BAUER AktiengesellschaftSchrobenhausenQuartalsmitteilung zum 30.09.2022Quartalsmitteilung 9M/Q3 2022Auf einen BlickKONZERNKENNZAHLEN
Die hier dargestellte Gesamtkonzernleistung umfasst gegenüber der in der Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung dargestellten konsolidierten Leistung Leistungsanteile von assoziierten
Unternehmen sowie Leistungen nicht konsolidierter Tochterunternehmen und Arbeitsgemeinschaften. Wesentliche Ereignisse und GeschäfteKONZERNDie Gesamtkonzernleistung der BAUER Gruppe hat sich zum Ende des dritten Quartals
2022 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 13,7% von 1.149,6 Mio. EUR
auf 1.306,9 Mio. EUR erhöht. Dies war vor allem auf das Segment Maschinen zurückzuführen.
Das EBIT lag mit 19,5 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 24,1 Mio. EUR. Darin enthalten
ist ein negativer Ergebnisbeitrag in Höhe von 11,3 Mio. EUR aufgrund von vorgenommenen
außerplanmäßigen Abschreibungen im Segment Bau und Maschinen von in Russland ansässigen
Gesellschaften. Dies war notwendig geworden, da aufgrund der zunehmenden Verschärfung
der Sanktionen der Europäischen Union und der hieraus folgenden Kundenzurückhaltung,
Verkäufe von Bohrgeräten und Bohrwerkzeugen nach Russland sowie die Umsätze der verbundenen
Unternehmen in Russland zunehmend eingebrochen waren. Darüber hinaus verzeichnete die BAUER Gruppe im Berichtszeitraum in den einzelnen
Segmenten insgesamt einen sehr unterschiedlichen Geschäftsverlauf. Im Segment Maschinen
setzte sich der positive Trend hinsichtlich Leistung, Ergebnis und Auftragseingang
auch im dritten Quartal des Jahres fort. Im Segment Bau konnte die Leistung zwar gesteigert
werden, jedoch lag die Ergebnisentwicklung deutlich unter den Erwartungen. Das Segment
Resources verzeichnete nach einem schwächeren ersten Halbjahr ein gutes drittes Quartal. Das Ergebnis nach Steuern des Konzerns verbesserte sich deutlich auf 15,9 Mio. EUR
(Vorjahr: -5,9 Mio. EUR). Dies lag zum einen an der spürbaren Steigerung im Segment
Maschinen, zum anderen hat sich das Finanzergebnis des Konzerns erheblich erhöht.
Dabei hatten Zinssicherungsgeschäfte einen deutlich positiven Einfluss, da diese entsprechend
der Entwicklung der Marktzinsen in der Bilanz zu bewerten sind. Da die Marktzinsen
im Vergleich zum Jahresende 2021 sehr deutlich angestiegen sind, ergab sich nach dem
dritten Quartal ein erheblicher positiver Effekt auf das Nachsteuerergebnis in Höhe
von 26,3 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: positiver Effekt von 1,9 Mio. EUR). Der Auftragsbestand im Konzern ist durch einen guten Auftragseingang gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres um 22,9% von 1.270,9 Mio. EUR auf 1.561,4 Mio. EUR
angestiegen und liegt damit nochmals über dem zum Ende des ersten Halbjahres ausgewiesenen
Rekordwert von 1.508,4 Mio. EUR. Dabei konnten die Auftragsbestände in allen drei
Segmenten erheblich gesteigert werden. Der Auftragseingang erhöhte sich dabei um 19,5%
von 1.258,0 Mio. EUR auf 1.503,9 Mio. EUR. SEGMENT BAU
Die Gesamtkonzernleistung im Segment Bau lag mit 565,7 Mio. EUR um 9,3% deutlich über
dem Vorjahreswert von 517,6 Mio. EUR. Das EBIT lag gegenüber der Vorjahresperiode
von -1,8 Mio. EUR mit -13,4 Mio. EUR deutlich im negativen Bereich. In den Ergebniskennzahlen
ist ein negativer Ergebnisbeitrag in Höhe von 5,3 Mio. EUR enthalten, der auf die
beschriebenen außerplanmäßigen Abschreibungen in Bezug auf die russische Gesellschaft
im Segment Bau erfolgte. Insgesamt verzeichnete das Segment Bau im Jahr 2022 eine schwierige Geschäftsentwicklung.
Die Leistungssteigerung lag zwar im Rahmen der Planungen, jedoch blieben die Ergebnisse
deutlich hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt war die operative Entwicklung in
den meisten Märkten eher verhalten. Dazu belasteten insbesondere die Tochterfirmen
in Kanada, Katar, Malaysia und USA das Ergebnis durch eine deutliche Unterauslastung
bzw. eine schwache operative Entwicklung. Auch fielen höhere Abschreibungen und Aufwendungen
im Zusammenhang mit einem Projekt zur Gründung eines Offshore-Windparks an. Dem gegenüber
standen nur vereinzelt sehr gute positive Ergebnisse in Deutschland, Jordanien, Saudi-Arabien
und Ägypten. Aufgrund dieser Entwicklungen wird stringent und nochmals intensiver an der Optimierung
der internationalen Aufstellung und der Ertragssteigerung gearbeitet. Insgesamt soll
die permanente Präsenz mit Tochterfirmen in den Märkten deutlich reduziert werden.
So wurden bereits einige Tochterfirmen aufgegeben, die bei Bedarf von bestehenden
Einheiten in der Region auf Einzelprojektbasis bearbeitet werden können. Beispiele
hierfür sind Bulgarien, Vietnam, Russland, Ghana, Bangladesch, Libanon oder Georgien. Der Anstieg der Rohstoffpreise, insbesondere als Folge des russischen Kriegs gegen
die Ukraine, macht bei manchen bestehenden Aufträgen Nachverhandlungen notwendig. Der Auftragsbestand ist im Segment Bau um 18,6% von 799,2 Mio. EUR im Vorjahr auf
948,1 Mio. EUR deutlich angestiegen. Der Zuwachs ist vor allem auf neue Projekte in
Europa, dem Nahen Osten und Asien zurückzuführen. Insbesondere erwarten wir weitere
umfangreiche Aufträge in Saudi-Arabien in Zusammenhang mit dem Projekt NEOM und dem
darin enthaltenen Bauvorhaben "The Line". Der Auftragseingang lag mit 668,3 Mio. EUR
deutlich über dem Vorjahreswert von 595,5 Mio. EUR. SEGMENT MASCHINEN
Die Gesamtkonzernleistung im Segment Maschinen erhöhte sich nach neun Monaten im Vergleich
zum Vorjahr deutlich um 18,8% von 485,2 Mio. EUR auf 576,2 Mio. EUR. Das EBIT ist
gegenüber dem Vorjahr von 17,8 Mio. EUR auf 30,8 Mio. EUR erheblich angestiegen. In
den Ergebniskennzahlen ist ein negativer Ergebnisbeitrag in Höhe von 6,0 Mio. EUR
enthalten, der auf die beschriebenen außerplanmäßigen Abschreibungen in Bezug auf
die russischen Gesellschaften im Segment Maschinen erfolgte. Das Segment Maschinen verzeichnete bislang einen positiven Geschäftsverlauf im Jahr
2022 und konnte den im vierten Quartal 2021 begonnenen positiven Trend hinsichtlich
Leistung, Ergebnis und Auftragseingängen unverändert fortsetzen. Auch nach den ersten
neun Monaten des Jahres waren noch keine wesentlichen Auswirkungen auf das Bestellverhalten
der Kunden infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu verzeichnen. Insgesamt
zeigten sich die Absatzmärkte in Summe sehr stabil. Eine Ausnahme bildet nach wie
vor China. Die strikte Zero-Covid-Politik erschwert allen ausländischen Unternehmen
sowohl die Einreise als auch die Vertriebsaktivitäten in erheblichem Maße. Außerdem
ist der Bausektor stark durch die chinesische Immobilienkrise und Liquiditätsengpässe
öffentlicher Auftraggeber belastet. Viele Infrastrukturprojekte in China sind verschoben
oder stark verzögert. Die Absatzzahlen lagen daher bislang auf sehr niedrigem Niveau
und wir erwarten keine Verbesserung bis Jahresende. Dennoch werden die aktuellen Auftragsbestände die Produktion auch in den nächsten
Monaten gut auslasten. Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten wurde durch
deutliche Preiserhöhungen bei den Endprodukten entgegengewirkt. Inzwischen ist eine
leichte Entspannung bei der Verfügbarkeit von Materialien und Teilen für die Produktion
zu verspüren. Dennoch bleibt die Situation nach wie vor angespannt. In Summe erwarten
wir auch in den nächsten Monaten keine wesentlichen Einschränkungen bei der Lieferfähigkeit
unserer Maschinen. Der Auftragsbestand ist um 79,6% von 139,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 250,5 Mio. EUR
sehr deutlich angestiegen. Der Auftragseingang lag mit 648,9 Mio. EUR um 28,3% über
dem Vorjahreswert von 505,7 Mio. EUR. SEGMENT RESOURCES
Im Segment Resources lag die Gesamtkonzernleistung nach den ersten neun Monaten mit
222,2 Mio. EUR um 6,7% über dem Vorjahr von 208,2 Mio. EUR. Das EBIT ist von 8,1 Mio.
EUR auf 4,8 Mio. EUR gesunken. Das Segment Resources liegt nach neun Monaten hinter den Erwartungen zurück. Beeinflusst
wird die Ergebnisentwicklung vor allem durch den Bereich Bohrdienstleistungen. In
Jordanien wurden zwei größere Projekte aufgrund fehlender Fördermittel in das nächste
Jahr verschoben, was zu einer deutlichen Unterauslastung führte. Darüber wurde die
lokale Präsenz in Südafrika aufgegeben, da sich die Marktchancen deutlich eingetrübt
haben. In Summe erklärt sich die Ergebnisabweichung aus diesen beiden Effekten. In den weiteren Geschäftsbereichen Brunnenbau, Umwelttechnik, Pflanzenkläranlagen,
Bergbau und Sanierung zeigt sich eine gute Entwicklung mit teilweise sehr guten Ergebnissen.
Materialengpässe und Preissteigerungen hatten dabei im ersten Halbjahr keinen wesentlichen
Einfluss auf das Geschäft. Der Auftragsbestand ist nach neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 9,2% von 332,3
Mio. EUR auf 362,9 Mio. EUR angestiegen, was im Wesentlichen auf den Bereich Bergbau
zurückzuführen war. Der Auftragseingang ist dabei um 11,8% von 218,1 Mio. EUR auf
243,9 Mio. EUR gestiegen. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageDie wesentlichen Kennzahlen der Ertragslage wurden bereits im vorherigen Abschnitt
beschrieben. Die Bilanzsumme des Konzerns zum Ende des dritten Quartals 2022 betrug 1.860,6 Mio.
EUR und lag damit um 11,7% über dem Vorjahreswert von 1.665,8 Mio. EUR. Im Vergleich
zum Vorjahr wirkten auf der Aktivseite insbesondere die Steigerungen bei den Vorräten
(+76,9 Mio. EUR), bei den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten (+66,2 Mio. EUR)
sowie bei den langfristigen finanziellen Vermögenswerten (+35,4 Mio. EUR) erhöhend. Auf der Aktivseite hat sich die Position der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen
Vermögenswerte auf Null reduziert. Den wesentlichen Anteil der Position im Vorjahr
betraf ein Grundstück in den USA. Da der Verkauf bis Ende des Geschäftsjahres 2021
nicht erfolgte, wurde dieser Anteil wieder in die Sachanlagen umgegliedert, was diese
Position um 34,8 Mio. EUR erhöhte. Den restlichen Wert der Position betraf ein kleines
Grundstück der PRAKLA Bohrtechnik GmbH in Deutschland, dessen Verkauf im zweiten Quartal
des laufenden Jahres erfolgte. Das Eigenkapital hat sich von 454,8 Mio. EUR auf 545,5 Mio. EUR deutlich erhöht und
lag sogar erheblich über dem Jahresendwert 2021 von 481,1 Mio. EUR. Erhöhend wirkten
im Wesentlichen die Veränderungen bei der Währungsumrechnungsrücklage im Eigenkapital
(+20,9 Mio. EUR) sowie der Rücklage aus Pensionsverpflichtungen (+29,6 Mio. EUR).
Die Eigenkapitalquote des Konzerns lag damit nach dem dritten Quartal 2022 bei 29,3
% (Vorjahr: 27,3 %). Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich
gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Summe um 29,4 Mio. EUR erhöht, was im Wesentlichen
auf die Erhöhung der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte sowie der Vorräte auf
der Aktivseite der Bilanz zurückzuführen ist. PrognoseveränderungsberichtDer Ausblick für das Geschäftsjahr 2022 hat sich seit der Veröffentlichung des Halbjahresfinanzberichts
zum 30. Juni 2022 verändert. Am 13. September 2022 hat die BAUER AG die bisherige,
mit dem Geschäftsbericht 2021 gegebene Prognose per Ad-hoc Meldung angepasst. Das
Unternehmen hatte ursprünglich eine deutliche Steigerung bei der Gesamtkonzernleistung
und beim EBIT erwartet und geht nun davon aus, dass das EBIT deutlich unter dem Vorjahr
(Jahresende 2021: 36,0 Mio. EUR) liegen wird. Die Prognose für die Gesamtkonzernleistung
bleibt unverändert. Hintergrund der Prognoseanpassung waren die außerplanmäßigen Abschreibungen von in
Russland ansässigen Gesellschaften. Dies war notwendig geworden, da aufgrund der zunehmenden
Verschärfung der Sanktionen der Europäischen Union und der hieraus folgenden Kundenzurückhaltung,
Verkäufe von Bohrgeräten und Bohrwerkzeugen nach Russland sowie die Umsätze der verbundenen
Unternehmen in Russland zunehmend eingebrochen waren. Durch diese außerplanmäßige
Abschreibung und die bereits mit dem Halbjahresbericht erläuterte schwächere operative
Entwicklung in den Segmenten Bau und Resources ging der Vorstand im Rahmen einer Hochrechnung
für das Gesamtjahr 2022 davon aus, dass die ursprünglich gegebene Prognose für das
Geschäftsjahr 2022 nicht mehr erreicht werden kann. Um die Eigenkapitalbasis weiter zu stärken, haben Vorstand und Aufsichtsrat am 10.
Oktober 2022 beschlossen und per Ad-hoc Meldung unverzüglich veröffentlicht, eine
außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen und dieser eine reguläre Kapitalerhöhung
zur Beschlussfassung vorzuschlagen. Die außerordentliche Hauptversammlung soll am
18. November 2022 stattfinden. Konzern-ZwischenabschlussKONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
KONZERNBILANZ (VERKÜRZT)Aktiva
Passiva
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGENDiese Quartalsmitteilung enthält bestimmte zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete
Aussagen sind alle Aussagen, die sich nicht auf historische Tatsachen und Ereignisse
beziehen - beispielsweise Aussagen über die zukünftige finanzielle Ertragsfähigkeit,
über Pläne und Erwartungen in Bezug auf die Geschäftsentwicklung der BAUER Gruppe
sowie über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und andere Faktoren, denen der Konzern
ausgesetzt ist. Die Verwendung von Worten wie "glauben", "erwarten", "Vorhersagen",
"beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "bestreben", "voraussichtlich",
"annehmen" und ähnliche Formulierungen deuten auf solche Aussagen hin. Zukunftsgerichtete
Aussagen unterliegen Risiken und zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen
können, dass die tatsächliche Entwicklung oder die erzielten Erträge oder Leistungen
wesentlich von der Entwicklung, den Erträgen oder den Leistungen abweichen, die in
den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Die Leser werden darauf hingewiesen, dass aufgrund dieser Risiken und Unsicherheiten
kein unangemessenes Vertrauen darin gesetzt werden kann, dass sich diese Aussagen
in der Zukunft als richtig herausstellen. Die BAUER Aktiengesellschaft beabsichtigt
nicht und übernimmt keine Verpflichtung, eine Aktualisierung dieser zukunftsgerichteten
Aussagen zu veröffentlichen, um Ereignisse oder Umstände nach dem Datum der Veröffentlichung
dieser Quartalsmitteilung zu berücksichtigen. FINANZKALENDER 2022
Weitere Informationen zur BAUER Gruppe finden Sie im Internet unter www.bauer.de. HERAUSGEBERBAUER Aktiengesellschaft BAUER-Straße 1 86529 Schrobenhausen Investor Relations Telefon: +49 8252 97-1095 E-Mail: investor.relations@bauer.de Sitz der Gesellschaft: 86529 Schrobenhausen Amtsgericht Ingolstadt HRB 101375 ® Eingetragene Marke der Deutsche Börse AG |
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