VARTA AKTIENGESELLSCHAFTEllwangen JagstHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Halbjahresfinanzberichtper 30. Juni 2023VISIONWir definieren die Zukunft der Batterietechnologie, um
ein unabhängigeres Leben zu ermöglichen.
MISSIONDurch kontinuierliche Investitionen in Forschung und
Entwicklung setzen wir den Maßstab für die
Batterietechnologie und die Anpassung an
Kundenwünsche, um die Marktführerschaft in
unseren Geschäftsfeldern anzustreben.
VARTA AG - AUSGEWÄHLTE KONZERN-KENNZAHLENscrollen
* Vergleichszeitraum bezieht sich auf den 31.
Dezember 2022
VARTA AGDie VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG), Ellwangen
(Jagst), Deutschland, ist die Muttergesellschaft des VARTA
Konzerns. Seit Oktober 2017 ist die VARTA AG an der
Frankfurter Börse im Prime Standard notiert und
derzeit im SDAX vertreten. Die Geschäftstätigkeit
der VARTA AG und ihrer Tochtergesellschaften umfasst
Entwicklung, Produktion und Vertrieb sowie Forschung und
Entwicklung von Mikro- und Haushaltsbatterien,
großformatigen Batterien, kundenspezifischen
Batterielösungen und Energiespeichern. Die
Geschäftstätigkeit des VARTA AG Konzerns ist in
fünf berichtspflichtige Segmente unterteilt: "Micro
Batteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Consumer Batteries",
"Energy Storage Systems" und "Sonstige". Durch intensive
Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen
der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien
weltweit Maßstäbe und gehört in den
wichtigen Wachstumsmärkten der
Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären
Hörgeräte- und Haushaltsbatterien zu den
Innovationsführern. Die in Jahren entwickelten
Produktionsprozesse inklusive z.T. maßgeschneiderter
Produktionsanlagen und die entsprechend qualifizierte und
erfahrene Belegschaft runden das Kompetenzprofil ab. Der
VARTA AG Konzern beschäftigt derzeit 4.216
Mitarbeitende. Der Konzern betreibt fünf Produktions-
und Batterie-Fertigungsstätten in Deutschland,
Rumänien und Indonesien sowie Vertriebszentren in den
Vereinigten Staaten, Europa und Asien, die an Kunden in
über 100 Ländern weltweit verkaufen.
Micro BatteriesDas Segment "Micro Batteries" umfasst die
Aktivitäten im Bereich Mikrobatterien und
Hörgerätebatterien. Der Konzern ist einer der
führenden Hersteller von Mikrobatterien für
Hörgeräte. Die Hörgerätebatterien
werden in der modernsten und größten
Hörgerätebatterieproduktion in Deutschland auf
vollautomatischen Linien nach medizinischem
Qualitätsstandard produziert. Für die neuen
wiederaufladbaren Lösungen wird ein Komplett-Portfolio
an kleinen, leistungsstarken und individuell angepassten
Lithium-Ionen-Akkus am selben Standort gefertigt und als
Energiequelle auf die Anforderungen der Geräte unserer
Kunden abgestimmt.
Lithium-Ion CoinPowerDas Segment "Lithium-Ion CoinPower" bildet das
Geschäft mit kleinformatigen LithiumIonen-Rundzellen,
auch als CoinPower bekannt, für OEM-Anwendungen ab.
VARTA zählt namhafte Unternehmen zu seinen Kunden und
produziert Batterien in zahlreichen wichtigen
elektrochemischen Systemen sowie Bauformen und
-größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von
Hörgeräten über kabellose Headsets (True
Wireless Stereo Headsets) bis zu Automobil-Anwendungen, die
mit Mikrobatterien betrieben werden. Die beiden Segmente
"Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" arbeiten
synergetisch zusammen.
Consumer BatteriesDas Segment "Consumer Batteries" beinhaltet die
Produktkategorien Haushaltsbatterien, Akkus,
Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten.
Die VARTA AG ist einer der europäischen
Marktführer für Haushaltsgerätebatterien mit
Produktionsstandort in Deutschland. "Consumer Batteries"
richtet sich überwiegend an Endkunden. Die innovativen
Qualitätsprodukte aus dem Segment "Consumer Batteries"
werden mit modernster Technologie und dem Know-how
international qualifizierter Fachleute entwickelt und
gefertigt. Neben der Innovationskraft zeichnen
Sortimentsbreite, Qualität und Design das Angebot aus.
Die intensive Orientierung am Lebensstil der Konsumenten
und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel sind
entscheidend, damit VARTA schnell und flexibel auf aktuelle
Gerätetrends mit optimalen Energielösungen
antworten kann.
Energy Storage SystemsIm Segment "Energy Storage Systems" produziert das
Unternehmen primär Energiespeichersysteme für
Privathaushalte und darüber hinaus auch kommerzielle
Großspeicherlösungen für Gewerbekunden.
Hier leistet VARTA mit der Entwicklung und Herstellung von
Energiespeichern einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der
Energiewende. Die Energiespeicherlösungen von VARTA im
Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten
Einstiegsmodellen wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo bis
hin zum Großspeicher VARTA flex storage für
gewerbliche Anwendungen. Das bestehende Produktportfolio
für Privathaushalte aus den Produktserien VARTA pulse
neo und VARTA element backup umfasst AC-gekoppelte Systeme.
Diese verfügen über einen integrierten
Batteriewechselrichter und sind damit ohne
zusätzlichen PV-Wechselrichter mit PV-Anlagen
kombinierbar. Damit sind sie sowohl für
Neuinstallationen als auch für die Nachrüstung
bestens geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem
sorgt zudem für die optimale Nutzung der selbst
produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt, den
Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen. Mit der
VARTA.wallhat das Unternehmen 2022 ein hochmodernes System
auf Basis der Rundzellentechnologie vorgestellt, das mit
einer geringen Bautiefe von rund 10 Zentimetern sehr flach
und platzsparend ist. Der DC-gekoppelte Speicher VARTA.wall
wird in 2023 mit Kapazitäten von 10 bis 20 kWh auf den
Markt kommen und adressiert damit den individuellen
Kapazitätsbedarf der Kundinnen und Kunden.
Darüber hinaus ermöglicht die modulare
Stapel-Bauweise eine nachträgliche Erweiterung der
Speicherkapazität, um auch bei zukünftig
steigendem Energiebedarf ausreichend große
Kapazität zu gewährleisten. Mit der Bauweise
strebt VARTA eine Installation in unter 30 Minuten an, was
für den Installateur eine signifikante Zeitersparnis
im Vergleich zu bestehenden Produkten bedeutet.
Darüber hinaus ermöglicht die Kompatibilität
mit verschiedenen marktführenden
Wechselrichterherstellern den Einsatz der VARTA.wall sowohl
für Neuinstallationen als auch für bereits
installierte PV-Anlagen.
SonstigeDas Segment "Sonstige" umfasst die
Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" und
"Lithium-Ion Large Cells". Im Geschäftsbereich
"Lithium-Ion Battery Packs" verfügt der Konzern
über umfangreiche Branchenerfahrung in der
Konstruktion leistungsstarker, sicherer und
bedarfsgerechter Lithium-Ionen-Batteriepacks für die
Medizintechnik, Robotik, Konnektivität, Haushalt oder
Telekommunikation. Das Produktportfolio reicht von
vollständig kundenspezifischen Batteriepacks bis hin
zu fertig konfigurierten Standardbatterien. Mit dem
Geschäftsbereich "Lithium-Ion Large Cells" plant
VARTA, großformatige Lithium-Ionen Rundzellen
für automobile (V4Drive) und nicht-automobile
(RoundPower) Anwendungen anzubieten. Der Einstieg in das
E-Mobility-Geschäft wird mit der großformatigen
Lithium-Ionen Rundzelle V4Drive vorbereitet. Eine erste
Kleinserienanlage soll bis zu 10 Mio. Rundzellen pro Jahr
liefern, die bereits in der Prototypenfertigung eines
OEM-Kunden eingesetzt werden. Im
Non-Automotive-Geschäft liegt der Fokus mit der
RoundPower auf allen Anwendungsfeldern außerhalb der
klassischen E-Mobilität wie Industriefahrzeugen,
Elektrowerkzeugen, Haus- und Gartenanwendungen, E-Bikes und
diversen weiteren Anwendungsmöglichkeiten. Hier werden
allerdings aktuell noch keine Umsätze generiert.
scrollen
Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2023VARTA AG geht zuversichtlich in die Zukunft
scrollen
Die VARTA AG blickt trotz einer weiter herausfordernden
gesamtwirtschaftlichen Lage optimistisch auf die kommenden
Monate. Gründe sind die weiter positive Entwicklung
des Geschäfts mit den Energiespeichern, anlaufende
Kundenprojekte sowie die traditionell saisonal steigende
Nachfrage im zweiten Halbjahr. Zudem macht das Unternehmen
Fortschritte bei der laufenden Restrukturierung: Aktuell
liegt die VARTA AG bei der Erfüllung der Vorgaben der
Kosteneinsparungen im Plan oder übererfüllt sie
in manchen Bereichen sogar. Im Plan ist auch der notwendige
weltweite Stellenabbau. So wird das Freiwilligenprogramm am
Standort Ellwangen im August abgeschlossen. Weltweit will
VARTA rund 800 Stellen streichen.
Wie alle produzierenden Unternehmen bewegt sich auch die
VARTA AG in einem Umfeld, das von den Folgen des Kriegs
gegen die Ukraine und den Auswirkungen auf die globale
Wirtschaft geprägt ist. Preisanstiege bei Rohstoffen
sowie eine Konsumzurückhaltung bei den Endkunden haben
die Ergebnisse vieler Unternehmen gerade in Europa in den
vergangenen Monaten belastet. VARTA hatte daher bereits im
Herbst 2022 einen strikten Sparkurs eingeschlagen und sich
mit seinen finanzierenden Banken und dem
Mehrheitseigentümer auf ein Restrukturierungsprogramm
geeinigt, das derzeit umgesetzt wird. Die
Stellenstreichungen sind dabei eine Maßnahme neben
Programmen zur Umsatzsteigerung, zur Optimierung der
Lieferketten, der Prozesse, der Auslandsverlagerung und des
Working Capitals.
Auch in den vergangenen beiden Quartalen des laufenden
Jahres waren die Herausforderungen infolge der weltweiten
Krisen weiter spürbar. So lag der Konzernumsatz im
ersten Halbjahr 2023 bei 339,0 Mio. € (H1 2022: 376,8
Mio. €). Das bereinigte EBITDA lag im selben Zeitraum
bei -6,8 Mio. € (H1 2022: 68,9 Mio. €).
Die weitere Entwicklung bewertet die VARTA AG positiv:
Durch die Belebung des Geschäfts in wichtigen
Bereichen sowie die erfolgreich verlaufenden
Restrukturierungsmaßnahmen erwartet die
Unternehmensleitung im kommenden Jahr bereits wieder einen
Umsatz von deutlich mehr als 900 Mio. €.
Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands der VARTA
AG: "Hinter uns liegt eine herausfordernde Zeit und wir
haben noch viel Arbeit vor uns. Aber wir sehen, dass unser
entschiedenes Handeln und die Maßnahmen unseres
Restrukturierungsprogramms Wirkung zeigen. Unsere Kunden
vertrauen weiter auf die starke Marke VARTA. Wir haben neue
Projekte in Arbeit, die uns davon überzeugen, dass wir
im kommenden Jahr wieder zurück auf den Erfolgskurs
kommen können."
Umsatz & Bereinigtes EBITDA(In TEUR, unge prüft)
Verkürzter Konzernlagebericht für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2023VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)1. Konzernstruktur1.1. GeschäftsmodellDie VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst),
Deutschland (VARTA AG), ist die Muttergesellschaft des
Konzerns. Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG
und Ihrer Tochtergesellschaften umfassen Entwicklung,
Produktion und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung von
Mikrobatterien, großformatigen Batterien,
Haushaltsbatterien und Energiespeicherlösungen.
Die Geschäftstätigkeit des VARTA AG Konzerns
ist in fünf berichtspflichtige Segmente unterteilt:
"Micro Batteries", "Lithium-Ion CoinPower", "Consumer
Batteries", "Energy Storage Systems" und "Sonstige". Seine
Aufstellung hat der VARTA AG Konzern mit dem Ausweis der
Geschäftstätigkeit für das Gesamtjahr 2022
entsprechend angepasst.
Das Segment "Micro Batteries" umfasst Mikro- und
Hörgerätebatterien, "Lithium-Ion CoinPower"
kleinformatige Lithium-Ionen-Rundzellen für
OEM-Anwendungen. "Consumer Batteries" bildet das
Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus,
Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten
ab. Unter "Energy Storage Systems" fallen
Energiespeicher-Lösungen für vorrangig private,
aber auch für kommerzielle Anwendungsbereiche. Das
Segment "Sonstige" umfasst in der neuen Unterteilung die
Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" sowie
"Lithium-Ion Large Cells".
Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt ein
umfassendes Batterie-Portfolio von Mikrobatterien,
Haushaltsbatterien, großformatigen Zellen,
Energiespeichersystemen bis hin zu kundenspezifischen
Batterielösungen für eine Vielzahl von
Anwendungen und Endkundenmärkten. Durch intensive
Forschung und Entwicklung setzt VARTA in vielen Bereichen
der Lithium-Ionen-Technologie und bei Mikrobatterien
weltweit Maßstäbe und gehört in den
wichtigen Wachstumsmärkten der
Lithium-Ionen-Technologie sowie bei primären
Hörgeräte- und Haushaltsbatterien zu den
Innovationsführern.
Der Konzern betreibt zum Halbjahresende 2023 fünf
Produktions- und Batterie-Fertigungsstätten in
Deutschland, Rumänien und Indonesien sowie
Vertriebszentren in den Vereinigten Staaten, Europa und
Asien, die an Kunden in über 100 Ländern weltweit
verkaufen. Als international agierendes Unternehmen kann
die VARTA AG auf über 135 Jahre Unternehmensgeschichte
zurückblicken.
Segmente und OrganisationsstrukturMICRO BATTERIES & LITHIUM-ION COINPOWERDas Segment "Micro Batteries" (vormals Microbatteries)
umfasst die Aktivitäten im Bereich Mikrobatterien und
Hörgerätebatterien. Der Konzern ist einer der
führenden Hersteller von Mikrobatterien für
Hörgeräte. "Micro Batteries" wurde ebenso wie das
Segment "Lithium-Ion CoinPower" innerhalb des vormalig
zusammengefassten Segments "Lithium-Ion Solutions &
Micro Batteries" geführt.
Das Segment "Lithium-Ion CoinPower" bildet das
Geschäft mit kleinformatigen LithiumIonen-Rundzellen,
auch als CoinPower bekannt, für OEM-Anwendungen ab.
VARTA zählt namhafte Unternehmen zu seinen Kunden und
produziert Batterien in zahlreichen wichtigen
elektrochemischen Systemen sowie Bauformen und
-größen. Die Reihe der Anwendungen reicht von
Hörgeräten über kabellose Headsets (True
Wireless Stereo Headsets) bis zu Automobil-Anwendungen, die
mit Mikrobatterien betrieben werden. Die beiden Segmente
"Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" arbeiten
synergetisch zusammen.
CONSUMER BATTERIES & ENERGY STORAGE SYSTEMSDas Segment "Consumer Batteries" beinhaltet die
Produktkategorien Haushaltsbatterien, Akkus,
Ladegeräte, Portable Power (Power Banks) und Leuchten.
Die VARTA AG ist einer der europäischen
Marktführer mit Produktionsstandort in Deutschland
für Haushaltsgerätebatterien. "Consumer
Batteries" richtet sich überwiegend an Endkunden.
Ebenso wie das Segment "Energy Storage Systems" wurde
"Consumer Batteries" innerhalb des vormalig
zusammengefassten Segments "Household Batteries"
geführt.
Die innovativen Qualitätsprodukte aus dem Segment
"Consumer Batteries" werden mit modernster Technologie und
dem Know-how international qualifizierter Fachleute
entwickelt und gefertigt. Neben der Innovationskraft
zeichnen Sortimentsbreite, Qualität und Design das
Angebot aus. Die intensive Orientierung am Lebensstil der
Konsumenten und die enge Zusammenarbeit mit dem Handel sind
entscheidend, damit VARTA schnell und flexibel auf aktuelle
Gerätetrends mit optimalen Energielösungen
antworten kann.
Im Segment "Energy Storage Systems" produziert das
Unternehmen primär Energiespeichersysteme für
Privathaushalte und darüber hinaus auch kommerzielle
Großspeicherlösungen für Gewerbekunden.
Hier leistet VARTA mit der Entwicklung und Herstellung von
Energiespeichern einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der
Energiewende. Die Energiespeicherlösungen von VARTA im
Heim- und Großspeichermarkt reichen von kompakten
Einstiegsmodellen wie dem Wandspeicher VARTA pulse neo bis
hin zum Großspeicher VARTA flex storage für
gewerbliche Anwendungen. Das bestehende Produktportfolio
für Privathaushalte aus den Produktserien VARTA pulse
neo und VARTA element backup umfasst AC-gekoppelte Systeme.
Diese verfügen über einen integrierten
Batteriewechselrichter und sind damit ohne
zusätzlichen PV-Wechselrichter mit PV-Anlagen
kombinierbar. Damit sind sie sowohl für
Neuinstallationen als auch für die Nachrüstung
bestens geeignet. Das intelligente Energiemanagementsystem
sorgt zudem für die optimale Nutzung der selbst
produzierten Solarenergie und ist darauf ausgelegt, den
Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen. Mit der VARTA.wall
hat das Unternehmen ein hochmodernes System auf Basis der
Rundzellentechnologie vorgestellt, das mit einer geringen
Bautiefe von rund 10 Zentimetern sehr flach und
platzsparend ist. Der DC-gekoppelte Speicher VARTA.wall
wird mit Kapazitäten von 10 bis 20 kWh auf den Markt
kommen und adressiert damit den individuellen
Kapazitätsbedarf der Kundinnen und Kunden.
Darüber hinaus ermöglicht die modulare
Stapel-Bauweise eine nachträgliche Erweiterung der
Speicherkapazität, um auch bei zukünftig
steigendem Energiebedarf ausreichend große
Kapazität zu gewährleisten. Mit der Bauweise
strebt VARTA eine Installation in unter 30 Minuten an, was
für den Installateur eine signifikante Zeitersparnis
im Vergleich zu bestehenden Produkten bedeutet.
Darüber hinaus ermöglicht die Kompatibilität
mit verschiedenen marktführenden
Wechselrichterherstellern den Einsatz der VARTA.wall sowohl
für Neuinstallationen als auch für bereits
installierte PV-Anlagen.
SONSTIGEDas neu geschaffene Segment "Sonstige" umfasst die
Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs", und
"Lithium-Ion Large Cells". Im Geschäftsbereich
"Lithium-Ion Battery Packs" verfügt der Konzern
über umfangreiche Branchenerfahrung in der
Konstruktion leistungsstarker, sicherer und
bedarfsgerechter Lithium-Ionen-Batteriepacks für die
Medizintechnik, Robotik, Konnektivität, Haushalt oder
Telekommunikation. Das Produktportfolio reicht von
vollständig kundenspezifischen Batteriepacks bis hin
zu fertig konfigurierten Standardbatterien. Mit dem
Geschäftsbereich "Lithium-Ion Large Cells" plant
VARTA, großformatige Lithium-Ionen Rundzellen
für automobile (V4Drive) und nicht-automobile
(RoundPower) Anwendungen anzubieten. Der Einstieg in das
EMobility-Geschäft wird mit der großformatigen
Lithium-Ionen Rundzelle V4Drive vorbereitet. Eine erste
Kleinserienanlage soll bis zu 10 Mio. pro Jahr liefern, die
bereits in der Prototypenfertigung eines OEM-Kunden
eingesetzt werden. Im Non-Automotive-Geschäft liegt
der Fokus mit der RoundPower auf allen Anwendungsfeldern
außerhalb der klassischen E-Mobilität wie
Industriefahrzeugen, Elektrowerkzeugen, Haus- und
Gartenanwendungen, E-Bikes und diversen weiteren
Anwendungsmöglichkeiten. Hier werden allerdings
aktuell noch keine Umsätze generiert.
1.2. Strategie und ZieleDer VARTA AG Konzern erarbeitet im Rahmen seiner
jährlichen Budgetplanung seine Ziele und Strategien
für das folgende Geschäftsjahr. Der Konzern kann
mit seinen fünf berichtspflichtigen Segmenten von den
relevanten Wachstumstrends wie demografischer Wandel,
technologischer Fortschritt, vermehrte Konnektivität,
erneuerbare Energien, Energieunabhängigkeit und
E-Mobilität profitieren.
Grundsätzlich setzt der VARTA AG Konzern auf
folgende Wachstumsfelder und Ziele:
scrollen
Diese gelten gegenüber dem Geschäftsbericht
2022 unverändert und werden dort ausführlich
dargestellt.
Weitere Informationen zu den konkreten
Zielausprägungen der Gesellschaft sind in "8.
Ausblick" enthalten.
1.3. UnternehmenssteuerungDer VARTA AG Konzern wird nach Maßgabe intern
definierter finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen
im Sinne einer nachhaltigen Wertsteigerung gesteuert. Der
Vorstand hat im Jahresverlauf 2022 seine internen
Steuerungsinstrumente angepasst. Diese gelten seitdem
unverändert.
Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr des
Geschäftsjahres 2022 werden Umsatz und bereinigtes
EBITDA unverändert als Kennzahlen zur Steuerung
herangezogen. Der CAPEX wurde aufgrund der veränderten
Unternehmenssituation nicht weiter als finanzielle Kennzahl
definiert. Ein weiterer wichtiger nichtfinanzieller
Leistungsindikator ist die Anzahl der Mitarbeitenden.
Das Managementsteuerungssystem ist auch Grundlage der
externen Berichterstattung der VARTA AG und wird durch den
Aufsichtsrat im Rahmen seiner Kontrollfunktion
überwacht.
1.4. Leitung und KontrolleDer Vorstand der VARTA AG bestand zum 30. Juni 2023 aus
folgenden Mitgliedern:
Herrn Dr. Markus Hackstein (Sprecher des Vorstands),
Herrn Marc Hundsdorf (Finanzvorstand/CFO), Herrn Rainer
Hald (Technikvorstand/CTO) und Herrn Michael Giesswein
(CRO). Die Mitglieder des Vorstandes tragen gemeinsam die
Verantwortung für die Geschäftsführung. Zum
15. Mai 2023 ist Herr Armin Hessenberger aus dem Vorstand
ausgeschieden.
Der Aufsichtsrat bestand zum 30. Juni 2023 aus folgenden
Mitgliedern:
Herrn Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitz), Herrn Dr.
Harald Sommerer (stv. Vorsitz), Herrn Sven Quandt, Herrn
Martin Ohneberg, und Herrn Dr. Michael Pistauer. Zudem
wurde Herr Günther Apfalter nach Abschluss der
Berichtsperiode auf der ordentlichen Hauptversammlung der
VARTA AG am 11. Juli 2023 neu in den Aufsichtsrat
gewählt.
2. Wirtschaftsbericht2.1. Märkte und EinflussfaktorenDie strukturellen Perspektiven für das
Batteriegeschäft bleiben sehr positiv. Batterien,
insbesondere Lithium-Ionen-Batterien, finden in fast allen
Märkten und Industrien weltweit
Einsatzmöglichkeiten und ermöglichen durch ihre
hohe Energiedichte maßgeblich technologische
Innovationen. Der VARTA AG Konzern produziert und verkauft
Batterien weltweit. Der Trend hin zu portablen und
kabellosen Geräten, die auf Batterien aus dem
VARTA-Produktportfolio setzen, eröffnet wesentliche
Möglichkeiten. Darüber hinaus wirken sich der
Umstieg auf erneuerbare Energiequellen, der Bedarf der
Speicherung von Energie und der Wunsch der Energieautarkie
positiv auf die Nachfrage nach Produkten aus dem
VARTA-Portfolio aus.
Das aktuelle, gesamtwirtschaftliche Umfeld im ersten
Halbjahr 2023 hat sich im Vergleich mit dem
Vorjahreszeitraum in Summe eingetrübt, was sich in
mehreren Zielmärkten von VARTA niedergeschlagen hat.
Hohe Rohstoff- und Energiepreise, die Auswirkungen des
andauernden Ukraine-Kriegs, etwa Einschränkungen bei
der Verfügbarkeit von Komponenten wie Halbleitern, und
signifikant gestiegene Transportkosten belasteten das
Unternehmen unmittelbar oder mittelbar über VARTAs
Kunden und Lieferanten. Die Inflations- und Zinsentwicklung
hat zur Eintrübung der Investitions- und
Konsumkonjunktur in wichtigen Absatzmärkten
beigetragen und damit die Nachfrage nach wichtigen
Produkten, die auf VARTA-Lösungen setzen,
gedämpft. Unverändert zeigen sich starke
Schwankungen im TWS-Endkundengeschäft, die sich auf
den Absatz der Lithium-Ionen-Batterien auswirken.
Die Umsatzverteilung ist geografisch diversifiziert. Der
Umsatz wird schwerpunktmäßig in Europa, gefolgt
von Asien und Nordamerika, realisiert (siehe Kapitel "4.1.
Ertragslage"). Somit ist die Abhängigkeit von
einzelnen Ländern und deren wirtschaftlicher
Entwicklung limitiert. Unabhängig vom
Umsatzschwerpunkt spielt der asiatische Markt, bedingt
durch die Markt- und Kundenstruktur, eine große
Rolle. Hier lassen viele große Hersteller von
kabellosen Kopfhörern ihre Produkte fertigen. Die
wesentlichen Einflussfaktoren werden im Rahmen des
folgenden Kapitels "2.2 Gesamtwirtschaftliche und
branchenbezogene Rahmenbedingungen" behandelt.
2.2. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenDie gesamtwirtschaftliche Lage hat sich aufgrund der
Nachfrageschwäche in wichtigen Märkten und der
gestiegenen Inflation gegenüber dem Vorjahr, wie im
Kapitel 2.1. "Märkte und Einflussfaktoren"
dargestellt, in Summe eingetrübt. Angebots- und
produktionsseitig belasteten insbesondere hohe Rohstoff-
und Energiepreise, die weiterhin eingeschränkte
Verfügbarkeit bestimmter Komponenten wie Halbleiter
sowie die gestiegenen Transportkosten. Auf der
Nachfrageseite litten wichtige Absatzmärkte und
Segmente unter den Folgen des Inflations- und Zinsumfelds.
So sorgte etwa die gedämpfte Konsumkonjunktur, auch
für Unterhaltungselektronik sowie
Haushaltsgeräte, für einen merklichen
Absatzrückgang unserer Kunden, der sich auch in VARTAs
Absatz für entsprechende Produkte widerspiegelt.
Während VARTA von den externen Faktoren einerseits
stark getroffen wurde, haben sich die Energiekrise und die
gestiegenen Energiepreise andererseits in Teilen auch sehr
positiv auf den Absatz im Segment "Energy Storage Systems"
ausgewirkt.
Das Segment "Micro Batteries" umfasst diverse
Mikrobatterien für unterschiedlichste
Anwendungsfelder. Es werden primär
Zink-Luft-Knopfzellen sowie wiederaufladbare
Lithium-Ionen-Zellen für diverse Hörgeräte
und Gehörhilfen gefertigt. Durch die in vielen
Ländern steigende Lebenserwartung und die höhere
gesellschaftliche Akzeptanz zur Nutzung von
Hörgeräten ergeben sich strukturell starke
Wachstumsimpulse für den Verkauf dieser Produkte und
damit auch der Absatz von Hörgerätebatterien. So
erwarten die Vereinten Nationen bis 2050 mehr als eine
Verdoppelung der Anzahl der Menschen im Alter von 65 Jahren
oder älter. Der steigende Marktanteil
kostengünstiger Hörverstärker, sogenannter
OTC-Modelle, sowie innovative Produktideen für
medizinische Anwendungen stellen strukturell weitere
Wachstumsimpulse in Aussicht. Diese strukturellen
Wachstumsfaktoren waren im Berichtszeitraum durch
konjunkturelle Belastungsfaktoren beeinträchtigt.
Das Segment "Lithium-Ion CoinPower" fertigt auf der
Lithium-Ionen-Technologie basierende Batterien für
verschiedene kabellose Anwendungsbereiche. VARTA liefert
insbesondere Batterien für den True Wireless Stereo
Headset (TWS) Markt und konzentriert sich bisher
schwerpunktmäßig auf das Premium-Segment. Das
Segment zeichnet sich durch die neuesten technischen
Features wie aktive Geräuschunterdrückung (active
noise cancelling), Transparenzmodus (transparency mode) und
eine möglichst lange Batterielaufzeit aus. Der
verbreitete Wunsch, an Innovationen der
Unterhaltungselektronik teilzuhaben, schafft einen
strukturellen Wachstumsimpuls. Die gegenläufige,
schwache Absatzentwicklung des Segments im ersten Halbjahr
2023 ist maßgeblich darauf zurückzuführen,
dass der Hauptkunde für das Segment "Lithium-Ion
CoinPower", unter anderem aufgrund von
Konsumzurückhaltung der Endkunden, eine signifikante
Reduktion der Absatzmengen vorgenommen hat. Die
temporäre Eintrübung der Konsumkonjunktur durch
hohe Inflationsraten dürfte hierbei eine wesentliche
Rolle gespielt haben.
Das Segment "Consumer Batteries" umfasst eine Reihe an
Batterieprodukten darunter Alkali-Batterien, Akkus,
Ladegeräte, Leuchten sowie portable
Speichermöglichkeiten (Power Banks). VARTA geht von
einem strukturellen Wachstum des breit aufgestellten
Produktportfolios aus. Für die weltweite Nachfrage
nach Haushaltsbatterien wird ein jährliches moderates
Wachstum von 3,5 % prognostiziert. Der Markt soll in dieser
Zeit von 41,5 Mrd. USD auf 52,8 Mrd. USD wachsen.
Umsatzseitig fällt für VARTA insbesondere der
Markt für Alkali-Batterien ins Gewicht. Für diese
wird eine jährliche Wachstumsrate von 2,3 %
prognostiziert, um in 2027 eine weltweite
Marktgröße von 13,7 Mrd. USD zu erreichen
(Reportlinker, 2022). Im materialintensiven Segment haben
sich die hohen Energie- und Rohstoffkosten besonders
deutlich niedergeschlagen. VARTA ist bestrebt, die
gestiegenen Kosten sukzessive weitergeben zu können
und mittelfristig wieder das attraktive Margenniveau der
Jahre 2020 und 2021 zu erreichen.
Das Segment "Energy Storage Systems" entwickelt
Energiespeicherlösungen primär für private
Haushalte und bietet daneben auch Lösungen für
kommerzielle Kunden an. Die Energiewende und die hohe
Nachfrage nach energieautonomen Lösungen stellen
wichtige strukturelle Wachstumsimpulse für das Segment
dar. Diese Treiber wirken bereits kurzfristig. Dies
unterstreichen das kräftige Umsatzplus im ersten
Halbjahr 2023 von über 90 % gegenüber dem ersten
Halbjahr 2022 und der Umstand, dass sich das Segment nach
Umsätzen im ersten Halbjahr 2023 zum
zweitgrößten der VARTA entwickelt hat. Laut
Solar Power Europe (2022) dürfte sich die
Kapazität in Europa jährlich neu installierter
Energiespeicher-Systeme ausgehend von 1 GWh 2020, über
4,5 GWh 2023 auf 7,3 GWh 2026 vervielfachen. Mit dem
weiteren Ausbau ihrer Kapazitäten verspricht sich
VARTA, nachhaltig vom strukturellen Nachfragewachstum nach
PV-Anlagen und dazugehörigen Energiespeichern zu
profitieren.
Das Segment "Lithium-Ion Battery Packs" im Segment
"Sonstige" fertigt Batteriepacks für verschiedene
Anwendungen wie Haus- und Gartengeräte, Intralogistik,
Kommunikationselektronik, medizinische Anwendungen,
Mobilität und viele weitere Industrieanwendungen. Das
Angebot umfasst kundenindividuelle und
StandardLösungen. Wesentliche Wachstumstreiber sind
der Trend zu kabellosen Geräten, etwa akkubetriebenen
Haus- und Gartengeräten, sowie der Bedeutungszuwachs
der Elektromobilität. Die konjunkturbedingte
Konsumzurückhaltung hat die strukturellen
Wachstumskräfte im Berichtszeitraum gedämpft.
Diese strukturellen Wachstumskräfte werden als
erheblich eingeschätzt: So geht Transparency Market
Research (2021) von einem jahresdurchschnittlichen Wachstum
für den entsprechenden Markt um 11 % für den
Zeitraum 2021 bis 2031 aus.
Das Segment "Lithium-Ion Large Cells" im Segment
"Sonstige", der Lithium-Ionen Rundzellen für
automobile und nicht-automobile Produktlösungen
konzipiert, wird insbesondere durch den starken
Wachstumstrend zur Elektrifizierung beflügelt.
Gemäß einer Studie von Avicenne, Fraunhofer, IHS
Interviews und Roland Berger (2021) wird sich die weltweite
Marktnachfrage von rund 363 GWh in 2021 auf 3.127 GWh in
2030 fast verzehnfachen. Hier ist insbesondere der
Automobilmarkt mit dem nachhaltigen Umstieg auf elektrisch
betriebene Fahrzeuge ein Wachstumstreiber. VARTA
könnte in diesem Bereich mit der einzigartigen V4Drive
Zelle, die sich durch sehr schnelle Be- und Entladezyklen
ganz klar vom Wettbewerb abhebt, vom starken Marktwachstum
profitieren. Unsere erste Produktionslinie für unsere
21700-Zellen wird für einen Pilotkunden schrittweise
hochgefahren. Bei voller Auslastung sollte die
Kleinserienfertigung in der Lage sein, bis zu 10 Mio.
Zellen pro Jahr zu produzieren. Neben weiteren Kunden aus
dem Automobilmarkt möchte VARTA mittel- und
langfristig mit dieser einzigartigen Zelltechnologie auch
weitere Anwendungsfelder wie etwa akkubetriebene
Elektrowerkzeuge, Industriefahrzeuge und Produkte aus dem
Haus- und Gartenbereich bedienen.
3. Wichtige Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach dem Gewinneinbruch des Jahres 2022 hat die VARTA AG
ein Sanierungskonzept erarbeitet, um die Rückkehr auf
einen Wachstumspfad zu ermöglichen. In einem final
vorliegenden Gutachten des Sanierungsgutachters zur
Beurteilung der Sanierungsfähigkeit gem. IDW S6 wurde
der VARTA AG die Sanierungsfähigkeit und
Wachstumsperspektiven bei kurzfristigem Finanzierungsbedarf
für die weitere Stabilisierung des Unternehmens
bescheinigt.
VARTA hat sich mit den finanzierenden Banken und dem
Mehrheitseigentümer Montana Tech Components AG auf
eine, zum 30. Juni 2023 unterzeichnete,
Sanierungsvereinbarung zur Umsetzung des Sanierungskonzepts
bei Verlängerung der bestehenden Finanzierung bis 31.
Dezember 2026 und Änderungen der Kreditbedingungen
(Covenants) geeinigt.
Im Zuge dieser Vereinbarung wurde seitens der Banken
eine Kapitalerhöhung gefordert und am 21. März
2023 erfolgreich durchgeführt. Der VARTA AG ist daraus
ein Bruttoemissionserlös von 50.727.000 Euro
zugeflossen. Die VGG Beteiligungen SE, eine 100 % Tochter
der Montana Tech Components AG, hat hierbei, unter
Ausschluss des Bezugsrechts, 2.220.000 neue Aktien
gezeichnet.
Im Übrigen verweisen wir auf die detaillierten
Erläuterungen im Risikobericht sowie Nachtragsbericht
des Konzernabschlusses 2022 mit Datum vom 28. April 2023.
Aufgrund der bereits eingeleiteten Maßnahmen, auch
unter Berücksichtigung der von einem externen
Gutachter geprüften Unternehmensplanung, ist der
Vorstand davon überzeugt, wieder auf einen
Wachstumspfad mit einer entsprechenden Profitabilität
zurückzukehren. Hierfür wurde im zweiten Quartal
2023 auch der Startschuss zum Aufbau einer
Gigawattstundenfabrik für Energiespeicher
getätigt. In der zweiten Jahreshälfte sollen in
Neunheim bereits erste Module für den VARTA.wall
gefertigt werden. In einer ersten Ausbaustufe sollen
über 500 MWh an Energiespeichern pro Jahr produziert
werden können, was einer jährlichen
Ausbringungsmenge von rund 50.000 Systemen entspricht. Ein
Ausbau der bestehenden Kapazität auf über 1 GWh
ist bis 2025 geplant, wonach dann bis zu 100.000 VARTA.
wall Energiespeicher pro Jahr produziert werden sollen.
Darüber hinaus gab es keine weiteren wichtigen
Ereignisse im ersten Halbjahr.
4. Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage4.1. ErtragslageKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2023 (ungeprüft) VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)scrollen
UmsatzDer Umsatz des VARTA AG Konzerns ist im ersten Halbjahr
des Geschäftsjahres 2023 zum
Vorjahresvergleichszeitraum um 10,0 % von 376,8 Mio. €
auf 339,0 Mio. € gesunken. Ursächlich
hierfür ist das eingetrübte Konsumverhalten
aufgrund der hohen Inflation sowie der aktuellen
wirtschaftlichen Lage.
Der Umsatz im Segment "Energy Storage Systems" ist von
42,6 Mio. € auf 81,5 Mio. € und somit um 38,9
Mio. € angestiegen. Diese erfreuliche Entwicklung ist
auf die hohe Nachfrage nach Heimspeicherlösungen
zurückzuführen.
Der Umsatz im Segment "Consumer Batteries" ist von 146,5
Mio. € auf 142,5 Mio. € und somit um 4,0 Mio.
€ zurückgegangen. Dieser Umsatzrückgang
ergibt sich aus der verringerten Nachfrage nach
Haushaltsbatterien.
Der Umsatz im Segment "Micro Batteries" ging von 83,1
Mio. € um 13,1 Mio. € auf 70,0 Mio. €
zurück. Die Eintrübung des wirtschaftlichen
Umfeldes hat zu einem Nachfragerückgang geführt.
Der Umsatz im Segment "Li-Ion CoinPower" ging von 79,7
Mio. € um 60,4 Mio. € auf 19,2 Mio. €
zurück. Der diesbezügliche Haupttreiber besteht
in dem Umstand, dass einer unserer größten
Kunden, auch aufgrund einer signifikanten Eintrübung
der Endkundennachfrage sowie eine kundenseitige
Diversifizierung der Lieferkette, eine signifikante
Reduktion der Absatzmengen vorgenommen hat.
Aufwendungen und sonstige betriebliche ErträgeIm ersten Halbjahr belaufen sich die
Materialaufwendungen auf 191,3 Mio. € im Vergleich zu
200,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht
einer Reduktion von 4,5 %. Die Materialaufwandsquote
bezogen auf die Gesamtleistung (Umsatz zuzüglich
Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnisse)
stieg von 46,9 % auf 55,2 %. Der Anstieg der
Materialaufwandsquote ist die Folge der für VARTA
negativen Entwicklung von Rohstoffpreisen im Vergleich zum
ersten Halbjahr des Vorjahres sowie der Veränderungen
im Produktmix.
Der Personalaufwand ist von 135,7 Mio. € auf 130,5
Mio. € um 3,8 % zurückgegangen, was auf
personelle Maßnahmen, wie die Kurzarbeit im Werk in
Nördlingen, sowie erste
Restrukturierungsmaßnahmen und die Fluktuation
zurückzuführen ist.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe
von 79,9 Mio. € um 11,5 % auf 70,7 Mio. €
zurückgegangen. Aufgrund der Kurzarbeit sowie des
gesunkenen Umsatzes konnten die Aufwendungen für
Energie um 3,3 Mio. € sowie der Ausgangsfrachten und
Zölle um 1,1 Mio. € reduziert werden. Die
Aufwendungen für Fremdwährungssicherung
reduzierten sich aufgrund der volatilen
Preisveränderungen im vergangenen Jahr um 4,8 Mio.
€. Die übrigen sonstigen betrieblichen
Aufwendungen reduzierten sich, im Wesentlichen bedingt
durch geringere Aufwendungen für Schadensabwicklungen
im Vergleich zum Vorjahr, um 1,8 Mio. €.
Gegenläufig erhöhten sich die Aufwendungen
für Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwand um
6,2 Mio. € im Wesentlichen aufgrund der Erstellung des
Sanierungskonzeptes. Des Weiteren erhöhten sich die
Aufwendungen für Gewährleistungen um 1,8 Mio.
€.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 39,3
Mio. € von 49,0 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf
9,8 Mio. € im ersten Halbjahr 2023
zurückgegangen. Dieser Rückgang ist
maßgeblich auf die verringerten Erträge aus
Subventionen und öffentlichen Zuwendungen in Höhe
von 26,9 Mio. € sowie auf die im Jahresabschluss 2022
unter Kapitel "Änderungen nach IAS 8" beschriebene
Änderung des Ausweises in Höhe von 7,5 Mio.
€ zurückzuführen. Die Förderungen haben
sich im ersten Halbjahr 2023 erwartungsgemäß
reduziert.
EBITDADas EBITDA (betriebliches Ergebnis vor Abschreibungen,
Zinsen, Steuern) ist im Vorjahresvergleichszeitraum von
66,2 Mio. € auf -23,4 Mio. € deutlich gesunken.
Maßgeblich hierfür waren die beschriebenen
negativen Einflussfaktoren und die deutlich negative
Umsatzentwicklung gegenüber der Vorjahresperiode.
Bereinigtes EBITDADas bereinigte EBITDA (betriebliches Ergebnis vor
Abschreibungen, Zinsen, Steuern, adjustiert um
Sondereffekte) stellt eine nachhaltige Ertragskennzahl des
Konzerns dar. Gleichzeitig ist das bereinigte EBITDA
für den Vorstand die geeignete
Steuerungsgröße zur Beurteilung der operativen
Ertragskraft des Konzerns bzw. der fünf Segmente. Als
Sondereffekte wurden zum einen der nicht zahlungswirksame
Aufwand für die aktienbasierte Vergütung und zum
anderen die Aufwendungen aus Restrukturierung (im Vorjahr
M&A-Transaktionen) bereinigt. Die nachfolgende Tabelle
stellt die Überleitung vom EBITDA zum bereinigten
EBITDA dar:
scrollen
Aufgrund des Sanierungskonzeptes ergeben sich
zusätzliche Aufwendungen, die als Sondereffekt
identifiziert wurden und in diesem Jahr bereinigt werden.
AbschreibungenDie planmäßigen Abschreibungen belaufen sich
im ersten Halbjahr auf 38,0 Mio. €. Darüber
hinaus wurde im ersten Halbjahr 2023 eine
nicht-zahlungswirksame außerplanmäßige
Wertminderung in Höhe von 25,9 Mio. € in der CGU
"Lithium-Ion CoinPower" aufgrund geringerer
Volumenerwartung für 2023 vorgenommen.
Betriebsergebnis (EBIT)Das Betriebsergebnis liegt bei -90,6 Mio. € und
damit deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum (13,7
Mio. €). Der wesentliche Effekt ergibt sich aus dem
operativen Geschäft sowie den beschriebenen negativen
Einflussfaktoren.
FinanzergebnisDas Finanzergebnis hat sich im Berichtszeitraum von -7,2
Mio. € in 2022 auf -17,2 Mio. € in 2023
verschlechtert. Dies ist maßgeblich auf die um 12,7
Mio. € gestiegenen Zinsaufwendungen von 3,5 Mio.
€ auf 16,2 Mio. € zurückzuführen.
Ursächlich hierfür ist einerseits das gestiegene
Fremdfinanzierungsvolumen sowie andererseits der Anstieg
der Zinssätze gegenüber dem
Vorjahresvergleichszeitraum.
SteuernFür aufgrund temporärer Differenzen gebildeter
passiver latenter Steuern und den voraussichtlichen
tatsächlichen Steueraufwendungen in Folge der
positiven Ergebnissituation der Consumer Gesellschaften
ergibt sich per 30. Juni 2023 ein Steueraufwand in
Höhe von 2,6 Mio. €. Die effektive Steuerquote
beläuft sich auf -2,4 % (2022: 57,0 %).
KonzernergebnisDas Konzernergebnis liegt aus den vorgenannten
Gründen deutlich unter dem Vorjahreswert und
beträgt -110,4 Mio. € (2022: 2,8 Mio. €).
4.2. Vermögens- und FinanzlageKonzern-Bilanz zum 30. Juni 2023 (ungeprüft)scrollen
scrollen
Langfristige VermögenswerteDie langfristigen Vermögenswerte verringerten sich
um 25,6 Mio. € von 749,2 Mio. € zum 31. Dezember
2022 auf 723,6 Mio. €. Die Veränderung resultiert
im Wesentlichen aus dem Rückgang des
Sachanlagevermögens aufgrund der
außerplanmäßigen Wertminderung in
Höhe von 25,9 Mio. €, sowie der aktiven latenten
Steueransprüche von 19,7 Mio. € auf 9,4 Mio.
€ zum 30. Juni 2023. Gegenläufig hierzu sind die
Immateriellen Vermögenswerte von 99,6 Mio. € auf
108,9 Mio. € gestiegen. Maßgeblich hierfür
ist die Aktivierung von Entwicklungskosten.
Kurzfristige VermögenswerteDie kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich
im Vergleich zum 31. Dezember 2022 von 509,2 Mio. € um
94,9 Mio. € auf 414,3 Mio. € zum 30. Juni 2023.
Die Veränderung ergibt sich aus der Verringerung der
Steuererstattungsansprüche um 12,0 Mio. €, sowie
der Zahlungsmittel um 54,7 Mio. €.
Rückläufig entwickelten sich ebenfalls die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 30,9 Mio.
€ im Vergleich zum Jahresende 2022, was sowohl durch
den geringeren Umsatz als auch saisonal bedingt ist.
Eigenkapital/EigenkapitalquoteDas Eigenkapital ist von 239,5 Mio. € zum 31.
Dezember 2022 auf 180,0 Mio. € zum 30. Juni 2023
gesunken. Die Eigenkapitalquote lag zum Stichtag bei 15,8 %
(31. Dezember 2022: 19,0 %). Wesentliche Effekte sind die
Kapitalerhöhung in Höhe von 50,7 Mio. €
sowie das negative Konzernergebnis in Höhe von 110,4
Mio. €.
Langfristige SchuldenDie langfristigen Schulden sind um 353,4 Mio. € von
196,0 Mio. € zum 31. Dezember 2022 auf 549,5 Mio.
€ zum 30. Juni 2023 gestiegen. Wesentlich für den
Anstieg ist die Verlängerung der bestehenden
Finanzierung im Rahmen der Sanierungsvereinbarung, was zu
einer langfristigen Klassifizierung der
Kreditverbindlichkeiten in Höhe von 354,3 Mio. €
geführt hat. Weiterhin haben sich die sonstigen
langfristigen Verbindlichkeiten von 27,4 Mio. € auf
34,9 Mio. € erhöht. Gegenläufig hat sich der
Rückgang der passiven latenten Steuerverbindlichkeiten
von 16,9 Mio. € auf 6,8 Mio. € ausgewirkt.
Kurzfristige SchuldenDie kurzfristigen Schulden sind von 823,0 Mio. €
auf 408,5 Mio. € zum 30. Juni 2023 gesunken.
Maßgeblich für die Veränderung ist die
Reklassifizierung der Kreditverbindlichkeiten als
langfristige Schulden. Des Weiteren sind die Steuerschulden
um 14,9 Mio. € sowie die abgegrenzten Schulden um 19,4
Mio. € im Vergleich zum 31. Dezember 2022
zurückgegangen. Die Verminderung der abgegrenzten
Schulden ist im Wesentlichen auf den Rückgang der
Kundenboni um 17,8 Mio. € zurückzuführen.
Net Working CapitalDas Net Working Capital hat sich von 162,7 Mio. €
zum Jahresende 2022 auf 178,3 Mio. € zum 30. Juni 2023
erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von 15,6 Mio.
€ im Vergleich zum Vorjahr. Die Net Working Capital
Quote berechnet sich im Verhältnis zu den
Umsatzerlösen der letzten drei Monate hochgerechnet
auf ein Jahr und liegt dabei zum 30. Juni 2023 bei 25,5 %
(31. Dezember 2022: 17,1 %). Die Veränderung der Net
Working Capital Quote um 8,4 Prozentpunkte ist im
Wesentlichen auf die verhaltene Umsatzentwicklung in den
letzten sechs Monaten, im Vergleich zum Rückgang der
Forderungen und der Verbindlichkeiten
zurückzuführen.
Kapitalflussrechnungscrollen
* Vorjahr angepasst nach IAS 8
Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit beträgt im
Geschäftsjahr -27,3 Mio. € und liegt damit 0,8
Mio. € unter dem Vorjahreswert. Trotz der angespannten
wirtschaftlichen Lage ist es gelungen, den Cashflow aus der
laufenden Geschäftstätigkeit stabil zu halten.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit hat sich von
-100,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf -50,2 Mio.
€ reduziert. Die Auszahlungen für Investitionen
in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (CAPEX)
liegen unter dem Vorjahreszeitraum und betragen 37,5 Mio.
€ (2022: 66,9 Mio. €). Sie wurden soweit
möglich in Bezug auf die Obligos an die aktuelle
Geschäftsentwicklung angepasst.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit hat sich im
Berichtszeitraum von 89,7 Mio. € in 2022 auf 23,2 Mio.
€ verringert. Der positive Cashflow resultiert im
ersten Halbjahr 2023 aus der durchgeführten
Kapitalerhöhung in Höhe von 50,7 Mio. €.
Gegenläufig belasten höhere Zinsaufwendungen den
Cashflow mit -12,0 Mio. €. Im
Vorjahresvergleichszeitraum resultiert der hohe
Mittelzufluss aus der Aufnahme des Schuldscheindarlehens in
Höhe von 250,0 Mio. € und gegenteiligem Effekt
durch die Zahlung der Dividende.
Der Bestand der Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente beträgt zum Stichtag
30. Juni 2023 insgesamt 54,0 Mio. € (2022: 37,8 Mio.
€). Vorhandene Kreditlinien sind zum Bilanzstichtag
vollumfänglich ausgeschöpft.
5. Ertragslage SegmenteDas Unternehmen ist in die Segmente "Micro Batteries",
"Lithium-Ion CoinPower", "Consumer Batteries", "Energy
Storage Systems" und "Sonstige" aufgeteilt.
Weltweit sind viele von VARTAs Kunden großen
Herausforderungen ausgesetzt. Einer der
hauptsächlichen Auslöser hierfür ist der
aktuelle Krieg gegen die Ukraine. Die dadurch entstandenen
Kostensteigerungen bei den Rohstoffpreisen, sowie das
getrübte Konsumentenverhalten in Folge der hohen
Inflation führt zu einer verringerten Nachfrage nach
Batterien aus den Segmenten "Micro Batteries", "Lithium-Ion
CoinPower" und in geringem Umfang auch im Segment "Consumer
Batteries". Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklung kann
sich das Segment "Energy Storage Systems" deutlich abheben,
was einerseits auf den hohen Auftragsbestand aus dem Jahr
2022 und andererseits auf die hohe Nachfrage an
Heimspeicher zurückzuführen ist.
Micro Batteriesscrollen
Das Segment "Micro Batteries" umfasst das Geschäft
mit den Mikro- und Hörgerätebatterien. Der Umsatz
liegt zum ersten Halbjahr 2023 bei 70,0 Mio. €, was
einem Umsatzrückgang von 15,8 % entspricht.
Innerhalb der ersten sechs Monate des
Geschäftsjahres 2023 ist das bereinigte EBITDA im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,0 Mio. € auf
10,0 Mio. € gesunken. Die bereinigte EBITDA-Marge
liegt bei 14,3 %, was einem Rückgang um 1,4
Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Neben einem Nachfragerückgang, insbesondere bei
Zink-Luft Batterien, resultiert dieser
Ergebnisrückgang aus der Steigerung der
Herstellkosten, insbesondere aufgrund der für VARTA
negativen Entwicklung von Rohstoffpreisen im Vergleich zum
ersten Halbjahr des Vorjahres.
Lithium-Ion CoinPowerscrollen
Im Segment "Lithium-Ion CoinPower" sind die
kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für die
OEM-Anwendungen dargestellt. Der Umsatz liegt zum ersten
Halbjahr 2023 bei 19,2 Mio. €, was einem
Umsatzrückgang von 75,9 % entspricht.
Innerhalb der ersten sechs Monate des
Geschäftsjahres 2023 ist das bereinigte EBITDA im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 38,4 Mio. € auf
-29,4 Mio. € gesunken, was einem
überproportionalen Rückgang im Vergleich zur
Umsatzentwicklung entspricht.
Der Haupttreiber für diese Entwicklung ist, dass
der Hauptkunde für das Segment auch aufgrund einer
signifikanten Eintrübung der Endkundennachfrage sowie
eine kundenseitige Diversifizierung der Lieferkette, eine
Reduktion der Absatzmengen vorgenommen hat. Zusätzlich
führten vereinbarte Preisreduktionen zu einem
zusätzlichen leichten Umsatzrückgang.
Darüberhinaus haben
Lagerreduktionsmaßnahmen mancher Kunden zu
geringeren CoinPower-Verkaufszahlen im ersten Halbjahr
geführt. Personelle Maßnahmen, wie die
Kurzarbeit im Werk in Nördlingen sowie die
Nicht-Verlängerung von befristeten
Arbeitsverträgen, wurden bereits umgesetzt, um der
Absatzmengen- sowie Nachfrageentwicklung Rechnung zu
tragen. Weitere Kompensationsmaßnahmen werden aktuell
erarbeitet. VARTA hat weiterhin ausreichend bereits
installierte Kapazität, um im Falle einer
Nachfrageerholung kurzfristig zusätzliche Mengen
produzieren zu können.
Consumer Batteriesscrollen
Das Segment "Consumer Batteries" bildet das
Geschäft mit Haushaltsbatterien, Akkus,
Ladegeräten, Portable Power (Power Banks) und Leuchten
ab. In diesem Segment ist der Umsatz im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum von 146,5 Mio. € auf 142,5 Mio.
€ zum 30. Juni 2023 gesunken, was einem leichten
Rückgang von 2,8 % entspricht. Im Vergleich hierzu ist
das bereinigte EBITDA um 42,9 % gesunken. Die bereinigte
EBITDA-Marge liegt bei 5,3 %, was einem Rückgang um
3,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Die Konsumrückhaltung aus der Nachfrage nach
Haushaltsbatterien führt zu einer negativen
Umsatzentwicklung. Zeitgleich wurden bereits
Maßnahmen, wie die Neugewinnung von Kunden im
Handelsbereich eingeleitet, um diesen Effekt im zweiten
Halbjahr zu kompensieren. Negativ auf die Marge haben sich
darüber hinaus der sehr deutliche Anstieg der
Rohstoffpreise im Vergleich zum ersten Halbjahr des
Vorjahres ausgewirkt.
Diese Kostensteigerungen konnten nur teilweise an die
Kunden weitergegeben werden. VARTA sieht dem aktuellen
Trend der sinkenden Energie- und Rohstoffkosten
zuversichtlich entgegen und ist zudem bestrebt,
mittelfristig die gestiegenen Kosten weitergeben zu
können. Demzufolge ist die Erwartung des Managements,
dass das materialintensive Segment "Consumer Batteries"
mittelfristig wieder auf das Margenniveau aus den Jahren
2020 und 2021 zurückkehren kann.
Energy Storage Systemsscrollen
Der Umsatz im Segment "Energy Storage Systems" ist in
2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 42,6 Mio.
€ auf 81,5 Mio. € gestiegen. Dies entspricht
einem Umsatzwachstum von 91,5 %. Das bereinigte EBITDA ist
um 8,8 Mio. € von 2,7 Mio. € auf 11,5 Mio. €
gestiegen. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt bei 14,1 % im
Verhältnis zum Umsatz, was einem Anstieg um 7,8
Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das erfreuliche Umsatzwachstum im Segment "Energy
Storage Systems" ist einerseits auf den hohen
Auftragsbestand aus dem Jahr 2022 und andererseits auf die
weiterhin hohe Nachfrage an Heimspeicherlösungen
zurückzuführen. VARTA konnte die in 2022
gestiegenen Herstellkosten bereits zum Anfang des
Geschäftsjahres 2023 vollumfänglich weitergeben
und erfuhr dadurch erwartungsgemäß eine
deutliche Verbesserung der EBITDA-Marge.
Sonstigescrollen
Das Segment "Sonstige" umfasst in der neuen
Segmentierung die Geschäftsbereiche "Lithium-Ion
Battery Packs" sowie "Lithium-Ion Large Cells" (V4Drive und
RoundPower). Darüber hinaus fallen mögliche
Sondereffekte des Konzerns in dieses Segment.
Zum ersten Halbjahr 2023 liegt der Umsatz des Segmentes
"Sonstige" bei 25,9 Mio. €, was einem Umsatzwachstum
von 3,5 % entspricht. Das bereinigte EBITDA ist im
Vergleich zum Vorjahr auf -6,4 Mio. € gesunken, was
insbesondere auf geringere Fördererträge im
Geschäftsbereich Lithium-Ion Large Cells
zurückzuführen ist. Die bereinigte EBITDA-Marge
liegt bei -24,7 % im Verhältnis zum Umsatz, was einem
Rückgang von 31,4 Prozentpunkte im Vergleich zum
Vorjahr entspricht.
6. MitarbeitendeDie Anzahl der Mitarbeitenden der gesamten Gruppe ist
von 4.602 Mitarbeitenden (Vorjahr geändert nach IAS 8)
im ersten Halbjahr des Vorjahres auf 4.216 Mitarbeitende
zum 30. Juni 2023 zurückgegangen. Maßgeblich
hierfür ist die Fluktuation sowie erste
Restrukturierungsmaßnahmen.
7. Chancen- und RisikoberichtDer Zwischenlagebericht zum Halbjahr beinhaltet keine
umfangreichen und vollständigen Angaben zum Chancen-
und Risikobericht. Die folgenden Erläuterungen sind
deshalb in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2022
veröffentlichten Konzernjahresabschluss zu lesen.
Zum Stichtag 30. Juni 2023 wurde turnusgemäß
eine umfangreiche Risikoinventur durchgeführt und
potenzielle existenzbedrohende Chancen und Risiken
aktualisiert. Das Risikomanagementsystem wird dabei auf
Konzernebene beurteilt und fokussiert sich auf folgende
Risikoklassen:
scrollen
Die Sicherstellung der Energieversorgung,
Förderungsrisiken sowie erhöhte
Kundenabhängigkeit sind dabei die wesentlichen
benannten und bekannten Risiken für die VARTA AG,
welche nach wie vor mit hoch einzuschätzen sind. Bei
den bereits bestehenden Risiken ergaben sich keine
wesentlichen Veränderungen im Vergleich zum
Geschäftsjahr 2022.
Gegenüber dem Jahresende 2022 ist das Risiko der
Lageralterung sowie ein erhöhtes Fluktuationsrisiko
aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Lage
hinzugekommen.
In Anbetracht der weiterhin makroökonomisch
angespannten Lage bleibt die gesamtheitliche
Risikoeinschätzung weiter unverändert bestehen.
Unverändert chancenreich für die VARTA AG
bleibt der Megatrend der Energiespeicher. Mit den
vorhandenen Produktionskapazitäten in Deutschland kann
die steigende Nachfrage sehr schnell mit Erzeugnissen, die
das Gütesiegel - Made in Germany - tragen, bedient
werden.
Der Vorstand trägt die Verantwortung für das
Chancen- und Risikomanagement, welches integraler
Bestandteil der Unternehmensführung ist. Durch die
Bewertung der bestehenden Risiken zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung kann eine Bestandsgefährdung
weiterhin nicht vollumfänglich ausgeschlossen werden.
Durch die erforderliche Einleitung von weitreichenden
Sanierungsmaßnahmen stellt sich die VARTA AG der
aktuellen Finanzierungs- und Liquiditätssituation. Es
besteht nach wie vor die Überzeugung, dass der Konzern
mit seinem Produktportfolio gut aufgestellt ist, um sich
bietende Chancen zu nutzen und die Finanzierungsthematik
erfolgreich zu meistern.
8. AusblickDer VARTA AG Konzern hält eine sehr gute Position
in seinen Kernmärkten und ist vielversprechend
positioniert, um von langfristigen Wachstumstrends, etwa
bei LithiumIonen-Batterien mit ihren vielfältigen
Anwendungsmöglichkeiten oder bei
Energiespeicher-Lösungen zu profitieren. Der
kurzfristige Umsatz- und Ergebnisausblick wird durch das
gesamtwirtschaftliche Umfeld derzeit in der Mehrzahl der
Segmente belastet: Nachfrageseitig ergeben sich
dämpfende Effekte durch hohe Lagerbestände bei
Privathaushalten und Unternehmen. Diese sind zum einen auf
Vorkäufe im Vorjahr und zum anderen - auf der
Unternehmensseite - auf die vielfach schwache Nachfrage
nach Endprodukten zurückzuführen. Die geringere
Abnahmemenge wichtiger Kunden geht einher mit einer
erhöhten Volatilität der Abnahmeprognosen, die
die Prognoseunsicherheit auf Seiten des VARTA AG Konzerns
erhöht hat. Auf Segment-Ebene hängt der
Nachfragerückgang im Segment "Lithium-Ionen CoinPower"
insbesondere mit der deutlich geringeren Nachfrage, auch
aufgrund eines signifikanten Nachfrageeinbruchs seitens den
Endkonsumenten, einzelner Großkunden zusammen. Dieses
Bild hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem ersten
Quartal 2023 etwas aufgehellt. Der schnelle
Bedeutungszuwachs regenerativer Energien und der Wunsch
vieler Kunden nach energieautarken Lösungen treibt
demgegenüber die Nachfrage in "Energy Storage Systems"
stark. Der weiterhin hohe Auftragsbestand im Segment
spricht für eine Fortsetzung der operativ erfreulichen
Entwicklung. Die zum Ende des Jahres geplante
Eröffnung der neuen Energiespeicher-Fabrik in
Neunheim, Ellwangen, eröffnet zusätzliche
Möglichkeiten für VARTA, an der dynamischen
Marktentwicklung bei Energiespeichern zu partizipieren.
Die Margensituation wurde im ersten Halbjahr 2023
insbesondere durch die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
deutlich höheren Kosten für Vorräte und
Rohstoffe belastet. Der Konzern erwartet, dass der seit
Herbst 2022 zu beobachtende deutliche Rückgang der
Energie- und Rohstoffpreise sowie die schrittweise
Anpassung von Produktpreisen in den kommenden Quartalen
für eine Verbesserung des Margenbildes sorgen werden.
Die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen im Rahmen
des Restrukturierungsprogramms sollten diese Entwicklung
sukzessive verstärken. Für das Geschäftsjahr
2023 wird dennoch ein bereinigtes EBITDA unter dem Niveau
des Vorjahres erwartet.
Der Geschäftsausblick für den VARTA AG Konzern
ist angesichts der Risikosituation für das
Geschäftsjahr 2023 im Vergleich mit Vorjahren mit
einer überdurchschnittlich hohen Unsicherheit
verbunden: Auf Seiten der operativen Risiken sind
insbesondere Beschaffungsrisiken, gerade mit Blick auf hohe
Rohstoff- und Energiekosten, sowie Produktions- und
Logistikrisiken zu nennen. Das Risiko einer Gasmangellage
erscheint mittlerweile gering, hätte bei Eintritt
allerdings sehr erhebliche Beeinträchtigungen von
Produktion und Geschäftsergebnis zur Folge. Bei den
strategischen Themen ist die Abhängigkeit von
einzelnen Kunden trotz erfolgreicher
Diversifikationsmaßnahmen weiterhin hoch und stellt
ein hohes Risiko dar. Technologische Fortschritte bei
Konkurrenztechnologien und Förderungsrisiken in Bezug
auf öffentliche Mittel erscheinen mittelgroß.
Selbiges gilt für eine potenzielle Umsetzung und
Finanzierung eines möglichen Fabrikbaus für die
großformatige Lithium-Ionen-Rundzelle, der aktuell
gestoppt wurde. Projekte, die über den bestehenden
Vertrag und die bestehenden installierten Anlagen hinaus
gehen, benötigen erhebliche Investitionen und
erfordern daher auch externe Finanzierungsquellen, etwa von
strategischen Partnern oder Kunden. Insgesamt sind die
Sicherstellung der Energieversorgung,
Förderungsrisiken sowie die erhöhte
Kundenabhängigkeit die wesentlichen benannten und
bekannten Risiken für die VARTA AG, welche nach wie
vor als hoch einzuschätzen sind. Gegenüber dem
Jahresende 2022 ist das Risiko der Lageralterung sowie ein
erhöhtes Fluktuationsrisiko aufgrund der teilweise
eingegangenen Kurzarbeit neu hinzugekommen.
Die Finanzierungsposition der VARTA hat sich seit
Jahresbeginn signifikant verbessert: Zum einen flossen dem
Unternehmen zum 21. März 2023 brutto 50,7 Mio. Euro
aus einer Kapitalerhöhung unter Ausschluss des
Bezugsrechts zu. Zum anderen haben die Konsortialbanken
final am 17. April 2023 der Verlängerung der
Fremdkapital-Finanzierung bis 31. Dezember 2026 zugestimmt.
Die finale Sanierungsvereinbarung mit den finanzierenden
Banken wurde zum 30. Juni 2023 unterzeichnet und dient als
Grundlage für die weitere Umsetzung des
Restrukturierungsprogramms, um das Unternehmen zurück
auf einen Wachstumskurs zu bringen. Neben der Umsetzung des
Sanierungskonzeptes, das zu Kostensenkungen und
Effizienzsteigerungen in Produktion und Verwaltung
führt, plant das Unternehmen gezielte Investitionen in
Wachstumsfelder wie Energiewende und E-Mobilität.
Gesamtaussage zur künftigen EntwicklungDie Prognose für das Geschäftsjahr 2023 wurde
am 26. Juli 2023 auf Basis der vorläufigen
Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2023
angepasst.
VARTA AG KonzernDer Vorstand der VARTA AG erwartet aufgrund der in Summe
schwächer als erwarteten Geschäftsentwicklung im
ersten Halbjahr 2023 nunmehr einen Umsatz von rund 820 Mio.
€ für das Geschäftsjahr (1. Halbjahr 2023:
339 Mio. €). Der Wert stellt das untere Ende der
ursprünglichen Prognosespanne von 820 Mio. € bis
870 Mio. € dar. Die Prognose liegt unverändert
leicht über dem Vorjahresumsatz von 806,9 Mio. €.
Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigte EBITDA)
wird nunmehr zwischen 40 Mio. € und 60 Mio. €
erwartet (1. Halbjahr 2023: -6,8 Mio. €). Die
ursprüngliche Prognose für das Geschäftsjahr
2023 lautete, mindestens den Vorjahreswert von 69,5 Mio.
€ zu erreichen.
Die Prognoseanpassung auf Konzernebene resultiert aus
einer schwächelnden Absatzentwicklung einiger
Segmente, wobei hier vor allem die unter den Erwartungen
liegenden Geschäftsentwicklung im Segment "Lithium-Ion
CoinPower" ausschlaggebend ist. Trotz sehr positiv
voranschreitender Restrukturierungmaßnahmen und damit
einhergehender Kosteneinsparungen, belasteten die
niedrigeren Umsätze, insbesondere bei
margenstärkeren Produkten, die Profitabilität des
Unternehmens. Darüber hinaus kann der unter dem
Vorjahr liegende Umsatz der Segmente "Micro Batteries",
"Lithium-Ion CoinPower", und "Consumer Batteries" nicht
gänzlich durch das sehr starke Wachstum des Segments
"Energy Storage Systems" abgefedert werden.
Die Unsicherheit über die weitere Situation auf den
Märkten erklärt die Prognosebandbreite.
Ungeachtet dessen stehen auch diese Prognosen unter dem
Vorbehalt, dass die erhöhte Volatilität der
Abnahmeprognosen seitens der VARTA-Kunden keine
unerwarteten Nachfrageeinbrüche mit sich bringt, das
fragile gesamtwirtschaftliche Umfeld hält und aktuelle
Rohstoff- und Energiepreisentwicklungen anhalten. Der
Umstand, dass die mit der Umsetzung der
Sanierungsvereinbarung verbundenen Kosten sowie die
resultierenden operativen internen Maßnahmen auch von
externen Faktoren wie etwa der Inflation, dem Konsumklima
oder dem Zinsniveau innerhalb der EU abhängen, stellt
ein zusätzliches Prognoserisiko für das
Geschäftsjahr 2023 dar.
Um den derzeitigen und künftigen Herausforderungen
begegnen zu können, hat der Vorstand bereits im
Berichtsjahr 2022 ein umfassendes Maßnahmenpaket zur
Kostensenkung auf den Weg gebracht. Die Kapazitäten
für CoinPower Zellen (TWS) werden angepasst,
können aber je nach Nachfragesituation kurzfristig
wieder erhöht werden. Im Rahmen dieser Anpassungen hat
das Unternehmen auch Personalmaßnahmen umgesetzt und
in einem ersten Schritt im Segment "Lithium-Ion CoinPower"
am Produktionsstandort Nördlingen temporär
Kurzarbeit angemeldet. Diese soll mit anlaufender
Produktion im zweiten Halbjahr sukzessive reduziert werden.
Die aktuell geplanten Personalmaßnahmen, zu denen
auch ein Freiwilligenprogramm am Standort Ellwangen
zählt, sollen in 2023 und 2024 den Personalbestand um
insgesamt rund 800 Mitarbeiter in Deutschland sowie an
ausländischen Standorten reduzieren. Der Betrieb der
ersten Serienfertigungsanlage für großformatige
Lithium-Ionen Rundzellen wird planmäßig
fortgesetzt und stellt zukünftig die Zellen bereit, um
den OEM-Vertrag mit einem Premium-Automobilhersteller zu
erfüllen. Darüber hinaus hat VARTA in 2023 den
Startschuss zum Aufbau einer Gigawattfabrik für
Energiespeicher getätigt. Ende 2023 sollen in
Neunheim, Ellwangen bereits erste Module für den
VARTA.wall gefertigt werden. In einer ersten Ausbaustufe
sollen über 500 MWh an Energiespeichern pro Jahr
produziert werden können, was einer jährlichen
Ausbringungsmenge von rund 50.000 Systemen entspricht. Ein
Ausbau der bestehenden Kapazität auf über 1 GWh
ist bis 2025 geplant, wonach dann bis zu 100.000 VARTA.
wall Energiespeicher pro Jahr produziert werden sollen.
scrollen
Auf Ebene der Segmente hat sich der zum 26. Juli 2023
veröffentlichte Ausblick für das
Geschäftsjahr 2023 gegenüber der in der
Quartalsmitteilung Q1/2023 veröffentlichten Prognosen
verändert:
Segment Micro BatteriesDas Segment "Micro Batteries" umfasst Mikro- und
Hörgerätebatterien. Im Bereich der
Hörgerätebatterien soll die marktführende
Position in einem verhalten wachsenden Markt weiter
gefestigt werden. Das Unternehmen erwartet eine moderate
Entwicklung im Bereich der Zink-Luft Zellen und profitiert
von seinen hoch automatisierten und effizienten
Produktionsanlagen. Während die Umsätze leicht
unter Vorjahresniveau liegen dürften
(ursprünglich: in etwa auf Vorjahresniveau), sollte
das bereinigte EBITDA im deutlich zweistelligen
Prozentbereich gegenüber Vorjahr steigen aufgrund von
Kostenreduktionen sowie eines vorteilhaften Produktmixes im
zweiten Halbjahr.
Segment Lithium-Ion CoinPowerDer Schwerpunkt des Segments "Lithium-Ion CoinPower"
liegt in kleinformatigen Lithium-Ionen-Rundzellen für
OEM-Anwendungen. Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien
für True Wireless Stereo Headsets (TWS) im Bereich
Lithium-Ion CoinPower ist zuletzt kräftig
zurückgegangen. VARTA erwartet nach aktueller
Einschätzung aufgrund weiterhin niedriger Nachfrage
für das Segment sehr deutlich sinkende
Umsatzerlöse und einen sehr deutlichen Rückgang
des bereinigten EBITDA gegenüber dem Vorjahr. Dieser
Effekt fällt im Zuge der angepassten Prognose für
das Geschäftsjahr 2023 noch deutlicher aus.
Segment Consumer Batteries"Consumer Batteries" bildet das Geschäft mit
Haushaltsbatterien, Akkus, Ladegeräten, Portable Power
(Power Banks) und Leuchten ab. Die Umsätze
dürften 2023 in etwa auf Vorjahresniveau liegen
(ursprünglich: Niedriges einstelliges prozentuales
Wachstum). Mögliche Wachstumsimpulse dürften
gegebenenfalls vom weiteren leichten Ausbau des
Markengeschäfts ausgehen. Das bereinigte EBITDA
dürfte sich aufgrund von gesunkenen Energie- und
Rohstoffkosten sowie partiellen Preisweitergaben
gegenüber Vorjahr leicht verbessern.
Segment Energy Storage SystemsUnter das Segment "Energy Storage Systems" fallen
Energiespeicher-Lösungen für vorrangig private,
aber auch für kommerzielle Anwendungsbereiche. Das
Unternehmen erwartet ein weiterhin sehr starkes Wachstum,
bei dem VARTA mindestens die Marktwachstumsrate erreicht,
voraussichtlich aber sogar rund 70 % zum 2022 Umsatz
wachsen sollte. Dies dürfte zu einem sehr deutlich
zweistelligen prozentualen Umsatzwachstum gegenüber
dem Vorjahr führen. Das bereinigte EBITDA dürfte
ebenfalls sehr kräftig ansteigen, auch wenn sich eine
Preisreduktion aufgrund gefallener Rohstoffkosten sowie
zusätzliche Anlaufkosten für die VARTA.wall
Produktion leicht negativ auf die Marge auswirken
könnten.
Segment SonstigeDas Segment "Sonstige" umfasst die
Geschäftsbereiche "Lithium-Ion Battery Packs" sowie
"Lithium-Ion Large Cells" (V4Drive/RoundPower). VARTA
erwartet in diesem Segment einen Umsatz leicht über
Vorjahresniveau, was auf eine etwas positivere
Umsatzentwicklung aus dem Geschäftsbereich
"Lithium-Ion Large Cells" zurückzuführen ist
(ursprünglich: deutlich unter Vorjahresniveau). Das
bereinigte EBITDA soll aufgrund steigender Anlaufkosten,
trotz teilweiser Kompensation dieser im dritten Quartal,
sowie niedrigeren Fördererträgen aus selbigem
Geschäftsbereich hingegen sehr deutlich unter
Vorjahresniveau liegen (ursprünglich: deutlich unter
Vorjahresniveau).
Zwischenabschluss des VARTA AG Konzerns per 30. Juni 2023Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2023 (ungeprüft) VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)AKTIVAscrollen
PASSIVAscrollen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2023 (ungeprüft) VARTA Aktiengesellschaft, Ellwangen (Jagst)scrollen
Ergebnis je Aktie (EUR)scrollen
Konzern-Gesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2023 (ungeprüft)scrollen
Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2023 (ungeprüft)scrollen
* Anpassung Vorjahr gemäß IAS8
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum 1. Januar - 30. Juni 2023 (s. Kapitel 21. Eigenkapital) (ungeprüft)scrollen
scrollen
* Gewinnrücklagen inklusive Jahresergebnis
Konzern-Anhang der VARTA AG für das erste Halbjahr 20239. Allgemeine InformationenDie VARTA Aktiengesellschaft (VARTA AG) ist ein
Unternehmen mit Sitz in Ellwangen (Jagst), Deutschland, das
im Handelsregister des Amtsgerichts Ulm, Deutschland, unter
HRB 728059 eingetragen ist. Der vorliegende verkürzte
Konzernzwischenabschluss des Unternehmens umfasst die VARTA
Aktiengesellschaft und ihre Tochtergesellschaften (zusammen
als "VARTA AG Konzern" bezeichnet). Der Stichtag für
die VARTA AG, sämtliche Tochtergesellschaften und
für die Konzernrechnung ist der 30. Juni 2023. Dieser
Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen
Währung des Konzerns, dargestellt. Alle in Euro
dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht
anders angegeben, auf den nächsten Tausender gerundet.
Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit
den International Financial Reporting Standards (IFRS),
welche in der Europäischen Union Anwendung finden,
erstellt.
Die Geschäftstätigkeiten der VARTA AG, welche
sie durch die operativen Tochtergesellschaften betreibt,
umfassen die Produktion, Vertrieb, Forschung und
Entwicklung in fünf berichtspflichtigen
Geschäftssegmenten: "Lithium-Ion CoinPower", "Micro
Batteries", "Consumer Batteries", "Energy Storage Systems"
und "Sonstige". Der VARTA AG Konzern ist ein
internationales und global agierendes Unternehmen und kann
auf über 135 Jahre Erfahrung zurückblicken.
Die VARTA AG hat ihren Sitz in Ellwangen (Jagst),
VARTA-Platz 1, Deutschland. Die oberste Muttergesellschaft
der VARTA AG ist die Montana Tech Components AG
(nachfolgend die "MTC"), Reinach, Schweiz.
Die Aktien der VARTA AG werden am regulierten Markt
unter der Wertpapierkennnummer (WKN) A0TGJ5, der
International Securities Identification Number (ISIN)
DE000A0TGJ55 sowie dem Börsenkürzel "VAR1"
gehandelt.
10. Veränderungen im KonsolidierungskreisIm Geschäftsjahr 2023 hat sich der
Konsolidierungskreis wie folgt entwickelt:
scrollen
Abgang KonsolidierungskreisVW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH i.L.
Die VW-VM Verwaltungsgesellschaft mbH. i.L. wurde zum
23. Februar 2023 planmäßig liquidiert und im
Handelsregister gelöscht.
11. Erläuterungen zur Konzernrechnungslegung11.1. ÜbereinstimmungserklärungDer Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2023 wurde
nach den Grundsätzen der International Financial
Reporting Standards (IFRS), Regelungen für
Zwischenberichte (IAS 34), erstellt. Der verkürzte
Konzernzwischenabschluss wurde auf Basis aller am Stichtag
gültigen IAS / IFRS, die das International Accounting
Standards Board (IASB) veröffentlicht hat sowie aller
Interpretationen (IFRIC/SIC) des International Financial
Reporting Interpretations Committee bzw. des Standing
Interpretations Committee erstellt, sofern diese von der
Europäischen Union im Endorsement-Verfahren
übernommen wurden. Der vorliegende Zwischenbericht
umfasst nicht alle Anhangangaben, die üblicherweise in
einem Jahresabschluss enthalten sind. Daher ist dieser
Bericht in Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2022
erstellten Konzernjahresabschluss zu lesen.
Vom Wahlrecht zur Aufstellung eines verkürzten
Zwischenabschlusses wird Gebrauch gemacht. Alle zum 30.
Juni 2023 verbindlichen Interpretationen des International
Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC)
werden zugrunde gelegt. Ferner steht dieser Zwischenbericht
im Einklang mit dem Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr.
16 (DRS 16 Zwischenberichterstattung) des Deutschen
Rechnungslegungs Standard Committee e.V. (DRSC).
Auf Grund der fehlenden Verpflichtung zur Prüfung
des Halbjahresabschlusses wurde der Zwischenbericht keiner
Prüfung oder prüferischen Durchsicht eines
Wirtschaftsprüfers unterzogen.
11.2. UnternehmensfortführungEntsprechend IAS 1.25 erfolgte die Aufstellung des
Konzernabschlusses unter der Annahme der
Unternehmensfortführung. Nähere
Erläuterungen dazu in Kapitel "44. Wichtige Ereignisse
nach dem Bilanzstichtag".
11.3. KonsolidierungsmethodenDer Konsolidierungskreis umfasst alle Gesellschaften,
welche die VARTA AG direkt oder indirekt beherrscht.
Beherrschung besteht dann und nur dann, wenn die VARTA AG
über die Entscheidungsmacht verfügt, variablen
Rückflüssen ausgesetzt ist oder ihr Rechte
bezüglich der Rückflüsse zustehen und
infolge der Entscheidungsmacht in der Lage ist, die
Höhe der variablen Rückflüsse zu
beeinflussen. Die Existenz und Auswirkung von
substanziellen potenziellen Stimmrechten, die
gegenwärtig ausgeübt oder umgewandelt werden
können, einschließlich von anderen
Konzernunternehmen gehaltener potenzieller Stimmrechte,
werden bei der Beurteilung, ob ein Unternehmen beherrscht
wird, berücksichtigt. Diese Gesellschaften werden voll
konsolidiert. Die Erstkonsolidierung von
Tochtergesellschaften erfolgt zum Zeitpunkt der
Kontrollübernahme. Zu dem Zeitpunkt, an dem die
Kontrolle endet, werden die Tochtergesellschaften
entkonsolidiert.
Konzerninterne Gewinne und Verluste, Aufwendungen und
Erträge sowie die zwischen konsolidierten
Gesellschaften bestehenden Forderungen und
Verbindlichkeiten werden eliminiert.
Gemeinschaftsunternehmen, an denen die VARTA AG direkt
oder indirekt mit 50 % beteiligt ist, beziehungsweise
für welche die Führungsverantwortung
paritätisch wahrgenommen wird, werden nach der
"Equity- Methode" gemäß IAS 28 bilanziert.
In den Erläuterungen "43.
Beteiligungsgesellschaften" sind die konsolidierten
Gesellschaften in einer Tabelle dargestellt.
11.4. BewertungsbasisDie Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zu
fortgeführten Anschaffungskosten oder zum
beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet. Zur
Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Gruppen von Vermögenswerten
werden, soweit vorhanden, zum niedrigeren Wert aus Buchwert
und Fair Value abzüglich der erwarteten
Veräußerungskosten angesetzt.
11.5. Funktionale und DarstellungswährungDie Konzernwährung ist der Euro. Soweit nichts
anderes vermerkt ist, werden alle Betragsangaben in tausend
Euro (T€) angegeben.
In der Regel richtet sich die funktionale Währung
der jeweiligen Konzerngesellschaften nach deren
primärem Wirtschaftsumfeld und entspricht
grundsätzlich der jeweiligen Landeswährung.
Für einen überwiegenden Teil der Aktivitäten
ist der Euro (EUR bzw. €) die funktionale
Währung, weshalb auch die vorliegende Konzernrechnung
in Euro (EUR bzw. €) erstellt wurde.
Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den
sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten,
Prozentangaben usw.) auftreten können.
11.6. FristigkeitenDen kurzfristigen Vermögenswerten werden
Aktivposten zugeordnet, die entweder im ordentlichen
Geschäftszyklus des Konzerns innerhalb eines Jahres
realisiert oder konsumiert werden oder zu Handelszwecken
gehalten werden. Alle übrigen Aktiva werden den
langfristigen Vermögenswerten zugeordnet.
Den kurzfristigen Verbindlichkeiten werden alle
Verpflichtungen zugeordnet, welche der Konzern im Rahmen
des ordentlichen Geschäftszyklus unter Verwendung von
operativen Geldflüssen tilgen wird oder die innerhalb
eines Jahres ab Bilanzstichtag fällig werden. Alle
übrigen Verpflichtungen werden den langfristigen
Verbindlichkeiten zugeordnet.
11.7. Änderungen nach IAS 8Anpassung von Ermittlungs- bzw. Darstellungsweise diverser AnhangangabenDie VARTA AG hat im Rahmen der Erstellung des
Halbjahresabschlusse des Geschäftsjahres 2023 die
Ermittlungs- bzw. Darstellungsweise diverser Anhangangaben
angepasst. Die Anpassungen erfolgten, um eine
Übereinstimmung mit den entsprechenden Angabepflichten
der einschlägigen IFRS / IAS Standards zu
gewährleisten.
Es liegen somit wesentliche Fehler nach IAS 8.8 in Form
von fehlerhaften Angaben im Halbjahresabschluss 2022
hinsichtlich Ausweises (einschließlich Darstellung)
im Konzern-Anhang vor. Die wesentlichen Fehler ergeben sich
aus einer Fehlanwendung von zuverlässigen
Informationen, die zum Zeitpunkt, an dem der
Halbjahresabschluss 2022 zur Veröffentlichung
genehmigt wurde, zur Verfügung standen oder eingeholt
hätten werden können und somit bei der
Aufstellung und Darstellung des Konzern-Anhangs 2022 zu
berücksichtigen waren. Die Fehlerkorrekturen erfolgen
gemäß IAS 8 rückwirkend für alle
betroffenen Perioden. Dementsprechend werden die
Anhangangaben des Halbjahrs 2023 sowie die Angaben zur
Vergleichsperiode 2022 angepasst.
Angepasste Anhangangaben zur Vergleichsperiode werden im
Konzern-Anhang für das Halbjahr 2022 durch * kenntlich
gemacht.
12. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze12.1. WährungsumrechnungDie für die Währungsumrechnung zugrunde
gelegten Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss auf die
verkürzte Konzernrechnung stellen sich wie folgt dar:
scrollen
Aus diesen Wechselkurseffekten sind nur USD/EUR für
fremde Dritte wesentlich. Die restlichen Transaktionen
werden hauptsächlich zwischen verbundenen Unternehmen
abgewickelt. Darüber hinaus resultieren weitere
Wechselkurseffekte aus chinesischem Yuan (CNY),
norwegischen Kronen (NOK), ungarischen Forint (HUF),
schweizerischen Franken (CHF), tschechischen Kronen (CZK),
russischen Rubel (RUB) und türkischen Lira (TRY).
Diese sind jedoch für den VARTA AG Konzern nicht
wesentlich.
12.2. Änderungen der RechnungslegungsgrundsätzeIm Jahr 2023 erstmals angewandte RechnungslegungsvorschriftenNachfolgend werden die Auswirkungen der ab 1. Januar
2023 neu angewendeten Rechnungslegungsmethoden offengelegt.
Für den Konzern haben sich keine wesentlichen
Auswirkungen ergeben.
IFRS 17 - VersicherungsverträgeIFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals
einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung,
die Darstellung von und Anhangangaben zu
Versicherungsverträgen,
Rückversicherungsverträgen sowie
Investmentverträgen mit ermessensabhängiger
Überschussbeteiligung. Nach dem Bewertungsmodell des
IFRS 17 werden Gruppen von Versicherungsverträgen
bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert
abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten
Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie
einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem
Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung
führt.
IAS 8 - Änderung der Definition von rechnungslegungsbezogenen SchätzungenDie Änderung am IAS 8 stellt klar, wie Unternehmen
Änderungen von Rechnungslegungsmethoden besser von
Schätzungsänderungen abgrenzen können. Dazu
wird definiert, dass eine rechnungslegungsbezogene
Schätzung immer auf eine Bewertungsunsicherheit einer
finanziellen Größe im Abschluss bezogen ist. Ein
Unternehmen verwendet neben Input-Parametern auch
Bewertungsverfahren zur Ermittlung einer Schätzung.
Bewertungsverfahren können Schätzverfahren oder
Bewertungstechniken sein.
IAS 1 und IFRS Praktische Hinweise 2 - Angaben zu RechnungslegungsmethodenDie Änderung am IAS 1 erfordert, dass lediglich die
"wesentlichen" Rechnungslegungsmethoden im Anhang
dargestellt werden. Um wesentlich zu sein, muss die
Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder
anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und es muss
einen Anlass für die Darstellung geben. Ein Anlass
kann bspw. darin bestehen, dass die Methode geändert
wurde, es sich um ein Wahlrecht handelt, die Methode
komplex oder stark ermessensbehaftet ist oder in
Übereinstimmung mit IAS 8.10-11 entwickelt wurde. Die
Änderungen im Practice Statement 2 zeigen entsprechend
auf, wie das Konzept der Wesentlichkeit auf die Angabe von
Rechnungslegungsmethoden angewandt wird. Damit sollen in
Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle
von standardisierten Ausführungen im Vordergrund
stehen.
IAS 12 - Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehenDie Änderungen adressieren bisher bestehende
Unsicherheiten bei der Bilanzierung von latenten Steuern im
Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Entsorgungs-
bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen.
IFRS 17 - Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - VergleichsinformationenDie Änderung an IFRS 17 führt die
Möglichkeit ein, bei Erfüllung bestimmter
Voraussetzungen einen sog. "classification overlay
approach" anzuwenden. Damit werden die
Vergleichsinformationen zu den Finanzinstrumenten im Jahr
vor der erstmaligen Anwendung des IFRS 17, d.h. für
das Jahr 2022, aussagekräftiger gemacht.
12.3. Neue und geänderte IFRS Standards nach dem 30. Juni 2023Die folgenden neuen und revidierten Standards und
Interpretationen wurden verabschiedet, treten aber erst
später in Kraft und wurden in der vorliegenden
Konzernrechnung nicht frühzeitig angewendet. Ebenso
plant das Unternehmen keine frühzeitige Anwendung.
Soweit im Folgenden nicht anders angegeben, werden die
Auswirkungen derzeit geprüft.
scrollen
Die folgenden vom IASB veröffentlichten Neuerungen
und Änderungen sind noch nicht verpflichtend
anzuwenden und werden von VARTA AG bislang auch noch nicht
angewendet. Der Konzern geht derzeit davon aus, dass sich
keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss
ergeben werden.
IAS 1 - Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig sowie langfristige Schulden mit CovenantsDie im Januar 2020 verabschiedeten Änderungen an
IAS 1 betreffen eine begrenzte Anpassung der
Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von
Schulden als kurzfristig oder langfristig. Es wird
klargestellt, dass die Klassifizierung von Schulden als
kurzfristig von den Rechten des Unternehmens zum
Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der
Schuld um mindestens zwölf Monate nach Ende des
Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche Rechte vor,
klassifiziert die Schuld als langfristig. Das Recht, die
Erfüllung der Schuld zu verschieben, muss hierbei
substanziell sein. Sofern das Unternehmen für die
Ausübung eines derartigen Rechtes bestimmte
Bedingungen zu erfüllen hat, müssen diese am
Abschlussstichtag erfüllt werden; anderenfalls folgt
eine Klassifizierung als kurzfristig.
Die Änderungen sind nun insgesamt - vorbehaltlich
einer Übernahme in EU-Recht - auf Berichtsperioden
anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen.
Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist
zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.
IFRS 16 - Leasingverbindlichkeit bei Sale-and-LeasebackDie Änderung betrifft die Bilanzierung von
Leasingverbindlichkeiten aus Sale-and-Leaseback
Transaktionen und schreibt vor, dass ein Leasingnehmer im
Anschluss an einen Verkauf die Leasingverbindlichkeit so zu
bewerten hat, dass er keinen Betrag im Gewinn oder Verlust
erfasst, der sich auf das zurückbehaltene
Nutzungsrecht bezieht. Die neu eingefügten Paragrafen
erläutern unter anderem anhand von Beispielen,
unterschiedliche mögliche Vorgehensweisen,
insbesondere bei variablen Leasingzahlungen.
Die Änderungen sind - vorbehaltlich einer
Übernahme in EU-Recht - auf Geschäftsjahre
anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen.
Eine vorzeitige Anwendung der Änderungen ist
zulässig, setzt jedoch ein EU-Endorsement voraus.
13. SegmentberichterstattungDen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die
Segmentberichterstattung liegen die im vorliegenden
Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde. Der Vorstand
steuert nach dem bereinigten EBITDA, um trotz der
Investitionen in das Sachanlagevermögen und der daraus
resultierenden Abschreibungen die operative Performance
beurteilen zu können. Ergebnisanteile von nach der
Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogenen
Unternehmen sind in der Segmentberichterstattung nicht
enthalten, da diese nicht Bestandteil des berichteten EBIT
und bereinigten EBITDA sind und auch sonst nicht
regelmäßig an den Vorstand berichtet werden.
In der VARTA-Gruppe wurden die operativen
Geschäftsbereiche "Micro Batteries", "Lithium-Ion
CoinPower", "Consumer Batteries", "Energy Storage Systems",
"Lithium-Ion Battery Packs", und "Lithium-Ion Large Cells"
als Segmente identifiziert. Die Segmente "Lithium-Ion
Battery Packs" sowie "Lithium-Ion Large Cells" werden, da
sie nicht berichtspflichtig sind, zum Berichtssegment
"Sonstige" zusammengefasst. Die unter "Sonstige"
ausgewiesenen Umsatzerlöse mit Dritten sind im
Wesentlichen dem Segment "Lithium-Ion Battery Packs"
zuzuordnen. Die Aufgliederung entspricht der internen
Organisations- und Berichtsstruktur. Bezüglich der
angepassten Darstellung gegenüber dem Vorjahr wird auf
Kapitel "11.7. Änderungen nach IAS 8" verwiesen.
Die Eliminierungen konzerninterner Verflechtungen
zwischen den Segmenten werden in der
Überleitungsspalte zusammengefasst angegeben.
Darüber hinaus beinhaltet die Überleitungsspalte
Sachverhalte, die keinem Segment direkt zugeordnet werden
können, bspw. die Effekte aus der aktienbasierten
Vergütung oder die Restrukturierungskosten.
Im Folgenden werden die Steuerungsgrößen, die
zur Beurteilung der Leistungen der operativen Segmente
herangezogen werden, dargestellt. Dabei wird auf Ebene der
einzelnen Segmente das steuerungsrelevante EBITDA
dargestellt und auf das Konzern-EBITDA übergeleitet:
Informationen nach berichtspflichtigen Segmenten 1. Januar - 30. Juni 2023:scrollen
scrollen
Informationen nach berichtspflichtigen Segmenten 1. Januar - 30. Juni 2022:scrollen
scrollen
In der Überleitung zum EBITDA des Konzerns sind
folgende Sachverhalte enthalten:
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In der Spalte "Sondereffekte" werden Sachverhalte
dargestellt, die in der Bereinigung des EBITDA
berücksichtigt sind. Im Geschäftsjahr 2023
existieren solche Sachverhalte bei der VARTA AG. Der VARTA
AG als Mutterunternehmen werden "Sondereffekte" aus den
M&A Transaktionen in Höhe von 0,0 Mio. €
(2022: 2,7 Mio. €), Effekte aus der Restrukturierung
in Höhe von 16,6 Mio. € (2022: 0,0 Mio. €)
und Effekte aus der aktienbasierten Vergütung in
Höhe von 0,001 Mio. € (2022: 0,01 Mio. €)
zugeordnet.
In der folgenden Tabelle wird die Überleitung des
EBITDAs der Segmente auf das Ergebnis vor Steuern
dargestellt:
scrollen
Geografische SegmentinformationenDie nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse
des Konzerns aufgeteilt nach bestimmten geografischen
Standorten. Bei der Darstellung dieser Informationen auf
geografischer Grundlage basieren die Umsatzerlöse
eines Segments auf den geografischen Standorten der Kunden
und die Vermögenswerte eines Segments auf den
geografischen Standorten der Vermögenswerte.
scrollen
* Die Umsatzerlöse richten sich nach dem
Sitz des Kunden.
Die Umsatzerlöse der Segmente "Consumer Batteries"
und "Energy Storage Systems" sind mehrheitlich in der
Position Europa enthalten. Die Umsätze der Regionen
Asien und Amerika sind mehrheitlich den Segmenten
"Lithium-Ion CoinPower", "Micro Batteries" und "Sonstige"
zuzuordnen.
Produkte und DienstleistungenDie Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie die Vertragsvermögenswerte des
Konzerns teilen sich folgendermaßen auf Produkte und
Dienstleistungen auf:
scrollen
Bedeutende KundenIm Geschäftsjahr 2023 konnte kein Kunde
identifiziert werden, der einen Umsatzanteil von mehr als
10 % vom Konzernumsatz erreicht hat. Im Vorjahr erreichte
ein Kunde aus dem Segment "Lithium-Ion CoinPower" einen
Umsatz in Höhe von 71,9 Mio. €, was einem
Umsatzanteil von mehr als 10 % vom Konzernumsatz
entspricht.
14. Sachanlagevermögenscrollen
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scrollen
Der wesentliche Teil der Investitionen in das
Sachanlagevermögen entfiel auf die Erweiterung der
Produktionskapazitäten bei den
Lithium-Ionen-Knopfzellen, dem Aufbau einer Pilotanlage
für großformatige Zellen sowie einer neuen
Fabrik für Energiespeicher.
Aufgrund der Unterauslastung im CoinPower Bereich wurden
die Nutzungsdauern zu Jahresbeginn angepasst. Dadurch haben
sich die Abschreibungen des Sachanlagevermögens von
52,6 Mio. € im selben Vorjahreszeitraum 2022 auf 38,0
Mio. € in 2023 reduziert.
In den Zugängen der technischen Anlagen und
Maschinen sowie anderen Anlagen sind aktivierte
Eigenleistungen in Höhe von 0,4 Mio. € (2022: 0,6
Mio. €) enthalten. Innerhalb der Zugänge Anlagen
im Bau sind aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 0,5
Mio. € (2022: 1,3 Mio. €) enthalten.
Im ersten Halbjahr 2023 wurde eine
nicht-zahlungswirksame außerplanmäßige
Wertminderung in Höhe von 25,9 Mio. € in der CGU
"Lithium-Ion CoinPower" aufgrund geringerer
Volumenerwartung für 2023 vorgenommen.
Für das Sachanlagevermögen bestanden keine
Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen
während der Geschäftsjahre 2022 und 2023. Das
Bestellobligo aus dem Kauf von Sachanlagevermögen
beträgt 37,4 Mio. € (2022: 71,2 Mio. €).
15. Immaterielle Vermögenswertescrollen
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Von den aktivierten Eigenleistungen in Höhe von
12,9 Mio. € (2022: 6,2 Mio. €) wurden im Jahr
2023 selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte,
welche noch nicht zur Nutzung bereit sind, in Höhe von
12,0 Mio. € (2022: 27,2 Mio. €) erfasst.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen wurden
erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung in
Höhe von 11,6 Mio. € erfasst (2022: 14,1 Mio.
€).
Für immaterielle Vermögenswerte bestanden
keine Eigentums- oder Verfügungsbeschränkungen
während der Geschäftsjahre 2022 und 2023.
16. LeasingDer Konzern mietet verschiedene Produktions-, Büro
und Lagergebäude sowie Anlagen und Fahrzeuge. Die
Mietverträge werden in der Regel für feste
Zeiträume von 1,5 bis 13 Jahren abgeschlossen,
können jedoch Verlängerungs- oder
Kündigungsoptionen beinhalten oder auch unbefristet
sein. Die Entwicklung des geleasten Anlagevermögens
ist in den Erläuterungen "14. Sachanlagevermögen"
dargestellt.
Der Gesamtbetrag der Zahlungen für
Leasingverhältnisse im Berichtsjahr beläuft sich
auf 12,6 Mio. € (2022: 12,4 Mio. €).
Die Summe der künftigen Leasingzahlungen aufgrund
unkündbarer Leasingverträge beträgt:
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scrollen
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Variable Leasingzahlungen und Restwertgarantien kommen
momentan nicht zum Tragen. Verlängerungs- und
Kündigungsoptionen werden berücksichtigt.
17. VorräteDie Vorräte teilen sich in folgende Positionen auf:
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Die Vorräte sind im Geschäftsjahr 2023
insgesamt von 223,3 Mio. € auf 221,1 Mio. €
leicht zurückgegangen. Durch Optimierungen im Working
Capital und einer absatzbedingten Produktionsanpassung
konnte die Bevorratung in Summe stabil gehalten werden. Die
im Berichtsjahr als Aufwand ausgewiesenen Vorräte
beliefen sich auf 182,6 Mio. € (2022: 191,6 Mio.
€). Sie sind im Materialaufwand enthalten.
Die Wertminderungen der Vorräte werden im
Materialaufwand erfasst und betragen in der Berichtsperiode
2,8 Mio. € (2022: 4,5 Mio. €). Der Buchwert der
wertgeminderten Vorräte beträgt 23,9 Mio. €
(2022: 16,2 Mio. €). Die Wertminderungen entfallen
dabei in Höhe von 2,0 Mio. € auf die Segmente
"Lithium-Ion CoinPower", "Micro Batteries" sowie "Sonstige"
und 0,8 Mio. € auf die Segmente "Consumer Batteries"
sowie "Energy Storage Systems".
18. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswertescrollen
Die Forderungen gegen Dritte (brutto) sind im Vergleich
zum 31. Dezember 2022 um 30,7 Mio. €
zurückgegangen. Dieser Rückgang ist sowohl auf
den geringeren Umsatz zurückzuführen als auch
saisonal bedingt.
19. Sonstige Vermögenswertescrollen
Unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten
werden sowohl der Erstattungsanspruch aus dem im Juni 2017
getätigten Schuldbeitritt der VARTA Microbattery GmbH,
als auch der in 2022 rechtlich wirksame Schuldbeitritt der
VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA in Höhe
von insgesamt 38,4 Mio. € (2022: 37,7 Mio. €)
ausgewiesen.
Die kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte setzen
sich wie folgt zusammen:
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Die Forderungen aus Förderprojekten in Höhe
von 26,8 Mio. € (2022: 23,3 Mio. €) bestehen
sowohl gegenüber der Europäischen Kommission
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
(BMWi) und den Ländern Bayern und
Baden-Württemberg.
Die Forderungen aus Förderprojekten in Höhe
von 8,4 Mio. € (2022: 6,8 Mio. €) bestehen
einerseits gegenüber der Europäischen Kommission
als Fördermittelgeber von Förderprojekten und
andererseits gegenüber Projektpartnern von
Forschungsprojekten, bei denen der Konzern als
Projekt-Koordinator fungiert und die Zuschüsse
treuhänderisch vom Fördergeber erhält und an
die Projektpartner weiterreicht. Zum 30. Juni 2023
bestehende weitergeleitete Vorschusszahlungen an die
beteiligten Kooperationspartner betragen 5,1 Mio. €
(2022: 5,0 Mio. €).
Der Forderungsbestand aus dem Förderprojekt IPCEI
hat sich in 2023 von 16,5 Mio. € auf 18,4 Mio. €
erhöht.
Die sonstigen Forderungen haben sich zum 30. Juni 2023
nur unwesentlich um 1,3 Mio. € zum Vorjahr verringert.
Die noch bestehende Forderung aus dem Erstattungsanspruch
gegenüber Energizer beläuft sich zum 30. Juni
2023 auf 7,8 Mio. €.
Bei der Position übrige sonstige
Vermögenswerte handelt es sich im Wesentlichen um
aktive Rechnungsabgrenzungsposten, welche sich saisonal
bedingt zum Halbjahr um 6,5 Mio. € erhöht haben.
20. Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteDie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
können wie folgt aufgegliedert werden:
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21. EigenkapitalDas Eigenkapital des VARTA AG Konzerns hat sich 2023 wie
folgt entwickelt:
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* Gewinnrücklagen inklusive Jahresergebnis
Die VARTA AG hat im März eine Kapitalerhöhung
erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden 2.220.000 neue
Aktien zu einem Preis von 22,85 Euro ausgegeben und damit
zu einem Discount von 4 % auf den Xetra-Schlusskurs vom 21.
März 2023. Die neuen Aktien sind für das
Geschäftsjahr 2022 voll dividendenberechtigt und
tragen dieselben Rechte wie die bestehenden Aktien. Aus der
Kapitalerhöhung fließt der Gesellschaft ein
Bruttoemissionserlös von 50,7 Mio. € zu. Die
Zeichnung der neuen Aktien erfolgte ausschließlich
durch die VGG Beteiligungen SE, eine 100%ige
Tochtergesellschaft der Montana Tech Components. Die neuen
Aktien stammen aus genehmigtem Kapital und wurden unter
Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben.
22. Ergebnis je AktieDie Berechnung des Ergebnisses je Aktie basiert auf dem
den Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis und einem
gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Aktien. Da
weder im Berichtszeitraum noch im Vorjahreszeitraum
Sachverhalte vorlagen, aus denen Verwässerungseffekte
resultieren, entspricht das verwässerte Ergebnis je
Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.
scrollen
* Das Ergebnis je Aktie bezieht sich auf die
Aktien der VARTA AG
Die Anzahl der Aktien hat sich über die Jahre 2022
und 2023 hinweg wie folgt entwickelt:
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Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 42.641.686
Stückaktien. Es handelt sich hierbei um auf den
Inhaber lautende Nennbetragsaktien, welche einen anteiligen
Betrag des Grundkapitals von 1,00 €
repräsentieren.
23. Andere finanzielle VerbindlichkeitenDie sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzen sich
wie folgt zusammen:
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Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
haben sich von 488,7 Mio. € auf 490,9 Mio. €
aufgrund der gestiegenen Refinanzierungskosten sowie der
Verlängerung bis Ende 2026 erhöht.
24. Rückstellungen für Leistungen an ArbeitnehmerZusammensetzung der Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmerscrollen
Die Rückstellungen für Pensionen erhöhten
sich auf Grund von veränderten
versicherungsmathematischen Annahmen, insbesondere durch
einen leicht rückläufigen Abzinsungssatz von 3,7
% auf 3,5 %.
25. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten sowie erhaltene AnzahlungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
Vertragsverbindlichkeiten sowie erhaltene Anzahlungen
setzen sich wie folgt zusammen:
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Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
einschließlich der erhaltenen Anzahlungen und
Vertragsverbindlichkeiten sind in Summe um 31,3 Mio. €
gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang
der regulären Verbindlichkeiten aus Lieferungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
einschließlich der erhaltenen Anzahlungen und
Vertragsverbindlichkeiten sind in Summe um 31,3 Mio. €
gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang
der regulären Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen sowie den geringeren Verbindlichkeiten aus dem
Erwerb von Sachanlagevermögen
zurückzuführen.
Die erhaltenen Anzahlungen belaufen sich insgesamt auf
13,6 Mio. € und stehen in Zusammenhang mit
Verpflichtungen aus zum Teil schwebenden Geschäften
des VARTA AG Konzerns. Die daraus resultierenden
Verbindlichkeiten des VARTA AG Konzerns werden im Rahmen
erfolgter Leistungserbringung getilgt und erfüllen die
Ansatzvoraussetzungen gemäß IFRS 15.16 als
erhaltene Anzahlungen. Dieser Darstellung liegt die
Einschätzung zugrunde, dass die Vorauszahlungen
vollumfänglich durch spätere Leistungserbringung
gedeckt werden. Der Zahlungsmittelzufluss ist im
Netto-Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit enthalten. Für im Vorjahr
ausgewiesene erhaltene Anzahlungen erfolgte im
Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 12,4 Mio. €
(2022: 36,0 Mio. €) eine Verrechnung mit
entsprechenden Forderungen aus Lieferabrufen.
Die Vertragsverbindlichkeiten per 30. Juni 2023 haben
sich im Vergleich zum Vorjahr auf 1,3 Mio. € (2022:
2,5 Mio. €) reduziert.
26. Sonstige Verbindlichkeitenscrollen
Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten
erhöhten sich von 33,4 Mio. € auf 34,9 Mio.
€. Im Wesentlichen ist dies auf die Erhöhung der
Verbindlichkeiten aus Förderprojekten in Höhe von
5,1 Mio. € (2022: 5,0 Mio. €) und
Verbindlichkeiten ggü. Mitarbeitern in Höhe von
1,6 Mio. € (2022: 0,5 Mio. €)
zurückzuführen.
Bei den zum 30. Juni 2023 bestehenden langfristigen
sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 34,9 Mio.
€ (2022: 27,4 Mio. €). Dabei handelt es sich um
passive Rechnungsabgrenzungsposten.
27. Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen der
Geschäftsjahre 2023 und 2022 setzen sich wie folgt
zusammen:
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RestrukturierungIm Rahmen der Restrukturierung der VARTA AG Gruppe
werden Kosten, insbesondere für die Reduktion von
Mitarbeitenden, anfallen. Diese betragen geschätzt zum
30. Juni 2023 7,0 Mio. €.
Gewährleistungen, GarantienBeim Verkauf von Produkten werden Produktgarantien
gewährt. Hierfür werden jährlich
Rückstellungen gebildet. Die Berechnung der Garantie-
/ Gewährleistungsrückstellungen erfolgt nach dem
Prinzip der Multiplikation der betreffenden Liefermengen
mit der erwarteten Schadenswahrscheinlichkeit in den
jeweiligen Zeitperioden und den durchschnittlichen Kosten
pro Fall. Die Rückstellungen decken in der Regel eine
angemessene Garantie- und Kulanzzeit ab. In den Segmenten
"Micro Batteries" und "Lithium-Ion CoinPower" wird dieser
Anspruch erfahrungsgemäß im Folgejahr in
Anspruch genommen. Bei "Energy Storage Systems" wird gegen
Ende der Garantielaufzeit von einem Anstieg in der
Inanspruchnahme ausgegangen. Die Zuführung erfolgt
hierbei zum Verkaufszeitpunkt. Die starke Umsatzreduzierung
im Segment "Lithium-Ion CoinPower", im Vergleich zum
Vorjahr, führt zu einer Reduzierung innerhalb dieses
Bereiches, jedoch sind im Vergleich zum Vorjahr in diesem
Bereich die Retourenquoten leicht angestiegen, dies spielt
gegenläufig in diesem Segment mit ein. Das starke
Umsatzwachstum im Segment "Energy Storage Systems" ist
maßgeblicher Treiber für den Anstieg der
Rückstellungen.
Entsorgungs-, Wiederherstellungs- & ähnliche VerpflichtungenDie Hersteller und Vertreiber von Batterien unterliegen
gesetzlichen Verpflichtungen, Rücknahmesysteme
für gebrauchte Batterien vorzuhalten, um eine
fachgerechte sowie umwelt- und ressourcenschonende
Entsorgung oder Wiederaufbereitung zu gewährleisten.
Die ausgewiesenen Rückstellungen resultieren dabei im
Wesentlichen aus ausstehenden Beiträgen für diese
Rücknahmesysteme.
Übrige RückstellungenDie übrigen Rückstellungen bestehen im
Wesentlichen aus Rückstellungen für Provisionen
in Höhe von 1,0 Mio. € (2022: 0,8 Mio. €),
sowie Rückstellungen für
Rückbauverpflichtungen über 0,5 Mio. €
(2022: 0,5 Mio. €). Die sonstigen ungewissen
Verbindlichkeiten belaufen sich auf 0,3 Mio. € (2022:
2,2 Mio. €). Des Weiteren sind in den sonstigen
Rückstellungen Risiken für Rechtsstreitigkeiten
in Höhe von 0,9 Mio. € (2022: 0,8 Mio. €)
enthalten.
28. Abgegrenzte SchuldenDie abgegrenzten Schulden umfassen folgende wesentliche
Positionen:
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Die abgegrenzten Schulden im Personalbereich sind im
Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich von 26,4 Mio. €
auf 26,0 Mio. € gesunken. In den sonstigen
abgegrenzten Schulden für Personal sind 1,8 Mio.
€ langfristig.
Die Entwicklung resultiert aus der Zunahme der
Urlaubsrückstellungen aufgrund von Urlaubsaufbau im
ersten Halbjahr. Die Entwicklung ist saisonal bedingt und
wird sich zum Jahresende wieder relativieren. Die
Prämien für Mitarbeiter sind aufgrund von
Bonusrückstellungen für Mitarbeiter und
Abgrenzungen für zusätzliche arbeitsfreie Tage
gestiegen. Die sonstigen abgegrenzten Schulden für
Personal haben sich aufgrund von geringeren
Abfindungsrückstellungen sowie geringeren
Rückstellungen für Poolarbeitskräfte und
sonstigen Personalrückstellungen reduziert.
Die sonstigen abgegrenzten Schulden belaufen sich auf
53,3 Mio. € (2022: 72,5 Mio. €). Der wesentliche
Teil entfällt dabei auf die
Kundenbonusrückstellungen in Höhe von 38,0 Mio.
€ (2022: 55,8 Mio. €), welche aufgrund von
Jahresvereinbarungen zu Beginn des Kalenderjahres für
das Vorjahr abgerechnet und ausgezahlt werden. Die
Entwicklung ist daher saisonal bedingt und wird sich zum
Jahresende wieder relativieren. In den sonstigen
abgegrenzten Schulden entfallen 0,6 Mio. € auf
langfristig.
29. UmsatzerlöseDurch den Verkauf von Produkten und der Erbringung von
Dienstleistungen konnten folgende Umsätze erzielt
werden:
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Die Umsatzerlöse beinhalten in Höhe von 1,9
Mio. € (2022: 4,5 Mio. €) periodenfremde
Erträge aus der Anpassung von
Kundenbonusrückstellungen.
Die Erlöse aus Produktverkäufen beinhalten
Umsatzerlöse aus allen Segmenten (vgl.
Erläuterungen "13. Segmentberichterstattung".
Die Umsatzerlöse aus Verkäufen von
Dienstleistungen enthalten im Wesentlichen Dienstleistungen
für Produktdesign und Kundenprojekte.
30. Erhöhung der fertigen und unfertigen Erzeugnissescrollen
Die Erhöhung der fertigen Erzeugnisse zum Halbjahr
2023 resultiert im Wesentlichen aus dem Bestandsaufbau von
Konsumentenbatterien im Segment "Consumer Batteries"
für das bevorstehende Jahresendgeschäft. Das
Segment "Consumer Batteries" ist grundsätzlich von
einer Saisonalität geprägt. Durch Optimierungen
im Working Capital und einer absatzbedingten
Produktionsanpassung fiel der Bestandsaufbau im ersten
Halbjahr 2023 im Vergleich zur entsprechenden Periode des
Vorjahres jedoch deutlich geringer aus.
31. Aktivierte Eigenleistungenscrollen
Die aktivierten Eigenleistungen betreffen im
Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von
12,0 Mio. € (2022: 6,2 Mio. €). Der Anstieg
resultiert im Wesentlichen aus dem IPCEI Projekt durch
geänderten Ausweis. Nähere Einzelheiten hierzu
unter Kapitel 3.7 Änderungen nach IAS 8 im
Geschäftsbericht 2022.
32. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten die
folgenden Positionen:
scrollen
Die öffentlichen Zuwendungen betragen im
Geschäftsjahr 2023 insgesamt 6,2 Mio. € (2022:
41,3 Mio. €) und wurden im Wesentlichen für die
VARTA Microbattery GmbH und VARTA Microbattery S.R.L.
bereitgestellt. Für das im nächsten Abschnitt
erläuterte "Important Project of Common European
Interest" (IPCEI), wurde die Förderung an
vielfältige Bedingungen geknüpft und vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den
Ländern Baden-Württemberg und Bayern
gewährt.
Das als förderfähig beurteilte Vorhaben ist
Teil des sog. IPCEI und soll zu der Entwicklung einer
innovativen, über den aktuellen Stand der Technik
hinausgehenden sowie nachhaltigen und
umweltverträglichen Batteriewertschöpfungskette
in Deutschland und in der Europäischen Union
beitragen. Dementsprechend sollen die Ergebnisse des
geförderten Vorhabens vorrangig in der
Europäischen Union gewerblich genutzt werden. Die
Zuwendung bezweckt darüber hinaus Spillover-Effekte
des geförderten Vorhabens auf die europäische
Wirtschaft und Gesellschaft durch Wissens- und
Technologieaustausch mit Forschungs- und
Wissenschaftseinrichtungen und anderen Unternehmen. Mit der
Zuwendung soll zudem im Rahmen des rechtlich
Zulässigen erreicht werden, dass die
Zuwendungsempfänger Komponenten, Materialien und
Produktionsanlagen ihrer Produkte und Dienstleistungen,
soweit wirtschaftlich möglich, bei anderen deutschen
und europäischen Unternehmen beziehen, um damit auch
vorgelagerte Märkte und Abschnitte der
Wertschöpfungskette zu fördern. Des Weiteren
sollen die Produkte und Dienstleistungen durch besondere
Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit
gekennzeichnet sein und einer nachhaltigen und
umweltverträglichen Wiederverwendung und Entsorgung
Vorschub leisten.
Mit der Zuwendung soll zudem Ellwangen als Innovations-,
Wirtschafts- und Produktionsstandort gefördert und
gestärkt werden. Zugleich werden mit der Zuwendung die
Entwicklung, Herstellung und der Betrieb von im Vergleich
zum Stand der Technik besonders nachhaltigen und
umweltverträglichen Anlagen, Bauten und
Betriebsstätten angestrebt. Nachhaltigkeitsaspekte
sollen in allen Prozessen der Planung, des Baus und der
Bewirtschaftung berücksichtigt werden.
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen
Erträge ist maßgeblich auf die verringerten
Erträge aus Subventionen und öffentlichen
Zuwendungen in Höhe von 26,9 Mio. € sowie auf die
im Jahresabschluss 2022 unter Kapitel "Änderungen nach
IAS 8" beschriebene Änderung des Ausweises in
Höhe von 7,5 Mio. € zurückzuführen. Die
Förderungen haben sich im ersten Halbjahr 2023
erwartungsgemäß reduziert.
Der Rückgang in der Position "Sonstiges" ist
maßgeblich auf Entschädigungen aus
Patentrechtsstreitigkeiten im Vorjahr in Höhe von 3,8
Mio. € zurückzuführen.
33. Materialaufwandscrollen
Der Rückgang des "Aufwands für Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren" resultiert im
Wesentlichen aus einem Rückgang der Produktionsmenge.
Die geringere Produktionsmenge ist das Ergebnis eines
nachfragebedingten Absatzrückgangs in der ersten
Jahreshälfte. In der Position "sonstige
Materialaufwendungen und bezogene Leistungen" waren im
Vorjahr aufgrund der Kapazitätserweiterungen und des
damit verbundenen Personalbedarfs temporär höhere
Kosten für Zeitarbeitskräfte enthalten. Die
Position "Sonstiges" enthält Verbrauchsmaterial, das
direkt für Fertigungs- bzw. Kundenaufträge
beschafft und ohne Lagerung verbraucht wird. Darüber
hinaus sind hier auch Aufwendungen für Verpackung,
Abfallentsorgung, Lagerkosten und Vorlauffrachten
enthalten. Aufwendungen aus Rohstoffsicherungen werden im
Materialaufwand ausgewiesen.
34. PersonalaufwandDie Personalaufwendungen beinhalten die folgenden
Positionen:
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Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr
um 3,8 % geringfügig gesunken. Die gesunkenen Kosten
bei den Löhnen und Gehältern ist auf die
Kurzarbeit sowie gesunkene Mitarbeiterzahlen
zurückzuführen. Der Anstieg der Aufwendungen
für Abfindungen steht im Zusammenhang mit dem
Mitarbeiterabbau im Rahmen der Restrukturierung.
35. AbschreibungenDie Abschreibungen setzen sich wie folgt zusammen:
scrollen
Durch die außerplanmäßige Wertminderung
auf Sachanlagen zum Jahresende 2022 ergeben sich
erwartungsgemäß geringere Abschreibungen auf
Sachanlagen im Vergleich zum Vorjahr. Darüberhinaus
wurde im ersten Halbjahr 2023 eine nicht-zahlungswirksame
außerplanmäßige Wertminderung in Höhe
von 25,9 Mio. € in der CGU "Lithium-Ion CoinPower"
aufgrund geringerer Volumenerwartungen für 2023
vorgenommen.
Darüber hinaus wurde bei den CoinPower-Anlagen
festgestellt, dass die verkürzte Nutzungsdauer, die
aufgrund des 3- Schicht Betrieb eingeführt wurde, zum
aktuellen Zeitpunkt nicht mehr angebracht ist. Folglich
wurde mit Beginn des Geschäftsjahres, bei den
betroffenen CoinPower-Anlagen, eine längere
Nutzungsdauer festgesetzt. Aufgrund der geringeren
Auslastung der Anlagen ergab sich eine Verlängerung
der Nutzungsdauer auf min. 96 Monate. Diese
Nutzungsdaueranpassung führt im Ergebnis zu einer um
16,9 Mio. € geringeren Abschreibung, diese entfallen
auf Maschinen, welche bereits in den Vorjahren aktiviert
und genutzt wurden.
36. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten die
folgenden Positionen:
scrollen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Summe
von 79,9 Mio. € um 9,2 Mio. € auf 70,7 Mio.
€ gesunken. Aufgrund der Kurzarbeit sowie des
gesunkenen Umsatzes konnten die Aufwendungen für
Energie um 3,3 Mio. € sowie der Ausgangsfrachten und
Zölle um 1,1 Mio. € reduziert werden. Die
Aufwendungen für Fremdwährungssicherung
reduzierten sich aufgrund der volatilen
Preisveränderungen im vergangenen Jahr um 4,8 Mio.
€. Die Aufwendungen für "Informationstechnologie"
haben sich um 0,8 Mio. € sowie die Aufwendungen
für Instandhaltung um 1,8 Mio. € reduziert.
Gegenläufig hat sich die Position "Rechts-,
Prüfungs- und Beratungsaufwand" entwickelt. Diese
verzeichnen einen Anstieg in Höhe von 6,2 Mio. €
und dies ist im Wesentlichen auf Beraterleistungen im
Zusammenhang mit der Restrukturierung sowie sonstige
diverse Beraterleistungen zurückzuführen. Die
Gewährleistungsaufwendungen sind um 1,8 Mio. € im
Vergleich zum Vorjahr angestiegen, im Wesentlichen durch
höhere Umsätze im Segment "Energy Storage
Systems".
Die Position "Übrige sonstige betriebliche
Aufwendungen" hat sich um 1,8 Mio. € reduziert. Die
Veränderung resultiert im Wesentlichen aus geringeren
Schadensersatzleistungen im Vergleich zum Vorjahr.
37. Zinsergebnisscrollen
Der Zinsertrag ist im Jahr 2023 um 0,2 Mio. € auf
0,8 Mio. € nur unwesentlich gesunken.
Die Zinsaufwendungen haben sich im Vergleichszeitraum
von 3,5 Mio. € auf 16,2 Mio. € erhöht.
Ursächlich hierfür ist einerseits das gestiegene
Fremdfinanzierungsvolumen sowie andererseits der Anstieg
der variablen Zinssätze gegenüber dem
Vorjahresvergleichszeitraum.
38. Übriges FinanzergebnisDie übrigen Finanzerträge und übrigen
Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
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Der Rückgang der übrigen Finanzerträge
resultiert aus den gesunkenen Erträgen aus Fair Value
bewerteten Finanzinstrumenten. Gegenläufig haben sich
die Gewinne von Wechselkursschwankungen entwickelt.
Der übrige Finanzaufwand reduzierte sich im
Wesentlichen aufgrund der Wechselkursschwankungen,
insbesondere USD, um 3,4 Mio. € im Vergleich zum
Vorjahr.
39. ErtragsteueraufwendungenDer Ertragsteueraufwand wird auf Grundlage der
Schätzung des gewichteten durchschnittlichen
jährlichen Ertragsteuersatzes für das volle
Geschäftsjahr erfasst. Der geschätzte Steuersatz
für die Zwischenberichtperiode bis 30. Juni 2023
beläuft sich hiernach auf -7,70 % (30. Juni 2022:
28,84%).
40. FinanzrisikomanagementIn der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der
Finanzinstrumente nach Kategorien sowie die beizulegenden
Zeitwerte nach Klassen dargestellt:
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1 Da der Buchwert aufgrund seiner
Kurzfristigkeit einen angemessenen Näherungswert des
Zeitwerts darstellt, unterbleibt eine gesonderte Angabe des
Zeitwerts.
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1 Da der Buchwert aufgrund seiner
Kurzfristigkeit einen angemessenen Näherungswert des
Zeitwerts darstellt, unterbleibt eine gesonderte Angabe des
Zeitwerts.
41. Nahestehende Personen und GesellschaftenDie im Geschäftsbericht 2022 erläuterten
vertraglichen Beziehungen zu nahestehenden Personen und
Gesellschaften bestehen in fast unverändertem Umfang
fort.
Noch ausstehende Transaktionen zu nahestehenden
Personen, welche nach dem 30. Juni 2023 und vor
Veröffentlichung eingegangen wurden, werden unter
Kapitel "44. Wichtige Ereignisse nach dem Bilanzstichtag"
beschrieben.
42. Management der VARTA AGDer Vorstand der VARTA AG setzt sich wie folgt zusammen:
Dr. Markus Hackstein, Sprecher des Vorstands
Weitere Mandate:
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Rainer Hald, Mitglied des Vorstands, Technikvorstand /
CTO
Weitere Mandate:
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Marc Hundsdorf, Mitglied des Vorstands, Finanzvorstand /
CFO
Weitere Mandate:
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Michael Giesswein, Mitglied des Vorstands,
Restrukturierungsvorstand / CRO
Der Aufsichtsrat der VARTA AG setzt sich wie folgt
zusammen:
Prof. DDr. Michael Tojner (Vorsitzender)
Verwaltungsratspräsident und
Mehrheitseigentümer der Montana Tech Components AG
Weitere Mandate:
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Dr. Harald Sommerer (stellvertretender Vorsitzender)
Unternehmer
Weitere Mandate:
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Sven Quandt
Geschäftsführer der X-raid GmbH und
Unternehmer
Weitere Mandate:
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Martin Ohneberg
Geschäftsführender Gesellschafter der HENN
Industrial Group GmbH & Co. KG und
Unternehmer
Weitere Mandate:
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Dr. Michael Pistauer
Finanzvorstand / CFO und Co-CEO Montana Aerospace AG und
Unternehmer
Weitere Mandate:
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43. BeteiligungsgesellschaftenFür die im Konzernabschluss dargestellten Perioden
wurden folgende Gesellschaften einbezogen, Angabe nach
§ 315e Abs. 1 iVm § 313 Abs. 2 Nr. 1 - 6 HGB:
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1 vormals VARTA Drive GmbH, vormals V4Drive
Ellwangen GmbH
44. Wichtige Ereignisse nach dem BilanzstichtagNach dem Gewinneinbruch des Jahres 2022 hat die VARTA AG
ein Sanierungskonzept erarbeitet, um die Rückkehr auf
einen Wachstumspfad zu ermöglichen. In einem final
vorliegenden Gutachten des Sanierungsgutachters zur
Beurteilung der Sanierungsfähigkeit gem. IDW S6 wurde
der VARTA AG die Sanierungsfähigkeit und
Wachstumsperspektiven bei kurzfristigem Finanzierungsbedarf
für die weitere Stabilisierung des Unternehmens
bescheinigt.
VARTA hat sich mit den finanzierenden Banken und dem
Mehrheitseigentümer Montana Tech Components AG auf
eine, zum 30. Juni 2023 unterzeichnete,
Sanierungsvereinbarung zur Umsetzung des Sanierungskonzepts
bei Verlängerung der bestehenden Finanzierung bis 31.
Dezember 2026 und Änderungen der Kreditbedingungen
(Covenants) geeinigt.
Im Zuge dieser Vereinbarung wurde seitens der Banken
eine Kapitalerhöhung gefordert und am 21. März
2023 erfolgreich durchgeführt. Der VARTA AG ist daraus
ein Bruttoemissionserlös von 50.727.000 Euro
zugeflossen. Die VGG Beteiligungen SE, eine 100 % Tochter
der Montana Tech Components AG, hat hierbei, unter
Ausschluss des Bezugsrechts, 2.220.000 neue Aktien
gezeichnet.
Im Übrigen verweisen wir auf die detaillierten
Erläuterungen im Risikobericht sowie Nachtragsbericht
des Konzernabschlusses 2022 mit Datum vom 28. April 2023.
Aufgrund der bereits eingeleiteten Maßnahmen, auch
unter Berücksichtigung der von einem externen
Gutachter geprüften Unternehmensplanung, ist der
Vorstand davon überzeugt, wieder auf einen
Wachstumspfad mit einer entsprechenden Profitabilität
zurückzukehren. Hierfür wurde im zweiten Quartal
2023 auch der Startschuss zum Aufbau einer Gigawattfabrik
für Energiespeicher getätigt. In der zweiten
Jahreshälfte sollen in Neunheim bereits erste Module
für den VARTA.wall gefertigt werden. In einer ersten
Ausbaustufe sollen über 500 MWh an Energiespeichern
pro Jahr produziert werden können, was einer
jährlichen Ausbringungsmenge von rund 50.000 Systemen
entspricht. Ein Ausbau der bestehenden Kapazität auf
über 1 GWh ist bis 2025 geplant, wonach dann bis zu
100.000 ARTAwallEnergiespeicher pro Jahr produziert werden
sollen.
Darüber hinaus gab es keine weiteren wichtigen
Ereignisse im ersten Halbjahr.
Ellwangen (Jagst), 10. August 2023
VARTA Aktiengesellschaft
scrollen
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichtserstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht, der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Ellwangen (Jagst), 10. August 2023
VARTA Aktiengesellschaft
scrollen
Erläuternde Angaben zum HalbjahresberichtDer verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde auf
Basis aller am Stichtag gültigen IAS / IFRS, die das
International Accounting Standards Board (IASB)
veröffentlicht hat, sowie aller Interpretationen
(IFRIC / SIC) des International Financial Reporting
Interpretations Committee bzw. des Standing Interpretations
Committee erstellt, sofern diese von der Europäischen
Union im Endorsement-Verfahren übernommen wurden.
Dieser verkürzte Konzernzwischenabschluss sollte in
Verbindung mit dem zum 31. Dezember 2022 erstellten
Konzernjahresabschluss gelesen werden.
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni
2023 und der Konzernzwischenlagebericht wurden weder nach
§ 317 HGB geprüft noch einer prüferischen
Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.
Finanzterminplanscrollen
ImpressumHalbjahresbericht 2023:
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