VARTA AKTIENGESELLSCHAFTEllwangen JagstJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022TestatsexemplarZusammengefasster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022Der vorliegende Bericht fasst die Lageberichte der VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) und des VARTA AG Konzerns zusammen. 1. Konzernstruktur1.1. GeschäftsmodellDie VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst), Deutschland (VARTA AG), ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Seit Oktober 2017 ist die VARTA AG an der Frankfurter Börse im Prime Standard notiert. Sie ist am 19. Dezember 2022 aus dem MDAX ausgeschieden und seitdem im SDAX vertreten. Bis 20. März 2023 war sie zudem Mitglied des TecDAX. Die nachstehende Darstellung gibt (in vereinfachter Form) einen Überblick über den Konzern zum Bilanzstichtag. Die VARTA AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Ellwangen (Jagst). Die Geschäftstätigkeit der VARTA AG und ihrer Tochtergesellschaften umfasst Entwicklung, Produktion und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung von Mikro- und Haushaltsbatterien, großformatigen Batterien, kundenspezifischen Batterielösungen und Energiespeichern.
Die Geschäftstätigkeit des VARTA AG Konzerns ist in fünf berichtspflichtige Segmente unterteilt: "Micro Batteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Consumer Batteries", "Energy Storage Systems" und "Sonstige". Die Aufstellung unterscheidet sich von der bisherigen Unterteilung mit den zuvor zwei berichtspflichtigen Segmenten "Lithium-Ion Solutions & Microbatteries" sowie "Household Batteries" insbesondere dadurch, dass die vier genannten vormaligen Geschäftsbereiche "Micro Batteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Consumer Batteries" und "Energy Storage Systems" auf die Segment-Ebene gehoben worden sind. Das Segment "Sonstige" umfasst in der neuen Unterteilung die Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" sowie "Lithium-Ion Large Cells" (ehemals V4Drive/RoundPower). Das Segment "Micro Batteries" umfasst Mikro- und Hörgerätebatterien, "Lithium-Ion CoinPower" kleinformatige Lithium-Ionen-Rundzellen für OEM-Anwendungen. "Consumer Batteries" bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. Unter "Energy Storage Systems" fallen Energiespeicher-Lösungen für vorrangig private, aber auch für kommerzielle Anwendungsbereiche. Durch intensive Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien weltweit Maßstäbe und gehört in den wichtigen Wachstumsmärkten der Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären Hörgeräte- und Haushaltsbatterien zu den Innovationsführern. Die in Jahren entwickelten Produktionsprozesse inklusive z.T. maßgeschneiderter Produktionsanlagen und die entsprechend qualifizierte und erfahrene Belegschaft runden das Kompetenzprofil ab. Der Konzern betreibt zum Jahresende 2022 fünf Produktions- und Batterie-Fertigungsstätten in Deutschland, Rumänien und Indonesien sowie Vertriebszentren in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien, die an Kunden in über 100 Ländern weltweit verkaufen. Als international agierendes Unternehmen blickt die VARTA AG auf mehr als 135 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Der Konzern ist bestrebt, durch kontinuierliche Produkt- und Prozessverbesserungen sowie durch die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit seiner Batterielösungen stets die beste Qualität am Markt anzubieten. Dabei liegt der Fokus auf Batteriesystemen mit hohen Energiedichten für Primärbatterien sowie für wiederaufladbare Batterien, die auf der Lithium-Ionen-Technologie basieren. Bei semi-kundenspezifischen oder kundenspezifischen Batterielösungen berät und plant VARTA umfassend hinsichtlich der richtigen Wahl der Komponenten sowie der optimalen Bauweise des Endproduktes für die effizienteste Energieversorgung der Anwendung. Die Absatzmärkte für Batterie- und Energiespeicherlösungen profitieren von strukturellen Wachstumstrends. Gleichzeitig sorgen langjährige Produktlebenszyklen und die eher konjunkturunelastische Nachfrage, gerade im Bereich der Konsumentenbatterien, für eine gewisse Marktbeständigkeit. Das nachfolgende Organigramm veranschaulicht die weltweiten Konzernaktivitäten.
Segmente und OrganisationsstrukturSegmentstruktur 2022Micro Batteries Lithium-Ion CoinPower Consumer Batteries Energy Storage Systems Sonstige Segmentstruktur 2021Lithium-Ion Solutions & Microbatteries Household Batteries MICRO BATTERIES & LITHIUM-ION COINPOWERDas Segment "Micro Batteries" (vormals Microbatteries) umfasst die Aktivitäten im Bereich Mikrobatterien und Hörgerätebatterien. Der Konzern ist einer der führenden Hersteller von Mikrobatterien für Hörgeräte. "Micro Batteries" wurde ebenso wie das Segment "Lithium-Ion CoinPower" innerhalb des vormalig zusammengefassten Segments "Lithium-Ion Solutions & Micro Batteries" geführt. Das Segment "Lithium-Ion CoinPower" bildet das Geschäft mit kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen, auch als CoinPower bekannt, für OEM-Anwendungen ab. VARTA zählt namhafte Unternehmen zu seinen Kunden und produziert Batterien in zahlreichen wichtigen elektrochemischen Systemen sowie Bauformen und -größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von Hörgeräten über kabellose Headsets (True Wireless Stereo Headsets) bis zu Automobil-Anwendungen, die mit Mikrobatterien betrieben werden. Die beiden Segmente "Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" arbeiten synergetisch zusammen. CONSUMER BATTERIES & ENERGY STORAGE SYSTEMSDas Segment "Consumer Batteries" beinhaltet die Produktkategorien Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten. Die VARTA AG ist einer der europäischen Marktführer mit Produktionsstandort in Deutschland für Haushaltsgerätebatterien. "Consumer Batteries" richtet sich überwiegend an Endkunden. Ebenso wie das Segment "Energy Storage Systems" wurde "Consumer Batteries" innerhalb des vormalig zusammengefassten Segments "Household Batteries" geführt. Die innovativen Qualitätsprodukte aus dem Segment "Consumer Batteries" werden mit modernster Technologie und dem Know-how international qualifizierter Fachleute entwickelt und gefertigt. Neben der Innovationskraft zeichnen Sortimentsbreite, Qualität und Design das Angebot aus. Die intensive Orientierung am Lebensstil der Konsumenten und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel sind entscheidend, damit VARTA schnell und flexibel auf aktuelle Gerätetrends mit optimalen Energielösungen antworten kann. Im Segment "Energy Storage Systems" produziert das Unternehmen primär Energiespeichersysteme für Privathaushalte und darüber hinaus auch kommerzielle Großspeicherlösungen für Gewerbekunden. Hier leistet VARTA mit der Entwicklung und Herstellung von Energiespeichern einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende. Die Energiespeicherlösungen von VARTA im Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten Einstiegsmodellen wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo bis hin zum Großspeicher VARTA flex storage für gewerbliche Anwendungen. Das bestehende Produktportfolio für Privathaushalte aus den Produktserien VARTA pulse neo und VARTA element backup umfasst AC-gekoppelte Systeme. Diese verfügen über einen integrierten Batteriewechselrichter und sind damit ohne zusätzlichen PV-Wechselrichter mit PV-Anlagen kombinierbar. Damit sind sie sowohl für Neuinstallationen als auch für die Nachrüstung bestens geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem sorgt zudem für die optimale Nutzung der selbst produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt, den Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen. Mit der VARTA.wall hat das Unternehmen in diesem Jahr ein hochmodernes System auf Basis der Rundzellentechnologie vorgestellt, das mit einer geringen Bautiefe von rund 10 Zentimetern sehr flach und platzsparend ist. Der DC-gekoppelte Speicher VARTA.wall wird mit Kapazitäten von 10 bis 20 kWh auf den Markt kommen und adressiert damit den individuellen Kapazitätsbedarf der Kundinnen und Kunden. Darüber hinaus ermöglicht die modulare Stapel-Bauweise eine nachträgliche Erweiterung der Speicherkapazität, um auch bei zukünftig steigendem Energiebedarf ausreichend große Kapazität zu gewährleisten. Mit der Bauweise strebt VARTA eine Installation in unter 30 Minuten an, was für den Installateur eine signifikante Zeitersparnis im Vergleich zu bestehenden Produkten bedeutet. Darüber hinaus ermöglicht die Kompatibilität mit verschiedenen marktführenden Wechselrichterherstellern den Einsatz der VARTA.wall sowohl für Neuinstallationen als auch für bereits installierte PV-Anlagen. SONSTIGEDas neu geschaffene Segment "Sonstige" umfasst die Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs", und "Lithium-Ion Large Cells". Im Geschäftsbereich Lithium-Ion Battery Packs verfügt der Konzern über umfangreiche Branchenerfahrung in der Konstruktion leistungsstarker, sicherer und bedarfsgerechter Lithium-Ionen-Batteriepacks für die Medizintechnik, Robotik, Konnektivität, Haushalt oder Telekommunikation. Das Produktportfolio reicht von vollständig kundenspezifischen Batteriepacks bis hin zu fertig konfigurierten Standardbatterien. Mit dem Geschäftsbereich Lithium-Ion Large Cells plant VARTA, großformatige Lithium-Ionen Rundzellen für automobile (V4Drive) und nicht-automobile (RoundPower) Anwendungen anzubieten. Der Einstieg in das E-Mobility-Geschäft wird mit der großformatigen Lithium-Ionen Rundzelle V4Drive vorbereitet. Eine erste Kleinserienanlage liefert bis zu 10.000 Rundzellen pro Woche, die bereits in der Vorserienfertigung eines OEM-Kunden eingesetzt werden. Im Non-Automotive-Geschäft liegt der Fokus mit der RoundPower auf allen Anwendungsfeldern außerhalb der klassischen E-Mobilität wie Industriefahrzeugen, Elektrowerkzeugen, Haus- und Gartenanwendungen, E-Bikes und diversen weiteren Anwendungsmöglichkeiten. Hier werden allerdings aktuell noch keine Umsätze generiert. 1.2. Strategie und ZieleDer VARTA AG Konzern erarbeitet im Rahmen seiner jährlichen Budgetplanung seine Ziele und Strategien für das folgende Geschäftsjahr. Der Konzern kann mit seinen fünf berichtspflichtigen Segmenten von den relevanten Wachstumstrends wie demografischer Wandel, technologischer Fortschritt, vermehrte Konnektivität, erneuerbare Energien, Energieunabhängigkeit und E-Mobilität profitieren. Weitere Informationen zu den konkreten Zielen der Gesellschaft sind in Kapitel 9. "Ausblick" enthalten. Demografischer WandelWachsende Lebenserwartung, aber auch die höhere Kundenakzeptanz durch die Weiterentwicklung der Hörgerätetechnologie führen zu einer steigenden Nachfrage nach Hörgerätebatterien. VARTA bedient diesen Markt mit Zink-Luft- und wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen. Technologischer FortschrittDer ungebrochene Trend zu kabellosen Geräten in allen Bereichen erhöht den Bedarf an zuverlässigen, überwiegend wiederaufladbaren Energielösungen in hoher Qualität. Gleichzeitig gibt es einen Trend zu kleineren Geräten mit zusätzlichen Funktionen, was zu einem Bedarf an Batterien mit höheren Energiedichten führt. KonnektivitätDie Fortschritte in der Konnektivität und Konvergenz durch das Internet der Dinge, die Weiterentwicklung der Telekommunikation und die Verbreitung von intelligenten Lösungen treiben die Nachfrage nach Batterien in unterschiedlichen Branchen wie etwa IT, Telekommunikation und Gesundheitswesen an. Die zunehmende Bedeutung erneuerbarer Energien, das Streben nach Energieeffizienz und einer höheren Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie die EU-Klimaziele führen zu einem nachhaltigen Nachfragewachstum nach Energiespeichersystemen. EnergieunabhängigkeitDer Angriff auf die Ukraine und die Energiekrise in Europa haben unterstrichen, wie bedeutsam die Unabhängigkeit von einzelnen Energielieferanten ist. Dies hat den Wunsch vieler Privathaushalte nach einer autarken Energieversorgung verstärkt. Dies schlägt sich in einer hohen Nachfrage nach Energiespeicherlösungen für jegliche Art von selbst produzierter Energie nieder. E-MobilityIn der Automobilindustrie ist der technologische Wandel vom Verbrennungsmotor hin zu reinen Elektroautos (BEV) in vollem Gange. Weltweit besteht eine große Nachfrage nach großformatigen Zellen, die Teil batteriebetriebener Antriebskonzepte sind. Darüber hinaus bedarf es Ergänzungs- bzw. Übergangstechnologien für Autos mit Booster-Zellen oder Batterien für Plug-in-Hybridfahrzeuge, um den Transformationsprozess zu gestalten. Der VARTA AG Konzern setzt auf folgende Wachstumsfelder und Ziele: Stärkung und Ausbau der globalen Marktposition bei KernproduktenDer Konzern fokussiert sich grundsätzlich auf Geschäftsfelder, in denen eigenständig und langfristig marktführende Positionen angestrebt werden. Im Segment Micro Batteries, das über Zink-Luft- und wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien insbesondere den Gesundheitsmarkt bedient, soll die starke Marktposition durch weitere Innovationen mittelfristig gefestigt und ausgebaut werden. Ähnlich wie bei Micro Batteries nimmt der Konzern insbesondere bei den True Wireless Stereo Headsets (TWS) mit dem Produkt Lithium-Ion CoinPower eine führende Position ein, die ebenfalls durch kontinuierliche Innovation gefestigt und ausgebaut werden soll. Der Fokus im Segment Lithium-Ion CoinPower liegt mittelfristig auf der Steigerung der Abnahme durch bestehende Kunden, Verbreiterung der Kundenstruktur sowie dem Wachstum durch zukünftige Projekte zur Kapazitätsauslastung. Im Segment Consumer Batteries verfolgt das Unternehmen eine auf die Marke VARTA fokussierte, langfristig ausgerichtete Wachstumsstrategie bei Konsumentenbatterien und setzt sich hier zum Ziel, die starke Position in den bestehenden Märkten weiter auszubauen. Das Wachstumsziel im Segment Energy Storage Systems für die Energiezwischenspeicherung profitiert vom zunehmenden Umweltbewusstsein, der Transformation zu Formen nachhaltiger und zirkulärer Wirtschaft sowie der steigenden Nachfrage nach energieautarken Lösungen. Im Geschäftsbereich Lithium-Ion Battery Packs, innerhalb des Segments "Sonstige", stehen weltweit agierende Großkunden im Vordergrund. Der Marktanteil soll insbesondere in Europa mittelfristig ausgebaut werden. Der Geschäftsbereich Lithium-Ion Large Cells befindet sich noch im Aufbau. Neben der bestehenden Kleinserienfertigung plant das Unternehmen langfristig den Ausbau des Geschäfts für großformatige Rundzellen für den automobilen und den nicht-automobilen Markt einschließlich des Neubaus von weiteren Produktionsstätten in Kooperation mit strategischen, externen Partnern bzw. über alternative Finanzierungsmöglichkeiten, weiterzuverfolgen. Aufrechterhalten der Innovations- und Technologiedynamik, Anpassung der ProduktionskapazitätenDer Konzern arbeitet insbesondere in den beiden Segmenten "Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" an neuen, innovativen Produkten, die an vollautomatischen Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien an Standorten in Deutschland gefertigt werden. VARTA deckt in diesen Segmenten die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Materialforschung bis zum fertigen Produkt inklusive kundenfreundlicher Verpackungskonzepte. Der Konzern hat auf Grund der reduzierten Abrufe nach wiederaufladbaren Lithium-Ion CoinPower Batterien für den Unterhaltungsbereich (TWS) im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund einer geringeren Auslastung seine Produktionskapazitäten angepasst. Seit 1. Dezember 2022 wurde in einer Produktionsstätte in Nördlingen Kurzarbeit eingeführt. Darüber hinaus wurden die Produktionsstätte betreffende, auslaufende Leiharbeitsverträge nicht weiter verlängert. In der Kombination aus starker Marktstellung, internen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und langfristigen Kundenbeziehungen sieht der Konzern Wettbewerbsvorteile, um von anhaltenden und unverändert dynamischen Wachstumstrends in den Märkten für Mikrobatterien im Gesundheits-, Unterhaltungs- und Industriesektor zu profitieren. Der Konzern zielt darauf ab, seine Kunden mit hochqualitativen Batterien und Batterielösungen zu versorgen, und wird weiter daran arbeiten, neue, innovative und leistungssteigernde Knopfzellentechnologien und individuelle intelligente Batterielösungen (Smart Battery Solutions) zu entwickeln. Fokus liegt auf Kostensenkung und organisches WachstumEnde des Jahres 2022 hat das Unternehmen ein umfangreiches Paket konsistenter Kostensenkungsmaßnahmen vorgestellt, um der Nachfrageschwäche nach Lithium-Ionen CoinPower-Zellen zu begegnen. Die Maßnahmen zielen auf die Verbesserung der Profitabilität sowie die Optimierung des Cashflows ab. Sie umfassen temporäre Kurzarbeit und das Auslaufen von Zeitarbeitsverträgen für das Segment Lithium-Ion CoinPower in Nördlingen, Fixkostenreduktion im Bereich Sales und Administration sowie Optimierung und Neuverhandlungen im Rohstoff-, Energie- und Komponenteneinkauf. Darüber hinaus wird das Unternehmen mit weiteren avisierten Personalmaßnahmen die Ertragsfähigkeit des Unternehmens stärken. Ein besonderes Augenmerk wird auf Maßnahmen zur Reduktion des Working Capital gelegt. Hierbei steht die Reduktion des Bestands an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, insbesondere von Fertigerzeugnissen, im Vordergrund. Das Investitionsprogramm wird auf essenziell notwendige Maßnahmen und für Wachstumsinitiativen mit hohem Cashflow und sehr niedrigen Amortisationszeiten begrenzt. Zusätzlich werden Wachstumsinitiativen im Bereich der wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien (CoinPower) verstärkt. Der Konzern sieht unverändert Wachstumschancen durch intensive F&E-Aktivitäten für bestehende Produkte sowie bei vielversprechenden und innovativen Technologien. 1.3. UnternehmenssteuerungDer VARTA AG Konzern wird nach Maßgabe intern definierter finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen im Sinne einer nachhaltigen Wertsteigerung gesteuert. Der Vorstand hat im Geschäftsjahr seine internen Steuerungsinstrumente gegenüber dem Vorjahr verändert. Wie im Vorjahr wurden Umsatz und bereinigtes EBITDA als Kennzahlen zur Steuerung herangezogen. Der CAPEX wurde aufgrund der veränderten Unternehmenssituation nicht weiter als finanzielle Kennzahl definiert. Das Managementsteuerungssystem ist auch Grundlage der externen Berichterstattung der VARTA AG und wird durch den Aufsichtsrat im Rahmen seiner Kontrollfunktion überwacht. Finanzielle und nichtfinanzielle IndikatorenDie Umsatzerlöse stellen einen der wichtigsten Indikatoren dar, an dem sich das Wachstum des VARTA AG Konzerns nachverfolgen lässt. Der Gesamtumsatz wird im Rahmen der Budgetierung auf die einzelnen Segmente heruntergebrochen und laufend überwacht. Das bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der beiden Segmente. Als Sondereffekte hat der Vorstand wie im Vorjahr Kosten aus einem Börsengang bzw. einer Kapitalerhöhung, ergebniswirksame Effekte aus dem Erstattungsanspruch aus Schuldbeitritt bezüglich der Pensionsverpflichtungen, Effekte aus aktienbasierter Vergütung, Veräußerungseffekte aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen, mögliche Kosten für Restrukturierung sowie Aufwendungen aus M&A-Transaktionen definiert. Im Geschäftsjahr 2022 sind nach dieser Definition der Ergebniseffekt aus aktienbasierter Vergütung und Aufwendungen für M&A-Transaktionen bereinigt worden. Diese vorgenannten finanziellen Indikatoren stellen die zentralen Steuerungsgrößen für die VARTA AG dar. scrollen
Daneben werden weitere finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren bei Entscheidungsfindung und Unternehmenssteuerung berücksichtigt. Als weiterer finanzieller Leistungsindikator ist insbesondere der CAPEX (Investitionen in materielle und immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen ohne M&A Transaktionen) und das Net Working Capital (Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristig erhaltene Anzahlungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie Kundenbonusrückstellungen) zu nennen. Ein weiterer wichtiger nichtfinanzieller Leistungsindikator ist die Anzahl der Mitarbeitenden. 1.4. Gesonderter nichtfinanzieller KonzernberichtDer gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht nach § 315b HGB wird auf der Webseite unter https://www.varta-ag.com/de/investoren/veroeffentlichungen spätestens vier Monate nach dem Abschlussstichtag des Konzernabschlusses veröffentlicht. 1.5. Leitung und KontrolleDer Vorstand der VARTA AG bestand zum 31. Dezember 2022 aus folgenden Mitgliedern: Herrn Dr. Markus Hackstein (Sprecher des Vorstands), Herrn Armin Hessenberger (Finanzvorstand/CFO), Herrn Rainer Hald (Technikvorstand/CTO) und Herrn Herbert Schein. Die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Zum 31. Dezember 2022 ist Herbert Schein aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Aufsichtsrat bestand zum 31. Dezember 2022 aus den folgenden Mitgliedern: Herrn Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitz), Herrn Dr. Harald Sommerer (stv. Vorsitz), Herrn Sven Quandt, Herrn Martin Ohneberg, und Herrn Dr. Michael Pistauer. Herr Prof. Dr. Werner Tillmetz hat zum 31. Oktober 2022 sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt. 1.6. Erklärung zur UnternehmensführungDie Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §315d in Verbindung mit § 289f HGB, welche auch die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält, wird auf der Website der VARTA AG unter www.varta-ag.com/de/investoren/corporate-governance veröffentlicht. 2. Wirtschaftsbericht2.1. Märkte und EinflussfaktorenDie strukturellen Perspektiven für das Batteriegeschäft bleiben weiterhin sehr positiv. Batterien, insbesondere Lithium-Ionen-Batterien, finden in fast allen Märkten und Industrien weltweit Einsatzmöglichkeiten und ermöglichen durch ihre hohe Energiedichte maßgeblich technologische Innovationen. Der VARTA AG Konzern produziert und verkauft Batterien weltweit und profitiert unverändert vom Trend hin zu portablen und kabellosen Geräten, die auf Batterien aus dem VARTA-Produktportfolio setzen. Darüber hinaus wirken sich der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen, der Bedarf der Speicherung von Energie und der Wunsch der Energieautarkie positiv auf die Nachfrage nach Produkten aus dem VARTA-Portfolio aus. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Geschäftsjahr 2022 hat sich gegenüber dem Vorjahr eingetrübt, was mehrere Zielmärkte von VARTA negativ beeinflusst hat. Die vielfältigen wirtschaftlichen Belastungen durch steigende Rohstoff- und Energiepreise, die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, die unmittelbaren Auswirkungen der weiterhin anhaltenden weltweiten Pandemie, die zu geringe Verfügbarkeit von Komponenten, insbesondere von Halbleitern, die temporäre Schließung von Produktionsstandorten speziell im asiatischen Raum und signifikant gestiegene Transportkosten belasteten das Unternehmen unmittelbar oder mittelbar über VARTAs Kunden. Hinzu kommen starke Schwankungen im TWS-Endkundengeschäft, was sich folglich auch auf den Absatz der Lithium-Ionen-Batterien auswirkt. Die beiden Segmente "Consumer Batteries" und "Energy Storage Systems" haben sich im Berichtsjahr in unterschiedlicher Ausprägung erfreulich entwickelt. Ähnlich wie in den Vorjahren hat sich das Segment Consumer Batteries absatzseitig als überaus resilient erwiesen. Die Nachfrage nach Alkali-Batterien, Akkus, Ladegeräten, Leuchten sowie portablen Speichermöglichkeiten (Power Banks) wurde durch externe Faktoren, wie den Krieg in der Ukraine sowie daraus resultierende Lieferengpässe, kaum beeinflusst. Die Nettoumsätze legten bei nahezu konstanten Absatzzahlen um rund 5 % zu. Im Segment Energy Storage Systems legten die Nettoumsätze sogar um mehr als den Faktor 2 zu. Externe Faktoren haben das stetige Wachstum der letzten Jahre weiter angetrieben und zusätzlich zur sehr positiven Geschäftsentwicklung dieses Segments beigetragen. Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges haben bei gewerblichen wie bei Privatkunden die Nachfrage nach energieautarken Lösungen gefördert. Der Absatz von PV-Anlagen und Energiespeichern ist signifikant gestiegen, da diese ein höheres Maß an Unabhängigkeit von externen Energielieferanten ermöglichen. Die Nachfrage nach Energiespeicherlösungen profitierte zudem davon, dass politische Weichen noch stärker in Richtung der sogenannten Energiewende gestellt wurden. In diesem Zusammenhang haben auch staatliche Förderungen und Anreize für ein starkes Wachstum des Marktes für PV-Anlagen und Energiespeicher gesorgt. Der Absatz für Energiespeicher im Heimatmarkt Deutschland wird zusätzlich durch die kontinuierlich sinkende und in Teilen auslaufende Einspeisevergütung ins deutsche Stromnetz angetrieben. Im Segment "Energy Storage Systems" blieb die Ertragslage im Vergleich zum Vorjahr in etwa unverändert, in "Consumer Batteries" verschlechterte sie sich wegen deutlich gestiegener Aufwendungen für Rohmaterialien sowie der gestiegenen Energiepreise. Das Segment "Micro Batteries" hat dagegen unter externen Einflussfaktoren, wie etwa dem Ukraine-Krieg, Lieferkettenproblemen, Material- und Komponentenverfügbarkeit sowie dem allgemein stark eingetrübten Konsumverhalten, gelitten. Die Umsätze reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um gut 15 %. Das Segment "Lithium-Ion CoinPower" war von Verzögerungen in hochprofitablen Kundenprojekten negativ betroffen. Darüber hinaus hat die merkliche Eintrübung des Konsumklimas auch VARTAs Absatz für High-End Unterhaltungselektronik & Haushaltsgeräte negativ beeinflusst (The Conference Board, 2023). Zusätzlich führten Lieferkettenprobleme bei mehreren gewerblichen Kunden dazu, dass VARTA-Produkte in geringerem Maße abgerufen worden sind. Lock Downs und temporäre Produktionsschließungen erschwerten in vielen Industrien weiter die Produktverfügbarkeit. Die Umsätze in Lithium-Ion CoinPower reduzierten sich in Summe um rund 47 % gegenüber Vorjahr. Stark gestiegene Transportkosten belasteten auch in diesem international aufgestellten Segment das Ergebnis. Die Ertragslage verschlechterte sich in den beiden Segmenten "Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" deutlich gegenüber Vorjahr. Die Umsatzverteilung ist geografisch diversifiziert. Der Umsatz wird schwerpunktmäßig in Europa, gefolgt von Asien und Nordamerika, realisiert (siehe Kapitel 3. "Ertragslage"). Somit ist die Abhängigkeit von einzelnen Ländern und deren wirtschaftlicher Entwicklung limitiert. Unabhängig vom Umsatzschwerpunkt spielt der asiatische Markt, bedingt durch die Markt- und Kundenstruktur, eine große Rolle. Hier lassen viele große Hersteller von kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Die wesentlichen Einflussfaktoren werden im Rahmen des folgenden Kapitels "2.2 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" behandelt. 2.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie gesamtwirtschaftliche Lage hat sich aufgrund des schwächeren Wirtschaftswachstums und der gestiegenen Inflation gegenüber dem Vorjahr, wie im Kapitel 2.3 "Geschäftsverlauf" beschrieben, eingetrübt. Obwohl es bei VARTA im Geschäftsjahr 2022 zu keinen Covid-19-bedingten Produktionsstopps gekommen ist, haben die Folgen der Pandemie sowie die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine die Produktion der fünf berichtspflichtigen Segmente, insbesondere aber die Produktion des Segments Lithium-Ion CoinPower maßgeblich beeinflusst. Zusätzlich haben daraus resultierende Lieferkettenprobleme, insbesondere für Halbleiter und Leistungselektronik, zu Anlaufverzögerungen und teilweisen Produktionsausfällen bei den Kunden des Unternehmens geführt. Darüber hinaus haben außergewöhnlich hohe Inflationsraten im Jahr 2022 zu einer teilweisen Konsumzurückhaltung und einer erheblichen Eintrübung des Marktumfeldes unserer Kunden gesorgt. Geringere Konsumausgaben von Privathaushalten, auch für Unterhaltungselektronik sowie Haushaltsgeräte, führten zu einem merklichen Absatzrückgang unserer Kunden, der sich auch in VARTAs Absatz für Produkte in den genannten Märkten widerspiegelt. Während VARTA von den externen Faktoren einerseits stark getroffen wurde, haben sich die Energiekrise und die gestiegenen Energiepreise andererseits in Teilen auch positiv auf den Absatz im Segment Energy Storage Systems ausgewirkt. Wesentlich für den Wachstumstrend bei Mikrobatterien für Hörgeräte ist die demografische Entwicklung, bei den Batterien für True Wireless Stereo Headsets (TWS) die Trends der Unterhaltungselektronik und bei den Produkten von Lithium-Ion Battery Packs die Entwicklung hin zu kabellosen Produkten in einer Vielzahl von Märkten. Das Segment Consumer Batteries profitiert vom strukturellen Wachstum im breit aufgestellten Produktportfolio (Batterien, Akkus, Ladegeräte, Portable Power, Leuchten). Für das Segment Energy Storage Systems ist insbesondere die jährlich neuinstallierte Kapazität von PV-Anlagen entscheidend. Unsere größten Kunden aus dem Segment "Lithium-Ion CoinPower" fertigen ihre Produkte (TWS) in Asien. In der Region waren einzelne Fabriken durchtemporäre Covid-19-bedingte Lock Downs vor allem in der ersten Jahreshälfte 2022 in ihren Produktionsmöglichkeiten eingeschränkt. Dies resultierte auch in vereinzelten Anlaufverzögerungen bei neuen Kundenprojekten. Im TWS-Markt haben große Kunden ihren Batterie-Abnahmemix geändert, was zu einer starken Reduktion von assemblierten Zellen und einem Anstieg an Lieferungen von Bare-Cells geführt hat. Das Marktumfeld wurde auch signifikant von stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen beeinflusst. Diese Entwicklung hat VARTA insbesondere in den materialintensiven Segmenten "Consumer Batteries" und "Energy Storage Systems" zugesetzt, da diese nicht ausreichend durch Effizienzsteigerungen kompensiert beziehungsweise diese gestiegenen Kosten vorerst nur teilweise an Kunden weitergegeben werden konnten. Das Segment Micro Batteries umfasst diverse Mikrobatterien für unterschiedlichste Anwendungsfelder. Hier werden primär Zink-Luft-Knopfzellen sowie wiederaufladbare Lithium-Ionen-Zellen für diverse Hörgeräte und Gehörhilfen gefertigt. Durch die in vielen Ländern steigende Lebenserwartung der Menschen und die zunehmend höhere Akzeptanz von Hörgeräten wird deren Verkauf und damit auch der Absatz von Hörgerätebatterien gestützt. So erwartet die UN bis 2050 mehr als eine Verdoppelung der Anzahl der Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter. Im Jahr 2022 gehörten weltweit rund 771 Mio. Menschen zu dieser Altersgruppe, drei Mal mehr als im Jahr 1980. Bis 2030 wird diese Gruppe knapp eine Milliarde Menschen umfassen und 2050 sogar auf mehr als 1,6 Mrd. Menschen ansteigen. Damit wird ihr Anteil an der Weltbevölkerung von aktuell 9,7 % auf 11,7 % in 2030 und 16,4 % in 2050 ansteigen. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an. Weltweit lag sie in 2019 bei 72,8 Jahren und für 2050 wird sie bei 77,2 Jahren erwartet (United Nations: World Population Prospects 2022). Der Bedarf an Hörgeräten wird deshalb weiter steigen. Positiv wirkt ebenso die steigende Nachfrage nach OTC-Hörgeräten. Diese niedrigpreisigen Hörverstärker verfügen über geringere Anpassungsmöglichkeiten als medizinische Geräte, diese können dafür selbstständig vom Träger, z.B. über eine App, adjustiert werden. Nach deren Markteinführung ab Ende 2020 wird bis 2030 ein Weltmarktanteil von mehr als 30 % erwartet (IDTechEx, 2021). Die Verbreitung der OTC-Geräte wird voraussichtlich zu einem signifikant niedrigeren Preisniveau für Einstiegsmodelle führen. Dies könnte sich positiv auf die Nachfrage nach Hörgeräten bei fortgeschrittenem Gehörverlust, aber auch in früherem Stadium bei erst geringer Gehörbeeinträchtigung auswirken. Während rund 220 Mio. Menschen durch einen moderaten oder starken Gehörverlust beeinträchtigt sind, leiden etwa eine Milliarde Menschen weltweit unter einer leichten Gehörbeeinträchtigung. OTC-Hörgeräte könnten daher eine interessante Marktposition zwischen professionellen Hörgeräten (medizinischen Geräten) und geräuschverstärkenden Geräten (PSAPs = personal sound amplification products, nichtmedizinischen Geräten) einnehmen. Zusätzliche Wachstumsimpulse kommen durch den verstärkten Einsatz wiederaufladbarer Coin-Shaped-Batterien. Insgesamt ist für traditionelle Hörgeräte und OTC-Geräte ein Marktwachstum von 2022 bis 2030 von knapp 22 % zu erwarten. (2022: 8,7 Mrd. USD; 2030: 10,6 Mrd. USD) (IDTechEx, 2021). Das Segment Lithium-Ion CoinPower fertigt auf der Lithium-Ionen-Technologie basierende Batterien für verschiedene kabellose Anwendungsbereiche. Hier liefert VARTA insbesondere Batterien für den True Wireless Stereo Headset (TWS) Markt. VARTA konzentriert sich bisher insbesondere auf das Premium-Segment. Dieses Segment zeichnet sich durch die neuesten technischen Features wie aktive Geräuschunterdrückung (active noise cancelling), Transparenzmodus (transparency mode) und eine möglichst lange Batterielaufzeit aus. Die Ermöglichung all dieser technischen Features auf kleinstem Raum geschieht durch die hohe Energiedichte der Lithium-Ionen CoinPower. Laut einer Studie von Persistence Market Research (2023) ist der Markt in USD zwischen 2018 und 2022 um jährlich rund 34,6 % gewachsen. Damit wird der weltweite Markt für True Wireless Stereo Headsets im Jahr 2022 auf rund 42 Mrd. USD geschätzt. Mit einem CAGR (Compound Annual Growth Rate) von 24,9 % von 2023 bis 2033 wird der TWS-Markt voraussichtlich in 2033 auf über 500 Mrd. USD ansteigen. Davon wird sich aktuellen Schätzungen zufolge rund ein Drittel des Umsatzes auf den amerikanischen Markt verteilen, der auch überproportional stark wachsen sollte. Weitere wichtige Märkte werden Experten zufolge in 2033 auch das Vereinigte Königreich (26,4 Mrd. USD), Südkorea (31,3 Mrd. USD) und China (45,2 Mrd. USD) sein (Persistence Market Research, 2023). Das Segment Consumer Batteries umfasst eine Reihe an Batterieprodukten darunter Alkali-Batterien, Akkus, Ladegeräte, Leuchten sowie portable Speichermöglichkeiten (Power Banks). Für die weltweite Nachfrage nach Haushaltsbatterien wird ein jährliches Wachstum von 3,5 % für die Jahre 2020 bis 2027 prognostiziert. Der Markt soll in dieser Zeit von 41,5 Mrd. USD auf 52,8 Mrd. USD wachsen. Umsatzseitig fällt für VARTA insbesondere der Markt für Alkali-Batterien ins Gewicht. Für diese wird eine jährliche Wachstumsrate von 2,3 % prognostiziert, um in 2027 eine weltweite Marktgröße von 13,7 Mrd. USD zu erreichen (Reportlinker, 2022). Auch der für VARTA maßgebliche europäische Markt für Markenbatterien ist gewachsen. Nach den aktuellen Zahlen des Branchenverbands EPBA lag das Wachstum im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr bei 3,7 %. Das am Umsatzwachstum gemessen sehr erfolgreiche Segment Energy Storage Systems entwickelt Energiespeicherlösung primär für private Haushalte, bietet aber auch Lösungen für kommerzielle Kunden an. Über die letzten Jahre hat der Markt einen sehr starken Nachfragezuwachs erfahren. Insbesondere in Europa hat die jährliche Installation von Heimspeichergeräten (R-BESS = Residential Battery Storage Systems) signifikant zugenommen. Laut Solar Power Europe (2022) wurden in 2020 erstmals über 100,000 Energiespeicher Systeme in Europa installiert, was laut Studie einer Speicherkapazität von über 1 GWh an installierter Leistung entspricht. In 2021 wuchs die neu installierte Menge um mehr als 100 % auf rund 260 Tsd. Systeme, beziehungsweise 2,3 GWh Speicherkapazität, an (Solar Power Europe, 2022). Solar Power Europe (2022) zufolge beliefen sich die europäischen Neuinstallationen in 2022 in ihrem mittleren Szenario auf 3,9 GWh (untere Spanne: 3,0 GWh, obere Spanne: 5,2 GWh), was einem Anstieg von rund 70 % in 2022 entspricht. Man prognostiziert eine fortwährende Zunahme an in Europa installierten Energiespeichern mit einer jährlich installierten Leistung von 4,5 GWh in 2023 (+16 %), 5,1 GWh in 2024 (+11 %), 6,0 GWh in 2025 (+19 %) und 7,3 GWh in 2026 (+22 %). Die insgesamt installierte Kapazität in Europa soll damit von 5,4 GWh in 2021 auf 32,2 GWh in 2026 ansteigen (Solar Power Europe, 2022). VARTAs Heimatmarkt Deutschland bleibt 2021 der mit Abstand wichtigste Markt mit über 59 % Anteil am gesamten Absatz in Europa. Vor dem Hintergrund der beschleunigten Energiewende hin zu erneuerbaren Energieträgern dürfte Deutschland seine Position als wichtigster europäischer Markt festigen. Darüber hinaus zeichnet sich der Markt in Deutschland durch eine sehr hohe Koppelung von Solaranlagen mit installierten R-BESS aus (rund 70 % in 2021), wodurch der Markt für Energiespeicher in ähnlichem Ausmaß profitieren wird (Solar Power Europe, 2022). Zusätzlich ist eine stetige Reduktion der Einspeisevergütung ins Stromnetz beziehungsweise das Auslaufen bestehender Einspeiseverträge zu verzeichnen, was den Markt für nachträgliche Energiespeicherinstallationen weiter antreibt (Energieversum, 2022). Der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden gestiegenen Energiepreise sowie der Wunsch vieler Menschen nach Energieunabhängigkeit trug zu einer sehr hohen Nachfrage nach Energiespeichern bei, die das Angebot in vielen Fällen überstieg. So führen insbesondere die Knappheit von Batteriemodulen und Wechselrichtern für Energiespeicher beziehungsweise limitierte Produktionskapazitäten in vielen Fällen zu monatelangen Verzögerungen in der Auslieferung und Installation (Solar Power Europe, 2022). VARTA selbst war hiervon allerdings nur im geringen Ausmaß betroffen. Mit dem weiteren Ausbau ihrer Kapazitäten kann VARTA nachhaltig vom strukturellen Nachfragewachstum nach PV-Anlagen und dazugehörigen Energiespeichern profitieren. Der Geschäftsbereich Lithium-Ion Battery Packs im Segment "Sonstige" fertigt Batteriepacks für verschiedene Anwendungen wie Haus- und Gartengeräte, Intralogistik, Kommunikationselektronik, medizinische Anwendungen, Mobilität und viele weitere Industrieanwendungen. VARTA bedient hier Kunden einerseits mit kundenindividuellen Produktlösungen, andererseits auch mit Standardlösungen (off-the-shelf solutions). Ein merklicher Markttreiber ist der Trend zu kabellosen Geräten, die eine höhere Flexibilität in der Anwendung ermöglichen. Laut Transparency Market Research (2021) ist in den nächsten Jahren darüber hinaus zu erwarten, dass der Markt für Lithium-Ionen-basierte Batteriepacks insbesondere auch von der fortschreitenden Verbreitung der Elektromobilität profitieren wird. Es wird erwartet, dass neben Asien und Nordamerika auch Europa eine signifikante Rolle bei der Produktion der Batteriepacks einnehmen wird. Außerhalb der Elektromobilität wächst die Nachfrage nach akkubetriebenen elektronischen Geräten, insbesondere nach kabellosen Haus- und Gartengeräten, stetig, wenn auch die konjunkturbedingte Konsumzurückhaltung seitens der Endkunden 2022 den Wachstumstrend überlagert hat. Mit einem CAGR von rund 11 % soll der Markt für Lithium-Ionen-Batteriepacks bis 2031 auf über 120 Mrd. USD wachsen, wobei ein signifikanter Teil auf den Mobilitätssektor zurückzuführen ist (Transparency Market Research, 2021). Der Geschäftsbereich Lithium-Ion Large Cells im Segment "Sonstige", der Lithium-Ionen Rundzellen für automobile und nicht-automobile Produktlösungen konzipiert, wird insbesondere durch den starken Wachstumstrend zur Elektrifizierung beflügelt. Gemäß einer Studie von Avicenne, Frauenhofer, IHS Interviews und Roland Berger (2021) wird sich die weltweite Marktnachfrage von rund 363 GWh in 2021 auf 3.127 GWh in 2030 fast verzehnfachen. Hier ist insbesondere der Automobilmarkt mit dem nachhaltigen Umstieg auf elektrisch betriebene Fahrzeuge ein Wachstumstreiber. Neben den klassischen Battery Electric Vehicles (BEV) und kommerziell genutzten Fahrzeugen sollen Mild Hybrid Electric Vehicles (MEHV), Fully Hybrid Electric Vehicles (FHEV) und Plug-In Electric Vehicles (PHEV) die größten Zuwachsraten verzeichnen. VARTA könnte in diesem Bereich mit der einzigartigen V4Drive Zelle, die sich durch sehr schnelle Be- und Entladezyklen ganz klar vom Wettbewerb abhebt, vom starken Marktwachstum profitieren. Dieser Wettbewerbsvorteil wurde von Batemo GmbH, einer unabhängigen Prüfstelle und dem weltweite Technologieführer für Simulationssoftware von Lithium-Ionen-Batterien, in einem Vergleich mit mehr als 50 Wettbewerbern bestätigt. Die Volumerische Leistungsdichte von über 7.500 W/l stellt aktuell ein klares Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt dar (Batemo, 2023). In einem ersten Vertrag mit einem deutschen Premiumfahrzeughersteller wird die Batterietechnologie zukünftig erstmals kommerziell eingesetzt. Neben weiteren Kunden aus dem Automobilmarkt möchte VARTA mittel- und langfristig mit dieser einzigartigen Zelltechnologie auch weitere Anwendungsfelder bedienen wie etwa akkubetriebene Elektrowerkzeuge, Industriefahrzeuge und Produkte aus dem Haus- und Gartenbereich. 2.3. GeschäftsverlaufGesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage durch den VorstandDer VARTA AG Konzern blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2022 zurück. Die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise als Folge des Ukraine-Krieges, Produktionsunterbrechungen und Nachfrageausfälle bei Kunden infolge der Covid-19-Pandemie, eingeschränkte Verfügbarkeiten von Komponenten und signifikant gestiegene Transportkosten haben das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 belastet. Dabei verlief die Entwicklung der Segmente unterschiedlich: Die Geschäftsentwicklung in den Segmenten "Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" war insgesamt enttäuschend. Neben den genannten Gründen belastete zusätzlich der Rückgang der weltweiten Konsumnachfrage nach batteriebetriebener Konsumerelektronik, insbesondere das hochmargige Segment Lithium-Ion CoinPower. In den übrigen Segmenten ergibt sich ein differenziertes Bild: Das Segment Consumer Batteries hat sein Umsatzwachstum der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Das Segment Energy Storage Systems hat seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als verdoppelt. Die Ergebnisentwicklung spiegelt dies allerdings nicht wider. Die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten konnten in beiden Segmenten vorerst nicht vollständig an die Kunden weitergegeben oder durch sonstige Effizienzsteigerungen aufgefangen werden. Auch im Segment "Sonstige" führten gestiegene Energie- und Rohstoffkosten sowie eine niedrigere Absatznachfrage durch Eintrübung des Konsumverhaltens der Endkonsumenten zu einer Belastung des Umsatzes und des bereinigten EBITDAs. Auf Konzernebene ergab sich im Geschäftsjahr 2022 ein Konzernumsatz von 806,9 Mio. €, was einem Rückgang um 10,6 % gegenüber dem Vorjahresumsatz von 902,9 Mio. € entspricht. Das operative Konzernergebnis ist überproportional stark zum Umsatz zurückgegangen. Das bereinigte EBITDA sank um 213,4 Mio. € auf 69,5 Mio. €. Dies entspricht einem Rückgang um 75,4 %. Während die Segmente "Lithium-Ion CoinPower" und "Micro Batteries" aufgrund von erheblicher Zurückhaltung der Endkonsumenten, Verzögerungen bei großen Kundenprojekten und Lieferengpässen große Ergebniseinbußen erfahren haben, waren in den ressourcenintensiven Segmenten "Consumer Batteries" und "Energy Storage Systems" die erheblich gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten ausschlaggebend für den starken Rückgang des bereinigten EBITDAs. Nach Ende des Berichtsjahres hat die VARTA AG ein Sanierungskonzept erarbeitet, um auf den Wachstumspfad zurückzukehren. VARTA hat sich in diesem Zusammenhang Ende März 2023 mit den finanzierenden Banken aus dem Konsortialkredit und dem Mehrheitseigentümer Montana Tech Components AG im Rahmen eines Termsheets auf eine Umsetzung des Sanierungskonzeptes bei Verlängerung der Finanzierung bis 31.12.2026 und Änderung der Kreditbedingungen geeinigt. Sämtliche Konsortialbanken haben bis zum 17. April 2023 ihren Gremienvorbehalt aufgehoben und der Verlängerung der Finanzierung bis 31.12.2026 zugestimmt. Die Dokumentation der Sanierungsvereinbarung und die Anpassung des Konsortialkreditvertrages stehen noch aus. Weitere Informationen zur Sanierungsvereinbarung sind in Kapitel "8. Chancen & Risikobericht" des Lageberichtes und Kapitel "47. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" des Konzernanhanges enthalten. Als erste Maßnahme des Konzepts hat die VGG Beteiligungen SE, eine 100 % Tochter der Montana Tech Components AG, am 21.03.2023 im Rahmen einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts 2.220.000 neue Aktien gezeichnet. Aus der Kapitalerhöhung ist der VARTA AG ein Bruttoemissionserlös von 50.727.000 Euro zugeflossen. Operativ sieht das Sanierungskonzept die Anpassung von Produktions- und Verwaltungskosten sowie gezielte Investitionen in Wachstumsfelder wie Energiewende und E-Mobilität vor. Vergleich der Geschäftsentwicklung mit der Vorjahres-PrognoseIm Konzernabschluss des letzten Jahres wurde die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 anhand der unten aufgelisteten bedeutsamsten Indikatoren dargestellt. Insgesamt hat sich aufgrund diverser Faktoren die Geschäftsentwicklung abweichend zur abgegebenen Prognose entwickelt. scrollen
3. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage3.1. ErtragslageKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 31. Dezember 2022scrollen
UmsatzDer Umsatz des VARTA AG Konzerns ist im Geschäftsjahr 2022 um 96,0 Mio. € von 902,9 Mio. € auf 806,9 Mio. € zurückgegangen. Der Umsatz im Segment "Micro Batteries" ging von 194,7 Mio. € um 30,8 Mio. € auf 163,9 Mio. € zurück. Die Eintrübung des wirtschaftlichen Umfeldes hat zu einem Nachfragerückgang geführt, wobei insbesondere die wiederaufladbaren Hörgerätebatterien, in Teilen allerdings auch Zink-Luft Batterien betroffen waren. Der Umsatz im Segment "Li-Ion CoinPower" ging von 257,6 Mio. € um 121,1 Mio. € auf 136,6 Mio. € zurück. Die aktuell schwierige Wirtschaftssituation und die Eintrübung des weltweiten Konsumentenverhaltens nach diversen batteriebetriebenen Lifestyle-Produkten, insbesondere nach True Wireless Stereo Headsets (TWS) belasteten das Segment "Lithium-Ion CoinPower". Dies führte neben Verzögerungen bei Neuprojekten zu dem deutlichen Umsatzrückgang. Der Umsatz im Segment "Consumer Batteries" ist von 345,7 Mio. € auf 365,9 Mio. € und somit um 20,2 Mio. € angestiegen. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Haushaltsbatterien hat zu dieser sehr positiven Entwicklung beigetragen. Der Umsatz im Segment "Energy Storage Systems" ist von 42,9 Mio. € auf 90,9 Mio. € und somit um 48,0 Mio. € angestiegen. Diese erfreuliche Entwicklung ist auf die hohe Nachfrage nach Heimspeicherlösungen zurückzuführen. Die nachfolgende Darstellung zeigt die regionale Aufteilung der Umsatzerlöse des Konzerns. Die Märkte in Europa und Asien sind die wichtigsten Absatzregionen für VARTA. Die Umsatzerlöse im europäischen Markt entwickelten sich positiv, was auf die gute Geschäftsentwicklung der Segmente "Consumer Batteries" und "Energy Storage Systems" zurückzuführen ist. Durch die enttäuschende Geschäftsentwicklung mit wiederaufladbaren Batterien im TWS Geschäft sowie Batteriepacks in Premium-Haushaltsgeräten liegt der Umsatz in der Region Asien deutlich unter dem Vorjahr. Der Rückgang in Amerika resultiert aus den Segmenten "Micro Batteries", "Lithium-Ion CoinPower" und "Lithium-Ion Battery Packs". Weitere Ausführungen zur geografischen Aufteilung der Segmente finden sich im Konzernanhang Abschnitt 6. Segmentberichtserstattung. scrollen
Aufwendungen, sonstige betriebliche Erträge und aktivierte EigenleistungenIm Geschäftsjahr belaufen sich die Materialaufwendungen auf 433,2 Mio. € im Vergleich zu 333,2 Mio. € im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 30,0 %. Die Materialaufwandsquote erhöhte sich damit auf 51,0 % (2021: 36,4 %). Der überproportionale Anstieg im Vergleich zum Umsatz resultiert im Wesentlichen aus den Kostensteigerungen bei den Rohstoffpreisen, welche in Verbindung mit der Kriegssituation in der Ukraine sowie in der Veränderung im Produktmix stehen. Der Personalaufwand ist von 247,8 Mio. € auf 265,6 Mio. € um 7,2 % gestiegen. was auf die erhöhte Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten in den ersten beiden Quartalen des Berichtszeitraum zurückzuführen ist. Der Personalaufwand enthält den Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in Höhe von 0,02 Mio. € (2021: 0,6 Mio. €). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von 132,5 Mio. € um 30,3 % auf 172,6 Mio. € angestiegen. Diese sind im Besonderen auf den Anstieg der Energiekosten zurückzuführen, welche sich um 12,5 Mio. € erhöht haben. Die Aufwendungen für Rohstoffabsicherungen haben sich um 8,9 Mio. € erhöht, sowie die Rechts- und Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit Patentrechtsstreitigkeiten, die Erstellung des Sanierungskonzepts sowie sonstige diverse Beraterleistungen einen Anstieg in Höhe von 7,5 Mio. € zu verzeichnen hatten. Infolge der zunehmenden Digitalisierung und damit verbundenen Datensicherheitskosten, haben sich die Aufwendungen für "Informationstechnologie" in Höhe von 3,4 Mio. € erhöht. Die Veränderung der übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus Schadensersatzleistungen, welche sich um 2,7 Mio. € erhöht haben. Die Erhöhung der Bestandsveränderung von 11,3 Mio. € um 30,6 Mio. € auf 41,9 Mio. € bei den fertigen Erzeugnissen resultiert im Wesentlichen aus den gestiegenen Produktions- und Materialkosten aufgrund der Energiepreissteigerungen sowie das schwächere vierte Quartal. Darüber hinaus wurde die Lagerhaltung aufgestockt, um die Lieferfähigkeit an den Kunden zu gewährleisten. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 1,4 Mio. € von 61,8 Mio. € im Vorjahr auf 60,4 Mio. € im Jahr 2022 zurückgegangen. Die Erträge aus Subventionen und öffentliche Zuwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 43,1 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Mio. € verringert. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem "Important Project of Common European Interest on Batteries" (IPCEI). Des Weiteren wirken sich die um 3,8 Mio. € erhaltenen Entschädigungen aus Patentrechtsstreitigkeiten positiv aus. Gegenläufig hat sich die Rücknahme einer einmalige Weiterbelastung an ein nahestehendes Unternehmen in Höhe von 1,9 Mio. € aus dem Vorjahr ausgewirkt. Die aktivierten Eigenleistungen sind um 9,6 Mio. € von 19,5 Mio. € auf 29,2 Mio. € gestiegen. Diese betreffen im Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 27,2 Mio. € (2021: 17,6 Mio. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem IPCEI Projekt. EBITDADas EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern) ist von 282,2 Mio. € auf 67,0 Mio. € zurückgegangen. Maßgeblich hierfür waren die beschriebenen negativen Einflussfaktoren und die deutlich zurückhaltendere Umsatzentwicklung gegenüber der Vorjahresperiode sowie der für die Ergebnisentwicklung unvorteilhafte Produktmix. Bereinigtes EBITDADas bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA für den Vorstand die geeignete Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen Ertragskraft des Konzerns bzw. der fünf Segmente. Als Sondereffekte wurden zum einen der nicht zahlungswirksame Aufwand für die aktienbasierte Vergütung in Höhe von 0,02 Mio. € (2021: 0,6 Mio. €) und zum anderen die Aufwendungen aus M&A-Transaktionen in Höhe von 2,5 Mio. € (2021: 0,1 Mio. €) bereinigt. Die nachfolgende Tabelle stellt die Überleitung vom EBITDA zum bereinigten EBITDA dar: scrollen
Das bereinigte EBITDA ist im Geschäftsjahr 2022 von 282,9 Mio. € auf 69,5 Mio. € gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von 213,4 Mio. €. Die Marge bezogen auf den Umsatz ging um 22,6 Prozentpunkte von 31,3 % auf 8,7 % ebenfalls sehr deutlich zurück. AbschreibungDie Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr von 95,7 Mio. € auf 255,0 Mio. € gestiegen. Maßgeblich für den Anstieg ist das Asset Impairment im Rahmen des Wertminderungstest in Höhe von 145,7 Mio. €. Diese entfallen auf die CGU Li Ion Cells in Höhe von 114,5 Mio. € und mit 31,2 Mio. € auf die CGU Li Ion Large Cells. Zu weiteren Details zum Impairment wird auf den Anhang des Konzernabschlusses in Kapitel 8. "Immaterielle Vermögenswerte" verwiesen. Betriebsergebnis (EBIT)Das Betriebsergebnis ging von 186,5 Mio. € auf -188,0 Mio. € im Jahresvergleich zurück. Der wesentliche Effekt ergibt sich aus dem operativen Geschäft sowie den beschriebenen negativen Einflussfaktoren. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die erhöhten Abschreibungen überproportional ausgewirkt. Maßgeblich für die höheren Abschreibungen von 159,3 Mio. € waren vor allem die Wertminderungen aus dem Asset Impairment. Daneben führten die letztjährigen hohen Investitionen in das Sachanlagevermögen für die Erweiterung der Produktionskapazitäten zum diesem Anstieg. FinanzergebnisDas Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr von -9,4 Mio. € in 2021 auf -10,2 Mio. € in 2022 leicht verschlechtert. Ursächlich hierfür ist der Anstieg der Zinsaufwendungen, insbesondere aufgrund des neu aufgenommenen Schuldscheindarlehns, sowie aufgrund von Wechselkursschwankungen, insbesondere des US Dollars. SteuernDer Steueraufwand ist durch das negative Ergebnis vor Steuern von 51,1 Mio. € in 2021 auf 2,2 Mio. € in 2022 gesunken. Daraus resultiert eine effektive Steuerquote von -1,1 % (2021: 29,0 %) bezogen auf das Ergebnis vor Steuern. Zu weiteren Details zu Steuern wird auf den Anhang des Konzernabschlusses in Kapitel 38. "Ertragsteueraufwendungen" verwiesen. KonzernergebnisDas Konzernergebnis ging um -326,4 Mio. € deutlich gegenüber dem Vorjahresniveau zurück und beträgt -200,4 Mio. € (2021: 126,0 Mio. €). 3.2. Vermögens- und FinanzlageKonzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA scrollen
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Langfristige VermögenswerteDie langfristigen Vermögenswerte verringerten sich um -67,3 Mio. € von 816,5 Mio. € in 2021 auf 749,2 Mio. €. Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus dem Sachanlagevermögen von 711,3 Mio. € auf 591,9 Mio. € zum 31. Dezember 2022 aufgrund von Wertminderungen auf Sachanlagevermögen in Höhe von 142,1 Mio. €. Gegenläufig hierzu sind die Immateriellen Vermögenswerte von 81,5 Mio. € auf 99,6 Mio. € gestiegen. Maßgeblich hierfür ist die Aktivierung von Entwicklungskosten. Des Weiteren erhöhten sich die sonstigen Vermögenswerte durch den Zugang des Erstattungsanspruchs aus dem Schuldbeitritt zwischen der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland), in Höhe von 28,7 Mio. €. Nähere Informationen hierzu sind im Kapitel 21.2 "Pensionen" ausgeführt. Gegenläufig reduzierten sich die Erstattungsansprüche, der bisher getätigten zwei Schuldbeitritte, aufgrund der Zinsentwicklung bei den Pensionsverpflichtungen um 8,7 Mio. €. Die latenten Steueransprüche erhöhten sich um 13,7 Mio. € auf 19,7 Mio. €, im Wesentlichen aufgrund der Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge. Kurzfristige VermögenswerteDie kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 von 443,9 Mio. € um 65,4 Mio. € auf 509,2 Mio. € zum 31. Dezember 2022. Der Anstieg ergibt sich aus dem Aufbau der Vorräte um 66,2 Mio. €, dem Anstieg in den sonstigen Vermögenswerten aufgrund der Veränderung der Forderungen für Förderprojekte um 6,9 Mio. € sowie der Steuererstattungsansprüche um 13,5 Mio. €. Des Weiteren haben sich die Zahlungsmittel um 35,6 Mio. € erhöht. Maßgeblich hierfür ist das neue Schuldscheindarlehen sowie die Ausschöpfung des Konsortialkredits. Rückläufig entwickelten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 52,5 Mio. €. Diese Reduktion ist im Wesentlichen auf das deutlich schwächere vierte Quartal gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum zurückzuführen. Eigenkapital/EigenkapitalquoteDas Eigenkapital ist von 532,5 Mio. € zum 31. Dezember 2021 auf 239,5 Mio. € zum 31. Dezember 2022 zurückgegangen. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 19,0 % (31. Dezember 2021: 42,2 %). Der Rückgang des Eigenkapitals ist im Wesentlichen auf das negative Konzernergebnis in Höhe von 200,4 Mio. € und die Zahlung der Dividende in Höhe von 100,2 Mio. € zurückzuführen. Darüber hinaus minderte die Mittelaufnahme durch langfristige Schuldscheindarlehen in Höhe von 250,0 Mio. € sowie der übrigen vollständigen Ziehung der Kreditlinie des Konsortialkredites von 70,0 Mio. € zusätzlich die Eigenkapitalquote. Langfristige SchuldenDie langfristigen Schulden sind um 104,1 Mio. € von 300,1 Mio. € am 31. Dezember 2021 auf 196,0 Mio. €, im Berichtsjahr gesunken. Die Veränderung resultiert größtenteils durch die Umgliederung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Aufgrund der drohenden Nichteinhaltung bestehender Covenantsbedingungen im Geschäftsjahr 2023 wurde der langfristige Verbindlichkeitsbestand gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 100,0 Mio. € zum 31. Dezember 2022 vollständig als kurzfristig klassifiziert. Kurzfristige SchuldenDie kurzfristigen Schulden sind von 427,8 Mio. € auf 823,0 Mio. € zum 31. Dezember 2022 massiv angestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Umgliederung des vollständigen langfristigen Verbindlichkeitsbestandes gegenüber Kreditinstituten, aufgrund der drohenden Nichteinhaltung bestehender Covenantsbedingungen, weswegen diese als kurzfristig zu klassifizieren sind. Darüber hinaus haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten deutlich erhöht, was größtenteils auf der Mittelaufnahme in Form der Schuldscheindarlehen in Höhe von 250,0 Mio. € beruht. Des Weiteren wurde die vollständige Kreditlinie des Konsortialkredites in Höhe von 235,0 Mio. € gezogen, was ebenfalls zu einer Erhöhung von 70,0 Mio. € geführt hat. Net Working CapitalDas Net Working Capital hat sich von 134,2 Mio. € zum Jahresende 2021 auf 162,7 Mio. € zum 31. Dezember 2022 erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 28,4 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Die Net Working Capital Quote berechnet sich im Verhältnis zu den Umsatzerlösen der letzten drei Monate hochgerechnet auf ein Jahr und liegt dabei zum 31. Dezember 2022 bei 17,1 % (31. Dezember 2021: 12,0 %). Die Veränderung der Net Working Capital Quote um 5,1 Prozentpunkte ist im Wesentlichen auf die verhaltene Umsatzentwicklung in den letzten drei Monaten, dem deutlichen Anstieg der Vorräte und dem Rückgang der Forderungen zurückzuführen. Kapitalflussrechnungscrollen
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 20,4 Mio. € und liegt damit 104,3 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Über das Geschäftsjahr 2022 hinweg wurde der Bestand an Vorräten um 66,2 Mio. € erhöht. Hierdurch wurde vor allem Vorsorge getroffen, um im Falle von Lieferengpässen die Produktion unvermindert aufrecht erhalten zu können. Darüber hinaus haben sich die Preisentwicklungen auf dem Rohstoffmarkt, sowie die Energiepreisentwicklung auf die Endprodukte niedergeschlagen. Gegenläufig haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelt, wodurch ein Rückgang von 52,5 Mio. € zu verzeichnen war. Ebenfalls haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten um 4,9 Mio. € vermindert. Auch bei den Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Personalvorsorge ist ein Rückgang von 5,3 Mio. € zu verzeichnen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von -189,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf -166,5 Mio. € reduziert. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (CAPEX) liegen deutlich unter dem Vorjahreszeitraum und betragen 111,6 Mio. € (2021: 174,8 Mio. €). Sie wurden an die aktuelle Geschäftsentwicklung angepasst. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im Geschäftsjahr von 14,2 Mio. € in 2021 auf 181,0 Mio. € in 2022 verändert. Ursache hierfür ist die Aufnahme des Schuldscheindarlehens in Höhe von 250,0 Mio. € sowie der übrigen vollständigen Ziehung der Kreditlinie des Konsortialkredites von 70,0 Mio. €. Gegenläufig wirkten sich hierauf die Dividendenauszahlung mit 100,2 Mio. €, die Zahlung in Höhe von 28,7 Mio. € im Rahmen des vereinbarten Schuldbeitritts zwischen der VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA mit der VC Pensionen GmbH, Ellwangen, (Deutschland), sowie die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 18,1 Mio. € aus. Der Bestand der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2022 insgesamt 108,7 Mio. € (2021: 73,1 Mio. €). Vorhandene Kreditlinien sind zum Bilanzstichtag vollumfänglich ausgeschöpft. Einzelheiten zur Konzernfinanzierung sind in Kapitel 13. "Angaben zur VARTA AG" unter Verbindlichkeiten erläutert. Gesamtaussage zur Vermögens- Finanz- und ErtragslageNach Abschluss des Geschäftsjahres 2022 kann festgehalten werden, dass die Entwicklung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage des VARTA Konzern insgesamt unerfreulich verlaufen ist. Externe Faktoren wie die Eintrübung des Konsumklimas und der daraus resultierenden Nachfragereduktion, Lieferengpässe und stark gestiegene Rohstoff- und Energiepreise belasteten die Ertragslage des Unternehmens erheblich. Als Folge mussten auch Wertminderungen auf Sachanlagevermögen und Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen werden. Dies hatte letztlich ein defizitäres Konzernergebnis zur Folge, was, in Kombination mit zusätzlich aufgenommenem Fremdkapital (Schuldscheindarlehen), die Eigenkapitalquote der VARTA AG zum 31. Dezember 2022 belastete. Diese außergewöhnlichen externen Faktoren führten, in ihrer Gesamtheit, zu einer Entwicklung die stark von den Erwartungen und Zielen des Unternehmens zum Jahresanfang abgewichen ist. 4. Forschung und EntwicklungFür den VARTA AG Konzern ergab sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Anstieg des Forschungs- und Entwicklungsaufwandes auf 23,2 Mio. € (im Vorjahr: 22,8 Mio. €). Daraus resultiert eine F&E-Aufwandsquote von 2,9 % im Verhältnis zum Umsatz im Vergleich zu 2,5% im Vorjahr. Von den aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 29,2 Mio. € (2021: 19,5 Mio. €) wurden im Jahr 2022 selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, welche noch nicht zur Nutzung bereit sind, in Höhe von 27,2 Mio. € (2021: 16,9 Mio. €) erfasst. Dies betrifft im Wesentlichen das Segment "Sonstige". Micro BatteriesDas Segment "Micro Batteries" umfasst Mikro- und Hörgerätebatterien. Ein besonderer Fokus lag in 2022 auf einem Innovationsprojekt im Bereich der gedruckten Batterien, die in zahlreichen Zukunftsanwendungen für die nötige Energie sorgen sollen. Diese "Printed Batteries" werden zukünftig vor allem im Internet-of-Things Sektor und in deren Applikationen eine wichtige Rolle spielen. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment "Micro Batteries" lag im Geschäftsjahr 2022 bei 8,2 Mio. € (2021: 6,2 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 5,0 % zum Umsatz (2021: 3,2 %). Lithium-Ion CoinPower"Lithium-Ion CoinPower" bildet das Segment für kleinformatige Lithium-Ionen-Rundzellen für OEM-Anwendungen. In diesem Segment war auch im Jahr 2022, wie im Jahr 2021, die Weiterentwicklung im Bereich der wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für Premium True Wireless Stereo Headsets (TWS), ein Schwerpunkt. Im Vordergrund standen die weitere Steigerung der Energiedichte, die Evaluierung und Qualifizierung neuer Materialien für die CoinPower-Batterien, der Einsatz von günstigen Rohstoffen und die Entwicklung von effizienteren Fertigungsverfahren. Im Jahr 2021 hat das Unternehmen eine Roadmap bis 2027 vorgestellt. Für die nächsten Versionen A5, A6 und A7 wurden höhere Energiedichten von bis zu knapp 100mAh angekündigt. Ende 2022 ist die mittlerweile fünfte Generation der A-Version auf den Markt gekommen, die bis zu 15% mehr Kapazität beinhält im Vergleich zu den Vorgängerzellen. Dank optimierter Elektrochemie führt mehr Aktivmaterial in der Knopfzelle zu noch höheren Energiedichten. Diese Serie zeichnet sich außerdem durch eine hervorragende Zyklenstabilität aus. Außerdem wurden zwei neue Serien mit noch höherer Energiedichte entwickelt und stehen 2023 vor der Typenfreigabe: Die B-Serie mit einer auf Silizium basierten Anode sowie die C-Serie mit einer auf Carbon basierten Anode und einer LCO basierten Kathode. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment "Lithium-Ion CoinPower" lag im Geschäftsjahr 2022 bei 8,4 Mio. € (2021: 7,0 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 6,2 % zum Umsatz (2021: 2,7 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich in 2022 auf 0,0 Mio. € (2021: 0,4 Mio. €). Consumer BatteriesDas Segment "Consumer Batteries" bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. Im R&D Center in Dischingen arbeiten Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker an der Weiterentwicklung der Alkali-Mangan Batterie. Jeden Monat werden im R&D Center ca. 50 Batterieversuche durchgeführt und dazu insgesamt 10.000 Musterbatterien hergestellt. Die Leistung der AA- und AAA-Batterien wurde um bis zu 6 % gesteigert. Erzielt wurde dies durch ein optimiertes mechanisches Design, verbesserte Materialien und optimierte Rezepturen. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment "Consumer Batteries" lag im Geschäftsjahr 2022 bei 1,9 Mio. € (2021: 2,0 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 0,5 % zum Umsatz (2021: 0,6 %). Energy Storage SystemsUnter das Segment "Energy Storage Systems" fallen Energiespeicher-Lösungen für vorrangig private, aber auch für kommerzielle Anwendungsbereiche. Im Bereich Energiespeicher wurden Verbesserungen im gesamten Produktportfolio durch neue Funktionen und die Erweiterung der Konnektivität zu weiteren Geräteklassen erreicht. Außerdem wird die Entwicklung eines ultraschlanken Hochvolt-Energiespeichersystems vorangetrieben, welche 2023 vor der Markteinführung steht. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment "Energy Storage Systems" lag im Geschäftsjahr 2022 bei 2,2 Mio. € (2021: 1,9 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 2,5 % zum Umsatz (2021: 4,4 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich in 2022 auf 1,3 Mio. € (2021: 1,4 Mio. €). SonstigeUnter "Sonstige" fallen die Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" sowie "Lithium-Ion Large Cells" (V4Drive/RoundPower). Im Bereich der zylindrischen Zellen werden Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen entwickelt und produziert. Das wird insbesondere durch innovative mechanische Lösungen für die Stromableitung, die auf Grund sehr niedriger Innenwiderstände eine hohe Leistungsdichte ermöglichen, erreicht. Kombiniert wird diese Innovation mit neuartigen, energiereichen Elektrodenmaterialien, so dass zukünftig Leistungs- und Energiedichte in einer Zelle vereinen lassen. Auch Schnelladefähigkeit lässt sich zukünftig besser mit einer hohen Energiedichte kombinieren. Damit grenzt sich VARTA deutlich von heute verfügbaren Lösungen ab. Um die ambitioniert gesteckten Ziele zu erreichen, sind intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten notwendig. Hierin enthalten sind u.a. die Erforschung von Batteriematerialien und -komponenten der nächsten Generation und deren Integration in Batteriezellen. Vor allem geht es aber auch um die technologische Entwicklung von effizienten und nachhaltigen Fertigungsprozessen für eine erste industrielle Umsetzung der innovativen Zelltechnologie. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Segment "Sonstige" lag im Geschäftsjahr 2022 bei 2,4 Mio. € (2021: 5,7 Mio. €). Damit ergab sich eine F&E-Aufwandsquote von 4,9 % zum Umsatz (2021: 9,2 %). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten belaufen sich in 2022 auf 0,9 Mio. € (2021: 0,7 Mio. €). 5. Investitionen ohne M&A (CAPEX)Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden im Konzern als CAPEX bezeichnet. Dies stellt eine wichtige Steuerungsgröße von produzierenden Wachstumsunternehmen dar. Es wurden weiterhin Maßnahmen verfolgt, bereits geplante Kapazitäten im Bereich der CoinPower Zellen (TWS) zu erweitern. Daneben verfolgt das Unternehmen das Ziel, mit dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Lithium-Ionen-Rundzellen, der V4Drive Zelle im Automotive-Bereich und mit der RoundPower Zelle in allen Anwendungen außerhalb des Automotive-Bereichs, neue Geschäftstätigkeiten zu eröffnen. Die Auszahlungen aus dem Kauf von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 111,6 Mio. € (Vorjahresvergleichszeitraum: 174,8 Mio. €) und liegen damit innerhalb der Erwartungen. Der wesentliche Teil der Investitionen in das Sachanlagevermögen dient der Erweiterung der Produktionskapazitäten bei Lithium-Ionen-Knopfzellen und dem Aufbau einer Pilotanlage für großformatige Zellen. Die Investitionen im Segment "Lithium-Ion CoinPower" wurden aufgrund von großen Überkapazitäten verlangsamt. Ebenfalls sind in regelmäßigen Abständen Ersatzinvestitionen zur Erneuerung der Produktionsanlagen, zur Entwicklung neuer Produkte sowie für qualitätssichernde Maßnahmen notwendig. 6. Ertragslage SegmenteDas Unternehmen ist in die Segmente "Micro Batteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Consumer Batteries", "Energy Storage Systems" und "Sonstige" aufgeteilt. Weltweit sind viele von VARTAs Kunden großen Herausforderungen ausgesetzt. Die aktuelle kriegerische Lage in der Ukraine, die hierdurch entstehenden Kostensteigerungen bei den Rohstoff- und Energiepreisen, die zeitweisen Produktionsunterbrechungen bedingt durch die Pandemie und die Verknappung der Halbleiter führt bei unseren Kunden zu Produktions- und Nachfrageausfällen und in der Folge auch zu einer verringerten Nachfrage nach unseren Batterien. Hiervon sind vor allem unsere OEM-Kunden betroffen, während sich das direkte Konsumentengeschäft erfreulich entwickelt. Micro Batteriesscrollen
Das Segment "Micro Batteries" umfasst das Geschäft mit den Mikro- und Hörgerätebatterien. Der Umsatz liegt zum Abschluss des Geschäftsjahres 2022 bei 163,9 Mio. €, was einem Umsatzrückgang von -15,8 % entspricht. Im Geschäftsjahr 2022 ist das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 52,5 Mio. € auf 15,3 Mio. € gesunken, was einem überproportionalen Rückgang im Vergleich zur Umsatzentwicklung entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 9,3 %, was einem Rückgang um 17,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Neben einem Nachfragerückgang resultiert dieser Ergebnisrückgang aus der Steigerung der Herstellkosten, insbesondere aufgrund der für VARTA negativen Entwicklung von Energie- und Rohstoffpreisen. Lithium-Ion CoinPowerscrollen
Im Segment "Lithium-Ion CoinPower" sind die kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für die OEM-Anwendungen dargestellt. Der Umsatz liegt zum Abschluss des Geschäftsjahres 2022 bei 136,6 Mio. € was einem Umsatzrückgang von -47,0 % entspricht. Im Geschäftsjahr 2022 ist das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 150,7 Mio. € auf 18,8 Mio. € gesunken, was einem überproportionalen Rückgang im Vergleich zur Umsatzentwicklung entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 13,7 %, was einem Rückgang um 44,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die aktuell schwierige Wirtschaftssituation und die Eintrübung des weltweiten Konsumentenverhaltens nach diversen batteriebetriebenen Lifestyle-Produkten, insbesondere nach True Wireless Stereo Headsets (TWS), führen zu dem deutlichen Umsatzrückgang. Für das Jahr 2022 wurde Personal vorgehalten, um größere Kundenprojekte bedienen zu können, die jedoch im geplanten Umfang nicht abgerufen wurden. Um dieser Prozessabweichung zukünftig entgegenzuwirken, wurden bereits Ende des Jahres erste personelle Maßnahmen, wie die Anmeldung der Kurzarbeit in Nördlingen sowie die Nicht-Verlängerung von befristeten Zeitarbeitsverträgen, für das Segment "Lithium-Ion CoinPower" eingeleitet. Zusätzlich hat VARTA ausreichend bereits installierte Kapazität, um im Falle einer Nachfrageerholung kurzfristig zusätzliche Mengen produzieren zu können. Consumer Batteriesscrollen
Das Segment "Consumer Batteries" bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. In diesem Segment ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 345,7 Mio. € auf 365,9 Mio. € gestiegen, was einem Anstieg von 5,9 %. entspricht. Im Vergleich hierzu ist das bereinigte EBITDA um 50,3 % gesunken. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 8,3 %, was einem Rückgang um 9,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Negativ haben sich der sehr deutliche Anstieg der Rohstoffpreise sowie die hohen zusätzlichen Energiekosten ausgewirkt. Diese Kostensteigerungen konnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. VARTA sieht dem aktuellen Trend der Energie- und Rohstoffkosten zuversichtlich entgegen und ist zudem bestrebt mittelfristig die gestiegenen Kosten weitergeben zu können. Demzufolge ist die Erwartung des Managements, dass das materialintensive Segment "Consumer Batteries" mittelfristig wieder auf das Margenniveau aus den Jahren 2020 und 2021 zurückkehren kann. Energy Storage Systemsscrollen
Der Umsatz im Segment "Energy Storage Systems" ist in 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 42,9 Mio. € auf 90,9 Mio. € gestiegen. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 111,9 %. Diese erfreuliche Entwicklung ist auf die hohe Nachfrage nach Heimspeicherlösungen zurückzuführen. Das bereinigte EBITDA ist um 0,1 Mio. € von 5,1 Mio. € auf 5,2 Mio. € gestiegen, was einem Anstieg von 1,2 % entspricht. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 5,7 % im Verhältnis zum Umsatz, was einem Rückgang um 6,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. VARTA hat für das materialintensive Segment "Energy Storage Systems" im Jahr 2022 ein höheres Adj. EBITDA Wachstum analog der Umsatzsteigerung erwartet. Allerdings wurde die Marge aufgrund der stark gestiegenen Rohstoffpreise sowie der erschwerten Beschaffung von benötigten Produktionskomponenten erheblich belastet. Als Maßnahmen konnte VARTA die gestiegenen Kosten zum Anfang des Geschäftsjahres 2023 weitergeben und erwartet daher eine deutliche Verbesserung der EBITDA-Marge. Sonstigescrollen
Das Segment "Sonstige" umfasst in der neuen Segmentierung die Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" sowie "Lithium-Ion Large Cells" (V4Drive und RoundPower). Darüber hinaus fallen mögliche Sondereffekte des Konzerns in dieses Segment. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2022 liegt der Umsatz des Segmentes "Sonstige" bei 49,6 Mio. € was einem Umsatzrückgang von -19,9 % entspricht. Das bereinigte EBITDA im Vergleich zum Vorjahr um -101,1 % auf -0,1 Mio. € gesunken. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei -0,3 % im Verhältnis zum Umsatz, was einem Rückgang um 21,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 7. MitarbeitendeDie erfolgreiche Entwicklung der Gruppe basiert auf der Kompetenz und den Fähigkeiten der Mitarbeitenden sowie ihrer Identifikation mit dem Unternehmen. Neben der Ausbildung der Mitarbeitenden sorgen Fortbildungen und Schulungen für ein hohes Kompetenzniveau. Der Konzern ist an engagierten und motivierten Mitarbeitenden interessiert, die in einem starken Team die Innovation des Unternehmens weiter vorantreiben möchten. Um Innovation auch im HR-Bereich weiterzutreiben, setzt VARTA auf die Digitalisierung wesentlicher Personalprozesse. VARTA als Technologieunternehmen beschäftigt mit 43 % seiner globalen Beschäftigten einen hohen Anteil an Mitarbeiterinnen. Um sich bestmöglich an den Bedürfnissen aller Mitarbeitenden zu orientieren und eine gesunde Work-Life-Balance zu fördern, unterstützt VARTA flexible Arbeitszeitmodelle. Je nach Einsatzbereich bietet das Unternehmen verschiedene Schichtmodelle, Gleitzeitregelungen, Altersteilzeit und mobiles Arbeiten an. Für die Zukunft ist die Implementierung eines Programms zur Job-Rotation und die Erarbeitung von Möglichkeiten, zeitlich befristet an anderen VARTA-Standorten arbeiten zu können, geplant. Es soll sichergestellt werden, dass sich Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen binden und sich anhand gemeinsamer Unternehmensziele und -werte mit VARTA identifizieren. Durch eine langjährige Betriebszugehörigkeit bringen die Mitarbeitenden exzellente Fachkenntnisse in ihren Aufgabengebieten mit. Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber stellen Arbeitssicherheit und Gesundheitsprävention im VARTA AG Konzern wichtige Säulen für die Beschäftigung dar. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass VARTA sich in der Exzellenz-Klasse des Corporate Health Awards etablieren konnte. Der Anspruch von VARTA ist es, auf die Bedarfe der Mitarbeitenden abgestimmte Gesundheitsleistungen anzubieten und sie somit in ihrer Leistungsfähigkeit und Motivation nachhaltig zu stärken. VARTA bietet ein breites Angebot an Ausbildungsberufen im technischen und kaufmännischen Bereich sowie duale Studienrichtungen mit den Schwerpunkten Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und BWL an. Das Unternehmen begleitet im Schnitt circa 100 Auszubildende; im Jahr 2022 haben 42 neue Auszubildende und dual Studierende Ihren Werdegang bei VARTA begonnen. Auf über 1.000 m 2 bietet das Unternehmen im Ausbildungszentrum der VARTA Academy State-of-the-Art-Applikationen und -Geräte wie Laserbeschriftungen oder 3D-Drucker. Digitale Lernplattformen ergänzen zeit- und ortsunabhängig die Wissensvermittlung. ArbeitgeberattraktivitätDurch gezielte Maßnahmen wird versucht, die Mitarbeitenden durch attraktive Angebote und Kooperationen an das Unternehmen zu binden. Die Führungskräfte des Konzerns treffen sich außerdem jährlich in einer Führungskräftetagung sowie jährlichen Führungsworkshops. Nachwuchsführungskräfte werden mit gezieltem Training und Mentoring auf zukünftige Führungsaufgaben vorbereitet. Weiterhin werden bedarfsgerechte Entwicklungsinitiativen für die Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens gefördert. Die Anzahl der Mitarbeitenden der gesamten Gruppe verringerte sich von 4.666 Mitarbeitenden im Vorjahr auf 4.498 Mitarbeitende zum 31. Dezember 2022. In Summe verteilten sich die Mitarbeitenden zum Bilanzstichtag wie folgt auf die Regionen: scrollen
8. Chancen- und Risikobericht8.1. Chancen- und RisikomanagementsystemZur frühzeitigen Erkennung und Bewertung von Risiken sowie zum Umgang mit bestehenden Risiken hat die Gesellschaft Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen eingerichtet, die in einem Risikofrüherkennungs-, internen Kontroll- sowie Risikomanagementsystem verankert sind. Das Risikomanagementsystem beurteilt und fokussiert auf operative, finanzielle, strategische und Compliance Risiken. Es umfasst entsprechend der gesetzlichen Anforderungen gemäß § 91 Abs. 2 und Abs. 3 AktG ein Risikofrüherkennungssystem. Hierbei werden die Risiken anhand einer Risikomatrix als gering, mittel oder hoch eingeordnet (siehe Matrix). Es wird keine Risikoquantifizierung zur Einschätzung von rechtlichen und Compliance-Risiken vorgenommen, gleichwohl werden diese Risiken angemessen berücksichtigt. Wesentliche Bausteine des Risikomanagementsystems sind ein strategisch ausgerichtetes Planungssystem, eine jährliche Budgetplanung, die mehrfach innerhalb des laufenden Jahres überprüft und an die aktuellen Erkenntnisse angepasst wird, monatliche Plan-Ist-Vergleiche sowie die regelmäßige Kommunikation von Risiken und Chancen. Unterstützt wird dieses Risikomanagement durch regelmäßige Sitzungen des Managements, in denen Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung analysiert und erörtert werden. Die folgende Abbildung zeigt die angewendeten Bandbreiten zur Quantifizierung von Risiken.
Der Chancen- und Risikobericht beinhaltet die Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Kernrisiken. Zu diesen Risiken zählen alle Sachverhalte, die eine signifikante Bedrohung der Erfolgsfaktoren darstellen und eine materielle Auswirkung auf die Ergebnis- oder Liquiditätssituation haben können. Sie lassen sich anhand ihres Schadenserwartungswertes einzelnen Risikoklassen zuordnen (hoch, mittel, gering). Der Schadenserwartungswert wird im Rahmen eines Regelprozesses gruppenweit einheitlich gemessen und setzt sich aus der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und dem zu erwartenden Effekt des Schadensausmaßes auf das Konzernergebnis zusammen. Dargestellt und berichtet werden die TOP Risken im Konzern. Für das Geschäftsjahr wurde zur Darstellung der Risiken außerdem ein qualitativer Ansatz gewählt, um etwaige Veränderungen der TOP Risiken darzustellen. Chancen, die sich für die VARTA ergeben, werden in den monatlichen Forecasts kontinuierlich abgebildet. Eine Clusterung, analog der Risiken, wird gegenwärtig für Chancen im Konzern nicht vorgenommen Für jeden Geschäftsbereich gibt es einen Risikoverantwortlichen, der die Risikosituation seines Bereiches dezentral steuert und an das Group Risk Management berichtet. Um eine enge Verzahnung mit operativen und finanzwirtschaftlichen Fragestellungen sicherzustellen, ist das Risikomanagement im Zentralbereich "Corporate Controlling" angesiedelt. Das Risikomanagement wird jährlich intern geprüft und gegebenenfalls verbessert. Zur Früherkennung von potenziell bestandsbedrohenden Entwicklungen und zur Bestimmung des Gesamtrisikoumfangs erfolgt eine Aggregation der Risiken mittels Monte-Carlo-Simulation. In die Risikoaggregation fließen dabei jeweils die Netto-Risiken ein, das heißt die Risiken unter Berücksichtigung von Risikobewältigungsmaßnahmen. Die Aggregation aller Risiken bestimmt den Gesamtrisikoumfang. Bei der Monte-Carlo-Simulation werden die Wirkungen der wichtigsten Einzelrisiken des Unternehmens den entsprechenden Posten der Plan-GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) und Plan-Bilanz zugeordnet. In unabhängigen Simulationsläufen werden einhunderttausend mögliche risikobedingte Zukunftsszenarien durchgespielt und dabei jeweils eine Ausprägung der GuV und Bilanz berechnet. Die Gesamtheit aller Simulationsläufe liefert eine "repräsentative Stichprobe" aller möglichen Risiko-Szenarien des Unternehmens in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit einer Überschuldung und einer Illiquidität. Die Ergebnisse der Aggregation sind die Basis der Berichterstattung über die Gesamtrisikoposition und die Risikotragfähigkeit an den Vorstand und den Aufsichtsrat. 8.2. Internes KontrollsystemEinen wichtigen Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem des VARTA AG Konzerns dar. Demnach werden unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, zur Ordnungsmäßigkeit bzw. Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie zur Einhaltung der für die VARTA AG Konzern maßgeblichen Vorschriften gerichtet sind. In den einzelnen Konzerngesellschaften ist ein den jeweiligen Verhältnissen angepasstes internes Kontrollsystem implementiert, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im Rechnungswesen besteht das Prinzip der Funktionstrennung. Es gibt konzernweit einheitliche Bilanzierungsrichtlinien. Weiterhin ist das Rechnungswesen weitestgehend am Hauptsitz des Unternehmens, in Ellwangen zentralisiert. Der Vorstand trägt die Verantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess. 8.3. RisikosituationAus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum, aktuell sind das 12 Monate, in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf das Konzernergebnis wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenerwartungswerts des Risikos angegeben, der vor Ergreifen von Gegenmaßnahmen vorliegt, d.h. der Brutto-Schadenswert. Die Risikosituation stellt sich für den VARTA AG Konzern zum 31.12.2022 wie folgt dar: scrollen
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8.4. Operative RisikenDer im Geschäftsjahr 2022 eingetretene drastische Nachfragerückgang bzw. Verzögerungen bei Kundenprojekten im Bereich der kleinen Lithium-Ionen-Zellen führte zu signifikanter Unterauslastung der Produktionskapazitäten. Maßnahmen wurden im Jahr 2022 eingeleitet, die Kapazitäten an die aktuelle Marktlage anzupassen. Mit neuen Kundenprojekten soll die Auslastungssituation weiter stabilisiert werden. Eine hohe Auslastung ist notwendig, um das mit erheblichen Investitionen aufgebaute kapitalintensive Lithium-Ionen-Geschäft profitabel zu betreiben. Aktuell geht der VARTA AG Konzern davon aus, dass der Lithium-Ionen Markt für Coin Zellen weiterwächst. Aktuell bleibt das Risiko aber auch für 2023 bestehen und wird als mittelgroß eingestuft. Die Covid-19 Pandemie hat durch die Anpassung von Prozessen und die ergriffenen Schutzmaßnahmen zu keinen wesentlichen Unterbrechungen im operativen Betrieb des Konzerns geführt. Die Pandemie scheint aus heutiger Sicht weitgehend überwunden. Ein regionales Wiederaufflammen oder die Entwicklung neuer Virusmutationen kann allerdings nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Daher sind Beeinträchtigungen von Produktionsstandorten, Transportlogistik, Beschaffungs- und Absatzmärkten nicht auszuschließen. Insgesamt wird das Risiko allerdings gegenwärtig als niedrig eingeschätzt. Beschaffungsrisiken, vor allem bei wichtigen Rohstoffen und Komponenten, werden durch permanente Marktbeobachtungen, durch eine langfristig angelegte und auf Qualität setzende Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie durch den Bezug strategischer Komponenten von mehreren Lieferanten minimiert. Die angespannte politische als auch die gesamtwirtschaftliche Situation strahlte auch auf die Beschaffungskette der VARTA aus: Es ergaben sich z.T. erhebliche Preissteigerungen bei Rohstoffen und Komponenten. Deren Verfügbarkeit war hingegen kontinuierlich gegeben. Die Beschaffungs- und Logistikrisiken für den VARTA AG Konzern wurden für das Geschäftsjahr 2022 als hoch eingestuft und haben im Wesentlichen durch die erhebliche Materialverteuerung, insbesondere aufgrund stark gestiegener Energiepreise, zu einer deutlichen Belastung des operativen Ergebnisses geführt. Der VARTA AG Konzern erwartet aus heutiger Sicht, dass das Preisniveau an den Beschaffungsmärkten 2022 seinen Höhepunkt erreicht hat. Im Zusammenspiel mit neu gestarteten Einkaufsinitiativen, die die Ertragskraft frühzeitig wieder herstellen sollen, wird das Risiko für das Geschäftsjahr 2023 als mittelgroß eingestuft. Die geopolitischen Risiken bleiben insbesondere aufgrund des andauernden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine erheblich. Es sind Implikationen auf den Umsatz und auf die Lieferketten vorstellbar. Das Risiko eines Abbruchs der Gasversorgung schätzt die VARTA mittlerweile als gering ein, allerdings wären die potenziellen Auswirkungen sehr erheblich, so dass der Bruttoschaden-Erwartungswert als hoch eingeschätzt wird. Die zentrale IT-Abteilung des Konzerns ist weltweit für alle Informationssysteme und Berechtigungen der Anwender zuständig. Die IT-Landschaft ist global einheitlich und wenig fragmentiert. Hierbei wird mit wachsender Unternehmensgröße der nahtlose Zugriff auf relevante Daten, Systeme und technische Anwendungen für die Mitarbeitenden gewährt. IT Verfügbarkeit und etwaige Cyberkriminalität, beispielsweise Angriffe auf das VARTA Netzwerk, stellen im aktuellen Umfeld ernstzunehmenden Risiken dar. Der Verlust oder die Manipulation von Daten kann zu Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs führen und damit auch unsere Kunden tangieren. Deshalb setzt VARTA auf fortlaufende Optimierung der Systemlandschaft, um den bestmöglichen Schutz gegenüber Angriffen von außerhalb zu gewährleisten. Ein Meilenstein war die Erlangung der TISAX Zertifizierung im Geschäftsjahr 2022, welches die Bemühungen unterstreicht, bzw. bestätigt. Die IT überwacht außerdem kontinuierlich den Systembetrieb, überprüft regelmäßig die bestehenden Berechtigungen der einzelnen Anwender und passt gegebenenfalls die Zugriffsrechte auf die einzelnen Systeme an, damit trägt dieses Berechtigungskonzept im Wesentlichen zum internen Kontrollsystem mit bei. Aus diesen Gründen wird das Risiko im IT-Bereich auch als beherrschbar, bzw. gering eingeschätzt. 8.5. Strategische RisikenDie Kundenkonzentration bzw. -abhängigkeit von einem einzelnen Kunden hat, bedingt durch das starke Wachstum im Geschäftsbereich Lithium-Ion CoinPower, über die Zeit stark zugenommen. Die Gesellschaft begegnet der höheren Kundenkonzentration im Geschäftsbereich Lithium-Ion CoinPower durch die gezielte Verbreiterung der Kundenbasis. Durch die Akquisition von VARTA Consumer im Jahr 2020 sind die Umsatzströme bereits deutlich differenzierter geworden. Die Bedeutung eines einzelnen Kunden konnte in der Folge reduziert werden. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse und der Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 wird das Risiko im Geschäftsbereich Lithium-Ion CoinPower allerdings als hoch eingestuft. Das Risiko impliziert möglichen Preisdruck auf den Absatzmärkten und eine geringe Fähigkeit, Kostensteigerungen auf die Endkunden vollständig überzuwälzen. Dies birgt Profitabilitätsrisiken für den Konzern. Der VARTA AG Konzern partizipiert an nationalen wie auch internationalen Förderprogrammen, um Produktinnovationen weiter voranzutreiben. Für den Konzern ergeben sich Chancen, mit diesen Mitteln neue Technologien zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen. Die VARTA AG hat an dieser Stelle Auflagen für die Inanspruchnahme der Mittel zu erfüllen. Bei Nichteinhaltung der Förderbedingungen besteht das Risiko einer anteiligen Rückzahlung. Zur Überwachung und Steuerung des Risikos ist ein Monitoring-Prozess installiert. Dadurch können Abweichungen unmittelbar festgestellt und Gegensteuerungsmaßnahmen initiiert werden. Gegenwärtig wird das Risiko für eine Verletzung der Förderungsauflagen als mittelgroß eingeschätzt. Ein großes Industrialisierungsprojekt im Geschäftsbereich Lithium-Ion Large Cells für einen neuen Großkunden erfordert erhebliche Investitionen, um den zügigen Projekthochlauf sicherzustellen. Der VARTA AG Konzern ist zur Finanzierung auf externe Finanzierungsquellen angewiesen. Das Risiko, das diese externen Finanzierungsquellen nicht erschlossen werden können, wird gegenwärtig als mittelgroß eingeschätzt. ESG- und Nachhaltigkeitsthemen rücken auch für die VARTA AG immer mehr in den Mittelpunkt. Regulatorische Auflagen, denen die Gruppe nachkommen muss, verschärfen sich zunehmend. Unsere Nachhaltigkeitsabteilung beschäftigt sich intensiv mit dieser Entwicklung und leitet entsprechende Maßnahmen ein, um die künftigen Auflagen zu erfüllen. Gegenwärtig beobachtet die VARTA den Wandel und regulatorisch aufmerksam und geht gegenwärtig von beherrschbarem potenziellem Risiko aus. Details können VARTAs Nachhaltigkeitsbericht entnommen werden. 8.6. Finanzielle und AusfallrisikenDurch das internationale Marktauftreten und den weltweiten Einkauf von Rohstoffen und Komponenten entstehen Fremdwährungsrisiken für den Konzern. Diese Fremdwährungsrisiken werden eingehend analysiert und bewertet. Fremdwährungsrisiken werden durch FX-Geschäfte abgesichert. Für das Geschäftsjahr 2022 wurde der USD abgesichert, für 2023 wurden aufgrund von natural hedging keine FX Sicherungen abgeschlossen. Details sind dem Anhang zu entnehmen. Commodity Derivate kommen in 2023 zum Einsatz - hier werden auf der Beschaffungsseite Zink und Silber abgesichert. Für Kreditbeziehungen aus Lieferungen und Leistungen werden weitestgehend Warenkreditversicherungen (WKVs) zur Minimierung des Ausfallrisikos abgeschlossen. Forderungen der wesentlichen deutschen und österreichischen Einheiten werden im Rahmen eines Factoring Programms verkauft - Details sind dem Anhang zu entnehmen. Ferner werden zur Bonitätsbeurteilung von Kunden und zur Vermeidung von Zahlungsausfällen Kreditauskünfte eingeholt und historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere zum Zahlungsverhalten, berücksichtigt. Dafür ist ein umfassendes Debitorenmanagement eingerichtet. Soweit bei den einzelnen finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese entsprechend wertberichtigt. Aufgrund der insgesamt schwachen Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 - insbesondere im Segment Lithium-Ion CoinPower - sowie der signifikant gestiegenen Material- und Energiepreise, sieht sich der VARTA AG Konzern mit einem erhöhten Finanzierungsrisiko konfrontiert. Auf Basis des mit dem Sanierungsgutachter ausgearbeiteten Sanierungskonzepts nach IDWS6 wurde mit den Banken eine Einigung erzielt. Aufgrund der drohenden Nichteinhaltung von vertraglich definierten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) ist VARTA auf den Abschluss einer Sanierungsvereinbarung mit den finanzierenden Banken im Rahmen der Anpassung des Konsortialkredits angewiesen. Diese Sanierungsvereinbarung verpflichtet den Vorstand der VARTA AG zur Umsetzung von weitreichenden Sanierungsmaßnahmen. Die Sanierungsfähigkeit ist durch einen externen Sanierungsgutachter fortlaufend zu überprüfen und schriftlich zu bestätigen. Bei einer Nichteinhaltung von Bedingungen der Sanierungsvereinbarung haben die finanzierenden Banken grds. das Recht die Finanzierungsvereinbarung aufzukündigen und die ausgereichten Darlehen an die VARTA AG jederzeit fällig zu stellen. In diesem Zusammenhang weist der Vorstand der VARTA AG insbesondere darauf hin, dass der Fortbestand der Gesellschaft bzw. des Konzerns somit von der erfolgreichen Anpassung der Finanzierung durch die Konsortialkreditgeber auf Basis der Sanierungsvereinbarung sowie von dem Erreichen der unter Berücksichtigung der Sanierungsmaßnahmen angestrebten operativen Budgetziele abhängig ist. In diesem Zusammenhang besteht eine wesentliche Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Die Gesellschaft bzw. der Konzern sind daher möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögenswerte zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Aufgrund der bereits eingeleiteten Maßnahmen auch unter Berücksichtigung der von einem externen Gutachter geprüften Unternehmensplanung ist der Vorstand davon überzeugt, wieder auf einen Wachstumspfad mit einer entsprechenden Profitabilität zurückzukehren. Weitere Details sind dem Kapitel "47. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag" des Konzernanhangs zu entnehmen. Das Finanzierungsrisiko wird nach aktueller Einschätzung als mittelgroß eingestuft. 8.7. Compliance und sonstige RisikenUnter Compliance-Risiken werden Strafen, finanzielle oder andere materielle Ausfälle aufgrund von Gesetzesverstößen und der Nichteinhaltung von unternehmensinternen Vorschriften, Grundsätzen und allen anderen nicht einzeln genannte Risiken verstanden. Diese Risiken werden insgesamt als gering eingestuft. 8.8. Chancen der künftigen EntwicklungDie Identifikation, Wahrnehmung und Nutzung von Chancen werden dezentral gesteuert und obliegen dem operativen Management. Die Grundlage dafür bilden die vom Vorstand ausgegebenen Ziele und Strategien. Das Chancenmanagement wird mit Hilfe des Risikomanagement- und Controlling-Prozess gesteuert. Auch werden die Chancen bei der Risikoaggregation durch die Best-Case-Einschätzungen der Marktrisiken berücksichtigt. Insbesondere die Technologiebeherrschung und Innovationsfähigkeit sind eine wesentliche Stärke. Dank des Fokus auf Forschung und Entwicklung sowie des bestehenden großen Netzwerkes an Forschungspartnern ist der Konzern exzellent aufgestellt, um den technologischen Fortschritt des relevanten Industriebereiches mitzugestalten. Die Einschränkung durch mögliche Ersatztechnologien wird sehr genau beobachtet. Mittelfristig werden keine wesentlichen Auswirkungen von möglichen Ersatztechnologien auf das Kerngeschäft des Konzerns gesehen. Es besteht eher die Chance, die technologische Entwicklung in den Segmenten mitgestalten zu können. Besonders aussichtsreich für den VARTA AG Konzern bleibt der stark wachsende Geschäftsbereich für kleinformatige wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien. In diesem Geschäftsbereich ist die VARTA aktuell besonders gut positioniert. Mit den vorhandenen Produktionskapazitäten in Deutschland kann die steigende Nachfrage für einen weiterwachsenden Lithium-Ionen-Batterien Markt sehr schnell mit Erzeugnissen, die das Gütesiegel - Made in Germany - tragen, bedient werden. Darüber hinaus profitiert der Konzern vom Megatrend bei Energiespeichern, denen in verschiedenen Studien ein sehr starkes Marktwachstum zugesprochen wird. Energiespeicher gelten als ein zentrales Element für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Der VARTA AG Konzern verspricht sich, auch durch Produktinnovationen, erhebliches Wachstumspotenzial in diesem Geschäftsbereich. 8.9. Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage durch den VorstandDer Vorstand trägt die Verantwortung für das Chancen- und Risikomanagement, das integraler Bestandteil der Unternehmensführung ist. Nach der Einschätzung des Vorstands kann bei den beschriebenen Risiken zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine Bestandsgefährdung nicht mehr vollumfänglich ausgeschlossen werden. Aufgrund der drohenden Nichteinhaltung von vertraglich definierten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) ist VARTA auf den Abschluss einer Sanierungsvereinbarung mit den finanzierenden Banken im Rahmen der Anpassung des Konsortialkredits angewiesen. Diese Sanierungsvereinbarung verpflichtet den Vorstand der VARTA AG zur Umsetzung von weitreichenden Sanierungsmaßnahmen. Die Finanzierungs- bzw. Liquiditätssituation stellt für die VARTA AG die größte Herausforderung dar. Es besteht dennoch die Überzeugung, dass der Konzern mit seinem Produktportfolio gut aufgestellt ist, um sich bietende Chancen zu nutzen und die Finanzierungsthematik erfolgreich zu meistern. 8.10. Lageberichtsfremde AngabenAngemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagements werden u.a. durch verschiedene in- und externe Qualitätssicherungsmaßnahmen und die Revisionsfunktion überwacht. Internes Kontrollsystem und Risikomanagement werden an Veränderungen des Geschäftsmodells sowie die Art und den Umfang von Geschäftsvorfällen und Zuständigkeiten angepasst. Der Formalisierungsgrad von Prozessen und Kontrollen wird fortlaufend erhöht. Das Risikomanagementsystem wird ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt um die Wirksamkeit und Angemessenheit zu verbessern. Als lageberichtsfremde Angaben gehen sie über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinaus und sind von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen. 9. AusblickDer VARTA AG Konzern hält trotz der Herausforderungen des Geschäftsjahres 2022 eine sehr gute Position in seinen Kernmärkten und ist vielversprechend positioniert, um von den langfristigen Marktentwicklungen - insbesondere bei Lithium-Ionen-Batterien mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten - zu profitieren. Der seit Herbst 2022 beobachtbare deutliche Rückgang der Energie- und Rohstoffpreise gibt der Gruppe einen gewissen Rückenwind für das neue Geschäftsjahr. Dennoch bleiben Beschaffungsrisiken, vor allem bei wichtigen Rohstoffen und Komponenten, ein möglicher Risikofaktor für die Geschäftsentwicklung. Dies hat unverändert mit den geopolitischen Risiken, gerade mit Blick auf den andauernden Krieg in der Ukraine, zu tun. Während die Wahrscheinlichkeit einer Gasmangellage mittlerweile gering erscheint, liegt der Brutto-Schadens-Erwartungswert wegen der potenziell erheblichen Effekte weiter auf einem hohen Niveau. Angesichts erhöhter Inflationsraten erscheint es möglich, dass die großen Notenbanken den Kurs monetärer Straffung über das an den Märkten erwartete Maß hinaus fortsetzen und damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage dämpfen. Die bisherigen Indikationen seitens der VARTA-Kunden, etwa der hohe Auftragsbestand bei Energiespeichern, geben allerdings zu einem gewissen Optimismus Anlass. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein Umsatzwachstum erwartet. Das bereinigte EBITDA wird mindestens in der Größenordnunge des Vorjahres erwartet. In den Segmenten "Consumer Batteries" und "Energy Storage Systems" hat der VARTA AG Konzern im Geschäftsjahr 2022 die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise nur partiell an die Kunden weitergeben können. So erfolgt die Preisanpassung im Segment Consumer Batteries in mehreren Schritten. Vor diesem Hintergrund ist nach Managementeinschätzung zu erwarten, dass die Marge bei Haushaltsbatterien sich - in Abhängigkeit von Kundenverhandlungen und den zukünftigen Rohstoffpreisentwicklungen - erst nach vier bis sechs Quartalen wieder vollständig erholen wird. Der Umsatz mit Haushaltsbatterien konnte auch im Geschäftsjahr 2022 weiter gesteigert werden. Angesichts einer prognostizierten Marktwachstumsrate von rund 3,5 % pro Jahr bis 2027 (Reportlinker, 2022) ist auch für VARTA ein moderates Umsatzwachstum mit Haushaltsbatterien in den kommenden Jahren zu erwarten. Im Segment Energy Storage Systems können die Effekte aus gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten aus dem Geschäftsjahr 2022 für Auslieferungen ab Jahresbeginn 2023 vollständig an Kunden weitergegeben werden. VARTA erwartet daher ab dem Geschäftsjahr 2023 eine Rückkehr zu den gewohnten niedrigen zweistelligen Margen von vor 2022. Dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Umsatzprognose erheblich, die analog zum Geschäftsjahr 2022 auch für 2023 ein hohes Wachstum vorsieht. Die Visibilität in diesem Geschäftsbereich ist durch den hohen Auftragsbestand, der bis weit ins vierte Quartal 2023 reicht, besonders hoch. Der VARTA AG Konzern rechnet für den Geschäftsbereich durch die geplante Produkteinführung der VARTA.wall auch in den kommenden Jahren mit überdurchschnittlichen Zuwächsen in einem stark wachsenden Markt. Im Segment "Lithium-Ion CoinPower" war das Unternehmen im Geschäftsjahr 2022 von der Nachfrageschwäche bei kabelloser Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten betroffen. Private Konsumenten haben ihre Nachfrage angesichts hoher Energiepreise und insgesamt hoher Inflationsraten reduziert. Dieses veränderte Konsumverhalten hat den Geschäftserfolg des VARTA AG Konzerns erheblich beeinträchtigt. Die Konkurrenzsituation und der erhebliche Nachfragerückgang nach Lithium-Ionen-Batterien durch einen Großkunden haben diese Entwicklung wesentlich verstärkt. Angesichts dieser vielfältigen, externen Faktoren ist der Segment-Ausblick auch für das Geschäftsjahr 2023 mit besonderen Unsicherheiten behaftet. Die Umsatzerlöse dürften nach aktuellem Stand gegenüber Vorjahr sehr deutlich sinken, womit auch das bereinigte EBITDA deutlich unter dem Vorjahr liegen wird. Dennoch bleibt die mittel- und langfristige Perspektive freundlich, da Marktstudien für kabellose Kopfhörer, sogenannte True Wireless Stereo Headsets (TWS), von einem jährlichen Marktwachstum von rund 24,9 % bis 2033 ausgehen (Persistence Market Research, 2023). Freie Kapazitäten plant VARTA gezielt einzusetzen, um Projekte von Neukunden zu akquirieren und zu bedienen. Aufgrund von Produktvorlauf- und Design-In Zeiten könnten sich Projekte von potenziellen Neukunden im Segment Lithium-Ion CoinPower ab 2024 nachhaltig umsatzsteigernd auswirken. Neben der etablierten Anwendung in kabellosen Kopfhörern sieht VARTA mittel- und langfristig zusätzliches Wachstumspotenzial für CoinPower Zellen in anderen Märkten, wie etwa für medizinische Anwendungen. Vor dem Hintergrund der hohen Produktexpertise und der sehr hohen prognostizierten Markt-Wachstumsraten sieht sich VARTA auch langfristig sehr gut aufgestellt, um den erwarteten Nachfrageanstieg mit entsprechender bereits installierter Kapazität bedienen zu können. Im Segment "Micro Batteries" ist langfristig zu erwarten, dass der Umsatz mit Hörgerätebatterien in etwa mit rückläufiger Tendenz gehalten werden kann. Die wachsende Weltbevölkerung, die höhere durchschnittliche Lebenserwartung und der Anstieg der Bevölkerung über 65 Jahre, gerade in den hochentwickelten Industrienationen, sind wesentliche Wachstumstreiber. Zusätzliches Wachstumspotenzial ergibt sich durch sogenannte OTC-Hörgeräte. Diese sind deutlich günstiger als traditionelle Hörgerate und können daher neue Kundengruppen erschließen. Für den erwarteten Bedeutungszuwachs von wiederaufladbaren Batterien gegenüber Primärbatterien sieht sich VARTA gut vorbereitet, da das Unternehmen sowohl bei Zink-Luft Zellen für Hörgeräte mit austauschbaren Batterien als auch bei Lithium-Ionen-Akkus für wiederaufladbare Hörgeräte über eine starke Marktposition und hohe technische Kompetenz verfügt. Die Geschäftsbereiche Lithium-Ion Battery Packs und Lithium-Ion Large Cells im Segment "Sonstige" sind gut positioniert, um von der Entwicklung weg von kabelgebundenen hin zu akkubetriebenen Geräten und dem damit einhergehenden erwarteten Bedeutungszuwachs von Lithium-Ionen-Batterien zu profitieren. Die langfristigen Geschäftsaussichten sind ausgesprochen positiv angesichts der prognostiziert zweitstelligen jährlichen Wachstumsrate bis 2031 (Transparency Market Research, 2021), die sich vor allem aus Zuwächsen bei der Elektromobilität, aber auch aus der steigenden Nachfrage nach akkubetriebenen Geräten wie elektrischen Haus- oder Gartengeräten ergeben soll. Die kurzfristigen Potenziale sind deutlich kleiner, da der Abschluss von individualisierten Neukundenprojekten eine hohe Projektplanungs- und -vorlaufzeit benötigt. Projektneugewinnungen aus dem Geschäftsbereich Lithium-Ion Battery Packs im Geschäftsjahr 2023 können daher erst ab 2024 einen wesentlichen Umsatzeffekt haben. Für mögliche Neuprojekte aus dem Geschäftsbereich Lithium-Ion Large Cells beläuft sich die Vorlaufzeit sogar auf einen mehrjährigen Zeitraum. Der Geschäftsausblick für den VARTA AG Konzern ist angesichts der Risikosituation für das Geschäftsjahr 2023 im Vergleich mit Vorjahren mit einer überdurchschnittlich hohen Unsicherheit verbunden: Auf Seiten der operativen Risiken sind insbesondere Beschaffungsrisiken, insbesondere mit Blick auf hohe Rohstoff- und Energiekosten, sowie auf Produktions- und Logistikrisiken zu nennen. Das Risiko einer Gasmangellage erscheint mittlerweile gering, hätte bei Eintritt allerdings sehr erhebliche Beeinträchtigungen von Produktion und Geschäftsergebnis zur Folge. Bei den strategischen Themen ist die Abhängigkeit von einzelnen Kunden trotz erfolgreicher Diversifikationsmaßnahmen weiterhin hoch und stellt ein hohes Risiko dar. Technologische Fortschritte bei Konkurrenztechnologien und Forderungsrisiken in Bezug auf öffentliche Mittel erscheinen mittelgroß. Selbiges gilt für eine potenzielle Umsetzung und Finanzierung eines möglichen Fabrikbaus für die großformatige Lithium-Ionen-Rundzelle, der aktuell gestoppt wurde. Projekte, die über den bestehenden Vertrag und die bestehenden installierten Anlagen hinaus gehen, benötigen erhebliche Investitionen und erfordern daher auch externe Finanzierungsquellen, etwa von strategischen Partnern oder Kunden. Mit Blick auf die Finanzierungssituation der VARTA verbleibt nunmehr ein mittleres Risiko. Mit der erfolgten Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts am 21.03.2023 ist VARTA ein Bruttoerlös von 50,7 Mio. Euro zugeflossen. Durch die daraus erfolgte Einigung mit den Konsortialbanken im Rahmen eines Termsheets, hat sich die Finanzierungssituation des Unternehmens zuletzt erheblich verbessert. Sämtliche Konsortialbanken haben bis zum 17. April 2023 ihren Gremienvorbehalt aufgehoben und der Verlängerung der Finanzierung bis 31.12.2026 zugestimmt. Die Dokumentation der Sanierungsvereinbarung und die Anpassung des Konsortialkreditvertrages stehen noch aus. Neben der Umsetzung des Sanierungskonzeptes, das zu operativen Anpassungen von Produktions- und Verwaltungskosten führt, plant das Unternehmen gezielte Investitionen in Wachstumsfelder wie Energiewende und E-Mobilität. Gesamtaussage zur künftigen EntwicklungDie nachfolgend dargestellte Prognose wurde am 28. April 2023 veröffentlicht. VARTA AG KonzernFür das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand der VARTA AG einen Umsatz zwischen 820 Mio. € und 870 Mio. € (2022: 807 Mio. €) und geht in 2023 von einem bereinigten EBITDA mindestens in der Größenordnung des Vorjahres (2022: 69,5 Mio. €) aus. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass die herausfordernde wirtschaftliche Lage und die bestehenden globalen Krisen auch im Jahr 2023 fortbestehen werden, mit entsprechend negativen Folgen für Kosten, Lieferketten und Konsumentennachfrage. Darüber hinaus erweisen sich die Kundenabnahmeprognosen als weiterhin sehr volatil, was eine präzise Aussage erschwert. Die Bandbreite der Prognosen trägt diesen erwarteten negativen Entwicklungen Rechnung. Allerdings ist der weitere Verlauf der Entwicklungen bei Energiekosten, Rohstoffpreisen und Lieferketten sowie der Finanzierungssituation derzeit für das kommende Jahr nur eingeschränkt abschätzbar. Dies gilt auch für den Umfang und die Aufwendungen angedachter Sanierungsmaßnahmen, die mit den Konsortialbanken im Rahmen eines Termsheets vereinbart wurden. Da die mit der Umsetzung der Sanierungsvereinbarung verbundenen Kosten sowie die resultierenden operativen internen Maßnahmen auch von externen Faktoren wie etwa der Inflation, dem Konsumklima oder dem Zinsniveau innerhalb der EU abhängen, ist die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 mit überdurchschnittlich hohen Risiken behaftet. Um den derzeitigen und künftigen Herausforderungen begegnen zu können, hat der Vorstand bereits im Berichtsjahr 2022 ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Kostensenkung auf den Weg gebracht. Die Kapazitäten für CoinPower Zellen (TWS) werden reduziert, können aber je nach Nachfragesituation kurzfristig wieder erhöht werden. Im Rahmen dieser Anpassungen plant das Unternehmen auch Personalmaßnahmen und hat in einem ersten Schritt im Segment Lithium-Ion CoinPower am Produktionsstandort Nördlingen temporär Kurzarbeit angemeldet. Der Fabrikneubau für die großformatige Lithium-Ionen-Rundzelle (V4Drive/RoundPower) wird erst nach verbindlichen Kundenzusagen sowie der Genehmigung der Konsortialbanken fortgesetzt. Der Betrieb der ersten Serienfertigungsanlage wird planmäßig fortgesetzt und stellt zukünftig die Zellen bereit, um den OEM-Vertrag mit einem Premium-Automobilhersteller zu erfüllen. scrollen
Segment Micro BatteriesDas Segment "Micro Batteries" umfasst Mikro- und Hörgerätebatterien. Im Bereich der Hörgerätebatterien soll die marktführende Position in einem verhalten wachsenden Markt weiter gefestigt werden. Das Unternehmen erwartet eine moderate Entwicklung im Bereich der Zink-Luft Zellen und profitiert von seinen hoch automatisierten und effizienten Produktionsanlagen. Während die Umsätze in etwa auf Vorjahresniveau liegen dürften, sollte das bereinigte EBITDA im deutlich zweistelligen Prozentbereich gegenüber Vorjahr steigen. Segment Lithium-Ion CoinPowerDer Schwerpunkt des Segments "Lithium-Ion CoinPower" liegt in kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für OEM-Anwendungen. Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien für True Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich Lithium-Ion CoinPower ist von den beschriebenen schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen negativ beeinflusst. VARTA erwartet nach aktueller Einschätzung aufgrund anhaltend niedriger Nachfrage für das Segment sehr deutlich sinkende Umsatzerlöse und einen sehr deutlichen Rückgang des bereinigten EBITDA gegenüber Vorjahr. Segment Consumer Batteries"Consumer Batteries" bildet das Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten ab. Die Umsätze dürften 2023 moderat gegenüber Vorjahr zulegen. Wachstumsimpulse dürften insbesondere vom weiteren leichten Ausbau des Markengeschäfts ausgehen. Das bereinigte EBITDA dürfte sich aufgrund von gesunkenen Energie- und Rohstoffkosten, sowie partiellen Preisweitergaben gegenüber Vorjahr leicht verbessern. Segment Energy Storage SystemsUnter das Segment "Energy Storage Systems" fallen Energiespeicher-Lösungen für vorrangig private, aber auch für kommerzielle Anwendungsbereiche. Das Unternehmen erwartet ein weiterhin sehr starkes Wachstum, bei dem VARTA mindestens die Marktwachstumsrate erreicht, voraussichtlich aber sogar rund 70 % zum 2022 Umsatz wachsen sollte. Dies führt zu einem sehr deutlich zweistelligen prozentualen Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr. Das bereinigte EBITDA dürfte ebenfalls sehr kräftig ansteigen. Segment SonstigeDas Segment "Sonstige" umfasst die Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" sowie "Lithium-Ion Large Cells" (V4Drive und RoundPower). VARTA erwartet in diesem Segment eine deutliche Reduktion des Umsatzes und des bereingten EBIDTA. 10. NachtragsberichtEs wird auf die im Konzernanhang gemachten Angaben über die Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verwiesen. 11. Schlusserklärung zum AbhängigkeitsberichtDer Vorstand erklärt gemäß § 312 Abs. 3 AktG, dass die VARTA AG, Ellwangen (Jagst), bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Berichtspflichtige Maßnahmen nach § 312 AktG sind weder getroffen noch unterlassen worden. 12. Übernahmerechtliche AngabenDas gezeichnete Kapital der VARTA AG beträgt zum 31. Dezember 2022 40.421.686 €. Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien. Es handelt sich hierbei um auf den Inhaber lautende Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1 € repräsentieren. Bestellung und Abberufung der Mitglieder des VorstandsBestellung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands erfolgen auf der Grundlage der §§ 84, 85 AktG. Der Vorstand besteht gem. § 6 der Satzung aus mindestens zwei Mitgliedern. Die Anzahl der Mitglieder des Vorstands wird vom Aufsichtsrat bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands (CEO) sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugebenMit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 5. Oktober 2022 einmalig oder mehrfach gegen Bar- oder Sacheinlagen, aktuell noch bis zu einem Betrag von 9.618.314,00 € (genehmigtes Kapital I) bzw. bis zu einem Betrag von 2.960.000 € (genehmigtes Kapital 2017 II), zu erhöhen. Vom genehmigten Kapital wurde im Geschäftsjahr kein Gebrauch gemacht. Zudem wurde in der Hauptversammlung vom 6. Oktober 2017 eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 11.840 T€ zur Gewährung von Aktien bei Ausübung von Options- oder Wandlungsrechten oder bei Erfüllung von Options- oder Wandlungspflichten beschlossen. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffenEs bestehen keine Beschränkungen der Stimmrechte. Alle Aktien der Gesellschaft sind mit dem gleichen Stimmrecht ausgestattet. Es bestehen keine Einschränkungen hinsichtlich der Übertragbarkeit der Aktien der Gesellschaft. Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreitenHerr Prof. DDr. Michael Tojner ist als Aufsichtsratsvorsitzender der VARTA AG und Hauptaktionär der Montana Tech Components AG, Reinach (Schweiz), über deren Tochtergesellschaft VGG Beteiligungen SE, Wien (Österreich), mit 50,30 % an der VARTA AG beteiligt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihenAktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. 13. Angaben zur VARTA AGDer Lagebericht der VARTA AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sind nach § 315 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 3 HGB zusammengefasst. Beschreibung der GesellschaftDie VARTA AG ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben zur Steuerung des Konzerns sowie der operativen Tochtergesellschaften wahrnimmt. Die nachfolgenden Zahlen und Erläuterungen beziehen sich auf den nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellten Jahresabschluss der VARTA AG. ErtragslageUmsatzIm Geschäftsjahr 2022 wurden Umsatzerlöse in Höhe von 3,6 Mio. € (2021: 1,6 Mio. €) erwirtschaftet. Diese resultieren aus der Lizenzverrechnung an die VARTA Storage GmbH. Aufwendungen und sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge sind im gleichem Zeitraum von 3,5 Mio. € im Vorjahr auf 1,8 Mio. € in 2022 gesunken. Die Erträge aus Weiterbelastungen von Sponsoringaufwendungen an Tochterunternehmen in Höhe von 1,4 Mio. € (2021: 1,3 Mio. €) haben sich unwesentlich verändert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 19,4 Mio. € in 2022 (2021: 11,2 Mio. €). Der stärkste Anstieg wurde in der Position Honorare für Beratungs- und Prüfungskosten verzeichnet. Diese stiegen um 4,2 Mio. € auf 7,0 Mio. € (2021: 2,8 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich die Anzahl der Vorstandsmitglieder der VARTA AG auf vier Personen (2021: zwei Mitglieder). Neben dem Vorstand waren zwei weitere Mitarbeitende bei der VARTA AG beschäftigt. Der Personalaufwand verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 6,5 Mio. € um 3,6 Mio. € auf 3,0 Mio. € aufgrund geringerer Tantiemen. Die Abschreibungen umfassen vor allem Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von rd. 0,6 Mio. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr in ihrer Höhe kaum verändert. FinanzergebnisDie Zinserträge in 2022 belaufen sich auf 0,4 Mio. € (2021: 17,8 Mio. €), die Erträge aus Ausleihungen auf 20,7 Mio. € (2021: 0,0 Mio. €) sowie die Zinsaufwendungen auf 5,8 Mio. € (2021: 2,0 Mio. €). Wesentlich für die Veränderung der Zinserträge waren neue Darlehn im Rahmen der internen Finanzierung. Im Vorjahr sind die Erträge aus Ausleihungen in den Zinserträgen in Höhe von 16,3 Mio. € enthalten. Der Anstieg der Zinsaufwendungen ist im wesentliche auf das neu aufgenommene Schuldscheindarlehn zurückzuführen. Die Aufwendungen aus Verlustübernahme der Tochtergesellschaften beträgt in 2022 227,3 Mio. €. Im Vorjahr betrugen die Erträge aus Gewinnabführung 138,8 Mio. €. Der signifikante Anstieg ergibt sich aus erforderlicher außerplanmäßiger Abschreibung auf Sachanlagevermögen infolge von voraussichtlich dauerhafter Wertminderung in einer Tochtergesellschaft sowie aus den negativen operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften. BilanzverlustDer Bilanzverlust des Geschäftsjahres 2022 beläuft sich auf -173,8 Mio. € (2021: 147,9 Mio. €). Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022der VARTA AGscrollen
Vermögens- und FinanzlageAnlagevermögenDas Anlagevermögen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 227,2 Mio. € von 590,0 Mio. € in 2021 auf 817,1 Mio. € zum 31. Dezember 2022 erhöht. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Finanzanlagen von 588,7 Mio. € auf 814,1 Mio. € zurückzuführen. Diese Entwicklung resultiert aus den gestiegenen Ausleihungen an Tochtergesellschaften im Wesentlichen zur Finanzierung von Investitionen in Produktionskapazitäten bei den Tochtergesellschaften. Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDas Umlaufvermögen sank um -59,1 % von 154,5 Mio. € in 2021 auf 63,1 Mio. € zum 31. Dezember 2022. Ursache hierfür sind die gesunkenen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aufgrund von Verlustübernahmen im Geschäftsjahr 2022 (2021: Gewinnübernahme). ZahlungsmittelDas Guthaben bei Kreditinstituten stieg von 0,2 Mio. € in 2021 auf 22,5 Mio. € in 2022. EigenkapitalDas Eigenkapital hat sich von 439,2 Mio. € in 2021 auf 117,5 Mio. € zum 31. Dezember 2022 verringert. Der Rückgang stammt aus den negativen operative Ergebnissen der Organgesellschaften in Höhe von -227,3 Mio. € sowie die Dividendenzahlung an die Aktionäre der VARTA AG in 2022 für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 100,2 Mio. €. RückstellungenDie Rückstellungen sind um -15,3 Mio. € von 43,1 Mio. € in 2021 auf 27,8 Mio. € in 2022 zurückgegangen. Im Wesentlichen ist der Rückgang auf die geringeren Steuerrückstellungen für die noch nicht endgültig veranlagten Jahre zurückzuführen. VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten haben sich um 475,2 Mio. € von 260,0 Mio. € in 2021 auf 735,2 Mio. € in 2022 erhöht. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten resultiert aus der Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie aufgrund der Verbindlichkeiten aus Verlustübernahme in Höhe von 227,3 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein neues Schuldscheindarlehn in Höhe von 250,0 Mio. € abgeschlossen sowie weitere 70,0 Mio. € der Konsortialkredites in Anspruch genommen. Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein neuer Konsortialkreditvertrag bis 2026 in Höhe von 235,0 Mio. € abgeschlossen, der in Höhe von 100,0 Mio. € aus einem endfälligen Darlehen und in Höhe von 135,0 Mio. € aus einer revolvierenden Darlehensfazilität mit Laufzeiten von 1 bis 6 Monaten besteht. Die finanziellen Mittel dienen zur Finanzierung zusätzlicher Investitionen in die Kapazitätserweiterung. Im Geschäftsjahr 2022 wurde die vollständige Kreditlinie in Anspruch genommen, was zu einer Erhöhung von 70,0 Mio. € geführt hat. Die Verzinsung ist abhängig von der jeweiligen gewählten Laufzeit und basiert dann auf dem jeweiligen Euribor. Die Verzinsung der einzelnen Ziehungen beträgt per Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 3,75 % bis 4,46 %. Die Transaktion wurde geknüpft an das ESG-Rating der VARTA AG. Abhängig von der Entwicklung des Ratings von VARTA kann sich ein Nachhaltigkeitsauf- oder abschlag auf die jeweilige Marge ergeben. Die Marge ist zudem abhängig von der Einhaltung vereinbarter Finanzkennzahlen der VARTA AG. Während der Laufzeit muss zu jedem Zeitpunkt mindestens eine Eigenkapitalquote von 30% sowie ein Leverage (Verhältnis von Netto-Finanzverbindlichkeiten zu EBITDA) im Verhältnis von maximal 3 zu 1 bestehen. Des Weiteren erhöhte sich der Verbindlichkeitsbestand aufgrund der Aufnahme von insgesamt vier Schuldscheindarlehen. Über ein Konsortium von BayernLB, HSBC und UniCredit hat die VARTA AG Schuldscheindarlehen über insgesamt 250,0 Mio. € am Kapitalmarkt platziert. Die vier Tranchen laufen über fünf bzw. sieben Jahre (76 % des Kreditvolumens) und sind schwerpunktmäßig mit einem fixen Zinskupon (66 % des Kreditvolumens) ausgestattet. Die Verzinsung der einzelnen Tranchen beträgt per Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 1,57 % bis 2,71 %. Die Transaktion wurde geknüpft an das ESG-Rating der VARTA AG durch Morningstar Sustainalytics, dem führenden, unabhängigen Unternehmen im Bereich Forschung, Rating und Analyse von ESG und Corporate Governance. Abhängig von der Entwicklung des Ratings von VARTA kann sich der Spread des Schuldscheins verändern. Die Marge ist zudem abhängig von der Einhaltung vereinbarter Finanzkennzahlen der VARTA AG. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage der VARTA AGDie wirtschaftliche Lage der VARTA AG hängt im Wesentlichen von der Entwicklung ihrer Tochtergesellschaften ab. An den operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften partizipiert die VARTA AG über deren Ausschüttungen und Ergebnisabführungen. Damit entspricht die wirtschaftliche Lage der VARTA AG im Grundsatz der des VARTA Konzerns, die im Abschnitt Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage erläutert ist. Bilanz zum 31. Dezember 2022der VARTA AGAKTIVA scrollen
Risiken und ChancenDie Geschäftsentwicklung der VARTA AG hängt maßgeblich von den Chancen und Risiken des VARTA AG Konzerns ab, die im Prognose-, Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts des VARTA AG Konzerns beschrieben werden. Nach der Einschätzung des Vorstands kann bei den beschriebenen Risiken im Prognose-, Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts des VARTA AG Konzerns zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine Bestandsgefährdung nicht mehr vollumfänglich ausgeschlossen werden. Aufgrund der drohenden Nichteinhaltung von vertraglich definierten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) ist die VARTA AG auf den Abschluss einer Sanierungsvereinbarung mit den finanzierenden Banken im Rahmen der Anpassung des Konsortialkredits angewiesen. Diese Sanierungsvereinbarung verpflichtet den Vorstand der VARTA AG zur Umsetzung von weitreichenden Sanierungsmaßnahmen. Es besteht das Risiko, dass die Beteiligungen und Ausleihungen an verbundene Unternehmen in ihrer Werthaltigkeit beeinträchtigt sind. Dies wird mindestens einmal jährlich überprüft. Darüber hinaus ist auf die Risiken aus Altlasten hinzuweisen, die bei der VARTA AG bestehen. Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ehemaligen ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG aufgrund der rechtlichen Gegebenheiten, die eine Haftung des Verursachers begründen, jedoch weiterhin fort. Mittlerweile wurde die Käuferin liquidiert. Die Global Equity Partners Beteiligungs-Management GmbH, Wien, ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen, hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von 20 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2031 abgesichert. Die verbleibenden Risiken hat die VARTA AG bewertet und keine Rückstellungen gebildet, da sie nicht davon ausgeht, in Anspruch genommen zu werden. AusblickDie Erwartungen für die VARTA AG hinsichtlich ihrer finanziellen Indikatoren sowie des Risikoprofils folgen im Wesentlichen (aufgrund ihrer Bedeutung im Konzern und der Verflechtungen der Konzerngesellschaften) den Prognosen des VARTA AG Konzerns, die ausführlich im Ausblick und im Chancen- und Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts beschrieben werden. Die wirtschaftliche Entwicklung des Ergebnisses der VARTA AG hängt maßgeblich von den Ergebnisbeiträgen ihrer operativen Tochtergesellschaften ab, die der VARTA AG zumindest teilweise direkt über die bestehenden Ergebnisabführungsverträge zufließen. Es ist zu erwarten, dass das Jahresergebnis der VARTA AG sich deutlich verbessern wird, aber weiterhin im negativen Bereich liegen wird.
Ellwangen (Jagst), 28. April 2023 VARTA Aktiengesellschaft Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands Armin Hessenberger, Finanzvorstand, CFO Rainer Hald, Technikvorstand, CTO Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022Bilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA scrollen
Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 01. Januar - 31. Dezember 2022scrollen
Anhang für das Geschäftsjahr 2022der VARTA Aktiengesellschaft1. AllgemeinesDie VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) mit Sitz in Ellwangen (Jagst) ist im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm unter HRB 728059 eingetragen. Die VARTA AG ist eine Holdinggesellschaft, die ausschließlich Aufgaben zur Steuerung des Konzerns sowie der operativen Tochtergesellschaften wahrnimmt. Seit Oktober 2017 ist die VARTA AG an der Frankfurter Börse im Prime Standard notiert. Sie ist am 19.12.2022 aus dem MDAX ausgeschieden und seitdem im SDAX vertreten. Bis 20.03.2023 war sie zudem Mitglied des TecDAX. Durch die Kapitalmarktorientierung gilt die VARTA AG nach § 267 Abs. 3 und § 264d HGB als große Kapitalgesellschaft. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft entspricht dem Kalenderjahr. Der Jahresabschluss der VARTA AG wird nach den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften (HGB) und den aktienrechtlichen Vorschriften (AktG) aufgestellt und in Tausend Euro (t€) unter Gegenüberstellung der Werte zum 31. Dezember 2021 ausgewiesen. Bei der Bewertung, der im Jahresabschluss ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden, wurden die auf den vorhergegangenen Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden grundsätzlich beibehalten. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren und nach dem Gliederungsschema nach § 275 HGB aufgestellt. 2. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeImmaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die planmäßige lineare Abschreibung, bewertet. Es wird die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zwischen 2 und 8 Jahren zugrunde gelegt. Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen werden entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear vorgenommen. Es wird die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde gelegt, welche aufgrund fortgeführter Nutzungsdauern zwischen 1 und 15 Jahren beträgt. Bei Zugängen von beweglichen Anlagegegenständen wird im Jahr der Anschaffung die Jahres-Abschreibung zeitanteilig ab dem Monat der Inbetriebnahme verrechnet. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu 250 € werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Geleistete Anzahlungen werden zum Nennwert bilanziert. Anteile an verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Verzinsliche Ausleihungen werden zu Nennwerten bilanziert, unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst. Soweit den nach diesen Grundsätzen bewerteten Gegenständen des Anlagevermögens am Bilanzstichtag ein voraussichtlich dauerhaft niedrigerer Wert beizulegen ist, werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sind die Gründer für die außerplanmäßigen Abschreibungen nicht mehr gegeben, wird eine Wertaufholung vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich Wertabschlägen für erkennbare Einzelrisiken bewertet. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr werden abgezinst. Das Guthaben bei Kreditinstituten wird zum Nennwert bewertet. Die Umrechnung des Guthabens bei Kreditinstituten erfolgt in Fremdwährung zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Aktive und passive latente Steuern werden entsprechend § 274 HGB auf temporäre und quasi - permanente Differenzen zwischen den steuerlichen und handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände und Schulden gebildet. Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert. Die sonstigen Rückstellungen werden so bemessen, dass sie allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen angemessen und ausreichend Rechnung tragen. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. In den Rückstellungen sind zudem die Steuerrückstellungen enthalten. Diese beinhalten für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), die beste Schätzung der erwarteten Steuerzahlung. Gemäß des § 253 Abs. 2 HGB werden Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abgezinst. Für die Bewertung der Rückstellungen wird ein einheitlicher, laufzeitentsprechender Abzinsungszinssatz angewendet, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt und bekannt gegeben wird. Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die VARTA AG ist Organträgerin. Es besteht mit den folgenden Gesellschaften eine umsatzsteuerliche und ertragsteuerliche Organschaft, auf Basis bestehender Gewinnabführungsverträge: scrollen
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen sowohl laufende als auch latente Steuern. Unter den laufenden Steuern werden die erwarteten Steuern für das Berichtsjahr, auf der Grundlage der in dem betreffenden Jahr geltenden Steuersätze, sowie Anpassungen von Steuern für Vorjahre ausgewiesen. Die Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. 3. WährungsumrechnungFremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zu den Devisenkassamittelkursen zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls bewertet. Buchverluste aus Kursänderungen am Bilanzstichtag werden bei einer Laufzeit von mehr als einem Jahr berücksichtigt. Bei Restlaufzeiten von einem Jahr oder weniger erfolgt die Bewertung gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag. Erläuterungen zur Bilanz4. AnlagevermögenImmaterielle VermögensgegenständeDie immateriellen Vermögensgegenstände der VARTA AG beinhalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte sowie erworbene Schriftzüge und Logos. scrollen
SachanlagenDie Sachanlagen der VARTA AG enthalten ausschließlich andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. scrollen
FinanzanlagenDer Abgang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultiert aus der nachträglichen Kaufpreisanpassung der Consumergruppe. scrollen
Als Muttergesellschaft gewährt die VARTA AG Darlehen an ihre Tochtergesellschaften oder veranlagt freie liquide Mittel von diesen. Die daraus resultierenden Aufwendungen und Erträge werden angemessen wechselseitig abgerechnet. Zum 31. Dezember 2022 bestehen Ausleihungen gegenüber der VARTA Micro Production GmbH in Höhe von T€ 455.008 (2021: T€ 377.237), gegenüber der VARTA Microbattery SRL in Höhe von T€ 58.323 (2021: T€ 47.538), jeweils mit einem Zinssatz von 4%, sowie gegenüber der VARTA Microbattery GmbH in Höhe von T€ 188.319 (2021: T€ 37.736) mit einem Zinssatz von 2,5%. Die Zinssatzdifferenz basiert auf einer unterschiedlichen Risikoeinschätzung der operativen Gesellschaften. 5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenständescrollen
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2022 in Höhe von T€ 21.237 (31. Dezember 2021: T€ 140.925) handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige Forderungen aus Ausleihungen an Tochterunternehmen. Darüber hinaus bestehen Forderungen gegenüber der VARTA Storage GmbH aufgrund einer Lizenzverrechnung für die Nutzung von Entwicklungsleistungen in Höhe von T€ 3.074 (2021: T€ 131). Der Rückgang der Forderungen ist den diesjährigen Verlustübernahmen aus den bestehenden Ergebnisabführungsverträgen mit der VARTA Microbattery GmbH, VARTA Micro Production GmbH sowie VARTA Storage geschuldet. Im Vorjahr waren in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen die Gewinnabführung dargestellt. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um T€ 6.023 auf T€ 19.335 erhöht. Ursache hierfür ist vor allem der Rückgang der Steuererstattungsansprüche aus der umsatzsteuerlichen Organschaft auf T€ 2.827 (2021: T€ 4.907) sowie der Anstieg der ertragsteuerlichen Organschaft auf T€ 8.073 (2021: T€ 30). Zum Stichtag bestehen Erstattungsansprüche gegenüber der Energizer Holding Inc. in Höhe von T€ 7.743 (2021: T€ 7.789). Zum 31. Dezember 2022 bestehen keine Forderungen mit einer Laufzeit größer 1 Jahr. 6. Aktive latente Steuernscrollen
Resultierend aus der gebildeten ertragsteuerlichen Organschaft bestehen bei der VARTA AG aktive latente Steuern in Höhe von T€ 8.898. Diese basieren auf temporären Differenzen aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen im Wesentlichen bei Rückstellungen. Es bestehen Verlustvorträge in Höhe von T€ 71.139 für Zwecke der Körperschaftsteuer sowie T€ 78.292 für Zwecke der Gewerbesteuer. Auf Verlustvorträge in Höhe von jeweils T€ 16.479 wurden aktive latente Steuern in Höhe von T€ 4.752 angesetzt. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein Steuersatz von 28,84 % (2021: 28,84 %) zu Grunde gelegt. 7. EigenkapitalGezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital der VARTA AG beträgt zum 31. Dezember 2022 € 40.421.686 und ist eingeteilt in 40.421.686 Stückaktien. Es handelt sich hierbei um auf den Inhaber lautende Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen Betrag des Grundkapitals von € 1,00 repräsentieren. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Juni 2022 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20.06.2027 das Grundkapital der Gesellschaft einmal oder mehrmals um bis zu T€ 8.084 (Genehmigtes Kapital 2022 I) gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Juni 2022 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20. Juni 2027 das Grundkapital der Gesellschaft einmal oder mehrmals um bis zu T€ 1.011 (Genehmigtes Kapital 2022 II) gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Die Hauptversammlung vom 21. Juni 2022 hat die bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu T€ 8.084 (Bedingtes Kapital 2022 I) beschlossen. Die von der Hauptversammlung am 6. Oktober 2017 beschlossene Ermächtigung des Vorstands, das Grundkapital der Gesellschaft, um bis zu T€ 11.840 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017 I) sowie die enthaltene Ermächtigung des Vorstands, das Grundkapital der Gesellschaft, um bis zu T€ 2.960 zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2017 II) sind aufgehoben. Die Hauptversammlung vom 21. Juni 2022 hat das am 06. Oktober 2017 beschlossene bedingte Kapital (Bedingtes Kapital 2017) aufgehoben. Im Geschäftsjahr 2022 erhielt die VARTA AG Mitteilungen über meldepflichtige Veränderungen gemäß dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Sowohl durch Goldmann Sachs (The Goldman Sachs Group, Inc.) als auch Morgan Stanley wurden im Berichtszeitraum diverse Meldungen über Veränderungen von Stimmrechtsanteilen übermittelt. Diese resultieren aus Options-, Termin-, Swapgeschäften oder aus Stillhaltergeschäften, die im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften eingegangen wurden. Ein Direktinvestment über die in den Veröffentlichungen genannten Investmentfonds liegt nicht vor. Herr Prof. DDr. Michael Tojner ist als Aufsichtsratsvorsitzender der VARTA AG und Hauptaktionär der Montana Tech Components AG, Reinach (Schweiz), über deren Tochtergesellschaft VGG Beteiligungen SE, Wien (Österreich), mit 50,3 % (2021: 55,45%) an der VARTA AG beteiligt. Kapitalrücklagescrollen
Die Kapitalrücklage zum 31. Dezember 2022 beträgt 244,1 Mio. € und hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Gewinnrücklagescrollen
Die Gewinnrücklagen bestehen zum 31. Dezember 2022 in Höhe von 6,8 Mio. € aus den gesetzlichen Rücklagen, welche sich zum Vorjahresvergleichszeitpunkt nicht verändert haben. Bilanzgewinnscrollen
Die ordentliche Hauptversammlung hat am 21. Juni 2022 beschlossen, den im Jahresabschluss der VARTA Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von T€ 147.859 zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 2,48 je dividendenberechtigter Stückaktie, dies sind bei 40.421.686 dividendenberechtigten Stückaktien insgesamt T€ 100.246 zu verwenden. Der Restbetrag in Höhe von T€ 47.613 wurde auf neue Rechnung vorgetragen. 8. Rückstellungenscrollen
Die Steuerrückstellungen umfassen insbesondere Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für die noch nicht endgültig veranlagten Jahre. Innerhalb der steuerlichen Organschaft ist die VARTA AG der Organträger. Sämtliche Rückstellungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag sind bei der VARTA AG bilanziert. Die Abnahme der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen resultiert im Wesentlichen aus den niedrigeren Bonusverpflichtungen gegenüber den Vorständen. Diese verringerten sich um T€ 3.070 auf T€ 240 (2021: T€ 3.310). Des Weiteren sind ausstehende Rechnungen in Höhe von T€ 874 (2021: T€ 1.386), Honorare für Rechts- und Prüfungskosten in Höhe von T€ 435 (2021: T€ 743) und andere Risiken im Zusammenhang mit dem laufenden Geschäft in den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen enthalten. 9. Verbindlichkeitenscrollen
Die Erhöhung der Verbindlichkeiten resultiert im Wesentlichen aus der Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie aufgrund der Verbindlichkeiten aus Verlustübernahme in Höhe von 227,3 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein neues Schuldscheindarlehn in Höhe von 250,0 Mio. € abgeschlossen sowie weitere 70,0 Mio. € der Konsortialkredites in Anspruch genommen. Zum 31. Dezember 2022 erfolgte die Umgliederung der langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in kurzfristige Verbindlichkeiten aufgrund drohender Nichteinhaltung bestehender Covenants im Geschäftsjahr 2023. Weitere Ausführungen hierzu in Kapitel "27. Nachtragsbericht". Zum Stichtag 31. Dezember 2022 gab es keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer 5 Jahre. Bei den Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen zum Stichtag 31. Dezember 2022 in Höhe von T€ 243.363 (31. Dezember 2021: T€ 93.460) handelt es sich im Wesentlichen um Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 227.287 aus den bestehenden Ergebnisabführungsverträgen mit der VARTA Microbattery GmbH, der VARTA Micro Production GmbH sowie der VARTA Storage sowie Darlehnsverbindlichkeiten gegenüber der VARTA Storage in Höhe von T€ 7.418. Im Vorjahr bestanden Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus den bestehenden Ergebnisabführungsverträgen. In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der nahestehenden Person Herbert-Quandt-Stiftung enthalten. scrollen
Es handelt sich hierbei um ein verzinsliches Darlehen mit einem Zinssatz von 3,0 %. Das Darlehen hat eine unbestimmte Laufzeit und kann zu jeder Zeit abgerufen werden. Durch die Verzinsung des Darlehens wird der Zweck der Stiftung "Förderung von Wissenschaft und Forschung und Ausbildung und Weiterbildung des wissenschaftlichen, technischen und kaufmännischen Nachwuchses" gewährleistet. 10. Passive latente Steuernscrollen
Durch die ertragsteuerlichen Organschaft bestehen bei der VARTA AG passive latente Steuern in Höhe von T€ 8.898 (2021: T€ 6.723). Diese basieren auf temporären Differenzen aufgrund der Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen im Wesentlichen bei immateriellen Vermögensgegenständen und bei Gebäuden. Es wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Steuersatz von 28,84 % (2021: 28,84 %) zu Grunde gelegt. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung11. UmsatzerlöseDie im Geschäftsjahr 2022 erwirtschafteten Umsatzerlöse in Höhe von T€ 3.634 (2021: T€ 1.565) resultieren, analog zum Vorjahr, aus der Lizenzverrechnung an die VARTA Storage GmbH. 12. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Berichtszeitraum von T€ 3.511 im Vorjahr auf T€ 1.810 in 2022. Die Erträge aus Weiterbelastungen von Sponsoringaufwendungen an Tochterunternehmen in Höhe von T€ 1.412 (2021: T€ 1.280) haben sich unwesentlich verändert. Auf periodenfremde Erträge entfallen im Berichtsjahr T€ 23 (2021: T€ 6), sowie auf Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen T€ 302 (2021: T€ 289). 13. Personalaufwandscrollen
Im Geschäftsjahr 2022 erhöhte sich die Anzahl der Vorstandsmitglieder der VARTA AG auf vier Personen (2021: zwei Mitglieder). Neben dem Vorstand waren zwei weitere Mitarbeitende bei der VARTA AG beschäftigt. Der Personalaufwand verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr von T€ 6.534 um T€ -3.558 auf T€ 2.976 aufgrund insbesondere geringerer Tantiemen. 14. Sonstige betriebliche Aufwendungenscrollen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe von T€ 11.227 um T€ 8.214 auf T€ 19.441 angestiegen. Der stärkste Anstieg wurde in der Position "Honorare für Beratungs- und Prüfungskosten" in Höhe von T€ 4.240 verzeichnet. Dieser ist wesentlichen auf Patentrechtsstreitigkeiten, die Erstellung des Zukunftskonzepts sowie sonstige diverse Beraterleistungen zurückzuführen. Auf periodenfremde Aufwendungen entfallen im Berichtsjahr T€ 155 (2021: T€ 517). 15. Erträge aus Ausleihungenscrollen
Die Erträge aus Ausleihungen resultieren aus der konzerninternen Finanzierung. Im Vorjahr sind die Erträge aus Ausleihungen im Zinsergebnis unter der Position "Zinsen und ähnlichen Erträge aus verbundenen Unternehmen" in Höhe von T€ 16.344 enthalten. 16. Zinsergebnisscrollen
Das Zinsergebnis ist von T€ 15.879 auf T€ -5.458 gesunken. Die gestiegenen Zinsaufwendungen stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem neu im Geschäftsjahr 2022 aufgenommenen Schuldscheindarlehn. Der Rückgang des Zinsergebnis ist auf die Umgliederung von "Zinsen und ähnliche Erträge aus verbundenen Unternehmen" in Höhe von T€ 20.661 in "Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens aus verbundenen Unternehmen" zurückzuführen. 17. Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgenscrollen
Die Aufwendungen aus Verlustübernahme der Tochtergesellschaften beträgt in 2022 227,3 Mio. €. Im Vorjahr betrugen die Erträge aus Gewinnabführung 138,8 Mio. €. Der signifikante Anstieg der Aufwendungen ergibt sich aus erforderlicher außerplanmäßiger Abschreibung auf Sachanlagevermögen infolge von voraussichtlich dauerhafter Wertminderung in einer Tochtergesellschaft sowie aus den negativen operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften. 18. Ertrag aus Steuern vom Einkommen und vom Ertragscrollen
Der gesunkene tatsächliche Steueraufwand im Geschäftsjahr 2022 resultiert aus dem negativen steuerlichen Ergebnis im Organkreis der VARTA AG. Die periodenfremden Steuerertrag in 2022 in Höhe von T€ 5.043 betreffen die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer für Vorjahre. Sonstige Angaben19. HaftungsverhältnisseIm Zusammenhang mit den im Jahr 2016 von der VARTA AG in die VRT Pensionen GmbH abgespaltenen Pensionsverpflichtungen haftet die VARTA AG gemäß § 133 Abs. 3 S. 2 UmwG als Gesamtschuldner für 10 Jahre nach der Abspaltung und somit bis zum Jahr 2026. Da die Abspaltung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 25.476 auch entsprechendes Planvermögen für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 26.946 umfasste, geht die VARTA AG aufgrund des Aktivüberhangs von T€ 1.470 davon aus, aus der Nachhaftung nicht in Anspruch genommen zu werden. Im Zusammenhang mit der Zusage über insgesamt rund 300 Mio. € öffentliche Fördermittel hat die VARTA AG aufgrund der Auflagen der Zuwendungsbescheide Bürgschaftserklärungen für ihre Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH und VARTA Micro Production GmbH übernommen. Mit diesen Bürgschaftserklärungen verpflichtet sich die VARTA AG, für Sicherungen etwaiger Erstattungsansprüche des Bundes bis zur Höhe der bewilligten Zuwendung für geplante Investitionskosten (T€ 46.469 für VARTA Micro Production GmbH und T€ 95.317 für VARTA Microbattery GmbH sowie T€ 20.472 für die VARTA Innovation GmbH) einzustehen. Die VARTA AG schätzt die Inanspruchnahme aus den Bürgschaftserklärungen für gering ein, da sie von der Einhaltung der Förderbedingungen ausgeht. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte die Kürzung der Fördersumme um 108 Mio. €, welche sie ebenfalls kürzend auf die Bürgschaftssumme der VARTA AG auswirkt. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung kann kein genauer Betrag genannt werden. Des Weiteren hat die VARTA AG eine Patronatserklärung nach den Vorschriften des § 264 Abs. 3 S. 1 Nr. 2 HGB für die VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA übernommen. Das Risiko der Inanspruchnahme wird auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung und Aussicht der Gesellschaft als gering eingeschätzt. Die ehemaligen Grundstücke der VARTA AG bzw. ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften dienten überwiegend als Produktionsstätten für die Batterieherstellung und weisen nahezu sämtlich branchentypische Altlasten auf. Eine Käuferin aller ehemaligen ausländischen sowie einer inländischen Beteiligung, hat diese Risiken und mögliche in der Zukunft auftretende Risiken übernommen und die VARTA AG von diesen Risiken freigestellt; im Außenverhältnis besteht die Haftung der VARTA AG jedoch weiterhin fort. Mittlerweile wurde die Käuferin liquidiert. Die Global Equity Partners Beteiligungs-Management GmbH, Wien, ein mit der Käuferin verbundenes Unternehmen und nahestehendes Unternehmen der VARTA AG, hat diese Freistellung mit einer abgegebenen Garantie in Höhe von T€ 20.000 mit einer Laufzeit bis 2031 zusätzlich abgesichert. Die verbleibenden Risiken hat die VARTA AG bewertet und unter Berücksichtigung der vertraglichen garantierten Erstattungsansprüche keine Rückstellungen gebildet, da sie nicht davon ausgeht, in Anspruch genommen zu werden. Die VARTA AG hat im Rahmen einer Factoringvereinbarung eine Garantie für die vertraglichen Verpflichtungen aller Obliegenheiten ihrer Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH, VARTA Storage GmbH, VARTA Consumer Austria GmbH und VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA übernommen. Das Risiko der Inanspruchnahme wird auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung und Aussichten der Gesellschaften jeweils als gering eingeschätzt. Im Rahmen von Mieteintrittsvereinbarungen tritt die VARTA AG für ihre Tochtergesellschaft VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA im Falle eines dreimonatigen Verzugs der Mietraten gegenüber dem Vermieter ein. Das Risiko der Inanspruchnahme wird auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung und Aussichten der Gesellschaft jeweils als gering eingeschätzt. 20. Sonstige Finanzielle Verpflichtungenscrollen
Miet- und Leasingverpflichtungen werden zur Reduktion der Kapitalbindung eingegangen und beinhalten Leasingverträge der Firmenfahrzeuge und Bürogebäude. Die zukünftigen Verpflichtungen erhöhen sich vor allem aufgrund eines abgeschlossenen Geschäftsraummietvertrag für das neue Headquarter am VARTA-Platz 1 in Ellwangen. Voraussichtlicher Mietbeginn ist Anfang 2025. Die Abnahmeverpflichtungen haben sich aufgrund eines Beratervertrags erhöht. In Höhe von T€ 8 betreffen die Annahmeverpflichtungen verbundene Unternehmen. 21. MuttergesellschaftDas gezeichnete Kapital der VARTA AG wird von der VGG Beteiligungen SE, Wien, mit 50,3 % (2021: 55,45%) gehalten. Die restlichen 49,7 % (2021: 44,55%) befinden sich im Streubesitz. Oberstes Mutterunternehmen der VGG Beteiligungen SE ist die Montana Tech Components AG in Reinach, Schweiz. Der Konzernabschluss der Montana Tech Components AG (größter Kreis) kann auf der Website www.montanatechcomponents.com abgerufen werden. Die VARTA AG stellt mit ihrem Konzernabschluss den kleinsten Kreis von Unternehmen dar, in den die VARTA AG, Ellwangen (Jagst) und deren Tochterunternehmen einbezogen werden. 22. MitarbeitendeWährend des Geschäftsjahres 2022 waren neben dem Vorstand noch zwei weitere Mitarbeitende bei der VARTA AG beschäftigt (2021: zwei Mitarbeitende). 23. Gesamtbezüge des Vorstands und AufsichtsratesAngaben nach § 285 Nr. 9 HGBDie Gesamtbezüge des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr T€ 2.444 (2021: T€ 5.994). An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden Aufwandsentschädigungen von insgesamt T€ 438 (2021: T€ 389) gezahlt. Zum Stichtag stehen T€ 100 noch als Verbindlichkeit gegenüber Aufsichtsräten offen. Ehemalige Mitglieder des Vorstands erhielten Vergütungen in Höhe von T€ 0 (2021: T€ 223). 24. Honorare des Abschlussprüfers nach § 285 Nr. 17 HGBNach § 285 Nr. 17 HGB sind für das laufende Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorare für den Konzernabschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wie folgt aufzuschlüsseln: scrollen
25. Aufstellung des AnteilsbesitzesNachfolgend wird der Anteilsbesitz der VARTA AG gemäß § 285 Nr. 11 HGB dargestellt. Bei den vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden für die Angaben zu Eigenkapital und Ergebnis Werte unter Zugrundelegung der jeweiligen lokalen Rechnungslegungsvorschriften verwendet. Diese werden in EUR umgerechnet und abgebildet. scrollen
(1) Die Jahresergebnisse dieser Gesellschaften
werden aufgrund des bestehenden
Gewinnabführungsvertrages an die VARTA AG
abgeführt bzw. sind zu übernehmen (Kapitel 16
Ergebnis aus Gewinnabführungsverträgen)
26. Management der VARTA AGDer Vorstand der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen: Herbert Schein, Mitglied des Vorstands bis 31. Dezember 2022Weitere Mandate: scrollen
Weitere Mandate bis 31. Dezember 2022: scrollen
Armin Hessenberger, Mitglied des Vorstands, Finanzvorstand / CFOWeitere Mandate: scrollen
Rainer Hald, Mitglied des Vorstands, Technikvorstand / CTO seit 1. Januar 2022Weitere Mandate: scrollen
Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands, seit 1. August 2022Weitere Mandate: scrollen
Thomas Obendrauf war vom 19. Januar 2023 bis 17. Februar 2023 Mitglied des Vorstands Der Aufsichtsrat der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen: Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)Verwaltungsratspräsident der Montana Tech Components AG und Unternehmer Weitere Mandate: scrollen
Dr. Harald Sommerer (stellvertretender Vorsitzender)Unternehmer Weitere Mandate: scrollen
Sven QuandtGeschäftsführer der X-raid GmbH und Unternehmer Weitere Mandate: scrollen
Martin OhnebergGeschäftsführender Gesellschafter der HENN Industrial Group GmbH & Co. KG und Unternehmer Weitere Mandate: scrollen
Prof. Dr. Werner Tillmetz, bis 31. Oktober 2022Universitätsprofessor (emeritiert) Weitere Mandate: scrollen
Dr. Michael PistauerFinanzvorstand / CFO und Co-CEO Montana Aerospace AG und Unternehmer Weitere Mandate: scrollen
27. NachtragsberichtNach dem Gewinneinbruch des Jahres 2022 hat die VARTA AG ein Sanierungskonzept erarbeitet, um eine Rückkehr auf einen Wachstumspfad zu ermöglichen. In einem final vorliegenden Gutachten des Sanierungsgutachters zur Beurteilung der Sanierungsfähigkeit gem. IDW-S 6 wurde der VARTA AG die Sanierungsfähigkeit und Wachstumsperspektiven bei kurzfristigem Finanzierungsbedarf für die weitere Stabilisierung des Unternehmens bescheinigt. VARTA hat sich mit den finanzierenden Banken und dem Mehrheitseigentümer Montana Tech Components AG auf ein Term Sheet zur Umsetzung des Sanierungskonzepts bei Verlängerung der bestehenden Finanzierung bis 31. Dezember 2026 und Änderungen der Kreditbedingungen (Covenants) geeinigt. Die Gremien der finanzierenden Banken haben dieser Einigung am 17. April 2023 zugestimmt; die Bestimmungen des Term Sheet müssen noch entsprechend mit den Banken in einer Sanierungsvereinbarung vertraglich dokumentiert werden. Als erste Maßnahme der Restrukturierung wurde am 21. März 2023 eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um 2.220.000 Euro durch Ausgabe von 2.220.000 neuen Aktien zu einem Preis von 22,85 Euro pro Aktie und damit mit einem Abschlag von 4% auf den relevanten Xetra-Schlusskurs durchgeführt. Die neuen Aktien sind für das Geschäftsjahr 2022 voll dividendenberechtigt und tragen dieselben Rechte wie die bestehenden Aktien. Mit der Kapitalerhöhung wurde ein Bruttoemissionserlös von 50.727.000 Euro erzielt, wovon ein Teilbetrag von 2.220.000 Euro das Grundkapital der VARTA AG erhöht. Der verbleibende Betrag von 48.507.000,00 Euro wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Die Zeichnung der neuen Aktien erfolgte ausschließlich durch die VGG Beteiligungen SE, Wien/Österreich, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Montana Tech Components AG. Die Eintragung der Durchführung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 23. März 2023. Die neuen Aktien wurden prospektfrei zum Handel im regulierten Markt sowie gleichzeitig zum Teilbereich des regulierten Markts mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen werden. Als weitere Maßnahme sieht das Term Sheet mit den finanzierenden Banken die Bestellung eines Chief Restructuring Officer (CRO) vor, der seine Tätigkeit bei der VARTA AG im April 2023 aufgenommen hat und nach einer Einarbeitungszeit in den Vorstand bestellt werden soll. In dieser Funktion verantwortet er künftig die Umsetzung des Sanierungskonzepts. Armin Hessenberger (CFO) scheidet zum 30. April 2023 aus dem Vorstand aus. Unter Armin Hessenberger war im März 2023 die Einigung mit den Banken über das umfangreiche Sanierungsprogramm der VARTA AG zustande gekommen. Sein Nachfolger Marc Hundsdorf wird zum 15. Mai 2023 die Tätigkeit bei VARTA aufnehmen. Die Sanierungsmaßnahmen beinhaltet auf der operativen Seite eine Anpassung von Produktions- und Strukturkosten sowie gezielte Investitionen in Wachstumsfelder wie Energiewende und E-Mobilität. Ergänzt um Maßnahmen zur operativen Stärkung werden so die zentralen Voraussetzungen für eine Stabilisierung des Unternehmens und eine langfristig positive Performance geschaffen. Neben umfangreichen Maßnahmen im operativen Bereich sind auch Personalmaßnahmen erforderlich. Hierzu hat der Vorstand der VARTA AG im April erste Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geführt. Ein konkreter Sozialplan oder ähnliches lag im Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses noch nicht vor. Das mit den Banken beschlossene Restrukturierungsprogramm sieht im Personalbereich Kosteneinsparungen in einem Umfang von unternehmensweit von rund 800 Vollzeitstellen vor, um die Strukturen zukunftsfähig aufzustellen. Durch geplante Austritte und jährliche Fluktuation im weltweiten Konzern reduziert sich diese Zahl auf rund 400. Im Zusammenhang mit Abfindungszahlungen können Rückstellungen für Restrukturierung zu erfassen sein. Aufgrund der drohenden Nichteinhaltung von vertraglich definierten Finanzkennzahlen (Financial Covenants) ist VARTA auf den Abschluss einer Sanierungsvereinbarung mit den finanzierenden Banken im Rahmen der Anpassung des Konsortialkredits angewiesen. Diese Sanierungsvereinbarung verpflichtet den Vorstand der VARTA AG zur Umsetzung von weitreichenden Sanierungsmaßnahmen. Die Sanierungsfähigkeit ist durch einen externen Sanierungsgutachter fortlaufend zu überprüfen und schriftlich zu bestätigen. Bei einer Nichteinhaltung von Bedingungen der Sanierungsvereinbarung haben die finanzierenden Banken grds. das Recht, die Finanzierungsvereinbarung aufzukündigen und die ausgereichten Darlehen an die VARTA AG jederzeit fällig zu stellen. In diesem Zusammenhang weist der Vorstand der VARTA AG insbesondere darauf hin, dass der Fortbestand der Gesellschaft somit von der erfolgreichen Anpassung der Finanzierung durch die Konsortialkreditgeber auf Basis der Sanierungsvereinbarung sowie von dem Erreichen der unter Berücksichtigung der Sanierungsmaßnahmen angestrebten operativen Budgetziele abhängig ist. In diesem Zusammenhang besteht eine wesentliche Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Die Gesellschaft ist daher möglicherweise nicht in der Lage, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögenswerte zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Aufgrund der drohenden Nichteinhaltung bestehender Covenantsbedingungen im Konsortialkreditvertrag wurden die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowohl aus dem Konsortialkredit als auch aus dem Schuldscheindarlehen zum Bilanzstichtag vollständig als kurzfristig klassifiziert. Mit Abschluss der Sanierungsvereinbarung, welche voraussichtlich im 2. Quartal 2023 abgeschlossen wird, erfolgt eine Reklassifizierung der Verbindlichkeiten entsprechend der neu vereinbarten Fristigkeiten in die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Aufgrund der bereits eingeleiteten Maßnahmen, auch unter Berücksichtigung der von einem externen Gutachter geprüften Unternehmensplanung, ist der Vorstand davon überzeugt, wieder auf einen Wachstumspfad mit einer entsprechenden Profitabilität zurückzukehren. 28. Vorschlag zur ErgebnisverwendungDie Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022 einen Jahresfehlbetrag von T€ -221.454 erzielt. Es wird vorgeschlagen, den Jahresfehlbetrag auf neue Rechnung vorzutragen. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags von T€ 47.613 und des Jahresfehlbetrages von T€ -221.454 ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein Bilanzverlust von T€ -173.841. 29. Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate Governance CodexDer Vorstand und Aufsichtsrat der VARTA AG haben im April 2023 die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gem. § 161 AktG abgegeben und auf der Webseite www.varta-ag.com dauerhaft zugängig gemacht.
Ellwangen (Jagst), den 28. April 2023 VARTA Aktiengesellschaft Der Vorstand Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands Armin Hessenberger, Finanzvorstand, CFO Rainer Hald, Technikvorstand, CTO BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die VARTA AKTIENGESELLSCHAFT, Ellwangen (Jagst)VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT, Ellwangen (Jagst), - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Den Unterabschnitt "8.10. Lageberichtsfremde Angaben" des Abschnitts "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse scrollen
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der UnternehmenstätigkeitWir verweisen auf die Angaben im Abschnitt "27. Nachtragsbericht" des Anhangs sowie die Angaben im Abschnitt "8. Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "8.6 Finanzielle und Ausfallrisiken" des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand der Gesellschaft vom erfolgreichen Abschluss eines auf Basis einer Sanierungsvereinbarung angepassten Konsortialkreditvertrags sowie dem Erreichen der unter Berücksichtigung der Sanierungsmaßnahmen angestrebten operativen Budgetziele abhängig ist. Wie im Abschnitt "27. Nachtragsbericht" des Anhangs sowie im Abschnitt "8. Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "8.6 Finanzielle und Ausfallrisiken" des Lageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das von der Gesellschaft eingeholte Sanierungsgutachten und die fachliche Qualifikation des externen Gutachters gewürdigt. In diesem Zusammenhang haben wir auch die Angemessenheit der im Sanierungsgutachten getroffenen Annahmen beurteilt und nachvollzogen, ob die im Sanierungsgutachten dargestellten Maßnahmen sachgerecht auf der Grundlage dieser Annahmen abgeleitet wurden. Zudem haben wir anhand von Gesprächen und Unterlagen den Fortschritt der Verhandlungen zur Anpassung des Konsortialkredits beurteilt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des JahresabschlussesBesonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Zusätzlich zu dem im Abschnitt "Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit" beschriebenen Sachverhalt haben wir den unten beschriebenen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt, der in unserem Bestätigungsvermerk mitzuteilen ist. [1] Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an diese verbundenen Unternehmen Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert: (1) Sachverhalt und Problemstellung (2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse (3) Verweis auf weitergehende Informationen Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar: [1] Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an diese verbundenen Unternehmen(1) Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Finanzanlagen" Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 112 Mio. € ausgewiesen. Darüber hinaus werden Ausleihungen an diese verbundenen Unternehmen in Höhe von 702 Mio. € ausgewiesen. Zusammen beträgt der Buchwert des Gesamtengagements 814 Mio. € (91,5 % der Bilanzsumme). Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen richtet sich nach den Anschaffungskosten und dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die Ermittlung der beizulegenden Werte erfolgt auf Grundlage der Barwerte der erwarteten künftigen Zahlungsströme, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten und durch einen externen Sanierungsgutachter im Rahmen eines Sanierungsgutachten nach IDW S 6 erstellten sensitivierten Planungsrechnungen ergeben, mittels Discounted-Cashflow-Modellen. Aufgrund der damit verbundenen Unsicherheiten werden verschiedene Planungsszenarien berücksichtigt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren und Wachstumsraten berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten des jeweiligen verbundenen Unternehmens. Sofern langfristige Ausleihungen an verbundene Unternehmen einen eigenkapitalersetzenden Charakter aufweisen, werden die Buchwerte der jeweiligen Ausleihungen auf die Beteiligungsbuchwerte der Anteile an verbundenen Unternehmen angerechnet. Auf Basis der ermittelten Werte sowie weiterer Dokumentationen ergab sich für das Geschäftsjahr kein Abwertungsbedarf. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Bewertung ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der hohen Komplexität der Bewertung und der wesentlichen Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft war dieser Sachverhalt im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung. (2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem das methodische Vorgehen der Gesellschaft zur Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen an diese verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Wir haben insbesondere beurteilt, ob die beizulegenden Werte sachgerecht auf der Grundlage von Discounted-Cashflow-Modellen unter Beachtung der relevanten Bewertungsstandards ermittelt wurden. Dabei haben wir unter anderem die in den Discounted-Cashflow-Modellen zugrunde gelegten erwarteten Zahlungsströmen mit der durch einen externen Sanierungsgutachter im Rahmen eines Sanierungsgutachten nach IDW S 6 erstellten sensitivierten Planungsrechnung abgeglichen. Darüber hinaus haben wir einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen vorgenommen und umfangreiche Erläuterungen der gesetzlichen Vertreter zu den wesentlichen Werttreibern, die den erwarteten Zahlungsströmen zugrunde liegen, eingeholt. Weiterhin haben wir die Planungsprämissen der im Sanierungsgutachten nach IDW S 6 dargestellten sensitivierten Planungsrechnung und die verschiedenen Planungsszenarien der gesetzlichen Vertreter nachvollzogen. Mit der Kenntnis, dass bereits relativ geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes und Wachstumsraten werterheblich sein können, haben wir uns intensiv mit den bei der Bestimmung der verwendeten Diskontierungszinssätze und der Wachstumsraten herangezogenen Parametern beschäftigt und das Berechnungsschema nachvollzogen. Abschließend haben wir beurteilt, ob die so ermittelten Werte zutreffend dem entsprechenden Buchwert gegenübergestellt wurden, um einen etwaigen Wertberichtigungs- oder Zuschreibungsbedarf zu ermitteln. Die von den gesetzlichen Vertretern angewandten Bewertungsparameter und zugrunde gelegten Bewertungsannahmen sind unter Berücksichtigung der verfügbaren Informationen aus unserer Sicht insgesamt geeignet, um die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Ausleihungen an diese verbundenen Unternehmen sachgerecht vorzunehmen. (3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Finanzanlagen sind in den Abschnitten 2 und 4 des Anhangs enthalten. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Unterabschnitt "8.10. Lageberichtsfremde Angaben" des Abschnitts "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts. Die sonstigen Informationen umfassen zudem die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen scrollen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus scrollen
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGENVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach§ 317Abs. 3a HGBPrüfungsurteilWir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei VARTA_JA+LB_ESEF-2022-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Grundlage für das PrüfungsurteilWir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) und des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-UnterlagenDie gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-UnterlagenUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus scrollen
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVOWir wurden von der Hauptversammlung am 21. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 27. Oktober 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2022 als Abschlussprüfer der VARTA AKTIENGESELLSCHAFT, Ellwangen (Jagst), tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT - VERWENDUNG DES BESTÄTIGUNGSVERMERKSUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der "Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB" und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. HINWEIS ZUR NACHTRAGSPRÜFUNGDiesen Bestätigungsvermerk erteilen wir zu dem Jahresabschluss und dem Lagebericht sowie zu den erstmals zur Prüfung vorgelegten, in der Datei VARTA_JA+LB_ESEF-2022-12-31.zip enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und Lageberichts aufgrund unserer pflichtgemäßen, am 28. April 2023 abgeschlossenen Prüfung und unserer am 29. April 2023 abgeschlossenen Nachtragsprüfung, die sich auf die erstmalige Vorlage der ESEF-Unterlagen bezog. VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFERDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Denis Etzel.
Stuttgart, den 28. April 2023 / begrenzt auf die im Hinweis zur Nachtragsprüfung genannte erstmalige Vorlage der ESEF-Unterlagen: 29. April 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Jürgen Schwehr, Wirtschaftsprüfer Denis Etzel, Wirtschaftsprüfer |
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