Deutsche Balaton Aktiengesellschaft

Heidelberg

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Konzernbilanz

Aktiva

Anhang 31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte (20) 27.465 34.529
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (20) 9.575 10.805
Sachanlagen (20) 22.642 31.535
Biologische Vermögenswerte (21) 0 0
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen (22) 28.760 24.645
Andere lgfr. Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte (23) 429.496 402.906
Sonstige lgfr. Vermögenswerte (24) 1.909 1.791
Latente Steueransprüche (25) 1.530 1.318
521.377 507.529
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (26) 760 3.396
Fertigungsaufträge (PoC) (27) 300 53
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (27) 23.909 25.591
Laufende Steuererstattungsansprüche (25) 1.488 1.767
Sonstige Vermögenswerte (28) 11.365 4.372
Andere kfr. Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte (23) 113.671 54.939
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (29) 55.263 101.229
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (41) 18.549 4.511
225.304 195.859
746.681 703.388

Passiva

EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital (30) 105 105
Kapitalrücklage (30) 58.857 58.857
Eigene Anteile (30) -176 -176
Übrige Rücklagen (30) -1.275 -1.348
Gewinnrücklage (30) 373.127 336.963
Eigenkapitalanteil der Anteilseigner des Mutterunternehmens 430.638 394.401
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter (31) 156.746 154.664
587.384 549.065
Langfristige Schulden
Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestelltes Kapital (32) 231 122
Leistungen an Arbeitnehmer (33) 4.799 5.203
Langfristige Finanzielle Schulden (32) 29.919 38.746
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (32) 414 452
Latente Steuerschulden (25) 5.164 9.305
40.526 53.828
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Finanzielle Schulden (34) 80.595 65.157
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (35) 3.532 3.198
Laufende Steuerschulden (25) 5.649 5.073
Passive Rechnungsabgrenzung (36) 536 67
Vertragsverbindlichkeiten (37) 9.055 9.384
Sonstige Schulden (38) 13.071 14.903
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (41) 6.334 2.713
118.771 100.495
746.681 703.388

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis zum 31. Dezember 2021

Fortzuführende Geschäftsbereiche Anhang 01.01. - 31.12. 2021
TEUR
01.01. - 31.12. 2020
TEUR
Umsatzerlöse (7) 107.830 97.743
Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen (8) 941 109
Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten (9) 22.100 136.623
Sonstige betriebliche Erträge (10) 10.424 6.787
Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen (11) -18.717 -15.102
Zuwendungen an Arbeitnehmer (12) -57.194 -54.990
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (13) -11.924 -14.672
Sonstige betriebliche Aufwendungen (14) -23.744 -20.617
Finanzerträge (15) 3.462 18.977
Finanzierungsaufwendungen (16) -1.912 -2.878
Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (17) -2.044 227
Ergebnis vor Ertragsteuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 29.222 152.207
Ertragsteuern (18) -2.528 -10.622
Ergebnis nach Ertragsteuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen 26.694 141.585
Aufgegebene Geschäftsbereiche
Ergebnis vor Ertragsteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 3.622 44
Ertragsteuern (18) 0 -855
Ergebnis nach Ertragsteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich (42) 3.622 -811
Periodenergebnis 30.316 140.774
Zurechnung des Ergebnisses der Periode aus fortzuführenden Geschäftsbereichen:
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne 31.496 119.000
Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen -4.802 22.585
Zurechnung des Ergebnisses der Periode aus aufgegebenem Geschäftsbereich:
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne 3.606 -1.468
Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen 16 657
Periodenergebnis 30.316 140.774
Ergebnis je Aktie
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) (46) 335,36 1.121,96
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 335,36 1.121,96
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) (46) 300,91 1.135,97
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 300,91 1.135,97
Periodenergebnis 30.316 140.774
Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne / Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen 260 -3
Ertragsteuern -51 16
Posten, die nicht in den Gewinn und Verlust umgegliedert werden 209 13
Währungsumrechnungsdifferenz 246 -566
Unrealisierte Veränderung 246 -566
Ergebniswirksame Reklassifizierung 0 0
Ertragsteuern 0 0
Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden 246 -566
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen 455 -553
Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Summe Comprehensive Income) (19) 30.771 140.221
Anteil der Gesellschafter der Deutsche Balaton AG 35.175 116.675
Anteile ohne beherrschenden Einfluss -4.404 23.545

Deutsche Balaton Aktiengesellschaft - Konzern-Jahresfinanzbericht zum 31.12.2021
Konzern-Kapitalflussrechnung

01.01.2020 -31.12.2021
TEUR
01.01.2019 -31.12.2020
TEUR
1. Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne 35.102 117.532
Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen -4.786 23.242
Finanzerträge -3.519 -9.822
Finanzierungsaufwendungen 2.370 4.267
Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten (inklusive Dividenden) -22.100 -136.631
Abschreibungen (+) / Zuschreibungen (-) auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien 11.101 16.008
Gewinn (-) aus Abgang von Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien -39 -54
Ergebnis durch Abgang von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen -1.424 -2.709
Ergebnis aus dem Abgang/Zugang vollkonsolidierter Unternehmen -6.254 -8.475
Sonstige nicht zahlungswirksame Ergebnisanteile 1.389 -283
Erhaltene Finanzerträge 1.213 8.276
Gezahlte Finanzierungsaufwendungen -2.067 -3.333
Erhaltene Dividendenerträge 1.773 1.472
Laufende Steuern 6.037 7.343
Latente Steuern -3.508 4.134
Gezahlte (-) / Erhaltene Ertragsteuern (+) -5.138 -2.296
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten 0 128
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -44.884 10.920
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 469 -11.461
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit -34.264 18.258
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 190 120
Auszahlungen für die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -4.754 -5.292
Einzahlungen aus Abgängen von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, andere finanziellen Vermögenswerten 116.716 189.063
Auszahlungen für die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen, anderer langfristiger Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten -144.397 -158.483
Einzahlungen für Unternehmensverkäufe abzüglich abgegangene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.521 7.441
Auszahlungen für Unternehmenserwerbe abzüglich erworbene Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -200 60.035
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -25.924 92.884
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus langfristigen Finanzschulden/Darlehen 205 10.974
Tilgung von langfristigen Finanzschulden/Darlehen -21 -6.006
Ein (+) / Auszahlungen (-) von übrigen Finanzschulden/Darlehen 6.405 -48.363
Einzahlungen von/ Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter 10.241 -4.701
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 16.830 -48.096
4. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Zwischensummen 1. - 3.) -43.358 63.046
Veränderungen der Zahlungsmittel aus Wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingten Änderungen -41 77
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 102.196 39.073
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode ** 58.797 102.196

* Vorjahresangaben nur eingeschränkt vergleichbar (zu weiteren Erläuterungen siehe Tz. 41)

Deutsche Balaton AG
Konzern-Eigenkapitalspiegel

Mutterunternehmen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Eigene Anteile
Stammaktien
TEUR
TEUR TEUR
Stand 1. Januar 2020 116 58.846 -15.245
Ergebnisneutrale Veränderung aus Währungsumrechnung 0 0 0
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 39 0 0 0
latente Steuern auf ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 0 0 0
Ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 0 0 0
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 28 0 0 0
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge 0 0 0
Konzern-Periodenergebnis 0 0 0
Summe Periodenergebnis und direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 0 0 0
Veränderungen im Konsolidierungskreis
- Zu- und Verkauf von Anteilen von Tochterunternehmen 0 0 0
Veränderung aus Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung von Tochterunternehmen 0 0 0
Kapitalherabsetzung 0 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0 -176
Einzug eigener Aktien -12 12 15.245
Anteil an Ausschüttungen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2020 105 58.857 -176
Stand 1. Januar 2021 105 58.857 -176
Ergebnisneutrale Veränderung aus Währungsumrechnung 0 0 0
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 39 0 0 0
latente Steuern auf ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 0 0 0
Ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 0 0 0
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge 0 0 0
Konzern-Periodenergebnis 0 0 0
Summe Periodenergebnis und direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 0 0 0
Veränderungen im Konsolidierungskreis
- Zu- und Verkauf von Anteilen von Tochterunternehmen 0 0 0
Veränderung aus Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung von Tochterunternehmen 0 0 0
Kapitalherabsetzung 0 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0 0
Anteil an Ausschüttungen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2021 105 58.857 -176
Mutterunternehmen
Übrige Rücklagen
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
TEUR
Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen
TEUR
Stand 1. Januar 2020 -1.354 113
Ergebnisneutrale Veränderung aus Währungsumrechnung 0 -618
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 39 0 0
latente Steuern auf ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen -302 0
Ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 813 0
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 28 0 0
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge 511 -618
Konzern-Periodenergebnis 0 0
Summe Periodenergebnis und direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 511 -618
Veränderungen im Konsolidierungskreis
- Zu- und Verkauf von Anteilen von Tochterunternehmen 0 0
Veränderung aus Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung von Tochterunternehmen 0 0
Kapitalherabsetzung 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0
Einzug eigener Aktien 0 0
Anteil an Ausschüttungen 0 0
Stand 31. Dezember 2020 -844 -505
Stand 1. Januar 2021 -844 -505
Ergebnisneutrale Veränderung aus Währungsumrechnung 0 -81
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 39 0 0
latente Steuern auf ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen -51 0
Ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 206 0
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge 154 -81
Konzern-Periodenergebnis 0 0
Summe Periodenergebnis und direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 154 -81
Veränderungen im Konsolidierungskreis
- Zu- und Verkauf von Anteilen von Tochterunternehmen 0 0
Veränderung aus Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung von Tochterunternehmen 0 0
Kapitalherabsetzung 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0
Anteil an Ausschüttungen 0 0
Stand 31. Dezember 2021 -689 -586
Mutterunternehmen Konzern
Gewinnrücklage
TEUR
Eigenkapitalanteil der Anteilseigner des Mutterunternehmens
TEUR
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
TEUR
Summe Eigenkapital
TEUR
Stand 1. Januar 2020 237.240 279.717 71.555 351.272
Ergebnisneutrale Veränderung aus Währungsumrechnung 0 -618 51 -566
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 39 0 0 0 0
latente Steuern auf ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 319 17 0 17
Ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen -1.069 -256 252 -4
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 28 0 0 0 0
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge -750 -857 303 -553
Konzern-Periodenergebnis 117.532 117.532 23.242 140.774
Summe Periodenergebnis und direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 116.782 116.675 23.545 140.221
Veränderungen im Konsolidierungskreis
- Zu- und Verkauf von Anteilen von Tochterunternehmen -1.815 -1.815 59.563 57.748
Veränderung aus Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung von Tochterunternehmen 0 0 0 0
Kapitalherabsetzung 0 0 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 -176 0 -176
Einzug eigener Aktien -15.245 0 0 0
Anteil an Ausschüttungen 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2020 336.963 394.401 154.664 549.065
Stand 1. Januar 2021 336.963 394.401 154.664 549.065
Ergebnisneutrale Veränderung aus Währungsumrechnung 0 -81 327 246
Ergebnisneutrale Veränderungen nach IAS 39 0 0 0 0
latente Steuern auf ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 0 -51 0 -51
Ergebnisneutrale Veränderungen aus versicherungsmathematischen Gründen 0 206 55 261
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge 0 73 382 455
Konzern-Periodenergebnis 35.102 35.102 -4.786 30.316
Summe Periodenergebnis und direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 35.102 35.175 -4.404 30.771
Veränderungen im Konsolidierungskreis
- Zu- und Verkauf von Anteilen von Tochterunternehmen 1.062 1.062 6.486 7.548
Veränderung aus Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung von Tochterunternehmen 0 0 0 0
Kapitalherabsetzung 0 0 0 0
Erwerb eigener Aktien 0 0 0 0
Anteil an Ausschüttungen 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2021 373.127 430.638 156.746 587.384

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021

Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg

Allgemeine Angaben

1. Geschäftstätigkeit des Konzerns

Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg, (im Folgenden auch „Deutsche Balaton AG“ oder „Deutsche Balaton“ genannt) ist ein Investmentspezialist mit dem Fokus auf Beteiligungen an Unternehmen. Die Gesellschaft ist bei der Auswahl ihrer Investitionen in Unternehmen weder auf Branchen, Bereiche noch auf Regionen festgelegt. Daneben investiert der Konzern in Immobilien, Schiffe und sonstige Anlagen.

Ziel ist es, durch einen kurz- und langfristigen Vermögensaufbau eine angemessene Kapitalverzinsung für unsere Aktionäre zu erwirtschaften. Die Erträge werden überwiegend durch Wertsteigerungen bei den Investments und mit den Ergebnissen der operativen Gesellschaften erzielt.

Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in 69120 Heidelberg, Deutschland, Ziegelhäuser Landstraße 1, und wird zum Bilanzstichtag im Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 338172 geführt. Die Tochtergesellschaften sind überwiegend in Europa, aber auch in Afrika, den USA, Indien und Kanada ansässig.

2. Grundlagen des Konzernabschlusses

Übereinstimmungserklärung

Der Konzernabschluss der Deutsche Balaton AG wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei werden die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften beachtet.

Der Vorstand der Deutsche Balaton AG hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 am 24. Juni 2022 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Die Billigung des Konzernabschlusses erfolgt voraussichtlich auf der bilanzfeststellenden Sitzung des Aufsichtsrats am 29. Juni 2022. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss der Gesellschaft zu prüfen und durch seine Billigung zu bestätigen.

Funktionale Währung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Dies entspricht der funktionalen Währung der Deutsche Balaton AG. Soweit nichts anderes vermerkt ist, werden alle Beträge auf volle Tausend Euro kaufmännisch gerundet angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Verwendung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Ermessensentscheidungen

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses nach den Vorschriften der IFRS muss der Vorstand Schätzungen und Ermessensentscheidungen vornehmen und Annahmen treffen, die die ausgewiesenen Beträge der Aktiva und Passiva und die Angabe bedingter Beträge am Tag des Konzernabschlusses sowie die ausgewiesenen Ertrags- und Aufwandsbeträge während des Berichtszeitraums betreffen. Die später tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Es liegt im Rahmen des Möglichen, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres von den Annahmen abgewichen wird, sodass eine Anpassung der Buchwerte von Vermögensgegenständen und Schulden erforderlich sein könnte.

Schätzungen und deren zugrunde liegende Annahmen werden fortlaufend geprüft. Veränderungen an rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Berichtsperiode gebucht, in der die Änderungen vorgenommen wurden sowie in den nachfolgenden Berichtsperioden.

Wesentliche zukunftsbezogene Annahmen sowie Art und Buchwerte von Vermögenswerten, bei denen Schätzungsrisiken bestehen, sind in der Ermessensausübung des Vorstands erfolgt.

Folgende Bilanzposten bzw. Sachverhalte beinhalten wesentliche Annahmen und Schätzungsunsicherheiten sowie Ermessensausübungen:

Wesentliche Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Informationen über Annahmen und Schätzungsunsicherheiten, durch die ein Risiko entstehen kann, sodass innerhalb des am 31. Dezember 2021 endenden Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung erforderlich wird, sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten:

Angabe Tz. 4: Erwerb von Tochterunternehmen: Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte im Rahmen von Kaufpreisallokationen.

Angabe Tz. 7: Umsatzerlöse: Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt insbesondere für das Segment „Beta Systems“ entsprechend dem prinzipienbasierten fünfstufigen Modell gemäß IFRS 15. Zu einer Erfassung von Umsatzerlösen kommt es nur, wenn es eine formfreie vertragliche Grundlage mit wirtschaftlicher Substanz gibt, welche Rechte und Pflichten der Vertragsparteien regelt und der Erhalt der wirtschaftlichen Gegenleistung wahrscheinlich ist.

Angabe Tz. 18: Ertragsteuern: Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerlicher Vorschriften und Änderungen des Steuerrechts. Latente Steueransprüche werden nur angesetzt, wenn wahrscheinlich ist, dass hierfür zukünftig zu versteuerndes Einkommen für die tatsächliche Nutzung der Verlustvorträge verfügbar sein wird, mindestens aber in Höhe der passiven latenten Steuern. Die Gesellschaft trifft Annahmen und Ermessensentscheidungen hinsichtlich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des zu versteuernden Einkommens.

Angabe Tz. 20: Wertminderungstests/Firmenwerte: Wesentliche Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrages zugrunde gelegen haben. Die Bewertung eines Firmenwerts basiert unter anderem auf der erwarteten zukünftigen Geschäftsentwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten. Die Gesellschaft trifft Annahmen bei der Prognose der zukünftigen Geschäftsentwicklung, wie z.B. die erwartete Entwicklung des Marktes.

Angabe Tz. 20: Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen: Bestimmung der Nutzungsdauer sowie der Werthaltigkeit.

Angabe Tz. 22: Bestimmung der Werthaltigkeit der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen.

Angabe Tz. 23: Wertberichtigungen von Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten: Die Gesellschaft trifft Annahmen zur zukünftigen Zahlungsfähigkeit der Schuldner, um die Höhe der gegebenenfalls notwendigen Wertberichtigungen oder endgültigen Abschreibungen von finanziellen Vermögenswerten zu bestimmen.

Angabe Tz 23: Wesentliche Annahmen bei der Fair Value Bewertung nicht börsennotierter Finanzanlagen.

Angabe Tz. 25: Ansatz aktiver latenter Steuern: Verfügbarkeit künftig zu versteuernder Ergebnisse, gegen die steuerliche Verlustvorträge verwendet werden können.

Angabe Tz. 32, Tz. 34 und Tz. 39: Wesentliche Annahmen zu den lang- und kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten hinsichtlich der Bestimmung der Laufzeiten unter Berücksichtigung von Verlängerungsoptionen bzw. Kündigungsoptionen sowie der Diskontierungszinssätze.

Angabe Tz. 33: Bewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen: Wesentliche versicherungsmathematische Annahmen z.B. zum Abzinsungssatz, dem Pensionseintrittsalter, der Sterblichkeitsrate und zukünftige Rentensteigerungen.

Angabe Tz. 38 und Tz. 40: Ansatz und Bewertung von Rückstellungen sowie Eventualforderungen und -verbindlichkeiten: Wesentliche Annahmen über die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Nutzenzu- oder –abflusses.

Ermessensentscheidungen

Informationen über Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden, die die im Konzernabschluss erfassten Beträge am wesentlichsten beeinflussen, sind in den nachstehenden Anhangangaben enthalten:

Angabe Tz. 4: Konsolidierung: Bestimmung, ob Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt

3. Angewandte IFRS-Vorschriften

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde auf Grundlage aller für das Geschäftsjahr 2021 verbindlichen Standards und Interpretationen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt.

Die Änderungen bestehender IAS sowie neuer IFRS- und IFRIC-Interpretationen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, wurden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses beachtet.

Im Geschäftsjahr 2021 erstmals verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Im Geschäftsjahr 2021 fanden die folgenden Rechnungslegungsstandards und Interpretationen erstmals Anwendung:

Norm Bezeichnung Auswirkungen auf Vermögens-, Finanz-, Ertragslage oder das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 Reform von Referenzzinssätzen (Phase 2) unwesentlich
IFRS 16 Coronabedingte Mietzugeständnisse über den 30. Juni 2021 hinaus unwesentlich
IFRS 4 Verlängerung der vorübergehenden Ausnahme von der Anwendung von IFRS 9 keine

Veröffentlichte Standards und Interpretationen, die noch nicht angewandt werden

Auf die freiwillige vorzeitige Anwendung von nachfolgend angeführten Standards oder Interpretationen, die zum 31. Dezember 2021 nicht verpflichtend anzuwenden sind, wurde verzichtet. Die Auswirkungen für einzelne Standards sind aufgrund fehlender Informationen nicht immer verlässlich abschätzbar. Eine erstmalige Anwendung erfolgt grundsätzlich zum Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung.

Folgende Standards und Interpretationen, deren Anwendung bislang nicht verpflichtend ist, werden im vorliegenden Abschluss noch nicht angewandt:

Norm Bezeichnung Verpflichtend für Geschäftsjahre beginnend ab Anwendung geplant ab Mögliche Auswirkungen auf künftige Abschlüsse
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 01.01.2023 keine
Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 * Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture sowie Consolidation Exception unbestimmt unbestimmt unbestimmt
Änderungen an IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ * Klarstellung der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig 01.01.2023 01.01.2023 unwesentlich
Änderungen an IFRS 3 Verweis auf das Rahmenkonzept 01.01.2022 01.01.2022 unwesentlich
Änderungen an IAS 16 Erträge vor Erreichen des betriebsbereiten Zustands 01.01.2022 01.01.2022 unwesentlich
Änderungen an IAS 37 Umfang der Erfüllungskosten bei belasteten Verträgen 01.01.2022 01.01.2022 unwesentlich
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2018 - 2020 01.01.2022 01.01.2022 unwesentlich
Änderungen an IAS 1 und am IFRS-Leitliniendokument 2 * Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 01.01.2023 01.01.2023 unwesentlich
Änderung an IAS 8 * Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 01.01.2023 01.01.2023 unwesentlich
Änderungen an IAS 12 * Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer eigenen Transaktion entstehen 01.01.2023 01.01.2023 unwesentlich

* Diese Standards wurden zum 31. Dezember 2021 noch nicht von der EU übernommen.

4. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden neben der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft als Muttergesellschaft die Gesellschaften durch Vollkonsolidierung einbezogen, bei denen die Muttergesellschaft die Möglichkeit hat, beherrschenden Einfluss (Control-Verhältnis) im Sinne des IFRS 10 auszuüben. Beherrschung (Control) besteht dann und nur dann, wenn ein Investor über die Entscheidungsmacht verfügt, variablen Rückflüssen ausgesetzt ist oder ihm Rechte bezüglich der Rückflüsse zustehen und er infolge der Entscheidungsmacht in der Lage ist, die Höhe der variablen Rückflüsse zu beeinflussen. Die Existenz und Auswirkung von substanziellen potenziellen Stimmrechten, die gegenwärtig ausgeübt oder umgewandelt werden können, einschließlich von anderen Konzernunternehmen gehaltener potenzieller Stimmrechte, werden bei der Beurteilung, ob ein Unternehmen beherrscht wird, berücksichtigt. Die Einbeziehung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem das Control-Verhältnis vorliegt. Soweit Anteile von Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung sind, werden sie nicht einbezogen.

Im Einzelnen werden folgende Gesellschaften in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 einbezogen:

Name der Gesellschaft Sitz Kapitalanteil
2invest AG (bis 25.03.2021 firmierend unter 4basebio AG) Heidelberg 41%
4basebio Verwaltungs GmbH i.L. Heidelberg 100%
4basebio plc (bis 28.07.2021 firmierend unter 4basebio UK Societas) Cambridge (GB) 45%
4basebio UK Ltd Cambridge (GB) 100%
4basebio Discovery Limited Cambridge (GB) 100%
4basebio S.L.U. Madrid (ES) 100%
ABC Beteiligungen AG (zum 06.12.2021 verschmolzen auf die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft) Heidelberg 100%
AEE Gold AG (bis 07.01.21 firmierend unter AEE Ahaus-Enscheder AG) Ahaus 92%
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft Heidelberg 99%
Alpha Cleantec AG Zug (CH) 100%
Altech Advanced Materials AG Frankfurt am Main 42%
Balaton Agro Invest AG Heidelberg 100%
Balaton Agro Investment plc Addis Ababa (ET) 99,78%
BALATON ESTATE Ltd Kigali (RW) 100%
BCT bio cleantec AG Heidelberg 100%
Beta Systems Software AG Berlin 72%
Beta Systems DCI Software AG Berlin 100%
AUCONET GmbH Berlin 100%
ASDIS Solutions GmbH Berlin 100%
AUCONET Austria GmbH Wien (AT) 100%
Beta Systems IT Operations GmbH Berlin 50%
HORIZONT Software GmbH München 100%
HORIZONT IT Services CZ s.r.o. Budweis (CZ) 100%
SI Software Innovation GmbH (zum 13.04.2021 verschmolzen auf die Beta Systems DCI Software AG) Neustadt an der Weinstraße 100%
Beta Systems IAM Software AG Berlin 100%
Beta Systems IT Operations GmbH Berlin 50%
Beta Systems EDV-Software Ges.m.b.H Wien (AT) 100%
Beta Systems Software AG Kloten (CH) 100%
Beta Systems Software Espana SL Madrid (ES) 100%
Beta Systems Software France SARL Ivry-sur-Seine (FR) 100%
Beta Systems Software Ltd. Chobham (GB) 100%
Beta Systems Software of North America, Inc. McLean (US) 100%
Beta Systems Software of Canada Inc. Calgary (CA) 100%
Beta Systems Software SPRL Louvaine-la-Neuve (BE) 100%
Beta Systems Software SRL Bollate (IT) 100%
Betann Systems AB Stockholm (SE) 100%
Categis GmbH Berlin 100%
Categis Software Private Ltd. Bangalore (IN) 99,99%
Codelab Software GmbH Berlin 77%
Codelab Sp. z o.o. Stettin (PL) 100%
Latonba AG Heidelberg 100%
PROXESS Holding GmbH Berlin 85%
PROXESS GmbH Rietheim-Weilheim 100%
ConBrio Beteiligungen AG Frankfurt am Main 100%
EUROPIN GmbH * Frankfurt am Main 72%
EUROPIN s.r.o * Trenčianske Stankovce (SK) 88%
EUROPIN Germany GmbH * Frankfurt am Main 100%
EUROPIN s.r.o * Trenčianske Stankovce (SK) 12%
wSwipe mobile solutions GmbH Wien (AT) 100%
Deutsche Balaton Biotech AG Frankfurt am Main 100%
Deutsche Balaton Erste Schiffsverwaltungs GmbH Haren - Ems 100%
Deutsche Balaton Immobilien I AG Heidelberg 10,1%
Heidelberger Beteiligungs Holding AG Heidelberg 92%
HW Verwaltungs AG Halberstadt 98,62%
hydroWEB GmbH Halberstadt 100%
MARNA Beteiligungen AG Heidelberg 68%
Ming Le Sports AG Heidelberg 76%
MISTRAL Media AG Frankfurt am Main 81%
Deutsche Balaton Immobilien I AG Heidelberg 89,9%
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG Haren - Ems 99,2%
Pflege.Digitalisierung Invest AG (bis 12.01.2022 firmierend unter Latonba 2.0 AG) Heidelberg 96%
Prisma Equity AG Heidelberg 100%
PWI-PURE SYSTEM AG Heidelberg 60%
SPARTA AG Heidelberg 56%
SPARTA Invest AG Heidelberg 100%
SPK Süddeutsche Privatkapital AG Heidelberg 80%
Tabalon Mobile Technologies AG Heidelberg 100%

* Zur Veräußerung verfügbar

Zusammengefasste Finanzinformationen (IFRS) für Tochterunternehmen mit Beteiligung von NCI (Non-Controlling Interests)

Darstellung für das Geschäftsjahr 2021:

Name des Tochterunternehmens Vermögen Schulden Eigenkapital
in TEUR Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig MU NCI
2invest AG (inkl. 4basebio plc und TG) * 13.420 88.058 2.004 6.410 36.855 56.209
AEE Gold AG 869 4.285 - 1.030 3.794 330
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft 921 2.741 - 5 3.620 36
Altech Advanced Materials AG 5.373 2.638 4.750 191 1.278 1.792
Balaton Agro Investment plc 549 3 - 453 99 -
Beta Systems Software AG * 34.094 80.402 15.838 26.055 53.692 18.911
EUROPIN GmbH * 10.545 8.003 3.519 2.815 8.839 3.375
Heidelberger Beteiligungsholding AG 16.674 18.278 - 86 31.945 2.920
HW Verwaltungs AG * 4.059 3.971 3.500 9.341 – 4.744 – 66
MARNA Beteiligungen AG 22 972 - 43 647 304
Ming Le Sports AG - 1.956 - 35 1.462 459
MISTRAL Media AG 22.978 457 2.050 20.330 859 196
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG 3.867 221 269 3.819 - -
Pflege.Digitalisierung Invest AG 9.182 2.177 - 3.547 7.495 317
PWI-PURE SYSTEM AG - 35 - 96 – 36 – 24
SPARTA AG * 169.796 8.388 19 8.656 97.321 72.189
SPK Süddeutsche Privatkapital AG 2.857 131 4.000 8 – 815 – 204
295.206 222.717 35.949 82.921 242.311 156.746
Name des Tochterunternehmens Ergebnis GuV
in TEUR Umsatzerlöse Erträge ** Aufwendungen *** MU NCI Gesamt
2invest AG (inkl. 4basebio plc und TG) * 982 613 – 6.787 – 1.367 – 3.825 -5.192.161
AEE Gold AG - 66 – 141 – 69 – 6 – 74
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft 60 - – 77 – 17 - – 17
Altech Advanced Materials AG - – 1 – 969 – 404 – 567 – 971
Balaton Agro Investment plc 39 - – 321 – 282 – 1 – 282
Beta Systems Software AG * 75.475 2.148 – 68.837 5.670 3.057 8.727
CARUS AG 42 473 – 136 384 – 5 379
Eltec Elektronik AG **** 2.052 1.305 – 2.024 1.318 16 1.333
EUROPIN GmbH * 11.189 145 – 9.413 1.390 531 1.921
Heidelberger Beteiligungsholding AG - – 848 – 1.008   – 1.701 – 155 – 1.856
HW Verwaltungs AG * 17.030 249 – 18.837 – 1.536  – 21 – 1.558
MARNA Beteiligungen AG - 123 – 95 19 9 28
Ming Le Sports AG - – 74 – 140 – 163 – 51 – 214
MISTRAL Media AG 27 860 – 330 453 104 557
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG 1.827 1.072 – 2.899 - - -
MTM-Holding AG - 20 – 7 14 - 14
Pflege.Digitalisierung Invest AG - 1 – 389 – 373 – 16 – 388
PWI-PURE SYSTEM AG - - – 30 – 18 – 12 – 30
SPARTA AG * - – 8.783 – 982  – 5.463 – 4.302 – 9.765
SPK Süddeutsche Privatkapital AG - 2.552 – 258 1.835 459 2.294
108.723 – 79 – 113.681 – 309 – 4.786 – 5.095
Name des Tochterunternehmens Sonstiges Ergebnis
in TEUR MU NCI Gesamt
2invest AG (inkl. 4basebio plc und TG) * 374 535
AEE Gold AG - - -
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft - - -
Altech Advanced Materials AG - - -
Balaton Agro Investment plc – 44 - – 44
Beta Systems Software AG * – 20 – 10 – 29
CARUS AG - - -
Eltec Elektronik AG **** - - -
EUROPIN GmbH * - - -
Heidelberger Beteiligungsholding AG - - -
HW Verwaltungs AG * - - -
MARNA Beteiligungen AG - - -
Ming Le Sports AG - - -
MISTRAL Media AG 78 18 96
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG - - -
MTM-Holding AG – 3 - – 3
Pflege.Digitalisierung Invest AG - - -
PWI-PURE SYSTEM AG - - -
SPARTA AG * - - -
SPK Süddeutsche Privatkapital AG - - -
172 382 554

Darstellung für das Geschäftsjahr 2020:

Name des Tochterunternehmens Vermögen Schulden Eigenkapital
in TEUR Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig MU NCI
2invest AG (inkl 4basebio UK Societas und TG) 2.655 98.721 1.711 1.968 37.330 60.367
AEE Gold AG - 884 - 37 745 102
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft 921 2.501 - 3 3.385 34
Altech Advanced Materials AG 5.017 902 3.167 1.781 643 329
Balaton Agro Investment plc 717 22 - 378 359 1
Beta Systems Software AG * 39.376 70.777 19.373 25.435 49.004 16.340
CARUS AG 664 1.074 523 950 250 14
Eltec Elektronik AG **** 1.627 2.462 982 900 1.149 1.059
EUROPIN GmbH * 10.513 6.514 4.816 1.917 7.450 2.845
Heidelberger Beteiligungsholding AG 17.860 19.919 - 1.058 33.491 3.230
HW Verwaltungs AG * 7.998 1.392 3.500 9.142 – 3.208 – 45
MARNA Beteiligungen AG 26 950 - 53 669 254
Ming Le Sports AG - 2.194 - 59 1.625 510
MISTRAL Media AG 6.410 659 2.189 4.478 327 75
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG 2.768 226 – 736 3.730 - -
MTM-Holding AG . - 314 - - 305 9
PWI-PURE SYSTEM AG - 12 - 43 – 18 – 12
SPARTA AG * 164.144 6.867 2.024 17.511 81.261 70.215
SPK Süddeutsche Privatkapital AG 326 118 3.750 7 – 2.651 – 663
261.021 216.507 41.298 69.449 212.117 154.664
Name des Tochterunternehmens Ergebnis GuV
in TEUR Umsatzerlöse Erträge * Aufwendungen ** MU NCI Gesamt
2invest AG (inkl 4basebio UK Societas und TG) 215 735 – 5.909 – 1.452 – 3.508 -4.959
AEE Gold AG - 253 – 105 131 18 149
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft 45 2 – 62 – 15 - – 16
Altech Advanced Materials AG - 22 – 640 – 409 – 209 – 618
Balaton Agro Investment plc - 0 – 603 – 601 -1 – 603
Beta Systems Software AG * 69.296 2.438 – 64.972 4.347 2.340 6.687
CARUS AG 76 427 – 315 178 10 187
Eltec Elektronik AG **** 6.847 9 – 6.785 37 34 72
Enapter AG (vormals S&O Beteiligungen AG) - 511 – 144 375 – 7 368
Eppstein Foils Holding GmbH ( *) **** 20.905 121 – 23.815 – 3.411 623 – 2.789
EUROPIN GmbH * 10.247 78 – 8.323 1.449 553 2.002
Heidelberger Beteiligungsholding AG 21 3.196 – 623 2.366 228 2.594
HW Verwaltungs AG * 14.610 99 – 13.726 970 14 984
MARNA Beteiligungen AG - 78 – 143 – 47 – 18 – 65
Ming Le Sports AG - 214 – 191 17 5 23
MISTRAL Media AG 114 1.350 – 862 487 112 601
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG 1.794 1.301 – 3.096 - - 0
MTM-Holding AG - 8 – 7 2 - 2
PWI-PURE SYSTEM AG - - – 32 – 19 – 13 – 32
SPARTA AG * - 56.304 – 5.949 27.017 23.339 50.356
SPK Süddeutsche Privatkapital AG - -1.165 – 228 – 1.115 – 279 – 1.393
124.171 65.983 – 136.529 30.308 23.242 53.550
Name des Tochterunternehmens Sonstiges Ergebnis
in TEUR MU NCI Gesamt
2invest AG (inkl 4basebio UK Societas und TG) - - -
AEE Gold AG - - -
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft - - -
Altech Advanced Materials AG - - -
Balaton Agro Investment plc – 535 – 1 – 536
Beta Systems Software AG * 153 99 252
CARUS AG - - -
Eltec Elektronik AG **** - - -
Enapter AG (vormals S&O Beteiligungen AG) - - -
Eppstein Foils Holding GmbH ( *) **** 1.182 225 1.407
EUROPIN GmbH * - - -
Heidelberger Beteiligungsholding AG - - -
HW Verwaltungs AG * - - -
MARNA Beteiligungen AG - - -
Ming Le Sports AG - - -
MISTRAL Media AG – 86 – 20 – 105
MS "Active" Schiffahrts GmbH & Co. KG - - -
MTM-Holding AG 1 - 1
PWI-PURE SYSTEM AG - - -
SPARTA AG * - - -
SPK Süddeutsche Privatkapital AG - - -
716 303 1.019

* Bezieht sich jeweils auf den Teilkonzern.

** In den Erträgen sind sonstige betriebliche Erträge und Finanzerträge sowie das Bewertungsergebnis berücksichtigt.

*** Die Aufwendungen beinhalten den Posten „Ertragsteuern“.

**** Aufgegebener Geschäftsbereich

Im Geschäftsjahr 2021 wurden an Minderheitsgesellschafter Dividenden wie folgt ausbezahlt: capFlow AG: 2.428 TEUR (Vj. 0 TEUR)

Die Anteilsverhältnisse für Tochterunternehmen mit Beteiligung von NCI (Non-Controlling Interests) stellen sich wie folgt dar:

Name der Gesellschaft Sitz Konzern-Anteil 2021 Konzern-Anteil 2020
2invest AG Heidelberg 41 % 39 %
4basebio plc * Cambridge (GB) 45 % 45 %
Heidelberger Beteiligungsholding AG Heidelberg 92 % 91 %
AEE Gold AG Ahaus 92 % 88 %
Alpha Cleantec Aktiengesellschaft Heidelberg 99 % 99 %
Altech Advanced Materials AG Heidelberg 42 % 66 %
Beta Systems Software AG * Berlin 72 % 72 %
EUROPIN GmbH Frankfurt am Main 72 % 72 %
Ming Le Sports AG Heidelberg 76 % 76 %
MS “Active“ Schiffahrts GmbH & Co. KG Haren-Ems 99,2 % 99,2 %
Balaton Agro Investment plc Addis Ababa (ETH) 99,8 % 99,8 %
HW Verwaltungs AG Halberstadt 98,6 % 98,6 %
MARNA Beteiligungen AG Hamburg 68 % 73 %
MISTRAL Media AG Frankfurt am Main 81 % 81 %
Pflege.Digitalisierung Invest AG Heidelberg 96 % 100%
PWI-PURE SYSTEM AG Heidelberg 60 % 60 %
SPARTA AG Heidelberg 56 % 54 %
SPK Süddeutsche Privatkapital AG Heidelberg 80 % 80 %

* Die Anteilshöhe bezieht sich jeweils auf die Anteilsverhältnisse auf der untersten Konsolidierungsebene.

Folgende Tochterunternehmen werden aufgrund untergeordneter Bedeutung, mittelfristiger Veräußerungsabsicht sowie fehlenden Geschäftsbetriebs nicht konsolidiert und als Posten „andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen:

Gesellschaften Sitz Anteil am Eigenkapital
4basebio Verwaltungs GmbH i.L.. Heidelberg 100 %
BALATON GREAT LAKES Ltd. Kigali(RW) 100 %
Fidelitas Deutsche Industrie Holding AG Heidelberg 100 %
Hart Technik Kft. Pomaz (HU) 100 %
KlickOwn AG (bis 29.03.2021 firmierend unter Investunity AG) Heidelberg 65 %
Kalme GmbH Frankfurt am Main 100 %
MARE Containerschiff Verwaltungs GmbH Hamburg 100 %
MTM-Holding AG Ittigen (CH) 97 %
Nordic SSW 1000 AG & Co.KG i.L. Hamburg 51 %
Nordic SSW 1000 Verwaltungs AG Hamburg 100 %
OOC CTV Verwaltungs GmbH Hamburg 100 %
Gui Xiang Industry Co. Ltd. Hong Kong (HK) 100 %
Hubei Guige Paper Co. Ltd. Huanggang City (CN) 100 %
Quanzhou Guige Paper Co. Ltd. Quanzhou City (CN) 100 %
Mingle (International) Limited Hongkong (HK) 100 %
Mingle (China) Co., Ltd. Jinjiang (CN) 100 %

Die Gesellschaften haben sowohl einzeln als auch in Summe keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Gemeinschaftliche Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen

Gemeinsame Vereinbarungen, bei der zwei oder mehr Parteien gemeinschaftliche Führung über eine Aktivität ausüben, sind entweder als gemeinschaftliche Tätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen zu klassifizieren.

Eine gemeinschaftliche Tätigkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass die an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien Rechte an den der Vereinbarung zuzurechnenden Vermögenswerten oder Verpflichtungen für deren Schulden haben. Ein gemeinschaftlich Tätiger erfasst seine ihm zuzurechnenden Vermögenswerte, Schulden, Erlöse und Aufwendungen sowie seinen Anteil an den gemeinschaftlichen Vermögenswerten, Schulden, Erlösen und Aufwendungen.

Bei einem Gemeinschaftsunternehmen besitzen die an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien hingegen Rechte am Nettovermögen der Gesellschaft. Assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, auf die die Deutsche Balaton AG oder eine Tochtergesellschaft maßgeblichen Einfluss ausübt und die weder Tochterunternehmen noch Gemeinschaftsunternehmen sind. Assoziierte Unternehmen werden ebenso wie die Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Folgende assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode im Konzernabschluss erfasst und bewertet:

Gesellschaft Sitz Branche Anteil am Eigenkapital
Gesellschaft Sitz Branche Eigenkapital
DIO Deutsche Immobilien Opportunitäten AG Bad Vilbel Immobilien 49,99 %
capFlow AG München Investmentgesellschaft 56 %
Scintec AG Rottenburg am Neckar Feinmechanik und Optik 30 %
WEB Financial Group SA Madrid (ES) IT-Unternehmen 25 %
TES Electronic Solutions GmbH Leinfelden-Echterdingen IT-Unternehmen 37 %
Nestmedic S.A. Warschau (PL) Medizintechnik 26,53 %
CARUS AG Heidelberg Immobilien 49 %
Pflegeplatzmanager GmbH Greiz IT-Unternehmen 20,52 %
Epigenomics AG Berlin Biotechnologie 25 %
WFG VORTEX SOLUTIONS S.L.U. Madrid (ES) IT-Unternehmen 25 %
Altech Industries Germany GmbH Dresden Rohstoffe 25 %

Mit dem assoziierten Unternehmen capFlow AG wurde im Geschäftsjahr 2016 ein Entherrschungsvertrag abgeschlossen. Die Existenz und Ausübung von substanziellen potenziellen Stimmrechten und ein beherrschender Einfluss (Control-Verhältnis) im Sinne des IFRS 10 sind somit nicht gegeben.

Für die Angabe von weiteren Finanzinformationen verweisen wir auf Tz. 17 und Tz. 22.

Die zum 31. Dezember 2011 noch unter den assoziierten Unternehmen ausgewiesene Beteiligung an der Hyrican Informationssysteme AG, Kindelbrück, wurde im zweiten Geschäftshalbjahr des Geschäftsjahres 2012 in die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte innerhalb der Bilanzposition Andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte umklassifiziert, da ein maßgeblicher Einfluss auf die Beteiligung eindeutig widerlegt werden konnte. Die Deutsche Balaton hält zum 31. Dezember 2021 45 % an der Gesellschaft. Gleichwohl kann aufgrund der Mehrheitsverhältnisse auf den Hauptversammlungen der Hyrican Informationssysteme AG in den Jahren 2012 bis einschließlich 2021 und verlorene Anfechtungsklagen gegen Beschlüsse von Hauptversammlungen sowie der sonstigen Verhältnisse zum Ende des Geschäftsjahres 2021 weiterhin in Bezug auf die Hyrican Informationssysteme AG nicht von einem maßgeblichen Einfluss des Deutsche Balaton Konzerns ausgegangen werden.

Die zum 31. Dezember 2013 noch unter den assoziierten Unternehmen ausgewiesene Beteiligung an der Goldrooster AG i.L., Berlin, wurde im zweiten Geschäftshalbjahr des Geschäftsjahres 2014 in die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte innerhalb der Bilanzposition Andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte umklassifiziert, da ein maßgeblicher Einfluss auf die Beteiligung eindeutig widerlegt werden konnte. Die Deutsche Balaton AG hält zum 31. Dezember 2021 weiterhin rund 36 % an der Gesellschaft.

Die Tabalon Mobile Technologies AG hält zum 31. Dezember 2021 45 % an der Spotted GmbH, Mannheim, die Gesellschaft wird unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten innerhalb der Bilanzposition Andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen, da ein maßgeblicher Einfluss eindeutig widerlegt werden konnte.

Veränderungen im Konsolidierungskreis gegenüber dem Vorjahr

Zum 1. Januar wurden die Vermögensgegenstände der ATICS GmbH IT-Beratung (Stockstadt am Rhein) von der HORIZONT Software GmbH im Segment „Beta Systems“ übernommen. Die Akquisition wurde im November 2020 in Form eines Asset Deals abgeschlossen.

Mit Vertrag vom 12. März 2021 wurden die Anteile der ELTEC Elektronik AG (aufgegebener Geschäftsbereich) veräußert. Mit Closing von 1. April 2021 wurde die Gesellschaft entkonsolidiert.

Zum 13. April 2021 wurde die SI Software Innovation GmbH auf die Beta Systems DCI Software AG verschmolzen.

Mit Transaktion vom 30. April 2021 hat die Beta Systems Software AG die 100 % Anteile an der LYNET Kommunikation AG veräußert. Die Gesellschaft wurde entsprechend im Segment „Beta Systems“ entkonsolidiert.

Mit Vertrag vom 28. Juni 2021 wurden 46 % der Aktienanteile an der CARUS AG veräußert. Die Gesellschaft nebst Tochter (Carus Grundstücksgesellschaft Am Taubenfeld AG) wurde zum 30. Juni entkonsolidiert und wird künftig im Posten „Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen“ ausgewiesen.

Zum 30. Juni 2021 wurden die verbliebenen Gesellschaften des aufzugebenden Geschäftsbereichs (IFRS 5) CornerstoneCapital Beteiligungen GmbH i.L., CornerstoneCapital II AG & Co. KG und CornerstoneCapital Verwaltungs AG entkonsolidiert.

Mit Kaufvertrag vom 29. September 2021 wurden 100 % der Anteile an Latonba AG zum 1. Oktober 2021 an die Beta Systems Software AG verkauft. Die Gesellschaft wird künftig nicht mehr im Segment „Vermögensverwaltend“ sondern im Segment „Beta Systems“ ausgewiesen.

Zum 6. Dezember 2021 wurde die ABC Beteiligungen AG auf die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft verschmolzen.

Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an bestehenden Tochterunternehmen

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet.

Im Rahmen von Transaktionen mit Anteilseignern wurden im Geschäftsjahr 2021 insgesamt Anteile für 2.564 TEUR (Vj. 3.010 TEUR) von nicht beherrschenden Gesellschaftern erworben und Anteile für 544 TEUR (Vj. 4.194 TEUR) verkauft, ohne dass ein Statuswechsel stattgefunden hätte.

Das Eigenkapital der Anteilseigner des Deutsche Balaton Konzerns hat sich im Rahmen von Transaktionen mit Anteilen an Tochtergesellschaften, die nicht zu einem Verlust der Kontrolle führten, in Höhe von 1.062 TEUR (Vj. vermindert 1.815 TEUR) vermindert.

Angaben über Art und finanzielle Auswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen

Im Geschäftsjahr 2021 gab es abgesehen von dem Asset Deal bezogen auf den Geschäftsbetrieb der Atics GmbH, Stockstadt am Rhein, im Segment „Beta Systems” (Kaufpreis 200 TEUR) keine Unternehmenszusammenschlüsse.

5. Konsolidierungsgrundsätze und -methoden

Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der Muttergesellschaft und der Tochtergesellschaften werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Der Abschlussstichtag der meisten Konzernunternehmen ist der 31. Dezember 2021. Für die anderen Konzernunternehmen wurden jeweils Zwischenabschlüsse erstellt.

Bei den nach der Equity-Methode bilanzierten Gesellschaften werden die wesentlichen Bewertungsabweichungen, die bekannt sind, angepasst. Die Periodenergebnisse der nach der Equity-Methode einbezogenen Beteiligungen wurden, sofern vollständige Abschlüsse der Gesellschaften nicht vorlagen, auf Grundlage der zur Verfügung stehenden vorläufigen bzw. der zuletzt veröffentlichten Finanzdaten der Gesellschaften einbezogen.

Die Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften werden von der funktionalen Währung in die Berichtswährung umgerechnet und entsprechend einbezogen. Die Umrechnung gemäß IAS 21 erfolgt bei Vermögen und Schulden zu Stichtagskursen und bei Aufwendungen und Erträgen zu Jahresdurchschnittskursen. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen der Erstkonsolidierung umgerechnet. Sich hieraus ergebende Währungsdifferenzen werden ergebnisneutral gesondert im Eigenkapital ausgewiesen.

Konzerninterne Erträge und Aufwendungen, Forderungen und Schulden, Zwischengewinne und Dividendenausschüttungen werden eliminiert.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß den Regelungen des IFRS 3 nach der Erwerbsmethode.

6. Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Gegenüber den zum 31. Dezember 2020 im IFRS-Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergeben sich keine Unterschiede mit Ausnahme von neuen, verpflichtend anzuwendenden Standards.

Basis für die Bewertung der Vermögenswerte sind grundsätzlich die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Der beizulegende Zeitwert wird angesetzt für:

Den Großteil der Finanzinstrumente in der Bilanzposition "andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte"

Den Großteil der Finanzinstrumente in der Bilanzposition "andere kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte"

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Der beizulegende Zeitwert stellt eine Stichtagsbetrachtung bezogen auf den Bilanzstichtag dar. Der Kurswert der Beteiligungen unterliegt den bei Wertpapieren üblichen Kursschwankungen und Kursrisiken. Aufgrund bestimmter Marktumstände, wie zum Beispiel ein geringes Handelsvolumen, besteht das Risiko, dass im Veräußerungsfall für die Beteiligung nicht der unter Annahme des angegebenen Stichtagskurses errechnete Beteiligungswert erzielt werden kann. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Konzern-Anhang, sofern geboten, detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Die Klassifizierung in lang- und kurzfristig wird gemäß IAS 1.60 ff. vorgenommen.

Ertrags- und Umsatzrealisierung

Erträge werden generell nach dem prinzipienbasierten fünfstufigen Modell gem. IFRS 15 realisiert.

Zu einer Erfassung von Umsatzerlösen kommt es nur, wenn es eine formfreie vertragliche Grundlage mit wirtschaftlicher Substanz gibt, welche die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien regelt und der Erhalt der wirtschaftlichen Gegenleistung wahrscheinlich ist.

In den Umsatzerlösen werden die den Kunden berechneten Entgelte für Lieferungen und Leistungen – vermindert um Erlösschmälerungen, Konventionalstrafen und Skonti – ausgewiesen.

Bei Verträgen mit signifikanter Finanzierungskomponente wird der Umsatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen realisiert.

Käufe und Verkäufe zu marktüblichen Konditionen werden am Handelstag, das heißt an dem Tag, an dem das Verpflichtungsgeschäft entsteht, bilanziert. Eine Bilanzierung der Rechtsgeschäfte erst zum Erfüllungstag erfolgt nicht.

Ertrags- und Umsatzrealisierung aus dem Verkauf von Gütern

Der Konzern erzielt Umsatzerlöse aus Verkäufen von Gütern an Industriekunden. Die Umsätze aus Warenverkäufen werden entsprechend der Kriterien des IFRS 15 mit dem Übertrag der Verfügungsgewalt an diesen Gütern realisiert. Unter Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert ist die Fähigkeit zu verstehen, seine Nutzung zu bestimmen und im Wesentlichen den verbleibenden Nutzen aus ihm zu ziehen. Im Rahmen des Verkaufs von Gütern ist dies regelmäßig der Zeitpunkt, wenn die Lieferung erfolgt ist und die Gefahr auf den Kunden übergegangen ist. Vor Lieferung werden Umsatzerlöse erfasst, wenn das Produkt auf Verlangen des Kunden noch nicht ausgeliefert wird, dieser die Rechnungsstellung akzeptiert, die Lieferung wahrscheinlich ist, die gewöhnlichen Zahlungsbedingungen Anwendung finden sowie das rechtliche Eigentum auf den Kunden übergeht.

Ertrags- und Umsatzrealisierung aus Lizenz- und Wartungsverträgen im Softwarebereich

Der überwiegende Teil der Verträge im Softwarebereich umfasst die Leistungsverpflichtungen Lizenz und Wartung (z.B. Lizenzkauf mit Abschluss eines Wartungsvertrags), die getrennt voneinander bilanziert werden.

Die Lizenzumsätze setzen sich aus Umsätzen für neue Softwarelizenzen sowie qualitativen und quantitativen Upgrades zusammen. Sie werden, unabhängig davon ob es sich um eine Miet- oder Kauflizenz handelt, realisiert, wenn eine entsprechende vertragliche Vereinbarung vorliegt, die Lieferung durch Bereitstellung der Software und – sofern erforderlich – des Zugriffsschlüssels erfolgt, keine Leistungsverpflichtung gegenüber dem Kunden mehr besteht, die Gegenleistung des Kunden festgesetzt oder feststellbar und der Zahlungseingang wahrscheinlich ist.

Bei einem Vertrag mit mehreren Elementen werden die Umsatzerlöse den Leistungsverpflichtungen auf der Grundlage des beizulegenden Zeitwertes zugeteilt. In Übereinstimmung mit IFRS 15.77 werden die relativen Listenpreise zur Aufteilung der gesamten Gegenleistung herangezogen.

Wartungsumsätze werden zeitanteilig über den Zeitraum der Leistungserbringung ertragswirksam erfasst. Die Wartungsleistungen umfassen dabei standardmäßig die Bereitstellung einer Support-Hotline für die Kunden, im Bedarfsfall Fehleranalyse und -behebung und die Bereitstellung aktueller Updates und Releases.

Weitere Serviceumsätze bestehen aus Consulting-, Installations-, kundenindividuell zugeschnittenen Entwicklungsleistungen sowie Schulungsleistungen und werden auf Basis vertraglich geregelter Preise zum Zeitpunkt der Erbringung der Leistungen realisiert.

Bei Verträgen mit mehrjähriger Laufzeit (i.d.R. 3-5 Jahre) kommt es regelmäßig zu einem zeitlichen Auseinanderfallen von (sofortiger) Umsatzrealisierung und (ratierlichem jährlichem) Zahlungseingang. Zu Vertragsbeginn besteht daher ein Überhang der Umsatzerlöse gegenüber den Zahlungseingängen. Dieser wird als Forderung aktiviert, da der Anspruch auf die Gegenleistung keinerlei Bedingungen unterliegt und die Fälligkeit automatisch durch Zeitablauf eintritt. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung werden über die Vertragslaufzeit hinweg sukzessive abgebaut. Wartungsleistungen werden in der Regel jährlich vorschüssig, d.h. zu Beginn der Wartungsperiode in Rechnung gestellt, während die Wartungserlöse zeitanteilig über die gesamte Wartungsperiode hinweg realisiert werden. Dies führt somit zu Beginn der jährlichen Wartungsperiode regelmäßig zu einem Überhang der erhaltenen Zahlungen gegenüber den Wartungserlösen und somit zu einem Ausweis von Vertragsverbindlichkeiten. Diese werden über die Wartungsperiode hinweg kontinuierlich abgebaut.

Kosten, die in Zusammenhang mit der Vertragsanbahnung entstehen, wie insbesondere Vertriebsprovisionen, werden als Vermögenswert aktiviert.

Ertrags- und Umsatzrealisierung bei Nutzungsentgelten und anderen Dienstleistungen

Zeitabhängige Vergütungen wie Mieterträge werden über den Zeitraum der Leistungserbringung anteilig vereinnahmt.

Erlöse für Transportdienstleistungen werden taggleich auf Basis der vereinbarten Charterraten realisiert. Eine Abgrenzung für nicht beendete Schiffsreisen erfolgt daher nicht.

Fertigungsaufträge (zeitraumbezogene Umsatzrealisierung)

Der Gegenstand von Fertigungsaufträgen ist die auf die spezielle Anforderung von Kunden abgestimmte – und über unterschiedliche Rechnungsperioden dauernde – Herstellung von individuellen (Projekt-)Lösungen in erster Linie die Erstellung kundenspezifisch angepasster Software durch Modifizierung oder Weiterentwicklung bestehender Standardprodukte. Nach IFRS 15 sind Umsätze aus Fertigungsaufträgen und entsprechende Gewinne, soweit die Voraussetzungen gem. IFRS 15.35 hierfür erfüllt sind, zeitraumbezogen zu realisieren. Während des Herstellungsprozesses werden die Herstellungskosten auf Basis des Fertigstellungsgrades zuzüglich Marge als Forderung aus Fertigungsauftrag angesetzt. Der Fertigstellungsgrad wird entsprechend dem Stand der Leistungserstellung als Verhältnis zwischen dem im Geschäftsjahr angefallenen Aufwand und dem insgesamt zu erwartenden Gesamtaufwand ermittelt (Inputbasierte-Methode). Der Bilanzansatz ergibt sich somit aus den von den Kunden zu vereinnahmenden erwarteten Bruttowerten für die bis zum Abschlussstichtag geleisteten Fertigungsarbeiten abzüglich bereits erhaltener Teilzahlungen und realisierter Verluste. Wenn die vom Kunden erhaltenen Vorauszahlungen den ausgewiesenen Erlös des jeweiligen Fertigungsauftrags übersteigen, wird die Nettodifferenz als „Erhaltene Anzahlungen (POC)“ ausgewiesen.

Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten

Das Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten umfasst die Zu- bzw. Abnahme der beizulegenden Zeitwerte von kurz- und langfristigen Finanzinstrumenten. Weiterhin werden Dividendenerträge unter diesem Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Diese werden im Jahr der Beschlussfassung der Hauptversammlung ergebniswirksam erfasst.

Finanzerträge und Finanzierungsaufwendungen

Die Finanzerträge umfassen Erträge aus der Aufzinsung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinserträge von kurzfristigen und langfristigen Forderungen. Die Zinserträge werden zeitanteilig ergebniswirksam erfasst.

Die Finanzierungsaufwendungen umfassen insbesondere Zinsaufwendungen für kurzfristige und langfristige Schulden gegenüber Kreditinstituten und sonstigen Fremdkapitalgebern. Alle Fremdkapitalzinsen werden in der Rechnungsperiode ihres Anfallens als Aufwand erfasst. In geringem Umfang beinhaltet der Posten auch den Zinsaufwand für Pensionsverpflichtungen.

Laufende Ertragsteuern

Die laufenden Ertragsteuern ergeben sich aus dem Betrag der geschuldeten bzw. erstattungsfähigen Ertragsteuern, aus dem für die einzelnen Gesellschaften zu versteuernden Einkommen bzw. dem steuerlichen Verlust der laufenden und früheren Berichtsperioden. Sie sind unter Anwendung der zum Abschlussstichtag gültigen Steuervorschriften und -sätze mit dem Betrag bewertet, der als Steuerzahlung oder Steuerrückerstattung zu erwarten ist. Da der Ausgleich auf Nettobasis vorzunehmen ist, wurden tatsächliche Steuerschulden und tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegenüber derselben Finanzbehörde saldiert.

Die „Schiffsgesellschaften“ haben jeweils als Reederei für die Besteuerung nach der Tonnage optiert. Bei der Tonnagebesteuerung wird die Steuerschuld nicht nach den tatsächlich erwirtschafteten Gewinnen, sondern nach der Nettotonnage und den Betriebstagen des Schiffes des Unternehmens berechnet.

Latente Steuern

Nach IFRS sind latente Steuern auf temporäre Differenzen zwischen dem Steuerbilanzwert und dem IFRS-Bilanzwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld anzusetzen (bilanzorientierter Ansatz). Als temporäre Differenzen werden nach IFRS alle Differenzen eingeordnet, die nicht permanent sind. Nach IFRS besteht bei Vorliegen der Ansatzkriterien sowohl für aktive als auch für passive latente Steuern eine Ansatzpflicht.

Darüber hinaus sind nach IFRS zu erwartende Steuerminderungen aus Verlustvorträgen zu aktivieren, wenn in absehbarer Zukunft wahrscheinlich in ausreichendem Umfang zu versteuerndes Einkommen erzielt wird, womit die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge verrechnet werden können. Für die Bewertung wird der im Nutzungszeitpunkt voraussichtlich gültige Steuersatz herangezogen.

Änderungen von latenten Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst, soweit die ihnen zugrunde liegenden Sachverhalte auch erfolgswirksam behandelt und nicht erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet werden.

Für die Bewertung der latenten Steuern ist, wie im Vorjahr für steuerliche Sachverhalte in Deutschland, im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 nach IAS 12 ein zusammengefasster Gesamtsteuersatz von 29,83 % zugrunde gelegt worden, welcher sich aus einem Körperschaftsteuersatz von 15,0 %, einem Solidaritätszuschlag in Höhe von 0,83 Prozentpunkten und einer durchschnittlichen Gewerbesteuer von 14,0 Prozentpunkten errechnet. Im Ausland, insbesondere in der Schweiz, Großbritannien, Österreich, Polen, den USA und Kanada, wird jeweils der lokal anzuwendende Steuersatz zugrunde gelegt.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird durch Division des den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbaren Ergebnisses mit dem gewichteten Durchschnitt der Anzahl der sich während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt.

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird aus dem den bisherigen und den möglichen neuen Stammaktionären zustehenden Ergebnis, dividiert durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der sich während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Aktien unter Berücksichtigung der Effekte aller verwässernden potenziellen Aktien berechnet.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von linearen, planmäßigen Abschreibungen über die Nutzungsdauer bewertet. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Immaterielle Vermögenswerte werden im Falle einer Wertminderung außerplanmäßig abgeschrieben. Die Nutzungsdauer bei den immateriellen Anlagewerten beträgt üblicherweise zwischen drei und zehn Jahren. Die Nutzung ist zeitlich begrenzt. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“ ausgewiesen.

Selbsterstellte immaterielle Wirtschaftsgüter

Die Forschungs- und Entwicklungskosten der Gesellschaft betreffen Kosten der Gesellschaft für die Entwicklungvon anwendungsspezifischer synthetischer DNA und mRNA sowie Vektoren für den zell- und gewebespezifischen Transport. Eine Aktivierung von Entwicklungsaufwendungen ist nur möglich, wenn sich die der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen zuverlässig bestimmen lassen sowie bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen gemäß IAS 38.57. Zudem ist die Möglichkeit einer genauen Abgrenzung der Entwicklung zu den nicht aktivierbaren Forschungskosten notwendig. Entwicklungskosten, für die eine klare Abgrenzung zur Forschung nicht möglich ist, werden in der Periode ihres Anfallens wie nicht aktivierungsfähige Forschungskosten erfolgswirksam erfasst. Für sämtliche Vermögenswerte, die aktiviert wurden, wurden die Voraussetzungen für die Aktivierung geprüft und sind erfüllt.

Firmenwerte

Die Firmenwertbilanzierung erfolgt nach dem so genannten „impairment-only-approach“, der als einzig mögliche Firmenwertbehandlung zugelassen ist. Der Firmenwert ist somit nicht regulär abzuschreiben, sondern mindestens einmal pro Jahr einem Wertminderungstest (Impairmenttest) nach IAS 36 zu unterziehen.

Ein Firmenwert entsteht bei einem Unternehmenszusammenschluss und stellt den positiven Saldo der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den von der Gesellschaft angesetzten Anteil an den beizulegenden Nettozeitwerten der identifizierten Vermögenswerte und Schulden des Verkäufers dar. Etwaige Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“ ausgewiesen.

Für den Wertminderungstest (Impairmenttest) werden die Firmenwerte den betreffenden zahlungsmittelgenerierenden CGU‘s (Cash Generating Units) zugeordnet. Die zum Bewertungsstichtag erzielbaren Beträge der CGUs entsprechen dem höheren der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und dem jeweiligen Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Sofern entsprechende Marktdaten zur Verfügung stehen, erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags der CGU als Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Für andere CGUs erfolgt die Ermittlung des Nutzungswerts mittels anerkannter Discounted-Cashflow-Methoden. Dabei ergeben sich die Nutzungswerte der CGU aus den zukünftig zu erwartenden Cashflows aus der jüngsten Managementplanung, die mit langfristigen Umsatzwachstumsraten sowie Annahmen über die Margenentwicklung fortgeschrieben und mit den Kapitalkosten der Unternehmenseinheit abgezinst werden. Neben den Annahmen über die Entwicklung in den Branchen, in denen die CGUs tätig sind, wurden auch die makroökonomischen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Bei der Bestimmung der Diskontierungsfaktoren werden Kapitalkosten einer Gruppe von vergleichbaren Unternehmen herangezogen.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Unter dem Posten „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ sind fremd vermietete und in der Bundesrepublik Deutschland sowie in Ruanda gelegene Immobilien ausgewiesen.

Nach IFRS besteht ein Wahlrecht, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien entweder zum Fair Value oder zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Die Gesellschaft hat sich entschlossen, das Anschaffungskostenmodell nach IAS 40.56 anzuwenden. Die Bewertung der Immobilien erfolgt somit zu fortgeführten Anschaffungskosten, die bei Bedarf außerplanmäßig abgeschrieben werden. Die planmäßigen Abschreibungen werden für Immobilien in der Bundesrepublik Deutschland linear über eine Nutzungsdauer von 40 bis 50 Jahren berechnet. Die planmäßigen Abschreibungen für das Fabrikgebäude in Ruanda werden linear über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren berechnet. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“ ausgewiesen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von linearen, planmäßigen Abschreibungen über die voraussichtliche Nutzungsdauer bewertet. Bei Sachanlagen reicht die Nutzungsdauer grundsätzlich von 3 bis 13 Jahren, bei Schiffen wird von einer Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgegangen. Bei Gebäuden beträgt die Nutzungsdauer 10 bis 50 Jahre. Die Nutzung ist zeitlich begrenzt. Zugänge werden zeitanteilig ab dem Monat der Anschaffung abgeschrieben. Die Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen“ ausgewiesen.

Darüber hinaus werden Sachanlagen auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere aus dem Zeitwert (abzüglich Veräußerungskosten) und dem Nutzungswert.

Die Klassekosten bei Schiffen werden als separate Komponente über einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Sowohl die wirtschaftliche Nutzungsdauer als auch angenommene Restwerte werden einmal jährlich im Rahmen der Abschlusserstellung überprüft.

Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden aus der Gegenüberstellung der Einzahlung und dem Buchwert der Anlage ermittelt und jeweils im Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ oder „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Biologische Vermögenswerte

Biologische Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der geschätzten Verkaufskosten bewertet, wobei etwaige diesbezügliche Änderungen jeweils im Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ oder „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.

Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf das der Konzern maßgeblichen Einfluss hat. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor.

Ein Gemeinschaftsunternehmen ist eine gemeinsame Vereinbarung, bei der die Parteien, die gemeinsam Beherrschung ausüben, Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung haben. Gemeinschaftliche Führung ist die vertraglich vereinbarte, gemeinsam ausgeübte Führung einer Vereinbarung. Diese ist nur dann gegeben, wenn Entscheidungen über die maßgeblichen Tätigkeiten die einstimmige Zustimmung der an der gemeinschaftlichen Führung beteiligten Parteien erfordern.

Die Ergebnisse, Vermögenswerte und Schulden von assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind in diesem Abschluss unter Verwendung der Equity-Methode einbezogen, außer wenn die Anteile als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert werden. In diesem Fall werden nach Maßgabe von IFRS 5 Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche bilanziert.

Nach der Equity-Methode sind Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen mit ihren Anschaffungskosten in die Konzernbilanz aufzunehmen, die um Veränderungen des Anteils des Konzerns am Gewinn oder Verlust und am sonstigen Ergebnis des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens nach dem Erwerbszeitpunkt angepasst werden. Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens, die den Anteil des Konzerns an diesem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmens übersteigen, werden nicht erfasst. Eine Erfassung erfolgt lediglich dann, wenn der Konzern rechtliche oder faktische Verpflichtungen zur Verlustübernahme eingegangen ist bzw. Zahlungen anstelle des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens leistet.

Eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder einem Gemeinschaftsunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Voraussetzungen für ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen vorliegen, nach der Equity-Methode bilanziert. Jeglicher Überschuss der Anschaffungskosten des Anteilserwerbs über den erworbenen Anteil an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden wird als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist Bestandteil des Buchwerts der Beteiligung und wird nicht separat auf das Vorliegen einer Wertminderung geprüft.

Jeglicher Überschuss des Konzernanteils der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden über die Anschaffungskosten des erworbenen Anteils (negativer Unterschiedsbetrag) wird nach erneuter Beurteilung sofort als Gewinn erfasst.

Um zu ermitteln, ob Indikatoren dafür vorliegen, dass die Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen in ihrem Wert gemindert sind, werden die Vorschriften des IAS 28 herangezogen. Sofern ein Wertminderungstest vorzunehmen ist, wird der Beteiligungsbuchwert (inklusive Geschäfts- oder Firmenwert) nach den Vorschriften des IAS 36 auf Werthaltigkeit getestet. Dazu wird der erzielbare Betrag der Beteiligung, d. h. der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, mit ihrem Beteiligungsbuchwert verglichen. Der ermittelte Wertminderungsbedarf wird gegen den Beteiligungsbuchwert verrechnet. Eine Aufteilung des Wertminderungsaufwands auf die im Buchwert des Anteils enthaltenen Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht vorgenommen. Sofern der erzielbare Betrag in den Folgejahren wieder ansteigt, wird in Übereinstimmung mit IAS 36 eine Wertaufholung vorgenommen.

Der Konzern beendet die Anwendung der Equity-Methode ab dem Zeitpunkt, an dem seine Beteiligung kein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen mehr darstellt oder die Beteiligung nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten zu klassifizieren ist. Behält der Konzern einen Anteil am ehemaligen assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen zurück und stellt dieser Anteil einen finanziellen Vermögenswert im Sinne des IFRS 9 dar, so wird er zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung mit seinem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Differenz zwischen dem vorherigen Buchwert des assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens zum Zeitpunkt der Beendigung der Equity-Methode und dem beizulegenden Zeitwert eines zurückbehaltenen Anteils und jeglichen Erlösen aus dem Abgang eines Teils der Anteile an dem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen ist bei der Bestimmung des Veräußerungsgewinns/-verlusts zu berücksichtigen. Zusätzlich bilanziert der Konzern alle bezüglich dieses assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens bislang im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge so, wie es verlangt würde, wenn das assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen direkt die Vermögenswerte oder Schulden verkauft hätte. Demzufolge ist bei Beendigung der Equity-Methode ein Gewinn oder Verlust, der vom assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen bislang im sonstigen Ergebnis erfasst und bei Verkauf der Vermögenswerte oder Schulden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert würde, vom Konzern aus dem Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedern.

Wird die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen zu einer Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen oder umgekehrt, wendet der Konzern die Equity-Methode weiter an und nimmt keine Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert aufgrund der Änderungen der Art der Beteiligung vor.

Sofern sich die Beteiligungsquote des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen ändert, aber der Konzern weiterhin die Equity-Methode anwendet, wird der Teil des zuvor im sonstigen Ergebnis erfassten Gewinns oder Verlusts, der auf die Verringerung der Beteiligungsquote entfällt, aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert. Falls dieser Gewinn oder Verlust bei der Veräußerung der dazugehörigen Vermögenswerte und Schulden aufwands- oder ertragswirksam umgegliedert werden müsste.

Geht ein Konzernunternehmen Geschäftsbeziehungen mit einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen des Konzerns ein, werden Gewinne und Verluste im Umfang des Konzernanteils an dem entsprechenden assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen eliminiert.

Andere Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte

Für alle finanziellen Vermögenswerte wird innerhalb des Deutsche Balaton Konzerns ein Geschäftsmodell- sowie bei entsprechender Notwendigkeit ein Zahlungsstromtest durchgeführt. Im Rahmen des Geschäftsmodelltests wird beurteilt, mit welcher Absicht ein finanzieller Vermögenswert gehalten wird. Werden finanzielle Vermögenswerte oder Portfolien finanzieller Vermögenswerte anhand ihrer beizulegenden Zeitwerte gesteuert, so werden diese der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet. Ist beabsichtigt, aus einem finanziellen Vermögenswert die vertraglichen Zahlungsströme zu generieren, so wird dieser zusätzlich dem Zahlungsstromtest unterzogen. Hierbei wird überprüft, ob die Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungsleistungen bestehen. Ist dies der Fall, so wird der finanzielle Vermögenswert der Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ zugeordnet.

Finanzinstrumente, die aufgrund des Geschäftsmodell- und Zahlungsstromtests zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind der Bewertungskategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet. Sie sind in der Bilanzposition "andere kurz- und langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte" enthalten.

Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in der Periode, in der sie entstehen, erfolgswirksam erfasst.

Sonstige langfristige Vermögenswerte

Der Posten „Sonstige langfristige Vermögenswerte“ umfasst im Wesentlichen Rückdeckungsansprüche aus Pensionsverpflichtungen sowie aktive Vertragsposten gemäß IFRS 15. Gemäß IFRS 15 sind Vertragsanbahnungskosten, die inkrementell durch den Abschluss eines Kundenvertrags entstehen, nicht mehr sofort aufwandswirksam zu erfassen, sondern als Vermögenswert aus Vertrag zu aktivieren und über die Laufzeit des zugrunde liegenden Vertrages entsprechend der Realisierung der zugehörigen Umsatzerlöse abzugrenzen. Im Balaton Konzern betrifft dies ausschließlich Bonuszahlungen an Vertriebsmitarbeiter oder externe Partner, die auf Basis erfolgreicher Vertragsabschlüsse (für Lizenz- und Wartungsverträge) ausgeschüttet werden. Entsprechend einer Vereinfachungsregel des IFRS 15 werden dabei Kosten, die für die jahresweise rollierende Verlängerung von Wartungskontrakten anfallen, nicht aktiviert, sondern weiterhin zum Zeitpunkt ihrer Entstehung aufwandswirksam erfasst. Die Ermittlung der Höhe der auszuschüttenden Boni erfolgt dabei auf Basis von jährlich individuell abgeschlossenen Zielvereinbarungen. Die periodische Auflösung der Vermögenswerte aus Vertrag erfolgt anhand der Umsatzkurve des jeweils zugrundeliegenden Vertrags. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung eines Verbrauchsfolgeverfahrens, wie der Durchschnittsmethode oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert, bewertet. Die Herstellungskosten enthalten die direkten Einzelkosten von Material und Fertigung sowie die zurechenbaren Gemeinkosten. Finanzierungskosten sind nicht enthalten. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte erzielbare Verkaufserlös des Endprodukts abzüglich der Kosten für die Fertigstellung und den Vertrieb. In der Ermittlung des Nettoveräußerungswerts sind Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer, den Überbeständen und ungängiger sowie beschädigter Ware des Vorratsvermögens ergeben, durch entsprechende Wertminderungskorrekturen berücksichtigt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche Beträge bilanziert. Die Buchwerte dieser innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Zahlung fällig werdenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund ihrer kurzen Laufzeit annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten. Um der Bewertung von Forderungen aus Verträgen mit signifikanter Finanzierungskomponente Rechnung zu tragen, werden diese Forderungen bei der erstmaligen Erfassung mit dem Barwert der künftig erwarteten Zahlungsflüsse angesetzt.

Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert und der Wertminderungsverlust erfolgswirksam erfasst. Wertminderungen werden gemäß IFRS 9 nach dem vereinfachten Verfahren in Höhe des erwarteten Verlustes über die Gesamtlaufzeit erfasst. Dieser wird anhand historischer Erfahrungswerte und aktueller Daten bezüglich Überfälligkeiten ermittelt. Forderungen werden einschließlich der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden.

Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen übrige, nicht finanzielle Vermögenswerte der Gesellschaft sowie aktive Rechnungsabgrenzungen. In Übereinstimmung mit den Vorschriften des periodengerechten Ausweises von Aufwendungen enthält dieser Posten bereits entrichtete Beträge, bei denen der Nutzenzufluss erst in späteren Perioden erfolgen wird.

Die Bilanzierung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen aufgrund der kurzfristigen Laufzeit annähernd den Buchwerten.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Dieser Bilanzposten beinhaltet Barmittel und jederzeit fällige Sichteinlagen bei Kreditinstituten und kurzfristige liquide Anlagen, deren ursprüngliche Laufzeit weniger als drei Monate beträgt.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern ihr Verkauf eingeleitet wurde bzw. die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte werden zum niedrigeren Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet; ausgenommen hiervon sind Vermögenswerte, die nicht unter die Bewertungsregeln des IFRS 5 fallen. Langfristige Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehenden Schulden werden in der Konzernbilanz ebenfalls separat als kurzfristiger Posten ausgewiesen.

Als aufgegebene Geschäftsbereiche werden wesentliche Unternehmensbestandteile des Deutsche Balaton Konzerns erfasst, die betrieblich und für die Zwecke der Rechnungslegung klar vom restlichen Unternehmen abgegrenzt werden können und veräußert bzw. zur Veräußerung verfügbar klassifiziert wurden bzw. liquidiert worden sind. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen des Berichtsjahres und des Vorjahres gesondert ausgewiesen. Mittelzu- und -abflüsse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen werden nicht in der Konzern-Kapitalflussrechnung, sondern nur in den Angaben im Anhang getrennt ausgewiesen (siehe Tz. 42). Die Erläuterungen im Anhang zu den einzelnen Posten in der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung beziehen sich grundsätzlich nur auf die fortgeführten Aktivitäten des Deutsche Balaton Konzerns.

Eigenkapital

Ausgegebene Aktien der Deutsche Balaton AG werden als Eigenkapital klassifiziert. Mehrkosten, welche der Ausgabe von Aktien direkt zugeordnet werden können, werden direkt im Eigenkapital in der Kapitalrücklage erfasst. Mit jeder Aktie ist für den Anteilseigner ein Stimmrecht verbunden. Wenn als Eigenkapital klassifizierte Aktien zurückgekauft werden, werden die zurückgekauften Aktien als eigene Aktien klassifiziert und zu Anschaffungskosten im Eigenkapital in Abzug gebracht.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Der Anteil Dritter am Konzerneigenkapital wird im Posten „Anteile nicht beherrschender Gesellschafter“ ausgewiesen. Der Anteil Dritter an Konzerngesellschaften in der Rechtsform einer deutschen Personengesellschaft wird im langfristigen Konzernfremdkapital unter dem Posten „Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestelltes Fremdkapital“ ausgewiesen.

Langfristige finanzielle Schulden

Langfristige finanzielle Schulden werden unter Berücksichtigung der Transaktionskosten in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags erfasst. Ein Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und im Finanzergebnis erfasst.

Leistungen an Personal

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an Personal unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen stehen teilweise für diesen Zweck Rückdeckungsversicherungen in Form von Rentenversicherungen gegenüber.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Kosten für die Leistungserbringung mittels des Verfahrens der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine versicherungsmathematische Bewertung durchgeführt wird. Neubewertungen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, Veränderungen, die sich aus der Anwendung der Vermögenswertobergrenze ergeben und dem Ertrag aus dem Planvermögen (ohne Zinsen auf die Nettoschuld), werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst und sind damit direkt in der Bilanz enthalten. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Teil der übrigen Rücklagen und werden nicht mehr in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Nachzuverrechnender Dienstaufwand wird als Aufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt.

Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt, zu Beginn des Geschäftsjahres. Die leistungsorientierten Kosten beinhalten folgende Bestandteile:

Dienstzeitaufwand (einschließlich laufendem Dienstzeitaufwand, nachzuverrechnendem Dienstaufwand sowie etwaigem Gewinn oder Verlust aus der Planänderung oder Kürzung)

Nettozinsaufwand oder -ertrag auf die Nettoschuld oder den Nettovermögenswert

Neubewertung der Nettoschuld oder des Nettovermögenswerts

Der Dienstaufwand wird im Posten „Zuwendungen an Personal“ ausgewiesen, der Netto-Zinsanteil der Rückstellungszuführung in den Finanzierungsaufwendungen. Gewinne oder Verluste aus Plankürzungen werden als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand bilanziert. Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unterdeckung der leistungsorientierten Versorgungspläne des Konzerns dar. Jede Überdeckung, die durch diese Berechnung entsteht, ist auf den Barwert des künftigen wirtschaftlichen Nutzens begrenzt, der in der Form von Rückerstattungen aus den Plänen oder geminderter künftiger Beitragszahlungen an die Pläne zur Verfügung steht. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen.

Kurzfristige finanzielle Schulden

Kurzfristige finanzielle Schulden sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Buchwerte dieser innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Zahlung fällig werdenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund ihrer kurzen Laufzeiten annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten.

Sonstige Schulden

Sonstige Schulden sind mit den Buchwerten, die dem Erfüllungsbetrag entsprechen, oder mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet. Wenn für die Deutsche Balaton rechtliche oder tatsächliche Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund vergangener Ereignisse vorliegen und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtungen zu Mittelabflüssen führen, werden diese mit jenem Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses nach bestmöglicher Schätzung ermittelt werden kann.

Vertragsverbindlichkeiten

In Übereinstimmung mit den Vorschriften zur Realisierung von Umsatzerlösen werden in diesem Posten insbesondere die bereits erhaltenen Beträge für die noch in der Zukunft zu erbringenden Leistungen aus Wartungs-, Consulting- oder Dienstleistungsverträgen ausgewiesen. Diese werden über die vereinbarte Vertragslaufzeit als Umsatzerlöse realisiert. Üblicherweise werden im Balaton Konzern Verträge mit einer Laufzeit zwischen drei und fünf Jahren vereinbart. Hinzu kommen in deutlich geringerem Umfang reine Wartungskontrakte mit einer Laufzeit von einem Jahr, die sich jährlich rollierend verlängern.

Fremdwährungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden nach IFRS mit dem Stichtagskurs erfolgswirksam bewertet. Der Konzern ist Wechselkursschwankungen und somit Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Diese resultieren nicht nur aus Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, sondern auch aus Bankguthaben und -verbindlichkeiten in Fremdwährung sowie Währungsdifferenzen bei assoziierten Unternehmen. Die Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:

Land Währungseinheit Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020
Äthiopien ETB 55,6724 47,6080 52,0705 40,0433
Australien AUD 1,5615 1,5896 1,5749 1,6549
Brasilien BRL 6,3101 6,3735 6,3779 5,8943
Dänemark DKK 7,4364 7,4409 7,4370 7,4542
Großbritannien GBP 0,84028 0,89903 0,85960 0,88970
Indien INR 84,2292 89,6605 87,4392 84,6392
Japan JPY 130,38 126,49 129,88 121,85
Kanada CAD 1,4393 1,5633 1,4826 1,5300
Norwegen NOK 9,9888 10,4703 10,1633 10,7228
Polen PLN 4,5969 4,5597 4,5652 4,4430
Ruanda RWF 1.131,52 1.215,28 1.170,35 1.197,67
Schweden SEK 10,2503 10,0343 10,1465 10,4848
Schweiz CHF 1,0331 1,0802 1,0811 1,0705
Tschechien CZK 24,858 26,242 25,640 26,455
Ungarn HUF 369,19 363,89 358,52 351,25
USA USD 1,1326 1,2271 1,1827 1,1422

Leasing

Ein Vertrag begründet oder beinhaltet ein Leasingverhältnis, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Der Deutsche Balaton Konzern hat sich entschieden, die Vorschriften des IFRS 16 nicht auf Leasingverhältnisse mit einer Gesamtlaufzeit von maximal zwölf Monaten (kurzfristige Leasingverhältnisse) sowie auf Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte anzuwenden. IFRS 16 wird des Weiteren nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle Vermögenswerte angewendet.

Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern als Leasingnehmer bilanziert grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse in der Bilanz Vermögenswerte für die Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten.

Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaiger erhaltenen Leasinganreize. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit des Leasingvertrags und erwarteter Nutzungsdauer des Leasinggegenstands abgeschrieben. Die Nutzungsrechte werden ebenfalls auf Wertminderung überprüft.

Der Ausweis der Nutzungsrechte erfolgt unter der jeweiligen Position im Sachanlagevermögen, der der Leasinggegenstand zugeordnet werden kann.

Am Bereitstellungsdatum erfasst der Deutsche Balaton Konzern die Leasingverbindlichkeiten zum Barwert der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Die Leasingzahlungen beinhalten feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen) abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen. Die Leasingzahlungen umfassen ferner den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn hinreichend sicher ist, dass der Konzern sie auch tatsächlich wahrnehmen wird.

Bei der Berechnung des Barwerts der Leasingzahlungen verwendet der Deutsche Balaton Konzern den Grenzfremdkapitalzinssatz zum Bereitstellungsdatum, da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz nicht ohne Weiteres bestimmt werden kann.

Der Buchwert der Leasingverbindlichkeiten wird bei Änderungen des Leasingverhältnisses, Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen der Leasingzahlungen oder bei einer Änderung der Beurteilung einer Kaufoption für den zugrunde liegenden Vermögenswert neu bewertet.

Bei Verträgen, die neben Leasingkomponenten auch Nicht-Leasingkomponenten enthalten, wird grundsätzlich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, auf eine Trennung dieser Komponenten zu verzichten.

Sobald Leasingverträge eine Verlängerungs- und Kündigungsoption enthalten, werden bei der Bestimmung der Vertragslaufzeit sämtliche Tatsachen und Umstände berücksichtigt, die einen wirtschaftlichen Anreiz zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen bieten. Laufzeitänderungen aus der Ausübung bzw. Nicht-Ausübung solcher Optionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind.

Konzern als Leasinggeber

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern nicht im Wesentlichen alle mit dem Eigentum an einem Vermögenswert verbundenen Risiken und Chancen überträgt, werden als Operating Leasingverhältnis eingestuft.

Als Leasinggeber bei einem Operating Leasingverhältnis weist der Konzern das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus. Die in der Periode vereinnahmten Mieteinnahmen werden unter Umsatzerlösen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt. Anfängliche direkte Kosten, die bei den Verhandlungen und dem Abschluss eines Operating Leasingverhältnisses entstehen, werden dem Buchwert des Leasinggegenstandes hinzugerechnet und über die Laufzeit des Leasingverhältnisses auf gleiche Weise wie die Leasingerträge als Aufwand erfasst. Bedingte Mietzahlungen werden in der Periode als Ertrag erfasst, in der sie erwirtschaftet wurden.

Als Leasinggeber bei einem Finanzierungsleasing setzt der Konzern die Vermögenswerte in der Bilanz an und weist sie als Forderung in Höhe des Nettoinvestitionswerts aus dem Leasingverhältnis aus.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalzinsen werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Eine Aktivierung von Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 wird nicht vorgenommen, da im Konzern keine qualifizierten Vermögenswerte vorhanden sind.

Saldierung

Es besteht ein grundsätzliches Saldierungsverbot zwischen Vermögenswerten und Schulden sowie Erträgen und Aufwendungen, es sei denn, eine Vorschrift fordert oder erlaubt dies ausdrücklich. Soweit möglich, werden Saldierungen vorgenommen.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente sind Verträge, die nachfolgende Merkmale aufweisen: Der Wert des Finanzinstruments verändert sich infolge einer Änderung eines bestimmten Zinssatzes, eines Preises eines Finanzinstruments, eines Rohstoffpreises, eines Wechselkurses, eines Preis- oder Zinsindex, eines Bonitätsratings oder eines Kreditindex oder einer anderen Variablen, vorausgesetzt, dass im Fall einer nichtfinanziellen Variablen die Variable nicht spezifisch für eine Partei des Vertrags ist.

Durch entsprechende Sicherungsinstrumente werden der beizulegende Zeitwert oder die Zahlungsströme abgesichert. Gewinne und Verluste aus Fair Value Hedges werden ergebniswirksam im Periodenergebnis erfasst, während Gewinne und Verluste aus wirksamen Cashflow Hedges zunächst erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Derivate können im Deutsche Balaton Konzern zur Reduzierung des Währungs- und Zinsrisikos eingesetzt werden. Die abgeschlossenen Geschäfte stellen wirtschaftlich betrachtet eine Absicherung dar, erfüllen aber die Anforderungen des IFRS 9 für bilanzielle Sicherungsbeziehungen nicht. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Separate Derivate werden losgelöst von den schwebenden Geschäften bilanziert. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte dieser Derivate werden direkt erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Wertänderungen von Devisentermingeschäften werden als Kursergebnis in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, während Wertänderungen von Zinsswaps Bestandteil der Finanzerträge oder Finanzierungsaufwendungen sind. Wertänderungen von anderen Optionen werden im Bewertungsergebnis ausgewiesen.

Die beizulegenden Zeitwerte der Derivate werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt. Die Bewertung von Devisentermingeschäften erfolgt einzelfallbezogen und zu dem jeweiligen Terminkurs am Bilanzstichtag. Die Terminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminaufschlägen und -abschlägen. Die beizulegenden Zeitwerte von Instrumenten zur Sicherung von Zinsrisiken ergeben sich durch Diskontierung der zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse. Zur Abzinsung dienen marktübliche Zinssätze, die über die Restlaufzeit der Instrumente angewendet werden. Für jede einzelne Transaktion wird der beizulegende Zeitwert ermittelt.

Bei Bedarf werden von den Gesellschaften derivative Finanzinstrumente in Anspruch genommen (z. B. Devisenforwards, Zins- oder Währungsswaps). Darüber hinaus bestehen Optionsvereinbarungen zum Erwerb von Unternehmensanteilen.

Sind keine notierten Preise für Finanzinstrumente, wie zum Beispiel für nicht börsennotierte Optionen, verfügbar, wird der Fair Value unter Anwendung eines geeigneten Bewertungsmodells ermittelt, bei dem die einfließenden Daten, soweit möglich, aus überprüfbaren Marktquellen stammen. Diese Bewertungen unterliegen naturgemäß in höherem Maße der Einschätzung des Managements. Diese nicht beobachtbaren Eingangswerte können Daten enthalten, die extrapoliert oder interpoliert oder in Form von Näherungswerten aus korrelierten oder historischen Daten ermittelt werden. Es werden hier in größtmöglichem Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und so wenig wie möglich unternehmensspezifische Eingangswerte herangezogen.

Bewertungsmodelle müssen anerkannten betriebswirtschaftlichen Methoden zur Bewertung von Finanzinstrumenten entsprechen und alle Faktoren berücksichtigen, die Marktteilnehmer bei der Festlegung eines Preises als angemessen betrachten würden.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden von dem Buchwert des Vermögenswerts abgesetzt und mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts im Gewinn oder Verlust erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die für den Konzern entstandene Aufwendungen kompensieren, werden in der Periode erfolgswirksam als sonstige betriebliche Erträge erfasst, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfallen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

7. Umsatzerlöse

in TEUR 2021 2020
Verkauf von Gütern 28.741 25.943
Lizenzumsatzerlöse 18.804 15.136
Nutzungsentgelte (Mieterträge) 1.583 1.599
Erbringung von Dienstleistungen (Service, Wartung und Transportdienstleistung) 58.703 55.065
107.830 97.743

Der Posten „Umsatzerlöse“ enthält im Geschäftsjahr 2021 und im Vergleichszeitraum die Erträge aus dem Verkauf von Gütern, Lizenzen, Nutzungsentgelten (Mieterträge) sowie die Erträge für die Erbringung von Dienstleistungen (Service, Wartung und Transportdienstleistung). Der Anstieg ist im Wesentlichen bedingt durch die im Vorjahr getätigten Unternehmenskäufe im Segment „Beta Systems“.

Unter dem Posten „Verkauf von Gütern“ sind Umsatzerlöse von vollkonsolidierten Industrieunternehmen enthalten. Der Posten „Erbringung von Dienstleistungen (Service, Wartung und Transportdienstleistung)“ beinhaltet insbesondere Wartungs- und Serviceleistungen von IT-Unternehmen.

Eine vollkonsolidierte Konzerngesellschaft bietet im Rahmen von Consultingdienstleistungen auch auf die individuellen Anforderungen und technologischen Ressourcen von Kunden abgestimmte, maßgefertigte Projektlösungen und individuelle Unterstützung an. Diese Projektaufträge beinhalten die Erstellung kundenspezifisch angepasster Software durch Modifizierungen oder Weiterentwicklungen bestehender Standardprodukte. Die Umsatzrealisierung aus diesen Fertigungsaufträgen erfolgt zeitraumbezogen gemäß IFRS 15 entsprechend dem Leistungsfortschritt.

Es werden aus bestehenden Mietverträgen (Operating-Leasing) für das folgende Jahr Zahlungen in Höhe von 461 TEUR (Vj. 516 TEUR) erwartet. Die Mietverträge haben überwiegend eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten, da es sich meistens um für Wohnzwecke genutzte Gebäude handelt. Aus langfristigen Mietverträgen erwartet der Konzern innerhalb von zwei bis fünf Jahren Erträge von 148 TEUR (Vj. 860 TEUR). Bei einer Vertragslaufzeit von über fünf Jahren bis zum Vertragsende erhalten wir aus heutiger Vertragslage 9 TEUR (Vj. 195 TEUR) Mieterträge. Die Vertragsparteien aus den langfristigen Mietverträgen haben Verlängerungsoptionen, aus denen der Konzern bei Ausübung dieser Optionen innerhalb der Anschlussmietzeit von bis zu 60 Monaten Erträge von 448 TEUR (Vj. 379 TEUR) erwartet.

8. Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

in TEUR 2021 2020
Bestandsveränderungen 352 – 53
Aktivierte Eigenleistungen 589 162
941 109

Der Posten „Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen“ stellt die Veränderung an Vorräten aus fertigen und unfertigen Erzeugnissen von vollkonsolidierten Unternehmen dar. Andere aktivierte Eigenleistungen stellen im Wesentlichen selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte bei einzelnen Gesellschaften dar. Im Berichtsjahr sind andere aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 589 TEUR (Vj. 162 TEUR) aktiviert worden für die Erstellung und Entwicklung von Neuprodukten.

9. Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten

in TEUR 2021 2020
Änderung der beizulegenden Zeitwerte 20.326 135.151
Dividendenerträge 1.774 1.472
22.100 136.623

Die Änderungen der beizulegenden Zeitwerte stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 2021 2020
Langfristige Finanzanlagen * :
- davon Bewertungsertrag 69.727 165.618
- davon Bewertungsaufwand -48.678 – 40.648
Kurzfristige Finanzanlagen * :
- davon Bewertungsertrag 17.611 5.905
- davon Bewertungsaufwand -19.141 – 6.847
Finanzielle Vermögenswerte:
- davon Bewertungsertrag 2.376 13.336
- davon Bewertungsaufwand -1.568 – 2.212
20.326 135.151

* Die Finanzanlagen setzten sich zusammen aus: Eigenkapitalinstrumenten, Anleihen und Genussscheinen

Innerhalb der Änderungen der beizulegenden Zeitwerte ergaben sich positive Effekte bei der Bewertung von langfristigen Finanzanlagen in Höhe von 69.727 TEUR (Vj. 165.618 TEUR). Diese entfallen im Wesentlichen auf die Anteile eines Unternehmens im Bereich der Lithium Technologie in Höhe von 9.591 TEUR (Vj. Aufwand 2.599 TEUR), auf die Anteile eines Hersteller für Dienstleistungssoftware in Höhe von 5.887 TEUR (Vj. 3.589 TEUR) und auf die Anteile eines Unternehmens im Bereich Börsenportale in Höhe von 5.442 TEUR (Vj. 7.182 TEUR). Auf nicht notierte Finanzanlagen entfällt ein Ertrag in Höhe von 5.648 TEUR (Vj. 389 TEUR).

Der gegenläufige Effekt in Höhe von 48.678 TEUR (Vj. 40.648 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus negativen Bewertungseffekten aus einem dermatologischen Spezial-Pharmaunternehmen in Höhe von 13.241 TEUR (Vj. Aufwand 9.593 TEUR), aus Anteilen an einem australischen Rohstoffunternehmen in Höhe von 4.339 TEUR (Vj. Ertrag 15 TEUR) und aus Anteilen an einem kanadischen Rohstoffunternehmen in Höhe von 3.568 TEUR (Vj. 3.065 TEUR). Auf nicht notierte Finanzanlagen entfällt ein Aufwand in Höhe von 1.741 TEUR (Vj. 4.099 TEUR).

Der Ertrag bei der Bewertung von kurzfristigen Finanzanlagen in Höhe von 17.611 TEUR (Vj. 5.905 TEUR) entfällt im Wesentlichen auf die Anteile eines Unternehmens im Transportsektor in Höhe von 10.081 TEUR (Vj. 0 TEUR) und auf die Anteile eines Rohstoffunternehmens in Höhe von 2.250 TEUR (Vj. 0 TEUR).

Der Aufwand in Höhe von 19.141 TEUR (Vj. 6.847 TEUR) resultiert im Wesentlichen aus den Anteilen eines Biotechunternehmens in Höhe von 7.697 TEUR (Vj. Ertrag 2.467 TEUR) und eines Rohstoffunternehmens in Höhe von 5.435 TEUR (Vj. 2.980 TEUR).

Der Bewertungsertrag in Höhe von 2.376 TEUR (Vj. 13.336 TEUR) resultiert überwiegend aus der Bewertung von Optionen. Im Vorjahr waren hauptsächlich Nachbesserungserträge aus Spruchverfahren enthalten (TEUR 10.073).

Der Bewertungsaufwand für die finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 1.568 TEUR (Vj. 2.212 TEUR) resultiert hauptsächlich aus den Wertminderungen auf Forderungen in Höhe von 1.126 TEUR (Vj. 2.097 TEUR).

Die Dividendenerträge beruhen auf Ausschüttungen, die aufgrund von Beschlüssen der ordentlichen Hauptversammlungen von Gesellschaften erfolgt sind. Gewinnausschüttungen werden erst im Jahr der Beschlussfassung als Ertrag berücksichtigt. Im Geschäftsjahr 2021 hat die Deutsche Balaton Dividenden von einer nicht konsolidierten Tochtergesellschaft in Höhe von 192 TEUR (Vj. 113 TEUR) erhalten.

10. Sonstige betriebliche Erträge

in TEUR 2021 2020
Erträge aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Unternehmen 2.253 0
Erträge aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen 1.424 2.709
Erträge aus Devisenkursdifferenzen 1.889 764
Erträge aus Erstattungen und Versicherungsentschädigungen 117 570
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.115 832
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 39 48
Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen 7 87
Übrige 3.581 1.777
10.424 6.787

Die „Erträge aus dem Verkauf von vollkonsolidierten Unternehmen“ betreffen im Wesentlichen den Ertrag aus dem Teilverkauf an dem ehemals verbundenen Unternehmen „CARUS AG“.

Die „Erträge aus dem Verkauf von assoziierten Unternehmen“ betreffen ausschließlich den Ertrag aus dem teilweisen Anteilsverkauf an dem ehemaligen assoziierten Unternehmen „The Grounds Real Estate Development AG“.

Der Posten „Erträge aus Devisenkursdifferenzen“ beinhaltet Erträge aus Devisenkursschwankungen bei Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten und Fremdwährungsbeständen.

Der Posten „Übrige“ enthält einen Ertrag in Höhe von 1.128 TEUR (Vj. 0 TEUR) aus der Übergangskonsolidierung des assoziierten Unternehmens „The Grounds Real Estate Development AG“ in den Posten „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ innerhalb der Bilanzposition Andere langfristige Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte.

11. Materialaufwand/Aufwand für bezogene Leistungen

in TEUR 2021 2020
Materialaufwand/Aufwand für bezogene Leistungen 18.717 15.102

Im Posten „Materialaufwand/Aufwand für bezogene Leistungen“ werden die Aufwendungen zur Herstellung von Gütern erfasst. Darüber hinaus beinhaltet dieser Posten Wareneinsatz zum Handel von Gütern, Immobilien und Lizenzen sowie Aufwand für bezogene Leistungen.

12. Zuwendungen an Personal

in TEUR 2021 2020
Löhne und Gehälter 48.465 46.819
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 8.729 8.171
- davon Dienstzeitaufwand 0 0
- davon für beitragsorientierte Pensionspläne (einschließlich Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung) 2.963 2.175
57.194 54.990

Im Posten „Löhne und Gehälter“ sind Bezüge des Vorstands enthalten. Für weitere Informationen wird auf Tz. 49 verwiesen.

Die sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung enthalten Aufwendungen für einen leistungsorientierten Plan im Sinne des IAS 19.46.

Durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitern 2021 2020
Leitendes Personal 24 24
Sonstiges Personal 917 909
941 933

Der Anstieg des Personalaufwands und der durchschnittlichen Anzahl der Mitarbeiter ist im Wesentlichen auf jährliche Gehaltsanpassungen sowie den ganzjährigen Einbezug des Teilkonzerns 4basebio plc. zurückzuführen.

13. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

in TEUR 2021 2020
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte 2.423 7.917
Abschreibungen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 279 309
Abschreibungen auf Sachanlagen 9.222 6.446
- davon für Nutzungsrechte 3.287 3.264
11.924 14.672

Abschreibungen auf Firmenwerte werden nur als Ergebnis von Wertminderungstests vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2021 sind in den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte keine Abschreibungen auf einen Firmenwert enthalten (Vj. 4.178 TEUR). Aufgrund eines Impairmenttests wurden in Höhe von 199 TEUR (Vj. 0 TEUR) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte berücksichtigt. Im Vorjahr gab es außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.426 TEUR auf immaterielle Vermögenswerte.

Abschreibungen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind gemäß der Leerstandsquote der Immobilienobjekte aufzuteilen. Die Leerstandsquote beträgt im Segment „Vermögensverwaltend“ rund 2 % (Vj. rund 2 %), weshalb 11 TEUR (Vj. 6 TEUR) auf nicht vermietete Wohnungen entfallen. Die Leerstandsquote beinhaltet keine Objekte, die zum Bilanzstichtag als „im Bau“ befindlich klassifiziert werden.

Es wurde wie im Vorjahr keine Wertminderung auf eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie erfasst.

Abschreibungen auf Sachanlagen beinhalten planmäßige lineare Abschreibungen auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung, technische Anlagen und Maschinen sowie Gebäude. Im Geschäftsjahr 2021 waren außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2.543 TEUR (Vj. 0 TEUR) auf Sachanlagen aufgrund eines Wertminderungstests zu berücksichtigen.

Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde eine Anpassung für den Massengutfrachter auf den Schrottwert vorgenommen, da der Schrottwert pro Tonne Leergewicht (600 USD) im Vergleich zum Vorjahr (420 USD) deutlich gestiegen ist. Der Effekt für 2021 ist eine um 42 TEUR geringere Abschreibung. Auf die Restlaufzeit gesehen fallen 560 TEUR weniger Abschreibung an.

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in TEUR 2021 2020
Beratungskosten 3.217 3.375
Abschluss- und Prüfungskosten 1.528 1.095
Raumkosten 1.527 2.045
Hauptversammlungen und Investor Relations 1.141 765
Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten Immobilien 137 163
Marketing, Vertrieb und Kundenservice 1.804 1.734
Aufwendungen aus Devisenkursdifferenzen 1.823 1.045
Reparatur und Instandhaltung von Gebäuden und Grundstücken 248 23
Reparatur und Instandhaltung von technischen Anlagen und Maschinen 480 744
Fortbildungskosten 302 276
EDV-Kosten 1.774 1.603
Kosten für den Fuhrpark 904 895
Reisekosten 265 402
Sonstige Steuern 143 303
Versicherung 656 523
Fracht/Verpackung 556 512
Telekommunikation/Bürobedarf 557 629
Bank- und Depotgebühren/Nebenkosten des Geldverkehrs 614 346
Sonstige Schiffsbetriebskosten 899 1.569
Verlust aus dem Verkauf von Tochterunternehmen 9 350
Wertminderung auf assoziierte Unternehmen 429 0
Übrige 4.732 2.220
23.744 20.617

Die „Beratungskosten" betreffen nicht aktivierungsfähigen Aufwand in Zusammenhang mit Steuer- und Rechtsberatung, Kapitalmarktberatung sowie Unternehmensberatung.

„Abschluss- und Prüfungskosten" beinhalten alle Aufwendungen für die Jahres- und Zwischenabschlüsse der Konzerngesellschaften einschließlich der Aufwendungen für die Erstellung und Prüfung des Konzernabschlusses. Im Geschäftsjahr 2021 ist der Anstieg im Wesentlichen auf das Segment „Vermögensverwaltend“ zurückzuführen und resultiert hier im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung bzw. dem erstmaligem ganzjährigem Einbezug der 2invest AG.

Der Anstieg des Postens „Hauptversammlungen und Investor Relations“ ist auf die Durchführung von außerordentlichen Hauptversammlungen und zum Teil auf Grund beschlossener Kapitalmaßnahmen zurückzuführen.

Der Posten „Raumkosten“ enthält neben dem kurzfristigen Mietaufwand inkl. Mietnebenkosten auch den Instandhaltungsaufwand für die betrieblichen Räume.

Der Posten „Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten Immobilien“ umfasst den laufenden Aufwand für Instandhaltung, Reparatur und Bewirtschaftung der vermieteten Immobilien. Die Leerstandsquote beträgt für das Segment „Immobilien“ rund 2 % (Vj. rund 2 %), weshalb 2 % der Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten in Höhe von 3 TEUR (Vj. 3 TEUR) auf nicht vermietete Wohnungen bzw. Verwaltungsgebäude entfallen.

Der Posten „Marketing, Vertrieb und Kundenservice“ beinhaltet Aufwendungen der vollkonsolidierten Industrie- und Softwareunternehmen für Marketing, Vertrieb und Kundenservice.

Die Aufwendungen aus Devisenkursdifferenzen resultieren ausschließlich aus Effekten von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten in Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit sowie aus der Bewertung von Devisenbeständen und Fremdwährungskrediten.

Der Posten „Reparatur und Instandhaltung von technischen Anlagen und Maschinen“ beinhaltet laufende Reparaturkosten der technischen Anlagen und Maschinen des Konzerns.

Im Posten „Bank- und Depotgebühren/Nebenkosten des Geldverkehrs“ sind Verwahrentgelte in Höhe von 119 TEUR enthalten (Vj. 5 TEUR).

Im dem Posten „Verlust aus dem Verkauf von Tochterunternehmen" wird der Aufwand aus dem Verkauf zweier veräußerter Tochterunternehmen ausgewiesen.

In dem Posten „Übrige“ sind alle weiteren – nicht detailliert aufgeführten – Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäftsbetrieb der Unternehmen des Konzerns stehen, zusammengefasst. Im Geschäftsjahr 2021 sind hier in Höhe von 520 TEUR der Aufwand aus der Entkonsolidierung von drei Gesellschaften sowie der Aufwand für eine Unterbeteiligung in Höhe von 499 TEUR enthalten.

15. Finanzerträge

in TEUR 2021 2020
Zinserträge von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 585 1.947
Zinsen und zinsähnliche Erträge 2.877 17.030
3.462 18.977
- davon aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden 312 174

Die Zinserträge von Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, beruhen auf abgeschlossenen Darlehensverträgen über Gesellschafterdarlehen, Genussscheinen und gezeichneten Inhaberschuldverschreibungen.

Der Posten „Zinsen und zinsähnliche Erträge“ betrifft die Verzinsung der liquiden Mittel bei diversen Banken und Erträge aus gewährten Darlehen, Genussrechten und gehaltenen Anleihen. Zudem ist ein zinsähnlicher Ertrag in Höhe von 735 TEUR (Vj. 7.320 TEUR) aus der Ergebniszuweisung der CornerstoneCapital II AG & Co. KG (aufgegebener Geschäftsbereich), der wirtschaftlich dem Konzern zuzurechnen ist, ausgewiesen. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2020 sind hier insbesondere Zinserträge aus den Spruchverfahren „AXA Group“ und „Wella AG“ von in Summe 5.930 TEUR enthalten.

Die Gesamtzinserträge für finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, betreffen im Wesentlichen die Aufzinsung von Forderungen sowie Verzinsung der liquiden Mittel. Qualitative Beschreibungen zur Bilanzierung und zum Ausweis von Finanzinstrumenten (einschließlich derivativer Finanzinstrumente) sind in den allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen enthalten.

16. Finanzierungsaufwendungen

in TEUR 2021 2020
Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten 155 164
Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen für Pensionsrückstellungen 63 69
Sonstige Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen 1.694 2.645
1.912 2.878
- davon Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen für Langfristfinanzierung 572 665
- davon Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden 1.584 2.556

Der Zinsaufwand für langfristige Fremdfinanzierungen beträgt 572 TEUR (Vj. 665 TEUR). Unter den Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen wurden auch der Zinsaufwand aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen Darlehensgebern erfasst.

Zur Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen wird auf Tz. 33 verwiesen.

17. Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Der Posten „Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden“ gibt den Anteil des Konzerns am Periodenergebnis der assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen an. Darin sind wie im Vorjahr keine Wertminderungen und keine Zuschreibungen auf assoziierte Unternehmen enthalten.

Der Gewinn- und Verlustanteil der als at-Equity zu bilanzierenden Finanzanlagen ist mit – 2.044 TEUR (Vj. 227 TEUR) gegenüber dem Vorjahreswert deutlich gesunken und entfällt ausschließlich auf das Segment „Vermögensverwaltend“. Ein positiver Ergebnisbeitrag resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnisbeitrag der capFlow AG in Höhe von 721 TEUR (Vj. 576 TEUR). Gegenläufig entwickelte sich der Teilkonzern „DIO“ mit einem negativen Beitrag in Höhe von – 351 TEUR (Vj. – 1.177 TEUR) und der wesentliche negative Ergebnisbeitrag resultiert aus dem erstmalig als At Equity bilanzierten Unternehmen „Epigenomics“ in Höhe von – 1.767 TEUR.

in TEUR 2021 2020
Assoziierte Unternehmen (anteilig) – 2.059 227
- davon Ergebnisanteil – 199 391
- davon aus Kaufpreisallokationen – 1.860 – 164
Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen (anteilig) – 2.059 227
in TEUR 2021 2020
Gemeinschaftsunternehmen / Joint Ventures 15 -
- davon Ergebnisanteil 15 -
- davon aus Kaufpreisallokationen - -
Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen (anteilig) 15 -

Die Gewinn- und Verlustanteile der nach der Equity-Methode einbezogenen Beteiligungen wurden, sofern keine geprüften Abschlüsse der Gesellschaften vorlagen, auf Grundlage der letzten zur Verfügung stehenden Finanzdaten in den Konzernabschluss einbezogen.

18. Ertragsteuern

in TEUR 2021 2020
Laufende Steuern 6.037 6.512
Latente Steuern -3.509 4.111
2.528 10.622

In den laufenden Steuern sind periodenfremde Steuern in Höhe von – 265 TEUR (Vj. 220 TEUR) erfasst.

Der erwartete Steuersatz für Kapitalgesellschaften setzt sich aus Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag sowie der von der Gemeinde abhängigen Höhe an Gewerbesteuer zusammen. Der Konzernsteuersatz der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft beträgt insgesamt 29,83 % (Vj. 29,83 %).

Die Überleitung von dem theoretisch zu erwartenden Steuerertrag/-aufwand einer Kapitalgesellschaft mit Sitz in Heidelberg zum tatsächlich im Konzernabschluss erfassten Betrag stellt sich folgendermaßen dar:

in TEUR 2021 2020
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 29.222 152.207
Theoretischer Steuersatz in % 29,83 29,83
Theoretischer Steuerertrag/-aufwand 8.717 45.403
in TEUR 2021 2020
Theoretischer Steuerertrag/-aufwand 8.717 45.403
Steuerfreie Bewertung anderer Finanzanlagen und finanzieller Vermögenswerte –3.961 –25.570
Ergebnis aus Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 610 – 68
Steuersatzdifferenzen – 194 – 102
Nicht abzugsfähige Aufwendungen 210 125
Änderung/Nichtansatz aktiver latenter Steuern – 2.636 – 9.328
Steuern Vorjahre – 265 220
Sonstiges 48 – 60
Ertragsteuern 2.528 10.622
Effektiver Konzernsteuersatz in % (rechnerische Größe) 8,65 6,98

Steuerfreie Erträge ergeben sich insbesondere aus dem Verkauf von Beteiligungen und Wertpapieren sowie Dividendenerträgen.

19. Gesamtergebnisrechnung

Die Summe der erfassten Erträge und Aufwendungen (Summe Comprehensive Income) hat sich im Berichtsjahr auf 30.771 TEUR (Vj. 140.221 TEUR) erhöht. Die neutrale Veränderung resultiert im Berichtsjahr aus Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 246 TEUR (Vj. – 566 TEUR).

Hinsichtlich der Umgliederungsbeträge in die Gewinn- und Verlustrechnung verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Tz. 30.

Erläuterungen zur Bilanz

20. Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte / Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien / Sachanlagen

Die Entwicklung der Buchwerte vom Beginn zum Ende der Berichtsperiode unter der gesonderten Angabe über Zu- und Abgänge ist in der folgenden Tabelle dargestellt.

in TEUR immaterielle Vermögenswerte Firmenwerte als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 36.735 23.742 14.052
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -6.774 -290 -842
Zugänge 592 197 15
Unternehmenserwerbe 1.851 0 0
Währungskursdifferenzen -181 -3 -221
Abgänge 17 0 266
Umbuchung 0 0 0
Stand 31.12.2020 32.205 23.645 12.737
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -6.886 -156 0
Zugänge 783 0 4
Unternehmenserwerbe 200 0 0
Währungskursdifferenzen 171 0 212
Abgänge 1.059 469 1.031
Umbuchung -1 0 0
Stand 31.12.2021 25.414 23.020 11.922
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020 15.728 3.510 1.886
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -5.649 -3 -224
Zugänge 3.740 4.178 309
- davon außerplanmäßig 1.426 4.178 0
Währungskursdifferenzen -173 0 -39
Abgänge 8 0 0
Umbuchung 0 0 0
Stand 31.12.2020 13.638 7.684 1.932
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -2.320 0 0
Zugänge 2.423 0 279
- davon außerplanmäßig 199 0 0
Zuschreibung 0 0 0
Währungskursdifferenzen 164 0 185
Abgänge 420 201 48
Umbuchung 0 0 0
Stand 31.12.2021 13.485 7.483 2.347
Buchwerte
31.12.2020 18.568 15.961 10.805
31.12.2021 11.928 15.538 9.575
in TEUR Sachanlagen Gesamt
Grundstücke und Gebäude Maschinen und technische Anlagen Sonst. Betriebs- und Geschäftsausstattung
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 20.765 30.135 8.491 133.919
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -935 -10.545 -2.657 -22.043
Zugänge 1.958 758 1.633 5.152
Unternehmenserwerbe 1.101 167 19 3.138
Währungskursdifferenzen -364 -151 -113 -1.033
Abgänge 0 87 230 600
Umbuchung 64 -64 0 0
Stand 31.12.2020 22.590 20.213 7.143 118.533
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -2.556 -3.859 -120 -13.577
Zugänge 1.067 2.318 1.994 6.167
Unternehmenserwerbe 0 0 0 200
Währungskursdifferenzen -93 -28 28 289
Abgänge 1.780 114 2.298 6.749
Umbuchung 153 -153 1 0
Stand 31.12.2021 19.382 18.377 6.748 104.863
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020 2.442 15.793 4.770 44.130
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -299 -8.505 -1.871 -16.551
Zugänge 2.951 2.063 1.433 14.672
- davon außerplanmäßig 0 0 0 5.604
Währungskursdifferenzen -23 -49 -35 -319
Abgänge 0 50 210 268
Umbuchung 0 1 -1 0
Stand 31.12.2020 5.071 9.253 4.087 41.664
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -521 -1.597 -27 -4.464
Zugänge 3.857 3.853 1.511 11.924
- davon außerplanmäßig 847 1.696 0 2.742
Zuschreibung 0 929 0 929
Währungskursdifferenzen -12 -56 28 310
Abgänge 529 14 2.113 3.325
Umbuchung 0 -1 1 0
Stand 31.12.2021 7.866 10.510 3.488 45.180
Buchwerte
31.12.2020 17.519 10.960 3.056 76.869
31.12.2021 11.515 7.867 3.260 59.683

Die immateriellen Vermögenswerte wurden überwiegend im Rahmen der Unternehmenserwerbe entgeltlich erworben. Zudem bestehen aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 590 TEUR (Vj. 8 TEUR). Nicht aktivierte Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind in Höhe von 16.153 TEUR (Vj. 12.848 TEUR) angefallen.

Die Firmenwerte wurden einem Wertminderungstest nach IAS 36 unterzogen. Für Impairmenttests, bei denen ein Nutzungswert mittels einer Discounted-Cashflow-Methode berechnet wurde, sind die Planungen des lokalen Managements nach Prüfung und gegebenenfalls Anpassung durch das Konzernmanagement zugrunde gelegt. Die wesentlichen zugrunde gelegten Annahmen sind in der untenstehenden Tabelle zu den Impairmenttests dargestellt.

Bei der Durchführung der Impairmenttests wurden folgende Annahmen getroffen:

Bezeichnung der CGU Heidelberger Beteiligungsholding AG AEE Gold AG MISTRAL Media AG
Segment Vermögensverwaltend Vermögensverwaltend Vermögensverwaltend
Grundlage des erzielbaren Betrags Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Level 1) Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Level 1) Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Level 1)
Buch-/Firmenwert 31 TEUR 133 TEUR 0 TEUR
Außerplanmäßige Abschreibungen 0 TEUR 0 TEUR 0 TEUR
Dauer des Planungszeitraums - - -
Wachstumsrate - - -
Steuersatz - - -
WACC vor Steuern - - -
Bezeichnung der CGU SPARTA AG Prisma Equity AG 4basebio plc
Segment Vermögensverwaltend Vermögensverwaltend Vermögensverwaltend
Grundlage des erzielbaren Betrags Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Level 1) Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Level 1) Beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (Level 1)
Buch-/Firmenwert 2.844 TEUR 34 TEUR 197 TEUR
Außerplanmäßige Abschreibungen 0 TEUR 0 TEUR 0 TEUR
Dauer des Planungszeitraums - - -
Wachstumsrate - - -
Steuersatz - - -
WACC vor Steuern - - -
Bezeichnung der CGU HW Verwaltungs AG Beta Systems Software AG
Segment Vermögensverwaltend Beta Systems
Grundlage des erzielbaren Betrags Nutzungswert Nutzungswert
Buch-/Firmenwert 0 TEUR 12.299 TEUR
Außerplanmäßige Abschreibungen 2.742 TEUR * 0 TEUR
Dauer des Planungszeitraums 3 Jahre 3 Jahre
Wachstumsrate 0 % 0 %
Steuersatz 30 % 30 %
WACC vor Steuern 7,51 % 10,64 %

* Da der Firmenwert bereits vollständig abgeschrieben wurde, wurden außerplanmäßige Abchreibungen bei immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen erfasst.

Zum 31. Dezember 2021 wurde für die EUROPIN s.r.o, Trenčianske Stankovce (SK) kein Impairmenttest durchgeführt. Die Gesellschaft wurde mit Vertrag vom 27. Januar 2022 auf Ebene der EUROPIN GmbH und EUROPIN Deutschland GmbH als Holdinggesellschaften erfolgreich veräußert.

Zum 31. Dezember 2021 wurden die Gesellschaften (Teilkonzerne) Heidelberger Beteiligungsholding AG, Heidelberg, AEE Gold AG, Ahaus, Beta Systems Software AG, Berlin, Prisma Equity AG, Heidelberg, HW Verwaltungs AG, Halberstadt, SPARTA AG, Heidelberg, 4basebio plc, Cambridge (UK), sowie die MISTRAL Media AG, Frankfurt am Main, als jeweils zahlungsmittelgenerierende Einheiten gemäß IAS 36.90 einem Impairmenttest unterzogen.

Die Ermittlung des erzielbaren Betrags erfolgte für die CGUs AEE Gold AG, Prisma Equity AG, Heidelberger Beteiligungsholding AG, SPARTA AG, 4basebio plc und MISTRAL Media AG zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Dieser ermittelt sich für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten AEE Gold AG, Prisma Equity AG, SPARTA AG und Heidelberger Beteiligungsholding AG aus dem Marktwert der überwiegend börsennotierten Vermögenswerte abzüglich Veräußerungskosten der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der Impairmenttest ergab für die CGUs AEE Gold AG, SPARTA AG und 4basebio plc keinen Bedarf für die Wertminderung der Buchwerte der CGU. Für die CGUs Heidelberger Beteiligungsholding AG und Prisma Equity AG hat sich jeweils ein Impairmentbedarf ergeben. Der Impairmentbedarf für die CGU Heidelberger Beteiligungsholding AG in Höhe von 90 TEUR hätte den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 31 TEUR wertgemindert. Der darüber hinausgehende Wertminderungsbedarf ist gem. IAS 36.104 anteilig auf die verbleibenden Vermögenswerte der CGU aufzuteilen. Da die CGU jedoch ausschließlich über Vermögenswerte verfügt, die gem. IAS 36.2 nicht in den Bereich des IAS 36 fallen, werden diese Vermögenswerte nach dem jeweils anzuwendenden Standard bewertet. Hieraus hat sich kein Wertminderungsbedarf ergeben. Für die CGU Prisma Equity AG hat sich ein Impairmentbedarf in Höhe von 433 TEUR ergeben, der den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 34 TEUR wertgemindert hätte. Für den darüber hinausgehenden Wertminderungsbedarf gilt Gleiches, wie obig zur CGU Heidelberger Beteiligungsholding AG ausgeführt. Die Wertminderungen auf den Geschäfts- und Firmenwert sind im Rahmen der Wesentlichkeit nicht berücksichtigt worden.

Für die MISTRAL Media AG hätte es einen Impairmentbedarf in Höhe von 2.026 TEUR gegeben. Der Firmenwert wurde bereits in der Vergangenheit abgeschrieben. Da die Gesellschaft ausschliesslich über Vermögenswerte verfügt, die gem. IAS 36.2 nicht in den Bereich des IAS 36 fallen, werden diese Vermögenswerte nach dem jeweils anzuwendenden Standard bewertet. Hieraus hat sich kein Wertminderungsbedarf ergeben.

Für den Teilkonzern Beta Systems und den Teilkonzern HW Verwaltungs AG wurde der Impairmenttest gemäß IAS 36.90 zum 31. Dezember 2021 durch Ermittlung des Nutzungswerts durchgeführt. Dabei wird der Vorsteuer-WACC iterativ ermittelt. Für die CGU Teilkonzern HW Verwaltungs AG wurde ein Impairmentbedarf in Höhe von 2.742 TEUR identifiziert. Es wurden außerplanmäßige Abschreibungen bei immateriellen Vermögenswerten (199 TEUR) und Sachanlagen (2.543 TEUR) vorgenommen infolge von verschlechterten Ertragsaussichten insbesondere aufgrund gestiegener Kosten.

In der Annahme, dass sich der Recoverable Amount für diejenigen CGUs als Nutzungswert ermittelt, erfolgt eine Szenariorechnung unter der Annahme, dass sich der Diskontierungssatz nach Steuern als wesentlicher Faktor um 1 % erhöht. Bei CGUs ohne Wertminderung im Geschäftsjahr 2021 bestünde unter dieser Annahme ein zusätzlicher Impairmentbedarf in Höhe von 0 TEUR (Vj. 0 TEUR).

Der erzielbare Betrag wird im Wesentlichen durch die Höhe des Diskontierungszinssatzes und die Annahmen des Managements zur Umsatzentwicklung und zur Entwicklung des Rohertrags bestimmt. Weiterhin beeinflusst die Annahme des Managements zur Entwicklung der Kostenstruktur die Entwicklung des operativen Ergebnisses. Dabei basieren die Annahmen des Managements auf den Erfahrungen der Vergangenheit sowie den Erwartungen für das Marktumfeld.

Die Buchwerte der erworbenen immateriellen Vermögenswerte, welche planmäßig abgeschrieben werden, setzen sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020 Verbleibende Abschreibungsdauer
Kundenbeziehungen 6.862 13.584 1 – 18 Jahre
Technologien 4.279 4.707 1 – 18 Jahre
Übrige 396 268 1 – 4 Jahre
11.537 18.559

Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte beziehen sich auf den Posten „Kundenbeziehungen“ und wurden im Rahmen eines Impairmentbedarfs entsprechend allokiert. Der Wertminderungsaufwand ist dem Segment "Vermögensverwaltend" zuzurechnen.

Im Konzern besteht keine Verpflichtung zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (Vj. 0 TEUR).

Die Buchwerte der selbsterstellten immateriellen Vermögenswerte, welche planmäßig abgeschrieben werden, setzen sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020 Verbleibende Abschreibungsdauer
Technologien 590 8 1 – 20 Jahre

Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Abschreibungen werden planmäßig linear über die Nutzungsdauer (20 Jahre bis 50 Jahre) berechnet. Im Geschäftsjahr erfolgte wie im Vorjahr keine außerplanmäßige Abschreibung auf eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie. Es existiert keine Beschränkung der Veräußerbarkeit von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.

Zur Besicherung von kurzfristigen und langfristigen Schulden sind Grundpfandrechte in Höhe von 7.079 TEUR (Vj. 8.249 TEUR) bestellt. Der Rückgang der Besicherung resultiert aus der Umklassifizierung der CARUS AG nebst Tochtergesellschaft in ein At-Equity-Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde kein weiteres (Vj. kein) Immobilienobjekt erworben.

Der Marktwert des gesamten als Finanzinvestition gehaltenen Immobilienbestandes beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 26.577 TEUR (Vj. 14.923 TEUR). Der beizulegende Zeitwert wird auf Stufe 2 der Bewertungshierarchie eingeordnet. In die Bewertungen fließen am Markt beobachtbare Parameter wie Mietpreise, Veräußerungspreise vergleichbarer Objekte und Zinssätze ein. Für die Immobilienbestande der Gesellschaft DB Immobilien AG wurde ein Gutachten erstellt. Es wurden für Bestandsimmobilien sowie für im Bau befindliche Immobilien weitere Anschaffungskosten in Höhe von 4 TEUR (Vj. 15 TEUR) aktiviert.

Wie im Vorjahr besteht im Konzern keine Verpflichtung zum Erwerb von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.

Gemäß konzerneinheitlicher Bewertungsrichtlinie wird unterstellt, dass im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr der Marktwert grundsätzlich den Anschaffungskosten entspricht. Danach werden die Marktwerte für die Angabepflichten entweder marktwertbasiert unter Ableitung öffentlich verfügbarer Marktwerte von vergleichbaren Objekten oder mittels Ertragswertverfahren abgeleitet.

Die Immobilien sind zum Teil im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermietet und werden überwiegend zu Wohnzwecken genutzt. Für eine Immobilie sind im Geschäftsjahr 2021 noch keine Mieterträge erzielt worden, da das Objekt noch grundsaniert werden muss. Zu den direkt mit den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Zusammenhang stehenden Mieteinnahmen und Aufwendungen verweisen wir auf die Tz. 7, 13 und 14.

Die Sachanlagen werden vom Konzern grundsätzlich entgeltlich angeschafft. Die Sachanlagen dienen durch bankübliche Sicherungsvereinbarungen als Sicherheiten für kurzfristige und langfristige Schulden und sind mit einem Buchwert in Höhe von 9.857 TEUR (Vj. 10.142 TEUR) sicherungsübereignet. Sachanlagen mit einem Buchwert in Höhe von 15.329 TEUR (Vj. 21.393 TEUR) sind nicht sicherungsübereignet. Zum 31. Dezember 2021 bestehen im Konzern Verpflichtungen in unwesentlichem Umfang zum Erwerb von Sachanlagen.

21. Biologische Vermögenswerte

Die biologischen Vermögenswerte bestehen aus Rindern, die einer Milchviehwirtschaft dienen. Überleitung des Buchwertes:

in TEUR Viehbestand 2021 Viehbestand 2020
Stand zum 01.01. 0 128
Käufe -- --
Verkäufe von Viehbeständen
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Verkaufskosten:
- aufgrund von Preisänderungen / biologische Veränderungen – 128
Nettoumrechnungsdifferenzen
Stand zum 31.12. 0 0

Am 31. Dezember 2021 ist kein nennenswerter Viehbestand mehr vorhanden (Vj. 87 Rinder). Den verbleibenden Rindern wird kein Wert beigemessen, da sie sich weder auf Grund ihrer Milchleistung noch als Zuchttiere eignen.

22. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Assoziierte Unternehmen 28.216 24.645
Gemeinschaftsunternehmen (Joint ventures) 544 0
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 28.760 24.645

Bei Anteilen an Beteiligungen mit maßgeblichem Einfluss wird die nach IAS 28 vorgeschriebene Equity-Methode angewendet.

Die Finanzinformationen der zwei wesentlichen at-Equity Unternehmen sind zum 31. Dezember 2021 wie folgt:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Langfristige Vermögenswerte 38.198 36.155
Kurzfristige Vermögenswerte 7.803 9.147
Langfristige Schulden 30.194 31.660
Kurzfristige Schulden 5.739 1.768
Erlöse 2.915 12.347
Gewinn / Verlust (-) – 783 – 2.354
in TEUR 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte 951
Kurzfristige Vermögenswerte 23.712
Langfristige Schulden 400
Kurzfristige Schulden 2.143
Erlöse 6.203
Gewinn / Verlust (-) – 2.428

Der Marktwert der Anteile am assoziierten Unternehmen Epigenomics AG beträgt zum Bilanzstichtag 2.485 TEUR.

Dem Konzern sind wie im Vorjahr keine Eventualschulden der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen bekannt. Bezüglich der Eventualverbindlichkeiten des Konzerns gegenüber den nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen verweisen wir auf Tz. 40.

23. Andere Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte 429.496 402.906
Andere kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte 113.671 54.939
543.166 457.845

Der wesentliche Teil der anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte sind der Bewertungskategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Es handelt sich überwiegend um Anteile an börsennotierten und nicht-börsennotierten Gesellschaften, börsennotierte und nicht-börsennotierte Fremdkapitalinstrumente und Genussrechte. Die beizulegenden Zeitwerte (Fair Value) werden in Einklang mit IFRS 13 ermittelt.

Zur Besicherung von kurzfristigen Bankkrediten werden im üblichen Umfang Wertpapierdepots verpfändet. Für weitere Informationen, insbesondere zu den Buchwerten der verpfändeten Wertpapiere, wird auf Tz. 34 verwiesen.

Die Deutsche Balaton begegnet dem Ausfallrisiko von Darlehensforderungen in den Anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten durch verschiedene Instrumente der Besicherung wie Verpfändung von Gesellschaftsanteilen, Wertpapieren oder Immobilien.

Der Zeitwert der Sicherheiten für die Darlehen beträgt 9.298 TEUR (Vj. 9.809 TEUR). Bei einzelnen Darlehen beträgt der Zeitwert der Sicherheiten weniger als 100 % der Darlehenssumme. In geringem Umfang wurden fällige Darlehen durch Anschlussverträge verlängert.

24. Sonstige langfristige Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rückdeckungsansprüche Pensionsverpflichtungen 1.254 1.271
Vertragskosten 655 520
1.909 1.791

Der Rückdeckungsanspruch der Pensionsverpflichtungen wurde nicht abgetreten oder verpfändet. Zur Berechnung des Rückdeckungsanspruchs wurden versicherungsmathematische Gutachten angefertigt. Dabei wurden zur Ermittlung des Zinssatzes Annahmen getroffen. Zum Thema Pensionsverpflichtungen verweisen wir auf Tz. 33.

Die „Vertragskosten“ stellen die aktivierten Kosten in Zusammenhang mit der Vertragsanbahnung dar. Diese werden dann über die Laufzeit des zugrundeliegenden Vertrages entsprechend der Realisierung der zugehörigen Umsatzerlöse abgegrenzt. In der Berichtsperiode wurde aus dem Eröffnungsbilanzwert von insgesamt 1.214 TEUR (davon 520 TEUR langfristig und 694 TEUR kurzfristig) ein Betrag von 694 TEUR aufwandswirksam erfasst und die aktivierten Vertragskosten entsprechend reduziert. Gegenläufig wurden – ausgehend von den in der Berichtsperiode erzielten Auftragseingängen – neue Vertriebsboni in Höhe von initial 1.382 TEUR aktiviert. Diese wurden im weiteren Verlauf der Periode bereits anteilig um 470 TEUR abgeschrieben. Bei den gesamten Abschreibungen von 1.164 TEUR handelt es sich fast ausschließlich um planmäßige Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen sind in Höhe von 20 TEUR angefallen.

25. Laufende Steuererstattungsansprüche, laufende Steuerschulden und latente Steuern

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Latente Steueransprüche 1.530 1.318
Latente Steuerschulden 5.164 9.305
Laufende Steuererstattungsansprüche 1.488 1.767
Laufende Steuerschulden 5.649 5.073

Die laufenden Steuererstattungsansprüche beinhalten anrechenbare Steuern sowie Steuervorauszahlungen.

Die laufenden Steuerschulden bilden unter Berücksichtigung anrechenbarer Steuern und Steuervorauszahlungen die Zahlungsverpflichtung ab.

Die bilanzierten latenten Steueransprüche/-schulden betreffen folgende Posten in der Bilanz:

in TEUR Aktiva Passiva
31.12.2021 31.12.2021
Immobilien im Finanzanlagevermögen 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 716 2.663
Sachanlagen 0 1.782
Andere Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 3.042 3.476
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 2.589
Vertragsverbindlichkeiten 0 100
Pensionsverpflichtungen 534 0
Sonstiges 2.803 1.546
Verlustvorträge 1.427 0
Summe latente Steueransprüche/-schulden 8.520 12.155
Saldierung -6.991 -6.991
Summe latente Steueransprüche/-schulden nach Saldierung 1.530 5.164
in TEUR Aktiva Passiva
31.12.2020 31.12.2020
Immobilien im Finanzanlagevermögen 0 0
Immaterielle Vermögenswerte 172 4.075
Sachanlagen 0 2.428
Andere Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte und nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 508 9.188
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 2.278
Vertragsverbindlichkeiten 7 1.677
Pensionsverpflichtungen 604 0
Sonstiges 3.388 446
Verlustvorträge 7.426 0
Summe latente Steueransprüche/-schulden 12.104 20.092
Saldierung – 10.787 – 10.787
Summe latente Steueransprüche/-schulden nach Saldierung 1.318 9.305

Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden im Konzern nur aktiviert, soweit diese Verlustvorträge als werthaltig bzw. wahrscheinlich nutzbar angesehen werden, aber mindestens in der Höhe, wie diesen zu versteuernde temporäre Differenzen gegenüberstehen. Die latenten Steuererstattungsansprüche auf Verlustvorträge ergeben sich im Wesentlichen aus der Deutsche Balaton AG , SPARTA AG und der Beta Systems Software AG mit ihren Tochtergesellschaften. Dabei wurden aus den insgesamt bestehenden Verlustvorträgen in Höhe von 431.339 TEUR (Vj. 480.796 TEUR), 3.028 TEUR (Vj. 32.533 TEUR) (Körperschaftsteuer) bzw. 4.924 TEUR (Vj. 40.399 TEUR) (Gewerbesteuer) sowie ausländische Ertragsteuern von 906 TEUR (Vj. 8.811 TEUR) berücksichtigt.

Der Ansatz der latenten Steueransprüche erfolgt auf Basis der Planung des Konzerns. Darüber hinaus wurden latente Steueransprüche mit latenten Steuerschulden gem. IAS 12.74 in Höhe von 6.991 TEUR (Vj. 10.787 TEUR) saldiert, da die Steueransprüche wie auch die Steuerschulden gegenüber derselben Finanzbehörde bestehen.

Der Konzern verfügt zum Bilanzstichtag über steuerliche Verlustvorträge in folgender Höhe:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Verlustvorträge (KSt) 217.437 223.775
Verlustvorträge (GewSt) 189.567 217.302
Verlustvorträge im Ausland 24.335 39.719

Es lässt sich nur bedingt verlässlich abschätzen, wann und in welchem Umfang die steuerlichen Verlustvorträge genutzt werden können, insbesondere bei Gesellschaften, die überwiegend steuerfreie Erträge generieren. Aus diesen Gründen bleiben bei der Berechnung der latenten Steueransprüche gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 184.643 TEUR (Vj. 176.903 TEUR), körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 214.409 TEUR (Vj. 191.6241 TEUR) sowie ausländische Ertragsteuern in Höhe von 23.430 TEUR (Vj. 30.124 TEUR) unberücksichtigt.

Steuerliche Verluste in Deutschland können nach derzeitiger Rechtslage auf unbestimmte Zeit vorgetragen werden. Die Nutzung der steuerlichen Verlustvorträge in Deutschland ist derzeit in Höhe von 1.000 TEUR pro Jahr unbeschränkt möglich. Der übersteigende Teil des steuerlichen Ergebnisses ist zu 60 % mit dem verbleibenden Verlustvortrag verrechenbar. Im Deutsche Balaton Konzern sind die amerikanischen und kanadischen Verlustvorträge jeweils für 20 Jahre realisierbar, die polnischen Verlustvorträge für 5 Jahre und alle weiteren ausländischen Verlustvorträge sind unbegrenzt nutzbar.

Als nicht realisierbar sieht die Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt latente Steuern auf folgende Verlustvorträge (unter Angabe der daraus resultierenden steuerlichen Erstattungsansprüche) an:

Nicht aktivierbare Verlustvorträge im Ausland 31.12.2021 31.12.2020
USA (in TUSD) 8.295 9.339
Kanada (in TCAD) 3.972 4.725
Großbritannien (in TGBP) 4.267 5.640
Österreich (in TEUR) 5.646 5.397
Spanien (in TEUR) 15.833 14.273
Polen (in TPLN) 2.885 5.379
Schweiz (in TCHF) 3.617 0

26. Vorräte

Die unter den Vorräten ausgewiesenen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie fertige und unfertige Erzeugnisse werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Im Rahmen von banküblichen Sicherungsverträgen, wie Raumsicherungsvereinbarungen, dienen die Vorräte zur Besicherung von Bankkrediten. Der Buchwert der als Sicherheit verpfändeten Vorräte beträgt zum 31. Dezember 2021 0 TEUR (Vj. 842 TEUR) und bezieht sich im Vorjahr ausschließlich auf Immobilien. Es sind wie im Vorjahr keine wesentlichen Wertminderungen auf Vorräte als Aufwand berücksichtigt worden.

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 527 2.635
Unfertige Erzeugnisse 45 595
Fertige Erzeugnisse 188 166
760 3.396

In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind 0 TEUR (Vj. 842 TEUR) Immobilienbestand enthalten. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Anzahlungen für den Erwerb von Vorräten in Höhe von 58 TEUR geleistet (Vj. 101 TEUR). Im Geschäftsjahr 2021 wurde wie im Vorjahr keine weitere Immobilie erworben.

27. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Forderungen gegen Kunden 24.209 25.645
Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen 0 0
24.209 25.645

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche Beträge bilanziert. Die Buchwerte dieser innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Zahlung fällig werdenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund ihrer kurzen Laufzeit annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten. Der Rückgang des Postens resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung von Forderungen des Teilkonzerns EUROPIN.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind 300 TEUR Forderungen aus Fertigungsaufträgen im Rahmen der zeitraumbezogenen Umsatzrealisierung enthalten (Vj. 53 TEUR).

in TEUR Fertigungsaufträge (PoC) 31.12.2021 31.12.2020
Aktivierte Auftragserlöse 442 68
Erhaltene Teilzahlungen – 142 – 15
300 53

Die Fertigungsaufträge werden in der Herstellungsphase zu Herstellungskosten zuzüglich Marge in der Bilanz aktiviert. Der Gesamterlös der Fertigungsaufträge der betroffenen Gesellschaft beträgt in der Periode 922 TEUR (Vj. 1.096 TEUR).

Abgezinste Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Fälligkeit von mehr als zwölf Monaten sind in Höhe von 5.578 TEUR (Vj. 6.622 TEUR) in dem Gesamtwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Der verwendete Zinssatz beträgt 1,1 % p. a. (Vj. 1,61 % p. a.).

Nachfolgende Tabelle gliedert die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit Fälligkeit größer einem Jahr wie folgt:

in TEUR

Barwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, fällig in > 12 Monaten 31.12.2021
Geschäftsjahr 2023 3.663
Geschäftsjahr 2024 1.722
Geschäftsjahr 2025 143
Geschäftsjahr 2026 24
Geschäftsjahr 2027 13
Geschäftsjahr 2028 13
5.578

in TEUR

Barwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, fällig in > 12 Monaten 31.12.2020
Geschäftsjahr 2022 3.839
Geschäftsjahr 2023 2.132
Geschäftsjahr 2024 527
Geschäftsjahr 2025 100
Geschäftsjahr 2026 12
Geschäftsjahr 2027 12
6.622

Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

in TEUR

31.12.2021 31.12.2020
Altersstruktur Buchwert Wertminderung Buchwert Wertminderung
Noch nicht fällig 21.848 – 47 22.623 – 47
Fällig in 1 – 30 Tagen 1.418 – 32 2.381 – 5
Überfällig 31 – 90 Tage 769 0 367 – 1
Überfällig 91 – 180 Tage 89 0 95 – 7
Überfällig 181 – 365 Tage 121 0 126 – 14
Überfällig mehr als 365 Tage 234 – 191 314 – 187
24.479 – 270 25.906 – 261

Die Einbringlichkeit der nicht wertgeminderten fälligen Forderungen wird als gegeben erachtet.

Die Wertberichtigung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich in 2021 wie folgt entwickelt:

in TEUR
Vortrag 01.01.2021 261 Vortrag 01.01.2020 545
Zuführungen 76 Zuführungen 104
Verbrauch – 34 Verbrauch – 52
Auflösungen – 26 Auflösungen – 336
Umbuchungen – 6 Umbuchungen 0
Währungskursdifferenzen 0 Währungskursdifferenzen 0
Stand zum 31.12.2021 270 Stand zum 31.12.2020 261

In dem Posten „Umbuchungen“ sind 6 TEUR (Vj. 0 TEUR) für bereits bestehende Wertberichtigungen die als zur Veräußerung klassifiziert sind.

Eine (Vj. zwei) Konzerngesellschaft nutzt Factoring als Finanzierungsinstrument.

28. Sonstige Vermögenswerte

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Steuerüberzahlungen (insb. USt.) 339 643
Vorauszahlungen (ARAP) 1.606 1.393
Vertragskosten 777 694
Sonstiges 8.642 1.642
11.365 4.372

Der Posten „Steuerüberzahlungen“ beinhaltet Forderungen gegenüber Finanzbehörden, insbesondere im Zusammenhang mit der Umsatzsteuer.

Der Posten „Vorauszahlungen“ beinhaltet Zahlungen der Konzerngesellschaften für Leistungen, die erst nach dem Bilanzstichtag erbracht werden.

Hinsichtlich der aktivierten Vertragskosten wird auf die Erläuterungen in Abschnitt Tz. 24 verwiesen.

Der Posten „Sonstiges“ enthält im Wesentlichen zwei kurzfristige Darlehen in Höhe von 5.000 TEUR und 1.612 TEUR.

29. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten 55.263 101.229

Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten erfasst. Der Rückgang der Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten resultiert insbesondere aus der Investitionstätigkeit der 2invest AG (39.434 TEUR).

30. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital/Anzahl der ausgegebenen Aktien

Das gezeichnete Kapital der Deutsche Balaton AG betrug zum Bilanzstichtag unverändert 104.768,00 EUR und war in 104.768 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 EUR je Aktie eingeteilt. Die Aktien der Deutsche Balaton AG sind in den Open Market, Entry Standard, an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen.

Das Grundkapital ist in Höhe von 104.768,00 EUR vollständig einbezahlt. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Bedingtes Kapital

Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 31. August 2016 wurde ein Beschluss und die damit einhergehende Satzungsänderung zur Schaffung von bedingtem Kapital beschlossen. Danach war es möglich, das Grundkapital um bis zu 5.820.212,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 5.820.212 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 1,00 EUR bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital). Mit Ablauf des 31. August 2021 ist diese Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente), denen das Bedingte Kapital diente, und somit das Bedingte Kapital ausgelaufen.

Genehmigtes Kapital

Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. August 2019 wurde folgender Beschluss und die damit einhergehende Satzungsänderung beschlossen:

 

„Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 28. August 2024 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 58.202,00 Euro durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen ausgeübt werden. Die neuen Aktien sind ab dem Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben werden, gewinnberechtigt. Die neuen Aktien können auch von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Kreditinstituten gleichgestellt sind die nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen.

 

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf Aktien auszuschließen:

 
1.

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;

2.

soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten bzw. den zur Optionsausübung oder Wandlung Verpflichteten aus Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die von der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft im Sinne von § 18 AktG, an der die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 90 % der Stimmen und des Kapitals beteiligt ist, ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflichten als Aktionär zustehen würde;

3.

bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der rechnerische Anteil der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals, das die Gesellschaft im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - soweit niedriger - im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung hat, nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die (i) während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden oder die (ii) zur Bedienung von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten ausgegeben werden bzw. ausgegeben werden können oder müssen, sofern die Options- oder Wandelanleihen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) nach dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben werden;

4.

bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen Vermögensgegenständen oder Ansprüchen auf den Erwerb von Vermögensgegenständen einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften;

5.

soweit ein Dritter, der nicht Kreditinstitut ist, die neuen Aktien zeichnet und sichergestellt ist, dass den Aktionären ein mittelbares Bezugsrecht eingeräumt wird.“

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von 58.857 TEUR (Vj. 58.857 TEUR) umfasst die Beträge, die bei der Ausgabe von Aktien über den Nennbetrag erzielt worden sind. Im Geschäftsjahr 2021 wurde kein Betrag (Vj. 12 TEUR) für den Einzug eigener Anteile eingestellt.

Eigene Anteile

Auf der Hauptversammlung vom 29. August 2019 wurden folgende Beschlüsse neu gefasst:

Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien, auch unter Ausschluss des Bezugsrechts

a)

Die von der Hauptversammlung am 31. August 2015 beschlossenen Ermächtigungen zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien, auch unter Ausschluss des Bezugsrechts einschließlich der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien auch im Wege des außerbörslichen Rückerwerbs und zum Einsatz von Eigenkapitalderivaten im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrechts werden mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

b)
Die Gesellschaft wird ermächtigt, Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 Prozent des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien dürfen zusammen mit etwaigen aus anderen Gründen erworbenen eigenen Aktien, die sich jeweils im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt 10 Prozent des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen. Die Ermächtigung kann unter Beachtung der gesetzlichen Voraussetzungen zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck, insbesondere in Verfolgung eines oder mehrerer der in lit. c) genannten Zwecke, ausgeübt werden. Ein Handel in eigenen Aktien darf nicht erfolgen. Der Erwerb erfolgt in jedem Einzelfall nach Wahl des Vorstands aa) über die Börse oder bb) mittels eines an alle Aktionäre gerichteten Kaufangebots.
1.

Soweit der Erwerb über die Börse erfolgt, darf der von der Gesellschaft gezahlte Erwerbspreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Stückaktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse oder, sofern eine andere Wertpapierbörse als die Frankfurter Wertpapierbörse Hauptbörse für die Aktien der Gesellschaft werden sollte, an dieser Börse, während der letzten drei Börsenhandelstage vor dem Abschluss des Verpflichtungsgeschäftes, um nicht mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten.

2.

Soweit der Erwerb über ein an alle Aktionäre gerichtetes Kaufangebot erfolgt, darf der von der Gesellschaft angebotene und gezahlte Erwerbspreis je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den arithmetischen Mittelwert der Schlusskurse der Stückaktien der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse oder, sofern eine andere Wertpapierbörse als die Frankfurter Wertpapierbörse Hauptbörse für die Aktien der Gesellschaft werden sollte, an dieser Börse, während der letzten drei Börsenhandelstage, die der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des Erwerbsangebots vorangehen, um nicht mehr als 10 Prozent über- oder unterschreiten. Ergibt sich nach der Veröffentlichung der Entscheidung zur Abgabe des Angebots eine erhebliche Kursabweichung, so kann das Angebot angepasst werden. Der maßgebliche Referenzzeitraum sind in diesem Fall die drei Börsentage vor dem Tag der Veröffentlichung der Anpassung; die 10 Prozent-Grenze für das Über- oder Unterschreiten ist auf diesen Betrag anzuwenden. Sofern das Kaufangebot überzeichnet ist, kann der Erwerb nach dem Verhältnis der Beteiligungen der andienenden Aktionäre zueinander (Beteiligungsquoten) oder nach dem Verhältnis der angedienten Aktien (Andienungsquoten) erfolgen. Darüber hinaus kann zur Vermeidung rechnerischer Bruchteile von Aktien auf ganze Aktienstückzahlen abgerundet werden. Der Vorstand ist ermächtigt, das Andienungsrecht der Aktionäre insoweit auszuschließen.

c)
Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die aufgrund der Ermächtigung in lit. b) oder aufgrund einer früher erteilten Ermächtigung erworbenen Aktien der Gesellschaft zu folgenden Zwecken zu verwenden:
1.

Veräußerung von Aktien der Gesellschaft (i) über die Börse oder (ii) durch Angebot an alle Aktionäre;

2.

Übertragung von Aktien der Gesellschaft an Dritte gegen Sachleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Betrieben, Beteiligungen an Unternehmen oder sonstigen Vermögensgegenständen;

3.

Veräußerung von Aktien der Gesellschaft in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre, sofern die Veräußerung gegen Barzahlung und zu einem Preis erfolgt, der den Börsenpreis der bereits börsengehandelten Aktien der Gesellschaft mit gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Diese Ermächtigung ist beschränkt auf die Veräußerung von Aktien, auf die insgesamt ein anteiliger Betrag von höchstens 10 Prozent des Grundkapitals im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung entfällt. Auf diese Höchstgrenze von 10 Prozent des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, (i) der auf Aktien der Gesellschaft entfällt, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden und (ii) der auf Aktien der Gesellschaft entfällt, die ausgegeben werden oder auszugeben sind zur Bedienung von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die ihrerseits unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG während der Laufzeit dieser Ermächtigung begeben wurden;

4.

Lieferung von Aktien an die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften im Sinne von § 18 AktG gemäß den Options- oder Wandelanleihebedingungen; dies gilt auch für die Lieferung von Aktien aufgrund der Ausübung von Bezugsrechten, die bei einer Veräußerung eigener Aktien durch Angebot an alle Aktionäre oder im Fall einer Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht den Inhabern von Options- oder Wandelschuldverschreibungen der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften im Sinne von § 18 AktG in dem Umfang gewährt werden dürfen, in dem die Inhaber der Options- oder Wandelschuldverschreibungen nach Ausübung des Options- oder Wandlungsrechts oder Erfüllung der Options- oder Wandlungspflicht ein Bezugsrecht auf Aktien der Gesellschaft hätten. Insgesamt darf auf die aufgrund dieser Ermächtigung übertragenen Aktien ein anteiliger Betrag von höchstens 10 Prozent des Grundkapitals im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung entfallen, sofern die Aktien zur Erfüllung von Options- oder Wandlungsrechten oder Options- und Wandlungspflichten, die in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG gewährt oder begründet wurden, verwendet werden. Auf diese Höchstgrenze von 10 Prozent des Grundkapitals ist der anteilige Betrag des Grundkapitals anzurechnen, der auf Aktien der Gesellschaft entfällt, die in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG während der Laufzeit dieser Ermächtigung ausgegeben oder veräußert werden;

5.

Einziehung von Aktien der Gesellschaft ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss. Die Ermächtigung zur Einziehung kann ganz oder in Teilen ausgeübt werden. Die Einziehung führt grundsätzlich zur Kapitalherabsetzung. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, in diesem Fall die Fassung der Satzung entsprechend anzupassen. Der Vorstand kann abweichend davon bestimmen, dass die Einziehung ohne Kapitalherabsetzung durch Erhöhung des anteiligen Betrags der übrigen Stückaktien am Grundkapital der Gesellschaft gem. § 8 Abs. 3 AktG erfolgt. Der Vorstand wird in diesem Fall gem. § 237 Abs. 3 Nr. 3 AktG zur Anpassung der Zahl der Stückaktien in der Satzung ermächtigt.

d)

Alle vorstehenden Ermächtigungen zum Erwerb und zur Verwendung von aufgrund dieser oder einer früheren Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien können ganz oder teilweise, einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam durch die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften im Sinne von § 18 AktG oder für ihre oder deren Rechnung durch Dritte ausgeübt werden. Bei Verwendung eigener Aktien gemäß den Ermächtigungen in Ziff. 1. (i), 2., 3. und 4. ist das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Bei Verwendung eigener Aktien gemäß der Ermächtigung in Ziff. 1 (ii) durch Angebot an alle Aktionäre, das unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (§ 53a AktG) erfolgt, wird der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionäre für Spitzenbeträge auszuschließen.

e)

Die Ermächtigung wird zum 1. September 2019 wirksam und gilt bis zum 31. August 2024.

Beschlussfassung über die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien auch im Wege des außerbörslichen Rückerwerbs und zum Einsatz von Eigenkapitalderivaten im Rahmen des Erwerbs eigener Aktien sowie zum Ausschluss des Andienungs- und Bezugsrecht

a)
Ein Erwerb eigener Aktien im Rahmen der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgeschlagenen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien kann auch außerhalb der Börse erfolgen,
1.

wenn der Erwerb im Rahmen des Erwerbs von oder des Zusammenschlusses mit Unternehmen oder des Erwerbs von Beteiligungen an Unternehmen erfolgt,

oder

2.

wenn es sich um einen Paketerwerb von mindestens 1 % des Grundkapitals handelt und ein solcher Erwerb einem Zweck dient, der im vorrangigen Interesse der Gesellschaft liegt und der Paketerwerb geeignet und erforderlich ist, diesen Zweck zu erreichen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Erwerb über die Börse oder durch ein an alle Aktionäre gerichtetes öffentliches Kaufangebot bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots zur Erreichung dieses Zwecks zu aufwendig, zu langwierig oder sonst – auch unter Berücksichtigung der Aktionärsinteressen – unverhältnismäßig wäre,

oder

3.
wenn der Rückerwerb unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten durchgeführt wird und dazu
(i)

Optionen veräußert werden, die die Gesellschaft zum Erwerb von Aktien der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft bei Ausübung der Optionen verpflichten („Put-Optionen“),

(ii)

Optionen erworben werden, die der Gesellschaft das Recht vermitteln, Aktien der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft bei Ausübung der Optionen zu erwerben („Call-Optionen“) und

(iii)

Deutsche Balaton-Aktien unter Einsatz einer Kombination aus Put- und Call-Optionen erworben werden (Call-Optionen, Put-Optionen und Kombinationen aus Put- und Call-Optionen nachfolgend auch als „Optionen“ bezeichnet).

Eventuell bestehende Andienungsrechte anderer Aktionäre werden insoweit ausgeschlossen, wie ein Erwerb unter vorstehender Ermächtigung erfolgt.
b)

Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse oder, sofern eine andere Wertpapierbörse als die Frankfurter Wertpapierbörse Hauptbörse für die Aktien der Gesellschaft werden sollte, an dieser Börse, während der letzten zehn Börsentage vor dem Erwerb der Aktien nicht überschreiten. Jedoch dürfen die Aktien in diesem Fall auch für einen niedrigeren als den danach maßgeblichen Betrag durch die Gesellschaft erworben werden. Der Erwerbspreis darf den hiernach maßgeblichen Betrag jedoch nicht um mehr als 10% des durchschnittlichen Schlusskurses der Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse oder, sofern eine andere Wertpapierbörse als die Frankfurter Wertpapierbörse Hauptbörse für die Aktien der Gesellschaft werden sollte, an dieser Börse, während der letzten zehn Börsentage vor dem Erwerb der Aktien unterschreiten.

c)

Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten sind auf Aktien im Umfang von fünf vom Hundert des Grundkapitals beschränkt. Die Laufzeit der Optionen muss so gewählt werden, dass der Erwerb der Aktien der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft in Ausübung der Optionen nicht nach dem 31. August 2024 erfolgt.

d)

Durch die Optionsbedingungen muss sichergestellt sein, dass die Optionen nur mit Aktien bedient werden, die unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes über die Börse zu dem im Zeitpunkt des börslichen Erwerbs aktuellen Börsenkurs der Aktien der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse oder, sofern eine andere Wertpapierbörse als die Frankfurter Wertpapierbörse Hauptbörse für die Aktien der Gesellschaft werden sollte, an dieser Börse, erworben wurden. Der in den Optionen vereinbarte, bei Ausübung der Optionen zu zahlende Kaufpreis je Aktie der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft („Ausübungspreis“) darf den durchschnittlichen Schlusskurs der Aktie der Gesellschaft an der Frankfurter Wertpapierbörse oder, sofern eine andere Wertpapierbörse als die Frankfurter Wertpapierbörse Hauptbörse für die Aktien der Gesellschaft werden sollte, an dieser Börse an den zehn Börsentagen vor Abschluss des betreffenden Optionsgeschäfts um nicht mehr als 10 % überschreiten und um nicht mehr als 10 % unterschreiten (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten, aber unter Berücksichtigung der erhaltenen bzw. gezahlten Optionsprämie).

Der von der Gesellschaft für Optionen gezahlte Erwerbspreis darf nicht über und der von der Gesellschaft vereinnahmte Veräußerungspreis für Optionen darf nicht unter dem nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten theoretischen Marktpreis der jeweiligen Option liegen, bei dessen Ermittlung unter anderem der vereinbarte Ausübungspreis zu berücksichtigen ist.

e)

Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Aktien an die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Optionsgeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen.

f)

Soweit eigene Aktien erworben werden, sind diese Erwerbe auf die Begrenzung des Erwerbs auf 10 % des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder – falls dieser Wert geringer ist – des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals unter Berücksichtigung der anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden, anzurechnen. Im Übrigen gelten alle anderen Vorgaben der Ermächtigung, einschließlich des dortigen Buchstaben c), der Hauptversammlung vorgeschlagen, soweit diese nicht ausschließlich für einen Erwerb eigener Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot gemacht werden oder in diesem Beschluss etwas Anderes bestimmt ist. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf eigene Aktien wird entsprechend lit. d) des Beschlussvorschlags ausgeschlossen.

g)

Die Ermächtigung wird zum 01. September 2019 wirksam und gilt bis zum 31. August 2024.

h)

Die Ermächtigung steht unter der aufschiebenden Bedingung, dass die Hauptversammlung die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien beschließt.

Der Nennbetrag der im Geschäftsjahr 2021 gehaltenen eigenen Anteile in Höhe von insgesamt 176 TEUR wurde offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Wie im Vorjahr sind die eigenen Aktien nicht aktivisch ausgewiesen, sondern in gesamter Höhe von 176 TEUR (Vj. 176 TEUR) eigenkapitalmindernd vom Eigenkapital abgesetzt.

Die Gesamtanzahl der Aktien von Stück 104.768 Aktien hat sich im Berichtszeitraum nicht verändert.

Übrige Rücklagen

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne/Verluste – 689 – 843
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung – 586 – 505
– 1.275 – 1.348

Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung

Der Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung beinhaltet Umrechnungsgewinne und -verluste, die im Rahmen der Konsolidierung entstanden sind. Er beinhaltet die Umrechnungsdifferenz der funktionalen Währung in die Berichtswährung. Einbezogen werden ebenfalls Umrechnungsdifferenzen aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen.

Gewinnrücklage

Die Gewinnrücklage umfasst die gesetzliche Rücklage, die nach deutschem Aktienrecht zu bilden ist. Außerdem werden im Posten „Gewinnrücklage“ die angesammelten Periodenergebnisse ausgewiesen.

Gewinnverwendung

in TEUR 2021 2020
Ausgezahlte Dividende 0 0

Darstellung des Eigenkapitals im Jahresabschluss (HGB)

In nachfolgender Tabelle wird das Eigenkapital der Deutsche Balaton AG nach handelsrechtlichen Vorschriften nationalen Rechts im Jahresabschluss dargestellt.

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Gezeichnetes Kapital abzgl. eigener Anteile 105 105
Kapitalrücklage 61.658 61.658
Gewinnrücklage 170.405 125.700
Bilanzgewinn 23.916 20.790
Summe Eigenkapital (HGB) 256.083 208.252

31. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter (Eigenkapital) 156.746 154.664

Der Anteil Dritter am Konzerneigenkapital wird im Posten „Anteile nicht beherrschender Gesellschafter“ ausgewiesen.

Der Hinzuerwerb oder Verkauf von Anteilen an Tochterunternehmen durch das Mutterunternehmen und beschlossene Kapitalerhöhungen und -herabsetzungen führen neben der anteiligen Berücksichtigung des Periodenergebnisses im Konzern zu Veränderungen beim Minderheitenanteil. Ein Periodenergebnis in Höhe von -4.786 TEUR (Vj. 23.242 TEUR) entfällt auf die Minderheiten. Dieses enthält ein Periodenergebnis in Höhe von -4.802 TEUR (Vj. 22.585 TEUR) aus fortzuführenden Geschäftsbereichen und in Höhe von 16 TEUR (Vj. 657 TEUR) aus aufgegebenen Geschäftsbereichen. Für weitere Informationen, insbesondere zur Veränderung im Konsolidierungskreis, wird auf Tz. 4 verwiesen.

32. Langfristige Schulden

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Bankdarlehen 17.813 25.767
Sonstiges 5.928 5.259
Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestelltes Kapital 231 122
Langfristiger Anteil der Leasingverbindlichkeiten 6.178 7.720
30.150 38.868

In dem Posten „Sonstiges“ wird eine Kaufpreisverbindlichkeit in Höhe von 4.750 TEUR (Vj. 3.167 TEUR) für die Anteile an einem assoziierten Unternehmen ausgewiesen.

Gemäß den einschlägigen IFRS-Vorschriften sind Kommanditanteile, sofern es sich um Anteile Dritter handelt, im Konzernfremdkapital als langfristig zur Verfügung gestelltes Kapital auszuweisen sowie verbindlichkeiten aus Unterbeteiligungen.

Die wesentlichen Darlehen des Konzerns haben folgende Merkmale:

Im Geschäftsjahr 2016 wurde zur Finanzierung der Bestandsimmobilien eine bisher kurzfristige Finanzierung abgelöst von einem neuen Darlehen mit einem Kreditvolumen von 6.200 TEUR. Das neue Darlehen wird mit 2,08 % p. a. verzinst und monatlich in Höhe von 15 TEUR getilgt. Die Laufzeit des Darlehens endet am 30. September 2025. Als Sicherheiten dienen erstrangige Grundschuldeintragungen.

Im Geschäftsjahr 2018 wurde zur Finanzierung der Bestandsimmobilien eine bisher konzerninterne Finanzierung abgelöst von einem neuen Darlehen mit einem Kreditvolumen von 2.800 TEUR. Das neue Darlehen wird mit 2,52 % p. a. verzinst. Die Laufzeit des Darlehens endet am 30. September 2025. Das Darlehen ist über Grundschulden besichert.

Zur Finanzierung von erworbenen Geschäftsanteilen wurde im Geschäftsjahr 2019 ein besichertes Darlehen in Höhe von 8.000 TEUR aufgenommen. Das Darlehen wird jährlich mit 1.600 TEUR getilgt. Der aktuelle Zinssatz orientiert sich am 3-Monats-EURIBOR zuzüglich einer Marge von 1,5 %, wobei die Verzinsung bei mindestens 1,5 % liegt. Die Zinszahlungen sind quartalsweise zu leisten. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2024.

Für Investitionen in langfristige Finanzanlagen gibt es verschiedene Darlehen von in Summe 7.750 TEUR (Vj. 8.750 TEUR). Die Darlehen haben flexible Laufzeiten von 2023 bis 2025 und unterliegen einer Verzinsung von 0,83 % - 1,1 % p.a. In geringem Umfang sind quartalsweise Tilgungen vorgesehen.

Neben den langfristigen Immobilienfinanzierungen und den oben beschriebenen langfristigen Darlehen und Kommanditanteilen Dritter bestehen im Konzern keine wesentlichen Schulden mit einer Restlaufzeit von mehr als zwölf Monaten.

33. Leistungen an Personal

Im Deutsche Balaton Konzern bestehen Pensionsverpflichtungen sowohl aufgrund formaler Einzelzusagen als auch aufgrund allgemeiner Versorgungsordnungen. Aufwendungen in Zusammenhang mit diesen Pensionsverpflichtungen sind in den Posten „Zuwendungen an Personal“ sowie „Finanzierungsaufwendungen“ enthalten.

Zusagen Beta Systems Software AG

Aufgrund von Einzelvereinbarungen und -verträgen gewährt die Tochtergesellschaft Beta Systems Software AG einem ehemaligen Vorstand sowie einem ehemaligen Mitglied des Managements Pensionsansprüche. Die Leistungen sind von den Dienstjahren und vom Gehalt abhängig.

Eine Versorgungszusage besteht gegenüber ehemaligen Betriebsangehörigen der Beta Systems Software AG. Diese Pensionsverpflichtungen basieren auf einer Betriebsvereinbarung vom 21. Dezember 1972 sowie Ergänzungen hierzu. Anspruchsberechtigt waren alle Mitarbeiter, die bis zum 20. September 1987 in das Unternehmen eingetreten waren. Die Versorgungsordnung sieht nach Ablauf einer zehnjährigen Betriebszugehörigkeit die Gewährung einer Altersrente bei Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres bzw. bei Inanspruchnahme der vorgezogenen Altersrente in voller Höhe aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Gewährung einer Invalidenrente bei Ausscheiden nach Vollendung des 58. Lebensjahres wegen dauernder Erwerbsunfähigkeit im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe der Altersrente ist im Wesentlichen abhängig von der Anzahl der geleisteten Dienstjahre.

Da bereits alle anspruchsberechtigten Personen aus der Gesellschaft ausgeschieden sind und damit keine neuen Ansprüche mehr verdient werden können, ergibt sich das Risiko der Gesellschaft ausschließlich aus der Entwicklung der Zinssätze, dem erwarteten Renteneintrittsalter und Rentensteigerungen sowie der Lebenserwartung der anspruchsberechtigten Personen.

Zur teilweisen Deckung ihrer Pensionsverpflichtungen unterhält die Gesellschaft ein Planvermögen, bestehend aus qualifizierten Versicherungsverträgen sowie verpfändeten Bundeswertpapieren der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Kauf der Anteile an der HORIZONT Software GmbH im Segment „Beta Systems“ besteht eine weitere Versorgungszusage gegenüber einem ehemaligen und vier aktiven Betriebsangehörigen. Die Pensionsansprüche wurden vor dem Erwerb durch die Beta Systems Software AG an einen Pensionsfonds verkauft und somit ausgelagert. Vergangene und zukünftige Ansprüche gegen die HORIZONT Software GmbH aus Pensionsleistungen bestehen daher nicht. Die Passivierung der Pensionsverpflichtung erfolgt, da infolge von § 1 des Betriebsrentengesetzes eine Subsidiärhaftung besteht. Die Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus dem Rahmenvertrag vom 17. September 2010/27. September 2010. Die Versorgungsberechtigten erhalten eine Altersrente nach dem Ausscheiden aus den Diensten des Unternehmens nach Vollendung des 65. Lebensjahres, aber nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres und nicht, bevor diese Zusage mindestens zehn Jahre bestanden hat. Weiterhin wird eine Invalidenrente beim Ausscheiden aus den Diensten des Unternehmens infolge Berufsunfähigkeit gewährt. Bei der monatlichen Alters- bzw. Invalidenrente handelt es sich um feste Beträge. Eine vor Vollendung des 65. Lebensjahres in Anspruch genommene Altersrente wird für jeden bei Beginn der Rentenzahlung an der Vollendung des 65. Lebensjahres fehlenden Monat um 0,5 % bzw. 0,4 % gekürzt. Die Anwartschaft auf Partnerrente beträgt 60 % der Alters- bzw. Invalidenrente. Ab Rentenbeginn werden die Versorgungsleistungen um 2 % p. a. bzw. mindestens 2 % p. a. gegenüber der Vorjahresrente angehoben; diese Rentensteigerungen werden auf eine gesetzliche Anpassung nach § 16 BetrAVG angerechnet.

Zusage MISTRAL Media AG

Die Zusage der MISTRAL Media besteht gegenüber sechs ehemaligen Betriebsangehörigen der Gesellschaft. Da bereits alle anspruchsberechtigten Personen aus der Gesellschaft ausgeschieden sind und damit keine neuen Ansprüche mehr verdient werden können, ergibt sich das Risiko der Gesellschaft ausschließlich aus der Entwicklung der Zinssätze, dem erwarteten Renteneintrittsalter und Rentensteigerungen sowie der Lebenserwartung der anspruchsberechtigten Personen.

Die zukunftsbezogenen Annahmen, die den rechnungsbezogenen Schätzungen in der Bewertung der Altersvorsorgeleistungen zugrunde liegen, werden nachfolgend erläutert:

31. Dezember 2021 2020
Zinssatz (gewichtet) 1,10 % 0,93 %
Pensionssteigerungen 1,5 % – 2,00 % 1,5 % – 2,00 %
Gehaltssteigerungen 0,00 % 0,00 %
Fluktuation Keine Keine
Erwarteter Zinssatz des Planvermögens 3,0% 1,14%

Als Rechnungsgrundlage für die biometrischen Daten wurden die „Richttafeln 2018 G“ von Klaus Heubeck herangezogen.

Die Zinssätze wurden in Übereinstimmung mit der mittleren gewichteten Laufzeit (Duration) der jeweiligen Verpflichtung gewählt.

Die Renten-Einzelzusagen bestehen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern der Gesellschaft. Gehaltssteigerungen sind daher nicht relevant.

Die Ermittlung der Verpflichtungen sowie des Planvermögens zum 31. Dezember 2021 beruhen ebenso wie die Ermittlung der Verpflichtungen im Vorjahr auf unabhängigen Gutachten.

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Überleitung DBO, Marktwert des Planvermögens zu Bilanzansatz
Zeitwert der Verpflichtung 6.888 7.261
Planvermögen – 2.089 – 2.058
Bilanzansatz 4.799 5.203
Zusammensetzung der Pensionsaufwendungen
in TEUR
2021 2020
Laufender Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsen (netto) 38 54
Aufwand der Periode 38 54
Überleitung Barwert DBO vom Jahresanfang zum Jahresende
in TEUR
2021 2020
DBO zum 1. Januar 7.261 9.896
Konsolidierungskreisbedingte Änderung 0 – 2.463
Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsaufwand 63 69
Sonstiges 0 – 55
Effekte aus der Neubewertung – 236 14
Zahlungen an Pensionäre während der Periode – 201 – 199
DBO zum 31. Dezember 6.888 7.261
Überleitung des Planvermögens
in TEUR
2021 2020
Stand 1. Januar 2.058 2.524
Konsolidierungskreisbedingte Änderung 0 – 449
(Erwarteter) Ertrag aus dem Planvermögen 18 15
Effekte aus der Neubewertung 7 85
Auszahlungen aus dem Planvermögen 0 – 122
Beiträge zum Planvermögen 7 6
Stand 31. Dezember 2.089 2.058
Weitere Anhangangaben
in TEUR
2017 2018 2019
Barwert 8.613 8.633 9.896
Beizulegender Zeitwert des Plans 2.511 2.579 2.524
Pensionsrückstellung 6.102 6.054 7.372
Zusammensetzung Planvermögen
in TEUR
2020 2021
Qualifizierte Versicherungsverträge 1.558 1.574
Rückdeckungsversicherung 500 515
Zahlungsmittel und -äquivalente 0 0
Planvermögen 2.058 2.089

Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden bereinigt um den Ertragsteuereffekt erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Dabei entfallen von der Gesamtsumme der versicherungsmathematischen Gewinne des Geschäftsjahres in Höhe von 236 TEUR (Vj. 71 TEUR) auf Veränderungen der finanziellen Annahmen Gewinne in Höhe von 255 TEUR (Vj. 66 TEUR) und Verluste in Höhe von 19 TEUR (Vj. 52) auf die Veränderung erfahrungsbedingter Anpassungen bei den Pensionsverbindlichkeiten. Daneben entfallen Gewinne in Höhe von 68 TEUR auf das Planvermögen.

Eine Veränderung der oben genannten wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um jeweils einen Prozentpunkt zum Abschlussstichtag unter Anwendung gleicher Methodik hätte zu folgenden Veränderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung geführt:

Sensitivitätsanalyse der DBO zum 31. Dezember 2021:

Eine Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte würde eine Minderung der DBO um 506 TEUR zur Folge haben. Eine Verringerung des Zinssatzes um 0,5 Prozentpunkte bewirkt eine Erhöhung der DBO in Höhe von 622 TEUR. Eine Erhöhung der Pensionssteigerung (Rententrend) um 0,5 Prozentpunkte würde eine Erhöhung der DBO um 414 TEUR ergeben. Eine Verringerung der Pensionssteigerung (Rententrend) um 0,5 Prozentpunkte würde eine Minderung der DBO in Höhe von 387 TEUR bewirken.

Folgende Pensionszahlungen an anspruchsberechtigte Personen werden für die nächsten Jahre erwartet:

Erwartete Pensionszahlungen

in TEUR
Geschäftsjahr 2022 202
Geschäftsjahr 2023 199
Geschäftsjahr 2024 179
Geschäftsjahr 2025 209
Geschäftsjahr 2026 207
Geschäftsjahre 2027 ff 3.320

Die durchschnittliche Duration der Pensionsrückstellungen beträgt zwischen 9,9 – 21,83 Jahre.

34. Kurzfristige finanzielle Schulden

31.12.2021 31.12.2020
Bankdarlehen 70.492 58.625
Gesellschafterdarlehen Minderheitsanteile 41 35
Kurzfristiger Anteil der Leasingverbindlichkeiten 3.035 3.082
Sonstige kurzfristige Darlehen 7.027 3.415
80.595 65.157

Die kurzfristigen finanziellen Schulden betreffen im Wesentlichen Kontokorrentkonten bei Kreditinstituten. Die Schulden gegenüber Kreditinstituten sind vollumfänglich in banküblichem Umfang durch Verpfändung von Wertpapierdepots und Bankkonten besichert. Der Buchwert der verpfändeten Wertpapierdepots beträgt zum Bilanzstichtag 427.351 TEUR (Vj. 374.901 TEUR) Der Beleihungssatz für börsennotierte Wertpapiere liegt üblicherweise zwischen 0 % und 70 %, wodurch der effektive Beleihungswert der Wertpapiere deutlich niedriger ist. Die Kreditlinien bei Geschäftsbanken betragen zum Bilanzstichtag 133.600 TEUR (Vj. 141.800 TEUR) und werden wie im Vorjahr zum Stichtag nur teilweise in Anspruch genommen.

Die sonstigen kurzfristigen Darlehen betreffen Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Dritten in Höhe von 1.798 TEUR (Vj. 3.415 TEUR), in Höhe von 975 TEUR (Vj. 0 TEUR) gegenüber Gesellschaften die als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert wurden sowie in Höhe von 3.328 TEUR (Vj. 0 TEUR) aus einer Kaufpreisverbindlichkeit für ein assoziiertes Unternehmen. Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen bestanden zum Bilanzstichtag keine (Vj. keine).

Die Zinssätze für Kontokorrentkredite bei Kreditinstituten orientieren sich an den Geldmarktsätzen. Der von der Gesellschaft zu zahlende Aufschlag auf die Geldmarktsätze beträgt in der Regel 100 bis 190 Basispunkte. Darüber hinaus bestehen kurzfristige (teilweise jedoch nicht in Anspruch genommene) Festzinskredite mit Zinssätzen zwischen 0,15 % und 9,56 % (Vj. 0,15 % bis 10,00 %). Fällige Darlehen und Kreditlinien wurden, sofern sie nicht zurückgeführt wurden, durch Anschlussverträge verlängert.

35. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Vermögenswerten und aus der Inanspruchnahme von Dienstleistungen in geschäftsüblichem Umfang.

Die nachfolgende Darstellung gibt die Fälligkeiten der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wieder:

in TEUR 31.12.2021
Fälligkeit bis 30 Tage Fälligkeit bis 90 Tage Fälligkeit > 90 Tage Gesamt
3.398 73 61 3.532
in TEUR 31.12.2020
Fälligkeit bis 30 Tage Fälligkeit bis 90 Tage Fälligkeit > 90 Tage Gesamt
2.989 37 172 3.198

36. Passive Rechnungsabgrenzungsposten

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Passive Rechnungsabgrenzungsposten 536 67

37. Vertragsverbindlichkeiten

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Vertragsverbindlichkeiten 9.055 9.384

Innerhalb dieses Postens werden Erträge gemäß IFRS 15 im Geschäftsjahr abgegrenzt. Der Posten bezieht sich im Wesentlichen auf noch zu realisierende Umsätze für Wartungsdienstleistungen im Segment „Beta Systems“. Die Vertragsverbindlichkeiten erstrecken sich maximal auf einen Zeitraum von 5 Jahren, wobei der überwiegende Teil aus Wartungskontrakten resultiert und innerhalb eines Jahres erfüllt wird.

Im Berichtszeitraum wurden aus den zu Periodenbeginn bestehenden Verbindlichkeiten aus Verträgen anteilige Umsatzerlöse in Höhe von 8.558 TEUR (Vj. 9.494 TEUR) realisiert.

38. Kurzfristige sonstige Schulden

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 172 164
Verbindlichkeiten Personalbereich 7.707 7.354
Sonstige Steuern (Lohnsteuer und Umsatzsteuer) 887 1.566
Verpflichtungen aus Gewährleistungen 25 56
Verbindlichkeit aus Marktbewertung Zinsswaps 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 4.279 5.763
13.071 14.903

Die kurzfristigen sonstigen Schulden haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.

Der Posten „Verbindlichkeiten Personalbereich“ beinhaltet Vergütungsverpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern aus Bonuszahlungen und Tantiemen, Mehrarbeit und nicht genommenem Urlaub sowie Vertriebsprovisionen, Leistungsprämien und zu leistende Erstattungen verauslagter Reisekosten.

Der Posten „Sonstige Verbindlichkeiten“ betrifft insbesondere kurzfristige Verbindlichkeiten des laufenden Geschäftsbetriebs.

39. Leasingverhältnisse

Der Deutsche Balaton Konzern hat als Leasingnehmer vor allem Verträge über Immobilien und sonstige Betriebsausstattung abgeschlossen. Leasingverträge werden individuell verhandelt und weisen jeweils unterschiedliche Vereinbarungen zu beispielsweise Verlängerungs-, Kündigungs- oder Kaufoptionen auf.

Verträge über die Anmietung von Grundstücken und Gebäuden durch den Deutsche Balaton Konzern haben Laufzeiten von durchschnittlich 5 – 10 Jahren. Leasingverträge über andere Objekte als Grundstücke und Gebäude haben in der Regel Laufzeiten von durchschnittlich 1 – 3 Jahren.

Zum 31. Dezember 2021 setzten sich die Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen der Nutzungsrechte wie folgt zusammen:

in TEUR Grundstücke und Gebäude Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021 13.730 1.994 15.725
Währungsumrechnungsdifferenzen 0 0 0
Abgänge -407 -473 -880
Zugänge 871 850 1.720
Stand 31.12.2021 14.194 2.370 16.565
Abschreibungen
Stand 01.01.2021 4.286 967 5.253
Währungsumrechnungsdifferenzen -3 -1 -4
Abgänge -388 -444 -832
Zugänge 2.579 709 3.287
Stand 31.12.2021 6.473 1.231 7.705
Buchwerte
Stand 31.12.2020 9.444 1.027 10.471
Stand 31.12.2021 7.721 1.139 8.860

Zum 31. Dezember 2020 setzten sich die Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen der Nutzungsrechte wie folgt zusammen:

in TEUR Grundstücke und Gebäude Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020 12.873 1.701 14.574
Währungsumrechnungsdifferenzen – 155 – 69 – 225
Abgänge 0 – 133 – 133
Zugänge 1.013 495 1.508
Stand 31.12.2020 13.730 1.994 15.725
Abschreibungen
Stand 01.01.2020 1.721 406 2.127
Währungsumrechnungsdifferenzen – 12 – 8 – 20
Abgänge 0 – 118 – 118
Zugänge 2.578 687 3.264
Stand 31.12.2020 4.286 967 5.253
Buchwerte
Stand 31.12.2019 11.152 1.295 12.446
Stand 31.12.2020 9.444 1.027 10.471

Zum 31. Dezember 2021 setzten sich die Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 9.213 TEUR (Vj. 10.802 TEUR) aus einem kurzfristigen Anteil in Höhe von 3.035 TEUR (Vj. 3.082 TEUR) sowie einem langfristigen Anteil in Höhe von 6.178 TEUR (Vj. 7.720 TEUR) zusammen.

Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, bei denen der Deutsche Balaton Konzern als Leasingnehmer auftritt, wurden im Geschäftsjahr 2021 darüber hinaus die folgenden Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

in TEUR 2021 2020
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 155 164
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 600 538
Aufwand für Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte 51 33

Die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit den Aktivitäten als Leasingnehmer betrugen im Geschäftsjahr 2021 insgesamt 3.384 TEUR (Vj. 3.269 TEUR).

Die ausstehenden Leasingzahlungen weisen die folgenden Fälligkeiten auf:

in TEUR 2022 2023 2024 2025
Leasingzahlungen 3.164 2.594 1.970 1.010
in TEUR 2026 2027 ff. Summe
Leasingzahlungen 240 308 9.286

Einige Leasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen. Diese Optionen werden eingesetzt, um eine größtmögliche Flexibilität zu erreichen. Sie sind bei Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht berücksichtigt worden, weil ihre Ausübungen nicht hinreichend sicher sind. Mögliche künftige Leasingzahlungen, die in den Perioden nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungsoption anfallen, sind in folgender Tabelle dargestellt:

Bilanzierte Leasingverbindlichkeit (abgezinst) Mögliche künftige Leasingzahlungen, nicht in Leasingverbindlichkeiten enthalten (undiskontiert)
in TEUR 31.12.2021 Zahlbar 2023- 2027 Zahlbar 2027 - 2032 Zahlbar ab 2033 Gesamt
Grundstücke und Gebäude 7.803 899 371 0 1.270
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.410 0 0 0 0
Gesamt 9.213 899 371 0 1.270

40. Eventualforderungen und -verpflichtungen, Haftungsverhältnisse

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich folgendermaßen auf:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Eventualforderungen 155 265
Eventualverbindlichkeiten 3.696 70
Dauerschuldverhältnisse 484 227

Die Dauerschuldverhältnisse betreffen insbesondere kurzfristige Mietverträge für Büros und Gewerbeflächen sowie Leasingverträge mit einer kurzen Laufzeit für Betriebs- und Geschäftsausstattung wie Kraftfahrzeuge und Leasingverträge für geringwertige Vermögenswerte.

Neben den in der obigen Tabelle aufgeführten Dauerschuldverhältnissen bestehen folgende wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen. Die Fristigkeit der Dauerschuldverhältnisse und Abnahmeverpflichtungen zum 31. Dezember 2021 stellt sich wie folgt dar:

in TEUR < 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Dauerschuldverhältnisse und Abnahmeverpflichtungen 661 173 54 887
davon Miete für Büro-/ Gewerbeflächen 210 76 0 286
davon Leasingverhältnisse 48 96 54 198

Die Fristigkeit der Dauerschuldverhältnisse zum 31. Dezember 2020 stellt sich wie folgt dar:

in TEUR < 1 Jahr 1 – 5 Jahre > 5 Jahre Summe
Dauerschuldverhältnisse und Abnahmeverpflichtungen 331 44 0 375
davon Miete für Büro-/ Gewerbeflächen 128 13 - 141
davon Leasingverhältnisse 55 31 0 86

Darüber hinaus bestehen keine wesentlichen Abnahmeverpflichtungen gegenüber Lieferanten (Vj. keine). Des Weiteren besteht keine Verpflichtung zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen (Vj. keine).

Optionen und Nachbesserungsrechte

Aus ehemaligen Unternehmensbeteiligungen können sich für den Konzern aus Spruchstellenverfahren oder direkten Kaufpreisnachbesserungen aus Unternehmenskaufverträgen gegebenenfalls noch Nachbesserungen auf die erhaltene Abfindung oder den erhaltenen Verkaufspreis ergeben. Eine konkrete Wertermittlung eventueller Nachbesserungen (Eventualforderungen) ist nicht möglich. In diesen Fällen sind die Ansprüche mit einem Erinnerungswert aktiviert.

Für den Deutsche Balaton Konzern könnten sich in Abhängigkeit von mehreren Einflussfaktoren in der Zukunft Erträge aus potentiellen Nachbesserungsansprüchen in Höhe von 0 EUR bis zu rd. 55 Mio. EUR ergeben.

Es bestehen mehrere Optionen zum Erwerb von Anteilen an einer Tochtergesellschaft. Den Optionen wird aktuell kein Wert beigemessen.

Haftungsverhältnisse der Gesellschaft zugunsten von Mitgliedern von Vorstand und Aufsichtsrat bestehen nicht.

41. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte /Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten

Vermögenswerte und Schulden, die in der Konzernbilanz per 31. Dezember 2021 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden

Vermögenswerte:

in TEUR 31.12.2021
Immaterielle Vermögenswerte 4.567
Firmenwerte 156
Sachanlagen 4.390
Andere lgfr. Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte 1.433
Vorräte 2.392
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.888
Sonstige Vermögenswerte 190
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.533
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 18.549

Schulden:

in TEUR 31.12.2021
Langfristige Finanzielle Schulden 2.720
Latente Steuerschulden 799
Kurzfristige Finanzielle Schulden 1.444
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 464
Laufende Steuerschulden 33
Passive Rechnungsabgrenzung 70
Sonstige Schulden 803
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 6.334

Ausgewiesen ist der Teilkonzern EUROPIN der im Februar 2022 veräußert wurde.

42. Aufgegebener Geschäftsbereich

Der aufgegebene Geschäftsbereich umfasst das komplette Segment „CornerstoneCapital“. Das Segment ist spezialisiert auf Privat-Equity-Investitionen und hält zum 30. Juni 2021 nach Veräußerung der ELTEC Elektronik AG zum 1. April 2021 keine (Vj. eine) Unternehmensbeteiligung mehr und wurde zum 30. Juni 2021 komplett entkonsolidiert.

Die ELTEC Elektronik AG, Mainz, ist ein Unternehmen der Mikroelektronik/Industrieelektronik mit einem ganzheitlichen Konzept. Die strategischen Geschäftsfelder erstrecken sich von der Automatisierung industrieller Prozesse über die industrielle Bildverarbeitung bis hin zur Verkehrstechnik. Die ELTEC Elektronik AG wurde mit Closing zum 1. April 2021 veräußert.

Nach dem Verkauf des Teilkonzerns „EppsteinFOILS“ und nach dem Beschluss des Vorstands, den Bereich Private-Equity u.a. aufgrund der preislichen Überhitzung in diesem Markt zurückzufahren, die bestehenden Vereinbarungen mit dem bisherigen Management nicht zu verlängern und die nach dem Eppstein-Verkauf verbleibende Beteiligung an der ELTEC Elektronik AG zu veräußern, wurde das Segment zum 1. Dezember 2020 als aufgegebener Geschäftsbereich („Discontinued Operation“ (IFRS 5)) klassifiziert und im Konzernabschluss 2020 als solcher ausgewiesen.

Gruppeninterne Aufwendungen und Erträge zwischen Gesellschaften des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs und der fortgeführten Geschäftsbereiche wurden vollständig eliminiert. Bei den bisher gruppeninternen Geschäftsbeziehungen, die teilweise fortgeführt werden, wurden die Eliminierungsbuchungen im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung vollständig dem fortgeführten Geschäftsbereich zugeordnet. Durch diese Zuordnung wird die Ergebniszuweisung des aufgegebenen Geschäftsbereichs an den fortgeführten Geschäftsbereich im Finanzertrag des fortgeführten Geschäftsbereichs ausgewiesen und faktisch nicht eliminiert.

Der aufgegebene Geschäftsbereich (Segment) umfasst bis zum 30. Juni 2021 folgende Gesellschaften:

CornerstoneCapital Beteiligungen GmbH i.L.

CornerstoneCapital II AG & Co.KG

CornerstoneCapital Verwaltungs AG

ELTEC Elektronik AG *

*die Gesellschaft wurden aufgrund der Veräußerung zum 1. April 2021 entkonsolidiert

Wesentliche Posten der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung des aufgegebenen Geschäftsbereiches

in TEUR 2021 * 2020
Umsatzerlöse 1.876 26.463
Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen 219 1.366
Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen
Vermögenswerten 0 8
Sonstige betriebliche Erträge 4.485 8.983
Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen – 1.019 -13.108
Zuwendungen an Arbeitnehmer – 727 – 7.932
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 0 – 1.336
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 813 – 3.857
Finanzergebnis – 401 – 10.543
Ergebnis vor Ertragsteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 3.622 44
Ertragsteuern – 855
Ergebnis nach Ertragsteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 3.622 – 811

* Für den Zeitraum 01. Januar 2021 – 30. Juni 2021 (ELTEC Elektronik AG für den Zeitraum 01. Januar 2021 – 31. März 2021)

Ertragsteuern (aufgegebener Geschäftsbereich)

in TEUR 2021 * 2020
Laufende Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) – 832
Latente Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) – 23
- davon aus temporären Differenzen – 23

* Für den Zeitraum 01.Januar 2021 – 30. Juni 2021 (ELTEC Elektronik AG für den Zeitraum 01. Januar 2021 – 31. März 2021)

Vermögenswerte und Schulden sind aufgrund der Entkonsolidierung zum 30 Juni 2021 in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021 keine mehr auszuweisen.

Netto-Cashflows des aufgegebenen Geschäftsbereichs

in TEUR 2021 * 2020
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit – 5.080 – 8.402
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 4.782 6.352
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 596 1.417
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 894 – 633

* Für den Zeitraum 01.Januar 2021 – 30. Juni 2021 (ELTEC Elektronik AG für den Zeitraum 01. Januar 2021 – 31. März 2021)

43. Angaben zum Fair Value von Finanzinstrumenten und sonstige Angaben

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 528.670 440.200
Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 114.011 153.694
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 231 122
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 127.116 122.004

Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führen.

Der wesentliche Teil finanzieller Vermögenswerte wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzten Finanzinstrumenten gehen wir davon aus, dass der Fair Value im Wesentlichen dem Buchwert entspricht.

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, zu dem eine Partei die Rechte und Pflichten aus diesem Finanzinstrument von einer unabhängigen anderen Partei übernehmen würde. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes verwendet der Deutsche Balaton Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:

Stufe 1:

Verwendung von auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierten Preisen

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf dem aktiven Markt gehandelt werden, basiert aus dem am Bilanzstichtag notierten Marktpreis. Der Markt gilt als aktiv, wenn notierte Preise an einer Börse, von einem Händler, Broker, einer Branchengruppe, einem Preisberechnungsservice oder einer Aufsichtsbehörde leicht und regelmäßig erhältlich sind und diese Preise aktuelle und regelmäßig auftretende Markttransaktionen wie unter unabhängigen Dritten darstellen. Für Vermögenswerte, die der Konzern hält, entspricht der sachgerechte Marktpreis dem vom Käufer gebotenen Geldkurs.

Stufe 2:

Verwendung von Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden, wird anhand eines Bewertungsverfahrens ermittelt. Der beizulegende Zeitwert wird somit auf Grundlage der Ergebnisse eines Bewertungsverfahren geschätzt, das sich in größtmöglichem Umfang auf Marktdaten und so wenig wie möglich auf unternehmensspezifische Daten stützt. Wenn alle zum beizulegenden Zeitwert benötigten Daten beobachtbar sind, wird das Instrument in Stufe 2 eingeordnet.

Stufe 3:

Verwendung von nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit

Falls ein oder mehrere bedeutende Daten nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird das Instrument in Stufe 3 eingeordnet.

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Nachfolgend werden die angewandten Bewertungsverfahren sowie die verwendeten Inputparameter der einzelnen Klassen finanzieller Vermögenswerte näher erläutert.

Stufe 1

Bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte (lang- und kurzfristig) der Stufe 1 handelt es sich um börsennotierte Finanzinstrumente, die mit ihrem Börsenkurs zum Stichtag bewertet werden.

Stufe 2

Bei den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten (lang- und kurzfristig) der Stufe 2 handelt es sich im Wesentlichen um nicht börsennotierte Fremdkapitalinstrumente und Genussscheine. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt über die Diskontierung der erwarteten Zahlungsströme. Hierbei kommen aktuelle Marktzinssätze für vergleichbare Vermögenswerte zum Einsatz. Das Bonitätsrisiko ist hierbei in den Zinssatz eingepreist. Bei Fremdkapitalinstrumenten mit einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten am Bilanzstichtag, wird unterstellt, dass der Nominalwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht, sofern keine Anzeichen eines Zahlungsausfalls vorliegen.

Stufe 3

In den erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte (lang- und kurzfristig) der Stufe 3 sind insbesondere nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente enthalten.

Diese werden mittels gängiger Bewertungsverfahren bewertet: Hierbei finden Schätzwerte und Ermessensentscheidungen Anwendung, welche sich naturgemäß innerhalb von Bandbreiten bewegen. Hierdurch können sich zukünftig Änderungen ergeben.

Discounted Cashflow Verfahren

Hierbei werden die erwarteten Zahlungsströme gemäß der Unternehmensplanung mit aktuellen Marktzinsätzen diskontiert. Spezifische Risiken wie bspw. Abhängigkeiten von Schlüsselpersonen werden dabei in den Zahlungsströmen berücksichtigt. Als Diskontierungszinssatz wird der „Weighted average Cost of Capital“ (WACC) verwendet. Auf den so ermittelten Wert kommen gegebenenfalls Zu- und Abschläge, soweit sie sich auf die konkrete Rechnungslegungseinheit beziehen, wie bspw. für mangelnde Fungibilität hinzu. Diese Zu- oder Abschläge orientieren sich an bewertungsüblichen Höhen und bewegen sich innerhalb einer Bandbreite von 10 % und 40 %.

Market Aproach

Beim Market-Aproach werden Transaktionspreise identischer Vermögenswerte herangezogen. Darüber hinaus werden, in Abhängigkeit des Geschäftsmodells, gegebenenfalls weitere Abschläge angesetzt. Diese Abschläge orientieren sich an bewertungsüblichen Höhen und bewegen sich innerhalb einer Bandbreite von 10 % und 40 %.

Substanzwertverfahren

Hierbei werden die Vermögenswerte und Schulden einer Gesellschaft zu Marktpreisen, d.h. unter Aufdeckung aller stillen Reserven und Lasten, bewertet.

Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die finanziellen Vermögenswerte und Schulden, die zum 31. Dezember 2021 zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden.

in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete andere langfristige und kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte 451.176 54.325 23.423 528.924
- davon Aktien / Unternehmensbeteiligungen 414.087 205 23.227 437.519
- davon Genussscheine, Unternehmensanleihen und Fondsanteile 35.783 42.885 0 78.668
- davon Sonstiges 1.307 11.235 195 12.737
Finanzielle Schulden 0 0 231 231

Langfristige und kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 15.654 TEUR (Vj. 17.645 TEUR) werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Zum 31. Dezember 2020 ergaben sich die beizulegenden Zeitwerte wie folgt:

in TEUR Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete andere langfristige und kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte 397.106 23.681 19.414 440.200
- davon Aktien / Unternehmensbeteiligungen 318.735 178 16.835 335.747
- davon Genussscheine, Unternehmensanleihen und Fondsanteile 77.987 12.508 0 90.495
- davon Sonstiges 383 10.995 2.579 13.957
Finanzielle Schulden 0 0 122 122

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der Großteil der finanziellen Schulden werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Wesentliche Differenzen zwischen dem Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert existieren hierbei nicht.

Wesentliche Umgruppierungen zwischen den einzelnen Hierarchiestufen fanden in der Berichtsperiode nicht statt.

Die Bewertung von Finanzinstrumenten, die der Hierarchiestufe 3 zugeordnet werden, hat in Summe einen negativen Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 3.980 TEUR (Vj. – 3.710 TEUR).

Die Überleitung der mithilfe von Inputfaktoren der Stufe 3 bewerteten Finanzinstrumente ergibt sich wie folgt:

in TEUR Finanzanlagen Finanzielle Schulden
Anfangsbestand 01.01.2021 16.926 122
Gesamte Gewinne und Verluste
- in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst 3.980 14
- im sonstigen Ergebnis erfasst
Einzahlungen 5.829 233
Beendigungen – 372
Reklassifizierung
- Transfers in Stufe 3 hinein 1.139
- Transfers aus Stufe 3 hinaus – 4.080 – 138
Endbestand 31.12.2021 23.423 231

Beim Transfer aus Stufe 3 hinaus handelt es sich im Wesentlichen um Anteile an zuvor unnotierten Gesellschaften, die nun börsennotiert sind. Für Finanzinstrumente mit einem Transfer aus Stufe 3 hinaus wurde zum Ende des Geschäftsjahres eine Bewertungsmethodik mit am Markt beobachtbaren Inputfaktoren angewandt.

in TEUR Finanzanlagen Finanzielle Schulden
Anfangsbestand 01.01.2020 17.484 1.865
Gesamte Gewinne und Verluste
- in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst – 3.710 – 14
- im sonstigen Ergebnis erfasst
Einzahlungen 989
Beendigungen – 13 – 1.729
Reklassifizierung
- Transfers in Stufe 3 hinein 2.176
- Transfers aus Stufe 3 hinaus
Endbestand 31.12.2020 16.926 122

Nettogewinne oder -verluste

Folgende Tabelle stellt die in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigten Nettogewinne oder -verluste von Finanzinstrumenten dar:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.864 – 798
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten 22.100 136.623
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -731 288

Die Nettogewinne bzw. -verluste der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beinhalten insbesondere die Ergebnisse aus Marktwertveränderungen und Dividenden, jedoch keine Zinserträge.

Die Nettogewinne bzw. -verluste aus zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten beinhalten im Wesentlichen Ergebnisse aus Wertminderungen und Zuschreibungen von (Darlehens-)Forderungen sowie Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, jedoch keine Zinserträge.

44. Risikomanagement und Kapitalmanagement

Allgemeine Aussagen

Die Deutsche Balaton ist in ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl interner und externer Risiken ausgesetzt, die aus dem Beteiligungsgeschäft resultieren. Insbesondere können sich aus den Investitionen in Unternehmen und in andere Finanzinstrumente finanzielle Risiken für die Deutsche Balaton ergeben. Die finanziellen Risiken können in einer Minderung der Vermögenswerte und der Ergebnisse der Deutsche Balaton resultieren. Dabei können sich Einzelrisiken gegenseitig verstärken bzw. teilweise kompensieren. Diese wechselseitigen Abhängigkeiten berücksichtigt die Deutsche Balaton bei den für sie bedeutsamen Einzelrisiken, die in Bezug auf Unternehmensbeteiligungen und andere Finanzinstrumente bestehen.

Im Rahmen der Risikosteuerung bildet das bei der Deutsche Balaton eingerichtete interne Kontrollsystem (IKS) einen integralen Bestandteil des Risikomanagements, innerhalb dessen der Vorstand sich mit Markt- und Kursanalysen, branchenspezifischen Rahmendaten, Marktentwicklungen und -szenarien sowie dem politischen und steuerlichen Unternehmensfeld befasst. Die Steuerung von Chancen und Risiken ist bei der Deutsche Balaton nicht einer bestimmten organisatorischen Einheit zugeordnet, sondern im Rahmen des IKS als ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung eingerichtet. Daher verantwortet der Vorstand der Konzernmuttergesellschaft Deutsche Balaton AG unmittelbar den Umfang und die Ausrichtung der eingerichteten Systeme sowohl für die Deutsche Balaton AG als auch für den Deutsche Balaton Konzern. Anhand der unternehmensspezifischen Anforderungen der Deutsche Balaton legt der Konzernvorstand den Umfang und die Ausrichtung der eingerichteten Kontrollsysteme in eigener Verantwortung anhand der unternehmensspezifischen Anforderungen und unter dem Verständnis einer Beteiligungsgesellschaft fest und bestimmt, soweit im Rahmen der Konzernrisikosteuerung das Risikomanagement nicht dem jeweiligen operativ tätigen Unternehmen übertragen ist, deren Ausgestaltung unter Berücksichtigung potenzieller Risiken. Wesentliches Kriterium des Risikomanagements ist das Monitoring der Konzerngesellschaften, ohne aktiv ein Risikomanagement für die Konzerngesellschaften mit ihren unterschiedlichen operativen Ausprägungen beim Konzernvorstand zu konzentrieren. Die Steuerung operativer Risiken ist im Konzern den jeweils operativen Unternehmensteilen zugewiesen, die vor dem Hintergrund des nicht integrierten Konzerns die jeweils spezifische Risikoorganisation am besten selbst organisieren können. Konzernvorstand ist der Vorstand der Konzernmuttergesellschaft. Die Verantwortung für das Risikomanagement ist intern einem Vorstandsressort zugeordnet.

Funktionsfähig eingerichtete angemessene Systeme zur Risikosteuerung ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen von Risiken und einen sorgsamen Umgang mit erkannten Risiken. Dennoch bleibt unternehmerisches Handeln stets mit Risiken verbunden. Das Ziel der Deutsche Balaton ist daher der bewusste Umgang mit potenziellen Risiken und eine verbesserte Kontrolle von Einzelrisiken sowie der konsequente Umgang mit auftretenden Risiken.

Zielsetzungen

Das Risikomanagement der Deutsche Balaton hat das Ziel, wesentliche Risiken aus der Geschäftstätigkeit zu identifizieren, einzuschätzen und zu steuern um gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, durch die die Chancen-Risiken-Verteilung verbessert wird. Hierbei ist für den Vorstand die Veränderung des IFRS-Eigenkapitals der Anteilseigner der Deutsche Balaton AG die zentrale Steuerungsgröße. Kapitalmaßnahmen sowie der Erwerb eigener Anteile auf Ebene des Mutterunternehmens werden für die Ermittlung des IFRS-Eigenkapitals herausgerechnet.

Das aktive Risikomanagement dient der Sicherung des Fortbestands des Konzerns und seiner Unternehmen, d. h. der zukünftigen Entwicklung und Ertragskraft des Deutsche Balaton Konzerns. Zugleich sollen Einzelrisiken reduziert werden, die eine Verletzung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der verwendeten oder erhaltenen Informationen und Daten im Rahmen der Ausführung von Tätigkeiten zur Folge haben. Im Rahmen des Risikomanagements sollen außerdem Abweichungen von den Unternehmenszielen erfasst werden, um ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen. Der diversifizierte Aufbau des Konzerns, in dem vor dem Hintergrund des Beteiligungsansatzes der Deutsche Balaton AG nur geringe Abhängigkeiten der Konzerneinheiten untereinander bestehen, gewährleistet, dass im Fall einer Insolvenz einer Konzerngesellschaft der Bestand des Gesamtkonzerns und der Deutsche Balaton AG nicht gefährdet wären.

Auch die Besetzung von Aufsichtsratsmandaten in Konzernunternehmen durch Organmitglieder oder Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG oder wiederum mit ihr verbundene Unternehmen ermöglicht im Rahmen der rechtlichen Grenzen eine Risikoüberwachung der Konzernunternehmen.

Erkannte Risiken werden hinsichtlich ihres Einflusses auf den Deutsche Balaton Konzern untersucht und ihr mögliches Risikopotenzial ermittelt. In Einzelfällen erfolgt bereits auf dieser Ebene die unterstützende Einschaltung externer Berater.

Der Vorstand sieht bei dem Deutsche Balaton Konzern derzeit keine den Fortbestand des Konzerns gefährdende Entwicklungen.

Organisatorischer Aufbau

Das Risikomanagementsystem ist an der Geschäftstätigkeit des Deutsche Balaton Konzerns ausgerichtet. Grundlage des Risikomanagementsystems ist das Risikomanagementhandbuch, in dem das Risikomanagementsystem der Deutsche Balaton AG dokumentiert wird.

Dem Risikomanagementsystem der Deutsche Balaton AG liegt ein Prozess zu Grunde, zu dem folgende Phasen gehören:

1.

Identifikation: Strukturierte Sammlung relevanter Risiken

2.

Analyse: Feststellung von Risikoursachen, Erkennen von Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen Einzelrisiken

3.

Bewertung: Quantifizieren von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen

4.

Bewältigung: Überwachung, Früherkennung, Ermittlung von Handlungsbedarfen und Ableitung von Maßnahmen

5.

Dokumentation: Regelmäßige Aufbereitung der Ergebnisse, u.a. in Form des Risikomanagementhandbuchs

6.

Controlling: Koordination der Handlungen und Prozesse, Reporting

Im Rahmen des Risikomanagements der Deutsche Balaton AG werden sowohl einzelne Phasen als auch der gesamte Prozess regelmäßig durchlaufen.

Gegenstand der Risikoidentifikation ist die Suche und Sammlung aller relevanten aktuellen, zukünftigen, potenziellen und theoretischen Risiken.

In der Risikoanalyse erfolgt die ausführliche Beschreibung der identifizierten Risiken sowie die Feststellung der Ursachen und Effekte, um Anhaltspunkte dafür zu erhalten, welche Strategien, Frühwarnindikatoren und Maßnahmen zur Bewältigung der einzelnen Risiken eingesetzt werden können.

Im Zuge der Risikobewertung werden die identifizierten Risiken anhand quantitativer Maßzahlen bewertet. Wesentliche Bezugsgröße bildet dabei das IFRS-Eigenkapital der Deutsche Balaton Gruppe, bewertet zu Marktpreisen. Aufbauend auf den definierten Ausgangsgrößen ergeben sich Schadenswerte bezüglich der Vermögens- sowie der Liquiditätslage. Anhand von Erfahrungswerten werden Eintrittswahrscheinlichkeitsstufen gebildet und den jeweiligen Risiken zur Gewichtung der Schadenswerte zugeordnet. Aus der sich ergebenden Zuordnung zu einer Risikoklasse – und ggfs. Gewichtung mit der Eintrittswahrscheinlichkeitsstufe und unter Ansatz der Szenarien – lässt sich ableiten, welche Risiken als Schwerpunkte näher zu betrachten und ggf. zu steuern sind und welche von untergeordneter Bedeutung sind.

Die Risikobewältigung umfasst die Steuerung der vorangehend aufbereiteten Risiken mit dem Ziel, dass die Deutsche Balaton AG lediglich den Risiken ausgesetzt bleibt, die tatsächlich und bewusst eingegangen werden sollen. Bestandteile dieser Phase sind Überwachung und Früherkennung sowie Durchführung von Maßnahmen. Die jeweiligen Instrumente richten sich nach der Strategie zur Bewältigung, die die Deutsche Balaton AG für die betreffende Risikoart definiert hat. Anhand von Frühwarnindikatoren sollen latente Bedrohungen durch relevante Risiken frühzeitig geortet werden. Zur Überwachung und Steuerung der Risiken steht ein Instrumentarium von Maßnahmen zur Verfügung.

Diese Maßnahmen sind Bestandteil festgelegter Geschäftsabläufe. Hierzu dienen organisatorische Vorgaben, mit denen der Prozessablauf jeweils gesteuert wird. Interne Richtlinien und Handlungsanweisungen, zu deren Einhaltung sich alle Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG verpflichtet haben, regeln den Ablauf wesentlicher Vorgänge im Unternehmen. Hierunter sind auch Richtlinien in Bezug auf Überwachungsinstrumente in den Bereichen Compliance und Controlling zu fassen.

Konzernweite Verhaltensanweisungen, die sich insbesondere auf die Einhaltung aktien- und wertpapierrechtlicher Vorschriften beziehen, sollen sicherstellen, dass einschlägige wertpapierhandelsrechtliche Meldepflichten auf der oberen Konzernebene erfüllt werden können. Die Konzernunternehmen sind daher zur Berichterstattung über Wertpapiergeschäfte an die Konzernmuttergesellschaft verpflichtet.

Im Risikocontrolling als der letzten Stufe des Risikomanagementprozesses folgt die laufende Überprüfung der Mechanismen des Risikomanagements. Ziel des Risikocontrollings ist es, die Phasen und deren Systeme zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die Planungen der Deutsche Balaton AG der tatsächlichen Risikolage entsprechen.

Die operative Steuerung des Risikomanagements erfolgt auf Ebene der Fachabteilungen oder des einzelnen Investments selbst. Die Investment-Verantwortlichen informieren den Vorstand im Rahmen regelmäßig stattfindender Sitzungen und bei Bedarf unverzüglich. Es besteht die Pflicht zur ad-hoc Berichterstattung, bedeutende Risiken sind unverzüglich an den Vorstand zu melden. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems und der Maßnahmen wird regelmäßig durch den Vorstand kontrolliert, Risikoveränderungen im Zeitablauf werden erfasst.

Im Rahmen von Aufsichtsratssitzungen erstattet der Vorstand regelmäßig Bericht in Bezug auf die Entwicklung einzelner Portfoliounternehmen, die Unternehmensentwicklung sowie die Entwicklung des Konzerns. Der Aufsichtsrat hat außerdem einen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte beschlossen, die der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen darf. Der Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte ist in einen Regelungskatalog eingebunden, welcher die Geschäftsführung und Berichterstattung durch den Vorstand im Sinne einer Geschäftsordnung regelt und auch Konzernsachverhalte umfasst. Über diesen Katalog ist der Vorstand der Deutsche Balaton AG darüber hinaus aufgefordert, gegenüber dem Aufsichtsrat halbjährlich über die aktuelle Risikobewertung zu berichten sowie einen Überblick über das Risikomanagementsystem zu verschaffen.

Durch die Ansiedelung des Risikomanagements auf Ebene der Unternehmensleitung ist eine laufende Überwachung der eingeleiteten Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit durch den Vorstand sichergestellt.

Einzelrisiken

Der Vorstand sieht als Risiken, die im Zusammenhang mit den Investitionen in Beteiligungsgesellschaften und in Finanzinstrumente stehen, insbesondere Marktpreisrisiken, Wechselkursrisiken, Zinsrisiken, Forderungsrisiken sowie Liquiditätsrisiken. Die Verantwortung für die Risikomanagementaktivitäten in Bezug auf die Risiken in den vorgenannten Bereichen obliegt dem Vorstand, der auch für die Planung, Steuerung und Kontrolle der zuvor genannten Risiken verantwortlich ist.

Allgemeine Marktpreisrisiken

Die von der Deutsche Balaton gehaltenen Beteiligungen unterliegen dem Risiko von Wertschwankungen. In Bezug auf börsengehandelte Wertpapiere können Wertschwankungen aus sich ändernden Marktpreisen aufgrund einer allgemeinen Tendenz an den Aktienmärkten resultieren. Diese können ihre Ursache beispielsweise in konjunkturellen Faktoren haben. Außerdem können auch marktpsychologische Umstände zu Kursschwankungen und damit Marktpreisveränderungen bei den börsennotierten Beteiligungen führen. Dieses allgemeine Marktrisiko kann durch eine Diversifikation der Beteiligungen und ein aktives Portfoliomanagement nur bedingt ausgeschlossen werden, da alle Wertpapiere dem Marktpreisrisiko gleichermaßen ausgesetzt sind. Die Veränderung der Zinsstrukturkurve hat ebenfalls Auswirkungen auf die Bewertung von Vermögenswerten, insbesondere verzinslicher Wertpapiere mit festem Zinssatz. Die regelmäßige Beobachtung der Börsendaten sowie der Unternehmens- und Börsennachrichten gibt dem Vorstand jedoch die Möglichkeit, marktpreisrelevante Ereignisse zu erfassen und in der konkreten Situation geeignete Maßnahmen zur Schadensminimierung treffen zu können. Auch hilft die breit gefächerte Beteiligungsauswahl, im Fall nur partiell sich auswirkender Marktpreisveränderungen, insgesamt eine adäquate Risikostreuung zu erreichen. Der Vorstand überwacht regelmäßig die Wertanteile der Einzelpositionen der Beteiligungen.

Insbesondere die operativ tätigen Konzerneinheiten in dem Segment „Vermögensverwaltend“ unterliegen allgemeinen Marktpreisrisiken in Bezug auf die von ihnen gehaltenen Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die Wertschwankungen unterliegen. Solche Wertschwankungen können aus sich ändernden Marktpreisen aufgrund einer allgemeinen Tendenz an den Rohstoff- und Produktmärkten resultieren. Diese können ihre Ursache beispielsweise in konjunkturellen Faktoren oder Devisenkursveränderungen haben. Außerdem können auch marktpsychologische Umstände zu Marktpreisveränderungen führen. Dieses allgemeine Marktpreisrisiko kann durch eine Diversifikation und konsequentes Controlling der Lieferanten und Kunden nur bedingt ausgeschlossen werden, da alle Roh- und Einsatzstoffe sowie Energie einerseits als auch die Endproduktpreise andererseits dem Marktpreisrisiko gleichermaßen ausgesetzt sind. Die regelmäßige Beobachtung der Preisentwicklungen sowie der Marktnachrichten gibt dem Vorstand bzw. den jeweiligen Beteiligungsmanagern oder Geschäftsführern/Vorständen der jeweiligen Einzelgesellschaft die Möglichkeit, marktpreisrelevante Ereignisse zu erfassen und in der konkreten Situation geeignete Maßnahmen zur Schadensminimierung treffen bzw. entsprechende Absicherungsstrategien umsetzen zu können.

Auch die in dem Segment „Vermögensverwaltend“ gehaltenen Immobilien unterliegen Marktpreisrisiken. Die derzeit am Immobilienmarkt vorherrschenden relativ hohen Marktpreise können in Zukunft wieder sinken und die Bewertung der Immobilien negativ beeinflussen und Wertberichtigungen des Wertansatzes der Immobilien hervorrufen. In diesem Fall können bei einer Veräußerung von Immobilien nur Erlöse unterhalb des Wertansatzes erzielt werden und so aus einer Veräußerung von Immobilien oder die Immobilien haltenden Beteiligungsunternehmen Verluste resultieren.

Die Deutsche Balaton war in der Vergangenheit und im Geschäftsjahr 2021 aufgrund gesunkener Marktpreise gezwungen, teilweise Abschreibungen auf den jeweils niedrigeren beizulegenden Wert von ihr gehaltener Vermögensgegenstände und Beteiligungen an anderen Gesellschaften vorzunehmen. Solche Wertberichtigungen können auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Grundsätzlich geht die Deutsche Balaton von der Einbringlichkeit aller zum Bilanzstichtag nicht überfälligen und nicht wertgeminderten Vermögenswerte aus.

Das maximale Risiko liegt bei allen Bilanzposten der Aktivseite (Vermögenswerte) im Totalausfall. Hierzu die Buchwerte der entsprechenden Instrumente:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Andere Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte 543.167 457.845
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1.909 1.791
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 24.209 25.645
Sonstige Vermögenswerte 11.365 4.372
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 55.263 101.229
635.912 590.882

Von den Buchwerten der entsprechenden Instrumente in Höhe von 635.912 TEUR (Vj. 590.882 TEUR) sind solche in Höhe von 20.609 TEUR (Vj. 6.283 TEUR) besichert und in Höhe von 2.219 TEUR (Vj. 771 TEUR) überfällig, aber nicht wertgemindert.

Branchenspezifische Beteiligungsrisiken

Neben allgemeinen Marktpreisrisiken bestehen Risiken, die sich in einzelnen Unternehmensbranchen realisieren können. So können sich bei Beteiligungen der Deutsche Balaton wirtschaftliche, rechtliche, technologische oder wettbewerbsspezifische Rahmenbedingungen verändern. Der Beteiligungsansatz der Deutsche Balaton ist dabei grundsätzlich nicht branchenspezifisch. Die Unternehmensbranchen, in welche die Deutsche Balaton durch Eingehen von Beteiligungen investiert, sind nur ein Kriterium für die Auswahl einzugehender Investments. Der Vorstand ist bestrebt, eine Diversifikation des Portfolios beizubehalten und so das branchenspezifische Beteiligungsrisiko zu begrenzen. Die nicht auf bestimmte Branchen begrenzte Streuung der Beteiligungsgesellschaften bietet dem Vorstand die Chance, Veränderungen branchenspezifischer Rahmenbedingungen nach Abwägung der Chancen und Risiken für neue Investments zu nutzen.

Emittentenspezifische Beteiligungsrisiken

Unter emittentenspezifische Risiken versteht der Vorstand das Risiko einer rückläufigen Entwicklung des Marktpreises von Beteiligungen, die ursächlich auf unmittelbar oder mittelbar bei dem Beteiligungsunternehmen vorhandene Faktoren zurückgeht. Sollten sich emittentenspezifische Risiken einschließlich technologischer Entwicklungen, welche für das jeweilige Beteiligungsunternehmen von Bedeutung sind, realisieren, könnte die Deutsche Balaton einen beabsichtigten Veräußerungsgewinn nicht erzielen und müsste gegebenenfalls sogar einen Verlust bis hin zum Totalausfall hinnehmen. Dies könnte negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutsche Balaton haben.

Im Konzern wird versucht, dieses Risiko durch eine dem potenziellen Investment angemessene Analyse, teilweise unter Einschaltung externer Berater, zu reduzieren und die erwarteten Chancen und Risiken eines Beteiligungsinvestments vor Eingehen eines Investments gegeneinander abzuwägen. Weiterhin gibt die regelmäßige Beobachtung der Börsen- und Finanzdaten sowie der Unternehmensund Börsennachrichten dem Vorstand die Möglichkeit, emittentenspezifische Ereignisse zu erfassen und geeignete Maßnahmen zur Schadensminimierung treffen zu können. Der Konzernvorstand überwacht regelmäßig die Wertanteile der Einzelpositionen der Beteiligungen.

Sensitivitätsanalyse

Der Buchwert der anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte (Tz. 23) beläuft sich auf insgesamt 543.166 TEUR (Vj. 457.845 TEUR) und stellt damit zum 31. Dezember 2021 73 % (Vj. 65 %) der Vermögenswerte des Konzerns dar. Eine Verringerung des Fair Values in Höhe von 10 % reduziert beispielsweise den Buchwert um 54.317 TEUR (Vj. 45.785 TEUR). Entsprechend hoch würde sich auch das Eigenkapital des Konzerns vor Berücksichtigung von Steuereffekten reduzieren. Erhöht sich dagegen der Marktpreis um 10 %, so würde sich auch das Eigenkapital des Konzerns vor Berücksichtigung von Steuereffekten um 54.317 TEUR (Vj. 45.785 TEUR) erhöhen.

Forderungsrisiken

Forderungsrisiken resultieren aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der operativ tätigen Konzerngesellschaften. Hierbei erfolgt eine Verringerung des Ausfallrisikos durch eine Bonitätsprüfung der Kunden und teilweise auch durch die Vereinbarung von geeigneten Sicherungsmitteln (zum Beispiel durch die Vereinbarung von Eigentumsvorbehalten und Kreditversicherungen). Weitere Forderungsrisiken entstehen der Deutsche Balaton in Zusammenhang mit der Finanzierung von assoziierten Unternehmen und Beteiligungen sowie der Zeichnung von Anleihen, Schuldverschreibungen und Genussscheinen. Grundsätzlich erfolgen Finanzierungen ausschließlich nach Durchführung einer Chancen-Risiko-Analyse. In Abhängigkeit von der prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeit wird die Zurverfügungstellung von Finanzmitteln, wenn möglich, von der Stellung liquider Sicherheiten abhängig gemacht. Entsprechendes gilt in Bezug auf gestundete Kaufpreiszahlungen. In Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Emittenten kann die Zinszahlung und auch die Rückzahlung von Forderungen aus Anleihen und Genussrechten eingeschränkt sein oder ausfallen. Die Deutsche Balaton betreibt zur Risikooptimierung eine regelmäßige Chancen-Risiko-Analyse.

Wechselkursrisiken

Wechselkursrisiken bestehen in Bezug auf ausländische Investitionen. Hierzu gehören zum Beispiel Investitionen in Wertpapiere, Forderungen bzw. Verbindlichkeiten und in Seeschiffe. Der Vorstand ist bemüht, den Einfluss von Wechselkursschwankungen gering zu halten. Forderungen und Verbindlichkeiten in ausländischen Währungen spielen in Bezug auf das Beteiligungsgeschäft aktuell eher eine untergeordnete Rolle. In der Seeschifffahrt ist der US-Dollar übliche Währung, in der ein Großteil der Leistungen fakturiert wird, sowohl auf Einnahmen- wie auch auf Ausgabenseite. Dagegen ist innerhalb des Deutsche Balaton Konzerns der Euro funktionale Währung, und der Konzern ist daher Risiken aus Währungsschwankungen ausgesetzt. Aufgrund der verstärkten Investitionen in Rohstoffunternehmen mit ausländischer Börsennotierung ist das Währungsrisiko im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Derzeit erfolgen vereinzelt Währungsabsicherungen, ohne jedoch eine Fristenkongruenz von Anlagehorizont und Absicherungsgeschäft herbeizuführen. Darüber hinaus sind in dem Segment „Beta Systems“ operative Unternehmen Wechselkursrisiken ausgesetzt. Die Absicherung dieser Risiken obliegt dem Vorstand der jeweiligen Konzerngesellschaften im Rahmen dessen operativer Kontrolle. In Einzelfällen erfolgt eine Absicherung des Wechselkursrisikos durch Währungssicherungsgeschäfte.

Aus Konzernsicht ergeben sich im Wesentlichen Risiken aus in den Währungseinheiten US-Dollar, Kanadischer und Australischer Dollar, Schweizer Franken, Britisches Pfund und Polnische Zloty geführten Geschäftstätigkeiten und -vorfällen der entsprechenden ausländischen Tochterunternehmen sowie etwaigen Investments in diesen Währungen.

Das wesentliche Währungsrisiko ergibt sich aus folgenden Finanzinstrumenten und Liquiditätsströmen in Fremdwährungen (FW):

Die Angaben erfolgen in Tausend Währungseinheiten der jeweiligen Fremdwährungen

USD CAD CHF GBP AUD PLN
Zahlungsmittel 1.156 1.103 126 9.852 2.986 4.916
Finanzanlagen 17.040 115.890 81 4.212 237.220 12.887
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.051 0 827 831 0 4.751
Kurzfristige Finanzierung und finanzielle Schulden – 890 – 7.134 – 4 – 563 – 20.490 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 289 16 – 31 – 408 0 – 496
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 0 0 0
Finanzinstrumente in FW 18.068 109.874 1.000 13.923 219.716 22.059
Geplante Umsatzerlöse 2022 4.860 0 1.427 1.900 0 14.059
Geplante Kosten 2022 – 790 – 1.856 – 435 – 4.410 0 – 42.000
Geschäftsanteil in FW 22.138 108.018 1.993 11.412 219.716 – 5.882

Eine Stärkung des Euro von 10 % gegenüber den Währungen hätte zum Abschlussstichtag – unter Voraussetzung sonst gleicher Annahmen – zu den folgenden angeführten Zunahmen (Abnahmen) des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses geführt:

USD CAD CHF GBP AUD PLN
Eigenkapital – 83 380 – 81 – 1.051 1.019 – 181
Jahresergebnis – 1.623 – 6.992 – 90 – 180 – 13.693 300

Eine Schwächung des Euro in Höhe von 10 % gegenüber den Fremdwährungen hätte zum Abschlussstichtag zu einem gleich hohen, aber entgegensetzten Effekt auf die angeführten Währungen geführt.

Die in der Sensitivitätsanalyse zur Verwendung gekommenen Währungsumrechnungskurse sind hinsichtlich der Finanzinstrumente und der geplanten Umsatzerlöse und -kosten die im Konzernanhang unter Fremdwährungsumrechnung innerhalb der allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellten Stichtags- und Durchschnittskurse.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken in Bezug auf die Marktliquidität börsennotierter Beteiligungen können aufgrund einer nur geringen Liquidität der im Portfolio der Deutsche Balaton gehaltenen Beteiligungen bestehen. Die Deutsche Balaton beteiligt sich auch an börsennotierten Unternehmen, die nur eine geringe Marktliquidität aufweisen, aber kurz- bis mittelfristig ein großes Chancen-Risiko-Verhältnis aufweisen. Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen mit einer geringen Handelsliquidität bergen jedoch oftmals auch das Risiko in sich, dass ein Verkauf der Beteiligung über die Börse nur schwer oder gar nicht möglich ist. Dieses Risiko ist auch Beteiligungen, die nicht an einer Börse gehandelt werden, immanent. Die Veräußerung von nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen ist oftmals nur im Rahmen eines aufwändigen, strukturierten Verkaufsprozesses möglich.

Die oben genannten Risiken können auch auf andere im Deutsche Balaton Konzern gehaltene Finanzinstrumente zutreffen.

Der Vorstand versucht, dieses Risiko durch eine Analyse potenzieller Beteiligungsobjekte zu minimieren und wägt die erwarteten Chancen und Risiken eines Beteiligungsinvestments vor Eingehen eines Investments sorgfältig gegeneinander ab.

Die Realisierung von Liquiditätsrisiken in Bezug auf Beteiligungen kann in einem Worst-Case-Szenario auch zu einem vollständigen Ausfall der Beteiligung und damit zu einem Totalverlust in Bezug auf die jeweils betroffene Beteiligung führen. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Liquiditätslage eines Investments ist die Liquiditätsplanung der Unternehmensleitung des Beteiligungsunternehmens. Der Vorstand der Deutsche Balaton kann die der Liquiditätsplanung zugrunde liegenden Annahmen, gegebenenfalls auch unter Einschaltung externer Berater, plausibilisieren. Dennoch kann insbesondere bei Unternehmen mit einer neuen Produktidee nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Annahmen als zu optimistisch erweisen und eine Nachfinanzierung des Investments zur Deckung von nicht in den ursprünglichen Liquiditätslücken enthaltenen Finanzlücken erforderlich wird. In einem solchen Fall trifft der Vorstand der Deutsche Balaton eine auf den jeweiligen Einzelfall bezogene Entscheidung über eine Weiterfinanzierung des Investments auch unter Berücksichtigung der überarbeiteten Liquiditätsplanung und der Annahmen in Bezug auf einen möglichen Investmenterfolg.

Andere Konzerngesellschaften könnten aufgrund eines nicht zufriedenstellenden Geschäftsverlaufs nicht über ausreichende Liquidität verfügen und sind dann auch nur bedingt in der Lage, diese am Kapitalmarkt abzurufen. Der Konzern steuert diese Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen und Kreditlinien bei Banken sowie durch Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme.

Zinsänderungsrisiko

Steigende Marktzinsen können sich negativ auf den Wert der gehaltenen Vermögenswerte auswirken. Steigen die Marktzinsen, verändert sich in der Regel der Börsenpreis rückläufig.

Zinsänderungsrisiken sind, unabhängig von den Finanzmarktrisiken, für die Deutsche Balaton trotz der bestehenden Kreditfinanzierung nur bedingt wesentlich, da sich bei Zinssatzänderungen in beide Richtungen sowohl Aktiv- als auch Passivzinssätze in die gleiche Richtung verändern. Anlagen in zinstragende Wertpapiere oder Darlehen erfolgen überwiegend auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft und in den weiteren Gesellschaften des Segments „Vermögensverwaltend“ ebenso wie die Aufnahme von Bankdarlehen in der Regel nur mit kurzer Laufzeit oder bis auf Weiteres erfolgt. Die mit den Banken vereinbarten Zinsmargen für diese Segmente liegen in der Regel zwischen 0 und 2,44 Prozentpunkten für kurzfristige Kredite.

Der überwiegende Teil der Konzernschulden ist kurzfristig fällig und variabel verzinst. Hierdurch unterliegt der Konzern einem besonderen Zinsänderungsrisiko. Als kurzfristiges Fremdkapital gelten im Konzern alle Schulden mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr. Es erfolgt bei Bedarf in geringem Umfang ein Einsatz von Zinsderivaten zur Absicherung eines bestimmten Zinsniveaus, da die Höhe der flüssigen Mittel starken Schwankungen unterliegt und nur schwer prognostizierbar ist. Die Zinsswaps werden nicht im Rahmen einer Sicherungsbeziehung bilanziert. Bei massiven Veränderungen der Zinssätze wird der Vorstand geeignete Maßnahmen einleiten.

Sensitivitätsanalyse

Die kurzfristigen finanziellen Schulden (Tz. 34) und langfristigen finanziellen Schulden (Tz. 32) des Konzerns betragen zum 31. Dezember 2021 110.514 TEUR (Vj. 103.902 TEUR). Ein Anstieg des Zinssatzes um 100 Basispunkte, unter der Voraussetzung einer konstanten Kreditinanspruchnahme und Zinsmarge, erhöht die jährlichen Zinszahlungen bezogen auf die variabel verzinslichen finanziellen Schulden des Konzerns vor Berücksichtigung von Steuereffekten um 515 TEUR (Vj. 214 TEUR). Die zusätzlichen Zinszahlungen würden das Periodenergebnis des Konzerns vermindern.

Analyse der Verzinsung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Insgesamt hat sich zum 31. Dezember 2021 im Konzern das Verhältnis von variabel zu fest verzinslichen Vermögenswerten zugunsten der fest verzinslichen Vermögenswerte gegenüber dem Vorjahr verändert und führt so zu höherer Planungssicherheit. In die Betrachtung werden Aktien und andere Eigenkapitaltitel nicht mit einbezogen. Bei den finanziellen Schulden hat sich das Verhältnis zugunsten der variabel verzinslichen Schulden geändert.

Die Analyse der verzinslichen Vermögenswerte und Schulden stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Vermögenswerte (festverzinslich) 55.965 14.192
Vermögenswerte (variabel verzinslich) 82.065 128.223
138.030 142.416
Finanzielle Schulden (festverzinslich) 57.269 82.462
Finanzielle Schulden (variabel verzinslich) 51.479 21.440
108.748 103.902

Finanzmarktrisiken

Die Deutsche Balaton ist aufgrund ihres Schwerpunkts im Bereich von Unternehmensbeteiligungen von der Stabilität der Finanzmarktsysteme, insbesondere den Börsen und Banken, abhängig. Darüber hinaus bestehen für die Deutsche Balaton Finanzmarktrisiken in Form von Zinsschwankungen sowie der Änderungen von Wechselkursen, Aktienkursen und Rohstoffpreisen. Die Finanzmarktrisiken können einen negativen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutsche Balaton haben. Die Deutsche Balaton steuert und überwacht Finanzmarktrisiken überwiegend im Rahmen der operativen Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten und bei Bedarf in Ausnahmefällen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Kreditrahmen sind wertmäßig stets durch den Beleihungswert begrenzt. Kurzfristigen Zinsänderungen kann durch die kurzfristige Rückführung von Kreditlinien durch die Veräußerung liquider Wertpapiere begegnet werden. Darüber hinaus besteht im Einzelnen ein Emittentenrisiko. Hierunter versteht die Deutsche Balaton das Risiko in Bezug auf die geschäftliche Entwicklung einzelner Emittenten von Wertpapieren. Das Emittentenrisiko kann dazu führen, dass einzelne Emittenten keine Ausschüttungen vornehmen können. Hierdurch kann die Liquidität und Ertragslage der Deutsche Balaton beeinträchtigt werden. Die Deutsche Balaton ist bemüht, das Emittentenrisiko durch eine Diversifikation der Beteiligungsgesellschaften zu begrenzen.

Liquiditätsrisiken (Finanzierungsrisiken)

Im Bereich der Finanzierungsrisiken ist die Deutsche Balaton dem Risiko ausgesetzt, kurzfristig fällig werdende Forderungen nicht oder nicht vollständig rechtzeitig bedienen zu können. Die Deutsche Balaton steuert diese Liquiditätsrisiken durch die Begrenzung der Inanspruchnahme von Lombardkrediten, die wertmäßig auf den jeweiligen Beleihungswert begrenzt sind. Auf Basis der Depotwerte und Beleihungswerte erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Kreditlimits durch den Vorstand. Im Rahmen einer Liquiditätsplanung erfasst der Vorstand die Liquiditätsrisiken und trifft Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken.

Verschiedene Banken haben der Deutsche Balaton laufende Kreditrahmen in unterschiedlicher Höhe eingeräumt. Die Deutsche Balaton nimmt aus den eingeräumten Kreditrahmen laufend Kredit in Anspruch. Die jeweils in Anspruch genommenen Kreditlinien sind in ihrer jeweiligen Höhe zumeist mit börsennotierten und von den jeweiligen Banken als beleihbar akzeptierten Wertpapieren, Immobilien und Sachanlagen ausreichend zu besichern. Das allgemeine Marktpreisrisiko sinkender Wertpapierpreise börsennotierter Wertpapiere kann dazu führen, dass eine ausreichende Besicherung der in Anspruch genommenen Kredite nicht mehr dargestellt werden kann und die Bank den Kredit zur sofortigen Rückzahlung fällig stellt. Außerdem kann die Prolongation von Krediten erschwert oder unmöglich sein oder die Bank kann laufende Kredite, die bis auf Weiteres oder kurzfristig gewährt sind, kündigen. Zudem kann die Bank die jeweils zugrunde gelegte Beleihungshöhe je Wertpapier einseitig zum Nachteil der Deutsche Balaton anpassen und das zur Verfügung stehende Kreditvolumen hierdurch verringern.

Der Vorstand versucht, dieses Risiko durch eine vorausschauende und vorsichtige Planung der Kreditinanspruchnahmen zu minimieren. Zur weiteren Verminderung von Kreditbeschaffungsrisiken erfolgt die Inanspruchnahme von Krediten auf mehrere Banken verteilt.

Sensitivitätsanalyse

Die kurzfristigen finanziellen Schulden (Tz. 34) und langfristigen finanziellen Schulden (Tz. 32) des Konzerns betragen zum 31. Dezember 2021 110.514 TEUR (Vj. 103.902 TEUR).

Ein Anstieg des Marktwerts der hingegebenen Sicherheiten um 10 % ermöglicht gegebenenfalls eine höhere Inanspruchnahme der Kreditlinien. Eine Verminderung der Marktwerte der Sicherheiten reduziert tendenziell die Möglichkeit einer Kreditinanspruchnahme. Zum Bilanzstichtag beträgt der Marktwert beleihbarer Wertpapiere 451.176 TEUR (Vj. 397.106 TEUR). Dabei obliegt die Entscheidung über die Beleihbarkeit einzelner Wertpapiere und den gegebenenfalls anzuwendenden Beleihungssatz den Depotbanken, so dass die Deutsche Balaton AG hierauf nur eingeschränkt Einfluss nehmen kann. Der Beleihungssatz für börsennotierte Wertpapiere liegt üblicherweise zwischen 0 % und 70 %, wodurch der effektive Beleihungswert der Wertpapiere deutlich niedriger ist. Der angenommene Anstieg um 10 % würde den Marktwert um 45.118 TEUR erhöhen. Eine angenommene Verminderung um 10 % würde den Marktwert in gleicher Höhe reduzieren.

Fälligkeitsanalyse der Restlaufzeiten finanzieller Schulden

Die Restlaufzeiten zum 31. Dezember 2021 gliedern sich wie folgt:

in TEUR täglich fällig bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Finanzielle Schulden (kurzfristig) 19.194 61.401 0 0
Finanzielle Schulden (langfristig) 0 0 29.919 0
19.194 61.401 29.919 0

Die Auszahlungen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 1 bis 5 Jahre Zinsen Tilgung über 5 Jahre Zinsen Tilgung
Finanzielle Schulden (langfristig) 29.919 943 29.919 0 0 0

Es bestehen kurzfristige Vermögenswerte in Höhe von 223.817 TEUR (Vj. 194.092 TEUR), die binnen eines Jahres die Liquiditätsabflüsse ausgleichen können.

Die Restlaufzeiten zum 31. Dezember 2020 gliedern sich wie folgt:

in TEUR täglich fällig bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Finanzielle Schulden (kurzfristig) 14.537 50.620 0 0
Finanzielle Schulden (langfristig) 0 0 38.746 0
14.537 50.620 38.746 0

Die Auszahlungen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 1 bis 5 Jahre Zinsen Tilgung über 5 Jahre Zinsen Tilgung
Finanzielle Schulden (langfristig) 40.163 1.417 38.746 0 0 0

Preisänderungsrisiken

Der Deutsche Balaton Konzern sieht sich in Bezug auf die gehaltenen Beteiligungen einem Risiko von Preisänderungen ausgesetzt, die sich auf den Beteiligungswert des Portfolios auswirken können.

Solche Preisrisiken stehen in engem Zusammenhang mit den Liquiditätsrisiken (Finanzierungsrisiken), da sich ändernde Marktpreise für ihre Beteiligungen auch dazu führen können, dass die betroffenen Gesellschaften nicht mehr uneingeschränkt in der Lage sein können, ihre kurzfristigen fälligen Verbindlichkeiten aus zur freien Verfügung stehenden, jedoch in Anlagen gebundenen Investitionen zu befriedigen. Veränderungen des Marktpreises bestimmter Wertpapiere können sich außerdem negativ auf die Beleihungswerte und damit die von den Banken zur Verfügung gestellten Kreditmittel auswirken bzw. zu einer kurzfristigen Verpflichtung einer Rückführung von in Anspruch genommenen Kreditmitteln führen. Aus diesem Anlass heraus hat der Vorstand verschiedene Szenarioanalysen entwickelt, mit denen verschiedene Wertentwicklungen des Beteiligungsportfolios aufgrund einer kurzfristigen Veränderung von Marktpreisen, beispielsweise durch äußere Einflüsse hervorgerufen, simuliert werden.

Kapitalmanagement

Das dem Konzern zur Verfügung stehende Eigen- und Fremdkapital wird in diverse Vermögenswerte investiert.

Für das Kapitalmanagement der Deutsche Balaton AG wird auf die Veränderung des IFRS-Eigenkapitals der Anteilseigner der Deutsche Balaton AG abgestellt. Kapitalmaßnahmen sowie der Erwerb eigener Anteile im jeweiligen Berichtsjahr auf Ebene des Mutterunternehmens werden für die Ermittlung des IFRS-Eigenkapitals herausgerechnet. Mittelfristig über einen Zeitraum von fünf Jahren wird auf eine durchschnittliche jährliche Zielgröße von 15 % abgestellt.

Für den Konzern ergeben sich, bezogen auf die letzten fünf Geschäftsjahre, folgende Werte:

in TEUR 2017 2018 2019 2020 2021
Eigenkapital (01.01.) 229.994 287.547 258.073 279.717 394.401
Eigenkapital (31.12.) 287.547 258.073 279.717 394.401 430.638
Kapitalmaßnahmen und Erwerb eigener Anteile 2.843 5.863 - 176 -
Bereinigte Veränderung absolut 60.396 – 23.611 21.643 114.860 36.237
Veränderung in % 26,3 % – 8,2 % 8,4 % 41,1 % 9,2 %

Im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, die an der Veränderung des IFRS-Eigenkapitals gemessen wird. Dieses Unternehmensziel wird durch eine laufende Chance-Risiko-Beurteilung der Investitionen verfolgt.

Die Deutsche Balaton AG als Muttergesellschaft des Konzerns erwirbt Unternehmensbeteiligungen im Rahmen ihres Beteiligungsgeschäfts, das den Unternehmensgegenstand darstellt. Vor einer Investitionsentscheidung nimmt der Vorstand eine Chance-Risiko-Einschätzung des möglichen Investitionsobjekts vor. Soweit möglich, werden vor einer Investitionsentscheidung Planungen erstellt und ein interner Zinsfuß für das Beteiligungsengagement errechnet. Je riskanter der Vorstand ein Projekt einschätzt, desto höher muss der ermittelte interne Zinsfuß liegen. Investitionen erfolgen auch in Unternehmen, bei denen der Vorstand aufgrund von Unterbewertungen ein hohes langfristiges Wertsteigerungspotenzial sieht. Es ist das Ziel des Vorstands, Marktgegebenheiten zu erkennen, die solche Investitionen ermöglichen.

Die Zusammensetzung der Konzernunternehmen folgt dem jeweiligen Beteiligungsansatz, mit dem der Deutsche Balaton Konzern eine Steigerung des Unternehmenswerts unter anderem durch Wertsteigerungen der einzelnen Beteiligungen verfolgt. Die Auswahl der Beteiligungen und die Höhe des jeweiligen Investitionsvolumens und damit auch der Anteil, der an einem Beteiligungsunternehmen erworben wird, folgt dabei keinen festen Regeln und ist von verschiedenen Einschätzungen abhängig. Investitionen erfolgen in börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmen, Immobilien, Schiffe, festverzinsliche Wertpapiere sowie sonstige Vermögenswerte aller Art.

Unternehmenswertsteigerungen börsennotierter Beteiligungen, die nicht konsolidiert werden, spiegeln sich unabhängig vom Zeitpunkt der Veräußerung im Periodenergebnis wider und sind daher im IFRS-Eigenkapital der Periode bereits vor der Veräußerung auf Basis des jeweiligen Börsenkurses am Bilanzstichtag enthalten.

Die Entwicklung der Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, spiegelt sich zwar im anteiligen Ergebnisbeitrag im Konzernabschluss und damit im IFRS-Eigenkapital wider, die endgültige Unternehmenswertsteigerung wird hier erst im Verkaufszeitpunkt sichtbar.

Die Wertänderung der Vermögenswerte und Schulden der vollkonsolidierten Unternehmen ist im IFRS-Eigenkapital dann ersichtlich, wenn diese zum Fair Value bilanziert werden. Dies betrifft insbesondere die börsennotierten Finanzinstrumente der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“.

Die Ergebnisbeiträge der vollkonsolidierten Unternehmen sind teilweise durch buchhalterische Effekte, wie zum Beispiel die Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten Vermögenswerte, beeinflusst. Wirtschaftlich wird bei den vollkonsolidierten Unternehmen der Erfolg der Investition erst im Verkaufszeitpunkt ersichtlich, wobei der tatsächliche Erfolg der Investition aufgrund derselben buchhalterischen Einflussgrößen sowie der Ergebnisbeiträge in der Investitionsperiode ebenfalls vom buchhalterischen Erfolg in der Realisierungsperiode abweicht.

Die Umsatzerlöse und das Konzernergebnis für die Deutsche Balaton haben aufgrund der Relevanz der Veräußerung bzw. Ergebnisrealisierung für eine vergleichende Beurteilung des Geschäftsjahreserfolgs des Deutsche Balaton Konzerns nur eine eingeschränkte Aussagekraft.

Das entscheidende Kriterium für die Beurteilung eines Investments ist die abschließende Realisierung beim Verkauf. Die aktuelle Eigenkapitalausstattung der Deutsche Balaton AG erlaubt es, den aus Sicht des Managements optimalen Verkaufszeitpunkt – ohne Liquiditätsdruck – abwarten zu können. Ebenfalls besteht auch kein fixierter Anlagehorizont, wie beispielsweise bei geschlossenen Fonds, der einen Verkaufsdruck erzeugen könnte.

Zur Optimierung der Kapitalstruktur und somit einer Verbesserung der Eigenkapitalverzinsung wird das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital stetig optimiert und gegebenenfalls angepasst. Das bedeutet, dass der Konzern für jedes Investment den Eigen- und Fremdkapitalanteil bestimmt, da der Konzern für jede Investition die ideale Kombination für das Unternehmen anstrebt. Ziel des Kapitalmanagements ist auch eine ausreichende und die Mindestkapitalanforderungen erfüllende Versorgung des Unternehmens mit Eigenkapital. Die Mindestkapitalanforderungen beziehen sich einerseits auf die Einhaltung aktienrechtlicher Vorschriften des § 92 AktG und andererseits auf Vorgaben der Banken zur Gewährung von Kreditlinien und Festkrediten. Der Deutsche Balaton Konzern verpflichtet sich teilweise im Rahmen dieser Kreditverträge zur Einhaltung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Diese Kennzahlen werden zur Einhaltung der kreditvertraglichen Vorgaben regelmäßig überprüft. Im Berichtszeitraum wurden die Covenants bei allen Gesellschaften des Konzerns vollumfänglich erfüllt. Voraussichtlich wird dies auch 2022 und 2023 der Fall sein.

Insgesamt ergibt sich für den Deutsche Balaton Konzern folgende Kapitalzusammensetzung:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Konzerneigenkapital 587.384 549.065
Langfristige Konzernschulden 40.526 53.828
Kurzfristige Konzernschulden 118.771 100.495
Gesamtkapital des Konzerns 746.681 703.388
Konzerneigenkapitalquote in % 78,7 78,1

45. Angaben zur Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 werden Zahlungsströme erfasst, um Informationen über die Bewegung der Zahlungsmittel des Unternehmens darzustellen. Die Zahlungsströme werden nach betrieblicher Tätigkeit sowie nach Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Es wird die indirekte Darstellungsform für Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit angewendet.

Einzahlungen und Auszahlungen aus langfristigen finanziellen Vermögenswerten und sonstigen langfristigen Forderungen werden grundsätzlich als Cashflow aus Investitionstätigkeit und nicht als Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit dargestellt, da diese Klassifizierung aus unserer Sicht einer klareren Darstellung dient.

Der Finanzmittelfonds am Anfang und am Ende der Periode besteht in Form von Bankguthaben und entsprechenden Äquivalenten in folgender Zusammensetzung:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten 55.263 101.229
Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten in zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 3.533 967
Summe Kasse und Guthaben bei Kreditinstituten 58.797 102.196

Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Rahmens eines Asset-Deals Immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 200 TEUR erworben

Im Rahmen der Entkonsolidierung wurden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 8.363 TEUR erhalten. Langfristige Vermögensgegenstände sind in Höhe von 5.284 TEUR (Vj. 4.973 TEUR) sowie kurzfristige Vermögensgegenstände in Höhe von 7.364 TEUR (Vj. 11.202 TEUR) abgegangen. Bei den langfristigen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um Immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 2.206 TEUR (Vj. 289 TEUR). Bei den kurzfristigen Vermögensgegenständen handelt es sich im Wesentlichen um Vorräte in Höhe von 2.249 TEUR (Vj. 4.935 TEUR). Darüber hinaus sind langfristige Schulden in Höhe von 4.439 TEUR (Vj. 4.276 TEUR) und kurzfristige Schulden in Höhe von 4.047 TEUR (Vj. 3.643 TEUR) abgegangen. Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalente sind zum Entkonsolidierungszeitpunkt in Höhe von 1.530 TEUR (Vj. 4.008 TEUR) abgegangen.

Die Buchwerte der im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen finanziellen Verbindlichkeiten haben sich gemäß folgender Tabelle entwickelt:

2021:

in TEUR 01.01. im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen zahlungsunwirksame Veränderung
Finanzielle Schulden Konsolidierungskreis Währung
langfristig 38.746 184 -570 15
kurzfristig 65.157 6.405 -5 0
103.903 6.589 -575 15
in TEUR zahlungsunwirksame Veränderung 31.12.
Finanzielle Schulden Umgliederung Sonstiges IFRS 16 Zur Veräußerung verfügbar 31.12.
langfristig -7.303 0 1.567 -2.720 29.919
kurzfristig 7.303 3.179 0 -1.444 80.595
0 3.179 1.567 -4.164 110.514

2020:

in TEUR 01.01. * im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen zahlungsunwirksame Veränderung
Finanzielle Schulden Konsolidierungskreis Währung
langfristig 36.352 3.218 1.295 109
kurzfristig 105.620 –48.363 346 0
141.972 –45.145 1.641 109
in TEUR zahlungsunwirksame Veränderung 31.12.
Finanzielle Schulden Umgliederung Sonstiges IFRS 16 31.12.
langfristig –6.903 3.167 1.508 38.746
kurzfristig 6.903 651 0 65.157
0 3.818 1.508 103.903

46. Ergebnis je Aktie nach IAS 33

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des auf die Deutsche Balaton AG entfallenden Konzernjahresüberschusses und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres ausstehenden Aktien. Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie kann aus der Ausgabe potenzieller Aktien resultieren. Zum Bilanzstichtag ist die Berücksichtigung von verwässernden potenziellen Aktien aufgrund von beschlossenen Kapitalerhöhungen aus bedingtem oder genehmigtem Kapital bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie nicht erforderlich, da keine verwässernden Maßnahmen bestehen bzw. sich keine verwässernden Titel im Umlauf befinden.

Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen

31.12.2021 31.12.2020
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne (TEUR) 31.496 119.000
Aktienanzahl zum Stichtag (ausstehend) 104.670 104.670
Gewichtete durchschnittliche Aktienanzahl im Umlauf 104.670 104.756
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 300,91 1.135,97

Ergebnis je Aktie aus aufgegebenem Geschäftsbereich:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne (TEUR) 3.606 – 1.468
Aktienanzahl zum Stichtag (ausstehend) 104.670 104.670
Gewichtete durchschnittliche Aktienanzahl im Umlauf 104.670 104.756
Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie (Euro) 34,45 – 14,01

Es erfolgt eine Überleitung der gewichteten durchschnittlichen Anzahl von Aktien für das Geschäftsjahr 2021 sowie 2020, welche als Nenner in der Berechnung des unverwässerten und verwässerten Ergebnisses je Aktie verwendet wurden:

Stückzahl Tage
Aktien im Umlauf 01.01.2021 – 31.12.2021 104.670 365
31.12.2021 104.670

Im Geschäftsjahr 2021 waren durchschnittlich 104.670 Aktien im Umlauf.

Stückzahl Tage
Aktien im Umlauf 01.01.2020 – 18.11.2020 104.768 323
Aktienrückkauf – 98
Aktien im Umlauf nach Rückkauf 18.11.2020 – 31.12.2020 104.670 43
31.12.2020 104.670 366

Im Geschäftsjahr 2020 waren durchschnittlich 104.756 Aktien im Umlauf.

47. Angaben zur Segmentberichterstattung

Das Geschäft des Vermögensaufbaus als Investmentspezialist wird bei der Deutsche Balaton AG auf breiter Basis, das heißt ohne Fokus auf Branchen und Regionen, durchgeführt. Dabei investiert der Deutsche Balaton Konzern sowohl in Unternehmen als auch Immobilien sowie sonstige Anlagen.

Abgrenzung der Segmente

Die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 fordert Angaben zu Segmenten in Analogie zur internen Steuerungs- und Berichtsstruktur des Konzerns.

Der Deutsche Balaton Konzern unterteilt die Segmente in der Form, wie sie an den Konzernvorstand berichtet wird.

Das Segment „Vermögensverwaltend“ bildet mit allen verbleibenden Gesellschaften, die nicht dem Segment „Beta Systems“ oder „CornerstoneCapital“ (aufgegebener Geschäftsbereich) zuzuordnen sind, ein eigenes berichtspflichtiges Segment. Die Tätigkeit in diesem Segment ist der Erwerb, das Halten und der Verkauf von überwiegend börsennotierten Wertpapieren sowohl als Eigenkapital- als auch Fremdkapitalinstrumente. Darüber hinaus werden in diesem Segment Investitionen aller Art unabhängig von Branchen getätigt, wie beispielsweise Immobilien, Schiffe, Herstellung von Spezialvlies, Lanzetten und Nadeln sowie Entwicklung hochwertiger synthetischer DNA.

Die Beta Systems Software AG wird zusammen mit ihren Tochtergesellschaften als eigenständiges Segment ausgewiesen. Der Teilkonzern entwickelt hochwertige Softwareprodukte und -lösungen für die sichere und effiziente Verarbeitung großer Datenmengen.

Sämtliche in den Konzernabschluss einbezogenen operativen Gesellschaften des Segments „CornerstoneCapital“ bilden mit den dazugehörigen Konzerngesellschaften der Eppstein-Gruppe (Verkauf erfolgte auf den 30. November 2020) sowie der ELTEC Elektronik AG ein Segment. Dieses Segment bildet die Tätigkeit der CornerstoneCapital ab, die mit einem erfahrenen Team an Private-Equity-Spezialisten in mittelständische Unternehmen investiert. Zum Bilanzstichtag wird das Segment wie im Vorjahr als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen.

Die regionale Segmentberichterstattung unterscheidet zwischen Inland und Ausland. Der juristische Sitz des Unternehmens ist maßgebend für die Klassifizierung in Inland oder Ausland sowie der Standorte der Vermögenswerte. Für die erzielten Umsatzerlöse ist der Sitz des Kunden maßgebend für die Klassifizierung in Inland oder Ausland.

Segmentinformationen

Die Segmentdaten wurden auf der Grundlage der im Konzernabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ermittelt.

Die Außenumsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2021 2020
Vermietung aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Verkauf von Immobilien Segment „Vermögensverwaltend 1.555 1.549
Erlöse Schiffe, Segment „Vermögensverwaltend“ 1.827 1.794
Erlöse aus der Herstellung von Nadeln, Lanzetten und Kanülen 10.887 10.307
Erlöse aus der Herstellung von Spezialvlies 16.979 14.603
Sonstige Erlöse, Segment „Vermögensverwaltend“ 1.151 270
Summe Segment „Vermögensverwaltend“ 32.399 28.523
Erlöse Beta Systems Software AG, Segment „Beta Systems“ 75.475 69.296
Summe Segment „Beta Systems“ 75.475 69.296
Erlöse Industrieunternehmen Eppstein, Segment „CornerstoneCapital“ 0 20.118
Erlöse ELTEC Elektronik AG, Segment „CornerstoneCapital“ 1.833 6.268
Summe Segment „CornerstoneCapital“ (aufgegebener Geschäftsbereich) 1.833 26.386
Summe Konzern 109.707 124.206

Die konzerninternen Transaktionen resultieren aus Leistungsbeziehungen innerhalb des Konzerns zwischen den Segmenten. Zwischen den Konzerngesellschaften wurden konzerninterne Darlehen mit kurzer und – in geringem Umfang – langer Laufzeit abgeschlossen. Die Verrechnung erfolgt auf Grundlage marktüblicher Konditionen. Die Segmente arbeiten unabhängig voneinander, weshalb diese Transaktionen gewöhnlich nur einen geringen Umfang haben.

Das Segmentergebnis wird als Periodenergebnis vor Ertragsteuern und vor Konsolidierung auf Konzernebene dargestellt.

Das Segmentvermögen stellt das betriebsnotwendige Vermögen der einzelnen Segmente dar. Es umfasst alle Bilanzposten mit Ausnahme von Steuerforderungen für laufende und latente Steuern. Geschäfts- und Firmenwerte werden dem jeweiligen Segment zugeordnet.

In den Segmentschulden sind die operativen Schulden der einzelnen Segmente enthalten. Verbindlichkeiten aus laufenden und latenten Steuern werden nicht in den Segmentschulden ausgewiesen.

Die Überleitung des Segmentvermögens auf das Konzernvermögen bzw. der Segmentschulden auf das Fremdkapital des Konzerns stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Segmentvermögen (Konzern) 743.663 700.303
Steueransprüche (laufend und latent) 3.018 3.085
Konzernvermögen 746.681 703.388
in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Segmentschulden 148.484 139.945
Steuerschulden (laufend und latent) 10.813 14.379
Konzernfremdkapital 159.297 154.323
Deutschland Ausland
in TEUR 2021 2020 2021 2020
Umsatzerlöse mit Dritten 55.880 57.407 53.827 66.798
Segmentvermögen 703.112 661.380 40.551 38.923
- davon langfristige Vermögenswerte 73.350 88.059 17.001 15.137
Investitionen in langfristiges Segmentvermögen 2.425 5.409 3.942 5.126
Vermögensverw. Beta Systems CornerstoneCapital
in TEUR 2021 2020 2021 2020 2021 2020
Umsatzerlöse 32.403 28.534 75.475 69.296 1.876 26.463
- davon mit Dritten 32.398 28.523 75.475 69.296 1.833 26.386
- davon mit Segmenten 4 10 0 0 43 77
Bestandsveränderungen 941 109 0 0 219 1.366
Bewertungsergebnis 22.100 136.623 0 0 0 8
Sonstige betriebliche Erträge 8.722 5.189 1.712 1.612 4.485 8.983
Aufwand für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe -13.712 -10.713 -5.005 -4.389 -1.019 -13.108
Zuwendungen an Arbeitnehmer -12.023 -11.679 -45.171 -43.310 -727 -7.932
Abschreibungen -6.625 -9.282 -5.299 -5.391 0 -1.336
- davon planmäßig -3.883 -3.678 -5.299 -5.391 0 -1.336
- außerplanmäßig -2.742 -5.604 0 0 0 0
sonstige betriebliche Aufwendungen -14.318 -11.511 -9.482 -9.434 -813 -3.857
Finanzertrag 3.425 19.472 436 826 57 532
- davon nicht zahlungswirksam 2.219 1.455 87 91 0 0
Finanzaufwand -1.934 -3.849 -378 -350 -458 -11.075
- davon nicht zahlungswirksam -115 -685 -188 -197 -1 -51
Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -2.044 227 0 0 0 0
Segmentergebnis (Ergebnis vor Ertragssteuern) * * inkl. Ergebnis a. z. Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 16.935 143.121 12.288 8.860 3.622 44
Ertragsteuern (nachrichtlich) 901 -8.525 -3.502 -2.098 0 -855
- davon nicht zahlungswirksam 4.504 -8.503 -1.966 -95 0 -584
Segmentvermögen 703.099 654.737 113.514 108.777 0 4.511
- davon nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 28.760 24.645 0 0 0 0
Segmentschulden 151.164 131.334 35.121 39.338 0 2.713
Investitionen in langfristiges Segmentvermögen 4.071 5.310 2.295 2.979 0 2.246
Konsolidierung Konzern
in TEUR 2021 2020 2021 2020
Umsatzerlöse -47 -87 109.707 124.206
- davon mit Dritten 0 0 109.707 124.206
- davon mit Segmenten -47 -87 0 0
Bestandsveränderungen 0 0 1.160 1.475
Bewertungsergebnis 0 0 22.100 136.631
Sonstige betriebliche Erträge -10 -14 14.909 15.770
Aufwand für Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe 0 0 -19.736 -28.209
Zuwendungen an Arbeitnehmer 0 0 -57.921 -62.922
Abschreibungen 0 0 -11.924 -16.008
- davon planmäßig 0 0 -9.182 -10.404
- außerplanmäßig 0 0 -2.742 -5.604
sonstige betriebliche Aufwendungen 56 328 -24.557 -24.474
Finanzertrag -399 -11.007 3.519 9.822
- davon nicht zahlungswirksam 0 0 2.306 1.546
Finanzaufwand 399 11.007 -2.370 -4.267
- davon nicht zahlungswirksam 0 0 -303 -933
Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 0 0 -2.044 227
Segmentergebnis (Ergebnis vor Ertragssteuern) * * inkl. Ergebnis a. z. Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte -1 226 32.844 152.252
Ertragsteuern (nachrichtlich) 74 0 -2.528 -11.478
- davon nicht zahlungswirksam 74 0 2.611 -9.182
Segmentvermögen -72.950 -67.722 743.663 700.303
- davon nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 0 0 28.760 24.645
Segmentschulden -37.800 -33.440 148.485 139.945
Investitionen in langfristiges Segmentvermögen 0 0 6.367 10.535

48. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Closing zum 10. Februar 2022 wurden die Anteile an der EUROPIN GmbH, Heidelberg, nebst Tochtergesellschaften (Segment „Vermögensverwaltend”) veräußert, was zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von schätzungsweise 16 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 führen wird.

Mit Vertrag vom 5. April 2022 wurden die Anteile an einer nicht börsennotierten At Equity Beteiligung WEB FINANCIAL GROUP S.A., Madrid, Spanien, veräußert, was zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von schätzungsweise 26 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 führen wird.

Am 7. Juni 2022 hat der Vorstand der Deutsche Balaton AG beschlossen, sämtlichen Aktionären der Biofrontera AG, Leverkusen, anzubieten, ihre auf den Namen lautenden Biofrontera Aktien im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots in Form eines Barangebots zu erwerben. Der Erwerb der Kontrolle über die Zielgesellschaft ist beabsichtigt.

49. Deutscher Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG)

Mit Wirksamwerden des Widerrufs der Zulassung der Aktien der Deutsche Balaton AG zum Regulierten Markt mit Ablauf des 30. Dezember 2014 ist die Verpflichtung der Gesellschaft zur Abgabe von künftigen Entsprechenserklärungen nach § 161 Abs. 1 AktG entfallen.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Heidelberger Beteiligungsholding AG haben als börsennotierte Gesellschaft die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG für das Geschäftsjahr 2021 abgegeben und ihren Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Ming Le Sports AG haben als börsennotierte Gesellschaft die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG für das Geschäftsjahr 2021 abgegeben und ihren Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der MARNA Beteiligungen AG haben als börsennotierte Gesellschaft die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG für das Geschäftsjahr 2021 abgegeben und ihren Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Altech Advanced Materials AG haben als börsennotierte Gesellschaft die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG für das Geschäftsjahr 2021 abgegeben und ihren Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 2invest AG haben als börsennotierte Gesellschaft die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG für das Geschäftsjahr 2021 abgegeben und ihren Aktionären dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft zugänglich gemacht.

Der Vorstand und der Verwaltungsrat der 4basebio plc haben analog als börsennotierte Gesellschaft in England in ihrem Geschäftsbericht einen Corporate Governance Report auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht.

50. Angaben zu den Organen der Gesellschaft

Vorstand

Dipl.-Kfm. Rolf Birkert, Frankfurt am Main

Ass. jur., Alexander Link, Frankfurt am Main

in TEUR 2021 2020
Vorstandsvergütung 484 624
- davon fix * 460 460
- davon variabel 0 100
- davon von Tochterunternehmen 24 64

* Vergütungen für die Wahrnehmung von Aufgaben in Aufsichtsräten von Tochterunternehmen sind mit der Vorstandsvergütung abgegolten

Die fixen Vorstandsvergütungen werden in monatlichen Beträgen ausgezahlt.

Aufsichtsrat

Wilhelm K. T. Zours, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

Vorstandsmitglied DELPHI Unternehmensberatung AG, Heidelberg

Philip Hornig, Mannheim

Stellvertretender Vorsitzender

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

Dr. Burkhard Schäfer, Mannheim

Unternehmensberater

Der Aufsichtsrat erhält für seine Tätigkeit zeitanteilige Festvergütungen gemäß Satzung sowie den Ersatz seiner Auslagen. Den Aufsichtsratsmitgliedern wurden keine Leistungen für Altersversorgung oder Sonstiges zugesagt.

in TEUR 2021 2020
Aufsichtsratsvergütungen 123 119
- davon von Tochterunternehmen 82 77

Die Aufsichtsratsvergütungen sind gemäß IAS 24.16 als kurzfristig zu klassifizieren und pro rata temporis fällig. Die Zusammensetzung ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Angaben zur Mitgliedschaft der Organmitglieder in Aufsichtsräten:

Herr Rolf Birkert war im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

CARUS AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

Deutsche Balaton Immobilien I AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzende

Ming Le Sports AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzende

MISTRAL Media AG, Frankfurt am Main (bis zum 25. September 2021)

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Herr Alexander Link war im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

2invest AG, Heidelberg (bis zum 03. Juni 2022)

Aufsichtsratsvorsitzender (ab dem 15. Januar 2021),

davor Mitglied des Aufsichtsrats

DIO Deutsche Immobilien Opportunitäten AG, Frankfurt am Main (ab dem 12. April 2021)

Epigenomics AG, Berlin

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender (ab dem 16. Juni 2021),

davor Mitglied des Aufsichtsrats

HW Verwaltungs AG, Halberstadt

Aufsichtsratsvorsitzender

MISTRAL Media AG, Frankfurt am Main (ab dem 29. November 2021)

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender (ab dem 22. Dezember 2021)

Nestmedic S.A., Warschau (Polen) (ab dem 28. Juni 2022)

Nordic SSW 1000 Verwaltungs AG, Heidelberg

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

PWI-PURE SYSTEM AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

SPK Süddeutsche Privatkapital AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender (ab dem 12. Januar 2021)

Tabalon Mobile Technologies AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

Herr Wilhelm K. T. Zours war im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

Beta Systems Software AG, Berlin

Aufsichtsratsvorsitzender

Biofrontera AG, Leverkusen (ab dem 14. Dezember 2021)

Aufsichtsratsvorsitzender

SPARTA AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

Strawtec Group AG, Stuttgart (bis zum 13. Dezember 2021)

Mitglied des Aufsichtsrats (ab dem 19. Februar 2021),

davor Aufsichtsratsvorsitzender

YVAL Idiosynkratische Investments SE, Heidelberg

Verwaltungsratsvorsitzender

Herr Philip Hornig war im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

capFlow AG, München (ab dem 09. Juli 2021)

Aufsichtsratsvorsitzender (ab dem 14. Juli 2021)

DELPHI Unternehmensberatung Aktiengesellschaft, Heidelberg

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Deutsche Balaton Biotech AG, Frankfurt am Main (bis zum 07. Juli 2021)

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Heidelberger Beteiligungsholding AG, Heidelberg

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Prisma Equity AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

SPK Süddeutsche Privatkapital AG, Heidelberg

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

VV Beteiligungen AG, Heidelberg

Mitglied des Aufsichtsrats (ab dem 08. Juli 2021),

davor Aufsichtsratsvorsitzender

YVAL Idiosynkratische Investments SE, Heidelberg

Stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender

Herr Dr. Burkhard Schäfer war im Geschäftsjahr 2021 und bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses Mitglied in folgenden Aufsichtsräten:

Alpha Cleantec Aktiengesellschaft, Heidelberg

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Altech Advanced Materials AG, Frankfurt am Main

Aufsichtsratsvorsitzender

DELPHI Unternehmensberatung Aktiengesellschaft, Heidelberg

MARNA Beteiligungen AG, Heidelberg

Aufsichtsratsvorsitzender

MISTRAL Media AG, Frankfurt am Main

Aufsichtsratsvorsitzender

VV Beteiligungen AG, Heidelberg

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Für ehemalige Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats bestehen keine Zahlungsverpflichtungen aus deren ehemaligen Tätigkeiten in einem Organ der Gesellschaft.

51. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Unternehmen im Sinne des IAS 24 sind die DELPHI Unternehmensberatung AG, Heidelberg, und die VV Beteiligungen AG, Heidelberg, die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Familienmitglieder und ihnen wirtschaftlich zuzurechnende Unternehmen jeglicher Rechtsform, die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie die assoziierten Unternehmen.

Ein Vorstandsmitglied hat im Geschäftsjahr 2021 über sein eigenes Unternehmen Anteile an zwei verbundenen Unternehmen erworben. Der Kaufpreis (insgesamt 149 TEUR) wurde zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen (Börsenkurs). Zum Bilanzstichtag bestand für ein Unternehmen eine Verpflichtung zur Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 63 TEUR aus einer durchgeführten Kapitalerhöhung.

Ein Vorstandsmitglied hat im Geschäftsjahr einen Put-Optionsvertrag abgeschlossen zum Erwerb von Anteilen an einer Finanzanlage. Bei Ausübung der Option wird der Kaufpreis bis spätestens Ende des Geschäftsjahres 2022 zur Zahlung fällig. Die Option hat einen Gegenwert von 120 TEUR.

Mitgeteilte Beteiligungen

Stimmrechtsmeldungen

Nachfolgend sind Mitteilungen über Beteiligungen an der Deutsche Balaton AG angegeben, über die nach § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG Angaben zu machen sind. Bei den nachfolgend genannten Stimmrechtsanteilen können sich nach den angegebenen Zeitpunkten Veränderungen ergeben haben, die der Gesellschaft gegenüber nicht meldepflichtig waren. Insbesondere weisen wir darauf hin, dass §§ 21 ff. WpHG a. F. seit dem Widerruf der Zulassung der Aktien der Deutsche Balaton AG zum Regulierten Markt auf die Gesellschaft keine Anwendung mehr findet und seitdem keine Verpflichtung der ehemals Mitteilungspflichtigen mehr besteht, die der Gesellschaft nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a WpHG a. F. bzw. 41 Abs. 2 Satz 1 WpHG mitgeteilten Stimmrechtsanteile bei Veränderungen des Stimmrechtsanteils zu aktualisieren.

Der Gesellschaft liegen folgende Meldungen über das Bestehen einer Beteiligung, die nach § 20 Abs. 1 oder Abs. 4 AktG oder nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a WpHG a. F. bzw. § 41 Abs. 2 Satz 1 WpHG und § 160 AktG mitgeteilt worden sind, vor:

Mitteilungen nach Ende des Geschäftsjahres 2021 bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses

Keine solchen Mitteilungen.

Mitteilungen im Geschäftsjahr 2015

Die VV Beteiligungen Aktiengesellschaft, Heidelberg, hat uns mitgeteilt, dass ihr – auch ohne Zurechnung von Aktien nach § 20 Abs. 2 AktG – unmittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien an der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft und außerdem eine unmittelbare Mehrheitsbeteiligung an der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft gehört.

Die DELPHI Unternehmensberatung Aktiengesellschaft, Heidelberg, hat uns mitgeteilt, dass ihr – auch ohne Zurechnung von Aktien nach § 20 Abs. 2 AktG – mittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien an der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft und außerdem eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung an der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft gehört.

Herr Wilhelm K. T. Zours, Deutschland, hat uns mitgeteilt, dass ihm – auch ohne Zurechnung von Aktien nach § 20 Abs. 2 AktG – mittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien an der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft und außerdem eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung an der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft gehört.

Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Vorstandsmitglied der DELPHI Unternehmensberatung Aktiengesellschaft, Heidelberg, sowie Vorstandsmitglied der VV Beteiligungen Aktiengesellschaft, Heidelberg. Zwischen der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft und der VV Beteiligungen Aktiengesellschaft wurde am 16. Dezember 2009 ein Entherrschungsvertrag geschlossen. Der Entherrschungsvertrag wurde am 27. Oktober 2014 aktualisiert und auf unbefristete Zeit abgeschlossen, mindestens aber bis zum 16. Dezember 2019. Mit Nachtrag Nr. 2 vom 9. Oktober 2019 zum Entherrschungsvertrag wurde seine feste Laufzeit bis mindestens zum 16. Dezember 2024 verlängert und besteht somit ununterbrochen. Zwischen der Deutsche Balaton und den beiden Gesellschaften besteht eine Vereinbarung zur wechselseitigen Überwachung und Bekanntgabe wertpapierrechtlich relevanter Beteiligungen im Hinblick auf die Überwachung von Stimmrechtsschwellen.

Die Mandate der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind unter Tz. 50 angegeben. Bezüglich der Zusammensetzung des Aufsichtsrats wird auf Tz. 50 verwiesen. Die Vergütungen von Vorstand und Aufsichtsrat wurden unter Tz. 50 angegeben.

Nahestehende Unternehmen

Mit einem assoziierten Unternehmen besteht in 2021 ein zweckgebundener Darlehensvertrag in Höhe von insgesamt 3.080 TEUR. Der Darlehensbetrag ist besichert und wird nicht fest verzinst. Es besteht eine Vereinbarung über eine entsprechende Gewinnbeteiligung. Darüber hinaus wird im Deutsche Balaton Konzern eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von 2.425 TEUR gehalten. Die Inhaberschuldverschreibung verzinst sich mit 7,0 % p.a. Zum Bilanzstichtag besteht keine Zinsforderung.

Einem assoziierten Unternehmen wurde in 2019 ein unbesichertes Darlehen in Höhe von 560 TEUR gewährt. Das Darlehen verzinst sich mit 6 % p.a. Zum Bilanzstichtag besteht eine Zinsforderung in Höhe von 76 TEUR. Im Geschäftsjahr 2021 wurde das Darlehen nebst Zinsen vollständig wertberichtigt.

Mit einem weiteren assoziierten Unternehmen bestehen in 2021 zwei Darlehen von in Summe 299 TEUR. Die Darlehen verzinsen sich mit 2,0 / 2,5 % p.a. Zum Bilanzstichtag bestanden Zinsforderungen in Höhe von 6 TEUR.

Mit einem assoziierten Unternehmen besteht in 2021 ein zweckgebundenes Darlehen in Höhe von 466 TEUR. Das Darlehen unterliegt erst bei Produktionsbeginn bzw. Aufnahme des operativen Geschäfts einer Verzinsung und ist dann innerhalb von 10 Jahren zur Rückzahlung fällig.

Im Konzern werden von einem assoziierten Unternehmen Anteile an einer Wandelschuldverschreibung in Höhe von 10.975 TEUR gehalten. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis 2027 und wird nicht verzinst. Zum Bilanzstichtag wurde auf Basis des Wandlungsverhältnisses und des aktuellen Stichtagskurses eine Abschreibung in Höhe von 4.595 TEUR berücksichtigt.

Von einem assoziierten Unternehmen wurde eine Wandelanleihe nebst Option in Höhe von 989 TEUR gezeichnet. Zum Bilanzstichtag entfallen hierauf Zinsforderungen in Höhe von 141 TEUR und der Fair Value beläuft sich auf 1.252 TEUR.

Es besteht ein Dienstleistungsvertrag und ein Ergebnisabführungsvertrag mit einem nicht konsolidierten Tochterunternehmen. Im Geschäftsjahr wurden Umlagen in Höhe von 8 TEUR weiterbelastet. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 besteht eine Verbindlichkeit in Höhe von 11 TEUR, wovon 10 TEUR aus dem Ergebnisabführungsvertrag resultieren.

Gegenüber einem nicht konsolidierten Unternehmen gibt es eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 975 TEUR. Das in Anspruch genommene Darlehen hat keine feste Laufzeit und verzinst sich mit 2 % p.a. Darüber hinaus gibt es noch eine Verbindlichkeit aus einem Ergebnisabführungsvertrag in Höhe von 72 TEUR.

Gegenüber einem nicht konsolidierten Unternehmen gibt es eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 300 TCHF. Das in Anspruch genommene Darlehen hat keine feste Laufzeit und verzinst sich mit 3 % p.a.

An zwei vom Aufsichtsratsvorsitzenden beherrschte Unternehmen wurden von der Konzernmutter Kosten für Miete und weitere Dienstleistungen in Höhe von 61 TEUR erbracht. Gegenüber der VV Beteiligungen AG und dem Aufsichtsratsvorsitzenden persönlich wurden Leistungen in Höhe von rund 2 TEUR abgerechnet.

Mit einem vom Aufsichtsratsvorsitzenden beherrschten Unternehmen haben eine oder mehrere im Konzern konsolidierte Gesellschaften im Geschäftsjahr 2020 / 2021

Vereinbarungen über die Verhaltensabstimmung und die gemeinsame Ausübung der Stimmrechte bei zwei Beteiligungen geschlossen.

52. Honorar des Abschlussprüfers

Für die Tätigkeit des Abschlussprüfers sind im Geschäftsjahr 2021 insgesamt 427 TEUR (Vj. 476 TEUR) erfasst. Davon betreffen 3 TEUR (Vj. 9 TEUR) noch das vorherige Geschäftsjahr.

in TEUR 2021 2020
Prüfung 375 397
Steuerberatung 31 36
Sonstige Bestätigungsleistungen 0 0
Sonstige Leistungen 20 42
427 476

53. Anteilsbesitz und Befreiung von Offenlegungspflichten

Der Konzern hält zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 Beteiligungen gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 4 HGB.

Name der Gesellschaft Sitz Kapitalanteil
in %
Eigenkapital
in TEUR
Jahresüberschuss/ -fehlbetrag
in TEUR
Altech Industries Germany GmbH Dresden 25 % – 101 – 116
(30.06.2021)
BALATON GREAT LAKES Ltd Kigali (RW) 100% 1 N/A
capFlow AG München 56 % 1.965 1.053
(31.12.2021)
CARUS AG Heidelberg 49 % 18 -54
CornerstoneCapital Beteiligungen GmbH i.L. Frankfurt am Main 100% 40 5
(17.02.2021)
CornerstoneCapital II AG & Co. KG Heidelberg 100% 1.434 8.477
(31.12.2020)
CornerstoneCapital Verwaltungs AG Heidelberg 100% 1.093 0
DIO Deutsche Immobilien Opportunitäten AG Frankfurt am Main 49,99 % 7.119 – 66
(30.06.2021)
Epigenomics AG Berlin 25 % 12.075 – 8.081
Fidelitas Deutsche Industrie Holding AG Heidelberg 100% 21 -10
Goldrooster AG i.L. Berlin 36 % 22.138 – 515
(31.12.2012)
Gui Xiang Industry Co. Ltd. Hong Kong (HK) 100 % 3.612 683
(31.12.2013)
Hart - Technik kft. Pomaz (HU) 100 % 1.561 459
Hubei Guige Paper Co. Ltd. Huanggang City (CN) 100 % 133 – 55
(31.12.2013)
Hyrican Informationssysteme AG Kindelbrück 45 % 26.748 1.545
Kalme GmbH Frankfurt am Main 100 % 25 0
MARE Containerschiff Verwaltungs GmbH Hamburg 100 % 24 0
Mingle (International) Limited Hongkong (HK) 100 % 6.986 – 423
(31.12.2012)
Mingle (China) Co., Ltd. Jinjiang (CN) 100 % 152.294 62.207
(31.12.2012)
MTM-Holding AG Ittigen (CH) 97% 330 2
Nestmedic S.A. Warschau (PL) 26 % 201 -871
Nordic SSW 1000 AG & Co.KG i.L. Hamburg 51 % 118 – 4
(16.09.2021)
Nordic SSW 1000 Verwaltungs AG Hamburg" 100 % 40 – 2
OOC CTV Verwaltungs GmbH i.L. Hamburg 100 % 19 – 1
(19.08.2021)
Pflegeplatzmanager GmbH Greiz 21 % 1.699 -1.554
(31.12.2021)
Quanzhou Guige Paper Co. Ltd. Quanzhou City (CN) 100 % 99.318 18.411
(31.12.2013)
Scintec Aktiengesellschaft Rottenburg am Neckar 30 % 2.989 – 397
(31.12.2020)
Spotted GmbH Mannheim 45 % -540 -363
(31.12.20209)
TES Electronic Solutions GmbH Leinfelden-Echterdingen 37 % 501 -889
(31.12.2020)
Web Financial Group SA Madrid (ES) 25 % 17.498 -18
(31.12.2020)
WFG VORTEX SOLUTIONS,S.L.U. * Madrid (ES) 25 % n.a. n.a.

* Keine Informationen verfügbar.

Die Tochtergesellschaft Balaton Agro Invest AG, Heidelberg, macht von der Befreiungsvorschrift des § 264 HGB hinsichtlich der Veröffentlichung ihres Jahresabschlusses Gebrauch. Innerhalb des Teilkonzerns Beta Systems erfüllen die Tochtergesellschaften Beta Systems DCI Software AG, Berlin, die Beta Systems IAM Software AG, Berlin, und die HORIZONT Software GmbH, München als inländische Konzerngesellschaften die Bedingungen gemäß § 264 Abs. 3 HGB und verzichten daher auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses und eines Lageberichts.

Anmerkungen:

Die Angaben werden grundsätzlich in Tausend Euro (=TEUR) per 31.12.2021 gemacht.

Die Angaben erfolgen grundsätzlich auf den Stichtag 31.12.2021, sofern in der Spalte „Name der Gesellschaft“ kein anderer Stichtag in Klammern angegeben ist. Vom 31.12.2021 abweichende Stichtage können durch abweichende Wirtschaftsjahre oder durch noch nicht vorliegende offizielle Daten der Gesellschaften zum 31.12.2021 entstehen.

Angaben in Euro zur Hart-Technik Kft. sind unter Berücksichtigung des letzten von der Europäischen Zentralbank im Kalenderjahr 2021 am 31.12.2021 festgelegten Referenzkurses (1,00 EUR = 369,19 HUF) angegeben.

Angaben in DEM sind mit dem unwiderruflichen Euro-Wechselkurs (1,00 EUR = 1,95583 DEM) zum 1. Januar 1999 angegeben.

 

Heidelberg, 29. Juni 2022

Rolf Birkert, Vorstand

Alexander Link, Vorstand

Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg,

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021

1. Vorbemerkung

2. Anzuwendende Rechnungslegungsstandards

3. Grundlagen des Konzerns

3.1. Geschäftsmodell des Konzerns

3.2. Beschreibung der Segmente

3.3. Steuerungssystem

3.4. Forschung und Entwicklung

3.5. Entwicklung der Aktie

4. Wirtschaftsbericht

4.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

4.2. Geschäftsverlauf

4.3. Ertragslage

4.4. Vermögenslage

4.5. Finanzlage

4.6. Entwicklung der Konzernsegmente

4.7. Vergleich der im Vorjahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung

4.8. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

4.9. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

5. Nachtragsbericht

6. Prognosebericht

6.1. Annahmen über die konjunkturelle Entwicklung und die Entwicklung der Kapitalmärkte

6.2. Entwicklung des Konzerns und der Konzernsegmente

6.3. Gesamtprognose

7. Chancen- und Risikobericht

7.1. Allgemeine Aussagen zum Risikomanagementsystem

7.2. Ziele und Strategie des Risikomanagements

7.3. Organisation Risikomanagementsystem

7.4. Erläuterung der Risiken

7.5. Erläuterung der Chancen

7.6. Zusammenfassende Beurteilung der Risiko- und Chancenlage

8. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

9. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess

1. Vorbemerkung

Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft (im Folgenden auch „Deutsche Balaton“, „Gesellschaft“ oder „Konzern“) stellt diesen Konzernlagebericht („Lagebericht“) zum 31. Dezember 2021 gemäß den gesetzlichen Vorschriften auf. Er ist im Kontext mit dem Konzernabschluss zu lesen.

2. Anzuwendende Rechnungslegungsstandards

Der Konzernabschluss wird nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften, den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

Die Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses ergibt sich für die Deutsche Balaton AG aus § 293 HGB. Die Deutsche Balaton AG ist nicht verpflichtet, den Konzernabschluss nach den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) zu erstellen, nutzt jedoch das Wahlrecht des § 315e Abs. 3 HGB, da eine Umstellung auf eine HGB-Konzernrechnungslegung insbesondere unter Berücksichtigung der anfallenden Kosten derzeit nicht effizient ist.

3. Grundlagen des Konzerns

3.1. Geschäftsmodell des Konzerns

Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft ist Mutterunternehmen des Deutsche Balaton Konzerns. Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft ist eine Beteiligungsgesellschaft, deren Investments in der Vergangenheit grundsätzlich keinen Fokus auf bestimmte Branchen aufwiesen und auch geografisch keiner bestimmten Zuordnung unterlagen. In den letzten Jahren wurde jedoch vermehrt in Unternehmen in der Rohstoffbranche investiert. Investitionen der Gesellschaft erfolgen unter Berücksichtigung des Chancen-Risiko-Verhältnisses, wobei sowohl Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen sowie alternative Investments und Investments in Anleihen und Genussscheine eingegangen werden. Ein gewisser Diversifizierungsgrad des Beteiligungsportfolios ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Risikostreuung soll zur Risikominimierung beitragen. Bei den Investitionsentscheidungen spielen neben finanziellen Indikatoren bei der Beurteilung von Beteiligungsmöglichkeiten auch nicht messbare Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel Einschätzungen des Managements der Beteiligungen.

3.2. Beschreibung der Segmente

Die Aktivitäten der Gesellschaft unterteilten sich im Geschäftsjahr 2021 in die Segmente „Vermögensverwaltend“ und „Beta Systems“.

Das ehemalige Segment „CornerstoneCapital“ wurde aufgrund der Entscheidung die operativen Gesellschaften des Segments zu verkaufen, zum letzten Bilanzstichtag als sogenannte „Discontinued Operation“ (aufgegebener Geschäftsbereich, IFRS 5) ausgewiesen. Nach Verkauf der letzten verbliebenen Unternehmensbeteiligung, ELTEC Elektronik AG, im April 2021 wurden die verbliebenen Verwaltungsgesellschaften zum 30. Juni 2021 entkonsolidiert.

3.2.1. Segment „Vermögensverwaltend“

Wie im Vorjahr liegt auch im Berichtszeitraum der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit des Deutsche Balaton Konzerns auf börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen mit überwiegend mittel- bis langfristigem Beteiligungshorizont. Die Beteiligungsquote reicht dabei von nur geringem Anteilsbesitz bis hin zu 100-Prozent-Beteiligungen. Die Investitionen erfolgen überwiegend durch die Deutsche Balaton AG, die SPARTA AG und die 2invest AG (vormals 4basebio AG), wobei Investitionen in Unternehmen der Rohstoffbranche in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewannen.

Weiterhin sind in diesem Segment im Wesentlichen die Heidelberger Beteiligungsholding AG und die Ming Le Sports AG enthalten. Die Tochtergesellschaft ABC Beteiligungen AG wurde im Jahr 2021 auf die Muttergesellschaft Deutsche Balaton AG verschmolzen. Infolgedessen wurde die Heidelberger Beteiligungsholding AG unmittelbare Tochtergesellschaft der Deutsche Balaton AG.

Der Investitionsfokus liegt auf kurz- und langfristigen Beteiligungsinvestitionen überwiegend in börsennotierte Unternehmen sowie verzinslichen Anlageprodukten. Teil des Segments ist auch die Prisma Equity AG, die überwiegend langfristig in börsennotierte Unternehmen und Wertpapiere investiert, die Deutsche Balaton Biotech AG, die vorwiegend in Biotechnologie- und Pharmaunternehmen investiert, die Altech Advanced Materials AG, die sich insbesondere an in der Rohstoffgewinnung, -suche und –verarbeitung tätigen Unternehmen beteiligen soll sowie das Medien- und Beteiligungsunternehmen MISTRAL Media AG.

Über die Conbrio Beteiligungen AG bestand eine indirekte Mehrheitsbeteiligung an der EUROPIN GmbH, Frankfurt, und deren Tochtergesellschaften EUROPIN s.r.o, Trenčianske Stankovce, Slowakei sowie EUROPIN Germany GmbH, Frankfurt (nachfolgend auch „EUROPIN“). Die EUROPIN ist ein hochspezialisiertes Produktionsunternehmen, das Komponenten zur Blutzuckermessung und Diabetesbehandlung (Nadeln und Penlets) fertigt. Die Beteiligung an der EUROPIN wurde im Februar 2022 veräußert. Vermögenswerte und Schulden wurden zum Bilanzstichtag gem. IFRS 5 unter „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ ausgewiesen. Ebenfalls in diesem Segment enthalten ist die HW Verwaltungs AG und deren Tochtergesellschaft hydroweb GmbH (nachfolgend auch „Teilkonzern HW“), die innovative Spinnvliesstoffe herstellt. Die EUROPIN und der Teilkonzern HW werden den den operativen Konzernunternehmen zugerechnet.

Über die SPK Süddeutsche Privatkapital AG bestehen weitere Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen. Zu dem Segment gehört auch die 4basebio PLC mit ihren Tochtergesellschaften (nachfolgend Teilkonzern „4basebio“), ein auf die Entwicklung von therapeutischer DNA für Zell- und Gentherapien und DNA-Impfstoffe spezialisiertes Unternehmen, das seit Februar 2021 an der Londoner AIM notiert ist. Die Pflege.Digitalisierung Invest AG (vormals Latonba 2.0 AG) hält eine Beteiligung an der Pflegeplatzmanager GmbH, einem Startup, das eine digitale Plattform für Pflegedienstleistungen entwickelt hat.

Darüber hinaus enthält das Segment Investitionen in Immobilien. Hierbei tätigt die Deutsche Balaton Immobilien I AG Immobilieninvestitionen, um Mieterträge und eine entsprechende Wertsteigerung der Immobilien zu erzielen. Ende 2021 wurden von der Deutsche Balaton AG 89,9 % der Anteile an der Deutsche Balaton Immobilien I AG an die MISTRAL Media AG verkauft. Die CARUS AG, die sowohl kurz- als auch langfristige Immobilieninvestitionen tätigt, ist zum Bilanzstichtag kein Tochterunternehmen mehr, nachdem sich die Beteiligungsquote durch einen Teilverkauf Ende Juni 2021 auf 49 % reduziert hat.

Zudem erfolgten in der Vergangenheit Investitionen in Schiffe, aus deren Vercharterung Umsatzerlöse generiert werden. Dieser Bereich umfasst derzeit einen Massengutfrachter (bulk carrier) bei der MS ”Active“ Schiffahrts GmbH & Co. KG. Weitere Investitionen in Schiffe sind derzeit nicht geplant.

Die Balaton Agro Invest AG mit ihrem in Afrika tätigen Tochterunternehmen Balaton Agro Investment plc sowie die BALATON ESTATE LTD sind ebenso Bestandteil des Segments „Vermögensverwaltend“. Die Aktivitäten der Balaton Agro Investment plc zum Aufbau eines Betriebs im Bereich Milchwirtschaft werden aktuell restrukturiert. Die BALATON ESTATE LTD erzielt Erträge aus der Vermietung einer Produktionshalle.

Neben den genannten Gesellschaften sind in diesem Segment weitere Unternehmen enthalten, die für die Segmentbetrachtung von untergeordneter Bedeutung sind. Die Investitionen des Segments „Vermögensverwaltend“ weisen aufgrund der enthaltenen börsennotierten Titel eine hohe Abhängigkeit von der Entwicklung der Wertpapiermärkte auf. Der aktuelle Fokus der langfristigen Wertpapierpositionen liegt im Bereich Rohstoffe (50 %), Maschinenbau und Technologie (10 %) bzw. Software und IT-Dienstleistungen (9 %). Zu weiteren Details siehe die Ausführungen im Wirtschaftsbericht.

Der Anteil des Segments „Vermögensverwaltend“ an der Konzernbilanzsumme vor Konsolidierung liegt bei 86 % (Vj. 85 %) und der Anteil der Umsatzerlöse bei 30 % (Vj. 23 %).

3.2.2. Segment „Beta Systems“

Beta Systems entwickelt seit mehr als 35 Jahren hochwertige Softwareprodukte und -lösungen für die sichere und effiziente Verarbeitung großer Datenmengen, die Unternehmen mit komplexen IT-Strukturen bei der Automatisierung, Absicherung und Nachvollziehbarkeit ihrer IT-gestützten Geschäftsprozesse unterstützen. Von diesen profitieren Unternehmen und Organisationen, die aufgrund ihrer Größe und Geschäftstätigkeit große Mengen sensibler Daten und Dokumente in für das Unternehmen kritischen Geschäftsprozessen verarbeiten. Das Angebotsportfolio von Beta Systems ist inhaltlich unterteilt in die Geschäftsbereiche „DataCenterIntelligence“ (DCI, Lösungen zur Automatisierung von Rechenzentren), „Identity Access Management“ (IAM, Lösungen für ein zentrales Benutzer- und Zugriffsmanagement) sowie „Digitalisierung“ (Weblösungen und Services entlang der digitalen Wertschöpfung).

Für den Geschäftsbereich DCI erfolgt die Abwicklung des operativen Geschäfts für Deutschland durch die Beta Systems DCI Software AG sowie deren Tochter- und Enkelgesellschaften HORIZONT Software GmbH, AUCONET GmbH und ASDIS Solutions GmbH. Die SI Software Innovation GmbH wurde im April 2021 auf die Beta Systems DCI Software AG verschmolzen. Der Anwendungsbereich Dokumentenmanagement innerhalb des Geschäftsbereichs DCI wird durch die PROXESS GmbH betrieben. Für den Geschäftsbereich IAM erfolgt die Abwicklung des operativen Geschäfts für Deutschland durch die Beta Systems IAM Software AG, für den Geschäftsbereich Digitalisierung durch die Codelab GmbH bzw. Codelab S.p.z.o.o. und die Categis GmbH. Die Tochtergesellschaft LYNET Kommunikation AG wurde per 30. April 2021 verkauft. Die Beta Systems Software AG fungiert als Holding und übernimmt übergeordnete Verwaltungstätigkeiten für die Konzerngesellschaften, strategische markt- und produktbezogene Funktionen, die Steuerung der ausländischen Tochtergesellschaften sowie die gesamte strategische Weiterentwicklung des Konzerns.

Zum Bilanzstichtag liegt der Anteil des Segments an der Konzernbilanzsumme bei 14 % (Vj. 14 %) vor Konsolidierung. Das Segment „Beta Systems“ hat im Geschäftsjahr 2021 bezogen auf den Konzernumsatz 70 % (Vj. 56 %) zum Konzernumsatz beigetragen.

3.2.3. Ehemaliges Segment „CornerstoneCapital“ (Aufgegebener Geschäftsbereich)

Bereits Ende 2020 wurde die Entscheidung getroffen, die Aktivitäten im ehemaligen Segment „CornerstoneCapital“ aufzugeben. Mit der ELTEC Elektronik AG wurde die letzte operative Unternehmensbeteiligung im April 2021 veräußert. Daher wurden die auf Abwicklungsthemen fokussierten verbliebenen Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaften per 30. Juni 2021 entkonsolidiert und unter „andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen.

Aus dem ehemaligen Segment „CornerstoneCapital“ wurden 2021 folgende Unternehmen entkonsolidiert:

Datum Unternehmen Anteil * Grund
Aufgegebener Geschäftsbereich (ehemaliges Segment „CornerstoneCapital“)
31.03.2021 ELTEC Elektronik AG, Mainz -52 % Verkauf
30.06.2021 CornerstoneCapital Beteiligungen GmbH, Frankfurt am Main -100 % Unwesentlichkeit
30.06.2021 CornerstoneCapital II AG & Co. KG, Heidelberg -100 % Unwesentlichkeit
30.06.2021 CornerstoneCapital Verwaltungs AG, Heidelberg -100 % Unwesentlichkeit

* durchgerechneter Anteil der Deutsche Balaton AG

3.2.4. Geografische Ausrichtung der Segmente

Im Segment „Vermögensverwaltend“ werden Umsatzerlöse überwiegend in Deutschland sowie in ganz Europa erzielt. Die in Afrika ansässigen Gesellschaften Balaton Agro Investment plc und BALATON ESTATE LTD agieren jeweils lokal, erzielen jedoch keine wesentlichen Umsatzerlöse. Im Segment „Beta Systems“ und im aufgegebenen Geschäftsbereich konzentrierten sich die Geschäftsaktivitäten im Wesentlichen auf Deutschland und Europa, hier insbesondere die Eurozone. Teilweise werden Umsätze auch außerhalb der EU erzielt.

3.2.5. Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr

Aufgrund des Geschäftsmodells der Deutsche Balaton AG als Beteiligungsgesellschaft sind das Beteiligungsportfolio und die Konzernunternehmen laufenden Änderungen unterworfen. Regelmäßige Verschiebungen des Verhältnisses der Vermögenswerte, bestehend aus Unternehmensbeteiligungen auf der einen Seite und vollkonsolidierten Konzernunternehmen auf der anderen Seite, sind dem Geschäftsmodell immanent, weshalb eine Vergleichbarkeit der Konzern- und Segmentergebnisse sowohl zwischen einzelnen Jahren als auch über mehrere Jahre hinweg abgesehen vom Segment „Beta Systems“ nur schwer möglich ist.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden die folgenden Gesellschaften erstmals vollkonsolidiert:

Datum Unternehmen Anteil * Grund
Segment „Vermögensverwaltend“
30.06.2021 4basebio Discovery Limited, Cambridge (UK) 45 % Neugründung

* durchgerechneter Anteil der Deutsche Balaton AG

Die folgenden Gesellschaften wurden im Geschäftsjahr 2021 entkonsolidiert (Angaben zum ehemaligen Segment „CornerstoneCapital“ siehe oben) :

Datum Unternehmen Anteil * Grund
Segment „Vermögensverwaltend“
30.06.2021 CARUS AG, Heidelberg -46 % Anteilsverminderung auf 49 %
30.06.2021 Carus Grundstücksgesellschaft Am Taubenfeld AG, Heidelberg -46 % Anteilsverminderung auf 49 %
30.09.2021 Latonba AG, Heidelberg -100 % Segmentwechsel
31.12.2021 MTM-Holding AG, Ittigen (CH) 97 % Unwesentlichkeit
31.12.2021 Fidelitas Deutsche Industrie Holding AG, Heidelberg 100 % Unwesentlichkeit
Datum Unternehmen Anteil * Grund
Segment „Beta Systems“
30.04.2021 LYNET Kommunikation AG, Lübeck -72 % Verkauf

* durchgerechneter Anteil der Deutsche Balaton AG

Darüber hinaus gab es die folgenden Veränderungen zwischen den Segmenten:

Datum Unternehmen Anteil * Grund
Segment „Beta Systems“
30.09.2021 Latonba AG, Heidelberg 72 % Segmentwechsel

* durchgerechneter Anteil der Deutsche Balaton AG

3.3. Steuerungssystem

Im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Dazu wird jede potenzielle Investition einer Chancen-Risiko-Beurteilung unterzogen. Die Investitionen werden verschiedenen Portfolien zugeordnet. Die laufende Steuerung erfolgt nach Rendite-Gesichtspunkten anhand der Fair Values.

Die Zusammensetzung der Portfolien folgt dem jeweiligen Beteiligungsansatz, mit dem die Deutsche Balaton mittelfristig eine Steigerung des Eigenkapitals der Anteilseigner von 15 % unter anderem durch Wertsteigerungen der einzelnen Vermögenswerte anstrebt. Die Auswahl der Vermögenswerte sowie die Höhe des jeweiligen Investitionsvolumens folgen keinen festen Regeln und sind von verschiedenen Einschätzungen abhängig. Investitionen erfolgen weltweit in börsennotierte und nicht börsennotierte Unternehmen, fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere, Immobilien sowie sonstige Vermögenswerte aller Art.

3.3.1. Sichtbarkeit der Wertentwicklung im Konzernabschluss

Die Ergebnisbeiträge der vollkonsolidierten Unternehmen sind teilweise durch buchhalterische Effekte, wie zum Beispiel die Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten Vermögenswerte, beeinflusst. Wirtschaftlich wird bei den vollkonsolidierten Unternehmen der Erfolg der Investition erst im Verkaufszeitpunkt ersichtlich, wobei der tatsächliche Erfolg der Investition aufgrund derselben buchhalterischen Einflussgrößen sowie der Ergebnisbeiträge in der Investitionsperiode ebenfalls vom buchhalterischen Erfolg in der Realisierungsperiode abweicht. Positive wie negative Wertänderungen der gehaltenen Portfolien in den vollkonsolidierten vermögensverwaltenden Unternehmen resultieren periodengleich in Erträgen bzw. Aufwendungen.

Die Entwicklung der Unternehmen, die nach der At-Equity-Methode bilanziert werden, spiegelt sich zwar im anteiligen Ergebnisbeitrag im Konzernabschluss und damit im IFRS-Eigenkapital wider, die endgültige Unternehmenswertsteigerung wird jedoch erst im Verkaufszeitpunkt sichtbar.

Wertänderungen der anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte, die zum Fair Value bewertet werden, werden nach den Regelungen der IFRS 9 sofort erfolgswirksam realisiert.

Die Umsatzerlöse haben für eine vergleichende Beurteilung des Geschäftsjahreserfolgs des Deutsche Balaton Konzerns nur eine eingeschränkte Aussagekraft. Aufgrund des auch an anderer Stelle dargelegten Charakters des Beteiligungsgeschäfts ist es zudem nicht sachgerecht, aus dem Jahresüberschuss der Deutsche Balaton AG oder dem Gesamtergebnis des Konzerns ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Deutsche Balaton-Aktie abzuleiten.

Das entscheidende Kriterium für die Steuerung eines Investments ist dessen Fair Value. Die aktuelle Eigenkapitalausstattung der Deutsche Balaton AG erlaubt es, den aus Sicht des Managements optimalen Verkaufszeitpunkt zur Realisierung des Fair Values ohne Liquiditätsdruck abwarten zu können. Es besteht kein fixierter Anlagehorizont, wie beispielsweise bei geschlossenen Fonds, der einen Verkaufsdruck erzeugen könnte.

3.3.2. Investitionsprozess und laufende Überwachung

Die Deutsche Balaton AG sowie andere vermögensverwaltende Konzerngesellschaften erwerben Unternehmensbeteiligungen im Rahmen ihres Beteiligungsgeschäfts, das den wesentlichen Unternehmensgegenstand im Deutsche Balaton Konzern darstellt. Vor einer Investitionsentscheidung nimmt der jeweilige Vorstand eine Chancen-Risiko-Einschätzung des möglichen Investitionsobjekts vor. Soweit möglich, werden vor einer Investitionsentscheidung Planungen erstellt und ein interner Zinsfuß für das Beteiligungsengagement errechnet. Je riskanter der Vorstand ein Projekt einschätzt, desto höher muss der ermittelte interne Zinsfuß bzw. der zu realisierende Fair Value im Verhältnis zum Investitionsbetrag liegen.

Investitionen erfolgen auch in Unternehmen, bei denen der Vorstand aufgrund von Unterbewertungen ein hohes langfristiges Wertsteigerungspotenzial sieht. Es ist das Ziel des Vorstands, Marktgegebenheiten zu erkennen, die solche Investitionen ermöglichen.

Die laufende Überwachung der Tochtergesellschaften erfolgt durch den Konzernvorstand selbst oder durch eingesetzte Beteiligungsmanager oder Berater. Der Konzern gibt hinsichtlich des Reportings den Tochtergesellschaften einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Gesellschaften an die Konzernmutter in ihrem eigenen Format berichten. Ein einheitliches Reportingformat wäre vor dem Hintergrund der sich regelmäßig verändernden Konzernzusammensetzung, insbesondere auch für die Beteiligungsgesellschaften, mit unverhältnismäßigen Kosten und Zeitaufwand verbunden, ohne dass hiermit ein Mehrwert erzielt würde. Dieses Vorgehen entspricht auch dem Charakter als „Beteiligungskonzern“ und nicht dem eines „Industriekonzerns“ mit organisatorischer Integration der Beteiligungen.

Wesentliche Beteiligungen übermitteln zu Beginn des jeweiligen Geschäftsjahres eine mindestens einjährige Budgetplanung an die Konzernmuttergesellschaft. Neben dem regelmäßigen Reporting wesentlicher Beteiligungen und der regelmäßigen Überwachung von Unternehmensmeldungen bei börsennotierten Gesellschaften werden in wesentlichen Gesellschaften, soweit möglich, Aufsichtsratsmandate wahrgenommen, um eine laufende Überwachung der Entwicklung der jeweiligen Gesellschaften zu ermöglichen. Erkennt der Konzernvorstand oder der Beteiligungsmanager bzw. Berater Abweichungen von der Planung, werden in der Regel entsprechend auf den jeweiligen Einzelfall bezogene Maßnahmen ergriffen. Im Vordergrund der Unternehmensführung steht aber regelmäßig die Eigenmotivation des Managements, das oftmals eine materielle Beteiligung an der jeweiligen Gesellschaft selbst hält und dessen Fähigkeiten und Interessen in Bezug auf die Unternehmensführung bereits im Rahmen des Investitionsentscheidungsprozesses ein wesentliches Kriterium darstellen können.

Eine laufende Marktbeobachtung wird durch die Konzernmuttergesellschaft in den Bereichen der getätigten Investitionen entweder selbst oder durch eingesetzte Beteiligungsmanager oder Berater vorgenommen. Die Erkenntnisse aus der Marktbeobachtung tragen dazu bei, den optimalen Verkaufszeitpunkt, auch in Abhängigkeit von der Beteiligungsentwicklung, zu ermitteln.

3.3.3. Steuerungsgrößen und weitere Leistungsindikatoren

Die relevante Steuerungsgröße im Deutsche Balaton Konzern auf Konzernmutterebene ist die Veränderung des IFRS-Eigenkapitals der Anteilseigner des Mutterunternehmens. Über einen mittelfristigen Zeitraum von fünf Jahren wird, trotz eines weiter schwierigen Marktumfelds, auf eine durchschnittliche jährliche Zielgröße von 15 % abgestellt. Kapitalmaßnahmen sowie der Erwerb eigener Anteile im jeweiligen Berichtsjahr auf Ebene des Mutterunternehmens bleiben bei der Ermittlung der Zielgröße unberücksichtigt.

Die vermögensverwaltenden Gesellschaften im Deutsche Balaton Konzern tragen zu einer positiven Entwicklung des IFRS-Eigenkapitals bei, indem sie ihre Portfolien finanzieller Vermögenswerte nach Rendite-Gesichtspunkten mittels ihres Zeitwerts steuern. Der Zeitwert wird definiert als derjenige Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag beim Verkauf erzielt würde. Die operativen Gesellschaften, wozu am Bilanzstichtag neben den Gesellschaften im Segment „Beta Systems“ nur noch die Teilkonzerne HW und EUROPIN zählen, tragen mittels ihrer jeweiligen Geschäftstätigkeit über die erzielten Jahresüberschüsse zum Konzerneigenkapital bei.

Im Segment „Vermögensverwaltend“ sind einzelne Portfolien enthalten, welche separat gesteuert werden. Maßgeblich ist die Wertentwicklung der einzelnen Portfolien, auf deren Basis Entscheidungen getroffen werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, eine durchschnittliche Erhöhung des IFRS-Eigenkapitals von 15 % pro Jahr nach Abzug der Minderheiten und Bereinigung um Kapitalmaßnahmen und den Erwerb eigener Anteile zu erreichen.

Zusätzlich zu der Hauptsteuerungsgröße wird bei den operativen Gesellschaften, insbesondere im Segment „Beta Systems“, die Umsatz- und Ertragsentwicklung überwacht, ohne vor dem Hintergrund des Beteiligungsansatzes im Konzern für die Konzernsteuerung maßgeblich zu sein. Der Ertrag wird für den Teilkonzern „Beta Systems“ als Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) definiert.

Die Tochtergesellschaften definieren außerdem über die jeweiligen Beteiligungsmanager oder Berater eigene Leistungsindikatoren, die auf Ebene der Konzernmutter als Holding keine Rolle spielen. Die Bestimmung der Indikatoren erfolgt dabei stets basierend auf der jeweiligen Branche, in der sich die Tochtergesellschaft befindet, und bezogen auf die individuelle Situation der operativ tätigen Gesellschaften.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Konzernsteuerung keine weiteren spezifischen Indikatoren eingesetzt. Der Nutzen und Sinn anderer Indikatoren als der Veränderung des IFRS-Eigenkapitals rechtfertigt angesichts des diversifizierten und von dem Beteiligungsgeschäft geprägten Beteiligungsportfolios nicht den mit einer Ermittlung verbundenen Aufwand, der aus Sicht des Vorstands auch keinen weiteren Mehrwert schafft.

Für den Konzern ergeben sich, bezogen auf die letzten fünf Geschäftsjahre, folgende Werte, wobei die jährlichen Schwankungen dem Geschäftskonzept Rechnung tragen:

in TEUR 2017 2018 2019 2020 2021
Eigenkapital (01.01.) * 229.994 287.547 258.073 279.717 394.401
Eigenkapital (31.12.) * 287.547 258.073 279.717 394.401 430.638
Veränderung absolut 57.553 – 29.474 21.643 114.684 36.237
Kapitalmaßnahmen und Erwerb eigener Anteile 2.843 5.863 0 176 0
Bereinigte Veränderung absolut 60.396 – 23.611 21.643 114.860 36.237
Veränderung in % 26,3 % – 8,2 % 8,4 % 41,1 % 9,2 %

* Eigenkapitalanteil der Anteilseigner des Mutterunternehmens.

Die zur Steuerung des Konzerns eingesetzte Veränderung des IFRS-Eigenkapitals mit einer durchschnittlichen jährlichen Zielgröße von 15 % über einen Zeitraum von fünf Jahren liegt zum 31. Dezember 2021 bei 15,3 % (Vj. 14,8 %) und damit über der Zielgröße.

3.4. Forschung und Entwicklung

Die Deutsche Balaton als Beteiligungsgesellschaft entfaltet selbst keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Forschungs- und Entwicklungstätigkeit findet im Konzern vor allem im Segment „Beta Systems“ statt und dient der Neu- bzw. Weiterentwicklung des Produktportfolios.

Insgesamt belaufen sich die konzernweiten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E-Aufwendungen) im Geschäftsjahr 2021 auf 16,2 Mio. EUR (Vj. 12,8 Mio. EUR). Davon entfielen 14,2 Mio. EUR (Vj. 12,7 Mio. EUR) auf das Segment „Beta Systems“, im Wesentlichen für die Weiterentwicklung der angebotenen Softwareprodukte sowie weiterführende Innovationen und EUR 2,0 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR) auf den Teilkonzern 4basebio im Segment „Vermögensverwaltend“

3.5. Entwicklung der Aktie

Die Aktien der Deutsche Balaton AG sind im Segment „Basic Board“ der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Die nachfolgende Grafik zeigt den Kursverlauf der Aktie im Jahr 2021:

Quelle: ariva.de

Der Aktienkurs hat sich von 1.960 EUR am Jahresanfang um 28,6 % auf 2.520 EUR gesteigert. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass aufgrund des niedrigen Streubesitzes nur ein sehr eingeschränkter Handel stattfindet und an zahlreichen Tagen gar kein Handel zustande kommt. Die Kursentwicklung hat daher nur eingeschränkte Aussagekraft.

4. Wirtschaftsbericht

4.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

4.1.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

2021 war für die deutsche Wirtschaft erneut ein sehr herausforderndes Jahr. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde bis ins Frühjahr vor allem durch die Pandemie und entsprechende Eindämmungsmaßnahmen gekennzeichnet. Eine Erholung nahezu aller Wirtschaftsbereiche wurde zum Sommer hin durch die erfolgreiche Impfkampagne ermöglicht. Allerdings wurde die Wirtschaftsentwicklung zeitgleich durch Lieferengpässe und Materialknappheiten belastet. Nach einer weiteren deutlichen Zunahme der Infektionszahlen durch die vierte Corona-Welle und erneute Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen wurde das Wachstum der deutschen Wirtschaft im Schlussquartal spürbar gedämpft. Im Ergebnis stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um + 2,9 % gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum lag damit deutlich über dem Vorjahr (– 4,9 %), aber unter den ursprünglichen Prognosen von Ökonomen, die ein Plus von circa vier Prozent erwartet hatten. Das niedrigere Wachstum beruhte neben den Auswirkungen der Corona Pandemie auch auf Liefer- und Materialengpässen, unter denen nach Auskunft des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) die Betriebe aus verschiedenen Branchen litten. Die industrielle Wertschöpfung wurde den Daten zufolge durch die Engpässe im Jahr 2021 um mehr als 50 Milliarden Euro ausgebremst. Belastend wirkten sich u.a. fehlende Mikrochips, Bauteile und Rohstoffe aus.

Nach Schätzung von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, stieg das BIP 2021 sowohl im Euroraum als auch in der EU um + 5,3 % (Vj. – 5,9 % für die EU und – 6,4 % für den Euroraum). Die Weltwirtschaft ist gemäß Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Jahr 2021 um + 6,1 % gewachsen (Vj. – 3,1 %). Die Entwicklung der Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft USA dürfte nach Berechnungen des IWF bei einem Plus von + 5,7 % (Vj. – 3,4 %) liegen. Während unter den großen Volkswirtschaften außerhalb Europas vor allem Indien (+ 8,9 %, Vj. – 6,6 %) und China (+ 8,1 %, Vj. + 2,2 %) mit deutlichem Wirtschaftswachstum hervorstechen konnten, zeichnet sich für Lateinamerika mit + 6,8 % (Vj. – 7,0 %) ein leicht stärkeres Wachstum der Wirtschaftsleistung als für den europäischen Raum ab.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2021 gegenüber 2020 um + 3,1 %. Damit lag die Jahresteuerungsrate deutlich höher als im Vorjahr (2020: + 0,5 %). Zuletzt wurde vor fast 30 Jahren eine höhere Jahresteuerungsrate ermittelt. Wesentlichen Einfluss hatte die Preisentwicklung der Energieprodukte, die sich 2021 gegenüber 2020 deutlich um + 10,4 % verteuerten, nach einem Rückgang um – 4,8 % im Vorjahr. Alle Waren verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2021 gegenüber 2020 um + 4,3 %, insbesondere Verbrauchsgüter trugen mit einem Anstieg von + 5,4 % hierzu bei. Auch die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2021 mit + 3,2 % leicht überdurchschnittlich.

Am deutschen Arbeitsmarkt war nach dem der Corona-Pandemie geschuldeten deutlichen Anstieg der Arbeitslosenquote wieder eine leichte Erholung im Jahr 2021 erkennbar. Im Frühjahr waren die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie noch spürbar, bevor im Sommer eine Erholung einsetzte. Die bereits erwähnten Lieferengpässe verstärkten den Effekt noch zusätzlich, was vor allem das verarbeitende Gewerbe betraf. Nichtsdestotrotz verringerte sich die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 5,7 % im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahr.

Der Euro gab im Berichtszeitraum gegenüber den für die Deutsche Balaton AG relevanten Währungen nach. Er verbilligte sich gegenüber dem Australischen Dollar um 1,8 % auf 1,5615 AUD/EUR. Gegenüber dem Kanadischen Dollar verlor der Euro 7,9 % auf 1,4393 CAD/EUR, das Britische Pfund verteuerte sich um 6,5 % auf 0,8403 GBP/EUR. Auch gegenüber dem US-Dollar hat der Euro im Berichtszeitraum an Wert verloren. Im Jahresverlauf fiel er um 7,7 % von 1,2271 USD auf 1,1326 USD/EUR. Gegenüber dem polnischen Zloty stieg der Euro leicht um 0,8 % von 4,5597 PLN auf 4,5969 PLN.

Das Zinsniveau war im gesamten Jahr 2021 weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Ausgehend von einem Stand bei – 0,55 % zu Jahresbeginn verzeichnete der 3-Monats-Euribor, der oftmals als Basis für Kreditzinsberechnungen dient, im Jahresverlauf einen weiteren Rückgang. Bis zum Ende des Jahres ist der Zinssatz bis auf – 0,57 % gefallen. Die Finanzierungskonditionen befanden sich damit weiterhin auf einem äußerst niedrigen Niveau.

Der EZB-Leitzinssatz für die Eurozone befindet sich auch weiterhin auf einem Allzeittief. Die Europäische Zentralbank hatte im März 2016 den Zinssatz von 0,05 % auf 0,00 % abgesenkt und seitdem auf diesem Niveau belassen. Der Leitzins gibt an, unter welchen Bedingungen sich Kreditinstitute bei Noten- und Zentralbanken Geld leihen können. Erst gegen Ende des Jahres 2021 gab es erste Hinweise von EZB und Märkten, dass es in 2022 zu einer stärkeren Normalisierung der Geldpolitik kommen könnte.

Die operativen Konzernunternehmen sind europaweit tätig und damit von der gesamteuropäischen Konjunkturentwicklung abhängig. Darüber hinaus sind auch die im Segment „Vermögensverwaltend“ gehaltenen Beteiligungsunternehmen zu großen Teilen im europäischen Umfeld tätig und von dessen Entwicklung abhängig. Für die Beteiligungen im Rohstoffsektor sind die m folgendem Kapitel dargestellten Rohstoffmärkte der wesentliche Einflussfaktor. Die Gesellschaften selbst sind u.a. in Australien und Kanada tätig.

4.1.2. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Aktien- und Rentenmarkt

Im Kalenderjahr 2021 entwickelte sich der deutsche Aktienindex DAX im Vergleich zum Vorjahr positiv. Ausgehend von einem Stand von 13.719 Punkten zum Ende des Jahres 2020 verzeichnete der DAX bis zum Jahresende 2021 einen Anstieg um 15,8 % auf 15.885 Punkte. Seinen Jahreshöchststand markierte der Index im November bei 16.290 Punkten.

Verglichen mit dem DAX hat sich der US-Markt leicht positiver entwickelt; wie im Vorjahr getrieben von den großen Technologietiteln. Der Dow Jones Industrial Average („Dow-Jones-Index“), der sich aus den 30 größten an der New York Stock Exchange notierten US-Unternehmen zusammensetzt, verbuchte von einem Stand von 30.606 Punkten zum Ende des Jahres 2020, einen Anstieg um insgesamt 18,7 % auf einen Stand von 36.338 Punkten zum Jahresende 2021.

Der Australia-All-Ordinaries Index, der die Wertentwicklung der Australian Securities Exchange (ASX) abbildet, entwickelte sich ebenfalls positiv. Mit einem Stand von 6.851 Punkten zum Ende des Jahres 2020 verzeichnete der Index bis zum Jahresende 2021 einen Anstieg um 13,5 % auf 7.779 Punkte. Den Jahreshöchststand markierte der Index im August bei 7.902 Punkten.

Die Zinsen an den Anleihemärkten verblieben auch im Jahr 2021 auf einem historisch niedrigen Niveau. Der Anleiheindex REXP (Gesamt-Performance-Index) fiel im Jahr 2021 geringfügig auf 491 Punkte (Vj. 499 Punkte). Der Kurs des REXP zeigt die durchschnittliche Rendite aller Bundesanleihen inklusive Zinszahlungen und besteht aus 30 idealtypischen Bundesanleihen mit unterschiedlicher Laufzeit. Das zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie von der Europäische Zentralbank (EZB) aufgelegte Anleihenkaufprogramm („Pandemic emergency purchase programme“ (PEPP)), welches im Verlauf der Pandemie auf insgesamt 1,85 Billionen Euro aufgestockt worden war, wurde Ende März 2022 eingestellt. Reinvestitionen der fälligen Tilgungsbeiträge aus PEPP-Beständen sollen mindestens bis Ende 2024 erfolgen. Entsprechend könnte mit einer langsamen Erholung des Zinsumfelds gerechnet werden.

Die als Umlaufrendite bezeichnete Rendite aller im Umlauf befindlichen inländischen, festverzinslichen Wertpapiere (Anleihen) hat sich gemäß Angaben der Deutschen Bundesbank im Jahr 2021 leicht erholt und ist um 28 Basispunkte auf – 0,28 % (Vj. – 0,56 %) gestiegen, was jedoch weiterhin ein historisch niedriges Niveau bedeutet.

Die Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte ist besonders für das in dem Segment „Vermögensverwaltend“ angesiedelte Beteiligungsgeschäft relevant.

Rohstoffmärkte

Zum Bilanzstichtag waren rund 50 % der kurzfristigen und langfristigen Wertpapierpositionen Investitionen in den Rohstoffbereich (Vorjahr 32 %). Die Investitionen erfolgen hierbei hauptsächlich über die Sparta AG, die 2Invest AG und die Deutsche Balaton AG.

Rohstoffunternehmen lassen sich je nach Entwicklungsstadium in drei Hauptkategorien unterteilen:

„Explorer“ sind Unternehmen in einer frühen Phase, die darauf abzielen, neue Rohstoffressourcen auf neuem Terrain oder in der Nähe bereits nachgewiesener Ressourcen zu entdecken und durch Folgebohrungen oder weitere Probenahmen zu bestätigen. Diese Unternehmen weisen in der Regel noch eine geringe Börsenbewertung und ein hohes Risiko auf, dass die durchgeführte Exploration nicht das erwünschte Ergebnis bringt. Im Erfolgsfall winkt Investoren jedoch meist ein deutlicher Bewertungsanstieg.

„Developer“ verfügen bereits über ausgewiesene Ressourcen bzw. Reserven in nennenswertem Umfang. Primäres Ziel dieser Unternehmen ist es daher, die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Förderung der vorhandenen Bodenschätze zu eruieren und mittels detaillierter Machbarkeitsstudien nachzuweisen. Auf Basis der Studienergebnisse trifft das Unternehmen die finale Investitionsentscheidung und nimmt Gespräche mit potenziellen Finanzierungspartnern auf. Unternehmen in diesem Stadium werden häufig auch Übernahmeziel bereits produzierender Unternehmen, die auf der Suche nach einer Verbreiterung ihrer Produktionsbasis sind. Aufgrund bereits nachgewiesener Reserven weisen diese Unternehmen im Allgemeinen ein geringeres Risiko auf als reine Explorationsunternehmen. Allerdings erfordert diese Unternehmensphase von Investoren oftmals viel Geduld, da auf verschiedensten Ebenen Studien durchlaufen und Genehmigungen eingeholt werden müssen. In diesem Zusammenhang, aber insbesondere auch nach getroffener Entscheidung zum Aufbau einer Produktion in Eigenregie, entsteht oft erheblicher Finanzierungsbedarf, dem bis zur letztlichen Produktionsaufnahme noch keine Erträge gegenüberstehen.

„Producer“ weisen eine laufende Rohstoffproduktion und damit bereits laufende Cash Flows auf. Bei kleineren Unternehmen mit wenigen oder nur einem einzigen in Produktion befindlichen Projekt ist es für die Ertragsentwicklung entscheidend, dass die tatsächlichen Produktionsparameter weitgehend den Planungen entsprechen bzw. Abweichungen beim Produktionshochlauf schnell analysiert und behoben werden können, so dass die Kosten je produzierter Einheit den zuvor definierten Zielwerten entsprechen. Ist dies erreicht, können sich die Unternehmen im weiteren Verlauf aus dem laufenden Cash Flow finanzieren, auch im Hinblick auf weitere Explorationen in angrenzenden Gebieten mit dem Ziel, die Produktion zeitlich und mengenmäßig auszudehnen.

Oftmals ist eine eindeutige Zuordnung der Unternehmen in eine der drei Kategorien nicht möglich. Viele Unternehmen, die als Developer bereits eine ausreichende Ressource vorweisen können, betreiben weiterhin Exploration. Explorationsunternehmen und Developer können zeitlich begrenzt Cash Flows aus der Verarbeitung von gefördertem Erz durch externe Minenbetreiber generieren („Toll Processing“).

Der überwiegende Anteil der Investitionen im Rohstoffbereich erfolgt mit 59 % im Bereich Edelmetalle, im Wesentlichen Gold und Silber. 9 % der Beteiligungen betrafen Unternehmen mit Fokus auf Nickel, 6 % Unternehmen im Bereich Kohle.

Rund 53 % der Beteiligungen im Rohstoffbereich sind Developer, 31 % Producer und 11% sind Explorer und der Rest sind sonstige Rohstoffunternehmen.

Die wesentlichen Rohstoffpreise entwickelten sich 2021 wie folgt:

Quelle: ariva.de

Edelmetalle, Industriemetalle und Spezialmetalle

Der Goldpreis konnte vom Anstieg der Inflationsrate auf Werte, wie sie zuletzt in den 80er Jahren zu verzeichnen waren, nicht profitieren. Im Gegenteil: während andere Anlageklassen wie Aktien, Immobilien und Kryptowährungen neue Höchststände erreichten, büßte der Goldpreis in US-Dollar auf Jahressicht rund 4 % ein. Noch stärker gab der Silberpreis mit einem Minus von gut 12 % nach.

Für den Rückgang mitverantwortlich machen Analysten ein Umfeld aus hohem Wachstum bei insgesamt stabiler Preisentwicklung, von dem andere Vermögensklassen stärker profitieren konnten. Hinzu kam der zunehmende Wettbewerb mit Kryptowährungen, die trotz sehr hoher Volatilität und augenscheinlicher Korrelation mit den Kapitalmärkten von Anlegern zunehmend als Wertaufbewahrungsmittel angesehen wurden. Auch der starke Dollar trug mit zur insgesamt negativen Goldpreisentwicklung bei.

Deutlich besser verlief im abgelaufenen Geschäftsjahr die allgemeine Entwicklung der Basismetalle. Kupfer, Nickel und Zink konnten auf Jahressicht rund 25 % zulegen, außergewöhnlich positiv entwickelte sich der Zinnpreis mit einem Preisanstieg von knapp 110 %. Die genannten Rohstoffe sind wesentliche und unverzichtbare Bausteine der Energiewende, so dass der Nachfrageüberhang noch längere Zeit andauern könnte, zumal eine kurzfristige deutliche Anpassung der Produktionskapazitäten kaum möglich ist.

Erneuerbare Energien

Gemäß Daten des Umweltbundesamts konnten 19,7 % des deutschen Energieverbrauchs im Jahr 2021 durch erneuerbare Energien bedient werden. Dies entspricht einer Steigerung von 2 % im Vergleich zum Vorjahr (19,3 %) und liegt über der EU Richtlinie von 18 Prozent. Die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl konnte in 2021 von der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien übertroffen werden. Insgesamt lag die Strompoduktion aus erneuerbaren Energien 2021 bei rund 230 Milliarden kWh, was einem leichten Rückgang von – 7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der größte Teil des erzeugten Stroms kommt hierbei aus dem Bereich Windenergie (48 %), gefolgt von Biomasse (22 %) und Photovoltaik (22 %).

Biotechnologie

Die Entwicklung der deutschen Biotech-Branche konnte gemäß Daten der Deutsche Börse im Jahr 2021 das starke Wachstum der letzten Jahre erneut fortsetzen. Mit einem Umsatz von 26,5 Milliarden EUR (Vj. 6,7 Mrd. EUR) verzeichnete die Branche fast eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr. Zu berücksichtigen ist, dass das Mainzer Unternehmen BioNTech hierbei maßgeblichen Einfluss durch die Umsätze aus dem Impfstoffabsatz auf die Zahlen hatte. Dies herausgerechnet verbleibt dennoch ein Wachstum von 6,2 Mrd. EUR im Vorjahr auf 7,5 Mrd. EUR (+ 20 %). Die Tätigkeitsfelder der Biotech-Unternehmen reichen vom Gesundheitsbereich (52 %) über die Erbringung von biotechnologischen Dienstleistungen (30 %) bis zur industriellen Biotechnologie (10 %). Global wird in den kommenden Jahren gemäß Daten von Bloomberg ein durchschnittliches Wachstum von rund 15 % pro Jahr erwartet. Demnach soll sich der Weltmarkt ausgehend vom Jahr 2020 mit 750 Milliarden USD Umsatz auf rund 2,4 Billionen USD Umsatz im Jahr 2028 steigern.

Immobilien

Der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien hat sich nach Angaben der Bundesbank im Monatsbericht Februar 2022 auch im Jahr 2021 weiter fortgesetzt. Ausgehend vom 1. Quartal 2004 (Index = 100) lag der empirica-Immobilienindex in Deutschland im 1. Quartal des Jahres 2022 bei 184 Punkten. Ein Grund für die stetig steigenden Immobilienpreise ist die starke Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot. Auch der Mangel an Bauland kann als einer der Gründe für die Preisentwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt angeführt werden. Des Weiteren führte die Niedrigzinspolitik der EZB ebenfalls zu einem Anstieg der Immobilienpreise.

Informationstechnologie

Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr (– 0,6 %) verzeichnete der Markt für Information und Telekommunikationstechnik (ITK) und Consumer Electronics (CE) in Deutschland im Jahr 2021 einen Umsatzanstieg um 3,8 % auf 178,4 Mrd. EUR. Demnach wurden die Wachstumserwartungen von 2,7 % durch die Beschleuningung der Digitalisierung aufgrund der Corona-Krise übertroffen.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Informationstechnologie und im Speziellen der Softwaremarkt ist im Deutsche Balaton Konzern insbesondere für die Gesellschaften im Segment „Beta Systems“ relevant.

4.2. Geschäftsverlauf

Die Deutsche Balaton beendet das Geschäftsjahr 2021 mit einem Konzernergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 29,2 Mio. EUR (Vj. 152,2 Mio. EUR). Mit einem Segmentergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 16,9 Mio. EUR (Vj. 143,1 Mio. EUR) ist das Konzernergebnis insbesondere auf das Segment „Vermögensverwaltend“ zurückzuführen. Mit 12,3 Mio. EUR (Vj. 8,9 Mio. EUR) lieferte auch das Segment „Beta Systems“ einen erheblichen Ergebnisbeitrag.

Erträge aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen fielen im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 3,7 Mio. EUR (Vj. 2,7 Mio. EUR) an.

Das im Konzernergebnis enthaltene „Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten“ in Höhe von 22,1 Mio. EUR (Vj. 136,6 Mio. EUR) ist vollständig dem Segment „Vermögensverwaltend“ zuzurechnen und umfasst die Bewertung sowohl kurz- als auch langfristiger Anlagen sowie Dividendenerträge in Höhe von 1,8 Mio. EUR (Vj. 1,5 Mio. EUR).

Das Bewertungsergebnis ist wesentlich geprägt von positiven Bewertungseffekten bei Anteilen eines Unternehmens im Bereich Wasserstoffantrieb (10,9 Mio. EUR) und eines Unternehmens aus dem Rohstoffsektor (9,6 Mio. EUR) sowie Erträgen aus dem Verkauf von Anteilen eines Unternehmens im IT- und Softwarebereich (6,0 Mio. EUR).

Gegenläufig wirkten sich Abschreibungen auf Anteilen an zwei Unternehmen im Bereich Biotechnologie aus (- 12,7 Mio. EUR bzw. - 7,7 Mio. EUR).

Der Ergebnisbeitrag der assoziierten Unternehmen betrug – 2,0 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR), vor allem aufgrund eines negativen Ergebnisbeitrags eines Unternehmens im Bereich Biotechnologie (- 1,8 Mio. EUR).

Aus dem Segment „Beta Systems“ mit seinen operativen Unternehmen ist ein Konzernergebnisbeitrag vor Ertragsteuern von 12,3 Mio. EUR (Vj. 8,9 Mio. EUR) erzielt worden. Der Anstieg um 3,5 Mio. EUR resultiert vor allem aus gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mio. EUR höheren Lizenzerlösen.

Das Ergebnis vor Ertragssteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich in Höhe von 3,6 Mio. EUR umfasst die Aktivitäten der ELTEC Elektronik AG bis zum Verkauf, Erträge aus einer Kaufpreiserhöhung aus einem früheren Verkauf und die Kosten der Verwaltungsgesellschaften bis zu deren Entkonsolidierung.

Das Eigenkapital des Deutsche Balaton Konzerns ist um 38,3 Mio. EUR auf 587,4 Mio. EUR angestiegen. Hierin enthalten ist das Konzernergebnis nach Ertragsteuern in Höhe von 30,3 Mio. EUR (Vj. 140,8 Mio. EUR) sowie die Veränderung des Konsolidierungskreises (inklusive Veränderung der Anteilsbesitzquoten) mit einem Effekt von 7,5 Mio. EUR. Das IFRS-Eigenkapital der Anteilseigner der Deutsche Balaton AG hat sich im Geschäftsjahr 2021 von 394,4 Mio. EUR um 36,2 Mio. EUR (Vj. 114,7 Mio. EUR) auf 430,6 Mio. EUR erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von 9,2 % (Vj. Anstieg von 41,1 %).

Die Bilanzsumme ist um 43,3 Mio. EUR auf 746,7 Mio. EUR (Vj. 703,4 Mio. EUR) angestiegen, was insbesondere auf die positive Ergebnisentwicklung und die unterjährige Investitionstätigkeit zurückzuführen ist.

Der Konzernabschluss wird ebenfalls von den Veränderungen im Konsolidierungskreis zum 31. Dezember 2021, wie im Konzernanhang beschrieben, beeinflusst.

4.3. Ertragslage

Der Konzernjahresüberschuss des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 30,3 Mio. EUR (Vj. 140,8 Mio. EUR) war überwiegend von der positiven Ertragsentwicklung im Segment „Vermögensverwaltend“ geprägt. In diesem Segment belief sich das Nachsteuerergebnis auf 20,4 Mio. EUR (Vj. 134,6 Mio. EUR). Das Segment „Beta Systems“ trug mit einem Ergebnis nach Steuern von 8,8 Mio. EUR (Vj. 6,8 Mio. EUR) zum Konzernjahresüberschuss bei.

Aufgrund der Ausrichtung der Deutsche Balaton als Beteiligungsgesellschaft stellt das Bewertungsergebnis, das heißt die Erträge bzw. Aufwendungen aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten in der Regel die wesentliche Gewinn- und Verlustposition für das Konzernergebnis dar. Hierin enthalten sind alle in Zusammenhang mit den zu Fair Value bilanzierten finanziellen Vermögenswerten stehenden Aufwendungen und Erträge wie Wertänderungen, Dividenden und Aufwendungen bzw. Erträge aus der Währungsumrechnung. Dabei werden gemäß IFRS 9 Wertänderungen sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bedingt dadurch kommt es nicht zu einem Ausweis von Erträgen bzw. Aufwendungen aus den Abgängen anderer Finanzanlagen und finanzieller Vermögenswerte, der Abgang erfolgt ergebnisneutral.

Darüber hinaus können Erträge bzw. Aufwendungen aus dem Abgang voll- bzw. at-Equity konsolidierter Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zum Konzernergebnis leisten. Diese werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen Aufwendungen ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse, die für den kurzfristigen Erfolg des Deutsche Balaton Konzerns nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben, haben sich in den Segmenten wie nachfolgend dargestellt entwickelt.

Abb. 1: Umsatzerlöse im Konzern nach Segmenten

Die Umsatzerlöse im Segment „Vermögensverwaltend“ erhöhten sich um 3,9 Mio. EUR auf 32,4 Mio. EUR (Vj. 28,5 Mio. EUR). Der Anstieg resultiert überwiegend aus dem Teilkonzern HW (+ 2,4 Mio. EUR).

Die Umsatzerlöse im Segment „Beta Systems“ haben sich mit 75,5 Mio. EUR (Vj. 69,3 Mio. EUR) deutlich erhöht. Der Anstieg resultiert insbesondere aus um gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mio. EUR höheren Lizenzerlösen.

In Summe verbleibt ein konsolidierter Umsatzanstieg im Konzern um 10,1 Mio. EUR auf 107,8 Mio. EUR (Vj. 97,8 Mio. EUR). Nicht berücksichtigt sind hier Umsatzerlöse im ehemaligen Segment „CornerstoneCapital“ von 1,9 Mio. EUR (Vj. 26,5 Mio. EUR), da diese wie bereits beschrieben nun als Bestandteil der Position „Ergebnis aus aufgegebenem Geschäftsbereich“) ausgewiesen werden.

Umsatzerlöse mit Dritten nach Herkunft 2021 2020
in Mio. EUR in % in Mio. EUR in %
Verkauf von Gütern 28,7 26,6 % 25,9 26,6 %
Ausland 17,3 15,8
Inland 11,4 10,1
Nutzungsentgelte (Mieterträge) 1,6 1,5 % 1,6 1,6 %
Ausland 0,2 0,2
Inland 1,3 1,4
Erbringung von Dienstleistungen 58,7 54,5 % 55,0 56,3 %
Ausland 26,1 25,6
Inland 32,6 29,5
Lizenzerträge 18,8 17,4 % 15,1 15,5 %
Ausland 8,7 5,5
Inland 10,1 9,6
Gesamt 107,8 100,0 % 97,8 100,0 %
Ausland 52,4 48,6 % 47,1 48,2 %
Inland 55,4 51,4 % 50,6 51,8 %

Die Steigerung der Umsatzerlöse mit Dritten von 97,8 Mio. EUR auf 107,8 Mio. EUR resultiert sowohl aus dem Anstieg der Umsätze im Ausland als auch im Inland. Der Verkauf von Gütern entfällt hauptsächlich auf die Teilkonzerne HW und EUROPIN. Die Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen wurden sowohl im Segment „Vermögensverwaltend” als auch im Segment „Beta Systems” erzielt. Lizenzerträge sind im Wesentlichen dem Segment „Beta Systems“ zuzuordnen.

Per 31. Dezember 2021 betrug der Auftragsbestand 1,0 Mio. EUR (Vj. 1,5 Mio. EUR) und entfällt wie im Vorjahr auf den Teilkonzern HW.

Die Position Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen beläuft sich zum Stichtag auf 0,9 Mio. EUR (Vj. 0,1).

Das Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten beläuft sich auf 22,1 Mio. EUR (Vj. 136,6 Mio. EUR). Es beinhaltet saldierte Ergebniseffekte aus der Bewertung langfristiger Finanzanlagen in Höhe von 21,0 Mio. EUR (Vj. 125,0 Mio. EUR).

Das Bewertungsergebnis ist wesentlich geprägt von positiven Bewertungseffekten bei Anteilen eines Unternehmens im Rohstoffsektor (9,6 Mio. EUR) und bei Anteilen an einem Unternehmen im Medienbereich (5,4 Mio. EUR) sowie Erträgen aus dem Verkauf von Anteilen eines Unternehmens im IT- und Softwarebereich (5,9 Mio. EUR). Gegenläufig wirkten sich Abschreibungen auf Anteile an einem Unternehmen im Bereich Biotechnologie (– 13,2 Mio. EUR) und einem Unternehmen im Rohstoffbereich (– 3,6 Mio. EUR) aus.

Die Ergebniseffekte aus der Bewertung kurzfristiger Finanzanlagen belaufen sich saldiert auf – 1,5 Mio. EUR (Vj. – 0,9 Mio. EUR). Positive Bewertungseffekte resultieren unter anderem aus den Wertpapieren eines Unternehmens im Bereich Wasserstoffantrieb (+ 10,9 Mio. EUR). Negative Bewertungseffekte resultieren überwiegend aus den Wertpapieren zweier Biotechnologieunternehmen (– 7,7 Mio. EUR bzw. – 5,4 Mio. EUR).

Ebenfalls im Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten enthalten sind Dividendenerträge in Höhe von 1,8 Mio. EUR (Vj. 1,5 Mio. EUR), und sonstige Fair Value Erträge in Höhe von 2,4 Mio. EUR (Vj. 13,3 Mio. EUR). Weiter sind Wertminderungen auf Forderungen in Höhe von – 1,1 Mio. EUR (Vj. – 2,1 Mio. EUR) im Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten enthalten.

Der deutliche Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge auf 10,4 Mio. EUR (Vj. 6,8 Mio. EUR) ist im Wesentlichen auf Erträge aus dem Verkauf, und den daraus folgenden Entkonsolidierungseffekten, von Anteilen an einer Tochtergesellschaft im Immobilienbereich (2,2 Mio. EUR) und an dem assoziierten Unternehmen „The Grounds“ (1,4 Mio. EUR) zurückzuführen. Insgesamt 1,9 Mio. EUR (Vj. 0,8 Mio. EUR) sind auf Devisenkursdifferenzen zurückzuführen. Darüber hinaus sind in dieser Position sonstige Erträge von in Summe 3,6 Mio. EUR (Vj. 1,8 Mio. EUR) enthalten, darunter 1,1 Mio. EUR (Vj. 0,8 Mio. EUR) aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten sowie 0,1 Mio. EUR (Vj. 0,6 Mio. EUR) aus Erstattungen und Versicherungsentschädigungen.

Die konzernweiten Materialaufwendungen / Aufwendungen für bezogene Leistungen haben sich in Summe auf 18,7 Mio. EUR (Vj. 15,1 Mio. EUR) erhöht. Der Anstieg resultiert in Höhe von + 2,5 Mio. EUR aus dem Teilkonzern HW und ist sowohl preis- als auch mengenbedingt.

Die Materialaufwandsquote hat sich von 15,5 % auf 17,3 % erhöht. Auf Konzernebene ist diese Kennzahl jedoch nicht aussagekräftig.

Die Zuwendungen an Arbeitnehmer haben sich gegenüber dem Vorjahr im Berichtszeitraum von 55,0 Mio. EUR auf 57,2 Mio. EUR, erhöht. Dies beruht primär auf einer Erhöhung im Segment „Beta Systems“ (45,2 Mio. EUR, Vj. 43,3 Mio. EUR).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen im Deutsche Balaton Konzern haben sich im Geschäftsjahr 2021 von 14,7 Mio. EUR auf 11,9 Mio. EUR verringert. Dabei entfallen auf Abschreibungen auf Sachanlagen 9,2 Mio. EUR (Vj. 6,4 Mio. EUR), auf immaterielle Vermögenswerte 2,4 Mio. EUR (Vj. 7,9 Mio. EUR) sowie auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,3 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beinhalteten im Vorjahr eine außerplanmäßige Firmenwertabschreibung in Höhe von 4,2 Mio. EUR aufgrund von zwei abgeschlossenen Spruchverfahren, die bei der Werthaltigkeitsbetrachtung des Firmenwerts berücksichtigt wurden.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit 23,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 leicht über dem Vorjahresniveau (20,6 Mio. EUR). Dies vor allem aufgrund höherer Devisenkursdifferenzen (1,8 Mio. EUR, Vj. 1,0 Mio. EUR).

Die Finanzerträge des Geschäftsjahres liegen mit 3,5 Mio. EUR erheblich unter dem Vorjahreswert von 19,0 Mio. EUR. Der Rückgang resultiert aus einmaligen Erträgen im Vorjahr aus dem Segment „Vermögensverwaltend“ (abgeschlossene Spruchverfahren in Höhe von 5,9 Mio. EUR sowie 9,7 Mio. EUR aus ausgeschütteten Gewinnanteilen des aufgegebenen, ehemaligen Segments „CornerstoneCapital“ aus dem Verkauf des Teilkonzerns EppsteinFOILS).

Die Finanzierungsaufwendungen liegen mit 1,9 Mio. EUR um 1,0 Mio. EUR insbesondere aufgrund niedrigerer Zinsaufwendungen im Segment „Vermögensverwaltend“ unter dem Vorjahreswert.

Der Ergebnisbeitrag der assoziierten Unternehmen (Gewinn- und Verlustanteile an Finanzanlagen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden) beträgt – 2,0 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR), vor allem aufgrund eines negativen Ergebnisbeitrags eines Unternehmens im Bereich Biotechnologie (- 1,8 Mio. EUR).

Das Ergebnis vor Ertragssteuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen des Geschäftsjahres liegt mit 29,2 Mio. EUR um 123,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswerts von 152,2 Mio. EUR. Es ermittelt sich dabei aus den Umsatzerlösen, der Bestandsveränderung, dem Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten, den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, den Zuwendungen an Arbeitnehmer, den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen, den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, den Finanzerträgen und – aufwendungen sowie den Ergebnisbeiträgen der assoziierten Unternehmen. Das Konzernbetriebsergebnis ist dabei stark von der Bewertungen der Finanzinstrumente im Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten bestimmt.

Die Ertragsteuern belasten das Ergebnis mit 2,5 Mio. EUR (Vj. 10,6 Mio. EUR) und resultieren aus dem Aufwand aus Ertragsteuern von 6,0 Mio. EUR (Vj. 6,5 Mio. EUR) und dem Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von + 3,5 Mio. EUR (Vj. – 4,1 Mio. EUR), der im Segment „Vermögensverwaltend“ anfällt.

Der Rückgang der tatsächlichen Ertragsteuern auf 3,5 Mio. EUR (Vj. 5,0 Mio. EUR) im Segment „Vermögensverwaltend“ ist auch auf geringere Gewerbesteueraufwendungen zurückzuführen. Im Segment „Beta Systems“ hat sich die tatsächliche Ertragssteuerbelastung gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR erhöht.

Wenngleich dies nur eine rechnerische Größe darstellt, beträgt der tatsächliche Konzernsteuersatz aufgrund vorstehender Erläuterungen + 8,7 % (Vj. 7,0 %).

Das Konzernergebnis nach Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2021 hat sich gegenüber dem Vorjahresergebnis inklusive des Ergebnisses nach Ertragssteuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich in Höhe von 3,6 Mio. EUR (Vj. – 0,8 Mio. EUR) mit 30,3 Mio. EUR (Vj. 140,8 Mio. EUR) deutlich verringert. Nach Berücksichtigung des den Minderheiten zuzurechnenden Ergebnisanteils ergibt sich für das Geschäftsjahr 2021 ein den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis von 35,1 Mio. EUR (Vj. 117,5 Mio. EUR). Auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen – 4,8 Mio. EUR (Vj. 23,2 Mio. EUR).

Das Gesamtergebnis des Konzerns des Geschäftsjahres 2021 („Comprehensive Income“) beläuft sich auf 30,8 Mio. EUR (Vj. 140,2 Mio. EUR), davon beträgt der Anteil der Gesellschafter der Deutsche Balaton AG 35,2 Mio. EUR (Vj. 116,7 Mio. EUR).

4.4. Vermögenslage

Das Konzernvermögen von 746,7 Mio. EUR (Vj. 703,4 Mio. EUR) ist vorwiegend langfristig und besteht überwiegend aus den dem Segment „Vermögensverwaltend“ zuzurechnenden Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten, den immateriellen Vermögenswerten inklusive Firmenwerten sowie den Sachanlagen und dem Working Capital in den operativ tätigen Gesellschaften.

4.4.1. Langfristige Vermögenswerte

Abb. 2: Zusammensetzung der langfristigen Vermögenswerte im Konzern

Die langfristigen Vermögenswerte sind um 13,8 Mio. EUR auf 521,4 Mio. EUR (Vj. 507,5 Mio. EUR) angestiegen.

27,5 Mio. EUR (Vj. 34,5 Mio. EUR) der langfristigen Vermögenswerte entfallen auf immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte. Der Rückgang von 7,1 Mio. EUR ist mit 4,7 Mio. EUR vor allem dem Ausweis der EUROPIN als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ geschuldet. Im Segment „Beta Systems“ gingen die immateriellen Vermögenswerte vor allem aufgrund von planmäßigen Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen und dem Verkauf der LYNET (0,9 Mio. EUR) um 2,0 Mio. EUR auf 22,4 Mio. EUR (Vj. 24,4 Mio. EUR) zurück.

Der Bilanzposten „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ ist insbesondere aufgrund des Statuswechsels der die Immobilien haltenenden CARUS AG im Segment „Vermögensverwaltend“ um 1,2 Mio. EUR auf 9,6 Mio. EUR gesunken.

Die Sachanlagen im Konzern haben sich um 8,9 Mio. EUR auf 22,6 Mio. EUR (Vj. 31,5 Mio. EUR) vermindert. Der Rückgang resultiert in Höhe von 4,4 Mio. EUR aus dem Ausweis der EUROPIN als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“. Der Rückgang von 3,2 Mio. EUR im Segment „Beta Systems“ resultiert überwiegend aus der planmäßigen Abschreibung von Gebäudenutzungsrechten (IFRS 16) und der LYNET Veräußerung (1,3 Mio. EUR).

Den Biologischen Vermögenswerten wird zum Geschäftsjahresende 2021 wie im Vorjahr kein Wert mehr beigemessen.

Die Anteile an assoziierten Unternehmen haben sich auf 28,8 Mio. EUR (Vj. 24,6 Mio. EUR) erhöht. Die Veränderung um 4,1 Mio. EUR resultiert insbesondere aus dem neuen assoziierten Unternehmen Pflegeplatzmanager (+ 9,2 Mio. EUR) und der Umgliederung der Grounds Real Estate AG (Vj. 5,8 Mio. EUR) in „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ innerhalb der Bilanzposition "andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte".

Die Bilanzposition andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte beläuft sich auf 429,5 Mio. EUR (Vj. 402,9 Mio. EUR) und enthält überwiegend börsennotierte Wertpapiere sowie sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte. Der Anstieg um 26,6 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus den folgenden Effekten:

Investitionen bei den anderen langfristigen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten in Höhe von + 124,3 Mio. EUR (Vj. + 150,6 Mio. EUR)

Desinvestitionen bei den anderen langfristigen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten in Höhe von – 53,3 Mio. EUR (– 120,6 Mio. EUR)

zuzurechnendes Bewertungsergebnis in Höhe von – 33,5 Mio. EUR (Vj. + 66,0 Mio. EUR)

Umklassifizierungen und Umgliederungen in Höhe von – 13,6 Mio. EUR (– 4,6 Mio. EUR)

Von den anderen langfristigen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten betreffen 43,6 Mio. EUR Anteile an einem kanadischen Rohstoffunternehmen, 16,0 Mio. EUR Anteile an einem australischen Rohstoffunternehmen, 15,7 Mio. EUR Anteile an einem Unternehmen im Bereich Wasserstoffantrieb, 15,4 Mio. EUR Anteile an einem Unternehmen im Bereich analoger und digitaler Druck, 14,5 Mio. EUR Anteile an einem Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde wiederum verstärkt im Rohstoffbereich - vorwiegend in Australien und Kanada – investiert. Nachdem im Vorjahr noch rd. 32 % der langfristigen Finanzanlagen den Rohstoffsektor betrafen, summiert sich deren Anteil zum Bilanzstichtag auf nunmehr 50 %. Von diesen Unternehmen sind wiederum rund 55 % mehrheitlich im Goldsektor tätig.

10 % der Beteiligungen sind im Bereich Maschinenbau und Technologie (Vj. 11 %), 9 % (Vj. 9 %) im Bereich Software, IT und Internet und 6 % betreffen den Energiesektor (Vj. 8 %).

Die weitere Branchenverteilung innerhalb der anderen langfristigen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerte kann der nachfolgenden Grafik entnommen werden.

Abb. 3: Branchenverteilung der langfristigen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 1,9 Mio. EUR (Vj. 1,8 Mio. EUR) beinhalten mehrheitlich Rückdeckungsansprüche gegenüber Versicherungen für Pensionsverpflichtungen.

Die latenten Steuererstattungsansprüche sind um 0,2 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR gestiegen.

4.4.2. Kurzfristige Vermögenswerte

Abb. 4: Zusammensetzung der kurzfristigen Vermögenswerte im Konzern

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich um 29,4 Mio. EUR auf 225,3 Mio. EUR (Vj. 195,9 Mio. EUR) erhöht.

Der Rückgang der Vorräte um 2,6 Mio. EUR auf 0,8 Mio. EUR (Vj. 3,4 Mio. EUR) ist überwiegend auf den Ausweis der EUROPIN als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ zurückzuführen (– 2,4 Mio. EUR).

Die Fertigungsaufträge (POC) in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,05 Mio. EUR) betreffen das Segment „Beta Systems“.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich mit 23,9 Mio. EUR (Vj. 25,6 Mio. EUR) um 1,6 Mio. EUR vermindert. Wesentlicher Effekt ist hierbei der Ausweis der EUROPIN als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ (1,9 Mio. EUR). Im Segment „Beta Systems“ blieben die Forderungen mit 23,4 Mio. EUR konstant gegenüber dem Vorjahr.

Die laufenden Steuererstattungsansprüche reduzierten sich von 1,8 Mio. EUR auf 1,5 Mio. EUR.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte haben sich von 4,4 Mio. EUR auf 11,4 Mio. EUR aufgrund von kurzfristigen Darlehen in Höhe von 6,6 Mio. Euro. erhöht.

Die Bilanzposition andere kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte beläuft sich auf 113,7 Mio. EUR (Vj. 54,9 Mio. EUR) und beinhaltet insbesondere börsennotierte Wertpapiere sowie kurzfristige sonstige Forderungen aus dem Segment „Vermögensverwaltend“. Die wesentlichen Investitionen innerhalb dieser Bilanzposition sind Anteile an einem Unternehmen im Bereich Wasserstoffantrieb (14,2 Mio. EUR) sowie Anteile an einem australischen Rohstoffunternehmen (11,8 Mio. EUR).

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich zum Bilanzstichtag um 46,0 Mio. EUR auf 55,3 Mio. EUR reduziert. Der deutliche Rückgang ist auf eine erhöhte Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2021 im Segment „Vermögensverwaltend“ (- 42,2 Mio. EUR) zurückzuführen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Segment „Beta Systems“ sind im Vorjahresvergleich mit 15,1 Mio. EUR (Vj. 15,3 Mio. EUR) relativ konstant.

Der Ausweis der EUROPIN als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ reduziert den Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 3,5 Mio. EUR.

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beinhalten die Vermögenswerte des Teilkonzerns EUROPIN, insbesondere Immaterielle Vermögenswerte und Firmenwerte in Höhe von 4,7 Mio. EUR, Sachanlagen in Höhe von 4,4 Mio. EUR sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 3,5 Mio. EUR. Ein Vergleich mit den Vorjahreswerten ist nicht aussagekräftig, da in dieser Position zum Bilanzstichtag 2020 das ehemalige Segment „ConerstoneCapital“ als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen wurde.

4.4.3. Eigenkapital

Abb. 5: Zusammensetzung des Konzerneigenkapitals

Das gezeichnete Kapital hat sich mit 104.768,00 EUR gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. (Vj. 104.768,00 EUR).

Die eigenen Anteile von 0,2 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR) sind gegenüber dem Vorjahr unverändert und werden vom Eigenkapital abgesetzt.

Die übrigen Rücklagen in Höhe von – 1,3 Mio. EUR (Vj. – 1,3 Mio. EUR) enthalten neben der Rücklage für versicherungsmathematische Verluste in Höhe von – 0,7 Mio. EUR (Vj. – 0,8 Mio. EUR) auch den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung in Höhe von – 0,6 Mio. EUR (Vj. – 0,5 Mio. EUR).

Die Gewinnrücklage hat sich auf 373,1 Mio. EUR (Vj. 337,0 Mio. EUR) erhöht. Der Anstieg um 36,1 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus den auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Gewinne der Periode in Höhe von 35,1 Mio. EUR (Vj. 117,5 Mio. EUR).

Das Eigenkapital der Anteilseigener des Mutterunternehmens summiert sich auf 430,6 Mio. EUR (Vj. 394,4 Mio. EUR). Unter Berücksichtigung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter in Höhe von 156,7 Mio. EUR (Vj. 154,7 Mio. EUR) hat sich das Konzerneigenkapital auf 587,4 Mio. EUR (Vj. 549,1 Mio. EUR) erhöht.

4.4.4. Langfristige Schulden

Abb. 6: Zusammensetzung der langfristigen Schulden im Konzern

Die langfristigen Schulden haben sich im Jahresvergleich auf 40,5 Mio. EUR (Vj. 53,8 Mio. EUR) reduziert.

Dabei hat sich das sonstige von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestellte Kapital von 0,1 Mio. EUR auf 0,2 Mio. EUR erhöht.

Der Bilanzposten Leistungen an Arbeitnehmer mit 4,8 Mio. EUR (Vj. 5,2 Mio. EUR) betrifft Pensionsrückstellungen bei der Beta Systems Software AG und deren Tochterunternehmen sowie bei der MISTRAL Media AG.

Die langfristigen finanziellen Schulden sind um 8,8 Mio. EUR auf 29,9 Mio. EUR (Vj. 38,7 Mio. EUR) gesunken. Der Rückgang ist vor allem auf eine Reduktion der langfristigen Bankdarlehen (- 7,0 Mio. EUR), dies sowohl im Segment „Vermögensverwaltend“ (- 4,2 Mio. EUR) als auch im Segment „Beta Systems“ (- 1,6 Mio. EUR), aufgrund von planmäßigen Tilgungen der Leasingverbindlichkeiten im Segment „Beta Systems“ (- 1,9 Mio. EUR) zurückzuführen.

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind um 0,1 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR zurückgegangen.

Der Rückgang der passiven latenten Steuern auf 5,2 Mio. EUR (Vj. 9,3 Mio. EUR) ergibt sich hauptsächlich aufgrund des erfolgten Verkaufs von Genussscheinen im Segment „Vermögensverwaltend“.

4.4.5. Kurzfristige Schulden

Abb. 7: Zusammensetzung der kurzfristigen Schulden im Konzern

Die kurzfristigen Schulden haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 18,3 Mio. EUR erhöht und betragen zum Bilanzstichtag 118,8 Mio. EUR (Vj. 100,5 Mio. EUR). Der Anstieg ist dabei im Umfang von 21,2 Mio. EUR insbesondere dem Segment „Vermögensverwaltend“ zuzuordnen.

Der Anstieg der kurzfristigen finanziellen Schulden um 15,4 Mio. EUR auf 80,6 Mio. EUR (Vj. 65,2 Mio. EUR) ist insbesondere der Aufnahme neuer kurzfristiger Bankdarlehen im Segment Vermögensverwaltend (13,3 Mio. EUR) zurückzuführen. Im Segment „Beta Systems“ sind die kurzfristigen finanziellen Schulden unverändert.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind auf 3,5 Mio. EUR (Vj. 3,2 Mio. EUR) gestiegen.

Die laufenden Steuerschulden haben sich auf 5,6 Mio. EUR (Vj. 5,1 Mio. EUR) erhöht, was vor allem einer Erhöhung der laufenden Steuerschulden im Segment „Beta Systems“zurückzuführen ist (+ 0,8 Mio. EUR). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten ist um 0,4 Mio. EUR auf 0,5 Mio. EUR gestiegen.

Die Vertragsverbindlichkeiten, die erhaltene Zahlungen aus zeitlich abgegrenzten Wartungsverträgen umfassen, betreffen ausschließlich das Segment „Beta Systems“ und haben sich auf 9,1 Mio. EUR (Vj. 9,4 Mio. EUR) vermindert.

Die sonstigen kurzfristigen Schulden verminderten sich auf 13,1 Mio. EUR (Vj. 14,9 Mio. EUR) aufgrund geringerer Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer (- 0,3 Mio. EUR) und geringerer sonstigen Rückstellungen (- 0,3 Mio. EUR).

Es handelt sich hierbei überwiegend um Verbindlichkeiten gegenüber Personal in Höhe von 7,7 Mio. EUR (Vj. 7,4 Mio. EUR), Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 0,9 Mio. EUR (Vj. 1,6 Mio. EUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 4,3 Mio. EUR (Vj. 5,8 Mio. EUR).

Die Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten betragen 6,3 Mio. EUR und betreffen die kurz- und langfristigen Schulden des Teilkonzerns EUROPIN.

4.4.6. Konzernbilanzsumme

Die Konzernbilanzsumme beträgt zum Stichtag 746,7 Mio. EUR (Vj. 703,4 Mio. EUR). Bei einem Konzerneigenkapital von 587,4 Mio. EUR (Vj. 549,1 Mio. EUR) ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 78,7 % (Vj. 78,1 %). Unter Herausrechnung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ergibt sich eine Eigenkapitalquote in Höhe von 73,0 % (Vj. 71,9 %).

4.5. Finanzlage

4.5.1. Ziele des Finanzmanagements (Finanzstrategie)

Das Finanzmanagement der Deutsche Balaton dient der dauerhaften Sicherstellung der Liquidität im Konzern und der Schaffung einer angemessenen Eigenkapitalausstattung der Konzerngesellschaften. Wo dies möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, reduziert die Deutsche Balaton im Konzern finanzielle Risiken. Eine Konzerninnenfinanzierung stellt verschiedenen Konzerngesellschaften in bestimmtem Umfang Finanzmittel zur Verfügung ohne einen konzerninternen Finanzausgleich herbeizuführen. Sie ermöglicht einzelnen Konzerngesellschaften oftmals eine einfachere Refinanzierung aus freien liquiden Mitteln anderer Konzerngesellschaften. Langfristige Beziehungen zu Hausbanken unterstützen den Zugang zu Finanzmitteln.

Sofern notwendig, wird durch den aktiven Einsatz von Finanzinstrumenten in Fremdwährung der Einfluss von Preisveränderungen an den Währungsmärkten, die sich auf Liquiditätsströme und die Bewertung von in Fremdwährung bewerteten Vermögenswerten und Schulden auswirken können, auf das Konzernergebnis reduziert. Die Absicherungsgeschäfte werden unter Wertgesichtspunkten und Markteinschätzungen vorgenommen. Die Überwachung und der Einsatz von Finanzinstrumenten erfolgen jeweils auf Ebene der Konzerngesellschaften und werden somit nicht konzernweit gesteuert.

Bei der Deutsche Balaton AG sind für Abläufe und Verantwortlichkeiten wesentlicher Vorgänge interne Richtlinien definiert. Es besteht außerdem ein grundsätzliches Vier-Augen-Prinzip sowie eine Trennung der Bereiche Finanzauszahlung und Buchhaltung. Jedoch verfügen die Vorstandsmitglieder teilweise über unbeschränkte Einzelzeichnungsberechtigungen bei den Geschäftsbanken. Die weiteren Konzerngesellschaften legen für ihren Bereich jeweils in eigener Verantwortung Richtlinien für die Ablauf- und Verantwortungsorganisation fest.

Die bei der Deutsche Balaton AG verfolgte Nulldividendenpolitik unterstützt die Ziele des Finanzmanagements zum Eigenkapitalaufbau und zur Aufrechterhaltung einer größtmöglichen Unabhängigkeit.

Zwar tritt der Konzern nach außen nicht vollständig als finanzielle Einheit auf, über eine Vereinheitlichung der Hausbanken bestimmter Konzernunternehmen konnte aber eine Vereinheitlichung und Optimierung der Bank- und Kreditkonditionen im Konzern sowie für die jeweiligen Einzelgesellschaften erreicht werden.

Die Deutsche Balaton AG sieht die Begebung einer längerfristigen Unternehmensanleihe grundsätzlich als ein geeignetes Instrument zur weiteren Optimierung ihrer Finanzstruktur und langfristigen Sicherung des aktuellen Zinsniveaus an. Die Bedingungen am Kapitalmarkt für eine Publikumsplatzierung sind jedoch für die Deutsche Balaton AG, unter anderem aufgrund zu hoher Zinsen für Mittelstandsanleihen, weiter nicht attraktiv. Eine Platzierung von Unternehmensanleihen bei institutionellen Investoren ist für eine Beteiligungsgesellschaft schwierig.

Seit dem Jahr 2015 erfolgt mit der Beta Systems Software AG ein Cash-Pooling in der Art, dass die Beta Systems Software AG der Deutsche Balaton AG Liquidität für einen fest vereinbarten Zeitraum zur Verfügung stellt. Die Beta Systems Software AG erhält hierfür entsprechende Sicherheiten. Sofern seitens der Beta Systems Software AG ein Liquiditätsbedarf besteht, kann diese ebenfalls Liquidität im Rahmen des Cash-Poolings in Anspruch nehmen. Hierdurch wurde eine konzerninterne Optimierung des Finanzmanagements zwischen beiden Gesellschaften erreicht und die Finanzierung durch Banken reduziert.

4.5.2. Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur der Deutsche Balaton ist von einer hohen Eigenkapitalquote geprägt. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die bestehende Kapitalstruktur zum 31. Dezember 2021:

Abb. 8: Kapitalstruktur im Konzern

Die bilanzielle Nettoverschuldung im Deutsche Balaton Konzern hat sich aufgrund des Rückgangs der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie dem Anstieg der kurzfristigen finanziellen Schulden zum Stichtag gegenüber dem Vorjahr deutlich um 52,6 Mio. EUR auf 55,3 Mio. EUR (Vj. 2,7 Mio. EUR) erhöht. Sie ermittelt sich durch die Saldierung der Finanzschulden in Höhe von 110,5 Mio. EUR (Vj. 103,9 Mio. EUR) mit den auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 55,3 Mio. EUR (Vj. 101,2 Mio. EUR).

Die Fremdkapitalquote liegt zum 31. Dezember 2021 bei 21,3 % und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,6 %-Punkte verringert. Die Eigenkapitalquote ist gegenüber dem Vorjahr von 78,1 % auf 78,7 % gestiegen, liegt somit deutlich über 50 % und verschafft dem Konzern im Zusammenhang mit der Konzernfinanzierung unverändert ein hohes Maß an Unabhängigkeit.

Neben den aus dem laufenden Geschäft generierten Zahlungsmittelzuflüssen basiert die Finanzierung im Konzern aus der konzerninternen Finanzierung und auf von Banken in Form von Krediten zur Verfügung gestelltem Fremdkapital. Soweit Bankkredite zur Finanzierung von Investitionsvorhaben im Segment „Vermögensverwaltend“ eingesetzt werden, sind diese überwiegend als mit kurzfristiger Laufzeit aufgenommene Festkredite oder als Kontokorrentlinie vereinbart. Dabei orientiert sich der Zinssatz zumeist an den Geldmarktzinsen zuzüglich einer bonitätsabhängigen Marge. Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen in operativ tätigen Einheiten sowie bei den Immobilienunternehmen werden in der Regel durch mittel- und langfristig laufende Bankkredite finanziert.

Fälligkeitsanalyse der Restlaufzeiten der finanziellen Schulden

Die Restlaufzeiten zum 31. Dezember 2021 gliedern sich wie folgt:

in TEUR täglich fällig bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Finanzielle Schulden (kurzfristig) 19.194 61.401 0 0
Finanzielle Schulden (langfristig) 0 0 29.919 0
19.194 61.401 29.919 0

Die Auszahlungen stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 1 bis 5 Jahre Zinsen Tilgung über 5 Jahre Zinsen Tilgung
Finanzielle Schulden (langfristig) 29.919 943 29.919 0 0 0

Die Kreditlinien bei Geschäftsbanken betragen zum Bilanzstichtag 133.600 TEUR (Vj. 141.800 TEUR) und werden wie im Vorjahr zum Stichtag nur teilweise in Anspruch genommen.

Die Zinssätze für Kontokorrentkredite bei Kreditinstituten orientieren sich an den Geldmarktsätzen. Der von der Gesellschaft zu zahlende Aufschlag auf die Geldmarktsätze beträgt in der Regel 100 bis 190 Basispunkte. Darüber hinaus bestehen kurzfristige (teilweise jedoch nicht in Anspruch genommene) Festzinskredite mit Zinssätzen zwischen 0,15 % und 9,56 % (Vj. 0,15 % bis 10,00 %). Fällige Darlehen und Kreditlinien wurden, sofern sie nicht zurückgeführt wurden, durch Anschlussverträge verlängert.

4.5.3. Liquidität

Im Hinblick auf die Finanzlage sieht sich die Deutsche Balaton gut aufgestellt. Die Gesellschaft konnte ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen. Die vorhandene Liquidität reicht zur Finanzierung der Investitionsvorhaben und zur Deckung der laufenden Kosten aus.

Die Zahlungsströme im Konzern sind wesentlich durch das Beteiligungsgeschäft geprägt. Rückflüsse aus Investitionen, welche die Mittelzuflüsse wesentlich bestimmen, erfolgen zeitlich unregelmäßig und sind kaum plan- und vorhersehbar. Der Cashflow entwickelt sich daher ebenso wie das Konzernjahresergebnis unregelmäßig.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Einzahlungen aus dem Verkauf von kurzfristigen Finanzinstrumenten sowie die Auszahlungen aus dem Kauf von kurzfristigen Finanzinstrumenten dem Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit zugerechnet sind, während die Einzahlungen aus dem Verkauf von langfristigen Wertpapieren, At-Equity-Beteiligungen und Tochtergesellschaften in dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit enthalten sind.

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2021 – 34,3 Mio. EUR (Vj. + 18,3 Mio. EUR). Das Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten in Höhe von – 22,1 Mio. EUR (Vj. – 136,6 Mio. EUR) enthält die in Kapitel 4.3 aufgeführten positiven und negativen Bewertungseffekte. Das Ergebnis aus dem Abgang vollkonsolidierter Unternehmen mit 6,3 Mio. EUR (Vj. 8,5 Mio. EUR) betrifft überwiegend den Abgang der im ehemaligen Segment „CornerstoneCapital“ enthaltenen Gesellschaften. Die erhaltenen Finanzerträge in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vj. 8,3 Mio. EUR) betreffen erhaltene Zinsen der 2Invest AG und der Deutsche Balaton AG.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien in Höhe von 11,1 Mio. EUR (Vj. 16,0 Mio. EUR) setzen sich aus Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 2,4 Mio. EUR (Vj. 8,4 Mio. EUR), Ab- und Zuschreibungen auf Sachanlagen von 8,3 Mio. EUR (Vj. 7,3 Mio. EUR) sowie Abschreibungen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien von unverändert 0,3 Mio. EUR zusammen und betreffen überwiegend die operativ tätigen Konzerneinheiten.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beträgt – 25,9 Mio. EUR (Vj. + 92,9 Mio. EUR). Die Einzahlungen aus Abgängen von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind aufgrund einer im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren Veräußerungsaktivität auf 116,7 Mio. EUR (Vj. 189,1 Mio. EUR) gesunken. Die gleichzeitige Reduktion der Auszahlungen für die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen und sonstigen finanziellen Vermögenswerte auf – 144,4 Mio. EUR (Vj. – 158,5 Mio. EUR) spiegelt das insgesamt niedrigere Transaktionsvolumen des Berichtsjahres wider. Die Auszahlungen für Unternehmenserwerbe abzüglich erworbener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen im Geschäftsjahr – 0,2 Mio. EUR (Vj. + 60,0 Mio. EUR), wobei das Vorjahr durch die erstmalige Konsolidierung der 2invest AG im Segment „Vermögensverwaltend“ geprägt war.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf + 16,8 Mio. EUR (Vj. – 48,1 Mio. EUR). Hierfür ist im Wesentlichen die Aufnahme von kurzfristigen Darlehensverbindlichkeiten (+ 13,3 Mio. EUR) im Segment „Vermögensverwaltend“ verantwortlich.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen, inklusive 3,5 Mio. EUR der EUROPIN, die als „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ ausgewiesen werden, zum Bilanzstichtag 58,8 Mio. EUR (Vj. 102,2 Mio. EUR).

Die ausführliche Konzern-Kapitalflussrechnung wird im Konzernabschluss dargestellt.

Zum Bilanzstichtag bestanden bei der Deutsche Balaton unter Berücksichtigung verfügbarer Beleihungswerte freie Kreditlinien im Volumen von 3,0 Mio. EUR (Vj. 19,7 Mio. EUR). Im Segment „Vermögensverwaltend“ ist die Inanspruchnahme durch den Wert der beleihungsfähigen Wertpapiere begrenzt. Als weitere Liquiditätsquellen dienen zukünftige Mittelzuflüsse aus der Geschäftstätigkeit sowohl im operativen Bereich wie auch im Beteiligungsgeschäft.

4.5.4. Investitionen

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf 4,8 Mio. EUR (Vj. 5,3 Mio. EUR) und betrafen überwiegend den Erwerb immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen in den Segmenten „Vermögensverwaltend“, v.a. den Teilkonzern 4basebio. Schwerpunkt der Investitionen stellten wie im Vorjahr als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige finanzielle Vermögenswerte mit 144,4 Mio. EUR (Vj. 158,5 Mio. EUR) dar. Der wesentliche Teil hiervon betrifft Investitionen in Wertpapiere innerhalb des Segments „Vermögensverwaltend“. Aufgrund der Besonderheiten des Beteiligungsgeschäfts, bei dem Investitionen oftmals vor einem mehrjährigen Erwartungshorizont erfolgen, ist die Entwicklung des Cashflows aus Investitionstätigkeit nur beschränkt aussagekräftig.

4.6. Entwicklung der Konzernsegmente

Im Rahmen der nachfolgenden Darstellung wird auf die Entwicklung der einzelnen Segmente eingegangen. Diese Darstellung ist zusammen mit der Segmentberichterstattung im Konzernanhang zu sehen.

4.6.1. Segment „Vermögensverwaltend“

Das Segment „Vermögensverwaltend“ beinhaltet alle Unternehmen des Deutsche Balaton Konzerns, die einen langfristigen Vermögensaufbau mit dem Ziel einer angemessenen Kapitalverzinsung betreiben und nicht dem Segment „Beta Systems“ zugeordnet sind.

Die Umsatzerlöse des Segments stiegen im Geschäftsjahr 2021 u.a. bedingt durch 2,4 Mio. EUR höhere Umsätze im Teilkonzern HW auf 32,4 Mio. EUR (Vj. 28,5 Mio. EUR).

Das Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten beläuft sich im Geschäftsjahr 2021 im Segment „Vermögensverwaltend“ auf 22,1 Mio. EUR (Vj. 136,6 Mio. EUR).

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge auf 8,7 Mio. EUR (Vj. 5,2 Mio. EUR resultiert insbesondere aus dem Verkauf von Anteilen an einem assoziierten Unternehmen (1,4 Mio. EUR) und dem Verkauf von Anteilen an einer Tochtergesellschaft im Immobilienbereich (2,2 Mio. EUR).

Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe haben sich um 3,0 Mio. EUR auf 13,7 Mio. EUR erhöht, was insbesondere auf den Teilkonzern HW zurückzuführen ist (+ 2,5 Mio. EUR).

Die Zuwendungen an Arbeitnehmer sind mit 12,0 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben (Vj. 11,7 Mio. EUR).

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden in Höhe von 6,6 Mio. EUR (Vj. 9,3 Mio. EUR) erfasst. Der Rückgang ist insbesondere auf die Firmenwertabschreibung bei der Sparta AG im Vorjahr 2020 zurückzuführen aufgrund des Abschlusses von zwei Spruchverfahren, die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei der Erstkonsolidierung entsprechend als Firmenwert berücksichtigt worden waren.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 14,3 Mio. EUR (Vj. 11,5 Mio. EUR), wobei der Anstieg u.a. auf Devisenkursdifferenzen (+ 1,2 Mio. EUR) zurückzuführen ist.

Die Finanzerträge im Segment „Vermögensverwaltend" in Höhe von 3,4 Mio. EUR (Vj. 19,5 Mio. EUR) resultieren im Wesentlichen aus Zinserträgen. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert resultiert dabei insbesondere aus Zinserträgen aus den beiden im Vorjahr abgeschlossenen Spruchverfahren in Höhe von 5,9 Mio. EUR sowie in Höhe von 9,7 Mio. EUR aus ausgeschütteten Gewinnanteilen des aufgegebenen, ehemaligen Segments „CornerstoneCapital“ aus dem Verkauf des Teilkonzerns EppsteinFOILS.

Die Finanzierungsaufwendungen belaufen sich auf 1,9 Mio. EUR (Vj. 3,8 Mio. EUR) und beinhalten im Wesentlichen Zinsen gegenüber Banken und sonstigen Dritten. Der Zinsaufwand gegenüber der Beta Systems Software AG im Rahmen der Cash-Pools betrug 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio. EUR).

Die Gewinn- und Verlustanteile aus assoziierten Unternehmen betrugen – 2,0 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR).

Insgesamt beläuft sich das Segmentergebnis vor Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2021 auf 19,4 Mio. EUR (Vj. 143,1 Mio. EUR). Das Ergebnis nach Steuern beträgt 20,4 Mio. EUR (Vj. 134,6 Mio. EUR).

Das Segmentvermögen, das alle aktiven Bilanzposten mit Ausnahme von Steuerforderungen für laufende und latente Steuern umfasst, ist von 654,7 Mio. EUR auf 703,1 Mio. EUR gestiegen und wird dominiert von den anderen langfristigen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 466,6 Mio. EUR (Vj. 443,9 Mio. EUR).

Hiervon betreffen 43,6 Mio. EUR Anteile an einem kanadischen Rohstoffunternehmen, 16,0 Mio. EUR Anteile an einem australischen Rohstoffunternehmen, 15,7 Mio. EUR Anteile an einem Unternehmen im Bereich Wasserstoffantrieb, 15,4 Mio. EUR Anteile an einem IT- und Softwareunternehmen sowie 14,5 Mio. EUR Anteile an einem Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen.

Die Segmentschulden, die operative Schulden des Segments ohne Berücksichtigung laufender und latenter Steuern umfassen, haben sich auf 151,2 Mio. EUR (Vj. 131,3 Mio. EUR) erhöht. Die kurzfristigen finanziellen Schulden erhöhten sich insgesamt um 17,0 Mio. EUR auf 77,7 Mio. EUR. Die langfristigen finanziellen Schulden reduzierten sich um 2,3 Mio. EUR auf 24,9 Mio. EUR.

Für das Segment „Vermögensverwaltend“ hat der Vorstand für das Geschäftsjahr 2021 ursprünglich eine Veränderung des IFRS-Eigenkapitals in Höhe von 0 % bis + 15 % prognostiziert.

Bei einem Anstieg des IFRS-Eigenkapitals der Anteilseigner der Deutsche Balaton AG um 30,7 Mio. EUR (Vj. 115,1 Mio. EUR) ergibt sich eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr von + 8,0 %. Die ursprüngliche Prognose wurde somit erreicht.

4.6.2. Segment „Beta Systems“

Die Deutsche Balaton AG hält zum Ende des Geschäftsjahres mittelbar und unmittelbar einen Anteil von 72 % an der Beta Systems Software AG.

Abb. 9: Zusammensetzung der Umsatzerlöse im Segment „Beta Systems“

Im Segment „Beta Systems“ sind die Umsatzerlöse der Beta Systems Software AG und deren Tochtergesellschaften mit 75,5 Mio. EUR um 8,9 % gegenüber dem Vorjahr (Vj. 69,3 Mio. EUR) deutlich angestiegen. Der Anstieg um 6,2 Mio. EUR ist vor allem auf die Übernahme des Geschäftsbetriebs ATICS für den Bereich Service, dem Zykluseffekt des Lizenzgeschäfts sowie dem Wachstum bei Bestandskunden zurückzuführen. In den Umsatzerlösen sind die Wartungserlöse mit 35,5 Mio. EUR (Vj. 34,3 Mio. EUR) weiterhin größter Bestandteil. Die Erlöse aus Service mit 20,7 Mio. EUR (Vj. 18,8 Mio. EUR) und die Lizenzerlöse mit 18,8 Mio. EUR (Vj. 15,1 Mio. EUR) konnten im abgelaufenen Jahr ebenfalls gesteigert werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge, die v.a. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Erträge aus der Untervermietung von Büroräumen beinhalten, blieben im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil bei 1,7 Mio. EUR (Vj. 1,6 Mio. EUR)

Aufgrund des Geschäftsmodells des Segments „Beta Systems“ sind die Aufwendungen für bezogene Leistungen weitgehend losgelöst von der Umsatzentwicklung des Segments. Die Erbringung der Leistungen zur Erzielung der Umsatzerlöse erfolgt überwiegend durch eigene Mitarbeiter. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen erhöhten sich im Jahr 2021 teils akquisitionsbedingt um 0,6 Mio. EUR auf 5,0 Mio. EUR.

Die Zuwendungen an Arbeitnehmer erhöhten sich um 1,9 Mio. EUR auf 45,2 Mio. EUR, was insbesondere auf die Übernahme des Geschäftsbetriebs ATICS für den Bereich Service, einen weiteren Personalaufbau im Zuge des organischen Wachstums, höhere Boni sowie generelle Gehaltssteigerungen zurückzuführen ist.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen waren mit 5,3 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (Vj. 5,4 Mio. EUR) relativ konstant. Ein Großteil der Abschreibungen bezieht sich dabei auf planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte (IFRS 16) und im Zuge von Kaufpreisallokationen aktivierte Vermögenswerte.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 9,5 Mio. EUR auf einem mit dem Vorjahr vergleichbaren Niveau (Vj. 9,4 Mio. EUR). Dies vor allem aufgrund der durch die Corona-Pandemie weiterhin stark eingeschränkten Reisetätigkeit. Einsparungen bei den Raumnebenkosten standen höhere Beratungskosten für verschiedene Projekte gegenüber.

Unter Berücksichtigung eines aufgrund geringerer Cashpool-Einlagen mit der Deutsche Balaton AG gegenüber dem Vorjahr geringeren Finanzergebnisses in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vj. 0,5 Mio. EUR) ergibt sich ein Segmentergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von 12,3 Mio. EUR (Vj. 8,9 Mio. EUR).

Das Segmentvermögen beläuft sich auf 113,5 Mio. EUR (Vj. 108,8 Mio. EUR). Während der Bestand an immateriellen Vermögenswerten und Firmenwerten sowie Sachanlagen als Folge der LYNET Veräusserung und planmäßiger Abschreibungen rückläufig war (- 2,0 Mio. EUR bzw. - 3,2 Mio. EUR) blieben die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (- 0,1 Mio. EUR) und der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten relativ konstant (- 0,2 Mio. EUR).

Die Segmentschulden haben sich auf 35,1 Mio. EUR (Vj. 39,3 Mio. EUR) reduziert. Der Rückgang von 4,2 Mio. EUR resultiert vor allem aus der teilweisen Tilgung langfristiger Bankdarlehen (- 1,6 Mio. EUR) und geringeren langfristigen Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) (- 1,9 Mio. EUR).

Für das Segment „Beta Systems“ wurde auf Basis der Erwartungshaltung zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses 2020 für das Kalenderjahr 2021 ein Umsatz zwischen 70,0 Mio. EUR und 75,0 Mio. EUR und ein operatives Ergebnis (Definition siehe Kapitel 3.3.3) zwischen 8,0 Mio. EUR bis 11,0 Mio. EUR prognostiziert. Die Umsatzerlöse mit 75,5 Mio. EUR und das operative Ergebnis mit 12,3 Mio. EUR liegen somit beide oberhalb der prognostizierten Bandbreite.

4.7. Vergleich der im Vorjahr berichteten Prognosen mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung

Veränderung des IFRS-Eigenkapitals

Prognose 2021 Ist 2021
Deutsche Balaton Konzern 5 % bis + 20 % + 8,6 % Prognose erreicht
Segment „Vermögensverwaltend“ 0 % bis 15 % + 8,0 % Prognose erreicht

Für das Geschäftsjahr 2021 wurde im Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2020 eine Veränderung des IFRS-Eigenkapitals sowohl auf Konzernebene als auch bezogen auf das Segment „Vermögensverwaltend“ in Höhe von 0 % bis 15 % prognostiziert. Auf Konzernebene sowie auf Ebene des Segments „Vermögensverwaltend“ wurde die ursprüngliche Prognose damit erreicht. Im Verlauf des Jahres wurde die Prognose für die Veränderung des IFRS-Eigenkapitals auf Konzernebene aufgrund der besser als erwarteten Gesamtmarktentwicklung sowie aufgrund erfolgreicher Unternehmensverkäufe am 30. August 2021 auf 5 % bis 20 % angepasst. Auch diese Prognose wurde somit erreicht.

Operative Entwicklung

in Mio. EUR Prognose 2021 Ist 2021
Segment „Beta Systems“ Umsatz 70,0 – 75,0 75,5 Prognose übertroffen
EBIT 8,0 – 11,0 12,3 Prognose übertroffen *
Operative Konzernunternehmen Umsatz 92,0 – 101,0 103,4 Prognose übertroffen *
EBIT 12,0 – 17,0 14,7 Prognose erreicht *

* ohne Bereinigung um Konsolidierungskreiseffekte

Bei den erzielten Umsätzen in 2021 lagen die Gesellschaften im Segment „Beta Systems“ und die Teilkonzerne HW und EUROPIN zumindest leicht über der jeweiligen Prognose, wodurch auch die Gesamtprognose übertroffen wurde. Beim EBIT lagen vor allem die Gesellschaften im Segment „Beta Systems“ über den Erwartungen.

Über das ehemalige Segment „CornerstoneCapital“ wird nach Entkonsolidierung der verbliebenen Gesellschaften per 30. Juni 2021 nicht mehr separat Bericht erstattet.

4.8. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

Für die Deutsche Balaton AG wird die Höhe des Konzernergebnisses ganz wesentlich von den unregelmäßig erfolgenden Beteiligungsverkäufen voll- und at Equity-konsolidierter Unternehmen sowie den Aufwendungen und Erträgen aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten bestimmt. Infolge dessen schwankt das Konzernergebnis in Abhängigkeit von der Anzahl und dem Volumen der verkauften Beteiligungen sowie des sich ständig wandelnden Markt- und Börsenumfelds.

Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2021 war erneut wesentlich von den Aktivitäten im Segment „Vermögensverwaltend“ geprägt. Die gute Entwicklung der Kapitalmärkte machte sich in einem positiven „Bewertungsergebnis aus anderen Finanzanlagen und finanziellen Vermögenswerten“ in der Konzern-GuV in Höhe von 22,1 Mio. EUR bemerkbar. Die operativ tätigen Konzernunternehmen sind im Berichtsjahr gut mit den herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurecht gekommen. Während sich das „Segment Beta Systems“ im Rahmen der Erwartungen positiv entwickelte, konnten auch die operativ tätigen Unternehmen im Segment „Vermögensverwaltend“ zum Teil von einer zusätzlichen Nachfrage nach ihren Produkten profitieren.

Das positive Bewertungsergebnis ist die wesentliche Ursache für den Anstieg des Konzerneigenkapitals der Anteilseigner der Deutsche Balaton AG um 36,2 Mio. EUR (Vj. 114,7 Mio. EUR) als der für den Konzern relevanten Steuerungsgröße. Dies entspricht einer Veränderung gegenüber dem Vorjahreswert um + 9,2 % (Vj. + 41,1 %), was unter dem angestrebten mittelfristigen Wert von 15 % p.a. liegt. Die Konzernentwicklung im Berichtsjahr ist daher aus Sicht des Vorstandes aufgrund der herausfordernden Rahmenbedingungen als noch akzeptabel einzuschätzen. Die Steigerung des Eigenkapitals mit 15 % über die letzten fünf Jahre ist weiterhin erfreulich.

Der Vorstand sieht die Deutsche Balaton zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts weiterhin in einer guten wirtschaftlichen Verfassung. Infolge der sehr positiven Vermögensentwicklung und der hohen Eigenkapitalquote sind die Grundlagen für weitere Investitionen gegeben. Die Zusammensetzung des Konzerns, sowohl bezogen auf das Beteiligungsportfolio als auch auf die Konzernunternehmen, zeigt überwiegend gut aufgestellte Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Gleichwohl sind weitere Beteiligungsabschreibungen möglich und wahrscheinlich.

4.9. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

In Kapitel 3.3.3 ist die für den Konzern verwendete Hauptsteuerungsgröße, die Veränderung des IFRS-Eigenkapitals, definiert und dargestellt. Mit dem steigenden Eigenkapital im Konzern wird es jedoch schwieriger, dieses Ziel aufgrund eines Umfelds, in dem Investmentopportunitäten in begrenztem Umfang vorhanden sind, zu erreichen. Dabei bestehen bei Investitionen nicht nur Chancen, sondern auch Risiken, die dazu führen können, dass das Ziel für die Hauptsteuerungsgröße nicht in jedem Jahr erreicht werden kann. Das Börsenumfeld sowie die Schwankung am Markt beobachtbarer bewertungsrelevanter Parameter können zu Schwankungen innerhalb des IFRS-Eigenkapitals führen. Dass gerade das aktuell extrem herausfordernde Umfeld (u.a. geopolitische Verwerfungen, Ukraine Krieg, Lieferengpässe, Zinswende und die noch nicht abgeklungene Corona Pandemie) führen vor Augen, dass Planbarkeit und Prognostizierbarkeit nur sehr eingeschränkt gegeben sind. Auch die aperiodische Vereinnahmung von Gewinnen oder Verlusten aus dem Verkauf von voll- bzw. at Equity konsolidierten Unternehmen bringt eine gewisse Volatilität mit sich. Aus diesem Grund erfolgt die Betrachtung der Steuerungsgröße mittelfristig über einen Zeitraum von fünf Jahren und mit einer durchschnittlichen jährlichen Zielgröße von 15 %.

Die Tochtergesellschaften und ihre Organe definieren über ihre jeweiligen Beteiligungsmanager eigene Leistungsindikatoren, die auf Ebene der Konzernmutter als Holding für die Steuerung des Konzerns und der Segmente keine Rolle spielen. Die Bestimmung der Indikatoren erfolgt dabei stets basierend auf der jeweiligen Branche, in der sich die Tochtergesellschaft befindet, und bezogen auf die individuelle Situation der operativ tätigen Gesellschaften.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Konzernsteuerung keine weiteren spezifischen Indikatoren eingesetzt. Der Nutzen und Sinn anderer Indikatoren als der Veränderung des IFRS-Eigenkapitals rechtfertigt angesichts des diversifizierten und von dem Beteiligungsgeschäft geprägten Beteiligungsportfolios nicht den mit einer Ermittlung verbundenen Aufwand, der aus Sicht des Vorstands auch keinen Mehrwert schafft.

5. Nachtragsbericht

Am 10. Februar 2022 wurde die Mehrheitsbeteiligung an der EUROPIN (Segment „Vermögensverwaltend“) vollständig veräußert, was zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von schätzungsweise 16 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 führen wird.

Am 31. Mai 2022 wurden die Anteile an der At-Equity-Beteiligung WEB FINANCIAL GROUP, S.A., Madrid, Spanien (Segment „Vermögensverwaltend“) vollständig veräußert, was zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von schätzungsweise 26 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 führen wird.

Am 7. Juni 2022 hat der Vorstand der Deutsche Balaton AG beschlossen, sämtlichen Aktionären der Biofrontera AG anzubieten, ihre auf den Namen lautenden Biofrontera Aktien im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots in Form eines Barangebots zu erwerben. Der Erwerb der Kontrolle über die Zielgesellschaft ist beabsichtigt.

6. Prognosebericht

6.1. Annahmen über die konjunkturelle Entwicklung und die Entwicklung der Kapitalmärkte

Das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld bleibt auch im Jahr 2022 von hoher Unsicherheit geprägt. Die wesentlichen Gründe dafür sind die Corona-Pandemie und der Ukraine Krieg mit ihren Auswirkungen auf die globalen Lieferketten und Rohstoffpreise bzw. die allgemeine Inflation und die möglichen bzw. bereits angekündigten Zinsmaßnahmen der Notenbanken.

Während die Konjunktur in der Volksrepublik China im letzten Jahr bereits wieder auf Hochtouren lief, führen neue Lockdown-Maßnahmen, speziell in Shanghai mit dem weltgrößten Hafen, zu globalen Lieferengpässen. Viele Unternehmen bekommen ihre Waren teilweise seit Wochen nicht mehr aus dem Land, was Auswirkungen auf die globalen Lieferketten hat. Im Prinzip sind von der Lieferkettenproblematik alle Warengruppen betroffen, vor allem aber auch Rohstoffe und Vorprodukte. Die steigenden Preise dürften die bereits jetzt hohe Inflation weiter anheizen.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die Folgen der westlichen Sanktionen werden aller Voraussicht nach im gesamten Jahr 2022 negative Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung haben. Zugleich wirken die in Folge des Krieges gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise inflationserhöhend und der Engpass bei wesentlichen Agrarrohstoffen wie Weizen wird inbesondere die ärmeren Bevölkerungsschichten in Entwicklungsländern hart treffen. Die weitere Entwicklung dieses Krieges, mögliche zusätzliche Sanktionsmaßnahmen des Westens (z.B. über das bereits beschlossene Öl-Embargo der EU-Staaten hinausgehende Massmahmen) und damit verbundene geopolitische Risiken sind aktuell kaum abschätzbar.

Zugleich haben die wesentlichen Notenbanken als Antwort auf die historisch hohe Inflation begonnen, die Zinswende einzuleiten: Die amerikanische Zentralbank (FED) hat bereits mit der Erhöhung begonnen. Nach einer ersten Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte im März 2022 stand im Mai der nächste Schritt von 0,5 Prozentpunkten an. Mit der dritten Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte im Juni beträgt die Spanne nun 1,5 bis 1,75 Prozent. Auch die EZB hat angekündigt, mit einer Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Juli 2022, der ersten Leitzinserhöhung seit elf Jahren, auf die hohe Inflation zu reagieren. Äußerungen der Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, lassen darauf schließen, dass im September eine weitere Erhöhung folgen wird. Grundsätzlich wird sich zeigen, ob Zinsanhebungen in einem Umfang möglich sind, um die Inflation in die Nähe des Ziels von 2,0 % zu bewegen, ohne gleichzeitig die Konjunktur signifikant auszubremsen.

Durch diese Umstände wird die ursprünglich erwartete wirtschaftliche Erholung von der Pandemie ausgebremst werden. Entsprechend korrigierte der Weltwährungsfonds IWF seine Schätzung für das globale Wirtschaftswachstum 2022 von ursprünglich 4,4 % auf 3,6 % nach unten. Gleichzeitig erwartet der IWF eine höhere Inflationsrate, angetrieben unter anderem von gestiegenen Energiepreisen. Der Anstieg der Verbraucherpreise dürfte in diesem Jahr in den Industrienationen 5,7 % und in den Entwicklungs- und Schwellenländern 8,7 % erreichen.

Für die Eurozone erwartet der IWF ein um 1,1 Prozentpunkte geringeres Wachstum von 2,8 %. In Deutschland soll das BIP demnach nur noch 2,1 % wachsen – eine Herabstufung der Prognose vom Januar um 1,7 Prozentpunkte. Der Anstieg der Verbraucherpreise wird für Deutschland mit 5,5 % prognostiziert.

Auch die Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist aktuell von verschiedenen Triebkräften geprägt: Einerseits wird die Wirtschaft seit dem Frühjahr durch eine kräftige Nachfrage gestützt, da die Auftragsbücher der Industrieunternehmen voll sind. Dazu kommt ein wieder erhöhter privater Konsum durch enorme Geldsummen, die die Privathaushalte während der Pandemie gezwungenermaßen zurückgelegt haben. Das Institut für Weltwirtschaft spricht von 215 Milliarden Euro aufgestauter Kaufkraft. Andererseits wird die deutsche Konjunktur durch die Folgen des Krieges in der Ukraine gedämpft. Die für viele Branchen relevanten Rohstoffpreise sind auch aufgrund des Ukraine-Kriegs auf Rekordniveau. Russland gehört zu den größten Produzenten fossiler Brennstoffe weltweit, weshalb der Krieg für Rekordpreise an den internationalen Märkten geführt hat. Die USA, Kanada und Großbritannien kündigten aufgrund der russischen Aggression Öl-Embargos gegen Russland an. Die EU hat bereits, wenn auch in abgeschwächter Form, ein solches Öl-Embargo beschlossen. Die Bundesregierung unternimmt jedoch große Anstrengungen, um die eigene Abhängigkeit schnellstmöglich zu mindern. Auch die Preise anderer Rohstoffe wie Nickel und Aluminium stiegen zuletzt rasant an. Schlüsselindustrien, wie die Automobilindustrie, stehen außerdem vor den oben geschilderten Lieferkettenproblemen.

Der Rohstoffsektor dürfte nach wie vor von einer steigenden Nachfrage nach vielen Basisrohstoffen wie Kupfer, Zink oder auch Nickel im Zuge des weltweiten Trends zur e-Mobilität profitieren. Gleichzeitig reagieren viele Rohstoffe und damit auch die Aktienkurse von Rohstoffunternehmen sensibel auf Konjunkturindikatoren sowie Erwartungen hinsichtlich der Zinspolitik der Notenbanken, so dass es unterjährig zu größeren Kursschwankungen kommen kann. Dies trifft insbesondere auf den Goldsektor zu, da die Attraktivität von Gold als zinslose Anlageform stark von der Zinsentwicklung bzw. der Erwartung über die weitere Zinsentwicklung beeinflusst wird. Auch wenn derzeit mittelfristig von leicht steigenden Zinsen auszugehen ist, dürfte die Realverzinsung weiterhin in negativem bzw. nur geringfügig positivem Terrain verbleiben und somit den Goldpreis stützen.

Insgesamt ist die Verunsicherung an den Finanzmärkten nach einer kurzen Erholungsphase von der Corona-Pandemie durch den Ukraine-Krieg, mögliche geopolitische Verwerfungen und die potenziellen Auswirkungen der Zinswende, wieder deutlich zu spüren. Die weitere Konjunkturentwicklung bleibt zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer prognostizierbar. Daneben besteht aber die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie in den größeren Industrieländern in den kommenden zwölf Monaten in eine Endemie übergeht. Die Unsicherheiten spiegeln sich auch in den Prognosen der Börsenentwicklung wider: Für die Entwicklung des DAX wurden die Prognosen für das Jahresende im Schnitt auf 15.500 Punkte gesenkt, während im Dezember noch 17.000 Punkte erwartet wurden.

Der Vorstand der Deutsche Balaton AG geht davon aus, dass eine Stabilisierung der Finanzmärkte frühestens nach den durch die oben genannten Unsicherheiten bedingten Konsolidierungsbewegungen stattfinden könnte. Während die Belastung durch die Corona-Pandemie abnehmen sollte, wird der Ukraine Krieg, weitere Sanktionsmaßnahmen, Zinsschritte der Notenbanken und die Inflations- und Rohstoffpreisentwicklung im Vordergrund stehen. Vorbehaltlich positiver Überraschungen (z.B. einem zeitnahen Ende des Ukraine-Krieges) wird 2022 daher in Summe ein sehr herausforderndes Börsenjahr. Dies gilt insbesondere auch im Vergleich zu den vergangenen Jahren, die von niedrigen Zinsen, Liquiditätsmaßnahmen der Notenbanken und hohen Bewertungen gerade bei Wachstumswerten gekennzeichnet waren.

Grundsätzlich sieht sich die Deutsche Balaton mit ihrem diversifizierten Anlageportfolio, das u.a. aus attraktiv bewerteten Einzeltiteln in Europa mit einem guten Chance/Risikoverhältnis und ausgewählten Rohstofftiteln weltweit besteht, gut aufgestellt.

Basis für unsere Annahmen sind unter anderem Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank und des Statistischen Bundesamts, Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute und sonstige allgemein zugängliche Informationen, zum Beispiel im Internet.

6.2. Entwicklung des Konzerns und der Konzernsegmente

Die Deutsche Balaton agiert als Beteiligungsholding und sieht sich trotz der Beteiligung an operativ tätigen Konzernunternehmen nicht als Industrieholding. Der Unterschied zu einer Industrieholding liegt in der Ausrichtung des Geschäftsmodells. Während in der Industrieholding der Ausbau des operativen Geschäfts das Hauptziel darstellt, verfolgt die Deutsche Balaton hinsichtlich der operativen Konzernunternehmen nicht nur dieses Ziel, sondern in der Regel ein mittel- bis langfristiges Exit-Szenario. Die Planbarkeit des Erfolgs der Deutsche Balaton wird entscheidend von der Struktur als Beteiligungsgesellschaft geprägt. Ständige Änderungen im Markt- und Börsenumfeld resultieren in Schwankungen im Konzernergebnis. So wie das Jahresergebnis 2021 vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld, den Reaktionen der Staaten auf die globale Corona Pandemie und den Steuerungsmaßnahmen der Notenbanken geprägt war, werden auch die zukünftigen Geschäftsjahre stark von nur schwer plan- und vorhersehbaren Faktoren mitbestimmt werden. Dies betrifft auch den Zeitpunkt des Verkaufs einer getätigten Investition, da bei voll- und at-Equity konsolidierten Unternehmen erst mit der Realisierung des Verkaufs die abschließende Veränderung im Eigenkapital sichtbar wird.

Mit dem verfolgten Ziel, eine erfolgreiche Wertentwicklung der Beteiligungen zu realisieren, ist die zeitlich vorangehende Identifikation unterbewerteter Unternehmen verbunden. Der Erfolg oder Misserfolg einer eingegangenen Beteiligung ist dabei auch vom Marktumfeld abhängig. Unvorhergesehene Wirtschaftsentwicklungen und Veränderungen an den Kapitalmärkten spielen hier eine große und nur schwer vorhersehbare Rolle.

Umsatz- und Ertragszahlen der operativen Beteiligungsunternehmen (vollkonsolidiert oder nach der Equity Methode einbezogen) sind ein Indikator für deren wirtschaftliche Entwicklung. Rückschlüsse auf den tatsächlichen Erfolg des Konzerns lassen sich hieraus nach Auffassung des Vorstands der Deutsche Balaton AG jedoch nicht unmittelbar ziehen.

Weiterhin bewegt sich die Deutsche Balaton in Rahmenbedingungen, die ständigen Änderungen unterworfen sind. Neben den sich in steter Regelmäßigkeit ändernden (steuer-)gesetzlichen Voraussetzungen sind die Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen relevant. Die Deutsche Balaton wird auch zukünftig im Einzelfall prüfen, ob sich bietende Investitionsgelegenheiten zum Ausbau und zur Stärkung des Beteiligungsportfolios genutzt werden können. Um attraktive Investitionsgelegenheiten zu nutzen, könnte sich die Deutsche Balaton auch durch die Aufnahme von Krediten und von Eigenmitteln über den Kapitalmarkt finanzieren. Dies setzt allerdings eine geeignete Verfassung der Finanz- und Kapitalmärkte voraus.

Die über Jahre gewachsene Erfahrung der Deutsche Balaton im Beteiligungsgeschäft, die Präsenz am Markt und die Investitionserfolge geben dem Vorstand der Deutsche Balaton AG die Zuversicht, das Geschäft auch unter herausfordernden Marktbedingungen erfolgreich fortsetzen zu können.

Der Prognosebericht ist entsprechend dem Risikobericht für einen Zeitraum von einem Jahr erstellt. Es wird auf das in Kapitel 3.3 dieses Konzernlageberichts dargestellte Unternehmensziel verwiesen. Dieses gilt für einen Zeitraum von fünf Jahren. Prognosen für kürzere Zeiträume sind, wie erläutert, mit hohen Unsicherheiten behaftet. Über den mittelfristigen Prognosezeitraum können sich Schwankungen zwischen einzelnen Jahren ausgleichen. So kann trotz einzelner schlechter Jahre das mittelfristige Ziel erreichbar bleiben.

Bei den Prognosen zur Entwicklung von Umsatz und operativem Ergebnis ist zu berücksichtigen, dass die Start-up-Aktivitäten naturgemäß mit einer besonders hohen Unsicherheit behaftet sind. Die Start-up-Aktivitäten sind Teil des Segments „Vermögensverwaltend“, ebenso die Bereiche Immobilien und das verbliebene Schiffsinvestment.

Darüber hinaus erfolgen die Prognosen unter der Annahme, dass sich innerhalb des Prognosezeitraums, mit Ausnahme der bereits bis zum Aufstellungsdatum bekannten Veränderungen, keine weiteren Veränderungen des Konsolidierungskreises auf Konzernebene sowie innerhalb der Segmente ergeben.

Segment „Vermögensverwaltend“

Für das Segment „Vermögensverwaltend“ erwartet der Vorstand der Deutsche Balaton AG in Zukunft im Mittel ein ansteigendes IFRS-Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens, wenngleich eine Prognose aufgrund der anhaltend hohen Marktvolatilität infolge der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und den daraus folgenden Lieferkettenproblemen mit hoher Unsicherheit behaftet ist. Die Veränderung des IFRS-Eigenkapitals des Segments im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 war mit + 8,0 % positiv und lag im Rahmen der Erwartungen. Für das Geschäftsjahr 2022 geht der Vorstand der Deutsche Balaton AG unter Berücksichtigung des bisherigen Geschäftsverlaufs sowie des mit gewissen Unsicherheiten behafteten Umfelds von einer Veränderung des IFRS-Eigenkapitals im Segment „Vermögensverwaltend“ im Prognosezeitraum von 0 % bis + 15 % aus.

Die Prognose basiert hierbei insbesondere auf der in Kapital 6.1 skizzierten erwarteten Kapitalmarktentwicklung und einer planmäßigen Entwicklung der Geschäftseinheiten. Sollten die Börsenkurse zurückgehen oder den Annahmen gegenläufige Entwicklungen eintreten, sind Geschäftsjahre mit erneut deutlich negativen Ergebnissen möglich, umgekehrt jedoch auch Ergebnisse, die oberhalb der prognostizierten Veränderung des IFRS-Eigenkapitals liegen. Langanhaltende Perioden sowohl leicht als auch stark sinkender Börsenkurse und Wertveränderungen nicht börsennotierter Investments können daher zu mehreren Verlustjahren führen, ebenso können über Jahre deutlich steigende Börsenkurse und eine Vielzahl von Veräußerungen nicht börsennotierter Investments auch zu immer wieder deutlich über der Prognose liegenden Ergebnissen führen.

An dieser Stelle wird nochmals auf die oben beschriebenen volatilen ökonomischen, geopolitischen und finanzpolitischen Rahmenbedingungen verwiesen, die eine Prognose zusätzlich erschweren.

Segment „Beta Systems“

Im Segment „Beta Systems“ lagen im Jahr 2021 sowohl Umsatz- als auch Ergebnisentwicklung über den Prognosen. Der Vorstand erwartet für das Kalenderjahr 2022 einen ansteigenden Umsatz zwischen 80,0 Mio. EUR und 86,0 Mio. EUR bei einem operativen Ergebnis (EBIT) zwischen 14,0 Mio. EUR und 18,0 Mio. EUR. Der prognostizierte Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf das im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Volumen der zu verlängernden Bestandsverträge in den Geschäftsbereichen DCI und – in abgeschwächter Form – IAM zurückzuführen. Hinzu kommt ein neu angeworbener Großkunde im Geschäftsbereich IAM. Die prognostizierte Ergebnisentwicklung spiegelt die angestrebte EBIT-Marge im weiterhin deutlich zweistelligen Bereich wider.

Operative Konzernunternehmen

Nach der Entkonsolidierung der verbliebenen Gesellschaften im ehemaligen Segment „CornerstoneCapital“ und dem Verkauf der EUROPIN verbleibt neben den Gesellschaften im Segment „Beta Systems“ nur noch der Teilkonzern HW als operativ tätige Konzerngesellschaft. Für die operativ tätigen Konzernunternehmen wird deshalb zukünftig keine separate Prognose mehr abgegeben.

6.3. Gesamtprognose

Die Deutsche Balaton verfügt nicht zuletzt aufgrund ihrer soliden finanziellen Ausstattung auch in dem derzeitgen Marktumfeld über eine gute Basis, um auch in Zukunft sich bietende Chancen zu ergreifen und sich verändernden Anforderungen stellen zu können.

Für die „Beta Systems“ geht der Vorstand der Deutsche Balaton AG davon aus, dass diese sich im Prognosezeitraum positiv entwickeln wird. Die geplante Veränderung des IFRS-Eigenkapitals von 0 % bis + 15 % im Segment „Vermögensverwaltend“ spiegelt die Erwartung des Vorstands, auch unter Berücksichtigung der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der daraus folgenden Lieferkettenprobleme sowie der Volatilität der Finanzmärkte, wider.

Unter Würdigung der kurzfristig absehbaren und mittelfristig zu erwartenden Entwicklung geht der Vorstand davon aus, dass sich das IFRS-Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens im Konzern im laufenden Geschäftsjahr im Mittel positiv entwickelt. Die weiterhin hohe Prognoseunsicherheit und Marktvolatilität erfordert - wie schon im Vorjahr - eine Ausweitung der Prognosebandbreite. Insgesamt erwartet der Vorstand der Deutsche Balaton AG für den Deutsche Balaton Konzern eine Veränderung des IFRS-Eigenkapitals von 0 % bis + 15 %.

Diese Prognosen beruhen auf den erfahrungsgemäß auftretenden Schwankungen der globalen und lokalen Wirtschaftsentwicklung, der Börsenkurse und Unternehmensbewertungen, die von vielfältigen Faktoren abhängen.

7. Chancen- und Risikobericht

7.1. Allgemeine Aussagen zum Risikomanagementsystem

Die Deutsche Balaton ist in ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl interner und externer Risiken ausgesetzt, die in unterschiedlichen Facetten und mit variabler Intensität auftreten können. Ziel des Konzerns ist die Steigerung des IFRS-Eigenkapitals durch erfolgreiche Investitionen in Unternehmens- und sonstige Beteiligungen unter Abwägung der jeweiligen Chancen und Risiken.

Risiken lassen sich abstrakt als unerwartete Abweichung von einem erwarteten Wert oder einer Zielgröße und allgemein als die Möglichkeit ungünstiger zukünftiger Entwicklungen definieren. Dabei handelt es sich nicht nur um den Unternehmensbestand gefährdende, sondern auch den Geschäftserfolg bedeutsam beeinflussende Ereignisse und Entwicklungen. Einzelrisiken können sich gegenseitig verstärken oder auch teilweise kompensieren. Diese wechselseitigen Abhängigkeiten berücksichtigt die Deutsche Balaton AG bei den für sie bedeutsamen Einzelrisiken, die sie in verschiedene Risikokategorien eingeteilt hat.

Ebenso wie der Deutsche Balaton Konzern verschiedenartigen Risiken ausgesetzt ist, können sich bietende Investitionsgelegenheiten zum Ausbau und zur Stärkung des Beteiligungsportfolios zugleich als Chance zur Steigerung des Unternehmenserfolgs gesehen werden. Gemeinsam mit der systematischen Behandlung der Risiken erfolgt daher auch eine solche der Chancen.

Diese Chancen und Risiken sind oftmals eng verbunden mit Investitionen. Investitionen werden im Deutsche Balaton Konzern auf Ebene von Portfolien vorgenommen, welche nach einer Chance-Risiko-Betrachtung gesteuert werden. So finden sich in dem Beteiligungsportfolio Unternehmen unterschiedlicher Art und Größe aus verschiedenen Branchen und Ländern. Bei den Unternehmensbeteiligungen handelt es sich darüber hinaus um teils börsennotierte, teils unnotierte Unternehmen, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden können. Neben im Markt- und/oder Branchenumfeld fest etablierten Unternehmen finden sich auch Start-ups mit innovativen Ideen und Produkten sowie Unternehmen, die vor einer Restrukturierung stehen oder eine solche gerade durchlaufen haben. Daneben erfolgen teilweise auch Beteiligungen in Genussrechte oder festverzinsliche Wertpapiere.

Die Entwicklung der in dem Unternehmensportfolio jeweils zusammengefassten Unternehmen hat auch einen Einfluss auf den Geschäftserfolg der Deutsche Balaton AG. Grundsätzlich gilt jedoch, dass eine nachteilige Unternehmensentwicklung eines Portfolio- oder Konzernunternehmens durch die Diversifikation des Deutsche Balaton Konzerns nicht zu einer Gefährdung der Deutsche Balaton AG oder des Konzerns führt und auch in wirtschaftlich unruhigeren Zeiten erfolgreiche Beteiligungsveräußerungen ermöglichen kann.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Zusammensetzung des Konzerns zu verstehen, die im Gegensatz zu operativ tätigen Konzernen nicht der Erzielung von Konzernergebnissen aus bestimmten Geschäftsbranchen dient. Die einzelnen Konzerngesellschaften und Beteiligungen sind nicht langfristig in das Risikomanagementsystem der Deutsche Balaton eingebunden, da die Zusammensetzung der Konzerngesellschaften einem laufenden Wechsel unterworfen ist und die Geschäftsleitung der einzelnen Gesellschaften das Risiko ihres jeweiligen operativen Geschäfts im jeweiligen Einzelfall besser beurteilen kann. Es ist nicht die Absicht der Deutsche Balaton AG, Einfluss auf das operative Geschäft der Konzerngesellschaften zu nehmen, vielmehr sollen die operativ tätigen Konzerngesellschaften weitgehend autonom agieren können. Eine Kontrolle der Konzerngesellschaften erfolgt anhand der Berichtspflichten und anderen öffentlich zugänglichen Informationen und gegebenenfalls über die Wahrnehmung von Aufsichtsratsmandaten durch Organmitglieder oder Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG oder mit ihr verbundener Unternehmen.

Die Risikosteuerung im Konzern erfolgt daher, ungeachtet der fortbestehenden und durch das Risikokontrollsystem unangetasteten Verantwortung des Vorstands der Konzernmuttergesellschaft, grundsätzlich eigenständig auf Ebene der jeweiligen Konzernunternehmen. Börsennotierte Konzerngesellschaften und Konzerngesellschaften, deren Aktien in einen Freiverkehr einbezogen sind, haben in Abhängigkeit von ihrer Unternehmensgröße und ihrer unternehmerischen Tätigkeit wiederum ein eigenständiges Risikomanagementsystem für ihre Unternehmenseinheiten aufgesetzt. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanagements unterstützt die Deutsche Balaton AG alle Konzernunternehmen bei der Wahrnehmung entsprechender Aufgaben.

Hand in Hand mit dem Risikomanagement geht das Chancenmanagement, da viele Faktoren, aus denen sich Risiken für den Deutsche Balaton Konzern ergeben können, zugleich auch bei gegenläufiger Entwicklung als Chancen zu betrachten sind.

Aufgrund der flachen Hierarchiestruktur ist die Steuerung von Chancen und Risiken bei der Deutsche Balaton AG nicht einer bestimmten organisatorischen Einheit zugeordnet, sondern als ein integraler Bestandteil der Unternehmensführung eingerichtet. Daher verantworten Vorstand und Aufsichtsrat der Konzernmuttergesellschaft unmittelbar den Umfang und die Ausrichtung der eingerichteten Systeme – und zwar nicht nur für die Deutsche Balaton AG, sondern auch für den Deutsche Balaton Konzern.

Anhand der unternehmensspezifischen Anforderungen des Konzerns legt der Konzernvorstand den Umfang und die Ausrichtung der eingerichteten Kontrollsysteme unter dem Verständnis einer Beteiligungsgesellschaft fest und bestimmt, soweit im Rahmen der Konzernrisikosteuerung das Risikomanagement nicht dem jeweiligen operativ tätigen Unternehmen übertragen ist, deren Ausgestaltung unter Berücksichtigung potenzieller Risiken. Operative Aspekte des Risikomanagements werden inhaltlich durch die Fachabteilungen der Aufbauorganisation der Deutsche Balaton AG abgedeckt.

Unternehmerisches Handeln bleibt stets mit Risiken verbunden. Das Ziel des Deutsche Balaton Konzerns ist daher der bewusste Umgang mit potenziellen Risiken, die Kontrolle von Einzelrisiken sowie der konsequente Umgang mit auftretenden Risiken. Ein schwieriges Marktumfeld wie es zurzeit geprägt ist durch Unsicherheiten wie dem weiteren Verlauf der Corona-Krise, Lieferkettenprobleme, das Niedrigzinsumfeld, den Krieg in der Ukraine und nicht zuletzt die aktuell hohe Inflationsrate führen vor Augen, dass eine gewisse Diversifikation des Portfolios wichtig ist. Gleichzeitig ist auch ein diversifiziertes Portfolio nicht vor einem breiten Markteinbruch geschützt. Daher ist ein wirksames Risiko- und Liquiditätsmanagement im Konzern unabdingbar, um auch bei Eintritt derart unvorhersehbarer negativer Ereignisse eine Bestandsgefährdung ausschließen zu können.

Wie das Risikomanagement obliegt die Verantwortung zum frühzeitigen und regelmäßigen Identifizieren, Analysieren und Managen von Chancen unmittelbar dem Konzernvorstand, der sich intensiv mit Markt- und Kursanalysen, branchenspezifischen Rahmendaten, Marktentwicklungen und -szenarien sowie dem politischen und steuerlichen Unternehmensumfeld befasst. Hieraus leitet der Vorstand konkrete unternehmensspezifische Chancenpotenziale ab. Chancen haben sich in der Vergangenheit für den Deutsche Balaton Konzern auch aus Spruchverfahren, die im Zusammenhang mit Strukturmaßnahmen bei Unternehmensbeteiligungen durchgeführt worden sind, ergeben. Solche Chancen können sich auch künftig eröffnen. Teilweise ist es auch erforderlich, Risiken bewusst einzugehen, um sich bietende Chancen am Markt nutzen zu können.

Im Rahmen der Darstellung der wesentlichen Einzelrisiken werden auch die entsprechenden Chancen dargestellt, sofern sich diese bei einer gegenläufigen Entwicklung ergeben können.

7.2. Ziele und Strategie des Risikomanagements

Das Risikomanagement der Deutsche Balaton AG verfolgt das Ziel, relevante Risiken aus der Geschäftstätigkeit zu identifizieren, einzuschätzen und zu steuern, um den Fortbestand des Unternehmens, d. h. seine zukünftige Entwicklung und Ertragskraft, zu sichern. Aufgabe des Risikomanagements ist es, das Verlassen des dafür vorgegebenen Rahmens frühzeitig aufzuzeigen, um ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen.

Das Risikomanagementsystem soll jederzeit einen Überblick über die Risiken gewährleisten, um so im Rahmen einer Risikoabschätzung gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen zu können und durch eine angemessene Chancen-Risiken-Verteilung den Unternehmenserfolg zu optimieren. Hierbei ist die Veränderung des Eigenkapitals die zentrale Steuerungsgröße. Die Steuerung der Risiken ist bei der Deutsche Balaton AG nicht einer bestimmten organisatorischen Einheit zugeordnet, sondern integraler Bestandteil der Unternehmensführung.

Anhand der unternehmensspezifischen Anforderungen legt der Vorstand den Umfang und die Ausrichtung der eingerichteten Kontrollsysteme fest und bestimmt deren Ausgestaltung unter Berücksichtigung potenzieller Risiken.

Das Risikomanagement des Balaton Konzerns ist dabei an einzelnen finanziellen Vermögenswerten ausgerichtet, welche nach deren Fair Value gesteuert werden. Die Chance-Risiko-Betrachtung begleitet im Deutsche Balaton Konzern alle Phasen des Investitionsprozesses von der Evaluierung potenzieller Vermögenswerte, über Investitions- und Haltephase bis hin zur Veräußerung dieses Vermögenswertes.

Als wesentliche Risiken für die „Vermögensverwaltenden“ Gesellschaften definiert der Vorstand solche mit negativer Auswirkung auf das IFRS-Eigenkapital. Weiterhin werden bei den in Immobilien und Grundbesitz investierenden Gesellschaften durch das jeweilige Management außerdem die Bilanz, die Gewinn- und Verlustverrechnung sowie die Liquiditätsplanung überwacht. Ergänzend wird für die "operativen Gesellschaften" in allen Segmenten die Umsatz- und Ertragsentwicklung überwacht, ohne dass diese vor dem Hintergrund des Beteiligungsansatzes im Konzern für die Konzernsteuerung maßgeblich sind.

Der diversifizierte Aufbau des Konzerns, in dem vor dem Hintergrund des Beteiligungsansatzes keine Abhängigkeiten der Konzerneinheiten untereinander bestehen, gewährleistet, dass im Fall einer Insolvenz einer Konzerngesellschaft der Bestand des Gesamtkonzerns nicht gefährdet wird.

7.3. Organisation Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem ist an der Geschäftstätigkeit des Deutsche Balaton Konzerns ausgerichtet. Grundlage des Risikomanagementsystems ist das Risikomanagementhandbuch, in dem das Risikomanagementsystem der Deutsche Balaton AG dokumentiert wird.

Dem Risikomanagementsystem der Deutsche Balaton AG liegt ein Prozess zu Grunde, zu dem folgende Phasen gehören:

1.

Identifikation: Strukturierte Sammlung relevanter Risiken

2.

Analyse: Feststellung von Risikoursachen, Erkennen von Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen Einzelrisiken

3.

Bewertung: Quantifizieren von Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen

4.

Bewältigung: Überwachung, Früherkennung, Ermittlung von Handlungsbedarfen und Ableitung von Maßnahmen

5.

Dokumentation: Regelmäßige Aufbereitung der Ergebnisse, u.a. in Form des Risikomanagementhandbuchs

6.

Controlling: Koordination der Handlungen und Prozesse, Reporting

Im Rahmen des Risikomanagements der Deutsche Balaton AG werden sowohl einzelne Phasen als auch der gesamte Prozess regelmäßig durchlaufen.

Gegenstand der Risikoidentifikation ist die Suche und Sammlung aller relevanten aktuellen, zukünftigen, potenziellen und theoretischen Risiken. Zum Einsatz kommen Methoden wie Befragungen, Dokumenten- und Organisationsanalysen, einbezogen werden Ansprechpartner sämtlicher Fachbereiche der Gesellschaft.

In der Risikoanalyse erfolgt die ausführliche Beschreibung der identifizierten Risiken sowie die Feststellung der Ursachen und Effekte, um Anhaltspunkte dafür zu erhalten, welche Strategien, Frühwarnindikatoren und Maßnahmen zur Bewältigung der einzelnen Risiken eingesetzt werden können. Zum Einsatz kommen die Methoden aus der Vorphase – Befragungen, Dokumenten- und Organisationsanalysen.

Im Zuge der Risikobewertung werden die identifizierten Risiken anhand quantitativer Maßzahlen bewertet. Wesentliche Bezugsgröße bildet dabei das IFRS-Eigenkapital der Deutsche Balaton Gruppe, bewertet zu Marktpreisen. Aufbauend auf den definierten Ausgangsgrößen ergeben sich mögliche Schadenswerte bezüglich der Vermögens- sowie der Liquiditätslage. Anhand von Erfahrungswerten werden Eintrittswahrscheinlichkeitsstufen gebildet und den jeweiligen Risiken zur Gewichtung der Schadenswerte zugeordnet. Aus der sich ergebenden Zuordnung zu einer Risikoklasse – und ggfs. Gewichtung mit der Eintrittswahrscheinlichkeitsstufe und unter Ansatz der Szenarien – lässt sich ableiten, welche Risiken als Schwerpunkte näher zu betrachten und ggf. zu steuern sind und welche von untergeordneter Bedeutung sind. Die Risikobewältigung umfasst die Steuerung der vorangehend aufbereiteten Risiken mit dem Ziel, dass die Deutsche Balaton AG lediglich den Risiken ausgesetzt bleibt, die tatsächlich und bewusst eingegangen werden sollen. Bestandteile dieser Phase sind Überwachung und Früherkennung sowie Durchführung von Maßnahmen. Die jeweiligen Instrumente richten sich nach der Strategie zur Bewältigung, die die Deutsche Balaton AG für die betreffende Risikoart definiert hat. Anhand von Frühwarnindikatoren sollen latente Bedrohungen durch relevante Risiken frühzeitig geortet werden. Zur Überwachung und Steuerung der Risiken steht ein Instrumentarium von Maßnahmen zur Verfügung.

Diese Maßnahmen sind Bestandteil festgelegter Geschäftsabläufe. Hierzu dienen organisatorische Vorgaben, mit denen der Prozessablauf jeweils gesteuert wird. Interne Richtlinien und Handlungsanweisungen, zu deren Einhaltung sich alle Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG verpflichtet haben, regeln den Ablauf wesentlicher Vorgänge im Unternehmen. Hierunter sind auch Richtlinien in Bezug auf Überwachungsinstrumente in den Bereichen Compliance und Controlling zu fassen.

Konzernweite Verhaltensanweisungen, die sich insbesondere auf die Einhaltung aktien- und wertpapierrechtlicher Vorschriften beziehen, sollen sicherstellen, dass einschlägige wertpapierhandelsrechtliche Meldepflichten auf der oberen Konzernebene erfüllt werden können. Die Konzernunternehmen sind daher in Bezug auf die Erreichung möglicher Meldeschwellen zur Berichterstattung über Wertpapiergeschäfte an die Konzernmuttergesellschaft verpflichtet.

Im Risikocontrolling als der letzten Stufe des Risikomanagementprozesses folgt die laufende Überprüfung der Mechanismen des Risikomanagements. Ziel des Risikocontrollings ist es, die Phasen und deren Systeme zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die Planungen der Deutsche Balaton AG der tatsächlichen Risikolage entsprechen.

Die operative Steuerung des Risikomanagements erfolgt auf Ebene der Fachabteilungen oder des einzelnen Investments selbst. Die Investment-Verantwortlichen informieren den Vorstand im Rahmen regelmäßig stattfindender Sitzungen und bei Bedarf unverzüglich. Es besteht die Pflicht zur ad-hoc Berichterstattung, bedeutende Risiken sind unverzüglich an den Vorstand zu melden. Die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems und der Maßnahmen wird regelmäßig durch den Vorstand kontrolliert, Risikoveränderungen im Zeitablauf werden erfasst.

Im Rahmen von Aufsichtsratssitzungen erstattet der Vorstand regelmäßig Bericht in Bezug auf die Entwicklung einzelner Portfoliounternehmen, die Unternehmensentwicklung sowie die Entwicklung des Konzerns. Der Aufsichtsrat hat außerdem einen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte beschlossen, die der Vorstand nur mit Zustimmung des Aufsichtsrats vornehmen darf. Der Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte ist in einen Regelungskatalog eingebunden, welcher die Geschäftsführung und Berichterstattung durch den Vorstand im Sinne einer Geschäftsordnung regelt und auch Konzernsachverhalte umfasst. Über diesen Katalog ist der Vorstand der Deutsche Balaton AG darüber hinaus aufgefordert, gegenüber dem Aufsichtsrat halbjährlich über die aktuelle Risikobewertung zu berichten sowie einen Überblick über das Risikomanagementsystem zu verschaffen.

Chancenmanagement

Mit dem Risikomanagement eng verknüpft ist das Chancenmanagement bei der Deutsche Balaton.

Aus dem systematischen Umgang mit Risiken werden Ziele und Strategien der Geschäftspolitik abgeleitet und sorgen so für ein angemessenes Chancen-Risiken-Verhältnis. Wie das Risikomanagement obliegt die Verantwortung zum frühzeitigen und regelmäßigen Identifizieren, Analysieren und Managen von Chancen unmittelbar dem Vorstand. Dieser beschäftigt sich intensiv mit Markt- und Kursanalysen, branchenspezifischen Rahmendaten, Marktentwicklungen und -szenarien sowie dem politischen und steuerlichen Unternehmensumfeld, um hieraus konkrete unternehmensspezifische Chancenpotenziale abzuleiten.

Chancenpotenziale ergeben sich im Beteiligungsbereich unter anderem aus möglichen Börsenkurssteigerungen von Wertpapieren sowie Zins-, Dividenden- und ähnlichen Erträgen aus Wertpapieren, aber auch aus Spruchstellenverfahren bei Squeeze-Outs oder anderen Strukturmaßnahmen.

7.4. Erläuterung der Risiken

7.4.1. Risikoinventar

Die Einzelrisiken, denen die Deutsche Balaton AG ausgesetzt ist, sind in die Risikogruppen externe Risiken, finanzwirtschaftliche Risiken, Risiken aus Corporate Governance und sonstige Risiken eingegliedert. Eintrittswahrscheinlichkeit, mögliche finanzielle Auswirkungen sowie Risikolage im Vergleich zum Vorjahr beurteilt der Vorstand für die Einzelrisiken wie folgt:

Eintrittswahrscheinlichkeit finanzielle Auswirkung Risikolage im Vergleich zum Vorjahr
Externe Risiken
Allgemeine Marktpreisrisiken Wahrscheinlich Wesentlich Unverändert
Gesetzliche Risiken Möglich Moderat Unverändert
Politische Risiken Wahrscheinlich Wesentlich Erhöht
Risiken aus Branchenentwicklung Wahrscheinlich Wesentlich Erhöht
Unternehmensspezifische Risiken Möglich Moderat Unverändert
Steuerrechtliche Risiken Möglich Moderat Unverändert
Liquiditätsrisiken in Bezug auf Beteiligungen Möglich Moderat Unverändert
Finanzwirtschaftliche Risiken
Forderungsrisiken Möglich Moderat Unverändert
Wechselkursrisiken Wahrscheinlich Moderat Unverändert
Zinsänderungsrisiken Möglich Moderat Unverändert
Liquiditätsrisiken (Finanzierungsrisiken) Wahrscheinlich Bedeutsam Unverändert
Preisänderungsrisiken Wahrscheinlich Bedeutsam Unverändert
Risiken aus Corporate Governance
Managementrisiken Möglich Moderat Unverändert
Verhaltensrisiken Möglich Moderat Unverändert
Sonstige Risiken
Personalwirtschaftliche Risiken Möglich Moderat Unverändert
Informationstechnologische Risiken Möglich Moderat Unverändert

Die finanziellen Auswirkungen wurden in den Bereichen der politischen Risiken und der Risiken aus Branchenentwicklung auf die höchste Kategorie „Wesentlich“ erhöht. Der Grund für die Erhöhung der politischen Risikoeinschätzung sind vor allem die oben beschriebenen Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg. Während die unmittelbaren Kriegsfolgen aufgrund des geringen Enagagements der Beteiligungsunternehmen in Russland und der Ukraine eher gering sind, rechtfertigen die oben beschriebenen Folgewirkungen eine Hochstufung des Schadenspotentials. Die Erhöhung des branchenbezogenen Risikos ergibt aus der stärkeren Abhängigkeit von der Entwicklung der Rohstoffmärkte.

Dennoch sieht der Vorstand die Gesamtlage aufgrund des diversifizierten Portfolios nicht als bestandsgefährdend für den Deutsche Balaton Konzern an.

Die in der vorstehenden Tabelle aufgeführten Risiken bestehen, mit Ausnahme des Liquiditätsrisikos in Bezug auf Beteiligungen, auch für die operativen Geschäftsbereiche (Risiken des operativen Geschäfts) und betreffen somit alle Konzernsegmente.

Eine Strukturierung der Risiken erfolgt im Rahmen der Risikobewertung vor dem Hintergrund der Eintrittswahrscheinlichkeit in die Kategorien „Wahrscheinlich“, „Möglich“ und „Unwahrscheinlich“. Der Eintritt eines Risikos ist wahrscheinlich, wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit 50 % und mehr beträgt und somit mit der jederzeitigen Realisierung des Risikos gerechnet werden muss. Dagegen ist der Risikoeintritt unwahrscheinlich bei einer Eintrittswahrscheinlichkeit von höchstens 25 %. Dazwischen liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit möglicher Risiken im Bereich einer Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 25 % und 50 %.

Daneben werden die möglichen finanziellen Auswirkungen im Eintrittsfall für den Konzern schematisch quantifiziert, die Risiken sodann in die Kategorien „Moderat“, „Bedeutsam“ und „Wesentlich“ eingeteilt. Bezugsgröße dafür bildet die für das nächste Geschäftsjahr prognostizierte, maximale, absolute Veränderung des IFRS-Eigenkapitals. Eine finanzielle Auswirkung gilt bis zu einem Anteil von 25 % an dieser Bezugsgröße als moderat, bis zu einem Anteil von 50 % als bedeutsam. Als wesentlich sind Schadenspotenziale definiert, deren Anteil an der Bezugsgröße 50 % überschreiten, die jedoch kein bestandsgefährdendes Ausmaß annehmen.

Eine veränderte Risikolage gemäß dieser Darstellung ergibt sich demnach nur dann, wenn die aktuelle Risikoeinschätzung zu einer gegenüber dem Vorjahr abweichenden Kategorisierung hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit oder finanzieller Auswirkung führt. Die Verantwortung für die Risikomanagementaktivitäten in Bezug auf die Risiken in den vorgenannten Bereichen obliegt dem Vorstand, wobei die Steuerung der Risiken des operativen Geschäfts auf Ebene der operativen Geschäftseinheiten erfolgt.

Die einzelnen Branchen bzw. Segmente unterliegen jeweils spezifischen Risiken; statt einer spezifischen Risikobetrachtung erfolgt eine regelmäßige Risikoeinschätzung durch den Vorstand. Weiter unterliegen einzelne Gesellschaften aufgrund ihrer Kapitalausstattung beispielsweise anderen Liquiditätsrisiken als die Konzernmuttergesellschaft. Fragen nach der Kapitalausstattung der Konzerngesellschaften werden stets in einer Einzelfallbetrachtung beantwortet, es bestehen insoweit keine Verpflichtungen der Muttergesellschaft. Insofern wäre eine konzernweite Risikobeurteilung darüber nicht zielführend.

7.4.2. Externe Risiken

Allgemeine Marktpreisrisiken

Die in dem Segment „Vermögensverwaltend“ gehaltenen börsennotierten Beteiligungen unterliegen dem Risiko von Wertschwankungen. Solche Wertschwankungen können aus sich ändernden Marktpreisen aufgrund einer allgemeinen Tendenz an den Aktienmärkten resultieren, die ihre Ursache beispielsweise in konjunkturellen Faktoren haben. Insbesondere die Unternehmen im Segment „Vermögensverwaltend“ sind aufgrund ihres Schwerpunkts im Bereich von Unternehmensbeteiligungen von der Stabilität der Finanzmarktsysteme – im Wesentlichen der Börsen und Banken – abhängig.

Marktpsychologische Umstände können zu Kursschwankungen und damit Marktpreisveränderungen bei den börsennotierten Beteiligungen führen. Dieses allgemeine Marktrisiko kann durch eine Diversifikation der Beteiligungen und ein aktives Portfoliomanagement nur bedingt ausgeschlossen werden, da grundsätzlich alle Wertpapiere dem Marktpreisrisiko gleichermaßen ausgesetzt sind. Die Veränderung der Zinsstrukturkurve hat ebenfalls Auswirkungen auf die Bewertung von Vermögenswerten, insbesondere verzinslicher Wertpapiere mit festem Zinssatz.

Die Marktentwicklung im Zuge der Corona-Krise hat gezeigt, dass auch ein diversifiziertes Portfolio wie das der Deutsche Balaton AG vor den Auswirkungen eines globalen Markteinbruchs nicht geschützt ist. Derartige Entwicklungen können auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen und nicht vorhergesehen werden, so dass lediglich im Rahmen des Risikomanagement dafür Sorge getragen werden kann, dass auch infolge derartig negativer Ereignisse keine Bestandsgefährdung im Konzern resultiert.

Darüber hinaus besteht ein Emittentenrisiko. Hierunter wird das Risiko in Bezug auf die geschäftliche Entwicklung einzelner Emittenten von Wertpapieren verstanden. Das Emittentenrisiko kann dazu führen, dass einzelne Emittenten keine Ausschüttungen oder Darlehensrückzahlungen vornehmen können. Hierdurch kann die Liquidität und Ertragslage v.a. der Unternehmen im Segment „Vermögensverwaltend“ beeinträchtigt werden.

Insbesondere bei den operativ tätigen Konzerneinheiten bestehen allgemeine Marktpreisrisiken in Bezug auf die von ihnen gehaltenen Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die Wertschwankungen unterliegen. Solche Wertschwankungen können aus sich ändernden Marktpreisen aufgrund einer allgemeinen Tendenz an den Rohstoff- und Produktmärkten resultieren, die wiederum ihre Ursache beispielsweise in konjunkturellen Faktoren oder Devisenkursveränderungen haben können. Außerdem können auch marktpsychologische Umstände zu Marktpreisveränderungen führen. Dieses allgemeine Marktpreisrisiko kann durch eine Diversifikation und konsequentes Controlling der Lieferanten und Kunden nur bedingt ausgeschlossen werden, da alle Roh- und Einsatzstoffe sowie Energie einerseits als auch die Endproduktpreise andererseits dem Marktpreisrisiko gleichermaßen ausgesetzt sind.

Auch die in dem Segment „Vermögensverwaltend“ gehaltenen Immobilien unterliegen Marktpreisrisiken. Die derzeit am Immobilienmarkt vorherrschenden relativ hohen Marktpreise können in Zukunft wieder sinken und die Bewertung der Immobilien negativ beeinflussen und Wertberichtigungen des Wertansatzes der Immobilien hervorrufen. In diesem Fall können bei einer Veräußerung von Immobilien nur Erlöse unterhalb des Wertansatzes erzielt werden und so aus einer Veräußerung von Immobilien oder die Immobilien haltenden Beteiligungsunternehmen Verluste resultieren. In den letzten Jahren war das Marktumfeld im Bereich der Immobilien geprägt durch erhöhte Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot, den Mangel an Bauland sowie die Niedrigzinspolitik der EZB. Aufgrund der sich abzeichenden Zinswende und der für neue Bauvorhaben relevanten Kostensteigerungen dürften sich auch in diesem Sektor die Risiken erhöhen.

Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen können grundsätzlich alle Konzernsegmente von allgemeinen Marktpreisrisiken betroffen sein. Die Risikobewältigung erfolgt durch fortlaufende Verfolgung der Börsen- und Finanzdaten, der Markt- und Unternehmensnachrichten sowie der relevanten Rohstoffmärkte zum rechtzeitigen Erkennung von marktpreisrelevanten Ereignissen sowie Regelkommunikation von Vorstand und Beteiligungsmanagement mit den Verantwortlichen der operativen Engagements. Wesentlicher Frühwarnindikator sind Unternehmens- und spezifische Pressemeldungen, zur Risikosteuerung wird vor allem die Diversifikation der Portfolien und sowie ein aktives Portfoliomanagement betrieben.

Das Zinsumfeld hat sich im Jahr 2021 nur unwesentlich geändert. Aufgrund der mittlerweile historisch gestiegenen Inflation zeichnet sich für 2022, wie oben beschrieben, die Zinswende und ein Ende der expansiven Geldpolitik ab. Auf Basis der oben angenommenen Entwicklung wären die Zinsen jedoch immer noch auf einem historisch gesehenen niedrigen Niveau. Es kann aber auch nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass diese Maßnahmen nicht zu einer Beherrschung der Inflation ausreichen und die Notenbanken zu weitaus drastischeren Zinserhöhungsschritten mit entsprechenden Auswirkungen auf die Konjunktur und Finananzmärkte greifen müssen.

Gesunkene Marktpreise aufgrund negativer Gesamtmarktentwicklungen können aber auch dazu genutzt werden, um bestehende Beteiligungen aus- oder neue Beteiligungen aufzubauen. Inbesondere im Segment „Vermögensverwaltend“ ist es das Ziel, durch vorhandene Liquidität und ggf. Nutzung vorhandener Kreditlinien Investitionschancen, die sich in Phasen allgemeiner Marktschwäche verstärkt bieten, entsprechend nutzen zu können.

Insgesamt ist die Eintrittswahrscheinlichkeit allgemeiner Marktpreisrisiken vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfelds, geprägt durch die Ukraine-Krise, Lieferkettenprobleme, hohe Inflation, Zinswende und der weiter bestehenden Verwerfungen durch die Corona-Pandemie unverändert. Bereits im vergangenen Jahr wurde diesem Risikobereich bereits die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit beigemessen, so dass diese unverändert bestehen bleibt. Das quantifizierte Schadenspotenzial wird weiter als wesentlich angesehen, insgesamt ergibt sich eine unveränderte Risikolage.

Gesetzliche Risiken

Unter gesetzlichen Risiken werden rechtliche und regulatorische Risiken, welche die Geschäftstätigkeit der Deutsche Balaton negativ beeinflussen können, verstanden.

Der Konzern ist einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu zählen insbesondere Risiken aus den Bereichen des in- und ausländischen Steuer-, Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen und künftigen Verfahren können oft nicht mit Sicherheit vorausgesehen werden, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die Auswirkungen auf das Geschäft der Deutsche Balaton und ihr Ergebnis haben können.

Es besteht das Risiko, dass die Deutsche Balaton AG und/oder eine ihrer Tochtergesellschaften einer Erlaubnis- oder Registrierungspflicht nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) unterliegen. In der aktuellen Struktur der Gesellschaft ist dies gem. Bestätigung auf Anfrage durch die BaFin nicht der Fall. Künftige Strukturänderungen können zu einer anderen Beurteilung und zu einer Registrierungspflicht nach KAGB führen und für die Deutsche Balaton AG bzw. ihre Tochtergesellschaften weitere organisatorische Anforderungen und Berichtspflichten hervorrufen.

Aufgrund der Börsennotiz einzelner Konzernunternehmen und Wertpapiere des Beteiligungsportfolios sind insbesondere die Konzernunternehmen im Segment „Vermögensverwaltend“ verschiedenen regulatorischen Risiken ausgesetzt. Hierbei sind insbesondere Risiken aus der in- und ausländischen Regulierung des Wertpapierhandels, insbesondere des australischen, kanadischen und US-amerikanischen Kapitalmarktrechts, für börsennotierte Wertpapiere und Konzernunternehmen, des Handels- und Bilanzrechts und des Gesellschaftsrechts zu erwähnen. Auch können unterlassene oder falsche Mitteilungen nach in- und ausländischen Gesetzen betreffend Wertpapiere, in Deutschland unter anderem dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und dem Aktiengesetz (AktG), zu einem zumindest temporären Rechtsverlust in Bezug auf einzelne Wertpapiere, namentlich insbesondere zu einem Stimmrechtsverlust, der Nichtdurchführbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen oder einem Schadensersatzrisiko führen. Aufgrund einer zunehmenden Anzahl von ausländischen Beteiligungen, für die nach jeweils geltendem Kapitalmarktrecht zum Teil deutlich engmaschigere Stimmrechtsmitteilungen erforderlich sind, hat sich das Meldeaufkommen und damit das Risiko von unterlassenen oder falschen Mitteilungen erhöht. Die Deutsche Balaton AG hat zur Risikominimierung mit den Unternehmen aus dem Segment „Vermögensverwaltend“ ein konzernweites internes Meldewesen aufgebaut, das die Beteiligungen dieser Konzerngesellschaften umfasst und die Konzerngesellschaften zu einer laufenden Mitteilung von ihr jeweils gehaltener Beteiligungen verpflichtet. Zusammen mit dem Meldewesen wird das Risiko in Bezug auf Stimmrechtsmeldungen durch eine tägliche Überwachung von Stimmrechtsmitteilungen und ein tägliches Screening von Kapitalmarktveröffentlichungen erfasst. Damit verbunden ist auch eine laufende Überwachung von Stimmrechtsschwellen in Bezug auf die Beteiligungen.

Darüber hinaus können aus dem Bereich des Kapitalmarktrechts durch die Verletzung von Regelungen nach der Market Abuse Regulation (MAR, Marktmissbrauchsverordnung) sowie des Wertpapierprospektrechtes, etwa durch die Verletzung von Pflichten im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Insiderinformationen, dem Führen von Insiderverzeichnissen, insiderrelevante Belehrungen, oder Pflichten im Zusammenhang mit Eigenschaften von Führungskräften (sogenannte directors‘ dealing-Geschäfte) Risiken in Bezug auf Bußgelder oder Schadensersatz entstehen. Bei Konzernunternehmen können vor allem Bußgelder für bußgeldbewehrte Verstöße gegen kapitalmarktrechtliche Veröffentlichungsvorschriften aus der Vorbesitzzeit der Deutsche Balaton nicht immer ausgeschlossen oder abgewehrt werden. In Zweifelsfällen werden fallweise externe Rechtsanwaltskanzleien, insbesondere in den Bereichen MAR, Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG), WpHG und AktG, in die Entscheidungsfindung und Risikoabwehr eingebunden.

Auch durch die Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nehmen Risiken wegen der Verletzung von Datenschutzpflichten zu. Die Deutsche Balaton unterzieht im Rahmen ihres Risikokontrollsystems ihre Mitarbeiter regelmäßig datenschutzrechtlichen Schulungen, hat eine umfassende Datenschutzerklärung erarbeitet und einen externen Datenschutzbeauftragten benannt.

Zunehmende Aufmerksamkeit kommt dem Bereich Geldwäscheprävention und Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung zu. Hierzu hat die Deutsche Balaton eine gruppenweite Risikoanalyse erarbeitet und einen gruppenweiten Geldwäschebeauftragten bestellt. Zudem finden für alle Mitarbeiter der Deutsche Balaton regelmäßig Schulungen in Bezug auf geldwäscherechtliche Themen statt.

Die Konzerngesellschaften sind darüber hinaus verschiedenen passiven Klagerisiken im In- und Ausland ausgesetzt. Entsprechende Risiken können auch aus einer Änderung der Gesetzgebung resultieren.

Bei Beteiligungen an Gesellschaften mit Sitz im Ausland bestehen Risiken im Zusammenhang mit der Einhaltung ausländischen Rechts und ausländischer Gesetze. Zur Vermeidung erheblicher Risiken wird diesbezüglich auf die Unterstützung fachkundiger ausländischer Berater zurückgegriffen.

Die Risikobewältigung erfolgt durch das fortlaufende Screening von Gesetzesentwürfen und -änderungen sowie Ad-hoc-Meldungen durch entsprechende Fachabteilungen sowie deren Regelkommunikation mit den Verantwortlichen der Engagements. In Datenbanken werden Stimmrechtsschwellen gepflegt sowie Informationen zu Insidern und Rechtsgeschäften für die Abhängigkeitsberichte einbezogener Tochtergesellschaften erfasst. Wesentliche Frühwarnindikatoren sind Gesetzesentwürfe.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein moderates Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage insgesamt bleibt somit unverändert.

Politische Risiken

Zu den politischen Risiken, denen die Deutsche Balaton AG in Mitteleuropa ausgesetzt ist, zählen gesetzgeberische oder behördliche Maßnahmen. Innerhalb Europas zeigt die Ukraine-Krise in jüngster Zeit ebenfalls die politischen Risiken auf, denen die Deutsche Balaton mit aktivem Portfoliomangament begegnen muss. Aufruhr, kriegerische Ereignisse oder Revolution können Beteiligungen entwerten bzw. die Realisierung von Forderungen oder die Durchsetzung von Gesellschafter- und Teilhaberechten verhindern. Daneben fällt die Gefahr der Nichtkonvertierung und Nichttransferierung von in Landeswährung eingezahlten Beträgen infolge von Beschränkungen des zwischenstaatlichen Zahlungsverkehrs unter die politischen Risiken, denen sich die Deutsche Balaton ausgesetzt sieht. Zahlungsverkehrsbeschränkungen oder -schwierigkeiten können sich auch auf die Ein- und Ausfuhr von Beträgen, die nicht in Landeswährung lauten, zum Beispiel Euro, auswirken. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Deutsche Balaton AG aufgrund politischer Ursachen ihr an sich zustehende Ansprüche nicht durchsetzen kann.

Die Deutsche Balaton AG beobachtet daher die politische Entwicklung der Länder, in denen Beteiligungen bestehen, regelmäßig und holt gegebenenfalls vor Ort Informationen über die Entwicklung der politischen Verhältnisse ein.

Politische Risiken können sich aus der geografischen Erweiterung der Konzerngesellschaften und Beteiligungen ergeben, insbesondere im afrikanischen Raum mit oftmals noch nicht vollständig stabilisierten politischen Systemen oder den Beteiligungen mit chinesischem Hintergrund. Der Ukraine-Krieg zeigt aber auch, dass die Realisierung von politischen Risiken aufgrund von Abhängigkeiten, beispielsweise im Rohstoffbereich, zu Folgewirkungen außerhalb der unmittelbaren Konfliktregion führen kann.

Die Risikobewältigung erfolgt durch fortlaufende Verfolgung der politischen Entwicklungen und Ereignisse in Ländern, mit denen Berührungspunkte aufgrund von Engagements bestehen sowie durch Regelkommunikation mit den Verantwortlichen ausländischer Engagements, fallweises Berichtswesen über das lokale Umfeld und die relevanten daraus resultierenden Risiken. Wesentlicher Frühwarnindikator sind länderspezifische Pressemeldungen. Zu der Risikosteuerung wird auch in diesem Kontext vor allem die Diversifikation der Portfolien und sowie ein aktives Portfoliomanagement bezüglich der geographischen Ausrichtung betrieben.

Politische Veränderungen bergen im Gegenzug aber auch ein hohes Chancenpotenzial. Länder, insbesondere im afrikanischen und asiatischen Raum, die in der Vergangenheit für ausländische Investitionen nicht oder nur unter erschwerten Voraussetzungen erreichbar waren, öffnen sich für Investoren aus Drittstaaten. In Ländern, die sich aktuell oder künftig in einem politischen Wandel befinden, können gegebenenfalls Investitionen in einer frühen Phase eines wirtschaftlichen Aufbaus zu günstigen Konditionen getätigt werden und dann gute Renditechancen bieten. Fallspezifisch erfolgt eine Evaluation der betreffenden Länderrisiken unter der Fragestellung, ob diesen adäquate Chancen gegenüberstehen.

Im Hinblick auf politische Risiken sehen wir gegenüber dem Vorjahr eine erhöhte Risikolage. Insbesondere zeigen die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine, dass zu den rein ökonomischen Kriterien, nach denen viele Unternehmen ihre Export- und Beschaffungsmärkte beurteilt haben, geopolitische Risiken in Zukunft eine deutlich höhere Bedeutung bekommen dürften. Die ersten beiden Jahre der Corona-Pandemie haben veranschaulicht, über welche Eingriffsmöglichkeiten staatliche Organe insbesondere im Krisenfall verfügen. So sinnvoll diese Rechte auch sind, um im Notfall schnell und umfassend agieren zu können, so ermöglichen sie auch massive Eingriffe in das Wirtschaftsleben mit zum Teil existenzgefährdenden Folgen für ganze Wirtschaftszweige und –branchen. Der Ukraine-Krieg hat zudem die geopolitischen Risiken für die Weltwirtschaft und insbesondere für Deutschland im Bereich Lieferquellen offen gelegt. Dies hat nicht nur zu einer starken Erhöhung der Energiepreise geführt, sondern ändert in Verbindung mit den getroffenen Saktionsmaßnahmen die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft fundamental. Infolge des Ukraine-Kriegs wurde Deutschlands Abhängigkeit von russischem Öl von etwa 35 % im vergangenen Jahr auf 12 % gesenkt, die Abhängigkeit von russischem Gas von zuvor 55 % auf etwa 35 %.

Diese strukturellen Veränderungen veranschaulichen, dass die politischen Risiken zurzeit hoch sind. Auch wenn die unmittelbaren Auswirkungen auf das Portfolio der Deutsche Balaton begrenzt sein dürften, wird dieser Risikobereich im Vergleich zum letzten Jahr aufgrund der nicht abschätzabern Folgewirkungen mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit und erhöhtem Schadenspotenzial eingeschätzt. Wie bereits besprochen, bieten solche fundamentalen Veränderungen neben Risiken aber auch immer wieder Chance für risikobewusste Investoren.

Risiken aus Branchenentwicklung

Neben allgemeinen Marktpreisrisiken bestehen spezifische Risiken, die sich in einzelnen Unternehmensbranchen realisieren können. So können sich in den operativen Einheiten des Deutsche Balaton Konzerns wirtschaftliche, technologische oder wettbewerbsspezifische Rahmenbedingungen verändern. Der Beteiligungsansatz der Unternehmen des Segments „Vermögensverwaltend“ ist dabei grundsätzlich nicht branchenspezifisch. Die Unternehmensbranchen, in welche durch Eingehen von Beteiligungen investiert wird, sind nur ein Kriterium für die Auswahl einzugehender Investments.

Die Risikobewältigung erfolgt durch die fortlaufende Verfolgung dieser Rahmenbedingungen in denjenigen Branchen, in denen aktive oder geplante Engagements angesiedelt sind, durch Regelkommunikation mit den Verantwortlichen der betreffenden Engagements, sowie durch die entsprechende Besetzung von Organfunktionen. Wesentlicher Frühwarnindikator sind sinkende Auftragseingänge bei diesen Engagements und steigende Anzahlen von Unternehmensinsolvenzen in den betreffenden Branchen. Zugrundeliegendes Prinzip ist auch an dieser Stelle ein grundsätzlich nicht branchenspezifisch ausgerichteter Beteiligungsansatz, verbunden mit der Diversifikation des Branchenportfolios.

Die Veränderung wirtschaftlicher, technologischer oder wettbewerbsspezifischer Rahmenbedingungen stellt nicht nur ein Negativszenario dar. Die im Rahmen der Risikoanalyse angestellten Überlegungen finden auch im Chancenmanagement Anwendung. Positive Veränderungen der entsprechenden Parameter auf Branchenebene können Investitionen in diesen Branchen unterstützen.

Zum Bilanzstichtag betreffen rund 50 % (Vj. 32 %) des langfristigen Beteiligungsportfolios den Rohstoffsektor. Aufgrund dieses höheren Investitionsfokus in Unternehmen der Rohstoffbranche ist ein grösseres Risiko hinsichtlich der Branchenentwicklung gegeben. Hiervon beziehen sich wiederum rund 55 % (Vj. 70 %) auf Unternehmen, die überwiegend im Goldsektor tätig sind. Sofern bspw. der Goldpreis stark fallen sollte, ist es wahrscheinlich, dass sich daraus wesentliche, negative, finanzielle Auswirkungen für den Konzern ergeben würden. Es ist zu berücksichtigen, dass die Preisentwicklung der unterschiedlichen Rohstoffe zwar grundsätzlich voneinander unabhängig ist, jedoch oftmals positiv miteinander korreliert, da die Nachfragesituation wesentlich von der Konjunkturentwicklung abhängt. Die Entwicklung des Goldpreises ist dagegen stärker von dessen Funktion als (zinsloses) Wertaufbewahrungsmittel abhängig und in der Regel negativ korreliert mit der Entwicklung der (Real-)Zinsen. Eine möglicherweise steigende Inflation könnte sich nachteilig auf den Auf- und Ausbau von Produktionskapazitäten auswirken.

Insgesamt wird diesem Risikobereich eine vergleichsweise hohe Eintrittswahrscheinlichkeit bei einem wesentlichen Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage hat sich somit erhöht.

Unternehmensspezifische Risiken

Unter unternehmensspezifischen Risiken wird unter anderem die rückläufige Entwicklung des Marktpreises von Engagements verstanden, die ursächlich auf unmittelbar oder mittelbar bei dem Engagement vorhandene und nicht branchenbezogene Faktoren zurückgeht. Sollten sich unternehmensspezifische Risiken einschließlich technologischer Entwicklungen, welche für das jeweilige Beteiligungsunternehmen von Bedeutung sind, realisieren, könnten die Konzernunternehmen des Segments „Vermögensverwaltend“ einen beabsichtigten Veräußerungsgewinn nicht erzielen und müssten gegebenenfalls sogar einen Verlust bis hin zum Totalausfall hinnehmen.

Als Maßnahme zur Risikosteuerung kommt eine dem potenziellen Investment angemessene Analyse, teilweise unter Einschaltung externer Berater, zum Einsatz, um die erwarteten Chancen und Risiken eines Beteiligungsinvestments vor Eingehen eines Investments gegeneinander abzuwägen.

Die Risikobewältigung erfolgt durch fortlaufende Beobachtung der Börsen- und Finanzdaten sowie der Markt- und Unternehmensnachrichten sowie durch die Besetzung von Organfunktionen. Wesentlicher Frühwarnindikator sind Unternehmens- und Pressemeldungen.

Insgesamt werden diesem Risikobereich – nicht zuletzt aufgrund des Diversifikationsgrades im Konzern – eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein vergleichsweise geringes Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage bleibt somit unverändert.

Steuerrechtliche Risiken

Die Veränderung steuerlicher Rahmenbedingungen kann sich sowohl direkt auf alle Konzernunternehmen auswirken als auch indirekt auf Kunden der operativ tätigen Konzernunternehmen Einfluss nehmen und damit das Geschäft des Deutsche Balaton Konzerns beeinträchtigen. Aufgrund der geografischen Diversifizierung auch der Konzerngesellschaften unterliegt die Deutsche Balaton insoweit vielfältigen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Jegliche steuerliche Fragestellungen werden regelmäßig durch die konzerneigene Steuerabteilung analysiert und beurteilt. Ebenso wird auf die Expertise von lokalen externen Sachverständigen wie Anwälte oder Steuerberater zurückgegriffen.

Es wird davon ausgegangen, dass Unternehmen mit bestehenden Verlustvorträgen nicht oder nur teilweise zu Steuerzahlungen verpflichtet sind, solange und soweit der steuerliche Verlustvortrag nicht durch erzielte Jahresüberschüsse aufgebraucht ist. Aufgrund von steuerpflichtigen Erträgen wird eine Nutzung der Verlustvorträge auch in relevantem Umfang unterstellt. Sollten die von den Gesellschaften ermittelten steuerlichen Verlustvorträge nicht oder nicht in der errechneten Höhe von der Finanzverwaltung akzeptiert werden, würde dies zu einer Verringerung der bestehenden Verlustvorträge führen. In diesem Fall wären zukünftige höhere Steuerzahlungen wahrscheinlich.

Änderungen im Steuerrecht bergen das Risiko, dass die steuerliche Belastung des Konzerns zunimmt und es zu einer Verringerung des Jahresergebnisses und damit des IFRS-Eigenkapitals kommt. Änderungen im Steuerrecht können außerdem die Investitionsentscheidungen von Kunden der operativ tätigen Konzerneinheiten beeinflussen, soweit mit den Änderungen zum Beispiel weitere Belastungen für die Kunden, gegebenenfalls auch in Form der Rücknahme von bestehenden Vergünstigungen, verbunden sind. Dies kann dazu führen, dass Investitionen erst später oder überhaupt nicht getätigt werden.

Insbesondere die Unternehmen im Segment „Vermögensverwaltend" halten in ihrem Beteiligungsportfolio eine Vielzahl von Streubesitzanteilen, deren Dividenden voll steuerpflichtig sind. Veräußerungsgewinne hingegen sind weiter nach § 8b Abs. 2 KStG steuerbegünstigt. Für die Zukunft kann eine Besteuerung von Veräußerungsgewinnen aus Streubesitzanteilen jedoch nicht ausgeschlossen werden. Aus einer solchen Ausweitung der Besteuerung von Streubesitzbeteiligungen können weitere Risiken für die Deutsche Balaton AG und den Konzern entstehen.

Auch wenn aufgrund der oben beschriebenen Konjunkturprogramme davon auszugehen ist, dass diese Investitionen langfristig durch ein höheres Steueraufkommen gegenfinanziert werden müssen, wird diesem Risikobereich für das Jahr 2022 eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein vergleichsweise geringes Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage bleibt somit unverändert.

Liquiditätsrisiken in Bezug auf Beteiligungen

Die Deutsche Balaton AG beteiligt sich unter anderem auch an börsennotierten Unternehmen, die nur eine geringe Handelsliquidität aufweisen. Ein Verkauf dieser Engagements über die Börse kann unter Umständen nur schwer oder gar nicht möglich sein. Die Veräußerung von solchen Anteilen ist oftmals nur im Rahmen eines aufwändigen, strukturierten Verkaufsprozesses zu erreichen. Immanent ist diese Situation bei Engagements, die nicht an einer Börse gehandelt werden.

Die daraus resultierenden Terminrisiken bedeuten, dass die Deutsche Balaton AG über die in zur Veräußerung stehenden Engagements gebundene Liquidität nicht rechtzeitig oder plangemäß verfügen kann.

Auch in Bezug auf die Liquiditätssituation von Unternehmensbeteiligungen bestehen Risiken. Gegenüber vorgelegten Liquiditätsplanung können – z.B. aufgrund von Produktinnovationen oder allgemeiner Wachstumsprozesse – durch die Deutsche Balaton AG abzudeckende Nachfinanzierungsbedarfe zur Überbrückung von Liquiditätslücken entstehen.

In Bezug auf die verstärkten Investitionen im Rohstoffbereich ergibt sich aufgrund der Tatsache, dass die Mehrzahl der Rohstoffunternehmen noch nicht in Produktion sind und Cash Flows generieren, in der Regel ein laufender Finanzierungsbedarf. Dieser wird zumeist durch Kapitalmaßnahmen gedeckt. Um eine Verwässerung in diesem Zusammenhang zu vermeiden, ist daher die zumindest quotale Beteiligung an diesen Kapitalmaßnahmen seitens der Deutsche Balaton AG erforderlich. Zudem ist trotz überwiegender Börsennotierung meist keine hohe Handelsliquidität gegeben.

Die Risikobewältigung erfolgt durch fortlaufende Verfolgung der Börsen- und Finanzdaten sowie der Markt- und Unternehmensnachrichten zum rechtzeitigen Erkennen abnehmender Handelsliquidität. Wesentliche Frühwarnindikatoren sind ein sinkendes Handelsvolumen bei börsennotierten Engagements, der (angekündigte) Einstieg eines Großinvestors oder auch das geplante Listing in einem niedrigeren Börsensegment. Als weitere Maßnahmen zur Risikosteuerung kommen Liquiditätsplanungen mit der vorausschauende und defensive monatsweise Planung der Kreditinanspruchnahmen unter Berücksichtigung angemessener freier Linien zum Einsatz, die eine aktive Liquiditätssteuerung einerseits durch das Vorhalten angemessener Rücklagen und freier Kreditlinien bei Banken sowie die kurzfristige Rückführung bestehender Inanspruchnahmen beispielsweise durch die Veräußerung liquider Wertpapiere ermöglichen. Wertentwicklungen des Portfolios aufgrund kurzfristiger Veränderungen von Marktpreisen werden anhand von Szenarioanalysen simuliert.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein unverändert geringes Schadenspotenzial beigemessen, somit ergibt sich gegenüber dem Vorjahr eine unveränderte Risikolage.

7.4.3. Finanzwirtschaftliche Risiken

Forderungsrisiken

Der Deutsche Balaton Konzern ist im Zusammenhang mit der Finanzierung der Beteiligungen und dem Verkauf von Beteiligungen an Dritte sowie durch Liefer- und Leistungsbeziehungen dem Risiko des Ausfalls von Forderungen ausgesetzt. Hierdurch entsteht die Gefahr, dass kurzfristig fällig werdende Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht vollständig fristgerecht erfüllt werden können.

Darüber hinaus bestehen Forderungsrisiken aus Investitionen in Genussscheine und Anleihen. In Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Emittenten können die Zinszahlung und auch die Rückzahlung von Forderungen aus Anleihen und Genussrechten eingeschränkt sein oder ausfallen. Die Risikobewältigung erfolgt auf Ebene der jeweiligen Konzerngesellschaft durch eine vorgeschaltete Überprüfung der Kundenbonität sowie teilweise durch die Vereinbarung von geeigneten Sicherungsmitteln (zum Beispiel durch die Vereinbarung von Eigentumsvorbehalten und Kreditversicherungen). Im Rahmen der Finanzierung von Konzernunternehmen erfolgt die Zurverfügungstellung von Mitteln ausschließlich nach Durchführung einer Chancen-Risiken-Analyse. In Abhängigkeit von der prognostizierten Ausfallwahrscheinlichkeit wird die Zurverfügungstellung von Finanzmitteln, wenn möglich, von der Stellung liquider Sicherheiten oder anderer geeigneter Sicherungsmittel abhängig gemacht.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein vergleichsweise geringes Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage bleibt somit unverändert.

Wechselkursrisiken

Wechselkursrisiken bestehen in Bezug auf ausländische Investitionen. Hierzu gehören zum Beispiel Investitionen in Wertpapiere und Forderungen bzw. Verbindlichkeiten. Forderungen und Verbindlichkeiten in ausländischen Währungen haben in Bezug auf das Beteiligungsgeschäft der Deutsche Balaton aufgrund einer zuletzt stärker international ausgerichteten Investitionsstrategie, insbesondere im Rohstoffbereich, zugenommen.

Investitionen in Australien, Kanada und Großbritannien erfolgen in der Regel in lokaler Währung, Investitionen in Afrika erfolgen häufig in lokaler Währung oder in US-Dollar. Dagegen ist der Euro funktionale Währung des Deutsche Balaton Konzerns, demnach ist der Konzern Risiken aus Währungsschwankungen ausgesetzt. Aufgrund der verstärkten Investitionen in Rohstoffunternehmen mit ausländischer Börsennotierung ist das Währungsrisiko im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Derzeit erfolgen vereinzelt Währungsabsicherungen, ohne jedoch eine Fristenkongruenz von Anlagehorizont und Absicherungsgeschäft herbeizuführen.

Im Segment „Beta Systems“ sind einzelne Unternehmen Wechselkursrisiken aus Auslandsgeschäft ausgesetzt. Teilweise werden diese Wechselkursrisiken durch Wechselkurssicherungsgeschäfte reduziert. Entsprechende Absicherungen obliegen dem Vorstand der jeweiligen Konzerngesellschaften im Rahmen dessen operativer Kontrolle und erfolgt auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaft.

Das maximale Währungsrisiko ergibt sich aus folgenden Finanzinstrumenten und Liquiditätsströmen in Fremdwährungen (FW). Die Angaben erfolgen in Tausend Währungseinheiten der jeweiligen Fremdwährungen.

Ein Stärkung des Euro von 10 % gegenüber den Währungen hätte zum Abschlussstichtag – unter Voraussetzung sonst gleicher Annahmen – zu den folgenden angeführten Zunahmen (Abnahmen) des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses geführt:

USD CAD CHF GBP AUD PLN
Zahlungsmittel 1.156 1.103 126 9.852 2.986 4.916
Finanzanlagen 17.040 115.890 81 4.212 237.220 12,887
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.051 0 827 831 0 4.751
Kurzfristige Finanzierung und finanzielle Schulden – 890 – 7.134 – 4 – 563 – 20.490 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 289 16 – 31 – 408 0 – 496
Derivative Finanzinstrumente 0 0 0 0 0 0
Finanzinstrumente in FW 18.068 109.874 1.000 13.923 219.716 22.059
Geplante Umsatzerlöse 2022 4.860 0 1.427 1.900 0 14.059
Geplante Kosten 2022 – 790 – 1.856 – 435 – 4.410 0 – 42.000
Geschäftsanteil in FW 22.138 108.018 1.993 11.412 219.716 – 5.882
USD CAD CHF GBP AUD PLN
Eigenkapital – 83 380 – 81 – 1.051 1.019 – 181
Jahresergebnis – 1.623 – 6.992 – 90 – 180 – 13.693 300

Die Darstellung bezieht sich ausschließlich auf Effekte aus Finanzinstrumenten. Da im Konzern aber Vermögenswerte vorhanden sind, die keine Finanzinstrumente sind, und aus diesen Vermögenswerten durch Währungsänderungen unter Umständen gegenläufige oder gleichläufige Effekte entstehen können, kann der tatsächliche Effekt aus Währungsänderungen aus obiger Tabelle nicht entnommen werden.

Eine Schwächung des Euro in Höhe von 10 % gegenüber den Fremdwährungen hätte zum Abschlussstichtag zu einem gleich hohen, aber entgegensetzten Effekt auf die angeführten Währungen geführt.

Die in der Sensitivitätsanalyse zur Anwendung kommenden Währungsumrechnungskurse entsprechen hinsichtlich der Finanzinstrumente und der geplanten Umsatzerlöse und -kosten den im Konzernanhang unter „Fremdwährungsumrechnung“ innerhalb der Position „Allgemeine Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ dargestellten Stichtags- und Durchschnittskursen.

Kursbewegungen bei Fremdwährungen bieten auch Wechselkurschancen, die parallel zu möglichen Börsenpreisänderungen den Beteiligungserfolg verstärken können. Die Aufwertung einzelner Wechselkurse kann also auf der anderen Seite zu steigenden Renditen bei Fremdwährungsinvestitionen führen.

Den Wechselkursrisiken wird unverändert eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit eingeräumt. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Investitionen in vorwiegend australische und kanadische Rohstoffunternehmen im Segment „Vermögensverwaltend“ erhöht. Zusätzlich hat sich zuletzt im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg eine vergleichsweise hohe Volatilität in den relevanten Wechselkursen gezeigt. Darüber werden die zu erwartenden Zinsschritte der nationalen Notenbanken Auswirkungen auf die Wechselkursverhältnisse haben. Im Verhältnis zu den sonstigen überwiegend in Euro gehaltenen Beteiligungen wird dem Wechselkursrisiko jedoch weiterhin ein vergleichsweise geringes Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage in Bezug auf Wechselkursrisiken ist damit insgesamt unverändert.

Zinsänderungsrisiken

Zinsänderungsrisiken sind, unabhängig von den oben beschriebenen Finanzmarktrisiken, für die Deutsche Balaton AG trotz bestehender Kreditfinanzierung nicht von wesentlicher Bedeutung. Zinssatzänderungen können grundsätzlich in beide Richtungen erfolgen, sowohl variable Aktiv- als auch Passivzinssätze bewegen sich dabei grundsätzlich gleichgerichtet. Anlagen in zinstragende Wertpapiere oder Darlehen erfolgen im Segment „Vermögensverwaltend“, dabei werden Anlagen in zinstragende Wertpapiere mittel- bis langfristig sowie mit einem zumeist für die jeweilige Laufzeit im Voraus fest vereinbarten Zinssatz vorgenommen. Diese Anlagen sind in der Regel über kurzfristige Fremdkapitalfinanzierungen mit meist variablen Zinssätzen finanziert.

Darüber hinaus können sich Zinsänderungen auf die Fair Value Bewertung finanzieller Vermögenswerte auswirken. Die sich hieraus ergebenden Effekte sind ebenfalls nur von moderater Bedeutung.

Insgesamt hat sich zum 31. Dezember 2021 im Konzern das Verhältnis von variabel zu fest verzinslichen Vermögenswerten gegenüber dem Vorjahr zugunsten der festverzinslichen Vermögenswerte verändert und führt so zu einer höheren Planungssicherheit. Der Anteil der festverzinslichen Vermögenswerte beträgt zum Stichtag 41 % (Vj. 10 %). In die Betrachtung werden Aktien und andere Eigenkapitaltitel nicht mit einbezogen. Im Verhältnis zum Vorjahr wurden die langfristigen, festverzinslichen Schulden zu Gunsten kurzfristigen, variabel verzinslichen Schulden umgeschichtet. Der Anteil der festverzinslichen Schulden beträgt zum Stichtag 53 % (Vj. 79 %).

in TEUR 31.12.2021 31.12.2020
Vermögenswerte (festverzinslich) 55.965 14.192
Vermögenswerte (variabel verzinslich) 82.065 128.223
138.030 142.416
Finanzielle Schulden (festverzinslich) 57.269 82.462
Finanzielle Schulden (variabel verzinslich) 51.479 21.440
108.748 103.902

Trotz zu erwartender schrittweise Erhöhung der Kapitalmarktzinsen durch die EZB in 2022, ist vorerst zu erwarten, dass diese im historischen Vergleich weiterhin auf niedrigem Niveau bleiben. Dies begünstigt fremdfinanzierte Investitionen und verbessert die Renditechancen der Unternehmensbeteiligungen.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein vergleichsweise geringes Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage bleibt somit unverändert.

Liquiditätsrisiken (Finanzierungsrisiken)

Aus den bei verschiedenen Kreditinstituten eingeräumten Kontokorrentkreditrahmen werden laufend Kredite in Anspruch genommen. Die jeweiligen Inanspruchnahmen sind mit börsennotierten und von den einzelnen Kreditinstituten als beleihbar qualifizierten Wertpapieren in ausreichender Höhe zu besichern bzw. die Inanspruchnahmen dieser Lombardkredite sind wertmäßig auf den jeweiligen Beleihungswert der beliehenen Wertpapiere begrenzt. Signifikant fallende Marktpreise/Börsenkurse von Wertpapieren können dazu führen, dass bestehende Inanspruchnahmen nicht in erforderlichem Maße besichert und ggfs. auch nicht zurückgeführt werden können. Ein vergleichbarer Effekt kann – bei unveränderten Börsenkursen der zugrundeliegenden Wertpapiere – durch eine durch ein Kreditinstitut vorgenommene Absenkung von Beleihungswerten oder aber die allgemeine Kürzung von Kreditlinien ausgelöst werden. Bei den Auslandsinvestitionen im Rohstoffbereich ist die Beleihbarkeit dieser Titel oftmals eingeschränkt, etwa da inländische Kreditinstitute kleinere Auslandstitel standardmäßig nicht beleihen und nicht über die Möglichkeit verfügen, Einschätzungen hinsichtlich der Beleihbarkeit auf Einzelwertbasis vorzunehmen.

Um kurzfristig fällig werdende Verbindlichkeiten rechtzeitig bedienen zu können, steuern Konzernunternehmen, die in börsennotierte Wertpapiere investieren, Liquiditätsrisiken durch die Begrenzung der Inanspruchnahme von Lombardkrediten. Auf Basis der Depotwerte und Beleihungshöhe erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Kreditlimite durch den Vorstand. Im Rahmen einer Liquiditätsplanung erfasst der Vorstand die Liquiditätsrisiken und trifft Maßnahmen zur Minimierung dieser Risiken.

Zur besseren Beurteilung der Liquiditätsrisiken hat der Vorstand ergänzend zu seiner qualitativen Beurteilung des Liquiditätsrisikos eine Sensitivitätsanalyse zum 31. Dezember 2021 durchgeführt. Die kurz- und langfristigen finanziellen Schulden des Konzerns betragen zum 31. Dezember 2021 110,5 Mio. EUR (Vj. 103,9 Mio. EUR). Ein Anstieg des Marktwerts der gegebenen Sicherheiten um 10 % ermöglicht gegebenenfalls eine höhere Inanspruchnahme der Kreditlinien. Eine Verminderung der Marktwerte der Sicherheiten reduziert tendenziell die Möglichkeiten einer Kreditinanspruchnahme. Zum Bilanzstichtag beträgt der Marktwert grundsätzlich beleihbarer Wertpapiere 451,2 Mio. EUR (Vj. 397,1 Mio. EUR). Dabei obliegt die Entscheidung über die Beleihbarkeit einzelner Wertpapiere und den gegebenenfalls anzuwendenden Beleihungssatz den Depotbanken, so dass die Deutsche Balaton AG hierauf nur eingeschränkt Einfluss nehmen kann. Der Beleihungssatz für börsennotierte Wertpapiere liegt üblicherweise zwischen 0 % und 70 %, wodurch der effektive Beleihungswert der Wertpapiere deutlich niedriger ist. Der angenommene Anstieg um 10 % würde den Marktwert um 45,1 Mio. EUR erhöhen. Eine angenommene Verminderung um 10 % würde den Marktwert in gleicher Höhe reduzieren.

Die Risikobewältigung erfolgt durch eine vorausschauende und vorsichtige Planung der Kreditinanspruchnahmen, verteilt über mehrere Kreditinstitute.

Aufgrund der bereits beschriebenen hohen Unsicherheit an den Kapitalmärkten und den damit verbundenen hohen Aktienkursschwankungen besteht weiter ein erhöhtes Risiko, dass die Beleihungswerte bei Beteiligungen nicht mehr ausreichen um die bestehenden Verbindlichkeiten abzudecken und Banken hieraus eine Nachbesicherung oder die Veräußerung von Wertpapierpositionen einfordern.

Insgesamt wird diesem Risikobereich aufgrund der gestiegenen Volatilität der Aktienmärkte eine weiterhin hohe Eintrittswahrscheinlichkeit beigemessen. Es resultiert trotz der deutlichen Rückführung der finanziellen Schulden weiterhin ein mittleres Schadenspotenzial basierend auf den in Anspruch genommenen Kreditlinien. Die Risikolage in Bezug auf Liquiditätsrisiken (Finanzierungsrisiken) ist unverändert gegenüber den Vorjahren.

Preisänderungsrisiken

Der Deutsche Balaton Konzern sieht sich in Bezug auf die von den Konzernunternehmen gehaltenen Beteiligungen einem Risiko von Preisänderungen ausgesetzt, die sich auf den Beteiligungswert des Portfolios auswirken können. Solche Preisrisiken stehen in engem Zusammenhang mit den Liquiditätsrisiken (Finanzierungsrisiken), da sich ändernde Marktpreise für Beteiligungen auch dazu führen können, dass die betroffenen Gesellschaften nicht mehr uneingeschränkt in der Lage sein können, ihre kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten aus zur freien Verfügung stehenden, jedoch in Anlagen gebundenen Investitionen zu befriedigen. Veränderungen des Marktpreises bestimmter Wertpapiere können sich außerdem negativ auf die Beleihungswerte und damit die von den Banken zur Verfügung gestellten Kreditmittel auswirken bzw. zu einer kurzfristigen Verpflichtung der Rückführung von in Anspruch genommenen Kreditmitteln führen.

Anhand von Szenarioanalysen werden verschiedene Wertentwicklungen des Beteiligungsportfolios aufgrund einer kurzfristigen Veränderung von Marktpreisen, beispielsweise durch äußere Einflüsse hervorgerufen, simuliert (siehe Kapitel 7.4.6).

Insgesamt werden diesem Risikobereich seit 2019 eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit und ein bedeutsames Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage in Bezug auf Preisänderungsrisiken hat sich im laufenden Jahr jedoch nicht geändert.

7.4.4. Risiken aus Corporate Governance

Managementrisiken

Unter Managementrisiken wird die Möglichkeit verstanden, dass Organe strategische Fehlentscheidungen treffen, die unter umfassender Würdigung sämtlicher verfügbarer Informationen vermeidbar gewesen wären. Grundlage der geschäftlichen Tätigkeit einer Beteiligungsgesellschaft sind regelmäßige Des-/ Investitionsentscheidungen signifikanter Volumina. Entscheidungsfindungen erfolgen anhand fundierter Bewertungen, immanent sind dabei komplexe Konstellationen sowie Zeit- bzw. Termindruck.

Bei wirtschaftlich bedeutsamen Entscheidungen ist neben dem Vorstand auch der Aufsichtsrat beratend in die Entscheidungsfindung einbezogen. Im Rahmen seiner Überwachungstätigkeit hat dieser einen Katalog von Geschäften beschlossen, die der Vorstand nur nach Zustimmung vornehmen darf. Bestandteil des Katalogs ist auch eine Budgetplanung, die jährlich vorzulegen ist. Rechtsgeschäfte, die aufgrund des Zustimmungskatalogs der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen bzw. nicht in der jeweiligen vom Aufsichtsrat genehmigten jährlichen Budgetplanung beinhaltet sind, legt der Vorstand dem Aufsichtsrat zur vorherigen Zustimmung vor. Managementrisiken sind für die Deutsche Balaton AG und ausgewählte Tochtergesellschaften über eine D&O-Versicherung abgesichert.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein geringes Schadenspotenzial beigemessen, somit ergibt sich gegenüber dem Vorjahr eine unveränderte Risikolage.

Verhaltensrisiken

Im Bereich von Corporate Governance/Compliance werden Risiken aus rechts- und sorgfaltswidrigem Verhalten, resultierend aus Irrtum, Fahrlässigkeit und krimineller Handlung von Unternehmensangehörigen (auch der Organe) subsumiert. Durch Irrtum können Schäden trotz der Einhaltung von Gesetzen und internen Richtlinien entstehen, z. B. aus Eingabefehlern, Schreibfehlern sowie Verwechslungen. Unter Fahrlässigkeit wird die Verwirklichung einer schädigenden Handlung oder eines schädigenden Unterlassens durch die Verletzung interner und externer Normen verstanden, durch die kein persönlicher Vorteil erlangt wird. Kriminelle Handlungen umfassen Straftaten wie Betrug, Unterschlagung, Sabotage oder Insiderhandel, aber auch Korruption; sie werden vorsätzlich zum Schaden der Deutsche Balaton AG oder zur eigenen oder Drittbegünstigung begangen. Durch die Realisierung entsprechender Risiken können die Performance und weitere Entwicklung der Organisation beeinträchtigt, die aktive Wahrnehmung von Wachstumschancen behindert oder die Realisierung weiterer (betrieblicher oder finanzieller) Risiken befördert werden.

Die Risikobewältigung erfolgt durch verbindlich anzuwendende Regelungen wie wechselseitige Aufgabenkontrolle (Vier-Augen-Prinzip) sowie Aufgaben- und Funktionstrennung zwischen Unternehmensbereichen. Wesentliche Frühwarnindikatoren sind steigende Fehlerhäufigkeit bzw. Verschlechterung der Qualität der Arbeitsergebnisse sowie Verstöße gegen Richtlinien. Als Maßnahmen zur Risikosteuerung kommen Richtlinien, umfangreiche Regelwerke und Verhaltensanweisungen sowie die Verpflichtung von Personen, die im Sinne des Aktienrechts über Insiderkenntnisse verfügen, zur Einhaltung der damit verbundenen Vorschriften zum Einsatz.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein geringes Schadenspotenzial beigemessen, somit ergibt sich gegenüber dem Vorjahr eine unveränderte Risikolage.

7.4.5. Sonstige Risiken

Personalwirtschaftliche Risiken

Die Deutsche Balaton AG ist in ihrem Geschäftsbereich auf einen ausreichenden Bestand erfahrener und kompetenter Mitarbeiter angewiesen. Relevante personalwirtschaftliche Risiken sind daher Fluktuation, vor allem in Kombination mit einem Unterangebot auf dem Arbeitsmarkt im Bedarfsfall sowie mangelnde Qualifikation, die sich in fehlerbehafteten Arbeitsergebnissen ausdrückt. Darüber hinaus bestehen Risiken aus Loyalitäts-, Motivations- und Führungsschwäche.

Aufgrund des Mangels an Mitarbeitern für bestimmte Positionen am Markt kann es vorkommen, dass einzelne freie Stellen nur schwer besetzt werden können. Die Deutsche Balaton AG beschreitet bei der Personalbeschaffung verschiedene Wege. Neben der klassischen Form der Stellenanzeige wird teilweise auf Dienste professioneller Personalvermittler zurückgegriffen.

Eine vertrauensbasierte Unternehmenskultur mit flachen Hierarchien, die auf jeder Ebene eigenverantwortliches Handeln und Denken fördert, soll Mitarbeiter an das Unternehmen binden und Abwanderungsbestrebungen entsprechend verringern. Der Vorstand ist darüber hinaus bemüht, Mitarbeiter entsprechend ihrer persönlichen Stärken einzusetzen.

Zur Sicherstellung einer hohen Arbeitsqualität stehen den Mitarbeitern der Deutsche Balaton AG verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten offen. Neben interner Fortbildung, insbesondere durch ein umfassendes Angebot an Fachzeitschriften, können Mitarbeiter zur individuellen Fortbildung an externen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Hierbei unterstützt die Deutsche Balaton AG ihre Mitarbeiter unter anderem durch Freistellung von der Arbeitsleistung für die Dauer der Fortbildungsmaßnahmen und Übernahme von Fortbildungskosten.

Die schlanke Personalstruktur bietet den Vorteil einer unmittelbaren Unternehmenssteuerung durch den Vorstand und damit die Möglichkeit der Personalführung durch die oberste Führungsebene.

Insgesamt werden diesem Risikobereich eine mittlere Eintrittswahrscheinlichkeit und ein vergleichsweise geringes Schadenspotenzial beigemessen. Die Risikolage bleibt somit unverändert.

Informationstechnologische Risiken

Die Deutsche Balaton AG identifiziert im Bereich informationstechnologischer Risiken neben Risiken in Form von Datenverlusten und Systemausfallzeiten auch das Risiko des Missbrauchs informationstechnischer Anlagen.

Das Risiko von Datenverlusten wird durch regelmäßige Sicherungen der elektronisch verfügbaren Unternehmensdaten minimiert, insbesondere der Unternehmensdatenbanken, der Finanzbuchhaltung und der Rechnungslegungsdaten. Zusätzlich werden alle innerhalb der Server-Client-Umgebung erstellten Dateien gesichert. Die Datensicherungen erfolgen arbeitstäglich auf Wechselmedien, monatlich wird eine Komplettsicherung erstellt. Die Aufbewahrung der monatlichen Back-ups erfolgt an sicheren, gegen Brand geschützten Orten. Die Datensicherungseinrichtungen stehen außerdem räumlich getrennt von der EDV-Anlage. Der Zugriff auf elektronische Dokumente und auf die EDV-Systeme ist durch Benutzerzugriffsrechte geschützt.

Systemausfallzeiten werden durch den Einsatz eines externen Dienstleisters auf ein geringes Maß reduziert. In Notfällen stehen sachkundige Mitarbeiter zur Umsetzung von Sofortmaßnahmen bereit. Gegen schädliche Computerprogramme und externe Angriffsszenarien wird Schutzsoftware eingesetzt.

Berechtigungen zur Ausführung von Geschäftsvorfällen und Transaktionen bei der Muttergesellschaft Deutsche Balaton AG sind durch entsprechende Kompetenzregelungen festgelegt. Für die Vornahme von elektronischen Bankaufträgen sind mit den Banken entsprechende Höchstwerte je Einzelvorfall vereinbart; darüber hinausgehende Transaktionen bedürfen der technischen Freigabe durch ein Vorstandsmitglied.

Der externe Dienstleister im Bereich EDV informiert sich regelmäßig über Neuerungen im Bereich IT und IT-Sicherheit, um mögliche drohende Angriffe auf die IT-Infrastruktur der Deutsche Balaton AG zu verhindern.

Grundsätzlich hat sich die allgemeines Risikosituation im Bereich Informationstechnologie nach Ansicht von Branchenexperten erhöht. Da das Risiko für die Deutsche Balaton AG selbst mangels automatisierter Produktionsprozesse bzw. Umgang mit Kundendaten gering ist und das Beteiligungsprofil auch keinen Fokus auf gefährdetet Unternehmen aufweist, wird weiterhin von einer mittleren Eintrittswahrscheinlichkeit und einem vergleichsweise geringen Schadenspotenzial ausgegangen. Die Risikolage bleibt somit unverändert.

7.4.6. Szenarioanalyse des Beteiligungsportfolios

Nachfolgend soll anhand einer Szenarioanalyse des Beteiligungsportfolios ein Überblick über verschiedene Szenarien in Bezug auf das Portfolio des Deutsche Balaton Konzerns gegeben werden. Die Szenarioanalyse soll dabei zeigen, wie sich verschiedene Faktoren auf den Wert des Portfolios, das einen wesentlichen Einfluss auf den Wert des Deutsche Balaton Konzerns hat, auswirken. Die Szenarioanalyse bildet dabei keine Erwartungen des Vorstands ab, sondern soll lediglich die Abhängigkeit des Portfolios von einzelnen Faktoren veranschaulichen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in der Realität tatsächlich höhere oder niedrigere Schwankungen auftreten können.

Der Vorstand hat die Risikobewertung auf Basis der im Konzern der Deutsche Balaton AG gehaltenen finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerte und deren beizulegenden Zeitwerte zum Bilanzstichtag bzw. fortgeführte Anschaffungskosten vorgenommen.

Zum Bilanzstichtag lässt sich das Konzernportfolio, bestehend aus den Bilanzposten „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“, „Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau“, „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken“, „Anteile an assoziierten Unternehmen“, „Andere langfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte“, „Andere kurzfristige Finanzanlagen und finanzielle Vermögenswerte“, wesentlich in fünf Gruppen einteilen:

Abb. 11: Zusammensetzung des Konzernportfolios (zu IFRS Buchwerten)

Vor dem Hintergrund der Portfoliozusammensetzung lassen sich verschiedene Szenarien in Bezug auf die Entwicklung von Marktpreisen abbilden. In Bezug auf die der jeweiligen Gruppe immanenten Risikofaktoren ergeben sich beispielhaft nachfolgende Auswirkungen (immer unter der Annahme, dass alle anderen Faktoren unverändert bleiben):

Szenario Ausgangswert
in Mio. EUR
Effekt
in Mio. EUR
Effekt in % des Gesamtportfolios
Szenario A +/– 20 % Wertveränderung Börsennotierte Beteiligungen und Genussscheine 417,5 +/– 83,5 +/– 14,0 %
Szenario B – 100 % Totalausfall Unnotierte Beteiligungen 77,2 – 77,2 – 12,9 %
Szenario C – 25 % Wertveränderung Immobilien 24,3 – 6,1 – 1,0 %
Szenario D Inhaberschuldverschreibungen 55,5
Szenario D Sonstige Forderungen 23,1
Summe 597,6

Ein Anstieg bzw. Rückgang der Kurse der börsennotierten Beteiligungen und daran gekoppelten Genussscheine um durchschnittlich 20 % (Szenario A) führt bezogen auf das Gesamtportfolio zu einem Anstieg bzw. Rückgang der Portfoliowerte um 14,0 % und liegt damit unter dem für den Vorjahresstichtag errechneten Wert von 15,7 %. Mit der angenommenen Wertveränderung erhöht bzw. verringert sich der Portfolioanteil der börsennotierten Beteiligungen und Genussrechte von 81,4 % auf 73,6 % bzw. 65,0 % .

Insgesamt kann sich durch eine Zu- oder Abnahme der Börsenkurse um 20 % eine Schwankungsbreite von 167,0 Mio. EUR (Vj. 160,7 Mio. EUR) ergeben, wobei Veränderungen der Börsenkurse (zum Beispiel DAX-Werte) insgesamt nicht zwingend eine Veränderung des Portfoliowerts in gleicher Höhe zur Folge haben und umgekehrt, da die Deutsche Balaton in Werte investiert, die einer niedrigen Marktliquidität unterliegen und damit teilweise einer geringeren Schwankungsbreite unterworfen sind.

Ein angenommener Totalverlust der nicht börsennotierten Beteiligungen (Szenario B) würde bezogen auf das Gesamtportfolio zu einem Rückgang der Portfoliowerte um 12,9 % führen und liegt damit über dem für den Vorjahresstichtag errechneten Wert von 8,3 %. Das prozentuale Risiko aus dem Totalverlust der nicht börsennotierten Beteiligungen ist damit gegenüber dem Vorjahr höher, was auf die Zunahme des Bestands nicht börsennotierter Beteiligungen zurückzuführen ist. Der Vorstand bewertet die Realisierung des Risikos eines Totalverlusts der nicht börsennoterten Beteiligungen derzeit und unverändert gegenüber dem Vorjahr als nicht wahrscheinlich.

Ein Absinken der Buchwerte der im Portfolio enthaltenen Immobilien um angenommene 25 % (Szenario C) führt entsprechend zu einem Rückgang des Gesamtportfoliowerts um 1,0 % (Vj. 1,4 %). Mit der angenommenen Wertveränderung verringert sich der Portfolioanteil der Immobilien von 4,3 % auf 3,1 %. Der Vorstand bewertet das Risiko eines Rückgangs der Buchwerte um 25 % derzeit als nicht wahrscheinlich.

Steigende Marktzinsen können sich negativ auf den Wert der gehaltenen festverzinslichen Inhaberschuldverschreibungen sowie der sonstigen Forderungen auswirken (Szenario D). Steigen die Marktzinsen, entwickelt sich der Börsenpreis der börsennotierten festverzinslichen Inhaberschuldverschreibungen in der Regel rückläufig. Aufgrund der Zinsstruktur der gehaltenen Schuldverschreibungen und sonstigen Forderungen besteht darüber hinaus nur ein geringes Risiko aus sich ändernden Anleihezinsen. Das durch Zinsänderungen induzierte Marktpreisrisiko festverzinslicher Wertpapiere und sonstiger Forderungen hat jedoch nur eine untergeordnete Bedeutung in der Risikobeurteilung der Deutsche Balaton, da der Anlagefokus hier im Regelfall auf der Wandlung in Eigenkapitalinstrumente liegt.

Beurteilung der Szenarioanalysen

Die vorstehend vorgenommenen Szenarioanalysen zeigen die besondere Abhängigkeit des Deutsche Balaton Konzerns von der Kursentwicklung der börsengehandelten Beteiligungen und Genussscheine. Die Entwicklung der Kapitalmärkte ist nicht beeinflussbar und darüber hinaus von vielen Faktoren abhängig. Veränderungen der Beteiligungswerte der börsengehandelten Beteiligungen und Genussrechte wirken sich relativ stärker auf die Vermögenssituation des Deutsche Balaton Konzerns aus als entsprechende Veränderungen der Beteiligungswerte nicht börsengehandelter Beteiligungen. Durch eine veränderliche Diversifikation der börsennotierten Beteiligungen, auch nach Branchen und Ländern, versucht der Vorstand, Einzelrisiken aus börsennotierten Anteilen oder Branchen zu minimieren. Nicht enthalten sind in der Szenarioanalyse für den Konzern die operativen Ergebnisse der vollkonsolidierten Unternehmen des Konzerns.

Eine Risikobetrachtung auf Ebene einzelner Branchen und Länder ist im Rahmen der vorhandenen Anlagestrategie nicht aussagekräftig. Die in dem Portfolio vertretenen Branchen und Länder können sich verändern, da keine Fixierung der Investments auf bestimmte Branchen und Länder erfolgt.

7.5. Erläuterung der Chancen

Chancen aus der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Der IWF schildert im „World Economic Outlook“ im April 2022 für das laufende Jahr, dass die wirtschaftlichen Schäden, die der Krieg in der Ukraine ausgelöst hat, zu einer deutlichen Verlangsamung des weltweiten Wachstums beitragen und die Inflation anheizen. Das globale Wachstum wird sich voraussichtlich von geschätzten 6,1 % im Jahr 2021 auf 3,6 % in den Jahren 2022 und 2023 abschwächen. Der kriegsbedingte Anstieg der Rohstoffpreise und der zunehmende Preisdruck haben dazu geführt, dass die Inflationsprognosen für 2022 bei 5,7 % in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und bei 8,7 % in den Schwellen- und Entwicklungsländern liegen.

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die europäische Wirtschaft wegen des Krieges in der Ukraine ebenfalls deutlich nach unten korrigiert. In der Frühjahrsprognose werden nun nur noch 2,7 % Wachstum der Wirtschaft der EU sowie der Euro-Länder erwartet, anstatt wie bisher angenommen 4 %. Die Vorhersage für die Inflation in den Euro-Ländern 2022 hat sich fast verdoppelt auf 6,1 %. Grund dafür sind wie beschrieben der Krieg in der Ukraine und vor allem die weiterhin hohen Preise für Energie und andere Rohstoffe. Dazu kämen kriegsbedingte Störungen der Lieferketten. Somit sind die Rahmenbedingungen , wie auch bereits im Prognosebericht beschrieben, nicht gerade günstig im Hinblick auf eine schnelle Erholung der Konjunktur.

Die Rahmenbedingungen, die zu schwankenden Marktpreisen führen, können jedoch auch Chancen eröffnen, bewertungstechnisch attraktive Investments zu tätigen. Gesunkene Marktpreise können für eine Aufstockung bestehender Investments oder neue Investments genutzt werden. Zudem wird sich die Wirtschaft – trotz der beschriebenen Aussichten für die konjunkturelle Entwicklung – mit zunehmender Lockerung der Coronamaßnahmen und Entspannung der Lieferkettenprobleme wieder erholen.

Darüber hinaus bieten die oben bestehenden Parameterwechsel wie die Energiewende, die Bestrebungen zur Reduzierung der Abhängigkeit von Rohstofflieferungen und ein – zugegebenermaßen aktuell nicht absehbares – Ende des Ukraine-Krieges auch Chancen. Daneben hat die Corona Pandemie den Wandel zu einer Digitalisierung von Arbeitsprozessen beschleunigt. Aus diesen Umständen ergeben sich weiterhin zusätzliche Chancen für die Deutsche Balaton AG.

Auch außerhalb Europas bieten sich im Zuge der Kursverwerfungen attraktive Anlagechancen, etwa im Rohstoffsektor. Bei einer Reihe von Industrierohstoffen zeichnet sich ein steigender Bedarf ab, der nicht - oder wenigstens nicht kurzfristig - aus den bestehenden Förderquellen gedeckt werden kann. Zugleich gibt es weltweit Bestrebungen, den Bedarf bei kritischen Rohstoffen verstärkt aus verlässlichen Quellen auch außerhalb Chinas zu decken um die Abhängigkeit von den chinesischen Rohstoffexporten zu verringern. Zusätzliche Nachfrage entsteht auch mit dem weiteren Ausbau der Elektromobilität, insbesondere bei den hierfür benötigten Rohstoffen wie Kupfer, Nickel, Lithium und verschiedenen seltenen Erden.

Bei den Edelmetallen gab es insbesondere im März 2022 bedingt durch den Ukraine-Krieg einen Höchststand am Goldmarkt seit August 2020. Anleger suchten infolge der russischen Invasion nach sicheren Investitionen. Die angekündigten und teilweise bereits umgesetzten Zinsanhebungen im Zuge der massiv gestiegenen Inflation drücken zwar einerseits den Goldpreis, gleichzeitig dienen Edelmetalle aber gerade in Zeiten großer Unsicherheit als sichere Anlage, was den positiven Trend unterstützen dürfte. Zudem erscheint das Inflationsziel von 2 % auch durch die noch geplanten Zinsanhebungen in weiter Ferne, sodass die Investition in Edelmetalle für alle Anlegergruppen attraktiv im Hinblick auf einen gewissen Inflationsschutz erscheint.

Strategische und operative Chancen

Neben einer guten Branchenkenntnis, langjähriger Erfahrung und gewachsenen Kontakten ist ein schneller Vertragsabschluss mit einem potenziellen Verkäufer ein entscheidender Faktor für ein Beteiligungsinvestment. Die hierfür kurzfristig zur Verfügung stehenden freien Finanzmittel sind einer der Faktoren, die in diesem Bereich einen schnellen Geschäftsabschluss ermöglichen. Die bestehenden Kreditlinien und regelmäßig vorhandenen freien Finanzmittel, die teilweise auch durch eine Optimierung der Finanzstruktur im Konzern verfügbar gemacht werden, stellen eine Chance dar, weil sie einen kurzfristigen Geschäftsabschluss aus eigener Kraft ermöglichen können.

7.6. Zusammenfassende Beurteilung der Risiko- und Chancenlage

Auf Basis der Informationen, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Chancen- und Risikoberichts zur Verfügung stehen und unter Berücksichtigung der weiterhin hohen Eigenkapitalquote im Deutsche Balaton Konzern, werden derzeit - trotz einer insgesamt erhöhten Riskolage aufgrund der geopolitischen Verwerfungen infolge des Ukraine-Krieges, der dynamischen Entwicklung der Energiepreise und der Inflation sowie der davon beeinflussten Zinspolitik der Zentralbanken und den weitere bestehenden Risiken des Andauerns der Corona Pandemie durch aufkommen neuer Virusvarianten - keine Risiken gesehen, die entweder einzeln oder in Kombination eine Gefahr für den Fortbestand des Deutsche Balaton Konzerns darstellen. Diese Einschätzung ist das Ergebnis sorgfältiger Beurteilung und Analyse der vorstehend im Chancen- und Risikobericht dargestellten Einzelrisiken und unter Einbeziehung des bestehenden Risikomanagementsystems. Die Risikoeinschätzung ergibt sich aus der zusammenfassenden Tabelle unter Ziffer 7.4.1 dieses Konzernlageberichts.

8. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Im Deutsche Balaton Konzern bestehen Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die Deutsche Balaton versteht unter Finanzinstrumenten Verträge, die für eine der beteiligten Seiten einen finanziellen Vermögensgegenstand und für die andere Seite eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument schaffen. Dementsprechend fallen hierunter Risiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten, Wertpapieren, Finanzanlagen, Eigenkapitalinstrumenten des Emittenten (originäre Finanzinstrumente) sowie Derivate (derivative Finanzinstrumente).

Im Zusammenhang mit der Verwendung von Finanzinstrumenten bestehen im Wesentlichen die nachfolgenden Risikokategorien:

Preisänderungsrisiken (Marktpreisrisiken) resultieren aus Veränderungen des Marktpreises oder preisbeeinflussender Parameter (zum Beispiel Wechselkurse, Zinssätze, Rohstoffpreise) und führen zu Schwankungen beim Wert des Finanzinstruments.

Ausfallrisiken (Kreditrisiken) bezeichnen die Gefahr, dass der Vertragspartner eines Finanzinstruments seine Verpflichtung nicht oder nicht fristgerecht erfüllt und dadurch bei dem berichtenden Unternehmen Verluste entstehen.

Liquiditätsrisiken inklusive Zahlungsstromschwankungen beschreiben die Möglichkeit, dass die notwendigen liquiden Mittel für die Begleichung von Verpflichtungen aus Finanzinstrumenten nicht beschafft werden können.

Die wesentlichen für den Deutsche Balaton Konzern relevanten finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Deutsche Balaton Konzerns. Weiterhin verfügt der Konzern über originäre Finanzinstrumente wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie Zahlungsmittel, die unmittelbar aus seiner Geschäftstätigkeit resultieren, sowie in wesentlichem Umfang über Wertpapiere, Finanzanlagen und Eigenkapitalinstrumente von Emittenten. Letztgenannte gehen folglich insbesondere einher mit dem Geschäftsmodell des Segments „Vermögensverwaltend“.

Der Deutsche Balaton Konzern geht bewusst Risiken im Zusammenhang mit Wertpapieren, Finanzanlagen und Eigenkapitalinstrumenten von Emittenten ein. Dies erfolgt freiwillig, resultiert jedoch zwangsläufig aufgrund des Geschäftsmodells.

Wie im Rahmen der Risikoberichterstattung beschrieben, kann es vorkommen, dass zur Absicherung des Preisänderungsrisikos ökonomische Sicherungsbeziehungen eingegangen werden. Dies erfolgt jedoch nur in Ausnahmefällen und in der Art, dass bei Finanzinstrumenten, die in Fremdwährungen notiert sind, eine Gegenposition in Form einer entsprechenden Fremdwährungsverbindlichkeit oder der Verkauf der Fremdwährung auf Ziel erfolgt. Es handelt sich hierbei stets um eine ökonomische Sicherungsbeziehung, die weder nach HGB noch nach den IFRS die Kriterien für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung erfüllen. Neben den genannten Risiken im Zusammenhang mit Wertpapieren, Finanzanlagen und Eigenkapitalinstrumenten des Emittenten bestehen im Segment „Vermögensverwaltend“ ebenfalls Risiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten. Für diese Risiken gelten, wie im Rahmen der Darstellung der Einzelrisiken aufgezeigt, neben Preisänderungsrisiken auch Ausfallrisiken sowie Liquiditätsrisiken. Bei Bedarf kann durch das Eingehen einer ökonomischen Sicherungsbeziehung das Risiko hieraus reduziert werden.

Die operativen Segmente im Deutsche Balaton Konzern gehen ebenfalls im Rahmen der Geschäftstätigkeit insbesondere Risiken im Zusammenhang mit Forderungen und Verbindlichkeiten ein. Dabei kann nach Abwägung durch das Management auf Ebene der operativen Einheiten im Rahmen des Risikomanagements das Ziel verfolgt werden, Preisänderungsrisiken aus Wechselkursschwankungen durch den Abschluss von Sicherungsbeziehungen zu minimieren. Aus Konzernsicht bestehen wirtschaftlich sinnvolle Sicherungsbeziehungen auch in einem gewissen Ausmaß bei den Gesellschaften, die nicht im Euro-Währungsraum ansässig sind, da diese Gesellschaften in ihrer jeweiligen Landeswährung sowohl fakturieren als auch Aufwendungen generieren. Dementsprechend erfolgt hierdurch in Höhe des niedrigeren Betrags aus Aufwendungen und Erträgen eine ökonomische Sicherungsbeziehung, wenngleich in Höhe des Differenzbetrags aus Konzernsicht ein Preisänderungsrisiko bestehen bleibt. Dies erfolgt insbesondere im Segment „Beta Systems“.

Das Risiko von Zins- und Wechselkursänderungen kann bei einzelnen Gesellschaften innerhalb des Konzerns bei Bedarf durch den Einsatz von Finanzinstrumenten begrenzt werden. Dagegen werden insbesondere in dem Segment „Vermögensverwaltend“ bewusst Liquiditätsrisiken infolge von Zinsänderungen im Rahmen der Refinanzierung mit kurzfristig laufenden Darlehen eingegangen.

Zu den oben beschriebenen Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten sind darüber hinausgehende spezifische qualitative und quantitative Angaben im Rahmen der Erörterung der Einzelrisiken (siehe Kapitel 7.4) erfolgt, auf die ergänzend verwiesen wird.

9. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess

Der Konzernabschluss der Deutsche Balaton AG wird in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und unter ergänzender Beachtung der nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.

Grundlage des Konzernabschlusses sind die von den konsolidierungspflichtigen Unternehmen zur Verfügung gestellten Abschlüsse. Diese werden von den Gesellschaften überwiegend bereits auf Basis der IFRS-Standards geliefert. Soweit erforderlich, werden bei einzelnen Gesellschaften erforderliche Überleitungen auf die IFRS-Standards vorgenommen. Die Rechnungslegung der Konzernunternehmen erfolgt unter Einsatz von Standardsoftware der Hersteller ABACUS, DATEV, BMD SYSTEMHAUS, SAGE und SAP. Die Verantwortung für die Einhaltung der maßgeblichen Rechnungslegungsvorschriften sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf des Rechnungslegungsprozesses verbleibt dabei zunächst bei den jeweiligen Konzerngesellschaften, ohne die endgültige Verantwortung des Konzernvorstands einzuschränken. Die meisten Konzerngesellschaften werden während des gesamten Konzernrechnungslegungsprozesses durch zentrale Ansprechpartner bei der Konzernmuttergesellschaft Deutsche Balaton AG unterstützt.

Die Konsolidierungsarbeiten sowie erforderliche Abstimmungsarbeiten erfolgen grundsätzlich durch die Deutsche Balaton AG gemeinsam mit externen Beratern unter Einsatz der Konsolidierungssoftware LucaNet. Der externe Berater übernimmt auch das Einspielen der Einzelabschlussdaten in das Buchungssystem der Konzernmuttergesellschaft. Die zeitliche und prozessorganisatorische Überwachung der Konsolidierungsarbeiten obliegt hingegen dem Konzernvorstand. Für spezielle fachliche Fragestellungen werden externe Dienstleister unterstützend hinzugezogen. Konzerninterne Leistungsbeziehungen werden im Rahmen der Abfrage der IFRS-Packages von den Konzernunternehmen erfasst und auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft im Rahmen der Konsolidierungsarbeiten eliminiert.

Die Deutsche Balaton AG verfügt über eine klare und übersichtliche Führungs- und Unternehmensstruktur, die auch in der schlanken Besetzung der Fachabteilungen zum Ausdruck kommt. Bereichsübergreifende Schlüsselfunktionen werden vom Konzernvorstand gesteuert. Dieser verantwortet auch die Erstellung und Richtigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Deutsche Balaton.

Die Konzernunternehmen liefern zunächst ihre Einzelabschlussdaten, aufbereitet nach IFRS-Vorschriften, in elektronischer Form an die Konzernmuttergesellschaft, die die Einzelabschlüsse unter Einsatz der Konsolidierungssoftware LucaNet des Herstellers LucaNet AG zusammenführt. LucaNet ist nach dem Prüfungsstandard IDW PS 880 des Instituts für Wirtschaftsprüfer geprüft. Der Software wurden uneingeschränkte Qualität und Ordnungsmäßigkeit bescheinigt. Die Kontenpläne der Einzelgesellschaften werden unter LucaNet auf den Konzernkontenplan umgegliedert. Anschließend, nach Übertragung der Einzelabschlussdaten in LucaNet, werden die Daten unter Einsatz elektronischer Datenverarbeitung einer Plausibilitätskontrolle unterzogen. Die Daten werden hierzu auf auffällige Kontenbewegungen untersucht sowie Plausibilitätsanalysen erstellt. Außerdem wird eine Veränderungsanalyse ausgewählter Finanzdaten in Bezug auf das Vorjahr vorgenommen; hierzu dienen auch die von den Konzerngesellschaften der Konzernmutter erstatteten IFRS-Packages, deren Inhalt sich unter anderem nach der Segmentzuordnung und den von den Konzerngesellschaften getätigten Geschäften bestimmt. In Zweifelsfällen werden für eine weitere Plausibilisierung die Einzelkontendaten herangezogen. Die Jahresabschlüsse bzw. IFRS-Berichterstattungen wesentlicher Konzerngesellschaften werden außerdem im Rahmen einer Abschlussprüfung auf Ebene der jeweiligen Gesellschaft durch externe Wirtschaftsprüfer geprüft oder reviewt. Dies stellt ebenfalls einen Teil des Kontrollsystems dar.

Im Anschluss an die Aufstellung der vorgenannten Berichte wird die Rechnungslegung von dem von der Hauptversammlung der Deutsche Balaton AG gewählten Abschlussprüfer auf eine ordnungsgemäße Rechnungslegung überprüft; der Abschlussprüfer erteilt einen Bestätigungsvermerk für den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht und übersendet nach Beendigung der Abschlussprüfung seinen Bericht unmittelbar dem Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat erörtert und prüft die ihm vom Vorstand und dem Abschlussprüfer übersandten Unterlagen. Der Abschlussprüfer erläutert in der Bilanzsitzung die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und steht dem Aufsichtsrat für weitergehende Auskünfte zur Verfügung. Der Aufsichtsrat billigt, sofern seine Prüfung keine Einwände ergibt, den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht.

In Bezug auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess (IKS-RP) der Deutsche Balaton AG ist ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem eingerichtet, das in den Verantwortungsbereich des Konzernvorstands fällt. Die Ausgestaltung des IKS-RP orientiert sich an dem Geschäftsumfang und der Art der im Deutsche Balaton Konzern vorkommenden Geschäftsvorfälle.

Das Kontrollsystem in Bezug auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess hat die Ordnungsgemäßheit und Verlässlichkeit der internen sowie der externen Rechnungslegung zum Ziel und ist darauf ausgerichtet, die Darstellung und Richtigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts und die darin jeweils gemachten Angaben zu gewährleisten. Hierzu gehören die laufende interne Abstimmung von Vorgängen, die Organisation und Kontrolle der Buchhaltung, eine Funktionstrennung innerhalb und zwischen den Abteilungen sowie die Einhaltung von Arbeitsanweisungen.

Im Rahmen der Organisation und Kontrolle der Buchhaltung erfolgen bei einzelnen Gesellschaften stichprobenartige Überprüfungen von Buchungsvorgängen, die auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse von Plausibilitätschecks die Vollständigkeit und Richtigkeit der Buchhaltung umfassen. Für besonders rechnungslegungsrelevante Prozesse ist durchgängig das Vier-Augen-Prinzip vorgesehen.

Zur Risikokontrolle hat der Konzernvorstand außerdem einen umfangreichen Regel- und Maßnahmenkatalog erarbeitet, dessen Vorgaben insbesondere die Einhaltung der relevanten Rechnungslegungsvorschriften sowie die entsprechenden internen Richtlinien in Bezug auf die konzernweite Rechnungslegung, insbesondere die IFRS-Bilanzierungsrichtlinie, sicherstellen soll.

Die Durchführung der Konsolidierungsmaßnahmen des Konzernabschlusses erfolgt abschließend durch einen externen Berater, die Erstellung des Konzernlageberichts sowie der Notes wird direkt durch Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG vorgenommen.

Die für alle Konzerngesellschaften gültige und von diesen verbindlich einzuhaltende IFRS-Bilanzierungsrichtlinie soll sicherstellen, dass die Bilanzierung einheitlich und in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards erfolgt. Die Richtlinie bietet den Konzerngesellschaften eine Hilfestellung bei der Anwendung der IFRS, indem sie ein grundlegendes Konzernverständnis in der Auslegung der IFRS-Regelungen vermittelt und Vorgaben für die Bilanzierung enthält.

Im Rahmen ihrer IFRS-Berichterstattung besteht für die Geschäftsleitung der Konzernunternehmen die Verpflichtung zu bestätigen, dass die IFRS-Bilanzierungsrichtlinie eingehalten wurde.

Zu den Grundlagen des internen Kontrollsystems gehören neben der laufenden internen Abstimmung von Vorgängen die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Arbeitsanweisungen.

Die Steuerung des (Konzern-)Rechnungslegungsprozesses im Deutsche Balaton Konzern obliegt ebenfalls dem Konzernvorstand

Neben den Risiken, die aus einer Nichteinhaltung von Bilanzierungsregeln resultieren, ergeben sich weitere Risikomöglichkeiten, auch aus der Missachtung von Fristen und Terminen aus dem für die Konzernabschlusserstellung vorgegebenen Zeitplan. Zur Vermeidung dieser Risiken wurde ein Pflichtenheft erarbeitet, in dem die jeweils für die Konzerngesellschaften relevanten Termine und Fristen, Arbeitsabläufe und verantwortlichen Personen aufgeführt sind. Die Überwachung des Zeitplans erfolgt durch die für Konsolidierungsaufgaben zuständigen Mitarbeiter bei der Deutsche Balaton AG.

 

Heidelberg, 29. Juni 2022

Rolf Birkert, Vorstand

Alexander Link, Vorstand

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Deutsche Balaton AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Deutsche Balaton AG, Heidelberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und sonstiges Ergebnis, Konzern-Eigenkapitalspiegel, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzernanhang sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 29. Juni 2022

RSM GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

M. Jüngling, Wirtschaftsprüfer

C. Klug, Wirtschaftsprüferin

Deutsche Balaton AG, Heidelberg

Bilanz zum 31. Dezember 2021

AKTIVA

31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.022,34 5.094,34
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 49.227,04 51.896,04
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 177.831.195,22 164.020.442,97
2. Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 2.674.465,00 2.846.000,00
3. Beteiligungen 17.652.643,39 14.253.154,45
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2.267.254,57 2.350.000,00
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 149.955.876,09 121.078.075,45
350.881.434,27 304.547.672,87
350.940.683,65 304.604.663,25
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0,00 8.913,21
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.193.659,55 15.009.589,02
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.217.797,06 3.500.000,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.956.304,45 5.550.265,28
44.367.761,06 24.068.767,51
II. Wertpapiere
1. Anteile an verbundene Unternehmen 0,00 449.501,97
2. Sonstige Wertpapiere 6.049.787,15 1.636.923,02
6.049.787,15 2.086.424,99
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.203.297,84 8.553.390,77
C. Aktive Rechnungsabgrenzung 36.327,55 23.715,64
55.657.173,60 34.732.298,91
406.597.857,25 339.336.962,16

PASSIVA

EUR 31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 104.768,00 116.404,00
erworbene eigene Anteile -98,00 -98,00
I. Ausgegebenes Kapital 104.670,00 104.670,00
II. Kapitalrücklage 61.657.627,87 61.657.627,87
III. Andere Gewinnrücklagen 170.405.287,41 125.699.677,73
IV. Bilanzgewinn 23.915.866,47 20.789.743,22
256.083.451,75 208.251.718,82
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 2.647.682,87 1.484.320,80
2. sonstige Rückstellungen 887.297,59 870.479,32
3.534.980,46 2.354.800,12
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 61.971.377,23 44.172.728,44
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 163.910,10 142.915,53
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 84.761.844,40 84.258.907,71
4. Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern 71 TEUR (Vj.: 90 TEUR) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 3 TEUR (Vj.: 1 TEUR) 82.293,31 155.891,54
145.979.425,04 128.730.443,22
406.597.857,25 339.336.962,16

Deutsche Balaton AG, Heidelberg

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

1.1. - 31.12.2021 1.1. - 31.12.2020
EUR EUR
1. Erträge aus Finanzanlagen davon aus verbundenen Unternehmen 6.534 TEUR (Vj. 7.523 TEUR) (+) 10.675.036,49 (+) 9.221.880,17
2. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen (+) 0,00 (+) 70.151,60
3. Verluste aus Gewinnabführungsverträgen (-) 196.765,25 (-) 5.363.317,67
4. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen (+) 54.263.389,48 (+) 55.324.249,12
5. Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen (-) 882.686,35 (-) 626.199,99
6. Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens (+) 1.715.725,11 (+) 9.035,99
7. Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens (-) 15.635,79 (-) 0,00
8. Zuschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens (+) 11.617.810,68 (+) 4.841.607,46
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens (-) 24.286.014,68 (-) 21.663.213,92
10. Umsatzerlöse (+) 1.028.623,20 (+) 558.586,27
11. Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Leistungen (-) 66.025,08 (-) 74.827,52
12. sonstige betriebliche Erträge (+) 923.259,73 (+) 5.842.439,20
13. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter (-) 1.930.802,01 (-) 2.125.917,68
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung (-) 239.371,71 (-) 250.841,84
14. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (-) 29.538,06 (-) 25.949,86
15. sonstige betriebliche Aufwendungen (-) 3.679.971,40 (-) 2.903.548,72
16. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen 1.551 TEUR (Vj. 1.373 TEUR) (+) 2.459.150,50 (+) 3.367.239,16
17. Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon an verbundenen Unternehmen 1.657 TEUR (Vj. 2.237 TEUR) (-) 2.248.247,97 (-) 3.077.762,63
18. Ergebnis vor Steuern 49.107.936,89 43.123.609,14
19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (-) 1.276.203,96 (+) 1.520.850,70
20. Ergebnis nach Steuern 47.831.732,93 41.602.758,44
21. Jahresüberschuss 47.831.732,93 41.602.758,44
22. Ertrag aus der Kapitalherabsetzung (+) 0,00 (+) 11.636,00
23. Einstellung in die Kapitalrücklage nach den Vorschriften über die vereinfachte Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien (-) 0,00 (-) 11.636,00
24. Aufwand aus der Einziehung eigener Aktien (-) 0,00 (-) 11.636,00
25. Einstellung in die Gewinnrücklagen (-) 23.915.866,46 (-) 20.801.379,22
26. Bilanzgewinn 23.915.866,47 20.789.743,22

Anhang

Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg

1. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die Deutsche Balaton AG hat ihren Sitz in 69120 Heidelberg (Deutschland), Ziegelhäuser Landstraße 1, und wird zum Bilanzstichtag im Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim unter HRB 338172 geführt.

Die Deutsche Balaton AG wurde zum 7. Dezember 2021 übernehmender Rechtsträger der ABC Beteiligungen AG (Amtsgericht Mannheim HRB 337968) durch Verschmelzungsvertrag vom 8. September 2021. Die Verschmelzung erfolgte unter Fortführung der Buchwerte.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 wurde nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften der §§ 264 ff. HGB sowie ergänzenden Regelungen des Aktiengesetzes aufgestellt. Gemäß § 267 Abs. 1 HGB gilt die Gesellschaft als kleine Kapitalgesellschaft.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Um den Besonderheiten einer Beteiligungsgesellschaft Rechnung zu tragen, ist die Gliederung und Bezeichnung der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 265 Abs. 5 und 6 HGB umgestellt und erweitert worden. Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt. Soweit nichts Anderes vermerkt ist, werden alle Beträge auf volle Tausend Euro kaufmännisch gerundet angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Im Interesse der Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke, die wahlweise in der Bilanz beziehungsweise Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, überwiegend im Anhang aufgeführt.

Latente Steuern werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274a HGB nicht angesetzt.

Der Jahres- und Konzernabschluss der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2021 werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht.

2. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten worden. Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres überein. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet.

Währungsumrechnungen

Kurzfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag in Euro bewertet (§ 256a HGB). Bei auf fremde Währung lautenden Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden das Realisations- und Imparitätsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Anlagevermögen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen unter Berücksichtigung von § 253 Abs. 3 Satz 2 HGB bewertet. Die Abschreibungsdauern orientieren sich an den steuerlich zulässigen Höchstsätzen.

Die Anschaffungskosten beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens bis zu einem Wert von 800,00 Euro werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Die Wirtschaftsgüter von mehr als 800,00 Euro bis weniger als 1.000,00 Euro werden über die jeweilige betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben und nicht in einen Sammelposten eingestellt.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, zum niedrigeren beizulegenden Wert nach dem Grundsatz der Einzelbewertung nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB bilanziert.

Voraussichtlich dauernden Wertminderungen von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert Rechnung getragen. Als beizulegender Wert gilt für Anteile an börsennotierten Unternehmen der Börsenkurs am Stichtag bzw. am letzten Handelstag vor diesem Datum. In begründeten Einzelfällen erfolgt auch eine Bewertung unterhalb des Börsenkurses.

Für nicht börsennotierte Anteile können sich Anzeichen für Wertminderungen zum Beispiel aus aktuellen Finanzierungsrunden, aus eigenen Einschätzungen der jeweiligen Investoren oder aus Verkaufsverhandlungen ergeben, die einen unter den Anschaffungskosten liegenden Preis signalisieren. In diesen Fällen wird die jeweilige Beteiligung auf diesen niedrigeren Wert abgeschrieben.

Bei Wertpapieren des Anlagevermögens wird nur bei einer dauernden Wertminderung eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Als Kriterium für außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung der Wertpapiere des Anlagevermögens gilt die bisherige Dauer einer bereits eingetretenen Wertminderung;

a)

liegt in den dem Abschlussstichtag vorausgehenden sechs Monaten der Börsenkurs des Wertpapiers bzw. der Net-Asset-Value des Fondsanteils permanent über 20 % unter dem Buchwert, so wird die Wertminderung als dauernd angesehen;

b)

dasselbe gilt, wenn der volumengewichtete Durchschnittswert des täglichen Börsenkurses bzw. der Net-Asset-Value in den letzten zwölf Monaten über 10 % unter dem Buchwert liegt.

Wenn der Börsenhandel eines Wertpapiers in den letzten sechs Monaten an weniger als 20 Handelstagen und in den letzten zwölf Monaten an weniger als 40 Handelstagen Börsenumsätze aufweist, wird der Börsenmarkt als nicht liquide betrachtet. Weist der Börsenkurs zum Stichtag auf eine Wertminderung hin, wird - ausgehend vom Stichtagskurs - eine Einzelfallbetrachtung vorgenommen. In diesem Fall erfolgt unmittelbar die Erfassung einer voraussichtlich dauernden Wertminderung (nachfolgend auch „Abschreibungen aufgrund von Unternehmensmeldungen“ genannt).

Wertaufholungen (Zuschreibungen auf Finanzanlagen) werden, soweit die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen am Bilanzstichtag nicht mehr bestehen, höchstens bis zu den historischen Anschaffungskosten vorgenommen.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Anteile an verbundenen Unternehmen werden mit den Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bilanziert. Als beizulegender Wert gilt für Anteile an börsennotierten Unternehmen der Börsenkurs am Stichtag bzw. am letzten Handelstag vor diesem Datum. Für nicht börsennotierte Anteile können sich Anzeichen für Wertminderungen zum Beispiel aus aktuellen Finanzierungsrunden der jeweiligen Investoren oder aus Verkaufsverhandlungen ergeben, die einen unter den Anschaffungskosten liegenden Preis signalisieren. In diesen Fällen wird die jeweilige Beteiligung auf diesen niedrigeren Wert abgeschrieben.

Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert.

Eigenkapital

Eigene Anteile

Gem. § 272 Abs. 1a HGB wird der rechnerische Wert der erworbenen Anteile offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Der darüber hinaus gehende Teil des Kaufpreises wird mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechnet. Sind keine frei verfügbaren Rücklagen vorhanden, wird der hinausgehende Teil des Kaufpreises mit dem Bilanzgewinn verrechnet.

Rückstellungen und Verbindlichkeiten

Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten abzudecken. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden zum Stichtag mit dem von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebenen Zinssatz abgezinst (§ 253 Abs. 2 Satz 4 HGB). Als Zinssatz wird der durchschnittliche laufzeitadäquate Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre verwendet (§ 253 Abs. 2 Satz 1 HGB).

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge aus Finanzanlagen

Dividendenerträge werden in dem Jahr, in welchem der Gewinnverwendungsbeschluss gefasst wird, als Ertrag erfasst.

Erträge / Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen

Die „Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen“ erfassen den Differenzbetrag zwischen erzielten Erlösen und Buchwerten, soweit die Erlöse höher sind als die Buchwerte. „Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen“ erfassen Differenzbeträge zwischen erzielten Erlösen und Buchwerten, soweit die Erlöse unter den Buchwerten liegen.

Erträge / Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens

Die „Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens“ erfassen den Differenzbetrag zwischen erzielten Erlösen und Buchwerten, soweit die Erlöse höher sind als die Buchwerte. „Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens“ erfassen Differenzbeträge zwischen erzielten Erlösen und Buchwerten, soweit die Erlöse unter den Buchwerten liegen.

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen Umsätze für die Erbringung von Dienstleistungen an Tochterunternehmen und fremde Dritte sowie Mieterträge. Die Mieterträge werden zeitanteilig vereinnahmt.

Materialaufwand

Im Materialaufwand wird insbesondere der anteilige Mietaufwand zu den korrespondierenden, weiterbelasteten Mieterträgen in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Zinserträge aus Wertpapieren, die keinen Eigenkapitalcharakter haben, werden im Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ erfasst.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen haben sich auf 177.831 TEUR (Vj. 164.020 TEUR) erhöht. Ursächlich für den Anstieg in Höhe von 13.811 TEUR sind im Wesentlichen die Teilnahme an Kapitalerhöhungen, die Einzahlungen in Kapitalrücklagen, Rückführungen von Kapital sowie der Erwerb weiterer Anteile in Höhe von in Summe 51.594 TEUR (Vj. 33.183 TEUR). Des Weiteren sind vier Zuschreibungen in Höhe von 438 TEUR (Vj. 158 TEUR) zu berücksichtigen. Gegenläufig wirkten sich die Abschreibungen in Höhe von 8.284 TEUR (Vj. 8.439 TEUR), eine Umgliederung und die Veräußerung von Anteilen in Höhe von in Summe 3.239 TEUR (Vj. 2.069 TEUR) aus. Die Verschmelzung der ABC Beteiligungen AG führte zu einem Rückgang von in Höhe 26.698 TEUR.

Der Buchwert der Beteiligungen hat sich auf 17.653 TEUR (Vj. 14.253 TEUR) erhöht. Der Anstieg in Höhe von 3.400 TEUR resultiert im Wesentlichen aus einer Zuschreibung in Höhe von 2.769 TEUR (Vj. 792 TEUR).

Der Buchwert der Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von 149.956 TEUR (Vj. 121.078 TEUR) hat sich um 28.878 TEUR erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf die getätigten Investitionen überwiegend in neue Wertpapiere in Höhe von 71.413 TEUR (Vj. 72.204 TEUR) sowie erfasste Zuschreibungen in Höhe von 6.039 TEUR (Vj. 3.891 TEUR) zurückzuführen.

Gegenläufig wirkten sich die Verkäufe in Höhe von 30.245 TEUR (Vj. 49.107 TEUR) sowie berücksichtigte Abschreibungen in Höhe von 17.642 TEUR (Vj. 11.975 TEUR) aus.

Umlaufvermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt:

Art der Forderungen Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
In TEUR von 1 Jahr von 1 Jahr bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0
(Vj. 9) (Vj. 9) (Vj. 0) (Vj. 0)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 37.194 16.282 20.912 0
(Vj. 15.010) (Vj. 11.542) (Vj. 3.468) (Vj. 0)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4.218 4.077 141 0
(Vj. 3.500) (Vj. 3.500) (Vj. 0) (Vj. 0)
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.956 2.777 0 179
(Vj. 5.550) (Vj. 5.297) (Vj. 74) (Vj. 179)
Summe 44.368 23.136 21.053 179
(Vj. 24.069) (Vj. 20.348) (Vj. 3.542) (Vj. 179)

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von 37.194 TEUR (Vj. 14.940 TEUR) aus Darlehensforderungen nebst Zinsen sowie einer Genussrechtsvergütung und in Höhe von 0 TEUR (Vj. 70 TEUR) aus einer Forderung aus einem Ergebnisabführungsvertrag. Bestehende Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind in Höhe von 1.576 TEUR (Vj. 1.715 TEUR) wertberichtigt.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultieren analog zum Vorjahr ausschließlich aus Darlehensforderungen nebst Zinsen und sind wie im Vorjahr nicht wertberichtigt.

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Deutsche Balaton AG betrug zum Bilanzstichtag 104.768 Euro (Vj. 104.768 Euro) und war in 104.768 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 Euro je Aktie eingeteilt. Der Nennbetrag der im Geschäftsjahr 2021 gehaltenen eigenen Anteile in Höhe von insgesamt 98 Euro (Vj. 98 Euro) wurde offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt, sodass sich ein ausgegebenes Kapital in Höhe von 105 TEUR (Vj. 105 TEUR) für die im Besitz von außenstehenden Aktionären befindlichen Aktien ergibt.

Bezüglich der Entwicklung und Zusammensetzung der eigenen Anteile wird auf die nachfolgenden Ausführungen unter der Überschrift „Eigene Anteile“ verwiesen.

Genehmigtes Kapital

Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. August 2019 wurde folgender Beschluss und die damit einhergehende Satzungsänderung beschlossen:

 

„Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 28. August 2024 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 58.202,00 Euro durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen ausgeübt werden. Die neuen Aktien sind ab dem Beginn des Geschäftsjahres, in dem sie ausgegeben werden, gewinnberechtigt. Die neuen Aktien können auch von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Kreditinstituten gleichgestellt sind die nach § 53 Abs. 1 Satz 1 oder § 53b Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 7 des Gesetzes über das Kreditwesen tätigen Unternehmen.

 

Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Der Vorstand wird jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf Aktien auszuschließen:

1.

für Spitzenbeträge, die sich aufgrund des Bezugsverhältnisses ergeben;

2.

soweit es erforderlich ist, um Inhabern von Options- oder Wandlungsrechten bzw. den zur Optionsausübung oder Wandlung Verpflichteten aus Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente), die von der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft oder einer Konzerngesellschaft der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft im Sinne von § 18 AktG, an der die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 90 % der Stimmen und des Kapitals beteiligt ist, ausgegeben werden, ein Bezugsrecht auf neue auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Options- oder Wandlungsrechte bzw. nach Erfüllung der Wandlungs- oder Optionspflichten als Aktionär zustehen würde;

3.

bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet und der rechnerische Anteil der unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals, das die Gesellschaft im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - soweit niedriger - im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung hat, nicht überschreiten. Auf diese Begrenzung auf 10 % des Grundkapitals sind Aktien anzurechnen, die (i) während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in direkter oder entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben oder veräußert werden oder die (ii) zur Bedienung von Options- oder Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. Wandlungs- oder Optionspflichten ausgegeben werden bzw. ausgegeben werden können oder müssen, sofern die Options- oder Wandelanleihen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) nach dem Wirksamwerden dieser Ermächtigung in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben werden;

4.

bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlage zum Zwecke des (auch mittelbaren) Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von sonstigen Vermögensgegenständen oder Ansprüchen auf den Erwerb von Vermögensgegenständen einschließlich Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzerngesellschaften;

5.

soweit ein Dritter, der nicht Kreditinstitut ist, die neuen Aktien zeichnet und sichergestellt ist, dass den Aktionären ein mittelbares Bezugsrecht eingeräumt wird.“

Bedingtes Kapital

Auf der ordentlichen Hauptversammlung vom 31. August 2016 wurde ein Beschluss und die damit einhergehende Satzungsänderung zur Schaffung von bedingtem Kapital beschlossen. Danach war es möglich, das Grundkapital um bis zu 5.820.212,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 5.820.212 neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je 1,00 EUR bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital). Mit Ablauf des 31. August 2021 ist diese Ermächtigung zur Ausgabe von Options- und Wandelanleihen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente), denen das Bedingte Kapital diente, und somit das Bedingte Kapital ausgelaufen.

Die ordentliche Hauptversammlung der Deutsche Balaton AG vom 29. August 2019 hat den Vorstand ermächtigt, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf nach Wahl durch den Vorstand über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre der Gesellschaft gerichteten öffentlichen Kaufangebots bzw. mittels an alle Aktionäre gerichteter öffentlicher Einladung zur Abgabe von Verkaufsofferten erfolgen. Unter bestimmten weiteren Voraussetzungen ist der Vorstand berechtigt, den Erwerb eigener Aktien auch außerhalb der Börse vorzunehmen, wenn der Erwerb eigener Aktien im Rahmen des Erwerbs von – oder des Zusammenschlusses mit – Unternehmen oder des Erwerbs von Beteiligungen an Unternehmen erfolgt oder wenn es sich um einen Paketerwerb von mindestens 1 % des Grundkapitals handelt und ein solcher Erwerb einem Zweck dient, der im vorrangigen Interesse der Gesellschaft liegt und der Paketerwerb geeignet und erforderlich ist, diesen Zweck zu erreichen. Die Ermächtigung wurde zum 1. September 2019 wirksam und gilt bis zum 31. August 2024.

Im Berichtszeitraum wurden von der Gesellschaft aufgrund obiger Ermächtigungen der Hauptversammlung keine (Vj. 98) eigene Aktien erworben. Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2021 insgesamt 98 eigene Aktien. Wie im Vorjahr sind die eigenen Aktien am Grundkapital in Höhe von insgesamt 0 TEUR (Vj. 0 TEUR) offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt.

Entwicklung des Bestands an eigenen Aktien im Geschäftsjahr 2021
Datum (1) Veränderung (2) Bestand (2) Erwerbspreis je Aktie Gesamterwerbspreis
Anfangsbestand
01.01.2021 98
31.12.2021 98
Endbestand

(1) Das Datum entspricht jeweils dem Valuta-Tag der Einbuchung der Aktien bei der Deutsche Balaton AG und liegt wegen der technischen Abwicklung jeweils nach dem Ende der Annahmefrist.

(2) Der jeweils genannte Betrag der Anzahl der Aktien entspricht dem Betrag des auf die jeweilige Aktienanzahl entfallenden anteiligen rechnerischen Grundkapitals.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage in Höhe von 61.658 TEUR (Vj. 61.658 TEUR) umfasst die Beträge, die bei der Ausgabe von Aktien über den Nennbetrag erzielt worden sind. Im Geschäftsjahr 2021 wurde kein Betrag (Vj. 0 TEUR) eingestellt.

Gewinnrücklagen

Vorstand und Aufsichtsrat sind nach § 23 Absatz 4 der Satzung ermächtigt, bei der Feststellung des Jahresabschlusses den Jahresüberschuss, der nach Abzug der in die gesetzlichen Rücklagen einzustellenden Beträge und eines Verlustvortrags verbleibt, zum Teil oder ganz in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Die Einstellung eines größeren Teils als die Hälfte des Jahresüberschusses ist nicht zulässig, soweit die anderen Gewinnrücklagen nach der Einstellung die Hälfte des Grundkapitals übersteigen würden. In Ausübung der vorstehend genannten Ermächtigung haben Vorstand und Aufsichtsrat festgelegt, aus dem Jahresüberschuss 2021 einen Betrag in Höhe von 23.915.866,46 Euro in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen, die sich somit zum 31. Dezember 2021 unter Berücksichtigung der Einstellung des Bilanzgewinns in Höhe von 20.789.743,22 Euro auf Basis des Hauptversammlungsbeschlusses vom 31. August 2021 auf 170.405.287,41 Euro (Vj. 125.699.677,73 Euro), belaufen.

Da die Summe der Beträge aus der gesetzlichen Rücklage und der Kapitalrücklage den zehnten Teil des Grundkapitals erreichen, war gemäß § 150 Abs. 2 AktG kein Betrag in die gesetzliche Rücklage einzustellen.

Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 47.831.732,93 Euro beträgt nach satzungsmäßiger Einstellung von 23.915.866,46 Euro in die Gewinnrücklage 23.915.866,47 Euro. Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands für das Geschäftsjahr 2021 soll der handelsrechtliche Bilanzgewinn in Höhe von 23.915.866,47 Euro in die anderen Gewinnrücklagen gemäß § 266 Abs. 3 A III Nr. 4 HGB eingestellt werden.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 31. August 2021 wurde der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 20.789.743,22 Euro nach § 266 Abs. 3 A III Nr. 4 HGB in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt.

Die Eigenkapitalveränderungsrechnung der Deutsche Balaton AG stellt sich wie folgt dar:

Entwicklung des Eigenkapitals vom 01. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021

Gezeichnetes Kapital
TEUR
Eigene Anteile
TEUR
Gezeichnetes Kapital (netto)
TEUR
Kapitalrücklage
TEUR
Stand 01.01.2020 116,4 -11,6 104,8 61.646,0
Einzug eigener Aktien -11,6 11,6 0,0 11,6
Aktienrückkauf 2020 0,0 -0,1 -0,1 0,0
Einstellung in Rücklagen 0,0 0,0 0,0 0,0
Jahresüberschuss 2020 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2020 104,8 -0,1 104,7 61.657,6
Einstellung in Rücklagen 0,0 0,0 0,0 0,0
Jahresüberschuss 2021 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2021 104,8 -0,1 104,7 61.657,6
erwirtschaftetes Eigenkapital
Gewinnrücklagen
TEUR
Gewinnrücklagen (Erwerb eigener Anteile)
TEUR
Bilanzgewinn/ Verlust
TEUR
Gesamteigenkapital
TEUR
Stand 01.01.2020 116.878,6 -12.894,0 1.090,0 166.825,4
Einzug eigener Aktien 0,0 0,0 -11,6 0,0
Aktienrückkauf 2020 0,0 -176,3 0,0 -176,4
Einstellung in Rücklagen 21.891,4 0,0 -21.891,4 0,0
Jahresüberschuss 2020 0,0 0,0 41.602,8 41.602,8
Stand 31.12.2020 138.770,0 -13.070,3 20.789,7 208.251,7
Einstellung in Rücklagen 44.705,6 0,0 -44.705,6 0,0
Jahresüberschuss 2019 0,0 0,0 47.831,7 47.831,7
Stand 31.12.2021 183.475,6 -13.070,3 23.915,9 256.083,4

Verbindlichkeiten

Art der Verbindlichkeiten Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit besicherte Beträge Art der Sicherheit
In TEUR bis zu 1 Jahr über 1 Jahr davon mehr als 5 Jahre
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 61.971 54.221 7.750 0 61.971 Wertpapiere
(Vj. 44.173) (Vj. 35.423) (Vj. 8.750) (Vj. 0) (Vj. 44.173)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 164 164 0 0 0
(Vj. 143) (Vj. 143) (Vj. 0) (Vj. 0) (Vj. 0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 84.762 84.762 0 0 76.435 Wertpapiere und weitere Unternehmensanteile
(Vj. 84.259) (Vj. 84.259) (Vj. 0) (Vj. 0) (Vj. 84.259)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 82 82 0 0 0
(Vj. 156) (Vj. 156) (Vj. 31) (Vj. 0) (Vj. 0)
Summe 146.979 139.229 7.750 0 138.406
(Vj. 128.730) (Vj. 119.980) (Vj. 8.750) (Vj. 0) (Vj. 128.432)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen in Höhe von 84.547 TEUR (Vj. 78.852 TEUR) aus Darlehensverbindlichkeiten nebst Zinsen und in Höhe von 197 TEUR (Vj. 5.363 TEUR) aus Ergebnisabführungsverträgen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Erträge aus Finanzanlagen

Die Erträge aus Finanzanlagen im Gesamtumfang von 10.675 TEUR (Vj. 9.222 TEUR) beinhalten im Geschäftsjahr 2021 einen Ertrag aus drei Gewinnzuweisungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von insgesamt 6.534 TEUR (Vj. 7.523 TEUR). Weitere Erträge in Höhe von 3.949 TEUR (Vj. 1.699 TEUR) sind Dividendenerträge aus Wertpapieren des Anlagevermögens und Beteiligungen. Darüber hinaus ist in diesem Posten in Höhe von 192 TEUR (Vj. 113 TEUR) ein Dividendenertrag von einem verbundenen Unternehmen erfasst.

Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen

Bei den Erträgen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 54.263 TEUR (Vj. 55.324 TEUR) handelt es sich insbesondere um Erträge aus dem Verkauf von Genussscheinen an einem Unternehmen im Bereich Medizin- und Sicherheitstechnik mit Sitz in Lübeck in Höhe von 13.589 TEUR (Vj. 21.275 TEUR). Weitere Erträge wurden erzielt aus dem Verkauf von Anteilen an einem IT-Dienstleister in Höhe von 6.772 TEUR (Vj. 0 TEUR). Aus dem Verkauf von Anteilen an sechs (Vj. drei) verbundenen Unternehmen wurde ein Ertrag in Höhe von 22.237 TEUR (Vj. 1.508 TEUR) erzielt. Erträge in Höhe von 11.665 TEUR wurden aus dem Verkauf von weiteren 32 Finanzanlagen generiert.

Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen

Die Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von 883 TEUR (Vj. 626 TEUR) resultieren aus dem Anteilsverkauf von drei (Vj. neun) Wertpapieren.

Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens

Erträge aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens wurden im Berichtsjahr 1.716 TEUR realisiert (Vj. 9 TEUR).

Verluste aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens

Im Geschäftsjahr 2021 entstand ein Verlust aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens in Höhe von 16 TEUR (Vj. 0 TEUR).

Zuschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens

Zuschreibungen wurden in Höhe von 11.618 TEUR (Vj. 4.842 TEUR) erfasst, soweit die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen am Bilanzstichtag nicht mehr bestanden haben. Die Zuschreibungen wurden höchstens bis zu den historischen Anschaffungskosten vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2021 stellen sich die Zuschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens wie folgt dar:

Zuschreibungen auf: Zuschreibungen
(In TEUR)
Anteile/Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 2.429
(Vj. 158)
Börsennotierte Beteiligungen 2.769
(Vj. 792)
Nicht börsennotierte Beteiligungen 379
(Vj. 0)
Börsennotierte Wertpapiere des Anlagevermögens 5.819
(Vj. 3.892)
Nicht börsennotierte Wertpapiere des Anlagevermögens 221
(Vj. 0)
Wertpapiere des Umlaufvermögens 1
(Vj. 0)

Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens

Im Geschäftsjahr 2021 stellen sich die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens mit 24.286 TEUR (Vj. 21.663 TEUR) wie folgt dar:

Abschreibungen auf: Abschreibungen davon aufgrund der „10/20 Regel“ davon aufgrund von Unternehmensmeldungen und Unternehmensbewertung
In TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen 8.284 3.582 4.702
(Vj. 8.439) (Vj. 6.893) (Vj. 1.546)
Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 2.792 0 2.792
(Vj. 1.200) (Vj. 0) (Vj. 1.200)
Börsennotierte Beteiligungen 0 0 0
(Vj. 0) (Vj. 0) (Vj. 0)
Nicht Börsennotierte Beteiligungen 0 0 0
(Vj. 0) (Vj. 0) (Vj. 0)
Börsennotierte Wertpapiere des Anlagevermögens 7.914 7.531 383
(Vj. 9.086) (Vj. 9.086) (Vj. 0)
Nicht börsennotierte Wertpapiere des Anlagevermögens 5.273 0 5.273
(Vj. 2.889) (Vj. 0) (Vj. 2.889)
Abschreibungen auf: Abschreibungen davon aufgrund des niedrigeren Zeitwerts davon aufgrund von Unternehmensmeldungen und Unternehmensbewertung
In TEUR
Wertpapiere des Umlaufvermögens 24 24 0
(Vj. 49) (Vj. 47) (Vj. 2)

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen aufgrund der „10/20-Regel“ in Höhe von 11.113 TEUR (Vj. 15.979 TEUR) sowie Abschreibungen aufgrund von Unternehmensmeldungen und Unternehmensbewertungen in Höhe von 13.150 TEUR (Vj. 5.638 TEUR) sind nach der unter Punkt 2 beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethode erfasst. In Folge der Bilanzierungs- und Bewertungsmethode werden 8.166 TEUR (Vj. 1.710 TEUR) als vorübergehend eingestuft.

Sonstige betriebliche Erträge

Die „sonstige betriebliche Erträge“ in Höhe von 923 TEUR (Vj. 5.842 TEUR) enthalten im Berichtsjahr einen Ertrag aus der Zuschreibung auf ein Darlehen an ein verbundenes Unternehmen in Höhe von 409 TEUR, einen Ertrag aus der Verschmelzung mit der ABC Beteiligungen AG in Höhe von 48 TEUR (Vj. 0 TEUR) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 37 TEUR (Vj. 2.542 TEUR). Die Erträge aus Währungsumrechnung betragen 167 TEUR (Vj. 368 TEUR).

Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen liegen im Geschäftsjahr 2021 mit 2.170 TEUR (Vj. 2.377 TEUR) leicht unter Vorjahresniveau.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres 2021 belaufen sich auf insgesamt 3.680 TEUR (Vj. 2.903 TEUR).

Darin enthalten sind:

In TEUR 2021 2020
Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 604 1.806
Rechts- und Beratungskosten sowie Prozesskosten/-risiken 527 236
Abschluss- und Prüfungskosten 319 150
Aufwendungen für Währungsumrechnungen 579 95
Mieten für Büroflächen und Lagerraum 182 123
Kosten für die Hauptversammlung und Investor Relations 4 5

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Geschäftsjahres 2021 enthalten Aufwendungen in Höhe von 604 TEUR (Vj. 1.806 TEUR) aus Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Wertberichtigung auf eine Darlehensforderung und sonstige Forderungen in Höhe von 269 TEUR (Vj. 957 TEUR) gegenüber verbundenen Unternehmen.

Der Anstieg der Rechts- und Beratungskosten ist im Wesentlichen bedingt durch einen Rechtsstreit in Ungarn im Zusammenhang mit einer Übernahme, einem Rechtsstreit in Bezug auf ausländische Staatsanleihen und der Kaufpreiszahlung von Genussscheinen sowie Beratungskosten für Investitionen im Rohstoffsektor.

Die höheren Abschluss- und Prüfungskosten resultieren aus den höheren Aufwendungen für die Erstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021.

Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2021 Aufwendungen in Höhe von 663 TEUR (Vj. 0 TEUR) aus kurzfristigen Optionsgeschäften enthalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten sonstige Zinserträge von verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.551 TEUR (Vj. 1.373 TEUR). Im Wesentlichen ist hier ein Ertrag in Höhe von 1.052 TEUR (Vj. 872 TEUR) aus einem Genussrechtskapital enthalten. In den Zinserträgen von verbundenen Unternehmen sind Zinsen aus Ausleihungen in Höhe von 16 TUSD (Vj. 23 TUSD) enthalten.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen enthalten sonstige Zinserträge von Dritten Unternehmen in Höhe von 908 TEUR (Vj. 1.994 TEUR). In den Zinserträgen von Dritten sind Zinsen von drei Wandelanleihen und Darlehen in Höhe von 49 TAUD (Vj. 122 TAUD) sowie in Höhe von 384 TPLN (Vj. 299 TPLN) enthalten.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen für Zinsen an verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.657 TEUR (Vj. 2.237 TEUR) und Zinsaufwendungen für langfristige Bankdarlehen in Höhe von 82 TEUR (Vj. 71 TEUR).

5. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Haftungen, Treuhandverhältnisse

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Mietverträgen in Höhe von 455 TEUR, wovon 206 TEUR innerhalb eines Jahres und 249 TEUR innerhalb von zwei bis fünf Jahren und 0 TEUR über fünf Jahre fällig sind.

Es bestehen Zahlungsverpflichtungen gegen verbundene Unternehmen im Wesentlichen aufgrund von Einzahlungsverpflichtungen aus Rahmenkreditverträgen und Zeichnungsverpflichtungen für Anleihen/Inhaberschuldverschreibungen in Höhe von 9.918 TEUR (Vj. 9.746 TEUR), gegen Dritte in Höhe von 2.252 TEUR (Vj. 2.181 TEUR). Gegen Beteiligungsunternehmen bestehen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 3.250 TEUR (Vj. 0 TEUR).

Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von 800 TUSD (Vj. 1.240 TUSD) sind für verbundene Unternehmen bestellt worden.

Gemäß § 285 Nr. 31 HGB anzugebende einzelne Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung, soweit die Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung sind:

Aufgrund ihrer Größenordnung der Ertrag aus der Veräußerung von Anteilen an einem verbundenen Unternehmen in Höhe von 15.553 TEUR (Vj. 0 TEUR), ausgewiesen in dem Posten „Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen"

Aufgrund ihrer Größenordnung der Ertrag aus der Veräußerung von Genussscheinen an einem Unternehmen im Bereich Medizin- und Sicherheitstechnik in Höhe von 13.589 TEUR (Vj. 21.275 TEUR), ausgewiesen in dem Posten „Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen"

Durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitern

Im Geschäftsjahr 2021 wurden neben den Vorständen weitere 20 Mitarbeiter (Vj. 21) beschäftigt.

Forderungen gegenüber Mitgliedern der Organe

Zum Bilanzstichtag bestanden keine Forderungen gegen Vorstandsmitglieder.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Der Vorstand der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft hat am 16. Februar 2022 der SPARTA AG ein Angebot unterbreitet, bis zu 2.707.517 von der Deutsche Balaton gehaltene Aktien der Beta Systems Software AG („Beta-Aktien“) zu übernehmen.

Mit Vertrag vom 5. April 2022 wurden die Anteile an der nicht börsennotierten Beteiligung WEB FINANCIAL GROUP S.A., Madrid, Spanien, veräußert, was zu einem positiven Ergebnisbeitrag in Höhe von schätzungsweise 24 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2022 führen wird.

Am 7. Juni 2022 hat der Vorstand der Deutsche Balaton AG beschlossen, sämtlichen Aktionären der Biofrontera AG, Leverkusen, anzubieten, ihre auf den Namen lautenden Biofrontera Aktien im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots in Form eines Barangebots zu erwerben.

6. Konzernzugehörigkeit

Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft mit Sitz in Heidelberg stellt zum 31. Dezember 2021 als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 i. V. m. Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften auf. Der Konzernabschluss wird nach § 325 Abs. 1 HGB im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Konzernabschluss ist ebenfalls bei der Deutsche Balaton AG, Heidelberg, erhältlich. Die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft ist selbst nicht in einen Konzernabschluss eines Mutterunternehmens einbezogen.

Unterschrift der Vorstände

 

Heidelberg, den 29. Juni 2022

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Deutsche Balaton AG

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses‟ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses zur Aufstellung des Jahresabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Jahresabschluss, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 29. Juni 2022

RSM GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

M. Jüngling, Wirtschaftsprüfer

C. Klug, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionäre der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft,

der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Pflichten und Aufgaben wahrgenommen und sich während des Geschäftsjahres 2021 mit der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft befasst. Er hat den Vorstand außerdem bei der Geschäftsführung überwacht und beraten. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat gemäß § 90 AktG über die wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und des Konzerns informiert. Hierzu gehörte insbesondere die Entwicklung des Beteiligungsportfolios sowie der Konzernunternehmen der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft.

Auch im Geschäftsjahr 2021 hat der Vorstand die strategische Ausrichtung der Gesellschaft mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Der Aufsichtsrat war in wesentliche Entscheidungen mit grundlegender Bedeutung für die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft eingebunden und hat die nach Gesetz und Satzung erforderlichen Beschlüsse gefasst.

Aufsichtsrat und Ausschüsse

Alle Themen der Aufsichtsratstätigkeit wurden im Geschäftsjahr 2021 vom Gesamtaufsichtsrat behandelt. Wie in den Vorjahren wurden Ausschüsse im Geschäftsjahr 2021 nicht gebildet. Beschließende Ausschüsse wären stets mit dem Gesamtaufsichtsrat identisch.

Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2021 zu drei Sitzungen zusammengekommen, davon wurden zwei telefonisch abgehalten. Außerdem hat sich der Aufsichtsrat in schriftlichen Parallelverfahren außerhalb von Sitzungen mit Vorlagen des Vorstands befasst. An allen Sitzungen und Beschlussfassungen haben jeweils sämtliche Aufsichtsratsmitglieder teilgenommen.

Beratungen im Aufsichtsrat

Die Lage der Gesellschaft war Gegenstand der Berichterstattungen des Vorstands an den Aufsichtsrat. In den Sitzungen des Aufsichtsrats und den Beschlussfassungen im Parallelverfahren wurden im Geschäftsjahr 2021 unter anderem die nachfolgenden Themen behandelt:

Beratung über die vom Vorstand erstatteten Berichte über den Gang der Geschäfte und die aktuelle Lage und Entwicklung der Gesellschaft

Beauftragung des Abschlussprüfers

Berichterstattung und Beratung über den Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 im Beisein der Wirtschaftsprüfer

Beteiligungsangelegenheiten bei börsennotierten und nicht börsennotierten Investments: Käufe, Verkäufe und Kapitalerhöhungen

Finanzierungsangelegenheiten

Personalangelegenheiten

Prüfung des Jahresabschlusses der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft und des Konzerns

Die Hauptversammlung der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft hat am 31. August 2021 die RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft („RSM“), Düsseldorf, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 gewählt, sofern und soweit der jeweilige Abschluss nach den gesetzlichen Vorschriften von einem Abschlussprüfer zu prüfen ist. Seit dem Widerruf der Zulassung der Aktien der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft zum Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit Wirkung zum Ablauf des 30. Dezember 2014 gilt die Gesellschaft nicht mehr als große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB, sondern erfüllt nur noch die Kriterien einer kleinen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB. Der Jahresabschluss (Einzelabschluss nach HGB) zum 31. Dezember 2021 der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft als kleiner Kapitalgesellschaft unterliegt daher keiner gesetzlichen Pflicht zur Abschlussprüfung. Aus Gründen der Kontinuität und der Transparenz hat der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021 entschieden, den Jahresabschluss 2021 freiwillig entsprechend den für die Abschlussprüfung geltenden gesetzlichen Vorschriften durch RSM prüfen zu lassen und den Abschlussprüfer entsprechend beauftragt. Unabhängig hiervon war der Konzernabschluss der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2021 von einem Abschlussprüfer nach den gesetzlichen Vorschriften zu prüfen. Der Aufsichtsrat hat daher der RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft den Auftrag für die Prüfung des Konzernabschlusses der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2021 erteilt.

Gegenstand der gesetzlichen Abschlussprüfung war der Konzernabschluss, der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt wurde, sowie der Konzernlagebericht für den Deutsche Balaton Konzern. Im Rahmen der freiwilligen Prüfung war außerdem der vom Vorstand vorgelegte und nach den nationalen Rechnungslegungsregelungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) zum 31. Dezember 2021 aufgestellte Jahresabschluss der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft von dem Abschlussprüfer zu prüfen.

Die Prüfungen erfolgten jeweils unter Beachtung von Prüfungsschwerpunkten und unter Einbeziehung der Buchführung. Sie haben nicht zu Einwendungen geführt, weshalb sowohl für den Jahresabschluss 2021 als auch den Konzernabschluss 2021 ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt wurde.

Prüfungsberichte bzw. Entwürfe der Prüfungsberichte nebst Abschlussunterlagen lagen sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern vor bzw. standen in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 29. Juni 2022, in der auch der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2021 gebilligt wurde, zur Verfügung. An dieser Sitzung nahm auch der Abschlussprüfer teil.

Der Abschlussprüfer berichtete in der Bilanzsitzung am 29. Juni 2022 dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfungen des Jahresabschlusses (Einzelabschluss nach HGB) und stand für Fragen zur Verfügung. Auch der Aufsichtsrat prüfte den Jahresabschluss. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfungen durch den Aufsichtsrat bestehen keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat sich dem Prüfungsergebnis der RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft angeschlossen und den vom Vorstand zum 31. Dezember 2021 aufgestellten Jahresabschluss gebilligt. Mit der Billigung des Jahresabschlusses ist dieser gemäß § 172 Satz 1 AktG zugleich festgestellt.

Ferner hat der Aufsichtsrat in der Bilanzsitzung den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht im Beisein des Abschlussprüfers behandelt. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sowie den hierzu erstellten Prüfungsbericht des Abschlussprüfers geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat bestehen keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat sich dem Prüfungsergebnis der RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft angeschlossen und den vom Vorstand zum 31. Dezember 2021 aufgestellten Konzernabschluss gebilligt.

Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats 23.915.866,46 Euro aus dem Jahresüberschuss des Jahres 2021 in die Gewinnrücklagen eingestellt. Nach dieser Einstellung verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von 23.915.866,47 Euro. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 23.915.866,47 Euro zur Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen nach § 266 Absatz 3 A III Nr. 4 HGB zu verwenden. Der Aufsichtsrat hat in seiner Bilanzsitzung am 29. Juni 2022 den Vorschlag des Vorstands über die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und sich diesem angeschlossen. Im Einklang mit der jahrzehntelangen Dividendenpolitik der Gesellschaft, die auch auf der Internetseite unter www.deutsche-balaton.de unter dem Menüpunkt „Dividendenpolitik“ niedergelegt ist, und mit Rücksicht auf die Interessenlage u.a. der vielen langjährigen freien Aktionäre der Gesellschaft hat der Aufsichtsrat darauf verzichtet, der Hauptversammlung einen anderen Vorschlag zu der Verwendung des Bilanzgewinns zu unterbreiten.

Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung ebenfalls vorschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 23.915.866,47 Euro zur Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen nach § 266 Absatz 3 A III Nr. 4 HGB zu verwenden.

Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021

Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021 waren ununterbrochen die von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 29. August 2019 erneut gewählten Aufsichtsratsmitglieder Dipl.-Kfm. Philip Hornig, Dr. Burkhard Schäfer und Wilhelm K. T. Zours. Alle Aufsichtsratsmitglieder sind bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2023 beschließt, gewählt. Vorsitzender des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021 war Herr Wilhelm K. T. Zours, sein Stellvertreter war Herr Dipl.-Kfm. Philip Hornig.

Rechtsstreit Deutsche Balaton Aktiengesellschaft gegen die Hyrican Informationssysteme AG (,,Hyrican")

Seit Anfang 2012 befinden wir uns in zeitweise sogar verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit der Hyrican Informationssysteme AG. Den wichtigsten Rechtsstreit mit der Hyrican Informationssysteme AG, in dem es um die Unwirksamkeit von Verwaltungsbeschlüssen zu Kapitalerhöhungen mit Bezugsrechtsausschluss der Hyrican Informationssysteme AG ging, haben wir bis in die letzte Instanz jeweils vollständig gewonnen. Mit Urteil des Bundesgerichtshofs vom 10. Juli 2019 hat dieser uns wie bereits das Thüringer OLG und das Landgericht Erfurt in dem Rechtsstreit gegen die Hyrican Informationssysteme AG im Hinblick auf die Unwirksamkeit der Beschlüsse zu Kapitalerhöhungen bei der Hyrican Informationssysteme AG vollumfänglich Recht gegeben. Die Deutsche Balaton AG hat gegen die Hyrican Informationssysteme AG und ihre Organmitglieder Schadensersatzklage auf Grundlage der rechtswidrigen Kapitalerhöhungsbeschlüsse erhoben. Das Landgericht Erfurt hat die Schadensersatzklage mit Urteil vom 18. März 2020 abgewiesen. Die Deutsche Balaton AG hat dagegen Berufung beim Thüringer OLG eingelegt, bei dem die Sache nun anhängig ist. Eine erste mündliche Verhandlung hat stattgefunden. In dieser wurde deutlich, dass sich das Thüringer OLG mit der Argumentation der Deutsche Balaton deutlich detaillierter befasst, als es das Landgericht vermochte. Die mündliche Verhandlung wird voraussichtlich fortgesetzt werden.

Es widerspricht offensichtlich dem Gerechtigkeitsempfinden aller „billig und gerecht Denkenden“, dass es möglich sein soll, völlig sanktionslos auf rechtswidrigen unwirksamen Beschlüssen von Vorstand und Aufsichtsrat beruhende Kapitalerhöhungen der Hyrican Informationssysteme AG, nichtsdestotrotz im Handelsregister eingetragene Kapitalerhöhungen, durchzuführen.

Klage gegen Dräger

Dräger hat die von ihr ausgegebenen Genussscheine der Serien A, D und K gekündigt. Gegen die von Dräger berechneten Rückkaufswerte hat die Deutsche Balaton Klage beim Landgericht Lübeck eingereicht. Die Deutsche Balaton ist der Auffassung, dass Dräger die Rückkaufwerte der Genussscheine Serie A und K zu niedrig berechnet hat. In der Sache geht es um die Auslegung der Genussscheinbedingungen und wie nach diesen der Rückkaufwert zu berechnen ist.

Vorstandsangelegenheiten

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte die Wiederbestellung von Herrn Rolf Birkert zum Vorstandsmitglied der Gesellschaft mit einer Amtszeit bis zum 31. Dezember 2024.

Unternehmensstrategie

Unsere Unternehmensstrategie hat sich auch im Geschäftsjahr 2021 nicht geändert: Diversifikation im Portfolio durch Anlage in Unternehmen verschiedener Branchen mit Sitz in verschiedenen Ländern (auch in solchen ohne nachteilige Altersstruktur und in solche mit einem möglichst sicheren Rechtssystem und einer Tradition des privaten Eigentums), in Immobilien, Agrarland, in Rohstoffe und Rohstoffaktien, insbesondere in australische und kanadische Goldexplorer und Goldminenentwickler, Unternehmen der Wasserstofftechnologie, Emerging Market-Anleihen und -Aktien, risikoreichen Unternehmensneugründungen mit Totalausfallrisiko, aber hohen Chancen oder durch Ankauf von Insolvenzforderungen schützt am besten vor irrationalen oder allem Anschein nach rechtswidrigen Entscheidungen der Politik und der EZB oder vor zeitweiser Irrationalität an den Kapitalmärkten.

Diversifikation bedeutet aber auch die Inkaufnahme von neuen Risiken, die bei einer vermeintlich „sichereren" Anlagestrategie mit der Begrenzung auf nur wenige Anlageklassen, politische Regionen oder Branchen nicht auftreten können. Dies kann durchaus auch zulasten der kurzfristigen Rendite gehen.

Zu dem in vorjährigen Berichten des Aufsichtsrats bereits angesprochenen Verfall der europäischen Rechtskultur (z.B. Griechenland-Anleihen-Privatanlegerenteignung, EZB Staatsanleihenankauf und ESM statt No-bail-out, die Finanzmarkt-Überregulierung, die Auswahl der fünf Wirtschaftsweisen demnächst mit Frauenquote, Diskussionen zur Enteignung von Wohnungsunternehmen, die Vorstandsfrauenquote, fragwürdige Corona-Restriktionen und andere staatliche Eingriffe in die Wirtschaft und die Bürgerrechte) gibt es auch weiterhin nichts Erfreuliches zu berichten.

Die in den Berichten des Aufsichtsrats bereits vor einigen Jahren geäußerte Erwartung einer mittelfristig deutlich höheren Inflation als Folge der Geldschwemme ist mittlerweile eingetreten.

Die Grundsätze der freien und sozialen Marktwirtschaft, der wir unseren Wohlstand und Freiheit verdanken, geraten zunehmend in Vergessenheit.

Eine Marktpreisentwicklung, die die Politik durch falsche Entscheidungen selbst hervorgerufen hat (Mieten, Energiepreise, allgemeine Inflation, Lock-Downs etc.) muss dann sofort durch staatliche Eingriffe wie „Mietendeckel“, Abschöpfungssteuern oder weitere Umverteilung „bekämpft“ werden, meistens mit dem gegenteiligen Effekt. Die Butterberge der Vergangenheit lassen grüßen.

Leider scheint sich in Europa entgegen der No-bail-out Gründungsmaxime des Euroraums eine rechtswidrige Umverteilungsmentalität (geplantes 750 Mrd. Euro EU-Programm in Preisen von 2018, davon nach heutigen Preisen ca. 400 Mrd. Euro „Geschenkeverteilung“ der „reichen“ EU-Länder (u.a. Deutschland und die Niederlande) zugunsten der angeblich „ärmeren“ Länder wie Italien und Griechenland) und die Irrationalität in staatlichem Handeln und in wichtigen Institutionen immer weiter auszubreiten.

Ein neuer Höhepunkt in dieser Richtung ist die von Politikern der ehemaligen Schwachwährungsländer schon viel zu lange geführte EZB (insgesamt 19 Jahre, davon durch den Franzosen Trichet 2003-2011, durch den Italiener Draghi 2011-2019, durch die Französin Lagarde ab 2019) und ihre Staatsschulden-Aufkaufpolitik von Staatsanleihen hoch verschuldeter Staaten.

Rein ideologisch und völlig konträr zum No-bail-out Prinzip wird postuliert, dass kein Euroland pleite gehen darf und die Renditen der Staatsschulden aller Eurostaaten nicht weit voneinander abweichen dürfen. Der Markt allerdings will das nicht glauben, weshalb die Rendite z. B. italienischer 10-jähriger Staatsanleihen doppelt so hoch wie diejenige deutscher Staatsanleihen liegt. Es handelt sich um eine völlig normale und angemessene Differenzierung der Marktteilnehmer nach der Bonität des Schuldners. Frau Lagarde und die EZB aber meinen, das dürfe nicht sein und haben hierfür das neue EZB-Modewort „Fragmentierung“ erfunden, die mit einem „Anti-Fragmentierungsinstrument“ bekämpft werden müsse. So werden nun, nachdem die Staatsanleihenkäufe eingestellt werden mussten, die Geldeingänge aus Tilgungen z.B. der deutschen Staatsanleihen zum Aufkauf weiterer z.B. italienischer Anleihen oder anderer hoch verschuldeter Staaten verwendet.

Mathematisch sicher führt diese EZB Ideologie also zu einer Änderung der Zusammensetzung des Portfolios von z. Z. ungefähr proportional zu den EZB Besitzverhältnissen (Anteil Deutschlands ca. 26% am eingezahlten Kapital der Länder des Euroraums, der mit Abstand größte Anteil aller Länder) zu einem Portfolio, welches nur noch aus Anleihen der am höchsten verschuldeten und risikoreichsten Euroländer besteht.

Es ist schwer vorstellbar, dass dies nicht zu einem Wertverfall des Euro zum US Dollar und zu realen Werten wie z.B. Gold und Unternehmensanteilen führt.

Dieses Umfeld macht es schließlich für unser Unternehmen auch immer schwieriger, eine risikoadäquate Rendite zu erzielen. Neu hinzu kommen die Belastungen durch den Ukraine Krieg, coronamaßnahmenbedingte Lieferkettenprobleme, die Beseitigung der politikbedingten Abhängigkeit von russischem Gas und Öl und geopolitische Spannungen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde entgegen der Widrigkeiten immerhin ein Jahresüberschuss in der AG nach HGB in Höhe von rund 47,8 Mio. Euro erzielt, im Konzern nach dem IFRS Standard ein solcher in Höhe von 30,3 Mio. Euro.

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft für ihren persönlichen Einsatz und die erbrachten Leistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

 

Heidelberg, im Juni 2022

Wilhelm K. T. Zours, Vorsitzender des Aufsichtsrats