M1 Kliniken AGBerlinKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.20211 UNTERNEHMENSPROFIL Spitzenmedizin durch Spezialisierung. Das ist unsere Leitidee. Mit ihr haben wir uns zum führenden Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen im Bereich der Schönheitsmedizin sowie Specialty Pharma Handelsunternehmen entwickelt. Das Geschäftsmodell der M1 Kliniken AG basiert auf zwei Betätigungsfeldern ("Segmenten"): In einem Segment "Beauty" konzentriert die M1 ihre Aktivitäten auf medizinisch-ästhetische Schönheitsbehandlungen sowie den Betrieb und Zurverfügungstellung von ärztlichen Infrastrukturen. In einem Segment "Handel" betreibt die Gruppe den Handel mit EU-Originalarzneimitteln (Parallel- und Reimport) sowie Generika und Biosimilars und hochwertigen Medizinprodukten - u.a. der ästhetischen Medizin. Eigene Forschungsaktivitäten werden nicht betrieben. Hingegen betätigt sich die Gruppe im Bereich der Entwicklung von Behandlungsprodukten, um langfristig die Wertschöpfungskette bei der Durchführung medizinisch-ästhetischer Behandlungen umfassend mit Produkten und Leistungen bedienen zu können.
2 ORGANISATION UND GESCHÄFTSFELDER Im Unternehmenssegment "Beauty" führt die M1 eine Privatklinik für plastische und ästhetische Chirurgie (Schlossklinik in Berlin-Köpenick), die medizinischen Fachzentren für ästhetische und plastische Medizin an Standorten in ganz Deutschland und im Ausland sowie die Produktversorgung dieser Fachzentren. Unter der Marke "M1 Med Beauty" umfasste das Netzwerk zum Jahresende 2021 insgesamt 46 Fachzentren, wovon 34 in Deutschland lagen. In diesen Fachzentren wird durch die dort tätigen Ärzte ein fokussiertes Spektrum an schönheitsmedizinischen Behandlungen in höchster Qualität und zu fairen Preisen abgedeckt. In Berlin betreibt die M1 eine chirurgische Fachklinik (Privatklinik nach § 30 GewO) - eine der größten und modernsten Einrichtungen dieser Art in Europa. Die Anzahl der Kunden, die dieses attraktive Dienstleistungsangebot schätzen, steigt stetig. So wurden alleine in 2021 in den M1-Fachzentren nahezu 340.000 medizinische Behandlungen durchgeführt. In einem Segment "Handel" vertreibt die Gruppe EU-Originalarzneimittel als Parallel- und Reimport, Generika und Biosimilars sowie weitere Medizinprodukte und -geräte. Dabei werden patentfreie und patentgeschützte Arzneimittel in Wachstumsmärkten hochpreisiger Spezial-Pharmazeutika der Indikationsbereiche Onkologie und HIV sowie in den Bereichen Rheuma, Neurologie, Herz-/Kreislauf-Erkrankungen und Betäubungsmittel vertrieben. Im Bereich der Medizinprodukte und -geräte konzentriert sich die Gruppe aktuell auf Anwendungen im Bereich der COVID-Pandemie, plant jedoch dieses in Zukunft auch auf weitere Felder auszudehnen. Daneben vermarktet die Gruppe hochwertige Produkte der ästhetischen Medizin an Ärzte, Apotheker und Großhändler. Im Zusammenhang mit den ästhetisch-medizinischen Behandlungen gewinnen wir zudem beständig umfangreiche Produkterfahrungen. Im Unternehmenssegment "Handel" nutzen wir diese Produkterfahrungen für Produktauswahl und Produktentwicklung zur Vermarktung von Markenprodukten an Ärzte, Apotheken und Großhändler. Auf dieser Grundlage erfolgt seit 2018 die Markteinführung einer sich stetig erweiternden Serie von Kosmetikprodukten unter dem Markennamen "M1 Select". Die Produktreihe soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden. 3 WIRTSCHAFTSBERICHT 3.1 Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen 3.1.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Kernmarkt der Geschäftsaktivitäten war im abgelaufenen Geschäftsjahr Deutschland, wobei in den kommenden Jahren auch die bearbeiteten internationalen Landesmärkte zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Das inländische Wirtschaftswachstum zeigte sich im Jahr 2021 wieder deutlich freundlicher mit einem (preisbereinigten) Anstieg von 2,7 % nach einem Rückgang im Vorjahr in Höhe von -4,9 %. Dies war jedoch ein geringerer Anstieg als die meisten Forschungsinstitute noch zu Beginn des Jahres prognostiziert hatten. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war zunächst der Basiseffekt des Jahres 2020 mit dem scharfen Einbruch der Wirtschaftsleistung im Frühjahr 2020 im Zuge des strengen allgemeinen Lockdowns der deutschen Wirtschaft. Weitere Wellen der Corona-Pandemie führten dann zu einer schwächeren Erholung der Wirtschaftsleistung, als zunächst angenommen. Erschwerend wirkten weiterhin bestehende protektionistische Handelshemmnisse als Ergebnis der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung stieg im Verarbeitenden Gewerbe deutlich um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr. Auch die meisten Dienstleistungsbereiche verzeichneten gegenüber 2020 merkliche Zuwächse. So nahm die Wirtschaftsleistung der Unternehmensdienstleister, zu denen Forschung und Entwicklung, Rechts- und Steuerberater sowie Ingenieurbüros zählen, um 5,4 % zu. Im zusammengefassten Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe fiel das Wirtschaftswachstum aufgrund der anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen mit einem Plus von 3,0 % etwas verhaltener aus. Trotz der Zuwächse im Jahr 2021 hat die Wirtschaftsleistung in den meisten Wirtschaftsbereichen noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. So lag die Wirtschaftsleistung im Verarbeitenden Gewerbe 2021 noch 6,0 % unter dem Niveau von 2019. Die sonstigen Dienstleister, zu denen neben Sport, Kultur und Unterhaltung auch die Kreativwirtschaft zählt, waren besonders stark von der anhaltenden Corona-Pandemie beeinträchtigt. Hier lag die preisbereinigte Bruttowertschöpfung 2021 sogar noch 9,9 % unter dem Vorkrisenniveau. Im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit wurde der Rückgang der Wirtschaftsleistung aus dem Krisenjahr 2020 im Jahr 2021 nahezu kompensiert. Der private Konsum konnte sich nach dem deutlichen Rückgang in 2020 (preisbereinigter Indexwert von 100,8) nur wenig steigern und lag im Jahr 2021 bei einem Indexwert von 100,9, was noch deutlich hinter dem bisherigen Spitzenwert aus 2019 liegt (107,0). Erneut gesteigert zeigten sich die staatlichen Konsumausgaben, die im Vergleich zu 2020 um knapp vier Indexpunkte auf 117,4 anstiegen. Bei den Konsumausgaben ist dabei die sich aktuell stark steigernde Inflation zu berücksichtigen. Nachdem die Inflation in den Jahren nach der Finanzkrise 2008/09 deutlich zurückgegangen war und teilweise deflationäre Tendenzen zu beobachten waren, hat die Entwicklung gerade im Laufe des Jahres 2021 deutlich an Dynamik gewonnen und erreichte eine annualisierte Inflationsrate in Höhe von ca. 5 % zum Jahresende. Grund hierfür sind vor allem stark steigende Preise für Energie und Rohstoffe sowie Lieferengpässe in den globalen Wirtschaftsketten. Ausblick: Sämtliche Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für das Jahr 2022 eine Fortsetzung der Aufholbewegung der deutschen Wirtschaft. Optimistische Prognosen gehen von einem Wachstum von bis zu 5 % aus (DIW), während neuere Prognosen tendenziell vorsichtiger sind und ein Wachstum im Bereich von ca. 3,5 % - 4,0 % in 2022 vorhersagen. Dabei wird unterstellt, dass die weltweiten Engpässe in den globalen Lieferketten - entgegen früheren Prognosen - auch in 2022 nicht vollständig aufgelöst werden können. Zudem ist die Auswirkung der weitreichenden Sanktionsmaßnahmen gegen den russischen Staat und Wirtschaft nach dem kriegerischen Überfall auf ukrainisches Staatsgebiet zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer absehbar. Eine verlässliche Prognose über die tatsächliche Entwicklung der deutschen und internationalen Volkswirtschaften ist derzeit nur schwer abzugeben und wird maßgeblich von der Dauer der pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens abhängen. 3.1.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Segment "Beauty" Der Schönheitsmarkt blieb auch im Jahr 2021 ein Wachstumsmarkt - zusätzlich geprägt vom negativen Basistrend des Vorjahres aufgrund der behördlich angeordneten Untersagung sämtlicher elektiver medizinischer Eingriffe über mehrere Wochen im Frühjahr 2020. Zudem ergeben sich durch die Veränderung des Arbeitslebens im Rahmen von Lockdowns und Home-Office weitere Anknüpfungspunkte für ästhetische Behandlungen. Im Rahmen der Nutzung von Videokonferenzen verstärkte sich der Fokus auf die Gesichts- und Augenpartie der Menschen, was potenziell die Nachfrage nach Lidstraffungen und Botox-Behandlungen der oberen Gesichtshälfte steigert. Zudem können OP-bedingte Einschränkungen des Lebenswandels in Home-Office-Zeiten besser kaschiert werden.
Basierend auf den Zahlen des weltweit agierenden Branchenverbands der plastischen Chirurgen für das Jahr 2020 (ISAPS) sank die Anzahl der chirurgischen Eingriffe um gut 10 % von 11,4 Mio. Eingriffen in 2019 auf 10,1 Mio. Eingriffe in 2020. Maßgeblicher Grund für diesen Rückgang waren die weltweit angeordneten Lockdowns und das Verbot elektiver (ästhetischer) Eingriffe im Frühjahr 2020. Zum Teil zog sich der Lockdown sogar weit in das Jahr 2021 hinein. Die Zahl der durchgeführten Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen sank parallel zum Gesamtmarkt um jeweils 10 %, während die Zahl der Augenlid-Eingriffe nur unwesentlich um ca. 3 % zurückging. Gegenläufig war der Trend bei minimalinvasiven Behandlungen, zu denen auch die Unterspritzungen gehören. So stieg - trotz Lockdowns - die Zahl der weltweit durchgeführten Behandlungen der minimalinvasiven, nicht-chirurgischen Behandlungen um knapp 7 % auf über 14,4 Mio. Behandlungen an. Maßgeblicher Auslöser hierfür war der starke Trend im Bereich der Haarentfernungen. Behandlungen mit Botulinumtoxin sowie Hyaluronsäure machen mehr als 70 % der Eingriffe aus und verzeichneten weltweit einen Rückgang von 3 %.
Auch in Deutschland setzte sich in 2020 trotz der Behinderungen durch die Corona-Pandemie der starke Trend der Vorjahre fort. Die ISAPS weist für Deutschland ein Wachstum der durch Fachärzte durchgeführten Behandlungen um knapp 18 % auf nahezu 1,16 Mio. Behandlungen aus, wobei die Zahl der gemeldeten chirurgischen und nicht-chirurgischen Behandlungen jeweils im Jahresvergleich um gut 170 Tsd. Prozeduren anstieg. Das tatsächliche Marktvolumen dürfte erheblich größer sein, ist jedoch durch Markterhebungen nicht näher abgedeckt.
Im Bereich der Unterspritzungsbehandlungen holt Deutschland gegenüber den anderen Ländern damit weiter auf. Während weltweit die Anzahl der von Fachärzten durchgeführten Unterspritzungsbehandlungen um knapp 3 % auf 10,3 Mio. Behandlungen zurück ging, wuchs die für Deutschland berichtete Zahl um nahezu 11 % von 621 Tsd. Behandlungen in 2019 auf nunmehr 685 Tsd. Behandlungen in 2020. Segment "Handel" Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist der drittgrößte Industriezweig in Deutschland nach dem Fahrzeug- und Maschinenbau. Die pharmazeutische Industrie ist ein wichtiger Teil der chemischen Industrie. Über 20 % der gesamten Chemieproduktion entfallen auf pharmazeutische Erzeugnisse. Die Pharmaindustrie gehört zu den produktivsten und forschungsintensivsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Die Forschungsausgaben betragen durchschnittlich mehr als 10 % des Umsatzes. 1 Im Jahr 2021 stieg der Umsatz mit Arzneimitteln im gesamten Pharmamarkt (Apotheke und Klinik) um 7,3 % auf EUR 53,6 Mrd. Das Wachstum im Apothekenmarkt (Volumen EUR 46,1 Mrd.) und Klinikmarkt (Volumen EUR 7,5 Mrd.) ist mit 7,3 % bzw. 7,2 % fast identisch. Etwas differenzierter stellt sich die Situation beim Absatz dar, der insgesamt um 1,0 % zurück ging. Während sich die Zähleinheiten (Kapseln, Hübe, Portionsbeutel etc.) im Apothekenmarkt lediglich um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr verringerten, betrug der Rückgang im Klinikmarkt 2,5 %, wobei die Situation in den Kliniken geprägt war von Effekten durch die Bereitstellung von Bettenkapazitäten für COVID-Patienten und Verschiebungen von planbaren Eingriffen aufgrund der pandemischen Lage. 2 Der Apothekenmarkt verbuchte im Gesamtjahr 2021 ein Umsatzwachstum von knapp 8 %. Es wurden über 1,6 Mrd. Packungen (+0,7 %) im Wert von über EUR 44 Mrd. (zum Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers, inkl. Impfstoffen und Testdiagnostika) an Patienten abgegeben. Nach einem massiven Absatzeinbruch im ersten Quartal 2021 erholte sich der Absatz des Apothekenmarktes und liegt über dem des Vorjahres. Der Umsatz steigert sich ab April wieder und pendelte sich im hohen einstelligen Bereich ein. Mit deutlichen Zuwächsen in den einzelnen Monaten ab zweitem Quartal zeichnet sich eine Normalisierung des Gesundheitsbetriebes ab, der Patienten wohl auch wieder mehr Ärzte und Apotheken aufsuchen ließ. Trotz ansteigender Inzidenzen mit der im Krankheitsverlauf vergleichsweise moderaten Omikron-Variante, hielt dieser Trend auch in den Wintermonaten an. Das Marktsegment der rezeptpflichtigen Präparate wuchs im Gesamtjahr 2021 um knapp 9 % nach Umsatz, dies entspricht einem Marktvolumen von knapp EUR 39 Mrd. Der Umsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln, die über Apotheken und über den Versandhandel abgegeben wurden, stieg leicht um knapp 2 % auf EUR 5,7 Mrd. Der Versandhandelsmarkt der rezeptfreien Arznei- und Nichtarzneimittel legte im Gesamtjahr 2021 nach Wert um fast 11 % (EUR 2,8 Mrd.) und nach Menge um knapp 8 % (241 Mio. Packungen) zu. Vor allem der Bereich des medizinischen Sachbedarfs, also u. a. auch die COVID-Tests und Hilfsmittel, zeigen mit fast 27 % Umsatz- und 11 % Absatzsteigerung das größte Wachstum (mit 4 % Gesamtmarktanteil nach Umsatz). Generell führt die pandemische Situation zu einer verstärkten Nutzung dieses Vertriebskanals in allen Produktkategorien. 3 Auch die GKV-Arzneiausgaben (gesetzliche Krankenversicherung) sind im Gesamtjahr erwartungsgemäß durch COVID-19 beeinflusst, wie insbesondere die monatliche Marktentwicklung verdeutlicht. Aber auch hier zeichnet sich nach einem sehr schwachen und negativen ersten Quartal 2021 ab April ein Wachstum des GKV-Marktes mit einem Umsatzplus ab, während der Absatz nahezu konstant blieb. Die GKV-Arzneimittelausgaben abzüglich Abschlägen von Herstellern (§130a Abs. 1 SGB V) und Apotheken (ohne Berücksichtigung von Einsparungen aus Rabattverträgen) belaufen sich im Gesamtjahr 2021 auf EUR 47,7 Mrd. Dieser Wert liegt um 8,1 % über dem des Vorjahres. Der Absatz zeigt sich mit 0,1 % Steigerung nahezu konstant. Die Einsparungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen belaufen sich im Gesamtmarkt 2021 auf EUR 6,5 Mrd. (+13 %). Auch für die privaten Krankenversicherungen ergeben sich Einsparungen durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen. Dieses berechnete Volumen beläuft sich im Gesamtmarkt 2021 auf EUR 931 Mio. (+4 %). Im Krankenhaus stiegen die Herstellerzwangsabschläge und Rabatte um 6 % auf EUR 214 Mio. 4 3.2 Geschäftsverlauf Die M1-Gruppe ist im wachsenden Markt der ästhetischen Medizin und plastischen Chirurgie tätig und führt ästhetisch-medizinische Behandlungen im Selbstzahlersegment durch (Segment "Beauty"). Im Segment "Handel" vertreibt die Gruppe als pharmazeutischer Hersteller eigene generische Arzneimittel, europäische Importarzneimittel sowie Medizinprodukte und -geräte. Ebenso werden in Deutschland zugelassene Arzneimittel anderer Hersteller im Rahmen der Großhandelserlaubnis angeboten. Der Umsatz stieg im Jahr 2021 auf EUR 314,6 Mio. (Vorjahr: EUR 159,6 Mio.). Das Umsatzwachstum betrug 97 %. Dabei verliefen die Umsatzentwicklungen in den beiden Geschäftssegmenten erfolgreich (siehe 3.3.1). Das Beauty-Segment des Konzerns war im Frühjahr 2020 durch die behördliche Anordnung eines harten Lockdowns stark betroffen. Die Schlossklinik in Berlin-Köpenick sowie die M1-Fachzentren schlossen für einen Zeitraum von ca. zwei Monaten aufgrund der Untersagung einer Durchführung elektiver Eingriffe im medizinischen Sektor, worunter auch das Behandlungsspektrum des Beauty-Segments fällt. In den internationalen Landesmärkten dauerten die Lockdowns aufgrund der regionalen Strategien zur Pandemiebekämpfung zum Teil signifikant länger und betrafen auch das Jahr 2021. In Deutschland konnte die M1 hingegen 2021 im Wesentlichen ungestört durch weitere Lockdown Einschränkungen arbeiten. Lediglich einzuhaltende zeitliche Abstände zwischen Impfungen gegen das Coronavirus und Unterspritzungsbehandlungen führten im ersten Halbjahr 2021 zu einer phasenweisen Ausdünnung des Behandlungskalenders und schwächeren Umsätzen. Trotzdem stiegen die Umsätze im Beauty-Segment auf nunmehr ca. EUR 53 Mio. nach EUR 37 Mio. in 2020. Die deutliche Erhöhung des Gesamtumsatzes im Vergleich zum Vorjahr resultiert darüber hinaus aus der nunmehr ganzjährigen Vollkonsolidierung der Haemato AG für das Jahr 2021 (2020: August-Dezember). Während dieser Periode tätigte der Haemato-Teilkonzern Umsätze in Höhe von EUR 285,0 Mio. - ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 19,6 %. Der Jahresüberschuss im Jahr 2021 betrug EUR 10,9 Mio. (Vorjahr: EUR 7,4 Mio.), wovon EUR 2,0 Mio. auf Minderheitengesellschafter entfallen. Die M1-Gruppe und alle Mitarbeiter orientieren sich in der täglichen Arbeit in erster Linie an den Bedürfnissen der Kunden. Service, Qualität und Verlässlichkeit sind wesentliche Inhalte unserer Kundenorientierung und gleichzeitig Treiber des weiteren Wachstums. Diese Zielausrichtung begleitet die Unternehmensgruppe seit Anbeginn und wird auch für die kommenden Jahre Leitbild unseres Handels sein. Hierbei wollen wir auch weiterhin wachsen und unseren Umsatz im Jahresvergleich im zweistelligen Prozentbereich steigern. Auch der Ertrag soll in den kommenden Jahren weiterwachsen, wobei dieses Wachstum - aufgrund der weiterhin absehbaren Investitionen in Wachstum und Qualität - unterproportional zum Umsatz verlaufen könnte. 3.3 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.3.1 Ertragslage des M1-Konzerns (IFRS) Die Lage des Unternehmens ist nach wie vor geprägt vom Wachstum unseres operativen Geschäfts und der dynamischen Entwicklung des Marktes für medizinisch-ästhetische Behandlungen sowie Spezialpharmazeutika und Medizinprodukte. Die Umsätze der M1-Gruppe werden im Wesentlichen im Bereich des Handels und des Parallel- und Reimports von in Europa zugelassenen Arzneimitteln sowie Medizinprodukten und -geräten (Segment "Handel") sowie im Bereich der ästhetischen Medizin erzielt (Segment "Beauty"). Die Zahlen des Berichtsjahres sind jedoch nicht direkt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar, da sich durch die Vollkonsolidierung der Haemato AG ab 1. August 2020 das Bilanzbild erheblich geändert hat. Im Segment "Beauty" stieg der Umsatz von EUR 37,4 Mio. (2020) auf nunmehr EUR 52,8 Mio. in 2021 - ein Wachstum um über 40 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist auch vor dem Hintergrund der eher schwachen Performance in 2020 (zweimonatige Schließung der M1 Schlossklinik sowie der M1 Fachzentren - in den ausländischen Standorten zum Teil sogar signifikant länger) sehr erfreulich. Deutlich stärker wuchs der Umsatz im Segment "Handel", der von EUR 122,2 Mio. (2020) auf EUR 261,8 Mio. in 2021 stieg. Dieser starke Umsatzanstieg ist primär durch die nunmehr im Gesamtjahr 2021 erfolgende Vollkonsolidierung der Haemato-Gruppe sowie das unterjährige Wachstum der Haemato begründet. Die Entwicklung des Umsatzes entsprach der Erwartung der M1 und wird sich mutmaßlich in den kommenden Jahren so fortsetzen. Der Materialaufwand im Verhältnis zum Umsatz stieg in 2021 auf 82,4 % (Vorjahr: 77,0 %). Dies ist vor allem durch die ganzjährige Vollkonsolidierung der Haemato AG mit dem margenschwächeren Handelsgeschäft begründet. Die Personalkosten stiegen um knapp 33 % von EUR 16,7 Mio. (2020) auf EUR 22,1 Mio. und damit deutlich unterproportional zum Umsatz, was ebenso durch den größeren Anteil des Handelsgeschäftes in 2021 begründet ist. Damit sank die Personalkostenquote im Vergleich zum Vorjahr auf 7,0 % (Vorjahr: 10,5 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um knapp 37 % von EUR 11,9 Mio. (2020) auf EUR 16,2 Mio., so dass die Kostenquote von 7,4 % auf 5,2 % fällt. Wesentliche Kostenpositionen sind die Werbe-/ Verkaufsförderungs- und Reisekosten, die von EUR 3,5 Mio. (2020) auf EUR 4,1 Mio. stiegen, die Fremdleistungskosten, die nach EUR 2,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 1,5 Mio. fallen sowie die Kosten der Warenabgabe (v.a. Fracht), die - vor allem konsolidierungsbedingt - von EUR 0,9 Mio. auf nunmehr EUR 2,2 Mio. anstiegen. Die Raumkosten sinken von EUR 1,8 Mio. (2020) auf EUR 1,7 Mio. Das Finanzergebnis sinkt von EUR 4,4 Mio. (2020) auf EUR 2,3 Mio. Hierin enthalten sind Beteiligungserträge in Höhe von EUR 1,2 Mio. (Vorjahr: EUR 3,4 Mio.). Aus der Bewertung des Finanzanlagevermögens zum Geschäftsjahresende sowie aus dem Abgang von finanziellen Vermögensgegenständen ergab sich ein Ertrag von EUR 1,2 Mio. (Vorjahr: EUR -2,2 Mio.). Aus der Auflösung passiver Unterschiedsbeträge (hier: Anteil der M1 Kliniken AG am Eigenkapital der Haemato AG) ergab sich im Vorjahr ein positiver Beitrag von EUR 5,1 Mio. Der Jahresüberschuss der M1-Gruppe (vor Abzug von Minderheitenanteilen bei der Haemato AG) stieg von EUR 7,4 Mio. (2020) auf EUR 10,9 Mio. (2021). 3.3.2 Finanzlage des M1-Konzerns (IFRS) Mit einem Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von EUR 37,9 Mio. (Vorjahr: EUR 22,0 Mio.) - wovon ein Betrag von EUR 25,6 Mio. der Haemato AG zuzurechnen ist - sowie sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten von EUR 18,1 Mio. (Vorjahr: EUR 32,2 Mio.) zum Jahresende ist die Finanzlage als sehr stabil zu bezeichnen. Das Vorratsvermögen sank von EUR 42,3 Mio. (2020) auf EUR 35,2 Mio. - v.a. durch ein enges Dispositionsmanagement im Haemato-Teilkonzern. Das Finanzmanagement ist darauf ausgerichtet, Verbindlichkeiten stets innerhalb der Zahlungsfrist zu begleichen und Forderungen innerhalb der Zahlungsziele zu vereinnahmen. Langfristige Vermögenswerte sind zu 159 % durch Eigenkapital gedeckt (Vorjahr: 174 %). Die Reduzierung dieser Quote ist durch einen Anstieg der langfristigen Vermögenswerte begründet. Die Entwicklung der Liquidität des Konzerns lässt sich anhand der Kapitalflussrechnung, welche nachfolgend dargestellt ist, abbilden. In der Betrachtung der Bilanzpositionen an den ausgewiesenen Bilanzstichtagen haben sich die liquiden Mittel um EUR 15,9 Mio. erhöht. Der operative Cashflow zeigte sich mit EUR 15,7 Mio. (Vorjahr: EUR 9,5 Mio.) stark. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit in Höhe von EUR 0,2 Mio. ist u.a. geprägt von einer Teil-Veräußerung einer Konzerntochter (Zufluss EUR 1,1 Mio.). Ein Betrag von EUR 1,3 Mio. wurde in das Immaterielle und Sach-Anlagevermögen investiert (Vorjahr: EUR 1,4 Mio.). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist mit EUR 4,0 Mio. positiv (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) und ist maßgeblich beeinflusst von der im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die Haemato AG durchgeführte Kapitalerhöhung (EUR 14,5 Mio.), die Rückführung von Bankverbindlichkeiten (EUR -4,2 Mio.) sowie der Tilgung von Nutzungsrechten (EUR -4,1 Mio.). scrollen
Weitere Angaben zum Cashflow der abgelaufenen Rechnungsperiode finden sich in der Cashflow Rechnung im Konzernabschluss sowie den hierzu erfolgenden Erläuterungen im Konzernanhang (Notes). Investitionen plant die M1-Gruppe vor allem im Rahmen des weiteren Ausbaus der betriebenen Infrastrukturen von Kliniken und Fachzentren sowie bei der Anschaffung von Behandlungsinstrumenten. Diese Investitionen werden im Jahr 2022 im tiefen einstelligen Millionenbereich liegen und sollen selektiv über Fremdmittel (v.a. Leasing) finanziert werden. 3.3.3 Vermögenslage des M1-Konzerns (IFRS) Die Kapitalstruktur ist gut. Das Eigenkapital stieg von EUR 115,3 Mio. auf EUR 139,9 Mio. in 2021. Die Eigenkapitalquote stieg auf 70,6 % (Vorjahr: 61,1 %), was durch die Kapitalerhöhung bei der Haemato AG sowie den Jahresüberschuss 2021 begründet ist. Die kurzfristigen Vermögenswerte sind von EUR 122,4 Mio. in 2020 auf EUR 110,1 Mio. in 2021 gesunken. Diese beinhalten vor allem Kassen- und Bankbestände (EUR 37,9 Mio.; Vorjahr: EUR 22,0 Mio.), Forderungen aus Lieferung und Leistung (EUR 16,3 Mio.; Vorjahr: EUR 20,5 Mio.), Vorräte (EUR 35,2 Mio.; Vorjahr: EUR 42,3 Mio.) sowie sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte (EUR 18,1 Mio.; Vorjahr: EUR 32,2 Mio.). Die Vorräte sinken im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 35,2 Mio. (Vorjahr: EUR 42,3 Mio.), wovon EUR 34,0 Mio. dem Teilkonzern Haemato AG zuzurechnen sind. Die langfristigen Vermögenswerte betrugen EUR 88,0 Mio. (Vorjahr: EUR 66,3 Mio.). Diese beinhalten Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechte gemäß IFRS 16) von EUR 15,3 Mio. (Vorjahr: EUR 15,8 Mio.), Immaterielle Vermögensgegenstände (inkl. Geschäfts- und Firmenwerte) in Höhe von EUR 60,4 Mio. (Vorjahr: EUR 38,3 Mio.) sowie sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 12,1 Mio. (Vorjahr: EUR 12,0 Mio.). Die wirtschaftliche Lage kann insgesamt als gut bezeichnet werden. 3.4 Finanzielle Leistungsindikatoren des M1 -Konzerns (IFRS) Wir ziehen für unsere interne Unternehmenssteuerung die Kennzahl Umsatz und EBT (Ergebnis vor Steuern) heran. Der Umsatz stieg im Berichtsjahr vor allem durch die ganzjährige Vollkonsolidierung der Haemato AG auf EUR 314,6 Mio. (Vorjahr: EUR 159,6 Mio.). Das EBT beträgt EUR 14,4 Mio. (Vorjahr: EUR 8,8 Mio.), das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) beträgt EUR 17,8 Mio. (Vorjahr: EUR 8,9 Mio.). Der M1-Konzern arbeitet insgesamt profitabel und die wirtschaftliche Lage kann als gut bezeichnet werden. 3.5 Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren des M1 -Konzerns (IFRS) Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren beobachtet die M1-Gruppe maßgeblich im Segment "Beauty" die Kundenbewertungen zu den in der Klinik sowie im Netzwerk der Fachzentren durchgeführten medizinisch-ästhetischen Behandlungen. Ziel ist es, z.B. den Umfang der positiven Google-Bewertungen laufend zu steigern, was letztlich die Stärke der dem Marktauftritt zugrundeliegenden Marken (z.B. "M1 Med Beauty") positiv beeinflusst. Die Imageentwicklung der Marken wird laufend kontrolliert und negative Bewertungen in der Kundenbetreuung umgehend behandelt. 4 ERGEBNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben. 5 PROGNOSEBERICHT Wir beurteilen die mittelfristige Entwicklung der M1-Gruppe weiterhin positiv und gehen in den kommenden Jahren von einer Fortsetzung des Wachstumskurses aus. Für das Jahr 2022 geht die Gesellschaft von einer weiteren Aufhellung des Geschäftsumfeldes aus, nachdem die Omikron-Variante des Coronavirus eine signifikant geringere Belastung in den Intensivstationen (und korrespondierende Todesraten) erzeugt hat und deshalb mit einem weitreichenden Wegfall von Beschränkungen zu rechnen ist. Nach der ,Normalisierung' der Lage geht die Gesellschaft im Segment "Beauty" von einer Steigerung der Behandlungszahlen in den bestehenden Standorten sowie weiteren Praxiseröffnungen aus. Bis zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung wurden bereits eine weitere Praxis in Deutschland (Wolfsburg) und ein weiterer Standort im Ausland (Brisbane/AUS) eröffnet. Eine Reihe weiterer Standorte befinden sich in der konkreten Vorbereitung. Die M1-Gruppe geht davon aus, dass keine erneuten Lockdown Szenarien aufgrund der Corona-Pandemie entstehen werden. Alleine hieraus stehen in einigen M1-Landesgesellschaften verlängerte Behandlungszeiträume in 2022 zur Verfügung, was zu einer Umsatzsteigerung im Jahr 2022 führen wird. Eine konkrete Quantifizierung der Gesamtauswirkungen dieser Geschäftseinflüsse auf den Umsatz im Beauty-Segment ist schwer abzuschätzen, jedoch erwartet die Gesellschaft ein Wachstum in 2022 im Bereich von 15-20 % im Vergleich zum Vorjahr. Dieses wird sich auch auf die Ertragslage im Segment "Beauty" auswirken, wobei die hohe Anzahl geplanter Neueröffnungen einen negativen Einfluss auf das Ergebnis des Beauty-Segments entfalten wird. Die Umsatzausweitung wird mit unterproportional steigenden Fixkosten begleitet. Auch im "Trading-Segment" wird die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens weiterhin positiv gesehen, wobei es nur schwer möglich ist, eine konkrete Umsatz- und Ertragsprognose zu geben. Die Pharmabranche bietet ein großes Wachstumspotenzial, wobei der Ausbau des Marktanteils im Parallelimportgeschäft als Kerngeschäft und Grundlage für die Erschließung neuer Geschäftsfelder angesehen wird. Im Bereich der "Specialty Pharma" liegt der Schwerpunkt weniger auf einer Umsatzsteigerung als vielmehr auf einer Sicherung bzw. Steigerung der relativen Margen. Der anhaltende Preisdruck auf der Abgabenseite für parallelimportierte Arzneimittel über die Hersteller und Krankenkassen bleibt bestehen. Die erhöhte Inflation, die Unsicherheiten in Bezug auf die Corona-Pandemie und die Lage in der Ukraine lassen jedoch keine konkreten Ergebnisprognosen zu. Im Vergleich zu den Vorjahren wird mit steigenden Aufwendungen in der Warenbeschaffung und für Transportleistungen gerechnet. Dieser Effekt soll durch weitere konsequente Portfoliobereinigungen - hin zu margenstarken Produkten und einem seit Ende 2021 laufenden zusätzlichen Kosteneffizienzprogramm - kompensiert werden. Der Bereich "Lifestyle und Aesthetics" mit den Schwerpunkten auf "Medizinprodukte / COVID-19 Diagnostik", "Aesthetics" sowie "Betäubungsmittel" (BtM) bietet spannende Absatzchancen mit hohen Wachstumsraten. In diesem Segment sollen die Marktanteile weiter ausgebaut und die Marge optimiert werden. Für den Bereich "Lifestyle und Aesthetics" war das Jahr 2021 in Bezug auf die Pandemie und die von der Regierung getroffenen Regelungen ein besonderes Jahr, das der Gruppe ermöglichte, neue Umsätze und erfolgreiche Geschäfte zu akquirieren. Dieses Szenario wird sich in dieser Form im Jahr 2022 vermutlich nicht wiederholen lassen. Das Geschäft im Zusammenhang mit Testmöglichkeiten zur Früherkennung von Viren und Krankheitserregern wird aber langfristig bestehen bleiben. Hingegen werden die Geschäfte mit ästhetischen Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie Kosmetika auch in den kommenden Jahren weiter positiv verlaufen - dies aufgrund des grundsätzlichen Wachstums des entsprechenden Marktes, aber auch auf Grundlage der hervorragenden Marktbeziehungen der Gruppe. Der Bereich "Lifestyle und Aesthetics" soll deshalb weiter ausgebaut werden und somit den Fokus auf dauerhafte gute EBIT-Margen unterstützen. Die positive Entwicklung beider Geschäftsbereiche wird folglich auch zu einer Verbesserung der Finanzlage führen und zu einem positiven operativen Cashflow beitragen. Die o.a. Prognosen basieren auf einer schnellen Beendigung aller Corona-Einschränkungen Anfang 2022 und keiner neu auftauchenden Virus-Variante mit ernsteren/schwereren klinischen Verläufen. Ebenso geht die Gruppe davon aus, dass der Ende Februar 2022 von Russland begonnene Krieg in der Ukraine keinen signifikanten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit entfalten wird. Wir werden auch zukünftig in der Lage sein, unseren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. 6 CHANCEN- UND RISIKOBERICHT 6.1 Risikomanagementsystem Der M1-Konzern nutzt ein Risikomanagementsystem zur systematischen Identifizierung signifikanter und bestandsgefährdender Risiken, um deren Auswirkungen zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu erarbeiten. Das Ziel des Risikomanagementsystems besteht im Wesentlichen darin, finanzielle Verluste, Ausfälle oder Störungen zu vermeiden oder geeignete Gegenmaßnahmen unverzüglich umzusetzen. Im Rahmen dieses Systems werden Vorstand und Aufsichtsrat frühzeitig über Risiken informiert. Wichtige Mechanismen der Früherkennung bilden dabei die Überwachung der Liquidität und der Ergebnisentwicklung. Die Überwachung der operativen Entwicklung und die rechtzeitige Ermittlung von Planabweichungen ist Aufgabe des Controllings und des Qualitätsmanagements. Falls notwendig, entscheiden die jeweiligen Verantwortlichen der Fachabteilungen gemeinsam mit dem jeweiligen Leitungspersonal über die angemessene Strategie und Maßnahmen bei der Steuerung der Risiken. 6.2 Risikobericht Der M1-Konzern betreibt eigene Einrichtungen für medizinische Dienstleistungen und stellt Infrastrukturleistungen für Dritte zur Verfügung und betreibt Handelsaktivitäten im Pharma- und Medizinproduktemarkt. Die Gesundheit und das Wohl der von uns (direkt wie indirekt) betreuten Patienten stellt hohe Maßstäbe an den Umgang mit Risikofaktoren und die etablierten Maßnahmen zur Kontrolle der Risikofaktoren. Aufgrund der langjährigen Erfahrung der M1-Gruppe in ihren relevanten Märkten und der inzwischen etablierten führenden Marktposition ist M1 in der Lage, die sich stellenden Risiken zu beherrschen und den Eintritt von Risikoereignissen mit geringstmöglichen Auswirkungen zu kontrollieren. Die Gesundheitsbranche und hier vor allem die Marktsemente, in denen M1 vornehmlich tätig ist, bieten vielfältige unternehmerische Chancen, die M1 aufgrund des integrierten Geschäftsmodells wahrnehmen kann. Die Ausbalancierung von unternehmerischen Chancen und den damit immanent verbundenen Risiken ist Grundlage des Geschäftsansatzes der M1. Dabei fokussiert M1 im Wesentlichen fünf Risikofelder, aus denen sich für die Unternehmensgruppe Risikosituationen ergeben können. 6.2.1 Branchenspezifische Risiken Segment "Beauty" Das Gesundheitswesen ist in Deutschland - aber auch in den meisten anderen internationalen Märkten - stark reguliert. Gesetzesänderungen in Bezug auf die Leistungserbringung in den für die M1 relevanten Marktsegmenten können sich auf die Unternehmensstrategie und die operative Leistungsfähigkeit der M1 auswirken. So ist von besonderer Relevanz, welche organisatorischen Strukturen sowie welche individuellen (medizinischen) Qualifikationen gefordert sind, um die von M1 erbrachten medizinischen Leistungen anzubieten. M1 beobachtet hierfür intensiv die gesetzgeberischen Maßnahmen (zusammen mit relevanten Fachjuristen), analysiert im Rahmen des Risiko- und Chancenmanagements, welche Entwicklungen sich ergeben (könnten), und beurteilt deren Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragslage der Gruppe. Seit einigen Jahren entwickelt sich im Gesundheitsmarkt ein Engpass an Fachkräften, was sowohl die pflegerischen als auch die ärztlichen Funktionen betrifft. Hierfür entwickelte die Bundesregierung in den letzten Jahren verschiedene Personalgewinnungsstrategien, die den Fachkräfteengpass jedoch noch nicht nachhaltig auffangen konnten. Die Personalknappheit ist auch für M1 spürbar und wird als limitierender Faktor bei der Realisierung der Wachstumsziele empfunden. Zudem muss jederzeit sichergestellt werden, dass neu eingestelltes Personal den hohen fachlichen Anforderungen der M1 entspricht. Schließlich realisieren wir einen Druck auf die Personalkostenentwicklung bei M1, da sich der Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen bereits zum ,Nachfragermarkt' der Stellensuchenden entwickelt hat. Diesbezüglich arbeitet M1 an der hohen Reputation des Unternehmens im Personalmarkt, um ein möglichst hohes und konstantes Angebot an Arbeitskräften realisieren zu können. Im Bereich der Schönheitsbehandlungen besteht das Risiko, dass sich das Schönheitsempfinden in der Gesellschaft ändert. Sollte sich ein anderes Schönheitsideal entwickeln, das im Widerspruch zu den von M1 erbrachten Leistungen steht, könnte dies ein erhebliches unternehmerisches Risiko darstellen. Aufgrund seiner marktführenden Position und der hohen Anzahl an Kundenkontakten ist M1 sehr frühzeitig in der Position, Entwicklungen im ,Schönheitsbewusstsein' der Zielkunden zu identifizieren und hieraus Schlüsse in Bezug auf das zur optimalen Marktabdeckung erforderliche Angebotsspektrum abzuleiten. Des Weiteren könnten neue Marktteilnehmer in Konkurrenz zu uns treten, deren Konzept an unserem ausgerichtet ist. Sollten diese neuen Marktteilnehmer eigene "Unique Selling Propositions" entwickeln, könnte dies ebenfalls ein unternehmerisches Risiko darstellen. M1 verfolgt das Wettbewerbsumfeld in den eigenen Marktsegmenten genau und beobachtet einzelne entstehende Wettbewerber bzw. Angebotsketten. Grundsätzlich erkennen wir, dass sich das Feld der Anbieter verstärkt und auch vereinzelt der Versuch unternommen wird, "Angebotsketten" nach dem Modell der M1 im Markt zu etablieren. M1 sieht diesen sich ausdifferenzierenden Wettbewerb als positives Signal für die eigene Strategie und das hohe Potenzial der gewählten Marktsegmente. Der sich auf mehrere Jahre belaufende Wettbewerbsvorsprung versetzt M1 dabei in die Position, neuen Wettbewerbern und neuen Angebotsformen adäquat zu begegnen und die eigene relative Marktposition zu halten und sogar auszubauen. Segment "Handel" Gesetzliche Regulierungsmaßnahmen innerhalb der gesamten europäischen Union, ein starker Margendruck im Pharmamarkt sowie der permanente Wandel des Parallelimportmarktes durch Wechselkursrisiko und Preisunterschiede bei der Beschaffung der Arzneimittel können einen negativen Einfluss auf unsere Umsatz- und Ergebnissituation haben. Die Original-Hersteller versuchen nach wie vor, die einzelnen europäischen Märkte zu kontingentieren oder Single-Channel-Distributoren zu nutzen, um Exporte zu erschweren. Des Weiteren versuchen die Original-Hersteller durch Erhalt von hohen Listenpreisen, unter Abschluss von nachträglichen Rabattvereinbarungen Exporte zu erschweren. Außerdem besteht grundsätzlich die Gefahr, dass sich die Abgabepreise in den verschiedenen Ländern der EU sukzessive angleichen oder in einzelnen Ländern beziehungsweise für einzelne Präparate Exportverbote erlassen werden. Rechtliche Risiken ergeben sich vor allem aus dem Vertrieb unserer Produkte und insbesondere aus marken- und patentrechtlichen Fragestellungen. Als Importeur gelten wir arzneimittelrechtlich als pharmazeutischer Unternehmer. Wir tragen daher das Risiko von Marktrücknahmen. 6.2.2 Reputations-/Qualitätsrisiken Risiken, die der Reputation der M1 schaden könnten, ergeben sich vor allem im Segment "Beauty" aus der Patienten- bzw. Kundenzufriedenheit. Hier können Qualitätsmängel bei der Durchführung der Behandlungen, bei den hygienischen Standards sowie bei den verwendeten Produkten von Relevanz sein. Zur Vermeidung von Risiken aus einer unzureichenden Qualität der durchgeführten Behandlungen verfolgt M1 ein umfangreiches medizinisches Qualitätsmanagement. Dies beginnt damit, dass ausschließlich Ärzte die medizinischen Behandlungen im Bereich der Unterspritzungstherapien durchführen. Dies ist Grundbedingung in den M1-Fachzentren, da die Qualität der Behandlungen letztlich untrennbar mit dem Markenimage der genutzten M1-Marken verbunden ist. Im chirurgischen Bereich sind ausschließlich Fachärzte mit den Behandlungen betraut. Seit 2017 hat M1 ein eigenes Schulungs-Institut ("M1-Akademie") aufgebaut, in dem neu in die Praxisbetriebe eintretende Ärzte von hochqualifizierten Supervisoren im Rahmen eines mehrwöchigen, strukturierten Programms geschult und auf das Behandlungsspektrum eingearbeitet werden. Auch im weiteren Tätigkeitsablauf erfolgen regelmäßig interne Audits durch die Supervisoren. Daneben laufen mehrfach im Monat Weiterbildungsveranstaltungen zur Vertiefung von Behandlungsformen und Einführung von neuen Produkten. Auch im chirurgischen Bereich werden durch das Klinikmanagement und den ärztlichen Leiter regelmäßige Konferenzen durchgeführt, die der Verbesserung der Behandlungsabläufe dienen. In den von M1 bearbeiteten Marktsegmenten verfolgt das Unternehmen die klare Strategie, nur eine limitierte Anzahl von Behandlungen anzubieten. Hierbei handelt es sich um die im Markt am meisten nachgefragten Behandlungen. Durch diese konsequente Spezialisierung erhalten die Ärzte einen hohen Grad an Routine, was letztlich zu einer qualitativ hochwertigen Behandlung führt. Ein umfassender Hygieneplan, der von einem in Deutschland führenden Krankenhaushygieniker entwickelt wurde, ist in allen von M1 betriebenen Klinikbetrieben sowie den Praxisbetrieben etabliert. Hierzu wurde eine Audit-Checkliste entwickelt, die von den Praxen regelmäßig abgearbeitet und auch bei unangekündigten zusätzlichen Audits geprüft wird. Auch in Bezug auf die verwendeten Materialien (Behandlungsprodukte, Instrumente, etc.) verfolgt M1 eine umfassende Qualitätsstrategie. Grundsätzlich wird im Bereich der Behandlungsprodukte ausschließlich eine Zusammenarbeit mit den Marktführern in ihren relevanten Marktsegmenten eingegangen. Hierzu erfolgt ein weltweites Sourcing der Produkte. Publikationen sowie die Stellungnahmen weltweiter Aufsichtsgremien bei der Bewertung der Produktsicherheit werden ausgewertet. Bei den Behandlungsinstrumenten wird auf die Langlebigkeit, Behandlungssicherheit und den risikolosen Einsatz geachtet. Im Handelssegment besteht eine Vielzahl bereits gesetzlich vorgeschriebener Richtlinien, deren strenge Befolgung einen hohen Qualitätsstandard sichert. 6.2.3 Ertragsorientierte Risiken Die wesentlichen Kostenpositionen im behandlungsnahen Geschäftsfeld der M1 (Segment "Beauty") bestehen aus Materialkosten (Behandlungsmaterialien), Personalkosten und Infrastrukturkosten. Bei der Beschaffung der Medikamente, Medizinprodukte und Medizintechnik können sich durch allgemeine Preissteigerungstendenzen negative Einflüsse auf die Ergebnissituation ergeben. Die verwendeten Behandlungsmaterialien werden von einer begrenzten Anzahl von international operierenden Anbietern bezogen. Eine Änderung der Preispolitik dieser Anbieter hätte unmittelbaren Einfluss auf die Ertragslage, sofern die Lieferanten nicht ersetzt werden können. Diesem Risiko wirkt M1 mit einer klaren Diversifizierung des Spektrums der angebotenen Behandlungsprodukte entgegen. Hierdurch wird die faktische Abhängigkeit von einzelnen Anbietern reduziert. Zudem ist M1 auf internationalen Beschaffungsmärkten aktiv und nutzt Preisspielräume aus diesem Ansatz. Allgemeine Preissteigerungstendenzen sowie Lohntrends wirken ebenso ergebnisbelastend. Sollte es mittelfristig nicht möglich sein, diese Belastungen im Preis oder durch Effizienzsteigerungen aufzufangen, so wirkt diese ergebnisbelastend. In diesem Zusammenhang liegt der Fokus von M1 vor allem auf einer optimalen Auslastung der vorhandenen Kapazitäten, wodurch steigende Kosten auf eine höhere Anzahl an Behandlungen verteilt werden können. Im Bereich der Infrastrukturleistungen besteht die Option, steigende Kosten an die Kunden weiter zu verrechnen. Zudem werden Leistungen der Infrastruktur vorzugsweise auf Grundlage langlaufender Verträge (z.B. Mietverträge) abgeschlossen, so dass die allgemeinen Preissteigerungstrends kontrolliert werden können. Schließlich besteht das Risiko, dass Nutzer (selbständige Ärzte oder medizinische Leistungserbringer) der von M1 zur Verfügung gestellten Praxisinfrastrukturen durch eigene Fehlentscheidungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten und hierdurch Erstattungen für erbrachte Infrastrukturleistungen ausfallen. Dieses Risiko beobachtet M1 durch ein enges Monitoring der medizinischen Leistungserbringung (Kundenbewertungen) sowie einer laufenden Analyse der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Partner, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können. Neben den Kosten der Leistungserstellung sind die im Absatzmarkt realisierbaren Preise wesentlicher Stellhebel für Umsatz und Ertrag der Unternehmensgruppe. Hier positioniert sich die M1-Gruppe als führender Preiswettbewerber für (schönheits-)medizinische Leistungen und Produkte. Sollten andere finanzstarke Unternehmen versuchen, als Wettbewerber in den Markt einzutreten, so könnte dies zu einem Preiswettbewerb führen, der die Margen belastet. Die gute Finanzausstattung der M1 -Gruppe ermöglicht eine nachhaltige Umsetzung dieser Strategie. Im Segment "Handel" haben die Wettbewerbsrisiken aufgrund von neuen Mitbewerbern in der Branche zugenommen. Wir gehen davon aus, unsere Marktanteile mittelfristig aufgrund unseres starken Direktvertriebes weiter ausdehnen zu können. Möglicherweise sind jedoch im Zuge weiterer Organisationsoptimierungen zusätzliche Kosten oder Investitionen zu erwarten. Die Gruppe könnte durch Wettbewerber mit finanziell oder organisatorisch größeren Ressourcen negativ belastet werden. Sollte die aggressive Preispolitik durch Vergabe von Rabattverträgen weiter zunehmen, wird das negative Auswirkungen auf die Ertragslage haben oder zu Verlusten am Marktanteil führen. Zur Abfederung weiterer Ertragsrisiken ist schließlich der umfangreiche Versicherungsschutz des M1-Konzerns zu nennen. Neben einer Arzthaftpflichtversicherung ("Beauty"-Segment), welche finanzielle Risiken aus Behandlungsfehlern übernimmt, besteht die gesetzlich vorgeschriebene Arzneimittelhaftlicht als Pharmazeutischer Hersteller gemäß AMG: Schließlich wurde für den Betrieb der eigenen Klinik eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgeschlossen, welche die Kostenrisiken aus einer Betriebsunterbrechung in Folge eines Sachschadenereignisses abdeckt. 6.2.4 Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzielle Risiken können sich in Bezug auf den Ausfall von Forderungen, die Änderung von Zinsen sowie die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit der Gruppe ergeben. Den Risiken aus möglichen Forderungsausfällen wird durch ein aktives Forderungsmanagement begegnet. Im Bereich der medizinischen Behandlungen wird dabei sichergestellt, dass im Regelfall Kundenzahlungen bereits vor der Durchführung der Behandlungen oder unmittelbar nach Abschluss der Behandlungen realisiert werden. Hierdurch sind nahezu keine Endkundenforderungen von einem Ausfall bedroht. Bei Kunden für Infrastrukturleistungen analysiert M1 laufend die wirtschaftliche und qualitätsseitige Entwicklung der Kunden, um ggfs. frühzeitig Sicherungsmaßnahmen ergreifen zu können. Im Handels- und Großkundenbereich prüft M1 regelmäßig die Bonität der Partner und die Einhaltung der gewährten Zahlungsziele. In Einzelfällen werden für größere Forderungspositionen die Stellung von Sicherheiten verlangt. Wesentliche Währungsrisiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft beeinflussen könnten, bestehen nicht. Warenlieferungen aus Fremdwährungsländern werden innerhalb sehr kurzer Fristen abgewickelt. Leistungen in Nicht-Euro-Ländern wurden 2021 nur in geringem Umfang angeboten. Die finanzielle Sicherheit der M1-Gruppe wird im Wesentlichen durch die hohe Eigenkapitalquote garantiert. In den Jahren 2017 und 2018 hat die M1 Kliniken AG zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt, die in Summe einen Liquiditätszufluss von ca. EUR 30 Mio. erzielten. Hierdurch ist die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Gruppe gewährleistet. Die verfügbare Liquidität wird konservativ verwaltet mit dem Ziel, keine Kapitalverluste (z.B. durch ,Verwahrentgelte') zu erleiden. Die Haemato AG führte im März 2021 eine weitere Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Eigenmarkenstrategie durch. Die Gruppe bedient sich eingeräumter Kreditlinien eines Bankenkonsortiums für die Finanzierung der Betriebsmittel für die Haemato AG. In diesen Vereinbarungen sind Finanzkennzahlen definiert, deren Nichteinhaltung grundsätzlich zu Kündigungsmöglichkeiten einzelner Kreditgeber führen können. Die zur Verfügung gestellten Kreditlinien werden regelmäßig nicht in voller Höhe ausgenutzt. Durch ein rollierendes Unternehmens- und Finanzplanungssystem sind wir jederzeit in der Lage, auf Veränderungen im Finanzmittelbedarf kurzfristig zu reagieren. Daneben finanzieren wir uns über ein Kundenfactoring. Darüber hinaus bestehen zwei weitere Darlehen/Linien für die M1 Med Beauty Berlin GmbH bzw. M1 Aesthetics GmbH - jeweils in Höhe von EUR 5 Mio., die beide im Jahr 2020 abgeschlossen wurden. Bei dem durch die M1 Med Beauty Berlin GmbH abgeschlossenen Darlehen handelt es sich um einen sogenannten KfW-Unternehmerkredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Die Tilgung setzt nach einem Jahr Laufzeit ein. Die M1 Aesthetics GmbH schloss Ende 2020 eine Betriebsmittellinie in Höhe von EUR 5 Mio., die zur laufenden Finanzierung des Handelsbereichs genutzt werden soll. Zur weiteren Schonung der Liquidität erfolgt selektiv die Umsetzung von Leasinginstrumenten bzw. Finanzierungsinstrumenten. So wurde die in Berlin-Köpenick betriebene Schlossklinik 2015 in ein ,Sale-and-Lease-Back' Modell überführt und die bei der Entwicklung der Immobilie investierten Mittel wieder freigesetzt. Die Flächen des Praxisnetzwerkes werden ausschließlich über langlaufende Verträge gemietet, so dass keine Erwerbskosten für die Immobilien anfallen. 6.2.5 Infrastrukturelle Risiken Unter den infrastrukturellen Risiken versteht M1 maßgeblich Risiken aus dem IT-Bereich sowie im Bereich des Personalmanagements. Die IT-Risiken betreffen die Ausfallsicherheit (Verfügbarkeit) der betriebenen IT-Systeme sowie die Sicherheit gegen Cyberangriffe auf das Unternehmen. Die interne IT-Abteilung wurde in den letzten Jahren deutlich verstärkt und die betriebenen Hardware-Systeme auf die zukünftigen Anforderungen ausgebaut. Strukturen werden redundant betrieben, so dass bei Ausfall des Hauptsystems jeweils ein Ersatzsystem die Verfügbarkeit der Anwendungen ermöglicht. Die Anwendungslandschaft ist durch ein Netzwerk verknüpfter Einzelanwendungen geprägt. Einzelanwendungen können bei Problemsituationen aus dem Netz genommen werden, ohne dass hierdurch die Verfügbarkeit der anderen IT-Anwendungen beeinträchtigt wird. Durch eine besondere IT-Infrastruktur sowie umfangreiche Firewall-Systeme wird ein weitestgehender Schutz vor Hackerangriffen realisiert. Regelmäßige Backups der Datenbestände werden durchgeführt. Dem Datenschutz widmet die Gruppe ein hohes Augenmerk. Die Anforderungen der neuen DSGVO-Richtlinie der EU wurden gruppenweit umgesetzt. Hierzu wurden die entsprechenden Datenschutzrichtlinien überarbeitet. Die Abhängigkeit von Schlüsselpersonal wird als infrastrukturelles Risiko gesehen. Diesem Risiko begegnet M1 mit der teil-redundanten Verteilung von Aufgaben in der Gruppe. Zudem wird überwacht, dass einzelne Personen keine zu großen Bündelungen von kritischen Engpassfunktionen auf sich vereinen. Durch die simultane Leistungserbringung der medizinischen Behandlungen kann zudem der Ausfall einzelner Behandler schnell durch die Umdisposition von Personal kompensiert werden. Im Bereich der baulichen Infrastruktur ist vor allem die Klinikzulassung der Schlossklinik in Berlin-Köpenick nach § 30 GewO ein bedeutsames Risiko. Regelmäßige Inspektionen der genehmigungserteilenden Behörden haben bestätigt, dass M1 höchsten Qualitätsanforderungen genügt. Die Genehmigung zum Betrieb der Klinik ist uneingeschränkt erteilt. Der Ausfall einzelner Standorte des Praxisnetzwerkes ist für die Erbringung der dort durchgeführten medizinischen Behandlungen von weniger umfassendem Charakter. Das inzwischen eng gesponnene Praxis-Netzwerk ermöglicht es, Behandlungen auch in anderen Standorten durchzuführen. Zudem sind die Anforderungen zum Betrieb einer Praxisfläche relativ schnell zu erfüllen, so dass der Ausfall eines Standortes innerhalb weniger Monate kompensiert werden kann. 6.2.6 Gesamtwirtschaftliche Risiken Die seit Februar 2020 um sich greifende Corona-Pandemie hat gezeigt, dass übergeordnete gesellschaftliche Entwicklungen (hier: Lockdown Anordnungen der Behörden) entstehen können, welche die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft erheblich beeinflussen können. Die Corona-Pandemie hat unserer Gesellschaft vor Augen geführt, dass Lieferketten zusammenbrechen und das Verhalten von Konsumenten sich in schneller und in kaum abschätzbarer Folge ändern kann. Der Staat griff mit umfangreichen Maßnahmen in das öffentliche Leben ein mit dem Ziel, den Umfang der sozialen Kontakte zu reduzieren. Wenn auch die konkrete Bewältigung der Corona-Pandemie zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung auf gutem Wege ist, so ist doch nicht auszuschließen, dass künftig vergleichbare Entwicklungen auf unser gesellschaftliches Leben einwirken werden. Damit könnte das gesamtwirtschaftliche Umfeld der Geschäftsentwicklung der Gruppe deutlich negativ betroffen werden. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Deutschland ist jedoch langfristig positiv. Gerade der private Konsum wird das gesamtwirtschaftliche Wachstum künftig wieder unterstützen. Hierzu gehören auch die Leistungen der Marktsegmente der M1. Die Nachfrage nach Leistungen der M1 wird langfristig weiterwachsen. Sie ist nach Einschätzung des Managements teilweise auch unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. 6.3 Chancenbericht M1 hat neben den betrachteten Risikofeldern auch Chancenfelder definiert, an deren Entwicklung die Gruppe in den kommenden Jahren aktiv partizipieren möchte. Segment "Beauty" Der medizinische Schönheitsmarkt ist und bleibt ein Wachstumsmarkt mit einem geschätzten Wachstum von ca. 10 % p.a. Durch unsere Spezialisierung in der ästhetischen Medizin und der Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen, medizinischen und medizintechnischen Produkten für die ästhetische Medizin und kosmetische Dermatologie und der damit verbundenen Preisführerschaft wird die M1 -Gruppe von diesem Wachstum überdurchschnittlich partizipieren. Die Effizienz in der Behandlung der Patienten wird durch die konsequente Fokussierung auf ein begrenztes Indikationsspektrum gefördert. Hierzu trägt auch die hohe Qualität der behandelnden Ärzte bei, die wiederum durch die hohe Zahl der individuell durchgeführten Behandlungen gestützt wird. Segment "Handel" Der Gesundheitsmarkt ist und bleibt ein Wachstumsmarkt. Durch unsere Spezialisierung in den Therapiegebieten Onkologie, HIV und anderen chronischen Krankheiten sowie Produkten der ästhetischen Medizin werden wir von diesem Wachstum partizipieren. Durch Erschließung von neuen Geschäftsfeldern können ebenfalls wachstumsunterstützende Effekte erwartet werden. Auf der Beschaffungsseite können wir auf eine breite Palette von Liefermöglichkeiten zurückgreifen. Zur Minimierung der geschäftlichen Risiken diversifizieren wir unsere Bezugsquellen europaweit. Unsere hohen Qualitätsansprüche sichern wir durch eine sorgfältige Lieferantenqualifikation und -auswahl sowie ein aktives Lieferantenmanagement ab. Insgesamt gilt für beide Geschäftssegmente, dass wir dem Wettbewerb am Markt, vor allem durch die zunehmende Konkurrenz der Anbieter, mit unserer Erfahrung, Innovationen, Zuverlässigkeit und durch ein hohes Maß an Service und Qualität begegnen werden. Durch die Börsennotierung der M1 Kliniken AG sowie der Haemato AG sehen wir die Möglichkeit, weitere Finanzmittel zur Umsetzung des eingeschlagenen Wachstumskurses zu akquirieren. Im Rahmen des weiteren Wachstums wird es möglich werden, Funktionen nach und nach auf noch spezialisierteres Personal zu verlagern und durch neue Mitarbeiter zusätzliches Know-how in der Gruppe zu verankern. Die Personalpolitik der M1 beruht auf flachen Hierarchien, einem partizipativen Führungsstil und der Möglichkeit für Mitarbeiter, auch selber mit dem Wachstum des Unternehmens weitere Aufgabenfelder (und Verantwortungsbereiche) zu besetzen - also mitzuwachsen. Eine hohe Mitarbeiterbindung wird uns in Teilen von den Engpässen auf dem Arbeitsmarkt abkoppeln können. 6.4 Gesamtaussage Das Risikoportfolio der M1 besteht aus einigen Risikopositionen (z.B. Konjunktur, Gesetzgebung), die von M1 nicht steuerbar sind. Diese Risiken beobachtet M1 regelmäßig und betrachtet die sich daraus ergebenden Änderungen für die Gruppe. Beeinflussbare Risiken werden durch Kontrollsysteme überwacht, so dass negative Entwicklungen aufgefangen und abgefedert werden können. Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir weiterhin in einem Wettbewerbsumfeld, welches sich durch neue Wettbewerber, steigende Beschaffungspreise, ein stagnierendes Verkaufspreisniveau sowie die Limitation von "Produktionsmitteln" (z.B. Material, Personal) auszeichnen kann. Vor dem Hintergrund unserer finanziellen Stabilität sind wir für die Bewältigung der künftigen Risiken gut gerüstet. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar. Für das Geschäftsjahr 2022 sehen wir eine insgesamt nicht stark veränderte Chancen- und Risikolandschaft für die M1-Gruppe, wenn auch die grundsätzliche Perspektive zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung positiver erscheint als noch vor zwölf Monaten. Insgesamt sind wir bezüglich externer und interner Risiken gut abgesichert. 7 RISIKOBERICHTERSTATTUNG ÜBER DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN Zu den im Unternehmen bestehenden Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Wertpapiere, Forderungen, Verbindlichkeiten und Guthaben bei Kreditinstituten. Die Gesellschaften der Unternehmensgruppe verfügen über einen solventen Kundenstamm. Forderungsausfälle sind die absolute Ausnahme. Verbindlichkeiten werden innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen gezahlt. Beim Management der Finanzpositionen verfolgt das Unternehmen eine konservative Risikopolitik. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfall- und Bonitätsrisiken erkennbar sind, werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein adäquates Debitorenmanagement. Darüber hinaus informieren wir uns vor Eingehung einer neuen Geschäftsbeziehung stets über die Bonität unserer Kunden. 8 BERICHT ÜBER ZWEIGNIEDERLASSUNGEN Die Gruppe betreibt keine Zweigniederlassungen. 9 SCHLUSSERKLÄRUNG NACH § 312 ZIFFER 3 ABSATZ 3 AKTG Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der folgende Schlusserklärung enthält: "Unsere Gesellschaft sowie die Tochtergesellschaften haben nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem mit dem herrschenden sowie sonstigen verbundenen Unternehmen Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten."
Berlin, 18. März 2022 M1 Kliniken AG Dr. Walter von Horstig, Vorstand KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG zum 31. Dezember 2021scrollen
KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2021AKTIVA scrollen
PASSIVA scrollen
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG (7) zum 31. Dezember 2021 *scrollen
KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG zum 31. Dezember 2021 *scrollen
scrollen
Konzernanhang1 ALLGEMEINE ANGABEN 1.1 Berichtendes Unternehmen Das Mutterunternehmen ist die M1 Kliniken AG, die im Geschäftsjahr 2007 gegründet wurde. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter HRB 107637 B eingetragen und hat ihren Sitz in der Grünauer Straße 5, 12557 Berlin, Deutschland. Das Geschäftsmodell der M1 Kliniken AG basiert auf zwei Betätigungsfeldern ("Segmenten"): In einem Segment "Beauty" konzentriert die M1 ihre Aktivitäten auf medizinisch-ästhetische Schönheitsbehandlungen sowie den Betrieb und Zurverfügungstellung von ärztlichen Infrastrukturen. In einem Segment "Handel" betreibt die Gruppe den Handel mit EU-Originalarzneimitteln (als Parallel- und Reimport), Generika und Biosimilars sowie Medizinprodukten und -geräten und hochwertigen Produkten der ästhetischen Medizin. 1.2 Grundlagen der Abschlussaufstellung Die M1 Kliniken AG, Sitz Berlin, Deutschland, ist am Basic Board (,Freiverkehr') der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Im Geschäftsjahr 2017 wurde ein freiwilliger Konzernabschluss nach den Vorgaben der International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board und den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Seit dem Geschäftsjahr 2018 überschreitet die M1 Kliniken AG zwei Größenkriterien des § 293 HGB an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen und ist somit zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach den handelsrechtlichen Vorgaben verpflichtet. Der Konzernabschluss für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 der M1 Kliniken AG wurde gemäß den Vorgaben des § 315e Abs. 1 HGB i.V.m. Abs. 3 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) und den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Darüber hinaus enthält der Konzernanhang gemäß § 315e Abs. 1 HGB bestimmte Angaben zu Regelungen des HGB. Die Werte für das Geschäftsjahr sowie das Vorjahr sind, sofern nichts anderes angegeben ist, in EUR ausgewiesen. Der EUR entspricht, abgesehen von den Tochtergesellschaften in der Schweiz, Großbritannien, Kroatien und Australien auch der funktionalen Währung der übrigen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Bei der Aufstellung der Abschlüsse der zugehörigen Konzernunternehmen werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung (EUR) des Konzernunternehmens lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden sämtliche monetären Posten in Fremdwährung zum gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nicht monetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind mit den Kursen umzurechnen, die zum Zeitpunkt der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert Gültigkeit hatten. Die vom IASB verabschiedeten neuen Standards wurden ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens beachtet. Die Bilanzierung und Bewertung wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung vorgenommen. Die Bilanz der M1 Kliniken-Gruppe ist nach Fristigkeitsgesichtspunkten aufgestellt worden, wobei Vermögenswerte und Schulden, deren Realisation bzw. Tilgung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird, nach IAS 1 als kurzfristig eingestuft wurden. Latente Steueransprüche und latente Steuern sind entsprechend IAS 1.56 jeweils vollständig unter den langfristigen Vermögenswerten bzw. langfristigen Schulden ausgewiesen. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Auf die Darstellung einer Konzerngesamtergebnisrechnung wird verzichtet, da bei der M1 Kliniken-Gruppe im Berichtsjahr sowie im Vorjahr keine Effekte, die im sonstigen Ergebnis hätten gezeigt werden müssen, vorlagen. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung werden in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Die Aufgliederung dieser Posten ist im Anhang aufgeführt. In der Darstellung können Rundungsdifferenzen zu den mathematisch exakt ergebenen Werten auftreten. 1.3 Neue Standards und Interpretationen Die M1 Kliniken AG hat im aktuellen Geschäftsjahr die nachfolgend dargestellten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmalig angewandt: scrollen
Die erstmalige Anwendung dieser Standards bzw. deren Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Zukünftig sind die folgenden Standards und Interpretationen sowie Änderungen bestehender Standards anzuwenden: scrollen
2 ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN, SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilweise Annahmen getroffen und Schätzwerte verwendet worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Die tatsächlichen Werte können zu einem späteren Zeitpunkt von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Entsprechende Änderungen würden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam. Alle Annahmen und Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Bei der Anwendung der im Folgenden dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden übt der Vorstand wesentliche Ermessensentscheidungen aus. Die M1 Kliniken AG testet jährlich die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte und anderer langfristiger Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf Grundlage der Vorschriften des IAS 36. Basis für den Werthaltigkeitstest ist der Vergleich zwischen dem Buchwert eines Vermögenswertes ("carrying amount") und dem erzielbaren Betrag, der aus dem Vermögenswert bzw. der Gruppe von Vermögenswerten oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwirtschaftet werden kann. Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden basiert auf Beurteilungen des Managements. M1 Kliniken bewertet insbesondere die Beteiligung an der CR Capital AG sowie der CR Opportunities GmbH zum beizulegenden Zeitwert. Bei der CR Opportunities GmbH wird dieser anhand Level 3 der Fair Value Hierarchie ermittelt. Hierbei wird v.a. auf ein Bewertungsgutachten eines externen Sachverständigen abgestellt. Die vom Management verwendeten Grundlagen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind insbesondere die Fälligkeitsstruktur der Forderungssalden, die Bonität der Kunden sowie Veränderungen der Zahlungsbedingungen. Aufgrund der zeitnahen Begleichung der Forderungen aus medizinischen Behandlungen sowie des engen Monitorings der Zahlungsfähigkeit weiterer Kunden spielen Wertberichtigungen eine untergeordnete Rolle. Im Bereich der Umsatzrealisierung ist zu prüfen, welche separaten Leistungsverpflichtungen in den Verträgen mit Kunden enthalten sind. Für jede identifizierte separate Leistungsverpflichtung ist zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfüllt sind. Für jedes Besteuerungssubjekt ist die erwartete tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen, und die temporären Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS-Konzernabschluss und dem steuerrechtlichen Abschluss sind zu beurteilen. Soweit temporäre Differenzen vorliegen, führen diese Differenzen grundsätzlich zum Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern im Konzernabschluss. Das Management muss bei der Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern Beurteilungen treffen. Aktive latente Steuern werden in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie genutzt werden können. Die Nutzung aktiver latenter Steuern hängt von der Möglichkeit ab, im Rahmen der jeweiligen Steuerart ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erzielen. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit von aktiven latenten Steuern sind verschiedene Faktoren heranzuziehen, wie z.B. Ertragslage der Vergangenheit, operative Planungen und Steuerplanungsstrategien. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen ab oder sind diese Schätzungen in künftigen Perioden anzupassen, könnten diese nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Kommt es zu einer Änderung der Werthaltigkeitsbeurteilung bei aktiven latenten Steuern, sind die angesetzten aktiven latenten Steuern erfolgswirksam abzuwerten. 3 KONSOLIDIERUNGSKREIS UND KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE 3.1 Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 der M1 Kliniken AG, Berlin, wurden neben der M1 Kliniken AG die folgenden Tochtergesellschaften vollkonsolidiert. Die Beherrschung resultiert daraus, dass die M1 Kliniken AG direkt oder indirekt über 50 % der Stimmrechte des gezeichneten Kapitals einer Gesellschaft hält und/oder die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens derart steuern kann, dass sie von dessen Aktivitäten profitiert. Die M1 Med Beauty Berlin GmbH wird seit dem 1. August 2013 konsolidiert. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty Berlin GmbH ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das Stammkapital der M1 Med Beauty Berlin GmbH beläuft sich auf EUR 25.000. Die M1 Med Beauty Berlin GmbH verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Nach Abzug des identifizierbaren Nettovermögens (Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten) hat sich ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 115.723 ergeben. Die übertragene Gegenleistung beinhaltet u.a. Vorteile aus Umsatzwachstum und künftigen Marktentwicklungen. Diese Vorteile, die nicht getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert werden können, ergeben in ihrer Summe den o.g. Geschäfts- oder Firmenwert. Im Geschäftsjahr 2021 erwarb die M1 Med Beauty Berlin GmbH die M1 Verwaltungs GmbH zum nominellen Wert des Eigenkapitals von EUR 25.000. In der Folge wurde die M1 Verwaltungs GmbH auf die M1 Med Beauty Berlin GmbH verschmolzen, wobei die nominellen Buchwerte der M1 Verwaltungs GmbH in die M1 Med Beauty Berlin GmbH übernommen wurden. Ergebniseffekte ergaben sich aus der Verschmelzung nicht. Gemäß § 264 Abs. 3 HGB braucht eine Kapitalgesellschaft, die nicht im Sinne des § 264d HGB kapitalmarktorientiert und als Tochtergesellschaft in den Konzernabschluss eines Mutterunternehmens mit Sitz in einem Mitgliedsstaat der EU ist, die Vorschriften des 1. Unterabschnitts "Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft und Lagebericht" zum zweiten Abschnitt des HGB sowie die des dritten und vierten Unterabschnitts des Abschnitts "Prüfung" und "Offenlegung, Prüfung durch den Betreiber des Bundesanzeigers" nicht anzuwenden, wenn alle in § 264 Abs. 3 HGB genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Dies trifft für die M1 Med Beauty Berlin GmbH zu, weshalb diese auf die Erstellung eines Anhangs und Lageberichts im eigenen Jahresabschluss 2021 verzichtet hat. Die Beauty Now GmbH wurde am 16. Dezember 2015 durch die M1 Kliniken AG gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Gegenstand des Unternehmens ist der Besitz, Betrieb und die Verwaltung von Schönheitsinstituten, die Vermittlung und Zurverfügungstellung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Schönheits- und Gesundheitspflege sowie der Schönheits- und Gesundheitsvorsorge, die erlaubnisfreie Beratung von Heilpraktikern, medizinischem Fachpersonal und Kosmetik-Fachpersonal im Bereich der Kosmetik und ästhetischen Medizin, der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Immobilien, insbesondere von Immobilien im Gesundheitsbereich und der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen. Das Stammkapital beläuft sich dabei auf EUR 100.000. Die Saname GmbH wurde am 22. Mai 2013 durch die M1 Kliniken AG gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von eigenen und fremden Immobilien, insbesondere von Immobilien im Gesundheitsbereich, sowie das Verwalten und Veräußern von Beteiligungen. Das Stammkapital beläuft sich dabei auf EUR 25.000. Die M1 Aesthetics GmbH, die seit dem 6. Juli 2013 vollkonsolidiert wird, wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2021 an die Haemato AG veräußert und wird dort ab dem 1. Januar 2021 voll konsolidiert. Die Sanabona GmbH wurde am 18. Juli 2017 durch die M1 Med Beauty Berlin GmbH gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Immobilien, insbesondere von Immobilien im Gesundheitsbereich sowie der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Beteiligungen. Das Stammkapital beläuft sich dabei auf EUR 25.000. Die Sanawert GmbH wurde am 18. Juli 2017 durch die M1 Med Beauty Berlin GmbH gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Immobilien, insbesondere von Immobilien im Gesundheitsbereich sowie der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Beteiligungen. Das Stammkapital beläuft sich dabei auf EUR 25.000. Die Sanaselect GmbH wurde am 18. Juli 2017 durch die M1 Med Beauty Berlin GmbH gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Immobilien, insbesondere von Immobilien im Gesundheitsbereich sowie der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Beteiligungen. Das Stammkapital beläuft sich dabei auf EUR 25.000. Die Sanaestate GmbH wurde am 18. Juli 2017 durch die M1 Med Beauty Berlin GmbH gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Immobilien, insbesondere von Immobilien im Gesundheitsbereich sowie der Erwerb, das Verwalten und Veräußern von Beteiligungen. Das Stammkapital beläuft sich dabei auf EUR 25.000. Die M1 Med Beauty Australia Pty Ltd. wurde am 2. August 2018 als Tochter der M1 Kliniken AG gegründet. Die M1 Med Beauty Australia Pty Ltd. verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty Australia Pty Ltd. ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf 100 AUS$. Die Gesellschaft wird mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erstmalig vollkonsolidiert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein bestehender Verlustvortrag der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 260 im Konzern- Eigenkapital verrechnet. Im Berichtsjahr tätigte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von TEUR 1.171 sowie einen Gewinn von TEUR 82. Die M1 Med Beauty UK Ltd. wurde am 22. Oktober 2018 als Tochter der M1 Kliniken AG gegründet. Die M1 Med Beauty UK Ltd. verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty UK Ltd. ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf GBP 10.000. Die Gesellschaft wird mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erstmalig vollkonsolidiert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein bestehender Verlustvortrag der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 211 im Konzern-Eigenkapital verrechnet. Im Berichtsjahr tätigte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von TEUR 597 sowie einen Verlust von TEUR 703, der durch Aufwendungen bei der Errichtung der Zentren sowie Leerkosten im Rahmen von Corona-Schließungen bedingt ist. Die M1 Med Beauty Austria GmbH wurde am 20. Dezember 2018 als Tochter der M1 Kliniken AG gegründet. Die M1 Med Beauty Austria GmbH verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty Austria GmbH ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf EUR 35.000. Die Gesellschaft wird mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erstmalig vollkonsolidiert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein bestehender Verlustvortrag der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 288 im Konzern-Eigenkapital verrechnet. Im Berichtsjahr tätigte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von TEUR 1.712 sowie einen Verlust von TEUR 93, der durch Aufwendungen bei der Errichtung der Zentren sowie Leerkosten im Rahmen von Corona-Schließungen bedingt ist. Die M1 Med Beauty Netherlands B.V. wurde am 21. Dezember 2018 als Tochter der M1 Kliniken AG gegründet. Die M1 Med Beauty Netherlands B.V. verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty Netherlands B.V. ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf EUR 10.000. Die Gesellschaft wird mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erstmalig vollkonsolidiert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein bestehender Verlustvortrag der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 418 im Konzern- Eigenkapital verrechnet. Im Berichtsjahr tätigte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von TEUR 925 sowie einen Verlust von TEUR 320, der durch Aufwendungen bei der Errichtung der Zentren sowie Leerkosten im Rahmen von Corona-Schließungen bedingt ist. Die M1 Med Beauty Swiss GmbH wurde am 22. Februar 2019 als Tochter der M1 Kliniken AG gegründet. Die M1 Med Beauty Swiss GmbH verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty Swiss GmbH ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf 200.000 CHF. Die Gesellschaft wird mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erstmalig vollkonsolidiert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein bestehender Verlustvortrag der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 309 im Konzern-Eigenkapital verrechnet. Im Berichtsjahr tätigte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von TEUR 1.203 sowie einen Verlust von TEUR 199, der durch Aufwendungen bei der Errichtung der Zentren sowie Leerkosten im Rahmen von Corona-Schließungen bedingt ist. Die M1 Med Beauty Croatia d.o.o. wurde am 20. August 2019 als Tochter der M1 Kliniken AG gegründet. Die M1 Med Beauty Croatia d.o.o. verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Unternehmensgegenstand der M1 Med Beauty Croatia d.o.o. ist die Erbringung von Dienstleistungen in der ästhetischen Medizin. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf HRK 50.000. Die Gesellschaft wird mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erstmalig vollkonsolidiert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurde ein bestehender Verlustvortrag der Gesellschaft per 31. Dezember 2019 in Höhe von TEUR 2 im Konzern-Eigenkapital verrechnet. Im Berichtsjahr tätigte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von TEUR 176 sowie einen Verlust von TEUR 107, der durch Aufwendungen bei der Errichtung der Zentren sowie Leerkosten im Rahmen von Corona-Schließungen bedingt ist. Mit Vertrag vom 10. Juni 2020 erwarb die M1 Kliniken AG mit Wirkung zum 1. Juli 2020 einen Anteil von 48,2 % der Haemato AG im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung bei der M1 Kliniken AG. In diesem Zuge brachte die MPH Health Care AG die von ihr zuvor gehaltenen Anteile an der Haemato AG in die M1 Kliniken AG ein und zeichnete die neu ausgegebenen Anteile der M1 Kliniken AG. Ab 1. Juli 2020 wurde die Haemato AG - da eine Beteiligung von unter 50 % vorlag - entsprechend ,at equity' im Konzernabschluss der M1 Kliniken AG konsolidiert. Im Laufe des Juli 2020 übernahm die M1 Kliniken AG die unternehmerische Kontrolle bei der Haemato AG. Da zudem die jederzeitige Möglichkeit der Forderung zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der Haemato AG bestand und aufgrund der historisch bekannten Präsenzquoten auf den Hauptversammlungen der Haemato AG davon auszugehen ist, dass der Anteil von 48,2 % am Grundkapital der Haemato AG ausreichend ist, die Beschlusslage auf der Hauptversammlung zu bestimmen, erfolgte ein Übergang zur Vollkonsolidierung der Haemato AG im Konzernabschluss der M1 Kliniken AG ab 1. August 2020. Bis Ende 2020 baute die M1 Kliniken AG ihre Beteiligung an der Haemato weiter aus. Dies erfolgte auch über die Einbringung der M1 Aesthetics GmbH in die Haemato AG gegen Ausgabe neuer Aktien der Haemato AG, welche durch die M1 Kliniken AG gezeichnet wurden. Die Eintragung der Sachkapitalerhöhung bei der Haemato AG erfolgte zum 17. Dezember 2020, so dass die M1 Kliniken AG zum Ende des Geschäftsjahres 2020 einen Anteil von insgesamt 75,8 % am Grundkapital der Haemato AG hielt. Im März 2021 führte die Haemato AG unter Ausschluss des Bezugsrechtes der Altaktionäre eine Barkapitalerhöhung um 475.391 Inhaberaktien durch, die zu einem Preis von EUR 31,00/Aktie ausgegeben wurden. Der hierdurch resultierende Nettoerlös in Höhe von EUR 14,5 Mio. floss der Gesellschaft im April 2021 zu. Die M1 Kliniken AG nahm an der Kapitalerhöhung nicht teil. Nach einer zusätzlichen Teilveräußerung liegt die Beteiligungsquote per 31.12.2021 nunmehr bei 68,3 % der insgesamt 5.229.307 ausgegebenen Aktien. Die Haemato AG wurde am 10. Mai 1993 gegründet. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg unter HRB 88633 eingetragen und hat ihren Sitz in Berlin. Die Geschäftsadresse befindet sich in der Lilienthalstr. 5c, 12529 Schönefeld. Die Haemato-Gruppe ist im Pharmabereich mit Fokus auf die Wachstumsmärkte der hochpreisigen Spezial-Pharmazeutika aus den Indikationsbereichen Onkologie und HIV sowie in den Bereichen Rheuma, Neurologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen tätig. Nach Abzug des identifizierbaren Nettovermögens (Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten) hat sich bei der Erstkonsolidierung der Haemato AG ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 25.907.033 ergeben. Die übertragene Gegenleistung beinhaltet u.a. Vorteile aus Umsatzwachstum und künftigen Marktentwicklungen. Diese Vorteile, die nicht getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert werden können, ergeben in ihrer Summe den o.g. Geschäfts- oder Firmenwert. Die Haemato AG stellt einen eigenen Konzernabschluss nach den Regelungen der IFRS auf. Für das Geschäftsjahr 2021 wurde ein Umsatz in Höhe von TEUR 285.043 (Vorjahr: TEUR 238.333) erzielt. Das operative Ergebnis betrug 2021 insgesamt TEUR 11.162 (Vorjahr: TEUR 1.627). Der Konzern-Jahresüberschuss der Haemato AG, der durch eine Abschreibung auf finanzielle Vermögenswerte in Höhe von TEUR -1.863 (Vorjahr: TEUR -5.383) belastet war, betrug TEUR 6.534 (Vorjahr: TEUR -4.831). Im Zusammenhang mit einer bei der Haemato AG durchgeführten Kapitalerhöhung im Jahr 2013 hat die Haemato AG sämtliche Aktien der ehemaligen Haemato Pharm AG, die nunmehr als Haemato Pharm GmbH firmiert, übernommen. Die Haemato Pharm GmbH wurde von der Haemato AG erworben. Die Haemato Pharm GmbH ist im Pharmabereich tätig über a) den Handel mit Arzneimitteln, pharmazeutischen Produkten und Medizinprodukten, b) die Herstellung von Arzneimitteln, pharmazeutischen Produkten und Medizinprodukten, c) die Umverpackung, Abfüllung und Kennzeichnung von Arzneimitteln, pharmazeutischen Produkten und Medizinprodukten sowie d) den Import, Export und Reimport von Arzneimitteln, pharmazeutischen Produkten und Medizinprodukten. Das Stammkapital der Haemato Pharm GmbH beläuft sich auf EUR 500.000. Die Haemato Pharm GmbH verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Die Haemato Med GmbH wurde am 22. Mai 2013 durch die Haemato AG gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen ergaben sich keine Unterschiedsbeträge. Unternehmensgegenstand der Haemato Med GmbH ist die Herstellung, der Vertrieb, Import, Export und Reimport von Medizinprodukten. Die Haemato Med GmbH verfügt über einen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Das Stammkapital beläuft sich auf EUR 25.000. Die Haemato Pharm GmbH hat am 24. September 2013 die Sanate GmbH gegründet. Im Rahmen der Erstkonsolidierung ergab sich kein Unterschiedsbetrag. Die Sanate GmbH verfügt über keinen eigenen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3. Das Stammkapital beläuft sich auf EUR 25.000. Die Beteiligungsquoten an den Tochtergesellschaften stellen sich zum Stichtag wie folgt dar: scrollen
Die Beteiligungsquoten haben sich gegenüber dem Vorjahr, sofern die Gesellschaft nicht erst im abgelaufenen Geschäftsjahr gegründet bzw. erworben wurde, nur bei der Haemato AG geändert. Aufgrund der bei der Haemato AG durchgeführten Kapitalerhöhung sowie einem Teilverkauf sank die Beteiligungsquote von 75,8% auf 68,3%. 3.2 Konsolidierungsgrundsätze Die Jahresabschlüsse aller Konzernunternehmen sind auf Basis einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechend IFRS 10.B92 auf den Stichtag der M1 Kliniken AG (Mutterunternehmen) aufgestellt. Das Geschäftsjahr der M1 Kliniken AG und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen entspricht dem Kalenderjahr. Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit darstellen, werden in Übereinstimmung mit IFRS 9 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet, und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss werden die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens bewertet. Bei den derzeitig konsolidierten Tochterunternehmen liegen bei der Haemato AG Anteile im Fremdbesitz vor. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die erworbenen zum beizulegenden Zeitwert neubewerteten identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss erwartungsgemäß profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet werden. Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Forderungen und Schulden zwischen den konsolidierten Gesellschaften sowie konzerninterne Umsatzerlöse, andere konzerninterne Erträge sowie die entsprechenden Aufwendungen werden konsolidiert. Zwischenergebnisse werden, sofern diese nicht von untergeordneter Bedeutung sind, eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge wurden Steuerabgrenzungen nach IAS 12 insoweit vorgenommen, als sich der abweichende Steueraufwand in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ausgleicht. 4 ANGABEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN Die Angaben in Bilanz und Ergebnisrechnung des Jahres 2021 lassen sich nur bedingt mit den entsprechenden Zahlen des Vorjahres vergleichen. Dies begründet sich aus der erstmalig ganzjährigen Vollkonsolidierung der Haemato AG (ab Juli 2020: at equity; ab August 2020: Vollkonsolidierung). 4.1 Ertragsrealisierung Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet. Erbringung von medizinischen Dienstleistungen Die Umsätze aus der Erbringung von medizinischen Dienstleistungen im Segment "Beauty" werden erfasst, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind: scrollen
Für die Erbringung von medizinischen Dienstleistungen bestanden zum 1. Januar 2021 von Kunden geleistete Anzahlungen in Höhe von EUR 508.263, die im Berichtsjahr umsatzwirksam wurden. Zum 1. Januar 2020 bestanden von Kunden geleistet Anzahlungen in Höhe von EUR 629.552, die im Laufe des Geschäftsjahres 2020 umsatzwirksam wurden. Zum 31.12.2021 bestanden Kundenvorauszahlungen in Höhe von EUR 558.244, die im Laufe des Geschäftsjahres 2022 umsatzwirksam werden. Handel mit Gütern Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern im Segment "Handel" werden erfasst, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind: scrollen
Dividenden und Zinserträge Dividendenerträge aus Anteilen werden erfasst, wenn der Rechtsanspruch des Konzerns auf Zahlung entstanden ist. Voraussetzung ist, dass es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zinserträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zinserträge werden nach Maßgabe des ausstehenden Nominalbetrages mittels des maßgeblichen Effektivzinssatzes zeitlich abgegrenzt. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die erwarteten zukünftigen Einzahlungen über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes exakt auf den Nettobuchwert dieses Vermögenswertes bei erstmaliger Erfassung abgezinst werden. 4.2 Ertragsteuern Steueraufwand Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Latente Steuern Latente Steuern werden unter Verwendung der Verbindlichkeitenmethode für alle temporären Differenzen zwischen steuerlichen Buchwerten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und den jeweiligen IFRS-Konzernbuchwerten angesetzt. Wenn jedoch im Rahmen einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt die Steuerabgrenzung. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Die Ermittlung der latenten Steuern beruht auf einem Körperschaftsteuersatz von 15,0 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer). Die Gewerbesteuer wird mit einem Hebesatz von 240 % (M1 Aesthetics GmbH, Haemato Pharm GmbH, Haemato Med GmbH) sowie 410 % (M1 Med Beauty Berlin GmbH, M1 Kliniken AG, Haemato AG) angesetzt. Dies führt zu einer Gewerbesteuerbelastung des zu versteuernden Ergebnisses von 8,40 % bzw. 14,35 %. Die Gesamtsteuerbelastung des Konzerns setzt sich letztendlich für die deutschen Gesellschaften aus der jeweiligen Gewerbesteuer und der Körperschaftsteuer inkl. Solidaritätszuschlag zusammen. Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang angesetzt, in dem eine steuerliche Vorteilsnahme aus der Verrechnung mit steuerlichen Jahresergebnissen wahrscheinlich ist. Latente Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit temporären Differenzen bei Beteiligungen an Tochterunternehmen werden grundsätzlich angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich ist. 4.3 Währungsumrechnung Bei der Aufstellung der Abschlüsse der zugehörigen Konzernunternehmen werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung (Euro) des jeweiligen Konzernunternehmens lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. Zum Bilanzstichtag werden sämtliche monetären Posten in Fremdwährung zum gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Generell sind Fremdwährungsumrechnungen für die Erstellung des Konzernabschlusses von geringer Bedeutung, da sich der Konzern bislang zum weitaus größten Teil im Euro-Umfeld betätigt. Wesentliche Änderungen aus Währungsumrechnungen im Vergleich zum Vorjahr haben sich nicht ergeben. Eine Umrechnung der Einzelabschlüsse der ausländischen Gesellschaften mit entsprechend von dem Euro abweichender funktionaler Währung erfolgte jeweils mit dem Stichtagskurs der entsprechenden ausländischen Währung. 4.4 Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Jahresergebnisses durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Nach IAS 33.19 ist bei der Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie die Anzahl der Stammaktien der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während der Periode im Umlauf gewesenen Stammaktien zu verwenden. 4.5 Finanzinstrumente Die Finanzinstrumente des Konzerns werden vollständig nach den Regelungen des IFRS 9 bewertet. 4.5.1 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Festgeldeinlagen mit Restlaufzeiten bis zu drei Monaten und Sichteinlagen, die alle mit ihren Nominalwerten erfasst sind. Der Finanzmittelfonds, der in der Cashflow-Rechnung ausgewiesen wird, ist entsprechend der Zahlungsmitteldisposition der Gesellschaft definiert und ist mit den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten identisch. 4.5.2 Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte umfassen neben den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten insbesondere Beteiligungen, vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte. Finanzielle Vermögenswerte sind zu erfassen, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswertes wird dieser mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, welcher grundsätzlich den Anschaffungskosten entspricht. Transaktionskosten werden in die Erstbewertung einbezogen, sofern der finanzielle Vermögenswert nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Die Folgebewertung erfolgt abhängig von der Kategorisierung der Finanzinstrumente anhand einer der folgenden Bewertungskategorien: scrollen
Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag des Finanzinstruments bestehen (Zahlungsstromkriterium) und das Geschäftsmodell im Halten des Finanzinstruments besteht. Hierunter fallen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der M1 Kliniken-Gruppe sowie sonstige Forderungen und die Bankguthaben und Barmittel. Die Folgebewertung dieser finanziellen Vermögenswerte erfolgt anhand der Effektivzinsmethode. Bei der Ermittlung des Effektivzinssatzes werden auch Transaktionskosten und sonstige Agien und Disagien berücksichtigt. Finanzielle Vermögenswerte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wenn der finanzielle Vermögenswert entweder zu Handelszwecken gehalten wird oder eine verpflichtende Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorgesehen ist. Dies betrifft alle finanziellen Vermögenswerte, welche nicht das Zahlungsstromkriterium erfüllen oder dem Geschäftsmodell "Verkaufen" unterliegen. Eine erfolgsneutrale Bewertung finanzieller Vermögenswerte erfolgt dann, wenn das Finanzinstrument das Zahlungsstromkriterium erfüllt und das Geschäftsmodell aus einer Kombination aus Halten und Verkaufen besteht. In der M1 Kliniken-Gruppe fällt kein finanzieller Vermögenswert in diese Kategorie. Im Bestand der M1 Kliniken-Gruppe befinden sich keine derivativen Finanzinstrumente. 4.5.3 Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten sind zu erfassen, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Da die M1 Kliniken-Gruppe keine zu Handelszwecken gehaltene finanziellen Verbindlichkeiten oder Derivate hat, werden alle finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei der erstmaligen Erfassung einer finanziellen Verbindlichkeit wird diese mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt, welcher grundsätzlich dem Auszahlungsbetrag entspricht; Transaktionskosten werden in die Erstbewertung einbezogen. Nach der erstmaligen Erfassung werden finanzielle Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei der Ermittlung des Effektivzinssatzes werden auch Transaktionskosten und sonstige Agien und Disagien berücksichtigt. 4.5.4 Ausbuchung / Wertminderung Finanzielle Vermögenswerte oder ein Teil eines finanziellen Vermögenswertes werden dann ausgebucht, wenn die M1 Kliniken AG die Verfügungsmacht über die vertraglichen Rechte, aus denen der Vermögenswert besteht, verliert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden dann ausgebucht, wenn die M1 Kliniken AG keine vertraglichen Verpflichtungen mehr resultierend aus diesem Finanzinstrument hat. Finanzielle Vermögenswerte werden den Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 unterzogen. Ausgenommen von der Wertminderung sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte. Die Höhe der Minderung bemisst sich nach den erwarteten Wertverlusten. Erwartete Wertverluste ergeben sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen den vertraglich vereinbarten Zahlungsströmen und den erwarteten Zahlungsströmen, bewertet zum Barwert mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz. Erwartete Wertverluste werden grundsätzlich in drei Stufen erfasst. Die Wertminderungsvorschriften betreffen in der M1 Kliniken-Gruppe jedoch im Wesentlichen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Für diese ist gemäß IFRS 9.5.5.15 ein vereinfachter Ansatz vorgesehen, bei dem Stufe 1 der Erfassung erwarteter Wertverluste wegfällt. Stattdessen werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entweder gemäß Stufe 2 oder Stufe 3 wertberichtigt. Auf Stufe 2 werden alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne Anzeichen für eine beeinträchtite Bonität erfasst. Zur Ermittlung der erwarteten Wertverluste werden zu jedem Stichtag aktualisierte beobachtete historische Ausfallquoten herangezogen, angepasst um etwaig notwendige zukunftsbezogene Komponenten. Sofern möglich, werden zudem externe Quellen zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeiten einbezogen. Die erwarteten Wertverluste ergeben sich als Produkt der ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten mit dem Verlust bei Ausfall, welcher mit 100 % der Forderungshöhe angesetzt wird. Sofern Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität vorliegen, erfolgt ein Übergang auf Stufe 3 mit dem Ergebnis, dass neben der weiterhin erfolgten Erfassung eines Risikovorsorgepostens die Effektivverzinsung auf Basis des Nettobuchwerts erfolgt. Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität liegen insbesondere dann vor, wenn finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners in Verbindung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit bekannt werden. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität erfolgt eine individualisierte Schätzung des erwarteten Kreditverlusts. Die M1 Kliniken-Gruppe prüft grundsätzlich einen Ausfall, wenn die vertraglichen Zahlungen um mehr als 90 Tage überfällig sind. Zusätzlich werden in Einzelfällen auch interne oder externe Informationen herangezogen, die darauf hindeuten, dass die vertraglichen Zahlungen nicht vollständig geleistet werden können. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine begründbare Erwartung über die zukünftige Zahlung besteht. 4.5.5 Saldierung von aufrechenbaren Forderungen und Verbindlichkeiten Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden so saldiert, dass nur der Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen wird, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht, die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. 4.5.6 Beizulegender Zeitwert Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf aktiven Märkten gehandelt werden (Level 1), wird durch den am Berichtsstichtag notierten Marktpreis oder öffentlich notierten Preis (vom Käufer gebotener Geldkurs bei Long-Position und Briefkurs bei Short-Position) ohne Abzug der Transaktionskosten bestimmt. Vergleichbar wird bei Finanzinstrumenten vorgegangen, die nicht selber an einem Markt gehandelt werden, aber von einem solchen Markt entsprechende Werte abgeleitet werden können (Level 2). Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf keinem aktiven Markt gehandelt werden (Level 3), wird unter Anwendung der Discounted Cashflow Methode sowie den Vorgaben des IFRS 13 ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Verwendung von Discounted-Cashflow-Methoden und anderer Bewertungsmodelle. Für weitere Details zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der wesentlichen Beteiligungen siehe Kapitel 6.1.7. Die Gesellschaft geht davon aus, dass die beizulegenden Zeitwerte der nicht zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten im Wesentlichen deren Buchwerten entsprechen. 4.6 Vorräte Die Vorräte im Beautybereich sowie im Handelsbereich werden zu Anschaffungskosten zzgl. etwaiger Anschaffungsnebenkosten (z.B. Transport, Zölle) bewertet bzw. zu einem etwaigen niedrigeren Nettoveräußerungswert. Unfertige Erzeugnisse bestehen nur im geringen Umfang. 4.7 Sachanlagen Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Bei Abgängen des Sachanlagevermögens werden die historischen Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen ausgebucht und ein Gewinn als sonstiger Ertrag oder Verlust aus dem Anlageabgang erfolgswirksam in der Position "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erfasst. scrollen
Sofern erforderlich, verringern Wertminderungen die fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Neubewertung der Sachanlagen entsprechend dem nach IAS 16 bestehenden Wahlrecht erfolgte nicht. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear. Die Abschreibungen entsprechen dem Verlauf des Verbrauchs des künftigen wirtschaftlichen Nutzens. Die Sachanlagen werden linear über unterschiedliche wirtschaftlich maßgebliche Nutzungsdauern (drei bis 15 Jahre) abgeschrieben. Im Falle, dass der Buchwert den voraussichtlich erzielbaren Betrag für einen Gegenstand des Sachanlagevermögens übersteigt, wird entsprechend IAS 36 eine Wertminderung auf diesen Wert vorgenommen. Der erzielbare Betrag bestimmt sich aus dem Nettoverkaufserlös oder - falls höher - dem Barwert des geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswertes. Die Nutzungsdauern und die Abschreibungsmethoden werden regelmäßig überprüft, um eine Übereinstimmung des wirtschaftlichen Nutzens mit der Abschreibungsdauer zu gewährleisten. Zusätzlich zu den Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen werden ab dem Geschäftsjahr 2019 im Bereich der Abschreibungen auch die planmäßigen Wertminderungen der gemäß IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte verbucht. Hieraus ergeben sich Abschreibungen auf Nutzungsrechte im abgelaufenen Geschäftsjahr in Höhe von EUR 3.735.143 (Vorjahr: EUR 2.928.777). 4.8 Leasingverhältnisse Der Konzern verfolgt die Strategie, wichtige Vermögensgegenstände, die zur Erbringung des Geschäftsbetriebs erforderlich sind, teilweise zu mieten bzw. zu leasen. Hierunter fallen neben einigen Dienstfahrzeugen vor allem die Flächen der Klinik in Berlin-Köpenick sowie die Flächen des Praxisnetzwerkes. Die Flächen werden an dafür geeigneten Standorten angemietet und über langlaufende Mietverträge gebunden. Regelmäßig wird eine erste Mietzeit von fünf Jahren vereinbart, die ein- oder mehrmals verlängert werden kann. Miet- und Leasingverpflichtungen wurden in 2019 erstmalig auf Grundlage der Regelungen des IFRS 16 bilanziert. In diesem Zusammenhang werden bei Begründung des Miet- und Leasingverhältnisses die zukünftig zu erwartenden Miet- und Leasingzahlungen aktiviert und eine entsprechende Miet- und Leasingverbindlichkeit passiviert. Der Aufwand aus den Miet- und Leasingverhältnissen wird in der Position "Abschreibungen" berücksichtigt. 4.9 Immaterielle Vermögenswerte Die M1 Kliniken AG aktiviert immaterielle Vermögenswerte, wenn sich der Vermögenswert auf Grund von in der Vergangenheit liegenden Ereignissen im wirtschaftlichen Eigentum der Gesellschaft befindet, wenn anzunehmen ist, dass ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus diesem Vermögenswert dem Unternehmen zufließt und wenn die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte liegen nicht vor. Konzessionen und ähnliche Rechte Konzessionen und ähnliche Rechte werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und als ein immaterieller Vermögenswert getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen. Konzessionen und ähnliche Rechte werden - sofern ein limitiertes Zeitintervall betroffen ist - über die Dauer dieses Intervalls linear abgeschrieben. Sofern es sich um ein unbegrenztes Recht oder Vermögensgegenstand handelt, wird jährlich ein Impairment Test für die Konzession oder das Recht durchgeführt und etwaige Wertminderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Bei den im Geschäftsjahr 2021 übernommenen Konzessionen und ähnlichen Rechten handelt es sich maßgeblich um die Umwandlung einer bislang im Bereich der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte ausgewiesenen Forderung und Übernahme eines absichernden Kundenstamms. Software Software wird mit ihren Anschaffungskosten aktiviert und als ein immaterieller Vermögenswert getrennt vom Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen, sofern diese Software-Kosten kein integraler Bestandteil der zugehörigen Hardware sind. Software wird über einen Zeitraum von drei bzw. vier Jahren linear abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwert Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich aus dem Überschuss der übertragenen Gesamtgegenleistung und des Betrags der Anteile ohne beherrschenden Einfluss auf die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden des Konzerns ergeben. Unabhängig davon, ob ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, wird jährlich der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu welcher der Geschäfts- oder Firmenwert gehört, ermittelt. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, so wird eine Wertberichtigung vorgenommen. Liegt der erzielbare Wert nur um 10 % unter dem Buchwert, wird über eine Sensitivitätsrechnung ein theoretisches Wertberichtigungspotenzial ermittelt. Hierzu wird sowohl das zugrunde gelegte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 10 % reduziert als auch der risikolose Basiszinssatz um 1 Prozentpunkt angehoben und die Auswirkung auf den aktivierten Geschäfts- oder Firmenwert ermittelt. 4.10 Wertminderung von langfristigen Vermögenswerten Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden im Hinblick auf eine mögliche Wertminderung immer dann geprüft, wenn auf Grund von Ereignissen oder Änderungen der äußeren Umstände Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der für den Vermögenswert am Abschlussstichtag erzielbare Wert unter seinem Buchwert liegt, oder wenn eine jährliche Überprüfung auf Wertminderung erforderlich ist. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer muss zudem mindestens jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt werden. Zur Bestimmung, ob ein Wertminderungsbedarf besteht, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Falls dieser für den Vermögenswert nicht direkt ermittelt werden kann, erfolgt die Ermittlung über eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (ZGE), zu welcher der Vermögenswert gehört. Hierzu werden die von der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse ermittelt und diese nach dem Discounted Cashflow Ansatz bewertet. In den Abzinsungsfaktor fließen der risikolose Zinssatz sowie ein Risikozuschlag ein, wobei die Kapitalkosten entsprechend der Kapitalisierungsstruktur (Eigenkapital / Fremdkapital) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit gewichtet werden. Gehört ein Vermögenswert zu mehreren zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, so werden die gemeinschaftlich genutzten Vermögenswerte auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Sofern der Buchwert eines Vermögenswertes den erzielbaren Betrag übersteigt, wird bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten, die zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt worden sind, eine Wertminderung erfasst. Der erzielbare Wert ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten entspricht dem durch einen Verkauf des Vermögenswertes in einer marktüblichen Transaktion zwischen sachverständigen Parteien erzielbaren Betrag. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der dauerhaften Nutzung eines Vermögenswertes und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer erwartet werden. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu schätzen oder, falls dies nicht möglich ist, für die kleinste identifizierbare zahlungsmittelgenerierende Einheit. Wird bei einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, ein Wertminderungsbedarf festgestellt, der höher ist als der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts, so wird dieser zunächst vollständig abgeschrieben und der verbleibende Wertminderungsbedarf auf die übrigen Vermögenswerte der ZGE verteilt. 4.11 Eigenkapital Die Gesellschaft ist am Basic Board (Freiverkehr) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Zum Jahresende betrug das Grundkapital der Gesellschaft EUR 19.643.403 (Vorjahr: EUR 19.643.403), welches in 19.643.403 Aktien (Vorjahr: 19.643.403 Aktien) mit einem Nennwert von EUR 1,00 eingeteilt ist. Mit Wirkung zum 30. Juni 2020 erfolgte eine Sachkapitalerhöhung bei der M1 Kliniken AG im Rahmen der Einbringung der von der MPH Health Care AG gehaltenen Anteile an der Haemato AG in die M1 Kliniken AG. Die dabei neu ausgegebenen 2.143.403 Aktien der M1 Kliniken AG wurden durch die MPH Health Care AG gezeichnet und übernommen. Der den Nennwert der Aktien von EUR 1,00 übersteigende Ausgabebetrag in Höhe von EUR 10,20 je Aktie wurde in die Kapitalrücklage gebucht. Die Haemato AG verfügt per 31. Dezember 2021 über insgesamt 1.063.547 Aktien der M1 Kliniken AG, die der Gesellschaft als Gegenleistung des bei der Gründung der M1 entstandenen Aufwands sowie als Bewertung der ausgegründeten Geschäftsidee noch vor Börsengang der M1 Kliniken AG im Jahr 2015 übertragen wurden. Die Aktien werden im Konzernabschluss der M1 Kliniken AG gemäß IAS 32-33 als Treasury Stock vom Eigenkapital abgezogen. Das Eigenkapital wird hierdurch um einen Betrag von EUR 11.805.372 gekürzt. 4.12 Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten Rückstellungen werden in Übereinstimmung mit IAS 37 für Verpflichtungen ausgewiesen, die ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe nach ungewiss sind, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und der Betrag der Rückstellung verlässlich zu schätzen ist. Eine Rückstellung ist ausschließlich dann anzusetzen, wenn: scrollen
Der als Rückstellung erfasste Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der zur Erfüllung der zum Bilanzstichtag bestehenden Verpflichtung dar, d.h. der Betrag, den das Unternehmen bei zuverlässiger Betrachtung zur Erfüllung der Verpflichtung am Bilanzstichtag oder zu ihrer Übertragung auf eine dritte Partei an diesem Tag zahlen müsste. Langfristige Rückstellungen werden mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, sofern der Effekt hieraus wesentlich ist. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwand erfasst. Als Eventualschulden werden im Anhang die Verbindlichkeiten ausgewiesen, die aus einer möglichen Verpflichtung auf Grund eines vergangenen Ereignisses resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen. Eventualschulden können auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil: scrollen
Wenn die Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft gering ist, wird keine Eventualschuld offengelegt. 5 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 5.1 Operatives Ergebnis 5.1.1 Umsatzerlöse Bei den Umsatzerlösen in Höhe von insgesamt EUR 314.610.275 (Vorjahr: EUR 159.590.839) handelt es sich im Wesentlichen um Erlöse aus dem Verkauf von Arzneimitteln und Medizinprodukten, ärztliche Leistungen im Bereich der ästhetischen Medizin sowie Erbringung von Infrastrukturleistungen. Auf die Angabe von offenen Leistungsverpflichtungen wird in Einklang mit IFRS 15.121 verzichtet. 5.1.2 Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich auf EUR 879.610 (Vorjahr: EUR 655.344). In der folgenden Tabelle ist eine Aufgliederung der sonstigen betrieblichen Erträge in ihre einzelnen Bestandteile dargestellt. scrollen
5.1.3 Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen Der Aufwendungen für bezogene Waren und Leistungen, die sich insgesamt auf EUR 259.304.720 (Vorjahr: EUR 122.806.770) belaufen, enthalten im Wesentlichen die Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Einkauf von Arzneimitteln und Medizinprodukten entstanden sind. Der überproportionale Anstieg der Aufwendungen ist durch die erstmalige ganzjährige Vollkonsolidierung der Haemato AG und den typischerweise hohen Materialquoten im Handelsgeschäfts geschuldet. Daneben sind Aufwendungen für bezogene Leistungen (v.a. Honoraraufwendungen) im Bereich der ästhetischen Medizin enthalten. 5.1.4 Personalaufwand Der Personalaufwand erhöhte sich auf insgesamt EUR 22.129.883 (Vorjahr: 16.684.588). Er betrifft zu EUR 18.760.603 Löhne und Gehälter (Vorjahr: EUR 14.071.701) sowie EUR 3.369.279 für Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge (Vorjahr: EUR 2.612.887). In der M1 Kliniken-Gruppe wurden im Berichtszeitraum durchschnittlich 350 Angestellte (Vorjahr: 428 Angestellte) beschäftigt. Hiervon waren 282 Mitarbeiter in Vollzeit und 68 Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt. Zudem wurden zum Jahresende 11 Auszubildende beschäftigt. 5.1.5 Abschreibungen Die Abschreibungen enthalten planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 1.908.948 (Vorjahr: EUR 1.554.685). Ein Betrag von EUR 3.735.143 entfiel auf die planmäßige Abschreibung der gemäß IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte (Vorjahr: EUR 2.928.777). Es wurden außerdem Abschreibungen des Umlaufvermögens in Höhe von EUR 44.244 vorgenommen (Vorjahr: EUR 0). Die Sachanlagen und die immateriellen Vermögenswerte werden linear abgeschrieben. scrollen
5.1.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die sich insgesamt auf EUR 16.232.329 (Vorjahr: EUR 11.866.212) belaufen, verteilen sich auf eine Vielzahl von Einzelpositionen, wie z.B. Miete, Werbe- und Reisekosten, Verpackungsmaterial, Frachtkosten, Versicherungsprämien, Fremdarbeiten, Rechts- und Beratungskosten sowie Jahresabschluss- und Prüfungskosten. In der folgenden Tabelle ist eine Aufgliederung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in ihre einzelnen Bestandteile dargestellt. scrollen
Raumkosten betreffen nicht die originären Mietzahlungen, sondern weitere Kosten im Miet- und Leasingbereich (z.B. Mietnebenkosten). Die deutliche Erhöhung der ,verschiedenen betrieblichen Aufwendungen' betrifft vor allem den Bereich der nunmehr ganzjährig konsolidierten Haemato AG. 5.2 Finanzergebnis Die Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten Zinserträge in Höhe von insgesamt EUR 667.053 (Vorjahr: EUR 304.596). Die Zinsen resultieren aus der Vergabe von Darlehen bzw. aus der Anlage von liquiden Mitteln bei deutschen Kreditinstituten. Bei Zinsen und ähnlichen Aufwendungen, die sich insgesamt auf EUR 916.505 (Vorjahr: EUR 721.613) belaufen, handelt es sich einerseits um die Abzinsung der aktivierten Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 in Höhe von EUR 410.167 (Vorjahr: EUR 387.773) sowie Zinsen für kurz- und langfristiges Fremdkapital in Höhe von EUR 506.338 (Vorjahr: EUR 333.840). Die Erträge aus Beteiligungen belaufen sich auf EUR 1.206.948, die v.a. aus Dividendenansprüchen (EUR 453.888) sowie einem Anspruch auf Gewinnausschüttung der CR Opportunities GmbH (EUR 686.185) bestehen. Im Vorjahr entstanden einmalige Erträge bei der Veräußerung der HC Grundbesitz GmbH zum Ende des Geschäftsjahres (EUR 3.394.574). Aus der Bewertung finanzieller Vermögenswerte im Rahmen der Anlage der Liquidität der Gruppe ergaben sich Zuschreibungen in Höhe von EUR 1.212.076 (Vorjahr: Abschreibung von EUR 447.433). 5.3 Ertragsteuern und sonstige Steuern Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belaufen sich auf EUR 3.544.002 (Vorjahr: EUR 1.352.264). scrollen
Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt wie im Vorjahr unter Verwendung unterschiedlicher Effektivsteuersätze. Unter Hinweis auf IAS 12.81 c ergeben sich die folgenden Steuersätze: scrollen
Der gesetzliche Effektivsteuersatz beinhaltet die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag (Effektivsatz: 15,825 %) sowie die Gewerbesteuer (Effektivsätze: Berlin mit 14,350 % / Schönefeld mit 8,400 %). scrollen
5.4 Ergebnis je Aktie Der Gewinn pro Aktie ermittelt sich wie folgt: scrollen
scrollen
6 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ 6.1 Aktiva 6.1.1 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Festgeldeinlagen mit Restlaufzeiten bis zu drei Monaten und Sichteinlagen, die alle mit ihren Nominalwerten erfasst sind. scrollen
6.1.2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sich insgesamt auf EUR 16.308.165 (Vorjahr: EUR 20.480.830) belaufen, sind zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Hierzu kommt das sogenannte Modell der erwarteten Kreditverluste zur Anwendung, wodurch sich jedoch keine wesentlichen Effekte ergeben haben. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt zunächst auf Wertberichtigungskonten, es sei denn, es kann bereits bei Eintritt des Wertminderungstatbestands davon ausgegangen werden, dass die Forderung gänzlich oder in Teilen uneinbringlich sein wird. In diesen Fällen erfolgt eine direkte erfolgswirksame Wertminderung des Bruttowertes der Forderung. Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Wertberichtigungen auf EUR 164.323 (Vorjahr: EUR 19.968). Zum Stichtag gibt es wie im Vorjahr keine Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität der Debitoren. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 1.577.363 (Vorjahr: EUR 233.085) enthalten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig. scrollen
scrollen
Aufgrund der kurzen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen. Es bestehen wie im Vorjahr keine überfälligen Forderungen ggü. Kunden. 6.1.3 Vorräte Bei den Vorräten handelt es sich vornehmlich um Waren, die im gewöhnlichen Geschäftsbetrieb gehalten werden bzw. Behandlungsmaterialien, die im Zuge der ärztlichen Behandlungen verwendet werden. Einen Ab- bzw. Zuschreibungsbedarf i.S. des IAS 2.28 - 2.33 gab es im Geschäftsjahr 2021 (wie auch im Vorjahr) nicht. scrollen
6.1.4 Geschäfts- oder Firmenwert Ein Geschäfts- oder Firmenwert, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, darf nicht abgeschrieben werden. Stattdessen hat der Erwerber ihn zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) des Konzerns zuzuordnen und gemäß IAS 36 auf Wertminderung zu prüfen, und zwar einmal jährlich oder häufiger, falls Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hinweisen, dass eine Wertminderung stattgefunden haben könnte. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner als ihr Buchwert ist, so ist der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert der der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten zuzuordnen. Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden. Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert von EUR 34.330.842 (Vorjahr: EUR 34.362.447) wurde zu EUR 25.907.033 der Haemato AG, zu EUR 115.723 der M1 Med Beauty Berlin GmbH, zu EUR 7.913.014 der M1 Aesthetics GmbH sowie EUR 395.072 auf die M1 Med Beauty Austria GmbH als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zugeordnet. scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
Für die Durchführung des Impairment-Tests wurde der erzielbare Betrag der ZGEs Haemato AG, M1 Aesthetics und M1 Med Beauty Berlin jeweils als Nutzungswert aufgrund einer Dreijahresplanung mit entsprechenden Annahmen zu Umsatz- und Kostenentwicklungen zugrunde gelegt. Die Dreijahresplanung wurde aufgrund der Geschäftserwartungen der Gesellschaften sowie der Geschäftserfahrungen (im Umsatz- und Kostenbereich) erstellt. Für den Terminal Value nach dem Zeitraum der Detailplanung werden keine weiteren Wachstumsfaktoren eingerechnet. Hieraus wurden die künftig zu erwartenden Cashflows abgeleitet. Für die Ermittlung des Cashflows für den Terminal Value wurde der Durchschnitt der drei Planungsjahre herangezogen. Als Abzinsungssatz sowie zur Extrapolation wurde ein Zinssatz i.H.v. 5,88 % verwendet. Von der Geschäftsführung wurden für die Dreijahresplanung detaillierte Annahmen für Umsätze und Kosten jeweils auf Grundlage der Werteentwicklung der Vergangenheit und der erwarteten künftigen Marktentwicklung angenommen. Dieser Rechenansatz wurde ebenso wie im Vorjahr verwendet. Die Ermittlung der Kapitalkosten erfolgte auf Grundlage von geschätzten Eigenkapitalkosten (inkl. Zuschlag für Marktrisikoprämie) sowie Fremdkapitalkosten (abzüglich Steueranteil). Dadurch werden die spezifischen Risiken der jeweiligen Segmente, in denen die ZGEs tätig sind, abgebildet. Für die Ermittlung des gewichteten Kapitalkostensatzes wurde eine Annahme für ,typische' Kapitalanteile gewählt. Im Ergebnis der durchgeführten Impairment-Tests ergab sich kein Wertminderungsbedarf für die in der Bilanz ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte. Eine Sensitivitätsanalyse des Wertminderungstests gegenüber Änderungen der wichtigsten Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags wurde für die Geschäfts- oder Firmenwerte der ZGEs Haemato AG, M1 Med Beauty Berlin und M1 Aesthetics durchgeführt. Der Geschäftswert für die M1 Med Beauty Austria GmbH entstand bei der Übertragung des österreichischen Geschäftsbetriebs von der ehemaligen Zweigniederlassung der M1 Med Beauty Berlin GmbH auf die M1 Med Beauty Austria GmbH im Geschäftsjahr 2019 und verkörpert Aufwendungen für die Inbetriebnahme des Betriebs. Für diesen Geschäftswert wird auf einen regelmäßigen Impairment-Test verzichtet und der Geschäftswert planmäßig über 15 Jahre abgeschrieben. 6.1.5 Immaterielle Vermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwert Die immateriellen Vermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwert betreffen vor allem Konzessionen, Lizenzen und EDV-Software. Der Anstieg im Bereich der Konzessionen bezieht sich auf den sicherungsweise übernommenen Kundenstamm im Beauty Segment bei gleichzeitiger Rückführung der Forderungen. scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
6.1.6 Sachanlagevermögen scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
6.17 Langfristige finanzielle Vermögenswerte Die in den langfristigen finanziellen Vermögenswerten gehaltenen Beteiligungen sind erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Hierzu gehören vor allem die Anteile an der CR Opportunities GmbH. Aus der Bewertung der CR Opportunities GmbH sind im Geschäftsjahr 2021 keine positiven wie negativen Bewertungsergebnisse erzielt worden. scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
scrollen
6.1.8 Sonstige finanzielle und nicht-finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenwerte bestanden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 im Wesentlichen aus Forderungen an Kunden sowie im Umlaufvermögen enthaltene Wertpapiere. scrollen
6.2 Passiva 6.2.1 Kurzfristige Rückstellungen Die kurzfristigen Rückstellungen beinhalten Abschluss- und Prüfungskosten der einbezogenen Gesellschaften, Rückstellungen für Personalkosten, Rechts- und Beratungskosten sowie sonstige Rückstellungen. Die hierfür anzusetzenden Werte sind durch fest definierte Berechnungsalgorithmen klar zu ermitteln. scrollen
6.2.2 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Es wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Laufzeiten den Buchwerten dieser Finanzinstrumente entsprechen. 6.2.3 Leasingverbindlichkeiten Die M1 Kliniken AG aktiviert nach IFRS 16 Leasingverträge aus dem Operate Leasing als Nutzungsrechte und schreibt diese über die Laufzeit der Verträge ab. Aus den künftigen Leasingzahlungen entstehen Verbindlichkeiten, die abhängig von der Laufzeit in kurz- und langfristige Verbindlichkeiten zu unterscheiden sind und abgezinst werden. scrollen
6.2.4 Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Bei den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus Krediten und Kontokorrentkrediten, erhaltenen Darlehen und kreditorische Debitoren. 6.2.5 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit. 6.2.6 Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten Rückerstattungsverbindlichkeiten enthalten Verpflichtungen aus Verkaufsgeschäften, die Finanzinstrumente darstellen. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit ergibt sich, wenn die Gesellschaft von einem Kunden eine Gegenleistung erhält und erwartet, dass dem Kunden diese Gegenleistung ganz oder teilweise zurückerstattet wird. Eine Rückerstattungsverbindlichkeit wird in Höhe der Gegenleistung bewertet, die dem Unternehmen voraussichtlich nicht zusteht und somit nicht im Transaktionspreis berücksichtigt wird. Für die Verkäufe mit Rückgaberecht wird eine Verbindlichkeit für Rückerstattung passiviert. scrollen
6.2.7 Langfristige Rückstellungen Die langfristigen Rückstellungen betreffen die Rückstellung für Aufbewahrungspflichten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. 6.2.8 Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode angesetzt. 6.2.9 Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden Aktive und passive latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen einschließlich der Unterschiede aus der Konsolidierung sowie für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und Steuergutschriften ermittelt. Die Bewertung erfolgt anhand der Steuersätze, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, zu erwarten ist. Dabei werden die Steuersätze und -vorschriften zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig sind oder in Kürze gelten werden. Die Gesellschaft nimmt eine Wertberichtigung auf aktive latente Steuern vor, wenn es nicht wahrscheinlich ist, dass zukünftiges, zu versteuerndes Ergebnis in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen, steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verrechnet werden können. Bei steuerlich abziehbaren temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen wird ein latenter Steueranspruch nur insoweit bilanziert, als es wahrscheinlich ist, dass die Umkehrung der temporären Differenz in der vorhersehbaren Zukunft eintritt und entsprechendes zu versteuerndes Einkommen zu erwarten ist. Eine Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern wird nur vorgenommen, wenn ein Rechtsanspruch zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche und tatsächlicher Steuerschulden besteht und sich die latenten Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Behörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden. Zum Stichtag wurden keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen. Für alle zu versteuernden temporären Differenzen wird eine latente Steuerschuld bilanziert, es sei denn, die latente Steuerschuld erwächst aus scrollen
Bei zu versteuernden temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen wird eine latente Steuerschuld bilanziert, es sei denn, der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenz kann von der Gesellschaft nicht kontrolliert werden und es ist wahrscheinlich, dass dies nicht in der vorhersehbaren Zukunft eintritt. Die latenten Steuern zum 31. Dezember 2021 beziehen sich auf folgende Sachverhalte: scrollen
Die latenten Steuern aus der Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände ergeben sich auf Ebene des Teilkonzerns der Haemato AG und belaufen sich zum Stichtag auf TEUR 57 (Vorjahr: TEUR 59). Sie resultieren aus der Erstkonsolidierung eines in 2009 bzw. 2013 erworbenen Tochterunternehmens im Teilkonzern Haemato AG. Im Zusammenhang mit der Fair Value Bewertung vorhandener Finanzinstrumente war es erforderlich, latente Steuern in Höhe von TEUR 2.146 (Vorjahr: TEUR 1.459) zu passivieren. Es handelt sich um den Betrag, um den die nach Fair Value bewerteten IFRS-Wertansätze die Steuerbilanzwerte übersteigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ergibt sich eine Erhöhung aufgrund der Fair-Value-Wertzuschreibungen gehaltener Wertpapiere sowie der Aufholung handelsrechtlicher Abschreibungen im IFRS-Konzernabschluss. 6.2.10 Eigenkapital Das Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von EUR 19.643.403 (Vorjahr: EUR 19.643.403) ist eingeteilt in 19.643.403 Stückaktien (Vorjahr: 19.643.403 Aktien) mit einem rechnerischen Nennwert von je EUR 1,00. Die in 2020 durchgeführte Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft erfolgte unter Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2019 in Höhe von EUR 2.143.403,00 im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung gegen Einbringung von 11.011.977 Aktien der Haemato AG. Die Kapitalerhöhung wurde am 30. Juni 2020 in das Handelsregister eingetragen. Zur Entwicklung und Zusammensetzung des Eigenkapitals wird auf die Eigenkapitalveränderungsrechnung verwiesen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde nach Beschluss der Hauptversammlung der M1 Kliniken AG vom 14. Juli 2021 der Bilanzgewinn in voller Höhe auf neue Rechnung vorgetragen. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Abschlusses für das Geschäftsjahr 2021 besteht noch kein Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinnes des Geschäftsjahres 2021. 7 ANGABEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der M1 Kliniken-Gruppe im Laufe der Berichtsjahre durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben. In dieser Kapitalflussrechnung sind die Zahlungsströme nach Geschäfts-, Investitions- und Finanzierungstätigkeit gegliedert. Die Zahlungsflüsse aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden jeweils nach der direkten Methode dargestellt. Die Zahlungsflüsse aus der Geschäftstätigkeit werden hingegen nach der indirekten Methode dargestellt. Der Finanzmittelfonds enthält kurzfristig verfügbare Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von EUR 37.867.304 (Vorjahr: EUR 21.958.919). Im Cashflow aus ,laufender Geschäftstätigkeit' betreffen die wesentlichen Positionen das Periodenergebnis in Höhe von EUR 10.879.750 (Vorjahr: EUR 7.424.913), die Abschreibungen in Höhe von EUR 5.644.091 (Vorjahr: EUR 4.483.462), die Abnahme der Vorratsbestände in Höhe von EUR 7.134.427 (Vorjahr Zunahme: EUR -4.510.139) sowie den Zahlungsmittelabfluss aus der Zunahme der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung und anderer Aktiva und Passiva in Höhe von EUR 10.290.964 (Vorjahr: Nettozufluss von EUR 5.912.767). Der Cashflow für ,Investitionstätigkeit' ist geprägt durch ein Einzahlungen aus dem Teilverkauf einer Beteiligung mit einem Gesamtbetrag von EUR 1.080.338 (Vorjahr: EUR -2.661) sowie Investitionen in das Immaterielle und Sachanlagevermögen von EUR 1.335.535 (Vorjahr: EUR 1.446.269). Der Cashflow aus ,Finanzierungstätigkeit' ist im abgelaufenen Geschäftsjahr maßgeblich beeinflusst durch Einzahlungen aus der Kapitalerhöhung bei der Haemato AG in Höhe von EUR 14.484.905, der Reduzierung von Bankverbindlichkeiten/Krediten in Höhe von EUR 4.218.594 (Vorjahr: EUR +4.042.644) sowie Auszahlungen zur Tilgung von Nutzungsrechten von EUR 4.075.569 (Vorjahr: EUR 3.201.374). 8 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Die berichtspflichtigen Segmente im M1 Kliniken-Konzern sind die Segmente: scrollen
Die Einteilung in operative Segmente folgt den Vorgaben aus der internen Steuerung und Controlling des Konzerns anhand der Geschäftstätigkeiten. Eine Segmentierung nach regionalen Gesichtspunkten erfolgt nicht. Im Segment "Beauty" wird die Schlossklinik in Berlin-Köpenick, die OP-Aktivitäten in verschiedenen Belegkliniken in Deutschland sowie das internationale Netzwerk ambulanter Fachzentren geführt. In den Kliniken werden Leistungen der ästhetischen Chirurgie (v.a. Brustvergrößerungen, Lidstraffungen und Fettabsaugungen), im Netzwerk der Fachzentren werden weitere ästhetisch-medizinische Behandlungsleistungen (v.a. Unterspritzungen mit Hyaluronsäure und Botulinumtoxin) durchgeführt. Endkunden dieses Segmentes sind natürliche Personen, für die Behandlungen erbracht werden sowie Betreiber von Praxisbetrieben für ästhetische Medizin. Im Segment "Handel" werden sämtliche Aktivitäten des Handels mit Arzneimitteln und Medizinprodukten zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um eine Handelsaktivität, wobei vermehrt auch die Position des Inverkehrbringers von Produkten von Lohnherstellern in den Fokus rückt. Die Produkte werden in diesem Zusammenhang nicht bearbeitet oder veredelt. Zielkunden dieses Segmentes sind Weiterverwender, welche die Produkte im Rahmen der eigenen Geschäftsaktivitäten verwenden oder diese erneut weiterhandeln. Die Segmente verfügen über keine Innenumsätze im Konzern. Veränderungen bei der Segmentierung bzw. der Zuordnung einzelner Aktivitäten zu den Segmenten haben im Geschäftsjahr 2021 nicht stattgefunden. scrollen
Die Gruppe tätigt mit keinem Kunden mehr als 10 % des Konzernumsatzes. Im Vorjahr (2020) wurden 12,0 % des Konzernumsatzes mit einem Kunden getätigt. Das EBIT verteilt sich auf die verschiedenen Geschäftssegmente wir folgt: scrollen
9 WEITERE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN 9.1 Kapitalrisikomanagement Der Konzern steuert sein Kapital bislang mit dem Ziel, durch eine sehr hohe Eigenkapitalquote keine Abhängigkeiten von Fremdkapitalgebern zu erlangen und die unternehmerische Entscheidungsfreiheit weitest möglich offen zu halten. Hierdurch wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können und Entscheidungen maßgeblich nicht durch etwaige Covenants von Fremdkapitalgebern beeinflusst werden. Das Eigenkapital beträgt zum jeweiligen Abschlussstichtag: scrollen
Der Konzern hat zur operativen Umsetzung seines Geschäftsmodells Fremdkapital aufgenommen. Im Berichtszeitraum haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von EUR 27.129.629 auf insgesamt EUR 18.908.345 verringert, wovon EUR 14.533.345 auf den Haemato Teilkonzern entfielen. Aufgrund des geringen Zinsniveaus sehen wir derzeit nur in begrenztem Umfang Zinsänderungsrisiken. 9.2 Kategorien von Finanzinstrumenten Bei den in den beiden nachstehenden Tabellen dargestellten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten stellen die Buchwerte in der Konzernbilanz eine gute Näherung für die beizulegenden Zeitwerte dar. scrollen
Die Nettogewinne der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte entsprechen wie im Vorjahr im Wesentlichen den unter Abschnitt 5.2. beschriebenen Zinserträgen. Die Nettoaufwendungen aus den finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen wie im Vorjahr im Wesentlichen den dort beschriebenen Zinsaufwendungen. Der Nettogewinn der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte setzt sich zusammen aus den Beteiligungserträgen und den Fair Value Änderungen. 9.3 Risikomanagementpolitik und Sicherungsmaßnahmen Das Risikomanagementsystem der M1 Kliniken-Gruppe hat das Ziel, alle bedeutenden Risiken und deren Ursachen frühzeitig zu erkennen und zu erfassen, um finanzielle Verluste, Ausfälle oder Störungen zu vermeiden. Es wird kein Hedge Accounting i. S. d. IFRS 9 angewendet. Das Vorgehen stellt sicher, dass geeignete Gegenmaßnahmen zur Risikovermeidung umgesetzt werden können. Im Wesentlichen handelt es sich um ein Früherkennungssystem, das der Überwachung der Liquidität und der Ergebnisentwicklung dient. Die Risikomanagementpolitik wird im Wesentlichen durch den Vorstand der M1 Kliniken AG abgedeckt. Die Controllingabteilungen der operativen Gesellschaften, die dabei unterstützend mitwirken, überwachen dazu die operativen Erfolge und können somit Planabweichungen rechtzeitig erkennen. Die jeweiligen Verantwortlichen der Fachabteilungen entscheiden - falls notwendig - gemeinsam mit dem Vorstand über die angemessene Strategie bei der Steuerung der Risiken. Die M1 Kliniken-Gruppe ist allgemein Risiken ausgesetzt, die sich aus der Veränderung von Rahmenbedingungen durch die Gesetzgebung oder aus anderen Vorschriften ergeben können. Sollten sich jedoch derartige Veränderungen ergeben, treten sie in den meisten Fällen nicht plötzlich und überraschend auf, so dass i.d.R. ausreichend Reaktionszeit besteht, um auf Veränderungen zu reagieren. 9.3.1 Risiko aus dem Ausfall von finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiko ist das Risiko, dass Geschäftspartner ihrer vertraglichen Verpflichtung nicht nachkommen können und dem Konzern somit ein finanzieller Verlust entsteht. Aufgrund der guten Kenntnis der Kunden des Unternehmens kann das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferung und Leistung gut gesteuert werden. Offene Positionen werden jeweils nur bei Sicherstellung der tatsächlichen Begleichung eingegangen. Daher ist die Bedeutung des Ausfallrisikos für die M1 Kliniken-Gruppe gering. Sofern dennoch solche Risiken erkennbar werden, werden diese entsprechend des "Expected-Credit-Loss-Modells" nach IFRS 9 durch Wertberichtigungen gewürdigt. Das maximale Ausfallrisiko der finanziellen Vermögenswerte ist durch die Höhe der Buchwerte begrenzt. 9.3.2 Liquiditätsrisiko Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken zur Gewährleistung der fortwährenden Zahlungsfähigkeit durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows und Abstimmungen der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. In den folgenden Tabellen sind die erwarteten Cashflows der finanziellen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 und zum 31. Dezember 2020 dargestellt. Zinszahlungen wurden nicht berücksichtigt. Eine Diskontierung der länger als ein Jahr laufenden Verbindlichkeiten wurde nicht durchgeführt: scrollen
scrollen
Die unverzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten entfallen mit EUR 12.844.805 (Vorjahr: EUR 15.840.478) auf die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie mit EUR 14.776.016 (Vorjahr: EUR 22.328.108) auf die sonstigen kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. 9.3.3 Sonstige Preisrisiken Sonstige Preisrisiken können sich aus steigenden Einkaufspreisen ergeben. Langfristige Lieferverträge und ähnliche Maßnahmen, die diese Risiken eingrenzen könnten, bestehen in geringem Umfang. Der Abschluss solcher Verträge würde die erforderliche Flexibilität des Managements bei der Zusammenstellung des Produktportfolios, welches nachfragebezogen zusammengestellt wird, negativ beeinflussen. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren durch eine geschickte Einkaufspolitik die Einstandspreise für die verwendeten Behandlungsmaterialien signifikant senken. Auch für die Zukunft wird mit sinkenden Einkaufspreisen gerechnet. Auch der Handelsbereich wird perspektivisch von eher sinkenden Einkaufspreisen profitieren. 10 SONSTIGE ANGABEN 10.1 Haftungsverhältnisse, Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen keine Haftungsverhältnisse oder Eventualverbindlichkeiten. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen liegen im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs. Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen zum Jahresende 2021 EUR 11.783.014 (Vorjahr: EUR 11.964.573), die mit EUR 8.127.287 (Vorjahr: EUR 8.756.921) auf langfristige Verbindlichkeiten und EUR 3.655.727 (Vorjahr: EUR 3.207.652) auf kurzfristige Verbindlichkeiten entfallen. 10.2 Angabe über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Als nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne von "IAS 24 Related Party Disclosures" kommen grundsätzlich Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, deren nahe Familienangehörige, sowie alle Gesellschaften, die zum Investmentkreis der Muttergesellschaft der M1 Kliniken AG, die MPH Health Care AG (Sitz: Schönefeld), sowie die die MPH Health Care AG beherrschende Magnum AG (Sitz: Schönefeld) gehören, in Betracht. Da die MPH Health Care AG als Investment Entity nach IFRS 10 keinen konsolidierten Konzernabschluss erstellt, wird die M1 Kliniken AG in keinen weiteren Konzernabschluss einer übergeordneten Gesellschaft aufgenommen. Die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind insgesamt von keiner prägenden Natur für die M1 Kliniken AG. Sie beziehen sich im Wesentlichen auf den Bezug von Produkten und Leistungen. Ziel dieser Geschäftsbeziehungen ist regelmäßig die Bündelung von Ein- und Verkaufsvorteilen mit den nahestehenden Personen zur Optimierung des Marktauftrittes aller Beteiligter. Die Bezüge und Leistungen hätten in dieser Art auch von anderen, fremden Dritten bezogen werden können. Diese nahestehenden Unternehmen und Personen waren an keinen in ihrer Art oder Beschaffenheit unüblichen Transaktionen mit Gesellschaften des M1-Konzerns beteiligt. Alle Transaktionen zwischen den nahstehenden Unternehmen sind zu marktüblichen Bedingungen, wie unter fremden Dritten, abgeschlossen worden. Resultieren aus Transaktionen mit diesen Gesellschaften Vermögenswerte oder Schuldposten, so werden diese unter den Sonstigen Vermögenswerten und Sonstigen Verbindlichkeiten geführt. Als ,Key Management' der M1 Kliniken AG wird der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft betrachtet. Änderungen der betroffenen Personen ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht: Vorstand scrollen
Aufsichtsrat scrollen
Folgende Geschäfte wurden mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigt: scrollen
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 2021 insgesamt EUR 45.000 (Vorjahr: EUR 30.000). Der Aufsichtsrat erhielt keine variablen Vergütungsbestandteile. Vorstand und Aufsichtsrat erhalten keinerlei Pensionsansprüche. Forderungen gegen Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bestehen nicht. Weitere Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen bestanden im Geschäftsjahr 2021 nicht. Bzgl. der Angabe der Gesamtbezüge der Vorstände wurde die Schutzklausel des § 286 IV HGB in Anspruch genommen. 10.3 Abschlussprüferhonorar Die Honorare für den Abschlussprüfer für das abgelaufene Geschäftsjahr beliefen sich auf insgesamt EUR 102.603 (Vorjahr: EUR 114.938). 10.4 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben. 11 FREIGABE DES KONZERNABSCHLUSSES 2021 DURCH DEN VORSTAND ZUR VERÖFFENTLICHUNG GEMÄSS IAS 10.17 Der vorliegende Konzernabschluss berücksichtigt alle dem Vorstand bekannten Ereignisse bis zum 18. März 2022.
Berlin, den 18. März 2022 Dr. Walter von Horsti, Vorstand BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSNach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Wirtschaftsprüfer Harry Haseloff dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 und dem Lagebericht 2021 der M1 Kliniken AG unter dem Datum 22. April 2022 den nachfolgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt: "Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers An die M1 Kliniken AG, Berlin: Prüfungsurteile Ich habe den nach IFRS aufgestellten Konzern-Jahresabschluss der M1 Kliniken AG - bestehend aus Konzernbilanz zum 31.12.2021, Konzern-Gesamtergebnisrechnung für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021, Konzernkapitalflussrechnung für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021, Entwicklung des Konzernanlagevermögens zum 31.12.2021, Konzernanhang (notes), für die Zeit vom 01.01.2021 bis 31.12.2021 sowie dem Konzernlagebericht geprüft. Nach meiner Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse scrollen
Grundlage für die Prüfungsurteile Ich habe meine Prüfung des Konzern-Jahresabschlusses und des Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Meine Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und habe meine sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für meine Prüfungsurteile zum Konzern-Jahresabschluss und zum Konzern-Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzern-Jahresabschluss und den Konzern- Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzern-Jahresabschlusses, der den IFRS sowie den deutschen für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzern-Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzern-Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzern-Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzern- Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzern-Jahresabschluss in Einklang steht, den IFRS bzw. den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzern-Lageberichts in Übereinstimmung mit den IFRS bzw. den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzern-Lagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Meine Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzern-Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzern-Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der meine Prüfungsurteile zum Konzern-Jahresabschluss und zum Konzern-Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzern-Jahresabschlusses und Konzern-Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung übe ich pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre meine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus: scrollen
Ich erörtere mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Prüfung feststelle.
Berlin, 22. April 2022 Dipl.-Kfm. Harry Haseloff, Wirtschaftsprüfer |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||