VARTA AKTIENGESELLSCHAFT

Ellwangen Jagst

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

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(in T€) Anhang 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
AKTIVA      
Immaterielle Vermögenswerte 7 20.844 20.099
Sachanlagen 8 51.981 46.868
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen 9 3.384 2.910
Andere finanzielle Vermögenswerte 11/39 1.610 6.689
Sonstige Finanzanlagen 12 0 32
Latente Steueransprüche 18 3.821 1.873
Langfristige Vermögenswerte   81.640 78.471
Vorräte 13 42.611 43.153
Andere finanzielle Vermögenswerte 11 2.815 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14/39 15.676 14.772
Steuererstattungsansprüche 15 482 2.315
Sonstige Vermögenswerte 16/39 9.357 5.994
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 17 12.347 10.945
Kurzfristige Vermögenswerte   83.288 77.179
Bilanzsumme   164.928 155.650

PASSIVA

     
(T€) Anhang 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Nettovermögen   0 50.138
Gezeichnetes Kapital   29.600 0
Kapitalrücklage   2.681 0
Gewinnrücklagen   27.434 0
Sonstige Rücklagen   5.576 4.789
Eigenkapital 19 65.291 54.927
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22 21.758 12.676
Sonstige Rückstellungen 24 14 14
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 21 22.681 21.472
Sonstige Verbindlichkeiten 27 132 138
Langfristige Schulden   44.585 34.300
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 22 3.129 6.419
Steuerschulden 23 4.164 5.223
Sonstige Rückstellungen 24 2.993 2.679
Leistungen an Arbeitnehmer 21 983 1.005
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen 26/39 22.082 35.157
Abgegrenzte Schulden 25 14.266 12.894
Sonstige Verbindlichkeiten 27 7.435 3.046
Kurzfristige Schulden   55.052 66.423
Schulden   99.637 100.723
Bilanzsumme   164.928 155.650

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1.1.-31.12.2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

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(in T€) Anhang 2016 2015
Umsatzerlöse 28/6 213.815 195.093
Verminderung/Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 29 -11.276 6.775
Sonstige betriebliche Erträge 33 11.370 17.839
Materialaufwand 30 -78.538 -85.456
Personalaufwand 31 -76.706 -69.016
Abschreibungen 32/7/8 -8.922 -8.511
Sonstige betriebliche Aufwendungen 34 -34.898 -34.244
Betriebsergebnis (EBIT)   14.845 22.480
Zinsertrag 35 132 1.976
Zinsaufwand 35 -1.811 -3.097
Übriger Finanzertrag 36 955 15
Übriger Finanzaufwand 36 -522 -746
Finanzergebnis   -1.246 -1.852
Ergebnisse aus at Equity bewerteten Beteiligungen 9 -1.526 -1.257
Ergebnis vor Steuern   12.073 19.371
Ertragsteueraufwendungen 37 -2.663 -7.775
Jahresergebnis   9.410 11.596
Davon entfallen auf:      
Aktionäre der VARTA AG   9.410 11.596

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 1.1. bis 31.12.2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

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(in T€) Anhang 2016 2015
Jahresergebnis   9.410 11.596
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden      
Neubewertung der Nettoschuld von leistungsorientierten Versorgungsplänen 21 -1.814 2.211
Steuereffekt 37 550 -523
    -1.264 1.688
Posten, die anschließend in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können      
Ergebnis der Fair Value-Änderungen von Cash Flow-Hedges 39 161 -6
Währungsdifferenzen 39 672 2.282
Steuereffekt 37 -46 2
    787 2.278
Sonstiges Ergebnis nach Steuern   -477 3.966
Gesamtergebnis   8.933 15.562
Davon entfallen auf:      
Aktionäre der VARTA AG   8.933 15.562
Ergebnis je Aktie* (EUR) Anhang 2016 2015
Unverwässertes Ergebnis je Aktie 20 1 17
Verwässertes Ergebnis je Aktie 20 1 17

* Das Ergebnis je Aktie umfasst ausschließlich die Aktien der VARTA AG,

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 1.1.-31.12.2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

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(in T€) Anhang 2016 2015
Cash flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit      
Ergebnis vor Steuern   12.073 19.371
Nettofinanzergebnis abzüglich übriger Finanzaufwand/übriger Finanzertrag 35 1.679 1.121
Ergebnisse aus der At-Equity-Bewertung 9 1.526 1.257
Abschreibung und Amortisation 37/7/8 8.922 8.511
Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten   21 -6.564
Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Finanzanlagen   -421 0
Aktivierte Eigenleistungen 7 -3.400 -4.223
Übrige liquiditätsunwirksame Erträge und Aufwendungen   -1.437 3.003
Zwischensumme   18.963 22.476
Veränderungen Working Capital      
Vorräte 13 922 -9.431
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige kurzfristige Vermögenswerte 14 -3.936 3.594
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 26 8.596 6.159
Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Personalvor- sorge 21 2.948 -1.564
Cash-Zufluss (Abfluss) aus laufender Geschäftstätigkeit   8.530 -1.242
Bezahlte Ertragsteuern   -3.340 -1.946
Netto-Cash flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit   24.153 19.288
Cash flow aus Investitionstätigkeit      
Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 38/7/8 -22.541 -14.278
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen   102 15.110
Auszahlungen aus der Tilgung von Ausleihungen 11 0 -12.884
Zahlungen in die Kapitalrücklage von Gemeinschaftsunternehmen 9 -2.000 -2.000
Einzahlungen aus der Tilgung von Ausleihungen 11 1.502 5.438
Einzahlungen aus der Tilgung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen 11 771 7.049
Einzahlungen aus dem Verkauf von Finanzanlagen   421 0
Erhaltene Zinsen   132 466
Cash flow aus Investitionstätigkeit   -21.613 -1.099
Cash flow aus Finanzierungstätigkeit      
Auszahlungen aus Kapitalherabsetzung 19 -1.460 -3.947
Einzahlung von verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen 22 1.693 3.439
Auszahlungen aus der Tilgung von verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen 22 0 -25.819
Auszahlungen aus der Tilgung von verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten 22 0 -72
Bezahlte Zinsen   -1.443 -2.132
CASH FLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT   -1.210 -28.531
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   1.330 -10.342
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 01. Januar   10.945 20.759
Auswirkungen von Wechselkursänderungen   72 528
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 31. Dezember 17 12.347 10.945

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum 1.1.-31.12.2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

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Netto-
vermögen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinn-
rücklagen
Sonstige Rücklagen Summe Eigenkapital
(in T€) Währungs-
differenzen
Hedging Reserve
Stand am 1. Januar 2016 50.138 0 0 0 4.876 -87 54.927
Umstrukturierung              
Veränderungen des Nettovermögens -560 0 0 0 0 0 -560
Umstrukturierung der Gruppe nach IFRS 10 -49.578 29.600 690 19.288 0 0 0
Auswirkung der Abspaltung von Pensionsverpflichtungen 0 0 1.991 0 0 0 1.991
Gesamtergebnis              
Jahresergebnis 0 0 0 9.410 0 0 9.410
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -1.264 672 115 -477
Gesamtergebnis 0 0 0 8.146 672 115 8.933
Stand am 31. Dezember 2016 0 29.600 2.681 27.434 5.548 28 65.291

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(in T€) Nettovermögen Sonstiges Eigenkapital Summe Eigenkapital
Stand am 1. Januar 2015 51.014 2.511 53.525
Gesamtergebnis     0
Jahresergebnis 11.596 0 11.596
Sonstiges Ergebnis 1.688 2.278 3.966
Gesamtergebnis 13.284 2.278 15.562
Zuwendungen und Ausschüttungen      
Kapitalherabsetzung -900 0 -900
Dividenden -13.258 0 -13.258
Sonstiges -2 0 -2
Summe Zuwendungen und Ausschüttungen -14.160 0 -14.160
Stand am 31. Dezember 2015 50.138 4.789 54.927

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

1

Allgemeine Informationen

2

Wesentliche Veränderungen im Konsolidierungskreis

3
Erläuterungen zur Konzernrechnungslegung
3.1

Übereinstimmungserklärung

3.2

Unternehmensfortführung

3.3

Konsolidierungsmethoden

3.4

Bewertungsbasis

3.5

Funktionale und Darstellungswährung

3.6

Wesentliche Annahmen und Einschätzungen

3.7

Fristigkeiten

4
Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
4.1

Währungsumrechnung

4.2
Finanzinstrumente
4.2.1

Nicht-derivative Finanzinstrumente

4.2.2

Derivative Finanzinstrumente

4.2.3

Eigenkapital

4.3
Immaterielle Vermögenswerte
4.3.1

Forschung und Entwicklung

4.3.2

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

4.4

Sachanlagen

4.5

Leasing

4.6

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

4.7

Vorräte

4.8
Werthaltigkeitstest (Impairment)
4.8.1

Finanzielle Vermögenswerte

4.8.2

Nichtfinanzielle Vermögenswerte

4.9

Leistungsorientierte Verpflichtungen

4.10

Zuwendungen der öffentlichen Hand

4.11

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

4.12

Abgegrenzte Schulden

4.13

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

4.14

Rückstellungen

4.15

Umsatz- und Ertragsrealisation

4.16

Finanzergebnis

4.17

Ertragsteuern

4.18

Segmentberichterstattung

4.19

Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze

4.20

Neue und geänderte IFRS-Standards nach dem 31. Dezember 2016

5

Wesentliche Annahmen und Einschätzungen

6

Segmentberichterstattung

7

Immaterielle Vermögenswerte

8

Sachanlagevermögen

9

Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen

10

Leasing

11

Andere finanzielle Vermögenswerte

12

Sonstige Finanzanlagen

13

Vorräte

14

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

15

Steuererstattungsansprüche

16

Sonstige Vermögenswerte

17

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

18

Latente Steuern

19

Eigenkapital

20

Ergebnis je Aktie

21
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
21.1

Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

21.2

Pensionen

21.3

Abfindungsrückstellungen

22

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

23

Steuerschulden

24

Sonstige Rückstellungen

25

Abgegrenzte Schulden

26

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

27

Sonstige Verbindlichkeiten

28

Umsatzerlöse

29

Verminderung/Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse

30

Materialaufwand

31

Personalaufwand

32

Abschreibungen

33

Sonstige betriebliche Erträge

34

Sonstige betriebliche Aufwendungen

35

Zinsergebnis

36

Nettofinanzergebnis

37

Ertragsteueraufwendungen

38

Konsolidierte Kapitalflussrechnung

39
Risikomanagement
39.1

Internes Kontrollsystem

39.2

Finanzrisikomanagement

40

41
Nahestehende Personen und Gesellschaften
41.1

Nahestehende Unternehmen

41.2

Nahestehende Personen

42

Management der VARTA AG

43

Eventualverbindlichkeiten

44

Beteiligungsgesellschaften

45

Zusätzliche Angaben nach HGB

46

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

1 Allgemeine Informationen

VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen (Jagst), Deutschland und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm, Deutschland, unter HRB 728059 eingetragen. Die Konzernrechnung des Unternehmens umfasst das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften (zusammen als die „Gruppe“ bezeichnet). Der Abschlussstichtag für die VARTA AG, sämtliche Tochtergesellschaften und für die Konzernrechnung ist der 31. Dezember 2016.

Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG, welche sie durch die operativen Tochtergesellschaften betreibt, umfasst die Produktion, Vertrieb, Forschung und Entwicklung in zwei Geschäftssegmente: „Microbatteries“ und „Energy Storage Solutions“. Die Gruppe ist ein internationales und global agierendes Unternehmen und kann auf über 125 Jahre Erfahrung zurückblicken.

Die Verwaltung der Gruppe hat ihren Sitz in Ellwangen, Daimlerstraße 1, Deutschland. Die oberste Muttergesellschaft der Gruppe ist die Montana Tech Components AG, nachfolgend die „MTC“, (Reinach, Schweiz).

Die Gruppe wurde in 2016 umstrukturiert. Im Vorjahr bestand keine Gruppe im Sinne des IFRS 10. Die nachfolgende Konzernrechnung ist die erste konsolidierte Konzernrechnung der Gruppe. Für die Jahre 2015,2014 und 2013 wurde eine kombinierte Konzernrechnung erstellt. Die in der kombinierten Konzernrechnung 2015 enthaltenen Gesellschaften entsprechen den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 einbezogenen Gesellschaften und wurden alle durch die MTC beherrscht. Insoweit sind die Zahlen des Geschäftsjahres 2016 mit den Vorjahreszahlen vergleichbar. Folgende Gesellschaften wurden im Rahmen der rechtlichen Umstrukturierung seit 1. Januar 2016 in die Gruppe der VARTA AG umgehängt:

Am 15. April 2016 wurden 100,0% des gezeichneten Kapitals der VARTA Micro AG (Ellwangen (Jagst), Deutschland) von MTC zu einem Preis in Höhe von 550 T€ erworben.

Am 29. Juni 2016 wurden 100,0% des Stammkapitals der VARTA Microbattery GmbH (Ellwangen (Jagst), Deutschland) als Sachanlage an die VARTA AG eingebracht.

Die VARTA Microbattery GmbH und VARTA Micro AG halten weitere Anteile an anderen Gesellschaften. Diese wurden mitübertragen:

VARTA Microbattery GmbH hält 100,0% der Anteile an der VARTA Microbattery Inc. (New York, USA), VARTA Microbattery Pte. Ltd. (Singapur), VARTA Microbattery Ltd. Shanghai (Shanghai, China), PT VARTA Microbattery Indonesia (Batam, Indonesia) und VARTA Micro-battery Japan K.K. (Tokyo, Japan). Diese Gesellschaften werden im Sinne des IFRS 10 von der VARTA Microbattery GmbH beherrscht.

Darüber hinaus hält die VARTA Microbattery GmbH 50,0% an der VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG (Ellwangen, Deutschland) und VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH (Ellwangen, Deutschland), sowie 17,7% an der VARTA Micro Innovation GmbH (Graz, Österreich). Diese Gesellschaften werden nicht im Sinne des IFRS 10 von der VARTA Microbattery GmbH beherrscht. Die VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG und die VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH sind beide Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11.

Am 01. Januar 2016 hält die VARTA Micro AG 100,0% an den Anteilen der VARTA Storage GmbH. Durch eine Verschmelzung der Mutter- auf die Tochtergesellschaft ging am 01. Juli 2016 die VARTA Micro AG in die VARTA Storage GmbH über.

Am 22. September 2016, haben die VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH 100,0% an den Anteilen der VARTA Microbattery S.R.L. (Brasov, Rumänien) von der VGG GmbH (Wien, Österreich) zu einem Preis in Höhe von 10 T€ erworben. VARTA Microbattery GmbH hält 99,9% und VARTA Storage GmbH hält 0,1% an den Anteilen. Somit wird die Gesellschaft im Sinne des IFRS 10 indirekt durch die VARTA AG beherrscht.

Durch die beschriebenen Umstrukturierungen ergibt sich am 31. Dezember 2016 folgende Gruppenstruktur:

2 Wesentliche Veränderungen im Konsolidierungskreis

Die Anzahl der in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen hat sich 2016 wie folgt entwickelt:

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2016 2015
Voll-Konsolidierung Equity-Konsolidierung Voll-Konsolidierung Equity-Konsolidierung
Stand 01. Januar 10 2 10 2
Stand 31. Dezember 9 2 10 2

Die in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften sind im Kapitel 45 aufgeführt (vgl. Erläuterungen 44 „Beteiligungsgesellschaften“)

Wesentliche Änderungen in 2016

Die Gruppe wurde in 2016 umstrukturiert. Im Vorjahr bestand keine Gruppe im Sinne des IFRS 10. Zu den Änderungen siehe auch die Erläuterungen 1 „Allgemeine Informationen“. Mit Wirkung zum 1. Juli 2016 wurde die VARTA Micro AG auf die VARTA Storage GmbH verschmolzen.

3 Erläuterungen zur Konzernrechnungslegung

3.1 Übereinstimmungserklärung

Die Konzernrechnung der VARTA AG und ihrer Tochtergesellschaften für das Geschäftsjahr 2016 ist gemäß § 315a Abs. 2 HGB nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) und den ergänzenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften des § 315a Abs. 2 HGB aufgestellt. Dabei finden die am Bilanzstichtag geltenden Standards des IASB Anwendung, die von der Europäischen Union übernommen worden sind. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS). Ebenso werden die zum 31. Dezember 2016 verbindlich geltenden Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), vormals Standing Interpretations Committee (SIC), angewendet. Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der VARTA Aktiengesellschaft wurden durch Beschluss vom 25. Mai 2017 durch den Vorstand zur Weiterleitung an den Aufsichtsrat freigegeben. Die Konzernrechnung unterliegt zusätzlich der Genehmigung durch die kommende Hauptversammlung.

3.2 Unternehmensfortführung

Entsprechend IAS 1.25 erfolgte die Aufstellung des Konzernabschlusses unter der Annahme der Unternehmensfortführung.

3.3 Konsolidierungsmethoden

Der Konsolidierungskreis umfasst alle Gesellschaften, welche die VARTA AG direkt oder indirekt beherrscht. Von Beherrschung wird dann gesprochen, wenn die VARTA AG die Mehrheit der Stimmrechte (unter Einbezug potentieller Stimmrechte) hält bzw. aufgrund einer beherrschenden Stellung die Finanz- und Geschäftspolitik mittelbar oder unmittelbar bestimmen und somit Nutzen aus der Geschäftstätigkeit ziehen kann. Diese Gesellschaften werden voll konsolidiert. Die Erstkonsolidierung von Tochtergesellschaften erfolgt zum Zeitpunkt der Kontrollübernahme. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Kontrolle endet, werden die Tochtergesellschaften entkonsolidiert.

Gruppeninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Gemeinschaftsunternehmen, an denen die VARTA AG direkt oder indirekt mit 50% beteiligt ist, beziehungsweise für welche die Führungsverantwortung paritätisch wahrgenommen wird, werden nach der „AT-Equity“-Methode gemäß IAS 28 bilanziert.

In der Konzernrechnung sind die Pensionsverpflichtungen aller Arbeitnehmer der Gruppe (Aktive oder Anwärter) enthalten. Zum 01. Januar 2016 wurden bestimmte Pensionsverpflichtungen und dazugehörige Aktivwerte an die VRT Pensionen GmbH, (Ellwangen, Deutschland) abgespalten (vgl. Erläuterungen 21.2 „Pensionen“)

In den Erläuterungen 44 „Beteiligungsgesellschaften“ sind die konsolidierten Gesellschaften in einer Tabelle dargestellt.

3.4 Bewertungsbasis

Die Vermögenswerte werden nach dem Anschaffungswertprinzip bilanziert. Ausgenommen sind, sofern vorhanden, die derivativen Finanzinstrumente, die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte, die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte und die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, welche zum Fair Value bilanziert werden. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und Fair Value abzüglich der erwarteten Veräußerungskosten angesetzt.

3.5 Funktionale und Darstellungswährung

Die Gruppenwährung ist der Euro. Soweit nichts anderes vermerkt ist, werden alle Betragsangaben in tausend Euro (T€) angegeben.

In der Regel richtet sich die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaften nach deren primärem Wirtschaftsumfeld und entspricht grundsätzlich der jeweiligen Landeswährung. Für einen überwiegenden Teil der Aktivitäten ist der Euro (EUR bzw. €) die funktionale Währung, weshalb auch die vorliegende Konzernrechnung in Euro (EUR bzw. €) erstellt wurde.

3.6 Wesentliche Annahmen und Einschätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt vom Vorstand Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Wesentliche Annahmen, die das Management bei der Anwendung von IFRS getroffen hat und die wesentliche Auswirkungen auf die Grupperechnung haben, sowie Schätzungen, bei denen ein erhebliches Risiko besteht, dass im Folgejahr wesentliche Anpassungen notwendig werden könnten, sind unter der Erläuterung 5. „Wesentliche Annahmen und Einschätzungen“ dargestellt.

3.7 Fristigkeiten

Den kurzfristigen Vermögenswerten werden Aktivposten zugeordnet, die entweder im ordentlichen Geschäftszyklus der Gruppe innerhalb eines Jahres realisiert oder konsumiert werden oder zu Handelszwecken gehalten werden. Alle übrigen Aktiva werden den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet.

Den kurzfristigen Verbindlichkeiten werden alle Verpflichtungen zugeordnet, welche die Gruppe im Rahmen des ordentlichen Geschäftszyklus unter Verwendung von operativen Geldflüssen tilgen wird oder die innerhalb eines Jahres ab Bilanzstichtag fällig werden. Alle übrigen Verpflichtungen werden den langfristigen Verbindlichkeiten zugeordnet.

4 Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

4.1 Währungsumrechnung

Die einzelnen Gesellschaften erstellen ihre Abschlüsse in funktionaler bzw. lokaler Währung. In der vorliegenden Konzernrechnung werden die in Fremdwährung gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit dem Kurs zum Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aufwendungen und Erträge werden zu Durchschnittskursen der jeweiligen Periode in Euro umgerechnet. Die sich aus der Umrechnung ergebenden Differenzen werden in der konsolidierten Gesamtergebnisrechnung erfasst. Erst bei einem Abgang oder Entkonsolidierung einer Tochtergesellschaft, werden die Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam erfasst.

Transaktionen in Fremdwährung werden zum jeweiligen Tageskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Ausstehende Beträge in Fremdwährungen werden bei monetären Posten zu Stichtagskursen und bei nicht-monetären Posten zu historischen Kursen umgerechnet. Zum Fair Value bilanzierte nicht-monetäre Fremdwährungsposten werden zum Wechselkurs des Neubewertungszeitpunktes umgerechnet. Die sich aus der Umrechnung zum Stichtagskurs ergebenden Fremdwährungsgewinne und -verluste werden, ausgenommen Umrechnungen von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten und Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe, in der Erfolgsrechnung unter dem übrigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf die Konzernrechnung stellen sich wie folgt dar:

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Durchschnittskurs Stichtagskurs
1 Euro entspricht 2016 2015 31. Dez 2016 31. Dez 2015
US Dollar (USD) 1,1069 1,1095 1,0541 1,0887

4.2 Finanzinstrumente

4.2.1 Nicht-derivative Finanzinstrumente

Im Konzernabschluss der Gruppe werden die nicht-derivativen Finanzinstrumente in die folgenden Kategorien eingeteilt:

zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte;

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte;

Darlehen und Forderungen

bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere

Nicht-derivative Finanzinstrumente umfassen Anlagen in Eigenkapital- und Schuldinstrumente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Kredite und Darlehen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten.

Nicht-derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Erwerbs zum Fair Value und - mit Ausnahme der Finanzinstrumente, die der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" angehören - zuzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten erfasst. Die Folgebewertung der nicht-derivativen Finanzinstrumente ist nachfolgend beschrieben.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestände, Bankguthaben sowie Festgelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu 3 Monaten.

Zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Gewisse von der Gruppe vorgenommene Anlagen in Eigenkapital- und Schuldinstrumente werden als „zur Veräußerung gehalten“ klassifiziert. In Folge werden diese finanziellen Vermögenswerte zum Fair Value bewertet, wobei die Änderungen des Fair Values in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst werden. Ausgenommen sind Wertminderungen (vgl. Erläuterungen 4.8 „Werthaltigkeitstest (Impairment)“) welche ergebniswirksam erfasst werden. Bei Ausbuchung des finanziellen Vermögenswertes werden über die Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasste kumulierte Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst. Analog zu Darlehen und Forderungen werden Wertpapiere, für welche weder ein aussagekräftiger Börsenkurs existiert noch ein verlässlicher Fair Value bestimmt werden kann, ebenfalls zu Anschaffungskosten bewertet.

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögensgegenstände

Ein Finanzinstrument wird als „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ klassifiziert, wenn es zu Handelszwecken gehalten oder bei Ersterfassung als solches designiert wird. Bei erstmaliger Erfassung werden die direkt zurechenbaren Transaktionskosten ergebniswirksam erfasst.

Darlehen und Forderungen

Darlehen und Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen bewertet.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zinszahlungen sowie einer festen Laufzeit zuzuordnen. Das Unternehmen hat diese Vermögenswerte mit der Absicht und Fähigkeit erworben, diese bis zur Endfälligkeit zu halten, mit Ausnahme der finanziellen Vermögenswerte, die einer der oben genannten Kategorien zugeordnet sind.

Die Gruppe bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte an den Zinszahlungen aus dem Vermögenswert enden, oder die Rechte zur Erlangung der vertraglichen Zahlungsströme, in denen im Wesentlichen alle Risiken und Chancen des Eigentums an dem finanziellen Vermögenswert enthalten sind, übertragen werden, oder die Gruppe überträgt die Rechte und behält weder wesentliche Risiken und Chancen des Eigentums noch behält sie die Kontrolle über den Vermögenswert. Sämtliche Ergebnisbeiträge solcher ausgebuchten finanziellen Vermögenswerte, die von der Gruppe gebildet oder gehalten werden, werden als gesonderter Vermögenswert oder Verbindlichkeit ausgewiesen.

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet, falls sie zu Handelszwecken gehalten oder bei dem erstmaligen Ansatz entsprechend zugeordnet wird. Direkt zurechenbare Transaktionskosten werden, sobald sie anfallen, erfolgswirksam erfasst. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und entsprechende Änderungen, einschließlich sämtliche Zinsaufwendungen, werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Andere nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten werden zunächst mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich sämtlicher direkt zurechenbarer Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung ist zu fortgeführten Anschaffungskosten unter der Anwendung der Effektivzinsmethode vorzunehmen.

Die Gruppe bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die vertragliche Verpflichtung beglichen, gekündigt oder erloschen ist.

4.2.2 Derivative Finanzinstrumente

In der Gruppe werden Fremdwährungs- und Rohstoffpreisrisiken ökonomisch abgesichert, überwiegend werden dabei die Vorschriften zu „Hedge Accounting“ gemäß IAS 39 angewendet. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung der aus der operativen Geschäftstätigkeit erwachsenen Risiken eingesetzt. Für die Wechselkursabsicherung geplanter Cash Flows wird eine 12-monatige Liquiditätsplanung als Basis herangezogen.

Devisentermingeschäfte und Commodity-Swaps werden bei Vertragsabschluss zum Fair Value angesetzt, wobei direkt zurechenbare Transaktionskosten ergebniswirksam verbucht werden. Die Folgebewertung erfolgt zum Fair Value. Bewertungsänderungen des effektiven Teils eines Derivats werden zunächst erfolgsneutral in der Rücklage für Cash-Flow-Hedges und erst bei Realisierung des Grundgeschäfts erfolgswirksam erfasst; der ineffektive Teil wird sofort erfolgswirksam angesetzt.

Die Wirksamkeit dieser Sicherungsgeschäfte wird prospektiv und retrospektiv mittels eines Effektivitätstests mit statistischen Methoden überprüft. Prospektiv wird die „Critical Terms Match-Method“ und retrospektiv wird die Dollar-Offset-Methode in Kombination mit der „Hypothetical-Derivative-Method“ angewendet.

Die Derivative werden zum Handelstag erfasst.

4.2.3 Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Aktien sind Bestandteil des Eigenkapitals, da sie nicht rückzahlbar sind und keine Dividendengarantie besteht. Kosten, welche im direkten Zusammenhang mit einer Erhöhung des Grundkapitals stehen, werden vom Eigenkapital abgezogen. Ertragsteuern in Bezug auf Transaktionskosten einer Eigenkapitaltransaktion werden in Übereinstimmung mit IAS 12 bilanziert.

Nettovermögen

Die Differenz zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wird im Vorjahr als Nettovermögen ausgewiesen. Das Eigenkapital wird im Definitionskatalog des IASB Kennziffer 49 als restliches Interesse an den Vermögenswerten des Unternehmens nach Abzug aller Verbindlichkeiten beschrieben, welches das Nettovermögen beschreibt. Im Vorjahr wurden kombinierte Abschlüsse erstellt. Die Kapitalstruktur dieser kombinierten Abschlüsse ist kein Indikator für die Kapitalstruktur der Gruppe, wenn es sich um ein eigenständiges Unternehmen gehandelt hätte.

4.3 Immaterielle Vermögenswerte

4.3.1 Forschung und Entwicklung

Forschungsaufwand im Hinblick auf die Erlangung von neuem Grundlagen- oder technologischem Wissen und Verständnis wird aufwandswirksam erfasst. Entwicklungskosten im Hinblick auf neue oder wesentlich verbesserte Produkte und Prozesse werden dann aktiviert, wenn im Wesentlichen die folgenden Bedingungen nachweisbar und kumuliert erfüllt sind:

technische Machbarkeit zur Fertigstellung des Projekts in dem Sinne, dass es zur ökonomischen Verwertung durch Eigennutzung oder Verkauf zur Verfügung steht;

beabsichtigte Vollendung des Projektes und Verwertung durch Verkauf oder Eigennutzung;

Fähigkeit zur Eigennutzung oder zum Verkauf des immateriellen Vermögenswertes;

Darlegung des künftigen ökonomischen Vorteils. Unter anderem muss das Unternehmen den Nachweis zum Vorliegen eines Marktes für den immateriellen Vermögenswert selbst oder die von diesem zu generierenden Produkte, liefern. Im Falle der Eigennutzung ist nachzuweisen, dass der betreffende Vermögenswert nutzbringend ist;

Verfügbarkeit der erforderlichen technischen, finanziellen und anderen Ressourcen zur Vollendung des Projektes oder um den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen;

zuverlässige Ermittlung der dem immateriellen Vermögenswert während der Entwicklungsphase zuzuordnenden Kosten.

Aktivierte Entwicklungskosten werden zum Anschaffungs- bzw. Herstellungswert abzüglich kumulierter Abschreibungen und anderen Wertberichtigungen bewertet (vgl. Erläuterungen 4.8 “Werthaltigkeitstest (Impairment)”). Andernfalls werden die Entwicklungskosten aufwandswirksam erfasst.

4.3.2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Zu den sonstigen immateriellen Vermögenswerten zählen gewerbliche Schutzrechte, welche Marken und Patente umfassen, Lizenzen sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte.

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bilanziert (vgl. Erläuterungen 4.8 „Werthaltigkeitstest (Impairment)“). Folgeinvestitionen werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der zukünftige wirtschaftliche Nutzen erhöht wird. Alle anderen Aufwendungen werden zum Zeitpunkt der Erfassung direkt der Erfolgsrechnung belastet. Die Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten erfolgt linear über die geschätzte Nutzungsdauer und beginnt ab dem Zeitpunkt, ab dem sie für die Nutzung zur Verfügung stehen. Die geschätzte Nutzungsdauer für gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und sonstige immaterielle Vermögenswerte beträgt drei bis zehn Jahre

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht abgeschrieben, aber jährlich einem Werthaltigkeitstest (vgl. Erläuterungen 4.8 „Werthaltigkeitstest (Impairment)“) unterzogen.

4.4 Sachanlagen

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen. Nachträgliche Investitionen werden nur aktiviert, soweit sie den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen des Anlagegutes erhöhen. Alle übrigen Aufwendungen für Sachanlagen werden sofort im Aufwand erfasst.

Sachanlagen, mit Ausnahme von Grundstücken, werden linear und erfolgswirksam über die folgenden voraussichtlichen Nutzungsdauern abgeschrieben:

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Gebäude 20 - 33 years
Technische Anlagen und Maschinen 5 - 20 years
Andere Anlagen 2 - 15 years

Die Abschreibungsmethoden, die Nutzungsdauern und der angenommene Restwerte werden, falls nicht unwesentlich, jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.

Bei Anlagenabgängen wird die Differenz zwischen den Buchwerten und dem Nettoveräußerungserlös erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

4.5 Leasing

Gegenstände, die Bestandteil von Leasingverträgen sind, werden bilanziert, wenn die Gruppe alle wesentlichen Chancen und Risiken aus der Nutzung des Leasinggegenstandes trägt und folglich als wirtschaftlicher Eigentümer anzusehen ist (Finanzierungsleasing). Beim Finanzierungsleasing wird das geleaste Vermögen in den langfristigen Vermögenswerten zum niedrigeren von Fair Value und Barwert der zukünftigen Mindestleasingzahlungen aktiviert und in gleicher Höhe eine Leasingverbindlichkeit passiviert. Die Abschreibung der Leasinggegenstände erfolgt über die geschätzte Nutzungs- oder kürzere Leasingdauer. Die Behandlung des Leasinggegenstandes nach dem erstmaligen Ansatz erfolgt in Übereinstimmung mit den für den Vermögenswert anwendbaren Bewertungsgrundsätzen.

Bei allen übrigen Leasingvereinbarungen erfolgt keine Aktivierung der Leasinggegenstände, sondern die Leasingraten werden zum Fälligkeitsdatum erfolgswirksam erfasst.

4.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die in der Regel dem Nominalwert abzüglich gebildeter Wertberichtigungen für das Kreditrisiko entsprechen (vgl. Erläuterungen 39.2 “Finanzrisikomanagement “).

Neben erforderlichen Einzelwertberichtigungen für spezifisch bekannte Forderungsrisiken werden zusätzliche erfahrungsbedingte Wertberichtigungen gebildet.

Sobald ausreichende Hinweise dafür bestehen, dass eine Forderung definitiv nicht mehr bezahlt wird, wird die Forderung direkt ausgebucht bzw. mit der dafür gebildeten Einzelwertberichtigung verrechnet.

4.7 Vorräte

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellkosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der erwartete, durchschnittliche Verkaufspreis abzüglich noch anfallender Fertigstellungs- und Verkaufskosten.

Selbst erstellte Produkte werden zu Herstellkosten, zugekaufte Produkte zu Anschaffungskosten bewertet. Die Herstellkosten enthalten die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie die anzurechnenden Gemeinkosten. Die Produktionsgemeinkosten werden auf der Basis normaler Produktionskapazitäten ermittelt. Die Bewertung der Vorräte erfolgt in der Regel auf Basis des First-in-First-out-Verfahrens (FIFO-Verfahren). Abwertungen werden vorgenommen, wenn der Nettoveräußerungswert unter dem Buchwert liegt

4.8 Werthaltigkeitstest (Impairment)

4.8.1 Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden zu jedem Bilanzstichtag bewertet, um festzustellen, ob die Werthaltigkeit des finanziellen Vermögenswertes gegeben ist. Eine Wertminderung wird vorgenommen, wenn objektive Hinweise vorliegen, dass sein Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt.

Als objektive Hinweise darauf, dass bei finanziellen Vermögenswerten Wertminderungen eingetreten sind, gelten:

der Ausfall oder Verzug eines Schuldners

die Umstrukturierung eines dem Konzern geschuldeten Betrags zu Bedingungen, die der Konzern anderenfalls nicht in Betracht ziehen würde

Hinweise, dass ein Schuldner oder Emittent in Insolvenz geht

Nachteilige Veränderungen beim Zahlungsstand von Kreditnehmern oder Emittenten

Das Verschwinden eines aktiven Marktes für ein Wertpapier aufgrund finanzieller Schwierigkeiten oder

Beobachtbare Daten, die auf eine merkliche Verminderung der erwarteten Zahlungen einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte hindeuten

Finanzieller Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten

Der Konzern berücksichtigt Hinweise auf Wertminderungen für diese finanziellen Vermögenswerte sowohl auf der Ebene des einzelnen Vermögenswertes als auch auf kollektiver Ebene. Alle Vermögenswerte, die für sich genommen bedeutsam sind, werden im Hinblick auf spezifische Wertminderungen beurteilt. Diejenigen, die sich als nicht spezifisch wertgemindert herausstellen, werden anschließend kollektiv auf etwaige Wertminderungen beurteilt, die eingetreten, aber noch nicht identifiziert worden sind. Vermögenswerte, die für sich genommen nicht bedeutsam sind, werden kollektiv auf Wertminderungen beurteilt, indem Vermögenswerte mit ähnlichen Risikoeigenschaften in einer Gruppe zusammengefasst werden.

Bei der Beurteilung kollektiver Wertminderungen verwendet der Konzern historische Informationen über den zeitlichen Anfall von Einzahlungen und die Höhe der eingetretenen Verluste, angepasst um eine Ermessensentscheidung des Managements darüber, ob die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Kreditbedingungen derart sind, dass die tatsächlichen Verluste wahrscheinlich größer oder geringer sind als die Verluste, die aufgrund der historischen Trends zu erwarten wären.

Eine Wertminderung wird als Differenz zwischen dem Buchwert und dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows berechnet, abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswertes. Verluste werden im Gewinn oder Verlust erfasst und in einem Konto für Wertberichtigungen wiedergegeben. Falls die Gruppe keine realistischen Aussichten auf die Einbringlichkeit des Vermögenswertes hat, werden die Beträge abgeschrieben. Wenn ein nach der Erfassung der Wertberichtigung eintretendes Ereignis eine Verringerung der Höhe der Wertberichtigung zur Folge hat, wird die Verringerung der Wertberichtigung im Gewinn oder Verlust erfasst.

Zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Wertminderungen von zur Veräußerung gehaltenen finanziellen Vermögenswerten werden durch Umgliederung der in der Rücklage aus Zeitwertänderungen im Eigenkapital kumulierten Verluste in den Gewinn oder Verlust erfasst. Der kumulierte Verlust, der vom Eigenkapital in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird, ist die Differenz zwischen den Anschaffungskosten, abzüglich etwaiger Tilgungen und Amortisationen, und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, abzüglich etwaiger bereits früher ergebniswirksam erfasster Wertberichtigungen. Wenn sich der beizulegende Zeitwert eines wertgeminderten, zur Veräußerung verfügbaren Schuldinstruments in einer folgenden Periode erhöht und sich diese Erhöhung objektiv auf ein Ereignis zurückführen lässt, das nach der Erfassung der Wertminderung eingetreten ist, wird die Wertberichtigung rückgängig gemacht und der Betrag der Wertaufholung im Gewinn oder Verlust erfasst. Erfolgswirksam erfasster Wertminderungsaufwand für eine Finanzanlage in ein Eigenkapitalinstrument, das als zur Veräußerung verfügbar eingestuft wird, ist nicht erfolgswirksam rückgängig zu machen. Die Gruppe verwendet ein Konto für Wertminderungen und Verluste (vgl. Erläuterungen 4.3 „Immaterielle Vermögenswerte“).

4.8.2 Nichtfinanzielle Vermögenswerte

Die Buchwerte der nichtfinanziellen Vermögenswerte werden mit Ausnahme der Vermögenswerte aus Personalvorsorge, der Vorräte (vgl. Erläuterungen 4.7 „Vorräte“) und der aktiven latenten Steuern (vgl. Erläuterungen 4.17 „Ertragsteuern“) zu jedem Bilanzstichtag dahingehend beurteilt, ob Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen. Liegen solche Indikatoren vor, wird der erzielbare Wert bestimmt.

Für immaterielle Vermögenswerte, welche eine unbestimmbare Nutzungsdauer haben oder noch nicht zur Nutzung zur Verfügung stehen, wird der erzielbare Betrag jährlich zum gleichen Zeitpunkt bestimmt.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit (Cash Generating Unit bzw. einer CGU) ist der höhere von Nutzungswert und Fair Value abzüglich Veräußerungskosten. Bei der Bestimmung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Cash Flows auf den Barwert abgezinst. Für die Durchführung von Wertminderungstests werden die Vermögenswerte in die kleinste Gruppe von Vermögenswerten eingeteilt, welche unabhängige Geldzuflüsse erzeugen (Zahlungsmittel generierende Einheiten).

Eine Wertminderung liegt dann vor, wenn der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit den geschätzten erzielbaren Wert übersteigt. Wertminderungen werden ergebniswirksam verbucht. Wertminderungen einer Zahlungsmittel generierenden Einheit oder einer Gruppe Zahlungsmittel generierender Einheiten werden zuerst dem Goodwill und anschließend anteilsmäßig den anderen Vermögenswerten der Einheit bzw. der Gruppe zugewiesen. Ausgenommen sind einzelne Vermögenswerte einer Einheit bzw. einer Gruppe, deren Fair Values abzüglich Veräußerungskosten ihren Buchwert überdecken.

Bei Wertminderungen von übrigen Vermögenswerten wird zu jedem Bilanzstichtag beurteilt, ob Indikatoren vorliegen, dass der Verlust geringer geworden ist oder nicht länger besteht. Zuschreibungen von Wertminderungen werden auf den gestiegenen erzielbaren Betrag vorgenommen, jedoch maximal bis zu dem fortgeschriebenen ursprünglichen Buchwert des Vermögenswertes.

4.9 Leistungsorientierte Verpflichtungen

Die Gruppe bietet für Teile der Belegschaft neben den staatlichen Altersversorgungsleistungen auch leistungsorientierte und beitragsorientierte Pläne an. Die Pensionspläne bieten altersbedingte Leistungen und Leistungen im Falle des Todes oder Invalidität. Leistungsorientierte Pläne “Arbeitnehmerleistungen” nach IAS 19 bestehen in Deutschland und in Singapur.

Beitragsorientierte Pläne

Im Fall der beitragsorientierten Pläne entsprechen die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Aufwendungen den Beiträgen des Arbeitgebers.

Leistungsorientierte Pläne

Für alle wesentlichen leistungsorientierten Pläne wird die leistungsorientierte Verpflichtung (defined benefit obligation - "DBO") jährlich von unabhängigen Versicherungsmathematikern ermittelt, indem der Barwert der DBO nach dem Anwartschaftsbarwert (projected unit credit method) berechnet wird. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens wird dann abgezogen. Der Abzinsungssatz basiert auf dem Zinssatz für qualitativ hochwertige Unternehmensanleihen mit nahezu identischen Laufzeiten wie die leistungsorientierten Verpflichtungen. Die in der laufenden Periode entstandenen Kosten der Arbeitnehmerleistungen werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Eine Erhöhung der Plankosten aus vergangenen Mitarbeiterleistungen, die auf neue oder verbesserte Planvorteile zurückzuführen ist (nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand), wird linear als Aufwand aus der Erwerbstätigkeit oder sonstigen Leistungen an Arbeitnehmer angesetzt, bis die betreffenden Leistungen anfallen.

Der Konzern ermittelt die Nettozinsaufwendungen (Erträge) auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen für die Berichtsperiode mittels Anwendung des Abzinsungssatzes, der für die Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtung zu Beginn der jährlichen Berichtsperiode verwendet wurde. Dieser Abzinsungssatz wird auf die Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen zu diesem Zeitpunkt angewendet. Dabei werden etwaige Änderungen berücksichtigt, die infolge der Beitrags- und Leistungszahlungen im Verlauf der Berichtsperiode bei der Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen eintreten. Nettozinsaufwendungen und andere Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Neubewertungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Neubewertung umfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze (ohne Zinsen).

Werden die Leistungen eines Plans verändert oder wird ein Plan gekürzt, wird die entstehende Veränderung der die nachzuverrechnende Dienstzeit betreffenden Leistung oder der Gewinn oder Verlust bei der Kürzung unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst. Die Gruppe erfasst Gewinne und Verluste aus der Abgeltung eines leistungsorientierten Plans zum Zeitpunkt der Abgeltung.

Überschussbeträge werden nur dann erfasst, wenn sie der Gruppe tatsächlich in Form von künftigen Beitragszahlungen oder -reduktionen zur Verfügung stehen.

4.10 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche entstandene Aufwendungen kompensieren, werden planmäßig in den Zeiträumen, in denen die Aufwendungen anfallen, im Gewinn oder Verlust erfasst.

4.11 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

4.12 Abgegrenzte Schulden

Unter abgegrenzte Schulden fallen künftige Ausgaben, die zwar hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunktes unsicher sind, deren Unsicherheit jedoch geringer ist als bei den Rückstellungen. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten für erhaltene oder gelieferte Gegenstände oder Dienstleistungen, die weder bezahlt noch in Rechnung gestellt oder formal vereinbart wurden. Hierzu gehören auch kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern (zum Beispiel Prämien und Urlaubsansprüche). Die abgegrenzten Schulden werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme angesetzt.

4.13 Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Diese Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum Marktwert abzüglich direkt zurechenbarer Transaktionskosten bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei die Differenz zwischen dem Marktwert und dem zu tilgenden Betrag erfolgswirksam anhand der Effektivzinsmethode verbucht wird.

Die sonstige Finanzverbindlichkeiten werden nur dann als langfristig ausgewiesen, wenn der Rückzahlungstermin bedingungslos mehr als 1 Jahr nach dem Bilanzstichtag liegt. Revolvierend ausnutzbare Beträge werden als langfristig ausgewiesen, wenn die gesamte Ziehungsperiode für den Finanzierungsrahmen die Jahresfrist übersteigt.

4.14 Rückstellungen

Rückstellungen sind Verbindlichkeiten, die hinsichtlich der Höhe oder des Zeitpunktes unsicher sind. Sie werden angesetzt, wenn die Gruppe aufgrund eines vergangenen Ereignisses eine gegenwärtige Verpflichtung gegenüber Dritten hat, ein Mittelabfluss zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe des Betrages zuverlässig bestimmt werden kann. Rückstellungen werden dann diskontiert, wenn der Effekt wesentlich ist.

Rückstellungen, bei denen der voraussichtliche Mittelabfluss binnen des nächsten Jahres erfolgt, werden als kurzfristig klassifiziert, alle anderen Rückstellungen als langfristig.

4.15 Umsatz- und Ertragsrealisation

Umsätze werden nach Abzug von Mehrwertsteuern sowie von Gutschriften für Retouren und Rabatte in dem Zeitpunkt erfasst, in dem Nutzen und Gefahren aus den verkauften Gütern auf den Kunden übergegangen sind. In den Umsätzen aus Produktverkäufen sind hauptsächlich Erlöse aus den Segmenten „Microbatteries“ und „Energy Storage Solutions“ enthalten.

Der Übergang von Nutzen und Gefahren hängt von den zugrunde gelegten Lieferbedingungen (Incoterms) ab. Daher kann der Übergang von Gefahr und Nutzen auch beim Abliefern der Ware vor Ort im Kundenlager erfolgen.

Die Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen werden unter Berücksichtigung der Fertigstellung der Leistung am Ende des Berichtszeitraums erfasst. Die Fertigstellung wird anhand von Erhebungen der durchgeführten Arbeiten bewertet. Dieser Posten umfasst hauptsächlich Dienstleistungen aus dem Verkauf von Forschungsergebnissen an Forschungsinstitute, Erbringung von IT- und Produktdesign-Dienstleistungen.

4.16 Finanzergebnis

Das Zinsergebnis enthält Erträge aus Finanzanlagen und liquiden Mitteln sowie Aufwendungen aus sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Zinserträge und -aufwendungen werden in der Periode, in welcher sie anfallen, ergebniswirksam unter Verwendung der Effektivzinsmethode erfasst.

Gemäß IAS 23.4 werden Finanzierungskosten, die im Rahmen der Anschaffung von qualifizierten Vermögenswerten anfallen, in der Gruppe aktiviert. Qualifiziert sind Vermögenswerte, deren Herstellung der Betriebsbereitschaft nur über einen beträchtlichen Zeitraum erlangt werden kann.

Das übrige Finanzergebnis umfasst Gewinne aus dem Verkauf von zur Veräusserung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, Veränderungen des Fair Values von ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten, Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten und die Umrechnungsdifferenzen aus Fremdwährungstransaktionen.

4.17 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern beinhalten sowohl die laufenden als auch die latenten Steuern vom Ertrag. Normalerweise werden Ertragsteuern erfolgswirksam erfasst, es sei denn, diese stehen in Verbindung zu einer Position, welche direkt in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst wird.

Laufende Ertragsteuern werden basierend auf dem steuerbaren Ergebnis berechnet, unter Anwendung der am Bilanzstichtag geltenden Steuersätze inklusive Aufwendungen für Steuern vergangener Perioden.

Latente Steuern werden gemäß der „bilanzorientierte Verbindlichkeitsmethode“ grundsätzlich auf alle temporären Differenzen zwischen den ausgewiesenen Bilanzwerten von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten berechnet. Die Bewertung erfolgt zu den für die jeweiligen Gruppengesellschaften anwendbaren bzw. voraussichtlich anwendbaren Steuersätzen.

Für folgende temporäre Differenzen werden keine latenten Steuern erfasst: Ersterfassung von Goodwill, erstmalig erfasste Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit einer Transaktion, welche weder das steuerbare Ergebnis noch das Jahresergebnis beeinflusst, und temporäre Differenzen auf Anteile an Tochtergesellschaften, sofern es wahrscheinlich ist, dass die temporären Differenzen in absehbarer Zukunft nicht realisiert werden.

Aktive latente Steuern aus verrechenbaren Verlustvorträgen und temporären Differenzen werden nur soweit berücksichtigt, als eine Verrechenbarkeit mit zukünftigen steuerbaren Gewinnen wahrscheinlich ist.

4.18 Segmentberichterstattung

Die Segmentinformationen werden auf Basis des internen Berichtswesens der Gruppe zur Verfügung gestellt, um die Art und die finanziellen Auswirkungen der von der Gruppe ausgeübten Geschäftstätigkeiten sowie das wirtschaftliche Umfeld, in dem sie tätig ist, beurteilen zu können. Hierbei ist das interne Managementreporting, welches im Geschäftsjahr 2016 auf Basis der Neuausrichtung der Gruppe finalisiert wurde, maßgebend. Diese Berichtsstruktur, die auch für die künftige Berichterstattung relevant sein soll, wurde rückwirkend für das Berichtsjahr 2015 abgebildet.

Die Gruppe ist als Matrixorganisation aufgestellt, da die Geschäftstätigkeit einerseits über die Segmente „Microbatteries“ und „Energy Storage Solutions“ und andererseits auch regional organisiert wird. Basierend auf der regionalen Sichtweise erfolgt jedoch keine Budgetallokation und es werden keine Finanzinformationen zur regelmäßigen Steuerung bereitgestellt. Daher ist die Sichtweise auf Produktebene und eben nicht die regionale Sichtweise für die Segmentberichterstattung maßgebend.

Die Beurteilung erfolgt durch den CODM („Chief Operation Decision Maker“). Der CODM im Sinne des IFRS 8 ist der Vorstand der VARTA AG, da dieser in regelmäßigen Abständen die Segmente auf deren Ertragskraft und Ressourcenallokation anhand des internen Managementreportings überprüft. Die Beurteilung der Ertragskraft je Segment erfolgt anhand des EBIT. EBIT bedeutet „Earnings before interests and tax“ und beinhaltet somit das operative Ergebnis (=Betriebsergebnis) vor Zinsen und Steuern. Nicht berücksichtigt in dieser Kennzahl sind somit jegliche Zins- und Finanzierungselemente. Ebenso nicht berücksichtigt sind Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen.

Die folgenden operativen Geschäftssegmente werden nach IFRS 8 einzeln berichtet.

Microbatteries

Das Segment Microbatteries befasst sich mit der Herstellung und Vermarktung von Mikrobatterien. Die größte Anzahl entfällt hier auf die Herstellung von Batterien für Hörgeräte. Diese werden unter den Marken powerone, Energy TOP (ENR TOP), engion und ecopack sowie Eigenmarken vermarktet. Der Erfolg im Bereich Hörgerätebatterien basiert auf unserer Innovationsstärke, Zuverlässigkeit, der langen Lebensdauer und der Konsistenz unserer Qualität. Die Marktposition wird durch unsere eigenen Produktionsautomatisierungsprozesse und unserer Fähigkeit, den Kunden mit Dienstleistungen vom Design bis zur Herstellung zu versorgen, gesichert. Das Segment „Microbatteries“ beliefert Kunden wie z.B. führende Hörgerätehersteller, Einzelhandelsketten und staatliche Einrichtungen.

Des Weiteren produzieren und vertreiben wir Batterien für zahlreiche Anwendungen im wachsenden Endverbrauchermarkt für Elektrogeräte wie Bluetooth-Headsets, Laptops, Server und medizinische Geräte für Blutdruck, Blutzucker und Körpermonitoren, etc. Hinzu kommen auch noch Anwendungen wie Autoschlüssel, Alarmsysteme, Rauchmelder und Zähler, die wir mit unseren Mikrobatterien ausstatten. Mikrobatterien, die in solchen Anwendungen für Endverbraucher genutzt werden, sind kritische Komponenten in vielen Geräten und entscheidend für das Design und die Leistungsfähigkeit des Endprodukts. Mikrobatterien können bei Form, Größe, Gewicht und Ergonomie ausschlaggebend sein und ihre Leistung entscheidet über Lauf- und Ladezeit.

Energy Storage Solutions

Das Segment Energy Storage Solutions repräsentiert die Herstellung und den Vertrieb von Batterie­Energiespeicherungssystemen für private und kommerzielle Speicheranwendungen. Darüber hinaus entwerfen wir präzise auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene Energielösungen. Mit der nötigen Projektplanung und Prozeduren, um die Einholung offizieller Zulassungen zu unterstützen, dem Design und der Implementierung von Batterien für Geräte der Klassen I und II bieten wir Lösungen für einen Markt mit hohen Anforderungen an.

4.19 Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze

Folgender neuer Standard ist am 01. Januar 2016 in Kraft getreten:

IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten

An zahlreichen Standards wurden Änderungen vorgenommen, die ab dem 01. Januar 2016 in Kraft traten. Betroffen sind:

Bilanzierung von Akquisitionen von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten (Änderungen von IFRS 11)

Klarstellung akzeptierter Abschreibungsmethoden (Änderungen von IAS 16 und IAS 38)

Fruchttragende Pflanzen (Änderungen von IAS 16 und IAS 41)

Equity-Methode im separaten Abschluss (Änderungen von IAS 27)

Jährliche Änderungen von IFRS 2012-2014 Zyklus

Offenlegungsinitiative (Änderungen von IFRS 1)

Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme (Änderungen von IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28)

Keine dieser Änderungen hatte einen wesentlichen Einfluss auf die Konzernrechnung.

4.20 Neue und geänderte IFRS-Standards nach dem 31. Dezember 2016

Die folgenden neuen und revidierten Standards und Interpretationen wurden verabschiedet, treten aber erst später in Kraft und wurden in der vorliegenden Konzernrechnung nicht frühzeitig angewendet. Ihre Auswirkungen auf die Konzernrechnung der Gruppe wurden noch nicht systematisch analysiert.

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Neue oder geänderte Standards und Interpretationen Inkraftsetzung
Übernahme in EU-Recht    
Standards:    
IFRS 9 Finanzinstrumente 01. Januar 2018
IFRS15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 01. Januar 2018

IFRS 9 - Finanzinstrumente

Der im Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39.

IFRS 9 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig.

IFRS 15 - Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden

IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 „Umsatzerlöse“, IAS 11 „Fertigungsaufträge“ und IFRIC 13 „Kundenbindungsprogramme“.

IFRS 15 ist erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig, jedoch derzeit nicht beabsichtigt.

Die Auswirkungen auf einzelne Projekte wurden noch nicht abschließend analysiert. Für Erlöse aus Verkäufen erwarten wir keine Änderungen gegenüber der bisherigen Praxis unter IAS 18.

Die Gruppe hat noch nicht entschieden, welcher der zur Verfügung stehenden Übergangsmethoden und Vereinfachungen in Anspruch genommen werden sollen.

Noch nicht im EU-Recht übernommen:

Standards:

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IFRS 16 Leasingverhältnisse 01. Januar 2019
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 01. Januar 2018

Änderungen:

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IAS 7 Offenlegungsinitiative 01. Januar 2017
IAS 12 Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten 01. Januar 2017
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (Jährliche Änderungen von IFRS 2014-2016 Zyklus) 01. Januar 2018
IAS 40 Übertragungen von als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien 01. Januar 2018
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards (Jährliche Änderungen von IFRS 2014-2016 Zyklus) 01. Januar 2018
IFRS 2 Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierter Vergütung 01. Januar 2018
IFRS 4 Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente mit IFRS 4 Versicherungsverträge 01. Januar 2018
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen (Jährliche Änderungen von IFRS 2014-2016 Zyklus) 01. Januar 2017

IFRS 16 - Leasingverhältnisse

IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard - das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen.

IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 „Leasingverhältnisse“, IFRIC 4 „Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis“ enthält, SIC-15 „Operating-Leasingverhältnisse - Anreize“ und SIC-27 „Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen“.

Der Standard ist - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühzeitige Anwendung ist zulässig für Unternehmen, die IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 oder davor anwenden.

Der Konzern hat mit der Beurteilung der möglichen Auswirkungen der Anwendung des IFRS 16 auf seinen Konzernabschluss noch nicht begonnen.

IFRIC 22 - Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen

IFRIC 22 adressiert eine Anwendungsfrage zu IAS 21 „Auswirkungen von Wechselkursänderungen“. Klargestellt wird, auf welchen Zeitpunkt der Wechselkurs für die Umrechnung von Transaktionen in Fremdwährungen zu ermitteln ist, die erhaltene oder geleistete Anzahlungen beinhalten. Maßgeblich für die Ermittlung des Umrechnungskurses für den zugrunde liegenden Vermögenswert, Ertrag oder Aufwand ist danach der Zeitpunkt, zu dem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert bzw. Schuld erstmals erfasst wird.

Die Interpretation ist - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden.

Änderungen des IAS 7 - Offenlegungsinitiative

Die Änderungen haben die Zielsetzung, die Informationen über die Veränderung der Verschuldung des Unternehmens zu verbessern. Nach den Änderungen hat ein Unternehmen Angaben über die Änderungen solcher Finanzverbindlichkeiten zu machen, deren Einzahlungen und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Dazugehörige finanzielle Vermögenswerte sind ebenfalls in die Angaben einzubeziehen (z.B. Vermögenswerte aus Absicherungsgeschäften).

Anzugeben sind zahlungswirksame Veränderungen, Änderungen aus dem Erwerb oder der Veräußerung von Unternehmen, währungskursbedingte Änderungen, Änderungen der beizulegenden Zeitwerte und übrige Änderungen.

Änderungen des IAS 12 - Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten

Die Änderungen verdeutlichen die Bilanzierung der latenten Steueransprüche für nicht realisierte Verluste bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schuldinstrumenten.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist.

Der Konzern beurteilt derzeit, welche möglichen Auswirkungen die Änderungen auf seinen Konzernabschluss haben können. Bislang erwartet der Konzern keine wesentlichen Auswirkungen.

Änderungen des IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 - Anteile an Unternehmen - Ausnahmen der Konsolidierung

Die Änderungen dienen zur Klärung von verschiedenen Fragestellungen in Bezug auf die Anwendung der Ausnahme von der Konsolidierungspflicht nach IFRS 10, wenn das Mutterunternehmen die Definition einer “Investmentgesellschaft“ erfüllt. Demnach sind Mutterunternehmen auch dann von der Konzernabschlusserstellungspflicht befreit, wenn das übergeordnete Mutterunternehmen seine Tochterunternehmen nicht konsolidiert, sondern zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 10 bilanziert.

Bezogen auf die Bilanzierung von Tochterunternehmen einer Investmentgesellschaft wird nunmehr wie folgt differenziert: Tochterunternehmen, die selbst Investmentgesellschaften sind, sind - dem allgemeinen Grundsatz der investment entity exception folgend - zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Dagegen sind Tochterunternehmen, die selbst keine Investmentgesellschaften sind, jedoch Dienstleistungen erbringen, die sich auf die Anlagetätigkeit des Mutterunternehmens beziehen und damit als Verlängerung der Tätigkeit des Mutterunternehmens zu betrachten sind, zu konsolidieren.

Schließlich wird klargestellt, dass ein Investor, der nicht die Definition einer Investmentgesellschaft erfüllt und die Equity Methode auf ein assoziiertes Unternehmen oder ein Joint Venture anwendet, die Bewertung zum beizulegenden Zeitpunkt beibehalten kann, die das Beteiligungsunternehmen auf seine Beteiligungen an Tochterunternehmen anwendet.

Zudem sehen die Änderungen vor, dass eine Investmentgesellschaft, die alle ihre Tochterunternehmen zum beizulegenden Zeitwert bewertet, die nach IFRS 12 vorgeschriebenen Angaben zu Investmentgesellschaften zu leisten hat.

Die Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gruppe.

Änderungen des IAS 40 - Übertragung von als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Die Änderung von IAS 40 dient der Klarstellung, in welchen Fällen die Klassifikation einer Immobilie als „als Finanzinvestition gehaltene Immobilie“ beginnt bzw. endet, wenn sich die Immobilie noch im Bau oder in der Entwicklung befindet. Durch die bisher abschließend formulierte Aufzählung in IAS 40.57 war die Klassifikation noch nicht fertiggestellter Immobilien bisher nicht klar geregelt. Die Aufzählung gilt nun explizit als nicht abschließend, sodass nun auch noch nicht fertiggestellte Immobilien unter die Regelung subsumiert werden können.

Die Änderung ist - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Änderungen des IFRS 2 - Klassifizierung und Bewertung von Anteilsbasierte Vergütung

Die Änderungen betreffen die Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen im Rahmen der Bewertung anteilsbasierter Vergütungen mit Barausgleich, die Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungen, die einen Nettoausgleich für einzubehaltende Steuern vorsehen sowie die Bilanzierung bei einer Änderung der Klassifizierung der Vergütung von „mit Barausgleich“ in „mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente“.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht - auf Vergütungen, die in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, gewährt bzw. geändert werden, anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist erlaubt. Eine rückwirkende Anwendung ist nur ohne Verwendung späterer besserer Erkenntnisse möglich.

Änderungen des IFRS 4 - Anwendung des IFRS 9 Finanzinstrumente mit IFRS 4 Versicherungsverträge

Die Anpassungen betreffen die Erstanwendung von IFRS 9 für Versicherer. Durch unterschiedliche Zeitpunkte des Inkrafttretens von IFRS 9 und dem neuen Standard für Versicherungsverträge ergeben sich ohne diese Anpassungen für einen Übergangszeitraum erhöhte Volatilitäten in Ergebnissen und ein doppelter Umstellungsaufwand.

Änderungen der IFRS 2014 - 2016 Zyklus

Durch die „Annual Improvements to IFRSs (2014-2016)“ wurden drei IFRSs geändert. In IFRS 12 wird klargestellt, dass die Angaben nach IFRS 12 grundsätzlich auch für solche Anteile an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen gelten, die als zur Veräußerung gehalten im Sinne des IFRS 5 klassifiziert werden; eine Ausnahme hiervon bilden die Angaben nach IFRS 12.B10-B16 (Finanzinformationen). In IAS 28 wird klargestellt, dass das Wahlrecht zur Bewertung einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, das von einer Wagniskapitalgesellschaft oder einem anderen qualifizierenden Unternehmen gehalten wird, je Beteiligung unterschiedlich ausgeübt werden kann. Darüber hinaus erfolgte die Streichung der befristeten Erleichterungsvorschriften in IFRS 1.Appendix E (IFRS 1.E3-E7) für erstmalige IFRS-Anwender.

Vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht, sind die Änderungen an IFRS 12 erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnenden Geschäftsjahres, und die Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 erstmals in der ersten Berichtsperiode eines am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden.

5 Wesentliche Annahmen und Einschätzungen

Der Konzernabschluss beinhaltet folgende wesentliche Positionen, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrunde liegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:

Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten

Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellkosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards, Vertragsdauer und Veränderungen in der Nachfrage berücksichtigt. Änderungen dieser Faktoren können eine Verkürzung oder Verlängerung der wirtschaftlichen Nutzungsdauer eines Vermögenswertes nach sich ziehen. In diesem Fall würde der Restbuchwert über die verbleibende kürzere oder längere Nutzungsdauer abgeschrieben werden und dies würde zu höheren oder niedrigeren jährlichen Abschreibungsbeträgen führen. Die aufgrund einer Änderung der erwarteten Nutzungsdauer erforderlichen Anpassungen der Abschreibungsdauer werden gegebenenfalls als Änderungen von Schätzungen behandelt.

Bestimmte immaterielle Vermögenswerte werden hinsichtlich der Nutzungsdauer als unbestimmt eingestuft, wenn eine Analyse aller relevanten Faktoren kein Ende des Zeitraums erkennen lässt, für den der Vermögenswert zur Erwirtschaftung von Cash Flows beiträgt. Diese Analyse wird jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist.

Wertberichtigungen auf langfristige Vermögenswerte

Der Wertminderungstest zur Bewertung des erzielbaren Betrags einer CGU basiert auf Werten der Unternehmensplanung, dem Abzinsungssatz, der Wachstumsrate, dem Barwert, der erwarteten Inflation und Währungskurse. Die zugrunde gelegte Inflationsrate wird auf Grund der globalen Konjunkturentwicklung angepasst, um den aktuellen Markterwartungen Rechnung zu tragen.

Mittels Werthaltigkeitstests wurde festgestellt, dass die Werthaltigkeit sämtlicher CGUs zum Stichtag gegeben ist. Nähere Informationen zu den durchgeführten Impairment Tests sind unter Erläuterung 4.8 „Werthaltigkeitstest (Impairment)“ angeführt. Die hierzu getroffenen Annahmen können jedoch Änderungen unterliegen, die zu Wertberichtigungen in zukünftigen Perioden führen könnten.

Leistungsorientierte Verpflichtungen

In der Gruppe bestehen für einen Teil der Arbeitnehmer verschiedene Personalvorsorgepläne. Um die sich daraus ergebenden Guthaben und/oder Verpflichtungen bestimmen zu können, muss zunächst beurteilt werden, ob es sich um leistungs- oder beitragsorientierte Pläne handelt. Um die zukünftige Entwicklung abschätzen zu können, werden bei leistungsorientierten Plänen statistische Annahmen getroffen.

Der versicherungsmathematischen Bewertung von Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer liegen Annahmen über Abzinsungssätze, Gehaltssteigerungen, Fluktuation und das Pensionseintritts-alter zugrunde (demographische und finanzielle Variablen). Ändern sich diese Annahmen aufgrund veränderter Wirtschaftslage oder neuer Marktbedingungen, können die tatsächlichen Daten maßgeblich von den versicherungsmathematischen Gutachten und Berechnungen abweichen. Diese Abweichungen können mittelfristig einen wesentlichen Einfluss auf die Aufwendungen und Erträge aus Personalvorsorgeeinrichtungen haben. Nähere Informationen zu den Personalvorsorgeeinrichtungen sind in Erläuterung 21.2 „Pensionen“ angegeben.

Sonstige Rückstellungen

Im Rahmen der ordentlichen Geschäftstätigkeit werden Rückstellungen für verschiedene Sachverhalte gebildet. Die Höhe der erwarteten Mittelabflüsse wird in jedem konkreten Sachverhalt auf Basis von Annahmen und Einschätzungen ermittelt. Diese Annahmen können Änderungen unterliegen, die zu einer Abweichung in zukünftigen Perioden führen.

Beim Verkauf von Produkten werden Produktgarantien gewährt. Hierfür werden jährlich Rückstellungen gebildet. Die Berechnung basiert auf Schätzungen auf Grund historischer Daten der letzten Jahre.

Es werden ausschließlich kurzfristige Rückstellungen auf Produktgarantien gebildet. Für das Segment „Energy Storage Solutions“ wird die Rückstellung auf den bisherigen Erfahrungswerten gebildet.

Die Buchwerte solcher Rückstellungen sind in Erläuterung 24 „Sonstige Rückstellungen“ ersichtlich.

Latente Steuern

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen der Konzern-Bilanz und den Steuerbilanzwerten sowie auf voraussichtlich verwertungsfähige steuerliche Verlustvorträge angesetzt. Die Berechnung latenter Steuern erfolgt auf Basis jener Steuersätze, die nach der derzeitigen Rechtslage zu dem Zeitpunkt gelten werden, zu dem sich die nur vorübergehenden Differenzen wieder ausgleichen werden, sowie auf Basis einer Einschätzung der künftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit. Eventuelle Steuersatzänderungen oder von den Annahmen abweichende künftige steuerliche Erträge können dazu führen, dass die Realisierung aktiver latenter Steuern unwahrscheinlich wird und eine Wertberichtigung der diesbezüglichen Aktiva erfolgen muss. Außerdem können Steuersatzänderungen zu Anpassungen der passiven latenten Steuern führen. Die Buchwerte der latenten Steuern gehen aus der Konzern-Bilanz hervor und werden in den Erläuterungen zu 18. „Latente Steuern“ auf die Bilanzpositionen aufgeteilt.

6 Segmentberichterstattung

Die Segmentinformationen werden auf Basis der Festlegungen des Managements für die Segmente "Microbatteries" und "Energy Storage Solutions“ veröffentlicht (vgl. Erläuterungen 4.18 „Segmentberichterstattung”).

Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Segmentberichterstattung liegen die im vorliegenden Konzern-Abschluss verwendeten IFRS zugrunde. Die Gruppe misst den Erfolg ihrer Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBIT, da diese die relevanteste Information bei der Beurteilung der Ergebnisse bestimmter Segmente im Verhältnis zu anderen Unternehmen darstellt, die in diesen Branchen tätig sind. Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode in den Konzern-Abschluss einbezogenen Unternehmen, sind in der Segmentberichterstattung nicht enthalten, da diese nicht Bestandteil des berichteten EBIT sind und auch sonst nicht regelmäßig an den CODM berichtet werden.

Die Eliminierungen konzerninterner Verflechtungen zwischen den Segmenten werden in der Überleitungsspalte zusammengefasst angegeben. Darüber hinaus beinhaltet die Überleitungsspalte Sachverhalte die keinem Segment direkt zugeordnet werden können, bspw. die Effekte aus der Sale & Lease Back Transaktion (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“).

Im Folgenden werden die Steuerungsgrößen, die zur Beurteilung der Leistungen der operativen Segmente herangezogen werden, dargestellt:

Informationen nach berichtspflichtigen Segmenten:

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Microbatteries Energy Storage Solutions ∑ Summe Überleitung Konzern-Abschluss
(in T€) 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Umsatzerlöse 177.351 157.858 34.622 34.574 211.973 192.432 1.842 2.661 213.815 195.093
Abschreibungen und Amortisationen -7.484 -7.154 -1.008 -1.283 -8.492 -8.437 -430 -74 -8.922 -8.511
Wesentliche Effekte in Erträgen und Aufwendungen 0 0 0 0 0 0 0 6.634 0 6.634
EBIT 26.219 22.112 -4.871 -3.854 21.348 18.257 -6.503 4.223 14.845 22.480

In der Überleitung sind folgende Sachverhalte enthalten:

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2016 2015
(in T€) Nicht dem Kerngeschäft zuordenbar Holding Summe Nicht dem Kerngeschäft zuordenbar Holding Summe
Umsatzerlöse 1.842 0 1.842 2.661 0 2.661
Effekte in Erträgen und Aufwendungen -3.468 -4.877 -8.345 3.858 -2.296 1.562
EBIT -1.626 -4.877 -6.503 6.519 -2.296 4.223

In den Positionen "Außerhalb des Kerngeschäfts" werden Positionen dargestellt, welche keinem Segment zugeordnet werden können. In den Umsatzerlösen sind im Wesentlichen die Umsatzerlöse aus IT-Dienstleistung in Höhe von T€ 828 (2015: T€ 716) und Entsorgung in Höhe von T€ 441 (2015: 921) enthalten. Die „Effekte in Erträgen und Aufwendungen“ enthalten Aufwendungen in gleicher Höhe, so dass diese Sachverhalte keine Auswirkung haben. In der Zeile EBIT sind weitere Kosten erkennbar, welche keinem Segment zugeordnet werden konnten.

Im Vorjahr ist in dieser Spalte auch die Sale & Lease Back Transaktion in Höhe von T€ 6.634 enthalten (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“). Die im Geschäftsjahr 2016 laufenden Mietaufwendungen aus der Sale & Lease Back Transaktion werden auf die Segmente aufgeteilt.

Die Einflüsse der VARTA AG werden in der Spalte "Holding" dargestellt. Diese ist nicht operativ tätig. Im Geschäftsjahr 2016 sind hier Effekte aus der Umstrukturierung des Konzerns sowie Kosten für die kapitalmarktvorbereitende Tätigkeiten enthalten (vgl. Erläuterungen 34 „Sonstige betriebliche Aufwendungen“).

In der folgenden Tabelle wird die Überleitung des EBITs der Segmente auf das Ergebnis vor Steuern dargestellt:

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(in T€) 2016 2015
EBIT 14.845 22.480
Finanzergebnis -1.246 -1.852
Ergebnis aus Gemeinschaftsunternehmen -1.526 -1.257
Ergebnis vor Steuern 12.073 19.371

Geographische Segmentinformationen

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse der Gruppe aufgeteilt nach bestimmten geographischen Standorten. Bei der Darstellung dieser Informationen auf geografischer Grundlage basieren die Umsatzerlöse eines Segments auf den geografischen Standorten der Kunden und die Vermögenswerte eines Segments auf den geografischen Standorten der Vermögenswerte.

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2016 2015
(in T€) Umsatzerlöse* Langfristige Vermögenswerte** Umsatzerlöse* Langfristige Vermögenswerte**
Europa 103.002 70.571 94.532 64.617
Amerika 52.462 86 49.682 105
Asien 54.266 2.168 46.314 2.245
Sonstige 4.085 0 4.565 0
Summe Konzern 213.815 72.825 195.093 66.967

* Die Umsatzerlöse richten sich nach dem Sitz des Kunden.
** Langfristige Vermögenswerte beinhalten zu diesem Zweck als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

Die Umsatzerlöse des Segments „Energy Storage Solutions“ sind im Wesentlichen in der Position Europa enthalten. Die übrigen Umsätze der Region Europa umfassen demnach die Umsätze des Segments „Microbatteries“. Die Umsätze der Regionen Asien und Amerika sind ebenfalls im Wesentlichen dem Segment „Microbatteries“ zuzuordnen.

Produkte und Dienstleistungen

Die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gruppe teilen sich folgendermaßen auf Produkte und Dienstleistungen auf:

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2016 2015
(in T€) Umsatzerlöse Forderungen Lieferungen & Leistungen Umsatzerlöse Forderungen Lieferungen & Leistungen
davon aus Produktverkauf 206.897 14.598 185.746 14.560
davon aus Verkauf von Dienstleistungen 6.918 1.078 9.347 212
Summe Konzern 213.815 15.676 195.093 14.772

Bedeutende Kunden

Es bestehen in 2016, sowie im Vorjahr, keine Transaktionen mit einem einzelnen externen Kunden, dessen Umsätze sich auf 10% oder mehr der Gruppenumsätze belaufen.

7 Immaterielle Vermögenswerte

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(in T€) Kundenbeziehungen und ähnliches immaterielles Vermögen Gewerbliche Schutzrechte Entwicklungskosten Gesamt
Anschaffungswerte        
Stand 01. Jan 2015 1.733 5 8.162 9.900
Währungsdifferenzen 4 0 0 4
Zugänge 9.462 953 2.994 13.409
Umbuchungen 24 0 0 24
Stand 31. Dez 2015 11.223 958 11.156 23.337
Währungsdifferenzen -2 0 0 -2
Zugänge 216 0 2.192 2.408
Abgänge -1 0 0 -1
Umbuchungen 149 0 0 149
Stand 31. Dez 2016 11.585 958 13.348 25.891
Kumulierte Abschreibungen        
Stand 01. Jan 2015 1.303 5 645 1.953
Währungsdifferenzen 2 0 0 2
Zugänge 285 30 968 1.283
Stand 31. Dez 2015 1.590 35 1.613 3.238
Währungsdifferenzen 0 0 0 0
Zugänge 737 132 941 1.810
Abgänge -1 0 0 -1
Stand 31. Dez 2016 2.326 167 2.554 5.047
Buchwerte        
Buchwerte am 01. Jan 2015 430 0 7.517 7.947
Buchwerte am 31. Dez 2015 9.633 923 9.543 20.099
Buchwerte am 31. Dez 2016 9.259 791 10.794 20.844

Von den in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Erträgen aus aktivierten Eigenleistungen (vgl. Erläuterungen 33 „Sonstige betriebliche Erträge“) in Höhe von T€ 3.400 (2015: T€ 4.223) wurden im Jahr 2016 selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von T€ 2.192 erfasst (2015: T€ 2.994).

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wurden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von T€ 10.807 erfasst (2015: T€ 9.326).

Für immaterielle Vermögenswerte bestanden keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen während der Geschäftsjahre 2016 und 2015.

Die Zugänge in 2015 stammen hauptsächlich aus einem Erwerb von Vermögensrechten in Höhe von T€ 9.094, um bestimmte immaterielle Eigentumsrechte zu klären und neu zu ordnen. Diesem Kauf liegt eine vertragliche Vereinbarung zu Grunde, welche die Nutzung der Marke „VARTA“ und die damit verbundenen Fragen regelt. Diese wurde im September 2015 zwischen Montana Tech Components AG, VARTA AG und VARTA Microbattery GmbH einerseits und andererseits Johnson Control Inc. abgeschlossen. Diese erworbenen immateriellen Vermögensrechte sind Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer. Die Zahlung aus dieser Verpflichtung erfolgte im Februar 2016.

Wertminderungstest für immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer

Für immaterielle Vermögenswerte, welche eine unbestimmbare Nutzungsdauer haben, wird der erzielbare Betrag jährlich zum 31. Dezember bestimmt. Der Buchwert der Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, Cash-Generating-Units (CGUs), welche die Marke „VARTA“ in Höhe von T€ 9.094 enthalten, wurde mit dem erzielbaren Betrag gemäß IAS 36 verglichen. Der erzielbare Betrag der CGUs ist der höhere von seinem Nutzungswert und seinem Fair Value abzüglich Veräußerungskosten. Bei der Bestimmung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsflüsse auf den Barwert abgezinst. Für die Durchführung des Wertminderungstests werden die Vermögenswerte in die kleinste Gruppe von Vermögenswerten eingeteilt, welche unabhängige Geldzuflüsse erzeugen (Zahlungsmittel generierende Einheiten). Hierzu wurde die Marke „VARTA“ auf die relevanten Segmente und damit auch auf die CGUs „Microbatteries“ und „Energy Storage Solutions“ allokiert. Eine Wertminderung liegt dann vor, wenn der Buchwert der Marke den geschätzten erzielbaren Betrag übersteigt. Eine etwaige Wertminderung wird ergebniswirksam verbucht. Wertminderungen einer Zahlungsmittel generierenden Einheit oder einer Gruppe Zahlungsmittel generierender Einheiten werden zuerst dem Goodwill und anschließend anteilsmäßig den anderen Vermögenswerten der Einheit bzw. der Gruppe zugewiesen. Ausgenommen sind einzelne Vermögenswerte einer Einheit oder einer Gruppe, deren beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ihren Buchwert übersteigt.

Der Buchwert der Marke in Höhe von T€ 9.094 wurde wie folgt auf die einzelnen CGUs allokiert: „Microbatteries“ T€ 6.894 und „Energy Storage Solutions“ T€ 2.200.

Der erzielbare Betrag der einzelnen CGUs wurde auf Grundlage des jeweiligen Barwerts der künftigen Cashflows geschätzt, die voraussichtlich aus den CGUs erzielt werden (Nutzungswert).

Die wesentlichen Annahmen, die bei der Schätzung der Nutzungswerte verwendet wurden, waren wie folgt:

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(in Prozent) CGU Microbatteries CGU Energy Storage Solutions
Abzinsungssatz (WACC) 8,19 8,19
Wachstumsrate 1,70 1,70
Steuersatz 30,00 30,00

Für die Berechnung der Wertminderung wurden die Daten aus der aktuellen Langfristplanung für die Jahre 2017 bis 2019 bzw. 2021 herangezogen. Die Daten beruhen auf Erfahrungswerten und Marktbeobachtungen. Als Basis für die ewige Rente wurde die letzte verfügbare Periode (für Microbatteries 2019 und für Energy Storage Solution 2021) aus der Langfristplanung verwendet. Für Energy Storage Solutions wurde ein erweiterter Zeitraum ausgewählt, da sich dieses Segment noch im Aufbau befindet. Der Diskontsatz ist ein Zinssatz der auf Basis gewichteter historischer Industrie­Durchschnittskapitalkosten (WACC) nach Steuern berechnet wurde. Dieser Diskontsatz wird um eine Risikoprämie angepasst, welche das erhöhte Gesamtrisiko der Beteiligung und das spezifische Risiko jeder einzelnen CGU widerspiegelt.

Für die Berechnung der freien Zahlungsströme in der ewigen Rente wurde eine einheitliche Wachstumsrate fixiert, welche Abschreibung und Investitionsausgaben (CAPEX) gleichsetzt und die Net Working Capital Veränderung auf 0 setzt.

In der Sensitivitätsanalyse sind die Änderungen von Variablen wie die Wachstumsrate und Abzinsungssätze wie folgt enthalten:

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(in Prozent) CGU Microbatteries CGU Energy Storage Solutions
Abzinsungssatz (WACC) + 1,00 + 1,00
Wachstumsrate - 1,00 - 1,00

Es waren keine Wertminderungsverluste unter den vorgenannten Annahmen zu erkennen.

8 Sachanlagevermögen

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(in T€) Grundstücke Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen Sachanlagevermögen
Anschaffungswerte            
Stand 01. Jan 2015 313 10.502 44.610 15.714 3.091 74.230
Währungsdifferenzen 0 17 281 192 4 494
Zugänge 0 60 2.818 1.251 14.109 18.238
Abgänge -313 -10.327 -408 -167 0 -11.215
Umbuchungen 0 0 668 596 -1.288 -24
Stand 31. Dez 2015 0 252 47.969 17.586 15.916 81.723
Währungsdifferenzen 0 -9 67 47 0 105
Zugänge 0 0 3.796 2.100 6.595 12.491
Abgänge 0 -9 -208 -156 0 -373
Umbuchungen 0 0 7.864 1.806 -9.819 -149
Stand 31. Dez 2016 0 234 59.488 21.383 12.692 93.797

Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen

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(in T€) Grundstücke Gebäude Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen Sachanlagevermögen
Stand 01. Jan 2015 0 1.837 20.129 8.041 0 30.007
Währungsdifferenzen 0 4 131 153 0 288
Zugänge 0 399 4.501 2.328 0 7.228
Abgänge 0 -2.157 -397 -114 0 -2.668
Stand 31. Dez 2015 0 83 24.364 10.408 0 34.855
Währungsdifferenzen 0 -3 63 39 0 99
Zugänge 0 18 4.900 2.194 0 7.112
Abgänge 0 -9 -91 -150 0 -250
Stand 31. Dez 2016 0 89 29.236 12.491 0 41.816
Buchwerte            
Buchwerte am 01. Jan 2015 313 8.665 24.481 7.673 3.091 44.223
Buchwerte am 31. Dez 2015 0 169 23.605 7.178 15.916 46.868
Buchwerte am 31. Dez 2016 0 145 30.252 8.892 12.692 51.981

Der wesentliche Teil der Investitionen in 2016 entfiel auf die Bereiche CoinPower Batterien, Entwicklung sowie Qualitätssicherung und diente im Wesentlichen der Erweiterung von Produktionskapazitäten und der Erneuerung von Produktionsanlagen.

Für das Sachanlagevermögen bestanden keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen während der Geschäftsjahre 2016 und 2015. Die Bestellobligationen aus dem Kauf von Sachanlagevermögen betragen T€ 1.521 (2015: T€ 1.161).

Die Abgänge in 2015 beinhalten den Verkauf der Grundstücke und Gebäude der Immobilien von VARTA Microbattery GmbH in Ellwangen (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“).

9 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen

Die Buchwerte von Gemeinschaftsunternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, entsprechen:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG, Ellwangen, Germany 3.355 2.880
VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH, Ellwangen, Germany 16 17
Summe Buchwerte der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 3.371 2.897
VARTA Micro Innovation GmbH, Graz, Austria 13 13
Summe Buchwerte der sonstigen Beteiligungen 13 13
Summe Buchwerte der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen und der sonstigen Beteiligungen 3.384 2.910

Das Gemeinschaftsunternehmen, mit strategischer Natur, VOLKSWAGEN VARTA Microbattery Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG (umbenannt im Januar 2016 in VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG), dient der Gruppe mit Forschungsdienstleistungen, die in erster Linie dazu bestimmt sind, Hochleistungsbatteriezellen für den Antrieb elektrischer oder Plug-In Hybrid-Fahrzeugen zu entwickeln. Die Forschungsziele des Unternehmens wurden bislang erreicht.

Die KPIs der VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG sind:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Anlagevermögen 3.370 5.117
Umlaufvermögen 3.996 2.717
Kurzfristige Verbindlichkeiten 0 300
davon Zahlungsmittel und -äquivalente 2.868 1.516
Sonstige Verbindlichkeiten 160 909
  2016 2015
Umsatzerlöse 1.036 1.606
Abschreibungen -1.544 -1.249
Zinsaufwand -1 -4
Jahresfehlbetrag -3.418 -2.884

Der Konzern hatte im Jahr 2010 Verpflichtungen gegenüber der VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG in Höhe von T€ 9.098. Dazu gehörten unter anderem T€ 1.474 durch die Einbringung von Markenrechten, die im Jahr 2010 vollumfänglich erbracht wurden, sowie eine Bareinlage in Höhe von T€ 2.330, wobei im Jahr 2012 die letzten ausstehenden T€ 430 (2011: T€ 658; 2010: T€ 1.224) bezahlt wurden. Darüber hinaus wurden zusätzliche Beitragspflichten in Höhe von T€ 5.294 mit Forderungen aus Miete und Dienstleistungen verrechnet. In 2016 wurde eine weitere Bareinlage in Höhe von T€ 2.000 (2015: T€ 2.000) geleistet. Das zuzurechnende Jahresergebnis 2016 von VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG betrug T€ -1.526 (2015: T€ -1.257) und wird unter "Ergebnisse aus Gemeinschaftsunternehmen" ausgewiesen.

10 Leasing

Im laufenden Geschäftsjahr bestanden keine Vermögenswerte, welche auf Basis eines Finanzierungsleasingvertrages zu aktivieren sind.

Im Berichtsjahr wurden Aufwendungen für operative Leasingverhältnisse in Höhe von T€ 4.298 (2015: T€ 1.860) in der Erfolgsrechnung erfasst (vgl. Erläuterungen 34 „Sonstige betriebliche Aufwendungen“).

Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund unkündbarer Leasingverträge beträgt:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Leasingverpflichtung bis 1 Jahr 4.416 4.126
Leasingverpflichtung 1 bis 5 Jahre 10.806 11.424
Leasingverpflichtung über 5 Jahre 9.781 9.823
Summe Mindestleasingzahlungen 25.003 25.373

Im Jahr 2015 wurde die Immobilie der VARTA Microbattery GmbH im Rahmen eines Grundstücksverkaufs an die WertInvest Ellwangen Immobilien GmbH verkauft, welche aus Sicht der konsolidierten Gruppe ein nahestehendes Unternehmen darstellt (vgl. Erläuterungen 41. „Nahestehende Personen und Gesellschaften“. Die VARTA Microbattery GmbH hat die Immobilie schließlich von der WertInvest Ellwangen Immobilien GmbH zurückgemietet (Sale & Lease Back). Die zukünftigen Leasingverpflichtungen betreffen überwiegend Aufwendungen aus diesem Mietverhältnis. Im Leasingvertrag wurde eine unbefristete Laufzeit vereinbart, außerdem besteht eine Option auf Rückerwerb der Immobilie zum Verkehrswert.

11 Andere finanzielle Vermögenswerte

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Ausleihungen 4.425 6.689
davon kurzfristig 2.815 0
davon langfristig 1.610 6.689

Im Vorjahr wurden unter den Ausleihungen Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von T€ 3.578 ausgewiesen. Diese haben per 31. Dezember 2016 eine Restlaufzeit von einem Jahr und werden somit zum Bilanzstichtag in Höhe von T€ 2.815 unter den kurzfristigen Ausleihungen dargestellt (vgl. Erläuterungen 41.1 „Nahestehende Unternehmen“). Weiterhin bestanden im Vorjahr Ausleihungen von T€ 1.866 gegen ehemals verbundene Unternehmen, diese wurden bis auf T€ 525 zurückbezahlt.

12 Sonstige Finanzanlagen

Im Vorjahr bestanden T€ 32 Beteiligungen an der VARTA Unterstützungskasse GmbH, Hannover, Deutschland, welche aber durch die Abspaltung der Pensionsverpflichtung (vgl. Erläuterungen 21.2 „Pensionen“) zum Bilanzstichtag nicht mehr ausgewiesen werden.

13 Vorräte

Die Vorräte können in folgende Positionen aufgeteilt werden:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.064 17.561
Unfertige Erzeugnisse 9.767 8.618
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 16.780 16.974
Vorräte 42.611 43.153
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Wertminderungsertrag (+)/-aufwand (-) -363 -2.278

Vorräte wurden nicht als Sicherheiten für Verbindlichkeiten weder zum 31.12.2016 noch zum 31.12.2015 gestellt.

14 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Forderungen gegen Dritte (Brutto) 16.214 15.256
Forderungen gegen nahestehende Personen und Gesellschaften 99 73
Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 34 59
Brutto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.347 15.388
Abzüglich Wertberichtigungen -671 -616
Netto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.676 14.772

Die bestehenden Nettoforderungen sind durch den Rahmenvertrag zum Forderungsverkauf 31. Dezember 2016 um T€ 7.836 (31.12.2015: T€ 7.077) gemindert (vgl. 39.2 „Finanzrisikomanagement“).

15 Steuererstattungsansprüche

Die Ertragsteuerforderungen wurden um T€ 1.833 auf T€ 482 im Geschäftsjahr 2016 (31.12.2015: T€ 2.315) auf Grund der Bildung einer ertragsteuerlichen Organschaft, welche die inländischen vollkonsolidierten Gesellschaften umfasst, reduziert.

16 Sonstige Vermögenswerte

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Forderungen aus Förderprojekten 4.884 856
Sonstige Steuerforderungen 2.248 3.722
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 1.860 693
Sonstige Ausleihungen ggü. Gemeinschaftsunternehmen 0 300
Übrige sonstige Vermögenswerte 365 423
Sonstige Vermögenswerte 9.357 5.994

Die sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich in Summe um T€ 3.363. Dies ist insbesondere auf erhöhte staatliche Zuschüsse für Forschungsprojekte zurückzuführen. Bei einem neuen Projekt (SINTBAT) fungiert die Gruppe als Koordinator und verwaltet treuhändisch die vom Fördergeber erhaltenen Gelder, weshalb für weitergeleitete Vorschusszahlungen an die am Projekt beteiligten Kooperationspartner Forderungen in Höhe von T€ 3.192 ausgewiesen werden. Korrespondierend hierzu besteht eine sonstige Verpflichtung aufgrund der Rückzahlungsverpflichtung gegenüber dem Fördergeber (vgl. Erläuterungen 27. „Sonstige Verbindlichkeiten“).

Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte erhöhten sich im Geschäftsjahr 2016 um T€ 1.167 auf T€ 1.860 (31.12.2015: T€ 693). Im Wesentlichen kommt diese Erhöhung aus der Zahlung einer Barkaution in Höhe von T€ 750 im Zusammenhang mit der Sale & Lease Back Transaktion im Geschäftsjahr 2015 (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“).

17 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente können wie folgt aufgegliedert werden:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Kasse 10 11
Guthaben bei Kreditinstituten 12.266 10.863
Festgelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu 3 Monaten 71 71
Summe 12.347 10.945

18 Latente Steuern

Latente Steuern können den folgenden Positionen zugerechnet werden:

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(in T€) Aktive latente Steuern Passive latente Steuern 31.Dez 2016 netto Aktive latente Steuern Passive latente Steuern 31.Dez 2015 netto Aktive latente Steuern Passive latente Steuern 01.Jan 2015 netto
Immaterielle Vermögenswerte 1.243 4.830 -3.587 1.214 5.875 -4.661 1.214 1.214 0
Sachanlagen -27 563 -590 0 1.768 -1.768 317 1.617 -1.300
Vorräte 1.092 89 1.003 731 59 672 523 15 508
Forderungen aus Lieferung & Leistungen 142 2 140 146 4 142 155 0 155
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2.641 0 2.641 2.688 5 2.683 466 39 427
Langfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 0 0 0 0 0 0 47 0 47
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1.847 1.547 300 170 20 150 17 0 17
Langfristige Verbindlichkeiten aus Personalvorsorge 3.081 0 3.081 2.519 0 2.519 2.819 0 2.819
Kurzfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 0 56 -56 0 0 0 0 0 0
Kurzfristige Rückstellungen 0 0 0 28 8 20 0 0 0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 448 0 448 284 0 284 329 0 329
Steuerliche Verlustvorträge 441 0 441 1.832 0 1.832 3.003 0 3.003
Saldierungen -7.087 -7.087 0 -7.739 -7.739 0 -2.885 -2.885 0
Summe 3.821 0 3.821 1.873 0 1.873 6.005 0 6.005

19 Eigenkapital

Die Änderungen des Eigenkapitals für den Zeitraum zwischen 01. Januar 2015 und 31. Dezember 2015 erfolgen in einer kombinierten Struktur. Seit 31. Dezember 2016 wird die rechtliche Struktur der Gruppe nach IFRS 10 im Eigenkapital dargestellt. Damit wird das den Gesellschaftern der Gruppe zuzurechnenden Nettovermögen, welches im Vorjahr noch als Nettovermögen ausgewiesen wurde, den einzelnen Bestandteilen des Eigenkapitals zugeordnet.

Seit 31. Dezember 2016 beläuft sich das Aktienkapital der VARTA AG auf T€ 29.600 und die Kapitalrücklage auf T€ 2.681.

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Netto-
vermögen
Gezeichnetes Kapital Kapital-
rücklagen
Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Summe Eigenkapital
(in T€) Währungs-
differenzen
Hedging Reserve
Stand am 1. Januar 2016 50.138 0 0 0 4.876 -87 54.927
Umstrukturierung              
Veränderungen des Nettovermögens -560 0 0 0 0 0 -560
Umstrukturierung der Gruppe nach IFRS 10 -49.578 29.600 690 19.288 0 0 0
Abspaltung von Pensionsverpflichtungen 0 0 1.991 0 0 0 1.991
Gesamtergebnis              
Jahresergebnis 0 0 0 9.410 0 0 9.410
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 -1.264 672 115 -477
Gesamtergebnis 0 0 0 8.146 672 115 8.933
Stand am 31. Dezember 2016 0 29.600 2.681 27.434 5.548 28 65.291

Durch die Übertragung der VARTA Microbattery GmbH als Sacheinlage an die VARTA AG erhöhte sich das Grundkapital der VARTA AG von T€ 100 um T€ 29.500 auf T€ 29.600. Gemäß Abtretungs- und Einbringungsvertrag von Geschäftsanteilen der VARTA Microbattery GmbH, in die VARTA AG, beträgt der Einbringungswert 29.539 T€. Der die Kapitalerhöhung von 29.500 T€ übersteigende Betrag in Höhe von 39 T€ wird der Kapitalrücklage zugeschrieben. Auf Grund der Tatsache, dass diese Transaktion unter der einheitlichen Beherrschung der Gruppe stattfand und die VARTA Microbattery GmbH bereits bisher in den kombinierten Gruppenabschluss zum 31. Dezember 2015 einbezogen war, gibt es mit Ausnahme der Darstellung des rechtlichen Eigenkapitals der Muttergesellschaft, keinen weiteren Effekt im vorliegenden Konzern-Abschluss zum 31. Dezember 2016.

Der Kauf der VARTA Micro AG in Höhe von T€ 550 sowie der Erwerb der Anteile an der VARTA Microbattery S.R.L. wird als Rückgang des Eigenkapitals dargestellt, da beide Gesellschaften ebenfalls im kombinierten Gruppenabschluss im Eigenkapital zum 31. Dezember 2015 enthalten waren. Dadurch gibt es im vorliegenden Konzern-Abschluss mit Ausnahme der Darstellung des Eigenkapitals der Muttergesellschaft keine Änderung.

Aus der Abspaltung der Pensionsverpflichtungen und des dazugehörenden Pensionsvermögens ergibt sich in der Kapitalrücklage ein positiver Effekt in Höhe von 1.991 T€.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2016 wurden keine Dividenden an die Aktionäre der Gruppe gezahlt.

Die sonstigen Rücklagen beinhalten keine Bestandteile, die auf das Gemeinschaftsunternehmen entfallen.

20 Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie* basiert auf dem den Aktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Aktien. Verwässerungseffekte, z.B. ausgelöst durch die Ausgabe neuer Aktien, welche separat ausgewiesen werden müssen, hat es in den Berichtsperioden nicht gegeben.

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2016 2015
Ergebnis, den Aktionären zurechenbar in T€ 8.933 15.562
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien (TStk) 15.092 941
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 1 17
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 1 17

* Das Ergebnis je Aktie stellt die Aktien der VARTA AG dar

Die Anzahl der Aktien hat sich in 2015 und 2016 wie folgt entwickelt:

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Anzahl der Aktien
01. Jan. 2015 1.000.000
31. Dez. 2015 100.000
31. Dez. 2016 29.600.000

Die Aktien sind nennwertlose Aktien.

21 Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

21.1 Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

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(in T€) 31. Dezember 2016 31.Dezember 2015
Summe 23.664 22.477
davon kurzfristig 983 1.005
davon langfristig 22.681 21.472
Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer    
Pensionen 16.926 16.995
Abfindungen 4.617 3.446
Jubiläumsgelder 542 519
Altersteilzeit 1.578 1.517

21.2 Pensionen

Innerhalb des Konsolidierungskreises bestehen für Teile der Arbeitnehmer sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Vorsorgepläne. Bei den beitragsorientierten Zusagen zahlen die Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beiträge bestehen für die Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen. Überwiegend basieren die Altersversorgungssysteme auf Leistungszusagen (Defined Benefit Plans), wobei zwischen rückstellungs- und extern finanzierten Versorgungssystemen unterschieden wird.

Die Pensionsrückstellungen für leistungsorientierte Zusagen werden gemäß IAS 19 nach dem international üblichen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) durch unabhängige Aktuare ermittelt. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden versicherungsmathematische Annahmen für die Diskontierungssätze, die Entgelt- und Rententrends, die Fluktuationsraten sowie die Lebenserwartungen berücksichtigt, die für jede Konzerngesellschaft in Abhängigkeit der ökonomischen Rahmenbedingungen ermittelt werden. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste ergeben sich aus Abweichungen der tatsächlichen Entwicklung gegenüber den Annahmen des Vorjahres. Diese werden in der Periode ihrer Entstehung unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Diese Vorsorgepläne erbringen Leistungen im Falle von Alter, Tod und Invalidität. Leistungsorientierte Versorgungszusagen bestehen in Deutschland und Singapur, wobei der wesentlichste Plan in Deutschland besteht. Der Großteil dieser Verpflichtungen ist ausschließlich über Bilanzrückstellungen finanziert.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden die Pensionsverpflichtungen (T€ 28.976) der VARTA AG und die dazugehörigen Vermögenswerte (T€ 26.946) rückwirkend auf den 01. Januar 2016 in die VRT Pensionen GmbH (Ellwangen, Deutschland), nachfolgend VRT, abgespalten. Mit abgespalten wurden auch eine Beteiligung und ein Darlehen gegenüber der VARTA Unterstützungskasse GmbH (Hannover, Deutschland). Der alleinige Gesellschafter der VRT ist die Koch H&K Industrieanlagen GmbH (Dillinen/Saar, Deutschland), im folgenden H&K. Die H&K wird indirekt durch DDr. Michael Tojner kontrolliert und ist damit eine nahestehende Person der VARTA AG (vgl. Erläuterungen 41 „Nahestehende Personen und Gesellschaften“).

Die VARTA AG hat die Pensionsverpflichtungen und die dazugehörenden Vermögenswerte ohne Erhöhung des Grundkapitals der VRT und ohne Anteile an der VRT zu erhalten übertragen. Durch die Abspaltung wurde das Eigenkapital der VARTA AG um T€ 1.991 erhöht. Für die VARTA AG besteht weiterhin eine gesetzliche Haftung für die Pensionszahlungen über zehn Jahre nach dem Abspaltungsdatum.

Aus dem vorgenannten Sachverhalt ergibt sich aus der Pensionsabspaltung ein Rückgang der Pensionsverpflichtungen der Gruppe in Höhe von T€ 1.976. Durch die Änderung des Abzinsungssatzes im Geschäftsjahr 2016 ergab sich jedoch ein gegenläufiger Effekt, so dass die Pensionsverpflichtungen in Summe nahezu unverändert bleiben.

Die leistungsorientierten Pläne der Gruppe weisen eine Nettoverpflichtung mit folgenden Bestandteilen aus:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Barwert Vorsorgeverpflichtung (DBO) zum Bilanzstichtag 18.989 45.778
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -2.063 -28.783
Nettoverpflichtung (+)/Nettovermögen (-) in der Bilanz 16.926 16.995

Im Vorjahr setzte sich das Planvermögen im Wesentlichen aus den bestehenden Vermögenswerten der VARTA AG und der Rückdeckungsversicherung bei der VARTA Microbattery GmbH zusammen.

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
VARTA AG    
Sicherheiten 0 2.266
Aufwand 0 34
Darlehen 0 23.653
Geldmarktanlagen 0 968
Rückversicherung 0 25
Gesamt 0 26.946
VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH    
Rückversicherung 2.063 1.809
Gesamt 2.063 1.809

Im Vorjahr wurde das Vermögen zur Bedienung der Pensionsverpflichtungen der VARTA AG von dem VARTA Pensions-Treuhand e.V., Köln, Deutschland, treuhänderisch verwaltet. Die Verfügung über die Mittel konnte ausschließlich durch den VARTA Pensions-Treuhand e.V. zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen der VARTA AG erfolgen. Das Planvermögen setzte sich bei der VARTA AG aus Ausleihungen, Fondanteilen und Genussrechten sowie Rückdeckungsversicherungen zusammen und unterliegt dem allgemeinen Marktrisiko. Wie oben beschrieben wurde das Planvermögen der VARTA AG mit den Verpflichtungen an die VRT abgespalten.

Für weitere in Deutschland ansässige Unternehmen besteht das Planvermögen ausschließlich aus Rückdeckungsversicherungen, bei den Unternehmen im Ausland ist kein Planvermögen vorhanden. Durch die unterschiedliche Charakteristik in der Zusammensetzung des Planvermögens, wird das allgemeine Risiko minimiert.

Die Zahlungen, die innerhalb des nächsten Geschäftsjahres aufgrund von Pensionszusagen fällig werden, belaufen sich auf T€ 983 (2015: T€ 1.005). Die Duration der wesentlichen Pensionspläne beläuft sich auf einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren.

Der leistungsorientierte inländische Vorsorgeplan versichert die Mitarbeitenden der verbundenen Unternehmen planmäßig gegen die Risiken Alter, Tod und Invalidität.

Die Altersleistungen werden in Form einer lebenslangen Rente ausgerichtet, die sich durch Multiplikation des im Rücktrittsalter vorhandenen Vorsorgekapitals (gebildet durch lohnabhängige Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge) mit dem reglementarischen Umwandlungssatz ergibt. Die Todesfallleistungen betragen 60% der (voraussichtlichen) Altersrente, die Invaliditätsleistungen 40% des versicherten Lohnes.

Die Entwicklung der Vorsorgeverpflichtung sowie die Veränderungen des Planvermögens für die leistungsorientierten Vorsorgepläne stellen sich wie folgt dar:

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Nettoverpflichtung Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Barwert der Vorsorgeverpflichtungen
(in T€) 2016 2015 2016 2015 2016 2015
Beizulegender Zeitwert bzw. Barwert per 1. Januar 16.995 19.541 -28.783 -30.617 45.778 50.158
Enthalten in der Erfolgsrechnung            
Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers 387 442     387 442
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -46     0 -46
Zinserträge/Zinsaufwendungen 348 414 -45 -475 393 889
Planabgeltungen 0 0     0 0
  735 810 -45 -475 780 1.285
Enthalten im sonstigen Ergebnis            
(i) Neubewertungen:            
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 1.610 -2.922     1.610 -2.922
- davon erfahrungsbedingte Anpassungen der Vorsorgeverpflichtung 1.610 -2.922     1.610 -2.922
- davon Veränderung demografischer Annahmen der Vorsorgeverpflichtung 0 0     0 0
- davon Veränderung der finanziellen Annahmen über die Vorsorgeverpflichtung 0 0     0 0
Erträge/Aufwendungen aus Vermögenslage, ohne Zinserträge/-aufwendungen 7 -170 7 -170    
(ii) Währungsdifferenzen: 4 33 0 0 4 33
  1.621 -3.059 7 -170 1.614 -2.889
Sonstiges            
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0        
Abspaltung Pensionen an VRT Pensionen GmbH -1.789 0 26.946   -28.735  
Vom Arbeitgeber direkt bezahlte Versorgungsleistungen -636 -297   0 -636 -297
Arbeitgeberbeiträge 0 0        
Arbeitnehmerbeiträge 0 0 -188 -125 188 125
Ausbezahlte Leistungen 0 0 0 2.604 0 -2.604
  -2.425 -297 26.758 2.479 -29.183 -2.776
Beizulegender Zeitwert bzw. Barwert per 31. Dezember 16.926 16.995 -2.063 -28.783 18.989 45.778
Davon durch Rückstellungen gedeckte Versorgungsansprüche 16.470 14.955     16.470 14.955
Davon fondsfinanzierte Versorgungsansprüche 2.519 30.823     2.519 30.823

Versicherungsmathematische Annahmen

Die versicherungsmathematischen Annahmen der wesentlichen Vorsorgepläne im Geschäftsjahr 2016 VARTA Microbattery GmbH (VMB), Deutschland, und im Geschäftsjahr 2015 VMB und VARTA AG (VAG), Deutschland, stellen sich folgendermaßen dar:

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31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
VMB VMB VAG
Abzinsungssatz (in %) 1,75 2,38 2,06
Erwartete Gehaltssteigerungen (in %) 2,50 2,50 0,00
Erwartete Rentensteigerungen (in %) 1,50 1,75 1,50
Pensionseintrittsalter männlich (in Jahren) 65 65  
Pensionseintrittsalter weiblich (in Jahren) 65 65  

Die Fluktuationsrate der Arbeiter und Angestellte der VARTA Microbattery GmbH verteilt sich im Geschäftsjahr 2016 wie folgt:

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Fluktuation nach Alter: 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Bis Alter 39 4,5% 4,5%
Bis Alter 49 0,5% 0,5%
Ab Alter 50 0% 0%

Für die VARTA AG wurde im Vorjahr keine Fluktuationsrate angesetzt.

Die versicherungstechnischen Annahmen werden am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres neu ermittelt. Die dabei festgelegten versicherungstechnischen Annahmen werden für die Ermittlung der Verbindlichkeiten zu Jahresende und der Personalvorsorgekosten des Folgejahres verwendet.

Sensitivitätsanalysen

Eine Veränderung der oben genannten, für die Ermittlung der DBO zum 31. Dezember 2016 verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen würde die entsprechende DBO der jeweiligen Gesellschaft, unter der Annahme, dass alle anderen Parameter unverändert bleiben, folgendermaßen erhöhen bzw. vermindern:

Veränderung der DBO der VMB, durch Anstieg/Rückgang der Parameter:

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(in T€) Anstieg Rückgang
Abzinsungssatz (+/- 0,25%) -864 929
Rententrend (+/- 0,25%) 575 -548

21.3 Abfindungsrückstellungen

Abfindungsrückstellungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche von Mitarbeitern in Indonesien gebildet. Abfindungszahlungen stellen im Wesentlichen Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses (termination benefits) dar. Die Rückstellungen werden analog zu den Pensionen nach der Projected-Unit-Credit-Method berechnet.

Die Abfindungsrückstellung setzt sich in der Konzern-Bilanz wie folgt zusammen:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Barwert Abfindungsrückstellung zum Bilanzstichtag (DBO) 4.617 3.446
Verpflichtung in der Bilanz (Abfindungsrückstellung) 4.617 3.446

Die Entwicklung der Abfindungsrückstellung lässt sich wie folgt darstellen:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Barwert der Abfindungsrückstellungen per 1. Januar 3.446 1.999
Währungsdifferenzen 153 253
Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers 836 324
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) 197 881
Ausbezahlte Leistungen -15 -11
Sonstige 0 0
Barwert der Abfindungsrückstellungen per 31. Dezember 4.617 3.446

Der Abfindungsaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

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(in T€) 2016 2015
Laufender Dienstzeitaufwand des Arbeitgebers 836 324
In der GuV erfasste Aufwendungen 836 324
Versicherungsmathematische Gewinne (-)/Verluste (+) 197 881
In der Gesamtergebnisrechnung erfasste Neubewertungen 197 881
Abfindungsaufwand der Periode 1.033 1.205

Die versicherungsmathematischen Annahmen, welche zur Berechnung in Indonesien herangezogen wurden, stellen sich folgendermaßen dar:

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31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Abzinsungssatz (in %) 8,1 % 9,0 %
Erwartete Gehaltssteigerungen (in %) 11,5 % 11,5 %
Fluktuation Arbeiter/Angestellte (in %) 0,0 % 0.0 %
Pensionseintrittsalter männlich (in Jahren) 55 55
Pensionseintrittsalter weiblich (in Jahren) 55 55

22 Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 24.887 19.095
davon kurzfristig 3.129 6.419
davon langfristig 21.758 12.676
Zusammensetzung der sonstigen Finanzverbindlichkeiten Darlehen 15.758 8.076
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 9.129 11.019

Zum Bilanzstichtag besteht eine Darlehensverbindlichkeit gegenüber Gesellschaften der Montana Tech Components Gruppe in Höhe von T€ 21.958 (31.12.2015: T€ 14.076). Im Jahr 2015 erfolgte eine teilweise Rückzahlung dieser Verbindlichkeiten aus Mitteln der Sale & Lease Back Transaktion (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“).

Die VGG GmbH, Wien, hat gegenüber der VARTA Storage GmbH, Nördlingen, im Geschäftsjahr 2015 auf einen Teil ihrer Forderung in Höhe von T€ 6.000 aus einem begebenen Darlehen gegen Besserungsschein verzichtet. Weiterhin hat die VGG GmbH gegenüber der VARTA Micro AG, Ellwangen, im Geschäftsjahr 2016 auf einen weiteren Teil ihrer Forderung in Höhe von T€ 200 aus einem begebenen Darlehen gegen Besserungsschein verzichtet. Dieser Verzicht geht auf Grund der Verschmelzung der VARTA Micro AG auf die VARTA Storage GmbH auf die VARTA Storage GmbH über. Beide Besserungsscheine sehen ein Aufleben der Darlehensverbindlichkeit nebst Zinsen vor, soweit ein Mindest-Jahresüberschuss innerhalb von zehn Jahren nach Forderungsverzicht erreicht wird. Sofern der Verzichtsbetrag bis zum 31. Dezember 2025 bzw. 30. Juni 2026 nicht vollständig zurückgezahlt wird, verfällt der restliche Differenzbetrag endgültig und unwiderruflich (vgl. Erläuterungen 45 „Zusätzliche Angaben nach HGB“).

Aufgrund des ausgesprochenen Forderungsverzichts wurde die ursprüngliche Darlehensverbindlichkeit in Höhe von T€ 6.200 ausgebucht und gleichzeitig eine Verpflichtung aus erwarteten Rückzahlungen aus dem Besserungsschein passiviert. Die zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verpflichtung aus dem Besserungsschein beträgt zum Bilanzstichtag T€ 6.200. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird der Sachverhalt saldiert ausgewiesen, es ergeben sich somit keine Ergebnisauswirkungen. Die Berechnung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt unter der Verwendung eines Discounted-Cash­Flow-Modells mit risikoabhängigen Zinssätzen. Die erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse basieren auf einer internen Geschäftsplanung. Da die anwendbare Kreditlinie auf unternehmensinternen Daten basiert, wird der Besserungsschein als Level 3 der Fair Value-Hierarchie klassifiziert.

Die Darlehensverbindlichkeit wird in derselben Position ausgebucht in welcher die Rückzahlungsverpflichtung aus dem Besserungsschein ausgewiesen wird. Somit wird die Vermögenslage der Gruppe nicht beeinträchtigt.

Im Vorjahr sind Verbindlichkeiten aus Marken- und Managementvereinbarungen gegenüber einem verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 1.902 enthalten (vgl. Erläuterungen 41 „Nahestehende Personen und Gesellschaften“).

Seit Dezember 2015 besteht ein Rahmenvertrag über den Verkauf von Forderungen, woraus die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 bereits bezahlten Forderungen in Höhe von T€ 2.164 (31.12.2015: T€ 2.208) als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber der Bank (Faktor) ausgewiesen sind (vgl. Erläuterungen 39.2 „Finanzrisikomanagement“).

Des Weiteren bestehen sonstige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von T€ 548 (31.12.2015: T€ 748) gegenüber Stiftungen. Im Vorjahr ist eine finanzielle Verbindlichkeit in Höhe von T€ 218 gegenüber der VARTA Unterstützungskasse GmbH, Hannover, enthalten, diese wurde jedoch im Zuge Pensionsabspaltung per 01. Januar 2016 ebenfalls an die VRT Pensionen GmbH, Ellwangen, abgespalten.

Im Konzern-Abschluss gibt es keine Verträge, die als Finanzierungsleasing qualifiziert werden.

23 Steuerschulden

Die Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern in Höhe von T€ 4.164 weisen folgende Altersstruktur auf:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Ertragsteuerschulden    
... betreffend 2016 1.581 0
... betreffend 2015 587 2.652
... betreffend 2014 240 717
... betreffend 2013 134 49
... älter als 2013 1.622 1.805
  4.164 5.223

24 Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen der Geschäftsjahre 2016 und 2015 setzen sich wie folgt zusammen:

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(in T€) Belastende Verträge und Drohverluste Gewährleistungen, Garantien, etc. Entsorgungs-, Wiederherstellungs- & ähnliche Verpflichtungen Übrige Rückstellungen Gesamt 2016
Fälligkeit          
Kurzfristig 3 2.060 13 917 2.993
Langfristig 0 0 0 14 14
Summe Rückstellungen 3 2.060 13 931 3.007
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen in 2016          
Stand 01. Jan 2016 33 1.719 28 913 2.693
Zuführung 0 1.149 0 294 1.443
Verbrauch 0 -817 -15 -291 -1.123
Auflösung -30 0 0 -11 -41
Währungsdifferenzen 0 9 0 26 35
Stand 31. Dez 2016 3 2.060 13 931 3.007
(in T€) Belastende Verträge und Drohverluste Gewährleistungen, Garantien, etc. Entsorgungs-, Wiederherstellungs- & ähnliche Verpflichtungen Übrige Rückstellungen Gesamt 2015
Fälligkeit          
Kurzfristig 33 1.719 28 899 2.679
Langfristig 0 0 0 14 14
Summe Rückstellungen 33 1.719 28 913 2.693
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen in 2015          
Stand 01. Jan 2015 192 1.329 403 745 2.669
Zuführung 11 1.179 0 272 1.462
Verbrauch -29 -671 -26 -119 -845
Auflösung -141 -172 -352 -61 -726
Währungsdifferenzen 0 54 3 76 133
Stand 31. Dez 2015 33 1.719 28 913 2.693

Belastende Verträge und Drohverluste

Die Position „Belastende Verträge und Drohverluste“ beinhaltet in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 ausschließlich Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften bei der VARTA Microbattery GmbH. Durch Beendigung dieser Sachverhalte konnten T€ 30 (2015: T€ 141) im Jahr 2016 aufgelöst werden.

Gewährleistungen, Garantien, etc.

Beim Verkauf von Produkten werden Produktgarantien gewährt. Hierfür werden jährlich Rückstellungen gebildet. Garantierückstellungen werden auf der Basis von effektiven Retouren in der Vergangenheit sowie auf Basis der Schadensfälle berechnet und decken in der Regel eine angemessene Garantie- und Kulanzzeit ab.

Entsorgungs-, Wiederherstellungs- und ähnliche Verpflichtungen

Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 bestehen Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen in Höhe T€ 28, welche bei der VARTA Microbattery Inc. (New York, USA) gebildet wurden. Im Vorjahr konnte die Entsorgungsrückstellung bei der VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen, welche für die Bodensanierung des Grundstücks in Ellwangen eingestellt wurde, durch den Immobilien-Spin-Off (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“) in Höhe von T€ 352 aufgelöst werden.

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Rückbauverpflichtungen in Höhe von T€ 468 (31.12.2015: T€ 453), Rückstellungen für Reise- und Bewirtungskosten T€ 93 T€ (31.12.2015: T€ 28), Rückstellungen für Provisionen in Höhe von T€ 53 (31.12.2015: T€ 145) und Jahresabschlusskosten in Höhe von T€ 70 (31.12.2015: T€ 30).

Bei den Rückstellungen wird von einem wahrscheinlichen Mittelabfluss innerhalb der nächsten fünf Jahre ausgegangen.

25 Abgegrenzte Schulden

Die abgegrenzten Schulden umfassen folgende wesentliche Positionen:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Prämien an Mitarbeiter 3.097 2.791
Urlaubsansprüche, Überstunden und Zeitausgleich 3.058 2.640
Sonstige abgegrenzte Schulden für Personal 1.254 1.679
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Rechtsberatung 690 491
Ausstehende Rechnungen 539 343
Kundenboni, -rabatte und -skonti 4.365 3.563
Übrige abgegrenzte Schulden 1.263 1.387
Abgegrenzte Schulden 14.266 12.894

26 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen setzten sich wie folgt zusammen:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 18.878 19.965
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 2.416 13.446
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Gesellschaften 118 1.678
Anzahlungen 670 68
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.082 35.157
davon sofort fällig 3.656 14.023
davon Restlaufzeit bis 3 Monate 18.426 21.134

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Summe um T€ 13.075 gesunken. Die hohen Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten aus dem Vorjahr resultieren im Wesentlichen aus einer vertraglichen Vereinbarung über die Nutzung der Marke „VARTA“ mit Johnson Controls Inc. (vgl. Erläuterungen 7 „Immaterielle Vermögenswerte“) in Höhe von T€ 11.249 (inkl. Umsatzsteuer). Diese wurde im Januar 2016 bezahlt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Gesellschaften wurden ebenfalls um T€ 1.560 reduziert (vgl. Erläuterungen 41 „Nahestehende Personen und Gesellschaften“).

27 Sonstige Verbindlichkeiten

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Langfristige sonstige Verbindlichkeiten 132 138
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 7.435 3.046
Sonstige Verbindlichkeiten 7.567 3.184

Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von T€ 3.184 um T€ 4.383 angestiegen. Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus einer Verbindlichkeit eines Förderprojektes, SINTBAT, in Höhe von T€ 3.192 (vgl. Erläuterungen 16 „Sonstige Vermögenswerte“).

In den kurzfristigen Verbindlichkeiten sind außerdem im Wesentlichen Zollverbindlichkeiten in Höhe von T€ 1.168 (31.12.2015: T€ 1.094) und sonstige Steuerverbindlichkeiten in Höhe von T€ 792 (31.12.2015: T€ 684) enthalten.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten, welche passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von T€ 132 (31.12.2015: T€ 138) enthalten, resultieren aus einem bestehenden Mietverhältnis.

28 Umsatzerlöse

Durch den Verkauf von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen konnten folgende Umsätze erzielt werden:

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(in T€) 2016 2015
Umsatzerlöse 213.815 195.093
Davon aus Produktverkauf 206.897 185.746
Davon aus dem Verkauf von Dienstleistungen 6.918 9.347

Die Erlöse aus Produktverkäufen beinhalten weitgehend Umsatzerlöse aus „Microbatteries” und „Energy Storage Solutions” (vgl. Erläuterungen 6 „Segmentberichterstattung“). Die Umsätze aus dem Segment „Microbatteries“ enthalten Umsatzerlöse aus den Produktgruppen „Healthcare“ in Höhe von T€ 113.733 (2015: T€ 105.641) und „Entertainment and Industrial“ in Höhe von T€ 63.618 (2015: T€ 52.218).

Die Umsatzerlöse aus Verkäufen von Dienstleistungen enthalten hauptsächlich Erlöse in Höhe von T€ 1.682 (2015: T€ 3.613) aus Verkauf von Dienstleistungen an Forschungsinstitute, Erlöse durch Erbringung von IT-Dienstleistungen in Höhe von T€ 828 (2015: T€ 796) und Produktdesign in Höhe von T€ 513 (2015: T€ 713).

29 Verminderung/Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse

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(in T€) 2016 2015
Veränderung der unfertigen Erzeugnisse 1.124 891
Veränderung der fertigen Erzeugnisse -12.400 5.884
Erhöhung/Verminderung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse -11.276 6.775

Die Veränderungen in den fertigen und unfertigen Erzeugnissen lassen sich nicht direkt mit den aus der Konzern-Bilanz ersichtlichen Änderungen abstimmen. Dies kommt aus bestehenden Währungsdifferenzen, welche diese Positionen beeinflussen. Die Veränderung der fertigen Erzeugnisse wird zusätzlich dadurch beeinflusst, dass die Veränderung der Handelswaren im Materialaufwand dargestellt ist.

30 Materialaufwand

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(in T€) 2016 2015
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Ware 68.499 75.509
Sonstige Materialaufwendungen 4.239 3.855
Materialbearbeitung und -veredelung durch Dritte 4.358 4.490
Sonstiges 1.442 1.602
Materialkosten 78.538 85.456

Die Position „Sonstiges” enthält Verbrauchsmaterial, das direkt für Fertigungs-/Kundenaufträge beschafft und ohne Lagerung verbraucht wird. Darüber hinaus sind unter „Sonstiges“ Aufwendungen für Verpackung, Zeitarbeitskräfte, Abfallentsorgung und Verpackungsmaterial enthalten.

31 Personalaufwand

Personalaufwendungen beinhalten die folgenden Positionen:

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(in T€) 2016 2015
Löhne und Gehälter 63.583 57.520
Aufwand für Abfindungen 172 56
Aufwand für gesetzliche Sozialabgaben 6.142 5.442
Pensionsaufwand 4.461 4.267
Sonstiger Personalaufwand 2.348 1.731
Summe 76.706 69.016

Die Pensionsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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(in T€) 2016 2015
Beitragsorientierte Pläne 4.074 3.871
Leistungsorientierte Pläne 387 396
Summe 4.461 4.267

Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne beinhalten die Beiträge des Arbeitgebers zur deutschen gesetzlichen Rentenversicherung. Die gesamten Aufwendungen für diese Beiträge betrugen im Geschäftsjahr 2016 T€ 3.905 (2015: T€ 3.592). Hierbei handelt es sich um Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Zum Bilanzstichtag noch nicht berechnete bzw. noch nicht gezahlte Beiträge werden periodengerecht abgegrenzt und unter den sonstigen Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen ausgewiesen.

Die Gruppe beschäftigte 2.036 Mitarbeiter am Ende des Jahres 2016 (2015: 1.896). Durchschnittlich waren im Jahr 2016 1.993 Mitarbeiter (2015: 1.846) beschäftigt. Davon betreffen 1.361 Beschäftigte Arbeiter, 612 Beschäftigte betreffen Angestellte und 20 Beschäftigte sind in einer leitenden Position.

32 Abschreibungen

Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

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(in T€) 2016 2015
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 7.112 7.227
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 1.810 1.284
Summe Abschreibungen 8.922 8.511

33 Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge beinhalten die folgenden Positionen:

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(in T€) 2016 2015
Subventionen und öffentliche Zuwendungen 3.594 1.585
Aktivierte Eigenleistungen 3.400 4.223
Erträge aus Verrechnung von Mietzins und Serviceleistungen ggü. Gemeinschaftsunternehmen 3.037 2.904
Auflösung Rückstellungen & abgegrenzte Schulden 354 1.002
Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen 7 6.634
Sonstiges 978 1.491
Sonstige betriebliche Erträge 11.370 17.839

Die erhaltenen öffentlichen Zuwendungen betreffen VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH und waren an keinerlei Bedingungen geknüpft. Diese Zuwendungen wurden für Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der EU-Kommission gewährt. Die öffentlichen Zuwendungen betragen im Geschäftsjahr 2016 T€ 3.594 (2015: T€ 1.585) und wurden hauptsächlich für Forschungsprojekte im Bereich Microbatterien und Energy Storage eingesetzt. Mit Entstehung der Forderung werden die Zuwendungen als sonstige betriebliche Erträge erfasst. Im Geschäftsjahr 2016 führten neue hinzugekommene Forschungsprojekte zu einem Anstieg der Erträge.

Im Vorjahr sind in den sonstigen betrieblichen Erträge die Gewinne aus der Sale & Lease Back Transaktion mit T€ 6.634 enthalten (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“).

34 Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen beinhalten die folgenden Positionen:

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(in T€) 2016 2015
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand 4.857 2.087
Miete, Leasing und Pacht 4.325 2.391
Instandhaltung 3.568 3.439
Energieaufwand 3.128 3.043
Marketing, Werbung und Repräsentationen 2.935 2.703
Reisekosten 2.102 2.103
Telefon, Porto und EDV 1.856 1.757
Ausgangsfrachten und Zölle 1.694 1.736
Ingenieur- und Honorarleistungen 1.226 1.127
Provisionen 1.115 1.858
Lizenzen und Patentgebühren 999 896
Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen 941 5.131
Gewährleistungen 816 1.020
Sonstige Vertriebskosten 512 429
Versicherungen 439 467
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 4.385 4.057
Sonstige betriebliche Aufwendungen 34.898 34.244

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind drei Sondereffekte enthalten.

Einerseits sind die Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen in 2016 angestiegen. Dies kommt hauptsächlich aus den Kosten, die für die durchgeführte Umstrukturierung der Gesellschaften innerhalb der Gruppe (vgl. 1 „Allgemeine Informationen“) und den durchgeführten Kapitalmarktvorbereitungen angefallen sind (T€ 2.332).

Andererseits gibt es einen Anstieg in Höhe von T€ 1.500 in den Miet- und Leasingaufwendungen aus der im Vorjahr getätigten Sale & Lease Back Transaktion (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“). Dieser Anstieg wird aber durch die Reduktion aus den Transaktionen mit nahestehenden Personen der MTC Gruppe komplett ausgeglichen (vgl. Erläuterungen 41 „Nahestehende Personen und Gesellschaften“).

35 Zinsergebnis

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(in T€) 2016 2015
Zinsertrag 132 1.976
Zinsaufwand 1.811 3.097
Zinsergebnis -1.679 -1.121

Der Zinsertrag entfällt auf liquide und geldnahe Mittel und auf Kredite und Forderungen (insbesondere Darlehen mit nahestehenden Unternehmen). Die wesentlichen Zinserträge des Jahres 2015 wurde dabei mit nahestehenden Unternehmen erzielt. Ein an ein nahestehendes Unternehmen ausgereichtes Darlehen wurde Ende 2015 als Sachdividende ausgeschüttet und hat damit den Kreis der konsolidierten Unternehmen verlassen. Folglich ist ab 2016 nicht mehr mit wesentlichen Zinserträgen zu rechnen. Der Zinsaufwand entfällt auf Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Durch die Maßnahmen Ende 2015 (Sales & Lease Back; Forderungsverkauf) konnten die Finanzverbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen in 2016 reduziert werden. Daraus ergab sich ein geringerer Zinsaufwand im Jahr 2016.

36 Nettofinanzergebnis

Die übrigen Finanzerträge und übrigen Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

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(in T€) 2016 2015
Wechselkursgewinne 534 15
Erträge aus dem Abgang von Wertpapieren 421 0
Übriger Finanzertrag 955 15
Wechselkursverluste 522 693
Sonstiger Finanzaufwand mit Dritten 0 53
Übriger Finanzaufwand 522 746

37 Ertragsteueraufwendungen

Der effektive Steuersatz beträgt im Berichtsjahr 22,06% (2015: 40,14%). Der Körperschaftsteuersatz beträgt 15%, der Solidaritätszuschlag darauf beträgt 5,5% und zusammengefasste Gewerbesteuersatz liegt auf Grund einer Hebesatzanpassung bei 13,21% (2015: 12,6%). Nachfolgend wird die Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand dargestellt:

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(in T€) 2016 2015
Ergebnis vor Steuern (EBIT) 12.073 19.371
Ertragsteuersatz der Gesellschaft 29,04% 28,43%
Erwarteter (theoretischer) Steueraufwand -3.506 -5.507
Effekte aus unterschiedlichen Steuersätzen im Konzern 1.027 -389
Anpassung auf Grund lokaler Steuersatzänderung zum Vorjahr -122 0
Steuerfreie Erträge 108 0
Effekt aus nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträgen aus laufen- den Ergebnissen 0 -841
Nutzung nicht aktivierter steuerlicher Verlustvorträge 844 63
Steuerlich nicht anerkannter Aufwand -859 -694
Steueraufwand/Steuerertrag wegen Betriebsprüfungen -1.226 -206
Sonstiges 1.071 -201
Ertragsteueraufwand -2.663 -7.775

Der Ertragsteueraufwand beinhaltet laufende Steuern in Höhe von T€ 4.062 (2015: T€ 4.055) und latente Steuererträge in Höhe von T€ 1.399 (2015: T€ -3.720), welche ausschließlich aus temporären Differenzen resultieren.

Auf Grund der zum 30. Juni 2016 in der Gruppe abgeschlossenen Ergebnisabführungsverträge besteht zum Bilanzstichtag eine ertragsteuerliche Organschaft mit der VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen, Deutschland und VARTA Storage GmbH, Nördlingen, Deutschland als Organgesellschaften und der VARTA AG, Ellwangen, Deutschland, als Organträgerin. Durch diese Umstrukturierung konnte ein positiver Effekt im Ertragsteueraufwand erzielt werden.

Die Veränderung in der Position „Sonstiges“ der Steuerüberleitung in Höhe von T€ 1.071 resultiert ebenfalls aus der zum 01. Juli 2016 gebildeten Organschaft und mit dieser Organschaft verbundenen Ergebnisabführungsverträgen.

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung sind T€ -46 (2015: T€ 2) Ertragsteuereffekte aus den Cash Flow-Hedges enthalten. Die Einkommensteuer auf die Neubewertung von leistungsorientierten Plänen nach IAS 19 beträgt T€ 550 (2015: T€ -523). Beide Posten sind im sonstigen Ergebnis erfasst.

In der Gruppe sind folgende nicht aktivierte und nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge aus der Körperschaftsteuer enthalten:

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Verfallsdatum:    
Im kommenden Wirtschaftsjahr - innerhalb 1 Jahres 1.553 0
Innerhalb von 2 Jahren 0 1.294
Kein Verfall 3.284 1.602
Anrechenbare steuerliche Verlustvorträge am 31. Dezember 4.837 2.896

Für Verlustvorträge in Höhe von T€ 4.837 (2015: T€ 2.896) wurden keine latenten Steuern aktiviert. In den betreffenden Gesellschaften ist die Wahrscheinlichkeit, dass zukünftige Gewinne mit den aufgelaufenen Verlustvorträgen verrechnet werden können, zum Zeitpunkt der Bilanzierung als gering beurteilt worden.

Die Aktivierung steuerlich verwendbarer Verlustvorträge wird jährlich neu beurteilt und basiert auf aktuellen Annahmen und Einschätzungen des Managements. Dabei werden diejenigen Verlustvorträge aktiviert, die innerhalb der nächsten fünf Jahre aufgrund der Ertragslage von Einzelgesellschaften oder steuerlichen Organschaften genutzt werden können. In Ländern beziehungsweise Gesellschaften, in denen eine Nutzung der Verlustvorträge nicht absehbar ist, wird somit auf eine Aktivierung verzichtet.

Zum 31. Dezember 2016 waren auf Grund der genannten Einschätzungen latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von T€ 441 (31. Dez. 2015: 1.832) aktiviert. Dabei wurde den länderspezifischen steuerrechtlichen Bestimmungen und Möglichkeiten Rechnung getragen.

38 Konsolidierte Kapitalflussrechnung

Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge resultieren im Wesentlichen aus Währungseffekten in Höhe von T€ 216 (2015: T€ 800) und aus Veränderungen der Konzern­Gesamtergebnisrechnung in Höhe von T€ -1.653 (2015: T€ 2.205), welche direkt im Eigenkapital erfasst werden.

Der Posten „Erwerb von Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte“ ist, aufgrund von offenen Posten, welche nicht zahlungspflichtig waren, nicht mit den Zugängen der „immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen“ abstimmbar. Hauptsächlich ergibt sich der Unterschied aus Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 11.030 (31.12.2015: T€ 13.146) und Eigenleistung in Höhe von T€ 3.400 (31.12.2015: T€ 4.223). Die offenen Posten aus den Investitionen des Vorjahres wurden im Folgejahr vollständig bezahlt und in der Geldflussrechnung dem Posten „Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten“ zugeordnet.

Von den dargestellten Zahlungsmittelbeständen unterliegen T€ 74 (31.12.2015: T€ 74) einer Verfügungsbeschränkung.

39 Risikomanagement

39.1 Internes Kontrollsystem

Um die Übereinstimmung des Konzern-Abschlusses der VARTA AG mit den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen und um die Ordnungsmäßigkeit der Konzernberichterstattung zu gewährleisten, hat das Management der VARTA AG und der VARTA Microbattery GmbH interne Kontroll- und Steuerungssysteme für die Finanzberichterstattung eingerichtet. Damit wird eine angemessene Sicherheit hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung gewährleistet, um eine möglichst zuverlässige Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zu ermöglichen.

Jedem internen Kontrollsystem, wie gut auch immer konzipiert, sind Grenzen gesetzt. Daher können auch diejenigen internen Kontroll- und Steuerungssysteme, die für wirksam befunden wurden, keine vollständige Sicherheit hinsichtlich der Erstellung und Darstellung von Abschlüssen bieten.

Bei der Bilanzierung und Bewertung werden Einschätzungen und Annahmen bezüglich der Zukunft getroffen. Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögen und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahrs darstellen, sind unter den einzelnen Positionen im Anhang dargestellt. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr aber keine Risiken identifiziert, die zu einer wesentlichen Korrektur der im Konzernabschluss dargestellten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens führen könnten.

39.2 Finanzrisikomanagement

Das Finanzrisikomanagement der Gruppe wurde während der dargestellten Perioden vom Management der Montana Tech Components GmbH (“MTC GmbH) und dem Management der VARTA Micro-battery GmbH bzw. dem Vorstand der VARTA AG gesteuert (vgl. Erläuterungen 41 „Nahestehende Personen und Gesellschaften”). Vorrangiges Ziel für das Finanzrisikomanagement ist, die Finanzrisiken, welchen die Gruppe ausgesetzt ist, zu identifizieren, zu überwachen und effiziente Sicherungsmaßnahmen zu etablieren. Die finanziellen Risiken ergeben sich aus dem operativen Geschäft sowie der Finanzierungsstruktur. Dazu zählen insbesondere das Kredit-, Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiko sowie das Marktpreisrisiko von Commodities.

Neben der Identifizierung, Analyse und Bewertung der Finanzrisiken erfolgen auch die Entscheidungen über den Einsatz von Finanzinstrumenten zum Steuern dieser Risiken grundsätzlich durch das Management der MTC GmbH sowie der VARTA Microbattery GmbH und den Vorstand der VARTA AG, welche im Allgemeinen die Strategie einer geringen Risikobereitschaft verfolgen.

Die nachfolgenden Abschnitte geben einen Überblick über das Ausmaß der einzelnen Risiken sowie der Ziele, Grundsätze und Prozesse für Messung, Überwachung und Absicherung der finanziellen Risiken.

Kreditrisiko (Bonitätsrisiko)

Das Kreditrisiko entsteht in der Gruppe aus Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen und Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, wobei der Schwerpunkt des Kreditrisikos bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegt. Dem Ausfallsrisiko im Forderungsbereich aufgrund von Liquiditätsrisiken wird durch gezielte Maßnahmen wie laufende Bonitätsprüfung, teilweise Versicherung der Forderungen gegen Insolvenz, Vorauszahlungsvereinbarung und Mahnwesen entgegengewirkt.

Aufgrund der Gruppenpolitik, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten weltweit als Einlagen ausschließlich bei Finanzinstitutionen mit einwandfreier erstklassiger Bonität zu investieren, ist das aus Bankguthaben entstehende Kreditrisiko ebenso begrenzt.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte entspricht dem maximalen Kreditrisiko, das sich zum Bilanzstichtag im Wesentlichen wie folgt zusammensetzt:

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Buchwerte
(T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12.347 10.945
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.676 14.772
Ausleihungen 4.425 6.689
Sonstige Vermögenswerte* 6.744 1.974
Summe finanzielle Vermögenswerte 39.192 34.380

* ohne sonstige Steuerforderungen T€ 2.248 (2015: 3.722 T€) und aktive Rechnungsabgrenzungsposten T€ 365 (2015: T€ 298).

Im Dezember 2015 haben zwei Gesellschaften der Gruppe mit einer Bank erstmalig einen Rahmenvertrag über den Verkauf von Forderungen mit einer Laufzeit bis 17. Dezember 2016 abgeschlossen. Dieser wurde im Dezember 2016 um ein weiteres Jahr verlängert. Dabei werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit Eingang der entsprechenden Rechnung beim jeweiligen Schuldner unter Angabe des Zahlungsziels verkauft. Der Verkauf der Forderungen erfolgt zum Ende eines Monats. Zu diesem Zeitpunkt entscheidet die Bank im Rahmen eines Gesamtvolumens in Höhe von T€ 10.000 über die Höhe der anzukaufenden Forderungen. Die zu diesem Zeitpunkt zum Fair Value bewerteten Forderungen werden zu 90% des Fair Values an die Bank verkauft. Die im Laufe eines Monats bezahlten Forderungen werden unter den sonstigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Bank dargestellt (vgl. Erläuterungen 22 „Sonstige Finanzverbindlichkeiten“). Zum 31. Dezember 2016 hat die Gruppe Forderungen in Höhe von T€ 7.836 (31.12.2015: T€ 7.077) verkauft. In der Gruppe bestehen keine weiteren Risiken aus den verkauften Forderungen.

Am Bilanzstichtag waren Ausleihungen inklusive abgegrenzter Zinsen in Höhe von T€ 2.815 (31.12.2015: T€ 3.577) an nahestehende Unternehmen (vgl. Erläuterungen 41 „Nahestehende Personen und Gesellschaften“) sowie T€ 1.610 (31.12.2015: T€ 3.112) an Dritte gewährt.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 bestehen die sonstigen Vermögenswerte im Wesentlichen aus Forderungen aus Förderprojekten in Höhe von T€ 4.884 sowie Forderungen aus Kautionen gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von T€ 750.

Bei der Berechnung des Kreditrisikos wird von Bruttobuchwerten abzüglich der Wertberichtigungen, die gemäß IAS 39 erfasst wurden, ausgegangen. Erhaltene Sicherheiten oder andere Bonitätsverbesserungen werden dabei nicht berücksichtigt.

Das maximale Kreditrisiko ist als gering einzustufen, da das im Grundgeschäft immanente Ausfallsrisiko mit Geschäftspartnern durch Kreditversicherungen in Höhe von T€ 11.156 (31.12.2015: T€ 9.652) teilweise abgedeckt wird. Die anzuwendenden Kriterien zur Bonitätsbeurteilung sind in den Verträgen mit Kreditversicherern sowie in internen Richtlinien festgelegt. Zudem ist das Kreditrisiko nicht konzentriert, da die Kundenbasis der Gruppe aus einer Vielzahl von Kunden besteht.

Offene Forderungen zum Bilanzstichtag müssen unabhängig ihrer Fälligkeiten den Kriterien der Risikobeurteilung der Gruppe standhalten. Grundsätzlich weisen finanzielle Vermögenswerte kein Ausfallsrisiko auf, wenn diese zum Stichtag basierend auf der Erfahrung der Vergangenheit und Prüfung der Bonitätswürdigkeit als „voll einbringlich“ eingestuft werden können. Solche Forderungen werden nicht wertberichtigt. Es gibt keine finanziellen Vermögenswerte, für die Konditionen nachverhandelt wurden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigung lassen sich wie folgt darstellen:

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(T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.347 15.389
Wertberichtigungen -671 -617
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - netto 15.676 14.772

Die Wahrscheinlichkeit künftiger Forderungsausfälle ist als gering einzustufen.

Die gesamten Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zeigen folgende Entwicklung:

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(T€) 2016 2015
Stand zu Beginn des Geschäftsjahres 617 741
Zuführung 199 64
Verbrauch -19 -53
Auflösung -143 -185
Währungsdifferenzen 17 50
Summe Wertberichtigungen 671 617

Eine 100%-ige Wertberichtigung der Forderungen wird vorbenommen sobald eine Uneinbringlichkeit bekannt oder eine Forderung über 501 Tage überfällig ist. Für überfällige Forderungen zwischen 180 und 500 Tagen wird nach folgender Stafflung eine Wertberichtigung gebucht:

> 180 days: 25% Wertberichtigung

> 270 days: 50% Wertberichtigung

> 360 days: 75% Wertberichtigung

Um den Erfahrungen aus Vorjahren Rechnung zu tragen wurden die wesentlichen offenen Forderungen, bereinigt um die Versicherten, bereits Wertberichtigten und Forderungen von öffentlichen Auftraggebern, jährlich durch eine pauschale Wertberichtigung bereinigt dargestellt. Der angesetzte Wertberichtigungssatz berechnet sich jährlich aus einem 5-Jahresdurchschnitt der Relation von offenen Forderungen und Forderungsausfällen.

Die Wahrscheinlichkeit von künftigen Zahlungseingängen auf bereits wertberichtigten Forderungen wurde zum Zeitpunkt der Bilanzierung als gering beurteilt.

Die folgende Abbildung legt die Informationen zu den überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen offen:

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31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
(T€) Buchwert vor Wertberichtigungen Wertberichtigungen Netto Buchwert vor Wertberichtigungen Wertberichtigungen Netto
0 bis 10 Tage überfällig 1.271 -45 1.226 960 -63 897
11 bis 30 Tage überfällig 396 -11 385 732 -12 720
31 bis 60 Tage überfällig 29 0 29 375 -2 373
61 bis 180 Tage überfällig 241 -35 206 47 -2 45
181 bis 360 Tage überfällig 197 -140 57 97 -64 33
Mehr als 360 Tage überfällig 260 -260 0 316 -296 20
Summe Gruppe 2.394 -491 1.903 2.527 -439 2.088

Bei den überfälligen Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich in erster Linie um Forderungen aus langjährig bestehenden Kundenbeziehungen. Aufgrund von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit erwartet die Gruppe keine wesentlichen Ausfälle.

Liquiditätsrisiko

Die Sicherung der Liquidität wird laufend durch das Treasury der MTC GmbH und der VARTA Microbattery GmbH überwacht. Die Steuerung reicht vom ständigen Vergleich der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsflüsse bis zur Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die wesentlichen Liquiditätsrisiken bestehen in allgemeinen Wirtschaftsrisiken, im Ausfall von Kundenzahlungen und Wechselkursrisiken. Um den Finanzierungsbedarf der Geschäftstätigkeit der Gruppe sicherzustellen, besteht eine Kreditlinie mit der MTC GmbH.

Nachfolgend werden die nicht diskontierten vertraglichen Fälligkeiten der nicht-derivativen und derivativen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Es bestehen im Zeitablauf keine Änderungen des Ausfallrisikos der finanziellen Verbindlichkeiten. Die Tabelle enthält sowohl Zins- als auch Tilgungszahlungen:

31. Dezember 2016

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(T€) Buchwerte Vertragliche Cash Flows Sofort Bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten              
Sonstige Finanzverbindlichkeiten* 24.669 25.609 0 2.164 754 16.491 6.200
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen** 21.411 21.344 3.656 17.688 0 0 0
Abgegrenzte Schulden*** 6.698 6.698 0 0 6.698 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten**** 6.456 6.456 112 4.876 1.468 0 0
Summe nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 59.234 60.107 3.768 24.728 8.920 16.491 6.200

* Ohne derivative Finanzinstrumente T€ 218; inklusive einem Forderungsverzicht in Höhe von T€ 6.200 mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als 5 Jahren, welcher auf Grund bestimmten Umständen früher zurückbezahlt werden kann. (vgl. Erläuterungen 22 „Sonstige Finanzverbindlichkeiten")
** Ohne kurzfristige erhaltene Anzahlungen T€ 671 (Lieferverbindlichkeiten > 1 Jahr sind in der Bilanz in den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen)
*** Ohne abgegrenzte Schulden für Leistungen an Mitarbeiter T€ 7.568
**** Ohne passive Rechnungsabgrenzungen T€ 143, Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 968

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(T€) Buchwerte Vertragliche Cash Flows Sofort Bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten              
Devisentermingeschäfte (Cash Flow Hedge) 217 217 0 217 0 0 0
Summe derivative finanzielle Verbindlichkeiten 217 217 0 217 0 0 0
Summe Gruppe 59.459 60.324 3.768 24.945 8.920 16.491 6.200

31. Dezember 2015

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(T€) Buchwerte Vertragliche Cash Flows Sofort Bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten              
Sonstige Finanzverbindlichkeiten* 18.934 21.008 0 4.110 1.796 7.073 8.029
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen** 35.089 35.089 14.023 21.066 0 0 0
Abgegrenzte Schulden*** 5.631 5.631 0 0 5.631 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten**** 2.266 2.266 197 167 1.902 0 0
Summe nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten 61.920 63.994 14.220 25.343 9.329 7.073 8.029

* Ohne derivative Finanzinstrumente T€ 161; inklusive einem Forderungsverzicht in Höhe von T€ 6.000 mit einer erwarteten Laufzeit von mehr als 5 Jahren, welcher auf Grund bestimmten Umständen früher zurückbezahlt werden kann. (vgl. Erläuterungen 22 „Sonstige Finanzverbindlichkeiten")
** Ohne kurzfristige erhaltene Anzahlungen T€ 68 (Lieferverbindlichkeiten > 1 Jahr sind in der Bilanz in den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen)
*** Ohne abgegrenzte Schulden für Leistungen an Mitarbeiter T€ 7.263
***** Ohne passive Rechnungsabgrenzungen T€ 147, Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 771

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(T€) Buchwerte Vertragliche Cash Flows Sofort Bis 3 Monate 3 bis 12 Monate 1 bis 5 Jahre Mehr als 5 Jahre
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten Devisentermingeschäfte (Cash Flow Hedge) 161 161 0 0 161 0 0
Summe derivative finanzielle Verbindlichkeiten 161 161 0 0 161 0 0
Summe Gruppe 62.081 64.155 14.220 25.343 9.490 7.073 8.029

Marktrisiko

Das Marktrisiko beinhaltet das Währungs-, Rohstoff- und Zinsrisiko, welche nachfolgend näher erläutert werden.

Rohstoffrisiko

Die Gruppe kauft Rohstoffe in unterschiedlichen Mengen und diese unterliegen einem Preisänderungsrisiko. Durch die Analyse der geplanten Rohstoffmengen werden die wesentlichen Rohstoffe bestimmt und durch Rohstoff-SWAPs abgesichert. Das verbleibende Rohstoffrisiko wird für den Konzern als gering eingeschätzt.

Währungsrisiko

Die Gruppe wickelt ihre Warenein- und -verkäufe basierend auf der funktionalen Währung der drei Regionen überwiegend in Euro (Europa) und US Dollar (USA, Asien) ab. Währungsrisiken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen, bestehen nur in sehr geringem Ausmaß, da die anfallenden Ausgangsrechnungen bei Auslandsgesellschaften zum Großteil in der jeweiligen lokalen Währung fakturiert werden. Ebenso werden Einkäufe vom Vorratsbestand und/oder von Dienstleistungen hauptsächlich in der lokalen Währung der Tochtergesellschaften getätigt. Daraus ergibt sich eine natürliche Absicherung.

Zum Bilanzstichtag sind die verzinslichen Verbindlichkeiten überwiegend in Euro und US-Dollar ausgewiesen, welche den funktionalen Währungen der jeweiligen Gruppengesellschaften entsprechen, sodass auch diesbezüglich nach Einschätzung der Gruppe kein wesentliches Währungsrisiko besteht.

Die nachfolgende Abbildung zeigt finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten je nach Währungspaar, bei denen die Währung von der funktionalen Währung der jeweiligen Gruppengesellschaft, welche diese Finanzinstrumente hält, abweicht.

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(T€) 31. Dezember 2016
EUR/USD
31. Dezember 2015
EUR/USD
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.281 2.809
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.844 1.622
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 8.797 9.953
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.420 11.000
Darlehen von nahestehenden Unternehmen 15.843 8.864
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 3.532 2.880
Summe Währungsexposure brutto -6.873 -8.360
Devisentermingeschäfte 15.843 8.864
Summe Währungsexposure netto 8.970 504

Sensitivitätsanalyse

Eine Veränderung der folgenden funktionalen Währung gegenüber der Fremdwährung aus dem Währungspaar in Höhe von der unten angeführten Prozentpunkte hätte das Ergebnis des Konzernabschlusses um die untenstehenden Beträge per 31. Dezember erhöht (gemindert). Im Rahmen dieser Analyse werden die übrigen Variablen, insbesondere die Zinssätze, konstant gehalten.

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(T€) Gewinn (+)/Verlust (-)
31. Dezember 2016      
EUR/USD +/- 8,7% -474 645
(T€) Gewinn (+)/Verlust (-)
31. Dezember 2015      
EUR/USD +/- 11,2% -264 264

Die Volatilität für die einzelnen relevanten Währungspaare wurde mit historischen Daten für die letzten 250 Kurstage (vor dem jeweiligen Stichtag) berechnet. Auf Basis der täglichen Wechselkursentwicklung (Veränderung aktueller Kurse gegenüber Vortag) wurde durch Hochskalieren dieser Tagesvolatilitäten die dargelegte Jahresvolatilität ermittelt.

Die Sensitivitätsanalyse zeigte, dass sich keine wesentlichen Effekte auf das Eigenkapital der Gruppe aus den Währungspaaren ergeben hätten.

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko teilt sich auf in Veränderungen der zukünftigen Zinszahlungen aufgrund von Schwankungen des Marktzinssatzes und in ein zinsbedingtes Risiko einer Änderung des Marktwertes, de facto, dass sich der Marktwert eines Finanzinstrumentes aufgrund von Schwankungen des Marktzinssatzes verändert.

Die Gruppe ist Zinsrisiken ausgesetzt, welche sich aus der Aufnahme und der Anlage von Finanzmitteln zu fixen und variablen Zinssätzen ergeben, wobei sich die Gruppe zum überwiegenden Teil aus fest verzinslichen Darlehen gegenüber nahestehenden Personen finanziert.

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende verzinsliche Finanzinstrumente:

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Buchwerte
(T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Fest verzinsliche Finanzinstrumente    
Finanzielle Vermögenswerte* 4.507 6.771
Finanzielle Verbindlichkeiten** 9.911 6.258
Variabel verzinsliche Verbindlichkeiten    
Finanzielle Vermögenswerte* 12.265 10.863
Finanzielle Verbindlichkeiten** 14.758 12.676

* enthalten Bankguthaben und Festgelder sowie Ausleihungen
** enthalten sonstige Finanzverbindlichkeiten, ohne derivative Finanzinstrumente T€ 218

Sensitivitätsanalyse für festverzinsliche Finanzinstrumente

In der Gruppe sind weder finanzielle Vermögenswerte (Festgelder) noch finanzielle Verbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten), die fix verzinslich sind, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Bewertung dieser Finanzinstrumente erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Eine Erhöhung der Zinssätze hätte somit keinen Einfluss auf das Gruppenergebnis.

Sensitivitätsanalyse für variable verzinsliche Finanzinstrumente

Eine Zinssatzerhöhung um einen Prozentpunkt hätte - unter Berücksichtigung der Absicherung variabel verzinslicher Finanzinstrumente durch fixe Zinsen - das Gruppenergebnis um T€ 18 reduziert (2015: um T€ 13 reduziert). Eine Reduktion des Zinssatzes von einem Prozentpunkt hätte eine Erhöhung des Gruppenergebnisses um T€ 18 (2015: um T€ 13) zur Folge. Dabei wurde auch ein mögliches Sinken der Zinssätze unter 0% berücksichtigt. Im Rahmen dieser Analyse wird angenommen, dass alle übrigen Variablen, insbesondere Fremdwährungseffekte, konstant bleiben.

Die Sensitivitätsanalyse zeigte, dass sich keine Effekte auf das Eigenkapital der Gruppe aus dem Zinsänderungsrisiko ergeben hätten.

Derivative Finanzinstrumente

Die Gruppe setzt derivative Finanzinstrumente im Wesentlichen zur Reduzierung der Risiken aus Änderungen von Wechsel- und Rohstoffkursen ein. Dabei kommen Devisentermingeschäfte und Commoditiesswaps zur Reduktion der kurzfristigen Auswirkungen von Wechselkurs- und Rohstoffkursschwankungen zur Anwendung. Alle diesbezüglichen Vertragspartner sind namhafte internationale Finanzinstitute, mit denen die Gruppe in laufenden Geschäftsbeziehungen steht. Dementsprechend betrachtet die Gruppe das Risiko der Nichterfüllung durch einen Vertragspartner und damit das Risiko diesbezüglicher Verluste als gering. Die Gewinne der dargestellten derivative Finanzinstrumente betragen zum Bilanzstichtag 31.12.2016 T€ 334 (31.12.2015: T€ 1.655)

Die Derivate werden im Rahmen des deutschen Rahmenvertrags für finanzielle Derivatgeschäfte abgeschlossen, welcher eine Verrechnung von ausstehenden Positionen ermöglicht. Der zugrundeliegende Vertrag entspricht nicht den Kriterien des IAS 39.32 um eine Verrechnung durchzuführen. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel einem Verzug oder einer Insolvenz eines Vertragspartners, besteht trotzdem ein rechtskräftiges Recht zur Verrechnung von ausstehenden Geschäften. Zum Bilanzstichtag wurden keine Verrechnungen in den finanziellen Posten vorgenommen. Damit entspricht der potenziell verrechnete Betrag, welcher unter einem Rahmenvertrag möglich wäre, dem ausgewiesenen Bruttobuchwert der Derivate.

Folgende Tabelle zeigt den Bestand an derivativen Finanzinstrumenten zum Bilanzstichtag:

31. Dezember 2016

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Währung Nominaler Betrag
(in tausend Originalwährung)
Fair value
(in T€)
davon erfolgsneutral Laufzeit
Devisentermingeschäft USD 16.700 -218 0 bis 1 Jahr
Summe Gruppe     -218 0  

31. Dezember 2015

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Währung Nominaler Betrag
(in tausend Originalwährung)
Fair value
(in T€)
davon erfolgsneutral Laufzeit
Commodity swap USD 700 -161 -161 bis 1 Jahr
Devisentermingeschäft USD 9.650 17 0 bis 1 Jahr
Summe Gruppe     -144 -161  

Im Geschäftsjahr 2016 wurden T€ -161 (2015: -155 T€) von der Gesamtergebnisrechnung in die Erfolgsrechnung umgegliedert.

Die Liquiditätsanalyse der derivativen Finanzinstrumente wurde bereits im obigen Teil dieses Kapitels, unter „Liquiditätsrisiko“ dargestellt.

Kategorien von Finanzinstrumenten

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der Finanzinstrumente nach Kategorien dargestellt. Im Bereich der derivativen Finanzinstrumente unterscheiden sich die Buchwerte von den beizulegenden Zeitwerten, im Fall der übrigen Finanzinstrumente entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

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(in T€)
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 2016 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Derivative Finanzinstrumente - Passiva -218 0 -218 0
Summe -218 0 -218 0

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(in T€)
Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 2015 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Derivative Finanzinstrumente - Aktiva 17 0 17 0
Derivative Finanzinstrumente - Passiva -161 0 -161 0
Summe -144 0 -144 0

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(in T€) 31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 12.347 10.945
Ausleihungen 4.425 6.689
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.676 14.772
Sonstige Vermögenswerte* 6.744 1.974
Ausleihungen und Forderungen 39.192 34.380
Summe finanzielle Vermögenswerte 39.192 34.380
Derivative Finanzinstrumente 218 161
Derivative Finanzverbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten 218 161
Sonstige Finanzverbindlichkeiten** 24.669 18.934
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen*** 21.411 35.089
Abgegrenzte Schulden**** 6.698 5.631
Sonstige Verbindlichkeiten***** 6.456 2.266
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 59.234 61.920
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 59.451 62.081

* ohne sonstige Steuerforderungen T€ 2.248 (31.12.2015: T€ 3.722) und aktive Rechnungsabgrenzungsposten T€ 365 (31. Dezember 2015: T€ 298).
** ohne derivative Finanzinstrumente T€ 218 (31.12.2015: T€ 161)
*** ohne erhaltene Anzahlungen T€ 671 (31.12.2015: T€ 68);
**** Ohne abgegrenzte Schulden für Leistungen an Mitarbeiter T€ 7.568 (31.12.2015: T€ 7.263)
***** Ohne passive Rechnungsabgrenzungen T€ 143 (31.12.2015: T€ 147), Verbindlichkeiten aus Steuern und im Rahmen der sozialen Sicherheit T€ 968 (31.12.2015: T€ 771)

Berechnung des beizulegenden Zeitwerts:

Eine Reihe von Rechnungslegungsmethoden und Angaben des Konzerns verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, den man in einer gewöhnlichen Transaktion zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag beim Verkauf eines Vermögenswertes erhalten würde oder bei der Übertragung einer Schuld zu zahlen hätte (IFRS 13.9).

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet die Gruppe soweit möglich am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:

Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden

Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen

Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Zum Bilanzstichtag weist die Gruppe ausschließlich Finanzinstrumente, welche mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet werden, der Stufe 2 und Stufe 3 aus.

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement der Gruppe wurde in den Berichtsperioden zentral durch die MTC GmbH und VARTA Microbattery GMbH durchgeführt. Überlegungen hinsichtlich der Anforderungen in Bezug auf das Eigenkapital richten sich nach den Anforderungen der Montana Tech Components Gruppe.

41 Nahestehende Personen und Gesellschaften

Folgende Personen und Gesellschaften wurden als nahestehende Personen und Gesellschaften für die Berichtsperioden 2016 und 2015 identifiziert:

MTC als oberstes Mutterunternehmen und alle Unternehmen, welche direkt oder indirekt von MTC kontrolliert, gemeinsam kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden;

Alle Unternehmen welche direkt oder indirekt von Mitgliedern des Managements kontrolliert, gemeinsam kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden;

DDr. Michael Tojner als oberste Kontrollinstanz und alle Unternehmen, welche direkt oder indirekt durch DDr. Michael Tojner kontrolliert, gemeinsam kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden.

Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der VARTA AG und deren Familienangehörige;

VARTA Unterstützungskasse GmbH, Hannover, Deutschland.

Die Transaktionen mit nahestehenden Personen der Gruppe werden in folgenden Kategorien dargestellt:

Nahestehende Unternehmen:

Gesellschaften, die von MTC kontrolliert, gemeinsam kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden, und MTC selbst (im Folgenden „MTC-Gesellschaften“);

Gesellschaften, die von DDr. Michael Tojner kontrolliert oder wesentlich beeinflusst werden (im Folgenden „DDr Tojner Gesellschaften“);

Gemeinschaftsunternehmen der Gruppe;

Gesellschaften mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;

Unterstützungskasse.

Nahestehende Personen:

Personen, die direkt oder indirekt die Befugnis und die Verantwortung für die Planung, Leitung und Kontrolle der Aktivitäten der Gruppe verfügen, einschließlich eines Geschäftsführers der Gruppe (Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder)

41.1 Nahestehende Unternehmen

Im dargestellten Konzern-Abschluss sind die Verkäufe und der Erwerb von Vermögenswerten und Dienstleistungen von und an nahestehenden Unternehmen enthalten:

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(in T€) 2016
Transaktionsvolumen
2015
Transaktionsvolumen
Transaktionen Umsatzerlöse aus Produktverkauf und Services Kauf von Waren und Dienstleistungen Sonst. Erträge Umsatzerlöse aus Produktverkauf und Services Kauf von Waren und Dienstleistungen Sonst. Erträge*
Transaktionen mit MTC­Gesellschaften 1.012 941 0 855 5.131 0
Transaktionen mit DDr. Tojner Gesellschaften 41 1.853 0 0 0 15.106
Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen 4.693 2,775 0 3.168 556 0
Transaktionen mit Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 9 2 0 0 30 0
Summe 5.755 5.571 0 4.023 5.717 15.106

* enthält hauptsächlich die Sale & Lease Back Transaktion

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 sind folgende Forderungen und Verbindlichkeiten ausstehend:

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(in T€) 31. Dezember 2016 Ausstehende Positionen 31. Dezember 2015 Ausstehende Positionen
Transaktionen Forderungen Verbindlichkeiten Forderungen Verbindlichkeiten
Transaktionen mit MTC­Gesellschaften 2.914 15.887 3.651 17.656
Transaktionen mit DDr. Tojner Gesellschaften 1.030 548 3.300 530
Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen 27 237 306 0
Transaktionen mit Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 8 0 0 27
Transaktionen aus Planvermögen 0 0 32 218
Summe 3.979 16.672 7.289 18.431

Die ausstehenden Forderungen und Verbindlichkeiten sind ungesichert.

Transaktionen mit MTC-Gesellschaften

Folgende Transaktionen wurden im vorliegenden Geschäftsjahr mit MTC-Gesellschaften getätigt:

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(in T€) 2016
Transaktionsvolumen
2015
Transaktionsvolumen
Transaktionen Umsatzerlöse aus Produktverkauf und Services Kauf von Waren und Dienstleistungen Umsatzerlöse aus Produktverkauf und Services Kauf von Waren und Dienstleistungen
Dienstleistungen 1.012 793 804 3.029
Lizenzen/Marken 0 148 51 2.102
Summe 1.012 941 855 5.131

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus Dienstleistungen und Lizenzen/Marken wurden im Vergleich zum Vorjahr in Summe um T€ 4.190 reduziert. Dies resultiert aus der Kündigungen der Marken-, Lizenz-, und Servicevereinbarungen zum 30. Juni 2016 mit MTC-Gesellschaften.

Die ausstehenden Forderungen und Verbindlichkeiten mit verbundenen MTC-Gesellschaften weisen per 31. Dezember 2016 folgende Positionen aus:

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(in T€) 31. Dezember 2016
Ausstehende Positionen
31. Dezember 2015
Ausstehende Positionen
Transaktionen Forderungen Verbindlichkeiten Forderungen Verbindlichkeiten
Services 99 78 73 577
Lizenzen und Marken 0 40 0 2.103
Darlehen inklusive Zinsen 2.815 15.769 3.578 14.076
Eigenkapitaltransaktionen 0 0 0 900
Summe 2.914 15.877 3.651 17.656

Durch die beschriebene Kündigung der Marken-, Lizenz-, und Servicevereinbarungen konnten auch die daraus resultierenden Verbindlichkeiten reduziert werden.

Im Geschäftsjahr erfolgte eine Darlehensrückzahlung in Höhe von T€ 763 der MTC-Gesellschaften an die Gruppe. Dadurch bestand zum Bilanzstichtag noch eine ausstehende Darlehensforderung in Höhe von T€ 2.815. Die Restlaufzeit des Darlehens beträgt weniger als ein Jahr. Das Darlehen wird in 2016 mit einem Zinssatz von 0,3% (2015: 0,3%) verzinst.

Das ausstehende Darlehen in Höhe von T€ 15.769 von MTC-Gesellschaften ist zum Bilanzstichtag gemindert um einen Forderungsverzicht in Höhe T€ 6.200 (vgl. Erläuterungen 22 „Sonstige Finanzverbindlichkeiten“). Die Restlaufzeit der ausstehenden Darlehen, welche von MTC-Gesellschaften gewährt wurden, beträgt höchstens zwei Jahre. Die Darlehen werden in 2016 mit einem Zinssatz zwischen 4% und 6% + Ø EOINIA (2015: 4% und 6% + Ø EOINIA) verzinst.

Im Vorjahr wurde eine Kapitalherabsetzung bei der VARTA AG, Ellwangen, Deutschland, durchgeführt. Diese wurde im Geschäftsjahr 2016 an eine MTC-Gesellschaft zurückbezahlt.

Transaktionen mit DDr. Tojner Gesellschaften

Im Vorjahr wurden Vermögenswerte im Rahmen einer Sale & Lease Back Transaktion in Höhe von T€ 15.106 an eine Gesellschaft, die durch DDr. Michael Tojner beherrscht wird, verkauft (vgl. Erläuterungen 10 „Leasing“). Aus der Rückmiete der Grundstücke und Gebäude sind im Geschäftsjahr 2016 T€ 1.500 Mietaufwendungen (T€ 1.785 inkl. Umsatzsteuer) und T€ 57 aus anderen Weiterbelastungen angefallen:

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(in T€) Transaktionsvolumen Transaktionsvolumen
Transaktionsart Verkauf von Waren und Dienstleistungen Kauf von Waren und Dienstleistungen Verkauf von Waren und Dienstleistungen Kauf von Waren und Dienstleistungen
Dienstleistungen 41 1.853 0 0
Summe 41 1.853 0 0

Zum Bilanzstichtag sind folgenden Forderungen und Verbindlichkeiten aus den Transaktionen zum Bilanzstichtag in der Konzern-Rechnung offen:

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(in T€) 31. Dezember 2016
Ausstehende Positionen
31. Dezember 2015
Ausstehende Positionen
Transaktionen Forderungen Verbindlichkeiten Forderungen Verbindlichkeiten
Darlehen inklusive Zinsen 1.025 548 3.300 530
Dienstleistungen 5 0 0 0
Summe 1.030 548 3.300 530

Ein Darlehen, welches per 31. Dezember 2015 mit T€ 1.265 ausgewiesen wird, wurde im laufenden Geschäftsjahr vollständig zurückbezahlt. Außerdem wurden weitere Darlehen, die an DDr. Tojner Gesellschaften erteilt wurden, im Geschäftsjahr 2016 zurückbezahlt. Die Restlaufzeit dieser Darlehen beträgt im Vorjahr zwischen 1 und 5 Jahren. Die zurückbezahlten Darlehen hatten einen Zinssatz zwischen 3% und 4%.

Die von DDr. Tojner Gesellschaften erhaltenen Darlehen haben keine bestimmte Laufzeit. Der Zinssatz beträgt 3,37 % (2015: 3,37%)

Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen

In dem Berichtszeitraum gab es im Wesentlichen das Gemeinschaftsunternehmen VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co.KG. Die Transaktionen mit dem Gemeinschaftsunternehmen beinhalten die folgenden Posten:

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(in T€) 2016
Transaktionsvolumen
2015
Transaktionsvolumen
Transaktionsart Verkauf von Waren und Dienstleistungen Kauf von Waren und Dienstleistungen Verkauf von Waren und Dienstleistungen Kauf von Waren und Dienstleistungen
Personalbereitstellung 3.613 1 2.541 0
Dienstleistungen 41 1.273 228 0
Mieterlöse 475 0 399 0
Sonstige 564 1.501 0 556
Summe 4.693 2.775 3.168 556

Neben der operativen Geschäftstätigkeit wurde dem Gemeinschaftsunternehmen in 2016 ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von T€ 800 (2015: T€ 300) gewährt. Das Darlehen wurde in 2016 vollständig zurückgezahlt. Das gewährte Darlehen hatte keine bestimmte Laufzeit. Der Zinssatz für dieses Darlehen betrug 0,50% (2015: 0,50%).

Bei den sonstigen Käufen in Höhe von T€ 1.501 (2015: T€ 0) handelt es sich um einen Erwerb von Anlagevermögen.

Transaktionen mit Gesellschaften, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den berichteten Geschäftsjahren des Konzern-Abschluss besteht mit der VARTA Micro Innovation GmbH ein Beteiligungsverhältnis. Zum 31. Dezember 2016 bestehen Forderungen in Höhe von T€ 8 aus verkauften Dienstleistungen. Im laufenden Geschäftsjahr wurden insgesamt T€ 9 aus Dienstleistungen an die VARTA Micro Innovation GmbH verrechnet.

Transaktionen mit Unterstützungskassen

Durch die Abspaltung der Pensionen (vgl. Erläuterungen 21.2 „Pensionen“) bestehen zum 31. Dezember 2016 keine ausstehenden Positionen mit der VARTA Unterstützungskasse GmbH, Hannover, Deutschland, (2015: T€ 218 aus Verbindlichkeiten und T€ 32 aus Beteiligungen).

41.2 Nahestehende Personen

Die Führungskräfte erhielten folgende Vergütung:

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(in T€) 2016 2015
Kurzfristige Leistungen an Arbeitnehmer 3.372 2.852
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 0
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 0 0
Andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer 45 169
Beitragsvergütung (erdiente Service Costs) 0 13
Führungskräftevergütung in Summe 3.417 3.034

42 Management der VARTA AG

Der Vorstand der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:

DDr. Michael Tojner, Vorstandsvorsitzender

bis 28. August 2016

Herbert Schein, Chief Executive Officer (CEO)

seit 14. April 2016

Dr. Michael Pistauer, Chief Financial Officer (CFO)

seit 14. April 2016

Hannes Höhmüller, Chief Financial Officer (CFO)

bis 14. April 2016

Dr. Georg Blumauer

bis 14. April 2016

Der Aufsichtsrat der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:

DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)

Seit 30. August 2016 Vorsitzender des Aufsichtsrats

Dr. Harald Sommerer (stellvertretender Vorsitzender)

Seit 13. April stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Frank Dieter Maier

Vorsitzender des Aufsichtsrats von 13. April 2016 bis 30. August 2016

Sven Quandt

Seit 13. April 2016 im Aufsichtsrat

Dr. Franz Gugenberger

Seit 30. August 2016 im Aufsichtsrat

Dr. Georg Blumauer

Seit 30. August 2016 im Aufsichtsrat

Christian Hosp

Bis 13. April 2016

Katharina Eidler (geb. Pekovits)

Bis 13. April 2016

43 Eventualverbindlichkeiten

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(in T€) 2016 2015
Miet- und Leasingverträge    
Fällig bis 2017/2016 3.163 4.126
Fällig bis 2018 - 2022/2017 - 2021 8.825 11.424
Fällig nach 2022/2021 1.880 9.823
Service - bzw. Dienstleistungsverpflichtungen    
Fällig bis 2017/2016 893 378
Fällig bis 2018 - 2022/2017 - 2021 1.191 32
Bestellobligo aus genehmigten Investitionen    
Fällig bis 2017/2016 1.521 1.161
Übrige Abnahmeverpflichtungen    
Fällig bis 2017/2016 11.198 20.043
Fällig bis 2018 - 2022/2017 - 2021 0 32
Summe 28.671 47.019

Die übrigen Abnahmeverpflichtungen betreffen im Wesentlichen Aufträge und Lieferverträge, die mit verschiedenen Lieferanten zur Deckung des kurzfristen Bedarfs an Rohstoffen, Vorprodukten und halbfertigen Erzeugnissen, erstellt wurden.

Darüber hinaus ist auf die Risiken aus Altlasten hinzuweisen, die bei der VARTA AG bestehen. Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen nahezu sämtlich branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung, hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG jedoch weiterhin fort. Ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von T€ 20.000 mit einer Laufzeit bis 2031 zusätzlich abgesichert. Diese Risiken hat die VARTA AG bewertet und unter Berücksichtigung der vertraglichen Erstattungsansprüche keine Rückstellungen gebildet. Erst wenn diese Risiken das Deckungspotential der Käuferin und der Garantiegeberin übersteigen oder diese ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen können, wird die VARTA AG entsprechend belastet.

Durch die Abspaltung der Pensionsverbindlichkeiten und des dazugehörigen Pensionsvermögens wurden auch die daraus resultierenden sonstigen Haftungsverhältnisse an die VRT Pensionen GmbH abgespalten. Im Vorjahr betrugen diese 5.051 T€. Diese Werte basierten auf der Beitragsbemessungsgrundlage für den Pensionssicherungsverein VVaG gemäß § 10 Abs. 3 Nr. 1 i.V.m. § 11 Abs. 2 des BetrAVG. Der Berechnung liegen die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck sowie ein Rechnungszins von 6 % zugrunde. Auf Grund der wirtschaftlichen Situation der betreffenden Gesellschaft wird nicht mit einer Inanspruchnahme aus der Haftung gerechnet.

44 Beteiligungsgesellschaften

Für die im Konzern-Abschluss dargestellten Perioden wurden folgende Gesellschaften einbezogen:

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Seit/bis Name der Gesellschaft Sitz Land Währung Beteiligungsquote Grund-/Stammkapital
seit 2012/09 VARTA AKTIENGESELLSCHAFT Ellwangen Deutschland EUR 100,00% 29.600.000
seit 2012/09 bis 2016/06 VARTA Micro AG Ellwangen Deutschland EUR 100,00% 100.000
seit 2007/12 VARTA Microbattery GmbH Ellwangen Deutschland EUR 100,00% 5.000.000
seit 2012/04 VARTA Storage GmbH Nördlingen Deutschland EUR 100,00% 100.000
seit 2007/12 VARTA Microbattery Pte Ltd Singapur Singapur USD 100,00% 1.971.544
seit 2007/12 VARTA Microbattery Ltd Shanghai Shanghai China CNY 100,00% 42.142.757
seit 2007/12 PT VARTA Microbattery Indonesia Batam Indonesien USD 100,00% 249.900
seit 2014/10 VARTA Microbattery Japan K.K. Tokio Japan USD 100,00% 385.485
seit 2014/01 VARTA Microbattery S.R.L. Brasov Rumänien EUR 100,00% 45.000
seit 2007/12 VARTA Microbattery Inc. Rye, NY Vereinigte Staaten von Amerika USD 100,00% 2.800.000
seit 2009/10 VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG* Ellwangen Deutschland EUR 50,00% 400.000
seit 2009/09 VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH* Ellwangen Deutschland EUR 50,00% 25.000
seit 2009/08 VARTA Micro Innovation GmbH** Graz Österreich EUR 17,74% 70.000

* At-Equity Bilanzierung
** Bilanzierung zu Anschaffungswerten

45 Zusätzliche Angaben nach HGB

Befreiungen nach § 264 Abs. 3 HGB

Die in dem Konzernabschluss nach IFRS einbezogenen Gesellschaften VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen, (Deutschland) und VARTA Storage GmbH, Nördlingen, (Deutschland) nehmen die Befreiungsregelungen nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch.

Muttergesellschaft

Das gezeichnete Kapital der VARTA AG wird von der ETV Montana Tech Holding GmbH, vormals ETV Montana Tech Holding AG, mit 2% und mit Einbringungsvertrag vom 13.04.2016 von der VGG GmbH, Wien, vormals VARTA Gruppe GmbH, mit 98% gehalten. Oberstes Mutterunternehmen der beiden Gesellschafterinnen ist die Montana Tech Components AG in Reinach, Schweiz. Der Konzernabschluss der Montana Tech Components AG wird in Reinach veröffentlicht.

Verbindlichkeiten

Der in der Position 22 „Sonstige Finanzverbindlichkeiten“ beschriebene Forderungsverzicht eines nahestehenden Unternehmens in Höhe von T€ 6.200 hat eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Weitere wesentliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen nicht.

Es bestehen keine gesicherten Konzernverbindlichkeiten.

Anzahl der Arbeitnehmer

Dazu verweisen wir auf die Erläuterungen 31 zum „Personalaufwand“.

Vorstandsvergütung

Die Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2016 betrug T€ 946.

Aufsichtsratvergütung

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder im Geschäftsjahr 2016 betrug T€ 91.

Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers

Nach §314 Abs. 1 Nr. 9 HGB sind für das laufende Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorare für den Konzernabschlussprüfer wie folgt aufzuschlüsseln:

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(in T€) 2016
Abschlussprüfung 259
Sonstige Bestätigungs- oder Bewertungsleistungen 180
Steuerberatungsleistungen 193
Sonstige Leistungen gegenüber Mutter oder Tochterunternehmen 372
Summe 1.004

46 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gibt keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

 

Ellwangen, 24. Mai 2017

VARTA Aktiengesellschaft

Herbert Schein, Chief Executive Officer

Dr. Michael Pistauer, Chief Financial Officer

Wichtige Kennzahlen der VARTA Gruppe

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31.12.2016 31.12.2015*
Umsatz TEUR 213.815 195.093
EBITDA TEUR 23.767 30.991
EBIT TEUR 14.845 22.480
Jahresüberschuss TEUR 9.410 11.596
Anlagevermögen' TEUR 72.825 66.967
Bilanzsumme TEUR 164.928 155.650
Eigenkapital TEUR 65.291 54.927
Eigenkapitalquote % 40% 35%
Nettofinanzverbindlichkeiten TEUR 12.540 8.150
Operating Cash Flow TEUR 24.153 19.288
Mitarbeiter Anzahl 2.036 1.896

* Die dargestellten Vorjahreszahlen beziehen sich auf die kombinierte Konzernrechnung 2015 (vgl. Konzern-Anhang Erläuterungen 1 „Allgemeine Informationen“)
1 Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2016

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

1 Konzernstruktur

1.1 Geschäftsmodell

Die VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen, Deutschland (VARTA AG) ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Die folgende Darstellung gibt (in vereinfachter Form) einen Überblick über den Konzern zum Bilanzstichtag.

Die VARTA AG Gruppe wurde im April 2016 durch die Einbringung der VARTA Microbattery GmbH (von der VGG GmbH, Wien, Österreich) und den Kauf der VARTA Storage GmbH neu etabliert.

Im Jahr 2015 wurde die VARTA Microbattery SRL in Rumänien als Schwestergesellschaft zur VARTA Microbattery GmbH gegründet und als Fertigungsstandort in Osteuropa für weniger automatisierte Fertigungsprozesse aufgebaut. In 2016 erwarb die VARTA Microbattery GmbH 99,9% der Anteile dieser Gesellschaft von der VGG GmbH, Wien, Österreich. Die VARTA Microbattery GmbH hält weitere direkte Beteiligungen an der VARTA Microbattery Pte. Ltd., Singapur und der VARTA Microbattery Inc., USA, beide Gesellschaften sind in der Funktion von Vertriebsgesellschaften für den asiatischen respektive Nord- und Südamerikanischen Markt tätig. Die Gesellschaft in Singapur nutzt für die lokalen Vertriebsaktivitäten in Asien zusätzliche Vertriebsbüros in weiteren asiatischen Ländern sowie eine rechtlich selbständige Gesellschaft in Japan, die VARTA Microbattery Japan KK, die im Vorjahr als 100%ige Tochter der VARTA Microbattery Pte. Ltd., Singapur, eingerichtet wurde. Darüber hinaus steuert die Gesellschaft in Singapur lohnintensive Arbeitsgänge bei den Fertigungsstätten VARTA Microbattery (Shanghai) Co.Ltd., China und der PT VARTA Microbattery Indonesia in Indonesien. Wie bei der Vertriebsgesellschaft in Japan, ist die VARTA Microbattery GmbH auch an diesen beiden Unternehmen mittelbar beteiligt. Ferner unterhält die Gesellschaft im Berichtsjahr Vertriebsbüros in Großbritannien und Frankreich.

Seit 2009 wird gemeinsam mit der Volkswagen-Tochtergesellschaft VW Kraftwerk GmbH das Joint-Venture „VOLKSWAGEN VARTA Microbattery Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG“, mit einem Beteiligungsanteil von 50%, betrieben. Im Januar 2016 wurde die Firma in „VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG“ geändert. Ziel dieser Forschungsgesellschaft ist vorwiegend die Entwicklung hochleistungsfähiger Batteriezellen für den Antrieb von Elektro- bzw. Plugin-Hybridfahrzeugen. Die bisher gesetzten Forschungsziele dieser Gesellschaft wurden erreicht. Die Gesellschaft hat in 2016 einen Verlust in Höhe von 3,4 Mio. € (im Vorjahr 2,9 Mio. €) durch Forschungsausgaben ausgewiesen. Komplementär der KG ist die „VOLKSWAGEN VARTA Microbattery Verwaltungsgesellschaft mbH“, umfirmiert im Januar 2016 in „VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH“, an der die Gruppe ebenfalls 50% der Geschäftsanteile hält.

Des Weiteren ist die Gruppe unverändert mit 17,74% an der VARTA Micro Innovation GmbH, einer Forschungskooperation mit der Technischen Universität Graz, beteiligt. Der Geschäftszweck liegt in der Material- und Grundlagenforschung.

Die VARTA Microbattery GmbH mit ihren Tochtergesellschaften ist für 83 % der Umsätze verantwortlich und die VARTA Storage für 16 %.

Das Kerngeschäft der VARTA Gruppe sind Herstellung, Vertrieb und Entwicklung von Batterie-Systemen für elektronische Geräte und wird in 2016 in folgende Segmente unterteilt:

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Microbatteries mit 83%
davon Healthcare mit 53%
davon Entertainment mit 30%
Energy Storage Solutions mit 16%
Sonstige mit 1%

Unter der Produktgruppe Healthcare werden insbesondere Hörgerätebatterien, aber auch Lösungen für andere medizinische Anwendungen sowie Uhren- und Elektronikbatterien berücksichtigt. Die im Bereich Entertainment and Industrial enthaltenen Batterien haben ihre Anwendungen vor allem in mobilen Geräten wie schnurlose Kopfhörer, Spielekonsolen und vielen weiteren Consumer Electronics Geräten. Des Weiteren gehören dieser Produktgruppe wiederaufladbare und primäre Batterien an, die in Computern/Servern, in Automobilanwendungen wie eCall-Geräten oder in Mess- und Sicherheitssystemen eingesetzt werden.

Die Produktgruppen „Healthcare“ und „Entertainment and Industrial“ werden unter dem Segment Microbatteries zusammengefasst.

Dem gegenüber steht das produktorientierte Segment Energy Storage Solutions. Kerngeschäft des Segments Energy Storage Solutions ist die Herstellung, der Vertrieb und die Entwicklung von Batterie-Systemen für Energiezwischenspeicherung und für elektronische Geräte. Bei den Systemen zur Energiezwischenspeicherung handelt es sich um Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis als Heimspeichersysteme sowie individuelle Großspeicherlösungen für gewerbliche Anwendungen. Darunter sind die Produktreihen Family, Home und Element aufzuführen. Beim Produktbereich Power Pack Solutions (PPS) handelt es sich um komplexe Batterielösungen, die speziell für die Anwendung in transportablen Hightech-Elektronikgeräten angefertigt werden.

1.2 Unternehmenssteuerung

Die VARTA AG Gruppe verwendet ein durchgängiges Kennzahlensystem zur Steuerung der Unternehmensgruppe wie zur Messung der Leistung der verschiedenen Bereiche. Ergänzend hierzu wird durch die gruppenweite Verwendung von SAP sowie diversen Auswertungsprogrammen ein sehr detaillierter Zugriff auf Finanz- und Leistungsindikatoren gewährleistet.

Das interne Steuerungssystem der VARTA AG Gruppe wird laufend optimiert und zeitnah an geänderte Anforderungen angepasst. Das Managementsteuerungssystem ist auch Grundlage der externen Berichterstattung der VARTA AG und wird durch den Aufsichtsrat im Rahmen seiner Kontrollfunktion überwacht.

Die Unternehmenssteuerung der VARTA AG Gruppe ist im Wesentlichen auf finanzielle Leistungsindikatoren ausgerichtet. Wichtige Kennzahlen in diesem Zusammenhang sind neben den Umsatzerlösen die ergebnisbasierten Parameter EBIT (betriebliches Ergebnis) und EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen) sowie das Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten) und der Cash flow. Darüber hinaus werden die Investitionen als finanzielle Steuerungsgröße verwendet. Ein wesentlicher nicht finanzieller Leistungsindikator ist in der VARTA AG Gruppe die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter.

Darüber hinaus gibt es weitere Parameter, die auch zur Steuerung des Unternehmens herangezogen werden:

Täglicher Umsatz, Absatz, Auftragsbestand und Auftragseingang detailliert nach Produktgruppen

Strukturierte Kennzahlen im Bereich Operations (Output pro Zeiteinheit, Kosten pro Output)

zudem existieren in jedem Bereich eine Vielzahl sehr spezifischer Kennzahlen (QS, Einkauf, etc.).

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die VARTA Gruppe produziert und verkauft Batterien weltweit. Der Großteil unseres weltweiten Absatzes von Produkten findet in Europa statt (siehe regionale Umsatzverteilung). Außerhalb von Europa sind unsere weiteren wesentlichen Absatzmärkte Asien und Nordamerika. Somit ist die Abhängigkeit von einzelnen Ländern, in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, relativ gering. Zudem werden die produzierten Batterien primär für bzw. in Anwendungen verwendet, die nicht direkt von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen abhängig sind (beispielsweise medizinische Produkte wie Hörgerätebatterien). Eine positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst daher in einem überschaubaren Umfang die Absatzentwicklung, da eine konjunkturelle Erholung des Euroraums sich positiv auf das Kaufverhalten auswirkt.

Die in 2016 bestehenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, in den für die VARTA Gruppe relevanten Ländern, kann daher als positiv stabil angesehen werden.

Viel wesentlicher für den Absatz sind die demographische Entwicklungen bei Healthcare-Produkten und ein Trend zu Unterhaltungselektronikprodukten im Bereich Entertainment sowie eine Tendenz zu mehr kabellosen bzw. „green“ Produkten im Segment Energy Storage Solution.

Durch die stetig älter werdende Gesellschaft und die zunehmend höhere Akzeptanz von Hörgeräten, wird der Verkauf von Hörgerätebatterien unterstützt. In den relevanten Märkten Europa, Asien und Nordamerika geht man weiterhin von einer stärkeren Gewichtung älterer Generationen in der Bevölkerung aus. Laut US Census 2016 soll der Anteil der Bevölkerung, welcher älter als 65 Jahre ist, im Jahr 2020 in Europa auf 27,6 % (2015: 17,5 %), Asien18,9 % (2015: 7,9 %) und Nordamerika 22,5 % (2015: 15,1 %) steigen.

Im Bereich Entertainment ist das Absatzwachstum durch neue Anwendungen im Bereich Konsumelektronik geprägt. Je mehr kabellos funktionierende Geräte, insbesondere für Kleinstanwendungen (zum Beispiel Headsets), entwickelt werden, desto stärker stellt sich hier die Position der VARTA Gruppe dar. Laut Schätzungen von Strategy Analytics (2014) soll alleine der mono- und stereo Headset Markt bis 2019 jährlich zwischen 7 - 9 % wachsen. Sogenannte Hearables sollen laut WiFore Consulting (2015) sogar mit einer Wachstumsrate von größer als 40% bis nach 2020 wachsen.

2.2 Geschäftsverlauf

2016 war geprägt durch einen erfolgreichen Ramp up neuer Produkte. Im Segment Energy Storage Solutions wurde die neue Produktfamilie Element erstmals auf der Intersolar-Messe in München vorgestellt und anschließend flächendeckend verkauft. Widergespiegelt hat sich diese Produkteinführung in unterjährig steigenden Umsätzen im Bereich Storage Solutions für Heimanwendungen.

Für Storage Solutions wurde im Bereich Industrieanwendungen ab Mitte 2016 konsequent die Strategie umgesetzt, sich stärker auf größere Projekte zu fokussieren. Dadurch konnten zwar einerseits kleinere Projekte nicht gehalten werden, was sich negativ auf die Umsätze auswirkte. Doch dies konnte durch den Strategiewechsel kompensiert werden. Diese Strategie machte sich insbesondere in einer Stabilisierung der Margen bemerkbar. Durch die größeren Projekte konnten wir unsere Produktionsprozesse stabilisieren und somit auch die Marge für den Bereich Industrieanwendungen erhöhen.

Die Produktgruppe Entertainment (Coin Power Zellen) wurde nach der Produkteinführung in den Vorjahren, im Wesentlichen 2015, nun erstmals flächendeckend abgesetzt. 2016 war zudem geprägt durch eine intensive Abarbeitung von Design In Projekten für Coin Power Anwendungen. Diese werden sich voraussichtlich ab 2017 im Umsatz widerspiegeln. Das Hochfahren der Produktion von CoinPower mit diversen Anfangsproblemen drückte allerdings etwas auf die Margen.

Die Produktgruppe Healthcare war nach einer kleinen Absatzdelle Mitte des Jahres durch ein weiteres Wachstum geprägt. Unserer Einschätzung nach wuchs somit der Absatz von Hörgeräte Batterien durch VARTA Healthcare ein weiteres Mal deutlich schneller als das Marktwachstum, abgeleitet von Angaben der Hörgerätehersteller.

In Summe lässt sich dadurch resümieren, dass 2016 im Geschäftsverlauf, insbesondere durch die erfreuliche Umsatz- und EBIT-Entwicklung im 3. Quartal, die hohen Erwartungen voll erfüllte.

Einzelregionen - bzw. -kunden spielten 2016 eine weniger starke Rolle als noch in den Jahren zuvor.

Im Jahr 2016 spiegelt die Umsatzverteilung nach Regionen in etwa dasselbe Bild wie in 2015 wider:

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(in T€) 2016 Umsatzerlöse* 2015 Umsatzerlöse*
Europa 103.002 48,2 % 94.532 48,5 %
Amerika 52.462 24,5 % 49.682 25,5 %
Asien 54.266 25,4 % 46.314 23,7 %
Sonstige 4.085 1,9 % 4.565 2,3 %
Summe Konzern 213.815   195.093  

* Die Umsatzerlöse richten sich nach dem Sitz des Kunden.

Die Entwicklung des US-Dollar-Wechselkurses ist teilweise relevant für die Rohstoffpreise und die Wertschöpfungskette.

Grundsätzlich ist ein hoher Dollar (im Vergleich zum EURO) für die Produktgruppe „Healthcare“ positiv, für den Bereich „Entertainment and Industrial“ leicht positiv und aufgrund der hohen Wertschöpfung des Segments Energy Storage Solutions im Dollar-Raum leider negativ.

Der Wechselkurs für den US-Dollar zeigte nach seinem Tiefpunkt zum Jahresbeginn eine steigende Tendenz mit einem anschließenden Seitwärtstrend. Die USD Zahlungsströme aus Verkauf und Einkauf sind ihrer Höhe nach ähnlich, wodurch ein natürlicher Ausgleich („Natural Hedge“) der Wechselkursgewinne und -verluste entsteht.

Die positive Ergebnissituation vom Vorjahr hat sich fortgesetzt, das niedrigere Niveau im Vergleich zum Vorjahr ist auf dort enthaltene Einmaleffekte wie Erträge aus dem Verkauf von Grund und Boden und Gebäuden (im Rahmen einer Sale & Lease Back Transaktion) zurückzuführen. Um das weitere Wachstum zu erreichen, prägten Innovation und Ausbau des Produktportfolios das Handeln im Berichtszeitraum 2016.

3 Entwicklung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage

3.1 Ertragslage

Der Jahresüberschuss betrug im Geschäftsjahr 9,4 Mio. € (im Vorjahr 11,6 Mio. €). Insgesamt wird die Geschäftsentwicklung als positiv beurteilt.

Umsatz

Im Jahr 2016 erzielte die VARTA Gruppe einen Konzernumsatz von 213,8 Mio. €, der damit um 18,7 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres lag. Die Umsatzsteigerungen wurden im Segment Microbatteries erzielt. Das somit mit Abstand größte Segment „Microbatteries“ konnte im Jahr 2016 einen Umsatzerlös von 177,4 Mio. € (Vorjahr: 157,9 Mio. €) generieren. Diese Umsatzsteigerung resultiert aus organischem Wachstum und neu akquirierten Kunden, was sich auch in einer guten Auftragslage für 2017 wiederspiegelt. Prozentual zeigte hierbei die Produktgruppe Entertainment den größten Zuwachs.

Trotz der Fokussierung auf größere Aufträge im Bereich Energy Storage Solutions und der damit einhergehenden Ausdünnung kleinerer Kundenaufträge konnte der Umsatz stabil gehalten werden. Dieses Segment erzielte einen Umsatz von 34,6 Mio. € (Vorjahr: 34,6 Mio. €) in 2016.

Aufwendungen

Im Berichtsjahr belaufen sich die Materialaufwendungen auf 78,5 Mio. €. Gegenüber der Vorperiode entwickelten sich diese leicht unterproportional zu den Umsatzerlösen, was auf die Zusammensetzung der Umsätze mit Waren und Dienstleistungen zurückzuführen ist. Betrachtet man die Bestandsveränderung und den Materialaufwand zusammen kann man in Summe eine proportionale Entwicklung zu den Umsatzerlösen feststellen. Rohstoffe mit größeren Preisschwankungen und Mengen im Einkauf (im Wesentlichen Nickel) werden kontinuierlich abgesichert.

Der mit dem gesteigerten Umsatzvolumen einhergehende Aufbau von Mitarbeitern, macht sich teilweise bei den Personalaufwendungen bemerkbar, die sich mit 76,7 Mio. € in Relation zu den Umsatzerlösen überproportional entwickelten.

Die Abschreibungen erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund höherer Investitionen zur Erneuerung und Kapazitätserweiterung von Produktionsanlagen, teilweise kompensiert durch den Abgang aufgrund des Verkaufs von Grund und Boden und Gebäuden im Vorjahr und belaufen sich auf 8,9 Mio. €, im Vorjahr wurden 8,5 Mio. € ausgewiesen.

EBIT

Das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis) des Konzerns beläuft sich in 2016 auf 14,8 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich das Konzern-EBIT um 7,7 Mio. € (2015: 22,5 Mio. €). Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge zurückzuführen. Im Vorjahresbetrag ist ein Betrag von 6,6 Mio. € aus einer Sale- and Lease Back Transaktion enthalten. Daneben ist das laufende Jahr 2016 durch kapitalmarktvorbereitende Maßnahmen belastet.

Finanzergebnis

Unser Finanzergebnis konnten wir in 2016 um 0,7 Mio. € auf nur noch -1,2 Mio. € reduzieren. Diese Ergebnisverbesserung wurde durch eine geringere Ausnutzung der Fremdfinanzierung und den daraus resultierenden geringeren Zinsaufwendungen (1,3 Mio. €) ermöglicht. Die Zinssätze auf Fremdkapital befanden sich über das Jahr auf gleichbleibend niedrigem Niveau. Ein mit dem gestiegenen Geschäftsvolumen einhergehender Aufbau von Vorräten und Forderungen bei gleichzeitiger Begleichung von Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Markenrechten vom Vorjahr als Einmaleffekt, führten zu einer Erhöhung des Working Capital. Trotz einer hohen Investitionstätigkeit (Aufbau von Kapazitäten in der Produktion) konnte das durchschnittliche Zinsniveau der Fremdfinanzierung im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden. Das höhere Zinsniveau in 2015 resultiert aus einer unterjährig höheren Fremdfinanzierungsausnutzung.

Ergänzend reduzierten sich unsere Zinserträge um 1,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. In 2016 wurde hier der Großteil unserer Ausleihungen an nahestehende Gesellschaften zurückgeführt.

In Summe wird ein negatives Zinsergebnis von 1,7 Mio. € ausgewiesen, der Vorjahreswert lag im Vergleich dazu bei -1,1 Mio. €. Die darin enthaltenen Zinsaufwendungen gegenüber nahestehenden Unternehmen belaufen sich auf 1,3 Mio. € gegenüber 2,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2015.

Steuern

Der Steueraufwand ist insgesamt im Jahr 2016 um 5,1 Mio. € auf 2,7 Mio. € gesunken. Ursächlich hierfür sind die mit Wirkung zum 01. Juli 2016 um die VARTA AG etablierte ertragsteuerliche Organschaft sowie das in Summe niedrigere Ergebnis.

3.2 Vermögens- und Finanzlage

Langfristige Vermögenswerte

Im Geschäftsjahr 2016 erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte um rund 3,1 Mio. € auf 81,6 Mio. €. Dieser Anstieg kommt im Wesentlichen aus Investitionen im Sachanlagevermögen in Höhe von rund 12,5 Mio. € (insbesondere für die Kapazitätsausweitung im Bereich der Coin Power Batterien). Diesen Investitionen stehen Abschreibungen in Höhe von 7,1 Mio. € gegenüber.

Working Capital

Das Working Capital der VARTA Gruppe (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten) erhöhte sich auf 36,2 Mio. € (im Vorjahr 22,8 Mio. €).

Die Vorräte konnten von 43,2 Mio. € auf 42,3 Mio. € zum Jahresende durch gute logistische Steuerung gesenkt werden.

Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhte sich zum Ende des Geschäftsjahres gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. € auf 15,7 Mio. €. Die Erhöhung resultiert vollständig aus den Forderungen gegenüber Dritten und resultiert aus dem höheren Geschäftsvolumen. Das Ende 2015 eingeführte Factoring bewirkt eine permanente Reduzierung der Forderungen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen weisen einen Stand von 22,1 Mio. € aus, die stichtagsbezogene Veränderung gegenüber dem Vorjahr von 13,1 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Begleichung von Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Markenrechten vom Vorjahr als Einmaleffekt.

Eigenkapitalquote

Der Anstieg der Eigenkapitalquote von 35,3% auf 39,7% resultiert im Wesentlichen aus dem positiven Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr, ebenso trägt die nur leicht gestiegene Bilanzsumme positiv zur Entwicklung dieser Kennzahl bei.

Kapitalflussrechnung

Der Cash Flow aus Geschäftstätigkeit beträgt im Berichtsjahr 24,2 Mio. € und liegt damit um 4,9 Mio. € über dem Wert vom Vorjahr. Der Anstieg resultiert aus den bereits zuvor genannten Effekten, insbesondere auch aus dem Abbau der Vorratsbestände.

Aus Investitionstätigkeit ergibt sich im Berichtsjahr ein Cash-Flow in Höhe von -21,6 Mio. €, welcher im Wesentlichen durch Investitionen in Sachanlagen begründet wird. Der Cash-Flow aus Finanzierung betrug -1,2 Mio. €. Somit wurden die Investitionen vollständig aus dem Cash Flow der Geschäftstätigkeit finanziert.

Nettofinanzverschuldung

Die Nettofinanzverschuldung der Gruppe (sonstige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) betrug 12,5 Mio. € (im Vorjahr 8,2 Mio. €), die durch die Inanspruchnahme von Darlehen von nahestehenden Unternehmen abgedeckt wurde. Der Aufbau der finanziellen Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Begleichung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der teilweise mit Mitteln aus einem Forderungsverkauf kompensiert wurde. Vom Gesamtbetrag der Nettofinanzverschuldung entfallen rund 22,0 Mio. € auf die Verbindlichkeiten aus einem marktüblich verzinsten Darlehen mit nahestehenden Unternehmen der Gruppe. Die nicht genutzte Kreditlinie zum Stichtag beläuft sich auf 29,7 Mio. €. Unter diesen Voraussetzungen sieht sich die Gruppe in der Lage, ihre Zahlungsverpflichtungen stets zu erfüllen.

Aktive latente Steuern

Im Geschäftsjahr wurden aktive latente Steuern in Höhe von 3,8 Mio. € (im Vorjahr 1,9 Mio. €) in der Bilanz ausgewiesen, die vollständig aus temporären Differenzen resultieren.

Insgesamt weist das Geschäftsjahr 2016 eine den Erwartungen des Managements entsprechend für die Gruppe stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aus.

4 Forschung und Entwicklung

Für die Gruppe ergab sich für das Geschäftsjahr 2016 ein Forschungs- und Entwicklungsaufwand in Höhe von 10,8 Mio. € (im Vorjahr 9,3 Mio. €). Damit ergab sich eine Forschungsquote von 5,4% zum Umsatz. Hinzu kamen gezielte aktivierte Eigenleistungen.

Segment Microbatteries

Die Ausrichtung auf Technologieführerschaft war durch die schwerpunktmäßige Weiterentwicklung des Knowhows im Bereich der Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte (Produktgruppe „Heathcare“), wiederaufladbare Lithium Knopfzellen, sogenannte Coin Power Batterien und sogenannte Powercaps in der Produktgruppe „Entertainment and Industrial“ und im Segment Energy Storage Solutions bei Heimspeicherlösungen gekennzeichnet. Dabei standen vor allem die weitere Steigerung der Kapazitätswerte, die Evaluierung und Qualifizierung neuer Materialien und Lieferanten für die Stromsammler auf der positiven und negativen Seite der Coin Power Batterien, die Weiterentwicklung der quecksilberfreien Zink-Luft-Batterien, der Einsatz von günstigen Rohstoffen und die Entwicklung von neuen Fertigungs- und Verpackungsverfahren im Vordergrund. Für wiederaufladbare Hörgeräte wurde die Entwicklung einer weiteren Baugröße von Li-Ionen-Zellen gestartet. Für die Entwicklung der neuen PowerCaps Batterien wurden Entwicklungskosten in Höhe von 0,8 Mio. € aktiviert. Die Entwicklung der AVC-Typen (asymmetric hybrid) wurde weitergeführt.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand betrug für das Segment Microbatteries von Januar bis Dezember 2016 insgesamt 8,4 Mio. € (im Vorjahr 6,9 Mio. €). Damit ergab sich eine Forschungsquote von 4,7% zum Umsatz. Im F&E-Bereich waren 106 (im Vorjahr 120) Personen beschäftigt. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 auf 0,5 Mio. €.

Segment Energy Storage Solutions

Der Ausbau der Position im Markt für Lithium-Ionen-Heimspeicher war durch die Erweiterung des Produktportfolios gekennzeichnet. Dabei stand die Erweiterung der Speicherkapazität für die Produktreihe Element im Fokus. Durch Integration eines weiteren Batteriemoduls kann damit ein Energieinhalt von 9,6 kWh bereitgestellt werden. Parallel zu dieser Entwicklung wurde die Element-Reihe weiterentwickelt und die Funktionalität Nachrüstbarkeit integriert. Jetzt ist es analog zu VARTA Home/Family möglich einen Element 3 oder 6 beim Kunden auf 9,6kWh aufzurüsten. Um für alle Produktreihen für den Auslandsmarkt Italien vorzubereiten, wurde in der Berichtsphase begonnen, die länderspezifische Netzanschlußrichtlinie für die Produktlinien VARTA Family, VARTA Home und VARTA Element zu implementieren. Ebenfalls in die Berichtsphase fällt der Start der Hauptentwicklung für die neue Produktlinie „pulse“. Diese wird m Entwicklungsprojekt Marco Polo als kleiner kompakter Lithium-Ionenspeicher für die Wandmontage entwickelt.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment Energy Storage Solutions betrug im Geschäftsjahr 2016 wie im Vorjahr insgesamt 2,4 Mio. €. Damit ergab sich eine Forschungsquote von 6,9% zum Umsatz. Im F&E-Bereich waren 24 (im Vorjahr 18) Personen beschäftigt. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich in 2016 auf 0,5 Mio. €.

Im Segment Energy Storage Solutions wurden im laufenden Geschäftsjahr Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. € aktiviert. Hierbei handelte es sich primär um Weiterentwicklung neuer Typen von Heimspeichern und entsprechender Software.

5 Investitionen

Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände (2,4 Mio. €) und das Sachanlagevermögen (12,5 Mio. €) betrugen 14,9 Mio. € (im Vorjahr 21,2 Mio. €). Der wesentliche Teil der Investitionen entfiel auf die Bereiche Coin Power Batterien, Entwicklung sowie Qualitätssicherung und diente im Wesentlichen der Erweiterung von Produktionskapazitäten und der Erneuerung von Produktionsanlagen.

Im Geschäftsjahr wurde eine Bareinlage von 2,0 Mio. € als Einlage in das Gemeinschaftsunternehmen VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG getätigt.

6 Mitarbeiter

Die erfolgreiche Entwicklung der Gruppe basiert auf der Kompetenz, den Fähigkeiten und der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Neben der Ausbildung junger Mitarbeiter sorgen Fortbildungen und Schulungen für ein hohes Kompetenzniveau der Mitarbeiter.

Die Anzahl der Mitarbeiter der gesamten Gruppe erhöhte sich von 1.846 (im Vorjahr) auf 1.993 im Jahresdurchschnitt.

In Summe verteilten sich die Mitarbeiter zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2016 wie folgt:

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31. Dezember 2016 31. Dezember 2015
Europa 1.035 856
Asien 980 1.018
USA 21 22

Davon waren wie im Vorjahr rund 31 Personen schwerpunktmäßig für die VW-VM Forschungsgesellschaft mbH & Co. KG tätig.

7 Umweltschutz

Das Umweltmanagementsystem der Gesellschaft wird durch den TÜV im Rahmen des Audits nach ISO 14001 überwacht.

Seit 2006 wird eine konsequente Trennung und Verwertung von Abfällen statt deren Beseitigung durchgeführt. Die gesetzlichen Auflagen zum Immissionsschutz wurden problemlos erfüllt. Das am Standort Ellwangen eingerichtete Grundwasser-Monitoring wurde im Berichtsjahr fortgeführt.

8 Prognose-, Chancen und Risikobericht

8.1 Risiko-Management

Zur frühzeitigen Erkennung und Bewertung von Risiken sowie zum Umgang mit bestehenden Risiken hat die Gesellschaft Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen eingerichtet, die in einem Risikofrüherkennungs-, internen Kontroll- sowie Risikomanagementsystem verankert sind. Wesentliche Bausteine dieses Systems sind ein strategisch ausgerichtetes Planungssystem, eine jährliche Budgetplanung, die mehrfach innerhalb des laufenden Jahres überarbeitet und an die aktuellen Erkenntnisse angepasst wird, monatliche Plan-Ist-Berichte sowie die frühzeitige und regelmäßige Kommunikation von Risiken und Chancen. Unterstützt wird dieses Risiko-Management durch regelmäßige Sitzungen des Managements, in denen ausführlich Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung analysiert und erörtert werden.

8.2 Operative Risiken

Trotz der Einrichtung eines Risiko-Managements, ist das Unternehmen Risiken aus fremden Einflüssen ausgesetzt.

Den Marktrisiken und dem anhaltenden Preisdruck fernöstlicher Wettbewerber begegnet die Gesellschaft durch eine innovative, kundenorientierte und hoch automatisierte Fertigung der Batterien in Deutschland und durch die individuelle, vorwiegend manuelle Assemblierung an den Standorten in China, Indonesien und Rumänien. Produktions- und Logistikrisiken wie auch Gefährdungen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes werden durch umfassende Verfahrens- und Kontrollvorgaben begrenzt. Zusätzlich besteht ein risikoadäquater Versicherungsschutz.

Beschaffungsrisiken, vor allem bei wichtigen Rohstoffen, werden durch permanente Marktbeobachtungen und langfristig ausgelegte und auf Qualität setzende Zusammenarbeit mit Lieferanten minimiert. Zusätzlich werden basierend auf dem Budget für das jeweilige Jahr Sicherungsgeschäfte für die Beschaffung von Nickel als dem wertmäßig wichtigsten Rohstoff abgeschlossen.

Aufgrund der beschriebenen Maßnahmen erachten wir das Risiko als gering.

8.3 Währungsrisiken

Durch das internationale Vertriebsgebiet und den weltweiten Einkauf von Vorprodukten und Materialien entstehen Fremdwährungsrisiken für die Gesellschaft. Diese Risiken wurden im Berichtsjahr eingehend analysiert und bewertet. Fremdwährungseingänge und -ausgänge in derselben Währung wurden in Netto-Positionen zusammengefasst („Natural Hedge“). Die sich innerhalb der Gruppe aus dem Budget 2016 ergebenden Exposures der „Hauptwährungen“ USD und SGD wurden durch Devisentermingeschäfte überwiegend abgesichert und dem Risiko dadurch adäquat begegnet. Den Termingeschäften stehen geplante operative Zahlungsströme in zumindest vergleichbarer Höhe gegenüber. Die Effektivitätsmessungen erfolgen quartalsweise für die in Zukunft fällig werdenden Sicherungsinstrumente. Die Sicherungsgeschäfte werden sowohl prospektiv als auch retrospektiv auf ihre Effektivität untersucht. Im Übrigen verweisen wir auf die entsprechenden Ausführungen im Anhang.

8.4 Ausfallrisiken

Geldanlagen und derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich mit Geldinstituten von guter Bonität abgeschlossen. Für Kreditbeziehungen aus Lieferungen und Leistungen werden weitestgehend Kreditversicherungen zur Minimierung des Ausfallrisikos abgeschlossen. Ferner werden zur Bonitätsbeurteilung von Kunden und zur Vermeidung von Zahlungsausfällen Kreditauskünfte eingeholt und historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere zum Zahlungsverhalten, berücksichtigt. Dafür ist ein umfassendes Debitorenmanagement eingerichtet. Soweit bei den einzelnen finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese durch Wertberichtigung erfasst. Verbleibende Restrisiken sind als unwesentlich anzusehen.

8.5 Chancen der künftigen Entwicklung

Bezüglich der weiteren operativen Entwicklung der VARTA Gruppe ist neben den insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Entwicklung der Märkte für Batterielösungen von entscheidender Bedeutung.

Ein Erfolgsfaktor ist die optimale Einrichtung EDV-gesteuerter, weltweiter Logistikprozesse mittels der SAP-Software. Dadurch sind wir in der Lage, gesellschafts- und länderübergreifend die Warenströme zu steuern. Mit dem weiteren Ausbau eines Fertigungsstandortes in Osteuropa sehen wir eine weitere Möglichkeit, unsere Flexibilität durch kürzere Lieferwege bei gleichzeitiger Kostenreduzierung weiter zu verbessern.

Auch wenn in den letzten Jahren die Fertigung von Batterien und Akkus vermehrt nach Asien abgewandert ist, verblieb in Deutschland vornehmlich die Herstellung für industrielle Anwendungen und Hochleistungsbatterien. Chancen sehen wir in der hohen Qualität unserer Produkte, unterstützt durch unsere Innovationsfähigkeit und eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Mit ständigen Investitionen zur Kapazitätserweiterung und der damit verbundenen flexibleren Lieferbereitschaft sehen wir uns gut positioniert, um von den wachsenden Märkten für Batterieanwendungen zu profitieren, die von der alternden Weltbevölkerung, einer wachsenden technologischen Vernetzung und einer voranschreitenden Miniaturisierung angetrieben werden. Unsere Kunden schätzen neben der Qualität unserer Produkte auch unseren umfassenden Service. Mit vielen Kunden bestehen langfristige Liefer- und Leistungsbeziehungen.

8.6 Risiken der künftigen Entwicklung

Risiken aus ungünstigen Entwicklungen bei Währungskursen und Rohstoffpreisen wurde durch Absicherung der Hauptwährungen und Rohstoffe entgegen gewirkt. Das Risiko steigender Transportkosten soll durch Aufbau eines Fertigungsstandortes in Osteuropa und der damit einhergehenden Verkürzung der Transportwege begegnet werden. Strategische Risiken sehen wir durch Lohnkostennachteile gegenüber unseren überwiegend fernöstlichen Wettbewerbern, denen wir unverändert durch unsere Produktionsaufteilung in hoch automatisierte Fertigungsprozesse in Deutschland und weniger automatisierte Arbeitsschritte in Asien und Osteuropa begegnen. Auf weitere finanzielle Risiken und deren Auswirkungen wird im Konzern-Anhang detailliert eingegangen.

Zusätzlich wird die VARTA Gruppe von segment- und produktspezifischen Risiken beeinflusst. Das Produktsegment Entertainment wird im Wesentlichen durch die Trends der Konsumgesellschaft gesteuert, Energy Storage Solutions ist abhängig von Regulierungsveränderungen oder Preisbindungsthemen auf dem Strommarkt. Je nach Auswirkung geben diese Risiken positive oder negative Impulse auf die Umsatzentwicklung.

Aufgrund der dargestellten Chancen und Risiken erwarten wir keine wesentlichen Auswirkungen auf unsere strategischen Ziele.

9 Ausblick

Für das folgende Geschäftsjahr gehen wir von keiner nennenswerten wirtschaftlichen Abkühlung aus, weshalb wir eine kontinuierlich positive Geschäftsentwicklung erwarten.

Des Weiteren gehen wir davon aus, dass sich die Liquiditätssituation der Gruppe auch unter Berücksichtigung der budgetierten hohen Investitionen durch einen positiven operativen Cash Flow und die langfristige Konzernfinanzierung zufriedenstellend entwickeln wird.

Im VARTA AG Konzern streben wir für das Kalenderjahr 2017 wiederholt ein Umsatzwachstum an, das im Bereich der prozentuellen Zuwächse der Vorjahre liegen sollte. Ausgehend von der bisherigen Geschäftsentwicklung erwarten wir für die folgenden 12 Monate eine sehr deutliche Steigerung des EBIT. Das Working Capital soll in absoluter Höhe stabil bleiben, so dass wir durch eine Relation zum Umsatzwachstum eine Verbesserung des relativen Working Capital erzielen werden. Der Personalstand soll im Durchschnitt stabil bleiben, allerdings wird es Verschiebung innerhalb der Standorte geben.

Segment Microbatteries

Im Bereich Healthcare soll die Marktkonsolidierung die starke Marktposition insbesondere für Hörgerätezellen weiter festigen.

Das größte Wachstum ist im Bereich Entertainment and Industrial durch getätigte und fortgesetzte Investitionen in neue Fertigungslinien für Coin Power geplant. Im Bereich Nickelmetallhydrid wird für 2017 eine Stabilisierung des Geschäftes in einem sehr schwierigen Marktumfeld angestrebt, teilweise verbunden mit einer Verbesserung des Umsatzes durch eine breitere Nutzung dieser Technologie und Einführung neuer Produkte, wie Superkondensatoren, in diesem Geschäftsbereich.

Segment Energy Storage Solutions

Im Segment Energy Storage Solutions erwarten die Experten des Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan eine Vervierfachung des weltweiten Gesamtmarkts für Lithium-Ionen Batterien von 17,6 Mrd. USD im Jahr 2013 auf rund 70 Mrd. USD in 2020. Hauptwachstumstreiber für die kommenden drei bis vier Jahre sind demnach die Bereiche ‚Mobile Communication‘ und ‚Computing Devices‘. Für stationäre Stromspeicher auf Basis von Lithium-Ionen-Batterien, erwartet Frost & Sullivan aus mittel- bis langfristiger Sicht weitere Wachstumsimpulse. Nach einem verhaltenen Start am Jahresanfang, zeigte sich in den folgenden Monaten im Segment Energy Storage Solutions ein stetiger Anstieg der Geschäfte.

In die Prognosen für Chancen und Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung fließen unsere langjährigen Erfahrungen im Batteriegeschäft ein. Unter Berücksichtigung dieser Einflüsse sehen wir eine angemessene Beurteilung für eine weitere erfolgreiche Entwicklung der Gesellschaft. Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft beziehen. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

 

Ellwangen, 24. Mai 2017

VARTA Aktiengesellschaft

Herbert Schein

Dr. Michael Pistauer

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst), aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung, Konzernanhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands/der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Stuttgart, den 24. Mai 2017

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Göttgens, Wirtschaftsprüfer

Hundshagen, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2016

VARTA AKTIENGESELLSCHAFT

Der Aufsichtsrat der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT hat im Geschäftsjahr 2016 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Pflichten und Aufgaben wahrgenommen und sich während des Geschäftsjahres 2016 mit der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft befasst. Er hat den Vorstand außerdem bei der Geschäftsführung regelmäßig überwacht und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens sowie wesentliche Einzelmaßnahmen beratend begleitet. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat gem. § 90 AktG über die wesentlichen Aspekte der Unternehmensplanung und -entwicklung, über den Gang der Geschäfte sowie über Risikolage und das Risikomanagement sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und des Konzerns regelmäßig, zeitnah sowie umfassend schriftlich und mündlich unterrichtet. Alle wichtigen Geschäftsvorgänge wurden im Gremium erörtert. Der Aufsichtsrat ließ sich in acht ordentlichen Sitzungen, wovon zwei als Telefonkonferenz abgehalten wurden und durch regelmäßige schriftliche Berichte durch den Vorstand über die Geschäftslage und wesentliche Vorgänge unterrichten.

In den Sitzungen des Aufsichtsrats wurden im Geschäftsjahr 2016 unter anderem die nachfolgenden Themen behandelt:

Beratung über die vom Vorstand erstatteten Berichte über den Gang der Geschäfte und die aktuelle Lage und Entwicklung der Gesellschaft und der Konzerngesellschaften

Beauftragung des Abschlussprüfers

Finanzierungsangelegenheiten

Entlastung des Vorstandes und der Aufsichtsratsmitglieder

Planung IPO, laufende Information über aktuellen Stand IPO, Kapitalerhöhung IPO

Bestellung von Vorstandsmitgliedern

Billigung des Jahresabschlusses 2015

Beschlussfassung über neue Geschäftsordnung des Aufsichtsrates

Besetzung von Ausschüssen des Aufsichtsrates

Beschlussfassung über Geschäftsordnung des Vorstandes

Abstimmung über Dienstverträge des Vorstandes

Genehmigung von Nebentätigkeiten des Vorstandes

Effizienzsteigerungsprogramm

Genehmigung von Beratungstätigkeiten von Aufsichtsratsmitgliedern

Budget 2017

Veränderungen im Aufsichtsrat der VARTA Microbattery GmbH

Frauenquote in Aufsichtsrat und Management der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT

Ergebnisabführungsverträge zwischen VARTA AKTIENGESELLSCHAFT und VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH

Den vorlagepflichtigen Geschäften und Vorgängen hat der Aufsichtsrat nach umfassender Beratung zugestimmt. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über alle wichtigen Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung des Unternehmens von wesentlicher Bedeutung waren. Die Geschäfts- und Finanzlage waren Gegenstand eingehender Erörterungen im Aufsichtsrat.

Der Jahresabschluss 2015 der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT wurde allen Mitgliedern des Aufsichtsrats ausgehändigt und in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 04. April 2016 ausführlich erörtert. Den Jahresabschluss hat der Aufsichtsrat abschließend geprüft und keine Einwendungen erhoben.

In der Bilanzsitzung am 04. April 2016 hat der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT zum 31. Dezember 2015 gebilligt, der damit festgestellt ist.

Mitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2016

In der Hauptversammlung am 13. April 2016 wurden die Aufsichtsratsmitglieder Herr Dr. Franz Guggenberger, Herr Christian Hosp und Frau Katharina Eidler abberufen. Neu in den Aufsichtsrat wurden Herr Frank-Dieter Maier, Herr Sven Quandt und Herr Dr. Harald Sommerer bestellt. Herr Frank-Dieter Maier wurde in der Aufsichtsratssitzung am 14. April 2016 zum Vorsitzenden, Herr Dr. Harald Sommerer zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

In der außerordentlichen Hauptversammlung am 24. August 2016 wurde eine Satzungsänderung beschlossen, durch die der Aufsichtsrat auf sechs Mitglieder erweitert wurde. Als weitere Mitglieder wurden Herr Dr. Dr. Michael Tojner, Herr Dr. Georg Blumauer und Herr Dr. Franz Guggenberger in den Aufsichtsrat berufen.

In der Aufsichtsratssitzung am 07. September 2016 legte Herr Frank-Dieter Maier mit sofortiger Wirkung sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender nieder. Herr Dr. Dr. Michael Tojner wurde zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.

Somit besteht der Aufsichtsrat seit 07. September 2016 aus den Mitgliedern

Herr Dr. Dr. Michael Tojner, Vorsitzender

Herr Dr. Harald Sommerer, Stellvertretender Vorsitzender

Herr Frank-Dieter Maier

Herr Sven Quandt

Herr Dr. Georg Blumauer

Herr r. Franz Guggenberger.

Dem Vorstand sowie den Mitarbeitern danken wir für ihren Einsatz und ihre erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2016.

 

Ellwangen, Oktober 2017

DDr. Michael Tojner, Vorsitzender des Aufsichtsrates