Marseille-Kliniken AktiengesellschaftBerlinJahresabschluss zum 30. Juni 2011Jahresabschluss und mit dem Konzernlagebericht zusammengefasster Lagebericht
Anlagen des Abschlussprüfers
Bilanz zum 30. Juni 2011der Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft, BerlinAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2011der Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft, Berlin
Anhang für das Geschäftsjahr 2010/20111. Allgemeine HinweiseDie Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB i.V.m. § 264 d HGB. Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (kurz: BilMoG) geänderten Vorschriften des HGB erstmals vollständig angewandt. Die Vorjahreszahlen wurden in Ausübung des Wahlrechts in Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB mit Ausnahme des Ausweises der passiven latenten Steuern nicht angepasst. Durch die vollständige Anwendung des BilMoG ergaben sich im Geschäftsjahr 2010/2011 insbesondere Änderungen bei Ansatz und Bewertung der Pensionsrückstellungen, der Grundstücke und Gebäude und der latenten Steuern. Unter Außerachtlassung der Änderungen durch das BilMoG entsprechen Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses den Vorjahresgrundsätzen. Der Jahresabschluss zum 30. Juni 2011 ist unter Beachtung der Vorschriften der §§ 242 ff. HGB und §§ 150 ff. AktG aufgestellt worden. Die Gliederung der Bilanz zum 30. Juni 2011 erfolgt gemäß § 266 HGB, die Gewinn- und Verlustrechnung wird unter Anwendung des Gesamtkostenverfahrens gemäß § 275 HGB gegliedert. Das HGB-Gliederungsschema gemäß § 266 HGB wurde um den Sonderposten für Investitionszuschüsse für Grundstücke und Bauten gemäß gesondertem Förderbescheid erweitert. 2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen. Zinsen für Fremdkapital, die im Zusammenhang mit zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstandes anfallen, werden aktiviert. Die Abschreibungen werden grundsätzlich unter Berücksichtigung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach der linearen Methode vorgenommen. Neu erstellte Gebäude werden regelmäßig über 50 Jahre abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 150,00 netto werden sofort im Jahr der Anschaffung abgeschrieben. Wirtschaftsgüter im Bereich von über EUR 150,00 bis EUR 1.000,00 netto werden seit dem 1. Januar 2008 gemäß § 6 Abs. 2a EStG in einen wirtschaftsjahrbezogenen Sammelposten eingestellt und unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben. Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 3 HGB bilanziert. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Bilanzstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe hierfür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag dieser Abschreibungen im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zugeschrieben. Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit den Anschaffungskosten. Das Niederstwertprinzip wird beachtet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert unter Berücksichtigung von notwendigen Pauschal- und Einzelwertberichtigungen für die erkennbaren Risiken bewertet. Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bilanziert. Der Sonderposten für Investitionszuschüsse für Grundstücke und Bauten gemäß gesondertem Förderbescheid wird in Höhe der gewährten Beträge angesetzt und jährlich um den anteiligen Abschreibungsbetrag der geförderten Anlagegüter aufgelöst. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde in Anwendung des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB der von der Deutschen Bundesbank ermittelte und veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der letzten sieben Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der zum Bilanzstichtag verwendete Rechnungszinssatz beträgt 5,13 %. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtung berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 1,0 % bei den Entgelten und von 1,1 % bei den Renten ausgegangen. Die Pensionszusagen betreffen ausschließlich Pensionäre, eine Fluktuationsrate wurde bei der Berechnung folglich nicht berücksichtigt. Aus den sich durch das BilMoG ergebenden Bewertungsänderungen ergab sich ein Zuführungsbetrag von TEUR 54, der vollständig im außerordentlichen Aufwand erfasst wurde. Im Vorjahr wurden die Pensionsverpflichtungen versicherungsmathematisch mit ihrem Teilwert gemäß § 6 a EStG auf der Basis eines Zinssatzes von 6 % angesetzt. Latente Steuern werden auf zeitliche Differenzen zwischen handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen gebildet. Die der Bewertung zu Grunde liegenden Wertunterschiede sind unter Punkt 3. erläutert. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Sämtliche Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. 3. Erläuterungen zur BilanzZur Entwicklung des Anlagevermögens wird auf den Anlagenspiegel verwiesen. Der Buchwert des Sachanlagevermögens zum 30. Juni 2011 setzt sich im Wesentlichen aus den Grundstücken und den Gebäuden sowie den Anlagen im Bau der Betriebsstätte Flora Marzina in Höhe von TEUR 8.986 (Vj.: TEUR 8.501) und der Betriebsstätte Koppenbergs-Hof in Höhe von TEUR 6.651 (Vj.: TEUR 6.339) zusammen. Für die im Geschäftsjahr 2009/2010 erworbenen Immobilien in Blankenburg wurden nachträgliche Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 130 aktiviert. Ferner wurde im Rahmen der erstmaligen Anwendung des BilMoG die aktivisch von der Immobilie in Blankenburg abgesetzte § 6b-Rücklage in Höhe von TEUR 348 erfolgsneutral storniert. Hierdurch erhöhte sich das Immobilienvermögen entsprechend um TEUR 348. Im Geschäftsjahr 2010/2011 ergibt sich ein Buchwert für die Immobilien in Blankenburg in Höhe von TEUR 3.310 (Vj.: TEUR 2.912). Der Buchwert der im Verbund der Marseille-Kliniken AG vermieteten Gebäude in Cottbus beträgt TEUR 5.521 (Vj.: TEUR 5.660). Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 170 in die Herstellungskosten einbezogen. Die Marseille-Kliniken AG, Berlin, ist unmittelbar oder mittelbar an folgenden Tochterunternehmen beteiligt, die unter der Position Anteile an verbundenen Unternehmen (Finanzanlagen) bilanziert werden:
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Konzernanteil nach Abzug der direkten und indirekten Minderheitenanteile Hinsichtlich der im Geschäftsjahr 2010/2011 vorgenommenen Abschreibungen auf Finanzanlagen wird auf Punkt 4. verwiesen. Neben den Tochterunternehmen werden unter den Finanzanlagen die Wertpapiere (Aktien) der Damp Holding AG mit TEUR 188 und die nachfolgenden Beteiligungen der Marseille-Kliniken AG, Berlin, ausgewiesen:
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ein aktueller Jahresabschluss lag zum Erstellungszeitpunkt nicht vor
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vorläufiger Jahresabschluss Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen setzen sich aus Forderungen aus dem Konzerncashpool mit TEUR 42.048 (Vj.: TEUR 45.934), Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen mit TEUR 35.796 (Vj.: TEUR 17.407), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit TEUR 7.463 (Vj.: TEUR 1.486), Darlehen mit TEUR 4.086 (Vj.: TEUR 3.300) abzüglich gebildeter Einzelwertberichtigungen von TEUR -15.607 (Vj.: TEUR -12.840) zusammen. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben TEUR 28.746 (Vj.: TEUR 31.302) eine erwartete Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die sonstigen Vermögensgegenstände von insgesamt TEUR 8.168 (Vj.: TEUR 7.047) setzen sich im Wesentlichen aus Darlehensforderungen gegen Frau Estella-Maria Marseille in Höhe von TEUR 3.022 (Vj.: TEUR 2.844) sowie gegen die SCS Standard Computersysteme AG in Höhe von TEUR 2.687 (Vj.: 2.516) zusammen. Diese sind unter Punkt 5.5. erläutert. Daneben enthalten die sonstigen Vermögensgegenstände im Wesentlichen Steuererstattungsansprüche in Höhe von TEUR 1.712 (Vj.: TEUR 1.350). Die sonstigen Vermögensgegenstände haben mit TEUR 5.759 (Vj.: TEUR 5.410) eine erwartete Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die liquiden Mittel haben sich von TEUR 4.426 auf TEUR 8.034 erhöht. Im Rechnungsabgrenzungsposten ist ein Disagio mit TEUR 56 enthalten. Auf der Hauptversammlung am 14. Januar 2011 wurde der am 5. Februar 2009 im Handelsregister eingetragene, jedoch börsentechnisch nicht vollzogene Aktiensplitt zurückgenommen. Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Muttergesellschaft Marseille-Kliniken AG beträgt nach Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister EUR 37.320.000,00 und ist in 14.580.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert je Aktie von EUR 2,56 (gerundet) eingeteilt. Das gezeichnete Kapital ist voll einbezahlt. Im Vorjahr betrug das gezeichnete Kapital EUR 31.100.000,00. Mit Datum vom 24. Mai 2011 wurde unter Verwendung des genehmigten Kapitals eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Es wurden 2.430.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien durch Ausübung der Bezugs- und Überbezugsrechte zum Bezugspreis von EUR 2,56 je Aktie ausgegeben. Der Marseille-Kliniken AG ist aus der Kapitalerhöhung ein Bruttoemissionserlös von EUR 6.220.800,00 zugeflossen. Die im Vorjahr unter den sonstigen Wertpapieren im Umlaufvermögen ausgewiesenen eigenen Anteile in Höhe von EUR 441.721,50 wurden zusammen mit im Geschäftsjahr 2010/2011 zugegangenen eigenen Anteilen in Höhe von EUR 25.561,92 aufgrund der Regelungen des BilMoG mit dem Eigenkapital verrechnet. Dabei wurde der rechnerische Wert der eigenen Anteile mit EUR 296.089,92 offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt. Die von der Gesellschaft gehaltenen 115.675 Stückaktien entsprechen circa 0,79 % des Grundkapitals. Auf der Hauptversammlung am 14. Januar 2011 wurde ein Beschluss über die Aufhebung des genehmigten Kapitals 2008 gefasst. Gleichzeitig wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Marseille-Kliniken AG bis zum 14. Januar 2016 mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmalig um insgesamt EUR 9,33 Mio. zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Dieses wurde durch die Kapitalerhöhung vom 24. Mai 2011 teilweise mit EUR 6,22 Mio. in Anspruch genommen, so dass zum Bilanzstichtag ein genehmigtes Kapital in Höhe von EUR 3,11 Mio. verbleibt. Im Rahmen der Kapitalerhöhung vom 24. Mai 2011 wurde das sich ergebende Agio in Höhe von EUR 800,00 in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt. Darüber hinaus wurden aufgrund der erstmaligen Anwendung des BilMoG TEUR -1.368 ergebnisneutral mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet. Diese entfallen mit TEUR -1.401 auf die erstmalige Erfassung latenter Steuern sowie auf eine geänderte Bewertung der Rückstellungen für Pensionen (TEUR 11) und Jubiläumsverpflichtungen (TEUR 22). Zudem wurde der den rechnerischen Wert der eigenen Anteile übersteigende Betrag von TEUR -171 mit den anderen Gewinnrücklagen verrechnet. Zum Ausgleich der negativen anderen Gewinnrücklagen wurde aus dem Jahresüberschuss abzüglich dem Verlustvortrag ein Betrag in Höhe von TEUR 1.539 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Der Sonderposten für Investitionszuschüsse für Grundstücke und Bauten gemäß gesondertem Förderungsbescheid betrifft einen Baukostenzuschuss für die Errichtung eines Seniorenwohnparks in Cottbus. Die Entwicklung der Rückstellungen ist dem nachstehenden Rückstellungsspiegel zu entnehmen:
In den Zuführungen zu den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist mit TEUR 25 die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen für das Geschäftsjahr 2010/2011 enthalten. Die Steuerrückstellungen von TEUR 1.241 (Vj.: TEUR 2.650) setzen sich im Wesentlichen aus Ertragsteuern für Vorjahre in Höhe von TEUR 640 (Vj.: TEUR 640), Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag der Jahre 2007/2008 und 2008/2009 in Höhe von TEUR 330 (Vj.: TEUR 1.792) sowie Grunderwerbsteuer für den Erwerb der Grundstücke und Gebäude in Blankenburg in Höhe von TEUR 142 (Vj.: TEUR 141) zusammen. Im Vorjahresabschluss waren mit TEUR 2.754 passive latente Steuern in den Steuerrückstellungen enthalten, die im Geschäftsjahr 2010/2011 unter der eigenen Bilanzposition „Passive latente Steuern" ausgewiesen werden. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die latenten Steuern im Jahresabschluss 2010/2011 für das Vorjahr umgegliedert. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 5.853 (Vj.: TEUR 5.668) setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für mögliche Verpflichtungen für in Vorjahren übernommene Mitarbeiter von TEUR 1.600 (Vj.: TEUR 1.600), ausstehenden Rechnungen von TEUR 1.560 (Vj.: TEUR 1.036), Verpflichtungen aus dem Personalbereich in Höhe von TEUR 829 (Vj.: TEUR 620), Rückstellungen für Abschluss- und Beratungskosten von TEUR 460 (Vj.: TEUR 414), möglichen Risiken aus laufenden Prozessen, Vergleichen und sonstigen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 446 (Vj.: TEUR 1.265), Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von TEUR 153 (Vj.: TEUR 154) sowie Tantiemen in Höhe von TEUR 316 (Vj.: TEUR 55) zusammen. Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten zeigt folgende Übersicht:
Im Dezember des Geschäftsjahres 2010/2011 erfolgte die Begebung von 300 auf den Inhaber lautenden, festverzinslichen Teilschuldverschreibungen zum Nennbetrag von je EUR 50.000,00. Das Gesamtvolumen der Anleihe beträgt EUR 15,0 Mio. Diese hat eine Laufzeit bis zum 8. Dezember 2011 und wird mit nominal 7,9 % p.a. verzinst. Die Teilschuldverschreibungen sind zum Handel im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in voller Höhe durch Grundpfandrechte, Sicherheiten einiger Tochtergesellschaften durch verpfändete Festgelder, Sicherungsübereignung von Inventar, eine Mietabtretungserklärung und Mithaftung von Grundstücken besichert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen setzen sich aus Verbindlichkeiten aus dem Konzerncashpool von TEUR 57.577 (Vj.: TEUR 54.323), Darlehen in Höhe von TEUR 26.222 (Vj.: TEUR 26.730), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 7.069 (Vj.: TEUR 6.795) und Verlustübernahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.106 (Vj.: TEUR 1.499) zusammen. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten und Darlehen gegenüber nahe stehenden Unternehmen und Personen, die unter Punkt 5.5. erläutert sind. Weiterhin besteht eine Verbindlichkeit in Höhe von TEUR 999 (Vj.: TEUR 0) gegenüber der in Insolvenz befindlichen St. Nikolaus-Hospital Büren GmbH. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt 15,825 %. Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 58 entfallen mit TEUR 46 auf Jubiläumsrückstellungen sowie mit TEUR 12 auf Pensionsrückstellungen und wurden vollständig mit den passiven latenten Steuern saldiert. Die passiven latenten Steuern entfallen mit TEUR 3.636 auf abweichende Nutzungsdauern bei Gebäuden und mit TEUR 1.427 auf gebildete steuerliche Sonderposten. 4. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 13.248 (Vj.: TEUR 15.929) bestehen im Wesentlichen aus Erlösen aus Pflegedienstleistungen und wurden ausschließlich im Inland erbracht. Die sonstigen betrieblichen Erträge von TEUR 20.234 (Vj.: TEUR 29.552) setzen sich im Wesentlichen aus Miet- und Pachterlösen in Höhe von TEUR 16.863 (Vj.: TEUR 19.615) sowie Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 980 (Vj.: TEUR 195) zusammen. Von den sonstigen betrieblichen Erträgen sind TEUR 1.632 (Vj.: TEUR 1.750) als periodenfremd zu klassifizieren. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten, wurden in Höhe von TEUR 3.394 (Vj.: TEUR 18.682) vorgenommen. Die Abschreibungen entfallen im Wesentlichen auf Forderungen gegen die Marseille-Akademie GmbH mit TEUR 1.350 (Vj.: TEUR 75), die Marseille-Kliniken AG, Zug, Schweiz mit TEUR 935 (Vj.: TEUR 0), die Betrium Nr. 29 Vermögensverwaltungs-GmbH mit TEUR 551 (Vj.: TEUR 335) und die MVZ Hennigsdorf Medizinisches Versorgungszentrum Am Senioren-Wohnpark Hennigsdorf GmbH mit TEUR 439 (Vj.: TEUR 177). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 33.927 (Vj.: TEUR 35.862) enthalten im Wesentlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwendungen, insbesondere Aufwendungen für Miete, Pacht und Leasing in Höhe von TEUR 18.781 (Vj.: TEUR 22.156), Rechts-und Beratungskosten einschließlich Prozessrisiken in Höhe von TEUR 4.601 (Vj.: TEUR 3.719), Werbe- und Repräsentationskosten in Höhe von TEUR 1.150 (Vj.: TEUR 896) sowie Aufwendungen für Dienstleistungen (Verwaltungskostenumlage) von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.126 (Vj.: TEUR 1.171). In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen von TEUR 721 (Vj.: TEUR 617) enthalten. Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von TEUR 32.170 (Vj.: TEUR 17.950) setzen aus den Ergebnisabführungen im Bereich Pflege in Höhe von TEUR 29.866 (Vj.: TEUR 15.079) sowie aus Dienstleistungsgesellschaften in Höhe von TEUR 2.304 (Vj.: TEUR 2.327) zusammen. Von den Ergebnisabführungserträgen entfällt ein Betrag von TEUR 11.138 auf Erträge aus den Auflösungen von § 6b-Rücklagen der Senioren-Wohnpark Thale GmbH und der Senioren-Wohnpark Wolmirstedt GmbH. Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme von TEUR 1.158 (Vj.: TEUR 1.499) betreffen im Wesentlichen die Senioren-Wohnpark Stützerbach GmbH mit TEUR 442 (Vj.: Erträge aus Gewinnabführungsvertrag TEUR 21) sowie die Marseille-Akademie GmbH mit TEUR 244 (Vj.: TEUR 0). Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 3.844 (Vj.: TEUR 5.234) betreffen verbundene Unternehmen. Wesentliche Beträge entfallen auf die Senioren-Wohnpark Hennigsdorf GmbH mit TEUR 1.990, die Karlsruher-Sanatorium-Aktiengesellschaft mit TEUR 733, die Senioren-Wohnpark Aschersleben GmbH mit TEUR 436 und die Senioren-Wohnpark Schollene GmbH mit TEUR 367. Von den Steueraufwendungen sind TEUR 383, von den Steuererträgen TEUR 188 periodenfremd. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag enthalten Aufwendungen aus der Bildung von latenten Steuern (saldiert) in Höhe von TEUR 534 (Vj.: Ertrag aus latenten Steuern von TEUR 1.216) 5. Sonstige Angaben5.1. Haftungsverhältnisse Die Marseille-Kliniken AG hat selbstschuldnerische Bürgschaften für die Besicherung von Darlehen, die an Tochtergesellschaften gegeben worden sind, in Höhe von TEUR 13.298 (Vj.: TEUR 20.456) begeben. Das Risiko aus der Inanspruchnahme aus Bürgschaften für die Tochtergesellschaften wird als gering eingestuft. Unbeschränkte Patronatserklärungen wurden durch die Marseille-Kliniken AG in der Weise abgegeben, dass sie für Ansprüche aus mit einzelnen Tochtergesellschaften geschlossenen Mietverträgen eintritt. Dies betrifft die geschlossenen Mietverträge zwischen der Logo 7. Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, der Senioren-Wohnpark Landshut GmbH und der AMARITA Oldenburg GmbH mit den konzernfremden Vermietungsgesellschaften. Für die - SWP - Senioren-Wohnpark Klötze GmbH wurde eine unbeschränkte Liquiditätszusage abgegeben, damit diese den Verpflichtungen aus abgeschlossenen Immobilienleasingverträgen nachkommen kann. Das Risiko aus der Inanspruchnahme aus unbeschränkten Patronatserklärungen für die Tochtergesellschaften wird als gering eingestuft. Einzelne Mietverträge räumen bei Zahlungsverzug dem Vermieter das Recht zu einer Rückabwicklung der Sale-and-lease-back-Verträge ein. Eine Patronatserklärung hat die Marseille-Kliniken AG für Darlehensverpflichtungen der Da-Tess Gesellschaft für Datendienste mbH gegenüber der Sparkasse Prignitz in Höhe von TEUR 405 am 06. Juli 2004 abgegeben. Das Darlehen valutiert zum Stichtag mit TEUR 154. Mit einer Inanspruchnahme wird aufgrund der planmäßigen Tilgung nicht gerechnet. Des Weiteren hat die Marseille-Kliniken AG Patronatserklärungen für diverse andere Tochtergesellschaften im Volumen von TEUR 4.450 abgegeben. Das Risiko aus der Inanspruchnahme aus Patronatserklärungen für die Tochtergesellschaften wird als gering eingestuft. Weitere Haftungsverhältnisse bestehen am Bilanzstichtag nicht. 5.2. Derivative Finanzinstrumente Derivative Finanzinstrumente lagen im Geschäftsjahr 2010/2011 in Form von zwei Zins-Swaps vor. Die Marseille-Kliniken AG hat zwei Kreditverträge mit der HSH Nordbank abgeschlossen, die zur Finanzierung des Bauvorhabens in Herne dienen. Zur Absicherung der variabel verzinslichen Darlehen wurden zwei Festzins-Swaps abgeschlossen. Dadurch werden die zukünftigen variablen Zinszahlungen in fixe Zinszahlungen transformiert. Die Bedingungen der Zins-Swaps stimmen mit den Konditionen der Darlehensverträge überein, so dass keine Ineffektivitäten der Zins-Swaps entstehen. Die Zins-Swaps werden bis zur Endfälligkeit gehalten und erfüllen die Voraussetzungen für eine effektive Sicherungsbeziehung. Sie wurden im Geschäftsjahr 2010/2011 als Hedging-Geschäfte designiert. Zum 30. Juni 2011 betragen die negativen Marktwerte insgesamt TEUR 440 (Vj.: TEUR 869). Da die Voraussetzungen für eine Bewertungseinheit erfüllt sind, wurde hierfür keine Rückstellung gebildet. Die Ermittlung des Marktwertes erfolgte anhand der mark-to-market-Methode. Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:
Aufgrund des geringen Umfangs der Transaktionen in fremder Währung erfolgten keine Maßnahmen zur Absicherung von Währungsrisiken. 5.3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Immobilienmietverträge beziehen sich im Wesentlichen auf die Immobilien in Lemwerder, Klötze (Medina und SWP), Waldkirch, Bad Schönborn, Bad Langensalza, Wolmirstedt, Thale, Hamburg Angerstraße, Leipzig - Am Kirschberg -, Berlin (Pflegehaus Kreuzberg), Buxtehude, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf, Langen, Schollene, Datteln und Aschersleben (St. Elisabeth). Darüber hinaus bestehen zwei Erbbaurechtsverpflichtungen mit Restlaufzeiten von rund 15 und 45 Jahren. Zudem bestehen diverse Dienstleistungsverträge, hauptsächlich mit verbundenen Unternehmen wie Pro Work GmbH, PRO F&B GmbH, PROMINT GmbH, ProTec GmbH sowie Geschäftsbesorgungsverträge mit der VDSE GmbH. Für die finanziellen Auswirkungen der Folgejahre wurde das derzeitige Niveau unterstellt. Die finanziellen Verpflichtungen aus sonstigen Leasingverträgen betragen TEUR 720 (Vj.: TEUR 333) und resultieren überwiegend aus dem Leasing von Inventar. Eine Kündigung der oben genannten Verträge ist bis zum Bilanzstichtag nicht erfolgt. Für die Bauvorhaben in Herne (Betriebsstätte Flora Marzina) besteht ein Bestellobligo in Höhe von TEUR 35 (Vj.: TEUR 1.004). 5.4. Außerbilanzielle Geschäfte Die Marseille-Kliniken AG hat für Tochtergesellschaften Immobilien-Mietverträge mit Vermietern und anschließend Untermietverträge mit den operativen Betriebsgesellschaften abgeschlossen. Die Mietverträge wurden teilweise als Sale-and-lease-back Verträge ausgestaltet. Aufgrund der absoluten Höhe und der Vielzahl an Verträgen handelt es sich um für die Beurteilung der Finanzlage bedeutsame außerbilanzielle Geschäfte. Zweck der Sale-and-lease-back-Transaktionen war die in Vorjahren angestrebte Beschaffung von Liquidität zur weiteren Finanzierung der Expansion. Die mit den Transaktionen eingegangen Risiken beinhalten vor allem das mögliche Risiko der teilweisen Rückabwicklung von Sale-and-lease-back-Verträgen bei Nichterreichen vertraglich definierter Kennzahlen. Die mit den Verträgen eingegangenen Zahlungsverpflichtungen sind in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten. Darüber hinaus bestehen keine für die Marseille-Kliniken AG bedeutsamen außerbilanziellen Geschäfte. 5.5. Geschäfte mit nahe stehenden Personen und Unternehmen Die Geschäftsbeziehungen zwischen der Marseille-Kliniken AG und nahe stehenden Personen und Unternehmen stellen sich wie folgt dar:
5.6. Anzahl der Mitarbeiter Bei der Marseille-Kliniken AG waren im Geschäftsjahr 2010/2011 durchschnittlich 358 (Vj.: 332) Personen beschäftigt. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer gliedert sich in folgende Gruppen:
5.7. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers Das für den Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar wird im Anhang zum Konzernabschluss der Marseille-Kliniken AG angegeben. 5.8. Angaben nach dem AktG Beteiligungen an der Marseille-Kliniken AG, die ihr nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 4 WpHG mitgeteilt worden sind: Artio Global Investors Inc., New York, USA, hatte uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 15. März 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Marseille-Kliniken AG, Berlin, am 11. März 2011 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und zu diesem Tag 4,75 % (entspricht 577.470 Stimmrechten) in Bezug auf die Gesamtmenge der Stimmrechte betrug. Dabei wurden der Agio Global Investors Inc., New York, USA, Stimmrechtsanteile an der Marseille-Kliniken AG, Berlin, von 3 % oder mehr von der Artio International Equity Fund, 330 Madison Avenue, New York, USA, zugerechnet. Der Stimmrechtsanteil der Close Securities (Germany) Limited, London, UK, hat am 26. Mai 2011 die Schwelle von 3 %,5 %, 10 % und 15 % der Stimmrechte an der Marseille-Kliniken AG überschritten und betrug zu diesem Tag 16,67 % (2.430.000 Stimmrechte). Diese Stimmrechtsanteile sind der Close Securities (Germany) Limited nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG voll zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von der Close Securities (German) Limited kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Marseille-Kliniken AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Close Brother Seydler Bank AG. Der Stimmrechtsanteil der Close Securities Holdings Limited, London, UK, hat am 26. Mai 2011 die Schwelle von 3 %,5 %, 10 % und 15 % der Stimmrechte an der Marseille-Kliniken AG überschritten und betrug zu diesem Tag 16,67 % (2.430.000 Stimmrechte). Diese Stimmrechtsanteile sind der Close Securities Holdings Limited, London, UK, nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG voll zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von der Close Securities Holdings Limited kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Marseille-Kliniken AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Close Securities (Germany) Limited, Close Brother Seydler Bank AG. Der Stimmrechtsanteil der Close Brothers Holdings Limited, London, UK, hat am 26. Mai 2011 die Schwelle von 3 %,5 %, 10 % und 15 % der Stimmrechte an der Marseille-Kliniken AG überschritten und betrug zu diesem Tag 16,67 % (2.430.000 Stimmrechte). Diese Stimmrechtsanteile sind der Close Brothers Holdings Limited nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG voll zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von der Close Brothers Holdings Limited kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Marseille-Kliniken AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Close Securities Holdings Limited, Close Securities (Germany) Limited, Close Brother Seydler Bank AG. Der Stimmrechtsanteil der Close Brothers Group plc., London, UK, hat am 26. Mai 2011 die Schwelle von 3 %,5 %, 10 % und 15 % der Stimmrechte an der Marseille-Kliniken AG überschritten und betrug zu diesem Tag 16,67 % (2.430.000 Stimmrechte). Diese Stimmrechtsanteile sind der Close Brothers Group plc nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG voll zuzurechnen. Zugerechnete Stimmrechte werden dabei über folgende von der Close Brothers Group plc kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Marseille-Kliniken AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Close Securities Holdings Limited, Close Securities (Germany) Limited, Close Brothers Holdings Limited. Am 1. Juni 2011 teilte uns die Close Securities (Germany) Limited, London, UK,gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Marseille-Kliniken AG, Berlin, Deutschland, ISIN DE0007783003, am 31. Mai 2011 durch Veräußerung von Aktien mit Stimmrechten die Schwelle von 3 %, 5 %, 10 %, 15 % unterschritten hat und zu diesem Tag 0 % betrug. Gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG besteht von Seiten Herrn Ulrich Marseille und Frau Estella-Maria Marseille, Hamburg, eine unmittelbare bzw. mittelbare Beteiligung an der Marseille-Kliniken AG, Berlin, in Höhe von mehr als 60,00 % der Stimmrechte. Darüber hinaus sind dem Konzern keine Beteiligungen an der Marseille-Klinken AG, die ihr nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 4 WpHG mitzuteilen sind, mitgeteilt worden. Die Gesellschaft hat die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären unter www.marseille-kliniken.com dauerhaft zugänglich gemacht. 5.9. Organe der Gesellschaft Vorstand Vorstandsmitglieder sind bzw. waren im Geschäftsjahr die folgenden Herren: Herr Ulrich Marseille, Hamburg, Vorstandsvorsitzender (bis 31. August 2011)
Herr Axel Regenhardt, Seesen, Vorstand IT (bis 28. Februar 2011) Herr Dr. Thomas Klaue, Pullach, Vorstand Finanzen und stv. Vorsitzender (bis zum 4. Oktober 2011
Herr Stefan W. Herzberg, Ratingen, Vorstand Ressort Marketing und Pflege (vom 10. Februar 2011 bis 10. Oktober 2011)
Am 31. August 2011 trat Herr Ulrich Marseille als Vorstandsvorsitzender zurück. Den Vorstandsvorsitz übernahm am 1. September 2011 Herr Stefan W. Herzberg. Herr Dr. Thomas Klaue schied zum 4. Oktober 2011 und Herr Stefan W. Herzberg zum 10. Oktober 2011 aus dem Unternehmen aus. Seit dem 1. August 2011 wurde Herr Michael Thanheiser, Neustadt, zum Vorstandsmitglied für Konzernrevision und IT berufen. Seit dem 10. Oktober 2011 ist Herr Michael Thanheiser alleiniger Vorstand. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat besteht bzw. bestand aus folgenden Mitgliedern: Herr Uwe Bergheim, Kommunikations-Betriebswirt, Düsseldorf (Vorsitzender bis 27. September 2011)
Herr Dr. Thomas Middelhoff, Kaufmann, Chairman and Founding Partner bei BLM & Partners LLP, London (bis 31. Oktober 2010), Chairman and Founding Partner Pulse Capital Partners LLC, New York (ab 01. November 2010), Bielefeld (Vorsitzender ab 28. September 2011)
Herr Hans-Hermann Tiedje, Medienunternehmer, Berlin (Stellvertretender Vorsitzender)
Herr Mathias D. Kampmann, Betriebswirt, Hamburg Herr Prof. Dr. med. Matthias Schönermark, Universitätsprofessor, Geschäftsführender Gesellschafter, SKC Beratungsgesellschaft mbH, Hannover Frau Estella-Maria Marseille, Rechtsanwältin, Hamburg (seit 31. August 2010)
Es haben im Geschäftsjahr 2010/2011 am 30. September 2010, 29. November 2010, 13. Januar 2011, 14. Januar 2011, 16. Februar 2011, 14. April 2011 und am 28. Juni 2011 Aufsichtsratssitzungen stattgefunden. 5.10. Vergütung des Vorstandes und des Aufsichtsrates Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Der Aufsichtsrat hat die Möglichkeit, für besondere Leistungen eine Prämie als Bestandteil der variablen Vergütung zu gewähren. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus fixen und variablen Bestandteilen zusammen. Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausbezahlt. Die Bezüge für den Vorstand im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden ausschließlich über die Marseille-Kliniken AG gewährt und betrugen TEUR 874 (Vj.: TEUR 549), davon fix TEUR 874 (Vj.: TEUR 496) und variabel TEUR 0 (Vj.: TEUR 53). Die Vergütung des Vorstands setzt sich wie folgt zusammen:
Darlehen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstandes bestanden im Berichtsjahr lediglich mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Ulrich Marseille. Siehe hierzu die Erläuterungen bei den Geschäften mit nahe stehenden Personen und Unternehmen. Der Aufsichtsrat erhielt eine Vergütung in Höhe von TEUR 153 (Vj.: TEUR 154). Bezüglich der den Mitgliedern des Aufsichtsrates gewährten Darlehen verweisen wir auf die Angaben zu den Geschäften mit nahe stehenden Personen und Unternehmen. Die Pensionszahlungen für frühere Mitglieder des Vorstandes und ihre Hinterbliebenen betragen TEUR 68 (Vj.: TEUR 57). Für die künftigen Verpflichtungen der früheren Vorstandsmitglieder wurde eine Rückstellung in Höhe von TEUR 495 (Vj.: TEUR 453) gebildet. Angaben über Aktienoptionsprogramme. Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurde erstmals für ein Vorstandsmitglied ein Aktienoptionsprogramm aufgelegt. Mit dem Ausscheiden des Vorstandsmitglieds sind die Rechte auf Ausübung des Aktienoptionsprogramms zwischenzeitlich verfallen. Das Optionsprogramm wurde am 16. Februar 2011 aufgelegt und war auf die Ausgabe von 300.000 phantom stocks (virtuelle Aktien mit Barvergütung) gerichtet. In Abhängigkeit von festgelegten Ausübungszeitpunkten hätten die Optionen in sechs Tranchen letztmalig zum 1. Februar 2014 ausgeübt werden können. Der beizulegende Zeitwert der Optionen betrug am 30. Juni 2011 TEUR 2. Der innere Wert beträgt TEUR 0. 5.11. Konsolidierungskreis Mutterunternehmen des größten Konsolidierungskreises ist die Marseille-Kliniken AG, Berlin (Registergericht: Berlin-Charlottenburg HRB Nr. 86329 B). Der Konzernabschluss wird im amtlichen Unternehmensregister bekannt gemacht und im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. 5.12. GewinnverwendungsvorschlagDer Bilanzgewinn beträgt TEUR 4.366 (Vj.: Bilanzverlust TEUR 311) und soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Berlin, den 21. Oktober 2011
Vorstand M. Thanheiser Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2010/2011der Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft, Berlin
Zusammengefasster Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2010/2011Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft, Berlin1 Überblick und Kennzahlen des Konzerns 2 Geschäftstätigkeit und Rahmenbedingungen
3 Strategie des Konzerns 4 Ertragslage des Marseille-Kliniken Konzerns
5 Vermögenslage des Konzerns 6 Finanzlage des Konzerns 7 Investitionen des Konzerns 8 Forschung und Entwicklung 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 10 Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG
11 Risikobericht
12 Nachtragsbericht 13 Vergütungsbericht 14 Corporate Governance (Entsprechenserklärung, Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen, Angabepflichten gemäß § 315 Abs. 4 HGB) 15 Prognosebericht Der Lagebericht der Marseille-Kliniken AG wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des Marseille-Kliniken Konzerns zusammengefasst. Die Risiken und Chancen der Marseille-Kliniken AG, als Muttergesellschaft, sind untrennbar mit dem Konzern verbunden. In diesem Lagebericht enthaltene Informationen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, auf den Konzern. Die Informationen zur Lage des Mutterunternehmens Marseille-Kliniken AG sind in dem separaten Abschnitt „Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG" dargestellt. Der Marseille-Kliniken Konzernabschluss ist nach den International Financial Reporting Standards und der Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AG nach den Grundsätzen des deutschen Handelsrechts (HGB) und der aktienrechtlichen (AktG) Vorschriften aufgestellt. 1 Überblick und Kennzahlen des KonzernsDie Marseille-Kliniken AG ist ein führender börsennotierter Betreiber von Pflegeheimen in Deutschland. Kernsegment des Unternehmens bildet der Bereich der Altenpflege mit einer Versorgungskapazität von 8.083 Betten (Vertriebskapazität 7.973 Betten). Der Konzern betreibt insgesamt 60 Senioreneinrichtungen, davon drei Pflegeheime für Menschen mit Behinderung und versorgt somit nahezu bundesweit — in 13 von 16 Bundesländern — pflege- oder betreuungsbedürftige Personen. Durch den Bereich „Betreutes Wohnen" innerhalb des Konzerns wird das Kernsegment „Stationäre Altenpflege" sinnvoll ergänzt. Hier versorgt das Unternehmen als Dienstleister mit vier Gebäudekomplexen in Gera, Halle und Potsdam ältere Menschen in 1.169 Wohneinheiten. Das Geschäftsjahr 2010/2011 stellt für die Marseille-Kliniken einen positiven Wendepunkt dar. Durch den Verkauf der Rehabilitationssparte im Vorjahr, die Einführung einer operativen und dezentralen Regionalleiterstruktur, die vollständige Platzierung einer Anleihe im Gesamtnennbetrag von 15,0 Mio. EUR und die erfolgreiche Kapitalerhöhung durch 2.430.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien, verfolgt der Konzern konsequent seine strategische Neuausrichtung. Entsprechend der Fokussierung auf die beiden Bereiche „Stationäre Altenpflege" und „Betreutes Wohnen" konnte die durchschnittliche Auslastung des Vorjahres (88 %) mit 87,1 % nahezu gehalten werden (bezogen auf die Vertriebskapazität). Zusätzlich zur Auslastungserhöhung stellt der Aufbau von Kapazitäten im Bereich „Betreutes Wohnen" ein strategisches Ziel dar. Eine Erhöhung der Bettenkapazität im stationären Bereich ist hingegen aufgrund der im Markt herrschenden Überkapazitäten nicht vorgesehen. Somit orientieren sich die Kapazitäten in den beiden Unternehmensbereichen noch stärker an der tatsächlichen Marktnachfrage. Im Geschäftsjahr 2010/2011 erwirtschaftete der Marseille-Kliniken Konzern einen Umsatz in Höhe von 190,0 Mio. EUR, nach 240,7 Mio. EUR im Vorjahr. Die Umsatzerlöse des Vorjahres enthielten Umsätze der im letzten Geschäftsjahr veräußerten Rehabilitationskliniken, die zur besseren Vergleichbarkeit herausgerechnet werden müssen. Der so angepasste Vorjahreswert beträgt 193,2 Mio. EUR. Damit ist es dem Marseille-Kliniken Konzern gelungen, sich in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten und Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau zu erwirtschaften. Das Ergebnis des Konzerns vor Abschreibungen, Zinsen, Mietaufwendungen und Steuern (EBITDAR) reduzierte sich um 23,7 Mio. EUR von 75,6 Mio. EUR auf 51,9 Mio. EUR. Unter Berücksichtigung von Mietaufwendungen hat sich das EBITDA von 25,9 Mio. EUR um 12,2 Mio. EUR auf 13,7 Mio. EUR verringert. Die Reduzierung ist im Wesentlichen auf Sondereffekte, hauptsächlich den hohen einmaligen Ertrag aus der Entkonsolidierung der Reha-Gesellschaften im Geschäftsjahr 2009/2010 zurückzuführen. Zum besseren Verständnis sind die Sondereffekte unter Punkt 4.9 detailliert erläutert. Das um Sondereffekte bereinigte EBT des Geschäftsjahres 2009/2010 von -1,6 Mio. konnte um 6,2 Mio. EUR auf ein um Sondereffekte bereinigtes EBT von 4,6 Mio. EUR verbessert werden. Nachdem im Vorjahr bedingt durch die Neuausrichtung erhebliche Sonderabschreibungen im Bereich der Stillstandsimmobilien von nicht mehr betriebenen Kliniken und der Bewertung von Firmenwerten von insgesamt rund 9,2 Mio. EUR notwendig wurden, sind die Abschreibungen von 21,6 Mio. EUR im Berichtsjahr auf 8,0 Mio. EUR zurückgegangen. Das Finanzergebnis verringerte sich um 0,4 Mio. EUR auf -4,0 Mio. EUR, was im Wesentlichen auf die Refinanzierung zurückzuführen ist. Das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheiten verbesserte sich um 2,3 Mio. EUR von 0,6 Mio. EUR auf 2,9 Mio. EUR. 2 Geschäftstätigkeit und Rahmenbedingungen2.1 Geschäftstätigkeit Die Gesellschaft ist ein führender börsennotierter Anbieter von stationärer Altenpflege und ambulanten Pflegedienstleistungen („Betreutes Wohnen") mit insgesamt 60 Senioreneinrichtungen in 13 von 16 deutschen Bundesländern. Der Bereich der stationären Altenpflege umfasst 57 Pflegeeinrichtungen mit einer Vertriebskapazität von rund 6.814 Betten, inklusive drei Pflegeheimen für behinderte Personen. Im Bereich des Betreuten Wohnens versorgt Marseille-Kliniken in vier Gebäudekomplexen in Gera, Halle und Potsdam ältere Menschen in 1.169 Wohneinheiten als Serviceanbieter. Neben diesen beiden Kernbereichen werden im Konzernbereich „Dienstleistungen" einzelne Service- und administrative Dienstleistungen, wie unter anderem das in eine Konzerngesellschaft ausgelagerte Rechnungswesen, technische Dienstleistungen und Instandhaltungen sowie ein Großwäschereibetrieb, zusammengefasst und ergänzen somit die operativen Geschäfte des Konzerns. Einzelne Konzernsegmente werden durch eine gesamtverantwortliche operative Leitung geführt und durch interne Dienstleister für die Zentralfunktionen Personal, Finanzen und Controlling, Rechnungswesen, Steuern, Informationstechnologie, Organisationsentwicklung und Marketing unterstützt. Zusätzlich verantworten eigenständige Regionalleiter verschiedene Senioreneinrichtungen und ermöglichen es dem Konzern somit, durch ihre dauerhafte regionale Präsenz seine operative Handlungsfähigkeit weiter zu verbessern. Innerhalb der Segmente werden die einzelnen Einrichtungen als juristisch eigenständige Tochtergesellschaften, angebunden an die Muttergesellschaft Marseille-Kliniken AG, geführt. Jede der Tochtergesellschaften ist einem Unternehmenssegment gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) zugeordnet. Grundlage der Konzernsteuerung sind die strategische Planung und die regelmäßig aktualisierte Vorschau. Hierbei werden die aktuellen Ereignisse des laufenden Geschäftsjahres sowie zukünftig erwartete Marktentwicklungen, neue Informationstechnologien und die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns berücksichtigt. Die Unternehmensplanung wird für einen Prognosezeitraum von fünf Jahren erstellt. Dabei wird jeweils für das folgende Geschäftsjahr ein detailliertes Budget erstellt. Das Budget gibt die Zielwerte für die monatlich erfolgende Berichterstattung über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage jeder einzelnen Gesellschaft des Konzerns, der Segmente des Konzerns und des Konzerns insgesamt vor. Ergänzt um zahlreiche Steuerungsdaten, wie Kennzahlen, Auslastungen, qualitative Werte und Detailinformationen, vervollständigen die Monatsberichte somit die Steuerung und Risikoreduzierung des operativen Geschäfts. Dieses gesamte Berichtswesen bildet eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für Vorstand und Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand in dem von Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung vorgesehenen Rahmen sowie unter Beachtung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Er arbeitet zum Wohle der Gesellschaft eng mit dem Vorstand zusammen und ist in die Entscheidungen von grundlegender Bedeutung eingebunden. Zwischen Aufsichtsrat und Vorstand erfolgte die Abstimmung und Festlegung der Strategie im Berichtszeitraum einvernehmlich. 2.2 Rahmenbedingungen 2.2.1 Gesamtwirtschaftliches Umfeld Die gesamtwirtschaftliche Situation in Deutschland ist nach einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,6 % im Jahre 2010 aktuell durch eine konjunkturelle Abschwächung gekennzeichnet. Im ersten Quartal 2011 betrug das Wirtschaftswachstum im Vorjahresvergleich noch 1,3 % und reduzierte sich im zweiten Quartal auf 0,1 %. Hieraus leitet sich, auch aufgrund der erwarteten Entwicklung der Weltwirtschaft (3,95 % in 2011 ggü. 5,11 % in 2010), ein insgesamt flacherer Wachstumspfad für die deutsche Wirtschaft ab. Entgegen der überwiegend positiven Entwicklung der Privatwirtschaft seit 2010, wird die Verschuldung verschiedener Staaten von Wirtschaftsexperten mehrheitlich als problematisch angesehen. Die deutlich ausgeweitete Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland von derzeit über 80 % des Bruttoinlandsproduktes könnte langfristig zu erheblichen strukturellen Auswirkungen auf den gesamten Gesundheitsmarkt führen. 2.2.2 Der deutsche Gesundheitsmarkt Die Ausgaben für Gesundheit summierten sich in Deutschland im Jahr 2009 auf insgesamt 278,3 Mrd. EUR (2008: 264,5 Mrd. EUR) und entsprachen damit einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von rund 11,6 % (2008: 10,7 %). Diese Ausgabenerweiterung trotz der damaligen Wirtschaftskrise und der hieraus resultierende hohe Anteil am BIP verdeutlichen die hohe Unabhängigkeit des Gesundheitsmarktes von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung. Ein wesentlicher Faktor für das Wachstum des Gesundheitsmarktes in Deutschland ist die Alterung der Gesellschaft, bedingt durch eine höhere Lebenserwartung (2009: 80,3 Jahre; 2000: 78,3 Jahre; 1990: 75,4 Jahre), eine vergleichsweise niedrige Geburtenrate und medizinische Forschungsergebnisse. Gleichzeitig wandelt sich das Selbstverständnis vom passiven Patienten als Opfer seiner Krankheit zum selbstbestimmten aktiven Kunden medizinischer Produkte und Dienstleistungen. Diesen positiven Impulsen auf der Nachfrageseite stehen die langfristigen Grenzen der Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems durch öffentliche Haushalte bzw. umlagefinanzierte Sozialversicherungssysteme auf der Angebotsseite gegenüber. Die gestiegene Staatsverschuldung und die langfristige tendenzielle Abnahme sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse verdeutlichen die Herausforderungen, einen stark wachsenden Bedarf mit einer gleichzeitig begrenzten Steigerung der Finanzmittelausstattung zu befriedigen. Vor diesem Hintergrund werden für den deutschen Gesundheitsmarkt neben langfristigen jährlichen Wachstumsraten zwischen 6 % und 10 % drei bedeutende Trends prognostiziert: Der hohe Kostendruck bei weitgehend gesetzlich festgelegtem Leistungsumfang führt erstens zu einem Konzentrationsprozess, so dass Einzeleinrichtungen langfristig kaum noch Überlebenschancen haben werden. Zweitens führt der medizinische Fortschritt zu einer kürzeren Verweildauer der Patienten im kostenintensiven stationären Bereich und zu einer engeren Verzahnung der verschiedenen Sektoren des Gesundheitsmarktes. Drittens ist der Markt in den vergangenen Jahren durch eine Welle von Privatisierungen gekennzeichnet; ein Trend, der weiter zunehmen wird. Die öffentliche Hand ist weder in der Lage die notwendigen Investitionen in den Einrichtungen vorzunehmen, noch kann sie die Verluste in vielen ihrer Häuser auf Dauer tragen. Allein im Bereich der Krankenhäuser ist bereits heute ein Investitionsstau von rund 50 Mrd. EUR entstanden, der nach Meinung von Experten nur durch privatwirtschaftliche Strukturen und Investitionen aufgelöst werden kann. Der Gesundheitsmarkt ist daher in zunehmendem Maße auf privates Kapital angewiesen. In diesem Marktumfeld ergeben sich für die Marseille-Kliniken als privatwirtschaftlicher Betreiber von Senioreneinrichtungen Herausforderungen für die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung innerhalb des Gesundheitsmarktes, aber auch erhebliche langfristige Wachstumspotenziale für den gesamten Konzern. Die hieraus abgeleitete Unternehmensstrategie wird im folgenden Abschnitt erläutert. 3 Strategie des Konzerns![]() Die Marseille-Kliniken AG zählt als börsennotierter Betreiber von Altenpflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens zu den führenden Anbietern von Pflegedienstleistungen in Deutschland. In einem Markt, der vor allem von Wohlfahrtsverbänden bestimmt wird, sind wir ein Pionierunternehmen, das mit seiner konsequenten Ausrichtung als bundesweiter Anbieter den Gesundheitsmarkt prägt, angesichts der demographischen Entwicklung zukunftsweisend aufgestellt ist und eine Verbindung von sozialem und wirtschaftlichem Handeln mit Kundenorientierung schafft. Neben der demographischen Entwicklung ist es die schlechte Finanzlage der öffentlichen Haushalte und Pflegekassen, die den Wachstumsmarkt der privatwirtschaftlich organisierten stationären und ambulanten Altenpflege und somit das Fundament der Konzernstrategie formt. Innerhalb dieses Zukunftsmarktes positionieren sich die Marseille-Kliniken mit einer von drei Pfeilern getragenen Konzernstrategie, um ihrem Konzernziel des ertragreichen langfristigen Wachstums Rechnung zu tragen: Einen der drei Pfeiler der Strategie bildet der eigene Anspruch der Qualitätsführerschaft im deutschen Pflegemarkt. Mit den innovativen Branchenlösungen zur Steigerung der Qualität und Transparenz sind die Marseille-Kliniken Vorreiter auf dem nationalen Markt für Pflegedienstleistungen. Bei der Pflege, im Umgang mit kranken Menschen, bei der sozialen Betreuung und im Bereich Unterbringung und Service wurden hohe Standards gesetzt. Die Pflegeeinrichtungen wurden freiwillig nach anerkannten Normen wie DIN EN ISO 9001:2008 oder KTQ-Pflege (zwei Einrichtungen) von externer Stelle zertifiziert. Zur Sicherung der hohen Qualitätsstandards und zur Weiterentwicklung der Einrichtungen wurde ein umfangreiches, für die Pflegebranche beispielgebendes Auditsystem etabliert (differenziert in Prozess-, Besuchs- und Systemaudit). Das konzerninterne Qualitätsmanagementsystem basiert auf Kennzahlen und einer EDV-Erfassung, die eine Früherkennung von Pflegerisiken ermöglicht und permanent über den Stand der Pflegequalität Auskunft gibt. Eine Analyse der täglichen Pflegearbeit, ein differenziert ausgestaltetes Beschwerdemanagement sowie eine regelmäßige, anonyme Befragung von Angehörigen fördern den kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Pflege. Zusätzlich wird das Pflegepersonal durch angepasste Softwarelösungen von administrativen Aufgaben entlastet, so dass die Mitarbeiter mehr Zeit für die individuelle Betreuung der Bewohner haben. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind integraler Teil unserer gesamten Konzernstrategie. Ihnen kommt insbesondere im Strategiepfeiler der Qualitätsführerschaft eine zentrale Rolle zu. Die Mitarbeiter sind gerade innerhalb des operativen Tagesgeschäftes der Pflege das Rückgrat des Konzerns. Um den hohen Qualitätsanforderungen in der Pflege und der individuellen Betreuung zu entsprechen, nehmen die regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen der Mitarbeiter einen hohen Stellenwert innerhalb der breit angelegten Personaloffensive „Bilden und Binden" zur Steigerung der Attraktivität des Konzerns als Arbeitgeber ein. Die Komponente der Fortbildung wird durch das Betreiben der Marseille-Akademie deutlich. Mit computergestützten e-Learning-Kursen hat die Marseille-Akademie dafür ein in der Branche einmaliges System aufgebaut, das den schnellen Informationstransfer aus Forschung und Lehre zum Pflegepersonal gewährleistet. Die Marseille-Kliniken AG ist bereits heute einer der größten Anbieter von e-Learning für pflegerische Lerninhalte in Deutschland. Weitere Komponenten zur Mitarbeiterbindung sind beispielsweise leistungsbezogene Gehaltskomponenten, die Möglichkeit der Teilhabe an einer firmeneigenen Pensionskasse und eine durchgängig kooperative Führung. Den zweiten Pfeiler der Konzernstrategie bildet die klare Fokussierung auf die beiden Segmente Pflege im stationären und ambulanten Bereich („Betreutes Wohnen"). Durch den Verkauf der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Rehabilitationssparte im April 2010, die Beendigung des Engagements im Bereich Akutklinik und Inkontinenz-Zentrum sowie die derzeitigen Bemühungen, die Auslastung der bestehenden Kapazitäten im Kernsegment weiter zu verbessern, wird eine klare Effizienzsteigerung des gesamten Konzerns angestrebt. Aufgrund der Überkapazitäten in der stationären Pflege des Gesundheitsmarktes insgesamt und des vielfältigen Angebots innerhalb dieses Konzernsegments (Seniorenwohnparks als 2-, 3- und 4-Sterne Einrichtungen) wird derzeit eine Kapazitätserhöhung nur im Bereich der ambulanten Pflege („Betreutes Wohnen") geprüft. Der dritte Pfeiler der Konzernstruktur umfasst die geschaffenen Managementstrukturen. Hierzu zählen sowohl die jüngsten Veränderungen innerhalb des Konzernvorstandes (vgl. Nachtragsbericht) als auch die erfolgreiche Einführung einer operativen Regionalleiterstruktur. Innerhalb dieser bestehenden Regionalleiterstruktur existieren acht Regionen in der Bundesrepublik Deutschland. Somit wurde der Handlungsraum der operativen Konzernführung dezentralisiert und orientiert sich nun stärker an der Situation und Nachfrage der einzelnen Senioreneinrichtungen. Es konnte eine Stärkung von Entscheidungskompetenzen und Verantwortlichkeiten der Einrichtungen selbst erzielt werden, die im Berichtszeitraum eine gleichbleibend gute Bettenbelegung bewirkte. Durch die abgeschlossenen Reorganisationen blicken die Marseille-Kliniken einer Zukunft mit langfristig orientierten Managementstrukturen optimistisch entgegen. Die gesamte Konzernstrategie der Marseille-Kliniken AG wird durch diese drei Pfeiler definiert. Durch die enge Verknüpfung und wechselseitige Beeinflussung der einzelnen Pfeiler entsteht ein stabiles Konstrukt, das die Realisierung des Konzernziels des ertragreichen langfristigen Wachstums unter Berücksichtigung der Aspekte soziale Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung ermöglicht. 4 Ertragslage des Marseille-Kliniken KonzernsDurch den Verkauf der Reha-Sparte im April 2010, die im Vorjahr für zehn Monate einen Umsatz von 47,6 Mio. EUR erwirtschaftet und ein veräußerungsbedingtes Ergebnis von 22,7 Mio. EUR erzielt hat, ist ein unmittelbarer Vergleich der Ertragslage des Geschäftsjahres 2010/2011 mit der des Vorjahres nur eingeschränkt möglich.
Die Bettenkapazität (Versorgungskapazität) im Konzern beträgt zum 30. Juni 2011 in den 60 Senioreneinrichtungen 8.083 Betten gegenüber 8.370 Betten in 62 Senioreneinrichtungen im Vorjahr. Der leichte Rückgang der Bettenkapazität in der Pflege resultiert im Wesentlichen aus der Veräußerung des Geschäftsbetriebs des Standortes Montabaur zum 1. Oktober 2010 und der Schließung des Standortes Schömberg zum 30. Juni 2010. 4.1 Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse verminderten sich im Geschäftsjahr um 50,7 Mio. EUR auf 190,0 Mio. EUR. Bereinigt um die in den Reha-Gesellschaften erwirtschafteten Umsätze reduzierte sich der Umsatz von 193,1 Mio. EUR um 3,1 Mio. EUR (1,6 %) auf 190,0 Mio. EUR. Unter Eliminierung der Umsätze in den Einrichtungen Schömberg und Montabaur, die zum 30. Juni 2010 bzw. 1. Oktober 2010 abgegeben wurden und mit 6,1 Mio. EUR zum Vorjahresumsatz sowie mit 1,2 Mio. EUR zum Umsatz des Geschäftsjahres 2010/2011 beigetragen haben, ergäbe sich ein bereinigter Umsatzanstieg im Konzern von 1,8 Mio. EUR. Bezogen auf das Segment Pflege ergibt sich ein bereinigter Umsatzanstieg von 3,7 Mio. EUR. oder 2,0 % Ausschlaggebend hierfür sind insbesondere die Belegungssteigerungen in den Expansionseinrichtungen AMARITA Bremerhaven und AMARITA Hamburg sowie die ab 1. Juli 2010 hinzugekommenen Pflegeumsätze im Bereich des Betreuten Wohnens in Gera. 4.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen 12,1 Mio. EUR (Vorjahr: 12,0 Mio. EUR) und setzen sich im Wesentlichen zusammen aus: Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (2,9 Mio. EUR), den ratierlichen Auflösungen von in Vorjahren erhaltenen Investitionszuschüssen (1,4 Mio. EUR) und den erhaltenen Personalkostenzuschüssen (1,2 Mio. EUR). In den sonstigen betrieblichen Erträgen des Vorjahres waren Erträge aus der Veräußerung des Objektes in Bremerhaven im Rahmen einer Sale-and-lease-back-Transaktion von 2,0 Mio. EUR enthalten. 4.3 Materialaufwand Der Materialaufwand ist von 30,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 20,9 Mio. EUR im abgelaufenen Jahr gesunken. Die Hauptursache des Rückgangs ist auf den Verkauf der Reha-Sparte zurückzuführen. Aufgrund des eingeleiteten Kostensenkungsprogramms konnten darüber hinaus Einsparungen sowohl im medizinischen Bedarf als auch bei den Energiekosten erreicht werden. 4.4 Personalaufwand Der Personalaufwand hat sich um insgesamt 32,7 Mio. EUR auf 98,8 Mio. EUR vermindert. Zu diesem signifikanten Personalkostenrückgang hat insbesondere der Verkauf der Reha-Kliniken wesentlich beigetragen. Der Konzern beschäftigte im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 4.521 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.584 Mitarbeiter). Neben der Schließung der Pflegeklinik Schömberg und der Veräußerung des Geschäftsbetriebes der SWP Montabaur hat darüber hinaus aber auch das Kostenoptimierungsprogramm „Sprint" zur Reduzierung der Personalkosten beigetragen. Insgesamt wurden die Personalkosten im Pflegebereich von 108,5 Mio. EUR um 9,7 Mio. EUR und damit um 8,9 % gesenkt. Dadurch wurde die Basis für eine auch weiterhin profitable Entwicklung des Unternehmens gelegt. 4.5 Abschreibungen Die Abschreibungen im Berichtsjahr lagen mit 8,0 Mio. EUR um 13,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 21,6 Mio. EUR. Während im Geschäftsjahr 2009/2010 außerplanmäßige Abwertungen von 9,2 Mio. EUR insbesondere auf Stillstandsimmobilien vorgenommen wurden, enthalten die Abschreibungen des abgelaufenen Jahres lediglich außerplanmäßige Abschreibungen von 0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3,2 Mio. EUR) auf immaterielle Vermögenswerte, während im Sachanlagevermögen keine außerplanmäßigen Abschreibungen erforderlich waren (Vorjahr: 7,3 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf aktivierte Finanzierungsleasingverhältnisse beliefen sich auf 1,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2,1 Mio. EUR). Dem als Anlage zum Konzernanhang beigefügten Anlagenspiegel sind weitere Informationen zu entnehmen. 4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen / Sonstige Steuern Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen inkl. sonstige Steuern betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 68,7 Mio. EUR und liegen damit um 16,5 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau von 85,2 Mio. EUR. Insbesondere durch den Verkauf der Reha-Sparte sowie die Aufgabe der Standorte Schömberg und Montabaur sind deutlich geringere Aufwendungen für Miet-, Pacht-und Leasingverhältnisse sowie für Verwaltungs- und Instandhaltungsmaßnahmen angefallen. Die Miet-, Pacht- und Leasingaufwendungen sind mit 38,2 Mio. EUR oder 56 % (Vorjahr: 58,6 %) der sonstigen Aufwendungen der größte Kostenbestandteil, gefolgt von den Rechts- und Beratungskosten (5,7 Mio. EUR; Vorjahr: 7,7 Mio. EUR), den Kosten für Verwaltungsbedarf (5,1 Mio. EUR; Vorjahr: 8,8 Mio. EUR) und den Instandhaltungskosten (4,1 Mio. EUR; Vorjahr: 4,5 Mio. EUR). Im Zusammenhang mit den ehemaligen Einrichtungen in Bad König und Montabaur sind noch nachlaufende Aufwendungen von 2,4 Mio. EUR angefallen, die das Jahresergebnis belastet haben. 4.7 Finanzergebnis Das Finanzergebnis bewegt sich mit -4,0 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau von -3,6 Mio. EUR. Bei etwa gleichbleibenden Zinserträgen von 1,0 Mio. EUR haben sich die Zinsaufwendungen für Darlehen und für die im Dezember 2010 aufgenommene Anleihe über 15,0 Mio. EUR von 3,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 3,7 Mio. EUR im Berichtsjahr erhöht. 4.8 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Im abgelaufenen Geschäftsjahr weist der Konzern einen Ertragsteuerertrag von 1,1 Mio. EUR aus, nachdem sich im Vorjahr saldiert nahezu keine Steuereffekte ergeben haben. Der darin enthaltene Steueraufwand von 1,5 Mio. EUR beruht im Wesentlichen auf den Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres. Auf bestehende Verlustvorträge bei verschiedenen Gesellschaften, deren wirtschaftliche Nutzung in den nächsten 5 Jahren erwartet wird, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzliche aktive latente Steuern von 3,0 Mio. EUR aktiviert. Durch steuerlich abweichende Abschreibungsdauern im Sachanlagevermögensbereich wurden zusätzliche passive latente Steuern von ca. 0,3 Mio. EUR gebildet, so dass sich ein latenter Steuerertrag von 2,7 Mio. EUR ergibt. 4.9 Sondereffekte, die das Ergebnis beeinflusst haben Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) beträgt 1,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR). Darin sind folgende Sondereffekte enthalten:
Die Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe von 2,3 Mio. EUR betreffen im Wesentlichen die ehemalige Einrichtung in Bad König. Die im Geschäftsjahr 2010/2011 angefallenen Verluste der Marseille-Kliniken AG, Zug, Schweiz, betreffen ein Projekt, aus dem nach jetzigem Kenntnisstand nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit mit entsprechenden Umsatzerlösen gerechnet werden kann. Im Geschäftsjahr 2010/2011 konnte eine in der Vergangenheit gebildete Rückstellung für Sozialplanverpflichtungen einer ehemaligen Konzerngesellschaft in Höhe von 0,9 Mio. EUR aufgelöst werden, weil durch ein letztinstanzliches Urteil entschieden wurde, dass entsprechende Verpflichtungen nicht bestehen. Aus Zuschreibungen auf Immobilien in Schömberg entstanden im Geschäftsjahr 2010/2011 Erträge in Höhe von 0,5 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2009/2010 resultierten Sondereffekte insbesondere aus Rückstellungen für Prozessrisiken, außerplanmäßigen Abschreibungen auf Stillstandsimmobilien und immaterielle Vermögenswerte inkl. Firmenwerten sowie aperiodischen Personalaufwendungen, denen Gewinne aus der Veräußerung der Immobilie in Bremerhaven im Rahmen einer Sale-and-leaseback-Transaktion sowie aus der Veräußerung der Reha-Sparte gegenüberstanden. Die Sondereffekte des abgelaufenen Jahres haben das Konzernergebnis mit 3,0 Mio. EUR belastet, während im Vorjahr noch eine Ergebnisverbesserung von 2,2 Mio. EUR festzustellen war. Das um diese Sondereffekte bereinigte EBT würde sich für das Geschäftsjahr 2010/2011 auf 4,6 Mio. EUR belaufen, während es im Vorjahr mit -1,6 Mio. EUR noch negativ war. Auf bereinigter Basis ergäbe sich somit auf Konzernebene eine Ergebnisverbesserung um 6,2 Mio. EUR. Nach der Veräußerung der Reha-Sparte würden sich für den fortgeführten Pflegebereich im Vorjahr Sondereffekte von -17,9 Mio. EUR ergeben, so dass das bereinigte EBT des Pflegebereiches im Vorjahr -5,0 Mio. EUR betragen hätte. Bezogen auf den Pflegebereich haben sich die eingeleiteten Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung bereits mit einer deutlichen Verbesserung des EBT von 9,6 Mio. EUR ausgewirkt. 4.10 Betriebliches Ergebnis und Ertragskennzahlen Der nachfolgenden Kennzahlenübersicht ist die Entwicklung der Ertragslage des Konzerns zu entnehmen:
4.11 Konzernergebnis Der Konzernjahresüberschuss beträgt 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: 0,7 Mio. EUR) vor und 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR) nach Minderheitenanteilen. Die Umstrukturierungen in der Führungsstruktur, im Wesentlichen die Verlagerung der Entscheidungsgewalt für operative Maßnahmen des Tagesgeschäftes auf die Regionalleiter und eine optimierte Einbindung dieser dezentralen Managementstrukturen in das strategische Konzernmanagement, haben bewirkt, dass noch flexibler auf regionale Besonderheiten des Pflegemarktes reagiert werden kann. Einhergehend mit einem stringenten Kostenmanagement konnte der Konzern in diesem Jahr ein besseres Ergebnis (EBIT) von 5,7 Mio. EUR gegenüber 4,3 Mio. EUR im Vorjahr erwirtschaften. 4.12 Ergebnis je Aktie/Dividende Nach erfolgter Kapitalerhöhung im Mai 2011 betrug das gezeichnete Kapital der Marseille-Kliniken AG zum 30. Juni 2011 37,3 Mio. EUR eingeteilt in 14.580.000 Stückaktien, die auf den Inhaber lauten. Die Aktien sind voll eingezahlt. Das Ergebnis je Aktie wurde im Wege des gewichteten Durchschnitts nach Abzug eigener Anteile ermittelt. Auf der sich so ergebenden Basis von 12.290.626 Stückaktien errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 0,23 EUR (Vorjahr: auf der Basis von 12.044.325 Stückaktien: 0,05 EUR). 5 Vermögenslage des KonzernsDie Bilanzsumme beträgt zum Stichtag 199,7 Mio. EUR (Vorjahr: 198,1 Mio. EUR) und hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht erhöht. Auch innerhalb der langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerte haben sich nur leichte strukturelle Verschiebungen ergeben. Die langfristigen Aktiva liegen aufgrund geringerer Investitionen mit 167,2 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresbetrag von 168,4 Mio. EUR, was durch den Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte um 2,8 Mio. EUR auf 32,5 Mio. EUR überkompensiert wurde. Aufgrund der Kapitalerhöhung und des positiven Konzernergebnisses konnte das Eigenkapital um 37,1 % auf 34,2 Mio. EUR verstärkt werden, während die lang- und kurzfristigen Schulden um 7,7 Mio. EUR abgebaut wurden.
Die Liquidität 1. Grades gibt an, wie hoch der Anteil der liquiden Mittel an dem kurzfristigen Fremdkapital ist. Die Liquidität 2. Grades gibt an, wie hoch der Anteil der Forderungen und der liquiden Mittel an dem kurzfristigen Fremdkapital ist. Im Vergleich zum Vorjahr sind die immateriellen Vermögenswerte von 33,7 Mio. EUR auf 32,6 Mio. EUR zurückgegangen. Die Verminderung ist im Wesentlichen auf die Abschreibungen von 2,3 Mio. EUR zurückzuführen, die unter den Zugängen von 1,0 Mio. EUR lagen. Im Wesentlichen werden unter dieser Position Firmenwerte von 27,3 Mio. EUR (Vorjahr: 27,0 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte wurden Werthaltigkeitsprüfungen auf Grundlage des Nutzungswertes unterzogen. Basis für die Werthaltigkeitsprüfungen waren die jeweiligen Planungsrechnungen der Gesellschaften sowie die daraus abgeleiteten Barwerte der geplanten Cash-flows. Den Planungen liegen Annahmen zu Umsätzen und Ergebnissen zugrunde, die sich aus den Einschätzungen des Managements und aus den Strategien für die jeweiligen regionalen Märkte ergeben. Im Geschäftsjahr 2010/2011 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf die Firmenwerte von 0,4 Mio. EUR aufgrund geänderter Markteinschätzungen vorgenommen, während im Vorjahr Korrekturen von 1,2 Mio. EUR erforderlich waren. Das Sachanlagevermögen hat sich von 124,2 Mio. EUR auf 119,9 Mio. EUR vermindert. Die Investitionen von 2,1 Mio. EUR betreffen im Wesentlichen die Umbaumaßnahmen in den SWPs Flora Marzina und Koppenbergs Hof, wobei die Bautätigkeiten im Objekt Koppenbergs Hof abgeschlossen wurden und insofern deren Anschaffungs- und Herstellungskosten um 1,6 Mio. EUR erhöht wurden. Die planmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen betragen 5,8 Mio. EUR. Im Vorjahr wurden insgesamt Abschreibungen von 16,4 Mio. EUR vorgenommen, von denen allein 8,1 Mio. EUR auf außerplanmäßige Abschreibungen entfielen, die sich im Wesentlichen auf Stillstandsimmobilien bezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr brauchten keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen zu werden. Hinsichtlich der Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den Anlagenspiegel. Die in der Bilanz ausgewiesenen langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind um 1,5 Mio. EUR angestiegen und betrugen zum Geschäftsjahresende 2010/2011 10,1 Mio. EUR. Im Wesentlichen werden dort Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen, bei denen der Marseille-Kliniken Konzern Leasinggeber ist, in Höhe von 6,8 Mio. EUR (Vorjahr: 5,7 Mio. EUR) ausgewiesen. Darüber hinaus werden in dieser Position die Aktivwerte von Rückdeckungsversicherungen aus Altersversorgungszusagen, die überwiegend die Kasanag betreffen, von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) sowie Ansparraten für ein langfristiges Darlehen von 1,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR) ausgewiesen. Die langfristigen Ertragsteuererstattungsansprüche von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR) betreffen das Körperschaftsteueranrechnungsguthaben gem. § 37 KStG. Unter den latenten Steuern werden die Steuervorteile gezeigt, die sich aus der Nutzung von bestehenden Verlustvorträgen bei verschiedenen Tochtergesellschaften innerhalb der nächsten fünf Jahre ergeben werden. Aufgrund der bestehenden Verlustvorträge sind die aktiven latenten Steuern auf die verwertbaren Verlustvorträge von 0,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 3,6 Mio. EUR zum Geschäftsjahresende angestiegen. Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich um 2,8 Mio. EUR auf 32,5 Mio. EUR erhöht, was hauptsächlich auf den Anstieg der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte um 2,3 Mio. EUR sowie der Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsbereich um 0,9 Mio. EUR zurückzuführen ist. Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich in der strukturellen Zusammensetzung nur wenig verändert und bestehen hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10,2 Mio. EUR), den liquiden Mitteln (9,5 Mio. EUR), den sonstigen Forderungen (9,3 Mio. EUR) und kurzfristigen Steuererstattungsansprüchen (2,0 Mio. EUR). Das Eigenkapital des Konzerns hat sich aufgrund des Konzernergebnisses von 2,8 Mio. EUR und der Kapitalerhöhung, vermindert um Transaktionskosten, von 6,1 Mio. EUR auf 34,2 Mio. EUR erhöht. Damit beträgt die Eigenkapitalquote 17,1 % nach 12,6 % im Vorjahr. Unter Berücksichtigung des Eigenkapitalanteils von 84,2 % der abgegrenzten Investitionszuwendungen, die dem Konzern als verlorene Zuschüsse gewährt wurden, betragen die Eigenmittel 69,2 Mio. EUR nach 61,1 Mio. EUR im Vorjahr, so dass sich danach eine Eigenmittelquote von 34,6 % (Vorjahr: 30,9 %) ergibt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 15,7 Mio. EUR zurückgeführt. Zur Kompensation hat die Marseille-Kliniken AG im Dezember 2010 eine Unternehmensanleihe über 15 Mio. EUR mit einer Laufzeit von einem Jahr begeben, die am 8. Dezember 2011 zur Rückzahlung fällig ist. Die Pensionsverpflichtungen als Element der Innenfinanzierung haben sich insbesondere aufgrund der Verringerung der Pensionsberechtigten um 1,4 Mio. EUR auf 12,9 Mio. EUR vermindert. Die passiven latenten Steuern von 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 6,4 Mio. EUR) betreffen insbesondere abweichende steuerliche Abschreibungsdauern im Sachanlagevermögen sowie die steuerliche Berücksichtigung von § 6b Rücklagen. Die Rückstellungen von 20,1 Mio. EUR liegen nur leicht über dem Vorjahresniveau von 19,5 Mio. EUR und bestehen auch in ihrer Struktur nahezu unverändert zum Vorjahr. Neben den personalbezogenen Rückstellungen von 8,5 Mio. EUR (Vorjahr: 9,2 Mio. EUR) werden die ausstehenden Rechnungen mit 5,0 Mio. EUR (Vorjahr: 4,2 Mio. EUR) und die Prozessrisiken mit 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR) durch die Rückstellungen abgedeckt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind um 2,5 Mio. EUR auf 10,8 Mio. EUR angestiegen, während die laufenden Steuerverbindlichkeiten um 1,7 Mio. EUR auf 3,1 Mio. EUR und die übrigen kurzfristigen Schulden um weitere 1,6 Mio. EUR auf 12,9 Mio. EUR abgebaut werden konnten. Finanzierungsleasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,8 Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR) sind in den langfristigen Finanzschulden bilanziert. In den kurzfristigen Finanzschulden werden zum Stichtag 30. Juni 2011 Finanzierungsleasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,8 Mio. EUR) ausgewiesen. 6 Finanzlage des KonzernsDurch die im Berichtszeitraum erfolgte Kapitalerhöhung mittels Ausgabe neuer Aktien mit einem Bruttoemissionserlös von 6,22 Mio. EUR und die erfolgreiche Begebung einer Unternehmensanleihe von 15 Mio. EUR konnten Bankdarlehen von 15,7 Mio. EUR zurückgeführt werden. Langfristige Immobiliendarlehen sichern die Finanzierung von Investitionen in unsere Einrichtungen. Bei etwa zwei Drittel unserer Einrichtungen arbeiten wir mit Immobilieninvestoren eng zusammen, mit denen wir langfristige Mietverträge geschlossen haben. Insgesamt konnten die Finanzschulden des Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr von 62,4 Mio. EUR auf 57,1 Mio. EUR reduziert werden. Die liquiden Mittel am Ende des Geschäftsjahres 2010/2011 lagen mit 9,5 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau von 10,1 Mio. EUR. Der Vorstand der Marseille-Kliniken AG hat mit Blick auf die notwendige Rückzahlung der Anleihe von 15 Mio. EUR im Dezember 2011 Refinanzierungsmaßnahmen eingeleitet und ist in Vorbereitung weiterer Schritte zur Sicherstellung einer mittel- bis langfristigen Finanzierungsstruktur. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Punkt 11.6 (Finanzwirtschaftliche Risiken). Konzern-Kapitalflussrechnung
7 Investitionen des KonzernsDie Zugänge zum Anlagevermögen des Marseille-Kliniken Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2010/2011 auf 3,1 Mio. EUR (ggü. 9,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2009/2010). Dies entspricht einem Rückgang von 6,0 Mio. EUR bzw. 65,9 % im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009/2010. Von den getätigten Investitionen entfielen auf den Bereich der immateriellen Vermögenswerte 1,0 Mio. EUR (-1,0 Mio. EUR bzw. -50 % ggü. dem Vorjahr) und auf Sachanlagen 2,2 Mio. EUR (-5,1 Mio. EUR entsprechend -70,8 % ggü. dem Vorjahr).
Die wesentlichen Zugänge im Anlagevermögen betreffen Softwarelizenzen und im Bau befindliche Anlagen der Einrichtungen Koppenbergs Hof und Flora Marzina (zusammen 1,0 Mio. EUR) sowie 0,5 Mio. EUR für Betriebs- und Geschäftsausstattung. 8 Forschung und EntwicklungDie Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Marseille-Kliniken konzentriert sich im Wesentlichen auf die Ausarbeitung neuer computergestützter Systeme zur Verbesserung der Pflegedienstleistungen. Hierzu zählen Systeme wie das neu geschaffene Internetportal www.MeinGesundheitsbuch.de, mit dem sich Angehörige über täglich aktualisierte Gesundheits- und Pflegedaten ihrer Verwandten in den einzelnen Pflegeeinrichtungen informieren können. Innovative Schulungsprogramme (z.B. e-Learning-Systeme) unter Verwendung modernster Informationstechnologie (vgl. Abschnitt „Strategie des Konzerns") zählen ebenfalls zu diesen Systemen. Vor dem Hintergrund, den ständig wachsenden Anforderungen des Gesundheitsmarktes gerecht zu werden, liegt ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt auf der Entwicklung neuer Ansätze, die bei der Erstellung neuer Behandlungs- und Einrichtungskonzepte eine wichtige Rolle spielen. Ziel hierbei ist es, das Pflegepersonal von administrativen Tätigkeiten zu entlasten, um ihm mehr Zeit für die individuellen Pflegebedürfnisse der Bewohner der Einrichtungen zu ermöglichen. 9 Mitarbeiterinnen und MitarbeiterDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der wesentliche Erfolgsfaktor des Konzerns. Sie sind deshalb auch ein integraler Baustein der Strategie der Marseille-Kliniken (vgl. Abschnitt „Strategie des Konzerns"). Der Marseille-Kliniken Konzern beschäftigte im Geschäftsjahr 2010/2011 durchschnittlich 4.521 Mitarbeiter (Vorjahreszeitraum: 5.584 Mitarbeiter). Am Stichtag 30.06.2011 waren 4.592 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt (2009/2010: 4.531 Mitarbeiter). ![]() 10 Einzelabschluss der Marseille-Kliniken AGDie Marseille-Kliniken AG mit Sitz in Berlin ist eine börsennotierte Kapitalgesellschaft und zugleich Muttergesellschaft der Marseille-Kliniken Gruppe. Der Jahresabschluss der Marseille-Kliniken AG wird nach deutschen handelsrechtlichen (HGB) und aktienrechtlichen (AktG) Vorschriften aufgestellt. 10.1 Ertragslage
Die Umsatzerlöse der Marseille-Kliniken AG lagen mit 13,2 Mio. EUR um 2,7 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau von 15,9 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse werden von den vier (Vorjahr: fünf) direkt zur Muttergesellschaft gehörenden Pflegeeinrichtungen erwirtschaftet. Der Rückgang der Umsatzerlöse erklärt sich im Wesentlichen aufgrund der Schließung der Pflegeklinik Schömberg zum 30.06.2010 und aus der unbefriedigenden Auslastung in der Pflegeeinrichtung in Bad Schönborn. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind von 29,6 Mio. EUR auf 20,2 Mio. EUR gesunken. Wesentlich hierfür waren im Vorjahr der Veräußerungsgewinn in Höhe von 4,5 Mio. EUR aus dem Verkauf der Rehabilitationsgesellschaften sowie die hieraus im abgelaufenen Geschäftsjahr resultierenden geringeren Miet- und Pachterlöse von der Teufelsbad Fachklinik Blankenburg (2,4 Mio. EUR) und der Algos Fachklinik (0,8 Mio. EUR). Der Materialaufwand reduzierte sich von 4,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,3 Mio. EUR. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass bisher in den rechtlich selbstständigen Servicegesellschaften tätige Mitarbeiter von den Pflegeeinrichtungen übernommen wurden. Hierdurch reduzierten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen zu Lasten des Personalaufwands. Darüber hinaus erfolgten Materialeinkäufe seit der Umstrukturierung dezentral durch die Einrichtungen. Im Bereich Personalaufwand sind im Vergleich zum Vorjahr in der Summe kaum signifikante Abweichungen festzustellen. Der Gesamtaufwand dieses Geschäftsjahres betrug 10,9 Mio. EUR (Vorjahr: 11,1 Mio. EUR). Festzuhalten ist aber, dass der Bereich Lohn und Gehalt gestiegen ist. Der wesentliche Grund dafür ist die bereits erwähnte Übernahme von Mitarbeitern aus den Servicegesellschaften in die Einrichtungen. Im Gegensatz dazu sind die Aufwendungen für soziale Abgaben und Altersversorgung im Vergleich zum Vorjahr gesunken, da im Vorjahr eine Rückstellung über 1,6 Mio. EUR für mögliche Verpflichtungen für in Vorjahren übernommene Mitarbeiter zu bilden war. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind gegenüber dem Vorjahr von 3,8 Mio. EUR auf 0,6 Mio. EUR gesunken. Der wesentliche Grund liegt in der in Höhe von 2,0 Mio. EUR außerplanmäßigen Abschreibung im Geschäftsjahr 2009/2010 auf aktivierte Aufwendungen für Konzept- und Planungsleistungen zur Errichtung eines Inkontinenz-Zentrums sowie in weiteren außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen im Vorjahr von 0,6 Mio. EUR. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, die den üblichen Umfang übersteigen, wurden in Höhe von 3,4 Mio. EUR (Vorjahr: 18,7 Mio. EUR) vorgenommen. Dies betrifft vor allem Forderungsverzichte (Vorjahr) und Einzelwertberichtigungen auf Forderungen der Marseille-Kliniken AG gegen Tochtergesellschaften. Die Abwertungen bzw. Verzichte wurden erforderlich, um den aufgelaufenen Verlusten dieser Gesellschaften Rechnung zu tragen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen/ sonstigen Steuern/ außerordentlichen Aufwendungen haben sich von 35,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 34,1 Mio. EUR verringert. Überwiegend bedingt ist dieser Effekt durch das Wegfallen der Mietaufwendungen für die Teufelsbad Fachklinik Blankenburg (2,4 Mio. EUR) sowie die Algos Fachklinik (0,8 Mio. EUR), bei gleichzeitig von 3,7 Mio. EUR auf 4,6 Mio. EUR gestiegenen Rechts- und Beratungskosten. Das Beteiligungsergebnis hat sich im Vorjahresvergleich um 16,0 Mio. EUR auf 27,2 Mio. EUR deutlich verbessert. Neben einem Anstieg der Erträge aus Gewinnabführungsverträgen um 32,1 Mio. EUR (Vorjahr: 17,9 Mio. EUR) und einer Reduzierung der Verlustübernahmen um 0,3 Mio. EUR haben hierzu um 1,4 Mio. EUR niedrigere Abschreibungen auf Finanzanlagen beigetragen (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR). Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betreffen mit 11,1 Mio. EUR die in der SWP Wolmirstedt und der SWP Thale in Vorjahren gebildeten Sonderposten mit Rücklageanteil gem. § 6b EStG, die aufgrund der Neuregelungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen dieser Gesellschaften eingestellt und anschließend an die Gesellschafterin abgeführt wurden. Das Finanzergebnis von -1,8 Mio. EUR hat sich im Vergleich zum Vorjahr um -1,6 Mio. EUR verschlechtert. Zurückzuführen ist diese Abweichung insbesondere auf höhere Zinsaufwendungen im Verbund (3,0 Mio. EUR; Vorjahr: 2,4 Mio. EUR) sowie auf geringere Zinserträge im Verbundbereich, die von 3,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 3,2 Mio. EUR gesunken sind. Die gesunkene Zinsbelastung für Bankdarlehen aufgrund erfolgter Tilgungen wurde durch den Zinsaufwand für die Unternehmensanleihe kompensiert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ergibt sich aufgrund der oben beschriebenen Einflüsse ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit von 7,7 Mio. EUR (Vorjahr: -17,0 Mio. EUR). Das Jahresergebnis der Marseille-Kliniken AG ist im Vergleich zum Vorjahr von -17,6 Mio. EUR auf 6,1 Mio. EUR gestiegen. Überwiegend zurückzuführen ist dieser Effekt auf die Steigerung des Beteiligungsergebnisses um 16,0 Mio. EUR, die nicht zuletzt auf die Abführung von in Tochterunternehmen aufgelösten § 6b Rücklagen zurückzuführen ist. Negativ beeinflusst wurde das Jahresergebnis 2010/2011 im Wesentlichen durch Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 3,8 Mio. EUR (Vorjahr: 5,2 Mio. EUR) sowie durch Wertberichtigungen/Verzichte (Vorjahr) auf Forderungen gegen Tochterunternehmen in Höhe von 3,4 Mio. EUR (Vorjahr: 18,0 Mio. EUR). Abzüglich des Verlustvortrags des Vorjahres von 0,3 Mio. EUR sowie unter Berücksichtigung von Einstellungen in die Gewinnrücklagen beträgt der diesjährige Bilanzgewinn 4,4 Mio. EUR (Vorjahr: Bilanzverlust 0,3 Mio. EUR). Der Bilanzgewinn wird auf neue Rechnung vorgetragen. 10.2 Vermögens- und Finanzlage Einen Überblick über die Vermögenslage der Gesellschaft gibt nachfolgende verkürzte Darstellung der Bilanz:
Das Anlagevermögen der Marseille-Kliniken AG hat sich von 101,2 Mio. EUR im Vorjahr auf 98,3 Mio. EUR reduziert. Zugänge zum Sachanlagevermögen von 1,2 Mio. EUR, die überwiegend auf die Umbaumaßnahmen in den Betriebsstätten Flora Marzina (0,6 Mio. EUR) und Koppenbergs Hof (0,4 Mio. EUR) entfielen, standen außerplanmäßige Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen von 3,8 Mio. EUR gegenüber, die im Wesentlichen die SWP Hennigsdorf GmbH mit 2,0 Mio. EUR sowie die Karlsruher-Sanatorium AG mit 0,7 Mio. EUR, die SWP Aschersleben GmbH mit 0,4 Mio. EUR und die SWP Schollene GmbH mit 0,4 Mio. EUR betrafen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich im Vorjahresvergleich um 18,5 Mio. EUR erhöht. Ursächlich hierfür waren insbesondere Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen. Das übrige kurzfristige Vermögen setzt sich zum 30. Juni 2011 im Wesentlichen aus Darlehensforderungen gegenüber Frau Estella-Maria Marseille in Höhe von 3,0 Mio. EUR (Vorjahr: 2,8 Mio. EUR) und gegenüber der SCS Standard Computersysteme Aktiengesellschaft, Hamburg, in Höhe von 2,7 Mio. EUR (Vorjahr: 2,5 Mio. EUR) zusammen. Darüber hinaus bestehen Steuererstattungsansprüche in Höhe von 1,7 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR). Die liquiden Mittel stiegen zum Stichtag um 3,6 Mio. EUR auf 8,0 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR). Das Eigenkapital der Marseille-Kliniken AG hat sich von 31,4 Mio. EUR um 10,5 Mio. EUR auf 41,9 Mio. EUR erhöht. Am 24. Mai 2011 flossen der Gesellschaft aus der beschlossenen Kapitalerhöhung 6,2 Mio. EUR zu. Der Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2010/2011 erhöhte das Eigenkapital um 6,1 Mio. EUR. Darüber hinaus ergaben sich Umstellungseffekte aufgrund der Neuregelungen des BilMoG. Die Rückstellungen (inkl. passive latente Steuern) sind im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio. EUR auf 12,6 Mio. EUR gestiegen (Vorjahr: 11,5 Mio. EUR). Sie setzen sich im Wesentlichen aus Pensionsrückstellungen (0,5 Mio. EUR; Vorjahr: 0,5 Mio. EUR), Rückstellungen für laufende und latente Steuern (6,2 Mio. EUR; Vorjahr: 5,4 Mio. EUR) sowie aus sonstigen Rückstellungen (5,9 Mio. EUR; Vorjahr: 5,7 Mio. EUR) zusammen. Letztere betreffen insbesondere mögliche Verpflichtungen für in Vorjahren übernommene Mitarbeiter (1,6 Mio. EUR; Vorjahr: 1,6 Mio. EUR), ausstehende Rechnungen (1,5 Mio. EUR; Vorjahr: 1,1 Mio. EUR), Personalrückstellungen (0,8 Mio. EUR; Vorjahr: 0,6 Mio. EUR) sowie drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (0,3 Mio. EUR; Vorjahr: 0,4 Mio. EUR). Die deutliche Anpassung der Rückstellung für passive latente Steuern ist im Wesentlichen auf die Neuregelungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) zurückzuführen. Aus der Begebung einer Anleihe im Dezember 2010 mit einer Laufzeit von einem Jahr entstanden Verbindlichkeiten von 15 Mio. EUR. Die Anleihe ist mit 7,9 % p.a. zu verzinsen. Durch die Mittelzuflüsse aus der Anleihebegebung und der Eigenkapitalerhöhung haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 11,8 Mio. EUR vermindert. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 3,6 Mio. EUR auf 93,0 Mio. EUR erhöht. Der Anstieg entfällt im Wesentlichen auf Verbindlichkeiten aus dem Cash-Pool, die von 54,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 57,6 Mio. EUR gestiegen sind. Darüber hinaus setzen sich die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Darlehensverbindlichkeiten von 26,2 Mio. EUR (Vorjahr: 26,7 Mio. EUR), aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 6,8 Mio. EUR) und aus Verbindlichkeiten aus Verlustübernahmeverpflichtungen von 2,1 Mio. EUR (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR) zusammen. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen gegenüber der Karlsruher-Sanatorium-AG (19,6 Mio. EUR; Vorjahr: 19,6 Mio. EUR). Die übrigen Verbindlichkeiten setzen sich im Wesentlichen aus Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der SCS Betrium GmbH (2,6 Mio. EUR; Vorjahr: 2,5 Mio. EUR), aus Restkaufpreisverbindlichkeiten aus dem Erwerb der Anteile an der AAP - Allgemeine Ansgar Pflegedienste GmbH (1,0 Mio. EUR; Vorjahr: 1,5 Mio. EUR) sowie aus Rückzahlungsverpflichtungen in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr: 0 Mio. EUR) gegenüber einem ehemaligen Konzernunternehmen zusammen. Das Gesamtvermögen der Marseille-Kliniken AG beläuft sich auf 189,2 Mio. EUR (Vorjahr: 169,3 Mio. EUR) und ist zu 77,9 % (Vorjahr: 81,4 %) durch Fremdkapital finanziert. 11 Risikobericht11.1 Risikomanagementsystem Im Rahmen ihrer geschäftlichen Tätigkeit ist die Marseille-Kliniken AG verschiedenen Risiken ausgesetzt, die das unternehmerische Handeln und die entsprechenden Unternehmensergebnisse beeinflussen können. Eine grundlegende Risikobegrenzung wird dadurch realisiert, dass die Gesellschaft nur Risiken eingeht, die mit anerkannten Methoden und Maßnahmen innerhalb des Konzerns handhabbar sind. Das zentrale Risikomanagementsystem ist im Organisationshandbuch der Marseille-Kliniken verankert und die relevanten Risiken sind in einer Risk-Map zusammengetragen, welche turnusmäßig entsprechend an aktuelle Ereignisse angepasst wird. Diese Aktualisierungen gewährleisten eine regelmässige Information des Vorstandes über den Stand und die Entwicklung relevanter Risiken. Zudem gewährleisten regelmäßige Abstimmungen des Managements und des Controllings die rechtzeitige Verfügbarkeit und Auswertung entscheidungsrelevanter Informationen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Ein detailliertes, mehrstufiges IT-gestütztes Planungs- und Kontrollsystem stellt sicher, dass einheitliche risikopolitische Grundsätze implementiert, realisiert und eingehalten werden. Das integrierte, konzernweite Reportingsystem informiert die Entscheidungsträger über sämtliche risikorelevanten Daten und Sachverhalte. Zum Zweck der Sicherung der künftigen Zahlungsströme (Cashflow Hedging) werden vom Konzern derivative Finanzinstrumente gehalten. Konkret handelt es sich hierbei um zwei Zins-Swaps, die zur Absicherung von variabel verzinslichen Darlehen erworben wurden. Dadurch erfolgt eine Umwandlung der unsicheren zukünftigen variablen Zinszahlungen in fixe Zinszahlungen. Die Ermittlung des Marktwertes erfolgte anhand der mark-to-market-Methode. Etwaige Risiken für das Unternehmen aus dem Halten der Zins-Swaps resultieren aus der Veränderung des Marktzinssatzes und daraus möglicherweise verbundenen Schwankungen des Marktwertes. Es existieren jedoch keine wesentlichen Bonitätsrisiken, da das Sicherungsgeschäft mit der finanzierenden Bank abgeschlossen wurde. Das Risikomanagement ist somit ein integraler Bestandteil in der Unternehmensführung und ist in sämtliche Geschäftsprozesse eingebunden. 11.2 Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem Zu den Aufgaben eines rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS bzw. RMS) gemäß § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB zählen in erster Linie die Gewährleistung einer ordnungsgemäßen internen und externen Rechnungslegung sowie die Einhaltung von maßgeblichen gesetzlichen und rechtlichen Vorschriften bzw. die Sicherstellung der gesamten ordnungsgemäßen Geschäftstätigkeit. Der Marseille-Kliniken Konzern verfügt über ein im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess, in dem geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt sind. Durch dieses System werden einerseits eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung aller geschäftlichen Prozesse bzw. Transaktionen und andererseits die Einhaltung der gesetzlichen Normen bzw. Rechnungslegungsvorschriften gewährleistet. Gesetzesänderungen, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf den Konzernabschluss analysiert und die hieraus resultierenden Änderungen in den konzerninternen Systemen angepasst. Die Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen IKS ergibt sich aus der Organisation des Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesses. Eine der Kernfunktionen dieses Prozesses ist die Steuerung des Gesamtkonzerns und seiner operativen Einheiten. Ausgangspunkt sind dabei die Zielvorgaben des Vorstands der Marseille-Kliniken AG. Aus ihnen und aus den Erwartungen hinsichtlich der operativen Entwicklung wird eine jährliche Mittelfristplanung erstellt, in der Budgetwerte für das jeweils bevorstehende Geschäftsjahr und Planzahlen für die Folgejahre enthalten sind. Der Vorstand der Marseille-Kliniken AG und Entscheidungsträger der wichtigsten Tochtergesellschaften gewährleisten durch ihre Auswertungen der Quartals- und Jahresabschlüsse die Aktualität dieser Planungen. Im Rahmen der externen Berichterstattung leisten die Mitglieder des Vorstands der Marseille-Kliniken AG zum Gesamtjahr einen Bilanzeid und unterzeichnen die Versicherung der gesetzlichen Vertreter. Sie bestätigen damit, dass die vorgeschriebenen Rechnungslegungsstandards und die Bilanzierungsrichtlinien des Marseille-Kliniken Konzerns eingehalten wurden und dass die Zahlen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln. Grundlagen des IKS sind neben definierten Kontrollmechanismen, z. B. systemtechnische und manuelle Abstimmprozesse, die Trennung von Funktionen sowie die Einhaltung von Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Die Steuerung des Prozesses der Konzernrechnungslegung erfolgt bei den Marseille-Kliniken durch die Zentralbereiche Konzernbilanzen und Steuern sowie Controlling und Berichtswesen. Die Datess Gesellschaft für Datendienste GmbH, eine Konzerngesellschaft, erstellt für die jeweiligen Konzerngesellschaften die Einzelabschlüsse und übermittelt sie über ein konzernweit einheitlich definiertes Datenmodell. Zusätzlich erstellt und übermittelt ein externes Buchhaltungsbüro den Zwischenabschluss unserer Auslandsgesellschaft unter Beachtung derselben Grundsätze. Die jeweiligen Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung der konzernweit gültigen Verfahren sowie den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich. Es werden regelmäßige Schulungen für die in den Konzernrechnungslegungsprozess involvierten Mitarbeiter durchgeführt. Zusätzlich existieren im gesamten Rechnungslegungsprozess zentrale Ansprechpartner. Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses sind zudem Maßnahmen implementiert, die die Regelungskonformität des Konzernabschlusses sicherstellen sollen. Dabei dienen die Maßnahmen der Identifikation und Bewertung der Risiken sowie der Begrenzung erkannter Risiken und deren Überprüfung. Beispielsweise werden wesentliche neu eingegangene Vertragsbeziehungen systematisch erfasst und analysiert. Auf Basis der Daten der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen werden die konsolidierten Rechenwerke zentral in der VDSE GmbH - Verwaltungsdienstleister sozialer Einrichtungen GmbH (VDSE GmbH), einer Konzerntochtergesellschaft der Marseille-Kliniken AG, erstellt. Die Konsolidierungsmaßnahmen, bestimmte Abstimmarbeiten und die Überwachung der zeitlichen und prozessualen Vorgaben erfolgen durch die Abteilung Konzernbilanzen und Steuern. Systemtechnische Kontrollen werden durch Mitarbeiter überwacht und entsprechende manuelle Prüfungen ergänzt. Grundsätzlich gibt es auf jeder Ebene zumindest ein Vier-Augenprinzip. Im gesamten Rechnungslegungsprozess müssen bestimmte Freigabeprozesse durchlaufen werden. In ihrer Funktion nimmt die Marseille-Kliniken AG zentrale Steuerungsaufgaben wahr. Die VDSE GmbH übernimmt die Aufgaben auf dem Gebiet der Rechnungslegung bzw. Konzernrechnungslegung. Dabei handelt es sich unter anderem um die Konsolidierung der Zahlen, die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und die Prüfung der Werthaltigkeit bilanzierter Firmenwerte und Beteiligungen. Der VDSE GmbH sind Aufgaben zugeordnet, die die Verwaltung und Überwachung von Finanzinstrumenten, den Zahlungsverkehr, die Geldanlagen und die Konzernabrechnungen betreffen. Ein Risiko der Finanzberichterstattung besteht darin, dass Jahres- und Zwischenabschlüsse Falschdarstellungen enthalten könnten, die möglicherweise wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen ihrer Adressaten haben. Das rechnungslegungsbezogene IKS der Marseille-Kliniken zielt darauf ab, diese möglichen Fehlerquellen zu identifizieren und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen. Es erstreckt sich auf die Finanzberichterstattung im gesamten Marseille-Kliniken Konzern, um mit hinreichender Sicherheit zu gewährleisten, dass ein den gesetzlichen Vorschriften entsprechender Jahres- und Konzernabschluss erstellt wird. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein IKS, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür liefert, dass alle wesentlichen Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. 11.3 Umfeld- und Branchenrisiken Das wirtschaftliche Umfeld wird unverändert durch eine fortschreitende Dynamisierung des Wettbewerbs und die Konsolidierung des gesamten Gesundheitsmarktes, steigende Qualitätsanforderungen der Bewohner und Patienten sowie des Gesetzgebers geprägt. Darüber hinaus bestehen bundesweit Überkapazitäten in der Branche, wodurch das Auslastungsrisiko steigt. Das gesetzlich vorgeschriebene Vorhalten qualifizierter Mitarbeiter in den Einrichtungen kann zu einer zusätzlichen Erhöhung der Personalkosten führen, da qualifiziertes Pflegepersonal immer mehr zum Engpassfaktor wird. Personalmaßnahmen zwecks Bindung der qualitativ hochwertigen Mitarbeiter an die Gesellschaft werden vom Konzern durchgeführt. Die kontinuierliche Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Mitarbeiter erfolgt auch durch Umsetzung unserer Spezialkonzepte. Unsere Vergütungen sind überdurchschnittlich und wir bieten daneben zusätzliche Leistungsanreizsysteme. Detaillierte Erläuterungen hierzu finden sich im Abschnitt „Strategie des Konzerns". Einen wesentlichen Teil ihrer Erträge erzielt die Marseille-Kliniken AG aus erbrachten Leistungen an Mitglieder der gesetzlichen Pflegeversicherungen. Die Preise für diese Leistungen bilden sich nicht am freien Markt, sondern werden gesetzlich geregelt und hängen somit in hohem Maße von der Finanzlage der Kostenträger (Pflegekassen, Sozialämter) ab. Aus Gesetzesänderungen resultiertende Preisreduzierungen können gegebenenfalls nicht oder nicht vollständig durch Mehrleistungen und Einsparungen kompensiert werden. Preiserhöhungen können auch erst nach längeren Zeiträumen erfolgen, so dass das Eintreten inflationsbedingter Realwertverluste möglich ist. Aus diesen Zusammenhängen könnten sich nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ergeben. 11.4 Leistungswirtschaftliche Risiken des Konzerns Risiken im Rahmen der Pflege-, Behandlungs- und Betreuungsqualität wird durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Schulung der Mitarbeiter auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden begegnet. Die Durchführung von Angehörigenbefragungen und Prüfungen unseres Bereiches Zentrales Qualitätsmanagement in den jeweiligen Einrichtungen erlauben der Konzernleitung eine Beurteilung der tatsächlich erbrachten bzw. wahrgenommenen Qualität. Innerhalb des RMS existieren konzernweite Qualitätsberichte, die auf internen Prüfverfahren — angelehnt an die Prüfungsrichtlinien des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) — sowie auf den Ergebnissen der Angehörigenbefragungen basieren. Zusätzlich sind die Strukturen und Prozesse des Qualitätsmanagementsystems aller Pflegeeinrichtungen sowie die Konzernzentrale mit ihren Tochtergesellschaften seit März 2009 nach DIN EN ISO 9001:2008 extern zertifiziert. Das konzerninterne Beschwerdemanagementsystem und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Heimbeiräten der einzelnen Standorte sowie dem Konzernheimbeirat bewirken einen permanenten Verbesserungsprozess durch Aufnahme von Kundenwünschen. 11.5 Strategische Risiken des Konzerns Die strategischen Risiken der Marseille-Kliniken umfassen im Wesentlichen die Auslastung bzw. Kostensituation der einzelnen Senioreneinrichtungen und den Immobilienbestand des Konzerns. Vorstand, Aufsichtsrat und Management des Konzerns wirken durch kontinuierliche Abstimmungen und Anpassungen von Ausgestaltungen der Unternehmensstrategie diesen Risiken entgegen. Die Managementebenen der Marseille-Kliniken AG wurden zur Optimierung der operativen Steuerung des Segments Pflege reorganisiert. Dabei wurden acht Regionen definiert, die jeweils von einem Regionalleiter geführt werden. Aus dieser Umstrukturierung ergibt sich eine Stärkung von Entscheidungskompetenzen und Verantwortlichkeiten der Einrichtungen selbst. Weiterhin ist die Gesellschaft bemüht den Spezialisierungsgrad auf altersbedingte Krankheitsbilder in den einzelnen Einrichtungen auszubauen. Diese Spezialisierung dient dazu, der Nachfragesituation besser zu entsprechen und damit die Belegungen in den einzelnen Häusern zu erhöhen. Eine über alle Bestandshäuser durchgängig sehr hohe Auslastung bleibt dabei immer oberstes Ziel. Es besteht jedoch immer das Risiko, dass einige Standorte temporär niedriger belegt sind als geplant. Die AMARITA Bremerhaven wurde im vorangegangenen Geschäftsjahr neu eröffnet und verzeichnete dadurch bedingt eine durchschnittliche Auslastung von 19,1 %. Trotz einer Steigerung auf 49,7 % im Geschäftsjahr 2010/2011 blieb die Auslastung bedingt durch eine dünne Personaldecke leicht hinter den Erwartungen zurück. Deshalb ist im Geschäftsjahr 2011/2012 neben verstärkten Werbemaßahmen eine Personaloffensive geplant. Der Standort Bad Schönborn verzeichnete einen Rückgang der durchschnittlichen Belegung von 75 % im Vorjahr auf 53,3 % im Berichtsjahr. Hauptursache für diesen Rückgang ist u.a. eine veränderte Wettbewerbssituation durch Eröffnung zweier weiterer Einrichtungen vor Ort. Ein neues Leitungsteam soll die Belegungsquote flankiert von einer effizienteren Öffentlichkeitsarbeit und einer Umgestaltung der Räumlichkeiten wieder deutlich steigern. Die Einrichtung in Berlin, das Pflegehaus Kreuzberg, konnte eine leichte Steigerung der durchschnittlichen Belegung von 37,8 % auf 43,8 % verzeichnen. Ein erfahrener Regionalleiter begleitet im Geschäftsjahr 2011/2012 die weiteren Aktivitäten zur Steigerung der Belegungsquote. Die erläuterten Risiken gelten für die aktuelle Situation im stationären Bereich, der aufgrund des aktuellen Überangebots nicht im Fokus weiteren Kapazitätswachstums steht. Dieses Kapazitätswachstum könnte allenfalls im Bereich der ambulanten Pflegebetriebe im Segment Betreutes Wohnen realisiert werden. Im Hinblick auf die Profitabilität des Gesamtkonzerns ist neben der Auslastung und Expansion auch die Kostenstruktur von Bedeutung. Eine überdurchschnittlich gute Belegung im Pflegebereich bestimmt zwar weiterhin den Zielschwerpunkt, jedoch ist weiterhin ein straffes Kostenmanagement notwendig, um vorgenannten Umsatzrisiken zu begegnen und so den Konzern dauerhaft profitabel auszurichten. Wir beabsichtigen nach wie vor, die drei Reha-Stillstandsstandorte Reinerzau, Bad Oeynhausen und Blankenburg mit einem Buchwert von insgesamt 7,1 Mio. EUR (Vorjahr: 7,4 Mio. EUR) zu veräußern. 11.6 Finanzwirtschaftliche Risiken Das Konzernmanagement erstellt mindestens einmal jährlich einen ausführlichen Geschäftsplan. In diesen fließen die Ergebnisse der Steuerung und Bewertung des Unternehmensportfolios ein. Der Plan schließt zahlreiche Annahmen zu Pflegesätzen und Auslastungen der einzelnen Senioreneinrichtungen ein, die für das Erreichen der geplanten Umsätze Voraussetzung sind. Die zukünftige Entwicklung kann jedoch aus einer Vielzahl von Gründen von den getroffenen Annahmen abweichen. Es kann daher nicht garantiert werden, dass die Marseille-Kliniken AG die für das Erreichen der finanziellen Ziele erforderlichen Umsätze erlöst. Oberste Priorität der finanzwirtschaftlichen Betrachtung gilt der Sicherung der Liquidität. Auf Basis kontinuierlicher Überwachung wird die rollierende Liquiditätsplanung auf Tages-, Monats-, Quartals- und Jahresbasis abgeleitet. Die Marseille-Kliniken AG erwartet im Geschäftsjahr 2011/2012 einen deutlich positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit. Vor dem Hintergrund einer durch die anhaltende Finanzkrise veränderten Geschäftspolitik vieler Banken, insbesondere induziert durch strengere künftige Eigenkapitalanforderungen (Basel III), hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2010/2011 begonnen die Passivseite der Bilanz umzustrukturieren. Die am 24. Mai 2011 durchgeführte Kapitalerhöhung war Grundlage für die Verstärkung des Eigenkapitals. Es wurden 2.430.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien durch Ausübung der Bezugs- und Überbezugsrechte zum Bezugspreis von EUR 2,56 (gerundet) je Aktie bezogen. Daraus ist der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von TEUR 6.221 zugeflossen. Demgegenüber standen Transaktionskosten in Höhe von TEUR 198. Darüber hinaus wurden bestehende Bankkredite über 15,7 Mio. EUR zurückgeführt. Die Gegenfinanzierung erfolgte durch Begebung einer Unternehmensanleihe über 15 Mio. EUR. Diese Anleihe ist am 8. Dezember 2011 zur Rückzahlung fällig. Die Rückzahlung soll durch die Begebung einer neuen Anleihe in gleicher Höhe refinanziert werden, die mit einer Laufzeit von zwei Jahren ausgestattet ist. Die Gesellschaft hat die Voraussetzungen geschaffen, um diese Finanzierungsmaßnahme im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 abzuschließen. Der Zufluss zusätzlicher Liquidität ist aus dem Verkauf von Stillstandsimmobilien in Höhe von 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: 3,0 Mio. EUR) geplant. Für eine ausgewogene Finanzierung der Gesellschaft ist die Marseille-Kliniken AG in Gesprächen mit Finanzinstituten über eine langfristige Unternehmensfinanzierung. In einem ersten Schritt wurden im August 2011 2,5 Mio. EUR langfristige besicherte Darlehensmittel aufgenommen. Mit diesen Maßnahmen reduziert die Gesellschaft die Risiken des Konzerns. Die Marseille-Kliniken AG und ihre Tochtergesellschaften haben mit verschiedenen Investoren in den Jahren 2004 bis 2008 mehrere Rahmenvereinbarungen anlässlich des Verkaufs und der Rückmietung von Senioren-Wohnparks und Pflegeheimen (sog. „Sale-and-lease-back") geschlossen. Die Struktur der geschlossenen Rahmenvereinbarungen ist im Wesentlichen gleich: Die Objekte werden von der Gesellschaft oder von ihren Tochtergesellschaften an Dritte verkauft und diese vermieten die Senioren-Wohnparks und Pflegeheime an die Gesellschaft zurück. Die Rahmenvereinbarungen sehen hierbei ein per Vormerkung gesichertes Andienungs- bzw. Eintrittsrecht zugunsten der jeweiligen Gruppengesellschaft für den Fall vor, dass der jeweilige Eigentümer das Objekt verkaufen möchte. Am Ende der Mietzeit hat die Gesellschaft jeweils ein Ankaufsrecht. Die unter der jeweiligen Rahmenvereinbarung abgeschlossenen Kauf- und Mietverträge je verkauftem Grundstück bilden wie folgt eine rechtliche Einheit: Wird einer der beiden Verträge nicht wirksam, nicht durchgeführt oder rückabgewickelt, ist auch der andere Vertrag insgesamt nicht durchzuführen und rückabzuwickeln. So begründet insbesondere der Verzug mit Mietzahlungen nicht nur die Möglichkeit der Kündigung des Mietvertrags, sondern auch des Rücktritts vom Kaufvertrag durch den jeweiligen Käufer und Vermieter des Grundstücks. Aus den jeweils zwischen 2004-2008 abgeschlossenen Sale-and-lease-back-Verträgen ergeben sich daher neben Liquiditätsvorteilen auch Risiken von beispielsweise Rückerstattungsansprüchen der jeweiligen Käufer gegen den Marseille-Kliniken Konzern. 11.7 Rechtliche Risiken Risiken aus Änderungen der Gesetzgebung in den sozialen Sicherungssystemen können für die Marseille-Kliniken AG eher als geringfügig eingestuft werden. Es werden zwar immer wieder neue Anläufe unternommen, durch gesetzliche Regelungen das Gesundheits- und Pflegesystem finanziell zu stabilisieren, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen von Gesetzesänderungen werden aufgrund der politischen und finanziellen Rahmenbedingungen als sehr begrenzt angesehen. Die Förderalismusreform führt allerdings zur Differenzierung des Heimrechts in den einzelnen Bundesländern, wodurch die Komplexität erhöht wird. Dies gilt auch für den Bereich des Betreuten Wohnens. Die Einführung der Pflegeversicherung wurde seinerzeit von allen gesellschaftlichen Gruppen als positiv angesehen. Die Mitte 2008 erfolgte Pflegeversicherungsreform ist bei Experten umstritten, hat allerdings auch nicht zu einer Beeinträchtigung der für die Marseille-Kliniken AG komfortablen Risikoeinschätzung geführt. Sollte der Gesetzgeber dennoch zukünftig bundesweite Rahmenbedingungen ändern, sind wir davon überzeugt, aufgrund unserer Ausrichtung auf den Kunden und die Wirtschaftlichkeit wie bisher unsere führende Position im Wettbewerb zu halten. Zur Abdeckung von Risiken werden die Entscheidungen und die Gestaltung der Geschäftsprozesse generell auf eine umfassende rechtliche und steuerliche Beratung gestützt. Einzelne Gesellschaften des Marseille-Kliniken Konzerns führen Aktiv- und Passivprozesse an verschiedenen Gerichtsstandorten. Hinsichtlich der laufenden Verfahren kann zur Sicherung der Informationen keine Detaildarstellung gegeben werden, da diese die Angriffs- und Verteidigungslinien in solchen Verfahren beeinträchtigen würden. Es wurden nach dem heutigen Erkenntnisstand hinreichende Rückstellungen gebildet. Für sonstige bestehende Prozessrisiken haben wir aus Sicht der Gesellschaft ausreichende Rückstellungen gebildet, so dass damit sämtliche aktuell bestehenden Risiken aus Prozessen aus Sicht der Gesellschaft zutreffend abgebildet sind. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus gegebenen Patronatserklärungen wird als gering eingeschätzt. 11.8 Sonstige Risiken Die Energieträger Wasser, Strom, Gas und Öl werden strikt verbrauchsorientiert eingesetzt. In den Wäschereien werden Spezialmaschinen und umweltschonende Waschmittel eingesetzt, die ebenso wie die bedarfsoptimierten Spülmaschinentaktungen in den Küchen den Einsatz von Ressourcen minimieren. Die Risiken durch weitere Preissteigerungen, beispielsweise im Energiesektor, werden daher durch diese Effizienz für die Marseille-Kliniken verringert. In unwesentlichem Umfang werden Zinssicherungsinstrumente genutzt und Strompreise für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben. Diese sind für die Vermögens,- Finanz- und Ertragslage der Marseille-Kliniken AG und des Marseille-Kliniken Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Es wird daher auf die Ausführungen im Anhang zum Einzel- und Konzernabschluss verwiesen. 12 NachtragsberichtNach Abschluss des Geschäftsjahres 2010/2011 sind mit Ausnahme der hier erläuterten Punkte keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, die das im vorliegenden Konzernabschluss vermittelte Bild der Lage des Konzerns beeinflussen und wesentliche Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Marseille-Kliniken AG oder des Konzerns insgesamt haben können. Mit Wirkung zum 1. August 2011 wurde Herr Michael Thanheiser als Vorstand für die Bereiche Konzernrevision und IT durch den Aufsichtsrat ernannt. Herr Thanheiser leitete zuvor elf Jahre als Finanzvorstand die KMG-Kliniken AG, einen Wettbewerber des Marseille-Kliniken Konzerns. Zusätzlich berief der Aufsichtsrat mit Wirkung zum 1. September 2011 Herrn Stefan W. Herzberg in das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Herr Herzberg übernahm das Amt von Ulrich Marseille, Gründer und Hauptaktionär der Marseille-Kliniken AG, der den Konzern im Zeitraum März 2010 bis August 2011 interimistisch geleitet hatte und dieses Amt zum 31. August 2011 niederlegte. Mit Wirkung zum 28. September 2011 hat der Aufsichtsrat der Marseille-Kliniken AG aus seiner Mitte Herrn Dr. Thomas Middelhoff zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden des zuvor zurückgetretenen Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Uwe Bergheim gewählt. Herr Bergheim bleibt weiterhin Mitglied des Aufsichtsrates und des Finanz- und Prüfungsausschusses. Mit Wirkung zum 4. Oktober 2011 hat der Aufsichtsrat der Marseille-Kliniken AG beschlossen, Herrn Thanheiser als Finanzvorstand zu berufen. Herr Thanheiser übernimmt somit neben seiner Zuständigkeit für die Vorstandsressorts Revision und IT auch die Verantwortung für das Finanzressort. Der bisherige Finanzvorstand Herr Dr. Thomas Klaue wurde vom Aufsichtsrat einstimmig mit sofortiger Wirkung abberufen. Mit Wirkung zum 11. Oktober 2011 hat Herr Herzberg sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Marseille-Kliniken AG niedergelegt. Der Aufsichtsrat hat diesem Wunsch entsprochen und gleichzeitig beschlossen Herrn Thanheiser wegen seiner langjährigen Erfahrung im deutschen Pflegemarkt die Führung des Konzerns bis auf weiteres zu übertragen. Er nimmt die Geschäfte des Vorstandes gemeinsam mit dem Generalbevollmächtigen Herrn Andreas Sielemann, dem Bereichsleiter Unternehmensfinanzierung, wahr. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass die Konzerngeschicke durch zwei langjährige Experten innerhalb des deutschen Gesundheitsmarktes und der Marseille-Klinken AG sorgfältig geleitet werden. Im August 2011 wurden langfristige Darlehensmittel in Höhe von 2,5 Mio. EUR aufgenommen. Durch diesen Schritt ist die Marseille-Kliniken AG dem Ziel einer ausgewogeneren Finanzierung im kurz-, mittel- und langfristigen Bereich ein Stück nähergekommen und konnte darüber hinaus einen Beitrag zur Stärkung der Liquidität leisten. Die Refinanzierung der im Dezember 2011 fälligen Unternehmensanleihe erfolgt durch die Begebung einer neuen Unternehmensanleihe über 15. Mio. EUR. Die Gesellschaft hat die Voraussetzungen geschaffen, um diese Kapitalmaßnahme frühzeitig abzuschließen. Die Anleihe wird eine Laufzeit von zwei Jahren haben. Die Bedingungen der Anleihe sehen unter anderem vor, dass die Gesellschaft das Recht zur Kündigung und Rückzahlung nach einem Jahr hat. 13 VergütungsberichtDie Vergütung der Mitglieder des Vorstands setzt sich aus fixen (Festgehalt) und variablen Komponenten (Tantieme) zusammen. Die variablen Vergütungskomponenten sind erfolgsbezogen und orientieren sich am Unternehmenserfolg. Die Gesamtbezüge der im Geschäftsjahr 2010/2011 bestellten Vorstandsmitglieder sind im Anhang bzw. den Notes zum Jahres- und Konzernabschluss erläutert. Der Aufsichtsrat kann zudem nach seinem pflichtgemäßen Ermessen außerordentliche Leistungen einzelner oder aller Vorstandsmitglieder in Form einer besonderen Erfolgstantieme vergüten. In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Gesellschaft allen Mitgliedern des Vorstands aus ihren Vorstandsverträgen weitere Leistungen, die zum Teil als geldwerte Vorteile angesehen und entsprechend versteuert werden; so zum Beispiel die Überlassung eines Geschäftsfahrzeugs. Nebentätigkeiten sind grundsätzlich genehmigungspflichtig. Die Übernahme von Management- und Aufsichtsratsfunktionen in Konzerngesellschaften erfolgt grundsätzlich unentgeltlich. 14 Corporate Governance (Entsprechenserklärung, Bericht des Vorstandes über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen, Angabepflichten gemäß § 315 Abs. 4 HGB)Aufsichtsrat und Vorstand haben die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären zusammen mit der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB auf der Website der Gesellschaft unter www.marseille-kliniken.de dauerhaft zugänglich gemacht. Der Vorstand hat entsprechend § 312 AktG für das Geschäftsjahr 2010/2011 einen Bericht über Beziehungen zu allen verbundenen Unternehmen aufgestellt und gemäß § 313 AktG dem Abschlussprüfer zur Prüfung vorgelegt. Folgende Erklärung findet sich am Ende dieses Berichts wieder: „Der Vorstand der Marseille-Kliniken AG, Berlin, erklärt, dass die Marseille-Kliniken AG bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die ihm im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden ist." Die Abschlussprüfer haben gegen den Bericht keine Einwendungen erhoben. Angabepflichten gemäß § 315 Abs. 4 HGB Gezeichnetes Kapital Das voll eingezahlte Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 30. Juni 2011 37.320.000,00 EUR und ist in 14.580.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von je 2,56 EUR (gerundet) aufgeteilt. Direkte oder indirekte Beteiligungen Beteiligungen (auch mittelbare über Zurechnungen gemäß §§ 21, 22 WpHG), die 10 % der Stimmrechte der Gesellschaft überschreiten, werden von der Familie Marseille gehalten. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten Es bestehen keine Aktien mit Sonderrechten. Art der Stimmrechtskontrolle im Falle von Arbeitnehmerbeteiligungen Es gibt keine Arbeitnehmer, die an der Gesellschaft beteiligt sind. Gesetzliche Vorschriften und Satzungsbestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung Mitglieder des Vorstands werden gemäß §§ 84, 85 AktG bestellt und abberufen. Satzungsänderungen erfolgen gemäß §§ 133, 179 AktG. Bestimmungen der Satzung der Gesellschaft, die diese Punkte betreffen, finden sich in der Satzung. Befugnisse des Vorstands zur Ausgabe und zum Rückkauf von Aktien Auf der Hauptversammlung am 18. Dezember 2009 wurde die auf der Hauptversammlung vom 12. Dezember 2008 beschlossene Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien aufgehoben und der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien ermächtigt. Die Ermächtigung ist bis zum 18. Dezember 2014 sowie auf maximal 10 % des derzeitigen Grundkapitals beschränkt. Die Ermächtigung erfolgte vor dem Hintergrund, schnell, flexibel und kostengünstig bei Erwerben von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen handeln zu können. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals Die Hauptversammlung am 14. Januar 2011 hat die Zusammensetzung des Grundkapitals und die Änderung der Satzung, die in § 4 Abs. 1 gefasst wurde wie folgt beschlossen: "(1) Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 31.100.000,00; es ist eingeteilt in 12.150.000 Stückaktien." Hierdurch wurde der am 5. Februar 2009 im Handelsregister eingetragene, jedoch börsentechnisch nicht vollzogene Aktiensplitt zurückgenommen. Am 14. Januar 2011 hat die Hauptversammlung einen Beschluss über die Aufhebung des genehmigten Kapitals 2009 sowie die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts gefasst. Nach erfolgter Kapitalerhöhung im Mai 2011 betrug das gezeichnete Kapital der Marseille-Kliniken AG zum 30. Juni 2011 37.320.000,00 EUR, eingeteilt in 14.580.000 Stückaktien, die auf den Inhaber lauten. Die Aktien sind voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Dies gilt nicht für die von der Marseille-Kliniken AG gehaltenen Anteile. Nach § 4 der Satzung der Marseille-Kliniken AG ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital bis zum 14. Januar 2016 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 1.215.000 (in Worten: einemillionzweihundertfünfzehntausend) neuen, auf den Inhaber lautenden Stammaktien (Stückaktien) gegen Bar- oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu EUR 3.110.000,00 (in Worten: dreimillioneneinhundertzehntausend) zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen auszuschließen. Bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht auf die neuen Aktien einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen auszuschließen. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen Die Aktien der Marseille-Kliniken AG sind nicht vinkuliert. Uns sind auch keine sonstigen Beschränkungen, die die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bekannt. Beteiligungen am Kapital, die mehr als 10 % der Stimmrechte überschreiten Der Gründer und Hauptaktionär Herr Ulrich Marseille und seine Ehefrau Estella-Maria Marseille halten mehr als 60 % am Grundkapital der Marseille-Kliniken AG. Nach dem Wertpapierhandelsgesetz muss jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder in sonstiger Weise bestimmte Stimmrechte erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies uns und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anzeigen. Uns sind hiernach keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Kein Aktionär der Marseille-Kliniken AG ist durch deren Satzung ermächtigt, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Auch im Übrigen wurden Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, nicht ausgegeben. Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben Sofern Arbeitnehmer Aktien der Marseille-Kliniken AG halten, üben sie ihre Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung aus. Es existieren keine Stimmrechtsbeschränkungen für Aktien der Marseille-Kliniken AG, die von deren Arbeitnehmern gehalten werden. Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern Gemäß der Satzung der Marseille-Kliniken AG besteht der Vorstand aus einem oder mehreren Mitgliedern, deren Zahl vom Aufsichtsrat bestimmt wird und die gemäß § 84 AktG durch den Aufsichtsrat für jeweils höchstens fünf Jahre bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden des Vorstandes bestimmen, wenn der Vorstand aus mehreren Vorstandsmitgliedern besteht. Er kann auch stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Die Bestellung des Vorstandes bedarf der einfachen Mehrheit der Stimmen des Aufsichtsrates. Im Falle der Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden der betreffenden Sitzung. Die Bestellung zum Vorstand kann gemäß § 84 AktG durch den Aufsichtsrat widerrufen werden, wenn in Bezug auf das Vorstandsmitglied ein wichtiger Grund vorliegt. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, so hat in dringenden Fällen das Gericht gemäß § 85 AktG auf Antrag eines Beteiligten das Mitglied zu bestellen. Bestimmungen über die Änderung der Satzung Jede Satzungsänderung bedarf eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 179 AktG). Dem Aufsichtsrat ist gemäß § 9 der Satzung i.V. mit § 179 AktG die Befugnis eingeräumt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die lediglich die Fassung betreffen. Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, soweit das Gesetz nicht zwingend etwas anderes vorschreibt, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und soweit eine Kapitalerhöhung erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst (§ 15 Absatz 2). Satzungsänderungen werden gemäß § 181 Absatz 3 AktG mit der Eintragung in das Handelsregister wirksam. Die Satzung enthält keine Bestimmung, die den Vorstand ermächtigt — etwa im Fall einer Übernahmesituation —, Aktien zurückzukaufen. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebotes stehen. 15 PrognoseberichtDas im ersten Halbjahr in Deutschland zurückgehende Wirtschaftswachstum, die gestiegene Verschuldung vieler Staaten sowie die hieraus resultierende Unsicherheit der Finanzmärkte weisen insgesamt Tendenzen einer längeren Phase mit eher geringem Wirtschaftswachstum für Deutschland auf. Andererseits stützen die positiven Signale des Arbeitsmarktes und die stabilen Konsumausgaben der privaten Haushalte die Wirtschaftslage in Deutschland. Nach Einschätzungen des Internationalen Währungsfonds ergibt sich aus den genannten Faktoren für die Jahre 2011 und 2012 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,7 % bzw. 1,3 %. Insbesondere der aktuellen Staatsverschuldung sowie der nachhaltigen Stabilisierung des Bankensektors innerhalb der Europäischen Union fällt laut Experten eine entscheidende Rolle für diese weitere konjunkturelle Entwicklung zu. Die gestiegene Unsicherheit und Informationsasymmetrie innerhalb der Finanzwirtschaft und die hieraus resultierende erschwerte Kreditvergabepolitik beeinflussen die weitere konjunkturelle Entwicklung negativ. Entlastungen werden sich für die Unternehmen weiterhin durch den noch moderaten Inflationsdruck und die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB ergeben. Bedingt durch die weitere demographische Entwicklung ist der Pflegemarkt von diesen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weitestgehend unabhängig. Die alternde Gesellschaft in Deutschland sorgt in den stationären Versorgungsbereichen für eine langfristig steigende Nachfrage nach Pflegedienstleistungen. Dieser Nachfrage steht jedoch in den westdeutschen Bundesländern ein in den letzten Jahren geschaffenes Überangebot an Betten im stationären Versorgungsbereich gegenüber. Durch diese Rahmenbedingungen entwickelte sich bei der Belegung der Pflegeheime ein deutlicher Wettbewerbsdruck. Die Marseille-Kliniken sind aufgrund ihrer regionalen Fokussierung auf die ostdeutschen Bundesländer von einer solchen Entwicklung allerdings nur in geringerem Umfang betroffen. Jedoch wird eine weitere Zunahme des Konsolidierungsdrucks, verursacht durch schärfere Qualitätskontrollen der Behörden und Einführung des Mindestlohnes, Auswirkungen auf den gesamten Gesundheitsmarkt aufweisen. Viele Wettbewerber ohne entsprechend effiziente Systeme werden diese Anforderungen nur durch eine deutliche Ausweitung ihrer Struktur- und Personalkosten erfüllen können. In der Vergangenheit haben viele Betreiber die in der Höhe nunmehr vorgegebenen Mindestlöhne für Hilfskräfte nicht gezahlt. Gleichzeitig sind Pflegesatzerhöhungen aufgrund der finanziellen Lage der Pflegekassen und öffentlicher Haushalte nur in geringem Ausmaß durchzusetzen. Die Pflegesätze der Stufen 1 und 2 werden von 2010 bis 2012 wie in den Vorjahren konstant blieben. Lediglich die Sätze der Pflegestufe 3 erhöhen sich um rund 2,6 % (2008 bis 2010: 2,7 %). Für das Geschäftsjahr 2011/2012 erwarten wir ein Konzern EBIT deutlich über Vorjahr bei einem leichten Umsatzanstieg. Weiterhin wird die Optimierung unseres Kerngeschäftes Pflege und die Verbesserung der Finanzierung den strategischen Schwerpunkt für das laufende Geschäftsjahr bilden. Naturgemäß können Abweichungen zwischen den von uns erwarteten und den tatsächlichen Ergebnissen eintreten. Wir erwarten jedoch, dass sich diese Abweichungen in Grenzen halten.
Berlin, den 21. Oktober 2011
Der Vorstand Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersZu dem als Anlagen 1 bis 4 beigefügten Jahresabschluss zum 30. Juni 2011 sowie zu dem mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010/2011 (Anlage 5) erteilen wir folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk: Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lagebericht der Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft, Berlin, für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung des Jahresabschlusses und des mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lageberichts nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und in dem mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des mit dem Konzernlagebericht zusammenfassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der mit dem Konzernlagebericht zusammenfasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hamburg, 21. Oktober 2011 Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG Werner von Salzen, Wirtschaftsprüfer Thomas Götze, Wirtschaftsprüfer |
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