BAUER AktiengesellschaftSchrobenhausenHalbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2020Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2020Auf einen BlickKONZERNKENNZAHLENscroll
Die hier dargestellte Gesamtkonzernleistung umfasst gegenüber der in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung dargestellten konsolidierten Leistung Leistungsanteile von assoziierten
Unternehmen sowie Leistungen nicht konsolidierter Tochterunternehmen und Arbeitsgemeinschaften. AUSBLICKscroll
Zusammenfassung Die Gesamtkonzernleistung der BAUER Gruppe ist zum Ende des ersten Halbjahres 2020
gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 12,8 % von 831,6 Mio. EUR auf 725,0
Mio. EUR deutlich zurückgegangen. Dies war vor allem auf das Segment Maschinen zurückzuführen.
Die Umsatzerlöse haben sich um 13,0 % auf 648,5 Mio. EUR verringert. Das EBIT lag
mit 6,5 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr von 35,3 Mio. EUR. Die Segmente Bau und
vor allem Maschinen liegen deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück,
was hauptsächlich auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. Das
Segment Resources blieb bisher nahezu unbeeinflusst und zeigt eine operativ bessere
Entwicklung als im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern des Konzerns war deutlich negativ und betrug -16,0 Mio.
EUR (Vorjahr: -0,4 Mio. EUR). Neben den Verlusten aus den Segmenten Bau und Maschinen
hatten auch Zinssicherungsgeschäfte einen deutlich negativen Einfluss, da diese entsprechend
der Entwicklung der Marktzinsen in der Bilanz zu bewerten sind. Da die Marktzinsen
im Vergleich zu Ende Dezember 2019 rückläufig waren, ergab sich im ersten Halbjahr
2020 hieraus ein negativer Effekt auf das Nachsteuerergebnis in Höhe von 5,1 Mio.
EUR (Vorjahr: 10,0 Mio. EUR). Der Auftragsbestand im Konzern ist gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres
um 25,1 % sehr deutlich gestiegen und hat sich auch gegenüber dem Jahresende 2019
um 24,1 % auf 1.275,7 Mio. EUR erhöht. Dies lag vor allem am Bau, wo sehr große Auftragsvolumen,
unter anderem in Europa, beauftragt wurden. In den Segmenten Maschinen und Resources
war der Auftragsbestand niedriger als im Vorjahr. Der Auftragseingang erhöhte sich
um 16,2 % von 837,6 Mio. EUR auf 973,1 Mio. EUR. Wesentliche Ereignisse und GeschäfteGESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG Die Weltwirtschaft steht aufgrund der globalen Corona-Pandemie derzeit vor noch nie
dagewesenen Verwerfungen und Veränderungen. Viele der bedeutenden Herausforderungen,
die vor der Pandemie im Mittelpunkt standen, sind in den Hintergrund gerückt: der
Brexit, der anhaltende Protektionismus, die Ölpreiskrise, der Klimawandel, die politischen
Spannungen zwischen den USA, Europa und China und vieles mehr sind jedoch weiterhin
existent und müssen zusätzlich zu den Auswirkungen der Pandemie bewältigt werden.
Sorge bereiten dabei auch die weiterhin bestehenden Konfliktherde, die durch die Pandemie
in ihrer Wahrnehmung nicht mehr im Fokus sind: der Konflikt mit dem Iran, die Kriege
in Syrien, dem Jemen und Libyen, das Embargo gegen Katar sowie die Spannungen an der
indisch-chinesischen Grenze und noch einige mehr. Die einst robuste Weltwirtschaft sieht sich nun einem deutlichen Wachstumsrückgang
gegenüber. Die tatsächlichen Folgen werden wir frühestens im Laufe des zweiten Halbjahres
2020 erleben - einiges wird sich sicherlich erst später zeigen und vieles auch langfristig
spürbar sein. Entscheidend dafür wird die weitere Entwicklung der Pandemie sein. Weltweit haben Regierungen Corona-Hilfen sowie Förder- und Konjunkturprogramme auf
den Weg gebracht. Es bleibt abzuwarten, wie und wann diese Maßnahmen Wirkung zeigen
beziehungsweise ob sie dazu überhaupt in der Lage sind. Die langfristigen Folgen der
Corona-Pandemie auf ganze Branchen, wie die Luftfahrt- und Tourismusindustrie sowie
die Automobilindustrie, sind noch gar nicht absehbar. Folglich ist noch kaum vorherzusehen, wie sich die Weltwirtschaft unter den genannten
Rahmenbedingungen entwickeln wird. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich die teilweise
bereits prognostizierte Erholung in der zweiten Jahreshälfte auswirken wird. Die mittel-
und langfristigen Veränderungen und wirtschaftlichen Auswirkungen werden vermutlich
tiefgreifender sein, als dies heute viele Beobachter erwarten, sodass eine stabile
Erholung nur langsam stattfinden wird. Mit dem gezeigten politischen Willen, wie in
Europa, in China und den USA, mit riesigen finanziellen Hilfsprogrammen gegenzusteuern,
kann es aber gelingen die Erholung zu beschleunigen. Für die Bauwirtschaft bieten die weltweiten Konjunkturprogramme kurzfristig gute
Chancen für eine steigende Nachfrage nach Infrastrukturprojekten. Gleichzeitig muss
aber mit einem Rückgang im Wirtschaftsbau gerechnet werden. Mittel- und langfristig bieten der anhaltende Trend zur Urbanisierung und notwendige
Investitionen in die Infrastruktur - insbesondere im Hinblick auf sich weiter verändernde
Mobilitätskonzepte - eine positive Perspektive für die Bauwirtschaft und die Hersteller
von Maschinen für diesen Markt. Die vor uns liegenden Herausforderungen zur CO2-Reduzierung
schaffen zudem gute Rahmenbedingungen für Firmen mit Produkten und Dienstleistungen
im Bereich der Umwelttechnik und der effizienten Nutzung von Ressourcen. UNSERE MÄRKTE IM ÜBERBLICK Die Folgen der Corona-Pandemie auf unsere Märkte machen sich regional unterschiedlich
bemerkbar. In Europa - insbesondere in Deutschland - konnten die Auswirkungen der Pandemie auf
die Bauwirtschaft bislang in Grenzen gehalten werden. Für das zweite Halbjahr ist
für den deutschen Baumarkt jedoch ein Rückgang absehbar, da in den letzten Monaten
eine deutliche Investitionszurückhaltung im privaten und im öffentlichen Sektor festzustellen
war. Unberührt vom Brexit zeigt sich in England ein deutlich belebter Baumarkt mit
großen Investitionen in die Infrastruktur. In Skandinavien und in Westeuropa zeigen sich die Märkte stabil. Russland und die
Türkei leiden weiter unter einer sehr schwachen wirtschaftlichen Entwicklung, die
durch schwache Währungen, ein schwieriges politisches Umfeld und Sanktionen ausgelöst
wurde. Im ersten Halbjahr zeigte sich die Baukonjunktur in den USA noch gut - insbesondere
im Bereich von Infrastrukturmaßnahmen. Durch die deutliche Ausbreitung der Pandemie
und die bevorstehende Wahl ist im zweiten Halbjahr mit einem merklichen Rückgang bei
den privaten Bauinvestitionen zu rechnen. In Kanada ist der Markt verhalten. Die Baumärkte
Mittel- und Lateinamerikas sind insgesamt von einer schwachen Wirtschaft und zusätzlich
von den starken Auswirkungen der Corona-Pandemie in den meisten Ländern der Region
beeinflusst. Auch im Nahen Osten wirkte sich die Corona-Pandemie deutlich negativ aus und verstärkt
zusätzlich die bereits bestehenden Probleme, die durch die anhaltenden Konflikte sowie
den niedrigen Ölpreis entstanden sind. Damit liegt die Region deutlich hinter den
wirtschaftlichen Erwartungen zurück, was auch die Baukonjunktur betrifft. Im Fernen Osten verzeichnet China als einziges Land der Region ungeachtet der Pandemie
wieder eine anziehende Wirtschaft, die sich auch positiv auf die Bau- und Baumaschinenmärkte
auswirkt. Die politische Führung steuert mit umfangreichen Maßnahmen gegen die Auswirkungen
der Pandemie. Daher ist hier mit einem anhaltenden Wachstum zu rechnen, welches aber
nicht ohne Risiko bleibt. Alle anderen Länder der Region leiden zum Teil sehr deutlich
unter den Folgen der Pandemie. Die Nachfrage nach Bauleistungen und Maschinen ist
deutlich zurückgegangen. Mit einer Erholung wird trotz insgesamt hohem Grundbedarf
an Leistungen des Spezialtiefbaus und nach Maschinen nur langsam gerechnet. Insgesamt
sind die mittelfristigen Perspektiven für den Baumarkt im Fernen Osten aber weiter
gut. Die Bau- und Maschinenmärkte in Afrika befinden sich auf niedrigem Niveau und hoffen
auf eine Erholung durch höhere Rohstoffpreise. Da diese wieder ansteigen, bedeutet
dies tendenziell eine bessere Zukunftsperspektive für Afrika. Baumärkte im Überblickscroll
Die anhaltende Volatilität der Weltmärkte mit sich immer wieder kurzfristig ändernden
politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt die größte Herausforderung
für unsere Firmen in den jeweiligen Ländern. Die durch die Corona-Pandemie ausgelöste
Beschränkung der Reisefreiheit verstärkt diese Problematik noch deutlich. Gleichzeitig bietet die anhaltende Dynamik einzelner Märkte immer wieder neues Potential
für kurzfristige Marktchancen. In den nächsten Monaten ist aber mit weiteren deutlichen
Einflüssen durch die Corona-Pandemie zu rechnen. Mittelfristig erwarten wir jedoch
wieder stabile Bau- und Rohstoffmärkte und eine positive Gesamtentwicklung, die uns
gute Chancen bietet. SEGMENT BAUscroll
*
Vorjahr angepasst; siehe Fußnote S. 14. Die Gesamtkonzernleistung im Segment Bau lag mit 321,5 Mio. EUR leicht unter dem
Vorjahr von 323,0 Mio. EUR. Das EBIT hat sich gegenüber der Vorjahresperiode von 4,5
Mio. EUR auf -1,7 Mio. EUR deutlich verringert. Das Ergebnis nach Steuern lag mit
-11,2 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahr von -10,0 Mio. EUR. Hier spiegeln sich die
Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch die negative Marktbewertung der Zinssicherungsgeschäfte
wider. Die Ergebniskennzahlen des Segments enthalten dabei einen positiven Ergebnisbeitrag
von etwa 8 Mio. EUR aus der Entkonsolidierung der Tochterfirma in Hongkong, welcher
im Wesentlichen auf kumulierte Währungsdifferenzen seit der Erstkonsolidierung in
Höhe von etwa 5 Mio. EUR zurückzuführen ist. Die Umgliederung der SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH sowie der SCHACHTBAU NORDHAUSEN
Bau GmbH in das Segment Resources verringerte die Gesamtkonzernleistung des Vorjahreszeitraum
um rund 19 Mio. EUR. Die Ergebnisauswirkungen waren unwesentlich. Insgesamt war der Bau besonders im zweiten Quartal deutlich von den Folgen der Corona-Pandemie
betroffen, während im ersten Quartal noch auf den meisten Baustellen gearbeitet werden
konnte. In zahlreichen Ländern herrschten zeitweise Ausgangs- sowie Reisebeschränkungen,
was die Baustellenlogistik und -ausstattung mit Geräten, Material und Personal erschwerte,
teilweise sogar unmöglich machte. Benötigte Maschinen oder Expertenteams gelangten
nur schwer, mit Verspätung oder teilweise gar nicht auf die entsprechenden Baustellen.
Obwohl sich in den meisten Ländern gegen Ende des zweiten Quartals Verbesserungen
zeigten, werden uns diese Themen noch über das Geschäftsjahr begleiten. Auf der anderen
Seite können wir in für uns derzeit wichtigen Ländern wie Deutschland, aber auch den
USA, Bangladesch oder Bhutan gut arbeiten, was auch für die meisten Großprojekte zutrifft. Der Auftragsbestand ist im Segment Bau um 61,5 % von 509,0 Mio. EUR im Vorjahr auf
822,0 Mio. EUR erheblich angestiegen - ebenso im Vergleich zum ersten Quartal 2020.
Hauptgrund hierfür war im Wesentlichen ein sehr großer Auftrag in Europa. Schwächer
zeigt sich dagegen die Auftragslage im Fernen Osten. Der Auftragseingang lag mit 532,4
Mio. EUR um 75,1 % über dem Vorjahreswert von 304,1 Mio. EUR. SEGMENT MASCHINENscroll
Die Gesamtkonzernleistung im Segment Maschinen fiel im ersten Halbjahr gegenüber
Vorjahr deutlich um 22,0 % von 380,8 Mio. EUR auf 296,9 Mio. EUR, die Umsatzerlöse
um 26,9 % von 305,0 Mio. EUR auf 223,1 Mio. EUR. Das EBIT ist gegenüber dem Vorjahr
von 31,2 Mio. EUR auf 6,1 Mio. EUR erheblich zurückgegangen. Das Ergebnis nach Steuern
reduzierte sich von 14,3 Mio. EUR auf -3,8 Mio. EUR. Das Segment Maschinen ist aktuell am deutlichsten von der Investitionszurückhaltung
der Kunden aufgrund der Unsicherheit bedingt durch die Corona-Pandemie betroffen.
Nachdem das erste Quartal noch wenige Spuren zeigte, sind die Umsatzerlöse und Auftragseingänge
im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Am Hauptstandort in Schrobenhausen wurde
die Produktion zurückgefahren und entsprechend mit Kurzarbeit reagiert. Positiv zeigt
sich das Geschäft jedoch in China, wo bereits seit April wieder eine gute Auftragslage
herrscht. Der Auftragsbestand ist um 14,1 % von 146,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 126,1 Mio. EUR
zurückgegangen, ebenso der Auftragseingang um 16,7 % von 377,7 Mio. EUR auf 314,8
Mio. EUR. In den meisten Regionen der Welt erwarten wir weiter eher eine Zurückhaltung
bei Maschinenkäufen. Positiv ist, dass sich die Anfragesituation im letzten Monat
wieder etwas verbessert hat. Nach dem Bilanzstichtag hat die BAUER Maschinen GmbH das im Jahr 2015 gemeinsam mit
Schlumberger begonnene Joint Venture zur Entwicklung und zum Bau von größeren landbasierten
Tiefbohranlagen für den Öl- und Gasbereich wegen erheblicher Überkapazitäten in diesem
Sektor beendet. Zudem ist geplant, im Jahresverlauf das Geschäft mit Brunnenbohranlagen
unter der Marke Prakla von Peine nach Schrobenhausen bzw. Nordhausen zu verlagern
und den entsprechenden Standort in Peine aufzugeben. SEGMENT RESOURCESscroll
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Vorjahr angepasst; siehe Fußnote S. 14. Im Segment Resources lag die Gesamtkonzernleistung nach dem ersten Halbjahr mit 142,5
Mio. EUR um 9,8 % unter dem Vorjahr von 158,0 Mio. EUR. Dies lag im Wesentlichen am
Bereich Bergbau. Das EBIT verringerte sich dabei von 0,1 Mio. EUR auf -0,5 Mio. EUR
und das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich leicht von 0,6 Mio. EUR auf 0,7 Mio. EUR. Die Umgliederung der SPESA Spezialbau und Sanierung GmbH sowie der SCHACHTBAU NORDHAUSEN
Bau GmbH in das Segment Resources erhöhte die Gesamtkonzernleistung des Vorjahreszeitraum
um rund 19 Mio. EUR. Die Ergebnisauswirkungen waren unwesentlich. Die Umgliederung
wurde vorgenommen, da das Geschäftsfeld Sanierung zukünftig im Segment Resources gebündelt
und dort mit mehr Synergiepotentialen zu den anderen Geschäftsfeldern weiterentwickelt
werden soll. Im ersten Halbjahr war das Segment wenig von der Corona-Pandemie beeinflusst. Für
das zweite Halbjahr zeichnen sich jedoch auch hier Einflüsse auf die Märkte durch
die Corona-Pandemie ab. Das Umweltgeschäft verlief gut, ebenso das Geschäft mit Brunnenausbaumaterialien.
Auch in Jordanien kann am Großprojekt für Tiefbrunnen weitergearbeitet werden. Im zweiten Quartal wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, dass die ESAU & HUEBER
GmbH, die ihren Schwerpunkt in der Brauerei- und Getränketechnologie hat, an die Schulz
Unternehmensgruppe verkauft wird. Das Unternehmen hatte in den letzten beiden Jahren
Verluste verzeichnet und findet nun einen passenden strategischen Partner aus dem
Brauereibereich. Die BAUER Resources GmbH und die Roche Pharma AG haben im Juli dieses Jahres vereinbart,
dass die Fertigstellung der Sanierung des Perimeters 1/3-NW der Kesslergrube durch
die BAUER Resources GmbH an die Roche Pharma AG übergeben wird. Die Roche Pharma AG
möchte die weiteren Arbeiten in Eigenregie durchführen. Der Auftragsbestand ist nach den ersten sechs Monaten um 10,0 % von 363,8 Mio. EUR
auf 327,5 Mio. EUR zurückgegangen. Der Auftragseingang ist dabei um 13,0 % von 186,0
Mio. EUR auf 161,8 Mio. EUR gesunken. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageERTRAGSLAGE Die Umsatzerlöse sind gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 13,0 % auf
648,5 Mio. EUR und die konsolidierte Leistung um 11,8 % auf 705,6 Mio. EUR zurückgegangen,
was vor allem auf das Segment Maschinen zurückzuführen ist. Das EBITDA des Konzerns ging zum Halbjahr um 29,7 % von 82,5 Mio. EUR auf 58,0 Mio.
EUR zurück. Der Materialaufwand sank dabei deutlicher als die konsolidierte Leistung,
während der Personalaufwand leicht zurückging. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen
gingen ebenfalls leicht zurück. Das EBIT lag mit 6,5 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 35,3 Mio. EUR.
Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen sind um 4,6 Mio. EUR angestiegen, während
die nutzungsbedingten Abschreibungen zur Wertminderung der Vorräte um 0,4 Mio. EUR
unter dem Vorjahr lagen. Das Ergebnis nach Steuern verschlechterte sich von -0,4 Mio. EUR auf -16,0 Mio. EUR.
Hier hatten, wie eingangs beschrieben, zusätzlich auch Zinssicherungsgeschäfte einen
deutlich negativen Einfluss. Die Finanzaufwendungen sind gegenüber Vorjahr von 44,6
Mio. EUR sehr deutlich auf 34,5 Mio. EUR zurückgegangen. Die Finanzerträge sanken
ebenfalls deutlich von 19,9 Mio. EUR auf 14,6 Mio. EUR. Das Ergebnis aus at-Equity
bewerteten Anteilen lag mit 4,5 Mio. EUR in etwa auf Höhe des Vorjahres von 4,3 Mio.
EUR. Den wesentlichen Anteil daran hat die Tochterfirma im Oman, welche eine Schilfkläranlage
zur Reinigung von ölverschmutztem Wasser betreibt. FINANZLAGE Zum Jahresende 2019 wurden festgelegte Covenants bei wesentlichen Krediten überschritten.
Ende April konnte mit den Finanzpartnern der Konsortialkreditverträge eine einvernehmliche
Lösung gefunden werden. Diese wurde im Laufe des zweiten Quartals auch mit allen weiteren
betroffenen Finanzpartnern, insbesondere den Schuldscheingläubigern, umgesetzt. VERMÖGENSLAGE Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Jahresende 2019 (1.628,5 Mio. EUR) nur um 1,7
% an, fiel aber gegenüber Juni des Vorjahres deutlich um 4,5 % auf 1.655,5 Mio. EUR. Die Aktivseite der Bilanz hat sich im Wesentlichen durch den Rückgang der Forderungen
und sonstigen Vermögenswerte um 22,1 % von 560,7 Mio. EUR auf 437,0 Mio. EUR gegenüber
dem Vorjahr reduziert. Die Vorräte sind dagegen von 465,4 Mio. EUR auf 488,1 Mio.
EUR leicht angestiegen. Auf der Passivseite ist das Eigenkapital gegenüber Vorjahresende um 5,2 % auf 366,8
Mio. EUR zurückgegangen, verglichen mit Ende Juni 2019 um 12,8 %. Im Vergleich zum Jahresende 2019 und dem ersten Quartal 2020 wurden in der Konzernbilanz
die vom Überschreiten der Covenants betroffenen Darlehen wieder von den kurzfristigen
zu den langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten umgegliedert, da
wie beschrieben eine Einigung mit den betroffenen Finanzpartnern erzielt wurde. Die langfristigen Schulden haben sich gegenüber Vorjahr von 583,9 Mio. EUR zu 584,6
Mio. EUR kaum verändert. Die kurzfristigen Schulden sind von 728,6 Mio. EUR auf 704,1
Mio. EUR zurückgegangen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 liegt die Nettoverschuldung
um 9,1 Mio. EUR niedriger. Chancen und Risiken Wesentliche Chancen und Risiken wurden in diesem Bericht in den einzelnen Kapiteln
aufgezeigt. Im ersten Halbjahr konnte hinsichtlich des Covenant-Bruchs zum Ende des
Geschäftsjahres 2019 eine einvernehmliche Lösung mit allen betroffenen Finanzpartnern
gefunden werden. Insofern ist die mit dem Geschäftsbericht 2019 berichtete Unsicherheit
zur Fähigkeit an der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, welche sich durch eine
mögliche Ausübung der Kündigungsrechte durch die Finanzpartner mit der Folge den Zahlungsverpflichtungen
nicht mehr nachkommen zu können, nicht mehr gegeben. Die Folgen der Corona-Pandemie wirken sich auf das operative Geschäft in unseren
drei Segmenten und damit auf unsere Umsatz- und Ergebnissituation aus. Nach unserer
Einschätzung besteht nur ein geringes Risiko, dass sich infolge der Corona-Pandemie
auch wesentliche Auswirkungen auf die Konzernbilanzpositionen der immateriellen Vermögenswerte,
Sachanlagen, Vorräte, Forderungen oder finanziellen Vermögenswerte ergeben. Im Übrigen ist keine wesentliche Veränderung der Risiken seit dem Geschäftsbericht
zum 31. Dezember 2019 eingetreten. Wir verweisen insofern auf den zusammengefassten
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019. Ausblick auf das Jahresende Die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie haben sich im zweiten Quartal auch
in unserem Geschäft, dabei vor allem im Bau und im Maschinenbau bemerkbar gemacht.
Es ist sehr schwer die weiteren Entwicklungen abzuschätzen. In Europa herrscht die
Sorge vor einer zweiten Infektionswelle, während in den USA der Höhepunkt der ersten
Welle gerade erst erreicht wird. In den vielen weiteren Regionen und Ländern der Welt
zeigt sich jeweils ein sehr unterschiedliches Bild. Grundsätzlich bringt dies in Summe
eine erhebliche Unsicherheit für das laufende Geschäftsjahr und den Ausblick mit sich. Der Konzern hat für einige seiner Firmen in Deutschland zum 1. April 2020 Kurzarbeit
beantragt. Dies betrifft vor allem den Standort Schrobenhausen mit der Maschinenproduktion,
aber auch in vielen Bereichen den Baubetrieb und die Verwaltung. Darüber hinaus wird
weiter versucht in allen Ländern vor Ort möglichst schnell zu reagieren, um große
negative Einflüsse auf das Geschäft so gut wie möglich zu vermeiden. Aufgrund der Unsicherheiten über den weiteren Jahresverlauf hat die BAUER AG per
Ad-hoc Meldung am 17. Juni 2020 nach Überprüfung der Hochrechnungen die Prognose für
das Geschäftsjahr 2020 zurückgenommen. Es ist weiterhin nicht verlässlich abzusehen,
wie sich die Pandemie auf die weitere Bautätigkeit in der Welt sowie auf die Nachfrage
der Kunden nach Maschinen und damit letztlich auf die Leistungs- und Ergebnisentwicklung
auswirken wird. Daher ist es dem Vorstand weiterhin nicht möglich, eine belastbare
Planung zu erstellen und folglich eine konkrete neue Prognose für das Geschäftsjahr
2020 abzugeben. Dies gilt entsprechend für die Entwicklung der einzelnen Segmente. Insgesamt sind wir aber zuversichtlich, dass es gelingen wird, die negativen Auswirkungen
der Krise auf die BAUER Gruppe durch die vielen eingeleiteten Maßnahmen gut beschränken
zu können. Konzern-ZwischenabschlussKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscroll
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KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNGscroll
KONZERNBILANZAktivascroll
Passivascroll
ENTWICKLUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALSscroll
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KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNGscroll
KONZERN-SEGMENTBERICHTERSTATTUNGscroll
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Konzernanhang1. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM KONZERN Die BAUER Aktiengesellschaft, Schrobenhausen (im Folgenden BAUER AG genannt) besteht
in der Rechtsform der deutschen Aktiengesellschaft. Sie hat ihren Sitz in Schrobenhausen,
BAUER-Straße, und ist im Handelsregister Ingolstadt (HRB 101375) eingetragen. Die BAUER Gruppe ist Anbieter von Dienstleistungen, Maschinen und Produkten für Boden
und Grundwasser. Der Konzern ist mit seinen Leistungen und Produkten auf den weltweiten
Märkten vertreten. Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in drei Geschäftsfelder
aufgeteilt: Bau, Maschinen und Resources. Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde am 10. August 2020 zur Veröffentlichung
freigegeben. Prüferische Durchsicht Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss und Konzernzwischenlagebericht
wurde weder entsprechend § 317 HGB geprüft noch einer prüferischen Durchsicht durch
einen Abschlussprüfer unterzogen. 2. GRUNDLAGEN FÜR DIE AUFSTELLUNG DES KONZERNABSCHLUSSES Die BAUER AG erstellt ihren verkürzten Konzernzwischenabschluss nach den Vorschriften
der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International
Financial Reporting Standards (IFRS), des International Accounting Standards Board
(IASB), London, sowie den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations
Committee (IFRIC). Zur Anwendung kommen ausschließlich die bis zum Abschlussstichtag
von der Kommission übernommenen IASB Standards und Interpretationen, die entsprechend
im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurden. Der Halbjahresfinanzbericht zum 13. August 2020 wurde auf Basis des IAS 34 "Zwischenberichterstattung"
in verkürzter Form erstellt und enthält daher nicht alle Angaben, die für einen Konzernjahresabschluss
verpflichtend sind. Der vorliegende verkürzte Zwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss zum
31. Dezember 2019 und sollte daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2019 der BAUER AG gelesen werden. 3. KONSOLIDIERUNGSKREIS In den Konsolidierungskreis werden neben der BAUER AG alle wesentlichen Tochtergesellschaften
einbezogen. Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen der Konzern die Kontrolle
über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat. Dies ist regelmäßig begleitet von einem
Stimmrechtsanteil von mehr als 50 %. Bei der Beurteilung, ob Kontrolle vorliegt, werden
Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar
sind, berücksichtigt. In wenigen Fällen werden Gesellschaften voll in den Konzernabschluss der BAUER AG
mit einbezogen, obwohl weniger als 50 % ihrer Stimmrechtsanteile gehalten werden.
Dies ist auf staatliche Beschränkungen zurückzuführen, nach denen ausländische Investoren
nicht mehr als 50 % der Stimmrechte an inländischen Gesellschaften halten dürfen.
Die BAUER AG bedient sich in diesen Fällen sog. Agency-Konstruktionen, mithilfe derer
wirtschaftlich mehr als 50 % der Stimmrechte an der jeweiligen Gesellschaft gehalten
werden und damit zu einer Vollkonsolidierung berechtigen. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen
(Vollkonsolidierung), an dem die Beherrschung oder die Möglichkeit zur Beherrschung
auf den Konzern übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, an
dem die Beherrschung endet. Gesellschaften, bei denen die BAUER AG direkt oder indirekt
die finanz-und geschäftspolitischen Entscheidungen maßgeblich beeinflusst (assoziierte
Unternehmen), werden nach der EquityMethode konsolidiert. Veränderungen bei den Tochterunternehmen:
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| ― |
Stufe 1: Auf aktiven Märkten notierte (unverändert übernommene) Preise für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten |
| ― |
Stufe 2: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt oder indirekt beobachtbare Inputdaten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen |
| ― |
Stufe 3: Herangezogene Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten für die Bewertung des Vermögenswerts und der Verbindlichkeit basieren (nicht beobachtbare Inputdaten) |
Die Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind den folgenden
Stufen zuzuordnen:
| Aktiva in Tausend EUR | 31.12.2019 | 30.06.2020 | |||
| Buchwert | Fair Value | Buchwert | Fair Value | Stufe | |
| Beteiligungen | 8.806 | 8.806 | 8.806 | 8.806 | 3 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 11.424 | 13.702 | 11.495 | 13.492 | 3 |
| Forfaitierte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.500 | 1.500 | 1.277 | 1.277 | 2 |
| Derivate nicht im Hedge Accounting | 824 | 824 | 807 | 807 | 2 |
| Derivate im Hedge Accounting | 303 | 303 | 60 | 60 | 2 |
| Gesamt | 22.857 | 25.135 | 22.445 | 24.442 | |
| Passiva in Tausend EUR | 31.12.2019 | 30.06.2020 | |||
| Buchwert | Fair Value | Buchwert | Fair Value | Stufe | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 73.743 | 100.530 | 333.609 | 355.887 | 3 |
| Verbindlichkeiten aus Finance-Lease-Verträgen | 37.892 | 42.371 | 33.912 | 37.041 | 3 |
| Sonstige langfristige Finanzverbindlichkeiten | 3.536 | 4.180 | 6.783 | 7.515 | 3 |
| Derivate nicht im Hedge Accounting | 19.914 | 19.914 | 25.021 | 25.021 | 2 |
| Derivate im Hedge Accounting | 507 | 507 | 408 | 408 | 2 |
| Gesamt | 135.592 | 167.502 | 399.733 | 425.872 | |
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres erfolgte keine Umgliederung zwischen
den Stufen. Die Derivate der Stufe 2 umfassen Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte,
Zinsswaps und Zinscaps. Für derivative Finanzinstrumente ohne Optionskomponente, dazu
zählen Devisentermingeschäfte sowie Zinsswaps, werden zukünftige Zahlungsströme anhand
von Terminkurven ermittelt. Der Fair Value dieser Instrumente entspricht der Summe
der diskontierten Zahlungsströme. Die Optionen auf Währungspaare werden auf der Basis
von marktüblichen Optionspreismodellen bewertet.
Für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, kurzfristige Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten ist aufgrund
der kurzen Restlaufzeit der Buchwert als realistische Schätzung des beizulegenden
Zeitwertes anzunehmen.
Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen finanziellen Vermögenswerten sowie
sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen den Barwerten der
mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweils
aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen
und Erwartungen reflektieren.
Für Beteiligungen wird der beizulegende Zeitwert mithilfe des Discounted Cashflow-Modells
ermittelt. Bis zum Halbjahr haben sich aus den Beteiligungen keine wesentlichen Fair
Value Änderungen ergeben.
Im Segment Bau findet eine große Zahl unserer Projekte in Gegenden statt, in denen
winterliche Wetterverhältnisse und andere widrige Witterungsverhältnisse die Ergebnisse
auf den Baustellen im ersten und zu Beginn des zweiten Quartals negativ beeinflussen.
Im Segment Maschinen ist das erste Quartal üblicherweise auch schwach, da unsere Kunden
Maschinen erst abnehmen, wenn sie diese für ihre Bauleistungen benötigen. Im Segment
Resources führen winterliche Wetterverhältnisse dazu, dass zu Beginn des Jahres der
Absatz an Materialien für Brunnen sehr schwach ist.
Da der Großteil der Kosten fix ist, werden im ersten Quartal jeden Jahres nennenswerte
Verluste erzielt. Beginnend mit dem zweiten Quartal werden diese Verluste mit steigenden
Deckungsbeiträgen kompensiert. Der Break-Even wird im Regelfall zum Ende des zweiten
Quartals noch nicht erreicht. Im dritten und vierten Quartal wird der Großteil des
Ergebnisses erzielt. Durch den oben beschriebenen, sich jährlich wiederholenden Geschäftsverlauf,
ist eine Vergleichbarkeit von Leistung, Umsatz und Ergebnis der jeweiligen Quartale
- bei Vernachlässigung von Sondereffekten - mit dem entsprechenden Vergleichszeitraum
gegeben.
Die interne Organisations- und Managementstruktur sowie die interne Berichterstattung
an Vorstand und Aufsichtsrat bilden die Grundlagen zur Bestimmung der Segmente der
BAUER Gruppe.
Die BAUER Gruppe ist in die Segmente Bau, Maschinen und Resources aufgeteilt, Geschäftsvorfälle
zwischen den Segmenten werden zu marktgerechten Preisen durchgeführt.
Die SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH ist als einzige Gesellschaft in den Segmenten Maschinen
und Resources tätig. Das Vermögen, die Schulden sowie die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung
der SCHACHTBAU NORDHAUSEN GmbH wurden den entsprechenden Segmenten zugeordnet.
Kerngeschäft des Segments Bau ist der Spezialtiefbau. Für große Infrastrukturmaßnahmen
und Gebäude werden komplette Baugruben und Gründungen auf oft schwierigem Baugrund
erstellt. Um den Kunden auch eine komplette Leistung anbieten zu können, bieten die
Unternehmen der BAUER Gruppe zusätzlich andere Bauleistungen, die oft wesentliche
Spezialtiefbauanteile beinhalten, an. Durch die enge Verzahnung aller Bautätigkeiten
ergibt sich das Segment Bau.
Im Segment Maschinen werden für die weltweite Vermarktung Baumaschinen für alle Verfahren
des Spezialtiefbaus sowie für Tiefenbohrungen entwickelt und hergestellt. Mit den
Geräten für den Spezialtiefbau können Bohrungen großer und kleiner Durchmesser für
Pfähle, Schlitzwände, Anker, Injektionen und Brunnen hergestellt werden. Mit den Geräten
für Tiefenbohrungen können Bohrungen für den Öl- und Gasbereich vorgenommen werden.
Des Weiteren werden Geräte für Rammarbeiten und Bodenverbesserungen produziert. Eine
große Auswahl an Zusatzgeräten und Zusatzeinrichtungen ergänzt das Vertriebsprogramm
zu Komplettverfahren für alle Anwendungen im Spezialtiefbau.
Im Segment Resources sind die Unternehmen des Konzerns gebündelt, die Produkte und
Dienstleistungen in den Bereichen Wasser, Umwelt und Bodenschätze anbieten. Dies sind
die Unternehmen der Umwelttechnik zur Reinigung von Böden und Grundwasser, die Unternehmen
für Aufschlussbohr- und Abbauarbeiten zur Gewinnung von Rohstoffen in Minen und zum
Bohren von Brunnen und Geothermieanlagen. Darüber hinaus gehören zu diesem Segment
Unternehmen, die Materialien zum Ausbau von Bohrungen, speziell für Brunnen und Geothermie,
herstellen und vertreiben sowie Sanierungsleistungen anbieten.
Unter Sonstiges sind die zentralen Dienste (Rechnungswesen, Personal, IT, etc.) der
BAUER AG für die Konzerngesellschaften sowie andere, nicht den gesondert dargestellten
Segmenten zuordenbare Gesellschaften enthalten, welche z. B. in- und externe Aus-,
Fort- und Weiterbildungen sowie zentrale Entwicklungsleistungen übernehmen oder anbieten.
Unter Konsolidierung werden hier die intersegmentären Konsolidierungseffekte dargestellt.
Diese beinhalten die Bereinigung von Innenumsatzerlösen zwischen den Geschäftsfeldern
sowie Aufwendungen und Erträge und Zwischenergebnisse. Die intrasegmentären Konsolidierungseffekte,
also Effekte innerhalb des Geschäftsfelds, wurden bereits dort bereinigt.
Das als Ergebnis nach Steuern ausgewiesene Segmentergebnis enthält die Finanzerträge
und -aufwendungen sowie das Ergebnis aus at-Equity bewerteten Anteilen und den Ertragsteueraufwand.
Das Segmentvermögen und die Segmentschulden der Geschäftsbereiche enthalten alle Vermögenswerte
und Schulden des Konzerns. Die langfristigen Vermögenswerte im Segmentbericht nach
Regionen enthalten immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Investment Property.
Die konsolidierte Leistung spiegelt die Leistungen aller im Konsolidierungskreis
enthaltenen Gesellschaften wider. Die Gesamtkonzernleistung stellt die Gesamtleistungen
aller in unserem Konzern befindlichen Gesellschaften dar. Die Differenz von konsolidierter
Leistung zur Gesamtkonzernleistung ergibt sich aus der Leistung der assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen, unserem Nachunternehmeranteil an ARGEN sowie der Leistung
nicht konsolidierter Gesellschaften.
Die Umsatzerlöse mit Dritten werden den Geschäftssegmenten entsprechend dem Standort
des Kunden zugeordnet. Es bestehen keine Kunden mit einem Umsatzanteil von mehr als
10 %.
Eine Verteilung der Umsatzerlöse auf jedes Produkt und jede Dienstleistung bzw. auf
jede Gruppe vergleichbarer Produkte und Dienstleistungen war zum Bilanzstichtag nicht
verfügbar.
Mit Datum vom 31. Juli 2020 wurden von der BAUER Equipment America, Inc. die restlichen
49 % der Anteile an der BAUER Manufacturing LLC und von der BAUER Maschinen GmbH die
restlichen 49 % der Anteile an der BAUER Deep Drilling GmbH (beide Segment Maschinen)
zu einem Gesamtkaufpreis von TEUR 21.634 (TUSD 24.200) von der Schlumberger GmbH sowie
Schlumberger Technologies Corp. erworben. Hintergrund des Anteilskaufs ist ein Strategiewechsel
der BAUER Gruppe sowie der Schlumberger Gruppe aufgrund der Entwicklung des Ölmarktes.
Damit sind diese Gesellschaften wieder hundertprozentige Tochtergesellschaften in
der BAUER Gruppe.
Durch den Übergang der Anteile werden die bisher als at-Equity-bilanzierten Tochtergesellschaften
wieder vollkonsolidiert.
Die mit Datum vom 31. Juli 2020 übernommenen Vermögenswerte und Schulden sind zu
ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt im Rahmen einer Kaufpreisallokation
zu bewerten. Jedoch lagen diese Werte zum Veröffentlichungszeitpunkt noch nicht vor.
Die zum 30. Juni 2020 vorläufig ermittelten Werte lauten wie folgt:
| in Tausend EUR | |
| Kaufpreis für die erworbenen Anteile: | 21.634 |
| Neubewertung der Altanteile (51%) | 22.517 |
| Gesamt | 44.151 |
| in Tausend EUR | Fair Value |
| Immaterielle Vermögenswerte | 7.260 |
| Sachanlagen | 33.321 |
| Aktive latente Steuern | 349 |
| Langfristige Vermögenswerte | 40.930 |
| Vorräte | 2.982 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 22.033 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 50 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 25.065 |
| Summe Vermögenswerte | 65.995 |
| Verbindlichkeiten aus Leasing | 80 |
| Pensionsrückstellungen | 279 |
| Passive latente Steuern | 681 |
| Kurzfristige Schulden | 1.040 |
| Verbindlichkeiten aus Leasing | 55 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 766 |
| sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 1.110 |
| sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.243 |
| Rückstellungen | 146 |
| Langfristige Schulden | 3.320 |
| Summe Schulden | 4.360 |
| Gesamt erworbene Vermögenswerte und Schulden | 61.635 |
| Negativer Unterschiedsbetrag | 17.484 |
| Effekt aus der Ausbuchung der at-Equity-Anteile | -38.450 |
| Effekt aus der Neubewertung der Altanteile | 22.517 |
| Gesamteffekt aus dem Erwerb | 1.551 |
Der negative Unterschiedsbetrag wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen
und resultiert aus einer Ausgleichsforderung aus entgangenen Geschäftschancen.
Der Effekt aus Ausbuchung und Neubewertung der at-Equity-Anteile wird im sonstigen
betrieblichen Aufwand ausgewiesen.
Die Neubewertung der Altanteile wurde durch die Neuausrichtung des Geschäfts und
den Strategiewechsel im 2. Quartal notwendig. Dadurch ergab sich ein neuer Unternehmenswert,
der geringer ist als der, der im Geschäftsbericht 2019 berichtet wurde.
Die Beziehungen zwischen vollkonsolidierten Gesellschaften des Konzerns und nahestehenden
Unternehmen und Personen betreffen im Wesentlichen assoziierte und Gemeinschaftsunternehmen.
Geschäfte mit diesen Gesellschaften erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Im Berichtszeitraum
wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt.
Haftungsverhältnisse aus Bürgschaften gegenüber Dritten bestehen in Höhe von TEUR
59.103 (31. Dezember 2019: TEUR 52.435). Im Übrigen haften wir gesamtschuldnerisch
für alle Arbeitsgemeinschaften, an denen wir beteiligt sind.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und
Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind.
Schrobenhausen, den 13. August 2020
Der Vorstand
| Dipl.-Phys. Michael Stomberg | Dipl.-Ing. (FH) | Dipl.-Betriebswirt (FH) | Peter Hingott |
| Vorsitzender des Vorstands | Florian Bauer, MBA | Hartmut Beutler |
Diese Quartalsmitteilung enthält bestimmte zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete
Aussagen sind alle Aussagen, die sich nicht auf historische Tatsachen und Ereignisse
beziehen - beispielsweise Aussagen über die zukünftige finanzielle Ertragsfähigkeit,
über Pläne und Erwartungen in Bezug auf die Geschäftsentwicklung der BAUER Gruppe
sowie über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und andere Faktoren, denen der Konzern
ausgesetzt ist. Die Verwendung von Worten wie "glauben", "erwarten", "vorhersagen",
"beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussichtlich",
"annehmen" und ähnliche Formulierungen deuten auf solche Aussagen hin. Zukunftsgerichtete
Aussagen unterliegen Risiken und zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen
können, dass die tatsächliche Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen
wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in
den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden.
Die Leser werden darauf hingewiesen, dass aufgrund dieser Risiken und Unsicherheiten
kein unangemessenes Vertrauen darin gesetzt werden kann, dass sich diese Aussagen
in der Zukunft als richtig herausstellen. Die BAUER Aktiengesellschaft beabsichtigt
nicht und übernimmt keine Verpflichtung, eine Aktualisierung dieser zukunftsgerichteten
Aussagen zu veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände nach dem Datum der Veröffentlichung
dieser Quartalsmitteilung zu berücksichtigen.
| 09. April 2020 | Veröffentlichung Geschäftsbericht 2019 Bilanzpressekonferenz Analystenkonferenz |
| 13. Mai 2020 | Quartalsmitteilung Q1 2020 |
| 25. Juni 2020 | Hauptversammlung |
| 13. August 2020 | Halbjahresfinanzbericht 30. Juni 2020 |
| 13. November 2020 | Quartalsmitteilung 9M/Q3 2020 |
Weitere Informationen zur BAUER Gruppe finden Sie im Internet unter www.bauer.de.
BAUER Aktiengesellschaft
BAUER-Straße 1
86529 Schrobenhausen
Investor Relations
Telefon: 08252 97-1218
E-Mail: investor.relations@bauer.de
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86529 Schrobenhausen
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Ingolstadt HRB 101375