AdCapital AGTuttlingenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2025 bis zum 30.06.202501. Januar bis 30. Juni 2025VorwortAdCapital im Einklang mit den definierten ZielenSehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, liebe Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, trotz eines herausfordernden außenwirtschaftlichen Umfelds konnten wir unsere Prognose
für das Geschäftsjahr 2025 zur Jahresmitte bestätigen (Umsatz 159,0 bis 166,8 Mio.
Euro sowie ein EBIT zwischen 0,3 und 2,1 Mio. Euro). In einem Marktumfeld, das weiterhin
von globalen Unsicherheiten geprägt ist, zeigt sich die Widerstandsfähigkeit des AdCapital-Geschäftsmodells
einmal mehr. Insbesondere die anhaltend angespannte geopolitische Lage, volatile Rohstoff- und
Energiepreise sowie gehemmte marktwirtschaftliche Tendenzen in wichtigen Absatzmärkten
stellten auch im ersten Halbjahr erhebliche Anforderungen an Unternehmen mit internationaler
Ausrichtung. Der europäische und insbesondere der deutsche Markt waren weiterhin belastet
durch hohe Energiekosten und regulatorische Anforderungen, während in Asien -insbesondere
in China -die wirtschaftliche Dynamik deutlich unter den Erwartungen blieb. In den
USA führten währungsbedingte sowie zolltechnische Effekte, gepaart mit nationalen
Förderprogrammen, zu einem verschärften Wettbewerbsumfeld mit steigenden ökonomischen
Unsicherheiten. Die Supply-Chain-Probleme des Vorjahres, insbesondere im Automotive-Umfeld, hatten
auch im ersten Halbjahr 2025 spürbare Nachwirkungen auf unsere Abläufe und Planungen.
Zwar hatten wir in diesem Zusammenhang vorübergehend mit negativen Ergebniseffekten
gerechnet -durch frühzeitig eingeleitete Gegenmaßnahmen und eine gezielte Stabilisierung
der Lieferkette ist es uns jedoch gelungen, diese Auswirkungen deutlich zu begrenzen.
In der Folge erreichen wir seit dem zweiten Quartal eine konstant höhere monatliche
Produktivität als im Vorjahr. Insgesamt konnten wir unsere strategischen, operativen und ökonomischen Ziele im ersten
Halbjahr im Rahmen der Jahresplanung realisieren, auch wenn das EBIT gemäß Planung
noch negativ ist. Die Kombination aus operativer Disziplin, hoher Anpassungsfähigkeit
und Kundennähe hat sich erneut als Erfolgsfaktor in schwierigen Rahmenbedingungen
bewährt. Hervorzuheben ist, dass sich die AdCapital AG einen der größten Aufträge in der Firmengeschichte
gesichert hat. Ende 2024 erhielt das Tochterunternehmen Erich Jaeger von einem führenden
US-amerikanischen OEM den Zuschlag für ein Produktionsvolumen von über 70 Mio. Euro.
Dieses Projekt stellt einen bedeutenden Meilenstein für die gesamte Unternehmensgruppe
dar und schafft die Grundlage, bereits im Jahr 2028 die Marktführerschaft im Segment
"Light Vehicle" in Nordamerika zu erreichen. Aktuell rechnen wir weiterhin mit dem Erreichen unserer kommunizierten Jahresprognose
für das Jahr 2025 -auch wenn die politische und wirtschaftliche Entwicklung im zweiten
Halbjahr erhebliche Herausforderungen mit sich bringen wird. Dazu zählen die weiterhin
vorhandene Unsicherheit aufgrund der erratischen US-Zollpolitik und mögliche Konjunkturabschwächungen
infolge einer Straffung der Geldpolitik in Europa. Beide Entwicklungen können sich
spürbar auf Investitionsentscheidungen und internationale Absatzmärkte auswirken. Das zweite Halbjahr der AdCapital wird maßgeblich davon geprägt sein, die im Jahr
2024 und im ersten Halbjahr 2025 etablierten Reorganisationen bzw. Grundlagen zielgerichtet
in Richtung Vision 2030 weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, den begonnenen Transformationsprozess
konsequent fortzuführen und in die Phase Operational Excellence überzugehen. Dabei
steht die nachhaltige Steigerung von Effizienz, Qualität und Kostensenkungsmaßnahmen
im Vordergrund -um unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und weiteres
Wachstum zu ermöglichen. Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz sowie
bei unseren Partnern und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen. Waldbronn, den 29.08.2025 Dr. Andreas J. Schmid Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
|
| Alle Angaben in T€ | 1. Hj. 2025 | 1. Hj. 2024 |
| Umsatzerlöse | 79.928 | 81.091 |
| Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | 1.107 | 1.854 |
| 81.035 | 82.945 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.026 | 5.976 |
| 83.061 | 88.921 | |
| Materialaufwand | -43.212 | -42.519 |
| Personalaufwand | -24.600 | -24.486 |
| Abschreibungen | -1.960 | -1.932 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -15.781 | -16.213 |
| -85.553 | -85.150 | |
| Betriebsergebnis | -2.492 | 3.771 |
| Finanzergebnis | -1.141 | -1.275 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -925 | -709 |
| Ergebnis nach Steuern | -4.558 | 1.787 |
| Sonstige Steuern | -18 | -27 |
| Konzern-Jahresüberschuss / -fehlbetrag (-) | -4.576 | 1.760 |
| Konzernfremden Gesellschaftern zustehendes Ergebnis | -668 | -620 |
| Konzernergebnis | -5.244 | 1.140 |
| Alle Angaben in T€ | 30. Jun 25 | 31. Dez 24 |
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 692 | 1.348 |
| Sachanlagen | 28.482 | 28.911 |
| Finanzanlagen | 424 | 424 |
| 29.598 | 30.683 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | 43.962 | 44.711 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 26.058 | 23.323 |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 2.285 | 3.896 |
| 72.305 | 71.930 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 870 | 601 |
| Aktive latente Steuern | 0 | 31 |
| Summe Aktiva | 102.773 | 103.245 |
| Alle Angaben in T€ | 30. Jun 25 | 31. Dez 24 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 42.000 | 42.000 |
| Kapitalrücklage | 4.592 | 4.592 |
| Gewinnrücklagen | 17.764 | 17.764 |
| Bilanzverlust | -33.399 | -28.430 |
| Ausgleichsposten aus Fremdwährungsumrechnung | -441 | 101 |
| Anteile anderer Gesellschafter | 5.123 | 4.976 |
| 35.639 | 41.003 | |
| Rückstellungen | 9.633 | 9.527 |
| Verbindlichkeiten | 57.485 | 52.712 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 16 | 3 |
| Summe Passiva | 102.773 | 103.245 |
Der Halbjahresabschluss für den AdCapital-Konzern wird nach HGB aufgestellt. Es werden
im Halbjahresabschluss grundsätzlich die gleichen Bilanzierungs-, Bewertungs- und
Berechnungsmethoden wie im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 angewendet.
Der Halbjahresabschluss ist nur auf Konzernebene einer prüferischen Durchsicht unterzogen
worden; er ist in Euro (€) aufgestellt.
Die Erstellung des Konzernabschlusses ist beeinflusst von Ansatz und Bewertungsmethoden
sowie Annahmen und Schätzungen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte
und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge auswirken. Verändert sich die ursprüngliche
Schätzungsgrundlage, so wird die Bilanzierung der entsprechenden Positionen erfolgswirksam
angepasst.
In den Konzernabschluss einbezogen sind neben der AdCapital AG 17 Gesellschaften (VPFY:
16), bei denen die AdCapital AG aufgrund ihrer Mehrheitsbeteiligungen unmittelbar
oder mittelbar die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses hat.
Aufgrund der einzeln wie zusammen betrachtet untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage werden 4 Gesellschaften (VPFY: 6) nicht in den Konzernabschluss
einbezogen. Die Gesellschaften AdCapital Invest GmbH und frako power systems GmbH
& Co. KG wurden im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres liquidiert und nach vollständiger
Abwicklung im Handelsregister gelöscht. Weiterhin befindet sich die fps Verwaltungs
GmbH in der Liquidation.
Die AdCapital AG ist sowohl Investor als auch Wegbereiter für zukunftsweisende Nischenplayer.
Das Unternehmen versteht sich hierbei als aktiver Portfoliomanager der Beteiligungen.
Ihre primäre Geschäftstätigkeit ist die aktive Weiterentwicklung der operativen und
strategischen Maßnahmen der Beteiligungen im Kontext der Konzernstrategie.
Die AdCapital Group ist eine Industrieholding, die sich auf wertschaffende, langfristige
Beteiligungen im Mittelstand in den Kernsegmenten Connectivity Solutions und Digital
Solutions fokussiert. Das Segment Supply Chain Solutions unterstützt die Lieferketten
zur Stärkung des Gesamtportfolios.
Mission: "From Hidden to Hero - Wir begleiten den Aufstieg"
Die Mission der AdCapital AG ist es, nachhaltig in Unternehmen mit signifikanten Wachstumspotenzialen
zu investieren, die sich in zukunftsorientierten Nischenmärkten bewegen. Ziel ist
es hierbei, die Unternehmen zu Marktführern in ihrer Nische zu entwickeln, die über
den notwendigen Wettbewerbsvorteil verfügen und weitgehend resilient gegen sich ändernde
Rahmenbedingungen sind.
Die AdCapital richtet zur Realisierung ihrer Mission ihre Beteiligungen strategisch
aus, unterstützt operativ und entwickelt diese gezielt weiter. Die Unternehmen der
Gruppe verbinden hierbei die Stärken einer mittelständischen Unternehmenskultur mit
den Vorteilen einer starken Konzernstruktur. Durch die konsequente Zentralisierung
und Standardisierung von Prozessen in den indirekten Bereichen schafft die Unternehmensgruppe
Skaleneffekte, erhöht die Effizienz und steigert die Reaktionsfähigkeit der gesamten
Gruppe - und legt damit die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und eine stärkere
Wettbewerbsposition.
In seinem aktuellen World Economic Outlook geht der Internationale Währungsfonds (IWF)
von einem Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 3,0 % im Jahr 2024 aus, was für
die Weltwirtschaft insgesamt um 0,2 %-Punkte über den Erwartungen aus April liegt.
In Erwartung höherer Zölle wurden zum einen mehr Ausgaben vorgezogen, als noch im
April gedacht, zum anderen werden die effektiven amerikanischen Zölle wohl doch nicht
das hohe Niveau erreichen, wie noch im April zu befürchten war.
Regional ergibt sich jedoch ein deutlich differenzierteres Bild:
Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften sieht der IWF im Jahr ein Wachstum von
1,5 % voraus, somit nur rund 0,1 %-Punkt mehr als im April, für die Schwellen- und
Entwicklungsländer dagegen 4,1 %, d. h. 0,4 %-Punkte mehr als noch im April. Die Wachstumserwartungen
wurden für die USA um 0,1 %-Punkte auf 1,9 % angehoben, für die Euro-Zone dagegen
um 0,2 %-Punkte auf 1,0 %. Innerhalb der Eurozone ergeben sich jedoch eklatante Unterschiede:
Die Wachstumsschwäche in Deutschland setzt sich laut IWF weiterhin fort (0,1 % Wachstum
im Jahr 2025), deutlich höheres Wachstum wird jedoch für Italien (0,5 %), Frankreich
(0,6 %) und Spanien (2,5 %) prognostiziert. Bemerkenswert ist jedoch der Grund für
die Erhöhung der Wachstumsprognose für die Eurozone: Aus Irland wurden im ersten Quartal
2025 historisch große Mengen an Pharmaprodukten in die USA exportiert, was auf Vorzieheffekte
und die Eröffnung neuer Produktionsstätten zurückzuführen ist. Dementsprechend zeigte
Irland im ersten Quartal 2025 ein hohes Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt (gegenüber
Vorquartal +7,4 %) -für die Eurozone ohne Irland ergäbe sich nur eine Erhöhung von
0,1 %-Punkt für das Wachstum 2025!
Auch für die Schwellen- und Entwicklungsländer wird - bis auf wenige Ausnahmen -ein
im Vergleich zu den Einschätzungen im April höheres Wachstum angenommen. Wie in den
vergangenen Jahren auch schon wird Indien mit einer Wachstumsrate von deutlich über
6 % herausstechen, aber auch China soll mit 4,8 % wieder in die Größenordnung von
5 % Wachstum kommen. Im April ging der IWF für China noch von einem Wachstum von nur
4,0 % aus. Für Saudi-Arabien wird ein Wachstum von 3,6 % prognostiziert (somit 0,6
%-Punkte höher als noch im April), verglichen mit der Entwicklung der Vorjahre (Wachstum
von 0,5 % im Jahr 2023 bzw. 2,0 % im Jahr 2024) eine bemerkenswert starke Erhöhung.
Einzig für Russland bzw. die Schwellen- und Entwicklungsländer in Europa hat der IWF
die Wachstumserwartungen reduziert. Nachdem Russland im Jahr 2023 um 4,1 % und im
Jahr 2024 noch um 4,3 % gewachsen war, soll sich nun das Wachstum auf nur noch 0,9
% reduzieren, somit um 0,6 %-Punkte geringer als noch im April prognostiziert.
Laut IWF dürfte die globale Inflation 2025 weiter zurückgehen. Aktuell vorhergesagt
werden 4,2 %, was unverändert der Prognose aus April entspricht. Hierbei zu beachten
ist jedoch die unterschiedliche Wirkung der Zölle auf die einzelnen Länder: In den
USA wirken die Zölle als Angebotsschock und dürften die Inflation im weiteren Verlauf
des Jahres 2025 antreiben. In anderen Ländern stellen die Zölle dagegen einen negativen
Nachfrageschock dar, der inflationsdämpfend wirkt.
Der IWF sieht diverse Risiken, die die genannten Prognosen beeinträchtigen könnten.
Simulationen deuten darauf hin, dass das globale Wachstum um rund 0,2 % niedriger
ausfallen würde, wenn Zollsätze in einer Höhe wie am 2. April verkündet dauerhaft
zur Anwendung kämen. Auch könnten nichttarifäre Maßnahmen, die bspw. auf kritische
Vorleistungen zielen, in den globalen Lieferketten zu Verwerfungen führen. Die Gefahr
zusätzlicher Angebotsschocks durch eine weitere Eskalation der geopolitischen Spannungen
wie bspw. in der Ukraine und im Nahen Osten besteht darüber hinaus. Risiken könnten
aber auch aus den hohen Staatsverschuldungen der USA, Frankreichs und Brasiliens drohen.
Laut Konjunkturschlaglicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi)
aus dem Juli 2025 zeichnet sich eine Sommerflaute ab. Im Außenhandel zeigen sich sichtbare
Spuren durch die Auswirkungen der US-Zollpolitik, aber auch die Binnennachfrage wurde
schwächer. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass der private Konsum sich noch weiter
abkühlen könnte. Die Anschaffungs- und Sparneigung der Konsumenten dürften weiterhin
negativ beeinflusst werden durch die aktuell hohen Unsicherheiten bzgl. der weltpolitischen
Lage und der Zollthematik. Auch der stagnierende Arbeitsmarkt liefert in diesem Zusammenhang
keine Impulse. Frühindikatoren deuten obendrein auf einen Anstieg der Arbeitslosigkeit
hin. Zwar legte die Industrieproduktion in einzelnen Monaten wieder leicht zu, aber
die Industriekonjunktur dürfte wegen der geringen Auftragsbestände und niedrigen Exporterwartungen
weiterhin von Schwankungen gekennzeichnet sein.
Für die wirtschaftliche Entwicklung der AdCapital Group sind vor allem der weltweite
Markt für schwere LKWs und der europäische, aber zunehmend auch der amerikanische
und der chinesische Markt für PKWs essenziell.
Im Heavy-Truck-Markt zeichnet sich eine insgesamt leicht positive Entwicklung ab:
Das globale Produktionsvolumen im Jahr 2025 wird laut Global Data voraussichtlich
um etwa 2 % über dem Niveau von 2024 liegen, nachdem im Januar noch von einem Wachstum
von 2,5 % ausgegangen wurde. Regional unterscheiden sich die Produktionsvolumen-Erwartungen
jedoch deutlich: Besonders bemerkenswert ist die dynamische Entwicklung in China,
wo das Produktionsvolumen um 13,6 % wachsen soll, während die Prognosen im Januar
nur eine Steigerung von 5,5 % prognostiziert hatten. In Nordamerika wurde im Januar
noch ein Rückgang von -6,8 % für das Jahr 2025 erwartet; aktuelle Prognosen gehen
jedoch von einem Rückgang von bis zu -25,5 % gegenüber dem Vorjahr aus. Dies deutet
auf eine anhaltende, erhebliche Abschwächung in der Region hin. Für Europa wurde die
Erwartung für 2025 auf -1,6 % gesenkt, nachdem im Januar noch ein Wachstum von +4,8
% prognostiziert worden war.
Das Gesamtjahr wird voraussichtlich eine moderate Erholung zeigen, wobei die Produktion
in Nordamerika auf niedrigem Niveau verbleibt und Europa weiterhin vor Herausforderungen
steht.
Auch die Verkaufszahlen spiegeln dieses Bild wider: Das globale Heavy-Truck-Marktvolumen
wird voraussichtlich um 1,1 % steigen, im Vergleich zu einer vorherigen Schätzung
von 1,5 %. China führt die Wachstumsraten an, mit einem Anstieg von etwa 8,7 %, verglichen
mit den ursprünglich erwarteten 5,4 %. In Nordamerika ist auch bei den Verkäufen ein
deutlicher Rückgang von -14,8 % zu verzeichnen, nach einem im Januar prognostizierten
Rückgang von -8,7 %. Dies weist auf eine deutlich verschlechterte Marktlage hin, vor
allem bedingt durch die unklare politische Situation in den USA. Europa bleibt weiterhin
herausfordernd mit einem erwarteten Rückgang von -3,8 %, während im Januar noch eine
leichte positive Entwicklung von +0,1 % prognostiziert wurde.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die globale Heavy-Truck-Industrie im Jahr 2025
insgesamt eine Phase der Stagnation erlebt, wobei China und die Schwellenländer die
wichtigsten Wachstumstreiber sind. Erich Jaeger geht in diesem Marktumfeld von einem
soliden Wachstum im Heavy-Truck-Segment von etwas über 3 % auf globaler Ebene aus
und erwartet dabei, über dem Durchschnitt des Gesamtmarktes zu liegen. Dies wird erreicht
durch die herausragende Produktqualität in diesem Segment. Auch das 2025 bereits gewonnene
Neugeschäft spiegelt dies wider.
Im Light-Vehicle-Markt zeigt sich ein ähnliches Bild: Experten rechnen mit einem moderaten
Wachstum der verkauften Stückzahlen von 1,9 % im Vergleich zu den Anfang des Jahres
prognostizierten 3,5 %. Beim Produktionsvolumen wird ein leichtes Wachstum von 0,6
% erwartet, verglichen mit den ursprünglich vorhergesagten 1,6 %. Auch hier zeigt
China seine Stärke: Während die Prognosen beim Produktionsvolumen bei 4,6 % und beim
Absatz bei 8,1 % liegen, wurden zu Jahresbeginn nur 0,7 % beziehungsweise 5,6 % prognostiziert.
In Europa haben sich die Erwartungen jedoch deutlich eingetrübt: Der Absatz soll um
3,1 % sinken, nachdem man im Januar fast von einer Stagnation (+0,2 %) ausgegangen
war. Die Produktionsvolumen werden nun um 0,6 % zurückgehen, anstatt wie vorher erwartet
um 1,2 % zu steigen. Auch Nordamerika ist deutlich stärker betroffen: Statt eines
erwarteten Absatzplus von 1,6 % gehen die Analysten nun von einem Rückgang von 4,3
% aus. Die Produktionsvolumen werden sich voraussichtlich um 6,1 % verringern, während
man Anfang des Jahres noch ein Wachstum von 0,4 % prognostizierte.
Im Rahmen des strategischen Schwerpunkts "Operational Excellence" hat die Unternehmensgruppe
Prozessverbesserungen im Bereich der Supply Chains und der dazugehörigen Fertigungssteuerung
in die Wege geleitet. Diese Verbesserungen werden im weiteren Verlauf des Jahres 2025
dafür sorgen, dass die sich bietenden Umsatzchancen genutzt werden können.
Die AdCapital Group bewertet das erste Halbjahr 2025 insgesamt positiv, trotz weiterhin
negativer Kennzahlen. Die anhaltenden Auswirkungen der Supply-Chain-Probleme aus dem
Vorjahr -insbesondere im Bereich Automotive -beeinflussten auch in den ersten sechs
Monaten dieses Jahres die betrieblichen Abläufe und Planungen. Durch frühzeitig implementierte
Gegenmaßnahmen sowie gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung der Lieferkette konnten
die erwarteten negativen Ergebniseffekte jedoch deutlich reduziert werden. Ab dem
zweiten Quartal wurde eine signifikante Steigerung der monatlichen Produktivität im
Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.
Bei einem planmäßig negativen EBIT im ersten Halbjahr konnten sämtliche strategischen,
operativen und wirtschaftlichen Zielsetzungen erfolgreich realisiert werden. Die Ergebnisentwicklung
entspricht den Erwartungen der Jahresplanung und spiegelt die Wirksamkeit der eingeleiteten
Maßnahmen zur Stabilisierung und Effizienzsteigerung wider. Damit bestätigt sich die
positive Gesamtbewertung des Halbjahresverlaufs.
Der Erich Jaeger-Teilkonzern (Erich Jaeger) wird im Jahr 2025 trotz des äußerst herausfordernden
und volatilen Marktumfelds ein moderates Wachstum von etwa 2 % im Vergleich zum Jahr
2024 erzielen. Der Umsatz bei Erich Jaeger liegt im ersten Halbjahr 2025 rund 4 %
unter dem Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen ist China, wo wir aufgrund des starken
Preis- und Wettbewerbsdrucks fast 10 % unter dem Vorjahr liegen. In Europa liegen
wir ebenfalls rund 5 % hinter dem Vorjahr, dies sollte aber durch einige Anläufe noch
zu kompensieren sein. Trotz des schwächeren Dollars liegen wir in Nordamerika mit
über 14 % deutlich über dem Vorjahresumsatz.
Marktsituation bei Erich Jaeger: Der globale Light-Vehicle-Markt stagniert nahezu.
Europa und Nordamerika stehen vor erheblichen Herausforderungen. Unser Unternehmen
Erich Jaeger ist jedoch trotzdem optimistisch: Wir rechnen in diesem Segment mit einem
Wachstum von über 5 %, was durch unsere starke Marktposition und Innovationskraft
erreicht werden soll.
Das Aftermarket-Geschäft bleibt derzeit hinter den Erwartungen zurück, was jedoch
auf die aktuelle Priorisierung des OEM-Geschäfts zurückzuführen ist. Für 2025 gehen
wir daher von einem Rückgang um 10 % aus. Wir planen jedoch, dieses Geschäft in den
kommenden Jahren deutlich zu stärken. Ein Großteil des bisher neu gewonnenen Geschäfts
stammt aus dem Aftermarket, was aufzeigt, wie wichtig unser Unternehmen Erich Jaeger
für diesen Markt ist.
Die Taller GmbH (Taller) leidet im Kernmarkt Steckerbrücken unter starker Konkurrenz
aus China. Bei neuen Hybrid-Produkten konnten zwar einige kleinere Projekte gewonnen
werden, jedoch nicht im eigentlich gewünschten Umfang.
Die KTS Kunststoff Technik Schmölln GmbH (KTS) hat im ersten Halbjahr 2025 eine weiterhin
positive Entwicklung verzeichnet. Großprojekte im Bereich "Heizung, Klima, Solar"
sowie branchenübergreifend zahlreiche Neuprojekte haben maßgeblich dazu beigetragen.
Die Investition in eine Großmaschine im Spritzguss ermöglicht der KTS eine Erweiterung
des Produktportfolios. Wegen verschobener Umsätze liegt der Umsatz für das erste Halbjahr
leicht unter Plan, das Ergebnis ist jedoch dank gezielter Optimierungsmaßnahmen über
Plan. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde der Umsatz um knapp 10 %, das EBIT
um 15 % gesteigert. Auch für das zweite Halbjahr sind die Aussichten für die KTS sehr
positiv.
Die FRAKO Kondensatoren- und Anlagenbau GmbH (FRAKO) konnte den Umsatz im ersten Halbjahr
um fast 9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Getrieben wurde diese Entwicklung
vor allem durch den erfolgreichen Ausbau des Servicegeschäftes im Inland. Für den
weiteren Verlauf des Jahres bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die geopolitische Lage,
insbesondere die kaum vorhersehbare Entwicklung der US-amerikanischen Handelspolitik,
auf die weitere Umsatzentwicklung der FRAKO auswirken wird.
Die Bavaria Digital Technik GmbH (BDT) konnte im ersten Halbjahr trotz der schwierigen
Lage in ihrer Branche zwei neue Kunden gewinnen. Da die BDT ein sehr wichtiger Zulieferer
von Erich Jaeger ist, konnten hier wegen der Marktsituation bei Erich Jaeger die Umsätze
nicht wie geplant ausgedehnt werden. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass der
Umsatz im zweiten Halbjahr um rund 10 % gegenüber dem ersten Halbjahr gesteigert werden
kann. Wegen der weiteren Steigerung der Produktivität durch Prozessverbesserungen
und neue Unterstützungssysteme wird das operative Ergebnis um 20 % im Vergleich mit
dem ersten Halbjahr steigen.
Hervorzuheben ist, dass sich die AdCapital AG einen der größten Aufträge in der Firmengeschichte
gesichert hat. Ende 2024 erhielt das Tochterunternehmen Erich Jaeger von einem führenden
US-amerikanischen OEM den Zuschlag für ein Produktionsvolumen von über 70 Mio. Euro.
Weitere Vorgänge von besonderer Bedeutung liegen nicht vor, von denen ein wesentlicher
Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AdCapital AG beziehungsweise
auf den AdCapital-Konzern ausgeht.
Die Gesamtleistung der Gruppe hat sich im Vergleichszeitraum gegenüber dem Vorjahreswert
von 82,9 Mio. € um -1,9 Mio. € (-2,3 %) auf 81,0 Mio. € reduziert.
Diese Entwicklung ist bedingt aus der Umsatzentwicklung im Berliner Elektro Technik
GmbH Teilkonzern mit einer Gesamtleistung von 73,4 Mio. € im ersten Halbjahr 2025
im Vergleichszeitraum gegenüber dem Vorjahreswert einer Gesamtleistung von 75,1 Mio.
€. Hierin enthalten sind:
| ― |
Die Erich Jaeger mit dem Vorjahreswert von 57,6 Mio. € reduziert ihre Gesamtleistung um -4,4 Mio. € (-8 %) auf 53,2 Mio. €. |
| ― |
Die KTS mit dem Vorjahreswert von 4,0 Mio. € erhöht ihre Gesamtleistung um +0,5 Mio. € (+14 %) auf 4,5 Mio. €. |
| ― |
Die Taller mit einem Vorjahreswert von 6,4 Mio. € erhöht ihre Gesamtleistung um +1,0 Mio. € (+16 %) auf 7,4 Mio. €. |
| ― |
Die Frako mit Vorjahreswert von 8,1 Mio. € erhöht ihre Gesamtleistung um +0,8 Mio. € (+16 %) auf 8,9 Mio. €. |
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind aufgrund eines Sondereffektes im Vorjahr
in diesem Jahr um -4,1 Mio. niedriger (Sale-&-Lease-Back-Transaktion bei Erich Jaeger).
Dafür profitiert der Konzern dieses Jahr durch Erträge aus Währungsgewinnen und aus
Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Materialquote von 51,3 % auf 53,3 %.
Diese Zunahme ist auf geopolitische und handelspolitische Einflüsse zurückzuführen,
die erhebliche Auswirkungen auf Preise und Lieferketten haben. Besonders deutlich
wird dies bei der Wahl der Transportmittel, die zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit
eingesetzt wurden.
Der Personalaufwand hat sich unwesentlich zum Vorjahr verändert und liegt im Jahr
2025 bei 30,4 % zur Gesamtleistung im Vergleich zu 29,5 % im Jahr 2024.
Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 1 % gestiegen und liegen nun bei
1,9 Mio. Dies ist dem weiterhin steigenden Investitionsvolumen geschuldet.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnten gegenüber dem Berichtszeitraum des
Vorjahres um 4 % reduziert werden, primär bedingt durch die Reduktion von Kosten für
Personalleasing.
Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen der Einzelposten der Gewinn- und Verlustrechnung
hat sich das EBIT, ohne die Sale-&-Lease-Back-Transaktion bei Erich Jaeger, im Vergleichszeitraum
um -1,6 Mio. verschlechtert.
Das Finanzergebnis ist weiterhin negativ mit -1,1 Mio. trotz leichter Verbesserung
von +0,1 Mio. € zum Vorjahr. Das negative Ergebnis beruht auf höheren Zinsen für Darlehen
bei Banken.
Der Steueraufwand hat sich gegenüber der Vorjahresperiode um rund 0,2 Mio. € erhöht.
Insgesamt wurde im ersten Halbjahr 2025 ein Konzern-Jahresfehlbetrag von -4.6 Mio.
€ (VP: 1,8 Mio. € | -2,9 Mio. € (exkl. Sale & Lease Back)) erwirtschaftet. Nach den
"Konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Anteilen am Ergebnis" beträgt das Konzernergebnis
-5,2 Mio. € (VP: 1,1 Mio. € | -3,6 Mio. € (exkl. Sale-&-Lease-Back)) erwirtschaftet.
Das Eigenkapital des AdCapital-Konzerns verringerte sich gegenüber dem 31. Dezember
2024 von 41,0 Mio. € um -5,4 Mio. € auf 35,6 Mio. €. Der Rückgang ist im Wesentlichen
auf den Jahresfehlbetrag zurückzuführen. Wechselkurseffekte hatten keinen nennenswerten
Einfluss. Die Eigenkapitalquote des Konzerns verringerte sich zum 30. Juni 2025 gegenüber
dem 31. Dezember 2024 von 39,7 % auf 34,7 %. Die Entwicklung ist im Wesentlichen auf
den Rückgang des Eigenkapitals zurückzuführen, während sich die Bilanzsumme nur geringfügig
-um 0,5 Mio. € -verringerte.
Das Netto-Finanzvermögen, bestehend aus Zahlungsmitteln abzüglich kurzfristiger Bankschulden,
beträgt zum 30. Juni 2025 -19,4 Mio. €. Gegenüber dem Saldo zum 31.12.2024 von - 17,6
Mio. € hat sich das Netto-Finanzvermögen somit um -1,8 Mio. € reduziert.
Im Rahmen des strategischen Schwerpunktes "Operational Excellence" werden wir bei
allen Tochtergesellschaften die Themen Finanzierung inkl. Desinvestment, Kostensenkungsmaßnahmen,
Effizienzsteigerungsmaßnahmen, operative Prozessoptimierung, Digitalisierung, Regeln
und Prozesse und Unternehmensorganisation intensiv bearbeiten. Im ersten Halbjahr
konnten deshalb bspw. neue Finanzierungsquellen erschlossen werden. Dies wird sich
auch im weiteren Verlauf des Jahres fortsetzen.
Die bereits im Lagebericht zum 31.12.2024 genannten Chancen und Risiken haben sich
seit der Erstellung des Geschäftsberichtes für das Jahr 2024 nicht grundlegend verändert.
Die Gruppe rechnet mit dem Erreichen der Jahresprognose für das Jahr 2025 -auch wenn
die politische und wirtschaftliche Entwicklung im zweiten Halbjahr erhebliche Herausforderungen
mit sich bringen werden.
Dazu zählen die weiterhin vorhandene Unsicherheit aufgrund der erratischen US-Zollpolitik
und mögliche Konjunkturabschwächungen infolge einer Straffung der Geldpolitik in Europa.
Beide Entwicklungen können sich spürbar auf Investitionsentscheidungen und internationale
Absatzmärkte auswirken.
Das zweite Halbjahr der AdCapital wird maßgeblich davon geprägt sein, die im Jahr
2024 und im ersten Halbjahr 2025 etablierten Reorganisationen bzw. Grundlagen zielgerichtet
in Richtung Vision 2030 weiterzuentwickeln. Unser Ziel ist es, den begonnenen Transformationsprozess
konsequent fortzuführen und in die Phase Operational Excellence überzugehen. Dabei
steht die nachhaltige Steigerung von Effizienz, Qualität und Kostensenkungsmaßnahmen
im Vordergrund.
Dies sorgt dafür, dass im Jahr 2025 ein Umsatz in der Bandbreite von 159,0 Mio. EUR
bis 166,8 Mio. EUR erzielt werden kann. Für das Ergebnis wird von einer EBIT-Bandbreite
von 0,3 Mio. EUR bis 2,1 Mio. EUR ausgegangen.
Diese Prognose der AdCapital AG steht unter dem Vorbehalt eines schwierigen und nicht
zuverlässig vorhersehbaren konjunkturellen Marktumfeldes. Ebenso können geopolitische
oder handelspolitische Einflussfaktoren gravierende Auswirkungen auf Preise und Lieferketten
verursachen.
Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen und Informationen.
Diese Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie beispielsweise "erwarten",
"planen", "einschätzen", "werden" oder ähnliche Begriffe. Solche vorausschauenden
Aussagen beruhen auf unseren Erwartungen beziehungsweise den Erwartungen von Prognoseexperten
auf der Basis bestimmter Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten.
Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs der
AdCapital AG liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie
und die Ergebnisse des AdCapital-Konzerns. Diese Faktoren können dazu führen, dass
die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen des AdCapital-Konzerns wesentlich
von in zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben
zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen können.
Waldbronn, den 15.08.2025
Dr. Andreas J. Schmid
Vorstand
AdCapital AG
Im Ermlisgrund 11
76337 Waldbronn
ISIN: DE0005214506
Telefon: +49 7461 90065 652
Fax: +49 7461 90065 665
investorrelations@adcapital.de
www.adcapital.de