sinkender Zinsspannen (Spreads) ein erfreuliches Ergebnis erzielt (€ 3,1 Mio.; Vorjahr € 3,9 Mio.). Darin enthalten ist der Aufwand von € 0,4 Mio. für die fortgesetzte Bildung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340e Abs. 4 HGB.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind durch die Verrechnung von fremden Projektkosten um € 0,4 Mio. auf € 6,7 Mio. gestiegen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen um € 1,7 Mio. auf € 39,6 Mio. Deren Erhöhung zeigt sich in den Personalaufwendungen (Steigerung um € 0,3 Mio. auf € 19,9 Mio.) und den anderen Verwaltungsaufwendungen (Steigerung um € 1,4 Mio. auf € 19,7 Mio.). Der Anstieg der anderen Verwaltungsaufwendungen resultiert insbesondere aus EDV-Aufwendungen (Steigerung um € 0,7 Mio. auf € 7,3 Mio.) und aus Rechts- und Beratungsaufwendungen (Steigerung um € 0,7 Mio. auf € 2,5 Mio.).

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen verminderten sich gegenüber dem Vorjahr um € 0,2 Mio. auf € 1,5 Mio.

Auf Gesamtbankebene verbesserte sich die CIR von 115 Prozent im Vorjahr auf 103 Prozent.

Das Ergebnis aus der Risikovorsorge beträgt € +0,1 Mio. (Vorjahr € 0,1 Mio.). Im Finanzanlageergebnis ist ein Ertrag von € 0,3 Mio. maßgeblich aus Wertpapieren des Anlagebuchs enthalten (Vorjahr € 0,1 Mio.).

Zum 31. Dezember 2012 wird ein Jahresfehlbetrag von € -0,9 Mio. (Vorjahr € -4,98 Mio.) ausgewiesen.

Im Jahresdurchschnitt 2012 waren neben den fünf Vorstandsmitgliedern 247 Mitarbeiter (Vorjahr 243) und zum Bilanzstichtag 248 Mitarbeiter (Vorjahr 247) angestellt.

Finanzlage

Um das Eigenkapital zu erhöhen, bestehen ein nicht ausgenutztes genehmigtes Kapital in Höhe von € 21,6 Mio. sowie weitere Ermächtigungen durch die Hauptversammlung zur Erhöhung des bedingten Kapitals (im Rahmen von Aktienoptionsprogrammen) von insgesamt € 4,3 Mio. und ein nicht ausgenutztes bedingtes Kapital 2010/I zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen daraus). Diese können bis zum 17. Juni 2015 mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu € 55 Mio. ausgegeben werden und den Inhabern bzw. Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf insgesamt bis zu 17.000.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu € 17 Mio. gewähren.

Das Grundkapital verteilt sich zum Bilanzstichtag auf folgende Gesellschafter:

scroll
Gesellschafter Anteil in Prozent am Grundkapital
RHJ International SA, Brüssel 27,8
Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin 25,5
Riedel Gruppe 12,9
Vorstand und Management quirin bank AG 12,3
Free Float 21,5

Die Bank ist im Teilsegment Entry Standard des Open Market an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.

Neben dem Eigenkapital refinanziert sich die Bank insbesondere über die Kundeneinlagen. Im Berichtszeitraum hat die quirin bank Offenmarktgeschäfte der Europäischen Zentralbank in Höhe von € 50 Mio. aufgenommen.

Die Zahlungsfähigkeit der Bank war im Berichtszeitraum zu jeder Zeit gegeben.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist um € 20 Mio. auf € 546 Mio. gestiegen. Dies ist auf der Aktivseite im Wesentlichen durch die Erhöhung der Guthaben bei Zentralnotenbanken um € 177 Mio. auf € 197 Mio. und der zinstragenden Wertpapiere um € 55 Mio. auf € 252 Mio. bei Abnahme der Forderungen an Kreditinstitute um € 211 Mio. auf € 64 Mio. begründet. Leicht gestiegen sind die Forderungen an Kunden (€ 15 Mio.; 31.12.2011 € 13 Mio.). Der aktive Handelsbestand ist um € 5 Mio. auf € 6 Mio. gesunken. Nahezu unverändert sind die immateriellen Anlagewerte in Höhe von € 4 Mio.

Auf der Passivseite resultiert die Steigerung der Bilanzsumme insbesondere aus der Steigerung der Posten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um € 66 Mio. auf € 128 Mio. Die Kundeneinlagen sind um € 51 Mio. auf € 365 Mio. gesunken.

Die Rückstellungen betragen € 8 Mio. (31.12.2011 € 7 Mio.) und die sonstigen Passiva haben sich um € 4 Mio. auf € 7 Mio. erhöht. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken summiert sich auf rd. € 1,3 Mio. (31.12.2011 € 0,9 Mio.).

Das Eigenkapital hat sich durch den Jahresfehlbetrag um € 0,9 Mio. auf € 36,3 Mio. verringert. Zum 31.12.2012 beträgt die Risk-Weighted-Asset-Ratio 21,2 Prozent (31.12.2011: 29,7 Prozent). Dabei sind die risikogewichteten Aktiva nach dem Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) gem. Solvabilitätsverordnung ermittelt und in das Verhältnis zu dem Kernkapital (Tier I) gesetzt.

Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses hat der Vorstand die Verwendung von Rücklagen zum Ausgleich des Verlustvortrages aus Vorjahren beschlossen. Unter Beachtung von § 150 Abs. 3 Nr. 2 AktG wurden Beträge in Höhe von rd. T€ 3.553 aus der Kapitalrücklage und von T€ 657 aus der gesetzlichen Gewinnrücklage entnommen.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Trotz der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung und der noch nicht überwundenen Eurokrise konnte die Bank ihr erwartetes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. Mit ihrem überzeugenden Konzept der Honorarberatung gelingt es ihr, nach Sicherheit suchenden Kunden eine Alternative zu bieten. Die Bank konnte das Wachstum fortsetzen. Die Honorarberatung wird bei den politischen Entscheidungsträgern in der EU und in Deutschland zunehmend als eine Alternative zu den bestehenden Beratungsformen wahrgenommen. Hier hat die Bank als First Mover in der Honorarberatung deutliche Vorteile und verspricht sich einen zunehmenden Wachstumsmarkt.

Fehlende Trendentwicklungen für die Kapitalmärkte und das geringe Zinsniveau fordern intelligente Strategien für die Vermögensverwaltung. Die Bank hat sich hier durch weitere Strategien aufgestellt.

Die Anpassung des Preismodells zur Stabilisierung der Ertragssituation wurde im Berichtsjahr erfolgreich abgeschlossen.

Organbezüge

Die im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder erhielten Bezüge in Höhe von T€ 1.616. An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von T€ 48 gezahlt. An den Vorstand wurden im Berichtsjahr im Rahmen des Aktienoptionsprogramms für Mitarbeiter und Organe 400 Tausend Optionsrechte zum Bezug von Aktien der Gesellschaft ausgegeben. Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung der Optionen lag bei null, da der innere Wert negativ war. Spätere Wertveränderungen, die auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen beruhen, liegen nicht vor.

Angabe der gewährten Vorschüsse, Kredite und Haftungsverhältnisse

Zum Jahresende bestehen für Vorstandsmitglieder in Höhe von T€ 215 und für Aufsichtsratsmitglieder in Höhe von T€ 113 zu marktüblichen Konditionen gewährte Kredite, welche voll durch Verpfändung von Sicherheiten unterlegt sind.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Mit Einbringungsvertrag vom 31. Januar 2013 hat die Bank ihr BPO-Geschäft und die entsprechenden Mitarbeiter in die quirin business support AG zum 1. Februar 2013 eingebracht. Hierzu werden die notwendigen Subdienstleistungsverträge und Geschäftsbesorgungsverträge zwischen der Bank und der quirin business support AG geschlossen.

3. Risikobericht

Für die Sicherung des Vermögens und die langfristige Ertragssicherung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen eingehbaren Risiken und Ertragspotenzial notwendig. Hierzu ist die Identifizierung und Messung der Risiken notwendig; diese sind in einer Risikolandkarte erfasst. Die Risiken und deren Messverfahren sind in einem Risikohandbuch festgelegt und definiert. Der Vorstand ist verantwortlich für alle Risiken und hat aufbauend auf der Geschäftsstrategie und unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit eine Risikostrategie erlassen, die den Handlungsrahmen verbindlich festlegt. Der Handlungsrahmen wird durch die Maßgabe des risikoaversen Handelns bestimmt. Die Geschäftsstrategie ist durch eine Balanced Score Card unterlegt. Dadurch ist eine Methode zur Messung, Dokumentation und Steuerung von Aktivitäten der Bank verfügbar, das mit den verabschiedeten strategischen Maßnahmen verknüpft wird.

Mit der Umsetzung der Institutsvergütungsverordnung wurde ein Personalausschuss aus den Mitgliedern des Aufsichtsrates gebildet.

Das Risikomanagement wird von verschiedenen Bereichen ausgeübt. Dabei werden Risikoinformationen in strategische und operative Entscheidungen in den Geschäftsbereichen einbezogen, um ein optimales Risiko-Ertrags-Profil für den jeweiligen Geschäftsbereich zu erreichen.

Das Risikomanagement wird unterschieden in Makro- und Mikroebene:

Makroebene: Risikomanagement auf übergeordneter Basis (Bank und Bereichsebene)

Mikroebene: Risikomanagement auf Ebene einzelner Geschäfte oder Sachverhalte

Makroebene

Der Vorstand legt die Strategie fest, die sowohl die Risikobereitschaft als auch das angestrebte Risikoertragsverhältnis berücksichtigt. Die Strategie findet Niederschlag in der Risikotragfähigkeitsberechnung und der Limitstruktur. Daneben ist die Bestimmung der Unternehmensziele wesentliche Aufgabe des Vorstands, die in der Strategie verankert sind. Neben grundsätzlichen Zielen werden auch Zielstrukturen der Geschäftsbereiche unter Risikoaspekten dargestellt und damit eine Basis für die Geschäftssteuerung anhand von (Risiko-)Kennzahlen und entsprechender Kommunikation gelegt.

Der Vorstand überwacht und begrenzt die Gesamtrisikoposition innerhalb von Globallimits und der Risikotragfähigkeit. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung werden die Risiken der für die Bank wesentlichen Risikokategorien der Deckungsmasse gegenübergestellt.

Die Gesamtrisikoposition wird neben einer Einzelgeschäftssteuerung durch die Messung und Limitierung im Risiko gesteuert.

Das Risikomanagement umfasst alle Maßnahmen mit der Zielsetzung einer wertsteigernden Gestaltung der Risikopositionen und die Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft. Die Steuerung der einzelnen Risiken ist dezentral verteilt. Das Risikocontrolling umfasst die Identifizierung, Analyse, Limitierung und Überwachung sowie die regelmäßige Berichterstattung der Risiken an den Vorstand. Die Umsetzung der Risikostrategie (operative Steuerung) durch die Übernahme oder die Reduzierung von Risiken erfolgt in den dezentralen risikotragenden Bereichen. Für das betriebswirtschaftliche Controlling, die Überwachung der Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken und operationellen Risiken ist die Abteilung Finanzmanagement zuständig. Die Steuerung der Liquidität erfolgt im Handel.

Als prozessunabhängige Überwachungsstelle dient die Interne Revision. Sie überwacht die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements und berichtet dem Vorstand regelmäßig über ihre Prüfungsergebnisse, Empfehlungen und Bewertungen.

Mikroebene

Die quirin bank unterscheidet folgende Risikokategorien:

Adressenausfallrisiko

Marktpreisrisiko

Operationelles Risiko

Geschäftsrisiko

Kennzahlen Limitstruktur und Auslastung:

scroll
  31. Dezember 2012 Mai bis Dezember 2012
Limit Auslastung Durchschnittliche Auslastung*  
T€ T€ in Prozent Min.
in Prozent
Max.
in Prozent
 
Standardszenario          
Adressenausfallrisiko 2.300 1.778 77 41 90
Marktpreisrisiko 5.950 4.431 74 65 82
Operationelles Risiko 5.400 5.400 100 100 100
Beteiligungsrisiko 1.700 360 21 21 21
Gesamtrisiko 15.350 11.969 78    
Worst-Case-Szenario          
Adressenausfallrisiko 6.500 3.416 53 30 64
Marktpreisrisiko 11.000 9.076 83 75 95
Operationelles Risiko 5.400 5.400 100 100 100
Beteiligungsrisiko 1.700 360 21 21 21
Gesamtrisiko 24.600 18.252 74    

* Die Limitstruktur wurde zum 16. Mai 2012 angepasst; deshalb ist nur der verkürzte Zeitraum berichtet.

Die Kennzahl für die Zinsrisiken im Anlagebuch gemäß dem Rundschreiben 11/2011 (BA) der BaFin vom 9. November 2011 beträgt zum 31. Dezember 2012 in Prozent 15,1 (Vorjahr 3,5 Prozent). Der deutliche Anstieg ist durch die erhöhte Liquiditätsanlage in Wertpapieren mit Festzinskupons bedingt.

Um die Verlustanfälligkeit zu überprüfen, werden vierteljährlich Stress-Situationen für die wesentlichsten Risiken der Bank durchgeführt und an die Organe der Bank berichtet. Die Ergebnisse der Stress-Szenarien werden in der Reihenfolge den einzelnen Limiten (Standard und nachfolgend dem Worst-Case-Szenario) gegenübergestellt.

In den Berechnungen der Stress-Szenarien 2012 wurde das festgesetzte Limit für die Worst-Case-Szenarien stets eingehalten. Maßgebliche Gründe hierfür sind geringe Risikobestände bzw. bei Kundenkreditrisiken ausreichende Sicherheitenbestände.

Die Risiken werden für alle relevanten Tochtergesellschaften analysiert, gemessen und überwacht. Eine Risikoaufnahme der einzelnen Gesellschaften erfolgt entsprechend der durch die Bank definierten Risikoarten in den einzelnen Gesellschaften und wird in einem zusammengefassten Risikoreporting an den Vorstand und den Aufsichtsrat berichtet. Die Bedeutung der in die Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften hat sich unwesentlich verändert.

Mit der qbs AG hat die Bank einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die unerwarteten Risiken der qbs AG werden deshalb unmittelbar in der Risikotragfähigkeit der Bank entsprechend berücksichtigt.

Die quirin eins GmbH hat ihre aktive Geschäftstätigkeit eingestellt; die Liquidation der Gesellschaft ist beabsichtigt.

Adressenausfallrisiko

Das Adressenausfallrisiko umfasst Kredit- und Bonitätsrisiken, Kontrahentenrisiken, Emittentenrisiken sowie Strukturrisiken.

Kredit- und Bonitätsrisiken umfassen das Risiko, dass ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht termingerecht nachkommt. Das Bonitätsrisiko erfasst das Risiko einer allgemeinen Bonitätsverschlechterung des Kreditnehmers, ohne dass diese Verschlechterung zu einem Ausfall des Kredites führen muss. Das Adressenausfallrisiko beinhaltet hier negative Wertänderungen, die über das Maß der erwarteten Verluste hinausgehen.

Kontrahentenrisiken ergeben sich aus noch nicht vollständig abgewickelten Geschäften und dem Risiko des Ausfalls des Geschäftspartners. Dabei kann die Erfüllung selbst ausfallen, wenn die Bank mit ihrer Lieferung bereits in Vorleistung getreten ist.

Emittentenrisiken umfassen die Nichterbringung von Zins- und Tilgungsleistungen aus einer Emission.

Strukturrisiken ergeben sich aus der Zusammensetzung des Kreditportfolios und dabei in der Zusammenwirkung von Einzelrisiken (Größenstruktur/Klumpenrisiken; Branchenkonzentrationen; regionale Konzentrationen).

Kreditgeschäfte i. S. d. MaRisk sind grundsätzlich Geschäfte nach § 19 Abs. 1 KWG (Bilanzaktiva und außerbilanzielle Geschäfte mit Adressenausfallrisiken).

Kreditentscheidungen erfolgen im Rahmen der aktuell gültigen Entscheidungsordnung (EO) der Bank.

Das Zielportfolio der Kreditkunden wird durch die strategischen Ziele des Bereiches Private Banking bestimmt.

Für die Messung der Kundenausfallrisiken und die Ableitung der Ausfallwahrscheinlichkeiten hat die Bank das Lower-Partial-Moment-Modell (LPM) festgelegt. Unter dem LPM versteht man Risikomaße, die sich als Downside-Risikomaß nur auf einen Teil der gesamten Wahrscheinlichkeitsdichte beziehen. Sie erfassen nur die negativen Abweichungen von einer Zielgröße, werten dabei aber die gesamten Informationen der Wahrscheinlichkeitsverteilung aus. Das Risiko wird folglich als Gefahr der Unterschreitung einer finanzwirtschaftlichen Zielgröße definiert.

Die Eingruppierung der Kreditnehmer in interne Ratinggruppen erfolgt mittels eines Punktwertmodells (= Scoring-Modell). Punktwertmodelle zerlegen komplexe Entscheidungssituationen in überschaubare Teilentscheidungen und aggregieren diese nachfolgend wieder zu einem Gesamtergebnis. Für die einzelnen Teilentscheidungen hat die Bank entsprechend der Risikostrategie unter Berücksichtigung des Umfanges sowie der Ausprägungen des Kreditgeschäftes die Kreditsicherheiten und die Überziehungen als Kriterien gewählt. Der Risikobetrag errechnet sich aus dem Produkt des jeweiligen Ausfallrisikos mit der entsprechenden Inanspruchnahme je Ratinggruppe nach der Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen. Im Worst-Case-Szenario werden für die Gruppen 1 bis 4 die doppelten Werte des jeweils zu Grunde liegenden Ausfallrisikos im Standardverfahren angesetzt. Für die Gruppen 5 und 6 erfolgt bereits im Standardszenario eine vollständige Anrechnung der Inanspruchnahme nach Berücksichtigung von Einzelwertberichtigungen.

Für die Steuerung verwendet die Bank folgende Ratinggruppen für Kunden:

scroll
1. Ratinggruppe ohne Risiko / vollständige Besicherung, keine Überziehungen
2. Ratinggruppe geringerer Blankoanteil oder vollständige Besicherung mit Überziehung
3. Ratinggruppe teilweise Besicherung / Blankoanteil
4. Ratinggruppe Blankokredit oder geringere Besicherung mit Überziehung
5. Ratinggruppe wertberichtigter Kredit / Ausfallrisiko
6. Ratinggruppe Ausfall

Darstellung des Kundenkreditrisikos zum 31. Dezember 2012:

scroll
Ratinggruppe Anzahl der Kreditnehmer Inanspruchnahmen
in T€
Risikobetrag in T€ Standardszenario Risikobetrag in T€ Worst-Case-Szenario
Gruppe 1 330 12.544 125 251
Gruppe 2 14 753 23 45
Gruppe 3 7 219 15 31
Gruppe 4 16 837 92 184
Gruppe 5 2 22 22 22
Gruppe 6 2 278* 0 0
Summe 371 14.653 277 533

* Der Wert ist vollständig einzelwertberichtigt.

Branchenschwerpunkte bzw. Eingrenzungen sind durch die Bank nicht vorgesehen, da Kreditvergaben hauptsächlich in Form von durch Wertpapiere gesicherten Krediten (Lombardkrediten) an Privatpersonen und an Einzelunternehmen erfolgen. Das Kreditgeschäft ist vorrangig auf den regionalen und nationalen Markt ausgerichtet.

Bei den Ausfallrisiken von Handelsgeschäften erfolgt eine Differenzierung nach Kontrahenten- und Emittentenrisiken. Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird anhand der ermittelten historischen Ausfallquoten (Veröffentlichung S&P) ermittelt. Jedem Kontrahenten wird durch den Vorstand ein Adressenausfalllimit (Volumenlimit) unter Beachtung der neuen Obergrenze für Großkredite zugewiesen. Kassageschäfte, bei denen der Gegenwert angeschafft wurde, bzw. Zug-um-Zug-Geschäfte bleiben bei der Ermittlung unberücksichtigt.

Emittentenrisiken des Anlagebuchs werden auf der Basis der jeweiligen Ausfallwahrscheinlichkeit von S&P für das Rating des Emittenten bemessen. Für Anlagen in Unternehmensanleihen ist grundsätzlich ein externes Rating der Anleihe BBB+ (gute Anlage) oder besser erforderlich. Sofern keine externen Ratings vorliegen, erfolgt der Ansatz für die Ausfallwahrscheinlichkeit entsprechend der Ratingstufe „B“ (hochspekulative Anlage). Darüber hinaus können Anlagen in Staatsanleihen von Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) mit einem Rating von mindestens „A“ (sichere Anlage) erfolgen. Für das Worst-Case-Szenario wird ein um eine Ratingstufe verschlechtertes Rating der entsprechenden Emittenten unterstellt. Auf eine gesonderte Limitierung der Emittentenrisiken für Adressenausfallrisiken im Handelsbestand wird entsprechend den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) verzichtet; die Risiken werden über das Marktpreisrisiko berücksichtigt.

Bei der Berechnung der Emittentenrisiken bleiben Emittenten mit einer Null-Anrechnung im KSA-Standardansatz unberücksichtigt. Die Messung der Emittentenrisiken erfolgt monatlich.

Derzeit steuert die Bank das Beteiligungsrisiko, indem sie in den Organen der Beteiligung entsprechend durch einen Vorstand bzw. leitenden Angestellten vertreten ist. Weiterhin ist die Beteiligung in das Controlling der Bank eingebunden. In die Risikobetrachtung werden die Beteiligungsbuchwerte zu 100 Prozent einbezogen. Eine darüber hinausgehende Bewertung der Beteiligung erfolgt nicht.

Die Eigenkapitalquote nach Solvabilitätsverordnung (SolvV) lag im Verlauf des Geschäftsjahres nicht unter 17,3 Prozent und beträgt zum Bilanzstichtag 21,2 Prozent.

Zum Bilanzstichtag hat die Bank Pauschalwertberichtigungen für Adressenausfallrisiken von T€ 259 (Vorjahr T€ 314) gebildet; die Einzelwertberichtigungen von Forderungen bestehen unverändert in Höhe von T€ 362.

Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken resultieren aus der Veränderung von Kursen für Aktien, Derivate oder Devisen und von Zinsen, die eine Veränderung des Wertes der im Bestand befindlichen Finanzinstrumente nach sich ziehen. Unter den Marktpreisrisiken sind Zinsänderungs-, Aktienkurs- und Währungsrisiken zusammengefasst.

Ein Eigenhandel in Aktien, Derivaten oder Devisen mit dem Ziel der Gewinnerzielung wird in der Bank grundsätzlich nicht betrieben. Weiterhin führt die Bank keine Geschäfte in Immobilien, Optionen und Rohwaren durch; diese bleiben bei den Ausführungen zu den Marktrisiken entsprechend unberücksichtigt.

Um das Zinsergebnis unter Risikogesichtspunkten zu stabilisieren, hat die Bank ein Zinsbuch mit vorsichtiger Fristentransformation aufgebaut.

Das bestehende Limitsystem für die Begrenzung und Überwachung der Marktpreisrisiken aus den Handelsgeschäften gibt Einzellimite für die jeweiligen Bestände vor. Als Abgrenzungskriterien werden dabei die Zuordnung der Wertpapiere zu Handels- und Anlagebestand sowie die unterschiedlichen Anlagearten (Renten, Tages- und Termingelder, Fonds, Aktien/Zertifikate und Devisen) herangezogen. Eine Überprüfung der Limite erfolgt regelmäßig.

Zur Steuerung und Überwachung der Marktpreisrisiken werden Portfolios für das institutionelle Geschäft geführt. Dabei orientiert sich die Struktur der einzelnen Portfolios an der Struktur der jeweiligen Salesbereiche. Auf Portfolioebene werden Limite gesetzt und überwacht.

Die im Rahmen der bilanziellen Bewertung gebildeten währungs-, betrags- und laufzeitkongruenten Bewertungseinheiten (Micro Hedges) von Devisentermingeschäften werden im Risiko einzelgeschäftsbezogen und marktnah (Mark-to-Market) bewertet und in das Risiko vollständig einbezogen. Diese Geschäfte betreffen entsprechende Kunden- und deren Absicherungsgeschäfte.

Weitergehende Hedgingstrategien betreibt die Bank aufgrund ihres Geschäfts- und Risikoprofiles nicht.

Die Berechnung der Risikoauslastung erfolgt täglich auf Basis der Endbestände des Vortages. Limitüberschreitungen bedürfen der gesonderten Genehmigung des Vorstandes.

Aktienkursrisiko

Das Aktienkursrisiko wird Mark-to-Market bewertet und bezieht sich auf alle Geschäfte im eigenen Namen und für eigene Rechnung. Die Risikoermittlung basiert auf den ermittelten, nicht realisierten Gewinnen/Verlusten sowie einem Overnight-Kursrisiko für das Standardszenario (pauschale Veränderung des Kurswertes um 10 Prozent) und für das Worst-Case-Szenario in Höhe des VDAX-NEW (DAX-Volatilitätenindex VDAX-NEW). Der Wert wird vierteljährlich durch das Risikocontrolling überprüft und bei einer negativen Abweichung von mehr als 10 Prozent des angesetzten Wertes in den Worst-Case-Szenarien entsprechend angepasst.

Das ermittelte Risiko wird dem Aktienkurslimit gegenübergestellt. Die Limitauslastung wird prozentual ausgewiesen.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko wird für das Handels- und das Anlagebuch nach der Base-Point-Value-Methode (Veränderung des Anleihepreises, wenn sich die Anleiherendite um einen Basispunkt verändert) unter Berücksichtigung von 100 Basispunkten (Worst-Case-Szenario: von 200 Basispunkten) ermittelt.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko der Bank wird durch Absicherungsgeschäfte weitgehend gering gehalten. Eigene Overnight-Positionen zu Spekulationszwecken bestehen nicht. Das Risiko wird durch die Glattstellung der offenen Währungsposition in den jeweiligen Währungen ermittelt (Mark-to-Market-Bewertung) unter Berücksichtigung der nicht realisierten Ergebnisse. Weiterhin wird ein Overnight-Risiko berücksichtigt, in dem jeweils eine Marktpreisveränderung für Devisenkurse von 5 Prozent und im Worst-Case-Szenario von 10 Prozent unterstellt wird.

Operationelle Risiken

Die Bank definiert das operationelle Risiko als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse eintreten. Nicht erfasst von dieser Definition werden das strategische und das Reputationsrisiko.

Der Vorstand hat ein System zur systematischen, bankweiten und zeitnahen Identifikation der operationellen Risiken implementiert. In diesem Zusammenhang werden Methoden und Tools fortentwickelt, um ein effizienteres Messen und Steuern operationeller Risiken (opRisk) zu gewährleisten.

Folgende Grundsätze der Bank sind hierfür die Basis:

„Die quirin bank AG ist ein bewusst operationelle Risiken steuerndes Unternehmen. Operationelle Risiken als nicht vergütete Schadensrisiken sind grundsätzlich zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Auf die Durchführung von Aktivitäten, die mit häufig zu hohen Schäden führenden Risiken verbunden sind, ist zu verzichten. Risiken mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit der Schadensereignisse, jedoch hoher Auswirkung werden durch Versicherungen und versicherungsähnliche Instrumente transferiert. Bei Risiken mit häufig auftretenden, jedoch geringen Schäden sind geeignete organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, um Häufigkeit und Ausmaß der Schäden so weit wie möglich zu reduzieren. Alle Maßnahmen und Instrumente sind unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten anzuwenden.“

Für die Erreichung der Ziele wurde eine strategische Umsetzung festgelegt. Danach hat die Bank organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen und operationelle Risiken systematisch und bankweit erfasst. Schadensfälle werden in einer Schadensfalldatenbank nachgehalten und ausgewertet. Für die Messung der operationellen Risiken nutzt die Bank die Vorgaben des Basisindikatoransatzes. Im Rahmen des Self-Assessments werden risikoreduzierende Maßnahmen der entsprechenden Bereiche eingefordert und nachgehalten.

Nach der Sammlung einer ausreichenden und aussagekräftigen Anzahl von Daten und Erfahrungen mit dem Controlling und Management operationeller Risiken können eine Reihe von Auswertungen durchgeführt werden. Diese Auswertungen stellen die Basis für die Entscheidung über eine eventuelle Weiterentwicklung der Methoden und der Tiefenanalyse dar (langfristiges Ziel).

Flankiert werden diese Maßnahmen durch die konsequente Überprüfung und Fortentwicklung des internen Kontrollsystems (IKS).

Weiterhin werden Risiken, insbesondere IT-Risiken, durch strategische Partnerschaften und Outsourcing von Aufgaben an kompetente Partner (z. B. Rechenzentrumsbetriebe) minimiert.

Vorstand und Führungskräfte haben insbesondere die Aufgabe, die gelebte Risikokultur im Umgang mit operationellen Risiken sicherzustellen.

Die operationellen Risiken (opRisk) sind im 2. Halbjahr 2012 im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Self-Assessments für die Bank aufgenommen worden. Die Auswertung zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine um 0,1 leicht verbesserte Gesamtrisikokennzahl von 2,3 (Wert von 1 = vollständiger Absicherungsgrad gegen opRisk bis 5 = kein Absicherungsgrad gegen opRisk). Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos werden insbesondere im Rahmen des von der Bank in Umsetzung befindlichen Projektportfolios realisiert. Sofern möglich, sind Risiken durch einen entsprechenden Versicherungsschutz abgedeckt.

Das Risiko für unerwartete operationelle Risiken ermittelt die Bank gemäß dem Basisindikatoransatz. Dabei werden in die Durchschnittsrechnung entsprechende Daten der vergangenen zwei Jahre und der Planansatz des laufenden Jahres einbezogen.

Geschäftsrisiken

Liquiditätsrisiken, Absatz-/Umsatzrisiken und Kostenrisiken sind unter den Geschäftsrisiken zusammengefasst.

Liquiditätsrisiken

Die Bank hat im Rahmen ihrer Strategie stets sicherzustellen, dass sie ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen kann. Wichtig ist dabei die Diversifizierung im Hinblick auf die Vermögens- und Kapitalstruktur.

Das Refinanzierungsrisiko der Bank wird zum einen über Kundeneinlagen und zum anderen über das Eigenkapital begrenzt.

Abrufrisiken werden weitestgehend durch die fristenkongruenten Liquiditätsanlagen und die Anlagen in kurzfristige Geldhandelsgeschäfte vermieden. Die Anlagen sind kurzfristig liquidierbar.

Terminrisiken trägt die Bank durch weitestgehend fristenkongruente Geschäfte Rechnung.

Grundsätzlich werden Vorleistungsrisiken durch die Vereinbarung von Zug-um-Zug-Geschäften vermieden. Geschäfte Lieferung-frei-von-Zahlung führt die Bank nicht durch.

Für die Bank besteht ein Notfallplan, um möglichen Liquiditätsengpässen zu begegnen.

Für die operative Liquiditätssteuerung ist der Bereich Handel/Treasury zuständig; Grundlage seiner Entscheidung ist der zugemeldete Refinanzierungsbedarf für die unterschiedlichen Zeithorizonte. Die kurzfristige bis mittelfristige Liquidität ist aufgrund der Eigenkapitalausstattung und der Kundeneinlagen ausreichend gewährleistet.

Im Rahmen der Überwachung werden die liquiden Mittel entsprechend ihrer Fristigkeit als Zahlungsverpflichtungen und -forderungen gegenübergestellt.

Die Finanzlage der Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund der hohen Passiveinlagen stabil; die Kennziffer nach Liquiditätsverordnung zum 31. Dezember 2012 beträgt 6,50. Im Jahr 2012 lag die Kennziffer zwischen 3,95 und 7,31.

Für die Überwachung der Liquiditätsrisiken nutzt die Bank den Liquidity-at-Risk (LaR). Der LaR bezeichnet den Auszahlungsüberschuss, der während eines Geschäftstages mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Mit dem LaR lässt sich bestimmen, wie viel Liquidität die Bank zur Sicherstellung der täglichen Zahlungsbereitschaft vorhalten soll. Die Bank steuert bekannte Liquiditätsströme aus ihrer Liquiditätsanlage aus. Für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2012 beträgt die LaR-Kennzahl für ein 99-prozentiges Konfidenzniveau rd. € 50 Mio., dem die Bank durch Übernachtgeldanlagen, maßgeblich bei der Deutschen Bundesbank, Rechnung trägt. Weiterhin besteht ein Liquiditätsnotfallplan für außergewöhnliche Vorfälle.

Absatz-/Umsatzrisiko

Bei den Absatz-/Umsatzrisiken werden Ausfälle der Planumsätze bei Konstanz der Planaufwendungen angenommen. Absatz-/Umsatzeinbrüche werden analog den Kostenrisiken durch Ertragskontrollen und Ertragsverantwortliche eingegrenzt. Insbesondere durch die fortgesetzte Wachstumsphase der Honorarberatung ist das Absatz-/Umsatzrisiko bedeutend. Das strategische Risiko, Marktpotenziale und Trends zu erkennen, wird im Rahmen der Mittelfristplanung und ihrer regelmäßigen Überprüfung betrachtet.

Für die Bank bestehen Kennzahlen, die regelmäßig ermittelt und berichtet werden. Anhand der Kennzahlen kann der Erfolg und die Zielerreichung bemessen werden.

Kostenrisiken

Kostenrisiken werden in der Abweichung der Ist-Kosten von den Plan-Kosten im Rahmen von Prozent-Toleranzen gemessen. Abweichungsanalysen erfolgen im Rahmen der Planung und regelmäßig bei Soll-Ist-Analysen.

Kostensteigerungen werden durch Budgetkontrollen und Budgetverantwortungen eingegrenzt. Im Rahmen der Soll-Ist-Analysen werden bei Budgetüberschreitungen Maßnahmen zur Kosteneindämmung zeitnah besprochen und verabschiedet.

Das Risikoreporting umfasst die zeitnahe Information der risikorelevanten Informationen an die entsprechenden Entscheidungsträger unter Beachtung der Anforderungen der MaRisk. Neben einem täglichen Reporting über die Limitauslastungen der Marktpreisrisiken und Kontrahentenrisiken an den Handel, das Rechnungswesen, die Abwicklung und an den Vorstand erfolgt ein erweitertes Monatsreporting an die gleichen Adressaten sowie ein vierteljährliches Reporting an die Organe der Bank. Über die Geschäftsentwicklung wird monatlich an die Organe der Bank berichtet.

Die quirin bank ist dem Einlagensicherungsfonds (der Entschädigungseinrichtung) des Bundesverbandes deutscher Banken zugeordnet; Sonderbeiträge zu der Entschädigungseinrichtung können infolge der Finanzmarktkrise nicht ausgeschlossen werden.

Zusammenfassung und Ausblick für das Risikomanagement

Der Vorstand hat die Risiken der Bank unter Berücksichtigung der Geschäftsstrategie und der Risikotragfähigkeit in der Risikostrategie festgelegt. Darauf aufbauend sind entsprechende Analysen und Methoden zur Messung und Überwachung der Risiken entwickelt und implementiert worden. Die Risiken werden regelmäßig erfasst und überwacht.

Aufgrund ihrer konservativen Risikostrategie und Liquiditätssteuerung sowie durch die Eigenkapitalausstattung sind die wesentlichen Risiken der Bank durch das Risikodeckungspotenzial abgedeckt; die Risikotragfähigkeit der Bank ist gegeben.

Die Bank wird in 2013 die Limitstruktur und die Risikomessmethoden überarbeiten und anpassen. Dabei wird die Umstellung auf die Value-at-Risk-Methode für die Messung der Marktpreisrisiken sowie die deutlich erhöhte Beteiligungsposition durch den Abschluss des Joint Ventures mit der Avaloq Group berücksichtigt. Die Beteiligungen werden zukünftig mit einer laufzeitabhängigen Ausfallwahrscheinlichkeit von S&P und einem Rating „B“ (hochspekulative Anlage) in dem Risiko angerechnet.

Die Geschäftsstrategie ist durch eine Balanced Scorecard unterlegt worden, die zu Beginn des Jahres 2013 umfassend überarbeitet wird. Dabei stehen das Zusammenspiel zwischen messbaren Zielen und die Verknüpfung mit entsprechenden strategischen Maßnahmen im Vordergrund. Die Ergebnisse sollen in das regelmäßige Reporting aufgenommen werden.

4. Ausblick

Für das Jahr 2013 lassen diese ersten Anzeichen einer gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung sowohl in Deutschland als auch in Europa und der Weltwirtschaft darauf hoffen, dass der Abwärtstrend der zweiten Jahreshälfte 2012 zunächst gestoppt ist. In Anbetracht der vielen nach wie vor ungelösten wirtschaftspolitischen Probleme – nicht nur in der Eurozone, sondern auch in anderen wichtigen Ländern wie etwa Japan oder den USA – könnten sich die gesamtwirtschaftlichen Aufhellungstendenzen zum Jahreswechsel 2012 / 2013 allerdings auch als trügerisch erweisen. Eine neuerliche Destabilisierung in der Eurozone ist in 2013 ebenso wenig ausgeschlossen wie eine Zuspitzung der Schuldenproblematik in den USA. Insofern wird auch im kommenden Geschäftsjahr die makroökonomische Unsicherheit eines der dominierenden Themen im Marktumfeld der quirin bank bleiben.

Insgesamt erwarten wir eine Fortsetzung des schwachen Wirtschaftswachstums in den Industrieländern und eines - im Vergleich zum Zeitraum vor der Finanzmarktkrise - abgeschwächten Wachstums in den Schwellenländern. Gleichzeitig dürften die Inflationsraten (gemessen an den schwachen Wachstumsaussichten) in vielen Volkswirtschaften erhöht bleiben und eher noch an Dynamik gewinnen.

Für Deutschland und das Jahr 2013 prognostiziert das Bundesministerium für Wirtschaft und Industrie (BMWI) in seinem Bericht vom Januar 2013 ein Wachstum von 0,4 Prozent. Erwartet wird nach einem schwachen Winterhalbjahr im Jahresverlauf eine merklich anziehende wirtschaftliche Dynamik. Diese Dynamik wird weitgehend durch den privaten Konsum aufgrund gestiegener Einkommen getragen. Der Ausblick für den deutschen Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil.

Die Bank rechnet für das kommende Jahr mit einem unverändert niedrigen Zinsniveau. Aus der Prognose des gesamtwirtschaftlichen Umfelds in Deutschland leitet die quirin bank für sich fortgesetzte Wachstumschancen ab und rechnet mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses in 2013 und 2014 sowie mit einem positiven Gesamtergebnis in 2013.

In der Honorarberatung (Geschäftssegment Private Banking) wird eine Erhöhung der verwalteten Mandantenvermögen um 250 Mio. € in 2013 erwartet. Aufgrund der andauernden positiven Resonanz auf die von der quirin bank angebotene Honorarberatung und der Erfahrungswerte aus sechs Jahren Honorarberatung, ist dieses Ziel als realistisch zu betrachten. Auch im kommenden Jahr wird die Bank die Kundengewinnung durch individuelle Kundenveranstaltungen und die systematische Besetzung relevanter Themen für Privatanleger unterstützen. Schwerpunkte sind dabei die erfolgreich praktizierten Anlegerakademien und diverse dialogorientierte Veranstaltungsformate, die u. a. von Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien flankiert werden.

Die Entwicklung in Großbritannien zeigt nach überwiegender Expertenmeinung, dass auch nach 10 Jahren verschärfter Transparenzbestimmungen keine wesentliche Verbesserung für den Verbraucherschutz in der Finanzberatung erzielt werden konnte. Seit dem 1. Januar 2013 wurde deshalb ein generelles Provisionsverbot für alle kapitalbildenden Produkte erlassen. Britische Anlageberater erhalten demnach nur noch eine festgelegte Gebühr, damit die Abschlusskosten sowie in den Produkten enthaltene Kosten nicht hinter undurchsichtigen Vertragsklauseln versteckt werden können. Damit erfüllt Großbritannien eine elementare Forderung der quirin bank und des Berufsverbands deutscher Honorarberater. Weitere EU-Länder, wie beispielsweise Holland, haben bereits nachgezogen. . Auch in Deutschland ist die politische Wahrnehmung der Honorarberatung als Alternative zunehmend spürbar. Durch die anhaltende öffentliche Kritik am herkömmlichen Banksystem und die forcierte Regulierung des Bankgeschäfts nimmt der Druck auf das Provisionsmodell weiter zu. Gleichzeitig erhöhen sich damit die Potenziale für Wachstum und Neukundengewinnung in der Honorarberatung.

Das Angebot der Honorarberatung ergänzt die Bank in 2013 durch ihr neues Online-Beratungsangebot mit dem Namen „quirion“. Quirion bietet für Kunden mit einem geringeren Vermögen webbasierte und standardisierte Anlagemöglichkeiten auf Honorarbasis. Dabei kann der Kunde zwischen unterschiedlichen Szenarien und daraus abgeleiteten Vermögensverwaltungsstrategien wählen und erhält eine unabhängige Entscheidungsunterstützung.

Für das Geschäftsfeld Private Banking werden 2013 positive Ergebnisbeiträge (Deckungsbeitrag vor Gemeinkosten und Leistungsverrechnung) erwartet. Die Risiken der künftigen Entwicklung liegen in der Realisierung des geplanten Wachstums (Gewinnung von Kunden und Assets) und in der Generierung entsprechender Umsatzpotenziale. Das anhaltend geringe Zinsniveau und die fortgesetzten Unsicherheiten an den Kapitalmärkten stellen für die Bank und insbesondere die Vermögensverwaltung auch zukünftig eine Herausforderung dar. Mit intelligenten Anlagestrategien hat die Bank die Vermögenswerte ihrer Mandanten in der Vergangenheit sehr erfolgreich steuern können. Sie sieht darin eine begründete Chance für die zukünftige positive Entwicklung auch in schwierigem Marktumfeld.

Die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an die Kundenberatung und der daraus folgende Protokollierungsaufwand erhöhen den Kostendruck und belasten das Ergebnis. Jedoch sieht die Bank unverändert auch darin eine Chance, die Honorarberatung als verbraucherfreundliche Alternative zum Provisionsbanking in Deutschland zu positionieren.

Für das Investment Banking werden aufgrund der anhaltenden Unsicherheit an den Kapitalmärkten für die nächsten zwei Jahre keine Ergebnissteigerungen geplant. Die Fokussierung auf Mittelstandsunternehmen wird strategisch fortgesetzt. Risiken werden in diesem Geschäftsfeld in den zunehmenden aufsichtsrechtlichen Regularien gesehen, die geschäftsbeschränkend wirken.

Die Bank stellt sich mit der Auslagerung des Geschäftsbereichs Business Process Outsourcing (BPO) in eine eigene Gesellschaft (avaloq sourcing) und den damit verbundenen Verkauf von 51 % der Anteile an die Firma Avaloq in dem Geschäftsfeld neu auf.

Durch die technische Migration des quirin eigenen Systems auf das neue IT-System von Avaloq steht der Bank zukünftig ein leistungsfähiges modernes Gesamtbanksystem zur Verfügung. Bei dem Partner Avaloq handelt es sich um ein im Markt etabliertes mittelständisches Softwarehaus, dessen breite Nutzerbasis von weltweit mehr als 70 Kunden umfangreiche Investitionen in die Weiterentwicklung der Plattform ermöglicht. Damit wird die Zukunftsfähigkeit der quirin bank auch systemseitig sichergestellt. Zudem partizipiert die Bank am künftigen Wachstum der neuen Gesellschaft. Die quirin bank sieht in dem Segment der Privat- und der Auslandsbanken interessante Wachstumspotenziale, da diese aufgrund von Margendruck, Problemen mit ihren heutigen IT-Plattformen und der Notwendigkeit einer vernünftigen Individualisierung ein starkes Interesse an einer Auslagerung ihrer Prozesse haben werden.

Mit der neuen Tochtergesellschaft wird auf Basis der Avaloq Plattform ein Angebot im deutschen Markt bereitgestellt, das die ganze Breite von Back-Office-Prozessen unterstützt. Risiken für die Bank bestehen in einer verlängerten Migrationsdauer und den daraus folgenden Kostenerhöhungen. Dem steht der Ertrag aus der Anteilsveräußerung gegenüber.

Um die Risiken aus der Geschäftsprozessauslagerung nach § 25a KWG zu überwachen und zu reduzieren, wird die Bank eine entsprechende Überwachungseinheit etablieren.

Die Bank sieht unverändert deutliches Wachstumspotenzial in der Honorarberatung. Die Auslagerung des BPO-Geschäftsbereiches unterstützt die strategische Ausrichtung sowie die steigenden Anforderungen des wachsenden Honorarberatungsgeschäfts. Sie ermöglicht den Einsatz einer leistungsfähigen Software mit der zusätzlichen Chance, an dem zukünftigen BPO-Wachstum beteiligt zu sein. Der Bereich Investment Banking rundet das Angebot auch für institutionelle Kunden sowie in Finanzierungsfragen des deutschen Mittelstands ab.

 

Berlin, 26. Februar 2013

quirin bank AG

Der Vorstand

Karl Matthäus Schmidt

Johannes Eismann

Klaus-Gerd Kleversaat

Stefan Spannagl

Christian Kreuser

Bilanz zum 31. Dezember 2012

Aktivseite

scroll
  Euro Euro Euro 31.12.2011
Euro
1. Barreserve        
a) Kassenbestand   181.975,15   95.755,25
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken   196.598.454,98   19.913.940,72
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 196.598.454,98 Euro       19.913.940,72
      196.780.430,13 20.009.695,97
3. Forderungen an Kreditinstitute        
a) täglich fällig   63.121.795,36   272.016.484,94
b) andere Forderungen   450.906,25   3.451.728,46
      63.572.701,61 275.468.213,40
4. Forderungen an Kunden     15.275.562,02 13.140.499,06
5. Schuldverschreibungen und andere fest- verzinsliche Wertpapiere        
b) Anleihen und Schuldverschreibungen        
ba) von öffentlichen Emittenten 216.526.157,20     186.605.159,94
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 215.842.140,87 Euro       186.147.990,87
bb) von anderen Emittenten 35.411.817,80     10.280.436,76
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 23.966.537,50 Euro       10.004.590,89
    251.937.975,00   196.885.596,70
      251.937.975,00 196.885.596,70
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere     4.641.842,55 370.042,42
6a. Handelsbestand     6.407.933,35 11.477.764,83
7. Beteiligungen     1.505,50 1.505,50
8. Anteile an verbundenen Unternehmen     357.513,98 357.513,98
11. Immaterielle Anlagewerte        
b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   2.948.402,00   3.174.752,00
d) Geleistete Anzahlungen   1.483.441,80   1.195.837,00
      4.431.843,80 4.370.589,00
12. Sachanlagen     1.207.258,00 1.495.107,00
14. Sonstige Vermögensgegenstände     1.195.089,17 2.435.382,53
15. Rechnungsabgrenzungsposten     578.340,15 415.972,65
Summe der Aktiva     546.387.995,26 526.427.883,04

Passivseite

       
  Euro Euro Euro 31.12.2011
Euro
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten        
a) täglich fällig   75.097.106,69   58.706.238,86
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist   53.433.626,93   3.070.982,40
      128.530.733,62 61.777.221,26
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden        
b) andere Verbindlichkeiten        
ba) täglich fällig 346.237.077,37     397.629.055,55
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 18.454.074,83     17.891.321,58
    364.691.152,20   415.520.377,13
      364.691.152,20 415.520.377,13
3a. Handelsbestand     21.178,86 159.934,95
5. Sonstige Verbindlichkeiten     7.345.524,16 3.434.278,75
6. Rechnungsabgrenzungsposten     152.972,54 181.069,45
7. Rückstellungen        
c) andere Rückstellungen   8.028.041,44   7.196.335,03
      8.028.041,44 7.196.335,03
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken     1.294.563,52 949.056,77
12. Eigenkapital        
a) gezeichnetes Kapital   43.106.485,00   43.106.485,00
b) Kapitalrücklage   100.000,00   3.652.670,00
c) Gewinnrücklagen        
ca) gesetzliche Rücklage 0,00     657.439,27
    0,00   657.439,27
d) Bilanzverlust/Bilanzgewinn   -6.882.656,08   -10.206.984,57
      36.323.828,92 37.209.609,70
Summe der Passiva     546.387.995,26 526.427.883,04
1. Eventualverbindlichkeiten        
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleitsungsverträgen 354.891,84 354.891,84   252.507,51

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31.Dezember 2012

der quirin bank AG

scroll
  Euro Euro Euro 01.01.-31.12.2011
Euro
1. Zinserträge aus        
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 668.667,13     2.134.860,25
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 3.055.088,43     2.556.813,23
    3.723.755,56   4.691.673,48
2. Zinsaufwendungen   1.410.673,18   3.960.731,55
      2.313.082,38 730.941,93
3. Laufende Erträge aus        
c) Anteile an verbundenen Unternehmen   0,00   15.674,82
      0,00 15.674,82
5. Provisionserträge   41.304.068,75   39.510.996,33
6. Provisionsaufwendungen   12.909.703,03   15.315.608,02
      28.394.365,72 24.195.388,31
7. Nettoertrag des Handelsbestands     3.109.560,73 3.883.578,40
darunter: Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken: -345.506,75 Euro       -431.407,55
8. Sonstige betriebliche Erträge     6.665.306,94 6.292.814,89
darunter: Erträge aus der Währungsumrechnung        
68.655,64 Euro       611.819,56
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen        
a) Personalaufwand        
aa) Löhne und Gehälter 17.435.947,29     17.221.486,14
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.475.359,00     2.381.397,65
darunter:   19.911.306,29   19.602.883,79
für Altersversorgung 64.931,84 Euro       64.332,84
b) andere Verwaltungsaufwendungen   19.670.100,24   18.292.507,57
      39.581.406,53 37.895.391,36
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen     1.492.207,74 1.318.240,61
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen     480.028,30 1.031.079,10
darunter: Aufwand aus der Währungsumrechnung 313.834,89 Euro       32.464,07
Zinsaufwand aus Aufzinsung Rückstellungen mit Laufzeiten über 1 Jahr 3.070,68 Euro       3.421,10
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft   182.932,59   120.585,44
      182.932,59 120.585,44
16. Erträge aus der Zuschreibung zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere   77.400,00   86.299,00
      77.400,00 86.299,00
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme     79.105,67 28.346,87
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit     -890.099,88 -4.947.775,15
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -7.113,10   -8.205,05
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen   2.794,00   2.985,00
      -4.319,10 -5.220,05
27. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag     -885.780,78 -4.942.555,10
28. Verlustvortrag aus dem Vorjahr     -10.206.984,57 -5.264.429,47
      -11.092.765,35 -10.206.984,57
29. Entnahmen aus der Kapitalrücklage     3.552.670,00 0,00
      -7.540.095,35 -10.206.984,57
30. Entnahmen aus Gewinnrücklagen        
a) aus der gesetzlichen Rücklage   657.439,27   0,00
      657.439,27 0,00
      -6.882.656,08 -10.206.984,57
34. Bilanzgewinn/Bilanzverlust     -6.882.656,08 -10.206.984,57

Anhang zum 31. Dezember 2012

A. Allgemeine Angaben zur Gliederung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2012 sowie zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Aufstellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der quirin bank AG zum 31. Dezember 2012 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute (RechKredV) aufgestellt.

Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt nach der RechKredV; für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Staffelform gewählt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bilanzierung und Bewertung entsprechen den gesetzlichen Vorschriften. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres werden beibehalten.

Die Wertpapiergeschäfte werden am Handelstag mit entsprechender Valuta bilanziell erfasst. Schwebende Wertpapiergeschäfte gegenüber Banken werden bis zum Valutatag auf Zwischenkonten gebucht, die den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zugeordnet sind.

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden werden zum Nennwert, Wertpapiere der Liquiditätsreserve zum Niederstwert und Verbindlichkeiten mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die zum Bilanzstichtag ermittelten anteiligen Zinsen werden bei den zugrunde liegenden Forderungen oder Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Stellungnahme des IDW RS BFA 2 zur Bilanzierung des Handelsbestandes wird beachtet. Zum Berichtsstichtag werden alle Handelsbestände zum Risk Adjusted Fair Value bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird aus dem aktuellen Marktpreis am Berichtsstichtag ermittelt, da für alle Bestände aktive Märkte vorhanden sind. Regelmäßige Geschäfte in illiquiden Märkten werden nicht betrieben. Nach der Value-at-Risk-Methode festgestellte Risikoabschläge auf die Gewinne aus der Bewertung der Handelsbestände werden zurückbehalten.

Die Dotierung des Sonderpostens nach § 340e Abs. 4 HGB wird bezogen auf den gesamten Nettoertrag des Handelsbestands des Geschäftsjahres zu Lasten des Handelsergebnisses vorgenommen.

Im Rahmen der Währungsumrechnung bestehende ökonomische Sicherungsbeziehungen bei Währungsrisiken werden nach § 254 HGB als Bewertungseinheiten bilanziell berücksichtigt. Die erforderlichen Pflichtangaben gemäß § 285 Nr. 23 HGB werden in einem gesonderten Abschnitt des Anhangs ausgewiesen.

Die Übersichten im Anhang zu derivativen Finanzinstrumenten am Bilanzstichtag enthalten den nach der Marktbewertungsmethode festgestellten Zeitwert.

Die Finanzanlagen der Bank, welche Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und festverzinsliche Wertpapiere enthalten, werden zu Anschaffungskosten, bei dauerhaftem Wertverlust vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, angesetzt.

Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die planmäßigen linearen steuerlichen Abschreibungen, bewertet. Die Bilanzierung der immateriellen Vermögenswerte erfolgt unter Beachtung der Stellungnahme des IDW RS HFA 11. Gemäß der Wahlmöglichkeit des § 6 Abs. 2 bzw. 2a des EStG werden Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert unter 150 EUR sofort aufwandswirksam abgeschrieben und mit einem Anschaffungswert zwischen 150 und unter 1.000 EUR in einen Sammelposten eingestellt und einheitlich linear über 5 Jahre abgeschrieben.

Gegenstände, die nicht dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen sollen, werden als Umlaufvermögen unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Erkennbaren Risiken ist durch Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen. Einzelwertberichtigungen und eine Pauschalwertberichtigung für das latente Kreditrisiko sind von den Buchbeständen abgesetzt.

Die Rückstellungen werden zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Im Rahmen der Anpassung und Neubildung länger laufender Rückstellungen werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Satz der Deutschen Bundesbank abgezinst. Vom Beibehaltungswahlrecht für aufzulösende Ansammlungsrückstellungen aus der Neubewertung nach den Vorschriften des BilMoG wird Gebrauch gemacht, wenn der Auflösungsbetrag bis spätestens zum 31. Dezember 2024 zuzuführen wäre.

Eine Rückstellung nach § 3 Betriebsprüfungsordnung 2000 (BpO 2000) für die Betriebsprüfung von Großbetrieben wurde gebildet.

Bei der Berechnung der Forderungen aus geleisteten Steuervorauszahlungen im Zusammenhang mit erhaltenen Dividenden werden die aktuellen Regelungen der Steuergesetzgebung berücksichtigt.

Entsprechend den Vorschriften des KStG in der Fassung des SEStEG ist das Körperschaftsteuerguthaben mit dem Barwert unter den sonstigen Vermögensgegenständen aktiviert. Die Erträge aus der Aufzinsung werden unter den Steuern vom Einkommen und Ertrag vereinnahmt.

Der Körperschaftsteuererhöhungsbetrag nach § 38 Abs. 5 und 6 KStG aus EK 02 ist mit dem Barwert unter den sonstigen Verbindlichkeiten passiviert. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung werden unter den Steuern vom Einkommen und Ertrag verauslagt.

Die sich aus Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen ergebende aktive latente Steuer wird in Ausübung des bestehenden Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt.

Im Rahmen der Risikovorsorge für das Kreditgeschäft wird von der Möglichkeit der Verrechnung der Aufwendungen und Erträge gemäß § 340f Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.

Die Angaben zum Abschlussprüferhonorar unter Abschnitt D berücksichtigen die Stellungnahme des Hauptfachausschusses des IDW RS HFA 36 zu den Anhangangaben nach § 285 Nr. 17 HGB.

Bei der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs richtet sich die Bank nach der Stellungnahme des Bankenfachausschusses des IDW RS BFA 3. Als Methode wird die barwertige Betrachtungsweise angewendet. Über die Ergebnisse wird im Anhang unter Abschnitt D berichtet.

Währungsumrechnung

Im Rahmen der Währungsumrechnung werden alle auf konvertierbare Fremdwährungen lautenden Vermögensgegenstände und Schulden der Bilanz zu den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank sowie alle noch nicht abgewickelten Termingeschäfte zu entsprechenden Terminkursen des Bilanzstichtages umgerechnet. Für auf Fremdwährung lautende Bilanzposten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr werden die Bewertungsergebnisse ergebniswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen vereinnahmt.

Da die Devisengeschäfte nach den institutsinternen Kriterien dem Handelsbuch zugeordnet sind, werden die Bewertungsergebnisse der schwebenden Termingeschäfte und die Abgrenzung der Swapstellen aus gespaltenen Terminkursen der Devisenswapgeschäfte im Handelsergebnis ausgewiesen.

Bildung von Bewertungseinheiten

Noch nicht abgewickelte Devisentermingeschäfte, die aufgrund der vermittelnden Handelstätigkeit der Bank im Mandantengeschäft und der korrespondierenden Gegengeschäfte mit Kontrahenten Sicherungsbeziehungen hinsichtlich der Währungsrisiken beinhalten, werden aus dem Handelsbestand herausgelöst und in der handelsrechtlichen Bilanzierung über die Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB dargestellt.

In der Regel handelt es sich um gegeneinanderstehende Devisen-Outrightgeschäfte mit vollständiger bzw. sehr hoher negativer wirtschaftlicher Korrelation, die mit dem Ziel der Abbildung der Absicherung der Währungsrisiken zu Micro Hedges zusammengefasst werden. Die prospektive Beurteilung erfolgt infolge der Deckungsgleichheit der Parameter nach der Critical-Terms-Match-Methode, wonach ein gesonderter Nachweis der Effektivität über die gesamte Laufzeit nicht notwendig ist, da keine Veränderungen in der Effektivität zu erwarten sind. Die retrospektive rechnerische Ermittlung der Wirksamkeit der Bewertungseinheiten wird in der monatlichen Bewertung der Devisengeschäfte im Rechnungswesen nachgewiesen.

Aus der Risikostrategie ergibt sich die erklärte Absicht der Bank, die Bewertungseinheiten bis zur tatsächlichen Beendigung der Sicherungsbeziehungen beizubehalten, weshalb sich die ausgleichende Wirkung der gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme bis zum Ende der Laufzeit der Geschäfte erstreckt. Im Rahmen der kompensatorischen Bewertung wird für Bewertungseinheiten mit Nullergebnis die Einfrierungsmethode angewendet. Gleichen sich Grund- und Sicherungsgeschäft aufgrund geringfügig abweichender Parameter nicht vollständig aus, werden für verbleibenden Verlustüberhänge aus dem unwirksamen Teil der Bewertungseinheit Drohverlustrückstellungen unter den sonstigen Rückstellungen zu Lasten des sonstigen betrieblichen Aufwands gebildet.

Die absoluten Nominalbeträge der in die Bewertungseinheiten einbezogenen Grund- und Sicherungsgeschäfte und die abgesicherten Risiken haben folgenden Umfang:

scroll
Geschäftsart Nominalbetrag umgerechnet abgesichertes Risiko
  zum Geschäftskurs zum Terminbewertungskurs  
Grundgeschäfte 57.756 TEUR 56.671 TEUR 1.313 TEUR
Sicherungsgeschäfte 57.756 TEUR 56.671 TEUR 614 TEUR
Gesamt 115.512 TEUR 113.342 TEUR 1.927 TEUR

B. Erläuterungen zur Bilanz

I. Aktiva

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Zum Berichtsstichtag werden unter dem Bilanzposten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere die Wertpapiere der Liquiditätsreserve in Höhe von 121.925 TEUR und des Anlagevermögens in Höhe von 130.013 TEUR der quirin bank ausgewiesen. Beide Bestandsarten sind wertmäßig angewachsen, da das Volumen der Neuinvestitionen des Geschäftsjahres über dem der Endfälligkeiten lag.

Die Bestände der Liquiditätsreserve werden zum beizulegenden Zeitwert mit dem Marktpreis des Berichtsstichtages bewertet, sofern dieser die Anschaffungskosten nicht übersteigt. Abschreibungen sowie Zuschreibungen nach dem Wertaufholungsgebot bis zu Höhe des Einstandspreises werden vorgenommen, soweit diese sich aus dem Börsen- oder Marktpreis am Bewertungsstichtag ergeben.

Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden mit ihren Buchwerten ausgewiesen, da eine dauerhafte Wertminderung nicht anzunehmen ist. Gezahlte Agiobeträge werden abgegrenzt und periodengerecht über die Laufzeit der Wertpapiere zeitanteilig aufgelöst.

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

In die Position Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sind ausschließlich die zu Nichthandelszwecken gehaltenen Wertpapiere der Liquiditätsreserve einbezogen, die analog der Liquiditätsreserve der Anleihen und Schuldverschreibungen anhand von Marktpreisen des Bilanzstichtages nach dem Niederstwertprinzip bewertet werden.

Der Anstieg in der Position ist hauptsächlich auf den Erwerb von Fondsanteilen im Bereich der Liquiditätsreserve zurückzuführen. Damit bestehen in der Liquiditätsreserve Anteile an Investmentvermögen mit mittlerem Anlagehorizont von mehr als dem zehnten Teil mit einem Buchwert von 4.500 TEUR bei einem Marktwert von 4.554 TEUR. Eine Ausschüttung erfolgte nicht, da die Thesaurierung der Erträge vorgesehen ist. Die tägliche Rückgabe der Anteile ist möglich, die Abrechnung erfolgt nach der wöchentlichen Preisfeststellung.

Handelsbestand

Der aktive Posten Handelsbestand gliedert sich zum Stichtag und im Vergleich zum Vorjahr wie folgt auf:

scroll
Finanzinstrumente Stand per 31. Dezember 2012 Stand per 31. Dezember 2011
Derivatein Höhe von 37 TEUR 11 TEUR
Anleihen/Schuldverschreibungen in Höhe von 5.006 TEUR 8.104 TEUR
Aktien/Fonds in Höhe von 1.365 TEUR 3.363 TEUR

Zum Berichtsstichtag wurden alle Handelsbestände zum Risk Adjusted Fair Value bewertet. Der beizulegende Zeitwert wurde aus dem aktuellen Marktpreis am Berichtsstichtag ermittelt, da für alle Bestände aktive Märkte vorhanden waren. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Sicherheit der künftigen Zahlungsströme beeinträchtigt werden könnte.

Aus den Gewinnen der Wertpapierbewertung wurde ein nach der Value-at-Risk-Methode festgestellter Risikoabschlag in Höhe von rd. 15 TEUR zurückbehalten. Die Ermittlung erfolgte unter Zugrundelegung einer Haltedauer von 10 Tagen, eines Beobachtungszeitraumes von einem Jahr und eines Konfidenzniveaus von 99,0 Prozent. Gewinne der schwebenden Devisentermingeschäfte unterlagen nach gleicher Methode einem Risikoabschlag von rd. 3 TEUR.

Bei den Derivaten handelt es sich um vereinnahmte Gewinne aus der Bewertung schwebender Devisentermingeschäfte des Handelsbestandes zu Marktkursen. Der Nominalbetrag der per 31.12.2012 unter den Handelsaktiva ausgewiesenen Geschäfte zum Terminbewertungskurs des Bilanzstichtages entspricht 2.833 TEUR. Der Nominalbetrag der betreffenden Devisentermingeschäfte zum Ende des Vorjahres belief sich auf 2.559 TEUR.

Mit den institutsspezifischen Handelsbuchkriterien hat die quirin bank für Handelsbestände eine Haltedauer von maximal einem halben Jahr definiert. Im Rahmen der täglichen Überwachung durch das Risikocontrolling werden sich eventuell anbahnende Fristüberschreitungen festgestellt und dem Handels- und dem Risikovorstand zur Entscheidung über die weitere Behandlung vorgelegt.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, die im Folgejahr fällig werden

Unter den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind Wertpapiere in Höhe von nominal 85.370 TEUR von öffentlichen Emittenten enthalten, die im Folgejahr fällig werden.

Aufgliederung der börsenfähigen Wertpapiere

Der Bilanzposten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere weist ausschließlich börsenfähige Wertpapiere in Höhe von 251.938 TEUR auf. Davon sind Wertpapiere in Höhe von 168.361 TEUR börsennotiert und in Höhe von 83.577 TEUR nicht börsennotiert. Die börsennotierten Wertpapiere beinhalten in hohem Maße Anleihen der Bundesländer bzw. öffentlichen Stellen mit hohem Investmentgrade sowie Hypothekenpfandbriefe. Von den Schuldverschreibungen betreffen 14 Prozent nicht öffentliche Anleihen.

Der Posten Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere setzt sich aus börsenfähigen Wertpapieren in Höhe von 64 TEUR, die auch börsennotiert sind, und aus nicht börsenfähigen Wertpapieren in Höhe von 4.578 TEUR zusammen.

Finanzanlagen

Beteiligungen

Die Beteiligungen umfassen zwei Gesellschaften, die im Vorjahr neu gegründet wurden. Mit einem Betrag von 1,4 TEUR liegt eine Beteiligung an der KBGQ Beteiligungs-Verwaltungs GmbH, München, und mit 0,1 TEUR eine Beteiligung an der KBGQ Beteiligungs GmbH & Co. KG, München, vor. Die Gesellschaften haben ihren operativen Geschäftsbetrieb noch nicht aufgenommen.

Weiterhin sind die auf einen Erinnerungswert abgeschriebenen Anteile an der design.net AG, Frankfurt am Main, enthalten.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen werden zwei Tochtergesellschaften mit den folgenden Angaben zum 31. Dezember 2012 ausgewiesen:

- die 2005 erworbene quirin business support AG, Leipzig, die bankbezogene Hilfsdienstleistungen erbringt. Die gehaltenen Aktien sind nicht börsenfähig. Mit der Gesellschaft besteht seit dem 25. Juni 2009 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Das Ergebnis der Gesellschaft für 2012 wird durch die Bank periodengleich vereinnahmt.

Grundkapital: 100.000,00 EURgehaltener Anteil: 100 %

Eigenkapital: 110.000,00 EUR Jahresüberschuss:0,00 EUR

- die 2006 über eine Sachkapitalerhöhung eingebrachte quirin eins GmbH, Berlin (vormals quirin aktienberatung GmbH), die zur Liquidierung vorgesehen ist.

Grundkapital: 290.000,00 EURgehaltener Anteil: 100 %

Eigenkapital: 313.641,19 EUR Jahresüberschuss: 978,42 EUR

Wertpapiere des Anlagevermögens

Im Anlagebestand werden unter den festverzinslichen Wertpapieren vorrangig Schuldverschreibungen öffentlicher Emittenten mit hohem Investmentgrade, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen sollen und für die Halteabsicht bis zur Endfälligkeit besteht, gehalten. Der Buchwert der Wertpapiere beträgt 129.211 TEUR.

Durch die Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips wurden Abschreibungen für nicht dauerhafte Wertminderungen in Höhe von insgesamt 320 TEUR vermieden, die 0,25 Prozent des Buchwertes betragen.

Immaterielle Anlagewerte

Die immateriellen Vermögensgegenstände haben sich aufgrund von geleisteten Anzahlungen für Investitionen in die Betriebssoftware erhöht. Die Positionen beinhalten zum Stichtag nachfolgende Restbuchwerte:

scroll
  31.12.2012
TEUR
31.12.2011
TEUR
Übrige immaterielle Anlagewerte 2.948,4 3.174,8
Anzahlungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter 1.483,4 1.195,8
Summe immaterielle Wirtschaftsgüter 4.431,8 4.370,6

Sachanlagen

Die Sachanlagenbeinhalten zum Stichtag folgende Restbuchwerte:

scroll
  31.12.2012
TEUR
31.12.2011
TEUR
Bauten auf fremden Grundstücken 12,9 65,0
Betriebs- und Geschäftsausstattung 969,3 1.075,5
Geringwertige Wirtschaftsgüter 225,1 354,6
Summe Sachanlagen 1.207,3 1.495,1

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen in den Hauptposten mit 717 TEUR Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit 255 TEUR Forderungen an das Finanzamt und das Bundesamt für Finanzen, mit 131 TEUR offene Verrechnungen aus schwebenden Wertpapiergeschäften und Schecks und mit 92 TEUR aktivierte Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens.

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten

Unter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Abgrenzungen aus Lieferungen und Leistungen mit Laufzeiten von einem Jahr in Höhe von 286 TEUR und von zwei bis zu fünf Jahren in Höhe von 292 TEUR enthalten.

Aktive latente Steuern

Die quirin bank AG macht von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch und setzt den aktiven Überhang an latenten Steuern in Höhe von 35 TEUR in der Bilanz nicht an.

Dieser ergibt sich aus Buchwertdifferenzen zwischen der Handels- und der Steuerbilanz in der Position verbundene Unternehmen (passive latente Steuern in Höhe von 1,5 TEUR) sowie aus unterschiedlichen Zinssätzen bei der Abzinsung von Rückstellungen und einem steuerlich nicht anerkannten Teil einer Rückstellung (aktive latente Steuern in Höhe von 36,9 TEUR). Den Bewertungen liegt ein durchschnittlicher Steuersatz von 30,175 Prozent zugrunde.

Anlagenspiegel

scroll
  Wertpapiere des Anlagevermögens
TEUR
Beteiligungen
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
TEUR
Geschäfts- oder Firmenwerte
TEUR
Anschaffungskosten historisch 80.235,3 301,5 2.359,4 2.020,3
Zugänge Geschäftsjahr 58.898,4 0,0 0,0 0,0
Abgänge Geschäftsjahr 9.922,6 0,0 0,0 0,0
AfA/WB insgesamt 0,0 300,0 2.001,9 2.020,3
AfA/WB Geschäftsjahr 0,0 0,0 0,0 0,0
Restbuchwert 31.12.2012 129.211,1 1,5 357,5 0,0
Restbuchwert Vorjahr 80.235,3 1,5 357,5 0,0
scroll
  Zwischensumme Übertrag
TEUR
Übrige immaterielle Anlagewerte
TEUR
Sachanlagen
TEUR
Gesamt
TEUR
Anschaffungskosten historisch 84.916,5 8.440,9 4.304,5 97.661,9
Zugänge Geschäftsjahr 58.898,4 1.128,2 137,4 60.164,0
Abgänge Geschäftsjahr 9.922,6 0,0 0,0 9.922,6
AfA/WB insgesamt 4.322,2 5.137,3 3.234,6 12.694,1
AfA/WB Geschäftsjahr 0,0 1.067,0 425,2 1.492,2
Restbuchwert 31.12.2012 129.570,1 4.431,8 1.207,3 135.209,2
Restbuchwert Vorjahr 80.594,3 4.370,6 1.495,1 86.460,0

Fremdwährung

Das Gesamtvolumen der Vermögensgegenstände, die auf Fremdwährung lauten, beträgt umgerechnet 34.727 TEUR.

II. Passiva

Verbundene Unternehmen

Aus der Anlage freier Mittel verbundener Unternehmen bestehen unverbriefte Verbindlichkeiten unter den anderen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 421 TEUR.

Handelsbestand

Der passive Posten Handelsbestand umfasst zum Stichtag und im Vergleich zum Vorjahr folgende Bestände:

scroll
Finanzinstrumente Stand per 31. Dezember 2012 Stand per 31. Dezember 2011
Derivate in Höhe von 21 TEUR 160 TEUR
Shortbestand WP in Höhe von 0 TEUR 0 TEUR

Für die Bewertung der passiven Bestände an Finanzinstrumenten gelten die unter dem aktiven Handelsbestand beschriebenen Prinzipien. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Sicherheit der künftigen Zahlungsströme beeinträchtigt werden könnte.

Die unter den Derivaten enthaltenen Beträge decken Bewertungsverluste schwebender Devisentermingeschäfte zum beizulegenden Zeitwert entsprechend dem aktuellen Marktpreis des Berichtsstichtages.

Der Nominalwert der Geschäfte zum Terminbewertungskurs beträgt 1.516 TEUR. Im Vorjahr betrugen die Nominalbeträge der Devisentermingeschäfte der Handelspassiva 4.968 TEUR.

Zum Bilanzstichtag ist analog dem Vorjahr unter den Wertpapieren kein Shortbestand auszuweisen.

Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind stichtagsbedingt als wesentliche Posten Verbindlichkeiten aus noch nicht verteilten Dotationsmitteln im Rahmen der Zahlstellenfunktion und aus Einzugspapieren in Höhe von 1.767 TEUR und aus dem elektronischen Massenzahlungsverkehr in Höhe von 3.002 TEUR, Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt, Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern in Höhe von insgesamt 2.173 TEUR sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 292 TEUR enthalten.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten schließt Beträge aus vorschüssig in Rechnung gestellten Dienstleistungen von Kunden sowie Investitionszuschüsse der Mandanten mit Laufzeit von einem Jahr in Höhe von 66 TEUR und von bis zu 5 Jahren in Höhe von 87 EUR ein.

Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen beinhalten mit 3.648 TEUR Aufwand für bereits erbrachte Lieferungen und Leistungen, mit 3.208 TEUR Aufwand für Mitarbeiter und Organe und mit 1.172 TEUR sonstige Risikorückstellungen, die vorrangig schwebende Ansprüche, Rückbaukosten für Mietereinbauten und Archivierungskosten betreffen.

Zum Bilanzstichtag besteht noch ein Betrag aus der Neubewertung von Ansammlungsrückstellungen nach den Bewertungsvorschriften des HGB in der Fassung des BilMoG in Höhe von insgesamt 7 TEUR, für den vom Beibehaltungswahlrecht der Rückstellung Gebrauch gemacht wurde, da der Auflösungsbetrag bis spätestens zum 31. Dezember 2024 zuzuführen gewesen wäre.

Fonds für allgemeine Bankrisiken

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340 g HGB in Höhe von 1.295 TEUR umfasst ausschließlich den nach § 340e Abs. 4 HGB kumulativ gebildeten Sonderposten zum Ausgleich des Risikos von künftigen Nettoaufwendungen des Handelsbestandes. Er beinhaltet eine Zuführung in Höhe von 346 TEUR zu Lasten des Nettoertrages des Handelsbestandes des Geschäftsjahres.

Eigenkapital

Zum Berichtsstichtag besteht nicht ausgenutztes genehmigtes Kapital in Höhe von 21.553 TEUR in folgender Aufteilung:

- genehmigtes Kapital 2010/I mit Befristung bis zum 17. Juni 2015 zur Erhöhung des Grundkapitals gegen Bareinlage in Höhe von 15.553 TEUR,

- genehmigtes Kapital 2009/II mit Befristung bis zum 25. Juni 2014 zur Erhöhung des Grundkapitals gegen Bar- und/oder Sacheinlagen in Höhe von 6.000 TEUR.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist aus dem Beschluss der Hauptversammlung von 2008 in Höhe der unter dem Aktienoptionsprogramm 2008 an Mitarbeiter und Organe in den zwei Tranchen der Jahre 2010 und 2011 ausgegebenen Bezugsrechte von insgesamt rd. 2.064 TEUR bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird jedoch nur so weit durchgeführt, wie die Inhaber bis zum 18. März 2016 bzw. bis zum 17. März 2017 von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Bedienung neue Aktien schafft.

Daneben besteht bedingtes Kapital 2011 mit einer Laufzeit bis zum 16. Juni 2016 in Höhe von rd. 2.246 TEUR zur Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen an Mitarbeiter und Organe im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2011. In einer ersten Tranche wurden im Berichtszeitraum in Höhe von rd. 1.061 TEUR Aktienoptionen an die Bezugsberechtigten ausgegeben. Die Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung erfolgt nur insoweit, wie die Inhaber der Bezugsrechte bis zum 19. März 2018 von ihrem Optionsrecht Gebrauch machen und die Gesellschaft zur Bedienung neue Aktien schafft. Für das nicht ausgenutzte bedingte Kapital 2011 in Höhe von rd. 1.186 ist der Vorstand für die Laufzeit ermächtigt, im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2011 in Abhängigkeit von der Erreichung bestimmter Erfolgsziele weitere Tranchen auszugeben. Die Wartezeit für die Ausübung der Bezugsrechte beträgt vier Jahre.

In Höhe von bis zu 17.000 TEUR besteht nicht ausgenutztes bedingtes Kapital 2010/I zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldver-schreibungen (oder Kombinationen daraus), die bis zum 17. Juni 2015 mit oder ohne Laufzeitbegren-zung im Gesamtnennbetrag von bis zu 55.000 TEUR ausgegeben werden können und die den Inhabern bzw. Gläubigern dieser Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf insge-samt bis zu 17.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von bis zu 17.000 TEUR gewähren.

Im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses hat der Vorstand die Verwendung von Rücklagen zum Ausgleich des Verlustvortrages aus Vorjahren beschlossen. Unter Beachtung von § 150 Abs. 3 Nr. 2 AktG wurden Beträge in Höhe von rd. 3.553 TEUR aus der Kapitalrücklage und von 657 TEUR aus der gesetzlichen Gewinnrücklage entnommen. Mit dem entnommenen Betrag wurden 4.210 TEUR des Verlustvortrages, der nicht durch einen Jahresüberschuss gedeckt war, reduziert.

Fremdwährung

Auf Fremdwährung lautende Schulden bestehen im Gegenwert von 30.065 TEUR.

Restlaufzeitengliederung

Die Fristengliederung nach Restlaufzeiten stellt sich wie folgt dar:

scroll
  31.12.2012
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute  
a) bis zu drei Monaten 450.906,25
b) mehr als drei Monate bis ein Jahr  
  450.906,25
Forderungen an Kunden  
a) bis zu drei Monaten b) mehr als drei Monate bis ein Jahr 4.351.520,69
  4.351.520,69
  31.12.2012 EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist  
a) bis zu drei Monaten 3.070.085,27
c) mehr als ein Jahr bis zu 5 Jahren 50.363.541,66
  53.433.626,93
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist  
a) bis zu drei Monaten 15.036.638,60
b) mehr als drei Monate bis ein Jahr 3.417.436,23
  18.454.074,83

Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit

Unter den Forderungen an Kunden werden Forderungen mit unbestimmter Laufzeit in Höhe von 10.924.041,33 EUR ausgewiesen.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung

Die Erträge aus der Depot- und Vermögensverwaltung betreffen rd. 20 Prozent der Provisionserträge.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis per 31. Dezember 2012 in Höhe von 3.110 TEUR beinhaltet den Festlegungen des BilMoG entsprechend neben den Erfolgsauswirkungen aus der Bewertung zum Risk Adjusted Fair Value auch die mit den Handelsbeständen korrespondierenden Provisions- und Zinsergebnisse sowie die reduzierend wirkende Zuführung zum Sonderposten nach § 340e HGB in Höhe von 346 TEUR.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in den Hauptposten mit 5.562 TEUR auf Erträge aus Geschäftsbesorgungsverträgen mit konzernexternen Unternehmen im Rahmen des Mandantengeschäftes und auf Erträge aus der Erstattung von Aufwendungen durch Mandanten, Kunden, Konzernunternehmen und Mitarbeiter, mit 860 TEUR auf die Auflösung anderer Rückstellungen sowie mit 69 TEUR auf Erträge aus der Währungsumrechnung zurückzuführen.

Risikovorsorge

Das positive Ergebnis der Risikovorsorge im Kreditgeschäft ergibt sich hauptsächlich aus der Realisierung von Gewinnen in Wertpapieren der Liquiditätsreserve.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die wesentlichen sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit 314 TEUR Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, mit 80 TEUR Aufwendungen für Erstattungen zu Lasten der Bank sowie mit 34 TEUR periodenfremde Aufwendungen für nicht zurückgestellten Verwaltungsaufwand des Vorjahres.

Aufwendungen aus Verlustübernahme

Die Aufwendungen beziehen sich auf den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der quirin business support AG, Leipzig.

Ertragsteuern

In den Ertragsteuern ist ein positiver Betrag von 7 TEUR aus der Aufzinsung des aktivierten abgezinsten Barwertes des letztmalig auf den 31. Dezember 2006 ermittelten Körperschaftsteuerguthabens sowie ein marginaler entgegengesetzter Betrag aus der Abzinsung des Körperschaftsteuererhöhungsbetrages enthalten.

Der berechnete aktive Überhang latenter Steuern wird in Ausübung des Wahlrechts nicht angesetzt.

D. Sonstige Angaben

Termingeschäfte

Termingeschäfte in fremden Währungen sind generell dem Handelsbuch zugeordnet. Die aufgrund von Kunden- und Mandantenaufträgen und zur Risikoabsicherung abgeschlossenen Geschäfte werden aus dem Handelsbestand ausgegliedert und zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Lediglich ausschließlich zur Liquiditätssteuerung eingegangene Termingeschäfte verbleiben bilanziell dem Handelsbuch zugeordnet.

Daneben werden im Anlagebuch Kontrakte mit sonstigen Preisrisiken (aktienkurs-, aktienindex- und vereinzelt zinsbezogene Geschäfte) im Kunden- sowie im Mandantenauftrag vereinbart, für die jeweils deckungsgleiche Gegengeschäfte mit Banken getätigt werden. Hierfür werden keine Bewertungseinheiten gebildet.

Im Rahmen von Eigenhandelstätigkeiten mit dem ausschließlichen Ziel der Gewinnerzielung traten Termingeschäfte nicht auf. Sämtliche Termingeschäfte unterlagen den für das Betreiben von Handelsgeschäften vorgeschriebenen täglichen Berechnungen und Kontrollen nach der Marktbewertungsmethode durch das Risikocontrolling. Die Kreditäquivalenzbeträge und die Marginauslastung im Kundengeschäft werden täglich überwacht. Alle Kontrakte im derivativen Geschäft wurden mit Banken abgeschlossen, deren Rating aktuell im Upper Medium Grade bzw. in einem Fall im Lower Medium Grade eingestuft wurde. Für alle Geschäfte besteht lediglich ein Erfüllungsrisiko. Ein Adressenausfallrisiko liegt nicht vor.

Der Anstieg der Volumina der Nominalwerte sowie die Ausweitung der Restlaufzeiten von über einem Jahr bis unter 5 Jahren gegenüber dem Vorjahr sind auf das Anwachsen des Mandantengeschäftes zurückzuführen.

Die Bewertungseinheiten aus Devisengeschäften und die nicht zusammengefassten Grund- und Sicherungsgeschäfte mit sonstigen Preisrisiken werden in den nachfolgenden Tabellen zur Aufgliederung der Volumina, Restlaufzeiten und Kontrahenten der Termingeschäfte brutto berücksichtigt.

Termingeschäfte in fremden Währungen

Die am Bilanzstichtag noch nicht fälligen Termingeschäfte in fremden Währungen betreffen Devisentermin- und schwebende Teile von Devisenswapgeschäften. Der überwiegende Teil dient zur Durchführung und liquiditätsseitigen Absicherung des Kunden- bzw. Mandantengeschäftes. Die Bewertungseinheiten sichern das Wechselkursrisiko ab. Dabei werden fast ausschließlich als Devisen-Outrightgeschäfte bestehende Grund- und Sicherungsgeschäfte zusammengefasst.

Termingeschäfte mit sonstigen Preisrisiken

Unter den Anlagebuchgeschäften mit sonstigen Preisrisiken werden am Bilanzstichtag im Kunden- und Mandantenauftrag abgeschlossene standardisierte Aktienoptionen, Aktienindexoptionen und vier Bund-Futures jeweils inklusive der Gegengeschäfte ausgewiesen.

Derivategeschäfte – Darstellung der Volumina

scroll
  Nominalwerte positive negative
      Marktwerte Marktwerte
- in TEUR - 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2012
Währungsrisiken 117.691 102.769 1.947 1.968
sonstige Preisrisiken 24.400 17.223 417 417
insgesamt 142.091 119.992 2.364 2.385

Derivategeschäfte – Fristengliederung nach Restlaufzeiten – (Risiken nach Kontrakt)

scroll
Nominalwerte Aktien- und sonstige Preisrisiken Währungs- risiken
- in TEUR - 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2011
- bis 1 Jahr 18.574 11.661 109.335 82.032
- bis 5 Jahre - - 8.356 20.737
insgesamt 18.574 11.661 117.691 102.769

Derivategeschäfte – Fristengliederung nach Restlaufzeiten – (Zinsrisiken nach Underlying)

scroll
Nominalwerte Zins- risiken
- in TEUR - 31.12.2012 31.12.2011
- über 5 Jahre 5.826 5.562
insgesamt 5.826 5.562

Derivategeschäfte – Kontrahentengliederung

scroll
  Nominalwerte   positive Marktwerte negative Marktwerte
- in TEUR - 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2012
OECD-Banken 130.731 111.736 1.975 2.375
Banken außerhalb OECD - - - -
Kunden 11.360 8.256 389 10
öffentliche Stellen - - - -
insgesamt 142.091 119.992 2.364 2.385

Derivategeschäfte – Handelsgeschäfte

scroll
  Nominalwerte   positive Marktwerte negative Marktwerte
- in TEUR - 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2012 31.12.2012
Zinskontrakte - - - -
Währungskontrakte 4.349 7.527 20 38
Aktienkontrakte - - - -
insgesamt 4.349 7.527 20 38

Bewertung zinsbezogener Geschäfte des Bankbuchs

Per 31. Dezember 2012 wendet die Bank bei der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuches die Stellungnahme des IDW zur Rechnungslegung RS BFA 3 „Einzelfragen der verlustfreien Bewertung von zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs (Zinsbuchs)“ vom 30. August 2012 an, die vom Hauptfachausschuss am 06.09.2012 billigend zur Kenntnis genommen wurde. In die Bewertung werden die zukünftigen Zahlungsströme aller zinstragenden Geschäfte mit einer Festzinslaufzeit einbezogen. Dabei werden diese unter Verwendung der für die Bewertung im Risikocontrolling definierten Zinskurve (im unterjährigen Bereich aus der Geldmarktzinskurve und darüber hinaus der Swapkurve) des Bewertungsstichtages 30. Dezember auf den Barwert diskontiert. Die anteiligen Risiko- und Verwaltungskosten werden als Korrekturposten auf den ermittelten Wert berücksichtigt. Das Gesamtergebnis ist deutlich positiv, so dass die Bildung einer Drohverlustrückstellung nicht erforderlich wird.

Mitglieder des Vorstandes mit Angabe aller Mandate

Als Vorstandsmitglieder waren im Geschäftsjahr tätig:

scroll
Karl Matthäus Schmidt    
Ausgeübte Tätigkeit: Vorstandsvorsitzender  
Mandate: Geschäftsleiter KM.s Consulting GmbH & Co. KG, Mainleus
  Geschäftsleiter KM.s Verwaltungs GmbH, Mainleus
  Aufsichtsratsvorsitzender Flatex AG, Kulmbach  
Johannes Eismann    
Ausgeübte Tätigkeit: Vorstand für Investment Banking und Finanzen  
Mandate: Aufsichtsratsmitglied quirin business support AG, Leipzig
  Aufsichtsratsmitglied AGO AG Energie + Anlagen, Kulmbach
  Aufsichtsratsmitglied Die Skonto AG, Iserlohn
Klaus-Gerd Kleversaat    
Ausgeübte Tätigkeit: Handelsvorstand/Vorstand Private Banking Niederlassung Berliner Effektenbank  
Mandate: Vorstandsmitglied Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, Berlin
  Aufsichtsratsvorsitzender IVU Traffic Technologies AG, Berlin  
  Aufsichtsratsmitglied Stream Films AG, Berlin
Christian Maria Kreuser    
Ausgeübte Tätigkeit: Vorstand für Private Banking und Asset Management  
Mandate: Geschäftsführer Canisius-Stiftung zum Unterhalt alter und kranker Ordensleute GmbH, München
Geschäftsführer KKL Leasing GmbH, München  
Stefan Spannagl    
Ausgeübte Tätigkeit: Vorstand für Mandantengeschäft und Bankbetrieb  
Mandate: Aufsichtsratsmitglied quirin business support AG, Leipzig  

Mitglieder des Aufsichtsrates

Dem Aufsichtsrat gehörten während des Geschäftsjahres an:

Holger Timm (Vorsitzender)

Ausgeübte Tätigkeiten: Vorstandsvorsitzender der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, Berlin, Vorstandssprecher der Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin

Heinrich Karl Linz (Stellvertretender Vorsitzender)

Ausgeübte Tätigkeit: Managing Director RHJ International S. A., Brüssel

Dr. Andor Koritz

Ausgeübte Tätigkeit: Rechtsanwalt, Berlin

Dr. Christian Rödl

Ausgeübte Tätigkeit: Rechtsanwalt, Steuerberater, Rödl & Partner, Nürnberg

Dr. Andreas Neuner

Ausgeübte Tätigkeit: Mitglied der Geschäftsführung der Riedel Holding GmbH & Co. KG, Nürnberg

Matthias Baller

Ausgeübte Tätigkeit: Syndikusanwalt der Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin

Organbezüge

Die im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder erhielten von der quirin bank AG Bezüge in Höhe von 1.616 TEUR. An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 48 TEUR gezahlt.

An die Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2012 im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2011 für Mitarbeiter und Organe 400 Tausend Optionsrechte zum Bezug von Aktien der Gesellschaft ausgegeben. Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt Gewährung der Optionen lag bei 50 TEUR. Spätere Wertveränderungen, die auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen beruhen, liegen nicht vor.

Angabe der gewährten Vorschüsse, Kredite und Haftungsverhältnisse nach § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredV

Zum Jahresende bestehen für Vorstandsmitglieder in Höhe von 215 TEUR und für Aufsichtsratsmitglieder in Höhe von 113 TEUR zu marktüblichen Konditionen gewährte Kredite, welche voll durch Verpfändung von Sicherheiten unterlegt sind.

Angabe nach § 34 Abs. 2 Nr. 4 RechKredV

Es liegen keine Gründe vor, die zu der Annahme führen, dass ein Risiko für die Inanspruchnahme der Bank aus den unter der Bilanz ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften besteht.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter entwickelte sich wie folgt:

scroll
  weiblich männlich gesamt
a) im Jahresdurchschnitt      
Vorstandsmitglieder - 5 5
Arbeitnehmer 100 147 247
gesamt 100 152 252
b) zum 31.12.2012      
Vorstandsmitglieder - 5 5
Arbeitnehmer 101 147 248
gesamt 101 152 253

Honorar des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB

Im Geschäftsjahr 2012 ist in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Gesamtbetrag für das Honorar des Abschlussprüfers, der PricewaterhouseCoopers AG WPG, in Höhe von 320 TEUR enthalten. Davon entfallen auf:

a) Abschlussprüfungsleistungen 84 TEUR,

b) andere Bestätigungsleistungen 46 TEUR,

c) Steuerberatungsleistungen 42 TEUR,

d) sonstige Leistungen 148 TEUR.

E. Weitere Angaben

Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen

Per 31. Dezember 2012 bestehen nicht in der Bilanz erscheinende sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von rd. 8.324 TEUR aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen sowie aus für die Bank übernommenen Avalen.

Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände

Am Bilanzstichtag sind Sicherheiten zur Abwicklung der Geldverrechnung der Wertpapiergeschäfte, der Devisenhandelsgeschäfte und der Marginverpflichtungen aus Kunden- und Mandantengeschäften in Höhe von rd. 185.993 TEUR an Kreditinstitute übertragen, die mit 50.577 TEUR durch entsprechende Verbindlichkeiten gegenüber diesen Instituten ausgelastet sind. Die Sicherheiten betreffen mit 183.700 TEUR Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere und mit 1.843 TEUR täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute.

Für Avale, die für die Bank übernommen wurden, sind zusätzlich Festgelder in Höhe von 450 TEUR verpfändet.

Sonstige Haftungsverhältnisse

Aufgrund ihrer Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken besteht für die quirin bank AG gemäß § 5, Nr. 12 des Statuts des Einlagensicherungsfonds eine Nachschussverpflichtung zum Ersatz aller erbrachten Aufwendungen des Fonds für Maßnahmen zur Hilfeleistung bei bestehenden finanziellen Schwierigkeiten der Bank. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt.

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 3 AktG

Das Grundkapital beträgt zum Bilanzstichtag 43.106.485,00 EUR. Es ist in 43.106.485 Stückaktien mit Gewinnberechtigung aufgeteilt, die auf den Inhaber lauten.

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 4 AktG

Der Vorstand ist gemäß Satzung ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft durch die ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen Stückaktien aus dem genehmigten Kapital I bis zum 17. Juni 2015 um insgesamt bis zu 15.553 TEUR gegen Bareinlage sowie aus dem genehmigten Kapital II bis zum 25. Juni 2014 um insgesamt bis zu 6.000 TEUR gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen. Den Aktionären ist das Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist unter bestimmten Bedingungen mit Zustimmung des Aufsichtsrates berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Für die Durchführung der Kapitalerhöhungen durch den Vorstand ist die Zustimmung des Aufsichtsrates erforderlich.

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 5 AktG

Vom bestehenden bedingten Kapital 2008/I zur Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen an Mitarbeiter und Organe in Höhe von 2.064 TEUR wurden im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2008 in den Geschäftsjahren 2010 rd. 1.015 Tausend und 2011 rd. 1.049 Tausend Rechte zum Bezug von Aktien ausgereicht. Die Ausübung der Optionen ist nach Maßgabe geltender Bedingungen und einer dreijährigen Wartefrist möglich.

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2011 wurden aus dem bedingten Kapital 2011 zur Sicherung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen an Mitarbeiter und Organe im Geschäftsjahr 2012 rd. 1.061 TEUR Aktienoptionen an die Bezugsberechtigten ausgegeben. Die Wartezeit für die Ausübung der Bezugsrechte beträgt vier Jahre.

Angaben nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Als Hauptanteilseigner sind die Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin, mit 25,5 Prozent und die RHJ International S.A., Brüssel, mit 27,8 Prozent am Grundkapital der quirin bank AG beteiligt.

KWG-Grundsätze

Die quirin bank AG hat die Grundsätze gemäß den §§ 10 und 11 KWG über das Eigenkapital und die Liquidität der Kreditinstitute im Verlauf des Geschäftsjahres eingehalten.

 

Berlin, 26. Februar 2013

quirin bank AG

Der Vorstand

Karl Matthäus Schmidt

Johannes Eismann

Klaus-Gerd Kleversaat

Stefan Spannagl

Christian Maria Kreuser

Bestätigungsvermerk

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 1. März 2013 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der quirin bank AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft.

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

 

Berlin, den 1. März 2012

PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Peter Kleinschmidt, Wirtschaftsprüfer

Mark Maternus, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2012 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand der quirin bank AG bei der Leitung der Bank beraten und überwacht. Er wurde vom Vorstand der Bank zeitnah und umfassend in schriftlicher oder mündlicher Form über die wesentlichen Entwicklungen in der Gesellschaft unterrichtet.

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig über die Geschäftslage und die wirtschaftliche Situation der einzelnen Geschäftsbereiche Investment Banking, Business Process Outsourcing und Private Banking, die Unternehmensplanung, die Risikolage sowie die strategische Ausrichtung der Bank informiert. Über grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung und die wirtschaftliche Lage sowie bedeutsame Geschäftsvorgänge fanden enge Beratungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der Gesellschaft statt. Auch außerhalb der ordentlichen Aufsichtsratssitzungen hat sich der Aufsichtsratsvorsitzende vom Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung und wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die Bank eingebunden und hat, soweit nach gesetzlichen oder satzungsmäßigen Vorschriften erforderlich, nach umfassender Beratung und Prüfung seine Zustimmung zu zustimmungspflichtigen Vorfällen erteilt.

Im Berichtsjahr fanden planmäßig vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen in den Monaten März, Juni, September und Dezember statt. An den Sitzungen des Aufsichtsrats hat auch der Vorstand teilgenommen. Außerhalb der in den Sitzungen gefällten Beschlüsse wurden keine weiteren Beschlüsse getroffen. Der im Dezember 2011 gebildete Sonderausschuss Personal, bestehend aus den Herren Linz, Dr. Neuner und Timm, kam auch im Berichtsjahr seiner Tätigkeit nach.

Zentrales Thema des Aufsichtsrats war die strategische Neuausrichtung der Gesellschaft mit dem Ziel, Ertragspotentiale zu heben und Kosten zukünftig senken zu können sowie operationelle Risiken einzudämmen. Die Bank ist im Geschäftsjahr mit der Avaloq Group AG, Schweiz, ein Joint Venture eingegangen; zwischenzeitlich erfolgte in diesem Zusammenhang die Ausgliederung des Bereichs Business Process Outsourcing in die ehemalige quirin business support AG, Leipzig, die nunmehr als Avaloq-Tochter mit Minderheitsbeteiligung der quirin bank AG unter der Firma „Avaloq Sourcing (Deutschland) AG“ ihre Arbeit aufgenommen hat.

Weitere Schwerpunkte der Beratungen bildeten die Planung des Folgejahres sowie potentielle Synergien durch Zusammenarbeit der Bank mit verschiedenen Adressen der Finanzbranche. Darüber hinaus fanden Beratungen bezogen auf die Weiterentwicklung des Honorarbankkonzeptes, die erfolgte Anpassung der Preismodelle sowie deren Auswirkung statt. Schwerpunktmäßig wurde ebenfalls über die Rentabilität sowohl des gesamten Private Bankings als auch der einzelnen Niederlassungen und deren Deckungsbeiträge, Abweichungen von den gesetzten Planungen und Zielen sowie verschiedene Personalfragen beraten.

Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Anforderungen aus den „Mindestanforderungen an das Risikomanagement“ (MaRisk) wurde die Geschäfts- und Risikostrategie der Bank für das Geschäftsjahr überarbeitet und in der Sitzung vom 20. März 2012 mit dem Aufsichtsrat erörtert.

Der halbjährliche Compliance-Bericht wurde dem Aufsichtsrat vom Compliance-Beauftragten in der Sitzung vom 24. September 2012 vorgelegt und erläutert.

Der Aufsichtsrat hat sich in jeder Sitzung vom Vorstand ausführlich über die Feststellungen der Internen Revision sowie über die jeweils aktuelle Risikoposition der Bank informieren lassen.

Die Prüfung nach § 36 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz für das Geschäftsjahr 2012 wurde durch die beauftragte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, vorgenommen. Der Prüfbericht wurde den Mitgliedern des Aufsichtsrats übermittelt.

Jahresabschluss

Der vom Vorstand nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2012 ist unter Einbeziehung von Buchführung und Lagebericht durch die in der Hauptversammlung vom 15. Juni 2012 gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden:

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

„Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 1. März 2013 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der quirin bank AG, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Vorschlag zum Vortrag des Bilanzverlustes intensiv diskutiert und geprüft. Hierzu standen dem Aufsichtsrat die notwendigen Unterlagen rechtzeitig zur Verfügung.

In seiner Sitzung am 21. März 2013 hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der quirin bank AG mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer eingehend erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen und billigt den Jahresabschluss 2012, der damit festgestellt ist. Den Vorschlägen des Vorstands zum Vortrag des Bilanzverlustes in Höhe von EUR 6.882.656,08 schließt sich der Aufsichtsrat an.

Im September hat der Aufsichtsrat beschlossen, die Bestellung des Vorstands Klaus-Gerd Kleversaat bis zum Ablauf des 31. Dezember 2013 zu verlängern.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den großen persönlichen Einsatz und die im Jahr 2012 geleistete Arbeit.

 

Berlin, 21. März 2013

Holger Timm, Aufsichtsratsvorsitzender