VARTA AKTIENGESELLSCHAFTEllwangenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022VARTA AG KonzernHalbjahresfinanzbericht per 30. Juni 2022VISIONWir definieren die Zukunft der Batterietechnologie, um ein unabhängigeres Leben zu
ermöglichen. MISSIONDurch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung setzen wir den Maßstab
für die Batterietechnologie und die Anpassung an Kundenwünsche, um die Marktführerschaft
in unseren Geschäftsfeldern anzustreben. VARTA AG - AUSGEWÄHLTE KONZERN-KENNZAHLEN
*
Vergleichszeitraum bezieht sich auf den 31. Dezember 2021 VARTA AGDie VARTA AG produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien,
Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen Batterielösungen
für eine Vielzahl von Anwendungen und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen
die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten
"Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig. Das Segment
"Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche
Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power (ehemalig Lithium-Ion
Large Cells), Lithium-Ion Solutions (ehemalig Lithium-Ion Battery Packs) sowie auf
den neuen Geschäftsbereich Lithium-Ion V4 Drive. Durch intensive Forschung und Entwicklung
setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithiumlonen-Technologie und bei Mikrobatterien
weltweit Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigsten Wachstumsmärkten
der LithiumIonen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien. Das Segment "Household
Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien,
Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher.
Der VARTA AG Konzern beschäftigt derzeit rund 4.700 Mitarbeitende. Mit fünf Produktions-
und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa
und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der VARTA AG derzeit in über
75 Ländern weltweit tätig. Lithium-Ion Solutions & MicrobatteriesDas Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche
Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power, Lithium-Ion Solutions
sowie Lithium-Ion V4 Drive. Der Konzern ist international führender Hersteller von Mikrobatterien für Hörgeräte
und wiederaufladbare Mikrobatterien. Wir zählen die bedeutendsten Unternehmen zu unseren
Kunden und produzieren Batterien in zahlreichen wichtigen elektrochemischen Systemen
sowie Bauformen und -größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von Hörgerätebatterien
über schnurlose Headsets bis hin zu Automotive-Anwendungen, die mit Mikrobatterien
betrieben werden. Im Bereich Lithium-Ion Solutions verfügt der Konzern über umfangreiche
Branchenerfahrung in der Konstruktion leistungsstarker, sicherer und bedarfsgerechter
Lithium-Ion Battery Packs für die Medizintechnik, Robotik, Konnektivität oder Telekommunikation.
Das Produktportfolio reicht von kundenspezifischen Batterie-Packs bis hin zu fertig
konfigurierten Standardbatterien. Household BatteriesDas Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden darunter
Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie
Energiespeicher. Im Bereich Consumer (Haushaltsgerätebatterien) ist die VARTA AG europäischer
Marktführer mit Produktionsstandort Deutschland. Die innovativen Qualitätsprodukte
werden mit modernster Technologie und dem Know-how von international qualifizierten
Fachleuten entwickelt und gefertigt. Neben der Innovationskraft machen Sortimentsbreite,
Qualität und Design das Angebot einzigartig. Für VARTA ist dabei der intensive Fokus
auf den Lebensstil der Konsumenten und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel essenziell,
um schnell und flexibel auf aktuelle Gerätetrends mit optimalen Energielösungen antworten
zu können. Im Bereich der Energy Storage Systems (ESS) trägt VARTA mit der Entwicklung
und Herstellung von Energiespeichern ihren Teil zur Umsetzung der Energiewende bei.
Die Energiespeicherlösungen von VARTA im Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten
Einsteigermodellen, wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo, bis hin zum Großspeicher
VARTA flex storage für gewerbliche Anwendungen. Die AC-gekoppelten Systeme haben einen
integrierten Batteriewechselrichter und sind ohne zusätzlichen PV-Wechselrichter mit
allen Quellen grüner Energie kombinierbar. Damit sind sie für alle Neuinstallationen
und Nachrüstungen geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem sorgt zudem für
die optimale Ausnutzung der selbst produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt,
den Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen. Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2022VARTA AG blickt trotz globaler Herausforderungen zuversichtlich auf zweite Jahreshälfte
Trotz anhaltender globaler Herausforderungen erwartet VARTA ein deutlich stärkeres
2. Halbjahr im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs.
Der Produktionsstart für neue Kundenprojekte und das erfahrungsgemäß starke letzte
Quartal im Bereich Haushaltsbatterien sind wichtige Wachstums- und Ergebnistreiber.
Zwar haben die anhaltenden Folgen von COVID-19 und des Kriegs in der Ukraine in den
ersten sechs Monaten Auswirkungen auf das Unternehmen gehabt. Durch lokale Lockdowns
und Probleme bei Halbleiter- und Energielieferungen kam es bei einigen Kunden zu Produktionsausfällen.
Dazu kamen massiv steigende Kosten für Rohstoffe und Energie. Die VARTA AG hatte in
der Konsequenz ihren Ausblick für 2022 am 30. Juli angepasst. Das Technologieunternehmen
rechnet jetzt mit einem Konzernumsatz von 880 Mio. € bis 920 Mio. € (statt bisher
950 Mio. € bis 1 Mrd. €) und einem bereinigten EBITDA zwischen 200 Mio. € und 225
Mio. € (ursprünglich 260 Mio. € bis 280 Mio. €). Dennoch erwartet die VARTA AG in
den kommenden Monaten Umsatzimpulse vor allem im Lithium-Ionen-Geschäft. Die Investitionen
in den Aufbau von Produktionskapazitäten laufen weiter. Herbert Schein, CEO der VARTA AG: "Der Wunsch nach Mobilität und Unabhängigkeit in
allen Bereichen des Lebens ist ungebrochen. Das Lithium-Ionen-Geschäft ist heute schon
der wichtigste Markt für uns. Wir haben mit der Entwicklung unserer neuen Lithium-Ionen-Rundzellen,
die wir nun zügig in die Massenproduktion überführen wollen, die Weichen für unser
zukünftiges Wachstum gestellt, weil wir diesen Markt in vielen lukrativen Bereichen
noch stärker besetzen wollen. Das gilt auch für den stark wachsenden Bereich der Energiespeicher,
wo wir neue Produkte präsentiert und in Vorbereitung haben." Armin Hessenberger, CFO der VARTA AG: "Verzögerungen bei Kundenprojekten, die anhaltend
angespannte Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen sowie hohe Transportkosten
haben uns veranlasst unsere Jahresprognose anzupassen. Dennoch sind wir weiter sehr
gut aufgestellt. Neue Aufträge und die in der zweiten Jahreshälfte anlaufenden Kundenprojekte
werden dafür sorgen, dass auch 2022 zu einem guten Jahr für VARTA wird." Verkürzter Konzernlagebericht für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ― |
Stärkung und Ausbau der globalen Marktposition bei Kernprodukten |
| ― |
Ausbau der Innovations- und Technologiedynamik |
| ― |
Fokus auf profitables Wachstum anhand eines starken Finanzprofils |
Der VARTA AG Konzern wird nach Maßgabe intern definierter finanzieller und nichtfinanzieller
Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertsteigerung gesteuert. Wie im Vorjahr wurden
die folgenden bedeutsamsten Kennzahlen zur Steuerung herangezogen:
| ― |
Umsatzerlöse |
| ― |
Bereinigtes EBITDA |
| ― |
CAPEX (Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen) |
| ― |
Net Working Capital |
Durch das dynamische Wachstum des Konzerns ist die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeitenden
ein weiterhin wichtiger nichtfinanzieller Leistungsindikator.
Der Vorstand der VARTA AG bestand zum 30. Juni 2022 aus drei Mitgliedern:
Herrn Herbert Schein (Vorsitzender des Vorstands/CEO), Herrn Armin Hessenberger (Finanzvorstand/CFO)
und Herrn Rainer Hald (Technikvorstand/CTO). Die Mitglieder des Vorstandes tragen
gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.
Zum 01. August 2022 wurde Herr Markus Hackstein (Bereichsvorstand) als neues Mitglied
des Vorstands bestellt.
Der Aufsichtsrat besteht zum 30. Juni 2022 aus den folgenden Mitgliedern:
Herrn Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitz), Herrn Dr. Harald Sommerer (stv. Vorsitz),
Herrn Sven Quandt, Herrn Martin Ohneberg, Herrn Prof. Dr. Werner Tillmetz und Herrn
Dr. Michael Pistauer.
Die Märkte und Einflussfaktoren haben sich seit dem ersten Halbjahr des Vorjahres
verschlechtert. Die vielfältigen wirtschaftlichen Belastungen aus den steigenden Rohstoff-
und Energiepreisen, den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, die weiterhin anhaltende
weltweite Pandemie und die zu geringe Verfügbarkeit von Halbleitern belasten entweder
uns direkt oder unsere Kunden.
Der VARTA AG Konzern produziert und verkauft Batterien weltweit und profitiert unverändert
vom Trend hin zu mobilen Geräten, die auf eine Batterie angewiesen sind. Eine negative
Entwicklung des makroökonomischen Umfeldes wirkt sich somit nicht vollständig auf
das Geschäftsmodell aus, da der Großteil der Produkte vom Konjunkturzyklus unabhängig
ist. Diese werden z.B. im medizinischen Umfeld genutzt oder sind im Konsumentenbereich
etabliert.
Die Umsatzverteilung ist geografisch diversifiziert. Der Umsatz wird schwerpunktmäßig
in Europa, gefolgt von Asien und Nordamerika, realisiert (siehe Kapitel 3.1 "Ertragslage").
Somit ist die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und deren wirtschaftlicher Entwicklung
relativ gering. Unabhängig vom Umsatzschwerpunkt spielt der asiatische Markt, bedingt
durch die Markt- und Kundenstruktur, die größte Rolle. Hier lassen viele große Hersteller
von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Die wesentlichen Einflussfaktoren
werden im Rahmen des folgenden Kapitels 2.2 "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen" behandelt.
Die Märkte und Einflussfaktoren haben sich gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres,
wie im Kapitel 2.1 "Märkte und Einflussfaktoren" beschrieben, verschlechtert. Unverändert
läuft die Produktion an den eigenen Standorten seit Beginn der Pandemie ohne Unterbrechungen.
Auswirkungen auf unsere Lieferketten gab es nicht. Allerdings sind hiervon einige
unserer Kunden betroffen. Ihre Lieferanten haben teilweise verzögert Rohstoffe oder
Halbleiter geliefert, was zu Produktionsausfällen geführt hat. Unsere größten Kunden
fertigen ihre Produkte (TWS) in Asien. Hier sind einzelne Fabriken durch Energieausfälle
oder teilweise Lock Downs durch Covid-19 in ihren Produktionsmöglichkeiten zeitweise
eingeschränkt. Anlaufverzögerungen bei neuen Kundenprojekten führten zu einem geringeren
Umsatzwachstum. Belastend haben sich die USD/EUR Währungskursentwicklung, die Preisreduktionen
in der nicht strategischen Assemblierung und Preiserhöhungen bei Rohstoffen ausgewirkt,
die nicht vollständig durch Effizienzsteigerungen kompensiert werden konnten oder
die nur teilweise an Kunden übertragen werden konnten.
Wesentlich für den Absatz der Batterien für Healthcare-Anwendungen ist die demografische
Bevölkerungsentwicklung, bei den Batterien für Entertainment Anwendungen die Trends
der Unterhaltungselektronik und bei den Produkten von Solutions die Entwicklung hin
zu kabellosen Produkten. Der Bereich Consumer Batteries profitiert vom strukturellen
Wachstum im breit aufgestellten Produktportfolio (Batterien, Akkus, Ladegeräte, Portable
Power/Power Banks).
Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen in der Gesellschaft und die zunehmend
höhere Akzeptanz von Hörgeräten wird deren Verkauf und damit auch der Absatz von Hörgerätebatterien
unterstützt. So erwartet die UN mindestens eine Verdoppelung für Menschen mit einem
Lebensalter von 65 Jahren oder darüber. Im Jahr 2020 gehörten weltweit rund 727 Millionen
Menschen zu dieser Altersgruppe, für 2050 wird eine Anzahl von mehr als 1,5 Mrd. Menschen
prognostiziert (United Nations: World Population Ageing 2020 Highlights). Damit wird
ihr Anteil von aktuell 9,3 % auf rund 16,0 % in 2050 ansteigen. Gleichzeitig steigt
die Lebenserwartung kontinuierlich an. Weltweit lag sie in 2019 bei 72,6 Jahren und
für 2050 wird sie bei 77,1 Jahren erwartet (United Nations: World Population Prospects
2019 Highlights). Der Bedarf an Hörgeräten wird deshalb weiter steigen. Positiv wirkt
ebenso die steigende Nachfrage nach OTC-Hörgeräten. Diese niedrigpreisigen Hörverstärker
verfügen über geringere Anpassungsmöglichkeiten die vom Träger selbst, z.B. über eine
App, adjustiert werden. Nach deren Markteinführung ab Ende 2020 wird bis 2030 ein
Marktanteil von mehr als 30 % erwartet (IDTechEx, 2021). Zusätzliche Wachstumsimpulse
kommen durch den verstärkten Einsatz wiederaufladbarer Coin-Shaped Batterien. Insgesamt
wird für Hörgeräte ein Wachstum von knapp 37 % erwartet (2021: 10,5 Mrd. USD; 2030:
14,3 Mrd. USD) (IDTechEx, 2021).
Der Bereich Entertainment profitiert von der sehr hohen Kundennachfrage nach Hightech-Consumerprodukten,
insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen.
Durch die Verbesserung der Laufzeit und die Erweiterung der Funktionen werden kabellose
Kopfhörer ihren Marktanteil weiter ausbauen. Umso mehr kabellos funktionierende Geräte,
insbesondere für Kleinstanwendungen (z.B. Headsets), entwickelt werden, desto stärker
stellt sich hier die Position des VARTA AG Konzerns dar. So wird in einer Studie von
IDTechEX (IDTechEx, 2021) ein anhaltend starkes Wachstum für TWS (True Wireless Stereo
Headsets) erwartet. Von 2021 bis 2030 wird ein Marktwachstum in USD von 190 % erwartet.
Für die weltweite Nachfrage nach Consumer Batterien wird ein jährliches Wachstum von
4,2 % für die Jahre 2020 bis 2026 prognostiziert. Der Markt soll in dieser Zeit von
39,9 Mrd. USD auf 52,5 Mrd. USD steigen. Für alkaline Batterien wird eine jährliche
Wachstumsrate von 3,3 % prognostiziert (Global Industry Analysts Inc, 2021). Auch
der für VARTA maßgebliche europäische Markt für Markenbatterien ist gewachsen. Nach
den aktuellen Zahlen des Branchenverbands EPBA lag das Wachstum im Jahr 2020 bei 3,6
%.
Die anhaltende kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine führt zunehmend zu erheblichen
Preissteigerungen im Rohstoff- und Energiebereich, welche sich belastend auf die Unternehmensentwicklung
auswirken.
Darüber hinaus gab es keine weiteren wichtigen Ereignisse im ersten Halbjahr.
Der VARTA AG Konzern hat im ersten Halbjahr 2022 einen Konzernumsatz von 376,8 Mio.
€ erzielt und liegt damit noch 5,2 % unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (erstes
Halbjahr 2021: 397,6 Mio. €). Im ersten Quartal lag das Unternehmen noch um rund 9
% hinter dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zurück. Somit hat der VARTA AG Konzern
zum aktuellen Stichtag den Rückstand zum Vorjahr verringern können. Unter den Erwartungen
lag dabei die Entwicklung des Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries", insbesondere
der Absatz von Lithium-Ion CoinPower Batterien für die TWS. Hier werden Umsatzimpulse
von anlaufenden Neugeschäften im zweiten Halbjahr erwartet. Gut entwickelt hat sich
das Segment "Household Batteries".
Die Ergebnisentwicklung ist durch eine Vielzahl von externen Belastungen beeinträchtigt.
Das bereinigte EBITDA liegt bei 68,9 Mio. € und demnach 43,4 Mio. € unter dem Vorjahresvergleichswert.
Belastend haben sich vor allem die stark angestiegenen Rohstoff- und Energiepreise
ausgewirkt. So erhöhte sich der Materialaufwand um 41,4 Mio. €, was einem Anstieg
von 26,1 %, entspricht. Dies ist auf die Preissteigerungen der Rohstoffe zurückzuführen.
Außerdem hat das Unternehmen durch einen zusätzlichen Bestandsaufbau von Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffen Sicherheitsreserven für den Fall von Lieferengpässen gebildet.
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Umsatzerlöse | 376.810 | 397.562 |
| Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse | 50.147 | 31.056 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 6.167 | 1.586 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 49.013 | 21.637 |
| Materialaufwand | -200.260 | -158.827 |
| Personalaufwand | -135.727 | -126.554 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -79.916 | -54.548 |
| EBITDA | 66.234 | 111.912 |
| Abschreibungen | -52.563 | -45.057 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 13.671 | 66.855 |
| Finanzertrag | 970 | 32 |
| Finanzaufwand | -3.504 | -1.727 |
| Übriger Finanzertrag | 766 | 119 |
| Übriger Finanzaufwand | -5.422 | -1.928 |
| Finanzergebnis | -7.190 | -3.504 |
| Ergebnis vor Steuern | 6.481 | 63.351 |
| Ertragsteueraufwendungen | -3.697 | -17.758 |
| Konzernergebnis | 2.784 | 45.593 |
| Zuordnung des Gewinns: | ||
| Aktionäre der VARTA AG | 2.784 | 45.550 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 | 43 |
Der Umsatz des VARTA AG Konzerns ist im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2022 zum
Vorjahresvergleichszeitraum um 5,2 % von 397,6 Mio. € auf 376,8 Mio. € gesunken. Ursächlich
hierfür waren pandemiebedingte Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden, die
geringe Verfügbarkeit von Halbleitern und die zeitweise Unterbrechung von Rohstoff-
und Energielieferungen, welche zu einer geringeren Nachfrage nach unseren Produkten
geführt haben. Zusätzlich entstanden Verzögerungen bei Kundenprojekten.
Der Umsatz im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" reduzierte sich von
233,2 Mio. € im Vorjahr um 19,5 % auf 187,7 Mio. € im laufenden Jahr. Pandemiebedingte
Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden führten zu einer geringeren Nachfrage
nach CoinPower Zellen insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (TWS). Zusätzlich
reagierten sie auf die weltweite Verknappung von Halbleitern und setzten die ihnen
zur Verfügung stehenden elektronischen Komponenten selektiv ein. Erwartungsgemäß wurden
keine großen, neuen Hightech-Consumerprodukte mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen
am Markt eingeführt. Wir erwarten dies für die zweite Jahreshälfte 2022.
Der Umsatz im Segment "Household Batteries" ist von 164,4 Mio. € auf 189,1 Mio. €
und somit um 24,7 Mio. € angestiegen. Die gute Nachfrage nach Haushaltsbatterien und
die sehr hohen Zuwachsraten im Bereich der Energiespeicherlösungen haben zu dieser
positiven Entwicklung beigetragen.
Im ersten Halbjahr belaufen sich die Materialaufwendungen auf 200,3 Mio. € im Vergleich
zu 158,8 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 26,1 %. Die Materialaufwandsquote
bezogen auf die Gesamtleistung (Umsatz zuzüglich Erhöhung der fertigen und unfertigen
Erzeugnisse) stieg von 37,1 % auf 46,9 %. Der überproportionale Anstieg der Materialaufwandsquote
ist die Folge von gestiegenen Rohstoffpreisen und der Veränderung im Produktmix. Die
verhaltene Nachfrage nach CoinPower Zellen führt zu einem höheren Anteil von Produkten
mit einem höheren Rohstoffanteil.
Der Personalaufwand ist von 126,6 Mio. € auf 135,7 Mio. € um 7,2 % angestiegen. Grund
hierfür ist der Anstieg der Personalkosten für die höhere Anzahl von Mitarbeitenden.
Die Anzahl der Mitarbeitenden hat sich von 4.606 auf 4.712 erhöht.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von 54,5 Mio. € um 46,5 % auf
79,9 Mio. € angestiegen. Diese sind unter anderem auf den Anstieg der Rechts- und
Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit Patentrechtsstreitigkeiten in Höhe von 4,7
Mio. € zurückzuführen. Aufgrund der steigenden Energiekosten haben sich diese Aufwendungen
von 4,7 Mio. € auf 10,1 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum, mehr
als verdoppelt. Die Aufwendungen für Informationstechnologie haben sich um 2,2 Mio.
€ erhöht. Aus der Veränderung der Wechselkurse ergibt sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum
ein um 5,0 Mio. € höherer Aufwand.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 27,4 Mio. € von 21,6 Mio. € im Vorjahr
auf 49,0 Mio. € im Jahr 2022 angestiegen. Die Erträge aus Subventionen und öffentlichen
Zuwendungen belaufen sich in den ersten sechs Monaten 2022 auf 41,3 Mio. € und haben
sich im Vergleich zum Vorjahr um 23,0 Mio. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen
aus dem "Important Project of Common European Interest on Batteries" (IPCEI).
Das EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern) ist von 111,9
Mio. € auf 66,2 Mio. € gesunken. Maßgeblich hierfür waren die beschriebenen weltweiten
negativen Einflussfaktoren und die zurückhaltende Umsatzentwicklung.
Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern,
adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns
dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße
zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente.
Als Sondereffekte wurden zum einen der nicht zahlungswirksame Aufwand für die aktienbasierte
Vergütung und zum anderen die Aufwendungen aus M&A-Transaktionen bereinigt. Die nachfolgende
Tabelle stellt die Überleitung vom EBITDA zum bereinigten EBITDA dar:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| EBITDA | 66.234 | 111.912 |
| Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung | 9 | 285 |
| Aufwendungen für M&A - Transaktionen | 2.665 | 71 |
| Bereinigtes EBITDA | 68.908 | 112.268 |
Die Entwicklung des bereinigten EBITDA entspricht im Wesentlichen der des EBITDA,
die Höhe der Bereinigungen insgesamt ist unwesentlich.
Das Betriebsergebnis liegt bei 13,7 Mio. € und liegt demnach unter dem Vorjahr (66,9
Mio. €). Der wesentliche Effekt ergibt sich aus dem operativen Geschäft sowie den
beschriebenen negativen Einflussfaktoren. Aus den letztjährigen höheren Investitionen
für die geplante Erweiterung der Produktionskapazitäten ergab sich ein Anstieg der
Abschreibungen von 7,5 Mio. € im Vergleich zur Vorjahresperiode.
Das Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr von -3,5 Mio. € in 2021 auf -7,2 Mio.
€ in 2022 verschlechtert. Ursächlich hierfür sind zum Vorjahresvergleich gestiegenen
Fremdwährungsverluste von rund 3,7 Mio. €.
Den erhöhten Zinsaufwendungen von rund 1,8 Mio. € aufgrund des gestiegenen Fremdfinanzierungsvolumens
stehen einmalige Zinserträge in entsprechender Höhe gegenüber.
Der Steueraufwand fällt durch die Ergebnisentwicklung geringer aus. Er ist von 17,8
Mio. € in 2021 auf 3,7 Mio. € in 2022 gesunken. Daraus resultiert eine effektive Steuerquote
von 57,0 % (2021: 28,0 %) bezogen auf das Ergebnis vor Steuern. Es wird erwartet,
dass die Steuerlast und damit auch die Quote über die nächsten beiden Quartale deutlich
zurück gehen wird.
Das Konzernergebnis liegt aus den vorgenannten Gründen deutlich unter dem Vorjahreswert
und beträgt 2,8 Mio. € (2021: 45,6 Mio. €).
| (IN T€) AKTIVA | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Langfristige Vermögenswerte | 858.196 | 806.312 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 485.194 | 443.861 |
| Bilanzsumme | 1.343.390 | 1.250.173 |
| (IN T€) PASSIVA | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Eigenkapital | 444.512 | 532.496 |
| Schulden | 898.878 | 717.677 |
| Langfristige Schulden | 514.833 | 289.917 |
| Kurzfristige Schulden | 384.045 | 427.760 |
| Bilanzsumme | 1.343.390 | 1.250.173 |
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 51,9 Mio. € von 806,3 Mio. € in
2021 auf 858,2 Mio. €. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung
des Sachanlagevermögen von 711,3 Mio. € auf 737,9 Mio. € zum 30. Juni 2022. Diese
Entwicklung entspricht der Erwartung für das in 2019 begonnene Investitionsprogramm
zur Kapazitätsausweitung an den bestehenden Produktionsstätten in Deutschland. Des
Weiteren erhöhten sich die sonstigen Vermögensgegenstände durch den Zugang des Erstattungsanspruchs
aus dem Schuldbeitritt zwischen der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der
VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland), in Höhe von 28,7 Mio. €. Gegenläufig
reduzierten sich beide Erstattungsansprüche aufgrund der Zinsentwicklung bei den Pensionsverpflichtungen
um 11,2 Mio. €.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021
von 443,9 Mio. € um 41,3 Mio. € auf 485,2 Mio. € zum 30. Juni 2022. Der Anstieg ergibt
sich aus dem Aufbau der Vorräte um 75,3 Mio. €, dem Anstieg in den sonstigen Vermögenswerten
aufgrund der Forderungen für Förderprojekte um 38,3 Mio. € sowie der Steuererstattungsansprüche
um 16,9 Mio. €. Rückläufig entwickelten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Höhe von 64,5 Mio. €. Dieser Effekt ist auf das starke vierte Quartal 2021 zurückzuführen.
Zudem verringerten sich die Zahlungsmittel um 35,3 Mio. €.
Das Eigenkapital ist von 532,5 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 444,5 Mio. € zum 30.
Juni 2022 zurückgegangen. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 33,1 % (31. Dezember
2021: 42,6 %). Der Rückgang der Eigenkapitalquote ist im Wesentlichen auf die Zahlung
der Dividende von 100,2 Mio. € zurückzuführen. Darüber hinaus wirkte die Mittelaufnahme
des langfristigen Schuldscheindarlehens in Höhe von 250,0 Mio. €, welche in entsprechender
Höhe zum Anstieg der Bilanzsumme führte, sich negativ auf die Eigenkapitalquote aus.
Die aufgenommenen Mittel stehen vorwiegend für den geplanten Aufbau von Produktionskapazitäten
für die neue Rundzelle zur Verfügung.
Die langfristigen Schulden sind um 224,9 Mio. € von 289,9 Mio. € am 31. Dezember 2021
auf 514,8 Mio. € im ersten Halbjahr angestiegen und beruhen größtenteils auf der Mittelaufnahme
in Form des Schuldscheindarlehen in Höhe von 250,0 Mio. €.
Die kurzfristigen Schulden sind von 427,8 Mio. € auf 384,0 Mio. € zum 30. Juni 2022
zurückgegangen. Grund hierfür war eine Teilrückzahlung des Konsortialkredits in Höhe
von 35,0 Mio. €.
Das Net Working Capital hat sich von 134,2 Mio. € zum Jahresende 2021 auf 166,8 Mio.
€ zum 30. Juni 2022 erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 32,5 Mio. € im Vergleich
zum Vorjahr. Die Net Working Capital Quote berechnet sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen
der letzten 3 Monate hochgerechnet auf ein Jahr und liegt dabei zum 30. Juni 2022
bei 21,8 % (31. Dezember 2021: 12,0 %). Die Veränderung der Net Working Capital Quote
um 9,8 Prozentpunkte ist im Wesentlichen auf das erfahrungsgemäß deutlich stärkere
vierte Quartal eines Geschäftsjahres zurückzuführen.
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Zahlungsmittelbestand zum 1. Januar | 73.107 | 121.889 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -26.509 | -28.190 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -71.414 | -91.136 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 60.922 | 45.251 |
| Nettoveränderung der Zahlungsmittel | -37.001 | -74.075 |
| Auswirkungen von Wechselkursänderungen | 1.737 | 772 |
| Zahlungsmittelbestand zum 30. Juni | 37.843 | 48.586 |
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr -26,5 Mio.
€ und liegt damit 1,7 Mio. € über dem Vorjahreswert. Über das erste Halbjahr 2022
hinweg wurde der Bestand an Vorräten um 73,7 Mio. € erhöht. Hierdurch wird vor allem
Vorsorge getroffen, um im Falle von Lieferengpässen die Produktion unvermindert aufrecht
erhalten zu können. Seit Jahresanfang haben sich die Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen um 15,5 Mio. € reduziert. Diese Entwicklung ist auf das niedrigere Geschäftsvolumen
zurückzuführen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von -91,1 Mio. € auf -71,4 Mio. €
reduziert. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
(CAPEX) betragen 66,9 Mio. € (2021: 85,6 Mio. €).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im Geschäftsjahr von 45,3 Mio. €
in 2021 auf 60,9 Mio. € in 2022 verändert. Ursache hierfür ist die Aufnahme des Schuldscheindarlehens
in Höhe von 250,0 Mio. € zum Ausbau der Produktionskapazitäten. Gegenläufig wirkten
sich hierauf die Tilgung von 35,0 Mio. € des kurzfristigen Konsortialkreditanteils,
die Dividendenauszahlung mit 100,2 Mio. €, die Zahlung in Höhe von 28,7 Mio. € im
Rahmen des vereinbarten Schuldbeitritts zwischen der VARTA Consumer Batteries GmbH
& Co. KGaA mit der VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland), der Mittelabfluss
im Rahmen des Factorings von rund 13,0 Mio. € und die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
in Höhe von 10,8 Mio. € aus.
Der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beträgt zum Stichtag
30. Juni 2022 insgesamt 37,8 Mio. € (2021: 48,6 Mio. €).
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden im Konzern
als CAPEX bezeichnet. Dies stellt eine wichtige Steuerungsgröße von produzierenden
Wachstumsunternehmen dar. Im ersten Halbjahr 2022 hat die VARTA AG ihr Investitionsprogramm
fortgesetzt. Damit verfolgt das Unternehmen das Ziel, weitere Kapazitäten im Bereich
der CoinPower Zellen (TWS) aufzubauen. Daneben verfolgt das Unternehmen das Ziel,
mit dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Lithium-Ionen-Rundzellen, der V4Drive
Zelle im Automotive-Bereich und mit der RoundPower Zelle in allen Anwendungen außerhalb
des Automotive-Bereichs, neue Geschäftstätigkeiten zu eröffnen.
Die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betragen
im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 66,9 Mio. € (Vorjahresvergleichszeitraum: 85,6 Mio.
€) und liegen damit innerhalb der Erwartungen. Der wesentliche Teil der Investitionen
in das Sachanlagevermögen dient der Erweiterung der Produktionskapazitäten bei Lithium-Ionen-Knopfzellen
und dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Zellen. Ebenfalls sind in regelmäßigen
Abständen Ersatzinvestitionen zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung
neuer Produkte sowie für qualitätssichernde Maßnahmen notwendig.
Das Unternehmen ist in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries"
und "Household Batteries" tätig. Im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries"
sind die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round
Power, Lithium-Ion Solutions sowie Lithium-Ion V4Drive zusammengefasst. Das zweite
Segment "Household Batteries" umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Batteries Geschäft
und Energy Storage Systems. VARTA ist trotz der weltweit anhaltenden Covid-19 Pandemie
und der schwankendenInfektionsraten unverändert sehr gut aufgestellt. Die Produktion
an den eigenen Standorten läuft in Abhängigkeit der Kundennachfrage seit Beginn der
Pandemie ohne wesentliche Unterbrechungen.
Weltweit sind viele unserer Kunden großen Herausforderungen ausgesetzt. Die aktuell
kriegerische Lage in der Ukraine, die hierdurch entstehenden Kostensteigerungen bei
den Rohstoff- und Energiepreisen, die zeitweisen Produktionsunterbrechungen bedingt
durch die andauernde Pandemie und die Verknappung der Halbleiter führt bei unseren
Kunden zu Produktionsausfällen und in der Folge auch zu einer verringerten Nachfrage
nach unseren Batterien. Hiervon sind vor allem unsere OEM-Kunden betroffen, während
sich das direkte Konsumentengeschäft erfreulich entwickelt.
| 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | Veränderung | |
| Umsatz (in T€) | 187.722 | 233.200 | -19,5% |
| Bereinigtes EBITDA (in T€) | 53.055 | 84.440 | -37,2% |
| Bereinigte EBITDA Marge % | 28,3% | 36,2% | -7,9 PP |
Der Umsatz im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" liegt im ersten Halbjahr
2022 bei 187,7 Mio. €, was einem Umsatzrückgang von 19,5 % entspricht. Gegenüber dem
ersten Quartal konnte der Rückstand reduziert werden. Die aktuell schwierige Wirtschaftssituation
beeinträchtigt die grundsätzlich gute Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für True
Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich Lithium-Ion CoinPower. VARTA reagiert auf
die zurückhaltende Nachfrage mit temporären Kapazitätsanpassungen und Kosteneinsparungen,
kann aber kurzfristig zur Vollauslastung zurückkehren und durch die kurzfristige Erweiterung
der Produktionskapazitäten auch zusätzliche Wachstumschancen wahrnehmen. Die Produktion
für die im zweiten Halbjahr erwarteten Neuprodukteinführungen ist angelaufen. Bis
zum Jahresende wird mit einer deutlichen Geschäftsbelebung gerechnet. Innerhalb der
ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2022 ist das bereinigte EBITDA im Vergleich
zum Vorjahresvergleichszeitraum von 84,4 Mio. € auf 53,1 Mio. € gesunken, was einem
überproportionalen Rückgang im Vergleich zur Umsatzentwicklung entspricht. Auch hier
konnte die Lücke gegenüber dem Vergleich auf Basis des ersten Quartals reduziert werden.
Diese Entwicklung ist auf die beschriebene Zurückhaltung unserer Kunden im TWS Bereich
zurückzuführen.
| 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | Veränderung | |
| Umsatz (in T€) | 189.088 | 164.362 | 15,0% |
| Bereinigtes EBITDA (in T€) | 15.853 | 27.828 | -43,0% |
| Bereinigte EBITDA Marge % | 8,4% | 16,9% | -8,5 PP |
Das Segment "Household Batteries" umfasst das Geschäft der Konsumentenbatterien und
der Energiespeicherlösungen. Der Umsatz im Segment "Household Batteries" ist in den
ersten sechs Monaten 2022 im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitpunkt von 164,4
Mio. € auf 189,1 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 15,0 %.
Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem auf das sehr hohe Wachstum im Geschäftsbereich
Energy Storage Systems zurückzuführen, das von der sehr hohen Nachfrage nach Heimspeicherlösungen
profitiert.
Das bereinigte EBITDA ist um 12,0 Mio. € von 27,8 Mio. € auf 15,9 Mio. € gesunken,
was einem Rückgang von 43,0 % entspricht. Negativ haben sich der sehr deutliche Anstieg
der Rohstoffpreise, die hohen zusätzlichen Energiekosten und der Anstieg der Transportkosten
ausgewirkt.
Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 8,4 % im Verhältnis zum Umsatz, was einem Rückgang
um 8,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Die Anzahl der Mitarbeitenden der gesamten Gruppe stieg von 4.606 Mitarbeitenden im
ersten Halbjahr des Vorjahres auf 4.712 Mitarbeitende zum 30. Juni 2022 und hat sich
damit leicht erhöht.
Der Zwischenlagebericht zum Halbjahr beinhaltet keine umfangreiche und vollständige
Angabe zum Chancen- und Risikobericht. Diese Erläuterungen sind deshalb in Verbindung
mit dem zum 31. Dezember 2021 veröffentlichten Konzernjahresabschluss zu lesen.
In Anbetracht der aktuellen makroökonomisch angespannten Lage und den bereits im Konzernabschluss
2021 benannten Risken, bleibt die Einschätzung weiter unverändert bestehen.
Die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine, die Beschaffungsrisiken in Form
von stark gestiegenen Rohstoffpreisen, die steigenden Energiepreise sowie die Sicherstellung
der Energieversorgung sind nach aktueller Einschätzung die wesentlichen benannten
und bekannten Risiken für die VARTA AG, welche nach wie vor mit hoch einzuschätzen
sind.
Das Risikomanagementsystem wird gesammelt auf Konzernebene beurteilt und fokussiert
sich auf strategische, operative, finanzielle und sonstige Risiken. Hierbei werden
die Risiken anhand des Netto-Schadenserwartungswertes als gering, mittel oder hoch
eingeordnet.
Der Finanzvorstand trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement,
welches integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist. Nach Einschätzung des
Vorstandes sind die Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unverändert als beherrschbar
einzuschätzen. Im Einzelnen sind weiterhin keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen.
Zugleich besteht weiter die Überzeugung, dass der VARTA AG Konzern weiterhin strategisch
und finanziell gut aufgestellt ist, um sich bietende Chancen zu nutzen.
Es wurde zum 30. Juni 2022 eine umfangreiche Überprüfung der Risikosituation durchgeführt.
Gegenüber dem Vorjahr ist das Risiko der Gasversorgung neu hinzugekommen. Bei den
bisher bestehenden Risiken im Bereich der operativen, strategischen, finanziellen
und Ausfall-Risiken ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum
31. Dezember 2021. Zum Stichtag 30. Juni 2022 wurden turnusgemäß die existenzbedrohenden
Chancen und Risiken aktualisiert.
Trotz der starken Marktposition in den Kernmärkten und der durch die vergangenen Investitionen
vorhandenen Produktionskapazitäten, führt die temporäre Abschwächung der Nachfrage
nach CoinPowerzellen (TWS) sowie die gestiegenen Rohstoffpreise, welche nur mit einer
deutlichen Verzögerung weitergegeben werden können, zu einem Ergebnisrückgang gegenüber
dem Vorjahr. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme konstanter Währungskurse.
Das Unternehmen ist trotz der weltweit anhaltenden Covid-19 Pandemie und der schwankenden
Infektionsraten unverändert sehr gut aufgestellt. Die Produktion an den eigenen Standorten
läuft seit Beginn der Pandemie ohne wesentliche Unterbrechungen. Während weltweit
viele Unternehmen unterbrochene Lieferketten beklagen mussten, konnten diese bei VARTA
vollständig aufrechterhalten werden. Zusätzlich hat VARTA seine Lagerbestände an Rohstoffen
deutlich erhöht. Trotzdem sind negative Einflüsse auf den VARTA AG Konzern spürbar.
Der Krieg in der Ukraine sowie die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung ist in
ihren Auswirkungen auf das Unternehmen schwer zu bewerten. Der Umsatzanteil mit der
Ukraine, Belarus und Russland beträgt weniger als 1 % vom Konzernumsatz und findet
ausschließlich über Lieferverträge statt; eigene Werke betreibt das Unternehmen in
diesen Ländern nicht. VARTA unterhält auch keine Lieferantenbeziehungen auf der Beschaffungsseite.
Somit wird derzeit der direkte negative Einfluss aus diesem Krisengebiet als gering
eingeschätzt.
Die durch diesen Krieg entstehenden Kostensteigerungen bei den Rohstoff- und Energiepreisen
sind derzeit sehr hoch und es ist nicht abschätzbar, wie lange diese anhalten oder
sogar weiter steigen werden. Das Unternehmen wird Kostensteigerungen zumindest teilweise
über Preiserhöhungen an Kunden weitergeben. Dies erfolgt jedoch mit zeitlicher Verzögerung
und in Abhängigkeit von der Markt- bzw. Konkurrenzsituation und führt so zu Belastungen
der Ergebnissituation.
Gegen mögliche Unterbrechungen der Lieferketten wird mit einer erhöhten Bevorratung
von Rohstoffen entgegengewirkt. Bei länger andauernden Unterbrechungen der Lieferketten
oder anhaltend steigenden Rohstoffpreisen können Produktionsunterbrechungen oder eine
weitere Ergebnisbeeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden.
Nicht auszuschließen ist ebenso, dass unsere Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen
zeitweise keine Produkte von uns abnehmen können. Dies kann durch die andauernde Pandemie
sowie den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine verursacht werden. Zusätzlich besteht
weltweit eine sehr hohe Nachfrage nach Halbleitern, die zu Produktionsunterbrechungen
führen oder die Hersteller dazu veranlassen kann, die ihnen zur Verfügung stehenden
elektronischen Komponenten selektiv einzusetzen. Zusätzlich belastet das negative
wirtschaftliche Umfeld die Konsumausgaben der Konsumenten, was wiederum für unsere
Kunden im Bereich der TWS belastend wirkt, wodurch Kundenprojekte verzögert oder mit
kleinerem Volumen anlaufen.
Die nachfolgend dargestellte Prognose wurde am 31. März 2022 veröffentlicht und am
30. Juli 2022 angepasst. Wesentliche Ursachen für diese Anpassung sind Verzögerungen
bei Kundenprojekten sowie die anhaltende angespannte Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen
sowie hohe Transportkosten.
In Anbetracht der vielfältigen Risiken erwartet das Unternehmen für 2022 einen Konzernumsatz
von 880 Mio. € bis 920 Mio. € (ursprüngliche Prognose: 950 Mio. € bis 1 Mrd. €).
Das bereinigte operative Ergebnis ( bereinigte EBITDA) soll zwischen 200 Mio. € und
225 Mio. € (ursprüngliche Prognose: 260 Mio. € bis 280 Mio. €) und damit unter dem
Vorjahreswert von 283 Mio. € liegen. Die oben genannten Risiken und die Anlaufkosten
für die V4Drive Zelle beeinträchtigen die Ergebnisentwicklung.
VARTA investiert unverändert in den Ausbau seiner Kapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien
mit den folgenden zwei Schwerpunkten. Nach Fertigstellung der Pilotanlage für V4Drive
Rundzellen wird der Fokus auf dem Aufbau weiterer hoch automatisierter Fertigungskapazitäten
liegen, um die bestehenden und die erwarteten weiteren OEM Verträge erfüllen zu können.
Die Kapazitäten für CoinPower Zellen (TWS) werden je nach Nachfragesituation erhöht.
Dies kann kurzfristig erfolgen.
Der CAPEX, die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen,
wird voraussichtlich das Niveau des Geschäftsjahres 2021 übersteigen und könnte je
nach Investitionsbedarf für die V4Drive/Roundpower Zelle mehr als 230 Mio. € betragen.
Der Schwerpunkt von "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" liegt im OEM-Geschäft
mit Lithium-Ionen- und Zink-Luft-Batterien sowie dem Lithium-Ion Battery Packs Geschäft.
Die aktuelle Situation beeinträchtigt die grundsätzlich gute Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien
für True Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich Lithium-Ion CoinPower. VARTA kann
durch die kurzfristige Erweiterung der Kapazitäten Wachstumschancen wahrnehmen. Im
Bereich der Hörgerätebatterien soll die marktführende Position in einem verhalten
wachsenden Markt weiter gefestigt werden. Das Unternehmen erwartet eine moderate Entwicklung
im Bereich der Zink-Luft Zellen und profitiert von seinen hoch automatisierten und
effizienten Produktionsanlagen. Der strukturelle Wandel hin zu wiederaufladbaren Hörgerätebatterien
wird auch in 2022 zu hohen Wachstumsraten im wiederaufladbaren Bereich führen.
Für den Bereich Lithium-Ion Battery Packs wird weiteres Wachstum erwartet.
Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" wird auf Jahressicht stagnieren.
Vergleichbar zum Vorjahr wird durch das Anlaufen neuer Kundenprojekte im zweiten Halbjahr
2022 ein deutlich höheres Wachstum gegenüber den ersten sechs Monaten 2022 erwartet.
Das bereinigte EBITDA wird wegen der genannten Effekte voraussichtlich unter dem Vorjahresniveau
liegen.
Das Consumer-Batteriegeschäft bildet zusammen mit dem Energiespeicher-Geschäft das
Segment "Household Batteries". Der Fokus liegt auf dem Konsumentengeschäft mit eigenem
Vertrieb, Marketing und Produktion.
Das Consumer-Geschäft wird im Geschäftsjahr 2022 weiter wachsen, hierbei steht der
weitere Ausbau des Markengeschäfts im Vordergrund. Bei den stationären Energiespeichern
wird ein sehr deutliches Umsatzwachstum erwartet, das mindestens dem des Marktwachstums
entsprechen soll.
Das Segment "Household Batteries" wird im Geschäftsjahr 2022 vergleichbar mit 2021
wachsen. Das bereinigte EBITDA wird unter dem Vorjahresniveau erwartet, nachdem die
höheren Rohstoffpreise und Währungskursschwankungen nicht durch Preiserhöhungen ausgeglichen
werden können.
In die Prognosen für Chancen und Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung fließen
die langjährigen Erfahrungen im Batteriegeschäft ein. Dieser Bericht enthält Angaben
und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft beziehen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen
über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Sachanlagen | 737.947 | 711.346 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 74.919 | 71.227 |
| Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen | 58 | 60 |
| Latente Steueransprüche | 10.130 | 6.035 |
| Sonstige Vermögenswerte | 35.142 | 17.644 |
| Langfristige Vermögenswerte | 858.196 | 806.312 |
| Vorräte | 232.391 | 157.110 |
| Vertragsvermögenswerte | 4.221 | 6.736 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 98.399 | 162.903 |
| Andere finanzielle Vermögenswerte | 1.508 | 108 |
| Steuererstattungsansprüche | 20.651 | 3.764 |
| Sonstige Vermögenswerte | 90.181 | 40.133 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 37.843 | 73.107 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 485.194 | 443.861 |
| Bilanzsumme | 1.343.390 | 1.250.173 |
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Gezeichnetes Kapital | 40.422 | 40.422 |
| Kapitalrücklage | 252.284 | 252.275 |
| Gewinnrücklagen | 143.526 | 111.009 |
| Konzernergebnis | 2.784 | 125.956 |
| Sonstige Rücklagen | 5.496 | 2.834 |
| Eigenkapital des VARTA AG Konzerns | 444.512 | 532.496 |
| Leasingverbindlichkeiten | 79.210 | 80.710 |
| Andere finanzielle Verbindlichkeiten | 367.181 | 117.990 |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer | 51.074 | 68.837 |
| Erhaltene Anzahlungen | 2.213 | 14.208 |
| Passive latente Steuern | 9.814 | 2.397 |
| Sonstige Rückstellungen | 2.897 | 2.897 |
| Abgegrenzte Schulden | 2.444 | 2.878 |
| Langfristige Schulden | 514.833 | 289.917 |
| Steuerschulden | 52.089 | 50.540 |
| Leasingverbindlichkeiten | 17.693 | 16.995 |
| Andere finanzielle Verbindlichkeiten | 49.777 | 85.785 |
| Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer | 3.510 | 3.442 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 3.172 | 4.374 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen | 123.783 | 132.132 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 33.727 | 22.747 |
| Sonstige Rückstellungen | 14.946 | 19.197 |
| Abgegrenzte Schulden | 85.348 | 92.548 |
| Kurzfristige Schulden | 384.045 | 427.760 |
| Schulden | 898.878 | 717.677 |
| Bilanzsumme | 1.343.390 | 1.250.173 |
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Umsatzerlöse | 376.810 | 397.562 |
| Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse | 50.147 | 31.056 |
| Aktivierte Eigenleistungen | 6.167 | 1.586 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 49.013 | 21.637 |
| Materialaufwand | -200.260 | -158.827 |
| Personalaufwand | -135.727 | -126.554 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -79.916 | -54.548 |
| EBITDA | 66.234 | 111.912 |
| Abschreibungen | -52.563 | -45.057 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 13.671 | 66.855 |
| Finanzertrag | 970 | 32 |
| Finanzaufwand | -3.504 | -1.727 |
| Übriger Finanzertrag | 766 | 119 |
| Übriger Finanzaufwand | -5.422 | -1.928 |
| Finanzergebnis | -7.190 | -3.504 |
| Ergebnis vor Steuern | 6.481 | 63.351 |
| Ertragsteueraufwendungen | -3.697 | -17.758 |
| Konzernergebnis | 2.784 | 45.593 |
| Zuordnung des Gewinns: | ||
| Aktionäre der VARTA AG | 2.784 | 45.550 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 | 43 |
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Konzernergebnis | 2.784 | 45.593 |
| Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden | ||
| Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen | 19.066 | 5.677 |
| Neubewertung des Erstattungsanspruchs Schuldbeitritt | -9.501 | 1.927 |
| Steuereffekt | -2.758 | -1.154 |
| Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurden oder anschließend umgegliedert werden können | 6.807 | 6.450 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 2.662 | 3.273 |
| 2.662 | 3.273 | |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 9.469 | 9.723 |
| Gesamtergebnis Zuordnung des Gewinns: | 12.253 | 55.316 |
| Aktionäre der VARTA AG | 12.253 | 51.603 |
| Nicht beherrschende Anteile | 0 | 42 |
| 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie | 0,07 | 1,13 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie | 0,07 | 1,13 |
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | ||
| Ergebnis vor Steuern | 6.481 | 63.351 |
| Nettofinanzergebnis abzüglich übriger Finanzaufwand/Finanzertrag | 2.534 | 1.695 |
| Abschreibungen | 52.563 | 45.057 |
| Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 101 | 5 |
| Übrige liquiditätsunwirksame Erträge Veränderungen Working Capital | 2.932 | 3.444 |
| Vorräte | -73.718 | -29.604 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige kurzfristige Vermögenswerte | 15.522 | -28.942 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten | -10.730 | -35.970 |
| Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Personalvorsorge | -3.930 | -18.791 |
| Bezahlte Ertragsteuern | -18.264 | -28.435 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | -26.509 | -28.190 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | ||
| Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | -66.852 | -85.648 |
| Aktivierte Eigenleistungen | -6.167 | -1.586 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 8 | -114 |
| Ein-/ Auszahlungen aus der Aufnahme von Ausleihungen | 2 | 1 |
| Investitionen in Finanzanlagen abzüglich erworbener liquider Mittel | 1.217 | -3.469 |
| davon Erwerb VARTA Consumer abzüglich erworbener liquider Mittel | 1.217 | 0 |
| davon Erwerb VARTA Micro Innovation GmbH abzüglich erworbener liquider Mittel | 0 | -4.475 |
| Einzahlungen aus Ausleihungen | 0 | -349 |
| Erhaltene Zinsen | 378 | 29 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -71.414 | -91.136 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | ||
| Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | -10.775 | -8.666 |
| Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten | 256.529 | 202.223 |
| Tilgung von kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten | -54.077 | -4.461 |
| Tilgung von langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten | 0 | -42.291 |
| Zahlung Dividende sowie Ausschüttung an nicht beherrschende Anteile | -100.246 | -100.585 |
| Zahlungen für Schuldbeitritt | -28.737 | 0 |
| Bezahlte Zinsen | -1.772 | -969 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 60.922 | 45.251 |
| Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -37.001 | -74.075 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 1. Januar | 73.107 | 121.889 |
| Auswirkungen von Wechselkursänderungen | 1.737 | 772 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 30. Juni | 37.843 | 48.586 |
| SONSTIGE RÜCKLAGEN | ||||||
| (IN T€) | GEZEICHNETES KAPITAL | KAPITAL RÜCKLAGE | GEWINNRÜCKLAGEN* | WÄHRUNGSDIFFERENZEN | HEDGING RESERVE | NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE |
| Stand am 1. Januar 2021 | 40.422 | 251.705 | 209.825 | -3.209 | 21 | 311 |
| Effekt aus aktienbasierter Vergütung | 0 | 285 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Dividendenausschüttung | 0 | 0 | -100.246 | 0 | 0 | 0 |
| Kapitalausschüttung Auditas GmbH | 0 | 0 | -294 | 0 | 0 | -45 |
| Gesamtergebnis | ||||||
| Konzernergebnis | 0 | 0 | 45.550 | 0 | 0 | 42 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 2.779 | 3.273 | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 48.329 | 3.273 | 0 | 42 |
| Stand am 30. Juni 2021 | 40.422 | 251.990 | 157.614 | 64 | 21 | 308 |
| (IN T€) | SUMME EIGENKAPITAL |
| Stand am 1. Januar 2021 | 499.075 |
| Effekt aus aktienbasierter Vergütung | 285 |
| Dividendenausschüttung | -100.246 |
| Kapitalausschüttung Auditas GmbH | -339 |
| Gesamtergebnis | |
| Konzernergebnis | 45.592 |
| Sonstiges Ergebnis | 6.052 |
| Gesamtergebnis | 51.644 |
| Stand am 30. Juni 2021 | 450.419 |
| SONSTIGE RÜCKLAGEN | ||||||
| (IN T€) | GEZEICHNETES KAPITAL | KAPITAL RÜCKLAGE | GEWINNRÜCKLAGEN* | WÄHRUNGSDIFFERENZEN | HEDGING RESERVE | NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE |
| Stand am 1. Januar 2022 | 40.422 | 252.275 | 236.965 | 2.813 | 21 | 0 |
| Effekt aus aktienbasierter Vergütung | 0 | 9 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Dividendenausschüttung Aktionäre VARTA AG | 0 | 0 | -100.246 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis Konzernergebnis | 0 | 0 | 2.784 | 0 | 0 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 6.807 | 2.662 | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 9.591 | 2.662 | 0 | 0 |
| Stand am 30. Juni 2022 | 40.422 | 252.284 | 146.310 | 5.475 | 21 | 0 |
| SONSTIGE RÜCKLAGEN | |
| (IN T€) | SUMME EIGENKAPITAL |
| Stand am 1. Januar 2022 | 532.496 |
| Effekt aus aktienbasierter Vergütung | 9 |
| Dividendenausschüttung Aktionäre VARTA AG | -100.246 |
| Gesamtergebnis Konzernergebnis | 2.784 |
| Sonstiges Ergebnis | 9.469 |
| Gesamtergebnis | 12.253 |
| Stand am 30. Juni 2022 | 444.512 |
*
Gewinnrücklagen inklusive Jahresergebnis
Die VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen
(Jagst), Deutschland, das im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm, Deutschland, unter
HRB 728059 eingetragen ist. Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss des
Unternehmens umfasst die VARTA Aktiengesellschaft und ihre Tochtergesellschaften (zusammen
als "VARTA AG Konzern" bezeichnet). Der Stichtag für diesen Zwischenabschluss für
die VARTA AG, sämtliche Tochtergesellschaften und für die Konzernrechnung ist der
30. Juni 2022. Dieser Zwischenabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des
Unternehmens, dargestellt. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen wurden,
soweit nicht anders angegeben, auf den nächsten Tausender gerundet. Der Zwischenabschluss
wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS),
welche in der Europäischen Union Anwendung finden, erstellt.
Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG, welche sie durch die operativen Tochtergesellschaften
betreibt, umfassen die Produktion, Vertrieb, Forschung und Entwicklung in zwei Geschäftssegmenten:
"Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries". Der VARTA AG Konzern
ist ein internationales und global agierendes Unternehmen und kann auf über 135 Jahre
Erfahrung zurückblicken.
Die VARTA AG hat ihren Sitz in Ellwangen (Jagst), VARTA-Platz 1, Deutschland. Die
oberste Muttergesellschaft der VARTA AG ist die Montana Tech Components AG, nachfolgend
die "MTC", Reinach, Schweiz.
Die Aktien der VARTA AG werden am regulierten Markt unter der Wertpapierkennnummer
(WKN) A0TGJ5, der International Securities Identification Number (ISIN) DE000A0TGJ55
sowie dem Börsenkürzel "VAR1" gehandelt.
Im Geschäftsjahr 2022 hat sich der Konsolidierungskreis wie folgt entwickelt:
| 2022 | 2021 | |||
| VOLLKONSOLIDIERUNG | EQUITY-KONSOLIDIERUNG | VOLLKONSOLIDIERUNG | EQUITY-KONSOLIDIERUNG | |
| Stand 1. Januar | 44 | 1 | 43 | 1 |
| Abgang Konsolidierungskreis | 0 | 0 | -2 | 0 |
| Neugründung | 1 | 0 | 1 | 0 |
| Akquisition | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Stand 30. Juni | 45 | 1 | 44 | 1 |
V4Drive Romania S.R.L.
Die Gesellschaft V4Drive Romania S.R.L. wurde als Tochtergesellschaft der PERTRIX
V SE am 22. März 2022 gegründet. Die Gesellschaft mit Sitz in Otopeni wurde im rumänischen
Handelsregister unter der Nummer 45838253 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens
ist die Herstellung von elektronischen Bauelementen.
Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde nach den Grundsätzen der International
Financial Reporting Standards (IFRS), Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), erstellt.
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde auf Basis aller am Stichtag gültigen
IAS / IFRS, die das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht
hat sowie aller Interpretationen (IFRIC/SIC) des International Financial Reporting
Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations Committee erstellt, sofern
diese von der Europäischen Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden. Der vorliegende
Zwischenbericht umfasst nicht alle Anhangangaben, die üblicherweise in einem Jahresabschluss
enthalten sind. Daher ist dieser Bericht in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2021
erstellten Konzernjahresabschluss zu lesen.
Vom Wahlrecht zur Aufstellung eines verkürzten Zwischenabschlusses wird Gebrauch gemacht.
Alle zum 30. Juni 2022 verbindlichen Interpretationen des International Financial
Reporting Interpretations Committee (IFRIC) werden zugrunde gelegt. Ferner steht dieser
Zwischenbericht im Einklang mit dem Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 16 (DRS
16 Zwischenberichterstattung) des Deutschen Rechnungslegungs Standard Committee e.V.
(DRSC).
Auf Grund der fehlenden Verpflichtung zur Prüfung des Halbjahresabschlusses wurde
der Zwischenbericht keiner Prüfung oder prüferischen Durchsicht eines Wirtschaftsprüfers
unterzogen.
Entsprechend IAS 1.25 erfolgte die Aufstellung des Konzernabschlusses unter der Annahme
der Unternehmensfortführung.
Der Konsolidierungskreis umfasst alle Gesellschaften, welche die VARTA AG direkt oder
indirekt beherrscht. Von Beherrschung wird dann gesprochen, wenn die VARTA AG die
Mehrheit der Stimmrechte (unter Einbezug potenzieller Stimmrechte) hält bzw. aufgrund
einer beherrschenden Stellung die Finanz- und Geschäftspolitik mittelbar oder unmittelbar
bestimmen und somit Nutzen aus der Geschäftstätigkeit ziehen kann. Diese Gesellschaften
werden voll konsolidiert. Die Erstkonsolidierung von Tochtergesellschaften erfolgt
zum Zeitpunkt der Kontrollübernahme. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Kontrolle endet,
werden die Tochtergesellschaften entkonsolidiert.
Konzerninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten
Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.
Gemeinschaftsunternehmen, an denen die VARTA AG direkt oder indirekt mit 50 % beteiligt
ist, beziehungsweise für welche die Führungsverantwortung paritätisch wahrgenommen
wird, werden nach der "Equity- Methode" gemäß IAS 28 bilanziert.
In den Erläuterungen 41 "Beteiligungsgesellschaften" sind die konsolidierten Gesellschaften
in einer Tabelle dargestellt.
Für den verkürzten Konzernzwischenabschluss werden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
angesetzt, wie sie bereits im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 verwendet wurden.
Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Konzernabschluss zum 31. Dezember
2021 enthalten. Änderungen, die sich aus der Erstanwendung / Änderung von neuen Standards
ergeben werden in den Erläuterungen dargestellt.
Die Konzernwährung ist der Euro. Soweit nichts anderes vermerkt ist, werden alle Betragsangaben
in tausend Euro (T€) angegeben.
In der Regel richtet sich die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaften
nach deren primärem Wirtschaftsumfeld und entspricht grundsätzlich der jeweiligen
Landeswährung. Für einen überwiegenden Teil der Aktivitäten ist der Euro (EUR bzw.
€) die funktionale Währung, weshalb auch die vorliegende Konzernrechnung in Euro (EUR
bzw. €) erstellt wurde.
Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden
Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss
auf die verkürzte Konzernrechnung stellen sich wie folgt dar:
| 1 EURO ENTSPRICHT | DURCHSCHNITTSKURS | STICHTAGSKURS | ||
| 30. JUNI 2022 | 30. JUNI 2021 | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 | |
| US Dollar (USD) | 1,093 | 1,205 | 1,039 | 1,133 |
| Britische Pfund (GBP) | 0,842 | 0,868 | 0,858 | 0,840 |
| Rumänische Leu (RON) | 4,946 | 4,902 | 4,946 | 4,949 |
| Dänische Kronen (DKK) | 7,440 | 7,437 | 7,439 | 7,436 |
| Schwedische Kronen (SEK) | 10,480 | 10,131 | 10,730 | 10,250 |
Aus diesen Wechselkurseffekten sind nur USD/EUR für fremde Dritte wesentlich. Die
restlichen Transaktionen werden hauptsächlich zwischen verbundenen Unternehmen abgewickelt.
Darüber hinaus resultieren weitere Wechselkurseffekte aus chinesischem Yuan (CNY),
norwegischen Kronen (NOK), ungarischen Forint (HUF), schweizerischen Franken (CHF),
kroatischen Kuna (HRK), tschechischen Kronen (CZK), russischen Rubel (RUB) und türkischen
Lira (TRY). Diese sind jedoch für den VARTA AG Konzern nicht wesentlich.
Im Jahr 2022 erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften Nachfolgend werden die
Auswirkungen der ab 1. Januar 2022 neu angewendeten Rechnungslegungsmethoden offengelegt.
Für den Konzern haben sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.
Die Änderungen umfassen die Definition, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung,
ob ein Vertrag verlustbringend sein wird, einbezieht. Demnach sind Kosten für die
Erfüllung eines Vertrags alle Kosten, die direkt den Auftrag betreffen. Damit sind
sowohl Kosten zu berücksichtigen, die ohne den Auftrag nicht anfallen würden (incremental
cost), als auch andere dem Vertrag direkt zurechenbare Kosten.
Durch die Annual Improvements to IFRS wurden die folgenden Standards geändert.
In IFRS 1 wurde für erstanwendende Tochterunternehmen, welche IFRS 1.D16 (a) in Anspruch
nehmen, die Möglichkeit eröffnet, kumulierte Umrechnungsdifferenzen mit den vom Mutterunternehmen
ausgewiesenen Beträgen zu bewerten.
Durch die Änderung von IFRS 9 erfolgt eine Klarstellung, welche Gebühren in den 10%-Test
(IFRS 9.B3.3.6), hinsichtlich der Beurteilung, ob es zu Ausbuchung einer finanziellen
Verbindlichkeit kommt, einzubeziehen sind. Es werden lediglich Gebühren berücksichtigt,
welche zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder
erhalten wurden.
In IFRS 16 wurde im erläuternden Beispiel 13 zu IFRS 16 die Darstellung der Erstattung
von Mietereinbauten entfernt.
In IAS 41 wird das Verbot, Steuerzahlungen im Rahmen der Fair Value-Bewertung zu berücksichtigen,
gestrichen.
Einhergehend mit dem geänderten Rahmenkonzept wurden Referenzen auf das Rahmenkonzept
in diversen Standards, so auch in IFRS 3, angepasst. Die Regeln für die Bilanzierung
von Unternehmenserwerben werden inhaltlich nicht geändert.
Die Änderungen stellen klar, dass Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf
von Gegenständen erhalten hat, die hergestellt wurden, während es den Vermögenswert
für seinen beabsichtigten Gebrauch vorbereitet hat (beispielsweise Produktmuster),
und die damit verbundenen Kosten im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind. Die Berücksichtigung
derartiger Beträge bei der Ermittlung der Anschaffungskosten ist nicht zulässig.
Die folgenden neuen und revidierten Standards und Interpretationen wurden verabschiedet,
treten aber erst später in Kraft und wurden in der vorliegenden Konzernrechnung nicht
frühzeitig angewendet. Ebenso plant das Unternehmen keine frühzeitige Anwendung. Soweit
im Folgenden nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen derzeit geprüft.
| INKRAFTSETZUNG | ||
| Neue oder geänderte Standards und Interpretationen In EU-Recht übernommene Änderungen Standards: | ||
| IFRS 17 | Versicherungsverträge (inkl. Anpassungen zu IFRS 17) | 1. Januar 2023 |
| Änderungen: | ||
| IAS 8 | Änderung der Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 1. Januar 2023 |
| IAS 1 / IFRS | IAS 1 und IFRS Praktische Hinweise 2 - Angaben zu Rechnungslegungsmethoden | 1. Januar 2023 |
| Noch nicht im EU-Recht übernommen: | ||
| Änderungen: | ||
| IAS 1 | Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- bzw. langfristig | 1. Januar 2023 |
| IFRS 17 | Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen | 1. Januar 2023 |
| IAS 12 | Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen | 1. Januar 2023 |
| IFRS 10/IAS 28 | Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen | unbestimmt |
Die folgenden vom IASB veröffentlichten Neuerungen und Änderungen sind noch nicht
verpflichtend anzuwenden und werden von VARTA AG bislang auch noch nicht angewendet.
Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf
den Konzernabschluss ergeben werden.
IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz,
die Bewertung, die Darstellung von und Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen
sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach dem
Bewertungsmodell des IFRS 17 werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und
zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten
Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge,
die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt.
Als "Versicherungsumsatz" werden statt Prämieneinnahmen in jeder Periode die Änderungen
aus der Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ausgewiesen, für die
das Versicherungsunternehmen ein Entgelt erhält sowie der Teil der Prämien, die die
Abschlusskosten decken. Ein- und Auszahlungen von Sparkomponenten werden nicht als
Umsatz bzw. Ertrag oder Aufwand in der Gewinn- oder Verlustrechnung ausgewiesen. Versicherungsfinanzertrag
und -aufwand resultieren aus Abzinsungseffekten und finanziellen Risiken. Sie können
je Portfolio entweder erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen
Ergebnis (other comprehensive income) ausgewiesen werden.
Änderungen in den Annahmen, die sich nicht auf Zinsen bzw. finanzielle Risiken beziehen,
werden nicht unmittelbar in der Gewinn- oder Verlustrechnung erfasst, sondern gegen
die vertragliche Servicemarge gebucht und somit über die Dauer der noch zu erbringenden
Leistungen verteilt. Lediglich für solche Gruppen von Versicherungsverträgen, für
die Verluste drohen, erfolgt eine unmittelbare Erfassung von Schätzänderungen.
IFRS 17 sieht für kurzlaufende Verträge ein Näherungsverfahren vor, das die Verbindlichkeit
zur Gewährung von Versicherungsschutz wie bislang über Prämienüberträge abbildet.
Verbindlichkeiten aus eingetretenen, aber noch nicht abgewickelten Versicherungsfällen,
sind unter IFRS 17 mit jeweils aktuellen Zinssätzen abzuzinsen. Für große Teile des
Lebensversicherungsgeschäftes mit Überschussbeteiligung modifiziert IFRS 17 das allgemeine
Bewertungsmodell, indem auch Änderungen des Aktionärsanteils an der Entwicklung der
der Überschussbeteiligung zugrundeliegenden Ergebnisquellen in der vertraglichen Servicemarge
erfasst und über die noch verbleibende Dauer der Leistungserbringung verteilt werden.
Soweit eine rückwirkende Anwendung nicht möglich ist, kann die vertragliche Servicemarge
zum Übergangszeitpunkt anhand eines modifizierten rückwirkenden Verfahrens oder über
den Vergleich des Erwartungswertes der diskontierten Zahlungsströme und Risikoanpassung
mit dem Zeitwert zum Übergangszeitpunkt ermittelt werden.
Die Änderungen aus Juni 2020 beinhalten eine Verschiebung der Erstanwendung des IFRS
17 vom 1. Januar 2021 um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023.
Die für Versicherer geltende Ausnahme von der Erstanwendung des IFRS 9 wird ebenfalls
auf den 1. Januar 2023 verschoben, so dass beide Standards weiterhin gleichzeitig
erstmals angewendet werden können.
Darüber hinaus betreffen die Änderungen im Wesentlichen die folgenden Themenbereiche:
| ― |
Bilanzierung bestimmter Zahlungsmittel (z.B. Kreditkarten) (Ausnahme vom Anwendungsbereich bzw. Zerlegung) und Darlehen (Option zur Anwendung von entweder IFRS 17 oder IFRS 9), soweit sie Versicherungsrisken beinhalten. |
| ― |
Vereinnahmung von Gewinnen nicht nur entsprechend dem erbrachten Versicherungsschutz, sondern auch entsprechend erbrachter Investmentmanagement-Dienstleistungen. |
| ― |
Verteilung der Abschlusskosten auch auf erwartete Vertragsverlängerungen außerhalb der Vertragsgrenzen des ursprünglichen Vertrages. |
| ― |
Berücksichtigung von Risikomanagement-Maßnahmen nicht nur bei Risikominderung über Derivate, sondern auch bei Risikominderung über Rückversicherung oder mittels klassischer Finanzinstrumente. |
| ― |
Ausweis von Aktiva und Passiva aus Versicherungsverträgen auf Portfolio-Ebene statt auf Gruppen-Ebene von Versicherungsverträgen. |
| ― |
Die Rückversicherung verlustträchtiger Verträge soll als Gewinn berücksichtigt werden dürfen, soweit sie die verlustträchtigen Verträge deckt. |
| ― |
Bilanzierung übernommener Schadenverpflichtungen im Rahmen eines Unternehmenserwerbs vor Übergang auf den IFRS 17. |
| ― |
Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig. |
Die Änderung am IAS 8 stellt klar, wie Unternehmen Änderungen von Rechnungslegungsmethoden
besser von Schätzungsänderungen abgrenzen können. Dazu wird definiert, dass eine rechnungslegungsbezogene
Schätzung immer auf eine Bewertungsunsicherheit einer finanziellen Größe im Abschluss
bezogen ist. Ein Unternehmen verwendet neben Input-Parametern auch Bewertungsverfahren
zur Ermittlung einer Schätzung. Bewertungsverfahren können Schätzverfahren oder Bewertungstechniken
sein.
Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar
2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.
Die verabschiedeten Änderungen an IAS 1 betreffen eine begrenzte Anpassung der Beurteilungskriterien
für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig.
Es wird klargestellt, dass die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig von den
Rechten des Unternehmens zum Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der Schuld um
mindestens zwölf Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche
Rechte vor, klassifiziert dies die Schuld als langfristig. Das Recht, die Erfüllung
der Schuld zu verschieben, muss hierbei substanziell sein. Sofern das Unternehmen
für die Ausübung eines derartigen Rechtes bestimmte Bedingungen zu erfüllen hat, müssen
diese am Abschlussstichtag erfüllt werden; anderenfalls folgt eine Klassifizierung
als kurzfristig.
Für die Klassifizierung einer Schuld ist es dabei unerheblich, ob das Management beabsichtigt
oder erwartet, dass die Schuld tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag
erfüllt wird. Entscheidend für die Klassifizierung sind lediglich am Abschlussstichtag
bestehende Rechte, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate zu verschieben.
Dies gilt auch im Falle der Erfüllung innerhalb des Wertaufhellungszeitraums.
Im Juli 2020 wurde der Erstanwendungszeitpunkt um ein Jahr auf Berichtsperioden, die
am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, verschoben.
Die Änderungen sind somit auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1.
Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.
Die Änderung am IAS 1 erfordert, dass lediglich die "wesentlichen" Rechnungslegungsmethoden
im Anhang dargestellt werden. Um wesentlich zu sein, muss die Rechnungslegungsmethode
mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und
es muss einen Anlass für die Darstellung geben. Ein Anlass kann bspw. darin bestehen,
dass die Methode geändert wurde, es sich um ein Wahlrecht handelt, die Methode komplex
oder stark ermessensbehaftet ist oder in Übereinstimmung mit IAS 8.10-11 entwickelt
wurde. Die Änderungen im Practice Statement 2 zeigen entsprechend auf, wie das Konzept
der Wesentlichkeit auf die Angabe von Rechnungslegungsmethoden angewandt wird. Damit
sollen in Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle von standardisierten
Ausführungen im Vordergrund stehen.
Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar
2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.
Die Änderung an IFRS 17 führt die Möglichkeit ein, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen
einen sog. "classification overlay approach" anzuwenden. Damit werden die Vergleichsinformationen
zu den Finanzinstrumenten im Jahr vor der erstmaligen Anwendung des IFRS 17, d.h.
für das Jahr 2022, aussagekräftiger gemacht. Der "classification overlay approach"
kann angewendet werden, wenn bei der gleichzeitigen Erstanwendung von IFRS 17 und
IFRS 9 im Hinblick auf die Vergleichsinformationen des IFRS 9 im Jahr 2022 kein "restatement"
eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt. Bei Anwendung des "classification overlay
approaches" wird für die Klassifizierung in die Kategorien des IFRS 9 der jeweils
zum Übergangszeitpunkt aktuelle Informationsstand genutzt, also wie das Unternehmen
seine finanziellen Vermögenswerte bei der Erstanwendung des IFRS 9 zu klassifizieren
plant. Die Offenlegung der Vergleichsinformationen erfolgt grundsätzlich so, als wären
die Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 bereits in der Vergleichsperiode
angewendet worden, mit Ausnahme der Impairmentregeln, bei denen man durch den "classification
overlay approach" nicht zur Offenlegung nach IFRS 9 gezwungen wird. Unterschiedsbeträge
zwischen dem vorherigen Buchwert eines finanziellen Vermögenswertes und dem sich aufgrund
des "classification overlay approaches" ergebenden Betrages sind im Eigenkapital zu
erfassen.
Es ist zudem der Umfang offenzulegen, in dem ein Unternehmen von dem Ansatz Gebrauch
macht (z.B. ob er auf alle in 2022 abgehenden finanziellen Vermögenswerte angewendet
wurde) und ob und in welchem Umfang nach den Impairmentregeln des IFRS 9 offengelegt
wurde.
Bei Erstanwendung des IFRS 9 zum 1. Januar 2023 sind die nach IFRS 9 geltenden Übergangsvorschriften
anzuwenden, unabhängig davon, ob der "classification overlay approach" angewendet
wurde oder nicht.
Die Änderungen sind - vorbehaltlich der Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden
anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung
der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.
Die Änderungen adressieren bisher bestehende Unsicherheiten bei der Bilanzierung von
latenten Steuern im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen.
Werden Vermögenswerte und Schulden erstmalig erfasst, galt schon bislang unter bestimmten
Voraussetzungen die sog. "initial recognition exemption" (IAS 12.15). In diesen Fällen
sind latente Steuern ausnahmsweise nicht anzusetzen. In der Praxis bestand Unsicherheit
darüber, ob diese Ausnahmeregelung auch für Leasingverhältnisse und Entsorgungs- bzw.
Wiederherstellungsverpflichtungen gilt. Es wurde nun eine eng begrenzte Änderung zu
IAS 12 vorgenommen, um eine einheitliche Anwendung des Standards zu gewährleisten.
Aufgrund dieser Änderung gilt die "initial recognition exemption" nicht mehr für solche
Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare
temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon
gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Es handelt sich somit um eine Rückausnahme
von der "initial recognition exemption" für eng umrissene Fälle. Die Änderungen führen
dazu, dass latente Steuern z.B. auf beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse
und auf Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen anzusetzen sind.
Die Änderungen sind - vorbehaltlich der Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden
anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung
der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.
Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des
IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an
ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von
Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen.
Nach IFRS 10 hat ein Mutterunternehmen den Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung
eines Tochterunternehmens bei Verlust der Beherrschungsmöglichkeit in voller Höhe
in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Demgegenüber verlangt der aktuell
anzuwendende IAS 28.28, dass der Veräußerungserfolg bei Veräußerungstransaktionen
zwischen einem Investor und einer at-equity bewerteten Beteiligung - sei es ein assoziiertes
Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen - lediglich in der Höhe des Anteils
der anderen an diesem Unternehmen zu erfassen ist.
Künftig soll der gesamte Gewinn oder Verlust aus einer Transaktion nur dann erfasst
werden, wenn die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb
im Sinne des IFRS 3 darstellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Transaktion als
share oder asset deal ausgestaltet ist. Bilden die Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb,
ist lediglich eine anteilige Erfolgserfassung zulässig.
Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde durch das IASB auf unbestimmte Zeit
verschoben.
Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Segmentberichterstattung liegen
die im vorliegenden Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde. Der Vorstand steuert
nach dem bereinigten EBITDA, um trotz der steigenden Investitionen in das Sachanlagevermögen
und der daraus resultierenden Abschreibungen die operative Performance beurteilen
zu können. Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen
Unternehmen sind in der Segmentberichterstattung nicht enthalten, da diese nicht Bestandteil
des berichteten EBIT und bereinigten EBITDA sind und auch sonst nicht regelmäßig an
den Vorstand berichtet werden.
In der VARTA-Gruppe wurden die operativen Geschäftsbereiche "Microbatteries", "Lithium-Ion
CoinPower", "Lithium-Ion Round Power", "Lithium-Ion Solutions", "Lithium-Ion V4Drive",
"Consumer" und "Energy Storage Systems" identifiziert. Aufgrund des homogenen Produktionsprozesses,
der Kundenstruktur sowie der Ähnlichkeit der Produkte werden die operativen Geschäftsbereiche
"Microbatteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Lithium-Ion Round Power", "Lithium-Ion
Solutions" und "Lithium-Ion V4Drive" zum Berichtssegment "Lithium-Ion Solutions &
Microbatteries" zusammengefasst. Im Berichtssegment "Household Batteries" werden insbesondere
auf Basis der Kundenstruktur und der Vertriebssteuerung die beiden operativen Geschäftsbereiche
"Consumer" und "Energy Storage Systems" zusammengefasst dargestellt. Die Aufgliederung
entspricht der internen Organisations- und Berichtsstruktur.
Die Eliminierungen konzerninterner Verflechtungen zwischen den Segmenten werden in
der Überleitungsspalte zusammengefasst angegeben. Darüber hinaus beinhaltet die Überleitungsspalte
Sachverhalte, die keinem Segment direkt zugeordnet werden können, bspw. die Effekte
aus der aktienbasierten Vergütung.
Im Folgenden werden die Steuerungsgrößen, die zur Beurteilung der Leistungen der operativen
Segmente herangezogen werden, dargestellt:
Informationen nach berichtspflichtigen Segmenten:
| LITHIUM-ION SOLUTIONS & MICROBATTERIES | HOUSEHOLD BATTERIES | SUMME | ||||
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Segmentumsatzerlöse | 196.810 | 240.600 | 189.090 | 164.364 | 385.900 | 404.964 |
| Umsatzerlöse zwischen den Segmenten | 9.088 | 7.400 | 2 | 2 | 9.090 | 7.402 |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 187.722 | 233.200 | 189.088 | 164.362 | 376.810 | 397.562 |
| davon Zeitpunktbezogen | 174.910 | 216.872 | 186.266 | 158.683 | 361.176 | 375.555 |
| davon Zeitraumbezogen | 12.812 | 16.328 | 2.822 | 5.679 | 15.634 | 22.007 |
| Abschreibungen | -44.023 | -36.872 | -8.540 | -8.185 | -52.563 | -45.057 |
| Wesentliche Effekte in Erträgen und Aufwendungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| EBITDA | 53.055 | 84.440 | 15.853 | 27.828 | 68.908 | 112.268 |
| ÜBERLEITUNG | KONZERNABSCHLUSS | |||
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Segmentumsatzerlöse | 0 | 0 | 385.900 | 404.964 |
| Umsatzerlöse zwischen den Segmenten | 0 | 0 | 9.090 | 7.402 |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 0 | 0 | 376.810 | 397.562 |
| davon Zeitpunktbezogen | 0 | 0 | 361.176 | 375.555 |
| davon Zeitraumbezogen | 0 | 0 | 15.634 | 22.007 |
| Abschreibungen | 0 | 0 | -52.563 | -45.057 |
| Wesentliche Effekte in Erträgen und Aufwendungen | -2.674 | -356 | -2.674 | -356 |
| EBITDA | -2.674 | -356 | 66.234 | 111.912 |
In der Überleitung zum EBITDA des Konzerns sind folgende Sachverhalte enthalten:
| 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | |||
| (IN T€) | SONDEREFFEKTE | SUMME | SONDEREFFEKTE | SUMME |
| Effekte in Erträgen und Aufwendungen | -2.674 | -2.674 | -356 | -356 |
| EBITDA | -2.674 | -2.674 | -356 | -356 |
In der Spalte "Sondereffekte" werden Sachverhalte dargestellt, die in der Bereinigung
des EBITDA berücksichtigt sind. Im Geschäftsjahr 2022 existieren solche Sachverhalte
bei der VARTA AG. Der VARTA AG als Mutterunternehmen werden "Sondereffekte" aus den
M&A Transaktionen in Höhe von 2,7 Mio. € (2021: 0,1 Mio. €) und Effekte aus der aktienbasierten
Vergütung in Höhe von 0,01 Mio. € (2021: 0,3 Mio. €) zugeordnet.
In der folgenden Tabelle wird die Überleitung des EBITDAs der Segmente auf das Ergebnis
vor Steuern dargestellt:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| EBITDA | 66.234 | 111.912 |
| Abschreibungen und Amortisationen | -52.563 | -45.057 |
| EBIT | 13.671 | 66.855 |
| Finanzergebnis | -7.190 | -3.504 |
| Ergebnis vor Steuern | 6.481 | 63.351 |
Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns aufgeteilt nach bestimmten
geographischen Standorten. Bei der Darstellung dieser Informationen auf geografischer
Grundlage basieren die Umsatzerlöse eines Segments auf den geografischen Standorten
der Kunden und die Vermögenswerte eines Segments auf den geografischen Standorten
der Vermögenswerte.
| 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 30. JUNI 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 | 31. DEZEMBER 2021 | |
| (IN T€) | UMSATZERLÖSE* | LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE** | UMSATZERLÖSE* | LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE** |
| Europa | 253.084 | 795.236 | 229.536 | 766.058 |
| Davon in Deutschland | 114.076 | 739.910 | 96.937 | 721.476 |
| Amerika | 16.478 | 3.951 | 50.918 | 4.005 |
| Asien | 102.858 | 13.679 | 110.825 | 12.510 |
| Sonstige | 4.390 | 0 | 6.283 | 0 |
| Summe | 376.810 | 812.866 | 397.562 | 782.573 |
*
Die Umsatzerlöse richten sich nach dem Sitz des Kunden.
**
Langfristige Vermögenswerte beinhalten zu diesem Zweck, Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte.
Die Umsatzerlöse des Segments "Household Batteries" sind im Wesentlichen in der Position
Europa enthalten. Die Umsätze der Regionen Asien und Amerika sind im Wesentlichen
dem Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" zuzuordnen.
Die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vertragsvermögenswerte
des Konzerns teilen sich folgendermaßen auf Produkte und Dienstleistungen auf:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 UMSATZERLÖSE | 30. JUNI 2022 FORDERUNGEN LIEFERUNGEN & LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTE | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 UMSATZERLÖSE | 31. DEZEMBER 2021 FORDERUNGEN LIEFERUNGEN & LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTE |
| davon aus Produktverkauf | 376.076 | 99.213 | 395.573 | 165.809 |
| davon aus Verkauf von Dienstleistungen | 734 | 3.407 | 1.989 | 3.830 |
| Summe | 376.810 | 102.620 | 397.562 | 169.639 |
In 2022 betrug der Umsatz mit einem bestimmten Kunden 71,9 Mio. €, dies entspricht
einem Umsatzanteil von mehr als 10 % vom Konzernumsatz. Im Vorjahr betrug der Umsatz
mit einem Kunden und einem Umsatzanteil von mehr als 10 % 71,7 Mio. €. Der Umsatz
ist dem Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" zuzuordnen.
| (IN T€) Anschaffungswerte | GRUNDSTÜCKE | GEBÄUDE | NUTZUNGSRECHTE GEBÄUDE | TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN | NUTZUNGSRECHTE TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN | ANDERE ANLAGEN |
| Stand 1. Januar 2021 | 3.165 | 18.057 | 71.819 | 344.598 | 14.408 | 64.950 |
| Währungsdifferenzen | 0 | -4 | 434 | 522 | 571 | 197 |
| Zugänge | 0 | 348 | 34.944 | 15.878 | 0 | 5.307 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 475 | 439 | 0 | 6 |
| Abgänge | 0 | 0 | -667 | -8.982 | -8 | -1.121 |
| Umbuchungen | 0 | 1.276 | 0 | 44.428 | 0 | 8.714 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 3.165 | 19.677 | 107.005 | 396.883 | 14.971 | 78.053 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 461 | 837 | 0 | 284 |
| Zugänge | 0 | 18 | 7.581 | 5.483 | 0 | 1.722 |
| Abgänge | 0 | 0 | -440 | -1.470 | -605 | -817 |
| Umbuchungen | 0 | 214 | 0 | 39.725 | 0 | 15.698 |
| Stand 30. Juni 2022 | 3.165 | 19.909 | 114.607 | 441.458 | 14.366 | 94.940 |
| (IN T€) Anschaffungswerte | NUTZUNGSRECHTE ANDERE ANLAGEN | ANLAGEN IM BAU UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN | SACHANLAGE VERMÖGEN |
| Stand 1. Januar 2021 | 7.910 | 198.191 | 723.098 |
| Währungsdifferenzen | -453 | -61 | 1.206 |
| Zugänge | 1.399 | 147.539 | 205.415 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 920 |
| Abgänge | -1.022 | 0 | -11.800 |
| Umbuchungen | 0 | -55.119 | -701 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 7.834 | 290.550 | 918.138 |
| Währungsdifferenzen | 25 | 1 | 1.608 |
| Zugänge | 730 | 53.949 | 69.483 |
| Abgänge | -571 | 0 | -3.903 |
| Umbuchungen | 0 | -50.042 | 5.595 |
| Stand 30. Juni 2022 | 8.018 | 294.458 | 990.921 |
| (IN T€) Kumulierte Abschreibung | GRUNDSTÜCKE en | GEBÄUDE | NUTZUNGSRECHTE GEBÄUDE | TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN | NUTZUNGSRECHTE TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN | ANDERE ANLAGEN |
| Stand 1. Januar 2021 | 0 | 651 | 9.790 | 86.357 | 2.786 | 24.083 |
| Währungsdifferenzen | 0 | -1 | 274 | 242 | 212 | 156 |
| Zugänge | 0 | 788 | 12.326 | 61.949 | 3.085 | 8.187 |
| Abgänge | 0 | 0 | -446 | -7.529 | -8 | -135 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | -8 | 29 | 8 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 0 | 1.438 | 21.944 | 141.011 | 6.104 | 32.299 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 306 | 373 | 0 | 222 |
| Zugänge | 0 | 389 | 6.877 | 34.144 | 1.514 | 4.980 |
| Abgänge | 0 | 0 | -440 | -1.469 | -605 | -710 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 32 |
| Stand 30. Juni 2022 | 0 | 1.827 | 28.687 | 174.059 | 7.013 | 36.823 |
| Buchwerte | ||||||
| Buchwerte am 1. Januar 2021 | 3.165 | 17.406 | 62.029 | 258.241 | 11.622 | 40.867 |
| Buchwerte am 31. Dezember 2021 | 3.165 | 18.239 | 85.061 | 255.872 | 8.867 | 45.754 |
| Buchwerte am 30. Juni 2022 | 3.165 | 18.082 | 85.920 | 267.399 | 7.353 | 58.117 |
| (IN T€) Kumulierte Abschreibung | NUTZUNGSRECHTE ANDERE ANLAGEN | ANLAGEN IM BAU UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN | SACHANLAGE VERMÖGEN |
| Stand 1. Januar 2021 | 2.849 | 0 | 126.516 |
| Währungsdifferenzen | -226 | 0 | 657 |
| Zugänge | 2.256 | 0 | 88.591 |
| Abgänge | -854 | 0 | -8.972 |
| Umbuchungen | -29 | 0 | 0 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 3.996 | 0 | 206.792 |
| Währungsdifferenzen | 17 | 0 | 918 |
| Zugänge | 1.115 | 0 | 49.019 |
| Abgänge | -563 | 0 | -3.787 |
| Umbuchungen | 0 | 0 | 32 |
| Stand 30. Juni 2022 | 4.565 | 0 | 252.974 |
| Buchwerte | |||
| Buchwerte am 1. Januar 2021 | 5.061 | 198.191 | 596.582 |
| Buchwerte am 31. Dezember 2021 | 3.838 | 290.550 | 711.346 |
| Buchwerte am 30. Juni 2022 | 3.453 | 294.458 | 737.947 |
Der wesentliche Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen dient der Erweiterung
der Produktionskapazitäten bei den Lithium-Ionen-Knopfzellen und dem Aufbau einer
Pilotanlage für großformatige Zellen. Weiterhin sind in regelmäßigen Abständen Ersatzinvestitionen
zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung neuer Produkte sowie für qualitätssichernde
Maßnahmen notwendig. Resultierend hieraus ist der Bestand der technischen Anlagen
und Maschinen von 255,9 Mio. € in 2021 auf 267,4 Mio. € per 30. Juni 2022 gestiegen.
Demgemäß werden sich die Abschreibungen des Sachanlagevermögens voraussichtlich zum
Jahresende deutlich erhöhen.
In den Zugängen sind aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 0,9 Mio. € (2021: 0,8
Mio. €) enthalten.
Für das Sachanlagevermögen bestanden keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen
während der Geschäftsjahre 2021 und 2022. Das Bestellobligo aus dem Kauf von Sachanlagevermögen
beträgt 101,9 Mio. € (2021: 95,1 Mio. €).
| MARKENRECHTE UND SONSTIGE | GEWERBLICHE SCHUTZRECHTE UND SONSTIGES | ||||
| (IN T€) Anschaffungswerte | GESCHÄFTS- UND FIRMENWERT | IMMATERIELLE RECHTE | IMMATERIELLES VERMÖGEN | ENTWICKLUNGS KOSTEN | GESAMT |
| Stand 1. Januar 2021 | 638 | 37.102 | 23.386 | 20.394 | 81.520 |
| Währungsdifferenzen | 0 | -1 | 2 | 12 | 13 |
| Zugänge | 0 | 1.389 | 8 | 7.357 | 8.754 |
| Zugänge Konsolidierungskreis | 4.298 | 673 | 0 | 0 | 4.971 |
| Abgänge | 0 | -88 | 0 | -69 | -157 |
| Umbuchungen | 0 | 23.129 | -22.428 | 0 | 701 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 4.936 | 62.204 | 968 | 27.694 | 95.802 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | 2 | 0 | 2 |
| Zugänge | 0 | 65 | 765 | 11.967 | 12.797 |
| Umbuchungen | 0 | -150 | 1.208 | -6.653 | -5.595 |
| Stand 30. Juni 2022 | 4.936 | 62.119 | 2.943 | 33.008 | 103.006 |
| MARKENRECHTE UND SONSTIGE | GEWERBLICHE SCHUTZRECHTE UND SONSTIGES | ||||
| (IN T€) | GESCHÄFTS- UND FIRMENWERT | IMMATERIELLE RECHTE | IMMATERIELLES VERMÖGEN | ENTWICKLUNGS KOSTEN | GESAMT |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Stand 1. Januar 2021 | 0 | 6.135 | 864 | 10.588 | 17.587 |
| Zugänge | 0 | 4.523 | 101 | 2.454 | 7.078 |
| Abgänge | 0 | -90 | 0 | 0 | -90 |
| Umbuchungen | 0 | 192 | -192 | 0 | 0 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 0 | 10.760 | 773 | 13.042 | 24.575 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 0 | -1 | 1 | 0 |
| Zugänge | 0 | 144 | 2.315 | 1.085 | 3.544 |
| Umbuchungen | 0 | 382 | -414 | 0 | -32 |
| Stand 30. Juni 2022 | 0 | 11.286 | 2.673 | 14.128 | 28.087 |
| Buchwerte | |||||
| Buchwerte am 1. Januar 2021 | 638 | 30.967 | 22.522 | 9.806 | 63.933 |
| Buchwerte am 31. Dezember 2021 | 4.936 | 51.444 | 195 | 14.652 | 71.227 |
| Buchwerte am 30. Juni 2022 | 4.936 | 50.833 | 270 | 18.880 | 74.919 |
Von den aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 6,2 Mio. € (2021: 1,6 Mio. €) wurden
im Jahr 2022 selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, welche noch nicht zur Nutzung
bereit sind, in Höhe von 5,2 Mio. € (2021: 6,9 Mio. €) erfasst.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wurden erfolgswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung in Höhe von 14,1 Mio. € erfasst (2021: 44,0 Mio. €).
Für immaterielle Vermögenswerte bestanden keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen
während der Geschäftsjahre 2021 und 2022.
Der Konzern mietet verschiedene Produktions-, Büro und Lagergebäude sowie Anlagen
und Fahrzeuge. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von 1,5 bis 13
Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen beinhalten oder in Einzelfällen
auch unbefristet sein. Die Entwicklung des geleasten Anlagevermögens ist in den Erläuterungen
14 "Sachanlagevermögen" dargestellt.
Die Summe der künftigen Leasingzahlungen aufgrund unkündbarer Leasingverträge beträgt:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Leasingverpflichtungen - kurzfristig | 17.693 | 16.995 |
| Leasingverpflichtungen - langfristig | 79.210 | 80.710 |
| Summe | 96.903 | 97.705 |
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 18.781 | 17.826 |
| davon Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | 55.866 | 54.533 |
| davon Restlaufzeit über 5 Jahre | 26.565 | 31.299 |
| Summe Leasingzahlungen (undiskontiert) | 101.212 | 103.658 |
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| In der Gewinn und Verlustrechnung erfasste Werte | ||
| Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten | 626 | 532 |
| Erträge aus der Untervermietung von geleasten Vermögenswerten | -72 | -72 |
| Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen | 359 | 824 |
| Aufwendungen aus langfristigen Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögensgegenstände | 1.297 | 920 |
| Summe | 2.210 | 2.204 |
Variable Leasingzahlungen, Restwertgarantien sowie Kündigungsoptionen kommen momentan
nicht zum Tragen.
Die Vorräte teilen sich in folgende Positionen auf:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 91.397 | 74.891 |
| Unfertige Erzeugnisse | 39.057 | 34.525 |
| Fertige Erzeugnisse und Handelswaren | 101.936 | 47.678 |
| Geleistete Anzahlungen | 1 | 16 |
| Vorräte | 232.391 | 157.110 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Wertminderungsertrag (+) / -aufwand (-) | -196 | -4.128 |
Die Vorräte wurden im ersten Halbjahr 2022 aufgrund der aktuellen Entwicklungen der
Rohstoffmärkte massiv aufgebaut. Die Wertminderungen der Vorräte werden im Materialaufwand
erfasst und betragen in der Berichtsperiode 0,2 Mio. € (2021: 4,1 Mio. €). Im ersten
Halbjahr 2022 wurden wie im Vorjahr keine Wertaufholungen vorgenommen,
welche als Verminderung des Materialaufwandes in der Berichtsperiode erfasst wurden.
Der Buchwert der wertgeminderten Vorräte beträgt 15,5 Mio. € (2021: 12,3 Mio. €).
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Forderungen gegen Dritte (Brutto) | 99.812 | 163.621 |
| Forderungen gegen nahestehende Personen und Gesellschaften | 1.913 | 2.175 |
| Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 101.725 | 165.796 |
| Vertragsvermögenswerte | 4.221 | 6.736 |
| Brutto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | 105.946 | 172.532 |
| Abzüglich Wertberichtigungen | -3.326 | -2.893 |
| Netto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte | 102.620 | 169.639 |
Die bestehenden Nettoforderungen sind zum 30. Juni 2022 gesunken. Grund hierfür ist
das starke vierte Quartal in 2021, welches zu einem hohen Forderungsbestand führte.
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Sonstige Vermögenswerte | 125.323 | 57.777 |
| davon kurzfristig | 90.181 | 40.133 |
| davon langfristig | 35.142 | 17.644 |
Unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten werden sowohl der Erstattungsanspruch
aus dem im Juni 2017 getätigten Schuldbeitritt der VARTA Microbattery GmbH, als auch
der in 2022 rechtlich wirksame Schuldbeitritt der VARTA Consumer Batteries GmbH &
Co. KGaA in Höhe von 35,1 Mio. € (2021: 17,6 Mio. €) ausgewiesen.
Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Forderungen aus Förderprojekten | 56.777 | 18.455 |
| Sonstige Steuerforderungen | 7.170 | 6.475 |
| Sonstige Forderungen | 17.275 | 13.521 |
| Übrige sonstige Vermögenswerte | 8.959 | 1.682 |
| Summe | 90.181 | 40.133 |
Die Forderungen aus Förderprojekten in Höhe von 56,8 Mio. € (2021: 18,5 Mio. €) bestehen
sowohl gegenüber der Europäische Kommission sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie (BMWi) und den Ländern Bayern und Baden-Württemberg.
Die Forderungen aus Förderprojekten in Höhe von 6,4 Mio. € (2021: 6,0 Mio. €) gegen
die Europäische Kommission betreffen staatliche Zuschüsse für Projekte, in denen der
Konzern als Koordinator fungiert und die Zuschüsse treuhänderisch vom Fördergeber
erhält und verwaltet. Zum 30. Juni 2022 bestehende weitergeleitete Vorschusszahlungen
an die beteiligten Kooperationspartner betragen 7,1 Mio. € (2021: 4,4 Mio. €).
Der Forderungsbestand aus dem Förderprojekt IPCEI hat sich in 2022 von 12,5 Mio. €
auf 50,4 Mio. € erhöht.
Die sonstigen Forderungen haben sich zum 30. Juni 2022 um 3,8 Mio. € zum Vorjahr erhöht.
Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einer gerichtlich festgestellten Schadensersatzforderung
aus Patentrechtsstreitigkeiten.
Bei der Position übrige sonstige Vermögensgegenstände handelt es sich im Wesentlichen
um aktive Rechnungsabgrenzungsposten, welche sich von 1,7 Mio. € auf 9,0 Mio. € erhöht
haben.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente können wie folgt aufgegliedert werden:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Kasse | 212 | 19 |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 37.631 | 73.088 |
| Summe | 37.843 | 73.107 |
Das Eigenkapital des VARTA AG Konzerns hat sich 2022 wie folgt entwickelt:
| (IN T€) | GEZEICHNETES KAPITAL | KAPITAL RÜCKLAGE | GEWINNRÜCKLAGEN* | SONSTIGE WÄHRUNGSDIFFERENZEN | RÜCKLAGEN HEDGING RESERVE | SUMME EIGENKAPITAL |
| Stand am 1. Januar 2022 | 40.422 | 252.275 | 236.965 | 2.813 | 21 | 532.496 |
| Effekt aus aktienbasierter Vergütung | 0 | 9 | 0 | 0 | 0 | 9 |
| Dividendenausschüttung Aktionäre VARTA AG | 0 | 0 | -100.246 | 0 | 0 | -100.246 |
| Gesamtergebnis | ||||||
| Jahresergebnis | 0 | 0 | 2.784 | 0 | 0 | 2.784 |
| Sonstiges Ergebnis | 0 | 0 | 6.807 | 2.662 | 0 | 9.469 |
| Gesamtergebnis | 0 | 0 | 9.591 | 2.662 | 0 | 12.253 |
| Stand am 30. Juni 2022 | 40.422 | 252.284 | 146.310 | 5.475 | 21 | 444.512 |
*
Gewinnrücklagen inklusive Jahresergebnis
Nach dem Bilanzstichtag wurde durch den Vorstand der VARTA Aktiengesellschaft vorgeschlagen,
den im Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn des
Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 147,9 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende von
2,48 € je dividendenberechtiger Stückaktie zu verwenden.
Durch die ordentliche Hauptversammlung der VARTA Aktiengesellschaft am 21. Juni 2022
wurde die Dividendenauszahlung von insgesamt 100,2 Mio. € für 40.421.686 dividendenberechtigte
Stückaktien beschlossen. Der verbleibende Betrag von 47,6 Mio. € wurde auf neue Rechnung
vorgetragen.
Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären zurechenbaren
Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Aktien. Da weder
im Berichtszeitraum noch im Vorjahreszeitraum Sachverhalte vorlagen, aus denen Verwässerungseffekte
resultieren, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis
je Aktie.
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 30. JUNI 2021 |
| Ergebnis, den Aktionären zurechenbar in T€* | 2.784 | 45.550 |
| Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien (TStk) | 40.422 | 40.422 |
| Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 0,07 | 1,13 |
| Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR | 0,07 | 1,13 |
*
Das Ergebnis je Aktie bezieht sich auf die Aktien der VARTA AG
Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | 416.958 | 203.775 |
| davon langfristig | 367.181 | 117.990 |
| davon kurzfristig | 49.777 | 85.785 |
| Zusammensetzung der sonstigen Finanzverbindlichkeiten | ||
| Summe | 416.958 | 203.775 |
| Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten | 382.644 | 164.643 |
| Derivative Finanzverbindlichkeiten | 10.758 | 5.657 |
| sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 23.556 | 33.475 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich von 164,6 Mio. € auf 382,6
Mio. € aufgrund der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens erhöht. Über ein Konsortium
von BayernLB, HSBC und UniCredit hat die VARTA AG Schuldscheindarlehen über insgesamt
250 Millionen € am Kapitalmarkt platziert. Die vier Tranchen laufen über fünf bzw.
sieben Jahre (3/4 des Kreditvolumens) und sind schwerpunktmäßig mit einem fixen Zinskupon
ausgestattet. Die Mittel stehen dem Unternehmen für generelle Finanzierungsvorhaben
zur Verfügung. Die anfängliche durchschnittliche Verzinsung liegt bei 1,44%. Die Transaktion
wurde geknüpft an das ESG-Rating der VARTA AG durch Morningstar Sustainalytics, dem
führenden, unabhängigen Unternehmen im Bereich Forschung, Rating und Analyse von ESG
und Corporate Governance. Abhängig von der Entwicklung des Ratings von VARTA kann
sich der Spread des Schuldscheins verändern. Gegenläufig wurden 35,0 Mio. € aus dem
bestehenden Konsortialkredit getilgt.
Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Summe | 54.584 | 72.279 |
| davon langfristig | 51.074 | 68.837 |
| davon kurzfristig | 3.510 | 3.442 |
| Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer | ||
| Summe | 54.584 | 72.279 |
| Pensionen | 39.599 | 58.352 |
| Abfindungen | 9.407 | 8.410 |
| Jubiläumsgelder | 1.953 | 1.932 |
| Altersteilzeit | 3.625 | 3.585 |
Die Rückstellungen für Pensionen reduzierten sich auf Grund von veränderten versicherungsmathematischen
Annahmen, insbesondere durch den von 1,1 % auf 3,3 % erhöhten Abzinsungssatz.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie
erhaltene Anzahlungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Erhaltene Anzahlungen | 2.213 | 14.208 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 2.213 | 14.208 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten | 76.394 | 77.084 |
| Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 18.844 | 17.890 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Gesellschaften | 35 | 269 |
| Summe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 95.273 | 95.243 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 3.172 | 4.374 |
| Erhaltene Anzahlungen | 28.510 | 36.889 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 126.955 | 136.506 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie erhaltene Anzahlungen gesamt | 129.168 | 150.714 |
| davon sofort fällig | 33.754 | 26.449 |
| davon Restlaufzeit bis 1 Jahr | 93.201 | 110.057 |
| davon Restlaufzeit über 1 Jahr | 2.213 | 14.208 |
Die erhaltenen Anzahlungen belaufen sich insgesamt auf 30,7 Mio. € und stehen in Zusammenhang
mit Verpflichtungen aus zum Teil schwebenden Geschäften des VARTA AG Konzerns, Batterielieferungen
zu erbringen. Die daraus resultierenden Verbindlichkeiten des VARTA AG Konzerns werden
im Rahmen erfolgter Belieferungen getilgt und erfüllen die Ansatzvoraussetzungen gemäß
IFRS 15.16 als erhaltene Anzahlungen. Dieser Darstellung liegt die Einschätzung zugrunde,
dass die Vorauszahlungen vollumfänglich durch spätere Lieferabrufe gedeckt werden
und somit keine Finanzierungskomponente beinhalten. Für im Vorjahr ausgewiesene erhaltene
Anzahlungen erfolgte im ersten Halbjahr 2022 in Höhe von 27,8 Mio. € (Vorjahr: 43,7
Mio. €) eine Verrechnung mit entsprechenden Forderungen aus Lieferabrufen.
Die Vertragsverbindlichkeiten per 30. Juni 2022 haben sich im Vergleich zum Vorjahr
auf 3,2 Mio. € (2021: 4,4 Mio. €) leicht reduziert.
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten | 33.727 | 22.747 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 33.727 | 22.747 |
Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 22,7 Mio. € auf 33,7
Mio. €. Im Wesentlichen ist dies auf die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Förderprojekten
in Höhe von 6,9 Mio. € (31. Dezember 2021: 4,1 Mio. €) und passive Rechnungsabgrenzungsposten,
die überwiegend Zuwendungen der öffentlichen Hand betreffen, in Höhe von 9,6 Mio.
€ (31. Dezember 2021: 2,2 Mio. €) zurückzuführen.
Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (IN T€) | RESTRUKTURIERUNG | GEWÄHRLEISTUNGEN, GARANTIEN | ENTSORGUNGS-, WIEDERHERSTELLUNGS-& ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN | ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN | GESAMT 2022 |
| Fälligkeit Langfristig | 0 | 2.897 | 0 | 0 | 2.897 |
| Kurzfristig | 0 | 8.212 | 20 | 6.714 | 14.946 |
| Summe Rückstellungen | 0 | 11.109 | 20 | 6.714 | 17.843 |
| Entwicklung der sonstigen Rückstellungen in 2022 | |||||
| Stand 1. Januar 2022 | 716 | 10.757 | 1.357 | 9.264 | 22.094 |
| Zuführung | 0 | 4.304 | 0 | 891 | 5.195 |
| Verbrauch | -716 | -3.981 | -1.335 | -2.793 | -8.825 |
| Auflösung | 0 | -1 | 0 | -703 | -704 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 30 | -2 | 55 | 83 |
| Stand 30. Juni 2022 | 0 | 11.109 | 20 | 6.714 | 17.843 |
| (IN T€) | RESTRUKTURIERUNG | GEWÄHRLEISTUNGEN, GARANTIEN | ENTSORGUNGS-, WIEDERHERSTELLUNGS-& ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN | ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN | GESAMT 2021 |
| Fälligkeit Langfristig | 0 | 2.897 | 0 | 0 | 2.897 |
| Kurzfristig | 716 | 7.860 | 1.357 | 9.263 | 19.197 |
| Summe Rückstellungen | 716 | 10.757 | 1.357 | 9.263 | 22.094 |
| Entwicklung der sonstigen Rückstellungen in 2021 | |||||
| Stand 1. Januar 2021 | 15.719 | 8.551 | 1.410 | 15.454 | 41.134 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | 0 | 0 | 0 | 46 | 46 |
| Zuführung | 0 | 6.312 | 1.356 | 7.828 | 15.496 |
| Verbrauch | -14.161 | -3.724 | -1.259 | -12.329 | -31.473 |
| Auflösung | -842 | -416 | -150 | -1.839 | -3.247 |
| Währungsdifferenzen | 0 | 34 | 0 | 104 | 138 |
| Stand 31. Dezember 2021 | 716 | 10.757 | 1.357 | 9.264 | 22.094 |
Die übrigen Rückstellungen für Provisionen in Höhe von 2,6 Mio. € (2021: 3,2 Mio.
€) und Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten haben sich auf 0,9 Mio. € (2021: 1,3
Mio.€) verringert. Darüber hinaus haben sich die Rückstellungen für sonstige ungewisse
Verbindlichkeiten auf 0,4 Mio. € (2021: 1,3 Mio. €) reduziert.
Die abgegrenzten Schulden umfassen folgende wesentliche Positionen:
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Urlaubsansprüche, Überstunden und Zeitausgleich | 14.462 | 8.820 |
| Prämien an Mitarbeitende | 9.836 | 9.098 |
| Sonstige abgegrenzte Schulden für Personal | 5.000 | 8.104 |
| Summe abgegrenzte Schulden ggü. Mitarbeitende | 29.298 | 26.022 |
| Ausstehende Rechnungen | 9.367 | 5.870 |
| Kundenbonusrückstellung | 41.300 | 56.004 |
| Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Rechtsberatung | 3.808 | 2.576 |
| Übrige abgegrenzte Schulden | 4.019 | 4.954 |
| Sonstige abgegrenzte Schulden | 58.494 | 69.404 |
| Abgegrenzte Schulden | 87.792 | 95.426 |
Die abgegrenzten Schulden gegenüber Mitarbeitenden sind im Vergleich zum Vorjahr von
26,0 Mio. € auf 29,3 Mio. € gestiegen. Hauptsächlich aus der Zunahme der Urlaubsrückstellungen
aufgrund von Urlaubsaufbau im ersten Halbjahr. Die Entwicklung ist saisonal bedingt
und wird sich zum Jahresende wieder relativieren. Gegenläufig haben sich die sonstigen
abgegrenzten Schulden für Personal entwickelt, welche länderspezifische gesetzliche
Vorgaben zur aufgeschobenen Gewinnbeteiligung für Mitarbeitende enthält. Diese haben
sich im Vergleich zum 31. Dezember um 0,4 Mio. € verringert.
Die sonstigen abgegrenzten Schulden belaufen sich auf 58,5 Mio. € (31. Dezember 2021:
69,4 Mio. €). Der wesentliche Teil entfällt dabei auf den Rückgang der Kundenbonusrückstellungen
in Höhe von 41,3 Mio. € (2021: 56,0 Mio. €), welche aufgrund von Jahresvereinbarungen
zu Beginn des Kalenderjahres für das Vorjahr abgerechnet und ausgezahlt werden. Die
Entwicklung ist daher saisonal bedingt und wird sich zum Jahresende wieder relativieren.
Durch den Verkauf von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen konnten folgende
Umsätze erzielt werden:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Umsatzerlöse | 376.810 | 397.562 |
| davon aus Produktverkauf | 376.076 | 395.573 |
| davon aus dem Verkauf von Dienstleistungen | 734 | 1.989 |
Die Umsatzerlöse sind im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022 zum Vorjahresvergleichszeitraum
um 5,2 % von 397,6 Mio. € auf 376,8 Mio. € gesunken. Ursächlich hierfür waren pandemiebedingte
Produktionsunterbrechungen, die geringe Verfügbarkeit von Halbleitern und die zeitweise
Unterbrechung von Lieferketten bei unseren Kunden, welche zu einer geringeren Nachfrage
nach unseren Produkten geführt haben. Zusätzlich entstanden Verzögerungen bei Kundenprojekten.
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Veränderung der unfertigen Erzeugnisse | 6.180 | 15.603 |
| Veränderung der fertigen Erzeugnisse | 43.967 | 15.453 |
| Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse | 50.147 | 31.056 |
Die Veränderungen in den fertigen und unfertigen Erzeugnissen lassen sich nicht direkt
mit den aus der Konzern-Bilanz ersichtlichen Änderungen abstimmen. Dies kommt aus
bestehenden Währungsdifferenzen, welche diese Positionen beeinflussen.
Die Erhöhung der Bestandsveränderung bei den fertigen Erzeugnissen resultiert im Wesentlichen
aus dem Bestandsaufbau von Konsumentenbatterien im Segment "Household Batteries" für
das bevorstehende Jahresendgeschäft.
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren | 185.131 | 142.380 |
| Sonstige Materialaufwendungen und bezogene Leistungen | 7.518 | 9.966 |
| Materialbearbeitung und -Veredelung durch Dritte | 5.924 | 5.212 |
| Sonstiges | 1.687 | 1.269 |
| Summe | 200.260 | 158.827 |
Der Anstieg des "Aufwands für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren"
resultiert im Wesentlichen aus den Kostensteigerungen bei den Rohstoffpreisen, welche
in Verbindung mit den belastenden Einschätzungen der Kriegssituation in der Ukraine
sowie in der Veränderung im Produktmix stehen. In der Position "sonstige Materialaufwendungen
und bezogene Leistungen" waren im Vorjahr aufgrund der Kapazitätserweiterungen und
des damit verbundenen Personalbedarfs temporär höhere Kosten für Zeitarbeitskräfte
enthalten. Die Position "Sonstiges" enthält Verbrauchsmaterial, das direkt für Fertigungs-
bzw. Kundenaufträge beschafft und ohne Lagerung verbraucht wird. Darüber hinaus sind
hier auch Aufwendungen für Verpackung, Abfallentsorgung und Lagerkosten und Vorlauffrachten
enthalten.
Die Personalaufwendungen beinhalten die folgenden Positionen:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Löhne und Gehälter | 111.414 | 104.428 |
| Aufwand für Abfindungen | 1.753 | 952 |
| Aufwand für gesetzliche Sozialabgaben | 11.871 | 11.049 |
| Pensionsaufwand | 9.209 | 8.796 |
| Sonstiger Personalaufwand | 1.480 | 1.329 |
| Summe | 135.727 | 126.554 |
Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr geringfügig angestiegen. Der
Anstieg der Löhne und Gehälter sowie der Aufwand für gesetzliche Sozialabgaben ist
auf den Mitarbeiteraufbau zurückzuführen.
Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne Nutzungsrechte) | 39.513 | 33.524 |
| Planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte | 9.506 | 8.226 |
| Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 3.544 | 3.307 |
| Summe | 52.563 | 45.057 |
Durch die Inbetriebnahme der neuen Maschinen und Anlagen haben sich die Abschreibungen
im Vergleich zum letzten Jahr erwartungsgemäß deutlich erhöht.
Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten die folgenden Positionen:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Subventionen und öffentliche Zuwendungen | 41.304 | 18.351 |
| Auflösung Rückstellungen & abgegrenzte Schulden | 1.045 | 747 |
| Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen | 2 | 0 |
| Sonstiges | 6.662 | 2.539 |
| Summe | 49.013 | 21.637 |
Die öffentlichen Zuwendungen betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 41,3 Mio. €
(2021: 18,4 Mio. €) und wurden im Wesentlichen für die VARTA Microbattery GmbH, VARTA
Micro Production GmbH und VARTA Microbattery S.R.L. bereitgestellt. Für das im nächsten
Abschnitt erläuterte "Important Project of Common European Interest on Batteries"
(IPCEI), wurde die Förderung an vielfältige Bedingungen geknüpft und vom Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie und den Ländern Baden-Württemberg und Bayern gewährt. Wenn
eine hinreichende Sicherheit besteht, die Bedingungen zu erfüllen, wird eine Forderung
eingestellt und ein sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst.
Das als förderfähig beurteilte Vorhaben ist Teil des sog. IPCEI und soll zu der Entwicklung
einer innovativen, über den aktuellen Stand der Technik hinausgehenden sowie nachhaltigen
und umweltverträglichen Batteriewertschöpfungskette in Deutschland und in der Europäischen
Union beitragen. Dementsprechend sollen die Ergebnisse des geförderten Vorhabens vorrangig
in der Europäischen Union gewerblich genutzt werden. Die Zuwendung bezweckt darüber
hinaus Spillover-Effekte des geförderten Vorhabens auf die europäische Wirtschaft
und Gesellschaft durch Wissens- und Technologieaustausch mit Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen
und anderen Unternehmen. Mit der Zuwendung soll zudem im Rahmen des rechtlich Zulässigen
erreicht werden, dass die Zuwendungsempfänger Komponenten, Materialien und Produktionsanlagen
ihrer Produkte und Dienstleistungen, soweit wirtschaftlich möglich, bei anderen deutschen
und europäischen Unternehmen beziehen, um damit auch vorgelagerte Märkte und Abschnitte
der Wertschöpfungskette zu fördern. Des Weiteren sollen die Produkte und Dienstleistungen
durch besondere Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit gekennzeichnet sein und einer
nachhaltigen und umweltverträglichen Wiederverwendung und Entsorgung Vorschub leisten.
Mit der Zuwendung sollen zudem Ellwangen und Nördlingen als Innovations-, Wirtschafts-
und Produktionsstandorte gefördert und gestärkt werden. Zugleich werden mit der Zuwendung
die Entwicklung, Herstellung und der Betrieb von im Vergleich zum Stand der Technik
besonders nachhaltigen und umweltverträglichen Anlagen, Bauten und Betriebsstätten
angestrebt. Nachhaltigkeitsaspekte sollen in allen Prozessen der Planung, des Baus
und der Bewirtschaftung berücksichtigt werden.
Der Anstieg in der Position "Sonstiges" ist maßgeblich auf Entschädigungen aus Patentrechtsstreitigkeiten
in Höhe von 3,8 Mio. € zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten die folgenden Positionen:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand | 12.782 | 8.083 |
| Energieaufwand | 10.130 | 4.748 |
| Instandhaltung | 8.219 | 6.760 |
| Ausgangsfrachten und Zölle | 6.618 | 5.752 |
| Telefon, Porto & EDV | 4.989 | 2.787 |
| Sonstige Vertriebskosten | 4.376 | 4.050 |
| Marketing, Werbung und Repräsentationen | 3.841 | 3.364 |
| Provision | 2.807 | 2.327 |
| Gewährleistungen | 2.136 | 2.047 |
| Miete, Leasing und Pacht | 1.657 | 1.744 |
| Versicherungen | 1.413 | 1.274 |
| Reisekosten | 1.099 | 460 |
| Reinigung | 1.091 | 916 |
| Beiträge und Gebühren | 1.026 | 562 |
| Lizenzen & Patentgebühren | 763 | 869 |
| Wertminderungsaufwendungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 711 | 93 |
| Bankgebühren / Spesen des Geldverkehrs | 493 | 504 |
| Ausbildung und Fortbildungskosten | 472 | 219 |
| Kundenkreditversicherung | 273 | 111 |
| Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen | 195 | 112 |
| Ingenieurs- und Honorarleistungen | 31 | 99 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 14.794 | 7.667 |
| Summe | 79.916 | 54.548 |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von 54,5 Mio. € um 25,4 Mio.
€ auf 79,9 Mio. € angestiegen. Aufgrund der steigenden Energiekosten hat sich die
Position "Energieaufwand" mehr als verdoppelt und erhöhte sich um 5,4 Mio. € auf 10,1
Mio. € im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum. Die Position "Rechts-, Prüfungs-
und Beratungsaufwand" verzeichnet einen Anstieg in Höhe von 4,7 Mio. € und ist im
Wesentlichen auf Patentrechtsstreitigkeiten zurückzuführen. Die Aufwendungen für Informationstechnologie
haben sich um 2,2 Mio. € erhöht. Die Veränderung der übrigen sonstigen betrieblichen
Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus Wechselkursschwankungen, welche sich von
0,5 Mio. € um 4,9 Mio. € auf 5,4 Mio. € erhöht haben.
Die übrigen Finanzerträge und übrigen Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| (IN T€) | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 | 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 |
| Wechselkursgewinne | 19 | 5 |
| Sonstige Finanzerträge, bewertet zu FVTPL | 747 | 114 |
| Übriger Finanzertrag | 766 | 119 |
| Verluste aus der Veräußerung von IC-Beteiligungen | 0 | -340 |
| Wechselkursverluste | -5.241 | -1.572 |
| Sonstiger Finanzaufwand mit Dritten | -181 | -16 |
| Übriger Finanzaufwand | -5.422 | -1.928 |
Der übrige Finanzaufwand hat sich insbesondere durch die gestiegenen Fremdwährungsverluste
im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Aufgrund der Wechselkursschwankungen, insbesondere
USD, beläuft sich die Veränderung auf 3,7 Mio. €.
Der Ertragsteueraufwand wird auf Grundlage der Schätzung des gewichteten durchschnittlichen
jährlichen Ertragsteuersatzes für das volle Geschäftsjahr erfasst. Der geschätzte
Steuersatz für die Zwischenberichtperiode bis 30. Juni 2022 beläuft sich hiernach
auf 28,84 % (30. Juni 2021: 29,08%).
| (IN T€) Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente | 30. JUNI 2022 | STUFE 1 | STUFE 2 | STUFE 3 |
| Forderungsverkauf | -38.725 | 0 | -38.725 | 0 |
| Besserungsschein | -7.922 | 0 | 0 | -7.922 |
| Derivative Finanzinstrumente - Aktiva | 1.508 | 0 | 1.508 | 0 |
| Derivative Finanzinstrumente - Passiva | -10.758 | 0 | -10.758 | 0 |
| Summe | -55.897 | 0 | -47.975 | -7.922 |
| (IN T€) Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente | 31. DEZEMBER 2021 | STUFE 1 | STUFE 2 | STUFE 3 |
| Forderungsverkauf | -55.307 | 0 | -55.307 | 0 |
| Besserungsschein | -8.798 | 0 | 0 | -8.798 |
| Sale & Leaseback-Vertrag | -10.555 | 0 | -10.555 | 0 |
| Derivative Finanzinstrumente - Aktiva | 108 | 0 | 108 | 0 |
| Derivative Finanzinstrumente - Passiva | -5.657 | 0 | -5.657 | 0 |
| Summe | -80.209 | 0 | -71.411 | -8.798 |
| (IN T€) | 30. JUNI 2022 | 31. DEZEMBER 2021 |
| Derivative Finanzinstrumente | 1.508 | 108 |
| Derivative Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 1.508 | 108 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 37.843 | 73.107 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 98.399 | 162.903 |
| Sonstige Vermögenswerte* | 109.202 | 49.622 |
| Ausleihungen und Forderungen | 207.601 | 212.525 |
| Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 245.444 | 285.632 |
| Summe finanzielle Vermögenswerte | 246.952 | 285.740 |
| Derivative Finanzverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert bewertet | 10.758 | 5.657 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten** | 406.200 | 198.118 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 95.273 | 95.243 |
| Sonstige Abgegrenzte Schulden | 58.494 | 69.404 |
| Sonstige Verbindlichkeiten*** | 5.515 | 4.599 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 565.482 | 367.364 |
| Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 576.240 | 373.021 |
*
Ohne sonstige Steuerforderungen 7,2 Mio. € (2021: 6,5 Mio. €) und aktive Rechnungsabgrenzungsposten
9,0 Mio. € (2021: 1,7 Mio. €)
**
Ohne derivative Finanzinstrumente 10,8 Mio. € (2021: 5,7 Mio. €); inklusive einem
Forderungsverzicht in Höhe von 7,9 Mio. € mit einer erwarteten Laufzeit von unter
5Jahren, welcher aufgrund von bestimmten Umständen früher zurückbezahlt werden kann.
(vgl. Erläuterungen 23 "Andere finanzielle Verbindlichkeiten")
***
Ohne passive Rechnungsabgrenzungen 9,6 Mio. € (2021: 2,2 Mio. €), Verbindlichkeiten
aus Förderprojekten 6,9 Mio. € (2021: 4,1 Mio. €), Zollverbindlichkeiten 3,3 Mio.
€ (2021: 3,0 Mio. €), sonstigen Verbindlichkeiten aus Steuern 8,0 Mio. € (2021: 8,9
Mio. €) und im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,38 Mio. € (2021: 0,04 Mio. €)
Die im Geschäftsbericht 2021 erläuterten vertraglichen Beziehungen zu nahestehenden
Personen und Gesellschaften bestehen in fast unverändertem Umfang fort.
Im Juli 2021 hat die VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der VC Pensionen
GmbH, Ellwangen, (Deutschland) einen Vertrag abgeschlossen, in dem sich diese verpflichtet
hat, gegen Zahlung eines vereinbarten Entgelts Pensionsverpflichtungen der VARTA Consumer
Batteries GmbH & Co. KGaA im Rahmen eines Schuldbeitritts mit Erfüllungsübernahme
zu übernehmen. Gemäß Vereinbarung war der Schuldbeitritt aufschiebend bedingt auf
den Eingang der ersten Zahlung durch VARTA. Diese erfolgte zu Beginn des Geschäftsjahres
2022. Die Zahlung der zweiten Tranche erfolgte im zweiten Quartal 2022.
Noch ausstehende Transaktionen zu nahestehenden Personen, welche nach dem 30. Juni
2022 und vor Veröffentlichung eingegangen wurden, werden unter Kapitel 42 "Ereignisse
nach dem Bilanzstichtag" beschrieben.
Der Vorstand der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:
Herbert Schein, Vorsitzender des Vorstands / CEO
Weitere Mandate:
| ― |
Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Storage GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA |
| ― |
Aufsichtsratsvorsitzender Pertrix V SE |
Armin Hessenberger, Mitglied des Vorstands, Finanzvorstand / CFO Weitere Mandate:
| ― |
Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Storage GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA |
Rainer Hald, Mitglied des Vorstands, Technikvorstand / CTO seit 1. Januar 2022 Weitere
Mandate:
| ― |
Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH |
| ― |
Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH |
Dr. Markus Hackstein, Mitglied des Vorstands, seit 1. August 2022 Weitere Mandate:
| ― |
Geschäftsführer VARTA Microbattery S.R.L. |
Der Aufsichtsrat der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:
Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)
Verwaltungsratspräsident der Montana Tech Components AG und Unternehmer
Weitere Mandate (u.a.):
| ― |
Stellvertretender Präsident des Verwaltungsrats der Montana Aerospace AG, Schweiz |
| ― |
Präsident des Verwaltungsrats der Montana AS Beteiligungs Holding AG, Schweiz |
| ― |
Präsident des Verwaltungsrats der Montana Tech Components AG, Schweiz |
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats der Dorotheum GmbH, Österreich |
Dr. Harald Sommerer (stellvertretender Vorsitzender)
Unternehmer
Weitere Mandate:
| ― |
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kapsch Traffic Com AG, Österreich |
| ― |
Vorstandsvorsitzender der H.F.R.C Privatstiftung, Österreich |
Sven Quandt
Geschäftsführer der X-raid GmbH und Unternehmer
Weitere Mandate:
| ― |
Stiftungsbeirat der Herbert Quandt Stiftung, Deutschland |
| ― |
Mitgeschäftsführer 3Q GbR, Deutschland |
| ― |
Mitgeschäftsführer Q Motorsport GmbH, Deutschland |
| ― |
Mitglied des Beirats der Montana Tech Components AG, Schweiz |
Martin Ohneberg
Geschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co. KG und
Unternehmer
Weitere Mandate:
| ― |
Präsident des Verwaltungsrats der Aluflexpack AG, Schweiz, |
| ― |
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der VERBUND AG, Österreich, |
| ― |
Vize-Präsident des Verwaltungsrats der Montana Aerospace AG, Schweiz |
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats der Getzner Werkstoffe Holding GmbH, Österreich |
Prof. Dr. Werner Tillmetz
Universitätsprofessor (emeritiert)
Weitere Mandate:
| ― |
Beirat der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NWO GmbH), Deutschland |
| ― |
Science Council der TOTAL S.A., Frankreich |
Dr. Michael Pistauer
Finanzvorstand / CFO Montana Aerospace AG und Unternehmer
Weitere Mandate:
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats der VARTA Microbattery GmbH |
| ― |
Mitglied des Verwaltungsrats der Alu Menziken Extrusion AG, Schweiz |
| ― |
Mitglied des Aufsichtsrats der VGG AG, Österreich |
Für die im Konzernabschluss dargestellten Perioden wurden folgende Gesellschaften
einbezogen, Angabe nach § 315e Abs. 1 iVm § 313 Abs. 2 Nr. 1 - 6 HGB:
| NAME DER GESELLSCHAFT | SITZ | LAND | WÄHRUNG | BETEILIGUNGSQUOTE |
| VARTA Aktiengesellschaft | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| Anabasis Handelsgesellschaft mbH | Dischingen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| Auditas GmbH | Nördlingen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| Auditas Inc. | Ridgefield | Vereinigte Staaten von Amerika | USD | 100,00 % |
| Connexio alternative investment holding GmbH | Wien | Österreich | EUR | 100,00 % |
| EMEA Consumer Batteries (Shenzhen) Co. Ltd. | Shenzhen | China | CNY | 100,00 % |
| LLC Consumer Batteries Company (Eastern Europe) | Moskau | Russland | RUB | 100,00 % |
| Mezzanin Finanzierungs GmbH | Wien | Österreich | EUR | 100,00 % |
| Paula Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. Verm. KG | Pullach i. Isartal | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| Pertrix V SE1 | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| P.T. VARTA Microbattery Indonesia | Batam | Indonesien | USD | 100,00 % |
| V4Drive Ellwangen GmbH2 | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| V4Drive Romania S.R.L.3 | Otopeni | Rumänien | RON | 100,00 % |
| VARTA Consumer Austria GmbH | Brunn am Gebirge | Österreich | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Batteries Benelux B.V. | Utrecht | Niederlande | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Batteries Iberia S.L.U. | Madrid | Spanien | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Batteries Italia s.r.l. | Basiglio | Italien | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Batteries Poland Sp.z.o.o. | Warschau | Polen | PLN | 100,00 % |
| VARTA Consumer Batteries UK Ltd. | Oldham | Vereinigtes Königreich | GBP | 100,00 % |
| VARTA Consumer Bulgaria EOOD | Sofia | Bulgarien | BGN | 100,00 % |
| VARTA Consumer Czech spol. s.r.o. | Ceska Lipa | Tschechische Republik | CZK | 100,00 % |
| VARTA Consumer Denmark A/S | Albertslund | Dänemark | DKK | 100,00 % |
| VARTA Consumer Europe Holding GmbH | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Finland Oy | Vantaa | Finnland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer France S.A.S. | Courbevoie | Frankreich | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Hrvatska d.o.o. | Zagreb | Kroatien | HRK | 100,00 % |
| VARTA Consumer Hungaria Kft. | Budapest | Ungarn | HUF | 100,00 % |
| VARTA Consumer Kommandit GmbH | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Komplementär GmbH | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Norway AS | Oslo | Norwegen | NOK | 100,00 % |
| VARTA Consumer Schweiz GmbH | Dietlikon | Schweiz | CHF | 100,00 % |
| VARTA Consumer Slovakia spol. s.r.o. | Prievidza | Slowakei | EUR | 100,00 % |
| VARTA Consumer Sweden AB | Bromma | Schweden | SEK | 100,00 % |
| VARTA Consumer Trgovina d.o.o. | Ljubljana | Slowenien | EUR | 100,00 % |
| VARTA Innovation GmbH | Graz | Österreich | EUR | 100,00 % |
| VARTA Micro Production GmbH | Nördlingen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Microbattery GmbH | Ellwangen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VARTA Microbattery Inc. | Rye, NY | Vereinigte Staaten von Amerika | USD | 100,00 % |
| VARTA Microbattery Japan KK | Tokio | Japan | USD | 100,00 % |
| VARTA Microbattery Pte. Ltd. | Singapur | Singapur | USD | 100,00 % |
| VARTA Microbattery S.R.L. | Brasov | Rumänien | RON | 100,00 % |
| Varta Pilleri Ticaret Limited Sirketi | Istanbul | Türkei | TRY | 100,00 % |
| VARTA Storage GmbH | Nördlingen | Deutschland | EUR | 100,00 % |
| VHB Real Estate Holdings LLC | Delaware | Vereinigte Staaten von Amerika | EUR | 100,00 % |
| VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH i.L.4 | Ellwangen | Deutschland | EUR | 50,00 % |
1
vormals Youco B21-D439 Vorrats-SE
2
vormals VARTA Drive GmbH
3
Gründung der Gesellschaft mit Wirkung zum 22. März 2022
4
At Equity Bilanzierung, seit 1.07.2020 in Liquidation
Zur Berichtsperiode gab es keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Ellwangen (Jagst), 10. August 2022
VARTA Aktiengesellschaft
| Vorstandsvorsitzender (CEO) | Finanzvorstand (CFO) |
| - Herbert Schein - | - Armin Hessenberger - |
| Technikvorstand (CTO) | Vorstandsmitglied |
| - Rainer Hald - | - Dr. Markus Hackstein - |
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichtserstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht, der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Ellwangen, 10. August 2022
VARTA Aktiengesellschaft
| Vorstandsvorsitzender (CEO) | Finanzvorstand (CFO) |
| - Herbert Schein - | - Armin Hessenberger - |
| Technikvorstand (CTO) | Vorstandsmitglied |
| - Rainer Hald - | - Dr. Markus Hackstein - |
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde auf Basis aller am Stichtag gültigen
IAS / IFRS, die das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht
hat, sowie aller Interpretationen (IFRIC / SIC) des International Financial Reporting
Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations Committee erstellt, sofern
diese von der Europäischen Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden. Dieser
verkürzte Konzernzwischenabschluss sollte in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2021
erstellten Konzernjahresabschluss gelesen werden.
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 und der Konzernzwischenlagebericht
wurden weder nach § 317 HGB geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht durch einen
Abschlussprüfer unterzogen.
| Jahresabschluss 2021 | 31. März 2022 |
| Zwischenmitteilung zum 1. Quartal 2022 | 12. Mai 2022 |
| Hauptversammlung | 21. Juni 2022 |
| Halbjahresbericht 2022 | 11.August 2022 |
| Zwischenmitteilung zum 3. Quartal 2022 | 15. November 2022 |
Halbjahresfinanzbericht 2022:
https://www.varta-ag.com/publications/
| Investor Relations | Corporate Communications |
| VARTA AG | VARTA AG |
| Bernhard Wolf | Dr. Christian Kucznierz |
| T: +49 79 61 921 2969 | T: +49 79 61 921 2727 |
| E: bernhard.wolf@varta-ag.com | E: christian.kucznierz@varta-ag.com |