VARTA AKTIENGESELLSCHAFT

Ellwangen Jagst

Jahresabschluss zum 31.12.2019

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

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31.12.2019 31.12.2018
TEUR TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   2.591   3.498
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 190   216  
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 190 1 217
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 32.701   30.201  
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 97.209   55.999  
3. Beteiligungen 30   30  
4. Sonstige Ausleihungen 268 130.208 359 86.589
    132.989   90.304
B. Umlaufvermögen        
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen        
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 118.440   96.282  
3. Sonstige Vermögensgegenstände 3.314 121.754 2.446 98.728
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   143.226   55.866
    264.980   154.595
C. Rechnungsabgrenzungsposten   102   29
D. Aktive latente Steuern   2.294   1.403
    400.365   246.331

Passiva

       
31.12.2019
TEUR
31.12.2018
TEUR
A. Eigenkapital        
I. Gezeichnetes Kapital     40.422 38.200
II. Kapitalrücklage     244.121 142.590
III. Gewinnrücklagen        
Gesetzliche Rücklage     6.811 6.811
IV. Bilanzgewinn     69.340 28.134
      360.694 215.735
B. Rückstellungen        
1. Steuerrückstellungen     11.325 2.839
2. Sonstige Rückstellungen     5.781 2.681
      17.106 5.520
C. Verbindlichkeiten        
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten     2 9
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen     1.426 264
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen     16.609 20.436
4. Sonstige Verbindlichkeiten     724 639
- davon aus Steuern TEUR 105 (i. Vj. TEUR 88) -        
      18.761 21.348
D. Passive latente Steuern     3.804 3.728
      400.365 246.331

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019

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2019 2018
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse   761   666
2. Sonstige betriebliche Erträge   2.167   198
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung 2.100 TEUR (i. Vj. 95 TEUR) -        
3. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter -5.534   -3.241  
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -52 -5.586 -57 -3.298
- davon für Altersversorgung 0 TEUR (i. Vj. 0 TEUR) -        
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -937   -936
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -10.794   -2.747
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 2.101 TEUR (i. Vj. 98 TEUR) -        
6. Erträge aus der Gewinnabführungsvertrag   71.146   33.588
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   4.009   1.855
- davon aus verbundenen Unternehmen 3.979 TEUR (i. Vj. 1.811 TEUR) -        
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme   -2.393   -3.814
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -318   -38
- davon aus verbundenen Unternehmen 194 TEUR (i. Vj. 20 TEUR) -        
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -16.849   -5.522
11. Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss   41.206   19.952
12. Gewinnvortrag   28.134   8.182
13. Bilanzgewinn   69.340   28.134

Anhang der VARTA Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2019

(1) Allgemeines

Der Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen, (VARTA AG) ist nach den Vorschriften des HGB und des Aktiengesetzes (AktG) in Tausend Euro aufgestellt.

Die VARTA AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm (HRB 728059) eingetragen.

Bei der Bewertung der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden wurden die auf den vorhergegangenen Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden grundsätzlich beibehalten.

Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist das Kalenderjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Seit dem Börsengang am 19. Oktober 2017 ist die VARTA AG im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Am 23. Dezember 2019 ist die VARTA AG in den MDAX und TecDAX der Wertpapierbörse aufgenommen worden. Durch die Kapitalmarktorientierung gilt die VARTA AG nach §267 (3) und §264d HGB als große Kapitalgesellschaft.

Am 13. Juni 2019 fand eine Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von 2.221.686 neuen Aktien statt.

(2) Bilanzierungs - und Bewertungsgrundsätze

Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibung, bewertet. Es wird die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt, welche aufgrund fortgeführter Nutzungsdauern zwischen 5 und 7 Jahren beträgt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Es wird die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt, welche aufgrund fortgeführter Nutzungsdauern zwischen 5 und 15 Jahren beträgt. Bei Zugängen von beweglichen Anlagegegenständen wird im Jahr der Anschaffung die Jahres-Abschreibung zeitanteilig ab dem Monat der Inbetriebnahme verrechnet. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 250 € werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst.

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Wertpapiere des Anlagevermögens werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Verzinsliche Ausleihungen werden zu Nennwerten bilanziert, unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Soweit den nach diesen Grundsätzen bewerteten Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich Wertabschlägen für erkennbare Einzelrisiken bewertet. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Die liquiden Mittel werden zum Nennwert bewertet. Die Umrechnung der liquiden Mittel in Fremdwährung erfolgte zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag.

Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend § 274 HGB auf temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden gebildet.

Gemäß des § 253 Abs. 2 HGB werden Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abgezinst. Für die Bewertung der Rückstellungen wird ein einheitlicher, laufzeitentsprechender Abzinsungszinssatz angewendet, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird.

Die übrigen Rückstellungen werden so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen und ausreichend Rechnung tragen. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die VARTA AG ist Organträgerin. Es besteht seit dem 1. Juli 2016 mit folgenden Gesellschaften eine umsatzsteuerliche, gewerbesteuerliche und körperschaftsteuerliche Organschaft:

VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen (Deutschland)

VARTA Storage GmbH, Nördlingen (Deutschland)

Mit der VARTA Micro Production GmbH, Nördlingen (Deutschland), besteht seit der Gründung im Geschäftsjahr 2018 eine umsatzsteuerliche Organschaft.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen sowohl laufende als auch latente Steuern. Unter den laufenden Steuern werden die erwarteten Steuern für das Berichtsjahr, auf der Grundlage der in dem betreffenden Jahr geltenden Steuersätze, sowie Anpassungen von Steuern für Vorjahre ausgewiesen.

Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

(3) Währungsumrechnung

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zu den Mittelkursen zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls bewertet. Buchverluste aus Kursänderungen am Bilanzstichtag werden bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr berücksichtigt. Bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger erfolgt die Bewertung gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag.

Erläuterungen der Bilanz

(4) Anlagevermögen

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Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2019 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2019 Stand am 01.01.2019 Zugänge
Immaterielle Vermögensgegenstände 5.669 0 0 5.669 2.170 908
Sachanlagen 297 3 0 300 81 29
- Anteile an verbundenen Unternehmen 30.201 2.500 0 32.701 0 0
- Ausleihungen an verbundene Unternehmen 55.999 63.417 22.207 97.209 0 0
- Beteiligungen 30 0 0 30 0 0
- sonstige Ausleihungen 359 0 91 268 0 0
Finanzanlagen 86.589 65.917 22.298 130.208 0 0
Anlagevermögen 92.555 65.920 22.298 136.177 2.251 937
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Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
Abgänge Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2019 Stand am 31.12.2018
Immaterielle Vermögensgegenstände 0 3.078 2.591 3.499
Sachanlagen 0 110 190 216
- Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 32.701 30.201
- Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0 0 97.209 55.999
- Beteiligungen 0 0 30 30
- sonstige Ausleihungen 0 0 268 359
Finanzanlagen 0 0 130.208 86.589
Anlagevermögen 0 3.188 132.989 90.304

Der Zugang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultiert aus einer Einzahlung in die Kapitalrücklage in Höhe von 2.500 T€ bei der VARTA Storage GmbH, Nördlingen.

Als Muttergesellschaft gewährt VARTA AG Darlehen an ihre Tochtergesellschaften oder veranlagt freie liquide Mittel von diesen. Die daraus resultierenden Aufwendungen und Erträge werden angemessen wechselseitig abgerechnet. Zum 31. Dezember 2019 bestehen Ausleihungen gegenüber VARTA Micro Production GmbH in Höhe von 59.307 T€ (2018: 5.021 T€), gegenüber VARTA Storage GmbH in Höhe von 25.082 T€ (2018: 45.999 T€) und gegenüber der VARTA Microbattery SRL in Höhe von 12.820 T€ (2018: 4.979 T€), jeweils mit einem Zinssatz von 4%.

(5) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

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2019
T€
2018
T€
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 118.440 96.282
Sonstige Vermögensgegenstände 3.314 2.446
  121.754 98.728

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen in Höhe von 71.146 T€ (2018: 33.588 T€) aus dem abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrag mit der VARTA Microbattery GmbH und eine kurzfristige Anlage bei einem verbundenen Unternehmen in Höhe von 42.117 T€ (2018: 56.977 T€) sowie an die VARTA Microbattery GmbH in Höhe von 5.178 T€.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Steuererstattungsansprüchen. Diese sind zum einen in Höhe von 3.242 T€ (2018: 1.999 T€) in einer umsatzsteuerlichen Organschaft begründet. Zum anderen resultieren diese aus einer Steuerforderung in Höhe von 45 T€ (2018: 391 T€) auf Grund der ertragsteuerlichen Organschaft.

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

(6) Aktive latente Steuern

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2019
T€
2018
T€
Aktive latente Steuern zum 01.01. 1.403 1.331
Veränderung 891 72
Aktive latente Steuern zum 31.12. 2.294 1.403

Auf Grund der gebildeten ertragsteuerlichen Organschaft bestehen bei der VARTA AG aktive latente Steuern in Höhe von 2.294 T€. Diese basieren auf temporären Differenzen aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen im Wesentlichen bei Rückstellungen. Es wurde ein Steuersatz von 29,07% zu Grunde gelegt.

(7) Gezeichnetes Kapital

Mit dem erfolgreichen Börsengang am 19. Oktober 2017 konnten 8.600.000 neue Aktien zum Handel zugelassen werden, wodurch sich ein gezeichnetes Kapital in Höhe von 38.200 T€ ergab. Durch eine Kapitalerhöhung am 13. Juni 2019 ergibt sich nun ein Gesamtkapital in Höhe von 40.422 T€. Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien. Es handelt sich hierbei um Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1 repräsentieren.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. Oktober 2022 einmalig oder mehrfach gegen Bar- oder Sacheinlagen bis zu einem Betrag von 11.840 T€ zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017 I). Von diesem Beschluss nahm der Vorstand am 13. Juni 2019 Gebrauch, in dem er das Grundkapital um 2.222 T€ erhöhte.

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. Oktober 2022 einmalig oder mehrfach gegen Bar- oder Sacheinlagen bis zu einem Betrag von 2.960 T€ zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017 II).

Die Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 hat zudem die bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 11.840 T€ zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten beschlossen.

Im Geschäftsjahr 2019 hat die VARTA AG keine Mitteilungen gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz über meldepflichtige Veränderungen von Stimmrechtsanteilen erhalten.

(8) Kapitalrücklage

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2019
T€
2018
T€
Kapitalrücklage 244.121 142.590

Aufgrund der Kapitalerhöhung am 13. Juni 2019 hat sich die Kapitalrücklage um 101.531 T€ im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

(9) Gewinnrücklagen

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2019
T€
2018
T€
Gesetzliche Rücklage 6.811 6.811

Die gesetzlichen Rücklagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

(10) Bilanzgewinn

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2019
T€
2018
T€
Gewinnvortrag 28.134 8.182
Jahresüberschuss 41.206 19.952
Bilanzgewinn 69.340 28.134

(11) Rückstellungen

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2019
T€
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
T€
davon Restlaufzeit zwischen 1 bis 5 Jahre 2018
T€
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
T€
davon Restlaufzeit zwischen 1 bis 5 Jahre
Steuerrückstellungen 11.325 11.325 0 2.839 2.839 0
Sonstige Rückstellungen 5.781 3.356 2.425 2.681 2.199 482
  17.106 14.681 2.425 5.520 5.038 482

Die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen betreffen unter anderem ausstehende Rechnungen in Höhe von 527 T€, Prämien an Mitarbeiter in Höhe von 1.800 T€, Honorare für Rechts- und Prüfungskosten in Höhe von 491 T€ und andere Risiken im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäft. Des Weiteren werden Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von 527 T€ gebildet. Die langfristigen sonstigen Rückstellungen beinhalten die variable Vergütungskomponente der Vorstände. Aufgrund des deutlichen Anstiegs des Jahresergebnisses der VARTA AG, hat sich die Steuerrückstellung um 8.486 T€ auf 11.325 T€ erhöht.

(12) Verbindlichkeiten

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2019
T€
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
T€
davon Restlaufzeit zwischen 1 bis 5 Jahre
T€
2018
T€
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
T€
davon Restlaufzeit zwischen 1 bis 5 Jahre
T€
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2 2 0 9 9 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.426 1.426 0 264 264 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.609 5.838 10.771 20.436 6.456 13.980
davon umsatzst. Organschaft 3.113 3.113 0 1.976 1.976 0
davon ertragst. Organschaft 55 55 0 268 268 0
Sonstige Verbindlichkeiten 724 724 0 639 88 551
  18.761 7.990 10.771 21.348 6.817 14.531

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus einem langfristigen Darlehen der VARTA Microbattery GmbH in Höhe von 10.771 T€ (2018: 13.980 T€) und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der VARTA Microbattery GmbH in Höhe von 69 T€ (2018: 203 T€) sowie gegenüber der Montana Tech Components GmbH in Höhe von 56 T€. Im Vorjahr bestanden weitere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Connexio alternative investment & holding AG in Höhe von 184 T€.

Weiterhin bestehen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus dem Abschluss des Ergebnisabführungsvertrags mit der VARTA Storage GmbH in Höhe von 2.393 T€ (2018: 3.814 T€).

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Herbert Quandt-Stiftung enthalten.

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2019
T€
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
T€
2018
T€
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr
T€
Herbert Quandt-Stiftung der VARTA AG 568 568 551 0

Es handelt sich hierbei um ein verzinsliches Darlehen mit einem Zinssatz von 3%. Das Darlehen hat eine unbestimmte Laufzeit und kann zu jeder Zeit abgerufen werden. Durch die Verzinsung des Darlehens wird der Zweck der Stiftung: Förderung von Wissenschaft und Forschung und Ausbildung und Weiterbildung des wissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Nachwuchses, gewährleistet.

(13) Passive latente Steuern

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2019
T€
2018
T€
Passive latente Steuern zum 01.01. 3.728 3.127
Veränderung 76 601
Passive latente Steuern zum 31.12. 3.804 3.728

Auf Grund der gebildeten ertragsteuerlichen Organschaft bestehen bei der VARTA AG passive latente Steuern in Höhe von 3.804 T€. Diese basieren auf temporären Differenzen aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen im Wesentlichen bei immateriellen Vermögensgegenständen sowie aus einer in der Steuerbilanz gebildeten Rücklage nach § 6b EStG bei den Organgesellschaften. Es wurde ein Steuersatz von 29,07% zu Grunde gelegt.

Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung

(14) Umsatzerlöse

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 761 T€ (2018: 666 T€) erwirtschaftet. Diese stammen hauptsächlich von der Lizenzverrechnung an die VARTA Storage GmbH in Höhe von 760 T€.

(15) Personalaufwand

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2019
T€
2018
T€
Gehälter 5.534 3.241
Soziale Abgaben 52 57
  5.586 3.298

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2019 umfasst der Vorstand der VARTA AG zwei Mitglieder (2018: drei Mitglieder). Neben dem Vorstand waren drei Mitarbeiter bei der VARTA AG beschäftigt. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem langfristigen, variablen Vergütungsmodell des Vorstandes sowie aus Bonuszahlungen für die Mitarbeiter der VARTA AG.

(16) sonstige betriebliche Aufwendungen

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2019
T€
2018
T€
Aufwendungen für die Kapitalerhöhung 1.634 0
Honorare für Beratungs- und Prüfungskosten 4.429 623
Werbung und Public Relation 493 343
Kostenverrechnung von verbundenen Unternehmen 471 702
Vergütung an Aufsichtsrat 213 190
Reisekosten 107 184
Beiträge und Gebühren 125 93
Währungsumrechnung 2.101 98
Übrige Aufwendungen 1.221 514
  10.794 2.747

Bei den Aufwendungen aus Währungsumrechnungen handelt es sich um unrealisierte Währungsverluste. Gegenläufig setzen sich auch die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Währungsgewinne in Höhe von 2.100 T€ ausschließlich aus unrealisierten Währungsgewinnen zusammen.

(17) Zinsergebnis

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2019
T€
2018
T€
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 30 44
Zinsen und ähnliche Erträge von verbundenen Unternehmen 3.979 1.811
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -124 -18
Zinsen und ähnliche Aufwendungen an verbundene Unternehmen -194 -20
  3.691 1.817

Das Zinsergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Dieser Anstieg resultiert hauptsächlich aus Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

(18) Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen

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2019
T€
2018
T€
Erträge aus Gewinnabführung VARTA Microbattery GmbH 71.146 33.588
Aufwand aus Verlustübernahme VARTA Storage GmbH -2.393 -3.814
  68.753 29.774

(19) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

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2019
T€
2018
T€
Tatsächlicher Steueraufwand / -ertrag    
Laufendes Jahr -17.405 -7.727
Periodenfremder Steueraufwand / -ertrag -258 2.733
  -17.663 -4.994
Latenter Steuerertrag / -aufwand 814 -528
Gesamter Steueraufwand -16.849 -5.522

Die Erhöhung der laufenden Steuer resultiert aus der Zunahme der Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer. Diese ist wiederum auf das angestiegene Jahresergebnis zurückzuführen. Die periodenfremden Steueraufwendungen in 2019 in Höhe von 258 T€ betreffen die Körperschaftsteuer für den Zeitraum 2017 bis 2018.

Sonstige Angaben

(20) Haftungsverhältnisse

Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen nahezu sämtlich branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ehemaligen ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung, hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG jedoch weiterhin fort. Mittlerweile wurde die Käuferin liquidiert. Die Global Equity Partners Beteiligungs-Management GmbH, Wien, ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen und nahestehendes Unternehmen der VARTA AG, hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von T€ 20.000 mit einer Laufzeit bis 2031 zusätzlich abgesichert. Die verbleibenden Risiken hat die VARTA AG bewertet und keine Rückstellungen gebildet, da sie nicht davon ausgeht, in Anspruch genommen zu werden.

Im Zusammenhang mit den im Jahr 2016 von der VARTA AG in die VRT Pensionen GmbH abgespaltenen Pensionsverpflichtungen haftet die VARTA AG gemäß § 133 Abs. 3 Satz 2 UmwG als Gesamtschuldner für 10 Jahre nach der Abspaltung und somit bis zum Jahr 2026. Da die Abspaltung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 25.476 auch entsprechendes Planvermögen für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 26.946 umfasste, geht die VARTA AG aufgrund des Aktivüberhangs von T€ 1.470 davon aus, aus der Nachhaftung nicht in Anspruch genommen zu werden.

Am 30. Januar 2014 beschloss die Hauptversammlung der VARTA AG die Übertragung der Aktien der damaligen Minderheitsaktionäre auf die Mehrheitsaktionärin, die Gopla Beteiligungsgesellschaft mbH (Gopla) gegen Barabfindung in Höhe von EUR 4,51 pro Aktie. Die Abfindungshöhe basierte auf einem externen Bewertungsgutachten. Der Squeeze-Out wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 12. März 2014 wirksam. Auf Gopla wurden damit 210.379 weitere Aktien übertragen. Der Gesamtabfindungsbetrag betrug EUR 948.809,29. Nach dem Squeeze-Out leiteten ehemalige Minderheitsaktionäre ein Spruchverfahren gegen Gopla - nach Verschmelzung auf die VARTA AG gegen diese - vor dem Landgericht Stuttgart ein. Mit Beschluss vom 15. Mai 2017 hat das Landgericht Stuttgart sämtliche Anträge zurückgewiesen. Gegen diesen Beschluss wurde von einigen Antragstellern und deren gemeinsame Vertreter Beschwerde eingelegt. Das Landgericht Stuttgart half den Beschwerden mit Beschluss vom 21. Dezember 2017 nicht ab. In der zweiten Instanz beim Oberlandesgericht Stuttgart wurden die Beschwerden der Antragsteller mit Beschluss vom 06. August 2019 zurückgewiesen und eine Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof nicht zugelassen. Das im Vorjahr berichtete Haftungsverhältnis ist somit als abgeschlossen zu betrachten.

(21) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

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2019
T€
2018
T€
Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen    
Fällig 2020 245 228
Fällig 2021-2024 479 832
Abnahmeverpflichtungen    
Fällig 2020 225 0
  949 1.060

Miet- und Leasingverpflichtungen werden zur Reduktion der Kapitalbindung eingegangen. Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfallen 9 T€ auf verbundene Unternehmen.

(22) Muttergesellschaft

Das gezeichnete Kapital der VARTA AG wird von der ETV Montana Tech Holding GmbH mit 1,47% (2018: 1,55%) und von der VGG GmbH, Wien, mit 56,86 % (2018: 62,67%) gehalten. Die restlichen 41,67% (2018: 35,78%) befinden sich im Streubesitz. Oberstes Mutterunternehmen der beiden Hauptgesellschafterinnen ist die Montana Tech Components AG in Reinach, Schweiz. Der Konzernabschluss der Montana Tech Components AG kann auf der Website www.montanatechcomponents.com abgerufen werden. Die VARTA AG stellt einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf.

(23) Mitarbeiter

Während des Geschäftsjahres waren unverändert zum Vorjahr 3 Mitarbeiter bei der VARTA AG beschäftigt.

(24) Gesamtbezüge des Vorstandes

Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 3.336 T€ (2018: 4.153 T€). Der Rückgang resultiert aus der aktienbasierten Vorstandsvergütung sowie aus der geringeren Anzahl an Vorstandsmitgliedern. Im Geschäftsjahr 2018 war in den Gesamtbezügen des Vorstandes der beizulegende Zeitwert in Höhe von 1.609 T€ (214.285 Aktienoptionen) zum Zeitpunkt der Gewährung für ein Long Term Incentive (LTI)-Programm enthalten. Einer der beiden Vorstandsverträge wurde im November 2019 von einer ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegten, langfristigen aktienbasierten Vergütung auf eine auf drei Jahre ausgelegte Wertzuwachsvergütung angepasst. Die Laufzeit der Wertzuwachsvergütung ist jetzt konsistent mit der Laufzeit des Dienstvertrages.

An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden Aufwandsentschädigungen von insgesamt 208 T€ gezahlt. Nach dem Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 06. Oktober 2017 wird auf die nach § 285 S. 1 Nr. 9 Buchstabe a) Satz 5ff HGB und §314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabe a) Satz 5 ff. HGB geforderte individualisierte Angabe der Bezüge der Vorstandsmitglieder verzichtet.

Angaben über die Aufsichtsratvergütungen im Jahr 2019 sind im Vergütungsbericht im zusammengefassten Lagebericht der VARTA AG dargestellt.

(25) Angaben nach § 285 Nr. 11 HGB

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Name Stadt Land Eigenkapital
(in T€)
Ergebnis
(in T€)
Anteile
in %
Unmittelbare Anteile          
VARTA Microbattery GmbH Ellwangen Deutschland 61.689 0 100%
VARTA Storage GmbH Nördlingen Deutschland 456 0 100%
VARTA Micro Production GmbH Nördlingen Deutschland 195 979 100%
Auditas GmbH Nördlingen Deutschland 2.220 884 25,1%
Beteiligungen          
Connexio alternative investment holding AG Wien Österreich 178 40 20%
Mittelbare Anteile          
VARTA Microbattery S.R.L. Brasov Rumänien 4.148 ** 991 ** 100%
VARTA Microbattery Pte. Ltd. Singapur Singapur 27.382 *** 4.537 *** 100%
VARTA Microbattery CO., LTD. Shanghai China -1.510 **** 2.748 **** 100%
P.T. VARTA Microbattery Batam Indonesien -4.109 *** 1.878 *** 100%
VARTA Microbattery Japan KK Tokio Japan 829 *** 55 *** 100%
VARTA Microbattery Inc. White Plains, NY USA 7.825 *** 1.569 *** 100%
VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH Ellwangen Deutschland 26 -11 50%
Auditas Inc. Ridgefield USA -70 -138 25,1%
VARTA Micro Innovation GmbH Wien Österreich -13.317 116 17,74%

* Die Jahresergebnisse werden aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages abgeführt bzw. sind zu übernehmen
** Umgerechnet von RON in EUR: Durchschnittskurs 4,7453 / Stichtagskurs 4,7830
*** Umgerechnet von USD in EUR: Durchschnittskurs 1,1195 / Stichtagskurs 1,1234
**** Umgerechnet von CNY in EUR: Durchschnittskurs 7,7355 / Stichtagskurs 7,8205

(26) Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGB

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(in T€) 2019 2018
Abschlussprüfungsleistungen 469 * 425 **
Andere Bestätigungsleistungen 5 0
Steuerberatungsleistungen 230 115
Summe 704 540

* davon betreffen Vorjahre T€ 105
** davon betreffen Vorjahre T€ 70

Die Steuerberatungsleistungen betreffen die Erstellung betrieblicher Steuerklärungen, Beratungsleistungen im Zusammenhang mit den gesetzlichen Dokumentationspflichten von Verrechnungspreisen sowie die steuerliche Würdigung zu Einzelsachverhalten aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

(27) Organe

Aufsichtsrat und Vorstand setzen sich wie folgt zusammen:

Mitglieder des Aufsichtsrats

DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)

CEO Montana Tech Components GmbH

Weitere Mandate:

Vorsitzender Aufsichtsrat der ASTA Energy Transmission Components GmbH

Mitglied des Aufsichtsrats der Universal Alloy Corporation USA

Vorsitzender Verwaltungsrat der Montana Tech Components AG

Vorsitzender Verwaltungsrat der Montana AS Beteiligungs Holding AG

Dr. Harald Sommerer (Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, Vorsitzender des Prüfungsausschusses)

CEO H.F.R.C. Private Trust

Weitere Mandate:

Mitglied des Aufsichtsrats der Kapsch Traffic Com AG

Vorstandsvorsitzender H.F.R.C. Privatstiftung

Frank Dieter Maier

Pensionär

Weitere Mandate:

Mitglied des Aufsichtsrats der ASTA Elektrodraht GmbH & Co. KG

Mitglied des Aufsichtsrats der Vishay Europe GmbH

Sven Quandt

Geschäftsführer der S. Qu.-Vermögensberatung GmbH & Co. KG

Weitere Mandate:

Mitglied des Beirats der Montana Tech Components AG

Dr. Georg Blumauer

Rechtsanwalt Inh. B-legal

Mitglied des Aufsichtsrats der WertInvest Entertainment und Veranstaltungs AG

Dr. Franz Guggenberger (bis 21. Mai 2019)

Rechtsanwalt und Partner der Sozietät Hasch & Partner

Dr. Michael Pistauer (seit 21. Mai 2019)

Unternehmer und Geschäftsführer der PI Beteiligungs- und Unternehmensberatungsgesellschaft mbH

Weitere Mandate:

Mitglied des Aufsichtsrats der VARTA Microbattery GmbH

Mitglied des Aufsichtsrats der CONNEXIO alternative investment & holding AG

Mitglied des Aufsichtsrats der abatec Group AG, Österreich

Mitglieder des Vorstandes

Herbert Schein, Vorsitzender des Vorstandes / CEO

Weitere Mandate:

Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH

Geschäftsführer VARTA Storage GmbH

Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH

Mitglied des Kuratoriums des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Steffen Munz, Finanzvorstand / CFO

Weitere Mandate:

Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH

Geschäftsführer VARTA Storage GmbH

Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH

(28) Ereignisse nach dem Stichtag.

Nach Schluss des Geschäftsjahres 31.12.2019 hat die VARTA AG am 02.01.2020 die Akquisition des in Europa angesiedelten VARTA Consumer Batterie-Geschäfts von der amerikanischen Energizer Holdings, Inc. abgeschlossen. VARTA Consumer Batteries ist einer der europaweit führenden Hersteller von Haushaltsgerätebatterien.

Der zum 2. Januar 2020 überwiesene vorläufige Kaufpreis für VARTA Consumer Batteries belief sich auf 131 Mio. €. Der vorläufige Kaufpreis wurde auf Basis von Finanzdaten von VARTA Consumer Batteries per Oktober 2019 festgelegt. Der Kaufvertrag sieht eine Anpassung des Kaufpreises auf der Basis der finalen Closing-Bilanz vor. Auf der Basis der vorliegenden Informationen und der Regelungen im Anteilskaufvertrag wird von einer Kaufpreisreduktion um 19,3 Mio. € auf 111,7 Mio. € ausgegangen. Die Transaktion ist vollständig über Finanzierungszusagen eines Bankenkonsortiums abgesichert.

Angesichts des sich weltweit ausbreitenden Corona Virus sind negative Einflüsse auf den VARTA AG Konzern nicht auszuschließen. Dies könnte sowohl die Produktionsmöglichkeiten an unseren Standorten, unsere Transportmöglichkeiten zu unseren Kunden als auch Beeinträchtigungen unserer Lieferanten betreffen. Nicht auszuschließen ist ebenso, dass unsere Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen zeitweise keine Produkte von uns abnehmen können. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung waren diese Risiken nicht abschätzbar und konnten deshalb im Rahmen der Planung nicht berücksichtigt werden.

Weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag haben sich nicht ergeben.

(29) Vorschlag für Ergebnisverwendung

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2019 einen Jahresüberschuss in Höhe von 41.206 T€ erzielt. Es wird vorgeschlagen, den Jahresüberschuss auf neue Rechnung vorzutragen. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags von 28.134 T€ und des Jahresüberschusses von 41.206 T€ ergibt sich zum 31.12.2019 ein Bilanzgewinn von 69.340 T€.

(30) Erklärung gem. §161 AktG zum Corporate Governance Codex

Der Vorstand und Aufsichtsrat der VARTA AG haben im März 2019 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und auf der Webseite www.varta-ag.com dauerhaft zugängig gemacht.

 

Ellwangen, den 27. März 2020

VARTA Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Herbert Schein

Steffen Munz

Zusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019

Der vorliegende Bericht fasst die Lageberichte der VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) und des VARTA AG Konzerns zusammen.

1 KONZERNSTRUKTUR

1.1 GESCHÄFTSMODELL

Die VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen, Deutschland (VARTA AG), ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Seit Oktober 2017 ist die VARTA AG an der Frankfurter Börse im Prime Standard notiert und seit dem 23. Dezember 2019 in den Auswahlindizes MDAX und TecDAX aufgenommen. Die unten aufgeführte Darstellung gibt (in vereinfachter Form) einen Überblick über den Konzern zum Bilanzstichtag.

Die VARTA AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen, Jagst. Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG umfassen die Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Forschung und Entwicklung von Mikrobatterien und Energiespeicherlösungen.

Die Geschäftstätigkeit des VARTA AG Konzerns ist in zwei Geschäftssegmente unterteilt: Microbatteries über VARTA Microbattery GmbH und Power & Energy über VARTA Storage GmbH.

Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt Mikrobatterien sowie intelligente Energiespeicherlösungen (smart battery solutions) für eine Vielzahl von Anwendungen und Endkundenmärkte. Umfassende Kompetenzen in der Materialforschung und Entwicklung verschiedener elektrochemischer Batteriesysteme, gepaart mit Know-how für Prozessentwicklung und Massenproduktion, sind die Grundlage des Konzerns für neue, innovative Produkte.

Der Konzern betreibt zum Jahresende 2019 vier Produktions- und Batterie-Fertigungsstätten in Deutschland, Rumänien und Indonesien sowie Vertriebszentren in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien, die über Direktvertrieb an Kunden in über 75 Ländern weltweit verkaufen. Als international agierendes Unternehmen kann die VARTA AG auf 130 Jahre Unternehmensgeschichte zurückblicken.

Batterielösungen des Konzerns sind strategische Komponenten für die Produkte der Endkunden, bei denen eine hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit gefordert wird. Dabei liegt der Fokus auf Batteriesystemen mit hohen Energiedichten für Primärbatterien oder auch wiederaufladbaren Batterien mit Lithium-Ionen-Technologie. Im Falle von semi-kundenspezifischen oder kundenspezifischen Batterielösungen berät und plant VARTA AG umfangreich hinsichtlich der richtigen Wahl der Komponenten für die effizienteste Energieversorgung der Anwendung.

Das nachfolgende Organigramm veranschaulicht die Konzernstruktur mit den Ländergesellschaften.

Segmente und Organisationsstruktur

Microbatteries

Das Segment Microbatteries wird über die Gesellschaft VARTA Microbattery GmbH gesteuert und fokussiert sich auf die Herstellung von Mikrobatterien und dabei in erster Linie auf Anwendungen in den Bereichen Healthcare sowie Entertainment & Industrial. Hierbei setzt die Gesellschaft innovative Technologien gezielt ein, um höchste Energiedichte auf kleinstem Raum zu produzieren. Je nach Produkt und Anwendung fokussiert sich die Gesellschaft hierbei auf die modernsten Technologien wie z.B. auf Zink-Luft, Lithium-Ionen, Silberoxid und Nickelmetallhydrid für wiederaufladbare und nicht-wiederaufladbare Batterielösungen.

Für Anwendungen im Bereich Healthcare werden hauptsächlich Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte hergestellt. Diese werden unter den Marken "power one", "ecopack" sowie Eigenmarken der Kunden vermarktet. Wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg im Bereich Hörgerätebatterien sind Innovationsstärke, Zuverlässigkeit, eine lange Lebensdauer und Konsistenz in der Qualität. Die Sicherung der Marktposition erfolgt durch eigene Automatisierungsprozesse in der Produktion und die Fähigkeit, Kunden mit Dienstleistungen vom Produkt bis zum POS zu versorgen.

Für Entertainment werden vor allem High End Lithium-Ionen-Batterielösungen für kabellose Premium-Kopfhörer (Hearables) sowie für andere, sogenannte "Weareable"-Anwendungsbereiche hergestellt. Darunter fallen u.a. auch Anwendungen in wachsenden Endverbrauchermärkten für Elektrogeräte wie Bluetooth-Headsets, medizinische Geräte für die Messung von Bluthochdruck, Blutzucker und anderen Körperfunktionen.

In der Produktgruppe Industrial werden hauptsächlich wiederaufladbare Batterielösungen für Industrie- und Erstausrüster (original equipment manufacturers, OEMs) produziert. Darunter fallen u.a. Anwendungen wie Server, Anwendungen in Autoschlüsseln, Alarmsysteme oder Smart-Metering-Zähler.

Power & Energy

Im Segment Power & Energy, welches von der Gesellschaft VARTA Storage GmbH gesteuert wird, werden mobile und stationäre Energiespeicherlösungen entwickelt, produziert und vertrieben. Das Segment konzentriert sich auf die Entwicklung, die Systemintegration und die Assemblierung von Batteriespeichern (power pack solutions) für OEM-Kunden in diversen Märkten. Hierfür werden hauptsächlich Batterien, die auf Lithium-Ionen-Technologie basieren, verwendet. Der zweite Schwerpunkt liegt auf Energiespeichern für Privathaushalte und Gewerbebetriebe.

Es werden wiederaufladbare, standardisierte, aber auch kundenspezifische Batterie Packs hergestellt. Diese können in diverse industrielle und kabellose Anwendungen nahtlos integriert werden. Unabhängig von der jeweiligen Technologie oder der Komplexität der Aufgaben bietet die Gesellschaft Komplettservices vom Design bis zur Produktion für OEM-Kunden an. Der Bereich konzentriert sich hier auf Lösungen für portable industrielle Anwendungen, Kommunikationsgeräte, Elektrowerkzeuge, Home & Garden- und Medizingeräte.

In diesem Segment werden auch Energiespeicher für Privathaushalte und kommerzielle Anwendungen entwickelt und produziert. Das Produktportfolio ist modular gestaltet, so dass jeder Endverbraucher den richtigen Energiespeicher für seine Anforderungen finden kann, vom kompakten, handlichen Einsteigerkomplettsystem bis zu Großspeicherlösungen für industrielle Einrichtungen.

1.2 STRATEGIE UND ZIELE

Der VARTA AG Konzern bearbeitet im Rahmen seiner jährlichen Budgetplanung seine Ziele und Strategien für das folgende Geschäftsjahr. Unverändert zum Vorjahr ist der Konzern mit seinen beiden Segmenten ideal aufgestellt, um von den relevanten Wachstumstrends wie z.B. demografischer Wandel, technologischer Fortschritt, vermehrte Konnektivität (Internet of Things) und erneuerbare Energien (zunehmendes Bewusstsein für die Wiederverwertbarkeit von Stoffen) zu profitieren. Ab dem 1.1.2020 hat die Gesellschaft die beiden Segmente neu definiert. Weitere Informationen sind im Ausblick unter Kapitel 11 enthalten.

Demografischer Wandel

Wachsende Lebenserwartung, aber auch die Erhöhung der Kundenakzeptanz durch die Weiterentwicklung der Hörgerätetechnologie führen zu einer steigenden Nachfrage nach Hörgerätebatterien. VARTA Microbattery bedient diesen Markt mit Zink-Luft- und wiederaufladbaren Zellen.

Technologischer Fortschritt

Der ungebrochene Trend zu schnurlosen Geräten in allen Bereichen erhöht den Bedarf an zuverlässigen, überwiegend wiederaufladbaren Energielösungen in hoher Qualität. Gleichzeitig gibt es einen Trend zu kleineren Geräten mit zusätzlichen Funktionen, was zu einem Bedarf an Batterien mit höheren Energiedichten führt.

Konnektivität

Die Fortschritte in der Konnektivität und Konvergenz durch das Internet der Dinge, die Weiterentwicklung der Telekommunikation und die Verbreitung von intelligenten Lösungen treiben die Nachfrage nach Batterien in unterschiedlichsten Branchen wie etwa IT, Telekommunikation und dem Gesundheitswesen an.

Erneuerbare Energien

Die zunehmende Bedeutung von erneuerbarer Energie, Energieeffizienz, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie die EU-Klimaziele führen zu nachhaltigen Wachstumsraten im Energiezwischenspeicherbereich.

Der VARTA AG Konzern setzt auf folgende Wachstumsfelder und Ziele:

Stärkung und Ausbau der globalen Marktposition bei Kernprodukten

Der Konzern fokussiert sich grundsätzlich auf Geschäftsfelder, in denen langfristig marktführende Positionen angestrebt werden. Diese Zielsetzung ist unverändert zum Vorjahr.

Im Bereich Healthcare soll die Marktposition durch weitere Innovationen gefestigt und ausgebaut werden. Ähnlich wie im Healthcare-Bereich möchte der Konzern auch insbesondere bei den True Wireless Headsets eine marktführende Position einnehmen und überproportional vom starken Marktwachstum profitieren.

Der Fokus bei mobilen Energielösungen im Bereich Power & Energy liegt auf starkem Wachstum durch Neukundengewinnung. Hierbei stehen für den Konzern weltweit agierende Großkunden im Vordergrund. Der Marktanteil insbesondere in Europa soll gestärkt werden, und unter europäischen Herstellern soll eine führende Position eingenommen werden. Die Batteriespeicher für Energiezwischenspeicherung profitieren von Trends der Nachhaltigkeit, steigendem Umweltbewusstsein sowie der steigenden Nachfrage nach Energie-Autarkie. Ein überproportionales Wachstum in den adressierten Märkten sowie stetige Ausdehnung der bearbeiteten Regionen sind hier die definierten Ziele.

Ausbau der Innovations- und Technologiedynamik

Der Konzern arbeitet insbesondere im Segment Microbatteries an neuen, innovativen Produkten, die an vollautomatischen Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien am Standort Deutschland gefertigt werden. Damit liefert VARTA Microbattery Lösungen, die eine sehr gute Kombination aus Qualität, Innovation, Technologie und Kosten bieten. Die Gesellschaft deckt im Segment Microbatteries die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Materialforschung bis zum fertigen Produkt inklusive kundenfreundlicher Verpackungskonzepte. Der Konzern hat auf Grund der hohen Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien für den Entertainmentbereich im vergangenen Geschäftsjahr seine Kapazitäten deutlich ausgebaut.

In der Kombination aus der starken Marktstellung, internen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und langfristigen Kundenbeziehungen sieht der Konzern Wettbewerbsvorteile, um von anhaltenden und unverändert dynamischen Wachstumstrends in den Märkten für Mikrobatterien im Gesundheits-, Unterhaltungs- und Industriesektor zu profitieren. Der Konzern zielt darauf ab, seine Kunden mit hochqualitativen Batterien und Batterielösungen zu versorgen, und wird weiter daran arbeiten, neue, leistungssteigernde Knopfzellentechnologien und individuelle intelligente Batterielösungen (smart battery solutions) zu entwickeln.

Fokus auf profitablem Wachstum anhand eines starken Finanzprofils

Der Konzern beabsichtigt, weitere Wachstumschancen durch massive Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten und in selektive Akquisitionen zu nutzen. Der Konzern geht davon aus, dass er durch seine starke finanzielle Basis zusammen mit seinem niedrigen Verschuldungsgrad, dem sorgfältigen Einsatz seiner Betriebsmittel und seiner Fokussierung auf Wachstumsinvestitionen, die Cashflow-Fähigkeit des Konzerns weiterhin steigern kann.

1.3 UNTERNEHMENSSTEUERUNG

Der VARTA AG Konzern wird nach Maßgabe intern definierter finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertsteigerung gesteuert. Der Vorstand hat im Berichtsjahr seine internen Steuerungsinstrumente gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Wie im Vorjahr wurden die folgenden bedeutsamsten Kennzahlen zur Steuerung herangezogen: Umsatz, bereinigtes EBITDA, CAPEX. Das Managementsteuerungssystem ist auch Grundlage der externen Berichterstattung der VARTA AG und wird durch den Aufsichtsrat im Rahmen seiner Kontrollfunktion überwacht.

Finanzielle und nicht finanzielle Indikatoren

Die Umsatzerlöse stellen einen der wichtigsten Indikatoren dar, an denen sich das Wachstum des VARTA AG Konzerns ablesen lässt. Sie sind zudem die wesentliche Größe zur Steuerung des Konzerns. So werden die Umsätze im Rahmen der Budgetierung auf die einzelnen Segmente heruntergebrochen und laufend überwacht.

Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente.

Als Sondereffekte hat der Vorstand wie im Vorjahr (wenn zutreffend) Kosten aus einem Börsengang bzw. einer Kapitalerhöhung, ergebniswirksame Effekte aus dem Erstattungsanspruch aus Schuldbeitritt bezüglich der Pensionsverpflichtungen, Effekte aus aktienbasierter Vergütung, Veräußerungseffekte aus Sale and Lease-back-Transaktionen, mögliche Kosten für Restrukturierung sowie Aufwendungen für M & A-Transaktionen definiert. Im Geschäftsjahr 2019 ist nach dieser Definition der Ergebniseffekt aus aktienbasierter Vergütung und aus Aufwendungen im Zusammenhang mit der Akquisition der VARTA Consumer-Gruppe bereinigt worden.

Die durch die große Nachfrage nach den Produkten des Konzerns notwendigen Investitionen überblickt der Vorstand anhand des CAPEX. Darunter werden die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen verstanden. In diesem Zusammenhang überprüft der Vorstand die effektive Kapitalallokation auf Basis der Rendite aus dem investierten Kapital. Das CAPEX wird nur auf VARTA AG Konzern-Ebene als Steuerungsgröße verwendet. Dies umfasst Investitionen ohne M & A-Transaktionen.

Auch das Net Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltenen Anzahlungen) wird als weitere Steuerungsgröße herangezogen. Das Net Working Capital wird nur auf VARTA AG Konzern-Ebene als Steuerungsgröße verwendet.

Durch das dynamische Wachstum des Konzerns ist weiterhin die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter ein wichtiger nicht-finanzieller Leistungsindikator.

1.4 GESONDERTER NICHTFINANZIELLER KONZERNBERICHT

Der gesonderte nicht-finanzielle Konzernbericht wird auf der Webseite unter https://www.varta-ag.com/corporate-social-responsibility spätestens vier Monate nach dem Abschlussstichtag des Konzernabschlusses veröffentlicht.

1.5 LEITUNG UND KONTROLLE

2019 bestand der Vorstand der VARTA AG aus zwei Mitgliedern: Herrn Herbert Schein (Vorsitzender des Vorstandes / CEO) und Herrn Steffen Munz (Finanzvorstand / CFO). Die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.

Der Aufsichtsrat besteht zum 31. Dezember 2019 aus den folgenden Mitgliedern: Herrn Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitz), Herrn Dr. Harald Sommerer (stv. Vorsitz), Herrn Frank Dieter Maier, Herrn Sven Quandt, Herrn Dr. Georg Blumauer und Herrn Dr. Michael Pistauer.

1.6 ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB, welche auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält, wird auf der Website der VARTA AG (www.varta-ag-com/investor-relations) veröffentlicht.

2 WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1 MÄRKTE UND EINFLUSSFAKTOREN

Die Märkte und Einflussfaktoren unterscheiden sich im Berichtsjahr nicht wesentlich vom Vorjahr. Der VARTA AG Konzern produziert und verkauft Batterien weltweit und profitiert trotz relativer Unabhängigkeit vom makroökonomischen Umfeld von einem positiven Konsumumfeld. Eine negative Entwicklung des makroökonomischen Umfeldes wirkt sich dabei nicht direkt negativ auf das Geschäftsmodell aus, da der Großteil der Produkte vom Konjunkturzyklus unabhängig ist. Diese werden z.B. im medizinischen Umfeld genutzt.

Die Umsatzverteilung ist geografisch diversifiziert. Der Großteil des weltweiten Absatzes von Produkten wird in Asien gefolgt von Europa und Nordamerika realisiert (siehe regionale Umsatzverteilung Abschnitt 3.1). Somit ist die Abhängigkeit von einzelnen Ländern in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung relativ gering. Der asiatische Markt spielt bedingt durch die Markt- und Kundenstruktur die größte Rolle; hier lassen viele große Hersteller von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Die wesentlichen Einflussfaktoren werden im Rahmen des folgenden Kapitels (2.2 Gesamtwirtschaftliche und Branchenbezogene Rahmenbedingungen) behandelt.

2.2 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN

Die im Jahr 2019 bestehenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den für den VARTA AG Konzern relevanten Absatzmärkten entwickeln sich weiterhin positiv.

Wesentlich für den Absatz der Batterien für Healthcare-Anwendungen ist die demografische Entwicklung, bei den Batterien für Entertainment-Anwendungen die Trends der Unterhaltungselektronik und bei den Produkten im Segment Power & Energy die Entwicklung hin zu kabellosen Produkten sowie der Trend zu erneuerbaren Energien. Für den Markt der Hearables nimmt IDTechEx Research eine Verdopplung von 15 Mrd. USD (2018) auf 30 Mrd USD in 2029 an.

Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen in der Gesellschaft und die zunehmend höhere Akzeptanz von Hörgeräten wird der Verkauf von Hörgeräten und damit auch der Absatz von Hörgerätebatterien unterstützt. 2019 waren weltweit 9,1% aller Menschen älter als 65 Jahre und dieser Anteil wird weiter ansteigen, bis 2030 auf 11,7% und bis 2050 auf 15,9%. In Europa und Nord-Amerika ist dieser Bevölkerungsanteil mit 18% (2030: 22,1%; 2050: 26,1%) deutlich höher. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an. Weltweit lag sie im Berichtsjahr bei 72,6 Jahren und für 2050 wird sie bei 77,1 Jahren erwartet (United Nations: World Population Prospects 2019 Highlights). Der Bedarf von Hörgeräten wird deshalb weiter steigen. Die Umsatzentwicklung wird von IDTechEx Research wie folgt prognostiziert: Für das Berichtsjahr wird für Hörgeräte einschließlich OTC Markt (ab 2019) ein weltweiter Umsatz von 7,8 Mrd. USD erwartet (7,4 Mrd. USD in 2018), das entspricht einem Anstieg von 4,8%. Für 2020 liegt die Wachstumsprognose bei 5,3% mit einem positiven Ausblick für die nächsten Jahre. Dabei profitiert der Absatz vom starken Anstieg der frei verfügbaren Hörgeräte (OTC).

Der Bereich Entertainment profitiert von der ungebrochen hohen Kundennachfrage nach Hightech-Consumerprodukten, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen. Für kabellose Kopfhörer erwartet Zhiyan Consulting einen weltweiten Zuwachs von knapp 54% von 2018 auf 2019 und von 50% für 2020 und ist auch für die weitere Entwicklung sehr positiv gestimmt. Durch die Verbesserung der Laufzeit und die Erweiterung der Funktionen werden kabellose Kopfhörer ihren Marktanteil weiter ausbauen.

Umso mehr kabellos funktionierende Geräte, insbesondere für Kleinstanwendungen (zum Beispiel Headsets), entwickelt werden, desto stärker stellt sich hier die Position des VARTA AG Konzerns dar.

Im Segment Power & Energy profitiert die Nachfrage nach Batterien für Power Tools vom Wechsel von schnurgebunden zu schurlosen Endgeräten, für die immer leistungsfähigere Batterien nachgefragt werden. Laut Arvienne wird in dem Zeitraum 2017 bis 2030 ein weltweiter Umsatzanstieg von 1,7 Mrd. USD auf 3,5 Mrd. USD erwartet. Für das Marktsegment stationäre Energiespeichersysteme erwartet Innogy eine installierte Speicherkapazität von 19 GWh in 2018, die sich auf 395 GWh in 2030 erhöhen soll.

2.3 GESCHÄFTSVERLAUF

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den Vorstand

Der VARTA AG Konzern kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken. Die wesentlichen Ereignisse des Jahres 2019 sind die sehr hohe Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Lifestyle-Produkte, die nachfragebedingte Erweiterung der Produktionskapazitäten in diesem Bereich, die hohe Nachfrage nach Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte und die sehr erfolgreiche Entwicklung des Geschäfts mit stationären Energiespeichern. Der Konzern-Umsatz ist im Geschäftsjahr 2019 zweistellig um 33,5 % auf 362,7 Mio. € organisch gewachsen. Durch die Skalierung des Geschäftsmodells ist das operative Konzern-Ergebnis wiederum deutlich schneller gewachsen als der Umsatz. Das bereinigte EBITDA stieg um 94,1 % auf 97,5 Mio. €. Ohne die Erstanwendung von IFRS 16 läge der Anstieg bei 85,7 %. Besonders erfreulich ist, dass die beiden Segmente Microbatteries und Power & Energy weiterhin eine hohe Wachstumsdynamik haben und ihre sehr gute Entwicklung fortsetzen. Zur Finanzierung der Kapazitätsausweitung hat das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Kapitalerhöhung durchgeführt und hieraus einen Mittelzufluss von 102,1 Mio. € erzielt. Aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 ergibt sich durch den Ansatz der Nutzungsrechte und der korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten eine Erhöhung der Bilanzsumme um rd. 24,9 Mio. €

Vergleich der Geschäftsentwicklung mit der Vorjahres-Prognose

Im Konzernabschluss des letzten Jahres wurde die Prognose für 2019 anhand der unten aufgelisteten bedeutsamsten Indikatoren dargestellt. Insgesamt hat sich im Geschäftsjahr die positive Geschäftsentwicklung wie erwartet fortgesetzt.

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INDIKATOR PROGNOSE FÜR 2019 FY 2019
Finanzielle Indikatoren: Gruppe    
Umsatzerlöse Deutliches Umsatzwachstum bei konstanter Währung Sehr deutliches Umsatzwachstum bei konstanter Währung
Bereinigtes EBITDA Sehr deutliche Steigerung Sehr deutliche Steigerung
CAPEX Deutlicher Anstieg Sehr deutlicher Anstieg
Finanzielle Indikatoren: Segment Microbatteries    
Umsatzerlöse Deutliches Umsatzwachstum Sehr deutliches Umsatzwachstum
Bereinigtes EBITDA Sehr deutlicher Anstieg im Verhältnis zum Umsatz Sehr deutlicher Anstieg im Verhältnis zum Umsatz
Finanzielle Indikatoren: Segment Power & Energy    
Umsatzerlöse Sehr deutliche Steigerung Sehr deutliche Steigerung
Bereinigtes EBITDA Deutliche Steigerung Sehr deutliche Steigerung

3 ENTWICKLUNG DER VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

3.1 ERTRAGSLAGE

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01.01. - 31.12.2019

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(IN T€) 2019 2018
Umsatzerlöse 362.692 271.650
Veränderung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 643 3.899
Aktivierte Eigenleistungen 4.313 4.152
Sonstige betriebliche Erträge 7.760 7.109
Materialaufwand -123.527 -106.867
Personalaufwand -114.406 -92.440
Sonstige betriebliche Aufwendungen -45.853 -40.114
EBITDA 91.622 47.389
Abschreibungen -20.855 -10.518
Betriebsergebnis (EBIT) 70.767 36.871
Finanzertrag 601 160
Finanzaufwand -1.127 -416
Übriger Finanzertrag 3.488 368
Übriger Finanzaufwand -2.644 -631
Finanzergebnis 318 -519
Gewinn- und Verlustanteile an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden -6 130
Ergebnis vor Steuern 71.079 36.482
Ertragsteueraufwendungen -20.615 -10.779
Konzernergebnis 50.464 25.703
Zuordnung des Gewinns:    
Aktionäre der VARTA AG 50.390 25.260
Nicht beherrschende Anteile 74 443

Umsatz

Der Umsatz des VARTA AG Konzerns ist im Geschäftsjahr 2019 um 33,5 % von 271,7 Mio. € auf 362,7 Mio. € angestiegen. Die Umsatzerlöse erhöhten sich in beiden Segmenten Microbatteries und Power & Energy. Am deutlichsten war der prozentuale Anstieg bei Microbatteries.

Der Umsatz im Segment Microbatteries stieg von 218,9 Mio. € um 37,7 % auf 301,5 Mio. €. Das mit Abstand stärkste Umsatzwachstum wurde weiter bei den wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (Hearables), erzielt. Hintergrund ist die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem stark wachsenden Markt. Bei den Hörgeräte-Batterien profitiert das Unternehmen vom strukturellen Wachstum, vom Trend zu wiederaufladbaren Hörgeräten und dem unterjährig angelaufenen Neugeschäft mit einer führenden US-amerikanischen Handelskette.

Der Umsatz im Segment Power & Energy ist von 51,8 Mio. € auf 60,8 Mio. € und somit um 17,4 % angestiegen. Das Segment profitiert insbesondere von einem neuen Kundenauftrag im Bereich der Batteriepacks mit einem deutschen Premiumhersteller für Elektrogeräte. Die Energiespeicher-Lösungen tragen weiter positiv zum Wachstum des Segments bei.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns, aufgeteilt nach bestimmten geografischen Standorten. Insbesondere das Geschäft in Europa und Asien entwickelte sich vorteilhaft. Der asiatische Markt spielt bedingt durch die Markt- und Kundenstruktur die größte Rolle, hier lassen viele große Hersteller von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Weitere Ausführungen zur geografischen Aufteilung der Segmente finden sich im Konzernanhang Abschnitt 6 "Segmentberichterstattung".

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(IN T€) 2019 UMSATZERLÖSE 2018 UMSATZERLÖSE PROZENTUALE VERÄNDERUNG
Europa 143.196 137.424 4,2 %
Asien 154.860 72.870 112,5 %
Amerika 60.161 56.217 7,0 %
Sonstige 4.475 5.139 -12,9 %
Summe Konzern 362.692 271.650 33,5 %

Aufwendungen und sonstige betriebliche Erträge

Im Berichtsjahr belaufen sich die Materialaufwendungen auf 123,5 Mio. € im Vergleich zu 106,9 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 15,6 %. Der unterproportionale Anstieg im Vergleich zum Umsatz ist in erster Linie auf sinkende Preise der metallischen Rohstoffe sowie der zugekauften Komponenten zurückzuführen und betrifft beide Segmente.

Der Personalaufwand ist von 92,4 Mio. € auf 114,4 Mio. € um 23,8 % angestiegen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultierte überwiegend aus der Tariferhöhung in Deutschland sowie aus inflationsbedingten Entgelterhöhungen im Ausland. Des Weiteren wirkt sich vor allem der Mitarbeiteraufbau für das Wachstum im Bereich Coin-Power aus. Der Personalaufwand enthält den Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in Höhe von 2,9 Mio. € (2018: 2,8 Mio. €).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von T€ 40.114 um T€ 5.739 auf T€ 45.853 angestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der VARTA Consumer Gesellschaften in Höhe von T€ 3.006. Aufgrund der erweiterten Produktionskapazitäten hat sich der Energieaufwand um T€ 1.161 im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Der Anstieg der Ausgangsfrachten und Zölle ist auf den stark gestiegenen Absatz zurückzuführen.

Sowohl Personalaufwand als auch sonstige betriebliche Aufwendungen sind durch die Skalierung des Geschäftsmodells langsamer gestiegen als der Umsatz.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 0,7 Mio. € von 7,1 Mio. € im Vorjahr auf 7,8 Mio. € im Jahr 2019 angestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus verschiedenen Erträgen aus Schadensabwicklungen im laufenden Geschäftsjahr.

Bereinigtes EBITDA

Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente. Als Sondereffekte wurde zum einen der nicht-zahlungswirksame Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in Höhe von T€ 2.853 (2018: T€ 2.830) und zum anderen die Aufwendungen aus M&A-Transaktionen in Höhe von T€ 3.006 (2018: T€ 0) bereinigt. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung vom EBITDA zum bereinigten EBITDA dar:

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(IN T€) 2019 2018
EBITDA 91.622 47.389
Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung 2.853 2.830
Aufwendungen für M & A - Transaktionen 3.006 0
Bereinigtes EBITDA 97.481 50.219

Das bereinigte EBITDA ist im Geschäftsjahr 2019 von 50,2 Mio. € auf 97,5 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 47,3 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Die Steigerung des bereinigten EBITDA lässt sich auf das sehr hohe und profitable Umsatzwachstum bei den Lithium-Ionen-Zellen und bei den Hörgeräte-Batterien und dem unterproportionalen Kostenanstieg durch die Skalierung des Geschäftsmodells zurückführen. Durch die erstmalige Anwendung des neuen Standards IFRS 16 hat sich das bereinigte EBITDA durch die Reduktion der Leasingaufwendungen um 4,3 Mio. € erhöht. Außerdem wirken die Aufwendungen für die M & A Transaktion, für das VARTA Consumer Batterie Geschäft, in Höhe von 3,0 Mio. € dem bereinigten EBITDA positiv bei.

Betriebsergebnis (EBIT)

Das Betriebsergebnis hat sich von 36,9 Mio. € auf 70,8 Mio. € verbessert, was einer Steigerung von 91,9 % im Vorjahresvergleich entspricht. Der im Vergleich zum Umsatzwachstum unterproportionale Anstieg bei Material- und Personalkosten ist in erster Linie auf einen profitableren Umsatz-Mix bei gleichzeitig relativ stabilen Preisen der metallischen Rohstoffe sowie der zugekauften Komponenten zurückzuführen und betrifft beide Segmente. Die Abschreibungen haben sich von 10,5 Mio. € in 2018 auf 20,9 Mio. € in 2019 deutlich erhöht, was insbesondere auf die nachfragebedingten Investitionen in das Sachanlagevermögen aufgrund der Erweiterung der Produktionskapazitäten sowie eine Verkürzung der Nutzungsdauern im Bereich der CoinPower-Zellenfertigung durch Ausweitung des Schichtmodells zurückzuführen ist. Des Weiteren hat sich durch den Nettoeffekt aus der Erstanwendung des neuen Standards IFRS 16, resultierend aus dem Wegfall der Leasingaufwendungen und der Erhöhung der Abschreibungen, das EBIT um 0,2 Mio. € erhöht.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis hat sich im Berichtsjahr von -0,5 Mio. € in 2018 auf 0,3 Mio. € in 2019 erhöht. Dies resultiert hauptsächlich aus der Anpassung des Besserungsscheins für den Forderungsverzicht der VGG gegenüber der VARTA Storage GmbH in Höhe von T€ 3.382. Gegenläufig sind die Finanzaufwendungen aus der Aufnahme eines Konsortialkreditvertrags in Höhe von 0,7 Mio. € und Belastungen aus Wechselkurseffekten in Höhe von -1,4 Mio. €, im Vergleich zum Vorjahr, insbesondere aus Anzahlungen und Ausleihungen in USD angestiegen.

Steuern

Der Steueraufwand ist vor allem durch den Anstieg des Ergebnisses vor Steuern von 10,8 Mio. € in 2018 auf 20,6 Mio. € in 2019 angestiegen. Daraus resultiert eine effektive Steuerquote von 29,0% (2018: 29,5%) bezogen auf das Ergebnis vor Steuern. Zu weiteren Details zu Steuern wird auf den Anhang des Konzernabschlusses im Kapitel "Ertragsteueraufwendungen" verwiesen.

Konzernergebnis

3.2 VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2019

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(IN T€) 31. DEZEMBER 2019 31. DEZEMBER 2018
AKTIVA    
Langfristige Vermögenswerte 288.462 151.831
Kurzfristige Vermögenswerte 380.368 249.865
Bilanzsumme 668.830 401.696
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(IN T€) 31. DEZEMBER 2019 31. DEZEMBER 2018
PASSIVA    
Eigenkapital 414.802 259.422
Langfristige Schulden 88.779 60.422
Kurzfristige Schulden 165.249 81.852
Schulden 254.028 142.274
Bilanzsumme 668.830 401.696

Langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 136,7 Mio. € von 151,8 Mio. € in 2018 auf 288,5 Mio. € im Berichtsjahr. Dieser Anstieg stammt hauptsächlich von der Erhöhung des Sachanlagevermögens von 112,8 Mio. € auf 247,9 Mio. € zum 31. Dezember 2019. Die Produktionskapazitäten wurden aufgrund der großen Nachfrage bei den wiederaufladbaren Lithium-Ionen Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (Hearables), erhöht. Der Effekt aus IFRS 16 beträgt im Geschäftsjahr insgesamt 24,9 Mio. € und betrifft Gebäude mit 22,5 Mio. € sowie andere Anlagen mit 2,4 Mio. €.

Die sonstigen Vermögenswerte sind von 15,7 Mio. € in 2018 auf 17,9 Mio. € in 2019 gestiegen. Maßgeblich für diesen Anstieg ist die Fortschreibung des Erstattungsanspruchs aus dem Schuldbeitritt zu Pensionen in Höhe von 2,2 Mio. €.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte haben sich von 249,9 Mio. € in 2018 auf 380,4 Mio. € zum 31. Dezember 2019 deutlich erhöht. Der Anstieg resultiert unter anderem aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die sich bedingt durch das gestiegene Umsatzvolumen um 97,2 % auf 52,0 Mio. € fast verdoppelt haben und einem Mittelzufluss in Höhe von 102,1 Mio. € aus der durchgeführten Kapitalerhöhung.

Eigenkapital/Eigenkapitalquote

Der VARTA AG Konzern verfügt seit dem Börsengang im Jahr 2017 unverändert über eine hohe Eigenkapitalquote in Höhe von 62,0 % (Vorjahr: 64,6 %) und kann damit die notwendigen Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten aus eigenen Mitteln finanzieren.

Das Eigenkapital ist von 259,4 Mio. € in 2018 auf 414,8 Mio. € zum 31. Dezember 2019 angestiegen. Maßgeblich für diesen Anstieg war neben dem positiven Konzernergebnis die in 2019 durchgeführte Kapitalerhöhung mit einem Mittelzufluss in Höhe von 102,1 Mio. €.

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden sind um 28,4 Mio. € von 60,4 Mio. € in 2018 auf 88,8 Mio. € zum 31. Dezember 2019 angestiegen. Der Anstieg stammt einerseits aus Effekten aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 in Höhe von 20,5 Mio. €, aus Kundenanzahlungen in Höhe von 4,0 Mio. € und aus der Veränderung der Bewertungsannahmen bei der Berechnung der Vorsorgeverpflichtungen in Höhe von 2,4 Mio. €.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden haben sich von 81,9 Mio. € auf 165,2 Mio. € erhöht. Maßgeblich hierfür waren insbesondere die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und aus dem Erwerb von Sachanlagen um insgesamt 32,9 Mio. € und erhaltenen Anzahlungen um 21,1 Mio. €, die Erhöhung der Ertragsteuerschulden in Höhe von 7,1 Mio. € sowie die Verbindlichkeiten aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 in Höhe von 4,6 Mio. €.

Net Working Capital

Das Net Working Capital hat sich von 42,0 Mio. € in 2018 auf 18,0 Mio. € in 2019 reduziert. Dies entspricht einem Rückgang von 57,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Daraus resultiert eine Verringerung der Net Working Capital Quote, bezogen auf den Umsatz, auf 5,0 % (Vorjahr: 15,4 %), die sich insbesondere aus Effekten im operativen Geschäft ergeben. Der Rückgang ist im wesentlich auf den unterproportionalen Anstieg der Vorräte (+7,3 Mio. €) und einen deutlichen Anstieg der Forderungen (+25,6 Mio. €) sowie den überproportionalen Anstieg der Verbindlichkeiten um (+53,8 Mio. €) zurückzuführen.

Kapitalflussrechnung

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(IN T€) 2019/12 2018/12
Zahlungsmittelbestand zum 01.01.2019 149.741 138.536
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 105.734 69.846
Cashflow aus Investitionstätigkeit -105.806 -58.982
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 94.882 -114
Nettoveränderung der Zahlungsmittel 94.810 10.750
Auswirkungen von Wechselkursänderungen 230 455
Zahlungsmittelbestand zum 31.12.2019 244.781 149.741

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Berichtsjahr 105,7 Mio. € und liegt damit 35,9 Mio. € über dem Wert des Vorjahres. Dies ist vor allem auf die Steigerung des operativen Ergebnisses zurückzuführen. Ein weiterer Punkt liegt in der erstmaligen Anwendung des neuen Standards IFRS 16. Durch diesen kommt es zu einer Verschiebung in der Kapitalflussrechnung. Nach IAS 17 werden die Leasingzahlungen im operativen Cashflow erfasst. Nach IFRS 16 wird der Tilgungs- und Zinsanteil der Leasingzahlung als Finanzierungscashflow berücksichtigt. Folglich haben die Zahlungsflüsse im operativen Bereich abgenommen und der operative Cashflow hat sich erhöht.

Der negative Cashflow aus Investitionstätigkeit ist in 2019 auf 105,8 Mio. € (Vorjahr: 59,0 Mio. €) stark angestiegen. Der Mittelabfluss Anstieg stammt überwiegend aus den Investitionen in das Sachanlagevermögen zur nachfragebedingten Erweiterung der Produktionskapazitäten bei den Lithium-Ionen-Knopfzellen sowie bei den Zink-Luft-Batterien.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist von -0,1 Mio. € in 2018 auf 94,9 Mio. € in 2019 aufgrund der durchgeführten Kapitalerhöhung stark angestiegen. Hieraus sind der Gesellschaft 102,1 Mio. € zugeflossen. Als ein negativer Effekt wirkte die beim operativen Cashflow beschriebene erstmalige Anwendung des Standards IFRS 16. Entgegengesetzt zum operativen Cashflow reduzierte sich der Finanzierungscashflow aufgrund der Erfassung des Tilgungsanteils nach IFRS 16.

Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein Konsortialkreditvertrag in Höhe von 120 Mio. € abgeschlossen. Die finanziellen Mittel dienen einerseits zur Finanzierung der Akquisition des VARTA Consumer Geschäftes und andererseits zur Finanzierung zusätzlicher Investitionen in die Kapazitätserweiterung.

Hieraus ergibt sich ein Stand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2019 von 244,8 Mio. € im Vergleich zu 149,7 Mio. € zum Vorjahr.

4 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Für den VARTA AG Konzern ergab sich für das Geschäftsjahr 2019 ein Forschungs- und Entwicklungsaufwand in Höhe von 15,5 Mio. € (im Vorjahr 12,9 Mio. €). Daraus resultiert eine F & E-Aufwandsquote von 4,3 % im Verhältnis zum Umsatz im Vergleich zu 4,8 % im Vorjahr.

Segment Microbatteries

Die Ausrichtung auf Technologieführerschaft war durch die schwerpunktmäßige Weiterentwicklung des Know-hows im Bereich der Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte (Produktgruppe "Healthcare") und wieder aufladbare Lithium-Ionen-Knopfzellen sogenannte CoinPower-Batterien in der Produktgruppe "Entertainment & Industrial", gekennzeichnet. Dabei standen vor allem die weitere Steigerung der Kapazitätswerte, die Evaluierung und Qualifizierung neuer Materialien für die CoinPower-Batterien, der Einsatz von günstigen Rohstoffen und die Entwicklung von effizienteren Fertigungsverfahren im Vordergrund.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand betrug für das Segment Microbatteries von Januar bis Dezember 2019 insgesamt 11,4 Mio. € (im Vorjahr 9,8 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 3,8 % zum Umsatz (im Vorjahr 4,5 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 auf 0,6 Mio. €. Die Aktivierungsquote beträgt 2,4 % (im Vorjahr 3,9 %). Im Bereich Microbatteries handelt es sich vor allem um die Entwicklung von kleineren und leistungsfähigeren Knopfzellen.

Segment Power & Energy

Der Ausbau der Position im Markt für Lithium-Ionen-Heimspeicher war durch die Weiterentwicklung des Produktportfolios gekennzeichnet. Dabei stand die Produktreihe VARTA Element S4 mit der Kapazitätserweiterung auf 12kWh im Vordergrund.

Im Produkt Pulse wurde das Linux-basierte Energiemanagement-System (EMS) integriert. Alle Energiespeicher wurden aufgrund der geänderten EU Regulatorien für Erzeugungsanlagen (RfG-Anforderungen) für aktuelle Länderzulassungen angepasst und neu zertifiziert. Außerdem ermöglicht die Integration des Linux-basierten EMS, dass Energiespeicher über Cloud-Lösungen miteinander verbunden werden können. Dabei werden für Kunden im Bereich der Smart Home Geräte Schnittstellen entwickelt, um Energiespeicher-Lösungen anbieten zu können.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment Power & Energy lag im Geschäftsjahr 2019 mit 4,1 Mio. € über dem Vorjahr (im Vorjahr 3,1 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 6,7 % zum Umsatz (im Vorjahr 6,0 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich in 2019 auf 0,4 Mio. € (im Vorjahr 0,4 Mio. €). Die Aktivierungsquote beträgt 26,0 % (im Vorjahr 43,8%). Hierbei handelte es sich primär um die Produkt- und Produktionsprozessentwicklung für den Großspeicher Flex Storage sowie die Entwicklung von verschiedenen Speichersystemen im Bereich Residential.

5 INVESTITIONEN OHNE M & A (CAPEX)

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden im Konzern als CAPEX bezeichnet. Dies stellt eine wichtige Steuerungsgröße von produzierenden Wachstumsunternehmen dar. 2019 hat die VARTA AG ein umfangreiches Investitionsprogramm begonnen, das im Zeitraum 2019 bis 2021 umgesetzt werden soll. Ziel dieser Investitionen sind umfangreiche Kapazitätserweiterungen im Segment Microbatteries.

Die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betragen insgesamt 102,8 Mio. € (Vorjahr: 56,3 Mio. €) im Geschäftsjahr 2019.

Der wesentliche Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen diente der nachfragebedingten Erweiterung der Produktionskapazitäten bei Lithium-Ionen-Knopfzellen. Weiterhin sind in regelmäßigen Abständen Ersatzinvestitionen zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung neuer Produkte sowie für qualitätssichernde Maßnahmen notwendig.

6 ERTRAGSLAGE SEGMENTE

Die Segmentinformationen des VARTA AG Konzerns betreffen die beiden Segmente Microbatteries und Power & Energy.

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Microbatteries 2019 2018
Umsatz (Mio. €) 301,5 218,9
Bereinigtes EBITDA (Mio. €) 94,4 47,3
Bereinigte EBITDA Marge in % 31,3 21,6

Der Umsatz im Segment Microbatteries ist im Geschäftsjahr 2019 von 218,9 Mio. € auf 301,5 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem sehr deutlichen Umsatzwachstum von 37,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Das mit Abstand stärkste Umsatzwachstum wird weiter bei den wiederaufladbaren Lithium-Ionen Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (Hearables), erzielt. Hintergrund ist die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem sehr dynamisch wachsenden Markt. Der asiatische Markt ist aufgrund der Markt- und Kundenstruktur von großer Bedeutung; hier lassen viele große Hersteller von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Bei den Hörgeräte-Batterien wurde die weltweite Marktposition in einem strukturell wachsenden Markt weiter ausgebaut. Der Konzern profitiert derzeit vom Trend zu wiederaufladbaren Hörgeräten und dem unterjährig angelaufenen Neugeschäft mit einer führenden US-amerikanischen Handelskette. Das bereinigte EBITDA ist von 47,3 Mio. € auf 94,4 Mio. € angestiegen, was einer Steigerung um 99,7 % entspricht. Die Ergebnissteigerung ist auf das starke Wachstum der vergleichsweise margenstarken Produktgruppen sowie den unterproportionalen Anstieg der Fixkosten durch die Skalierung des Geschäftsmodells zurückführen. Daraus resultiert eine bereinigte EBITDA-Marge von 31,3 % im Verhältnis zum Umsatz im Vergleich zu 21,6 % in 2018, was einer Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um 9,7 Prozentpunkte entspricht.

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Power & Energy 2019 2018
Umsatz (Mio. €) 60,8 51,8
Bereinigtes EBITDA (Mio. €) 3,1 2,9
Bereinigte EBITDA Marge in % 5,1 5,6

Im Segment Power & Energy ist der Umsatz von 51,8 Mio. € auf 60,8 Mio. € angestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 17,4 %. Das Segment profitiert insbesondere von einem neuen Kundenauftrag im Bereich der Batteriepacks mit einem deutschen Premiumhersteller für Elektrogeräte. Die Energiespeicher-Lösungen tragen weiter positiv zum Wachstum des Segments bei. Das bereinigte EBITDA hat sich von 2,9 Mio. € in 2018 auf 3,1 Mio. € in 2019 verbessert. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt mit 5,1 % leicht unter Vorjahresniveau.

Weitere Details zur Segmentberichterstattung finden sich im Konzernanhang im Kapitel 6.

7 ANGABEN ZUR VARTA AG

Der Lagebericht der VARTA AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2019 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst.

Beschreibung der Gesellschaft

Die VARTA AG ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben zur Steuerung des Konzerns sowie der operativen Tochtergesellschaften wahrnimmt. Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der VARTA AG.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2019 wurden Umsatzerlöse in Höhe von T€ 761 (2018: T€ 666) erwirtschaftet. Diese resultieren im Wesentlichen aus der Lizenzverrechnung an die VARTA Storage GmbH in Höhe von T€ 760. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im gleichem Zeitraum um T€ 1.969 von T€ 198 im Vorjahr auf T€ 2.167 in 2019 angestiegen. Der Hauptgrund liegt dabei im massiven Anstieg der Wechselkursgewinne, welche aus einer USD-Veranlagung stammen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen T€ 10.794 in 2019 (2018: T€ 2.747) und enthalten unter anderem Honorare für Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von T€ 4.429 (2018: T€ 623), Aufwendungen im Zusammenhang mit Kostenverrechnung von verbundenen Unternehmen in Höhe von T€ 471 (2018: T€ 702), Verluste aus Währungsumrechnungen in Höhe von T€ 2.101 und den Aufwand für Werbung und Public Relation in Höhe von T€ 493 (2018: T€ 343). Der Anstieg der Honorare für Beratungskosten stammt hauptsächlich aus der Vorbereitung des Erwerbs der VARTA Consumer Batteries in Höhe von T€ 3.006. Zudem sind die Kosten für die Kapitalerhöhung in Höhe von T€ 1.633 in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.

Mit Beginn des Geschäftsjahres 2019 reduzierten sich die Vorstandsmitglieder der VARTA AG von drei auf zwei Vorstände. Neben dem Vorstand waren drei Mitarbeiter bei der VARTA AG beschäftigt. Insgesamt ist der Personalaufwand von T€ 3.298 in 2018 auf T€ 5.586 in 2019 angestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem variablen Vergütungsmodell des Vorstandes sowie aus Bonuszahlungen für die Mitarbeiter der VARTA AG.

Die Abschreibungen beinhalten vor allem Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 908 und sind damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Das Zinsergebnis hat sich im Wesentlichen aufgrund von gestiegenen Ausleihungen an Tochtergesellschaften sowie kurzfristige Veranlagungen bei einem verbundenen Unternehmen von T€ 1.817 im Vorjahr auf T€ 3.691 in 2019 verbessert.

Aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der VARTA Microbattery GmbH resultieren Erträge in Höhe von T€ 71.146. Gegenläufig werden Aufwendungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit der VARTA Storage GmbH in Höhe von T€ 2.393 verrechnet. Hieraus ergibt sich ein Anstieg der Erträge aus der Ergebnisabführung von T€ 29.774 in 2018 auf T€ 68.753 in 2019.

In Summe ergibt sich ein Bilanzgewinn von T€ 69.340 im Vergleich zu T€ 28.134 im Vorjahr.

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019

der VARTA AG

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2019 2018
T€ T€ T€ T€
1. Umsatzerlöse   761   666
2. Sonstige betriebliche Erträge   2.167   198
- davon Erträge aus der Währungsumrechnung T€ 2.100 (i. Vj. T€ 95) -        
3. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter -5.534   -3.241  
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -52 -5.586 -57 -3.298
- davon für Altersversorgung T€ 0 (i. Vj. T€ 0) -        
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -937   -936
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -10.794   -2.747
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung T€ 2.101 (i. Vj. T€ 98) -        
6. Erträge aus der Gewinnabführung   71.146   33.588
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   4.009   1.855
- davon aus verbundenen Unternehmen T€ 3.979 (i. Vj. T€ 1.811) -        
8. Aufwendung aus Verlustübernahme   -2.393   -3.814
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -318   -38
- davon aus verbundenen Unternehmen T€ 194 (i. Vj. T€ 20) -        
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -16.849   -5.522
11. Ergebnis nach Steuern/Jahresüberschuss   41.206   19.952
12. Gewinnvortrag   28.134   8.182
13. Bilanzgewinn   69.340   28.134

Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um T€ 42.685 von T€ 90.304 in 2018 auf T€ 132.989 zum 31.12.2019 erhöht, was hauptsächlich auf den Anstieg der Finanzanlagen von T€ 86.589 auf T€ 130.208 zurückzuführen ist. Dieser Anstieg resultiert aus der Ausgabe von Ausleihungen an Tochtergesellschaften. Das Umlaufvermögen ist um T€ 110.385 von T€ 154.595 in 2018 auf T€ 264.980 zum 31.12.2019 gestiegen.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen Forderungen in Höhe von 71.146 T€ (2018: 33.588 T€) aus dem abgeschlossenen Ergebnisabführungsvertrag mit der VARTA Microbattery GmbH und eine kurzfristige Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen in Höhe von 42.117 T€ (2018: 56.977 T€) sowie an die VARTA Microbattery GmbH in Höhe von 5.178 T€.

Im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung ist das Guthaben bei Kreditinstituten um T€ 87.360 von T€ 55.866 in 2018 auf T€ 143.226 in 2019 stark angestiegen. Als gegenläufiger Effekt wirken die Ausleihungen an verbundene Unternehmen zur Finanzierung deren hohen Investitionsausgaben in das Sachanlagevermögen im laufenden Geschäftsjahr, weshalb das Guthaben bei Kreditinstituten weniger, als um den durch die Kapitalerhöhung generierten Betrag, angestiegen ist.

Das Eigenkapital hat sich insgesamt um T€ 144.959 von T€ 215.735 in 2018 auf T€ 360.694 zum 31.12.2019 erhöht. Dieser Anstieg stammt zum einem aus der Erhöhung des Bilanzgewinns, welcher auf die Ergebnisabführungsverträge mit der VARTA Microbattery GmbH und VARTA Storage GmbH zurückzuführen ist. Zum anderen erhöht sich die Kapitalrücklage um T€ 101.531 von T€ 142.590 auf T€ 244.121 zum 31.12.2019 aus dem Aufgeld aus der Ausgabe von 2.221.686 neuen Aktien.

Die Rückstellungen sind um T€ 11.586 von T€ 5.520 in 2018 auf T€ 17.106 zum 31.12.2019 angestiegen. Der Anstieg ist insbesondere auf höhere Steuerrückstellungen zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten haben sich um T€ 2.587 von T€ 21.348 in 2018 auf T€ 18.761 zum 31.12.2019 reduziert, was hauptsächlich auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen im Zusammenhang mit der Rückzahlung eines Darlehens von der VARTA AG an die VARTA Microbattery GmbH zurückzuführen ist.

Bilanz zum 31.12.2019

der VARTA AG

Aktiva

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31.12 2019 31.12 2018
T€ T€ T€ T€
A. Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten   2.591   3.498
II. Sachanlagen        
1. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 190   216  
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 190 1 217
III. Finanzanlagen        
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 32.701   30.201  
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 97.209   55.999  
3. Beteiligungen 30   30  
4. Sonstige Ausleihungen 268 130.208 359 86.589
    132.989   90.304
B. Umlaufvermögen        
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände        
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 118.440   96.282  
2. Sonstige Vermögensgegenstände 3.314 121.754 2.447 98.729
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten   143.226   55.866
    264.980   154.595
C. Rechnungsabgrenzungsposten   102   29
D. Aktive latente Steuern   2.294   1.403
Bilanzsumme   400.365   246.331
31.12 2019
T€
31.12 2018
T€
A. Eigenkapital    
I. Gezeichnetes Kapital 40.422 38.200
II. Kapitalrücklage 244.121 142.590
III. Gewinnrücklagen    
Gesetzliche Rücklagen 6.811 6.811
IV. Bilanzgewinn 69.340 28.134
  360.694 215.735
B. Rückstellungen    
1. Steuerrückstellungen 11.325 2.839
2. Sonstige Rückstellungen 5.781 2.681
  17.106 5.520
C. Verbindlichkeiten    
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2 9
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.426 264
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 16.609 20.436
4. Sonstige Verbindlichkeiten 724 639
- davon aus Steuern T€ 105 (i. Vj. T€ 88)    
  18.761 21.348
D. Passive latente Steuern 3.804 3.728
Bilanzsumme 400.365 246.331

Risiken und Chancen

Die Geschäftsentwicklung der VARTA AG hängt maßgeblich von den Risiken und Chancen des VARTA AG Konzerns ab, die im Prognose-, Chancen- und Risikobericht des zusammenfassten Lageberichts des VARTA AG Konzerns beschrieben werden. Es besteht das Risiko, dass die Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in ihrer Werthaltigkeit beeinträchtigt sind. Dies wird mindestens einmal jährlich überprüft. Ein Wertminderungsbedarf wurde im Geschäftsjahr 2019 nicht identifiziert.

Darüber hinaus ist auf die Risiken aus Altlasten hinzuweisen, die bei der VARTA AG bestehen. Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ehemaligen ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG auf Grund der rechtlichen Gegebenheiten, die eine Haftung des Verursachers begründen, jedoch weiterhin fort. Mittlerweile wurde die Käuferin liquidiert, die Global Equity Partners Beteiligungs-Management GmbH, Wien, ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von 20 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2031 abgesichert. Die verbleibenden Risiken hat die VARTA AG bewertet und keine Rückstellungen gebildet, da sie nicht davon ausgeht, in Anspruch genommen zu werden.

Ausblick

Die Erwartungen für die VARTA AG hinsichtlich ihrer finanziellen und nicht finanziellen Indikatoren sowie dem Risikoprofil entsprechen im Wesentlichen (aufgrund ihrer Bedeutung im Konzern und den Verflechtungen der Konzerngesellschaften) den Prognosen des VARTA AG Konzerns, die ausführlich im Prognose-, Risiko- und Chancenbericht des zusammengefassten Lageberichts beschrieben werden. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ergebnisses der VARTA AG hängt maßgeblich von den Ergebnisbeiträgen ihrer operativen Tochtergesellschaften ab, die der VARTA AG über die bestehenden Ergebnisabführungsverträge zufließen. Die prognostizierte Entwicklung der operativen Tochtergesellschaften impliziert, auch im Einklang mit den Erwartungen auf VARTA AG Konzernebene, eine sehr deutliche Ergebnissteigerung.

8 MITARBEITER

Die erfolgreiche Entwicklung der Gruppe basiert auf der Kompetenz und den Fähigkeiten der Mitarbeiter sowie der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Neben der Ausbildung junger Mitarbeiter sorgen Fortbildungen und Schulungen für ein hohes Kompetenzniveau. Der Konzern ist an engagierten und motivierten Mitarbeitern interessiert, die in einem starken Team die Innovation des Unternehmens vorantreiben möchten.

Die Mitarbeiter zeichnen sich durch eine sehr hohe Leistungsbereitschaft sowie Loyalität aus. Der Konzern legt großen Wert auf nachhaltige Personalpolitik, um damit Effizienz und Zufriedenheit zu steigern. Aus diesem Grunde wurde im letzten Jahr ein neues Arbeitszeitmodell als Reaktion auf die erhöhte Nachfrage in der Produktion entwickelt.

Es soll sichergestellt werden, dass sich Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden und sich anhand gemeinsamer Unternehmensziele mit diesem identifizieren. Durch eine langjährige durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bringen die Mitarbeiter exzellente Fachkenntnisse in ihren Aufgabengebieten mit. Weiterhin sichert eine ausgeglichene Altersstruktur einen gesunden Wissenstransfer zwischen den Generationen.

Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber stellen Arbeitssicherheit und Gesundheit im VARTA AG Konzern wichtige Säulen für die Beschäftigung dar. Weiterhin zeichnet sich die Unternehmenskultur im Konzern durch Offenheit und gegenseitige Wertschätzung aus.

Arbeitgeberattraktivität

Durch gezielte Maßnahmen wird versucht, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden. Seit Anfang des Jahres 2018 gibt es für Führungskräfte und High Potentials die Möglichkeit, an einem Aktienoptionsprogramm teilzunehmen.

Die Führungskräfte des Konzerns treffen sich außerdem jährlich in einer Führungskräftetagung. Weiterhin werden gezielte Initiativen für die Weiterentwicklung der Auszubildenden innerhalb des Unternehmens gefördert.

Die Anzahl der Mitarbeiter der gesamten Gruppe erhöhte sich von 2.284 im Vorjahr auf 2.857 zum 31. Dezember 2019. In Summe verteilten sich die Mitarbeiter zum Bilanzstichtag wie folgt auf die Regionen:

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2019 2018
Europa 1.894 1.354
Asien 944 911
USA 19 19

9 VERGÜTUNGSBERICHT

Der Vergütungsbericht beschreibt die Grundzüge des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat der VARTA AG. Zudem werden die Struktur, Zusammensetzung sowie die Höhe der Vergütungskomponenten erläutert. Der Bericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017, soweit der Aufsichtsrat in seiner Entsprechenserklärung keine Abweichung erklärt hat, und beinhaltet Angaben nach den Erfordernissen des Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) 17, des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) sowie der International Financial Reporting Standards (IFRS), soweit der Aufsichtsrat in seiner Entsprechenserklärung keine Abweichung erklärt hat. Die quantitativen Angaben nach IAS 24 sind im Konzernanhang enthalten.

Nach dem Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 06. Oktober 2017 wird auf die nach § 285 Nr. 9 lit. a) HGB und § 314 Abs. 1 Nr. 6 lit. a) HGB geforderte individualisierte Angabe der Bezüge der Vorstandsmitglieder verzichtet.

Vergütung des Vorstands:

Die Festlegung und regelmäßige Überprüfung der Vorstandsvergütung ist eine Aufgabe des Aufsichtsrats. Nach den Empfehlungen des DCGK besteht die Vergütung der Vorstandsmitglieder aus festen und variablen Bestandteilen.

Der Aufsichtsrat befasst sich mit der Angemessenheit und Üblichkeit der Vorstandsvergütung und berücksichtigt sämtliche in § 87 AktG und Ziffer 4.2.2 Sätze 4 und 5 DCGK aufgeführten Kriterien, wie z.B. die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung sowie die wirtschaftliche Lage, den Erfolg und die Zukunftsaussichten der VARTA AG.

Erfolgsunabhängige (fixe) Vergütungskomponenten

Die fixen Vergütungsbestandteile umfassen eine feste Grundvergütung, Nebenleistungen und einen Zuschuss zur privaten Rentenversicherung. Die feste Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt. Zudem erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen, die sie, soweit ihnen aus der privaten Nutzung ein geldwerter Vorteil erwächst, jeweils nach den geltenden steuerlichen Regelungen individuell versteuern. Die Nebenleistungen umfassen im Wesentlichen die private Nutzung des Dienstwagens und Versicherungsleistungen. Der Selbstbehalt der D&O-Versicherung, den die Vorstände persönlich tragen, entspricht gemäß § 93 Abs. 2 Satz 2 AktG einer Höhe von 10 % des jeweiligen Schadens, beträgt jedoch maximal das Eineinhalbfache der festen jährlichen Vergütung.

Es bestehen keine Pensionszusagen.

Erfolgsabhängige variable Vergütungskomponenten

Die erfolgsabhängige Vergütungskomponente knüpft an die Entwicklung bestimmter quantitativer Zielgrößen an. Der Aufsichtsrat hat die Kennzahl EBIT bzw. EBITDA als Zielgröße bestimmt.

Die jährlichen Konzernziele zur Bemessung der variablen Vergütungskomponente beschließt der Aufsichtsrat. Dieser stellt auch die Zielerreichung fest.

Im November 2019 wurde im Vorfeld zu anstehenden Änderungen durch das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) einer der beiden Vorstandsverträge angepasst. Mit dieser Anpassung wurden auch die Vorstandsverträge im Vorfeld zu ARUG II stärker harmonisiert.

Im Rahmen der Umsetzung von ARUG II soll ein neues, harmonisiertes Vorstandsvergütungssystem für beide Vorstandsmitglieder erstellt werden.

Im Rahmen dieser Anpassung wurde einer der beiden Vorstandsverträge im November 2019 von einer ursprünglich auf fünf Jahre ausgelegten, langfristigen aktienbasierten Vergütung auf eine auf drei Jahre ausgelegte Wertzuwachsvergütung angepasst. Die Laufzeit der Wertzuwachsvergütung ist jetzt konsistent mit der Laufzeit des Dienstvertrages. Die Wertsteigerungsvergütung stellt eine langfristige Komponente dar, die eine langfristige Zusammenarbeit zwischen der VARTA AG und dem Vorstand als Ziel hat. Wesentliche Ausübungsbedingung ist ein bestehendes Beschäftigungsverhältnis von mindestens drei Jahren.

Zahlungen aus der Wertsteigerungskomponente werden einmalig am Ende der Vertragslaufzeit fällig.

Aktienbasierte Vergütung

Es wurde von der Muttergesellschaft VGG GmbH (Wien, Österreich) ein Aktienoptionsprogramm zum Bezug von Stammaktien der VARTA AG aufgelegt. Die zugrunde gelegte Erdienungsperiode beträgt vier Jahre. Die aktienbasierte Vergütung knüpft als wesentliche Bedingung an ein aktives Beschäftigungsverhältnis zum jeweiligen Ausübungszeitraum an.

Vorstandsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 (2018) insgesamt

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ERFOLGSUNHABHÄNGIGE (FIXE) VERGÜTUNG INKL. NEBENLEISTUNGEN
T€
ERFOLGSABHÄNGIGEVARIABLE VERGÜTUNG
T€
VON DER GESELLSCHAFT GEWÄHRTE AKTIENBASIERTE VERGÜTUNG
T€
VERGÜTUNG GESAMT
T€
799 (910) 2.537 (1.634) 0 (1.609) 3.336 (4.153)

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder sehen für den Fall der Beendigung des Dienstverhältnisses aufgrund eines Kontrollwechsels keine festen sonstigen Vergütungen vor. Bei vorzeitiger Beendigung des Dienstvertrages durch die Gesellschaft ohne wichtigen Grund kann jedoch eine freiwillige Vergütung vereinbart werden. Diese wurde jedoch durch einen Abfindungs-Cap in Höhe von ein bzw. zwei Jahresvergütungen gedeckelt.

Vergütung des Aufsichtsrats:

Die Vergütung des Aufsichtsrats wurde von der Hauptversammlung beschlossen und ist in § 15 der Satzung der VARTA AG niedergelegt. Satzungsgemäß erhält jedes Aufsichtsratsmitglied der VARTA AG neben dem Ersatz seiner angemessenen Auslagen eine feste zahlbare Vergütung von 30 T€. Damit entspricht die Vergütungsstruktur für den Aufsichtsrat der VARTA AG der Empfehlung in Ziffer 5.4.6 des DCGK zur Aufsichtsratsvergütung in der Fassung vom 7. Februar 2017. Der DCGK empfiehlt in Ziffer 5.4.6 außerdem, den Vorsitz und stellvertretenden Vorsitz im Aufsichtsrat sowie den Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Ausschüssen bei der Vergütung zu berücksichtigen. Dementsprechend sieht die Satzung der VARTA AG vor, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats neben dem Ersatz ihrer Auslagen jeweils eine feste jährliche Vergütung in Höhe von T€ 50 erhalten. Damit ist auch die Übernahme von Mitgliedschaften in Ausschüssen und Vorsitzen in Ausschüssen abgegolten. Die Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nicht während eines vollen Geschäftsjahres angehört haben, erhalten die sich ergebende Vergütung zeitanteilig in Höhe eines Zwölftes für jeden angefangen Monat ihrer Tätigkeit.

Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 (2018) insgesamt

Für das Berichtsjahr 2019 erhielt der Aufsichtsrat eine Vergütung in Höhe von 208 T€ (2018: 190 T€). In dieser Summe sind die Erstattungen der jedem Aufsichtsratsmitglied erwachsenden Auslagen sowie die auf seine Bezüge und den Auslagenersatz entfallene Umsatzsteuer enthalten. Die Prämie der für die Mitglieder des Aufsichtsrats abgeschlossenen D&O-Versicherung wird von der Gesellschaft getragen. Außerdem wurden Beratungsleistungen und sonstige Leistungen in Höhe von T€ 33 (2018: T€ 3) vergütet.

Aufsichtsratsvergütung für das Geschäftsjahr 2019 (2018) individualisiert

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(IN T€) FESTE VERGÜTUNG, SONSTIGE BERATUNGSLEISTUNGEN,
ALLE ZAHLEN IN NETTO ALLE ZAHLEN IN NETTO
Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitzender) 50 0
  (50) (0)
Dr. Harald Sommerer (stellv. Vorsitzender) 50 0
  (50) (0)
Dipl.-Ing. Frank Dieter Maier 30 0
  (30) (0)
Sven Quandt 30 0
  (0) (0)
Dr. Michael Pistauer 18 0
  (0) (0)
Dr. Georg Blumauer 30 33
  (30) (3)
Gesamt 208 33
  (160) (3)

Sonstiges

Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der VARTA AG wurden weder von der VARTA AG noch von Tochtergesellschaften Kredite und Vorschüsse gewährt noch wurden zu ihren Gunsten Haftungsverhältnisse eingegangen.

10 PROGNOSE-, CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

10.1 CHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Zur frühzeitigen Erkennung und Bewertung von Risiken sowie zum Umgang mit bestehenden Risiken hat die Gesellschaft Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen eingerichtet, die in einem Risikofrüherkennungs-, internen Kontroll- sowie Risikomanagementsystem verankert sind.

Das Risikomanagementsystem wird gesammelt auf Konzernebene beurteilt und fokussiert auf operative, finanzielle, strategische und sonstige Risiken. Dieses steht im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG. Hierbei werden die Risiken anhand einer Risikomatrix als gering, mittel oder hoch eingeordnet (siehe Matrix). Es wird keine Risikoquantifizierung zur Einschätzung von rechtlichen und Compliance-Risiken vorgenommen, gleichwohl werden diese Risiken angemessen berücksichtigt.

Als produzierendes Unternehmen wird auf externe Faktoren wie z.B. Rohstoffpreise geachtet, die das Ergebnis negativ beeinflussen könnten. Ebenso müssen interne Prozesse aufgrund der wachsenden Unternehmensgröße laufend optimiert werden. Chancen werden im technologischen Fortschritt kabelloser Geräte gesehen. Insgesamt wird die Risiko-Situation als beherrschbar eingeschätzt.

Wesentlicher Baustein des Systems ist ein strategisch ausgerichtetes Planungssystem, eine jährliche Budgetplanung, die mehrfach innerhalb des laufenden Jahres überprüft und an die aktuellen Erkenntnisse angepasst wird, monatliche Plan-Ist-Vergleiche sowie die frühzeitige und regelmäßige Kommunikation von Risiken und Chancen. Unterstützt wird dieses Risiko-Management durch regelmäßige Sitzungen des Managements, in denen ausführlich Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung analysiert und erörtert werden.

Die folgende Abbildung zeigt die angewendeten Bandbreiten zur Quantifizierung von Risiken.

10.2 GESAMTBEURTEILUNG DER CHANCEN- UND RISIKOLAGE DURCH DEN VORSTAND

Der Vorstand trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist und auch im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 AktG steht. Nach der Einschätzung des Vorstandes sind die im Folgenden beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung beherrschbar. Im Einzelnen sind keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen. Zugleich besteht die Überzeugung, dass der Konzern strategisch und finanziell gut aufgestellt ist, um sich bietende Chancen zu nutzen.

Der Chancen- und Risikobericht beinhaltet die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Kernrisiken. Zu diesen Risiken zählen alle Sachverhalte, die eine signifikante Bedrohung der Erfolgsfaktoren darstellen und eine materielle Auswirkung auf die Ergebnis- oder Liquiditätssituation haben können. Sie lassen sich anhand ihres Schadenserwartungswertes einzelnen Risikoklassen zuordnen (hoch, mittel, gering). Der Schadenserwartungswert wird im Rahmen eines Regelprozesses gruppenweit einheitlich gemessen und setzt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und dem zu erwartenden Effekt des Schadenausmaßes auf das Konzernergebnis zusammen.

Für jeden Geschäftsbereich gibt es einen Risikoverantwortlichen, der die Risikosituation seines Bereiches dezentral steuert und an das Group Risk Management berichtet. Innerhalb einzelner Geschäftsbereiche gibt es Verantwortliche (Risk Owner) für die verschiedenen Risikobereiche, die an den jeweiligen Risikoverantwortlichen des Geschäftsbereiches berichten. Um eine enge Verzahnung mit operativen und finanzwirtschaftlichen Fragestellungen sicherzustellen, ist das Risikomanagement im Zentralbereich "Corporate Controlling" angesiedelt. Das Risikomanagement wird in regelmäßigen Abständen auf Effektivität geprüft und möglicherweise verbessert.

10.3 INTERNES KONTROLLSYSTEM

Ein wichtiger Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikosystem des VARTA AG Konzerns dar. Demnach werden unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die VARTA AG Gruppe maßgeblichen Vorschriften gerichtet sind.

In den einzelnen Konzerngesellschaften ist ein den jeweiligen Verhältnissen angemessenes internes Kontrollsystem implementiert, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im Rechnungswesen besteht das Prinzip der Funktionstrennung.

Es gibt konzernweit einheitliche Bilanzierungsrichtlinien. Weiterhin ist das Rechnungswesen weitestgehend am Standort in Ellwangen zentralisiert.

Der Vorstand trägt die Verantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

10.4 RISIKOSITUATION

Aus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf das Konzernergebnis wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenerwartungswerts des Risikos angegeben, der vor Ergreifen von Gegenmaßnahmen vorliegt, d.h. Brutto-Schadenswert.

Die Risikosituation stellt sich für den VARTA AG Konzern wie folgt dar:

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RISIKOKLASSE EINZELRISIKEN BRUTTO- SCHADENSERWARTUNGSWERT
Operative Risiken Produktions- und Logistikrisiken mittel
  Gefährdungen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes gering
  Beschaffungsrisiken gering
  Anhaltenden Preisdruck gering
  IT gering
Strategische Risiken Einschränkung durch mögliche Ersatztechnologien mittel
  Abhängigkeit von einem Kunden mittel
  Patentverletzung durch Wettbewerber mittel
  Marktverschiebung / Trend gering
Finanzielle und Ausfall-Risiken Fremdwährungsrisiken gering
  Geldanlagen und derivative Finanzinstrumente gering
  Ausfallrisiken aus Lieferungen und Leistungen gering
  Steuernachzahlungen gering
  Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte gering

10.5 OPERATIVE RISIKEN

Durch das Wachstum wird ein Mehrbedarf an Produktions- und Lagerflächen benötigt, was durch Nutzung von bisher freien Flächen innerhalb der bislang verfügbaren Produktions- und Lagerflächen zu einer Erhöhung von Brandrisiken führt. Dieses Risiko ist als mittleres Risiko eingestuft. Die Fertigstellung des Hochregallagers im Jahr 2020 wird dieses Risiko stark reduzieren. Gefährdungen der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes werden durch umfassende Verfahrens- und Kontrollvorgaben begrenzt. Zusätzlich besteht ein risikoadäquater Versicherungsschutz.

Beschaffungsrisiken, vor allem bei wichtigen Rohstoffen und Komponenten, werden durch permanente Marktbeobachtungen, durch eine langfristig angelegte und auf Qualität setzende Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie durch den Bezug strategischer Komponenten von mehreren Lieferanten minimiert. Zusätzlich werden auf Basis des Budgets des jeweiligen Geschäftsjahres Sicherungsgeschäfte für den Bezug von Nickel als einem der wertmäßig wichtigsten Rohstoffe abgeschlossen.

Dem Preisdruck, insbesondere der asiatischen Wettbewerber durch deren Lohnkostenvorteil, begegnet die Gesellschaft durch technologisch führende und innovative Produkte, die in hoher Qualität zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit des VARTA AG Konzerns, neue Batterie-Technologien in eine Massenproduktion zu überführen. Die zentrale IT-Abteilung des Konzerns ist weltweit für alle Informationssysteme und Berechtigungen der Anwender zuständig. Die IT-Landschaft ist global sehr einheitlich und wenig fragmentiert. Hierbei wird mit wachsender Unternehmensgröße der nahtlose Zugriff auf relevante Daten, Systeme und technische Anwendungen für die Mitarbeiter gewährt. Die IT überwacht kontinuierlich den Systembetrieb, überprüft regelmäßig die bestehenden Berechtigungen der einzelnen Anwender und passt gegebenenfalls die Zugriffsrechte auf die einzelnen Systeme an. Aus diesem Grund wird das Risiko im IT-Bereich auch als beherrschbar eingeschätzt.

10.6 STRATEGISCHE RISIKEN

Das Produkt-Portfolio trägt zu einer erfolgreichen Positionierung gegenüber den Wettbewerbern bei. Der VARTA AG Konzern steht für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Das Risiko der technologischen Substitution wird als mittel eingeschätzt. Durch eine ständige Marktbeobachtung und einen engen Kontakt zu innovativen Herstellern kann dieses Risiko reduziert werden.

Das starke Marktwachstum bei wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Kopfhörer animiert asiatische Wettbewerber zum Nachbau der patentgeschützten Produkte. Die Gesellschaft besitzt relevante Schutzrechte in Europa, USA, China und Japan und geht, sofern erforderlich, mit rechtlichen Schritten gegen Patentverletzungen vor. Das Risiko wird als mittel eingestuft.

Insbesondere die Technologiebeherrschung und Innovationsfähigkeit ist eine wesentliche Stärke. Durch den Fokus auf Forschung und Entwicklung sowie ein großes Netzwerk an Forschungspartnern ist der Konzern exzellent aufgestellt, um den technologischen Fortschritt des relevanten Industriebereiches mitzugestalten. Die Einschränkung durch mögliche Ersatztechnologien wird sehr genau beobachtet. Mittelfristig werden keine wesentlichen Auswirkungen von möglichen Ersatztechnologien auf das Kerngeschäft des Konzerns gesehen. Es besteht eher die Chance, die technologische Entwicklung in den Geschäftssegmenten mitgestalten zu können.

Dennoch müssen in einem stark wachsenden und innovativen Umfeld natürlich zu jedem Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen für das Unternehmen getroffen werden, um entsprechend langfristig und erfolgreich am Markt bestehen zu können. Trotz der externen Natur der meisten Risiken müssen strategische Risiken rechtzeitig erkannt und entsprechend darauf reagiert werden. Zur frühzeitigen Erkennung der Risiken wird das Markt- und Wettbewerbsumfeld permanent beobachtet. Das mögliche Ausmaß der Risiken bemisst sich maßgeblich an der Größe des Absatzvolumens. Je nach Ausprägung werden produktspezifische und gegebenenfalls regional unterschiedliche Maßnahmen ergriffen.

Die Kundenkonzentration hat bedingt durch das starke Wachstum im Bereich Entertainment zugenommen. Allerdings hat weiterhin kein Einzelkunde einen Anteil von mehr als 20% vom Konzernumsatz. Die Gesellschaft begegnet der höheren Kundenkonzentration im Bereich Entertainment durch die Verbreiterung der Kundenbasis. Auch trägt die Akquisition von VARTA Consumer zur Diversifizierung der Umsatzströme bei. Insgesamt wird dieses Risiko als mittel eingestuft.

10.7 FINANZIELLE UND AUSFALLRISIKEN

Durch das internationale Vertriebsgebiet und den weltweiten Einkauf von Rohstoffen und Komponenten entstehen Fremdwährungsrisiken für den Konzern. Diese Risiken werden eingehend analysiert und bewertet. Fremdwährungsrisiken werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert und dadurch reduziert Den Termingeschäften stehen operative Zahlungsströme in zumindest vergleichbarer Höhe gegenüber. Geldanlagen und derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich mit Geldinstituten von guter Bonität abgeschlossen. Für Kreditbeziehungen aus Lieferungen und Leistungen werden weitestgehend Kreditversicherungen zur Minimierung des Ausfallrisikos abgeschlossen. Ferner werden zur Bonitätsbeurteilung von Kunden und zur Vermeidung von Zahlungsausfällen Kreditauskünfte eingeholt und historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere zum Zahlungsverhalten, berücksichtigt. Dafür ist ein umfassendes Debitorenmanagement eingerichtet. Soweit bei den einzelnen finanziellen Vermögenswerten Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese entsprechend wertberichtigt.

Weitere Risiken, die sich aus dem geschäftsüblichen Zahlungsverkehr oder durch mögliche Steuernachzahlungen ergeben, werden als gering eingeschätzt.

Die Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte, insbesondere der aktivierten Entwicklungsleistungen in den Geschäftssegmenten wird regelmäßig überprüft. Die Werthaltigkeit der immateriellen Vermögenswerte basiert auf der Langfristplanung der jeweiligen Geschäftssegmente zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Verbleibende Restrisiken sind als unwesentlich anzusehen.

10.8 SONSTIGE RISIKEN

Unter sonstige Risiken werden alle verbleibenden Risiken erfasst, die sich nicht den anderen Risikoklassen zuordnen lassen. Unter Compliance Risiken werden Strafen, finanzielle oder andere materielle Ausfälle aufgrund von Gesetzesverstößen und der Nichteinhaltung von unternehmensinternen Vorschriften oder Grundsätzen verstanden. Die Compliance Risiken werden insgesamt als gering eingestuft.

10.9 CHANCEN DER KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG

Bezüglich der weiteren Entwicklung des VARTA AG Konzerns ist neben den insgesamt positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Entwicklung der für den Konzern relevanten Märkte für Batterieanwendungen von entscheidender Bedeutung.

Ein Erfolgsfaktor ist die zentralisierte und EDV-gestützte Planung und Steuerung der weltweiten Warenströme. Dadurch ist der Konzern in der Lage, gesellschafts- und länderübergreifend die Warenströme zu optimieren. Mit dem weiteren Ausbau eines Fertigungsstandortes in Deutschland wird der Aufbau von Produktionskapazitäten vorangetrieben, um die steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien bedienen zu können.

Chancen werden in der hohen Qualität der Produkte, unterstützt durch Innovationsfähigkeit und eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, gesehen. Mit ständigen Investitionen zur Kapazitätserweiterung und der damit verbundenen flexibleren Lieferbereitschaft ist der Konzern gut positioniert, um von den wachsenden Märkten für Batterieanwendungen zu profitieren. Das Wachstum wird von der alternden Weltbevölkerung, einer wachsenden technologischen Vernetzung und einer voranschreitenden Miniaturisierung angetrieben. Kunden schätzen neben der Qualität der Produkte auch die Zuverlässigkeit des Konzerns, was durch bestehende langfristige Liefer- und Leistungsbeziehungen gezeigt wird.

10.10 GESAMTBILD DER RISIKOLAGE DES KONZERNS

Risiken aus ungünstigen Entwicklungen bei Währungskursen und Rohstoffpreisen wurde durch Absicherung der Hauptwährungen und Rohstoffe entgegengewirkt. Das Risiko steigender Transportkosten aus dem Bereich der operativen Risiken soll durch Aufbau eines Fertigungsstandortes in Osteuropa und der damit einhergehenden Verkürzung der Transportwege begegnet werden. Risiken durch Lohnkostennachteile gegenüber überwiegend Wettbewerbern aus dem asiatischen Raum, welches ebenfalls im Bereich der operativen Risiken angesiedelt ist, wird durch die weitere Automatisierung der Fertigungsprozesse in Deutschland sowie die optimale Nutzung des Produktionsnetzwerks in Asien und Osteuropa begegnet. Den Risiken durch fehlende Produktions- und Lagerflächen wirken Gebäudeerweiterungen entgegen. Um dem Risiko der Abhängigkeit von Einzelkunden entgegenzuwirken, wird die Kundenbasis verbreitert. Auch trägt die Akquisition von VARTA Consumer zur Diversifizierung der Umsatzströme bei. Durch ständige Marktbeobachtung und Produktentwicklung begegnet die Gesellschaft dem Risiko von Ersatztechnologien.

Aufgrund der dargestellten Chancen und Risiken werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die strategischen Ziele des Konzerns erwartet.

11 AUSBLICK

Das strukturelle Wachstum der Kernmärkte, die nach eigener Einschätzung starken Marktposition in diesen Kernmärkten sowie die weiterhin massiven Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten werden zu einer positiven Geschäftsentwicklung in 2020 führen. Die erstmalige Konsolidierung des akquirierten VARTA Consumer Geschäftes wird zusätzlich zu einem sehr deutlichen Anstieg des Konzernumsatz und bereinigten EBITDA führen. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme konstanter Währungskurse.

Angesichts des sich weltweit ausbreitenden Corona Virus sind negative Einflüsse auf den VARTA AG Konzern nicht auszuschließen. Dies könnte sowohl die Produktionsmöglichkeiten an unseren Standorten, unsere Transportmöglichkeiten zu unseren Kunden als auch Beeinträchtigungen unserer Lieferanten betreffen. Nicht auszuschließen ist ebenso, dass unsere Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen zeitweise keine Produkte von uns abnehmen können. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung waren diese Risiken nicht abschätzbar und konnten deshalb im Rahmen der Planung nicht berücksichtigt werden.

VARTA AG Konzern

Es wird für 2020 ein Konzernumsatz zwischen 780 Mio. € und 800 Mio. € erwartet. Das entspricht einem Umsatzwachstum zwischen 115 % bis 120 % im Vergleich zum Vorjahr (einschließlich VARTA Consumer). Das organische Umsatzwachstum, ohne die VARTA Consumer, wird zwischen 32 % und 38 % liegen.

Das bereinigte Konzern-EBITDA wird 2020 in einem Korridor zwischen 175 Mio. € und 185 Mio. € liegen und damit um zwischen 79 % und 90 % im Vorjahresvergleich zulegen (einschließlich VARTA Consumer). Ohne VARTA Consumer wird das bereinigte EBITDA zwischen 50 % und 60% im Vergleich zu 2019 wachsen.

Aufgrund der ungebrochen sehr hohen Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien (CoinPower) werden die Produktionskapazitäten weiter massiv ausgebaut. Das CAPEX, also die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, wird im nächsten Jahr zwischen 300 Mio. € und 330 Mio. € liegen.

Das Microbatteries-Geschäft sowie der Bereich "Power Pack Solutions" werden zukünftig im Segment "Microbatteries & Solutions" zusammengefasst. Darunter fällt auch das Geschäft mit Lithium-Ionen-Batterien. Der Schwerpunkt von "Microbatteries & Solutions" wird künftig im OEM-Geschäft liegen.

Das Consumer-Batteriegeschäft bildet zukünftig zusammen mit dem Energiespeicher-Geschäft der bisherigen VARTA AG das neue Segment "Household Batteries". Die Sparte fokussiert sich innerhalb des VARTA AG Konzerns auf das Konsumentengeschäft mit eigenem Vertrieb, Marketing und Produktion.

Segment Microbatteries & Solutions

Im Bereich der Hörgeräte-Batterien soll die nach eigener Einschätzung marktführende Position in einem strukturell wachsenden Markt weiter ausgebaut werden. Aufgrund der starken Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für wireless Headsets im Bereich Entertainment & Industrial ist eine massive Ausweitung der Produktionskapazitäten geplant. Dies stellt das größte Wachstumspotenzial im Segment Microbatteries & Solutions dar. Im Segment Microbatteries & Solutions wird für das Geschäftsjahr 2020 auf vergleichbarer Basis von einem sehr deutlichen Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich ausgegangen. Durch die weitere Skalierung des Geschäftsmodells wird von einem sehr deutlichen Anstieg des bereinigten EBITDA ausgegangen, das sich im Vergleich zum Umsatz weiter überproportional entwickeln soll.

Segment Household Batteries

Bei den stationären Energiespeicher wird ein sehr deutliches Wachstum erwartet, das mindestens dem Marktwachstum entsprechen soll. Zusätzlich wird das erworbene VARTA Consumer Geschäft im Geschäftsjahr 2020 einen zusätzlichen Umsatz von rund 300 Million Euro leisten. Es wird eine EBITDA-Marge im niedrig zweistelligen Bereich für das Geschäftsjahr 2020 erwartet.

In die Prognosen für Chancen und Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung fließen die langjährigen Erfahrungen im Batteriegeschäft ein. Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft beziehen. Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

12 NACHTRAGSBERICHT

Es wird auf die im Konzernanhang gemachten Angaben über die Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verwiesen.

13 SCHLUSSERKLÄRUNG ZUM ABHÄNGIGKEITSBERICHT

Der Vorstand erklärt gemäß § 312 Abs. 3 HGB, dass die VARTA AG, Ellwangen, bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen nach § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden.

14 ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

Das gezeichnete Kapital der VARTA AG beträgt zum 31. Dezember 2019 € 40.421.686. Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien. Es handelt sich hierbei um auf den Inhaber lautende Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von EUR 1 repräsentieren.

Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands

Bestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgen auf der Grundlage der §§ 84, 85 AktG. Der Vorstand besteht gem. § 6 der Satzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Mitglieder des Vorstands wird vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands (CEO) sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. Oktober 2022 einmalig oder mehrfach gegen Bar- oder Sacheinlagen bis zu einem Betrag von € 9.618.314,00 (genehmigtes Kapital I) bzw. bis zu einem Betrag von € 2.960.000 (genehmigtes Kapital 2017 II) zu erhöhen. Vom genehmigten Kapital I wurde im Rahmen der Kapitalerhöhung im Juni 2019 in Höhe von € 2.221.686,00 Gebrauch gemacht. Zudem wurde in der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu T€ 11.840 zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten beschlossen.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Es bestehen keine Beschränkungen der Stimmrechte. Alle Aktien der Gesellschaft sind mit dem gleichen Stimmrecht ausgestattet. Es bestehen keine Einschränkungen hinsichtlich der Übertragbarkeit der Aktien der Gesellschaft.

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Herr Prof. DDr. Michael Tojner ist als Aufsichtsratsvorsitzender der VARTA AG und Hauptaktionär der Montana Tech Components AG, Reinach (Schweiz), über deren Tochtergesellschaften VGG GmbH, Wien (Österreich), mit 56,86 % und der ETV Montana Tech Holding AG, Wien (Österreich), mit 1,47 %, mit insgesamt 58,33 % an der VARTA AG beteiligt.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

 

Ellwangen, 27. März 2020

VARTA Aktiengesellschaft

Herbert Schein

Steffen Munz

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst),

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VARTA AG, Ellwangen (Jagst) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht (im Folgenden Lagebericht) der VARTA AG, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Werthaltigkeit der Finanzanlagen

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf den Anhang unter Punkt 2. Angaben zu den Anteilen an verbundenen Unternehmen und zu den Ausleihungen an verbundene Unternehmen finden sich unter den Punkten 26 (Beteiligungsliste) und 4 im Anhang.

DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS

Im Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2019 werden unter den Finanzanlagen Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 32.701 und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 97.209 ausgewiesen. Der Anteil dieser Finanzanlagen an der Bilanzsumme beläuft sich auf insgesamt 32,4 % und hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage der Gesellschaft.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Den beizulegenden Wert ermittelt die Gesellschaft für Anteile an verbundenen Unternehmen mithilfe des Discounted-Cashflow-Verfahrens. Für Ausleihungen wird in Abhängigkeit von der verbleibenden Laufzeit zur Ermittlung des beizulegenden Wertes ebenfalls das Discounted-Cashflow-Verfahren verwendet.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Finanzanlagen ist komplex und beruht auf einer Reihe von ermessensbehafteten Faktoren. In die Bewertung auf Basis des Discounted-Cashflow-Verfahrens fließen Annahmen der Gesellschaft ein, die mit Schätzungen und Ermessensspielräumen verbunden sind. Die bedeutsamsten Annahmen zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Finanzanlagen stellen dabei die erwarteten künftigen Zahlungsströme, das erwartete langfristige Wachstum sowie die verwendeten Diskontierungszinssätze dar.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Finanzanlagen nicht werthaltig sind.

UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG

Zunächst haben wir anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt, bei welchen Anteilen Anhaltspunkte für einen Abschreibungsbedarf bestehen. Dazu haben wir in Gesprächen mit den gesetzlichen Vertretern ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt und die Ausgestaltung und Implementierung der Kontrollen für den Prozess der Planungserstellung beurteilt. Anschließend haben wir durch einen retrospektiven Vergleich der Planwerte für die Umsatzerlöse und für das Ergebnis vor Steuern aus den vergangenen Jahren mit den tatsächlich eingetretenen Ist-Werten die Planungssicherheit der Gesellschaft beurteilt. Basierend auf den Ergebnissen dieser Prüfungshandlung haben wir zusätzliche Nachweise für die Planung der zukünftigen Geschäftsjahre angefordert.

Daraufhin haben wir unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten die Angemessenheit der wesentlichen Annahmen sowie des Bewertungsmodells der Gesellschaft für ausgewählte wesentliche Anteile und Ausleihungen beurteilt. Dazu haben wir die erwarteten Zahlungsströme sowie die unterstellten langfristigen Wachstumsraten mit den Planungsverantwortlichen erörtert und mit zugehörigen Nachweisen abgestimmt. Außerdem haben wir Abstimmungen mit der von den gesetzlichen Vertretern erstellten und vom Aufsichtsrat genehmigten Planung für das erste Planungsjahr vorgenommen und die Fortschreibung der Planung über die Planungsperiode verifiziert.

Die dem Diskontierungszinssatz zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, haben wir gewürdigt und das Berechnungsschema nachvollzogen.

Zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit des verwendeten Bewertungsmodells haben wir die Berechnungen der Gesellschaft auf Basis risikoorientiert ausgewählter Elemente nachvollzogen.

UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Vorgehensweise zur Beurteilung der Werthaltigkeit der Finanzanlagen unter Berücksichtigung der bedeutsamsten Annahmen ist insgesamt angemessen. Die angewandte Bewertungsmethode ist sachgerecht.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 21. Mai 2019 als Jahresabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. November 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2017 als Abschlussprüfer der VARTA AG als kapitalmarktorientiertes Unternehmen tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortliche Wirtschaftsprüferin

Die für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Petra Mayran.

 

Stuttgart, den 27. März 2020

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Mayran, Wirtschaftsprüferin

Hundshagen, Wirtschaftsprüfer