![]() Quirin Privatbank AGBerlinJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024der Quirin Privatbank AGAufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei Berechnungen von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben. 1. Rahmenbedingungen2024 war an den weltweiten Börsen ein überdurchschnittlich positives Anlagejahr. Trotz anhaltender geopolitischer Herausforderungen und tendenzieller weltwirtschaftlicher Verlangsamung entwickelten sich vor allem die internationalen Aktienmärkte überaus erfreulich. Auch die Quirin Privatbank AG (nachfolgend kurz "Quirin Privatbank" oder "Bank") sowie ihre Kundinnen und Kunden (nachfolgend die "Kunden") konnten von diesem grundsätzlich freundlichen Kapitalmarktumfeld profitieren. Der Wertzuwachs des weltweiten Aktienindex der Industrieländer MSCI World betrug (in US-Dollar gerechnet) etwa 17 %. Mit 18,8 % war die Performance des deutschen Standardwerteindex DAX sogar noch etwas höher. Wie schon in den Vorjahren war auch in 2024 einmal mehr der US-amerikanische Aktienmarkt mit in US-Dollar gerechneten 23,3 % Zugewinn unter den Spitzenreitern. Im Vergleich erneut merklich schwächer entwickelten sich die Aktienmärkte der Schwellenländer - gemessen am MSCI Emerging Markets Index betrug die Rendite in US-Dollar nur 5,1 %. Durch den vor allem zum Jahresende recht ausgeprägten Wertverlust des Euro gegenüber dem US-Dollar von insgesamt 6,2 % im Jahresverlauf wurden die Erträge internationaler (U S-Dollar-lästig er) Aktienengagements für europäische Anleger in Euro gerechnet sogar noch attraktiver. An den Anleihemärkten war die Wertentwicklung hingegen tendenziell zweigeteilt. Anleihesegmente mit höheren Laufzeiten verloren geringfügig an Wert - so etwa die 10-jährige Bundesanleihe rund 0,6 %. Im kurzlaufenden Unternehmensanleihesegment hingegen waren im Euro-Raum durchaus Renditen oberhalb von 4 % möglich - im Hochzinsbereich sogar mehr als 6 %. Diese insgesamt aus Sicht der Bank sehr freundliche Kapitalmarktentwicklung vollzog sich erneut vor dem Hintergrund einer eher schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Sowohl weltwirtschaftlich als auch in Europa - und hier nicht zuletzt in Deutschland - enttäuschten die Wachstumszahlen. Den jüngsten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wird die Weltwirtschaft im Kalenderjahr 2024 gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um etwa 3,2 % real gewachsen sein. Das ist einerseits zum wiederholten Male recht schwach im Vergleich zum längerfristigen Durchschnitt. Andererseits fällt dies umso schwerer ins Gewicht, als die Weltwirtschaft noch immer den Corona-Einbruch mit umso kräftigeren Wachstumsraten aufholen müsste. Gleichzeitig verläuft das Wirtschaftswachstum von Land zu Land sehr uneinheitlich. Während die USA ein reales BIP-Wachstum von 2,8 % verzeichnete, war die Wachstumsdynamik in der Euro-Zone mit 0,8 % schwach - nicht zuletzt wegen des negativen BIP-Wachstum von -0,2 % in Deutschland. In den Schwellenländern war das BIP-Wachstum zwar mit durchschnittlich 4,2 % deutlich höher. Hier enttäuschten im mittelfristigen Vergleich aber auch einige Volkswirtschaften, allen voran China mit nur 4,8 % realem BIP-Zuwachs. Für 2025 wird mit einem (nur) ähnlichen Wachstum der Weltwirtschaft gerechnet - der IWF geht in seiner jüngsten Prognose der globalen Konjunkturentwicklung von einem Wachstum von 3,3 % aus. In Deutschland soll den Prognosen zufolge zumindest die Schrumpfungsphase vorüber sein (+0,3 %). Durchaus erfreulich war demgegenüber der weltweite Inflationstrend des Jahres 2024. Nach den enormen Preissteigerungsraten der Jahre 2021-2023 sank die Inflation 2024 in fast allen Industrieländern spürbar und kontinuierlich. So lag die Inflationsrate in Deutschland im Dezember 2024 bei 2,6 % und damit im Jahresdurchschnitt 2024 bei 2,2 %. Das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank EZB konnte damit fast wieder erreicht werden. Allerdings lag die Kerninflation - also der Preisauftrieb ohne Berücksichtigung von Energie und Lebensmitteln - im Jahresdurchschnitt bei 3,0 % und damit weiterhin deutlich zu hoch. In diesem sich entspannenden Inflationsumfeld konnten die Notenbanken in 2024 erste Zinssenkungen nach dem schnellen und kräftigen Erhöhungszyklus der Vorjahre in Angriff nehmen. So senkte etwa die EZB im Juni letzten Jahres erstmals seit knapp zwei Jahren den Leitzins - drei weitere Zinssenkungen folgten bis zum Jahresende. Die US-amerikanische Fed hingegen senkte den Leitzins erst ab September 2024 in insgesamt drei Schritten. Mit 3,15 % (EZB) bzw. 4,25-4,5 % (Fed) lagen die Leitzinsen der wichtigsten Währungsräume damit zum Jahresende 2024 zwar wieder deutlich tiefer, allerdings im längerfristigen Vergleich nach wie vor eher hoch. Maßgeblich durch diese Zinssenkungen beeinflusst ist die seit etwa 1,5 Jahren anhaltende Phase inverser Zinsen zu Ende gegangen. Seit Anfang 2025 liegen die kurzfristigen Zinsen wieder unterhalb der längerfristigen Raten. Die Attraktivität kurzfristiger Zinsangebote für Anlegerinnen und Anleger hat mithin deutlich abgenommen. 2. GeschäftsmodellDie Quirin Privatbank betreibt mit dem Privatkundengeschäft und dem Kapitalmarktgeschäft zwei strategische Geschäftsbereiche. Geschäftsbereich PrivatkundengeschäftIm Mittelpunkt des Privatkundengeschäfts steht die unabhängige Beratung von Kunden rund um das Thema Geld- und Vermögensanlage. Unabhängige Beratung meint in diesem Zusammenhang eine sowohl produkt- als auch anbieterunabhängige Beratung, sodass die Empfehlungen immer den Interessen der Kunden entsprechen und nicht auf den Absatz bestimmter Produkte von bestimmten Anbietern ausgerichtet sind. In diesem Zusammenhang wird die Bank für ihre Dienstleistungen ausschließlich direkt von ihren Kunden vergütet. Bemessungsgrundlage für die Vergütung sind dabei grundsätzlich die Assets under Management (AuM). Gemeinsam mit dem Tochterunternehmen quirion AG, einem sog. "Robo-Advisor" für die digitale Geldanlage, verfolgt die Quirin Privatbank einen hybriden Ansatz und verbindet die jeweiligen Vorteile aus der digitalen und der analogen Welt zum Nutzen der Kunden miteinander. Neue und bestehende Kunden haben die Wahl zwischen der rein digitalen Geldanlage im Robo- &Self-Service bei quirion und der individuellen persönlichen Betreuung an einem der Standorte der Quirin Privatbank. Für vermögende Privatkunden bietet die Quirin Privatbank an 15 Standorten in Deutschland eine persönliche und ganzheitliche Betreuung durch ausschließlich festangestellte Vermögensberaterinnen und Vermögensberater. Die Betreuung erfolgt insbesondere im Rahmen einer klassischen Vermögensverwaltung, wird aber auch in Form des sog. beratungsfreien Geschäfts angeboten. In diesem Zusammenhang erbringt die Bank auch Dienstleistungen im Einlagen- und Depotgeschäft. Die Vermögensverwaltung der Quirin Privatbank basiert auf wissenschaftlich fundierten Prinzipien und gliedert sich in drei übergeordnete Bausteine: "Markt - Meinung - Zinsen". Diese Bausteine können individuell miteinander kombiniert werden und werden von einem Anlageausschuss zentral gesteuert. Das Besondere an dem Beratungskonzept der Bank ist, dass die Vermögensplanung stets an den persönlichen Lebenszielen und der Risikoneigung der Kunden orientiert ist. Der gesamte Planungsprozess erfolgt transparent und interaktiv mit dem in 2024 neu eingeführten Finanzplanungstool "Q-Navigator", wobei der langfristige Horizont und die individuellen Zukunftsziele stets im Fokus stehen. Im vierten Quartal 2023 hat die Bank ein Qualitäts- und Wachstumsprogramm mit dem Ziel gestartet, Innovationen zu schaffen sowie das Produktangebot und die (internen) Prozesse noch stärker auf die Kundenbedürfnisse und die Optimierung des Kundenerlebnisses auszurichten und damit insbesondere auch das Kundenwachstum zu beschleunigen. Hierzu wurden in einem partizipativen Ansatz mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, also ohne externe Berater, zahlreiche Ideen und Maßnahmen erarbeitet und in rund 30 Teilprojekten umgesetzt. Unter anderem wurden in 2024 folgende Meilensteine erreicht:
Einmal im Jahr lässt die Bank die Kundenzufriedenheit und die Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden durch ein Marktforschungsunternehmen untersuchen und analysieren. Der dabei ermittelte Net Promotor Score, mit dem die Bereitschaft eines Kunden oder einer Kundin gemessen wird, ein Unternehmen an Freunde oder Bekannte weiterzuempfehlen, hat für das Jahr 2024 einen Wert von 59 ergeben, der damit einen Höchstwert seit der erstmaligen Erhebung in 2011 erreicht hat. Geschäftsbereich KapitalmarktgeschäftIm Geschäftsbereich Kapitalmarktgeschäft werden börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmen sowie deren Gesellschafter und Aktionäre mit ihren Geschäftsvorhaben betreut. Darüber hinaus bietet das Kapitalmarktgeschäft seinen Kunden Zugang zu in- und ausländischen Investoren an den internationalen Kapitalmärkten. In diesem Zusammenhang werden mit den Small- und Mid-Cap-interessierten Investoren entsprechende Investmentideen entwickelt und umgesetzt. Um den anspruchsvollen Anforderungen seiner Kunden bestmöglich gerecht zu werden, bündelt das Kapitalmarktgeschäft die Expertise verschiedener Spezialisten auf den jeweiligen Gebieten in den Bereichen Capital Markets und Kapitalmarktservice. Der Bereich Capital Markets gliedert sich auf in die Teilbereiche Corporate Finance, Institutionelles Research sowie die Institutionelle Kundenbetreuung. Der Teilbereich Corporate Finance entwickelt mit Blick auf die jeweiligen Ziele seiner Kunden individuelle Finanzierungskonzepte und setzt diese um - unabhängig davon, ob es sich dabei um Eigen-, Hybrid- oder Fremdkapitalfinanzierungen, Umplatzierungen, Übernahmeangebote, Squeezeouts, Aktien- und Anleiherückkaufprogramme oder Börsenzulassungen und Listings handelt. Im Teilbereich Institutionelle Kundenbetreuung werden vielfältige Investitionsoptionen mit und für die Kunden entwickelt und organisiert - vom Handel mit Aktien über ETFs bis hin zu Staats- und Unternehmensanleihen. Spezialisiert hat sich der Bereich auf die Umsetzung von Trading-Strategien und bietet im Rahmen von Best Execution ein Orderrouting zu allen wichtigen internationalen Börsenplätzen an. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig auch die vom Bereich Corporate Finance durchgeführten Kapitalmarkttransaktionen unterstützt. Im Teilbereich Institutionelles Research werden fundamentale Unternehmensanalysen sowie Unternehmensstudien, Marktanalysen und Industriereports erstellt. Der Fokus liegt dabei auf ausgewählten deutschen Small und Mid Caps. Darüber hinaus werden Kapitalmarkttransaktionen des Bereichs Corporate Finance durch entsprechende Unternehmens- und Marktanalysen begleitet. Der von den vorgenannten Bereichen unabhängige Geschäftsbereich Kapitalmarktservice bietet ein Leistungsangebot zur Begebung von wertpapierbasierten Finanzierungsinstrumenten an. Dies beinhaltet einerseits die vollumfängliche prozessuale und technische Abwicklung von Wertpapieremissionen für Banken, Finanzdienstleister, Wertpapierhandelshäuser und externe Unternehmensberater. Andererseits richtet sich das Dienstleistungsangebot direkt an Unternehmen, die Kapitalmarktprodukte in Anspruch nehmen - angefangen bei der Erstverbriefung von Emissionen und Zahlstellendiensten über die laufende Betreuung und Pflege bis hin zu Kapitalveränderungen inklusive etwaiger erforderlicher Ergänzungsdienstleistungen. GeschäftsstrategieDas Geschäftsmodell der Bank ist in beiden strategischen Geschäftsbereichen vorwiegend auf das Erzielen von Provisionserträgen für die jeweils angebotenen Dienstleistungen ausgerichtet. Darüber hinaus verfolgt die Quirin Privatbank im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie unverändert die folgenden fünf übergeordneten Ziele:
Neben den beiden strategischen Geschäftsbereichen Privatkundengeschäft und Kapitalmarktgeschäft steuert die Bank ihre Liquidität im Bereich Treasury, um einerseits die Zahlungsfähigkeit und Einhaltung sämtlicher regulatorischer Anforderungen zu gewährleisten und andererseits in diesem Kontext Zinsüberschüsse zu generieren. Darüber hinaus betreibt die Bank im Rahmen verbliebener vertraglicher Verpflichtungen das sog. BPO-Geschäft (Business Process Outsourcing). Grundsätzlich hat die Bank diese Aktivitäten 2015 an andere Geschäftspartner abgegeben. Sie ist nur noch insoweit in das BPO-Geschäft eingebunden, als sie als Partner für Bankinfrastrukturleistungen fungiert, die einer Banklizenz bedürfen (z. B. Lagerung von Wertpapieren bei Wertpapiersammelstellen), wofür die Bank entsprechend vergütet wird und anfallende Drittkosten an die Vertragspartner weiterbelastet. Im Zusammenhang mit der quirion AG erbringt die Quirin Privatbank Leistungen für die Kunden der quirion AG. Diese betreffen das Führen von Konten und Wertpapierdepots, wofür die Bank entsprechend vergütet wird. Zudem stellt die Bank in Geschäftsbesorgung für die quirion AG verschiedene Corporate-Center-Funktionen bereit. Die Bank steuert ihr Geschäft und die Geschäftsentwicklung nach finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind das Ergebnis vor Steuern (im Vorjahr Jahresüberschuss) sowie die Gesamtkapitalquote. Die Gesamtkapitalquote setzt sich dabei aus dem aufsichtlichen Kern- und Ergänzungskapital zusammen und beschreibt das Verhältnis zu den aufsichtlichen Risikopositionen. Weitere finanzielle Leistungsindikatoren sind der Provisionsüberschuss und die Cost-Income-Ratio (CIR). Die CIR wird vor Umlage der Overheadkosten ermittelt und ist definiert als Relation der ordentlichen Aufwendungen zu den ordentlichen Erträgen. Der bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikator, der sich lediglich auf den Geschäftsbereich Privatkundengeschäft bezieht, ist das für die Kunden verwaltete Vermögen (Assets under Management - AuM). Die AuM umfassen sowohl Wertpapiere als auch bei der Bank gehaltene Einlagen der Kunden. Weitere nichtfinanzielle Leistungsindikatoren sind die Kundenanzahl sowie die Kundenzufriedenheit. 3. Geschäftliche EntwicklungÜberblickDie Quirin Privatbank verzeichnet in 2024 eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Sowohl die an dem verwalteten Kundenvermögen und den Nettozuflüssen gemessenen vertrieblichen Kennzahlen im Privatkundengeschäft als auch das Ergebnis vor Steuern und der Jahresüberschuss sind Ausdruck dieser positiven Entwicklung. Die Bank erreicht im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern von 16,9 Mio. €, was einer Verbesserung um 5,2 Mio. € bzw. 45 % im Vergleich zum Ergebnis des Vorjahreszeitraumes (11,6 Mio. €) entspricht. Ähnlich spürbar hat sich auch der Jahresüberschuss von 9,5 Mio. € auf 13,2 Mio. € erhöht, was einer Steigerung um 3,7 Mio. € bzw. 39 % entspricht. Sowohl das 2024 erreichte Ergebnis vor Steuern als auch der Jahresüberschuss liegen damit deutlich über den für das Geschäftsjahr erwarteten Planwerten. Zwar stand auch 2024 unter dem Eindruck fortwährender geopolitischer Krisen und eines schwachen Wirtschaftswachstums, allerdings zeigten sich die Kapitalmärkte trotz der insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen robust und mit insgesamt sehr freundlicher Entwicklung, was den positiven Geschäftsverlauf der Bank unterstützt hat. Die Eigenkapitalrendite (nach Steuern) beträgt für das Geschäftsjahr 2024 15,6 % (2023: 12,5 %). Getragen wurde die positive Geschäftsentwicklung insbesondere durch die Geschäftsbereiche Privatkundengeschäft und Treasury. Im Privatkundengeschäft konnte der Provisionsüberschuss aufgrund der deutlich gestiegenen AuM spürbar gesteigert werden. Im Bereich Treasury erzielte die Bank trotz der Zinssenkungen durch die EZB aufgrund der weiterhin hohen Kundeneinlagen und der daraus generierten Zinsmarge ein deutlich verbessertes Zinsergebnis. Im Privatkundengeschäft hat die Bank den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortsetzen können. Im Geschäftsjahr 2024 wurden in der Nettobetrachtung knapp 1.100 Kunden hinzugewonnen, was einer Steigerung von 70 % zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Kundenanzahl hat sich damit um 8 % auf 13.500 erhöht. Die AuM belaufen zum Jahresende 2024 auf 6,7 Mrd. €, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 0,9 Mrd. € bzw. 16 % entspricht. Mit dieser Entwicklung wurde das für die AuM erwartete Wachstum merklich übertroffen. In den gestiegenen AuM spiegeln sich sowohl die in den Kundenportfolios erzielte positive Wertentwicklung als auch die Nettozuflüsse der Kunden wider. Die Nettozuflüsse erreichen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 350 Mio. € in etwa das Vorjahresniveau (2023: 380 Mio. €). Während die Nettozuflüsse im Vorjahr jedoch überwiegend nur als Tagesgelder auf Zinskonten angelegt wurden, wurden die zugeflossenen Kundengelder in 2024 im Rahmen der Vermögensverwaltung an den internationalen Kapitalmärkten und damit nachhaItig(er) investiert. Der Provisionsüberschuss im Privatkundengeschäft konnte im Vergleich zum Vorjahr auf Basis der hohen Nettozuflüsse sowie der positiven Entwicklung der Kapitalmärkte, die sich in einer entsprechend positiven Wertentwicklung der Kundenportfolios niederschlägt, um 13 % gesteigert werden. Obwohl auch die Verwaltungsaufwendungen aufgrund der Investitionen im Rahmen des Qualitäts- und Wachstumsprogramms um 24 % gestiegen sind, konnte das Ergebnis des Geschäftsbereichs in 2024 merklich verbessert werden und liegt auch über dem Erwartungswert für das Segment. Die CIR des Privatkundengeschäfts hat sich infolgedessen von 62 % auf 65 % leicht erhöht. Auch das Tochterunternehmen quirion AG hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter positiv entwickelt und konnte seinen Wachstumskurs fortsetzen. Die Kundenanzahl ist um 17 % auf mehr als 91.000 angestiegen. Das verwaltete Kundenvermögen hat sich in diesem Zusammenhang um 19 % auf 2,7 Mrd. € erhöht. Da die Depots und Konten und mithin die Einlagen der quirion-Kunden ebenfalls durch die Quirin Privatbank geführt werden, spiegelt sich diese positive Entwicklung auch auf Ebene der Quirin Privatbank in der Kundenanzahl, dem verwalteten Vermögen und der Bilanzsumme wider. Insgesamt betreut die Quirin Privatbank damit zum Jahresende 2024 ca. 105.000 Kunden mit einem Vermögen von 9,5 Mrd. €, was im Vergleich zum Vorjahr Wachstumsraten von 16 % bei der Kundenanzahl und 17 % bei den AuM entspricht. Die Rahmenbedingungen für den Bereich Capital Markets waren auch im Geschäftsjahr 2024 aufgrund der schwächeren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, die insbesondere die Kunden im Small- und Mid-Cap-Bereich belasten, äußerst schwierig. Das aus diesem Grund insbesondere für diese Kundengruppe von großen Unsicherheiten geprägte wirtschaftliche Umfeld hat die Durchführung von Kapitalmarkttransaktionen deutlich erschwert und teilweise unmöglich gemacht, was die Geschäftsentwicklung entsprechend belastet hat. Aufgrund des stabilen und weniger vom Kapitalmarktumfeld abhängigen Bereichs Kapitalmarktservice erreicht das Kapitalmarktgeschäft insgesamt trotzdem im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives und im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessertes Ergebnis. Auch die CIR des Geschäftsbereichs hat sich in dem Kontext von 86 % auf 76 % verbessert. ErtragslageWesentlicher Ergebnistreiber für die Ertragslage der Bank ist der Provisionsüberschuss. Im Privatkundengeschäft konnte der Provisionsüberschuss aufgrund der gestiegenen AuM spürbar gesteigert werden, während sich dieser im Kapitalmarktgeschäft leicht und im Bereich Treasury sehr deutlich reduziert hat. Insgesamt erreicht der Provisionsüberschuss 56,2 Mio. €, was einer Steigerung von 4,1 Mio. € bzw. 8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Zinsüberschuss, in den für die Berichterstattung auch die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren einbezogen werden, hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von 15,4 Mio. € um ca. 5,7 Mio. € auf 21,1 Mio. € noch einmal spürbar erhöht. Der verbesserte Zinsüberschuss ist - trotz der Zinssenkungen durch die EZB - auf die grundsätzlich gleichbleibende Zinsmarge bei weiterhin hohen Kundeneinlagen zurückzuführen. Das Handelsergebnis beläuft sich im Berichtsjahr auf 0,2 Mio. € (Vorjahr -0,2 Mio. €). Das sonstige betriebliche Ergebnis beträgt 7,8 Mio. € und hat sich im Vergleich zum niedrigen Vorjahreswert von 2,5 Mio. € deutlich verbessert. Der Vorjahreswert enthielt einen periodenfremden Aufwand in Höhe 2,7 Mio. €, der auf im Rahmen einer Betriebsprüfung im Geschäftsjahr 2023 ergangene geänderte Umsatzsteuerbescheide für die Jahre 2016 bis 2018 zurückging, gegen die die Bank aufgrund einer abweichenden Rechtsauffassung entsprechende Rechtsmittel eingelegt hat. In 2024 wurden Umsatzsteuerbescheide für die Jahre 2016 bis 2018 erneut geändert, infolgedessen das sonstige betriebliche Ergebnis für das Geschäftsjahr 2024 einen periodenfremden Ertrag von 2,5 Mio. € enthält. Darüber hinaus sind hier unter anderem Erträge aus der Weiterbelastung von Drittkosten und der Geschäftsbesorgung im Rahmen des BPO-Geschäfts (4,0 Mio. €, Vorjahr: 3,3 Mio. €), aus der Auflösung von Rückstellungen (1,4 Mio. €, Vorjahr: 1,3 Mio. €) sowie der Währungsumrechnung (0,2 Mio. €, Vorjahr: 0,2 Mio. €) enthalten. Die Verwaltungsaufwendungen betragen im Berichtsjahr 62,5 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 20 % erhöht. Der darin enthaltene Anstieg der Personalkosten beträgt 15 % und ist auf ergebnisbedingt höhere variable Vergütungsbestandteile, inflationsbedingte Gehaltsanpassungen sowie die gestiegene Mitarbeiteranzahl zurückzuführen. Die anderen Verwaltungskosten haben sich aufgrund allgemeiner Kostensteigerungen, aber insbesondere auch projekt- und wachstumsbedingt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 % erhöht. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Anlagegüter liegen im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 0,8 Mio. €. Der Saldo aus Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft (Risikovorsorge) hat sich im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sehr deutlich auf -0,9 Mio. reduziert (Vorjahr: -4,3 Mio. €). Die Risikovorsorge enthält das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren der Liquiditätsreserve, Einzelwertberichtigungen für Forderungen an Kunden sowie die gem. IDW RS BFA 7 ermittelten Pauschalwertberichtigungen. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere (Ergebnis aus Finanzanlagen) belaufen sich auf -0,8 Mio. € (Vorjahr: -1,0 Mio. €). Die Ergebnisbelastung resultiert aus einem vorsichtigen Bewertungsansatz für wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere. Mit Blick auf die gute Ergebnisentwicklung, zu der unter anderem auch der periodenfremde Ertrag im sonstigen betrieblichen Ergebnis aus geänderten Umsatzsteuerbescheiden im Kontext der Betriebsprüfung 2016-2018 beigetragen hat, hat die Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr den Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB um 3,5 Mio. € erhöht. Zusammen mit der verpflichtenden Dotierung gem. § 340e Abs. 4 HGB, die sich in 2024 um 0,2 Mio. € reduziert hat, beläuft sich der Fonds für allgemeine Bankrisiken zum Berichtsstichtag auf 10,7 Mio. €. Insgesamt erzielt die Quirin Privatbank damit für das Geschäftsjahr 2024 ein Ergebnis vor Steuern von 16,9 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €). Die CIR hat sich infolgedessen auf Gesamtbankebene von 77 % im Vorjahr auf 74 % verbessert. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag haben sich von 2,1 Mio. € im Vorjahr auf 3,7 Mio. € im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr deutlich erhöht. Der höhere Steueraufwand ist einerseits auf das deutlich verbesserte Vorsteuerergebnis, aber insbesondere auf den Verbrauch der aus den Gründungsjahren der Bank bestehenden Verlustvorträge zurückzuführen. Unter Berücksichtigung des Steueraufwands beläuft sich der Jahresüberschuss in 2024 auf 13,2 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €). Im Jahresdurchschnitt 2024 waren neben zwei Vorstandsmitgliedern 266 Mitarbeiter (Vorjahr 254) und zum Bilanzstichtag 261 Mitarbeiter (Vorjahr 263) angestellt. FinanzlageDie Bank refinanziert sich primär über das Eigenkapital. Darüber hinaus nimmt sie Kundeneinlagen im Rahmen ihres Geschäftsmodells entgegen, die sie überwiegend bei der Bundesbank im Rahmen der Einlagenfazilität hinterlegt oder in liquiden Wertpapieren anlegt. Die Zahlungsfähigkeit der Bank war im Berichtszeitraum zu jeder Zeit gegeben. Zur Steuerung der Liquiditätslage und der Liquiditätsrisiken verweisen wir auf die entsprechende Darstellung im Risikobericht. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert 43.412.923 € und ist in 43.412.923 Stückaktien mit Gewinnberechtigung aufgeteilt, die auf den Inhaber lauten. Die Anteilsstruktur stellt sich zum Bilanzstichtag unverändert wie folgt dar:
Die Aktien der Quirin Privatbank sind im Basic Board, einem Teilbereich des Open Market (Freiverkehr), an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. VermögenslageDie Bilanzsumme beträgt zum Berichtsstichtag 1.340 Mio. € und hat sich im Vergleich zum Jahresabschluss 2023 (1.456 Mio. €) moderat reduziert. Die Bilanzstruktur ist im Vergleich zum Jahresende 2023 grundsätzlich unverändert. Die Aktivseite bleibt zum überwiegenden Teil durch Forderungen an Kreditinstitute gekennzeichnet, die sich zum Stichtag geringfügig um 8 % auf 1.218 Mio. € reduziert haben und in Höhe von 1.159 Mio. € auf Guthaben bei der Deutschen Bundesbank entfallen, die in Form der Einlagefazilität gehalten werden. Die Barreserve hat sich um 6 Mio. € auf 12 Mio. € erhöht. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere sowie die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere haben sich im Vergleich zum 31.12.2023 spürbar reduziert und belaufen sich zum Stichtag auf 35 Mio. €, da ähnlich wie in den Vorjahren Fälligkeiten nicht vollständig reinvestiert wurden. Die Forderungen an Kunden sind im Vergleich zum Vorjahresstichtag unverändert und betragen 46 Mio. €. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind gegenüber dem Vorjahr um 3 Mio. € auf 21 Mio. € aufgrund durchgeführter Kapitalmaßnahmen bei verbundenen Unternehmen angestiegen. Im Berichtsjahr hat sich die Bank mit einem Kapitalanteil von 10,8 % an der 3rd-eyes analytics AG, Zürich / Schweiz beteiligt. Die 3rd-eyes analytics AG ist als Technologie- und Softwaredienstleister im Bereich Wealth Management tätig. Dem Geschäftsmodell der Bank entsprechend bleiben die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit 1.105 Mio. € der wesentliche Posten der Passivseite der Bilanz, der sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag (1.285 Mio. €) aufgrund des seit Juni 2024 sinkenden Zinsniveaus zwar spürbar reduziert hat, aber trotzdem auf relativ hohem Niveau verbleibt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich stichtagsbedingt um 40 Mio. € auf 84 Mio. € erhöht. Die sonstigen Verbindlichkeiten sind um 8 Mio. € auf 35 Mio. € und die Rückstellungen im Vorjahresvergleich um 4 Mio. € auf 21 Mio. € gestiegen. Der Fonds für allgemeine Bankrisiken hat sich durch eine entsprechende Dotierung im abgelaufenen Geschäftsjahr im Saldo um 3 Mio. € auf 11 Mio. € erhöht. Das Eigenkapital hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 76 Mio. € um 8 Mio. € auf 84 Mio. € erhöht. Die Veränderung setzt sich zusammen aus der Erhöhung des Eigenkapitals um den Jahresüberschuss des abgelaufenen Geschäftsjahres in Höhe von 13 Mio. € abzüglich des letztjährigen Bilanzgewinns von 5 Mio. €, der nach der Hauptversammlung am 7. Juni 2024 als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wurde. Aufsichtsrechtlich ergibt sich zum Bilanzstichtag (vor Feststellung des Jahresabschlusses) weiterhin eine sehr komfortable Gesamtkapitalquote von 33,1% (Vorjahr 33,8 %), die damit deutlich höher lag, als auf Basis der Kapitalplanung für das Geschäftsjahr zu erwarten war. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie Bank blickt für das Jahr 2024 auf eine sehr positive Geschäftsentwicklung zurück. Die bedeutsamsten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren konnten - unterstützt durch eine freundliche Entwicklung der internationalen Aktienmärkte - gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich verbessert werden. Das Ergebnis vor Steuern konnte um 45 % auf 16,9 Mio. € verbessert werden. Die Bank ist mit einer Gesamtkapitalquote von 33,1 % stabil und komfortabel kapitalisiert. Die AuM sind aufgrund der Mittelzuflüsse sowie der positiven Wertentwicklung um 16 % auf 6,7 Mrd. € angestiegen. Insgesamt sind wir daher mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden und erwarten, an diese positive Entwicklung auch in Zukunft anknüpfen zu können. Der Hauptversammlung im Juni 2025 werden wir daher parallel zur Stärkung der Gewinnrücklagen die Ausschüttung des Bilanzgewinns in Höhe von 6,9 Mio. € als Dividende für das Geschäftsjahr 2024 vorschlagen, was einer von 11 Cent auf 16 Cent erhöhten Ausschüttung je Aktie entspricht. 4. Risikobericht und Beschreibung des RisikomanagementsFür die Sicherung des Vermögens der Bank und die langfristige Ertragssicherung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen eingehbaren Risiken und Ertragspotenzial notwendig. Hierzu hat der Vorstand einen Gesamtbanksteuerungsprozess (ICAAP) etabliert, der die einzelnen Elemente und Verantwortlichkeiten festlegt. Der ICAAP ist in den jährlichen Strategieprozess eingebettet. Er ist zukunftsorientiert und hat weitreichende Folgen für die Bindung von Ressourcen. Der Vorstand ist für den Strategieprozess verantwortlich. Er hat in der Geschäfts- und Risikostrategie den Handlungsrahmen für die eingehbaren Risiken festlegt. Bankspezifische Risikoindikatoren sind definiert und in die regelmäßige Berichterstattung eingebunden. Der Vorstand hat eine Leitlinie für die Risikokultur in der Bank festgelegt. Sie soll die Identifizierung und den bewussten Umgang mit Risiken fördern und sicherstellen, dass Entscheidungsprozesse zu Ergebnissen führen, die auch unter Risikogesichtspunkten ausgewogen sind. Risikomanagement ist eine Gesamtbankverantwortung und folgt dem Prinzip der drei Verteidigungslinien ("Three Lines of Defence"). Dieses Modell stellt die Verankerung des Risikomanagements in der gesamten Bank sicher. Es beinhaltet die klare Zuordnung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten und bildet den Rahmen für ein funktionsfähiges Kontroll- und Überwachungssystem (IKS). Der Vorstand ist, unabhängig von der internen Zuständigkeitsregelung, für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung verantwortlich. Dies umfasst die Verantwortung für alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements und des internen Kontrollsystems. Jede Fachabteilung (erste "Verteidigungslinie") trägt die Erst- und Hauptverantwortung für Risiken, die aus dem operativen Geschäft entstehen. Sie sorgt dafür, dass die operativen Tätigkeiten im Einklang mit den Geschäftsprinzipien und internen Richtlinien stehen. Dazu entwickelt sie in Abstimmung mit der Second Line of Defence ein angemessenes Kontrollumfeld, um die Risiken und Kontrollen, die in Verbindung mit den Geschäftsprozessen stehen, zu identifizieren und zu überwachen. Als zweite "Verteidigungslinie" werden die Risikomanagementfunktionen sowie die Kontrollbereiche verstanden, die der Steuerung und Überwachung der ersten "Verteidigungslinie" dienen. Hierzu gehören die Festlegung von Methoden und Verfahren für das Risikomanagement, die Vorgaben von Leit- und Richtlinien, die Überwachung der Risiken und Kontrollen sowie das Reporting an die Organe der Bank. Dabei wird zwischen Risiko- und Finanzcontrolling unterschieden. Das Risikocontrolling überwacht und berichtet über die Marktpreis-, Adressenausfall-, Liquiditäts-, operationellen und sonstigen Risiken. Dem Finanzcontrolling obliegt die Überwachung und Berichterstattung hinsichtlich der Geschäftsrisiken. Daneben ist die Abteilung Organisation, Prozesse &Auslagerungsmanagement für die Steuerung und Überwachung des Auslagerungsmanagements und der Informationssicherheitsbeauftragte für die IT-Risiken zuständig. Für die Risiken aus Beratungsfehlern, Geldwäsche und Betrug sind entsprechende Regelungen durch die Abteilung Compliance und den Geldwäsche- sowie Fraud-Beauftragten erlassen worden, deren Überprüfung auf Einhaltung regelmäßig erfolgt. Die Compliance-Funktion ist darüber hinaus für die Identifizierung der wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben sowie der Risiken zuständig, sofern sich aus der Nichteinhaltung solcher rechtlichen Regelungen eine Gefährdung des Vermögens des Instituts ergeben könnte. Weiterhin sind die Beauftragten für den Datenschutz und das Notfallmanagement sowie der Rechtsbereich den Kontrollbereichen zugehörig. Als prozessunabhängige Überwachungsstelle dient die Interne Revision (dritte "Verteidigungslinie"). Sie überwacht unter anderem die Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagements sowie des internen Kontrollsystems. Aus der Risikokultur und dem Prinzip der drei "Verteidigungslinien" ergibt sich, dass jeder Mitarbeiter der Bank auch eine individuelle Verantwortung für das Risikomanagement hat. Der Risikostrategie liegt die regelmäßig stattfindende Risikoinventur zugrunde, bei der die Risiken definiert, aufgenommen und bewertet sowie Risikoarten zugeordnet werden. Mit der Inventur erfolgt auch die Einschätzung der Wesentlichkeit der die Bank betreffenden Risiken, die darin qualifizierte Relevanz des Risikos und deren Berücksichtigung in der Risikotragfähigkeit. Für die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit wendet die Bank neben der normativen Perspektive in der ökonomischen Perspektive den Ansatz der barwertnahen Risikotragfähigkeit an. Die Grundlagen des Konzepts und die Ergebnisse der Ermittlung sind in einem jährlich aktualisierten ICAAP-Bericht zusammengefasst. Für die normative Perspektive wurden der Beurteilung ein Planszenario sowie ein ebenfalls steuerungsrelevantes adverses Szenario, welches bankspezifische als auch allgemeine adverse Entwicklungen simuliert, zugrunde gelegt. Ergänzend simuliert die Bank weitere bankspezifische adverse Szenarien wie auch ein langfristiges ESG-Szenario und bezieht diese in die Beurteilung ein. Darüber hinaus werden zusätzliche Stresstest- und Sensitivitätsanalysen in der ökonomischen Perspektive durchgeführt. Neben der ökonomischen Sichtweise umfasst das Risikotoleranz- und Steuerungskonzept der Bank den regulatorischen Steuerungskreis (sog. normative Perspektive). Gegenstand dieses Steuerungskreises ist die jederzeitige Einhaltung der externen und internen Schwellen der regulatorischen Kapital- und Liquiditätskenngrößen. Die zur Verfügung stehende Risikodeckungsmasse im Geschäftsjahr 2024 war stabil und deckte die aggregierten Gesamtbankrisiken unterjährig und auch zum Berichtsstichtag solide ab. Die Risikotragfähigkeit ist und war in 2024 sowohl für die normative als auch für die ökonomische Perspektive mit den entsprechenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen gegeben. In die relevanten Steuerungsgrößen der normativen Perspektive ist auch ein Managementpuffer einbezogen, der gleichfalls eingehalten wurde. Das Risikodeckungspotenzial in der ökonomischen Perspektive beträgt unter Berücksichtigung von in Summe 13,1 Mio. € Abzugsposten zum Berichtsstichtag 65,8 Mio. €. Die Abzugsposten beinhalten unter Anwendung der Tz. 42 des Leitfadens der BaFin zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte auch das Stressergebnis aus den Geschäftsrisiken im steuerungsrelevanten adversen Szenario des ICAAP. Unter Anwendung der Tz. 42 des RTF-Leitfadens werden die geplanten Netto-Provisionserträge angesetzt und den Verwaltungskosten in konsistenter Form gegenübergestellt. Dabei ist eine vorsichtige und konservative Schätzung unter Anwendung des adversen Szenarios unter Beibehaltung des Geschäftsumfangs zugrunde gelegt. Nach Abzug der ökonomischen Kapitalanforderungen (Risikolimite) verbleibt ein freies Risikodeckungspotenzial von 15,3 Mio. €. Die Bank unterscheidet folgende Risikoarten:
Der nachfolgenden Tabelle können die Kennzahlen zur Limitstruktur und Limitauslastung in der ökonomischen Perspektive zum 31. Dezember 2024 für alle Risikoarten entnommen werden, die die Bank aufgrund ihrer Risikoinventur für sich als wesentlich klassifiziert hat:
Die Beteiligungsrisiken werden von der Bank gesondert limitiert und nicht in das Limit der Adressenausfallrisiken einbezogen. In der Risikoinventur wurden die Liquiditätsrisiken aufgrund der ausreichenden Liquiditätsausstattung der Bank sowie der Liquiditätsablaufbilanz, die unverändert keine Refinanzierungslücken aufweist, weiterhin als nicht wesentlich beurteilt. Die als wesentlich eingeschätzten Geschäftsrisiken werden in der Kapitalplanung über die adversen Szenarien abgebildet. Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) wurden in der Inventur als Risikotreiber aufgenommen und deren Betroffenheit entsprechend analysiert. Im Ergebnis wurde derzeit eine geringe Betroffenheit von Nachhaltigkeitsrisiken für die Bank festgestellt. Die Gesamtkapitalquote lag zu den Monatsstichtagen des Geschäftsjahres stets über 28,01 % und beträgt zum Bilanzstichtag solide 33,05 %. Für plötzliche und unerwartete Zinsänderungen im Anlagebuch gemäß der MaRisk (Economic Value of Equity "EVE") beträgt der zum 31.12.2024 erstmals zu ermittelnde Wert -1,26 % und der Wert für die Nettozinserträge ("Net Interest Income" (NII)) -1,06 %. Beide Schwellenwerte werden deutlich eingehalten bzw. unterschritten. AdressenausfallrisikenDas Adressenausfallrisiko umfasst neben den klassischen Kredit- und Bonitätsrisiken auch Kontrahenten-, Emittenten-, Länder-, Struktur- und Beteiligungsrisiken sowie Verwertungs-, Migrations- und Fremdwährungsrisiken. Kredit- und Bonitätsrisiken beinhalten das Risiko, dass ein Kreditnehmer/Emittent seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht termingerecht nachkommt. Kontrahentenrisiken (Gegenparteirisiken) ergeben sich aus noch nicht vollständig abgewickelten Geschäften und dem Risiko des Ausfalls des Geschäftspartners. Dabei kann die Erfüllung des Geschäfts selbst ausfallen, wenn die Bank mit ihrer Lieferung bereits in Vorleistung getreten ist (Wiedereindeckungs- und Erfüllungsrisiken). Hierbei werden Börsen-, Kassa- und Zug-um-Zug-Geschäfte ausgenommen. Sog. Free-Geschäfte führt die Bank nicht durch. Wiedereindeckungsrisiken aus Kommissionsgeschäften der Bank für Warehouse-Geschäfte werden in die tägliche Limit-Auslastung additiv einbezogen. Länderrisiken umfassen bei der Bank das Ländertransferrisiko. Strukturrisiken können sich aus der Zusammensetzung des Kreditportfolios ergeben, zum Beispiel wenn Klumpenrisiken durch Branchen-, Sektoren- oder regionale Konzentrationen entstehen. Die gesondert ausgewiesenen Beteiligungsrisiken betreffen das Tochterunternehmen quirion AG sowie eine weitere Beteiligung und werden durch eine Multiplikation des Buchwertes (Ausfallvolumen) mit der Ausfallquote ("LGD") gemessen. Im Stresstest wird die LGD auf 100 % erhöht. Den Risiken begegnet die Bank, indem Kreditentscheidungen nur im Rahmen der gültigen Kompetenzordnung erfolgen. Ferner erfolgen Kreditvergaben hauptsächlich in Form von durch Wertpapiere besicherten Krediten an Privatpersonen und an Einzelunternehmen. Das Kreditgeschäft ist vorrangig auf den nationalen Markt ausgerichtet. Die Adressenausfallrisiken für Kunden, Kontrahenten und Emittenten unter Berücksichtigung von Sicherheiten und Länderrisiken werden im Rahmen einer Monte-Carlo-Simulation als Value at Risk (VaR) mit einem Konfidenzniveau von unverändert 99,9 % und einer Historientiefe von 250 Tagen ermittelt. Berücksichtigt werden erwartete und unerwartete Verluste sowie Migrationsrisiken. Das Ausfallvolumen (EAD) entspricht dem zum Zeitpunkt des Ausfalls in Anspruch genommenen Betrag abzüglich etwaiger Sicherheiten. Eine Umstellung auf einen barwertigen Ansatz erfolgt für Anfang 2025. Die Bank nutzt für die Ausfallwahrscheinlichkeiten (Probability of Default - PD) die PD-Prognosen von Standard &Poor's (S&P) für die Segmente Finanzinstitute, Unternehmen mit externem Rating und Länder. Bei Firmenkrediten und Privatkunden wird auf PD-Prognosen der SCHUFA Holding AG, Wiesbaden zurückgegriffen. Sofern für Kreditnehmer keine externen Ratingeinstufungen vorliegen, wird intern durch den Bereich Kredit-Marktfolge eine Ratingeinstufung durch Verwendung des Ratingsystems CredaRate vorgenommen. Die Bank hat für die Ermittlung der LGD eine entsprechende Verlustdatenbank aufgebaut. Die realisierte Verlustquote bei Ausfall ist definiert als Verhältnis des Verlusts infolge des Ausfalls eines Schuldners zu dem Betrag, der zu dem Zeitpunkt des Ausfalls aussteht, und stellt damit das Verhältnis aus ökonomischem Verlust und EaD dar. Für einzelne Segmente sind die intern realisierten Verlustbeobachtungen allerdings nicht ausreichend, um Aussagen über die Angemessenheit der prognostizierten Verlustquote zu treffen, so dass auf repräsentative externe Datenquellen zurückgegriffen wird. Als Datengrundlage zur Abbildung der LGD im Segment "Finanzinstitute" werden realisierte Settlement-Preise von Credit-Default-Swaps nach Ausfall von europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern sowie für Emittenten die von S&P veröffentlichten Recoveries europäischer Unternehmen herangezogen. Für das Segment Länder werden empirisch beobachtete LGD-Werte von ausgefallenen Staaten und CDS-Spreads verwendet. Entsprechend nutzt die Bank differenzierte LGD-Werte. Non-Performing Loans sind einzelwertberichtigt und werden mit dem ggf. bestehenden Blankoanteil in die Berechnung der Adressenausfallrisiken einbezogen. Offene Linien werden unverändert mit 50 % auf das Blanko-Exposure angerechnet. Termingeschäfte fließen mit ihrem Kreditäquivalenzbetrag ein. Die Bank vergibt derzeit keine Fremdwährungskredite bzw. hält keine Eigenanlagen in fremder Währung. Für die Risikosteuerung verwendet die Bank die Kennzahlen Expected und Unexpected Loss. Der Credit Value at Risk (CVaR) ist der unerwartete Verlust des Portfolios über den erwarteten Verlust hinaus. Die unterstellten Ausfallwahrscheinlichkeiten werden regelmäßig in Bezug auf die getroffenen Annahmen überprüft. Um die ESG-Risiken in den Adressenausfallrisiken zu steuern, hat die Bank das ESG-Modul der CredaRate im Einsatz. Dabei steht vorerst eine informative Datensammlung für Unternehmenskredite und den Depot-A-Bestand im Vordergrund. Es können damit die ermittelten ESG-Scores mit dem bankeigenen Datenpool (als Benchmark) verglichen werden. Im Rahmen der Risikoinventur hat die Bank die Betroffenheit für sich aus ESG-Risiken als gering eingeschätzt. Im Rahmen von Stresstestrechnungen werden die Auswirkungen von einzelnen gestressten Parametern und risikoartenübergreifenden Szenarien auf die Risikokennzahlen und das Risikodeckungspotenzial untersucht. Dabei werden unter anderem die PD, die LGD, der Expected Shortfall und die Auswirkungen aus den Verringerungen der Beleihungswerte von Sicherheiten für Kundenkredite verwendet. Weiterhin werden in Sensitivitätsanalysen Konzentrationsrisiken untersucht. Für das Branchenrisiko "Immobilien" wird dabei eine unterstellte Reduzierung der Stichtagswerte im Immobiliensektor ermittelt. Das Kreditportfolio - bestehend aus Krediten, Avalkrediten und Wertpapieren im Eigenbestand - beträgt zum Berichtsstichtag 105 Mio. € (Marktwert bzw. Inanspruchnahme zzgl. offener Linien; Vorjahr 153 Mio. €). Nach Abzug der bewerteten Sicherheiten verteilt sich das Blanko-Exposure auf die internen Ratingklassen wie folgt (Vorjahreswerte sind in Klammern gezeigt):
Die Ratingklassen 1 bis 3 entsprechen für Emittentenrisiken einem Investmentgrade-Rating. Erkennbaren Risiken wird durch die ausreichende Bildung von Einzelwertberichtigungen auf den nicht durch werthaltige Sicherheiten gedeckten Blankoanteil Rechnung getragen. Risiken aus Eventualverbindlichkeiten oder Kreditzusagen werden durch die Bildung von Rückstellungen abgedeckt. Für latente Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft sowie für außerbilanzielle Kreditrisiken werden Pauschalwertberichtigungen nach BFA 7 gebildet. Die Pauschalwertberichtigungen werden von den Aktivpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden abgesetzt. Für das außerbilanzielle Geschäft werden Rückstellungen passiviert und entsprechend von den Eventualverbindlichkeiten sowie den anderen Verpflichtungen abgesetzt. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen erfolgt auf Basis eines vereinfachten Ansatzes auf der Grundlage von erwarteten Verlusten. Dabei wird der erwartete Verlust über die gesamte Laufzeit eines Geschäfts ("lifetime expected loss") geschätzt. Die Ermittlung des erwarteten Verlustes erfolgt unter Verwendung eines Modells, welches hinsichtlich der Berücksichtigung des latenten Kreditrisikos insbesondere die Parameter PD, Erlösquote (erwarteter Erlös aus der Verwertung vorhandener Sicherheiten) und Credit-Conversion-Factor (Linienanrechnung) des Risikomanagements sowie eine Diskontierungskurve verwendet. Abweichend von der Anwendung der Modelle aus dem Risikomanagement zur Ermittlung des Adressenausfallrisikos wird die PD um einen makroökonomischen Einflussfaktor in Form eines Frühwarnindikators ergänzt. Zur Diskontierung der Zahlungsströme wird der risikolose Marktzinssatz verwendet. Zum Berichtsstichtag sind 24 % des Kreditexposures der Immobilien- bzw. Baubranche zuzurechnen. Der Anstieg um 5 % im Vergleich zum Vorjahr ist auf den insgesamt gesunkenen Eigenbestand zurückzuführen. Konzentrationen bezogen auf Kredite und Wertpapiere in Währungen, Ratingklassen oder Regionen sind für die Bank derzeit nicht wesentlich. MarktpreisrisikenDie Bank fasst das Zinsänderungs-, Kurs- und Währungsrisiko sowie Credit-Spread-Risiken (für Wertpapierbestände im Handels- und Anlagebestand) unter den Marktpreisrisiken zusammen. Ein Eigenhandel (Nostrohandel) in Aktien, Derivaten oder Devisen mit dem Ziel der kurzfristigen Gewinnerzielung wird in der Bank nicht betrieben. Weiterhin führt die Bank keine Devisenoptionen und Geschäfte in Immobilien und Rohwaren durch. Diese Geschäfte bleiben bei den Ausführungen zu den Marktrisiken entsprechend unberücksichtigt. Wertpapieraufträge und Börsentermingeschäfte für Kunden führt die Bank grundsätzlich als Kommissionsgeschäfte durch; diese bleiben folglich bei der Messung der Marktpreisrisiken unberücksichtigt. Die im Rahmen der bilanziellen Bewertung gebildeten währungs-, betrags- und laufzeitkongruenten Bewertungseinheiten (Mikro-Hedges) von Devisentermingeschäften werden im Risiko einzelgeschäftsbezogen und marktnah (Mark-to-Market) bewertet und in das Risiko vollständig einbezogen. Diese Geschäfte betreffen entsprechende Kunden- und deren Absicherungsgeschäfte und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Berechnung der Risikoauslastung erfolgt täglich auf Basis der Endbestände des Vortages. Limitüberschreitungen bedürfen der gesonderten Genehmigung des jeweiligen Kompetenzträgers. Die Marktpreisrisiken werden mittels einer historischen Simulation (VaR) unter Verwendung eines unveränderten Konfidenzniveaus von 99,9 % sowie einer Haltedauer von 250 Tagen berechnet. Um alle relevanten Verläufe eines Konjunkturzyklus abzubilden, wird eine Historientiefe für Zins- und Credit-Spread-Risiken ab Ende 2006 verwendet. Die Credit Spreads sind Teil des VaR-Ergebnisses. Dabei nutzt die Bank tägliche sektor- und branchenspezifische Credit-Spread-Kurven (Annual Yield Curves) des Marktdatenanbieters IHS Markit. Für die Messung der Kursrisiken verwendet die Bank unverändert das zeb-Trading-System. Währungsrisiken sind bei der Bank gering und werden auf der Grundlage der Währungsbilanz ermittelt. Auf den Wechselkurs wird die Volatilität für (Netto-)Long-Positionen kursreduzierend und für (Netto-)Short-Positionen kurserhöhend berücksichtigt. Der aus dem um die Volatilität veränderten Wechselkurs umgerechnete Eurobetrag wird vorzeichenneutral über alle Währungen addiert und in der Limitauslastung additiv berücksichtigt. Für Stresstest- und Sensitivitätsanalysen werden die Zins- und Credit-Spread-Kurven sowie Währungskurse verändert. Weiterhin werden diverse Zinskurvenszenarien und daraus folgende Barwertveränderungen in die Analysen einbezogen. Der VaR beträgt zum Stichtag folgende in T€ gemessenen Werte für Zins-, Kurs-, Währungs- und Credit-Spread-Risiken (Vorjahr in Klammern):
Darüber hinaus wird das gesondert berechnete (VaR-)Ergebnis aus dem Deckungsvermögen der betrieblichen Altersvorsorge von 686 T€ (Vorjahr 398 T€) in der Limitauslastung für die Marktpreisrisiken hinzugerechnet. Das Kursrisiko wird aufgrund der volatilen Kurse für den Bestand mit einem zusätzlichen Risikoaufschlag von 20 % (Vorjahr 110 %) berechnet und ist deshalb wie auch durch geringere Marktwerte im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Die Erhöhung des Zinsänderungsrisikos ist durch die Zinsmarktveränderungen begründet. Durch die betrags- und fristenkongruente Anlage der verzinslichen Einlagen sind die Auswirkungen auf das Zinsänderungsrisiko gering. LiquiditätsrisikenDie Bank hat stets sicherzustellen, dass sie ihre Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen kann (Zahlungsunfähigkeitsrisiko). Die Liquiditätsrisiken umfassen außerdem das Risiko steigender Refinanzierungskosten aufgrund eigener Bonitätsverschlechterung oder allgemeiner Spread-Ausweitungen am Markt (Refinanzierungskostenrisiko), das Marktliquiditäts-, Abruf- und Terminrisiko. Die Bank refinanziert sich primär über das Eigenkapital. Darüber hinaus nimmt sie Kundeneinlagen im Rahmen ihres Geschäftsmodells entgegen, die sie überwiegend bei der Bundesbank hinterlegt oder in liquiden Wertpapieren anlegt. Abrufrisiken werden durch eine weitgehend fristenkongruente Liquiditätsanlage sowie durch Anlagen in kurzfristig liquidierbare Vermögenswerte gesteuert. Für die Messung der Liquiditätsrisiken nutzt die Bank das System zeb_integrated_treasury-Manager. Dabei werden die einzelnen Cashflows entsprechend ihrer (Rest-)Laufzeit in Laufzeitbänder eingeordnet. Anhand der Liquiditätsablaufbilanz werden in einer Vorschaurechnung Liquiditätslücken ermittelt. Das System stellt diesen Lücken hypothetische kongruente Refinanzierungen zu aktuellen Marktkonditionen gegenüber. Hieraus errechnet sich ein theoretischer barwertiger Refinanzierungsschaden, dessen Auswirkungen bei einer Veränderung der Refinanzierungskurve für die Sensitivitätsanalysen simuliert werden. Dabei wird das Marktliquiditätsrisiko (Gefahr einer erschwerten kurzfristigen Verwertung von Aktiva aufgrund mangelnder ausreichender Marktliquidität) durch unterschiedliche Verwertungsquoten für Wertpapiere berücksichtigt. Für die Bank besteht ein Notfallplan, um möglichen realen Liquiditätsengpässen zu begegnen. Die jeweiligen Liquiditätskosten, -nutzen und -risiken sind in der Planung der Bank berücksichtigt und werden verursachungsgerecht intern verrechnet (internes Verrechnungspreissystem). Für die operative Liquiditätssteuerung ist der Bereich Treasury zuständig. Dieser trifft seine Entscheidungen auf der Grundlage des prognostizierten Refinanzierungsbedarfs für die unterschiedlichen Zeithorizonte. Die Liquiditätslage der Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets stabil. Zum 31.12.2024 beträgt die LCR-Kennziffer 5,24 (aufsichtsrechtliches Mindestmaß: 1,0). Im Jahresverlauf lag die Kennziffer zwischen 5,24 und 12,48. Die Leverage Ratio wird geschäftstäglich überwacht und gesteuert, die Mindestquote wurde im Berichtjahr stets eingehalten. Für die Überwachung der Liquiditätsrisiken nutzt die Bank auch einen Liquidity-at-Risk-Ansatz (LaR). Der LaR bezeichnet den Auszahlungsüberschuss, der während eines Geschäftstages mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auf der Basis von Vergangenheitsdaten nicht überschritten wird. Mit dem LaR bestimmt die Bank, wie viel Liquidität sie unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Aufschlages zur Sicherstellung der täglichen Zahlungsbereitschaft vorhalten muss. Die mit einer Ampelsteuerung versehene tägliche Überwachung ist mit dem Liquiditätsnotfallplan verknüpft und zeigte für 2024 deutlich ausreichenden Auszahlungsüberschuss. Der ermittelte LaR für den Zeitraum vom 01.01. bis zum 31.12.2024 beträgt bei einem 99 %-Konfidenzniveau 68 Mio. € und ist durch täglich fällige Guthaben bei der Deutschen Bundesbank abgesichert. Operationelle RisikenDie Bank definiert das operationelle Risiko als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse eintreten. Die Bank hat organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen, um operationelle Risiken systematisch und bankweit zu erfassen. Schadensfälle werden in einer Schadensfalldatenbank zeitnah nachgehalten und ausgewertet. Die Messung der operationellen Risiken erfolgt mit einer DV-unterstützten Monte-Carlo-Methode unter Verwendung eines 99,9 %-Konfidenzniveaus und einem einjährigen Betrachtungshorizont. Sämtliche Berechnungen basieren auf Bruttoschäden. Für die Modellierung der Verteilung der Schadensfälle wird eine Poisson-Verteilung verwendet. Die Poisson-Verteilung ist eine geeignete diskrete Zählverteilung, die für die Modellierung von Auftrittshäufigkeiten einzelner unabhängiger Ereignisse (wie die in der Schadensfalldatenbank festgehaltenen und einer Schadenskategorie zugeordneten Schäden) genutzt wird. Die Historientiefe ist auf einen relevanten rollierenden Zeitraum von 10 Jahren begrenzt und berücksichtigt Inflationseffekte für die Schadensfälle aus der Vergangenheit. Für eine geeignete Modellierung werden alle beobachteten Schadensfälle nach Risikoart und Schadenshöhe klassifiziert, wobei die Risikoarten hierbei alle in der Risikoinventur der OpRisk identifizierten (Sub-)Risikoarten darstellen. Bei der Schadenshöhe werden für jede Risikoart die aufgetretenen Schadensfälle in Klein-, Mittel- und Großschäden unterschieden. Die Festlegung der Grenzen für die Schadenshöhenkategorien orientiert sich an den intern festgelegten Meldekategorien. Für die Schätzung des Parameters λ der Poisson-Verteilung wird die durchschnittliche historische Auftrittshäufigkeit der Zufallsgröße verwendet. Sofern für eine (Sub-)Risikoart keine oder nicht ausreichende Fälle in der Schadensfalldatenbank vorliegen, sind hierfür unterstellte hypothetische Schadensereignisse mit den Fachbereichen entwickelt und ergänzt worden. Dabei wurden für die Simulationen jeweils entsprechende (Experten-)Schätzungen des Risikos mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit (ETW) angenommen. Die Modellierung unterscheidet nach Einzelschadenshöhe in fünf Ausprägungen und ETW. In den Stresstestrechnungen werden in der Poisson-Verteilung die Lambdas und in den Szenarien die ETW verdoppelt sowie zusätzlich alle aus dem 10-Jahres-Horizont rausrollierten Schadensfälle mit einem Bruttoschaden oberhalb der Schwelle von 100 T€ dem Zeitraum zugeschlagen. Für die Risikoinventur verwendet die Bank ergänzend ein analytisches Self-Assessment. Mit diesem Instrument können Risikopotenziale erkannt werden. Diese Indikation für die bestehenden operationellen Risiken in der Bank soll die Veränderung zur Risikomessung des Vorjahres aufzeigen und neue Schwachstellen in der Organisation, in Prozessen und Systemen identifizieren. Im Rahmen des Self-Assessments werden risikoreduzierende Maßnahmen der entsprechenden Bereiche eingefordert und nachgehalten. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die kontinuierliche Überprüfung und Fortentwicklung des internen Kontrollsystems sowie durch Compliance-Regeln und ein entsprechendes Monitoring in den betroffenen Bereichen (wie z. B. Recht und Personal). Die Definition der operationellen Risiken umfasst auch die Rechtsrisiken, die durch den Bereich Recht gesteuert werden. Für offene Rechtsverfahren wurden Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet. Der Erfolg der Bank hängt zu einem entscheidenden Teil von engagierten Mitarbeitern ab. Es werden daher regelmäßige Analysen zu Fluktuation, Fehlzeiten und Personalentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um daraus etwaige Steuerungsimpulse abzuleiten. Die Bank hat sich eine IT-Strategie inklusive einer Sicherheitsleitlinie gegeben. Die Sicherheitsziele werden durch die Informationssicherheitsbeauftragte überwacht und gesteuert. Die operationellen Risiken standen im abgelaufenen Geschäftsjahr durchgehend im Einklang mit der Risikotragfähigkeit der Bank. Vorausschauend werden keine bestandsgefährdenden operationellen Risiken erwartet. GeschäftsrisikenAbsatz-/Umsatz- und Ertragsrisiken sowie strategische Risiken sind unter den Geschäftsrisiken zusammengefasst. Kostensteigerungen werden durch Budgetkontrollen und Budgetverantwortungen eingegrenzt. Im Rahmen der Soll-Ist-Analysen werden bei Budgetüberschreitungen Maßnahmen zur Kosteneindämmung zeitnah besprochen und verabschiedet. Bei den Absatz-/Umsatz- und Ertragsrisiken werden Unterschreitungen der Planerträge bei Konstanz der Planaufwendungen angenommen. Absatz-/Ertragseinbrüche werden durch Ertragskontrollen und Ertragsverantwortliche eingegrenzt. Insbesondere durch die Abhängigkeit der Erträge von der Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte, die sich wiederum direkt auf die Höhe der Assets under Management auswirken, ist im Privatkundengeschäft das Absatz-/Umsatz- und Ertragsrisiko für das unterstellte Stresstestszenario als wesentlich eingestuft. Das strategische Risiko, Marktpotenziale und Trends zu verkennen, wird über die Abweichung von absatz- und umsatzrelevanten Schlüsselfaktoren gemessen und analysiert. Im Rahmen des Strategieprozesses fließen diese Analysen in die strategischen Überlegungen ein und führen entsprechend zu möglichen Änderungen und Korrekturen. Das Risikoreporting umfasst die zeitnahe Information der risikorelevanten Informationen an die entsprechenden Entscheidungsträger unter Beachtung der Anforderungen der MaRisk. Neben einem täglichen Reporting über die Limitauslastungen der Marktpreisrisiken und Kontrahentenrisiken an die Abteilungen Handel/Treasury, Finanzen, Kredit-Markt und Kredit-Marktfolge sowie an den Vorstand erfolgt ein erweitertes Monatsreporting an die gleichen Adressaten sowie ein vierteljährliches Reporting an den Aufsichtsrat der Bank. Das vierteljährliche Reporting schließt die Berichterstattung über die Entwicklung der festgelegten Indikatoren entsprechend den Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen (MaSan) i. V. m. dem Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG) mit ein. Über die Geschäftsentwicklung wird monatlich an die Organe der Bank berichtet. Zusammenfassung und Ausblick für das RisikomanagementDer Vorstand hat die Risiken der Bank unter Berücksichtigung der Geschäftsstrategie und der Risikotragfähigkeit in der Risikostrategie festgelegt. Darauf aufbauend sind entsprechende Analysen, Methoden und Kennzahlen zur Messung, Überwachung und Steuerung der Risiken implementiert worden. Neben der normativen Perspektive wendet die Bank in der ökonomischen Perspektive den Ansatz der barwertnahen Risikotragfähigkeit an. Die Grundlagen des Konzepts sind in einem ICAAP-Bericht zusammengefasst. Für die normative Perspektive wurden der Beurteilung ein Planszenario sowie ein steuerungsrelevantes adverses Szenario, welches bankspezifische als auch allgemeine adverse Entwicklungen simuliert, zugrunde gelegt. Ergänzend führt die Bank weitere adverse Szenarien wie auch ein langfristiges ESG-Szenario und zusätzliche Stresstest- und Sensitivitätsanalysen in der ökonomischen Perspektive durch. Neben der ökonomischen Sichtweise umfasst das Risikotoleranz- und Steuerungskonzept der Bank den regulatorischen Steuerungskreis (sog. normative Perspektive). Gegenstand dieses Steuerungskreises ist die jederzeitige Einhaltung der externen und internen Schwellen der regulatorischen Kapital- und Liquiditätskenngrößen. Die zur Verfügung stehende Risikodeckungsmasse reicht zur Abdeckung der aggregierten Gesamtbankrisiken aus. Die Risikotragfähigkeit ist und war in 2024 sowohl für die normative als auch für die ökonomische Perspektive mit den entsprechenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen gegeben. In die relevanten Steuerungsgrößen der normativen Perspektive ist ein Managementpuffer einbezogen, der gleichfalls eingehalten wurde. 5. Chancen-, Risiko und PrognoseberichtAusblick der Bank auf die künftigen RahmenbedingungenMit 2024 ging nach 2023 ein weiteres sehr gutes Jahr an den weltweiten Aktienmärkten zu Ende. Erneut waren deutlich zweistellige Renditen zu verzeichnen - angesichts langfristiger Renditeerwartungen der weltweiten Aktienmärkte von ca. 8 % weit überdurchschnittliche Entwicklungen. Dies war aus Sicht der Bank angesichts der auch im Jahr 2024 verhaltenen weltwirtschaftlichen Dynamik sowie der nach wie vor vorhandenen geopolitischen Spannungen durchaus erstaunlich. Trotz dieses Umfelds waren die Unternehmen weltweit insgesamt in der Lage, ihre Gewinnentwicklung zu verbessern und so das Fundament für weitere Kursanstiege an den Aktienmärkten zu legen. Unsicherheitsfaktoren für die Konjunktur und die Finanzmärkte bleiben sicherlich die wirtschafts- und geopolitischen Maßnahmen unter der erneuten US-Präsidentschaft von Donald Trump sowie mögliche Gegenmaßnahmen betroffener Volkswirtschaften und Märkte bzw. entsprechende Effekte hieraus. Zudem können die noch nicht vollständig überwundene Inflation und die entsprechenden geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken maßgebliche Faktoren für etwaige Schwankungen an den Finanzmärkten im Jahresverlauf 2025 werden. Als Basis unserer (konservativen) Geschäftsplanung gehen wir von einer Seitwärtsbewegung der Kapitalmärkte aus. Einen moderaten Anstieg der AuM erwarten wir auf dieser Basis nur im Rahmen der Fortsetzung unseres Wachstumskurses durch entsprechende Nettomittelzuflüsse im Privatkundengeschäft. Chancen- und RisikoberichtDie Quirin Privatbank ist als Bank im Markt der Geldanlage und Vermögensverwaltung grundsätzlich einer hohen Wettbewerbsintensität ausgesetzt. Sie differenziert sich vom Wettbewerb mit einer Kombination aus einem unabhängigen Beratungsansatz und einem prognosefreien, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Anlagekonzept. Die Differenzierung wird über ein hybrides Betreuungsangebot in der engen Zusammenarbeit mit der quirion AG noch verstärkt. Das Geschäftsmodell bietet insofern auch in dem wettbewerbsintensiven Umfeld grundsätzlich Potenzial für weiteres starkes Kundenwachstum sowie einen deutlichen Anstieg der AuM und damit einhergehende Ertragssteigerungen. Wachstumschancen werden darüber hinaus aus der hohen Kundenzufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden abgeleitet. Vor diesem Hintergrund wird die Bank den gezielten Aufbau der Betreuungs- und Vertriebskapazitäten planmäßig auch in 2025 und den Folgejahren fortsetzen. Das in 2024 wieder gesunkene Zinsniveau ist Chance und Risiko zugleich. Einerseits erhöht das gesunkene Zinsniveau den Handlungsdruck vieler Menschen, sich mit der Struktur ihrer Vermögensanlagen und der Geldanlage am Kapitalmarkt zu beschäftigen. Der weitere Wachstumskurs der Bank wird dadurch im Privatkundengeschäft grundsätzlich begünstigt. Gleichzeitig wird das gesunkene Zinsniveau im Aktiv-Passiv-Management der Bank (Treasury), insbesondere im Einlagengeschäft, voraussichtlich die zuletzt stark verbesserte Ertragslage wieder reduzieren. In welchem Umfang dies eintritt, hängt von der tatsächlichen weiteren Entwicklung des Zinsniveaus, vor allem von der Verzinsung der Einlagenfazilität der EZB sowie der Entwicklung der Zinsmarge und des Einlagenvolumens ab. Risiken für die Geschäftsentwicklung können zudem und insbesondere aus einer anhaltenden negativen Entwicklung der Kapitalmärkte entstehen. Das Risiko besteht in einem solchen Szenario darin, dass starke Marktschwankungen oder länger anhaltende Schwächeperioden zu einer geringeren Bemessungsgrundlage für die Provisionserträge führen und gleichzeitig die Renditeerwartungen der Kunden nicht erfüllt werden können, was wiederum negative Auswirkungen auf das Neu- und Bestandskundenwachstum haben könnte. Mit der geplanten weiteren moderaten Erhöhung der Betreuungs- und Vertriebskapazitäten gehen Kostenrisiken einher - insbesondere dann, wenn das Kunden- und/oder Volumenwachstum nicht in der erwarteten Höhe oder Geschwindigkeit generiert werden kann. Darüber hinaus sind die allgemeinen Kostenrisiken aufgrund des immer noch hohen bzw. nachlaufenden Inflationsniveaus sowie dauerhaft höherer Projekt- und IT-Kosten gestiegen. Das Risiko besteht darin, dass sich positive Skalierungseffekte aufgrund höherer Kosten nicht wie geplant oder nur in geringerem Umfang realisieren lassen. Die Bank hat sich bereits seit mehreren Jahren auf die Beratung und Betreuung ihrer Kunden in Form der Vermögensverwaltung (regulatorisch: Finanzportfolioverwaltung) konzentriert. Mit Wirkung zum 31.12.2024 hat sie die nur noch in geringem Umfang bestehende auf Einzeltitel bezogene Anlageberatung vollständig eingestellt und die Anlageberatungsmandate in das sog. beratungsfreie Geschäft überführt. In diesem Kontext besteht das Risiko, dass die Bank einzelne Kunden und/oder Vermögensanteile verliert und sich somit die AuM entsprechend reduzieren. Andererseits setzt die Bank durch diesen Schritt vertriebliche Kapazitäten für die weitere Neukundengewinnung frei und reduziert deutlich regulatorische und operationelle Risiken. Ein weiterhin hohes Kunden- und Volumenwachstum wird auch in 2025 für die quirion AG erwartet. Risiken bestehen im Bereich der digitalen Geldanlage in der hohen Markt- und Wettbewerbsintensität und den Investitionen in die Vermarktung des Angebots und mithin in den Geschäftsrisiken des Tochterunternehmens, die sich über die Ausstattung mit den notwendigen aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln oder die Bewertung des Beteiligungsbuchwertes auf die Bank übertragen können. Auch im Kapitalmarktgeschäft ist die Bank grundsätzlich einem hohen Wettbewerb ausgesetzt, der insbesondere bei der derzeit schwachen Marktlage und den schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Margen in dem Geschäft, aber auch die Durchführung von Transaktionen in dem bestehenden Marktsegment grundsätzlich unter Druck setzt und mithin die Geschäftsentwicklung belastet. Zudem muss die Entwicklung des regulatorischen Umfeldes weiterhin als ein Risiko- und auch Kostenfaktor berücksichtigt werden, denn fortwährend steigende regulatorische Anforderungen wirken einerseits kostentreibend und andererseits insbesondere komplexitätserhöhend und ressourcenbindend. Risiken können sich auch aus Rechtsstreitigkeiten ergeben, wenn diese einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Rechtsrisiken können institutsspezifisch oder branchenspezifisch sein. IT-, Auslagerungs- und Kostenrisiken ergeben sich aus der Vergabe von Dienstleistungen an Dritte, wenn die Dienstleistungen nicht oder nicht wie vereinbart erbracht werden. Für die Bank ist dieses Risiko grundsätzlich in Bezug auf die an Geschäftspartner ausgelagerte IT, die Nutzung und den Betrieb des Kernbankensystems sowie die Wertpapierabwicklung relevant. Risiken können zum Beispiel durch einen Ausfall der IT bzw. des Auslagerungsunternehmens oder Cyberrisiken entstehen. Zur Mitigation von im Zusammenhang mit Auslagerungen stehenden Risiken hat die Bank entsprechende Maßnahmen zur Steuerung und Sicherstellung der Leistungsqualität und Leistungserbringung der Dienstleister sowie der operativen Stabilität und Informationssicherheit etabliert. Auch über die vorgenannten Sachverhalte hinaus besteht das grundsätzliche Risiko, dass die tatsächliche künftige Entwicklung der Personal- und Verwaltungsaufwendungen von den im Rahmen der Geschäftsplanung getroffenen Annahmen abweichen, z. B. durch neue regulatorische Anforderungen, andere Preisentwicklungen oder sonstige Abweichungen im Stellenplan. Je nach Umfang und Richtung solcher Abweichungen kann dies zu einem höheren oder niedrigeren Jahresüberschuss führen. PrognoseberichtDie Prognose für das Geschäftsjahr 2025 basiert auf der im vierten Quartal 2024 verabschiedeten Geschäftsplanung. Die in diesem Prognosebericht enthaltenen Aussagen bilden grundsätzlich den im Zeitpunkt der Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht vorliegenden Informationsstand ab. Die Unternehmensplanung basiert auf in die Zukunft gerichteten Prognosen, Erwartungen und Planannahmen. Hinsichtlich des Eintritts der Planungsannahmen bestehen bekannte und unbekannte Unsicherheiten, die größtenteils nicht im Einflussbereich der Quirin Privatbank liegen. Daher ist die Geschäftsplanung und in der Folge auch die im Prognosebericht enthaltene Erwartung des Vorstands im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung mit Unsicherheiten behaftet. Hieraus folgt, dass die tatsächliche Entwicklung der Quirin Privatbank im Geschäftsjahr 2025 von den nachfolgenden Aussagen zur Erwartung der künftigen Geschäftsentwicklung, die im Zusammenhang mit den anderen Kapiteln des Lageberichts gelesen werden sollten, abweichen kann. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung und positive Ergebnisbeiträge in allen Geschäftsbereichen aus dem operativen Geschäft. Die Gesamtkapitalquote wird sich aufgrund der aufsichtlich erwarteten konservativen Kapitalplanung voraussichtlich leicht verringern. Im Privatkundengeschäft setzen wir uns auf Basis der hohen Kundenzufriedenheit und der hohen Empfehlungsbereitschaft in Hinblick auf Neukunden und Nettomittelzuflüsse weiterhin anspruchsvolle Wachstumsziele. Infolgedessen gehen wir von einem leichten Anstieg der Assets under Management und mithin von im Vergleich zu 2024 merklich steigenden Erträgen aus. Vor dem Hintergrund vorsichtiger Planungsannahmen und im Rahmen der Wachstumsstrategie erwarten wir gleichzeitig moderat steigende Verwaltungskosten bei einer CIR für das Geschäftsfeld, die sich im Vergleich zu 2024 auf ähnlichem Niveau bewegen sollte. Für das Kapitalmarktgeschäft erwarten wir im Rahmen der Geschäftsplanung für das Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zu 2024 wieder einen spürbaren Anstieg des Provisionsüberschusses. Grundsätzlich ist eine Prognose für den Geschäftsbereich ähnlich wie in den Vorjahren allerdings aufgrund der Abhängigkeit von der Anzahl der durchgeführten oder begleiteten Transaktionen und vom Kapitalmarktumfeld mit hohen Unsicherheiten verbunden. Bei im Vergleich zu 2024 entsprechend verbesserter CIR erwarten wir für den Geschäftsbereich einen Ergebnisbeitrag, der sich über dem des abgelaufenen Geschäftsjahres bewegen sollte. Für den Bereich Treasury gehen wir für das kommende Geschäftsjahr aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus und infolgedessen geringer angenommener Kundeneinlagen sowie einer für Planungszwecke geringer angesetzten Zinsmarge von einem im Vergleich zu 2024 spürbar verringerten Ergebnisbeitrag bei leicht höherer CIR aus. Insgesamt erwarten wir für 2025 ein positives Ergebnis vor Steuern, das sich vor allem mit Blick auf die Planungsannahmen für den Bereich Treasury geringfügig unter dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres bewegen wird. Die CIR wird sich auf Gesamtbankebene voraussichtlich leicht erhöhen. Aufgrund der in 2024 vollständig verbrauchten Verlustvorträge erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025 einen erheblich höheren Steueraufwand, sodass der Jahresüberschuss, also das Ergebnis nach Steuern voraussichtlich spürbar unter dem Wert für das abgelaufene Geschäftsjahr liegen wird. GesamtaussageDie Quirin Privatbank befindet sich mit der Beratung und Betreuung vermögender Privatkunden und mit dem Kapitalmarktgeschäft in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Allerdings verfügt die Bank in der Kombination des unabhängigen und hybriden Beratungsansatzes sowie des wissenschaftlich basierten und prognosefreien Anlagekonzeptes über Alleinstellungsmerkmale und hat mit der aufgebauten Plattform die Weichen für eine auf weiteres Wachstum ausgerichtete Geschäftsentwicklung gestellt. Zudem haben sich sowohl das Geschäftsmodell als auch die Wachstumsdynamik aus unserer Sicht - auch unter dem Eindruck der in den vergangenen Jahren ebenfalls schwierigen Rahmenbedingungen - als robust und stabil herausgestellt. Vor diesem Hintergrund sind wir mit der Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr sehr zufrieden und gehen für die Folgejahre von einer weiteren Verbesserung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren aus. Unser besonderer Dank gilt unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Berlin, 12. März 2025 Quirin Privatbank AG Der Vorstand Karl Matthäus Schmidt Johannes Eismann Bilanz zum 31. Dezember 2024der Quirin Privatbank AGAktivseite
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1 Januar bis 31 Dezember 2024der Quirin Privatbank AG
Anhang das Geschäftsjahr 2024der Quirin Privatbank AG fürA. Allgemeine Angaben zur Gliederung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2024 sowie zu den Bilanzierungs- und BewertungsmethodenAufstellung des JahresabschlussesDie Quirin Privatbank AG mit Sitz in Berlin ist in das Handelsregister Abteilung B des Amtsgerichts Charlottenburg unter der Nummer HRB 87859 B eingetragen. Der Jahresabschluss der Quirin Privatbank AG zum 31. Dezember 2024 wurde nach den allgemeinen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt entsprechend § 2 RechKredV nach Formblatt 1 und 3. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Staffelform gewählt. Vom Wahlrecht des § 265 Abs. 8 HGB wird aus Gründen der Übersichtlichkeit Gebrauch gemacht. Dieses Wahlrecht wird analog auf die in den Formblättern vorgesehenen "davon"-Vermerke angewendet. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie auf die Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den §§ 242 ff. und 340 ff. HGB sowie der RechKredV in der aktuellen Fassung. Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Vermögensgegenstände und Schulden in Fremdwährung werden gem. § 256a HGB in Verbindung mit S 340h HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Insofern sind im vorliegenden Jahresabschluss unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung enthalten. Diese sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Bei einer Restlaufzeit von über einem Jahr erfolgt die Umrechnung mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt des Entstehens. Bei Wechselkursänderungen bis zum Bilanzstichtag erfolgt die Bewertung grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtags unter Beachtung des Niederstwertprinzips auf der Aktiv- und des Höchstwertprinzips auf der Passivseite. Termingeschäfte werden zu entsprechenden Terminkursen des Abschlussstichtags umgerechnet. Devisentermingeschäfte werden, sofern es sich nicht um Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB handelt, dem Handelsbuch zugeordnet. Die Bewertungsergebnisse der Termingeschäfte werden im Handelsergebnis ausgewiesen. Für die Bewertung von Devisenswapgeschäften werden gespaltene Terminkurse verwendet. Die Abgrenzung der Swapstellen wird ebenfalls im Handelsergebnis vereinnahmt. Die Barreserve und die Forderungen an Kreditinstitute sind zum Nominalwert bilanziert. Sofern Kompensationsvereinbarungen vorliegen, werden Forderungen an Kreditinstitute und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verrechnet. Forderungen an Kunden sind zum Nennwert bilanziert. Erkennbaren Risiken wird durch die ausreichende Bildung von Einzelwertberichtigungen auf den nicht durch werthaltige Sicherheiten gedeckten Blankoanteil Rechnung getragen. Ausfallrisiken aus Eventualverbindlichkeiten oder Kreditzusagen werden durch die Bildung von Rückstellungen abgedeckt. Für latente Adressausfallrisiken im bilanziellen Kreditgeschäft sowie aus außerbilanziellen Kreditrisiken werden Pauschalwertberichtigungen nach IDW RS BFA 7 gebildet. Die Pauschalwertberichtigungen werden von den Aktivpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden abgesetzt. Für das außerbilanzielle Geschäft werden Rückstellungen passiviert und entsprechend von den Eventualverbindlichkeiten sowie den anderen Verpflichtungen abgesetzt. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen erfolgt auf Basis eines vereinfachten Ansatzes auf der Grundlage von erwarteten Verlusten. Dabei wird der erwartete Verlust über die gesamte Laufzeit eines Geschäfts ("lifetime expected loss") geschätzt. Die Ermittlung des erwarteten Verlustes erfolgt unter Verwendung eines Modells, welches hinsichtlich der Berücksichtigung des latenten Kreditrisikos insbesondere die Parameter PD, Erlösquote (erwarteter Erlös aus der Verwertung vorhandener Sicherheiten) und Credit-Conversion-Factor (Linienanrechnung) des Risikomanagements sowie eine Diskontierungskurve verwendet. Abweichend von der Anwendung der Modelle aus dem Risikomanagement zur Ermittlung des Adressausfallrisikos wird die PD um einen makroökonomischen Einflussfaktor in Form eines Frühwarnindikators ergänzt. Zur Diskontierung der Zahlungsströme wird der risikolose Marktzinssatz verwendet. Die Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten angesetzt und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Agien und Disagien aus über bzw. unter pari erworbenen festverzinslichen Wertpapieren werden periodengerecht amortisiert. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere der Liquiditätsreserve sind zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere der Liquiditätsreserve erfolgt auf Basis von Marktpreisen des Bilanzstichtages nach dem strengen Niederstwertprinzip. Für die Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere des Anlagevermögens wird das gemilderte Niederstwertprinzip angewendet. Die Bewertung der Finanzinstrumente des Handelsbestandes erfolgt nach § 340e Abs. 3 Satz 1 HGB zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag abzüglich eines Risikoabschlages. Der Risikoabschlag wird nach der Value-at-Risk-Methode berechnet und von unrealisierten Bewertungsgewinnen der Handelsbestände in Abzug gebracht. Dabei werden eine Haltedauer von 10 Tagen, ein Beobachtungszeitraum von einem Jahr sowie ein Konfidenzniveau von 99,0 % zugrunde gelegt. Die aufwandswirksame Erfassung des Risikoabschlages erfolgt gem. § 340c Abs. 1 HGB im Nettoertrag des Handelsbestandes. Darüber hinaus ist ein Teil der Nettoerträge des Handelsbestandes gemäß § 340e Abs. 4 dem Fonds für allgemeine Bankrisiken zuzuführen. Die institutsintern festgelegten Kriterien für die Einbeziehung von Finanzinstrumenten in den Handelsbestand haben sich im Geschäftsjahr nicht geändert. Zinsabgrenzungen auf Forderungen, Verbindlichkeiten und Wertpapiere werden den entsprechenden Nominalbeträgen hinzugerechnet und in der jeweiligen Bilanzposition des Geschäfts ausgewiesen. Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Der beizulegende Wert für Anteile an verbundenen Unternehmen wird mithilfe des Ertragswertverfahrens ermittelt. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen sind mit den aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen werden linear über die jeweilige Nutzungsdauer vorgenommen. Standardsoftware wird unter den immateriellen Anlagewerten ausgewiesen. Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einem Anschaffungswert unter 250 € werden sofort aufwandswirksam erfasst. Selbständig nutzbare Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 250 €, aber maximal 800 € werden im Jahr der Anschaffung sofort als Betriebsausgabe abgezogen. Sofern eine voraussichtlich dauerhafte Wertminderung bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens vorliegt, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Sind die Gründe hierfür entfallen, werden Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Die sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst. Verpflichtungen aus Altersvorsorgeverträgen sind gemäß versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt und werden mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen dienen (Deckungsvermögen) und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, verrechnet. Das zur Erfüllung der Schulden aus Altersvorsorgeverträgen gehaltene Deckungsguthaben wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Übersteigt der Betrag der Schulden den beizulegenden Zeitwert des Deckungsguthabens, wird eine Rückstellung in entsprechender Höhe gebildet. Zur Absicherung gegen allgemeine Bankrisiken besteht ein auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesener Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB, in dem auch die verpflichtende Dotierung nach § 340e Abs. 4 HGB zum Ausgleich des Risikos künftiger Nettoaufwendungen des Handelsbestandes ausgewiesen wird. Bewertung zinsbezogener Geschäfte des BankbuchsZur Sicherstellung einer verlustfreien Bewertung des Bankbuchs werden in die Beurteilung, ob ein Verpflichtungsüberschuss besteht, die zukünftigen Zahlungsströme aller zinstragenden Geschäfte mit fester Zinsbindung einbezogen. Den zum Bilanzstichtag ermittelten Barwerten werden die entsprechenden Buchwerte gegenübergestellt. Darüber hinaus werden angemessene anteilige Risiko- und Verwaltungskosten berücksichtigt. Die IDW-Stellungnahme zur verlustfreien Bewertung von zinstragenden Geschäften des Bankbuchs (IDW BFA 3) wird beachtet. Ein Verpflichtungsüberschuss besteht zum Stichtag nicht. Die Bildung einer Rückstellung ist folglich nicht erforderlich. B. Erläuterungen zur BilanzI. AktivaBarreserveDie Barreserve hat sich zum Vorjahr um 5.836 T€ auf 12.003 T€ erhöht. Diese Veränderung betrifft im Wesentlichen die Guthaben bei der Bundesbank, welche zum Stichtag größtenteils im Rahmen der Einlagenfazilität bei der Bundesbank angelegt und somit den Forderungen an Kreditinstitute zuzuordnen sind. Forderungen an KreditinstituteDie Forderungen an Kreditinstitute haben sich entsprechend der im Rahmen der Einlagefazilität bei der Bundesbank angelegten Liquidität um 110.390 T€ auf 1.218.400 T€ verringert. Forderungen an KundenDie Forderungen an Kunden sind im Vergleich zum Vorjahresstichtag unverändert und betragen 46.169 T€. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche WertpapiereZum Berichtsstichtag werden unter dem Bilanzposten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere die Wertpapiere der Liquiditätsreserve in Höhe von 13.695 T€ (Vorjahr 12.800 T€) und des Anlagevermögens in Höhe von 12.477 T€ (Vorjahr 28.257 T€) ausgewiesen. In den Schuldverschreibungen sind keine Geldmarktpapiere enthalten (Vorjahr 0 T€). Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind Wertpapiere in Höhe von 19.477 T€ fällig geworden. Die Wiederanlage der zugeflossenen Liquidität ist im abgelaufenen Geschäftsjahr nur teilweise erfolgt. Unter den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sind Wertpapiere mit einem Buchwert von 24.466 T€ enthalten, die im Folgejahr fällig werden. Aktien und andere nicht festverzinsliche WertpapiereDie in den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren ausgewiesenen Wertpapiere werden in Höhe von 2.700 T€ (Vorjahr 3.125 T€) der Liquiditätsreserve und in Höhe von 5.890 T€ (Vorjahr 6.690 T€) dem Anlagevermögen zugeordnet. HandelsaktivaDie Handelsaktiva beinhalten Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 1 T€ (Vorjahr 0 T€) sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von 1.909 T€ inkl. Risikoabschlägen von 21 T€ (Vorjahr 1.914 T€ ohne Risikoabschläge). Derivate sind in Höhe von 1 T€ (Vorjahr 0 T€) enthalten. Aufgliederung der börsenfähigen Wertpapiere
FinanzanlagenBeteiligungenIm Geschäftsjahr 2024 hat die Bank eine Beteiligung in Höhe von 1.556 T€ an der 3rd-eyes analytics AG, Zürich / Schweiz erworben, was zum Bilanzstichtag einem Kapitalanteil von 10,8 % entspricht. Die 3rd-eyes analytics AG ist als Technologie- und Softwaredienstleister im Bereich Wealth Management tätig. Anteile an verbundenen UnternehmenDie Bank hält 76,68 % der Anteile an der quirion AG, Berlin. Die Gesellschaft ist ein mittleres Wertpapierinstitut im Sinne des § 2 Abs. 1 und Abs. 17 WpIG und besitzt eine Erlaubnis zum Erbringen von Wertpapierdienstleistungen gem. § 15 Abs. 1 WpIG. Sie gilt daher gem. SS 340a Abs. 1 i. V. m. 340 Abs. 4 HGB als große Kapitalgesellschaft. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 706 T€, das Eigenkapital 3.650 T€, der Beteiligungsbuchwert 20.707 T€, das Vorjahresergebnis -5.628 T€. Wertpapiere des AnlagevermögensBei den dem Anlagevermögen zugeordneten Wertpapieren handelt es sich mit einem Buchwert von 12.477 T€ um Anleihen, die dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen und für die grundsätzlich eine Halteabsicht bis zur Endfälligkeit besteht. Der Anlagebestand enthält auch Anteile an einem Investmentfonds mit einem Buchwert von 5.890 T€. Anteile an inländischen Investmentvermögen oder vergleichbare ausländische Investmentanteile von mehr als 10 % bestehen zum Bilanzstichtag nicht (Vorjahr 0 T€). Für Wertpapiere mit einem Buchwert von 2.497 T€ (Vorjahr 16.500 T€) wurde unter Berücksichtigung abgegrenzter Agien im Rahmen der Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips auf Abschreibungen in Höhe von 4 T€ (Vorjahr 90 T€) auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert verzichtet, da die Wertminderungen als nicht dauerhaft eingeschätzt werden. Anlagenspiegel
Bei den Abschreibungen im Geschäftsjahr handelt es sich grundsätzlich um planmäßige Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen sind im Geschäftsjahr nicht erfolgt. Sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen insbesondere Bankdienstleistungen aus dem Kapitalmarktgeschäft. Aktiver RechnungsabgrenzungspostenUnter dem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Abgrenzungen aus Lieferungen und Leistungen mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr in Höhe von 1.110 T€ und von bis zu drei Jahren in Höhe von 178 T€ enthalten. Aktive latente SteuernDie Quirin Privatbank AG macht von dem Wahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch und setzt den aktiven Überhang an latenten Steuern in Höhe von 2.536 T€ in der Bilanz nicht an. Der aktive Überhang an latenten Steuern ergibt sich im Wesentlichen aus Ansatz- und Bewertungsunterschieden zwischen der Handels- und der Steuerbilanz, die aus den Rückstellungen (956 T€), Wertpapieren einschließlich akkumulierter ausschüttungsgleicher Erträge (468 T€) und der betrieblichen Altersvorsorge (1.103 T€) resultieren. Den ermittelten aktiven latenten Steuern liegt ein durchschnittlicher Steuersatz von 31,55 % zugrunde. FremdwährungDas Gesamtvolumen der Vermögensgegenstände, die auf Fremdwährung lauten, beträgt umgerechnet 13.440 T€ (Vorjahr 13.029 T€). II. PassivaVerbindlichkeiten gegenüber KundenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind aufgrund des seit Mitte 2024 sinkenden Zinsniveaus um 180 Mio. € auf 1.105 Mio. € gesunken. Verbindlichkeiten an verbundene UnternehmenUnter den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bestehen in Höhe von 4.753 T€ (Vorjahr 5.018 T€) unverbriefte Verbindlichkeiten aus der Anlage freier Mittel verbundener Unternehmen. Sonstige Verbindlichkeiten
In der Untergruppe Sonstige werden überwiegend zum Stichtag erhaltene, aber noch nicht weitergeleitete Dotationsmittel im Kontext des Zahlstellengeschäfts des Kapitalmarktservice ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten aus betrieblicher Altersversorgung wurden mit den zur Deckung dieser Verbindlichkeiten erworbenen Wertpapieren (Deckungsvermögen) gem. § 246 Abs. 2 HGB verrechnet. Zum Bilanzstichtag steht dem Erfüllungsbetrag der verrechneten Verbindlichkeiten in Höhe von 7.764 T€ ein Deckungsvermögen mit einem Marktwert in Höhe von 7.764 T€ (Anschaffungskosten 6.661 T€) gegenüber. RückstellungenDie Rückstellungen lassen sich zum Bilanzstichtag wie folgt aufgliedern:
Die sonstigen Rückstellungen betreffen unter anderem schwebende Ansprüche, Rückbaukosten für Mietereinbauten sowie Archivierungskosten. Fonds für allgemeine BankrisikenDer Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB beträgt 10.665 T€ und ergibt sich in Höhe von 165 T€ (Vorjahr 391 T€) aus der verpflichtenden Dotierung gemäß § 340e Abs. 4 HGB zum Ausgleich des Risikos künftiger Nettoaufwendungen des Handelsbestandes sowie in Höhe von 10.500 T€ (Vorjahr 7.000 T€) zur Absicherung gegen allgemeine Bankrisiken. Da der Teil des Fonds für allgemeine Bankrisiken, der sich auf die Dotierung nach § 340e HGB bezieht, im Berichtsjahr oberhalb von 50 % des Durchschnitts der letzten fünf jährlichen Nettobeträge des Handelsbestandes lag, wurde ein Betrag von 225 T€ zu Gunsten des Nettoertrages des Handelsbestandes aufgelöst. EigenkapitalDas Grundkapital der Gesellschaft beträgt 43.412.923 € und ist in 43.412.923 Stückaktien mit Gewinnberechtigung aufgeteilt, die auf den Inhaber lauten. Zum Berichtsstichtag besteht mit einer Frist bis zum 8. Juni 2028 die (nicht ausgenutzte) satzungsgemäße Ermächtigung, das Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 21.706 Tsd. Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen um bis zu 21.706 T€ zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital 2023"). Den Aktionären ist das Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist unter bestimmten Bedingungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats berechtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Für die Durchführung der Kapitalerhöhungen durch den Vorstand ist die Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich. Darüber hinaus besteht in Höhe von bis zu 20.000 T€ nicht ausgenutztes bedingtes Kapital zur Ausgabe von Wandel-und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente ("Bedingtes Kapital 2023") im Gesamtnennbetrag von bis zu 60.000 T€. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als von Options- und/oder Wandlungsrechten aus Schuldverschreibungen Gebrauch gemacht wird bzw. Options-/Wandlungspflichten aus Schuldverschreibungen erfüllt werden, und soweit nicht ein Barausgleich gewährt oder eigene Aktien oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft oder Aktien aus einem genehmigten Kapital zur Bedienung eingesetzt werden. Sowohl das genehmigte Kapital als auch das bedingte Kapital verbriefen ab dem Zeitpunkt ihrer möglichen Ausgabe die gleichen Stimm- und Gewinnrechte wie das bislang ausgegebene Grundkapital. Als Hauptanteilseigner ist die Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin, mit 25,3 % am Grundkapital der Quirin Privatbank AG beteiligt. FremdwährungAuf Fremdwährung lautende Schulden bestehen im Gegenwert von 13.704 T€ (Vorjahr 13.625 T€). Restlaufzeitengliederung
Forderungen an Kunden mit unbestimmter LaufzeitUnter den Forderungen an Kunden werden Forderungen mit unbestimmter Laufzeit in Höhe von 4.521 T€ (Vorjahr 6.798 T€) ausgewiesen. C. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungZinsergebnisDer Zinsüberschuss hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von 15,0 Mio. € um ca. 5,8 Mio. € auf 20,8 Mio. € erhöht. Der verbesserte Zinsüberschuss ist trotz Zinssenkungen durch die EZB auf die grundsätzlich gleichbleibende Zinsmarge bei weiterhin hohen Kundeneinlagen zurückzuführen. ProvisionsergebnisDie Bank vereinnahmt im Provisionsergebnis Gebühren aus der Anlageberatung und der Vermögensverwaltung als Kerngeschäft im Geschäftsbereich Privatkundengeschäft. Darüber hinaus enthält das Provisionsergebnis die abgerechneten Gebühren aus der Durchführung von Kapitalmaßnahmen für Kunden des Geschäftsbereichs Kapitalmarktgeschäft sowie die Erträge aus dem Kundengeschäft des Bereichs Institutionelle Kundenbetreuung. Im Provisionsergebnis sind periodenfremde Erträge in Höhe von 509 T€ sowie periodenfremde Aufwendungen in Höhe von -327 T€ enthalten. Nettoertrag des HandelsbestandesDer Nettoertrag des Handelsbestandes beträgt 163 T€ (Vorjahr -201 T€) und setzt sich zusammen aus dem Nettoergebnis in Höhe von -62 T€ (Vorjahr -870 T€) sowie einer Auflösung des Fonds für allg. Bankrisiken gem. § 340e HGB in Höhe von 225 T€ (Vorjahr 669 T€). Sonstiges betriebliches ErgebnisDie sonstigen Erträge und Aufwendungen beinhalten folgende Sachverhalte:
Die periodenfremden Erträge entfallen in Höhe von 2.527 T€ auf im Rahmen einer Betriebsprüfung geänderte Umsatzsteuerbescheide für die Jahre 2016 bis 2018 und daraus resultierende Steuererstattungen. Die übrigen Aufwendungen enthalten einen Betrag von 115 T€ für Pauschalsteuer aufgrund einer Betriebsprüfung für die Jahre 2019-2022 sowie 6 T€ (Vorjahr 37 T€) aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen. VerwaltungsaufwendungenIn den anderen Verwaltungsaufwendungen sind periodenfremde Erträge aus Erstattungen in Höhe von 55 T€ enthalten. Steuern vom Einkommen und ErtragDer Ertragssteueraufwand in Höhe von 3.679 T€ hat sich im Vergleich zum Vorjahr (2.134 T€) ergebnisbedingt erhöht. Darin ist eine Steuererstattung für Vorjahre in Höhe von 39 T€ enthalten. Bei der Ermittlung des Steueraufwandes hat die Bank ihre Verlustvorträge entsprechend berücksichtigt. D. Sonstige AngabenDerivative GeschäfteDie zum Stichtag 31. Dezember 2024 im Handelsbestand ausgewiesenen Geschäfte in Höhe von 502 T€ betrafen ausschließlich derivative Geschäfte mit Kreditinstituten. Mitglieder des Vorstands
Mitglieder des Aufsichtsrats
Frau Tanja Creed hat ihr Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 1. März 2024 niedergelegt. In der entsprechenden Nachwahl zum Aufsichtsrat in der ordentlichen Hauptversammlung am 7. Juni 2024 wurde Herr Dr. Christian Bienemann neu in den Aufsichtsrat der Bank gewählt. OrganbezügeAn die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 105 T€ gezahlt. Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Angabe der gewährten Vorschüsse, Kredite und Haftungsverhältnisse nach § 34 Abs. 2 Nr. 2 RechKredVZum Jahresende bestehen keine Kreditlinien für Vorstandsmitglieder oder Mitglieder des Aufsichtsrats. Angabe nach § 34 Abs. 2 Nr. 4 sowie § 35 Abs. 4 und 6 RechKredVZum Bilanzstichtag bestehen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen in Höhe von 1.023 T€ (Vorjahr 1.260 T€). Es bestehen zum Bilanzstichtag keine Anhaltspunkte, dass die Bank aus Eventualverbindlichkeiten oder übernommenen Bürgschaften in Anspruch genommen wird. MitarbeiterDie Anzahl der Arbeitnehmer setzt sich wie folgt zusammen:
Honorar des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB
Bei den anderen Bestätigungsleistungen handelt es sich um die Prüfung des Wertpapierdienstleistungsgeschäfts nach § 89 WpHG. Als sonstige Leistungen wurden allgemeine Beratungsleistungen im Rahmen von projektbezogener Qualitätssicherung erbracht. E. Weitere AngabenOffenlegung gem. Art. 434 Abs. 1 CRR IIDie Offenlegungsangaben gem. Art. 434 Abs. 1 CRR II sind dem Offenlegungsbericht, der auf der Internetseite der Bank veröffentlicht wird, zu entnehmen. Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen VerpflichtungenAus Miet-, Leasing- sowie Geschäftsbesorgungs- und Wartungsverträgen ergeben sich über die Restlaufzeit der wesentlichen Einzelverträge künftige Belastungen von insgesamt 25.701 T€, von denen sich 13.118 T€ auf eine Restlaufzeit von über einem bis maximal 6 Jahren beziehen. In den genannten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Einzahlungsverpflichtungen in die Kapitalrücklage eines Tochterunternehmens in Höhe von 1.370 T€ enthalten. Darüber hinaus bestehen zum 31. Dezember 2024 für die Bank übernommene Mietavale in Höhe von 457 T€. Als Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ist die Bank zur Zahlung von jährlichen Beiträgen verpflichtet. Da das Berechnungsschema der EdB u. a. auf den gedeckten Einlagen und den Risikoparametern aller der EdB angeschlossenen Kreditinstitute beruht und uns diese Informationen sowie die Einschätzung der EdB im Hinblick auf unsere eigenen Risikoparameter nicht bekannt sind, unterliegt die zum 31.12.2024 gebildete Rückstellung bedeutsamen Schätzunsicherheiten. Darüber hinaus haben wir bei der Erbringung unserer regelmäßigen Jahresbeiträge an die EdB sowie der europäischen Bankenabgabe von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, jeweils bis zu 30 % in Form unwiderruflicher Zahlungsverpflichtungen zu leisten, die sich zum Stichtag auf 648 T€ belaufen. Die Zielausstattung des Einlagensicherungsfonds sollte grundsätzlich bis 2024 erreicht sein. Da sich diese jedoch an den gedeckten Einlagen aller der EdB angeschlossenen Kreditinstitute orientiert, stellen etwaige Nachschusspflichten ein Risiko im Hinblick auf unsere Finanzlage im Sinne von § 285 Nr. 3 HGB dar. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem BilanzstichtagVorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, ergaben sich keine. ErgebnisverwendungDer Jahresabschluss wurde unter teilweiser Gewinnverwendung aufgestellt. Gemäß § 150 AktG wurde zunächst die gesetzliche Rücklage in Höhe von 659 T€ dotiert. Darüber hinaus haben Vorstand und Aufsichtsrat satzungsgemäß 5.572 T€ in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Der verbleibende Betrag von 6.946 T€ soll der Hauptversammlung zur Ausschüttung als Dividende in Höhe von 0,16 € je Aktie vorgeschlagen werden.
Berlin, 12. März 2025 Quirin Privatbank AG Der Vorstand Karl Matthäus Schmidt Johannes Eismann 1 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks zum Jahresabschluss und LageberichtAls Ergebnis unserer Prüfung haben wir den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: " Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Quirin Privatbank AG, Berlin Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der Quirin Privatbank AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Quirin Privatbank AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Werthaltigkeit der Finanzanlage quirion AGZu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf den Anhang unter "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze". DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSIm Jahresabschluss der Quirin Privatbank AG zum 31. Dezember 2024 werden Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 20,7 Mio ausgewiesen. Diese betreffen die von der Bank gehaltenen Anteile an der quirion AG. Im Verhältnis zum bilanziellen Eigenkapital beläuft sich der Anteil an verbundenen Unternehmen auf 24,5 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Bank für Anteile an verbundenen Unternehmen mithilfe des Ertragswertverfahrens. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen waren nach den Berechnungen der Quirin Privatbank AG nicht erforderlich. Die für das Ertragswertverfahren verwendeten Zahlungsströme beruhen auf beteiligungsindividuellen Planungen für die nächsten fünf Jahre, die mit Annahmen über langfristige Wachstumsraten fortgeschrieben werden. Der jeweilige Kapitalisierungszinssatz wird aus der Rendite einer risikoadäquaten Alternativanlage abgeleitet. Ist der beizulegende Wert niedriger als der Buchwert, so wird anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht, ob die Wertminderung voraussichtlich dauernd ist. Die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Ertragswertverfahren ist hinsichtlich der getroffenen Annahmen von Einschätzungen und Beurteilungen der Gesellschaft abhängig. Dies gilt insbesondere für die Schätzung der künftigen Zahlungsströme und langfristigen Wachstumsraten sowie die Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes. Es besteht das Risiko für den Jahresabschluss, dass die Bewertungsmethode nicht angemessen ist oder ermessensbehaftete Annahmen der Gesellschaft nicht sachgerecht getroffen werden und somit die Anteile an verbundenen Unternehmen nicht in der ausgewiesenen Höhe werthaltig sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGWir haben unsere Prüfung der durch die Bank vorgenommenen Bewertung zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen unter Berücksichtigung der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS HFA 10 (Anwendung der Grundsätze des IDW S 1 bei der Bewertung von Beteiligungen und sonstigen Unternehmensanteilen für die Zwecke eines handelsrechtlichen Jahresabschlusses) sowie der in IDW Standard S 1 definierten Grundsätze zur Durchführung von Unternehmensbewertungen in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden Fassung durchgeführt. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie der Bewertungsmethode der Gesellschaft beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die angenommenen langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert. Daneben haben wir für einzelne Elemente (Formeln und Verknüpfungen) die rechnerische Richtigkeit der Bewertung anhand der uns zur Verfügung gestellten Bewertungsmodelle geprüft und einzelne Planungsannahmen der Unternehmensplanung der quirion AG, welche für Zwecke der vorliegenden Beteiligungsbewertung zugrunde gelegt wurde, hinsichtlich ihrer Plausibilität beurteilt. Ferner haben wir uns von der bisherigen Prognosegüte der Gesellschaft überzeugt, indem wir Planungen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Ergebnissen verglichen und Abweichungen analysiert haben. Zur Überprüfung von Auswirkungen möglicher Veränderungen der Annahmen auf den beizulegenden Wert haben wir alternative Szenarien berechnet und mit dem Bewertungsergebnis der Gesellschaft verglichen. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie der Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an der quirion AG zugrunde liegende Bewertungsmethode ist sachgerecht und steht im Einklang mit den allgemeinen Bewertungsgrundsätzen. Die ermessensbehafteten Annahmen der Gesellschaft wurden sachgerecht getroffen. Ermittlung und Erfassung der Provisionserträge im KapitalmarktgeschäftAngaben zu den Provisionserträgen sind in den Erläuterungen zu den Provisionserträgen im Anhang sowie in den Abschnitten "Geschäftsmodell" sowie "Geschäftliche Entwicklung" des Lageberichtes enthalten. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSSDer Provisionsertrag ist der Höhe nach der bedeutsamste Bestandteil des Jahresergebnisses der Quirin Privatbank AG. Die Quirin Privatbank AG weist im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 Provisionserträge von EUR 71,5 Mio (i. Vj. EUR 64,7 Mio) aus. Im Bereich Kapitalmarktgeschäft erzielt die Bank im Wesentlichen Provisionserträge aus dem Corporate-Finance-Geschäft und der Zahlstellentätigkeit. Die aus dem Privatkundengeschäft stammenden Provisionserträge resultieren aus standardisierten Preismodellen für die Vermögensberatung und Vermögensverwaltung. Darüber hinaus werden die Erträge des Business Process Outsourcing (kurz "BPO") als Provisionsertrag abgebildet. Das Risiko für den Abschluss besteht insbesondere darin, dass der Anspruch auf die Provisionserträge im Corporate-Finance Geschäft des Kapitalmarktgeschäfts nicht in Übereinstimmung mit den rechtlichen Grundlagen erfasst wird. Vor diesem Hintergrund war es für unsere Prüfung von besonderer Bedeutung, dass die Prozesse zur Ermittlung und Vereinnahmung der Provisionserträge aus dem Kapitalmarktgeschäft sachgerecht sind. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNGBasierend auf unserer Risikoeinschätzung der unterschiedlichen Prozesse und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil sowohl auf kontrollbasierte Prüfungshandlungen als auch auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Demzufolge haben wir unter anderem die folgenden Prüfungshandlungen durchgeführt: Im Rahmen von kontrollbasierten Prüfungshandlungen haben wir die Angemessenheit und Implementierung sowie die Wirksamkeit von Kontrollen beurteilt, die die Gesellschaft zur Sicherstellung einer korrekten Erfassung abrechnungsrelevanter Vertrags- und Transaktionsdaten im Provisionsgeschäft insbesondere des Kapitalmarktgeschäfts eingerichtet hat. Im Rahmen von aussagebezogenen Prüfungshandlungen haben wir anhand von repräsentativen Stichproben die ordnungsmäßige Berechnung und buchhalterische Erfassung der Provisionserträge einzelner Transaktionen nachvollzogen. Dabei haben wir auch die Abrechnungen mit den der Ermittlung und Erfassung von Provisionserträgen zugrunde liegenden Unterlagen abgestimmt. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGENDie eingerichteten Kontrollen sind geeignet, die sachgerechte Erfassung der Vertragsstamm- und Transaktionsdaten im Kapitalmarktgeschäft sicherzustellen, sodass die Berechnungen und Buchungen der Provisionserträge sachgerecht und auf Basis eines wirksam geschlossenen Vertrags erfolgt. Sonstige InformationenDer Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellten Geschäftsbericht. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen - sobald sie verfügbar sind - zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDer Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Institute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenÜbrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 7. Juni 2024 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. Juli 2024 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2018 als Abschlussprüfer der Quirin Privatbank AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Andreas Olschewski.
Hamburg, den 19. März 2025 KPMG AG gez. Olschewski, Wirtschaftsprüfer gez. Fiedler, Wirtschaftsprüfer " Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben auch im Geschäftsjahr 2024 wahrgenommen und den Vorstand der Quirin Privatbank AG bei der Leitung der Bank regelmäßig beraten und dessen Tätigkeit überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung für die Gesellschaft unmittelbar und frühzeitig eingebunden. Er wurde vom Vorstand der Bank zeitnah und umfassend in schriftlicher oder mündlicher Form über die wesentlichen Entwicklungen in der Gesellschaft unterrichtet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig über die Geschäftslage und die wirtschaftliche Situation der einzelnen Geschäftsbereiche, die Unternehmensplanung, die Risikolage sowie die strategische Ausrichtung der Bank informiert. Über grundsätzliche Fragen der Geschäftsführung und die wirtschaftliche Lage sowie bedeutsame Geschäftsvorgänge fanden enge Beratungen zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand der Gesellschaft statt. Auch außerhalb der ordentlichen Aufsichtsratssitzungen haben sich der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter vom Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung und wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat hat, soweit nach gesetzlichen oder satzungsmäßigen Vorschriften erforderlich, nach umfassender Beratung und Prüfung seine Zustimmung zu zustimmungspflichtigen Vorfällen erteilt. Im Berichtsjahr fanden planmäßig vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen am 21. März, 7. Juni, 27. September und 13. Dezember 2024 statt. Darüber hinaus wurde ein Aufsichtsratsbeschluss im Umlaufverfahren gefasst. An den Sitzungen des Aufsichtsrats haben auch der Vorstand sowie die Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung teilgenommen. Es existieren ein Prüfungsausschuss, ein Risikoausschuss sowie ein Digitalausschuss. Der Prüfungsausschuss tagte im Berichtsjahr dreimal, der Digitalausschuss einmal. An den Sitzungen des Aufsichtsrats bzw. der Ausschüsse haben nach Bedarf auch Mitarbeiter aus den Bereichen Finanzen, Revision und Compliance sowie Mitarbeiter des Abschlussprüfers teilgenommen. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats hat sich im Berichtsjahr wie folgt verändert. Mit Wirkung zum 1. März 2024 hat Frau Tanja Creed ihr Aufsichtsratsmandat niedergelegt. In der entsprechenden Nachwahl zum Aufsichtsrat in der ordentlichen Hauptversammlung am 7. Juni 2024 wurde Herr Dr. Christian Bienemann neu in den Aufsichtsrat der Bank gewählt. In der ebenfalls am 7. Juni 2024 durchgeführten Aufsichtsratssitzung wurde Herr Dr. Bienemann zum Mitglied im Prüfungs- und Risikoausschuss gewählt. Darüber hinaus hat sich die Besetzung der Ausschüsse nicht verändert. Zentrales Thema des Aufsichtsrats war im Jahr 2024 die weitere strategische Ausrichtung des Geschäftsbereichs Privatkundengeschäft. In diesem Zusammenhang hatte die Bank im vierten Quartal 2023 ein Qualitäts- und Wachstumsprogramm mit dem Ziel gestartet, Innovationen zu schaffen sowie das Produktangebot und die (internen) Prozesse noch stärker auf die Kundenbedürfnisse und die Optimierung des Kundenerlebnisses auszurichten und damit insbesondere auch das Kundenwachstum zu beschleunigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat der Aufsichtsrat die aus diesem Programm resultierenden Veränderungen im Privatkundengeschäft sowie die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen eng begleitet. In diesem Kontext hat sich der Aufsichtsrat unter anderem mit den Anpassungen des Anlagekonzepts, dem neu eingeführten Finanzplanungstool, den Anpassungen im Zielsystem sowie - über den Digitalausschuss - mit dem neuen KI-Tool für Kunden und Interessenten beschäftigt. Weitere Schwerpunkte waren die Befassung mit der Geschäftsentwicklung des Bereichs Kapitalmarktgeschäft sowie des Tochterunternehmens quirion AG, für das sich der Aufsichtsrat insbesondere mit der Umsetzung der Wachstumsstrategie der Gesellschaft und deren Refinanzierung beschäftigt hat. In diesem Kontext hat sich der Aufsichtsrat auch intensiv mit den monatlichen Informationen zur Geschäftsentwicklung der Quirin Privatbank auf Einzelabschluss- und Konzernebene sowie der quirion befasst. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit den Zielen und Hintergründen der strategischen Beteiligung an der 3rd-eyes analytics AG beschäftigt und dieser entsprechend zugestimmt. Mit der turnusmäßig überprüften und aktualisierten Geschäftsstrategie hat sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 27. September 2024 beschäftigt. Die daraus abgeleitete mehrjährige Geschäftsplanung inklusive der zugrunde liegenden Annahmen, die Ergebnisse des jährlichen ICAAP-Prozesses sowie die aktualisierte Risiko- und IT-Strategie wurden in der Sitzung am 13. Dezember 2024 erörtert. Der Compliance-Bericht, der Bericht der MaRisk-Compliance-Funktion sowie der Bericht der zentralen Stelle gemäß § 25h Abs. 4 i. V. m. § 25h Abs. 1 KWG ("Fraud") für das Berichtsjahr 2023 wurden dem Aufsichtsrat von dem Compliance-Beauftragten vorgelegt und in der Sitzung am 21. März 2024 erörtert. Ferner hat sich der Aufsichtsrat in jeder Sitzung vom Vorstand ausführlich über die Feststellungen der Internen Revision sowie über die jeweils aktuelle Risikosituation der Bank sowie die Ergebnisse der Stresstests informieren lassen. Darüber hinaus hat sich der Prüfungsausschuss regelmäßig mit der Umsetzung regulatorischer Neuerungen, insbesondere der Umsetzung der voraussichtlichen Berichtspflichten gem. CSRD und EU-Taxonomie, beschäftigt. Die Ergebnisse der Prüfung nach § 89 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz für das Geschäftsjahr 2023 mit dem Prüfungszeitraum 1. April 2023 bis 31. März 2024 wurden zusammen mit Vertretern der Prüfungsgesellschaft in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 27. September 2024 erörtert. Die WpHG-Prüfung für das Geschäftsjahr 2025 mit dem Prüfungszeitraum 1. April 2024 bis 31. März 2025 wird erneut durch die vom Vorstand beauftragte KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, vorgenommen. Der Prüfungsbericht wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats nach Abschluss der Prüfung übermittelt. JahresabschlussDer vom Vorstand nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 ist unter Einbeziehung von Buchführung und Lagebericht durch die in der Hauptversammlung vom 7. Juni 2024 gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, geprüft und am 19. März 2025 mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Bestätigungsvermerk wurde durch die Wirtschaftsprüfer Andreas Olschewski und Laurin Fiedler unterzeichnet. Der Prüfungsausschuss hat sich in der Sitzung am 21. März 2025 intensiv mit den Unterlagen zum Jahres- und Konzernabschluss 2024 inklusive des Prüfungsberichts befasst. Die Abschlussprüfer nahmen an der genannten Sitzung des Prüfungsausschusses teil, erläuterten die wesentlichen Prüfungsergebnisse einschließlich der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte und standen für Fragen zur Verfügung. Ferner hat sich der Prüfungsausschuss auch mit der Qualität der Abschlussprüfung beschäftigt und erachtet diese als angemessen. Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses hat über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungsausschusssitzung in der anschließenden Sitzung des Aufsichtsrats berichtet. In der Sitzung am 21. März 2025 hat sich insofern auch der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit eingehend mit dem vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss 2024 der Quirin Privatbank AG befasst, diesen intensiv geprüft und mit dem Vorstand sowie der erweiterten Geschäftsleitung erörtert. Nach der abschließenden Prüfung durch den Prüfungsausschuss sowie dem Ergebnis der eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen und billigt den Jahres- und Konzernabschluss 2024. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Den Vorschlägen des Vorstands zur teilweisen Gewinnverwendung hat der Aufsichtsrat zugestimmt. Demnach wurden im Einzelabschluss der Gesellschaft aus dem Jahresüberschuss von EUR 13.177.408,02 zunächst die gesetzliche und gemäß § 24 Abs. 1 der Satzung die andere Gewinnrücklage in Höhe von insgesamt EUR 6.231.340,34 dotiert. Der verbleibende Betrag von EUR 6.946.067,68 erhöht den Bilanzgewinn und soll zur Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2024 in Höhe von EUR 0,16 je dividendenberechtigter Stückaktie verwendet werden. Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches Engagement und die im Geschäftsjahr 2024 erbrachten Leistungen und erzielten Ergebnisse.
Berlin, 21. März 2025 Holger Timm, Aufsichtsratsvorsitzender |
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