Ad-hoc | 15 November 2000 07:26
Ad hoc-Service: Vivanco Gruppe AG
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Vivanco-Ergebnis durch außerordentliche Faktoren stark belastet
Umsatz wächst weiter deutlich über Plan – Negatives Jahresergebnis erwartet
Die Vivanco AG, Ahrensburg, hat nach den heute vorgelegten aktuellen
Geschaftszahlen auch im 3. Quartal 2000 ihr Wachstum auf hohem Niveau
fortgesetzt: Der Umsatz des führenden IT-Zubehörspezialisten in Deutschland
und Europa stieg um knapp 37% auf 226,9 (164,1) Mio. DM. Wesentlichen Anteil
an diesem hohen Zuwachs hatte das interne Wachstum (ohne Akquisitionen) mit
einem Plus von 25%. Das unverändert deutlich über den Planungen liegende
Wachstum bestätigt die Erwartung des Umsatzziels von 330 (1999: 246,7) Mio.
DM für das Gesamtjahr 2000. Ursprünglich war für dieses Jahr lediglich ein
Jahresumsatz von 290 Mio. DM geplant. Vivanco entwickelt. produziert und
vermarktet für High-Tech-Endgeräte, Computer und Mobiltelefone technisch
anspruchsvolle Zubehörprodukte.
“Besonderer Wachstumsträger war das Segment Informationstechnologie (IT), das
seinen Umsatz auf rund 43,2 (20,2) Mio. DM mehr als verdoppelte”, erläuterte
Vorstand Christoph von Guionneau, der kurzfristig im Vorstandskollegium für
den erkrankten Vorstandsvorsitzenden Elard Raben die Ressorts
Öffentlichkeitsarbeit und Investor Relations übernommen hat. Raben, der mit
seiner Familie zugleich Hauptaktionär der Vivanco AG ist, wird auf Anraten
der Ärzte erst in einigen Wochen wieder die Vorstandsgeschäfte aufnehmen
können. Bereits im Juni hatte Vivanco durch eine Erweiterung des Vorstands
von drei auf fünf Mitglieder auch im Top Management die Voraussetzung für die
Bewältigung des hohen Wachstums geschaffen.
Mit plus 32% auf 80,1 (60,9) Mio. DM lag das Segment Telekommunikation
ebenfalls deutlich über Plan. Auch das Segment Unterhaltungselektronik konnte
mit 23 Prozent auf 83,4 (67,8) Mio. DM weiter kontinuierlich zulegen.
Die Ergebnisentwicklung wurde durch außerordentliche Faktoren belastet und
konnte mit dem sehr erfreulichen Umsatzwachstum nicht Schritt halten. Das
EBDIT (Ergebnis vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen) belief sich zum Ende
des 3. Quartals – bereinigt um die Investitionen in e-commerce Aktivitäten
von 1,1 Mio. DM – auf 14,2 (16,2 vor Börsengang) Mio. DM.
Insbesondere die Entwicklung des US-Dollar mit einer Steigerung von rund 30%
gegenüber dem Vorjahresstichtag konnte auf der Beschaffungs- und Absatzseite
nicht kompensiert werden. Die durchgesetzte Reduzierung der
Beschaffungspreise bei den Lieferanten sowie die Erhöhung der Verkaufspreise
bei den Abnehmern wirken bei einem derart extremen Wechselkursanstieg nur mit
zeitlich stärkerer Verzögerung. Die ersten neun Monate des laufenden
Geschäftsjahres werden allein aus dem Dollar-Effekt mit rund 4 Mio. DM
ungeplant belastet.
Hinzu kam die Wertberichtigung in Höhe von 5,1 Mio. DM auf die Beteiligung
von 24,7 Prozent an der der boeder Holding GmbH, Eschborn, vorgeschalteten
Finanzholding. Die boeder Holding GmbH hat im Oktober einen Insolvenzantrag
gestellt. Ungeplante Aufwendungen für die Konzernumstrukturierung in Höhe von
1,3 Mio. DM, eine Steuerrückstellung in Höhe von 0,5 Mio. DM sowie ein
höherer Finanzierungsaufwand durch die gestiegenen Zinsen von 0,9 Mio. DM
belasten das Ergebnis unplanmäßig.
Durch diese außerordentlichen, nicht in der Planung berücksichtigten Effekte
in einer Gesamthöhe von rund 11,8 Mio. DM weist die Vivanco AG zum 30.
September ein negatives Ergebnis vor Steuern von 3,9 (plus 8,3) Mio. DM aus.
Zusätzlich wirkt ein einmaliger, nicht liquiditätsbelastender Steueraufwand
in Höhe von 3,9 Mio. DM. Er ergibt sich aus der im Rahmen des
Steuersenkungsgesetzes im Juli verabschiedeten Änderung insbesondere aus der
Steuerfreiheit von Gewinnen aus der Veräußerung von Anteilen an
Kapitalgesellschaften. Die in diesem Zusammenhang zum 30. Juni bilanzierte
aktive latente Steuerabgrenzung wurde daher in Anpassung an die neue
Gesetzeslage aufgelöst. Durch die Senkung des Körperschaftssteuersatzes auf
einheitlich 25 Prozent, wird die durchschnittliche Steuerbelastung im Konzern
ab 2001 um rund sieben Prozentpunkte auf rund 37 Prozent sinken.
Durch diesen Steuereffekt ergibt sich ein negatives Jahresergebnis per 30.
September von 8,0 (plus 4,5) Mio. DM.
Aufgrund des weiter hohen Dollarkurses geht Vivanco daher trotz des
traditionell besonders umsatzstarken 4. Quartals insgesamt von einem
negativen Jahresergebnis aus.
Die eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Beschaffungspreise bei den
Lieferanten, die konsequente Umsetzung der Mitte des Jahres begonnenen
Konzernumstrukturierung sowie die Erhöhung der Verkaufspreise bei den
Abnehmern werden laut Vivanco AG für das Jahr 2001 wieder zu einem deutlich
positiven Ergebnis führen.
Der detaillierte Neunmonatsbericht kann ab Mittwoch, den 15. November 2000
über Internet www.vivanco.de, Bereich “Investor Relations”, eingesehen
werden.
Ahrensburg, 15.11.2000
Ende der Mitteilung