VARTA AGEllwangenVARTA AG: Quartalsmitteilung Q3 2021VISIONWir definieren die Zukunft der Batterietechnologie, um
ein unabhängigeres Leben zu ermöglichen.
MISSIONDurch kontinuierliche Investitionen in Forschung und
Entwicklung setzen wir den Maßstab für die
Batterietechnologie und die Anpassung an
Kundenwünsche, um die Marktführerschaft in
unseren Geschäftsfeldern anzustreben.
VARTA AG - AUSGEWÄHLTE KONZERN-KENNZAHLENscrollen
* Vergleichszeitraum bezieht sich auf den 31.
Dezember 2020
VARTA AGDie VARTA AG produziert und vermarktet ein umfassendes
Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien,
Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen
Batterielösungen für eine Vielzahl von
Anwendungen und setzt als Technologieführer in
wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als
Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den
Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions &
Microbatteries" und "Household Batteries" tätig. Das
Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries"
(vormals Microbatteries & Solutions) wurde neu benannt
und fokussiert sich auf auf die Geschäftsbereiche
Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Large
Cells sowie auf Lithium-Ion Battery Packs. Durch intensive
Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen
der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien
weltweit Maßstäbe und ist so anerkannter
Innovationsführer in den wichtigsten
Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie
bei primären Hörgerätebatterien. Das Segment
"Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft
für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus,
Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten
sowie Energiespeicher. Der VARTA AG Konzern
beschäftigt derzeit rund 4.700 Mitarbeiter. Mit
fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa
und Asien, sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den
USA, sind die operativen Tochtergesellschaften der VARTA AG
derzeit in über 75 Ländern weltweit tätig.
Lithium-Ion Solutions & MicrobatteriesDas Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries"
fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche
Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Large
Cells sowie auf Lithium-Ion Battery Packs. Bisher wurden
die Mikrobatterien und die Hörgerätebatterien
für den professionellen Bereich unter Healthcare
abgebildet. CoinPower mit den OEM-Mikrobatterien war im
Bereich Entertainment zusammengefasst.
Household BatteriesDas Segment "Household Batteries" umfasst das
Batteriegeschäft für Endkunden darunter
Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power
(Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Im
Bereich Consumer (Haushaltsgerätebatterien) ist die
VARTA AG europäischer Marktführer mit
Produktionsstandort Deutschland. Die innovativen
Qualitätsprodukte werden mit modernster Technologie
und dem Know-How von international qualifizierten
Fachleuten entwickelt und gefertigt. Neben der
Innovationskraft machen Sortimentsbreite, Qualität und
Design das Angebot einzigartig. Für VARTA ist dabei
der intensive Fokus auf den Lebensstil der Konsumenten und
die enge Zusammenarbeit mit dem Handel essenziell, um
schnell und flexibel auf aktuelle Gerätetrends mit
optimalen Energielösungen antworten zu können. Im
Bereich der Energy Storage Systems trägt VARTA mit der
Entwicklung und Herstellung von Energiespeichern ihren Teil
zur Umsetzung der Energiewende bei. Die
Energiespeicherlösungen von VARTA im Heim- und
Großspeichermarkt reichen von kompakten
Einsteigermodellen, wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo,
bis hin zum Großspeicher VARTA flex storage für
gewerbliche Anwendungen. Die AC-gekoppelten Systeme haben
einen integrierten Batteriewechselrichter und sind ohne
zusätzlichen PV-Wechselrichter mit allen Quellen
grüner Energie kombinierbar. Damit sind sie für
alle Neuinstallationen und Nachrüstungen geeignet. Das
intelligente Energiemanagementsystem sorgt zudem für
die optimale Ausnutzung der selbst produzierten
Solarenergie und ist darauf ausgelegt, den Eigenverbrauch
deutlich zu erhöhen.
Geschäftsverlauf in den ersten neun MonatenVARTA AG hält an bereinigter EBITDA-Marge von 30 Prozent festscrollen
Trotz anhaltender Auswirkungen der globalen Covid-19
Pandemie auf das Geschäft einiger Kunden blickt die
VARTA AG zuversichtlich auf die kommenden Monate. So geht
das Technologieunternehmen aus Ellwangen in diesem Jahr von
einer weiter steigenden Profitabilität aus. Das
bereinigte EBITDA stieg um rund 3 % auf 182,5 Mio. €
(EBITDA: 182,0 Mio. €, +20,1 %). Damit sieht die VARTA
AG ihr Ziel einer weiter gestiegenen bereinigte
EBITDA-Marge auf rund 30 % für 2021 bestätigt. Im
Frühjahr hatte VARTA den Start der Pilotproduktion von
ultra-hochleistungsfähigen Lithium-Ionen-Rundzellen
zum Ende des Jahres angekündigt. Kürzlich hatte
das Unternehmen zudem bekanntgegeben, mit noch
größeren Zellenformaten nun auch
Antriebsbatterien für batterieelektrische Fahrzeuge
(BEV) bauen zu wollen. Die Zielgruppe ist hierbei der
Performance-Sektor des automobilen Premium-Segments.
Details hierzu will VARTA im Frühjahr 2022 nennen. Mit
der Ende Juni offiziell eröffneten neuen
Lithium-Ionen-Zellenfabrik am Standort Nördlingen hat
die VARTA AG nun die Infrastruktur, um bis zu 400 Millionen
Lithium-Ionen-Knopfzellen pro Jahr produzieren zu
können. Neue Projekte mit Kunden für
kleinformatige Lithium-Ionen Zellen sind in der Planung.
Herbert Schein, Vorstandsvorsitzender der VARTA AG: "Wir
werden das sehr gute operative Ergebnis des vergangenen
Jahres noch einmal steigern - und das, obwohl unsere Kunden
derzeit von hohen Rohstoffpreisen, dem Fehlen wichtiger
elektronischer Komponenten und Produktionsausfällen
durch lokale Lockdowns betroffen sind. Wir blicken sehr
optimistisch in die Zukunft." VARTA rechnet laut Schein bei
den kleinen Lithium-Ionen-Zellen mit einem weiter
steigenden Markt. Das Unternehmen sei durch den
Kapazitätsausbau für weitere Impulse wie das
Bundling von Smartphones mit True Wireless Stereo Headsets
(TWS) gerüstet. Bei den größeren
Lithium-Ionen-Rundzellen sei das Unternehmen im Plan.
"VARTA bereitet sich derzeit auf eine Wachstumsoffensive
vor. V4Drive ist ein voller Erfolg. Das sehen wir an dem
hohen Kundeninteresse. In den kommenden zwei Jahren bauen
wir eine Massenproduktion für die Zelle im Format
21700 auf. Wir entscheiden über die Größe
Ende des Jahres auf Grundlage der Kundenbestellungen."
Armin Hessenberger, Finanzvorstand (CFO) der VARTA AG,
ergänzt: "Unsere avisierten Kundenaufträge laufen
derzeit - wenngleich verspätet - an. Wir werden daher
das Ziel einer weiter gestiegenen bereinigte EBITDA-Marge
von rund 30 Prozent in diesem Jahr erreichen und einen
Umsatz von rund 900 Mio. € erzielen. Die niedrige
Verschuldungsquote Net Debt zu EBITDA von knapp über 1
gibt uns den nötigen finanziellen Spielraum für
weiteres Wachstum."
1. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage1.1. ErtragslageKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01.01.-30.09.2021 (ungeprüft)scrollen
UmsatzDer Umsatz des VARTA AG Konzerns ist Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 1,3 % von 630,3 Mio. € auf 622,3
Mio. € zurückgegangen.
Der Umsatz im Segment Lithium-Ion Solutions &
Microbatteries liegt mit 365,8 Mio. € um 5,9 % unter
dem Vorjahr (388,9 Mio. €). Im Geschäft mit den
Hörgerätebatterien profitiert das Unternehmen von
der zunehmenden Nachfrage nach wiederaufladbaren
Lithium-Ionen-Zellen und bei Lithium-Ion Battery Packs
setzt sich das hohe Wachstum fort. Der Umsatz mit
wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für
Hightech-Consumerprodukte ist auf Grund des
Preisrückgangs für die nicht strategische
Assemblierung (Ableiter für die Batteriezelle) und dem
verzögerten Anlaufen neuer Kundenprojekte im dritten
Quartal belastet. Des Weiteren waren Produktionsstandorte
unserer Kunden in Asien von Energieausfällen oder
teilweisen Lock Downs durch COVID19 betroffen.
Der Umsatz im Segment Household Batteries ist um 15,3
Mio. €, von 241,2 Mio. € auf 256,5 Mio. €,
angestiegen. Das Geschäft mit Konsumentenbatterien
(ehemals VARTA Consumer) hat sich gut entwickelt. Deutlich
besser als im Vorjahr hat sich das Geschäft mit
Energiespeicherlösungen entwickelt. Hier hat die hohe
Nachfrage nach Energiespeichern zu einem sehr hohen
zweistelligen Umsatzzuwachs beigetragen.
Der deutliche Anstieg an Beständen von fertigen und
unfertigen Erzeugnissen ist auf zwei Entwicklungen
zurückzuführen. Einerseits hat die VARTA Consumer
im Vorgriff auf das Jahresendgeschäft produziert und
andererseits hat das Geschäftsfeld Lithium-Ion
CoinPower mit der Herstellung von TWS Batterien für
einen anlaufenden Kundenauftrag begonnen.
Aufwendungen und sonstige betriebliche ErträgeIm Berichtszeitraum belaufen sich die
Materialaufwendungen auf 242,0 Mio. € im Vergleich zu
237,9 Mio. € im Vorjahresvergleichszeitraum. Dies
entspricht einer Steigerung von 1,7 %. Die
Materialaufwandsquote hat sich von 37,4% auf 37,0% leicht
verbessert.
Der Personalaufwand ist von 191,6 Mio. € auf 186,6
Mio. € um 2,6 % zurückgegangen. Grund
hierfür ist der Wegfall der
Restrukturierungsaufwendungen im Zuge des Erwerbs der Varta
Consumer Gesellschaften. Der Personalaufwand enthält
den Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in
Höhe von 0,4 Mio. € (2020: 0,7 Mio. €).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe
von 88,1 Mio. € um 0,1 % auf 88,0 Mio. € gesunken
und damit nahezu unverändert zum Vorjahr.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 13,2
Mio. € von 28,9 Mio. € auf 42,1 Mio. € in
den ersten neun Monaten 2021 gegenüber dem Vorjahr
angestiegen. Durch den Wegfall der Erträge der
Service-Leistungen für den ehemaligen Eigentümer
der VARTA Consumer, gingen die sonstigen betrieblichen
Erträge um insgesamt 21,0 Mio. € zurück.
Diesen standen entsprechende Aufwendungen in ähnlicher
Größenordung gegenüber.
EBITDADas EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen,
Zinsen, Steuern) ist von 151,6 Mio. € auf 182,0 Mio.
€ angestiegen. Die Verbesserung wurde durch eine
bessere operative Leistung erzielt, die sich auch unter
anderem in der Bestandserhöhung der fertigen und
unfertigen Erzeugnisse von 26,0 Mio. € widerspiegelt.
Den höheren betrieblichen Erträgen von 13,2 Mio.
€, stehen Aufwendungen im Zusammenhang mit der
Entwicklung der kleinen und großformatigen Zellen
gegenüber.
Bereinigtes EBITDADas bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor
Abschreibungen, Zinsen, Steuern, bereinigt um
Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des
Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA
für den Vorstand die geeignete
Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen
Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente. Als
Sondereffekte wurden zum einen der nicht zahlungswirksame
Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in
Höhe von 0,4 Mio. € (2020: 0,7 Mio. €) und
zum anderen die Aufwendungen aus M&A-Transaktionen in
Höhe von 0,1 Mio. € (2020: 1,8 Mio. €)
bereinigt. Die nachfolgende Tabelle stellt die
Überleitung vom EBITDA zum bereinigten EBITDA dar:
scrollen
Das bereinigte EBITDA ist im Berichtszeitraum von 176,8
Mio. € auf 182,5 Mio. €, gegenüber dem
Vorjahr, gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 3,2 %
im Vergleich zum Vorjahr und liegt deutlich über der
Umsatzentwicklung. Die Steigerung des bereinigten EBITDA
ist das Ergebnis aus weiteren Produktivitäts- und
Effizienzsteigerungen in beiden Segmenten sowie Synergien
in Zusammenhang mit dem Kauf des VARTA Consumer
Geschäfts. Im laufenden Jahr sind, neben den
aktienbasierten Vergütungen, keine nennenswerten
Bereinigungsposten zu erwarten.
Betriebsergebnis (EBIT)Das Betriebsergebnis hat sich von 114,7 Mio. € auf
113,5 Mio. € im Vorjahresvergleich geringfügig
verringert. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die
erhöhten Abschreibungen überproportional
ausgewirkt. Maßgeblich für die höheren
Abschreibungen von 31,7 Mio. € waren die
letztjähringen hohen Investitionen in das
Sachanlagevermögen für die Erweiterung der
Produktionskapazitäten.
FinanzergebnisDas Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr auf
Grund von Wechselkurseffekten (Anzahlungen und Ausleihungen
in USD) und Zinssteigerungen von -4,9 Mio. € in 2020
auf -6,3 Mio. € in 2021 verändert.
SteuernDer Steueraufwand hat sich gegenüber dem
Vorjahreszeitraum nur geringfügig von 31,5 Mio. €
in 2020 auf 31,2 Mio. € in 2021 verändert. Daraus
resultiert eine effektive Steuerquote von 29,2 % (2020:
28,7 %), bezogen auf das Ergebnis vor Steuern.
KonzernergebnisDas Konzernergebnis liegt mit 3,1 % leicht unter dem
Vorjahresniveau und beträgt 75,9 Mio. € (2020:
78,3 Mio. €).
1.2. Vermögens- und FinanzlageKonzern-Bilanz zum 30. September 2021 (ungeprüft)AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Langfristige VermögenswerteDie langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
um 123,4 Mio. € von 686,9 Mio. € in 2020 auf
810,3 Mio. € im Berichtszeitraum. Dieser deutliche
Anstieg resultiert hauptsächlich aus der Erhöhung
des Sachanlagevermögens von 596,6 Mio. € zum 31.
Dezember 2020 auf 716,1 Mio. € zum 30. September 2021.
Die wesentliche Ursache für diese Entwicklung ist das
im Vorjahr begonnene Investitionsprogramm zur
Kapazitätsausweitung. Die sonstigen
Vermögenswerte in Höhe von 17,7 Mio. € sind
nahezu unverändert zum Jahresende 2020 geblieben (31.
Dezember 2020: 19,9 Mio. €).
Kurzfristige VermögenswerteDie kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich
von 435,9 Mio. € zum 31. Dezember 2020 auf 457,7 Mio.
€ zum 30. September 2021 und sind damit im
Wesentlichen unverändert geblieben.
Eigenkapital/EigenkapitalquoteZum Ende des dritten Quartals 2021 lag das Eigenkapital
bei 482,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 499,1 Mio.
€). Der Rückgang des Eigenkapitals ist im
Wesentlichen auf den Mittelabfluss durch die
Dividendenzahlung in Höhe von 100,6 Mio. €
zurückzuführen. Die Eigenkapitalquote lag zum
Stichtag bei 38,1 % (2020: 44,4 %).
Langfristige SchuldenDie langfristigen Schulden sind um 72,2 Mio. € von
246,0 Mio. € am 31. Dezember 2020 auf 318,2 Mio.
€ zum 30. September 2021 angestiegen und beruhen
großteils auf der Mittelaufnahme durch Kredite in
Höhe von 59,6 Mio. € sowie zusätzlichen
Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 25,8 Mio. €
durch einen Gebäudezugang am Standort Nördlingen.
Gegenläufig verringerten sich die langfristigen
erhaltenen Anzahlungen um 27,3 Mio. €.
Kurzfristige SchuldenDie kurzfristigen Schulden sind von 377,7 Mio. €
auf 467,2 Mio. € gestiegen. Der Anstieg resultiert aus
der Inanspruchnahme einer flexiblen Betriebsmittellinie des
Konsortialkredites in Höhe von 129,3 Mio. €.
Gegenläufig reduzierten sich die sonstigen
Rückstellungen um 18,1 Mio. € und die sonstigen
Verbindlichkeiten um 10,1 Mio. €.
Net Working CapitalDas Net Working Capital hat sich von 56,5 Mio. €
zum Jahresende 2020 auf 155,5 Mio. € zum 30. September
2021 erhöht. Dies entspricht einer Zunahme von 99,0
Mio. € im Vergleich zum 31. Dezember 2020. Im
Wesentlichen ist dies auf die Erhöhung der fertigen
und unfertigen Erzeugnissen in Höhe von 36,2 Mio.
€ sowie den Anstieg der Forderungen (44,6 Mio. €)
zurückzuführen. Maßgeblich hierfür ist
das Anlaufen eines Kundenauftrages, sowie saisonale Effekte
im Consumer Geschäft. Die Net Working Capital Quote
stieg damit von 6,5 % auf 18,0 % an.
Kapitalflussrechnungscrollen
Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit beträgt im
Geschäftsjahr -28,2 Mio. € und liegt damit 162,3
Mio. € unter dem Vorjahreswert. Dies ist vor allem auf
die Verminderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen um 37,6 Mio. €, den Rückgang von
Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus
Personalvorsorge in Höhe von 50,9 Mio. €, den
Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte um
71,3 Mio. €, den Anstieg der Vorräte um 12,5 Mio.
€ und die Erhöhung der bezahlten Ertragsteuern um
16,9 Mio. € zurückzuführen. Gegenläufig
wirken die Abschreibungen, die von 36,9 Mio. € auf
68,5 Mio. € gestiegen sind.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von
-275,1 Mio. € auf -143,0 Mio. € verändert
und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Die
Veränderung zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus
der in 2020 erfolgten Kaufpreiszahlung für den Erwerb
des VARTA Consumer Batteries Geschäft. Die
Auszahlungen in Sachanlagen reduzierten sich
erwartungsgemäß um 51,9 Mio. € im Vergleich
zu den ersten neun Monaten im Vorjahr. Ursächlich
hierfür ist das geplante Investitionsprogramm zur
Erweiterung der Produktionskapazitäten bei den
Lithium-Ionen-Knopfzellen und Investitionen im Rahmen des
IPCEI.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im
Geschäftsjahr von 28,0 Mio. € in 2020 auf 79,4
Mio. € in 2021 erhöht. Maßgeblich
hierfür war die Aufnahme neuer Kredite.
Gegenläufig wirkte die Auszahlung der Dividende im
zweiten Quartal von rund 100,6 Mio €.
Der Bestand der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente betrug zum 30. September
2021 31,1 Mio. € (2020: 130,7 Mio. €).
2. Ertragslage SegmenteDas Unternehmen ist in den Geschäftssegmenten
Lithium-Ion Solutions & Microbatteries und Household
Batteries tätig. Im Segment Lithium-Ion Solutions
& Microbatteries sind die Geschäftsbereiche
Microbatteries, Lithium-Ion Coin Power, Lithium-Ion Large
Cells und Lithium-Ion Battery Packs zusammengefasst. Das
zweite Segment Household Batteries umfasst die
Geschäftsbereiche Consumer und Energy Storage Systems.
Lithium-Ion Solutions & Microbatteriesscrollen
Der Umsatz im Segment Lithium-Ion Solutions &
Microbatteries erreichte in den ersten neun Monaten 2021
365,8 Mio. € und liegt damit 5,9 % unter dem
Vorjahreszeitraum. Neue Kundenprojekte mit
wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für
Hightech-Consumerprodukte, sind im dritten Quartal
verzögert angelaufen und sind damit auch mit einem
geringeren Anteil umsatz- und ergebniswirksam geworden.
Zusätzlich haben sich Preiserhöhungen von
Rohstoffen belastend ausgewirkt, die nicht vollständig
durch Effizienzsteigerungen kompensiert und nur teilweise
an Kunden übertragen werden konnten. Unsere
größten Kunden fertigen ihre Produkte (TWS) in
Asien. Hier sind einzelne Fabriken durch
Energieausfälle oder teilweise Lock Downs durch
COVID19 in ihren Produktionsmöglichkeiten
eingeschränkt - was sich ebenfalls belastend
ausgewirkt hat. Belastend haben sich die USD/EUR
Währungskursentwicklung und die Preisreduktionen in
der nicht strategischen Assemblierung ausgewirkt. Bei den
Hörgerätebatterien ist die weltweite
Marktposition in einem strukturell wachsenden Markt weiter
gut. Der Konzern profitiert derzeit von seinem sehr
robusten Geschäftsmodell bei primären
Hörgerätebatterien und von der deutlichen Zunahme
der Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen.
Im Geschäft mit den Lithium-Ion Battery Packs setzt
sich das sehr hohe Wachstum fort.
Household Batteriesscrollen
Das Segment Household Batteries umfasst das
Geschäft der Konsumentenbatterien und die
Energiespeicherlösungen. Der Umsatz im Segment
Household Batteries ist in den ersten neun Monaten 2021 von
241,2 Mio. € auf 256,5 Mio. € gestiegen. Dies
entspricht einem Umsatzwachstum von 6,4 % im Vergleich zum
Vorjahr. Das bereinigte EBITDA ist von 35,5 Mio. € auf
42,1 Mio. € angestiegen (+18,4 %) was einer deutlich
überproportionalen Steigerung gegenüber der
Umsatzentwicklung entspricht.
Der Geschäftsbereich Consumer hat durch die
Fokussierung auf das Markengeschäft seine
Profitabilität gegenüber dem Vorjahreszeitraum
verbessert. Das Geschäft mit
Energiespeicherlösungen ist im Geschäftsjahr sehr
dynamisch gewachsen und hat sich gegenüber dem
Vorjahreszeitraum sehr deutlich erhöht und hat so
weitere Marktanteile hinzugewonnen. Die bereinigte
EBITDA-Marge liegt bei 16,4 % im Verhältnis zum
Umsatz, was einer Verbesserung um 1,7 Prozentpunkte im
Vergleich zum Vorjahr entspricht.
3. MitarbeiterDie Anzahl der Mitarbeiter der gesamten Gruppe hat sich
von 4.601 Mitarbeiter im dritten Quartal des Vorjahres auf
4.734 Mitarbeiter zum 30. September 2021 nur unwesentlich
erhöht.
4. AusblickDas strukturelle Wachstum der Kernmärkte, die nach
eigener Einschätzung starke Marktposition in diesen
Kernmärkten sowie die weiterhin hohen Investitionen in
die Erweiterung der Produktionskapazitäten werden zu
einer positiven Geschäftsentwicklung in 2021
führen. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme
konstanter Währungskurse.
Das Unternehmen ist auch angesichts der weltweit
anhaltenden Covid-19 Pandemie und der schwankenden
Infektionsraten sehr gut aufgestellt. Die Produktion an den
eigenen Standorten läuft seit Beginn der Pandemie ohne
Unterbrechungen. Auswirkungen auf unsere Lieferketten gab
es nicht.
VARTA AG KonzernEs wird nunmehr für 2021 ein Konzernumsatz von rund
900 Mio. € erwartet. Das entspricht einem einstelligen
organischen Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr.
Die relative Marge des bereinigten operativen
Ergebnisses (EBITDA) soll überproportional auf rund
30% vom Umsatz steigen und bei rund 275 Mio. € liegen
(2021: 241,0 Mio. €). Im Vorjahr hatte das Unternehmen
27,7% erzielt. Dieser Anstieg unterstreicht die
Ertragskraft der VARTA Gruppe.
VARTA investiert unverändert in den Ausbau seiner
Produktionskapazitäten für
Lithium-Ionen-Batterien (CoinPower) und den Aufbau einer
Pilotanlage für großformatige
Lithium-Ionen-Rundzellen. Der CAPEX, die Auszahlungen aus
dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen, wird im laufenden Jahr unverändert
zwischen 150 Mio. € und 200 Mio. € liegen.
In den Geschäftsjahren 2022 und 2023 bereitet sich
das Unternehmen auf eine große Wachstumsoffensive mit
der neu entwickelten ultra-hochleistungsfähigen
V4Drive-Zelle und dem Einstieg in das
E-Mobility-Geschäft vor. Hierfür investiert die
VARTA AG derzeit massiv. So werden deutliche Investitionen
in die Mitarbeiterqualifikation vorgenommen, neue
Mitarbeiter eingestellt und umfangreiche Investitionen in
neue Produktionsanlagen getätigt. Erste Umsatz- und
Ergebnisbeiträge aus diesem Geschäftsfeld werden
ab 2024 erwartet.
Das sehr profitable Stammgeschäft wird auch in
dieser Zeit weiterwachsen. Das Unternehmen erwartet in den
nächsten beiden Jahren jeweils ein Umsatzwachstum von
rund 100 Mio. EUR. VARTA erwartet eine weitere Verbesserung
des bereinigten EBITDA, wenngleich die Aufwendungen
für die angekündigte Wachstumsoffensive in den
nächsten beiden Jahren zu einem im Vergleich zum
Umsatzwachstum langsameren bereinigtem EBITDA-Anstieg
führen.
Segment Lithium-Ion-Solutions & MicrobatteriesDer Schwerpunkt von Lithium-Ion Solutions &
Microbatteries liegt im OEM-Geschäft mit
Lithium-Ionen- und Zink-Luft-Batterien sowie dem
Lithium-Ion Batteriepack Geschäft. Erwartet wird eine
Nachfrage im vierten Quartal 2021 nach
Lithium-Ionen-Batterien für True Wireless Stereo
Headsets (TWS) auf Basis des dritten Quartals. Im Bereich
Entertainment werden die Vorbereitungen für eine
weitere Ausweitung der Produktionskapazitäten
getroffen. Dies stellt das größte
Wachstumspotenzial im Segment Lithium-Ion Solutions &
Microbatteries dar. Im Bereich der
Hörgerätebatterien soll die nach eigener
Einschätzung marktführende Position in einem
strukturell wachsenden Markt weiter gefestigt werden. Durch
die weitere Skalierung des Geschäftsmodells wird von
einem sehr deutlichen Anstieg des bereinigten EBITDA
ausgegangen, das sich im Vergleich zum Umsatz weiter
überproportional entwickeln soll.
Segment Household BatteriesDas Segment Household Batteries bilden die zwei
Geschäftsbereiche Consumer und Energy Storage Systems.
Die Sparte fokussiert sich innerhalb des VARTA AG Konzerns
auf das Konsumentengeschäft mit eigenem Vertrieb,
Marketing und Produktion.
Das Consumer-Geschäft wird im Geschäftsjahr
2021 im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Es
wird eine EBITDA-Marge im niedrigen zweistelligen Bereich
für das Geschäftsjahr 2021 erwartet. Bei den
stationären Energiespeichern wird ein sehr deutliches
Wachstum erwartet, das mindestens dem Marktwachstum
entsprechen soll.
In die Prognosen für Chancen und Risiken für
die weitere Geschäftsentwicklung fließen die
langjährigen Erfahrungen im Batteriegeschäft ein.
Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich
auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft
beziehen. Es wird darauf hingewiesen, dass die
tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den
Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung
abweichen können.
Konzern-Bilanz
zum 30. September 2021 (ungeprüft)
|
| (IN T€) | 30. SEPTEMBER 2021 | 31. DEZEMBER 2020 |
| Sachanlagen | 716.080 | 596.582 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 65.317 | 63.933 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen | 60 | 73 |
| Andere finanzielle Vermögenswerte | 293 | 288 |
| Latente Steueransprüche | 10.813 | 6.107 |
| Sonstige Vermögenswerte | 17.711 | 19.921 |
| Langfristige Vermögenswerte | 810.274 | 686.904 |
| Vorräte | 169.533 | 133.328 |
| Vertragsvermögenswerte | 7.575 | 2.636 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 164.694 | 120.136 |
| Andere finanzielle Vermögenswerte | 1.384 | 1.076 |
| Steuererstattungsansprüche | 10.782 | 1.910 |
| Sonstige Vermögenswerte | 72.605 | 54.924 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 31.145 | 121.889 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 457.718 | 435.899 |
| Bilanzsumme | 1.267.992 | 1.122.803 |
| (IN T€) | 30. SEPTEMBER 2021 | 31. DEZEMBER 2020 |
| Gezeichnetes Kapital | 40.422 | 40.422 |
| Kapitalrücklage | 252.018 | 251.705 |
| Gewinnrücklagen | 112.431 | 114.414 |
| Jahresüberschuss | 75.838 | 95.411 |
| Sonstige Rücklagen | 1.510 | -3.188 |
| Eigenkapital des VARTA AG Konzerns | 482.219 | 498.764 |
| Nicht beherrschende Anteile | 313 | 311 |
| Eigenkapital | 482.532 | 499.075 |
| Leasingverbindlichkeiten | 82.775 | 63.843 |
| Andere finanzielle Verbindlichkeiten | 118.362 | 51.103 |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer | 71.971 | 77.081 |
| Erhaltene Anzahlungen | 19.853 | 47.161 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 59 | 54 |
| Passive latente Steuern | 20.527 | 4.240 |
| Sonstige Rückstellungen | 1.934 | 1.934 |
| Abgegrenzte Schulden | 2.735 | 625 |
| Langfristige Schulden | 318.216 | 246.041 |
| Steuerschulden | 37.568 | 45.710 |
| Leasingverbindlichkeiten | 16.921 | 14.196 |
| Andere finanzielle Verbindlichkeiten | 137.716 | 6.323 |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer | 2.464 | 2.353 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 4.601 | 5.865 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen | 139.254 | 137.358 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 24.679 | 34.668 |
| Sonstige Rückstellungen | 21.017 | 39.200 |
| Abgegrenzte Schulden | 83.024 | 92.014 |
| Kurzfristige Schulden | 467.244 | 377.687 |
| Schulden | 785.460 | 623.728 |
| Bilanzsumme | 1.267.992 | 1.122.803 |
| (IN T€) | 01. JAN. BIS 30. SEP. 2021 | 01. JAN. BIS 30. SEP. 2020 |
| Umsatzerlöse | 622.326 | 630.339 |
| Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse | 31.927 | 5.879 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 2.207 | 4.030 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 42.113 | 28.897 |
| Materialaufwand | -241.973 | -237.856 |
| Personalaufwand | -186.600 | -191.636 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -88.026 | -88.098 |
| EBITDA | 181.974 | 151.555 |
| Abschreibungen | -68.520 | -36.869 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 113.454 | 114.686 |
| Finanzertrag | 46 | 283 |
| Finanzaufwand | -2.926 | -2.308 |
| Übriger Finanzertrag | 102 | 1.116 |
| Übriger Finanzaufwand | -3.550 | -3.967 |
| Finanzergebnis | -6.328 | -4.876 |
| Ergebnis vor Steuern | 107.126 | 109.810 |
| Ertragsteueraufwendungen | -31.240 | -31.496 |
| Konzernergebnis | 75.886 | 78.314 |
| Zuordnung des Gewinns: | ||
| Aktionäre der VARTA AG | 75.839 | 78.219 |
| Nicht beherrschende Anteile | 47 | 95 |
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde auf
Basis aller am Stichtag gültigen IAS / IFRS, die das
International Accounting Standards Board (IASB)
veröffentlicht hat, sowie aller Interpretationen
(IFRIC / SIC) des International Financial Reporting
Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations
Committee erstellt, sofern diese von der Europäischen
Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden.
Dieser verkürzte Konzernzwischenabschluss sollte in
Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2020 erstellten
Konzernjahresabschluss gelesen werden.
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30.
September 2021 und der Konzernzwischenlagebericht wurden
weder nach §317 HGB geprüft, noch einer
prüferischen Durchsicht durch einen
Abschlussprüfer unterzogen.
| Jahres-/ Konzernabschluss 2021 | 31. März 2022 |
| Zwischenmitteilung 1. Quartal 2022 | 12. Mai 2022 |
| Ordentliche Hauptversammlung | 21. Juni 2022 |
| Halbjahresbericht 2022 | 11. August 2022 |
| Zwischenmitteilung 3. Quartal 2022 | 15. November 2022 |
Quartalsmitteilung Q3 2021:
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VARTA AG
Bernhard Wolf
T: +49 79 61 921 2969
E: bernhard.wolf@varta-ag.com
VARTA AG
Dr. Christian Kucznierz
T: +49 79 61 921 2727
E: christian.kucznierz@varta-ag.com