AdCapital AG

Tuttlingen

Konzernabschluss 2020

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020

des AdCapital-Konzerns

1. Der AdCapital-Konzern

1.1 Geschäftstätigkeit und Investitionsfokus

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der AdCapital AG liegt unverändert gegenüber dem Vorjahr auf dem Industriegeschäft unserer Beteiligungen.

Unser Anteilsportfolio besteht im Wesentlichen aus fünf Einzelunternehmen und einer Unternehmensgruppe:

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Wesentliche Beteiligung Branche
Bavaria Digital Technik GmbH (BDT) Geräte- und Anlagenbau, Elektrotechnik
Erich Jaeger GmbH & Co. KG (Unternehmensgruppe) Automotive
FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH Elektrotechnik
KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH (KTS) Kunststoffverarbeitung
OPUS Formenbau GmbH & Co. KG Formen- und Werkzeugbau
Taller GmbH Elektrotechnik

Die Jaeger-Gruppe ist mit einem Umsatzanteil von über 50 % nach wie vor die dominierende Beteiligung im AdCapital-Konzern.

1.2 Konzernstrategie, Unternehmenssteuerungs- und Überwachungssystem

Konzernstrategie

Beteiligungen

Die AdCapital AG versteht sich als Industrieholding mit ausgeprägter strategischer und operativer Steuerungs- und Überwachungsfunktion in Bezug auf ihre Beteiligungsunternehmen. Der strategische Schwerpunkt der Unternehmensgruppe wurde in den letzten Jahren Schritt für Schritt auf den Bereich Automotive mit der Kerngesellschaft Erich Jaeger verlagert.

Die Beteiligungen werden von uns bei Strategie-, Finanzierungs-, Prozess- und Organisationsfragen intensiv beraten. Unsere fundierten Branchenkenntnisse und unser enges Netzwerk in den Bereichen Finanzen, Steuern und Recht unterstützen unsere Unternehmen bei geschäftsstrategischen Entscheidungen und entlasten sie in den indirekten Bereichen.

Um sich bietende Synergien zu nutzen, haben wir die organisatorische Eingliederung in den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen unserer Beteiligungsunternehmen bis heute konsequent vorangetrieben und konzernweit einheitliche Strategie-, Steuerungs- und Planungsgrundsätze eingeführt.

Wir sehen uns als unternehmerischen Partner, der neben Eigen- und Fremdkapital unternehmerisches Know-how beisteuert und selbst eine mittelständisch geprägte Unternehmenskultur einbringt. Bei aller Integration setzen wir dabei bewusst auf die Eigenständigkeit der Unternehmen und ihrer Geschäftsführer im operativen Bereich und respektieren individuelle Unternehmenskulturen.

Die Ziele für unsere Beteiligungen sind die Stärkung der jeweiligen Markt- und Wettbewerbsposition, die Verbesserung der Fertigungseffizienz sowie die Optimierung organisatorischer Abläufe einschließlich des Vertriebs. Das heißt, unser Hauptaugenmerk ist auf die Realisierung von organischen Wachstumspotenzialen, die Verbesserung der Profitabilität der Unternehmen und ihrer Kapitalausstattung und damit auch deren Krisenresistenz gerichtet.

Unsere Strategie setzt auf den Ausbau des Kerngeschäftes im Automotive-Umfeld sowie die Verbesserung der Rentabilität unserer Beteiligungen. Dies soll in erster Linie durch Verbesserungen im operativen Bereich und Verbesserung der Wettbewerbsposition erreicht werden.

In Ausnahmefällen würden wir aber unverändert auch im Bereich Automotive oder in den für diese Branche relevanten Technologien (Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Elektronik und Software) Investitionen in neue Beteiligungsunternehmen tätigen. Derartige Fälle mit einem erheblichen Synergiepotential haben sich uns im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht eröffnet.

Finanzielle Flexibilität

Unsere stabile Finanzlage haben wir im Geschäftsjahr planmäßig mit Bankkrediten und internationalen Factoring-Finanzierungen weiter abgesichert. Dabei spielte im Jahr 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie neben der Wachstumsfinanzierung für Erich Jaeger vor allem die Sicherung von Liquiditätsreserven für mögliche drohende krisenbedingte Verluste eine große Rolle. Dies ist uns aufgrund der aufgezeigten Perspektiven insbesondere im Automotive-Sektor in einer Zusammenarbeit mit drei verschiedenen Banken gelungen. Insgesamt konnten wir uns ein Volumen von insgesamt 18 Mio. € sichern, das sich zusammensetzt aus einer Leasing-Komponente für die Investitionen in die Kabelfertigung, aus zusätzlichen Kontokorrentlinien für das steigende Working Capital im Zuge des Wachstums der Jaeger-Gruppe sowie einer Tranche aus den coronabedingten KfW-Mitteln. Damit ist nun zum einen die Liquidität für das Wachstum der Erich Jaeger-Gruppe gesichert, die Gruppe ist aber auch für mögliche weitere pandemiebedingte Umsatzausfälle gerüstet. Die Mittel für die Investitionen werden voraussichtlich hauptsächlich in den Jahren 2021 und 2022 abgerufen. Die Finanzierung beinhaltet auch die Übernahme der bisherigen Kontokorrentlinien von drei Beteiligungsunternehmen, deren Ablösung aufgrund einer Strategieänderung des Bankenpartners erforderlich wurde.

Liquide Konzernmittel werden ausschließlich in Zahlungsmitteln und freien Banklinien gehalten.

Unternehmenssteuerungs- und Überwachungssystem

Die zentralen Verwaltungsbereiche Controlling, Steuern und Recht und Teile der Inlandsfinanzierung werden unverändert auf Ebene der Holding geführt. Die IT wird zentral für den Konzern in enger Abstimmung mit der Holding über Erich Jaeger gesteuert.

Die operative Steuerung des gesamten AdCapital-Konzerns erfolgt über regelmäßige Geschäftsleitungssitzungen bei den Beteiligungsunternehmen, am Standort der Holding oder coronabedingt in Telefon- und Videokonferenzen. In diesen Gesprächen werden unter anderem auf Basis von Budgetvorgaben sowie der definierten strategischen Ausrichtung die aktuelle Geschäftslage sowie die kurz- und mittelfristigen Planungsrechnungen der Gesellschaften besprochen. Wesentliche Kennzahlen, die von uns zur Steuerung der operativen Beteiligungen eingesetzt werden, sind der Auftragseingang sowie Auftragsbestand, die erwirtschaftete Gesamtleistung, die Wertschöpfung, die Produktivität je Stunde, die EBIT-Marge sowie der Free Cashflow und das Working Capital. Darüber hinaus werden Kennzahlen zur Kostenstruktur sowie zur Steuerung von Produktion und Vertrieb zur Analyse hinzugezogen.

1.3 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2020

Grundsätzlich war das Geschäftsjahr massiv durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst.

Bereits am 12.02.2019 wurde, wie schon im Vorjahres-Lagebericht dargestellt, eine Vereinbarung zwischen der Taller GmbH und einem Großkunden zu einem Schadensersatzstreit geschlossen. Der Großkunde hat mit Schreiben vom 13. Januar 2021 bestätigt, dass Taller die vereinbarten Bedingungen im Zeitraum bis 31.12.2020 erfüllt hat. Somit ist der Schadensersatzstreit endgültig beigelegt.

1.4 Konsolidierungskreis

Die Zahl der in den Konzernabschluss 2020 einbezogenen Gesellschaften beträgt 15. Die türkische Tochter der Taller GmbH, Insert, wurde nicht mehr in den Konzernabschluss einbezogen, da beabsichtigt wird, diese aus Gründen mangelnder Rentabilität zu liquidieren. Insert ist aufgrund der geringen Größe aus Konzernsicht von untergeordneter Bedeutung.

2. Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen

2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage

Bezogen auf das BIP sank die Leistung der deutschen Wirtschaft 2020 um 5 %, im Gegensatz zu den beiden Vorjahren, deren Wachstum 0,6 % (2019) bzw. 1,5 % (2018) betrug. Ein wesentlicher Grund für den starken Einbruch 2020 sind die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit einhergehende Shutdown. Die deutsche Wirtschaft ist somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/​2009.

Der IWF prognostiziert für 2021 für Deutschland ein Wachstum von 3,5 %, für 2022 ein Wachstum von 3,1 %. Für China lautet die Prognose des IWF für 2021:

Wirtschaftswachstum von 7,9 %. Für die USA prognostiziert die Weltbank ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 5,1 % für 2021. Für die Weltwirtschaft als Ganzes hat die Weltbank ihre Wachstumsprognose auf 5,5 % angehoben. Auch die Bundesregierung und die Wirtschaftsforschungsinstitute haben sich diesen leicht optimistischen Prognosen tendenziell angeschlossen, die Bundesregierung senkte allerdings im Januar ihre Prognose für 2021 auf ein Wirtschaftswachstum von 3,0 % nachdem die letzte Prognose im Oktober 2020 bei 4,4 % für 2021 lag. Inwieweit weitere coronabedingte Lockdowns oder Teil-Lockdowns sowie die Beschränkung der Mobilität hierauf negativen Einfluss haben, ist unklar. Es ist aber zu befürchten, dass es zu erheblichen negativen Auswirkungen kommen könnte.

Vor diesem Hintergrund gehen vom globalen Finanzsektor nach wie vor erhebliche Risiken aus, zumal die Beherrschung oder Steuerung einer möglichen erneuten Finanzkrise angesichts vielerorts immer noch extrem niedriger Leitzinsen (Deutsche Bundesbank zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts: 0 %) schwerer fallen dürfte als noch 2008.

Erhebliche Gefahren gehen auch vom politischen Umfeld sowie aus anderen Krisen, und nach wie vor vom Corona Virus aus (siehe hierzu Abs. 9.2 Chancen und Risiken).

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Aufgrund unserer strategischen Ausrichtung sind die Entwicklungen der Automotive Branche maßgeblich für unsere Unternehmensgruppe. Hier waren 2020 große Herausforderungen zu bewältigen. Der andauernde Handelskrieg zwischen den USA und China, die ungewisse Situation im Hinblick auf den Brexit, die anhaltende Diskussionen zu Dieselskandal und Klimawandel, und vor allem die Corona Wellen mit, wenn auch regional sehr unterschiedlich ausgeprägten, Lockdown-Phasen hatten massiven negativen Einfluss auf die Märkte und das Konsumentenverhalten gehabt. Insgesamt ist der globale PKW und SUV Automobilmarkt laut Branchenverband VDA in 2020 um ca. 15% gegenüber 2019 gesunken.

Für unserer automobilnahen Tochtergesellschaften, insbesondere die Jaeger-Gruppe hat sich dies deutlich im Europageschäft ausgewirkt. Während der Absatzmarkt für leichte Lkw zum Jahresende 2020 noch einen positiven Trend zeigte, ist der für Erich Jaeger besonders relevante Markt für schwere LKW im Jahr 2020 um ca. 25% zum Vorjahr eingebrochen. Auch der PKW Markt litt unter dieser Entwicklung. Die Neuzulassungen in Europa lagen fast 24% unter dem Vorjahr. Im Nachrüstmarkt wirkten sich vor allem die Reisebeschränkungen und die allgemein sehr große Verunsicherung der Kunden aufgrund der schweren wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zwar grundsätzlich negativ aus, der Effekt wurde aber für Erich Jaeger durch erhöhte Nachfrage aufgrund von Lieferengpässen von Wettbewerbern deutlich gemildert.

Der für das Erich Jaeger Geschäft sehr bedeutende chinesische Nutzfahrzeugmarkt (rund ein Viertel des gesamten chinesischen Fahrzeugmarktes) hingegen setzte den zum Jahresende 2019 erkennbaren Trend auch in 2020 fort. Angetrieben von staatlichen Infrastrukturinvestitionen und Upgrades der Fahrzeugflotte im Rahmen schärferer Emissionsrichtlinien, stieg der Nutzfahrzeugabsatz in China um rund 19%.

In Nordamerika hat sich der im letzten Quartal 2019 bereits deutlich rückläufige Trend im Nutzfahrzeugsektor besonders aufgrund der Covid-19 Einflüsse extrem beschleunigt. Nachdem die monatlichen Absatzzahlen schwerer Nutzfahrzeuge in den USA bis auf rund 54% (Mai 2020) des Vorjahresniveaus zurückgegangen waren, konnte zwar eine Erholung verzeichnet werden, die Vorjahreswerte wurden aber in keinem Monat auch nur annähernd erreicht. Insgesamt brach der US-Markt schwerer Nutzfahrzeuge 2020 um rund 24% ein. Der PKW-Bereich hingegen erholte sich zum Jahresende 2020 in den USA deutlich und ag im Dezember mit 1,61 Millionen verkaufter PKW rund 6,4% über dem Vorjahreswert. Die Zuwächse resultierten dabei vollständig aus dem Light Truck Segment. Insgesamt stiegen die PKW Verkäufe in 2020 auf 16,3 Millionen Fahrzeuge - rund 5% mehr als im Jahr 2019.

Der globale Trend zu alternativen Antrieben, setzte sich auch in 2020 fort. Der November 2020 war mit fast 415.000 Einheiten global der Allzeit-Rekordmonat für Zulassungen von Plug-In Fahrzeugen. Sowohl China (fast 200.000 Einheiten) als auch Europa (über 166.000 Einheiten) markierten dabei regionale Rekordmonate. Mit insgesamt gut 3 Millionen (+32% im Vergleich zu 2019) neu zugelassenen Plug-In Fahrzeugen 2020, liegt der globale Marktanteil der BEV und PHEV bei rund 4%. Dabei ist Tesla mit insgesamt 16% Marktanteil nach wie vor der führende Hersteller, nunmehr gefolgt von Volkswagen (7%) die BYD (6%) und BMW (5%) auf Platz 3 respektive 4 verdrängten.

Insgesamt konnte die Jaeger-Gruppe das Jahr 2020 mit einem deutlich höheren Umsatz abschließen, als noch gegen Jahresmitte 2020 absehbar war.

Eine weitere wichtige Branche der AdCapital-Gruppe liegt in der Elektroindustrie. Laut ZVEI war diese im Jahr 2020 um 5,1% rückläufig. 2020 sank die Produktion preisbereinigt um 6,1 % gegenüber dem Vorjahr. Für 2021 geht der ZVEI allenfalls von einer moderat positiven Entwicklung aus.

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen und Prognosen gestalten sich recht unterschiedlich. Sie stehen dabei alle unter dem Vorbehalt neuer Eskalationen des Handelsstreits USA/​China und einer weiterhin negativen Beeinflussung der Wirtschaft durch die Corona Pandemie und der hiermit im Zusammenhang stehenden Maßnahmen. Hinzu kommen derzeit nicht abschätzbare Risiken wie zum Beispiel aus der erneuten Schließung von Werken aufgrund des Corona Virus. Insgesamt ist zu konstatieren, dass in der EU, China und den USA vorerst keine allgemeine weitere Rezession droht bzw. der IWF von einer moderaten Erholung der Weltwirtschaft mit einem Wachstum von 5,5 % ausgeht. Dementsprechend ist unser Optimismus hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung auf den für uns relevanten Märkten im laufenden Geschäftsjahr als leicht optimistisch zu bezeichnen.

3. Ertragslage

3.1 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die für die Beurteilung der Entwicklung der Gesellschaft relevanten Kennzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

Gewinn- und Verlustrechnung des AdCapital-Konzerns

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(in Mio. €) 2020 2019
Gesamtleistung 145,6 148,3
Sonstige betriebliche Erträge 2,0 3,7
Materialaufwand -72,9 -75,5
Personalaufwand -40,3 -43,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -26,0 -26,6
Betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen 8,1 6,8
Abschreibungen -5,0 -5,1
Betriebliches Ergebnis 3,1 1,6
Finanzergebnis -1,0 -0,4
Ergebnis vor Steuern (EBT) 2,2 1,2
Ertragsteuern und sonstige Steuern -2,7 -2,2
Konzernjahresergebnis -0,6 -1,0

Bei den Beteiligungsunternehmen der AdCapital AG handelt es sich vor allem um produzierende Unternehmen. Da diese in unterschiedlichen Geschäftsbereichen tätig sind, werden sie von der gesamtwirtschaftlichen Konjunktur in unterschiedlichem Maße beeinflusst. Dabei beobachten wir seit mehreren Jahren eine zunehmende Internationalisierung unseres Konzerns. Lag der Exportanteil der Konzernumsätze im Jahr 2011 noch bei 45 %, so ist er bis zum Geschäftsjahr 2019 auf 65 % angestiegen. Im Berichtsjahr 2020 ist er auf 69 % weiter angestiegen. Die generell steigende Exportquote ist auf unser wachsendes Automotive-Geschäft vor allem bei der Jaeger-Gruppe zurückzuführen. Insofern ist eine hohe Abhängigkeit von der Investitionsgüterindustrie und damit (indirekt) von den Exporten unserer Kunden gegeben. Andererseits zeichnet einige unserer Unternehmen eine starke regionale Fokussierung auf den deutschen beziehungsweise deutschsprachigen Raum aus. Somit steht die unternehmerische Entwicklung des AdCapital-Konzerns weiterhin sowohl unter dem Einfluss des konjunkturellen Umfeldes in Deutschland als auch, und zwar in zunehmendem Umfang, der weltwirtschaftlichen Lage, insbesondere der globalen Automobilkonjunktur.

In der Ertragslage des Konzerns spiegeln sich die unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Gesellschaften und ein starker Einfluss der konjunkturellen Entwicklung insbesondere im zweiten Halbjahr wider.

So konnten die Jaeger-Gruppe, BDT, FRAKO und KTS positive betriebliche Ergebnisse im Jahr 2020 erzielen. Dem gegenüber stehen Verluste bei Opus und Taller, die zum Teil coronabedingt sind.

Offensichtlich ist, dass die unsichere vor allem durch die Corona Pandemie geprägte wirtschaftliche und politische Lage in Europa und der Welt u.a. auch durch Diskussionen um Verbrennungsmotor und E-Mobilität, Handelsstreit, Brexit, Nahost-Konflikt einen erheblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf des Konzerns hatte. U.a. waren bei Erich Jaeger Strafzölle für Lieferungen aus China nach Nordamerika fällig, Schwankungen in der Auslastung von Produktion und Entwicklung führten zu zusätzlichen Kosten, der Wettbewerb um die Aufträge wurde härter und führte vermehrt zu Preissenkungen.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im AdCapital-Konzern stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

Die Gesamtleistung ist mit 145,6 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 148,3 Mio. € trotz der Corona Krise nur um 1,8 % zurückgegangen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich von 3,7 Mio. € auf 2,0 Mio. € vermindert. Dies ist vornehmlich auf Währungseffekte zurückzuführen.

Der Materialaufwand im Konzern ist von 75,5 Mio. € um 2,6 Mio. € auf 72,9 Mio. € beziehungsweise um 3,4 % gefallen. Die Materialquote ist dadurch von 50,9 % im Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte auf 50,1 % gefallen. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Taller traditionell eine hohe Materialquote hat. Mit der reduzierten Leistung und dem damit niedrigeren Materialaufwand der Taller GmbH sank der Materialaufwand überproportional.

Der Personalaufwand ist um 2,8 Mio. € auf 40,3 Mio. € zurückgegangen. Dies ist im Wesentlichen auf Kurzarbeitsmaßnahmen in einzelnen Betrieben zurückzuführen. Die Personalquote konnte somit mit 27,7 % im Vergleich zum Vorjahr entsprechend reduziert werden.

Das Konzern-EBIT beträgt 3,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahresergebnis in Höhe von 1,6 Mio. €.

Die Zusammensetzungen der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind im Einzelnen im Konzernanhang näher aufgegliedert und kommentiert.

Insgesamt weisen wir im AdCapital-Konzern einen Jahresfehlbetrag vor Anteilen Dritter in Höhe von -0,6 Mio. € (Vorjahr: Jahresfehlbetrag -1,0 Mio. €) aus.

3.2 Industriebeteiligungen

Unsere wichtigsten Beteiligungen haben das Geschäftsjahr, wie schon angedeutet, unterschiedlich gut bestritten:

Die größte Gesellschaft Erich Jaeger konnte trotz aller Widrigkeiten ihre Umsatzerlöse und die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr steigern, wurde aber im europäischen Markt durch die schwierige konjunkturelle Lage der Automobilindustrie gebremst und konnte aber in der Gruppe trotz der Krise die in Zeiten vor Corona geplanten Wachstumsziele sogar moderat übertreffen. Insbesondere durch den Erfolg auf dem florierenden chinesischen Nutzfahrzeugmarkt konnte auch das betriebliche Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.

Die Taller GmbH startete zwar gut ins Jahr 2020, wurde dann aber von coronabedingten Umsatzeinbrüchen hart getroffen. Dazu kam ein Galvanik-Unfall im Juni 2020, der zwar hervorragend abgewickelt wurde mit nur einer Woche Produktionsausfall, aber doch erheblichem Sachschaden verursachte. Dazu kamen die Beendigung der Geschäftsbeziehung zu zwei Kunden, einerseits technologiebedingt, andererseits aufgrund des Schadensersatzstreits mit Umsatzausfällen ab dem vierten Quartal 2020. Trotz der stark verbesserten internen Abläufe war damit nochmals ein deutlicher Verlust zu verzeichnen.

Erfreulich bleibt die Entwicklung der Bavaria Digital Technik. Umsatz und Ergebnis haben sich trotz Corona verbessert. Die internen organisatorischen Verbesserungen der letzten Jahre sowie die Aufträge mit Neukunden haben dazu maßgeblich beigetragen.

Durch ein starkes viertes Quartal konnte auch die FRAKO trotz weiterhin sinkendem Umsatz erstmals seit mehreren Jahren wieder ein positives Ergebnis erzielen. Dazu beigetragen haben die Entlastungen auf der Personalkostenseite aufgrund der Kurzarbeitsregelungen sowie eine spürbar reduzierte Materialkostenquote.

Stabil war auch die Entwicklung der KTS. Trotz coronabedingter Umsatzrückgänge konnte ein positives Ergebnis erzielt werden. Dies zeigt die Stabilität, die die Gesellschaft durch die umgesetzten Maßnahmen der vergangenen Jahre erreicht hat.

Die OPUS Formenbau GmbH & Co. KG litt weiterhin unter den Problemen der Automobilbranche. Auch im Jahr 2020 wurden kaum Fahrzeuge neu entwickelt. Zu den Unsicherheiten im Zusammenhang mit Dieselkrise und E-Mobilität kam die Coronakrise verstärkend hinzu. Weite Teile der Entwicklungsmannschaften der Automobilhersteller befinden sich seit langer Zeit im Homeoffice, Entwicklungen und Neuaufträge an Lieferanten werden dadurch massiv verzögert. Um die wenigen Aufträge in der Branche entbrannte daher ein fast schon ruinöser Preiskampf. Dies zeigt sich in einem stark zurückgegangenen Umsatz sowie einem hohen Verlust der Gesellschaft. Nichtsdestotrotz sind die Perspektiven der Gesellschaft gut, die Auftragsbücher haben sich seit dem vierten Quartal wieder gefüllt, die Preise sich allerdings noch nicht erholt.

4. Finanz- und Vermögenslage

4.1 Portfolioentwicklung

Im Zuge des bereits 2012 vollzogenen Konzernstrategiewechsels werden Zukäufe im Beteiligungsportfolio nur noch zur gezielten Ergänzung bestehender Wertschöpfungsketten bei unseren bestehenden Tochterunternehmen insbes. im Automotive-Bereich verfolgt. Wir wollen unsere Beteiligungen langfristig halten und erfolgreich weiterentwickeln. Vor diesem Hintergrund gab es auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wiederum keine Neuinvestitionen im Beteiligungsbereich.

4.2 Investitionen

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(in Mio. €) 2020 2019
Investitionsvolumen, Konzern 4,0 3,7

Der Konzern zeigt im abgelaufenen Geschäftsjahr eine gegenüber dem Vorjahr insgesamt moderat gestiegene Investitionstätigkeit. Hierin spiegeln sich im Wesentlichen Investitionen für die Expansionsstrategie bei Erich Jaeger, wider.

4.3 Finanzlage

4.3.1 Finanzstrategie

Der Finanzbedarf der einzelnen Konzernunternehmen wurde im Inland in der Vergangenheit im Wesentlichen durch Bereitstellung von Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und die Einbeziehung in das Cash-Pool-System der AdCapital AG gedeckt. Im Zuge der Neuausrichtung unserer Finanzstrategie haben wir den Verschuldungsgrad des AdCapital-Konzerns im Berichtsjahr auf dem erreichten Niveau gehalten.

Unser Ziel ist es, eine unter Shareholder-Value-Gesichtspunkten optimierte Eigenkapitalquote auszuweisen. Mit 61,7 % gegenüber 65,3 % im Vorjahr weisen wir unseres Erachtens nach wie vor und trotz der Corona Krise eine nachhaltig angemessene, unter Shareholdergesichtspunkten optimierte Eigenkapitalquote aus.

Über die tatsächlichen Inanspruchnahmen hinaus stehen uns aufgrund unserer zweifelsfreien Bonität zur Wachstumsfinanzierung noch umfangreiche freie Kreditlinien zur Verfügung. Freie Liquidität der AdCapital AG wird von uns in Zahlungsmitteln gehalten, um eine jederzeitige Verfügbarkeit der finanziellen Mittel sicherzustellen und Bewertungsrisiken auszuschließen.

Insbesondere zur Finanzierung des Wachstums wurden bei Erich Jaeger Darlehens- und Leasingrahmen in der Gesamthöhe von 18 Mio. € gesichert. Teilweise dienen diese dazu, in der Form von Kontokorrentbetriebsmittelkrediten auch eventuelle operative Liquiditätsengpässe abfedern zu können.

Die Finanzlage des Konzerns ist somit unverändert stabil. Die Sicherung der Liquidität aller operativen Einheiten des Konzerns und der Holding hat für uns allerdings oberste Priorität, so dass wir der Hauptversammlung vorschlagen werden, auch in diesem Jahr keine Ausschüttung vorzunehmen.

4.3.2 Kapitalstruktur

Der AdCapital-Konzern weist folgende Kapitalstruktur auf:

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31. Dez. 31. Dez.
(in Mio. €) 2020 % 2019 %
Eigenkapital 58,9 61,7 61,8 65,3
Fremdkapital 36,6 38,3 32,8 34,7
Gesamtkapital 95,5 100,0 94,6 100,0

Im Sinne der beschriebenen Finanzstrategie weist der Konzern auch in Zeiten der Corona Krise eine optimierte Eigenkapitalquote aus.

4.3.3 Cashflow /​ Verkürzte Kapitalflussrechnung

Der Cashflow des Konzerns entwickelte sich wie folgt:

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(in Mio. €) 2020 2019
Operativer Cashflow 8,8 5,2
Netto-Investitionen -3,8 -3,0
Free Cashflow 5,0 2,2
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -3,7 -2,9

Im Hinblick auf Einzelheiten verweisen wir auf die Kapitalflussrechnung und auf die oben unter Abschnitt 4.3.1 Finanzstrategie gemachten Angaben.

4.3.4 Cash-Pool-System

Alle wesentlichen inländischen Gesellschaften des Konzerns sind in das Cash-Pooling des AdCapital-Konzerns einbezogen. Das Cash-Pool-System des Konzerns sichert den konzernzugehörigen Gesellschaften die zinsgünstige und unbürokratische Betriebsmittelfinanzierung. Es vermeidet darüber hinaus den Aufbau teurer und unnötiger flüssiger Mittel auf Ebene der Tochterunternehmen.

4.4 Vermögenslage

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(in Mio. €) 31. Dez. 2020 % 31. Dez. 2019 %
Anlagevermögen 24,3 25,4 26,0 27,5
Umlaufvermögen und sonstige Aktiva 71,2 74,6 68,5 72,5
davon Zahlungsmittel 9,8 10,2 8,5 9,0
Gesamtvermögen 95,5 100,0 94,5 100,0

Das Umlaufvermögen (Working Capital) hat sich insbesondere durch die bereits eingeleiteten Maßnahmen im Rahmen der Expansionsstrategie bei Erich Jaeger moderat erhöht.

Die Höhe unserer Liquidität (Zahlungsmittel) zuzüglich freier vertraglicher Kreditreserven halten wir vor dem Hintergrund des Finanzierungsbedarfs für das weitere Wachstum und der Berücksichtigung einer Sicherheitsreserve für angemessen und erforderlich.

4.5 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ist geordnet. Die AdCapital-Gruppe wird ihre Aufgaben, insbesondere die Finanzierung ihrer Beteiligungsunternehmen, auch in Zukunft mit den ihr zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sowie den externen Finanzpotenzialen erfolgreich wahrnehmen können. Für den Fall größerer Erweiterungsinvestitionen, wie den Zukauf neuer Beteiligungen, stehen uns erforderlichenfalls weitere Finanzierungsquellen zur Verfügung.

Die Eigenkapitalquote im Konzern sowie auf Ebene der AdCapital AG ist überdurchschnittlich hoch.

Die Ertragslage im Geschäftsjahr ist unbefriedigend, liegt jedoch weit über unseren während der Corona Krise erstellten Forecasts. Über die Gründe hierfür haben wir berichtet. Der Start ins Geschäftsjahr 2021 ist weiterhin geprägt von einem volatilen Umfeld. Neben den schon seit längerem bekannten Risiken aus der Krise der Automobilindustrie sowie der politischen Risiken (u.a. Handelskonflikt) besteht mit dem Corona-Virus ein weiteres für uns in seinen Auswirkungen derzeit nicht einschätzbares Risiko. Die damit verbundenen Probleme mit den Lieferketten sowohl für unsere Unternehmen als auch unsere Kunden und Lieferanten werden auch weiterhin Unsicherheit erzeugen, die wir zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch nicht einschätzen können. Es muss aber mit einem erheblichen Einfluss auf Umsatz, Ergebnis und Liquidität gerechnet werden. Es zeichnet sich aufgrund steigender Rohstoffpreise und sich verknappender Frachtkapazitäten ein Problem bei Beschaffung von Material sowie eine starke Verteuerung notwendiger Materialien wie Kupfer und Kunststoff ab. Dennoch besteht unsere oberste Priorität darin, die Rentabilität des Konzerns mittel- bis langfristig zu verbessern. Das erklärte Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligungsunternehmen sowie deren Rentabilität dauerhaft auf ein zufriedenstellendes Niveau zu heben.

5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

5.1 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte die AdCapital AG drei (Vorjahr: drei) Mitarbeiter. Im AdCapital-Konzern waren 2020 durchschnittlich 1.414 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr (1.449 Mitarbeiter) ist die Zahl der Mitarbeiter coronabedingt moderat gesunken.

Die Zahl der Auszubildenden liegt bei 27 (Vorjahr: 31). Mit ihren Ausbildungsplätzen sorgen die Unternehmen für den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften und leisten damit gleichzeitig einen Beitrag, den Jugendlichen in Deutschland eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Auswahl, Förderung, Weiterbildung und Bindung von Mitarbeitern spielen für unsere Personalpolitik die zentrale Rolle. An dieser Stelle hilft die Holding mit Methoden und Werkzeugen und schafft Plattformen für den Austausch. Eine gute Aus- und Fortbildung ist Voraussetzung für den Erfolg der AdCapital AG und ihrer Beteiligungen.

Wir achten darauf, neue Stellen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern zu besetzen sowie erfahrene Mitarbeiter, die sich durch ihre Kompetenz sowie Professionalität auszeichnen, als Schlüsselpersonen langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein gemeinsames Verständnis aller in der Gruppe tätigen Geschäftsführer für die qualifizierte Förderung unserer Mitarbeiter und ihre Beteiligung am betrieblichen Erfolg schafft die Grundlage für die Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmen der AdCapital-Gruppe.

5.2 Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern betrugen im Geschäftsjahr 2020 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €).

Es handelt sich im Wesentlichen um Produktentwicklungen sowie Fortentwicklungen des bestehenden Produktportfolios.

6. Risikobericht

6.1 Chancen- und Risikomanagementsystem

Unsere Chancen- und Risikopolitik entspricht unserer Strategie, nachhaltig Erträge sowie Wertsteigerungen aus unseren operativen Unternehmensbeteiligungen zu erzielen. Dementsprechend vermeiden wir unangemessene Risiken. Die grundsätzliche Risikopolitik wird durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat vorgegeben.

Unser Überwachungssystem zur Früherkennung von Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, besteht aus verschiedenen Informations- sowie Kontrollsystemen, mit denen wir den aktuellen Anforderungen gerecht werden. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien zur Früherkennung von Risiken beobachtet.

6.2 Risikofaktoren aus dem operativen Geschäft der Konzern- und Tochtergesellschaften

Ausfallrisiko

Auf operativer Ebene werden Ausfallrisiken bei unseren Kunden im Rahmen eines effizienten Forderungsmanagements durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen sowie die Festlegung von Kreditobergrenzen und weiteren Kontrollverfahren auf ein unvermeidliches Maß begrenzt. In geeigneten Fällen werden Warenkreditversicherungen zum Schutz vor Forderungsausfällen abgeschlossen. In Einzelfällen wird mit Kunden eine Lieferung gegen Vorauskasse vereinbart.

Risiko aus dem operativen Geschäft

Sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite stehen den Konzernunternehmen häufig deutlich größere Partner gegenüber, so dass die Verhandlungsmacht beschränkt ist. Die Konzernunternehmen sind grundsätzlich bemüht, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Bei einzelnen Konzernunternehmen bestehen allerdings starke Abhängigkeiten von Großkunden.

Auf der Beschaffungsseite wird das mögliche Belieferungs- beziehungsweise Ausfallrisiko des Lieferanten durch entsprechende Abnahme- beziehungsweise Belieferungsvereinbarungen zwischen Lieferant und der AdCapital-Tochtergesellschaft gesteuert. Das Risiko, dass ein Zulieferer vollständig ausfällt und nicht rechtzeitig durch einen Drittlieferanten ersetzt werden kann, schätzen wir derzeit außerhalb von China allgemein als eher gering ein. Allerdings hatten wir 2020 mit coronabedingten temporären Werksschließungen, zu kämpfen. Eine Prognose für die weitere Entwicklung lässt sich diesbezüglich nur schwer stellen.

Weiterhin können stark schwankende Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer, Messing und Kunststoff, zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen operativer Tochtergesellschaften führen. Hier werden zum einen Abnahmeverträge mit Lieferanten geschlossen, die feste Kaufpreise für bestimmte Absatzmengen garantieren. Auf der anderen Seite werden mit Kunden Kaufpreisanpassungsklauseln (Materialteuerungszuschläge) vereinbart, mit denen das Rohstoffpreisrisiko auf den Kunden überwälzt wird.

Zins- und Währungsrisiken

Bei einigen Einzelgesellschaften sind die Zinsrisiken moderat gestiegen, da diese Bankkredite in Anspruch nehmen.

Währungsrisiken des Konzerns resultieren aus Transaktionen der Konzerngesellschaften in unterschiedlichen Währungen. Insbesondere sind hiervon die Lieferungen von ausländischen Produktionsgesellschaften an deutsche Vertriebsgesellschaften betroffen. Seit dem signifikanten Rückgang des Eurokurses gegenüber den für unseren Konzern wichtigen Währungen zum Jahreswechsel 2014/​15 hat sich der Euro zunächst im Wesentlichen seitwärts bewegt. Seit Beginn des Jahres 2017 ist er signifikant von 1,05 $/​€ auf über 1,20 $/​€ gestiegen, wo er sich nach einem Niveau zu Ende des Vorjahres auf 1,10 $/​€ auch wieder aktuell bewegt. Mit unserer internationalen Ausrichtung und dem angestrebten, stetigen Anstieg unserer Exportquote sind in Zukunft naturgemäß erhöhte Währungsrisiken zu gewärtigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich besonders in den für die Gruppe klassischen Risikowährungen, mexikanischer Pesos, überwiegend negative Auswirkungen auf das operative Ergebnis ergeben.

Liquidität der Beteiligungen

Die Liquidität der Beteiligungen wird durch den operativen Cashflow der Gesellschaften und mittels Bereitstellung von Eigen- oder Fremdkapital durch die AdCapital AG sowie durch Finanzinstitute gedeckt. Die Liquidität der Gesellschaften wird laufend überwacht.

Wesentliche Investitionsentscheidungen stehen unter dem Zustimmungsvorbehalt der AdCapital AG.

Sonstige Risiken

Aus einem Immobilienleasingvertrag einer ehemaligen Beteiligung der AdCapital AG bestehen für uns mittelbare Risiken aus einer Bürgschaft von bis zu 0,6 Mio. €. Die für diese Bürgschaft bei der AdCapital AG vormals gebildete Rückstellung konnte schon im Geschäftsjahr 2015 vollständig aufgelöst werden, nachdem nur noch ein ganz geringfügiges Rest-Risiko der Inanspruchnahme besteht. Für die Neukreditaufnahme bei Erich Jaeger in Höhe von 18 Mio. € zur Wachstums- und Betriebsmittelfinanzierung bestehen Bürgschaften seitens der AdCapital AG.

Es bestehen bei einzelnen Beteiligungen (wechselseitige) Abhängigkeiten mit Großkunden, die zu einem dauerhaften Margendruck führen. Darüber hinaus ist damit die wirtschaftliche Entwicklung dieser Beteiligungen eng mit der des Kunden verknüpft.

Die zur Taller GmbH beschriebenen Schadenersatzansprüche eines Großkunden haben sich inzwischen endgültig erledigt. Die Nachwirkungen werden die Taller GmbH allerdings noch eine erhebliche Zeit belasten, obwohl die Stabilisierung des Geschäftsmodells bereits erreicht werden konnte. Ein den Bestand des Unternehmens oder der AdCapital AG beziehungsweise des AdCapital-Konzerns gefährdendes Risiko sehen wir als nicht gegeben an.

Risikofaktoren aus Geld- und Wertpapieranlagen

Die zum Bilanzstichtag verbliebenen Geldanlagen der AdCapital AG bestehen bei der BW-Bank. Die Geldbestände anderer Tochtergesellschaften sind bei verschiedenen in- und ausländischen Banken angelegt. Seit dem Verkauf unserer Restbestände an Wertpapieren Anfang Februar 2014 bestehen keine Risikofaktoren mehr aus Geld- und Wertpapieranlagen.

6.3 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Auf Basis der durchgeführten Risikobewertung bestehen zurzeit nach Auffassung des Vorstands keine materiellen oder bestandsgefährdenden Risiken für den AdCapital-Konzern.

Das Unternehmen ist von der Werthaltigkeit seiner Einzelbeteiligungen abhängig. Die erkennbaren Risiken wurden nach umfassenden, kontinuierlichen Einzelanalysen aller Beteiligungen auf Basis der Einzelabschlüsse durch Bewertungsabschläge auf die betreffenden Vermögensgegenstände und die Bildung von angemessenen Rückstellungen berücksichtigt.

7. Abhängigkeitsbericht

Zwischen dem mit über 50 % beteiligten Aktionär Herrn Günther Leibinger und der AdCapital AG besteht kein Beherrschungsvertrag. Herr Leibinger ist auch an anderen Unternehmen beteiligt. Daher war der Vorstand der AdCapital AG zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG verpflichtet. Der Vorstand erklärt, dass die AdCapital AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in denen das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.

8. Sonstige Angaben

Auf die Angaben zu eigenen Aktien nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 HGB im Anhang wird verwiesen.

9. Chancen-/​Risiko und Prognosebericht

9.1 Erwartete Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage

Die Planung der AdCapital-Gruppe aus dem Dezember 2020 sieht einen Anstieg der Gesamt-Leistung sowie des operativen Ergebnisses für 2021 vor. Basis dieser Planung waren neben den Erwartungen aus dem operativen Geschäft auch die Annahmen über den Verlauf der Pandemie, die sich auch in den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute widerspiegeln. Diese Prognosen waren vor dem zweiten Lockdown noch optimistischer. Die mehrfachen Verlängerungen des Lockdowns, unklare Öffnungsstrategien und die damit einhergehenden Befürchtungen zur Beeinträchtigung des Geschäftes lassen uns nun vorsichtiger werden.

Hintergrund sind vor allem folgende Sachverhalte:

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steigende Rohstoffpreise,

mangelnde Verfügbarkeit einzelner Komponenten vor allem im Elektronikbereich, so dass es auch zu Produktionsstillstand in unseren Werken oder bei unseren Kunden kommen kann,

steigende Transportkosten aufgrund der Knappheit an verfügbaren Containern,

hohe Corona-Inzidenzen in für uns relevanten Ländern u.a. Tschechien mit der Gefahr von Werksschließungen oder Lieferverzögerungen wegen Grenzschließungen,

sehr eingeschränkte Neukundenakquise aufgrund der Reise- und Kontaktbeschränkungen.

Wir sind weiter bestrebt, unsere Automotive-Strategie wie geplant umzusetzen. Dies gestaltet sich aber in einem internationalen Produktions- und Vertriebsverbund zunehmend schwieriger. Effizienzsteigernde Maßnahmen in den einzelnen Werken, die geplante Verlagerung der Produktion von einzelnen Artikeln, Optimierungen der Supply Chain setzen Vor-Ort-Besuche voraus, die derzeit nicht möglich sind. Daher kommt es hierbei zu erheblichen Verzögerungen sowohl bei der Entscheidung als auch der Umsetzung.

Konkret sehen wir derzeit (Stand März 2021) schon folgende Einflüsse auf unseren Geschäftsverlauf:

1. Höhere Materialpreise in wesentlichen Rohstoffen wie z.B. Kupfer, Kunststoff und Elektronik-Komponenten; inwieweit diese an die Kunden weitergegeben werden können ist abhängig vom jeweiligen Einzelfall

2. Knappheit an Elektronik-Komponenten, die einerseits mit einer früheren Beschaffung des Materials und damit einer höheren Working Capital-Bindung einhergeht, andererseits aber auch schon zu Auftragsverschiebungen führt

3. Mögliche Verzögerungen bei der Lieferung der Maschinen für die Kabelfertigung und damit verzögerter Produktionsbeginn

4. Teilweise Verzögerung von Kundenzahlungen

Mit der Sicherung von finanziellen Mitteln im Umfang von 18 Mio. € über die Bankenfinanzierung haben wir die Grundlage geschaffen, um auch in einer schwierigeren konjunkturellen Lage den Bestand der Unternehmensgruppe zu sichern. Jedoch soll mit diesen Mitteln vor allem dem Wachstum von Erich Jaeger Rechnung getragen werden. Das heißt, es sollen die Investitionen und Maßnahmen umgesetzt werden, die mit den Auftragsgewinnen der letzten Jahre einhergehen.

Die nächsten Monate werden aber sicherlich weiterhin von Unsicherheit geprägt sein.

9.2 Chancen und Risiken

Der aktuelle Risikobericht des WEF (World Economic Forum) betont die drohenden Folgen der Corona-Wirtschaftskrise, Jahre des Fortschritts bei der Verringerung der Armut und der Ungleichheit zunichte zu machen und den sozialen Zusammenhalt und die globale Kooperation weiter schwächen. Große Arbeitsplatzverluste, eine zunehmende digitale Spaltung, die Unterbrechung sozialer Beziehungen wie auch abrupte Bewegungen an den Märkten drohten. Hinzu kommen Umwelt/​Klima- und Bevölkerungs-/​Migrationsrisiken, deren verheerende Katastrophenpotenziale verschiedentlich beschrieben wurden. Nach Aufkündigung des INF-Abrüstungsvertrag von 1987 durch die USA und Russland droht ein neues Wettrüsten. In geoökonomischer Hinsicht ist das zwischen der EU und Japan unterzeichnete Freihandelsabkommen positiv zu bewerten.

Auf der anderen Seite dieser überwiegend skeptischen Betrachtungen stehen technologische Quantensprünge, wie KI (selbstlernende Systeme), BigData-Technologien oder gentechnologische Entwicklungen (CRISPR/​Cas9) mit enormen Veränderungspotenzialen.

E-mobility, autonomes Fahren, alternative Energiegewinnung, ungekannte medizinische Fortschritte, unzählige auf das menschliche Verhalten zielende Anwendungen wären hier unter anderem zu nennen. Von einer vierten industriellen Revolution ist die Rede. Die Risiken dieser "Revolution": Datenmissbrauch, Cyberkriminalität, soziologische Verwerfungen (sogenannte industrial disruption).

Diese Megatrends bergen Chancen und Risiken von sehr unterschiedlicher Bedeutung für die Entwicklung unserer Konzernunternehmen. Insbesondere in den Wachstumsmärkten der alternativen Energiegewinnung sowie der Optimierung des Energieverbrauchs bei industriellen Anwendungen haben wir uns bereits als Zulieferer positioniert und werden weitere Chancen nutzen, um mit innovativen Produkten sowie Dienstleistungen am Wachstum in diesem Industriesegment zu partizipieren. Vom Trend zur E-mobility und dem autonomen Fahren im Bereich Automotive sind wir dagegen nur indirekt betroffen, da wir im Geschäftsbereich "Antriebsstrang Verbrennungsmotoren" oder KI nicht tätig sind. Die mit der sogenannten vierten Revolution möglicherweise einhergehenden dramatischen Veränderungen der öko-soziologischen Realität sowie die Verschiebungen geopolitischer Machtverhältnisse werden in gewisser Hinsicht alle Unternehmen betreffen.

10. Schlussbemerkungen

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen und Informationen. Diese Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie beispielsweise "erwarten", "planen", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren Erwartungen beziehungsweise den Erwartungen der Prognoseexperten des Euro-Systems auf der Basis bestimmter Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten.

Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der AdCapital AG liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des AdCapital-Konzerns. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen des AdCapital-Konzerns wesentlich von in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen können.

 

Waldbronn, 18. März 2021

AdCapital AG

Hans-Jürgen Döringer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2020 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend überwacht und beratend begleitet. Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat in sieben regulären Sitzungen, telefonisch sowie in persönlichen Besprechungen mit dem Vorstand von diesem eingehend über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, über den Geschäftsverlauf sowie die Geschäftspolitik informieren lassen.

Während des gesamten Geschäftsjahrs 2020 standen der Vorstand und der Aufsichtsrat in einem vertrauensvollen Austausch. Die bisher schon enge Zusammenarbeit mit dem Vorstand wurde im Geschäftsjahr weiter intensiviert, um auf die Herausforderungen durch die Coronakrise adäquat reagieren zu können.

Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat über alle für das Unternehmen und den Konzern relevanten Ereignisse und Maßnahmen laufend, umfassend und aktuell. Er erläuterte dem Aufsichtsrat insbesondere auch die Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Zielen und Plänen und zeigte hierbei die Gründe sowie mögliche Gegenmaßnahmen auf. Vom Vorstand wurden dabei die möglichen Szenarien der Unternehmensplanung sowie deren jeweilige Konsequenzen für die Unternehmen des Konzerns dargelegt. Der Vorstand informierte uns regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Risikolage und die im Rahmen des Risikomanagements eingeleiteten Maßnahmen. Hierdurch war der Aufsichtsrat stets und vollumfäglich über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns informiert.

Die Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen vom Vorstand regelmäßig und zeitnah über die wesentlichen Geschäftsvorfälle, die aktuelle Lage und die Aussichten informiert.

Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen hat der Aufsichtsrat mit dem Vorstand beraten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats überprüften die Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands sorgfältig und nutzten hierbei auch die Möglichkeit, die eigene Sichtweise darzustellen und entsprechende Anregungen einzubringen. Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands, für die nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurden von diesem geprüft. Beschlüsse wurden vom Aufsichtsrat auf der Basis umfassender Informationen und intensiver Diskussionen gefasst.

Beratungen im Aufsichtsrat im Einzelnen

Die Schwerpunkte der Beratungen mit dem Vorstand lagen vor allem auf der Bewältigung der durch die Coronakrise verursachten Belastungen für die Gesellschaften des Konzerns, zum anderen aber auch auf der Weiterentwicklung der Erich Jaeger-Gruppe. Die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der konzernangehörigen Gesellschaften sowie deren geplante weitere Entwicklung waren regelmäßig Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen und sonstiger Abstimmungen mit dem Vorstand.

Im Geschäftsjahr 2020 fanden insgesamt sieben Aufsichtsratssitzungen statt. An allen Sitzungen haben jeweils sämtliche Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen. Der Aufsichtsrat setzte sich im Jahr 2020 zunächst aus drei Mitgliedern und ab Oktober 2020 aus vier Mitgliedern zusammen.

In der ersten Aufsichtsratssitzung am 20. Februar 2020 hat ein externer Berater dem Aufsichtsrat das Ergebnis einer Prüfung der Wirtschaftlichkeit des Erich Jaeger-Projekts "Kabelfertigung" vorgestellt. Nach eingehender Diskussion hat der Aufsichtsrat die damit verbundene Investition unter Auflagen genehmigt. Zudem war die weitere Entwicklung der Erich Jaeger-Gruppe Gegenstand der Diskussion zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat behandelte darüber hinaus detailliert Personalangelegenheiten von Tochtergesellschaften. Des Weiteren wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand über diverse Themen bei anderen Konzerngesellschaften informiert.

Nach intensiven Abstimmungen hat der Aufsichtsrat am 5. März 2020 über die erneute Bestellung des Vorstands entschieden. Dem Vorstandsvertrag wurde am 7. Oktober zugestimmt.

Im Rahmen der zweiten Aufsichtsratssitzung am 6. April 2020 behandelte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019, den Konzernlagebericht und den Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2019 sowie die jeweiligen Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Nach Erörterungen mit dem Abschlussprüfer haben wir den Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Somit wurde der Jahresabschluss 2019 festgestellt. Ferner haben wir den Bericht des Aufsichtsrats und die Beschlussvorschläge für die anstehende ordentliche Hauptversammlung 2020 verabschiedet. Der Vorstand informierte uns ausführlich über die Auswirkungen der Coronakrise auf die einzelnen Unternehmen des Konzerns. Insbesondere die Aussichten für die Finanz- und Ertragslage bei der Erich Jaeger-Gruppe stellten sich zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der vorübergehenden Schließung unseres Werks in der VR China sowie von Werken unserer Kunden weltweit dramatisch dar. Deswegen wurde vom Aufsichtsrat genehmigt, mit einem Bankenkonsortium für die Tochtergesellschaft Erich Jaeger GmbH + Co. KG einen Unternehmerkredit bei der KfW zu beantragen. Der Vorstand informierte uns zudem über den aktuellen Stand der Rechtsstreitigkeiten mit einem Aktionär und über geplante Neubesetzungen von Geschäftsführungspositionen bei zwei Konzerngesellschaften.

In der Aufsichtsratssitzung am 8. Mai 2020 behandelten wir zunächst die mit der anstehenden ordentlichen Hauptversammlung 2020 verbundenen Themen. Außerdem stellte der Vorstand zwei Szenarien eines Forecasts für das Geschäftsjahr 2020 vor, die auf Grundlage der Daten des ersten Quartals erstellt wurden. Er ging hierbei insbesondere auf die Liquiditätslage vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein und stellte die Situation bei der Erich Jaeger-Gruppe dar. Der Aufsichtsrat stimmte den vom Vorstand vorgeschlagenen Veränderungen in der konzerninternen Finanzierung und der Erhöhung des Umfangs der Bankenfinanzierung zu.

In der Sitzung vom 29. Mai 2020 wurde entschieden, die ordentliche Hauptversammlung 2020 aufgrund der Corona-Pandemie "virtuell" ohne Präsenz der Aktionäre durchzuführen. Ferner ging es um die Genehmigung von Geschäftsführer-Verträgen bei Konzerngesellschaften sowie von Kreditanträgen an finanzierende Banken.

In der fünften Sitzung am 28. Juli 2020 stellte der Vorstand erneut die aktuelle Geschäftslage dar. Der Vorstand ging dabei auch auf die Auswirkungen der Galvanik-Havarie bei einer Tochtergesellschaft ein. Der Aufsichtsrat stimmte zudem Entscheidungen im Zusammenhang mit der Bankenfinanzierung für die Erich Jaeger GmbH + Co. KG zu.

Am 8. Oktober 2020 fand die Aufsichtsratssitzung in den Geschäftsräumen der Konzerntochergesellschaft Bavaua Digital Technik GmbH (BDT) in Pfronten statt. Das neue Mitglied des Aufsichtsrats Herr Meyer zu Schwabedissen nahm hierbei erstmalig an einer Aufsichtsratssitzung der Gesellschaft teil. Auf der Grundlage der Information durch den Vorstand beriet der Aufsichtsrat über den Status des Erich Jaeger-Projekts "Kabelfertigung". Durch einen Betriebsrundgang verschafften sich die Mitglieder des Aufsichtsrats einen persönlichen Eindruck vom Geschäftsbetrieb der BDT. Anschließend wurde dem Aufsichtsrat deren aktuelle Geschäftslage und ihre geplante Entwicklung vorgestellt. Zudem erläuterte der Vorstand die Lage und die Aussichten bei den anderen Konzerngesellschaften.

In der letzten Sitzung des Jahres am 8. Dezember 2020 berichtete der Vorstand gemeinsam mit dem Geschäftsführer über den Geschäftsverlauf bei der OPUS Formenbau GmbH & Co. KG. Die operative Lage, die Planung und die strategische Stoßrichtung dieser Tochtergesellschaft wurden sodann eingehend diskutiert. Diese Themen wurden ferner auch für die Erich Jaeger-Gruppe und die Tochtergesellschaft Taller GmbH gründlich behandelt. Der Vorstand informierte zudem erneut über den aktuellen Status des Projekts "Kabelfertigung". Einen weiteren Schwerpunkt dieser Sitzung bildete der Bericht über den Geschäftsverlauf bei den anderen Konzerngesellschaften sowie die Planung für das Geschäftsjahr 2021. Nach Erläuterung durch den Vorstand und intensiver Diskussion genehmigte der Aufsichtsrat die Planungen der einzelnen Konzerngesellschaften und des Konzerns. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand zudem erneut über Personalthemen bei Konzerngesellschaften und die aktuelle Lage bei den von einem Aktionär betriebenen gerichtlichen Verfahren informiert.

Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses 2020

Die von der Hauptversammlung der AdCapital AG am 28. Juli 2020 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählte Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, wurde vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 3'!. Dezember 2020 sowie des Konzern-Lageberichts der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2020 beauftragt, nachdem sie dem Aufsichtsrat bestätigt hatte, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten.

Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2020 sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 wurden vom Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der AdCapital AG, den Konzernlagebericht sowie den Abhängigkeitsbericht in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 23. März 2021 erläutert. Die die Prüfungstestate unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer haben an der Bilanzsitzung teilgenommen und berichteten über den Umfang, die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Sie gingen dabei auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sowie die vorgenommenen Prüfungshandlungen ein und berichteten ferner über ihre Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess. Die vom Aufsichtsrat gestellten Fragen wurden zur Zufriedenheit des Aufsichtsrats beantwortet.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss der AdCapital AG sowie den Konzernlagebericht geprüft und in der Bilanzsitzung erörtert. Der Aufsichtsrat erklärt hiernach, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen zu erheben sind und er den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 billigt. Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2020 wurde damit festgestellt. Der Vorstand hat vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 auf neue Rechnung vorzutragen. Diesem Vorschlag haben wir zugestimmt.

Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020

Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG (Abhängigkeitsbericht) für das Geschäftsjahr 2020 erstellt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht wurde gemäß § 313 AktG auch vom Abschlussprüfer geprüft. Der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers über die Prüfung des Abhängigkeitsberichts ist den Aufsichtsratsmitgliedern übermittelt worden. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 23. März 2021 über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an.

Der durch den Abschlussprüfer erteilte Bestätigungsvermerk zum Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020 lautet wie folgt:

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die stets offene, konstruktive und sehr intensive Zusammenarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ebenso danken wir den Geschäftsführern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Konzernunternehmen für die geleistete Arbeit in diesen turbulenten und schwierigen Zeiten.

 

Waldbronn, den 23. März 2021

Dr. Sonja Zobl-Leibinger, Vorsitzende des Aufsichtsrats

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020

Aktiva

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Anhang TEUR TEUR 31.12.2019
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 4.1
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 775 1.412
II. Sachanlagen 22.717 23.820
III. Finanzanlagen 810 827
24.302 26.059
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 4.2 37.089 36.867
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.3 23.856 22.618
III. Wertpapiere 0 1
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.4 9.751 8.528
70.696 68.014
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.5 397 475
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 20 50
E. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG 64 2
95.478 94.600

PASSIVA

Anhang TEUR TEUR 31.12.2019
TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 4.6 41.700 41.700
II. Kapitalrücklage 4.592 4.592
III. Gewinnrücklagen 4.7 18.064 18.064
IV. Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 4.7 -11.017 -8.947
V. Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung 4.8 -337 -106
VI. Anteile anderer Gesellschafter 4.9 5.898 6.484
58.900 61.787
B. RÜCKSTELLUNGEN 4.10 9.992 9.289
C. VERBINDLICHKEITEN 4.11 26.434 23.521
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 152 3
95.478 94.600

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020

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Anhang TEUR TEUR 2019
TEUR
1. Umsatzerlöse 5.1 147.631 149.148
2. Bestandveränderungen -2.036 -873
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 0 2
145.595 148.277
4. Sonstige betriebliche Erträge 5.2 1.962 3.657
147.557 151.934
5. Materialaufwand 5.3 72.947 75.501
6. Personalaufwand 5.4 40.346 43.102
7. Abschreibungen 5.5 5.028 5.128
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.6 26.077 26.555
144.398 150.286
9. Betriebsergebnis 3.159 1.648
10. Finanzergebnis 5.7 -968 -403
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.8 -2.714 -2.214
12. Ergebnis nach Steuern -522 -970
13. Sonstige Steuern -61 -55
14. Konzern-Jahresfehlbetrag -583 -1.025
15. Konzernfremden Gesellschaftern zustehendes Ergebnis 1.875 2.050
16. Konzernergebnis -2.459 -3.075

Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2020

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Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Stammaktien
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Konzernbilanzgewinn/​-verlust
TEUR
01.01.2019 41.700 4.592 18.064 -6.027
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0
Jahresergebnis 0 0 0 -3.075
neutrale Ergebnisveränderungen 0 0 0 155
Gesamtergebnis 0 0 0 -2.920
31.12.2019 41.700 4.592 18.064 -8.947
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Mutterunternehmen
Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung
TEUR
Eigenkapital
TEUR
01.01.2019 -212 58.117
Gezahlte Dividenden 0 0
Jahresergebnis 0 -3.075
neutrale Ergebnisveränderungen 106 261
Gesamtergebnis 106 -2.814
31.12.2019 -106 55.303
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Minderheitsgesellschafter Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital
TEUR
Konzerneigenkapital
TEUR
01.01.2019 6.431 64.549
Gezahlte Dividenden -2.036 -2.036
Jahresergebnis 2.050 -1.025
neutrale Ergebnisveränderungen 39 300
Gesamtergebnis 53 -2.761
31.12.2019 6.484 61.787
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Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Stammaktien
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Konzernbilanzgewinn/​-verlust
TEUR
01.01.2020 41.700 4.592 18.064 -8.947
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0
Jahresergebnis 0 0 0 -2.459
neutrale Ergebnisveränderungen 0 0 0 389
Gesamtergebnis 0 0 0 -2.070
31.12.2020 41.700 4.592 18.064 -11.017
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Mutterunternehmen
Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung
TEUR
Eigenkapital
TEUR
01.01.2020 -106 55.303
Gezahlte Dividenden 0 0
Jahresergebnis 0 -2.459
neutrale Ergebnisveränderungen -231 158
Gesamtergebnis -231 -2.301
31.12.2020 -337 53.002
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Minderheitsgesellschafter Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital
TEUR
Konzerneigenkapital
TEUR
01.01.2020 6.484 61.787
Gezahlte Dividenden -2.030 -2.030
Jahresergebnis 1.875 -583
neutrale Ergebnisveränderungen -433 -275
Gesamtergebnis -588 -2.888
31.12.2020 5.898 58.900

Konzernkapitalflussrechnung für 2020

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2020
TEUR
2019
TEUR
Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteil konzernfremder Gesellschafter) -583 -1.025
+/​- Abschreibungen /​ Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 5.028 5.128
+/​- Zunahme /​ Abnahme der Rückstellungen 732 -431
+/​- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen /​ Erträge 506 1.133
+/​- Abnahme /​ Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie - anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -1.223 1.538
+/​ Zunahme /​ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer - Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 3.793 -619
+/​- Verlust /​ Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 178 -244
+/​- Zinsaufwendungen/​-Zinserträge 375 403
+/​- Ertragssteueraufwand/​-ertrag 2.714 2.214
-/​+ Ertragssteuerzahlungen -2.742 -2.925
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit 8.778 5.172
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -123 -455
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 0 545
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.832 -3.250
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0 0
+/​- Ein-/​Auszahlungen aus Abgängen/​für Investitionen im Finanzanlagevermögen 0 0
+ Erhaltene Zinsen 117 132
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -3.838 -3.027
+ Einzahlungen aus der Aufnahmen von (Finanz-)Krediten 4.094 2.872
+/​- Einzahlungen /​ Auszahlungen für die Aufnahme /​ Tilgung von Finanzschulden -5.288 -3.208
- Gezahlte Zinsen -492 -535
- Gezahlte Dividende an andere Gesellschafter -2.030 -2.036
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -3.716 -2.907
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands 1.223 -763
+/​- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 -36
+/​- Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0 -600
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 8.528 9.927
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode *) 9.751 8.528

*) Der Finanzmittelfonds besteht ausschließlich aus Zahlungsmitteln

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020

1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Die AdCapital AG ist eine Industrieholding mit Investitionsschwerpunkt auf den Branchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive.

Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 225669 eingetragen. Die Aktien der Gesellschaft werden am Basic Board der Börse Frankfurt/​M. gehandelt. Die Gesellschaft fällt nicht unter die für kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne von § 264d HGB geltenden Vorschriften des HGB.

Sitz der AdCapital AG ist in Deutschland, 78532 Tuttlingen, Daimlerstraße 14. Seit November 2020 gibt es eine im Handelsregister eingetragene Betriebsstätte der AG in 76337 Waldbronn, Im Ermlisgrund 11, die Sitz der Unternehmensleitung ist.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundlagen für die Erstellung des Abschlusses

Die im Konzernabschluss verwendete Währung ist EUR (€). Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich in TEUR (T€).

Nach § 290 HGB hat die AdCapital AG einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht zu erstellen. Der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2020 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Konzernanhang gesondert ausgewiesen.

Im Interesse der Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke wie auch die Vermerke, welche wahlweise in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang vorzunehmen sind, insgesamt im Anhang dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2.2 Angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen 3 bis 10 Jahre. Der aktivierte Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wird über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren, noch bis einschließlich des Jahres 2020, abgeschrieben.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Zur Bemessung der Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Gebäude 10 bis 50 Jahre, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15 Jahre.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im Anlagespiegel als Abgang ausgewiesen.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, falls dies notwendig ist, um immaterielle Vermögensgegenstände oder Sachanlagen mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Stichtag beizulegen ist.

Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt, wenn dieser voraussichtlich von Dauer ist.

Bei den Vorräten erfolgt der Wertansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten beziehungsweise zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder am Bilanzstichtag beizulegenden Wert. Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet worden. Diese beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Zuschläge für Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die anteiligen Abschreibungen auf Fertigungsanlagen sowie Verwaltungskosten des Material- sowie Fertigungsbereichs sind ebenfalls in den Herstellungskosten enthalten. Bestandsrisiken aufgrund mangelnder Gängigkeiten oder langer Lagerreichweiten werden durch Abwertungen berücksichtigt.

Die Bewertung der Forderungen erfolgt zum Nominalbetrag. Den Wertminderungen zweifelhafter beziehungsweise uneinbringlicher Forderungen wird durch entsprechende Einzelabwertungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine Pauschalabwertung berücksichtigt. Auf eine Abzinsung unverzinslicher oder niedrig verzinslicher Forderungen wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise kurzer Restlaufzeiten verzichtet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung der Art des Vermögensgegenstands, ausgehend von den Anschaffungskosten beziehungsweise dem Nennwert, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen, bewertet.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert. Für die Bewertung wurde die Projected-Unit-Credit-Methode mit den Richttafeln "2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Es wird ein Rententrend zwischen 0 % und 1,0 % zugrunde gelegt. Für die Abzinsung werden die gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB von der Deutschen Bundesbank ermittelten und monatlich veröffentlichten 10-Jahres-Durchschnittszinssätze angewandt (aktuell: 2,30 %, im Vorjahr 2,71 %). Hierbei wird zur Vereinfachung pauschal eine Laufzeit von 15 Jahren angenommen (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Gemäß § 246 Abs. 2 HGB erfolgt eine Saldierung von Schulden mit Vermögensgegenständen, soweit diese ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Im Falle eines aktiven Überhangs wird dieser unter dem Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag bilanziert.

Rückstellungen oder unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden nach dem sogenannten Temporary Concept gebildet. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden nicht gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden insgesamt saldiert.

2.3 Konsolidierungskreis und -methoden

Der Konzernabschluss beinhaltet die AdCapital AG, Tuttlingen, sowie die wesentlichen verbundenen Unternehmen, bei denen die AdCapital AG unmittelbar oder mittelbar 50 % oder mehr der Stimmrechte hält oder auf andere Weise einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Somit waren in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 neben der AdCapital AG 15 Gesellschaften einzubeziehen (im Vorjahr 16). Die EW Hof-Gruppe wurde mit Kaufvertrag vom 11. Dezember 2020 (Signing) mit Wirkung zum 01.01.2020 (Closing) wie schon seit längerer Zeit geplant veräußert.

Darüber hinaus wurde die Insert Ltd. (Türkei) entkonsolidiert. Somit hat sich die Zahl der konsolidierten Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um eins verringert.

Es werden insgesamt sechs (im Vorjahr: sechs) Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen beziehungsweise ohne Geschäftsbetrieb unter Anwendung des § 296 Abs. 2 HGB wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Auch bei einer assoziierten Gesellschaft wird auf die Einbeziehung auf der Grundlage der Equity-Methode aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Eine vollständige Auflistung der konsolidierten Unternehmen ist im Anhang enthalten.

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sind dementsprechend nach den für alle Konzernunternehmen einheitlich geltenden Konzernbilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien angesetzt worden.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode. Die während des Jahres erworbenen oder verkauften Beteiligungen werden ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt beziehungsweise bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in den Konzernabschluss aufgenommen. Die Anschaffungskosten einer Unternehmenstransaktion werden nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt, zuzüglich der direkt zurechenbaren Erwerbskosten, bemessen. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten werden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang etwaiger Minderheitsanteile am Eigenkapital. Der Überschuss der Anschaffungskosten der Unternehmensakquisition über den Nettowert der anteiligen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle und Salden werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Zwischenergebnisse im Sinne von § 304 HGB werden eliminiert, soweit diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

3. Währungsumrechnung

Die Aktiv- und Passivposten der in fremder Währung aufgestellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden jeweils zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die aus der Währungsumrechnung resultierenden Differenzen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem "Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung" gesondert ausgewiesen.

4. Angaben und Erläuterungen zur Konzernbilanz

4.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel dargestellt. Zugänge erstmals konsolidierter Gesellschaften beziehungsweise Abgänge von veräußerten Gesellschaften werden unter den Anschaffungskosten und unter den Abschreibungen gesondert ausgewiesen.

Das Anlagevermögen gliedert sich wie folgt:

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31. Dez. 2020
T€
31. Dez. 2019
T€
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 775 1.182
Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung 0 230
Immaterielle Vermögensgegenstände 775 1.412

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

Der Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung betrifft die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH. Aufgrund konstanter Rahmenbedingungen nach Erwerb des Unternehmens, insbesondere fortbestehender Absatz- und Beschaffungsverträge sowie des langlebigen Produktportfolios wurde eine Nutzungsdauer von 15 Jahren zugrunde gelegt. Der Firmenwert wurde im Jahr 2020 mit 230 T€ vollständig abgeschrieben.

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31. Dez. 2020
T€
31. Dez. 2019
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.267 7.808
Technische Anlagen und Maschinen 7.527 8.967
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.217 5.708
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.707 1.338
Sachanlagen 22.717 23.820
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31. Dez. 2020
T€
31. Dez. 2019
T€
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen 185 184
Sonstige Ausleihungen 625 643
Finanzanlagen 810 827

4.2 Vorräte

Die Vorräte gliedern sich wie folgt:

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31. Dez. 2020
T€
31. Dez. 2019
T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 15.104 11.175
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 4.381 4.276
Fertige Erzeugnisse und Waren 16.278 21.283
Geleistete Anzahlungen 1.325 133
37.089 36.867

4.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:

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Fälligkeiten
Gesamt
T€
Bis zu 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.993 16.993 0
Vorjahr (14.212) (14.212) (0)
Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen 0 0 0
Vorjahr (4) (4) (0)
Sonstige Vermögensgegenstände 6.863 4.941 1.922
Vorjahr (8.402) (6.119) (2.283)
23.856 21.934 1.922
(22.618) (20.335) (2.283)

4.4 Zahlungsmittel

In den Zahlungsmitteln in Höhe von 9.751 T€ (Vorjahr 8.528 T€) sind Kassenbestände, Postbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks enthalten.

4.5 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 397 T€ (Vorjahr 475 T€) beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen. Disagio ist wie schon im Vorjahr keines enthalten.

4.6 Eigenkapital

Auf die gesonderte Darstellung der Veränderung des Eigenkapitals wird verwiesen.

Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 41.700 T€.

Das Grundkapital ist in 14.000.000 nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt, die auf den Inhaber lauten. Jede Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 2,98 € (Vorjahr: 2,98 €).

Im Umlauf befindliche Aktien

Im Jahr 2009 wurden 371.116 eigene Aktien erworben und in Höhe der Anschaffungskosten von 2.269 T€ direkt gegen die Gewinnrücklagen verrechnet. Der Betrag am Grundkapital beträgt 1.105 T€. Im Jahr 2020 wurden keine eigenen Aktien verkauft, so dass unverändert zum Vorjahr insgesamt noch 58.430 Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 174 T€ von der AdCapital AG selbst gehalten werden. Dies entspricht einem Anteil von 0,4 % am Grundkapital.

Somit befinden sich zum Bilanzstichtag unverändert gegenüber dem Vorjahr 13.941.570 Aktien im Umlauf.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 4.592 T€.

4.7 Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Die Gewinnrücklagen und das erwirtschaftete Konzerneigenkapital betragen 7.047 T€ (Vorjahr 9.117 T€).

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital beinhaltet die Jahresergebnisse der Konzernunternehmen (ohne Fremdanteile an den Jahresergebnissen), die eigenkapitalwirksamen Konsolidierungsbuchungen sowie die Entnahmen aus den Gewinnrücklagen der AdCapital AG abzüglich der ausbezahlten Dividenden an die Aktionäre der AdCapital AG sowie an die beteiligten Fremdgesellschafter.

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel.

4.8 Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung

Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung haben sich für ausländische Beteiligungen in Tschechien, den USA, China, Hongkong und Mexiko ergeben.

Wir verweisen auf den Eigenkapitalspiegel.

4.9 Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen betreffen insbesondere die Jaeger Poway Automotive Systems Ltd. (Shenzhen), die Jaeger Poway Ltd. und die OPUS Formenbau GmbH & Co. KG.

4.10 Rückstellungen

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31. Dez. 2020
T€
31. Dez. 2019
T€
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.838 2.771
Steuerrückstellungen 705 733
Sonstige Rückstellungen 6.450 5.785
9.992 9.289

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen berücksichtigen Ansprüche von Mitarbeitern diverser Konzerngesellschaften.

Erfüllungsbeträge für Pensionsverpflichtungen wurden mit dem Zeitwert der bestehenden Rückdeckungsversicherung saldiert, sofern die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 HGB beziehungsweise die Voraussetzungen für die Zusammenfassung zu einer Bewertungseinheit vorlagen. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände ergeben sich aus den in der Vergangenheit ratierlich zugeführten Beiträgen zur Rückdeckungsversicherung.

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Bilanz 31.12.2020
T€
Anschaffungskosten
T€
GuV
T€
Aktivwert der Rückdeckungsversicherung -467 -427
Pensionsrückstellung 2.838
Aufwendungen für Altersversorgung -225
Zinsertrag aus Aktivwerten 38
Zinsaufwand Pensionsrückstellung -206
Saldo aus Verrechnung 2.371 n/​a -393

Die Pensionsauszahlungen im Konzern betrugen im Berichtsjahr 245 T€ (Vorjahr: 249 T€).

Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 249 T€.

Die Steuerrückstellungen betreffen noch nicht veranlagte Geschäftsjahre.

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalaufwendungen, Gewährleistungsaufwendungen, Jahresabschluss- und Prüfungskosten, Rechts- und Beratungskosten und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Dritten gebildet.

4.11 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

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Fälligkeiten
Gesamt
T€
bis zu 1 Jahr
T€
1 bis 5 Jahre
T€
über 5 Jahre
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.891 5.898 1.887 106
Vorjahr (9.086) (4.160) (4.926) (0)
Erhaltene Anzahlungen aus Bestellungen 635 635 0 0
Vorjahr (201) (201) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.354 12.354 0 0
Vorjahr (10.738) (10.738) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen 0 0 0 0
Vorjahr (0) (0) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 5.554 5.411 143 0
Vorjahr (3.496) (2.747) (749) (0)
26.434 24.298 2.030 106
Vorjahr (23.521) (18.475) (5.046) (0)

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 1.473 T€ (Vorjahr: 845 T€) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 208 T€ (Vorjahr: 655 T€) enthalten.

Von den Verbindlichkeiten waren durch Grundpfandrechte, Bankbürgschaften und andere Sicherheiten 2.198 T€ (Vorjahr: 2.536 T€) besichert.

4.12 Latente Steuern

Für die aus den Einzelabschlüssen resultierenden aktiven Steuerlatenzen sieht § 274 HGB grundsätzlich ein Wahlrecht für den Ansatz vor. Die Aktivierung ist mindestens jedoch in Höhe des Betrags der passiven latenten Steuern vorzunehmen. Von dem Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB wurde im Übrigen kein Gebrauch gemacht.

Aktive Latenzen aus der Konsolidierung gemäß § 306 HGB sind dagegen zwingend anzusetzen; ihr Ausweis erfolgte in Ausübung des Wahlrechts in § 306 HGB unter Saldierung mit den passiven Steuerlatenzen.

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 83 T€ (Vorjahr: 77 T€), im Wesentlichen resultierend aus der Zwischengewinneliminierung, wurden dementsprechend mit den passiven Latenzen aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie aus der Schuldenkonsolidierung in Höhe von 63 T€ (Vorjahr: 27 T€) verrechnet. Der aktive Überhang und damit die aktiven latenten Steuern betragen danach 20 T€ (Vorjahr: 50 T€). Bei der Bewertung der latenten Steuern kamen Steuersätze zwischen 19 % und 25 % zur Anwendung.

Die Änderung der latenten Steuern lässt sich wie folgt darstellen:

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In T€ 01.01.2020 Zugang Verbrauch 31.12.2020
Aktive latente Steuern 77 6 0 83
Passive latente Steuern 27 36 0 63

Eine Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgte nicht.

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich regional wie folgt:

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2020
T€
2019
T€
Inland 45.768 52.645
Ausland 101.863 96.503
147.631 149.148

5.2 Sonstige betriebliche Erträge

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2020
T€
2019
T€
Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen 6 244
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 525 214
Währungsgewinne 579 2.085
Übrige 853 1.114
1.962 3.657

Insgesamt waren periodenfremde Erträge in Höhe von 703 T€ (Vorjahr: 235 T€) zu verzeichnen. Sie betrafen im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 525 T€ (Vorjahr: 214 T€).

5.3 Materialaufwand

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2020
T€
2019
T€
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren 71.110 73.858
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.837 1.643
72.947 75.501

5.4 Personalaufwand /​ Mitarbeiterzahl

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2020
T€
2019
T€
Löhne und Gehälter 34.243 36.266
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 6.103 6.836
- davon Altersversorgung 67 T€ (Vorjahr: 124 T€)
40.346 43.102

Die Mitarbeiterzahl ergibt sich im Jahresdurchschnitt wie folgt:

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2020 2019
Direkte Mitarbeiter 1.151 1.152
Indirekte Mitarbeiter 263 297
1.414 1.449

Bei den direkten Mitarbeitern handelt es sich um Personen, welche direkt am Produktionsprozess beteiligt sind.

5.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

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2020
T€
2019
T€
Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung 230 240
Sonstige 4.798 4.888
5.028 5.128

Siehe auch die Angaben im Anlagenspiegel.

5.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

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2020
T€
2019
T€
Allgemeine Betriebskosten 2.343 2.031
Mieten und Pachten, Raumkosten 2.723 2.514
Transportkosten 3.848 2.691
Energiekosten 2.215 2.234
Reparaturen und Instandhaltung 1.633 1.905
Personalleasing 485 1.281
Kfz-Kosten 786 897
Rechts- und Beratungskosten 1.629 1.202
Reisekosten 222 781
Einstellung in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 137 405
Sonstige Verwaltungskosten 1.879 2.031
Versicherungen 767 726
Währungsverluste 1.665 2.036
IT-Kosten 1.166 1.046
Lizenzgebühren (ohne IT) 217 407
Kommunikationskosten 510 521
Provisionen 776 671
Vertriebs- und Werbungskosten 444 811
Übrige 2.634 2.365
26.077 26.555

Periodenfremde Aufwendungen ergaben sich in Höhe von 226 T€ (Vorjahr: 460 T€). Sie beinhalten Forderungsverluste, Zuführungen zu den Einzel- und Pauschalabwertungen zu Forderungen und sonstige aperiodische Kosten.

5.7 Finanzergebnis

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2020
T€
2019
T€
Verlust aus Beteiligungen -332 0
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 3 1
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens -262 0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 117 133
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -492 -535
-968 -403

Für Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen sind 134 T€ (Vorjahr: 103 T€) angefallen.

5.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag

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2020
T€
2019
T€
Ertragsteuern des Geschäftsjahres 2.419 2.127
Ertrag (-) /​ Aufwand (+) aus der Veränderung latenter Steuern -30 -41
Sonstige Ertragsteuern Vorjahre 273 128
2.714 2.214

6. Haftungsverhältnisse und außerbilanzielle Geschäfte /​ sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse und sonstigen finanziellen Verpflichtungen des AdCapital-Konzerns ergeben sich wie folgt:

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31. Dez. 2020
T€
31. Dez. 2019
T€
Haftungsverhältnisse
Bürgschaften 600 1.010
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Verpflichtungen aus Bestellobligo, Miet-, Pacht- und Leasing-Verträgen 11.700 15.221

Aus einer Bürgschaft für einen langfristigen Immobilienvertrag bestehen per 31. Dezember 2020 Verpflichtungen in Höhe von 600 T€ (Vorjahr: 1.010 T€). Unseres Erachtens besteht derzeit kein Risiko der Inanspruchnahme des Konzerns, weil wir nach aktuellem Kenntnisstand davon ausgehen, dass die Hauptschuldnerin ihre Verpflichtungen erfüllen wird.

Weitere, nicht in Konzernbilanz oder -anhang enthaltene Geschäfte beziehungsweise Verpflichtungen bestehen nicht.

7. Vorstand

Vorstand der Gesellschaft ist:

Herr Hans-Jürgen Döringer, Dipl.-Ökonom

In Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Vorstandsbezüge.

8. Aufsichtsrat

In den Aufsichtsrat sind berufen:

Vorsitzende

Frau Dr. Sonja Zobl-Leibinger, Selbstständige Rechtsanwältin

Stellv. Vorsitzender

Herr Dr. Christoph Zobl, Selbstständiger Rechtsanwalt

Weitere Mitglieder

Herr Hans-Joachim Holstein, Unternehmensberater

Herr Maximilian Meyer zu Schwabedissen, Wirtschaftsprüfer

Im Geschäftsjahr 2020 sind Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 101 T€ (Vorjahr: 72 T€) angefallen.

9. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

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2020
T€
2019
T€
Jahres- und Konzernabschlussprüfung laufendes Jahr 235 232
Steuerberatungsleistungen 35 35
270 267

10. Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen

Die AdCapital AG hat mit ihr nahestehenden Unternehmen und Personen keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen geschlossen.

11. Konzernunternehmen der AdCapital AG, konsolidiert auf der Grundlage der Vollkonsolidierung (Beteiligungen mit 50 % und höher)

In den Konzernabschluss sind neben der AdCapital AG die folgenden 15 Unternehmen einbezogen worden:

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Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital
in %
Additiv Multiplikativ
AdCapital Beteiligungs GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
EP Connectors GmbH Waldbronn 100,00 100,00
Berliner Elektro-Technik GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
Bavaria Digital Technik GmbH Pfronten 100,00 100,00
FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH Teningen 100,00 100,00
Erich Jaeger GmbH + Co. KG Friedberg 100,00 100,00
EJR Erich Jaeger Roznov s.r.o. Koprivnice (Tschechien) 100,00 100,00
Jaeger France SARL Lyon (Frankreich) 100,00 100,00
Erich Jaeger Mexico, S. de R.L. Piedras Negras (Mexiko) 99,00 99,00
Erich Jaeger U.S.A. Inc. Plymouth, MI (USA) 100,00 100,00
Jaeger Poway Ltd. Hongkong (China) 60,00 60,00
Jaeger Poway Automotive Systems (Shenzhen) Ltd. Shenzhen (China) 60,00 60,00
KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH Schmölln 100,00 100,00
OPUS Formenbau GmbH & Co. KG Schönau 75,00 75,00
Taller GmbH Waldbronn 99,95 99,95

12. Konzernunternehmen der AdCapital AG, nicht konsolidiert

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Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital
in %
Additiv Multiplikativ
AdCapital Invest GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
Jaeger Verwaltungs GmbH Friedberg 100,00 100,00
fps Verwaltungs GmbH Teningen 100,00 100,00
OPUS Formenbau Verw. GmbH Schönau 75,00 75,00
Grundstücksgesellschaft am Entenfang mbH Hannover 100,00 100,00
frako power systems GmbH & Co. KG Teningen 100,00 100,00

13. Ergebnisverwendungsvorschlag der Muttergesellschaft

Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2020 weist einen Bilanzgewinn von 1.324 T€ aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

14. Sonstige Angaben

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 wird beim Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart hinterlegt und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

15. Nachtragsbericht

Wesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Abschlussstichtag nicht ergeben.

 

Waldbronn, den 18. März 2021

AdCapital AG

Hans-Jürgen Döringer, Vorstand

AdCapital AG, Tuttlingen
Konzernanlagespiegel zum 31. Dezember 2020

in TEUR

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2020 Zugänge Abgänge Umbuchungen Veränderung Währung 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.304 123 3 0 -30 10.394
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.461 0 0 0 0 3.461
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 10.800 0 0 0 0 10.800
24.565 123 3 0 -30 24.655
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 21.267 120 0 3 -183 21.207
2. Technische Anlagen und Maschinen 55.045 676 52 105 -426 55.348
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 39.395 1.055 185 366 -212 40.419
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.338 1.980 121 -473 -18 2.707
117.045 3.831 358 0 -839 119.679
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.477 0 0 0 0 5.477
2. Sonstige Ausleihungen 649 0 18 0 0 631
6.126 0 18 0 0 6.108
147.734 3.954 379 0 -869 150.440
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Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2020 Zugänge Abgänge Veränderung Währung 31.12.2020 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 9.122 512 3 -12 9.619 775
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.461 0 0 0 3.461 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 10.570 230 0 0 10.800 0
23.153 742 3 -12 23.880 775
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.458 567 2 -83 13.940 7.267
2. Technische Anlagen und Maschinen 46.079 1.891 19 -130 47.821 7.527
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 33.687 1.829 176 -138 35.202 5.217
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 2.707
93.224 4.287 197 -351 96.963 22.717
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.292 0 0 0 5.292 185
2. Sonstige Ausleihungen 6 0 0 0 6 625
5.298 0 0 0 5.298 810
121.675 5.028 201 -363 126.140 24.302
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Buchwerte 31.12.2019
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.182
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 230
1.412
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.808
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.967
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.708
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.338
23.820
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 184
2. Sonstige Ausleihungen 643
827
26.059

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AdCapital AG, Tuttlingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der AdCapital AG, Tuttlingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der AdCapital AG, Tuttlingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 18. März 2021

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
(Düsseldorf)

Peter Schill, Wirtschaftsprüfer

Jürgen Bechtold, Wirtschaftsprüfer