AdCapital AG

Tuttlingen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Der AdCapital-Konzern

1.1 Geschäftstätigkeit und Investitionsfokus

Wie in den letzten Jahren liegt der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der AdCapital AG auf dem Industriegeschäft unserer Beteiligungen. Das Portfolio besteht im Wesentlichen aus fünf Einzelunternehmen und einer Unternehmensgruppe:

scrollen
Wesentliche Beteiligung Branche
Bavaria Digital Technik GmbH (BDT) Geräte- und Anlagenbau, Elektrotechnik
Erich Jaeger GmbH + Co. KG (Unternehmensgruppe) Automotive
FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH Elektrotechnik
KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH (KTS) Kunststoffverarbeitung
OPUS Formenbau GmbH & Co. KG Formen- und Werkzeugbau
Taller GmbH Elektrotechnik

Die Jaeger-Gruppe ist mit einem Umsatzanteil von über 50 % wie auch schon in den letzten Jahren die dominierende Beteiligung im AdCapital-Konzern.

1.2 Konzernstrategie, Unternehmenssteuerungs- und Überwachungssystem

Konzernstrategie

Beteiligungen

Die AdCapital AG sieht sich als Industrieholding mit ausgeprägter strategischer und operativer Steuerungs- und Überwachungsfunktion. Der strategische Schwerpunkt der Unternehmensgruppe liegt wie schon in den Vorjahren auf dem Bereich Automotive mit der Kerngesellschaft Erich Jaeger.

Die Beteiligungen werden von uns bei Strategie-, Finanzierungs-, Prozess- und Organisationsfragen intensiv beraten. Wir unterstützen unsere Unternehmen in den Bereichen Finanzen, Steuern und Recht bei geschäftsstrategischen Entscheidungen und entlasten auf diese Weise unsere Tochtergesellschaften in den indirekten Bereichen. Durch konzernweit einheitliche Strategie-, Steuerungs- und Planungsgrundsätze können Synergien gehoben werden.

Neben Eigen- und Fremdkapital bringt die AdCapital AG unternehmerisches Know-how und eine mittelständisch geprägte Unternehmenskultur ein. Wir setzen dabei aber auch bewusst auf die Eigenständigkeit der Unternehmen und ihrer Geschäftsführer im operativen Bereich und respektieren eine individuelle Unternehmenskultur.

Die Stärkung der jeweiligen Markt- und Wettbewerbsposition, die Verbesserung der Fertigungseffizienz sowie die Optimierung organisatorischer Abläufe einschließlich des Vertriebs stellen die Ziele für unsere Beteiligungen dar. Die Realisierung von organischen Wachstumspotenzialen, die Verbesserung der Profitabilität der Unternehmen und ihrer Kapitalausstattung dient auch der Erhöhung der Resilienz unserer Unternehmen in diesen krisenbehafteten Zeiten.

Unsere Strategie setzt auf den organischen Ausbau des Kerngeschäfts im Automotive-Umfeld. In Ausnahmefällen würden wir aber unverändert auch im Bereich Automotive oder in den für diese Branche relevanten Technologien (Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie Elektronik und Software) Investitionen in neue Beteiligungsunternehmen tätigen. Derartige Fälle mit einem erheblichen Synergiepotenzial haben sich uns im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht eröffnet.

Finanzielle Flexibilität

Unsere stabile Finanzlage haben wir im Geschäftsjahr planmäßig weiter ausgebaut. Bereits Ende 2020 wurde vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie die Wachstumsfinanzierung für Erich Jaeger und die Sicherung von Liquiditätsreserven für mögliche drohende krisenbedingte Verluste durchgeführt. Insgesamt konnten wir damals bei drei verschiedenen Banken ein Volumen von 18,8 Mio. € sichern, das sich zusammensetzt aus einer Leasing-Komponente für die Investitionen in die Kabelfertigung bei Erich Jaeger, aus zusätzlichen Kontokorrentlinien für das steigende Working Capital im Zuge des Wachstums der Jaeger-Gruppe sowie einer Tranche aus den coronabedingten KfW-Mitteln. Damit wurde die Liquidität für das Wachstum der Erich Jaeger-Gruppe gesichert, die Gruppe ist aber auch weiterhin für mögliche pandemiebedingte Umsatzausfälle gerüstet. Die Mittel für die Investitionen wurden im Jahr 2021 abgerufen.

Alle Tochtergesellschaften sind weltweit angehalten, neben der Finanzierung durch die AdCapital AG auch eigene Finanzquellen bspw. durch regionale oder nationale Bankinstitute zu erschließen. Entsprechende Mittel konnten im Jahr 2021 aus solchen Quellen generiert werden.

Liquide Konzernmittel werden ausschließlich in Zahlungsmitteln und freien Banklinien gehalten.

Unternehmenssteuerungs- und Überwachungssystem

Die zentralen Verwaltungsbereiche Controlling, Steuern und Recht und Teile der Inlandsfinanzierung werden unverändert auf Ebene der Holding geführt. Die IT wird zentral für den Konzern in enger Abstimmung mit der Holding über Erich Jaeger gesteuert.

Die strategische Ausrichtung des AdCapital-Konzerns wird mit dem Aufsichtsrat festgelegt. Die operative und strategische Steuerung der Tochterunternehmen erfolgt über regelmäßige Geschäftsleitungssitzungen bei den Beteiligungsunternehmen vor Ort, am Standort der Holding oder coronabedingt in Telefon- und Videokonferenzen. In diesen Sitzungen werden unter anderem auf Basis von Budgetvorgaben sowie der jeweils definierten strategischen Ausrichtung die aktuelle Geschäftslage sowie die kurz- und mittelfristigen Planungsrechnungen der Gesellschaften besprochen. Der Auftragseingang und der Auftragsbestand, die erwirtschaftete Gesamtleistung, die Wertschöpfung, die Produktivität je Stunde, die EBIT-Marge sowie der Free Cashflow, das Working Capital und die Liquiditätssituation sind dabei für die Diskussion und Entscheidungsfindung relevante Kennzahlen. Darüber hinaus werden Kennzahlen zur Kostenstruktur sowie zur Steuerung von Produktion und Vertrieb zur Analyse hinzugezogen. Ein wichtiger Teil dieser Sitzungen ist auch die Vereinbarung von Maßnahmen bei Abweichungen vom Plan bzw. zur Vermeidung von Risiken.

1.3 Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2021

Das Geschäftsjahr war - wie schon das Vorjahr - massiv durch die direkten und indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinflusst (Lieferschwierigkeiten, Logistik, steigende Preise).

Das Tochterunternehmen Taller ist erheblich durch den Ausfall eines Lieferanten wegen des Hochwassers im Ahrtal betroffen.

Die Kabelfertigung der Erich Jaeger wurde im Berichtsjahr am neuen Standort in Bruchsal aufgebaut, im Laufe des Jahres 2022 wird der operative Betrieb gestartet werden.

AdCapital hat im Dezember 2021 vom bisherigen Minderheitsgesellschafter der OPUS dessen Anteile übernommen. Somit hält die AdCapital jetzt 100 % an der OPUS. Im Zuge dessen wurde auch eine Gesellschaft erworben, die der Eigentümer einer von OPUS genutzten Immobilie ist.

1.4 Konsolidierungskreis

Die Zahl der in den Konzernabschluss 2021 einbezogenen Gesellschaften beträgt 16.

2. Wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen

2.1 Gesamtwirtschaftliche Lage

Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland um 4,6 % im Jahr 2020 stieg das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,9 %. Die wirtschaftliche Tätigkeit war in der ersten Jahreshälfte durch die Pandemie und deren Auswirkungen stark negativ beeinflusst. Ab dem Sommer belebte sich die Wirtschaft wieder, was auch der Saisonalität des Infektionsgeschehens und der fortschreitenden Impfkampagne zuzuschreiben war. Allerdings wurden insbesondere die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe durch Materialknappheiten und Lieferengpässe deutlich beeinträchtigt. Durch das anziehende Infektionsgeschehen im Herbst war die wirtschaftliche Erholung im Schlussquartal des Jahres dann nochmals stark belastet. Verglichen mit dem dritten Quartal sank die Wirtschaftsleistung im letzten Quartal 2021 sogar um 0,3 %.

Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht für das Jahr 2022 von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,5% aus. Dabei wird angenommen, dass die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal noch durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt wird. Nach dem unterstellten Abflachen des Infektionsgeschehens ab dem 2. Quartal wird eine deutliche Erholung der Konjunktur prognostiziert. Des Weiteren wird angenommen, dass die Industrie die Produktion merklich ausdehnen wird, sobald sich im Jahresverlauf die Lieferengpässe auflösen. Die Bundesregierung weist in ihrem Bericht aber auch explizit darauf hin, dass die genannten Zahlen mit hoher Unsicherheit behaftet sind. Insbesondere ein anderer Pandemieverlauf in Deutschland oder auch weltweit mit dann anhaltenden Einschränkungen bei der Produktion oder Lieferengpässen stellt ein Risiko dar. Auch könnte ein höherer Inflationsdruck die Notenbanken zu einer restriktiveren Geldpolitik zwingen, was dann Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung haben dürfte.

Im Jahr 2020 lag die Inflation in Deutschland mit 0,5 % deutlich unter, im Jahr 2021 mit 3,1 % deutlich über der Zielmarke der EZB für den Euro-Raum von knapp 2 %. Hierfür waren diverse Sondereffekte verantwortlich. Zum einen führten Angebotseffekte und die hohen Energiepreise, zum anderen aber auch die im 2. Halbjahr 2020 verminderte Mehrwertsteuer zu einem hohen Wert der Inflation im Jahr 2021. Auch für das Jahr 2022 wird von der Bundesregierung eine vergleichsweise hohe Inflationsrate von 3,3 % unterstellt, zu der auch Preiserhöhungen durch die Unternehmen wegen der größeren Nachfrage und der höheren Kosten durch die Lieferengpässe beitragen. Wie wir bereits gesehen haben, können darüber hinaus auch die geopolitischen Risiken wie z. B. der Russland-Ukraine-Konflikt zu weiteren Steigerungen der Rohstoffpreise und einer hohen Inflationsrate führen.

Für die Weltwirtschaft gehen die Bundesregierung wie auch der IWF zu Jahresbeginn von einem Wachstum von 4,9 % im Jahr 2022 nach 5,9 % im Jahr 2021 aus. Dieser Ausblick ist um einen halben Prozentpunkt geringer als noch im Herbst 2021. Der Grund hierfür ist laut IWF die Reduzierung der Wachstumsaussichten in den zwei größten Volkswirtschaften: In den USA wurde der Wert wegen der Änderung der Geldpolitik und der anhaltenden Lieferschwierigkeiten um 1,2 Prozentpunkte auf 4,0 % reduziert, für China geht der IWF nunmehr von 4,8 % aus, was einer Reduktion von 0,8 Prozentpunkten entspricht. Als Grund führt der IWF die Zero-Covid-Strategie der chinesischen Regierung an, die aufgrund der rigiden Maßnahmen zu Verwerfungen führen könnte, und auch die Probleme im chinesischen Immobiliensektor. Der Wert von 4,8 % für China entspricht auch der IWF-Prognose für die Schwellen- und Entwicklungsländer. Somit hat China nach den Zahlen des IWF die Lokomotiv-Funktion für die Weltwirtschaft eingebüßt. Diese Rolle sieht der IWF nunmehr bei Indien, diesem Land wird ein Wachstum von rund 9 % für das Jahr 2022 zugetraut. Für die Weltwirtschaft prognostiziert der IWF für 2023 ein Wachstum von 3,8 %.

Auch der IWF unterstellt in allen seinen Prognosen einen Rückgang der Fallzahlen schwerer Krankheitsfälle bis Ende 2022 aufgrund steigernder Impfraten und besserer Behandlungsmöglichkeiten. Der IWF weist jedoch auch darauf hin, dass, je länger die Lieferschwierigkeiten andauern, umso wahrscheinlicher ergeben sich Erwartungen höherer Preise und umso größer ist das Risiko für die Weltwirtschaft.

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung in der Automotive Branche beeinflusst maßgeblich unsere Unternehmensgruppe. In dieser Branche zeigte sich im Jahr 2021 eine Zweiteilung des Marktes: Zahlreiche Zulieferer mussten um ihr Überleben kämpfen, während dagegen die Automobilhersteller infolge ihrer Fokussierung auf margenstarke Modelle hohe Gewinne erzielten. Obwohl sich die entsprechenden Stückzahlen um 16 % reduzierten, konnten laut einer EY-Studie die 16 größten Hersteller ihre Gewinne im 3. Quartal 2021 um 11,4 % auf ein neues Rekordhoch steigern. Verglichen mit dem Vorjahr, als noch der Handelskrieg zwischen China und den USA, der Brexit, der Dieselskandal und der Klimawandel zusammen mit der Corona-Pandemie als relevante Einflussfaktoren für die Automobilindustrie angesehen wurden, blieb im Jahr 2022 die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen als größter Einflussfaktor bestehen. Es resultierten extreme Preissteigerungen und Knappheiten bei relevanten Vorprodukten und Rohstoffen, aber auch in der Logistik. Ein anfänglich unterschätztes Problem stellt insbesondere der Chip-Mangel dar, der sich zu einem globalen und anhaltend negativen Einflussfaktor entwickelt hat. Dieser Chip-Mangel betrifft aber nicht nur den Automobilsektor, sondern ist in der ganzen Industrie zu spüren, wo solche Vorprodukte benötigt werden.

Für die Erich Jaeger-Gruppe sind die Entwicklungen in den PKW- und LKW-Märkten in Europa, China und Nordamerika relevant. Die einzelnen Märkte zeigten jedoch eine deutlich unterschiedliche Entwicklung (Daten LMC):

Nach einem starken Einbruch im PKW-Geschäft in Europa 2020 (-21,8 % verglichen mit 2019), gab es auch 2021 einen leichten Rückgang um 3,4 % auf knapp über 16 Mio. produzierte Fahrzeuge. Verglichen mit dem Niveau vor der Corona-Pandemie lag der Wert damit bei nur rund 75,5 %. LMC prognostiziert jedoch, dass im Jahr 2022 Stückzahlen von 19 Mio. produzierten Fahrzeugen erreicht werden, was einer Steigerung von rund 18 % gegenüber 2021 entsprechen würde. Dennoch hätte man immer noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch im nordamerikanischen Markt. Dort war der Rückgang von 2019 auf 2020 mit 20,3 % leicht geringer als in Europa, aber dennoch extrem. 2021 wurden dort rund 13 Mio. Fahrzeuge produziert, in etwa so viele wie im Vorjahr. Für 2022 geht man von über 15 Mio. produzierten Fahrzeugen aus, einer Steigerung von rund 18 % gegenüber 2021. Gänzlich anders stellt sich die Situation im PKW-Bereich in China dar. 2020 ergab sich nur ein leichter Rückgang von 4,3 %, im Jahr 2021 wurden dann 24,2 Mio. Fahrzeuge produziert (+ 3,9 % gegenüber 2020), womit China fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat. Im Jahr 2022 werden vermutlich rund 26 Mio. Fahrzeuge produziert werden, rund 7 % mehr als 2021.

Auch im LKW-Bereich sieht man eine Zweiteilung des Marktes in Europa/​Nordamerika und China. Nach einem bereits schwachen Markt 2019 ergab sich in Europa im Jahr 2020 ein Rückgang um 22 %, 2021 konnte dann wieder eine Erhöhung einsetzen (416.000 produzierte Fahrzeuge; + 17,5%), das Vorkrisenniveau aber noch nicht erreicht werden. Auch mit einer Steigerung der prognostizierten Produktionsmenge um 7,4 % im Jahr 2022 gelingt dies noch nicht. In Nordamerika war die Entwicklung ähnlich: Dem Rückgang von 38% im Jahr 2020 steht eine Steigerung der produzierten Stückzahlen im Jahr 2021 von rund 18 % gegenüber. Für 2022 wird eine weitere Steigerung von 19 % auf dann 300.000 prognostiziert, womit man aber immer noch um 13 % unter dem Vorkrisenniveau liegt. Im Gegensatz dazu ergab sich im LKW-Markt in China im Jahr 2020 mit rund 39 % ein sehr starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Für 2021 ergab sich dagegen ein Rückgang um rund 22 % auf rund 1,3 Mio. Fahrzeuge. Auch im Jahr 2022 wird ein Rückgang auf dann knapp über 1 Million produzierte Fahrzeuge prognostiziert (-19 %). Aufgrund dieser Veränderungen stieg der Anteil Chinas an der weltweiten Produktion von LKW von 50 % im Jahr 2019 auf 67 % im Jahr 2020, um dann im Jahr 2021 wieder auf 55 % zurückzugehen. Die Entwicklung in China wurde stark beeinflusst von dem Hoch- und Zurückfahren von Infrastrukturprojekten, zum anderen spielte aber auch die Einführung eines neuen Emissionsstandards in China eine Rolle. Letzteres führte dazu, dass die Produktion von LKW, die dem neuen Standard entsprachen, gestoppt wurde, um auf Halde stehende LKW, die zum Großteil älteren Emissionsstandards entsprachen, abverkaufen zu können.

Die Erich Jaeger-Gruppe wurde von diesen Entwicklungen stark beeinflusst. In China ist Erich Jaeger zum größten Teil im Bereich der schweren LKW tätig, womit die chinesische Tochtergesellschaft stark unter dem Rückgang des LKW-Geschäftes litt. Das PKW-Geschäft in China wird zwar sukzessive ausgebaut, liegt aber noch auf niedrigem Niveau. Der Grund hierfür liegt darin, dass Anhängerkomponenten nicht bei Fahrzeugen, die im lokalen Markt abgesetzt werden, Verwendung finden, sondern nur bei Fahrzeugen für den Exportmarkt.

In Europa hat sich das Geschäft von Erich Jaeger besser als die allgemeine Marktentwicklung gezeigt. Dies liegt zum einen an gewonnenen Neuprojekten im PKW- und LKW-Bereich, zum anderen aber auch daran, dass Erich Jaeger Gelegenheiten nutzen konnte, als Konkurrenten im Aftermarket nicht ausreichend lieferfähig waren.

Eine weitere wichtige Branche der AdCapital-Gruppe liegt in der Elektroindustrie. Insgesamt wuchs die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter laut ZVEI im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent und überkompensierte damit den Verlust von 6 % im Jahr 2020. Der Verband geht für 2022 von einem realen Produktionswachstum von vier Prozent aus. Für die Leiterplattenindustrie im Speziellen stellt der ZVEI dar, dass sich aufgrund der Materialengpässe und des regen Orderverhaltens der Kunden der Auftragsbestand staut. Insgesamt wird diese Branche laut ZVEI auch in den kommenden Monaten noch durch eine problematische Versorgungslage und einen Fachkräftemangel belastet werden.

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen und Prognosen gestalten sich recht unterschiedlich. Sie stehen dabei alle unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und der sich daraus ergebenden Folgen für die Weltwirtschaft. Sollten sich diese und auch andere Risiken wie andauernde Lieferschwierigkeiten, weiter ansteigende Inflation, politische oder militärische Konflikte im Jahr 2022 nicht manifestieren, so könnte in den für uns relevanten Branchen mit leichtem Optimismus in das Jahr 2022 geblickt werden. Dieser verhalten positive Ausblick wird jedoch massiv überlagert durch die Unsicherheiten durch den Russland-Ukraine-Konflikt. Welche Auswirkungen sich hier für die Branchen der Unternehmen des AdCapital-Konzerns ergeben könnten, kann zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichtes noch nicht abgeschätzt werden.

3. Ertragslage

3.1 Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Die für die Beurteilung der Entwicklung der Gesellschaft relevanten Kennzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt entwickelt:

Gewinn- und Verlustrechnung des AdCapital-Konzerns

scrollen
(in Mio. €) 2021 2020
Gesamtleistung 171,5 145,6
Sonstige betriebliche Erträge 3,9 2,0
Materialaufwand -89,3 -72,9
Personalaufwand -45,3 -40,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen -30,6 -26,0
Betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen 10,2 8,1
Abschreibungen -4,6 -5,0
Betriebliches Ergebnis 5,6 3,1
Finanzergebnis -0,7 -1,0
Ergebnis vor Steuern (EBT) 4,9 2,2
Ertragsteuern und sonstige Steuern -2,0 -2,7
Konzernjahresergebnis 2,9 -0,6

Bei den Beteiligungsunternehmen der AdCapital AG handelt es sich vor allem um produzierende Unternehmen, die in unterschiedlichen Geschäftsbereichen und Regionen tätig sind. Daher werden sie sowohl von der gesamtwirtschaftlichen und regionalen Konjunktur als auch der Branchenkonjunktur in jeweils unterschiedlichem Maße beeinflusst. Wir beobachten seit mehreren Jahren eine zunehmende Internationalisierung unseres Konzerns. So ist der Auslandsanteil der Konzernumsätze auch im Jahr 2021 mit 69 % wieder auf dem hohen Niveau des Vorjahres (Vj. 69 %). Der Anteil der Umsätze mit Kunden außerhalb der EU ist dagegen angestiegen von 29 % auf 33 %. Dies ist vor allem auf unser wachsendes Automotive-Geschäft bei der Jaeger-Gruppe zurückzuführen. Im Jahr 2021 trugen hierzu die höheren Umsätze in Nordamerika wesentlich bei. Aber auch FRAKO lieferte hierzu einen Beitrag: das Umsatzwachstum der Gesellschaft wurde vollständig erzielt mit Kunden außerhalb der EU.

Somit steht die unternehmerische Entwicklung des AdCapital-Konzerns weiterhin sowohl unter dem Einfluss des konjunkturellen Umfeldes in Deutschland als auch - und zwar in zunehmendem Umfang - der weltwirtschaftlichen Lage, namentlich der globalen Automobilkonjunktur.

In der Ertragslage des Konzerns spiegeln sich die unterschiedlichen Entwicklungen der einzelnen Gesellschaften und der jeweiligen konjunkturellen Entwicklung in den einzelnen Regionen wider. So konnten im Jahr 2021 die Jaeger-Gruppe, BDT, FRAKO, Taller und KTS positive betriebliche Ergebnisse erzielen. Dem gegenüber steht ein Verlust bei OPUS im Berichtsjahr. Bei Erich Jaeger hat sich aufgrund der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in den einzelnen Weltregionen der Gewinn, der dem chinesischen Minderheitsgesellschafter zusteht, gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert.

Die durch die Corona-Pandemie verursachten Auswirkungen hatten einen erheblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf des Konzerns. U.a. waren bei Erich Jaeger Strafzölle für Lieferungen aus China nach Nordamerika fällig, Schwankungen in der Auslastung von Produktion und Entwicklung führten zu zusätzlichen Kosten, der Wettbewerb um die Aufträge wurde härter und führte vermehrt zu Preissenkungen. Fehlende Transportkapazitäten führten zu verzögerten Lieferungen und höheren Kosten.

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im AdCapital-Konzern stellt sich im Einzelnen wie folgt dar:

Die Gesamtleistung ist mit 171,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 145,6 Mio. € trotz der Corona-Krise um 17,8 % gestiegen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich von 2,0 Mio. € auf 3,9 Mio. € erhöht. Diese Veränderung ist im Wesentlichen auf höhere Währungseffekte zurückzuführen.

Der Materialaufwand im Konzern ist von 72,9 Mio. € um 16,4 Mio. € beziehungsweise um 22,4 % auf 89,3 Mio. € gestiegen. Die Materialquote ist dadurch von 50,1 % im Vorjahr um 2,0 Prozentpunkte auf 52,1 % gestiegen. Hier spiegeln sich insbesondere die höheren Rohstoffkosten u. a. für Kupfer und Kunststoff sowie Elektronik-Bauteile, wider. Hier kam die Materialverfügbarkeitsproblematik zum Tragen, es musste zum Teil zu höheren Preisen eingekauft werden, um die Produktions- und Lieferfähigkeit zu erhalten.

Der Personalaufwand ist um 5,0 Mio. € auf 45,3 Mio. € gestiegen. Dies ist zum einen auf die notwendigen zusätzlichen Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Umsatzausweitung zurückzuführen, zum anderen gab es wesentlich weniger Kurzarbeit im Jahr 2021 und auch die coronabedingten staatlichen Erleichterungen wurden zurückgefahren. Aufgrund der Anpassung der Personalzahlen wegen der konjunkturellen Lage im 4. Quartal ist die Zahl der Mitarbeiter zum Jahresende geringer als unterjährig. Trotz der deutlichen absoluten Erhöhung hat sich die Personalquote mit 26,4 % im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte verringert.

Das Konzern-EBIT beträgt 5,5 Mio. € gegenüber dem Vorjahresergebnis in Höhe von 3,1 Mio. €.

Die Zusammensetzungen der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind im Einzelnen im Konzernanhang näher aufgegliedert und kommentiert.

Insgesamt weisen wir im AdCapital-Konzern einen Jahresüberschuss vor Anteilen Dritter in Höhe von 2,9 Mio. € (Vorjahr: Jahresfehlbetrag -0,6 Mio. €) aus.

Verglichen mit der Planung für das Jahr 2021, die im Dezember 2020 erstellt wurde, ergibt sich folgendes Bild:

Die geplante Leistung für 2021 wurde im Gesamtkonzern um fast 15 % übertroffen. Hierfür verantwortlich ist vor allem die Erich Jaeger-Gruppe mit über 18 % Übererfüllung des Solls. Vor allem in deren Tochtergesellschaften in Europa war der realisierte externe Umsatz deutlich höher als geplant (+17 Mio. EUR). Bei der chinesischen Tochtergesellschaft konnte jedoch der geplante externe Umsatz nicht erreicht werden (-4,5 % verglichen mit Plan), im Gegensatz dazu wurde dort jedoch der geplante Intercompany-Umsatz deutlich übertroffen (+41 %), in Summe ergab sich dadurch auch bei der chinesischen Tochtergesellschaft eine deutliche Übererfüllung des Planes.

Auch die anderen operativen Gesellschaften des Konzerns lagen bei der Gesamtleistung über Plan (bspw. Taller +12,8 %, FRAKO +9,1 %, KTS +6,0 %). Bei Taller hätte sich eine noch größere Planübererfüllung ergeben können, wenn nicht die Lieferprobleme im 2. Halbjahr wegen des Ausfalls des wichtigsten Lieferanten aufgetreten wären.

Auf EBIT-Ebene wurde der Plan auf Konzernebene nur um rund 10 % übertroffen, was der hohen Materialquote wegen der hohen Rohstoff- und Vorproduktpreise geschuldet ist. Bei den chinesischen Gesellschaften von Erich Jaeger, an denen der Minderheitsaktionär beteiligt ist, ergaben sich wegen des sich eintrübenden chinesischen Marktes und hoher Materialpreise auf EBIT-Ebene Ergebnisse, die um rund 40 % geringer sind als geplant. Dadurch fällt der konzernfremden Gesellschaftern zustehende Gewinn geringer aus als ursprünglich gedacht. Nach Anteilen Dritter kann somit für den Gesamtkonzern ein positives Ergebnis ausgewiesen werden (+1,8 Mio. EUR), planerisch gingen wir dagegen für das Ergebnis nach Anteilen Dritter für das Jahr 2021 noch von einem geringen Verlust (- 0,1 Mio. EUR) aus.

Zusammenfassend kann man konstatieren, dass die Planung, die im Dezember 2020 aufgrund der unsicheren Aussichten wegen der Corona-Pandemie konservativ aufgestellt wurde, deutlich übertroffen werden konnte. Auch wenn sich bei einzelnen Gesellschaften bei einzelnen Positionen Planunterschreitungen ergeben haben (bspw. Umsätze und Ergebnisse im lokalen Markt in China bei Erich Jaeger), so konnte dies doch bei anderen Tochtergesellschaften mehr als kompensiert werden. Der Ansatz, eine konservative Planung zu erstellen, darüber hinaus aber Spielräume bei der Liquidität vorzusehen, hat sich bewährt: Auch die ungeplante, deutliche Erhöhung des Working Capital wegen der allgemeinen Lieferproblematik konnte dadurch ohne Probleme gestemmt werden.

3.2 Industriebeteiligungen

Für unsere Beteiligungen ergaben sich aufgrund der unterschiedlichen Geschäftsfelder, in denen die jeweiligen Unternehmen tätig sind, deutlich unterschiedliche Entwicklungen im Jahr 2021:

Unsere größte Gesellschaft Erich Jaeger konnte die Umsatzerlöse und die Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 % steigern. Die Umsätze wurden dabei zu über 80 % außerhalb Deutschlands getätigt. Insbesondere in den USA hat sich der Wachstumstrend trotz Corona durch erfolgreiche Neuanläufe bestätigt. Das Werk in Tschechien sah sich mit anhaltenden Problemen durch die Covid-19-Pandemie konfrontiert, schaffte es aber dennoch, die Produktionskapazität erheblich zu steigern. Zum Jahresende 2020 zeigte sich der chinesische Markt sehr stark und befeuerte so auch die Produktionszahlen in der ersten Jahreshälfte 2021. Allerdings wirkten sich die globalen Einflüsse im Jahresablauf 2021 auch in China stark auf die Verkäufe schwerer Nutzfahrzeuge aus - dies wurde durch eine Reduzierung der staatlichen Infrastrukturprojekte noch verstärkt und führte zu extrem hohen Fahrzeugbeständen bei den Händlern. Die Entwicklung in China im Jahr 2021 blieb dadurch hinter den Daten des Vorjahres und auch hinter unseren Erwartungen zurück. In der zweiten Jahreshälfte hatte Erich Jaeger insgesamt mit den Themen Rohstoffverknappung, Instabilität von Logistikketten und einer deutlichen Verteuerung von Rohstoff- und Energiekosten zu kämpfen.

Die Taller GmbH konnte zu Beginn des Jahres 2021 die Entwicklung aus dem zweiten Halbjahr 2020 fortsetzen. Durch das Hochwasser im Juli 2021 wurde jedoch ein Lieferant von Taller so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass dieser seine Lieferungen vollständig einstellen musste. Hierdurch wurde der Umsatz der Taller im zweiten Halbjahr massiv beeinflusst - er lag dadurch um 25% unter dem des ersten Halbjahres. Auch die Ertragslage ist weiterhin unbefriedigend. Das positive Ergebnis des Jahres 2021 wurde nur durch den Verkauf der Firmenimmobilie an die AdCapital AG erreicht.

Die Entwicklung der Bavaria Digital Technik war wie schon im Vorjahr sehr erfreulich. Umsatz und Ergebnis konnten trotz Corona weiter gesteigert werden. Gründe hierfür sind insbesondere Aufträge mit Kunden, die in den letzten 3 - 4 Jahren neu gewonnen werden konnten und die in den letzten Jahren durchgeführten Verbesserungen bei den internen Prozessen. Aufgrund der Chip-Krise gestaltete sich jedoch die Gewinnung neuer Projekte immer schwieriger.

FRAKO hat - insbesondere durch ein starkes zweites Halbjahr - sowohl Umsatz als auch Ergebnis gegenüber Vorjahr deutlich steigern können. Neue Produkte und ein starkes China-Geschäft zeichnen hierfür verantwortlich.

Auch die KTS konnte die Umsätze gegenüber Vorjahr deutlich steigern. Das Ergebnis blieb jedoch hinter dem Vorjahr zurück, weil aufgrund der lokalen Corona-Situation verstärkt auf Zeitarbeit zurückgegriffen werden musste, was mit deutlich höheren Kosten verbunden war.

Die OPUS Formenbau GmbH & Co. KG litt wie bereits im Vorjahr unter den Problemen der Automobilbranche. Verglichen mit 2020 haben sich sowohl der Umsatz als auch das Ergebnis verbessert, das Niveau von 2019 konnte jedoch noch nicht erreicht werden. Das Ergebnis der OPUS ist weiterhin negativ und damit unbefriedigend. Weite Teile der Entwicklungsmannschaften der Automobilhersteller befinden sich wegen der Corona-Pandemie seit langer Zeit im Homeoffice, Entwicklungen und die Akquisition von Neuaufträgen werden dadurch massiv verzögert. Um die wenigen Aufträge in der Branche entbrannte im Vorjahr ein fast schon ruinöser Preiskampf. Zwar erhöhten sich im Jahr 2021 die Preise langsam wieder, sie haben aber immer noch nicht ein für OPUS auskömmliches Niveau erreicht.

4. Finanz- und Vermögenslage

4.1 Portfolioentwicklung

Im Zuge des bereits 2012 vollzogenen Konzernstrategiewechsels erfolgen Zukäufe im Beteiligungsportfolio nur noch zur gezielten Unterstützung der Wertschöpfungsketten bei unseren bestehenden Tochterunternehmen, insbes. im Automotive-Bereich. Wir halten unsere Beteiligungen langfristig und entwickeln diese erfolgreich weiter. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es wie in den Vorjahren keine Neuinvestitionen im Beteiligungsbereich.

4.2 Investitionen

scrollen
(in Mio. €) 2021 2020
Investitionsvolumen, Konzern 8,3 4,0

Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich verglichen mit Vorjahr eine deutlich höhere Investitionstätigkeit. Hier finden im Wesentlichen die Investitionen für die Expansionsstrategie bei Erich Jaeger ihren Niederschlag. Die Investitionen in Zusammenhang mit der Kabellinie bei Erich Jaeger sowie für Maschinen bei der OPUS waren im Geschäftsjahr in Höhe von 5,0 Mio. € nicht zahlungswirksam. Wir verweisen auf Kapitel 4.3.3.

4.3 Finanzlage

4.3 .1 Finanzstrategie

In der Vergangenheit wurde der Finanzbedarf der einzelnen Konzernunternehmen im Inland im Wesentlichen durch Bereitstellung von Eigenkapital, Gesellschafterdarlehen und die Einbeziehung in das Cash-Pool-System der AdCapital AG gedeckt. Aufgrund der Wichtigkeit von stabilen Beziehungen zu (Haus-)Banken nehmen die Beteiligungsunternehmen nunmehr auch Kredite von Banken in Anspruch.

Unser Ziel ist es, eine Eigenkapitalquote auszuweisen, die es auch in Krisenzeiten ermöglicht, extern weitere Finanzmittel zu beschaffen. Mit 54,9 % gegenüber 61,7 % im Vorjahr weisen wir unseres Erachtens nach wie vor und trotz der derzeitigen Krisen (Corona, Material, Osteuropa) eine nachhaltige Eigenkapitalquote aus.

Über die tatsächlichen Inanspruchnahmen bestehender externer Finanzierungen hinaus stehen uns aufgrund unserer zweifelsfreien Bonität noch umfangreiche freie Kreditlinien zur Verfügung. Freie Liquidität der AdCapital AG wird von uns in Zahlungsmitteln gehalten, um eine jederzeitige Verfügbarkeit der finanziellen Mittel sicherzustellen und Bewertungsrisiken auszuschließen.

Insbesondere zur Finanzierung des Wachstums wurden schon im Vorjahr bei Erich Jaeger Darlehens- und Leasingrahmen in der Gesamthöhe von 18,8 Mio. € gesichert.

Die Finanzlage des Konzerns ist damit unverändert stabil. Die Sicherung der Liquidität aller operativen Einheiten des Konzerns und der Holding hat für uns in diesen krisenbehafteten Zeiten allerdings oberste Priorität, so dass wir der Hauptversammlung vorschlagen werden, in diesem Jahr aus Vorsichtsgründen keine Ausschüttung vorzunehmen.

4.3 .2 Kapitalstruktur

Der AdCapital-Konzern weist folgende Kapitalstruktur auf:

scrollen
31. Dez. 31. Dez.
(in Mio. €) 2021 % 2020 %
Eigenkapital 61,4 54,9 58,9 61,7
Fremdkapital 50,5 45,1 36,6 38,3
Gesamtkapital 111,9 100,0 95,5 100,0

Im Sinne der beschriebenen Finanzstrategie weist der Konzern auch in Zeiten der Corona-Krise eine stabil hohe Eigenkapitalquote aus. Das Eigenkapital ist durch das positive Ergebnis erfreulicherweise angestiegen. Die bereits beschriebenen Maßnahmen zur Finanzierung der Kabelfertigung bei Erich Jaeger, aber auch die im Zuge der Materialprobleme gestiegenen Vorräte haben dagegen zu einem starken Anstieg der Bilanzsumme um rund 17 % geführt. Dieser Anstieg der Bilanzsumme wurde vor allem durch Fremdkapital finanziert. Trotz der absoluten Erhöhung des Eigenkapitals ist deshalb die Eigenkapitalquote - allein aus rechnerischen Gründen - auf 54,9% gesunken.

4.3.3 Cashflow /​ Verkürzte Kapitalflussrechnung

Der Cashflow des Konzerns entwickelte sich wie folgt:

scrollen
(in Mio. €) 2021 2020
Operativer Cashflow -3,4 8,8
Netto-Investitionen -3,1 -3,8
Free Cashflow -6,5 5,0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 5,5 -3,7

Trotz des positiven Ergebnisses ist der operative Cashflow negativ: dies liegt an der deutlichen Erhöhung des Working Capitals aus den schon genannten Gründen. Der Cash Flow aus Finanzierungtätigkeit demgegenüber ist stark positiv, da die im Jahr 2020 vereinbarten Darlehen erst im Jahr 2021 in Anspruch genommen wurden, insbesondere zur Durchführung der Wachstumsinvestitionen bei Erich Jaeger, aber auch zur Erhöhung des Working Capital. Des Weiteren verweisen wir auf die oben unter Abschnitt 4.3.1 Finanzstrategie gemachten Angaben.

4.3 4 Cash-Pool-System

Alle wesentlichen inländischen Gesellschaften des Konzerns sind in das Cash-Pooling des AdCapital-Konzerns einbezogen. Das Cash-Pool-System des Konzerns sichert den konzernzugehörigen Gesellschaften eine unbürokratische Betriebsmittelfinanzierung.

4.4 Vermögenslage

scrollen
(in Mio. €) 31. Dez. 2021 % 31. Dez. 2020 %
Anlagevermögen 28,1 25,1 24,3 25,4
Umlaufvermögen und sonstige Aktiva 83,7 74,9 71,2 74,6
davon Zahlungsmittel 8,9 7,9 9,8 10,2
Gesamtvermögen 111,8 100,0 95,5 100,0

Das Anlagevermögen ist insbes. durch die Investitionen in die Kabelfertigung bei Erich Jaeger gestiegen. Das Umlaufvermögen (Working Capital) hat sich durch gestiegene Vorräte im Zusammenhang mit den bereits mehrfach erwähnten Materialthemen stark erhöht.

Die Höhe unserer Liquidität (Zahlungsmittel) zuzüglich freier vertraglicher Kreditreserven halten wir vor dem Hintergrund des Finanzierungsbedarfs für das weitere Wachstum und wegen des Vorhandenseins einer Sicherheitsreserve für angemessen und erforderlich.

4.5 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die Vermögens- und Finanzlage des Konzerns ist weiterhin geordnet. Die AdCapital-Gruppe wird ihre Aufgaben, insbesondere die Finanzierung ihrer Beteiligungsunternehmen, auch in Zukunft mit den ihr zur Verfügung stehenden Finanzmitteln sowie den externen Finanzpotenzialen erfolgreich wahrnehmen können. Für den Fall von Situationen angespannter Liquidität aufgrund der aktuellen Themen wie Corona, Materialmangel und Russland-Ukraine-Konflikt, aber auch bei Vorliegen der Chance größerer Erweiterungsinvestitionen - wie bspw. den Zukauf neuer Beteiligungen - stehen uns weitere Finanzierungsquellen zur Verfügung.

Die Eigenkapitalquote im Konzern sowie auf Ebene der AdCapital AG bleibt auch 2021 überdurchschnittlich hoch.

Die Ertragslage im Geschäftsjahr hat sich im Jahr 2021 stark verbessert: erstmals seit mehreren Jahren konnte auch nach Anteilen Dritter ein positives Ergebnis ausgewiesen werden.

Der Start ins Geschäftsjahr 2022 ist aber geprägt von einem volatilen Umfeld. Die Auftragsbestände sind historisch hoch, können jedoch aufgrund von fehlendem Material wie auch schon im Jahr 2021 nur eingeschränkt abgearbeitet werden. Die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise haben damit weiterhin Bestand und einen erheblichen Einfluss auf die Materialquote und die Profitabilität.

Neben den schon seit längerem bekannten Risiken aus der Krise der Automobilindustrie sind auch weiterhin die Effekte durch das Corona-Virus vorhanden. Hoher Krankenstand und Quarantäne führen zu Einschränkungen der Produktionskapazitäten und höheren Kosten, aber auch die Reisebeschränkungen und fehlende sowie teure Transportkapazitäten spielen nach wie vor eine erhebliche Rolle.

Des Weiteren haben sich mit dem Angriff von Russland auf die Ukraine und den in der Folge verhängten Sanktionen gegen Russland die Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Tätigkeit massiv verschlechtert mit unabsehbaren Konsequenzen für die Wirtschaft insgesamt und auch unsere Unternehmen. Eine Aussage zum kurz- und mittelfristigen Einfluss auf Umsatz, Ergebnis und Liquidität unserer Unternehmen ist deswegen derzeit [Anfang März 2022] nicht möglich. Das erklärte Ziel bleibt, die Wettbewerbsfähigkeit der Beteiligungsunternehmen sowie deren Rentabilität und Liquidität dauerhaft auf einem zufriedenstellenden Niveau zu etablieren.

5. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

5.1 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2021 beschäftigte die AdCapital AG drei (Vorjahr: drei) Mitarbeiter. Im AdCapital-Konzern waren 2021 durchschnittlich 1.549 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr (1.414 Mitarbeiter) ist die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter deutlich angestiegen. Hierin spiegelt sich der höhere Umsatz im Geschäftsjahr wider. Zum Jahresende liegt die Zahl der Mitarbeiter wegen des nachlassenden Umsatzes in 4. Quartal um ca. 90 niedriger als im Durchschnitt.

Die Zahl der Auszubildenden liegt bei 25 (Vorjahr: 27). Mit ihren Ausbildungsplätzen sorgen die Unternehmen für den Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften und leisten damit gleichzeitig einen Beitrag, den Jugendlichen in Deutschland eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Auswahl, Förderung, Weiterbildung und Bindung von Mitarbeitern sind für unsere Personalpolitik der Dreh- und Angelpunkt. Bei diesen Aufgaben unterstützt die Holding die Beteiligungsunternehmen und schafft Plattformen für den Austausch. Wir wissen: eine gute Aus- und Fortbildung ist Voraussetzung für den Erfolg der AdCapital AG und ihrer Beteiligungen.

Wir achten darauf, neue Stellen mit gut ausgebildeten Mitarbeitern zu besetzen. Ziel ist es auch, erfahrene Mitarbeiter, die sich durch ihre Kompetenz sowie Professionalität auszeichnen, als Schlüsselpersonen langfristig an das Unternehmen zu binden. Ein gemeinsames Verständnis aller in der Gruppe tätigen Geschäftsführer für die qualifizierte Förderung unserer Mitarbeiter und deren Beteiligung am gemeinsamen betrieblichen Erfolg schafft die Grundlage für die Identifikation der Mitarbeiter mit den Unternehmen der AdCapital-Gruppe.

5.2 Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Konzern lagen im Geschäftsjahr 2021 bei rund 2,0 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €).

Es handelt sich im Wesentlichen um Fortentwicklungen des bestehenden Produktportfolios.

6. Risikobericht

6.1 Chancen- und Risikomanagementsystem

Die von uns und unseren Tochtergesellschaften verfolgte Chancen- und Risikopolitik entspringt der Strategie, nachhaltig Erträge sowie Wertsteigerungen aus unseren operativen Unternehmensbeteiligungen zu erzielen. Unangemessene Risiken gehen wir nicht ein. Die Grundsätze der Risikopolitik werden durch den Vorstand in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat vorgegeben.

Wir nutzen verschiedene Informations- und Kontrollsysteme, um Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können, die den Fortbestand einer Unternehmensbeteiligung oder des Konzerns gefährden könnten. Dabei werden sowohl qualitative als auch quantitative Kriterien zur Früherkennung von Risiken genutzt.

6.2 Risikofaktoren aus dem operativen Geschäft der Konzern- und Tochtergesellschaften

Ausfallrisiko

Auf operativer Ebene werden Ausfallrisiken bei unseren Kunden im Rahmen eines effektiven Forderungsmanagements durch die Handhabung von Kreditgenehmigungen sowie die Festlegung von Kreditobergrenzen und weiteren Kontrollverfahren auf ein unvermeidliches Maß begrenzt. Dazu gehört auch das bei Erich Jaeger und Taller etablierte Factoring, bei dem Risikokunden durch die Banken ausgeschlossen und damit Indikatoren für ein höheres Ausfallrisiko geliefert werden. Nach Möglichkeit werden Warenkreditversicherungen zum Schutz vor Forderungsausfällen abgeschlossen. In Einzelfällen wird mit Kunden eine Lieferung gegen Vorauskasse vereinbart.

Risiko aus dem operativen Geschäft

Sowohl auf der Einkaufs- als auch auf der Verkaufsseite stehen den Konzernunternehmen häufig deutlich größere Partner gegenüber (bspw. Automotive-Industrie, Halbleiterhersteller, Granulathersteller), so dass die Verhandlungsmacht unserer Beteiligungen beschränkt ist. Die Konzernunternehmen sind grundsätzlich bemüht, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder Kunden zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Bei einzelnen Konzernunternehmen können allerdings starke Abhängigkeiten von Großkunden bzw. wichtigen Lieferanten nicht vermieden werden.

Auf der Beschaffungsseite wird das mögliche Belieferungs- beziehungsweise Ausfallrisiko des Lieferanten durch entsprechende Abnahme- beziehungsweise Belieferungsvereinbarungen zwischen Lieferant und der AdCapital-Tochtergesellschaft gesteuert. Auch wird nach Möglichkeit ein Alternativlieferant aufgebaut. Im Sommer 2021 fiel ein wichtiger Lieferant der Taller GmbH aufgrund des Hochwassers im Westen Deutschlands für längere Zeit aus, was bei Taller massive Lieferschwierigkeiten verursachte. Aufgrund der flächendeckenden Probleme in den Lieferketten muss immer damit gerechnet werden, dass die eigentlich notwendigen Vormaterialien nicht in der erforderlichen Menge bzw. zum erforderlichen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Weiterhin sollte das Risiko fehlender Transportkapazitäten nicht unterschätzt werden. Eine Prognose für die weitere Entwicklung lässt sich diesbezüglich nur schwer treffen. Der Aufbau von Lagerbeständen kann diese Probleme zwar teilweise reduzieren, führt aber auf der anderen Seite zu einem höheren Liquiditätsbedarf.

Weiterhin dürften stark gestiegene Rohstoffpreise, insbesondere für Kupfer, Messing, Kunststoff bzw. Elektronikbauteile, zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen unserer operativen Tochtergesellschaften führen. Nach Möglichkeit werden zum einen Abnahmeverträge mit Lieferanten geschlossen, die feste Kaufpreise für bestimmte Absatzmengen garantieren. Auf der anderen Seite werden mit Kunden Kaufpreisanpassungsklauseln (Materialteuerungszuschläge) vereinbart, so dass das Rohstoffpreisrisiko auf den Kunden überwälzt wird. Teilweise ist es jedoch zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit in Absprache mit dem Kunden auch notwendig, Rohstoffe bzw. Vorprodukte zu eigentlich überhöhten Preisen zu kaufen.

Zins- und Währungsrisiken

Bei einigen Einzelgesellschaften sind die Zinsrisiken moderat gestiegen, da diese Bankkredite in Anspruch nehmen.

Währungsrisiken des Konzerns resultieren aus Transaktionen der Konzerngesellschaften in unterschiedlichen Währungen. Insbesondere sind dabei die Lieferungen von Produktionsgesellschaften an die in anderen Ländern ansässigen Vertriebsgesellschaften betroffen. Mit unserer internationalen Ausrichtung und dem angestrebten stetigen Anstieg unserer Exportquote sind in Zukunft naturgemäß erhöhte Währungsrisiken zu gewärtigen. Auch bei konzerninternen Darlehensgewährungen an ausländische Tochtergesellschaften können Veränderungen von Wechselkursen zu erheblichen, allerdings nicht zahlungswirksamen, Ergebniseinflüssen führen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich besonders in der für die Gruppe klassische Risikowährung, mexikanischer Peso, überwiegend negative Auswirkungen auf das operative Ergebnis ergeben. Mittelfristig ist auch zu beobachten, wie sich die Veränderungen der Lieferketten auf die Wechselkurse und damit implizit auf die Wirtschaftlichkeit der Produktionswerke auswirken werden. Zum heutigen Zeitpunkt kann dies jedoch noch nicht abgeschätzt werden.

Liquidität der Beteiligungen

Die Liquidität der Beteiligungen wird durch den operativen Cashflow der Gesellschaften und mittels Bereitstellung von Eigen- oder Fremdkapital durch die AdCapital AG sowie durch Finanzinstitute gedeckt. Die Liquidität der einzelnen Gesellschaften wird durch die Holding laufend und engmaschig überwacht.

Wesentliche Investitionsentscheidungen stehen unter dem Zustimmungsvorbehalt der AdCapital AG.

Sonstige Risiken

Aus einem Immobilienleasingvertrag einer ehemaligen Beteiligung der AdCapital AG bestehen für uns mittelbare Risiken aus einer Bürgschaft von bis zu 0,6 Mio. €. Die für diese Bürgschaft bei der AdCapital AG vormals gebildete Rückstellung konnte schon im Geschäftsjahr 2015 vollständig aufgelöst werden, nachdem nur noch ein ganz geringfügiges Rest-Risiko der Inanspruchnahme besteht.

Für Darlehen bei Erich Jaeger in Höhe von 18,8 Mio. € zur Wachstums- und Betriebsmittelfinanzierung bestehen Bürgschaften seitens der AdCapital AG.

Es bestehen bei einzelnen Beteiligungen (wechselseitige) Abhängigkeiten mit Großkunden, die zu einem dauerhaften Margendruck führen. Damit ist auch die wirtschaftliche Entwicklung dieser Beteiligungen eng mit der des Kunden verknüpft.

Risikofaktoren aus Geld- und Wertpapieranlagen

Die zum Bilanzstichtag verbliebenen Geldanlagen der AdCapital AG bestehen bei der BW-Bank. Die Geldbestände anderer Tochtergesellschaften sind bei verschiedenen in- und ausländischen Banken angelegt. Seit dem Verkauf unserer Restbestände an Wertpapieren Anfang Februar 2014 bestehen keine Risikofaktoren mehr aus Geld- und Wertpapieranlagen.

6.3 Gesamtaussage zur Risikosituation des Konzerns

Auf Basis der durchgeführten detaillierten erweiterten Risikobewertung bestehen zurzeit nach Auffassung des Vorstands keine absehbaren, materiellen oder bestandsgefährdenden Risiken für den AdCapital-Konzern.

Aufgrund der aktuellen Risikolage zu Beginn des Jahres 2022 kann es jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die wirtschaftliche Situation für die Weltwirtschaft insgesamt und auch für einzelne Beteiligungsunternehmen auch kurzfristig deutlich verschlechtert. Aufgrund der guten Liquiditätsausstattung des Konzerns und seiner Tochterunternehmen dürfte jedoch davon auszugehen sein, dass auch solche Belastungen nicht zu einer Bestandsgefährdung führen.

Das Unternehmen ist von der Werthaltigkeit seiner Einzelbeteiligungen abhängig. Die erkennbaren Risiken wurden nach umfassenden, kontinuierlichen Einzelanalysen aller Beteiligungen auf Basis der Einzelabschlüsse durch Bewertungsabschläge auf die betreffenden Vermögensgegenstände und die Bildung von angemessenen Rückstellungen berücksichtigt.

7. Abhängigkeitsbericht

Zwischen dem mit über 50 % beteiligten Aktionär Herrn Günther Leibinger und der AdCapital AG besteht kein Beherrschungsvertrag. Herr Leibinger ist auch an anderen Unternehmen beteiligt. Daher war der Vorstand der AdCapital AG zur Aufstellung eines Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG verpflichtet. Der Vorstand erklärt, dass die AdCapital AG nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in denen das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde.

8. Sonstige Angaben

Auf die Angaben zu eigenen Aktien nach § 160 Abs. 1 Nr. 2 HGB im Anhang wird verwiesen.

9. Chancen-/​Risiko und Prognosebericht

9.1 Erwartete Entwicklung der Ertrags- und Finanzlage

In der Planung der AdCapital-Gruppe für die folgenden Geschäftsjahre, die im Dezember 2021 erstellt wurde, konnte schon die Eintrübung der wirtschaftlichen Lage des 2. Halbjahrs 2021 bei den einzelnen Beteiligungsunternehmen berücksichtigt werden. Aus diesem Grund bewegt sich die geplante Leistung für das Jahr 2022 nur in der Größenordnung wie 2021, ein Wachstum wurde somit nicht unterstellt. Bei Erich Jaeger bspw. wird das starke Wachstum des Berichtsjahres nicht fortgeschrieben, im Gegenteil wird sogar ein leichter Rückgang - auf ein im Vergleich mit den Vorjahren aber immer noch hohes Niveau - angenommen. Für das operative Ergebnis für die Gruppe wird dennoch eine leichte Steigerung gegenüber 2021 geplant. Dies kann allerdings nur erreicht werden, wenn sich die Materialpreise wieder normalisieren und sich die Materialengpässe in wesentlich geringerem Umfang als im zweiten Halbjahr 2021 auswirken, aber vor allem der Russland-Ukraine-Konflikt zu keinen wesentlichen Verwerfungen führt.

Folgende Themen sehen wir als relevant an für die weitere Entwicklung unserer Beteiligungsgesellschaften und des Konzerns insgesamt:

scrollen

weiterhin hohe bzw. noch weiter steigenden Rohstoffpreise

andauernde, mangelhafte Verfügbarkeit einzelner Komponenten vor allem im Elektronikbereich, so dass es auch zu Produktionsstillstand in unseren Werken oder bei unseren Kunden kommen kann

weiterhin hohe Transportkosten aufgrund der Knappheit an verfügbaren Containern

mögliche neue Corona-Wellen in für uns relevanten Ländern u. a. Tschechien, China und Nordamerika

auch künftig eingeschränkte Neukundenakquise aufgrund noch bestehender Reise- und Kontaktbeschränkungen

Der erwartete Einfluss dieser Faktoren hat uns dazu bewogen, eine konservative Umsatzentwicklung für 2022 zu unterstellen.

Für den weiteren Ausbau unserer Automotive-Strategie wäre es auch notwendig, effizienzsteigernde Maßnahmen in den einzelnen Werken durchzuführen, die Produktion einzelner Artikel zu verlagern und die Supply Chain zu optimieren. Da solche Themen oftmals Vor-Ort-Besuche erfordern, konnten diese Aufgaben in den letzten zwei Jahren wegen der Reise- und Kontaktbeschränkungen nicht in dem von uns gewünschten Maße bearbeitet werden. Wir sind optimistisch, dass sich die Lage diesbezüglich im Jahr 2022 entspannt, wir gehen aber davon aus, dass es in China wegen der dortigen Zero-Covid-Strategie auch weiterhin schwierig bleiben wird, Vor-Ort-Besuche durchzuführen.

Trotz der kurzen Zeit seit der Erstellung der Planung ergaben sich teilweise fundamental neue Einschätzungen zu der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Verlaufe des Jahres 2022. War zum Jahresende noch mehr oder weniger Mehrheitsmeinung, dass die Inflation nur vorübergehend ein relevantes Thema sein dürfte, so haben sich die Inflationserwartungen seither deutlich geändert (Stand März 2022). Die Anpassung der Zinsen in den USA bspw. dürfte somit schneller und mit größeren Schritten erfolgen als gedacht. Es ist davon auszugehen, dass dies auch Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird.

Mit der Sicherung von finanziellen Mitteln im Umfang von 18.808.335 € über die Bankenfinanzierung haben wir jedoch die Grundlage geschaffen, um auch in einer eventuell schwierigeren konjunkturellen Lage zum einen den Bestand der Unternehmensgruppe zu sichern, aber auch um sich bietende Chancen zu ergreifen. Die Mittel dienen vor allem dem Wachstum von Erich Jaeger, d. h. die Investitionen und Maßnahmen sollen umgesetzt werden, die mit den Auftragsgewinnen der letzten Jahre einhergehen.

Die nächsten Monate werden aber sicherlich weiterhin von Unsicherheit geprägt sein. Es stellt sich dabei vor allem auch die Frage, wie die wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte von einer dann womöglich neuen Variante des Corona-Virus beeinflusst werden wird. Relevant ist für AdCapital dabei nicht nur die Lage in Deutschland, sondern die Lage weltweit.

9.2 Chancen und Risiken

Einer Erhebung des ifo-Institutes zufolge erwarteten im Oktober 2021 die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, dass die Probleme mit Lieferengpässen im Mittel noch acht Monate andauern werden, wobei jedoch eine starke Spreizung der genannten Werte vorlag. Im Dezember hatten rund 82 % der Unternehmen Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, im Januar dagegen hat sich die Lage etwas entspannt (67 % melden laut ifo noch Probleme). Die ifo-Daten hätten eigentlich Anlass zur Hoffnung geben können, dass sich die Lieferproblematik im Laufe des Jahres 2022 deutlich reduzieren wird. Zwischenzeitlich haben sich die Einschätzungen - auch wegen des Russland-Ukraine-Konfliktes - jedoch deutlich verschlechtert.

Für den Halbleitermangel in der Automotive-Industrie weist Roland Berger in einer Studie vom November 2021 darauf hin, dass hier kurzfristig nicht mit einer Entspannung zu rechnen sei. Die Investitionen in neue Halbleiterfabriken erfolgten in solche der neuesten Technologie, bei den aktuellen Fahrzeugen würden jedoch Halbleiterbauteile benötigt, die auf einer älteren Technologie beruhen und die aus technischen Gründen nicht in den Fabriken der neuesten Technologie hergestellt werden können. Roland Berger geht deswegen von einer Entspannung in diesem Bereich nicht vor 2023 aus.

Mittel- bis langfristig dürfte sich jedoch durch den "Chip-Act" der EU-Kommission, durch den der Bau von Halbleiterfabriken in Europa gefördert werden soll, die Abhängigkeit Europas von amerikanischen bzw. fernöstlichen Lieferquellen reduzieren.

Die derzeitig bestehende Lieferproblematik hat auch Auswirkungen auf die aktuellen Preise der Vorleistungsprodukte und der Rohstoffe. In einer Analyse der DIW aus dem Januar 2022 wird darauf hingewiesen, dass aufgrund steigender Nachfrage wegen der globalen Energiewende die Rohstoffpreise für Metalle mittel- bis langfristig vermutlich stark ansteigen werden. Für unsere Unternehmen ist hier insbesondere der Preis für Kupfer relevant.

Der aktuelle Risikobericht des World Economic Forum (WEF) geht u. a. auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Krise ein. Die weltweit deutlich unterschiedlichen Impfquoten und wirtschaftlichen Entwicklungen in den einzelnen Ländern führen zu einer weiterwachsenden Kluft zwischen den armen und reichen Ländern, die für Spannungen sorgen dürften. Die Herausforderungen für die Weltgemeinschaft (der WEF nennt hier bspw. den Kampf gegen den Klimawandel, die Gewährleistung des Datenschutzes, die Sicherstellung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes und die Vereinbarung von Regelungen bezüglich des Wettbewerbs im Weltraum) werden dadurch nicht einfacher lösbar.

Die im Rahmen der WEF-Studie Befragten sehen mehrheitlich in den nächsten drei Jahren eine beständige Volatilität und vielfältige Überraschungen auf die Welt zukommen. Unterschiedliche Entwicklungspfade führen zu Gewinnern und Verlierern. Nur knapp über 10 % der Befragten sehen die Aussichten für die drei nächsten Jahre für die Welt optimistisch, nur geringfügig weniger sehen jedoch Kipppunkte mit katastrophalen Auswirkungen auf uns zukommen. Insgesamt fast 90 % (!) der Befragten blicken pessimistisch in die nahe Zukunft.

Als langfristig größte Risiken werden umweltbezogene Risiken angesehen. Zusätzlich werden aber auch "Infektionskrankheiten", "Schuldenkrise" und "geoökonomische Konfrontationen" genannt. Als technologische Risiken, die aber die Befragten als nicht so schwerwiegend gewichten, werden zusätzlich noch die Themen "Digitale Teilhabe" und "Cybersicherheit" angesprochen. Die Ersteller des Risikoberichtes geben hier aber die Möglichkeit eines "blinden Flecks" bei der Risikoerkennung zu bedenken.

Durch innerstaatlichen Druck wird es für die Regierungen immer schwieriger, auf die langfristigen und globalen Herausforderungen adäquat zu reagieren. Für 31 Ländern, darunter auch für Deutschland, Frankreich und Mexiko, wird der Rückgang des gesellschaftlichen Zusammenhaltes schon kurzfristig als große Gefahr angesehen.

Der IWF dagegen sieht als Risiken neben der weiteren Entwicklung der Covid 19-Pandemie die Themen "Geldpolitik in den USA", "Krise im Immobiliensektor in China" und "politische Krisen". Vom IWF wird in seinen Aussichten für die Wirtschaft unterstellt, dass sich die Auswirkungen der Pandemie im Jahresverlauf 2022 reduzieren.

Wie man jedoch schon bei der Ausrichtung der olympischen Spiele gesehen hat, benötigt China massive Ressourcen und Einschränkungen bei der Umsetzung seiner Zero-Covid-Strategie. In Anbetracht der geringen Wirksamkeit der in China genutzten Impfstoffe beim aktuellem Omikron-Erreger stellt sich die Frage, wie sich die wirtschaftliche Entwicklung dort vor dem Hintergrund zukünftig, potenziell vielleicht gefährlicherer Varianten des Virus gestaltet.

Aktuell stellt sich jedoch die zentrale Frage, welche Auswirkungen sich durch den massiven militärischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und der daraufhin verhängten Sanktionen ergeben werden.

Sollten sich zusätzlich zum militärischen Konflikt in Osteuropa auch nur einige der oben genannten Risiken in den nächsten Monaten oder Jahren materialisieren, so ist dadurch mit einer deutlichen Veränderung des Umfeldes zu rechnen, in dem unsere Unternehmen bzw. der Konzern tätig sind.

Veränderungen durch solche Entwicklungen dürfen jedoch nicht nur negativ gesehen werden, diese bedeuten auch Chancen, bspw. wenn sich neue Gelegenheiten auf den Märkten ergeben oder Wettbewerber aus dem Markt ausscheiden, weil diese nicht genügend Ressourcen besitzen.

Unser Bestreben ist, dass die Beteiligungsunternehmen und der Konzern als Ganzes bestmöglich vorbereitet sind, auch überraschende Entwicklungen oder externe Schocks zu verkraften. Hierzu ist es aus unserer Sicht unbedingt erforderlich, dass entsprechende finanzielle und organisatorische Ressourcen zur Verfügung stehen.

AdCapital ist aus unserer Sicht gut gerüstet, um die sich jeweils bietenden Chancen zu ergreifen: Denn die Gesellschaften des Konzerns und der Konzern insgesamt haben schon in den letzten beiden Jahren bewiesen, dass sie auch mit einem massiven externen Schock wie der Corona-Pandemie und deren Folgen für die Wirtschaft gut umgehen und die sich eröffnenden Gelegenheiten zu unserem Vorteil nutzen konnten. Wir sind überzeugt davon, dass uns dies auch zukünftig bei den sich jeweils stellenden Herausforderungen gelingen wird.

10. Schlussbemerkungen

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen und Informationen. Diese Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie beispielsweise "erwarten", "planen", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren Erwartungen beziehungsweise den Erwartungen der Prognoseexperten des Euro-Systems auf der Basis bestimmter Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten.

Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der AdCapital AG liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse des AdCapital-Konzerns. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen des AdCapital-Konzerns wesentlich von in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen können.

 

Tuttlingen, 22. März 2022

AdCapital AG

Hans-Jürgen Döringer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend überwacht und beratend begleitet. Im Berichtsjahr hat sich der Aufsichtsrat in fünf regulären Sitzungen, telefonisch, per Videokonferenz sowie in persönlichen Besprechungen mit dem Vorstand von diesem eingehend über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, über den Geschäftsverlauf sowie die Geschäftspolitik informieren lassen.

Während des gesamten Geschäftsjahrs 2021 standen der Vorstand und der Aufsichtsrat in einem vertrauensvollen Austausch. Die im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie intensivierte Zusammenarbeit mit dem Vorstand wurde im Geschäftsjahr in unveränderter Form fortgesetzt.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat laufend, umfassend und aktuell über alle relevanten Ereignisse und Maßnahmen, die das Unternehmen und den Konzern betrafen. Insbesondere Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Zielen und Plänen hat der Vorstand dargestellt und erläutert, er nannte die Gründe für diese Abweichungen und zeigte mögliche Gegenmaßnahmen auf. Ferner informierte uns der Vorstand regelmäßig und zeitnah über die aktuelle Risikolage und die im Rahmen des Risikomanagements eingeleiteten Maßnahmen. Hierdurch war der Aufsichtsrat stets und vollumfänglich über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns informiert.

Die Vorsitzende des Aufsichtsrats wurde auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen vom Vorstand regelmäßig und zeitnah über die wesentlichen Geschäftsvorfälle, die aktuelle Lage und die Aussichten informiert.

Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen oder den Konzern hat der Aufsichtsrat mit dem Vorstand beraten. Hierzu wurden von den Mitgliedern des Aufsichtsrats die Berichte und Beschlussvorschläge des Vorstands sorgfältig geprüft. Die Mitglieder des Aufsichtsrats brachten hierbei auch ihre eigene Sichtweise und ihre Erfahrungen ein und gaben entsprechende Anregungen für die Entscheidungsfindung. Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands, für die nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung eine Zustimmung des Aufsichtsrats erforderlich war, wurden von diesem geprüft. Beschlüsse fasste der Aufsichtsrat auf der Basis ausführlicher Informationen und nach intensiven Diskussionen.

Beratungen im Aufsichtsrat im Einzelnen

Wie schon im Vorjahr waren insbesondere die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Definition von Maßnahmen zu deren Bewältigung ein Schwerpunkt der Beratungen mit dem Vorstand. Darüber hinaus wurde auch die Weiterentwicklung der Erich Jaeger-Gruppe kontinuierlich behandelt. Die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und der konzernangehörigen Gesellschaften sowie deren geplante weitere Entwicklung waren regelmäßig Gegenstand der Aufsichtsratssitzungen und sonstiger Abstimmungen mit dem Vorstand.

Der Aufsichtsrat setzte sich im Jahr 2021 aus vier Mitgliedern zusammen. Im Geschäftsjahr 2021 fanden insgesamt fünf Aufsichtsratssitzungen statt, davon drei als Videokonferenz. An vier der Sitzungen haben jeweils alle Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen, lediglich bei einer Sitzung fehlte ein Aufsichtsratsmitglied wegen Krankheit. Bei vier Aufsichtsratssitzungen nahmen jeweils Geschäftsführer von Tochtergesellschaften, bei einer Sitzung Wirtschaftsprüfer als Gäste teil.

In der ersten Aufsichtsratssitzung am 23. März 2021 behandelte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020, den Konzernlagebericht und den Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020 sowie die jeweiligen Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Nach Erörterungen mit dem Abschlussprüfer haben wir den Jahres- und Konzernabschluss gebilligt. Somit wurde der Jahresabschluss 2020 festgestellt. Ferner haben wir den Bericht des Aufsichtsrats und die Beschlussvorschläge für die anstehende ordentliche Hauptversammlung 2021 verabschiedet.

Der Vorstand informierte uns ausführlich über die wirtschaftliche Lage bei den einzelnen Tochtergesellschaften. Hierbei ging er auf den Vertrieb, die Lage auf dem chinesischen Markt, die Einführung neuer Produkte, die Schwierigkeiten aufgrund von Corona-Infektionen von Mitarbeitern sowie den Stand des Projekts Kabelfertigung bei Erich Jaeger ein. Des Weiteren waren die Chancen eines neuen Produktes bei FRAKO Thema einer ausführlichen Diskussion. Bei KTS wurden die Schwierigkeiten aufgrund zahlreicher Corona-Infektionen unter den Mitarbeitern angesprochen. Intensiv wurde in der Sitzung der Stand beim Projekt Kabelfertigung diskutiert. Der Aufsichtsrat erteilte zudem seine Zustimmung in Bezug auf den Mietvertrag für die Kabelfertigung, Personalangelegenheiten sowie die Finanzierung von Tochtergesellschaften.

In der zweiten Sitzung des Aufsichtsrates 2021 am 20. Mai 2021 fand die konstituierende Sitzung des in der Hauptversammlung neu gewählten Aufsichtsrats statt. Frau Dr. Zobl-Leibinger wurde dabei zur Vorsitzenden, Herr Dr. Zobl zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Der Vorstand berichtete erneut über den aktuellen Status des Projekts Kabelfertigung und die Geschäftslage bei den Tochtergesellschaften sowie über Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten. Des Weiteren wurde die strategische Ausrichtung einer Tochtergesellschaft diskutiert. Der Vorstand stellte uns die Ergebnisse des im April erstellten Forecasts für das Jahr 2021 vor und berichtete erneut über die Personalsituation aufgrund der Corona-Pandemie. Der Aufsichtsrat stimmte zudem Entscheidungen zur Eigenkapitalausstattung von Tochterunternehmen zu.

Im Rahmen der dritten Sitzung des Aufsichtsrates am 27. Juli 2021 besuchte der Aufsichtsrat die geplante Produktionsstätte für die Kabelfertigung in Bruchsal. Der Aufsichtsrat ließ sich den Status des Projekts sowie die Bau- und Implementierungsmaßnahmen erläutern und beriet über den Businessplan. Weitere Tagesordnungspunkte waren die Strategie, die Geschäftslage und die Finanzierung der Konzerngesellschaften sowie wesentliche Personalangelegenheiten. Danach stellte der Vorstand die aktuelle Lage bei den einzelnen Gesellschaften dar. Bei Taller wies er dabei auf den Ausfall eines wichtigen Lieferanten hin und zeigte die Konsequenzen für die Gesellschaft auf. Entscheidungen im Zusammenhang mit Finanzierungen bei Tochtergesellschaften wurden getroffen

Am 11. Oktober 2021 fand die vierte Sitzung des Aufsichtsrates statt, in der zunächst Personalangelegenheiten sowie der Stand anhängiger Gerichtsverfahren und des Projekts Kabelfertigung behandelt wurden. Des Weiteren berichtete der Vorstand über die Vertriebsaktivitäten, die Geschäftslage bei den einzelnen Konzerngesellschaften sowie die aufgrund des Ausfalls eines Lieferanten ergriffenen Maßnahmen.

In der letzten Sitzung des Jahres am 13. Dezember 2021 beriet der Aufsichtsrat die aktuelle Lage und die strategischen Aussichten von OPUS. Er stimmte dem Erwerb aller Anteile des Minderheitsgesellschafters an der OPUS zu, ebenso dem Erwerb einer Gesellschaft, in deren Besitz sich das von OPUS genutzte Gebäude befindet. Der Vorstand berichtete über den Stand des Projekts Kabelfertigung und die Planung bei Erich Jaeger. Auf der Grundlage des Berichts des Vorstands diskutierte der Aufsichtsrat die Geschäftslage bei Taller und stimmte dem Erwerb der Liegenschaften von Taller durch die AdCapital AG zu. Der Vorstand stellte sodann die aktuelle Lage der Gesellschaften, deren Planungen für die Folgejahre und die sich daraus ergebende Planung für den Gesamtkonzern vor, zu denen der Aufsichtsrat seine Zustimmung erteilte. Weitere Themen dieser Sitzung waren Entscheidungen über die Finanzierung von Tochtergesellschaften sowie der Status bei anhängigen Gerichtsverfahren.

Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses 2021

Die von der Hauptversammlung der AdCapital AG am 20. Mai 2021 als Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer gewählte Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, wurde vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021 sowie des Konzern-Lageberichts der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 beauftragt, nachdem sie dem Aufsichtsrat bestätigt hatte, dass keine Umstände bestehen, die ihre Unabhängigkeit als Abschlussprüfer beeinträchtigen könnten.

Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2021 sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 wurden vom Abschlussprüfer geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss der AdCapital AG, den Konzernlageberichtsowie den Abhängigkeitsbericht in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2022 umfassend erläutert. Die die Prüfungstestate unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer haben an der Bilanzsitzung teilgenommen und berichteten über den Umfang, die Schwerpunkte sowie die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Sie gingen dabei auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sowie die vorgenommenen Prüfungshandlungen ein und berichteten ferner über ihre Feststellungen zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess. Die vom Aufsichtsrat gestellten Fragen wurden zur Zufriedenheit des Aufsichtsrats beantwortet.

Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss der AdCapital AG sowie den Konzernlagebericht geprüft sowie in der Bilanzsitzung erörtert. Der Aufsichtsrat erklärt hiernach, dass nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung keine Einwendungen zu erheben sind und er den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 billigt. Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2021 wurde damit festgestellt. Der Vorstand hat vorgeschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 auf neue Rechnung vorzutragen. Diesem Vorschlag haben wir zugestimmt.

Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2021

Der Vorstand hat einen Bericht über die Beziehungen der Gesellschaft zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG (Abhängigkeitsbericht) für das Geschäftsjahr 2021 erstellt und dem Aufsichtsrat vorgelegt. Der Abhängigkeitsbericht wurde gemäß § 313 AktG auch vom Abschlussprüfer geprüft. Der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers über die Prüfung des Abhängigkeitsberichts ist den Aufsichtsratsmitgliedern übermittelt worden. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der Abschlussprüfer hat in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2022 über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet. Der Aufsichtsrat hat den Abhängigkeitsbericht geprüft und schließt sich dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an.

Der durch den Abschlussprüfer erteilte Bestätigungsvermerk zum Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2021 lautet wie folgt;

"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind und

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts zu erheben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die stets offene, konstruktive und wiederum sehr intensive Zusammenarbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ebenso danken wir den Geschäftsführern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Konzernunternehmen für die geleistete Arbeit in dieser sehr herausfordernden Zeit.

 

Waldbronn, den 22. März 2022

Dr. Sonja Zobl-Leibinger, Vorsitzende des Aufsichtsrats

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

scrollen
Anhang TEUR TEUR 31.12.2020
TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN 4.1      
I. Immaterielle Vermögensgegenstände   463   775
II. Sachanlagen   26.858   22.717
III. Finanzanlagen   780   810
      28.101 24.302
B. UMLAUFVERMÖGEN        
I. Vorräte 4.2 53.856   37.089
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 4.3 20.095   23.856
III. Wertpapiere   0   0
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.4 8.871   9.751
      82.822 70.696
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 4.5   637 397
D. AKTIVE LATENTE STEUERN     219 20
E. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER VERMÖGENSVERRECHNUNG     57 64
      111.836 95.478

PASSIVA

       
Anhang TEUR TEUR 31.12.2020
TEUR
A. EIGENKAPITAL        
I. Gezeichnetes Kapital 4.6 41.700   41.700
II. Kapitalrücklage   4.592   4.592
III. Gewinnrücklagen 4.7 18.064   18.064
IV. Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 4.7 -9.303   -11.017
V. Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung 4.8 1.294   -337
VI. Anteile anderer Gesellschafter 4.9 5.004   5.898
      61.351 58.900
B. RÜCKSTELLUNGEN 4.10   10.258 9.992
C. VERBINDLICHKEITEN 4.11   40.205 26.434
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN     22 152
      111.836 95.478

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021

scrollen
Anhang TEUR TEUR 2020
TEUR
1. Umsatzerlöse 5.1 170.080   147.631
2. Bestandsveränderungen   1.365   -2.036
3. Andere aktivierte Eigenleistungen   10   0
      171.455 145.595
4. Sonstige betriebliche Erträge 5.2 3.947   1.962
      175.402 147.557
5. Materialaufwand 5.3 89.271   72.947
6. Personalaufwand 5.4 45.327   40.346
7. Abschreibungen 5.5 4.617   5.028
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.6 30.582   26.077
      169.797 144.398
9. Betriebsergebnis     5.605 3.159
10. Finanzergebnis 5.7   -667 -968
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 5.8   -1.969 -2.714
12. Ergebnis nach Steuern     2.970 -522
13. Sonstige Steuern     -60 -61
14. Konzern-Jahresüberschuss /​ -fehlbetrag (-)     2.909 -583
15. Konzernfremden Gesellschaftern zustehendes Ergebnis     1.137 1.875
16. Konzernergebnis     1.772 -2.458

Entwicklung des Konzerneigenkapitals für 2021

scrollen
Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Stammaktien
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Konzernbilanzgewinn/​-verlust
TEUR
01.01.2020 41.700 4.592 18.064 -8.947
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0
Jahresergebnis 0 0 0 -2.459
neutrale Ergebnisveränderungen 0 0 0 389
Gesamtergebnis 0 0 0 -2.070
31.12.2020 41.700 4.592 18.064 -11.017
scrollen
Mutterunternehmen
Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung
TEUR
Eigenkapital
TEUR
01.01.2020 -106 55.303
Gezahlte Dividenden 0 0
Jahresergebnis 0 -2.459
neutrale Ergebnisveränderungen -231 158
Gesamtergebnis -231 -2.301
31.12.2020 -337 53.002
scrollen
Minderheitsgesellschafter Konzerneigenkapital
Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital
TEUR
TEUR
01.01.2020 6.484 61.787
Gezahlte Dividenden -2.030 -2.030
Jahresergebnis 1.875 -583
neutrale Ergebnisveränderungen -433 -275
Gesamtergebnis -588 -2.888
31.12.2020 5.898 58.900
scrollen
Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Stammaktien
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Konzernbilanzgewinn/​-verlust
TEUR
01.01.2021 41.700 4.592 18.064 -11.017
Gezahlte Dividenden 0 0 0 0
Umbuchung Währungseffekte aus Schuldenkonsolidierung (DRS 25) 0 0 0 0
Einstellung in die Gewinnrücklagen 0 0 0 0
Jahresergebnis 0 0 0 1.772
neutrale Ergebnisveränderungen 0 0 0 -58
Gesamtergebnis 0 0 0 1.714
31.12.2021 41.700 4.592 18.064 -9.303
scrollen
Mutterunternehmen
Ausgleichsposten aus der Fremdwährungsumrechnung
TEUR
Eigenkapital
TEUR
01.01.2021 -337 53.002
Gezahlte Dividenden 0 0
Umbuchung Währungseffekte aus Schuldenkonsolidierung (DRS 25) 0 0
Einstellung in die Gewinnrücklagen 0 0
Jahresergebnis 0 1.772
neutrale Ergebnisveränderungen 1.631 1.573
Gesamtergebnis 1.631 3.345
31.12.2021 1.294 56.347
scrollen
Minderheitsgesellschafter Konzerneigenkapital
Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital
TEUR
TEUR
01.01.2021 5.898 58.900
Gezahlte Dividenden -2.236 -2.236
Umbuchung Währungseffekte aus Schuldenkonsolidierung (DRS 25) 0 0
Einstellung in die Gewinnrücklagen 0 0
Jahresergebnis 1.137 2.909
neutrale Ergebnisveränderungen 204 1.777
Gesamtergebnis -895 2.450
31.12.2021 5.004 61.352

Konzernkapitalflussrechnung für 2021

scrollen
2021
TEUR
2020
TEUR
Periodenergebnis (einschließlich Ergebnisanteil konzernfremder Gesellschafter) 2.909 -583
+/​- Abschreibungen /​ Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4.635 5.028
+/​- Zunahme /​ Abnahme der Rückstellungen 59 732
+/​- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen /​ Erträge -438 506
+/​- Abnahme /​ Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -11.480 -1.223
+/​- Zunahme /​ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -31 3.793
+/​- Verlust /​ Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 46 178
+/​- Zinsaufwendungen/​-Zinserträge 649 375
+/​- Ertragssteueraufwand/​-ertrag 1.969 2.714
-/​+ Ertragssteuerzahlungen -1.764 -2.742
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit -3.446 8.778
- Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -134 -123
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 258 0
- Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.118 -3.832
+ Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens -6 0
+/​- Ein-/​Auszahlungen aus Abgängen/​für Investitionen im Finanzanlagevermögen 0 0
+ Erhaltene Zinsen 110 117
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -2.890 -3.838
+ Einzahlungen aus der Aufnahmen von Krediten 7.800 4.094
- Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -480 -5.288
- Gezahlte Zinsen -759 -492
- Gezahlte Dividende an andere Gesellschafter -1.105 -2.030
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 5.456 -3.716
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -880 1.223
+/​- Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 0 0
+/​- Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 0 0
+ Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 9.751 8.528
= Finanzmittelfonds am Ende der Periode *) 8.871 9.751

*) Der Finanzmittelfonds besteht ausschließlich aus Zahlungsmitteln

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021

1. Allgemeine Informationen zum Unternehmen

Die AdCapital AG ist eine Industrieholding mit Investitionsschwerpunkt auf den Branchen Elektrotechnik, Metall- und Kunststoffverarbeitung, Maschinen- und Werkzeugbau sowie Automotive.

Sie ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer HRB 225669 eingetragen. Die Aktien der Gesellschaft werden am Basic Board der Börse Frankfurt/​M. gehandelt. Die Gesellschaft fällt nicht unter die für kapitalmarktorientierte Unternehmen im Sinne von § 264d HGB geltenden Vorschriften des HGB.

Sitz der AdCapital AG ist in Deutschland, 78532 Tuttlingen, Daimlerstraße 14. Seit November 2020 gibt es eine im Handelsregister eingetragene Betriebsstätte der AG in 76337 Waldbronn, Im Ermlisgrund 11, die Sitz der Unternehmensleitung ist.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1 Grundlagen für die Erstellung des Abschlusses

Die im Konzernabschluss verwendete Währung ist EUR (€). Die Angaben im Konzernabschluss erfolgen grundsätzlich in TEUR (T€).

Nach § 290 HGB hat die AdCapital AG einen Konzernabschluss sowie einen Konzernlagebericht zu erstellen. Der Konzernabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2021 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs und des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Konzernanhang gesondert ausgewiesen.

Im Interesse der Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke wie auch die Vermerke, welche wahlweise in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang vorzunehmen sind, insgesamt im Anhang dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

2.2 Angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden nicht aktiviert.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauern betragen 3 bis 10 Jahre. Der aktivierte Firmenwert aus der Kapitalkonsolidierung wurde über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren, noch bis einschließlich des Jahres 2020, abgeschrieben.

Gegenstände des Sachanlagevermögens werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, angesetzt. Zur Bemessung der Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt: Gebäude 10 bis 50 Jahre, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 15 Jahre.

Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und im Anlagespiegel als Abgang ausgewiesen.

Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, falls dies notwendig ist, um immaterielle Vermögensgegenstände oder Sachanlagen mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Stichtag beizulegen ist.

Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt, wenn dieser voraussichtlich von Dauer ist.

Bei den Vorräten erfolgt der Wertansatz der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Waren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten einschließlich Nebenkosten beziehungsweise zum niedrigeren Börsen- oder Marktpreis oder am Bilanzstichtag beizulegenden Wert. Unfertige und fertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bewertet worden. Diese beinhalten Material- und Fertigungseinzelkosten, Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Zuschläge für Material- und Fertigungsgemeinkosten. Die anteiligen Abschreibungen auf Fertigungsanlagen sowie Verwaltungskosten des Material- sowie Fertigungsbereichs sind ebenfalls in den Herstellungskosten enthalten. Bestandsrisiken aufgrund mangelnder Gängigkeiten oder langer Lagerreichweiten werden durch Abwertungen berücksichtigt.

Die Bewertung der Forderungen erfolgt zum Nominalbetrag. Den Wertminderungen zweifelhafter beziehungsweise uneinbringlicher Forderungen wird durch entsprechende Einzelabwertungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Das allgemeine Kreditrisiko wird durch eine Pauschalabwertung berücksichtigt. Auf eine Abzinsung unverzinslicher oder niedrig verzinslicher Forderungen wurde wegen Geringfügigkeit beziehungsweise kurzer Restlaufzeiten verzichtet.

Sonstige Vermögensgegenstände werden unter Berücksichtigung der Art des Vermögensgegenstands, ausgehend von den Anschaffungskosten beziehungsweise dem Nennwert, gegebenenfalls vermindert um Abschreibungen, bewertet.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mit dem Barwert. Für die Bewertung wurde die Projected-Unit-Credit-Methode mit den Richttafeln "2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Es wird ein Rententrend zwischen 0 % und 1,0 % zugrunde gelegt. Für die Abzinsung werden die gemäß § 253 Abs. 2 Satz 4 HGB von der Deutschen Bundesbank ermittelten und monatlich veröffentlichten 10-Jahres-Durchschnittszinssätze angewandt (aktuell: 1,87 %, im Vorjahr 2,30 %). Hierbei wird eine Laufzeit von 15 Jahren angenommen (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Gemäß § 246 Abs. 2 HGB erfolgt eine Saldierung von Schulden mit Vermögensgegenständen, soweit diese ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind. Im Falle eines aktiven Überhangs wird dieser unter dem Posten "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zu ihrem jeweiligen Erfüllungsbetrag bilanziert.

Rückstellungen oder unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden ihrer Restlaufzeit entsprechend mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Kurzfristige Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden nach dem sogenannten Temporary Concept gebildet. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden nicht gebildet. Aktive und passive latente Steuern werden insgesamt saldiert.

2.3 Konsolidierungskreis und -methoden

Der Konzernabschluss beinhaltet die AdCapital AG, Tuttlingen, sowie die wesentlichen verbundenen Unternehmen, bei denen die AdCapital AG unmittelbar oder mittelbar 50 % oder mehr der Stimmrechte hält oder auf andere Weise einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Somit waren in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 neben der AdCapital AG 16 Gesellschaften einzubeziehen (im Vorjahr 16).

Es werden insgesamt sechs (im Vorjahr: sieben) Gesellschaften mit geringem Geschäftsvolumen beziehungsweise ohne Geschäftsbetrieb unter Anwendung des § 296 Abs. 2 HGB wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Auch bei einer assoziierten Gesellschaft wird auf die Einbeziehung auf der Grundlage der Equity-Methode aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet.

Eine vollständige Auflistung der konsolidierten Unternehmen ist im Anhang enthalten.

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften. Die in den Konzernabschluss übernommenen Vermögensgegenstände und Schulden sind dementsprechend nach den für alle Konzernunternehmen einheitlich geltenden Konzernbilanzierungs- und bewertungsrichtlinien angesetzt worden.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 HGB nach der Erwerbsmethode. Die während eines Jahres erworbenen oder verkauften Beteiligungen werden ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt beziehungsweise bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in den Konzernabschluss aufgenommen. Die Anschaffungskosten einer Unternehmenstransaktion werden nach den beizulegenden Zeitwerten der hingegebenen Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt, zuzüglich der direkt zurechenbaren Erwerbskosten, bemessen. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen, identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen Verbindlichkeiten werden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang etwaiger Minderheitsanteile am Eigenkapital. Der Überschuss der Anschaffungskosten der Unternehmensakquisition über den Nettowert der anteiligen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen.

Alle konzerninternen Geschäftsvorfälle und Salden werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Zwischenergebnisse im Sinne von § 304 HGB werden eliminiert, soweit diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind.

3. Währungsumrechnung

Die Aktiv- und Passivposten der in fremder Währung aufgestellten Abschlüsse der Tochtergesellschaften werden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden jeweils zum Durchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die aus der Währungsumrechnung resultierenden Differenzen werden innerhalb des Eigenkapitals unter dem "Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung" gesondert ausgewiesen.

4. Angaben und Erläuterungen zur Konzernbilanz

4.1 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Konzernanlagespiegel dargestellt. Zugänge erstmals konsolidierter Gesellschaften beziehungsweise Abgänge von veräußerten Gesellschaften werden unter den Anschaffungskosten und unter den Abschreibungen gesondert ausgewiesen.

Das Anlagevermögen gliedert sich wie folgt:

scrollen
31. Dez. 2021
T€
31. Dez. 2020
T€
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 463 775
Immaterielle Vermögensgegenstände 463 775

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig abgeschrieben.

scrollen
31. Dez. 2021
T€
31. Dez. 2020
T€
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.530 7.267
Technische Anlagen und Maschinen 6.981 7.527
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.877 5.217
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.470 2.707
Sachanlagen 26.858 22.717
scrollen
31. Dez. 2021
T€
31. Dez. 2020
T€
Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen 172 185
Sonstige Ausleihungen 608 625
Finanzanlagen 780 810

4.2 Vorräte

Die Vorräte gliedern sich wie folgt:

scrollen
31. Dez. 2021
T€
31. Dez. 2020
T€
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 22.601 15.104
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 7.251 4.381
Fertige Erzeugnisse und Waren 23.789 16.278
Geleistete Anzahlungen 215 1.325
  53.856 37.089

4.3 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:

scrollen
Fälligkeiten
Gesamt
T€
Bis zu 1 Jahr
T€
mehr als 1 Jahr
T€
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 11.614 11.614 0
Vorjahr (16.993) (16.993) (0)
Forderungen gegen Beteiligungsunternehmen 1.627 131 1.496
Vorjahr (0) (0) (0)
Sonstige Vermögensgegenstände 6.854 6.836 18
Vorjahr (6.863) (4.941) (1.922)
  20.095 18.581 1.514
  (23.856) (21.934) (1.922)

4.4 Zahlungsmittel

In den Zahlungsmitteln in Höhe von 8.871 T€ (Vorjahr 9.751 T€) sind Kassenbestände, Postbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Schecks enthalten.

4.5 Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 637 T€ (Vorjahr 397 T€) beinhaltet Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen. Disagio ist wie schon im Vorjahr keines enthalten.

4.6 Eigenkapital

Auf die gesonderte Darstellung der Veränderung des Eigenkapitals wird verwiesen.

Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Das Grundkapital beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 41.700 T€.

Das Grundkapital ist in 14.000.000 nennwertlose Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) eingeteilt, die auf den Inhaber lauten. Jede Aktie hat einen rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 2,98 € (Vorjahr: 2,98 €).

Im Umlauf befindliche Aktien

Im Jahr 2009 wurden 371.116 eigene Aktien erworben und in Höhe der Anschaffungskosten von 2.269 T€ direkt gegen die Gewinnrücklagen verrechnet. Der Betrag am Grundkapital beträgt 1.105 T€. Im Jahr 2021 wurden keine eigenen Aktien verkauft, so dass unverändert zum Vorjahr insgesamt noch 58.430 Aktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 174 T€ von der AdCapital AG selbst gehalten werden. Dies entspricht einem Anteil von 0,4 % am Grundkapital.

Somit befinden sich zum Bilanzstichtag unverändert gegenüber dem Vorjahr 13.941.570 Aktien im Umlauf.

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert gegenüber dem Vorjahr 4.592 T€.

4.7 Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital

Die Gewinnrücklagen und das erwirtschaftete Konzerneigenkapital betragen 8.761 T€ (Vorjahr 7.047 T€).

Das erwirtschaftete Konzerneigenkapital beinhaltet die Jahresergebnisse der Konzernunternehmen (ohne Fremdanteile an den Jahresergebnissen), die eigenkapitalwirksamen Konsolidierungsbuchungen sowie die Entnahmen aus den Gewinnrücklagen der AdCapital AG abzüglich der ausbezahlten Dividenden an die Aktionäre der AdCapital AG.

Wegen Einzelheiten verweisen wir auf den Eigenkapitalspiegel.

4.8 Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung

Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung haben sich für ausländische Beteiligungen in Tschechien, den USA, China, Hongkong und Mexiko ergeben.

Wir verweisen auf den Eigenkapitalspiegel.

4.9 Anteile anderer Gesellschafter

Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen betreffen insbesondere die Jaeger Poway Automotive Systems Ltd. (Shenzhen) und die Jaeger Poway Ltd.

4.10 Rückstellungen

scrollen
31. Dez. 2021
T€
31. Dez. 2020
T€
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.901 2.838
Steuerrückstellungen 910 705
Sonstige Rückstellungen 6.447 6.450
  10.258 9.992

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen berücksichtigen Ansprüche von Mitarbeitern diverser Konzerngesellschaften.

Erfüllungsbeträge für Pensionsverpflichtungen wurden mit dem Zeitwert der bestehenden Rückdeckungsversicherung saldiert, sofern die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 HGB beziehungsweise die Voraussetzungen für die Zusammenfassung zu einer Bewertungseinheit vorlagen. Die Anschaffungskosten der verrechneten Vermögensgegenstände ergeben sich aus den in der Vergangenheit ratierlich zugeführten Beiträgen zur Rückdeckungsversicherung.

scrollen
Bilanz 31.12.2021
T€
Anschaffungskosten
T€
GuV
T€
Aktivwert der Rückdeckungsversicherung -450 -427  
Pensionsrückstellung 2.901    
Aufwendungen für Altersversorgung     -143
Zinsertrag aus Aktivwerten     41
Zinsaufwand Pensionsrückstellung     -217
Saldo aus Verrechnung 2.451 n/​a -319

Die Pensionsauszahlungen im Konzern betrugen im Berichtsjahr 245 T€ (Vorjahr: 245 T€).

Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gemäß § 253 Abs. 6 Satz 1 HGB beträgt 190 T€.

Die Steuerrückstellungen betreffen noch nicht veranlagte Geschäftsjahre.

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Personalaufwendungen, Gewährleistungsaufwendungen, Jahresabschluss- und Prüfungskosten, Rechts- und Beratungskosten und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Dritten gebildet.

4.11 Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

scrollen
Fälligkeiten
Gesamt
T€
bis zu 1 Jahr
T€
1 bis 5 Jahre
T€
über 5 Jahre
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.471 7.111 11.352 2.008
Vorjahr (7.891) (5.898) (1.887) (106)
Erhaltene Anzahlungen aus Bestellungen 337 337 0 0
Vorjahr (635) (635) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.037 15.037 0 0
Vorjahr (12.354) (12.354) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 4.360 4.187 28 145
Vorjahr (5.554) (5.411) (143) (0)
  40.205 26.672 11.380 2.153
Vorjahr (26.434) (24.298) (2.030) (0)

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 1.373 T€ (Vorjahr: 1.473 T€) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 259 T€ (Vorjahr: 208 T€) enthalten.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten waren durch Grundpfandrechte, Bankbürgschaften und andere Sicherheiten 3.164 T€ (Vorjahr: 2.198 T€) besichert.

4.12 Latente Steuern

Für die aus den Einzelabschlüssen resultierenden aktiven Steuerlatenzen sieht § 274 HGB grundsätzlich ein Wahlrecht für den Ansatz vor. Die Aktivierung ist mindestens jedoch in Höhe des Betrags der passiven latenten Steuern vorzunehmen. Von dem Aktivierungswahlrecht nach § 274 HGB wurde im Übrigen kein Gebrauch gemacht.

Aktive Latenzen aus der Konsolidierung gemäß § 306 HGB sind dagegen zwingend anzusetzen; ihr Ausweis erfolgte in Ausübung des Wahlrechts in § 306 HGB unter Saldierung mit den passiven Steuerlatenzen.

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 219 T€ (Vorjahr: 83 T€), im Wesentlichen resultierend aus der Zwischengewinneliminierung, wurden dementsprechend mit den passiven Latenzen aus Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie aus der Schuldenkonsolidierung in Höhe von 0 T€ (Vorjahr: 63 T€) verrechnet. Der aktive Überhang und damit die aktiven latenten Steuern betragen danach 219 T€ (Vorjahr: 20 T€). Bei der Bewertung der latenten Steuern kamen Steuersätze zwischen 19 % und 30 % zur Anwendung.

Die Änderung der latenten Steuern lässt sich wie folgt darstellen:

scrollen
In T€ 01.01.2021 Zugang Verbrauch 31.12.2021
Aktive latente Steuern 83 136 0 219
Passive latente Steuern 63 0 63 0

Eine Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgte nicht.

5. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

5.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich regional wie folgt:

scrollen
2021
T€
2020
T€
Inland 52.475 45.768
Ausland 117.605 101.863
  170.080 147.631

5.2 Sonstige betriebliche Erträge

scrollen
2021
T€
2020
T€
Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen 224 6
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 378 525
Währungsgewinne 1.813 579
Erträge aus der Wertberichtigung von Forderungen 484 173
Übrige 1.048 680
  3.947 1.962

Insgesamt waren periodenfremde Erträge in Höhe von 827 T€ (Vorjahr: 703 T€) zu verzeichnen. Sie betrafen im Wesentlichen die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 378 T€ (Vorjahr: 525 T€) sowie die Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 484 T€ (Vorjahr: 173 T€).

5.3 Materialaufwand

scrollen
2021
T€
2020
T€
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 85.428 71.110
Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.843 1.837
  89.271 72.947

5.4 Personalaufwand /​ Mitarbeiterzahl

scrollen
2021
T€
2020
T€
Löhne und Gehälter 38.214 34.243
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 7.113 6.103
- davon Altersversorgung 71 T€ (Vorjahr: 67 T€)    
  45.327 40.346

Die Mitarbeiterzahl ergibt sich im Jahresdurchschnitt wie folgt:

scrollen
2021 2020
Direkte Mitarbeiter 1.258 1.151
Indirekte Mitarbeiter 291 263
  1.549 1.414

Bei den direkten Mitarbeitern handelt es sich um Personen, welche direkt am Produktionsprozess beteiligt sind.

5.5 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

scrollen
2021
T€
2020
T€
Abschreibungen auf Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung 0 230
Sonstige 4.617 4.798
  4.617 5.028

Siehe auch die Angaben im Anlagenspiegel.

5.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen

scrollen
2021
T€
2020
T€
Allgemeine Betriebskosten 4.077 3.788 *
Mieten und Pachten, Raumkosten 3.217 2.723
Transportkosten 5.586 3.848
Energiekosten 2.284 2.215
Reparaturen und Instandhaltung 1.712 1.633
Personalleasing 1.202 485
Kfz-Kosten 810 786
Rechts- und Beratungskosten 1.029 1.629
Reisekosten 188 222
Einstellung in die Einzelwertberichtigung auf Forderungen 0 137
Sonstige Verwaltungskosten 3.236 1.879
Versicherungen 800 767
Währungsverluste 2.118 1.665
IT-Kosten 1.116 1.166
Lizenzgebühren (ohne IT) 199 217
Kommunikationskosten 501 510
Provisionen 407 776
Vertriebs- und Werbungskosten 1.297 829 *
Übrige 803 802 *
  30.582 26.077

* Die Vorjahreszahlen wurden für eine bessere Vergleichbarkeit angepasst.

Der Anstieg der sonstigen Verwaltungskosten ist auf erhöhte Eingangsfrachten zurückzuführen. Periodenfremde Aufwendungen ergaben sich in Höhe von 40 T€ (Vorjahr: 226 T€). Sie beinhalten Forderungsverluste, Zuführungen zu den Einzel- und Pauschalabwertungen zu Forderungen und sonstige aperiodische Kosten.

5.7 Finanzergebnis

scrollen
2021
T€
2020
T€
Verlust aus Beteiligungen 0 -332
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0 3
Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens -19 -262
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 110 117
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -758 -492
  -667 -968

Für Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen sind 217 T€ (Vorjahr: 134 T€) angefallen.

5.8 Steuern vom Einkommen und Ertrag

scrollen
2021
T€
2020
T€
Ertragsteuern des Geschäftsjahres 1.641 2.419
Ertrag (-) /​ Aufwand (+) aus der Veränderung latenter Steuern -192 -30
Sonstige Ertragsteuern Vorjahre 520 273
  1.969 2.714

6. Haftungsverhältnisse und außerbilanzielle Geschäfte /​ sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen des AdCapital-Konzerns ergeben sich wie folgt:

scrollen
31. Dez. 2021
T€
31. Dez. 2020
T€
Haftungsverhältnisse    
Bürgschaften 190 600
Sonstige finanzielle Verpflichtungen    
Verpflichtungen aus Bestellobligo, Miet-, Pacht- und Leasing-Verträgen 20.043 11.700

Aus einer Bürgschaft für einen langfristigen Immobilienvertrag bestehen per 31. Dezember 2021 Verpflichtungen in Höhe von 190 T€ (Vorjahr: 600 T€). Unseres Erachtens besteht derzeit kein Risiko der Inanspruchnahme des Konzerns, weil wir nach aktuellem Kenntnisstand davon ausgehen, dass die Hauptschuldnerin ihre Verpflichtungen erfüllen wird.

Weitere, nicht in Konzernbilanz oder -anhang enthaltene Geschäfte beziehungsweise Verpflichtungen bestehen nicht.

7. Vorstand

Vorstand der Gesellschaft ist:

Herr Hans-Jürgen Döringer, Dipl.-Ökonom

In Anwendung des § 286 Abs. 4 HGB unterbleibt die Angabe der Vorstandsbezüge.

8. Aufsichtsrat

In den Aufsichtsrat sind berufen:

Vorsitzende

Frau Dr. Sonja Zobl-Leibinger, Selbstständige Rechtsanwältin

Stellv. Vorsitzender

Herr Dr. Christoph Zobl, Selbstständiger Rechtsanwalt

Weitere Mitglieder

Herr Hans-Joachim Holstein, Unternehmensberater

Herr Maximilian Meyer zu Schwabedissen, Wirtschaftsprüfer

Im Geschäftsjahr 2021 sind Aufwendungen für Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 105 T€ (Vorjahr: 101 T€) angefallen.

9. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

scrollen
2021
T€
2020
T€
Jahres- und Konzernabschlussprüfung laufendes Jahr 250 235
Steuerberatungsleistungen 41 35
  291 270

10. Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Personen

Die AdCapital AG hat mit ihr nahestehenden Unternehmen und Personen keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen geschlossen.

11. Konzernunternehmen der AdCapital AG, konsolidiert auf der Grundlage der Vollkonsolidierung (Beteiligungen mit 50 % und höher)

In den Konzernabschluss sind neben der AdCapital AG die folgenden 15 Unternehmen einbezogen worden:

scrollen
Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital in %
Additiv Multiplikativ
AdCapital Beteiligungs GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
EP Connectors GmbH Waldbronn 100,00 100,00
Berliner Elektro-Technik GmbH Tuttlingen 100,00 100,00
Bavaria Digital Technik GmbH Pfronten 100,00 100,00
FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH Teningen 100,00 100,00
Erich Jaeger GmbH + Co. KG Friedberg 100,00 100,00
EJR Erich Jaeger Roznov s.r.o. Koprivnice (Tschechien) 100,00 100,00
Jaeger France SARL Lyon (Frankreich) 100,00 100,00
Erich Jaeger Mexico, S. de R.L. Piedras Negras (Mexiko) 99,00 99,00
Erich Jaeger U.S.A. Inc. Plymouth, MI (USA) 100,00 100,00
Jaeger Poway Ltd. Hongkong (China) 60,00 60,00
Jaeger Poway Automotive Systems (Shenzhen) Ltd. Shenzhen (China) 60,00 60,00
KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH Schmölln 100,00 100,00
OPUS Formenbau GmbH & Co. KG 1 Schönau 100,00 100,00
Taller GmbH Waldbronn 99,95 99,95

1 Ab 31.12.2021 100%, bis 30.12.2021 75 %

12. Konzernunternehmen der AdCapital AG, nicht konsolidiert

scrollen
Name Sitz Höhe des Anteils am Kapital in %
Additiv Multiplikativ
AdCapital Invest GmbH i.L. Tuttlingen 100,00 100,00
Jaeger Verwaltungs GmbH Friedberg 100,00 100,00
fps Verwaltungs GmbH Teningen 100,00 100,00
OPUS Formenbau Verw. GmbH 2 Schönau 100,00 100,00
Grundstücksgesellschaft am Entenfang mbH Hannover 100,00 100,00
frako power systems GmbH & Co. KG Teningen 100,00 100,00
OPUS Grundstücksgesellschaft mbH (vormals: MIG - Menchen Immobiliengesellschaft mbH) 1 Schönau 100,00 100,00
Insert Ltd. 3 Istanbul, Türkei 100,00 99,95

1 Ab 31.12.2021 100%, bis 30.12.2021 0%
2 Ab 31.12.2021 100%, bis 30.12.2021 75%
3 Die Gesellschaft befindet sich in Liquidation.

13. Ergebnisverwendungsvorschlag der Muttergesellschaft

Der Jahresabschluss der AdCapital AG zum 31. Dezember 2021 weist einen Bilanzgewinn von 2.828 T€ aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

14. Sonstige Angaben

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wird beim Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart hinterlegt und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

15. Nachtragsbericht

Wesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach dem Abschlussstichtag nicht ergeben. Welche Auswirkungen der derzeit zwischen der Ukraine und Russland bestehende militärische Konflikt haben wird, ist momentan noch ungewiss.

 

Tuttlingen, den 22. März 2022

AdCapital AG

Hans-Jürgen Döringer, Vorstand

Konzernanlagespiegel zum 31. Dezember 2021

scrollen
in TEUR Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2021 Konsolidierungskreisänderungen Zugänge Abgänge Zuschreibungen Umbuchungen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände            
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.394 0 134 103 0 0
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.461 -3.461 0 0 0 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 10.800 0 0 0 0 0
  24.655 -3.461 134 103 0 0
II. Sachanlagen            
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 21.207 -868 695 1.270 0 0
2. Technische Anlagen und Maschinen 55.348 -104 471 4.656 0 719
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 40.419 0 1.393 3.864 0 149
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.707 0 5.600 9 0 -869
  119.679 -972 8.160 9.799 0 0
III. Finanzanlagen            
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.477 0 6 0 0 0
2. Sonstige Ausleihungen 631 0 0 17 0 0
  6.108 0 6 17 0 0
  150.440 -4.433 8.300 9.918 0 0
scrollen
in TEUR Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen
Equityanpassungen Veränderung Währung 31.12.2021 01.01.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 44 10.469 9.619
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 3.461
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 0 0 10.800 10.800
  0 44 21.269 23.880
II. Sachanlagen        
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0 305 20.068 13.940
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 684 52.464 47.821
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 614 38.711 35.202
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 40 7.471 0
  0 1.642 118.710 96.963
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 5.484 5.292
2. Sonstige Ausleihungen 0 0 614 6
  0 0 6.098 5.298
  0 1.686 146.075 126.140
scrollen
in TEUR Kumulierte Abschreibungen
Konsolidierungskreisänderungen Zugänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0 460
2. Geschäfts- oder Firmenwert -3.461 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 0 0
  -3.461 460
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -868 572
2. Technische Anlagen und Maschinen 0 1.798
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 1.786
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0
  -868 4.156
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 19
2. Sonstige Ausleihungen 0 0
  0 19
  -4.329 4.635
scrollen
in TEUR Kumulierte Abschreibungen
Abgänge Zuschreibungen Umbuchungen Veränderung Währung 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 103 0 0 29 10.006
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0 0 0 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 0 0 0 0 10.800
  103 0 0 29 20.806
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.270 0 0 165 12.538
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.593 0 0 456 45.482
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.651 0 0 495 33.833
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
  9.514 0 0 1.117 91.854
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 5.311
2. Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 6
  0 0 0 0 5.317
  9.617 0 0 1.146 117.977
scrollen
in TEUR Buchwerte
31.12.2021 31.12.2020
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 463 775
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0 0
3. Firmenwert aus Kapitalkonsolidierung 0 0
  463 775
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 7.530 7.267
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.982 7.527
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.877 5.217
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.471 2.707
  26.857 22.717
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 172 185
2. Sonstige Ausleihungen 608 625
  781 810
    0
  28.101 24.302

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AdCapital AG, Tuttlingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der AdCapital AG, Tuttlingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der AdCapital AG, Tuttlingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

scrollen

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

scrollen

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 22. März 2022

Baker Tilly GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Düsseldorf

Peter Schill, Wirtschaftsprüfer

Jürgen Bechtold, Wirtschaftsprüfer

AdCapital AG, Tuttlingen

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021