![]() AdCapital AGTuttlingenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016Lagebericht1. Der AdCapital-Konzern1.1 Geschäftstätigkeit und InvestitionsfokusDer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der AdCapital AG liegt unverändert gegenüber dem Vorjahr auf dem Industriegeschäft, in dem die Beteiligungen der Unternehmensgruppe gebündelt sind. Unser Beteiligungsportfolio besteht aus 5 Einzelunternehmen und 3 Unternehmensgruppen: scroll
1.2 Konzernstrategie, Unternehmenssteuerungs- und ÜberwachungssystemKonzernstrategieBeteiligungenDie AdCapital AG fokussiert ihre Konzernstrategie als Industrieholding mit starker strategischer und operativer Steuerungs- und Überwachungsfunktion in Bezug auf ihre Beteiligungsunternehmen. Unsere Beteiligungen werden von uns bei Strategie-, Portfolio-, Prozess- und Organisationsfragen intensiv beraten und bei der Umsetzung eng begleitet. Unsere fundierten Branchenkenntnisse und unser enges Netzwerk in Bereichen wie Finanzen, Steuern und Recht unterstützen unsere Unternehmen bei geschäftsstrategischen Entscheidungen und entlasten sie in den indirekten Bereichen. Unser Hauptaugenmerk bei der qualifizierten Weiterentwicklung unserer Beteiligungen ist auf die Wahrnehmung von organischen Wachstumspotenzialen gerichtet. Daneben beobachten wir jedoch weiterhin den Unternehmensmarkt. Investitionen in neue Beteiligungsunternehmen tätigen wir allerdings nur dann, wenn dadurch unsere bestehenden Geschäftsfelder sinnvoll ergänzt werden und die Zielunternehmen aufgrund ihrer Unternehmensphilosophie und -kultur für die Integration von Geschäftsmodell und Organisation geeignet erscheinen. Attraktive neue Investitionsmöglichkeiten, die diese Voraussetzungen erfüllt hätten, haben sich uns im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht eröffnet. Wir konzentrieren uns auf unsere bestehenden Kernindustrien. Dies sind im Wesentlichen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive. Unserer Konzernstrategie entspricht es, unsere Portfolio-Gesellschaften langfristig zu halten und nachhaltig erfolgreich zu entwickeln. Um sich bietende Synergien zu nutzen, haben wir die organisatorische Eingliederung in den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen unserer Beteiligungsunternehmen bis heute konsequent vorangetrieben und konzernweit einheitliche Strategie-, Steuerungs- und Planungsgrundsätze eingeführt. Allerdings zeigt es sich, dass der Nutzung von Synergiepotenzialen sowie der Einführung konzerneinheitlicher Standards im operativen Geschäft und anderer Maßnahmen zur organisatorischen Eingliederung angesichts der unternehmensindividuellen Besonderheiten und gewachsenen Strukturen unserer Unternehmen enge Grenzen gesetzt sind. Die Ziele für unsere Beteiligungen sind die Stärkung der jeweiligen Markt- und Wettbewerbsposition, die Verbesserung der operativen Performance und, in Zeiten zunehmender Risiken in den externen Rahmenbedingungen, die Reduzierung der allgemeinen Krisenanfälligkeit. Wir sehen uns als unternehmerischer Partner, der neben Eigen- und Fremdkapital unternehmerisches Know-how beisteuert und selbst eine mittelständisch geprägte Unternehmenskultur einbringt, um seine Beteiligungen erfolgreich weiterzuentwickeln. Bei aller Integration setzen wir dabei bewusst auf die Eigenständigkeit der Unternehmen und ihrer Geschäftsführer im operativen Bereich und respektieren individuelle Unternehmenskulturen. Finanzielle FlexibilitätAufgrund unserer guten Vermögens- und Finanzlage können wir unsere Ziele weitgehend in finanzieller Unabhängigkeit eigenverantwortlich verfolgen. Unsere gute Finanzlage haben wir im Geschäftsjahr planmäßig auch unter Zuhilfenahme von Bankkrediten weiter abgesichert. Diese dienen im Wesentlichen der langfristigen Investitionsfinanzierung, insbesondere der neuen Fertigungsstätte in Mexiko, mit der die Erich Jaeger-Gruppe den nordamerikanischen Markt erschließen will. Des Weiteren wurden bei drei Beteiligungsunternehmen unter der Führung der Holding erstmals auch Kontokorrentkredite zur Ablösung von konzerninternen Cash-Pool-Linien aufgenommen. Freie liquide Konzernmittel werden nahezu ausschließlich in Zahlungsmitteln gehalten. Unternehmenssteuerungs- und ÜberwachungssystemDie zentralen Verwaltungsbereiche Controlling, Steuern und Recht sowie IT und die Inlandsfinanzierung werden unverändert auf Ebene der Holding geführt. Die operative Steuerung des gesamten AdCapital-Konzerns erfolgt über regelmäßige strategische und operative Besprechungen zwischen dem Vorstand und den verantwortlichen Geschäftsführern der einzelnen Beteiligungsgesellschaften. In diesen Gesprächen werden unter anderem auf Basis von Budgetvorgaben sowie der definierten strategischen Ausrichtung detaillierte kurz- und mittelfristige Planungsrechnungen entwickelt. Unser effizientes, gruppenweit erfolgreich implementiertes Controlling-System wird bei Bedarf durch individuelle Steuerungsgrößen ergänzt und unterstützt den Vorstand bei der Überprüfung der Einhaltung der Planvorgaben. Planabweichungen werden dadurch frühzeitig erkannt und besprochen und führen erforderlichenfalls zu geeigneten Gegenmaßnahmen. Wesentliche Kennzahlen, die von uns zur Steuerung der operativen Beteiligungen eingesetzt werden, sind der Auftragseingang sowie Auftragsbestand, die erwirtschaftete Gesamtleistung, die Wertschöpfung, die Produktivität je Stunde, die EBIT-Marge sowie der Free Cashflow und das Working Capital. Darüber hinaus werden Kennzahlen zur Kostenstruktur sowie zur Steuerung von Produktion und Vertrieb zur Analyse hinzugezogen. In verstärktem Umfang gehen wir auch auf technische und technologische Fragestellungen mit den Gesellschaften ein, definieren mit den Gesellschaften strategische Kennzahlen und sind in Markt- und Wettbewerbsentwicklungen einzelner Gesellschaften direkt involviert. 1.3 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2016Im Rahmen unserer Konzernstrategie unterziehen wir die Erfolgsaussichten unserer Engagements stets einer kritischen Prüfung und treffen erforderlichenfalls auch Entscheidungen, die eine Anpassung oder Veränderung des Geschäftsmodells bedeuten; so haben wir die im Jahr 2013 gegründete frako power systems GmbH & Co. KG, die sich als Neueinsteiger am Markt für Blockheizkraftwerke nicht wie geplant durchsetzen konnte, in einem geordneten Verfahren endgültig beendet. Dies hatte auch Auswirkungen auf unsere BDT, bei der eine Software-Lösung zur Steuerung von Blockheizkraftwerken außerplanmäßig abgeschrieben werden musste. Zwar zeigte die Restrukturierung der EW Hof-Gruppe mit massiven Kostenreduzierungen vor allem im Personalbereich positive Effekte; auftragsseitig wurden diese aber nicht in dem erforderlichen Umfang unterstützt, so dass auch im Berichtsjahr erhebliche operative Verluste entstanden sind. Im Zuge der Abschlusserstellung musste überdies das Sachanlage- und Vorratsvermögen der EW Hof-Gruppe außerplanmäßig abgeschrieben werden. Zusammengenommen wurde damit das bereits im Lagebericht des Vorjahres bezifferte Verlustpotenzial von 4 Mio. € realisiert. Mit diesen Bilanzmaßnahmen haben wir sämtliche aktuellen und künftigen Risiken aus der Beteiligung für die AdCapital AG und den AdCapital-Konzern vollständig abgedeckt. Die AdCapital wird über die bereits geleisteten Finanzmittel hinaus der EW HofGruppe keine weiteren Finanzierungsleistungen mehr gewähren. Wegen weiterer Einzelheiten verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Abschnitt 3.1 sowie, im Konzernanhang, auf Abschnitt 5.8 Außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge. 1.4 KonsolidierungskreisDie Zahl der in den Konzernabschluss 2015 einbezogenen Gesellschaften beträgt 22 (Vorjahr: 21). Hinzugekommen ist die Erich Jaeger Mexico. 2. Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen2.1 Gesamtwirtschaftliche LageDer deutschen Wirtschaft geht es gut. Sie befindet sich in einem soliden Aufschwung. Das Wirtschaftswachstum 2016 betrug kalenderbereinigt circa 1,8 %. Nach Schätzungen der Deutschen Bundesbank ist für das deutsche BIP auch im laufenden Jahr 2017 mit einer Wachstumsrate in dieser Höhe zu rechnen. Und für 2018 und 2019 erwartet die Bank ein nur geringfügig niedrigeres Wachstum. Die Entwicklung war 2016 im Wesentlichen gestützt durch die gute Binnennachfrage, zuletzt zogen aber auch die Exporte kräftig an. Deutschland ist, begünstig von einem relativ günstigen Euro, 2016 Exportüberschuss-Weltmeister. Die Inflationsrate befindet sich seit kurzem in der Nähe der von der Europäischen Zentralbank angestrebten Marge von 2 %. Trotz expansiver fiskalischer Ausrichtung sind bei den Staatsfinanzen, wie schon im abgelaufenen Jahr, bedingt durch das positive konjunkturelle Umfeld sowie die sinkende Zinslast, weiterhin Überschüsse zu erwarten. Auch in den für unsere Unternehmen wichtigen Auslandsmärkten haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bis dato tendenziell verbessert. Die allgemeine wirtschaftliche Lage im Inland und Ausland ist somit im Wesentlichen als gut zu beschreiben. Die Datenbasis gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Diesen positiven wirtschaftlichen Entwicklungen stehen auf geopolitischer Ebene diverse Risiken gegenüber. Die großen globalen Herausforderungen, politische Krisen und Kriege, ein sich verstärkender Neo-Nationalismus in vielen Ländern der Erde, das Weltbevölkerungswachstum und der Klimawandel sowie, mit den beiden letztgenannten Faktoren zusammenhängend, künftig drohende, destabilisierende Migrationsströme sind hier zu nennen. 2.2 Branchenbezogene RahmenbedingungenDie gute Binnenkonjunktur im Automobilsektor führte 2016 zu gestiegenen Werten bei den Neuzulassungen sowohl im PKW- (+5 %) als auch im Nutzfahrzeug-Bereich (+7 %). Auch der für unsere Erich Jaeger-Gruppe wichtige Anhängerbereich verzeichnete ein ähnliches Wachstum. Die Zukunft der Automobilindustrie steht vor großen Veränderungen. Die Elektromobilität und der Trend zum autonomen Fahren werden die Wertschöpfungsketten stark verändern. Um erfolgreich im sich wandelnden Wettbewerbsumfeld bestehen zu können, werden die Autokonzerne in naher Zukunft ganz erhebliche Aufwendungen für Forschung und Entwicklung zu stemmen haben. Die Elektroindustrie wuchs im abgelaufenen Kalenderjahr um circa 1,4 % und erreichte erstmals wieder das Rekordumsatzjahr 2008. Für 2017 rechnet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) mit einem Wachstum von 1,5 %. Neben den gesamtwirtschaftlichen sind somit auch die branchenbezogenen Rahmenbedingungen und Prognosen überwiegend recht günstig. Dementsprechend sind auch wir insgesamt optimistisch, dass unsere Beteiligungsunternehmen von den Rahmenbedingungen im In- und Ausland in den kommenden Jahren profitieren werden; vor dem Hintergrund der zahlreichen globalen politischen und ökonomischen Risiken halten wir es aber unverändert für sehr wichtig, in die Zukunftsfähigkeit und Krisenresistenz unserer Unternehmen zu investieren. 3. Ertragslage3.1. Umsatz- und ErgebnisentwicklungGewinn- und Verlustrechnungdes AdCapital-Konzernsscroll
Bei den Beteiligungsunternehmen der AdCapital AG handelt es sich vor allem um produzierende Unternehmen. Da diese in unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig sind, werden sie von der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur in unterschiedlichem Maße beeinflusst. Dabei beobachten wir seit mehreren Jahren eine zunehmende Internationalisierung unseres Konzerns. Lag der Exportanteil der Konzernumsätze im Jahr 2011 noch bei 45 %, so ist er, stetig wachsend, im Geschäftsjahr 2016 auf 60 % angestiegen. Zu einem guten Anteil ist das auf unseren wachsenden Automotive-Bereich (Erich Jaeger- Gruppe, OPUS Formenbau) zurückzuführen. Insofern ist eine hohe Abhängigkeit von der Investitionsgüterindustrie und damit (indirekt) von den Exporten unserer Kunden gegeben. Andererseits zeichnet einige unserer Unternehmen eine starke regionale Fokussierung auf den deutschen beziehungsweise deutschsprachigen Raum aus. Somit steht die unternehmerische Entwicklung des AdCapital-Konzerns weiterhin sowohl unter dem Einfluss des konjunkturellen Umfeldes in Deutschland als auch, und zwar in zunehmendem Umfang, der weltwirtschaftlichen Lage, insbesondere der globalen Automobilkonjunktur. Die Ertragslage des Konzerns wurde im Berichtsjahr aber insbesondere von den bereits beschriebenen, negativen Sondereinflüssen geprägt. Die Bereinigung der Risiken aus unserer Beteiligung an der EW Hof-Gruppe belastete das Konzern-EBIT mit 2,6 Mio. €. Zuzüglich dem laufenden, operativen Verlust der EW Hof-Gruppe von 1,5 Mio. € hat sich das Verlustpotenzial, auf das wir im Lagebericht 2015 hingewiesen haben, in voller Höhe realisiert. Positiv zu vermerken ist in diesem Zusammenhang, dass damit sämtliche verbliebenen Risiken abgedeckt wurden; aus unserer Beteiligung an EW Hof sind somit in Zukunft keine weiteren Verluste für die AdCapital AG oder den AdCapital-Konzern zu erwarten. Des Weiteren belastete die Beendigung unserer BHKW-Aktivitäten bei der fps, einschließlich der damit zusammenhängenden, außerplanmäßigen Software-Abschreibung bei der BDT, das Konzern-EBIT mit einem Betrag von 1,1 Mio. €. Bedauerlicherweise überstrahlen diese erheblichen Bereinigungen die äußerst positiven Entwicklungen bei unseren beiden erfolgreichsten Unternehmen, der Erich Jaeger-Gruppe und OPUS. Diese im Automobilbereich tätigen Unternehmen konnten sich wiederum auszeichnen und Ergebnisse oberhalb der Planwerte präsentieren. Aber auch die Taller-Gruppe hat sich ergebnismäßig gut behauptet und einen EBIT-Beitrag von knapp 0,8 Mio. € geleistet. Die FRAKO und KTS schlossen das Jahr ergebnismäßig auf Planniveau ab, wobei die FRAKO hinter ihr Umsatzziel für 2016 zurückfiel. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im AdCapital-Konzern ist im Einzelnen wie folgt zu kommentieren: Die Gesamtleistung ist mit 143,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 136,8 Mio. € erneut um rund 5 % gestiegen. Dabei konnte, wenn auch nicht ganz so stark wie im Vorjahr, ein stagnierendes (im Vorjahr rückläufiges) Inlandsgeschäft durch beträchtliche Umsatzzuwächse im Ausland mehr als ausgeglichen werden. Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge von 5,2 Mio. € auf 3,0 Mio. € geht im Wesentlichen auf geringere aperiodische Erträge, bestehend aus der Auflösung von Einzelabwertungen auf Forderungen und Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen, zurück. Im Vorjahr war hier die Auflösung einer Rückstellung für die Haftung aus einem langfristigen Immobilienvertrag in Höhe von 1.085 T€ enthalten. Außerdem waren im Vorjahr hier noch Erträge in Höhe von 572 T€ enthalten, deren entsprechende Erträge des Geschäftsjahrs 2016 in Höhe von 498 T€ jetzt wegen der Vorschriften des BilRUG unter den Umsatzerlösen ausgewiesen werden. Der Materialaufwand im Konzern ist von 68,2 Mio. € um 1,6 Mio. € auf 69,8 Mio. € beziehungsweise um 2,3 % gestiegen. Aufgrund dieses gegenüber der Gesamtleistung unterproportionalen Anstiegs des Materialaufwands zeigt sich die Materialquote mit 48,5 % um 1,3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 49,8 %. Dasselbe gilt für den Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahr. Bezogen auf die Gesamtleistung ist er allerdings von 31,0 % auf 30,7 % nur leicht, um 0,3 Prozentpunkte, gesunken. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) des Konzerns wurde, wie schon beschrieben, durch erhebliche Sondereinflüsse von zusammen 3,0 Mio. € (davon EW Hof: 2,6 Mio. €; fps und BDT: 0,4 Mio. €) belastet. Ohne diese Sondereinflüsse hätte sich ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes Konzern-EBIT in Höhe von 3,4 Mio. € ergeben. Die Zusammensetzung des Finanzergebnisses 2016, des außerordentlichen beziehungsweise des außergewöhnlichen Ergebnisses sowie des Steueraufwands im Vorjahresvergleich ist im Anhang, Abschnitt 5.7, 5.8 und 5.9, dargestellt. Insgesamt weisen wir im AdCapital-Konzern einen Jahresfehlbetrag vor Anteilen Dritter in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr: Jahresüberschuss 1,7 Mio. €) aus. 3.2 IndustriebeteiligungenUnsere Beteiligungen haben das Geschäftsjahr unterschiedlich gut bestritten: Die Gesamtleistung der Bavaria Digital Technik GmbH ist von 13,2 Mio. € im Vorjahr um 0,5 Mio. € auf 13,7 Mio. € im Jahr 2016 gestiegen. Die BDT hat es geschafft, umsatzseitig nach schwierigen Jahren wieder Tritt zu fassen und ein - wenn auch nur geringes - nachhaltiges Umsatzwachstum zu erzielen. Unter anderem führt die Zusammenarbeit der BDT mit Schwestergesellschaften zu Umsatzzuwächsen. Für 2017 erwarten wir für die BDT eine signifikante Erhöhung der Gesamtleistung. Ertragsseitig wurde die BDT im Jahr 2016 von der Beendigung unserer BHKW-Aktivitäten beeinträchtigt (außerplanmäßige Abschreibung auf BHKW-Software), was zu einem negativen EBIT führte. Für 2017 erwarten wir wieder ein positives Betriebsergebnis. Die Erich Jaeger-Gruppe hat im Jahr 2016 Umsatz und Ergebnis nochmals erheblich steigern können. Sie übertraf damit nochmals die beiden Vorjahre, die ihrerseits bereits die Besten in ihrer Unternehmensgeschichte waren. Der weitere Ausbau des Produktspektrums und die Gewinnung neuer Kunden in Europa, China, den USA und anderen Vertriebsgebieten in Wachstumsregionen stehen für die nächsten Jahre unverändert auf dem Programm der Erich Jaeger-Gruppe. Die Erschließung des amerikanischen Marktes wird durch die Errichtung der Fertigungsstätte in Mexiko maßgeblich unterstützt. Wir erhoffen uns wesentliche Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus dieser Region in den nächsten Jahren. Für das Jahr 2017 rechnet die Geschäftsleitung mit einem weiteren Umsatzwachstum und einem Ergebnis in der Größenordnung des Jahres 2016, und dies trotz Belastungen durch Anlaufkosten im Zusammenhang mit dem Aufbau der Fertigung in Mexiko. Die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Gesamtleistung und Erfolg erneut leicht unter den Ist-Werten des Vorjahres. Die Gesamtleistung betrug 2016 18,7 Mio. € nach 19,2 Mio. € im Vorjahr. Für 2017 erwartet die Geschäftsleitung unter stabilen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ein leichtes Umsatzwachstum und Erfolgszahlen etwas unterhalb des Niveaus des abgelaufenen Jahres 2016. Die Gesamtleistung der KTS Kunststofftechnik Schmölln GmbH lag im Geschäftsjahr 2016 mit 7,0 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die Ertrags- und Finanzlage der KTS ist dabei - aufgrund aus der Vergangenheit herrührenden Einmalbelastungen - immer noch unbefriedigend. Das Unternehmen hat sich in seinen Prozessen und Abläufen stark verbessert. Daher rechnen wir für 2017 mit nahezu unveränderten Umsatzerlösen und einem positiven Ergebnis. Die OPUS Formenbau GmbH & Co. KG hat sich im Geschäftsjahr 2016 sowohl umsatz- als auch ertragsseitig weiterhin sehr gut entwickelt. Die Umsatz- und Ertragszahlen des Unternehmens sind seit Jahren voll befriedigend. Wir erwarten auch für die kommenden Jahre ein stetiges Umsatzwachstum bei sehr zufriedenstellenden Ergebnissen. Unternehmensstrategisch will sich OPUS internationalisieren und dadurch weiteres Wachstumspotenzial erschließen. Die Taller-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2016 mit einer nahezu unveränderten Gesamtleistung von 26,6 Mio. € gegenüber 26,3 Mio. € im Vorjahr und einem ebenfalls vergleichbar hohen, positiven Betriebsergebnis wiederum akzeptabel abgeschlossen. Der Ausblick der Geschäftsleitung der Taller-Gruppe für 2017 und die folgenden Jahre ist hinsichtlich der Gesamtleistung vorsichtig optimistisch, setzt jedoch die positive Implementierung neuer Kunden und Produkte voraus. Zu dem angestrebten, ergebnisorientierten Wachstum sollen der Ausbau des OEM-Geschäfts mit Metall/Kunststoffverbindungen entscheidend beitragen. Die im Zuge der Modernisierung der Betriebsausstattung getätigten Investitionen belasten das Betriebsergebnis aber auch noch in den kommenden Jahren, so dass die Geschäftsführung mit nur geringen EBIT-Margen rechnet. Wir beabsichtigen, uns im Geschäftsjahr 2017 von der Beteiligung an der EW Hof-Gruppe zu trennen. Mit Belastungen des Ergebnisses 2017 ist aufgrund der getroffenen bilanziellen Vorkehrungen zum 31.12.2016 nicht zu rechnen. Wir erwarten allerdings auch keinen positiven Ergebnisbeitrag aus dem Abgang der Beteiligung. Das von der frako power systems GmbH & Co. KG betriebene BHKW-Geschäft wurde im Berichtsjahr eingestellt. Der Jahresfehlbetrag der fps führte - zusammen mit der außerplanmäßigen Abschreibung einer von der BDT entwickelten BHKW-Software - zu einer Belastung des Konzernergebnisses in Höhe von 1,1 Mio. €. Die Abwicklung der fps wird im Geschäftsjahr 2017 nochmals Kosten in der Größenordnung eines niedrigen sechsstelligen Eurobetrags nach sich ziehen. 4. Finanz- und Vermögenslage4.1 PortfolioentwicklungIm Zuge des 2012 vollzogenen Konzernstrategiewechsels werden Zukäufe im Beteiligungsportfolio nur noch zur gezielten Ergänzung bestehender Wertschöpfungsketten bei unseren bestehenden Tochterunternehmen verfolgt. Wir wollen unsere Beteiligungen langfristig halten und erfolgreich weiterentwickeln. Vor diesem Hintergrund gab es auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederum keine Neuinvestitionen im Beteiligungsbereich. 4.2 Investitionenscroll
Der Konzern zeigt im abgelaufenen Geschäftsjahr eine gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert hohe Investitionstätigkeit. Hierin spiegeln sich Modernisierungen der Betriebsausstattung sowie Automatisierungen zur Produktivitätssteigerung bei unseren Tochterunternehmen wider. 4.3 Finanzlage4.3.1 FinanzstrategieDie Finanzlage des Konzerns ist unverändert stabil und erlaubt uns auch weiterhin -im Interesse unserer Aktionäre - eine renditeorientierte Dividendenpolitik zu verfolgen. Die Sicherung der Liquidität aller operativen Einheiten des Konzerns hat für uns unverändert oberste Priorität. Freie Liquidität der AdCapital AG wird von uns in Zahlungsmitteln gehalten, um eine jederzeitige Verfügbarkeit der finanziellen Mittel sicherzustellen und Bewertungsrisiken auszuschließen. Die Finanzbedarfe der einzelnen Konzernunternehmen wurden im Inland bisher nahezu ausschließlich durch Bereitstellung von Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und die Einbeziehung in das Cash-Pool-System der AdCapital AG gedeckt. Im Zuge der Neuausrichtung unserer Finanzstrategie haben wir den Verschuldungsgrad des AdCapital-Konzerns im Berichtsjahr planungsgetreu erhöht. Unser Ziel ist es, eine unter Shareholder-Value-Gesichtspunkten optimierte Eigenkapitalquote auszuweisen. Wegen Einzelheiten zu den Bankkrediten verweisen wir auf die oben unter Abschnitt 1.2 Finanzielle Flexibilität gemachten Angaben. Über die tatsächlichen Inanspruchnahmen hinaus stehen uns aufgrund unserer zweifelsfreien Bonität umfangreiche freie Kreditlinien zur Verfügung. Dies ermöglicht es uns, den Wechsel der Finanzierungsstrategie zu günstigen Konditionen in Zukunft zeitnah und in jeweils optimalem Umfang umzusetzen. 4.3.2 KapitalstrukturDer AdCapital-Konzern weist folgende Kapitalstruktur auf: scroll
In Sinne der beschriebenen Finanzstrategie weist der Konzern eine gegenüber dem Vorjahr optimierte, niedrigere Eigenkapitalquote aus. 4.3.3 Cashflow / Verkürzte KapitalflussrechnungDer Cashflow des Konzerns entwickelte sich wie folgt: scroll
Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die Kapitalflussrechnung. 4.3.4 Cash-Pool-SystemAlle wesentlichen inländischen Gesellschaften des Konzerns sind in das Cash-Pooling des AdCapital-Konzerns einbezogen. Das Cash-Pool-System des Konzerns sichert den konzernzugehörigen Gesellschaften die zinsgünstige und unbürokratische Betriebsmittelfinanzierung. Es vermeidet darüber hinaus den Aufbau teurer und unnötiger flüssiger Mittel auf Ebene der Tochterunternehmen. 4.4 Vermögenslagescroll
Die Fristigkeit unseres Vermögens hat sich nur wenig verändert. Die von uns aufrechterhaltene Dividendenpolitik führte, zusammen mit unserer geänderten Finanz- und Eigenkapitalstrategie, bei der gegebenen Finanzlage des Konzerns zu einem planmäßig niedrigeren Bestand an liquiden Mitteln. 4.5 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist geordnet. Die AdCapital-Gruppe wird ihre Aufgaben, insbesondere die Finanzierung ihrer Beteiligungsunternehmen, auch in Zukunft mit den ihr zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sowie den externen Finanzpotenzialen erfolgreich wahrnehmen können. Für den Fall größerer Erweiterungsinvestitionen, wie den Zukauf neuer Beteiligungen, stehen uns erforderlichenfalls weitere Finanzierungsquellen zur Verfügung. Die Eigenkapitalquote im Konzern sowie auf Ebene der AdCapital AG ist, trotz des planmäßigen Rückgangs, immer noch überdurchschnittlich hoch. Strategisch wie operativ wurde im Geschäftsjahr 2016 der eingeschlagene Weg der Professionalisierung der Beteiligungsunternehmen auf allen Ebenen und Funktionen konsequent weiterverfolgt. Das erklärte Ziel ist es, durch schlüssige Unternehmensstrategien, Verbesserungen der internen Aufbau- und Ablauforganisationen und die stetige Weiterentwicklung bestehender und die Einführung neuer Produkte und Produktgruppen die Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligungsunternehmen sowie deren Rentabilität dauerhaft auf ein zufriedenstellendes Niveau zu heben. 5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren5.1 MitarbeiterZum 31. Dezember 2016 beschäftigte die AdCapital AG 4 (Vorjahr: 4) Mitarbeiter. Im AdCapital-Konzern waren 2016 durchschnittlich 1.323 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 1.275). Der Anstieg der durchschnittlichen Beschäftigtenzahl ist unter anderem auf den Personalaufbau im Zuge der neuen Fertigungsstätte der Erich Jaeger Mexico zurückzuführen. Die Zahl der Auszubildenden liegt bei 41 (Vorjahr: 41). Mit seinen Ausbildungsplätzen sorgen die Unternehmen für den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften und leisten damit gleichzeitig einen Beitrag, den Jugendlichen in Deutschland eine Zukunftsperspektive zu bieten. Auswahl, Förderung, Weiterbildung und Bindung von Mitarbeitern spielen für unsere Personalpolitik die zentrale Rolle. An dieser Stelle hilft die Holding mit Methoden und Werkzeugen, schafft Plattformen für den Austausch und hat ein nachhaltiges Personalentwicklungskonzept etabliert. Eine gute Aus- und Fortbildung ist Voraussetzung für den Erfolg der AdCapital AG und ihrer Beteiligungen. Wir achten darauf, neue Stellen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern zu besetzen sowie erfahrene Mitarbeiter, die sich durch ihre Kompetenz sowie Professionalität auszeichnen, als Schlüsselpersonen langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein gemeinsames Verständnis aller in der Gruppe tätigen Geschäftsführer für die qualifizierte Förderung unserer Mitarbeiter und ihre Beteiligung am betrieblichen Erfolg schafft die Grundlage für die Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmen der AdCapital-Gruppe. 5.2 Forschung und EntwicklungDie Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern betrugen im Geschäftsjahr 2016 1,9 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €). 6. Risikobericht6.1 Chancen- und RisikomanagementsystemUnsere Chancen- und Risikopolitik entspricht unserer Strategie, nachhaltig Erträge sowie Wertsteigerungen aus unseren operativen Unternehmensbeteiligungen zu erzielen. Dementsprechend vermeiden wir unangemessene Risiken. Die grundsätzliche Risikopolitik wird durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat vorgegeben. Unser Überwachungssystem zur Früherkennung von Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, besteht aus verschiedenen Informations- sowie Kontrollsystemen, mit denen wir den aktuellen Anforderungen gerecht werden. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien zur Früherkennung von Risiken beobachtet. 6.2 Risikofaktoren aus dem operativen Geschäft der Konzern- und TochtergesellschaftenAusfallrisikoAuf operativer Ebene werden Ausfallrisiken bei unseren Kunden im Rahmen eines effizienten Forderungsmanagements durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen sowie die Festlegung von Kreditobergrenzen und weiteren Kontrollverfahren auf ein unvermeidliches Maß begrenzt. In geeigneten Fällen werden Warenkreditversicherungen zum Schutz vor Forderungsausfällen abgeschlossen. In Einzelfällen wird mit Kunden eine Lieferung gegen Vorauskasse vereinbart. Risiko aus dem operativen GeschäftSowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite stehen den Konzernunternehmen häufig deutlich größere Partner gegenüber, sodass die Verhandlungsmacht beschränkt ist. Die Konzernunternehmen sind grundsätzlich bemüht, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Bei einzelnen Konzernunternehmen bestehen allerdings starke Abhängigkeiten von Großkunden. Auf der Beschaffungsseite wird das mögliche Belieferungs- beziehungsweise Ausfallrisiko des Lieferanten durch entsprechende Abnahme- beziehungsweise Belieferungsvereinbarungen zwischen Lieferant und der AdCapital-Tochtergesellschaft gesteuert. Das Risiko, dass ein Zulieferant vollständig ausfällt und nicht rechtzeitig durch einen Drittlieferanten ersetzt werden kann, schätzen wir derzeit als gering ein. Weiterhin können stark schwankende Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer und Messing, zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen operativer Tochtergesellschaften führen. Hier werden zum einen Abnahmeverträge mit Lieferanten geschlossen, die feste Kaufpreise für bestimmte Absatzmengen garantieren. Auf der anderen Seite werden mit Kunden Kaufpreisanpassungsklauseln (Materialteuerungszuschläge) vereinbart, mit denen das Rohstoffpreisrisiko auf den Kunden überwälzt wird. Zins- und WährungsrisikenBei einigen Einzelgesellschaften sind die Zinsrisiken moderat gestiegen, da diese neuerdings Bankkredite in Anspruch nehmen. Währungsrisiken des Konzerns resultieren aus Transaktionen der Konzerngesellschaften in unterschiedlichen Währungen. Insbesondere sind hiervon die Lieferungen von ausländischen Produktionsgesellschaften an deutsche Vertriebsgesellschaften betroffen. Seit dem signifikanten Rückgang des Eurokurses gegenüber den für unseren Konzern wichtigen Währungen zum Jahreswechsel 2014/15 hat sich der Euro im Wesentlichen seitwärts bewegt. Mit unserer internationalen Ausrichtung und dem stetigen Anstieg unserer Exportquote sind in Zukunft naturgemäß erhöhte Währungsrisiken zu gewärtigen. Liquidität der BeteiligungenDie Liquidität der Beteiligungen wird durch den operativen Cashflow der Gesellschaften und mittels Bereitstellung von Eigen- oder Fremdkapital durch die AdCapital AG sowie durch Finanzinstitute gedeckt. Die Liquidität der Gesellschaften wird laufend überwacht. Wesentliche Investitionsentscheidungen stehen unter dem Zustimmungsvorbehalt der AdCapital AG. Sonstige RisikenAus einem Immobilienleasingvertrag einer ehemaligen Beteiligung der AdCapital AG bestehen für uns mittelbare Risiken aus einer Bürgschaft von bis zu 2,2 Mio. €. Die für diese Bürgschaft bei der AdCapital AG vormals gebildete Rückstellung konnte schon im Geschäftsjahr 2015 vollständig aufgelöst werden, nachdem nur noch ein ganz geringfügiges Rest-Risiko der Inanspruchnahme besteht. Es bestehen bei einzelnen Beteiligungen (wechselseitige) Abhängigkeiten mit Großkunden, die zu einem dauerhaften Margendruck führen. Darüber hinaus ist damit die wirtschaftliche Entwicklung dieser Beteiligungen eng mit der des Kunden verknüpft. Wie im Anhang unter Abs. 7 dargestellt, ist unser Beteiligungsunternehmen Taller Schadensersatzansprüchen seitens eines wichtigen Bestandskunden ausgesetzt. Wie dort ausgeführt, halten wir und die Geschäftsführung der Taller GmbH die Ansprüche schon dem Grunde nach als nicht gegeben an und beabsichtigen diese mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln insgesamt abzuwehren. Daraus kann sich ein Risiko der Beeinträchtigung der Geschäftsbeziehungen des Unternehmens mit diesem Kunden ergeben. Aufgrund des bisherigen, bedeutenden Lieferumfangs ist in diesem Zusammenhang ein nicht unerhebliches Risiko der künftigen Entwicklung der Taller GmbH gegeben. Ein den Bestand des Unternehmens oder der AdCapital AG beziehungsweise des AdCapital-Konzerns gefährdendes Risiko sehen wir darin hingegen als nicht gegeben an. Weitere, durch bilanzielle Bewertungsabschläge unseres Erachtens allerdings ausreichend berücksichtigte Bewertungsrisiken könnten sich insbesondere bei unseren Bestandsimmobilien ergeben. Hierbei ist besonders dem möglichen Ausfall von Mietern Beachtung zu schenken. Auch sind die Verwertungschancen für die Gewerbeimmobilien, die sich vorwiegend in strukturschwachen Regionen Deutschlands befinden, grundsätzlich schwierig. Risikofaktoren aus Geld- und WertpapieranlagenDie zum Bilanzstichtag verbliebenen Geldanlagen bestehen bei der BW-Bank sowie der Deutschen Bank. Aufgrund des Verkaufs unserer Restbestände an Wertpapieren Anfang Februar 2014 bestehen keine Risikofaktoren mehr aus Geld- und Wertpapieranlagen. 6.3 Gesamtaussage zur Risikosituation des KonzernsAuf Basis der durchgeführten Risikobewertung bestehen zurzeit nach Auffassung des Vorstands keine materiellen oder bestandsgefährdenden Risiken für den AdCapital-Konzern. Das Unternehmen ist von der Werthaltigkeit seiner Einzelbeteiligungen abhängig. Die erkennbaren Risiken wurden nach umfassenden, kontinuierlichen Einzelanalysen aller Beteiligungen auf Basis der Einzelabschlüsse durch Bewertungsabschläge auf die betreffenden Vermögensgegenstände und die Bildung von angemessenen Rückstellungen berücksichtigt. 7. AbhängigkeitsberichtZwischen dem mit über 50 % beteiligten Aktionär Herrn Günther Leibinger und der AdCapital AG besteht kein Beherrschungsvertrag. Herr Leibinger ist auch an anderen Unternehmen beteiligt. Daher war der Vorstand der AdCapital AG zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG verpflichtet. Der Vorstand erklärt, dass die AdCapital AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in denen das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde. 8. Chancen- und Prognosebericht8.1 Erwartete Entwicklung der Ertrags- und FinanzlageDie in Abschnitt 2, Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen, beschriebenen, insgesamt positiven Konjunkturaussichten im In- und Ausland dürften dazu beitragen, dass unsere insgesamt positiven Erwartungen für 2017 eintreffen. Für 2017 erwarten wir einen hauptsächlich von der Erich Jaeger-Gruppe getragenen Anstieg der Gesamtleistung. Das operative Ergebnis erwarten wir aufgrund der vollständigen Abdeckung der Risiken aus unserer Beteiligung an der EW Hof-Gruppe im Jahresabschluss 2016 sowie der Beendigung unserer BHKW-Aktivitäten gegenüber 2016 als stark verbessert. Dabei haben wir auch berücksichtigt, dass Erich Jaeger im Jahr 2017 noch signifikante Aufwendungen für den Aufbau der Fertigung in Mexiko zu tragen hat. Weiterhin gehen wir bei unserer Prognose davon aus, dass die geo- und europapolitischen Risiken nicht zum Tragen kommen, somit keinen wesentlichen negativen Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung in den für uns relevanten Absatz- und Beschaffungsmärkten haben werden. Unser nach dem Verkauf der Wertpapierbestände ausschließlich in liquiden Mitteln bestehendes Finanzvermögen wird uns zukünftig keine nennenswerten Finanzerträge einbringen. Zusammengefasst gehen wir davon aus, im Jahr 2017 ein positives und - wegen des Wegfalls der das Jahr 2016 ganz erheblich beinträchtigenden Sondereffekte aus EW Hof und dem Bereich BHKW - gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 stark verbessertes Jahresergebnis erzielen zu können. Unsere Prognosen des Vorjahres sind aufgrund der im Zusammenhang mit der EW Hof-Gruppe entstandenen Verluste nicht wie erwartet eingetreten. 8.2 Chancen und RisikenMegatrends wie die weitere Industrialisierung der Schwellenländer in Asien oder die in Deutschland eingeleitete Energiewende, der Trend zu e-mobility, das Internet der Dinge und die Entwicklungen unter dem Stichwort Industrie 4.0 bieten zusätzliche Chancen und Risiken für das operative Geschäft unserer Beteiligungen. Insbesondere in den Wachstumsmärkten der alternativen Energiegewinnung sowie der Optimierung des Energieverbrauchs bei industriellen Anwendungen haben wir uns bereits als Zulieferer positioniert und werden weitere Chancen nutzen, um mit innovativen Produkten sowie Dienstleistungen am Wachstum in diesem Industriesegment zu partizipieren. Vom Trend zur e-mobility im Bereich Automotive sind wir dagegen kaum betroffen, da wir im Geschäftsbereich "Antriebsstrang Verbrennungsmotoren" nicht tätig sind. 9. SchlussbemerkungenDieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen und Informationen. Diese Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie beispielsweise "erwarten", "planen", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren Erwartungen beziehungsweise den Erwartungen der Prognoseexperten des Euro-Systems auf der Basis bestimmter Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der AdCapital AG liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des AdCapital-Konzerns. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen des AdCapital-Konzerns wesentlich von in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen können.
Tuttlingen, 15. März 2017 AdCapital AG Hans-Jürgen Döringer Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat die Arbeit des Vorstands im Geschäftsjahr 2016 entsprechend den ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben überwacht und beratend begleitet. Er hat sich im Berichtsjahr anhand schriftlicher und mündlicher Berichte des Vorstands in fünf Sitzungen, in Besprechungen einzelner Aufsichtsratsmitglieder mit dem Vorstand sowie fernmündlich eingehend über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, den Geschäftsverlauf sowie über grundlegende Fragen der Geschäftspolitik unterrichten lassen. Gegenstand der Berichterstattung und der Beratungen waren insbesondere die Geschäftsentwicklung der AG und der konzernangehörigen Gesellschaften, die laufende Überprüfung der bestehenden operativen Engagements, strategische Optionen einzelner Beteiligungen und der AdCapital-Gruppe insgesamt, verschiedene M&A-Projekte, die planmäßige Hereinnahme von Bankkrediten zur Optimierung der Kapitalstruktur sowie das Risikomanagementsystem. Nach intensiven Beratungen über die bestehenden Engagements in die EW Hof-Gruppe und das Unternehmen fps hat der Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat entschieden, sich von der EW Hof-Gruppe zu trennen beziehungsweise das BHKW-Geschäft der fps in einem geordneten Verfahren zu beenden. Die Entscheidungen zogen erhebliche bilanzielle Vorkehrungen zum Geschäftsjahresende nach sich, die am Ende der Beratungen nach übereinstimmender Auffasssung von Vorstand und Aufsichtsrat unumgänglich geworden sind. Weitere Schwerpunkte der Beratungen ergaben sich im Laufe des Geschäftsjahres 2016 im Zuge verschiedener, beide Richtungen betreffende, Merger & Aquisition-Projekte, die sich bei der Überprüfung jedoch als nicht opportun erwiesen haben. Der Aufsichtsrat ließ sich desweiteren über den Stand der Errichtung der Erich Jaeger-Fertigungsstätte in Mexiko informieren. Mit dem planmäßigen Produktionsstart im November 2016 berichtete der Vorstand über die Realisierung eines wichtigen Meilensteins bei der Erschließung des nordamerikanischen Marktes durch die Erich Jaeger-Gruppe. Außerdem diskutierten Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer Sitzung vom Dezember diverse Geschäftsstrategieoptionen zur Steigerung des Shareholder-Value unserer Beteiligungen beziehungsweise des AdCapital-Konzerns insgesamt. Alle Geschäfte, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsgemäßer Bestimmungen der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, sind dem Aufsichtsrat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt worden. Der Aufsichtsrat konnte sich davon überzeugen, dass der Vorstand die Geschäfte ordnungsgemäß führt. Der Vorstand hat die Aufsichtsratsvorsitzende laufend über alle wichtigen Geschäftsvorfälle und die Entwicklung der Finanzkennzahlen informiert. Ausschüsse des Aufsichtsrats wurden nicht gebildet. Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses 2016Die von der Hauptversammlung der AdCapital AG am 12. Mai 2016 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählte Baker Tilly Roelfs AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, wurde von der Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich mit der Prüfung der Rechnungslegung beauftragt, nachdem sie der Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich bestätigt hatte, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten. Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2016 sowie der Konzernlagebericht wurden vom Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der AdCapital AG, den Konzernlagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht geprüft. Die die Prüfungstestate unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer haben an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 29. März 2017 teilgenommen, ausführlich über die Prüfung des AG- und Konzernabschlusses berichtet und die vom Aufsichtsrat gestellten Fragen beantwortet. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Jahresabschlüsse der AdCapital AG sowie des AdCapital-Konzerns in der Bilanzsitzung ausführlich erörtert. Der Aufsichtsrat erklärt hiernach, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen zu erheben sind und er den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss zum 31.12.2016 sowie den Konzernlagebericht 2016 billigt. Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2016 wurde damit festgestellt. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende in Höhe von 0,25 € je Aktie auszuschütten. AbhängigkeitsberichtDer Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG erstellt und dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht wurde gemäß § 313 AktG auch vom Abschlussprüfer geprüft. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis des Abschlussprüfers an. Aufsichtsrat und Abschlussprüfer haben danach befunden, dass 1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und 2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Abhängigkeitsberichts ist der Aufsichtsrat der Ansicht, dass die Feststellungen des Vorstands zutreffend sind und daher keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Ende des Berichts zu erheben sind. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Geschäftsführern sowie allen konzernangehörigen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit.
Tuttlingen, 29. März 2017 Dr. Sonja Leibinger Vorsitzende des Aufsichtsrats Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2016der AdCapital AG, TuttlingenAlle Angaben in T€AKTIVAscroll
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Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016der AdCapital AG, TuttlingenAlle Angaben in T€scroll
Konzerneigenkapitalspiegel zum 31.12.2016der AdCapital AGAlle Angaben in TEURscroll
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Konzernkapitalflussrechnung für 2016scroll
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Umgliederung entsprechend DRS 21. Konzernanhang FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 20161. Allgemeine Informationen zum UnternehmenDie AdCapital AG ist eine Industrieholding mit Investitionsschwerpunkt auf den Branchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive. Die AdCapital AG ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 225669 eingetragen. Seit dem 27. August 2010 wird die Aktie im Entry Standard geführt. Die Gesellschaft fällt daher nicht unter die für kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne von § 264 d HGB geltenden Vorschriften des HGB. Mit dem Wegfall des Börsensegments Entry Standard im März dieses Jahres werden die Aktien der Gesellschaft am Basic Board der Börse Frankfurt/M. gehandelt. Sitz der AdCapital AG ist in Deutschland, 78532 Tuttlingen, Daimlerstraße 14. 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden2.1 Grundlagen für die Erstellung des AbschlussesDie im Konzernabschluss verwendete Währung ist EUR (€). Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich in TEUR (T€). Nach § 290 HGB hat die AdCapital AG einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht zu erstellen. Der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2016 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Konzernanhang gesondert ausgewiesen. Im Interesse der Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke wie auch die Vermerke, welche wahlweise in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang vorzunehmen sind, insgesamt im Anhang dargestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. 2.2 Angewandte Bilanzierungs- und BewertungsmethodenSelbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Der aktivierte Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren, noch bis einschließlich des Jahres 2020, abgeschrieben. Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Zur Bemessung der Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Gebäude 10 bis 50 Jahre, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15 Jahre. Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im Anlagespiegel als Abgang ausgewiesen. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, falls dies notwendig ist, um immaterielle Vermögensgegenstände oder Sachanlagen mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Stichtag beizulegen ist. Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt, wenn dieser voraussichtlich von Dauer ist. Bei den Vorräten erfolgt der Wertansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten beziehungsweise zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder am Bilanzstichtag beizulegenden Wert. Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet worden. Diese beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Zuschläge für Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die anteiligen Abschreibungen auf Fertigungsanlagen sowie Verwaltungskosten des Material- sowie Fertigungsbereichs sind ebenfalls in den Herstellungskosten enthalten. Bestandsrisiken aufgrund mangelnder Gängigkeiten oder langer Lagerreichweiten werden durch Abwertungen berücksichtigt. Die Bewertung der Forderungen erfolgt zum Nominalbetrag. Den Wertminderungen zweifelhafter beziehungsweise uneinbringlicher Forderungen wird durch entsprechende Einzelabwertungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine Pauschalabwertung berücksichtigt. Auf eine Abzinsung unverzinslicher oder niedrig verzinslicher Forderungen wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise kurzer Restlaufzeiten verzichtet. Sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung der Art des Vermögensgegenstands, ausgehend von den Anschaffungskosten beziehungsweise dem Nennwert, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen, bewertet. Grundlage für die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens sind die Anschaffungskosten einschließlich der Nebenkosten. Eine Abschreibung erfolgt auf Basis des niedrigeren beizulegenden Werts (Börsen- oder Marktpreis) zum Abschlussstichtag unter Berücksichtigung der Verkaufsspesen. Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert. Die Vorschriften des BilMoG und die damit einhergehenden Zuführungsbeträge wurden vollständig zum 1. Januar 2010 berücksichtigt. Für die Bewertung wurde die Projected-Unit-Credit-Methode mit den Richttafeln "2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Für die Berechnung der Rückstellungen wird ein Rententrend zwischen 1,0 und 1,5 % zugrunde gelegt. Für die Abzinsung werden die gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB von der Deutschen Bundesbank ermittelten und monatlich veröffentlichten Zinssätze angewandt (aktuell: zwischen 3,33 und 3,99 %, im Vorjahr 3,29 und 3,91 %). Hierbei wird in drei von vier Fällen von den betriebsindividuellen durchschnittlichen Restlaufzeiten der Pensionsansprüche ausgegangen. In einem Fall konnte die in § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB vorgesehene durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren zugrunde gelegt werden. Gemäß § 246 Abs. 2 HGB erfolgt eine Saldierung von Schulden mit Vermögensgegenständen, soweit diese ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. In einem Fall wurde eine Pensionsverpflichtung gemäß den abgeschlossenen Pensionsvereinbarungen (Gehaltsumwandlungen) in Höhe der mitgeteilten Aktivwerte der abgeschlossenen kapitalgedeckten Lebensversicherungen zum Stichtagswert angesetzt. Die diesbezüglichen Forderungen und Verbindlichkeiten und die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen und Erträge stellen eine Bewertungseinheit im Sinne § 254 Satz 1 HGB dar. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Verbindlichkeiten sind zu ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag bilanziert. Rückstellungen oder unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Latente Steuern werden nach dem sogenannten Temporary Concept gebildet. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden nicht gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden insgesamt saldiert. Bei Vorliegen eines rechnerischen Überhangs von aktiven latenten Steuern wird dieser nicht bilanziert, es sei denn, es besteht gemäß § 306 HGB eine Aktivierungspflicht. 2.3 Konsolidierungskreis und -methodenDer Konzernabschluss beinhaltet die AdCapital AG, Tuttlingen, sowie die wesentlichen verbundenen Unternehmen, bei denen die AdCapital AG unmittelbar oder mittelbar 50 % oder mehr der Stimmrechte hält oder auf andere Weise einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Somit waren in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 neben der AdCapital AG insgesamt 21 (Vorjahr: 20) Gesellschaften einzubeziehen. Hinzugekommen ist die für den US-amerikanischen Markt errichtete Fertigungsstätte Jaeger Mexico. Es werden insgesamt vier Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen beziehungsweise ohne Geschäftsbetrieb unter Anwendung des § 296 Abs. 2 HGB wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Auch bei zwei assoziierten Gesellschaften wird auf die Einbeziehung auf der Grundlage der Equity-Methode wegen Unwesentlichkeit verzichtet. Eine vollständige Auflistung der konsolidierten Unternehmen ist im Anhang gesondert enthalten. Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sind dementsprechend nach den für alle Konzernunternehmen einheitlich geltenden Konzernbilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien angesetzt worden. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode. Die während des Jahres erworbenen oder verkauften Beteiligungen werden ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt beziehungsweise bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in den Konzernabschluss aufgenommen. Die Anschaffungskosten einer Unternehmenstransaktion werden nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt, zuzüglich der direkt zurechenbaren Erwerbskosten, bemessen. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten werden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang etwaiger Minderheitsanteile am Eigenkapital. Der Überschuss der Anschaffungskosten der Unternehmensakquisition über den Nettowert der anteiligen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird als Geschäfts- und Firmenwert ausgewiesen. Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle und Salden werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Zwischenergebnisse im Sinne von § 304 HGB werden eliminiert, soweit diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind. 3. WährungsumrechnungDie Aktiv- und Passivposten der in fremder Währung aufgestellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden jeweils zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die aus der Währungsumrechnung resultierenden Differenzen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem "Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung" gesondert ausgewiesen. Währungsumrechnungsdifferenzen aus den Schuldenkonsolidierungen werden grundsätzlich erfolgswirksam behandelt und in die sonstigen betrieblichen Erträge beziehungsweise Aufwendungen eingestellt. 4. Angaben und Erläuterungen zur Konzernbilanz4.1 AnlagevermögenDie Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel dargestellt. Zugänge erstmals konsolidierter Gesellschaften beziehungsweise Abgänge von veräußerten Gesellschaften werden unter den Anschaffungskosten und unter den Abschreibungen gesondert ausgewiesen. Das Anlagevermögen gliedert sich wie folgt: scroll
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Der Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung betrifft die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH; er wird noch bis zum Jahr 2020 jährlich in Höhe von 240 T€ abgeschrieben. Für den Firmenwert der FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH wird aufgrund konstanter Rahmenbedingungen nach Erwerb des Unternehmens, insbesondere fortbestehender Absatz- und Beschaffungsverträge sowie des langlebigen Produktportfolios, eine Nutzungsdauer von 15 Jahren zugrunde gelegt. scroll
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4.2 VorräteDie Vorräte gliedern sich wie folgt: scroll
4.3 Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt: scroll
4.4 WertpapiereBei den Wertpapieren handelt es sich um den Restbestand an sonstigen Wertpapieren aus dem aufgegebenen Bereich Asset Management. 4.5 ZahlungsmittelIn den Zahlungsmitteln in Höhe von 8.428 T€ (Vorjahr 13.638 T€) sind Kassenbestände, Postbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks enthalten. 4.6 RechnungsabgrenzungspostenDer Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 246 T€ (Vorjahr 342 T€) beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen. Disagio ist wie schon im Vorjahr keines enthalten. 4.7 EigenkapitalAuf die gesonderte Darstellung der Veränderung des Eigenkapitals wird verwiesen. Gezeichnetes Kapital und KapitalrücklageDas Grundkapital beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 41.700 T€. Das Grundkapital ist in 14.000.000 nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt, die auf den Inhaber lauten. Jede Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 2,98 € (Vorjahr: 2,98 €). Im Umlauf befindliche AktienIm Jahr 2009 wurden 371.116 eigene Aktien erworben und in Höhe der Anschaffungskosten von 2.269 T€ direkt gegen die Gewinnrücklagen verrechnet. Der Betrag am Grundkapital beträgt 1.105 T€. Im Geschäftsjahr 2015 hat die AdCapital AG damit begonnen, die eigenen Aktien interessewahrend und kursschonend an der Börse zu veräußern. Im Jahr 2016 wurden 193.633 Stück (Vorjahr: 119.053 Stück) eigene Aktien zu einem Verkaufserlös von 948 T€ (Vorjahr: 586 T€) veräußert. Der Verkaufserlös wurde ohne Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung direkt in die Gewinnrücklagen eingestellt. Es werden danach insgesamt noch 58.430 Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 174 T€ von der AdCapital AG selbst gehalten. Dies entspricht einem Anteil von 0,4 % am Grundkapital. Somit befinden sich zum Bilanzstichtag 13.941.570 Aktien im Umlauf. Die Kapitalrücklage beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 4.592 T€. 4.8 Erwirtschaftetes KonzerneigenkapitalDie Gewinnrücklagen und das erwirtschaftete Konzerneigenkapital betragen 15.987 T€ (Vorjahr 24.051 T€). Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital beinhaltet die Jahresergebnisse der Konzernunternehmen (ohne Fremdanteile an den Jahresergebnissen), die eigenkapitalwirksamen Konsolidierungsbuchungen sowie die Entnahmen aus den Gewinnrücklagen der AdCapital AG abzüglich der ausbezahlten Dividenden an die Aktionäre der AdCapital AG sowie an die beteiligten Fremdgesellschafter. Wegen Einzelheiten verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel. 4.9 Ausgleichsposten aus FremdwährungsumrechnungUnterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung haben sich für ausländische Beteiligungen in Tschechien, der Türkei, den USA, China, Hongkong und Mexiko ergeben. 4.10 Anteile anderer GesellschafterDie Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen betreffen insbesondere die Jaeger Poway Automotive Systems Ltd. (Shenzhen), die Jaeger Poway Ltd. und die OPUS Formenbau GmbH & Co. KG. 4.11 Rückstellungenscroll
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen berücksichtigen Ansprüche von (ehemaligen) Geschäftsführern und Mitarbeitern diverser Konzerngesellschaften. Erfüllungsbeträge für Pensionsverpflichtungen wurden mit dem Zeitwert der bestehenden Rückdeckungsversicherung saldiert, sofern die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 HGB beziehungsweise die Voraussetzungen für die Zusammenfassung zu einer Bewertungseinheit vorlagen. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände ergeben sich aus den in der Vergangenheit ratierlich zugeführten Beiträgen zur Rückdeckungsversicherung. scroll
Die Pensionsauszahlungen im Konzern betrugen im Berichtsjahr 243 T€ (Vorjahr: 228 T€). Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 265 T€. Die Steuerrückstellungen betreffen noch nicht veranlagte Geschäftsjahre. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalaufwendungen, Gewährleistungsaufwendungen, Jahresabschluss- und Prüfungskosten, Rechts- und Beratungskosten und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Dritten gebildet. 4.12 VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt: scroll
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 865 T€ (Vorjahr: 690 T€) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 652 T€ (Vorjahr: 653 T€) enthalten. Von den Verbindlichkeiten waren durch Grundpfandrechte und andere Sicherheiten 2.887 T€ (Vorjahr: 3.199 T€) besichert. 4.13 Latente SteuernDer § 274 HGB sieht grundsätzlich ein Wahlrecht für den Ansatz aktiver latenter Steuern vor. Die Aktivierung latenter Steuern ist mindestens jedoch in Höhe des Betrags der passiven latenten Steuern vorzunehmen. Von dem Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB wurde kein Gebrauch gemacht. Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 163 T€ (Vorjahr: 118 T€), im Wesentlichen resultierend aus der Zwischengewinneliminierung, wurden mit den passiven Latenzen aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie aus der Schuldenkonsolidierung in Höhe von 180 T€ (Vorjahr: 198 T€) verrechnet. Der passive Überhang und damit die passiven latenten Steuern betragen danach 17 T€ (Vorjahr 80 T€). Bei der Bewertung der latenten Steuern kamen Steuersätze zwischen 12 % und 30 % zur Anwendung. Die Änderung der latenten Steuern lässt sich wie folgt darstellen: scroll
Eine Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgte nicht. 5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung5.1 UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse gliedern sich regional wie folgt: scroll
Wegen der erstmaligen Anwendung des BilRUG sind im Geschäftsjahr 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 498 T€ enthalten, deren vergleichbare Beträge im Vorjahr noch unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen worden sind. Die Vorjahreszahlen sind insoweit nur eingeschränkt vergleichbar. 5.2 Sonstige betriebliche Erträgescroll
Insgesamt waren periodenfremde Erträge in Höhe von 418 T€ (Vorjahr: 2.136 T€) zu verzeichnen. Sie betrafen die Auflösung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen (26 T€; Vorjahr: 231 T€) und die Auflösung von Rückstellungen (392 T€; Vorjahr: 1.905 T€). 5.3 Materialaufwandscroll
5.4 Personalaufwand / Mitarbeiterzahlscroll
Die Mitarbeiterzahl ergibt sich im Jahresdurchschnitt wie folgt: scroll
Bei den direkten Mitarbeitern handelt es sich um Personen, welche direkt am Produktionsprozess beteiligt sind. 5.5 a.) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagenscroll
Die Abschreibungen enthalten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.558 T€. Darin enthalten sind diverse Abschreibungen der EW Hof-Gruppe in Höhe von 1.118 T€ sowie außerplanmäßige Abschreibungen der BDT von 403 T€. b.) Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die üblichen Abschreibungen überschreitenscroll
Die Abschreibungen betreffen die EW Hof-Gruppe. Wir verweisen auf die Angaben unter Abschnitt 5.8. dieses Anhangs. 5.6 Sonstige betriebliche Aufwendungenscroll
Periodenfremde Aufwendungen ergaben sich in Höhe von 177 T€ (Vorjahr: 476 T€). Sie beinhalten Forderungsverluste, Zuführungen zu den Einzel- und Pauschalabwertungen zu Forderungen und sonstige aperiodische Kosten. 5.7 Finanzergebnisscroll
Für Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen sind 126 T€ (Vorjahr: 382 T€) angefallen. 5.8 Außerordentliches Ergebnis / Außergewöhnliche Aufwendungen und ErträgeNach Einführung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) dürfen im handelsrechtlichen Jahresabschluss keine außerordentlichen Aufwendungen oder Erträge mehr ausgewiesen werden. An die Stelle dieser Posten treten nunmehr die Anhangangaben zu Aufwendungen und Erträgen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung (§ 285 Nr.31 HGB). Diesbezüglich verweisen wir auf die oben unter Abschnitt 5.5 a.) und 5.5 b.) gemachten Angaben zu den außerplanmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens (1.558 T€) sowie den Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die üblichen Abschreibungen überschreiten (1.437 T€). Die außergewöhnlichen Aufwendungen sind im Wesentlichen auf die EW Hof-Gruppe zurückzuführen: Wie im Konzernlagebericht des Vorjahrs unter Abschnitt 7. Nachtragsbericht erläutert, wurden bei der EW Hof-Gruppe im Geschäftsjahr 2016 Maßnahmen zur Unternehmenssanierung eingeleitet. Die Umsetzung des Sanierungskonzepts dauert zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung noch an. Daneben stehen wir in laufenden Gesprächen mit verschiedenen Investoren mit dem Ziel, die Unternehmensgruppe im Ganzen oder in Teilen zu veräußern. Die EW Hof-Gruppe erwirtschaftet indessen weiterhin operative Verluste. Angesichts der Lage der Unternehmensgruppe und unserer Veräußerungsabsicht gehen wir davon aus, dass die EW Hof-Gruppe im Laufe des Jahres 2017 aus dem Konsolidierungskreis des AdCapital-Konzerns ausscheidet. Im Rahmen zulässiger, bilanzpolitischer Spielräume wurden im vorliegenden Konzernabschluss deshalb sämtliche noch bestehenden Risiken dieser Beteiligung für die AdCapital AG beziehungsweise den AdCapital-Konzern durch geeignete Bewertungsmaßnahmen vollständig abgebildet. Durch Abschreibungen in Höhe von 2,56 Mio. € - Abschreibungen bei den Sachanlagen (1,11 Mio. €) und der Vorräte (1.44 Mio. €) - und dem laufenden Verlust des Geschäftsjahres 2016 der EW Hof-Gruppe in Höhe von 1,5 Mio. € wurde das Konzernergebnisses 2016 in Höhe von insgesamt 4,06 Mio. € durch die Beteiligung an der EW Hof-Gruppe belastet. Das Verlustpotenzial, wie wir es im Konzernlagebericht 2015 beziffert haben, wurde somit in voller Höhe realisiert. Weitere Risiken aus unserer Beteiligung an EW Hof bestehen danach allerdings nicht mehr. Da wir über die bereits geleisteten Finanzmittel hinaus der EW Hof-Gruppe keine weiteren Finanzierungsleistungen mehr gewähren, werden im laufenden Geschäftsjahr 2017 auch keine neuen Risiken für die AdCapital AG oder den Konzern entstehen. Die mögliche Endkonsolidierung der EW Hof-Gruppe im Jahr 2017 wird keinen Abgangsverlust nach sich ziehen. Wir rechnen allerdings auch nicht mit einem Gewinn aus dem Abgang der EW Hof-Gruppe. Im Vorjahr wurde ein negatives außerordentliches Ergebnis in Höhe von 202 T€ ausgewiesen. Dieses betrifft Restrukturierungsmaßnahmen bei der KTS Kunststofftechnik Schmölln GmbH (100 T€), der frako power systems GmbH & Co. KG (78 T€) sowie der EW Hof Antriebe und Systeme GmbH (22 T€). Der Betrag wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016 in der Vorjahresspalte in die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umgegliedert. 5.9 Steuern vom Einkommen und Ertragscroll
6. BewertungseinheitFür ein ehemaliges Vorstandsmitglied der AdCapital AG wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 436 T€ (Vorjahr: 605 T€) gebildet. Die Höhe der Pensionszusage orientiert sich am Wert einer kapitalgedeckten Lebensversicherung. Pensionsrückstellung und Lebensversicherung sind somit wertmäßig identisch. Wertänderungen gleichen sich zu 100 % aus. Gemäß § 254 Satz 1 HGB werden die kapitalgedeckte Lebensversicherung und die Pensionszusage zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Der zum Bilanzstichtag festgestellte Aktivwert der Lebensversicherung (436 T€) und die entsprechende Rückstellung für Pensionsansprüche sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge (20 T€) aus dem zu verrechnenden Vermögen wurden zum 31. Dezember 2016 saldiert. 7. Haftungsverhältnisse und außerbilanzielle Geschäfte / sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen des AdCapital-Konzerns ergeben sich wie folgt: scroll
Produkthaftungsansprüche gegen die Taller GmbHDas Beteiligungsunternehmen Taller sieht sich einem bedeutenden Kunden gegenüber Schadensersatzansprüchen aus der Produkthaftung ausgesetzt. Die vom Kunden behauptete Schadensersatzforderung beläuft sich auf einen Betrag im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich und bezieht sich auf beim Kunden angeblich entstandene Schäden aufgrund behaupteter Mängel bestimmter Lieferungen der Taller GmbH im Zeitraum 2008 bis 2013. Nach eingehender technischer und rechtlicher Prüfung des Sachverhaltes durch die technische Abteilung des Unternehmens und einer renommierten Anwaltskanzlei kommen wir zu dem Ergebnis, dass die erhobenen Ansprüche unbegründet sind und auch im theoretischen Fall eines Rechtsstreites mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vor Gericht nicht durchsetzbar sind. Der Vorstand der AdCapital AG sowie die Geschäftsführung der Taller GmbH sehen demnach in Übereinstimmung mit ihren rechtlichen Beratern keine Anhaltspunkte für konkrete Haftungsrisiken und haben entsprechend von der Bildung einer Rückstellung im Einzelabschluss der Taller GmbH oder im Konzernabschluss abgesehen. Wegen möglicher Reaktionen des Kunden hinsichtlich des Umfangs und der Konditionen der künftigen Geschäftsbeziehung und der daraus resultierenden Risiken der künftigen Entwicklung der Taller GmbH verweisen wir auf die Ausführungen im Konzernlagebericht, Abschnitt "Sonstige Risiken". Aus einer gesamtschuldnerischen Haftung für einen langfristigen Immobilienvertrag bestehen per 31. Dezember 2016 Verpflichtungen in Höhe von 2.210 T€ (Vorjahr: 2.610 T€). Unseres Erachtens besteht derzeit kein Risiko der Inanspruchnahme des Konzerns. Weitere, nicht in Konzernbilanz oder -anhang enthaltene Geschäfte beziehungsweise Verpflichtungen bestehen nicht. 8. NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AdCapital AG beziehungsweise auf den AdCapital-Konzern ausgehen kann, haben sich nicht ereignet. 9. VorstandVorstand der Gesellschaft ist: Herr Hans-Jürgen Döringer, Dipl.-Ökonom In Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Vorstandsbezüge. Für ein ehemaliges Vorstandsmitglied der AdCapital AG wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 436 T€ (Vorjahr: 605 T€) gebildet. Die Höhe der Pensionszusage orientiert sich am Wert einer kapitalgedeckten Lebensversicherung. Pensionsrückstellung und Lebensversicherung sind somit wertmäßig identisch. Wertänderungen gleichen sich zu 100 % aus. Gemäß § 254 Satz 1 HGB werden die kapitalgedeckte Lebensversicherung und die Pensionszusage zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Der zum Bilanzstichtag festgestellte Aktivwert der Lebensversicherung (436 T€) und die entsprechende Rückstellung für Pensionsansprüche sowie die zugehörigen Aufwendungen und Erträge (20 T€) aus dem zu verrechnenden Vermögen wurden zum 31. Dezember 2016 saldiert. 10. AufsichtsratIn den Aufsichtsrat sind/waren berufen: VorsitzendeFrau Dr. Sonja Leibinger, Selbstständige Rechtsanwältin Stellv. VorsitzenderHerr Maximilian Bernau, Selbstständiger Rechtsanwalt Weiteres MitgliedHerr Hans-Joachim Holstein, Unternehmensberater Im Geschäftsjahr 2016 sind Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 80 T€ (Vorjahr: 80 T€) angefallen. 11. Gesamthonorar des Abschlussprüfersscroll
12. Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden PersonenDie AdCapital AG hat mit ihr nahestehenden Unternehmen und Personen keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen geschlossen. 13. Konzernunternehmen der AdCapital AG, konsolidiert auf der Grundlage der Vollkonsolidierung (Beteiligungen mit 50 % und höher)In den Konzernabschluss sind neben der AdCapital AG die folgenden 21 Unternehmen einbezogen worden: scroll
14. Konzernunternehmen der AdCapital AG, nicht konsolidiertscroll
15. Assoziierte Unternehmen der AdCapital AG, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetscroll
16. Ergebnisverwendungsvorschlag der MuttergesellschaftDer Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2016 weist einen Bilanzgewinn von 3.500 T€ aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: scroll
Ein möglicher Restbetrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. 17. Sonstige AngabenDer Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 wird beim Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart hinterlegt und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.
Tuttlingen, den 15. März 2017 Hans-Jürgen Döringer Vorstand AdCapital AGKonzernanlagespiegel zum 31. Dezember 2016scroll
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Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der AdCapital AG, Tuttlingen, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel - und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Stuttgart, den 15. März 2017 Baker Tilly Roelfs AG Peter Schill, Wirtschaftsprüfer Marius Henkel, Wirtschaftsprüfer |
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