Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2008 bis zum 30.06.2009

Zusammengefasster Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsiahr 2008/2009

1

Highlights und Kennzahlen des Konzerns im Überblick

2

Geschäftstätigkeit und Strategie

3

Rahmenbedingungen

4

Ertragslage des Marseille-Kliniken-Konzerns

5

Ertragslage der Unternehmensbereiche

6

Vermögenslage des Konzerns

7

Finanzlage des Konzerns

8

Investitionen des Konzerns

9

Forschung und Entwicklung

10

Weitere allgemeine ergebnisrelevante Faktoren

11

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

12

Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG

13

Risikobericht des Konzerns

14

Nachtragsbericht

15

Vergütungsbericht

16

Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

17

Angabepflichten gemäß § 315 Abs. 4 HGB

18

Ausblick

Der Lagebericht der Marseille-Kliniken AG wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des Marseille-Kliniken-Konzerns zusammengefasst. Die Risiken und Chancen der Marseille-Kliniken AG, als Muttergesellschaft, sind untrennbar mit dem Konzern verbunden. In diesem Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den Konzern. Die Informationen zur Lage des Mutterunternehmens Marseille-Kliniken AG sind in einem separaten Kapitel aufgeführt.

Der Marseille-Kliniken-Konzernabschluss ist nach den International Financial Reporting Standards und der Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG nach den Grundsätzen des deutschen Handelsrechts (HGB) und der aktienrechtlichen (AktG) Vorschriften aufgestellt.

1 Highlights und Kennzahlen des Konzerns im Überblick

Das Geschäftsjahr 2008/2009 war für den Marseille-Kliniken-Konzern insgesamt ein schwieriges Jahr. Zwar konnte der Konzern weiter wachsen, doch hat es Sondereffekte und Aufwendungen gegeben, die das Ergebnis stark belastet haben. Der Umsatz stieg auf 235,5 Mio. € (Vorjahr: 228,1 Mio. €) und lag in dem zum 3. Quartal prognostizierten Korridor. Die Kapazität im Bereich Pflege stieg im Vergleich zum Vorjahresstichtag von 7.616 auf 7.756 Betten an und die Rehabilitationskapazitäten stiegen leicht von 1.283 auf gesamt 1.329 Plätze.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis lag in etwa auf Vorjahresniveau, auch wenn höhere Aufwendungen das operative Ergebnis mehr als erwartet belastet haben. Im Berichtsjahr gab es, anders als in den Vorjahren, keine positiven Sondereffekte, sondern ausschließlich negative Sonderaufwendungen.

Das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheiten war mit -13,5 Mio. € negativ. Im Vorjahr betrug es noch 13,7 Mio. €, wobei Veräußerungserträge aus Transaktionen vor Steuern mit 20,7 Mio. € enthalten waren. Das Ergebnis je Aktie betrug unter Berücksichtigung des börsentechnisch noch nicht vollzogenen Aktiensplits -0,56 € (Vorjahr: 0,57 €). Auf Basis der ursprünglichen Anzahl von 12.150.000 Stückaktien ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von -1,12 € (Vorjahr: 1,13 €). Allerdings veränderte sich das Netto-Geldvermögen mit -4,8 Mio. € deutlich weniger negativ als das Ergebnis letztlich ausfiel.

Die Auslastung der im Konzern bereitgestellten Betten erreichte 92,5 % gegenüber 92,4 % im Vorjahr. Mit 67 Einrichtungen und durchschnittlich 5.535 Mitarbeitern ist der Marseille-Kliniken-Konzern ein marktführendes börsennotiertes Unternehmen der stationären Gesundheitsversorgung in Deutschland.

2 Geschäftstätigkeit und Strategie

2.1 Organisation und Steuerung des Konzerns

Die Marseille-Kliniken AG ist seit 1996 an der Börse in Frankfurt und Hamburg gelistet. Die Tochtergesellschaften aus den Unternehmensbereichen Pflege, Rehabilitation und Dienstleistungen werden als eigenständige juristische Körperschaften überwiegend in der Rechtsform der GmbH mit Anbindung an die Marseille-Kliniken AG als Muttergesellschaft geführt. Jede dieser Tochtergesellschaften ist einem der Unternehmensbereiche Pflege, Rehabilitation oder Dienstleistungen zugeordnet. Die drei vorgenannten Unternehmensbereiche stellen die Segmente gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) des Konzerns dar. Sie werden durch eigenverantwortliche Divisionsleiter gesteuert und durch zentrale Dienstleister für die Themenkomplexe Personal, Finanzen und Controlling, Rechnungswesen, Steuern, Informationstechnologie, Organisationsentwicklung und Marketing unterstützt und überwacht. Dabei werden die externen Umsatzerlöse fast ausschließlich durch die beiden Segmente Pflege und Rehabilitation erzielt. Das Segment Dienstleistungen generiert in erster Linie innerkonzernliche Umsätze mit den beiden vorgenannten Segmenten.

Die abgeschlossene durchgängige Vernetzung aller Informations- und Entscheidungswege im Konzern erlaubt eine effektive und effiziente Steuerung. Die Grundlage der Planungs- und Steuerungssysteme ist die turnusmäßig überarbeitete, strategische Planung des Konzerns. Hierbei werden die erwarteten Einflüsse der Marktentwicklung, der neueste Stand der Informationstechnologie und die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt und abgestimmt. Die Planungen werden für einen Zeitraum bis zu fünf Jahren durchgeführt, wobei für das aktuell folgende Geschäftsjahr das Budget detailliert festgeschrieben wird. Das Budget gibt die Zielwerte für die monatlich stattfindende Berichterstattung über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage für jede einzelne Gesellschaft des Konzerns und des Konzerns selbst vor. Die Monatsberichte sind ergänzt um zahlreiche Steuerungsdaten, wie Kennzahlen, Auslastungen, qualitative Werte und Detailinformationen, wodurch eine Steuerung des operativen Geschäfts sichergestellt ist und Risiken für die strategische Zielerreichung deutlich werden, die nicht zwingend unmittelbar aus den Zahlen erkennbar sind. Diese Berichte dienen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat als wichtige Informationen für ihre Entscheidungen.

Der Aufsichtsrat berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und arbeitet zum Wohle der Gesellschaft eng mit ihm zusammen. Zwischen Aufsichtsrat und Vorstand erfolgt eine ein vernehmliche Abstimmung und Festlegung der Strategie. Der Aufsichtsrat überwacht den Vorstand in dem von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung bestimmten Rahmen sowie unter Beachtung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und ist in die Entscheidungen von grundlegender Bedeutung eingebunden. Aufsichtsrat und Vorstand haben die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären auf der Website der Gesellschaft unter www.marseille-kliniken.de dauerhaft zugänglich gemacht.

2.2 Strategie des Marseille-Kliniken-Konzerns

Im Mittelpunkt unseres unternehmerischen Handelns steht das Ziel, das qualitative Wachstum nachhaltig zu steigern und gleichzeitig die Ertragsbasis zu erhöhen.

Die Marseille-Kliniken soll als unverwechselbare Marke im Pflegemarkt etabliert werden und mit den Erfolgsfaktoren Qualität, Kundenorientierung und Wirtschaftlichkeit sowie Marktnähe und Flexibilität verbunden werden.

Schon heute ist das Thema Qualität und deren Sicherung zentrales Element unseres Geschäftsmodells. Die Geschäftsabläufe werden zentral unter Zuhilfenahme spezieller IT-Lösungen für alle Teilbereiche des Unternehmens gesteuert. Gleiches gilt für die Weiterbildung unserer Mitarbeiter, die mithilfe einer EDV-gestützten Schulungslösung, dem eLearning, in die Lage versetzt werden, in ihrem Arbeitsumfeld verpflichtende Schulungen zu absolvieren und so unsere Qualitätsanforderungen in die Praxis umsetzen zu können. In der konzerneigenen Marseille-Akademie und dem eqs.-Institut wird kontinuierlich die Weiterbildung der Mitarbeiter gefördert. Die zukunfts- und qualitätsorientierte Personalentwicklung ist weiterhin eine der vordringlichsten strategischen Aufgaben. Sie erhöht die Attraktivität des Berufs Altenpfleger und sichert den Bedarf an qualifiziertem Personal. Die Qualifizierung des Personals gibt uns die Möglichkeit, die notwendigen Spezialisierungen auf altersbedingte Krankenbilder in unseren Einrichtungen weiter voranzutreiben, um so der Nachfragesituation und damit der überdurchschnittlichen Belegung unserer Immobilien gerecht zu werden.

Mit unserer Produktkategorisierung in 2-, 3- und 4-Sterne-Häuser, bezogen auf die Immobilienausstattung, tragen wir den zukünftigen Finanzierungsmöglichkeiten unterschiedlicher Einkommensgruppen Rechnung. Wir können jedem Bedürftigen in Abhängigkeit von seiner persönlichen Einkommenssituation eine qualitativ hochwertige Pflege und einen sehr guten Service anbieten.

Als neue Standorte sind Meerbusch (150 Betten) und Belzig (40 Betten) im Geschäftsjahr 2008/2009 ans Netz gegangen. Die Eröffnung der Standorte in Oberhausen und Waldkirch mit je 80 Betten sowie Bremerhaven mit 200 Betten war zwar geplant, sie wird jedoch erst im nächsten Geschäftsjahr erfolgen. Für unsere Stillstandsimmobilien ist geplant, diese durch eine Umnutzung wieder in Betrieb zu nehmen.

Ein strategisch maßgeblicher Weg soll im 2-Sterne-Bereich eingeschlagen werden, da wir genau hier einen erheblichen Nachholbedarf sehen. Das darunterfallende Betreute Wohnen birgt unserer Einschätzung nach ein erhebliches Wachstumspotenzial. Das Beispiel Halle, wo wir seit Mitte 2005 in drei Gebäudekomplexen 756 preisgünstige Wohnungen mit unseren Pflegediensten betreuen, zeigt den Erfolg in der praktischen Umsetzung. In Potsdam wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Jahr nach der Eröffnung eine durchschnittliche Auslastung von 87,6 % erreicht. In den nächsten Jahren werden weitere Kapazitäten mit bis zu 3.000 Wohneinheiten im Betreuten Wohnen folgen.

Im Rehabilitationsbereich haben sich die Kapazitäten auf insgesamt 1.329 (Vorjahr: 1.283) vorgehaltene Betten leicht erhöht und der turn around ist abgeschlossen. Für das Portfolio von acht Rehabilitationskliniken besteht weiterhin das Ziel, die operativen Betriebe und die verbliebenen zwei Betriebsimmobilien abzugeben, sobald sich bessere Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten dafür einstellen. Das Immobilienportfolio des Konzerns verteilt sich, nach den letzten erfolgreichen Sale-and-lease-back-Transaktionen zum Bilanzstichtag aktuell auf etwa 22 % eigene und 78 % gepachtete Betten und entspricht damit einer sehr guten Relation auch im internationalen Vergleich.

Für die sich konzernweit negativ auswirkenden steigenden Energiekosten sind wir dabei, alternative Konzepte mit regenerativen Energieträgern umzusetzen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Den steigenden übrigen Kosten wollen wir durch einen verbesserten Einkauf und gezielte Einsparungen in den Personalkosten und den Sachkosten entgegenwirken.

Dem Wettbewerb in den Altbundesländern wird durch hohe Qualitätsstandards, Spezialisierung sowie Personalentwicklung begegnet. Der Wettbewerb ist regional zu betrachten und nicht durch Marktdominanz einzelner Betreiber gekennzeichnet. Die Finanzschwäche des Systems ist die wesentliche Herausforderung für die Zukunft. Die Ressourcen der Pflegekassen, rückläufige Renten sowie die Haushaltssituation der öffentlichen Hand lassen die Erhöhung der Pflegesätze trotz erheblich kostentreibender Faktoren wie Energie- und Lebensmittelpreise nur noch in geringer Höhe zu. Umso wichtiger ist es, durch Belegungsoptimierung und effektives Kostenmanagement einer Margenverschlechterung entgegenzusteuern.

Die Bundesregierung hat zum 1. Juli 2008 das Pflegeweiterentwicklungsgesetz in Kraft gesetzt. Hieraus ergeben sich Chancen aus der Vernetzung integrativer Dienstleistungsmodelle. Die Themen Ambulante/Stationäre Pflege, Rehabilitation, Medizinische Versorgungszentren sowie Akutversorgung sollen in Zukunft im Sinne der Endverbraucher mit durchgängigen Lösungskonzepten umgesetzt werden. Die Umsetzung solcher Konzepte in mehreren Piloteinrichtungen sichert uns einen Wettbewerbsvorsprung in einem sich schnell verändernden Markt.

3 Rahmenbedingungen

3.1 Rezession hat den Tiefpunkt erreicht

Zur Jahresmitte 2009 hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zwar leicht gebessert, doch bei nüchterner Betrachtung ist die Lage unverändert desolat. Im Winter 2008 ist das Bruttosozialprodukt (BIP) um 3,8 % gegenüber dem Vorquartal eingebrochen. Es ist nach der Schrumpfung im Herbst letzten Jahres um 2,2 % für die deutsche Wirtschaft der schlimmste Rückgang seit 80 Jahren. Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 — dem letzten positiven Quartal vor der Rezession — fiel die deutsche Wirtschaftsleistung im Winter 2008 um fast 7 %. Auch das zweite Quartal 2009 hat noch einmal einen schmerzhaften Rückgang von rund 1 % gebracht, aber der Abschwung scheint damit immerhin gebremst.

Die aufgehellten Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima, das börsennahe ZEW-Barometer oder die monatliche Unternehmensumfrage der EU-Kommission haben im Sommer die Hoffnung auf eine Konjunkturwende genährt. Auch die Börsen haben von März bis Juni kräftig zugelegt. Viele Beobachter jedoch bleiben skeptisch. Das Niveau der Auftragseingänge ist nach wie vor niedrig. Verglichen mit dem Vorjahr gibt es ein Drittel weniger Aufträge. Die Kapazitäten der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes sind nur zu knapp 70 % ausgelastet. Abgestürzt sind vor allem die Exportnachfrage und die Investitionen. Im ersten Quartal 2009 sind die Exporte real um 9,7 % eingebrochen, der Import sank um 5,4 %. Das ganze Ausmaß der Misere zeigt der Jahresvergleich: So lag die Ausfuhr im April real mehr als 25 % unter dem Vorjahreswert, die Einfuhr war um gut 20 % niedriger. Die Investitionen sind im Winter real um fast 8 % gefallen, wobei die Anschaffungen von Maschinen, Geräten und Fahrzeugen um mehr als 16 %, die Bauinvestitionen dagegen nur um 2,6 % schrumpften.

Stabilisierend wirkt die Konsumnachfrage. Das private Konsumklima ist nach wie vor freundlich. Die Verbraucher profitieren von der gesunkenen Inflationsrate. Auch der bis zur Jahresmitte noch gebremste Anstieg der Arbeitslosigkeit trägt dazu bei, dass die Stimmung in der Bevölkerung noch nicht gekippt ist. Im Juni lag die Erwerbslosenquote bei 8,1 %, in absoluten Zahlen waren das gut 3,4 Millionen Arbeitslose. Treffen die prognostizierten 4 Millionen Arbeitslose bis zum Jahresende ein, erwarten die Konjunkturforscher ein deutlich abgekühltes Konsumklima.

Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht, solange der Exportmotor nicht wieder anspringt. Die Exporte sind im zweiten Quartal 2009 zwar um 7 % gestiegen, doch die für die Ausfuhr wichtigen Branchen wie der Maschinenbau und die Automobilindustrie liegen nach wie vor brach. An eine baldige kräftige Erholung der Weltkonjunktur glauben nur wenige Experten. Hoffnung machen allenfalls die Konjunkturdaten, die China und Indien offiziell melden. Weniger günstig ist der Ausblick für Nordamerika, den zweitwichtigsten Auslandsmarkt für deutsche Unternehmen nach Europa. Für den europäischen Raum rechnet die europäische Zentralbank nur mit einer schleppenden Erholung von Mitte 2010 an. Ein Rückschlagsrisiko stellt weiter der Finanzsektor dar. Die Bankenkrise könnte erneut aufflammen, wenn bei anhaltender Rezession mehr Unternehmenskredite ausfallen. Vor diesem Hintergrund bleibt die erhoffte Erholung fragil.

3.2 Der deutsche Gesundheitsmarkt

Nach der Reform ist vor der Reform

Der Gesundheitsmarkt ist ein Wachstumsgarant in der deutschen Volkswirtschaft. Im Gesundheitswesen arbeiten rund 4,4 Millionen Menschen, das ist jeder neunte Arbeitsplatz in Deutschland. Es gibt zurzeit auch keine Hinweise, dass die positive Entwicklung abbrechen könnte. Wie schon in den wirtschaftlich schwierigen Jahren zwischen 2001 und 2005 zeigt sich das Gesundheitswesen krisenresistent. Der Gesundheitssektor kann nach Meinung vieler Experten sogar stabilisierend auf die Gesamtwirtschaft wirken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben die Ausgaben für Gesundheit im Jahr 2007 ein Rekordhoch erreicht. Insgesamt haben die Deutschen fast 253 Mrd. € ausgegeben; das waren 3,2 % oder in absoluten Zahlen 7,8 Mrd. € mehr als im Vorjahr. Umgerechnet auf den einzelnen Bundesbürger hat jeder Deutsche 3.070 € für Gesundheit ausgegeben. Ein wenig relativiert wird das Rekordergebnis, wenn man es mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) vergleicht. Da das BIP ebenfalls von Jahr zu Jahr gestiegen ist, liegt der Anteil der Gesundheitsausgaben seit mehreren Jahren konstant bei etwas mehr als 10 %. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rezession, die den Gesundheitsmarkt nur sehr bedingt trifft, dürfte der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP in den Jahren 2008 und 2009 jedoch deutlich steigen. Mit 145 Mrd. € werden weit mehr als die Hälfte der Ausgaben von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Die privaten Krankenkassen leisteten 24 Mrd. €. Empfänger des Geldes waren zur Hälfte ambulante Einrichtungen wie Arztpraxen und Apotheken. Rund ein Viertel floss den Krankenhäusern zu. Die Ausgaben für pflegerische und therapeutische Leistungen erreichen knapp 60 Mrd. €.

Das Geschehen auf dem Markt bestimmen drei Trends, die sich von Jahr zu Jahr verstärken. Zum einen hält der Konzentrationsprozess an. Der enorme Kosten- und Leistungsdruck führt dazu, dass Stand-Alone-Einrichtungen kaum noch Überlebenschancen haben. Zum anderen fordern der medizinische Fortschritt und kürzere Verweildauern im stationären Bereich eine engere Verzahnung in allen Sektoren des Gesundheitsmarktes. Kooperation und Integration der Leistungen sind besonders in den Bereichen Akutkrankenhaus sowie Pflege und Rehabilitation notwendig. Die Integration wird durch neue gesetzliche Regelungen erleichtert, die unter anderem die Etablierung von Medizinischen Versorgungszentren ermöglichen. Darüber hinaus bilden sich in zunehmendem Maße sogenannte Gesundheitscluster, in denen sich wichtige Marktteilnehmer organisatorisch zusammenschließen. Kennzeichnend für den Markt ist schließlich die Privatisierungswelle. Zur Finanzierung des Wachstums ist der Gesundheitsmarkt auf privates Kapital angewiesen. Die öffentliche Hand ist weder in der Lage, die dringend notwendigen Investitionen in den Einrichtungen darzustellen, noch für die Verluste in ihren Häusern aufzukommen. Allein im Bereich Krankenhäuser hat sich ein Investitionsstau von rund 50 Mrd. € aufgebaut, der nach Meinung von Experten nur durch privatwirtschaftliche Strukturen aufgelöst werden kann.

In der Reformpolitik beherrscht die Einführung des Gesundheitsfonds die Diskussion. Der am 1. Januar 2009 eingeführte Fonds regelt die Verteilung der Beiträge neu. Alle Beiträge, die bislang den Kassen zugeflossen sind, werden nunmehr im Gesundheitsfonds gesammelt und nach bestimmten Schlüsseln an die Kassen verteilt. Den einheitlichen Beitragssatz hat die Bundesregierung zunächst auf 15,5 % festgelegt, im Rahmen des zweiten Konjunkturprogramms auf 14,9 % reduziert. Die Gesundheitsreform insgesamt und besonders der Gesundheitsfonds bleiben umstritten. Das Ziel, dass sich steigende Ausgaben für Gesundheit künftig nicht mehr in höheren Beiträgen vom Lohn niederschlagen sollen, verfehlt sie. Die Finanzierung basiert unverändert auf dem Umlageprinzip. Experten sehen zudem einen großen Fehler darin, den im Wettbewerb stehenden Krankenkassen die Finanzautonomie zu nehmen und damit jede eigenverantwortliche Flexibilität aus dem System zu eliminieren. Die Verstaatlichung der Einnahmeseite hat weitreichende Konsequenzen. Jede staatliche Beitragsfestsetzung führt zu einem Politikum ersten Ranges. Es zeichnet sich ab, dass nach erfolgter Bundestagswahl eine Reform der Reform notwendig wird.

Im Bereich Pflege steht nach der Einführung des Gesetzes zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Pflegeversicherung am 1. Juli 2008 eine weitere grundlegende Reform an. Ziel ist es, von der derzeitigen „Minutenpflege" wegzukommen und die Betreuung der zahlreicher werdenden Demenzkranken zu verbessern. Eine im Jahr 2006 eingesetzte Kommission hat neue Kriterien für die Feststellung einer Pflegebedürftigkeit erarbeitet und in Modellversuchen erfolgreich erprobt. Maßstab soll nicht mehr die erforderliche Pflegezeit, sondern der Grad der Selbstständigkeit sein. Damit bekommen auch diejenigen Leistungen, die heute nicht berechtigt sind und keine körperlichen Einschränkungen haben. Kern der Reform ist die Umstellung von heute drei Pflegestufen, die sich nach dem Grad der Pflegeintensität bemessen, auf fünf „Grade der Bedürftigkeit". Sie sollen von geringer Beschränkung der Selbstständigkeit bis zu schwersten Beeinträchtigungen mit besonderem Pflegebedarf reichen. Bewertet wird, wie gut sich die Betroffenen selbst versorgen können, wie gut Patienten verordnete Therapien einhalten, wie stark sie in Verhalten und Wahrnehmung beeinträchtigt sind, wie sie den Alltag bewältigen und wie mobil sie sind. Pflegekassen und Pflegeverbände haben positiv reagiert. Der neue Pflegebegriff markiere den Abschied von der „Satt und Sauber"-Pflege und trage dem Bedürfnis nach sozialer Teilhabe Rechnung. Die Reform, die aus Zeitgründen in dieser Wahlperiode nicht mehr möglich war, wird nach Berechnungen des Beirates die Pflegekassen jedes Jahr zwischen 200 Mio. € und knapp 4 Mrd. € zusätzlich kosten. Bei Ausgaben von gut 18 Mrd. € entspräche das einer Ausgabensteigerung von mehr als 20 %. Woher das Geld kommen soll, ist noch nicht geklärt.

4 Ertragslage des Marseille-Kliniken-Konzerns

Die Vorjahreswerte mussten in den Positionen Abschreibungen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Zinsaufwendungen aufgrund von Nachaktivierungen von Finance-Lease-Verträgen angepasst werden. Zudem erfolgte eine Umgliederung im Vorjahr von den sonstigen betrieblichen Erträgen in die Materialaufwendungen sowie von Bestandsveränderungen in Umsatzerlöse. Zu weiteren Erläuterungen diesbezüglich wird auf die Angaben im Anhang unter 2.1.2 verwiesen. Die im Weiteren genannten Vorjahreswerte geben entsprechend die angepassten Werte wieder.

Das prognostizierte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 5,0 Mio. € wurde nicht erreicht. Hierin waren allerdings bestimmte Sondereffekte von zusammen 6,4 Mio. € (wir verweisen auf die Ausführungen unter 4.6) nicht enthalten. Das Konzern-EBIT liegt bei -6,8 Mio. €.

Die Ursachen dafür sind vielfältig und betreffen im Wesentlichen Abwertungen auf Vermögenswerte, Personalaufwendungen, Energieaufwand, Instandhaltungen und Aufwendungen aufgrund verlorener Prozesse. Zudem hat es im Gegensatz zu den Vorjahren keine positiven Einmalerträge aus dem Verkauf von Immobilien und Beteiligungen (2007/2008 in Höhe von 20,7 Mio. €) gegeben.

4.1 Umsatz

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2008/2009 auf 235,5 Mio. € (Vorjahr: 228,1 Mio. €). Das entspricht einer Steigerung von 3,2 % oder 7,4 Mio. €. Von diesem Zuwachs entfallen auf die Bestandseinrichtungen 0,8 Mio. €, auf die Expansionseinrichtungen 5,1 Mio. € und auf den Rehabilitationsbereich 1,8 Mio. €. Die externen Dienstleistungsumsätze sind um 0,3 Mio. € niedriger ausgefallen.

Die Bettenkapazität zum 30.06.2009 beträgt in den 67 Einrichtungen 9.085. Zum Vorjahresstichtag standen in 65 Einrichtungen 8.899 Betten zur Verfügung. Die Steigerung der Bettenkapazität in der Pflege beträgt hierbei durch die Eröffnungen in Meerbusch und Belzig 190 Betten. Die Kapazität in der Rehabilitation stieg durch die Nutzung weiterer Betten in Schömberg um 46 Betten. Die Auslastungsquote im Konzern bewegte sich mit 92,5 % leicht über dem Vorjahresniveau.

4.2 Aktivierte Eigenleistungen im Konzern

Die aktivierten Eigenleistungen betrafen im Vorjahr die durch den Konzern selbst entwickelte Software. Im Berichtsjahr sind keine Eigenleistungen angefallen.

4.3 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 10,4 Mio. €. Im Vorjahr betrugen diese noch 31,8 Mio. €. Der Grund für diese erhebliche Minderung waren die im Vorjahr stattgefundenen Immobilienverkäufe. Zum einen der Verkauf von Immobilien, u. a. in Schömberg, mit einem Gewinn von 8,6 Mio. € und zum anderen der Verkauf von sechs Immobilien aus dem Bereich Pflege an die IMMAC Holding AG, Hamburg, sowie RP & C International/Public Service Properties Investments Ltd., London, mit einem Ertrag von 11,4 Mio. €. Des Weiteren war im Vorjahr ein Ertrag von 0,7 Mio. € aus dem Verkauf der Held Bau Projekt Steuerungsgesellschaft mbH enthalten. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge bewegten sich mit rund 0,7 Mio. € unter Vorjahresniveau.

4.4 Gesamtleistung im Konzern

Die Gesamtleistung im Konzern belief sich auf 246,0 Mio. € (Vorjahr: 260,0 Mio. €). Lässt man die Erträge aus den Veräußerungen im Vorjahr wie oben zu den sonstigen betrieblichen Erträgen erläutert (20,7 Mio. €) außen vor, so ergibt sich eine Gesamtleistung im Vorjahr von 239,3 Mio. €. Danach bedeutet dies eine Steigerung von 6,7 Mio. € oder 2,8 % im abgelaufenen Geschäftsjahr.

4.5 Aufwendungen

Der Materialaufwand ist mit 32,5 Mio. € um 3,1 Mio. € höher als im Vorjahr, welches einem Anstieg von 10,5 % entspricht. Der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ist mit 28,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (25,6 Mio. €) um 2,5 Mio. € gestiegen. Der wesentliche Grund liegt in den um 2,1 Mio. € höheren Energieaufwendungen. Dabei ist anzumerken, dass allein die Heizölaufwendungen um 1,4 Mio. € angestiegen sind, nicht zuletzt wegen eines abgeschlossenen Heizöl-Hedge-Geschäftes, woraus sich ein Verlust in Höhe von 0,7 Mio. € ergab. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind von 3,8 Mio. € auf 4,4 Mio. € aufgrund höherer bezogener Fremdleistungen angestiegen.

Der Personalaufwand ist im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Umsatzes und der Inbetriebnahme neuer Einrichtungen um 5,0 Mio. € auf 124,4 Mio. € gestiegen. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug 5.535 im Wirtschaftsjahr 08/09 nach 5.309 im Vorjahr.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen lagen bei 10,4 Mio. € nach 9,8 Mio. € im Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 78,8 Mio. € im Vorjahr auf 84,3 Mio. € erhöht. Darin sind die Miet- und Leasingaufwendungen von 41,6 Mio. € im Vorjahr auf 46,9 Mio. € angestiegen. Der Grund liegt in den durchgeführten Sale-and-lease-back-Transaktionen in den letzten Wirtschaftsjahren, die im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig zu Mietaufwendungen führten. Weitere wesentliche Aufwandserhöhungen gab es bei den Fremdpersonalkosten und den Personalbeschaffungskosten, die mit 1,7 Mio. € über dem Vorjahr lagen. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr mussten zudem Wertberichtigungen auf Forderungen von insgesamt 3,7 Mio. € nach 1,5 Mio. € im Vorjahr vorgenommen werden. Darin ist auch eine Wertberichtigung von 1,0 Mio. € auf eine Forderung gegen die Trump Organisation enthalten. Gegenläufig sanken die Rechts- und Beratungskosten um 1,0 Mio. € auf 6,3 Mio. €. Alle anderen sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr per Saldo um 2,2 Mio. € gemindert.

4.6 Sonderfaktoren, die das operative Ergebnis negativ beeinflusst haben

Das Ergebnis vor Steuern im Konzern beträgt -10,9 Mio. € (Vorjahr: 16,7 Mio. €). Im Unterschied zu den Vorjahren war das Ergebnis durch keine positiven Sonderfaktoren aus Verkäufen von Immobilien und anderen Vermögenswerten beeinflusst. Negative Sondereffekte waren dagegen aus unserer Sicht im Wesentlichen durch Aufwendungen aus Wertberichtigungen und verlorenen Prozessen sowie Anlaufaufwendungen für diverse Einrichtungen bedingt.

Im Einzelnen:

8,6 Mio. € Vor- und Anlaufkosten von Einrichtungen wie der AMARITA-Einrichtung, Hamburg (3,0 Mio. €), der Türk Bakim Evi-Einrichtung, Berlin-Kreuzberg (1,4 Mio. €), der neuen Einrichtungen in Meerbusch (1,5 Mio. €), der neuen Pflegeklinik Schömberg (0,7 Mio. €), der Allgemeine soziale Dienstleistungen gGmbH (0,5 Mio. €), Medina Belzig (0,4 Mio. €), MVZ Hennigsdorf (0,1 Mio. €) und Vorlaufkosten für in 2009/2010 zu eröffnende Einrichtungen in Waldkirch, Oberhausen und Bremerhaven (0,4 Mio. €). Dazu kommen noch die Aufwendungen für die Expansionsbemühungen im Bereich Akutkrankenhäuser (0,6 Mio. €).

Im Vorjahr sind dagegen durch Vor- und Anlaufaufwendungen 7,4 Mio. € entstanden.

7,9 Mio. € Sonderaufwendungen und Verluste im Wesentlichen aus Abwertungen im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung von Vermögenswerten (3,0 Mio. €), für die laufenden Aufwendungen der derzeit stillstehenden Standorte Waldkirch, Reinerzau und Bad Oeynhausen (1,5 Mio. €), aus Aufwendungen für verlorene Prozesse (1,2 Mio. €), Aufwendungen für die Betriebsprüfung (1,2 Mio. €) und Übrige (1,0 Mio. €).

Im Vorjahr machte dieser Block von Sonderaufwendungen 9,7 Mio. € aus.

Darüber hinaus waren im Vorjahr 19,6 Mio. € gegenläufige Erträge aus Transaktionen mit Immobilien enthalten.

Die Summe der Sonderfaktoren beträgt 16,5 Mio. € (Vorjahr: -2,5 Mio. €). Demnach beträgt das Ergebnis vor Steuern und vor diesen Sonderfaktoren 5,6 Mio. € (Vorjahr: 14,2 Mio. €).

4.7 Betriebliches Ergebnis und Ertragskennzahlen

Das EBITDAR inklusive sonstige Steuern sank von 73,8 Mio. € auf 50,6 Mio. € und das EBITDA ist von 32,3 Mio. € auf 3,6 Mio. € zurückgegangen. Das EBIT inkl. sonstige Steuern ist von 22,5 Mio. € im Vorjahr auf -6,8 Mio. € gesunken. Das EBT lag bei -12,1 Mio. € nach 16,5 Mio. € im Vorjahr. Die Gründe dafür sind den vorgenannten Ausführungen zur Ertragslage zu entnehmen. Insbesondere haben Veräußerungserträge aus Transaktionen von insgesamt 20,7 Mio. € die Vorjahreskennzahlen beeinflusst. Ohne diese Transaktionserträge liegt das vergleichbare EBITDAR im Vorjahr bei 53,1 Mio. € und ist im Berichtsjahr um 2,5 Mio. € niedriger. Das vergleichbare EBIT des Vorjahres liegt dann bei 1,8 Mio. € zu -6,8 Mio. € im Berichtsjahr.

Die EBITDAR-Marge lag bei 21,5 % nach 31,4 % im Vorjahr, die EBITDA-Marge lag mit 1,5 % erheblich unter dem Vorjahr von 13,7 % und die EBIT-Marge sank deutlich von 9,5 % auf -2,9 %.

4.8 Finanzergebnis

Das Finanzergebnis liegt bei -5,3 Mio. € und hat sich gegenüber dem Vorjahreswert von -5,9 Mio. € um 0,6 Mio. € verbessert. Der Grund liegt in der Verringerung der Finanzschulden durch die Tilgung von Darlehen nach den Immobilientransaktionen im letzten Jahr. Zusätzlich belastet haben das Zinsergebnis die aufgrund der Betriebsprüfung für den Zeitraum 2001 bis 2004 zurückgestellten Zinsen auf Steuernachzahlungen in Höhe von 0,6 Mio. €.

4.9 Steueraufwendungen

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag liegen mit 1,5 Mio. € unter dem Vorjahresbetrag von 3,3 Mio. €. Der Grund liegt zum einen an dem schlechten Ergebnis im Konzern und gegenläufig an den weiteren notwendigen Rückstellungen aufgrund der abgeschlossenen Betriebsprüfung für den Zeitraum von 2001 bis 2004. Die sonstigen Steuern sind ebenfalls aufgrund der Betriebsprüfung um 0,9 Mio. € angestiegen.

4.10 Konzernergebnis

Nach Steuern von 2,7 Mio. € beträgt der Konzernjahresfehlbetrag -13,6 Mio. € (Vorjahresüberschuss: 13,2 Mio. €) vor Minderheitenanteilen und -13,5 Mio. € (Vorjahr: 13,7 Mio. €) nach Minderheitenanteilen.

4.11 Ergebnis je Aktie/ Dividende

Das Ergebnis je Aktie beträgt unter Berücksichtigung des von der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 beschlossenen und am 5. Februar 2009 im Handelsregister eingetragenen, aber börsentechnisch noch nicht vollzogenen Aktiensplits von ursprünglich 12.150.000 Stückaktien auf nunmehr 24.300.000 Stückaktien -0,56 € (Vorjahr: 0,57 €). Auf Basis der ursprünglichen Zahl von 12.150.000 Stückaktien ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von -1,12 € (Vorjahr: 1,13 €). Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, keine Dividende auszuschütten (Vorjahr: 0,25 €) und den Bilanzgewinn der Marseille-Kliniken AG auf neue Rechnung vorzutragen.

5 Ertragslage der Unternehmensbereiche

5.1 Segment Pflege

Im Segment Altenpflege ist der Kapazitätsausbau vorangekommen und der Umsatz ist weiter gesteigert worden. Die neuen Einrichtungen in Meerbusch und Belzig wurden eröffnet und der neue Produktbereich des 2-Sterne-Wohnkomforts für Betreutes Wohnen und stationäre Altenpflege in Potsdam bestätigt unsere Wachstumserwartungen für die Zukunft. Die verfügbare Bettenkapazität erreichte 7.756 Betten (Vorjahr: 7.616 Betten).

Die Auslastung in den Bestandshäusern lag mit 92,3 % unter dem Vorjahresniveau von 93,3 %. In den Expansionshäusern lag die Auslastung bei 57,4 % nach 47,6 % im Vorjahr. Beide zusammen erreichten eine Auslastung von 89,1 % nach 89,3 % im Vorjahr. Der Umsatz ist um 5,9 Mio. € im Bereich Pflege auf 180,6 Mio. € (Vorjahr: 174,7 Mio. €) gestiegen.

Die Einrichtung AMARITA Hamburg-Mitte mit einer Bettenkapazität von 336 Pflegeplätzen hat trotz des Kooperationsverbundes mit dem benachbarten Marienkrankenhaus, durch die Eröffnung einer Wachkomastation und durch die Dementenbetreuung mittels des von Marseille-Kliniken AG qualitätsoptimierten, sicheren und gleichsam bewohnerfreundlichen Chip-Konzeptes nicht die positiven Ergebnistrends erreicht, welche von uns erwartet wurden.

Die im Februar 2007 eröffnete, auf die religiös-kulturellen Bedürfnisse aus der Türkei stammender Kunden spezialisierte 2-Sterne-Wohnanlage in Berlin-Kreuzberg hat ihre Belegung weiter verbessern können und den Umsatz gesteigert. Auch wenn das Ergebnis noch weit hinter dem break even liegt, so hat sich der Verlust erheblich reduziert.

Die Einrichtungen in Meerbusch sind verzögert ans Netz gegangen, sodass die Verluste in 08/09 doch höher ausfielen als erwartet. Dennoch sind wir mit der Belegungsentwicklung inzwischen zufrieden und erwarten in 2009/2010 einen entsprechend hohen Ergebnisbeitrag, zumal der break even im 1. Quartal des Jahres 2009/2010 erreicht wird.

Die Performance der neuen Pflegeeinrichtungen in Schömberg und Belzig ist ebenfalls unbefriedigend verlaufen und belastet das Ergebnis stark. Die Vorlaufaufwendungen für Oberhausen, Bremerhaven und die Pflegeklinik Waldkirch, welche alle erst in 2009/2010 eröffnet werden können, führten zu weiteren Verlustbeiträgen.

Neben den höheren Verlusten in den Expansionen im Segment Pflege betreffen die bei der Ausführung zur Ertragslage des Konzerns gemachten Aussagen zum großen Teil auch das Segment Pflege. Zudem gab es nicht wie im Vorjahr einen Ertrag im Segment aus Immobilientransaktionen in Höhe von 5,8 Mio. €. Im Resultat führt dies im Vergleich zum Vorjahr nur zu einem leicht positiven Ergebnis vor Steuern.

5.2 Segment Rehabilitation

Im gesamten Segment der Rehabilitation zeigte sich eine erfreuliche Umsatzsteigerung auf 53,9 Mio. € (Vorjahr: 52,1 Mio. €). Dies ist umso bemerkenswerter, weil das Akutkrankenhaus in Büren einen erheblichen Umsatz- und Ergebnisrückgang zu verzeichnen hatte. Die Kapazität im Segment betrug insgesamt 1.329 Betten. Die Auslastung lag bei den Rehabilitationskliniken im Geschäftsjahr bei 93,3 % nach 90,4 % im Vorjahr. Für die Rehabilitationskliniken beabsichtigen wir nach wie vor einen Verkauf. Ob ein solcher Verkauf innerhalb eines Jahres realisiert werden kann, können wir vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanzkrise nicht mit hinreichender Sicherheit beurteilen. Das Segmentergebnis ist dennoch im Gegensatz zum Vorjahr insgesamt negativ. Das liegt in erster Linie daran, dass im Vorjahr ein Einmaleffekt aus dem Verkauf von Immobilien, u. a. in Schömberg, in Höhe von 8,6 Mio. € enthalten war, Mietzahlungen in Sachen Fachklinik IA GmbH im Geschäftsjahr 2008/2009 geleistet sowie eine Abwertung der Stillstandsimmobilie in Blankenburg vorgenommen werden mussten.

Im Geschäftsjahr 2008/09 wurden Möglichkeiten zur Akquisition von Akut-Krankenhäusern in Deutschland geprüft. Insgesamt standen im fraglichen Zeitraum, insbesondere durch die anstehenden Landtagswahlen und die Bundestagswahl, nur wenige Kliniken zum Verkauf. Diese wurden nach unserem Erachten zu überhöhten Kaufpreisen bewertet, sodass wir hieraus keine nachhaltige Wirtschaftlichkeit erkennen konnten. Vor diesem Markthintergrund war eine Verlängerung des befristeten Vertrages des Vorstandsmitgliedes Herrn Gardosch nicht sinnvoll.

5.3 Dienstleistungssegment

Das Segment Dienstleistungen ist innerhalb der Gruppe nicht nur ein wichtiger Baustein der Wachstumsstrategie, um die gesamte Wertschöpfungskette abzubilden, sondern auch unserer Qualitätsstrategie. Ihre Aktivitäten folgen dem Grundprinzip, durch die Versorgung der Kunden mit einem kompletten Angebot von Hoteldienstleistungen, die Einrichtungen zu entlasten. Damit wird den Mitarbeitern freier Raum für die Konzentration auf ihre Kernkompetenzen in den Bereichen Pflege, Rehabilitation und Betreuung geschaffen. Der Bereich Dienstleistungen ist im Konzern weiterhin wesentlicher Bestandteil der medizinischen Konzepte und stellt für die Kunden eine optimale Versorgung rund um die Hauswirtschaft sicher.

Nach wie vor haben wir uns auf die Weiterentwicklung, Überwachung und Einhaltung unserer im Branchenvergleich führenden Qualitätsstandards konzentriert. Unsere auf Transparenz und Informationsvernetzung basierende Unternehmensorganisation beinhaltet ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem, bestehend aus einer zentralen, einheitlich definierten Qualitätssteuerung im täglichen Geschäft, regelmäßigen Audits sowie einem konstruktiven Beschwerdemanagement. Darüber hinaus haben wir als erstes bundesweit tätiges Unternehmen einen konzernweiten Qualitätsbericht veröffentlicht.

Die Sicherung der definierten hohen Qualitätsstandards im Einkauf und in der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen sichert uns einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Die Servicegesellschaften Pro F&B, ProMint, ProWork und ProTec gewährleisten mit ihren auf die Qualitätsstandards der Konzernunternehmen der Marseille-Kliniken AG ausgerichteten Leistungen rund um unsere Angebote ein ausgezeichnetes Serviceangebot. Die Held Bau Consulting als unsere bisherige Projektsteuerungsgesellschaft wurde im letzten Berichtsjahr an die DL Holding GmbH, ein nahe stehendes Unternehmen, veräußert. Unsere strategische Ausrichtung, das Wachstum im Bereich der ambulanten Pflege im Betreuten Wohnen voranzubringen, hat uns zum Verkauf bewegt. Die im Konzern noch benötigten baulichen Unterstützungen werden insofern zukünftig extern eingekauft.

Mit ihrem Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen (Marseille-Akademie, eqs.-Institut) trägt die Marseille-Kliniken AG ihren hohen Qualitätsansprüchen an eine immer am neuesten wissenschaftlichen Stand orientierte Mitarbeiterqualifizierung auf höchstem Aus- und Weiterbildungsniveau Rechnung.

Die VDSE und die DaTess halten alle zentralen Steuerungs- und Überwachungsfunktionen sowie die integrierte IT-Vernetzung für die gesamte Unternehmensgruppe vor. Damit bilden sie die Basis für die jederzeitige Informations- und Entscheidungstransparenz im Konzern der Marseille-Kliniken AG.

Das Segment Dienstleistungen erzielt nahezu ausschließlich Umsatzerlöse mit Konzernunter nehmen. Im Berichtsjahr wurden externe Umsätze in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) erzielt. Das Ergebnis des Segmentes ist nicht wie im Vorjahr durch hohe Erträge aus Immobilienverkäufen von 5,6 Mio. € positiv beeinflusst worden. Darüber hinaus wurden Verträge der Servicegesellschaften mit den Einrichtungen und Rehabilitationskliniken zulasten des Segmentergebnisses angepasst. Weitere wesentlich belastende Effekte für das Ergebnis waren Wertberichtigungen auf Forderungen, ein Verlust aus SWAP-Geschäften, Kosten für die Akquisitionsbemühungen im Bereich Krankenhäuser und die Erhöhung der Steuerrückstellungen aufgrund der abgeschlossenen Betriebsprüfung für den Zeitraum 2001 bis 2004.

6 Vermögenslage des Konzerns

Die Vorjahreswerte mussten im Wesentlichen aufgrund der Aktivierung von Finance-Lease-Verträgen, der Ausbuchung von Vermögenswerten und Ausweisanpassungen geändert werden. Die Bilanzsumme hat sich dadurch insgesamt um 2,1 Mio. € erhöht. Zu weiteren Erläuterungen diesbezüglich wird auf die Angaben im Anhang unter 2.1.2 verwiesen. Die im Weiteren genannten Vorjahreswerte geben entsprechend die angepassten Werte wieder.

Im Geschäftsjahr sind 133 Gesellschaften konsolidiert worden. Die insolvente Fachklinik IA GmbH, Bad König, wurde entkonsolidiert. Dadurch ergab sich ein Entkonsolidierungserfolg von 0,5 Mio. €. Darüber hinaus gab es jedoch keine wesentlichen Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus Konsolidierungskreisänderungen.

Die langfristigen Vermögenswerte zum 30.06.2009 betragen 179,9 Mio. € und sind unverändert zum Vorjahr. Im Geschäftsjahr hat es keine Veräußerungen von Immobilien wie in den Vorjahren gegeben. Die immateriellen Vermögenswerte haben sich um 0,3 Mio. € und die sonstigen finanziellen Vermögenswerte um 0,3 Mio. € erhöht. Die Sachanlagen sind um 0,1 Mio. € gesunken. Ebenso sind die aktiven latenten Steueransprüche um 0,4 Mio. € geringer als im Vorjahr.

Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich auf 46,7 Mio. € und haben sich gegenüber dem Vorjahr um 14,7 Mio. € vermindert.

Die Vorräte sind gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mio. € höher. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 0,7 Mio. €.

Die sonstigen Forderungen sind um insgesamt 9,3 Mio. € niedriger als im Vorjahr. Die Gründe sind im Wesentlichen der Zahlungseingang in Höhe von 5,6 Mio. € von der IMMAC Holding AG, Hamburg, aus der vorjährigen Immobilientransaktion. Dazu kommen zusätzliche Wertberichtigungen von 2,2 Mio. € sowie um 0,4 Mio. € niedrigere Rechnungsabgrenzungsposten sowie die Verringerung von Fördermittelforderungen um 0,5 Mio. €. Das im Vorjahr Herrn Ulrich Marseille gewährte Darlehen von 4,5 Mio. €, das auf den Kaufpreis des ambulanten Pflegedienstes im Bereich des Betreuten Wohnens in Gera, welcher im Geschäftsjahr 08/09 erworben werden sollte, angerechnet wird, ist nicht ausgeglichen, da die Voraussetzungen für den Ankauf, nämlich dass die zu erwerbende Gesellschaft ein ausgeglichenes Ergebnis vorweist, nicht gegeben waren. Die Kaufpreisforderung aus dem Vorjahr in Höhe von 0,8 Mio. € aus dem Verkauf der Held Bau Consulting Projekt Steuerungsgesellschaft mbH wird wie vereinbart bis 31.12.2009 beglichen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich von 14,4 Mio. € auf 9,6 Mio. € reduziert.

Das bilanzielle Eigenkapital beträgt 25,2 Mio. € (Vorjahr: 42,5 Mio. €). Das Eigenkapital zuzüglich 84,2 % (Vorjahr: 84,2 %) der abgegrenzten Investitionszuwendungen beträgt 62,6 Mio. € nach 82,5 Mio. € im Vorjahr. Die Quote beträgt danach 27,6 % nach 34,2 % im Vorjahr.

Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals an der Bilanzsumme beträgt 52,4 % (Vorjahr: 51,8 %). Unter Berücksichtigung von 15,8 % (Vorjahr: 15,8 %) der abgegrenzten Investitionszuwendungen beträgt der Anteil 35,9 % (Vorjahr: 35,2 %).

Die langfristigen Verbindlichkeiten haben sich von 124,9 Mio. € auf 118,7 Mio. € vermindert. Die Gründe liegen in der Reduzierung der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, in der Verringerung der abgegrenzten Investitionszuwendungen sowie der Reduzierung der passiven latenten Steuern aufgrund der auf Einzelgesellschaftsebene stattgefundenen Auflösung von § 6b EStG Rücklagen in Höhe von insgesamt 3,9 Mio. €.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind um 8,9 Mio. € gestiegen und belaufen sich auf 82,7 Mio. € nach 73,8 Mio. € im Vorjahr. Dies resultiert aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 6,4 Mio. €, der kurzfristigen Finanzschulden um 2,9 Mio. €, der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um 1,8 Mio. € und der laufenden Steuerverbindlichkeiten um 0,1 Mio. €. Gegenläufig haben sich die Rückstellungen um 2,3 Mio. € verringert.

Insgesamt hat sich die Vermögenslage dahingehend verändert, dass sich durch die nachgeholte Aktivierung von Finance-Lease-Verträgen im Sachanlagevermögen die Bilanzsumme aktivisch um 5,1 Mio. € erhöht hat, wovon 3,4 Mio. € im Vorjahr berücksichtigt wurden. Entsprechend wurden Anpassungen auf der Passivseite in den lang- und kurzfristigen Finanzschulden vorgenommen. Auf der Aktivseite sind im Wesentlichen die sonstigen Forderungen und die Zahlungsmittel reduziert worden. Auf der Passivseite sind in erster Linie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die kurzfristigen Finanzschulden angestiegen. Das Eigenkapital hat sich durch den hohen Verlust entsprechend verringert.

7 Finanzlage des Konzerns

7.1 Finanzierung

Der Konzern deckt die erforderliche Finanzierung seiner Expansion in neue Einrichtungen entweder aus eigener Kraft oder arbeitet mit Immobilien-Investoren zusammen, von denen die neuen Einrichtungen langfristig angemietet werden. Darüber hinaus bestehen kurz- und langfristige Kreditlinien mit mehreren voneinander unabhängigen Finanzinstituten. Es bestehen Kontokorrentlinien des Konzerns in Höhe von 25,5 Mio. € (Vorjahr: 25,4 Mio. €). Diese sind zum Bilanzstichtag mit 23,3 Mio. € in Anspruch genommen. Darüber hinaus besteht eine Kreditlinie für Akquisitionen in Höhe von 4,5 Mio. €, die in voller Höhe in Anspruch genommen wurde.

Trotz des Fehlbetrages im Konzern von -13,5 Mio. € reduzierte sich das Netto-Geldvermögen mit -4,8 Mio. € deutlich weniger negativ. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht, da die Gesellschaft Zahlungsziele mit wesentlichen Lieferanten vereinheitlicht und ausgeweitet hat mit dem Ziel, die Finanzierungskosten weiter zu optimieren. Des Weiteren sind nach dem Verkauf der Held Bau Consulting Projekt Steuerungsgesellschaft mbH im Vorjahr die Verbindlichkeiten aus dem laufenden Lieferungs- und Leistungsverkehr mit dieser Gesellschaft in Höhe von 2,3 Mio. € nunmehr zusätzlich in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns zu berücksichtigen.

Von den durch vier Geschäftsbanken eingeräumten Kontokorrentlinien wird zum 31. Dezember 2009 eine Bank ihre Linie von 10,0 Mio. € auf 5,0 Mio. € reduzieren, sodass danach alle Banken mit gleichem Obligo vertreten sind.

Durch einen erwarteten positiven Cash-Flow im Geschäftsjahr 09/10 aufgrund positiver Belegungsentwicklung, rückläufiger Anlaufverluste, deutlicher Auswirkungen bereits eingeleiteter Kostensenkungen sowie durch den geplanten Teil- bzw. vollständigen Verkauf aller acht REHA-Kliniken und die Erschließung weiterer Finanzierungsquellen besteht genügend Potential um gegenzusteuern.

Die Nettofinanzschulden zum 30.06.2009 betragen 74,3 Mio. € nach 68,1 Mio. € im Vorjahr.

7.2 Cash-Flow

Die Vorjahres-Cash-Flow-Rechnung wurde angepasst. Wesentliche Effekte ergaben sich beim Cash-Flow aus investiver Tätigkeit mit positiver Wirkung und beim Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit mit negativer Wirkung. Der Hintergrund ist die korrekte Darstellung der im Vorjahr stattgefundenen Immobilien-Transaktionen sowie die Anpassung aufgrund der Aktivierung von Finance-Lease-Verträgen. Nähere Erläuterungen sind unter Punkt 2.2.2 „Bilanzberichtigung" im Anhang zu entnehmen.

Der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit liegt bei 7,3 Mio. €. Der Grund liegt in erster Linie in der Veränderung des Nettoumlaufvermögens.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit ist mit -0,4 Mio. € negativ, da es Investitionen bei den immateriellen Vermögenswerten, für Erweiterungsinvestitionen, Außenanlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattungen gab.

Der Cash-Flow aus dem Finanzierungsbereich beträgt aufgrund der Tilgung von Darlehensverbindlichkeiten, geleisteten Zinsen und Dividendenzahlungen -11,7 Mio. €.

Insgesamt ergibt sich ein Nettoabfluss in Höhe von 4,8 Mio. €.

8 Investitionen des Konzerns

Den größten Anteil am Investitionsvolumen der Marseille-Kliniken AG hatte der Bereich Pflege. Insgesamt beliefen sich die Investitionen im Bereich immaterielle Vermögenswerte (2,3 Mio. €) sowie Sachanlagen (10,1 Mio. €) auf 12,4 Mio. €. Die wesentlichen Zugänge im Anlagevermögen betreffen die Immobilien und im Bau befindlichen Anlagen Waldkirch, Eberswalde, Gengenbach und Koppenbergs-Hof (3,5 Mio. €). Bei den Abgängen handelte es sich in erster Linie um den Abgang des Areals in Willstätt-Sand (0,2 Mio. €) sowie von Betriebs- und Geschäftsausstattung (0,2 Mio. €).

9 Forschung und Entwicklung

Kein Unternehmen des Gesundheitswesens kann auf Dauer überleben, wenn es nicht mit der rasanten und anspruchsvollen medizinischen Entwicklung Schritt hält oder ihr gar vorangeht. Daher hat die Forschung für die Marseille-Kliniken AG eine große Bedeutung.

Mehr denn je ist heute eine medizinisch-wissenschaftliche Fundierung der Altenpflege notwendig. Sie ist vielerorts noch wenig verfeinert und Umsetzungen wissenschaftlicher Befunde in die Praxis sind noch die Ausnahme. Entsprechend wird sich hier eine gute wissenschaftliche und zugleich praxistaugliche Arbeit an den Hochschulen aufbauen müssen. Durch die Förderung herausragender Arbeiten möchte die Marseille-Kliniken AG hierzu einen Beitrag leisten.

Die Ergebnisse der Forschungen haben für das Unternehmen besondere Priorität für das Erstellen neuer Behandlungs- und Einrichtungskonzepte, die letztlich den Bewohnern und Patienten zugutekommen.

In diesem Zusammenhang wurde zum Beispiel auch die Entwicklung eines IT-gestützten Sicherheitskonzeptes für die Pflegeeinrichtungen umgesetzt. Mit einer speziellen Ausweiskarte ist es in ausgewählten Standorten insbesondere für Besucher möglich, außerhalb der üblichen Besuchszeiten Zugang zu ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu bekommen.

Mit der Marseille-Akademie hat die Marseille-Kliniken AG einen weiteren Meilenstein fixiert. Durch die Akademie ist die schnelle Umsetzung von neuen Erkenntnissen und Richtlinien gewährleistet. Dies bedeutet eine genaue Kommunikation, Schulung und Qualifizierung der Mitarbeiter. Somit optimiert die Marseille-Akademie gezielt das Informations- und Know-how-Management im Konzern und fördert eine einheitliche Ausbildungsqualität aller Mitarbeiter, um den aktuellen Anforderungen des Health-Care-Marktes Rechnung zu tragen.

Die komplette Integration unseres E-Learning-Systems stellt konzernweit sicher, dass die Mitarbeiter in ihrem Arbeitsumfeld Kurse absolvieren und unsere Qualitätsanforderungen in der Praxis umgesetzt werden.

10 Weitere allgemeine ergebnisrelevante Faktoren

10.1 Qualitäts- und Produktoffensive

Die Marseille-Kliniken AG hat mit ihrem branchenführenden Qualitätskonzept, mit ihrer Markenstrategie und ihrer Sortiments- und Produkterweiterung sowie -differenzierung einen einzigartigen Marketing- und Leistungsmix am deutschen Pflegemarkt geschaffen, der maßgeblich für die weitere dynamische und rentable Entwicklung des Marseille-Kliniken-Konzerns ist und die bisherige Zufriedenheit unserer Kunden und Geschäftspartner mit unseren Leistungen und unserer Verlässlichkeit weiter steigert. Wir haben zudem den ersten konzernweiten Qualitätsbericht veröffentlicht, der auf internen Prüfverfahren, die sich an den Prüfungsrichtlinien des MDK orientieren, sowie auf den Ergebnissen der Angehörigenbefragungen basiert. Die Thematisierung des Problems „Qualität" in der Altenpflege kommt uns zugute. Wir haben die Strukturen und Prozesse des Qualitätsmanagementsystems extern zertifizieren lassen. Drei Einrichtungen haben im Rahmen eines Pilotprojekts das KTQ-Pflege-Zertifikat erhalten, das für Kooperation, Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen steht. Im März dieses Jahres sind alle Pflegeeinrichtungen sowie die Konzernzentrale mit ihren Tochtergesellschaften auf dem Wege einer Verbundzertifizierung erfolgreich nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert worden, womit wir in Deutschland unter den bundesweit aktiven privaten Ketten ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen.

10.2 Kundengewinnung und -betreuung

Der permanente Ausbau unserer Vertriebsaktivitäten wird unterstützt durch gezielte öffentlichkeitswirksame und kundenbedarfsgerechte Multi-Channel-Ansprache. Die erfolgreiche Zusammenarbeit und Kooperation mit örtlichen Firmen und Dienstleistern sowie Behörden und nicht zuletzt das vorbildliche Engagement und die Professionalität unserer Mitarbeiter sind die Bausteine in der Kundengewinnung und -pflege.

Die zentrale Auswertung und Steuerung aller Vertriebsaktivitäten durch unser Customer Relationship Management (CRM) bilden für alle Handelnden im Unternehmen die Informationsbasis, sich ständig in Qualität und Leistung zu messen und zu verbessern.

10.3 Einkauf und Beschaffung

Unsere qualitätsorientierten Einkaufs- und Beschaffungsaktivitäten erreichen durch Bündelung von Einkaufsvolumina über den gesamten Konzern Beschaffungsvorteile, die direkt positive Ergebnisbeiträge liefern bzw. zum Teil allgemeine Preissteigerungen auffangen. Das gilt sowohl für den Einkauf von Verbrauchsmaterialien, Investitions-, Gebrauchs- und Verbrauchsgütern, als auch für Dienstleistungen, und zwar in den Bereichen Food und Beverage, Wäscheversorgung, Reinigung und Instandhaltung, Energie- und Facility-Management sowie Service- und Verwaltungsfunktionen. Dennoch sehen wir hier weitere Potentiale, die im Rahmen von Kosteneinsparungen generiert werden können.

Die Auswahl der Lieferanten erfolgt nach strengen qualitäts- und kaufmännischen Maßstäben, wobei die Leistungen durch Konzernunternehmen selbst erbracht werden oder durch geeignete Geschäftspartner beigesteuert werden.

11 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Zum 30.06.2009 beschäftigte der Konzern 5.553 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.295). Das Wissen und die Identifikation unserer Mitarbeiter mit dem Unternehmen sind wesentliche Grundlagen unseres Erfolges.

Die Marseille-Akademie offeriert heute allen Mitarbeitern die Möglichkeit, an Schulungen und Trainingseinheiten über ein Blended-Learning-Konzept teilzunehmen. Systemseitig wird unser E-Learning-Tool bei der Administration und Durchführung der gesamten Weiterbildungsmaßnahmen mit der SAP Learning Solution unterstützt. Im Vordergrund steht hierbei, die Begeisterung und Motivation der Mitarbeiter zu wecken. Jeder Mitarbeiter kann entweder über speziell eingerichtete E-Learning-Räume in den Einrichtungen oder am PC des eigenen Arbeitsplatzes die angebotenen Trainings buchen. Mittels abschließender Tests wird der Schulungserfolg validiert und bei herausragenden Leistungen auch honoriert.

Das Konzept bietet den Mitarbeitern ständig den Anreiz, sich selbst zum Wohle des Unternehmens weiterzubilden. Dem Unternehmen gewährleistet es ein hochwertiges Potenzial an Mitarbeitern und eine nachhaltige Absicherung der Qualität in den Einrichtungen und unserer unternehmerischen Prozesse. Wir fördern die kontinuierliche Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Mitarbeiter. Unsere Vergütungen sind überdurchschnittlich und wir bieten daneben zusätzliche Leistungsanreizsysteme.

Die Marseille-Kliniken AG hat mit der Allianz Pensionskasse AG ein Versorgungswerk gegründet und somit eine Pensionskasse für die Mitarbeiter ins Leben gerufen. In diese Pensionskasse zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber den gleichen Anteil ein. Im Pensionsfall ermöglicht die Kasse eine bis zu 30-prozentige Erhöhung der gesetzlichen Rentenansprüche. Hiermit bietet die Marseille-Kliniken AG ihren Arbeitnehmern eine krisensichere hocheffektive Ergänzung zu den staatlichen Rentenansprüchen. Dieses Modell zeigt unser Interesse an einer langfristigen Bindung unserer Mitarbeiter, die für uns als Dienstleister der entscheidende Erfolgsfaktor sind.

12 Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG

Die Marseille-Kliniken AG mit Sitz in Berlin ist die börsennotierte Muttergesellschaft in der Marseille-Kliniken-Gruppe. Der Vorstand der Marseille-Kliniken AG leitet zugleich den Marseille-Kliniken-Konzern.

Der Jahresabschluss der Marseille-Kliniken AG wird nach deutschen handelsrechtlichen (HGB) und aktienrechtlichen (AktG) Vorschriften aufgestellt und ist maßgeblich für die Dividende.

Die Umsatzerlöse der Marseille-Kliniken AG lagen mit 16,9 Mio. € um 0,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau von 17,5 Mio. €. Diese stammen wie im Vorjahr aus den Pflegeeinrichtungen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken von 31,0 Mio. € auf 24,9 Mio. €. Im Vorjahr waren in Höhe von 5,6 Mio. € Erträge aus der Übertragung von Vorkaufsrechten für sechs Immobilien enthalten. Darüber hinaus sind im Vorjahr aus Auflösungen von gebildeten Sonderposten mit Rücklageanteil (§ 6b EStG) 4,0 Mio. € ertragswirksam erfasst worden. Im Berichtsjahr wurden 1,6 Mio. € ertragswirksam aufgelöst.

Der Materialaufwand stieg wie schon im Vorjahr um 0,6 Mio. € auf jetzt 5,5 Mio. € (Vorjahr: 4,9 Mio. €). Der Hintergrund ist ein abgeschlossenes Heizöl-Hedge-Geschäft, aus dem sich ein Verlust von 0,7 Mio. € ergab.

Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Mio. € auf 9,5 Mio. € (Vorjahr: 9,8 Mio. €) gesunken.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sind gegenüber dem Vorjahr von 0,6 Mio. € auf 0,8 Mio. € gestiegen. Der Grund ist die Aktivierung in Höhe von 1,2 Mio. € eines immateriellen Vermögensgegenstandes für ein Konzept zur Errichtung eines spezialisierten Inkontinenz-Zentrums, welcher über drei Jahre abgeschrieben wird.

Abschreibungen auf Vermögenswerte des Umlaufvermögens sind in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) angefallen. Darin enthalten waren Wertberichtigungen in Höhe von 1,0 Mio. € auf die Forderungen gegen die Trump Organisation, New York, auf Forderungen gegen die St. Nikolaus Hospital Büren GmbH und gegen die Allgemeine soziale Dienstleistungen GmbH von zusammen 0,5 Mio. € und auf Forderungen gegen die WCM AG in Höhe von 0,6 Mio. €. Im Vorjahr wurden Abschreibungen in erster Linie auf Forderungen gegen die AMARITA Hamburg-Mitte PLUS GmbH sowie gegen die Senioren-Wohnpark Montabaur GmbH vorgenommen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von 32,2 Mio. € im Vorjahr auf 33,5 Mio. € erhöht. Die Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen sowie Grundsteuern sind um 0,9 Mio. € gestiegen. Die Rechts- und Beratungskosten haben sich um 0,4 Mio. € und die Fremdpersonalaufwendungen um 0,5 Mio. € erhöht. Die übrigen Aufwendungen haben sich in Summe reduziert.

Das Finanzergebnis von 10,3 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. €) ergibt sich neben den Beteiligungserträgen von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) zum einen aus dem Nettoergebnis von 10,4 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) aus den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen und den Aufwendungen aus Verlustübernahmen und zum anderen aus dem Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen von -0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Bei den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen ist zu bemerken, dass darin auch die Auflösung von für steuerliche Zwecke in den Vorjahren gebildeten Sonderposten mit Rücklageanteil (§ 6b EStG) in Höhe von 1,5 Mio. € aus der Algos Fachklinik Bad Klosterlausnitz GmbH enthalten ist. Im Vorjahr waren Erträge aus solchen Auflösungen von 5,5 Mio. € bezüglich der Senioren-Wohnpark Hennigsdorf GmbH und der Senioren-Wohnpark Bad Langensalza GmbH enthalten. Des Weiteren ist das Finanzergebnis im Berichtsjahr durch Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von 0,4 Mio. € belastet. Dahinter steht die Abwertung der eigenen Aktien zum Stichtag. Im Vorjahr wurden auf Finanzanlagen insgesamt in Höhe von 8,5 Mio. € Abschreibungen vorgenommen. Der wesentliche Grund lag in der notwendigen Abschreibung der Beteiligung an der Karlsruher-Sanatorium-AG um 7,1 Mio. €. Eine weitere Abwertung mit 0,6 Mio.€ wurde im Vorjahr auf die Beteiligung an der VDSE GmbH vorgenommen. Die Beteiligung an der Senioren-Wohnpark Aschersleben GmbH musste im Vorjahr ebenfalls um 0,3 Mio.€ nach unten korrigiert werden.

Im Einzelabschluss ergibt sich ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 0,3 Mio. € (Vorjahr: 5,6 Mio. €). Wie im Vorjahr resultierte das positive Ergebnis nicht zuletzt aus der Auflösung von gebildeten Sonderposten mit Rücklageanteil (§ 6b EStG) in Höhe von insgesamt 3,1 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €).

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag und den sonstigen Steuern sind im Berichtsjahr periodenfremde Beträge in Höhe von 1,3 Mio. € enthalten, die aufgrund der Betriebsprüfung zurückgestellt wurden.

Der Jahresfehlbetrag der AG beträgt -2,1 Mio. € (Vorjahr: Jahresüberschuss 3,9 Mio. €).

Es ist vorgesehen, keine Dividende auszuschütten (Vorjahr: 0,25 €) und den Bilanzgewinn der Marseille-Kliniken AG auf neue Rechnung vorzutragen.

Das Anlagevermögen der Marseille-Kliniken AG hat sich nicht wesentlich verändert. Erwähnenswert ist hier der Zugang bei den immateriellen Vermögenswerten durch die Aktivierung des Konzeptes zur Errichtung eines spezialisierten Inkontinenz-Zentrums in Höhe von 1,2 Mio. €, welches über drei Jahre abgeschrieben wird. Das gesamte Anlagevermögen beträgt 97,7 Mio. € (Vorjahr: 96,1 Mio. €).

In den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten sind Ansprüche von 77,3 Mio. € (Vorjahr: 85,6 Mio. €) gegen verbundene Unternehmen enthalten. Auf Forderungen gegen die Allgemeine soziale Dienstleistungen GmbH und St. Nikolaus Hospital Büren GmbH wurden Abschreibungen von zusammen 0,5 Mio. € vorgenommen. Die sonstigen Vermögenswerte betragen 13,0 Mio. € (Vorjahr: 19,4 Mio. €). In den sonstigen Vermögenswerten war im Vorjahr die Forderung aus der Übertragung von Vorkaufsrechten in Höhe von 5,6 Mio. €, die im August 2008 beglichen wurde, enthalten. Zum Stichtag 30.06.2009 sind noch 4,5 Mio. € enthalten, die Herrn Ulrich Marseille im Vorjahr als Darlehen gewährt wurden und die auf den Kaufpreis des ambulanten Pflegedienstes im Bereich des Betreuten Wohnens in Gera angerechnet werden sollen. Der Kauf ist jedoch im Geschäftsjahr 08/09 noch nicht vollzogen worden. Zudem ist die Kaufpreisforderung gegen die DL-Holding GmbH, ein nahe stehendes Unternehmen, in Höhe von 0,8 Mio. € aus dem Verkauf der Held Bau Consulting Projekt Steuerungsgesellschaft mbH offen. Der Ausgleich soll vereinbarungsgemäß bis zum 31.12.2009 erfolgen. Darüber hinaus bestehen Forderungen gegen das Finanzamt in Höhe von 1,5 Mio. €. Die Forderung gegen die Trump Organisation hat sich abschreibungsbedingt um 1,0 Mio. € auf nur noch 0,5 Mio. € reduziert.

Die flüssigen Mittel haben sich zum Stichtag um 0,8 Mio. € auf 3,2 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €) verringert. Die negative Nettoliquidität, d.h. die flüssigen Mittel abzüglich der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, hat sich gegenüber dem Vorjahr von -42,9 Mio. € auf -43,6 Mio. € erhöht.

Die Rückstellungen aus Pensionsverpflichtungen betragen wie im Vorjahr 0,5 Mio. €. Die übrigen Rückstellungen setzen sich aus Steuern mit 7,9 Mio. € (Vorjahr: 6,5 Mio. €) und sonstigen Rückstellungen mit 2,8 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) zusammen. Die Steuerrückstellung enthält in Höhe von 2,9 Mio. € eine Rückstellung aufgrund einer Betriebsprüfung für die Jahre 2001 bis 2004. Bei den sonstigen Rückstellungen wurde ein Betrag von 0,7 Mio. € ertragswirksam aufgelöst, weil die Gründe für die Risiken, die mit dieser Rückstellung abgedeckt wurden, nicht mehr bestehen.

In den Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 46,8 Mio. € (Vorjahr: 46,9 Mio. €) enthalten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind 1,6 Mio. € höher als im Vorjahr und betragen 2,2 Mio. €. Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen mit 77,6 Mio. € (Vorjahr: 86,9 Mio. €) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Das Gesamtvermögen beläuft sich auf 192,6 Mio. € (Vorjahr: 206,5 Mio. €) und ist zu 73,4 % (Vorjahr: 71,9 %) durch Fremdkapital finanziert. Das Fremdkapital besteht im Wesentlichen aus Rückstellungen mit 11,1 Mio. € (Vorjahr: 11,0 Mio. €) und Verbindlichkeiten mit 129,7 Mio. € (Vorjahr: 137,0 Mio. €).

Als Risiken des Marseille-Kliniken AG-Einzelabschlusses seien hier erwähnt, dass der verbleibende Buchwert der Beteiligung an der Karlsruher-Sanatorium-AG (KASANAG) von 33,0 Mio. € davon abhängig ist, inwieweit die zugrunde liegenden Planungen der Tochtergesellschaften der KASANAG erreicht werden (respektive bei einer möglichen Veräußerung der Tochtergesellschaften der Kaufpreis den Wertansatz rechtfertigt) und die für die Stillstandsobjekte der KASANAG erstellten Milestoneplanungen umgesetzt werden können. Wir verweisen insofern auch auf unsere Ausführungen in Abschnitt „13.7 Strategische Risiken und Risikosituation des Konzerns".

Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag 30. Juni 2009 Forderungen gegen verbundene Unternehmen von 77,3 Mio. € sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 77,6 Mio. € aus. Hiervon bestehen Forderungen in Höhe von 43,6 Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 48,7 Mio. € gegen Unternehmen, mit denen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge abgeschlossen worden sind. Für die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, insbesondere gegen die AMARITA Hamburg-Mitte PLUS GmbH (TEUR 10.262), gegen die VDSE - Verwaltungsdienstleister sozialer Einrichtungen GmbH, mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht (TEUR 5.248), gegen die Fachklinik Blankenburg GmbH, mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht (TEUR 4.651), gegen die Senioren-Wohnpark Montabaur GmbH (TEUR 4.192), gegen die Türk Bakim Evi Pflegeeinrichtung Berlin-Kreuzberg gGmbH (TEUR 3.796), gegen die Marseille-Akademie GmbH, mit der ein Ergebnisabführungsvertrag besteht (TEUR 3.581), gegen die Betrium 49 Vermögensverwaltungs GmbH (TEUR 2.452), gegen die Allgemeine soziale Dienstleistungen gGmbH (TEUR 1.951) und gegen die St. Nikolaus Hospital Büren GmbH (TEUR 948), gilt, dass diese nur werthaltig bleiben, wenn die Planungen für diese Gesellschaften realisiert werden können.

In dem Rechtsstreit in Sachen Trump halten wir die Erfolgsaussichten nach wie vor für gegeben und haben von einer kompletten Wertberichtigung der Forderung abgesehen.

13 Risikobericht des Konzerns

13.1 Risikomanagementsystem

Im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit ist die Marseille-Kliniken AG unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit ihrem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die grundlegende Risikobegrenzung geschieht in der Weise, dass wir nur Risiken eingehen, die mit anerkannten Methoden und Maßnahmen innerhalb unserer Organisation handhabbar sind.

Unser zentrales Risikomanagementsystem ist in unserem Organisationshandbuch verankert, und die relevanten Risiken sind in einer Risk-Map zusammengetragen, welche turnusmäßig aktualisiert werden, sodass der Vorstand regelmäßig über den Stand und die Entwicklung vorhandener Risiken informiert wird. Zudem gewährleistet das zentrale Management und das Controlling die rechtzeitige Verfügbarkeit und Auswertung entscheidungsrelevanter Informationen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns der Marseille-Kliniken AG. Ein detailliertes, mehrstufiges IT-gestütztes Planungs- und Kontrollsystem beinhaltet, dass einheitliche risikopolitische Grundsätze implementiert, realisiert und eingehalten werden. Das integrierte, konzernweite Reportingsystem stellt sicher, dass sämtliche risikorelevanten Daten und Sachverhalte den Entscheidungsträger jederzeit sachgerecht und zeitnah informieren. Es zeigt jederzeit den Grad der Zielerreichung an und fungiert als Frühwarnindikator für Veränderungen im Hinblick auf Umsatz, Kosten, Qualität und Wettbewerb am Markt.

Eigene Fachabteilungen haben zudem den Schwerpunkt, sich mit rechtlich relevanten Regelungen zu beschäftigen.

Das Risikomanagement ist somit ein integraler Bestandteil in der Unternehmensführung und ist in sämtliche Geschäftsprozesse eingebunden.

13.2 Umfeld- und Branchenrisiken

Das wirtschaftliche Umfeld wird unverändert durch eine fortschreitende Dynamisierung des Wettbewerbs und Konsolidierung des Marktes, steigende Qualitätsanforderungen der Bewohner und Patienten sowie des Gesetzgebers geprägt, wodurch das Auslastungsrisiko steigt. Hinzu kommt der Ruf nach einem Qualitätssiegel der Einrichtungen.

Das gesetzlich vorgeschriebene Vorhalten qualifizierter Mitarbeiter in den Einrichtungen kann zu einer zusätzlichen Erhöhung der Lohnkosten führen, da qualifiziertes Personal immer mehr zum Engpassfaktor wird. Personalmaßnahmen zwecks Bindung der qualitativ hochwertigen Mitarbeiter an unser Unternehmen werden von uns forciert. Wir pflegen die kontinuierliche Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Mitarbeiter auch zur Umsetzung unserer Spezialkonzepte. Unsere Vergütungen sind überdurchschnittlich und wir bieten daneben zusätzliche Leistungsanreizsysteme.

Das Thema Mindestlohn wird auch unseren Konzern berühren. Wir halten Mindestlöhne für sinnvoll. Die damit einhergehende Mehrbelastung bewegt sich für unseren Konzern in einem überschaubaren Rahmen.

13.3 Leistungswirtschaftliche Risiken

Risiken im Rahmen der Pflege-, Behandlungs- und Betreuungsqualität wird durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Schulung der Mitarbeiter auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden begegnet.

Darüber hinaus hat die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung modernster EDV-gestützter Systeme hohe Priorität.

Die Durchführung von Angehörigenbefragungen und Prüfungen unseres Bereiches Zentrales Qualitätsmanagement in den Einrichtungen erlauben uns eine Beurteilung der erbrachten bzw. wahrgenommenen Qualität. Wir haben den ersten konzernweiten Qualitätsbericht eines bundesweit tätigen Unternehmens der Pflegebranche veröffentlicht, welcher auf internen Prüfverfahren, die sich an den Prüfungsrichtlinien des MDK orientieren, sowie auf den Ergebnissen der Angehörigenbefragungen basiert. Darüber hinaus haben wir die Strukturen und Prozesse des Qualitätsmanagementsystems extern zertifizieren lassen. Drei Einrichtungen haben im Rahmen eines Pilotprojekts das KTQ-Pflege-Zertifikat erhalten, das für Kooperation, Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen steht. Im März dieses Jahres sind alle Pflegeeinrichtungen sowie die Konzernzentrale mit ihren Tochtergesellschaften auf dem Wege einer Verbundzertifizierung erfolgreich nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert worden.

Die Einführung eines konzerninternen Beschwerdemanagementsystems und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Heimbeiräten der einzelnen Standorte sowie dem Konzernheimbeirat bewirken einen permanenten Verbesserungsprozess durch Aufnahme von Kundenwünschen.

Um unsere Qualitätsanforderungen in der Praxis auch umzusetzen, werden unsere Mitarbeiter in den Einrichtungen permanent geschult. Dies unterstützen und fördern wir durch das konzernweit eingeführte e-Learning unserer Marseille-Akademie.

13.4 Finanzwirtschaftliche Risiken

Die Sicherung der Liquidität der Gruppe stellt für uns einen wesentlichen Schwerpunkt dar. Durch unsere permanente Liquiditätsüberwachung und rollierende Liquiditätsplanung sind wir in der Lage, risikobehaftete Entscheidungen richtig einschätzen zu können und somit unvorhergesehenen Kapitalbedarf weitestgehend zu vermeiden.

Liquiditäts-, Rohstoff (Öl- und Zinsrisiken unterliegen bei uns einem aktiven Treasury Management und werden zentral gesteuert und gesichert. Zu Einzelheiten der Risikomanagementziele und -methoden wird auch auf die Angaben im Anhang verwiesen.

Die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten können zu Einschränkungen der Kreditgewährung von Banken und anderen Finanzinstituten führen. Aktuell sehen wir noch immer eine Finanzierungstätigkeit der Banken und institutionellen Anleger im Pflegemarkt. Perspektivisch stellen wir uns auf eine Kreditverknappung ein, da der Druck auf das Eigenkapital der Banken wächst. Wir begegnen diesem Risiko aktiv durch intensive Gespräche mit unseren Finanzpartnern und der Identifikation möglicher Sicherungsinstrumente oder auch Veräußerungen von Vermögenswerten, ohne das operative Geschäft negativ zu beeinflussen.

Nach unserer heutigen Gesamtrisikoeinschätzung sind für den Marseille-Kliniken-Konzern durch die vom Vorstand aufgelegten Kostensenkungsprogramme sowie die eingeleiteten Maßnahmen zur Verlustreduzierung der Expansionseinrichtungen keine Risiken vorhanden, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Mit einem Verkauf von Rehabilitationskliniken stünde eine deutliche Verbesserung der Finanzlage bevor.

Die Gesellschaft erwartet im Geschäftsjahr 2009/2010 einen deutlich positiven Cash-Flow nach Tilgungen und Steuern. Hieraus können geplante Investitionen bedient werden. Bei Verkauf von einzelnen bzw. allen vorhandenen Rehabilitationskliniken und der Erschließung weiterer Finanzierungsquellen sind wesentliche Risiken bei Erreichung unserer Planannahmen derzeit nicht erkennbar.

13.5 Rechtliche Risiken

Risiken aus Änderungen der Gesetzgebung in den sozialen Sicherungssystemen können für die Marseille-Kliniken AG eher als geringfügig eingestuft werden. Es werden zwar immer wieder neue Anläufe unternommen, durch gesetzliche Regelungen das Gesundheits- und Pflegesystem finanziell zu stabilisieren, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen von Gesetzesänderungen werden auch am Beispiel der verabschiedeten Gesundheitsreform aufgrund der politischen Rahmenbedingungen als sehr begrenzt angenommen. Die Förderalismusreform führt zur Differenzierung des Heimrechtes durch die einzelnen Bundesländer, wodurch die Komplexität erhöht wird.

Die Einführung der Pflegeversicherung wurde seinerzeit von allen gesellschaftlichen Gruppen als positiv angesehen. Die Mitte 2008 erfolgte Pflegeversicherungsreform ist bei Experten umstritten, wird allerdings auch nicht zu einer Beeinträchtigung der für Marseille-Kliniken AG komfortablen Risikoeinschätzung führen.

Sollte der Gesetzgeber zukünftig bundesweite Rahmenbedingungen ändern, sind wir davon überzeugt, aufgrund unserer Ausrichtung auf den Kunden und die Wirtschaftlichkeit wie bisher unsere führende Position im Wettbewerb zu halten.

Zur Abdeckung von Risiken werden die Entscheidungen und die Gestaltung der Geschäftsprozesse generell auf eine umfassende rechtliche und steuerliche Beratung gestützt.

Einzelne Gesellschaften des Marseille-Kliniken-Konzerns führen Aktiv- und Passivprozesse. Zum ganz überwiegenden Teil werden die Erfolgsaussichten als gut eingeschätzt. In der Sache Fachklinik IA GmbH, Bad König, sind zahlreiche Rechtsstreitigkeiten anhängig, die beim Landgericht Darmstadt zusammengeführt wurden. Dabei geht es um die Betriebspflicht, obwohl gutachterlich nachgewiesen wurde, dass sich dies wirtschaftlich nicht realisieren lässt. Daraufhin wurde dem Vermieter ein Alternativkonzept vorgelegt, welches dieser ablehnte. Der Mietvertrag wurde folgerichtig zum 30.06.2008 außerordentlich gekündigt. Am 13.10.2008 stellte die Fachklinik IA GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Insolvenzantrag. Hinsichtlich des Pachtverhältnisses machte der Insolvenzverwalter von seinem Sonderkündigungsrecht zum 31.05.2009 Gebrauch. Die KASANAG hat im Geschäftsjahr 2008/2009 auf der Grundlage eines nicht rechtskräftigen Vorbehaltsurteils eine monatliche Pauschalpacht jeweils gegen Bankbürgschaft der Gläubigerin gezahlt. Aufgrund der verschiedenen Kündigungszeitpunkte und der ungeklärten Haftungsfrage der KASANAG ist davon auszugehen, dass es im letzten Quartal 2009 zu einem Vergleich kommen wird. In Anbetracht der Tatsache, dass Pachtzahlungen bereits geleistet wurden und aktuell weiter gezahlt werden, wurde eine Rückstellung gebildet, die von uns zur Abdeckung von Risiken für ausreichend erachtet wird. In dem Rechtsstreit in Sachen Trump sahen wir es aus kaufmännischer Vorsicht für vernünftig an, einen Betrag von 1,0 Mio. € wertzuberichtigen, obwohl in der Sache das ganze am Verwaltungsgericht in Berlin anhängige Verfahren bis dato keinen Fortgang gegenüber dem Vorjahr genommen hat. Wir sehen nach wie vor Erfolgsaussichten.

Die abgeschlossene steuerliche Betriebsprüfung für die Jahre 2001 bis 2004 führt für den Konzern zu einer voraussichtlichen Nachzahlung von ca. 2,9 Mio. €, welche wir mit einer entsprechenden Rückstellung zum 30.06.2009 berücksichtigt haben. Sofern uns bekannte Nachzahlungen für die Folgejahre bekannt sind, wurden diese in der Rückstellung mit berücksichtigt.

Eine Inanspruchnahme aus gegebenen Patronatserklärungen wird als gering eingeschätzt.

13.6 Sonstige Risiken

Ressourcenschonung ist für die Marseille-Kliniken AG selbstverständlich. Die Energieträger Wasser, Strom, Gas und Öl werden strikt verbrauchsorientiert eingesetzt. In den Wäschereien werden Spezialmaschinen und umweltschonende Waschmittel eingesetzt. Die Spülmaschinentaktung ist bedarfsoptimiert und minimiert den Einsatz von Geschirrspülmitteln. Mehrheitlich wird das Mehrwegverpackungssystem eingesetzt.

Strikte Mülltrennung und energiesparende Techniken sowie eine Verwendung gesundheitsschonender Baumaterialien sind weitere Signale einer ökologischen Perspektive.

Bei weiteren Preissteigerungen, beispielsweise im Energiesektor, sehen wir die Marseille-Kliniken AG gut aufgestellt, um sich erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten.

13.7 Strategische Risiken und Risikosituation des Konzerns

Als erstes Unternehmen in der stationären Pflege unterzieht sich die Marseille-Kliniken AG einer Rating-Einstufung durch die internationale Ratingagentur Standard & Poor's (S&P).

Die Marseille-Kliniken AG ist zuletzt im März 2009 mit dem S&P-Rating „B+" bewertet worden.

Die acht Rehabilitationskliniken weisen im Berichtsjahr insgesamt ein positives Ergebnis auf. Demnach ist der turn around abgeschlossen. Das bilanzierte Immobilienvermögen der acht Rehabilitationskliniken betrug zum 30.06.09 noch 8,1 Mio. €, welches sich aus den aktiven Rehabilitationskliniken in Zell und Bad Herrenalb zusammensetzt. Diese Werte sind als werthaltig anzusehen.

Die aktuelle Auslastung in den aktiven Rehabilitationskliniken zu Beginn des Geschäftsjahres 09/10 bewegte sich bei über 92%, sodass die geplante Auslastung für das kommende Wirtschaftsjahr als realistisch erscheint. Aufgrund der bei allen Kliniken eingetretenen Verbesserung der Entwicklung im Geschäftsjahr 08/09 und der vorliegenden Planungen für die nächsten Jahre stellen wir die Werthaltigkeit des Geschäftsbereiches nicht infrage.

An den drei Reha-Stillstandsstandorten Reinerzau, Bad Oeynhausen und Blankenburg mit einem Buchwert von insgesamt 12,1 Mio. € ist vorgesehen, diese in ein Therapiezentrum, eine Pflegeklinik und in Blankenburg in ein MVZ, ambulante Reha sowie betreutes Wohnen umzugestalten. Die entsprechenden Konzepte mit Milestoneplanung liegen vor. Sofern sich die aus den Markt- und Bedarfsanalysen ergebenden Erkenntnisse nicht erheblich ändern, sehen wir in der Umsetzung keine erheblichen Risiken. Allein bei dem Stillstand in Blankenburg mussten Wertabschläge von 0,4 Mio. € vorgenommen werden. Die Werthaltigkeit des Grund und Bodens und der Immobilien zum 30.06.2009 wurde durch entsprechende Planungsannahmen und Impairmenttests geprüft. Im Vorjahr wurde noch ein externes Gutachten bestätigend eingeholt. Die Stillstandsimmobilie in Waldkirch am Kandel (Buchwert 3,5 Mio. €) wird in eine Pflegeklinik umgewandelt. Die Eröffnung mit den ersten Etagen hat im September 2009 stattgefunden. Die Discounted Cash-Flow-Ermittlung im Zusammenhang mit dem Impairmenttest wurde unter Anwendung eines Diskontierungszinssatzes (WACC) in Höhe von 6,43 % ermittelt. Die Werthaltigkeit der in der Rehabilitation gebundenen Vermögenswerte hängt vom Eintritt der bei der Bewertung zugrunde gelegten Planannahmen ab.

Für die Onkologische Fachklinik IA GmbH in Bad König verweisen wir auf die Ausführungen zu den rechtlichen Risiken. Für die anhängigen Klagen zu dieser Gesamtthematik wurden aus unserer Sicht ausreichende Rückstellungen gebildet.

Einem möglichen Belegungsrückgang in unseren Pflegeeinrichtungen begegnen wir durch weiter zunehmende Qualifizierung des Personals und die Weiterentwicklung unserer hohen Qualität in der Pflege selbst. Zudem haben wir den Spezialisierungsgrad auf altersbedingte Krankheitsbilder in unseren Einrichtungen weiter ausgebaut, um so der Nachfragesituation und damit den Belegungen in unseren Häusern zu entsprechen. Eine über alle Bestandshäuser durchgängig sehr hohe Auslastung bleibt dabei immer unser Ziel. Allerdings haben wir immer ein Risiko dahingehend, dass es an einigen Standorten zu temporär niedriger Belegung kommen kann.

Unser Standort in Hamburg Angerstraße hat trotz Kooperation mit dem Marienkrankenhaus, den eingeführten Spezialisierungen im Bereich der Behandlung demenziell Erkrankter sowie der Wachkomapatienten und unseren verstärkten Marketingaktivitäten noch nicht das gewünschte Ergebnis erreicht. Zwar ist die Auslastung von 62,1 % im Vorjahresdurchschnitt auf 70,5 % im Berichtsjahr gestiegen, doch sind weitere Anstrengungen notwendig, um die Kostensituation zu verbessern und die geplanten Umsätze zu erreichen, sodass wir im Geschäftsjahr 2009/2010 den turn around erwarten. Insbesondere der Abbau von teuren Fremdpersonalmitarbeitern, bedingt durch die Hamburger Arbeitsmarktlage, sowie der Abschluss von höheren Pflegesatzvereinbarungen für die Spezialindikationen und die erhöhte Durchsetzung von Zusatzleistungen stehen hierbei im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Die Einrichtung Türk Bakim Evi in Berlin hat ebenfalls ihre Belegung gegenüber dem Vorjahr von 21,0 % auf 34,3 % verbessert. Allerdings bestehen weiter Akzeptanzschwierigkeiten, und wir arbeiten daher an Konzepten, um auch dieses Haus in die break even-Situation zu führen. Hierzu zählt insbesondere die mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres vollzogene Einführung von Wohngruppen-Modellen, von denen wir erwarten, dass die Integration von nichtpflegebedürftigen Familienmitgliedern in den normalen Tagesablauf die Akzeptanz unserer Einrichtung deutlich erhöhen sollte.

Nach unseren Erfahrungen kann die Expansion das Risiko mit sich bringen, dass wir im geplanten Tempo die prognostizierten Belegungen nicht erzielen, womit sich der break even-Zeitpunkt der jeweiligen Einrichtung verschiebt und das Jahr der Eröffnung dann stärker mit Verlusten belastet wird als ursprünglich geplant. Als Beispiel sei hier unsere Standorteröffnung im Geschäftsjahr 2008/2009 in Meerbusch genannt, die nicht ganz in der geplanten Geschwindigkeit bis zum 30.06.2009 belegt werden konnte. Im August 2009 allerdings ist der Standort nahe des break even.

Im Hinblick auf die Profitabilität des Gesamtkonzerns ist neben dem Bereich der Expansionen auch die Kostenstruktur zunehmend von Bedeutung. Eine überdurchschnittlich gute Performance im Pflegebereich bestimmt zwar weiterhin den Zielschwerpunkt, jedoch hat das abgelaufene Wirtschaftsjahr gezeigt, dass ein noch strafferes Kostenmanagement notwendig ist, um vorgenannte Umsatzrisiken aufzufangen, damit ein weiteres Wachstum des Konzerns profitabel ausgerichtet wird.

14 Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2008/2009 sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die das im vorliegenden Konzernabschluss vermittelte Bild der Lage des Konzerns beeinflussen und somit wesentliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Marseille-Kliniken AG oder des Konzerns haben können.

Die Entwicklungen in den Monaten Juli und August 2009 bestätigen unsere Erwartungen, dass durch die positive Belegungsentwicklung in den Bestands- und Expansionseinrichtungen, die stabile Belegung in der Rehabilitation und die Realisierung der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen sich eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahreszeitraum zeigt. Wir gehen von einer Verstetigung dieser positiven Entwicklung für das laufende Geschäftsjahr 2009/2010 aus.

15 Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2008/2009, in dem die Grundsätze für die Festlegung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat erläutert sind, ist im Anhang zu diesem Jahresabschluss abgedruckt.

16 Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat entsprechend § 312 AktG für das Geschäftsjahr 2008/2009 einen Bericht über Beziehungen zu allen verbundenen Unternehmen aufgestellt. Der Bericht wurde gemäß § 313 AktG dem Abschlussprüfer zur Prüfung vorgelegt. Der Bericht endet mit folgender Erklärung des Vorstandes:

„Der Vorstand der Marseille-Kliniken AG erklärt, dass die Marseille-Kliniken AG, Berlin, bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die ihm im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist".

Die Abschlussprüfer haben gegen den Bericht keine Einwendungen erhoben.

17 Angabepflichten gemäß § 315 Abs. 4 HGB

17.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Auf der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 wurde die Neustückelung des Grundkapitals, der Aktiensplit von ursprünglich 12.150.000 Stückaktien auf nunmehr 24.300.000 Stückaktien und die Änderung der Satzung beschlossen, die in § 4 Ziffer 1 neu gefasst wurde. Die Satzungsänderung wurde am 5. Februar 2009 im Handelsregister eingetragen. Der börsentechnische Vollzug des Aktiensplits ist bisher noch nicht erfolgt.

Zum 30. Juni 2009 betrug das gezeichnete Kapital der Marseille-Kliniken AG 31.100.000,00 €, eingeteilt in 24.300.000 Stückaktien, die auf den Inhaber lauten. Die Aktien sind voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

17.2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Die Aktien der Marseille-Kliniken AG sind nicht vinkuliert. Uns sind auch keine sonstigen Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt.

17.3 Beteiligungen am Kapital, die mehr als 10 % der Stimmrechte überschreiten

Der Gründungsaktionär und Aufsichtsratsvorsitzende Herr Ulrich Marseille und seine Ehefrau Estella-Maria Marseille halten 60 % am Grundkapital der Marseille-Kliniken AG. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz muss jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder in sonstiger Weise bestimmte Stimmrechte erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies uns und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzeigen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Anzeigepflicht liegt bei 3 %. Uns sind hiernach keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten.

17.4 Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Kein Aktionär der Marseille-Kliniken AG ist durch deren Satzung ermächtigt, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Auch im Übrigen wurden Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, nicht ausgegeben.

17.5 Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Sofern Arbeitnehmer Aktien der Marseille-Kliniken AG halten, üben sie ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. Es existieren keine Stimmrechtsbeschränkungen für Aktien der Marseille-Kliniken AG, die von deren Arbeitnehmern gehalten werden.

17.6 Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Gemäß der Satzung der Marseille-Kliniken AG besteht der Vorstand aus einem oder mehreren Mitgliedern, deren Zahl vom Aufsichtsrat bestimmt wird und die gemäß § 84 AktG durch den Aufsichtsrat für jeweils höchstens fünf Jahre bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstandes bestimmen, wenn der Vorstand aus mehreren Vorstandsmitgliedern besteht. Er kann auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Die Bestellung des Vorstandes bedarf der einfachen Mehrheit der Stimmen des Aufsichtsrates. Im Falle der Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden der betreffenden Sitzung. Die Bestellung zum Vorstand kann gemäß § 84 AktG durch den Aufsichtsrat widerrufen werden, wenn in Bezug auf das Vorstandsmitglied ein wichtiger Grund vorliegt. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das Gericht gemäß § 85 AktG auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen.

17.7 Bestimmungen über die Änderung der Satzung

Jede Satzungsänderung bedarf eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 179 AktG). Dem Aufsichtsrat ist gemäß § 9 der Satzung i. V. mit § 179 AktG die Befugnis eingeräumt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes vorschreibt, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und soweit eine Kapitalerhöhung erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst (§ 15 Absatz 2). Satzungsänderungen werden gemäß § 181 Absatz 3 AktG mit der Eintragung in das Handelsregister wirksam.

17.8 Befugnisse des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Nach § 4 der Satzung der Marseille-Kliniken AG ist der Vorstand ermächtigt, deren Grundkapital bis zum 11. Dezember 2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um insgesamt 3,11 Mio. € zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Den Aktionären ist dabei grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Die neuen Aktien können auch von einem oder mehreren durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären anzubieten (mittelbares Bezugsrecht). Der Vorstand ist ferner mit Zustimmung des Aufsichtsrates berechtigt, den weiteren Inhalt der Aktienrechte, die Einzelheiten der Kapitalerhöhung sowie die Bedingungen der Ausgabe, insbesondere den Ausgabebetrag, festzulegen. Weiterhin ist er ermächtigt das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Die näheren Einzelheiten ergeben sich aus § 4 Absatz 5/6/7 der Satzung.

Auf der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 wurde der Vorstand zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ermächtigt. Die Ermächtigung ist auf 18 Monate bis zum 12. Juni 2010 sowie auf maximal 10 % des Grundkapitals beschränkt. Die zeitliche Befristung gilt für den Zeitpunkt des Erwerbes, nicht jedoch auch für das Halten der Aktien über diesen Zeitpunkt hinaus. Der Erwerb zum Zwecke des Handelns mit eigenen Aktien und zur kontinuierlichen Kurspflege ist ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgeübt werden, auch durch Konzernunternehmen oder für ihre oder deren Rechtsnachfolger handelnde Dritte. Der Erwerb erfolgt über die Börse oder über ein öffentliches Kaufangebot. Erfolgt der Erwerb der Aktien über die Börse, darf der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten fünf Börsentage vor dem Erwerb der Aktien um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Erfolgt der Erwerb über ein an alle Aktionäre gerichtetes öffentliches Kaufangebot bzw. eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots, dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten fünf Börsentage vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung des Angebots bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebotes um nicht mehr als 15 % über- oder unterschreiten. Ergeben sich nach Veröffentlichung eines öffentliches Angebotes bzw. der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots erhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, so kann das Angebot bzw. die Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots angepasst werden. In diesem Fall wird auf den durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der Gesellschaft in der Xetra-Schlussauktion (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) während der letzten fünf Börsentage vor dem Tag der öffentlichen Ankündigung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Sollte das Angebot überzeichnet sein bzw. im Fall einer Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots von mehreren gleichwertigen Angeboten nicht sämtlich angenommen werden, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 100 Stück angedienter Aktien je Aktionär kann vorgesehen werden. Das öffentliche Angebot bzw. die Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots kann weitere Bedingungen vorsehen.

Der Vorstand wurde ermächtigt, Aktien der Gesellschaft, die aufgrund vorstehender Ermächtigung erworben werden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre, in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre wieder zu veräußern, und zwar wenn der bar zu zahlende Veräußerungspreis den Börsenpreis der Aktien nicht wesentlich unterschreitet. Die Anzahl der in dieser Weise veräußerten Aktien darf zusammen mit der Anzahl der neuen Aktien, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung aus genehmigtem Kapital nach Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden, und der Anzahl der Aktien, die durch die Ausübung (etwaiger) Options- und/oder Wandlungsrechte oder die Erfüllung von Wandlungspflichten aus Options- und/oder Wandlungsrechten und/oder Genussrechten entstehen könnten, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Bezugsrechtsausschluss nach § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden, 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung überschreiten oder als Gegenleistung an Dritte im Rahmen des Erwerbs von oder des Zusammenschlusses mit Unternehmen oder des Erwerbs von Beteiligungen an Unternehmen.

Der Vorstand wurde ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates Aktien, die aufgrund der vorgenannten Ermächtigung erworben werden, ganz oder in Teilen einzuziehen, ohne dass die Einziehung oder ihre Durchführung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Durch die Einziehung erhöht sich der Anteil der übrigen Aktien am Grundkapital. Der Vorstand kann abweichend hiervon bestimmen, dass das Grundkapital nicht herabgesetzt wird, sondern sich der Anteil der übrigen Aktien gemäß § 8 Abs. 3 AktG erhöht. Der Vorstand ist in diesem Fall ermächtigt, die Angabe der Zahl der Aktien in der Satzung anzupassen.

Sämtliche vorbezeichneten Ermächtigungen können ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft ausgeübt werden. Die Ermächtigungen — mit Ausnahme der Ermächtigung zur Einziehung der eigenen Aktien — können auch durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden.

Die Satzung enthält keine Bestimmung, die den Vorstand ermächtigt — etwa im Fall einer Übernahmesituation —, Aktien zurückzukaufen.

17.9 Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen.

17.10 Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Es bestehen keine Vereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstandes zur Entschädigung im Falle eines Kontrollwechsels. Ebenso gibt es keine entsprechenden Vereinbarungen mit Mitarbeitern.

18 Ausblick

Die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise haben die gesamtwirtschaftliche Dynamik in Deutschland und in der Folge auch den Arbeitsmarkt bereits erfasst. Entgegen den Schreckensszenarien, die zum Beginn des Kalenderjahres 2009 erwartet wurden, scheinen zwischenzeitlich die Indikatoren zu bestätigen, dass bezogen auf die Wirtschaftsleistung das BIP seinen Boden gefunden hat. Allerdings ist nach Ende der Sonderprogramme, die die Bundesregierung z. B. für die Automobilindustrie aufgelegt hatte, mit einem Auslaufen der derzeitigen Kurzarbeitbeschäftigung zu rechnen und in der Folge mit einer deutlichen Erhöhung der Arbeitslosenzahlen im Jahr 2010. Des Weiteren spielt die Stabilisierung des Bankensektors eine entscheidende Rolle für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Insbesondere die Kreditvergabepolitik muss sich wieder verstetigen. Entlastungen für die Unternehmen werden sich durch den derzeit geringen Inflationsdruck, rückläufige Rohstoffpreise sowie die Niedrigzinspolitik der EZB ergeben. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch höhere Margenaufschläge der Banken dieser Zinsvorteil vollständig aufgebraucht wird.

Bedingt durch die weitere demographische Entwicklung wird sich der Pflegemarkt von diesen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin im Wesentlichen abkoppeln können. Die überalterte Gesellschaft sorgt auch in den stationären Versorgungsbereichen für eine konstante Nachfragedynamik. Dies gilt zurzeit kurzfristig nicht im vollen Umfang für die Alt-Bundesländer, wo in den vergangenen Jahren im erheblichen Maß neue Kapazitäten geschaffen worden sind. Hier zeigt die Entwicklung der Belegungszahlen aller Pflegeheimbetreiber einen deutlichen Rückgang. Unser Unternehmen ist aufgrund seiner Ausrichtung auf die neuen Bundesländer von dieser Entwicklung nur im geringeren Maß betroffen. Wir erwarten eine weitere Zunahme des Konsolidierungsdrucks, der zum einen durch die strikteren Qualitätskontrollen der Behörden verursacht wird und dem viele Betreiber ohne entsprechende Systeme nur durch eine deutliche Ausweitung ihrer Struktur- und Personalkosten gerecht werden können, zum anderen aus der zu erwartenden Einführung eines Mindestlohnes. Hier haben viele Betreiber in der Vergangenheit die zukünftig zu erwartenden Mindestlöhne für Hilfskräfte von 7,50 € im Osten sowie 8,50 € im Westen nicht gezahlt. Diese höheren Kosten können bei einem laut RWI durchschnittlichen Nachsteuerergebnis von 2 % vom Umsatz nicht mehr ohne Gegenfinanzierung über Pflegesatzerhöhungen gegenfinanziert werden. Pflegesatzerhöhungen sind aufgrund der finanziellen Lage der Pflegekassen und der Wettbewerbsintensität nur gegen erheblichen Widerstand durchzusetzen.

In der Rehabilitation ist aufgrund der zu erwartenden Entwicklung am Arbeitsmarkt ein Einfluss auf die Belegung unserer vier psychosomatischen Kliniken nicht völlig auszuschließen, obwohl wir derzeit noch keine negativen Signale wahrnehmen können.

In den nächsten zwei Geschäftsjahren erwartet das Unternehmen eine deutliche Verbesserung der operativen Ergebnisse. Im Bereich Pflege wird sich die bereits eingetretene Belegungssteigerung der letzten zwei Monate fortsetzen. Bei den Expansionseinrichtungen gehen wir von rückläufigen Anlaufverlusten aus. Hierfür ist insbesondere eine deutliche Verbesserung der Belegung unserer Einrichtung für türkische Mitbürger in Berlin von Bedeutung sowie die Kostenoptimierung unserer Einrichtung in Hamburg ausschlaggebend. Im Bereich Rehabilitation hat sich die Belegung im abgelaufenen Geschäftsjahr bereits auf ein Niveau von über 92 % stabilisiert, sodass wir auch für das laufende Geschäftsjahr bei Bestätigung dieser Entwicklung weiterhin positive Ergebnisse erwarten.

Für die nächsten zwei Geschäftsjahre geht das Unternehmen von einem Umsatz- und operativen Ergebniswachstum ohne Sondereinflüsse im Vergleich zum Vorjahr aus. Hier ist von Bedeutung, dass durch die fortlaufende Optimierung unserer Prozesse und durch den konsequenten Einsatz von IT-Technologie im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Personalabbau eingeleitet wurde, aus dem wir Kostensenkungspotenziale von ca. 5 Mio. € heben werden. Des Weiteren ist durch die Umsetzung der Demenzpflege nach dem ab 1. Juli 2008 eingeführten Pflegeweiterentwicklungsgesetz neu geschaffenen § 87b eine Verbesserung der operativen Ergebnisse zu erwarten. Wesentlich für die Ergebnisentwicklung wird auch sein, dass die Energiekosten im Bereich Öl und Strom durch entsprechende Verträge ca. 1 Mio. € unter dem Vorjahreswerten liegen werden. Auf das Ergebnis wirkt sich die Belegungsentwicklung zur Deckung der im Wesentlichen fixen Kostenstruktur überproportional aus. Dazu trägt maßgeblich die Kapazitätsausweitung und die Wachstumsdynamik im Segment Pflege bei.

Im Fokus der Expansion steht im laufenden Geschäftsjahr je eine weitere Einrichtung in Nordrhein-Westfalen, im Bundesland Bremen sowie in Baden-Württemberg, sodass sich die Kapazität im laufenden Geschäftsjahr um 322 Betten erhöhen wird.

Durch den Ausbau des Betreuten Wohnens und das Hereinwachsen der Anlaufeinrichtungen in konzernübliche Ertragsstrukturen werden sich die Ergebnisse sukzessive verbessern.

Durch einen möglichen Verkauf einzelner oder aller Reha-Kliniken wird sich das operative Ergebnis des Konzerns verschlechtern. Dem entgegen steht die Nutzung der zusätzlichen Liquidität, die in wesentlichen Teilen die erwartete Ergebnisverschlechterung kompensieren wird. Hinzu käme in diesem Fall natürlich auch die Anpassung der Verwaltungsstrukturen, die an das veränderte Umsatzvolumen angepasst werden müssten und entsprechende Kosteneinsparungen generieren würden.

Die Übernahme des Betreuten Wohnens erfolgt durch Ankauf von Geschäftsanteilen jeweils erst zu dem Zeitpunkt, zu dem break even erreicht wurde, sodass keine Ergebnisverschlechterung durch die Übernahme solcher Wohneinheiten in der Zukunft erwartet wird.

Wir gehen davon aus, dass die risikoreichen Sachverhalte keine wesentlichen negativen Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in den nächsten Jahren haben.

In Verbindung mit der Wachstumsstrategie werden wir in den nächsten Jahren durch Expansion im Bereich des Betreuten Wohnens eine Gesamtkapazität von 12.000 Betten erreichen.

Naturgemäß kann es zu Abweichungen zwischen den von uns erwarteten und den tatsächlichen Ergebnissen kommen. Wir erwarten jedoch, dass sich diese Abweichungen in Grenzen halten.

 

Berlin, den 23. Oktober 2009

Der Vorstand

BILANZEN ZUM 30. JUNI 2009 UND 2008

AKTIVA

30. Juni 2009
EUR
30. Juni 2008
EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.284.296,34 452.861,76
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.387.673,51 17.037.903,71
2. Technische Anlagen und Maschinen 360,29 406,28
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 700.042,68 561.825,30
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 423.291,80 331.951,74
18.511.368,28 17.932.087,03
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 77.641.957,80 77.641.957,80
2. Beteiligungen 65.947,99 65.912,58
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 188.000,00 0,00
77.895.905,79 77.707.870,38
97.691.570,41 96.092.819,17
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 56.873,03 38.447,84
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 858.475,92 540.740,32
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 77.254.100,22 85.552.756,07
3. Sonstige Vermögensgegenstände 13.041.159,79 19.418.298,38
91.153.735,93 105.511.794,77
III. Wertpapiere
1. Eigene Anteile 486.105,00 565.547,50
2. Sonstige Wertpapiere 0,00 188.000,00
486.105,00 753.547,50
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 3.156.845,12 4.016.061,24
94.853.559,08 110.319.851,35
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 50.024,14 69.247,10
192.595.153,63 206.481.917,62

PASSIVA

30. Juni 2009
EUR
30. Juni 2008
EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 31.100.000,00 31.100.000,00
II. Kapitalrücklage 15.887.038,24 15.887.038,24
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage 207.073,21 207.073,21
2. Rücklage für eigene Anteile 486.105,00 565.547,50
693.178, 21 772.620,71
IV. Bilanzgewinn 1.319.735,72 6.352.103,81
48.999.952,17 54.111.762,76
B. SONDERPOSTEN FÜR INVESTITIONSZUSCHÜSSE FÜR GRUNDSTÜCKE UND BAUTEN GEMÄSS GESONDERTEM FÖRDERBESCHEID 1.907.373,50 1.992.256,58
C. SONDERPOSTEN MIT RÜCKLAGEANTEIL NACH § 6b EStG 350.000,00 1.913.992,14
D. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen 471.023,00 474.917,00
2. Steuerrückstellungen 7.898.251,19 6.478.945,03
3. Sonstige Rückstellungen 2.770.078,32 4.086.112,87
11.139.352,51 11.039.974,90
E. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 46.786.064,72 46.909.690,09
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.209.812,66 601.904,16
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 77.618.372,90 86.921.642,82
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 40.474,18
5. Sonstige Verbindlichkeiten 3.123.801,91 2.482.908,55
- davon aus Steuern: EUR 213.982,26 (Vorjahr: EUR 175.039,31)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 135.970,06 (Vorjahr: EUR 12.494,51)
129.738.052,19 136.956.619,80
F. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 460.423,26 467.311,44
192.595.153,63 206.481.917,62

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGEN FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 2008/2009 UND 2007/2008

2008/2009
EUR
2007/2008
EUR
1. Umsatzerlöse 16.890.644,77 17.478.398,59
2. Sonstige betriebliche Erträge 24.901.955,79 30.997.650,46
- davon Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil: EUR 1.563.992,14 (Vorjahr: EUR 4.000.000,00)
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 2.191.543,31 1.345.594,05
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.275.497,38 3.544.565,25
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 7.891.151,52 8.011.201,60
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.612.472,89 1.749.548,35
- davon für Altersversorgung: EUR 253.866,43 (Vorjahr: EUR 313.952,95)
5. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 825.259,12 576.589,31
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 2.481.902,29 4.059.000,00
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 33.535.097,37 32.220.891,66
7. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 15.661.409,16 20.032.704,47
8. Erträge aus Beteiligungen 971.794,62 1.156.363,04
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 968.143,42 (Vorjahr: EUR 1.156.184,04)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 4.574.918,50 5.724.169,57
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 3.897.107,47 (Vorjahr: EUR 5.115.551,35)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens 365.333,11 8.510.769,41
11. Aufwendungen aus Verlustübernahme 5.234.294,07 4.502.718,07
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.291.889,11 5.231.051,06
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 1.627.067,80 (Vorjahr: EUR 2.004.182,89)
13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 296.282,67 5.637.357,37
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.973.943,16 1.675.325,22
15. Sonstige Steuern 418.283,85 29.483,56
16. Jahresfehlbetrag/-überschuss (2.095.944,34) 3.932.548,59
17. Gewinnvortrag 6.352.103,81 5.637.836,95
18. Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile 79.442,50 0,00
19. Einstellung in die Rücklage für eigene Anteile 0,00 181.832,23
20. Gewinnausschüttung 3.015.866,25 3.036.449,50
21. Bilanzgewinn 1.319.735,72 6.352.103,81

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2008/2009

1. Allgemeine Hinweise

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Der Jahresabschluss zum 30. Juni 2009 ist unter Beachtung der Vorschriften der §§ 242 ff. HGB und §§ 150 ff. AktG aufgestellt worden.

Die Gliederung der Bilanz zum 30. Juni 2009 erfolgt gemäß § 266 HGB, die Gewinn- und Verlustrechnung wird unter Anwendung des Gesamtkostenverfahrens gemäß § 275 HGB gegliedert. Das HGB-Gliederungsschema gemäß § 266 HGB wurde um den Sonderposten für Investitionszuschüsse für Grundstücke und Bauten gemäß gesondertem Förderbescheid erweitert.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen.

Die Abschreibungen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung steuerlich zulässiger Nutzungszeiten nach der linearen Methode vorgenommen. Neu erstellte Gebäude werden regelmäßig über 50 Jahre abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 150,00 netto werden sofort im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Wirtschaftsgüter im Bereich von über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 netto werden ab dem 1. Januar 2008 in einen wirtschaftsjahrbezogenen Sammelposten eingestellt und unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben.

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bilanziert. Abschreibungen auf einen niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 2 S. 3 HGB werden vorgenommen, soweit von einer dauerhaften Wertminderung auszugehen ist. Das Wahlrecht nach § 279 Abs. 1 S. 2 HGB, bei einer vorübergehenden Wertminderung Abschreibungen vorzunehmen, wird nicht in Anspruch genommen.

Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungskosten. Das Niederstwertprinzip wird beachtet. Für medizinische Sachmittel wurden Festwerte gebildet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit den Nennwerten unter Berücksichtigung von notwendigen Pauschal- und Einzelwertberichtigungen für die erkennbaren Risiken bewertet.

Auf die Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 HGB zur Berücksichtigung des Börsenpreises am Abschlussstichtag vorgenommen.

Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bilanziert.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse für Grundstücke und Bauten gemäß gesondertem Förderbescheid wird in Höhe der gewährten Beträge angesetzt und jährlich um den anteiligen Abschreibungsbetrag der geförderten Anlagegüter aufgelöst.

Rückstellungen für Pensionen sind mit dem Teilwert angesetzt. Der Wertansatz wurde auf Basis eines Rechnungszinsfußes von 6 % anhand der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck berechnet.

Für latente Steuern wird auf Unterschiede zwischen handels- und steuerrechtlichen Nutzungsdauern bei den Abschreibungen auf Gebäude sowie auf in der Handels- und Steuerbilanz abweichend gebildete § 6b-EStG Rücklagen (in der Steuerbilanz höher als in der Handelsbilanz), überwiegend über Ergebnisabführungsverträge eingebundene Tochterunternehmen betreffend, eine Rückstellung gebildet.

Der Ansatz der sonstigen Rückstellungen erfolgt nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung. Sie umfassen alle bis zur Bilanzerstellung bekannt gewordenen ungewissen Verbindlichkeiten und Risiken, die das abgelaufene Geschäftsjahr betreffen.

Sämtliche Verbindlichkeiten werden mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Zur Entwicklung des Anlagevermögens wird auf den Anlagenspiegel verwiesen.

Der Buchwert des Sachanlagevermögens zum 30. Juni 2009 setzt sich im Wesentlichen aus den Grundstücken und den Gebäuden der Betriebsstätte Flora Marzina in Höhe von TEUR 6.734 (Vj.: TEUR 6.615) sowie der Betriebsstätte Koppenbergs-Hof in Höhe von TEUR 4.747 (Vj.: TEUR 4.374) zusammen. Außerdem ist insbesondere der Buchwert der Gebäude in Cottbus von TEUR 5.773 (Vj.: TEUR 5.940) enthalten, die von der Marseille-Kliniken AG im Verbund vermietet werden.

Die Marseille-Kliniken AG, Berlin, ist unmittelbar oder mittelbar an folgenden Tochterunternehmen beteiligt, die unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen (Finanzanlagen) bilanziert werden:

Anteil
in %
Gezeichnetes Kapital
TEUR
Eigenkapital 30. Juni 2009
TEUR
Jahresergebnis, ggf. nach Gewinnabführung bzw. Verlustausgleich
2008/2009
TEUR
2007/2008
TEUR
Senioren-Wohnpark Langen GmbH, Langen 100 102 102 0 0
Senioren-Wohnpark Lemwerder GmbH, Langen 100 26 26 0 0
Astor Park Wohnanlage Langen GmbH, Langen 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Hennigsdorf GmbH, Hennigsdorf 100 102 102 0 0
Senioren-Wohnpark Radensleben GmbH, Radensleben 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Neuruppin GmbH, Neuruppin 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Treuenbrietzen GmbH, Treuenbrietzen 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Erkner GmbH, Erkner 100 26 26 0 0
Teufelsbad Fachklinik Blankenburg GmbH, Blankenburg 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Tangerhütte GmbH, Tangerhütte 100 26 44 0 0
Senioren-Wohnpark Kyritz GmbH, Kyritz 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Thale GmbH, Thale 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Wolmirstedt GmbH, Wolmirstedt 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Aschersleben GmbH, Aschersleben 100 26 42 0 0
Senioren-Wohnpark Coswig GmbH, Coswig 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Stützerbach GmbH, Stützerbach 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Schollene GmbH, Schollene 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Bad Langensalza GmbH, Bad Langensalza 100 26 32 0 0
Senioren-Wohnpark Ballenstedt GmbH, Ballenstedt 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark HES GmbH, Hamburg 100 26 26 0 0
Pro F&B Gastronomische Dienstleistungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Klausa GmbH, Nobitz 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark OES GmbH, Hamburg 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Friedland GmbH, Friedland 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark ZES GmbH, Hamburg 100 26 26 0 0
- SWP - Senioren-Wohnpark Klötze GmbH, Klötze 100 38 38 0 0
Algos Fachklinik Bad Klosterlausnitz GmbH, Bad Klosterlausnitz 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Leipzig - Am Kirschberg - GmbH, Leipzig 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark soziale Grundbesitzgesellschaft mbH, Hamburg 100 26 -84 0 0
AMARITA Buxtehude GmbH, Buxtehude 100 26 26 0 0
PRO Work Dienstleistungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 26 26 0 0
Senioren-Wohnpark Cottbus - SWP - GmbH, Cottbus 100 26 26 0 0
Medina Meerbusch GmbH, Pritzwalk 100 26 -1.130 -994 -20
MK-Delta GmbH, Hamburg 100 26 51 0 0
Marseille-Klinik-Omega GmbH, Hamburg 100 26 25 0 0
CASA Trainingsstätte und Bildungszentrum für Dienstleister im Gesundheitswesen gGmbH, Neuruppin 100 26 16 0 -1
Senioren-Wohnpark soziale Altenbetreuung gGmbH, Langen 100 26 4.301 -28 95
Allgemeine soziale Dienstleistungen gGmbH, Langen 100 26 -2.182 -513 -618
Medina soziale Behindertenbetreuung gGmbH, Wolmirstedt 100 38 1.046 448 426
MK "Vorrat Nr. 26" Vermögensverwaltungs GmbH, Berlin 100 51 -61 -44 -6
"Villa Auenwald" Seniorenheim GmbH, Böhlitz-Ehrenberg 100 26 26 0 0
VDSE GmbH - Verwaltungsdienstleister sozialer Einrichtungen GmbH, Hamburg 100 26 108 0 0
PROMINT Dienstleistungsgruppe Neuruppin GmbH, Neuruppin 100 51 51 0 0
Senioren-Wohnpark Hennigsdorf - SWP - GmbH, Hennigsdorf 100 26 26 0 0
SCS Standard Computersysteme Entwicklungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 51 54 0 0
SIV Immobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 26 26 0 0
DaTess Gesellschaft für Datendienste mbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
Karlsruher-Sanatorium-Aktiengesellschaft, Hamburg 93,81) 12.271 18.701 -516 9.041
Mineralquelle Waldkirch GmbH, Hamburg 93,81) 26 45 -2 2
Mineralquelle Waldkirch Verwertungsgesellschaft mbH, Hamburg 88,51) 2.557 -4.344 -918 -1.177
Reha-Klinik Sigmund Weil GmbH, Hamburg 93,51) 5.113 5.676 559 342
Talhaus "Waldkirch" GmbH & Co. KG, Hamburg 88,51) 26 -714 -454 -67
eqs. Privatinstitut für Evaluation und Qualitätssicherung im Gesundheits- und Sozialwesen mbH, Hamburg 100 26 243 11 145
Ausgleich- und Bürgschaftsgesellschaft im Heim- und Pflegewesen, Pritzwalk 100 25 17 0 -1
Betrium Nr. 20 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 18 0 -1
Cetrium Vermögensverwaltungs-GmbH, Hamburg 100 25 -6 -1 -1
Senioren-Wohnpark Friedland - SWP - GmbH, Friedland 100 25 24 0 0
Marseille-Akademie GmbH, Hamburg 100 25 -1.288 0 0
Betrium Nr. 29 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 -7 -8 -2
Senioren-Wohnpark Leipzig "Stadtpalais" GmbH, Leipzig 100 25 25 0 0
Senioren-Wohnpark Leipzig "Eutritzscher Markt" GmbH, Leipzig 100 25 25 0 0
Senioren-Wohnpark Lichtenberg GmbH, Berlin 100 25 25 0 0
Senioren-Wohnpark Neuruppin - SWP - GmbH, Neuruppin 100 25 18 0 -1
Cefugium Betriebsmanagement GmbH, Pritzwalk 100 25 13 0 -1
MVZ Büren Medizinisches Versorgungszentrum am St. Nikolaus-Hospital Büren GmbH, Büren 100 25 14 -2 -1
MVZ Hennigsdorf Medizinisches Versorgungszentrum Am Senioren-Wohnpark Hennigsdorf GmbH, Hennigsdorf 100 25 -98 -112 -2
MHCC - Marseille Health Care Consulting GmbH, Hamburg 100 25 17 0 -1
Senioren-Wohnpark Landshut, Landshut 100 25 -159 363 0
Tessenow Bau- und Vermögensverwaltungs Nr. 20 GmbH, Pritzwalk 100 25 -30 -18 -4
Tessenow Vermögensverwaltungs GmbH, Pritzwalk 100 25 -11 4 -8
AMARITA Datteln GmbH, Datteln 100 25 25 0 0
AMARITA Hohen Neuendorf GmbH, Hohen Neuendorf 100 25 25 0 0
Teufelsbad Residenz Blankenburg GmbH, Blankenburg 100 25 25 0 0
Betrium Nr. 44 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 22 0 0
Sport- und Rehabilitationszentrum Harz GmbH, Blankenburg 100 25 123 38 53
Marseille-Kliniken-Beteiligungsgesellschaft Nr. 46 GmbH, Pritzwalk 100 25 -101 -46 -10
Marseille-Kliniken R.S.A. GmbH, Pritzwalk 100 25 13 0 -1
Senioren-Wohnpark Bad Oeynhausen (ehem: Betrium Nr. 48 Vermögensverwaltungs-GmbH), Neuruppin 100 25 20 -1 -1
Betrium Nr. 49 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 -1.437 -308 -288
Betrium Nr. 50 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 18 0 -1
Senioren-Wohnpark Siekertal GmbH (ehem: Betrium Nr. 51 Vermögensverwaltungs-GmbH), Pritzwalk 100 25 10 -1 -1
Betrium Nr. 52 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 1.042 14 -197
Betrium Nr. 53 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
MobiRent Vermietung GmbH, Pritzwalk 100 25 23 0 0
Betrium Nr. 55 Vermögensverwaltungs-GmbH, Pritzwalk 100 25 18 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 50 GmbH, Pritzwalk 100 25 13 -3 -8
AMARITA Bremerhaven GmbH (ehem: WK Grundstücksgesellschaft Nr. 51 GmbH), Bremerhaven 100 25 12 -12 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 52 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
„MVZ AMARITA Hamburg-Mitte“ GmbH (ehem: WK Grundstücksgesellschaft Nr. 53 GmbH), Hamburg 100 25 24 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 54 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 55 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 56 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 57 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 58 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
WK Grundstücksgesellschaft Nr. 59 GmbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
TÜRK BAKIM EVI Pflegeeinrichtung Berlin-Kreuzberg gemeinnützige GmbH, Berlin 100 50 -3.537 -1.355 -1.588
Senioren-Wohnpark Meerbusch GmbH, Pritzwalk 100 51 -1.109 -726 -86
AMARITA Oldenburg GmbH, Oldenburg 100 51 100 0 0
Spezial-Pflegeheim Hennigsdorf gemeinnützige GmbH, Hennigsdorf 100 51 702 779 582
Atrium Senioren-Wohnstift Nr. 24 GmbH, Pritzwalk 100 51 35 0 -13
VSE Vermietungsgesellschaft für soziale Einrichtungen mbH, Hamburg 100 51 53 1 0
TÜRK GÜNDÜZ BAKIM EVI GmbH, Pritzwalk 100 51 -54 -25 -5
SFS Dienstleistungs-GmbH, Pritzwalk 100 51 -325 -124 -210
Senioren-Wohnpark Montabaur GmbH, Montabaur 100 51 -5.575 -1.277 -1.184
Senioren-Wohnpark Lessingplatz GmbH, Düsseldorf 100 51 -566 81 -578
AMARITA Hamburg - Mitte PLUS GmbH, Hamburg 100 51 -9.520 -6.131 -1.703
Senioren-Wohnpark Oberhausen GmbH (ehem: Atrium Senioren-Wohnstift Nr. 31 GmbH), Pritzwalk 100 50 -446 -327 -90
Atrium Senioren-Wohnstift Nr. 32 GmbH, Pritzwalk 100 50 -82 -65 -7
Senioren-Wohnpark Düsseldorf - Volksgarten GmbH, Düsseldorf 100 50 50 0 240
Atrium Senioren-Wohnstift Nr. 34 GmbH, Pritzwalk 100 50 44 5 -7
Collateral Transparency GmbH, Pritzwalk 100 50 30 1 0
Sozialimmobilien "Südharz" GmbH, Wolmirstedt 100 50 -5 -50 -6
Senioren-Wohnpark Dresden "Am Großen Garten" GmbH, Dresden 100 50 50 0 0
Atrium Senioren-Wohnstift Nr. 42 GmbH, Pritzwalk 100 25 -5 -1 3
Senioren-Wohnpark Arnsberg GmbH, Arnsberg 100 25 -90 0 0
Senioren-Wohnpark Büren GmbH, Büren 100 25 359 0 0
Senioren-Wohnpark Kreuztal-Krombach GmbH, Kreuztal 100 25 -115 0 0
Senioren-Wohnpark Lutzerath GmbH, Lutzerath 100 25 25 0 0
CareAktiv GmbH, Hamburg 100 25 646 -11 80
Logo 7. Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 25 766 117 260
Psychosomatische Fachklinik Gengenbach GmbH, Gengenbach 93,81) 26 1.078 585 350
ProTec Dienstleistungsgesellschaft mbH, Pritzwalk 100 25 25 0 0
Fachklinik für psychische Erkrankungen Ortenau GmbH, Zell a. H. 93,81) 26 191 89 -46
Psychosomatische Fachklinik Schömberg GmbH, Schömberg 93,81) 26 -131 540 -633
Gotthard Schettler Klinik GmbH, Bad Schönborn 93,81) 26 446 296 73
Klinik Bad Herrenalb GmbH, Bad Herrenalb 93,81) 26 122 30 -30
Medina Belzig GmbH, Belzig 100 25 -529 -347 -150
Marseille-Projektgesellschaft "Bremerhaven" GmbH, Berlin 100 25 -315 -233 -121
Allgemeine Dienstleistungsgesellschaft mbH - ADG-, Tessenow 100 26 26 0 0
Grundstücksgesellschaft Nikolaus Büren mbH, Büren 100 25 537 319 351
St. Nikolaus-Hospital Büren GmbH, Büren 100 25 -967 -1.944 1.032
MK "Vorrat Nr. 23" GmbH, Pritzwalk 100 25 17 0 -1
MK IT-Entwicklungs GmbH, Hamburg 100 25 25 0 0
Marseille-Kliniken AG, Zug, Schweiz 100 66 2) 2) 2)

1) Konzernanteil nach Abzug der direkten und indirekten Minderheitenanteile
2) Keine Angaben verfügbar

Darüber hinaus werden unter den Beteiligungen der Marseille-Kliniken AG, Berlin, nachfolgende Gesellschaften ausgewiesen:

Anteil
in %
Gezeichnetes Kapital
TEUR
Eigenkapital 30. Juni 2009
TEUR
Jahresergebnis, ggf. nach Gewinnabführung bzw. Verlustausgleich
2008/2009
TEUR
2007/2008
TEUR
SCS Standard Computersysteme AG, Hamburg 1,6 3.211 880 99 319
Kurbetriebsgesellschaft Bad Klosterlausnitz mbH, Bad Klosterlausnitz 49,5 52 73 -5 -27

In den Finanzanlagen (Wertpapiere des Anlagevermögens) werden die im Vorjahr im Umlaufvermögen unter den sonstigen Wertpapieren gezeigten Wertpapiere (Aktien) mit TEUR 188 ausgewiesen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich aus Darlehen mit TEUR 9.083 (Vj.: TEUR 5.143), Forderungen aus dem Cashpool mit TEUR 54.520 (Vj.: TEUR 59.228), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 2.828 (Vj.: TEUR 5.798), Forderungen aus Gewinnausschüttungen mit TEUR 381 (Vorjahr: TEUR 0) und Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen mit TEUR 15.661 (Vj.: TEUR 20.033) zusammen sowie aus Einzelwertberichtigungen für verbundene Unternehmen von TEUR -5.219 (Vj.: -4.649). Die in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen ausgewiesenen Darlehen haben eine Fälligkeit von mehr als einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände von insgesamt TEUR 13.041 (Vj.: TEUR 19.418) beinhalten in Höhe von TEUR 10.212 (Vj.: TEUR 9.507) Darlehen an Dritte einschließlich deren Verzinsung. Davon entfallen im Wesentlichen TEUR 4.847 auf Darlehen an Herrn Ulrich Marseille. Auf dieses Darlehen soll der Kaufpreis des ambulanten Pflegedienstes im Bereich des betreuten Wohnens in Gera, welcher im Geschäftsjahr 2009/2010 durch die Marseille-Kliniken AG erworben werden soll, angerechnet werden. In Höhe von TEUR 2.723 (Vj.: TEUR 2.615) werden Darlehen an Frau Estella-Maria Marseille sowie in Höhe von TEUR 2.499 (Vj.: TEUR 2.287) Darlehen an die SCS AG ausgewiesen. Die Darlehen werden zum Refinanzierungszinssatz, den die Marseille-Kliniken AG am Kapitalmarkt erhält, zuzüglich einer Marge von bis zu 2 % verzinst.

Daneben enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.375 (Vj.: TEUR 789). Außerdem werden in den sonstigen Vermögensgegenständen sonstige Forderungen für Sachverhalte ausgewiesen, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen (§ 268 Abs. 4 HGB).

Es handelt sich um Kapitalertragsteuern aus beschlossenen, aber erst 2010 zahlungsfälligen Ausschüttungen der REHA-Klinik Sigmund Weil GmbH in Höhe von TEUR 137 (Vj.: TEUR 0).

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben mit TEUR 5.675 (Vj.: TEUR 6.955) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 werden Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von TEUR 486 (Vj.: TEUR 566) als eigene Anteile ausgewiesen. Im Vorjahr wurden unter den Wertpapieren des Umlaufvermögens auch sonstige Wertpapiere in Höhe von TEUR 188 gezeigt, die nunmehr unter den Finanzanlagen ausgewiesen werden. Die Umgliederung zum 30. Juni 2009 erfolgte aufgrund des nunmehr langfristigen Charakters der Wertpapiere.

Der Bestand der eigenen Anteile entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Datum Kauf
in Stück
Verkauf
in Stück
Kurs
in EUR
Bestand
in Stück
Gegenwert
in EUR
Anteil am Grundkapital
in %
Betrag am Grundkapital
in EUR
Bestand 01.07.2008 13,236 66.535 880.630,82 0,55 170.307,70
8.7.2008 11.500 8,810 78.035 981.945,82 0,64 199.743,91
10.10.2008 16.140 7,013 94.175 1.095.135,64 0,78 241.057,00
20.10.2008 8.969 5,740 103.144 1.146.617,70 0,85 264.014,68
31.10.2008 25.109 5,690 78.035 867.489,26 0,64 199.743,91
31.10.2008 11.500 5,690 66.535 739.647,57 0,55 170.307,70
10.11.2008 36.609 5,810 103.144 952.345,86 0,85 264.014,68
14.11.2008 1.405 5,550 104.549 960.143,61 0,86 267.611,02
11.12.2008 18.014 5,600 86.535 794.708,96 0,71 221.501,11
23.12.2008 18.014 5,700 104.549 897.388,76 0,86 267.611,02
16.4.2009 1.126 4,610 105.675 902.579,62 0,87 270.493,21
Gesamt 93.763 54.623 8,541 105.675 902.579,62 0,87 270.493,21

Auf der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 wurde die Neustückelung des Grundkapitals, der Aktiensplit von ursprünglich 12.150.000 Stückaktien auf nunmehr 24.300.000 Stückaktien und die Änderung der Satzung beschlossen, die in § 4 Ziffer 1 neu gefasst wurde. Die Satzungsänderung wurde am 5. Februar 2009 im Handelsregister eingetragen. Der börsentechnische Vollzug des Aktiensplits ist bisher noch nicht erfolgt. Die oben dargestellte Entwicklung des Bestands an eigenen Anteilen bezieht sich aus Praktikabilitätsgründen auf die ursprüngliche Gesamtzahl von 12.150.000 Stückaktien.

Die liquiden Mittel haben sich von TEUR 4.016 auf TEUR 3.157 verringert.

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Marseille-Kliniken AG beträgt zum Stichtag unverändert EUR 31.100.000,00 und setzt sich zum Bilanzstichtag aus 24.300.000 auf den Inhaber lautenden Stückaktien zusammen. Die Aktien sind voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Auf der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 wurde die Neustückelung des Grundkapitals, der Aktiensplitt von ursprünglich 12.150.000 Stückaktien auf nunmehr 24.300.000 Stückaktien und die Änderung der Satzung beschlossen, die in § 4 Ziffer 1 neu gefasst wurde. Die Satzungsänderung wurde am 5. Februar 2009 im Handelsregister eingetragen. Der börsentechnische Vollzug des Aktiensplits ist bisher noch nicht erfolgt.

Auf der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 wurde die auf der Hauptversammlung vom 4. Dezember 2007 beschlossene Ermächtigung des Vorstandes zum Erwerb eigener Aktien aufgehoben. Sodann wurde der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien ermächtigt. Die Ermächtigung ist auf 18 Monate bis zum 12. Juni 2010 sowie auf maximal 10 % des derzeitigen Grundkapitals beschränkt.

Der Vorstand wird ermächtigt, Aktien der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre wieder zu veräußern.

Auf der Hauptversammlung am 12. Dezember 2008 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Marseille-Kliniken AG bis zum 11. Dezember 2013 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um insgesamt EUR 3,11 Mio. zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Die unverändert zum Vorjahr bestehende Kapitalrücklage betrifft das Agio aus den Bareinlagen im Rahmen der Kapitalerhöhungen, das gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB direkt zugeführt wurde.

Die Veränderung der Rücklage für eigene Anteile kann der Gewinn- und Verlustrechnung entnommen werden.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse für Grundstücke und Bauten gemäß gesondertem Förderbescheid betrifft einen Baukostenzuschuss für die Errichtung eines Seniorenwohnparks in Cottbus.

Aus dem Buchgewinn aus der im Geschäftsjahr 2006/2007 erfolgten Veräußerung des Grundstücks einschließlich des Gebäudes Leipzig - Am Kirschberg - wurde ein Teilbetrag in Höhe von TEUR 5.914 in einen Sonderposten mit Rücklagenanteil nach § 247 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 273 HGB eingestellt. Dieser Sonderposten wurde steuerrechtlich auf Grundlage des § 6b EStG gebildet. Im Berichtsjahr erfolgte eine Auflösung des Sonderpostens von TEUR 1.564 (Vj.: TEUR 4.000).

Die Entwicklung der Rückstellungen ist dem nachstehenden Rückstellungsspiegel zu entnehmen:

Rückstellungen
in TEUR
1. Juli 2008 Verbrauch Auflösung Zuführung 30. Juni 2009
1. Rückstellungen für Pensionen 475 57 0 53 471
2. Steuerrückstellungen 6.479 927 0 2.346 7.898
3. Sonstige Rückstellungen 4.086 2.641 1.386 2.711 2.770
11.040 3.625 1.386 5.110 11.139

Die Steuerrückstellungen von TEUR 7.898 (Vj.: TEUR 6.479) setzten sich im Wesentlichen aus latenten Steuern TEUR 3.971 (Vj.: TEUR 3.714), Gewerbesteuern TEUR 281 (Vj.: TEUR 305), Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag TEUR 1.557 (Vj.: TEUR 1.914) sowie zu erwartenden Steuernachzahlungen aus der Betriebsprüfung der Jahre 2000/2001 bis 2003/2004 TEUR 2.051 (Vj.: TEUR 546) zusammen.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 2.770 (Vj.: TEUR 4.086) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Zinsen auf die zu erwartenden Steuernachzahlungen aus der Betriebsprüfung und weiteren Verpflichtungen in Höhe von TEUR 831 (Vj.: TEUR 2.203), Verpflichtungen aus dem Personalbereich in Höhe von TEUR 519 (Vj.: TEUR 745), ausstehenden Rechnungen von TEUR 599 (Vj.: TEUR 618), Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von TEUR 252 (Vj.: TEUR 252) sowie Tantiemen in Höhe von TEUR 45 (Vj.: TEUR 100) zusammen.

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten zeigt folgende Übersicht:

Insgesamt
TEUR
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
TEUR
1 Jahr bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 46.786 30.770 6.728 9.288
(Vorjahr) (46.910) (28.614) (7.508) (10.788)
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.210 2.210 0 0
(Vorjahr) (602) (602) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 77.618 72.258 5.360 0
(Vorjahr) (86.922) (82.967) (3.955) (0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 0 0 0
(Vorjahr) (40) (40) (0) (0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 3.124 3.124 0 0
(Vorjahr) (2.483) (2.483) (0) (0)
Summe Verbindlichkeiten 129.738 108.362 12.088 9.288
(Vorjahr) (136.957) (114.706) (11.463) (10.788)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in voller Höhe durch Grundpfandrechte, Verpfändungen von Geschäftsanteilen sowie Sicherheiten einiger Tochtergesellschaften durch verpfändete Festgelder, Sicherungsübereignung von Inventar, eine Mietabtretungserklärung und Mithaftung von Grundstücken besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich aus Darlehen in Höhe von TEUR 5.360 (Vj.: TEUR 3.955), Verbindlichkeiten aus der Cashpoolregelung von TEUR 66.545 (Vj.: TEUR 69.317), Verlustübernahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 5.234 (Vj.: TEUR 4.503) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 479 (Vj.: TEUR 9.147) zusammen.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.124 (Vj.: TEUR 2.483) enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus einem Darlehen von der nahestehenden SCS Betrium GmbH in Höhe von TEUR 2.387 (Vj.: TEUR 1.989).

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse bestehen im Wesentlichen aus Erlösen aus Pflegesatzleistungen in Höhe von TEUR 16.891 (Vj.: TEUR 17.478) und haben sich somit im Geschäftsjahr um TEUR 587 verringert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 24.902 (Vj.: 30.998) setzen sich im Wesentlichen aus Miet- und Pachterlösen in Höhe von TEUR 19.138 (Vj.: TEUR 18.672) und der Auflösung der sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.386 (Vj.: TEUR 523) zusammen. Zusätzlich zu den Erträgen aus Auflösungen von Rückstellungen sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen periodenfremde Erträge von TEUR 540 enthalten sowie Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil von TEUR 1.564.

Der Vorjahresbetrag der sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 31.156 wurde um Bonusgutschriften von TEUR 158, die dem Materialaufwand zugeordnet wurden, auf TEUR 30.998 angepasst.

Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten, wurden in Höhe von TEUR 2.482 vorgenommen. Die Abschreibungen entfallen im Wesentlichen auf Forderungen gegen die Trump Organisation, New York (TEUR 1.029), die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG (TEUR 552), die Allgemeine soziale Dienstleistungen gemeinnützige GmbH TEUR 250, und die St. Nikolaus-Hospital Büren GmbH (TEUR 250).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen von TEUR 33.535 enthalten im Wesentlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen, und zwar insbesondere Aufwendungen für Miete, Pacht und Leasing in Höhe von TEUR 21.109 (Vj.: TEUR 20.399), Rechts- und Beratungskosten einschließlich Prozessrisiken in Höhe von TEUR 4.718 (Vj.: TEUR 4.291), Werbe- und Repräsentationskosten in Höhe von TEUR 1.407 (Vj.: TEUR 1.718) sowie Aufwendungen für Dienstleistungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.222 (Vj.: TEUR 1.184). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von TEUR 1.548 enthalten.

Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von TEUR 15.661 (Vj.: TEUR 20.033) betreffen im Wesentlichen den Bereich Pflege, die Aufwendungen aus der Verlustübernahme von TEUR 5.234 (Vj.: TEUR 4.503) betreffen neben dem Bereich Pflege überwiegend die Verwaltungsdienstleistungsgesellschaft und eine Rehabilitationseinrichtung.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens von TEUR 365 (Vj.: TEUR 8.511) betreffen die eigenen Anteile. Im Vorjahr entfällt der wesentliche Teil der Abschreibungen mit TEUR 8.207 auf die Anteile an verbundenen Unternehmen.

5. Sonstige Angaben

5.1. Haftungsverhältnisse

Die Marseille-Kliniken AG hat selbstschuldnerische Bürgschaften für die Besicherung von Darlehen, die an Tochtergesellschaften gegeben worden sind, in Höhe von TEUR 18.116 (Vorjahr: TEUR 18.348) begeben.

Unbeschränkte Patronatserklärungen wurden durch die Marseille-Kliniken AG in der Weise abgegeben, dass sie für Ansprüche aus mit einzelnen Tochtergesellschaften geschlossenen Mietverträgen eintritt. Dies betrifft die geschlossenen Mietverträge zwischen der Logo 7. Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, der Senioren-Wohnpark Landshut GmbH und der AMARITA Oldenburg GmbH mit den konzernfremden Vermietungsgesellschaften. Für die SWP - Senioren-Wohnpark Klötze GmbH wurde eine unbeschränkte Liquiditätszusage abgegeben, damit diese den Verpflichtungen aus abgeschlossenen Immobilienleasingverträgen nachkommen kann. Für den Abschluss eines Mietvertrages der Psychosomatischen Fachklinik Schömberg GmbH mit einer konzernfremden Gesellschaft hat die Marseille-Kliniken AG eine weitere Mietsicherheit in Form einer selbstschuldnerischen Bürgschaft abgegeben. Diese besteht vertragsgemäß solange, bis ein festgelegtes operatives Betriebsergebnis durch die Fachklinik erreicht wird. Aufgrund der erfüllten Bedingung dieses Ergebnisses per 30. Juni 2009 wird die vorgenannte Bürgschaft an die Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2009/10 zurückgegeben.

Zwei Patronatserklärungen hat die Marseille-Kliniken AG gegenüber Banken für Darlehensverpflichtungen abgegeben. Zum einen gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg in Höhe von TEUR 12.500 am 29. Februar 2008 und zum anderen gegenüber der Sparkasse Prignitz in Höhe von TEUR 405 am 6. Juli 2004.

Weiter besteht eine Patronatserklärung für die M. Held GmbH & Co. Baubetreuungs-KG im Zusammenhang mit einer Werkslohnklage von der Halleschen Mitteldeutschen Bau AG gegen die Beklagte M. Held GmbH & Co. Baubetreuungs-KG auf Zahlung eines Werklohnes in Höhe von EUR 6,2 Mio. Auf der Basis eines in 2008/2009 geschlossenen Vergleichs hat sich die M. Held GmbH & Co. KG zur Zahlung eines Betrages von EUR 1,5 Mio. verpflichtet. Mit einer Inanspruchnahme der Marseille-Kliniken AG wird nicht gerechnet.

Weitere Haftungsverhältnisse bestehen am Bilanzstichtag nicht.

5.2. Absicherung von Zinsänderungs-, Rohstoffpreis- und Währungsrisiken

Derivative Finanzinstrumente lagen in Form von zwei Commodity-Swaps und drei Zins-Swaps im Geschäftsjahr 2008/2009 vor, wobei die vorgenannten Commodity-Swaps im Geschäftsjahr 2008/09 ausgelaufen sind.

Bei den Commodity-Swaps wurde für einen vorab bestimmten Zeitraum ein vereinbarter Festpreis an den variablen Heizölpreis (Referenzpreis) in diesem Zeitfenster geknüpft. Am Ende der Laufzeit wurde die Differenz aus diesen Preisen ausgeglichen. Die Marseille-Kliniken AG war Zahler des Festpreisbetrages (Payer-Swap), um sich gegen steigende Heizölpreise abzusichern.

Für die Monate November 2008 und Februar 2009 wurden auf Basis der geplanten Heizölkäufe folgende Geschäfte abgeschlossen:

Monat Menge Heizöl Festpreis
Nov 08 1.200.000 Liter 0,6010 €/Liter
Feb 09 1.300.000 Liter 0,6095 €/Liter

Die jeweiligen Referenzpreise waren am Abrechnungstag kleiner als die Festpreise. Aus diesem Grund musste die Marseille-Kliniken AG für das Derivat im Dezember 2008 eine Ausgleichszahlung in Höhe von TEUR 259,2 zahlen. Für das Swap-Geschäft im Februar 2009 wurde eine Ausgleichszahlung in Höhe von TEUR 454,4 geleistet.

Beide Ausgleichszahlungen wurden im Rahmen der Bilanzierung per 30. Juni 2009 als ergebniswirksame Effekte in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Darüber hinaus hat die Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft zur Finanzierung von 100 % der Geschäftsanteile der Allgemeine Dienstleistungsgesellschaft mbH (ADG) einen Kreditvertrag mit der Dresdner Bank in Höhe von TEUR 7.500 abgeschlossen. Das Darlehen ist in 20 vierteljährlichen Raten in Höhe von TEUR 375, beginnend am 31. März 2006 zu tilgen. Die letzte Tilgungsrate erfolgt am 31. Dezember 2010.

Hinsichtlich der Verzinsung wurde ein Festzins-Swap mit 3,64 % p.a. zzgl. 2 % Marge vereinbart. Dieser Festzinssatz wird gegen den aus dem Darlehen resultierenden variablen Zinssatz auf Basis 3-Monats-EURIBOR quartalsmäßig getauscht.

Wesentlicher Vorteil bei einer Kombination eines Zins-Swaps mit einem variabel verzinsten Darlehen ist es, dass diese, im Vergleich zu einem fest verzinsten Darlehen, vorzeitig abgelöst werden können und hierfür keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Der Preis bestimmt sich dabei nach dem Marktpreis des Zins-Swaps. Bei dem zugrunde liegenden Geschäft ist der Verkauf des Zins-Swaps zum 30. September eines jeden Jahres möglich.

Die Mark-to-Market-Bewertung des Zins-Swaps per 30. Juni 2009 ergibt, dass die Marseille-Kliniken AG bei einem Verkauf des Derivats TEUR 47 zahlen müsste. Bewertungsgrundlage war hier ein 3-Monats-EURIBOR in Höhe von 1,099 %. Dieses Zinsswap-Geschäft wurde nicht als Hedging designiert. Aufgrund dessen wurde der Marktwert im Rahmen der Bilanzierung erfolgswirksam berücksichtigt und eine Rückstellung hierfür gebildet.

Die Marseille-Kliniken AG hat weiterhin zwei Kreditverträge mit der HSH Nordbank abgeschlossen, die zur Finanzierung des Bauvorhabens in Herne dienen. Zur Absicherung der variabel verzinslichen Darlehen wurden zwei weitere Festzins-Swaps abgeschlossen. Dadurch werden die zukünftigen variablen Zinszahlungen in fixe Zinszahlungen transformiert.

Die Bedingungen der Zins-Swaps stimmen mit den Konditionen der Darlehensverträge überein, sodass keine Ineffektivitäten der Zins-Swaps entstehen. Die Zins-Swaps werden bis zur Endfälligkeit gehalten und erfüllen die Voraussetzungen für eine effektive Sicherungsbeziehung. Sie wurden im Geschäftsjahr 2008/2009 als Hedging-Geschäfte designiert.

Zum 30. Juni 2009 betragen die negativen Marktwerte insgesamt TEUR 434. Da die Voraussetzungen für eine Bewertungseinheit erfüllt sind, wurde hierfür keine Rückstellung gebildet.

Die Ermittlung des Marktwertes erfolgte anhand der Mark-to-Market-Methode. Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:

Nominalvolumen
TEUR
Marktwert per 30. Juni 2009 *
TEUR
SWAP 1 8.967 -392
SWAP 2 3.100 -42

* Clean Prices nach Abzug der vereinbarten Nettingbeträge

Aufgrund des geringen Umfangs der Transaktionen in fremder Währung erfolgten keine Maßnahmen zur Absicherung von Währungsrisiken.

5.3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

2008/2009
TEUR
Restlaufzeiten
bis 1 Jahr
TEUR
1 bis 5 Jahre
TEUR
über 5 Jahre
TEUR
Miet- und Pachtverträge (Immobilien und Mobilien) 456.846 20.605 83.953 352.288
(Vorjahr) (477.934) (20.727) (83.290) (373.917)
Erbbaurechtsverpflichtung 5.186 173 691 4.322
(Vorjahr) (5.356) (173) (691) (4.492)
Leasingverträge (BGA inkl. Kfz) 905 377 528 0
(Vorjahr) (978) (314) (664) (0)
Dienstleistungsverträge 14.763 6.715 6.817 1.231
(Vorjahr) (18.116) (6.227) (9.519) (2.370)
Gesamt 477.700 27.870 91.989 357.841
(Vorjahr) (502.384) (27.441) (94.164) (380.779)
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen 12.413 5.289 5.898 1.226
(Vorjahr) (16.764) (5.337) (9.056) (2.371)

Bei der Ermittlung der sonstigen finanziellen Verpflichtungen wurden die Angaben für das Vorjahr angepasst.

Die Immobilienmietverträge beziehen sich im Wesentlichen auf die Immobilien in Lemwerder, Bad Klosterlausnitz, Blankenburg, Klötze, Waldkirch, Bad Schönborn, Bad Langensalza, Wolmirstedt, Thale, Hamburg Angerstraße, Leipzig - Am Kirschberg -, Berlin (Türk Bakim Evi), Schömberg, Buxtehude, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf, Langen, Schollene, Datteln, Aschersleben (St. Elisabeth). Darüber hinaus bestehen zwei Erbbaurechtsverpflichtungen mit Restlaufzeiten von rund 16 und 46 Jahren.

Zudem bestehen diverse Dienstleistungsverträge, hauptsächlich mit verbundenen Unternehmen wie Pro Work GmbH, Pro F&B, PROMINT GmbH, ProTec GmbH und eqs. Privatinstitut GmbH sowie Geschäftsbesorgungsverträge mit der VDSE GmbH. Für die finanziellen Auswirkungen der Folgejahre wurde das derzeitige Niveau unterstellt.

Die finanziellen Verpflichtungen aus sonstigen Leasingverträgen betragen TEUR 905 (Vorjahr: TEUR 978) und resultieren überwiegend aus dem Leasing von Inventar.

Eine Kündigung der oben genannten Verträge ist bis zum Bilanzstichtag nicht erfolgt.

Für die Bauvorhaben in Herne (Betriebsstätten Flora Marzina, Koppenbergs Hof) besteht ein offenes Bestellobligo in Höhe von TEUR 4.759.

5.4. Anzahl der Mitarbeiter

Bei der Marseille-Kliniken AG waren im Geschäftsjahr 2008/2009 durchschnittlich 335 (Vj.: 337) Personen beschäftigt. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gliedert sich in folgende Gruppen:

Mitarbeiter
2008/2009
Mitarbeiter
2007/2008
Verwaltung 40 37
Pflegedienst 288 294
Wirtschaftsdienst 7 6
335 337

5.5. Honorar des Abschlussprüfers

Für das Vorjahr sind im abgelaufenen Wirtschaftsjahr für den Abschlussprüfer des Vorjahres BDO Deutsche Warentreuhand Aktiengesellschaft noch TEUR 60 aufwandswirksam angefallen. Für das Geschäftsjahr 2008/2009 beträgt das aufwandswirksam erfasste vertraglich vereinbarte Brutto-Gesamthonorar des Abschlussprüfers Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG TEUR 381. Darüber hinaus wurden aufwandswirksame sonstige Dienstleistungen in Höhe von TEUR 28 erbracht.

5.6. Angaben nach dem AktG

Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG besteht von Seiten Herrn Ulrich Marseille und Frau Estella-Maria Marseille, Hamburg, eine Beteiligung an der Marseille-Kliniken AG, Berlin, in Höhe von 60,00 % der Stimmrechte.

Die Gesellschaft hat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären unter www.marseille-kliniken.com dauerhaft zugänglich gemacht.

5.7. Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand

Vorstandsmitglieder sind bzw. waren die folgenden Herren:

Axel Hölzer, Diplom-Kaufmann, Hamburg, Vorsitzender (zugleich stv. Aufsichtsratsvorsitzender der SCS Standard Computersysteme AG, Hamburg),

Peter Paul Gardosch von Krosigk , Kaufmann, Hamburg (vom 1. August 2008 bis 31. Juli 2009).

Die Vertretung der Gesellschaft erfolgt durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen. Ist nur ein Vorstand bestellt, so vertritt dieser die Gesellschaft allein. Befreiung von den Beschränkungen des § 181 BGB kann durch den Aufsichtsrat erteilt werden. Herr Hölzer ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Mitgliedern:

Ulrich Marseille, Kaufmann, Hamburg (Vorsitzender)

Vorsitzender der Aufsichtsräte:

Karlsruher-Sanatorium-AG, Hamburg

SCS Standard Computer Systeme AG, Hamburg

Mitglied des Aufsichtsrates:

WMP EuroCom AG, Berlin

Columbia Hospital AG, Berlin

Vorsitzender vergleichbarer Gremien:

REHA-Klinik Sigmund Weil GmbH, Hamburg

Hans-Hermann Tiedje, Medienunternehmer, Berlin (Stellvertretender Vorsitzender)

Vorstandsvorsitzender:

WMP EuroCom AG, Berlin

Aufsichtsratsmitglied:

Wadan Yards AS, Oslo

Columbia Hospital AG, Berlin

Mathias D. Kampmann, Betriebswirt, Hamburg

Prof. Dr. med. Matthias Schönermark, Universitätsprofessor, Unternehmensberater, Hannover

Uwe Bergheim, Kommunikations-Betriebswirt, Düsseldorf

Geschäftsführung:

Falke KGaA, Schmallenberg

Beirat:

Nordmilch AG, Bremen

Dr. Peter Schneider, Facharzt, Hohen Neuendorf

An Herrn Ulrich Marseille wurde ein Darlehen in Höhe von TEUR 4.500 ausgegeben. Dieses Darlehen soll auf den Kaufpreis des ambulanten Pflegedienstes im Bereich des Betreuten Wohnens in Gera, welcher im Geschäftsjahr 2009/2010 durch die Marseille-Kliniken AG erworben werden soll, angerechnet werden. Das Darlehen wird zum Refinanzierungszinssatz, den die Marseille-Kliniken AG am Kapitalmarkt erhält, zuzüglich einer Marge von 1 % verzinst. Zum 30. Juni 2009 betrug der Darlehensstand inklusive Zinsen TEUR 4.847. Es ist durch eine Eigentümergrundschuld über TEUR 4.500 besichert; Eigentümerin des Beleihungsobjektes ist die DL Immobilienverwaltung GmbH & Co. "Altmark Ansgar" KG.

Es haben im Geschäftsjahr 2008/2009 am 13. Oktober 2008, 30. Oktober 2008, 11. Dezember 2008, 12. Dezember 2008, 27. Februar 2009 und 28. Mai 2009 Aufsichtsratssitzungen stattgefunden.

5.8. Vergütung des Vorstandes und des Aufsichtsrates

Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, für besondere Leistungen eine Prämie als Bestandteil der variablen Vergütung zu gewähren.

Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammen. Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausbezahlt.

Die Bezüge für den Vorstand im Geschäftsjahr 2008/2009 wurden ausschließlich über die Marseille-Kliniken AG gewährt und betrugen TEUR 637 (Vj.: TEUR 718), davon fix TEUR 637 (Vj.: TEUR 458) und variabel TEUR 0 (Vj.: TEUR 260).

Die Vergütung setzt sich wie folgt zusammen:

Fix Variabel Gesamt
Herr Axel Hölzer (Vorstandsvorsitzender) 362 0 362
Herr Peter Paul Gardosch von Krosigk (Vorstand Krankenhäuser) 275 0 275

Darlehen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstandes bestanden weder im Geschäftsjahr noch zum Stichtag.

Der Aufsichtsrat erhielt eine Vergütung in Höhe von TEUR 205 (Vj.: TEUR 191).

Die Pensionszahlungen für frühere Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen betragen TEUR 58 (Vj.: TEUR 53), für die künftigen Verpflichtungen wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 471 (Vj.: TEUR 475) gebildet.

5.9. Konsolidierungskreis

Mutterunternehmen des größten Konsolidierungskreises ist die Marseille-Kliniken AG, Berlin (Registergericht: Berlin-Charlottenburg HRB Nr. 86329 B). Der Konzernabschluss wird im amtlichen Unternehmensregister bekannt gemacht und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

5.10. Gewinnverwendungsvorschlag

Der Bilanzgewinn beträgt TEUR 1.320 (Vj.: TEUR 6.352).

Es ist vorgesehen, keine Dividende auszuschütten. Der Bilanzgewinn wird auf neue Rechnung vorgetragen.

 

Berlin, den 23. Oktober 2009

Der Vorstand

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten
Stand am 1. Juli 2008
EUR
Zugänge
EUR
Umgliederungen
EUR
Abgänge
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.316.208,43 1.178.100,00 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.117.264,01 470.736,81 238.843,98 0,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 459,94 0,00 0,00 0,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.581.230,72 216.694,64 40.259,46 0,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 331.951,74 370.443,50 (279.103,44) 0,00
23.030.906,41 1.057.874,95 0,00 0,00
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 87.812.028,15 25.000,00 0,00 25.000,00
2. Beteiligungen 65.912,58 35,41 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0,00 0,00 188.000,00 0,00
87.877.940,73 25.035,41 188.000,00 25.000,00
112.225.055,57 2.261.010,36 188.000,00 25.000,00
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 30. Juni 2009
EUR
Stand am 1. Juli 2008
EUR
Zugänge
EUR
Stand am 30. Juni 2009
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.494.308,43 863.346,67 346.665,42 1.210.012,09
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.826.844,80 3.079.360,30 359.810,99 3.439.171,29
2. Technische Anlagen und Maschinen 459,94 53,66 45,99 99,65
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.838.184,82 2.019.405,42 118.736,72 2.138.142,14
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 423.291,80 0,00 0,00 0,00
24.088.781,36 5.098.819,38 478.593,70 5.577.413,08
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 87.812.028,15 10.170.070,35 0,00 10.170.070,35
2. Beteiligungen 65.947,99 0,00 0,00 0,00
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 188.000,00 0,00 0,00 0,00
88.065.976,14 10.170.070,35 0,00 10.170.070,35
114.649.065,93 16.132.236,40 825.259,12 16.957.495,52
Buchwerte
Stand am 30. Juni 2009
EUR
Stand am 30. Juni 2008
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.284.296,34 452.861,76
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.387.673,51 17.037.903,71
2. Technische Anlagen und Maschinen 360,29 406,28
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 700.042,68 561.825,30
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 423.291,80 331.951,74
18.511.368,28 17.932.087,03
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 77.641.957,80 77.641.957,80
2. Beteiligungen 65.947,99 65.912,58
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 188.000,00 0,00
77.895.905,79 77.707.870,38
97.691.570,41 96.092.819,17

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Zu dem als Anlagen I bis III beigefügten Jahresabschluss zum 30. Juni 2009 sowie zum mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008/2009 (Anlage IV) der MARSEILLE-KLINIKEN AKTIENGESELLSCHAFT, BERLIN, erteilen wir folgenden uneingeschränkten, um einen hinweisenden Zusatz ergänzten Bestätigungsvermerk:

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der MARSEILLE-KLINIKEN AKTIENGESELLSCHAFT, BERLIN, für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2008 bis zum 30. Juni 2009 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses und des mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lageberichts nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen des Vorstands zur Werthaltigkeit des Buchwertes der Beteiligung an der Karlsruher-Sanatorium-Aktiengesellschaft und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Abschnitt „12. Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG" des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichts hin.

 

Hamburg, den 28. Oktober 2009

Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

von Salzen, Wirtschaftsprüfer

Götze, Wirtschaftsprüfer

Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses und/oder des mit dem Konzernabschluss zusammengefassten Lageberichts in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; wir weisen insbesondere auf § 328 HGB hin.