ADM Hamburg Aktiengesellschaft

Hamburg

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft ist in den weltweit operierenden Konzern der Archer Daniels Midland Company (ADM) eingebunden. Diese Vernetzung ist ein wesentlicher Garant für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns der ADM Hamburg Aktiengesellschaft. Ganz entscheidende Vorteile liegen für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft dabei in der universellen Erfahrung der ADM, dem internationalen und technischen Know-how sowie in den Investitionen, die von der ADM veranlasst und finanziert werden.

ADM ist ein globaler Marktführer in der Verarbeitung von Mais, Ölsaaten und anderer landwirtschaftlicher Rohstoffe, wie zum Beispiel Weizen und Kakao. Mit über 230 Produktionsanlagen und Aktivitäten in über sechzig Ländern auf der Erde ist das Unternehmen ständig bestrebt, in den bestehenden Geschäftsfeldern zu wachsen. Wachstum wird dabei zum Einen organisch, zum Anderen durch strategische Zukäufe generiert. Auch in der Herstellung von erneuerbaren und umweltschonenden Kraftstoffen wie zum Beispiel Biodiesel und Ethanol ist ADM weltweit einer der Marktführer.

Der ADM Hamburg Konzern

Der ADM Hamburg Konzern mit Sitz in Hamburg ist ein führender Verarbeiter von Ölsaaten in Europa. Der Konzern zeigt eine klare Struktur. Kernkompetenz ist die Verarbeitung von Ölsaaten. Zusätzliche Kompetenzen im Bereich des Lagerns und Umschlagens von landwirtschaftlichen Rohstoffen sowie der Weiterverarbeitung von pflanzlichen Ölen und Fetten runden die Gesamtleistung des Konzerns ab. Die Aktivitäten werden in zwei Geschäftsfelder unterteilt: "Ölmühle" und "Weiterverarbeitung".

Das Geschäftsfeld "Ölmühle" bildet das Fundament des Konzerns. In diesem Geschäftsfeld werden die traditionellen Aktivitäten der Ölsaatenverarbeitung zusammengefasst. Diese Aktivitäten beginnen mit der Beschaffung, dem Transport und der Lagerung der landwirtschaftlichen Rohstoffe und damit mit der Logistik. Konzerneigene Silo- und Umschlagsbetriebe in Hamburg, Rostock und Magdeburg bilden dabei wichtige Knotenpunkte für die Versorgung unserer Anlagen. Die Ölsaatenverarbeitung erfolgt in modernen Großanlagen zu pflanzlichem Rohöl und Proteinschroten.

Die pflanzlichen Rohöle werden anschließend im Produktionsschritt Raffination zu hochwertigen Raffinaten veredelt. Wichtigster Kunde für diese Produkte ist die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie. Proteinhaltige Schrote werden an die Futtermittelindustrie geliefert.

Das Geschäftsfeld "Weiterverarbeitung" beschäftigt sich mit der Herstellung von Spezialfetten und -ölen sowie der Herstellung von Biodiesel und Pharmaglycerin. Auch unsere Spezialfette und -öle finden ihren Markt in der weiterverarbeitenden Lebensmittelindustrie. Biodiesel dagegen wird im Wesentlichen als Blendkomponente an die europäische Mineralölindustrie geliefert.

Die Veredelung von raffinierten Ölen zu Biodiesel und Pharmaglycerin erfolgt sowohl im Werk Leer als auch bei dem Lohnverarbeiter Silo Rothensee GmbH & Co. KG in Hamburg.

Das Werk Noblee & Thörl in Hamburg-Harburg ist spezialisiert auf die Herstellung von konfektionierten Spezialölen und -fetten aus bereits raffinierten Vorprodukten.

Die Silo Rothensee GmbH & Co. KG am Standort Hamburg verarbeitet darüber hinaus im Auftrag der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Noblee & Thörl rohes Palmöl zu Raffinat.

Der Standort Hamburg ist der größte Ölsaatenverarbeiter in der deutschen ADM Gruppe und einer der Größten zur Verarbeitung unterschiedlicher Ölsaaten weltweit. In Hamburg werden sowohl Sojabohnen als auch Rapssaat verarbeitet.

Im Rahmen der weiteren Restrukturierung der Geschäftsaktivitäten wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr die Noblee & Thörl GmbH und die Neuhof Hafengesellschaft m.b.H. mit ihrer Betriebsstätte in Rostock auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft verschmolzen. Dieser weitere Restrukturierungsschritt war Teil der fortschreitenden internationalen Neuorganisation des Konzerns der Archer Daniels Midland Company.

1 Die Ölmühle und ihr Markt

1.1 Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Konsum

Deutschland blickt auf ein Jahr 2009 mit einer historischen Rezession zurück. Mit einem Rückgang von 3,5 % im ersten Quartal wurde in Deutschland der größte Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in einem Quartal seit Beginn dieser Statistik verzeichnet.

Das abgelaufene Jahr wird aber auch aufgrund anderer wirtschaftlicher und politischer Ereignisse lange in Erinnerung bleiben. Die Amtseinführung von Barack Obama im Januar, weltweit aufgelegte Konjunkturpakete von außergewöhnlichem Umfang, die Einführung der Umwelt- oder Abwrackprämie in Deutschland im März, das Bekanntwerden des Riesenverlustes der AIG im vierten Quartal 2008, mit dem das Unternehmen Wirtschaftsgeschichte schreibt, das Drama um den Autohersteller Opel, die Insolvenz vertrauter deutscher Marken wie Märklin und Quelle oder der Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember sind nur einige Beispiele.

Die globale Wirtschaftskrise blieb auch für die Landwirtschaft nicht ohne Folgen. Auf hohe Betriebsmittelkosten insbesondere für Düngemittel folgten Erlösrückgänge aufgrund sinkender Weltmarktpreise. Dies führte vielerorts zu rückläufigen Unternehmensergebnissen. Auch litten die landwirtschaftlichen Betriebe unter der anhaltend restriktiven Kreditvergabe und einer spürbaren Reduzierung der Kreditlinien.

Schaut man jedoch über das Jahr 2010 hinaus, so zeigt sich, dass die langfristigen Trends in den Bereichen demographische Entwicklung, Anstieg des weltweiten Energiebedarfs und Klimawandel auch weiterhin Bestand haben.

Die Welt von heute, aber noch vielmehr die Welt von morgen muss mit Lebensmitteln und Energie versorgt werden - und sie muss gleichzeitig ihre CO2-Emissionen reduzieren. Eine schwierige Aufgabe. Denn einer wachsenden Bevölkerungszahl und zunehmenden Mobilisierung auf unserer Erde stehen abnehmende Ressourcen gegenüber. Gleichzeitig sorgen der vermehrte Ressourcenverbrauch und die weitere Industrialisierung in den Schwellenländern per se für einen Anstieg der CO2-Emissionen. Die Bedeutung der Landwirtschaft wird deshalb weiter zunehmen - nicht nur im Bereich der Lebensmittelversorgung sondern vielmehr auch im Bereich der CO2-neutralen oder CO2-reduzierten Energieversorgung. Die Landwirtschaft wird zu einer echten Zukunftsbranche, an die hohe Anforderungen gestellt werden.

Dieser Trend zeigt sich schon heute bei der Preisbildung für Agrarrohstoffe. Zusätzliches Kapital fließt in die Märkte, und neue Marktteilnehmer investieren in Agrarrohstoffe. Der Energiesektor bekundet zusehends Interesse an Agrarrohstoffen. Waren die Märkte für landwirtschaftliche Produkte traditionell eher von fundamentalen Faktoren beeinflusst, so strahlte in den vergangenen Jahren insbesondere auch die Entwicklung an den Energiemärkten auf die Agrarmärkte aus.

Damit einhergehend ist auch das öffentliche Interesse an der Erzeugung und Verwendung landwirtschaftlicher Produkte gestiegen. Insbesondere der Anbau von landwirtschaftlichen Produkten ist zusehends einer kritischen Beobachtung durch die Öffentlichkeit ausgesetzt. Diese Diskussion über die Nachhaltigkeit des Anbaus von Agrarrohstoffen ist eine wichtige und notwendige Diskussion - ohne Frage. Doch wie so oft wäre es hilfreich, diese Debatte sachlich, zielgerichtet und weniger emotional zu führen.

Gleiches gilt für die Diskussion über die Verwendung von Agrarrohstoffen. Diese Diskussion gipfelte in der sogenannten "Teller-Tank-Debatte". Eine Debatte, die lange hoch emotional insbesondere in den Medien geführt wurde.

Im Ergebnis wird die weltweite Erzeugung von Biomasse für die Biokraftstofferzeugung zukünftig strengen Nachhaltigkeitskriterien unterworfen - so hat es die Europäische Union beschlossen. Diese Entwicklung ist eindeutig zu begrüßen. Damit wird sichergestellt, dass zum Beispiel kein Hektar Regenwald für die Erzeugung von Biomasse zur Biokraftstoffproduktion und zum anschließenden Verbrauch in der Europäischen Union gerodet wird.

Um den steigenden Bedarf an pflanzlichen Ölen und Fetten zu bedienen, darf aber nicht vergessen werden, dass es neben der Erweiterung von Anbauflächen noch andere Möglichkeiten zur Erhöhung des Angebotes von Agrarrohstoffen gibt: die Steigerung von Flächenerträgen, die Verringerung von Nachernteverlusten und eine allgemeine Optimierung von Lagerhaltung und Transport - also die Verbesserung der Logistikkette. Jahr für Jahr gehen etwa 10 bis 20 % der weltweiten Getreideernte durch unsachgemäße Lagerung und Transport verloren.

Besondere Aufmerksamkeit muss weiterhin den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) gelten. Sie werden auch in Zukunft ein ganz entscheidender Einflussfaktor auf den Weltagrarmärkten bleiben. Die Volkswirtschaften in China und Indien wurden nur unwesentlich oder nur kurzzeitig von der Weltwirtschaftskrise betroffen.

Chinas Wirtschaftswachstum im Jahr 2009 betrug 8,7 %, ein nur leichter Rückgang gegenüber 2008, als die Wirtschaft um 9,6 % wuchs. Chinas Nachfragemotor stockte nur vorübergehend. Schon bald lief er wieder an mit der Folge, dass in der Periode Oktober 2008/September 2009 mit über 41 Mio Tonnen Sojabohnen Chinas Importmenge aus der Vorperiode deutlich übertroffen wurde.

Indiens Volkswirtschaft expandiert nach Chinas weltweit am stärksten. Zwar wuchs Indiens Wirtschaft im Haushaltsjahr 2008/2009 nur um 6,7 %, während in den Vorjahren regelmäßig Zuwachsraten von 9 % und mehr erreicht wurden, doch für das im März endende Wirtschaftjahr 2009/2010 wird schon wieder ein Wachstum von 7,5 bis 8 % erwartet.

Schaut man jedoch auf Indiens Ölimporte, so zeigten diese mit etwa 8,8 Mio Tonnen einen deutlichen Anstieg in der Periode 2008/2009 gegenüber dem Vorjahr, als nur knapp 6 Mio Tonnen importiert wurden.

Insgesamt hat sich einmal mehr gezeigt, dass Weltwirtschaftskrisen in Zeiten einer steigenden Weltbevölkerung auf die Nachfrage landwirtschaftlicher Produkte kaum Auswirkungen haben. Folglich galt es, im Berichtsjahr eine ungebrochen hohe Nachfrage nach Agrarrohstoffen zu bedienen. Zum Zünglein an der Waage wurde damit die Angebotsseite.

Welche Auswirkungen in einem solchen Szenario unerwartet schlechte Ernten haben können, konnte auf dem Markt für Sojabohnen beobachtet werden. Die südamerikanische Ernte, die insbesondere in Argentinien weit hinter ihren Erwartungen zurückblieb, führte zu einem deutlichen Anstieg der Preise und zu ernst zu nehmenden Versorgungsengpässen bei Sojabohnen und Sojaschrot auf den Weltmärkten.

Anders sah es bei der Rapssaat aus. In Europa konnte erneut eine Rekordernte von über 21 Mio Tonnen eingebracht werden. Weltweit stieg die Rapsernte sogar auf über 60 Mio Tonnen an. Damit wurde die hohe globale Vorjahresernte sogar noch um 2,6 Mio Tonnen übertroffen. Es stand somit ausreichend Rapssaat zur Verfügung, um insbesondere die Nachfrage der gestiegenen europäischen Verarbeitungskapazität zu bedienen.

1.2 Die Rohwarenversorgung der Saatenverarbeitung

Die Versorgung des Lohnverarbeitungsbetriebes mit Rohwaren war im Berichtsjahr schwieriger als im Vorjahr, konnte aber über das gesamte Berichtsjahr gesichert werden. Insbesondere der Übergang von der südamerikanischen zur nordamerikanischen Sojabohnenernte wurde zu einer logistischen Herausforderung.

Die Verarbeitungsmenge für Rapssaat und Sojabohnen in unseren Anlagen war in der Summe im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Leichte Rückgänge in der Sojaverarbeitung konnten durch eine erhöhte Verarbeitung von Rapssaat ausgeglichen werden.

Trotz der geringen argentinischen Sojabohnenernte ist das weltweite Angebot an Ölsaaten im Erntejahr 2008/2009 leicht gestiegen. Der deutliche Rückgang der Sojabohnenernte in Argentinien konnte dabei insbesondere durch die gestiegene Erntemenge an Sojabohnen in den USA sowie an Rapssaat und Sonnenblumenkernen ausgeglichen werden.

Für die Kampagne 2009/2010 wird ein deutlicher Anstieg der Weltölsaatenernte von etwa 10 % auf über 430 Mio Tonnen Ölsaaten erwartet. Zu diesem Anstieg werden ganz wesentlich die Sojabohnenernten in Südamerika und den USA beitragen.

Die steigende Produktion von Ölsaaten sollte auch dafür sorgen, dass die weltweiten Ölsaatenbestände - insbesondere die Sojabohnenbestände - wieder ansteigen. Von einer gesicherten Versorgung unserer Produktionsanlagen kann daher ausgegangen werden.

Sojabohnen

Der Markt für Sojabohnen startete in das neue Jahr mit einer Ernteerwartung von etwa 48 Mio Tonnen in Argentinien und etwa 60 Mio Tonnen in Brasilien. Zwar befanden sich die Märkte in der globalen Wirtschaftskrise, doch auf die Nachfrage aus China wirkte sich dies kaum aus - auf Jahresbasis stieg die Nachfrage sogar an.

Der Jahrestiefststand für Sojabohnenpreise wurde zu Beginn des Kalenderjahres verzeichnet. Noch unter dem Einfluss der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise und nach einer kurzen Konsolidierung sank der Preis zu Beginn des Monats März 2009 auf ein Niveau von etwa 8,40 USD pro Bushel bzw. 308,50 USD pro Tonne.

Als die Gewissheit zunahm, dass ungünstige Wetterverhältnisse in Südamerika eine deutlich geringer als erwartete Ernte zur Folge haben werden, stiegen die Preise kontinuierlich an. Mehrfach wurden die Ernteschätzungen - insbesondere für Argentinien - aufgrund der anhaltenden Trockenheit nach unten korrigiert. Die Märkte reagierten zusehends nervöser.

Aus ursprünglich für Argentinien geschätzten 48 Mio Tonnen wurden am Ende nur noch rund 32 Mio Tonnen. Und auch die brasilianische Ernte blieb mit 57 Mio Tonnen um rund 3 Mio Tonnen hinter den Erwartungen zurück. Damit reduzierte sich die für den Wertmarkt zur Verfügung stehende Sojabohnenmenge um 19 Mio Tonnen.

Von ihren Niedrigständen im März stiegen die Preise im Mai/Juni auf ein Niveau von 12,90 USD pro Bushel bzw. 474,00 USD pro Tonne. Gleichzeitig stiegen kontinuierlich die Prämien für Sojabohnen aus der alten südamerikanischen Ernte gegenüber den Preisen für Sojabohnen aus der neuen nordamerikanischen Ernte. Der Markt versorgte sich nur noch "Hand-to-Mouth" in der Erwartung auf deutlich fallende Preise während der nordamerikanischen Sojabohnensaison.

Das hohe Preisniveau für Sojabohnen zur Mitte des Jahres war für die nordamerikanischen Farmer zusätzliche Motivation, die Anbaufläche für die Sojabohnenaussaat nochmals leicht von 30,2 auf 30,9 Mio Hektar auszuweiten. Darüber hinaus herrschten während der gesamten Wachstumsperiode hervorragende Wetterbedingungen. Die Hektarerträge stiegen von 2,67 Tonnen pro Hektar auf 2,96 Tonnen pro Hektar. Die Folgen waren beachtlich: im Ergebnis konnte eine nordamerikanische Sojabohnenernte von etwa 91,5 Mio Tonnen - und damit um nahezu 11 Mio Tonnen höher aus als noch im Vorjahr - eingebracht werden.

Die Sojabohnenqualitäten aus der Ernte im Herbst 2009 konnten jedoch nur bedingt die Erwartungen erfüllen. Widrige Witterungsbedingungen mit viel Regen während der Ernteperiode führten zu minderen Rohwarenqualitäten. Aufgrund der bereits erwähnten knappen weltweiten Bestände gab es jedoch zu den nordamerikanischen Provenienzen keine Alternative.

Die südamerikanische Ernte im Jahr 2010 wird auf fast 120 Mio Tonnen geschätzt. Rund 66 Mio Tonnen wird Brasilien dazu beitragen, und es wird erwartet, dass in Argentinien rund 53 Mio Tonnen geerntet werden.

Die Anbauflächen für Sojabohnen nehmen weltweit zu. In der Periode 2008/2009 wurden auf 90,6 Mio Hektar Sojabohnen angebaut. Im Erntejahr 2009/2010 werden es bereits 95,5 Mio Hektar sein. Zu diesem Wachstum hat Argentinien den größten Anteil beigetragen.

Letzte Schätzungen aus den USA besagen, dass der Sojabohnenanbau im Jahr 2010 dort auf eine Fläche von 31,6 Mio Hektar ausgedehnt wird. Das wäre in den USA ein neuer Rekord.

Die Märkte gehen deshalb davon aus, dass es für die Sojabohnennotierungen an der Chicago Board of Trade (CBOT) schwierig werden wird, die alten Höchststände aus dem Jahr 2008 zu erreichen, als über 16,00 USD pro Bushel bzw. 588,00 USD pro Tonne gezahlt werden mussten.

Entwicklung des Sojabohnenpreises an der Chicago Board of Trade in USD pro Bushel (9546 = 9,546 USD pro bushel)

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden ausschließlich Sojabohnen nord- und südamerikanischer Herkunft verarbeitet. Der Übergang auf nordamerikanische Sojabohnen zum Abschluss der südamerikanischen Saison erfolgte im vergangenen Jahr weniger reibungslos als in den Vorjahren. Dies lag zum Einen an den weltweit geringen Lagerbeständen.

Zum Anderen sahen sich die europäischen Verarbeiter von Sojabohnen mit einem neuen Problem konfrontiert, als dann endlich die nordamerikanische Ernte zur Verfügung stand: Dem Risiko der Kontamination durch minimale Spuren von neuen noch nicht in der Europäischen Union zugelassenen, genmodifizierten Maissorten in Sojabohnenlieferungen.

Die europäische Gesetzgebung sieht bislang eine Nulltoleranz für nicht zugelassene genetisch modifizierte Sorten vor. Schon geringste Spuren solcher nicht zugelassenen Sorten in einer Sojabohnenlieferung führen also dazu, dass die gesamte Lieferung nicht in die Europäische Union importiert und dort verarbeitet werden darf.

Das hatte zur Folge, dass Ölmühlen nicht in der Lage waren, Sojabohnen aus den USA zu verschiffen, solange die Gefahr einer Kontamination mit nicht zugelassenen Sorten bestand - selbst dann, wenn es nur Stäube oder vereinzelte Maiskörner waren.

Termingeschäfte für Sojaschrot einzugehen, wurde sowohl für die Ölmühlen als auch für Mischfutterhersteller unmöglich. Dies war eine untragbare Situation für die gesamte Industrie und auch für die hiesige Veredelungswirtschaft und deren Tierhaltung. Standen doch die Existenz einer ganzen Branche und die Versorgung der Europäischen Union mit Proteinschroten und somit mit Fleisch aus europäischer Produktion auf dem Spiel.

Eine schnelle Entscheidung zum Umgang mit den betroffenen Maissorten musste also von der Europäischen Kommission getroffen werden. Die Entscheidung wurde insbesondere durch die Neubildung der Europäischen Kommission nach der Europawahl im Juni 2009 bei diesem ohnehin schon schwierigen Thema noch weiter erschwert und verzögert.

Im November und damit in allerletzter Minute wurde dann doch noch von der Europäischen Kommission eine wenn auch nur vorübergehende Lösung herbeigeführt, indem der Import und die Verarbeitung von drei Maissorten durch die Europäische Union ermöglicht wurde. Damit wurde es den europäischen Verarbeitern möglich, vorerst ohne allzu große Unterbrechungen zu produzieren und die Versorgung der Landwirtschaft und Viehhalter mit proteinreichem Sojaschrot aufrecht zu erhalten.

Doch das Problem ist damit noch lange nicht grundsätzlich gelöst. Neue Maissorten, Sojabohnen- und Canolasorten werden nicht nur in den USA und Kanada entwickelt. Diese Sorten stehen entweder kurz vor der Genehmigung für den amerikanischen Markt oder sind bereits genehmigt und stehen damit unmittelbar vor einer breiten Markteinführung. Es muss in Zukunft deshalb sichergestellt werden, dass die Genehmigungsprozesse neuer genetisch modifizierter Sorten in wichtigen Anbau- und Nachfrageregionen aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig muss die Nulltoleranzregelung gelockert werden, indem Toleranzen zugelassen werden, wie es beispielsweise im Fall der Kennzeichnungspflicht von genetisch modifizierten Produkten gilt.

Frachtraten für Trockenschüttgüter scheinen als Indikator für die erwartete wirtschaftliche Entwicklung gut geeignet zu sein. Sie nehmen nicht selten vorweg, wie sich die Wirtschaft in den folgenden Monaten entwickeln könnte. Eine Theorie, die auch im vergangenen Jahr durchaus Bestätigung fand.

Zu Beginn des Berichtzeitraumes lagen die Frachtraten für Panamax-Einheiten auf einem historisch niedrigen Niveau um 5.000 USD pro Tag - und damit weit entfernt von den Höchstständen des Jahres 2008, als zeitweise bis zu 100.000 USD pro Tag gezahlt werden mussten. Von diesem niedrigen Niveau stiegen die Raten im Laufe des Berichtszeitraumes kontinuierlich an.

In leichten Wellenbewegungen erreichten die Frachtraten Niveaus von über 30.000 USD pro Tag. In diesem Anstieg ist sicher zum Einen eine Konsolidierung des starken Rückganges der Frachtraten in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 zu sehen. Zum Anderen spiegelt sich in der Entwicklung die erwartete und bereits einsetzende Erholung der Weltwirtschaft wider - vor allem Chinas und Indiens steigender Importbedarf an landwirtschaftlichen Rohstoffen aber auch an Erzen und Steinkohle.

Entwicklung der Frachtraten für die Panamax-Schiffklasse, USD pro Tag

Rapssaat

Die Länder der Europäischen Union blicken auf eine weitere Rekordernte zurück. 21,3 Mio Tonnen Rapssaat wurden in den 27 Mitgliedsstaaten im Jahr 2009 geerntet. Damit wurde die Vorjahresernte von 19 Mio Tonnen noch einmal deutlich übertroffen.

Somit stand dem Lohnverarbeiter Silo Rothensee GmbH & Co. KG während des gesamten Berichtszeitraumes ausreichend Rapssaat zur Verfügung. Die Voraussetzung für einen kontinuierlichen Betrieb der Anlage auf maximaler Produktionsleistung war also gegeben.

Bereits im ersten Halbjahr 2009 war der europäische Markt durch die gute Ernte des Vorjahres ausreichend versorgt. Diese Situation wurde durch Importe aus Drittländern wie der Ukraine und Australien noch verbessert. Insbesondere für den Standort Hamburg mit seinen hervorragenden logistischen Voraussetzungen ergab sich die Möglichkeit, stets auf die wirtschaftlichste Rohwarenquelle zurückzugreifen.

Im ersten Quartal standen die Preise für Rapssaat noch unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise. Bis in den März hinein gingen sie kontinuierlich zurück. Im Laufe des zweiten Quartals erholten sich die Preise für Rapssaat an der MATIF zusehends. Sie stiegen von 270 EUR pro Tonne bis auf über 300 EUR pro Tonne an.

Starke Unterstützung für diese Entwicklung kam vom Sojamarkt. Die Knappheit von Sojaschrot und die daraus resultierende anhaltend gute Nachfrage nach Rapsschrot veranlasste die Verarbeiter in Europa, ihre Kapazitäten allerorts bis auf das Maximum hochzufahren. Denn auch die Nachfrage nach Rapsöl hatte stark zugenommen, nachdem Rapsöl und Sojaöl über längere Zeit auf dem nahezu gleichen Preisniveau angeboten wurden. Neue Anlagen gingen in Betrieb und Anlagen, die zeitweise stillgestanden hatten, wurden wieder angefahren.

Der Carry-Out aus der europäischen Ernte 2008 wurde in dieser Zeit auf 1,9 bis 2,5 Mio Tonnen geschätzt. Somit sollte eigentlich auch im Übergang zur neuen Ernte ausreichend Rapssaat verfügbar sein. Doch trotz des in dieser Höhe nie dagewesenen Überhanges war es im Sommer 2009 nicht immer leicht, genügend Rapssaat zu beschaffen.

Am Ende sollte der Carry-Out in der Europäischen Union dann etwa 1,9 Mio Tonnen betragen. Dies sind zirka 1 Mio Tonnen mehr als noch in der vorangegangenen Kampagne - ein neuer Rekord für die Europäische Union.

Somit stand den europäischen Rapsverarbeitern im zweiten Halbjahr neben der Rekordernte von 21,3 Mio Tonnen auch noch ein Rekordüberhang von etwa 1,9 Mio Tonnen aus der Vorjahresernte zur Verfügung.

Deutschland trug ganz wesentlich zur europäischen Rekordernte bei. Mit 6,3 Mio Tonnen wurde die Ernte des Vorjahres um 1,2 Mio Tonnen übertroffen. Diese Steigerung lag zum Einen in der Ausweitung der Anbaufläche auf 1,471 Mio Hektar zum Anderen aber noch vielmehr an den hervorragenden Erträgen von 4,29 Tonnen pro Hektar im Durchschnitt. Mecklenburg-Vorpommern war erneut mit einer Produktion von 1,1 Mio Tonnen das Bundesland mit der größten Rapserzeugung.

Im europäischen Vergleich war Frankreich wie auch im vergangenen Jahr zweitgrößter Rapserzeuger in der europäischen Union. Mit einer Ernte von 5,6 Mio Tonnen lag Frankreich deutlich vor Polen mit 2,5 Mio Tonnen.

Entwicklung des Preises für Rapssaat an der MATIF in EUR pro Tonne.

Bereits kurz vor, insbesondere aber während der Ernteperiode gaben die Preise für Rapssaat im dritten Quartal nach. Und das, obwohl weitere Verarbeitungskapazitäten in Europa ihre Produktion aufnahmen, die Nachfrage nach Rapssaat also weiter anstieg. Doch letztlich war der Erntedruck zu groß. Der Abgabedruck war in einigen europäischen Regionen so groß, dass sogar aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien Rapssaat bis nach Nordwest-Europa geliefert wurde.

Nachdem die Preise bis auf 265 EUR pro Tonne im September gefallen waren, stiegen sie bis zum Ende des Jahres wieder auf 290 EUR pro Tonne an. Auch hier wurde der Rapsmarkt wiederum vom Sojamarkt gestützt. Die Unsicherheit über die Einsatzmöglichkeiten von Sojaschrot aus US-Sojabohnen aufgrund der geschilderten Nulltoleranz-Problematik verstärkte noch einmal die Nachfrage nach Rapsschrot, so dass selbst kleine dezentrale Ölmühlen wieder ihren Betrieb aufnehmen konnten.

Die Verarbeitungskapazitäten in der Europäischen Union sind in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Dieser Trend wird sich vorerst weiter fortsetzen. Lag die Rapssaatverarbeitung in der Kampagne 2008/2009 noch bei etwa 20,4 Mio Tonnen, so wird sie in der Kampagne 2009/2010 voraussichtlich auf 22 Mio Tonnen ansteigen. Ein weiterer Anstieg auf rund 23 Mio Tonnen in der Folgekampagne ist nicht auszuschließen.

1.3 Die Absatzmärkte der Saatenverarbeitung

Futtermittel

Der Bestandsrückgang bei Schweinen wurde im Jahr 2009 in Deutschland gestoppt. Mit einem Bestand von 26,9 Mio Tieren im Mai lag die Zahl um 200.000 Tiere höher als im Mai 2008. Bezogen auf den gleichen Erhebungszeitpunkt blieb der Rinderbestand mit knapp 13 Mio Tieren im Jahresvergleich nahezu konstant. Die Geflügelproduktion nahm in Deutschland um 3,4 % auf 1,3 Mio Tonnen zu. Somit konnte eigentlich von einem konstanten Bedarf und damit von einer konstanten Nachfrage im deutschen Futtermittelmarkt ausgegangen werden. Trotzdem ging die Mischfutterproduktion aber auf 20,8 Mio Tonnen und damit um ca. 5 % zurück. Hierfür war die europäische Rekordernte von Getreide verantwortlich. Denn vielerorts wurde von den Landwirten direkt Getreide aus eigenem Anbau statt Mischfutter verfüttert. Darüber hinaus verdrängte Getreide auch aufgrund attraktiver Preise vermehrt Sojaschrot und Rapsschrot aus den Futtermittelrationen.

Während des gesamten Berichtsjahres deckte sich der Schrotmarkt nahezu ausschließlich nur mit vorderer Ware ein. Terminkontrakte wurden nur in seltenen Fällen abgeschlossen. Diese Folge der weltweiten Wirtschaftkrise und der zeitweise schwierigen Versorgungslage auf dem Sojaschrotmarkt stellte für die Planung unserer Produktion eine zusätzliche Herausforderung dar.

Das erste Halbjahr des Berichtszeitraumes zeichnete sich durch stabile Preise für Rapsschrot aus - bedingt durch eine anhaltend gute Nachfrage nach Mittelproteinen auch in den Wintermonaten und dem Rückgang der Verarbeitung von Sojabohnen in Argentinien. Daraus resultierende geringere Exporte nach Europa zeigten ihre Auswirkungen auf die Versorgung der hiesigen Proteinmärkte.

Erst in der zweiten Jahreshälfte gerieten die Preise für Rapsschrot unter Druck. Ein steigendes Angebot und geringere Rohstoffkosten blieben nicht ohne Auswirkungen auf den Preis - trotz der weiterhin stabilen Nachfrage. Rapsschrot blieb die günstigste Eiweißquelle für die Futtermittelindustrie. Und die Nachfrage blieb im dritten Quartal unverändert hoch.

Die Preise für Sojaschrot bewegten sich im Gleichklang mit den Preisen für Sojabohnen, war doch in diesem Zeitraum die Nachfrage nach Proteinschrot die wesentliche Triebfeder für die starke Nachfrage nach Sojabohnen.

Im Sojaschrotmarkt bildete sich ebenso wie im Sojabohnenmarkt aufgrund der allgemein knappen Verfügbarkeit eine Prämie für vordere Ware heraus. Importe aus Südamerika kamen nicht - wie noch in den Vorjahren - in den erforderlichen Mengen nach Europa. Dies lag vor allem daran, dass landwirtschaftliche Produzenten und Verarbeiter bereits früher im Jahr die hohen Preise genutzt haben, um ihre Produkte zu vermarkten - wohl wissend, dass nicht für die ganze Saison ausreichend Ware zur Verfügung stehen wird.

Am Ende war der Preisanstieg im Schrotmarkt insgesamt noch ausgeprägter als im Markt für Sojabohnen. Der rasante Anstieg der Preise hatte spürbare Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Kunden im Futtermittelmarkt. Diese sahen sich verstärkt nach preisgünstigeren Alternativen zu Sojaschrot um, wie etwa Futterweizen, Gerste und Rapsschrot.

Ebenso fanden DDGS, Dried Distillers Grains with Solubles oder auch Trockenschlempe genannt, als Kuppelprodukt mit stärkehaltigem Getreide aus der Ethanolproduktion verstärkt Einsatz in Futtermittelrationen. Die europaweit gestiegene Ethanolproduktion führte zu einem größeren Angebot und damit zu konkurrenzfähigeren Preisen für diese Futtermittelkomponente.

Im Laufe des dritten Quartals wurde aufgrund der Preisrelation zum Rapsschrot Sojaschrot überall dort aus den Futtermischungen genommen, wo es durch Rapsschrot ersetzt werden konnte. Die Nachfrage nach Sojaschrot blieb trotzdem stabil - war jedoch aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen von großen Unsicherheiten geprägt.

Auch im Futtermittelmarkt sorgte zum Ende des Jahres die Frage des zukünftigen Umganges mit der "Low Level Presence" von Spuren nicht zugelassener genmodifizierter Maissorten in importierten Sojabohnen und Sojaschrot für Unsicherheit bei Verbrauchern und Produzenten. Solange keine klare Entscheidung der Europäischen Union getroffen wurde, war es nicht möglich, Sojabohnen oder Sojaschrot aus den USA zu importieren.

Pflanzliche Öle

Die weltweiten Bestände an Ölen und Fetten haben sich in den vergangenen Jahren nur unwesentlich verändert. Zum Ende des laufenden Erntejahres 2009/2010 wird nach aktuellen Schätzungen ein leichter Rückgang gegenüber der Vorperiode erwartet.

Das abgelaufene Jahr war ein gutes Jahr für den Rapsölabsatz. Zum Einen stieg insbesondere in den Winterperioden die Nachfrage aus dem Biodieselsegment, zum Anderen stiegen in einigen Ländern der Europäischen Union die Verwendungsmandate für Biodiesel. Darüber hinaus sorgte die nahezu konstante Preisgleichheit zu Sojaöl dafür, dass sowohl in der Biodieselproduktion als auch in verschiedenen Lebensmittelverwendungen vielfach Sojaöl durch Rapsöl ersetzt wurde.

Lediglich in den Sommermonaten nahm die Nachfrage nach Rapsöl aus dem Biodieselsegment - wie in den vergangenen Jahren auch - ab. Dieser Nachfragerückgang konnte jedoch durch die gestiegene Nachfrage aus dem Lebensmittelbereich ausgeglichen werden.

Der Sojaölabsatz war das Sorgenkind im vergangenen Jahr. Die Verarbeitung von Sojabohnen wurde im Berichtszeitraum von der starken Nachfrage nach Proteinschrot getrieben. Sojaöl als Kuppelprodukt des Extraktionsprozesses stand unter ständigem Abgabedruck. Der Markt für Sojaöl war deshalb während des Berichtszeitraumes durch eine ständig ausreichende Verfügbarkeit bei hohen Lagerbeständen gekennzeichnet.

Durch die relative Preisgleichheit zu Rapsöl wurde zudem in verschiedenen Anwendungsbereichen zeitweise Sojaöl durch Rapsöl substituiert. Um die Bestände nicht zu sehr anwachsen zu lassen, musste Sojaöl in Regionen wie zum Beispiel Nord-Afrika exportiert werden - Regionen, die typischerweise aus Südamerika bedient werden. Die reduzierte Verarbeitung von Sojabohnen in Argentinien jedoch erlaubte in der zweiten Hälfte des Jahres Exporte zu diesen nicht traditionell aus Europa versorgten Regionen.

Auch der Biodieselmarkt zeichnete sich in den Sommermonaten nicht als großer Nachfrager nach Sojaöl aus. Der europäische Markt wurde vorzugsweise mit günstigen Sojamethylester-Importen aus Argentinien über Importhäfen wie Rotterdam versorgt. Europäische Biodieselproduzenten fragten nur dann nach lokalem Sojaöl, wenn die Versorgung aus Argentinien stockte oder argentinische Ware kurzzeitig preislich unattraktiv wurde.

Zeitweise zusätzlichen Preisdruck auf die Sojaölpreise übte in der zweiten Jahreshälfte die Sojabohnenernte in den USA aus, die für eine Entspannung der Weltmärkte auf der Versorgungsseite für Sojabohnen sorgte.

Palmöl war im gesamten Jahr 2009 das günstigste und in großen Mengen verfügbare Pflanzenöl auf dem Weltmarkt. Aus Sicht der Marktteilnehmer war es für die Palmölproduktion jedoch ein enttäuschendes Jahr. Die Produktion in Malaysia ging um 1 % auf 17,6 Mio Tonnen zurück. In Indonesien stieg die Produktion zwar um 3,6 % auf 20,7 Mio Tonnen, blieb aber - wie in Malaysia - hinter den allgemeinen Markterwartungen zurück.

Ein Grund für diese Entwicklung wird darin gesehen, dass die Ernte in 2008 ausgesprochen gut war und die Ölpalmen nicht auch noch in einem weiteren Jahr derart hohe Erträge bringen konnten.

Die Nachfrage nach Palmöl entwickelte sich dagegen weiter positiv. Nach dem starken Rückgang der Preise zum Ende des Jahres 2008 wurde Palmöl im ersten Quartal 2009 zwischen 560 und 600 USD pro Tonne cif Rotterdam angeboten. Die geringe Produktion und die starke Nachfrage führten zu einem deutlichen Anstieg der Preise. Im Mai erreichte Palmöl den Jahreshöchstpreis von über 820 USD pro Tonne.

Die Exporte aus Malaysia stiegen im Jahr 2009 um 3 % und aus Indonesien um 10 % im Vergleich zum Vorjahr.

Die größte Überraschung für alle Marktteilnehmer war der starke Anstieg von Palmölimporten in Indien von fast 37 % im Erntejahr 2008/2009. Damit stieg die Importmenge gegenüber der Vorjahresperiode um 1,85 Mio Tonnen. Aber auch Chinas Importe stiegen im gleichen Zeitraum deutlich an. Sie nahmen gegenüber der Vorjahresperiode um etwa 13 % beziehungsweise 0,7 Millionen Tonnen zu.

Die Europäische Union hat ihre Importe im vergangenen Jahr um 300.000 Tonnen und damit um 6 % gesteigert. Zusätzliche Nachfrage kam hauptsächlich aus dem Energiesektor. Ein wesentlicher Faktor für den Palmölpreis in Europa war die mangelnde Tankverfügbarkeit in Rotterdam. Diese führte dazu, dass Spotpositionen nahezu ständig unter Abgabedruck mit einem Preisabschlag angeboten wurden.

Die Entwicklung der Preise für Sojaöl, Rapsöl, Palmöl und Sonnenblumenöl seit 2006 in EUR pro Tonne.

1.4 Die Rohwarenversorgung der Weiterverarbeitung

Die Versorgung der eigenen Werke mit Pflanzenölen zur Produktion von Biodiesel war im abgelaufenen Geschäftsjahr an beiden Standorten in Hamburg und Leer gesichert. Die bewährte Logistik lief reibungslos, und eine ausreichende Verfügbarkeit von Ölsaaten zur Produktion der Pflanzenöle für die Biodieselherstellung war ununterbrochen gegeben.

Gleiches gilt für die Versorgung unseres Werkes Noblee & Thörl am Standort Hamburg-Harburg, an dem Spezialfette und -öle hergestellt werden, und die Silo Rothensee GmbH & Co KG, welche als Lohnverarbeiter rohes Palmöl für das Werk Noblee & Thörl raffiniert.

Im Werk Noblee & Thörl wurde über den gesamten Berichtszeitraum eine zufriedenstellende Auslastung der Produktionsanlagen erreicht. Dies gilt für die gesamte Produktpalette.

Der Trend zu gesünderen Ölen und Fetten ist ungebrochen und wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Mit einer breit aufgestellten Produktpalette können diese Trends bedient werden - sowohl mit Produktneuentwicklungen als auch mit produktionstechnischen Verbesserungen.

Eine enge Zusammenarbeit mit dem konzerneigenen Forschungs- und Entwicklungscenter am Standort Hamburg-Harburg ist dabei unerlässlich und eine wichtige Voraussetzung für weitere erfolgreiche Entwicklungen. Auch die Forschungs- und Entwicklungsteams unserer Auftraggeber spielen hierbei eine bedeutsame Rolle, da Neuentwicklungen sowohl einem zeitlich anspruchsvollen Zulassungs- und Freigabeverfahren unterliegen als auch eine enge Abstimmung mit dem Auftraggeber erfordern.

Die Entwicklung der Marktpreise einzelner Öle hat erheblichen Druck auf die Verarbeitungsmargen ausgeübt. Dieser Druck konnte zum Teil durch Innovationen und eine Erweiterung unseres Produktportfolios ausgeglichen werden. Hierzu gehört auch die Verarbeitung und Vermarktung von Kakaobutterersatzprodukten (CBE).

Bis zum 31. Dezember 2009 gab es die Möglichkeit einer Steuerentlastung für Bioheizstoffe nach § 50 EnergieStG. Ab dem 01. Januar 2010 greifen die Änderungen des EnergieStG und die Möglichkeit einer Steuerentlastung entfällt. Die Betreiber von BHKW-Anlagen müssen fortan bei Verwendung von vegetabilen Ölen die volle Energiesteuer von 6,135 Eurocent pro Liter über den Hersteller an die Hauptzollämter abführen. Sollte dieses Kundensegment preiswertere Alternativen finden und auf diese umstellen, könnte dies zu einer Verringerung des Absatzes in diesen Markt führen.

1.5 Die Absatzmärkte der Weiterverarbeitung Biodiesel

Die Auslastung unserer Anlagen in Hamburg und Leer lag nahezu auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr und damit erneut deutlich besser als der deutsche Branchendurchschnitt. Diese erfreuliche Tatsache darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Biodieselindustrie auf ein schwieriges Jahr zurückblickt.

Nachdem die Preise für Mineralöl zur Mitte des Jahres 2008 neue Höchststände erreicht hatten, starteten sie nach einer deutlichen Konsolidierung in der zweiten Jahreshälfte 2008 auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau in das Jahr 2009.

Zwar gab es den üblichen Rückgang des Dieselinlandsabsatzes in den Wintermonaten, und der Dieselabsatz im Januar und Februar lag leicht unter dem Vorjahreswert, aber ein massiver Einbruch des Dieselabsatzes war auch weiterhin nicht zu beobachten. Ganz im Gegenteil - bereits im März 2009 lag der deutsche Dieselabsatz über dem Vergleichswert für das Vorjahr.

Damit zeichnete sich zumindest im Segment der Beimischung für die Biodieselproduzenten eine gleichbleibende Nachfrage ab. Diese erhielt im Februar noch zusätzlichen Antrieb, als die Änderung der Qualitätsnorm für herkömmlichen Diesel den Mineralölgesellschaften erlaubte, zukünftig bis zu 7 % statt bisher nur 5 % Biodiesel dem herkömmlichen Diesel beizumischen - eine Steigerung um 40 %.

Der deutsche Biodieselinlandsverbrauch des Segmentes Beimischung betrug im Berichtszeitraum 2,276 Mio Tonnen. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als insgesamt 1,613 Mio Tonnen in die Beimischung geliefert wurden.

Dieses zusätzliche Absatzpotential war für die deutschen Biodieselproduzenten auch bitter nötig. Denn durch die weitere Anhebung der Energiesteuer für den Verbrauch des Reinkraftstoffes B100 auf 21,41 Cent/l im Januar - diese wurde später wieder auf 18,29 Cent/l gesenkt - brach der B100-Markt nahezu vollständig zusammen. Von 1,8 Mio Tonnen im Jahr 2007 sank der Absatz in diesem Segment auf 1,2 Mio Tonnen in 2008 und schließlich auf nur noch 0,24 Mio Tonnen in 2009.

Der Absatzverlust auf dem B100-Markt konnte also bei weitem nicht durch den höheren Absatz in die Beimischung kompensiert werden.

Gingen 2007 noch etwa 55 % des Gesamtabsatzes in den B100-Markt, so waren es in 2009 nur noch etwa 10 %.

Ein besonders schwerer Schlag für die deutschen Biokraftstoffproduzenten war die Senkung der deutschen Gesamtquote für die Verwendung von Biokraftstoffen im Jahr 2009 von 6,25 % auf 5,25 %. Diese Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Senkung der Quote fiel erst am 18. Juni, trat am 11. August in Kraft und galt rückwirkend zum 1. Januar.

Die Einführung von Ausgleichszöllen für Sojamethylester-Lieferungen aus den USA im März brachte nicht die erhoffte Entlastung für den europäischen Biodieselmarkt. Zwar gingen fortan die Importmengen aus den USA deutlich zurück, doch schnell wurden diese Mengen durch Importe aus Argentinien ersetzt. Und auch die Importe aus Argentinien wurden in der Regel aufgrund der bestehenden Differential-Export-Tax-Regelungen (DET) zu deutlich günstigeren Preisen angeboten als Sojamethylester aus europäischer Produktion.

Der deutsche Biodieselmarkt befindet sich weiterhin in der Konsolidierung. Auch im letzten Jahr mussten weitere Anlagen ihre Produktion einstellen. Standortfaktoren werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle für das Überleben der noch verbliebenen Produzenten spielen.

Bei der Biodieselproduktion fällt Rohglycerin als sogenanntes Kuppelprodukt an. Die europäischen Biodieselproduzenten sind in den letzten Jahren zum größten Glycerinlieferanten in Europa geworden. Bereits 80 % der europäischen Glycerinproduktion entstammen der Biodieselproduktion. Damit wird die Biodieselproduktion in Europa zu einem ganz entscheidenden Faktor für die Preisentwicklung auf dem Glycerinmarkt.

Ein Großteil des Rohglycerins wurde im vergangenen Jahr an die Mischfutterindustrie geliefert. Dort wird das Rohglycerin insbesondere dem Futter für Wiederkäuer als Energielieferant beigemischt. Weiteres wichtiges Absatzsegment waren Biogasanlagen, die Glycerin im Vergärungsprozess einsetzen.

Für das Segment der Weiterveredelung zu Pharmaglycerin war im vergangenen Jahr eine deutlich rückläufige Nachfrage zu verzeichnen. Insbesondere im ersten Halbjahr war die geringere Nachfrage aus der chemischen Industrie, der Kosmetik- und der Nahrungsmittelindustrie, die unter den Folgen der Wirtschaftskrise litten, Hauptgrund dafür.

Auch unsere eigene Pharmaglycerinproduktion in Hamburg und Leer litt unter der Absatzschwäche. Sie konnte im Berichtszeitraum nicht vollständig ausgelastet werden. Darüber hinaus wirkte sich die über die letzten Jahre hinweg aufgebaute Überkapazität zur Herstellung von Pharmaglycerin auf den gesamten europäischen Markt aus.

Der Preis für Pharmaglycerin konnte sich im ersten Quartal des Jahres 2009 leicht erholen. In den Folgemonaten ging er jedoch kontinuierlich zurück, um dann zum Ende des Jahres historische Niedrigstände zu erreichen.

1.6 Der Markt im Lager- und Umschlagsgeschäft

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Silo Hamburg, vormals Neuhof Hafengesellschaft m.b.H. (NHG), hat im Berichtszeitraum geringere Umschlagsleistungen als im Vorjahr erzielt.

Der Umschlagsrückgang war auch den zeitlich verzögerten Zulassungsverfahren für genmodifizierte Sorten in der Europäischen Union geschuldet. Das auf die Importeure verlagerte Risiko von in der Europäischen Union nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Produkten war im zweiten Halbjahr so groß, dass die Mehrzahl der Importeure und Erstverarbeiter nur sehr zögerlich oder gar nicht auf dem Markt handelten.

Die Versorgung des Lohnverarbeitungsbetriebes Silo Rothensee GmbH & Co. KG mit Rohwaren ist nach wie vor die wesentliche Aufgabe der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Silo Hamburg.

Die ebenso zur ADM Hamburg Aktiengesellschaft gehörenden Lager- und Umschlagsbetriebe Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG und Silo Rostock haben ihre Umschlagsleistung im Vergleich zum Vorjahr halten können. In den ersten drei Quartalen wurden ausreichende Mengen an Agrarrohstoffen über die norddeutschen Exporthäfen verschifft.

Insbesondere Weizen wurde in großen Mengen aus der Europäischen Union exportiert. Neben der preislichen Attraktivität und dem schwächeren Eurokurs waren die große Erntemenge und vor allem die gute Qualität des Weizens ausschlaggebende Faktoren für die Exporte.

Der Weizenexport aus der Europäischen Union hat sich jedoch im letzten Quartal des Jahres deutlich verringert. Traditionelle Käufer haben sich in diesem Zeitraum vorzugsweise mit günstigerem Weizen aus Russland eingedeckt. Der steigende Wert des Euros hat diesen Trend zusätzlich unterstützt.

Auch die Exportattraktivität anderer Getreidesorten stieg aufgrund der europaweit zum zweiten Mal in Folge großen und qualitativ hochwertigen Getreideernte.

Der Lager- und Umschlagsbetrieb in Magdeburg war mit dem Umschlag von Sojaschrot wie auch in den Vorjahren gut ausgelastet.

1.7 Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen

Politische Entscheidungen standen im letzten Jahr unter dem Einfluss der Wahlen zum Europaparlament im Juni und zum 17. Deutschen Bundestag im September. Wichtige politische Weichenstellungen und Beschlüsse waren dadurch lange Zeit nur bedingt möglich oder verzögerten sich entsprechend. Gremien mussten sich erst bilden und Koalitionen erst finden, um dann anschließend in Koalitionsverhandlungen einzutreten.

Insbesondere die Anwendung der Nulltoleranz-Regelung für gentechnisch veränderte Organismen, die nicht in der Europäischen Union zugelassen sind, sorgte lange für eine Verunsicherung und Lähmung der Märkte.

Zwar wurde in letzter Minute eine Lösung gefunden, die es europäischen Verarbeitern, Importeuren und Mastbetrieben erlaubte, dringend benötigte Waren zu importieren. Doch eine grundsätzliche Entscheidung zum Umgang mit genmodifizierten Sorten, die zwar in den USA aber noch nicht in Europa zugelassen sind, steht auch weiterhin noch aus.

Hoffnung machen Formulierungen im Koalitionsvertrag der deutschen Bundesregierung, die eine praktikable Anwendung der im Gemeinschaftsrecht festgelegten Nulltoleranz ermöglichen will. Ein EU-weit einheitliches Probe- und Nachweisverfahren mit einer praktikablen Nachweisgrenze muss schnell eingeführt werden. Denn die Gefahr ist groß, dass Zulassungen in der Europäischen Union nicht mit Zulassungen in Nordamerika oder anderen Ländern Schritt halten werden und der gesamten Branche ihre Planungssicherheit, wenn nicht gar ihre Existenzgrundlage entzogen wird.

Am 05. Juni 2009 wurde im Europäischen Gesetzblatt die Richtlinie des Europäischen Parlamentes und des Rates zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, kurz RED, veröffentlicht. Damit begann die Frist von 18 Monaten, innerhalb der die Mitgliedstaaten diese Richtlinie in nationales Recht umsetzen müssen. Für den Biokraftstoffmarkt bedeutet diese Richtlinie erstmals seit langem wieder eine erhöhte Planungssicherheit und ein deutliches Zeichen dafür, dass Europa auch in Zukunft auf Biokraftstoffe als umweltschonende und nachwachsende Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen setzt.

Innerhalb dieser Richtlinie sind verschiedene wichtige Details noch nicht definiert. Beispielhaft seien hier verschiedene Definitionen zur Nachhaltigkeit der Biomasse genannt. Diese Definitionen sollen aber, so ist es das erklärte Ziel, bis Ende März des Jahres 2010 vorgelegt werden.

Die Richtlinie wird erstmals also auch strenge Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Biomasse zur Biokraftstoffherstellung stellen. Diese müssen wie andere Anforderungen auch von den Mitgliedstaaten bis spätestens zum 05. Dezember 2010 umgesetzt werden.

In diesem Kontext hat sich die Bundesregierung entschlossen, früher als von der Europäischen Union vorgegeben und früher als alle anderen Mitgliedsstaaten, die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen und Biomasse zur Stromerzeugung durch nationale Verordnungen sicherzustellen.

Am 29. Juli 2009 wurde deshalb die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht; diese trat damit zum 24. August 2009 in Kraft. Darüber hinaus wurde am 30. September 2009 die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, die folglich zum 02. November 2009 in Kraft trat. Da beide Verordnungen Übergangsfristen enthalten, werden sie erstmals ab dem 01. Juli 2010 Anwendung auf dem deutschen Markt für Pflanzenöle und Biokraftstoffe finden.

Damit ist Deutschland der absolute Vorreiter bei der Einführung von gesetzlichen Nachhaltigkeitskriterien für die Biomasseproduktion zur Biodiesel- und Biomassestrom-Erzeugung. Doch diese frühe Einführung birgt auch Gefahren: Bewährte Handelsströme werden unterbrochen oder empfindlich gestört. Denn in den ersten Monaten nach der Einführung wird es kaum möglich sein, nachhaltig produzierte Biomasse nach Deutschland zu importieren. Selbst dann nicht, wenn die Biomasse in Nachbarländern der Europäischen Union geerntet wurde. Denn alle anderen Länder der Europäischen Union werden die Nachhaltigkeitsanforderungen aus der RED frühestens zum 05. Dezember 2010 auf nationaler Ebene umsetzen.

Eine weitere wichtige Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe trat am 11. August 2009 mit dem Achten Gesetz zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (8. BImSchG) in Kraft. Mit dieser Gesetzesänderung wurde zwar die Energiesteuer auf B100 rückwirkend zum 01. Januar um 3 Cent/l gesenkt, gleichzeitig aber auch der verpflichtende Mindestanteil für Biokraftstoffe im deutschen Markt rückwirkend zum 01. Januar für das Jahr 2009 von 6,25 % auf 5,25 % gesenkt. Darüber hinaus wurde mit diesem Gesetz der verpflichtende Mindestanteil für die Jahre 2010 bis 2014 auf 6,25 % eingefroren. In der davor gültigen Version dieses Gesetzes sollte der Anteil bis 2015 auf 8 % ansteigen. Diese Änderung war erneut ein Eingriff in ein bestehendes Gesetz, welches für Biokraftstoffproduzenten einen wichtigen Bestandteil ihrer Planungssicherheit darstellte.

1.8 Gesamtaussage

Angesichts der schwierigen volkswirtschaftlichen Gesamtlage und der in Teilen unseres Marktes geänderten und den prekären politischen Rahmenbedingungen betrachtet der Vorstand der ADM Hamburg Aktiengesellschaft den Geschäftsverlauf des Jahres als zufriedenstellend.

Auch unsere Gruppe blieb von den Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise nicht verschont. Zwar gelang es uns, unsere Produktion auf dem nahezu gleichen Niveau wie im Vorjahr aufrecht zu erhalten, doch insgesamt wurde das Marktumfeld auch für uns schwieriger.

Die restriktive Kreditvergabe der Banken an unsere Kunden schränkte deren Wachstum und damit auch unseres ein, und die reduzierten Kreditlinien durch die Kreditversicherer ließen das Handelsvolumen mit einigen Kunden geringer werden. Jedoch blieb das Risiko für uns überschaubar, da bereits im Vorjahr der größte Teil des Handels- und Währungsrisikos durch die Übertragung auf die ADM International Sàrl ausgelagert wurde.

Spürbarere Auswirkungen hatte allerdings das geänderte Kaufverhalten unserer Kunden auf unsere Produktionsplanung. Diese gestaltete sich während des gesamten Berichtszeitraumes als schwierig. Sie musste nahezu das ganze Jahr über kurzfristig von einem Monat zum anderen erfolgen und konnte nicht wie üblich langfristig viele Monate im Voraus erfolgen.

Gleichzeitig wurde einmal mehr deutlich, wie sehr unsere Märkte vernetzt und globalisiert sind. Während die Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika noch mit den Folgen der Krise zu kämpfen hatten, haben die Volkswirtschaften in Schwellenländern wie China oder Indien nur kurz und weniger stark unter der Krise gelitten. Bereits nach wenigen Monaten stiegen das Wirtschaftswachstum und die Nachfrage in diesen Regionen wieder an und haben mittlerweile nahezu alte Wachstumsraten erreicht. Diese Nachfrage belebte die Märkte weltweit und unterstützte auch die Auslastung unserer Verarbeitungsanlagen.

Der Einfluss politischer Entscheidungen auf unsere Märkte ist unverändert hoch. Im vergangenen Jahr hat es erneut gravierende Änderungen der politischen Rahmenbedingungen für die Vermarktung von Biokraftstoffen in Deutschland gegeben. Derartige Änderungen bestehender Gesetze schaffen kein Vertrauen und nehmen den Produzenten ihre Perspektive. Sie fördern nicht die Bereitschaft der Industrie zu investieren und erhöhen am Ende Deutschlands Abhängigkeit von Mineralölimporten. Hier brauchen deutsche Politiker mehr Fingerspitzengefühl, und die Industrie fordert eine höhere Planungssicherheit.

In den kommenden Monaten haben wir die strengen Anforderungen aus den beiden Nachhaltigkeitsverordnungen in Deutschland umzusetzen. Diese Entwicklung unterstützen und begrüßen wir ausdrücklich. Diese zweifelsfrei wichtigen und notwendigen Verordnungen müssen aber in einem viel zu kleinen Zeitfenster umgesetzt werden. Es besteht die Gefahr, ungewollte und für die Marktteilnehmer kostspielige Fehler zu begehen, europäische und interkontinentale Warenströme zu unterbrechen oder einen zusätzlichen erheblichen administrativen Aufwand für die gesamte Lieferkette zu kreieren.

Die Entwicklung der Mineralölpreise hat gezeigt, dass Niveaus von 35-40 USD pro Barrel der Vergangenheit angehören. Bereits schnell nach Erreichen ihrer Tiefststände von etwa 33,50 USD pro Barrel im Januar des Jahres stiegen die Mineralölpreise wieder auf ein Niveau von über 80 USD an. Es gibt nicht wenige Experten, die behaupten, dass bereits im Laufe des Jahres 2010 die 100-Dollar-Marke überschritten werden könnte. Sicher muss man die Preisentwicklung auf dem europäischen Markt auch in Relation zur Entwicklung des Dollarkurses sehen, doch unbestritten bleibt, dass die Energiepreise mittelfristig weiter steigen werden.

Entwicklung der Mineralölpreise in USD pro Barrel.

Der Dollar war auch im vergangenen Jahr ein wichtiger Einflussfaktor auf den Weltmärkten. Die Entwicklung des Kurses des US-Dollars kannte im abgelaufenen Berichtsjahr nahezu nur eine Richtung - der Dollar verlor kontinuierlich an Wert. Lag der Kurs im ersten Quartal noch bei 1,25 USD/EUR, so sank sein Wert bis in den November auf 1,51 USD/EUR. Erst zum Ende des Jahres hin konnte sich der Dollar wieder leicht erholen. Somit wurden Importe in die Eurozone zusehends preisgünstiger, während der Export von Getreide aus den Euroländern zum Jahresende kontinuierlich unattraktiver wurde. Dies machte sich insbesondere bei der Exportleistung unserer Silobetriebe bemerkbar.

2. Bericht zur Ertragslage

2.1. Ertragslage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft nach HGB

Im Geschäftsjahr 2009 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein um EUR 8,5 Mio geringeres Ergebnis nach Steuern von EUR -8,0 Mio erzielt. Die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten ist aufgrund des im Vorjahr gebildeten Rumpfgeschäftsjahres nur eingeschränkt gegeben.

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr die zum Konzern gehörenden Gesellschaften Neuhof Hafengesellschaft m.b.H., Hamburg und die Noblee & Thörl GmbH, Hamburg auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft verschmolzen wurden. Dabei entstanden Verschmelzungsverluste in Höhe von EUR 18,7 Mio, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden.

In der Ertragslage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft nach HGB werden somit im Geschäftsjahr 2009 alle Erträge und Aufwendungen aus dem Geschäftsbetrieb Leer, des Werkes Noblee & Thörl, des Silo Hamburgs (vormals Neuhof Hafengesellschaft m.b.H.) und der von der ADM Hamburg Aktiengesellschaft gehaltenen Grundstücke einschließlich wesentlicher Bestandteile sowie der von der ADM Hamburg Aktiengesellschaft unverändert gehaltenen Beteiligungen ausgewiesen.

Zu ausgewählten Einflussfaktoren nehmen wir wie folgt Stellung:

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr von EUR 780,8 Mio (Vorjahr EUR 96,6 Mio) betreffen überwiegend das Werk Noblee & Thörl mit EUR 592,5 Mio (Vorjahr EUR 0,0 Mio), sowie mit EUR 167,5 Mio den Bereich Biodiesel (Vorjahr EUR 91,4 Mio). Auch im Geschäftsjahr ergaben sich im Bereich Biodiesel Margenbelastungen, insbesondere aufgrund der in Deutschland existierenden Überkapazitäten.

Bei den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenständen des Anlagevermögens und Sachanlagen von EUR 5,1 Mio handelt es sich um planmäßige Abschreibungen.

Im Finanzergebnis von EUR -1,0 Mio (Vorjahr EUR -0,5 Mio) werden das unverändert positive Beteiligungsergebnis von EUR 4,5 Mio (Vorjahr EUR 4,5 Mio) sowie das um EUR 0,5 Mio niedrigere Zinsergebnis von EUR -5,5 Mio ausgewiesen. Das Beteiligungsergebnis enthält insbesondere das Ergebnis der Silo Rothensee GmbH & Co. KG mit EUR 2,8 Mio (Vorjahr EUR 6,8 Mio) sowie das Ergebnis der ADM Rothensee GmbH & Co. KG mit EUR 1,2 Mio (Vorjahr EUR 3,0 Mio).

Insgesamt wird ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von EUR -5,5 Mio ausgewiesen. Die Aufwendungen aus Ertragsteuern von EUR 2,3 Mio (Vorjahr: Ertrag EUR 0,6 Mio) enthalten die von der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH belasteten Steuerumlagen. Sie wurden wie im Vorjahr auf Basis einer fiktiven originären Steuerpflicht ermittelt.

2.2. Ertragslage des Segments Ölmühle nach IFRS

Im Geschäftsjahr 2009 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein um EUR 2,3 Mio höheres Ergebnis vor Ertragsteuern und ein Zinsergebnis von EUR 7,8 Mio erzielt. Die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten ist aufgrund des im Vorjahr gebildeten Rumpfgeschäftsjahres nur eingeschränkt gegeben.

Im Geschäftsjahr werden in der Ertragslage des Segments Ölmühle ausschließlich die Verarbeitungsaktivitäten der Silo Rothensee GmbH & Co. KG sowie die Geschäftsaktivitäten der Silobetriebe ausgewiesen.

Die Silo Rothensee GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr Lohnverarbeitungserlöse aus der Saatenverarbeitung in Höhe von EUR 105,8 Mio erzielt (Vorjahresberichtszeitraum EUR 46,3 Mio).

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Silobetriebe hat sich im Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich entwickelt. Das Umschlags- und Lagergeschäft der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Silo Hamburg ist im Geschäftsjahr auch aufgrund des zeitlich verzögerten Zulassungsverfahren für genmodifizierte Sorten in der Europäischen Union rückläufig gewesen. Die auf den Export fokussierten Silobetriebe in dem ADM Hamburg Konzern konnten ihre Umschlagleistung im Vergleich zum Vorjahresberichtszeitraum insgesamt halten. Die Silobetriebe konnten im Geschäftsjahr insgesamt Umsatzerlöse vor Eliminierungen in Höhe von EUR 20,8 Mio erzielen.

Die ADM Rothensee GmbH & Co. KG als Erfasser von Getreide und Ölsaaten konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die kontrahierten Mengen leicht erhöhen und erzielte Umsatzerlöse in Höhe von EUR 207,9 Mio.

Im Konzernabschluss werden derivative Finanzinstrumente zu Marktwerten bewertet. Aus der Bewertung von offenen derivativen Finanzinstrumenten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Erträge von EUR 10,6 Mio (Vorjahr EUR 5,5 Mio) sowie Aufwendungen von EUR 14,5 Mio (Vorjahr EUR 0,4 Mio) ausgewiesen. Auf das Segment "Ölmühle" entfallen Erträge von EUR 6,8 Mio (Vorjahr EUR 1,3 Mio) und Aufwendungen von EUR 9,6 Mio (Vorjahr EUR 0 Mio).

2.3. Ertragslage des Segments Weiterverarbeitung nach IFRS

Im Geschäftsjahr 2009 wurde im Vergleich zum Vorjahr ein um EUR 6,3 Mio höheres Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsergebnis von EUR 11,1 Mio erzielt. Die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten ist aufgrund des im Vorjahr gebildeten Rumpfgeschäftsjahres nur eingeschränkt gegeben.

Im Geschäftsjahr werden in der Ertragslage des Segments Weiterverarbeitung ausschließlich die Biodieselverarbeitungsaktivitäten der Silo Rothensee GmbH & Co. KG als Lohnverarbeiter für die ADM International Sarl und die Biodieselaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft sowie die Geschäftsaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Noblee & Thörl ausgewiesen.

Im Segment Weiterverarbeitung ergaben sich im Bereich Biodiesel Umsatzerlöse vor Eliminierungen im Geschäftsjahr von EUR 184,9 Mio. Im Biodieselbereich waren im Geschäftsjahr 2009 die Margensituation und die Auslastung der Anlagen unter anderem aufgrund der in Deutschland existierenden Überkapazitäten vergleichbar mit dem Vorjahresberichtszeitraum.

Für das Werk Noblee & Thörl sind im Geschäftsjahr Umsatzerlöse vor Eliminierungen bei einer zufriedenstellenden Auslastung der Produktionsanlagen von EUR 592,5 Mio (Vorjahr EUR 502,9 Mio) erzielt worden. Das Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen betrug EUR 18,0 Mio (Vorjahr EUR 0,8 Mio).

Im Konzernabschluss werden derivative Finanzinstrumente zu Marktwerten bewertet. Aus der Bewertung von offenen derivativen Finanzinstrumenten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Erträge von EUR 10,6 Mio (Vorjahr EUR 5,5 Mio) sowie Aufwendungen von EUR 14,5 Mio (Vorjahr EUR 0,4 Mio) ausgewiesen. Auf das Segment "Weiterverarbeitung" entfallen Erträge von EUR 3,8 Mio (Vorjahr EUR 4,2 Mio) und Aufwendungen von EUR 4,9 Mio (Vorjahr EUR 0,4 Mio).

3. Bericht zur Finanzlage

Die Ziele des Finanzmanagement liegen in der Sicherstellung der Liquidität sowie in der Begrenzung der Wechselkursrisiken. Dazu wird die Finanzierung der Geschäftsaktivitäten der ADM Hamburg Aktiengesellschaft sowie aller Tochtergesellschaften unverändert fast ausschließlich durch verbundene Unternehmen der weltweiten ADM Gruppe sichergestellt. Im geringeren Umfang bestehen langfristige Bankverbindlichkeiten.

Die durchgeführten Investitionen des Konzerns in Immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen in Höhe von EUR 9,8 Mio konnten zum Teil aus den Mittelzuflüssen aus betrieblicher Tätigkeit gedeckt werden. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit betrug im ADM Hamburg Konzern im Geschäftsjahr EUR 3,9 Mio (Vorjahr EUR 13,2 Mio).

Die Investitionen der ADM Hamburg Aktiengesellschaft in Immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagen betrugen EUR 1,0 Mio und konnten aus dem Cashflow gedeckt werden.

Liquiditätsrisiken sind aufgrund der Finanzierungsstruktur derzeit weder für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft noch für den Konzern ersichtlich.

Währungspositionen bestehen für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft und den ADM Hamburg Konzern im Wesentlichen in US-Dollar sowie in weit geringerem Umfang in britischen Pfund. Die Risiken werden teilweise über Termingeschäfte mit Unternehmen der ADM Gruppe abgesichert.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzten sich am Bilanzstichtag und wie im Vorjahr aus den Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie dem Bestellobligo für Anlagevermögen zusammen und bestehen in einer der Geschäftstätigkeit des Konzerns und der ADM Hamburg Aktiengesellschaft angemessenen Höhe.

Wir erwarten auch in der Zukunft Liquiditätsüberschüsse aus der Geschäftstätigkeit der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und des ADM Hamburg Konzerns.

4. Bericht zur Vermögenslage

Die Vermögenslage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und des ADM Hamburg Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr weiterhin geordnet.

Im handelsrechtlichen Jahresabschluss der ADM Hamburg Aktiengesellschaft hat sich die Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr um EUR 171,5 Mio auf EUR 498,8 Mio erhöht.

Die Erhöhung ergibt sich hauptsächlich aus den um EUR 125,8 Mio höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen von EUR 283,9 Mio (Vorjahr EUR 158,1 Mio). Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen eine stichtagsbedingte Erhöhung des Verrechnungsverkehrs mit verbundenen Unternehmen. Daneben ergab sich zum Stichtag ein um EUR 52,9 Mio erhöhter Vorratsbestand sowie ein um EUR 23,1 Mio gestiegener Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen insbesondere aufgrund der Verschmelzung der Noblee & Thörl GmbH auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft. Gegenläufig wirkte sich im Stichtagsvergleich die Verringerung der Guthaben bei Kreditinstituten um insgesamt EUR 20,0 Mio aus, die sich im Wesentlichen aufgrund der Ablösung der im Vorjahr ausgewiesenen Hinterlegung von Guthaben als Sicherheit für Zollverbindlichkeiten ergab.

Der Buchwert des Anlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 16,1 Mio auf EUR 112,0 Mio verringert. Aus den Verschmelzungen der Noblee & Thörl GmbH und der Neuhof Hafengesellschaft m.b.H. auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft steht dem Zugang von Immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen im Wesentlichen ein Rückgang der Finanzanlagen an den beiden Gesellschaften gegenüber. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der deutlich erhöhten Bilanzsumme um 16,6 Prozentpunkte verringert und beträgt zum Bilanzstichtag 22,5 % (Vorjahr 39,1 %).

Auf der Passivseite haben sich im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stichtagsbedingt um EUR 119,5 Mio auf EUR 384,1 Mio erhöht. Die Veränderungen der übrigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten ergeben sich im Wesentlichen aus der Verschmelzungen der Noblee & Thörl GmbH und der Neuhof Hafengesellschaft m.b.H. auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft.

Aufgrund der Ergebnisübernahme wird ein unverändertes Eigenkapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft in Höhe von EUR 41,2 Mio ausgewiesen. Unter Berücksichtigung einer höheren Bilanzsumme beträgt der Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme nunmehr 8,3 % (Vorjahr 12,6 %).

Im Konzernabschluss erhöhte sich die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um EUR 17,8 Mio auf EUR 495,5 Mio.

Auf der Aktivseite wirkten sich hierbei insbesondere mit EUR 55,0 Mio die stichtagsbedingte Zunahme der in den Sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus. Daneben erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr die Sonstigen Vermögenswerte um EUR 11,9 Mio auf EUR 19,8 Mio. Ursächlich hierfür ist im Wesentlichen die Erhöhung der Erstattungsansprüche aus Energiesteuer.

Gegenläufig wirkte sich im Stichtagsvergleich die Verringerung der Guthaben bei Kreditinstituten von insgesamt EUR 21,2 Mio aus, die insbesondere aufgrund der Ablösung der im Vorjahr ausgewiesenen Hinterlegung von Guthaben als Sicherheit für Zollverbindlichkeiten ergab.

Der Buchwert der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen hat sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt EUR 7,5 Mio verringert. Den gesamten Investitionen im Berichtszeitraum in Höhe von EUR 9,8 Mio stehen planmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 17,3 Mio gegenüber. Bei den Investitionen im Geschäftsjahr handelt es sich im Wesentlichen um Maßnahmen zur Erweiterung der Biodieselproduktion sowie der Abwasseraufbereitungsanlage. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme beträgt 32,9 % (Vorjahr 35,5 %).

Auf der Passivseite stieg das Eigenkapital nach Berücksichtigung der Verlustausgleichs der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH in Höhe von EUR 8,1 Mio und des im Geschäftsjahr 2009 erzielten Konzernjahresüberschusses von EUR 7,7 Mio insgesamt um EUR 15,8 Mio auf EUR 73,2 Mio an. Die Konzern-Eigenkapitalquote stieg im Vergleich auf 14,78 % (Vorjahr 12,0 %).

5. Gesamtaussage zur Lage

Die Vermögens- und Finanzlage der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und des ADM Hamburg Konzerns sind weiterhin geordnet. Im Geschäftsjahr 2009 hat die ADM Hamburg Aktiengesellschaft ein Ergebnis vor Verlustausgleich von EUR -8,0 Mio erzielt. Im ADM Hamburg Konzern ergab sich im Geschäftsjahr 2009 ein Konzernjahresüberschuss in Höhe von EUR 7,7 Mio.

Wir erwarten weiterhin im ADM Hamburg Konzern positive Ergebnisse in der Zukunft, für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft werden ebenfalls positiver Ergebnisse erwartet.

6. Nachtragsbericht

Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind uns nicht bekannt geworden.

7. Prognosebericht

Im gesamten Jahr 2009 gab das Wirtschaftswachstum in Deutschland mit 5 % gegenüber dem Vorjahr so stark nach wie nie zuvor seit der Gründung der Bundesrepublik. Für das Jahr 2010 sagte die Bundesregierung im Januar 2010 ein Wachstum von 1,4 % voraus. Es stellt sich aber weiterhin die Frage, ob das Schlimmste überstanden ist. Oder sehen wir noch einmal die Wende von der Wende? Denn nach wie vor sind zum Beispiel die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Chancen und Risiken nicht genau absehbar.

Verschiedene Staaten im Euroraum gelten als finanziell angeschlagen, und die Volkswirtschaften in vielen Ländern müssen erst noch beweisen, dass sie sich auch ohne die massiven Staatshilfen weiter positiv entwickeln können. Wirtschaftsexperten blicken trotz alledem positiv in das Jahr 2010. Es wird allgemein erwartet, dass sich die Weltwirtschaft im Jahr 2010 von der globalen Rezession erholen wird. Es bleibt aber abzuwarten, ob die optimistischen Prognosen letztlich zutreffen werden oder ob die wirtschaftliche Entwicklung noch einmal einknicken wird.

Im Folgenden wollen wir die voraussichtliche zukünftige Entwicklung unserer Märkte skizzieren und darlegen, wie wir diese Chancen und Risiken in unserer Planung fortlaufend berücksichtigen werden.

Wir erwarten weiterhin volatile Märkte mit starken Preisbewegungen in beide Richtungen. Das hieraus resultierende Preis- und Währungsrisiko wurde von uns bereits im Jahr 2008 durch die Übertragung weiter Teile unseres Handelsgeschäftes auf die ADM International Sarl auf ein überschaubares und tragbares Maß reduziert.

Die langfristigen Trends im Bereich Bevölkerungsentwicklung, Verstädterung, Ressourcenabbau und Klimawandel haben Bestand. China und Indien haben die Grenze von einer Milliarde Einwohnern bereits seit längerem überschritten.

Indien, so erwarten Experten, wird China im Jahr 2025 als bevölkerungsreichstes Land der Erde ablösen. Und im Jahr 2050 soll Indiens Bevölkerung auf rund 1,6 Milliarden Menschen anwachsen. Dann werden etwa 9,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben - 2,5 Milliarden mehr als heute.

Die Nachfrage nach Lebensmitteln und Kraftstoffen wird also weiter steigen. Diese Entwicklung bleibt von Krisen nicht gänzlich, aber nahezu unbeeinflusst. Damit liegt eine gewaltige Aufgabe vor der Menschheit.

Wir wollen helfen, diesen steigenden Bedarf mit hochwertigen Pflanzenölen, proteinhaltigen Futterschroten und umweltschonendem Biodiesel zu decken. Dafür wollen wir unsere Produktionsanlagen und Logistik weiter optimieren und dort, wo es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, unsere Kapazitäten erweitern.

Die Ernteschätzungen für die bevorstehenden Ernten lassen eine ausreichende Verfügbarkeit von Ölsaaten erwarten. Aber noch sind die Ernten nicht eingebracht.

Und große Ernten alleine garantieren noch keine ausreichende Versorgung unserer Anlagen, solange die Frage der Nulltoleranz nicht abschließend von der Europäischen Union geklärt ist. Die Erwartungen der europäischen Ölmühlenindustrie, Futtermittelproduzenten und Veredelungswirtschaft an die Politiker sind hoch.

Gleiches gilt für die praktikable Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen an Biomasse zur Herstellung von nachhaltigem Pflanzenöl und Biokraftstoffen. Internationale Warenströme zur Versorgung des europäischen Marktes dürfen nicht unterbrochen werden.

In beiden Themenbereichen werden wir nicht müde, auf die Anforderungen des Marktes hinzuweisen und praktikable Lösungen zu fordern.

Insgesamt fühlen wir uns den zukünftigen Herausforderungen an die Anforderungen zur Nachhaltigkeit gewachsen. Insbesondere unsere Einbettung in den Konzern der ADM wird uns helfen, Nachhaltigkeit entlang der ganzen Lieferkette in der geforderten Form abzubilden. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung, wünschen uns aber, dass die deutsche Regierung der gesamten Lieferkette vom Landwirt über den Landhandel, der Ölmühle und dem Biodieselproduzenten bis hin zur Mineralölgesellschaft dabei auch praktikable Umsetzungszeiträume gewährt.

Wir erwarten in den nächsten Jahren ein sich weiterhin änderndes Verbraucherverhalten hin zu noch gesünderen Ölen und Fetten. Unser modernes Forschungs- und Entwicklungscenter in Hamburg wird uns helfen, diese Anforderungen zu bedienen. Gleichzeitig wird uns auch hier unsere Einbettung in den Konzern der ADM helfen, weltweite Trends im Bereich der gesunden Ernährung rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Unser Forschungs- und Entwicklungscenter in Hamburg hat über viele Jahre hinweg eine herausragende Kompetenz aufgebaut. Diese Kompetenz wollen wir kontinuierlich weiterentwickeln. Unser Forschungs- und Entwicklungscenter wird uns auch helfen, unsere Biodieselproduktion ständig weiter zu verbessern, um im internationalen Wettbewerb und im Wettbewerb mit anderen Biokraftstoffen langfristig zu bestehen.

Wir erwarten, dass unsere Anlagen in den nächsten Jahren ähnlich gut ausgelastet sein werden wie im Berichtsjahr. Deutliche Produktionssteigerungen erwarten wir im Bereich der Pharmaglyzerinproduktion. Im Zuge der sich erholenden Weltwirtschaft und steigenden Nachfrage nach Konsumgütern sollte sich die Auslastung unserer Anlagen zur Pharmaglyzerinproduktion in Hamburg und Leer kurzfristig wieder deutlich verbessern.

Entscheidende Einflussfaktoren auf unseren Umsatz sind neben der Auslastung unserer Anlagen auch die Entwicklung der Marktpreise und Wechselkurse. In Erwartung weiterhin volatiler Märkte, zunehmender Interdependenzen auf den Weltmärkten und einer noch nicht vollständig überwundenen Weltwirtschaftskrise ist es heute nicht möglich, zu all diesen Einflussfaktoren belastbare Prognosen abzugeben.

Würden jedoch diese Einflussgrößen in den folgenden Jahren nahezu unverändert bleiben, so sollte dies auch auf unseren Umsatz und Jahresüberschuss zutreffen.

Wir kennen nicht die zukünftige Entwicklung unserer Märkte. Doch wir haben eine klare und präzise Meinung. Und wir haben eine Vision.

Was wir aber kennen sind unsere Stärken: Unsere Erfahrung, unsere hoch motivierten, kompetenten Mitarbeiter, unseren Standortvorteil, unsere Flexibilität, unsere moderne Technik und unsere Einbindung in den Konzern unserer Muttergesellschaft, der ADM.

All das zusammen lässt uns auch in diesem Jahr wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken.

8. Risiken und Risikomanagement

Der ADM Hamburg Konzern ist als international tätiger Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten Währungs- und Commodity-Risiken ausgesetzt. Der Konzernvorstand bedient sich bei der Überwachung dieser Risiken neben seinem eigenen Berichtswesen unter anderem des Instrumentariums, welches von der Muttergesellschaft (ADM) bereitgestellt wird. Die Unternehmenspolitik der ADM ist die Begrenzung dieser Risiken durch ein systematisches Risiko-Management. Als Instrumente dienen vor allem Devisentermingeschäfte und Commodity-Termingeschäfte.

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft als auch die Tochtergesellschaften begegnen diesen Risiken durch das umfassende Risikomanagement des Archer Daniels Midland Konzerns, das in unsere Aufbau- und Ablauforganisation integriert ist. Die Konzernunternehmen der Archer Daniels Midland Gruppe unterliegen einem strikten Risiko-Management. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Finanzinstrumente dürfen demnach grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern dienen der Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft.

Absicherungen im Commodity-Bereich dienen primär der Mengen-, als auch der Margen-Sicherung. Devisentermingeschäfte dienen der Minimierung von Wechselkursschwankungen bezogen auf die Funktionalwährung.

Bezüglich der Sicherungsgeschäfte bestehen Vertragsverhältnisse mit verschiedenen Unternehmen aus dem Archer Daniels Midland Konzern, die sich auf die Durchführung von Sicherungs-Geschäften spezialisiert haben. Somit wird die ADM Hamburg Aktiengesellschaft in die konzernweiten Sicherungsaktivitäten einbezogen. Die Durchführung der Sicherungsgeschäfte erfolgt für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft im Biodieselgeschäft unter anderem durch den Abschluss von PLATTS-Derivaten. Für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft - Werk Noblee & Thörl und die ADM Rothensee GmbH & Co. KG erfolgen die Sicherungsgeschäfte im Soja-Bereich primär über die Chicago Board of Trade (CBOT) und im Raps-Bereich über die MATIF.

Als weiteres Risiko ergibt sich im Finanzbereich das Kreditausfallrisiko. Für das Kreditrisiko bestehen Kreditversicherungen. Allen operativen Risiken wird durch Qualitätssicherungssysteme, Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter, regelmäßige Wartung der Anlagen und den Abschluss geeigneter Versicherungen begegnet. Risiken aus dem rechtlichen Umfeld stehen unter ständiger Beobachtung. Die Wirksamkeit wird regelmäßig durch die Revisionsabteilung des Archer Daniels Midland Konzerns überprüft. Ein enger Kontakt zu den Verbänden der einzelnen Betätigungsfelder soll helfen, frühzeitig Risiken zu erkennen und im konstruktiven Dialog die Rahmenbedingungen mitzugestalten.

9. Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung sind im Vergleich zu den gesamten Aufwendungen unwesentlich. Die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit dient im Wesentlichen der produktbezogenen Auftragsabwicklung und führt nicht zur Bildung Immaterieller Vermögenswerte.

10. Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB bzw. § 315 Abs. 4 HGB

Das Grundkapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2009 und zum 31. Dezember 2008 jeweils EUR 19.142.768,03. Es ist eingeteilt in 748.800 auf den Inhaber lautende Stückaktien. Es handelt sich hierbei seit der Hauptversammlung am 6. Juli 1999 um nennbetragslose Stückaktien.

Die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, hält an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung von 95,1%. Im Juli 1996 hat die ADM Hamburg Aktiengesellschaft mit der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH als herrschendem Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die Minderheitsaktionäre haben das Recht auf eine festgelegte jährliche Ausgleichszahlung seitens der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH.

Am 31. Dezember 2008 haben uns die ADM Ireland Holdings Ltd/Niederlande, die ADM Ringaskiddy Unlimited Liability Co./Republik Irland und die ADM German Holdings B.V./Niederlande mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft am 22. Dezember 2008 durch Aktien die Schwelle von 75%, 50%, 30%, 25%, 20%, 15%, 10%, 5% und 3% der Stimmrechte unterschritten hat und nunmehr 0% (das entspricht 0 Stimmrechten) beträgt.

Gleichzeitig hat uns die ADM International Sarl, Rolle, Schweiz, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der ADM Hamburg Aktiengesellschaft am 22. Dezember 2008 durch Aktien die Schwelle von 3%, 5%, 10%, 15%, 20%, 25%, 30%, 50% und 75% der Stimmrechte überschritten hat und nunmehr 95,18% (das entspricht 712.696 Stimmrechten) beträgt. 95,18% der Stimmrechte (das entspricht 712.696 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Indirekt über die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH sind nunmehr die folgenden Gesellschaften mit 95,18% am Kapital der ADM Hamburg Aktiengesellschaft beteiligt:

Archer Daniels Midland Company, 4666 Faries Parkway, Decatur, II 62526, USA,

ADM Holding LLC, Wilmington, Delaware, USA, Anschrift: 4666 Faries Parkway, Decatur, II 62526, USA,

ADM Worldwide Holdings LP, Georgetown, Cayman Islands, Anschrift: c/o Campbell Corporate Services, Scotiabank Building, P.O. Box 268, Georgetown, Grand Cayman, Cayman Islands,

Archer Daniels Midland Europe B.V., Anschrift: Stationsstraat 76, NL 1541 LJ Koog aan de Zaan, Niederlande,

ADM International Sàrl, Anschrift: Zone artisanale Vers La Pièce, route de l'Etraz, A-One Business Center, Rolle, Schweiz,

ADM European Management Holding GmbH (vormals: ADM Eurpean Management Holding GmbH & Co. KG), Anschrift: Glockengießerwall 22, D 20095 Hamburg,

Die Rechte und Pflichten des Vorstandes und des Aufsichtsrates richten sich wie auch die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und die Änderung der Satzung nach den allgemeinen gesetzlichen Grundlagen.

11. Personal

Im Berichtsjahr beschäftigte die ADM Hamburg Aktiengesellschaft durchschnittlich 198 (Vorjahr 28) Mitarbeiter, davon 0 (Vorjahr 0) Auszubildende. Im Konzern wurden durchschnittlich 613 (Vorjahr 584) Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon sind 30 (Vorjahr 24) Auszubildende.

12. Vergütungssystem Vorstand / Aufsichtsrat

Die Vergütung des Vorstandes durch die ADM Hamburg Aktiengesellschaft oder ihre Tochtergesellschaften enthält ausschließlich feste Gehaltsbestandteile. Variable Gehaltsbestandteile, Aktienoptionen u.ä. werden von diesen Gesellschaften nicht gewährt. Teilweise erhalten die Vorstände weitere Bezüge von anderen Gesellschaften der ADM-Gruppe, die nicht zum Kreis des ADM Hamburg Konzerns gehören. Hierzu zählen u.a. Aktienoptionen auf Aktien der obersten Muttergesellschaft der ADM Gruppe.

Die Vergütung des Aufsichtsrats enthält ausschließlich feste Bestandteile. Der Vorsitzende hat Anspruch auf den doppelten, sein Stellvertreter auf den eineinhalbfachen Vergütungsbetrag. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 16 der Satzung geregelt.

13. Corporate Governance / Erklärung zur Unternehmensführung

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz im Juli 2009 abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.oelag.de/index.php3?hid=006) dauerhaft, öffentlich zugänglich gemacht.

Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289 a Handelsgesetzbuch ist auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.oelag.de/index.php3?hid=006) dauerhaft, öffentlich zugänglich gemacht.

Unser Dank und unsere Anerkennung gilt allen unseren Mitarbeitern. Das nach wie vor gute wirtschaftliche Ergebnis, mit dem der Konzern ADM Hamburg Aktiengesellschaft das Geschäftsjahr 2009 abschließen konnte, ist in erheblichem Maße durch ihre Flexibilität und ihren tatkräftigen Einsatz ermöglicht worden.

 

Hamburg, den 12. April 2010

Der Vorstand

Dr. Kai-Uwe Ostheim

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld

Detlef Ernst Evers

Konzernbilanz

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

AKTIVA

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  Konzern-
Anhang
31.12.2009
EUR
31.12.2008
EUR
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE      
Immaterielle Vermögenswerte 7 2.490.428,18 2.508.535,90
Sachanlagen 7 154.835.184,11 162.353.497,60
At Equity bilanzierte Beteiligungen/Sonstige Beteiligungen 7/8 539.882,72 536.202,14
Latente Steuern 14 5.044.188,85 4.581.080,78
    162.909.683,86 169.979.316,42
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE      
Vorräte 9 149.247.882,03 161.212.652,57
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10 42.441.972,35 56.451.731,75
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 11 108.263.660,16 53.233.148,51
Sonstige Vermögenswerte 12 19.802.213,79 7.924.519,05
Derivative Finanzinstrumente 24 10.576.326,88 5.521.372,35
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13 2.235.889,33 23.399.606,90
    332.567.944,54 307.743.031,13
    495.477.628,40 477.722.347,55

PASSIVA

     
EIGENKAPITAL      
Gezeichnetes Kapital 15 19.142.768,03 19.142.768,03
Rücklagen 16 54.051.825,40 38.295.132,08
Eigenkapital der Aktionäre der ADM Hamburg Aktiengesellschaft   73.194.593,44 57.437.900,11
Anteile anderer Gesellschafter 17 25.375,71 23.575,79
    73.219.969,14 57.461.475,90
LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN      
Finanzverbindlichkeiten 18 6.268.750,00 7.612.500,00
Rückstellungen 19 23.833.223,15 20.936.278,29
Latente Steuern 14 13.852.344,64 13.310.308,61
    43.954.317,79 41.859.086,90
KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN      
Finanzverbindlichkeiten 20 298.163.853,81 290.657.927,51
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   33.165.635,63 45.526.188,00
Rückstellungen 21 0,00 2.460.000,00
Steuerverbindlichkeiten 22 1.351.796,40 9.562.838,37
Derivative Finanzinstrumente 24 14.482.435,25 357.320,38
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 23 31.139.620,37 29.837.510,49
    378.303.341,46 378.401.784,75
    495.477.628,40 477.722.347,55

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

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  Konzern-
Anhang
2009
EUR
1.4 - 31.12.2008
EUR
Umsatzerlöse 26 1.082.080.880,28 832.662.340,06
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 27 -1.032.317.962,93 -798.908.043,04
Bruttoergebnis vom Umsatz   49.762.917,35 33.754.297,02
Vertriebskosten 28 -12.289.152,35 -11.875.532,51
Allgemeine Verwaltungskosten 29 -17.479.078,82 -18.105.650,48
Sonstige betriebliche Erträge 30 14.817.258,29 7.034.720,86
Sonstige betriebliche Aufwendungen 31 -15.958.070,83 -555.827,51
Ergebnis aus der betrieblichen Tätigkeit   18.853.873,64 10.252.007,38
Beteiligungsergebnis 32 3.680,58 9.693,56
Zinserträge 33 219.580,43 505.476,23
Zinsaufwendungen 33 -6.546.650,09 -7.442.240,11
Finanzergebnis   -6.323.389,08 -6.927.070,32
Ergebnis vor Steuern   12.530.484,56 3.324.937,06
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 34 -4.816.591,77 -850.642,86
Jahresüberschuss   7.713.892,79 2.474.294,20
Direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnisse   0,00 0,00
Sonstiges Ergebnis   0,00 0,00
Gesamtergebnis   7.713.892,79 2.474.294,20
davon: Anteile anderer Gesellschafter 37 1.799,92 2.007,90
davon: Anteile der Aktionäre der ADM Hamburg Aktiengesellschaft   7.712.092,87 2.472.286,30
Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 39 10,30 € 3,30 €

Konzern-Kapitalflussrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

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  2009
TEUR
1.4 - 31.12.2008
TEUR
Laufende Geschäftstätigkeit    
Jahresüberschuss 7.714 2.474
Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 17.338 12.783
Steueraufwand 2.754 73
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 3.767 4.851
Veränderung von langfristigen Rückstellungen 2.897 36
Auflösung/(Zuführung) der latenten Steuern 79 778
Cashflow 34.549 20.995
Abnahme/(Zunahme) der Vorräte 11.965 -67.119
Abnahme/(Zunahme) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.010 40.701
Abnahme/(Zunahme) sonstiger kurzfristiger Vermögenswerte -48.297 169.936
Zunahme/(Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -12.361 -12.253
Zunahme/(Abnahme) anderer kurzfristiger Verbindlichkeiten 26.205 -134.521
Erhaltene Zinsen 220 505
Gezahlte Zinsen -6.547 -7.442
Erstattete/(gezahlte) Ertragssteuern -12.530 35
Erhaltene/(gezahlte) Steuerumlagen -3.272 2.367
Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit 3.942 13.204
Investitionstätigkeit    
Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -9.816 -11.930
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 110 58
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -9.706 -11.872
Finanzierungstätigkeit    
Ergebnisübernahme/(-abführung) ADM Hamburg Aktiengesellschaft 8.045 -460
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -1.344 -603
Mittelzu-/(abfluss) aus der Finanzierungstätigkeit 6.701 -1.063
Erhöhung/(Verminderung) der flüssigen Mittel 937 269
Flüssige Mittel am Anfang des Geschäftsjahres 1.299 1.030
Flüssige Mittel am Ende des Geschäftsjahres 2.236 1.299

Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Anhangsangabe Nr. 40

Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

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  Gezeichnetes
Kapital
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Gewinnrücklagen
TEUR
Summe
Rücklagen
TEUR
Anteile anderer
Gesellschafter
TEUR
Gesamt
TEUR
Stand 1. April 2008 19.143 21.205 15.077 36.282 22 55.447
Jahresüberschuss 0 0 2.472 2.472 2 2.474
Gewinnabführung (Konzern-Anhang 35) 0 0 -460 -460 0 -460
Stand 31. Dezember 2008 / 1. Januar 2009 19.143 21.205 17.089 38.294 24 57.461
Jahresüberschuss   0 7.712 7.712 2 7.714
Verlustübernahme (Konzern-Anhang 35) 0 0 8.045 8.045 0 8.045
Stand 31. Dezember 2009 19.143 21.205 32.846 54.051 26 73.220

Konzern-Anhang

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

(1) Rechtliche Grundlage

Der Konzernabschluss der ADM Hamburg Aktiengesellschaft (ADM Hamburg) entspricht den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Konzernabschluss umfasst neben der Konzernbilanz sowie der Konzern-Gesamtergebnisrechnung als weitere Bestandteile die Konzern-Kapitalflussrechnung, die Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns und den Konzern-Anhang.

Am 20. November 2007 hat die Hauptversammlung der ADM Hamburg beschlossen, das Geschäftsjahr zu ändern. Das Geschäftsjahr ist nunmehr das Kalenderjahr. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 25. Februar 2008. Der vorliegende Konzernabschluss umfasst das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009.

Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen Grundsätzen ermittelt worden wie die des Berichtsjahres. Aufgrund des im Vorjahr gebildeten Rumpfgeschäftsjahres vom 1. April bis 31. Dezember 2008 (9 Monate) ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten nur eingeschränkt gegeben.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die im Konzernabschluss verwendete Abkürzung TEUR entspricht 1.000 EUR. Hierdurch kann es zu Rundungsdifferenzen von TEUR 1 kommen. Des Weiteren wird die Abkürzung TUSD verwendet und entspricht 1.000 USD (Amerikanische Dollar).

Die ADM Hamburg ist eine eingetragene Aktiengesellschaft deutschen Rechts mit Sitz in Hamburg/Deutschland, Nippoldstraße 117. Die ADM Hamburg ist über ihre Mehrheitsgesellschafterin, der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, ein mit den zum Konzern der Archer Daniels Midland Company, Decatur, Illinois/USA, gehörenden Unternehmen verbundenes Unternehmen. Der Sitz der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH ist Hamburg.

Die ADM Hamburg und die übrigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind im Bereich der Nahrungs- und Futtermittelindustrie tätig. Sie befassen sich mit der Beschaffung, dem Transport, der Lagerung, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Ölsaaten, Fettstoffen und Futtermitteln. Darüber hinaus wird Pflanzenöl zu Biodiesel weiterverarbeitet.

(2) Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst die Gesellschaften, an denen die ADM Hamburg, direkt oder indirekt, mehrheitlich beteiligt ist oder deren Finanz- und Geschäftspolitik durch ADM Hamburg bestimmt wird. Der Konsolidierungskreis hat sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt verändert: Die Noblee & Thörl GmbH, Hamburg und die Neuhof Hafengesellschaft m.b.H, Hamburg wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr rückwirkend auf den 14. Dezember bzw. 31. Dezember 2008 auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg verschmolzen. Die Eintragungen im Handelsregister der ADM Hamburg Aktiengesellschaft, als übernehmendes Unternehmen erfolgten am 30. Oktober 2009.

Die Geschäftsaktivitäten wurden im vollen Umfang fortgeführt; die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist dadurch weiterhin gegeben. Im Rahmen der Vollkonsolidierung werden demnach die folgenden Gesellschaften einbezogen:

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  Anteil am Kapital
in %
Ergebnis
TEUR
ADM Rothensee GmbH & Co. KG, Hamburg (bis 01.03.2009: Oelmühle Rothensee GmbH & Co. KG, Magdeburg) 100% 1.181
ADM Rothensee Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg (bis 15.02.2009: Beteiligungsgesellschaft Oelmühle Rothensee GmbH, Magdeburg) 100% 4
Silo Rothensee GmbH & Co. KG, Hamburg 100% 2.815
Silo. P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG, Hamburg 51% 1.104
Silo-Betriebsgesellschaft mbH, Hamburg 51% 4
ADM Research GmbH, Hamburg 100% 67

Die At Equity bilanzierten Beteiligungen umfassen die folgenden assoziierten Unternehmen:

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  Anteil am Kapital
in %
Ergebnis
TEUR
Förderband-Gesellschaft Getreidehafen Rostock GmbH, Rostock 33,33% 0
Export Elevation Properties Inc., New York, USA 20% 9

(3) Konsolidierungsgrundsätze

Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgt gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse". Entsprechend IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" werden die Vorschriften des IFRS 3 insoweit auf Unternehmenszusammenschlüsse vor dem 1. April 2004 nicht angewendet.

Nach IFRS 3 sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode ("purchase method") zu bilanzieren, d. h. die erworbenen Vermögenswerte und Schulden sind zum beizulegenden Zeitwert ("fair value") anzusetzen. Der positive Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem Anteil am Nettozeitwert wird als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und mindestens jährlich einer Prüfung auf dessen Werthaltigkeit unterzogen. Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von TEUR 7.054, die vor dem 1. April 2004 entstanden sind, bleiben mit den Rücklagen verrechnet. Sie werden bei Wertminderung und Entkonsolidierung gemäß den Bestimmungen des IFRS 3.80 nicht ergebniswirksam behandelt.

Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den konsolidierten Unternehmen ("Zwischengewinne") werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Auf Konzernfremde entfallende Anteile am Kapital, an den Rücklagen und am Gewinn werden als Anteile anderer Gesellschafter in Höhe ihres Anteils am Eigenkapital passiviert. Der Ausweis der Anteile anderer Gesellschafter erfolgt innerhalb des Eigenkapitals.

Der Erwerb von Minderheitenanteilen führt zum Ausweis eines Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe der Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Buchwert des anteilig erworbenen Nettovermögens. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mindestens jährlich einer Prüfung auf dessen Werthaltigkeit unterzogen.

Der Bilanzstichtag aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist identisch mit dem Bilanzstichtag des Konzernabschlusses.

(4) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wurde grundsätzlich unter Anwendung des Prinzips der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Hiervon abweichende Bewertungen werden in den nachfolgenden Erläuterungen dargestellt. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt in Euro.

Mit Aufstellung des Konzernabschlusses werden Einschätzungen und Annahmen getroffen, welche die Zukunft betreffen. Die hieraus abgeleiteten Schätzungen werden naturgemäß selten den späteren tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Schätzungen und Annahmen, die ein wesentliches Risiko in Form einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen, werden gegebenenfalls nachfolgend sowie unter den Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt. Schätzungsanpassungen werden zum Zeitpunkt besserer Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.

Sachverhalte, bei denen Schätzungen und Annahmen zugrunde gelegt wurden, betreffen im Wesentlichen die nachfolgenden Sachverhalte:

Nutzungsdauer und Überprüfung auf Wertminderung der Sachanlagen. Der Buchwert der Sachanlagen betrug zum 31. Dezember 2009: € 154,8 Mio (Vorjahr € 162,4 Mio).

Bewertungsparameter für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen. Der Buchwert der Pensionsrückstellungen betrug zum 31. Dezember 2009: € 20,1 Mio (Vorjahr € 17,6 Mio).

Bewertung von sonstigen Rückstellungen. Die Rückstellung für Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften betrug zum 31. Dezember 2009: € 0,0 Mio (Vorjahr € 2,5 Mio)

Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften werden gemäß IAS 27 "Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS" nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt und vollständig unter Berücksichtigung der Posten, die der Konsolidierung bzw. der Zwischenerfolgseliminierung unterliegen, in den Konzernabschluss einbezogen.

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und um eine planmäßige lineare Abschreibung vermindert, soweit sie einer begrenzten Nutzungsdauer unterliegen. Die Abschreibung Immaterieller Vermögenswerte erfolgt grundsätzlich über eine Nutzungsdauer zwischen drei und fünf Jahren.

Forschungskosten sind Kosten für eigenständige und planmäßige Forschung mit der Absicht, neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu erlangen. Sie werden nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" bei Anfall sofort aufwandswirksam berücksichtigt. Entwicklungskosten umfassen Aufwendungen, die dazu dienen, theoretische Erkenntnisse technisch und kommerziell umzusetzen und sind zu aktivieren, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Voraussetzungen zur Aktivierung als Immaterielle Vermögenswerte gemäß IAS 38 hinsichtlich der technischen Realisierbarkeit der Fertigstellung des Immateriellen Vermögenswertes sowie des voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Nutzens sind aufgrund der bis zur tatsächlichen Umsetzung bestehenden Risiken nicht vollständig erfüllt. Daher werden auch Entwicklungskosten bei Anfall sofort aufwandswirksam erfasst.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich etwaiger kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Für die Durchführung von Impairment-Tests wurde im Geschäftsjahr 2009 ein Zinssatz (WACC) von 6,96% (Vorjahr 7,79%) zugrunde gelegt.

Die Sachanlagen sind mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen entsprechend den wirtschaftlichen Nutzungsdauern bewertet. Soweit erforderlich, werden als Ergebnis der durchgeführten Impairment-Tests außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anzeichen für Wertminderungen bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen vorliegen. In diesem Fall erfolgt die Durchführung eines Wertminderungstests in Übereinstimmung mit IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten" mittels Schätzung des erzielbaren Betrages. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswertes oder Zahlungsmittel generierender Einheit abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung auf den erzielbaren Betrag. Sofern die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung wieder entfallen, erfolgt eine Zuschreibung bis zu dem fortgeführten Buchwert, der sich ergeben würde, wenn in den früheren Jahren keine außerplanmäßige Abschreibung erfasst worden wäre.

Reparaturkosten werden sofort als Aufwand erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur, wenn diese zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögens geführt haben. Kosten für Generalüberholungen werden aktiviert und entsprechend abgeschrieben.

Fremdkapitalzinsen für Sachanlagen, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zurechenbar sind - das sind Vermögenswerte, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen - werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung fertig gestellt sind, zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Der jeweilige Zinssatz wird aus den marktüblichen Zinssätzen abgeleitet.

Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode, in der sie angefallen sind, erfolgswirksam erfasst.

Die Sachanlagen werden unter Zugrundelegung der linearen Methode abgeschrieben. Dabei werden die Abschreibungen für jeden Teilbereich eines Vermögenswertes getrennt ermittelt, wenn diese Teile einen wesentlichen Teil der Anschaffungskosten ausmachen (components approach).

Den planmäßigen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zu Grunde:

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Gebäude 20 - 40 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 8 - 15 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4 - 10 Jahre

Die Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem der Konzern über maßgeblichen Einfluss verfügt und das weder Tochterunternehmen noch Joint Venture ist.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich nach dem Erwerb eingetretener Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens. Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Konzern und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden zum Bilanzstichtag entsprechend IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag aus der Beteiligung unter den Buchwert gesunken ist. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt, sofern konkrete Anhaltspunkte für Wertminderungen vorliegen.

Sonstige Beteiligungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, derivative Finanzinstrumente sowie die sonstigen finanziellen Vermögenswerte unterliegen der Bilanzierung gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung".

Gemäß IAS 39 werden finanzielle Vermögenswerte in Abhängigkeit des Einzelfalls entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Investitionen oder als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert.

Bei dem erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von Finanzinvestitionen, für die keine erfolgwirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, werden darüber hinaus Transaktionskosten einbezogen, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres. Umwidmungen werden vorgenommen, soweit diese zulässig und erforderlich sind. Eine Zuordnung von finanziellen Vermögenswerten in die Kategorie der bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen ist derzeit nicht erfolgt.

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag. Marktübliche Käufe oder Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung von Vermögenswerten innerhalb eines festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Sonstige Beteiligungen werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und mit den ursprünglichen Anschaffungskosten ggf. abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt, da notierte Marktpreise oder beizulegende Zeitwerte nicht verfügbar sind bzw. nicht verlässlich bestimmt werden können.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen werden der Kategorie Kredite und Forderungen zugeordnet und mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Wertberichtigungen für mögliche Ausfallrisiken werden gebildet, sofern spezifische Informationen über einen Einzelwertberichtigungsbedarf vorliegen. Wertberichtigungen werden zunächst auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst. Forderungen werden ausgebucht, wenn sie uneinbringlich sind.

Derivative Finanzinstrumente werden als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert. Eine Bilanzierung nach den Grundsätzen des Hedge Accounting erfolgt derzeit nicht. Die Bewertung offener derivativer Finanzinstrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Gewinne aus der Erfassung von Finanzderivaten mit positiven Zeitwerten werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen, Verluste aus der Erfassung von Finanzinstrumenten mit negativen Zeitwerten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der laufenden Abwicklung von Finanzderivaten werden in den Herstellkosten des Umsatzes ausgewiesen.

Die unter den Vorräten ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie übrige Waren werden zu den Anschaffungskosten angesetzt. Die Kosten der selbst erstellten Erzeugnisse beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie Material-, Personal- und Energiekosten auch die herstellungsbezogenen Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen. Allgemeine Verwaltungskosten bleiben außer Ansatz. Eine Abwertung zum Börsen- oder Marktpreis der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der übrigen Waren sowie der selbst erstellten Erzeugnisse erfolgt im Falle absehbarer Drohverluste im Absatzbereich.

Vorräte, die mit der Absicht erworben worden sind, sie kurzfristig zu verkaufen und einen Gewinn aus den Preisschwankungen oder Händlermargen zu erzielen, werden mit dem beizulegenen Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen bewertet.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte werden gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.

Die Bilanzierung und Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method) gemäß IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer". Die Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfahren auf der Grundlage der "Richttafeln 2005 G für die Pensionsversicherung" von Prof. Dr. K. Heubeck bewertet worden.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden im jeweiligen Geschäftsjahr sofort erfolgswirksam berücksichtigt.

Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird linear über den durchschnittlichen Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit der Anwartschaften verteilt. Soweit Anwartschaften sofort nach Einführung oder Änderung eines Pensionsplanes unverfallbar sind, ist der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand sofort erfolgswirksam zu erfassen.

Der als Vermögenswert oder Schuld aus einem leistungsorientierten Plan zu erfassende Betrag umfasst den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des noch nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands und abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des zur unmittelbaren Erfüllung von Verpflichtungen vorhandenen Planvermögens.

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Ist der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen abgezinst.

Die Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nach der erstmaligen Erfassung werden diese unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden sowie im Rahmen der Amortisation mittels der Effektivzinsmethode. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeits-Methode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Ertragsteueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Aufgrund der bestehenden Kündigungsrechte der Kommanditisten der Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG werden die auf diese Minderheitsgesellschafter entfallenden Anteile am Nettovermögen gemäß IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Da sich der Wert eines möglichen Rückzahlungsbetrages nicht verlässlich ermitteln lässt, wird für Zwecke der Bewertung auf die anteiligen Buchwerte des IFRS-Nettovermögens abgestellt. Werterhöhungen werden als Zinsaufwand, Wertminderungen als Zinsertrag in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der ADM Hamburg Konzern hat im Geschäftsjahr 2009 die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS Standards und Interpretationen angewandt. Aus der Anwendung dieser überarbeiteten Standards und Interpretationen ergaben sich zusätzliche Angaben und geänderte Darstellungen der Jahresabschlussbestandteile.

Änderung von IFRS 7 - Verbesserung der Angaben

Änderung von IAS 39 und IFRIC 9 - Neubeurteilung eingebetteter Derivate

Verbesserungen zu IFRS 2008 (mit Ausnahme der Änderung von IFRS 5)

Änderung von IFRS 1 / IAS 27 - Anschaffungskosten einer Beteiligung an einem Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten Unternehmen oder assoziierten Unternehmen

IAS 32 / IAS1 - Kündbare Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehende Verpflichtungen

IAS 1 - Darstellung des Abschlusses (überarbeitet 2007)

IFRIC 14 / IAS 19 - Die Begrenzung eines Leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkungen

IFRS 2 - Ausübungsbedingungen und Annullierungen

IAS 23 - Fremdkapitalkosten (überarbeitet 2007)

IFRS 8 - Geschäftssegmente

Leasing

Die ADM Hamburg und ihre Tochtergesellschaften haben verschiedene Operating-Leasingvereinbarungen abgeschlossen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Grundstücke sowie Büromaschinen. Die wesentlichen Chancen und Risiken verbleiben beim Leasinggeber.

(5) Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

(6) Noch nicht zu berücksichtigende IFRS und IFRIC

Die nachfolgenden Standards und Interpretationen sind in das EU-Recht übernommen worden, waren jedoch im Geschäftsjahr nicht verpflichtend anzuwenden. Aus der künftigen Anwendung wird kein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns erwartet. Es ergeben sich lediglich zusätzliche Angabepflichten oder geänderte Darstellungen der Jahresabschlussbestandteile.

Änderung von IAS 32 - Klassifizierung von Bezugsrechten

IFRIC 18 - Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden

IFRIC 17 - Sachdividenden an Eigentümer

IFRS 1 - Erstmalige Anwendung der internationalen Financial Reporting Standards (überarbeitet 2008)

Änderung von IAS 39 - Geeignete Grundgeschäfte

IFRIC 15 - Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien

IFRS 3 - Unternehmenszusammenschlüsse (überarbeitet 2008)

IAS 27 - Konzern- und separate Einzelabschlüsse nach IFRS (überarbeitet 2008)

IFRIC 16 - Absicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb

IFRIC 12 - Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen

IFRIC 19 - Tausch von Schulden gegen Eigenkapital

IAS 24 - Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen.

Folgende neue bzw. überarbeitete und für die Geschäftstätigkeit des Konzerns relevanten Standards und Interpretationen sind veröffentlicht, aber noch nicht in das EU-Recht übernommen und daher nicht angewendet worden:

IFRS 9 - Finanzinstrumente: Klassifikation und Bewertung

Änderungen von IFRIC 14 - Vorauszahlungen aus Mindestdotierungsverpflichtungen

IAS 24 Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen (überarbeitet 2009)

Angaben zur Konzernbilanz

(7) Anlagespiegel

Zur Entwicklung der Immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und At Equity bilanzierte Beteiligungen/Sonstige Beteiligungen verweisen wir auf den Anlagespiegel, der als Anlage 1 zum Anhang beigefügt ist.

(8) Angaben zu assoziierten Unternehmen

Der Buchwert beinhaltet mit TEUR 493 (Vorjahr TEUR 489) die Export Elevation Properties Inc., New York, USA, und mit TEUR 9 (Vorjahr TEUR 9) die Förderband-Gesellschaft Getreidehafen Rostock GmbH, Rostock.

Die wesentlichen Finanzinformationen zu den assoziierten Unternehmen werden im Folgenden unter Angabe des jeweiligen Bilanzstichtages dargestellt. Für die Export Elevation Properties Inc. lag ein Jahresabschluss auf den 30. November 2009 vor.

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Export Elevation Properties Inc.   30. November 2009 30. November 2008
Bilanzsumme TUSD 4.334 4.353
Schulden TUSD 1 34
Umsatzerlöse TUSD 0 0
Jahresüberschuss TUSD 13 53
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Förderband-Gesellschaft Getreidehafen Rostock GmbH   31. Dezember 2009 31. Dezember 2008
Bilanzsumme TEUR 27 27
Schulden TEUR 1 1
Umsatzerlöse TEUR 16 6
Jahresüberschuss TEUR 0 0

(9) Vorräte

Die Vorräte gliedern sich wie folgt:

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  31.12.2009
TEUR
31.12.2008
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.606 88.282
Handelsbestand 144.825 59.418
Fertige Erzeugnisse und übrige Waren 817 13.513
  149.248 161.213

Der Handelsbestand wurde zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen angesetzt. Zum Bilanzstichtag wurden keine Wertberichtigungen auf Vorräte vorgenommen (Vorjahr TEUR 2.500).

(10) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Das durchschnittliche Zahlungsziel bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt 14,1 Tage (Vorjahr 16,3 Tage). Wertberichtigungen auf Forderungen erfolgen im ADM Hamburg Konzern auf der Grundlage einer regelmäßigen Überwachung des Zahlungsverhaltens der Geschäftspartner sowie der Auswertung von Marktinformationen. Bei endgültiger Uneinbringlichkeit der Forderungen werden die Forderungen ausgebucht. Die Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

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  TEUR
Stand 31.03.08 519
Inanspruchnahme 0
Auflösung -96
Zuführung 425
Stand 31.12.08 848
Inanspruchnahme 0
Auflösung -132
Zuführung 676
Stand 31.12.09 1.392

Die Fälligkeiten der Forderungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht:

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Forderungen
Brutto
TEUR
weder
überfällig
noch
abgewertet
TEUR
überfällig aber nicht abgewertet überfällig
und wert-
berichtigt
TEUR
Forderungen
Netto
TEUR
Geschäftsjahr bis 30 Tage
TEUR
30-60 Tage
TEUR
61-90 Tage
TEUR
91-120 Tage
TEUR
2009 43.834 25.325 11.869 536 653 4.059 - 1.392 42.442
2008 57.300 36.332 2.309 8.972 989 7.849 - 848 56.451

Überfällige Forderungen wurden auch insoweit nicht wertberichtigt, sofern Kreditversicherungen bestehen.

(11) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte enthalten Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 106.666 (Vorjahr TEUR 51.145). Von den sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0) überfällig.

(12) Sonstige Vermögenswerte

Diese Bilanzposition enthält im Wesentlichen Erstattungsansprüche aus Umsatzsteuer mit TEUR 274 (Vorjahr TEUR 195) und Energiesteuer mit TEUR 17.787 (Vorjahr TEUR 7.729), sowie Steuervorauszahlungen in Höhe von TEUR 1.565 (Vorjahr TEUR 0).

(13) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter dieser Position sind Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestände erfasst, davon sind TEUR 0 (Vorjahr TEUR 22.101) als Sicherheit für Zollverbindlichkeiten hinterlegt.

(14) Latente Steuern

Die latenten Steuern haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

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  01.01.2009
TEUR
Aufwand (-)/
Ertrag (+)
TEUR
31.12.2009
TEUR
aktive latente Steuern      
Derivative Finanzinstrumente 114 977 1.091
Pensionsrückstellungen 3.099 769 3.868
Verlustvorträge 0 0 0
Rückstellungen 1.262 -1.262 0
Ford. aus LuL 106 -21 85
  4.581 463 5.044
passive latente Steuern      
Sachanlagen -11.538 1.687 -9.851
Derivative Finanzinstrumente -1.362 1.353 -9
Vorräte -410 -2.864 -3.274
Rückstellungen 0 -718 -718
  -13.310 -542 -13.852
    -79  
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  01.04.2008
TEUR
Aufwand (-)/
Ertrag (+)
TEUR
31.12.2008
TEUR
aktive latente Steuern      
Derivative Finanzinstrumente 3.238 -3.124 114
Pensionsrückstellungen 2.875 224 3.099
Verlustvorträge 482 -482 0
Rückstellungen 0 1.262 1.262
Ford. aus LuL 0 106 106
  6.595 -2.014 4.581
passive latente Steuern      
Sachanlagen -12.285 747 -11.538
Derivative Finanzinstrumente -1.807 445 -1.362
Vorräte -454 44 -410
Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung 0 0 0
  -14.546 1.236 -13.310
    -778  

(15) Gezeichnetes Kapital

Das voll eingezahlte Grundkapital der ADM Hamburg beträgt zum 31. Dezember 2009 und zum 31. Dezember 2008 jeweils EUR 19.142.768,03. Es ist eingeteilt in 748.800 auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien.

Die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, hält an der ADM Hamburg eine Mehrheitsbeteiligung. Im Juli 1996 hat die ADM Hamburg mit der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH als herrschendem Unternehmen einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die Minderheitsaktionäre haben das Recht auf eine festgelegte jährliche Ausgleichszahlung seitens der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH.

(16) Rücklagen

Die Veränderung der Rücklagen ist der Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns zu entnehmen.

(17) Anteile anderer Gesellschafter

Der Ausgleichsposten betrifft den Anteil anderer Gesellschafter am Eigenkapital (TEUR 15, Vorjahr TEUR 15) und am Ergebnis (TEUR 11, Vorjahr TEUR 9) der Silo Betriebsgesellschaft mbH.

(18) Langfristige Finanzverbindlichkeiten

Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten den langfristigen Teil von Darlehen von Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Von dem Gesamtbetrag haben TEUR 3.994 (Vorjahr TEUR 4.688) eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren und TEUR 2.275 (Vorjahr TEUR 2.925) eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Die Verbindlichkeiten sind - wie im Vorjahr - vollständig durch Grundpfandrechte gesichert. Die Verzinsung erfolgt zu Zinssätzen zwischen 4,05% - 4,70%.

(19) Langfristige Rückstellungen

Die Position enthält die folgenden Rückstellungen:

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  31.12.2009
TEUR
31.12.2008
TEUR
Pensionen 20.076 17.553
Altersteilzeit 3.170 2.830
Jubiläumszuwendungen 587 553
  23.833 20.936

Bei den Pensionsrückstellungen handelt es sich um Verpflichtungen aus Direktzusagen sowie aus mittelbaren Verpflichtungen im Rahmen der Trägerschaft der ADM Unterstützungskasse GmbH, einem verbundenen Unternehmen der ADM Hamburg Aktiengesellschaft.

Aufgrund des gesunkenen Abzinsungssatzes der Pensionsrückstellungen entstand in diesem Jahr ein negativer Zinseffekt in Höhe von TEUR 2.510 (Vorjahr TEUR 0).

Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen berücksichtigt Marktzinssätze sowie Lohn/Gehalts-, Renten- und Fluktuationstrends. Die Bewertung erfolgt unter folgenden Annahmen:

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  31.12.2009 31.12.2008
Abzinsungssatz 5,10% 5,80%
Lohn-/Gehaltstrend 3,00% 3,00%
Rententrend 2,00% 2,00%
Fluktuation 0,50% 0,50%

Die Pensionsrückstellungen entwickelten sich wie folgt:

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Veränderung des Anwartschaftsbarwertes    
Anwartschaftsbarwert 1.1. (Vorjahr 1.4) 29.043 28.702
Dienstzeitaufwand 349 255
Zinsaufwand 1.628 1.203
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 128
Pensionszahlungen -1.985 -1.442
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 2.800 199
Planabgeltungen -20 -2
Plankürzungen 0 0
Anwartschaftsbarwert 31.12. 31.815 29.043
Veränderung des Fondsvermögens    
Fondsvermögen zum 1.1. 11.490 11.832
Erwartete Erträge des Fondsvermögens 436 577
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 137 -313
Pensionszahlungen -990 -806
Zuwendungen der Trägerunternehmen 666 200
Fondsvermögen zum 31.12. 11.739 11.490
Pensionsrückstellung zum 31.12. 20.076 17.553

Die tatsächlichen Erträge aus dem Fondsvermögen betragen TEUR 573 (Vorjahr TEUR 464). Im kommenden Geschäftsjahr werden Zuwendungen der Trägerunternehmen in einer Höhe von TEUR 300 erwartet.

Der Gesamtaufwand/(Gesamtertrag) für Versorgungszusagen setzt sich wie folgt zusammen:

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Laufender Dienstzeitaufwand 349 255
Plankürzungen 0 0
Zinsaufwand 1.628 1.203
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 128
Realisierte versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 2.663 512
Erwartete Erträge aus Fondsvermögen -436 -577
Gesamtaufwand/(Gesamtertrag) für leistungsorientierte Versorgungszusagen 4.204 1.521

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden im jeweiligen Geschäftsjahr sofort ertragswirksam berücksichtigt. Somit entspricht die Rückstellung der tatsächlichen Verpflichtung am Bilanzstichtag.

Der Gesamtaufwand wurde mit TEUR 1.983 (Vorjahr Aufwand: TEUR 622) in den Herstellungskosten und mit TEUR 2.221 (Vorjahr Aufwand: TEUR 899) in den allgemeinen Verwaltungskosten erfasst.

Das Fondsvermögen setzt sich wie folgt zusammen:

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  31.12.2009
TEUR
31.12.2008
TEUR
31.03.2008
TEUR
Kassenvermögen Unterstützungskasse 7.828 7.531 7.850
Aktivwert Rückdeckungsversicherung 3.911 3.959 3.982
  11.739 11.490 11.832

Das Kassenvermögen wird zu 2,0% p.a. (Vorjahr 2,0 % p.a.) über Basiszinssatz verzinst. Die erwarteten Erträge des Fondsvermögens wurden mit 5,1% p.a. (Vorjahr 5,8% p.a.) für das Kassenvermögen bzw. mit 1,1% p.a. (Vorjahr 3,3% p.a.) für die Rückdeckungsversicherung berechnet.

Pensionsverpflichtungen mit einem Anwartschaftsbarwert von TEUR 7.569 (Vorjahr TEUR 7.287) steht ein Planvermögen in Form von Rückdeckungsversicherungen von TEUR 3.911 (Vorjahr TEUR 3.959) gegenüber. Pensionsverpflichtungen mit einem Anwartschaftsbarwert von TEUR 16.547 (Vorjahr TEUR 14.582) steht ein Fondsvermögen in Form von Kassenvermögen von TEUR 7.828 (Vorjahr TEUR 7.531) gegenüber. Den übrigen Pensionsverpflichtungen von TEUR 7.699 (Vorjahr TEUR 7.174) steht kein Fondsvermögen gegenüber.

Beträge der laufenden und der vier vorangegangenen Berichtsperioden stellen sich wie folgt dar:

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
2007/2008
TEUR
2006/2007
TEUR
2005/2006
TEUR
Leistungsorientierte Verpflichtungen 31.815 29.043 28.702 32.425 33.142
Planvermögen 11.739 11.490 11.832 12.182 12.423
Unterdeckung 20.076 17.553 16.870 20.243 20.719

Die Rückstellung für Altersteilzeit wurde im Geschäftsjahr 2009 mit TEUR 1.104 (Vorjahr TEUR 829) in Anspruch genommen, der Verbrauch der Rückstellung für Jubiläumszuwendungen betrug TEUR 4 (Vorjahr TEUR 28). Im Geschäftsjahr 2009 erfolgten Zuführungen von TEUR 1.444 (Vorjahr TEUR 168) für Altersteilzeit und TEUR 38 (Vorjahr TEUR 41) für Jubiläumszuwendungen.

(20) Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten innerhalb des europäischen ADM-Konzerns in Höhe von TEUR 292.580 (Vorjahr: TEUR 285.847).

(21) Kurzfristige Rückstellungen

Die Entwicklung und Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen wird in einem Rückstellungsspiegel erläutert, der diesem Anhang als Anlage 3 beigefügt ist. Im Vorjahr, betraf der Ausweis drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Für das Geschäftsjahr 2009 beträgt die Höhe der kurzfristigen Rückstellungen TEUR 0.

(22) Steuerverbindlichkeiten

Der Ausweis betrifft Verbindlichkeiten für Ertragsteuern von TEUR 1.352 (Vorjahr TEUR 9.563).

(23) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten u.a. mit TEUR 6.548 Verbindlichkeiten aus Energiesteuer (Vorjahr TEUR 4.803), TEUR 20.230 (Vorjahr TEUR 18.220) Zollverbindlichkeiten und mit TEUR 1.809 (Vorjahr TEUR 1.775) Anteile von Minderheiten am Nettovermögen der Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG.

(24) Derivative Finanzinstrumente

Der ADM Hamburg Konzern ist als international tätiger Konzern im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten Währungs- und Commodity-Risiken ausgesetzt. Der Konzernvorstand bedient sich bei der Überwachung dieser Risiken neben seinem eigenen Berichtswesen unter anderem des Instrumentariums, welches von der Muttergesellschaft (ADM Company) bereitgestellt wird. Die Unternehmenspolitik der ADM Company ist die Begrenzung dieser Risiken durch ein systematisches Risiko-Management. Als Instrumente dienen vor allem Devisentermingeschäfte und Commodity-Termingeschäfte.

Die ADM Hamburg Aktiengesellschaft, als auch die Tochtergesellschaften begegnen diesen Risiken durch das umfassende Risikomanagement des Archer Daniels Midland Konzerns, das in der Aufbau- und Ablauforganisation des ADM Hamburg Konzerns integriert ist. Die Konzernunternehmen der Archer Daniels Midland Gruppe unterliegen einem strikten Risiko-Management. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Finanzinstrumente dürfen demnach grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern dienen der Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft.

Zu den eingesetzten Instrumenten zählen börsengehandelte Commodity-Termingeschäfte sowie Devisentermingeschäfte. Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt durch Vergleich mit entsprechenden stichtagsbezogenen Forward Rates. Gewinne oder Verluste aus dem Ansatz derivativer Finanzinstrumente werden erfolgswirksam erfasst. Die Finanzinstrumente werden als kurzfristige Vermögenswerte angesetzt, wenn der beizulegende Zeitwert positiv ist bzw. als kurzfristige Verbindlichkeiten, wenn der beizulegende Zeitwert negativ ist. Die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting) werden nicht erfüllt.

Bezüglich der Sicherungsgeschäfte bestehen Vertragsverhältnisse mit verschiedenen Unternehmen aus dem Archer Daniels Midland-Konzern, die sich auf die Durchführung von Sicherungsgeschäften spezialisiert haben. Somit wird der ADM Hamburg Konzern in die konzernweiten Sicherungsaktivitäten einbezogen. Die Durchführung der Sicherungsgeschäfte erfolgt für die ADM Hamburg Aktiengesellschaft im Biodieselgeschäft durch den Abschluss von PLATTS. Die Sicherungsgeschäfte im Raps-Bereich erfolgen über die MATIF und in den übrigen Bereichen über die Chicago Board of Trade (CBOT).

Absicherungen im Commodity-Bereich dienen primär der Mengen-, als auch der Margen-Sicherung. Devisentermingeschäfte dienen der Minimierung von Wechselkursschwankungen bezogen auf die Funktionalwährung.

Zum Bilanzstichtag wurden die Derivatgeschäfte im Vorjahresvergleich wie folgt bewertet:

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  31.12.2009 31.12.2008
  Nominalwert
TEUR
Marktwert
TEUR
Nominalwert
TEUR
Marktwert
TEUR
Devisentermingeschäfte 332.627 -1.766 216.972 4.258
Commodity- Termingeschäfte (CBOT) 3.593 28 11.169 -357
Commodity- Termingeschäfte (MATIF) 39.275 -1.433 15.518 1.263
Biodiesel-PLATT's 11.124 -451 0 0
Gewinne aus Ein / Verkaufskontrakten 174.127 10.548 0 0
Verluste aus Ein / Verkaufskontrakten 349.363 -10.832 0 0

Die Silo Rothensee GmbH & Co. KG sowie die ADM Hamburg, sind im Deutschen Emissionshandelsregister bei der Deutschen Emissionshandelsstelle des Umweltbundesamts registriert. Die Bilanzierung der Emissionsrechte erfolgte zum Erinnerungswert jeweils von EUR 1,00 und lag damit unter dem Börsenpreis. Bewertet zum Börsenpreis am EEX Spotmarkt der European Energy Exchange AG, Leipzig, beträgt der Wert dieser Emissionsrechte am Stichtag TEUR 3.718 (Vorjahr TEUR 613).

(25) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

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  31. 12. 2009
TEUR
31. 12. 2008
TEUR
Sonstige finanzielle Verpflichtungen    
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasing-Verträgen 2.157 1.952
Bestellobligo Anlagevermögen 852 3.038
  3.009 4.990

Die wesentlichen Miet-, Pacht- und Leasingverträge haben eine Laufzeit bis zu drei Jahren. Darüber hinaus besteht ein wesentlicher Pachtvertrag mit einer Laufzeit bis 2017. Von den Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen haben TEUR 1.783 eine Fälligkeit von bis zu 5 Jahren und TEUR 374 eine Fälligkeit von über 5 Jahren.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung bewertet. Skonti, Rabatte sowie Umsatzsteuer oder andere Abgaben bleiben unberücksichtigt. Erträge aus dem Verkauf von Waren und Erzeugnissen werden erfasst, wenn die mit dem Eigentum an den verkauften Waren und Erzeugnissen verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Dies tritt in der Regel mit Lieferung der Waren und Erzeugnisse ein. Zinserträge werden unter Verwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

(26) Umsatzerlöse

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  2009
TEUR
1.4 - 31.12.2008
TEUR
Inland 475.215 715.689
Ausland 606.866 116.973
  1.082.081 832.662
Warenverkäufe 967.871 746.671
Dienstleistungen 114.210 85.991
  1.082.081 832.662

(27) Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen

Dieser Posten umfasst die Kosten der umgesetzten selbst erstellten Erzeugnisse und die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Die Kosten der selbst erstellten Erzeugnisse beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie Material-, Personal- und Energiekosten auch die herstellungsbezogenen Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen auf Produktionsanlagen. In den Kosten der umgesetzten Leistungen sind die erforderlichen Abwertungen auf Vorräte enthalten. Weiterhin enthält diese Position die Ergebnisauswirkungen aus der Abwicklung von fälligen derivativen Finanzinstrumenten.

Im Geschäftsjahr betrugen die Erträge aus der Umrechnung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten EUR 7,1 Mio (Vorjahr Erträge in Höhe von: EUR 6.7 Mio).

(28) Vertriebskosten

Die Marketing- und Vertriebskosten enthalten die Kosten für Marketing, Vertriebsorganisation sowie Vertriebslogistik.

(29) Allgemeine Verwaltungskosten

Hier werden die Personal- und Sachkosten der Verwaltung sowie die Kosten für externe Dienstleistungen ausgewiesen.

(30) Sonstige betriebliche Erträge

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Positive Zeitwerte offener derivativer Finanzinstrumente 10.576 5.521
Erträge aus Kostenweiterbelastungen 1.922 319
Lizenzgebühren 653 384
Erträge aus Stromverkauf 535 0
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 132 96
Erträge aus dem Verkauf von Gegenständen des Anlagevermögens 96 0
Übrige sonstige Erträge 903 715
  14.817 7.035

(31) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten mit TEUR 14.482 (Vorjahr TEUR 357) im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit negativen Zeitwerten von offenen derivativen Finanzinstrumenten.

(32) Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis entfällt mit TEUR 4 (Vorjahr TEUR 8) auf Erträge aus assoziierten Unternehmen sowie mit TEUR 0 (Vorjahr TEUR 2) auf sonstige Beteiligungserträge.

(33) Zinserträge und Zinsaufwendungen

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Zinserträge Dritte 50 461
Zinserträge ADM Konzern 170 44
  220 505
Zinsaufwand Dritte 1.243 621
Zinsaufwand ADM-Konzern 5.304 6.821
  6.547 7.442

Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 90 (Vorjahr: TEUR 162) den Anschaffungskosten von Sachanlagen hinzugerechnet. Der durchschnittliche Zinssatz lag im Berichtsjahr bei ca. 6,1 % (Vorjahr: ca. 4,6 %).

(34) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Es werden unter den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag die gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Darüber hinaus verrechnet die ADM Beteiligungsgesellschaft mbH als Organträger mit dem ADM Hamburg Konzern gemäß einer Vereinbarung vom 1. Dezember 1997 Körperschaft- und Gewerbeertragsteuer in Höhe von TEUR 1.984 (Vorjahr: TEUR -2.367), die in dieser Position enthalten sind.

Die Zusammensetzung des Ertragsteueraufwandes einschließlich der latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Ertragsteuern    
Deutschland 2.754 2.440
Steuerumlagen 1.984 -2.367
  4.738 73
Latente Steuern 79 778
  4.817 851

In den Ertragsteuern sind Steuernachzahlungen in Höhe von TEUR 246 enthalten (Vorjahr TEUR 0), die vergangenen Perioden zugerechnet werden müssen.

Der tatsächliche Steueraufwand liegt bei einer effektiven Steuerquote von 38,4% (Vorjahr 25,6%) um TEUR 807 (Vorjahr TEUR 213) über (Vorjahr unter) dem rechnerischen Steueraufwand. Auf Grundlage der am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Unternehmenssteuerreform 2008 und der damit verbundenen Verminderung des Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 15% sowie der geänderten Ermittlung der nicht mehr abzugsfähigen Gewerbesteuer wird für Zwecke der Überleitungsrechnung weiterhin ein Konzernsteuersatz von 32,0% zugrunde gelegt (Vorjahr: 32,0%).

Die Überleitung vom rechnerischen zum tatsächlichen Steueraufwand zeigt die folgende Tabelle:

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern 12.530 3.325
Steuersatz in % 32,0% 32,0%
Zu erwartender Steueraufwand 4.010 1.064
Auswirkungen nicht abziehbarer Betriebsausgaben,    
Hinzurechnungen und Kürzungen 561 517
Steuernachzahlungen 246 0
Korrektur von füheren Perioden 0 -730
Tatsächlicher Steueraufwand lt. Gewinn- und Verlustrechnung 4.817 851

Im laufenden Jahr und im Vorjahr resultierten keine laufenden oder latenten Steuern aus Posten, die erfolgsneutral direkt mit dem Eigenkapital verrechnet wurden.

(35) Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags übernommener Verlust

Das sich nach deutschen handelsrechtlichen Grundsätzen ergebende Ergebnis der ADM Hamburg wurde aufgrund eines im Juli 1996 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags von der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH übernommen.

(36) Kapitalmanagement

Der Vorstand der ADM Hamburg und des ADM Hamburg Konzerns verfolgt grundsätzlich das Ziel, eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital zu erwirtschaften. Das der Kapitalsteuerung zugrunde gelegte Kapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital. Financial Covenants bestehen nicht. Als aktive Steuerungsgrößen werden operative Ertragskennzahlen wie beispielsweise EBIT herangezogen.

(37) Minderheitenanteile am Ergebnis

Vom Gewinn stehen anderen Gesellschaftern TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 2) zu.

(38) Sonstige Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Abschreibungen

Die planmäßigen Abschreibungen betrugen TEUR 17.338 (Vorjahr: TEUR 12.783).

Materialaufwand

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren sowie bezogene Leistungen betrugen TEUR 940.964 (Vorjahr: TEUR 768.127).

Personalaufwand

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Löhne und Gehälter 35.056 25.659
Soziale Abgaben 6.144 4.528
Aufwendungen für Altersversorgung 4.346 1.483
  45.546 31.670

Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr wurden TEUR 1.786 (Vorjahr TEUR 1.004) als Aufwand erfasst.

(39) Unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie liegt bei 10,30 EUR (Vorjahr: 3,30 EUR). Es wird entsprechend IAS 33 "Ergebnis je Aktie" mittels Division des den Aktionären der ADM Hamburg zuzurechnenden Anteils am Jahresüberschuss durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien berechnet. Die Anzahl der ausgegebenen Aktien beträgt 748.800 Stück und hat sich im Berichts- und im Vorjahr nicht verändert. Da keine Finanzinstrumente ausstehen, die in Aktien umgetauscht werden können, ist ein verwässertes Ergebnis je Aktie nicht zu ermitteln.

(40) Konzern- Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Flüssigen Mittel des Konzernabschlusses im Laufe des Geschäftsjahres 2009 und des Rumpfgeschäftsjahres 2008 durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" wird zwischen Zahlungsströmen aus betrieblicher Tätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.

Die Veränderungen der einzelnen Positionen sind aus den Konzernbilanzen und den Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungen abgeleitet. Dabei werden die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom jeweiligen Jahresüberschuss indirekt abgeleitet.

Die Flüssigen Mittel enthalten Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit diese frei verfügbar sind.

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  2009
TEUR
1.4.-31.12.2008
TEUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lt. Bilanz 2.236 23.400
abzüglich nicht frei verfügbarer Mittel 0 22.101
Flüssige Mittel gemäss Kapitalflussrechnung 2.236 1.299

Nennenswerte wechselkursbedingte Änderungen der Flüssigen Mittel haben sich nicht ergeben.

(41) Segmentberichterstattung

Für das Geschäftsjahr 2009 wurde erstmals der verpflichtend anzuwendende Rechnungslegungsstandard IFRS 8 angewandt. IFRS 8 verlangt eine Gliederung der Segmente auf Basis der internen Berichterstattung. Da die Segmentberichterstattung in der Vergangenheit bereits auf Basis der internen Berichterstattung erfolgte, so wie sie vom sogenannten "Chief Operating Decision Maker" zur Entscheidung über die Ressourcenallokation herangezogen werden, ergaben sich gegenüber IAS 14 keine Änderungen in der Segmentabgrenzung.

Die in Anlage 2 enthaltenen Segmentinformationen wurden gemäß IFRS 8 erstellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der Segmente entsprechen den oben dargestellten Grundsätzen.

Der ADM Hamburg Konzern hat zwei Geschäftsbereiche, die Segmente im Sinne des IFRS 8 darstellen: Ölmühle und Weiterverarbeitung. Die Geschäftsbereiche sind entsprechend der entwickelten, hergestellten und vermarkteten Produkte definiert und reflektieren die jeweilige Organisationsstruktur. Die Darstellung spiegelt die interne Berichterstattung und die bestehenden Risiko- und Ertragsquellen der jeweiligen Aktivitäten wider.

Das Ölmühlensegment beinhaltet die klassischen Funktionen einer Ölmühle. Dazu zählen ausgehend von den Silobetrieben, die in diesem Segment die logistische Funktion übernehmen, die Ölsaatenverarbeitungsanlagen einschließlich der Lohnverarbeitung. In diesen Verarbeitungsanlagen werden die Saaten in einem ersten Schritt zu Rohöl verarbeitet und anschließend in weiteren Verarbeitungsschritten zu raffinierten Ölprodukten veredelt. Die entstandenen Produkte werden, wie das dabei anfallende Schrot, an die raffinatölverarbeitende Industrie sowie die Futtermittelindustrie veräußert.

Neben der klassischen Tätigkeit einer Ölmühle werden im Weiterverarbeitungssegment aus den raffinierten Ölen hochveredelte Produkte wie z. B. Biodiesel oder weiterverarbeitete Fette und Öle, hergestellt, die dann an die entsprechenden Abnehmer der jeweiligen Industriezweige veräußert werden.

Das Segmentvermögen umfasst die Summe der Aktiva vermindert um laufende und latente Steuerforderungen und zinstragende finanzielle Vermögenswerte. Segmentschulden bestehen aus Verbindlichkeiten und Rückstellungen abzüglich laufender und latenter Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. Investitionen und Abschreibungen beziehen sich auf Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer.

Die Zuordnung der Segmentvermögenswerte und der Segmentschulden erfolgt auf der Grundlage des entsprechend strukturierten Rechnungswesens.

Transaktionen zwischen den Segmenten werden zu Marktpreisen abgewickelt.

Die Umsätze mit einem bestimmten Kunden belaufen sich auf TEUR 224.723 (Vorjahr TEUR 173.132) und resultieren aus den Segmenten Ölmühle und Weiterverarbeitung.

Umsatzerlöse die einem einzigen Drittland zuzuordnen sind, belaufen sich auf TEUR 218.767 (Vorjahr TEUR 104.028).

Die Zuordnung der Umsatzerlöse auf ein Drittland, erfolgt anhand des Sitzes des jeweiligen Kunden.

Sonstige Angaben

(42) Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen nach IAS 24

Die ADM Hamburg ist über ihre Mehrheitsgesellschafterin, der ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, ein mit den zum Konzern der Archer Daniels Midland Company, Decatur, Illinois/USA (ADM Company), gehörenden Unternehmen verbundenes Unternehmen. Diese Unternehmen sowie der Vorstand und der Aufsichtsrat der ADM Hamburg Aktiengesellschaft werden als nahe stehende Unternehmen und Personen im Sinne von IAS 24 angesehen.

Der Umfang der Geschäftsbeziehungen der ADM Hamburg und ihrer Tochterunternehmen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen beschränkt sich grundsätzlich auf Warenlieferungen und Dienstleistungsverträge. Verkäufe an und Käufe von nahe stehenden Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Für Forderungen gegen oder Schulden gegenüber nahe stehenden Unternehmen bestehen keine Garantien. Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2009 nicht wertberichtigt (Vorjahr: TEUR 0). Daneben sind die ADM Hamburg und ihre Tochtergesellschaften in die europäische Finanzierungsstruktur der ADM Gruppe eingebunden.

Die Salden und Transaktionen mit den nahe stehenden Unternehmen ergeben sich wie folgt:

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  31.12.2009
TEUR
31.12.2008
TEUR
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 106.666 51.145
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 292.580 285.847
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  1.1.-31.12. 2009
TEUR
1.4.-31.12. 2008
TEUR
Umsätze 224.723 173.132
Bezogene Waren 139.948 116.165
Bezogene Leistungen 10.521 6.120
Sonstige betriebliche Erträge 1.922 0
Zinserträge 170 44
Zinsaufwendungen 5.304 6.821
Steuerumlage 1.984 -2.367
Ergebnisübernahmen -8.045 460

Davon mit der Muttergesellschaft ADM Beteiligungsgesellschaft mbH:

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  31.12.2009
TEUR
31.12.2008
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber ADM Beteiligungsgesellschaft mbH 280.563 239.129
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  1.1.-31.12. 2009
TEUR
1.4.-31.12. 2008
TEUR
Bezogene Leistungen 1.706 1.059
Zinsaufwendungen 4.418 6.139
Steuerumlage 1.984 -2.367
Ergebnisübernahmen -8.045 460

Davon mit der obersten Muttergesellschaft ADM Company, Decatur:

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  31.12.2009
TEUR
31.12.2008
TEUR
Forderungen gegenüber ADM Company, Decatur 48 320
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  1.1.-31.12. 2009
TEUR
1.4.-31.12. 2008
TEUR
Umsätze 0 6.268
Bezogene Waren 1.408 35.956
Bezogene Leistungen 928 495

Zu den Angaben zum Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf Anhangsangabe Nr. 47.

(43) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Kategorie von Finanzinstrumenten dargestellt. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt unter Verwendung der Fair Value Hierarchie nach IFRS 7, wobei das Management davon ausgeht, dass die Buchwerte den Zeitwerten entsprechen.

Klasse 1: Beizulegende Zeitwerte, die mit Hilfe von in aktiven Märkten notierten Preisen bestimmt werden.

Klasse 2: Beizulegende Zeitwerte, die mit Hilfe von Bewertungsmethoden bestimmt werden, bei denen die Inputfaktoren, die für den beizulegenden Zeitwert bedeutend sind, auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Klasse 3: Beizulegende Zeitwerte, die mit Hilfe von Bewertungsmethoden bestimmt werden, bei denen die Inputfaktoren, die für den beizulegenden Zeitwert bedeutend sind, nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die im Konzernabschluss zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Derivate gehören den folgenden Klassen an:

Klasse 1: Commodity Termingeschäfte (CBOT), Commodity Termingeschäfte (MATIF), Biodiesel PLATT's

Klasse 2: Devisentermingeschäfte, Gewinne / Verluste aus Ein / Verkaufskontrakten

Die Sonstigen Beteiligungen werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und mit den ursprünglichen Anschaffungskosten ggf. abzüglich außerplanmäßiger Abschreibungen angesetzt, da notierte Marktpreise oder beizulegende Zeitwerte nicht verfügbar sind bzw. nicht verlässlich bestimmt werden können.

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  Buchwert
in Bilanz
31.12.2009
TEUR
Fortgeführte
Anschaffungskosten
TEUR
Fair Value
erfolgswirksam
TEUR
Fair Value
31.12.2009
TEUR
Aktiva        
Sonstige Beteiligungen        
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 39 39 0 39
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen        
Kredite und Forderungen 42.442 42.442 0 42.442
Sonstige finanzielle Vermögenswerte        
Kredite und Forderungen 108.264 108.264 0 108.264
Derivative Finanzinstrumente        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 10.576 0 10.576 10.576
Zahlungsmittel        
Kredite und Forderungen 2.236 2.236 0 2.236
Finanzielle Vermögenswerte gesamt 163.557 152.981 10.576 163.557
davon: Kredite und Forderungen 152.942      
davon: Derivate ohne bilanzielle        
Sicherungsbeziehungen 10.576      
davon: Zur Veräußerung verfügbare        
finanzielle Vermögenswerte 39      
Passiva        
langfristige Verbindlichkeiten        
Finanzverbindlichkeiten        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Bankverbindlichkeiten 6.269 6.269 0 6.269
kurzfristige Verbindlichkeiten        
Finanzverbindlichkeiten        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 298.164 298.164 0 298.164
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 33.166 33.166 0 33.166
Derivative Finanzinstrumente        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 14.482 0 14.482 14.482
Finanzielle Verbindlichkeiten gesamt 352.081 337.599 14.482 352.081
davon: Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 337.599      
davon: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 14.482      
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  Buchwert
in Bilanz
31.12.2008
TEUR
Fortgeführte
Anschaffungskosten
TEUR
Fair Value
erfolgswirksam
TEUR
Fair Value
31.12.2008
TEUR
Aktiva        
Sonstige Beteiligungen        
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 39 39 0 39
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen        
Kredite und Forderungen 56.452 56.452 0 56.452
Sonstige finanzielle Vermögenswerte        
Kredite und Forderungen 53.233 53.233 0 53.233
Derivative Finanzinstrumente        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 5.521 0 5.521 5.521
Zahlungsmittel        
Kredite und Forderungen 23.400 23.400 0 23.400
Finanzielle Vermögenswerte gesamt 138.645 133.124 5.521 138.645
davon: Kredite und Forderungen 133.085      
davon: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 5.521      
davon: Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 39      
Passiva        
langfristige Verbindlichkeiten        
Finanzverbindlichkeiten        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Bankverbindlichkeiten 7.613 7.613 0 7.613
kurzfristige Verbindlichkeiten        
Finanzverbindlichkeiten        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 290.658 290.658 0 290.658
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen        
Zu fortgeführten Anschaffungskosten 45.526 45.526 0 45.526
Derivative Finanzinstrumente        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 357 0 357 357
Finanzielle Verbindlichkeiten gesamt 344.154 343.797 357 344.154
davon: Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 343.797      
davon: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehungen 357      

Die Aufwendungen, Erträge, Verluste und Gewinne aus Finanzinstrumenten lassen sich folgenden Kategorien zuordnen:

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  2009
  Kredite und
Forderungen
TEUR
Derivate ohne
bilanzielle
Sicherungs-
beziehungen
TEUR
Verbindlich-
keiten zu
fortgeführten
Anschaffungskosten
TEUR
Gesamt
TEUR
Zinserträge 220 0 0 220
Zinsaufwendungen 0 0 -6.547 -6.547
Sonstige betriebliche Erträge 0 10.576 0 10.576
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 -14.482 0 -14.482
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 0 -5.164 0 -5.164
Aufwendungen aus Wertminderungen -676 0 0 -676
Erträge aus Auflösung von Wertberichtigungen 132 0 0 132
Nettoergebnis -324 -9.070 -6.547 -15.941
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  1.4.-31.12.2008
  Kredite und
Forderungen
TEUR
Derivate ohne
bilanzielle
Sicherungs-
beziehungen
TEUR
Verbindlich-
keiten zu
fortgeführten
Anschaffungskosten
TEUR
Gesamt
TEUR
Zinserträge 505 0 0 505
Zinsaufwendungen 0 0 -7.442 -7.442
Sonstige betriebliche Erträge 0 5.521 0 5.521
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 -357 0 -357
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen 0 4.473 0 4.473
Aufwendungen aus Wertminderungen -425 0 0 -425
Erträge aus Auflösung von Wertberichtigungen 96 0 0 96
Nettoergebnis 176 9.637 -7.442 2.371

Grundsätze des Risikomanagements

Der ADM Hamburg Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen Risiken wie Währungs-, Zinsänderungs-, Kredit- und Preisrisiken ausgesetzt. Zur Sicherung des operativen Grundgeschäfts werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die Transaktionen werden ausschließlich mit marktgängigen Instrumenten durchgeführt.

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, die die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die Auswirkungen werden ermittelt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko ist definiert als das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken.

Im ADM Hamburg Konzern werden die wesentlichen Fremdwährungstransaktionen in US-Dollar abgewickelt. Wenn der Fremdwährungskurs im Verhältnis zum EURO zum 31. Dezember 2009 um 10 % höher (niedriger) wäre, hätte sich das Konzernergebnis vor Steuern um EUR 21,3 Mio (Vorjahr EUR 17,0 Mio) verringert (erhöht). Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital bestehen darüber hinaus nicht.

Zinsrisiko

Unter dem Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken.

Das Konzernergebnis vor Steuern vermindert sich bei einer möglichen Erhöhung der maßgeblichen Zinssätze um 10% bei Konstanz aller übrigen Variablen um EUR 0,5 Mio (Vorjahr EUR 0,7 Mio). Eine Verminderung der Zinssätze um 10% würde ceteris paribus zu einer entsprechenden Erhöhung des Konzernergebnisses führen. Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital bestehen darüber hinaus nicht. Bei der Berechnung der Auswirkungen der möglichen Zinssatzänderung sind grundsätzlich die Verhältnisse der Finanzierungsstruktur des ADM Hamburg Konzerns zu den Bilanzstichtagen zugrunde gelegt worden.

Kreditrisiko

Der ADM Hamburg Konzern unterliegt im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten und im operativen Bereich Kreditrisiken. Um diese Risiken weitestgehend zu reduzieren, werden im Finanzierungsbereich Geschäfte grundsätzlich nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen. Außenstände im operativen Geschäft werden kontinuierlich überwacht, möglichen Ausfällen wird durch Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Das maximale Kreditrisiko ist durch den in der Bilanz angesetzten Buchwert jedes finanziellen Vermögenswerts ersichtlich. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte betragen zum 31. Dezember 2009 EUR 150,7 Mio (Vorjahr EUR 109,7 Mio). Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Ausfallrisiken durch entsprechende Versicherungen abgedeckt.

Im ADM Hamburg Konzern bestehen wie im Vorjahr keine überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die nicht wertgemindert wurden.

Preisrisiko

Unter dem Preisrisiko wird das Risiko verstanden, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme der Commodity -Termingeschäfte aufgrund von Änderungen des Marktwertes schwankt.

Commodity -Termingeschäfte werden nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt, sondern dienen ausschließlich der Absicherung im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft.

Wenn die Forward Rates der Sicherungsgeschäfte zum 31. Dezember 2009 um 10% höher (niedriger) gewesen wären, hätte sich das Konzernergebnis vor Steuern um EUR 5,2 Mio (Vorjahr EUR 2,4 Mio) verringert (erhöht). Auswirkungen auf das Konzerneigenkapital bestehen darüber hinaus nicht.

Wenn die Preise der Ein / Verkaufskontrakten sowie der Handelsbestände zum 31. Dezember 2009 um 10% höher (niedriger) gewesen wären, hätte sich das Konzernergebnis vor Steuern um EUR 4,4 Mio erhöht bzw. um EUR 0,8 Mio verringert.

Liquiditätsrisiko

Der ADM Hamburg Konzern überwacht laufend das Risiko eines Liquiditätsengpasses unter Berücksichtigung der erwarteten Cashflows aus der Geschäftstätigkeit. Die finanziellen Verbindlichkeiten weisen die nachfolgenden Fälligkeiten unter Berücksichtigung der vertraglichen nicht abgezinsten Zahlungen auf:

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zum 31.12.2009 bis 3 Monate
TEUR
3 bis 12 Monate
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Summe
TEUR
langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 3.994 2.275 6.269
Zinsanteil 0 0 686 175 861
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 297.236 928 0 0 298.164
Zinsanteil 1.362 223 0 0 1.585
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.166 0 0 0 33.166
Derivative Finanzinstrumente 14.482 0 0 0 14.482
  346.246 1.151 4.680 2.450 354.527
zum 31.12.2008          
langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 4.687 2.925 7.612
Zinsanteil 0 0 876 289 1.165
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 290.055 603 0 0 290.658
Zinsanteil 1.282 269 0 0 1.551
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 45.526 0 0 0 45.526
Derivative Fianzinstrumente 357 0 0 0 357
  337.220 872 5.563 3.214 346.869

(44) Aufgliederung der Arbeitnehmerzahl nach Gruppen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer der einzelnen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen:

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  Gewerbliche
Arbeitnehmer
Angestellte
Arbeitnehmer
Auszubildende Gesamt
  2009 1.4.-31.12.2008
ADM Hamburg Aktiengesellschaft 127 71 0 198 28
Noblee & Thörl GmbH 0 0 0 0 121
Neuhof Hafengesellschaft m.b.H. 0 0 0 0 62
Silo Rothensee GmbH & Co. KG 167 186 30 383 350
Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG 13 2 0 15 15
ADM Research GmbH 0 17 0 17 8
Konzern 307 276 30 613 584

Die Noblee & Thörl GmbH und die Neuhof Hafengesellschaft m.b.H. wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr auf die ADM Hamburg Aktiengesellschaft verschmolzen.

(45) Angaben zu Organen der Gesellschaft

Die Hauptversammlung fasste mit Datum vom 21. November 2006 folgenden Beschluss:

"Die Angabe der Bezüge jedes einzelnen Vorstandsmitgliedes unter Namensnennung gemäß § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 sowie § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a) Satz 5 bis 9 Handelsgesetzbuch unterbleibt für die Geschäftsjahr 2006/2007 bis einschließlich 2010/2011."

Gesamtbezüge des Vorstands und Aufsichtsrats sowie ehemaliger Vorstandsmitglieder und Hinterbliebener:

Die kurzfristig fälligen Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2009 betragen TEUR 519 (Vorjahr: TEUR 188). Die Aufwendungen aus, der Zuführung zu Pensionsrückstellungen für den Vorstand belaufen sich im Geschäftsjahr 2009 auf TEUR 2 (Vorjahr: TEUR 2). Die Bezüge des Vorstands aus Aktienoptionen, die von ADM Company gewährt wurden und zum Bezug von Aktien der ADM Company berechtigen, betrugen TUSD 0/TEUR 0 (Vorjahr TUSD 0/TEUR 0).

Dem Vorstand wurden keine Aktienoptionen gewährt. Aktienoptionen ehemaliger Vorstände bestehen nicht mehr.

Die Pensionen an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sowie die Hinterbliebenen früherer Vorstandsmitglieder beliefen sich auf TEUR 545 (Vorjahr: TEUR 421). Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern bzw. ihren Hinterbliebenen beträgt zum 31. Dezember 2009 TEUR 3.727 (Vorjahr: TEUR 3.397). Dem Anwartschaftsbarwert von insgesamt TEUR 7.253 (Vorjahr: TEUR 6.971) steht ein Planvermögen von TEUR 3.526 (Vorjahr TEUR 3.574) gegenüber.

Die Aufwendungen für Vergütungen an den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2009 TEUR 8 (Vorjahr: TEUR 8).

Es bestehen keine Kredite an Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands.

(46) Aktienoptionen

Die Archer Daniels Midland Company, Decatur, Illinois/USA (ADM Company) als oberste Muttergesellschaft der ADM Hamburg hat unter dem Titel "Archer-Daniels-Midland Company 2002 Incentive Compensation Plan" ein Programm aufgelegt, unter dem Mitarbeiter des weltweiten ADM Konzerns von der ADM Company bestimmte variable Vergütungen erhalten können. Hierbei handelt es sich grundsätzlich um "Stock Options", "Stock Appreciation Rights", "Restricted Stock", "Performance Shares", "Performance Units" und "Cash-based Awards".

Die Mitarbeiter werden von ihrem Vorgesetzten für die Teilnahme an diesem Programm vorgeschlagen. Ein Rechtsanspruch besteht bis zur Zusage der Vergütungen nicht. Die Zusage erfolgt schriftlich. Insgesamt 4 Mitarbeiter der ADM Hamburg Gruppe nehmen zurzeit an diesem Programm teil und haben "Stock Options" und "Restricted Stocks" erhalten.

Die "Stock Options" berechtigen zum Bezug von Aktien der ADM Company. Der Bezugspreis der zu beziehenden Aktien entspricht dem Marktwert dieser Aktie am Tage der Zusage. Die Optionen sind in Teilbeträgen über einen Zeitraum von 5 oder 10 Jahren ausübbar. Die "Restricted Stock" betreffen ebenfalls Aktien der ADM Company. Diese werden dem Mitarbeiter kostenlos übertragen. Sie sind in vollem Umfang dividendenberechtigt und besitzen ein uneingeschränktes Stimmrecht. Für die Dauer von drei Jahren nach Gewährung können diese Aktien jedoch nicht veräußert werden.

Die Kosten für diese Vergütungen werden bei Ausübung von ADM Company an die Gesellschaften weiterbelastet, bei denen die entsprechenden Mitarbeiter beschäftigt sind. Im Geschäftsjahr 2009 erfolgten keine Weiterbelastungen durch die ADM Company (Vorjahr TEUR 0).

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht des von der ADM Company mitgeteilten Standes der gewährten Aktienoptionen:

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  2009 2008
  Anzahl Ausübungspreis
USD*
Anzahl Ausübungspreis
USD*
Zu Beginn der Berichtsperiode ausstehend 22.315 30,13 23.192 30,57
In der Berichtsperiode gewährt 5.296 28,70 9.340 26,03
In der Berichtsperiode ausgeübt 0 0,00 0 0
In der Berichtsperiode verwirkt 5.769 30,40 9.004 31,06
Zum Ende der Berichtsperiode ausstehend 21.842 29,27 22.315 30,13
Davon ausübbar: 6.581   3.735  

* durchschnittlicher gewichteter Ausübungspreis

Der Wert der in der Berichtsperiode gewährten Aktienoptionen zum Gewährungszeitpunkt beträgt USD 28,70 (Vorjahr USD 26,03). Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte dieser Optionen erfolgt durch ADM Company auf Basis des Black-Scholes Modelles zum Zeitpunkt ihrer Gewährung. Der Black-Scholes Wert der gewährten Aktienoptionen betrug USD 8,51.

Die Aktienoptionen haben zum Stichtag eine durchschnittliche Restlaufzeit von 7 Jahren (Vorjahr 7 Jahren). Die Ausübungspreise betragen USD 20,90, USD 41,81, USD 34,37, USD 26,03 bzw. USD 28,70.

Weiterhin wurden "Restricted Stocks" gewährt:

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  2009
Anzahl
1.4.-31.12.2008
Anzahl
Zu Beginn der Berichtsperiode ausstehend 6.818 5.688
In der Berichtsperiode gewährt 2.193 3.350
In der Berichtsperiode ausgeübt 324 0
In der Berichtsperiode verfallen 3.192 2.220
Zum Ende der Berichtsperiode ausstehend 5.495 6.818

Der Preis der gewährten Aktien zum Zeitpunkt der Gewährung betrug USD 28,70 (Vorjahr: USD 26,03).

(47) Organe der Gesellschaft

Vorstand:

Dr. Kai-Uwe Ostheim, Vorstand, Mies, Schweiz, Sprecher des Vorstands

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld, Vorstand, Lüneburg

Detlef Ernst Evers, Vorstand, Hamburg (ab dem 1. März 2009)

Aufsichtsrat:

Prof. Dr. Klaus-Peter Hopp, Hamburg - Vorsitzender -, Corporate Counsel Europe, ADM European Management Holding GmbH, Hamburg

Member of the Supervisory Board:

Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg, Germany

Intrade Holding GmbH, Hamburg, Germany

Alfred C. Toepfer International BV, Rotterdam, the Netherlands

Intrade-Toepfer US Holdings Inc, USA

Brent Arthur Fenton, Begnins Schweiz - stellvertretender Vorsitzender -, Managing Director European Oilseeds, Archer Daniels Midland Company, Decatur, USA

(ab dem 19. Februar 2010)

Member of the Supervisory Board:

Alfred C. Toepfer International GmbH, Hamburg, Germany

Intrade Holding GmbH, Hamburg, Germany

Alfred C. Toepfer International BV, Rotterdam, the Netherlands

ADM Szamotuly Sp. z o.o., Szamotuly, Poland

Intrade-Toepfer US Holdings Inc, USA

Joseph Daniel Taets, Schenefeld - stellvertretender Vorsitzender -, President European Crushing and Refinery Division, Archer Daniels Midland Company, Decatur, USA

(bis 31. Dezember 2009)

Thomas Schlomm, Chemikant, Börnsen (als Arbeitnehmervertreter)

(48) Mutterunternehmen gemäß § 285 Nr. 14 HGB

Die ADM Hamburg erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen.

Die ADM Hamburg wird in den Konzernabschluss der Archer Daniels Midland Company, Decatur, Illinois/USA, einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss mit Geschäftsbericht ist am Sitz der ADM Company erhältlich. Darüber hinaus wird er im Bundesanzeiger veröffentlicht.

(49) Befreiung nach §§ 264 (3) und 264b HGB

Die folgenden Tochtergesellschaften machen von den Vorschriften des § 264b HGB Gebrauch und verzichten auf eine Prüfung des Jahresabschlusses, auf die Erstellung eines Anhangs und Lageberichts sowie auf die Offenlegung des Jahresabschlusses:

Silo Rothensee GmbH & Co. KG

ADM Rothensee GmbH & Co. KG

Die Silo P. Kruse Betriebs-GmbH & Co. KG macht von den Vorschriften des § 264b HGB Gebrauch und verzichtet auf die Erstellung eines Anhangs und Lageberichts sowie auf die Offenlegung des Jahresabschlusses.

Die folgenden Tochtergesellschaften machen von den Vorschriften des § 264 (3) HGB Gebrauch und verzichten auf eine Offenlegung des Jahresabschlusses:

ADM Research GmbH

ADM Rothensee Beteiligungsgesellschaft mbH

(50) Honorierung der Abschlussprüfer

Am 21. August 2009 hat die Hauptversammlung die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2009 gewählt.

Im Geschäftsjahr 2009 hatte die ADM Hamburg Aufwendungen für Honorare des Abschlussprüfers für Zwecke der Jahres- und Konzernabschlussprüfung in Höhe von TEUR 320 (Vorjahr TEUR 339) und für sonstige Leistungen in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 0). Steuerberatungsleistungen wurden im Geschäftsjahr nicht erbracht.

(51) Corporate Governance

Der Vorstand und der Aufsichtsrat haben die Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz im Juli 2009 abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft (http://www.oelag.de/index.php3?hid=006) dauerhaft, öffentlich zugänglich gemacht.

(52) Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse von wesentlicher Bedeutung nach dem Bilanzstichtag sind nicht bekannt geworden. Zusätzlich wird auf die Ausführungen im Lagebericht zur Nachtragsberichterstattung verwiesen.

Der Konzernabschluss der ADM Hamburg zum 31. Dezember 2009 wurde am 12. April 2010 durch den Vorstand aufgestellt und zur Prüfung und Billigung an den Aufsichtsrat weitergeleitet.

Der vorliegende Konzernabschluss soll in der Aufsichtsratssitzung am 19. April 2010 vom Aufsichtsrat gebilligt und zur Veröffentlichung freigegeben werden.

 

Hamburg, den 12. April 2010

Der Vorstand

Dr. Kai-Uwe Ostheim

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld

Detlef Ernst Evers

Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009

Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns

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  Immaterielle Vermögenswerte
  EDV-Software
EUR
Geschäfts- oder Firmenwert
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten      
Stand 1. Januar 2009 948.920,43 2.365.173,17 3.314.093,60
Zugänge 97.086,38 0,00 97.086,38
Abgänge 1.863,63 0,00 1.863,63
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2009 1.044.143,18 2.365.173,17 3.409.316,35
Abschreibungen      
Stand 1. Januar 2009 805.557,70 0,00 805.557,70
Abschreibungen des Geschäftsjahres 115.194,10 0,00 115.194,10
Abgänge 1.863,63 0,00 1.863,63
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2009 918.888,17 0,00 918.888,17
Buchwerte      
31. Dezember 2009 125.255,01 2.365.173,17 2.490.428,18
31. Dezember 2008 143.362,73 2.365.173,17 2.508.535,90
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  Sachanlagen
  Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
EUR
Technische Anlagen und Maschinen
EUR
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
EUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten          
Stand 1. Januar 2009 160.137.402,65 368.345.896,24 11.933.171,38 13.562.660,22 553.979.130,49
Zugänge 19.626,26 3.976.788,88 203.555,89 5.518.602,78 9.718.573,81
Abgänge 0,00 187.938,97 68.775,12 0,00 256.714,09
Umbuchungen 1.955.949,16 10.536.918,93 328.249,60 -12.821.117,69 0,00
Stand 31. Dezember 2009 162.112.978,07 382.671.665,08 12.396.201,75 6.260.145,31 563.440.990,21
Abschreibungen          
Stand 1. Januar 2009 92.965.032,33 288.715.779,28 9.944.821,28 0,00 391.625.632,89
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.847.756,55 13.759.488,02 615.785,24 0,00 17.223.029,81
Abgänge 0,00 185.162,89 57.693,71 0,00 242.856,60
Umbuchungen 0,00 163.802,64 -163.802,64 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2009 95.812.788,88 302.453.907,05 10.339.110,17 0,00 408.605.806,10
Buchwerte          
31. Dezember 2009 66.300.189,19 80.217.758,03 2.057.091,58 6.260.145,31 154.835.184,11
31. Dezember 2008 67.172.370,32 79.630.116,96 1.988.350,10 13.562.660,22 162.353.497,60
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  At Equity bilanzierte Beteiligungen/Sonstige Beteiligungen
  Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
EUR
Sonstige Beteiligungen
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten      
Stand 1. Januar 2009 1.029.462,58 38.564,59 1.068.027,17
Zugänge 3.680,58 0,00 3.680,58
Abgänge 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2009 1.033.143,16 38.564,59 1.071.707,75
Abschreibungen      
Stand 1. Januar 2009 531.825,03 0,00 531.825,03
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00 0,00 0,00
Abgänge 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2009 531.825,03 0,00 531.825,03
Buchwerte      
31. Dezember 2009 501.318,13 38.564,59 539.882,72
31. Dezember 2008 497.637,55 38.564,59 536.202,14

Konzernabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. April 2008 bis zum 31. Dezember 2008

Entwicklung des Anlagevermögens des Konzerns

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  Immaterielle Vermögenswerte
  EDV-Software
EUR
Geschäfts- oder Firmenwert
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten      
Stand 1. April 2008 957.095,14 2.365.173,17 3.322.268,31
Zugänge 10.410,74 0,00 10.410,74
Abgänge 18.585,45 0,00 18.585,45
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2008 948.920,43 2.365.173,17 3.314.093,60
Abschreibungen      
Stand 1. April 2008 746.512,04 0,00 746.512,04
Abschreibungen des Geschäftsjahres 77.631,11 0,00 77.631,11
Abgänge 18.585,45 0,00 18.585,45
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2008 805.557,70 0,00 805.557,70
Buchwerte      
31. Dezember 2008 143.362,73 2.365.173,17 2.508.535,90
31. März 2008 210.583,10 2.365.173,17 2.575.756,27
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  Sachanlagen
  Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
EUR
Technische Anlagen und Maschinen
EUR
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
EUR
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten          
Stand 1. April 2008 159.529.517,19 358.785.857,98 11.773.964,67 12.653.520,54 542.742.860,38
Zugänge 409.417,03 1.921.098,10 213.591,11 9.375.308,75 11.919.414,99
Abgänge 34.721,29 581.748,85 66.674,74 0,00 683.144,88
Umbuchungen 233.189,72 8.220.689,01 12.290,34 -8.466.169,07 0,00
Stand 31. Dezember 2008 160.137.402,65 368.345.896,24 11.933.171,38 13.562.660,22 553.979.130,49
Abschreibungen          
Stand 1. April 2008 90.876.945,50 279.012.109,37 9.684.002,24 0,00 379.573.057,11
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.114.479,35 10.263.796,84 327.438,40 0,00 12.705.714,59
Abgänge 26.392,52 560.126,93 66.619,36 0,00 653.138,81
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2008 92.965.032,33 288.715.779,28 9.944.821,28 0,00 391.625.632,89
Buchwerte          
31. Dezember 2008 67.172.370,32 79.630.116,96 1.988.350,10 13.562.660,22 162.353.497,60
31. März 2008 68.652.571,69 79.773.748,61 2.089.962,43 12.653.520,54 163.169.803,27
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  At Equity bilanzierte Beteiligungen/Sonstige Beteiligungen
  Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
EUR
Sonstige Beteiligungen
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten      
Stand 1. April 2008 1.021.329,02 38.564,59 1.059.893,61
Zugänge 8.133,56 0,00 8.133,56
Abgänge 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2008 1.029.462,58 38.564,59 1.068.027,17
Abschreibungen      
Stand 1. April 2008 531.825,03 0,00 531.825,03
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0,00 0,00 0,00
Abgänge 0,00 0,00 0,00
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00
Stand 31. Dezember 2008 531.825,03 0,00 531.825,03
Buchwerte      
31. Dezember 2008 497.637,55 38.564,59 536.202,14
31. März 2008 489.503,99 38.564,59 528.068,58

Segmentberichterstattung zum 31. Dezember 2009

Primäre Segmentberichterstattung

Konzern

scroll
  Ölmühle Weiterbearbeitung
  2009
TEUR
2008
TEUR
2009
TEUR
2008
TEUR
Umsatzerlöse mit Dritten 313.105 229.138 777.476 609.341
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsergebnis 7.772 5.439 11.086 4.823
Abschreibungen auf Sach- und Finanzanlagen 8.616 7.533 8.722 5.250
Investitionen (ohne Finanzanlagen) 4.604 7.419 5.212 4.511
Zinserträge 93 208 5 792
Nicht zuordenbare Zinserträge        
Gesamtsumme Zinsertrag        
Zinsaufwendungen 1.135 3.882 1.707 3.454
Nicht zuordenbare Zinsaufwendungen        
Gesamtsumme Zinsaufwand        
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 439 413 174 171
Segmentvermögen 211.505 202.188 153.671 185.860
At equity bewertete Beteiligungen 501 498 0 0
Nicht zuordenbares Vermögen        
Gesamtsumme Vermögenswerte        
Segmentschulden 18.843 19.222 51.566 46.917
Nicht zuordenbare Schulden        
Gesamtsumme Schulden        
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  Eliminierungen KONZERN
  2009
TEUR
2008
TEUR
2009
TEUR
2008
TEUR
Umsatzerlöse mit Dritten -8.500 -5.817 1.082.081 832.662
Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsergebnis     18.858 10.262
Abschreibungen auf Sach- und Finanzanlagen     17.338 12.783
Investitionen (ohne Finanzanlagen)     9.816 11.930
Zinserträge     98 1.000
Nicht zuordenbare Zinserträge     2.098 8.328
Gesamtsumme Zinsertrag -1.976 -8.823 220 505
Zinsaufwendungen     2.842 7.336
Nicht zuordenbare Zinsaufwendungen     5.681 8.929
Gesamtsumme Zinsaufwand -1.976 -8.823 6.547 7.442
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt     613 584
Segmentvermögen     365.176 388.048
At equity bewertete Beteiligungen     501 498
Nicht zuordenbares Vermögen     129.801 89.138
Gesamtsumme Vermögenswerte     495.478 477.722
Segmentschulden     70.409 66.139
Nicht zuordenbare Schulden     351.848 354.122
Gesamtsumme Schulden     422.257 420.261

Segmentberichterstattung zum 31. Dezember 2009

Sekundäre Segmentberichterstattung

Konzern

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  2009
TEUR
2008
TEUR
Umsatzerlöse Inland 475.215 715.689
Umsatzerlöse Ausland 606.866 116.973
Davon: Schweiz 218.767 104.028
Vermögen Inland 495.478 477.722
Vermögen Ausland 0 0
Investitionen Inland 9.816 11.930
Investitionen Ausland 0 0

Rückstellungsspiegel

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2009

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  Stand
1.4.2008
EUR
Verbrauch
EUR
Auflösungen
EUR
Zuführungen
EUR
Stand
31.12.2008
EUR
Sonstige Rückstellungen          
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 0,00 0,00 0,00 2.460.000,00 2.460.000,00
Gesamt kurzfristige Rückstellungen 0,00 0,00 0,00 2.460.000,00 2.460.000,00
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  Stand
1.1.2009
EUR
Verbrauch
EUR
Auflösungen
EUR
Zuführungen
EUR
Stand
31.12.2009
EUR
Sonstige Rückstellungen          
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften 2.460.000,00 2.460.000,00 0,00 0,00 0,00
Gesamt kurzfristige Rückstellungen 2.460.000,00 2.460.000,00 0,00 0,00 0,00

Bestätigungsvermerk

Wir haben den von der ADM Hamburg Aktiengesellschaft, Hamburg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns und Konzern-Anhang - und den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Hamburg, 16. April 2010

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Nissen-Schmidt , Wirtschaftsprüferin

Rißler, Wirtschaftsprüfer

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Hamburg, den 12. April 2010

Der Vorstand

Dr. Kai-Uwe Ostheim

Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld

Detlef Ernst Evers

Bericht des Aufsichtsrates

Überwachung der Geschäftsführung

Das Geschäftsjahr 2009 war entscheidend geprägt von anstehenden Veränderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, wie z.B. der Biokraftstoffverordnung sowie von Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und ihrer Beteiligungen. Die vorgenannten Prozesse hat der Aufsichtsrat aktiv durch Beratungen und Diskussionen mit dem Vorstand begleitet. Dabei hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung auf der Grundlage von Vorstandsberichten und gemeinsamen Sitzungen laufend überwacht. Die seiner Zustimmung bedürfenden Geschäfte hat er überprüft und jeweils mit dem Vorstand besprochen.

Aufsichtsratszusammensetzung

Dem aus insgesamt zwei Vertretern der Aktionäre und einem Vertreter der Arbeitnehmer bestehenden Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2009 an:

a) Prof. Dr. Klaus-Peter Hopp (Aufsichtsratsvorsitzender),

b) Joseph Daniel Taets (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender),

c) Thomas Schlomm (Arbeitnehmervertreter).

Der Aufsichtsrat hat angesichts seiner auf drei Mitglieder beschränkten Größe keine Ausschüsse gebildet.

Sitzungen des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2009 in insgesamt 4 Sitzungen - am 22. April, 22. Juni, 21. August und 10. November 2009 über die laufende Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung, über die Budgetplanung, die strategischen Ziele, das Risikomanagement sowie alle organisatorischen und personellen Veränderungen einschließlich aller weiteren Vorgänge von wesentlicher Bedeutung umfassend unterrichten lassen. Darüber hinaus hat der Vorstand laufend durch detaillierte Berichte über prägende Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns informiert. Im Übrigen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in ständigem, engem Kontakt zum Vorstand, der ihn über aktuelle Geschäftsvorgänge umfassend unterrichtete und mit dem regelmäßig Gespräche über wesentliche strategische und geschäftspolitische Fragen der Gesellschaft und des Konzerns geführt wurden. Soweit der Aufgabenkreis des Vorstands bzw. das Zusammenwirken der Organe betroffen war, hat der Vorstand an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen.

Ein wesentliches Thema der Aufsichtsratssitzungen des Geschäftsjahres 2009 war die Diskussion zum Bereich des Energiesteuerrechts und den sich daraus ergebenden geschäftlichen Auswirkungen auf das Unternehmen.

Des weiteren beschäftigte sich der Aufsichtsrat intensiv mit den Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und ihrer Beteiligungen. Insbesondere wurden unterschiedliche Struktur- und Implementationsmodelle sowie Handlungsoptionen gemeinsam mit dem Vorstand beraten.

Corporate Governance

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in dem Anhang des Konzernabschlusses, abgedruckt in diesem Geschäftsbericht, ausgewiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Juli 2009 die jährliche Entsprechenserklärung zum deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und diese dauerhaft zur Verfügung gestellt.

Rechnungslegung

Als Abschlussprüfer wurde von der Hauptversammlung der Gesellschaft die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Hamburg, gewählt. Der Aufsichtsrat hat daraufhin den Prüfungsauftrag erteilt. Der Abschlussprüfer hat den Jahresabschluss der ADM Hamburg Aktiengesellschaft und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 sowie den zusammengefaßten Lage- und Konzernlagebericht geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Außerdem hat er das bei der ADM Hamburg Aktiengesellschaft bestehende Risikofrüherkennungssystem nach § 317 Abs. 4 HGB geprüft und als Ergebnis dieser Prüfung festgestellt, dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 AktG geforderten Maßnahmen, insbesondere zur Einrichtung eines Überwachungssystems, in geeigneter Weise getroffen hat, und dass das Überwachungssystem geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Am 19.04.2010 fand die Bilanzaufsichtsratssitzung statt. Die entsprechenden Vorlagen und Prüfungsberichte wurden den Aufsichtsratsmitgliedern im Vorfeld dieser Sitzung ausgehändigt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, berichtete über den Verlauf der Prüfung und die Prüfungsergebnisse und stand für die Beantwortung von Fragen sowie zur Diskussion der Unterlagen zur Verfügung.

Das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat hat nach eigenen Prüfungen von Jahresabschluss, Konzernabschluss sowie zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht der Gesellschaft keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist. Der Aufsichtsrat hat auch den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss gebilligt.

Der Aufsichtsrat hat durch Beschluss vom [16.02.2009] Herrn Detlef Ernst Evers mit Wirkung zum [1. März 2009] zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der ADM Hamburg Aktiengesellschaft bestellt. Herr Detlef Ernst Evers ergänzt als drittes Mitglied den bisher aus dem Vorsitzenden Herrn Dr. Kai-Uwe Ostheim und Frau Jaana Karola Kleinschmit von Lengefeld bestehenden Vorstand.

Danksagung

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei den Vorstandsmitgliedern, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft und den Betriebsräten für das große Engagement, für ihren tatkräftigen Einsatz im Interesse des Unternehmens sowie für die im Geschäftsjahr 2009 erzielten Erfolge.

 

Hamburg, 30 April 2010

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Klaus-Peter Hopp, Vorsitzender