va-Q-tec AG

Würzburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

1.2 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat freut sich, Ihnen im vorliegenden Geschäftsbericht über seine Arbeit im ersten vollständigen Geschäftsjahr nach dem Börsengang berichten zu dürfen. Das Jahr war für den va-Q-tec-Konzern wiederum sehr ereignisreich und weiterhin durch starkes Wachstum geprägt. Der Aufsichtsrat hat auch im Berichtsjahr 2017 seine gemäß Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben sorgfältig im Sinne aller Aktionäre unter Berücksichtigung der Ansprüche der weiteren betroffenen Kreise wahrgenommen.

Seit dem 30. September 2016 werden die Aktien der va-Q-tec AG an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Mit der Börsennotierung im Segment Prime Standard unterliegt die Gesellschaft strengen Transparenz- und Publizitätsanforderungen. Diese Zulassungsfolgepflichten wirken sich auch auf die Arbeit im Aufsichtsrat aus. Es gibt neue Regelungen und Vorschriften, die unmittelbar den Aufsichtsrat und seine Zusammenarbeit mit dem Vorstand betreffen. Der Aufsichtsrat stellt in Zusammenarbeit mit dem Vorstand sicher, dass im Unternehmen Prozesse und Strukturen etabliert sind, die den Börsenerfordernissen genügen.

Hauptaufgabe des Aufsichtsrats ist die Beratung und Kontrolle des Vorstands. Schwerpunkte dieser Tätigkeit lagen im Berichtszeitraum insbesondere bei der internationalen Ausrichtung der va-Q-tec für das weitere profitable Wachstum, bei der Unternehmensplanung insgesamt, bei der Unternehmensfinanzierung sowie bei den erheblichen Investitionen in den neuen Hauptsitz des Konzerns in Würzburg, die Erweiterung des Standorts in Kölleda sowie in die Container- und Boxenflotten. Am 19. Juni 2017 fand die erste Hauptversammlung nach dem Börsengang statt. Diese stieß auch bei den Investoren auf ein starkes Interesse, so dass mehr als 70 % des Kapitals auf der Hauptversammlung vertreten war.

Bei der Umsetzung der sich aus dem IPO ergebenden rechtlichen und organisatorischen Pflichten hat der Aufsichtsrat den Vorstand beraten und unterstützt. Der Aufsichtsrat war in alle für die Gesellschaft zentralen Belange und Entscheidungen des Vorstands frühzeitig und intensiv eingebunden. Die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat war stets vertrauensvoll, konstruktiv, sachgerecht, kollegial und effizient. Soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnungen geboten war, hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung Beschlüsse gefasst.

Während des Geschäftsjahres 2017 hielt der Aufsichtsrat auch zwischen den regelmäßigen Sitzungen engen Kontakt zum Vorstand. Der Vorsitzende und einzelne Mitglieder des Aufsichtsrats hielten stets auch bilateral den Kontakt zu den Vorständen und berieten dabei zu verschiedenen Geschäftsvorfällen. Der Vorstand ist seinen in Gesetz und Geschäftsordnung festgelegten Pflichten zur Information in vollem Umfang nachgekommen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über die Geschäftslage, die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensplanung, die Finanz- und Ertragslage, wesentliche Geschäftsvorfälle der Gesellschaft und des Konzerns sowie über die Risikolage und das Risikomanagement informiert.

Insgesamt ist die Entwicklung der va-Q-tec, wie im vorliegenden Geschäftsbericht dargestellt, positiv zu bewerten. Die für die Unternehmensentwicklung zentralen Geschäftsvorgänge wurden vom Aufsichtsrat kritisch beleuchtet und entsprechende Anregungen zur Diskussion mit dem Vorstand eingebracht. Die zustimmungspflichtigen Maßnahmen und Geschäftsvorgänge wurden zwischen Vorstand und Aufsichtsrat beraten und sachgerecht entschieden.

Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Im Aufsichtsrat haben sich im Berichtszeitraum keine personellen Veränderungen ergeben. Aus dem Vorstand ist Herr Dr. Roland Caps, Vorstand Forschung und Entwicklung, zum Ende seiner regulären Bestellung am 30. Juni 2017 ausgeschieden. Er steht dem Unternehmen, das er gemeinsam mit Dr. Joachim Kuhn gegründet hat, aber weiterhin als Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Zum 01. Juli 2017 wurde Herr Stefan Döhmen vom Aufsichtsrat zum neuen Finanzvorstand der va-Q-tec Gruppe bestellt. Herr Döhmen verfügt über langjährige Führungserfahrung in börsennotierten und international tätigen Konzernen. Herr Christopher Hoffmann hat bis zum Ende seiner Bestellung zum Vorstand der va-Q-tec AG (31. Dezember 2017) die Aufgaben des internationalen Business Developments übernommen.

Der Aufsichtsrat hat den Herren Dr. Caps und Hoffmann seinen Dank für die engagierte Arbeit sowie die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit ausgesprochen. Herr Dr. Joachim Kuhn bleibt unverändert Vorsitzender des Vorstands. Seine Bestellung zum Vorsitzenden des Vorstands besteht aktuell bis zum 31. Dezember 2018. Herr Döhmen ist bis zum 31. Dezember 2019 als Vorstand bestellt.

Aufgrund der geringen Anzahl der Vorstände hat der Aufsichtsrat die Frauenquote im Vorstand auf 0 % festgelegt. Für sich selbst hat der Aufsichtsrat die Frauenquote ab 30. Juni 2017 (Erfüllungsfrist) auf 16,66 % festgelegt, das entspricht einem von sechs Mitgliedern.

Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat sich im Rahmen seiner regelmäßigen Beratungen mit der operativen und strategischen Lage der va-Q-tec befasst und sich durch die schriftlichen und mündlichen Berichte des Vorstands umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung informiert. Ein Schwerpunkt der Beratung in 2017 lag in den hohen Investitionen des Konzerns in Sachanlagevermögen, unter anderem in den Kauf und die Sanierung des neuen Hauptsitzes der va-Q-tec AG in Würzburg und die Erweiterung des Standorts Kölleda. Der Aufsichtsrat traf sich satzungsgemäß zu insgesamt sechs Plenarsitzungen sowie zu einer außerordentlichen Sitzung. Alle Sitzungen wurden in Würzburg abgehalten. Vier Mitglieder des Aufsichtsrats waren zu allen Sitzungen anwesend. Zwei Aufsichtsräte fehlten bei der ordentlichen Aufsichtsratssitzung im April 2017 entschuldigt und zwei Aufsichtsräte konnten an der außerordentlichen Sitzung Ende April 2017 nicht teilnehmen. Von den Vorständen konnte Herr Hoffmann an zwei Sitzungen aufgrund von dienstlichen Terminen nicht teilnehmen und Herr Dr. Caps fehlte bei einer Sitzung entschuldigt.

In der ersten Sitzung am 15. Februar 2017 berichtete der Vorstand über den Stand der Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses 2016 für AG und Konzern sowie über die Geschäftsentwicklung in den ersten beiden Monaten 2017. Der Aufsichtsrat befasste sich mit dem gründlich überarbeiteten, optimierten und formalisierten Risikomanagement-System der va-Q-tec Gruppe inklusive des Prozesses zur Risikofrüherkennung. Außerdem wurde die Erklärung zur Unternehmensführung und die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex diskutiert und verabschiedet. Weiterhin wurden nach ausführlicher Erörterung durch den Aufsichtsrat die vom Vorstand beantragten Investitionen für den Neubau eines zentralen Standorts in Würzburg sowie für einen Ausbau des Standorts Kölleda genehmigt.

Am 07. April 2017 trat der Aufsichtsrat zu seiner zweiten Sitzung zusammen. Neben dem Bericht des Vorstands und des Prüfungsausschusses über den Stand des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses sowie der aktuellen Geschäftsentwicklung, wurde insbesondere die neu entstandene Möglichkeit des Erwerbs einer bestehenden Immobilie in der Nähe des bisherigen Hauptsitzes anstelle des Neubaus am Heuchelhof intensiv diskutiert und aufgrund der deutlichen Größen-, Zeit- und Kostenvorteile einstimmig beschlossen. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat zudem über den Status der ausländischen Tochtergesellschaften, darunter die erfolgte Gründung der Schweizer und der japanischen Konzerngesellschaft zu Beginn des Geschäftsjahres 2017. Gleichzeitig wurden mit dem Aufsichtsrat die Optionen für ein verstärktes Engagement im asiatischen Raum erörtert.

Am 24. April 2017 fand eine außerordentliche AR-Sitzung statt. Einziger Tagesordnungspunkt war die Vorstellung, Erörterung und Beschlussfassung über den Geschäftsbericht, Jahresabschluss, Lagebericht und Anhang des Einzel- und des Konzernabschlusses der va-Q-tec AG für das Geschäftsjahr 2016. Nach ausführlicher Diskussion und zahlreichen Fragen beschloss der Aufsichtsrat einstimmig, die Billigung und Feststellung des Jahresabschlusses 2016 sowie die Billigung des Konzernabschlusses 2016 unter Einbeziehung der Lageberichte.

Im Fokus der dritten ordentlichen Sitzung am 18. Mai 2017 stand die Erörterung der Entwicklung in der britischen Tochtergesellschaft. Zu diesem Zweck waren die beiden Geschäftsführer Dominik Hyde und Sven Larsen eingeladen worden, dem Aufsichtsrat Bericht zu erstatten. Ein weiterer Schwerpunkt der AR-Sitzung war die angekündigte DPR-Prüfung. Die ebenfalls als Gäste geladenen Frau Maaß und Herr Rattler von Rödl & Partner informierten den Aufsichtsrat über die Hintergründe, den voraussichtlichen Prüfungsablauf und gaben Hinweise und Empfehlungen zur Vorgehensweise in diesem Projekt. Außerdem wurden dem Aufsichtsrat der Stand der Vorbereitungen auf die bevorstehende erste Hauptversammlung nach dem Börsengang vorgestellt und die vorläufigen Zahlen des ersten Quartals 2017 sowie die aktuelle Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal präsentiert.

Im Mittelpunkt der vierten Sitzung am 10. Juli 2017 stand die Erläuterung der aktuellen Geschäfts- und Finanzlage durch den Vorstand, der im Zuge dessen auch die Halbjahreszahlen 2017 für die va-Q-tec AG darstellte. Zusätzlich informierte der Vorstand über die personellen Veränderungen im Führungsteam der britischen Tochtergesellschaft va-Q-tec UK Ltd. sowie über den Stand der DPR-Prüfung und über die Neuordnung und Internationalisierung des Versicherungskonzepts. Außerdem bewilligte der Aufsichtsrat die Unterzeichnung eines Wandeldarlehens mit der Beteiligung "SUMTEQ GmbH" in Höhe von 450 TEUR.

In der fünften Sitzung Ende September wurde die Geschäftsentwicklung des Konzerns im ersten Halbjahr und bis einschließlich Ende August intensiv analysiert und diskutiert. Positiv wurde festgehalten, dass Umsätze und Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr weiterhin sehr stark wuchsen. Allerdings lag die Materialaufwandsquote aufgrund des Umsatzmixes über dem Vorjahresniveau und auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen überproportional zur Gesamtleistung an. Ein weiterer wesentlicher Diskussionspunkt der fünften AR-Sitzung war erneut der Fortschritt des Neubaus in Kölleda und der Sanierungsarbeiten am neuen Standort in Würzburg. Herr Dr. Kuhn führte aus, dass man aktuell nahe den Kapazitätsgrenzen arbeite und die Investitionen in Gebäude und Anlagen dringend erforderlich seien, um den erwarteten Bedarf an VIPs für die nächsten Jahre decken zu können. Außerdem berichtete Dr. Kuhn über einen möglichen CoInvestor bei der Beteiligungsgesellschaft SUMTEQ GmbH sowie über mögliche Kooperationen mit asiatischen Unternehmen. Schließlich berichtete Herr Andreas Stein dem Aufsichtsrat über seine Erfahrungen und die Herangehensweise als neuer Compliance-Beauftragter, da er die Aufgabe von dem per 30. Juni 2017 aus dem Vorstand ausgeschiedenen Herrn Dr. Caps übernommen hat.

Die sechste und letzte ordentliche Sitzung des Aufsichtsratsplenums im Geschäftsjahr 2017 fand am 15. Dezember 2017 statt. Im Mittelpunkt stand die Präsentation und Erläuterung der Planzahlen für 2018 durch den Vorstand. Nach ausführlicher Diskussion billigte der Aufsichtsrat das Konzernbudget einschließlich des Investitionsbudgets für das Geschäftsjahr 2018. Außerdem wurde in der Sitzung ein Beschluss zur Stärkung des Eigenkapitals der britischen Tochtergesellschaft gefasst.

Im Berichtsjahr nahmen alle Mitglieder des Aufsichtsrats an mehr als der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teil; sämtliche Aufsichtsratsmitglieder nahmen außerdem an über der Hälfte der Sitzungen von Ausschüssen, denen sie angehörten, teil (Ziffer 5.4.7 DCGK). Der Aufsichtsrat tagte regelmäßig im Beisein des Vorstands, ausgenommen die Gespräche über seine Vergütung (Ziffer 3.6 DCGK). Im Übrigen wird auf den gleichnamigen Bericht zur Corporate Governance, der Bestandteil des vorliegenden Geschäftsberichts ist, verwiesen.

Ausschussbildung

Der Aufsichtsrat hat in Übereinstimmung mit dem DCGK Unterausschüsse gebildet. Im Einzelnen sind dies ein Nominierungs-, ein Prüfungs- und ein Präsidialausschuss.

Ein Thema des Präsidialausschusses war im abgelaufenen Geschäftsjahr die Festlegung eines neuen Vergütungssystems für die Vorstände, in dem die Langfristkomponente der Boni verankert werden und dem DCGK noch stärker Rechnung getragen werden soll. Das Vergütungssystem soll für alle Geschäftsjahre ab dem 01. Januar 2018 gelten. Die laufenden Vorstandsverträge sollen entsprechend angepasst werden.

Interessenkonflikte im Aufsichtsrat sind im Berichtszeitraum nicht aufgetreten.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

Der Konzernabschluss der va-Q-tec AG wurde gemäß § 315a HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Den Jahresabschluss der va-Q-tec AG sowie den Konzernabschluss, beide zum 31. Dezember 2017, mit den jeweiligen Lageberichten haben die von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, die Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Jena, unter Einbeziehung der Buchführung geprüft und am 09. April 2018 jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Abschlussprüfer haben sich ferner vergewissert, dass der Vorstand ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem eingerichtet hat, das in seiner Umsetzung und Konzeption geeignet ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Die Abschlussunterlagen der va-Q-tec AG und des va-Q-tec-Konzerns, der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Berichte des Abschlussprüfers wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses vom 23. März 2018 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 09. April 2018 mit den Abschlussprüfern diskutiert und eingehend durch den Aufsichtsrat geprüft. Die Prüfer nahmen an der Beratung über die Abschlussunterlagen in dieser Aufsichtsratssitzung teil und informierten den Aufsichtsrat über die Prüfungsfeststellungen und ihre Erkenntnisse zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem.

Der Aufsichtsrat folgt der Empfehlung des Prüfungsausschusses und billigt den Jahresabschluss und Lagebericht sowie den Konzernabschluss und Konzernlagebericht der va-Q-tec AG für das Geschäftsjahr 2017. Damit ist der Jahresabschluss der va-Q-tec AG festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt darüber hinaus dem Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung zu.

Dank und Ausblick

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit im Geschäftsjahr 2017. Der ganz besondere Dank des Aufsichtsrats gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der va-Q-tec. Das Jahr "Eins" nach dem Börsengang war erneut durch viele wichtige Meilensteine und starkes Wachstum geprägt. Diese wären ohne das Engagement, die positive Einstellung und das Qualitätsbewusstsein aller Mitarbeiter nicht möglich gewesen.

 

va-Q-tec AG

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Dr. Gerald Hommel

1.5 CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

1.5.1 Erklärung zur Unternehmensführung nebst Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Vorstand und Aufsichtsrat der va-Q-tec AG sind sich der Bedeutung von nationalen und internationalen Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung stets bewusst und fühlen sich diesen verpflichtet. Gute Unternehmensführungspraktiken schaffen und stärken das Vertrauen der internationalen und nationalen Stakeholder in die Führung und Kontrolle des Konzerns. Sie unterstreichen das Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat, im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft "shared values" für alle Anspruchsgruppen des Konzerns zu schaffen. Nicht zuletzt um auch mit hoher Transparenz mit dem Kapitalmarkt zu kommunizieren, erfolgte der Börsengang im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse - dem Segment mit den höchsten Transparenzerfordernissen.

Die folgenden Unterkapitel betreffen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB. Im Einzelnen umfasst die Erklärung zur Unternehmensführung die Entsprechenserklärung gem. § 161 AktG und zusätzlich relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, eine Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammensetzung ihrer Ausschüsse.

1.5.1.1 Entsprechenserklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats

Erklärung von Vorstand und Aufsichtsrat der va-Q-tec AG zu den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" gemäß § 161 AktG

"Die va-Q-tec AG hat seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 06. Juni 2017 mit den dort aufgeführten Abweichungen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der am 12. Juni 2015 im Bundesanzeiger veröffentlichten Fassung vom 05. Mai 2015 entsprochen und wird künftig mit Ausnahme der nachfolgend erklärten Abweichungen den vom Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz im amtlichen Teil des Bundesanzeigers am 24. April/19. Mai 2017 bekannt gemachten Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 07. Februar 2017 entsprechen:

Ziffer 4.2.5 Abs. 3 und 4: "Ferner sollen im Vergütungsbericht für jedes Vorstandsmitglied dargestellt werden:

die für das Berichtsjahr gewährten Zuwendungen einschließlich der Nebenleistungen, bei variablen Vergütungsteilen ergänzt um die erreichbare Maximal- und Minimalvergütung,

der Zufluss für das Berichtsjahr aus Fixvergütung, kurzfristiger variabler Vergütung und langfristiger variabler Vergütung mit Differenzierung nach den jeweiligen Bezugsjahren,

bei der Altersversorgung und sonstigen Versorgungsleistungen der Versorgungsaufwand im bzw. für das Berichtsjahr.

Für diese Informationen sollen die als Anlage beigefügten Mustertabellen verwandt werden."

Abweichung und Begründung: Die Offenlegung der Vorstandsvergütung erfolgt nach den gesetzlichen Vorschriften unter Berücksichtigung des Beschlusses der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 31. Mai 2016. Danach unterbleibt in Übereinstimmung mit § 286 Abs. 5 Satz 1 HGB die Angabe der individualisierten Vorstandsvergütung in den Jahres- und Konzernabschlüssen der Gesellschaft, die für die Geschäftsjahre 2016-2020 (einschließlich) aufzustellen sind. Die Gesellschaft veröffentlicht nach Maßgabe von § 315a Abs. 2 HGB einen Vergütungsbericht im Konzernlagebericht des Geschäftsberichts.

Ziffer 7.1.2 S. 3: "Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht sollen binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verpflichtenden unterjährigen Finanzinformationen sollen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums, öffentlich zugänglich sein."

Abweichung und Begründung: Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, dass der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht binnen 90 Tagen nach Geschäftsjahresende, die verbindlichen unterjährigen Finanzinformationen binnen 45 Tagen nach Ende des Berichtszeitraums, öffentlich zugänglich sein sollen. Die oben genannten Fristen zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses sowie des Konzernlageberichts und der verbindlichen unterjährigen Finanzinformationen wurden und werden teilweise nicht eingehalten. Allerdings erfüllt die Gesellschaft die gesetzlichen sowie die in der Börsenordnung für die Frankfurter Wertpapierbörse im Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) festgelegten Veröffentlichungsfristen von vier Monaten für den Jahresfinanzbericht, von drei Monaten für den Halbjahresfinanzbericht und von zwei Monaten für die Quartalsmitteilungen."

1.5.1.2 Relevante Angaben zu Unternehmensführungspraktiken

Vorstand und Aufsichtsrat legen großen Wert auf eine offene Unternehmens- und Führungskultur. Ein positives Miteinander im Unternehmen - ein "gutes Betriebsklima" - ist sehr wichtig für den wirtschaftlichen Unternehmenserfolg und zufriedene Kunden, Mitarbeiter, Partner und Aktionäre. Ein solches Klima des Miteinanders und der offenen internen Kommunikation fördert das Bewusstsein für die Einhaltung von Gesetzen, ethischen Standards und wirtschaftlichen sowie sozialen Vorgaben.

Zur Sicherstellung des ethischen Handelns hat die va-Q-tec AG entsprechende Standards in einer konzernweiten Corporate Compliance Policy festgelegt. Kernelemente sind zum einen die darin kodifizierten Grundwerte wie z.B. persönliche Integrität, Beachtung der Vielfalt und Rechtstreue im Geschäftsleben. Zusätzlich legt die Corporate Compliance Policy in konzernweit gültigen Richtlinien Anweisungen für das Geschäftsgebaren für den eventuellen Fall ethisch zweifelhafter Situationen fest. Das Compliance-Programm wird in Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat aktiv gelebt und weiterentwickelt.

Die va-Q-tec AG beachtet alle gesetzlichen Anforderungen an die gute Unternehmensführung sowie mit den in der Entsprechenserklärung genannten, begründeten Ausnahmen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Mitarbeiter im Zuge des Börsengangs zu den relevanten Fragen des Kapitalmarktrechtes informiert und hierüber Informationsunterlagen erstellt.

1.5.1.3 Beschreibung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Arbeitsweise des Vorstands

Die va-Q-tec AG als deutsche Aktiengesellschaft besitzt entsprechend der deutschen aktienrechtlichen Vorgaben ein dualistisches Führungssystem. Es setzt sich aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat zusammen.

Der Vorstand der va-Q-tec AG leitet die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat der Gesellschaft ab und sorgt für ihre Umsetzung. Der Vorstand erörtert den aktuellen Stand der Strategieumsetzung in regelmäßigen Abständen mit dem Aufsichtsrat. Zudem sorgt er für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen. Die Vorstandsmitglieder üben ihre Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung der Gesellschaft, der Beschlüsse der Hauptversammlung und des Aufsichtsrats, ihrer jeweiligen Dienstverträge sowie der Geschäftsordnung des Vorstands aus und wirken auf deren Beachtung durch die Gesellschaft und die Tochtergesellschaften hin.

Der Vorstand arbeitet mit dem Aufsichtsrat zum Wohle des Unternehmens vertrauensvoll und eng zusammen. Gemeinsames Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat ist die Umsetzung der Wachstumsstrategie und die Nutzung der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, die sich für die Technologien des Konzerns bieten. Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder, beruft diese ab und bestimmt die Verteilung ihrer Verantwortlichkeiten. Er kann außerdem einen Vorstandsvorsitzenden (CEO) bestellen.

Zum 31. Dezember 2017 umfasst der Vorstand der va-Q-tec AG drei Mitglieder:

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Name Funktion Mitglied des Vorstands seit Vertragsende
Dr. Joachim Kuhn Chief Executive Officer 2001 31.12.2018
Stefan Döhmen Chief Financial Officer 2017 31.12.2019
Christopher Hoffmann Vorstand für internationale Geschäftsentwicklung 2013 31.12.2017

Herr Dr. Roland Caps, Mitgründer und bisheriger Entwicklungsvorstand der va-Q-tec AG, schied zum 30. Juni 2017 aus dem Vorstand aus, um als Leiter der Abteilung Innovation und Qualität die technologische Entwicklung der va-Q-tec AG operativ weiterzuführen. Zum 31. Dezember 2017 ist das Vorstandsmandat von Herrn Christopher Hoffmann vertragsgemäß ausgelaufen. Die Verantwortlichkeiten von Herrn Hoffmann werden in Zukunft von den mittlerweile gestärkten Geschäftsführungen der va-Q-tec-Gesellschaften vor Ort in den jeweiligen Ländern und Regionen übernommen. Ferner war Herr Hoffmann bis Juli 2017 als Finanzvorstand der Gesellschaft tätig. Im Juli 2017 übernahm Herr Stefan Döhmen die Funktion des Finanzvorstands bei der va-Q-tec AG. Mit seinem großen Engagement gestaltete Herr Hoffmann den Gang an die Frankfurter Wertpapierbörse in 2016 wesentlich und nahm eine wichtige Rolle in der Wachstumsgeschichte der va-Q-tec AG ein. Vorstand und Aufsichtsrat der va-Q-tec AG danken Herrn Hoffmann für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Der Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft gesamtverantwortlich zum Wohl des Konzerns. Jedes Vorstandsmitglied handelt in dem ihm zugewiesenen Ressort eigenverantwortlich. Der Geschäftsverteilungsplan weist die Aufgaben der einzelnen Vorstandsmitglieder zum 31. Dezember 2017 wie folgt aus

Dr. Joachim Kuhn: Vorstandsvorsitzender (CEO):

Technik

Produktion

Vertrieb

Personal

Stefan Döhmen: Chief Financial Officer - CFO:

Finanzen

Finanzkommunikation (IR)

Einkauf

IT

Recht

Christopher Hoffmann: Internationale Geschäftsentwicklung:

Koordination und Ausbau des Geschäfts in den USA, Großbritannien sowie in der Schweiz

Herr Dr. Kuhn ist neben seiner Tätigkeit im Vorstand der va-Q-tec AG Vorsitzender des Beirates der SUMTEQ GmbH, an der die va-Q-tec AG eine Minderheitsbeteiligung hält. Anderen Nebentätigkeiten gehen die Vorstandsmitglieder nicht nach.

Die Geschäftsordnung des Vorstands wurde zuletzt am 31. Juni 2016 vom Aufsichtsrat aktualisiert und beschlossen. Sie enthält insbesondere Regelungen zur Arbeitsweise des Vorstands und zur Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen den Vorstandsmitgliedern sowie zur Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Sie legt einen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte durch den Aufsichtsrat fest. Alle Beschlüsse des Vorstands werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst, soweit nicht zwingendes Gesetz eine andere Mehrheit vorschreibt. Vorstandssitzungen finden regelmäßig mehrmals monatlich statt. Darüber hinaus hatte der Vorstand auch zwischen den regelmäßigen Sitzungen ständig einen engen Kontakt untereinander und mit dem Aufsichtsrat.

Arbeitsweise des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG berät und überwacht den Vorstand regelmäßig bei der Leitung des Unternehmens. Der Aufsichtsrat übt seine Tätigkeit nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen, der Satzung der Gesellschaft und seiner Geschäftsordnung aus. Die den Aufsichtsrat betreffenden Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex werden beachtet, soweit sich aus der auf der Webseite der Gesellschaft veröffentlichten Entsprechenserklärung des Vorstands und Aufsichtsrats nach § 161 AktG nichts Abweichendes ergibt. Er arbeitet bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben vertrauensvoll und eng mit dem Vorstand zum Wohle des Unternehmens zusammen und bestellt und entlässt die Mitglieder des Vorstands. Zusätzlich achtet er bei der Zusammensetzung des Vorstands auch auf Vielfalt (Diversity) und strebt dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Er sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Unternehmensplanung.

Die Aufsichtsratsbeschlüsse werden in der Regel in Sitzungen gefasst. Sie können auch ohne Einberufung einer Sitzung gefasst werden und die Abstimmung kann auch mündlich, schriftlich, fernmündlich, fernschriftlich (Telefax) oder per E-Mail erfolgen, wenn der Aufsichtsratsvorsitzende dies anordnet und kein Mitglied des Aufsichtsrats diesem Verfahren unverzüglich widerspricht. Beschlüsse des Aufsichtsrats werden, soweit nicht gesetzlich oder nach dieser Satzung etwas anderes vorgeschrieben ist, mit einfacher Mehrheit gefasst.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats ist dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Es darf bei seinen Entscheidungen weder persönliche Interessen verfolgen noch Geschäftschancen des Unternehmens für sich, für eine ihm nahestehende natürliche oder juristische Person oder für eine sonstige Institution oder Vereinigung, in der bzw. für die es tätig ist, nutzen. Jedes Aufsichtsratsmitglied legt Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Dritten entstehen können, dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen.

Die Mitglieder sollen gemäß § 2 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats in ihrer Gesamtheit über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Gemäß § 2 Abs. IV der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats muss ferner mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Der Aufsichtsrat benennt unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Deutsche Corporate Governance Kodex konkrete Ziele für seine Zusammensetzung.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus den folgenden sechs Personen:

Dr. Gerald Hommel, geb.: 21.01.1959, Vorsitzender des Aufsichtsrats (ernannt bis 2018)

Deutsche Staatsbürgerschaft

Studium der Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Mainz und Würzburg, Diplom-Kaufmann (1985)

1985 - 1997 Pharmahandel, zuletzt Geschäftsführer der PHOENIX Pharma Einkauf GmbH, Dreieich

1997 - 1999 Zentralregulierung, Vorstand der GESKO eG, Gerlingen

Seit 1999 selbständiger Pharmaunternehmer

Promotion im Fach Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Frankfurt am Main (2014)

Seit 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrats

Uwe Lamann, geb.: 17.11.1949, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (ernannt bis 2018)

Deutsche Staatsbürgerschaft

Studium der Nachrichtentechnik in Köln, Diplom-Ingenieur (1976)

1999 - 2012 Vorstand der Leoni AG, Nürnberg und Leitung der Zentralen F&E

Seit 2007 Mitglied des Aufsichtsrats der Nedschroef Holding B.V.

Seit 2013 Mitglied des Beirats der Baumüller Nürnberg GmbH

Seit 2014 Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Uwe Andreas Krämer, geb.: 27.10.1978 (ernannt bis 2018)

Deutsche Staatsbürgerschaft

Diplom Wirtschaftsinformatiker, Technische Universität Darmstadt (2006)

2006 - 2008: Investment Banking Division, Goldman Sachs, Frankfurt

2008 - 2014: Venture & Growth Capital-Investor mit Fokus auf Software- & Internet-Technologie, ViewPoint Capital, Frankfurt/Zürich

2014 - 2016 Growth Capital-Investor mit Fokus auf Cleantech, Zouk Capital, London

Seit 2015 Mitglied des Aufsichtsrats

Seit 2016: Managing Director & CFO/CCO der Fision AG, Zürich

Winfried Klar, geb.: 10.10.1954 (ernannt bis 2018)

Deutsche Staatsbürgerschaft

Diplom Kaufmann, Universität Münster (1979)

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater PwC Düsseldorf (1980-1990)

1991 - 1992 Leiter Konzernentwicklung EVONIK (früher RAG)

1993 - 2003 Geschäftsführer, Vorstand, CFO in verschiedenen Unternehmen

2004 - 2009: Geschäftsführer und CFO der VESTOLIT GmbH & Co KG, Marl

2009 - 2013: Geschäftsführer und CFO der MAUSER Holding GmbH, Brühl

Seit 2013 Management-Beratung im Mittleren Osten

Seit 2013 Mitglied des Aufsichtsrats

Seit 2016 Vorsitzender des Prüfungsausschusses

Dr. Eberhard Kroth, geb.: 15.09.1956 (ernannt bis 2018)

Deutsche Staatsbürgerschaft

Studium und Promotion TU Darmstadt (1985)

1986 - 1994 Prokurist und technischer Leiter von Reis Robotics, Reis GmbH & Co KG

1994 - 2010 Geschäftsführer von Reis Robotics, Reis GmbH & Co KG

2010 - 2016 Geschäftsführer der Reis Group Holding GmbH

2014 - 2016 Geschäftsführer & Technischer Direktor (CTO) der KUKA Industries GmbH

Seit 2017 Geschäftsführender Gesellschafter der RoPro4.0 GmbH

Seit 2013 Mitglied des Aufsichtsrats

Dr. Barbara Ooms-Gnauck, geb.: 28.10.1957 (ernannt bis 2018)

Belgische Staatsbürgerschaft

Studium der Chemie und Ökotrophologie an der Universität Bonn, Abschluss Dipl. oec. troph. (1983)

Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen, 1. Staatsexamen (2001)

Referendariat am Landgericht Kassel, 2. Staatsexamen (2004)

Rechtsanwältin, Partnerin bei GKMP Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer

Promotion an der Universität Konstanz (2012)

Fachanwältin für Verwaltungsrecht (2016)

Seit 2010 Mitgesellschafterin der Gnauck Rechtsanwälte GbR

Seit 2014 Mitglied des Aufsichtsrats

Zusammensetzung und Arbeitsweise der Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der va-Q-tec AG hat gegenwärtig drei Ausschüsse eingerichtet: Einen Prüfungsausschuss, einen Nominierungsausschuss sowie einen Präsidialausschuss.

Der Prüfungsausschuss besteht bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsperiode aus folgenden Mitgliedern:

Winfried Klar: Vorsitzender

Dr. Gerald Hommel: stellvertretender Vorsitzender

Dr. Eberhard Kroth: Mitglied

Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit Fragen der Rechnungslegung und Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, der Compliance und des Internen Revisionssystems, sowie der Abschlussprüfung. Letzteres insbesondere im Hinblick auf die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, den vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, die Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, die Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung.

Der Nominierungsausschuss besteht bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsperiode aus folgenden Mitgliedern:

Dr. Gerald Hommel: Vorsitzender

Uwe Lamann: stellvertretender Vorsitzender

Dr. Barbara Ooms-Gnauck: Mitglied

Uwe Andreas Kraemer: Mitglied

Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vor.

Der Präsidialausschuss besteht bis zum Ablauf der jeweiligen Amtsperiode aus folgenden Mitgliedern

Dr. Gerald Hommel: Vorsitzender

Uwe Lamann: stellvertretender Vorsitzender

Dr. Barbara Ooms-Gnauck: Mitglied

Den Vorsitz des Präsidialausschusses führt der Aufsichtsratsvorsitzende. Der Präsidialausschuss berät über Schlüsselthemen der Corporate Governance und bereitet Beschlüsse des Aufsichtsrats vor. Neben der langfristigen Nachfolgeplanung für den Vorstand bereitet der Präsidialausschuss die Beschlüsse des Aufsichtsrats Insbesondere über folgende Angelegenheiten vor:

Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden

Abschluss, Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands

Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und der Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Anteilsbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats hielten zum Ende des Geschäftsjahres 2017 folgende direkte Beteiligungen am Grundkapital der va-Q-tec AG:

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Aktionär Anzahl der Aktien
Vorstand und Gründer 3.585.100
Aufsichtsrat 81.667

2 KONZERNLAGEBERICHT

2.1 GRUNDLAGEN DES VA-Q-TEC KONZERNS

2.1.1 Geschäftsmodell, Markt und strategische Ausrichtung

2.1.1.1 Geschäftsmodell und Markt

va-Q-tec ist ein technologisch führender Anbieter hocheffizienter Produkte und Gesamtlösungen im Bereich der thermischen Isolation. Die Angebote der va-Q-tec in den Geschäftsbereichen Produkte, Systeme und Dienstleistungen des Konzerns finden Anwendung in der Thermologistik, der Kühlschrankindustrie, in industriellen und technischen Anwendungen wie Warmwasserspeichern, der Bauindustrie und im Mobilitätsbereich.

Im Geschäftsbereich Produkte entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen innovative Vakuumisolationspaneele ("VIPs") und Phasenwechselmaterialien (Phase Change Materials "PCMs"). VIPs sind zwischen 5mm und 50mm dicke Hochleistungsdämmplatten, die zur besonders raumsparenden und energieeffizienten Temperaturkontrolle geeignet sind. PCMs sind Wärme- und Kältespeichermaterialien, die thermische Energie während des Schmelzens und des Gefrierens absorbieren und freigeben. Durch den Einsatz verschiedener Speichermaterialien wie Paraffine oder Salzlösungen können verschiedenste Temperaturbereiche abgebildet werden. Darüber hinaus fertigt va-Q-tec im Geschäftsbereich Systeme durch die Kombination von VIPs und PCMs passive thermische Verpackungssysteme, Container und Boxen, die ohne Zufuhr von externer Energie für bis zu 200 Stunden konstant eine Temperatur halten können.

Im Geschäftsbereich Dienstleistungen betreibt va-Q-tec über ihre Tochtergesellschaft in Großbritannien seit 2011 eine Flotte von eigenproduzierten Mietcontainern, mit denen temperatursensible Transporte kosteneffizient und sicher durchgeführt werden können. Hierzu hat va-Q-tec ein umfassendes globales Partnernetzwerk bestehend aus Airlines, Spediteuren und Servicepartnern etabliert. Seit 2015 betreibt die va-Q-tec AG zusätzlich ein Mietgeschäft für eigenproduzierte Hochleistungs-Thermo-Transportboxen. Diese Transportlösungen werden insbesondere von der Healthcare-Industrie verstärkt nachgefragt.

Ergänzend bietet va-Q-tec Beratungsdienstleistungen rund um die thermische Isolation an. Dies macht va-Q-tec zum Problemlöser im Bereich Kühlkettenlogistik und weiteren thermisch-technischen Bereichen.

Mit diesem umfassenden Portfolio bedient va-Q-tec Kunden aus den folgenden Zielbranchen:

Healthcare & Logistics; z.B. Container und Transportboxen für temperatursensible Transporte plus Vermietungs-Service

Appliances & Food; z.B. Isolierung von Kühl-/Gefriergeräten oder Lebensmittelcontainern

Technics & Industry; z.B. Isolierung von Warmwasserspeichern, Pipelines, Laborgeräten und Ultratieftemperatur-Kühlschränken

Building; z.B. Gebäudedämmung (Fassade, Dach, Boden)

Mobility; z.B. Isolierung in Kühl-LKWs, Automobilen, Zügen und Flugzeugen

Dabei unterliegen alle Anwendungen in den jeweiligen Zielbranchen hohen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der thermischen Isolierung. Zusätzlich liegen meist räumliche Beschränkungen beim Einbau vor.

Für den Zielmarkt Healthcare & Logistik spielen die folgenden Markttrends eine wesentliche Rolle. Klinische Forschung und Pharmaproduktion sind von einer zunehmenden Globalisierung geprägt. Die Nachfrage nach immer komplexeren, oft temperatursensiblen Bio-tech-Medikamenten steigt stetig, die Anforderungen an die Produktsicherheit ("Good Distribution Practice of medicinal products for human use" - GDP) werden zunehmend strenger und die Ausgaben im Gesundheitssystem steigen kontinuierlich. Die Geschäfte des Konzerns in den Zielmärkten Kühlgeräte und Lebensmittel, Technik & Industrie, Bau und Mobilität werden insbesondere durch zunehmende Energieeffizienz und Urbanisierung als Wachstumstreiber beeinflusst.

2.1.1.2 Strategische Ausrichtung

va-Q-tec bewegt sich in einem sehr dynamischen, innovationsgetriebenen und globalen Marktumfeld, das sich kontinuierlich entsprechend der beschriebenen Megatrends weiterentwickelt.

3-Säulen-Strategie

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Weltweit führender Anbieter von High-End-Isolierprodukten und -Lösungen
I II III
TECHNOLOGIEFÜHRERSCHAFT WACHSTUM PROFITABILITÄT
   
Schaffung eines langfristigen Shareholder Value    

In diesem Marktumfeld verfolgt va-Q-tec das Ziel, seine Position als einer der weltweit führenden Anbieter hocheffizienter Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Isolation auszubauen und die Kühlketten-Logistik nachhaltig zu beeinflussen. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt va-Q-tec drei strategische Ansätze:

I. Technologieführerschaft

Um von den globalen Trends zu profitieren, konzentriert sich der Konzern darauf, seine führende Innovations- und Technologieposition im Bereich der thermischen Isolation mit VIPs und PCM zu festigen und weiter auszubauen. va-Q-tec steht für das Leistungsversprechen "Always the Right Temperature" in der Kühlkette der Healthcare-Industrie und vielen anderen Endanwendungen. Das Unternehmen arbeitet fortlaufend an innovativen Technologien, Prozessinnovationen und neuen Geschäftsmodellen, die in Zukunft nicht nur die Kühlkettenlogistik, sondern die thermische Isolation in vielen Industrien verändern können. va-Q-tec zielt darauf ab, die eigene Innovationskraft stetig zu steigern. Fortschrittliche VIP-Typen z.B. für höhere Temperaturen, neue thermische Verpackungen und neuartige Materialien stehen im Mittelpunkt dieser Bemühungen. Entsprechend dieser Zielsetzung investiert der Konzern in hochqualifiziertes Personal, die Produktentwicklung und die Grundlagenforschung. Teil der Strategie sind auch selektive M&A-Aktivitäten, wie z.B. die Beteiligung an dem Kölner Material-Start-up SUMTEQ, um Zugang zu neuen Technologien zu erhalten. Darüber hinaus verfolgt va-Q-tec auch die Zusammenarbeit mit Technologiepartnern in extern geförderten FuE-Projekten. Mittelfristig bleibt es das Ziel, die führende Technologieposition zu verteidigen und weiter auszubauen.

II. Wachstum

Die Technologieplattform von va-Q-tec bietet große Wachstumsmöglichkeiten durch die breite Anwendung der Produkte, Systeme und Dienstleistungen in den beschriebenen Zielbranchen. va-Q-tec ist stark auf Wachstum ausgerichtet: Prozesse, Aufbauorganisation und Geschäftsmodell des Unternehmens sind auf Skalierbarkeit und die konsequente Nutzung von Wachstumschancen ausgelegt. Mit ihrer zunehmenden internationalen Präsenz, der Stärkung der soliden Finanzierungsbasis sowie dem Fokus auf Geschäftsbeziehungen mit Großkunden befindet sich die Gesellschaft auf einem klar definierten Wachstumskurs.

va-Q-tec richtet sich an wachstumsstarken Märkten aus, die dem Unternehmen gleichzeitig attraktive Zielmargen bieten. Die Pharma- und Biotech-Kunden sind für va-Q-tec seit jeher von großer Bedeutung: Im Endmarkt Healthcare & Logistics als wichtigstem Standbein erzielt va-Q-tec 62 % des Umsatzes 2017 (Vj.: 69 %). Die globale Healthcare-Industrie setzt im Bereich der temperaturgeführten Logistik zunehmend auf die qualitativ hochwertigen Lösungen wie sie va-Q-tec anbietet.

Häufig nutzen die potentiellen Healthcare-Kunden gegenwärtig noch Verpackungslösungen, die auf konventionellen Dämmstoffen und einfachen Wasser-Eis-Gemischen beruhen. Mit wachsenden Qualitätsanforderungen an die Kühlkette ("Good Distribution Practices") ersetzen Kunden diese einfachen Lösungen durch Hochleistungs-Thermo-Verpackungen. Gleichzeitig zielt va-Q-tec mit den Vermietmodellen ("Serviced Rental") auf anspruchsvolle Kunden ab, die besonders kostensensitiv bei Thermoverpackungen sind. Auch ihnen bietet va-Q-tec mit passgenauen Mietlösungen für Hochleistungs-Thermo-Verpackungen ein Produkt mit attraktivem Preis-Leistungsverhältnis. Daher erwartet va-Q-tec auch in den kommenden Jahren im Endmarkt Healthcare & Logistics weiter global zu wachsen und dabei das Wachstum der zugrundeliegenden Märkte für (Healthcare)-Kühlkettenlogistik übertreffen zu können. Ziel ist es in diesem Markt der global führende Anbieter an Dienstleistungen und Verpackungslösungen zu werden.

Auch in den übrigen Zielbranchen strebt das Unternehmen an, von den Wachstumschancen, wie dem Trend zur Energieeffizienz, überproportional zu profitieren. Die über die vergangenen Jahre gewachsene Technologieplattform der Gesellschaft soll in den definierten Endmärkten etabliert werden. Kurz- und mittelfristig erwartet va-Q-tec deutliches Wachstum im Bereich Kühlgeräte und Lebensmittel. In zunehmendem Maß und mit höheren regulatorischen Anforderungen an die Energieeffizienzklassen der Kühlschränke, müssen diese verstärkt mit VIPs zur Isolation ausgestattet werden. Die qualitativ hochwertigen VIPs von va-Q-tec mit ihrer im Herstellungsprozess des OEMs überprüfbaren Dämmleistung, werden besonders von dieser Entwicklung profitieren. Wachstum im Produktverkauf von VIPs ist auch im Endmarkt Technik & Industrie zu erwarten, bspw. durch die Einführung von Energieeffizienzklassen bei Warmwasserspeichern. Zunehmend rüsten Hersteller ihre Premium-Produkte mit va-Q-tec-VIPs aus, um die beste Energieeffizienzklasse zu erreichen. Auch hier erwartet das Unternehmen, dass sich besser isolierte Produkte zunehmend im Massenmarkt etablieren. Mittel- und langfristig bieten die Endmärkte Mobilität und Bau zusätzliche Wachstumsfelder für den Konzern.

In Summe wird in den nächsten drei Jahren ein anhaltendes Wachstum des Umsatzes im unteren bis mittleren zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem jeweiligen Vorjahr erwartet.

III. Profitabilität

Zur Absicherung des Unternehmens und der Wettbewerbsfähigkeit ist Profitabilität unabdingbar. Profitabilität bildet den dritten Pfeiler der Unternehmensstrategie und damit eine wesentliche Größe der Unternehmenssteuerung.

Um profitables Wachstum zu ermöglichen, werden fortlaufend verschiedene Maßnahmen im Bereich Operational Excellence vorangetrieben. Diese Initiativen des Vorstands betreffen in erster Linie Maßnahmen um die Qualität, die Abläufe, die Organisation, die Ressourcenverbräuche sowie die IT-Systeme konzernweit fortlaufend zu optimieren und zu harmonisieren. Skaleneffekte gehen mit den stark ausgeweiteten Geschäftsaktivitäten des Konzerns und entsprechendem Umsatzwachstum einher: Die Einkaufskonditionen, zu denen der Konzern Vorprodukte und Leistungen Dritter beziehen kann, verbessern sich mit zunehmender Geschäfts- und Umsatzausweitung und damit steigendem Einkaufsvolumen deutlich. Die Kosten für unterstützende Konzernfunktionen wie Personalwesen, Marketing, Rechnungswesen und Controlling wachsen relativ zum Umsatz unterproportional. Zur Verbesserung der Profitabilität tragen unterschiedliche Aspekte der vertikalen Integration in nachgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette bei. Hierzu gehören auch Dienstleistungen und neue Geschäftsmodelle wie die Vermietung von Boxen und Containern ("Serviced Rental"). Diese Vorwärtsintegration und Kontrolle vorgelagerter Wertschöpfungsstufen für eine Verbesserung der Profitabilität ist zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Durch die beschriebenen operativen und strategischen Maßnahmen strebt das Unternehmen eine mittel- und längerfristige Verbesserung der EBITDA-Marge auf über 25 % an.

Konzernstruktur, Mitarbeiter, Beteiligungen und Steuerung

Zu Beginn des Berichtszeitraums bestand der Konzern aus vier Unternehmen. Während des Berichtszeitraums wurden Tochtergesellschaften in der Schweiz und in Japan gegründet. Damit gehörten dem va-Q-tec Konzern zum Ende des Berichtszeitraums insgesamt sechs Unternehmen an, bestehend aus der Muttergesellschaft und fünf ausländischen Tochtergesellschaften. Aus diesen sechs Unternehmen leiten sich die drei Berichtssegmente des Konzerns ab - das deutsche Segment (va-Q-tec AG), das UK-Segment (va-Q-tec Ltd. (UK)) und das sonstige Segment (va-Q-tec Ltd. (Korea), va-Q-tec Inc. (USA), va-Q-tec Switzerland AG (Schweiz) und va-Q-tec Japan G.K. (Japan)).

Die Muttergesellschaft va-Q-tec AG ("Deutsches Segment") hielt zum 31. Dezember 2017 an allen fünf ausländischen Tochtergesellschaften jeweils 100 %.

Im deutschen Segment werden durch die va-Q-tec AG alle drei Geschäftsbereiche (Produkte, Systeme und Dienstleistungen) abgedeckt, wobei im Geschäftsbereich "Dienstleistungen" seit 2015 das Geschäft mit Vermietboxen abgebildet wird. Das UK-Segment mit der va-Q-tec Ltd. (UK) umfasst in erster Linie den Geschäftsbereich "Dienstleistungen" mit Fokus auf das Vermietgeschäft von (Mehrweg) Containern. Das Segment"Sonstige" umfasst die Geschäftsaktivitäten der Tochtergesellschaften va-Q-tec Ltd (Südkorea), va-Q-tec USA Inc. (USA), va-Q-tec Switzerland AG (Schweiz) und va-Q-tec G.K. (Japan). Die südkoreanische Tochtergesellschaft ist sowohl für die Beschaffung als auch für das Business Development aller drei Geschäftsbereiche des Konzerns in Asien zuständig. Die Tochtergesellschaft in den USA operierte bis ins abgelaufene Geschäftsjahr primär als eine Vertriebsgesellschaft des Konzerns in Nordamerika. In die US-Tochtergesellschaft wurde im Laufe des Jahres 2017 gegenüber den Vorjahren deutlich verstärkt in Personal und die Geschäftsentwicklung investiert. Mit dem Ziel, eine lokale Produktion von thermischen Verpackungssystemen, eine Reparaturstation für Mietcontainer sowie ein lokales Zentrum für die Vermietung kleiner Boxen zu etablieren, wurden an der US Ostküste Lager- und Büroflächen angemietet und ein lokales Management Team aufgebaut. Die va-Q-tec Switzerland AG erbringt Dienstleistungen (Temperieren und Reinigen von Miet-Boxen,"fulfillment services") für die Schweizerische Post im Bereich Kühlkettenlogistik. Die Schweizerische Post greift für ihre Flotte an Thermo-Distributionsboxen auf die herausragende Technologie- und Prozesserfahrung der va-Q-tec zurück. Die Tochtergesellschaft in Japan verfolgt als Vertriebsgesellschaft das Ziel, die Wahrnehmung der va-Q-tec als lokal verwurzelter und verlässlicher Anbieter in der drittgrößten Volkswirtschaft weltweit zu erhöhen und die va-Q-tec Produkte und Dienstleistungen dort zu vertreiben.

Zum Zweck der Unternehmensführung und des Controllings spiegeln sich die Geschäftsbereiche in den drei Berichtssegmenten wieder, wobei die va-Q-tec Ltd. (Südkorea), die va-Q-tec USA Inc., die va-Q-tec Switzerland AG sowie die va-Q-tec G.K. (Japan) zu einem Berichtssegment (Sonstige) zusammengefasst werden.

Zur Steuerung der drei Berichtssegmente werden diese vom Management individuell und aus übergreifender Konzernsicht anhand detaillierter und regelmäßiger Berichte überwacht. Auf Basis dieser Informationen steuert das Management die Ressourcenverteilung und ergreift bei nicht zielkonformer Entwicklung Gegenmaßnahmen. Aufgrund der schlanken Konzernstruktur ist eine effiziente Durchgriffsmöglichkeit des Konzern-Managements auf die wesentlichen Geschäftsentscheidungen der Tochtergesellschaften gewährleistet.

Zentrale Größen des va-Q-tec Konzerns, die der Unternehmenssteuerung durch das Management dienen, sind die Kennzahlen Umsatz, Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) sowie die Eigenkapitalquote. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Steuerungssystem der va-Q-tec AG nicht geändert. Die konzernspezifischen Steuerungsgrößen sind wie folgt näher spezifiziert:

Grundlegender Indikator der wirtschaftlichen Entwicklung und der Attraktivität der Produkte, Systeme und Dienstleistungen des Konzerns, ist das Umsatzwachstum. Diese Größe spiegelt wieder, inwieweit es dem Unternehmen gelingt, das Potenzial der einzigartigen, sehr differenzierten Technologieplattform und des zugrundeliegenden Marktwachstums auszuschöpfen. Auf Ebene der Berichtssegmente und der geographischen Verteilung betrachtet, dient der Umsatz auch als Indikator für den Erfolg der Geschäftsmodelle des Konzerns.

Als Ergebniskennzahl dient das EBITDA. Ergänzend wird nachgeordnet die EBITDA-Marge, gemessen an den Gesamterträgen, als Maßstab für die operative Leistung und Profitabilität des Konzerns herangezogen. Aufgrund der Sondersituation im vorangegangenen Geschäftsjahr 2016 wird für die Erläuterung bzw. zum Vergleich der Berichtsperiode 2017 zusätzlich das bereinigte EBITDA bzw. die bereinigte EBITDA-Marge der Vergleichsperiode 2016 herangezogen. Die Bereinigungen beziehen sich ausschließlich auf die einmaligen Sondereffekte aufgrund des Börsenganges im Geschäftsjahr 2016. Diese sind im Kapitel 2.2.4 zur Ertragslage näher erläutert. Als stark wachsendes Technologieunternehmen investiert die va-Q-tec AG große Teile der Finanzmittel in Maschinen, Anlagen und die Flotte von Containern und Boxen für Mietdienstleistungen. Zusätzlich wurde im Berichtszeitraum 2017 mit der Zusammenlegung der Würzburger Standorte zu einer Management-, Technologie- und Logistikzentrale begonnen. Hierfür konnte eine bestehende Gewerbeimmobilie in Würzburg erworben und dadurch gegenüber der ursprünglichen Planung (Neubau einer Zentrale auf einem durch die Gesellschaft erworbenen Grundstück) Kostenvorteile erzielt werden. Hohe Abschreibungen in der gegenwärtigen Phase des Aufbaus von Infrastruktur und Flotten verzerren das tatsächliche Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das EBITDA als Ergebniskennzahl vor Abschreibungen gibt daher ein präziseres Bild der Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Die Eigenkapitalquote informiert das Management und externe Stakeholder über die Bilanzstärke, die Widerstandsfähigkeit gegen Krisen, die Kreditwürdigkeit und das Gläubigerrisiko des va-Q-tec Konzerns. Mittelfristig betrachtet die Gesellschaft für die Eigenkapitalquote einen Zielwert von > 40 % als ausgewogenes Verhältnis zwischen Fremd- und Eigenkapital und somit zwischen dem Risiko der Eigenkapitalgeber und der Gläubiger. Ab dem laufenden Geschäftsjahr ist es geplant den Return on Capital Employed (ROCE) als eine weitere Kennzahl zu ermitteln, da sich künftig die Vorstandsvergütung zusätzlich an dieser Größe orientieren wird.

Im Bereich der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren dient die Mitarbeiteranzahl als Indikator und zentrale Steuerungsgröße für das Wachstum der Geschäftstätigkeit des Konzerns.

Die nachfolgende Übersicht zeigt das Wachstum in den relevanten Steuerungsgrößen.

Eine ausführliche Diskussion der Kennzahlen findet sich unter dem Abschnitt 2.2.4 "Ertrags-, Finanz-, und Vermögenslage".

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in TEUR falls nicht anders angegeben 2017 2016 Delta
Umsatz 46.926 35.529 +32 %
EBITDA (IFRS) 7.210 5.216 +38 %
EBITDA-Marge (IFRS) 13 % 12 %  
Bereinigung* - 1.737  
EBITDA (im Vorjahr bereinigt)* 7.210 6.953 +4 %
EBITDA-Marge (im Vorjahr bereinigt)* 13 % 16 %  
Eigenkapitalquote 55 % 64 %  
Mitarbeiteranzahl im Jahresdurchschnitt 358 267  

* Bereinigt um einmalige Aufwendungen für den Börsengang. Für weitere Erläuterungen siehe Kapitel 2.2.4 zur Ertragslage.

2.1.2 Forschung und Entwicklung

va-Q-tec ist einer der führenden Technologieinnovatoren bei der Entwicklung und Herstellung von energieeffizienten und platzsparenden VIPs, Hochleistungs-PCMs sowie Thermoverpackungssystemen. Um die Technologieführerschaft im Bereich der thermischen Isolation zu festigen und weiter auszubauen, ist der Bereich Forschung und Entwicklung von strategischer Bedeutung. Die va-Q-tec Konzernforschung ist unternehmensübergreifend tätig und entwickelt Technologien für zukunftsfähige Produkte und Lösungen der Konzerngesellschaften.

va-Q-tec betreibt ein Portfolio von internen und externen FuE-Projekten, die zum einen der Grundlagenforschung an VIPs dienen und zum anderen die fünf von va-Q-tec definierten Zielbranchen betreffen, welche fortschrittliche thermische Wärmedämmung und Energiespeicherung benötigen.

Ausgehend von ihrer Gründung aus dem universitätsnahen Zentrum für angewandte Energieforschung Bayern (ZAE Bayern) unterhält va-Q-tec Kooperationen mit internationalen Verbänden, Forschungsinstituten, Universitäten und Hochschulen. Intern wurde eine eigene FuE-Organisation mit umfassenden Kapazitäten zur Grundlagen- und insbesondere zur anwendungsorientierten Forschung etabliert.

Aus den erfolgreichen FuE-Aktivitäten der vergangenen Jahre resultiert ein Patentportfolio, das sich in der führenden Technologieplattform widerspiegelt.

Durch das patentierte, weltweit einzigartige Qualitäts-Kontrollsystem va-Q-check® kann die Isolation vor Nutzung der VIPs oder der Freigabe von Boxen und Containern durch Messung des Gasinnendrucks kontrolliert werden. va-Q-tec VIPs sind dadurch die einzige Wärmedämmung, deren Leistung und Wirkung am Ort der Anwendung gemessen und kontrolliert werden können. Dies schafft Vertrauen in die VIP-Technologie und ermöglicht va-Q-tec, die hohen Qualitätsanforderungen des anspruchsvollen Kundenkreises zu erfüllen und beispielsweise die geforderten Thermoschutzanforderungen für Kühlkettentransporte sicher und nachweislich einzuhalten. Das patentierte Vakuumisolationspaneel va-Q-pro ist ein weitgehend frei formbares, pulvergefülltes Vakuumisolationspaneel und kann produktionsseitig mit Ausschnitten und Löchern versehen und in dreidimensionaler Geometrie gefertigt werden. Durch diese Eigenschaften und flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten kann va-Q-pro in verschiedensten Anwendungsbereichen eingesetzt werden, zum Beispiel für Batterien von E-Fahrzeugen oder in der Dämmung von Flugzeugbereichen, z.B. der Bordküche.

Grundlagenforschung betrieb die va-Q-tec 2017 beispielsweise weiterhin bei der Anwendung von VIPs in gänzlich neuen Temperaturbereichen. Während konventionelle VIPs typischerweise im Temperaturbereich von -80 bis +80°C zum Einsatz kommen, arbeitet va-Q-tec daran, den Einsatzbereich von VIPs über die optimale Kombination verschiedener Hüllmaterialien und Kernstoffe zu erweitern. Von strategischer Bedeutung im Bereich der Grundlagenforschung für VIP-Kernmaterialien ist die maßgebliche Beteiligung an dem Kölner Start-up SUMTEQ. Gemeinsames Ziel von va-Q-tec und SUMTEQ ist die Pilotierung und Markteinführung der submicroporösen Schäume von SUMTEQ als weiteren Hochleistungsdämmstoff. Die strategische Partnerschaft bietet beiden Unternehmen die Möglichkeit, ihre jeweilige Fachkompetenz in Forschung und Entwicklung einzubringen und somit zusätzlichen Wert für ihre Kunden zu schaffen.

Im Berichtsjahr arbeitete va-Q-tec vor allem daran, das bestehende Produktportfolio zu erweitern und zu verbessern: Mit va-Q-shell entwickelte va-Q-tec ein Produkt in Kooperation mit Kunden aus dem Bereich Warmwasserspeicher zur Marktreife weiter: va-Q-shell besteht im Wesentlichen aus zwei PU-Halbschalen mit integrierten VIPs. Durch den Einsatz von va-Q-shell lassen sich gegenüber herkömmlichen Lösungen mit konventionellen Isolierungen 50-60 % Energie einsparen. Mit VIPs erreichen Warmwasserboiler das A+ Label nach der seit September 2015 verpflichtenden EU-Norm.

Im Bereich der Systeme ergänzt das Entwicklungsprojekt va-Q-pal das Portfolio an passiven thermischen Verpackungssystemen, die ohne Zufuhr von externer Energie konstante Temperaturen über mehrere Tage halten können. Die thermische Verpackung in der Größe einer Palette ist für den temperaturgeführten Transport von wertvollen biologischen Pharmazeutika ausgelegt. Sie besteht aus einer Umverpackung aus Karton, VIPs und PCM-Akkus, die Temperaturschwankungen gegenüber der Außentemperatur puffern. va-Q-pal wird dabei als besonders kosteneffiziente Lösung zur einmaligen Verwendung marktfähig entwickelt und rundet das Angebot von va-Q-tec in diesem Bereich ab.

Die "va-Q-box", eines der ersten Systeme der Gesellschaft, wurde im vergangenen Geschäftsjahr einem umfangreichen Redesign unterzogen. Ziele waren dabei unter anderem Verbesserungen im Design und in der Handhabbarkeit sowie die Anpassung auf marktübliche Größen, um die va-Q-box einem erweiterten Kundenkreis im Bereich der Gastronomie anzubieten. Die va-Q-box wird unter anderem im firmeneigenen Webshop direkt an Endkunden (B2C) vertrieben und dient so auch als Basis eines erweiterten Portfolios in diesem Sektor.

va-Q-tec diversifiziert seine geschäftlichen Aktivitäten mit dem Ausbau der Dienstleistungen (Serviced Rental von Containern und Boxen) entlang der vertikalen Wertschöpfungskette. Zu diesem Zweck definiert der Konzern für seine Kunden Logistikprozesse für die Nutzung der Boxen und Container. Gleichzeitig werden die Kunden bei der optimalen Implementierung der Verpackungslösungen in bestehenden Systemen beraten. Zur Steuerung dieser logistischen Prozessabläufe entwickelt va-Q-tec vermehrt auch fortschrittliche Softwarelösungen. Hierfür wurden im Berichtszeitraum die Ressourcen im Bereich der IT stark erhöht, um beispielsweise die Logistikabläufe im "Serviced Rental" IT-gestützt zu steuern.

Die Technologieplattform ist durch ca. 170 Schutzrechte und Schutzrechtsanmeldungen gesichert. Sie betreffen vorwiegend effiziente Fertigungsmethoden für pulvergefüllte VIPs sowie das Qualitäts-Kontrollsystem va-Q-check®, einer Sensortechnologie zur Vakuummessung in VIPs. Im Berichtszeitraum wurden 11 Schutzrechte insgesamt erteilt, davon zwei Deutsche und zwei Europäische Patente.

Im Berichtsjahr investierte das Unternehmen erneut in den Bereich Forschung und Entwicklung. Der Aufwand für diesen Bereich belief sich auf 1.938 TEUR und lag somit deutlich über dem Wert des Vorjahres (1.246 TEUR). Insgesamt wurden im Berichtszeitraum Forschungs- und Entwicklungskosten von 104 TEUR (Vj.: 52 TEUR) aktiviert. Die Abschreibungen auf in den Vorjahren aktivierte Entwicklungskosten betrugen 119 TEUR.

2.2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.2.1 Makroökonomisches Umfeld und konzernspezifische Rahmenbedingungen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für das Jahr 2017 ein Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von 3,7 %. Für das Jahr 2018 rechnet der IWF mit einer stärkeren globalen Wachstumsdynamik, die sich in einer Wachstumsrate von 3,9 % niederschlägt. Die Entwicklungs- und Schwellenländer werden laut der Prognose überproportional zum globalen Wachstum beitragen. Makroökonomische Unsicherheiten sieht der IWF wie im Vorjahr in den wirtschaftlichen Folgen der Entscheidung des Vereinigten Königreiches, die Europäische Union zu verlassen ("BREXIT"). va-Q-tec erwartet von der BREXIT-Entscheidung wie im Vorjahr keine wesentlichen negativen Auswirkungen insbesondere auf die Geschäfte im britischen Berichtssegment, da zwar die operative Steuerung aus dem Vereinigten Königreich erfolgt, die eigentliche Wertschöpfung aber über die global verteilte Container-Flotte erzielt wird.

In den Vereinigten Staaten (USA) wurden durch die Federal Reserve weitere Schritte hin zu einer veränderten Zinspolitik ("Zinswende") getätigt. Bei zugleich äußerst niedrigen Zinsen in den übrigen großen Währungsräumen - Yen und Euro - weitet sich das Zinsdelta gegenüber dem US-Dollar aus, was zu einer Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro führen könnte. Damit verteuern sich Exporte für Unternehmen aus den USA. Importe, auch die der Produkte und Dienstleistungen des va-Q-tec Konzerns, verbilligen sich relativ. Die aktuelle US-Regierung lässt in ihrem Regierungshandeln eine Präferenz für Protektionismus ("America first") und eine kritische Betrachtung des Gesundheitswesens (Aufhebung von "Obamacare") erkennen, was die Geschäfte des Konzerns und seiner Kunden in den USA beeinträchtigen könnte. Gleichzeitig plant die Regierung in den USA durch eine Steuerreform und Investitionen in Verteidigung sowie Infrastruktur eine äußerst expansive Fiskalpolitik, die wiederum zu einer Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro und einer Verteuerung der Importe in die USA führen könnten. Als global aufgestellter Konzern sieht sich va-Q-tec daher makroökonomisch sowohl Chancen als auch Risiken ausgesetzt.

Wesentliche Umsatztreiber für den va-Q-tec Konzern sind die beiden Endmärkte Healthcare & Logistik sowie Kühlgeräte & Lebensmittel, die zusammen einen Umsatzanteil von 88 % am Konzernumsatz ausmachen.

va-Q-tec operiert mit dem deutschen und dem UK-Segment im Markt für thermische Verpackungssysteme - besonders für die globale Healthcare-Industrie als wichtigstem Absatzmarkt der va-Q-tec. Die Marktforschungsagentur IMARC zeigt sich hinsichtlich des Wachstums dieses Marktes für die kommenden Jahre optimistisch: Im Zeitraum von 2015 - 2021 erwartet IMARC eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 9,2 %, wobei va-Q-tec davon ausgeht, dass die relevanten Subsegmente des Marktes (Verpackungssysteme mit high performance) stärker wachsen werden. Anspruchsvolle regulatorische Anforderungen an die Kühlkettenlogistik (unter dem Stichwort "Good Distribution Practices") erfordern für die Kunden in der Pharmaindustrie immer leistungsfähigere Verpackungssysteme. Zusätzlich geht IMARC davon aus, dass im Jahr 2020 von den umsatzstärksten 50 Medikamenten weltweit 27 Medikamente Kühlkettenlogistik im Bereich von 2-8°C benötigen werden. va-Q-tec ist davon überzeugt, sowohl mit den qualitativ hochwertigen Systemlösungen im Verkauf als auch mit den neuartigen Mietlösungen ("Serviced Rental" von thermischen Verpackungssystemen) überproportional zum Markt wachsen zu können. Insbesondere mit zukunftsweisenden Mietlösungen beabsichtigt va-Q-tec in Märkte einzutreten, die bislang mit konventionellen thermischen Verpackungssystemen bedient wurden.

Zweitwichtigste Abnehmer nach der Healthcare-Industrie sind die Hersteller von Kühl- und Gefriergeräten. Nach einer Einschätzung von LUX Research aus dem Jahr 2015 wächst der Markt für Vakuumisolationspaneele in Kühl- und Gefriergeräten im Zeitraum von 2014 - 2019 um jährlich fast 21 %. Aufgrund der besonders langlebigen und qualitativ hochwertigen Produkte erwartet va-Q-tec tendenziell noch höhere Wachstumsraten in diesem Endmarkt.

Insgesamt wendet sich va-Q-tec mit seinem Produktgeschäft mit VIPs wachsenden Märkten zu. In Deutschland werden der "Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen" zufolge circa 60 % der Primärenergie für thermische Zwecke, also Kühlen oder Erwärmen, verwendet. Mit weltweit steigenden Verbraucherpreisen für Primärenergie, erhöhtem Kundenbewusstsein für Energieeinsparungen und strengeren gesetzlichen Regulierungen nimmt der ökonomische und politische Anreiz zu, in Energieeffizienz und damit in die Produkte von va-Q-tec zu investieren.

2.2.2 Geschäftsverlauf

Im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns des Konzerns standen im Geschäftsjahr 2017 die Bewältigung des starken Umsatzwachstums sowie die Schaffung wesentlicher personeller, organisatorischer und baulicher Voraussetzungen für die weitere Geschäftsausweitung. Zugleich wurden auch die Internationalisierung des Geschäfts sowie die Erweiterung der Kapazitäten im Produktionsbereich und bei den Mietcontainern vorangetrieben.

Geschäftsbereich Produkte (Verkauf von VIPs)

Im Geschäftsbereich Produkte konnten neue Kunden in den Appliances & food Technics & Industry akquiriert werden. Gleichzeitig wurde das Bestandskundengeschäft weiter ausgebaut. Dieser Erfolg begründet sich einerseits durch die hohe Qualität, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der VIPs. Andererseits zeichnet va-Q-tec eine hohe Liefertreue aus, was insbesondere in den Zielmärkten der Gesellschaft von fundamentaler Bedeutung ist. Zusätzlich wirkten sich regulatorische Veränderungen günstig auf das Geschäft aus. So sind seit September 2017 Warmwasserspeicher in Heizungsanlagen (Volumen bis 2.000 l) Gegenstand des europaweiten Energieeffizienz-Labelings, wie es bei Kühlschränken bereits seit mehreren Jahren Standard ist. Die aktuell höchste Energieeffizienzklasse A+ ist dabei technisch sinnvoll nur mit VIPs erreichbar. Warmwasserspeicher mit einer Energieeffizienzklasse unter der Kategorie "C" dürfen nicht mehr produziert werden. In Folge dieses zusätzlichen Impulses lag das Wachstum im Produktgeschäft mit VIPs 2017 über den Erwartungen des Vorstands. Besonders aufgrund der sehr hohen Nachfrage in diesem Geschäftsbereich sind die Produktionskapazitäten des Konzerns weitgehend ausgelastet, weshalb im Berichtszeitraum auch mit einer Kapazitätsausweitung begonnen wurde.

Geschäftsbereich Systeme (Verkauf von thermischen Verpackungssystemen)

Mit der im Q4 2016 neu eingeführten Thermo-Box "va-Q-one", einer kosteneffizienten Einweg-Lösung für einen sicheren temperatursensitiven Gütertransport, konnten 2017 erste Kunden gewonnen werden. Dieses Produkt eignet sich insbesondere für Transporte, bei denen eine Rückführung aus wirtschaftlichen Gründen nicht erfolgt. Zugleich entwickelte sich das Projektgeschäft mit bestehenden großen Kunden insgesamt stabil und mit gutem Wachstum. Im Berichtszeitraum wurden allerdings, im Gegensatz zum Vorjahr, keine neuen Großkunden mit eigenen Flotten ausgestattet oder bestehende Großkunden weiterentwickelt. Dennoch konnte durch Regelaufträge der Vorjahresumsatz übertroffen werden.

Geschäftsbereich Dienstleistungen (Vermietung und Vorkühlung von thermischen Verpackungssystemen)

Insgesamt zeigt der Geschäftsbereich Dienstleistungen ein solides und erfreuliches Wachstum: Im deutschen Berichtssegment stieg die Geschäftstätigkeit aus der europaweiten Vermietung von Thermo-Boxen aus dem Hub in Dublin im Berichtszeitraum deutlich an. Speziell für die optimierte Steuerung von Boxenflotten hat va-Q-tec eine Software entwickelt und am Pilot Hub in Würzburg erfolgreich erprobt und optimiert. Diese wird nun auf andere Hubs ausgerollt. Im Bereich der Inlands-Flotten stieg der Service-Umsatz aus der Partnerschaft mit der Schweizerischen Post ebenfalls kontinuierlich.

Im britischen Berichtssegment konnten mit zwei der größten europäischen Pharma-Herstellern sowie zwei großen Biotech-Unternehmen, einem aus der APAC-Region und einem aus den USA, weitere global agierende Kunden gewonnen werden. Auch das Geschäft mit bereits bestehenden Kunden entwickelte sich weiter positiv und mit insgesamt stetig wachsenden Volumina. Zahlreiche dieser Routen haben ihr volles Umsatzvolumen noch nicht erreicht und bergen daher noch weiteres Wachstumspotential. So befinden sich weitere Kunden mit ihren Routen in frühen Phasen des anspruchsvollen Qualifizierungsprozesses. Weitere im laufenden Jahr eröffnete Netzwerkstationen in Japan, Indien, Australien und Italien stärken die Präsenz der va-Q-tec in der APAC-Region sowie Südeuropa und die Verfügbarkeit der Services in den dortigen Märkten. Die Flotte temperaturkontrollierter Luftfrachtcontainer erreichte zum Jahresende eine Größe von knapp 1.500 und wuchs damit um ca. 50 %. Mit knapp 1.500 passiv temperierten Containern besitzt va-Q-tec damit bereits heute die größte Flotte an Flug-Thermocontainern dieser Art und die zweitgrößte überhaupt im Markt. Darüber hinaus hat va-Q-tec im Berichtszeitraum das Partnernetzwerk aus Airlines, Spediteuren und weiteren Logistikpartnern ergänzt. So wurden im Geschäftsjahr 2017 mit zusätzlichen Fluggesellschaften wie Lufthansa, Emirates SkyCargo, TAP Cargo und Egyptair Cargo umfangreiche Partnerschaften geschlossen. Insbesondere in Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten erhöhen diese Partnerschaften die Verfügbarkeit von va-Q-tec Mietcontainern für Pharma-Kunden weiter. Die unternommenen Maßnahmen im Berichtszeitraum 2017 bilden die Grundlage für weiteres globales Wachstum der va-Q-tec im Bereich Container Rental. Die beschriebenen Fortschritte über die Berichtssegmente hinweg haben zu einer positiven Entwicklung hinsichtlich zwei der drei übergeordneten strategischen Konzernziele Wachstum und Technologieführerschaft beigetragen.

Der Umsatz konnte über alle Geschäftsbereiche um 32 % deutlich und das EBITDA auf bereinigter Basis um 4 % (bereinigt) gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Nationale und internationale Geschäftsentwicklung

Im Berichtszeitraum wurde mit der Zusammenlegung der fünf Würzburger Standorte zu einer Management-, Technologie und Logistikzentrale begonnen. Dieser Schritt dient der Steigerung der operativen Effizienz, dem Kapazitätsausbau für Produktion und Logistik sowie der Bündelung der technologischen Kompetenzen. Hierfür konnte eine bestehende Gewerbeimmobilie in Würzburg im Vergleich zur ursprünglichen Planung (Neubau) kostengünstig erworben und sehr viel schneller bezogen und genutzt werden als ein Neubau. Mit den Entwicklungs- und Erschließungsarbeiten wurde unverzüglich begonnen, diese werden voraussichtlich im Q2 2018 planmäßig beendet sein. Zugleich wurde weiter in Produktionskapazitäten und Personal investiert, um die Fortsetzung des dynamischen Wachstumskurses der va-Q-tec sicherstellen zu können. Hierfür wurden auch die internen Ressourcen deutlich gestärkt, so z.B. die Bereiche IT, Marketing und Vertrieb.

Im Februar 2017 wurde mit der va-Q-tec Switzerland AG eine Tochtergesellschaft in der Schweiz gegründet. Der Konzern stärkt mit der Tochtergesellschaft die lokale Präsenz und Marktstellung in der Schweiz, einem der größten Herstellerländer für Pharmazeutika weltweit. Die va-Q-tec Switzerland AG wird dem Segment "Sonstige" zugeordnet. Für va-Q-tec bedeutet dieser wichtige Meilenstein gleichzeitig den Beginn der strategischen Partnerschaft mit der Schweizerischen Post in ihrem Heimatmarkt. Die Schweizer Tochtergesellschaft erbringt Dienstleistungen (Temperieren und Reinigen von Miet-Boxen, "fulfillment services") für die Schweizerische Post im Bereich Kühlkettenlogistik. Für ihre Boxen-Flotte zur Belieferung von Apotheken greift die Schweizerische Post auf die qualifizierte Technologie- und Prozesserfahrung der va-Q-tec zurück. Die im April gegründete Tochtergesellschaft in Japan verfolgt das Ziel, die Wahrnehmung der va-Q-tec als lokal verwurzelten und verlässlichen Anbieter in der drittgrößten Volkswirtschaft weltweit zu erhöhen. Bei der seit 2013 bestehenden US-Tochtergesellschaft wurde 2017 erheblich in Personal und die Geschäftsentwicklung investiert. Mit dem Ziel, eine lokale Produktion von thermischen Verpackungssystemen, eine Reparaturstation für Mietcontainer sowie ein lokales Zentrum für die Vermietung kleiner Boxen zu etablieren, wurden an der US-Ostküste Lager- und Büroflächen angemietet und ein lokales Management Team aufgebaut.

Im Juni 2017 fand die erste öffentliche Hauptversammlung der Gesellschaft seit der Notierungsaufnahme an der Frankfurter Wertpapierbörse statt. Im Rahmen der Hauptversammlung wurden auch personelle Änderungen im Vorstand bekannt gegeben. Dr. Roland Caps schied zum 30. Juni 2017 planmäßig aus dem Vorstand aus. Christopher Hoffmann wechselte vom Finanz- in das neu geschaffene Ressort für Geschäftsentwicklung und Internationalisierung. Stefan Döhmen übernahm von Herrn Hoffmann den Posten des Finanzvorstands.

Im Nachgang zum Börsenlisting wurden verstärkt externe Beratungsleistungen in Anspruch genommen. Gleichermaßen führten für das weitere Wachstum unerlässliche IT-Beratungsleistungen zu höheren, vom operativen Geschäft teilweise unabhängigen, Mehraufwendungen.

Im Zusammenhang mit der größeren öffentlichen Wahrnehmung durch das Börsenlisting wurde der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 einer Prüfung durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung unterzogen. Es wurde im Konzernabschluss 2016 keine fehlerhafte Rechnungslegung festgestellt. Neben den Rechts- und Beratungsleistungen führte insbesondere die Aufwertung des Euros im zweiten Quartal 2017 zu signifikant über den Erwartungen liegenden Fremdwährungsaufwendungen und damit einem höheren sonstigen betrieblichen Aufwand.

Der Konzern hat seine Mitarbeiteranzahl deutlich um 91 Personen aufgestockt. Es wurden erfahrene Spezialisten und junge Berufseinsteiger weltweit eingestellt, um das Wachstum personell zu unterstützen. Dabei wurden auch wieder junge Talente aus den Reihen der ehemaligen Werkstudenten der Universität Würzburg verpflichtet.

Für die Liquidität und die Finanzierungssituation besonders bedeutsam war der Mittelzufluss aus dem Börsengang im Vorjahr, der das Eigenkapital stärkte und Wachstumskapital anzog. Im Geschäftsjahr 2017 sank die Eigenkapitalquote gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 64% um 9 Prozentpunkte auf 55%. Die Refinanzierungsbedingungen haben sich aufgrund der hohen Eigenkapitalquote deutlich verbessert.

Insgesamt hat sich die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2017 positiv entwickelt. Das starke, rein organische Wachstum konnte fortgesetzt werden. Wesentliche Merkmale der Geschäftsentwicklung waren ein sehr starkes Produktgeschäft und ein lebhaftes Dienstleistungsgeschäft.

2.2.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter der va-Q-tec

Als Technologieunternehmen mit breiter Abdeckung der Wertschöpfungskette misst va-Q-tec den Mitarbeitern und ihrer Qualifikation besonders große Bedeutung bei. Das Wissen, die Fähigkeiten, die Weiterentwicklung und das Engagement der Mitarbeiter sind essentiell für den weiteren Erfolg der va-Q-tec. Die Mitarbeiter wurden im Berichtsjahr wieder durch inner- und außerbetriebliche Bildungsmaßnahmen geschult. Schwerpunktthema war neben den entsprechenden funktionalen Schulungen der Mitarbeiter das übergreifende Thema Projektmanagement. Die va-Q-tec beschäftigt eine hohe Anzahl an Studenten, besonders in der Forschung und Entwicklung. Im Berichtsjahr waren im Durchschnitt 17 Werkstudenten bei der va-Q-tec beschäftigt (Vorjahr: 18). Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter (außer Vorstand und Auszubildende) stieg im Geschäftsjahr 2017 von 267 um 91 auf 358.

2.2.4 Erläuterung des Geschäftsergebnisses und Analyse der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

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in TEUR falls nicht anders angegeben 2017 2016 (IFRS) Bereinigung 2016 bereinigt* Δ 17/16 bereinigt
Umsatzerlöse 46.926 35.529 - 35.529 32 %
Gesamterträge 57.447 42.878 - 42.878 34 %
Materialaufwand -24.676 -17.325 - -17.325 42 %
Rohergebnis 32.771 25.553 - 25.553 28 %
Personalaufwand -15.616 -11.815 169 -11.646 34 %
Sonstiger betrieblicher Aufwand -9.945 -8.522 1.568 -6.954 43 %
EBITDA 7.210 5.216 1.737 6.953 4 %
EBITDA-Marge 13 % 12 %   16 %  
Abschreibungen -7.528 -5.639 - -5.639 33 %
EBIT -318 -423 1.737 1.314  
Ergebnis aus at equity-Beteiligungen -79 -59 - -59  
Finanzergebnis -513 -1.619 400 -1.219  
EBT -910 -2.101 2.137 36  

* Bereinigt um einmalige Aufwendungen für den Börsengang

Die Umsätze haben sich infolge der guten Auftragssituation insgesamt positiv entwickelt. So wurden im Geschäftsjahr 2017 hohe Auftragseingänge, die deutlich über dem Vorjahresniveau lagen, verzeichnet. Zum 31.12.2017 war die Auftragslage gegenüber dem Vorjahr abermals erhöht und unterstützt den positiven Ausblick des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund konnte va-Q-tec im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Umsatzerlöse um 32 % gegenüber der Vorperiode auf 46.926 TEUR steigern. Das Umsatzwachstum wurde dabei besonders und überplanmäßig aus dem Geschäftsbereich Produkte (Verkauf von VIPs) und stark aus dem Geschäftsbereich Dienstleistungen gespeist. Das Geschäft mit Produkten wuchs von 11.287 TEUR um 6.744 TEUR (+60 %) auf 18.031 TEUR. Im Bereich Systeme stieg der Umsatz von 10.426 TEUR um 394 TEUR (+4 %) auf 10.820 TEUR. Mit Dienstleistungen erzielte der Konzern einen Umsatz von 17.366 TEUR gegenüber 13.189 TEUR im Vorjahr (+ 4.177 TEUR, +32 %,).

Trotz des sehr starken Umsatzwachstums in 2017 führten verschiedene operative Sondereffekte im vierten Quartal 2017 zu Umsatzverschiebungen und -ausfällen im unteren einstelligen Millionenbereich. So gestaltet sich der On-boarding-Prozess bei zwei Großkunden im Service-Geschäft zeitintensiver als erwartet. Daher konnten mit diesen beiden Kunden im vierten Quartal 2017 noch keine wesentlichen Umsätze erzielt werden. Dadurch verzögerte sich auch der geplante Umsatz-Hochlauf mit beiden Kunden in das Geschäftsjahr 2018. Zu wesentlichen Umsatzverschiebungen in das Geschäftsjahr 2018 kam es zudem aufgrund der Entscheidung eines Großkunden, eine Boxenflotte entgegen der ursprünglichen Planung nicht im vierten Quartal 2017, sondern voraussichtlich 2018 zu erwerben. Aufgrund der außergewöhnlich schweren Hurrikan-Schäden in Puerto Rico, in deren Folge zahlreiche Service-Aufträge von der ansässigen Netzwerkstation nicht ausgeführt werden konnten, kam es zusätzlich zu Umsatzausfällen in Q4 2017. Aus Puerto Rico wird ein großer Pharmakunde mit Container-Services bedient. Den Regelbetrieb konnte die Netzwerkstation im Laufe des vierten Quartals 2017 wieder aufnehmen.

Infolge dieser Entwicklungen im vierten Quartal 2017 konnte va-Q-tec das konkretisierte Umsatz-Wachstumsziel in Höhe von 35-40 % für das Geschäftsjahr 2017 nicht voll erreichen. Im Zuge der Veröffentlichung des 9-Monats-Berichts 2017 prognostizierte va-Q-tec für 2017 daher ein Umsatzwachstum zwischen 28 % und 32 % gegenüber dem Vorjahr. Mit dem Umsatzzuwachs von 32 % wurde das obere Ende dieser angepassten Erwartungen für 2017 erreicht. Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) prognostizierte das Unternehmen zuletzt eine Steigerung gegenüber dem bereinigten EBITDA des Vorjahres (ursprünglich: anhaltend starkes Wachstum). Mit einer Steigerung um 4 % konnte das angepasste Ziel erreicht werden.

Das deutsche Segment (va-Q-tec AG) trug 32.613 TEUR (Vj.: 27.991 TEUR) und das UK-Segment (va-Q-tec UK) 13.987 TEUR (Vj.: 11.613 TEUR) zu den konsolidierten Umsatzerlösen bei.

Die Gesamterträge wuchsen aufgrund des Umsatzwachstums im abgelaufenen Geschäftsjahr um 34 % auf 57.447 TEUR. Aktivierte Eigenleistungen i.H.v. 6.702 TEUR (Vj. 4.507 TEUR) ergaben sich in 2017 vor allem aus der fortgeführten Expansion der selbsthergestellten Container- und Boxenflotten. Sonstige betriebliche Erträge i.H.v. 1.813 TEUR (Vj. 1.418 TEUR) resultierten aus der Auflösung des Sonderpostens aus Container-Sale-and-Lease-back Transaktionen.

Dieser passivische Sonderposten entsteht beim Verkauf der selbst hergestellten Container durch die Muttergesellschaft va-Q-tec AG oder die va-Q-tec UK Ltd. an Leasinggesellschaften und anschließendem Finance-lease-back durch die britische Tochtergesellschaft. Er bildet den Unterschiedsbetrag zwischen dem Marktpreis des Containers und den Herstellungskosten ab und wird über eine fünfjährige Abschreibungsperiode aufgelöst und den sonstigen betrieblichen Erträgen zugeführt (für weitere Erläuterungen verweisen wir auf Kapitel 3.2.1 "Sale-and-finance-lease-back Transaktionen" im Konzernanhang).

Der Materialaufwand stieg im Vergleich zu den Gesamterträgen überproportional von 17.325 TEUR auf 24.676 TEUR, was einer verschlechterten Materialaufwands-Quote von 43 % entspricht (Vj.: 40 %). Bestandteil des Materialaufwandes ist auch der Aufwand für bezogene Leistungen, welcher sich um 4.056 TEUR auf 8.018 TEUR (Vj.: 3.962 TEUR) erhöhte. Grund hierfür war die deutlich verstärkte Inanspruchnahme von Lager-, Logistik- und Fulfilment-Dienstleistungen bei Partner-Unternehmen im Rahmen des "Serviced Rental". Trotz einer erhöhten Effizienz im Einkauf und eines optimierten Flottenmanagements, wird die Kostenquote durch den veränderten Produktmix belastet. Aufgrund des sehr starken Wachstums des Geschäftsbereichs Produkte überwog der Effekt aus der materialkostenintensiveren Herstellung von Vakuumisolationspaneelen.

Zur besseren Vergleichbarkeit der operativen Leistungsfähigkeit der va-Q-tec im Zeitverlauf werden im nachfolgenden Abschnitt für Aufwendungen aus dem Geschäftsjahr 2016 Bereinigungen um Aufwendungen im Zuge des Börsenganges vorgenommen. Diese Aufwendungen fielen nur in der va-Q-tec AG (Deutsches Berichtssegment) an (siehe Tabelle oben für nähere Erläuterungen zur Bereinigung).

Der Personalaufwand wuchs von 11.646 TEUR im Vorjahr (bereinigt) auf 15.616 TEUR im Geschäftsjahr 2017 (+34 %) und blieb damit relativ zu den Gesamterträgen konstant bei 27 %. Der absolute Anstieg ist darüber hinaus auf die Einstellung neuer Mitarbeiter zur Realisierung des geplanten Wachstums und die Rekrutierung von hochqualifiziertem Fachpersonal zur weiteren Optimierung der Geschäftsprozesse zurückzuführen. Der gegenwärtige Produktmix machte insbesondere die Einstellung von Mitarbeitern für die Produktion notwendig.

Der sonstige betriebliche Aufwand (SBA) erhöhte sich von 6.954 TEUR (bereinigt) im Vorjahr auf 9.945 TEUR im Berichtszeitraum (+43 %). Grund für den Anstieg waren neben der wachstumsbedingten Erhöhung unter anderem Effekte aus Fremdwährungsgeschäften, gestiegene Aufwendungen im Zuge der Geschäftsausweitung (IT-Beratung) und mit der Börsennotierung erforderlich gewordene zum Teil einmalige Beratungsleistungen. Des Weiteren führten außerplanmäßige und einmalige Aufwendungen für aus dem Mietboxen-Netzwerk abgegangene Mietboxen in Höhe von 539 TEUR, welchen gleichzeitig ein höherer Erlös gegenübersteht, zu erhöhten SBA. Gemessen an den Gesamterträgen resultiert hieraus für 2017 eine leicht erhöhte Quote der SBA von 17 % (Vj.: 16 %).

Im Zuge des Umsatzwachstums 2017 stieg das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) von 6.953 TEUR (bereinigt) im Vorjahr auf 7.210 TEUR, was einer EBITDA-Marge von 13 % entspricht (Vj.: 16 %). Somit konnte die zum Q3 2017 angepasste Konzernprognose einer Steigerung gegenüber dem bereinigten EBITDA des Vorjahres (ursprünglich: anhaltend starkes Wachstum) erfüllt werden.

Die Abschreibungen erhöhten sich deutlich um 33 % auf 7.528 TEUR (Vj.: 5.639 TEUR), bedingt durch die hohen Investitionen in Container und Boxen mit jeweils kurzen Abschreibungsdauern.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 1.314 TEUR (bereinigt) auf - 318 TEUR. Zurückzuführen ist dies ebenso auf die im Zuge des Geschäftswachstums entstandenen gestiegenen Abschreibungen und die höheren Materialaufwendungen sowie die erhöhten sonstigen betrieblichen Aufwendungen.

Das Finanzergebnis verbesserte sich von - 1.219 TEUR im Vorjahr auf - 513 TEUR, aufgrund deutlich verbesserter Konditionen in der Fremdfinanzierung sowie eines einmaligen Effekts im Zusammenhang mit dem Grundstücks- und Gebäudeerwerb des neuen Firmensitzes in Würzburg. Im Zuge des Erwerbs waren als ein Kaufpreisbestandteil die Verpflichtungen aus bestehenden Hypothekendarlehen mit zu übernehmen. Diese Darlehen konnten im Anschluss seitens der va-Q-tec AG aufgrund erfolgreicher Verhandlungen gegenüber den ursprünglich bestehenden Konditionen kostengünstig refinanziert werden, woraus sich insgesamt ein Ertrag i.H.v. 359 TEUR ergab.

Für den Berichtszeitraum 2017 resultiert ein Vorsteuerverlust (EBT) von - 910 TEUR gegenüber einem Gewinn in Höhe von 36 TEUR (bereinigt) im Vorjahreszeitraum.

Die Berichtssegmente haben sich im Geschäftsjahr 2017 wie folgt entwickelt:

Deutsches Berichtssegment (va-Q-tec AG)

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in TEUR falls nicht anders angegeben 2017 (IFRS) 2016 (IFRS) Bereinigung 2016 bereinigt* Δ 17/16 bereinigt
Umsatzerlöse 43.174 29.223 - 29.223 48 %
EBITDA 5.740 2.506 1.737 4.243 35 %
Eigenkapitalquote 71 % 81 % - n/a  
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 317 238 - n/a  

* Bereinigt um einmalige Aufwendungen für den Börsengang

Das deutsche Berichtssegment (va-Q-tec AG) konnte seinen Umsatz von 29.223 TEUR im Vorjahr um 13.951 TEUR (+48 %) auf 43.174 TEUR im Geschäftsjahr 2017 steigern. Das Umsatzwachstum war vor allem auf zusätzliche Umsätze durch den Verkauf von VIPs an Hersteller von Kühlschränken, Warmwasserspeichern, Boilern und weiteren Geräten, aber auch auf den Verkauf und die Vermietung von thermischen Verpackungen, zurückzuführen. Auch der Verkauf von Containern an Leasinggesellschaften und die britische Tochtergesellschaft erhöhte den Umsatz. In den Umsatzerlösen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr auch Zahlungen durch Kunden für im Vermietnetzwerk nicht zurückgelieferte Thermo-Boxen im Umfang von 921 TEUR (Vj.: 528 TEUR) enthalten. Der Aufbau von Boxen-Flotten schlug sich in deutlich erhöhten Aktivierten Eigenleistungen nieder. Das EBITDA wuchs um 35 % auf 5.740 TEUR (Vj.: 2.506 TEUR). Die Eigenkapitalquote betrug 71 % zum 31.12.2017 (Vj.: 81 %). Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg um 79 auf 317 (Vj.: 238).

Britisches Berichtssegment (va-Q-tec UK Ltd.)

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in TEUR falls nicht anders angegeben 2017 (IFRS) 2016 (IFRS) Δ
Umsatzerlöse 15.401 12.559 23 %
EBITDA 4.656 3.361 39 %
Eigenkapitalquote 15 % 19 %  
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 32 25  

Die Umsatzerlöse in diesem Segment stiegen in 2017 um 23 % von 12.559 TEUR im Vorjahr auf 15.401 TEUR. Die reinen Umsätze aus der Container-Vermietung stiegen stärker um 28 %, von 10.801 TEUR auf 13.847 TEUR. Durch strenges Kostenmanagement und die verbesserte Profitabilität des Container-Vermietgeschäfts konnte das EBITDA in diesem Segment ebenso gesteigert werden (+ 39 %, von 3.361 TEUR im Vorjahr auf 4.656 TEUR). Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl erhöhte sich von 25 auf 32 Mitarbeiter. Die Eigenkapitalquote 2017 betrug 15 % nach 19 % im Vorjahr. Darüber hinaus wurden 2017 durch die Muttergesellschaft Darlehen in Höhe von 5.521 TEUR ausgereicht. Aufgrund der gegenwärtigen Geschäftssituation, gekennzeichnet durch den stetigen Ausbau der Containerflotte und des operativen Geschäfts, wird hinsichtlich der Kapitalausstattung der britischen Tochtergesellschaft noch für weitere zwei Jahre eine Unterstützung durch die Muttergesellschaft erwartet.

Sonstiges Berichtssegment

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in TEUR falls nicht anders angegeben 2017 (IFRS) 2016 (IFRS) Δ
Umsatzerlöse 1.404 723 94 %
EBITDA 14 110  
Eigenkapitalquote 24 % -12 %  
Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl 9 4  

Die Tochtergesellschaften in Korea, Japan, der Schweiz und den USA bilden zusammen das Sonstige Berichtssegment. Die Gesellschaften in der Schweiz und Korea tätigen Außenumsätze mit fremden Dritten, hingegen werden die Geschäfte in Japan und der USA bisher fast ausschließlich durch die va-Q-tec AG oder die va-Q-tec Ltd. (UK) abgerechnet. Die Tochtergesellschaften im Sonstigen Berichtssegment sind wichtig für die lokale Präsenz, den Ausbau der regionalen Geschäftstätigkeit und die Wahrnehmung von va-Q-tec als verlässlicher globaler und regionaler Partner. Das Sonstige Berichtssegment weist insgesamt einen erhöhten Umsatz aus, der sich aus Service-Umsätzen (Schweizer Tochtergesellschaft), gestiegenen Vertriebs- und Einkaufskommissionen sowie der erstmaligen Einbeziehung der schweizerischen sowie der japanischen Tochtergesellschaft im Berichtszeitraum speist. Das EBITDA ging auf 14 TEUR im Geschäftsjahr 2017 (Vj.: 110 TEUR) zurück. Dies ist vor allem auf höhere Personalaufwendungen und den Aufbau der Ländergesellschaften zurückzuführen. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl betrug 9 (Vj.: 4) und die Eigenkapitalquote 24 % (Vj.: -12 %).

Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzierungsstrategie der va-Q-tec ist auf die Bereitstellung der notwendigen Mittel für starkes Wachstum ausgerichtet. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungsinstrumente wie z.B. Darlehen, Leasing, Factoring, Kontokorrentlinien und staatliche Förderungen in Anspruch genommen. Bestehende Reserven werden zinsneutral angelegt und Kreditlinien bezüglich ihrer Verzinsung optimiert. Die Gesamtliquidität ist dabei aufgrund nicht ausgenutzter Kreditlinien in Höhe von 9.000 TEUR deutlich größer als die Liquidität aufgrund eigener Mittel. Zinsrisiken und teilweise Währungsrisiken werden mit entsprechenden Swaps gesichert.

Liquidität

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in TEUR 2017 2016
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.470 -1.104
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.099 -35.333
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 294 39.850
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 601 3.414

Der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Veränderungen im Working Capital belief sich im Berichtszeitraum auf 3.190 TEUR. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert um 1.085 TEUR niedriger bei 2.105 TEUR. Die Veränderung ist unter anderem auf das bessere Konzernergebnis und die erhöhten Abschreibungen zurückzuführen. Unter Berücksichtigung der Veränderungen des Working Capitals stieg der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit insgesamt auf 1.470 TEUR und lag damit um 2.574 TEUR über den Vorjahreswert in Höhe von -1.104 TEUR. Bereinigt um die im Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abgebildeten Mehraufwendungen im Geschäftsjahr 2016 im Zusammenhang mit dem Börsengang in Höhe von 1.568 TEUR, stieg der Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 2017 um 1.006 TEUR.

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in TEUR 2017 2016
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (IFRS) 1.470 -1.104
Bereinigung - 1.568
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (bereinigt) 1.470 464

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit veränderte sich von -35.333 TEUR im Vorjahreszeitraum auf -1.099 TEUR im laufenden Geschäftsjahr. Darin sind Einzahlungen aus der Auflösung von kurzfristigen Termingeldern in Höhe von 21.000 TEUR enthalten (Vj.: Auszahlung 30.000 TEUR). Aus dem Erwerb von Sachanlagen resultieren davon -22.439 TEUR gegenüber -5.412 TEUR im Vorjahreszeitraum. Dies ist insbesondere auf Auszahlungen für den Erwerb des neuen Gebäudekomplexes in Würzburg und den Aufbau der Container- und Boxenflotte zurückzuführen. Die Anschaffungskosten von Grundstück und Gebäude betrugen nach IFRS 10.450 TEUR. Im Kontext des Erwerbs wurde eine bestehende Darlehensverbindlichkeit mit einem Fair Value in Höhe von 7.024 TEUR (zahlungsunwirksam) übernommen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 294 TEUR (Vj.: 39.850 TEUR) resultiert aus der Nettozunahme der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus dem Finanzierungsleasing für die Containerflotte, wobei der Vorjahreswert durch den Mittelzufluss des Börsenganges geprägt war.

Vermögenslage und Kapitalstruktur

Aktiva

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in Mio. EUR 31.12.2017 31.12.2016
Langfristige Vermögenswerte    
Immaterielle Vermögenswerte 885 441
Sachanlagen 55.402 31.411
Als Finanzanlagen gehaltene Immobilien 1.614 -
At-Equity bilanzierte Beteiligungen 357 436
Finanzielle Vermögenswerte 283 67
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 634 234
Latente Steueransprüche 2.880 2.839
Summe langfristige Vermögenswerte 62.055 35.428
Kurzfristige Vermögenswerte    
Vorräte 8.942 5.684
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.005 7.142
Sonstige finanzielle Vermögenswerte    
- davon Termingelder (6-12 Monate): 9.000 TEUR (VJ: 30.000 TEUR) 9.117 30.184
Steueransprüche 67 378
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 2.104 748
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.201 4.600
Summe kurzfristige Vermögenswerte 33.436 48.736
Bilanzsumme 95.491 84.164

Für den Bau einer integrierten Produktions- und Verwaltungsstätte am Standort Würzburg Heuchelhof wurde im Februar 2017 eine Fläche samt Lagerhalle erworben, die an das bereits 2016 erworbene Grundstück angrenzt. Aufgrund einer kurzfristig eingetretenen Marktchance wurde im April 2017 ein weiteres Grundstück samt bestehender Produktions- und Verwaltungsgebäude in der Alfred-Nobel-Str. 33 in Würzburg erworben. Es ist beabsichtigt, diese Bestandsimmobilie als zentralen und einzigen Standort der Gesellschaft in Würzburg zu nutzen. Das Investitionsvolumen für beide Immobilien belief sich in Summe auf 16.782 TEUR. Zum anderen wuchsen die Containerflotte des britischen Berichtssegmentes und die Boxenflotten des deutschen Berichtssegments auch im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich, um der wachsenden Nachfrage und dem erwarteten zukünftigen Bedarf gerecht zu werden. Dadurch ist das Sachanlagevermögen gegenüber dem 31.12.2016 insgesamt um 23.991 TEUR zum 31.12.2017 auf 55.402 TEUR gestiegen. Die Summe der langfristigen Vermögenswerte stieg von 35.428 TEUR zum 31.12.2016 auf 62.055 TEUR.

Das Vorratsvermögen nahm von 5.684 TEUR zum Jahresende 2016 um 3.258 TEUR auf 8.942 TEUR stark zu, was neben dem starken Umsatzwachstum auch auf erhöhte Sicherheitsbestände und verbesserte Einkaufsbedingungen bei größeren Abnahmemengen zurückzuführen ist. Das Umsatzwachstum führte auch zu einer Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 12 % gegenüber dem 31.12.2016. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von 7.142 TEUR zum Jahresende 2016 auf 8.005 TEUR zum 31.12.2017 gestiegen. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte, unter denen auch die zinsneutral angelegten Einnahmen aus dem Börsengang zusammengefasst werden, nahmen von 30.184 TEUR zum 31.12.2016 um 21.067 TEUR auf 9.117 TEUR zum Bilanzstichtag 31.12.2017 ab. Dies ist vor allem auf die vorgenannten Investitionen, für die auch eigene Mittel verwendet wurden, zurückzuführen. Die Summe der kurzfristigen Vermögenswerte reduzierte sich von 48.736 TEUR zum 31.12.2016 auf 33.436 TEUR zum Jahresende 2017. Die Bilanzsumme nahm im gleichen Zeitraum von 84.164 TEUR auf 95.491 TEUR zu.

Der Mittelzufluss aus dem Börsengang im vorangegangenen Geschäftsjahr führte zu einer deutlichen Erhöhung der liquiden Mittel, die zinsneutral als Termingelder mit Laufzeiten von sechs bis zwölf Monaten angelegt werden konnten. Diese wurden und werden sukzessive in Übereinstimmung mit den Plänen zum Börsengang investiert. Insgesamt verbesserte sich die Liquiditätssituation des Konzerns aufgrund der verbesserten Refinanzierungsbedingungen zwar durch den Börsengang. Allerdings führten die hohen Investitionen und das starke Wachstum der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr zu deutlichen Mittelabflüssen. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte und der Kassenbestand, in denen die Mittelzuflüsse aus dem Börsengang abgebildet sind, sanken entsprechend von 34.784 TEUR auf 14.318 TEUR.

Investitionen

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit im Geschäftsjahr 2017 lag im Ausbau der Produktionskapazitäten, Immobilien und der Flotten an Luftfrachtcontainern und Thermo-Boxen. Insgesamt wurden in Sachanlagen 36.570 TEUR investiert (Vj.: 9.274 TEUR). Die vorhandenen Produktionskapazitäten in den beiden Werken Würzburg und Kölleda waren aufgrund der gestiegenen Nachfrage in allen Zielbranchen - besonders aufgrund der sehr hohen Nachfrage im Geschäftsbereich Produkte - insbesondere in Stoßzeiten nahezu erschöpft. Deshalb wurde 2017 die Planung und teilweise Realisierung neuer Kapazitäten fortgesetzt. So wurde in Würzburg eine bestehende Gewerbeimmobilie als Management-, Technologie- und Logistikzentrale erworben und mit Ausbauarbeiten am Standort Kölleda begonnen. Insofern lagen die Investitionen in Grundstücke und Gebäude mit 14.842 TEUR deutlich über dem Vergleichswert des Vorjahres (1.656 TEUR). Die Investitionen in technische Anlagen stiegen von 302 TEUR auf 1.563 TEUR an. In die Containerflotte wurden 11.099 TEUR investiert (Vj.: 4.565 TEUR). Darin sind zahlungsunwirksame Beträge aus der Container-Sale-and-Finance-Lease-back Transaktion in Höhe von 3.401 TEUR enthalten. Die Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung lagen mit 2.725 TEUR, aufgrund des Aufbaus der Vermietboxen-Flotten des deutschen Berichtssegmentes, deutlich über dem Vorjahr (1.824 TEUR). In selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände wurden 499 TEUR investiert (Vj.: 52 TEUR).

Passiva

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in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Eigenkapital    
Gezeichnetes Kapital 13.090 13.090
Eigene Anteile -54 -471
Kapitalrücklage 46.158 46.666
Kumuliertes sonstiges Ergebnis -28 -33
Gewinnrücklage -6.174 -5.316
Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist 52.992 53.936
Summe Eigenkapital 52.992 53.936
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen    
Rückstellungen 39 17
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.146 2.173
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.949 4.012
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 8.438 7.151
Latente Steuerverbindlichkeiten - -
Summe langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 23.572 13.353
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen    
Rückstellungen 38 38
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.958 5.410
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.507 5.791
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.244 2.347
Steuerverbindlichkeiten 15 215
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.165 3.074
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 18.927 16.875
Bilanzsumme 95.491 84.164

Gegenüber dem 31. Dezember 2016 ergaben sich zum 31. Dezember 2017 aufgrund fremdfinanzierter Investition Veränderungen der Kapitalstruktur. Das Eigenkapital des Konzerns hat sich um 944 TEUR zum 31. Dezember 2017 gemindert, was einer Eigenkapitalquote von 55 % der Bilanzsumme entspricht. (31. Dezember 2016: 64 %).

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich durch neue Darlehen zur Finanzierung der Akquisition der Gewerbeimmobilie in Würzburg von 2.173 TEUR auf 11.146 TEUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten nahmen aufgrund der geringeren Inanspruchnahme von Kontokorrent-Linien von 5.410 TEUR auf 2.958 TEUR ab.

Die langfristen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten nahmen von 4.012 TEUR auf 3.949 TEUR leicht ab. Die langfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten nahmen von 7.151 TEUR um 1.287 TEUR auf 8.438 TEUR zu. Von Förderbanken wurden im Berichtszeitraum Gelder in Höhe von 795 TEUR für Investitionen an die va-Q-tec gezahlt. Die kurzfristigen sonstigen nicht-finanziellen Verbindlichkeiten stiegen durch den weiteren Aufbau des Sonderpostens für Containergewinne von 3.074 TEUR auf 4.165 TEUR.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zuzüglich Anlagen-Leasing machten mit 21.220 TEUR 22 % der Bilanzsumme aus (Vj.: 15.460 TEUR, 18 %). Auf Ebene des britischen Berichtssegments wurden weitere Container-Sale-and-Lease-back Transaktionen im Rahmen der Containerflotten-Erweiterungen abgeschlossen. Das Volumen von Finance Leasing sank von 7.877 TEUR im Geschäftsjahr 2016 um 760 TEUR auf 7.117 TEUR im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen betrugen im Geschäftsjahr 18.927 TEUR, was 20 % der Bilanzsumme entspricht. (Vj.: 16.875 TEUR, 20 %). Langfristige Verbindlichkeiten des Konzerns betragen 23.572 TEUR, entsprechend 25 % der Bilanzsumme (Vj.: 13.353 TEUR, 16 %). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen summierten sich auf 5.244 TEUR gegenüber 2.347 TEUR im Vorjahr. Infolge der gestärkten Eigenkapitalausstattung konnten die Kreditbedingungen für neu aufgenommene Fremdfinanzierungen, insbesondere im Finanzierungsleasing, deutlich verbessert werden.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Insgesamt beurteilt der Vorstand den Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2017 positiv. Die sehr starke Nachfrage im Geschäftsbereich Produkte (Verkauf von VIPs) und das deutliche Wachstum im Service-Geschäft trugen zum starken Umsatzwachstum insgesamt bei. Im Service-Geschäft haben zahlreiche Routen ihr volles Umsatzvolumen noch nicht erreicht. So befinden sich weitere Kunden mit ihren Routen in frühen Phasen des anspruchsvollen Qualifizierungsprozesses und bergen Wachstumspotential für die Folgejahre. Zugleich entwickelte sich das System-Geschäft (Projekte mit bestehenden großen Kunden) insgesamt stabil. Im Berichtszeitraum wurden allerdings, im Gegensatz zum Vorjahr, keine neuen Großkunden mit eigenen Flotten an Thermoboxen ausgestattet oder bestehende Großkunden deutlich weiterentwickelt. Dennoch konnte der Vorjahresumsatz übertroffen werden.

Trotz des sehr starken Umsatzwachstums in den ersten neun Monaten 2017 von 42 % führten die beschriebenen operative Sondereffekte im vierten Quartal 2017 und ein sehr starkes viertes Quartal (2016) im Vorjahresvergleich dazu, dass sich das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr auf 32 % abschwächte.

Das Rohergebnis entwickelte sich vor dem Hintergrund des aktuellen Produktmix mit margenschwächeren Produkt-Umsätzen stabil. Zusätzlich konnte der Konzern die Effizienz im Einkauf weiter steigern. Allerdings hat sich die Profitabilität des Konzerns im Nachgang zum Börsenlisting nicht wesentlich verbessert. Dabei führten beispielsweise verstärkt in Anspruch genommene externe Beratungsleistungen, für das weitere Wachstum unerlässliche IT-Beratungsleistungen sowie Aufwendungen im Zuge der Geschäftsausweitung in den USA zu höheren, vom operativen Geschäft teilweise unabhängigen, Mehraufwendungen für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Neben den Rechts- und Beratungsleistungen führte insbesondere der im zweiten und dritten Quartal des Geschäftsjahres gegenüber vielen Währungen deutlich stärkere Euro zu netto signifikant über den Erwartungen liegenden Fremdwährungsaufwendungen. Die starke Nachfrage im Produkt-Geschäft und die damit verbundene Kapazitätsauslastung (Spitzenlast) verursachte zusätzlich höhere Aufwendungen etwa im Bereich Zeitarbeit. Der Anstieg der Mitarbeiteranzahl - unerlässlich für die weitere Wachstumsentwicklung - führte darüber hinaus zu höheren Personalaufwendungen als erwartet.

Im Einklang mit den erwarteten Umsatzchancen hat der Konzern seine Kapazitäten für VIP-Produktion sowie Boxen- und Containervermietung erheblich ausgeweitet. Nach Auffassung des Managements ist va-Q-tec damit sehr gut positioniert, um die Wachstumschancen der Endmärkte nachhaltig zu nutzen und die Technologieposition auszubauen.

2.3 PROGNOSEBERICHT

2.3.1 Ausblick

Die nachfolgenden Prognosen für die Entwicklung der Steuerungsgrößen wurden unter der Annahme eines nach wie vor robusten makroökonomischen Wachstums im Jahr 2018 getroffen. Daneben stützt sie sich auf die erwarteten positiven Wachstumsraten im Markt für VIPs und Isolationsmaterialien insgesamt. Auch im Markt für thermische Verpackungen und Dienstleistungen wird eine hohe Wachstumsdynamik erwartet, besonders im Segment thermischer Hochleistungs-Verpackungen. Diese Annahmen werden durch die Einschätzungen der Marktforschungsinstitute IMARC und Lux Research untermauert, die bereits ein Wachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich erwarten (siehe 2.2.1 Makroökonomisches Umfeld und konzernspezifische Rahmenbedingungen). va-Q-tec erwartet von den Megatrends Energieeffizienz, Regulierung der Kühlketten (Produktsicherheit) und Globalisierung der Wertschöpfungsketten darüber hinaus überproportional zu profitieren. Auch unter Berücksichtigung der unter 2.4.2. beschriebenen Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit sieht die Gesellschaft Wachstumshebel in der Erschließung neuer Märkte und Anwendungsfelder in sachlicher (z.B. last mile to the pharmacy oder Nutzung der Mietcontainer temperaturempfindlicher Güter außerhalb der Pharmaindustrie) und geographischer Hinsicht (neue und weiterentwickelte Ländermärkte wie z.B. Nordamerika).

Gesamtaussage

Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet die Gesellschaft gegenüber 2017 in den drei Berichtssegmenten und den zugrundeliegenden Geschäftsbereichen weiteres starkes Umsatzwachstum in einer Bandbreite des Konzern-Umsatzes in Höhe von 56 bis 63 Mio. EUR. Dabei ist vor dem Hintergrund des sehr starken Vorjahresbeginns im ersten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres ein eher moderates Wachstum geplant. Vor allem in den Geschäftsbereichen Dienstleistungen und Produkte werden deutliche Umsatzzuwächse erwartet, da mit wachsendem Umweltbewusstsein und zunehmender Regulierung die Nachfrage nach energieeffizienten Hochleistungsprodukten und zuverlässigen Transportlösungen weiter zunehmen dürfte.

Für das Ergebnis vor Steuer, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erwartet das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2018 ein gegenüber dem Vorjahr starkes Wachstum aufgrund operativer Skaleneffekte und eines veränderten Produktmix mit einem erhöhten Anteil höhermargiger Dienstleistungen.

Die Eigenkapitalquote wird sich im Geschäftsjahr 2018 aufgrund der weiterhin beabsichtigten Inanspruchnahme zinsgünstigen Fremdkapitals für Investitionen planmäßig auf voraussichtlich 45 % reduzieren.

Um das erwartete Wachstum zu ermöglichen, wird sich die Mitarbeiteranzahl weiter deutlich erhöhen, allerdings unterproportional zum erwarteten Umsatzwachstum.

Der Vorstand der va-Q-tec AG erwartet somit insgesamt einen im Vergleich zu den Zielmärkten überproportional wachsenden Umsatz bei zunehmender Profitabilität.

2.3.2 Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Bericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der va-Q-tec AG beruhen. Solche Aussagen sind Risiken und Ungewissheiten unterworfen. Diese und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an künftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

2.4 CHANCEN UND RISIKOBERICHT

2.4.1 Risikomanagement- und internes Kontrollsystem

Das Risikomanagement bei va-Q-tec basiert auf drei wesentlichen Punkten:

Risikobewusste Unternehmenskultur

Formalisiertes Risikomanagement-System

Internes Kontrollsystem

Verankerung des Risikobewusstseins in der Unternehmenskultur

Jedes erfolgreiche unternehmerische Handeln ist mit dem bewussten Eingehen von Risiken verbunden. Entscheidend für die Unternehmensführung der va-Q-tec ist es, mit bestehenden und neu hinzukommenden Risiken so umzugehen, dass sie aktiv gesteuert werden und möglichst keine Schäden verursachen. Chancen in unternehmerischer Hinsicht sollen zugleich im Sinne der Steigerung des Unternehmenswerts für alle Stakeholder genutzt werden. va-Q-tec verfügt über ein hohes "Risikobewusstsein", das offen und transparent kommuniziert wird. Aus Sicht des Vorstands ist ein gelebtes Risikobewusstsein eines der effizientesten Instrumente für den Umgang mit Risiken. Nehmen die Mitarbeiter Risiken bewusst wahr und gehen mit ihnen unternehmerisch um, so verringert sich die Gefahr von Schäden aufgrund tatsächlich eintretender Risiken. In einem solchen Umfeld werden Risiken proaktiv und transparent offengelegt und gesteuert. Zusätzlich dienen die Festlegung und unternehmensweite Kommunikation von Compliance Richtlinien dem stärkeren Bewusstsein zu regelkonformem Verhalten. In 2016 wurde ein Compliance Management-System eingeführt, das wesentliche Verhaltensregeln im internen und externen geschäftlichen Handeln definiert. Der in diesem Zusammenhang nominierte Compliance-Beauftragte erfasst, bearbeitet und berichtet dem Aufsichtsrat bzw. dessen Prüfungssauschuss über alle relevanten Compliance-Vorfälle.

Risikomanagementsystem

Risikomanagement bei va-Q-tec bedeutet die systematische Auseinandersetzung mit Risiken, verstanden als negative Ereignisse, deren Eintritt Schäden und/oder unvorhergesehene Kosten im Unternehmen erzeugen kann. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, werden mit dem Risikomanagementsystem interne und externe Risiken für alle Segmente und Tochtergesellschaften systematisch ermittelt, bewertet, gesteuert und an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet.

Zu diesem Zweck hat das Konzern-Management der va-Q-tec in Ergänzung zum bestehenden internen und externen Kontrollwesen im Geschäftsjahr 2016 ein weiterentwickeltes und formalisiertes Risikomanagementsystem (RMS) implementiert. In das neue RMS fließen die Erfahrungen der vergangenen Jahre bei der Identifizierung der Risiken ein. Zusätzlich wurden die im Rahmen der Erstellung des Wertpapierprospektes und der erstmaligen Erstellung der Jahresabschlüsse nach IFRS anlässlich des Börsenganges im Jahr 2016 gewonnenen Erkenntnisse zum Risikoinventar berücksichtigt. Im Laufe des Geschäftsjahres 2017 wurde das RMS darüber hinaus kontinuierlich weiterentwickelt. So wurden ein neues Datenschutzkonzept implementiert sowie ein IT-Sicherheitsbeauftragter bestimmt, welche den Schutz kritischer Unternehmensdaten verbessern. Durch Stärkung der Prozesse im Zentraleinkauf (durchgängiges 4-Augen-Prinzip in der Rechnungsfreigabe), die Neufassung der Unterschriftenregelung konnten die Kostenkontrolle und Freigabeprozesse transparenter und valider gestaltet werden. Zusätzlich wurde beim Vorstand eine Rechtsabteilung geschaffen, die intern bei der rechtlichen Würdigung unternehmerischer Sachverhalte effizient unterstützt. Außerdem wurde das RMS in das übergreifende Qualitätsmanagement-System nach ISO integriert und ist nun somit Teil des Auditierungprozesses nach ISO.

Ziele des Risikomanagementsystems der va-Q-tec sind grundlegend die Vermeidung, die Verminderung und der Transfer von Risiken, z.B. durch entsprechenden Versicherungsschutz. Neben der Erfüllung der regulatorischen Vorgaben stellt ein systematisches Risikomanagement die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sicher. Es soll auch potenziell bestandsgefährdende Risiken frühzeitig identifizieren. Das Risikomanagement bei va-Q-tec ist nicht nur ein Sicherheits-, sondern auch ein Steuerungsinstrument. Erkannte Risiken bieten auch neue Geschäftschancen und Wettbewerbsvorteile.

Dem RMS liegen ein Meldeprozess, eine definierte Risikoinventur sowie eine unterjährige Risikobewertung zugrunde. Im Rahmen der Risikoinventur werden alle wesentlichen Risiken durch die relevanten Entscheidungs- und Wissensträger in den Fachbereichen bewertet. Erkannte Risiken werden im va-Q-tec Konzern nach ihrem potenziellen Schaden unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten quantitativ bewertet. Die im Rahmen der Risikoanalyse identifizierten Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkung in Risikoklassen eingestuft, indem ihre jeweilige Auswirkung mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert wird. Die Bandbreite der Eintrittswahrscheinlichkeiten und Auswirkungen beginnt mit "sehr niedrig" und endet mit "sehr hoch". Danach können die Risiken anhand des sich daraus ergebenden Risikoerwartungswerts unterschieden und priorisiert werden. Im Rahmen der unterjährigen Risikobewertung sind die Fachbereiche verpflichtet, neue Risiken zu identifizieren und zu melden. Die so zusammengetragenen Informationen werden in Risikosteckbriefen, die an den Vorstand des va-Q-tec Konzerns adressiert sind, zusammengefasst und gemeldet. Alle Risiken - neu hinzukommende als auch bestehende - sind kontinuierlich zu beobachten und zu melden. Erforderliche Gegenmaßnahmen werden zeitnah ergriffen und kontrolliert.

Neue Risiken und wesentlich veränderte Risiken sind ferner feste Bestandteile in den regelmäßigen Sitzungen des Leitungskreises, in jeder Vorstandssitzung und in jeder Sitzung des Aufsichtsrats. Sie werden im Rahmen von Ergebnisdurchsprachen zwischen dem Vorstand des va-Q-tec Konzerns und den Fachbereichsverantwortlichen besprochen. Es wird außerdem überprüft, ob die bereits getroffenen Maßnahmen zur Risikominimierung ausreichend sind oder ob weitere Schritte (beispielsweise hinsichtlich Ad-hoc Kapitalmarktmitteilungen) einzuleiten sind. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ermöglicht der Unternehmensleitung, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen zur Gegensteuerung einzuleiten und deren Umsetzung zu überwachen. Der Abschlussprüfer prüft ferner das Risikofrüherkennungssystem auf seine Eignung, um Entwicklungen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu erkennen.

Rechnungslegungsbezogenes Internes Kontrollsystem

va-Q-tec verfügt über eine klare Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur. Zur ganzheitlichen Analyse und Steuerung ertragsrelevanter Risikofaktoren und bestandsgefährdender Risiken existieren unternehmensweit abgestimmte Planungs-, Reporting-, Controlling- sowie Frühwarnsysteme und -prozesse. Die Funktionen in sämtlichen Bereichen des (Konzern-) Rechnungslegungsprozesses (z. B. Rechnungswesen, Finanzbuchhaltung und Controlling) sind eindeutig zugeordnet. Aufgrund ihrer eher geringen Größe und Komplexität verzichtet die va-Q-tec AG bisher auf eine separate Revisionsabteilung.

Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird überwiegend auf Standardsoftware (Navision) zurückgegriffen. Zur Erstellung der Einzel- und Konzernabschlüsse wird auf Standard-Konsolidierungssoftware zurückgegriffen. Die bestehenden Strukturen müssen dabei ständig an das Wachstum und sich wandelnde Rahmenbedingungen, z. B. Kapitalmarktanforderungen, angepasst werden.

Der IFRS-Konzernabschluss wird auf Grundlage eines einheitlichen Berichtsformats, das von sämtlichen Konzerngesellschaften erstellt wird, in der Hauptverwaltung in Würzburg erstellt. Die dort vorhandenen Validierungsprozesse und zusätzlichen Plausibilitätsprüfungen sichern die Richtigkeit und Vollständigkeit der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften und der va-Q-tec AG.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess stellt sicher, dass unternehmerische Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt und so in die externe Rechnungslegung übernommen werden.

Der Zahlungsverkehr erfolgt elektronisch mit hinterlegten Kontrollmechanismen (Vier-Augen-Prinzip eines ausgewählten Personenkreises). Die Lohn- und Gehaltsabrechnungen werden von externen Dienstleistern durchgeführt.

Die Organisations-, Unternehmens- sowie Kontroll- und Überwachungsstruktur bestimmen den Rahmen des IKS. Klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorgaben und Leitlinien sorgen für einen einheitlichen und ordnungsgemäßen Rechnungslegungsprozess. Überprüfungsmechanismen innerhalb der an der Rechnungslegung selbst beteiligten Bereiche, die Überprüfung durch das interne Controlling, die Begleitung durch die Wirtschaftsprüfer und eine frühzeitige Risikoerkennung durch das Risikomanagement sollen eine fehlerfreie (Konzern) Rechnungslegung gewährleisten.

2.4.2 Risiken der Geschäftstätigkeit

va-Q-tec bewertet Risiken anhand ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer möglichen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Unternehmens. Die Bewertung von Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken führt zu nachfolgenden beispielhaft dargestellten Risikokennziffern.

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Eintrittswahrscheinlichkeit Schadenshöhe
in EUR
Risikokennziffer
sehr gering 0 - 50.000 1
gering 50.000 - 500.000 4
mittel 500.000 - 1.000.000 9
hoch 1.000.000 - 5.000.000 16
sehr hoch > 5.000.000 25

Der Vorstand bewertet die Ausprägung eines Risikos anhand seiner Risikokennziffer nach dem folgenden Schema:

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Risikokennziffern Ausprägung des Risikos
0 - 5 Gering
5 - 15 Mittel
> 15 Hoch

Insgesamt werden im Folgenden die Risiken nach dem Ergreifen von Gegenmaßnahmen dargestellt.

Risiken in der Wertschöpfungskette

Als Unternehmen im produzierenden Gewerbe ist va-Q-tec auf Lieferanten für Vorprodukte angewiesen. va-Q-tec bezieht die wesentlichen Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte von einer begrenzten Anzahl von Schlüssellieferanten. Für einige Materialien liegen auch aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften nur wenige Bezugsquellen vor. In der Einkaufsstrategie von va-Q-tec ist es daher das Ziel, die Abhängigkeit von einzelnen oder wenigen Lieferanten durch Qualifikation und Auswahl neuer Lieferanten zu reduzieren ("dual" bzw. "multiple sourcing"). Wie in den Vorjahren wurden auch in 2017 wieder Zweit- und Drittlieferanten für Vorprodukte und Materialien neu qualifiziert und ausgewählt. Bei der Auswahl werden bewusst auch internationale Lieferanten eingebunden, um eine regionale Abhängigkeit zu vermeiden. Für die va-Q-tec AG insgesamt liegt durch die begrenzte Anzahl an Lieferanten ein mittleres Risiko vor.

Ein weiteres Risiko können Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen darstellen. Der Konzern ist auf den kontinuierlichen Betrieb der Produktionsanlagen angewiesen, um Liefertreue insbesondere gegenüber den industriellen Großkunden sicherzustellen, deren Wertschöpfungsketten eng mit der von va-Q-tec verwoben sind. va-Q-tec produziert an zwei räumlich voneinander getrennten Standorten in Würzburg und Kölleda. Ein Ausfall an einem Standort hat keine signifikanten Auswirkungen auf den anderen Standort, an dem weiter produziert werden kann. Zusätzlich sind die einzelnen Produktionsanlagen, soweit wie möglich und ökonomisch sinnvoll, durch technische Maßnahmen voneinander entkoppelt, sodass der Ausfall einer einzelnen Anlage den Betrieb anderer Anlagen nicht einschränkt.

Neben dem Ausfall von bestehenden Anlagen kann ein Risiko in der nicht ausreichenden Gesamtkapazität der Produktionsanlagen entstehen. Das starke Wachstum des Unternehmens bedingt neben Produktivitäts- und Effizienzverbesserungen mit den bestehenden Anlagen auch eine frühzeitige und vorausschauende Investition in Kapazitätserweiterungen, da die benötigten Anlagen teilweise lange Lieferzeiten haben. Dennoch kann das Unternehmen von plötzlichen Marktentwicklungen überrascht werden und unter Umständen nicht alle Kundenaufträge zum Wunschtermin der Kunden erfüllen. Durch regelmäßige Ad-hoc-Berichterstattung über die Auftragsentwicklung zwischen den Vertriebsbereichen und dem Vorstand versucht das Unternehmen solche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegenzusteuern. Diese können temporär zum Beispiel in erhöhten Sicherheitsbeständen, zusätzlichen Arbeitsschichten oder der Nutzung von weniger geeigneten Anlagen für die Produktion liegen, um die Zeit bis zur Inbetriebnahme zusätzlicher Kapazitäten zu überbrücken. Der Vorstand schätzt das Risiko eines andauernden Produktionsausfalls aus den oben genannten Gründen als gering, das Risiko einer nicht ausreichenden Kapazität als mittel ein.

Die Vermiet-Dienstleistungen ("Serviced Rental") sind in besonders hohem Maße von externen Logistikanbietern abhängig, die zum einen für die operativen Abläufe in den Netzwerkstationen verantwortlich sind, d.h. für die Reinigungs-, Lagerungs- und Kühlungsprozesse und zum anderen die vorkonditionierten Container und Boxen zu den Endkunden transportieren. Dies kann in betrieblichen Störungen und Reputationsschäden münden. Auditierung und engmaschige Kontrolle durch eigene Logistikspezialisten dienen dazu, die Qualität des "Serviced Rental" für die Pharmaindustrie global sicherzustellen. Dieses Risiko schätzt der Vorstand daher als mittel ein.

Personalrisiken

Die Geschäftstätigkeit und der Erfolg sind von qualifizierten Führungs- und Schlüsselmitarbeitern abhängig. Das gut ausgebildete Personal hat in teilweise langjähriger Unternehmenszugehörigkeit spezifisches Wissen, Fähigkeiten und kommerzielle Kontakte entwickelt. Dem Risiko des Verlustes solcher Mitarbeiter wirkt die va-Q-tec einerseits durch Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung, andererseits durch die Diversifizierung der Wissensbasis über den Mitarbeiterstamm entgegen. Die Entwicklung von Mitarbeitern, die Diversifizierung der Wissensbasis im Unternehmen, sowie die marktgerechte Entlohnung vermeiden bei va-Q-tec die Abwanderung von Schlüsselmitarbeitern. Zusätzlich steigern leistungsabhängige Entlohnungskomponenten, regelmäßige Weiterbildungen und die gute Unternehmenskultur mit der Möglichkeit an disruptiven Geschäftsmodellen mitwirken zu dürfen, die Motivation der Mitarbeiter und erhöhen die Zufriedenheit. Die Risiken, denen va-Q-tec sich aufgrund des Wechsels von Schlüsselmitarbeitern ausgesetzt sieht, werden mit mittlerem Risiko eingeschätzt.

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Der Konzern fokussiert sich in seiner Geschäftstätigkeit stark auf große industrielle Kunden. Dies führt anfänglich zu einer erhöhten Kundenkonzentration. Das daraus entstehende Risiko wird durch die steigende Kundenanzahl und Diversifizierung ständig verringert. Ein weiterer Schutz besteht durch hohe Kundenbindungen, speziell in der Healthcare-Industrie. Grundsätzlich ist der Konzern bestrebt, zu allen Partnern, Mitarbeitern und auch Kunden ein enges, vertrauensvolles und nachhaltiges Verhältnis aufzubauen und zu erhalten und schätzt dieses Risiko daher als mittel und weiter reduzierbar ein.

va-Q-tec als junges, stark wachsendes Unternehmen könnte möglicherweise nicht in der Lage sein, das Wachstum effektiv voranzutreiben und zu gestalten. Der Konzern befindet sich in einer Phase starker Investitionen in Personal, Vertriebsaktivitäten, Vermietflotten, Infrastruktur und Forschung & Entwicklung. Insofern besteht bei einem geringeren tatsächlichen Wachstum als geplant das Risiko einer negativen Auswirkung auf das betriebliche Ergebnis. Grundsätzlich werden diese Zukunftsinvestitionen durch den Vorstand mit Augenmaß und immer auf der Basis konkreter Erwartungen über die Marktentwicklung entschieden. So werden wenig fundierte und/oder verfrühte Investitionen vermieden.

Gleichzeitig entsteht bei einem deutlich höheren tatsächlichen Wachstum als geplant das Risiko einer negativen Auswirkung auf das Kundenverhältnis durch Nichteinhaltung von Lieferterminen, Lieferengpässen etc. und damit ebenfalls auf das betriebliche Ergebnis. Auch hier ist das Augenmaß und das frühzeitige Erkennen von Marktentwicklungen durch die regelmäßige Abstimmung mit den Vertriebsbereichen ein wichtiges Instrument zur Reduzierung des Risikos, damit die Notwendigkeit für Kapazitätserweiterungen rechtzeitig erkannt wird und in den Vorstands- und Aufsichtsratsgremien frühzeitig über die erforderlichen Investitionen in die Produktionsanlagen und -Gebäude entschieden wird. Das verbleibende Risiko schätzt der Vorstand als mittel ein.

Ein wesentliches Risiko stellt auch die Verschärfung des Wettbewerbsumfeldes dar. Dadurch kann ein erhöhter Druck auf Preise und Margen entstehen.

Die Gesellschaft schützt sich vor diesem Risiko durch zwei strategische Hebel, nämlich durch Kostenoptimierungsmaßnahmen und durch innovative Produkte und Dienstleistungen. Zur Kostenoptimierung gehören etwa die zunehmend automatisierte Produktion und der besonders effiziente Einkauf von Vorprodukten mit selektiver Rückwärtsintegration auf vorgelagerte Wertschöpfungsstufen. Zum Thema Innovation gehören die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die seit Gründung der Gesellschaft stets zu kommerziell erfolgreichen, qualitativ hochwertigen und besonders differenzierten Produkten geführt haben. Das Produkt- und Leistungsspektrum der Gesellschaft unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem seiner Wettbewerber: Die einzigartige Möglichkeit, die Qualität der Dämmung "in situ" zu testen oder die Produktion von VIPs mit Ausschnitten und in dreidimensionaler Form seien hier beispielhaft genannt. Insgesamt schätzt der Konzern das Risiko aufgrund neu hinzukommender Wettbewerber bzw. einer aggressiveren Wettbewerbssituation als mittel ein.

Konjunkturabhängige Zielmärkte

Insbesondere die Zielbranchen Appliance & Food, Technics & Industry und Building sind von der konjunkturellen Lage abhängig. Dieses Risiko schätzt der Vorstand als gering ein, da die zugrundeliegenden Treiber des Geschäfts der va-Q-tec (zunehmende Regulierung und Energieeffizienz) weniger konjunkturell sensibel sind.

Finanzielle Risiken

Das Liquiditätsrisiko der va-Q-tec wird zentral von der Finanzabteilung mittels revolvierender Liquiditätsplanungen überwacht. Die Zahlungsfähigkeit der Gruppe war jederzeit gegeben. Nach dem Börsengang besteht eine ausgezeichnete Finanzlage. Die aktuelle Liquidität, das verbesserte Rating und die positive Geschäftsentwicklung erlauben weiter verbesserte Kreditaufnahmemöglichkeiten und -konditionen. Die Zinsrisiken, die sich aus bestehenden langfristigen Krediten ergeben, sind über Zins-Sicherungsgeschäfte ("Swaps") gesichert. Bei den kurzfristigen Kontokorrentlinien ist der Konzern - dem aktuell eher unwahrscheinlichen - Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Währungsrisiken sind auch aufgrund der überwiegenden Rechnungsstellung in Euro (funktionale Währung der Gesellschaft) auch im Zuge der Internationalisierung begrenzt. Insgesamt schätzt der Konzern die Risiken im finanziellen Bereich daher als gering ein.

In der Gesamtbetrachtung der Risiken ist va-Q-tec überwiegend generellen (leistungs-) wirtschaftlichen Risiken sowie finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Es sind für den Vorstand keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Strategisch und auch finanziell ist das Unternehmen so aufgestellt, dass die sich bietenden Geschäftschancen genutzt werden können.

2.4.3 Chancen der künftigen Entwicklung

Zunehmende Regulierung

Durch die zunehmende Regulierung in der Kühlkettenlogistik für pharmazeutische Erzeugnisse steigen die Anforderungen an die Zuverlässigkeit von Thermoverpackungen und dadurch die Nachfrage nach Hochleistungs-Thermoverpackungen. Die passiven Verpackungslösungen der va-Q-tec bieten hinsichtlich ihrer Konformität mit regulatorischen Anforderungen deutliche Vorteile gegenüber konventionellen Lösungen auf Basis von Styropor und Eis. va-Q-tec besitzt ein umfassendes Wissen zur Erfüllung der Vorschriften und Regularien in den relevanten Ländern und Regionen. Die aufwendigen Qualifizierungsmaßnahmen bei den Kunden aus der Healthcare-Industrie, mit entsprechenden Qualitätssicherungs- und Prozessdokumentationen, liefern das notwendige Know-how für die erfolgreiche Implementierung der Verpackungslösungen beim Kunden. Die nötigen Eigenschaften thermischer Verpackungen erfolgreich in einem komplexen, zuverlässigen und gleichzeitig benutzerfreundlichen Angebot zu vereinen, ist derzeit nur wenigen Unternehmen möglich. va-Q-tec kann als eines der wenigen Unternehmen weltweit mit seiner Technologieplattform den hohen Anforderungen gerecht werden. Die zunehmende Komplexität der Regulierung macht es notwendig, sich als Unternehmen stetig weiterzuentwickeln und neue Technologien zu erforschen. In diesem Umfeld sind die hohen Markteintrittsbarrieren im Markt für thermische Verpackungen vorteilhaft für va-Q-tec.

Auch in den übrigen Zielbranchen nimmt die Nachfrage nach VIPs durch Regulierungen zu: Die Kunden in der Zielbranche "Technics & Industry" sehen sich aktuell einem Wandel des regulatorischen Umfeldes in wichtigen Kernmärkten gegenüber. Warmwasserspeicher für Heizungen unterliegen seit kurzem - wie viele Haushaltsgeräte - der "Ökodesign-Richtlinie", d.h. ihre Energie-Effizienz wird dem Endverbraucher über ein Labeling-System in Energie-Effizienz-Klassen transparent gemacht. Zusätzlich werden Geräte mit hohem Energieverbrauch und niedriger Energie-Effizienz-Klasse vom europäischen Binnenmarkt ausgeschlossen. Kunden von va-Q-tec nutzen VIPs aktuell vor allem, um Premium-Warmwasserspeicher in die höchsten Effizienzklassen zu positionieren. In Zukunft und mit schärferer Regulierung dürften VIP-isolierte Warmwasserspeicher aus dem Premium-Bereich auch den Massenmarkt durchdringen.

Neue Märkte

Seit Gründung arbeitet va-Q-tec an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die der Vakuumisolation zusätzliche Märkte und Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Neben Grundlagenforschung und Produkt-Vorentwicklung wie etwa VIPs für gänzlich neue Temperaturbereiche, sei hier exemplarisch auf die Lebensmittellogistik und den Bereich Mobilität verwiesen.

Aktuell kommen die bestehenden und in Entwicklung befindlichen thermischen Verpackungen sowie das "Serviced Rental" von va-Q-tec fast ausschließlich in der Healthcare-Industrie zum Einsatz. Aktuell lässt sich aber in vielen Industrien ein Trend zu immer temperaturempfindlicheren Gütern und Herstellungsprozessen erkennen. Infolge ergeben sich Wachstumschancen in der Erschließung neuer Anwendungsfelder der Technologie von va-Q-tec. Darunter könnte sich z.B. die Nutzung der Mietcontainer für temperaturempfindliche Güter außerhalb der Pharmaindustrie verbergen (z.B. Produktionsmittel in der optoelektronischen Industrie).

Im Bereich E-Commerce werden aktuell neue Geschäftsmodelle für die Lieferung online bestellter Lebensmittel unmittelbar an den Endverbraucher durch große internationale Anbieter und durch Start-ups umgesetzt. Insbesondere der Transport leicht verderblicher Lebensmittel zum Endkunden dürfte künftig noch stärker reguliert werden. Für solche Transporte sind die Hochleistungs-Thermoverpackungen von va-Q-tec sehr gut geeignet.

In der Zielbranche Mobilität bieten sich ebenfalls starke Wachstumschancen für va-Q-tec: Künftig wird das Thermomanagement in Fahrzeugen mit konventionellen wie auch mit elektrischen Antrieben immer größere Bedeutung gewinnen. In konventionellen Fahrzeugen lässt sich über Isolationsmaßnahmen an der Fahrzeugkabine und mit der Speicherung der Wärmeenergie aus dem Kühlkreislauf CO2 einsparen. In Fahrzeugen mit Elektroantrieb ist die Reichweite abhängig von der optimalen Arbeitstemperatur der Fahrzeugbatterie sowie vom Stromverbrauch peripherer Funktionen wie etwa Heizung und Innenraumklimatisierung. Der Einsatz der Vakuumisolation bietet hier für die OEMs aus Sicht von va-Q-tec Möglichkeiten, die Reichweite der Fahrzeuge zu vergrößern. Im Bereich Bau ergibt sich die Chance, von der aktuell hervorragenden Baukonjunktur bei zugleich immer strengeren Energieeffizienz-Standards für Neubauten und Renovierungen zu profitieren. Hier könnten VIPs von va-Q-tec zur Steigerung der Energieeffizienz zum Einsatz kommen.

Neben den oben erwähnten Marktchancen hinsichtlich Produkten und Dienstleistungen sieht der Vorstand auch in der geographischen Expansion beträchtliche Chancen für die künftige Entwicklung. Die Internationalisierung der Geschäftstätigkeit und der Eintritt in neue globale Märkte eröffnen große Absatzchancen für den Konzern. Gleichermaßen kann die internationale Präsenz zur Erschließung neuer Quellen für Rohstoffe, Materialien und Vorprodukte und zum effizienten Einkauf genutzt werden.

Zusammenfassend überwiegen aus Sicht des Vorstands die Chancen der Geschäftsentwicklung im Vergleich zu den beschriebenen Risiken.

2.4.4 Risikoberichterstattung hinsichtlich der Verwendung von Finanzinstrumenten

Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Das Risikomanagement des Konzerns zielt darauf ab, die potenziell negativen Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns zu minimieren. Bei va-Q-tec werden Finanzinstrumente nur in geringem Umfang in Anspruch genommen.

Das Währungsrisiko im Konzern war 2017 mittel. Im deutschen Berichtssegment wurden annähernd 100 % der Verkäufe und ca. 96 % der Einkäufe in Euro abgewickelt. Im britischen Berichtssegment wurde ein Teil der Umsätze in USD erzielt. Die diesen Umsätzen zuzuordnenden Kosten fallen zu einem großen Teil ebenfalls in USD an. Infolgedessen besteht bezüglich des USD ein risikominderndes "natural hedging". Das verbleibende Währungsrisiko bezüglich des USD schätzt der Vorstand als mittel ein.

Zur Absicherung von Kreditzinsen für langfristige Darlehen auf ein marktübliches Zinsniveau bestehen Zinsabsicherungsinstrumente fort. Auch für ein in 2016 aufgenommenes langfristiges Darlehen wurde ein Zinssicherungsgeschäft vorgenommen. Für die bestehenden variabel verzinsten Kontokorrentlinien wurde keine Zinssicherung vereinbart. Keine dieser Sicherheitsbeziehungen wird als bilanzielle Sicherheitsbeziehung i.S.d. IAS 39 abgebildet.

Zur Absicherung von Forderungsausfällen werden keine gesonderten Finanzinstrumente gehalten. Aufgrund der hohen Bonität des Kundenstamms sind die Risiken von Forderungsausfällen relativ gering. Außer klassischem Reverse Factoring bei Kunden mit sehr hoher Bonität wird kein Forderungs-Factoring betrieben. In 2016 wurde für einen weiteren Großkunden Reverse Factoring über eine Europäische Großbank aufgenommen.

Die im Konzernabschluss unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Finanzanlagen beinhalten ausschließlich Termingeldanlagen in Euro mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten bei inländischen Finanzinstituten, die einem deutschen Einlagensicherungsfonds angeschlossen sind.

Über die hier beschriebenen Finanzinstrumente hinaus hält der Konzern keine weiteren Finanzinstrumente, die für die Beurteilung der Lage oder der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns wesentlich sind. Bezüglich weiterer Details verweisen wir auf die Abschnitte "Finanzinstrumente" und "Risikomanagement" des Konzernanhangs.

2.5 VERGÜTUNGSBERICHT

va-Q-tec zielt entsprechend den Corporate Governance Grundsätzen auf eine leistungsorientierte und nachhaltige Vergütung der Vorstands- und Aufsichtsratsarbeit ab. Die Vergütung setzt sich aus festen und variablen Komponenten zusammen.

Vorstand

Entsprechend den Anforderungen des Aktiengesetzes und den Empfehlungen des DCGK besteht die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus festen und variablen Bestandteilen. Die variablen Bezüge bestehen aus einer als Jahresbonus gezahlten Barkomponente. Bei einem Vorstandsmitglied bestand eine langfristige aktienbasierte Vergütungskomponente (Optionsprogramm). Mit dem Börsengang der va-Q-tec AG sind die Ausübungsbedingungen des Begünstigten im Rahmen des Optionsprogramms vollständig erfüllt worden. Der Begünstigte hat seine Optionen fristgerecht zum 30. September 2017 ausgeübt.

Alle Vergütungsbestandteile sind im Einzelnen und in ihrer Gesamtheit angemessen. Der Aufsichtsrat befasst sich intensiv mit der Angemessenheit und Üblichkeit der Vorstandsvergütung und berücksichtigt sämtliche in § 87 des Aktiengesetzes und Ziffer 4.2.2 Sätze 4 und 5 DCGK aufgeführten Kriterien, wie z.B. die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung sowie die wirtschaftliche Lage, den Erfolg und die Zukunftsaussichten der va-Q-tec AG.

Externe Vergütungsexperten haben dem Aufsichtsrat im März 2017 die grundsätzliche Angemessenheit der Vorstandsvergütung bestätigt. Die Festvergütung entspricht dem jährlichen Festgehalt; daneben nahmen bis zum 30. Juni 2017 zwei, ab dem 01. Juli 2017 drei Vorstände einen Dienstwagen in Anspruch. Für alle Organe der va-Q-tec Gruppe besteht eine D&O-Versicherung. Den 10 %-igen Selbstbehalt tragen die Vorstände persönlich. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit eines Anstellungsvertrags festgelegt und jeweils in zwölf Monatsraten ausgezahlt. Es orientiert sich u.a. an den Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, an der aktuellen wirtschaftlichen Lage, dem Erfolg und den Zukunftsaussichten des Konzerns. Der variable Vergütungsanteil in Form der als Jahresbonus gezahlten Barkomponente richtet sich nach der Erreichung der Umsatz- und Ertragsziele des Konzerns; er ist betragsmäßig begrenzt auf das 1,4fache des bei 100 %-iger Zielerreichung zahlbaren Betrags.

Die jährlichen Konzernziele zur Bemessung der variablen Barkomponente beschließt der Aufsichtsrat. Dieser stellt auch die Zielerreichung fest.

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen für den Fall der Beendigung des Dienstverhältnisses aufgrund eines Kontrollwechsels keine gesonderten Vergütungen vor.

Im Berichtsjahr 2017 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 740 TEUR (Vj.: 638 TEUR). Die festen Bezüge betrugen 593 TEUR (Vj.: 501 TEUR); darin enthalten sind auch die Bezüge für Nebenleistungen (z.B. Dienstwagen). Die variable Barvergütung summierte sich auf insgesamt 126 TEUR (Vj.: 115 TEUR). Seit 2014 bestehen für die Vorstände beitragsorientierte Leistungszusagen. Hierfür wurden im Berichtsjahr 21 TEUR (Vj.: 22 TEUR) in eine externe kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse eingezahlt. Bilanzielle Rückstellungen für Altersversorgungen wurden daher nicht gebildet. Danach entfällt auf die Festvergütungen inkl. Nebenleistungen und Beiträge zur Altersversorgung ein Anteil von 83 % (Vj.: 82 %) an der Gesamtvergütung.

Kredite oder Vorschüsse wurden Mitgliedern des Vorstands nicht gewährt.

va-Q-tec legt die Gesamtvergütung des Vorstandes, jedoch ohne individuelle Anteile der einzelnen Mitglieder entsprechend dem Hauptversammlungsbeschluss vom 31.05.2016 offen. Dies ist konform mit den §§ 314 Abs. 1 Nr. 6, 286 Abs. 5 HGB.

Aufsichtsrat

Die Vergütung des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung festgelegt. Die Vergütung des Aufsichtsrats der va-Q-tec AG ist in § 14 der Satzung der va-Q-tec AG geregelt.

Mit Wirkung ab 1. Juli 2017 wurde die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats durch Beschluss der Hauptversammlung vom 19.6.2017 wie folgt neu geregelt, um sicherzustellen, dass die Vergütung den Empfehlungen des DCGK entspricht: Jedes Mitglied des Aufsichtsrats, das nicht Aufsichtsratsvorsitzender oder stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist, erhält eine monatliche Festvergütung in Höhe von 1.200 EUR ("Festvergütung"). Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das 2fache und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das 1,5fache der Festvergütung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält, sofern er nicht zugleich Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, das 1,5fache der Festvergütung. Der Vorsitzende eines Aufsichtsratsausschusses, der nicht der Prüfungsausschuss ist, erhält, sofern er nicht zugleich Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, das 1,25fache der Festvergütung. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats, das zugleich Mitglied eines Ausschusses oder mehrerer Ausschüsse des Aufsichtsrats ist, erhält ein Sitzungsgeld in Höhe von 1.500 EUR pro Ausschusssitzung, maximal jedoch für sechs Ausschusssitzungen pro Geschäftsjahr. Wenn ein Mitglied des Aufsichtsrats Vorsitzender von mehreren Ausschüssen des Aufsichtsrats ist, erhält es nur die Vergütung für einen Ausschuss, und zwar den Ausschuss, bei dem sich die höchste Vergütung für das Aufsichtsratsmitglied ergibt.

Für das Berichtsjahr 2017 erhielt der Aufsichtsrat eine Vergütung in Höhe von 159 TEUR (Vj.: 125 TEUR). In dieser Summe sind die Erstattungen der jedem Aufsichtsratsmitglied erwachsenden Auslagen sowie die auf seine Bezüge und den Auslagenersatz entfallende Umsatzsteuer enthalten. Die Prämie der, für die Mitglieder des Aufsichtsrats, D&O-Versicherung wurde im vorangegangenen Geschäftsjahr von der Gesellschaft getragen. Durch den Beschluss

der Hauptversammlung vom 19. Juni 2017 wurde ein persönlich getragener Selbstbehalt der Aufsichtsratsmitglieder

zur D&O-Versicherung in Höhe von 100 TEUR für jedes einzelne Mitglied umgesetzt. Außerdem wurden Beratungsleistungen und sonstige Leistungen i.H.v. 27 TEUR (Vj.: 75 TEUR) vergütet. Diese wurden insbesondere im Rahmen der Immobilienerwerbe und -sanierungen bzw. im Zusammenhang mit dem Aufbau des internationalen Geschäfts erbracht.

2.6 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN GEMÄSS § 315A HGB

Im Folgenden sind die nach Art. 9 Abs. 1 lit. c) (ii) SE-VO, § 22 Abs. 6 SEAG i.V.m. § 289a, § 315a Abs. 1 HGB geforderten Angaben zum 31. Dezember 2017 dargestellt. Tatbestände der § 289a Abs. 1, § 315a Abs. 1 HGB, die bei der va-Q-tec AG nicht erfüllt sind, werden nicht erwähnt. Das nachfolgende Unterkapitel gibt einen Einblick in die übernahmerechtlichen Verhältnisse zum Bilanzstichtag 31.12.2017 und erläutert diese näher.

2.6.1 Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der va-Q-tec AG beträgt 13.089.502,00 EUR eingeteilt in 13.089.502 auf den Namen lautende Stammaktien. Das Grundkapital ist voll erbracht. Die Aktien sind mit identischen Rechten und Pflichten ausgestattet. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Ausgenommen davon sind die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Aktien (treasury shares), aus denen der va-Q-tec AG keine Rechte wie beispielsweise das Abstimmungsrecht auf der Hauptversammlung erwachsen. Die va-Q-tec AG hielt zum Bilanzstichtag 13.566 eigene Aktien (Vj.: 134.466). Für die Entwicklung der eigenen Anteile wird auch auf den Konzernanhang des vorliegenden Geschäftsberichts verwiesen.

2.6.2 Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Über die im Zuge des Börsengangs vereinbarten, zeitlich begrenzten Lock-up-Regelungen für Vorstand und die im abgelaufenen Geschäftsjahr zwischenzeitlich ausgelaufenen Lock-up-Regelungen für Aufsichtsrat und Altaktionären hinaus, sind dem Vorstand Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, nicht bekannt.

2.6.3 Kapitalbeteiligungen, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) hat jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise die Stimmrechtsschwellen gemäß § 21 WpHG erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der betreffenden Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitzuteilen. Demzufolge sind dem Vorstand der va-Q-tec AG die nachstehenden Personen bekannt, deren Beteiligungen 10 % der Stimmrechte überschreiten:

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Name Land Anzahl der Aktien Anteil am Grundkapital
Dr. Joachim Kuhn DE 1.978.667 15,12 %
Dr. Roland Caps DE 1.606.433 12,27 %
TOTAL   3.585.100 27,39 %

Regeln zur Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Nach § 84 AktG und nach der Satzung der va-Q-tec AG werden die Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat bestellt. Satzungsgemäß besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichtsrat. Besteht der Vorstand aus mehreren Mitgliedern, werden Beschlüsse des Vorstands mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Hat der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden des Vorstands ernannt und besteht der Vorstand aus mindestens drei Mitgliedern, ist bei Stimmengleichheit dessen Stimme ausschlaggebend.

Regeln zu Änderungen der Satzung

Änderungen der Satzung bedürfen eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen der einfachen Stimmenmehrheit, sofern nicht das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt.

Vorstandsbefugnisse bezüglich Ausgabe und Rückkauf von Aktien

Die va-Q-tec AG verfügt über genehmigtes und bedingtes Kapital wie folgt:

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 31. Mai 2016 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. Juni 2021 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 4.278.187 EUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann.

Bedingtes Kapital

Gemäß § 6.5 der Satzung ist das Grundkapital um 1.000.000 EUR durch die Ausgabe von bis zu 1.000.000 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (bedingtes Kapital 2016) bedingt erhöht. Das bedingte Kapital 2016 dient ausschließlich der Gewährung von Aktien zur Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten.

Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots sowie Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots

Es bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen.

2.7 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB und § 315d HGB einschließlich der Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG hat der Konzern auf seiner Internetseite www.va-Q-tec.com im Bereich Investor Relations unter dem Link https:// ir.va-q-tec.com/websites/vaqtec/German/530/erklaerungen-und-dokumente.html veröffentlicht.

3 KONZERNABSCHLUSS FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2017

DER VA-Q-TEC AG

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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in TEUR Konzernanhang 2017 2016
Umsatzerlöse 4.1.1 46.926 35.529
Bestandsveränderungen   671 743
Aktivierte Eigenleistungen 4.1.2 6.702 4.507
Sonstige betriebliche Erträge 4.1.3 3.148 2.099
Gesamterträge   57.447 42.878
Materialaufwand 4.1.4 -24.676 -17.325
Rohergebnis   32.771 25.553
Personalaufwand 4.1.5 -15.616 -11.815
Sonstiger betrieblicher Aufwand 4.1.7 -9.945 -8.522
EBITDA   7.210 5.216
Abschreibungen 4.1.6 -7.528 -5.639
Operatives Ergebnis (EBIT)   -318 -423
Ergebnisbeiträge aus der nach Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 4.1.8 -79 -59
Finanzerträge   387 4
Finanzaufwendungen   -900 -1.623
Finanzergebnis 4.1.9 -513 -1.619
Ergebnis vor Steuern (EBT)   -910 -2.101
Ertragsteuern 4.1.10 52 313
Konzernergebnis   -858 -1.788
Konzernergebnis, das den Eigentümern der va-Q-tec AG zuzurechnen ist   -858 -1.727
Konzernergebnis, das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist   - -61
Konzernergebnis je Aktie - unverwässert 4.1.11 -0,07 -0,17
Konzernergebnis je Aktie - verwässert 4.1.11 - -0,17

KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG

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in TEUR Konzernanhang 2017 2016
Konzernergebnis   -858 -1.788
Sonstiges Konzernergebnis      
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 4.2.2.1 6 -12
Summe der direkt im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträge mit künftiger ergebniswirksamer Umgliederung   6 -12
Konzerngesamtergebnis   -852 -1.800
Konzerngesamtergebnis, das den Eigentümern der va-Q-tec AG zuzurechnen ist   -852 -1.739
Konzerngesamtergebnis, das den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen ist   - -61

Konzernbilanz

Aktiva

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in TEUR Konzernanhang 31.12.2017 31.12.2016
Langfristige Vermögenswerte      
Immaterielle Vermögenswerte 4.2.1.1 885 441
Sachanlagen 4.2.1.2 55.402 31.411
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 4.2.1.3 1.614 -
At-Equity bilanzierte Beteiligungen 4.2.1.4 357 436
Finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.5 283 67
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.6 634 234
Latente Steueransprüche 4.1.10 2.880 2.839
Summe langfristige Vermögenswerte   62.055 35.428
Kurzfristige Vermögenswerte      
Vorräte 4.2.1.7 8.942 5.684
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.2.1.8 8.005 7.142
Sonstige finanzielle Vermögenswerte - davon Termingelder (6 - 12 Monate): 9.000 TEUR (Vj.: 30.000 TEUR) 4.2.1.5 9.117 30.184
Steueransprüche   67 378
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 4.2.1.6 2.104 748
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.2.1.9 5.201 4.600
Summe kurzfristige Vermögenswerte   33.436 48.736
Bilanzsumme   95.491 84.164

Passiva

     
in TEUR Konzernanhang 31.12.2017 31.12.2016
Eigenkapital 4.2.2.1    
Gezeichnetes Kapital   13.090 13.090
Eigene Anteile   -54 -471
Kapitalrücklage   46.158 46.666
Kumuliertes sonstiges Ergebnis   -28 -33
Gewinnrücklage   -6.174 -5.316
Summe Eigenkapital   52.992 53.936
Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen      
Rückstellungen 4.2.2.2 39 17
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.2.2.3 11.146 2.173
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.4 3.949 4.012
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.5 8.438 7.151
Summe langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen   23.572 13.353
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen      
Rückstellungen 4.2.2.2 38 38
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.2.2.3 2.958 5.410
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.4 6.507 5.791
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.2.2.6 5.244 2.347
Steuerverbindlichkeiten   15 215
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 4.2.2.5 4.165 3.074
Summe kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen   18.927 16.875
Bilanzsumme   95.491 84.164

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

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in TEUR 2017 2016
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit    
Konzernergebnis -858 -1.788
Erfolgswirksam erfasste tatsächliche Ertragsteuern -7 -163
Gezahlte Ertragsteuern - 4
Erfolgswirksam erfasstes Finanzergebnis 513 1.619
Erhaltene Zinsen 1 -
Gezahlte Zinsen -1.387 -1.200
Nicht zahlungswirksame Verluste aus at-equity bilanzierten Beteiligungen 79 59
Abschreibungen 7.528 5.639
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen -418 -386
Minderung (Erhöhung) übrige Vermögenswerte -1.578 -790
Erhöhung (Minderung) übrige Schulden 1.649 790
Erhöhung (Minderung) Rückstellungen 23 -69
Sonstige zahlungsunwirksame Posten -2.355 -1.610
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Änderungen im Working Capital 3.190 2.105
Minderung (Erhöhung) von Vorräten -3.147 -1.197
Minderung (Erhöhung) von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -862 -2.726
Erhöhung (Minderung) von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.289 714
Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.470 -1.104
Cashflow aus Investitionstätigkeit    
Auszahlungen aus dem Erwerb von immateriellen Vermögenswerten -581 -181
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen 921 385
Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen -22.439 -5.412
Einzahlungen aus der Auflösung von kurzfristigen Termingeldern 21.000 -
Auszahlungen aus dem Erwerb von kurzfristigen Termingeldern - -30.000
Auszahlungen aus dem Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen - -125
Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit -1.099 -35.333
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit    
Einzahlungen aus Eigenkapitalerhöhungen - 46.125
Einzahlung aus Erstattung Gesellschafter für Eigenkapitaltransaktion - 469
Auszahlungen aus Erwerb eigenen Anteile -92 -763
Auszahlungen für Eigenkapitaltransaktionskosten - -2.327
Einzahlungen aus Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.411 1.367
Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -5.060 -2.694
Tilgung von sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten - -1.323
Einzahlungen aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen 6.726 4.087
Einzahlungen aus Investitionszulagen und -zuschüssen 795 -
Auszahlung für Schulden aus Finanzierungsleasing -7.486 -5.091
Netto-Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 294 39.850
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente vor Wechselkursen 665 3.413
Wechselkursbedingte Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -64 1
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 601 3.414
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres 4.600 1.186
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres 5.201 4.600

Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf 4.3 des Konzernanhangs.

KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

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in TEUR Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
01.01.2016 4.578 - 9.030 -3.589
Konzernergebnis - - - -1.727
Sonstiges Konzernergebnis - - - -
Summe Konzerngesamtergebnis - - - -1.727
Ausgabe von Aktienoptionen - - 169 -
Erwerb eigener Anteile - -763 - -
Veräußerung eigener Anteile - 360 1.187 -
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Aktiensplitt) 4.579 -68 -4.511 -
Sachkapitalerhöhung / Erwerb Minderheiten 183 - -295 -
Kapitalerhöhung durch Emissionserlös 3.750 - 42.375 -
Einstellung in die Rücklagen - - - -
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen - - - -
Ausschüttungen - - - -
Eigenkapitaltransaktionskosten - - -1.615 -
Anteilige Erstattung von Eigenkapitaltransaktionskosten - - 326 -
31.12.2016 13.090 -471 46.666 -5.316
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in TEUR kumuliertes sonstiges Konzernergebnis Rücklage für Währungsumrechnung Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
01.01.2016 -21 9.998 -7 9.991
Konzernergebnis - -1.727 -61 -1.788
Sonstiges Konzernergebnis -12 -12 - -12
Summe Konzerngesamtergebnis -12 -1.739 -61 -1.800
Ausgabe von Aktienoptionen - 169 - 169
Erwerb eigener Anteile - -763 - -763
Veräußerung eigener Anteile - 1.547 - 1.547
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Aktiensplitt) - - - -
Sachkapitalerhöhung / Erwerb Minderheiten - -112 68 -44
Kapitalerhöhung durch Emissionserlös - 46.125 - 46.125
Einstellung in die Rücklagen - - - -
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen - - - -
Ausschüttungen - - - -
Eigenkapitaltransaktionskosten - -1.615 - -1.615
Anteilige Erstattung von Eigenkapitaltransaktionskosten - 326 - 326
31.12.2016 -33 53.936 - 53.936
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in TEUR Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Gewinnrücklagen
01.01.2017 13.090 -471 46.666 -5.316
Konzernergebnis - - - -858
Sonstiges Konzernergebnis - - - -
Summe Konzerngesamtergebnis - - - -858
Summe Kapitalerhöhung - - - -
Einstellung in die Rücklagen - - - -
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen - - - -
Ausschüttungen - - - -
Erwerb eigener Anteile - -92 - -
Verwendung / Ausgabe eigene Aktien - 509 -509 -
Veräußerung eigener Anteile - - - -
Ausgabe von Aktienoptionen - - - -
Eigenkapitaltransaktionskosten - - - -
EK Transaktionskosten latente Steuer - - - -
Umbuchung - - - -
31.12.2017 13.090 -54 46.158 -6.174
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in TEUR kumuliertes sonstiges Konzernergebnis Rücklage für Währungsumrechnung Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
01.01.2017 -33 53.936 - 53.936
Konzernergebnis - -858 - -858
Sonstiges Konzernergebnis 6 6 - 6
Summe Konzerngesamtergebnis 6 -852 - -852
Summe Kapitalerhöhung - - - -
Einstellung in die Rücklagen - - - -
Veränderung von nicht beherrschenden Anteilen - - - -
Ausschüttungen - - - -
Erwerb eigener Anteile - -92 - -92
Verwendung / Ausgabe eigene Aktien - - - -
Veräußerung eigener Anteile - - - -
Ausgabe von Aktienoptionen - - - -
Eigenkapitaltransaktionskosten - - - -
EK Transaktionskosten latente Steuer - - - -
Umbuchung - - - -
31.12.2017 -28 52.992 - 52.992

Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf 4.2.2.1 des Konzernanhangs.

1 ALLGEMEINE ANGABEN

1.1 UNTERNEHMENSINFORMATIONEN

Die va-Q-tec AG mit Sitz in Deutschland, 97080 Würzburg, Alfred-Nobel-Str. 33, ist im Handelsregister Würzburg unter der Nummer HRB 7368 eingetragen. Der Konzernabschluss der va-Q-tec AG beinhaltet neben der va-Q-tec AG selbst auch ihre Tochtergesellschaften (im Folgenden auch "va-Q-tec", "va-Q-tec Konzern" oder "Gesellschaft" genannt). va-Q-tec ist ein technologisch führender Anbieter hocheffizienter Produkte und Lösungen im Bereich der thermischen Isolation. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Produkte zur zuverlässigen und energieeffizienten Temperaturkontrolle bzw. Dämmung - Vakuumisolationspaneele ("VIPs") und Phasenübergangsmaterialien ("PCMs"). Darüber hinaus fertigt va-Q-tec durch die optimale Kombination von VIPs und PCMs passive thermische Verpackungssysteme (Container und Boxen). Zur Durchführung von temperatursensiblen Logistikketten bietet va-Q-tec in einem globalen Partnernetzwerk die Vermietung von Containern und Boxen an, mit denen anspruchsvolle Thermoschutzstandards erfüllt werden können. Neben Healthcare & Logistik als Hauptmarkt werden folgende weitere Märkte von va-Q-tec adressiert: Appliances & Food, Technics & Industry , Mobility und Building.

Der vorliegende Konzernabschluss der va-Q-tec für das Geschäftsjahr zum 31.12.2017 wurde am 09.04.2018 vom Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.

1.2 GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG

Die va-Q-tec AG ist oberstes Mutterunternehmen der va-Q-tec Gruppe und stellt somit für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen den Konzernabschluss auf. Seit dem 30. September 2016 ist die va-Q-tec AG börsennotiert und daher ab diesem Zeitpunkt kapitalmarktorientiert. Hiermit ist sie trotz Unterschreiten der Größenkriterien nach § 293 HGB aufgrund § 293 Abs. 5 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet. va-Q-tec erstellt den Konzernabschluss zum 31.12.2017 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften. Der Begriff IFRS umfasst auch alle noch gültigen International Accounting Standards (IAS) sowie sämtliche Interpretationen und Änderungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) - vormals International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) - und des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).

Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert, der die im Austausch für den Vermögenswert entrichtete Gegenleistung darstellt.

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt werden muss.

Der beizulegende Zeitwert, welcher für bestimmte Angaben und Rechnungsmethoden zu bestimmen ist, ist nicht immer als Marktpreis verfügbar. Häufig muss er auf Basis verschiedener Bewertungsparameter ermittelt werden. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit beobachtbarer Parameter und der Bedeutung dieser Parameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts im Ganzen, wird der beizulegende Zeitwert den Stufen 1, 2 oder 3 zugeordnet (Fair Value-Hierarchie). Die Unterteilung erfolgt nach folgender Maßgabe:

Inputfaktoren der Stufe 1 sind notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden, auf die va-Q-tec am Bewertungsstichtag zugreifen kann.

Inputfaktoren der Stufe 2 sind andere Eingangsparameter als die auf Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt beobachtbar sind oder indirekt aus anderen Preisen abgeleitet werden können.

Inputfaktoren der Stufe 3 sind für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbare Parameter.

In der Regel klassifiziert der Konzern Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte bzw. Schulden ausgewiesen.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird in Tausend Euro (TEUR), der funktionalen sowie Darstellungswährung von va-Q-tec, aufgestellt. Bei Abweichungen von bis zu einer Einheit (TEUR, %) handelt es sich um rechentechnisch begründete Rundungsdifferenzen.

1.3 AUSWIRKUNGEN NEUER RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS

Der va-Q-tec Konzern hat für sämtliche in seinem IFRS-Konzernabschluss dargestellten Perioden einheitliche Rechnungslegungsmethoden angewandt. Diese entsprechen den IFRS, wie sie verpflichtend in der EU im Geschäftsjahr 2017 anzuwenden waren.

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.

Folgende neue Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen sind für Geschäftsjahre, die ab dem 01.01.2017 beginnen, verpflichtend geltend, und wurden von der Gesellschaft erstmalig angewandt.

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Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Änderungen an IAS 7 Initiative zur Verbesserung der Angabepflichten 01.01.2017
Änderungen an IAS 12 Ansatz latenter Steueransprüche für unrealisierte Verluste 01.01.2017

Die neu anzuwendenden Rechnungslegungsstandards hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die nachfolgenden Standards und Interpretationen bzw. Änderungen von bestehenden Standards und Interpretationen wurden sowohl vom IASB verabschiedet, als auch von der EU mit Inkrafttreten für nach dem 01.01.2017 beginnenden Geschäftsjahren übernommen. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.

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Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Improvements to IFRS (2014-2016) Jährliche Verbesserungen der IFRS, Zyklus 2014-2016 01.01.2017 bzw. 01.01.2018
Änderungen an IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge 01.01.2018
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018
Klarstellung von IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018
IFRS 9 Finanzinstrumente 01.01.2018
Änderungen an IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien 01.01.2018
Änderungen an IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung 01.01.2018
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 01.01.2018
Änderungen an IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 01.01.2019
IFRS 16 Leasingverhältnisse 01.01.2019

Der IASB veröffentlichte im Mai 2014 IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden", der vollständig die bisherigen Vorschriften zur Umsatzrealisierung, bestehend aus den Standards IAS 18 und IAS 11 sowie diversen Standardinterpretationen, ersetzt. Der neue Standard legt einheitliche Grundprinzipien fest, die für alle Branchen und für alle Kategorien von Umsatztransaktionen anzuwenden sind. In welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt bzw. über welchen Zeitraum hinweg Umsatz zu realisieren ist, wird künftig anhand eines Fünfstufenmodells beurteilt. Darüber hinaus enthält IFRS 15 erweiterte Anforderungen zu Anhangangaben und enthält eine Reihe von weiteren Regelungen zu Detaildarstellungen, wie z.B. der Abbildung von Vertragskosten und Vertragsänderungen. Der Standard ist für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2018 anzuwenden. Das EU-Endorsement erfolgte zum 22. September 2016.

Die Klarstellung zu IFRS 15 wurde im April 2016 veröffentlicht und beinhaltet drei konkrete Änderungen und erleichternde Übergangsregelungen zu IFRS 15. Die Übergangsregelungen betreffen zwei Erleichterungen für die Praxis. Zum einen muss ein Unternehmen Verträge nicht neu darstellen, die zu Beginn der frühesten dargestellten Periode abgeschlossen sind. Zum anderen werden die Auswirkungen aller Änderungen, die vor der frühesten dargestellten Periode vorgenommen wurden, aggregiert ausgewiesen. Die publizierten Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Das Inkrafttreten erfolgt somit zum gleichen Zeitpunkt wie die Einführung des IFRS 15 selbst. Das EU- Endorsement erfolgte am 31. Oktober 2017.

Der Konzern va-Q-tec erzielte in 2017 Umsätze mit Verkäufen von Transportbehältern, VIPs und PCMs i.H.v. 28.851 TEUR (Vorjahr: 21.713 TEUR) bzw. 61,5 % (Vorjahr: 61,1 %) des Gesamtumsatzes und mit Vermietung von Containern und Boxen i.H.v. 17.366 TEUR (Vorjahr: 13.189 TEUR) bzw. 37,0 % (Vorjahr: 37,1 %) des Gesamtumsatzes. Diese Umsatzbereiche machen insgesamt 98,5 % (Vorjahr: 98,2 %) des Gesamtumsatzes aus. Dementsprechend haben wir den Fokus bei der Überprüfung der Auswirkung der neuen Regelung auf diese für den Konzern wesentlichen Geschäftsbereiche gelegt. Innerhalb dieser Geschäftsbereiche wurden die wesentlichen Kundenverträge bedeutender Konzerngesellschaften überprüft und entsprechend des prinzipienbasierten fünfstufigen Modells nach IFRS 15 analysiert. Für einzelne Teilleistungen bestimmter Vertragsarten wird sich der Zeitpunkt der Realisierung der Umsätze ändern, da für diese Teilleistungen künftig anstatt der zeitpunktbezogenen die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung erfolgt bzw. variable Vertragskomponenten früher erfasst werden. Hieraus werden sich als Folge Änderungen in der Bilanz durch den separaten Ausweis von Vertragsvermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten sowie im Anhang durch erweiterte quantitative und qualitative Angaben ergeben. Insgesamt erwartet der Konzern keine wesentliche Auswirkung auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns oder das Ergebnis je Aktie.

Der neue Standard IFRS 9 schreibt Regelungen für die Bilanzierung von Finanzinstrumenten vor und ersetzt IAS 39 Financial Instruments: Recognition and Measurement. IFRS 9 schreibt insbesondere neue Klassifizierungsmethoden für Finanzinstrumente vor, was eine wahrscheinliche Auswirkung auf die Klassifizierung und nachfolgende Darstellung von finanziellen Vermögenswerten des Unternehmens haben wird. Des Weiteren führt der neue Standard das Modell der erwarteten Verluste für Vermögenswerte ein, was unternehmensweite Anpassungen der Rechnungslegungsgrundsätze für Wertberichtigungen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfordern wird.

Trotz der Änderung der Rechnungslegungsgrundsätze für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine wesentliche quantitative Auswirkung auf den Konzernabschluss aufgrund der kurzfristigen Natur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der bisherigen Bilanzierungsmethodik des Unternehmens für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht erwartet.

IFRS 9 wird weder eine wesentliche Auswirkung auf finanzielle Verbindlichkeiten des Unternehmens noch auf die Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten haben, da die neuen Leitlinien zum großen Teil aus IAS 39 übernommen wurden. Die tatsächlichen Auswirkungen der Anwendung des IFRS 9 auf den Konzernabschluss im Jahr 2018 hängen größtenteils von den Finanzinstrumenten, die va-Q-tec zu diesem Zeitpunkt halten wird, und den zu diesem Zeitpunkt vorliegenden wirtschaftlichen Bedingungen ab.

Am 13. Januar 2016 hat das IASB den IFRS 16 Leases veröffentlicht, dieser wurde durch die EU übernommen und am 09. November 2017 ebenfalls veröffentlicht.

Der Standard ist erstmals verpflichtend für am oder nach dem 01. Januar 2019 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. Der Konzern nutzt das Übergangswahlrecht und wendet den IFRS 16 auch erst ab diesem Zeitpunkt an.

Dieser neue Standard hebt die Unterscheidung zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasingverträgen auf und führt zu einem einheitlichen Leasingbilanzierungsmodell für alle Leasingnehmer. Demnach müssen alle Leasingverträge mit einer Laufzeit über 12 Monaten und Leasingverhältnisse über geringwertigem Vermögenswert beim Leasingnehmer bilanziert werden.

Mit der Einführung von IFRS 16 erwartet der Konzern wesentliche Auswirkungen auf die Bestandteile des Konzernabschlusses und die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage:

Konzernbilanz: Durch die Erstanwendung wird es zu einem wesentlichen Anstieg sowohl des Anlagevermögens als auch der Finanzschulden kommen. Infolge dieser Bilanzverlängerung wird die Eigenkapitalquote des Konzerns sinken und die Nettofinanzverschuldung entsprechend steigen.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung: Im Gegensatz zu dem bisherigen Ausweis werden zukünftig Abschreibungen auf Nutzungsrechte sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten erfasst. Dies führt zu einer EBIT-Verbesserung. Der Zinsaufwand der Leasingzahlung wirkt sich zunächst auf das Ergebnis vor Steuern aus. Unter der Annahme von konstanten Zinsen ist das Ergebnis vor Steuern in den ersten Jahren im Vergleich zu einem linear verteilten Aufwand gemäß IAS 17 (Operating Lease) geringer.

Konzernkapitalflussrechnung: Aus dem geänderten Ausweis der Leasingaufwendungen ergeben sich Verbesserungen des Cashflows aus der operativen Geschäftstätigkeit und eine Verschlechterung des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit.

Konzernanhang: Erweiterte Angaben (Leasingaufwand geringwertige Vermögensgegenstände, Leasingaufwand kurzfristige Vermögensgegenstände, Zinsen auf die Leasingverbindlichkeit). Zusätzlich ist eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten getrennt von sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten durchzuführen.

IFRS 16 unterscheidet sich bei der Leasinggeberbilanzierung nicht wesentlich zu dem vorherigen IAS 17. Für Leasinggeber ist weiterhin zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing zu differenzieren.

Da die Containerflotte bereits als finance-lease bilanziert wird, erwartet der Konzern in diesem Bereich keine weiteren Anpassungen durch die Einführung des IFRS 16.

Folgende in den kommenden Jahren in Kraft tretende Standards wurden noch nicht in geltendes EU-Recht übernommen:

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Standard Titel Verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre beginnend ab
Improvements to IFRS (20152017) Jährliche Verbesserungen der IFRS, Zyklus 2015-2017 01.01.2019
Änderungen an IAS 28 Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 01.01.2019
Änderungen an IAS 19 Planänderungen, -kürzungen oder -abgeltungen 01.01.2019
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 01.01.2019
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2021
Änderungen am Rahmenkonzept Überarbeitungen Rahmenkonzept 01.01.2020

Mögliche Auswirkungen der noch nicht in geltendes EU-Recht übernommen Standards oder Änderungen an Standards auf den Konzernabschluss der va-Q-tec werden derzeit analysiert.

1.4 WESENTLICHE ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN BEI SCHÄTZUNGEN UND BEURTEILUNGEN

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Konzernleitung Ermessensentscheidungen, die sich auf ausgewiesene Beträge im Konzernabschluss auswirken, getroffen. Danach sind bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die einen Effekt auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden der Berichtsperiode haben.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell verfügbaren Kenntnisstand fußen. Insbesondere wurden hinsichtlich der erwarteten künftigen Geschäftsentwicklung die zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses vorliegenden Umstände ebenso, wie die als realistisch unterstellte künftige Entwicklung des Umfelds zugrunde gelegt. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen.

Die verwendeten Schätzungen und Annahmen sind in den Erläuterungen der einzelnen Bilanz- und GuV-Positionen in Abschnitt 3 "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" dargestellt. Die wesentlichen betragsmäßigen Auswirkungen ergeben sich in den nachfolgend genannten Bereichen:

Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenwerte und Sachanlagen inklusive der im Wege eines Finanzierungsleasings gemieteten Vermögenswerte.

Klassifizierung von Leasingverträgen als Operating- oder Finanzierungsleasing.

Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten auf Grundlage der Einschätzung erkennbarer Risiken.

Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge.

Beurteilung der Ausbuchungskriterien von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen.

Schätzung marktgerechter Zinsstrukturkurven im Rahmen der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten.

Bestmögliche Schätzung des wahrscheinlichsten Erfüllungsbetrags im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen.

Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungen, bei denen va-Q-tec ein vertragliches Wahlrecht zur Erfüllung in bar oder durch die Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten eingeräumt wird.

Bewertung der gewährten Eigenkapitalinstrumente zum beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung bei anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Beurteilung der etwaigen Trennungspflicht und die Bewertung von eingebetteten Derivaten.

2 KONSOLIDIERUNG

2.1 KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der Konsolidierungskreis leitet sich aus der Anwendung von IFRS 10 (Konzernabschlüsse) ab. Im Konzernabschluss der va-Q-tec AG zum 31.12.2017 wurden die folgenden Tochtergesellschaften vollkonsolidiert:

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Name Sitz Kapitalanteil 31.12.2017 Kapitalanteil 31.12.2016
va-Q-tec Ltd. (UK) Rochester, UK 100 % 100 %
va-Q-tec Inc. (USA) East Rutherford, NJ, USA 100 % 100 %
va-Q-tec Ltd. (Korea) Joong-gu, Incheon, Republik Korea 100 % 100 %
va-Q-tec Switzerland AG (Schweiz) Zürich, Schweiz 100 % 0 %
va-Q-tec Japan G.K. (Japan) Tokyo, Japan 100 % 0 %

Die va-Q-tec AG und ihre Tochtergesellschaften bilden zusammen den va-Q-tec Konzern. Im Hinblick auf wesentliche Finanzinformationen der Tochterunternehmen wird auf die Segmentberichterstattung verwiesen.

Neben den Anteilen an oben genannten vollkonsolidierten Tochtergesellschaften hält die va-Q-tec AG zum Stichtag einen Anteil an der SUMTEQ GmbH, Köln i.H.v. 18,5 %. Die Beteiligung ist aufgrund gesellschaftsrechtlicher Vereinbarungen, die va-Q-tec einen maßgeblichen Einfluss auf die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen ermöglichen, als assoziiertes Unternehmen zu klassifizieren und wird entsprechend der at-equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

2.2 VERÄNDERUNGEN DES KONSOLIDIERUNGSKREISES UND SONSTIGE ERWERBE UND VERÄUSSERUNGEN

Im Februar 2017 hat die va-Q-tec eine Tochtergesellschaft in der Schweiz gegründet. Diese soll zunächst begleitende Dienstleistungen für die Schweizerische Post im Bereich Kühlkettenlogistik erbringen und den Vertrieb thermischer Verpackungen lokal organisieren. Zusätzlich stärkt die lokale Präsenz die Marktstellung von va-Q-tec in der Schweiz, einem der größten Herstellerländer für Pharmazeutika weltweit.

Des Weiteren hat die va-Q-tec im April 2017 eine Tochtergesellschaft in Japan gegründet. Mit dieser Gesellschaft soll eine stärkere lokale Präsenz zur Unterstützung der kommerziellen Aktivitäten in Japan hergestellt werden. Mit beiden Gesellschaften wurden bisher keine wesentlichen Umsätze getätigt, signifikante Ergebnisauswirkungen ergeben sich nicht.

2.3 KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Dem Konzernabschluss liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde. Soweit erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der einbezogenen Unternehmen angepasst, um sie an die im Konzern angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden anzugleichen. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind jeweils auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt.

Tochterunternehmen sind diejenigen Gesellschaften, bei denen der Konzern über bestehende Rechte verfügt, die ihm die gegenwärtige Fähigkeit verleihen, die maßgeblichen Tätigkeiten der Gesellschaften zu lenken. Die maßgeblichen Tätigkeiten sind die Tätigkeiten, die die Profitabilität der Gesellschaft wesentlich beeinflussen. Beherrschung ist daher gegeben, wenn der Konzern variablen Rückflüssen aus der Beziehung zu einer Gesellschaft ausgesetzt ist und mithilfe seiner Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Tätigkeiten die Möglichkeit hat, diese Rückflüsse zu beeinflussen. Im va-Q-tec Konzern beruht die Beherrschungsmöglichkeit jeweils auf einer unmittelbaren Stimmrechtsmehrheit der va-Q-tec AG. Die Einbeziehung von Unternehmen in den Konzernabschluss der va-Q-tec AG beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht. Sie endet, wenn diese nicht mehr besteht.

Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens verrechnet. Da es sich bei sämtlichen Tochterunternehmen um selbst gegründete Gesellschaften handelt, haben sich aus der Erstkonsolidierung jeweils keine Unterschiedsbeträge ergeben.

Konzerninterne Geschäftsvorfälle werden vollständig bereinigt. Dabei werden maßgebliche Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften gegeneinander aufgerechnet sowie Zwischengewinne und -verluste eliminiert. Konzerninterne Erträge werden mit den korrespondierenden Aufwendungen verrechnet. Auf etwaige temporäre Unterschiede aus der Konsolidierung werden die nach IAS 12 erforderlichen Steuerabgrenzungen vorgenommen.

Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen erfasst.

Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei dem va-Q-tec über maßgeblichen Einfluss verfügt. Maßgeblicher Einfluss ist dabei definiert als die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen des Beteiligungsunternehmens mitzuwirken, ohne zu beherrschen oder gemeinschaftlich zu führen. Wenn die va-Q-tec AG direkt oder indirekt zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte an einem Beteiligungsunternehmen hält, besteht die Vermutung, dass ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Bei einem direkt oder indirekt gehaltenen Stimmrechtsanteil von weniger als 20 % wird kein maßgeblicher Einfluss vermutet, außer er kann eindeutig nachgewiesen werden.

Anteile an at-equity-bilanzierten Beteiligungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, die Ausschüttungen und alle weiteren Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Unrealisierte Gewinne auf der Basis von Transaktionen mit assoziierten Unternehmen werden nach Maßgabe des Anteils der va-Q-tec gegen den Beteiligungsbuchwert eliminiert. Unrealisierte Verluste werden in gleicher Weise eliminiert, jedoch nur in dem Maße, in dem kein Anzeichen auf eine Wertminderung vorliegt. Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht gesondert ausgewiesen, sondern sind im Wertansatz der Beteiligung enthalten. Eine planmäßige Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte findet nicht statt. Aufgedeckte stille Reserven werden planmäßig abgeschrieben. Nach der at-equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet.

Eine statuswahrende Erhöhung der Beteiligungsquote führt wie analog der erstmaligen Einbeziehung für den hinzuerworbenen Teil zu einer Ermittlung und Aufdeckung der anteiligen stillen Reserven und eines möglichen Goodwills.

2.4 FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG

Der Konzernabschluss ist unter Beachtung des Konzepts der funktionalen Währung aufgestellt worden. Die funktionale Währung der va-Q-tec AG ist die primäre Währung des Wirtschaftsumfeldes, in dem der va-Q-tec Konzern tätig ist. Sie entspricht dem Euro, welcher zugleich der Darstellungswährung des Konzernabschlusses entspricht. Funktionale Währung der Tochtergesellschaften in den USA, Südkorea, Schweiz und Japan ist jeweils die Landeswährung, da diese Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in den jeweiligen Märkten selbstständig betreiben. Die funktionale Währung der britischen Tochtergesellschaft entspricht dem Euro.

In den Abschlüssen jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle in Fremdwährung mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden an jedem Abschlussstichtag mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nicht-monetäre Vermögenswerte und Schulden werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstandenen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Zur Aufstellung des Konzernabschlusses werden die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, in Euro umgerechnet, wobei die am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurse herangezogen werden. Erträge und Aufwendungen werden zum Durchschnittskurs der Periode umgerechnet, es sei denn, die Umrechnungskurse während der Periode würden starken Schwankungen unterliegen. In diesem Fall würden die Umrechnungskurse zum Zeitpunkt der Transaktion Anwendung finden. Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe in Konzernwährung werden im sonstigen Konzernergebnis erfasst und im Eigenkapital angesammelt.

Die für die Umrechnung in Euro verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern ergeben sich aus folgender Tabelle

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Stichtagskurs Durchschnittskurs
31.12.2017 31.12.2016 31.12.2017 31.12.2016
Britisches Pfund 0,8872 0,8562 0,8761 0,8444
US-Dollar 1,1993 1,0541 1,1293 1,0543
Südkoreanischer Won 1.279,6100 1.269,3600 1.275,8267 1.248,4762
Schweizer Franken 1,1702 - 1,1116 -
Japanischer Yen 135,0100 - 126,6544 -

3 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

3.1 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und stellen die Beträge dar, die für Güter und Dienstleistungen im normalen Geschäftsablauf zu erhalten sind.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern werden ausgewiesen, wenn die wesentlichen Chancen und Risiken aus dem Eigentum an den Gütern auf den Kunden übergegangen sind, ein Preis vereinbart wurde oder ermittelt werden kann und wenn die Zahlung wahrscheinlich ist. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde und die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann. Zahlungen für nicht zurückgelieferte Thermoboxen im Zusammenhang mit erbrachten Vermietdienstleistungen werden als Umsatzerlöse ausgewiesen. Von den Umsatzerlösen werden Rabatte, Boni, Umsatzsteuern und andere im Zusammenhang mit der Leistung stehende Steuern abgesetzt.

Finanzergebnis

In der Position Finanzergebnis ausgewiesene Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Dabei findet die Effektivzinsmethode Anwendung.

Ertragsteuern

Der Aufwand aus Ertragsteuern stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Der zu versteuernde Gewinn unterscheidet sich von dem in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Gewinn vor Steuern, da Ertrags- und Aufwandsposten, die in anderen Jahren zu versteuern oder abzugsfähig sind, sowie Posten, auf die grundsätzlich keine Steuern anfallen oder die grundsätzlich nicht abzugsfähig sind, hierin nicht enthalten sind.

Latente Steuern werden in Übereinstimmung mit der in IAS 12 (Ertragsteuern) dargelegten bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode erfasst. Danach werden Steuerabgrenzungsposten für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den Wertansätzen in der Konzernbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge gebildet. Aktive latente Steuern werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass die entsprechenden Steuervorteile auch realisiert werden. Die Verlustvorträge, auf die aktive latente Steuern gebildet wurden, werden erwartungsgemäß innerhalb des Planungszeitraums von fünf Jahren genutzt. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie denselben Steuerpflichtigen betreffen und gegenüber derselben Steuerbehörde bestehen.

Zur Bewertung latenter Steuern werden die Steuersätze zukünftiger Jahre herangezogen, soweit sie bereits gesetzlich festgeschrieben sind bzw. der Gesetzgebungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen ist. Latente Steuern werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Sofern die den Steuerlatenzen zugrunde liegenden Be- oder Entlastungen ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden, erfolgt die Bildung bzw. Auflösung der latenten Steuern ebenfalls ergebnisneutral.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie (Basic Earnings per Share) wird nach IAS 33 (Ergebnis je Aktie) ermittelt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Ergebnisanteils nach Steuern der Gesellschafter des Mutterunternehmens durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktien. Das Konzernergebnis war dabei in den Vorjahren nicht auf die verschiedenen Aktiengattungen aufzuteilen, da Stammaktien und Vorzugsaktien im Hinblick auf das Anrecht auf den Bezug von Dividenden gleich ausgestaltet waren. Die Vorzugsaktien wurden in 2016 vollständig in Stammaktien umgewandelt (für nähere Erläuterungen verweisen wir auf Kapitel 4.2.2.1). Ein verwässertes Ergebnis je Aktie wird gesondert ausgewiesen. Zum 31.12.2017 waren, im Gegensatz zum Vorjahr, keine potentiell verwässernden Instrumente ausstehend.

3.2 KONZERNBILANZ

3.2.1 Aktiva

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen aus der Nutzung des Vermögenswerts zu erwarten ist und die Kosten des Vermögenswerts verlässlich ermittelt werden können.

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu Herstellungskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden die immateriellen Vermögenswerte zu ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und gegebenenfalls kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Forschungskosten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer werden linear über die Nutzungsdauer abgeschrieben und, sobald es Anhaltspunkte für eine Wertminderung des immateriellen Vermögenswerts gibt, auf möglichen Wertminderungsbedarf geprüft. Die geschätzte Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden am Ende der jährlichen Berichtsperiode überprüft und eventuelle Änderungen der Schätzung werden bei der Folgebewertung berücksichtigt. Den planmäßigen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:

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Software 3 - 5 Jahre
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte 6 Jahre

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Ein aus interner Entwicklung (oder der Entwicklungsphase eines internen Projekts) entstehender immaterieller Vermögenswert wird angesetzt, sofern die entsprechenden Voraussetzungen des IAS 38.57 nachgewiesen werden können. Die aktivierten Herstellungskosten selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte umfassen die dem Entwicklungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie entwicklungsbezogene Gemeinkosten.

Sachanlagen

Sachanlagen werden für Geschäftszwecke genutzt und zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten planmäßigen Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet.

Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen sämtliche direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zurechenbaren Kosten. Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind. Selbst erstellte Vermögenswerte werden erstmalig mit den direkt zurechenbaren Herstellungskosten sowie produktionsbezogenen Gemeinkosten bewertet.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines sogenannten qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind nach IFRS als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Im Berichtszeitraum sowie in der Vergleichsperiode wurden keine qualifizierten Vermögenswerte angeschafft oder hergestellt, für die eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten geboten wäre.

Sachanlagen werden gemäß der Nutzungsart und Nutzungsdauer der Vermögenswerte linear abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte für die beabsichtigte Nutzung zur Verfügung stehen. Die Restwerte, Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Den planmäßigen Abschreibungen werden überwiegend folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Gebäude, Außenanlagen und Gebäudeeinrichtungen

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Gebäude 33 - 40 Jahre
Außenanlagen und Gebäudeeinrichtungen 8 - 19 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen  
Produktionsanlagen 8 - 12 Jahre
Sonstige technische Anlagen und Maschinen 3 - 10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 15 Jahre
Containerflotte 5 Jahre
Boxenflotte 2 - 4 Jahre

Sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, werden die Sachanlagen auf einen möglichen Wertminderungsbedarf geprüft.

Gewinne oder Verluste, die durch Veräußerung oder Ausbuchung eines Sachanlagenpostens entstehen, werden als Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten und nicht für die eigene Produktion, für die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen, für Verwaltungszwecke oder für den Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genutzt werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet.

Sofern Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, werden als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien auf einen möglichen Wertminderungsbedarf geprüft

Werthaltigkeitstest

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich auf Wertminderungen geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft, wenn irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht mehr erzielt werden kann. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des Betrags erfasst, um den der Buchwert des Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag des Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Der Nutzungswert wird dabei auf Basis der geschätzten künftigen Cashflows aus der Nutzung und dem Abgang des Vermögenswerts mit Hilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Als Diskontierungssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, wird der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (Cash Generating Unit) bestimmt, der der betreffenden Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Entfallen zu einem späteren Zeitpunkt die Gründe für die vorgenommene Wertminderung, so erfolgt grundsätzlich eine Zuschreibung auf den neuen erzielbaren Betrag. Die Wertaufholung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne die Wertberichtigung in der Vergangenheit ergeben hätte.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen oder Zuschreibungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr entsprechend nicht vorgenommen.

Leasingverhältnisse

Konzern als Leasingnehmer

Der Konzern least oder schließt Mietkaufverträge über bestimmte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen ab. Zu Beginn des jeweiligen Leasingverhältnisses erfolgt die Einstufung als Operating- oder Finanzierungsleasing. Gemäß IAS 17 werden Leasingverhältnisse als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn durch die Leasingvereinbarung im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übertragen werden. Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing werden im Zugangszeitpunkt zum niedrigeren Wert aus Barwert der Mindestleasingzahlungen und dem beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands bilanziert. Zeitgleich erfolgt in gleicher Höhe die Passivierung der Leasingverbindlichkeit unter den sonstigen kurz- und langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Vermögenswert aus Finanzierungsleasing linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer oder kürzere Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Sollten Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen, werden außerplanmäßige Wertberichtigungen auf den Leasingvermögenswert vorgenommen. Die Mindestleasingzahlungen werden in Zins- und Tilgungsanteil aufgeteilt. Der Zinsanteil wird dabei erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst. Der Tilgungsanteil reduziert die Leasingverbindlichkeit.

Leasingverhältnisse, bei denen der wesentliche Teil der Chancen und Risiken beim Leasinggeber verbleibt, werden als Operating-Leasing klassifiziert. Die damit verbundenen Leasingaufwendungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen

Im Rahmen von Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen verkauft der Konzern Container an Leasinggesellschaften und least diese anschließend wieder zurück. Durch die Rückmietung übernimmt der Konzern wieder alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken und klassifiziert das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing. Die Umsatzerlöse aus diesen Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen werden vollständig eliminiert. Da sämtliche Container in der gleichen Periode hergestellt und im Wege von Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen zurückgeleast werden, sind die diesbezüglichen Zugänge aus den aktivierten Eigenleistungen mit den betragsmäßig gleichen Abgängen saldiert wie in der Entwicklung der Anschaffungs- und Herstellungskosten der Containerflotte im Sachanlagevermögen ausgewiesen. Die erstmalige Bewertung des Vermögenswerts aus Finanzierungsleasing erfolgt nach den allgemeinen Regeln des IAS 17 und führt zur Aktivierung des Leasinggegenstands und der korrespondierenden Verbindlichkeit.

Der Überschuss aus den der va-Q-tec zufließenden finanziellen Mitteln (Verkaufspreis) und dem Buchwert bzw. den aktivierten Eigenleistungen der Container aus dem Verkauf darf bei Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen nicht sofort erfolgswirksam erfasst werden, sondern wird als passiver Sonderposten unter den nicht-finanziellen Verbindlichkeiten abgegrenzt. Der Sonderposten wird über die Laufzeit des Leasingverhältnisses von 5 Jahren erfolgswirksam aufgelöst und in den sonstigen betrieblichen Erträgen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Konzern als Leasinggeber

Der Konzern tritt als Leasinggeber im Rahmen von Operating-Leasingverträgen auf. Dies betrifft die kurzfristige Vermietung von Containern an Dritte. Die Leasingverhältnisse sind in der Regel von kurzer Dauer und es erfolgt keine Übertragung der mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer. Die vermieteten Container sind im Anlagevermögen ausgewiesen und die Erlöse aus der Vermietung werden innerhalb der Umsatzerlöse dargestellt.

Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Bei der Ermittlung der Anschaffungskosten werden Anschaffungsnebenkosten zugerechnet und Anschaffungspreisminderungen abgezogen. Die Herstellungskosten enthalten die direkten Material- und Fertigungskosten sowie den produktionsbezogenen Anteil der fixen und variablen Gemeinkosten. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem geschätzten, im normalen Geschäftsbetrieb erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der notwendigen Vertriebskosten. Zur verlustfreien Bewertung werden u.a. Bewertungsabschläge aufgrund von Gängigkeiten vorgenommen.

Finanzinstrumente und finanzielle Vermögenswerte

Die finanziellen Vermögenswerte setzen sich insbesondere aus Forderungen, derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert und Zahlungsmitteln zusammen. Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt nach IAS 39. Finanzielle Vermögenswerte werden bilanziert, wenn dem Konzern ein vertragliches Recht zusteht, Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte von Dritten zu erhalten. Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Erfüllungstag bilanziert. Der erstmalige Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, gegebenenfalls zuzüglich der Transaktionskosten. Transaktionskosten von finanziellen Vermögenswerten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, werden aufwandswirksam erfasst. Die Folgebewertung erfolgt gemäß der Zuordnung der finanziellen Vermögenswerte zu den Kategorien nach IAS 39.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte einschließlich derivativer Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrument designiert wurden. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Vermögenswerte dieser Kategorie werden erfolgswirksam erfasst. Der aus der Bewertung von derivativen Finanzinstrumenten resultierende Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst, es sei denn, das Derivat wird als Sicherungsinstrument im Rahmen einer Sicherungsbeziehung einbezogen (Hedge Accounting) und ist als solches wirksam. Im Berichtsjahr sowie im Vorjahr wurde jeweils kein Hedge Accounting angewendet.

Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten sowie unter Berücksichtigung möglicher Wertminderungen bewertet. Dieser Bewertungskategorie werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Forderungen sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.

Im Berichtsjahr wurden wie im Vorjahr finanzielle Vermögenswerte als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen in Form von kurzfristigen Termingeldern gehalten. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte lagen wie im Vorjahr nicht vor.

Finanzielle Vermögenswerte werden zu jedem Abschlussstichtag auf mögliche Wertminderungen untersucht. Liegen objektive Hinweise für eine Wertminderung vor, wird eine aufwandswirksame Wertberichtigung in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows vorgenommen und auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst. Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in Folgeperioden aufgrund von Ereignissen, die objektiv nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertberichtigung eingetreten sind, wird die Wertminderung in entsprechendem Umfang erfolgswirksam zurückgenommen. Wertgeminderte Forderungen werden ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich bewertet werden.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte hinsichtlich der Cashflows aus einem Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte zum Erhalt der Cashflows in einer Transaktion überträgt, in der auch alle wesentlichen mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Ein Anteil an solchen übertragenen finanziellen Vermögenswerten, die im Konzern entstehen oder verbleiben, wird als separater Vermögenswert oder separate Verbindlichkeit bilanziert.

3.2.2 Passiva

Eigenkapital

Als Eigenkapital werden Geld- und Sacheinlagen definiert, die einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründen. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Transaktionskosten sind Kosten, welche ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Diese werden unter Berücksichtigung sämtlicher Steuereffekte von der Kapitalrücklage in Abzug gebracht. Die Entwicklung des Eigenkapitals des va-Q-tec-Konzerns ist für die Geschäftsjahre 2017 und 2016 in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Eigene Anteile

va-Q-tec bilanziert die in 2016 erstmals erworbenen eigenen Anteile nach der sogenannten cost method, wonach die Anschaffungskosten der eigenen Anteile in einem separaten Posten innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen werden.

Anteilsbasierte Vergütungen

Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente an Arbeitnehmer werden zu dem beizulegenden Zeitwert des Eigenkapitalinstruments am Tag der Gewährung bewertet. Die Bewertung des Programms mit Zuteilungen in 2013 bzw. 2016 führte zu einem beizulegenden Zeitwert von 0 EUR bzw. 11,93 EUR je Option (vor Aktiensplit). Unter Berücksichtigung des Aktiensplits ergab sich ein beizulegender Zeitwert i.H.v. 5,97 EUR je Option für die Zuteilungen in 2016. Mit dem Eintritt des Börsengangs im September 2016 ist ein Exit-Event eingetreten, mit dem die Optionen ausübbar wurden und das Optionsprogramm beendet ist.

Weitere Informationen zu anteilsbasierten Vergütungen im va-Q-tec Konzern sind im Abschnitt "Sonstige Angaben" dargestellt.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen auch gewährt werden. Sie werden ertragswirksam in den Perioden erfasst, in denen der Konzern die entsprechenden Aufwendungen trägt, welche durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen. Zuwendungen der öffentlichen Hand, deren wichtigste Bedingung der Kauf, der Bau oder die sonstige Anschaffung langfristiger Vermögenswerte ist, werden als nicht-finanzielle Verbindlichkeit in der Bilanz erfasst. Die Auflösung erfolgt erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Ertrag auf Grundlage der Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts in 2017 erhielt die va-Q-tec AG weitere Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Anschaffung langfristiger Vermögenswerte i.H.v. 795 TEUR.

Rückstellungen

Rückstellungen werden ausgewiesen, wenn dem Konzern aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, die künftig wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führt und die Höhe dieser Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann.

Der als Rückstellung erfasste Betrag entspricht der bestmöglichen Schätzung des für die Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung notwendigen Gegenwerts zum Bilanzstichtag, wobei die Risiken und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Verpflichtung berücksichtigt werden. In die Bewertung der Rückstellungen fließen sämtliche maßgeblichen Kostenfaktoren ein. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden, sofern der Zinseffekt wesentlich ist, zum Bilanzstichtag mit ihrem abgezinsten Erfüllungsbetrag ausgewiesen. Wenn zu erwarten ist, dass der zur Erfüllung einer zurückgestellten Verpflichtung erforderliche wirtschaftliche Nutzen ganz oder teilweise von Dritten erstattet wird, so wird die Forderung als Vermögenswert erfasst, wenn es so gut wie sicher ist, dass die Erstattung erfolgt und die Höhe der Forderung verlässlich bewertet werden kann.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren oder der Erbringung der entsprechenden Dienstleistungen gebildet. Die Höhe der Rückstellung basiert auf der historischen Entwicklung sowie einer Schätzung der zukünftigen Gewährleistungsfälle.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Sie werden bei der erstmaligen Erfassung mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge - mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden - gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten, bewertet.

4 ERLÄUTERUNGEN

4.1 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

4.1.1 Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt auf:

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in TEUR 2017 2016
Produkte 18.031 11.287
Systeme 10.820 10.426
Dienstleistungen 17.366 13.189
Sonstige 709 627
Gesamt Konzern 46.926 35.529

Das Produktgeschäft umfasst die Produktion und den Vertrieb von Vakuumisolationspaneelen und Wärmespeicherkomponenten. Diese Produkte werden in folgende Branchen verkauft: Healthcare & Logistics, Appliances & Food, Technics & Industry, Mobility und Building. Durch die Gewinnung neuer Kunden in den Zielbranchen Kühlgeräte & Lebensmittel als auch Technik & Industrie und dem Ausbau des Bestandskundengeschäfts konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden, was sich aus der hohen Qualität, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der VIPs erklärt.

Das Systemgeschäft umfasst den Vertrieb von thermischen Verpackungen, die an Unternehmen aus der Healthcare & Logistics-Branche verkauft werden. Mit der neu eingeführten Thermo-Box "va-Q-one", einer kosteneffizienten Einweg-Lösung, konnten im Bereich Systeme erste Kunden gewonnen werden.

Das Geschäft mit Dienstleistungen umfasst das Container- und Boxen-Vermietungsgeschäft für den Transport von temperatursensiblen Gütern, mehrheitlich für Produkte aus der Pharma- und Biotech-Branche. Insbesondere Umsätze aus der europaweiten Vermietung von Thermo-Boxen aus dem Hub in Dublin erhöhten sich in 2017 deutlich. Sonstige Umsatzerlöse werden durch thermische Beratung und staatlich geförderte Forschungsprojekte erzielt.

Gegenüber dem Vorjahr konnte das Geschäft in den drei wesentlichen Bereichen Produkte, Systeme und Dienstleistungen zusammen ein Umsatzwachstum von 32 % erzielen. In den Umsatzerlösen des Bereichs Dienstleistungen sind auch Kompensationszahlungen durch Kunden für im Vermietnetzwerk nicht zurückgelieferte Thermo-Boxen im Umfang von 921 TEUR (Vj.: 528 TEUR) enthalten.

Für weitere Informationen verweisen wir auf die Segmentberichterstattung.

4.1.2 Aktivierte Eigenleistungen

Die nachfolgende Tabelle illustriert die Entwicklung der aktivierten Eigenleistungen in den Geschäftsjahren 2016 und 2017. Die aktivierten Eigenleistungen aus der Containerflotte und der Boxenflotte erhöhten sich in 2017 aufgrund des starken Wachstums der Geschäftstätigkeit in diesem Bereich deutlich.

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in TEUR 2017 2016
Aktivierte Eigenleistungen aus Container Sale-and-finance-leaseback Transaktionen 4.557 2.145
Aktivierte Eigenleistungen aus Aufbau Mietboxenflotte 1.312 1.287
sonstige aktivierte Eigenleistungen 833 1.075
Gesamt Konzern 6.702 4.507

Von den im Jahr 2017 insgesamt angefallenen Forschungs- und Entwicklungskosten i.H.v. 1.938 TEUR (Vj.: 1.246 TEUR) erfüllen 104 TEUR (Vj.: 52 TEUR) die Aktivierungskriterien nach IFRS. Die übrigen Forschungs- und Entwicklungskosten wurden in den entsprechenden Positionen der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung, überwiegend im Personalaufwand, erfasst.

4.1.3 Sonstige betriebliche Erträge

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in TEUR 2017 2016
Auflösung Sonderposten aus Container Sale-and-finance-leaseback Transaktionen 1.813 1.418
Aperiodische Erträge 456 79
Auflösung Sonderposten aus Zuwendungen der öffentlichen Hand 432 434
Kursgewinne 268 33
Einspeisevergütungen von Photovoltaikanlagen 21 20
Gewinne aus Anlagenverkäufen 2 -
Erträge aus Versicherungserstattungen - 4
Sonstige Erträge 156 111
Gesamt Konzern 3.148 2.099

Sonstige betriebliche Erträge i.H.v. 3.148 TEUR (Vj.: 2.099 TEUR) resultierten vorrangig sowohl aus planmäßigen und kontinuierlichen Auflösungen des Sonderpostens aus Sale-and-finance-leaseback Transaktionen und Zuwendungen der öffentlichen Hand sowie aus Fremdwährungsgeschäften und aperiodischen Erträgen.

4.1.4 Materialaufwand

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in TEUR 2017 2016
Aufwand für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe 16.658 13.363
Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.018 3.962
Gesamt Konzern 24.676 17.325

Der Materialaufwand stieg im Vergleich zu den Gesamterträgen überproportional von 17.325 TEUR auf 24.676 TEUR (+42 %), was zu einer höheren Materialaufwands-Quote von 43 % führt (Vj.: 40 %). Die Materialkosten beinhalten Kosten für Rohmaterialien und für bezogene Leistungen, insbesondere Logistikdienstleistungen im Container-Rental-Geschäft. Trotz einer erhöhten Effizienz im Einkauf und eines optimierten Flottenmanagements wird die Kostenquote durch den veränderten Produktmix belastet. Aufgrund des starken Wachstums des Geschäftsbereichs Produkte überwiegt der Effekt aus der materialkostenintensiveren Herstellung von Vakuumisolationspaneelen.

4.1.5 Personalaufwand

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Personalaufwendungen in den Geschäftsjahren 2016 und 2017:

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in TEUR 2017 2016
Löhne und Gehälter 13.243 10.228
Soziale Abgaben 2.373 1.587
Gesamt Konzern 15.616 11.815

Der Personalaufwand wuchs von 11.815 TEUR im Vorjahr auf 15.616 TEUR im Berichtszeitraum 2017 (+32 %); die Personalaufwandsquote nahm jedoch relativ zu den Gesamterträgen von 28 % auf 27 % ab. Der absolute Anstieg ist im Wesentlichen sowohl auf die Einstellung neuer Mitarbeiter im Bereich Produktion als auch auf die Rekrutierung von hochqualifiziertem Fachpersonal zurückzuführen. Das Wachstum der va-Q-tec Gruppe, der aktuelle Produktmix und die ständige Optimierung der Geschäftsprozesse führten zu diesem Zuwachs.

Die sozialen Abgaben enthalten im Wesentlichen die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Sozialversicherung. Für Mitarbeiter in Deutschland besteht ein beitragsorientierter Pensionsplan im Rahmen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, in die der va-Q-tec-Konzern in Höhe eines im Berichtszeitraum gültigen Beitragssatzes von 9,35 % (Vj.: 9,35 %) (Arbeitgeberanteil) der rentenpflichtigen Vergütung einzuzahlen hat. Die geleisteten Beiträge betrugen im Berichtsjahr 892 TEUR (Vj.: 657 TEUR). Zusätzlich leistet die va-Q-tec AG im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge für ihre Mitarbeiter Zuschüsse zu Direktversicherungen i.H.v. 86 TEUR (Vj.: 74 TEUR). Darüber hinaus besteht ein beitragsorientierter Pensionsplan in den Tochtergesellschaften UK und Korea. In der englischen Gesellschaft wurden Beiträge in Höhe von 57 TEUR (Vj.: 40 TEUR) und in der koreanischen Gesellschaft 12 TEUR (Vj.: 0 TEUR) aufwandswirksam erfasst. Für die Vorstandsmitglieder bestehen darüber hinaus seit 2014 beitragsorientierte Leistungszusagen, für die im Berichtsjahr 20 TEUR (Vj.: 22 TEUR) in eine externe kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse eingezahlt wurden. Insgesamt wurden somit Aufwendungen zu beitragsorientierten Pensionsplänen i.H.v. 1.067 TEUR (Vj.: 794 TEUR) erfasst.

Die Löhne und Gehälter enthalten für das Geschäftsjahr 2017 keine Kosten aus der Gewährung von Optionen an Mitarbeiter (Vj.: 169 TEUR). Für weitere Erläuterungen zu anteilsbasierter Vergütung verweisen wir auf Kapitel 5.3.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 stellt sich wie folgt dar:

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Anzahl der Beschäftigten 2017 2016
Männliche Beschäftigte 258 193
Weibliche Beschäftigte 100 74
Gesamt Konzern 358 267

4.1.6 Abschreibungen

Im Geschäftsjahr 2017 wurden planmäßige Abschreibungen i.H.v. 7.528 TEUR (Vj.: 5.639 TEUR) vorgenommen. Es gab in beiden Geschäftsjahren keine außerplanmäßigen Wertminderungen oder Zuschreibungen. Die Steigerung um 34 % ist vor allem auf die hohen Investitionen zum Aufbau der Container- und Boxenflotten zurückzuführen.

4.1.7 Sonstiger betrieblicher Aufwand

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in TEUR 2017 2016
Rechts- Patent-, und Beratungskosten 2.208 1.356
Marketing und Vertrieb 1.551 1.389
Mieten und Leasing 1.092 958
Frachten 728 509
Kursverluste 723 84
Reparatur und Instandhaltung 705 639
Aufwendungen für Anlagenabgang (Boxen) 539 327
Sonstiger Personalaufwand 516 318
IT und sonstige Bürokosten 463 377
Versicherungen und Beiträge 314 191
Aperiodische Aufwendungen 260 138
Vergütung des Aufsichtsrats 164 125
Aufwendungen in Zusammenhang mit dem Börsengang - 1.568
Sonstiges 682 543
Gesamt Konzern 9.945 8.522

Der sonstige betriebliche Aufwand verzeichnet im Berichtszeitraum 2017 trotz der nur im Vorjahr angefallenen Aufwendungen in Zusammenhang mit dem Börsengang einen Anstieg um 17 % auf 9.945 TEUR (Vj.: 8.522 TEUR). Grund hierfür waren unter anderem Effekte aus Fremdwährungsgeschäften sowie höhere Kosten für IT-Beratung, Rechtsberatung und Zertifizierungskosten durch die gestiegenen Anforderungen im Rahmen der Börsennotierung und im Zuge der Geschäftsausweitung. Bedingt durch das Unternehmenswachstum weisen zudem sowohl die Versicherungsaufwendungen als auch Gebühren einen Anstieg auf. Aperiodische Aufwendungen beinhalten im Berichtszeitraum erstmals Aufwendungen für den Geschäftsbericht 2016. Des Weiteren führten außerplanmäßige und einmalige Aufwendungen für aus dem Netzwerk abgegangene Mietboxen in Höhe von 539 TEUR, welchen gleichzeitig ein Erlös gegenübersteht, zu erhöhten Aufwendungen.

4.1.8 Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen

Aus einer at-equity bilanzierten Beteiligung resultierte im Geschäftsjahr ein anteiliges negatives Ergebnis i.H.v. 79 TEUR (Vj.: 59 TEUR).

4.1.9 Finanzergebnis

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in TEUR 2017 2016
Zinserträge 360 -
Erträge aus derivativen Finanzinstrumente 27 4
Finanzerträge 387 4
Zinsaufwendungen -377 -462
Aufwendungen aus derivativen Finanzinstrumente - -388
Zinsen aus Finanzierungsleasing -523 -773
Finanzaufwendungen -900 -1.623
Finanzergebnis -513 -1.619

Das Finanzergebnis ist im Wesentlichen geprägt durch einen einmaligen Effekt im Zusammenhang mit dem Grundstücks- und Gebäudeerwerb des neuen Firmensitzes in Deutschland. Die zunächst vom Verkäufer im Rahmen des Kaufvertrags übernommenen Verpflichtungen, bewertet zum Fair Value i.H.v. 7.024 TEUR, konnten im Rahmen der späteren Refinianzierungsverhandlungen mit den Banken reduziert werden. Hierdurch konnte im zweiten Quartal ein Nettoertrag i.H.v. 360 TEUR erzielt werden. Des Weiteren wirkt sich positiv aus, dass sich die Aufwendungen für Zinsen aus Finanzierungsleasing aufgrund des verbesserten Ratings und trotz der starken Flottenausweitung rückläufig entwickelten.

4.1.10 Ertragsteuern

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in TEUR 2017 2016
Tatsächlicher Steueraufwand (Steuerertrag)    
laufende Periode 7 -159
Vorperioden - -4
Latenter Steueraufwand (Steuerertrag) -59 -150
Gesamt Konzern -52 -313

Latente Steuern werden anhand der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden.

Die steuerliche Überleitungsrechnung erläutert den Zusammenhang zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand, der sich aus dem IFRS-Konzernergebnis (vor Ertragsteuern) durch Anwendung eines Ertragsteuersatzes von 30,2 % (Vj.: 30,6 %) ergibt. Der verwendete Ertragsteuersatz entspricht jeweils dem durchschnittlichen inländischen Steuersatz der va-Q-tec AG, der sich aus der Körperschaftsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag) und der Gewerbesteuer zusammensetzt. Dieser hat sich in 2017 aufgrund eines niedriger anzusetzenden Gewerbesteuersatzes der va-Q-tec AG gemindert.

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in TEUR 2017 2016
Konzernergebnis vor Steuern -910 -2.101
Ertragssteuersatz 30,2 % 30,6 %
Erwarteter Ertragssteueraufwand (Steuerertrag) -275 -642
Steuerfreie Erträge -13 -2
Steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 54 51
Wertberichtigung und Nichtansatz aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen 148 505
Gewinn des laufenden Jahres, für die keine latente Steuer angesetzt wurde (IAS 12.15b) -254 -
Effekte Steuersatzänderung 154 -58
Verwendung von nicht aktivierten Verlustvorträgen 0 -149
Periodenfremde Ertragssteuern -48 4
Abweichende ausländische Steuerersätze 232 -24
Sonstige Effekte -50 2
Ausgewiesener Steueraufwand (Steuerertrag) -52 -313

Der Betrag der direkt im Eigenkapital erfassten latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:

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2017 2016
in TEUR vor Steuern latente Steuer nach Steuern vor Steuern latente Steuer nach Steuern
"In der Kapitalrücklage verrechnetet Eigenkapitaltransaktionskosten" - - - -2.327 711 -1.615
"Anteilige Erstattungen von Eigenkapitalstransaktionskosten durch Aktionären" - - - 470 -144 326
"Effekt auf die Kapitalrücklage" - - - -1.857 568 -1.289

Die nachfolgende Übersicht gibt an, welchen Bilanzpositionen die aktiven und passiven latenten Steuern zuzuordnen sind:

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31.12.2017
in TEUR
Aktive latente Steuer 31.12.2017 Passive latente Steuer 31.12.2017
AKTIVA    
Immaterielle Vermögenswerte - 243
Sachanlagen 332 37
Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen - -
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - 10
Vorräte 56 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 14
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - 1
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle finanzielle Vermögenswerte - -
PASSIVA - -
Langfristige Rückstellungen - -
Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 16 -
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 1.637 -
Kurzfristige Rückstellungen - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten - -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 705 -
Verlustvorträge 439 -
Summe latente Steuern vor Saldierung 3.185 305
Saldierung -305  
Bilanzausweis 2.880  
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31.12.2016
in TEUR
Aktive latente Steuer 31.12.2016 Passive latente Steuer 31.12.2016
AKTIVA    
Immaterielle Vermögenswerte - 30
Sachanlagen 166 182
Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen - -
Langfristige finanzielle Vermögenswerte - 23
Vorräte 87 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 12
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte - -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte - -
PASSIVA - -
Langfristige Rückstellungen - -
Langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 24 -
Sonstige langfristige nicht-finanzielle Vermögenswerte 1.887 -
Kurzfristige Rückstellungen 4 -
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten - -
Sonstige kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten - -
Verlustvorträge 919 -
Summe latente Steuern vor Saldierung 3.087 247
Saldierung -247  
Bilanzausweis 2.840  

Aktive latente Steuern werden nur dann angesetzt, wenn die Realisierbarkeit dieser Steuervorteile wahrscheinlich ist. Dabei werden alle zurzeit bekannten positiven und negativen Einflussfaktoren auf die zukünftigen steuerlichen Ergebnisse berücksichtigt. Von den aktiven latenten Steuern entfallen 684 TEUR (Vj.: 1.013 TEUR) auf Einzelgesellschaften, die in der laufenden Periode oder in der Vorperiode steuerliche Verluste erlitten haben. Der Konzern geht aufgrund der weitgehend positiven Geschäftsentwicklung (bereinigt um die Sondereffekte des Börsengangs) grundsätzlich von einer Nutzbarkeit der aktivierten latenten Steueransprüche aus. Insbesondere in der Produktionsgesellschaft (va-Q-tec AG) als auch im Container-Service Geschäft (va-Q-tec Ltd. (UK)) wurden in den Jahren 2012 bis 2017 umfangreiche Investitionen in Personal, Technologie und Kapazität getätigt, die die notwendige Basis für Wachstum bieten. Mittelfristig wird von einer dauerhaften Profitabilität ausgegangen, bei der die latenten Steueransprüche genutzt werden können.

Zum 31.12.2017 bestehen steuerliche Verlustvorträge i.H.v. 1.872 TEUR (31.12.2016: 1.305 TEUR), für die keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Diese steuerlichen Verlustvorträge resultieren aus der Tochtergesellschaft in UK. In 2017 wurden die aktiven latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge, aufgrund der diesjenigen Verlustsituation der Gesellschaft, auf die Höhe der vorhandenen passiven latenten Steuern begrenzt. In 2017 war keine weitere Wertminderung der aktiven latenten Steuern (Vj.: 91 TEUR) erforderlich. Die steuerlichen Verlustvorträge in UK sind unbegrenzt nutzbar.

Die in 2016 aktivierte latente Steuer auf Verlustvorträge in der va-Q-tec AG i.H.v. 572 TEUR konnte aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in 2017 bereits mit einem Betrag i.H.v. 310 TEUR genutzt werden und beträgt zum 31.12.2017 noch 262 TEUR.

Die in 2016 erstmalig aktivierten latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge der Tochtergesellschaften in Korea i.H.v. 11 TEUR und den USA i.H.v. 152 TEUR haben sich wie folgt entwickelt: Die aktivierte latente Steuer auf die steuerlichen Verlustvorträge in Korea konnte aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung bisher fast vollständig verwendet werden. In den USA hat sich die Änderung des Steuersatzes i.H.v. 51 TEUR mindernd auf die steuerlichen Verlustvorträge ausgewirkt. Gegenläufig hat sich die Veränderung des Verlustvortrages sowie ein Währungseffekt ausgewirkt, so dass die aktive latente Steuer auf die steuerlichen Verlustvorträge in den USA 110 TEUR beträgt.

Die steuerlichen Verlustvorträge in den USA sind bis zu 20 und in Korea bis zu 10 Jahren nutzbar.

4.1.11 Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien.

Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie wird im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht mehr ausgewiesen, da die Aktienoptionen in 2017 in vollem Umfang ausgeübt wurden.

Das Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar:

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2017 2016
Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen (in TEUR) -858 -1.727
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien 12.992.236 10.089.773
Ergebnis je Aktie (in EUR) -0,07 -0,17
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien - verwässert - 10.186.068
Ergebnis je Aktie - verwässert (in EUR) - -0,17

Gewichteter Durchschnitt der Aktien

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Anzahl der Aktien 2017 2016
Ausgegebene Aktien zum 1. Januar 12.955.036 4.578.187
Retrospektive Auswirkung der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Aktiensplit) - 4.578.187
Auswirkung aus Erwerb eigener Anteile -6.390 -186.144
Auswirkung aus Ausgabe eigener Anteile gegen Sacheinlage Grundstück - 76.274
Auswirkung der Sacheinlage Minderheitenanteil va-Q-tec Ltd. (UK) - 55.691
Auswirkung der Kapitalerhöhung zum Börsengang - 955.479
Auswirkung der erdienten Aktienoptionen -zeitanteilig nach Börsengang - 32.098
Auswirkungen der Ausübungen von Aktienoptionen 43.590 -
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien (unverwässert) zum 31. Dezember 12.992.236 10.089.773
Auswirkung der erdienten Aktienoptionen - vor Börsengang - 96.295
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien (verwässert) zum 31. Dezember 12.992.236 10.186.068

Zur Zusammensetzung des Grundkapitals verweisen wir auf die Erläuterungen zum Eigenkapital unter 4.2.2.1.

4.2 BILANZ

4.2.1 Aktiva

4.2.1.1 Immaterielle Vermögenswerte

Anlagespiegel

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am 01.01.2017 Kursdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2017
1. Software und sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte 758 - 82 - - 840
2. Selbst erstellte immaterielle Vermögenwerte 107 - 320 - - 427
3. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte im Bau   - 179 - - 179
Summe immaterielle Vermögenswerte 865 - 581 - - 1.446
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Abschreibung
in TEUR Stand am 01.01.2017 Kursdifferenzen im Geschäftsjahr Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2017
1. Software und sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte 415 - 108 - - 523
2. Selbst erstellte immaterielle Vermögenwerte 9 - 29 - - 38
3. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte im Bau - - - - - -
Summe immaterielle Vermögenswerte 424 - 137 - - 561
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Buchwerte
in TEUR Stand am 31.12.2017 Stand am 31.12.2016
1. Software und sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte 317 343
2. Selbst erstellte immaterielle Vermögenwerte 389 98
3. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte im Bau 179 -
Summe immaterielle Vermögenswerte 885 441

Anlagespiegel

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am 01.01.2016 Kursdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2016
1. Software und sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte 657 - 130 - 29 758
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte - - 52 55 - 107
3. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte im Bau 55 - - -55 - -
4. Geschäfts- oder Firmenwert - - - - - -
Summe immaterielle Vermögenswerte 713 - 181 - 29 865
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Abschreibung
in TEUR Stand am 01.01.2016 Kursdifferenzen Abschreibungen im Geschäftsjahr Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2016
1. Software und sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte 347 - 96 - 28 415
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte - - 9 - - 9
3. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte im Bau - - - - - -
4. Geschäfts- oder Firmenwert - - - - - -
Summe immaterielle Vermögenswerte 347 - 105 - 28 424
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Buchwerte
in TEUR Stand am 31.12.2016 Stand am 31.12.2015
1. Software und sonstige erworbene immaterielle Vermögenswerte 343 310
2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte 98 -
3. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte im Bau - 55
4. Geschäfts- oder Firmenwert - -
Summe immaterielle Vermögenswerte 441 365

Die Zugänge der Position selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte enthalten aktivierte Eigenleistungen aus Produkt- und Softwareentwicklungen.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen oder Zuschreibungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr entsprechend nicht vorgenommen.

4.2.1.2 Sachanlagevermögen

Anlagenspiegel

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am 01.01.2017 Kursdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2017
1. Grundstücke und Gebäude 6.636 - 14.842 -1.642 - 19.836
2. technische Anlagen und Maschinen 11.890 - 1.563 1.366 -24 14.843
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.275 -5 2.725 399 1.071 7.323
4. Containerflotte 18.534 - 11.099 179 3.416 26.396
5. Anlagen im Bau 3.910 -1 6.341 -1.916 - 8.334
Summe Sachanlagenvermögen 46.245 -6 36.570 -1.614 4.463 76.732
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Abschreibung
in TEUR Stand am 01.01.2017 Kursdifferenzen im Geschäftsjahr Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2017
1. Grundstücke und Gebäude 980 - 340 -9 - 1.311
2. technische Anlagen und Maschinen 5.386 - 1.336 -169 -30 6.583
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.526 2 1.324 65 577 3.340
4. Containerflotte 5.942 - 4.391 113 350 10.096
5. Anlagen im Bau - - - - - -
Summe Sachanlagenvermögen 14.834 2 7.391 - 897 21.330
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Buchwerte
in TEUR Stand am 31.12.2017 Stand am 31.12.2016
1. Grundstücke und Gebäude 18.525 5.656
2. technische Anlagen und Maschinen 8.260 6.505
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.983 2.749
4. Containerflotte 16.300 12.591
5. Anlagen im Bau 8.334 3.910
Summe Sachanlagenvermögen 55.402 31.411

Anlagenspiegel

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am 01.01.2016 Kursdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2016
1. Grundstücke und Gebäude 4.980 - 1.656 - - 6.636
2. technische Anlagen und Maschinen 11.555 - 302 37 4 11.890
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.892 1 1.824 1.196 638 5.275
4. Containerflotte 14.086 - 4.565 -31 86 18.534
5. Anlagen im Bau 4.185 - 927 -1.202 - 3.910
Summe Sachanlagevermögen 37.698 1 9.274 - 728 46.245
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Abschreibung
in TEUR Stand am 01.01.2016 Kursdifferenzen im Geschäftsjahr Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2016
1. Grundstücke und Gebäude 816 - 164 - - 980
2. technische Anlagen und Maschinen 4.078 - 1.189 122 3 5.386
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.102 - 749 - 325 2.526
4. Containerflotte 2.659 - 3.432 -122 27 5.942
5. Anlagen im Bau - - - - - -
Summe Sachanlagevermögen 9.655 - 5.534 - 355 14.834
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Buchwerte
in TEUR Stand am 31.12.2016 Stand am 31.12.2015
1. Grundstücke und Gebäude 5.656 4.164
2. technische Anlagen und Maschinen 6.504 7.477
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.749 789
4. Containerflotte 12.592 11.428
5. Anlagen im Bau 3.910 4.185
Summe Sachanlagevermögen 31.411 28.043

In den Sachanlagen werden Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing ausgewiesen. Diese entfallen zum 31.12.2017 mit einem Nettobuchwert i.H.v. 14.634 TEUR (Vj.: 12.254 TEUR) auf die Containerflotte. In den technischen Anlagen und Maschinen sind weitere Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing-Vereinbarungen mit einem Nettobuchwert zum 31.12.2017 von 961 TEUR (Vj.: 844 TEUR) enthalten.

Des Weiteren hat die AG für die betriebliche Erweiterung eine bestehende Gewerbeimmobilie in Würzburg erworben. Die Anschaffungskosten des Grundstücks und Gebäudes inklusive Nebenkosten betrugen 10.632 TEUR. Im Februar 2017 wurde bereits im Gewerbegebiet Heuchelhof eine Fläche mit Lagerhalle im Wert von 2.609 TEUR erworben.

Zum Bilanzstichtag haben sich die Anlagen im Bau auf 8.334 TEUR (Vj.: 3.910 TEUR) erhöht. Diese Erhöhung stammt hauptsächlich aus dem im Bau befindlichen zusätzlichen Produktionsgebäude in Kölleda und der planmäßigen Sanierung des neuen Standortes in Würzburg.

Folgende Sachanlagen dienen zur Besicherung von Finanzschulden:

Sämtliche Gebäude und Grundstücke in Kölleda dienen als Sicherheiten für langfristige Bankdarlehen.

Das Gebäude und Grundstück Alfred-Nobel-Str. 33 in Würzburg dient mit einer Grundschuld von 11.500 TEUR als Sicherheit für zwei langfristige Bankdarlehen.

Die Photovoltaik-Anlage sowie eine Produktionsanlage am Standort Kölleda mit einem Buchwert von 881 TEUR (Vj.: 844 TEUR) dienen als Sicherheiten für die Finanzierung der Bank bzw. der Leasinggesellschaft. Von den übrigen technischen Anlagen und Maschinen dient ein Anteil mit einem Buchwert von 5.607 TEUR (Vj.: 4.731 TEUR) als Sicherheit für langfristige Bankdarlehen.

Aus der Kategorie "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung" dienen Vermögenswerte i.H.v. 1.037 TEUR (Vj.: 950 TEUR) am Standort Kölleda als Sicherheiten für langfristige Bankdarlehen.

Fertige aber noch nicht in Betrieb genommene Container im Anlagevermögen der Muttergesellschaft i.H.v. 179 TEUR (Vj.: 382 TEUR) dienen als Besicherung eines in 2016 abgeschlossenen Multibankenkredits.

Die Containerflotte aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen dient den Leasinggesellschaften als Sicherheit für die von ihnen gewährten Finanzierungen.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen oder Zuschreibungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr entsprechend nicht vorgenommen.

4.2.1.3 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Anlagespiegel

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Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Stand am 01.01.2017 Kursdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2017
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien - - - 1.614 - 1.614
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Abschreibung
in TEUR Stand am 01.01.2017 Kursdifferenzen im Geschäftsjahr Umbuchungen Abgänge Stand am 31.12.2017
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien - - - - - -
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Buchwerte
in TEUR Stand am 31.12.2017 Stand am 31.12.2016
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 1.614 -

Am Standort Würzburg wurde im Februar 2017 eine an das bereits 2016 erworbene Grundstück angrenzende Fläche samt Lagerhalle erworben, um dort eine integrierte Produktions- und Verwaltungsstätte bauen zu können. Aufgrund einer kurzfristig eingetretenen Marktchance wurde im April 2017 ein weiteres größeres Grundstück samt bestehender Produktions- und Verwaltungsgebäude in der Alfred-Nobel-Str. 33 in Würzburg erworben, um diese für die Zusammenlegung der Würzburger Standorte zu einer Management-, Technologie- und Logistikzentrale zu nutzen. Damit wurde in 2017 begonnen.

Die in 2016 erworbenen, unbebauten Grundstücke werden zum 31.12. entgegen der ursprünglichen Planung zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten, da zur Zeit geprüft wird, welcher künftigen Nutzung die Grundstücke zugeführt werden. Aus diesem Grund werden diese Grundstücke zum Stichtag in die "als Finanzinvestition gehaltene Immobilien" mit ihrem Buchwert von 1.614 TEUR umgegliedert. Aufgrund der zeitlichen Nähe des Erwerbs unter fremdem Dritten entspricht der Fair Value der Grundstücke dem ausgewiesen Buchwert. Der Fair Value der als Finanzinvestionen gehaltenen Immobilien bemisst sich nach der Hierarchiestufe 1 im Sinne des IFRS 13.

Es wurden keine Indikatoren für eine mögliche Wertminderung identifiziert. Außerplanmäßige Wertminderungen gemäß IAS 36 wurden im Berichtszeitraum entsprechend nicht vorgenommen.

4.2.1.4 At-equity bilanzierte Beteiligungen

Im September 2015 hat die va-Q-tec AG für 375 TEUR einen Minderheitenanteil an der SUMTEQ GmbH, Köln erworben und diesen im November 2016 für weitere 125 TEUR erhöht. SUMTEQ ist ein junges, derzeit noch forschungsorientiertes Technologieunternehmen, das innovative Schäume entwickelt, die zukünftig als leistungsfähige Kernmaterialien für VIPs eingesetzt werden können. Die Beteiligung wurde in 2016 vertragsgemäß erhöht, nachdem ein wesentlicher Entwicklungsmeilenstein durch die SUMTEQ GmbH erreicht wurde.

Im Juli 2017 wurde zwischen der va-Q-tec AG, einem weiteren Investor und der SUMTEQ GmbH ein Wandeldarlehensvertrag abgeschlossen. Laut Vertrag kann SUMTEQ von der va-Q-tec AG Darlehen i.H.v. 450 TEUR in Anspruch nehmen. Im Gegenzug hat die va-Q-tec AG das Recht auf eine Rückzahlung des Darlehensbetrags zu verzichten und stattdessen weitere Anteile der SUMTEQ zu vergünstigten Konditionen zu erwerben. Zum 31.12.2017 hatte die SUMTEQ noch kein Darlehen von den Gesellschaftern abgerufen. Weitere Informationen zum Wandeldarlehensvertrag finden sich im Kapitel "Sonstige finanzielle Verpflichtungen".

Die nachstehende Tabelle fasst die Finanzinformationen von SUMTEQ, berichtigt um Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt und unter entsprechender Fortentwicklung der Effekte auf den Bilanzstichtag, zusammen. Die Tabelle zeigt auch eine Überleitung der zusammengefassten Finanzinformationen auf den ausgewiesenen Buchwert des Anteils der va-Q-tec an SUMTEQ. Die Informationen in der dargestellten Tabelle beinhalten die Ergebnisse von SUMTEQ für das Geschäftsjahr 2017 sowie für die Vergleichsperiode 2016.

Finanzinformationen SUMTEQ GmbH

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in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Langfristige Vermögenswerte 1.402 1.497
Kurzfristige Vermögenswerte 72 382
Langfristige Schulden -420 -449
Kurzfristige Schulden -196 -146
Nettovermögen (100 %) 858 1.284
Anteil des Konzerns am Nettovermögen (18,5 %; Vj.: 18,5 %) 159 238
Geschäfts- oder Firmenwert 198 198
Buchwert der at-Equity bilanzierten Beteiligung 357 436

Finanzinformationen SUMTEQ GmbH

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in TEUR 2017 2016
Umsatzerlöse 132 64
Periodenergebnis -426 -320
Sonstiges Ergebnis - -
Gesamtergebnis (100 %) -426 -320
Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis (18,5 °%) -79 -59

4.2.1.5 Sonstige langfristige und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2017
Termingeld und Geldmarktfonds> drei Monate - 9.000 9.000
Debitorische Kreditoren - 33 33
Kautionen 170 2 172
Übrige 113 82 195
Gesamt Konzern 283 9.117 9.400

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2016
Termingeld und Geldmarktfonds> drei Monate - 30.000 30.000
Debitorische Kreditoren - 80 80
Kautionen 64 1 65
Übrige 3 103 106
Gesamt Konzern 67 30.184 30.251

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind weder überfällig noch wertgemindert. Bei den Termingeldern handelt es sich um kurzfristige strafzinsschonende Geldanlagen mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten.

4.2.1.6 Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2017
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 458 - 458
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlage 1 - 1
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte - 12 12
Forderungen aus Umsatzsteuer - 1.623 1.623
Aktive Rechnungsabgrenzung 175 306 481
Übrige - 163 163
Gesamt Konzern 634 2.105 2.739

Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2016
Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte 41 - 41
Geleistete Anzahlungen auf Sachanlage - - -
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte - 1 1
Forderungen aus Umsatzsteuer - 545 545
Aktive Rechnungsabgrenzung 194 171 365
Übrige - 31 31
Gesamt Konzern 235 748 983

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Ansprüche auf Rückerstattung der Energiesteuer sowie Ansprüche aus Kundenbeziehungen.

4.2.1.7 Vorräte

Der Bestand der Vorräte hat sich wegen der gestiegenen Geschäftstätigkeit der va-Q-tec insgesamt um 3.258 TEUR (Vj.: 1.107 TEUR) erhöht.

Vorräte

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in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.994 2.603
Unfertige Erzeugnisse 307 233
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.641 2.848
Gesamt Konzern 8.942 5.684

In den Vorräten sind zum 31.12.2017 Wertminderungen i.H.v. 356 TEUR (Vj.: 292 TEUR) berücksichtigt. Die Veränderungen der Wertberichtigungen wurden jeweils erfolgswirksam in den Bestandsveränderungen erfasst. Wertaufholungen sind im Berichtszeitraum sowie im Vorjahr nicht erfolgt. Der Buchwert, der zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräte, beträgt zum 31.12.2017 912 TEUR (Vj.: 586 TEUR).

Vorräte der Muttergesellschaft i.H.v. 8.827 TEUR (Vj.: 5.621 TEUR) dienten durch Sicherungsübereignung der Besicherung eines in 2016 abgeschlossenen Multibankenkredits. Für weitere Informationen zum Multibankenkredit verweisen wir auf die Erläuterungen zu Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Kapitel 4.2.2.3).

4.2.1.8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Falls ein Ausfallrisiko eines Kunden besteht, werden Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Die Beurteilung der Höhe des Risikos erfolgt durch den jeweiligen Geschäftsbereichsleiter auf Basis einer Einzelfallanalyse.

Entwicklung der Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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in TEUR 2017 2016
Stand 01.01. 31 40
Verbrauch - -
Auflösung - -9
Zuführung 15 -
Stand 31.12. 46 31

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 4.644 TEUR (Vj.: 4.273 TEUR) dienten durch Globalzession der Besicherung eines in 2016 abgeschlossenen Multibankenkredits. Für weitere Informationen zum Multibankenkredit verweisen wir auf die Erläuterungen zu Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Kapitel 4.2.2.3).

Für weitere Informationen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf die Erläuterungen zu Finanzinstrumenten (Kapitel 4.4) und zum Risikomanagement (Kapitel 4.6).

4.2.1.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände sowie Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten, die beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben.

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in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Giroguthaben 5.189 2.599
Sparguthaben 10 2.000
Kassenstand 2 1
Gesamt Konzern 5.201 4.600

4.2.2 Passiva

4.2.2.1 Eigenkapital

Die Entwicklung des Eigenkapitals und des Gesamtergebnisses sind in der "Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung" gesondert dargestellt. Die Bestandteile des Gesamtergebnisses sind in der Gesamtergebnisrechnung aggregiert dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital des Mutterunternehmens va-Q-tec AG ausgewiesen. Das Grundkapital der va-Q-tec AG beträgt 13.090 TEUR eingeteilt in 13.089.502 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Namensaktien. Das Grundkapital ist voll eingezahlt. Die Aktien notieren im Börsensegment "Prime Standard" der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktien sind alle mit identischen Rechten und Pflichten ausgestattet. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme. Ausgenommen davon sind die von der Gesellschaft selbst gehaltenen Aktien, aus denen der va-Q-tec AG keine Rechte, wie beispielsweise das Abstimmungsrecht auf der Hauptversammlung, erwachsen. Die va-Q-tec AG hielt zum Bilanzstichtag 13.566 eigene Aktien. Das ausgegebene Kapital beträgt zum Bilanzstichtag daher 13.075.936 Aktien.

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Anzahl der Aktien Nominalwert
in TEUR
Stammaktien 13.089.502 13.090
Stand 31.12.2017 13.089.502 13.090
Stammaktien 13.089.502 13.090
Stand 31.12.2016 13.089.502 13.090

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 31.05.2016 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 30.05.2021 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 4.278 TEUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft wurde in 2017 nicht verändert. Das bedingte Kapital dient der Gewährung von Aktien bei Ausübung von Wandlungs- und Optionsrechten bzw. bei Erfüllung von Wandlungs- oder Optionspflichten an die Inhaber bzw. Gläubiger der aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 31. Mai 2016 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen bzw. Kombinationen dieser Instrumente. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem bedingten Kapital wurde 2017 nicht durchgeführt.

Eigene Anteile

Die eigenen Anteile haben sich in 2017 von 134.466 Aktien per 31.12.2016 um 120.900 Aktien vermindert, da es im Februar (18.790 Aktien) und Oktober (109.610 Aktien) zur Ausübung von Aktienoptionen durch Mitarbeiter kam, die von der va-Q-tec AG durch die Übertragung von eigenen Aktien beglichen wurden. Gegenläufig wirkte sich der Rückkauf von Aktien im Februar (7.500 Aktien) aus. Somit liegen die eigenen Anteile zum 31.12.2017 bei 13.566 Aktien.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen die Einzahlungen und Sacheinlagen von Aktionären. Die Kapitalrücklage verminderte sich in 2017 insgesamt um 509 TEUR auf 46.158 TEUR (Vj.: 46.666 TEUR). Die Veränderung resultiert aus der Übertragung von Aktien auf Mitarbeiter im Zuge des Aktienoptionprogrammes:

Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis

Das kumulierte sonstige Konzernergebnis enthält die Rücklage aus der Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen beinhalten im Wesentlichen die kumulierten Ergebnisvorträge, die Unterschiedsbeträge aus der erstmaligen Anwendung von IFRS sowie den Anteil an dem Konzernergebnis der Periode, welcher den Eigentümern der va-Q-tec AG zuzurechnen ist.

4.2.2.2 Langfristige und kurzfristige Rückstellungen

Rückstellungen

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in TEUR Gewährleistungen Archivierung Prozesskosten Sonstiges Gesamt
Stand 01.01.2017 - 13 26 16 55
Zuführung - 4 25 35 64
Inanspruchnahme - - 26 12 38
Auflösung - - - 4 4
Stand 31.12.2017 - 17 25 35 77
langfristig - 17 - 22 39
kurzfristig - - 25 13 38

Rückstellungen

scroll
in TEUR Gewährleistungen Archivierung Prozesskosten Sonstiges Gesamt
Stand 01.01.2016 25 17 17 64 123
Zuführung - - 23 12 35
Inanspruchnahme - - 6 - 6
Auflösung 25 4 8 60 97
Stand 31.12.2016 - 13 26 16 55
langfristig - 13 - 4 17
kurzfristig - - 26 12 38

Die Prozesskostenrückstellungen beinhalten die erwarteten Kosten aus laufenden und drohenden Rechtsstreitigkeiten. Die sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für drohende Verluste aus nicht kostendeckenden Produktverkäufen an Kunden und Rückstelllungen für offene Dienstleistungen von Lieferanten.

Auf die Abzinsung langfristiger Rückstellungen wurde unter Wesentlichkeitsaspekten verzichtet.

4.2.2.3 Langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen aus langfristigen Investitionsdarlehen zur Finanzierung von Grundstücken, Gebäuden und Anlagen sowie aus kurzfristigen Kontokorrentlinien zur Finanzierung des Umlaufvermögens.

Die langfristigen Investitionsdarlehen unterliegen Covenants hinsichtlich Verschuldungsgrad und Eigenkapitalquote der va-Q-tec AG sowie des Konzerns. Sie sind besichert durch Grundschulden und Sicherungsübereignungen von Maschinen und Einrichtungsgegenständen. Die langfristigen Darlehen haben verbleibende Laufzeiten von bis zu 10 Jahren. Das Risiko aus variablen Verzinsungen von Darlehen wurde wie in der Vergangenheit durch Zinsswaps abgesichert. Hedge Accounting nach IAS 39 wird dabei nicht angewandt.

Im September 2016 wurde mit den bestehenden Hausbanken ein Multibankenvertrag geschlossen, der die bestehenden Kontokorrentlinien bündelt und erweitert und einen einheitlichen und skalierbaren Rahmen für die kurzfristige Finanzierung des Umlaufvermögens schafft. Dieser Finanzierungsrahmen beläuft sich auf 11.000 TEUR und deckt Kontokorrentlinien sowohl der Muttergesellschaft als auch der britischen Tochtergesellschaft ab. Der Vertrag ist aktuell bis zum 31.03.2018 befristet. Bis dahin soll die fortgeschrittene Neuverhandlung unter Berücksichtigung der veränderten Kapitalbasis nach dem Börsengang abgeschlossen sein. Der aktuelle Multibankenvertrag beinhaltet auch einen Sicherheitentreuhandvertrag, in dem sowohl eine Sicherungsübereignung der Vorräte der va-Q-tec AG als auch eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an das Bankenkonsortium vereinbart sind. Von der Globalzession ausgenommen sind die von Factoring betroffenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber spezifischen Großkunden sowie Forderungen aus Förder- und Forschungsprojekten. In dem Entwurf für den neuen Multibankenvertrag sind u.a. keine Sicherheiten mehr vorgesehen. Stattdessen ist angedacht, dass sich die va-Q-tec AG zur Einhaltung bestimmter Covenants verpflichtet.

4.2.2.4 Finanzielle langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2017
Finanzierungsleasing 3.793 3.323 7.116
Derivative Finanzinstrumente 52 - 52
Abgegrenzte Schulden für ausstehende Rechnungen - 2.573 2.573
Abgegrenzte externe Jahresabschlusskosten - 233 233
Kreditorische Debitoren - 32 32
Übrige 104 346 450
Gesamt Konzern 3.949 6.507 10.456

Finanzielle Verbindlichkeiten

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2016
Finanzierungsleasing 3.926 3.951 7.877
Derivative Finanzinstrumente 80 - 80
Abgegrenzte Schulden für ausstehende Rechnungen - 1.579 1.579
Abgegrenzte externe Jahresabschlusskosten - 186 186
Kreditorische Debitoren - 42 42
Übrige 6 33 39
Gesamt Konzern 4.012 5.791 9.803

Die Leasingverbindlichkeiten resultieren aus den im Wege von Finanzierungsleasing-Vereinbarungen aktivierten Sachanlagen. Es handelt sich dabei vor allem um Leasingverträge zur Finanzierung der Containerflotte der englischen Tochtergesellschaft, welche im Wesentlichen über Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen finanziert wird, sowie von Produktionsanlagen an den Standorten Kölleda und Würzburg. Die geleasten Vermögenswerte werden im Anlagevermögen ausgewiesen.

Die in der Zukunft fälligen Leasingzahlungen mit ihren Barwerten ergeben sich aus der unten stehenden Tabelle:

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31.12.2017
in TEUR
Künftige Mindestleasingzahlungen Zinsen Barwert (Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing)
bis zu einem Jahr 3.612 288 3.324
länger als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren 4.042 249 3.793
über 5 Jahre - - -
Summe Mindestleasingzahlungen 7.654 537 7.117
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31.12.2016
in TEUR
Künftige Mindestleasingzahlungen Zinsen Barwert (Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing)
bis zu einem Jahr 4.444 493 3.951
länger als 1 Jahr und bis zu 5 Jahren 4.222 296 3.926
über 5 Jahre - - -
Summe Mindestleasingzahlungen 8.666 789 7.877

Die Position derivative Finanzinstrumente beinhaltet die negativen Marktwerte aus Zinsswaps zur Absicherung variabel verzinster langfristiger Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.H.v. 52 TEUR (Vj.: 80 TEUR).

4.2.2.5 Sonstige langfristige und kurzfristige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2017
Sonderposten für Zuwendungen 3.560 423 3.983
Sonderposten für abgegrenzte Containergewinne 4.878 2.272 7.150
Boni und Tantiemen Mitarbeiter - 415 415
Abgegrenzte Schulden für nicht genommenen Urlaub - 163 163
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - 271 271
Verbindlichkeit aus sonstigen Steuern - 219 219
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer - 10 10
Andere sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten - 392 392
Sonstige Personalverbindlichkeiten - 267 267
Verbindlichkeit aus Sozialversicherung - 76 76
Übrige - 49 49
Gesamt Konzern 8.438 4.165 12.603

Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten

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in TEUR langfristig kurzfristig Stand am 31.12.2016
Sonderposten für Zuwendungen 3.164 456 3.620
Sonderposten für abgegrenzte Containergewinne 3.987 1.556 5.543
Boni und Tantiemen Mitarbeiter - 345 345
Abgegrenzte Schulden für nicht genommenen Urlaub - 76 76
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - 146 146
Verbindlichkeit aus sonstigen Steuern - 264 264
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer - 1 1
Andere sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten - 230 230
Sonstige Personalverbindlichkeiten - 167 167
Verbindlichkeit aus Sozialversicherung - 14 14
Übrige - 49 49
Gesamt Konzern 7.151 3.074 10.225

Sonderposten für Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Gesellschaft erhielt 2017 einen Investitionszuschuss durch die Regierung von Unterfranken für die Investitionen am neuen Standort in Würzburg i.H.v. 795 TEUR. Für 2018 ist bereits ein zweiter Zuschuss von 838 TEUR bewilligt worden. Die Investitionszuschüsse dienen den baulichen Investitionen, Maschinen und Einrichtung sowie der Gesamtinvestition des in 2017 neu erworbenen Gebäudes in Würzburg. Sofern die Förderungsbedingungen, wie erwartet, eingehalten werden, sind diese Zuwendungen nicht rückzahlbar.

Sonderposten für Zuwendungen

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in TEUR 2017 2016
Stand 01.01. 3.620 4.054
Zuführung 795 -
Auflösung 432 434
neutrale Auflösung - -
Stand 31.12. 3.983 3.620
-davon langfristig 3.560 3.164
-davon kurzfristig 423 456

Sonderposten für abgegrenzte Gewinne aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen

In 2017 wurden Container, welche im Rahmen der Containerflotte eingesetzt werden, im Wert von 6.726 TEUR (Vj.: 4.087 TEUR) im Wege von Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen veräußert. Der starke Anstieg der Leasingfinanzierung resultiert aus dem erhöhten Bedarf im Container-Service-Geschäft in 2017 und der hieraus resultierenden Flottenaufstockung. Die beim Containerverkauf über die Herstellungskosten hinaus entstandenen Gewinne werden als passivischer Sonderposten abgegrenzt. Dieser Sonderposten wird über die jeweilige fünfjährige Nutzungsdauer der Container im sonstigen betrieblichen Ertrag aufgelöst.

4.2.2.6 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Ihre Bilanzwerte entsprechen im Wesentlichen den Marktwerten; sie sind innerhalb eines Jahres fällig.

4.3 KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel der va-Q-tec im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und Mittelabflüsse verändert haben. Entsprechend IAS 7 (Kapitalflussrechnung) werden Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit sowie Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die auf Änderungen der Wechselkurse beruhende Veränderung der flüssigen Mittel ist gesondert ausgewiesen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Kapitalflussrechnung umfassen alle in der Bilanz ausgewiesenen Kassenbestände sowie Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten, die beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten haben, nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen und nicht verfügungsbeschränkt sind.

Die Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden nach der direkten Methode dargestellt. Die Mittelzu- und Mittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts umfassen neben Zugängen bei den immateriellen Vermögenswerten, Abgängen bzw. Zugängen im Sachanlagevermögen auch die Auflösung des Großteils der Termingelder mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten, die im Vorjahr aus den Erlösen aus dem Börsengang hier angelegt worden waren, da sie zur Finanzierung der Sachanlageinvestitionen verwendet wurden. In der Finanzierungstätigkeit sind die Zahlungsmittelzuflüsse aus der Immobilienfinanzierung sowie Zahlungsmittelabflüsse aus der Tilgung von finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Auszahlungen aufgrund von Finanzierungsleasing ausgewiesen. In separaten Positionen innerhalb des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit werden darüber hinaus die Zahlungsmittelzuflüsse aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen sowie aus erhaltenen Investitionszulagen und -zuschüssen gezeigt.

Demgegenüber wird ausgehend vom Konzernergebnis der Mittelzufluss und -abfluss aus betrieblicher Tätigkeit indirekt abgeleitet. Dazu wird das Konzernergebnis um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, das sind im Wesentlichen Abschreibungen, latente Steuern, die Auflösung der Sonderposten, die Bewertung von Finanzinstrumenten, die Fair Value Bewertung des übernommenen Darlehens und Veränderungen der Rückstellungen, korrigiert. Zudem werden die Veränderungen der übrigen Vermögenswerte und Schulden sowie des Working Capitals ergänzt.

Investitions- und Finanzierungsvorgänge, welche nicht zu einer Veränderung von Zahlungsmitteln oder Zahlungsmitteläquivalenten geführt haben, sind nicht Bestandteil der Kapitalflussrechnung.

Überleitung von Schulden aus Finanzierungstätigkeit nach IAS7

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Buchwert 31.12.2016 Zahlungswirksame Veränderungen
in TEUR
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 7.583 351
Leasingverbindlichkeiten 7.877 -760
Sonstige Finanzverbindlichkeiten - -
Finanzschulden 15.460 -409
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Zahlungswirksame Veränderungen Buchwert 31.12.2017
in TEUR Wechselkursveränderungen Bewertungsänderungen Sonstige Änderungen
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten - - 6.170 14.104
Leasingverbindlichkeiten - - - 7.117
Sonstige Finanzverbindlichkeiten - - - -
Finanzschulden - - 6.170 21.221

Die sonstigen Änderungen sind auf die Übernahme einer bestehenden Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 6.170 TEUR im Zusammenhang mit dem Erwerb des Grundstückskomplexes in Würzburg (zahlungsunwirksam) zurückzuführen.

4.4 FINANZINSTRUMENTE

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Finanzinstrumente mit den Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten, aufgeteilt nach den Bewertungskategorien gemäß IAS 39. Die beizulegenden Zeitwerte sind dabei jeweils den Bewertungsstufen der Fair Value-Hierarchie zugeordnet. Soweit keine entsprechende Zuordnung erfolgt ist, wird davon ausgegangen, dass der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Dies betrifft im Wesentlichen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente, übrige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten, die jeweils kurze Restlaufzeiten aufweisen.

Eine Definition der Stufen der Fair Value-Hierarchie findet sich in Abschnitt 1.2 "Grundlagen der Abschlusserstellung". Die Zuordnungen zu den Stufen werden jeweils zum Ende der Berichtsperiode überprüft. Umgliederungen zwischen den Stufen sind im Berichtsjahr sowie im Vorjahr nicht erfolgt.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value-Hierarchie.

Werte nach Bewertungskategorien zum 31.12.2017

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Bewertungskategorie nach IAS 39 / IAS 17 Buchwert
fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert
in TEUR 31.12.2017 31.12.2017
Finanzielle Vermögenswerte      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 8.005  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte      
davon bis zur Endfälligkeit zu halten HtM 9.115  
davon übrige finanzielle Vermögenswerte LaR 286  
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 5.201  
Summe   22.607  
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Beizulegender Zeitwert Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen
Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen
in TEUR 31.12.2017 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte        
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.005      
Sonstige finanzielle Vermögenswerte        
davon bis zur Endfälligkeit zu halten 9.115      
davon übrige finanzielle Vermögenswerte 286      
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.201      
Summe 22.607      
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Bewertungskategorie nach IAS 39 / IAS 17 Buchwert
in TEUR fortgeführte Anschaffungskosten 31.12.2017 Beizulegender Zeitwert 31.12.2017
Finanzielle Verbindlichkeiten      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 14.104  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 5.244  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten      
davon Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing IAS 17 7.117  
davon derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung FVtPL   52
davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 3.287  
Summe   29.752 52
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Beizulegender Zeitwert Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen
in TEUR 31.12.2017 Stufe 1 Stufe 2 Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen Stufe 3
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 14.320   14.320  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.244      
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten        
davon Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 7.338   7.338  
davon derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung 52   52  
davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 3.260   3.260  
Summe 30.214      

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39

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in TEUR Buchwert Beizulegender Zeitwert
Loans and Receivables LaR 13.492 13.492
Held to Maturity HtM 9.115 9.115
Financial liabilities measured at amortised cost FLAC 22.635 22.824
At fair value through P&L (liability) FVtPL 52 52

Werte nach Bewertungskategorien zum 31.12.2016

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Bewertungskategorie nach IAS 39 / IAS 17 Buchwert
in TEUR fortgeführte Anschaffungskosten 31.12.2016 Beizulegender Zeitwert 31.12.2016
Finanzielle Vermögenswerte      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 7.142  
Sonstige finanzielle Vermögenswerte      
davon bis zur Endfälligkeit zu halten HtM 30.000  
davon übrige finanzielle Vermögenswerte LaR 251  
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 4.600  
Summe   41.993  
Finanzielle Verbindlichkeiten      
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 7.583  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 2.347  
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten      
davon Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing IAS 17 7.877  
davon derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung FVtPL   80
davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten FLAC 1.847  
Summe   19.654 80
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Beizulegender Zeitwert Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen
in TEUR 31.12.2016 Stufe 1 Stufe 2 Beizulegender Zeitwert nach Bewertungsstufen Stufe 3
Finanzielle Vermögenswerte        
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.142      
Sonstige finanzielle Vermögenswerte        
davon bis zur Endfälligkeit zu halten 30.000      
davon übrige finanzielle Vermögenswerte 251      
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 4.600      
Summe 41.993      
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.583   7.583  
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.347      
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten        
davon Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 8.361   8.361  
davon derivative Finanzinstrumente ohne Hedge Beziehung 80   80  
davon übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.847   1.847  
Summe 20.218      

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39

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in TEUR Buchwert Beizulegender Zeitwert
Loans and Receivables LaR 11.993 11.993
Held to Maturity HtM 30.000 30.000
Financial liabilities measured at amortised cost FLAC 11.777 11.777
At fair value through P&L (liability) FVtPL 80 80

Der beizulegende Zeitwert von der Bewertungsstufe 2 zugeordneten festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten entsprechen die Buchwerte grundsätzlich den beizulegenden Zeitwerten.

Bei der Stufe 2 zugeordneten Zinsswaps wird der beizulegende Zeitwert durch Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Cashflows ermittelt, wobei die für die Restlaufzeit der Kontrakte zum jeweiligen Stichtag geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt werden.

4.5 NETTOERGEBNIS DER FINANZINSTRUMENTE

Das in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Nettoergebnis in Bezug auf Finanzinstrumente setzt sich wie folgt zusammen:

Nettoergebnisse 2017 aus

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Kategorie nach IAS 39 / IAS 17
in TEUR
Zinsertrag Zinsaufwand Wertberichtigungen Folgebewertung zum Fair Value Währungsumrechnung
LaR - - - - -405
FVtPL - - - 27 -
FLAC 360 -377 - - -45
IAS 17 - -523 - - -
sonstiges - - - - -5
Summe 360 -900 - 27 -455

Nettoergebnisse 2016 aus

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Kategorie nach IAS 39 / IAS 17
in TEUR
Zinsertrag Zinsaufwand Wertberichtigungen Folgebewertung zum Fair Value Währungsumrechnung
LaR - - - 4 -49
FVtPL - - - - -
FLAC - -462 - -388 -1
IAS 17 - -772 - - -
Sonstiges - - - - -
Summe - -1.234 - -384 -50

4.6 RISIKOMANAGEMENT

va-Q-tec ist als international tätiges Unternehmen bei seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken ausgesetzt. Marktrisiken resultieren insbesondere aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen. Aufgabe des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch die laufenden operativen und finanziellen Aktivitäten zu steuern und zu begrenzen. Je nach Risikoeinschätzung werden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt, wobei grundsätzlich nur Cashflow-Risiken gesichert werden. Derivative Finanzinstrumente kommen ausschließlich zu betriebswirtschaftlichen Sicherungszwecken zum Einsatz und werden somit nicht als Handels- oder Spekulationsposition gehalten. Hedge Accounting nach IAS 39 wird dabei nicht angewandt. Zur Reduzierung des Ausfallrisikos werden Sicherungsgeschäfte ausschließlich mit Finanzinstituten mit einwandfreier Bonität abgeschlossen.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden regelmäßig im Vorstand abgestimmt und vom Aufsichtsrat überwacht.

Kreditrisiken

Kreditrisiko ist das Risiko, dass Geschäftspartner ihrer vertraglichen Verpflichtung nicht nachkommen können und dem va-Q-tec Konzern somit ein finanzieller Verlust entsteht. Der Konzern ist im Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken, insbesondere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, u.a. bei derivativen Finanzinstrumenten, ausgesetzt.

Das Kreditrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird auf Gesellschaftsebene (lokal) gesteuert und fortlaufend überwacht. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.

Das maximale Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte (einschließlich Derivate mit positivem Marktwert) entspricht dem in der Bilanz angesetzten Buchwert. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2017 beträgt das maximale Kreditrisiko 17.405 TEUR (Vj.: 37.392 TEUR). Infolge der im Geschäftsjahr getätigten Investitionen ist das ausgewiesene Kreditrisiko entsprechend gesunken, da der überwiegende Teil der im Vorjahr erworbenen kurzfristigen Termingelder für die Investitionen verwendet wurde. Der Bestand der erworbenen kurzfristigen Termingelder betrug zum Ende des Geschäftsjahres 9.000 TEUR (Vj.: 30.000 TEUR).

Die Altersstruktur der nicht einzelwertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich aus folgender Tabelle:

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Nicht überfällig 5.341 5.307
Weniger als 30 Tage 1.486 1.104
30-90 Tage 806 558
91-360 Tage 364 92
Mehr als 360 Tage 3 75
Nicht wertberichtigte Forderungen 8.000 7.136
Buchwert der wertberichtigten Forderungen 5 5
Gesamt 8.005 7.141

Für die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lagen keine Anzeichen eines Wertberichtigungsbedarfs vor. Die Werthaltigkeit der weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen wird als sehr hoch angesehen. Diese Einschätzung wird dabei vor allem auf die langjährige Geschäftsbeziehung zu den meisten Abnehmern und die Bonität der Kunden zurückgeführt. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte sind weder überfällig noch wertgemindert.

Aufgrund der verhältnismäßig hohen Konzentration der Umsatzerlöse auf einige Großkunden liegt ein starker Fokus des Vertriebs auf Neukundengewinnung in allen durch die va-Q-tec adressierten Marktbereichen.

Liquiditätsrisiken

Die Liquiditätsrisiken, d. h. das Risiko, dass va-Q-tec seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, werden sowohl durch Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. Zur Steuerung der zukünftigen Liquiditätssituation setzt va-Q-tec entsprechende Liquiditätsplanungsinstrumente ein. Zum Bilanzstichtag waren keine Liquiditätsengpässe erkennbar. Es bestanden in ausreichendem Maß nicht genutzte Kontokorrentlinien.

Spezifische Liquiditätsrisiken des Konzerns ergeben sich aus dem verhältnismäßig hohen Anteil einzelner Großkunden, mit denen keine Langzeitverträge bestehen und den damit zusammenhängenden theoretischen Ausfall- oder Abwanderungsrisiken dieser Kunden, sowie aus möglichen Rückzahlungsverpflichtungen gegenüber Kreditinstituten bei eventueller Nichteinhaltung von Covenants und gegenüber Förderinstituten bei eventueller Nichteinhaltung von Förderbedingungen. Diese potenziellen Liquiditätsrisiken werden durch gezielte kommerzielle, finanzielle und organisatorische Maßnahmen durch das Management gesteuert.

Die nachfolgenden Aufstellungen zeigen die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen für die unter IFRS 7 fallenden originären und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten. Ist der Fälligkeitstermin nicht fixiert, wird die Verbindlichkeit auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen. Zinszahlungen mit variabler Verzinsung werden entsprechend den Konditionen zum Stichtag berücksichtigt. Im Wesentlichen wird davon ausgegangen, dass die Zahlungsmittelabflüsse nicht früher als dargestellt eintreten werden.

Die nachfolgende Tabelle enthält die Rückzahlungsbeträge (einschließlich angenommener, zukünftig zu leistender Zinsen) zur jeweils angegebenen Fälligkeit:

2017 | Rückzahlungsbeträge zur jeweiligen Fälligkeit

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Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
in TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten aus Finanzierungs- leasing Derivative Finanzinstrumente Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung Gesamt
2018 3.186 3.612 23 3.184 5.244 15.249
2019 1.251 1.429 18 103 - 2.801
2020 1.238 1.216 12 - - 2.466
2021 1.150 872 6 - - 2.028
2022 872 524 1 - - 1.397
2023 und später 8.029 - - - - 8.029
Summe 31.12.2017 15.726 7.653 60 3.287 5.244 31.970

2016 | Rückzahlungsbeträge zur jeweiligen Fälligkeit

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Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
in TEUR Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten aus Finanzierungs- leasing Derivative Finanzinstrumente Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung Gesamt
2017 5.533 4.443 29 1.847 2.347 14.199
2018 567 2.885 23 6 - 3.481
2019 554 703 17 - - 1.274
2020 540 489 11 - - 1.040
2021 491 146 5 - - 642
2022 und später 138 - 1 - - 139
Summe 31.12.2016 7.823 8.666 86 1.853 2.347 20.775

Für die zum Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kredite der va-Q-tec gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherheiten in Form von Grundschulden auf die Grundstücke und Gebäude am Standort Kölleda und am neuen Hauptquartier in Würzburg, eine Sicherungsübereignung von Maschinen und Einrichtungsgegenständen, sowie Sicherheiten für Finanzierungsleasing in Form von Produktionsanlagen. Darüberhinaus sind Container der englischen Tochtergesellschaft, welche im Rahmen der Containerflotte vermietet werden, als Sicherheiten für Finanzierungsleasing bestellt. Die zum Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kontokorrentlinien sind durch eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ausgenommen den durch Factoring abgedeckten Forderungen und Forderungen aus Förder- und Forschungsprojekten) sowie eine Sicherungsübereignung der Vorräte am Standort Würzburg besichert.

Währungsrisiken

Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse schwanken. Die va-Q-tec ist diesem Risiko vor allem aus ihrer Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine von der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abweichende Währung lauten) ausgesetzt. Sofern wirtschaftlich sinnvoll, sichert die va-Q-tec ausgewählte Wechselkursrisiken mit Devisentermingeschäften ab. Bei der Absicherung von Wertschwankungen künftiger Cashflows aus erwarteten Transaktionen handelt es sich um geplante Kosten in Fremdwährung. Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche mögliche Auswirkungen aus Veränderungen relevanter Risikovariablen (z. B. Wechselkurse, Zinssätze) auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Um die periodischen Auswirkungen zu ermitteln, wird eine mögliche Änderung der Risikovariablen auf den Bestand an Finanzinstrumenten zum Abschlussstichtag vorgenommen. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Jahresultimo repräsentativ für das Geschäftsjahr ist.

Die folgende Sensitivitätsanalyse legt den USD, das GBP und den KRW (erstmalig in 2016) als wesentliche Fremdwährung für den va-Q-tec Konzern zugrunde. Die Analyse bezieht sich jeweils auf den Stand der zum 31.12.2017 bestehenden Forderungen, liquiden Mittel und Verbindlichkeiten in USD, GBP und KRW. Es wurden die Effekte auf Konzernergebnis und Eigenkapital berechnet, die sich aus dem simulierten USD-Kurs, GBP-Kurs und KRW-Kurs zum Stichtag ergeben.

Es ergeben sich folgende Währungsszenarien: Wenn der USD gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 208 TEUR (Vj.: 149 TEUR) höher und das Konzerneigenkapital um 208 TEUR (Vj.: 149 TEUR) höher ausgefallen. Wenn der USD gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 10 %o abgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 208 TEUR (Vj.: 149 TEUR) niedriger und das Konzerneigenkapital um 208 TEUR (Vj.: 149 TEUR) niedriger ausgefallen. Wenn das GBP gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 107 TEUR (Vj.: 7 TEUR) höher und das Konzerneigenkapital um 107 TEUR (Vj.: 7 TEUR) höher ausgefallen. Wenn das GBP gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 10 % abgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 107 TEUR (Vj.: 7 TEUR) niedriger und das Konzerneigenkapital um 107 TEUR (Vj.: 7 TEUR) niedriger ausgefallen. Wenn der KRW gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 22 TEUR (Vj.: 12 TEUR) höher und das Konzerneigenkapital um 22 TEUR (Vj.: 12 TEUR) höher ausgefallen. Wenn der KRW gegenüber dem EUR zum Bilanzstichtag um 10 % abgewertet gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 22 TEUR (Vj.: 12 TEUR) niedriger und das Konzerneigenkapital um 22 TEUR (Vj.: 12 TEUR) niedriger ausgefallen.

Zinsrisiken

Zinsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktzinssätze schwanken. Das Risiko von Schwankungen der Marktzinssätze, dem der Konzern ausgesetzt ist, resultiert überwiegend aus den variabel verzinslichen Darlehen und Kontokorrentlinien. Der Konzern steuert sein Zinsrisiko bei den Finanzschulden durch den Einsatz von Zinsderivaten in Form von Zinsswaps auf langfristige Darlehen, wobei kein Hedge Accounting angewendet wird.

Zinsrisiken im Sinne von IFRS 7 werden mittels Sensitivitätsanalyse ermittelt. Die folgende Sensitivitätsanalyse bezieht sowohl Auswirkungen auf das Zinsergebnis aufgrund der zum jeweiligen Bilanzstichtag bestehenden variabel verzinslichen Finanzinstrumente als auch Wertänderungen der abgeschlossenen Zinsswaps ein. Es wurden die Effekte der risikovariablen Marktzinssätze auf Konzernergebnis und Eigenkapital berechnet.

Wenn das Marktzinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 12 TEUR höher (Vj.: 28 TEUR niedriger) und das Konzerneigenkapital um 12 TEUR höher (Vj.: 28 TEUR niedriger) gewesen. Wenn das Marktzinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Konzernergebnis um 7 TEUR niedriger (Vj.: 40 TEUR höher) und das Konzerneigenkapital um 7 TEUR niedriger (Vj.: 40 TEUR höher) gewesen.

Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel des Kapitalmanagements der va-Q-tec ist eine kontinuierliche und langfristige Steigerung des Unternehmenswerts und die Sicherung der Liquidität. Ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote sind hierzu wichtige Bausteine. Der Konzern steuert seine Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen vor, unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die va-Q-tec überwacht ihr Kapital regelmäßig auf der Basis verschiedener Kennzahlen. Die Eigenkapitalquote ist hierbei eine wichtige Kennzahl. Der Vorstand hat als mittelfristiges Ziel eine Mindesteigenkapitalquote von 40 % definiert. Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 55 % (Vj.: 64 %) und lag damit im Geschäftsjahr 2017 deutlich oberhalb des vom Vorstand gesetzten Ziels. Die hohen Investitionen und die dafür erforderlichen Finanzierungen werden jedoch in den kommenden Jahren zu einer deutlichen Reduzierung der Eigenkapitalquote führen.

Mit dem Börsengang und den verfügbaren Kontokorrentlinien im Rahmen des im September 2016 abgeschlossenen Multibankenvertrags hat die va-Q-tec AG eine solide Liquiditätsbasis für die Geschäftsplanung der nächsten Jahre geschaffen.

Im Geschäftsjahr 2017 unterlagen Finanzverbindlichkeiten der Muttergesellschaft va-Q-tec AG i.H.v. 2.094 TEUR (Vj.: 2.592 TEUR) Covenant-Regelungen in Bezug auf den Einzel- und Konzernabschluss der va-Q-tec AG. Die Covenant-Regelungen schreiben jeweils einen Verschuldungsgrad von weniger als 3,0x bankseitig definiertes EBITDA und eine Eigenkapitalquote von mindestens 40 % vor. Diese Covenants wurden wie im Vorjahr zum Bilanzstichtag erfüllt. Die zum Bilanzstichtag in Anspruch genommenen Kontokorrentlinien der Muttergesellschaft sind durch eine Globalzession der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ausgenommen den durch Factoring abgedeckten Forderungen) sowie eine Sicherungsübereignung der Vorräte am Standort Würzburg besichert. Finanzverbindlichkeiten der va-Q-tec Ltd. (UK) aus Finanzierungsleasing i.H.v. 5.729 TEUR per 31.12.2017 (Vj.: 5.669 TEUR) unterliegen einer Covenant-Regelung in Bezug auf den Einzelabschluss der va-Q-tec Ltd. (UK). Diese Covenant-Regelung schreibt ein bilanzielles Eigenkapital von mindestens 2.500 TEUR zum Bilanzstichtag vor. Wie im Vorjahr wurde dieser Covenant zum Bilanzstichtag erfüllt.

5 SONSTIGE ANGABEN

5.1 SEGMENTINFORMATIONEN

Im Rahmen der Segmentberichterstattung werden die Aktivitäten des va-Q-tec Konzerns gemäß den Regeln von IFRS 8 (Geschäftssegmente) nach Geschäftsbereichen abgegrenzt. Diese Aufgliederung orientiert sich an der internen Steuerung und Berichterstattung nach legalrechtlichen Einheiten. Der va-Q-tec Konzern ist in den drei Berichtssegmenten "va-Q-tec AG", "va-Q-tec Ltd. (UK)" und "Sonstige" tätig.

Die Aktivitäten des deutschen und britischen Berichtssegments sind unverändert zum Vorjahr. Im sonstigen Berichtssegment stärken die beiden neu gegründeten Tochtergesellschaften in der Schweiz und Japan die lokale Präsenz in den jeweiligen Regionen. In der Schweiz wurde im Berichtszeitraum 2017 ein Fulfillment Center (Temperieren und Reinigen von Mietboxen) eröffnet. Die koreanische Tochtergesellschaft erbringt Einkaufsdienstleistungen und die Tochtergesellschaft in den USA neben Verkaufsdienstleistungen erste selbstständige Dritt-Umsätze für den Konzern.

Die Berichterstattung und -steuerung der einzelnen Segmente bei der va-Q-tec erfolgt, im Gegensatz zum Vorjahr, unmittelbar nach IFRS. Die Liefer- und Leistungsbeziehungen innerhalb der Berichtssegmente sind, sofern wesentlich, konsolidiert ausgewiesen.

Ausgehend von der Gesamtsumme der Berichtssegmente werden in der Spalte "Konsolidierung" die konzerninternen Geschäftsvorfälle eliminiert sowie insbesondere die Auswirkungen aus Sale-and-finance-leaseback-Transaktionen berücksichtigt.

Segmentberichtserstattung für das Geschäftsjahr 2017

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in TEUR va-Q-tec AG IFRS va-Q-tec Ltd. (UK) IFRS Sonstige IFRS Gesamt- summe Geschäftsbereiche Konsolidierung Konzern
Außenumsatz 32.613 13.987 326 46.926 - 46.926
Innenumsatz 10.561 1.414 1.078 13.053 -13.053 -
Gesamtumsatz 43.174 15.401 1.404 59.979 -13.053 46.926
Gesamterträge 47.354 15.867 1.416 64.637 -7.190 57.447
Materialaufwand -20.615 -6.273 -152 -27.040 2.364 -24.676
Personalaufwand -13.297 -2.044 -353 -15.694 78 -15.616
Sonstiger betrieblicher Aufwand -7.702 -2.894 -897 -11.493 1.548 -9.945
EBITDA 5.740 4.656 14 10.410 -3.200 7.210
Abschreibungen -2.990 -4.908 -13 -7.911 383 -7.528
EBIT 2.750 -252 1 2.499 -2.817 -318
Ergebnis aus at equity bilanzierten Beteiligungen - - - - -79 -79
Finanzerträge 549 - - 549 -162 387
Finanzaufwendungen -354 -690 -18 -1.062 162 -900
EBT 2.945 -942 -17 1.986 -2.896 -910
Investitionen per 31.12.2017 25.400 16.467 216 42.083 -4.934 37.149
Vermögen 31.12.2017 90.718 24.742 934 116.394 -20.902 95.493
Langfristige Vermögenswerte 31.12.2017 39.202 18.359 225 57.786 -1.499 56.287
At-equity bilanzierte Beteiligungen - - - - 357 357
Schulden 31.12.2017 26.239 21.049 714 48.002 -5.503 42.501
Mitarbeiter1 317 32 9 358 - 358

1 Die Anzahl der Mitarbeiter beinhaltet Vorstände und Auszubildende (2017: 17; Vj.: 0)

Segmentberichtserstattung für das Geschäftsjahr 2016

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in TEUR va-Q-tec AG IFRS va-Q-tec Ltd. (UK) IFRS Sonstige IFRS Gesamtsumme Geschäftsbereiche Konsolidierung Konzern
Außenumsatz 27.991 11.613 12 39.616 -4.087 35.529
Innenumsatz 1.233 946 711 2.890 -2.890 -
Gesamtumsatz 29.224 12.559 723 42.506 -6.977 35.529
Gesamterträge 33.578 12.559 726 46.863 -3.985 42.878
Materialaufwand -13.666 -5.591 -8 -19.265 1.940 -17.324
Personalaufwand -10.014 -1.657 -266 -11.937 123 -11.815
Sonstiger betrieblicher Aufwand -7.392 -1.950 -342 -9.684 1.162 -8.522
EBITDA 2.506 3.361 110 5.977 -760 5.217
Abschreibungen -2.093 -3.529 -6 -5.629 -11 -5.640
EBIT 413 -168 103 348 -771 -423
Ergebnis aus at equity bilanzierten Beteiligungen - - - - -59 -59
Finanzerträge 76 - - 76 -72 4
Finanzaufwendungen -850 -821 -24 -1.695 72 -1.623
EBT -361 -989 80 -1.270 -831 -2.101
Investitionen per 31.12.2016 4.780 4.449 5 9.234 221 9.455
Vermögen 31.12.2016 76.904 16.734 462 94.100 -9.936 84.164
Langfristige Vermögenswerte 31.12.2016 18.891 13.149 28 32.068 -216 31.852
At-equity bilanzierte Beteiligungen - - - - 436 436
Schulden 31.12.2016 14.685 13.521 519 28.725 1.503 30.228
Mitarbeiter 238 25 4 267 - 267

Im Geschäftsjahr 2017 gab es bei der va-Q-tec AG einen Kunden, dessen Umsatzanteil über 10 % am Gesamt-Konzernumsatz lag. Mit diesem Kunden wurden Umsätze i.H.v. 5.765 TEUR getätigt.

Im Geschäftsjahr 2016 existierte jeweils ein Kunde bei der va-Q-tec AG und der va-Q-tec UK Ltd., deren Umsatzanteil am Konzernumsatz mehr als 10 % betrug. Die entsprechenden Umsätze beliefen sich auf 5.697 TEUR und 5.264 TEUR.

Die Umsatzerlöse verteilen sich geographisch wie folgt:

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in TEUR 2017 2016
Deutschland 15.386 11.183
Übrige Europäische Union 15.949 13.439
Andere 15.591 10.907
Gesamt Konzern 46.926 35.529

Die Zuordnung von Umsätzen mit externen Kunden zu einer geographischen Region richtet sich nach dem Standort des Kunden. Die geographische Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte richtet sich nach dem Sitz des Eigentümers der Vermögenswerte und ist entsprechend aus der oben dargestellten Segmentberichterstattung nach legalrechtlichen Einheiten ersichtlich.

Die Zuordnung der Umsätze auf Produkte, Systeme und Dienstleistungen ergibt sich wie folgt: Mit Produkten (Vakuumisolationspaneele und isoliert verkaufte Wärmespeicherkomponenten) wurden im Geschäftsjahr Umsätze i.H.v. 18.031 TEUR (Vj.: 11.287 TEUR) erzielt. Mit Systemen (thermische Verpackungen und deren Komponenten) konnte der Konzern im Geschäftsjahr Umsätze i.H.v. 10.820 TEUR (Vj.: 10.426 TEUR) erzielen. Aus Dienstleistungen resultierten im Geschäftsjahr Umsätze i.H.v. 17.366 TEUR (Vj.: 13.189 TEUR). Sonstige Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr 709 TEUR (Vj.: 626 TEUR).

5.2 EVENTUALVERPFLICHTUNGEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen, die im Wesentlichen aus Abnahmeverpflichtungen, des Bautenstandes in Würzburg und Kölleda und Marketingkosten, Operating-Leasingverhältnissen für IT-Ausstattung und Firmenwagen sowie aus Mietverpflichtungen für Gebäude resultieren. Außerdem bestand zum Stichtag die Verpflichtung zur Gewährung eines Darlehens an das assoziierte Unternehmen SUMTEQ GmbH im Rahmen eines Wandeldarlehensvertrags. Im Juli 2017 wurde zwischen der va-Q-tec AG, einem weiteren Investor und der SUMTEQ GmbH ein Wandeldarlehensvertrag abgeschlossen. Laut Vertrag kann SUMTEQ von der va-Q-tec AG Darlehen i.H.v. 450 TEUR in Anspruch nehmen. Im Gegenzug hat die va-Q-tec AG das Recht auf eine Rückzahlung des Darlehensbetrags zu verzichten und stattdessen weitere Anteile der SUMTEQ zu vergünstigten Konditionen zu erwerben. Zum 31.12.2017 hatte die SUMTEQ noch kein Darlehen von den Gesellschaftern abgerufen.

Die Fälligkeiten der sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (Eventualverpflichtungen)

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in TEUR 31.12.2017 31.12.2016
Gesamt Konzern 12.793 1.398
fällig innerhalb eines Jahres 10.720 844
fällig zwischen einem und fünf Jahren 2.052 554
fällig später als fünf Jahre 21 -

Die starke Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf die Abnahmeverpflichtungen und noch ausstehenden Arbeiten im Zusammenhang mit der Sanierung der Immobilie in Würzburg und dem Neubau in Kölleda sowie auf den Wandeldarlehensvertrag mit der SUMTEQ GmbH zurückzuführen. Außerdem besteht eine Avallinie in Höhe von 24 TEUR mit der Commerzbank AG, für welche die va-Q-tec AG aus der Kreditvergabe gegenüber fremden Dritten haftet.

Das im Dezember 2017 angekündigte Aktienkaufprogramm für va-Q-tec-Mitarbeiter, dass die Erstattung eines Teils des gezahlten Preises für nachweislich erworbene va-Q-tec-Aktien vorsieht, führt ebenfalls in geringem Umfang zu Eventualverpflichtungen.

5.3 AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG

va-Q-tec hatte im Jahr 2013 ein virtuelles Optionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 188.591 (nach Aktiensplit: 377.182) virtuellen Optionen aufgesetzt. Das Unternehmen hatte das einseitige Recht des Ausgleichs der virtuellen Optionen entweder durch Eigenkapitalinstrumente oder Barmittel. va-Q-tec bilanzierte das virtuelle Optionsprogramm als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Im Januar 2016 wurden zwei leitenden Angestellten insgesamt 47.148 (nach Aktiensplit: 94.296) virtuelle Optionen mit einem Ausübungspreis i.H.v. 7,73 EUR (nach Aktiensplit: 3,87 EUR) aus dem bestehenden Optionsprogramm zugeteilt. Der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung wurde durch die Anwendung eines üblichen Optionsbewertungsmodells (Black Scholes) ermittelt. Es wurden dabei ein Aktienpreis von 19,66 EUR (nach Aktiensplit: 9,83 EUR), eine Laufzeit von vier Jahren, eine Yield Rate von 0 %, eine laufzeitadäquate risikolose Verzinsung von -0,2 % und eine Volatilität von 25 % angenommen. Diese Volatilität wurde aufgrund der historischen Umsatz- und Ertragsentwicklung und des noch frühen Entwicklungsstadiums der va-Q-tec angenommen. Die Berechnung ergab einen beizulegenden Zeitwert von 11,93 EUR (nach Aktiensplit: 5,97 EUR) je Option. Von diesen im Januar 2016 zugteilten Optionen waren zum 31.12.2016 14.144 (nach Aktiensplit: 28.288) (Vj.: 0) erdient, für die in der Periode ein Personalaufwand von 168.796 EUR erfasst wurde.

Bereits in 2013 wurden zunächst nur einem Mitglied des Managements in Schlüsselposition 94.296 (nach Aktiensplit: 188.592) virtuelle Optionen mit einem Ausübungspreis i.H.v. 7,73 EUR (nach Aktiensplit: 3,87 EUR) aus dem Optionsprogramm zugeteilt. Der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung wurde durch die Anwendung eines üblichen Optionsbewertungsmodells (Black Scholes) vorgenommen. Es wurden dabei ein Aktienpreis von 1,44 EUR (nach Aktiensplit: 0,72 EUR), eine Laufzeit von drei Jahren, eine Yield Rate von 5,0 %, eine risikolose Verzinsung von 0,5 % und eine Volatilität von 25 % angenommen. Diese Volatilität wurde aufgrund der historischen Umsatz- und Ertragsentwicklung und des noch frühen Entwicklungsstadiums der va-Q-tec angenommen. Die Berechnung ergab einen beizulegenden Zeitwert von null EUR je Option. Entsprechend wurde über den bisherigen Ansparzeitraum kein Aufwand erfasst. Mit dem Eintritt des Börsengangs im September 2016 war einer der erforderlichen Exit-Events eingetreten, mit dem die Optionen ausübbar wurden und gleichzeitig das Optionsprogramm geschlossen wurde.

Im Zuge der im Februar 2017 stattgefundenen ersten Ausübung der Aktienoptionen wurden 18.790 eigene Aktien für alle ausübbaren Optionen der beiden leitenden Angestellten ausgegeben. Zum Ende der Ausübungsfrist zum 30.09.2017 wurden alle weiteren noch ausstehenden Aktienoptionen durch die Begebung von 109.610 eigenen Anteilen bedient, so dass zum 31.12.2017 keine ausstehenden Optionen mehr vorhanden sind. Über die bis zu diesem Exit-Event zugeteilten und erdienten Optionen hinaus wird es unter diesem Programm keine weitere Zuteilung von Optionen geben. Die bisher nicht zugeteilten Optionen bzw. nicht erdienten Optionen sind ersatzlos verfallen.

5.4 NAHESTEHENDE PERSONEN UND UNTERNEHMEN

Gemäß IAS 24 sind die Existenz von, Geschäftsvorfälle mit, sowie ausstehende Salden gegenüber nahestehenden Unternehmen, soweit sie nicht bereits als konsolidierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wurden, sowie nahestehenden Personen anzugeben. Die va-Q-tec AG ist oberstes Konzernunternehmen.

Als nahestehende Personen in der va-Q-tec Gruppe gelten grundsätzlich Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen einschließlich deren nahe Familienangehörige. Die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen setzen sich zusammen aus den Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern der va-Q-tec AG sowie den Geschäftsführern der ausländischen Tochtergesellschaften in Korea und UK.

Als nahestehende Unternehmen in der va-Q-tec Gruppe gelten solche Unternehmen, auf die die va-Q-tec AG, die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder und deren nahe Familienangehörige zumindest einen maßgeblichen Einfluss ausüben können, oder die ihrerseits auf va-Q-tec einen maßgeblichen Einfluss ausüben können. Als Aktionär mit einem Anteil von 16,33 % zu Beginn des Geschäftsjahres (Vj.: 16,33 %) war die Cleantech Europe II S.à.r.L., Luxemburg im Laufe des Geschäftsjahres noch ein nahestehendes Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss. Durch die Reduzierung der Beteiligung auf weniger als 10,00 % im Laufe des Geschäftsjahres ist das Unternehmen zum Stichtag 31.12.2017 jedoch kein nahestendes Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss mehr. Als assoziiertes Unternehmen der va-Q-tec ist die SUMTEQ GmbH, Köln ebenfalls ein nahestehendes Unternehmen. Es bestanden zum Bilanzstichtag keine offenen Forderungen oder Zahlungsverpflichtungen mit nahestehenden Unternehmen. In der Berichtsperiode wurden keine weiteren Eigenkapitalinvestitionen (Vj.: 125 TEUR) in die SUMTEQ GmbH getätigt. Bezüglich der Kreditzusage aus dem Wandeldarlehen an die SUMTEQ GmbH verweisen wir auf die Angaben zu den Eventualverpflichtungen unter 5.2 und den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag unter 5.5.

Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der va-Q-tec Gruppe

Vorstand

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Dr. Joachim Kuhn seit 01.04.2001
Stefan Döhmen seit 01.07.2017
Dr. Roland Caps bis 30.06.2017
Christopher Hoffmann bis 31.12.2017

Aufsichtsrat

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Dr. Gerald Hommel Vorsitzender seit 27.06.2014
Uwe Lamann Stellv. Vorsitzender seit 27.06.2014
Dr. Barbara Ooms-Gnauck seit 27.06.2014
Winfried Klar seit 20.03.2013
Uwe Krämer seit 01.10.2015
Dr. Eberhard Kroth seit 20.03.2013

Geschäftsführer der Tochtergesellschaften

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Insook Yoo - va-Q-tec Ltd. (Korea) seit 07.07.2011
Sven Larsen - va-Q-tec Ltd. (UK) seit 01.01.2017
Dominik Hyde - va-Q-tec Ltd. (UK) bis 23.06.2017
Kevin Smith - va-Q-tec Ltd. (UK) vom 01.01.2017, bis 13.08.2017

Gesamtvergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der va-Q-tec Gruppe

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in TEUR 2017 2016
Kurzfristig fällige Leistungen 1.333 1.068
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 37 29
Gesamtvergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen der va-Q-tec Gruppe 1.370 1.097

Vergütung des Vorstands

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in TEUR 2017 2016
Kurzfristig fällige Leistungen 719 616
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 21 22
Gesamtvergütung des Vorstands 740 638

Dem Vorstand wurde in 2017 eine Gesamtvergütung i.H.v. 740 TEUR gezahlt (Vj.: 638 TEUR). Diese Vergütung bestand aus fester Vergütung i.H.v. 593 TEUR (Vj.: 501 TEUR), erfolgsabhängigen jährlichen Boni i.H.v. 126 TEUR (Vj.: 115 TEUR) sowie Zuschüssen zur betrieblichen Altersvorsorge. Seit 2014 bestehen für die Vorstände beitragsorientierte Leistungszusagen. Hierfür wurden im Berichtsjahr 21 TEUR (Vj.: 22 TEUR) in eine externe rückgedeckte Unterstützungskasse eingezahlt. Einem Mitglied des Vorstands wurden am 01.07.2013 94.296 (nach Aktiensplit: 188.592) Aktienoptionen gewährt. Diese waren zum 30.09.2016 vollständig erdient und wurden fristgerecht vor dem 30.09.2017 durch den Optionsberechtigten ausgeübt.

Im Berichtsjahr bestanden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und Kredite gegenüber Mitgliedern des Vorstands.

Zum 31.12.2017 hatte ein Vorstandsmitglied gegenüber der Thüringer Aufbaubank eine persönliche Bürgschaft i.H.v. 200 TEUR (Vj.: 345 TEUR) ausstehen. Diese Bürgschaft wurde 2011 ohne Gegenleistung der va-Q-tec AG abgegeben. Der Rückgang des Umfangs der von Vorständen gegebenen Bürgschaften in 2017 ist auf das Ausscheiden eines Vorstandsmitglieds zurückzuführen.

va-Q-tec legt die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder nicht unter Nennung der Namen offen, da die §§ 314 Abs. 3 S. 1, 286 Abs. 5 HGB dies ausdrücklich unter den Vorbehalt eines abweichenden Beschlusses der Hauptversammlung mit qualifizierter Mehrheit des bei Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals stellen. Einen entsprechenden Beschluss hat die Hauptversammlung der va-Q-tec AG am 31.05.2016 mit der erforderlichen Mehrheit gefasst.

Vergütung des Aufsichtsrats

Für das Geschäftsjahr 2017 wird den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine Vergütung von 159 TEUR (Vj.: 125 TEUR) gewährt. Die Vergütung beinhaltet sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr nur einen kurzfristigen Bestandteil und besteht aus der Vergütung der gewöhnlichen Aufsichtsratstätigkeit und Spesen. Zusätzlich wurden Beratungsleistungen i.H.v. 27 TEUR (Vj.: 75 TEUR) vergütet, die insbesondere im Rahmen der Immobilienerwerbe und -sanierung bzw. im Zusammenhang mit dem Aufbau des internationalen Geschäfts erbracht wurden.

Zum 31.12.2017 bestanden aus dieser Vergütung des Aufsichtsrats Zahlungsverpflichtungen der Gesellschaft i.H.v. 48 TEUR (zum 31.12.2016: 44 TEUR).

Im Berichtsjahr bestanden wie im Vorjahr keine Vorschüsse und Kredite gegenüber Mitgliedern des Aufsichtsrats..

Übrige Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Im Gegensatz zum Vorjahr gab es im Geschäftsjahr 2017 weder Kostenerstattungen im Zuge des IPOs durch Mitglieder des Managements oder ein maßgeblich beteiligtes Unternehmen, noch die Einbringung von Minderheitenanteilen an der britischen Tochtergesellschaft durch ein Mitglied des Managements in Schlüsselpositionen, noch sonstige übrige Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen.

5.5 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Im Hinblick auf den Wandeldarlehensvertrag, der im Juli 2017 zwischen va-Q-tec AG und SUMTEQ GmbH abgeschlossen wurde, hat SUMTEQ im Januar 2018 die erste Tranche in Höhe von 300 TEUR in Anspruch genommen. Bei Erfüllung weiterer Vertragsbedingungen ist die SUMTEQ GmbH berechtigt die zweite Tranche i.H.v. 150 TEUR anzufordern. Die gesamte Darlehenssumme, die für einen Zeitraum von zwölf Monaten zur Verfügung steht, beläuft sich laut Vertrag auf 450 TEUR.

Das bisherige Vorstandsmitglied Christopher Hoffmann, das zuletzt für die internationale Geschäftsentwicklung der va-Q-tec verantwortlich und zuvor als Finanzvorstand tätig war, ist zum 31.12.2017 ausgeschieden.

Mit Wirkung zum 28.03.2018 hat die va-Q-tec AG den seit September 2016 bestehenden Multibankenvertrag über 11 Mio. EUR mit ihren Hausbanken zu geänderten Konditionen erneuert, mit denen der geänderten Finanzsituation nach dem Börsengang Rechnung getragen wird. Neben dem Wegfall der Ausschüttungssperre liegt eine der wesentlichen Änderungen im Wegfall jeglicher Besicherung des vereinbarten Kreditrahmens. Stattdessen wurde die Einhaltung bestimmter Covenants durch das Unternehmen vereinbart. Darüber hinaus wurden die Genehmigungs- und Berichtspflichten deutlich reduziert und dem Status eines börsennotierten Unternehmens angepasst und die britische Tochtergesellschaft aus der Mithaftung entlassen.

Im 1. Quartal 2018 wurde der va-Q-tec vom Europäischen Patentamt ein wichtiges und sehr weitreichendes Patent erteilt, das passive, Paletten fassende Container mit Vakuumisolationspanelen (VIPs) und Schmelzspeicherelementen (Phase Change Materials "PCMs") betrifft. Bei dem Patent handelt es sich um das Europäische Patent EP 2 876 389 B1, das in wichtigen europäischen Ländern gültig ist. Unter dieses Patent fallen beispielsweise alle Produkte der va-Q-tainer Serie, die den Transport temperatursensibler Güter gemäß internationaler Bestimmungen vor allem für die Pharma- und Biotechindustrie ermöglichen. Die va-Q-tec AG geht davon aus, dass verschiedene Marktteilnehmer mit ihren Containerlösungen gegen das jetzt erteilte Patent verstoßen und prüft die Einleitung juristischer Schritte zum Schutz der technischen Vorzugsstellung der va-Q-tec im Bereich der Passivcontainer.

5.6 ANGABEN ZU ABSCHLUSSPRÜFERHONORAREN

Die Honorare des Abschlussprüfers Rödl & Partner GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Jena für Dienstleistungen i.H.v. 330 TEUR (Vj.: 783 TEUR) setzten sich wie folgt zusammen:

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in TEUR 2017 2016
Abschlussprüfung (davon Vorjahre: 24) 189 355
Sonstige Bestätigungsleistungen (davon Vorjahre: 10) - 375
Steuerberatungsleistungen (davon Vorjahre: -1) 12 25
Sonstige Leistungen (davon Vorjahre: 10) 129 28
Gesamt Konzern 330 783

Der Rückgang der Prüfungshonorare im Geschäftsjahr 2017 beruht auf der Reduzierung der Beratungsleistung, welche im Vorjahr anlässlich des Börsengangs im Wesentlichen aufgrund der Erstellung eines Comfort Letters angefallen war.

5.7 ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM CORPORATE-GOVERNANCE-KODEX / ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB einschließlich der Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG hat va-Q-tec AG auf seiner Internetseite www.va-Q-tec.com im Bereich Investor Relations veröffentlicht.

https://ir.va-q-tec.com/websites/vaqtec/German/530/erklaerungen-und-dokumente.html

 

Würzburg, den 09. April 2018

va-Q-tec AG

Der Vorstand

Dr. Joachim Kuhn

Stefan Döhmen

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Würzburg, den 09. April 2018

Dr. Joachim Kuhn, Vorsitzender des Vorstands

Stefan Döhmen, Finanzvorstand

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die va-Q-tec AG, Würzburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der va-Q-tec AG und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2017, der Konzerngewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der va-Q-tec AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die in der Anlage genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2017 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der in der Anlage genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht waren die im Folgenden dargestellten Sachverhalte im Rahmen unserer Prüfung am bedeutsamsten.

Ansatz und Bewertung der erworbenen Betriebsimmobilie am neuen Firmensitz in Würzburg

Bedeutung für den Konzernabschluss

Die va-Q-tec AG hat gemäß notariellem Kaufvertrag vom 5. April 2017 unweit des damaligen Firmensitzes ein bis dahin noch durch den Verkäufer im Wesentlichen in Benutzung befindliches Betriebsgrundstück inklusive aufstehender Büro- und Produktionsgebäude mit Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten spätestens am 1. Mai 2017 erworben. Der nicht in bar zu erbringende Teil des Kaufpreises betraf vertraglich die Übernahme von Darlehen, mit denen die Immobilie bisher finanziert war.

Diese Immobilie dient als neuer Firmensitz und war mit Übergabe für die va-Q-tec AG grundsätzlich nutzungsfähig. Zur beabsichtigten Nutzung als Verwaltungszentrale und Produktionsstandort entsprach die Immobilie nicht dem vom Management vorgesehenen Zustand. Dazu waren plangemäß umfassende Sanierungs-, Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen (Baukosten) in Höhe von 7,7 Mio. EUR notwendig, die bauabschnittsweise durchgeführt wurden bzw. noch werden. Je nach Fertigstellung erfolgt ein Umzug der verschiedenen Unternehmensbereiche. Bis zum Bilanzstichtag waren die Baumaßnahmen an zwei Bauabschnitten fertiggestellt. Die vollständige Nutzung der Immobilie ist bis Mitte des Geschäftsjahres 2018 beabsichtigt.

Der Ansatz der Immobilie erfolgte im Sachanlagevermögen unter der Position "Grundstücke und Bauten" bzw., soweit die Fertigstellung noch nicht abgeschlossen war, unter den "Anlagen im Bau". Die Bewertung basiert auf den Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten unter Berücksichtigung planmäßiger linearer Abschreibungen, die ab Nutzungsfähigkeit unter Berücksichtigung der Nachaktivierungen vorgenommen wurden. Die Anschaffungskosten beinhalten die vertraglich vereinbarte Barkomponente, die nach IFRS mit dem Fair Value bewertete übernommene Darlehensverbindlichkeit laut Kaufvertrag sowie die nachträglichen Baukosten inklusive Eigenleistungen. Die Nutzungsdauer sowie die Maßstäbe für die Aufteilung des Kaufpreises auf die einzelnen Vermögensgegenstände sind anhand eines Bewertungsgutachtens abgeleitet worden. Zum Bilanzstichtag wurde die Höhe der unter den "Anlagen im Bau" zu aktivierenden Baukosten für die begonnenen, noch nicht abgerechneten Bauleistungen anhand des Bautenstandes ermittelt.

Insgesamt belaufen sich die zum 31. Dezember 2017 aktivierten Buchwerte für die o. g. Immobilie auf 15,2 Mio. EUR. Die Bilanzierung der Immobilie ist durch Ermessens- und Schätzspielräume der gesetzlichen Vertreter teilweise mit Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und auf Grund der Einmaligkeit und des wertmäßigen Umfangs war der beschriebene Sachverhalt für unsere Prüfung besonders wichtig.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Zur Prüfung des Ansatzes und der Bewertung der erworbenen Betriebsimmobilie haben wir uns das bilanzielle Vorgehen und das diesbezüglich eingerichtete interne Kontrollsystem vom Management ausführlich erläutern lassen und hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit beurteilt. Darüber hinaus haben wir uns im Rahmen der Vorprüfung, zum Bilanzstichtag und zur Hauptprüfung durch Inaugenscheinnahme vom Vorhandensein der bilanzierten Baumaßnahmen überzeugt. Anhand von vielfältigen Stichproben überprüften wir, ob das beabsichtigte Vorgehen so umgesetzt wurde und die der Bewertung zu Grunde liegenden Kosten belegbar sind. Das verwendete Bewertungsgutachten haben wir kritisch gewürdigt und nachvollzogen, ob dieses als Grundlage für die daraus abgeleiteten Bilanzierungsentscheidungen verwendet werden kann. Die Abgrenzungen zum Bilanzstichtag vollzogen wir durch Abgleich unserer Erkenntnisse aus der jeweiligen Inaugenscheinnahme mit den vorgelegten Aufzeichnungen sowie der Bautenstandsmitteilung nach und prüften diese auf Plausibilität.

Unsere Schlussfolgerungen

Unsere Prüfungshandlungen zum Ansatz und zur Bewertung der erworbenen Betriebsimmobilie am neuen Firmensitz in Würzburg ergaben, dass die Bilanzierung im Konzernabschluss sachgerecht, zutreffend und in Übereinstimmung mit den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften erfolgte.

Bilanzierung der durch Sale-and-Leaseback-Transaktionen finanzierten, selbst erstellten, vermieteten Container

Bedeutung für den Konzernabschluss

Die va-Q-tec AG verkauft im Rahmen von Sale-and-Leaseback-Geschäften direkt und seit dem Geschäftsjahr 2017 auch mittelbar über ihre Tochtergesellschaft VA-Q-TEC LIMITED (UK) selbst hergestellte Thermocontainer an verschiedene Leasinggesellschaften in Großbritannien. Diese Container werden durch die VA-Q-TEC LIMITED (UK) zeitgleich von den Leasinggesellschaften wieder angemietet und im Folgenden an verschiedene Kunden kurzfristig vermietet. Bei wirtschaftlicher Betrachtung werden die Mietcontainer aus Konzernsicht somit zum Zwecke der kurzfristigen Vermietung an Dritte hergestellt. Zweck der Geschäfte mit den Leasinggesellschaften ist die Finanzierung des Ausbaus des Vermietungsgeschäfts durch weitere Container. Im Geschäftsjahr 2017 wurden von Konzernunternehmen Sale-and-Finance-Leaseback-Transaktionen über Container in einem Volumen in Höhe von 6,7 Mio. EUR (Vorjahr: 4,1 Mio. EUR) neu abgeschlossen.

Der Verkauf der Container an die Leasinggesellschaften und die zeitgleiche Rückmietung stellt eine Sale-and-Leaseback-Transaktion i.S.d. IAS 17.58 dar. Bilanziell sind die Transaktionen gem. IAS 17.60 als Sale-and-Finance-Leaseback-Transaktionen unter Bereitstellung einer Finanzierung durch die Leasinggesellschaft an den Konzern abzubilden, bei der die Container als Sicherheit dienen. Ein Überschuss der Verkaufserlöse über die Herstellungskosten der Container darf hierbei gem. IAS 17.59 nicht unmittelbar erfolgswirksam erfasst werden. Für die Bilanzierung wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung eine Bruttodarstellung gewählt, nach der der Verkauf der Container unter Berücksichtigung der Abgrenzung des Gewinns gebucht und das Finanzierungsleasing nach den allgemeinen Regelungen des IAS 17 erfasst wird. In der Konsequenz kommt es hierdurch zu einer Neubewertung der Container zum Fair Value bzw. dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen. In der Folgebewertung entspricht die Abbildung der Transaktionen den allgemeinen Bilanzierungsregeln des IAS 17 für Finanzierungsleasingverhältnisse. Der abgegrenzte Gewinn wird über die vereinbarte Leasinglaufzeit von fünf Jahren linear vereinnahmt.

Die bilanzielle Abbildung dieser Transaktionen unterliegt angesichts des Geschäftsmodells des Konzerns und des wertmäßigen Umfangs sowie der Komplexität der für die zutreffende Erfassung und Abgrenzung erforderlichen Anpassungsbuchungen einem besonderem Risiko. Die zutreffende Anwendung der Rechnungslegungsstandards ist komplex und basiert in Teilen auf Einschätzungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter. Das Verständnis der Bilanzierung der beschriebenen Transaktionen erfordert entsprechende Anhangangaben.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Unser Prüfungsvorgehen beinhaltete die Prüfung des systematischen Vorgehens und der relevanten internen Kontrollen sowie die Durchführung umfangreicher aussagebezogener Prüfungshandlungen (insbesondere Einzelfallprüfungen), primär in Bezug auf die Rechnungslegung der Veräußerung und Rückmietung der Thermocontainer, die Klassifizierung als Finanzierungsleasing sowie die Höhe der daraus resultierenden Verpflichtungen, die periodengerechte Erfassung des Veräußerungsgewinns sowie die einhergehende stetige Bilanzierung in Übereinstimmung mit IAS 17. Wir haben durch entsprechende Anweisungen an die Teilbereichsprüfer eine konsistente Anwendung der Prüfungshandlungen auch für die VA-Q-TEC LIMITED (UK) sichergestellt.

Unsere Schlussfolgerungen

Der Ansatz und die Bewertung der mit diesen Sale-and-Finance-Leaseback-Transaktion verbundenen Posten sind aus unserer Sicht sachgerecht und zutreffend im Konzernabschluss unter Berücksichtigung der erforderlichen Anhangangaben abgebildet.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses und Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks,

die in der Anlage zum Bestätigungsvermerk genannten, nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Konzernlageberichts,

den Corporate Governance Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex und

die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum Konzernlagebericht.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 19. Juni 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. Oktober 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2011 als Abschlussprüfer des Jahresabschlusses und seit dem Geschäftsjahr 2014 als Konzernabschlussprüfer der va-Q-tec AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Thomas Rattler.

 

Jena, den 9. April 2018

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Maaß, Wirtschaftsprüfer

Rattler, Wirtschaftsprüfer

Anlage zum Bestätigungsvermerk: Nicht inhaltlich geprüfte Bestandteile des Konzernlageberichts

Folgende Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir nicht inhaltlich geprüft:

die in Abschnitt 1.7 des Konzernlageberichts vermerkte Erklärung zur Unternehmensführung.