![]() Verallia Deutschland AGBad WurzachZwischenbericht zum 30. Juni 2019UNTERNEHMENSKENNZAHLEN KONZERNscroll
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Umsatzrendite = Operatives Ergebnis / Umsatzerlöse x 100 ZWISCHENLAGEBERICHTDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNS ZUM 30. JUNI 2019GRUNDLAGEN DES KONZERNSDie Verallia Deutschland AG (VD) - mit Hauptsitz in Bad Wurzach - ist eine börsennotierte
Aktiengesellschaft nach deutschem Aktienrecht, die im General Standard gelistet ist
und am Regulierten Markt in Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und München gehandelt
wird. Zum Konzern gehören vier deutsche Produktionsstätten, die sich in Bad Wurzach,
Neuburg an der Donau, Essen und Wirges befinden. Weitere Standorte sind die Werke
Kavminsteklo in Mineralnye Vody und Kamyshinsky Steklotarny Zawod in Kamyshin bei
Wolgograd in Russland sowie das Werk Consumers-Sklo-Zorya in Rivne, Ukraine. Mit der Zielsetzung einer effizienteren Ressourcenallokation werden seit Ende Berichtsjahr
2018 neben dem Segment Deutschland sämtliche osteuropäischen Gesellschaften als ein
operatives Segment geführt, Russland und die Ukraine werden folglich seither unter
Osteuropa subsummiert. Die Vorjahresdarstellung wird in diesem Zwischenlagebericht
entsprechend angepasst. WIRTSCHAFTLICHES UMFELDDeutschlandDie deutsche Wirtschaft befindet sich laut Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)
im Abschwung. In den vergangenen Monaten hat sich demzufolge die konjunkturelle Dynamik
weiter verlangsamt. Dazu beigetragen haben dürfte nicht zuletzt auch die weltweit
hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund rechnet das IfW nun
nur noch mit einer Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent im laufenden
Jahr. Das ifo Institut, München, ist aufgrund der Ergebnisse ihrer Konjunkturumfragen im
Mai ebenfalls der Meinung, dass es der deutschen Konjunktur weiterhin an Schwung fehlt.
Etwas positiver betrachtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
die konjunkturelle Lage in Deutschland. Es geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft
sich im Frühsommer 2019 zwar ein wenig schwächer als im Vorjahr zeigt, nach einem
starken Jahresauftakt und vor allem dank einer starken Binnenwirtschaft insgesamt
aber gut aufgestellt ist. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr um
0,9 Prozent wachsen, so die aktuelle, im Vergleich zum Frühjahr geringfügig nach unten
angepasste Prognose des Konjunkturteams am DIW Berlin. OsteuropaDie Wirtschaft in den osteuropäischen Ländern stellt sich auch in der ersten Jahreshälfte
2019 insgesamt als stabil dar. Für Russland hat das Jahr 2019 verhalten begonnen. Die industrielle Produktion stieg
dennoch weiter an und obwohl der Mehrwertsteuersatz angehoben wurde hatte dies nur
eine geringe Auswirkung auf die Inflation. Das Bruttoinlandsprodukt lag im ersten
Halbjahr jedoch unter der Prognose. Insgesamt wird 2019 ein Wachstum in Höhe von 1
- 1,2% erwartet. Nach einigen Jahren politischer und wirtschaftlicher Spannungen gelang es der ukrainischen
Wirtschaft das beste Ergebnis der letzten sieben Jahre zu erreichen. Die Wirtschaft
verzeichnete 2018 ein Wachstum in Höhe von 3,3%. 2019 wird ein Wirtschaftswachstum
von 2,7% erwartet. Dennoch leidet die Ukraine nach wie vor unter den Auswirkungen
des Russland-Konflikts, insbesondere im Energiesektor. Dem wirkt die Regierung mit
verschiedenen Maßnahmen im Hinblick auf den privaten Konsum sowie die fiskalpolitische
Konsolidierung entgegen. ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGEUmsatzentwicklungUmsatzentwicklungDer Konzernumsatz in der aktuellen Berichtsperiode beträgt 275,9 Mio. Euro und liegt
damit 8,8% über dem Umsatz des ersten Geschäftshalbjahres 2018 von 253,7 Mio. Euro.
Zurückzuführen ist dies sowohl auf Mengen- als auch Preiseffekte, leicht unterstützt
auch durch eine positive Entwicklung der Wechselkurse von Rubel und Griwna. Der Umsatz in Deutschland stieg um 6,4% von 190,2 Mio. Euro auf 202,3 Mio. Euro. In
Osteuropa konnte sogar eine Steigerung um 15,9% von 63,6 Mio. Euro auf 73,7 Mio. Euro
erreicht werden. ErtragslageDas Operative Ergebnis des Verallia Deutschland Konzerns beträgt 37,5 Mio. Euro und ist damit um 5,5 Mio. Euro höher als in der Vergleichsperiode 2018. Preis- und Effizienzsteigerungen führten zu einer Verbesserung der Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz. Im Vorjahr wurden CO2 -Zertifikate innerhalb des Verallia Konzerns veräußert, was die Sonstigen Erträge mit 3,3 Mio. Euro positiv beeinflusste. Entsprechend niedriger sind die Sonstigen Erträge. Gegenläufig hierzu verhielt sich die Erhöhung der Sonstigen Aufwendungen, hierin enthalten waren 2018 Rückstellungsbildungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro für zurückzugebende CO2 -Zertifikate sowie 2,5 Mio. Euro für die sich aus der Entscheidung der EU-Kommission ergebende Rückforderung von Netzentgeltbefreiungen für Strombezug der Jahre 2012 und 2013. Das Finanzergebnis beträgt -5,3 Mio. Euro (Vorjahr: -6,2 Mio. Euro). Der Zinsaufwand stieg von -4,6 Mio. Euro auf -5,3 Mio. Euro, zurückzuführen insbesondere auf höhere zu verzinsende Basisbeträge im Rahmen der Ergebnisabführung und eines Verallia-internen Rubel-Darlehens. Aufgrund des mittlerweile erreichten positiven Zahlungsmittelbestandes in Russland konnten dieses Jahr Zinserträge in Höhe von 0,2 Mio. Euro erzielt werden (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Die Sonstigen Finanzerträge und -aufwendungen enthalten wie im Vergleichszeitraum Währungsverluste aus dem konzerninternen Rubel-Darlehen, welche seit dem zweiten Halbjahr 2018 jedoch teilweise temporär abgesichert sind und deshalb im Berichtsjahr nur zu geringen Aufwendungen führten. Insgesamt ergibt sich somit eine Erhöhung des Ergebnisses vor Steuern von 25,8 Mio.
Euro in der Vergleichsperiode 2018 auf 32,2 Mio. Euro zum 30. Juni 2019. In der Folge
stiegen die Ertragsteuern von -6,5 Mio. Euro auf -8,7 Mio. Euro. Somit ist ein Konzernergebnis in Höhe von 23,5 Mio. Euro im Vergleich zu 19,3 Mio.
Euro in der Vergleichsperiode zu verzeichnen. Im Sonstigen Ergebnis sind Zeitwertänderungen von Sicherungsgeschäften für Zins- und
Rohstoffrisiken in Höhe von insgesamt -4,9 Mio. Euro enthalten, gegenläufig dazu die
daraus resultierenden latenten Steuern in Höhe von 1,4 Mio. Euro. Außerdem führt ein
signifikanter Rückgang des Abzinsungssatzes für die Pensionsrückstellungen zu versicherungsmathematischen
Verlusten in Höhe von insgesamt -8,9 Mio. Euro und einem entsprechenden latenten Steuerertrag
in Höhe von 2,6 Mio. Euro. Die Verbesserung des Wechselkurses sowohl von Rubel als
auch Griwna im Vergleich zum Euro ergibt Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von
7,1 Mio. Euro, die direkt im Eigenkapital erfasst werden (Vorjahr: -1,3 Mio. Euro).
Insgesamt liegt das Gesamtergebnis mit 20,8 Mio. Euro um insgesamt 2,8 Mio. Euro über
dem Vorjahreswert in Höhe von 18,0 Mio. Euro. Finanz- und VermögenslageBeim Vergleich der einzelnen Bilanzposten zum Halbjahr (30. Juni 2019) mit dem Jahresabschluss
(31. Dezember 2018) sind üblicherweise saisonale Sonderfaktoren zu beachten. Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2018 von 439,1 Mio.
Euro auf 431,2 Mio. Euro. Die Sachanlagen erhöhten sich hierbei insbesondere wegen der gemäß IFRS 16 erstmalig
zu erfassenden Nutzungsrechten aus Leasingverträgen von 238,3 Mio. Euro auf 242,1
Mio. Euro. Die getätigten Investitionen, vor allem im Rahmen des Wannenbaus in Essen,
und die laufenden Abschreibungen gleichen sich in etwa aus. Die Vorräte, hierbei insbesondere die Fertigen Erzeugnisse, nahmen dank hohem Produktionsvolumen
trotz guter Absatzlage um 5,1 Mio. Euro auf 87,4 Mio. Euro zu, teilweise auch währungsbedingt. Saisonal beeinflusst ist der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Höhe von 15,7 Mio. Euro auf 45,0 Mio. Euro, außerdem sind hier Sondereffekte im
Bereich Factoring enthalten. Ebenso zyklischer Natur ist die Verringerung der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen um 4,9 Mio. Euro auf 73,3 Mio. Euro. Die Sonstigen Vermögenswerte reduzierten sich signifikant von 70,3 Mio. Euro auf 30,0
Mio. Euro. Im Wesentlichen ist dies auf gesunkene Cashpool-Forderungen innerhalb der
Verallia Gruppe zurückzuführen. Diese resultieren hauptsächlich aus der erfolgten
Ergebnisabführung an die Horizon Holdings Germany GmbH in Höhe von 51,3 Mio. Euro.
Auf der Passivseite führte dies zu einem entsprechenden Rückgang der Sonstigen Verbindlichkeiten.
Aufgrund der zum Halbjahr jeweils nicht darzustellenden Ergebnisabführung des laufenden
Jahres werden zum 30. Juni 2019 Ertragsteuerschulden in Höhe von 7,7 Mio. Euro ausgewiesen.
Im Zuge der Ergebnisabführung zum Jahresende gehen diese dann weitgehend wieder auf
die Horizon Holdings Germany GmbH über. Das Eigenkapital erhöhte sich um 20,1 Mio. Euro auf 60,2 Mio. Euro. Diese Steigerung
ergibt sich größtenteils aus dem Konzernjahresüberschuss in Höhe von 23,5 Mio. Euro.
Die Eigenkapitalquote stieg somit von 9,1% zum 31. Dezember 2018 auf 14,0% zum 30.
Juni 2019 an. CashflowDer Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr von 48,8 Mio. Euro auf 55,2 Mio. Euro, in
erster Linie dank des erhöhten Operativen Konzernergebnisses. Der Cashflow aus operativer
Tätigkeit sank leicht, von 42,6 Mio. Euro auf 40,7 Mio. Euro. Hier wirkt sich insbesondere
die Erhöhung der Vorräte um 2,9 Mio. Euro aus, während im Vorjahr eine Verminderung
der Vorräte in Höhe von 3,9 Mio. Euro zu verzeichnen war. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit
liegt bei -14,8 Mio. Euro (Vorjahr: -21,9 Mio. Euro). Größtes Einzelprojekt war hierbei
der Wannenbau in Essen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt -19,8 Mio.
Euro (Vorjahr: -16,4 Mio. Euro). Die Ergebnisabführung an die Horizon Holdings Germany
GmbH führte gleichzeitig zu einer Verringerung der Sonstigen Vermögenswerte. Insgesamt erhöhte sich somit der Zahlungsmittelbestand im Berichtszeitraum um 7,2
Mio. Euro. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageFast alle wichtigen Ergebnis- und Ertragskennzahlen liegen über Vorjahresniveau, zum
Teil sogar deutlich. Hauptgrund sind die bereits erwähnte Absatzlage sowie eine verbesserte
Kostenstruktur. Erfreulich ist, dass beide geographischen Segmente auch in der aktuellen
Berichtsperiode einen positiven Beitrag sowohl zum Operativen Ergebnis als auch zum
Konzernergebnis nach Steuern leisten. Die Verallia Deutschland AG geht davon aus, dass sich diese Entwicklung auch im zweiten
Halbjahr so fortsetzt. Unsicher stellen sich weiterhin die Rahmenbedingungen in Russland
und der Ukraine dar. Im Vergleich zum Vorjahr scheint sich die Lage weiter stabilisiert
zu haben, die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung bleibt jedoch abzuwarten. In Deutschland wird den bestehenden Herausforderungen mit nochmals verstärkten Anstrengungen
sowohl auf Kosten- als auch Erlösseite begegnet. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATORENArbeitssicherheitSicheres Verhalten bei der Arbeit, fortschrittlicher Umweltschutz und ein Höchstmaß
an Gesundheitsschutz sind bei der Verallia Deutschland AG ein wichtiges Unternehmensziel
und zentraler Bestandteil des EHS-Managementsystems, das die Elemente Environment
(Umwelt), Health (Gesundheit) und Safety (Sicherheit) umfasst. Die Entwicklung im
Bereich der Arbeitssicherheit wird durch den Indikator TF2 abgebildet. Dieser gibt
die Häufigkeit von Unfällen mit Arbeitszeitausfall und medizinischer Versorgung bezogen
auf eine Million Arbeitsstunden an. Es werden sowohl alle Unfälle berücksichtigt,
die zu einem Arbeitszeitausfall von mehr als 24 Stunden geführt haben, als auch solche,
bei denen eine Behandlung erforderlich war, aber die Rückkehr an den Arbeitsplatz
innerhalb von 24 Stunden erfolgte. Im betrachteten Halbjahr 2019 ist für die Standorte der Verallia Deutschland AG inklusive
der Standorte in Osteuropa für den TF2 ein Wert von 3,7 für das erste Halbjahr 2019
zu verzeichnen (Vorjahr: 0,6). Dieser Anstieg der Unfallzahlen ist u.a. darauf zurückzuführen, dass seit 2019 für
die statistische Erfassung der Unfallzahlen im TF2-Wert auch Unfälle hinzugerechnet
werden, bei denen der Verunfallte eine alternative Tätigkeit durchführen kann. Gleichzeitig
ist erkennbar, dass die Sensibilität für Gefährdungen wieder gestärkt werden muss,
sowie Führungskräfte keine unsicheren Verhaltensweisen und Situationen dulden dürfen. CHANCENBERICHTDas Chancenmanagementsystem sowie konkrete Chancen und Potenziale der Verallia Deutschland
AG sind im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2018 dargestellt. Zum aktuellen Zeitpunkt
sind hier keine wesentlich anderen Erkenntnisse festzustellen. Die beschriebenen Chancen
behalten auch für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2019 ihre Geltung. Einzelne
Entwicklungen seit Geschäftsjahresende sind nachfolgend aufgeführt. Markt- und absatzspezifische ChancenIn den letzten Monaten ist ein deutlicher Trend weg von Kunststoffen als Verpackungsmaterial
zu erkennen. Dies eröffnet auch weitere neue Chancen für Glasverpackungen. Diese sind
in allen Marktsegmenten, vor allem in den Bereichen Wasser und Food spürbar. Neue
kundenindividuelle Designs und auch die gestiegene Nachfrage von Standardprodukten
können sich positiv auf den Absatz auswirken. Industrielle und technische ChancenDurch die konsequente Implementierung des Produktionssystems VIM (Verallia Industrial
Management) in den deutschen und osteuropäischen Werken konnten gute Fortschritte
in den Bereichen Kostensenkung, Verbesserung der Produktqualität und Flexibilisierung
erzielt werden. Die Initialisierungsprojekte als Grundstein für die kontinuierliche
und nachhaltige Bearbeitung von Optimierungspotenzialen wurde erfolgreich abgeschlossen.
Es konnten zahlreiche Mitarbeiter die theoretische Ausbildung zum Einsatz der VIM-Instrumente
abschließen und diese in konkreten Verbesserungsprojekten erfolgreich anwenden. Ein
zentraler Fokus liegt hier auf der Behebung der zugrundeliegenden Ursachen von Problemen
mittels eines strukturierten Problemlösungsprozesses. Ferner wenden die Mitarbeiter
ihr Wissen bei der konsequenten Bearbeitung und Verfolgung von Optimierungspotentialen
zur Erreichung einer nachhaltigen Verbesserung unserer Leistungsgrößen an. RISIKOBERICHTDie Verallia Deutschland AG verfügt über ein konzernweit implementiertes Risikomanagementsystem.
Eine detaillierte Beschreibung des Systems wie auch der einzelnen Risiken ist im Geschäftsbericht
zum 31. Dezember 2018 enthalten. Alle dort gemachten Aussagen besitzen nach wie vor
weitestgehend ihre Gültigkeit. Die größte Dynamik weisen generell die Markt- und Absatzrisiken
auf und in Deutschland zwischenzeitlich ebenso die Beschaffungsrisiken und rechtlichen
Risiken des Energiesektors. Markt- und AbsatzrisikenDer deutsche Markt für Behälterglas ist weiter durch starken Wettbewerb geprägt. Obgleich
die Nachfrage nach Glasverpackungen derzeit anhaltend hoch ist, bleibt abzuwarten
wie nachhaltig diese sein wird. Der positive Trend könnte sich auch im zweiten Halbjahr
weiter fortsetzen. Entscheidend für das Gesamtvolumen wird dabei aber die Witterung
sein. Schlechte Ernteergebnisse oder ein kühler Sommer könnten sich kurzfristig negativ
auf den Absatz auswirken. In Russland wird 2019 die Beschränkung der Verwendung bestimmter Mineralwasserquellen
für die kleinen Wasserabfüller im Mineralwassersegment als Risiko gesehen, was jedoch
nur geringe Auswirkungen haben wird. Ein größeres Risiko wird in der Transportversorgung
während der Hauptsaison gesehen, da unterversorgte Kunden tendenziell auf Wettbewerber
zurückgreifen werden. In der Ukraine hat die hohe Verbrauchsteuer auf Alkohol nach wie vor einen starken
Einfluss auf den Konsum. Der Inlandsmarkt insgesamt ist immer noch kompliziert, jedoch
zumindest nicht mehr rückläufig. Obwohl der Markt für Lebensmittel seit 2016 ein deutliches
Wachstum zeigt, herrscht dennoch ein harter Preiswettbewerb, der Herausforderungen
im weiteren Geschäftsverlauf 2019 darstellt. BeschaffungsrisikenDie Energiepreise sind weiterhin relativ volatil. Dem Risiko steigender Energiepreise
wird durch eine strukturierte Energiebeschaffung sowie durch Projekte hinsichtlich
Energieeffizienz und alternativer Energien begegnet. Durch im Vorjahr durchgeführte Übertragungen innerhalb der Verallia Gruppe besteht nach wie vor eine Unterdeckung an CO2 -Zertifikaten. Dies führt zu einem stichtagsbezogenen Rückstellungsbedarf in Höhe von 6,9 Mio. Euro. In dem Maße, in dem zum Stichtag eine Unterdeckung an CO2 -Emissionsrechten vorliegt, besteht ein entsprechendes Risiko in Bezug auf deren Wertentwicklung. Auf Ebene der Verallia Gruppe ist im Rahmen des Risikomanagementsystems durch eine vorwärtsgerichtete Sicherung aller CO2 -Emissionsrechte die Versorgung mit CO2 -Emissionsrechten für die kommenden Jahre gewährleistet. Rechtliche RisikenDie jüngsten Entwicklungen im Energiesektor haben regulatorische und rechtliche Auswirkungen
zur Folge und erfordern von der Verallia Deutschland AG eine erhöhte Aufmerksamkeit.
Die dabei zeitlich immer kürzer werdenden Abstände bei gesetzlichen Änderungen belasten
die Planungssicherheit - sowohl bezüglich finanzieller Belastungen als auch des Verwaltungsaufwands.
So könnte sich durch neue Gesetze, aber auch durch Vorgaben der EU die Situation für
die Verallia Deutschland AG verändern. Einschätzung der GesamtsituationSämtliche Risiken werden aktuell und für die Zukunft als nicht bestandsgefährdend
beurteilt. Gegenüber der letzten Berichterstattung zum 31. Dezember 2018 hat sich
die Risikolage nicht grundlegend verändert. PROGNOSEBERICHTErwartete Geschäfts- und Ertragslage im zweiten Halbjahr 2019Sämtliche in unserem Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2018 getroffenen Aussagen sehen
wir nach wie vor als zutreffend an. Für die einzelnen Segmente ergeben sich damit
folgende Prognosen: DeutschlandWir rechnen für das Geschäftsjahr 2019 unverändert mit einem Umsatz deutlich über
Vorjahr und einer signifikanten Verbesserung beim Operativen Ergebnis. OsteuropaAnalog zu Deutschland rechnen wir auch in Osteuropa weiterhin damit, dass sowohl Umsatz
als auch Operatives Ergebnis deutlich über dem Vorjahr liegen werden. AllgemeinVerallia Deutschland hat die Ausrichtung auf nachhaltige Ertragssicherung und qualitativ
hochwertige Produkte auch in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres aufrechterhalten
und sieht sich in der Fokussierung auf Innovation, Service und Qualität insgesamt
bestätigt. Für das Geschäftsjahr 2019 wird in Anlehnung an den Prognosebericht vom
31. Dezember 2018 für den Verallia Deutschland Konzern mit einer deutlichen Erhöhung
des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr (Umsatz 2018: 522,8 Mio. Euro) und mit einer ebenfalls
deutlichen Steigerung des Operativen Ergebnisses (Operatives Ergebnis 2018: 63,2 Mio.
Euro). Die Arbeitssicherheit bleibt auch im zweiten Halbjahr 2019 ein zentrales Element bei
Verallia Deutschland. Um dem Anstieg der Unfallrate zu begegnen sind zusätzliche Maßnahmen
definiert und implementiert worden. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für die Kennzahl
TF2 (Häufigkeit von Unfällen mit Arbeitszeitausfall und medizinischer Versorgung bezogen
auf eine Million Arbeitsstunden) eine Stabilisierung und ein Abklingen der Unfallereignisse,
im weiteren Verlauf des Geschäftsjahrs 2019; durch die eingeleiteten Gegenmaßnahmen
gehen wir für die Werke in Deutschland, Russland und der Ukraine von einem Prognosewert
für den TF2 von 5,5 aus, womit wir den Zielwert von 1,4 deutlich überschreiten. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind. Im Juli 2019 Verallia Deutschland AG Der Vorstand scroll
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Alle Zahlen und Angaben sind nicht extern geprüft. ZWISCHENABSCHLUSSDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNS ZUM 30. JUNI 2019GESAMTERGEBNISRECHNUNGDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNSscroll
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNSscroll
BILANZDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNSAktivascroll
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KAPITALFLUSSRECHNUNGDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNSscroll
ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALSDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNSfür die Zeit vom 01. Januar 2018 bis zum 30. Juni 2018 sowie vom 01. Januar 2019 bis zum 30. Juni 2019scroll
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ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSSDES VERALLIA DEUTSCHLAND KONZERNS ZUM 30. JUNI 2019Ausgewählte erläuternde Anhangangaben nach den International Financial Reporting Standards
(IFRS) für den Konzernzwischenbericht der Periode vom 01. Januar bis 30. Juni 2019. A. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGENDie Verallia Deutschland AG ist ein selbständiges Tochterunternehmen der international
tätigen BRH Holdings GP, Ltd. Die Geschäftstätigkeit des Verallia Deutschland Konzerns
umfasst im Kerngeschäft die Produktion und den Vertrieb von Behälterglas. Die Verallia
Deutschland Aktiengesellschaft, Oberlandstraße, 88410 Bad Wurzach, Deutschland, beschäftigt
derzeit 3.105 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.016). Der vorliegende Konzernabschluss wurde unter Beachtung aller am Abschlussstichtag
verpflichtend anzuwendender International Financial Reporting Standards (IFRS) des
International Accounting Standards Board (IASB), London, sowie aller für das abgelaufene
Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting
Interpretations Committee (IFRIC), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend
nach §315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Dieser verkürzte Abschluss ist im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember
2018 und den darin enthaltenen Anhangangaben zu sehen. Damit informiert das Unternehmen
über den Geschäftsverlauf in der Unternehmensgruppe. Der Zwischenabschluss wurde weder extern geprüft noch einer prüferischen Durchsicht
unterzogen. B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENEs werden grundsätzlich die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie im Konzernabschluss
zum 31. Dezember 2018 angewandt, zusätzlich IAS 34 Zwischenberichterstattung. Darüber
hinaus traten folgende für den Verallia Deutschland Konzern relevanten Standards zum
1. Januar 2019 in Kraft: IFRS 16 Leasingverhältnisse:Der Standard enthält Vorschriften, die explizit die Darstellung von Nutzungsrechten
und Leasingverbindlichkeiten sowie der entsprechenden Auswirkungen auf die Ergebnisse
und die Cashflows innerhalb der primären Abschlussbestandteile regeln. Er ersetzt
die bisherigen Regelungen, insbesondere IAS 17 Leasingverhältnisse. Der Konzern wendet
den neuen Standard ab dem 01. Januar 2019 an. Es wurde der modifiziert retrospektive
Ansatz gewählt, die Vergleichsperiode wurde nicht angepasst. Das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand wird in der Bilanz mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit,
der sich aus dem Barwert der restlichen Leasingzahlungen, abgezinst zum Erst-anwendungszeitpunkt
mit dem entsprechenden Grenzfremdkapitalzinssatz, angesetzt. Daraus resultierend wurden
zum 01. Januar 2019 TEUR 3.569 als Nutzungsrecht für Leasingverhältnisse in den Sachanlagen
und respektive in gleicher Höhe als Leasingverbindlichkeit in den lang- und kurzfristigen
Finanzverbindlichkeiten in die Bilanz aufgenommen. Nach Abschreibung des Nutzungsrechts
sowie Zu- und Abgängen von Leasingverhältnissen ergibt sich zum 30. Juni 2019 ein
Nutzungsrecht in Höhe von TEUR 4.114. Dem stehen Leasingverbindlichkeiten in Höhe
von TEUR 4.134 gegenüber. Durch die beschriebene Veränderung steigt der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit
um die bisherigen operativen Leasingzahlungen. IFRIC 23 "Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung":Hieraus ergab sich keine Auswirkung auf die Erstellung des Abschlusses. Alle anderen Neuerungen waren für den Verallia Deutschland Konzern nicht relevant. Zum 01.01.2020 sind für den Verallia Deutschland Konzern folgende, von der EU noch
nicht übernommenen Änderungen relevant:
Eine wesentliche Auswirkung hieraus auf die Erstellung von Abschlüssen ist nicht zu
erwarten. C. ERHEBLICHE EREIGNISSE UND GESCHÄFTSVORFÄLLEDer Rückgang des Abzinsungssatzes für die Pensionsrückstellungen von 1,60% auf 0,77%
führte zu versicherungsmathematischen Verlusten in Höhe von insgesamt TEUR 8.887. D. ANGABEN ZUR KONSOLIDIERUNGDer Konsolidierungskreis des Verallia Deutschland Konzerns umfasst unverändert zum
31. Dezember 2018 vier voll konsolidierte Gesellschaften. Bei Private JSC ,CONSUMERS-SKLO-ZORYA'
wurde der Anteilsbesitz um 3,32% auf 100,00% aufgestockt. Die bilanziellen Auswirkungen
hieraus waren nicht wesentlich. Der jeweilige Anteilsbesitz an den anderen Gesellschaften
blieb im ersten Halbjahr 2019 unverändert. E. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ UND ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG(1) UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse resultieren in erster Linie aus dem Verkauf von Erzeugnissen und
Waren, basierend auf Verträgen mit Kunden. (2) SachanlagenDie Investitionen in Sachanlagen des ersten Halbjahres 2019 in Höhe von TEUR 15.368
liegen leicht unter dem Vorjahresniveau von TEUR 15.554. (3) VorräteDie Abwertungen auf Vorräte betragen zum 30. Juni 2019 TEUR 2.262 (31. Dezember 2018:
TEUR 2.391). (4) Finanzielle Vermögenswerte und Finanzielle VerbindlichkeitenDie Zuordnung der einzelnen Bilanzpositionen zu den gemäß IFRS 13 geforderten Fair-Value-Hierarchien
ist im Vergleich zum 31. Dezember 2018 unverändert. Der beizulegende Zeitwert der
langfristigen Bilanzpositionen (Langfristige Finanzielle Verbindlichkeiten und Sonstige
Forderungen) entspricht näherungsweise deren Buchwert. Der beizulegende Zeitwert ergibt
sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows, die Abzinsung erfolgt auf Basis
der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Die langfristigen Bilanzpositionen und Cashpool-Forderungen
sind nicht relevant für die IFRS 13-Kategorisierung in Stufe 1, 2 oder 3. Alle übrigen
Finanzinstrumente werden Stufe 3 zugeordnet und zum Buchwert angesetzt, da dieser
einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. Der Konzern
erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair-Value-Hierarchie zum
Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. (5) EventualverbindlichkeitenSonstige vertragliche Verpflichtungen belaufen sich auf TEUR 134.507 (31. Dezember
2018: TEUR 204.688), darin enthalten sind Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen
in Höhe von TEUR 9.584 (31. Dezember 2018: TEUR 17.241). F. SEGMENTBERICHTERSTATTUNGGemäß IFRS 8 erfolgt die Segmentierung nach dem Management-Approach. Dieser folgt
grundsätzlich den wesentlichen Risiken und Chancen des Konzerns, die stark abhängig
von den geografischen Märkten, in denen Verallia Deutschland produziert und absetzt,
sind, insbesondere im Hinblick auf Wachstum sowie politische, gesetzliche und wirtschaftliche
Rahmenbedingungen. Mit der Zielsetzung einer effizienteren Ressourcenallokation wurde
die Managementstruktur Ende 2018 dahingehend angepasst, dass sämtliche osteuropäischen
Gesellschaften als ein operatives Segment geführt werden, Russland und die Ukraine
werden folglich unter Osteuropa subsummiert. Die Vorjahresdarstellung wird gemäß IAS
8 entsprechend angepasst. Sämtliche Konzernunternehmen sind im Bereich der Behälterglasherstellung für die Getränke-
und Nahrungsmittelindustrie tätig. scroll
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Konsolidierung G. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONENDie Geschäfte und finanziellen Beziehungen mit den verbundenen und assoziierten Unternehmen
innerhalb des Verallia Konzerns werden in Summe angegeben. scroll
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