Bastei Lübbe AG

Köln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2016 bis zum 31.03.2017

Konzernabschluss und Konzernlagebericht Bastei Lübbe AG Geschäftsjahr 2016/2017

Konzernlagebericht

Bastei Lübbe ist ein Medienunternehmen in Form eines Publikumsverlages. Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gibt Bastei Lübbe Bücher, Hörbücher, eBooks, Games und weitere digitale Produkte mit belletristischem und populärwissenschaftlichem Inhalt sowie periodisch erscheinende Zeitschriften in Form von Romanheften und Rätselmagazinen heraus. Weiterhin gehört zur Geschäftstätigkeit von Bastei Lübbe die Lizenzierung von Rechten. Die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Geschenk- und Dekoartikeln wurde zum 31. Dezember 2016 an ein Beteiligungsunternehmen veräußert, an dem Bastei Lübbe 20 % hält. Zum Geschäftszweck gehört auch das Betreiben von digitalen Plattformen und mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der BuchPartner GmbH auch der Handel insbesondere mit Büchern. Zum Geschäftsbereich gehört auch die Entwicklung und der Vertrieb von Spielen in der Tochtergesellschaft Daedalic GmbH.

Im Gegensatz zu einem traditionellen Verlag bildet Bastei Lübbe die gesamte Wertschöpfungskette ab. Dies bedeutet, dass Inhalte und Rechte nicht nur eingekauft, sondern im Haus selbst in Zusammenarbeit mit externen Autoren entwickelt werden. Der Vorteil ist, dass Bastei Lübbe so über alle Sprach- und Territorialrechte dieser Inhalte verfügt. Auf der Vertriebsseite kooperiert Bastei Lübbe - wie alle traditionellen Verlage - mit Handelspartnern und diversen Plattformen. Mit der Beteiligung an der BuchPartner GmbH ist der traditionelle Vertriebsweg erheblich ausgebaut worden. Rechte, die nicht selbst verwertet werden, werden als Lizenzen z. B. ins Ausland verkauft. Zusätzlich strebt Bastei Lübbe den Verkauf von Inhalten über eine eigene Plattform an.

Der Kernmarkt von Bastei Lübbe ist DACH - Deutschland, Österreich, Schweiz. Seit einigen Jahren baut Bastei Lübbe seine internationale Geschäftstätigkeit aus. Dies bedeutet, dass nicht nur deutsche Titel entwickelt und eingekauft werden, sondern auch Titel insbesondere in englischer Sprache. So ist auch die im März 2017 gelaunchte Plattform oolipo in der DACH-Region und in England tätig. Die wesentlichen Standorte von Bastei Lübbe sind Köln, München, Hamburg und Darmstadt.

Bastei Lübbe unterteilt seine Geschäftstätigkeit in die fünf Segmente "Buch", "Romanhefte und Rätsel magazi ne", "Digital", "Retail" sowie "Non-Book".

Das Segment "Buch" beinhaltet sämtliche Druckerzeugnisse der Bastei Lübbe AG, die unter diversen Labels, u. a. als Hardcover, Paperback und/oder Taschenbuch, vertrieben werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist im Hardcover-Bereich insbesondere der Thriller "Die Stille vor dem Tod" von Cody Mcfadyen, "Teufelsgold" von Andreas Eschbach sowie der 11. Band von Gregs Tagebuch "Alles Käse" von Jeff Kinney zu erwähnen.

Das Segment "Romanhefte und Rätselmagazine" beinhaltet die physischen Romanhefte und Rätselmagazine. Die seit mehr als 60 Jahren ungebrochene Tradition des Unternehmens im Bereich Romanhefte fand auch im Geschäftsjahr 2016/2017 eine erfolgreiche Fortsetzung. So wurde mit jetzt insgesamt 38 regelmäßig erscheinenden Serien und 25 Sammelbänden die Produktpalette gegenüber dem Geschäftsjahr 2015/2016 noch einmal vergrößert.

Das umfangreiche Angebot von verschiedenen Serien wie "Der Bergdoktor", "Doktor Stefan Frank", "Hedwig Courths-Mahler", "Jerry Cotton", "Geisterjäger John Sinclair" und die Western des Starautors G. F. Unger, die jährliche Auflagen in Millionenhöhe erzielen, wurde beständig ausgeweitet und mit neuen Serien sowie einer Reihe von Sondereditionen ergänzt. Gerade der Einsatz von Sondereditionen hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Möglichkeit geboten, neue Lesergruppen zu erreichen und Umsätze zu generieren. Auch das Geschäftsjahr 2016/2017 war geprägt von relativ konstanten Verkäufen und gezielter Ausweitung der Palette des Angebots mit neuen Serien.

Die Rätselmagazine erscheinen unter dem Label "PMV". Im Geschäftsjahr 2016/2017 verlegte PMV 35 Rätselmagazine mit insgesamt 225 Ausgaben. Vertrieb und Verbreitung der Rätselmagazine erfolgt - ebenso wie bei den Romanheften -über das nationale Grosso, den Bahnhofsbuchhandel sowie saisonal in europäischen Urlaubsgebieten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden neue Objekte gelauncht, einige aber auch eingestellt. Die Inhalte sind kontinuierlich optimiert und auf die aktuellen Marktgegebenheiten neu ausgerichtet worden. Die Quantität und Qualität des Portfolios und seiner verkauften Auflagen sichern PMV seit Jahren einen Platz unter den Top Five der unterhaltenden Rätselmagazine im deutschsprachigen Raum.

Das Segment "Non-Book" umfasst die Geschenke und Dekoartikel, die unter dem Label Räder vertrieben worden sind. Diese Beteiligung ist zum 1. Januar 2017 an die neu gegründete Räder GmbH verkauft worden, an der Bastei Lübbe noch mit 20 % beteiligt ist. Da die Minderheitsbeteiligung an der Räder GmbH nicht konsolidiert wird, wird das Segment "Non-Book" ab dem Geschäftsjahr 2017/2018 nicht mehr berichtet.

Das Segment "Digital" umfasst die digitalen Umsätze der Bastei Lübbe AG (eBooks und Audios) sowie die der vollkonsolidierten Gesellschaften Daedalic Entertainment GmbH, oolipo AG, BookRix GmbH & Co. KG sowie BEAM Shop GmbH. Bastei Lübbe hat frühzeitig in den digitalen Markt investiert. Dies gilt nicht nur für eBooks, sondern auch für den Bereich Audio. Im Geschäftsjahr 2014/2015 wurde eine Mehrheitsbeteiligung an den Gesellschaften Daedalic Entertainment GmbH und BookRix GmbH & Co. KG erworben. Die in Hamburg und Düsseldorf ansässige Daedalic Entertainment GmbH gilt als eine der besten Spieleentwickler und Publisher in Europa im Bereich der narrativen Adventuregames. Die Daedalic Entertainment GmbH entwickelt und vermarktet weltweit qualitativ hochwertige, plattformübergreifende Computer- und Videospiele in dem Bereich der Strategie- und Adventure-Games. Die Erstellung von herausragender Unterhaltungssoftware mit stark narrativem Charakter steht dabei im Fokus. Das Unternehmen beschäftigt ca. 100 Mitarbeiter und verfügt mit dem Daedalic Writers' Room über ein weltweit in der Gamesbranche einzigartiges Autorenteam. In den letzten Jahren konnte die Daedalic Entertainment GmbH insgesamt 30 Mal den deutschen Entwicklerpreis gewinnen, allein 9 mal im abgelaufenen Wirtschaftsjahr. Die Daedalic Entertainment GmbH entwickelt u. a. Spiele, die auf Bestsellern von Bastei Lübbe basieren. Prominentes Beispiel ist die Umsetzung von Ken Folletts "Die Säulen der Erde" als Computerspiel, das im Herbst 2017 erscheinen wird. Weltweit erfolgreich war im Geschäftsjahr 2016/2017 das Spiel "Shadow Tactics".

Die oolipo AG betreibt eine Plattform für digitale serielle multimediale Inhalte. Sie wurde im März 2017 gelauncht. Es handelt sich hier um Serieninhalte, die multimedial aufbereitet werden. Das Produkt ist derzeit konkurrenzlos, weil es die einzige Plattform ist, die in der Lage ist, derartige multimediale Inhalte anzubieten. Die Inhalte sind zielgerichtet für Smartphones aufbereitet. Im März 2017 wurde die Plattform für iOS bei Apple gelauncht. Im dritten Quartal 2017 wird sie dann auch als Android-Version gelauncht werden. Zudem wird es im laufenden Jahr weitere technische Verbesserungen und eine Weiterentwicklung der Software geben. Herausragend dabei wird die Entwicklung einer Software sein, die es auch Dritten ermöglicht, eigene serielle Inhalte multimedial zu gestalten.

Die BookRix GmbH & Co. KG ist eine Plattform für Selfpublisher. Bei BookRix haben in 2016 mehr als 14.000 deutsche Autoren ihre Inhalte hochgeladen, die dann über BookRix in der DACH-Region über die bekannten Verkaufsplattformen vertrieben werden.

Die BEAM Shop GmbH ist ein Onlineshop für eBooks mit Inhalten von Bastei Lübbe und anderen Verlagen. Es ist eine 100-%ige Tochtergesellschaft der Bastei Lübbe AG. Der Onlineshop ist spezialisiert auf Serieninhalte und der derzeit einzige Shop, der über eine Abo-Funktion verfügt. Der Shop ist im Februar 2017 komplett gelauncht worden.

Das Segment "Retail" umfasst die Mehrheitsbeteiligung an der BuchPartner GmbH. Die BuchPartner GmbH ist ein in Darmstadt ansässiges Unternehmen, das insbesondere eine führende Position bei der Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels mit Büchern innehat. Zum Bilanzstichtag wurden mehr als 4.000, Stand heute bereits rund 5.200 Lebensmitteleinzelhändler von der Firma BuchPartner beliefert. Zudem werden über 2.500 Kunden im Aktionsgeschäft betreut. In dem Bereich Belieferung Lebensmitteleinzelhandel etc. ist BuchPartner der Marktführer in Deutschland. Der Bereich des Lebensmitteleinzelhandels gilt als einer der wenigen Wachstumsbereiche beim stationären Verkauf von Büchern. Die BuchPartner GmbH verfügt über ca. 700 Servicemitarbeiter bundesweit und über die entsprechende Logistik, um über 5.200 Filialen in Deutschland mit Handelsware zu bestücken. Diese Logistik etc. gibt der Bastei Lübbe AG neben dem bisherigen Geschäft mit der BuchPartner GmbH die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder im stationären Bereich zu erschließen.

Beteiligungen, die "at-equity" konsolidiert werden

Es gibt nach dem Abgang der Präsenta Promotion International GmbH im September 2015 keine Gesellschaften mehr, die "at-equity" konsolidiert werden.

Beteiligungen, die nicht konsolidiert werden

Zu Bastei Lübbe gehören die im Berichtszeitraum nicht konsolidierten Gesellschaften Moravska Bastei MOBA, s.r.o., Brünn (Tschechien) (90-%ige Beteiligung), die Bastei Media GmbH, Erfurt (100-%ige Beteiligung), eine 100-%ige Beteiligung an der Bastei International Limited in Hongkong, eine 25-%ige Beteiligung an der HPR Bild & Ton GmbH, Köln, eine 100-%ige Beteiligung an der Siebter Himmel Bastei Lübbe GmbH (Buchladen in Köln), die 100-%ige Beteiligung der BookRix GmbH & Co. KG an der BookRix Verwaltungs GmbH, München (Komplementärin der BookRix GmbH & Co. KG), über die Daedalic Entertainment GmbH eine 75-%ige Beteiligung an der Daedalic Entertainment Studio West GmbH, eine 50-%ige Beteiligung an der Bastei LLC, Santa Monica, Kalifornien (USA), die 30-%ige Beteiligung an der CE Community Editions GmbH, Köln, die 51-%ige Beteiligung an der BHS Service GmbH, Darmstadt, die 100-%ige Beteiligung an der Bastei Ventures GmbH, Köln, sowie die 20-%ige Beteiligung an der Räder GmbH, Essen.

Oben genannte Tochterunternehmen, an denen die Bastei Lübbe AG mehr als 50 % der Anteile hält, werden nicht konsolidiert, da sie für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind. Oben aufgeführte Beteiligungen, an denen die Bastei Lübbe AG weniger als 50 % der Anteile hält, werden wegen des Fehlens eines maßgeblichen Einflusses nicht at-equity konsolidiert.

Des Weiteren hält die Bastei Lübbe AG kleinere Beteiligungen an diversen Buch- und Pressevertriebsgesellschaften, die jedoch alle weniger als 5 % betragen.

Ziele und Strategien

Bastei Lübbe ist auf dem Weg von einem deutschsprachigen Publikumsverlag zu einem internationalen Medienunternehmen. Die Verwertungskette von Inhalten - sei es zum Lesen, zum Hören oder zum Spielen - sieht wie folgt aus:

Content -> Verlag -> Distribution

Die Strategie von Bastei Lübbe sieht vor, in die Verwertungstiefe, das heißt in die Bereiche "Content" und "Distribution" zu investieren. Im Bereich Content ist dies vor allem durch den Ausbau der Abteilung Own IP und den Kauf der BookRix GmbH & Co. KG sowie der Daedalic Entertainment GmbH geschehen. Im Bereich Distribution wurde in den Aufbau der BEAM Shop GmbH, in den Aufbau der Plattform oolipo und in den Mehrheitserwerb an der BuchPartner GmbH investiert. Insofern setzt Bastei Lübbe weiterhin auf die Schaffung und Verwertung von Inhalten sowie auf die physische und insbesondere digitale Distribution. Dabei soll die Schaffung der Inhalte und deren Distribution nicht nur national, sondern im digitalen Bereich auch international stattfinden.

Content

Im Unterschied zu vielen anderen Verlagshäusern entwickelt Bastei Lübbe mit Blick auf den Romanheftebereich bereits seit Jahrzehnten sehr erfolgreich eigene Inhalte. Beginnend mit der Digitalisierung hat sich Bastei Lübbe entschlossen, auch im Bereich der Digitalprodukte und zunehmend auch im Bereich der physischen Bücher eigene Inhalte zu entwickeln, um als Rechteinhaber von umfassenderen Verwertungsmöglichkeiten - national wie international - zu profitieren. Erste internationale Erfolge sind in Großbritannien unter anderem mit der selbst entwickelten Serie Cherringham zu verzeichnen. Im Bereich der Entwicklung eigener Inhalte sieht die Bastei Lübbe AG erhebliches Wachstumspotenzial. Auch durch die Mehrheitsbeteiligung an der Daedalic Entertainment GmbH wurde in die Entwicklung eigener Inhalte investiert. Ein Großteil der von Daedalic vertriebenen Spiele sind Eigenentwicklungen, die aufgrund umfassender Verwertungsrechte weltweit vertrieben werden. Über die Mehrheitsbeteiligung an der BookRix GmbH & Co. KG hat Bastei Lübbe die Möglichkeit, auf einen großen Pool an Selfpublisher-Autoren zuzugreifen, die als Autoren besonders geeignet sind, um Inhalte für die Bastei Lübbe AG zu entwickeln.

Verlag

Im Verlagsbereich setzt Bastei Lübbe neben dem oben beschriebenen eigenen Content natürlich weiterhin auf nationale und internationale Lizenzen. In den Genres "Historische Romane" und "Thriller" gehört Bastei Lübbe seit Jahren mit Weltbestsellerautoren wie Ken Follett und Dan Brown zu den Marktführern in Deutschland. Durch die Akquisition des Labels "LYX" konnte Bastei Lübbe nun auch im Bereich "Romance" eine marktführende Stellung im Bereich der Frauenunterhaltung einnehmen. Ziel in den nächsten Jahren ist es, die Marktführerschaft in den genannten Genres zu erhalten und gegebenenfalls auszubauen. In diesem Zusammenhang ist die Erweiterung des Dienstleistungsangebots für Autoren im Vertriebs- und Marketingbereich besonders wichtig. In diesem Zusammenhang könnten auch die Tochtergesellschaften BookRix (Selfpublishing) und Daedalic (Computerspiele) zur Autorengewinnung und -bindung beitragen und geben der Bastei Lübbe AG im Rahmen ihrer Verlagstätigkeit eine besondere Stellung in der deutschen Verlagswelt.

Distribution

Bastei Lübbe hat konsequent in die Bereiche physische und digitale Distribution investiert.

BuchPartner

Mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Marktführer BuchPartner GmbH hat Bastei Lübbe im wichtiger werdenden Markt des Lebensmitteleinzelhandels eine bedeutende Position eingenommen. Während der klassische Sortimentsbuchhandel leicht schrumpft, ist der Fachmarkt auf Wachstumskurs.

Die Beteiligung an der BuchPartner GmbH ermöglicht Bastei Lübbe den Zugriff auf die Logistik von BuchPartner, zu der deutschlandweit auch mehr als 700 Rack Jobber gehören. Mithilfe von BuchPartner sollen so zukünftig auch neue Geschäftsmodelle (z.B. Pop-Up-Stores) erschlossen werden.

oolipo

Die oolipo AG ist eine selbstständige Plattform, die kurze, multimediale serielle Inhalte im DACH-Bereich und UK vertreibt. Es handelt sich bei den Inhalten um ein neues Format, das speziell für Smartphones entwickelt wurde. Aktuell werden die Inhalte über eine App, die Nutzer von iPhones nutzen können, veröffentlicht. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017/2018 ist auch die Veröffentlichung einer Android- und Browser-Version geplant. Die Geschäftsidee beruht auf der Annahme, dass insbesondere die jüngere Zielgruppe der Millenials das Lesen kürzerer, serieller und multimedialer Inhalte gegenüber klassischen eBooks bevorzugt. Die iOS-App wurde im März 2017 gelauncht. Mit Hilfe des von oolipo neu entwickelten Content-Formats sollen nicht nur jüngere Leser gewonnen werden, sondern auch Drittautoren mithilfe von selbstentwickelten Produktionstools die Möglichkeit gegeben werden, eigene Inhalte auf der Plattform oolipo zu veröffentlichen und zu vertreiben.

BEAM Shop

Der BEAM Shop verfügt über ein Vollsortiment an eBooks und verkauft Produkte von Bastei Lübbe sowie anderer Verlage. Er ist spezialisiert auf digitale Serieninhalte und bietet als erste und einzige eBook-Plattform in Deutschland Abonnements für Serieninhalte an. Als digitale Ausspielstation ermöglicht der BEAM Shop die Umsetzung der definierten Strategie, eigene Inhalte zu entwickeln und sowohl physisch als auch digital umfassend zu verwerten bzw. selbst zu distribuieren. Im Rahmen eines Relaunches wurde die IT-Infrastruktur des BEAM Shop sowie das Design der Webseite komplett überarbeitet. Im Februar 2017 wurde der Relaunch abgeschlossen.

Unternehmenssteuerung

Organe

Als Aktiengesellschaft nach deutschem Recht verfügt die Bastei Lübbe AG über eine duale Führungs- und Aufsichtsstruktur bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand besteht aus den drei Mitgliedern Thomas Schierack (Vorstandsvorsitzender), Klaus Kluge (Vorstand Programm, Vertrieb und Marketing) und Ulrich Zimmermann (Finanzvorstand). Der Vorstand berichtet regelmäßig an den Aufsichtsrat. Die Berichte haben im Wesentlichen die Geschäftspolitik und Strategien, die laufende Geschäftstätigkeit und potentielle Akquisitionen zum Inhalt. Der Aufsichtsrat wird über alle Vorkommnisse, die einen erheblichen Einfluss auf die Zukunft der Bastei Lübbe AG haben könnten, unterrichtet.

Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstandes und überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Gesellschaft. Die drei Mitglieder des Aufsichtsrates repräsentieren die Aktionäre. Die Aktionärsvertreter werden im Rahmen der Hauptversammlung gewählt. Am 26. und 29. Juli haben die drei Aufsichtsratsmitglieder Dr. Friedrich Wehrle (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Prof. Dr. Michael Nelles (Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats) und Prof. Dr. Gordian Hasselblatt die Niederlegung ihrer Ämter mit Ablauf der kommenden ordentlichen Hauptversammlung erklärt. Auf Vorschlag des Aufsichtsrats wurden die frei werdenden Sitze im Aufsichtsrat durch Herrn Robert Stein, Herrn Prof. Dr. Friedrich L. Ekey sowie Herrn Dr. Mirko Alexander Caspar übernommen. Die Wahl der neuen Aufsichtsratsmitglieder erfolgte im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung am 30. November 2016. Den Aufsichtsratsvorsitz hat Herr Robert Stein übernommen.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Das übergeordnete Ziel von Bastei Lübbe besteht in der kontinuierlichen Steigerung des Unternehmenswerts durch Wachstum und Konzentration auf Geschäftsfelder, die die besten Entwicklungschancen und eine Verbesserung der Ertragskraft bieten.

Zur Unternehmenssteuerung bedienen sich der Vorstand und der Aufsichtsrat diverser Maßnahmen. Grundlage der strategischen Unternehmensplanung ist eine jährlich aktualisierte Dreijahresplanung mit Gewinn- und Verlustrechnung, Investitionen und Liquidität. Für das direkt folgende Geschäftsjahr wird neben der Top-Down Zieldefinition die Umsatzplanung sehr detailliert und produktbezogen hochgerechnet (Bottom-Up). Auf Basis der finalen Planung wird die Budgetplanung für das folgende Geschäftsjahr abgeleitet. Durch eine monatliche Soll-Ist-Abweichungsanalyse bezogen auf Gesamtumsätze, Segmentumsätze und Ergebnisse wird das Unternehmen gesteuert.

Bei Bastei Lübbe stehen folgende finanzielle Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung im Vordergrund (jeweils im Vergleich von Ist, Soll (Plan) und Vorjahr):

Entwicklung Umsatz

Entwicklung EBITDA auf Konzern-Ebene

Umsatz und EBITDA der Segmente

Weitere nichtfinanzielle Leistungsindikatoren wie Mitarbeiterzahl oder gesellschaftliches Engagement werden nicht zur Steuerung von Bastei Lübbe verwendet, da keine quantifizierbaren Aussagen zu Wirkungszusammenhängen getroffen werden können.

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft ist im abgelaufenen Jahr mit 3,1 % langsamer gewachsen, als der Internationale Währungsfonds (IWF) zu Jahresbeginn 2016 mit 3,4 % erwartet hatte. In der Folge hatte der IWF die Prognosen wiederholt nach unten korrigiert. Ursächlich waren im ersten Halbjahr 2016 der britische EU-Austritt und ein schwächer als erwartetes Wachstum in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ab dem zweiten Halbjahr 2016 bestimmten im Wesentlichen eine gesteigerte wirtschaftliche Aktivität und die Aussicht auf eine robustere Nachfrage die positive Entwicklung der Weltwirtschaft. Die Erholung in den Industrienationen setzte sich weiter fort. Während die Mehrzahl der aufstrebenden Volkswirtschaften einen deutlichen Anstieg der Wachstumsdynamik verzeichnen konnte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) größerer Schwellen- und Entwicklungsländer geringer als erwartet. In den größeren Schwellen- und Entwicklungsländern in Lateinamerika und dem Mittleren Osten machte sich weiterhin der Rückgang der Ölpreise bemerkbar.1 2 3 4

Die Stimmung am Kapitalmarkt hellte sich nach dem ersten Halbjahr 2016 ebenfalls auf. Das spiegelt einen positiven Ausblick in Erwartung umfassender fiskalischer Unterstützungsmaßnahmen, steigender Investitionen in die Infrastruktur und einer zunehmenden Deregulierung in den Vereinigten Staaten wider. Infolgedessen verzeichneten die Kapitalmärkte sowohl in den Schwellen- und Entwicklungsländern als auch in den Industrienationen deutliche Zuwächse.5

Die Eurozone profitierte ebenfalls ab dem zweiten Halbjahr 2016 von der zunehmenden globalen Konjunktur. Dort stabilisierten sich die moderaten Zuwachsraten auf gleichbleibendem Niveau. Für 2016 errechneten die Ökonomen des IWF einen über den Erwartungen liegenden Zuwachs von 1,7 %. Dennoch bleibt das Wachstum im Währungsraum unter seinen Möglichkeiten. Die systemischen Risiken lagen 2016 insbesondere in der politischen Unsicherheit und den Bedenken hinsichtlich der Stabilität des europäischen Bankensektors. Übermäßige Sorgen über die Zunahme wirtschaftlicher Hürden nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs blieben in der Hoffnung auf die ausstehenden Verhandlungen aus.6

Deutschland verzeichnete 2016 laut IWF ein Plus der Wirtschaftsleistung von 1,8 %.7 Die deutsche Konjunktur ist von einer soliden und stetigen Entwicklung gekennzeichnet. In den beiden vorangegangenen Jahren war das BIP in einer ähnlichen Größenordnung gewachsen. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft im abgelaufenen Jahr war die inländische Verwendung. Dabei stiegen die staatlichen Ausgaben infolge der Zuwanderung durch Schutzsuchende stärker als der private Konsum. Insgesamt legten die Konsumausgaben um 2,5 % zu und waren 2016 erneut die größte Stütze des deutschen Wirtschaftswachstums. Doch auch die Investitionen in Wohnungsbau und Ausrüstungen trugen ihren Teil dazu bei. Während die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen um 2,5 % höher waren als im Vorjahr, legten die Importe im gleichen Zeitraum um 3,4 % zu.8 Die Arbeitsmarktsituation war 2016 mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf durchschnittlich 4,0 % nach international vergleichbarer Definition weiterhin stabil. Damit hat Deutschland nach der Tschechischen Republik die zweitniedrigste Erwerbslosenquote aller EU-Mitgliedsstaaten. Der über 10 Jahre anhaltende Anstieg der Erwerbstätigkeit setzte sich auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung fort.9 Die Inflationsrate stieg 2016 auf 0,5 % gegenüber dem Vorjahr.10 Auch im laufenden Jahr ist die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2017 - preis-, saison- und kalenderbereinigt - um 0,6 % gegenüber dem vierten Quartal 2016.11

Mit steigender Nachfragesituation der Unternehmen beschleunigte sich in den USA das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr 2016 deutlich. Als vorteilhaft erwiesen sich seit der US-Wahl im November 2016 die Erwartungen an eine Lockerung der Fiskalpolitik, ein stärkerer US-Dollar und die Anhebungen der Leitzinsen durch die US-Notenbank. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten von Amerika einen deutlichen Beschäftigungsaufbau, einen soliden Anstieg der verfügbaren Einkommen und ein robustes Konsumverhalten. Die US-Wirtschaft hat fast Vollbeschäftigung erreicht. Laut IWF legte das Bruttoinlandsprodukt der weltweit führenden Volkswirtschaft um rund 1,6 % zu. Die Inflationsrate nahm mit der Erholung der Ölpreise verhältnismäßig stark um 1,3 % zu. Mit Blick auf eine mögliche Unterstützung der US-Konjunktur durch die Fiskalpolitik erwarten die Experten des IWF für 2017 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,3 %.12

1 http://www.imf.org/~/media/Files/Publications/WEO/2017/April/pdf/text.ashx?la=en
2 http://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2016/12/27/A-Shifting-Global-Economic-Landscape
3 http://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2016/12/31/Subdued-Demand-Symptoms-and-Remedies
4 http://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2016/12/31/Subdued-Demand-Diminished-Prospects
5 http://www.imf.org/~/media/Files/Publications/WEO/2017/April/pdf/text.ashx?la=en
6 http://www.imf.org/~/media/Files/Publications/WEO/2017/April/pdf/text.ashx?la=en
7 http://www.imf.org/~/media/Files/Publications/WEO/2017/April/pdf/text.ashx?la=en
8 https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_010_811.html
9 https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_001_13321.html
10 https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/01/PD17_018_611.html
11 https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/05/PD17_155_811.html
12 http://www.imf.org/~/media/Files/Publications/WE0/2017/April/pdf/text.ashx?la=en

Die Situation in den Schwellen- und Entwicklungsländern war auch 2016 weiter uneinheitlich und von Herausforderungen geprägt. Diese spiegelten sich in den Leitzinsen wider - mit Zinserhöhungen in Mexiko und der Türkei sowie Senkungen in Brasilien, Indien und Russland - aber auch in den Zinsspannen des EMBI (Emerging Market Bond Index). Insgesamt profitierten die aufstrebenden Volkswirtschaften von der Stabilisierung der Rohstoffpreise und der Festigung der Konjunktur in China.13

In China ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2016 mit nur noch 6,7 % nach 6,9 % im Vorjahr dennoch stärker gewachsen als ursprünglich angenommen. Das Wachstum in China wurde von anhaltenden politischen Maßnahmen und Ausgaben in Infrastruktur und Immobilien unterstützt. Dabei setzte die Volksrepublik den komplexen Prozess des staatlich verordneten Wandels von der Industrieproduktion zum Dienstleistungsangebot fort. Der IWF erwartet für das Reich der Mitte für 2017 und 2018 ein Wirtschaftswachstum von 6,6 % und 6,2 %.14

Das aktuelle Weltwirtschaftsklima hat sich 2017 laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung weiter verbessert, allen voran in den Industrienationen. Der ifo Indikator stieg im ersten Quartal 2017 von -1,2 auf +2,6 Punkte. Damit beurteilten die Experten die aktuelle Lage optimistischer als zuvor. Das Wirtschaftsklima für Schwellen- und Entwicklungsländer bleibt aber auch 2017 ungünstig. Die Erwartungen für die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf hellten sich indes etwas auf. Die kurz- und langfristigen Zinsen sollen dementsprechend in den nächsten sechs Monaten steigen. In den USA wird bereits ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen erwartet und auch der Kurs des US-Dollar soll laut dem Leibniz-Institut in den nächsten sechs Monaten weiter zulegen.15

Branchenumfeld in den Segmenten der Geschäftstätigkeit von Bastei Lübbe

In Deutschland wurden 2016 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder mehr gedruckte Bücher verkauft als im Jahr zuvor. Das Jahresergebnis im Publikumsmarkt - stationärer Buchhandel, Bahnhofsbuchhandel, E-Commerce und Kauf-/ Warenhäuser - lag damit insgesamt 0,8 % über dem Vorjahreszeitraum. Der stationäre Buchhandel/Retail verzeichnete hingegen ein Absatzminus von 1,3 %. Das Wachstum im Publikumsmarkt resultierte einmal mehr aus dem elektronischen Handel.16

Im Januar 2017 verzeichnete der Buchhandel laut dem Marktforschungsinstitut Media Control einen Umsatzzuwachs von 2,4 %. Den Schwung des Jahresauftakts konnte die Branche allerdings nicht mit in den Februar nehmen und verzeichnete ein Minus von 6,7 % gegenüber dem Vorjahr. Das schwache Ergebnis im Februar führte dazu, dass die beiden ersten Monate in Summe mit 2,1 % unter den Vorjahreswerten lagen.17

Die Etablierung von eBooks sorgt anhaltend für eine Verschiebung der Marktanteile zugunsten elektronischer Bücher, wenn auch auf niedrigem Niveau.18 Nach wie vor ist der Anteil von eBooks an den Gesamtumsätzen im Buchmarkt mit 4,6 % relativ gering. Laut dem Marktforschungsunternehmen Statista bevorzugten die Leser auch 2016 überwiegend gedruckte Bücher. Dennoch hat sich die Anzahl der Käufer von eBooks seit 2010 mehr als verfünffacht: 2016 wurden rund 3,8 Millionen Käufer von eBooks in Deutschland gezählt, sechs Jahre zuvor waren es nur 0,7 Millionen.19 Die ersten Nutzer von eBooks sind inzwischen fast vollständig vom gedruckten zum digitalen Buch gewechselt. Bei den übrigen Lesern verlangsamte sich allerdings der Wechsel von Print zu Digital - der Markt erreichte eine temporäre Sättigung.20 Dennoch ergeben sich im eBook-Segment auch künftig Wachstumschancen durch die technischen Möglichkeiten des Mediums. So ermöglicht beispielsweise der Einsatz von Tracking-Software in eBooks zusätzlichen Aufschluss über das Leseverhalten.21

Der Umsatz mit eBooks stieg 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 %. 2015 hatte noch ein Plus von 4,7 % zu Buche gestanden. Der geringere Umsatzanstieg resultierte 2016 aus niedrigeren Preisen für eBooks. Dennoch war nach einer verhaltenen Entwicklung in den ersten neun Monaten 2016 im vierten Quartal ein deutliches Plus von 9,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Der Absatz von eBooks hingegen ist mit 4,1 % stärker gestiegen als im vergangenen Jahr. Dabei sank zwar die Anzahl der Käufer um 2,2 % von 3,9 Millionen auf 3,8 Millionen, die Kaufintensität dagegen nahm um 0,4 eBooks auf durchschnittlich 7,4 Exemplare zu. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels betrachtet das eBook als bei Leserinnen und Lesern etabliertes Medium und als wichtige Editionsform für Verlage und Buchhandlungen. Die Bedeutung des eBooks soll demnach weiter zunehmen.22 Laut dem Branchenverband bitkom hingegen braucht der Markt für eBooks neue Impulse, um wieder in Fahrt zu kommen. Nach Einschätzung des bitkom ist die Schwelle das neue Medium auszuprobieren noch immer hoch.

13 http://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2016/12/31/Subdued-Demand-Diminished-Prospects
14 http://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2016/12/31/Subdued-Demand-Diminished-Prospects
15 https://www.cesifo-group.de/de/ifoHome/facts/Survey-Results/World-Economic-Survey/World-Economic-Climate/Archive/2017/World-Economic-Climate-20170213.html
16 https://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1298938
17 http://www.boersenblatt.net/artikel-daten_zur_umsatzentwicklung_in_der_buchbranche.1299851.html
18 https://outlook.pwc.de/outlooks/2015-2019
19 https://de.statista.com/themen/596/e-books/
20 https://outlook.pwc.de/outlooks/2015-2019
21 https://outlook.pwc.de/outlooks/2015-2019
22 https://www.boersenblatt.net/artikel-e-book-zahlen_2016.1288559.html

Die Aufbereitung von gedruckten Büchern in digitalen Formaten wie eBooks - Inhalte zielgruppengerecht zu strukturieren - ist aber bitkom zufolge ein unschätzbarer Vorteil gegenüber gedruckten Büchern, um über eine benutzerfreundliche, interaktive App oder Webanwendung die Leser anzusprechen.23

Die Veränderung der Buchbranche hat auch Auswirkungen auf das Umsatzvolumen und die wichtigsten Erlösstrukturen von Bastei Lübbe. Der Vorstand der Gesellschaft rechnet dementsprechend damit, dass der digitale Bereich mittelfristig mehr als 50 % zum gesamten Konzernumsatz beitragen wird. Daher baut Bastei Lübbe den digitalen Bereich weiter kontinuierlich aus und setzt mit dem auf attraktive multimediale Leseinhalte fokussierten Streaming-Portal "oolipo" sowie dem eBook-Shop "beam-ebooks.de" auf den richtigen Trend, um künftig von diesem Marktwachstum zu partizipieren.24

Der Umsatz im Gesamtmarkt für Computer- und Videospiele lag 2016 mit 2,81 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Während Games (Computer- und Videospiele) um 7 % auf 2,1 Milliarden Euro zulegten, verzeichnete der Markt für Spielekonsolen einen Rückgang um 15 %. Laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ist der deutsche Markt für Games damit auch 2016 weitergewachsen und hat die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt. Der Umsatz mit virtuellen Gütern und Zusatzinhalten nahm mit einem Plus von 17 % auf 659 Millionen Euro besonders stark zu. Insbesondere die sogenannten Free-to-Play-Spiele setzen auf den Verkauf von virtuellen Gütern und Zusatzinhalten. Entsprechende Titel können kostenfrei gespielt werden, die Spieler haben jedoch die Möglichkeit zusätzliche Level oder virtuelle Währungen zu erwerben. Auch der Umsatz mit Abonnements ist mit 19 % auf 173 Millionen Euro weiter gestiegen. Der deutsche Games-Markt ist weiterhin von einer hohen Dynamik gekennzeichnet. Während die Digitalisierung die Medien-Industrie insgesamt vor große Herausforderungen gestellt hat, konnte die Branche für Computer- und Videospiele sowohl neue Plattformen wie Smartphones erobern, als auch neue Geschäftsmodelle erfolgreich etablieren.25

Computer- und Videospiele sowie Verfilmungen von Romanen standen auf der Frankfurter Buchmesse 2016 unter dem Titel "A Book is a Game is a Film" gemeinsam im Mittelpunkt des genreübergreifenden Adaptionsgeschäftes.26 Ziel der Veranstaltung war der verstärkte Austausch über die Grenzen des einzelnen Mediums hinaus. Das Potenzial im crossmedialen Rechte- und Lizenzgeschäft ist ebenso groß wie der Bedarf an neuen Geschäftsmodellen. So sind rund 20 % aller anlaufenden Kinofilme Adaptionen und Literaturverfilmungen. Die Vorteile von Literaturverfilmungen für Autoren und Verlage sind eine weitere Bekanntheitssteigerung, eine zusätzliche Zielgruppenerweiterung und eine längere Präsenz auf den Bestellerlisten. Bei Games hingegen sind Verfilmungen trotz zunehmender Popularität der Vorlagen noch die Ausnahme. Dabei bieten Games auch für die Verlagsbranche neue Vermarktungsmöglichkeiten. So werden beispielsweise von Spielehandbüchern mehrere Millionen Exemplare verkauft. Die Adaption von erfolgreichen Romanen in Computer- und Videospielen war wie in den Vorjahren auch auf der Buchmesse 2016 eines der zentralen Themen. 2017 wird Bastei Lübbe mit "Die Säulen der Erde" das erste offizielle Game, das auf einem Roman des britischen Weltbestsellerautors Ken Follett basiert, veröffentlichen. Entwickelt wird das Spiel "Die Säulen der Erde" von Daedalic Entertainment, einer Beteiligung der Bastei Lübbe AG. Der 1989 veröffentlichte historische Roman ist mit 25 Millionen Exemplaren eines der meistverkauften Bücher weltweit und war zudem bereits als Film, TV-Serie, Hörbuch und Gesellschaftsspiel erfolgreich. Buchverleger und Games-Branche verstärkten bereits zuvor auf der gamescom 2016 die Zusammenarbeit. Im Rahmen des "gamescom license day" veranstalteten die Frankfurter Buchmesse und die gamescom, Europas führende Messe für Computer- und Videospiele, den ersten "Publishers Pitch". Dabei präsentierten Unternehmen aus der Verlagswelt ihre Projekte und Ideen vor Spitzenvertretern der internationalen Games-Branche, um neue Computerspiele zu entwickeln.27 28 Das bestätigt die strategische Ausrichtung der Bastei Lübbe AG, nachhaltig in diesen Bereich zu investieren.

Die Abonnements und Streamingdienste für Bücher, sogenannte Flatrate-Modelle, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Über eine monatliche Pauschale haben die Leser Zugriff auf eine große Auswahl an Büchern. 2016 nutzten laut dem Branchenverband bitkom bisher nur 13 % der eBook-Leser einen Abonnement- oder Streaming-Dienst.29 StreamingDienste für Bücher sollen künftig von kuratierten Modellen profitieren, die den Lesern individuell zugeschnittene eBooks anbieten.30 Das Branchensegment des Buch-Streamings soll zudem durch kurzformatige, multimediale und attraktive Leseinhalte wie exklusive Inhalte, Serien und Comics einen Wachstumsschub erhalten. Dabei werden die Inhalte auf Tablets und Smartphones dargestellt und nicht wie bei einem klassischen eBook auf einem Reader.31 Mit dem StreamingPortal "oolipo" nutzt Bastei Lübbe diese Möglichkeiten, um eine neue und jüngere Zielgruppe für das digitale Lesen zu gewinnen, die statt des Prints den digitalen Screen des Smartphones bevorzugen.32 Laut einer aktuellen Studie des Streaming-Anbieters Skoobe nutzen 43 % der Nutzer das Smartphone, um Bücher zu lesen, und 62 % lesen sogar mehr als vorher. Mehr als zwei Drittel der Leser nutzen ihr Smartphone häufiger zum Lesen als sie das zu Anfang erwartet hatten. Mit 89 % findet zudem die überwiegende Mehrheit, dass sich mit dem Lesen auf dem Smartphone auch Warte- und Reisezeiten sinnvoll nutzen lassen.33

23 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Nutzung-von-E-Books-bleibt-stabil.html
24 https://www.luebbe.com/web/downloads/module/download/2478250/BL_HB_Apr_Sep_2016.pdf
25 https://www.biu-online.de/blog/2017/04/04/starke-nachfrage-nach-computerund-videospielen-umsatz-waechst-um-7-prozent/
26 http://www.buchmesse.de/fbmsite/de/fbm/presse/pressemitteilungen/03135/
27 http://www.buchmesse.de/fbmsite/de/fbm/presse/pressemitteilungen/02996/
28 https://www.biu-online.de/blog/2016/10/18/frankfurter-buchmesse-games-und-buchbranche-im-dialog/
29 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Nutzung-von-E-Books-bleibt-stabil.html
30 https://www.buchreport.de/2016/10/24/bookchoice-die-digitale-rueckkehr-des-buch-clubs/
31 http://www.boersenblatt.net/artikel-neues_streaming-portal_der_bastei_luebbe_ag.1042751.html
32 https://www.buchreport.de/2017/01/30/die-zielgruppen-suche/
33 https://www.buchreport.de/2017/04/25/so-ticken-die-skoobe-leser/

"oolipo" rückt mit dem seriellen Konsum von kurzformatigen, multimedialen und attraktiven Leseinhalten auch das Bedürfnis der neuen Zielgruppe in den Fokus, relevante Inhalten zu erhalten und in sozialen Medien teilen zu können. So werden Inhalte in Episoden unterteilt, deren erster Teil in der Regel kostenlos ist. Weitere Teile kann der Leser dann gegen Credits eintauschen, die er zuvor erworben hat.34

Neben dem kuratierten Lesen spielt - gerade in der Social Media Generation - die Empfehlungsfunktion eine Rolle, um zu sehen, wie viele "Follower" eine Serie hat und wie viele Leser diese "liken".35

Der Romanhefte- und Rätselmarkt darf gemessen an der rückläufigen Entwicklung des gesamten Pressemarktes als relativ stabil bezeichnet werden. Während das Presse-Grosso im Kerngeschäft mit Presseprodukten 2016 in der Summe einen Umsatz von 2,09 Mrd. Euro erzielte (-4,05 % zu VJ), fiel der Verlust noch deutlich stärker aus, wenn man die Entwicklung des Absatzes betrachtet. Dieser sank gegenüber 2015 um fast 150 Mio. Exemplare bzw. 7,99 % auf 1,706 Mrd. Stück. Nach Angaben des Bundesverbandes Presse-Grosso, Köln, stellt dieser Absatzrückgang den stärksten dar, den der deutsche Pressegroßhandel bislang erlebt hat. Die Diskrepanz zwischen der Absatz- und Umsatzentwicklung ergibt sich aus Preiserhöhungen bzw. Absatzverschiebungen hin zu höherpreisigen Titeln (Quelle: DNV 5/2017). Nach wie vor steht das gesamte RCR-Sortiment für gut 10 % des Zeitschriften-Erlöses im Einzelhandel. Im Vergleich 2016 zu 2015 sank der Rätselumsatz (ohne Sudoku) branchenweit um 1,64 % und der Romanheft-Umsatz (Einzelhefte) um lediglich 0,86 % (Quelle: Pressegrosso DataWarehouse, Umsatz in Euro VKP). Die Titelanzahl der Rätsel entsprach mit einem Rückgang von 1,68 % nahezu exakt dem leichten Umsatzrückgang, wohingegen sich die Titelanzahl im Segment der Romanhefte um 5,8 % erhöhte.

Unverändert drängen im gesamten Pressemarkt neue Marktteilnehmer in die ohnehin überfüllten Regale, sodass sich der Umsatz auf immer mehr Titel verteilt. So wurden in 2016 392 Neutitel (Periodika, wöchentlich bis quartalsweise) eingeführt. Nach Abzug der eingestellten 0bjekte erhöhte sich die Anzahl der insgesamt lieferbaren Titel in 2016 um 74 (Quelle: Neutitelstatistik Partner Medienservices GmbH).

Das Segment Non-Book umfasst Geschenkartikel, Merchandising und ähnliche Artikel, die unter dem Label Räder vertrieben werden. Mit den Veränderungen im stationären Buchhandel und den damit verbundenen rückläufigen Flächen entfernte sich Räder auch im Berichtsjahr weiter vom Kerngeschäft der Bastei Lübbe AG. Um das Wachstum des Geschäftsbereichs in den Absatzkanälen jenseits des klassischen Sortimentsbuchhandels international weiterzuentwickeln veräußerte Bastei Lübbe mit Wirkung zum 1. Januar 2017 den gesamten Geschäftsbetrieb im Wege eines Asset Deals an eine zusammen mit einem Partner gegründete GmbH, an der die Bastei Lübbe AG zu 20 % beteiligt ist. Der Geschenkemarkt ist zyklisch und erreicht sein Hoch traditionell im Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember. Dabei sorgte die stabile Konjunktur- und Einkommenserwartung der Verbraucher zum Jahresende 2016 für Kauflaune. Doch nicht nur die Anschaffungsneigung verzeichnet leichte Gewinne. Deutlich mehr als drei Viertel der Deutschen investieren in der Weihnachtszeit unabhängig von ihren Einkommensverhältnissen in die kleinen Freuden des Lebens. 2016 soll in Deutschland laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im gesamten Weihnachtsgeschäft ein Umsatz von 14,3 Milliarden Euro angefallen sein. Die Deutschen gaben 2016 durchschnittlich 280 Euro für Geschenke aus. Das entspricht einem Plus von sechs Euro gegenüber dem Vorjahr. Der Geschenkemarkt bewegt sich damit auf einem konstant hohen Niveau.36 Räder zeigte als einer der wenigen Anbieter im Segment der Wohn- und Tischaccessoires sowie hochwertigen Geschenkartikel im abgelaufenen Geschäftsjahr eine positive Umsatzentwicklung. Neben einem boomenden Weihnachtsgeschäft konnte Räder mit der Neueinführung von Themenpaketen wie 0stern, Herbst oder Silvester erneut Wachstum erzielen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist nach wie vor der stetige Ausbau der Exportaktivitäten. Wesentlicher Bestandteil des Erfolgs ist die Präsenz auf jährlich 17 nationalen sowie internationalen Messen, ein langjährig etabliertes Außendienst-Team sowie das eigene - oft "ausgezeichnete" - Produkt-Design.

34 https://www.gruenderszene.de/allgemein/bastei-luebbe-oolipo-e-books-millennials
35 https://www.buchreport.de/2016/09/30/so-funktioniert-oolipo/
36 http://www.gfk.com/de/insights/press-release/jeder-zweite-deutsche-ist-weihnachts-fan-den-handel-freut-es/

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Gesamtaussage des Vorstandes

Der Umsatz im Konzern hat sich im Geschäftsjahr 2016/2017 von 101,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016 auf 146,3 Mio. Euro erhöht. Damit liegt der Konzernumsatz unter der Prognose von 150-160 Mio. Euro, unter anderem aufgrund fehlender Umsätze von Räder in Höhe von 4,4 Mio. Euro bedingt durch den Verkauf dieses Geschäftsbereichs mit Wirkung zum 1. Januar 2017. Demzufolge liegt auch der Umsatz der Bastei Lübbe AG mit 98,0 Mio. Euro unter der Prognose von 103 Mio. Euro. BuchPartner hat die Prognose in Höhe von 40 Mio. Euro mit einem Umsatz von 43,2 Mio. Euro übertroffen. Daedalic konnte mit 9,9 Mio. Euro die Prognose in Höhe von 13 Mio. Euro (jeweils Umsatz inkl. aktivierter Eigenleistungen) insbesondere aufgrund der verspäteten Veröffentlichung des Spiels "The Long Journey Home" nicht erfüllen.

Das Konzern-EBITDA von 6,7 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016 hat sich um 1,3 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 auf 5,4 Mio. Euro verschlechtert. Zum 31. Dezember 2016 war Bastei Lübbe mit einem EBITDA von 9,3 Mio. Euro noch im Plan, wobei das Ergebnis aus dem Verkauf Räder (per 1. Januar 2017) noch nicht zu berücksichtigen war. Bedingt durch Einmalaufwendungen und ein schwaches viertes Quartal haben sich die Erwartungen des Vorstands, ein EBITDA im Bereich von 13-15 Mio. Euro zu erreichen, nicht erfüllt. Die Bastei Lübbe AG konnte die EBITDA-Prognose von 8-10 Mio. Euro insbesondere aufgrund außerplanmäßiger Wertminderungen auf den Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare in Höhe von - saldiert mit Wertaufholungen - 5,2 Mio. Euro sowie Zusatzkosten im Zusammenhang mit der Änderung der Vorjahresabschlüsse nicht erfüllen und erwirtschaftete ein EBITDA in Höhe von 5,6 Mio. Euro. BuchPartner hat ein EBITDA in Höhe von -0,4 Mio. Euro erzielt. Die Prognose von 2,0 Mio. Euro konnte BuchPartner aufgrund einer höher als geplanten Remissionsquote nicht erfüllen. Außerdem ergab sich im Rahmen der Inanspruchnahme der im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven in den erworbenen Vorräten ein um 1,5 Mio. Euro höherer Materialaufwand, die das EBITDA von BuchPartner zusätzlich belastet haben. Aufgrund der verspäteten Veröffentlichung des Spiels "The Long Journey Home" lag das EBITDA von Daedalic mit 2,3 Mio. Euro unterhalb der prognostizierten 4,0 Mio. Euro.

Bastei Lübbe ordnet die Geschäfte den Segmenten "Buch", "Digital", "Non-Book", "Romanhefte und Rätselzeitschriften" sowie erstmals dem Bereich "Retail" zu. Der Bereich "Retail" ist durch Erwerb und erstmalige Einbeziehung der BuchPartner GmbH im April 2016 hinzugekommen. Das Segment "Non-Book" ist zum 1. Januar 2017 weggefallen, da der Geschäftsbereich Räder verkauft wurde. Durch die Konsolidierungskreisänderungen ist ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen nur eingeschränkt möglich.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2016/2017 von 101,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016 auf 146,3 Mio. Euro. Ganz wesentlich zu der Umsatzerhöhung hat der Erwerb der BuchPartner GmbH beigetragen. Diese hat 43,2 Mio. Euro zum Konzernumsatz beigesteuert. Die Umsatzerlöse der Bastei Lübbe AG sind von 94,7 Mio. Euro (2015/2016) auf 98,0 Mio. Euro gestiegen. Die Umsatzerlöse von Daedalic sind von 4,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016 auf 6,3 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 gestiegen. Der Umsatz der BookRix GmbH & Co. KG ist mit 2,0 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 im Vergleich zum Vorjahr (2,4 Mio. Euro) leicht gesunken. Die BEAM Shop GmbH schließlich hat im Geschäftsjahr mit 0,3 Mio. Euro nach 0,1 Mio. Euro zum Konzernumsatz beigetragen. Die Umsatzentwicklung ist durchaus erfreulich, da sie sich auf alle Bereiche erstreckt.

Auf Segmentebene haben sich die Umsätze wie folgt entwickelt:

Im Segment "Buch" ist ein Umsatz in Höhe von 45,3 Mio. Euro erzielt worden nach 48,3 Mio. Euro im Vorjahr. Das Segment "Digital" ist mit einem Umsatz von 32,8 Mio. Euro im Geschäftsjahr nach 26,8 Mio. Euro im Vorjahr wieder stark gewachsen. Der Umsatz im Segment "Non-Book" ist absolut gesehen zwar von 17,0 Mio. auf 15,1 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 um rd. 11 % gesunken. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese Umsätze in nur neun Monaten bis zum Verkauf Räder per 1. Januar 2017 erzielt worden sind. Der Umsatz des Segmentes "Romanhefte und Rätselmagazine" ist mit 9,9 Mio. Euro nach 9,8 Mio. Euro im Vorjahr konstant geblieben. "Retail" hat im ersten Jahr der Einbeziehung einen Umsatz von 43,2 Mio. Euro realisiert.

Die Bestandsveränderungen liegen mit 3,4 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres mit 0,6 Mio. Euro. Grund für die höheren Bestandsveränderungen sind vor allem die im Vergleich zum 31. März 2016 deutlich erhöhten Bestände bei Räder zum 31. Dezember 2016 (+3,0 Mio. Euro).

Die anderen aktivierten Eigenleistungen wurden im Vorjahres-Konzernabschluss noch innerhalb der Umsatzerlöse ausgewiesen. Selbst entwickelte Spiele von Daedalic werden aufgrund einer Ausweisänderung nunmehr separat in den anderen aktivierten Eigenleistungen ausgewiesen (3,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 nach 2,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016).

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen bei 2,7 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr nach 0,8 Mio. Euro im Vorjahr. Hierin enthalten ist insbesondere der Ertrag aus dem Verkauf von Räder mit 1,7 Mio. Euro (aufgegebener Geschäftsbereich).

Der Materialaufwand ist von 46,9 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016 auf 83,7 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg beruht unter anderem auf einem Anstieg des Materialaufwandes bei der Bastei Lübbe AG von 43,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 52,7 Mio. Euro im laufenden Jahr. Hierin enthalten sind 24,3 Mio. Euro Aufwendungen für Honorare und Abschreibungen auf Autorenhonorare (Vorjahr 18,1 Mio. Euro). Davon wiederum betreffen - saldiert mit Wertaufholungen - 5,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,7 Mio. Euro) außerplanmäßige Wertminderungen. Hinzu kommt erstmalig 29,6 Mio. Euro Materialaufwand von BuchPartner.

Der Personalaufwand ist von 24,0 Mio. Euro auf 30,6 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg des Personalaufwandes beruht auf der erstmaligen Konsolidierung der BuchPartner GmbH (6,8 Mio. Euro).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 36,5 Mio. Euro nach 29,0 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anstieg resultiert auch hier vor allem aus der erstmaligen Konsolidierung der BuchPartner GmbH mit 6,8 Mio. Euro.

Das EBITDA hat sich - insbesondere aufgrund von Sondereffekten - unter Plan entwickelt und liegt mit 5,4 Mio. Euro auch unter dem des Vorjahres (6,7 Mio. Euro). Eine Vielzahl von Sondereffekten (meist negativer Art) hat dieses Ergebnis beeinflusst. So sind im Materialaufwand außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von - saldiert mit Wertaufholungen - 5,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,7 Mio. Euro) enthalten. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb der 51-%igen Beteiligung an der BuchPartner GmbH notwendige Aufdeckung der stillen Reserven in den Vorräten der BuchPartner GmbH hat im laufenden Jahr das EBITDA mit 1,5 Mio. Euro belastet. Hier waren im Rahmen der Kaufpreisallokation die Vorräte um erwartete Gewinne aufzustocken, was beim Verkauf zu einer entsprechenden Gewinnminderung geführt hat. Im Zusammenhang mit der Änderung des Vorjahresabschlusses sind in diesem Geschäftsjahr zusätzliche Kosten in einer Größenordnung von 0,8 Mio. Euro angefallen, u. a. für die Verlegung und Durchführung der Hauptversammlung, Anwalts- und sonstige Beratungskosten sowie Waiver-Gebühren. Demgegenüber steht ein Gewinn aus der Veräußerung der Sparte Räder, nach Saldierung mit in dem Zusammenhang angefallenen Kosten, von 1,2 Mio. Euro.

Auf Ebene der Segmente sieht es wie folgt aus:

Das Segment "Buch" hat ein EBITDA von -2,2 Mio. Euro nach 2,2 Mio. Euro im Vorjahr erwirtschaftet. Der Grund für die Abweichung des EBITDA bei nahezu gleichem Umsatz liegt hauptsächlich in den erheblich höheren außerplanmäßigen Wertminderungen auf den Manuskriptbestand im Geschäftsjahr 2016/2017 mit 4,1 Mio. Euro nach 0,7 Mio. Euro im Vorjahr. Das erstmals zu berücksichtigende Segment "Retail" hat ein EBITDA von -0,4 Mio. Euro erwirtschaftet. Das Segment "Digital" hat ein EBITDA von 2,8 Mio. Euro erwirtschaftet nach 1,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016. Das Segment "Non-Book" hat ein EBITDA von 3,6 Mio. Euro erwirtschaftet nach 1,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2015/2016. Das höhere EBITDA ergibt sich überwiegend aus dem Ertrag im Zusammenhang mit der Veräußerung des Geschäftsbereiches Räder. Das Segment "Romanhefte und Rätselmagazine" ist konstant geblieben und hat ein EBITDA von 1,7 Mio. Euro erwirtschaftet (Vorjahr 1,7 Mio. Euro).

Die Abschreibungen liegen mit 5,7 Mio. Euro im Berichtsjahr über den Abschreibungen im Geschäftsjahr 2015/2016 mit 3,9 Mio. Euro. Der Anstieg resultiert in Höhe von 0,4 Mio. Euro aus der erstmalig konsolidierten BuchPartner GmbH, aus der erstmalig vorzunehmenden Abschreibung der im Rahmen der Kaufpreisallokation BuchPartner aktivierten Kundenbeziehungen (0,8 Mio. Euro) und aus erhöhten Abschreibungen auf die selbst erstellten Spiele von Daedalic.

Das EBIT beträgt -0,3 Mio. Euro nach 2,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das Finanzergebnis beträgt -2,9 Mio. Euro nach -2,3 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anstieg beruht zum einen auf der Erstkonsolidierung von BuchPartner, zum anderen aber auch auf erhöhten Finanzierungskosten bei der Bastei Lübbe AG im Zusammenhang mit der Bilanzänderung des Vorjahres.

Das Ergebnis vor Ertragssteuern beläuft sich auf -3,2 Mio. Euro nach 0,6 Mio. Euro im Vorjahr. Die Ertragsteuern liegen bei +0,3 Mio. Euro im Berichtsjahr nach -0,8 Mio. Euro im Vorjahr. Das Periodenergebnis liegt bei -2,9 Mio. Euro nach -0,3 Mio. Euro im Vorjahr.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Bastei Lübbe AG ist im Vergleich zum 31. März 2016 um 34,3 Mio. Euro auf 146,1 Mio. Euro (Vorjahr 111,8 Mio. Euro) gestiegen. Der Anstieg beruht insbesondere auf der Erstkonsolidierung der BuchPartner GmbH, aber auch auf dem Anstieg verschiedener Bilanzposten der übrigen einbezogenen Gesellschaften.

Die langfristigen Vermögenswerte betragen 89,5 Mio. Euro nach 66,7 Mio. Euro zum 31. März 2016.

Die immateriellen Vermögenswerte sind von 32,0 Mio. auf 40,0 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg betrifft vor allem Erhöhungen der entgeltlich erworbenen Geschäfts- und Firmenwerte (von 7,9 Mio. Euro auf 11,4 Mio. Euro, hier steht dem Zugang BuchPartner mit 4,9 Mio. Euro der Abgang Räder mit 1,3 Mio. Euro gegenüber), der selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte (insbesondere Computerspiele, 9,1 Mio. Euro nach 7,0 Mio. Euro per 31. März 2016) und der sonstigen immateriellen Vermögenswerte (von 11,5 Mio. Euro auf 14,4 Mio. Euro). In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten sind im Rahmen der Erstkonsolidierung der BuchPartner GmbH Kundenbeziehungen aktiviert worden (7,6 Mio. Euro), die über 10 Jahre abgeschrieben werden. Ausgaben für die Entwicklung von oolipo in Höhe von 3,1 Mio. Euro sind noch als geleistete Anzahlungen aktiviert.

Der Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare ist von 26,9 Mio. auf 37,4 Mio. Euro gestiegen. Die Steigerung beruht insbesondere darauf, dass zum 31. März 2017 bereits große Teile der Garantiezahlungen für die Blockbuster von Dan Brown und Ken Follett inkl. Verlängerungsrechte aktiviert sind; aber auch aus dem Kauf von LYX. Die Sachanlagen sind mit 3,5 Mio. Euro in etwa gleichgeblieben (vorher 3,2 Mio. Euro). Die Finanzanlagen haben sich von 1,5 Mio. Euro auf 4.4 Mio. Euro erhöht. Die Erhöhung resultiert u. a. aus einem Darlehen an die Räder GmbH mit 2,8 Mio. Euro.

Die kurzfristigen Vermögenswerte liegen bei 56,5 Mio. Euro nach 45,1 Mio. Euro zum 31. März 2016. Die Erhöhung um etwas mehr 10 Mio. Euro resultiert insbesondere aus einer Erhöhung der Vorräte von 20,3 Mio. Euro zum 31. März 2016 auf 30,2 Mio. Euro zum 31. März 2017, was ganz überwiegend auf die erstmalige Konsolidierung der BuchPartner GmbH zurückzuführen ist. Die übrigen kurzfristigen Aktiva sind in etwa konstant geblieben. Die Vermögenswerte aus aufgegebenen Geschäftsbereichen betreffen Forderungen, die im Rahmen des asset deals Räder nicht auf den Erwerber übergegangen sind und von der Bastei Lübbe AG noch abgewickelt werden. Entsprechendes gilt auch für die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesenen Schulden aus aufgegebenen Geschäftsbereichen.

Der den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbare Anteil am Eigenkapital liegt mit 43,9 Mio. Euro unter dem Vorjahr (46,6 Mio. Euro). Der Grund liegt - neben der Dividende für das Geschäftsjahr 2015/2016 - in dem auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallenden Periodenergebnis von -2,1 Mio. Euro.

Die Schulden betragen 96 Mio. Euro nach 62,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die langfristigen Schulden betragen 40,7 Mio. Euro nach 4,8 Mio. Euro zum 31. März 2016. Die latenten Steuerverbindlichkeiten haben sich von 2,3 Mio. Euro zum 31. März 2016 auf 4,3 Mio. Euro erhöht. Die langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten betrugen zum 31. März 2016 0 Euro und liegen jetzt bei 34,4 Mio. Euro. Die Gesellschaft hat sich früher über eine Mittelstandsanleihe in Höhe von 30 Mio. Euro finanziert. Diese ist im 0ktober 2016 zurückgeführt worden. Zur Rückführung hat die Gesellschaft zum damaligen Zeitpunkt bei den Hausbanken ein Konsortialdarlehen über 53 Mio. Euro in der Spitze aufgenommen. Hinzu kommen Finanzierungen der Tochtergesellschaften. Von den langfristig auszuweisenden Darlehen betreffen rd. 30 Mio. Euro die Bastei Lübbe AG, und 4,2 Mio. Euro Daedalic.

Die kurzfristigen Schulden liegen bei 54,3 Mio. Euro zum 31. März 2017 nach 57,3 Mio. Euro zum 31. März 2016. Die finanziellen Verbindlichkeiten sind von 34,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 16,9 Mio. Euro im laufenden Jahr gesunken. Dies hat mit der oben beschriebenen Umfinanzierung zu tun. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind von 12,0 Mio. Euro auf 28,4 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg beruht insbesondere auf der Erstkonsolidierung der BuchPartner GmbH. Hier sind zum Bilanzstichtag 9,7 Mio. Euro hinzugekommen. Bei der Bastei Lübbe AG sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 10,6 Mio. Euro auf 19,1 Mio. Euro gestiegen.

Die Ertragsteuerschulden sind aufgrund des gesunkenen Ergebnisses ebenfalls merklich zurückgegangen (von 2,5 Mio. Euro auf 0,2 Mio. Euro). Rückstellungen und sonstige Verbindlichkeiten haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Finanzlage/Liquidität/Finanzierung

Das Periodenergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Mio. Euro verschlechtert. Nach Hinzurechnung der aufgrund hoher Investitionen - vor allem im digitalen Bereich - gestiegenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen (5,4 Mio. Euro nach 3,9 Mio. Euro im Vorjahr) sowie der Abschreibungen auf Autorenhonorare, die insbesondere aufgrund der außerplanmäßigen Wertberichtigungen von - saldiert mit Wertaufholungen - 5,2 Mio. Euro von 7,2 Mio. Euro im Vorjahr auf 11,5 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2016/2017 zugenommen haben, liegt der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit bei 11,5 Mio. Euro (i. Vj.: -2,2 Mio. Euro) und ist damit um 13,7 Mio. Euro gestiegen. Dazu beigetragen hat insbesondere die hohe Mittelfreisetzung durch die konsolidierungskreisbereinigte Minderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 9,8 Mio. Euro bei gleichzeitiger Erhöhung der entsprechenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 7,3 Mio. Euro.

Aus dem Bereich der Investitionstätigkeit resultiert im Berichtsjahr aufgrund der weiterhin hohen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (6,5 Mio. Euro, davon 4,8 Mio. Euro bei der Tochtergesellschaft Daedalic) sowie der Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen (3,4 Mio. Euro, davon Darlehen Räder GmbH mit 2,8 Mio. Euro) und Sachanlagen (1,1 Mio. Euro) ein Mittelabfluss in Höhe von 12,3 Mio. Euro (i. Vj.: 8,6 Mio. Euro). Dabei wurden die Auszahlungen für den Erwerb von BuchPartner und der Label LYX/INK (in Summe 15,8 Mio. Euro) durch die Einzahlungen aus dem Verkauf der Geschäftssparte Räder (14,3 Mio. Euro) beinahe kompensiert.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit weist im Berichtsjahr einen Mittelzufluss von insgesamt 2,0 Mio. Euro (i. Vj.: Mittelabfluss 2,2 Mio. Euro) aus. Hier überstiegen die Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten die Summe aus deren Tilgungen sowie der Rückzahlung der Anleihe im Oktober 2016 um 2,5 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr ergab sich damit insgesamt - unter Berücksichtigung einer konsolidierungskreisbedingten Minderung des Zahlungsmittelbestandes durch die Entkonsolidierung von Blue Sky - eine zahlungswirksame Erhöhung des Zahlungsmittelbestandes um 1,2 Mio. Euro (i. Vj.: Minderung um 13,1 Mio. Euro).

Grundsätze und Ziele des Finanz- und Kapitalmanagements des Bastei-Lübbe-Konzerns

Ziele

Die Finanzierungsstrategie von Bastei Lübbe verfolgt die folgenden Ziele:

Langfristige Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes

Sicherung der Liquidität und der finanziellen Flexibilität

Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Risiken

Folgende Kennzahlen sind dabei im Rahmen des Finanz- und Kapitalmanagements von besonderer Bedeutung:

Eigenkapital- bzw. Fremdkapitalquote

Verhältnis Nettofinanzverschuldung zu Konzern-EBITDA

Bastei Lübbe strebt grundsätzlich eine Eigenkapitalquote von mehr als 40 % sowie ein Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu Konzern-EBITDA von 2,5 oder weniger an.

Finanzierungsmix

Zur Gewährleistung der finanziellen Flexibilität setzt Bastei Lübbe gezielt auf einen ausgewogenen Mix aus Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die externe Finanzierung von Bastei Lübbe stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

Bankdarlehen

Darlehen nicht beherrschender Gesellschafter

Factoring

Unechtes Factoring

Das Konsortialdarlehen hat eine Restlaufzeit von 5 Jahren und ist im Oktober 2021 fällig. Der Zinssatz ist variabel und beträgt in Abhängigkeit der Covenants zwischen 1,35- und 3-Prozentpunkte über EURIBOR (Mindestzinssatz: 0 %). Die Konditionen des zugrundeliegenden Kreditvertrags haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Aufgrund der branchenüblichen Kombination aus langen Zahlungszielen unserer Kunden sowie hohen Zahlungen von Garantiehonoraren an Autoren vor Buchveröffentlichungen, hat Bastei Lübbe einen nicht unerheblichen Finanzierungsbedarf. Zwischen August und November 2017 wird sich voraussichtlich ein außergewöhnlich hoher Finanzierungsaufwand für die Vorfinanzierung der Blockbuster von Ken Follett, Dan Brown und Jeff Kinney ergeben. Aus diesem Grund wird Bastei Lübbe im genannten Zeitraum bei den Konsortialbanken eine zusätzliche Saisonlinie in Höhe von bis zu 10 Mio. Euro beantragen, die sich noch im Genehmigungsprozess mit den Banken befindet.

Zur Finanzierung größerer Investitionsvorhaben (z.B. zur Erweiterung des Beteiligungs- oder Imprintportfolios) ist der Vorstand durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. November 2016 ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 10 % zu erhöhen.

Entsprechend der Konzernstruktur erfolgen die Finanzierungen separat für die Bastei Lübbe AG und für die übrigen Konzerngesellschaften. Insbesondere die BuchPartner GmbH und die Daedalic Entertainment GmbH verfügen über eigene Kreditfinanzierungen. Darüber hinaus nutzt die BuchPartner GmbH zur Finanzierung des Tagesgeschäfts Factoring.

Folgende Kriterien werden bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente von Bastei Lübbe berücksichtigt:

Flexibilität bei der Inanspruchnahme

Kreditauflagen / Covenants

Fälligkeitsprofil

Dividendenpolitik

Bastei Lübbe verfolgt das Ziel einer auf Kontinuität ausgerichteten Dividendenpolitik, um die Aktionäre mit einem Anteil in Höhe von 40-50 % des ausschüttungsfähigen Jahresüberschusses am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Voraussetzung hierfür ist die Vereinbarkeit mit der Finanzierungssituation der Unternehmensgruppe und der langfristigen und nachhaltigen Geschäftsentwicklung. Das Konzern-EBITDA in Höhe von 5,4 Mio. Euro bleibt deutlich unter den erwarteten 13 bis 15 Mio. Euro. Vorstand und Aufsichtsrat werden daher der ordentlichen Hauptversammlung am 22. November 2017 eine vorübergehende Aussetzung der Dividendenausschüttung vorschlagen.

Derivative Finanzinstrumente

Zur Begrenzung des Zinsrisikos des langfristigen Konsortialdarlehens wurde am 26. Oktober 2016 ein Zinsswap-Geschäft für ein Kreditvolumen von ursprünglich 10 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis zum 26. November 2021 und einem festen Zinssatz von 0,75 % abgeschlossen. Der Nominalbetrag des Derivates reduziert sich alle drei Monate um 0,5 Mio. Euro und beträgt demzufolge am Bilanzstichtag noch 9,5 Mio. Euro.

Zum 31. März 2017 ergibt sich ein (negativer) Marktwert (Fair Value) des Zinsderivates in Höhe von -141 TEUR, der unter den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen ist. Bilanziell wird kein Hedging vorgenommen.

Zusammenfassende Betrachtung

Der Bastei Lübbe-Konzern verfügt über eine stabile Finanz- und Liquiditätsstruktur und war jederzeit in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Mitarbeiter

Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte Bastei Lübbe 595 Mitarbeiter gegenüber 413 Mitarbeitern per 31. März 2016. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus der erstmaligen Konsolidierung der BuchPartner GmbH.

Mitarbeiterbefragung

2015 wurde für den Verlagsbereich eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. 93,6 % der Mitarbeiter beteiligten sich an der Befragung. Die Beteiligung der letzten Befragung 2012 wurde mit diesem Ergebnis übertroffen. In fast allen abgefragten Kategorien (Zufriedenheit, Identifikation, Motivation und Führung) wurden Verbesserungen erreicht. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung wurden verlagsweit veröffentlicht. Die Ergebnisse einzelner Teams wurden nur in den jeweiligen Teams offengelegt und diskutiert, um so effektive Verbesserungsmaßnahmen benennen zu können.

Für 2018 ist eine neue Mitarbeiterbefragung geplant, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter erneut zu eruieren und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Weiterbildung

Die Mitarbeiter von Bastei Lübbe bilden das Fundament für den Erfolg des Konzerns. Unser Ziel ist eine Personalentwicklung, die sicherstellt, dass unsere Mitarbeiter für ihre aktuellen und zukünftigen Aufgaben bei Bastei Lübbe qualifiziert und gut gerüstet sind. Um diesen gerecht zu werden, stimmen wir die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen individuell auf jeden einzelnen Mitarbeiter ab und führen bei Bedarf auch Inhouse-Schulungen für Mitarbeitergruppen durch. So bieten wir regelmäßig Seminare zum Thema "BWL für Lektoren", "Arbeiten am Manuskript" oder Projektmanagement für unsere Mitarbeiter an. Ein berufsbegleitendes und berufsbezogenes Studium wird ebenfalls unterstützt. Darüber hinaus arbeiten wir auf Führungskräfteebene mit abteilungsübergreifenden Programmen zum Führungskräftetraining, um hier die Kompetenzen und Selbstreflexionen weiter auszubauen, das Miteinander zu stärken und bereichsübergreifendes Verständnis zu fördern. So wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr u.a. unsere Teamleiter in ihrer Führungsaufgabe stärker unterstützt. Durch dieses speziell auf die Führungskräfte ausgerichtete Programm können Knowhow, Führungsqualitäten und Fachkenntnisse kontinuierlich gestärkt und erweitert werden. In regelmäßig stattfindenden Führungswerkstätten können sich unsere Führungskräfte unter externer Moderation über ihre aktuellen Führungsthemen austauschen.

Aktives Gesundheitsmanagement

Gesundheit ist in unserem Hause ein wichtiges Thema. Aus diesem Grund haben wir das Betriebliche Gesundheitsmanagement eingeführt. Ziel des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist eine nachhaltige Verankerung des Gesundheitsgedankens bei allen Mitarbeitern. Wichtig ist uns, auf eine langfristige Wirkung zu achten und dafür zu sorgen, dass alle Mitarbeiter, unabhängig von Position und Arbeitsbelastung an den Maßnahmen teilnehmen können. Um diesen Gedanken des ganzheitlichen Gesundheitsmanagements bei Bastei Lübbe gerecht zu werden, bieten wir Massagen, wöchentliche Obstkörbe, Gesundheitstage und Unterstützung von regelmäßigen sportlichen Aktivitäten im Mitarbeiterkreis, z.B. eine Fußball- und Yogagruppe, an. Derzeit finden Vorträge sowie praktische Übungen unter Anleitung eines Fitness-Coaches zum Thema Rückengesundheit statt, damit wollen wir das Bewusstsein für dieses Thema weiterhin in den Fokus der Mitarbeiter rücken.

Familienfreundlichkeit

Der Wunsch nach Vereinbarung persönlicher und beruflicher Lebensplanung nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Bereits im vierten Jahr unterstützen wir unsere Mitarbeiter im Rahmen einer familienfreundlichen Personalpolitik mit kostenfreien Beratungs- und Vermittlungsleistungen in den Bereichen Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen. Im Bereich der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung bieten wir auch ein Krippenbelegplatzangebot an, das den beruflichen Wiedereinstieg sowohl für uns als auch für die Eltern frühzeitiger und besser planbar machen soll. Außerdem werden bei uns selbstverständlich auch flexible Teilzeit- oder Homeoffice-Lösungen ermöglicht.

Gesellschaftliches Engagement

Als Medienunternehmen sind wir uns auch unserer hohen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Mit unseren Romanheften und Rätselmagazinen, Büchern und eBooks erreichen wir jährlich viele Millionen Leser. Die von uns verbreiteten Inhalte wirken sich somit auf die Meinungsbildung der Leser aus. Bei der Auswahl unseres Programmes, das heißt auch bei den einzelnen Titeln, sind wir uns unserer Verantwortung bewusst. Insbesondere mit unserem SachbuchProgramm versuchen wir, gesellschaftliche und politische Diskussionen zu begleiten.

Mit Spenden an gemeinnützige Organisationen, insbesondere im Kinderbereich, versuchen wir ebenfalls, diesem Anforderungsprofil und unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Die der Familie Lübbe zuzuordnende Ursula-Lübbe-Stiftung unterstützt dies, insbesondere durch Projekte im Bereich Kinderliteratur etc.

Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet für uns die sinnvolle Verknüpfung von ökologisch verträglichem und sozial ausgewogenem Handeln mit ökonomischem Erfolg. Wir sind uns unserer Verantwortung für die nächsten Generationen bewusst.

Integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie ist auch das schonende Nutzen der Ressourcen. Sowohl bei der Beschaffung von Papier als auch beim Druck legen wir höchsten Wert darauf, dass das Thema Nachhaltigkeit auch Berücksichtigung findet.

Beschaffung

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg von Bastei Lübbe sind langjährige Lieferantenbeziehungen. Dies gilt für die meisten ausgelagerten Dienstleistungsbereiche, wie Auslieferung, Druck, Papierbeschaffung etc. Im Bereich Druck arbeitet Bastei Lübbe im Wesentlichen mit zwei Großdruckereien in Deutschland zusammen. Mit beiden sind Rahmenverträge über mehrere Jahre abgeschlossen. Dies gilt auch für die Auslieferung.

Im Bereich der Geschenkartikel bestehen zahlreiche Verträge mit Lieferanten und Herstellern im asiatischen Raum. Hier informieren sich die Mitarbeiter von Bastei Lübbe mindestens einmal jährlich über die Arbeitsbedingungen vor Ort und haben Beauftragte in Asien, die auch unterjährig die Arbeitsumstände überprüfen.

Corporate Governance

Die Gesellschaft hat sich auch im Geschäftsjahr 2016/2017 erneut mit den Inhalten des Deutschen Corporate Governance-Kodex befasst. Bis auf wenige Ausnahmen befolgt Bastei Lübbe die Empfehlungen und Anregungen des Corporate Governance-Kodexes. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen am 9. Juni 2016 (bzw. 27. Juli 2017) eine eingeschränkte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abzugeben, wonach die Gesellschaft mit Ausnahme der Ziffern 4.2.3, 5.1.2 und 7.1.2 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodexes in der Fassung vom 5. Mai 2015 (bzw. 7. Februar 2017), veröffentlicht im Bundesanzeiger am 12. Juni 2015 (bzw. 7. Februar 2017), entspricht. Die aktuelle Entsprechenserklärung sowie alle früheren Entsprechenserklärungen wurden den Aktionären auf der Unternehmenswebsite dauerhaft zugänglich gemacht (siehe https://www.luebbe.com/de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung).

Weitergehende Erläuterungen zur Corporate Governance können dem Kapitel "Corporate Governance-Bericht" entnommen werden.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Wichtiges Ziel von Bastei Lübbe ist die Umsatzausweitung sowie die Ausweitung des EBITDAs. Hinzu kommt das Ziel der Erreichung eines nachhaltigen, positiven Ergebnisses zur Steigerung des Unternehmenswertes. Daraus ergeben sich für Bastei Lübbe eine Vielfalt von unternehmerischen Chancen, aber auch Risiken. Bastei Lübbe strebt ein ausgewogenes Chancen-/Risikoverhältnis an und erfasst und analysiert dazu die sich aus der Geschäftstätigkeit ergebenden Chancen und Risiken regelmäßig, überwacht diese und trifft geeignete Maßnahmen, sofern dies notwendig ist.

Im Geschäftsjahr 2014/2015 hat der Vorstand eine vollständige Risikoinventur vorgenommen und ein neues allgemeines Risikomanagementsystem eingeführt. Ziel dieses Risikomanagementsystems ist es, Risiken für den Konzern rechtzeitig zu identifizieren, um Gegenmaßnahmen ergreifen und Kontrollen durchführen zu können. Überschaubare und angemessene sowie beherrschbare Risiken werden ggf. bewusst eingegangen, wenn damit ein angemessener Ertrag erwirtschaftet werden kann. Soweit möglich, werden Risiken entsprechend versichert. Für alle anderen Risiken werden geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen festgelegt und die Einhaltung der Maßnahmen regelmäßig überwacht. Die Gegensteuerungsmaßnahmen sowie die Risikosituationen werden bei Bedarf mindestens aber jährlich überarbeitet und aktualisiert. Dies ist auch im Geschäftsjahr 2016/2017 geschehen. Das Risikomanagementsystem ist überarbeitet worden. Es regelt heute insbesondere die Erkennung und Überprüfung von Risiken in folgenden Bereichen:

Operative Risiken

Finanzielle Risiken

Strategische Risiken

Personalrisiken

Regulatorische/rechtliche Risiken

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement trägt der Vorstand. Er gibt die Risikopolitik vor und entscheidet über die zu tragenden Risiken sowie die Steuerungsmaßnahmen. Treten Risiken auf, die einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben, wird der Vorstand umgehend informiert. Der Vorstand bespricht regelmäßig in den Vorstandssitzungen das Risikomanagementsystem und berichtet regelmäßig dem Aufsichtsrat über das Risikomanagement.

Trotz dieser Bemühungen kann das Chancen- und Risikomanagementsystem keine vollständige Sicherheit bezüglich des Erreichens der damit verbundenen Ziele geben. Wie alle Ermessensentscheidungen können auch solche zur Einrichtung angemessener Systeme grundsätzlich fehlerhaft sein. Kontrollen können aus Fehlern oder Irrtümern heraus in Einzelfällen nicht funktionsfähig sein oder Veränderungen von Umgebungsvariablen können trotz entsprechender Überwachung verspätet erkannt werden. Gleiches gilt für vorsätzliche Schädigungshandlungen durch Personen.

Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem (RMS) und Internes Kontrollsystem (IKS)

Die Ziele des rechnungslegungsbezogenen RMS und des IKS sind die Verlässlichkeit der externen und internen Rechnungslegung und eine zeitnahe Bereitstellung von Informationen. Außerdem soll die Berichterstattung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Bastei Lübbe vermitteln. Eine Kernfunktion der Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesse ist die Steuerung der Bastei Lübbe AG und ihrer operativen Einheiten. Basis sind die vom Vorstand entwickelten Zielvorgaben. Auf Basis der Dreijahresplanung und den monatlichen Forecast-Planungen wird eine rollierende mittelfristige Planung erarbeitet.

Grundsätzlich besteht beim Berichtswesen sowie im Rahmen der Abschlussprozesse das 4-Augen-Prinzip. Außerdem bestehen organisatorische Maßnahmen in Verbindung mit Zugriffsberechtigung auf Rechnungslegungs- und Finanzsysteme. Die rechnungslegungsbezogenen Geschäftsdaten der einbezogenen Konzernunternehmen werden in der Konzernzentrale zusammengeführt. Die Konzernzentrale überwacht neben der Einhaltung der Bilanzierungsvorschriften auch die inhaltliche Einhaltung der Arbeitsabläufe.

Wesentliche, für die Rechnungslegung der einbezogenen Konzernunternehmen relevante Informationen und Sachverhalte werden vor deren Erfassung mit den einzelnen Fachbereichen erörtert und durch das Rechnungswesen kritisch auf ihre Konformität mit geltenden Rechnungslegungsvorschriften gewürdigt. Die Abschlussinhalte der einbezogenen Konzernunternehmen werden regelmäßig analysiert und unter Einbezug weiterer Fachbereiche auf Richtigkeit überprüft. Bei Bedarf wird bei der Erstellung des Konzernabschlusses Bastei Lübbe extern fachlich unterstützt.

Neben Risiken aus der Nichteinhaltung von Bilanzierungsregeln können Risiken aus der Missachtung formaler Termine und Fristen entstehen. Zur Vermeidung derartiger Risiken wie auch zur Dokumentation der im Rahmen der Konzernabschlusserstellung durchzuführenden Arbeitsabläufe hat Bastei Lübbe einen Abschlusskalender erstellt. Er gibt Auskunft über die zeitliche Abfolge und die Verantwortlichkeiten. Mit Hilfe dieses Kalenders überwacht Bastei Lübbe sowohl die Einhaltung der vorgegebenen Arbeitsabläufe wie auch die Einhaltung vorgegebener Termine. Dies ermöglicht eine Statusverfolgung, um Risiken rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Wesentliche Risiken

Die Risikobewertung setzt sich aus den Komponenten Eintrittswahrscheinlichkeit und Grad der Auswirkung auf das EBITDA zusammen. Bei der Identifizierung von wesentlichen Risiken werden alle Sachverhalte im Hinblick auf ihre finanzielle Wesentlichkeit beurteilt, wobei die Beurteilung brutto erfolgt, d.h. ohne Berücksichtigung eventueller risikomindernder Maßnahmen. Darüber hinaus wird für jedes Risiko die Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmt.

Bei der Einordnung der Wesentlichkeit gelten folgende Kriterien:

< 40
%
40-60
%
>60
%
Gering Unwesentlich G G M
Mittel moderat G M M
Hoch erheblich M H H
Unwesentlich: Auswirkung auf EBITDA <1 Mio. Euro
Moderat: Auswirkung auf EBITDA 1-5 Mio. Euro
Erheblich: Auswirkung auf EBITDA>5 Mio. Euro

In der Kombination der Komponenten unterscheiden wir zwischen hohem Risiko (hoher Handlungsbedarf), mittlerem Risiko (gegebenenfalls Handlungsbedarf) und geringem Risiko (kein akuter Handlungsbedarf). Im Folgenden werden alle identifizierten Brutto-Risiken (Risiken, denen Bastei Lübbe ausgesetzt ist und welche durch angestoßene Maßnahmen vermieden oder reduziert werden können) in einer Übersicht aufgeführt. Im Anschluss werden nur die Risiken, die in der letzten Risikoinventur als mittlere und hohe Risiken identifiziert worden sind, näher erläutert.

Rang Risikoart Beschreibung Risikoklassifizierung
1 Strategische Risiken Fehlende erfolgversprechende Titel im Programm mittel
2 Strategische Risiken Geringe Ergebnisse der Beteiligungsunternehmen mittel
3 Operative Risiken Risiken im Bereich der IT mittel
4 Finanzielle Risiken Vermögensverlust aus Risiken der Beteiligungsgesellschaften mittel
5 Personalrisiken Schlüsselpersonen-Risiko mittel
6 Finanzielle Risiken Liquiditäts- und Zinsrisiken mittel
7 Operative Risiken Wirtschaftliche Fehlentwicklung aufgrund zu hoher geleisteter Garantiezahlungen mittel
8 Governance Mögliche Governance Risiken (z.B. unzureichende Wirksamkeit des Aufsichtsrates oder schlechte Kooperation der Geschäftsleitung) gering
9 Organisationsstruktur Unzureichende oder unangemessene Organisationsstrukturen gering
10 Strategische Risiken Mangelnde Anpassungsfähigkeit an veränderte Wettbewerbsbedingungen gering
11 Strategische Risiken Nicht den gewünschten Erfolg bringende Investitionen gering
12 Strategische Risiken Fehlende Kenntnis/Transparenz in Bezug auf Marktveränderungen im Bereich der Unterhaltung, wie Film-, Fernseh- und Musikunterhaltung gering
13 Operative Risiken Fehlende Lieferfähigkeit von Titeln, insb. Spitzentiteln gering
14 Operative Risiken Verluste durch zu gering geplante Umsätze bei nicht so schnell abzubauenden Fixkosten gering
15 Operative Risiken Größerer Defekt an der IT Hardware oder Schäden, die durch Fehler der eingesetzten Software, entstehen gering
16 Finanzielle Risiken Bonitätsrisiken gering
17 Finanzielle Risiken Forderungsausfälle gering
18 Finanzielle Risiken Budgetüberschreitungen gering
19 Finanzielle Risiken Währungsrisiken gering
20 Personalrisiken Fehlende Integrität der Mitarbeiter gering
21 Regulatorische / Rechtliche Risiken Missachtung der Urheberrechte/ Persönlichkeitsrechtsverletzungen gering
22 Regulatorische / Rechtliche Risiken Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen: Preisbindung, Mehrwertsteuer gering
23 Regulatorische / Rechtliche Risiken Geheimnisschutz / Produktpiraterie gering
24 Regulatorische / Rechtliche Risiken Verletzung des Datenschutzes gering
25 Regulatorische / Rechtliche Risiken Ungenau formulierte Rechte/Verträge gering
26 Regulatorische / Rechtliche Risiken Kapitalmarktrechtliche Risiken gering
27 Regulatorische / Rechtliche Risiken Steuerrechtliche Risiken gering

Fehlende erfolgversprechende Titel im Programm

Es ist denkbar, dass zu Beginn eines Geschäftsjahres nicht ausreichend Titel, insbesondere Spitzentitel, eingekauft wurden, um die notwendigen Umsätze und Gewinne für ein Geschäftsjahr zu generieren. Zu geringe Umsätze führen bei den nicht so schnell abbaubaren Fixkosten zu Verlusten.

Bastei Lübbe plant die Inhalte mit einem zeitlichen Vorlauf von 18 bis 24 Monaten. Dies gilt für sämtliche Bereiche. Es gibt eine Auflistung der Inhalte, gestaffelt nach Genre, Inhalten und Erscheinungszeitpunkt. Aufgrund dieser Aufteilung ist frühzeitig sichtbar, falls in einem Geschäftsjahr in einem Genre ein oder mehrere Titel fehlen sollten. Die Listen werden zeitnah geführt und monatlich der Verlagsleitung und dem Vorstand zur Verfügung gestellt. Die gleiche Problematik besteht grundsätzlich auch bei der Daedalic Entertainment GmbH. Hier beträgt der Vorlauf sogar mehr als drei Jahre, d. h. nach dem gleichen Muster wie bei Bastei Lübbe erfolgt auch hier eine Planung der Titel. Bereits frühzeitig kann so erkannt werden, wenn umsatzträchtige Titel im Programm fehlen. Aufgrund der langen Vorlaufzeit besteht Zeit genug, entweder vorhandene Titel nach vorne zu ziehen oder weitere Titel einzukaufen.

Geringe Ergebnisse der Beteiligungsunternehmen

Der wirtschaftliche Erfolg von Bastei Lübbe hängt zudem von den zukünftigen Ergebnissen der Beteiligungsunternehmen ab. Bei den Beteiligungen besteht das Risiko, dass die erwünschte Integration nicht gelingt und die erwarteten Ergebnisse nicht erreicht werden.

Die Beteiligungen werden ergebnisbezogen von Bastei Lübbe gesteuert. Es werden zum Teil monatliche, mindestens jedoch quartalsweise, betriebswirtschaftliche Auswertungen von den Beteiligungsunternehmen nach einem gewissen Raster zur Verfügung gestellt. Diese werden mit den Planzahlen und den Vorjahreszahlen abgeglichen. Die Abweichungen werden analysiert.

Zweimal im Jahr (nach den entsprechenden Halbjahresabschlüssen bzw. Jahresabschlüssen) treffen sich die Geschäftsführer der Beteiligungsunternehmen in Köln, um sich mit dem Vorstand der Bastei Lübbe AG auszutauschen. Dabei werden alle wesentlichen Ereignisse besprochen und auch wichtige neue Projekte vorgestellt. Zudem finden zwischen Vorstand und dem Management der Beteiligungsgesellschaften regelmäßige Telefonate und persönliche Gespräche statt. Auf diese Weise ist die Bastei Lübbe AG frühzeitig über die wirtschaftliche Entwicklung und die Ergebnisse der Beteiligungsunternehmen informiert und hat bei möglichen Fehlentwicklungen die Chance entsprechend gegenzulenken.

Risiken im Bereich der IT

Bastei Lübbe verfügt über eine eigene IT-Abteilung. Wesentliche Aufgaben sind ausgelagert, sodass das Unternehmen ohne interne IT-Strukturen zumindest eine gewisse Zeit handlungsfähig bleiben kann. Dadurch wird das direkte wirtschaftliche Risiko erheblich reduziert. Hier sind vor allem die zentrale Auslieferung mit Debitorenmanagement, das über traditionellem Weg erreichbare Bankwesen für den Zahlungseingang und -ausgang, als auch die ausgelagerten Dienste der Gehalts- und Lohnbuchhaltung zu benennen.

Vermögensverlust aus Risiken der Beteiligungsgesellschaften

Mögliche Verluste aus Tochtergesellschaften können zu Verlusten bei der Bastei Lübbe AG führen. Zudem kann es sein, dass aktivierte Beteiligungswerte bei nachhaltiger Erfolglosigkeit von Tochterunternehmen abzuschreiben sind.

Mittels eines standardisierten monatlichen Reportings werden die GuV-Daten sowie ausgewählte bilanzielle Kennzahlen überprüft. Abweichungen gegenüber der Jahresbudgetplanung werden dem Vorstand im Rahmen des Reportings gemeldet. Mehrmals jährlich wird für alle Einzelgesellschaften sowie konsolidiert auf Konzernebene eine Prognoserechnung bzw. ein Forecast für das Gesamtjahr erstellt und dem Jahresbudget gegenübergestellt. Sollten sich hier Abweichungen erheblicher Art ergeben, wird die Abweichung analysiert.

Schlüsselpersonen-Risiko

Die Schlüsselpersonen beinhalten alle wichtigen Entscheidungsträger und "Motoren" des Unternehmens. Ziel ist es, die Folgen eines potenziellen Ausfalls von Schlüsselpersonen für das Unternehmen zu kompensieren oder zu begrenzen. Daher werden alle Konzerngesellschaften aufgefordert, die jeweiligen Schlüsselpersonen zu benennen und darzustellen, welche kurz- und langfristigen/dauerhaften Vertretungs-, Ersatz- und Nachfolgelösungen bestehen. Dies wird zumindest halbjährlich aktualisiert.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken entstehen aus der möglichen Unfähigkeit des Bastei-Lübbe-Konzerns, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln zu erfüllen. Bastei Lübbe hat als Konzern die Notwendigkeit, einen Großteil des Geschäftes vorzufinanzieren. Autoren erhalten ihre Zahlungen üblicherweise bis zum Erscheinen des Buches. Die Buchhändler respektive Plattformen wiederum haben relativ lange Zahlungsziele. Gleiches gilt für die sogenannten Nebenmärkte. Insofern muss Bastei Lübbe immer einen erheblichen Betrag vorfinanzieren. Das Finanzierungsrisiko hat Bastei Lübbe auf verschiedene Schultern verteilt. Zum einen hat Bastei Lübbe einen Konsortialrahmenkreditvertrag mit der Commerzbank AG als Konsortialführer und der Deutschen Bank AG sowie der Sparkasse Köln-Bonn als Konsorten abgeschlossen. Gleiches gilt für die Tochtergesellschaften. Auch diese haben mit ihren Hausbanken langfristige Finanzierungsverträge abgeschlossen. Darüber hinaus finanziert sich die Bastei Lübbe AG über unechtes Factoring, während sich die BuchPartner GmbH über echtes Factoring und Gesellschafterdarlehen finanziert. Mit den Banken finden regelmäßige Treffen statt. In Einzelfällen (z.B. Vorfinanzierung von Blockbustern) stellen die Banken Sonderlinien zur Verfügung. Zur Vorfinanzierung der Blockbuster von Dan Brown und Ken Follett ist im Herbst 2017 eine einmalige Sonderlinie von bis zu 10 Mio. Euro erforderlich, die sich derzeit mit den Konsortialbanken noch in Abstimmung befindet. Sollte die Saisonlinie von den Konsortialbanken nicht gewährt werden, könnte dies zu Liquiditätsengpässen führen. Im Falle der Nichtgewährung müsste sich Bastei Lübbe um alternative Finanzierungsmöglichkeiten (weitere Linien bei anderen Banken, Factoring etc.) bemühen.

Aus dem Konsortialrahmenkreditvertrag der Bastei Lübbe AG könnte bei Nicht-Einhaltung der vereinbarten Finanzkennzahlen ein nicht unerhebliches Risiko entstehen, da den Banken für den Fall der Nicht-Einhaltung der Kennzahlen ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Die vereinbarten Finanzkennzahlen sind zum einen der einzuhaltende maximale Verschuldungsgrad auf Konzernebene zu bestimmten Zeitpunkten und zum anderen ein Mindest-EBITDA der Bastei Lübbe AG. Im Falle der Nicht-Einhaltung gibt es die Möglichkeit mit dem Bankenkonsortium zu verhandeln, um eine Kündigung des Vertrages zu vermeiden. Sollte dieser Antrag nicht genehmigt werden, müsste sich Bastei Lübbe kurzfristig um alternative Finanzierung bemühen, um weiterhin eine ausreichende Zahlungsfähigkeit gewährleisten zu können. Im Geschäftsjahr 2016/2017 hat Bastei Lübbe die vereinbarten Finanzkennzahlen eingehalten.

Zinsrisiken

Zur Begrenzung des Zinsrisikos des langfristigen Konsortialdarlehens wurde am 26. Oktober 2016 ein Zinsswap-Geschäft für ein Kreditvolumen von ursprünglich 10 Mio. Euro (zum Stichtag noch 9,5 Mio. Euro) mit einer Laufzeit bis zum 26. November 2021 abgeschlossen. Das Risiko aus diesem Swap ist als gering einzuschätzen, da er zu einem Festzins von 0,75 % abgeschlossen wurde und finanzielle Einbußen für Bastei Lübbe nur eintreten würden falls und soweit der Marktzins unter den vereinbarten Festzins sinkt.

Bei den ungesicherten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von bis zu 30 Mio. Euro besteht bei einer Zinssatzerhöhung von 1 % ein Risiko von 300 Tsd. Euro p.a.

Der Konzern hat darüber hinaus ausschließlich fest oder niedrigverzinsliche finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Eine Änderung der Zinssätze in erwartbaren Schwankungsbreiten hätte somit keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis des Konzerns.

Risiken aufgrund zu hoher geleisteter Garantiezahlungen

Durch zu hohe Garantiezahlungen an Autoren können Wertberichtigungsbedarfe (außerplanmäßige Abschreibungen) bzgl. des Manuskriptbestands, die das EBITDA von Bastei Lübbe belasten würden, entstehen.

Chancenbericht

Zum Risikomanagement von Bastei Lübbe gehört nicht nur die Reduzierung und Vermeidung von Risiken, sondern die langfristige Sicherung des Unternehmens durch Ausbalancieren von Chancen und Risiken. Daher werden regelmäßig Chancen identifiziert, analysiert und bewertet, wie der Konzern die Chancen gezielt ausschöpfen kann. Die Chancen liegen in folgenden Bereichen:

Strategische Chancen, wie z. B. Marktchancen, Veränderung im Wettbewerb, Entwicklung bei Kunden und Lieferanten

Operative Chancen

Finanzielle Chancen

Personalchancen

Regulatorische/rechtliche Chance

Die identifizierten wesentlichen Chancen werden im folgenden Abschnitt beschrieben.

Strategische Chancen

Strategische Chancen ergeben sich aus veränderten Marktbedingungen. Bastei Lübbe hat insbesondere die Digitalisierung und das veränderte Leseverhalten der Kunden als besonders relevante Trends, die das Geschäft in der Zukunft beeinflussen werden, identifiziert.

Chancen durch Digitalisierung

Durch die zunehmende Digitalisierung kann Bastei Lübbe neue Geschäftsfelder erschließen. In den letzten Jahren sind vermehrt spezielle elektronische Lesegeräte, die eBook Reader wie Kindle oder Tolino etc., welche für ein komfortables, digitales Leseerlebnis sorgen, entwickelt worden und zum Einsatz gekommen. Bücher werden zunehmend auch über Smartphones und Tablets gelesen. In der Film- und Musikbranche gibt es immer mehr Dienstleister, die ihre digitalen Contentangebote fast nur noch über das Internet anbieten.

Bastei Lübbe hat sehr früh damit begonnen, digitale Inhalte zu entwickeln und zu vertreiben. Dadurch haben sie im Dachbereich eine Vorreiterrolle im digitalen Mediengeschäft eingenommen. Diese soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Neben der starken Zunahme des Digitalgeschäfts ging zuletzt der Trend deutlich weg vom Einzelverkauf von Inhalten hin zu Abo-Modellen bzw. Flatrates für digitale Inhalte via Streaming-Technologien. Dies ist in der Buchbranche noch nicht so verbreitet. Mit der im März 2017 gelaunchten Plattform oolipo (oolipo AG) hat die Bastei Lübbe AG eine neue Plattform auf den Markt gebracht, die sich auf Smartphones fokussiert und multimediale, kurze und serielle Inhalte anbietet. Das Produkt ist stringent nach dem "Mobile-First-Ansatz" entwickelt worden.

Mit dem Relaunch der Plattform BEAM, einer Verkaufsplattform, hat die Bastei Lübbe AG eine weitere Plattform geschaffen, die sich beim Verkauf von Produkten, insbesondere auf Serienprodukte spezialisiert. Der USP dieser Plattform ist die Möglichkeit, Abos digital anzubieten.

Chancen durch veränderte Lesegewohnheiten

Die Lesegewohnheiten von Menschen verändern sich. Einige Menschen wünschen sich die Inhalte, die sie früher in analoger Form gelesen hätten, als digitale Ausgabe. Andere, insbesondere jüngere Menschen, lesen viel weniger, greifen häufig überhaupt nicht mehr zum Buch, da sie immer mehr Zeit für ihr Handy aufbringen.37 Verlage müssen auf diese veränderten Lesegewohnheiten reagieren und zum Beispiel die junge Käuferschicht mit passenden Angeboten direkt ansprechen. In diesem Rahmen ist die oolipo AG zu erwähnen, aber auch das Angebot des BEAM Shops. Zudem hat die Bastei Lübbe AG mit der VEMAG AG eine neue Gesellschaft gegründet (Community Editions GmbH), die Produkte für die jüngere Generation anbietet. Es handelt sich hier fast ausschließlich um Bücher, die von Youtubern geschrieben werden.

37 http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2015/04/22/warum-bedroht-candy-crushden-buchmarkt-herr-markowetz.htm

Sonstige Chancen

Ferner versucht Bastei Lübbe, weitere Chancen, die sich bieten, zu nutzen. Zum Beispiel durch die Akquisition eines erfolgsversprechenden Titels zu günstigen Bedingungen, oder durch effiziente Prozesse das Ergebnis bei gleichbleibendem oder niedrigerem Aufwand zu erhöhen (operative Chancen). Außerdem versucht Bastei Lübbe von besonders qualifizierten und kompetenten Führungskräften und Mitarbeitern zu profitieren (Personalchancen). Weitere Chancen können durch Änderungen der rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entstehen.

Gesamtbetrachtung

Sollte die zur Vorfinanzierung der Blockbuster von Dan Brown und Ken Follett erforderliche Saisonlinie von den Konsortialbanken nicht gewährt werden, könnte dies zu Liquiditätsengpässen führen. Im Falle der Nichtgewährung müsste sich Bastei Lübbe um alternative Finanzierungsmöglichkeiten (weitere Linien bei anderen Banken, Factoring etc.) bemühen. Darüber hinaus sind unter Berücksichtigung möglicher Schäden und Eintrittswahrscheinlichkeiten dieser und weiterer potentieller Risiken derzeit keine weiteren Risiken erkennbar, die im laufenden Geschäftsjahr zu einer dauerhaften, wesentlichen Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen könnte. Organisatorisch wurden alle sinnvollen und vertretbaren Voraussetzungen geschaffen, um mögliche Risikosituationen frühzeitig erkennen und entsprechend handeln zu können.

Dennoch können die zukünftigen Ergebnisse von Bastei Lübbe aufgrund dieser oder anderer Risiken sowie fehlerhafter Annahmen erheblich von den Erwartungen des Unternehmens und seines Managements abweichen.

Prognosebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltbank hat infolge gestiegener Unsicherheiten ihre Einschätzungen zur Entwicklung der globalen Konjunktur für 2017 zurückgenommen. Erwartet wird nun ein Anstieg von 2,7 % infolge einer deutlichen Erholung in den Schwellen- und Entwicklungsländern von 4,2 %. Insbesondere die rohstoffexportierenden Volkswirtschaften sollen ein stabiles Wachstum verzeichnen. In den Industrienationen rechnen die Experten im laufenden Jahr mit einer moderaten Erholung von 1,8 %, gebremst durch die erhöhte Unsicherheit über die politische Entwicklung, eine geringe Investitionsneigung und ein schwaches Produktivitätswachstum.38

Die Konjunktur in den USA als weltgrößter Volkswirtschaft gewinnt 2017 laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wieder an Dynamik, unterstützt durch die Erwartung einer fiskalpolitischen Lockerung. Der IWF rechnet für 2017 mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 2,3 % und für 2018 von 2,5 %. Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten von Amerika soll 2017 weiter auf 4,7 % und 2018 auf 4,6 % sinken.39

In Europa wirkt eine Abwertung gegenüber dem US-Dollar 2017 zwar stützend, dennoch wird die Konjunktur in der Europäischen Union durch die negativen Auswirkungen politischer Unsicherheit gebremst. Die Finanzpolitik soll leicht expansiv ausgerichtet bleiben. Durch die Belebung der Konjunktur außerhalb Europas wird die wirtschaftliche Expansion voraussichtlich auch vom Export gestützt. Wachstumstreiber soll der Binnenkonsum bleiben. Zudem soll die im bisherigen Verlauf der Erholungsphase noch schwache Investitionstätigkeit 2017 nach und nach an Dynamik gewinnen. Die Inflationsrate wird nach zwei Jahren mit nahezu unverändertem Preisniveau 2017 voraussichtlich bei 1,5 % und 2018 bei 1,4 % liegen. Eine mögliche Deflation, die 2015 und 2016 noch die Konjunkturerwartungen für den Euroraum getrübt hatte, soll im laufenden Jahr keine Rolle mehr spielen. Laut IfW soll die europäische Wirtschaft 2017 mit einem kaum veränderten Tempo von 1,9 % und 2018 von 1,8 % expandieren.40

Der Aufschwung in Deutschland wird sich voraussichtlich auch 2017 weiter mit Dynamik fortsetzen. Das Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) bestätigte seine Prognose, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2017 um 1,7 % und 2018 um 2 % zulegen soll. Die niedrigere Zuwachsrate im laufenden Jahr resultiert ausschließlich aus der geringeren Anzahl an Werktagen. Insgesamt gewinnt der Aufschwung an Breite. Der private Konsum wird voraussichtlich langsamer expandieren, da die Kaufkraft durch den ölpreisbedingten Anstieg der Inflation auf rund 2 % spürbar geschmälert wird. Auch der öffentliche Konsum soll geringer als zuvor ausgeweitet werden, da zusätzliche Ausgaben im Bereich der Zuwanderung von Flüchtlingen anfallen. Dafür nehmen 2017 voraussichtlich die Investitionsausgaben wieder Fahrt auf. Zudem wird erwartet, dass die Exporte mit der Belebung der Weltkonjunktur wieder zunehmend den Aufschwung stützen. Insgesamt soll die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung deutlich zulegen und 2018 über ihre Kapazitäten hinaus ausgelastet sein. Die deutsche Wirtschaft bewegt sich damit in Richtung Hochkonjunktur. Eine kräftige Beschäftigungsdynamik begleitet den Aufschwung. 2017 soll die Arbeitslosenquote auf 5,7 % und 2018 auf 5,5 % sinken. Die Zahl der Arbeitslosen wird voraussichtlich 2018 die Zahl von 2,5 Millionen unterschreiten.41

In den Schwellen- und Entwicklungsländern hat sich die Lage nach Meinung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) stabilisiert und soll 2017 eine stärkere wirtschaftliche Dynamik entfalten. Die Anzeichen einer konjunkturellen Belebung nehmen zu, die strukturellen Probleme bleiben jedoch bestehen. In China führten die fiskalpolitischen Impulse indes zu einer Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Verschuldung, sodass die finanzielle Stabilität zunehmend gefährdet ist. Das IfW rechnet 2017 mit einer Expansion der gesamtwirtschaftlichen Produktion in der Volksrepublik von über 6 %.42

Künftige Branchensituation

Nachdem in Deutschland 2016 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder mehr gedruckte Bücher verkauft wurden, stellt sich die wirtschaftliche Lage der Branche laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels gut dar. Das Online-Geschäft ist ein wichtiger Wachstumstreiber, den auch der Sortimentsbuchhandel intensiv nutzt und entwickelt. So verkaufen Buchhandlungen inzwischen Bücher auch online und vertreiben eBooks. Verlage und Buchhandlungen arbeiten daher intensiv an digitalen Publikationsformen und Vertriebsmodellen. Demgegenüber erwartet der Buchhandel auch 2017 einen Rückgang der stationären Frequenz.43 Unterstützt werden die Buchhandlungen im laufenden Jahr von der bundesweiten Initiative "Vorsicht Buch!" der gesamten Buchbranche mit einer überarbeiteten Buchhandels-Suchmaschine. So sollen Kunden jetzt noch besser und schneller den Weg zu ihrer stationären Buchhandlung oder zum Online-Shop finden. Die Daten von mehr als 4.300 Buchhandlungen wurden aktualisiert und durch praktische Funktionen ergänzt. Vom Profil des einzelnen Ladens führt einen Direktlink auf den Webshop.

38 https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/25823/9781464810169.pdf
39 http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/USA/Wirtschaft_node.html
40 https://www.ifw-kiel.de/pub/kieler-konjunkturberichte/2017/kkb_27_2017-q1_welt_de.pdf
41 https://www.ifw-kiel.de/pub/kieler-konjunkturberichte/2017/kkb_29_2017-q1_deutschland_de.pdf
42 https://www.ifw-kiel.de/pub/kieler-konjunkturberichte/2017/kkb_27_2017-q1_welt_de.pdf
43 https://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1298938

Mit einem Klick ist das Buchhandlungsprofil zum Routenplaner bei Google Maps angeschlossen - und hilft so, den schnellsten Weg zum Buch zu finden, ob zu Fuß, per Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.44 Dass die Buchbranche auch 2017 mit einer Kommunikationsoffensive für den Berufseinstieg in den Buchhandel wirbt, unterstreicht die Erfolg versprechenden Perspektiven der Branche. "Vorsicht Buch!" macht in der Öffentlichkeit auf die Attraktivität von Berufen rund ums Buch aufmerksam. Dabei zählen die unterschiedlichen Ausbildungsbereiche in Buchhandel und Verlag zu den vielseitigsten kaufmännischen Berufen. Für Nachwuchskräfte ist das berufsbegleitende Studium inzwischen ein beliebter Einstieg in vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierewege. Laut "Vorsicht Buch!" haben Buchhandel und Verlagswesen allen Grund, selbstbewusst um den Nachwuchs zu werben.45

Im Januar 2017 verzeichnete der Buchhandel laut dem Marktforschungsinstitut Media Control einen Umsatzzuwachs von 2,4 %. Den Schwung des Jahresauftakts konnte die Branche allerdings nicht mit in den Februar nehmen und verzeichnete ein Minus von 6,7 % gegenüber dem Vorjahr. Das schwache Ergebnis im Februar führte dazu, dass die beiden ersten Monate in Summe mit 2,1 % unter den Vorjahreswerten lagen.46 Dass der deutsche Buchmarkt im ersten Quartal 2017 hinter dem Vergleichszeitraum zurückbleibt, liegt laut Media Control insbesondere an der sinkenden Nachfrage nach Romanen und Krimis. Dabei war insbesondere in der Zielgruppe der 30- bis 49-jährigen, vorwiegend weiblichen Leserschaft ein überdurchschnittlicher Rückgang von 8 % im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten.47

Die Etablierung von eBooks sorgt für eine Verschiebung der Marktanteile zugunsten der elektronischen Bücher - wenn auch auf niedrigem Niveau. Um für die nächsten Jahre auf dem Markt gut aufgestellt zu sein, bleibt der Vertrieb von eBooks deshalb auch für den stationären Buchhandel ein bedeutendes Zukunftsthema. Bastei Lübbe entwickelt eigene Serien auf Deutsch und Englisch und vertreibt auch bisher unveröffentlichte Serien in digitaler Form. Der Umsatz mit eBooks erhöhte sich 2016 mit einem Plus von 2,6 % zwar geringer als im Vorjahresvergleich, allerdings resultierte der geringere Umsatzanstieg aus niedrigeren Preisen für eBooks, während die Absatzzahlen von eBooks mit einem Zuwachs von 4,1 % stärker stiegen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels betrachtet das eBook nicht nur als etabliertes Medium und als wichtige Editionsform für Verlage und Buchhandlungen. Die Bedeutung des eBooks soll auch in Zukunft weiter zunehmen.48 Nach Einschätzung des Branchenverbandes bitkom ist die Schwelle, das neue Medium auszuprobieren, noch immer hoch. Der Markt für eBooks braucht neue Impulse, um wieder in Fahrt zu kommen. Die Aufbereitung von gedruckten Büchern in digitalen Formaten wie eBooks - Inhalte zielgruppengerecht zu strukturieren - ist aber den Experten der bitkom zufolge ein unschätzbarer Vorteil gegenüber gedruckten Büchern, um über eine benutzerfreundliche, interaktive App oder Webanwendung die Leser anzusprechen.49 Laut dem Marktforschungsinstitut statista wird 2017 in Deutschland mit eBooks ein Gesamtumsatz von 377 Mio. Euro erzielt werden. Bis 2021 soll das Marktvolumen auf 390 Mio. Euro steigen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 0,8 % jährlich.50

Die Spielebranche blickt optimistisch auf die kommenden Jahre. Die Experten von PwC erwarten, dass der Markt für Computer- und Videospiele ein dynamischer Wachstumsmarkt bleibt und rechnen mit jährlichen Zuwachsraten von durchschnittlich 3,8 %. Die deutlichste Entwicklung der deutschen Videospielindustrie verzeichnet der Bereich der Social/Casual Games. Der Bereich Social/Casual Games berücksichtigt die Umsätze aus Spielen für Smartphones und Tablets. Neben den Umsätzen aus Spieleverkäufen werden auch die Einnahmen aus Mikrotransaktionen - etwa durch den Erwerb virtueller Güter - erfasst. Neben dem fortschreitenden Wachstum im Bereich der Social/Casual Games werden sich auch die Erlöse im Bereich der klassischen Spiele für PC und Konsole mittelfristig wieder stabilisieren. Der Trend hin zu Mikrotransaktionen bleibt bei den klassischen Spieleplattformen ungebrochen und ist auch hier der Haupttreiber des erwarteten zukünftigen Wachstums. Der klassische physische Verkauf wird zwar weiterhin ein zentraler Vertriebsweg bleiben, der Anteil im Vergleich zu den digitalen Verkäufen wird hier aber sowohl für PC als auch für Konsolen weiter sinken. Die ständig verbesserte technische Leistungsfähigkeit und die steigende Verbreitung von Smartphones und Tablets beflügeln die Umsätze. Mitverantwortlich hierfür ist auch die steigende Qualität und Komplexität der Spiele, wodurch neben einer Erweiterung der allgemeinen Nutzerbasis auch eine höhere Zahlungsbereitschaft der Spieler erreicht wurde. Waren die Spiele in diesem Segment bis vor wenigen Jahren noch hauptsächlich auf leichten Zugang und kurzweilige Unterhaltung hin konzipiert, so finden sich auf den mobilen Endgeräten mittlerweile zahlreiche Spiele der bekannten Genres für PC und Konsolen wieder.

Nachdem verschiedene Branchen es erfolgreich vorgemacht haben, starten nun auch immer mehr Anbieter von Videospielen ihr Angebot in der Cloud. Der deutsche Markt ist im internationalen Vergleich bislang zwar kaum entwickelt, nun bieten aber verschiedene Akteure verbesserte Angebote an und vereinbaren neue Kooperationen. So erhält das Cloud Gaming bessere Möglichkeiten, sein Potenzial im Videospielmarkt zu entfalten, sich dort zu etablieren und wachsende Umsätze zu generieren.51

Spiele-Apps bleiben laut dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ein Wachstumstreiber im deutschen Markt für Computer- und Videospiele sowie eine der beliebtesten Anwendungen auf Smartphones und Tablets. Der Anteil der Nutzer, die täglich auf ihren Smartphones spielen, stieg innerhalb eines Jahres um 600.000 auf 8,1 Mio. Menschen.

44 https://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1290300
45 https://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1298571
46 http://www.boersenblatt.net/artikel-daten_zur_umsatzentwicklung_in_der_buchbranche.1299851.html
47 http://www.media-control.de/im-segment-krimi-und-romane-bilden-die-frauen-die.html?page=1
48 https://www.boersenblatt.net/artikel-e-book-zahlen_2016.1288559.html
49 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Nutzung-von-E-Books-bleibt-stabil.html
50 https://de.statista.com/outlook/213/137/ebook/deutschland
51 https://outlook.pwc.de/outlooks/2016-2020/videospiele/

Das Tablet nutzen hierzulande 3,9 Millionen Menschen täglich zum Spielen. Damit bietet sich der GamesBranche auch weiterhin Wachstumspotenzial. Positive Impulse wie die überarbeiteten Modelle der aktuellen Konsolengeneration wie auch die Veröffentlichung komplett neuer Geräte lassen auch 2017 eine starke Entwicklung erwarten52

Die Abonnements und Streamingdienste für Bücher, sogenannte Flatrate-Modelle, gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Über eine monatliche Pauschale haben die Leser Zugriff auf eine große Auswahl an Büchern. 2016 nutzten laut dem Branchenverband bitkom bisher nur 13 % der eBook-Leser einen Abonnement- oder Streaming-Dienst.53 StreamingDienste für Bücher sollen künftig von kuratierten Modellen profitieren, die den Lesern individuell zugeschnittene eBooks anbieten.54 Das Branchensegment des Buch-Streamings soll zudem durch kurzformatige, multimediale und attraktive Leseinhalte wie exklusive Inhalte, Serien und Comics einen Wachstumsschub erhalten. Dabei werden die Inhalte auf Tablets und Smartphones dargestellt und nicht wie bei einem klassischen eBook auf einem Reader.55 Mit dem StreamingPortal oolipo nutzt Bastei Lübbe diese Möglichkeiten, um eine neue und jüngere Zielgruppe für das digitale Lesen zu gewinnen, die statt eines Print-Produkts den digitalen Screen des Smartphones bevorzugen.56 Während in Deutschland aktuell 20 Prozent der Medien-Umsätze online erzielt werden, erwartet eco, der Verband der Internetwirtschaft, eine stark steigende Tendenz. Demnach erzielen Download- und On-Demand-Dienste hohe Wachstumsraten mit durchschnittlich 15 % jährlich, traditionelle Medien verlieren hingegen immer mehr Anteile.57 So wurden 2016 mit einem Plus von 0,8 % erstmals seit drei Jahren wieder mehr Bücher verkauft.58

Das Segment der Romanhefte verzeichnete im letzten Kalenderjahr insgesamt eine rückläufige Umsatzentwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mit nur 0,2 % Umsatzrückgang stagnierte die Untergruppe "Romane Männer", in der Bastei Lübbe deutschlandweit nach wie vor Marktführer ist, wohingegen die Arztromane (UG 21) um 3,6 % beim Umsatz zulegten. Dies ist jedoch u.a. einem um 9,1 % erhöhten Titelausstoß des Wettbewerbs geschuldet. Der Wettbewerb hat sich im letzten Jahr auf die Veröffentlichung vom Sammelbänden und Mehrfachverwertungen konzentriert, neue Objekte werden kaum noch verlegt. Auch Bastei Lübbe bedient diesen Markt zunehmend und hat entsprechende Neuerscheinungen angekündigt.

Im Gegensatz zum Markt mit Rätselmagazinen gibt es im klassischen Romanheftbereich neben Bastei Lübbe laut einer Media Control Studie jedoch nur einen weiteren großen Marktteilnehmer. Im Rahmen der Sortimentsoptimierung durch die Pressegrossisten wird die Präsenz der Romanhefte in den Verkaufsstellen seit 2014 jedoch weiter heruntergefahren, auch um dem Warenüberhang in den Regalen zu begegnen. Hier gewinnen Verkaufshilfen wieder stark an Bedeutung. Bastei Lübbe hat in diesem Kontext gemeinsam mit einem großen Marktteilnehmer den "Regalmeter" initiiert und einen Regaltest in einem ausgewählten Grosso-Gebiet realisiert. Die Erfolge beider Maßnahmen stimmen optimistisch. Wesentliche Bedeutung kommt bei den Romanheften den Stammlesern und der Leser-Blatt-Bindung zu. Dies wird erreicht und befördert durch den Fortsetzungs- und Seriencharakter der Produkte. Positives Image und starke Kundenbindung sind angesichts der Marktbesonderheiten in diesem Bereich unverzichtbar.

Der Rätselmarkt verzeichnete im Jahr 2016 einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Während vor allem die Preisrätsel eine weiterhin rückläufige Entwicklung nahmen, stieg der Umsatz in der von Bastei Lübbe bedienten Untergruppe "Rätsel mit Mutterobjekt allgemein" um 8,4 %. Aufgrund des intensiven Wettbewerbs und der Austauschbarkeit vieler Rätselhefte wiegt die Bedeutung bekannter Marken zunehmend schwerer. So zählten zu den erfolgreichsten Einführungen der letzten Jahre u.a. "Bild der Frau Rätsel" und - aus dem Hause Bastei Lübbe - "Neue Post Rätsel". Der Rätselmarkt zeichnet sich durch einen heterogenen Adressatenkreis mit einer besonders treuen und leidenschaftlichen Leserschaft aus. Neben der zunehmenden Attraktivität von Online-Rätseln bleibt das Lösen von Kreuzworträtseln mit Stift und Papiermagazin weiter beliebt. Dank Formaten wie Sudoku wird die Rätsel-Fangemeinde in Deutschland immer größer und jünger. Das Rätselraten wird dabei sowohl als Technik zur Kreativitätssteigerung in Unternehmen als auch zur Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter genutzt. Experten zufolge kann sich heute kaum ein Medium leisten, das Kreuzworträtsel zu streichen, gerade da auch die jüngeren Zielgruppen wieder dem Charme des Kreuzworträtsels erliegen und als Alternative zu Online-Aktivitäten nutzen. Die Kunden greifen beim Erwerb von Rätselzeitschriften überwiegend auf Koppelkäufe zurück und erwerben zwei und mehr Zeitschriften gleichzeitig.59 Insgesamt wird sich daher die Zahl der Rätselfreunde in Deutschland in den kommenden Jahren positiv entwickeln können.

In einer Zeit belletristischer Bücher und digitaler Medien sind Romanhefte mit Millionen-Auflagen und einer treuen Leserschaft eine attraktive Nische im Buchmarkt. Die Verlage entwickeln die lukrative Nische zudem weiter und hauchen dem Romanheft als eBook in mehrfacher Hinsicht neues Leben ein. Unterstützt wird diese Entwicklung durch das Bedürfnis nach einem Happy End in unsicheren Zeiten. Über digitale Medien ist es bei geringen Grenzkosten zudem möglich, bisher nur als gedrucktes Romanheft veröffentlichte Ausgaben nachzubestellen und Titel anzubieten, die nur elektronisch veröffentlicht werden, beispielsweise aus den Bereichen Steampunk, Gender Romance oder Erotik. Dabei bieten sich den Verlagen weitere Verwertungsmöglichkeiten.

52 https://www.biu-online.de/blog/2017/04/12/markt-fuer-spiele-apps-waechst-2016-um-30-prozent/
53 https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Nutzung-von-E-Books-bleibt-stabil.html
54 https://www.buchreport.de/2016/10/24/bookchoice-die-digitale-rueckkehr-des-buch-clubs/
55 http://www.boersenblatt.net/artikel-neues_streaming-portal_der_bastei_luebbe_ag.1042751.html
56 https://www.buchreport.de/2017/01/30/die-zielgruppen-suche/
57 https://www.eco.de/2017/pressemeldungen/streaming-dienste-fuer-videos-und-musik-legen-2017-kraeftig-zu.html
58 https://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1298571
59 http://www.pgmitte.de/files/PDF/EH/VDZ%20RCR-EH.pdf

Das Streaming-Portal oolipo von Bastei Lübbe ermöglicht mit kurzformatigen, multimedialen und attraktiven Leseinhalten auf Smartphones auch dem Romanheft eine Renaissance. Aber auch das Hörbuch ist geeignet, um Klassiker in neuem Gewand glänzen zu lassen.60

Das Segment Non-Book umfasst Geschenkartikel, Merchandising und ähnliche Artikel, die unter dem Label Räder vertrieben werden. Der Geschenkemarkt zeigt auch 2017 eine positive Entwicklung auf konstant hohem Niveau. Dabei sorgte die stabile Konjunktur- und Einkommenserwartung der Verbraucher zum Jahresende 2016 für Kauflaune.61 Die höheren Ausgaben für das Wohnen halten die Deutschen 2017 nicht davon ab, auch die Ausgaben für die Lebenshaltung zu steigern. Dabei folgen Konsumausgaben unmittelbar nach Lebensmitteln und täglichem Bedarf sowie Ausgaben für Mobilität.62

Ausblick

Das Geschäftsjahr 2017/2018 wird ganz im Zeichen potentieller Beststeller stehen. Sowohl bei der Bastei Lübbe AG als auch bei der BuchPartner GmbH werden die Blockbuster "Origin" von Dan Brown, "Das Fundament der Ewigkeit" von Ken Follett und "Gregs Tagebuch 12" von Jeff Kinney für Umsatz- und Ergebniswachstum sorgen. Die BuchPartner GmbH wird darüber hinaus auch durch die deutliche Steigerung der Anzahl bewirtschafteter Flächen von rund 4.000 auf rund 5.200 (insb. im Lebensmitteleinzelhandel) Wachstum generieren können. Neben den bereits veröffentlichten Beststellern "Shadow Tactics" und "The Long Journey Home" gehören die Bestseller "State of Mind" und "Pillars of the Earth" zu den Highlights der Daedalic Entertainment GmbH.

Die Umsatzerwartung im Konzern liegt bei rund 160 Mio. Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vergleich zum Vorjahr durch den Verkauf der Sparte Räder rund 15 Mio. Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2017/2018 fehlen. Die wesentlichen Beiträge kommen von der Bastei Lübbe AG mit rund 105 Mio. Euro, der BuchPartner GmbH mit rund 46 Mio. Euro und der Daedalic Entertainment GmbH mit rund 10 Mio. Euro.

Die Umsätze in den Segmenten "Buch" und "Digital" werden durch die Blockbuster deutlich ansteigen. Gleiches gilt für das Segment "Retail" bedingt durch die oben beschriebene Flächenerweiterung. Das Segment "Romanhefte und Rätselmagazine" wird das Umsatzniveau des Vorjahres in etwa halten. Das Segment "Non-Book" entfällt bedingt durch den Verkauf der Sparte Räder.

Das EBITDA wird sich im Geschäftsjahr 2017/2018 deutlich oberhalb des EBITDA des Geschäftsjahres 2016/2017 bewegen und voraussichtlich zwischen 14 und 17 Mio. Euro betragen. Zu dem EBITDA werden sämtliche vollkonsolidierten Tochtergesellschaften beitragen mit Ausnahme der oolipo AG und der BEAM Shop GmbH, die auch im Geschäftsjahr 2017/2018 negative Periodenergebnisse erzielen werden. Das EBITDA des Segments "Buch" wird deutlich ansteigen insbesondere bedingt durch die drei oben genannten Blockbuster. Das gilt auch für das Segment "Digital", einerseits bedingt durch die drei Blockbuster bei Bastei Lübbe (eBook und Hörbuch), aber auch durch die entsprechenden Bestseller bei Daedalic. Auch das EBITDA des Segments "Retail" wird sich mit Blick auf die Erweiterung der bewirtschafteten Flächen deutlich positiv entwickeln. Das EBITDA des Segmentes "Romanhefte und Rätselmagazine" wird im Vergleich zum Vorjahr konstant bleiben.

Neben den zahlreichen Blockbustern bei der Bastei Lübbe AG und der Daedalic Entertainment GmbH steht das Jahr ganz im Sinne der Weiterentwicklung des eingeschlagenen Weges. Die Zusammenarbeit mit der BuchPartner GmbH soll weiter vertieft werden. Es sollen gemeinsame exklusive Produkte, die eine hohe Affinität zum LEH-Kunden haben, über BuchPartner vertrieben werden. Das Vertriebsnetz von BuchPartner soll weiter ausgebaut werden. Daedalic wird sich technisch weiterentwickeln und u.a. Produkte im Bereich Virtual Reality anbieten. oolipo veröffentlicht eine Software, die es auch Drittverlagen und/oder Selfpublishern ermöglicht, kurze multimediale Inhalte auf der Plattform hochzuladen. Damit soll die Anzahl der Inhalte ab dem vierten Quartal erheblich erhöht werden. Zudem wird im dritten Quartal die Android-App veröffentlicht. Die Bastei Lübbe AG wird neben den Blockbustern die Entwicklung der eigenen Inhalte weiter vorantreiben. Die Serie "Cherringham" zeigt, dass dies in der DACH-Region und UK sowohl als eBook wie auch als Hörbuch umzusetzen ist.

Sollte die zur Vorfinanzierung der Blockbuster von Dan Brown und Ken Follett erforderliche Saisonlinie von den Konsortialbanken nicht gewährt werden, könnte dies zu Liquiditätsengpässen führen. Im Falle der Nichtgewährung müsste sich Bastei Lübbe um alternative Finanzierungsmöglichkeiten (weitere Linien bei anderen Banken, Factoring etc.) bemühen. Darüber hinaus verfügt der Bastei-Lübbe-Konzern nach wie vor über eine stabile Finanz- und Liquiditätsstruktur und ist jederzeit in der Lage, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Insgesamt geht der Vorstand von einer positiven Entwicklung für das laufende und die nächsten Jahre aus.

60 http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/groschenromane-ein-bisschen-glueck-fuer-euro-1.3425761redirectedFromLandingpage
61 http://www.gfk.com/de/insights/press-release/jeder-zweite-deutsche-ist-weihnachts-fan-den-handel-freut-es/
62 http://www.einzelhandel.de/index.php/konsummonitor/item/download/10039_66818a9534b6e5e2b321440c8c3be257

Vergütungsbericht

In der Hauptversammlung vom 17. September 2014 wurde beschlossen, dass die Bastei Lübbe AG gemäß dem Deutschen Corporate Governance Codex die individualisierte Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlicht.

Vorstandsbezüge

Für die Festlegung der individuellen Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat zuständig. Die Vergütung des Vorstandes ist darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu fördern. Daher enthält die Vergütung fixe und variable Bestandteile.

Die Bezüge des Vorstandes setzen sich wie folgt zusammen:

Festvergütung

Nebenleistungen wie Sachbezüge und sonstige Vergütungen

Variable Vergütung

Die Festvergütung ist eine fixe, auf das gesamte Geschäftsjahr bezogene Vergütung, die in gleichen Raten ausgezahlt wird. Sie wird regelmäßig vom Aufsichtsrat überprüft.

Im Geschäftsjahr 2013/2014 wurde die variable Vergütung auf Basis von EBIT nach IFRS berechnet. In der Aufsichtsratssitzung vom 26. März 2015 wurde beschlossen, dass ab dem Geschäftsjahr 2014/2015 die Berechnungsgrundlage für die Tantieme das Konzern EBITDA nach IFRS ist. Die variable Vergütung setzt sich aus einem sofort wirksamen und einem mit langfristiger Anreizwirkung ausgestalteten Teil zusammen. Die kurzfristige Tantieme, die 70 % der gesamten variablen Vergütung umfasst, wird nach Feststellung der Zielerreichung für das abgelaufene Geschäftsjahr ausgezahlt. Der längerfristig angelegte Teil, welcher 30 % der gesamten variablen Vergütung ausmacht, bleibt für zwei weitere Jahre in der Gesellschaft. Je 15 % werden in den beiden Folgejahren nur ausbezahlt, wenn in diesen Geschäftsjahren eine EBITDA-Marge von mind. 5 % erwirtschaftet wird.

Entgegen der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 des DCGK weist die Vergütung für die Mitglieder des Vorstandes insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßig keine Höchstgrenzen auf. Im Rahmen der Vertragsverhandlungen mit den Vorstandsmitgliedern war eine betragsmäßige Höchstgrenze der variablen Vergütung nicht zu erzielen. Bei Abschluss zukünftiger Vorstandsanstellungsverträge beabsichtigt die Bastei Lübbe AG, betragsmäßige Höchstgrenzen der variablen Vergütung zu vereinbaren.

Zu den Nebenleistungen zählt im Wesentlichen die Dienstwagennutzung. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erhielten die Vorstandsmitglieder keine Pensionszusagen, erhalten aber ab dem 1. April 2015 eine Altersversorgung in Höhe von 20.000 Euro jährlich.

Die Tantieme für das Geschäftsjahr 2014/2015 bleibt nach den Regeln des Anstellungsvertrages vom 11. April 2016 trotz Abschlussänderung bestehen. Die Tantieme für das Geschäftsjahr 2015/2016 hat sich in Folge der Abschlusskorrekturen geändert. Zukünftig werden die sich aufgrund der Änderung der EBITDA-Kennziffern ergebenden Überzahlungen mit den ausstehenden Tantiemebeträgen der Geschäftsjahre 2014/2015, 2015/2016 und 2016/2017 verrechnet. Konkret bedeutet dies, dass Überzahlungen für das Geschäftsjahr 2015/2016 zunächst mit ausstehenden Tantiemebeträgen für das Geschäftsjahr 2014/2015, dann mit solchen für das Geschäftsjahr 2015/2016 und schließlich mit solchen für das Geschäftsjahr 2016/2017 jeweils in der Reihenfolge von deren Fälligkeit verrechnet werden. Eine Verzinsung von Rückzahlungsansprüchen der Gesellschaft wegen Überzahlung von Tantiemen findet nicht statt. Tantiemeansprüche werden gemäß des Vorstandsanstellungsvertrags ausgezahlt, soweit sie nicht durch Verrechnung gemäß dieser Vereinbarung erlöschen.

Die Gesamtbezüge des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2016/2017 sowie ihre Aufteilung in fixe und variable Vergütung sind den folgenden, vom Deutschen Corporate-Governance-Codex empfohlenen, Tabellen zu entnehmen.

Vergütung des Vorstandes - Zuwendungsbetrachtung

Thomas Schierack Klaus Kluge
Vorstandsvorsitzender seit 9. Juli 2013 Vorstand Marketing u. Vertrieb seit 9. Juli 2013
in TEUR 2016/17 2016/17 min 2016/17 max 2015/16* 2016/17 2016/17 min
Festvergütung 430 430 430 400 310 310
Nebenleistungen 24 24 24 12 23 23
Summe Festvergütung 454 454 454 412 333 333
Einjährige variable Vergütung            
Tantieme 57 0 unbegrenzt 71 38 0
Mehrjährige variable Vergütung            
Tantieme 2016/17 - 2018/19 24 0 unbegrenzt - 16 0
Tantieme 2015/16 - 2017/18 - 0 unbegrenzt 15 - 0
Sonstige variable Vergütung - - - 295 - -
Abfindung - - - - - -
Summe variable Vergütung 81 0 unbegrenzt 381 54 0
Versorgungsaufwand 20 20 20 20 20 20
Gesamtvergütung 555 474 unbegrenzt 813 407 353
Klaus Kluge
Vorstand Marketing u. Vertrieb seit 9. Juli 2013
in TEUR 2016/17 max 2015/16*
Festvergütung 310 280
Nebenleistungen 23 9
Summe Festvergütung 333 289
Einjährige variable Vergütung    
Tantieme unbegrenzt 47
Mehrjährige variable Vergütung    
Tantieme 2016/17 - 2018/19 unbegrenzt -
Tantieme 2015/16 - 2017/18 unbegrenzt 10
Sonstige variable Vergütung - -
Abfindung - -
Summe variable Vergütung unbegrenzt 57
Versorgungsaufwand 20 20
Gesamtvergütung unbegrenzt 366
Felix Rudloff Jörg Plathner
Vorstand Programm 9. Juli 2013 - 31. Dezember 2015 Vorstand Digital 1. September 2014 - 18. August 2015
in TEUR 2016/17 2016/17 min 2016/17 max 2015/16 2016/17 2016/17 min
Festvergütung - - - 130 - -
Nebenleistungen - - - 7 - -
Summe Festvergütung 0 0 0 137 0 0
Einjährige variable Vergütung            
Tantieme - - unbegrenzt - - -
Mehrjährige variable Vergütung            
Tantieme 2015/16 - 2017/18 - - unbegrenzt - - -
Tantieme 2014/15 - 2016/17 - - unbegrenzt - - -
Sonstige variable Vergütung - - - - - -
Abfindung - - - 320 - -
Summe variable Vergütung 0 0 unbegrenzt 320 0 0
Versorgungsaufwand - - - 20 - -
Gesamtvergütung 0 0 unbegrenzt 477 0 0
Jörg Plathner
Vorstand Digital 1. September 2014 - 18. August 2015
in TEUR 2016/17 max 2015/16*
Festvergütung - 95
Nebenleistungen - 4
Summe Festvergütung 0 99
Einjährige variable Vergütung    
Tantieme unbegrenzt 15
Mehrjährige variable Vergütung    
Tantieme 2015/16 - 2017/18 unbegrenzt 3
Tantieme 2014/15 - 2016/17 unbegrenzt -
Sonstige variable Vergütung - -
Abfindung - 550
Summe variable Vergütung unbegrenzt 568
Versorgungsaufwand - 20
Gesamtvergütung unbegrenzt 687

* die Vorjahreszahlen wurden aufgrund der Änderung der entsprechenden Rückstellung angepasst

Vergütung des Vorstandes - Zuflussbetrachtung

Thomas Schierack Klaus Kluge
Vorstandsvorsitzender seit 9. Juli 2013 Vorstand Marketing u. Vertrieb seit 9. Juli 2013
in TEUR 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Festvergütung 430 400 310 280
Nebenleistungen 24 12 23 9
Summe Festvergütung 454 412 333 289
Einjährige variable Vergütung        
Tantieme GJ 2014/15 - 155 - 93
Tantieme GJ 2015/16 41 115 29 75
Mehrjährige variable Vergütung        
Tantieme GJ 2013/14 27 28 16 17
Tantieme GJ 2014/15 33 - 20 -
Sonstige variable Vergütung - 295 - -
Abfindung - - - -
Summe variable Vergütung 101 593 65 185
Versorgungsaufwand 20 20 20 20
Gesamtvergütung 575 1.025 418 494
Felix Rudloff Jörg Plathner
Vorstand Programm 9. Juli 2013 - 31. Dezember 2015 Vorstand Digital 1. September 2014 - 18. August 2015
in TEUR 2016/17 2015/16 2016/17 2015/16
Festvergütung - 130 - 95
Nebenleistungen - 7 - 4
Summe Festvergütung 0 137 0 99
Einjährige variable Vergütung        
Tantieme GJ 2014/15 - 93 - 54
Tantieme GJ 2015/16 - - 30 -
Mehrjährige variable Vergütung        
Tantieme GJ 2013/14 - 17 - -
Tantieme GJ 2014/15 - - 12 -
Sonstige variable Vergütung - - - -
Abfindung - 320 - 550
Summe variable Vergütung 0 430 42 604
Versorgungsaufwand - 20 - 20
Gesamtvergütung 0 587 42 723

Entgegen der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 des DCGK ist es nicht vorgesehen, dass Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit einschließlich Nebenleistungen den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten dürfen (Abfindungs-Cap). Die Gründe liegen darin, dass im Rahmen der Verhandlungen, insbesondere auf Grund der vorherigen Geschäftsführertätigkeit bei der Komplementärin der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, die Vereinbarung eines Abfindungs-Caps nicht erzielbar war.

Aufsichtsratsbezüge

Satzungsgemäß umfasst die Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrates ausschließlich fixe Bestandteile. Es fallen keine gesonderten Vergütungen für die Arbeit von Ausschüssen an, da deren Einrichtung bei drei Aufsichtsratsmitgliedern keinen Sinn macht. Die Vergütung wird nach Ablauf des Geschäftsjahres gezahlt.

Mitglieder des Aufsichtsrates, die bis zum 30.11.2016 im Amt waren, erhielten folgende Vergütung:

in TEUR Fixum
Dr. Friedrich Wehrle, Aufsichtsratsvorsitzender 40
Prof. Dr. Michael Nelles, stellvertretender Vorsitzender 30
Prof. Dr. Gordian Hasselblatt 20
Gesamtbezüge GJ 2016/2017 90

Der auf der Hauptversammlung vom 30.11.16 neu gewählte Aufsichtsrat erhielt im Zeitraum 01.12.2016 - 31.03.2017 die folgende Vergütung:

in TEUR Fixum
Robert Stein, Aufsichtsratsvorsitzender 27
Dr. Mirko Caspar, stellvertretender Vorsitzender 20
Prof. Dr. Friedrich L. Ekey 13
Gesamtbezüge GJ 2016/2017 60

Sonstige Angaben nach § 314 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital beträgt 13.300.000 Euro und ist eingeteilt in insgesamt 13.300.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1,00 Euro. Jede Aktie gewährt gemäß § 22 Abs. 1 der Satzung der Bastei Lübbe AG eine Stimme.

Nach den vorliegenden Stimmrechtsmitteilungen hält zum Bilanzstichtag nur Birgit Lübbe, Köln, mehr als 10 % der Stimmrechte. Vergleiche hierzu die Angaben zu den nach § 20 Abs. 6 AktG und § 26 Abs. 1 WpHG veröffentlichten Mitteilungen (§ 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG) im Anhang.

Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes

Die Festlegung der Zahl der Mitglieder des Vorstandes, deren Bestellung und Abberufung sowie der Abschluss, die Änderung und Beendigung von Anstellungsverträgen mit Vorstandsmitgliedern erfolgen durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder zum Sprecher des Vorstandes sowie ein weiteres Vorstandsmitglied zum stellvertretenden Vorsitzenden oder Sprecher des Vorstandes ernennen. Ferner kann der Aufsichtsrat einem oder allen Vorstandsmitgliedern Einzelvertretungsbefugnis erteilen. Der Aufsichtsrat kann einem oder allen Vorstandsmitgliedern gestatten, Rechtsgeschäfte mit sich als Vertreter eines Dritten abzuschließen (Befreiung von der Beschränkung des § 181 2. Alt. BGB).

Änderung der Satzung

Für die Änderung der Satzung ist die Hauptversammlung zuständig (§ 179 Abs. 1 Satz 1 AktG). Gemäß § 8 der Satzung der Bastei Lübbe AG ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Satzungsänderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.

Befugnisse des Vorstandes, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

In der Hauptversammlung vom 10. September 2013 wurde folgender Beschluss gefasst:

1. Die Gesellschaft wird gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 1. September 2018 außer zum Zweck des Handels in eigenen Aktien eigene Aktien in einem Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Der Gegenwert für den Erwerb dieser Aktien darf den Durchschnitt des Eröffnungs- und Schlusskurses der Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel (oder einem an dessen Stelle tretenden funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) während der jeweils vorangegangenen zehn Börsenhandelstage um nicht mehr als 5 % über- bzw. unterschreiten. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals ausgenutzt werden.

Die hiermit erteilte Ermächtigung endet, ohne dass es einer ausdrücklichen Aufhebung bedarf, mit Wirksamkeit einer neuen Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG. Unabhängig davon endet die hier erteilte Ermächtigung spätestens mit Ablauf des 1. September 2018.

2. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates die eigenen Aktien mit Ausnahme des Handels in eigenen Aktien zu allen zulässigen Zwecken zu verwenden, insbesondere für eine Veräußerung der erworbenen eigenen Aktien ganz oder über die Börse oder in anderer Weise als ganz oder teilweise über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionäre vorzunehmen, wenn die erworbenen eigenen Aktien zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht um mehr als 5 % unterschreitet. Diese Ermächtigung beschränkt sich auf insgesamt höchstens 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft. Als maßgeblicher Börsenpreis im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der Durchschnitt des Eröffnungs- und Schlusskurses der Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel (oder einem an dessen Stelle tretenden funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) während der jeweils vorangegangenen zehn Börsenhandelstage vor der Veräußerung der Aktie.

3. Der Vorstand wird weiter ermächtigt, die eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise einzuziehen.

4. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, die eigenen Aktien, mit Zustimmung des Aufsichtsrates als (Teil-) Gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen oder Unternehmensteilen zu verwenden. Der Wert (Preis), zu dem Aktien der Gesellschaft gemäß der Ermächtigung in diesem Buchstaben verwendet werden, darf den Börsenpreis von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht um mehr als 5 % unterschreiten. Als maßgeblicher Börsenpreis im Sinne der vorstehenden Regelung gilt der Durchschnitt des Eröffnungs- und Schlusskurses der Aktien der Gesellschaft im XETRA-Handel (oder einem an dessen Stelle tretenden funktional vergleichbaren Nachfolgesystem) während der jeweils vorangegangenen zehn Börsenhandelstage vor der Verwendung der Aktie.

5. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird im Vollzug der Maßnahmen außerhalb der Börse zu vorstehend 2. und 4. ausgeschlossen. Die unter Ziffern 2. bis 4. genannten Ermächtigungen können ganz oder in Teilbeträgen ausgenutzt werden.

Befugnisse des Vorstandes, das Grundkapital der Gesellschaft durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen

In der Hauptversammlung vom 30. November 2016 wurde folgender Beschluss gefasst:

1. Der Vorstand wird für die Dauer von zwei Jahren vom Tag der Eintragung von § 7 der Satzung im Handelsregister an ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig gegen Bareinlagen um bis zu insgesamt EUR 1.330.000,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016).

2. Der Vorstand wird ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zu entscheiden. Ein Bezugsrechtsausschluss ist jedoch nur zulässig, wenn der auf die neuen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung durch Eintragung des Genehmigten Kapitals 2016 im Handelsregister noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung, und der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages durch den Vorstand, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich im Sinne der §§ 203, Abs. 1 und 2, 186, Abs. 3, Satz 4 AktG unterschreitet. Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2016 von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und das Bezugsrecht gemäß oder entsprechend § 186, Abs. 3, Satz 4 AktG ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10 %-Grenze anzurechnen.

3. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe bei der Durchführung der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2016 festzulegen.

4. Der Aufsichtsrat wird ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2016 oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen.

In die Satzung wird folgender § 7 eingefügt:

" § 7 Genehmigtes Kapital

1. Der Vorstand ist für die Dauer von zwei Jahren vom Tag der Eintragung von § 7 der Satzung im Handelsregister an ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig gegen Bareinlagen um bis zu insgesamt EUR 1.330.000,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016).

2. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats über den Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zu entscheiden. Ein Bezugsrechtsausschluss ist jedoch nur zulässig, wenn der auf die neuen Aktien entfallende Anteil am Grundkapital insgesamt 10 % des Grundkapitals nicht übersteigt, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung durch Eintragung des Genehmigten Kapitals 2016 im Handelsregister noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung, und der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages durch den Vorstand, die möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich im Sinne der §§ 203, Abs. 1 und 2, 186, Abs. 3, Satz 4 AktG unterschreitet. Sofern während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2016 von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und das Bezugsrecht gemäß oder entsprechend § 186, Abs. 3, Satz 4 AktG ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10 %-Grenze anzurechnen.

3. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe bei der Durchführung der Kapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2016 festzulegen.

4. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, die Fassung der Satzung entsprechend der Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2016 oder nach Ablauf der Ermächtigungsfrist anzupassen."

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels stehen

Im Zusammenhang mit der ausgegebenen Anleihe existierten Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels im Falle eines Übernahmeangebots standen. Diesbezügliche Richtlinien sind mit Rückzahlung der Anleihe am 26. Oktober weggefallen.

Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG

Frau Birgit Lübbe, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17.10.2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bastei Lübbe AG, Köln, Deutschland am 13.10.2014 die Schwelle von 50 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 48,87 % (das entspricht 6.500.000 Stimmrechten) betragen hat. 12,78 % der Stimmrechte (das entspricht 1.700.000 Stimmrechten) sind Frau Lübbe gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Dabei werden zugerechnete Stimmrechte über das folgende von Birgit Lübbe kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der Bastei Lübbe AG 3 % oder mehr beträgt, gehalten: Lübbe Beteiligungs-GmbH.

Die Lübbe Beteiligungs-GmbH, Köln, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 20.04.2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bastei Lübbe AG, Köln, Deutschland am 16.04.2015 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0 % (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung wird auf der Webseite von Bastei Lübbe veröffentlicht und ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.luebbe.com/de/investor-relations/corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung

 

Köln, 27. Juli 2017

Bastei Lübbe AG

Der Vorstand

Thomas Schierack, Vorstandsvorsitzender

Klaus Kluge, Vorstand Programm, Vertrieb und Marketing

Ulrich Zimmermann, Finanzvorstand

Bericht des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

das zurückliegende Geschäftsjahr 2016/2017 stellte Bastei Lübbe vor besondere Herausforderungen. Hierzu zählte die bilanzielle Würdigung der Anteile an der oolipo AG und der Daedalic Entertainment GmbH. Der letztendlich nicht umgesetzte Verkauf der Anteile führte zu einer rückwirkenden Änderung des Konsolidierungskreises und in der Konsequenz auch zur Änderung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2015/2016. Daher war es Bastei Lübbe erst im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 möglich, den Konzernabschluss 2015/2016 zu veröffentlichen. Aufgrund der Neubesetzung des gesamten Aufsichtsrats auf der Jahreshauptversammlung am 30. November 2016 wurde dieser Bericht unter der Mitwirkung von Dr. Friedrich Wehrle als ehemaligem Aufsichtsratsvorsitzenden erstellt, der für die inhaltlichen Angaben bis zu dem Stichtag der Hauptversammlung verantwortlich ist.

Operativ hielten Vorstand und Aufsichtsrat an der gewählten Strategie fest, den Verlag zu einem digitalen Medienhaus auszubauen ohne dabei die Stärkung und den Ausbau des traditionellen Buchgeschäfts zu vernachlässigen. Zusätzlich gelang es, die Wertschöpfungskette im Verlagswesen durch die Beteiligung am Buchgroßhandelsunternehmen BuchPartner GmbH zu verlängern. Auf diese Weise verknüpft Bastei Lübbe das Verlagsgeschäft mit dem stationären (Buch-)Handel. Der Aufsichtsrat beteiligte sich an der strategischen Umsetzung der Projekte im Rahmen seiner beratenden Funktion in konstruktiven Gesprächen mit dem Vorstand.

Im folgenden Bericht informiert der Aufsichtsrat über seine Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr und das Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses 2016/2017. Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr sämtliche ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Ferner hat der Aufsichtsrat die Arbeit des Vorstandes eng begleitet, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und die Geschäftsführung auf der Grundlage von schriftlichen und mündlichen Vorstandsberichten und gemeinsamen Sitzungen sorgfältig überwacht. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit sowie der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Unternehmensführung überzeugt. Von der Möglichkeit, die Bücher und Schriften der Gesellschaft einzusehen (§ 111 Abs. 2 AktG), machten wir im Berichtsjahr dahingehend Gebrauch, dass wir mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfer das Planungssystem der Gesellschaft einer separaten Prüfung unterzogen haben. Im Ergebnis ist das Planwesen von Bastei Lübbe ausreichend, weitere Verbesserungen sind jedoch geplant. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren oder in welche der Aufsichtsrat kraft Gesetzes oder Satzung einzubeziehen war, wurden wir stets rechtzeitig und angemessen eingebunden.

Eine Vielzahl von Sachthemen wurden im Geschäftsjahr 2016/2017 eingehend diskutiert. Grundlage hierfür waren schriftliche und mündliche Berichte des Vorstandes an den Aufsichtsrat. So unterrichtete der Vorstand uns regelmäßig und zeitnah über den Geschäftsverlauf, die Ertrags- und Finanzlage, die Beschäftigungssituation sowie die Planungen und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Abweichungen von den Planungen wurden dem Aufsichtsrat erläutert. Die Risikosituation und das Risikomanagement wurden dabei sorgfältig berücksichtigt.

Zur Vorbereitung erhielt der Aufsichtsrat regelmäßig Unterlagen vom Vorstand. Auch außerhalb der turnusgemäß festgelegten Sitzungen stand der Vorsitzende des Aufsichtsrates in stetigem Kontakt mit dem Vorstand und besprach mit ihm wesentliche Vorgänge und anstehende Entscheidungen.

Zu Geschäftsvorgängen, die für das Unternehmen von wesentlicher Bedeutung waren, wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand auch zwischen den turnusmäßigen Sitzungen unverzüglich und schriftlich informiert.

Aufsichtsratssitzungen und Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2016/2017 hielt das Aufsichtsgremium - unter Beachtung von § 110 Abs. 1 Satz 1 AktG - insgesamt sechs ordentliche Sitzungen und fünf außerordentliche Sitzungen ab. Darüber hinaus kam der Aufsichtsrat am 2. Dezember 2016 zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. Die ordentlichen Sitzungen fanden am 25. April 2016, 14. Juni 2016, 5. Oktober 2016, 8. November 2016, 15. November 2016 und 14. Februar 2017 jeweils in Köln statt. Die fünf außerordentlichen Aufsichtsratssitzungen fanden am 9. Juni 2016, 8. September 2016, 19. Dezember 2016, 26. Januar 2017 und 16. März 2017 in Köln statt. Darüber hinaus wurde am 23. August 2016 eine kombinierte Aufsichtsrats- und Vorstandssitzung als Telefonkonferenz abgehalten. Am 17. Oktober 2016 wurde eine Sitzung im schriftlichen Umlaufverfahren durchgeführt. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben sowohl an den ordentlichen als auch an den außerordentlichen Sitzungen sowie an der Telefonkonferenz teilgenommen. Sofern erforderlich, hat der Aufsichtsrat Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst.

Zu den wichtigsten Beratungsthemen im abgelaufenen Geschäftsjahr zählten:

die laufende Geschäftsentwicklung im Jahr 2016/2017,

die rückwirkende Änderung des Konsolidierungskreises und der Bilanzen,

die Darstellung der Liquidität der Gesellschaft,

die Investitionsplanung,

die Planung und das Budget für 2017/2018,

die Terminplanung für das Jahr 2017/2018 sowie die Planung der ordentlichen Hauptversammlung,

die künftige Entwicklung und Strategie der Gesellschaft und ihrer Bereiche,

die Personalplanung und Organisationsstruktur,

die Konzernstruktur,

die Internationalisierung,

die Akquisitionen,

die Entwicklung der Streaming-Plattform oolipo,

die Entwicklung der Beteiligung Daedalic Entertainment sowie

Aktivitäten am Kapitalmarkt.

Des Weiteren erörterten wir im Geschäftsjahr 2016/2017 in den einzelnen Sitzungen folgende Themen:

Ordentliche Sitzung vom 25. April 2016

In der Sitzung vom 25. April 2016 wurde die Planung der Geschäftsjahre 2016/2017 bis 2018/2019 vorgestellt. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Berichterstattung des Vorstandes über die Akquisition der BuchPartner GmbH und des Belletristik-Labels LYX vom Verlag EGMONT Publishing International. Darüber hinaus wurde der aktuelle Stand zur Entwicklung von Daedalic Entertainment ausführlich diskutiert und eine Finanzierung zur Umsetzung der Wachstumspläne des Spielepublishers erörtert.

Außerordentliche Sitzung vom 9. Juni 2016

In der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates vom 09. Juni 2016 präsentierte der Vorstand die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2015/2016. Zudem beschlossen Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,10 Euro pro Aktie vorzuschlagen. In dieser Sitzung wurden zudem die Entsprechenserklärung beschlossen und die Compliance Regeln erörtert.

Ordentliche Sitzung vom 14. Juni 2016

In der Sitzung vom 14. Juni 2016 berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über den Jahresabschluss 2015/2016. Der Aufsichtsrat erörterte den Bericht eingehend. Zu diesem Tagesordnungspunkt nahm der Abschlussprüfer an der Sitzung teil. Zudem war hierzu der komplette Vorstand des Unternehmens anwesend, der ergänzende und erklärende Informationen erteilte. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der Bastei Lübbe AG zum 31. März 2016 sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts zum 31. März 2016. In der Sitzung vom 14. Juni 2016 billigte der Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung den Jahresabschluss der Gesellschaft für das am 31. März 2016 endende Geschäftsjahr der Gesellschaft sowohl nach HGB als auch nach IFRS Standard. Des Weiteren beschäftigt e sich der Aufsichtsrat mit der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2016 inklusive den Beschlussvorschlägen der Verwaltung.

Außerordentliche Sitzung vom 23. August 2016 (per Telefonkonferenz)

In der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates vom 23. August 2016, die als Telefonkonferenz abgehalten wurde, diskutierten Vorstand und Aufsichtsrat eingehend die von der KPMG vorgeschlagene Änderung der Bilanzen zum 31. März 2015/2016. Aufsichtsrat und Vorstand entschieden einstimmig, dass der Vorstand die Bilanzen neu aufstellen soll. Zudem wurde vor diesem Hintergrund beschlossen, die für den 15. September 2016 anberaumte Hauptversammlung abzusagen. Es wurde angedacht, die Hauptversammlung am 30. November 2016 durchzuführen.

Außerordentliche Sitzung vom 8. September 2016

Der Vorstand berichtete in der Sitzung vom 8. September 2016 ausführlich über die geänderten Bilanzen nach IFRS sowie die GuV zum 31. März 2016. Die Änderungen auch des Vorjahres wurden ausführlich erörtert. Der Zeitplan und die weitere Vorgehensweise wurden abgestimmt. Zudem wurde die nächste Aufsichtsratssitzung zur Feststellung des Jahresabschlusses nach HGB und des Konzernabschlusses nach IFRS auf den 5. Oktober 2016 terminiert.

Ordentliche Sitzung vom 5. Oktober 2016

In der Sitzung vom 5. Oktober 2016 hat der Vorstand dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss nach HGB sowie den Konzernabschluss nach IFRS der Bastei Lübbe AG für das jeweils am 31. März 2016 endende Geschäftsjahr in der Fassung des aufgestellten Abschlusses vom 4. Oktober 2016 erläutert. Der Aufsichtsrat hat den Bericht eingehend erörtert. Zu diesem Tagesordnungspunkt nahm der Abschlussprüfer an der Sitzung teil. Zudem war hierzu der komplette Vorstand des Unternehmens anwesend, der ergänzende und erklärende Informationen erteilte. Der Abschlussprüfer berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der Bastei Lübbe AG zum 31. März 2016 sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts zum 31. März 2016.

Des Weiteren beschäftigte sich der Aufsichtsrat in der Sitzung vom 5. Oktober 2016 mit dem Verkauf der Tochter Räder. Zudem wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung hinsichtlich der Neuwahl des Aufsichtsrates verabschiedet.

Beschlussfassung im schriftlichen Umlaufverfahren vom 17. Oktober 2016

Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. März 2016 wurde vom Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung und nach Vorlage des uneingeschränkten Testats der KPMG im schriftlichen Umlaufverfahren am 17. Oktober 2016 gebilligt. Darüber hinaus wurde der Beschluss über den Vorschlag an die Hauptversammlung zur Verwendung des Bilanzgewinnes durch Ausschüttung einer Dividende von 0,10 Euro je dividendenberechtigte Stückaktie einstimmig gefasst.

Ordentliche Sitzung vom 8. November 2016

Im Mittelpunkt der Sitzung vom 8. November 2016 stand die Berichterstattung des Vorstandes über den Halbjahresabschluss zum 30. September 2016. Der Vorstand erörterte zudem den aktuellen Stand der Kaufpreiszahlung Blue Sky und wies den Aufsichtsrat darauf hin, dass mit Ablauf des 30. November 2016 die nicht bezahlten Anteile an oolipo und Daedalic automatisch an die Bastei Lübbe AG zurückfallen. Darüber hinaus wurden die Verhandlungen bezüglich des möglichen Verkaufs der Tochter Räder ausführlich erörtert.

Ordentliche Sitzung vom 15. November 2016

In der Sitzung vom 15. November 2016 berichtet der Vorstand detailliert über die Eckpfeiler des möglichen Verkaufs der Tochtergesellschaft Räder. Der Aufsichtsrat stimmte in der Sitzung dem Verkauf zu den vorgestellten Modalitäten zu.

Konstituierende Sitzung des Aufsichtsrates vom 2. Dezember 2016

Die in der Hauptversammlung der Bastei Lübbe gewählten Aufsichtsräte Robert Stein, Prof. Dr. Friedrich L. Ekey und Dr. Mirko Caspar konstituierten den Aufsichtsrat und wählten zu seinem Vorsitzenden Herrn Robert Stein.

Außerordentliche Sitzung vom 19. Dezember 2016

Schwerpunkt der außerordentlichen Sitzung vom 19. Dezember 2016 waren die ausführliche Vorstellung der Bastei Lübbe AG und der wesentlichen Beteiligungen der Bastei Lübbe AG an den neu gewählten Aufsichtsrat durch den Vorstand. Ferner stimmte der Aufsichtsrat dem Auftragsschreiben zur Jahresabschlussprüfung zum 31. März 2017 der Bastei Lübbe AG durch Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft zu. Darüber hinaus wurde Ebner Stolz mit einer besonderen Prüfung im Hinblick auf bestimmte Geschäftsvorfälle, insbesondere im Zusammenhang mit oolipo, Blue Sky und Daedalic beauftragt. Der Aufsichtsrat wählte in seiner Sitzung am 19. Dezember 2016 Dr. Mirko Caspar mit Stimmenmehrheit zu seinem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden.

Außerordentliche Sitzung vom 26. Januar 2017

In der außerordentlichen Sitzung vom 26. Januar 2017 informierte der Vorstand den Aufsichtsrat hinsichtlich der Geschäftsvorfälle in den vorangegangenen Geschäftsjahren zu oolipo und Blue Sky. Zudem gab der Vorstand dem Aufsichtsrat einen Überblick über den aktuellen Status der Strategie und der Launchvorbereitungen der oolipo AG.

Ordentliche Sitzung vom 14. Februar 2017

Am 14. Februar 2017 hielt der Aufsichtsrat seine sechste ordentliche Sitzung des Geschäftsjahres 2016/2017 ab. In dieser präsentierte der Vorstand detailliert die wirtschaftliche Lage des Bastei Lübbe Konzerns. Zudem gab der Vorstand einen umfassenden Überblick über die Strategie. Darüber hinaus informierte der Aufsichtsrat den Vorstand über die Absicht, den Vorstand um ein weiteres Mitglied zu erweitern und Kandidaten mit Hilfe externer Berater zu suchen. Ferner wurde der Vorstand gebeten rechtlich zu prüfen, ob es Schadensersatzansprüche gegenüber Dritten aus der Bilanzänderung des Vorjahres gibt.

Außerordentliche Sitzung vom 16. März 2017

In einer Aufsichtsratssitzung ohne Teilnahme des Vorstands wurde beschlossen, ein monatliches Berichtswesen für den Aufsichtsrat einzuführen und Ebner Stolz mit der Plausibilisierung der Unternehmensplanung zu beauftragen.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat im ersten Quartal 2017 die wesentlichen Beteiligungen der Gesellschaft persönlich besucht, die Geschäftssituation und die strategische Ausrichtung mit den jeweiligen Management-Teams und dem Vorstand der Bastei Lübbe AG erörtert. Insbesondere im Hinblick auf die Beteiligungen im digitalen Bereich gab es einen intensiven Austausch zwischen dem Aufsichtsrat und dem Vorstand.

Im März 2017 wurde die Bastei Lübbe AG von der Conpair AG, vertreten durch ihren Vorstand, das ehemalige Aufsichtsratsmitglied von Bastei Lübbe AG, Prof. Michael Nelles, auf die Zahlung einer Erfolgsvergütung in Höhe von 366.520,00 Euro im Zusammenhang mit Beratungsleistungen bei der Veräußerung von Räder verklagt. Die Gesellschaft hält die Ansprüche für unberechtigt und hat entsprechende rechtliche Schritte eingeleitet.

Effizienzprüfung

Der ehemalige Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2016/2017, wie vom Corporate Governance Kodex empfohlen, eine Effizienzprüfung durchgeführt. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass die Bastei Lübbe AG über hinreichende Organisationsstrukturen und -systeme verfügt, um dem Aufsichtsrat die Erfüllung seiner gesetzlichen und satzungsmäßigen Pflichten in angemessener Weise zu ermöglichen. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und die geregelten Verfahrensabläufe, die Festlegung zustimmungspflichtiger Geschäfte sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Informationsversorgung der Aufsichtsratsmitglieder sind entscheidende Faktoren dafür, dass der Aufsichtsrat seine Überwachungsaufgaben in gebotener Weise erfüllen kann. Die Aufsichtsratsmitglieder verfügen nach ihren Qualifikationen und jeweiligen beruflichen Erfahrungen über die für ein Aufsichtsratsmitglied der Bastei Lübbe AG erforderlichen Kenntnisse, um ihre Aufgaben effizient zu erfüllen.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Aufsichtsrat hat sich auch im Geschäftsjahr 2016/2017 erneut mit den Inhalten des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst. Bis auf wenige Ausnahmen befolgt die Bastei Lübbe AG die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen am 27. Juli 2017, eine eingeschränkte Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG abzugeben, wonach die Gesellschaft mit Ausnahme der Ziffern 4.2.3, 5.1.2 und 7.1.2 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 7. Februar 2017, entspricht. Die aktuelle Entsprechenserklärung sowie alle früheren Entsprechenserklärungen wurden den Aktionären auf der Unternehmenswebsite dauerhaft zugänglich gemacht. (Weitergehende Erläuterungen zur Corporate Governance können Sie dem "Corporate-Governance-Bericht" entnehmen).

Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses 2016/2017

Die Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, hat den vom Vorstand nach den Regelungen des IFRS aufgestellten Jahresabschluss nebst Lagebericht sowie den Konzernabschluss nebst Konzernlagebericht der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2016/2017 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Unterlagen, der Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinns sowie der Prüfungsbericht der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, sind den Mitgliedern des Aufsichtsrates rechtzeitig übermittelt worden. Sie wurden in der Bilanzaufsichtsratssitzung vom 27. Juli 2017, in welcher der Vorstand den Jahresabschluss und den Lagebericht sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht und den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns erläuterte und der Abschlussprüfer der Ebner Stolz GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Köln, ausführlich über das Ergebnis der Prüfung berichtete, umfassend behandelt. In der Sitzung wurden alle Fragen vom Vorstand und dem Abschlussprüfer erschöpfend beantwortet. Der Aufsichtsrat hatte nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichtes, des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichtes sowie des Vorschlags des Vorstandes zur Ergebnisverwendung keinen Anlass, Einwendungen gegen den Jahresabschluss, den Lagebericht, den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht zu erheben. Er stimmte in seiner Einschätzung der Lage der Gesellschaft mit dem Vorstand überein und billigte den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2016/2017, der damit festgestellt ist. Die vom Vorstand vorgeschlagene Gewinnverwendung wurde ebenfalls im Hinblick auf die derzeitige und künftig zu erwartende finanzielle Situation der Gesellschaft hin überprüft. Der Aufsichtsrat schloss sich nach Diskussion dem Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinns an.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2016/2017 wurde der Aufsichtsrat zur Gänze neu besetzt. Seit dem 30. November 2016 ist Robert Stein Mitglied des Aufsichtsrates der Bastei Lübbe AG. Die Hauptversammlung 2015/2016 wählte den Geschäftsführer der Arcana Capital GmbH in das Gremium, welches ihn anschließend in seiner konstituierenden Sitzung am 2. Dezember 2016 zu seinem Vorsitzenden wählte. Herr Stein folgt auf Dr. Friedrich Wehrle, der sein Mandat mit Ablauf der Hauptversammlung 2015/2016 niedergelegt hat. Dies gilt ebenfalls für die Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Michael Nelles und Prof. Dr. Gordian Hasselblatt. Die Hauptversammlung wählte Dr. Mirko Alexander Caspar (Stellvertretender Vorsitzender seit dem 19. Dezember 2016) in den Aufsichtsrat. Er ist Managing Director von Mister Spex und folgt auf Prof. Dr. Michael Nelles. Für Prof. Dr. Gordian Hasselblatt wurde Prof. Dr. Friedrich L. Ekey zum Aufsichtsratsmitglied gewählt. Er ist Rechtsanwalt und Professor für Wirtschaftsrecht an der Rheinischen Fachhochschule in Köln. Der neue Aufsichtsrat wurde für die Zeit bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrates für das am 31. März 2018 endende Geschäftsjahr beschließt, gewählt. Satzungsgemäß besteht der Aufsichtsrat der Bastei Lübbe AG aus drei Mitgliedern.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeitern und den Arbeitnehmervertretungen der Bastei Lübbe AG für ihren leidenschaftlichen Einsatz im vergangenen Geschäftsjahr und die hohe Identifikation mit den Zielen und der Unternehmensphilosophie. Den Aktionären der Bastei Lübbe AG dankt der Aufsichtsrat für das in ihn und in das gesamte Unternehmen gesetzte Interesse und Vertrauen.

 

Köln, im Juli 2017

Für den Aufsichtsrat

Robert Stein / Vorsitzender des Aufsichtsrates

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017

der Bastei Lübbe AG, Köln

Anhangangabe fortgeführte Geschäftsbereiche
TEUR
aufgegebener Geschäftsbereich
TEUR
2016/2017 Gesamt
TEUR
fortgeführte Geschäftsbereiche
TEUR
aufgegebener Geschäftsbereich
TEUR
Umsatzerlöse 22. 131.220 15.069 146.289 84.952 16.985
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 23. 707 2.729 3.436 864 -313
Andere aktivierte Eigenleistungen 24. 3.528 0 3.528 2.927 0
Sonstige betriebliche Erträge 25. 717 1.977 2.694 718 126
Materialaufwand            
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 26. -25.534 -84 -25.618 -374 -82
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 26. -24.916 -7.648 -32.564 -20.177 -6.466
c) Aufwendungen für Honorare und Abschreibungen auf Autorenhonorare 26. -25.396 -156 -25.552 -19.677 -151
    -75.846 -7.888 -83.734 -40.228 -6.699
Personalaufwand            
a) Löhne und Gehälter 27. -23.399 -2.550 -25.949 -17.999 -2.657
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersv. und für Unterstützung 27. -4.274 -417 -4.691 -2.901 -452
    -27.673 -2.967 -30.640 -20.900 -3.109
Sonstige betriebliche Aufwendungen 28. -31.147 -5.347 -36.494 -24.748 -4.262
Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen 29. 0 0 0 31 0
Übriges Beteiligungsergebnis 29. 349 0 349 396 0
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA)   1.855 3.573 5.428 4.012 2.728
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 30. -5.102 -333 -5.435 -3.312 -556
Abschreibungen auf Finanzanlagen 30. -312 0 -312 0 0
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)   -3.559 3.240 -319 700 2.172
Finanzergebnis 31. -2.282 -608 -2.890 -1.505 -810
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)   -5.841 2.632 -3.209 -805 1.362
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 32. 593 -276 317 -396 -442
Periodenergebnis   -5.248 2.356 -2.892 -1.201 920
Sonstiges Ergebnis   0 0 0 0 0
Gesamtergebnis   -5.248 2.356 -2.892 -1.201 920
davon entfallen auf:            
Anteilseigner der Bastei Lübbe AG 16. -4.465 2.356 -2.109 -1.393 920
Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter 33. -783 0 -783 192 0
    -5.248 2.356 -2.892 -1.201 920
Ergebnis je Aktie (unverwässert = verwässert) (bezogen auf das den Anteilseignern der Bastei Lübbe AG zuzurechnende Periodenergebnis) 16. -0,34 0,18 -0,16 -0,11 0,07
2015/2016 Gesamt
TEUR
Umsatzerlöse 101.937
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 551
Andere aktivierte Eigenleistungen 2.927
Sonstige betriebliche Erträge 844
Materialaufwand  
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -456
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -26.643
c) Aufwendungen für Honorare und Abschreibungen auf Autorenhonorare -19.828
  -46.927
Personalaufwand  
a) Löhne und Gehälter -20.656
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersv. und für Unterstützung -3.353
  -24.009
Sonstige betriebliche Aufwendungen -29.010
Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen 31
Übriges Beteiligungsergebnis 396
Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) 6.740
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -3.868
Abschreibungen auf Finanzanlagen 0
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) 2.872
Finanzergebnis -2.315
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 557
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -838
Periodenergebnis -281
Sonstiges Ergebnis 0
Gesamtergebnis -281
davon entfallen auf:  
Anteilseigner der Bastei Lübbe AG -473
Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter 192
  -281
Ergebnis je Aktie (unverwässert = verwässert) (bezogen auf das den Anteilseignern der Bastei Lübbe AG zuzurechnende Periodenergebnis) -0,04

Konzernbilanz zum 31. März 2017

der Bastei Lübbe AG, Köln

Anhangangabe 31.03.2017
TEUR
31.03.2016
TEUR
Langfristige Vermögenswerte      
Immaterielle Vermögenswerte 6. 39.934 32.035
Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare 7. 37.376 26.904
Sachanlagen 8. 3.547 3.207
Finanzanlagen 9. 4.380 1.454
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12. 1.135 1.069
Latente Steueransprüche 10. 3.139 2.002
    89.511 66.671
Kurzfristige Vermögenswerte      
Vorräte 11. 30.178 20.341
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12. 19.564 18.269
Finanzielle Vermögenswerte 9. 3.738 4.575
Forderungen aus Ertragsteuern 10. 410 0
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 13. 977 1.330
Zahlungsmittel und -äquivalente 14. 1.203 593
Vermögenswerte aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 5. 470 0
    56.540 45.108
Summe Aktiva   146.051 111.779
Eigenkapital      
Den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zurechenbarer Anteil am Eigenkapital      
Gezeichnetes Kapital 15. 13.200 13.200
Kapitalrücklage 15. 26.804 26.082
Bilanzgewinn 15. 3.847 7.276
    43.851 46.558
Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter 15. 7.143 3.122
Summe Eigenkapital   50.994 49.680
Langfristige Schulden      
Rückstellungen 17./18. 151 131
Latente Steuerverbindlichkeiten 10. 4.271 2.286
Finanzielle Verbindlichkeiten 19. 34.437 0
Sonstige Verbindlichkeiten 21. 1.854 2.353
    40.713 4.770
Kurzfristige Schulden      
Finanzielle Verbindlichkeiten 19. 16.867 34.755
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20. 28.370 11.968
Ertragsteuerschulden 10. 175 2.513
Rückstellungen 18. 7.005 6.628
Sonstige Verbindlichkeiten 21. 1.416 1.465
Schulden aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 5. 511 0
    54.344 57.329
Summe Schulden   95.057 62.099
Summe Passiva   146.051 111.779

Konzern-Kapitalflussrechnung der Bastei Lübbe AG, Köln für den Zeitraum vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 *

2016/2017
TEUR
2015/2016
TEUR
Periodenergebnis -2.892 -281
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 5.435 3.868
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Finanzanlagen 312 0
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Autorenhonorare 11.534 7.174
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 1.878 237
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -453 470
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 3 -1
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von sonstigen Geschäftseinheiten -1.653 0
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von At-Equity bewerteten Beteiligungen 0 1.375
-/+ Zunahme/Abnahme der Ertragsteuerforderungen und -schulden einschl. der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten -3.673 -2.436
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -9.394 -10.928
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 10.408 -1.687
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 11.505 -2.209
+ Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten 3 0
- Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -6.515 -8.264
+ Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 99 38
- Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -1.052 -801
+ Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen 70 420
- Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen -3.444 -25
- Auszahlungen für den Erwerb von vollkonsolidierten Unternehmen abzgl. der im Rahmen der Erwerbe erworbenen Zahlungsmittel -10.195 0
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von sonstigen Geschäftseinheiten 14.322 0
- Auszahlungen für den Erwerb von sonstigen Geschäftseinheiten -5.613 0
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -12.325 -8.632
+ Einzahlungen aus dem Verkauf nicht-beherrschender Anteile 821 500
- Auszahlungen an Anteilseigner (Dividenden) -1.320 -3.960
+ Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 38.683 1.550
- Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und von (Finanz-)Krediten -36.204 -313
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 1.980 -2.223
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes 1.160 -13.064
- Konsolidierungskreisbedingte Minderung des Finanzmittelbestandes -550 0
+ Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 593 13.657
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode 1.203 593

* s. Konzernanhang, Angabe 34

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 *

der Bastei Lübbe AG, Köln

Mutterunternehmen Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
(alle Beträge in TEUR) Gez. Kapital Kapitalrücklage Bilanzgewinn Kum. sonst. Erg. Eigenkapital Eigenkapital
Stand am 1.4.2015 13.200 25.871 11.746 -37 50.780 2.641
Gezahlte Dividenden     -3.960   -3.960 0
Verkauf von nicht-beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel   211     211 289
Übertragung eigener Aktien 0 1     1 0
Übrige Veränderungen   -1 -37 37 -1  
Periodenergebnis = Gesamtergebnis --- --- -473 0 -473 192
Stand am 31.03.2016 13.200 26.082 7.276 0 46.558 3.122
Stand am 1.4.2016 13.200 26.082 7.276 0 46.558 3.122
Gezahlte Dividenden     -1.320   -1.320 0
Konsolidierungskreisänderungen   351     351 4.354
Verkauf von nicht-beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel   371     371 450
Periodenergebnis = Gesamtergebnis --- --- -2.109 0 -2.109 -783
Stand am 31.03.2017 13.200 26.804 3.847 0 43.851 7.143
(alle Beträge in TEUR) Konzerneigenkapital Eigenkapital
Stand am 1.4.2015 53.421
Gezahlte Dividenden -3.960
Verkauf von nicht-beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel 500
Übertragung eigener Aktien 1
Übrige Veränderungen -1
Periodenergebnis = Gesamtergebnis -281
Stand am 31.03.2016 49.680
Stand am 1.4.2016 49.680
Gezahlte Dividenden -1.320
Konsolidierungskreisänderungen 4.705
Verkauf von nicht-beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel 821
Periodenergebnis = Gesamtergebnis -2.892
Stand am 31.03.2017 50.994

* s. Konzernanhang, Angabe 15

Konzernanhang zum 31. März 2017

der Bastei Lübbe AG, Köln

1. Allgemeine Angaben

Die Bastei Lübbe AG (nachfolgend auch "Muttergesellschaft") hat ihren Sitz in der Schanzenstraße 6 - 20, 51063 Köln, Deutschland. Die Bastei Lübbe AG, Köln, ist Mutterunternehmen, das als börsennotiertes Unternehmen gemäß § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufstellt. Dieser wird im Bundesanzeiger und im Unternehmensregister (Amtsgericht Köln, HRB 79249) veröffentlicht.

Die Bastei Lübbe AG ist ein Medienunternehmen in Form eines Publikumsverlages. Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gibt Bastei Lübbe Bücher, Hörbücher, eBooks und weitere digitale Produkte mit belletristischem und populärwissenschaftlichem Inhalt sowie periodisch erscheinende Zeitschriften in Form von Romanen und Rätselheften heraus. Weiterhin gehört zur Geschäftstätigkeit von Bastei Lübbe die Lizenzierung von Rechten sowie der Vertrieb von Büchern, Hörbüchern und Computerspielen über die Firmen BuchPartner GmbH und Daedalic Entertainment GmbH. Die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Geschenk- und Dekoartikeln unter der Marke Räder veräußerte die Bastei Lübbe AG mit Wirkung zum 1. Januar 2017 im Wege eines asset deals an eine zusammen mit einem Partner gegründete GmbH, an der die Bastei Lübbe AG zu 20 % beteiligt ist. Die wesentlichen Tätigkeitsfelder des Bastei Lübbe-Konzerns (nachfolgend auch "Bastei Lübbe") sind in den Erläuterungen zur Segmentberichterstattung (Angabe 35) beschrieben.

Als börsennotierte Aktiengesellschaft ist die Bastei Lübbe AG nach Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards dazu verpflichtet, einen Konzernabschluss nach den von der Europäischen Union (EU) übernommenen International Financial Reporting Standards (IFRS) aufzustellen.

Die Berichtswährung ist der Euro; sofern nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Summen und Prozentangaben wurden auf Basis der nicht gerundeten Euro-Beträge berechnet und können von einer Berechnung auf Basis der berichteten Tausend-Euro-Beträge abweichen.

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. April 2016 bis zum 31. März 2017 wurde vom Vorstand am 27. Juli 2017 aufgestellt, zur Veröffentlichung genehmigt und wird dem Aufsichtsrat am 27. Juli 2017 zwecks Billigung vorgelegt.

Bezüglich Vorgängen nach dem Stichtag, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme wesentlich sein könnten, die bis zum 27. Juli 2017 eingetreten sind, wird auf Angabe 46 verwiesen.

2. Grundlagen der Bilanzierung

(a) Zugrunde liegende Rechnungslegungsvorschriften und erstmalige Anwendung

Der Konzernabschluss zum 31. März 2017 ist nach den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen Rechnungslegungsregeln gemäß den von der Europäischen Union (EU) anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) und des Standing Interpretations Committee (SIC) des International Accounting Standards Board (IASB), London, aufgestellt. Darüber hinaus werden die nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) aufzunehmenden Angaben beachtet.

Im Rahmen der Börseneinführung wurde bereits für das Geschäftsjahr 2012/2013 ein IFRS-Jahresabschluss erstellt. Um für die Gesamtergebnisrechnung IFRS-basierte Vorjahres-Vergleichszahlen ermitteln zu können, wurde die IFRS-Eröffnungsbilanz auf den 1. April 2011 aufgestellt (Tag des Übergangs auf IFRS gemäß IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards).

Seit dem Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen an zwei Gesellschaften zu Beginn des Geschäftsjahres 2014/2015 ist die Gesellschaft verpflichtet, einen Konzernabschluss nach IFRS und damit auch entsprechende Quartalsberichterstattungen zu erstellen. Der oben genannte Tag des Übergangs auf IFRS (1. April 2011) gilt auch für die Konzernabschlüsse und Quartalsberichterstattungen nach IFRS.

(b) Bewertung von Vermögenswerten und Schulden

Der Konzernabschluss wird auf der Basis des Anschaffungs- und Herstellungskostenprinzips aufgestellt, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente. Diese sind zum Zeitwert (Fair Value) gem. IFRS 13 bewertet.

(c) Währungsumrechnung

Transaktionen in Fremdwährungen werden mit dem jeweils geltenden Tageskurs, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisen-Mittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die aus diesen Umrechnungen entstehenden Währungsgewinne und -verluste werden ergebniswirksam erfasst.

(d) Verwendung von Annahmen und Schätzungen sowie Ermessensentscheidungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert Annahmen und Schätzungen, die Einfluss auf den Ausweis von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen haben.

Mit Unsicherheit behaftete Annahmen, Schätzungen betreffen insbesondere abgezinste zukünftige Cashflows im Rahmen von Impairment-Tests, Festlegung von Nutzungsdauern sowie außerplanmäßige Wertminderungen, insbesondere zum Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare, erwartete Rücklaufquoten verkaufter Waren (Remissionsquoten) zur Ermittlung entsprechender Rückstellungen sowie Abzinsungssätze zur Bewertung von Altersteilzeitverpflichtungen. Zu weiteren Angaben, die unter Verwendung von Schätzungen ermittelt wurden, verweisen wir auf die entsprechenden Erläuterungen.

Eine wesentliche Ermessensentscheidung betrifft insbesondere die Vorgehensweise bei der Abschreibungsmethode für den Bestand an vorausgezahlten Autorenhonoraren.

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses geht der Vorstand nicht von einer wesentlichen Änderung der zugrunde gelegten Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen aus. Anpassungen früherer Annahmen werden gegebenenfalls in den einzelnen Angaben erläutert.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Zur Verbesserung der Klarheit sind in der Gesamtergebnisrechnung sowie in der Bilanz einzelne Posten zusammengefasst, die im Anhang erläutert werden. Als kurzfristig werden Vermögenswerte und Schulden angesehen, die innerhalb eines Jahres realisiert werden beziehungsweise abfließen, alle anderen sind als langfristig klassifiziert. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses 2016/2017 erfolgten im Vergleich zum IFRS-Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015/2016 keine Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Ausnahme: s. Angabe 24). Selbiges gilt auch für die Grundlagen und Methoden der im Rahmen des Konzernabschlusses erforderlichen Annahmen und Schätzungen.

(a) Konsolidierungsgrundsätze und -stichtag

Die Kapitalkonsolidierung vollkonsolidierter Gesellschaften erfolgt nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt der Begründung der Beherrschung (Erwerbszeitpunkt). Dies gilt entsprechend auch für At-Equity bewertete Gesellschaften. Vermögenswerte und Schulden der einbezogenen Gesellschaften wurden mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet, soweit die entsprechenden Kaufpreisallokationen bereits abgeschlossen sind.

Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter werden gesondert im Eigenkapital ausgewiesen. Darüber hinaus werden bei Unternehmenserwerben auch die auf Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter entfallenden stillen Reserven und stillen Lasten aufgedeckt und im Eigenkapital im Posten "Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter" gezeigt. Von dem Wahlrecht, die auf die Anteile nicht-beherrschender Gesellschafter entfallenden Geschäfts- oder Firmenwerte zu bilanzieren, wird kein Gebrauch gemacht.

At-Equity bewertete Beteiligungen werden gemäß IAS 28 zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt, wozu auch Transaktionskosten zählen. Nach dem erstmaligen Ansatz enthält die Konzern-GuV den Anteil des Konzerns am Gesamtergebnis der nach der At-Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen. Nach der At-Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden gemäß den für die Vollkonsolidierung geltenden Grundsätzen behandelt, wobei ggf. aufgedeckte stille Reserven und ein vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert im Beteiligungsansatz enthalten ist und darauf anfallende Wertminderungen im Ergebnis aus assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen innerhalb des Finanzergebnisses gezeigt werden. Der Beteiligungsansatz wird entsprechend fortgeschrieben, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der maßgebliche Einfluss oder die gemeinschaftliche Führung endet.

Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie zwischen den Konzerngesellschaften bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegeneinander aufgerechnet und eliminiert.

Zwischengewinne aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen sowie aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen zwischen einbezogenen Konzerngesellschaften, inkl. der assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen, werden eliminiert, sofern der Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von untergeordneter Bedeutung ist.

Im Rahmen der Konsolidierungsbuchungen werden die ertragsteuerlichen Auswirkungen berücksichtigt und gegebenenfalls latente Steuern in Ansatz gebracht.

Nur die Muttergesellschaft hat ein vom Kalenderjahr abweichendes Geschäftsjahr. Alle übrigen einbezogenen Unternehmen schließen ihr Geschäftsjahr zum 31. Dezember ab. Für Zwecke des Konzernabschlusses werden von diesen Gesellschaften Zwischenabschlüsse zu den entsprechenden Stichtagen aufgestellt.

(b) Immaterielle Vermögenswerte

Erworbene immaterielle Vermögenswerte (mit Ausnahme der unter (c) dargestellten vorausgezahlten Autorenhonorare) sind, soweit ihre Nutzungsdauern als begrenzt eingestuft wurden, zu Anschaffungskosten abzüglich auf ihre jeweiligen Nutzungsdauern verteilten planmäßigen linearen Abschreibungen bewertet. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellkosten aktiviert und über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen liegen die folgenden Nutzungsdauern und Abschreibungssätze zugrunde:

Nutzungsdauer Jahre Abschreibungssatz
%
Sonstige immaterielle Vermögenswerte    
Software 3-5 20,00-33,33
Selbsterstellte Computerspiele 5 20,00
Verlags- und Titelrechte 8-15 6,67-12,50

Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte (z.B. Markenrechte) mit zeitlich unbestimmbarer Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Außerplanmäßige Wertminderungen werden berücksichtigt, wenn dies im Rahmen von durchgeführten Impairment-Tests geboten ist. Für Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte, für die eine Nutzungsdauer nicht bestimmbar ist, werden diese Tests mindestens jährlich durchgeführt; für immaterielle Vermögenswerte, die planmäßig abgeschrieben werden, immer dann, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Fortfall der Gründe für die Wertminderung werden, mit Ausnahme von Firmenwerten, entsprechende Zuschreibungen vorgenommen, die die fortgeführten Buchwerte nicht übersteigen dürfen.

Entsprechend dem in IFRS 1.15 und Appendix B kodifizierten Wahlrecht werden die Firmenwerte aus Akquisitionen vor dem 1. April 2011 gemäß der Behandlung nach bisherigem Recht fortgeführt. Das heißt, die in früheren Perioden vorgenommenen plan- und außerplanmäßigen Wertminderungen bleiben bestehen.

(c) Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare

Die vorausgezahlten Autorenhonorare betreffen Manuskripte, bei denen Bastei Lübbe die volle Verfügungsgewalt über das Manuskript und seine Verwertungsmöglichkeiten erworben hat, sowie hierauf geleistete Anzahlungen und werden zu Anschaffungskosten bewertet.

Für die vorausgezahlten Autorenhonorare wird eine leistungsabhängige Abschreibungsmethode herangezogen, die sich aus den absatz- und umsatzabhängigen sowie vertraglich festgelegten Honorarsätzen ermittelt. Es besteht eine starke Korrelation zwischen den Umsatzerlösen und dem Verbrauch des wirtschaftlichen Nutzens der Verwertungsrechte. Daher kann die umsatzbasierte Abschreibungsmethode für die aktivierten Verwertungsrechte beibehalten werden. Der Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare und die geleisteten Honoraranzahlungen werden darüber hinaus mindestens einmal jährlich (im Regelfall zum Bilanzstichtag) auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Dabei wird auf der Grundlage einer Schätzung der künftigen Absatzmengen und den darauf basierend errechneten Umsatzerlösen der erwartete Nettoertrag vor Honoraraufwand bzw. die dem Autor künftig zustehenden Umsatzanteile dem Garantiehonorar gegenübergestellt. In den Fällen, in denen das Garantiehonorar den erwarteten Nettoertrag vor Honoraraufwand übersteigt, werden entsprechende Wertminderungen vorgenommen und darüber hinaus - sofern notwendig - Rückstellungen für Drohverluste gebildet. Die hieraus resultierenden Aufwendungen werden im Materialaufwand erfasst.

Die Erfassung aller Aufwendungen im Zusammenhang mit den vorausgezahlten Autorenhonoraren erfolgt in einem separaten Posten innerhalb des Materialaufwandes, weil diese Aufwendungen unmittelbar mit den daraus alimentierten Umsatzerlösen verbunden und somit zwecks wirtschaftlich sachgerechter Zuordnung im Rohertrag zu berücksichtigen sind.

(d) Sachanlagen

Die Sachanlagen sind gemäß IAS 16 (Sachanlagen) zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der bisher aufgelaufenen und im Geschäftsjahr planmäßig fortgeführten nutzungsbedingten Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten den Kaufpreis, Kosten der Inbetriebnahme sowie Anschaffungsnebenkosten. Fremdkapitalzinsen im Sinne von IAS 23 (Fremdkapitalkosten) waren nicht zu aktivieren.

Kosten für die Reparatur von Sachanlagen werden erfolgswirksam verrechnet. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die Kosten zu einer Erweiterung oder wesentlichen Verbesserung des jeweiligen Vermögenswertes führen.

Das unbewegliche Sachanlagevermögen (Gebäude und Bauten) wird nach Maßgabe der erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Dies gilt auch für das bewegliche Sachanlagevermögen. Bei der Bemessung der Abschreibungsbeträge werden nach Ablauf der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer verbleibende Restwerte berücksichtigt.

Bei Verkauf oder Stilllegung von Sachanlagen wird der Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen erfasst.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen die folgenden Nutzungsdauern und Abschreibungssätze zugrunde:

Nutzungsdauer Jahre Abschreibungssatz
%
Grundstücke und Bauten    
Mietereinbauten 8-10 10,00-12,50
Technische Anlagen und Maschinen 5-10 10,00-20,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung    
Fuhrpark 6-9 11,11-16,67
Betriebseinrichtungen,    
Büromaschinen und -einrichtungen 3-13 7,69-33,33
Geringwertige Vermögenswerte (bis zu 410 Euro) < 1 Jahr 100,00

Gegebenenfalls werden im Rahmen von Impairment-Tests außerplanmäßige Wertminderungen berücksichtigt, wenn Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Bei Fortfall der Gründe für Wertminderungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

(e) Impairment-Tests

Die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten erfolgt bei Bastei Lübbe mindestens einmal jährlich zum Bilanzstichtag oder unterjährig bei Erkennen von besonderen Anlässen und wird - sofern und soweit eine eigenständige Bewertung der betroffenen Vermögenswerte nicht möglich ist - auf der nächsthöheren Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) im Sinne von IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten) durchgeführt.

(i) Definition der ZGE

Bei Bastei Lübbe werden die im Rahmen von Unternehmens- und Geschäftserwerben erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer denjenigen ZGE zugeordnet, die erwartungsgemäß von den Synergien der Unternehmens- und Geschäftserwerbe profitieren. Diese ZGE repräsentieren die unterste Ebene, auf der diese Vermögenswerte für Zwecke der Unternehmenssteuerung überwacht werden. Diese entsprechen in der Regel einzelnen Sparten bzw. Verlagen.

(ii) Durchführung der Impairment-Tests

Im Rahmen der Impairment-Tests werden die Restbuchwerte der einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit ihrem jeweiligen erzielbaren Betrag als dem höheren Wert aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert verglichen. Bei der Ermittlung des bei Bastei Lübbe regelmäßig verwendeten Nutzungswertes wird der im Rahmen eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens ermittelte Barwert der künftigen Zahlungen, die im Rahmen der aktuellen, nach Gesellschaften bzw. Sparten individuellen, vor allem auf Erfahrungen aus der Vergangenheit basierenden Planungen des Bastei Lübbe Konzerns für die nächsten drei Jahre prognostiziert werden, zugrunde gelegt.

Die Prüfung der Werthaltigkeit erfolgt durch Ermittlung des Nutzungswerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten anhand geschätzter zukünftiger Cashflows, die aus der Ergebnisplanung abgeleitet werden. Der Planungshorizont beträgt grundsätzlich drei Jahre. Befindet sich eine ZGE nicht im "eingeschwungenen" Zustand, verlängert sich der Detail -planungszeitraum auf fünf Jahre.

Der Berechnung des Nutzungswertes liegen die folgenden wesentlichen Annahmen zugrunde:

Diskontierungssatz

nachhaltige Wachstumsrate

geplante EBITDA-Wachstumsrate

Zur Ermittlung des Barwerts wird der Diskontierungssatz auf Basis gewichteter Kapitalkosten ermittelt; er basiert auf einem Basiszinssatz gem. IDW-Standard S1 zur Unternehmensbewertung (zum Bilanzstichtag 1,25 %) sowie einer Marktrisikoprämie in Höhe von 6,75 % (oberer Randbereich der vom IDW dafür empfohlenen Bandbreite). Zum 31. März 2017 wurden die folgenden gewichteten Kapitalkosten ermittelt:

gewichtete Kapitalkosten in % 2016/2017
ZGE vor Steuern nach Steuern
BEAM Shop GmbH 13,0 8,8
BookRix GmbH & Co. KG 9,3 6,3
BuchPartner GmbH 9,7 6,7
Daedalic Entertainment GmbH 11,4 7,7
oolipo AG 13,8 9,6
PMV (Rätsel) 8,1 5,5

Die Zahlungsströme nach dem Detailplanungszeitraum werden dabei - wie im Vorjahr - mit einer nachhaltigen Wachstumsrate von jeweils 0,0 % extrapoliert.

Der folgenden Tabelle sind wesentliche Annahmen zur Daedalic Entertainment GmbH und zur BuchPartner GmbH gemäß IAS 36.134 zu entnehmen:

Daedalic Entertainment GmbH BuchPartner GmbH
Grundlage erzielbarer Betrag Nutzungswert Nutzungswert
Wesentliche Annahme Cash-Flow-Prognose Wachstum soll auf Basis neuer Strategie, verstärkt auf große Spiele zu setzen, erzielt werden Wachstum soll durch die Übernahme neuer zu bewirtschaftender Flächen erzielt werden
Vorgehensweise Cash-Flow-Planung Prognostiziertes Cash-Flow-Wachstum basiert auf veränderter Strategie, verstärkt auf große Spiele zu setzen Prognostiziertes Cash-Flow-Wachstum basiert auf geplanter Übernahme neuer zu bewirtschaftender Flächen
Detailplanungszeitraum 4 Jahre 3 Jahre
Nutzungswert (TEUR) 24.962 21.065
Buchwert (TEUR) 22.891 20.806
Differenz Nutzungswert / Buchwert (TEUR) 2.071 259
Planunterschreitung Free Cash Flow nach Steuern, der dazu führt, dass der Nutzungswert dem Buchwert entspricht 8,3 % 1,2 %

Darüber hinaus wurden Sensitivitäten der Nutzungswerte der Daedalic Entertainment GmbH und der BuchPartner GmbH berechnet. Die gewählten Szenarien basieren auf der Veränderung der Wachstumsrate und der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten (WACC) und stellen sich wie folgt dar:

Szenarioanalyse Daedalic Entertainment GmbH

Szenarien 1 2 3 4 5
Veränderung WACC -0,5 % 0,0 % 0,5 % 1,0 % 1,5 %
Veränderung Wachstumsrate 0,0 % 0,5 % 1,0 %    

Ausgangsszenario

WACC 2
Wachstumsrate 1
Buchwert (TEUR) 22.891

Nutzungswerte i. R. d. Sensitivitätsanalyse (in TEUR)

1 2 3 4 5
1 27.030 24.962 23.150 21.552 20.131
2 28.871 26.534 24.506 22.730 21.162
3 31.010 28.342 26.050 24.061 22.319

Differenz Nutzungswert / Buchwert (in TEUR)

1 2 3 4 5
1 4.139 2.071 259 -1.339 -2.759
2 5.981 3.643 1.615 -161 -1.729
3 8.119 5.451 3.159 1.170 -572

Szenarioanalyse BuchPartner GmbH

Szenarien 1 2 3 4 5
Veränderung WACC -0,5 % 0,0 % 0,5 % 1,0 % 1,5 %
Veränderung Wachstumsrate 0,0 % 0,5 % 1,0 %    

Ausgangsszenario

WACC 2
Wachstumsrate 1
Buchwert (TEUR) 20.806

Nutzungswerte i. R. d. Sensitivitätsanalyse (in TEUR)

1 2 3 4 5
1 22.828 21.065 19.547 18.225 17.064
2 24.559 22.518 20.782 19.285 17.983
3 26.620 24.225 22.215 20.503 19.029

Differenz Nutzungswert / Buchwert (in TEUR)

1 2 3 4 5
1 2.022 259 -1.259 -2.581 -3.742
2 3.753 1.712 -24 -1.521 -2.823
3 5.814 3.419 1.409 -303 -1.777

Bei den übrigen Geschäfts- und Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht abgeschrieben werden, ergäbe sich bei einer analogen Veränderung von WACC und Wachstumsrate kein Wertminderungsbedarf.

Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert des Vermögenswerts aufgrund von Änderungen in den der Bewertung zugrundeliegenden Schätzungen übersteigt. Die Zuschreibung erfolgt dabei höchstens auf den Betrag, der sich ohne die Vornahme vorheriger außerplanmäßiger Wertminderungen ergeben hätte. Eine Zuschreibung auf einen außerplanmäßig wertgeminderten Geschäfts- oder Firmenwert erfolgt nicht.

(f) Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen. Das wirtschaftliche Eigentum an beweglichen und unbeweglichen Leasinggegenständen wird demjenigen Vertragspartner in einem Leasingverhältnis zugerechnet, der die wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Leasinggegenstand verbunden sind. T rägt der Leasinggeber die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating Lease), wird der Leasinggegenstand vom Leasinggeber in der Bilanz angesetzt. Trägt der Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind (Finanzierungsleasing), so hat der Leasingnehmer den Leasinggegenstand in der Bilanz anzusetzen.

Gemietete, geleaste oder gepachtete Sachanlagen, die gemäß den Vorgaben des IAS 17 (Leasingverhältnisse) als wirtschaftliches Eigentum mit langfristiger Finanzierung anzusehen sind (Finanzierungsleasing), werden zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns mit den Barwerten der Mindestleasingzahlungen unter Berücksichtigung von Einmalzahlungen oder zu den niedrigeren Marktwerten bilanziert. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig über die betriebsgewöhnliche wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer rechtlicher Eigentumsübergang des Leasinggegenstandes unsicher, wird die Laufzeit des Leasingvertrages zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist. Die aus den künftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen sind unter den finanziellen Verbindlichkeiten passiviert. Finanzierungsleasingzahlungen werden derart in Finanzierungsaufwendungen und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass sich über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingverbindlichkeit ergibt. Finanzierungskosten werden in den Finanzaufwendungen erfolgswirksam erfasst.

(g) Finanzinstrumente

(i) Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Vermögenswerte oder als zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen klassifiziert. Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von anderen Finanzinvestitionen als solchen, die als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind.

Die Designation der finanziellen Vermögenswerte in die Bewertungskategorien erfolgt bei ihrem erstmaligen Ansatz. Umwidmungen werden, sofern diese zulässig und erforderlich sind, zum Anfang des Geschäftsjahres vorgenommen.

Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, d.h. am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

(ii) Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Gesellschaft ermittelt an jedem Berichtsstichtag, ob objektive Hinweise bestehen, dass eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten gilt nur dann als wertgemindert, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz des Vermögenswerts eintraten, objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, wie z.B. wiederholte und/oder erhebliche Zahlungsrückstände oder die Beantragung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners, und dieser Schadensfall eine Auswirkung auf die erwarteten künftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe der finanziellen Vermögenswerte hat, die sich verlässlich schätzen lässt. Im Rahmen von Wertminderungen werden finanzielle Vermögenswerte, für welche ein potenzieller Abwertungsbedarf besteht, anhand gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht sowie ggf. wertberichtigt. Bei der dazu notwendigen Ermittlung der erwarteten zukünftigen Cashflows der Portfolios werden neben den vertraglich vorgesehenen Zahlungsströmen auch historische Ausfallerfahrungen berücksichtigt.

Die Cashflows werden auf der Basis des gewichteten Durchschnitts der ursprünglichen Effektivzinssätze der im jeweiligen Portfolio enthaltenen finanziellen Vermögenswerte abgezinst. Bei finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ergibt sich die Höhe des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows. Erhöht oder verringert sich die Höhe eines geschätzten Wertminderungsaufwands in einer folgenden Berichtsperiode aufgrund eines Ereignisses, das nach der Erfassung der Wertminderung eintrat, wird der früher erfasste Wertminderungsaufwand durch Anpassung des Wertberichtigungskontos erfolgswirksam erhöht oder verringert.

(iii) Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn eine der nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.

Die Gesellschaft behält zwar die Rechte auf den Bezug von Cashflows aus finanziellen Vermögenswerten zurück, übernimmt jedoch eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung der Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, die die Bedingungen von IAS 39.19 erfüllt (pass-through-arrangement), oder die Gesellschaft hat ihre vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert übertragen, wobei dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden, oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten werden, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen wird.

(iv) Zahlungsmittel

Zahlungsmittel in der Bilanz umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten. Liquide Mittel sind in dem Zeitpunkt anzusetzen, in dem die Vereinnahmung erfolgt. Danach sind Schecks im Zeitpunkt der Besitzerlangung und Zahlungseingänge mit Gutschrift auf dem Bankkonto zu erfassen.

Die Bewertung der liquiden Mittel erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bestände in ausländischer Währung sind zum Kassakurs des Bilanzstichtags umzurechnen. Währungsänderungen zum Einbuchungskurs sind ergebniswirksam zu erfassen.

(v) Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Sie beinhalten im Wesentlichen Kapitalanlagen und werden zu dem Zeitpunkt ein- und ausgebucht, an dem der Erwerb oder Verkauf der Kapitalanlage vertraglich vereinbart ist. Der erstmalige Bilanzansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Kapitalanlagen, die als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert wurden, werden in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Wertänderungen werden erfolgswirksam erfasst. Vermögenswerte dieser Kategorie kommen bei der Gesellschaft nicht vor.

(vi) Kredite und Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Forderungen und Ausleihungen werden - ggf. unter Anwendung der Effektivzinsmethode - zu fortgeführten Anschaffungskosten unter der Berücksichtigung eventuell erforderlicher Wertminderungen bewertet. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden teilweise unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen.

Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation ab.

(vii) Zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zuzuordnen sind oder keiner der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, da der Fair Value nicht hinreichend sicher bestimmt werden kann. Im Falle einer außerplanmäßigen Wertminderung erfolgt eine erfolgswirksame Erfassung. In dieser Kategorie werden die Beteiligungen ausgewiesen.

(viii) Finanzielle Verbindlichkeiten

Die Gesellschaft legt die Klassifizierung ihrer finanziellen Verbindlichkeiten mit dem erstmaligen Ansatz fest. Zum Bilanzstichtag bestanden fast ausschließlich Verbindlichkeiten der Kategorie "Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten". Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, kommen - mit Ausnahme eines zu Handelszwecken gehaltenen Derivates ohne Sicherungsbeziehung (Zinsswap) - nicht vor.

Die finanziellen Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit ihrem beizulegenden Zeitwert, im Fall von Darlehen zuzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten, angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden sowie im Rahmen der Amortisation mittels der Effektivzinsmethode. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die zugrundeliegende Verpflichtung erfüllt, erloschen oder aufgehoben ist. Bei der Bewertung der zu Handelszwecken gehaltenen Derivate wurden ausschließlich marktbezogene Bewertungsverfahren herangezogen. Das entspricht den Verfahren der Stufe 2. Als Inputfaktor zur Bewertung der Zinsswaps wird der stichtagsbezogene Marktzinssatz verwendet (IFRS 13.91).

(h) Finanzanlagen

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen sowie assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Fair Value nach IAS 36 angesetzt.

(i) Vorräte

Die unter den Vorräten gemäß IAS 2 (Vorräte) ausgewiesenen Bestände werden zum jeweils niedrigeren Betrag von Anschaffungs- oder Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Ermittlung der Anschaffungskosten erfolgt auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnittswerts. Die Herstellungskosten umfassen alle der Leistungserstellung zurechenbaren Einzelkosten für Material und Druckkosten sowie Honoraraufwendungen und darüber hinaus produktionsbezogene Gemeinkosten.

Der Nettoveräußerungswert stellt den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten dar. Der Nettoveräußerungswert von unfertigen Erzeugnissen wird retrograd aus dem Nettoveräußerungswert der fertigen Erzeugnisse unter Berücksichtigung der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten ermittelt.

Bei Wegfall der Gründe, die zu einer Wertminderung der Vorräte geführt haben, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen.

(j) Leistungen an Arbeitnehmer aus Altersteilzeit-Vereinbarungen

Die versicherungsmathematische Bewertung der Altersteilzeit-Vereinbarungen erfolgt nach IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer). Im Rahmen der Barwertermittlung werden sowohl die am Bilanzstichtag bekannten Gehälter als auch die künftig zu erwartenden Gehaltssteigerungen berücksichtigt. Der Berechnung liegen die Richttafeln von Dr. Klaus Heubeck 2005 G zugrunde.

Der Zinsanteil der Rückstellungszuführung wird als Zinsaufwand innerhalb des Finanzergebnisses gezeigt.

Das Planvermögen besteht ausschließlich in Form von Rückdeckungsversicherungen, welche an die Arbeitnehmer verpfändet wurden und somit dem Zugriff der Gläubiger entzogen sind. Die Bewertung des Planvermögens erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert.

(k) Sonstige Rückstellungen

Gemäß den Kriterien in IAS 37 (Rückstellungen, Eventualforderungen und Eventualverbindlichkeiten) werden für ungewisse Verpflichtungen Rückstellungen gebildet, wenn es jeweils als wahrscheinlich angesehen wird, dass sich aus der Erfüllung einer gegenwärtigen Verpflichtung ein direkter Abfluss von Ressourcen ergibt, die künftigen wirtschaftlichen Nutzen enthalten, und der Wert dieser Verpflichtung zuverlässig, auch in Form von Schätzungen, ermittelt werden kann. Dabei sind alle bekannt gewordenen ungewissen Verbindlichkeiten und Risiken, die das abgelaufene Geschäftsjahr betreffen, mit dem Erfüllungsbetrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit berücksichtigt. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des erwarteten Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Bei langfristigen Rückstellungen wird der Anteil, der erst nach mehr als einem Jahr abfließen wird und für den eine verlässliche Abschätzung der Auszahlungsbeträge beziehungsweise -zeitpunkte möglich ist, mit dem durch Abzinsung unter Verwendung eines markt- und fristadäquaten Zinssatzes ermittelten Barwert angesetzt.

(l) Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Bastei Lübbe erzielt überwiegend Vertriebs- und Lizenzerlöse. Umsatzerlöse gelten - unter Berücksichtigung von in Abzug zu bringenden Steuern und Erlösschmälerungen - als realisiert, wenn die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Risiken auf den Erwerber übergegangen sind, der Betrag des Erlöses zuverlässig bestimmt werden kann und der resultierende Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens hinreichend wahrscheinlich ist.

Vertriebserlöse umfassen in erster Linie den Verkauf von Romanheften und Rätselmagazinen, Büchern, Hörbüchern, Geschenkartikeln und eBooks an den Handel. Für Erzeugnisse, bei denen eine Rücklieferung aufgrund von Erfahrungswerten erwartet wird, werden vorsorglich Umsatzkorrekturen vorgenommen.

Lizenzerlöse werden aus dem Weiterverkauf von eingekauften und bereits verwerteten Rechten an Lizenznehmer aus dem In- und Ausland erzielt. Der Umsatz wird in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des zugrundeliegenden Vertrages erfasst.

Übrige Erträge werden erfasst, wenn der wirtschaftliche Nutzen aus der Transaktion verlässlich bestimmbar und während der Berichtsperiode zugeflossen ist.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam.

Finanzerträge beinhalten im Wesentlichen Zinserträge und Zinsaufwendungen. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Zinsaufwendungen beinhalten neben Zinsaufwendungen für Kredite auch die Aufzinsung langfristiger Schulden. Im Beteiligungsergebnis werden Dividenden und Wertminderungen auf Finanzanlagen ausgewiesen. Die erfolgswirksame Erfassung von Dividenden erfolgt mit Entstehung des Rechtsanspruches auf Zahlung. Dies geschieht jeweils zu dem Zeitpunkt, an dem es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft dem Unternehmen zufließt und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann.

(m) Ertragsteuern

Als Steueraufwendungen sind die laufend gezahlten beziehungsweise geschuldeten Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. Die Ermittlung der laufenden Ertragsteuern, inklusive Erstattungsansprüchen und Schulden, basiert auf den aktuell gültigen Gesetzen und Verordnungen.

Latente Steuern werden auf temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in IFRS- und Steuerbilanz ermittelt. Der Berechnung liegen die zum Realisierungszeitpunkt erwarteten unternehmensindividuellen Steuersätze zugrunde, die auf den am Bilanzstichtag gültigen beziehungsweise verabschiedeten gesetzlichen Regelungen beruhen.

Latente Steueransprüche werden nur insoweit berücksichtigt, als es hinreichend sicher erscheint, dass sich die temporären Differenzen tatsächlich steuerwirksam umkehren.

Sofern sich latente Steuern auf Vorgänge beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst sind, werden auch die latenten Steuern direkt im Eigenkapital erfasst. Ansonsten erfolgt die Erfassung stets erfolgswirksam.

(n) Im Geschäftsjahr erstmals angewendete Neuregelungen

Im vorliegenden Konzernabschluss kamen erstmals diejenigen vom IASB überarbeiteten, ergänzten sowie neu herausgegebenen Bilanzierungsstandards und Interpretationen zur Anwendung, die von der EU übernommen wurden und somit im Geschäftsjahr 2016/2017 für die Bastei Lübbe AG verpflichtend anzuwenden waren.

Sofern im Folgenden nicht näher erläutert, hatte keiner der neuen oder geänderten Standards und Interpretationen wesentliche Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Bastei Lübbe AG.

Eine detaillierte Aufstellung der Standards und Interpretationen, die zum 31. März 2017 erstmals anzuwenden sind, enthält die folgende Tabelle:

Standard Titel (englisch / deutsch) Inkrafttreten*
Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28 Investment Entities: Applying the Consolidation Exception / Investmentgesellschaften: Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht 01.01.2016
Amendments to IFRS 11 Accounting for Acquisitions of Interests in Joint Ventures / Bilanzierung des Erwerbs von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 01.01.2016
Amendments to IAS 1 Disclosure Initiative / Angabeninitiative 01.01.2016
Amendments to IAS 16 and IAS 38 Clarification of Acceptable Methods of Depreciation and Amortisation / Klarstellung der zulässigen Abschreibungsmethoden 01.01.2016
Amendments to IAS 16 and IAS 41 Agriculture: Bearer Plants / Landwirtschaft: Fruchttragende Gewächse 01.01.2016
Amendments to IAS 27 Equity Method in Separate Financial Statements / Equity Methode in separaten Abschlüssen 01.01.2016
Improvements to IFRS 2012 - 2014 Amendments to IFRS 5, IFRS 7, IAS 19, IAS 34 / Änderungen zu IFRS 5, IFRS 7, IAS 19, IAS 34 01.01.2016

* Inkrafttreten bezieht sich auf Geschäftsjahre, die an diesem Datum oder später beginnen

Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 28 - Investment Entities: Applying the Consolidation Exception

Die Änderungen dienen zur Klärung von verschiedenen Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10, wenn das Mutterunternehmen die Definition ei ner "Investmentgesellschaft" erfüllt. Demnach sind Mutterunternehmen auch dann von der Konzernabschlusserstellungspflicht befreit, wenn das übergeordnete Mutterunternehmen seine Tochterunternehmen nicht konsolidiert, sondern zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 10 bilanziert.

Schließlich wird klargestellt, dass ein Investor, der nicht die Definition einer Investmentgesellschaft erfüllt und die At-Equity Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Joint Venture anwendet, die Bewertung zum beizulegenden Zeitpunkt beibehalten kann, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet.

Zudem sehen die Änderungen vor, dass eine Investmentgesellschaft, die alle ihre Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert bewertet, die nach IFRS 12 vorgeschriebenen Angaben zu Investmentgesellschaften zu leisten hat.

Amendments to IFRS 11 - Accounting for Acquisitions of Interests in Joint Operations

IFRS 11 enthält Regelungen zur bilanziellen und erfolgsrechnerischen Erfassung von Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) und gemeinschaftlichen Tätigkeiten (Joint Operations). Während Gemeinschaftsunternehmen nach der At-Equity Methode bilanziert werden, ist die in IFRS 11 vorgesehene Abbildung gemeinschaftlicher Tätigkeiten mit der Quotenkonsolidierung vergleichbar.

Mit der Änderung des IFRS 11 regelt das IASB die Bilanzierung eines Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse darstellt. In solchen Fällen soll der Erwerber die Grundsätze für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 anwenden. Zudem greifen auch in diesen Fällen die Angabepflichten des IFRS 3.

Amendments to IAS 1 - Disclosure Initiative

Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt nicht unwesentlich ist. Dies gilt explizit auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Minimum-Angaben fordert. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggregation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis At-Equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung unternehmensindividueller Relevanz.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Amendments to IAS 16 and IAS 38 - Clarification of Acceptable Methods of Depreciation and Amortisation

Mit diesen Änderungen stellt das IASB weitere Leitlinien zur Festlegung einer akzeptablen Abschreibungsmethode zur Verfügung. Umsatzbasierte Abschreibungsmethoden sind demnach für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen (widerlegbare Vermutung der Unangemessenheit) zulässig.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Amendments to IAS 27 - Equity Method in Separate Financial Statements

Mit der Änderung wird die At-Equity-Methode als Bilanzierungsoption für Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen in separaten Abschlüssen eines Investors wieder zugelassen. Die bestehenden Optionen zur Bewertung zu Anschaffungskosten oder nach IAS 39/IFRS 9 bleiben erhalten. Seit 2005 war die Anwendung der At-Equity-Methode für Anteile im separaten Abschluss (des Mutterunternehmens) nach IAS 27 nicht mehr zulässig. Aufgrund von Klagen der Anwender unter anderem über den hohen Aufwand einer Fair Value Bewertung zu jedem Abschlussstichtag, insbesondere bei nicht börsennotierten assoziierten Unternehmen, hat das IASB die Änderung an IAS 27 vorgenommen.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

Improvements to IFRS 2012 - 2014

Im Rahmen des annual improvement project wurden Änderungen an vier Standards vorgenommen. Mit der Anpassung von Formulierungen in einzelnen IFRS/IAS soll eine Klarstellung der bestehenden Regelungen erreicht werden. Betroffen sind die Standards IFRS 5, IFRS 7, IAS 19 und IAS 34.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.

(o) Im Geschäftsjahr noch nicht angewendete Neuregelungen

Vom IASB wurde eine Reihe Bilanzierungsstandards und Interpretationen neu verabschiedet bzw. überarbeitet, die von der Bastei Lübbe AG frühestens ab dem 1. April 2017 verpflichtend angewendet werden müssen, sofern sie von der Europäischen Kommission zur Anwendung genehmigt wurden und für die Bastei Lübbe AG einschlägig sind. Diese werden grundsätzlich und wurden auch für den vorliegenden Konzernabschluss freiwillig noch nicht angewandt.

Standard Titel (englisch / deutsch) Inkrafttreten*
EU Endorsement ist bereits erfolgt (Stand: 18. Mai 2017)    
IFRS 9 Financial Instruments / Finanzinstrumente 01.01.2018
IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers / Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018
EU Endorsement steht noch aus (Stand: 18. Mai 2017)    
IFRS 16 Leases / Leasingverhältnisse 01.01.2019
IFRS 17 Insurance Contracts / Versicherungsverträge 01.01.2021
Amendments to IFRS 10 and IAS 28 Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture / Veräußerung oder Einlage von Vermögenswerten in assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen unbestimmt verschoben
Amendments to IAS 12 Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses / Ansatz von Vermögenswerten aus latenten Steuern für nicht realisierte Verluste 01.01.2017
Amendments to IAS 7 Disclosure Initiative / Initiative zu Angaben (zu Kapitalflussrechnungen) 01.01.2017
Clarifications to IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers / Klarstellungen zu IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 01.01.2018
Amendments to IFRS 2 Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions / Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung 01.01.2018
Amendments to IFRS 4 Applying IFRS 9 Financial Instruments with IFRS 4 Insurance Contracts / Anwendung IFRS 9 und IFRS 4 Versicherungsverträge 01.01.2018
Annual Improvements to IFRS Standards 2014-2016 Cycle Jährlicher Verbesserungsprozess (Zyklus 2014-2016): Änderungen an IFRS 1, IFRS 12 und IAS 28 01.01.2018/ 01.01.2017
IFRIC Interpretation 22 Consideration Foreign Currency Transactions and Advance / Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 01.01.2018
Amendments to IAS 40 Transfers of Investment Property / Klassifizierung noch nicht fertiggestellter Immobilien 01.01.2018

* Inkrafttreten bezieht sich auf Geschäftsjahre, die an diesem Datum oder später beginnen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Neuerungen näher erläutert und deren erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Bastei Lübbe AG dargestellt. Soweit nicht anders angegeben, ist beabsichtigt, die Standards nicht vorzeitig anzuwenden und werden die Auswirkungen derzeit noch geprüft.

EU Endorsement ist bis zum 18. Mai 2017 erfolgt

IFRS 9 - Financial Instruments

Der im Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39.

Erste Untersuchungen haben ergeben, dass sich sowohl was die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten als auch die Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten im Bastei Lübbe-Konzernabschluss voraussichtlich nicht wesentlich ändern wird. Aufgrund des neuen Modells zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten könnte es gegebenenfalls zu einer früheren Erfassung von erwarteten Verlusten insbesondere bei langfristigen finanziellen Vermögenswerten kommen. Aufgrund der relativ geringen Menge von eingesetzten Sicherungsinstrumenten wird es auch trotz der durch IFRS 9 tendenziell zunehmenden Anzahl von als solche zu bilanzierenden Sicherungsbeziehungen nicht zu wesentlichen Änderungen in der Konzernbilanz kommen.

IFRS 15 - Revenue from Contracts with Customers

IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge und IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme.

Die bisher erfolgten Analysen betreffend eventueller Auswirkungen von IFRS 15 auf den Konzernabschluss haben ergeben, dass - neben den erheblich erweiterten Angabepflichten im Konzernanhang - künftig unter anderem gezahlte Werbekostenzuschüsse nicht mehr in den Vertriebskosten (sonstige betriebliche Aufwendungen) auszuweisen, sondern von den Umsatzerlösen abzusetzen sind. Derzeit sind die Analysen noch nicht abgeschlossen und daher noch keine verlässlichen Angaben über die qualitativen und insbesondere quantitativen Auswirkungen der neuen Vorschrift insgesamt möglich. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass IFRS 15 keine wesentlichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse haben wird.

EU Endorsement steht noch aus

IFRS 16 - Leases

Kerngedanke des neuen Standards ist es, beim Leasingnehmer generell alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz zu erfassen. Die bisher unter IAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen entfällt damit künftig für den Leasingnehmer. Für alle Leasingverhältnisse erfasst der Leasingnehmer in seiner Bilanz eine Leasingverbindlichkeit für die Verpflichtung, künftig Leasingzahlungen vorzunehmen. Gleichzeitig aktiviert der Leasingnehmer ein Nutzungsrecht am zugrunde liegenden Vermögenswert, welches grundsätzlich dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht. Von diesen Grundsätzen kann nur bei Leasingverträgen von einer Gesamtlaufzeit von bis zu einem Jahr oder bei "geringwertigen" Vermögenswerten (Neuwert maximal USD 5.000) abgewichen werden.

Beim Leasinggeber sind die Regelungen des neuen Standards dagegen ähnlich zu den bisherigen Vorschriften des IAS 17. Die Leasingverträge werden weiterhin entweder als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. Für die Klassifizierung nach IFRS 16 wurden die Kriterien des IAS 17 übernommen.

IFRS 16 enthält darüber hinaus eine Reihe von weiteren Regelungen zum Ausweis und zu den Anhangangaben sowie zu Sale-and-Leaseback-Transaktionen.

Sofern IFRS 16 in europäisches Recht übernommen wird - und davon ist auszugehen - wird der neue Leasingstandard dazu führen, dass sich wesentliche Auswirkungen insbesondere für gemietete Bürogebäude, Leasingfahrzeuge und geleaste Büroausstattung ergeben werden. Die daran bestehenden Nutzungsrechte sind künftig zu aktivieren und über die erwartete Nutzungsdauer abzuschreiben. Die entsprechenden Leasingverbindlichkeiten sind zu passivieren und über die Leasingvertragsdauer zu tilgen. Der bei der Ermittlung des Barwertes berücksichtigte Zinsanteil wird über diesen Zeitraum zu Zinsaufwendungen führen. Insgesamt ergibt sich dadurch eine Bilanzverlängerung und eine Entlastung des EBITDA, da die bisher als sonstiger betrieblicher Aufwand zu berücksichtigenden Leasingraten (s. Angabe 39b) in der Form nicht mehr anfallen. Bastei Lübbe plant, die Vereinfachungen betreffend kurzfristige Leasingverträge und geringwertige Leasinggegenstände anzuwenden. Quantitative Angaben sind im derzeitigen Stand der Untersuchungen der künftigen Auswirkungen noch nicht möglich. Dies gilt auch für den Umfang der qualitativen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Bastei Lübbe AG.

IFRS 17 - Insurance Contracts

IFRS 17 Versicherungsverträge führt erstmalig eine weltweit einheitliche Grundlage für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen ein. Der neue Standard sieht eine Gewinnrealisierung in dem Zeitpunkt vor, in dem ein Unternehmen Versicherungsleistungen erbringt (und nicht bei Erhalt der Versicherungsprämie). Darüber hinaus haben Unternehmen Informationen über in der Zukunft erwartete Versicherungsauftragsgewinne bereitzustellen.

IFRS 17 soll im Vergleich zu seinem Vorgängerstandard IFRS 4 für mehr Transparenz, bessere Vergleichbarkeit und eine höhere Entscheidungsnützlichkeit der Informationen zu Versicherungsverträgen sorgen. Mit IFRS 17 wird die Bemessung versicherungstechnischer Rückstellungen einheitlich zu Tageswerten (current values) erfolgen und die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unzulässig.

Amendments to IFRS 10 and IAS 28 - Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture

Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen.

Nach IFRS 10 hat ein Mutterunternehmen den Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung eines Tochterunternehmens bei Verlust der Beherrschungsmöglichkeit in voller Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Demgegenüber verlangt der aktuell anzuwendende IAS 28.28, dass der Veräußerungserfolg bei Veräußerungstransaktionen zwischen einem Investor und einer At-Equity bewerteten Beteiligung - sei es ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen - lediglich in der Höhe des Anteils der anderen an diesem Unternehmen zu erfassen ist.

Künftig soll der gesamte Gewinn oder Verlust aus einer Transaktion nur dann erfasst werden, wenn die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Transaktion als share oder asset deal ausgestaltet ist. Bilden die Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb, ist lediglich eine anteilige Erfolgserfassung zulässig.

Amendments to IAS 12 - Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses

Mit der Änderung an IAS 12 stellt das IASB klar, dass Abwertungen auf einen niedrigeren Marktwert von Schuldinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert (fair value) bewertet werden, welche aus einer Veränderung des Marktzinsniveaus resultieren, zu abzugsfähigen temporären Differenzen führen.

Das IASB bekräftigt, dass eine temporäre Differenz in diesen Fällen entsteht. Das IASB bezieht sich ausdrücklich auf den Fall, dass der Verlust nicht realisiert wird und sich in Zukunft, bei Halten bis zur Endfälligkeit, umkehren wird, da das Schuldinstrument zum Nominalwert getilgt wird. Dies ist unabhängig davon, ob der Halter erwartet, das Schuldinstrument bis zur Endfälligkeit zu halten und somit den Nominalwert in voller Höhe zu erzielen.

Das IASB stellt außerdem klar, dass grundsätzlich für alle abziehbaren temporären Differenzen zusammen zu beurteilen ist, ob voraussichtlich künftig ausreichendes zu versteuerndes Einkommen erzielt wird, um diese nutzen und damit ansetzen zu können. Nur sofern und soweit das Steuerrecht zwischen verschiedenen Arten von steuerbaren Gewinnen unterscheidet, ist eine eigenständige Beurteilung vorzunehmen. Außerdem wird IAS 12 um Regeln und Beispiele ergänzt, die klarstellen, wie das künftige zu versteuernde Einkommen für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern zu ermitteln ist.

Amendments to IAS 7 - Disclosure Initiative

Die Änderungen zielen darauf ab, IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) klarzustellen und die Informationen zu verbessern, die Abschlussadressaten in Bezug auf die Finanzierungstätigkeiten eines Unternehmens zur Verfügung gestellt werden und dadurch insbesondere die Adressaten von Abschlüssen in die Lage zu versetzen, Veränderungen in den Finanzschulden zu beurteilen.

Nach den Änderungen hat ein Unternehmen Angaben über die Änderungen solcher Finanzverbindlichkeiten zu machen, deren Einzahlungen und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Dazugehörige finanzielle Vermögenswerte sind ebenfalls in die Angaben einzubeziehen (z.B. Vermögenswerte aus Absicherungsgeschäften).

Clarifications to IFRS 15 - Revenue from Contracts with Customers

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden (s.o.) tritt für Berichtsperioden in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen. Um Probleme, die sich beim Übergang auf IFRS 15 ergeben können, rasch identifizieren und klären zu können, haben IASB und FASB eine gemeinsame Beratungsgruppe zum Übergang in Bezug auf Erlöserfassung eingerichtet. Die Erörterungen der Beratungsgruppe haben mögliche Abweichungen beim Verständnis der Anwender in Bezug auf einige Sachverhalte in IFRS 15 ergeben. Diese Sachverhalte wurden zwecks weiterer Beratung an IASB und FASB übergeben, und die beiden Boards haben sich jeweils entschlossen, einige Verbesserungen vorzuschlagen, um die Leitlinien in ihren Erlöserfassungsstandards klarzustellen.

Amendments to IFRS 2: Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions

Da sich mangels konkreter Vorgaben im bisherigen IFRS 2 Interpretationsspielräume ergaben, hat das IASB am 20. Juni 2016 entsprechende Konkretisierungen veröffentlicht. Die Änderungen betreffen drei spezifische Bereiche, nämlich die Spezifizierung relevanter Ausübungsbedingungen bei anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich, die Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Nettoausgleich sowie die Erläuterung der Bilanzierung einer Umgliederung von Vergütungen mit Barausgleich zu einem Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente.

Amendments to IFRS 4: Applying IFRS 9 Financial Instruments with IFRS 4 Insurance Contracts

Die Änderungen sollen die unterschiedlichen Erstanwendungszeitpunkte von IFRS 9 und dem "neuen" IFRS 4 vor allem bei Unternehmen mit umfangreichen Versicherungsaktivitäten harmonisieren.

Annual Improvements to IFRS Standards 2014-2016 Cycle

Im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses wurden folgende Änderungen in den aufgeführten Standards implementiert:

IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards): Streichung der befristeten Ausnahmen in den Paragraphen E3-E7, da sie jetzt ihren beabsichtigen Zweck erfüllt haben.

IFRS 12 (Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen): Klarstellung, dass die im Standard genannten Angabepflichten (mit Ausnahme von IFRS 12.B10-B16) auch für Anteile gelten, die in den Anwendungsbereich von IFRS 5 fallen.

IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen): Klarstellung, dass das Wahlrecht zur Bewertung einer Beteiligung an einem assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen, das von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, je Beteiligung unterschiedlich ausgeübt werden kann.

IFRIC Interpretation 22 Foreign Currency Transactions and Advance Consideration

IFRIC 22 stellt zu IAS 21 (Auswirkungen von Wechselkursänderungen) klar, dass als Stichtag, auf den der Wechselkurs für in Fremdwährung erhaltene oder geleistete Anzahlungen zu ermitteln ist, der Zeitpunkt maßgeblich ist, an dem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert bzw. die entsprechende Schuld erstmals erfasst wird.

Amendments to IAS 40: Transfers of Investment Property

Mit der Änderung von IAS 40 wird auch für noch nicht fertiggestellten Immobilien klargestellt, wann die Klassifikation als "als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien" beginnt bzw. endet. Die bisher abschließend formulierte Aufzählung in IAS 40.57 gilt nun ausdrücklich als nicht abschließend, sodass auch im Bau oder Entwicklung befindliche Immobilien unter die Regelung fallen.

4. Konsolidierungskreis und Anteilsbesitz

Nachstehend ist eine Übersicht über die wesentlichen Tochterunternehmen des Konzerns und die Veränderungen im Konsolidierungskreis während des Geschäftsjahres 2016/2017 aufgeführt:

Vollkonsolidierte Unternehmen

Beteiligungsquote
Sitz 31.03.2017 31.03.2016
BEAM Shop GmbH Köln 100,000 % 100,000 %
BookRix GmbH & Co. KG München 54,040 % 54,040 %
BuchPartner GmbH Darmstadt 51,000 % ---
Daedalic Entertainment GmbH Hamburg 51,000 % 51,000 %
oolipo AG (ehem. BEAM AG) Köln 88,776 % 97,224 %
Blue Sky Tech Ventures Ltd. London --- 0,000 %

BuchPartner GmbH

Mit notariellem Kaufvertrag vom 21. März 2016 hat die Bastei Lübbe AG an der in Darmstadt ansässigen BuchPartner GmbH ("BuchPartner") eine Beteiligung in Höhe von 51 % erworben. Demzufolge ist diese ab dem Geschäftsjahr 2016/2017 als vollkonsolidierte Gesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen. Dies erfolgt in dem dafür neu geschaffenen Segment "Retail". Der Kaufvertrag ist am 11. April 2016 wirksam geworden. Verkäufer waren die bisherigen Gesellschafter, die mit insgesamt 49 % am Unternehmen beteiligt bleiben. Der Mehrheitsbeteiligung an der BuchPartner GmbH liegt der Gedanke der nachhaltigen und deutlichen Verbesserung der Wettbewerbsposition im Bereich Distribution zugrunde. BuchPartner ist Marktführer im Bereich Vertrieb über Lebensmitteleinzelhandel und betreute zum Bilanzstichtag mehr als 4.000, Stand heute bereits rund 5.200 Märkte und beliefert über 2.500 Kunden im Aktionsbereich. Zum Kundenkreis von BuchPartner gehören nahezu sämtliche Top-Handelskonzerne, darunter die Edeka-Gruppe (Edeka und Marktkauf), die REWE-Gruppe (REWE und Penny), Kaufland, Famila, HIT, Saturn, Media Markt sowie Metro und Real. Die Fachmärkte stellen aus Sicht der Konzernführung einen großen Wachstumsbereich der Branche dar, an dem Bastei Lübbe durch das Engagement bei BuchPartner zukünftig partizipiert. Der Kaufpreis betrug TEUR 10.200 und wurde ausschließlich mit Zahlungsmitteln beglichen. Die angefallenen Anschaffungsnebenkosten wurden ergebniswirksam erfasst.

Entsprechend der durchgeführten Kaufpreisverteilung (purchase price allocation / PPA) ermitteln sich die zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung (1. April 2016) beizulegenden Zeitwerte (fair values) der Vermögenswerte und Schulden von BuchPartner wie folgt:

(TEUR) Buchwerte bei Erwerb Anpassung i.R.d. PPA Fair Values
Immaterielle Vermögenswerte 75 7.540 7.615
Sachanlagen 1.079   1.079
Vorräte 11.418 1.515 12.933
Ford. aus Lieferungen und Leistungen 11.147   11.147
Zahlungsmittel und -äquivalente 5   5
Übrige Vermögenswerte 372   372
Latente Steuerverbindlichkeiten 0 -2.526 -2.526
Verb. aus Lieferungen und Leistungen -8.533 -490 -9.023
Übrige kurzfristige Schulden -10.749 -496 -11.245
Nettoreinvermögen 4.814 5.543 10.357
davon Anteile Minderheitsgesellschafter (49 %)     5.075
davon erworbener Anteil (51 %)     5.282
Anschaffungskosten     10.200
Firmenwert     4.918

Die Ergebnisse der PPA sind im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt.

Bei den zu einem höheren Zeitwert bewerteten immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um die mit dem Barwert des erwarteten Zukunftserfolgswertes bewerteten Kundenbeziehungen, die entsprechend der durchschnittlich erwarteten Nutzungsdauer auf zehn Jahre linear abgeschrieben werden.

Bei der Fair-Value-Bewertung der Vorräte wurden stille Reserven in Höhe der erwarteten Gewinnmargen im Auftragsbestand einerseits und den übrigen Vorräten andererseits aufgedeckt. Es wird davon ausgegangen, dass sich die stillen Reserven in den Vorräten im Laufe des Konzern-Geschäftsjahres realisiert haben.

Die verschiedenen Faktoren, die zur Erfassung des genannten Firmenwertes im Segment Retail geführt haben, sind im ersten Absatz dieses Abschnittes beschrieben.

BuchPartner hat im laufenden Geschäftsjahr mit TEUR 43.155 zum Konzernumsatz und mit TEUR -1.297 zum Konzernergebnis beigetragen (jeweils bezogen auf 100 % der Anteile).

Der Kaufpreis wurde über die Hausbanken, die auch den Konsortialkredit über 33 Mio. Euro gewähren, finanziert. Mit Datum vom 15. April 2016 wurde zu diesem Zweck ein Änderungsvertrag zum Konsortialdarlehensvertrag abgeschlossen, der eine Aufstockung des bestehenden Volumens um 10 Mio. Euro auf 43 Mio. Euro beinhaltet.

Blue Sky Tech Ventures Ltd.

Der Konzern hielt zu keinem Zeitpunkt Eigentumsanteile an dem strukturierten Unternehmen Blue Sky Tech Venture Ltd. Blue Sky ist ein in London ansässiges Unternehmen, dessen Gegenstand der Geschäftstätigkeit das Halten und Weiterentwickeln von Beteiligungen insbesondere an Gesellschaften, die im digitalen Bereich tätig sind, ist. Daneben strukturiert Blue Sky auch die gehaltenen Beteiligungen und unterstützt deren Finanzierung.

Basierend auf den Bedingungen der bis Ende November 2016 bestehenden vertraglichen Vereinbarungen und der Bilanzstruktur der Blue Sky, hatte der Konzern die Möglichkeit, die maßgeblichen Tätigkeiten dieses Unternehmens zu steuern sowie dessen wesentliche Erträge zu beeinflussen.

Zum 31. März 2015 hatte die Bastei Lübbe AG 55 % der Anteile an der damals noch als BEAM AG firmierenden Gesellschaft (heute oolipo AG, nachfolgend auch "oolipo") an die Blue Sky Tech Ventures Ltd., London, veräußert. Der vereinbarte Kaufpreis (TEUR 3.850) wurde mehrfach gestundet, zuletzt bis zum 30. November 2016.

Darüber hinaus hatte die Bastei Lübbe AG mit Kaufvertrag vom 17. September 2015 3 % der Anteile an der Daedalic Entertainment GmbH ("Daedalic") an Blue Sky verkauft. Der vereinbarte Kaufpreis (TEUR 750) wurde zuletzt ebenfalls bis zum 30. November 2016 gestundet.

Nachdem Blue Sky bis dahin den wesentlichen Teil der oolipo-Anteile nicht weiterveräußert und auch nur einen kleinen Teil des gestundeten Kaufpreises für die oolipo-Anteile gezahlt hatte, wurde am 28. November 2016 eine Aufhebungsvereinbarung getroffen, die unter anderem den Rückfall derjenigen Anteile an oolipo, die bis dahin nicht von einem Dritten erworben oder von Blue Sky selbst bezahlt waren, sowie des 3 %-Anteils an Daedalic von Blue Sky an die Bastei Lübbe AG regelte.

Mit dem Aufhebungsvertrag endet auch die Möglichkeit von Bastei Lübbe, irgendwelchen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Blue Sky auszuüben, sodass Blue Sky aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden ist und zu entkonsolidieren war. Im Zuge dessen gingen aus dem Konzernabschluss Vermögenswerte (Zahlungsmittel) in Höhe von TEUR 550 und Schulden (Ertragsteuerschulden) in Höhe von TEUR 180 ab.

oolipo AG

Im Juli 2016 wurden (für einen Verkaufspreis von TEUR 950) ursprünglich 5,278 % der Anteile an der oolipo AG durch Blue Sky an fremde Dritte weiter veräußert. Von diesen Aktien wurden 1,848 % im Dezember 2016 aus anderen Gründen wieder an die Bastei Lübbe AG zurückübertragen, sodass effektiv nur 3,430 % abgegangen sind (s. auch Angabe 30).

Im Rahmen der Aufhebungsvereinbarung wurde u.a. auch final abgestimmt, dass Blue Sky selbst Anteile an oolipo in Höhe von 5,018 % für einen Verkaufspreis von insgesamt TEUR 351 erworben hat, die mit der Entkonsolidierung von Blue Sky aus dem Konzern-Anteilsbesitz ausscheiden.

Somit beträgt der Konzernanteil an oolipo zum Bilanzstichtag noch 88,776 %.

Nicht-beherrschende Anteile

An den nachstehenden Tochterunternehmen bestehen wesentliche nicht-beherrschende Anteile.

Eigentumsanteile der nichtbeherrschenden Gesellschafter
Sitz 31.03.2017 31.03.2016
BookRix GmbH & Co. KG München 45,960 % 45,960 %
BuchPartner GmbH Darmstadt 49,000 % ---
Daedalic Entertainment GmbH Hamburg 49,000 % 49,000 %
oolipo AG (ehem. BEAM AG) Köln 11,224 % 2,776 %
Blue Sky Tech Ventures Ltd. London --- 100,000 %

Die folgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen zu den genannten Tochterunternehmen (ggf. vor konzerninternen Eliminierungen):

BuchPartner Daedalic oolipo
(TEUR) 31.03.17 31.03.16 31.03.17 31.03.16 31.03.17 31.03.16
Langfristige Vermögenswerte 13.644 --- 21.284 18.231 3.160 2.439
Kurzfristige Vermögenswerte 17.963 --- 1.692 1.159 23 96
Langfristige Schulden 2.128 --- 10.837 6.654 0 0
Kurzfristige Schulden 15.504 --- 1.179 1.661 5.221 3.555
Nettovermögen 13.975 --- 10.960 11.075 -2.038 -1.020
Nettovermögen, das den nichtbeherrschenden Anteilen zuzurechnen ist 4.438 --- 2.968 3.024 -229 -29
Umsatzerlöse 43.155 --- 9.855 7.765 0 313
Perioden- = Gesamtergebnis -1.297 --- -114 627 -1.018 -1.389
Gesamtergebnis, das den nichtbeherrschenden Anteilen zuzurechnen ist -636 --- -56 307 -69 -13
Blue Sky BookRix
(TEUR) 31.03.17 31.03.16 31.03.17 31.03.16
Langfristige Vermögenswerte --- 4.405 317 317
Kurzfristige Vermögenswerte --- 125 732 985
Langfristige Schulden --- 0 0 0
Kurzfristige Schulden --- 4.374 836 1.075
Nettovermögen --- 156 213 227
Nettovermögen, das den nichtbeherrschenden Anteilen zuzurechnen ist --- 156 -36 -29
Umsatzerlöse 0 0 2.027 2.376
Perioden- = Gesamtergebnis -16 -149 -14 102
Gesamtergebnis, das den nichtbeherrschenden Anteilen zuzurechnen ist -16 -149 -6 47

Daedalic und BuchPartner erzielten im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von TEUR 1.122 bzw. TEUR 5.187. Die Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit betrugen TEUR -4.880 und TEUR 4.209 (Daedalic) bzw. TEUR -996 und TEUR -4.021 (BuchPartner).

Bis auf BuchPartner (Segment "Retail") sind sämtliche nicht-beherrschende Anteile dem Segment "Digital" zuzuordnen. BuchPartner hat im abgelaufenen Geschäftsjahr TEUR 1.000 an die Alt-Gesellschafter ausgeschüttet. Diese Eigenkapitalminderung wurde durch eine einseitige Einlage der Alt-Gesellschafter in die Kapitalrücklage ausgeglichen. Ansonsten hat es in den beiden abgelaufenen Geschäftsjahren keine Dividendenzahlungen vonseiten der genannten Tochterunternehmen gegeben.

Sonstige Geschäftseinheiten

LYX/INK

Zum 1. Juni 2016 hat die Bastei Lübbe AG das Belletristik-Label LYX vom Verlag EGMONT Publishing International im Rahmen eines asset deals übernommen. Mit dem Spezialisten für romantische Unterhaltung ergänzt Bastei Lübbe sein Angebot um eine weitere Erfolgsmarke. LYX gehört in diesem Bereich zu den absoluten Top-Imprints auf dem deutschen Buchmarkt. Damit engagiert sich Bastei Lübbe nach der Investition in BuchPartner erneut im klassischen Buchgeschäft. Im Zusammenhang mit LYX hat Bastei Lübbe mit INK ein weiteres Belletristik-Label von demselben Verkäufer erworben und übernimmt zudem die Lektorate der beiden Label. Bastei Lübbe plant, alle Bücher von LYX und INK in seinem Verlagsprogramm zu übernehmen und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Autoren und Lizenzgebern weiterzuführen.

Der Gesamt-Kaufpreis betrug TEUR 5.613 und wurde ausschließlich mit Zahlungsmitteln beglichen. Angefallene Anschaffungsnebenkosten wurden ergebniswirksam erfasst. Im Rahmen dieses asset deals wurden die folgenden Vermögenswerte übernommen (Schulden wurden nicht übernommen):

(TEUR) Buchwerte bei Erwerb Anpassung i.R.d. PPA Fair Values
Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare 4.494 -2.152 2.342
Vorräte 3.771 -500 3.271
Nettoreinvermögen 8.265 -2.652 5.613
Anschaffungskosten     5.613
Unterschiedsbetrag     0

Auch dieser Kaufpreis wird über die Hausbanken finanziert. Das Bankenkonsortium hat mit Schreiben vom 30. Mai 2016 der Übernahme der Label zugestimmt und dafür zusätzlich 6 Mio. Euro Darlehen zur Verfügung gestellt.

LYX hat im laufenden Geschäftsjahr mit TEUR 7.436 zum Konzernumsatz beigetragen. Im Rahmen der Spartenergebnisrechnung der Bastei Lübbe AG ergibt sich für LYX ein EBIT von TEUR 2.221. Zinsen und Ertragsteuern werden im Rahmen dieser Berechnungen nicht den einzelnen Sparten zugeordnet, so dass für LYX kein Beitrag zum Konzern-Periodenergebnis angegeben werden kann. Die Ergebnisse der PPA sind im vorliegenden Konzernabschluss berücksichtigt.

Nicht einbezogene Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und sonstige Beteiligungen

Alle übrigen Tochterunternehmen und Beteiligungen werden nicht in den Konzernabschluss einbezogen, weil sie für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns - sowohl einzeln als auch in ihrer Gesamtheit - aufgrund ihrer Größe oder geringfügiger wirtschaftlicher Aktivität von untergeordneter Bedeutung sind bzw. weil der Muttergesellschaft - bis auf die gesetzlichen Minderheitsrechte - keine vertraglichen oder sonstigen Rechte zustehen, die zu einem maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft führen. Die BHS Service GmbH erbringt ausschließlich Dienstleistungen gegenüber der BuchPartner GmbH. Bei einer Konsolidierung der Gesellschaft würde sich lediglich der Dienstleistungsaufwand im Konzern reduzieren und der Personalaufwand in gleicher Höhe erhöhen. Die Beteiligungsquoten an diesen Gesellschaften - mit Ausnahme den im Geschäftsjahr erworbenen Beteiligungen an der BHS Service GmbH, der CE Community Editions GmbH und der Räder GmbH - sind gegenüber dem Vorjahr jeweils unverändert. Sie wurden gemäß IAS 39 mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt, da kein aktiver Markt existiert und sich die beizulegenden Zeitwerte nicht mit vertretbarem Aufwand ermitteln lassen.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen (Beteiligungsquote größer 50 %) stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Sitz Beteiligungsquote
Siebter Himmel Bastei Lübbe GmbH Köln 100 %
Bastei Media GmbH Erfurt 100 %
Bastei Lübbe International Ltd. Hongkong / China 100 %
Bastei Ventures GmbH Köln 100 %
Moravska Bastei MoBa s.r.o. Brünn / Tschechien 90 %
BHS Service GmbH Darmstadt 51 %
BookRix Verwaltungs-GmbH* München 100 %
Daedalic Entertainment Studio West GmbH** Düsseldorf 75 %

* Tochtergesellschaft der BookRix GmbH & Co. KG
** Tochtergesellschaft der Daedalic Entertainment GmbH

Beteiligung an nicht konsolidierten Unternehmen (Beteiligungsquote 20 % bis 50 %)

Sitz Beteiligungsquote
Bastei LLC Santa Monica / USA 50 %
CE Community Editions GmbH Köln 30 %
HPR Bild & Ton GmbH Köln 25 %
Räder GmbH Essen 20 %

Die sonstigen unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Anteile an sonstigen Beteiligungen (Beteiligungsquote kleiner 20 %) bestehen zu beiden Bilanzstichtagen aus der Beteiligung an der "Das Kind" Filmproduktion GmbH & Co. KG, Berlin, sowie Beteiligungen (jeweils unter 5 %) an mehreren "GROSSO" Pressevertriebsgesellschaften, vorwiegend in Ostdeutschland.

5. Aufgegebener Geschäftsbereich

Am 24. November 2016 hat die Bastei Lübbe AG einen Vertrag zum Verkauf der Geschäftssparte Räder geschlossen. Darin wurde die Gründung der Räder GmbH mit Sitz in Bochum vereinbart, an der Bastei Lübbe 20 % und ein weiterer Gesellschafter 80 % der Anteile halten. Die Räder GmbH hat anschließend alle Markenrechte und assets der Geschäftssparte Räder zum 1. Januar 2017 für einen Gesamt-Kaufpreis von TEUR 14.322 von der Bastei Lübbe AG erworben und den Kaufpreis vollständig mit Zahlungsmitteln beglichen.

Das Segment "Non-Book" umfasste bis zum 31. Dezember 2016 insbesondere Geschenkartikel, die unter dem Label Räder vertrieben werden, sowie Merchandising und ähnliche Artikel. Außerdem gehörten die Aktivitäten der im Geschäftsjahr 2015/2016 veräußerten Beteiligung an der PRÄSENTA PROMOTION INTERNATIONAL GmbH, Solingen, ("Präsenta", At-Equity bewertet) diesem Segment an. Mit der Veräußerung der Geschäftssparte Räder zum 1. Januar 2017 gibt es dieses Segment im Bastei Lübbe-Konzern nicht mehr. Sämtliche Angaben zum Segment "Non-Book" für das Geschäftsjahr 2016/2017 beziehen sich daher nur auf den Neun-Monats-Zeitraum vom 1. April bis 31. Dezember 2016. Die Geschäftssparte Räder war zuvor nicht als aufgegebener Geschäftsbereich oder als zur Veräußerung gehalten eingestuft.

Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Erlöse (inkl. Bestandsveränderungen und sonstige betriebliche Erträge) 18.122 16.798
Aufwendungen (inkl. Abschreibungen und Finanzergebnis) -16.702 -15.405
Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit 1.420 1.393
Ertragsteueraufwendungen -149 -442
Ergebnis aus laufender Geschäftstätigkeit, nach Steuern 1.271 951
Ergebnis aus dem Verkauf des aufgegebenen Geschäftsbereiches 1.653 -1.375
Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Verkauf des aufgeg. Geschäftsbereiches -441 0
Ertragsteuern auf den Gewinn aus dem Verkauf des aufgeg. Geschäftsbereiches -127 0
Gewinn aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich, nach Steuern 2.356 -424
Ergebnis je Aktie (unverwässert = verwässert) 0,18 -0,03

Der Gewinn aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich ist in beiden Jahren vollständig den Anteilseignern der Muttergesellschaft zuzurechnen. Weitere Informationen zum Ergebnis können der Segmentberichterstattung (Angabe 35, Spalte "Non-Book") entnommen werden. Die dort erwähnten außerplanmäßigen Wertminderungen bzw. Wertaufholungen betreffen die folgenden Posten der Gesamtergebnisrechnung:

(TEUR) Wertmind. 2016/2017 Wertaufhol. 2016/2017 Wertmind. 2015/2016 Wertaufhol. 2015/2016
Sonstige betriebliche Erträge   12   8
Materialaufwand        
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -7 2 -499 22
Sonstige betriebliche Aufwendungen -73   -18  
  -80 14 -517 30

Der aufgegebene Geschäftsbereich erwirtschaftete im Geschäftsjahr einen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von TEUR -328 (i Vj.: TEUR 353) und aus Investitionstätigkeit von TEUR 14.211 (i Vj.: TEUR -353). Aus der Finanzierungstätigkeit ergaben sich keine Cashflows.

Die Auswirkungen der Veräußerung auf die einzelnen Bilanzposten stellen sich wie folgt dar:

(TEUR) 01.01.2017
Immaterielle Vermögenswerte -6.833
Sachanlagen -567
Latente Steueransprüche 505
Vorräte -5.774
Netto-Vermögenswerte (und -Schulden) -12.669

Aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich sind die folgenden Vermögenswerte und Schulden am Bilanzstichtag noch in den entsprechenden Posten der Konzernbilanz enthalten:

(TEUR) 31.03.2017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 300
Finanzielle Vermögenswerte 170
Vermögenswerte aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 470
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26
Finanzielle Verbindlichkeiten 485
Schulden aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 511

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben in der Regel Zahlungsziele von 90 Tagen und länger. Sowohl Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als auch die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Buchwerte entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten den beizulegenden Zeitwerten. Mit nennenswerten Zahlungsausfällen aus diesem Bereich wird nicht gerechnet.

Die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten betreffen jeweils die Räder GmbH und Forderungen bzw. Schulden im Rahmen der endgültigen Abrechnung der Übernahme des Geschäftsbetriebs Räder.

6. Immaterielle Vermögenswerte

(TEUR) Geschäfts- und Firmenwerte Selbst geschaffene immat. Verm.werte Sonstige immat. Vermögenswerte Geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten          
Stand 1.4.2015 7.858 6.010 17.415 1.645 32.928
Zugänge 0 2.927 613 4.724 8.264
Umgliederungen 0 0 650 -650 0
Abgänge 0 0 -30 -2 -32
Stand 31.3.2016 7.858 8.937 18.648 5.717 41.160
Kumulierte Abschreibungen u. Wertminderungen          
Stand 1.4.2015 0 811 5.463 0 6.274
Abschreibungen 0 1.127 1.726 0 2.853
Abgänge 0 0 -2 0 -2
Stand 31.3.2016 0 1.938 7.187 0 9.125
Buchwerte          
Stand 1.4.2015 7.858 5.199 11.952 1.645 26.654
Stand 31.3.2016 7.858 6.999 11.461 5.717 32.035
Anschaffungs-/Herstellungskosten          
Stand 1.4.2016 7.858 8.937 18.648 5.717 41.160
Zugänge aus Erstkonsolidierungen 4.918 0 7.615 0 12.533
Zugänge 0 3.528 890 2.097 6.515
Umgliederungen 0 0 2.872 -2.872 0
Abgänge -1.297 0 -6.912 0 -8.209
Stand 31.3.2017 11.479 12.465 23.113 4.942 51.999
Kumulierte Abschreibungen u. Wertminderungen          
Stand 1.4.2016 0 1.938 7.187 0 9.125
Abschreibungen 0 1.407 2.903 2 4.312
Abgänge 0 0 -1.372 0 -1.372
Stand 31.3.2017 0 3.345 8.718 2 12.065
Buchwerte          
Stand 1.4.2016 7.858 6.999 11.461 5.717 32.035
Stand 31.3.2017 11.479 9.120 14.395 4.940 39.934

Zum Bilanzstichtag verteilen sich die Buchwerte der Firmenwerte wie folgt auf die entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Segmente:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Segment Buch    
Eichborn 35 35
  35 35
Segment Retail    
BuchPartner 4.918 ---
  4.918 0
Segment Digital    
Daedalic 4.903 4.903
BEAM 550 550
BookRix 291 291
  5.744 5.744
Segment Non-Book    
Räder --- 1.297
  0 1.297
Romanhefte und Rätselmagazine    
PMV 782 782
  782 782
  11.479 7.858

In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten war im Vorjahr unter anderem die im Rahmen der Kaufpreisverteilung identifizierte Marke "Räder" mit TEUR 4.864 enthalten (Segment Non-Book), für die eine Nutzungsdauer nicht bestimmbar war, da sie bereits seit Jahrzehnten genutzt wurde und auch eine Abnutzung der Marke in Zukunft nicht erwartet wurde und die deshalb nicht planmäßig abgeschrieben, sondern - wie die Firmenwerte - mindestens einmal jährlich einem Impairment-Test unterzogen wurde. Mit dem Verkauf der Geschäftseinheit Räder ist auch dieser Vermögenswert zum 1. Januar 2017 abgegangen.

Darüber hinaus werden vor allem Titel- und Markenrechte, die auf eine Nutzungsdauer von acht bis 15 Jahren abgeschrieben werden, zum Bilanzstichtag mit insgesamt TEUR 1.536 (i. Vj.: TEUR 2.497), selbsterstellte Computerspiele, die linear über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren abgeschrieben werden, mit TEUR 9.121 (i. Vj.: TEUR 6.999) sowie die im Rahmen der Erstkonsolidierung der BuchPartner GmbH zum 1. April 2016 identifizierten Kundenbeziehungen (TEUR 6.786), die linear über zehn Jahre abgeschrieben werden, ausgewiesen. Die wesentlichen Einzelposten der Titel- und Markenrechte haben eine Restnutzungsdauer von 11 bis 12 Jahren. Außerdem sind in den geleisteten Anzahlungen Ausgaben für die Entwicklung der Streaming-Plattform oolipo in Höhe von TEUR 3.119 (i. Vj.: TEUR 2.422) enthalten, auf die noch keine regelmäßigen Abschreibungen vorgenommen werden, da das Produkt erst Ende März 2017 gelauncht wurde. Regelmäßige Abschreibungen darauf werden ab dem 1. April 2017 über eine erwartete Nutzungsdauer von fünf Jahren linear vorgenommen. Die übrigen Beträge betreffen im Wesentlichen Software und Lizenzen, die über drei bis fünf Jahre abgeschrieben werden. Deren Buchwert zum Bilanzstichtag beträgt TEUR 6.073 (i. Vj.: TEUR 8.964).

In beiden Geschäftsjahren waren keine außerplanmäßigen Wertminderungen auf Firmenwerte oder sonstige immaterielle Vermögenswerte vorzunehmen.

Immaterielle Vermögenswerte dienen - wie im Vorjahr - nicht als Sicherheiten.

7. Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare

(TEUR) Vorausgez. Autorenhonorare Geleistete Anzahlungen Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten      
Stand 1.4.2015 28.537 3.163 31.700
Zugänge 3.920 6.003 9.923
Abgänge -3.316 -10 -3.326
Umgliederungen 3.849 -3.849 0
Stand 31.3.2016 32.990 5.307 38.297
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen      
Stand 1.4.2015 7.457 78 7.535
Abschreibungen 6.440 0 6.440
Wertminderungen 729 5 734
Abgänge -3.316 0 -3.316
Stand 31.3.2016 11.310 83 11.393
Buchwerte      
Stand 1.4.2015 21.080 3.085 24.165
Stand 31.3.2016 21.680 5.224 26.904
Anschaffungs-/Herstellungskosten      
Stand 1.4.2016 32.990 5.307 38.297
Zugänge 16.658 5.530 22.188
Abgänge -1.085 -182 -1.267
Umgliederungen 5.100 -5.100 0
Stand 31.3.2017 53.663 5.555 59.218
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen      
Stand 1.4.2016 11.310 83 11.393
Abschreibungen 6.336 0 6.336
Wertminderungen 5.463 70 5.533
Wertaufholungen -335 0 -335
Abgänge -1.085 0 -1.085
Stand 31.3.2017 21.689 153 21.842
Buchwerte      
Stand 1.4.2016 21.680 5.224 26.904
Stand 31.3.2017 31.974 5.402 37.376

Sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit vorausgezahlten Autorenhonoraren und geleisteten Anzahlungen darauf - inkl. Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen - werden innerhalb des Materialaufwandes unter "Aufwendungen für Honorare und Abschreibungen auf Autorenhonorare" erfasst. Im Bestand vorausgezahlter Autorenhonorare sind zwei Manuskripte für ein veröffentlichtes und ein noch zu veröffentlichendes (i. Vj.: ein veröffentlichtes) Buch eines namhaften Autors mit einem Buchwert von rd. TEUR 7.400 (i. Vj.: TEUR 1.500) enthalten. Deren voraussichtlicher Amortisationszeitraum beträgt zwischen zwei und vier (i. Vj.: ein und zwei) Jahren.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von TEUR 5.533 (i. Vj. TEUR 734) vorzunehmen soweit davon auszugehen war, dass die künftig verrechenbaren Absatzhonorare der betroffenen Manuskripte die noch aktivierten Beträge nicht decken werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Wertaufholungen in Höhe von TEUR 335 (i. Vj. TEUR 0) auf vorausgezahlte Autorenhonorare insoweit vorgenommen, als künftig verrechenbare Absatzhonorare der betroffenen Manuskripte die noch aktivierten Beträge decken werden. Wesentliche Teile der Wertminderungen und die Wertaufholungen basieren auf Änderungen der Einschätzungen zukünftig erwarteter Umsatzerlöse.

8. Sachanlagen

(TEUR) Grundstücke und Gebäude Techn. Anlagen und Maschinen Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungs-/Herstellungskosten          
Stand 1.4.2015 1.431 61 6.915 5 8.412
Zugänge 185 3 534 78 800
Umgliederungen 53 0 30 -83 0
Abgänge 0 0 -266 0 -266
Stand 31.3.2016 1.669 64 7.213 0 8.946
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen          
Stand 1.4.2015 430 36 4.518 0 4.984
Abschreibungen 188 6 821 0 1.015
Abgänge 0 0 -260 0 -260
Stand 31.3.2016 618 42 5.079 0 5.739
Buchwerte          
Stand 1.4.2015 1.001 25 2.397 5 3.428
Stand 31.3.2016 1.051 22 2.134 0 3.207
Anschaffungs-/Herstellungskosten          
Stand 1.4.2016 1.669 64 7.213 0 8.946
Zugänge aus Erstkonsolidierungen 152 0 924 2 1.078
Zugänge 82 2 962 7 1.053
Umgliederungen 0 0 0 0 0
Abgänge -311 -28 -3.386 0 -3.725
Stand 31.3.2017 1.592 38 5.713 9 7.352
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen          
Stand 1.4.2016 618 42 5.079 0 5.739
Abschreibungen 220 5 898 0 1.123
Abgänge -213 -20 -2.824 0 -3.057
Stand 31.3.2017 625 27 3.153 0 3.805
Buchwerte          
Stand 1.4.2016 1.051 22 2.134 0 3.207
Stand 31.3.2017 967 11 2.560 9 3.547

Miet-, Pacht- oder Leasingverträge aufgrund der angewandten IFRS-Kriterien als Finanzierungsleasingverträge zu charakterisieren und deshalb beim wirtschaftlichen Eigentümer zu bilanzieren sind. Bei diesen Vermögenswerten handelt es sich um Betriebs- und Geschäftsausstattung (Büroausstattung). Zu den entsprechenden Verbindlichkeiten wird auf Angabe 20 verwiesen.

Auf die geleasten und aktivierten Vermögenswerte des Sachanlagevermögens entfallen im Berichtsjahr - wie im Vorjahr - keine Zugänge sowie Abschreibungen in Höhe von TEUR 73 (i. Vj.: TEUR 168).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren keine außerplanmäßigen Wertminderungen vorzunehmen. Sämtliche Abschreibungen auf Sachanlagen sind in der Gesamtergebnisrechnung in der Position "Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen" enthalten.

Sachanlagen dienen - wie im Vorjahr - nicht als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten.

9. Finanzielle Vermögenswerte

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Langfristige (Finanzanlagen)    
Anteile an verbundenen Unternehmen 635 635
Anteile an assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen 494 332
Sonstige Beteiligungen 106 108
Darlehen an assoziierte Unternehmen 2.835 0
Sonstige Ausleihungen 310 380
  4.380 1.455
Kurzfristige    
Forderungen gegen assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen 328 252
Forderungen gegen sonstige Beteiligungen 42 0
Forderungen aus Factoring 1.446 2.431
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 828 715
Debitorische Kreditoren 353 24
Forderung Eichborn AG (Insolvenz) 102 252
Lieferantenboni 103 94
Übrige 536 807
  3.738 4.575

Das Darlehen an sonstige Beteiligungen betrifft die Räder GmbH mit einer festen Laufzeit bis 31. Dezember 2024 und einer Verzinsung von 6 % p.a. Zins- und Tilgungsleistungen erfolgen erstmals zum 31. Dezember 2018.

Forderungen der Bastei Lübbe AG in Höhe von TEUR 8.750 (i. Vj.: TEUR 8.448) wurden an die Vereinigte Verlagsauslieferung arvato media GmbH (VVA), Gütersloh, im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen veräußert. Da es sich um "unechtes" Factoring handelt (das Ausfallrisiko ist nicht auf den Factor übergegangen), werden die noch nicht bezahlten Forderungen, über die Bastei Lübbe keine Verfügungsmacht mehr besitzt, weiter unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. In den finanziellen Vermögenswerten werden diejenigen Forderungen gezeigt, die von den Kunden bereits bezahlt, aber vom Factor noch nicht an Bastei Lübbe weitergeleitet wurden (TEUR 946). Zahlungen des Factors aus dem Erwerb von Forderungen, die am Bilanzstichtag noch bestehen, werden in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen (TEUR 6.056, s. Angabe 19).

Darüber hinaus hat die BuchPartner GmbH (Segment Retail) einen "echten" Factoring-Vertrag abgeschlossen, durch den zum Bilanzstichtag TEUR 10.000 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an den Factor übertragen wurden. Beim Ankauf hat der Factor einen Betrag in Höhe von TEUR 500 (Buchwert = Zeitwert), als sogenannte Verwässerungsreserve einbehalten, die ebenfalls in den oben genannten Forderungen aus Factoring enthalten ist und unter den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen wird. Zum Rückkauf der übertragenen Forderungen müsste BuchPartner dementsprechend TEUR 9.500 aufwenden. Das maximale Risiko aus diesem anhaltenden Engagement in Form einer Entschädigungsvorrisikoabsicherung beträgt TEUR 200. Als Sicherheit wurde ein Bankkonto verpfändet (Saldo am 31. März 2017: TEUR 161).

In den Forderungen gegen assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen sind insbesondere ein verzinsliches Darlehen gegenüber der HPR Bild & Ton GmbH, Köln, mit TEUR 250 (i. Vj.: TEUR 250) enthalten.

Die Forderung Eichborn AG betrifft die von Bastei Lübbe vorfinanzierten Sozialplanaufwendungen der unter Insolvenzverwaltung stehenden Gesellschaft. Bastei Lübbe hat die Vorfinanzierung übernommen, damit das zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Betriebsrat der Eichborn AG ausgehandelte Gesamtvolumen des Sozialplans nicht unter die relative Beschränkung des § 123 Abs. 2 InsO fällt und die Arbeitnehmer unmittelbar nach Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses die ihnen zustehende Abfindung erhalten. Im Gegenzug hat sich die Bastei Lübbe KG die Ansprüche der Arbeitnehmer gegen den Insolvenzverwalter auf die Sozialplanforderungen abtreten lassen.

Die finanziellen Vermögenswerte waren an den Abschlussstichtagen weder überfällig noch wertgemindert. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass ein Ausfall von finanziellen Vermögenswerten droht.

Die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres zur Zahlung fällig.

10. Ertragsteueransprüche und -schulden

In der Bilanz sind die folgenden Ertragsteueransprüche beziehungsweise -schulden separat ausgewiesen:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Latente Steueransprüche 3.139 2.002
Forderungen aus Ertragsteuern 410 0
Latente Steuerverbindlichkeiten -4.271 -2.286
Ertragsteuerschulden -175 -2.513
Saldo -897 -2.797

Die laufenden Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden betreffen - wie im Vorjahr - im Wesentlichen inländische Gewerbe- und Körperschaftsteuer.

Die bilanzierten latenten Steuern können gemäß ihrer Verursachung den einzelnen Bilanzposten wie folgt zugeordnet werden:

aktive passive aktive passive
(TEUR) latente Steuern 31.03.2017 latente Steuern 31.03.2016
Übrige immaterielle Vermögenswerte 2.974 5.507 1.944 2.901
Sachanlagen   136   192
Finanzanlagen 16 37 74 32
Autorenlizenzen   0   242
Vorräte 118      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   74 670 144
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte       79
Altersteilzeitverpflichtungen 1   1  
Finanzielle Verbindlichkeiten 46 64 35 50
Steuerliche Verlustvorträge 1.531   632  
  4.686 5.818 3.356 3.640
Saldierung -1.547 -1.547 -1.354 -1.354
  3.139 4.271 2.002 2.286

Latente Steueransprüche auf Verlustvorträge betreffen - wie im Vorjahr - die Daedalic Entertainment GmbH, und die BEAM Shop GmbH. Aus der oolipo AG und der BookRix GmbH & Co. KG waren latente Steueransprüche auf Verlustvorträge in Höhe von insgesamt TEUR 1.962 (i. Vj. TEUR 1.132) nicht zu bilden, da deren Realisierung nach den von IAS 12 geforderten Wahrscheinlichkeiten als nicht hinreichend sicher angesehen wird. Bei der Muttergesellschaft und der BuchPartner GmbH bestehen keine steuerlichen Verlustvorträge. Allerdings ist für den in den Monaten Januar bis März 2017 bei der BuchPartner GmbH aufgelaufenen Verlust eine aktive Steuerabgrenzung in Höhe von TEUR 213 aktiviert, die sich in den kommenden Monaten ihres kalendergleichen Geschäftsjahres 2017 voraussichtlich ausgleichen wird.

Latente Steuerverbindlichkeiten sind insoweit mit entsprechenden -ansprüchen saldiert, wie sie dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde betreffen.

Die Veränderung der latenten Steuern lässt sich wie folgt auf die latenten Steuern der Gewinn- und Verlustrechnung überleiten:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Latente Steueransprüche 1.4. 2.002   1.486  
Latente Steuerschulden 1.4. -2.286 -284 -2.523 -1.037
Latente Steueransprüche 31.3. 3.139   2.002  
Latente Steuerschulden 31.3. -4.271 -1.132 -2.286 -284
= Veränderung des Saldos   -848   753
+/- Ab-/Zugang aus Konsolidierungskreisänderungen   2.019   0
= Latentes Steuerergebnis lt. GuV   1.171   753

Darüber hinaus verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Ertragsteueraufwendungen in Angabe 32.

11. Vorräte

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 638 338
Unfertige Erzeugnisse 583 779
Fertige Erzeugnisse 19.863 18.647
Handelswaren 9.074 14
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 20 563
  30.178 20.341

Von den am Bilanzstichtag ausgewiesenen Vorräten sind TEUR 12.711 (i. Vj.: TEUR 4.776) zum Nettoveräußerungswert bilanziert.

Die außerplanmäßigen Wertminderungen auf Vorräte betrugen im Geschäftsjahr TEUR 5.307 (i. Vj.: TEUR 3.084), die Wertaufholungen im selben Zeitraum TEUR 478 (i. Vj.: TEUR 673). Die erfassten Wertaufholungen basieren im Wesentlichen auf gegenüber dem Vorjahresstichtag verbesserten Absatzerwartungen.

12. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Forderungen gegen    
Dritte 20.980 19.520
abzgl. Abzinsung langfristige -57 -65
abzgl. Wertberichtigungen -224 -117
  20.699 19.338

Die langfristigen Forderungen gegen einen Kunden in Höhe von TEUR 1.192 (i. Vj.: TEUR 1.134) sind, da keine Verzinsung vereinbart wurde, auf den Barwert von TEUR 1.135 (i. Vj.: TEUR 1.069) abgezinst. Alle übrigen ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig und werden im kurzfristigen Bereich ausgewiesen.

Auf Forderungen in Höhe von TEUR 281 (i. Vj.: TEUR 155) wurden Wertberichtigungen vorgenommen. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Stand zum 01.04. 117 112
Zugang Konsolidierungskreisänderungen 133 0
Inanspruchnahme -8 -2
Auflösung -82 -9
Zuführung 64 16
  224 117

Zum 31. März 2017 war ein Forderungsbestand in Höhe von TEUR 16.349 (i. Vj.: TEUR 16.734) weder wertgemindert noch überfällig. Hier gibt es zum Abschlussstichtag keine Anzeichen, dass die Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

Die am Bilanzstichtag in Zahlungsverzug befindlichen, aber nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren in folgenden Zeitspannen überfällig:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
bis 30 Tage 2.322 1.990
31 bis 90 Tage 665 389
91 bis 180 Tage 626 138
181 Tage bis ein Jahr 91 36
mehr als ein Jahr 591 13
  4.295 2.566

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dienen am Abschlussstichtag - wie im Vorjahr - nicht als Sicherheiten für eigene Verbindlichkeiten.

13. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Sonstige Rechnungsabgrenzungen 743 910
Umsatzsteuererstattungsansprüche 230 380
Übrige 4 40
  977 1.330

Alle Beträge sind innerhalb eines Jahres realisierbar.

14. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Guthaben bei Kreditinstituten    
Sichteinlagen und Festgelder 1.178 577
Kassenbestand 25 16
  1.203 593

Dieser Posten unterliegt keinerlei Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen, mit Ausnahme eines Bankkontos der BuchPartner GmbH, das als Sicherheit im Rahmen eines "echten" Factoringvertrages verpfändet wurde (Saldo am Bilanzstichtag: TEUR 161).

15. Eigenkapital

Seit der Börseneinführung im Oktober 2013 besteht das Grundkapital der Muttergesellschaft aus 13.300.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je 1,00 Euro, also insgesamt 13.300.000,00 Euro.

Im Zuge der Börseneinführung und im Oktober 2014 hat die Muttergesellschaft eigene Aktien erworben, basierend auf der durch die Hauptversammlung vom 10. September 2013 erteilten Ermächtigung. Nachdem im Juli 2015 100 Stück der bis dahin gehaltenen 100.000 Stück eigener Aktien an einen Autor unentgeltlich übertragen wurden, um dessen Bindung zu Bastei Lübbe zu stärken, beträgt die Anzahl der eigenen Aktien somit zum Bilanzstichtag noch 99.900 Stück. Die erworbenen Aktien können zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Demzufolge befinden sich am Bilanzstichtag 13.200.100 Stück ausgegebene und voll eingezahlte, nennwertlose Aktien der Bastei Lübbe AG im Umlauf. Die Entwicklung der Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien im angelaufenen Geschäftsjahr stellt sich wie folgt dar:

(Stück) 2016/2017 2015/2016
Stand am 1. April 13.200.100 13.200.000
Erwerb eigener Aktien 0 0
Ausgabe von Aktien (unentgeltlich) 0 100
Stand am 31. März 13.200.100 13.200.100

Im Zuge der Teilveräußerungen von oolipo - ohne Änderung des Status als vollkonsolidierte Gesellschaft - sind die Veräußerungen der betroffenen Anteile gemäß IFRS 10 als reine Eigenkapitaltransaktionen darzustellen. Dabei sind die Differenzen zwischen dem jeweiligen anteiligen Eigenkapital und der jeweiligen erhaltenen Gegenleistung gegen die auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Konzernrücklagen zu verrechnen. Dazu steht im Konzernabschluss der Bastei Lübbe AG nur die Kapitalrücklage zur Verfügung. Die Entwicklung der Kapitalrücklage, inkl. der Verrechnung der genannten Differenzen, kann der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung entnommen werden.

Der Bilanzgewinn setzt sich aus dem Jahresüberschuss und dem Ergebnisvortrag zusammen. Der Ergebnisvortrag beinhaltet - wie im Vorjahr - Beträge in Höhe von TEUR 1.920 aus den im Rahmen der Erstellung der IFRS-Eröffnungsbilanz zum 1. April 2011 erfolgten Neu- bzw. Umbewertungen sowie die vom handelsrechtlichen Ergebnis abweichenden erfolgswirksam erfassten Erträge und Aufwendungen der Vorjahre.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der ordentlichen Hauptversammlung am 22. November 2017 eine vorübergehende Aussetzung der Dividendenausschüttung vorschlagen. Auf Basis des handelsrechtlichen Jahresabschlusses 2016/2017 der Bastei Lübbe AG wird ein Bilanzgewinn in Höhe von 1.091.912,12 Euro ausgewiesen, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.

Gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung am 30. November 2016 wurde für das Geschäftsjahr 2015/2016 aus dem Bilanzgewinn der Bastei Lübbe AG eine Dividende von 0,10 Euro je dividendenberechtigte Stückaktie (ausschließlich Stammaktien) an die Aktionäre ausgeschüttet (insgesamt TEUR 1.320). Die zum Zeitpunkt der Beschlussfassung von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien sind gemäß § 71b AktG nicht dividendenberechtigt. Darüber hinaus wurde beschlossen, den verbliebenen Bilanzgewinn der Bastei Lübbe AG in Höhe von TEUR 1.191 auf neue Rechnung vorzutragen.

Gemäß Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung am 30. November 2016 wurde der Vorstand für die Dauer von zwei Jahren vom Tag der Eintragung von § 7 der Satzung im Handelsregister an ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig gegen Bareinlagen um bis zu insgesamt EUR 1.330.000,00 durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2016).

Die Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter betreffen diejenigen Eigenkapitalanteile, die auf die Minderheitsgesellschafter von Daedalic, oolipo, Blue Sky und BookRix entfallen und haben sich im abgelaufenen Konzerngeschäftsjahr wie folgt entwickelt:

(TEUR) BuchPartner Daedalic oolipo Blue Sky BookRix Gesamt
Stand 01.04.2016 0 3.024 -29 156 -29 3.122
Zugang durch Konsolidierungskreisänderungen 5.075       5.075
Zugang durch Anteilsveräußerungen     -131 581   450
anteiliges Periodenergebnis -636 -56 -69 -16 -6 -783
abzgl. Dividendenzahlungen         0
Abgang durch Konsolidierungskreisänderungen     -721   -721
Stand 31.03.2017 4.439 2.968 -229 0 -35 7.143

16. Ergebnis je Aktie

Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (-0,16 Euro/Aktie, i. Vj.: -0,04 Euro/Aktie) wurden das auf die Aktionäre der Muttergesellschaft entfallende Periodenergebnis und die Anzahl der durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien (13.200.100 Stück, i. Vj.: 13.200.096 Stück) als gewichteter Durchschnitt unter Verrechnung der von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien angesetzt.

Ein Verwässerungseffekt ist weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr zu berücksichtigen.

17. Altersteilzeitverpflichtungen

Bastei Lübbe hat mit verschiedenen Mitarbeitern eine Altersteilzeit (ATZ) gemäß Tarifvertrag (Blockmodell) vereinbart. Danach wird die während der Gesamtdauer des ATZ-Arbeitsverhältnisses anfallende Arbeitszeit so verteilt, dass sie in der ersten Hälfte des ATZ-Arbeitsverhältnisses voll erbracht wird. In der zweiten Hälfte sind die Mitarbeiter bei Weiterzahlung des ATZ-Entgeltes (Arbeitsentgelt für die Altersteilzeit zuzüglich Aufstockung) von der Arbeit freigestellt.

Die Nettoverbindlichkeit entwickelte sich wie folgt:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016 31.03.2015 31.03.2014 31.03.2013
Barwert der ATZ-Verpflichtung 66 184 393 674 843
Zeitwert des Planvermögens -24 -155 -274 -418 -519
  42 29 119 256 324

Der Barwert der ATZ-Verpflichtung hat sich wie folgt verändert:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Stand zum 1. April 184 393
Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsaufwand 0 0
Zahlungen -117 -191
Versicherungsmathematische Gewinne ("-") / Verluste -1 -18
Stand zum 31. März 66 184

Die voraussichtlich im folgenden Geschäftsjahr fälligen Zahlungen betragen TEUR 66 (i. Vj.: TEUR 117). Das ATZ-Modell wird im folgenden Geschäftsjahr auslaufen und damit beendet.

Der Zinsaufwand wird - verrechnet mit dem saldierten Ertrag aus dem Planvermögen - im Finanzergebnis ausgewiesen, die übrigen Aufwendungen sind im Personalaufwand enthalten.

Die zurückgestellten Verpflichtungen sind durch eine Rückdeckungsversicherung, die an die Arbeitnehmer verpfändet ist, abgesichert. Das Kapital der Rückdeckungsversicherung ist entsprechend als Plan asset im Sinne des IAS 19 einzustufen.

Der Zeitwert des Planvermögens hat sich wie folgt entwickelt:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Stand zum 1. April 155 274
Einzahlungen 0 0
Auszahlungen -136 -128
saldierter Ertrag 5 9
Stand zum 31. März 24 155

Das Planvermögen besteht aus Rückdeckungsversicherungen bei einem Lebensversicherungsunternehmen. Die Einzahlungen werden in der aktiven Phase der ATZ geleistet. In der passiven Phase der ATZ werden die Auszahlungen getätigt. Die Anlage der Vermögenswerte erfolgt im allgemeinen Deckungsstock des Lebensversicherungsunternehmens. Es gelten die Restriktionen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Bei den Zeitwertkonten handelt es sich um klassische Versicherungen ohne Fondsanlagen. Der Ertrag aus diesen Rückdeckungsversicherungen ergibt sich aus dem festen Garantiezins (0,90 %, i. Vj.: 1,25 %) sowie aus der variablen, jährlich festzusetzenden Überschussbeteiligung der Versicherer, die aus Risiko- oder Kostengewinnen sowie aus dem Ertrag der den Versicherungsverträgen zu Grunde liegenden Kapitalanlage resultiert. Die von dem Lebensversicherungsunternehmen geltend gemachten Kostenbeiträge sind dabei saldiert.

18. Sonstige Rückstellungen

Die neben den in der vorhergehenden Angabe erläuterten Altersteilzeitverpflichtungen bilanzierten Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

(TEUR) Stand 01.04.2016 Änderung Kons.kreis Inanspruchnahme Auflösung Zuführung Stand 31.03.2017
langfristige            
Archivierungskosten 102 4     2 108
  102 4     2 108
kurzfristige            
Remissionen 5.560 846 6.406   6.305 6.305
Prozesse 510       155 665
Einzelrisiken Forderungen aus Factoring 351   351   35 35
Übrige 207   196 11   0
  6.628 846 6.953 11 6.495 7.005
  6.730 850 6.953 11 6.497 7.113

Die Rückstellungen für Remissionen betreffen erwartete Rücklieferungen von Verlagserzeugnissen. Den Kunden werden dafür Gutschriften in Höhe des vollen Rechnungsbetrages erteilt. Bei Romanheften, die nach dem Verfahren der körperlosen Remission vertrieben werden, erfolgt keine Rücksendung der Waren. Es wird lediglich die entsprechende Gutschrift erteilt. Bei der Ermittlung der Remissionsrückstellung wird die Remissionsquote des abgelaufenen Geschäftsjahres zu Grunde gelegt. Dabei erfolgt eine getrennte Ermittlung für verschiedene Bereiche. Der zeitliche Remissionsverlauf wird statistisch seit mehreren Jahren vom Unternehmen erfasst und verhält sich im Zeitablauf stabil. Die Schätzung der Rückstellung für Remissionen ist daher zuverlässig möglich. Die Abwicklung der Verpflichtung erfolgt zum überwiegenden Teil innerhalb der ersten acht Monate nach dem Bilanzstichtag. Erfahrungsgemäß sind die Remissionen innerhalb von 18 Monaten abgeschlossen.

Rückstellungen für laufende Prozesse sind gebildet, sofern deren Risiken angemessen abgeschätzt werden können. Diese Rückstellungen werden aufgrund von Mitteilungen und Kostenschätzungen der mit der Vertretung betrauten Anwälte ermittelt und decken alle von diesen geschätzten Gebühren und Rechtskosten sowie eventuelle Vergleichskosten ab.

Die Rückstellungen für Einzelrisiken Forderungen aus Factoring betreffen Forderungen gegen Kunden, die sich im Inkasso- oder Insolvenzverfahren befinden, soweit der Factor schon an Bastei Lübbe gezahlt hat. Da es sich um unechtes Factoring handelt, besteht insoweit die Gefahr, dass die gezahlten Beträge wieder an den Factor zurückerstattet werden müssen.

19. Finanzielle Verbindlichkeiten

Stand 31.03.2017 Stand 31.03.2016
davon mit einer Restlaufzeit von davon mit einer Restlaufzeit von
(TEUR) Gesamt bis 1 Jahr über 1 Jahr, bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt bis 1 Jahr
Verbindlichkeiten (gegenüber / aus)            
Anleihe 0 0 0 0 30.000 30.000
Saldierte Bearbeitungsgeb. 0 0 0 0 -153 -153
Zinsabgrenzung Anleihe 0 0 0 0 874 874
Kreditinstituten 38.765 4.315 34.450 0 1.553 1.553
Saldierte Bearbeitungsgeb. -198 -44 -154 0 0 0
nicht-beh. Gesellschafter 4.000 4.000 0 0 0 0
Finanzierungsleasing 0 0 0 0 107 107
Vorfinanzierung VVA 6.056 6.056 0 0 0 0
Arbeitnehmern 2.233 2.233 0 0 2.167 2.167
Kreditorische Debitoren 209 209 0 0 177 177
Derivate (Zinsswap) 141 0 141 0 0 0
Übrige 98 98 0 0 30 30
  51.304 16.867 34.437 0 34.755 34.755
Stand 31.03.2016
davon mit einer Restlaufzeit von
(TEUR) über 1 Jahr, bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten (gegenüber / aus)    
Anleihe 0 0
Saldierte Bearbeitungsgeb. 0 0
Zinsabgrenzung Anleihe 0 0
Kreditinstituten 0 0
Saldierte Bearbeitungsgeb. 0 0
nicht-beh. Gesellschafter 0 0
Finanzierungsleasing 0 0
Vorfinanzierung VVA 0 0
Arbeitnehmern 0 0
Kreditorische Debitoren 0 0
Derivate (Zinsswap) 0 0
Übrige 0 0
  0 0

Die Muttergesellschaft hatte am 26. Oktober 2011 eine Anleihe im Gesamtnennbetrag von 30 Mio. Euro begeben. Die Anleihe bestand aus 30.000 Inhaberschuldverschreibungen im Nennbetrag von je 1.000,00 Euro. Die Inhaberschuldverschreibungen wurden ab dem 26. Oktober 2011 bis zum 25. Oktober 2016 jährlich nachträglich mit nominal 6,75 % verzinst. Die Anleihe wurde im Freiverkehr an der Börse Düsseldorf und der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt und am 26. Oktober 2016 planmäßig zum Nennbetrag zuzüglich der zu diesem Zeitpunkt fälligen Zinsen zurückgezahlt.

Bereits am 5. Oktober 2015 hat die Muttergesellschaft mit einem namhaften Bankenkonsortium einen Konsortialkreditvertrag im Gesamtvolumen von 33 Mio. Euro abgeschlossen und sich zugleich eine Option auf weitere 10 Mio. Euro für mögliche Unternehmenserwerbe und sonstige strategische Investments gesichert. Der Konsortialkredit hat eine Laufzeit von sechs Jahren. Die Gesellschaft hat das Darlehen unter anderem dazu verwendet, die genannte Anleihe zurückzuzahlen. Zu diesem Konsortialvertrag wurde am 15. April 2016 ein Änderungsvertrag abgeschlossen und. am 30. Mai 2016 durch das Bankenkonsortium einer weiteren Änderung des Vertrages zugestimmt. Hierzu verweisen wir auf Angabe 4 (BuchPartner und LYX).

Die 2011 gezahlten Bearbeitungsgebühren in Höhe von insgesamt TEUR 1.340 wurden im Rahmen der fortgeführten Anschaffungskosten für die begebene Anleihe saldiert und erfolgswirksam über die Laufzeit der Anleihe (bis zum 26. Oktober 2016) verteilt. Entsprechend werden die 2015 gezahlten Bearbeitungsgebühren für das Konsortialdarlehen in Höhe von ursprünglich TEUR 264 (per 31.03.2017 noch TEUR 198) behandelt.

Die Zinsabgrenzung Anleihe betraf die Stückzinsen, die auf die Anleihe zu zahlen waren, für den Zeitraum seit dem letzten Zahltermin (26. Oktober) bis zum Bilanzstichtag.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nicht-beherrschenden Gesellschaftern bestehen aus einem Darlehen des Minderheitsgesellschafters der BuchPartner GmbH. Das Darlehen wird fest mit 3,0 % p.a. verzinst und unter den kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen, da es zwar eine unbefristete Laufzeit hat, aber jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten zum Quartalsende gekündigt werden kann. Mit einer Rückzahlung des Darlehens wird derzeit aber nicht vor Ende 2019 gerechnet.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing wurden passiviert, wenn die geleasten Vermögenswerte als wirtschaftliches Eigentum der Gesellschaft unter den Sachanlagen bilanziert sind (Finanzierungsleasing). Sie waren mit ihren Barwerten angesetzt. Im Laufe des Geschäftsjahres sind die letzten als Finanzierungsleasing qualifizierten Verträge ausgelaufen. Zum Bilanzstichtag bestehen daher daraus keine Verbindlichkeiten mehr.

Die Verbindlichkeiten aus der Vorfinanzierung VVA verweisen wir auf Angabe 9.

Zu den Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern gehören vor allem Tantiemen, Urlaubs- und Überstundenguthaben.

20. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 28.370; i. Vj.: TEUR 11.968) betreffen im Wesentlichen Honorarverbindlichkeiten gegenüber Autoren und Agenturen, Verbindlichkeiten gegenüber Druckereien, Verbindlichkeiten gegenüber anderen Verlagen, aus Beratungsleistungen und Mietverhältnissen. Die deutliche Erhöhung der Verbindlichkeiten ist in erster Linie auf die Konsolidierungskreiserweiterung zurückzuführen.

21. Sonstige Verbindlichkeiten

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Verbindlichkeiten (gegenüber/aus)    
Rechnungsabgrenzungen 2.083 1.852
Erhaltene Anzahlungen 395 1.305
Sonstige Steuern 507 350
Übrige 285 311
  3.270 3.818

Diese Verbindlichkeiten werden, sofern nicht anders angegeben, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Die erhaltenen Anzahlungen wurden von Auftraggebern als Vorfinanzierung für die Entwicklung von Computerspielen gezahlt. Bei Fertigstellung der betreffenden Computerspiele werden die dafür erhaltenen Anzahlungen umqualifiziert und als Rechnungsabgrenzungsposten über einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren aufgelöst.

Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern umfassen neben den Beträgen, für die die Gesellschaft Steuerschuldner ist, auch solche Steuern, die für Rechnung Dritter abgeführt werden (insb. Lohn- und Kirchensteuer).

Von den ausgewiesenen Beträgen haben die folgenden Restlaufzeiten von über einem Jahr:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Verbindlichkeiten (gegenüber/aus)    
Rechnungsabgrenzungen 1.359 993
Erhaltene Anzahlungen 395 1.260
Übrige 100 100
  1.854 2.353

Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach Aufwandsarten (Gesamtkostenverfahren). Die Zahlen des Geschäftsjahres sind mit denen des Vor-Geschäftsjahres nur bedingt vergleichbar, da sich der Konsolidierungskreis, insbesondere durch die zu Beginn des Konzerngeschäftsjahres 2016/2017 erfolgte Erstkonsolidierung der BuchPartner GmbH nicht unerheblich verändert hat. Die nachfolgend vorgenommenen Erläuterungen und Aufgliederungen beziehen sich auf die Posten der Gesamtergebnisrechnung einschließlich des aufgegebenen Geschäftsbereichs Räder.

22. Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr verteilen sich die Netto-Umsatzerlöse - nach Berücksichtigung von Erlösschmälerungen - auf die folgenden Geschäftsbereiche:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Bruttoerlöse Buch 52.387 54.391
Remissionen Buch -7.866 -7.148
Nettoerlöse Buch 44.521 47.243
Erlöse Lizenzen / übrige Erlöse 2.992 3.100
Erlösschmälerungen -2.175 -2.010
Segment Buch 45.338 48.333
Erlöse Retail 67.211 ---
Remissionen Retail -20.701 ---
Nettoerlöse Retail 46.510 0
Erlöse Lizenzen / übrige Erlöse 1.676 ---
Erlösschmälerungen -5.031 ---
Segment Retail 43.155 0
Erlöse Digital 33.209 26.958
Remissionen Digital -698 -807
Nettoerlöse Digital 32.511 26.151
Erlöse Lizenzen / übrige Erlöse 464 761
Erlösschmälerungen -163 -111
Segment Digital 32.812 26.801
Erlöse Non-Book 15.363 17.339
Erlöse Lizenzen / übrige Erlöse 488 450
Erlösschmälerungen -782 -804
Segment Non-Book 15.069 16.985
Bruttoerlöse Roman- und Rätselhefte 32.327 30.332
Remissionen Roman- und Rätselhefte -22.568 -20.647
Nettoerlöse Roman- und Rätselhefte 9.759 9.685
Erlöse Lizenzen / übrige Erlöse 156 133
Erlösschmälerungen 0 0
Segment Roman- und Rätselhefte 9.915 9.818
Nettoerlöse Gesamt 146.289 101.937

Die Entwicklung der Umsatzerlöse nach Regionen ist im Rahmen der Segmentberichterstattung dargestellt.

23. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Bestand Bestandsveränderung
(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016 2016/2017 2015/2016
Unfertige Erzeugnisse 583 779 -196 83
Fertige Erzeugnisse 19.863 18.647 1.216 468
      1.020 551
zuzüglich Veränderungen aus Konsolidierungskreisänderungen     2.416 0
      3.436 551

In den Veränderungen aus Konsolidierungskreisänderungen sind diejenigen aus dem Zugang LYX/INK und dem Abgang Räder enthalten.

24. Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen (TEUR 3.528 i. Vj.: TEUR 2.927) betreffen selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (im Wesentlichen Spiele) der Daedalic Entertainment GmbH. Aus Gründen der Klarheit wurde der Posten im Gegensatz zum Vorjahr getrennt von den Umsatzerlösen ausgewiesen.

25. Sonstige betriebliche Erträge

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Ertrag aus dem Verkauf "Räder" 1.653 0
Sachbezüge 250 250
Versicherungsentschädigungen, Schadenersatz 24 13
Erträge aus Urheberrechtsverletzungen 59 49
Währungskursgewinne 242 275
Mieterträge 15 14
Personalverkauf und Essensgelder 57 54
Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen 85 9
Erträge aus ausgebuchten Forderungen 66 6
Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten 17 6
Übrige 226 168
  2.694 844

26. Materialaufwand

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Aufwendungen für Honorare und Abschreibungen auf Autorenhonorare 25.551 19.828
Druck, Satz, Repro, Audiobücher 18.472 17.672
Bezug Artikelsortiment "Räder" 7.652 6.481
Bildrechte und graphische Arbeiten 1.219 882
Korrekturen, Redigieren 520 242
Handelswaren 24.194 456
Eingangsfrachtkosten 1.773 0
Hilfs- und Betriebsstoffe 1.393 0
Lizenzgebühren (Royalties) 1.274 716
Fremdleistungen Spieleentwicklung 881 399
Übrige bezogene Leistungen 805 251
  83.734 46.927

Zu den Abschreibungen auf Autorenhonorare verweisen wir auf Angabe 7.

27. Personalaufwand

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Löhne und Gehälter 25.475 19.378
Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung 2.012 1.491
Sonstige soziale Abgaben 2.572 1.772
Aufwendungen für Leistungen aus Anlass der Beendigung von Arbeitsverhältnissen 223 916
Übrige 358 452
  30.640 24.009

28. Sonstige betriebliche Aufwendungen

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Betriebsaufwendungen        
Mieten und sonstige Raumkosten 3.094   2.211  
Leasingaufwendungen 330   86  
Instandhaltungskosten 278   277  
Sonstige Betriebsaufwendungen 145 3.847 73 2.647
Verwaltungsaufwendungen        
Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten 4.090   2.986  
Kfz-Kosten 1.063   628  
Externe Datenverarbeitungskosten 1.233   862  
Telefon, Porto, Internet 605   549  
sonstige Personalkosten 592   398  
Bürobedarf, Zeitschriften 132   219  
Bewirtungsaufwendungen 146   146  
Versicherungen 147   110  
Beiträge, Gebühren 263   272  
Sonstige Verwaltungsaufwendungen 1.690 9.961 1.193 7.363
Vertriebsaufwendungen        
Werbe- und Reisekosten 9.908   9.101  
Ausgangsfrachten, Transport- und Lagerkosten 6.155   5.800  
Personal-Leasing, Fremdarbeiten 3.563   20  
Verkaufsprovisionen 1.992   1.737  
Vertriebskosten eBook 378   157  
Sonstige Vertriebsaufwendungen 312 22.308 296 17.111
Neutrale Aufwendungen        
Verluste aus der Entkonsolidierung von At-Equity bewerteten Beteiligungen 0   1.375  
Wertberichtigungen auf Forderungen 78   327  
Währungskursverluste 228   131  
Verluste aus Anlagenabgängen 3   5  
Spenden 14   16  
Sonstige neutrale Aufwendungen 55 378 35 1.889
    36.494   29.010

Die in den neutralen Aufwendungen enthaltenen Wertberichtigungen auf Forderungen enthalten neben Einzelwertberichtigungen (insbesondere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) auch Ausbuchungen von Forderungen.

29. Beteiligungsergebnis

Das Beteiligungsergebnis resultiert aus den folgenden Gesellschaften:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Ergebnis aus At-Equity bewerteten Beteiligungen    
PRÄSENTA PROMOTION INTERNATIONAL GmbH --- 31
  --- 31
Übriges Beteiligungsergebnis    
MoBa GmbH, Brünn / Tschechien 264 265
diverse Pressevertriebsgesellschaften 85 131
  349 396
  349 427

30. Abschreibungen

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Planmäßige Abschreibungen    
Immaterielle Vermögenswerte 4.312 2.853
Sachanlagen 1.123 1.015
  5.435 3.868
Außerplanmäßige Wertminderungen    
Immaterielle Vermögenswerte 0 0
Sachanlagen 0 0
Finanzanlagen 312 0
  312 0
  5.747 3.868

Im Geschäftsjahr wurde unter Berücksichtigung zurückgewährter Anteile an der oolipo AG eine außerplanmäßige Wertminderung auf die erst im Laufe des Geschäftsjahres erworbene Beteiligung an der Blue Sky Digital Venture Fund, Luxemburg, in Höhe von TEUR 221 vorgenommen, weil sich die Fondsgesellschaft aufgelöst hat. Stattdessen erhielt Bastei Lübbe anteilig die von der Gesellschaft erworbenen und gehaltenen Anteile an der oolipo AG (auf Bastei Lübbe entfielen 924 Anteile = 1,848 %). Darüber hinaus wurde die Beteiligung an der Bastei LLC, Santa Monica/USA, um TEUR 91 außerplanmäßig wertgemindert, weil deren Geschäftsbetrieb eingestellt werden soll und keine nennenswerten Rückflüsse erwartet werden.

Ansonsten waren außerplanmäßige Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sach- und Finanzanlagen - sei es im Rahmen von Impairment-Tests oder aus anderen Gründen - weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr erforderlich.

31. Finanzergebnis

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Finanzerträge        
Erträge aus Tages-/Festgeldkonten 0   5  
Erträge aus der Aufzinsung langfristiger Forderungen aus L+L 32   48  
Zinserträge aus verbundenen Unternehmen 0   -49  
Zinserträge aus assoziierten Unternehmen 68   80  
Zinsertrag aus dem Deckungsvermögen zu den Altersteilzeitrückstellungen 5   9  
Übrige 7 112 10 103
Finanzierungsaufwendungen        
Zinsaufwand aus Anleihe -1.151   -2.025  
Bearbeitungsgebühren Anleihe -153   -268  
Zinsaufwand Konsortialdarlehen -783   -49  
Bearbeitungsgebühren Konsortialdarlehen -44   -22  
Zinsaufwand sonstige langfristige Bankdarlehen -110   0  
Zinsaufwand Darlehen nicht-beherrschender Gesellschafter -124   0  
Zinsaufwand aus Factoring -151   0  
Aufwand aus Zinsderivaten -174   0  
Zinsaufwand Prozesskosten -142   0  
Zinsanteil an den Leasingraten aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen 0   -22  
Aufwendungen aus der Abzinsung langfristiger Forderungen aus L+L -24   -20  
Aufwand aus Kontokorrentkonten -107   -8  
Übrige -39 -3.002 -4 -2.418
Finanzergebnis   -2.890   -2.315

32. Ertragsteueraufwendungen

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Gezahlte bzw. geschuldete Steuern    
für das laufende Jahr 982 1.021
für Vorjahre -128 570
  854 1.591
Latente Steuern    
auf temporäre Differenzen -271 -121
auf Veränderung Verlustvorträge -900 -632
  -1.171 -753
  -317 838

Zu den bilanziellen Veränderungen aus Ertragsteuern wird darüber hinaus auf Angabe 10 verwiesen.

Der tatsächliche Ertragsteueraufwand lässt sich aus dem erwarteten Steueraufwand für das abgelaufene Geschäftsjahr wie folgt ableiten:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Ergebnis vor Ertragsteuern -3.209 557
Erwarteter Ertragsteueraufwand (32,45 %) -1.041 181
Steuersatzdifferenzen -66 -24
Differenzen in langfristigen Vermögenswerten 0 -281
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben / steuerfreie Erträge / Sonderbereich 304 482
Gewerbesteuerliche Korrekturen 126 130
At-Equity bewerteten Beteiligungen 0 -168
Nichtansatz latente Steuern auf Verlustvorträge 335 322
Erstansatz latente Steuern auf Verlustvorträge aus Vorjahren 0 -363
Anpassung latente Steuern aufgrund Änderungen Vorjahre 192 0
Steuern Vorjahre -128 570
Sonstige -39 -11
Tatsächlicher Ertragsteueraufwand -317 838

33. Anteile am Periodenergebnis, das auf Eigenkapitalanteile nicht-beherrschender Gesellschafter entfällt

Bei den auf die nicht-beherrschenden Anteile von BuchPartner, Daedalic, oolipo, Blue Sky und BookRix entfallenden Ergebnisanteilen von TEUR -783 handelt es sich um die Summe der jeweiligen Verlustanteile. Im Vorjahr betraf die Summe der Ergebnisanteile (TEUR -192) die anteiligen Verluste oolipo und Blue Sky (in Summe TEUR 162) sowie die Anteile am Periodenüberschuss Daedalic und BookRix (in Summe TEUR 354), s. auch Angabe 15. Zu weiteren Finanzinformationen bezüglich der nicht-beherrschenden Anteile verweisen wir auf Angabe 4.

Sonstige Angaben

34. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung

Die nach der indirekten Methode erstellte Kapitalflussrechnung zeigt gemäß IAS 7 (Cashflow Statements), wie sich die Zahlungsmittel im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse verändert haben.

Die Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Der Zahlungsmittelbestand umfasst Schecks und Kassenbestand sowie die Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von weniger als drei Monaten. Sie entsprechen der Bilanzposition "Zahlungsmittel und -äquivalente".

Der Gesamtbetrag (Saldo) der im abgelaufenen Geschäftsjahr geleisteten Ertragsteuerzahlungen beträgt TEUR 3.356 (i. Vj.: TEUR 3.273) und der geleisteten Zinszahlungen TEUR 2.423 (i. Vj.: TEUR 1.989). Die Ertragsteuer- und Zinszahlungen sind dem Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet.

Das Periodenergebnis (TEUR -2.892, i. Vj.: TEUR -281) hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.611 verringert. Nach Hinzurechnung der aufgrund hoher Investitionen - vor allem im digitalen Bereich - gestiegenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen (TEUR 5.435; i.Vj.: TEUR 3.868) sowie der Abschreibungen auf Autorenhonorare, die insbesondere aufgrund der außerplanmäßigen Wertberichtigungen von - saldiert mit Wertaufholungen - TEUR 5.198 von TEUR 7.174 im Vorjahr auf TEUR 11.534 im Geschäftsjahr 2016/2017 zugenommen haben, liegt der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit bei TEUR 11.505 (i. Vj.: TEUR -2.209) und ist damit um TEUR 13.714 gestiegen. Dazu beigetragen hat insbesondere die hohe Mittelfreisetzung durch die konsolidierungskreisbereinigte Minderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 9.852 bei gleichzeitiger Erhöhung der entsprechenden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 7.269.

Aus dem Bereich der Investitionstätigkeit resultiert im Berichtsjahr aufgrund der weiterhin hohen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (TEUR 6.515, davon TEUR 4.849 bei der Tochtergesellschaft Daedalic) sowie der Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen (TEUR 3.444, davon Darlehen Räder GmbH mit TEUR 2.835) und Sachanlagen (TEUR 1.052) ein Mittelabfluss in Höhe von TEUR 12.325 (i. Vj.: TEUR 8.632). Dabei wurden die Auszahlungen für den Erwerb von BuchPartner und der Label LYX/INK (in Summe TEUR 15.808) durch die Einzahlungen aus dem Verkauf der Geschäftssparte Räder (TEUR 14.322) beinahe kompensiert.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit weist im Berichtsjahr einen Mittelzufluss von insgesamt TEUR 1.980 (i. Vj.: Mittelabfluss TEUR 2.223) aus. Hier überstiegen die Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten die Summe aus deren Tilgungen sowie der Rückzahlung der Anleihe im Oktober 2016 um TEUR 2.479.

Im Geschäftsjahr ergab sich damit insgesamt - unter Berücksichtigung einer konsolidierungskreisbedingten Minderung des Zahlungsmittelbestandes durch die Entkonsolidierung von Blue Sky - eine zahlungswirksame Erhöhung des Zahlungsmittelbestandes um TEUR 1.160 (i. Vj.: Minderung um TEUR 13.064).

35. Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung folgt den internen Management- und Berichterstattungsstrukturen. Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Bastei Lübbe Konzern nach Produkten bzw. deren Vertriebswegen in Geschäftseinheiten unterteilt. Die Geschäftseinheiten werden jeweils vom Vorstand anhand des EBITDA überwacht. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträgen) sowie die Ertragsteuern werden konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet. Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftssegmenten werden anhand marktüblicher Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Mit dem Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der BuchPartner GmbH Anfang des Geschäftsjahres wurde ein weiteres eigenständiges Segment "Retail" in die konzerninterne Berichterstattung und demzufolge auch in die Segmentberichterstattung gemäß IAS 34 aufgenommen, dem ausschließlich die BuchPartner GmbH zugeordnet ist. Im Übrigen blieb die Segmentstruktur im Vergleich zum 31. März 2016 unverändert.

Buch

Retail

Digital

Non-Book

Romanhefte und Rätselmagazine

Buch

Das Segment "Buch" beinhaltet sämtliche Druckerzeugnisse von Büchern. Die Produkte werden unter diversen Labels, unter anderem als Hardcover, Paperback und Taschenbuch vertrieben.

Retail

Im Segment "Retail" wird die 51-%ige Beteiligung an der BuchPartner GmbH in Darmstadt konsolidiert. Die BuchPartner GmbH ist Deutschlands führender Großhändler, der insbesondere die Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen in Deutschland mit Büchern versorgt. Zu den Kunden von BuchPartner gehören nahezu alle großen Lebensmitteleinzelhandelskonzerne. BuchPartner belieferte zum Bilanzstichtag mehr als 4.000, Stand heute bereits rund 5.200 Einzelgeschäfte. Während sich die Segmente Buch und Digital mit der Herstellung von Produkten beschäftigen, umfasst das Segment Retail den Verkauf der Erzeugnisse.

Digital

Zum Segment "Digital" gehören die digitalen eBook- und Audio-Erzeugnisse der Bastei Lübbe AG sowie die Tochtergesellschaften Daedalic Entertainment GmbH (Gameentwickler und Publisher), oolipo AG (Streaming-Plattform), BookRix GmbH & Co. KG (Selfpublishing-Plattform) und BEAM Shop GmbH (eBook-Shop).

Non-Book

Das Segment "Non-Book" umfasste bis zum 31. Dezember 2016 insbesondere Geschenkartikel, die unter dem Label Räder vertrieben werden, sowie Merchandising und ähnliche Artikel. Außerdem gehörten die Aktivitäten der im Geschäftsjahr 2015/2016 veräußerten Beteiligung an der PRÄSENTA PROMOTION INTERNATIONAL GmbH, Solingen, (At-Equity bewertet) diesem Segment an. Mit der Veräußerung der Geschäftssparte Räder zum 1. Januar 2017 gibt es dieses Segment im Bastei Lübbe-Konzern nicht mehr.

Romanhefte und Rätselmagazine

Das Segment "Romanhefte und Rätselmagazine" beinhaltet die physischen Romanhefte - hierunter finden sich die sogenannten Frauenromane sowie die Spannungsromane wieder - und Rätselmagazine.

Die Segmente stellen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt dar:

Buch Retail Digital
(TEUR) 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016
Segmentumsatzerlöse 48.689 48.333 43.155 --- 33.012 27.227
Innenumsatzerlöse 3.351 0 0 --- 200 426
Außenumsatzerlöse 45.338 48.333 43.155 --- 32.812 26.801
EBITDA -2.201 2.181 -414 --- 2.762 1.428
darin enthalten:            
- außerplanmäßige Wertminderungen -8.045 -2.610 -709 --- -2.079 -709
- Wertaufholungen 542 554 -70 --- 269 98
- Beteiligungsergebnis 0 0 0 --- 0 0
Abschreibungen 190 666 1.177 --- 3.937 2.465
EBIT -2.391 1.515 -1.591 --- -1.175 -1.037
Finanzergebnis            
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)            
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag            
Periodenergebnis            
Non-Book Romanhefte u. Rätselmagazine Gesamt
(TEUR) 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016
Segmentumsatzerlöse 15.069 16.985 9.915 9.818 149.840 102.363
Innenumsatzerlöse 0 0 0 0 3.551 426
Außenumsatzerlöse 15.069 16.985 9.915 9.818 146.289 101.937
EBITDA 3.573 1.392 1.708 1.739 5.428 6.740
darin enthalten:            
- außerplanmäßige Wertminderungen -80 -517 0 0 -10.913 -3.836
- Wertaufholungen 14 30 0 0 755 682
- Beteiligungsergebnis 0 31 349 396 349 427
Abschreibungen 333 556 110 181 5.747 3.868
EBIT 3.240 836 1.598 1.558 -319 2.872
Finanzergebnis         -2.890 -2.315
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)         -3.209 557
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag         317 -838
Periodenergebnis         -2.892 -281

Die außerplanmäßigen Wertminderungen und Wertaufholungen beinhalten solche aus vorausgezahlten Autorenhonoraren (s. Angabe 7), aus Vorräten (s. Angabe 11) und aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (s. Angabe 12).

Auch die Umsatzerlöse des Segmentes "Retail" betreffen fast ausschließlich die Produkte des Segmentes "Buch", also Bücher. Die folgende Tabelle gibt die geografisch abgegrenzten Umsatzerlöse für die Segmente wieder:

Deutschland Ausland Gesamt
(TEUR) 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016
Außenumsatzerlöse 122.583 82.735 23.706 19.202 146.289 101.937

Die Umsatzerlöse sind nach Sitz des Kunden den Regionen zugeordnet. Die Auslandsumsätze entfallen im Wesentlichen auf Österreich, Luxemburg und die Schweiz.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Bastei Lübbe mit seinen beiden größten Kunden Umsatzsteigerungen erzielt. Aufgrund des Anstiegs des Konzernumsatzes bedingt durch die erstmalige Konsolidierung der Mehrheitsbeteiligung an der BuchPartner GmbH wurde jedoch mit keinem Kunden ein Umsatz von mehr als 10 % des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Im Vorjahr erzielte Bastei Lübbe mit seinen beiden größten Kunden annähernd bzw. über 10 % seiner Umsatzerlöse. Die Summe der mit diesen Kunden erzielten Erlöse verteilte sich wie folgt auf die Segmente:

Buch Digital Retail Gesamt
(TEUR) 2015/2016 2015/2016 2015/2016 2015/2016
  14.230 4.473 1.185 19.888

Eine Segmentierung von Vermögen, Verbindlichkeiten und Investitionen auf Basis der operativen Geschäftsfelder wird nicht vorgenommen, da diese Kennzahlen nicht als Steuerungsgrößen auf Segmentebene verwendet werden.

Bastei Lübbe unterhält ausschließlich Betriebsstätten in Deutschland. Daher erübrigt sich eine Aufgliederung von Segmentvermögen und -schulden nach geografischen Aspekten.

36. Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement des Konzerns stellt sicher, dass die Ziele und Strategien im Interesse der Anteilseigner und seiner Mitarbeiter erreicht werden können. Mindestverzinsung und Eigenkapitalrendite stehen im Fokus des Managements. Hierbei wird ein möglichst hoher Wertzuwachs des Konzerns und seiner Teilbereiche angestrebt, der allen Anspruchsgruppen des Unternehmens zugutekommt.

Im Rahmen des Kapitalmanagements ist der Vorstand bestrebt, eine starke Eigenkapitalbasis sicherzustellen, um damit das Vertrauen von Investoren, potenziellen Anlegern und Vertragspartnern in Bezug auf die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit von Bastei Lübbe zu stärken und die zukünftige Weiterentwicklung des Geschäftes zu garantieren. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wird insbesondere beabsichtigt, nachhaltig einen größeren Anteil des Periodenergebnisses zu thesaurieren. Die Beteiligung von Arbeitnehmern am Unternehmen in Form von Aktienprogrammen für Arbeitnehmer ist bisher nicht vorgesehen

Folgende Kennzahlen sind dabei im Rahmen des Kapitalmanagements von besonderer Bedeutung:

Eigenkapital- bzw. Fremdkapitalquote

Verhältnis Nettofinanzverschuldung zu Konzern-EBITDA

Bastei Lübbe strebt grundsätzlich eine Eigenkapitalquote von mehr als 40 % sowie ein Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zu Konzern-EBITDA (= Verschuldungsgrad) von 2,5 oder weniger an. Die Eigenkapitalquote im Konzern betrug zum 31. März 2017 34,92 %; der (um Sondereffekte bereinigte) Verschuldungsgrad betrug zum selben Zeitpunkt 3,88.

Der genannte Verschuldungsgrad auf Konzernebene ist vor allem deshalb für die Steuerung des Konzerns von wesentlicher Bedeutung, weil er - neben dem EBITDA im Einzelabschluss der Bastei Lübbe AG - im Rahmen des Konsortialkreditvertrages als eine der Kennzahlen (Covenants) festgelegt wurde, die es einzuhalten gilt, um weiterhin die benötigten Finanzmittel zu den vereinbarten günstigen Konditionen zu erhalten. Die Kreditgeber besitzen ein Sonderkündigungsrecht im Falle der Nichteinhaltung der Kennzahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Covenants, obwohl das EBITDA im Einzel- und Konzernabschluss schlechter als erwartet ausgefallen ist, eingehalten.

37. Finanzinstrumente

Im Konzernabschluss sind die folgenden Finanzinstrumente - nach den gemäß IAS 39 festgelegten Kategorien ausgewiesen:

Buchwert Zeitwert
(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016 31.03.2017 31.03.2016
Aktiva        
Kredite und Forderungen        
Zahlungsmittel und -äquivalente 1.203 593 1.203 593
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20.699 19.338 20.699 19.338
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte 4.048 4.955 4.048 4.955
Zur Veräußerung verfügbar        
Beteiligungen 1.235 1.075 --- ---
  27.185 25.961 25.950 24.886
Passiva        
Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten        
... aus Lieferungen und Leistungen 28.370 11.968 28.370 11.968
... aus der begebenen Anleihe 0 30.721 0 31.324
... gegenüber Kreditinstituten 38.765 1.553 38.765 1.553
... aus Finanzierungsleasing 0 107 0 107
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 12.398 2.374 12.398 2.374
Zu Handelszwecken gehalten        
Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 141 0 141 0
  79.674 46.723 79.674 47.326

Die zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte angewandten Methoden und Annahmen stellen sich wie folgt dar:

Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten kommen hauptsächlich aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Buchwert sehr nahe.

Langfristige Forderungen, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden, werden von der Gesellschaft basierend auf Parametern wie Zinssätzen und Kreditwürdigkeit bewertet. Zu den Bilanzstichtagen unterschieden sich die Buchwerte dieser Forderungen nicht wesentlich von ihren beizulegenden Zeitwerten.

Der beizulegende Zeitwert der am 26. Oktober 2016 planmäßig zurückgezahlten börsennotierten Anleihe basierte bis dahin auf Preisnotierungen zu den Abschlussstichtagen.

Der beizulegende Zeitwert von Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen wird durch Diskontierung der künftigen Cashflows unter Verwendung von derzeit für Fremdkapital zu vergleichbaren Konditionen, Ausfallrisiken und Restlaufzeiten verfügbaren Zinssätzen ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der zur Veräußerung verfügbaren Beteiligungen wird, da keine notierten Marktpreise in einem aktiven Markt bestehen und der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden kann, nicht ermittelt. Bei diesen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten handelt es sich um Beteiligungen an nicht in den Konzernabschluss einbezogene Unternehmen (verbundene, assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen sowie sonstige Beteiligungen, insbesondere Pressevertriebsgesellschaften). Aufgrund fehlender Markttransaktionen und fehlender Kenntnis über die Parameter, die den beizulegenden Wert der Vermögenswerte wesentlich beeinflussen, unterblieb dessen Ermittlung. Die Gesellschaft beabsichtigt derzeit nicht, die Vermögenswerte zu veräußern.

Der beizulegende Zeitwert der zu Handelszwecken gehaltenen Derivate ohne Sicherungsbeziehung (Zinsswap) wird von dem verwaltenden Kreditinstitut vom Mid Market-Preis abgeleitet.

Bastei Lübbe verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte:

Stufe 1: auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte (unverändert übernommene) Preise

Stufe 2: Input-Faktoren - außer Preisen gemäß Stufe 1 -, die sich für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt oder indirekt beobachten lassen und

Stufe 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes sämtlicher in der Bilanz erfassten und in diesem Anhang erläuterten Finanzinstrumente beruht entweder auf notierten Preisen der Stufe 1 (ausschließlich die begebene Anleihe) oder auf Informations- und Inputfaktoren der oben umschriebenen Stufe 2. Durch die Verwendung beobachtbarer Marktparameter weicht die Bewertung nicht von allgemeinen Marktannahmen ab. Finanzinstrumente der Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie liegen nicht vor.

Nachfolgend werden die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Nettogewinne und -verluste nach den Gruppen von Finanzinstrumenten und Kategorien dargestellt (jeweils ohne Zinsen und Dividenden).

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Kredite und Forderungen 111 -202
Zur Veräußerung verfügbar -312 0
Verbindlichkeiten, bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten -6 41
Zu Handelszwecken gehalten -141 0
  -207 -161

Die Nettogewinne bzw. -verluste der Kategorien "Kredite und Forderungen" betreffen insbesondere Wertberichtigungen, teilweise kompensiert durch Kursgewinne aus Währungsdifferenzen. Bei den Nettoverlusten der Kategorie "Zur Veräußerung verfügbar" handelt es sich um Abschreibungen auf Finanzanlagen. Das Nettoergebnis der Kategorie "Verbindlichkeiten betrifft neben Ausbuchungen die Ergebnisse aus der Währungsumrechnung.

Die Gesamtzinserträge und Gesamtzinsaufwendungen für diejenigen Finanzinstrumente, die zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet werden betragen: TEUR 76 (Erträge, i. Vj.: TEUR 64) bzw. TEUR -2.623 (Aufwendungen, i. Vj.: TEUR -2.394).

Bei den langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden aus der Folgebewertung Zinserträge nach Maßgabe der Effektivzinsmethode in Höhe von TEUR 32 (i. Vj.: TEUR 48) im Zinsergebnis erfasst.

38. Finanzielles Risikomanagement

Bastei Lübbe unterliegt hinsichtlich seiner Finanzinstrumente Bonitäts-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken. Die Aufgabe des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch gezielte Aktivitäten zu begrenzen.

Bonitätsrisiko

Kreditrisiken im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Bastei Lübbe teilweise in Form von Warenkreditversicherungen abgesichert. Forderungen größer TEUR 50 aus dem Buchbereich sind über eine Warenkreditversicherung versichert. Die Einhaltung des jeweiligen Warenkreditlimits wird in monatlichen Abständen überwacht. Im Romanheft- und Rätselmagazinbereich gibt es im Wesentlichen einen Hauptkunden. Die Forderungen sind nicht von der Warenkreditversicherung abgedeckt. Diese Forderungen werden regelmäßig auf die Einhaltung der vereinbarten Zahlungsbedingungen überprüft.

Hinzu kommt, dass ein Großteil der verkauften Bücher, Merchandisingartikel etc. über die VVA (Bertelsmann-Tochter in Gütersloh) ausgeliefert wird. Aufgrund eines unechten Factorings liquidiert die VVA die Forderung auch gegenüber den Kunden, meistens Buchhändlern. Diese Dienstleistung erbringt die VVA für eine Vielzahl von Verlagen, unter anderem auch die Random House-Gruppe. Die VVA hat ein eigenes Risikomanagementsystem, das die Bonität der einzelnen Schuldner auf Grundlage der Gesamtzahlungen überprüft. Die VVA spricht hier gegenüber ihren Vertragspartnern, mithin auch Bastei Lübbe, regelmäßig und rechtzeitig Warnungen aus, sofern sich das Zahlungsverhalten einzelner Kunden ändert und verschlechtert. In Abstimmung mit Bastei Lübbe werden diese Kunden dann für weitere Belieferungen gesperrt.

Das maximale Ausfallrisiko finanzieller Vermögenswerte beträgt TEUR 21.811 (i. Vj.: TEUR 20.101) und ermittelt sich wie folgt:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Summe Finanzinstrumente Aktiva 27.185 25.961
abzgl. warenkreditversicherte Forderungen -5.971 -6.511
zzgl. Selbstbehalt (davon 10 %) 597 651
  21.811 20.101

Liquiditätsrisiko

Die bei Bastei Lübbe benötigte Liquidität wird - nachdem die im Oktober 2011 begebene Anleihe am 26. Oktober 2016 planmäßig zurückgezahlt wurde - vor allem durch den bereits im Oktober 2015 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag mit einem Volumen von inzwischen insgesamt 53 Mio. Euro sichergestellt. Zudem verfügt Bastei Lübbe bei den drei Hausbanken über eine Kontokorrentkreditlinie, die allerdings zurzeit nicht in Anspruch genommen wird. Eine auf Tagesbasis beruhende Ein- und Ausgangsplanung gewährleistet einen permanenten täglichen Überblick über den Liquiditätsbedarf. Zusätzlich wird der Ist-Liquiditätsbedarf mit der Planung abgeglichen und eventuelle Unterschiede analysiert.

Zur Beurteilung des Liquiditätsrisikos kann die folgende Analyse der vereinbarten Fälligkeitstermine für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie finanzielle Verbindlichkeiten herangezogen werden:

Stand 31.03.2016
undiskontierte Mittelabflüsse
(TEUR) Buchwert gesamt bis 30 Tage >30 Tage, bis 180 Tage >180 Tage, bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindl. aus Lief. u. Leist. 11.968 12.142 4.388 5.866 1.888 0
Anleihe, inkl. Zinsen 30.874 32.025 0 0 32.025 0
Verb. ggü. Kreditinstituten 1.553 1.554 1.164 390 0 0
Verb. ggü. nicht-beherr. Ges.ter 0 0 0 0 0 0
Finanzierungsleasing 107 147 29 74 44 0
Sonstige originäre finanz. Verb. 2.374 2.566 94 2.202 270 0
  46.876 48.434 5.675 8.532 34.227 0
Stand 31.03.2017
undiskontierte Mittelabflüsse
(TEUR) Buchwert gesamt bis 30 Tage >30 Tage, bis 180 Tage >180 Tage, bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindl. aus Lief. u. Leist. 28.370 28.370 10.895 12.829 4.646 0
Anleihe, inkl. Zinsen 0 0 0 0 0 0
Verb. ggü. Kreditinstituten 38.765 38.873 505 1.854 1.854 34.660
Verb. ggü. nicht-beherr. Ges.ter 4.000 4.290 9 44 53 4.184
Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0 0
Sonstige originäre finanz. Verb. 2.540 3.025 887 1.978 160 0
  73.675 74.558 12.296 16.705 6.713 38.844

In den Bruttozu-/-abflüssen sind neben den Buchwerten der Verbindlichkeiten insbesondere künftige Zinszahlungsverpflichtungen enthalten. Die mit den Anschaffungskosten der Anleihe bzw. des Konsortialdarlehens verrechneten Bearbeitungsgebühren sind hier nicht berücksichtigt, da der Mittelabfluss daraus bereits erfolgt ist. Hinsichtlich des Zinsswaps wird aufgrund des relativ niedrigen negativen Marktwertes unterstellt, dass sich die getauschten Zahlungsströme ausgleichen. Für die im Rahmen der Vorfinanzierung von der VVA vorab erhaltenen Beträge betreffend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (s. Angabe 19) wird es in der Zukunft nicht zu einem Zahlungsabfluss kommen

Währungsrisiko

Die aus Verträgen resultierenden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden durch Devisentermingeschäfte mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgesichert.

Auf der Forderungsseite wurden in den letzten Jahren keine Absicherungen benötigt, da fast alle Geschäfte in Euro abgeschlossen wurden oder die Forderungen in fremder Währung von untergeordneter Bedeutung waren.

Auf der Seite der Verbindlichkeiten wurden bisher regelmäßig Devisentermingeschäfte mit Laufzeitoption für Einkäufe in US-Dollar geschlossen. Nach der Veräußerung der Geschäftssparte "Räder" wurden keine solchen Geschäfte mehr abgeschlossen. Demzufolge bestehen zum Stichtag keine Devisentermingeschäfte mehr.

Eine Veränderung jeglicher Währungskurse in erwartbaren Schwankungsbreiten hätte keine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.

Zinsrisiko

Zinsänderungsrisiken wird gegebenenfalls mit jeweils geeigneten Instrumenten des Derivatemarktes (z.B. Tausch feste gegen variable Zinsen) begegnet. Aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus des Geldmarktes wird für kurzfristige Kontokorrent-Inanspruchnahmen eine variable Verzinsung akzeptiert.

Zur Begrenzung des Zinsrisikos eines Teils des langfristigen Konsortialdarlehens wurde am 26. Oktober 2016 ein Zinsswap-Geschäft für ein Kreditvolumen von ursprünglich 10 Mio. Euro mit einer Laufzeit bis zum 26. November 2021 und einem festen Zinssatz von 0,75 % abgeschlossen. Der Nominalbetrag des Derivates reduziert sich alle drei Monate um 0,5 Mio. Euro und beträgt demzufolge am Bilanzstichtag noch 9,5 Mio. Euro.

Zum 31. März 2017 ergibt sich ein (negativer) Marktwert (Fair Value) des Zinsderivates in Höhe von TEUR -141, der unter den langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen ist.

Bastei Lübbe hat darüber hinaus ausschließlich fest oder niedrigverzinsliche finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Eine Änderung der Zinssätze in erwartbaren Schwankungsbreiten hätte somit keinen wesentlichen Einfluss auf das Konzernergebnis.

39. Haftungsverhältnisse, Operate Leasing und sonstige finanzielle Verpflichtungen

(a) Eventualverbindlichkeit aus gesamtschuldnerischer Haftung für Avale und Barvorschüsse, Bestellobligo

Zum Bilanzstichtag bestehen keine Eventualverbindlichkeiten, über die an dieser Stelle zu berichten wäre.

Das Bestellobligo für Autorenhonorare am Bilanzstichtag beträgt TEUR 23.695 (i. Vj.: TEUR 22.718). Die Zahlungstermine sind abhängig vom Eintritt im jeweiligen Vertrag geregelter Ereignisse, z. B. der Einreichung des Manuskriptes für ein eingekauftes Werk.

(b) Operate Leasing

Neben den als finanzielle Verbindlichkeiten bereits erläuterten Finanzierungsleasingverhältnissen (vgl. Angabe 19) bestehen Miet- bzw. Leasingverhältnisse (Grundstücke, Büroräume und -gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung, wie zum Beispiel Fahrzeuge und Büromaschinen), die nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt als Operate-Leasingverhältnisse zu qualifizieren sind. In den zugrunde liegenden Verträgen sind die branchenüblichen Verlängerungs- und Kaufoptionen vereinbart. Die Büroimmobilien sind für noch neun Jahre fest gemietet. Bei zwei Mietobjekten erfolgt eine Verlängerung um ein bzw. zwei Jahre, falls nicht eine der Parteien spätestens zwölf bzw. neun Monate vor Ende des Mietverhältnisses dieser Verlängerung widerspricht. Weiterhin besteht bei diesen beiden Mietobjekten jeweils eine Verlängerungsoption um fünf Jahre am Ende des Mietvertrages.

Im abgelaufenen Jahr wurden im Rahmen dieser Verträge laufende Miet- und Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 3.312 (i. Vj.: TEUR 2.006) geleistet. Die unkündbaren Mindestleasingzahlungen aus den zum Bilanzstichtag bestehenden Operate-Leasingverhältnissen werden in den Folgejahren wie folgt fällig:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
innerhalb eines Jahres 2.726 2.569
zwischen 1 und 5 Jahren 9.013 6.974
in mehr als fünf Jahren 3.022 1.012
  14.761 10.555

(c) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Fälligkeiten der übrigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen, insbesondere Wartungsverträge, stellen sich wie folgt dar:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
innerhalb eines Jahres 500 561
zwischen 1 und 5 Jahren 62 225
in mehr als fünf Jahren 0 0
  562 786

40. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mehrheitsaktionär der Bastei Lübbe AG war bis zu seinem Tod am 13. Oktober 2014 Herr Stefan Lübbe und zwar unmittelbar durch die von ihm selbst gehaltenen Anteilen zuzüglich mittelbar durch die ihm zuzurechnenden Anteile, die durch die Lübbe Beteiligungs GmbH, Köln, gehalten wurden. Seither hat seine Ehefrau, Frau Birgit Lübbe, diese Position inne. Am 26. November 2014 wurde mit Birgit Lübbe ein Vertrag zur Wahrnehmung von Repräsentationsaufgaben geschlossen. Im Geschäftsjahr 2016/2017 sind daraus TEUR 128 (i. Vj.: TEUR 129) Honorare und Spesen angefallen. Weitere Geschäfte mit den Mehrheitsaktionären der Bastei Lübbe AG wurden nicht getätigt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Rechtsgeschäfte mit sonstigen nahestehenden Unternehmen und Personen durchgeführt. Diese sind wie folgt in die Konzern-Erfolgsrechnung der Bastei Lübbe AG eingeflossen:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Verbundene Unternehmen    
Verkäufe von Gütern 188 43
Bezogene Dienstleistungen -13 -2
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1 -7
Zinserträge 18 24
  192 58
Assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen    
Verkäufe von Gütern 0 13
Geleistete Dienstleistungen 273 50
Erlösschmälerungen -339 0
Käufe von Gütern 0 -8
Bezogene Dienstleistungen -1 0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -36 -11
Zinserträge 51 8
  -52 52
Vorstände/Aufsichtsräte und diesen nahestehende Personen (ohne Organbezüge)    
Sonstige betriebliche Aufwendungen -510 -623
  -510 -623
  -370 -513

Zum Stichtag sind die folgenden Forderungen und Verbindlichkeiten mit nahestehenden Unternehmen und Personen in der Konzernbilanz enthalten:

(TEUR) 31.03.2017 31.03.2016
Verbundene Unternehmen    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 161 121
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -5 -2
Sonstige Forderungen 667 594
  823 713
Assoziierte Unternehmen und sonstige Beteiligungen    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 245 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -345 0
Sonstige Forderungen 3.130 252
Sonstige Verbindlichkeiten -116 0
  2.914 252
Vorstände/Aufsichtsräte und diesen nahestehende Personen (ohne Organbezüge)    
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -247 0
Sonstige Forderungen 394 96
  147 96
  3.884 1.061

41. Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die Entsprechenserklärung ist auf der Internetseite der Bastei Lübbe AG unter "https://www.luebbe.com/de/investor-relations/corporate-governance/entsprechenserklaerung" dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

42. Organe

Mit Wirkung zum Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung am 30. November 2016 haben die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrates:

Dr. Friedrich Wehrle, Stuttgart (Vorsitzender), Diplom-Kaufmann

Herr Dr. Wehrle ist Gesellschafter der Outstore GmbH, Gesellschafter der FST Marketing GmbH und Beirat der JahrTopSpecial Verlag GmbH & Co KG.

Prof. Dr. Michael Nelles, Essen (stellvertretender Vorsitzender), Ökonom

Herr Prof. Dr. Nelles ist Vorstandsvorsitzender der Conpair AG, Geschäftsführer der Nelles Vermögensverwaltungs GmbH, Beirat der Börse Düsseldorf und Aufsichtsratsvorsitzender der oolipo AG.

Prof. Dr. Gordian Hasselblatt, Köln, Rechtsanwalt

Herr Prof. Dr. Hasselblatt ist Partner der CMS Hasche Sigle Partnerschaft von Rechtsanwälten und Steuerberatern

ihre Mandate niedergelegt. Als neue Mitglieder des Aufsichtsrates wurden von der genannten Hauptversammlung gewählt:

Robert Stein, Köln (Vorsitzender), Dipl.-Betriebswirt (BA)

Herr Stein ist Geschäftsführer der Arcana Capital GmbH, Köln, Geschäftsführer der Rotaviru GmbH, Köln, Verwaltungsratsmitglied der Arcana Capital AG, Zug (Schweiz), Aufsichtsratsmitglied der fluid Operations AG, Walldorf, und Aufsichtsratsvorsitzender der Younicos AG, Berlin.

Dr. Mirko Caspar, Berlin (stellvertretender Vorsitzender), Dipl.-Kfm.

Herr Dr. Caspar ist Geschäftsführer der Mister Spex GmbH, Berlin, Gesellschafter der Userlutions GmbH, Berlin, und Gesellschafter der Caspar Feld Marketing-Performance UG (haftungsbeschränkt), Berlin.

Prof. Dr. Friedrich L. Ekey, Bergisch Gladbach, Rechtsanwalt

Herr Prof. Dr. Ekey ist Rechtsanwalt in der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Ekey & Kollegen, Köln.

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates (ausschließlich Fixum) sowie ihre Aufteilung für das Geschäftsjahr 2016/2017 sind in der folgenden Tabelle abgebildet:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
bis 30. November 2016    
Dr. Friedrich Wehrle, Aufsichtsratsvorsitzender 40 60
Prof. Dr. Michael Nelles, stellvertretender Vorsitzender 30 45
Prof. Dr. Gordian Hasselblatt 20 30
ab 30. November 2016    
Robert Stein, Aufsichtsratsvorsitzender 27 0
Dr. Mirko Caspar, stellvertretender Vorsitzender 20 0
Prof. Dr. Friedrich L. Ekey 13 0
Gesamt 150 135

Zu Vorstandsmitgliedern der Bastei Lübbe AG sind bestellt:

Thomas Schierack, Köln (Vorsitzender)

Klaus Kluge, Köln

Ulrich Zimmermann, Hamburg (seit 19. Juni 2017)

Die Gesamtbezüge des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2016/2017 ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

Festvergütung Nebenvergütung Tantieme
(TEUR) 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016
Thomas Schierack 430 400 24 12 81 381
Klaus Kluge 310 280 23 9 54 57
Felix Rudloff 0 130 0 7 0 0
Jörg Plathner 0 95 0 4 0 24
Versorgung Abfindungen Gesamt
(TEUR) 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016 2016/2017 2015/2016
Thomas Schierack 20 20 0 0 555 813
Klaus Kluge 20 20 0 0 407 366
Felix Rudloff 0 20 0 320 0 477
Jörg Plathner 0 20 0 550 0 693

43. Beschäftigte

Im Geschäftsjahr wurden im Konzern durchschnittlich 485 (i. Vj.: 398) Angestellte und 149 (i. Vj.: 0) gewerbliche Arbeitnehmer beschäftigt . Am 31. März 2017 betrug die Zahl der Beschäftigten konzernweit 595 (i. Vj.: 413). Die Erhöhung des Durchschnitts beruht vor allem auf der Konsolidierungskreiserweiterung (BuchPartner), der Rückgang zum Geschäftsjahresende auf der Veräußerung der Geschäftssparte Räder zum 1. Januar 2017.

44. Honorar für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Das im Geschäftsjahr vom Konzernabschlussprüfer im Sinne des § 319 Abs. 1 Satz 1, 2 HGB berechnete Honorar gliedert sich wie folgt:

(TEUR) 2016/2017 2015/2016
Abschlussprüfungsleistungen 180 110
Andere Bestätigungsleistungen 0 2
Steuerberatungsleistungen 65 43
Sonstige Leistungen 92 93
  337 248

Die Vorjahresangaben beziehen sich auf den früheren Abschlussprüfer, der darüber hinaus noch im aktuellen Geschäftsjahr ein Honorar für die erneute Prüfung des geänderten Konzernabschlusses zum 31. März 2016 in Höhe von TEUR 40 erhalten hat.

45. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Mit Beschluss des Aufsichtsrates vom 14. Juni 2017 wurde Herr Ulrich Zimmermann mit Wirkung zum 19. Juni 2017 als neues Vorstandsmitglied bestellt. Herr Zimmermann wird das Ressort "Finanzen" verantworten und das bisherige Vorstandsteam ergänzen.

Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine Ereignisse eingetreten, die für den Bastei Lübbe Konzern von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Konzerns führen könnten.

 

Köln, 27. Juli 2017

Bastei Lübbe AG

Der Vorstand

Thomas Schierack

Klaus Kluge

Ulrich Zimmermann

Bilanzeid

Versicherung des Vorstandes gemäß § 37 v Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 3 WpHG i.V.m. §§ 297 Abs. 2 Satz 4 und § 315 Abs.1 Satz 6 HGB

Wir versichern nach bestem Gewissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss der Bastei Lübbe AG, Köln, zum 31. März 2017 ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Köln, 27. Juli 2017

Bastei Lübbe AG

Der Vorstand

Thomas Schierack

Klaus Kluge

Ulrich Zimmermann

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Bastei Lübbe AG aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und Konzernanhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Köln, 27. Juli 2017

Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Christian Janßen, Wirtschaftsprüfer

Marcus Lauten, Wirtschaftsprüfer