![]() FamiCord AGLeipzigHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2025 bis zum 30.06.2025KONZERN-ZWISCHENLAGEBERICHTWirtschaftsberichtUNTERNEHMENSSTRUKTUR UND BETEILIGUNGENIm 1. Halbjahr 2025 kam es zu mehreren Veränderungen in der Konzernstruktur. Die Polski
Bank Komórek Macierzystych Sp. z o.o., Polen (PBKM), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft
der FamiCord AG, hat weitere 69 % der Geschäftsanteile an der Národní centrum pupečníkové
krve s.r.o., Tschechische Republik (NCP), sowie weitere 69 % der Geschäftsanteile
an der Rodinná banka perinatálnych a mezenchymálnych buniek s.r.o., Slowakei (RBPMB),
erworben. PBKM erhöhte damit ihre Beteiligung an NCP und RBPMB jeweils von 26 % auf
95 %. Die Transaktion ist im Juni 2025 vollzogen worden. Im Juni 2025 hat der Vorstand der FamiCord AG zudem beschlossen, sein Engagement in
den Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung eigener CAR-T-Therapien innerhalb
der Gruppe einzuschränken. Der Beschluss beruht auf der Einschätzung, dass der derzeitige
Betrieb Verluste generiert, die erwarteten Vorteile deutlich später eintreten werden
als ursprünglich angenommen und die Realisierung dieser Vorteile erhebliche zusätzliche
Finanzmittel erfordern würde. Die betreffenden Aktivitäten werden vollständig von
der FamiCordTx S.A. durchgeführt, einem Unternehmen, das indirekt von der FamiCord
AG über ihre direkte Tochtergesellschaft PBKM kontrolliert wird. PBKM hält aktuell
einen Anteil von 75,67 % an der FamiCordTx S.A. Es ist geplant, das Grundkapital der
FamiCordTx S.A. zu erhöhen, wobei PBKM von der Zeichnung neuer Aktien absieht. Diese
Maßnahmen würden zu einer Verwässerung der Beteiligung von PBKM (wahrscheinlich auf
geschätzte <20 %) und infolgedessen zum Verlust der Mehrheitsbeteiligung von PBKM
an der FamiCordTx S.A. führen. PBKM und FamiCordTx S.A. sind bereit, die erforderlichen
Schritte unverzüglich einzuleiten, vorbehaltlich der Bedingungen und Konditionen,
die üblicherweise bei Transaktionen dieser Art angewendet werden. Die Aktivitäten der FamiCordTx S.A. werden nach IFRS 5 als aufgegebener Geschäftsbereich
("discontinued operation") ausgewiesen. Die Vergleichsinformationen für die Vorjahresperiode
wurden entsprechend angepasst. Das Ergebnis der FamiCordTx S.A. wird in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung unter "Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen" gesondert
dargestellt. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Bereichs sind in der Konzern-Bilanz
unter "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" beziehungsweise "Verbindlichkeiten
in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten" ausgewiesen. Die Einstellung
der Aktivitäten und der Verlust der Mehrheitsbeteiligung werden voraussichtlich zu
keiner Reduzierung der Umsatzerlöse, aber zu einer Entlastung bei den Forschungs-
und Entwicklungskosten (innerhalb der Umsatzkosten sowie der Verwaltungskosten) der
Gruppe führen. GESCHÄFTSVERLAUFDer Geschäftsverlauf des 1. Halbjahres 2025 war davon geprägt, dass die FamiCord AG
ihren Wachstumskurs fortsetzen konnte, den Turnaround bestätigt und weiter verstärkt
hat sowie wichtige strategische Entscheidungen für die Zukunft getroffen hat. Gleichzeitig
sah sich das Unternehmen einem Markt gegenüber, der nach wie vor von einer starken
Heterogenität und schwierigen Umfeldbedingungen geprägt war. Konjunktursorgen, Zins
und Inflation sowie Verunsicherung durch den Russland-Ukraine-Krieg haben weiterhin
nahezu unverändert große Bedeutung. Auch eine Erholung der Geburtenzahlen ist nicht
erkennbar. Vielmehr sanken beispielsweise in Deutschland von Januar bis Mai die Geburtenzahlen
gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 um 7,1 %.1 Erfreulich wirken sich die eigene herausragende Marktposition in Europa sowie die
spürbaren Effekte verschiedener Marketingmaßnahmen aus. Der bereits mehrere Quartale
andauernde positive Wachstumstrend konnte bestätigt werden mit einer erneut hohen
Dynamik und einem Umsatzzuwachs im zweistelligen Bereich. Auch auf nahezu allen Ertragsebenen
wurde eine erfreuliche Entwicklung erzielt.
1
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/geburten-aktuell.html
Wie bereits im 1. Quartal setzte sich der positive Trend bei den Vertragsstrukturen
fort. Die Nachfrage nach Abonnementmodellen stieg erneut, während der Anteil der Vorauszahlerverträge
auf das langfristige Durchschnittsniveau zurückkehrt. Zwar wirken sich diese Entwicklungen
kurzfristig dämpfend auf den Cashflow aus, doch mittelfristig wird dadurch eine stärkere
Finanzkraft erwartet. Der Anstieg der Abonnementverträge war ein wesentlicher Grund
für den niedrigeren operativen Cashflow in der Berichtsperiode. Gleichzeitig erhöht
die Verschiebung hin zu Abonnementmodellen jedoch die Stabilität und Planbarkeit der
wiederkehrenden Umsätze. Zusätzlich wurden weniger Vorauszahlerverträge verlängert,
da diese bereits im Vorjahr - teilweise auch rückwirkend - gebündelt abgeschlossen
wurden. Entsprechend standen in der aktuellen Periode weniger Kundenverträge zur Verlängerung
an. Obwohl das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Europa, insbesondere in Deutschland, weiterhin
von Unsicherheit geprägt ist und die Geburtenzahlen auf einem niedrigen Niveau bleiben
oder teils rückläufig sind, erzielte FamiCord im Kerngeschäft ein deutliches Wachstum.
Damit konnte die marktführende Position im Bereich der Nabelschnurblutbanken in Europa
weiter ausgebaut werden. Die positive Geschäftsentwicklung in den osteuropäischen
Märkten setzte sich fort. Hier ist bereits wieder ein spürbares Wachstumsmomentum
erkennbar, das durch die Einführung der Plazenta-Banking-Option in Polen und Rumänien
vorangetrieben wird. Gleiches gilt für die Golf-Region. In den mitteleuropäischen
Märkten zeigt sich jedoch weiterhin ein gemischtes Bild. Während sich einige Märkte
insgesamt zufriedenstellend entwickelten, fehlt es anderen noch an Wachstumsdynamik.
Positiv ist, dass sich die Nachfrage insgesamt weiter stabilisierte. Im deutschen
Markt erzielte FamiCord nach einer längeren Phase erstmals wieder ein leichtes organisches
Wachstum, wenngleich die Entwicklung noch keinen stetigen Trend aufweist. In einigen
südeuropäischen Märkten konnte der negative Markttrend bislang noch nicht durchbrochen
werden. Die Verbesserung der Nachfragesituation in diesen Schlüsselmärkten bleibt
daher eine zentrale Aufgabe. ERTRAGSLAGE1. HALBJAHR 2025Im 1. Halbjahr 2025 konnte der FamiCord-Konzern einen Umsatz von 43,6 Mio. EUR erzielen.
Das entspricht einem Wachstum von 14,6 % gegenüber der Vorjahresperiode, in der 38,0
Mio. EUR erlöst wurden. Dabei konnte in beiden Quartalen des 1. Halbjahres eine sehr
hohe Wachstumsdynamik erzielt werden. Das Umsatzwachstum im 1. Halbjahr von absolut
5,5 Mio. EUR entfällt zu einem sehr hohen Teil auf die erfreuliche Entwicklung des
Neugeschäfts und hier speziell auf Abonnementverträge. Zudem erfolgte ein höherer
Umsatzbeitrag aus abgeschlossenen Vorauszahlerverträgen in Vorperioden, die nun über
die Verrechnung mit den Vertragsverbindlichkeiten zu Umsätzen werden. Auch das Preiswachstum,
zusätzlich forciert durch die Einführung neuer Produkte (Plazenta-Banking), trug zum
Umsatzplus bei. Leicht gedämpft wurde das Wachstum durch etwas geringere Lagerumsätze,
weil teilweise bereits 2024 Vertragsverlängerungen von 2025 auslaufenden Verträgen
erfolgreich abgeschlossen wurden. Im Endkundengeschäft (B2C) stieg die Nettosumme
in Rechnung gestellter Leistungen mit 1,6 Mio. EUR um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr.
Der Betrag der jährlich wiederkehrenden Zahlungen von 11,6 Mio. EUR übertraf den Vorjahreswert
um 5,5 %. Die Zunahme der Umsatzkosten konnte im 1. Halbjahr 2025 auf 9,8 % begrenzt werden
und lag damit signifikant unter dem Umsatzwachstum. Erhöhend wirkten insbesondere
der allgemeine Preisanstieg bei Materialien und Services sowie gestiegene Personalkosten.
Dank der begrenzten Kostenerhöhung sank die Umsatzkostenquote. Das Bruttoergebnis
verbesserte sich von 14,6 Mio. EUR auf 17,9 Mio. EUR und damit um 22,2 %. Die Effekte
aus den Preisanpassungen und den Vertragsverlängerungen sowie die Kostendisziplin
wirkten sich nahezu in vollem Umfang positiv auf die Ertragsentwicklung aus. Die Marketing-
und Vertriebskosten lagen im 1. Halbjahr 2025 bei 5,9 Mio. EUR und damit nur leicht
über dem Vorjahresniveau von 5,5 Mio. EUR. Die Marketing- und Vertriebsaktivitäten
wurden trotz des weiterhin herausfordernden Marktumfelds bewusst auf vergleichbarem
Niveau fortgeführt, was unter anderem durch den Ausbau des Vertriebsteams ermöglicht
wurde. Gleichzeitig wurden und werden die Marketing- und Vertriebsbudgets regional
adjustiert, je nach Situation in den jeweiligen Ländermärkten. Auch die Verwaltungskosten
erhöhten sich deutlich unterproportional von 9,9 Mio. EUR auf 10,9 Mio. EUR. Darin
sind Anwaltskosten im Zusammenhang mit M&A und wie auch im Vorjahr entsprechende begrenzte
Aufwendungen für die Aktivitäten im Bereich CDMO enthalten. Die Aufwendungen für Zell-
und Gentherapien (inkl. CAR-T) wurden entsprechend der Entscheidung, diese Aktivitäten
nicht fortzuführen, in den beiden Berichtsperioden 2024 und 2025 bereinigt. Das dynamische Umsatzwachstum sorgte in Verbindung mit der anhaltenden Kostendisziplin
dafür, dass das EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen überproportional stark
von 3,7 Mio. EUR auf 5,0 Mio. EUR gesteigert werden konnte. Diese Entwicklung entspricht
einem Zuwachs von 36,2 %. Die EBITDA-Marge aus fortgeführten Geschäftsbereichen kletterte
von 9,6 % auf 11,4 %. Das EBIT verbesserte sich im 1. Halbjahr 2025 deutlich von -0,8
Mio. EUR auf +0,8 Mio. EUR und konnte damit in beiden Quartalen 2025 wieder in den
positiven Bereich gebracht werden. Eine noch positivere EBIT-Entwicklung verhinderten ähnlich wie im Vorjahreszeitraum
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte im Umfang
von 0,6 Mio. EUR (Vorjahr: 0,9 Mio. EUR) als Folge der schlechteren Zahlungsmoral
bei Privatkunden im Zuge der konjunkturellen Eintrübung. Das Finanzergebnis der ersten
sechs Monate 2025 verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von -0,6 Mio. EUR auf +0,5
Mio. EUR. Darin enthalten ist in beiden Perioden auch eine Hyperinflationsbilanzierung,
die durch das Inflationsumfeld für die Tochtergesellschaft in der Türkei ausgelöst
wurde und im Vorjahr noch stärker zum Tragen kam. Positiv wirkte sich im Berichtszeitraum
der angepasste Fair Value der bereits vorhandenen Minderheitsbeteiligung an den nun
mehrheitlich akquirierten Gesellschaften in der Tschechischen Republik und in der
Slowakei aus. Auch auf Ebene des Periodenergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen konnte
FamiCord im 1. Halbjahr 2025 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Nach -1,4 Mio.
EUR im Vorjahr wurden nun +0,6 Mio. EUR erzielt. Bei einem Periodenergebnis aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen von -0,6 Mio. EUR (Vorjahr: -0,9 Mio. EUR) errechnet sich ein Gesamtergebnis
von -0,1 Mio. EUR (Vorjahr: -2,4 Mio. EUR). Das entspricht bezogen auf den Sechsmonatszeitraum
einem (unverwässerten) Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen von
0,03 EUR (Vorjahr: -0,08 EUR). 2. QUARTAL 2025Das 2. Quartal 2025 bestätigte im Wesentlichen die Entwicklungen, die bereits im 1.
Quartal den Geschäftsverlauf prägten - bei einer weiterhin hohen Dynamik. Der Umsatz
lag mit 21,5 Mio. EUR auf dem Niveau der Erlöse der ersten drei Monate von 22,1 Mio.
EUR und mit einem Plus von 10,4 % spürbar über dem Umsatz des Vorjahresquartals von
19,5 Mio. EUR. Das EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen des 2. Quartals 2025
lag bei 1,8 Mio. EUR und damit 8,0 % über dem Niveau des Vorjahresquartals von 1,7
Mio. EUR. Die EBITDA-Marge aus fortgeführten Geschäftsbereichen betrug 8,6 % nach
8,7 % im Vorjahr. Die insgesamt erfreuliche Ertragsentwicklung des 1. Quartals setzte
sich damit fort. Auch im 2. Quartal 2025 wurden die Marketing- und Vertriebsaktivitäten auf einem hohen
Niveau gehalten und FamiCord investierte weiter in den Ausbau der Vertriebsteams.
Das EBIT des 2. Quartals 2025 lag bei -0,2 Mio. EUR und damit in etwa auf Höhe des
Vorjahreswerts von -0,6 Mio. EUR. Das Periodenergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen
erhöhte sich im Quartalsvergleich deutlich von -1,2 Mio. EUR auf +0,8 Mio. EUR. Hier
wirkten sich das deutlich bessere Finanzergebnis sowie ein Ertragsteuerertrag positiv
aus. ENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTENIm Segment Teilkonzern PBKM konnten die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2025 um 19,0 %
von 29,4 Mio. EUR auf 35,0 Mio. EUR gesteigert werden. In den Monaten April bis Juni
lag der Zuwachs bei 14,2 % von 15,1 Mio. EUR auf 17,2 Mio. EUR. Damit konnte in beiden
Quartalen eine hohe Dynamik generiert und die Entwicklung aus dem Vorjahr nahtlos
fortgesetzt werden. Die üblicherweise im Segmentvergleich höhere Umsatzkostenquote
im Teilkonzern PBKM konnte weiter verbessert werden. Sichtbar wird dies auch im EBITDA
aus fortgeführten Geschäftsbereichen des Segments, das im 1. Halbjahr 2025 um 47,0
% von 4,1 Mio. EUR auf 6,1 Mio. EUR gesteigert werden konnte. Im 2. Quartal erhöhte
sich das EBITDA aus fortgeführten Geschäftsbereichen um 19,6 % von 2,2 Mio. EUR auf
2,6 Mio. EUR. Die Investitionen im Teilkonzern PBKM lagen in den ersten sechs Monaten
2025 bei 6,2 Mio. EUR (Vorjahresperiode: 0,9 Mio. EUR) und flossen überwiegend in
die Akquise der Mehrheitsbeteiligungen in der Tschechischen Republik und in der Slowakei
sowie in den Kauf von Kryotanks. Im Segment Teilkonzern Vita 34 blieben die Umsätze im 1. Halbjahr 2025 stabil bei
9,2 Mio. EUR (Vorjahr: 9,2 Mio. EUR). Die Umsätze des 2. Quartals 2025 lagen mit 4,5
Mio. EUR knapp unter dem Niveau des Vorjahresquartals von 4,7 Mio. EUR. Der etwas
schwächer als erwarteten Nachfrage bei Neuabschlüssen standen positive Preiseffekte,
der Verkauf umfangreicherer Leistungspakete und ein Wachstum bei den Vertrags-verlängerungen
gegenüber. Insgesamt zeigt sich die Entwicklung speziell in Deutschland stabilisiert.
Das EBITDA des Segments lag im Sechsmonatszeitraum 2025 bei -1,1 Mio. EUR nach -0,5
Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal 2025 betrug das EBITDA -0,8 Mio. EUR
nach -0,5 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Die Investitionen wurden weiterhin sehr kontrolliert
umgesetzt und lagen im 1. Halbjahr 2025 aufgrund erhaltener Zinszahlungen saldiert
bei einem Mittelzufluss von 0,5 Mio. EUR nach einem Mittelabfluss von 0,6 Mio. EUR
in der Vergleichsperiode 2024. FINANZLAGEDie solide Umsatz- und Ergebnisentwicklung spiegelt sich im Grundsatz auch in der
Entwicklung des operativen Cashflows wider. Allerdings führt die Veränderung der Vertragsstruktur
hin zu mehr Jahreszahlerverträgen zu einer signifikanten Dämpfung der aktuellen Zahlungsmittelzuflüsse
bei gleichzeitiger Verlagerung der Mittelzuflüsse in die Zukunft. Zu sehen ist dies
an den gestiegen Vertragsvermögenswerten. Parallel dazu nahmen die Vertragsverbindlichkeiten
weniger stark zu als im Vorjahr - ein Indiz für einen etwas geringeren Cashflow aus
Vertragsverlängerungen mit Vorauszahlung. Da in den kommenden Jahren ein zunehmender
Anteil des Vertragsbestandes zur Erneuerung ansteht, ist davon auszugehen, dass sich
dieser Trend wieder umkehren wird. In Summe nahm der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
im 1. Halbjahr 2025 von 4,3 Mio. EUR auf 0,2 Mio. EUR ab. Die Vorjahresperiode war
dabei von einer günstigen Entwicklung der Ertragsteuerbelastung aufgrund einer erhaltenen
Steuererstattung geprägt - ein erwartungsgemäß eher einmaliger Effekt, der 2025 so
nicht wieder eintrat. Die Abschreibungen blieben mit 4,2 Mio. EUR nahezu stabil (Vorjahresperiode:
4,5 Mio. EUR). Im FamiCord-Konzern wurden im Berichtszeitraum per Saldo rund 6,3 Mio. EUR investiert.
Im Vorjahr war es mit 1,7 Mio. EUR ein deutlich geringeres Niveau. Investitionen in
Sachanlagen, insbesondere in Kryotanks und Laborausstattung, bildeten mit 2,0 Mio.
EUR einen Schwerpunkt. Weiteres wichtiges Investitionsfeld waren die Mehrheitserwerbe
bei den Tochtergesellschaften in der Tschechischen Republik und in der Slowakei. Aus der Finanzierungstätigkeit resultierte ein Mittelzufluss von 0,8 Mio. EUR nach
einem Abfluss von 5,4 Mio. EUR in der Vorjahresperiode. Während FamiCord im Vorjahr
vor allem Bankkredite planmäßig tilgte, ohne neue Fremdmittel aufzunehmen, wurden
2025 zusätzliche Finanzkredite im Rahmen des Investitionskredits sowie die Kontokorrentlinie
in Anspruch genommen. Zum 30. Juni 2025 verfügt der FamiCord-Konzern über liquide
Mittel in Höhe von 10,8 Mio. EUR nach 14,4 Mio. EUR zum 31. Dezember 2024. Die Veränderung
ist im Wesentlichen durch die Akquisitionen bedingt, die bar bezahlt wurden. Darüber
hinaus umfasst der Posten "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" liquide Mittel
der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von 0,4 Mio. EUR. VERMÖGENSLAGEIm Vergleich zum 31. Dezember 2024 zeigte sich in der Relation von lang- und kurzfristigen
Vermögenswerten sowie deren absoluten Werten zum 30. Juni 2025 eine Verschiebung hin
zu den langfristigen Vermögenswerten. Hauptgrund sind die getätigten Mehrheitserwerbe
in der Tschechischen Republik und in der Slowakei, die sich insbesondere in einem
entsprechenden Zuwachs beim Goodwill zeigten. In den Sachanlagen von 26,3 Mio. EUR
(31. Dezember 2024: 24,8 Mio. EUR) saldierten sich Abschreibungen und Investitionen
zu einem leichten Zuwachs. Maßgeblich waren Investitionen in Kryotanks in Polen. Insgesamt
betrugen die Abschreibungen der Periode für Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte
4,2 Mio. EUR nach 4,5 Mio. EUR und folgten dem langjährigen Abschreibungsplan. Erneut
deutlich angestiegen sind die langfristigen Vertragsvermögenswerte um 3,5 Mio. EUR
beziehungsweise 20,1 % von 17,3 Mio. EUR auf 20,7 Mio. EUR. Hier wirkten sich die
erzielten Vertragsverlängerungen erhöhend aus. In Summe nahmen die langfristigen Vermögenswerte
aufgrund dieser Faktoren um 6,7 % beziehungsweise 7,5 Mio. EUR von 112,2 Mio. EUR
auf 119,7 Mio. EUR zu. Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen demgegenüber in Summe um 2,8 Mio. EUR auf
37,7 Mio. EUR zurück. Hier waren mehrere, teils gegenläufige Effekte maßgeblich. So
erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen korrespondierend mit
dem höheren Geschäftsvolumen von 13,7 Mio. EUR auf 15,6 Mio. EUR. Die kurzfristigen
Vertragsvermögenswerte verzeichneten einen leichten Zuwachs aufgrund der Fristigkeiten.
Dagegen sanken die sonstigen nichtfinanziellen Vermögenswerte infolge niedrigerer
im Voraus bezahlter Dienstleistungen für die Lagerung der Zelldepots. Zur Veräußerung
gehaltene Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem aufgegebenen CAR-T-Geschäft wurden
nach der Entscheidung, diesen Geschäftsbereich aufzugeben, zum 30. Juni 2025 in Höhe
von 1,1 Mio. EUR erfasst. Da keine rückwirkende Anpassung der Bilanzdaten erforderlich
ist, werden die Vermögenswerte aus aufgegebenen Geschäftsbereichen so ausgewiesen,
wie sie ursprünglich in den jeweiligen Posten erfasst wurden. Hauptfaktor für die
geringeren kurzfristigen Vermögenswerte war die Liquidität, die aufgrund der bar bezahlten
Mehrheitserwerbe von 16,8 Mio. EUR auf 10,8 Mio. EUR zurückgingen. Das Eigenkapital blieb mit 11,8 Mio. EUR nach 12,9 Mio. EUR zum 31. Dezember 2024
vergleichsweise stabil. Bei gleichzeitig erhöhter Bilanzsumme errechnet sich eine
Eigenkapitalquote von 7,5 % nach 8,5 %. Grund für den leichten absoluten Rückgang
des Eigenkapitals waren Währungseffekte, die sich in den sonstigen Rücklagen niederschlugen.
Das langfristige Fremdkapital lag mit 87,3 Mio. EUR etwas höher als zum Jahresende
2024 bei damals 84,7 Mio. EUR. Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich von 55,2 Mio.
EUR auf 58,3 Mio. EUR. Grund war die stärkere Inanspruchnahme von verzinslichen Darlehen
innerhalb des Investitionskreditrahmens und der Kontokorrentlinie. Alle weiteren kurzfristigen
Positionen blieben nahezu unverändert. Etwas zugenommen haben die Vertragsverbindlichkeiten
- sowohl im lang-als auch im kurzfristigen Bereich -, insbesondere durch Vertragsverlängerungen
sowie durch ein leicht höheres Volumen an Verträgen, bei denen die Laufzeit kurzfristig
endet beziehungsweise eine Verlängerung ansteht und die als Vorauszahlerverträge ausgestaltet
sind. Größte Positionen in den kurzfristigen Schulden blieben mit 26,3 Mio. EUR Rückzahlungsverpflichtungen
(31. Dezember 2024: 27,0 Mio. EUR), die in ihrem Charakter theoretischer Natur sind,
weil sie potenzielle Rückzahlungsansprüche von Kunden umfassen. Diese die Passiva
dominierenden Positionen der kurz- und langfristigen Rückzahlungsverpflichtungen sowie
Vertragsverbindlichkeiten verwässern die Eigenkapitalausstattung des Konzerns. Da
sie einerseits eher theoretischer Natur sind (Rückzahlungsverpflichtungen) und andererseits
vielmehr ein Indiz für den Erfolg des eigenen Geschäftsmodells darstellen (Vertragsverbindlichkeiten
aufgrund von Vorauszahlungen), sollte dies in der Analyse der Eigenkapitalquote Berücksichtigung
finden. Chancen- und RisikoberichtDer ausführliche Chancen- und Risikobericht ist im Geschäftsbericht 2024 (S. 35 ff.)
enthalten. Darin wird auch auf das Risiko der Bereitstellung notwendiger Mittel für
die Tochtergesellschaft FamiCordTx eingegangen. Dieses Finanzierungsrisiko wird mit
der Entscheidung zur Aufgabe dieses Geschäftsbereichs erwartbar von abnehmender Bedeutung
sein. Bei den weiteren Chancen und Risiken ergaben sich im Berichtszeitraum gegenüber der
Darstellung im zusammengefassten Lagebericht 2024 keine wesentlichen Veränderungen. PrognoseberichtDie im Konzernabschluss 2024 abgegebene Prognose für 2025 wird bestätigt. FamiCord
erwartet weiter ein durchaus herausforderndes Jahr 2025 aufgrund der konjunkturellen
Lage in Europa und heterogener Entwicklungen in einzelnen Ländermärkten. Auf Gesamtjahressicht
werden ein Konzernumsatz im Bereich von 85 bis 95 Mio. EUR sowie ein EBITDA im Bereich
von 8,7 bis 10,3 Mio. EUR erwartet. Keine Auswirkungen auf die Prognose hat die Aufgabe
der Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung von CAR-T-Therapien innerhalb
der Gruppe. Die zum 30. Juni 2025 getätigten Mehrheitserwerbe an den Gesellschaften
in der Tschechischen Republik und in der Slowakei sollten sich vor allem ab 2026 erkennbar
in Umsatz und Ertrag widerspiegeln. Aufgrund der langjährig aufgebauten Marktposition,
der weiterhin dynamischen Geschäftsentwicklung und der soliden Finanzierungsstrukturen
sieht sich der Konzern finanzierungsseitig weiterhin gut aufgestellt. Mit dem Budget
2025 und der weiteren Planung für 2026 führt FamiCord seine konsequente ertrags- und
liquiditätsorientierte Geschäftspolitik fort. Gleichzeitig sollen die bereits 2024
gestarteten Initiativen weiterhin für zusätzliches Wachstumsmomentum im laufenden
Geschäftsjahr sorgen. Die Geschäftsentwicklung des 1. Halbjahres ist hier bereits
ein deutlicher Beleg für die positiven Effekte. Die Zahl der Neueinlagerungen im Gesamtkonzern soll 2025 moderat über dem Wert 2024
liegen. Auch bei den Kundenneuverträgen und der Zahl der Einlagerungen ist 2025 trotz
des schwierigen Marktumfelds und gegebenenfalls unterjähriger Schwankungen ein weiteres
organisches Wachstum auf Gesamtjahressicht geplant. FamiCord sieht nach wie vor ausgezeichnete
Chancen für eine weiter wachsende Marktakzeptanz der eigenen Produkte und Leistungen.
Diese sollen durch entsprechende Marketing- und Vertriebsaktivitäten genutzt werden,
die 2025 insgesamt auf einem höheren Niveau als 2024 fortgesetzt werden. Die Investitionstätigkeit
wird spürbar unterhalb des Niveaus von 2024 liegen und sehr bedarfsgerecht gesteuert
werden. Die Prognose basiert auf einem gleichbleibenden Wechselkurs des Euros zum polnischen
Zloty und zu anderen Währungen (HUF, RON, TRY, GBP, AED, CHF). Effekte aus weiteren
Akquisitionen inklusive potenzieller hieraus resultierender Transaktionskosten sind
nicht in der Prognose enthalten. ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGENDieser Halbjahresfinanzbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Sie beruhen auf
den gegenwärtigen Informationen, die dem Konzern zum Zeitpunkt der Erstellung des
Berichts zur Verfügung standen. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen sind allerdings
Risiken und Ungewissheiten unterworfen. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht
eintreffen oder weitere Chancen / Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse
von den abgegebenen Einschätzungen abweichen. Daher kann FamiCord keine Gewähr für
diese Angaben übernehmen. Leipzig, 27. August 2025 Der Vorstand der FamiCord AG
VERKÜRZTER Konzern-ZwischenabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung
*
Vergleichszahlen angepasst gemäß IFRS 5.34 (Erläuterung siehe Anhangangabe 2.2) Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Konzern-BilanzAktiva
Passiva
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Konzern-Kapitalflussrechnung
Anhang zum verkürzten Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 20251. INFORMATIONEN ZUM MUTTERUNTERNEHMEN UND KONZERNDer ungeprüfte verkürzte Konzern-Zwischenabschluss der FamiCord AG umfasst die FamiCord
AG und ihre Tochterunternehmen (zusammen als "FamiCord" oder "Konzern" bezeichnet). Die FamiCord AG (die "Gesellschaft") mit Sitz in Leipzig (Deutschland), Perlickstraße
5, ist im Handelsregister des Amtsgerichts Leipzig unter der Nummer HRB 20339 eingetragen.
Gegenstand des Unternehmens und ihrer Tochtergesellschaften sind die Entnahme, Einlagerung
und der Vertrieb von Zellen, Geweben, Blut und Blutbestandteilen für medizinische
Anwendungen. Zudem entwickelt der Konzern Produkte und Arzneimittel auf Basis dieser
Materialien, einschließlich der Produktion viraler Vektoren sowie CAR-T-Zellen oder
vergleichbarer Produkte. Weitere Tätigkeiten umfassen die Lagerung und Kryokonservierung
von Spermien und Eizellen für die Reproduktionsmedizin, die Forschung und Entwicklung
in diesen Bereichen sowie die Herstellung und den Vertrieb von Medizinprodukten und
vergleichbaren Erzeugnissen. Der Konzern-Zwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2025 wurde
am 27. August 2025 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben. 2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE2.1 GRUNDLAGEN DER ERSTELLUNG DES ABSCHLUSSESDie Erstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses für den Zeitraum vom 1.
Januar bis 30. Juni 2025 erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung". Der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss enthält nicht sämtliche für den Abschluss
des Geschäftsjahres vorgeschriebenen Erläuterungen und Angaben und sollte im Zusammenhang
mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 gelesen werden. Weiterhin wurden verschiedene Standards und Änderungen zu Standards in 2025 erstmalig
angewandt, welche keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der FamiCord AG haben.
Der Konzern hat keine Standards, Änderungen oder Interpretationen vorzeitig angewandt,
die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind. 2.2 AUFGEGEBENE GESCHÄFTSBEREICHEIm Juni 2025 hat die FamiCord AG beschlossen, die Aktivitäten im Zusammenhang mit
der Entwicklung von CAR-T-Therapien innerhalb der Gruppe einzustellen, da der derzeitige
Betrieb Verluste generiert, die erwarteten Vorteile deutlich weiter in der Zukunft
liegen als ursprünglich angenommen und erhebliche zusätzliche Finanzierungen erforderlich
wären. Diese Aktivitäten werden vollständig von der FamiCordTx S.A. durchgeführt, einem Unternehmen,
das indirekt von der FamiCord AG über ihre direkte Tochtergesellschaft Polski Bank
Komórek Macierzystych Sp. z o.o. (PBKM) kontrolliert wird, die einen Anteil von 75,67
% an der FamiCordTx S.A. hält. Es ist geplant, das Grundkapital der FamiCordTx S.A. zu erhöhen, wobei PBKM von der
Zeichnung neuer Aktien absieht. Dies würde zu einer Verwässerung der Beteiligung von
PBKM und infolgedessen zum Verlust der Mehrheitsbeteiligung von PBKM an der FamiCordTx
S.A. führen. PBKM und FamiCordTx S.A. sind bereit, die erforderlichen Schritte unverzüglich einzuleiten,
vorbehaltlich der Bedingungen und Konditionen, die üblicherweise bei Transaktionen
dieser Art angewendet werden. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der FamiCordTx S.A. werden
nachfolgend dargestellt:
Die Hauptgruppen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der FamiCordTx S.A., die
zum 30. Juni 2025 gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten eingestuft sind, stellen
sich wie folgt dar:
Die von FamiCordTx S.A. erzielten Netto-Cashflows stellen sich wie folgt dar:
3. WESENTLICHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMENBei der Erstellung dieses Zwischenabschlusses hat das Management Ermessensentscheidungen
und Schätzungen vorgenommen, die sich auf die Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze
sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse
können von diesen Schätzungen abweichen. Die wesentlichen Ermessensentscheidungen
des Managements bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns
und die wichtigsten Quellen von Schätzungsunsicherheiten sind die gleichen wie im
letzten Konzernjahresabschluss beschrieben. 4. HYPERINFLATIONDie Türkei wird als Hochinflationsland eingestuft und daher gilt für unsere Tochtergesellschaften
in der Türkei IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern". Dementsprechend wurde
der Zwischenabschluss der Gesellschaften, die die Türkische Lira als funktionale Währung
haben, rückwirkend ab dem 1. Januar 2022 an die Änderung der allgemeinen Kaufkraft
angepasst. Für die Umrechnung in die Darstellungswährung (Euro) werden alle Beträge
mit dem Stichtagskurs zum 30. Juni 2025 umgerechnet. Um die Änderungen der Kaufkraft am Bilanzstichtag widerzuspiegeln, werden die Buchwerte
der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden, des Eigenkapitals und des Gesamtergebnisses
bei Tochterunternehmen in Hochinflationsländern auf der Grundlage einer am Bilanzstichtag
geltenden Maßeinheit angepasst. Diese werden anhand eines allgemeinen Preisindex gemäß
IAS 29 indexiert. Für monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu den am Bilanzstichtag
geltenden Beträgen ausgewiesen werden, wie zum Beispiel dem Nettoveräußerungswert
oder dem beizulegenden Zeitwert, sowie für monetäre Posten ist jedoch keine Anpassung
erforderlich, da sie im Besitz befindliche, zu erhaltende oder zu zahlende Gelder
darstellen. Alle Posten der Gewinn- und Verlustrechnung müssen in der am Bilanzstichtag
geltenden Maßeinheit ausgedrückt werden. Nicht monetäre Vermögenswerte, die gemäß den Leitlinien in IAS 29 angepasst wurden,
unterliegen weiterhin einer Wertminderungsbeurteilung in Übereinstimmung mit den Leitlinien
in den relevanten IFRS. Die Anwendung von IAS 29 ist für die Rentabilität, die Liquidität, die Kapitalausstattung
und die Finanzlage des Konzerns für das 1. Halbjahr zum 30. Juni 2025 unwesentlich.
In der nachstehenden Tabelle sind die spezifischen Faktoren aufgeführt, die zur Anwendung
von IAS 29 für die ersten sechs Monate bis zum 30. Juni 2025 verwendet wurden.
Die Auswirkungen auf die einzelnen Positionen der Konzern-Bilanz sowie Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung stellen sich wie folgt dar:
5. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG5.1 ERGEBNISSE DER SEGMENTEDer FamiCord-Konzern berichtet über die beiden Segmente Teilkonzern Vita 34 und Teilkonzern
PBKM. Die Ertragslage der Segmente für das 1. Halbjahr 2025 stellt sich wie folgt dar:
Die Ertragslage der Segmente für das 1. Halbjahr 2024 stellt sich wie folgt dar:
Aufgrund der Klassifizierung der FamiCordTx S.A. als aufgegebener Geschäftsbereich
gemäß IFRS 5 wurden die Vergleichsinformationen für das 1. Halbjahr 2024 entsprechend
angepasst. Die Erträge und Aufwendungen des aufgegebenen Geschäftsbereichs werden
nicht mehr in den fortgeführten Segmenten ausgewiesen, sondern separat als "aufgegebene
Geschäftsbereiche" dargestellt (siehe Erläuterungen in Abschnitt 2.2). Die Abweichungen zwischen den Summen aus beiden Teilsegmenten und den Werten des Gesamtkonzerns
erklären sich vollständig aus der Aufwands- und Ertragskonsolidierung sowie der Kapitalkonsolidierung. 5.2 INFORMATIONEN ÜBER GEOGRAPHISCHE BEREICHEDer Konzern erwirtschaftet seine Umsatzerlöse in Höhe von 12.310 TEUR (Vorjahr: 11.253
TEUR) in Polen, 7.682 TEUR (Vorjahr: 7.245 TEUR) in Deutschland und 6.692 TEUR (Vorjahr
4.103 TEUR) in der Schweiz. Die verbleibenden Umsätze in Höhe von 16.893 TEUR (Vorjahr:
15.429 TEUR) erfolgen in anderen Staaten. Die langfristigen Vermögenswerte des Konzerns verteilen sich wie folgt:
Die Aufteilung langfristiger Vermögenswerte erfolgt entsprechend nach Sitz der einzelnen
Konzerngesellschaft. 6. UMSATZERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUNDENDie in der Gewinn- und Verlustrechnung für die fortzuführenden Geschäftsbereiche ausgewiesenen
Umsatzerlöse setzen sich nach der Art der erbrachten Dienstleistung wie folgt zusammen:
a. ErtragsteuernDer Konzern berechnet den periodischen Ertragsteueraufwand mit dem Steuersatz, der
auf das erwartete gesamte Jahresergebnis anzuwenden wäre. Der Ertragsteueraufwand
setzt sich wie folgt zusammen:
7. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND FINANZIELLE VERBINDLICHKEITENDie Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten sind
in den folgenden Aufstellungen dargestellt. Der Buchwert entspricht dem Zeitwert.
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige finanzielle Forderungen,
Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Schulden haben
regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die
beizulegenden Zeitwerte dar. Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
mit Restlaufzeiten von über einem Jahr entsprechen den Barwerten der mit den Vermögenswerten
verbundenen Zahlungen unter Verwendung eines marktüblichen Zinssatzes. Die Einordnung
erfolgte in die Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie. Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam oder erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewertet werden, werden in die Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet.
Der beizulegende Zeitwert der zum 31. Dezember 2024 unter den übrigen finanziellen
Vermögenswerten ausgewiesenen gewährten Darlehen an Dritte wich nicht wesentlich vom
Buchwert ab. Die Zeitwerte der langfristigen Darlehen und Leasingverbindlichkeiten, die in der
Bilanz zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, wurden durch Abzinsung
der erwarteten künftigen Cashflows unter Verwendung marktüblicher Zinssätze ermittelt.
Die Einordnung erfolgte in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie. Für die unter den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen Vermögenswerte erfolgt die
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte anhand geeigneter Bewertungsmethoden, wobei
ebenfalls eine Einordnung in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie vorgenommen wurde. 8. ÄNDERUNGEN IM KONSOLIDIERUNGSKREISAm 28. Mai 2025 hat PBKM, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der FamiCord
AG, eine Vereinbarung mit der Primecell Advanced Therapy, a.s., Tschechische Republik
(Primecell), geschlossen, um weitere 69 % der Anteile an der Narodni centrum pupečníkové
krve s.r.o., Tschechische Republik (NCP), sowie weitere 69 % der Anteile an der Rodinná
banka perinatálnych a mezenchymálnych buniek s.r.o., Slowakei (RBPMB), zu erwerben. PBKM erhöhte damit ihren Anteil an NCP und entsprechend an RBPMB von 26 % auf 95 %.
Mit einer Beteiligung von 5 % bleibt Primecell Anteilseignerin und strategische Partnerin
beider Gesellschaften. PBKM hat zudem die Option, auch die verbleibenden 5 % der Anteile
zu einem vorab vereinbarten Festpreis zu erwerben. NCP und RBPMB sind Familien-Stammzellbanken, die sich auf die Entnahme, Testung, Verarbeitung
und Lagerung von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe von Neugeborenen spezialisiert
haben. Beide Unternehmen bieten Dienstleistungen an, die mit denen anderer Gesellschaften
der FamiCord-Gruppe vergleichbar sind. Die aufschiebenden Bedingungen für den Vollzug wurden zum 16. Juni 2025 erfüllt. Der
Erwerb wurde zum 30. Juni 2025 bilanziert, und infolgedessen werden die Ergebnisse
der Unternehmen ab dem 1. Juli 2025 in den konsolidierten Konzernabschluss einbezogen. Zum 30. Juni 2025 hatte der Konzern den Prozess der Kaufpreisallokation (PPA) noch
nicht abgeschlossen. Die nachfolgend dargestellte Allokation ist vorläufig. Das Unternehmen
befindet sich im Prozess der Identifizierung und Bewertung der erworbenen Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten. Vor Erlangung der Kontrolle hielt der Konzern einen Anteil von 26 % an beiden Gesellschaften.
In Übereinstimmung mit IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" wurde der zuvor gehaltene
Anteil zum Erwerbszeitpunkt auf seinen beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Die vorläufige
Neubewertung führte zur Erfassung eines Gewinns in Höhe von 512 TEUR, der in den Finanzerträgen
ausgewiesen wurde. Der beizulegende Zeitwert des zuvor gehaltenen Anteils zum Erwerbszeitpunkt
wurde in die Berechnung des Geschäfts- oder Firmenwerts, der aus dem Unternehmenszusammenschluss
resultiert, einbezogen. Die nicht beherrschenden Anteile an den erworbenen Unternehmen beliefen sich zum Erwerbszeitpunkt
auf 51 TEUR und entfielen auf einen Eigentumsanteil von 5 %. Der Wert der nicht beherrschenden
Anteile wurde proportional zu den Nettovermögenswerten der Gesellschaften bewertet. Der vorläufige beizulegende Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
der Gesellschaften zum Erwerbszeitpunkt stellte sich wie folgt dar:
9. ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONENAls nahestehende Unternehmen oder Personen werden assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
(inklusive deren Tochterunternehmen) und nicht konsolidierte Tochterunternehmen bezeichnet
sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik
der FamiCord ausüben. Letztere umfassen alle Personen in Schlüsselpositionen sowie
deren nahen Familienangehörigen. In der FamiCord sind dies die Mitglieder des Vorstands
und des Aufsichtsrats. Im Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2025 ergaben sich keine erheblichen Ereignisse
oder Geschäftsvorfälle. 10. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGIm August 2023 hat die FamiCord AG als Einzelgesellschafter die Liquidation der Vita
34 Slovakia s.r.o. mit Sitz in Bratislava, Slowakei, beschlossen. Die entsprechenden
Gesellschafterbeschlüsse wurden gefasst, der Liquidator bestellt und sämtliche vorbereitenden
Maßnahmen abgeschlossen. Die Löschung der Gesellschaft im Handelsregister steht noch
aus und wird voraussichtlich zeitnah erfolgen. Die Gesellschaft wurde in der Vergangenheit
aufgrund ihrer geringen wirtschaftlichen Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.
Der Vorgang hat daher keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns. Am 11. August 2025 wurde der notarielle Kaufvertrag über den Erwerb der Eticur GmbH,
einer Enkelgesellschaft der FamiCord AG, von der PBKM unterzeichnet. Der wirtschaftliche
Übergang des Unternehmens ist für den 1. Oktober 2025 vorgesehen. Die Transaktion
hat keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns. Weitere berichtspflichtige Ereignisse sind nach dem Berichtsstichtag 30. Juni 2025
nicht eingetreten. Leipzig, 27. August 2025 Der Vorstand der FamiCord AG
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich
des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen
Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden
Geschäftsjahr beschrieben sind. Leipzig, 27. August 2025 Der Vorstand der FamiCord AG
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