VARTA AKTIENGESELLSCHAFT

Ellwangen

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

VARTA AG Konzern

Halbjahresfinanzbericht per 30. Juni 2022

VISION

Wir definieren die Zukunft der Batterietechnologie, um ein unabhängigeres Leben zu ermöglichen.

MISSION

Durch kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung setzen wir den Maßstab für die Batterietechnologie und die Anpassung an Kundenwünsche, um die Marktführerschaft in unseren Geschäftsfeldern anzustreben.

VARTA AG - AUSGEWÄHLTE KONZERN-KENNZAHLEN

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Umsatz 376.810 397.562
EBITDA 66.234 111.912
Bereinigungen:
Aufwand aus aktienbasierter Vergütung 9 285
Aufwendungen für M&A - Transaktionen 2.665 71
Bereinigtes EBITDA 68.908 112.268
Bereinigte EBITDA Marge (%) 18,3% 28,2%
Konzernergebnis 2.784 45.593
Ergebnis je Aktie 0,07 1,13
Investitionen (CAPEX) 66.852 85.648
Free Cash Flow -97.923 -119.326
Eigenkapitalquote* 33,1% 42,6%
Bilanzsumme* 1.343.390 1.250.173
Mitarbeitende zum Quartalsende 4.712 4.606

* Vergleichszeitraum bezieht sich auf den 31. Dezember 2021

VARTA AG

Die VARTA AG produziert und vermarktet ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und setzt als Technologieführer in wichtigen Bereichen die Industriestandards. Als Muttergesellschaft der Gruppe ist sie in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig. Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power (ehemalig Lithium-Ion Large Cells), Lithium-Ion Solutions (ehemalig Lithium-Ion Battery Packs) sowie auf den neuen Geschäftsbereich Lithium-Ion V4 Drive. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithiumlonen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweit Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigsten Wachstumsmärkten der LithiumIonen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien. Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Der VARTA AG Konzern beschäftigt derzeit rund 4.700 Mitarbeitende. Mit fünf Produktions- und Fertigungsstätten in Europa und Asien sowie Vertriebszentren in Asien, Europa und den USA sind die operativen Tochtergesellschaften der VARTA AG derzeit in über 75 Ländern weltweit tätig.

Lithium-Ion Solutions & Microbatteries

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power, Lithium-Ion Solutions sowie Lithium-Ion V4 Drive.

Der Konzern ist international führender Hersteller von Mikrobatterien für Hörgeräte und wiederaufladbare Mikrobatterien. Wir zählen die bedeutendsten Unternehmen zu unseren Kunden und produzieren Batterien in zahlreichen wichtigen elektrochemischen Systemen sowie Bauformen und -größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von Hörgerätebatterien über schnurlose Headsets bis hin zu Automotive-Anwendungen, die mit Mikrobatterien betrieben werden. Im Bereich Lithium-Ion Solutions verfügt der Konzern über umfangreiche Branchenerfahrung in der Konstruktion leistungsstarker, sicherer und bedarfsgerechter Lithium-Ion Battery Packs für die Medizintechnik, Robotik, Konnektivität oder Telekommunikation. Das Produktportfolio reicht von kundenspezifischen Batterie-Packs bis hin zu fertig konfigurierten Standardbatterien.

Household Batteries

Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Im Bereich Consumer (Haushaltsgerätebatterien) ist die VARTA AG europäischer Marktführer mit Produktionsstandort Deutschland. Die innovativen Qualitätsprodukte werden mit modernster Technologie und dem Know-how von international qualifizierten Fachleuten entwickelt und gefertigt. Neben der Innovationskraft machen Sortimentsbreite, Qualität und Design das Angebot einzigartig. Für VARTA ist dabei der intensive Fokus auf den Lebensstil der Konsumenten und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel essenziell, um schnell und flexibel auf aktuelle Gerätetrends mit optimalen Energielösungen antworten zu können. Im Bereich der Energy Storage Systems (ESS) trägt VARTA mit der Entwicklung und Herstellung von Energiespeichern ihren Teil zur Umsetzung der Energiewende bei. Die Energiespeicherlösungen von VARTA im Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten Einsteigermodellen, wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo, bis hin zum Großspeicher VARTA flex storage für gewerbliche Anwendungen. Die AC-gekoppelten Systeme haben einen integrierten Batteriewechselrichter und sind ohne zusätzlichen PV-Wechselrichter mit allen Quellen grüner Energie kombinierbar. Damit sind sie für alle Neuinstallationen und Nachrüstungen geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem sorgt zudem für die optimale Ausnutzung der selbst produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt, den Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen.

Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2022

VARTA AG blickt trotz globaler Herausforderungen zuversichtlich auf zweite Jahreshälfte

Konzernumsatz im ersten Halbjahr: 376,8 Mio. € (HJ1 2021: 397,6 Mio. €)

Bereinigtes EBITDA: 68,9 Mio. € (H1 2021: 112,3 Mio. €)

Mangel an Halbleitern sowie hohe Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie belasten

Negative Konsumentwicklung infolge der globalen Krisen sind nicht auszuschließen.

Zusätzliche Umsatzimpulse werden im zweiten Halbjahr analog zum Vorjahr erwartet

Investitionen in Ausbau der Produktionskapazitäten von Lithium-Ionen-Zellen laufen weiter

Prognose für das dritte Quartal 2022: Umsatz zwischen 210 Mio. € und 230 Mio. €, bereinigtes EBITDA zwischen 48 Mio. € und 52 Mio. €

Angepasster Ausblick 2022: Konzernumsatz von 880 Mio. € bis 920 Mio. € (ursprünglich: 950 Mio. € bis 1 Mrd. €), bereinigtes EBITDA zwischen 200 Mio. € und 225 Mio. € (ursprünglich: 260 Mio. € bis 280 Mio. €)

Trotz anhaltender globaler Herausforderungen erwartet VARTA ein deutlich stärkeres 2. Halbjahr im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs. Der Produktionsstart für neue Kundenprojekte und das erfahrungsgemäß starke letzte Quartal im Bereich Haushaltsbatterien sind wichtige Wachstums- und Ergebnistreiber. Zwar haben die anhaltenden Folgen von COVID-19 und des Kriegs in der Ukraine in den ersten sechs Monaten Auswirkungen auf das Unternehmen gehabt. Durch lokale Lockdowns und Probleme bei Halbleiter- und Energielieferungen kam es bei einigen Kunden zu Produktionsausfällen. Dazu kamen massiv steigende Kosten für Rohstoffe und Energie. Die VARTA AG hatte in der Konsequenz ihren Ausblick für 2022 am 30. Juli angepasst. Das Technologieunternehmen rechnet jetzt mit einem Konzernumsatz von 880 Mio. € bis 920 Mio. € (statt bisher 950 Mio. € bis 1 Mrd. €) und einem bereinigten EBITDA zwischen 200 Mio. € und 225 Mio. € (ursprünglich 260 Mio. € bis 280 Mio. €). Dennoch erwartet die VARTA AG in den kommenden Monaten Umsatzimpulse vor allem im Lithium-Ionen-Geschäft. Die Investitionen in den Aufbau von Produktionskapazitäten laufen weiter.

Herbert Schein, CEO der VARTA AG: "Der Wunsch nach Mobilität und Unabhängigkeit in allen Bereichen des Lebens ist ungebrochen. Das Lithium-Ionen-Geschäft ist heute schon der wichtigste Markt für uns. Wir haben mit der Entwicklung unserer neuen Lithium-Ionen-Rundzellen, die wir nun zügig in die Massenproduktion überführen wollen, die Weichen für unser zukünftiges Wachstum gestellt, weil wir diesen Markt in vielen lukrativen Bereichen noch stärker besetzen wollen. Das gilt auch für den stark wachsenden Bereich der Energiespeicher, wo wir neue Produkte präsentiert und in Vorbereitung haben."

Armin Hessenberger, CFO der VARTA AG: "Verzögerungen bei Kundenprojekten, die anhaltend angespannte Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen sowie hohe Transportkosten haben uns veranlasst unsere Jahresprognose anzupassen. Dennoch sind wir weiter sehr gut aufgestellt. Neue Aufträge und die in der zweiten Jahreshälfte anlaufenden Kundenprojekte werden dafür sorgen, dass auch 2022 zu einem guten Jahr für VARTA wird."

Verkürzter Konzernlagebericht für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2022

VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)


1. Konzernstruktur

1.1. Geschäftsmodell

Die VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst), Deutschland (VARTA AG), ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG und Ihrer Tochtergesellschaften umfassen Entwicklung, Produktion und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung von Mikrobatterien, großformatigen Batterien, Haushaltsbatterien und Energiespeicherlösungen.

Die Geschäftstätigkeit des VARTA AG Konzerns ist in zwei Geschäftssegmente unterteilt: "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries".

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power (vormals Lithium-Ion Large Cells), Lithium-Ion Solutions (vormals Lithium-Ion Battery Packs) sowie dem neuen Geschäftsbereich Lithium-Ion V4Drive. Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher.

Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt ein umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien, Haushaltsbatterien, großformatigen Zellen, Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen Batterielösungen für eine Vielzahl von Anwendungen und Endkundenmärkten. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweit Maßstäbe und ist so anerkannter Innovationsführer in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgerätebatterien.

Der Konzern betreibt zum Halbjahresende 2022 fünf Produktions- und Batterie Fertigungsstätten in Deutschland, Rumänien und Indonesien sowie Vertriebszentren in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien, die über Direktvertrieb an Kunden in über 75 Ländern weltweit verkaufen. Als international agierendes Unternehmen kann die VARTA AG auf über 135 Jahre Unternehmensgeschichte zurückblicken.

Segmente und Organisationsstruktur

LITHIUM-ION SOLUTIONS & MICROBATTERIES

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" fokussiert sich auf die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power (vormals Lithium-Ion Large Cells), Lithium-Ion Solutions (vormals Lithium-Ion Battery Packs) sowie auf den neuen Geschäftsbereich Lithium-Ion V4 Drive. Weiterhin werden die Mikrobatterien und die Hörgerätebatterien für den professionellen Bereich unter dem Geschäftsbereich Microbatteries abgebildet. CoinPower mit den OEM-Mikrobatterien ist im Bereich Lithium-Ion CoinPower zusammengefasst. Der Konzern ist einer der bedeutenden Hersteller von Mikrobatterien für Hörgeräte und wiederaufladbaren Mikrobatterien im Entertainment Bereich. Das Unternehmen zählt namhafte Unternehmen zu seinen Kunden und produziert Batterien in zahlreichen wichtigen elektrochemischen Systemen sowie Bauformen und -größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von Hörgeräten über schnurlose Headsets bis zu Automotive-Anwendungen, die mit Mikrobatterien betrieben werden. Die beiden Bereiche Microbatteries und Lithium-Ion CoinPower arbeiten synergetisch. Im Bereich Lithium-Ion 4VDrive wird der Einstieg in das E-Mobility Geschäft vorbereitet. Eine erste Pilotanlage liefert bereits Rundzellen, die für Testzwecke von OEM's eingesetzt werden. Der Bereich Lithium-Ion RoundPower fokussiert sich auf alle außerhalb der E-Mobility liegenden Einsatzzwecke. Im Bereich Lithium-Ion Solutions verfügt der Konzern über umfangreiche Branchenerfahrung in der Konstruktion leistungsstarker, sicherer und bedarfsgerechter Lithium-Ion Battery Packs für die Medizintechnik, Robotik, Konnektivität oder Telekommunikation. Das Produktportfolio reicht von kundenspezifischen Batterie-Packs bis hin zu fertig konfigurierten Standardbatterien.

HOUSEHOLD BATTERIES

Das Segment "Household Batteries" umfasst das Batteriegeschäft für Endkunden, darunter Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten sowie Energiespeicher. Im Bereich Consumer (Haushaltsgerätebatterien) ist die VARTA AG ein europäischer Marktführer mit Produktionsstandort in Deutschland. Die innovativen Qualitätsprodukte werden mit modernster Technologie und dem Know-how von international qualifizierten Fachleuten entwickelt und gefertigt. Neben der Innovationskraft zeichnen Sortimentsbreite, Qualität und Design das Angebot aus. Für VARTA ist dabei der intensive Fokus auf den Lebensstil der Konsumenten und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel essenziell, um schnell und flexibel auf aktuelle Gerätetrends mit optimalen Energielösungen antworten zu können. Im Bereich Energy Storage Systems (ESS) trägt VARTA mit der Entwicklung und Herstellung von Energiespeichern ihren Teil zur Umsetzung der Energiewende bei. Die Energiespeicherlösungen von VARTA im Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten Einsteigermodellen, wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo, bis hin zum Großspeicher VARTA flex storage für gewerbliche Anwendungen. Die AC-gekoppelten Systeme haben einen integrierten Batteriewechselrichter und sind ohne zusätzlichen PV - Wechselrichter mit allen Quellen grüner Energie kombinierbar. Damit sind sie für alle Neuinstallationen und Nachrüstungen geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem sorgt zudem für die optimale Ausnutzung der selbst produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt, die Eigennutzung deutlich zu erhöhen.

1.2. Strategie und Ziele

Der Konzern ist mit seinen beiden Segmenten gut aufgestellt, um von den relevanten Wachstumstrends wie z.B. dem demografischen Wandel, dem technologischen Fortschritt, vermehrte Konnektivität, erneuerbare Energien und E-Mobility zu profitieren.

Der VARTA AG Konzern setzt auf folgende Wachstumsfelder und Ziele:

Stärkung und Ausbau der globalen Marktposition bei Kernprodukten

Ausbau der Innovations- und Technologiedynamik

Fokus auf profitables Wachstum anhand eines starken Finanzprofils

1.3. Unternehmenssteuerung

Der VARTA AG Konzern wird nach Maßgabe intern definierter finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertsteigerung gesteuert. Wie im Vorjahr wurden die folgenden bedeutsamsten Kennzahlen zur Steuerung herangezogen:

Umsatzerlöse

Bereinigtes EBITDA

CAPEX (Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen)

Net Working Capital

Durch das dynamische Wachstum des Konzerns ist die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeitenden ein weiterhin wichtiger nichtfinanzieller Leistungsindikator.

1.4. Leitung und Kontrolle

Der Vorstand der VARTA AG bestand zum 30. Juni 2022 aus drei Mitgliedern:

Herrn Herbert Schein (Vorsitzender des Vorstands/CEO), Herrn Armin Hessenberger (Finanzvorstand/CFO) und Herrn Rainer Hald (Technikvorstand/CTO). Die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung.

Zum 01. August 2022 wurde Herr Markus Hackstein (Bereichsvorstand) als neues Mitglied des Vorstands bestellt.

Der Aufsichtsrat besteht zum 30. Juni 2022 aus den folgenden Mitgliedern:

Herrn Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitz), Herrn Dr. Harald Sommerer (stv. Vorsitz), Herrn Sven Quandt, Herrn Martin Ohneberg, Herrn Prof. Dr. Werner Tillmetz und Herrn Dr. Michael Pistauer.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Märkte und Einflussfaktoren

Die Märkte und Einflussfaktoren haben sich seit dem ersten Halbjahr des Vorjahres verschlechtert. Die vielfältigen wirtschaftlichen Belastungen aus den steigenden Rohstoff- und Energiepreisen, den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, die weiterhin anhaltende weltweite Pandemie und die zu geringe Verfügbarkeit von Halbleitern belasten entweder uns direkt oder unsere Kunden.

Der VARTA AG Konzern produziert und verkauft Batterien weltweit und profitiert unverändert vom Trend hin zu mobilen Geräten, die auf eine Batterie angewiesen sind. Eine negative Entwicklung des makroökonomischen Umfeldes wirkt sich somit nicht vollständig auf das Geschäftsmodell aus, da der Großteil der Produkte vom Konjunkturzyklus unabhängig ist. Diese werden z.B. im medizinischen Umfeld genutzt oder sind im Konsumentenbereich etabliert.

Die Umsatzverteilung ist geografisch diversifiziert. Der Umsatz wird schwerpunktmäßig in Europa, gefolgt von Asien und Nordamerika, realisiert (siehe Kapitel 3.1 "Ertragslage"). Somit ist die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und deren wirtschaftlicher Entwicklung relativ gering. Unabhängig vom Umsatzschwerpunkt spielt der asiatische Markt, bedingt durch die Markt- und Kundenstruktur, die größte Rolle. Hier lassen viele große Hersteller von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Die wesentlichen Einflussfaktoren werden im Rahmen des folgenden Kapitels 2.2 "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" behandelt.

2.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Märkte und Einflussfaktoren haben sich gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres, wie im Kapitel 2.1 "Märkte und Einflussfaktoren" beschrieben, verschlechtert. Unverändert läuft die Produktion an den eigenen Standorten seit Beginn der Pandemie ohne Unterbrechungen. Auswirkungen auf unsere Lieferketten gab es nicht. Allerdings sind hiervon einige unserer Kunden betroffen. Ihre Lieferanten haben teilweise verzögert Rohstoffe oder Halbleiter geliefert, was zu Produktionsausfällen geführt hat. Unsere größten Kunden fertigen ihre Produkte (TWS) in Asien. Hier sind einzelne Fabriken durch Energieausfälle oder teilweise Lock Downs durch Covid-19 in ihren Produktionsmöglichkeiten zeitweise eingeschränkt. Anlaufverzögerungen bei neuen Kundenprojekten führten zu einem geringeren Umsatzwachstum. Belastend haben sich die USD/EUR Währungskursentwicklung, die Preisreduktionen in der nicht strategischen Assemblierung und Preiserhöhungen bei Rohstoffen ausgewirkt, die nicht vollständig durch Effizienzsteigerungen kompensiert werden konnten oder die nur teilweise an Kunden übertragen werden konnten.

Wesentlich für den Absatz der Batterien für Healthcare-Anwendungen ist die demografische Bevölkerungsentwicklung, bei den Batterien für Entertainment Anwendungen die Trends der Unterhaltungselektronik und bei den Produkten von Solutions die Entwicklung hin zu kabellosen Produkten. Der Bereich Consumer Batteries profitiert vom strukturellen Wachstum im breit aufgestellten Produktportfolio (Batterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power/Power Banks).

Durch die steigende Lebenserwartung der Menschen in der Gesellschaft und die zunehmend höhere Akzeptanz von Hörgeräten wird deren Verkauf und damit auch der Absatz von Hörgerätebatterien unterstützt. So erwartet die UN mindestens eine Verdoppelung für Menschen mit einem Lebensalter von 65 Jahren oder darüber. Im Jahr 2020 gehörten weltweit rund 727 Millionen Menschen zu dieser Altersgruppe, für 2050 wird eine Anzahl von mehr als 1,5 Mrd. Menschen prognostiziert (United Nations: World Population Ageing 2020 Highlights). Damit wird ihr Anteil von aktuell 9,3 % auf rund 16,0 % in 2050 ansteigen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an. Weltweit lag sie in 2019 bei 72,6 Jahren und für 2050 wird sie bei 77,1 Jahren erwartet (United Nations: World Population Prospects 2019 Highlights). Der Bedarf an Hörgeräten wird deshalb weiter steigen. Positiv wirkt ebenso die steigende Nachfrage nach OTC-Hörgeräten. Diese niedrigpreisigen Hörverstärker verfügen über geringere Anpassungsmöglichkeiten die vom Träger selbst, z.B. über eine App, adjustiert werden. Nach deren Markteinführung ab Ende 2020 wird bis 2030 ein Marktanteil von mehr als 30 % erwartet (IDTechEx, 2021). Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen durch den verstärkten Einsatz wiederaufladbarer Coin-Shaped Batterien. Insgesamt wird für Hörgeräte ein Wachstum von knapp 37 % erwartet (2021: 10,5 Mrd. USD; 2030: 14,3 Mrd. USD) (IDTechEx, 2021).

Der Bereich Entertainment profitiert von der sehr hohen Kundennachfrage nach Hightech-Consumerprodukten, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen. Durch die Verbesserung der Laufzeit und die Erweiterung der Funktionen werden kabellose Kopfhörer ihren Marktanteil weiter ausbauen. Umso mehr kabellos funktionierende Geräte, insbesondere für Kleinstanwendungen (z.B. Headsets), entwickelt werden, desto stärker stellt sich hier die Position des VARTA AG Konzerns dar. So wird in einer Studie von IDTechEX (IDTechEx, 2021) ein anhaltend starkes Wachstum für TWS (True Wireless Stereo Headsets) erwartet. Von 2021 bis 2030 wird ein Marktwachstum in USD von 190 % erwartet.

Für die weltweite Nachfrage nach Consumer Batterien wird ein jährliches Wachstum von 4,2 % für die Jahre 2020 bis 2026 prognostiziert. Der Markt soll in dieser Zeit von 39,9 Mrd. USD auf 52,5 Mrd. USD steigen. Für alkaline Batterien wird eine jährliche Wachstumsrate von 3,3 % prognostiziert (Global Industry Analysts Inc, 2021). Auch der für VARTA maßgebliche europäische Markt für Markenbatterien ist gewachsen. Nach den aktuellen Zahlen des Branchenverbands EPBA lag das Wachstum im Jahr 2020 bei 3,6 %.

2.3. Wichtige Ereignisse im ersten Halbjahr 2022

Die anhaltende kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine führt zunehmend zu erheblichen Preissteigerungen im Rohstoff- und Energiebereich, welche sich belastend auf die Unternehmensentwicklung auswirken.

Darüber hinaus gab es keine weiteren wichtigen Ereignisse im ersten Halbjahr.

2.4. Geschäftsverlauf

Der VARTA AG Konzern hat im ersten Halbjahr 2022 einen Konzernumsatz von 376,8 Mio. € erzielt und liegt damit noch 5,2 % unter dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (erstes Halbjahr 2021: 397,6 Mio. €). Im ersten Quartal lag das Unternehmen noch um rund 9 % hinter dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zurück. Somit hat der VARTA AG Konzern zum aktuellen Stichtag den Rückstand zum Vorjahr verringern können. Unter den Erwartungen lag dabei die Entwicklung des Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries", insbesondere der Absatz von Lithium-Ion CoinPower Batterien für die TWS. Hier werden Umsatzimpulse von anlaufenden Neugeschäften im zweiten Halbjahr erwartet. Gut entwickelt hat sich das Segment "Household Batteries".

Die Ergebnisentwicklung ist durch eine Vielzahl von externen Belastungen beeinträchtigt. Das bereinigte EBITDA liegt bei 68,9 Mio. € und demnach 43,4 Mio. € unter dem Vorjahresvergleichswert. Belastend haben sich vor allem die stark angestiegenen Rohstoff- und Energiepreise ausgewirkt. So erhöhte sich der Materialaufwand um 41,4 Mio. €, was einem Anstieg von 26,1 %, entspricht. Dies ist auf die Preissteigerungen der Rohstoffe zurückzuführen. Außerdem hat das Unternehmen durch einen zusätzlichen Bestandsaufbau von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen Sicherheitsreserven für den Fall von Lieferengpässen gebildet.

3. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

3.1. Ertragslage

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2022 (ungeprüft) VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Umsatzerlöse 376.810 397.562
Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 50.147 31.056
Aktivierte Eigenleistungen 6.167 1.586
Sonstige betriebliche Erträge 49.013 21.637
Materialaufwand -200.260 -158.827
Personalaufwand -135.727 -126.554
Sonstige betriebliche Aufwendungen -79.916 -54.548
EBITDA 66.234 111.912
Abschreibungen -52.563 -45.057
Betriebsergebnis (EBIT) 13.671 66.855
Finanzertrag 970 32
Finanzaufwand -3.504 -1.727
Übriger Finanzertrag 766 119
Übriger Finanzaufwand -5.422 -1.928
Finanzergebnis -7.190 -3.504
Ergebnis vor Steuern 6.481 63.351
Ertragsteueraufwendungen -3.697 -17.758
Konzernergebnis 2.784 45.593
Zuordnung des Gewinns:
Aktionäre der VARTA AG 2.784 45.550
Nicht beherrschende Anteile 0 43

Umsatz

Der Umsatz des VARTA AG Konzerns ist im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2022 zum Vorjahresvergleichszeitraum um 5,2 % von 397,6 Mio. € auf 376,8 Mio. € gesunken. Ursächlich hierfür waren pandemiebedingte Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden, die geringe Verfügbarkeit von Halbleitern und die zeitweise Unterbrechung von Rohstoff- und Energielieferungen, welche zu einer geringeren Nachfrage nach unseren Produkten geführt haben. Zusätzlich entstanden Verzögerungen bei Kundenprojekten.

Der Umsatz im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" reduzierte sich von 233,2 Mio. € im Vorjahr um 19,5 % auf 187,7 Mio. € im laufenden Jahr. Pandemiebedingte Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden führten zu einer geringeren Nachfrage nach CoinPower Zellen insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (TWS). Zusätzlich reagierten sie auf die weltweite Verknappung von Halbleitern und setzten die ihnen zur Verfügung stehenden elektronischen Komponenten selektiv ein. Erwartungsgemäß wurden keine großen, neuen Hightech-Consumerprodukte mit wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen am Markt eingeführt. Wir erwarten dies für die zweite Jahreshälfte 2022.

Der Umsatz im Segment "Household Batteries" ist von 164,4 Mio. € auf 189,1 Mio. € und somit um 24,7 Mio. € angestiegen. Die gute Nachfrage nach Haushaltsbatterien und die sehr hohen Zuwachsraten im Bereich der Energiespeicherlösungen haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Aufwendungen und sonstige betriebliche Erträge

Im ersten Halbjahr belaufen sich die Materialaufwendungen auf 200,3 Mio. € im Vergleich zu 158,8 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 26,1 %. Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung (Umsatz zuzüglich Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse) stieg von 37,1 % auf 46,9 %. Der überproportionale Anstieg der Materialaufwandsquote ist die Folge von gestiegenen Rohstoffpreisen und der Veränderung im Produktmix. Die verhaltene Nachfrage nach CoinPower Zellen führt zu einem höheren Anteil von Produkten mit einem höheren Rohstoffanteil.

Der Personalaufwand ist von 126,6 Mio. € auf 135,7 Mio. € um 7,2 % angestiegen. Grund hierfür ist der Anstieg der Personalkosten für die höhere Anzahl von Mitarbeitenden. Die Anzahl der Mitarbeitenden hat sich von 4.606 auf 4.712 erhöht.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von 54,5 Mio. € um 46,5 % auf 79,9 Mio. € angestiegen. Diese sind unter anderem auf den Anstieg der Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit Patentrechtsstreitigkeiten in Höhe von 4,7 Mio. € zurückzuführen. Aufgrund der steigenden Energiekosten haben sich diese Aufwendungen von 4,7 Mio. € auf 10,1 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum, mehr als verdoppelt. Die Aufwendungen für Informationstechnologie haben sich um 2,2 Mio. € erhöht. Aus der Veränderung der Wechselkurse ergibt sich gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum ein um 5,0 Mio. € höherer Aufwand.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 27,4 Mio. € von 21,6 Mio. € im Vorjahr auf 49,0 Mio. € im Jahr 2022 angestiegen. Die Erträge aus Subventionen und öffentlichen Zuwendungen belaufen sich in den ersten sechs Monaten 2022 auf 41,3 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 23,0 Mio. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem "Important Project of Common European Interest on Batteries" (IPCEI).

EBITDA

Das EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern) ist von 111,9 Mio. € auf 66,2 Mio. € gesunken. Maßgeblich hierfür waren die beschriebenen weltweiten negativen Einflussfaktoren und die zurückhaltende Umsatzentwicklung.

Bereinigtes EBITDA

Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente. Als Sondereffekte wurden zum einen der nicht zahlungswirksame Aufwand für die aktienbasierte Vergütung und zum anderen die Aufwendungen aus M&A-Transaktionen bereinigt. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung vom EBITDA zum bereinigten EBITDA dar:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
EBITDA 66.234 111.912
Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung 9 285
Aufwendungen für M&A - Transaktionen 2.665 71
Bereinigtes EBITDA 68.908 112.268

Die Entwicklung des bereinigten EBITDA entspricht im Wesentlichen der des EBITDA, die Höhe der Bereinigungen insgesamt ist unwesentlich.

Betriebsergebnis (EBIT)

Das Betriebsergebnis liegt bei 13,7 Mio. € und liegt demnach unter dem Vorjahr (66,9 Mio. €). Der wesentliche Effekt ergibt sich aus dem operativen Geschäft sowie den beschriebenen negativen Einflussfaktoren. Aus den letztjährigen höheren Investitionen für die geplante Erweiterung der Produktionskapazitäten ergab sich ein Anstieg der Abschreibungen von 7,5 Mio. € im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr von -3,5 Mio. € in 2021 auf -7,2 Mio. € in 2022 verschlechtert. Ursächlich hierfür sind zum Vorjahresvergleich gestiegenen Fremdwährungsverluste von rund 3,7 Mio. €.

Den erhöhten Zinsaufwendungen von rund 1,8 Mio. € aufgrund des gestiegenen Fremdfinanzierungsvolumens stehen einmalige Zinserträge in entsprechender Höhe gegenüber.

Steuern

Der Steueraufwand fällt durch die Ergebnisentwicklung geringer aus. Er ist von 17,8 Mio. € in 2021 auf 3,7 Mio. € in 2022 gesunken. Daraus resultiert eine effektive Steuerquote von 57,0 % (2021: 28,0 %) bezogen auf das Ergebnis vor Steuern. Es wird erwartet, dass die Steuerlast und damit auch die Quote über die nächsten beiden Quartale deutlich zurück gehen wird.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis liegt aus den vorgenannten Gründen deutlich unter dem Vorjahreswert und beträgt 2,8 Mio. € (2021: 45,6 Mio. €).

3.2. Vermögens- und Finanzlage Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2022

(IN T€) AKTIVA 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Langfristige Vermögenswerte 858.196 806.312
Kurzfristige Vermögenswerte 485.194 443.861
Bilanzsumme 1.343.390 1.250.173
(IN T€) PASSIVA 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Eigenkapital 444.512 532.496
Schulden 898.878 717.677
Langfristige Schulden 514.833 289.917
Kurzfristige Schulden 384.045 427.760
Bilanzsumme 1.343.390 1.250.173

Langfristige Vermögenswerte

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 51,9 Mio. € von 806,3 Mio. € in 2021 auf 858,2 Mio. €. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung des Sachanlagevermögen von 711,3 Mio. € auf 737,9 Mio. € zum 30. Juni 2022. Diese Entwicklung entspricht der Erwartung für das in 2019 begonnene Investitionsprogramm zur Kapazitätsausweitung an den bestehenden Produktionsstätten in Deutschland. Des Weiteren erhöhten sich die sonstigen Vermögensgegenstände durch den Zugang des Erstattungsanspruchs aus dem Schuldbeitritt zwischen der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland), in Höhe von 28,7 Mio. €. Gegenläufig reduzierten sich beide Erstattungsansprüche aufgrund der Zinsentwicklung bei den Pensionsverpflichtungen um 11,2 Mio. €.

Kurzfristige Vermögenswerte

Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 von 443,9 Mio. € um 41,3 Mio. € auf 485,2 Mio. € zum 30. Juni 2022. Der Anstieg ergibt sich aus dem Aufbau der Vorräte um 75,3 Mio. €, dem Anstieg in den sonstigen Vermögenswerten aufgrund der Forderungen für Förderprojekte um 38,3 Mio. € sowie der Steuererstattungsansprüche um 16,9 Mio. €. Rückläufig entwickelten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 64,5 Mio. €. Dieser Effekt ist auf das starke vierte Quartal 2021 zurückzuführen. Zudem verringerten sich die Zahlungsmittel um 35,3 Mio. €.

Eigenkapital/Eigenkapitalquote

Das Eigenkapital ist von 532,5 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 444,5 Mio. € zum 30. Juni 2022 zurückgegangen. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 33,1 % (31. Dezember 2021: 42,6 %). Der Rückgang der Eigenkapitalquote ist im Wesentlichen auf die Zahlung der Dividende von 100,2 Mio. € zurückzuführen. Darüber hinaus wirkte die Mittelaufnahme des langfristigen Schuldscheindarlehens in Höhe von 250,0 Mio. €, welche in entsprechender Höhe zum Anstieg der Bilanzsumme führte, sich negativ auf die Eigenkapitalquote aus. Die aufgenommenen Mittel stehen vorwiegend für den geplanten Aufbau von Produktionskapazitäten für die neue Rundzelle zur Verfügung.

Langfristige Schulden

Die langfristigen Schulden sind um 224,9 Mio. € von 289,9 Mio. € am 31. Dezember 2021 auf 514,8 Mio. € im ersten Halbjahr angestiegen und beruhen größtenteils auf der Mittelaufnahme in Form des Schuldscheindarlehen in Höhe von 250,0 Mio. €.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Schulden sind von 427,8 Mio. € auf 384,0 Mio. € zum 30. Juni 2022 zurückgegangen. Grund hierfür war eine Teilrückzahlung des Konsortialkredits in Höhe von 35,0 Mio. €.

Net Working Capital

Das Net Working Capital hat sich von 134,2 Mio. € zum Jahresende 2021 auf 166,8 Mio. € zum 30. Juni 2022 erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 32,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Die Net Working Capital Quote berechnet sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen der letzten 3 Monate hochgerechnet auf ein Jahr und liegt dabei zum 30. Juni 2022 bei 21,8 % (31. Dezember 2021: 12,0 %). Die Veränderung der Net Working Capital Quote um 9,8 Prozentpunkte ist im Wesentlichen auf das erfahrungsgemäß deutlich stärkere vierte Quartal eines Geschäftsjahres zurückzuführen.

Kapitalflussrechnung

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Zahlungsmittelbestand zum 1. Januar 73.107 121.889
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -26.509 -28.190
Cashflow aus Investitionstätigkeit -71.414 -91.136
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 60.922 45.251
Nettoveränderung der Zahlungsmittel -37.001 -74.075
Auswirkungen von Wechselkursänderungen 1.737 772
Zahlungsmittelbestand zum 30. Juni 37.843 48.586

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr -26,5 Mio. € und liegt damit 1,7 Mio. € über dem Vorjahreswert. Über das erste Halbjahr 2022 hinweg wurde der Bestand an Vorräten um 73,7 Mio. € erhöht. Hierdurch wird vor allem Vorsorge getroffen, um im Falle von Lieferengpässen die Produktion unvermindert aufrecht erhalten zu können. Seit Jahresanfang haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 15,5 Mio. € reduziert. Diese Entwicklung ist auf das niedrigere Geschäftsvolumen zurückzuführen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von -91,1 Mio. € auf -71,4 Mio. € reduziert. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (CAPEX) betragen 66,9 Mio. € (2021: 85,6 Mio. €).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im Geschäftsjahr von 45,3 Mio. € in 2021 auf 60,9 Mio. € in 2022 verändert. Ursache hierfür ist die Aufnahme des Schuldscheindarlehens in Höhe von 250,0 Mio. € zum Ausbau der Produktionskapazitäten. Gegenläufig wirkten sich hierauf die Tilgung von 35,0 Mio. € des kurzfristigen Konsortialkreditanteils, die Dividendenauszahlung mit 100,2 Mio. €, die Zahlung in Höhe von 28,7 Mio. € im Rahmen des vereinbarten Schuldbeitritts zwischen der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland), der Mittelabfluss im Rahmen des Factorings von rund 13,0 Mio. € und die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 10,8 Mio. € aus.

Der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beträgt zum Stichtag 30. Juni 2022 insgesamt 37,8 Mio. € (2021: 48,6 Mio. €).

4. Investitionen ohne M&A (CAPEX)

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden im Konzern als CAPEX bezeichnet. Dies stellt eine wichtige Steuerungsgröße von produzierenden Wachstumsunternehmen dar. Im ersten Halbjahr 2022 hat die VARTA AG ihr Investitionsprogramm fortgesetzt. Damit verfolgt das Unternehmen das Ziel, weitere Kapazitäten im Bereich der CoinPower Zellen (TWS) aufzubauen. Daneben verfolgt das Unternehmen das Ziel, mit dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Lithium-Ionen-Rundzellen, der V4Drive Zelle im Automotive-Bereich und mit der RoundPower Zelle in allen Anwendungen außerhalb des Automotive-Bereichs, neue Geschäftstätigkeiten zu eröffnen.

Die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betragen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 66,9 Mio. € (Vorjahresvergleichszeitraum: 85,6 Mio. €) und liegen damit innerhalb der Erwartungen. Der wesentliche Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen dient der Erweiterung der Produktionskapazitäten bei Lithium-Ionen-Knopfzellen und dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Zellen. Ebenfalls sind in regelmäßigen Abständen Ersatzinvestitionen zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung neuer Produkte sowie für qualitätssichernde Maßnahmen notwendig.

5. Ertragslage Segmente

Das Unternehmen ist in den Geschäftssegmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries" tätig. Im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" sind die Geschäftsbereiche Microbatteries, Lithium-Ion CoinPower, Lithium-Ion Round Power, Lithium-Ion Solutions sowie Lithium-Ion V4Drive zusammengefasst. Das zweite Segment "Household Batteries" umfasst die Geschäftsbereiche Consumer Batteries Geschäft und Energy Storage Systems. VARTA ist trotz der weltweit anhaltenden Covid-19 Pandemie und der schwankendenInfektionsraten unverändert sehr gut aufgestellt. Die Produktion an den eigenen Standorten läuft in Abhängigkeit der Kundennachfrage seit Beginn der Pandemie ohne wesentliche Unterbrechungen.

Weltweit sind viele unserer Kunden großen Herausforderungen ausgesetzt. Die aktuell kriegerische Lage in der Ukraine, die hierdurch entstehenden Kostensteigerungen bei den Rohstoff- und Energiepreisen, die zeitweisen Produktionsunterbrechungen bedingt durch die andauernde Pandemie und die Verknappung der Halbleiter führt bei unseren Kunden zu Produktionsausfällen und in der Folge auch zu einer verringerten Nachfrage nach unseren Batterien. Hiervon sind vor allem unsere OEM-Kunden betroffen, während sich das direkte Konsumentengeschäft erfreulich entwickelt.

1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 Veränderung
Umsatz (in T€) 187.722 233.200 -19,5%
Bereinigtes EBITDA (in T€) 53.055 84.440 -37,2%
Bereinigte EBITDA Marge % 28,3% 36,2% -7,9 PP

Der Umsatz im Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" liegt im ersten Halbjahr 2022 bei 187,7 Mio. €, was einem Umsatzrückgang von 19,5 % entspricht. Gegenüber dem ersten Quartal konnte der Rückstand reduziert werden. Die aktuell schwierige Wirtschaftssituation beeinträchtigt die grundsätzlich gute Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für True Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich Lithium-Ion CoinPower. VARTA reagiert auf die zurückhaltende Nachfrage mit temporären Kapazitätsanpassungen und Kosteneinsparungen, kann aber kurzfristig zur Vollauslastung zurückkehren und durch die kurzfristige Erweiterung der Produktionskapazitäten auch zusätzliche Wachstumschancen wahrnehmen. Die Produktion für die im zweiten Halbjahr erwarteten Neuprodukteinführungen ist angelaufen. Bis zum Jahresende wird mit einer deutlichen Geschäftsbelebung gerechnet. Innerhalb der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2022 ist das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum von 84,4 Mio. € auf 53,1 Mio. € gesunken, was einem überproportionalen Rückgang im Vergleich zur Umsatzentwicklung entspricht. Auch hier konnte die Lücke gegenüber dem Vergleich auf Basis des ersten Quartals reduziert werden. Diese Entwicklung ist auf die beschriebene Zurückhaltung unserer Kunden im TWS Bereich zurückzuführen.

Household Batteries

1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 Veränderung
Umsatz (in T€) 189.088 164.362 15,0%
Bereinigtes EBITDA (in T€) 15.853 27.828 -43,0%
Bereinigte EBITDA Marge % 8,4% 16,9% -8,5 PP

Das Segment "Household Batteries" umfasst das Geschäft der Konsumentenbatterien und der Energiespeicherlösungen. Der Umsatz im Segment "Household Batteries" ist in den ersten sechs Monaten 2022 im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitpunkt von 164,4 Mio. € auf 189,1 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 15,0 %. Diese erfreuliche Entwicklung ist vor allem auf das sehr hohe Wachstum im Geschäftsbereich Energy Storage Systems zurückzuführen, das von der sehr hohen Nachfrage nach Heimspeicherlösungen profitiert.

Das bereinigte EBITDA ist um 12,0 Mio. € von 27,8 Mio. € auf 15,9 Mio. € gesunken, was einem Rückgang von 43,0 % entspricht. Negativ haben sich der sehr deutliche Anstieg der Rohstoffpreise, die hohen zusätzlichen Energiekosten und der Anstieg der Transportkosten ausgewirkt.

Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 8,4 % im Verhältnis zum Umsatz, was einem Rückgang um 8,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

6. Mitarbeitende

Die Anzahl der Mitarbeitenden der gesamten Gruppe stieg von 4.606 Mitarbeitenden im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 4.712 Mitarbeitende zum 30. Juni 2022 und hat sich damit leicht erhöht.

7. Chancen- und Risikobericht

Der Zwischenlagebericht zum Halbjahr beinhaltet keine umfangreiche und vollständige Angabe zum Chancen- und Risikobericht. Diese Erläuterungen sind deshalb in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2021 veröffentlichten Konzernjahresabschluss zu lesen.

In Anbetracht der aktuellen makroökonomisch angespannten Lage und den bereits im Konzernabschluss 2021 benannten Risken, bleibt die Einschätzung weiter unverändert bestehen.

Die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine, die Beschaffungsrisiken in Form von stark gestiegenen Rohstoffpreisen, die steigenden Energiepreise sowie die Sicherstellung der Energieversorgung sind nach aktueller Einschätzung die wesentlichen benannten und bekannten Risiken für die VARTA AG, welche nach wie vor mit hoch einzuschätzen sind.

Das Risikomanagementsystem wird gesammelt auf Konzernebene beurteilt und fokussiert sich auf strategische, operative, finanzielle und sonstige Risiken. Hierbei werden die Risiken anhand des Netto-Schadenserwartungswertes als gering, mittel oder hoch eingeordnet.

Der Finanzvorstand trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement, welches integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist. Nach Einschätzung des Vorstandes sind die Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unverändert als beherrschbar einzuschätzen. Im Einzelnen sind weiterhin keine bestandsgefährdenden Risiken zu erkennen. Zugleich besteht weiter die Überzeugung, dass der VARTA AG Konzern weiterhin strategisch und finanziell gut aufgestellt ist, um sich bietende Chancen zu nutzen.

Es wurde zum 30. Juni 2022 eine umfangreiche Überprüfung der Risikosituation durchgeführt. Gegenüber dem Vorjahr ist das Risiko der Gasversorgung neu hinzugekommen. Bei den bisher bestehenden Risiken im Bereich der operativen, strategischen, finanziellen und Ausfall-Risiken ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum 31. Dezember 2021. Zum Stichtag 30. Juni 2022 wurden turnusgemäß die existenzbedrohenden Chancen und Risiken aktualisiert.

8. Ausblick

Trotz der starken Marktposition in den Kernmärkten und der durch die vergangenen Investitionen vorhandenen Produktionskapazitäten, führt die temporäre Abschwächung der Nachfrage nach CoinPowerzellen (TWS) sowie die gestiegenen Rohstoffpreise, welche nur mit einer deutlichen Verzögerung weitergegeben werden können, zu einem Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr. Dieser Ausblick beruht auf der Annahme konstanter Währungskurse.

Das Unternehmen ist trotz der weltweit anhaltenden Covid-19 Pandemie und der schwankenden Infektionsraten unverändert sehr gut aufgestellt. Die Produktion an den eigenen Standorten läuft seit Beginn der Pandemie ohne wesentliche Unterbrechungen. Während weltweit viele Unternehmen unterbrochene Lieferketten beklagen mussten, konnten diese bei VARTA vollständig aufrechterhalten werden. Zusätzlich hat VARTA seine Lagerbestände an Rohstoffen deutlich erhöht. Trotzdem sind negative Einflüsse auf den VARTA AG Konzern spürbar.

Der Krieg in der Ukraine sowie die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung ist in ihren Auswirkungen auf das Unternehmen schwer zu bewerten. Der Umsatzanteil mit der Ukraine, Belarus und Russland beträgt weniger als 1 % vom Konzernumsatz und findet ausschließlich über Lieferverträge statt; eigene Werke betreibt das Unternehmen in diesen Ländern nicht. VARTA unterhält auch keine Lieferantenbeziehungen auf der Beschaffungsseite. Somit wird derzeit der direkte negative Einfluss aus diesem Krisengebiet als gering eingeschätzt.

Die durch diesen Krieg entstehenden Kostensteigerungen bei den Rohstoff- und Energiepreisen sind derzeit sehr hoch und es ist nicht abschätzbar, wie lange diese anhalten oder sogar weiter steigen werden. Das Unternehmen wird Kostensteigerungen zumindest teilweise über Preiserhöhungen an Kunden weitergeben. Dies erfolgt jedoch mit zeitlicher Verzögerung und in Abhängigkeit von der Markt- bzw. Konkurrenzsituation und führt so zu Belastungen der Ergebnissituation.

Gegen mögliche Unterbrechungen der Lieferketten wird mit einer erhöhten Bevorratung von Rohstoffen entgegengewirkt. Bei länger andauernden Unterbrechungen der Lieferketten oder anhaltend steigenden Rohstoffpreisen können Produktionsunterbrechungen oder eine weitere Ergebnisbeeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden.

Nicht auszuschließen ist ebenso, dass unsere Kunden durch eigene Produktionsunterbrechungen zeitweise keine Produkte von uns abnehmen können. Dies kann durch die andauernde Pandemie sowie den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine verursacht werden. Zusätzlich besteht weltweit eine sehr hohe Nachfrage nach Halbleitern, die zu Produktionsunterbrechungen führen oder die Hersteller dazu veranlassen kann, die ihnen zur Verfügung stehenden elektronischen Komponenten selektiv einzusetzen. Zusätzlich belastet das negative wirtschaftliche Umfeld die Konsumausgaben der Konsumenten, was wiederum für unsere Kunden im Bereich der TWS belastend wirkt, wodurch Kundenprojekte verzögert oder mit kleinerem Volumen anlaufen.

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung

Die nachfolgend dargestellte Prognose wurde am 31. März 2022 veröffentlicht und am 30. Juli 2022 angepasst. Wesentliche Ursachen für diese Anpassung sind Verzögerungen bei Kundenprojekten sowie die anhaltende angespannte Situation bei Rohstoff- und Energiepreisen sowie hohe Transportkosten.

VARTA AG Konzern

In Anbetracht der vielfältigen Risiken erwartet das Unternehmen für 2022 einen Konzernumsatz von 880 Mio. € bis 920 Mio. € (ursprüngliche Prognose: 950 Mio. € bis 1 Mrd. €).

Das bereinigte operative Ergebnis ( bereinigte EBITDA) soll zwischen 200 Mio. € und 225 Mio. € (ursprüngliche Prognose: 260 Mio. € bis 280 Mio. €) und damit unter dem Vorjahreswert von 283 Mio. € liegen. Die oben genannten Risiken und die Anlaufkosten für die V4Drive Zelle beeinträchtigen die Ergebnisentwicklung.

VARTA investiert unverändert in den Ausbau seiner Kapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien mit den folgenden zwei Schwerpunkten. Nach Fertigstellung der Pilotanlage für V4Drive Rundzellen wird der Fokus auf dem Aufbau weiterer hoch automatisierter Fertigungskapazitäten liegen, um die bestehenden und die erwarteten weiteren OEM Verträge erfüllen zu können. Die Kapazitäten für CoinPower Zellen (TWS) werden je nach Nachfragesituation erhöht. Dies kann kurzfristig erfolgen.

Der CAPEX, die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, wird voraussichtlich das Niveau des Geschäftsjahres 2021 übersteigen und könnte je nach Investitionsbedarf für die V4Drive/Roundpower Zelle mehr als 230 Mio. € betragen.

Segment Lithium-Ion Solutions & Microbatteries

Der Schwerpunkt von "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" liegt im OEM-Geschäft mit Lithium-Ionen- und Zink-Luft-Batterien sowie dem Lithium-Ion Battery Packs Geschäft. Die aktuelle Situation beeinträchtigt die grundsätzlich gute Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für True Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich Lithium-Ion CoinPower. VARTA kann durch die kurzfristige Erweiterung der Kapazitäten Wachstumschancen wahrnehmen. Im Bereich der Hörgerätebatterien soll die marktführende Position in einem verhalten wachsenden Markt weiter gefestigt werden. Das Unternehmen erwartet eine moderate Entwicklung im Bereich der Zink-Luft Zellen und profitiert von seinen hoch automatisierten und effizienten Produktionsanlagen. Der strukturelle Wandel hin zu wiederaufladbaren Hörgerätebatterien wird auch in 2022 zu hohen Wachstumsraten im wiederaufladbaren Bereich führen.

Für den Bereich Lithium-Ion Battery Packs wird weiteres Wachstum erwartet.

Das Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" wird auf Jahressicht stagnieren. Vergleichbar zum Vorjahr wird durch das Anlaufen neuer Kundenprojekte im zweiten Halbjahr 2022 ein deutlich höheres Wachstum gegenüber den ersten sechs Monaten 2022 erwartet. Das bereinigte EBITDA wird wegen der genannten Effekte voraussichtlich unter dem Vorjahresniveau liegen.

Segment Household Batteries

Das Consumer-Batteriegeschäft bildet zusammen mit dem Energiespeicher-Geschäft das Segment "Household Batteries". Der Fokus liegt auf dem Konsumentengeschäft mit eigenem Vertrieb, Marketing und Produktion.

Das Consumer-Geschäft wird im Geschäftsjahr 2022 weiter wachsen, hierbei steht der weitere Ausbau des Markengeschäfts im Vordergrund. Bei den stationären Energiespeichern wird ein sehr deutliches Umsatzwachstum erwartet, das mindestens dem des Marktwachstums entsprechen soll.

Das Segment "Household Batteries" wird im Geschäftsjahr 2022 vergleichbar mit 2021 wachsen. Das bereinigte EBITDA wird unter dem Vorjahresniveau erwartet, nachdem die höheren Rohstoffpreise und Währungskursschwankungen nicht durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden können.

In die Prognosen für Chancen und Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung fließen die langjährigen Erfahrungen im Batteriegeschäft ein. Dieser Bericht enthält Angaben und Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft beziehen. Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

Zwischenabschluss des VARTA AG Konzerns per 30. Juni 2022

Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2022 (ungeprüft) VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

AKTIVA

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Sachanlagen 737.947 711.346
Immaterielle Vermögenswerte 74.919 71.227
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen und sonstige Beteiligungen 58 60
Latente Steueransprüche 10.130 6.035
Sonstige Vermögenswerte 35.142 17.644
Langfristige Vermögenswerte 858.196 806.312
Vorräte 232.391 157.110
Vertragsvermögenswerte 4.221 6.736
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 98.399 162.903
Andere finanzielle Vermögenswerte 1.508 108
Steuererstattungsansprüche 20.651 3.764
Sonstige Vermögenswerte 90.181 40.133
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 37.843 73.107
Kurzfristige Vermögenswerte 485.194 443.861
Bilanzsumme 1.343.390 1.250.173

PASSIVA

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Gezeichnetes Kapital 40.422 40.422
Kapitalrücklage 252.284 252.275
Gewinnrücklagen 143.526 111.009
Konzernergebnis 2.784 125.956
Sonstige Rücklagen 5.496 2.834
Eigenkapital des VARTA AG Konzerns 444.512 532.496
Leasingverbindlichkeiten 79.210 80.710
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 367.181 117.990
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 51.074 68.837
Erhaltene Anzahlungen 2.213 14.208
Passive latente Steuern 9.814 2.397
Sonstige Rückstellungen 2.897 2.897
Abgegrenzte Schulden 2.444 2.878
Langfristige Schulden 514.833 289.917
Steuerschulden 52.089 50.540
Leasingverbindlichkeiten 17.693 16.995
Andere finanzielle Verbindlichkeiten 49.777 85.785
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 3.510 3.442
Vertragsverbindlichkeiten 3.172 4.374
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen 123.783 132.132
Sonstige Verbindlichkeiten 33.727 22.747
Sonstige Rückstellungen 14.946 19.197
Abgegrenzte Schulden 85.348 92.548
Kurzfristige Schulden 384.045 427.760
Schulden 898.878 717.677
Bilanzsumme 1.343.390 1.250.173

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2022 (ungeprüft) VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Umsatzerlöse 376.810 397.562
Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 50.147 31.056
Aktivierte Eigenleistungen 6.167 1.586
Sonstige betriebliche Erträge 49.013 21.637
Materialaufwand -200.260 -158.827
Personalaufwand -135.727 -126.554
Sonstige betriebliche Aufwendungen -79.916 -54.548
EBITDA 66.234 111.912
Abschreibungen -52.563 -45.057
Betriebsergebnis (EBIT) 13.671 66.855
Finanzertrag 970 32
Finanzaufwand -3.504 -1.727
Übriger Finanzertrag 766 119
Übriger Finanzaufwand -5.422 -1.928
Finanzergebnis -7.190 -3.504
Ergebnis vor Steuern 6.481 63.351
Ertragsteueraufwendungen -3.697 -17.758
Konzernergebnis 2.784 45.593
Zuordnung des Gewinns:
Aktionäre der VARTA AG 2.784 45.550
Nicht beherrschende Anteile 0 43

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 01.01.-30.06.2022

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Konzernergebnis 2.784 45.593
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 19.066 5.677
Neubewertung des Erstattungsanspruchs Schuldbeitritt -9.501 1.927
Steuereffekt -2.758 -1.154
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurden oder anschließend umgegliedert werden können 6.807 6.450
Währungsumrechnungsdifferenzen 2.662 3.273
2.662 3.273
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 9.469 9.723
Gesamtergebnis Zuordnung des Gewinns: 12.253 55.316
Aktionäre der VARTA AG 12.253 51.603
Nicht beherrschende Anteile 0 42

Ergebnis je Aktie (EUR)

1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Unverwässertes Ergebnis je Aktie 0,07 1,13
Verwässertes Ergebnis je Aktie 0,07 1,13

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 01.01.-30.06.2022

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
Ergebnis vor Steuern 6.481 63.351
Nettofinanzergebnis abzüglich übriger Finanzaufwand/Finanzertrag 2.534 1.695
Abschreibungen 52.563 45.057
Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 101 5
Übrige liquiditätsunwirksame Erträge Veränderungen Working Capital 2.932 3.444
Vorräte -73.718 -29.604
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige kurzfristige Vermögenswerte 15.522 -28.942
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten -10.730 -35.970
Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Personalvorsorge -3.930 -18.791
Bezahlte Ertragsteuern -18.264 -28.435
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit -26.509 -28.190
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -66.852 -85.648
Aktivierte Eigenleistungen -6.167 -1.586
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 8 -114
Ein-/ Auszahlungen aus der Aufnahme von Ausleihungen 2 1
Investitionen in Finanzanlagen abzüglich erworbener liquider Mittel 1.217 -3.469
davon Erwerb VARTA Consumer abzüglich erworbener liquider Mittel 1.217 0
davon Erwerb VARTA Micro Innovation GmbH abzüglich erworbener liquider Mittel 0 -4.475
Einzahlungen aus Ausleihungen 0 -349
Erhaltene Zinsen 378 29
Cashflow aus Investitionstätigkeit -71.414 -91.136
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten -10.775 -8.666
Aufnahme von finanziellen Verbindlichkeiten 256.529 202.223
Tilgung von kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten -54.077 -4.461
Tilgung von langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten 0 -42.291
Zahlung Dividende sowie Ausschüttung an nicht beherrschende Anteile -100.246 -100.585
Zahlungen für Schuldbeitritt -28.737 0
Bezahlte Zinsen -1.772 -969
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 60.922 45.251
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -37.001 -74.075
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 1. Januar 73.107 121.889
Auswirkungen von Wechselkursänderungen 1.737 772
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente per 30. Juni 37.843 48.586

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

SONSTIGE RÜCKLAGEN
(IN T€) GEZEICHNETES KAPITAL KAPITAL RÜCKLAGE GEWINNRÜCKLAGEN* WÄHRUNGSDIFFERENZEN HEDGING RESERVE NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Stand am 1. Januar 2021 40.422 251.705 209.825 -3.209 21 311
Effekt aus aktienbasierter Vergütung 0 285 0 0 0 0
Dividendenausschüttung 0 0 -100.246 0 0 0
Kapitalausschüttung Auditas GmbH 0 0 -294 0 0 -45
Gesamtergebnis
Konzernergebnis 0 0 45.550 0 0 42
Sonstiges Ergebnis 0 0 2.779 3.273 0 0
Gesamtergebnis 0 0 48.329 3.273 0 42
Stand am 30. Juni 2021 40.422 251.990 157.614 64 21 308
(IN T€) SUMME EIGENKAPITAL
Stand am 1. Januar 2021 499.075
Effekt aus aktienbasierter Vergütung 285
Dividendenausschüttung -100.246
Kapitalausschüttung Auditas GmbH -339
Gesamtergebnis
Konzernergebnis 45.592
Sonstiges Ergebnis 6.052
Gesamtergebnis 51.644
Stand am 30. Juni 2021 450.419
SONSTIGE RÜCKLAGEN
(IN T€) GEZEICHNETES KAPITAL KAPITAL RÜCKLAGE GEWINNRÜCKLAGEN* WÄHRUNGSDIFFERENZEN HEDGING RESERVE NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Stand am 1. Januar 2022 40.422 252.275 236.965 2.813 21 0
Effekt aus aktienbasierter Vergütung 0 9 0 0 0 0
Dividendenausschüttung Aktionäre VARTA AG 0 0 -100.246 0 0 0
Gesamtergebnis Konzernergebnis 0 0 2.784 0 0 0
Sonstiges Ergebnis 0 0 6.807 2.662 0 0
Gesamtergebnis 0 0 9.591 2.662 0 0
Stand am 30. Juni 2022 40.422 252.284 146.310 5.475 21 0
SONSTIGE RÜCKLAGEN
(IN T€) SUMME EIGENKAPITAL
Stand am 1. Januar 2022 532.496
Effekt aus aktienbasierter Vergütung 9
Dividendenausschüttung Aktionäre VARTA AG -100.246
Gesamtergebnis Konzernergebnis 2.784
Sonstiges Ergebnis 9.469
Gesamtergebnis 12.253
Stand am 30. Juni 2022 444.512

* Gewinnrücklagen inklusive Jahresergebnis

9. Allgemeine Informationen

Die VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen (Jagst), Deutschland, das im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm, Deutschland, unter HRB 728059 eingetragen ist. Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss des Unternehmens umfasst die VARTA Aktiengesellschaft und ihre Tochtergesellschaften (zusammen als "VARTA AG Konzern" bezeichnet). Der Stichtag für diesen Zwischenabschluss für die VARTA AG, sämtliche Tochtergesellschaften und für die Konzernrechnung ist der 30. Juni 2022. Dieser Zwischenabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Unternehmens, dargestellt. Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht anders angegeben, auf den nächsten Tausender gerundet. Der Zwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), welche in der Europäischen Union Anwendung finden, erstellt.

Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG, welche sie durch die operativen Tochtergesellschaften betreibt, umfassen die Produktion, Vertrieb, Forschung und Entwicklung in zwei Geschäftssegmenten: "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" und "Household Batteries". Der VARTA AG Konzern ist ein internationales und global agierendes Unternehmen und kann auf über 135 Jahre Erfahrung zurückblicken.

Die VARTA AG hat ihren Sitz in Ellwangen (Jagst), VARTA-Platz 1, Deutschland. Die oberste Muttergesellschaft der VARTA AG ist die Montana Tech Components AG, nachfolgend die "MTC", Reinach, Schweiz.

Die Aktien der VARTA AG werden am regulierten Markt unter der Wertpapierkennnummer (WKN) A0TGJ5, der International Securities Identification Number (ISIN) DE000A0TGJ55 sowie dem Börsenkürzel "VAR1" gehandelt.

10. Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2022 hat sich der Konsolidierungskreis wie folgt entwickelt:

2022 2021
VOLLKONSOLIDIERUNG EQUITY-KONSOLIDIERUNG VOLLKONSOLIDIERUNG EQUITY-KONSOLIDIERUNG
Stand 1. Januar 44 1 43 1
Abgang Konsolidierungskreis 0 0 -2 0
Neugründung 1 0 1 0
Akquisition 0 0 2 0
Stand 30. Juni 45 1 44 1

Neugründungen

V4Drive Romania S.R.L.

Die Gesellschaft V4Drive Romania S.R.L. wurde als Tochtergesellschaft der PERTRIX V SE am 22. März 2022 gegründet. Die Gesellschaft mit Sitz in Otopeni wurde im rumänischen Handelsregister unter der Nummer 45838253 eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung von elektronischen Bauelementen.

11. Erläuterungen zur Konzernrechnungslegung

11.1. Übereinstimmungserklärung

Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), Regelungen für Zwischenberichte (IAS 34), erstellt. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde auf Basis aller am Stichtag gültigen IAS / IFRS, die das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht hat sowie aller Interpretationen (IFRIC/SIC) des International Financial Reporting Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations Committee erstellt, sofern diese von der Europäischen Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden. Der vorliegende Zwischenbericht umfasst nicht alle Anhangangaben, die üblicherweise in einem Jahresabschluss enthalten sind. Daher ist dieser Bericht in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2021 erstellten Konzernjahresabschluss zu lesen.

Vom Wahlrecht zur Aufstellung eines verkürzten Zwischenabschlusses wird Gebrauch gemacht. Alle zum 30. Juni 2022 verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) werden zugrunde gelegt. Ferner steht dieser Zwischenbericht im Einklang mit dem Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 16 (DRS 16 Zwischenberichterstattung) des Deutschen Rechnungslegungs Standard Committee e.V. (DRSC).

Auf Grund der fehlenden Verpflichtung zur Prüfung des Halbjahresabschlusses wurde der Zwischenbericht keiner Prüfung oder prüferischen Durchsicht eines Wirtschaftsprüfers unterzogen.

11.2. Unternehmensfortführung

Entsprechend IAS 1.25 erfolgte die Aufstellung des Konzernabschlusses unter der Annahme der Unternehmensfortführung.

11.3 . Konsolidierungsmethoden

Der Konsolidierungskreis umfasst alle Gesellschaften, welche die VARTA AG direkt oder indirekt beherrscht. Von Beherrschung wird dann gesprochen, wenn die VARTA AG die Mehrheit der Stimmrechte (unter Einbezug potenzieller Stimmrechte) hält bzw. aufgrund einer beherrschenden Stellung die Finanz- und Geschäftspolitik mittelbar oder unmittelbar bestimmen und somit Nutzen aus der Geschäftstätigkeit ziehen kann. Diese Gesellschaften werden voll konsolidiert. Die Erstkonsolidierung von Tochtergesellschaften erfolgt zum Zeitpunkt der Kontrollübernahme. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Kontrolle endet, werden die Tochtergesellschaften entkonsolidiert.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und Erträge sowie die zwischen konsolidierten Gesellschaften bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten werden eliminiert.

Gemeinschaftsunternehmen, an denen die VARTA AG direkt oder indirekt mit 50 % beteiligt ist, beziehungsweise für welche die Führungsverantwortung paritätisch wahrgenommen wird, werden nach der "Equity- Methode" gemäß IAS 28 bilanziert.

In den Erläuterungen 41 "Beteiligungsgesellschaften" sind die konsolidierten Gesellschaften in einer Tabelle dargestellt.

11.4 . Bewertungsbasis

Für den verkürzten Konzernzwischenabschluss werden dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt, wie sie bereits im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 verwendet wurden. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 enthalten. Änderungen, die sich aus der Erstanwendung / Änderung von neuen Standards ergeben werden in den Erläuterungen dargestellt.

11. 5. Funktionale und Darstellungswährung

Die Konzernwährung ist der Euro. Soweit nichts anderes vermerkt ist, werden alle Betragsangaben in tausend Euro (T€) angegeben.

In der Regel richtet sich die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaften nach deren primärem Wirtschaftsumfeld und entspricht grundsätzlich der jeweiligen Landeswährung. Für einen überwiegenden Teil der Aktivitäten ist der Euro (EUR bzw. €) die funktionale Währung, weshalb auch die vorliegende Konzernrechnung in Euro (EUR bzw. €) erstellt wurde.

Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.

12. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

12.1. Währungsumrechnung

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf die verkürzte Konzernrechnung stellen sich wie folgt dar:

1 EURO ENTSPRICHT DURCHSCHNITTSKURS STICHTAGSKURS
30. JUNI 2022 30. JUNI 2021 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
US Dollar (USD) 1,093 1,205 1,039 1,133
Britische Pfund (GBP) 0,842 0,868 0,858 0,840
Rumänische Leu (RON) 4,946 4,902 4,946 4,949
Dänische Kronen (DKK) 7,440 7,437 7,439 7,436
Schwedische Kronen (SEK) 10,480 10,131 10,730 10,250

Aus diesen Wechselkurseffekten sind nur USD/EUR für fremde Dritte wesentlich. Die restlichen Transaktionen werden hauptsächlich zwischen verbundenen Unternehmen abgewickelt. Darüber hinaus resultieren weitere Wechselkurseffekte aus chinesischem Yuan (CNY), norwegischen Kronen (NOK), ungarischen Forint (HUF), schweizerischen Franken (CHF), kroatischen Kuna (HRK), tschechischen Kronen (CZK), russischen Rubel (RUB) und türkischen Lira (TRY). Diese sind jedoch für den VARTA AG Konzern nicht wesentlich.

12.2. Änderungen der Rechnungslegungsgrundsätze

Im Jahr 2022 erstmals angewandte Rechnungslegungsvorschriften Nachfolgend werden die Auswirkungen der ab 1. Januar 2022 neu angewendeten Rechnungslegungsmethoden offengelegt. Für den Konzern haben sich keine wesentlichen Auswirkungen ergeben.

IAS 37 - Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung

Die Änderungen umfassen die Definition, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag verlustbringend sein wird, einbezieht. Demnach sind Kosten für die Erfüllung eines Vertrags alle Kosten, die direkt den Auftrag betreffen. Damit sind sowohl Kosten zu berücksichtigen, die ohne den Auftrag nicht anfallen würden (incremental cost), als auch andere dem Vertrag direkt zurechenbare Kosten.

Jährliche Verbesserungen an den IFRS-Standards

Durch die Annual Improvements to IFRS wurden die folgenden Standards geändert.

In IFRS 1 wurde für erstanwendende Tochterunternehmen, welche IFRS 1.D16 (a) in Anspruch nehmen, die Möglichkeit eröffnet, kumulierte Umrechnungsdifferenzen mit den vom Mutterunternehmen ausgewiesenen Beträgen zu bewerten.

Durch die Änderung von IFRS 9 erfolgt eine Klarstellung, welche Gebühren in den 10%-Test (IFRS 9.B3.3.6), hinsichtlich der Beurteilung, ob es zu Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit kommt, einzubeziehen sind. Es werden lediglich Gebühren berücksichtigt, welche zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden.

In IFRS 16 wurde im erläuternden Beispiel 13 zu IFRS 16 die Darstellung der Erstattung von Mietereinbauten entfernt.

In IAS 41 wird das Verbot, Steuerzahlungen im Rahmen der Fair Value-Bewertung zu berücksichtigen, gestrichen.

IFRS 3 - Verweis auf das Rahmenkonzept

Einhergehend mit dem geänderten Rahmenkonzept wurden Referenzen auf das Rahmenkonzept in diversen Standards, so auch in IFRS 3, angepasst. Die Regeln für die Bilanzierung von Unternehmenserwerben werden inhaltlich nicht geändert.

IAS 16 - Sachanlagen: Erträge vor der geplanten Nutzung

Die Änderungen stellen klar, dass Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf von Gegenständen erhalten hat, die hergestellt wurden, während es den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch vorbereitet hat (beispielsweise Produktmuster), und die damit verbundenen Kosten im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind. Die Berücksichtigung derartiger Beträge bei der Ermittlung der Anschaffungskosten ist nicht zulässig.

12.3. Neue und geänderte IFRS Standards nach dem 30. Juni 2022

Die folgenden neuen und revidierten Standards und Interpretationen wurden verabschiedet, treten aber erst später in Kraft und wurden in der vorliegenden Konzernrechnung nicht frühzeitig angewendet. Ebenso plant das Unternehmen keine frühzeitige Anwendung. Soweit im Folgenden nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen derzeit geprüft.

INKRAFTSETZUNG
Neue oder geänderte Standards und Interpretationen In EU-Recht übernommene Änderungen Standards:
IFRS 17 Versicherungsverträge (inkl. Anpassungen zu IFRS 17) 1. Januar 2023
Änderungen:
IAS 8 Änderung der Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen 1. Januar 2023
IAS 1 / IFRS IAS 1 und IFRS Praktische Hinweise 2 - Angaben zu Rechnungslegungsmethoden 1. Januar 2023
Noch nicht im EU-Recht übernommen:
Änderungen:
IAS 1 Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- bzw. langfristig 1. Januar 2023
IFRS 17 Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen 1. Januar 2023
IAS 12 Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen 1. Januar 2023
IFRS 10/IAS 28 Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen unbestimmt

Die folgenden vom IASB veröffentlichten Neuerungen und Änderungen sind noch nicht verpflichtend anzuwenden und werden von VARTA AG bislang auch noch nicht angewendet. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden.

IFRS 17 - Versicherungsverträge

IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung von und Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach dem Bewertungsmodell des IFRS 17 werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt.

Als "Versicherungsumsatz" werden statt Prämieneinnahmen in jeder Periode die Änderungen aus der Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz ausgewiesen, für die das Versicherungsunternehmen ein Entgelt erhält sowie der Teil der Prämien, die die Abschlusskosten decken. Ein- und Auszahlungen von Sparkomponenten werden nicht als Umsatz bzw. Ertrag oder Aufwand in der Gewinn- oder Verlustrechnung ausgewiesen. Versicherungsfinanzertrag und -aufwand resultieren aus Abzinsungseffekten und finanziellen Risiken. Sie können je Portfolio entweder erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im sonstigen Ergebnis (other comprehensive income) ausgewiesen werden.

Änderungen in den Annahmen, die sich nicht auf Zinsen bzw. finanzielle Risiken beziehen, werden nicht unmittelbar in der Gewinn- oder Verlustrechnung erfasst, sondern gegen die vertragliche Servicemarge gebucht und somit über die Dauer der noch zu erbringenden Leistungen verteilt. Lediglich für solche Gruppen von Versicherungsverträgen, für die Verluste drohen, erfolgt eine unmittelbare Erfassung von Schätzänderungen.

IFRS 17 sieht für kurzlaufende Verträge ein Näherungsverfahren vor, das die Verbindlichkeit zur Gewährung von Versicherungsschutz wie bislang über Prämienüberträge abbildet. Verbindlichkeiten aus eingetretenen, aber noch nicht abgewickelten Versicherungsfällen, sind unter IFRS 17 mit jeweils aktuellen Zinssätzen abzuzinsen. Für große Teile des Lebensversicherungsgeschäftes mit Überschussbeteiligung modifiziert IFRS 17 das allgemeine Bewertungsmodell, indem auch Änderungen des Aktionärsanteils an der Entwicklung der der Überschussbeteiligung zugrundeliegenden Ergebnisquellen in der vertraglichen Servicemarge erfasst und über die noch verbleibende Dauer der Leistungserbringung verteilt werden.

Soweit eine rückwirkende Anwendung nicht möglich ist, kann die vertragliche Servicemarge zum Übergangszeitpunkt anhand eines modifizierten rückwirkenden Verfahrens oder über den Vergleich des Erwartungswertes der diskontierten Zahlungsströme und Risikoanpassung mit dem Zeitwert zum Übergangszeitpunkt ermittelt werden.

Die Änderungen aus Juni 2020 beinhalten eine Verschiebung der Erstanwendung des IFRS 17 vom 1. Januar 2021 um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023.

Die für Versicherer geltende Ausnahme von der Erstanwendung des IFRS 9 wird ebenfalls auf den 1. Januar 2023 verschoben, so dass beide Standards weiterhin gleichzeitig erstmals angewendet werden können.

Darüber hinaus betreffen die Änderungen im Wesentlichen die folgenden Themenbereiche:

Bilanzierung bestimmter Zahlungsmittel (z.B. Kreditkarten) (Ausnahme vom Anwendungsbereich bzw. Zerlegung) und Darlehen (Option zur Anwendung von entweder IFRS 17 oder IFRS 9), soweit sie Versicherungsrisken beinhalten.

Vereinnahmung von Gewinnen nicht nur entsprechend dem erbrachten Versicherungsschutz, sondern auch entsprechend erbrachter Investmentmanagement-Dienstleistungen.

Verteilung der Abschlusskosten auch auf erwartete Vertragsverlängerungen außerhalb der Vertragsgrenzen des ursprünglichen Vertrages.

Berücksichtigung von Risikomanagement-Maßnahmen nicht nur bei Risikominderung über Derivate, sondern auch bei Risikominderung über Rückversicherung oder mittels klassischer Finanzinstrumente.

Ausweis von Aktiva und Passiva aus Versicherungsverträgen auf Portfolio-Ebene statt auf Gruppen-Ebene von Versicherungsverträgen.

Die Rückversicherung verlustträchtiger Verträge soll als Gewinn berücksichtigt werden dürfen, soweit sie die verlustträchtigen Verträge deckt.

Bilanzierung übernommener Schadenverpflichtungen im Rahmen eines Unternehmenserwerbs vor Übergang auf den IFRS 17.

Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.

IAS 8 - Änderung der Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen

Die Änderung am IAS 8 stellt klar, wie Unternehmen Änderungen von Rechnungslegungsmethoden besser von Schätzungsänderungen abgrenzen können. Dazu wird definiert, dass eine rechnungslegungsbezogene Schätzung immer auf eine Bewertungsunsicherheit einer finanziellen Größe im Abschluss bezogen ist. Ein Unternehmen verwendet neben Input-Parametern auch Bewertungsverfahren zur Ermittlung einer Schätzung. Bewertungsverfahren können Schätzverfahren oder Bewertungstechniken sein.

Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.

IAS 1 - Einstufung von Verbindlichkeiten als kurz- bzw. langfristig

Die verabschiedeten Änderungen an IAS 1 betreffen eine begrenzte Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig.

Es wird klargestellt, dass die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig von den Rechten des Unternehmens zum Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche Rechte vor, klassifiziert dies die Schuld als langfristig. Das Recht, die Erfüllung der Schuld zu verschieben, muss hierbei substanziell sein. Sofern das Unternehmen für die Ausübung eines derartigen Rechtes bestimmte Bedingungen zu erfüllen hat, müssen diese am Abschlussstichtag erfüllt werden; anderenfalls folgt eine Klassifizierung als kurzfristig.

Für die Klassifizierung einer Schuld ist es dabei unerheblich, ob das Management beabsichtigt oder erwartet, dass die Schuld tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfüllt wird. Entscheidend für die Klassifizierung sind lediglich am Abschlussstichtag bestehende Rechte, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate zu verschieben. Dies gilt auch im Falle der Erfüllung innerhalb des Wertaufhellungszeitraums.

Im Juli 2020 wurde der Erstanwendungszeitpunkt um ein Jahr auf Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen, verschoben.

Die Änderungen sind somit auf Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.

IAS 1 und IFRS Praktische Hinweise 2 - Angaben zu Rechnungslegungsmethoden

Die Änderung am IAS 1 erfordert, dass lediglich die "wesentlichen" Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden. Um wesentlich zu sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und es muss einen Anlass für die Darstellung geben. Ein Anlass kann bspw. darin bestehen, dass die Methode geändert wurde, es sich um ein Wahlrecht handelt, die Methode komplex oder stark ermessensbehaftet ist oder in Übereinstimmung mit IAS 8.10-11 entwickelt wurde. Die Änderungen im Practice Statement 2 zeigen entsprechend auf, wie das Konzept der Wesentlichkeit auf die Angabe von Rechnungslegungsmethoden angewandt wird. Damit sollen in Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle von standardisierten Ausführungen im Vordergrund stehen.

Die Änderungen sind auf Berichtsperioden anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig.

IFRS 17 - Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen

Die Änderung an IFRS 17 führt die Möglichkeit ein, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen einen sog. "classification overlay approach" anzuwenden. Damit werden die Vergleichsinformationen zu den Finanzinstrumenten im Jahr vor der erstmaligen Anwendung des IFRS 17, d.h. für das Jahr 2022, aussagekräftiger gemacht. Der "classification overlay approach" kann angewendet werden, wenn bei der gleichzeitigen Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 im Hinblick auf die Vergleichsinformationen des IFRS 9 im Jahr 2022 kein "restatement" eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt. Bei Anwendung des "classification overlay approaches" wird für die Klassifizierung in die Kategorien des IFRS 9 der jeweils zum Übergangszeitpunkt aktuelle Informationsstand genutzt, also wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte bei der Erstanwendung des IFRS 9 zu klassifizieren plant. Die Offenlegung der Vergleichsinformationen erfolgt grundsätzlich so, als wären die Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 bereits in der Vergleichsperiode angewendet worden, mit Ausnahme der Impairmentregeln, bei denen man durch den "classification overlay approach" nicht zur Offenlegung nach IFRS 9 gezwungen wird. Unterschiedsbeträge zwischen dem vorherigen Buchwert eines finanziellen Vermögenswertes und dem sich aufgrund des "classification overlay approaches" ergebenden Betrages sind im Eigenkapital zu erfassen.

Es ist zudem der Umfang offenzulegen, in dem ein Unternehmen von dem Ansatz Gebrauch macht (z.B. ob er auf alle in 2022 abgehenden finanziellen Vermögenswerte angewendet wurde) und ob und in welchem Umfang nach den Impairmentregeln des IFRS 9 offengelegt wurde.

Bei Erstanwendung des IFRS 9 zum 1. Januar 2023 sind die nach IFRS 9 geltenden Übergangsvorschriften anzuwenden, unabhängig davon, ob der "classification overlay approach" angewendet wurde oder nicht.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich der Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.

IAS 12 - Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen

Die Änderungen adressieren bisher bestehende Unsicherheiten bei der Bilanzierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen.

Werden Vermögenswerte und Schulden erstmalig erfasst, galt schon bislang unter bestimmten Voraussetzungen die sog. "initial recognition exemption" (IAS 12.15). In diesen Fällen sind latente Steuern ausnahmsweise nicht anzusetzen. In der Praxis bestand Unsicherheit darüber, ob diese Ausnahmeregelung auch für Leasingverhältnisse und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen gilt. Es wurde nun eine eng begrenzte Änderung zu IAS 12 vorgenommen, um eine einheitliche Anwendung des Standards zu gewährleisten.

Aufgrund dieser Änderung gilt die "initial recognition exemption" nicht mehr für solche Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Es handelt sich somit um eine Rückausnahme von der "initial recognition exemption" für eng umrissene Fälle. Die Änderungen führen dazu, dass latente Steuern z.B. auf beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse und auf Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen anzusetzen sind.

Die Änderungen sind - vorbehaltlich der Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden anzuwenden, welche am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.

IFRS 10/IAS 28 - Verkauf oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen

Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen.

Nach IFRS 10 hat ein Mutterunternehmen den Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung eines Tochterunternehmens bei Verlust der Beherrschungsmöglichkeit in voller Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Demgegenüber verlangt der aktuell anzuwendende IAS 28.28, dass der Veräußerungserfolg bei Veräußerungstransaktionen zwischen einem Investor und einer at-equity bewerteten Beteiligung - sei es ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen - lediglich in der Höhe des Anteils der anderen an diesem Unternehmen zu erfassen ist.

Künftig soll der gesamte Gewinn oder Verlust aus einer Transaktion nur dann erfasst werden, wenn die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 darstellen. Dies gilt unabhängig davon, ob die Transaktion als share oder asset deal ausgestaltet ist. Bilden die Vermögenswerte dagegen keinen Geschäftsbetrieb, ist lediglich eine anteilige Erfolgserfassung zulässig.

Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben.

13. Segmentberichterstattung

Den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die Segmentberichterstattung liegen die im vorliegenden Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde. Der Vorstand steuert nach dem bereinigten EBITDA, um trotz der steigenden Investitionen in das Sachanlagevermögen und der daraus resultierenden Abschreibungen die operative Performance beurteilen zu können. Ergebnisanteile von nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind in der Segmentberichterstattung nicht enthalten, da diese nicht Bestandteil des berichteten EBIT und bereinigten EBITDA sind und auch sonst nicht regelmäßig an den Vorstand berichtet werden.

In der VARTA-Gruppe wurden die operativen Geschäftsbereiche "Microbatteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Lithium-Ion Round Power", "Lithium-Ion Solutions", "Lithium-Ion V4Drive", "Consumer" und "Energy Storage Systems" identifiziert. Aufgrund des homogenen Produktionsprozesses, der Kundenstruktur sowie der Ähnlichkeit der Produkte werden die operativen Geschäftsbereiche "Microbatteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Lithium-Ion Round Power", "Lithium-Ion Solutions" und "Lithium-Ion V4Drive" zum Berichtssegment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" zusammengefasst. Im Berichtssegment "Household Batteries" werden insbesondere auf Basis der Kundenstruktur und der Vertriebssteuerung die beiden operativen Geschäftsbereiche "Consumer" und "Energy Storage Systems" zusammengefasst dargestellt. Die Aufgliederung entspricht der internen Organisations- und Berichtsstruktur.

Die Eliminierungen konzerninterner Verflechtungen zwischen den Segmenten werden in der Überleitungsspalte zusammengefasst angegeben. Darüber hinaus beinhaltet die Überleitungsspalte Sachverhalte, die keinem Segment direkt zugeordnet werden können, bspw. die Effekte aus der aktienbasierten Vergütung.

Im Folgenden werden die Steuerungsgrößen, die zur Beurteilung der Leistungen der operativen Segmente herangezogen werden, dargestellt:

Informationen nach berichtspflichtigen Segmenten:

LITHIUM-ION SOLUTIONS & MICROBATTERIES HOUSEHOLD BATTERIES SUMME
(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Segmentumsatzerlöse 196.810 240.600 189.090 164.364 385.900 404.964
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 9.088 7.400 2 2 9.090 7.402
Umsatzerlöse mit Dritten 187.722 233.200 189.088 164.362 376.810 397.562
davon Zeitpunktbezogen 174.910 216.872 186.266 158.683 361.176 375.555
davon Zeitraumbezogen 12.812 16.328 2.822 5.679 15.634 22.007
Abschreibungen -44.023 -36.872 -8.540 -8.185 -52.563 -45.057
Wesentliche Effekte in Erträgen und Aufwendungen 0 0 0 0 0 0
EBITDA 53.055 84.440 15.853 27.828 68.908 112.268
ÜBERLEITUNG KONZERNABSCHLUSS
(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Segmentumsatzerlöse 0 0 385.900 404.964
Umsatzerlöse zwischen den Segmenten 0 0 9.090 7.402
Umsatzerlöse mit Dritten 0 0 376.810 397.562
davon Zeitpunktbezogen 0 0 361.176 375.555
davon Zeitraumbezogen 0 0 15.634 22.007
Abschreibungen 0 0 -52.563 -45.057
Wesentliche Effekte in Erträgen und Aufwendungen -2.674 -356 -2.674 -356
EBITDA -2.674 -356 66.234 111.912

In der Überleitung zum EBITDA des Konzerns sind folgende Sachverhalte enthalten:

1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
(IN T€) SONDEREFFEKTE SUMME SONDEREFFEKTE SUMME
Effekte in Erträgen und Aufwendungen -2.674 -2.674 -356 -356
EBITDA -2.674 -2.674 -356 -356

In der Spalte "Sondereffekte" werden Sachverhalte dargestellt, die in der Bereinigung des EBITDA berücksichtigt sind. Im Geschäftsjahr 2022 existieren solche Sachverhalte bei der VARTA AG. Der VARTA AG als Mutterunternehmen werden "Sondereffekte" aus den M&A Transaktionen in Höhe von 2,7 Mio. € (2021: 0,1 Mio. €) und Effekte aus der aktienbasierten Vergütung in Höhe von 0,01 Mio. € (2021: 0,3 Mio. €) zugeordnet.

In der folgenden Tabelle wird die Überleitung des EBITDAs der Segmente auf das Ergebnis vor Steuern dargestellt:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
EBITDA 66.234 111.912
Abschreibungen und Amortisationen -52.563 -45.057
EBIT 13.671 66.855
Finanzergebnis -7.190 -3.504
Ergebnis vor Steuern 6.481 63.351

Geographische Segmentinformationen

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns aufgeteilt nach bestimmten geographischen Standorten. Bei der Darstellung dieser Informationen auf geografischer Grundlage basieren die Umsatzerlöse eines Segments auf den geografischen Standorten der Kunden und die Vermögenswerte eines Segments auf den geografischen Standorten der Vermögenswerte.

1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 30. JUNI 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 31. DEZEMBER 2021
(IN T€) UMSATZERLÖSE* LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE** UMSATZERLÖSE* LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE**
Europa 253.084 795.236 229.536 766.058
Davon in Deutschland 114.076 739.910 96.937 721.476
Amerika 16.478 3.951 50.918 4.005
Asien 102.858 13.679 110.825 12.510
Sonstige 4.390 0 6.283 0
Summe 376.810 812.866 397.562 782.573

* Die Umsatzerlöse richten sich nach dem Sitz des Kunden.
** Langfristige Vermögenswerte beinhalten zu diesem Zweck, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

Die Umsatzerlöse des Segments "Household Batteries" sind im Wesentlichen in der Position Europa enthalten. Die Umsätze der Regionen Asien und Amerika sind im Wesentlichen dem Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" zuzuordnen.

Produkte und Dienstleistungen

Die Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Vertragsvermögenswerte des Konzerns teilen sich folgendermaßen auf Produkte und Dienstleistungen auf:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 UMSATZERLÖSE 30. JUNI 2022 FORDERUNGEN LIEFERUNGEN & LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTE 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021 UMSATZERLÖSE 31. DEZEMBER 2021 FORDERUNGEN LIEFERUNGEN & LEISTUNGEN UND VERTRAGSVERMÖGENSWERTE
davon aus Produktverkauf 376.076 99.213 395.573 165.809
davon aus Verkauf von Dienstleistungen 734 3.407 1.989 3.830
Summe 376.810 102.620 397.562 169.639

Bedeutende Kunden

In 2022 betrug der Umsatz mit einem bestimmten Kunden 71,9 Mio. €, dies entspricht einem Umsatzanteil von mehr als 10 % vom Konzernumsatz. Im Vorjahr betrug der Umsatz mit einem Kunden und einem Umsatzanteil von mehr als 10 % 71,7 Mio. €. Der Umsatz ist dem Segment "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" zuzuordnen.

14. Sachanlagevermögen

(IN T€) Anschaffungswerte GRUNDSTÜCKE GEBÄUDE NUTZUNGSRECHTE GEBÄUDE TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN NUTZUNGSRECHTE TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN ANDERE ANLAGEN
Stand 1. Januar 2021 3.165 18.057 71.819 344.598 14.408 64.950
Währungsdifferenzen 0 -4 434 522 571 197
Zugänge 0 348 34.944 15.878 0 5.307
Zugänge Konsolidierungskreis 0 0 475 439 0 6
Abgänge 0 0 -667 -8.982 -8 -1.121
Umbuchungen 0 1.276 0 44.428 0 8.714
Stand 31. Dezember 2021 3.165 19.677 107.005 396.883 14.971 78.053
Währungsdifferenzen 0 0 461 837 0 284
Zugänge 0 18 7.581 5.483 0 1.722
Abgänge 0 0 -440 -1.470 -605 -817
Umbuchungen 0 214 0 39.725 0 15.698
Stand 30. Juni 2022 3.165 19.909 114.607 441.458 14.366 94.940
(IN T€) Anschaffungswerte NUTZUNGSRECHTE ANDERE ANLAGEN ANLAGEN IM BAU UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN SACHANLAGE VERMÖGEN
Stand 1. Januar 2021 7.910 198.191 723.098
Währungsdifferenzen -453 -61 1.206
Zugänge 1.399 147.539 205.415
Zugänge Konsolidierungskreis 0 0 920
Abgänge -1.022 0 -11.800
Umbuchungen 0 -55.119 -701
Stand 31. Dezember 2021 7.834 290.550 918.138
Währungsdifferenzen 25 1 1.608
Zugänge 730 53.949 69.483
Abgänge -571 0 -3.903
Umbuchungen 0 -50.042 5.595
Stand 30. Juni 2022 8.018 294.458 990.921
(IN T€) Kumulierte Abschreibung GRUNDSTÜCKE en GEBÄUDE NUTZUNGSRECHTE GEBÄUDE TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN NUTZUNGSRECHTE TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN ANDERE ANLAGEN
Stand 1. Januar 2021 0 651 9.790 86.357 2.786 24.083
Währungsdifferenzen 0 -1 274 242 212 156
Zugänge 0 788 12.326 61.949 3.085 8.187
Abgänge 0 0 -446 -7.529 -8 -135
Umbuchungen 0 0 0 -8 29 8
Stand 31. Dezember 2021 0 1.438 21.944 141.011 6.104 32.299
Währungsdifferenzen 0 0 306 373 0 222
Zugänge 0 389 6.877 34.144 1.514 4.980
Abgänge 0 0 -440 -1.469 -605 -710
Umbuchungen 0 0 0 0 0 32
Stand 30. Juni 2022 0 1.827 28.687 174.059 7.013 36.823
Buchwerte
Buchwerte am 1. Januar 2021 3.165 17.406 62.029 258.241 11.622 40.867
Buchwerte am 31. Dezember 2021 3.165 18.239 85.061 255.872 8.867 45.754
Buchwerte am 30. Juni 2022 3.165 18.082 85.920 267.399 7.353 58.117
(IN T€) Kumulierte Abschreibung NUTZUNGSRECHTE ANDERE ANLAGEN ANLAGEN IM BAU UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN SACHANLAGE VERMÖGEN
Stand 1. Januar 2021 2.849 0 126.516
Währungsdifferenzen -226 0 657
Zugänge 2.256 0 88.591
Abgänge -854 0 -8.972
Umbuchungen -29 0 0
Stand 31. Dezember 2021 3.996 0 206.792
Währungsdifferenzen 17 0 918
Zugänge 1.115 0 49.019
Abgänge -563 0 -3.787
Umbuchungen 0 0 32
Stand 30. Juni 2022 4.565 0 252.974
Buchwerte
Buchwerte am 1. Januar 2021 5.061 198.191 596.582
Buchwerte am 31. Dezember 2021 3.838 290.550 711.346
Buchwerte am 30. Juni 2022 3.453 294.458 737.947

Der wesentliche Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen dient der Erweiterung der Produktionskapazitäten bei den Lithium-Ionen-Knopfzellen und dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Zellen. Weiterhin sind in regelmäßigen Abständen Ersatzinvestitionen zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung neuer Produkte sowie für qualitätssichernde Maßnahmen notwendig. Resultierend hieraus ist der Bestand der technischen Anlagen und Maschinen von 255,9 Mio. € in 2021 auf 267,4 Mio. € per 30. Juni 2022 gestiegen.

Demgemäß werden sich die Abschreibungen des Sachanlagevermögens voraussichtlich zum Jahresende deutlich erhöhen.

In den Zugängen sind aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 0,9 Mio. € (2021: 0,8 Mio. €) enthalten.

Für das Sachanlagevermögen bestanden keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen während der Geschäftsjahre 2021 und 2022. Das Bestellobligo aus dem Kauf von Sachanlagevermögen beträgt 101,9 Mio. € (2021: 95,1 Mio. €).

15. Immaterielle Vermögenswerte

MARKENRECHTE UND SONSTIGE GEWERBLICHE SCHUTZRECHTE UND SONSTIGES
(IN T€) Anschaffungswerte GESCHÄFTS- UND FIRMENWERT IMMATERIELLE RECHTE IMMATERIELLES VERMÖGEN ENTWICKLUNGS KOSTEN GESAMT
Stand 1. Januar 2021 638 37.102 23.386 20.394 81.520
Währungsdifferenzen 0 -1 2 12 13
Zugänge 0 1.389 8 7.357 8.754
Zugänge Konsolidierungskreis 4.298 673 0 0 4.971
Abgänge 0 -88 0 -69 -157
Umbuchungen 0 23.129 -22.428 0 701
Stand 31. Dezember 2021 4.936 62.204 968 27.694 95.802
Währungsdifferenzen 0 0 2 0 2
Zugänge 0 65 765 11.967 12.797
Umbuchungen 0 -150 1.208 -6.653 -5.595
Stand 30. Juni 2022 4.936 62.119 2.943 33.008 103.006
MARKENRECHTE UND SONSTIGE GEWERBLICHE SCHUTZRECHTE UND SONSTIGES
(IN T€) GESCHÄFTS- UND FIRMENWERT IMMATERIELLE RECHTE IMMATERIELLES VERMÖGEN ENTWICKLUNGS KOSTEN GESAMT
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2021 0 6.135 864 10.588 17.587
Zugänge 0 4.523 101 2.454 7.078
Abgänge 0 -90 0 0 -90
Umbuchungen 0 192 -192 0 0
Stand 31. Dezember 2021 0 10.760 773 13.042 24.575
Währungsdifferenzen 0 0 -1 1 0
Zugänge 0 144 2.315 1.085 3.544
Umbuchungen 0 382 -414 0 -32
Stand 30. Juni 2022 0 11.286 2.673 14.128 28.087
Buchwerte
Buchwerte am 1. Januar 2021 638 30.967 22.522 9.806 63.933
Buchwerte am 31. Dezember 2021 4.936 51.444 195 14.652 71.227
Buchwerte am 30. Juni 2022 4.936 50.833 270 18.880 74.919

Von den aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 6,2 Mio. € (2021: 1,6 Mio. €) wurden im Jahr 2022 selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, welche noch nicht zur Nutzung bereit sind, in Höhe von 5,2 Mio. € (2021: 6,9 Mio. €) erfasst.

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wurden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von 14,1 Mio. € erfasst (2021: 44,0 Mio. €).

Für immaterielle Vermögenswerte bestanden keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen während der Geschäftsjahre 2021 und 2022.

16. Leasing

Der Konzern mietet verschiedene Produktions-, Büro und Lagergebäude sowie Anlagen und Fahrzeuge. Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von 1,5 bis 13 Jahren abgeschlossen, können jedoch Verlängerungsoptionen beinhalten oder in Einzelfällen auch unbefristet sein. Die Entwicklung des geleasten Anlagevermögens ist in den Erläuterungen 14 "Sachanlagevermögen" dargestellt.

Die Summe der künftigen Leasingzahlungen aufgrund unkündbarer Leasingverträge beträgt:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Leasingverpflichtungen - kurzfristig 17.693 16.995
Leasingverpflichtungen - langfristig 79.210 80.710
Summe 96.903 97.705
(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 18.781 17.826
davon Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre 55.866 54.533
davon Restlaufzeit über 5 Jahre 26.565 31.299
Summe Leasingzahlungen (undiskontiert) 101.212 103.658
(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
In der Gewinn und Verlustrechnung erfasste Werte
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten 626 532
Erträge aus der Untervermietung von geleasten Vermögenswerten -72 -72
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen 359 824
Aufwendungen aus langfristigen Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögensgegenstände 1.297 920
Summe 2.210 2.204

Variable Leasingzahlungen, Restwertgarantien sowie Kündigungsoptionen kommen momentan nicht zum Tragen.

17. Vorräte

Die Vorräte teilen sich in folgende Positionen auf:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 91.397 74.891
Unfertige Erzeugnisse 39.057 34.525
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren 101.936 47.678
Geleistete Anzahlungen 1 16
Vorräte 232.391 157.110
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Wertminderungsertrag (+) / -aufwand (-) -196 -4.128

Die Vorräte wurden im ersten Halbjahr 2022 aufgrund der aktuellen Entwicklungen der Rohstoffmärkte massiv aufgebaut. Die Wertminderungen der Vorräte werden im Materialaufwand erfasst und betragen in der Berichtsperiode 0,2 Mio. € (2021: 4,1 Mio. €). Im ersten Halbjahr 2022 wurden wie im Vorjahr keine Wertaufholungen vorgenommen,

welche als Verminderung des Materialaufwandes in der Berichtsperiode erfasst wurden. Der Buchwert der wertgeminderten Vorräte beträgt 15,5 Mio. € (2021: 12,3 Mio. €).

18. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Forderungen gegen Dritte (Brutto) 99.812 163.621
Forderungen gegen nahestehende Personen und Gesellschaften 1.913 2.175
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 101.725 165.796
Vertragsvermögenswerte 4.221 6.736
Brutto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 105.946 172.532
Abzüglich Wertberichtigungen -3.326 -2.893
Netto Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte 102.620 169.639

Die bestehenden Nettoforderungen sind zum 30. Juni 2022 gesunken. Grund hierfür ist das starke vierte Quartal in 2021, welches zu einem hohen Forderungsbestand führte.

19. Sonstige Vermögenswerte

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Sonstige Vermögenswerte 125.323 57.777
davon kurzfristig 90.181 40.133
davon langfristig 35.142 17.644

Unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten werden sowohl der Erstattungsanspruch aus dem im Juni 2017 getätigten Schuldbeitritt der VARTA Microbattery GmbH, als auch der in 2022 rechtlich wirksame Schuldbeitritt der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA in Höhe von 35,1 Mio. € (2021: 17,6 Mio. €) ausgewiesen.

Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Forderungen aus Förderprojekten 56.777 18.455
Sonstige Steuerforderungen 7.170 6.475
Sonstige Forderungen 17.275 13.521
Übrige sonstige Vermögenswerte 8.959 1.682
Summe 90.181 40.133

Die Forderungen aus Förderprojekten in Höhe von 56,8 Mio. € (2021: 18,5 Mio. €) bestehen sowohl gegenüber der Europäische Kommission sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und den Ländern Bayern und Baden-Württemberg.

Die Forderungen aus Förderprojekten in Höhe von 6,4 Mio. € (2021: 6,0 Mio. €) gegen die Europäische Kommission betreffen staatliche Zuschüsse für Projekte, in denen der Konzern als Koordinator fungiert und die Zuschüsse treuhänderisch vom Fördergeber erhält und verwaltet. Zum 30. Juni 2022 bestehende weitergeleitete Vorschusszahlungen an die beteiligten Kooperationspartner betragen 7,1 Mio. € (2021: 4,4 Mio. €).

Der Forderungsbestand aus dem Förderprojekt IPCEI hat sich in 2022 von 12,5 Mio. € auf 50,4 Mio. € erhöht.

Die sonstigen Forderungen haben sich zum 30. Juni 2022 um 3,8 Mio. € zum Vorjahr erhöht. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einer gerichtlich festgestellten Schadensersatzforderung aus Patentrechtsstreitigkeiten.

Bei der Position übrige sonstige Vermögensgegenstände handelt es sich im Wesentlichen um aktive Rechnungsabgrenzungsposten, welche sich von 1,7 Mio. € auf 9,0 Mio. € erhöht haben.

20. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente können wie folgt aufgegliedert werden:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Kasse 212 19
Guthaben bei Kreditinstituten 37.631 73.088
Summe 37.843 73.107

21. Eigenkapital

Das Eigenkapital des VARTA AG Konzerns hat sich 2022 wie folgt entwickelt:

(IN T€) GEZEICHNETES KAPITAL KAPITAL RÜCKLAGE GEWINNRÜCKLAGEN* SONSTIGE WÄHRUNGSDIFFERENZEN RÜCKLAGEN HEDGING RESERVE SUMME EIGENKAPITAL
Stand am 1. Januar 2022 40.422 252.275 236.965 2.813 21 532.496
Effekt aus aktienbasierter Vergütung 0 9 0 0 0 9
Dividendenausschüttung Aktionäre VARTA AG 0 0 -100.246 0 0 -100.246
Gesamtergebnis
Jahresergebnis 0 0 2.784 0 0 2.784
Sonstiges Ergebnis 0 0 6.807 2.662 0 9.469
Gesamtergebnis 0 0 9.591 2.662 0 12.253
Stand am 30. Juni 2022 40.422 252.284 146.310 5.475 21 444.512

* Gewinnrücklagen inklusive Jahresergebnis

Nach dem Bilanzstichtag wurde durch den Vorstand der VARTA Aktiengesellschaft vorgeschlagen, den im Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von 147,9 Mio. € zur Ausschüttung einer Dividende von 2,48 € je dividendenberechtiger Stückaktie zu verwenden.

Durch die ordentliche Hauptversammlung der VARTA Aktiengesellschaft am 21. Juni 2022 wurde die Dividendenauszahlung von insgesamt 100,2 Mio. € für 40.421.686 dividendenberechtigte Stückaktien beschlossen. Der verbleibende Betrag von 47,6 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

22. Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Aktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Aktien. Da weder im Berichtszeitraum noch im Vorjahreszeitraum Sachverhalte vorlagen, aus denen Verwässerungseffekte resultieren, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

(IN T€) 30. JUNI 2022 30. JUNI 2021
Ergebnis, den Aktionären zurechenbar in T€* 2.784 45.550
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien (TStk) 40.422 40.422
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 0,07 1,13
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR 0,07 1,13

* Das Ergebnis je Aktie bezieht sich auf die Aktien der VARTA AG

23. Andere finanzielle Verbindlichkeiten

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 416.958 203.775
davon langfristig 367.181 117.990
davon kurzfristig 49.777 85.785
Zusammensetzung der sonstigen Finanzverbindlichkeiten
Summe 416.958 203.775
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 382.644 164.643
Derivative Finanzverbindlichkeiten 10.758 5.657
sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 23.556 33.475

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich von 164,6 Mio. € auf 382,6 Mio. € aufgrund der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens erhöht. Über ein Konsortium von BayernLB, HSBC und UniCredit hat die VARTA AG Schuldscheindarlehen über insgesamt 250 Millionen € am Kapitalmarkt platziert. Die vier Tranchen laufen über fünf bzw. sieben Jahre (3/4 des Kreditvolumens) und sind schwerpunktmäßig mit einem fixen Zinskupon ausgestattet. Die Mittel stehen dem Unternehmen für generelle Finanzierungsvorhaben zur Verfügung. Die anfängliche durchschnittliche Verzinsung liegt bei 1,44%. Die Transaktion wurde geknüpft an das ESG-Rating der VARTA AG durch Morningstar Sustainalytics, dem führenden, unabhängigen Unternehmen im Bereich Forschung, Rating und Analyse von ESG und Corporate Governance. Abhängig von der Entwicklung des Ratings von VARTA kann sich der Spread des Schuldscheins verändern. Gegenläufig wurden 35,0 Mio. € aus dem bestehenden Konsortialkredit getilgt.

24. Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Summe 54.584 72.279
davon langfristig 51.074 68.837
davon kurzfristig 3.510 3.442
Zusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
Summe 54.584 72.279
Pensionen 39.599 58.352
Abfindungen 9.407 8.410
Jubiläumsgelder 1.953 1.932
Altersteilzeit 3.625 3.585

Die Rückstellungen für Pensionen reduzierten sich auf Grund von veränderten versicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere durch den von 1,1 % auf 3,3 % erhöhten Abzinsungssatz.

25. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie erhaltene Anzahlungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie erhaltene Anzahlungen setzen sich wie folgt zusammen:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Erhaltene Anzahlungen 2.213 14.208
Langfristige Verbindlichkeiten 2.213 14.208
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 76.394 77.084
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 18.844 17.890
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen und Gesellschaften 35 269
Summe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 95.273 95.243
Vertragsverbindlichkeiten 3.172 4.374
Erhaltene Anzahlungen 28.510 36.889
Kurzfristige Verbindlichkeiten 126.955 136.506
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie erhaltene Anzahlungen gesamt 129.168 150.714
davon sofort fällig 33.754 26.449
davon Restlaufzeit bis 1 Jahr 93.201 110.057
davon Restlaufzeit über 1 Jahr 2.213 14.208

Die erhaltenen Anzahlungen belaufen sich insgesamt auf 30,7 Mio. € und stehen in Zusammenhang mit Verpflichtungen aus zum Teil schwebenden Geschäften des VARTA AG Konzerns, Batterielieferungen zu erbringen. Die daraus resultierenden Verbindlichkeiten des VARTA AG Konzerns werden im Rahmen erfolgter Belieferungen getilgt und erfüllen die Ansatzvoraussetzungen gemäß IFRS 15.16 als erhaltene Anzahlungen. Dieser Darstellung liegt die Einschätzung zugrunde, dass die Vorauszahlungen vollumfänglich durch spätere Lieferabrufe gedeckt werden und somit keine Finanzierungskomponente beinhalten. Für im Vorjahr ausgewiesene erhaltene Anzahlungen erfolgte im ersten Halbjahr 2022 in Höhe von 27,8 Mio. € (Vorjahr: 43,7 Mio. €) eine Verrechnung mit entsprechenden Forderungen aus Lieferabrufen.

Die Vertragsverbindlichkeiten per 30. Juni 2022 haben sich im Vergleich zum Vorjahr auf 3,2 Mio. € (2021: 4,4 Mio. €) leicht reduziert.

26. Sonstige Verbindlichkeiten

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten 33.727 22.747
Sonstige Verbindlichkeiten 33.727 22.747

Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 22,7 Mio. € auf 33,7 Mio. €. Im Wesentlichen ist dies auf die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Förderprojekten in Höhe von 6,9 Mio. € (31. Dezember 2021: 4,1 Mio. €) und passive Rechnungsabgrenzungsposten, die überwiegend Zuwendungen der öffentlichen Hand betreffen, in Höhe von 9,6 Mio. € (31. Dezember 2021: 2,2 Mio. €) zurückzuführen.

27. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

(IN T€) RESTRUKTURIERUNG GEWÄHRLEISTUNGEN, GARANTIEN ENTSORGUNGS-, WIEDERHERSTELLUNGS-& ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN GESAMT 2022
Fälligkeit Langfristig 0 2.897 0 0 2.897
Kurzfristig 0 8.212 20 6.714 14.946
Summe Rückstellungen 0 11.109 20 6.714 17.843
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen in 2022
Stand 1. Januar 2022 716 10.757 1.357 9.264 22.094
Zuführung 0 4.304 0 891 5.195
Verbrauch -716 -3.981 -1.335 -2.793 -8.825
Auflösung 0 -1 0 -703 -704
Währungsdifferenzen 0 30 -2 55 83
Stand 30. Juni 2022 0 11.109 20 6.714 17.843
(IN T€) RESTRUKTURIERUNG GEWÄHRLEISTUNGEN, GARANTIEN ENTSORGUNGS-, WIEDERHERSTELLUNGS-& ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN GESAMT 2021
Fälligkeit Langfristig 0 2.897 0 0 2.897
Kurzfristig 716 7.860 1.357 9.263 19.197
Summe Rückstellungen 716 10.757 1.357 9.263 22.094
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen in 2021
Stand 1. Januar 2021 15.719 8.551 1.410 15.454 41.134
Veränderung Konsolidierungskreis 0 0 0 46 46
Zuführung 0 6.312 1.356 7.828 15.496
Verbrauch -14.161 -3.724 -1.259 -12.329 -31.473
Auflösung -842 -416 -150 -1.839 -3.247
Währungsdifferenzen 0 34 0 104 138
Stand 31. Dezember 2021 716 10.757 1.357 9.264 22.094

Übrige Rückstellungen

Die übrigen Rückstellungen für Provisionen in Höhe von 2,6 Mio. € (2021: 3,2 Mio. €) und Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten haben sich auf 0,9 Mio. € (2021: 1,3 Mio.€) verringert. Darüber hinaus haben sich die Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten auf 0,4 Mio. € (2021: 1,3 Mio. €) reduziert.

28. Abgegrenzte Schulden

Die abgegrenzten Schulden umfassen folgende wesentliche Positionen:

(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Urlaubsansprüche, Überstunden und Zeitausgleich 14.462 8.820
Prämien an Mitarbeitende 9.836 9.098
Sonstige abgegrenzte Schulden für Personal 5.000 8.104
Summe abgegrenzte Schulden ggü. Mitarbeitende 29.298 26.022
Ausstehende Rechnungen 9.367 5.870
Kundenbonusrückstellung 41.300 56.004
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Rechtsberatung 3.808 2.576
Übrige abgegrenzte Schulden 4.019 4.954
Sonstige abgegrenzte Schulden 58.494 69.404
Abgegrenzte Schulden 87.792 95.426

Die abgegrenzten Schulden gegenüber Mitarbeitenden sind im Vergleich zum Vorjahr von 26,0 Mio. € auf 29,3 Mio. € gestiegen. Hauptsächlich aus der Zunahme der Urlaubsrückstellungen aufgrund von Urlaubsaufbau im ersten Halbjahr. Die Entwicklung ist saisonal bedingt und wird sich zum Jahresende wieder relativieren. Gegenläufig haben sich die sonstigen abgegrenzten Schulden für Personal entwickelt, welche länderspezifische gesetzliche Vorgaben zur aufgeschobenen Gewinnbeteiligung für Mitarbeitende enthält. Diese haben sich im Vergleich zum 31. Dezember um 0,4 Mio. € verringert.

Die sonstigen abgegrenzten Schulden belaufen sich auf 58,5 Mio. € (31. Dezember 2021: 69,4 Mio. €). Der wesentliche Teil entfällt dabei auf den Rückgang der Kundenbonusrückstellungen in Höhe von 41,3 Mio. € (2021: 56,0 Mio. €), welche aufgrund von Jahresvereinbarungen zu Beginn des Kalenderjahres für das Vorjahr abgerechnet und ausgezahlt werden. Die Entwicklung ist daher saisonal bedingt und wird sich zum Jahresende wieder relativieren.

29. Umsatzerlöse

Durch den Verkauf von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen konnten folgende Umsätze erzielt werden:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Umsatzerlöse 376.810 397.562
davon aus Produktverkauf 376.076 395.573
davon aus dem Verkauf von Dienstleistungen 734 1.989

Die Umsatzerlöse sind im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022 zum Vorjahresvergleichszeitraum um 5,2 % von 397,6 Mio. € auf 376,8 Mio. € gesunken. Ursächlich hierfür waren pandemiebedingte Produktionsunterbrechungen, die geringe Verfügbarkeit von Halbleitern und die zeitweise Unterbrechung von Lieferketten bei unseren Kunden, welche zu einer geringeren Nachfrage nach unseren Produkten geführt haben. Zusätzlich entstanden Verzögerungen bei Kundenprojekten.

30. Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Veränderung der unfertigen Erzeugnisse 6.180 15.603
Veränderung der fertigen Erzeugnisse 43.967 15.453
Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse 50.147 31.056

Die Veränderungen in den fertigen und unfertigen Erzeugnissen lassen sich nicht direkt mit den aus der Konzern-Bilanz ersichtlichen Änderungen abstimmen. Dies kommt aus bestehenden Währungsdifferenzen, welche diese Positionen beeinflussen.

Die Erhöhung der Bestandsveränderung bei den fertigen Erzeugnissen resultiert im Wesentlichen aus dem Bestandsaufbau von Konsumentenbatterien im Segment "Household Batteries" für das bevorstehende Jahresendgeschäft.

31. Materialaufwand

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 185.131 142.380
Sonstige Materialaufwendungen und bezogene Leistungen 7.518 9.966
Materialbearbeitung und -Veredelung durch Dritte 5.924 5.212
Sonstiges 1.687 1.269
Summe 200.260 158.827

Der Anstieg des "Aufwands für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren" resultiert im Wesentlichen aus den Kostensteigerungen bei den Rohstoffpreisen, welche in Verbindung mit den belastenden Einschätzungen der Kriegssituation in der Ukraine sowie in der Veränderung im Produktmix stehen. In der Position "sonstige Materialaufwendungen und bezogene Leistungen" waren im Vorjahr aufgrund der Kapazitätserweiterungen und des damit verbundenen Personalbedarfs temporär höhere Kosten für Zeitarbeitskräfte enthalten. Die Position "Sonstiges" enthält Verbrauchsmaterial, das direkt für Fertigungs- bzw. Kundenaufträge beschafft und ohne Lagerung verbraucht wird. Darüber hinaus sind hier auch Aufwendungen für Verpackung, Abfallentsorgung und Lagerkosten und Vorlauffrachten enthalten.

32. Personalaufwand

Die Personalaufwendungen beinhalten die folgenden Positionen:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Löhne und Gehälter 111.414 104.428
Aufwand für Abfindungen 1.753 952
Aufwand für gesetzliche Sozialabgaben 11.871 11.049
Pensionsaufwand 9.209 8.796
Sonstiger Personalaufwand 1.480 1.329
Summe 135.727 126.554

Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr geringfügig angestiegen. Der Anstieg der Löhne und Gehälter sowie der Aufwand für gesetzliche Sozialabgaben ist auf den Mitarbeiteraufbau zurückzuführen.

33. Abschreibungen

Die Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne Nutzungsrechte) 39.513 33.524
Planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte 9.506 8.226
Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 3.544 3.307
Summe 52.563 45.057

Durch die Inbetriebnahme der neuen Maschinen und Anlagen haben sich die Abschreibungen im Vergleich zum letzten Jahr erwartungsgemäß deutlich erhöht.

34. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten die folgenden Positionen:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Subventionen und öffentliche Zuwendungen 41.304 18.351
Auflösung Rückstellungen & abgegrenzte Schulden 1.045 747
Erträge aus dem Verkauf von Sachanlagevermögen 2 0
Sonstiges 6.662 2.539
Summe 49.013 21.637

Die öffentlichen Zuwendungen betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 41,3 Mio. € (2021: 18,4 Mio. €) und wurden im Wesentlichen für die VARTA Microbattery GmbH, VARTA Micro Production GmbH und VARTA Microbattery S.R.L. bereitgestellt. Für das im nächsten Abschnitt erläuterte "Important Project of Common European Interest on Batteries" (IPCEI), wurde die Förderung an vielfältige Bedingungen geknüpft und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Ländern Baden-Württemberg und Bayern gewährt. Wenn eine hinreichende Sicherheit besteht, die Bedingungen zu erfüllen, wird eine Forderung eingestellt und ein sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst.

Das als förderfähig beurteilte Vorhaben ist Teil des sog. IPCEI und soll zu der Entwicklung einer innovativen, über den aktuellen Stand der Technik hinausgehenden sowie nachhaltigen und umweltverträglichen Batteriewertschöpfungskette in Deutschland und in der Europäischen Union beitragen. Dementsprechend sollen die Ergebnisse des geförderten Vorhabens vorrangig in der Europäischen Union gewerblich genutzt werden. Die Zuwendung bezweckt darüber hinaus Spillover-Effekte des geförderten Vorhabens auf die europäische Wirtschaft und Gesellschaft durch Wissens- und Technologieaustausch mit Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und anderen Unternehmen. Mit der Zuwendung soll zudem im Rahmen des rechtlich Zulässigen erreicht werden, dass die Zuwendungsempfänger Komponenten, Materialien und Produktionsanlagen ihrer Produkte und Dienstleistungen, soweit wirtschaftlich möglich, bei anderen deutschen und europäischen Unternehmen beziehen, um damit auch vorgelagerte Märkte und Abschnitte der Wertschöpfungskette zu fördern. Des Weiteren sollen die Produkte und Dienstleistungen durch besondere Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit gekennzeichnet sein und einer nachhaltigen und umweltverträglichen Wiederverwendung und Entsorgung Vorschub leisten.

Mit der Zuwendung sollen zudem Ellwangen und Nördlingen als Innovations-, Wirtschafts- und Produktionsstandorte gefördert und gestärkt werden. Zugleich werden mit der Zuwendung die Entwicklung, Herstellung und der Betrieb von im Vergleich zum Stand der Technik besonders nachhaltigen und umweltverträglichen Anlagen, Bauten und Betriebsstätten angestrebt. Nachhaltigkeitsaspekte sollen in allen Prozessen der Planung, des Baus und der Bewirtschaftung berücksichtigt werden.

Der Anstieg in der Position "Sonstiges" ist maßgeblich auf Entschädigungen aus Patentrechtsstreitigkeiten in Höhe von 3,8 Mio. € zurückzuführen.

35. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten die folgenden Positionen:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand 12.782 8.083
Energieaufwand 10.130 4.748
Instandhaltung 8.219 6.760
Ausgangsfrachten und Zölle 6.618 5.752
Telefon, Porto & EDV 4.989 2.787
Sonstige Vertriebskosten 4.376 4.050
Marketing, Werbung und Repräsentationen 3.841 3.364
Provision 2.807 2.327
Gewährleistungen 2.136 2.047
Miete, Leasing und Pacht 1.657 1.744
Versicherungen 1.413 1.274
Reisekosten 1.099 460
Reinigung 1.091 916
Beiträge und Gebühren 1.026 562
Lizenzen & Patentgebühren 763 869
Wertminderungsaufwendungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 711 93
Bankgebühren / Spesen des Geldverkehrs 493 504
Ausbildung und Fortbildungskosten 472 219
Kundenkreditversicherung 273 111
Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen 195 112
Ingenieurs- und Honorarleistungen 31 99
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen 14.794 7.667
Summe 79.916 54.548

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von 54,5 Mio. € um 25,4 Mio. € auf 79,9 Mio. € angestiegen. Aufgrund der steigenden Energiekosten hat sich die Position "Energieaufwand" mehr als verdoppelt und erhöhte sich um 5,4 Mio. € auf 10,1 Mio. € im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum. Die Position "Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand" verzeichnet einen Anstieg in Höhe von 4,7 Mio. € und ist im Wesentlichen auf Patentrechtsstreitigkeiten zurückzuführen. Die Aufwendungen für Informationstechnologie haben sich um 2,2 Mio. € erhöht. Die Veränderung der übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus Wechselkursschwankungen, welche sich von 0,5 Mio. € um 4,9 Mio. € auf 5,4 Mio. € erhöht haben.

36. Nettofinanzergebnis

Die übrigen Finanzerträge und übrigen Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

(IN T€) 1. JAN. BIS 30. JUN. 2022 1. JAN. BIS 30. JUN. 2021
Wechselkursgewinne 19 5
Sonstige Finanzerträge, bewertet zu FVTPL 747 114
Übriger Finanzertrag 766 119
Verluste aus der Veräußerung von IC-Beteiligungen 0 -340
Wechselkursverluste -5.241 -1.572
Sonstiger Finanzaufwand mit Dritten -181 -16
Übriger Finanzaufwand -5.422 -1.928

Der übrige Finanzaufwand hat sich insbesondere durch die gestiegenen Fremdwährungsverluste im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Aufgrund der Wechselkursschwankungen, insbesondere USD, beläuft sich die Veränderung auf 3,7 Mio. €.

37. Ertragsteueraufwendungen

Der Ertragsteueraufwand wird auf Grundlage der Schätzung des gewichteten durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes für das volle Geschäftsjahr erfasst. Der geschätzte Steuersatz für die Zwischenberichtperiode bis 30. Juni 2022 beläuft sich hiernach auf 28,84 % (30. Juni 2021: 29,08%).

38. Finanzrisikomanagement

(IN T€) Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 30. JUNI 2022 STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3
Forderungsverkauf -38.725 0 -38.725 0
Besserungsschein -7.922 0 0 -7.922
Derivative Finanzinstrumente - Aktiva 1.508 0 1.508 0
Derivative Finanzinstrumente - Passiva -10.758 0 -10.758 0
Summe -55.897 0 -47.975 -7.922
(IN T€) Als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente 31. DEZEMBER 2021 STUFE 1 STUFE 2 STUFE 3
Forderungsverkauf -55.307 0 -55.307 0
Besserungsschein -8.798 0 0 -8.798
Sale & Leaseback-Vertrag -10.555 0 -10.555 0
Derivative Finanzinstrumente - Aktiva 108 0 108 0
Derivative Finanzinstrumente - Passiva -5.657 0 -5.657 0
Summe -80.209 0 -71.411 -8.798
(IN T€) 30. JUNI 2022 31. DEZEMBER 2021
Derivative Finanzinstrumente 1.508 108
Derivative Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet 1.508 108
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 37.843 73.107
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 98.399 162.903
Sonstige Vermögenswerte* 109.202 49.622
Ausleihungen und Forderungen 207.601 212.525
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 245.444 285.632
Summe finanzielle Vermögenswerte 246.952 285.740
Derivative Finanzverbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert bewertet 10.758 5.657
Sonstige Finanzverbindlichkeiten** 406.200 198.118
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 95.273 95.243
Sonstige Abgegrenzte Schulden 58.494 69.404
Sonstige Verbindlichkeiten*** 5.515 4.599
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 565.482 367.364
Summe finanzielle Verbindlichkeiten 576.240 373.021

* Ohne sonstige Steuerforderungen 7,2 Mio. € (2021: 6,5 Mio. €) und aktive Rechnungsabgrenzungsposten 9,0 Mio. € (2021: 1,7 Mio. €)
** Ohne derivative Finanzinstrumente 10,8 Mio. € (2021: 5,7 Mio. €); inklusive einem Forderungsverzicht in Höhe von 7,9 Mio. € mit einer erwarteten Laufzeit von unter 5Jahren, welcher aufgrund von bestimmten Umständen früher zurückbezahlt werden kann. (vgl. Erläuterungen 23 "Andere finanzielle Verbindlichkeiten")
*** Ohne passive Rechnungsabgrenzungen 9,6 Mio. € (2021: 2,2 Mio. €), Verbindlichkeiten aus Förderprojekten 6,9 Mio. € (2021: 4,1 Mio. €), Zollverbindlichkeiten 3,3 Mio. € (2021: 3,0 Mio. €), sonstigen Verbindlichkeiten aus Steuern 8,0 Mio. € (2021: 8,9 Mio. €) und im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,38 Mio. € (2021: 0,04 Mio. €)

39. Nahestehende Personen und Gesellschaften

Die im Geschäftsbericht 2021 erläuterten vertraglichen Beziehungen zu nahestehenden Personen und Gesellschaften bestehen in fast unverändertem Umfang fort.

Im Juli 2021 hat die VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland) einen Vertrag abgeschlossen, in dem sich diese verpflichtet hat, gegen Zahlung eines vereinbarten Entgelts Pensionsverpflichtungen der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA im Rahmen eines Schuldbeitritts mit Erfüllungsübernahme zu übernehmen. Gemäß Vereinbarung war der Schuldbeitritt aufschiebend bedingt auf den Eingang der ersten Zahlung durch VARTA. Diese erfolgte zu Beginn des Geschäftsjahres 2022. Die Zahlung der zweiten Tranche erfolgte im zweiten Quartal 2022.

Noch ausstehende Transaktionen zu nahestehenden Personen, welche nach dem 30. Juni 2022 und vor Veröffentlichung eingegangen wurden, werden unter Kapitel 42 "Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" beschrieben.

40. Management der VARTA AG

Der Vorstand der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:

Herbert Schein, Vorsitzender des Vorstands / CEO

Weitere Mandate:

Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH

Geschäftsführer VARTA Storage GmbH

Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH

Geschäftsführer VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA

Aufsichtsratsvorsitzender Pertrix V SE

Armin Hessenberger, Mitglied des Vorstands, Finanzvorstand / CFO Weitere Mandate:

Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH

Geschäftsführer VARTA Storage GmbH

Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH

Geschäftsführer VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA

Rainer Hald, Mitglied des Vorstands, Technikvorstand / CTO seit 1. Januar 2022 Weitere Mandate:

Geschäftsführer VARTA Microbattery GmbH

Geschäftsführer VARTA Micro Production GmbH

Dr. Markus Hackstein, Mitglied des Vorstands, seit 1. August 2022 Weitere Mandate:

Geschäftsführer VARTA Microbattery S.R.L.

Der Aufsichtsrat der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:

Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)

Verwaltungsratspräsident der Montana Tech Components AG und Unternehmer

Weitere Mandate (u.a.):

Stellvertretender Präsident des Verwaltungsrats der Montana Aerospace AG, Schweiz

Präsident des Verwaltungsrats der Montana AS Beteiligungs Holding AG, Schweiz

Präsident des Verwaltungsrats der Montana Tech Components AG, Schweiz

Mitglied des Aufsichtsrats der Dorotheum GmbH, Österreich

Dr. Harald Sommerer (stellvertretender Vorsitzender)

Unternehmer

Weitere Mandate:

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kapsch Traffic Com AG, Österreich

Vorstandsvorsitzender der H.F.R.C Privatstiftung, Österreich

Sven Quandt

Geschäftsführer der X-raid GmbH und Unternehmer

Weitere Mandate:

Stiftungsbeirat der Herbert Quandt Stiftung, Deutschland

Mitgeschäftsführer 3Q GbR, Deutschland

Mitgeschäftsführer Q Motorsport GmbH, Deutschland

Mitglied des Beirats der Montana Tech Components AG, Schweiz

Martin Ohneberg

Geschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co. KG und

Unternehmer

Weitere Mandate:

Präsident des Verwaltungsrats der Aluflexpack AG, Schweiz,

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der VERBUND AG, Österreich,

Vize-Präsident des Verwaltungsrats der Montana Aerospace AG, Schweiz

Mitglied des Aufsichtsrats der Getzner Werkstoffe Holding GmbH, Österreich

Prof. Dr. Werner Tillmetz

Universitätsprofessor (emeritiert)

Weitere Mandate:

Beirat der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NWO GmbH), Deutschland

Science Council der TOTAL S.A., Frankreich

Dr. Michael Pistauer

Finanzvorstand / CFO Montana Aerospace AG und Unternehmer

Weitere Mandate:

Mitglied des Aufsichtsrats der VARTA Microbattery GmbH

Mitglied des Verwaltungsrats der Alu Menziken Extrusion AG, Schweiz

Mitglied des Aufsichtsrats der VGG AG, Österreich

41. Beteiligungsgesellschaften

Für die im Konzernabschluss dargestellten Perioden wurden folgende Gesellschaften einbezogen, Angabe nach § 315e Abs. 1 iVm § 313 Abs. 2 Nr. 1 - 6 HGB:

NAME DER GESELLSCHAFT SITZ LAND WÄHRUNG BETEILIGUNGSQUOTE
VARTA Aktiengesellschaft Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
Anabasis Handelsgesellschaft mbH Dischingen Deutschland EUR 100,00 %
Auditas GmbH Nördlingen Deutschland EUR 100,00 %
Auditas Inc. Ridgefield Vereinigte Staaten von Amerika USD 100,00 %
Connexio alternative investment holding GmbH Wien Österreich EUR 100,00 %
EMEA Consumer Batteries (Shenzhen) Co. Ltd. Shenzhen China CNY 100,00 %
LLC Consumer Batteries Company (Eastern Europe) Moskau Russland RUB 100,00 %
Mezzanin Finanzierungs GmbH Wien Österreich EUR 100,00 %
Paula Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. Verm. KG Pullach i. Isartal Deutschland EUR 100,00 %
Pertrix V SE1 Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
P.T. VARTA Microbattery Indonesia Batam Indonesien USD 100,00 %
V4Drive Ellwangen GmbH2 Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
V4Drive Romania S.R.L.3 Otopeni Rumänien RON 100,00 %
VARTA Consumer Austria GmbH Brunn am Gebirge Österreich EUR 100,00 %
VARTA Consumer Batteries Benelux B.V. Utrecht Niederlande EUR 100,00 %
VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
VARTA Consumer Batteries Iberia S.L.U. Madrid Spanien EUR 100,00 %
VARTA Consumer Batteries Italia s.r.l. Basiglio Italien EUR 100,00 %
VARTA Consumer Batteries Poland Sp.z.o.o. Warschau Polen PLN 100,00 %
VARTA Consumer Batteries UK Ltd. Oldham Vereinigtes Königreich GBP 100,00 %
VARTA Consumer Bulgaria EOOD Sofia Bulgarien BGN 100,00 %
VARTA Consumer Czech spol. s.r.o. Ceska Lipa Tschechische Republik CZK 100,00 %
VARTA Consumer Denmark A/S Albertslund Dänemark DKK 100,00 %
VARTA Consumer Europe Holding GmbH Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
VARTA Consumer Finland Oy Vantaa Finnland EUR 100,00 %
VARTA Consumer France S.A.S. Courbevoie Frankreich EUR 100,00 %
VARTA Consumer Hrvatska d.o.o. Zagreb Kroatien HRK 100,00 %
VARTA Consumer Hungaria Kft. Budapest Ungarn HUF 100,00 %
VARTA Consumer Kommandit GmbH Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
VARTA Consumer Komplementär GmbH Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
VARTA Consumer Norway AS Oslo Norwegen NOK 100,00 %
VARTA Consumer Schweiz GmbH Dietlikon Schweiz CHF 100,00 %
VARTA Consumer Slovakia spol. s.r.o. Prievidza Slowakei EUR 100,00 %
VARTA Consumer Sweden AB Bromma Schweden SEK 100,00 %
VARTA Consumer Trgovina d.o.o. Ljubljana Slowenien EUR 100,00 %
VARTA Innovation GmbH Graz Österreich EUR 100,00 %
VARTA Micro Production GmbH Nördlingen Deutschland EUR 100,00 %
VARTA Microbattery GmbH Ellwangen Deutschland EUR 100,00 %
VARTA Microbattery Inc. Rye, NY Vereinigte Staaten von Amerika USD 100,00 %
VARTA Microbattery Japan KK Tokio Japan USD 100,00 %
VARTA Microbattery Pte. Ltd. Singapur Singapur USD 100,00 %
VARTA Microbattery S.R.L. Brasov Rumänien RON 100,00 %
Varta Pilleri Ticaret Limited Sirketi Istanbul Türkei TRY 100,00 %
VARTA Storage GmbH Nördlingen Deutschland EUR 100,00 %
VHB Real Estate Holdings LLC Delaware Vereinigte Staaten von Amerika EUR 100,00 %
VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH i.L.4 Ellwangen Deutschland EUR 50,00 %

1 vormals Youco B21-D439 Vorrats-SE
2 vormals VARTA Drive GmbH
3 Gründung der Gesellschaft mit Wirkung zum 22. März 2022
4 At Equity Bilanzierung, seit 1.07.2020 in Liquidation

42. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zur Berichtsperiode gab es keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

Ellwangen (Jagst), 10. August 2022

VARTA Aktiengesellschaft

Vorstandsvorsitzender (CEO) Finanzvorstand (CFO)
- Herbert Schein - - Armin Hessenberger -
Technikvorstand (CTO) Vorstandsmitglied
- Rainer Hald - - Dr. Markus Hackstein -

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichtserstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Ellwangen, 10. August 2022

VARTA Aktiengesellschaft

Vorstandsvorsitzender (CEO) Finanzvorstand (CFO)
- Herbert Schein - - Armin Hessenberger -
Technikvorstand (CTO) Vorstandsmitglied
- Rainer Hald - - Dr. Markus Hackstein -

Erläuternde Angaben zum Halbjahresbericht

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde auf Basis aller am Stichtag gültigen IAS / IFRS, die das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht hat, sowie aller Interpretationen (IFRIC / SIC) des International Financial Reporting Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations Committee erstellt, sofern diese von der Europäischen Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden. Dieser verkürzte Konzernzwischenabschluss sollte in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2021 erstellten Konzernjahresabschluss gelesen werden.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2022 und der Konzernzwischenlagebericht wurden weder nach § 317 HGB geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Finanzterminplan

Jahresabschluss 2021 31. März 2022
Zwischenmitteilung zum 1. Quartal 2022 12. Mai 2022
Hauptversammlung 21. Juni 2022
Halbjahresbericht 2022 11.August 2022
Zwischenmitteilung zum 3. Quartal 2022 15. November 2022

Impressum

Halbjahresfinanzbericht 2022:

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