VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT

Wolfsburg

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023

Wesentliche Zahlen

VOLKSWAGEN KONZERN

2. QUARTAL 1. HALBJAHR
2023 20221 % 2023 20221 %
Mengendaten2 in Tsd.
Auslieferungen an Kunden (Fahrzeuge) 2.332 1.977 + 18,0 4.372 3.875 + 12,8
Absatz (Fahrzeuge) 2.324 2.011 + 15,5 4.448 4.006 + 11,0
Produktion (Fahrzeuge) 2.418 2.116 + 14,3 4.691 4.160 + 12,8
Belegschaft (am 30.06.2023/31.12.2022) 673,9 675,8 -0,3
Finanzdaten nach IFRS in Mio. €
Umsatzerlöse 80.059 69.500 + 15,2 156.257 132.211 + 18,2
Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen 5.600 4.722 + 18,6 11.347 13.180 -13,9
Operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen (%) 7,0 6,8 7,3 10,0
Sondereinflüsse - -230 x 0 -360 x
Operatives Ergebnis 5.600 4.491 + 24,7 11.347 12.820 -11,5
Operative Umsatzrendite (%) 7,0 6,5 7,3 9,7
Ergebnis vor Steuern 5.446 5.139 + 6,0 11.898 14.055 -15,3
Umsatzrendite vor Steuern (%) 6,8 7,4 7,6 10,6
Ergebnis nach Steuern 3.791 3.912 -3,1 8.521 10.655 -20,0
Konzernbereich Automobile3
Forschungs- und Entwicklungskosten gesamt 5.135 4.930 + 4,2 10.206 9.289 + 9,9
F&E-Quote (%) 7,7 8,5 7,8 8,5
Cashflow laufendes Geschäft 6.161 7.803 -21,0 13.737 13.604 + 1,0
Investitionstätigkeit laufendes Geschäft4 5.936 7.002 -15,2 11.267 11.311 - 0,4
davon: Sachinvestitionen 3.162 2.385 + 32,6 5.620 4.089 + 37,5
Sachinvestitionsquote (%) 4,7 4,1 4,3 3,7
Netto-Cashflow 226 801 -71,8 2.470 2.293 + 7,7
Nettoliquidität am 30.06. 33.627 28.209 + 19,2

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

2 Mengendaten inklusive der nicht vollkonsolidierten chinesischen Gemeinschaftsunternehmen. Die Auslieferungen des Vorjahres wurden aufgrund statistischer Fortschreibung aktualisiert.

3 Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen.

4 Ohne Erwerb und Verkauf von Beteiligungen: 2. Quartal 5.700 (4.846) Mio. €, Januar bis Juni 10.654 (8.694) Mio. €.

Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor. Bei Abweichungen geht die deutsche maßgebliche Fassung des Dokuments der englischen Übersetzung vor. Alle Zahlen im Bericht sind jeweils für sich gerundet; dies kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen. Die Vergleichswerte des Vorjahres werden neben den Werten des aktuellen Geschäftsjahres in Klammern dargestellt.

Reichweitenangaben zu Fahrzeugen wurden auf dem Rollenprüfstand über das Durchfahren der Zyklen nach der Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (WLTP) ermittelt. WLTP-Reichweitenwerte für Serienfahrzeuge können ausstattungsbedingt abweichen. Die tatsächliche Reichweite variiert in der Praxis abhängig von verschiedenen weiteren Faktoren.

Wesentliche Fakten

Auslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns im ersten Halbjahr 2023 auf 4,4 (3,9) Mio. Fahrzeuge gesteigert; Zuwächse in nahezu allen Regionen weltweit; insbesondere Westeuropa; Asien-Pazifik auf Vorjahresniveau

Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge an Kunden nehmen um 48,1% zu; Anteil an den Auslieferungen des Konzerns bei 7,4 (5,6) %

Umsatzerlöse des Konzerns mit 156,3 Mrd. € um 18,2 % höher als im ersten Halbjahr 2022

Operatives Ergebnis mit 11,3 (12,8) Mrd. € geringer als im Vorjahr; Effekte aus der Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting in Höhe von - 2,5 (+ 0,9) Mrd. €; Verbesserungen insbesondere im Volumen sowie in der Preispositionierung

Ergebnis vor Steuern sinkt auf 11,9 (14,1) Mrd. €; Ergebnis nach Steuern geht um 2,1 Mrd. € auf 8,5 Mrd. € zurück

Netto-Cashflow des Automobilbereichs verbessert sich auf 2,5 (2,3) Mrd. €; Sachinvestitionsquote bei 4,3 (3,7) %

Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile beläuft sich auf 33,6 Mrd. €; Mittelabflüsse aus Dividendenzahlungen von insgesamt rund 11 Mrd. € enthalten

Group News

NEUE PRODUKTE UND TECHNOLOGIEN

Der Volkswagen Konzern und seine Marken stellten auch im zweiten Quartal 2023 neue Fahrzeuge und Technologien vor.

Im April 2023 feierte die Marke Volkswagen Pkw die Weltpremiere des neuen ID.7, das erste globale Elektromodell der Marke für die gehobene Mittelklasse. Die fast fünf Meter lange, aerodynamische und komfortable Reiselimousine ist das erste Modell des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) mit einer völlig neuen, hocheffizienten Antriebsgeneration: Die E-Maschine ist mit 210 kW (286 PS) die bislang leistungs- und drehmomentstärkste eines Volkswagen ID. Modells. Abhängig von der Batteriegröße können Reichweiten von bis zu 700 km erreicht werden. Damit bietet der ID.7 eine Langstreckentauglichkeit insbesondere für Vielfahrer und Flottenkunden. Assistenzsysteme wie der Travel Assist mit Schwarmdaten und assistiertem Spurwechsel sowie ein Park Assist, der das Einparken des Fahrzeugs via Smartphone-App ermöglicht, erhöhen den Komfort. Im ID.7 setzt erstmals ein neues Bedien- und Displaykonzept ein, welches vor allem aus einem 15 Zoll großen Infotainment-System und einem Augmented-Reality-Head-up-Display besteht. Mit klimatisierten Massagesitzen oder einem innovativen Panoramadach bietet der ID.7 zudem Ausstattungsoptionen, die sonst nur im Premiumbereich zu finden sind: Das Panoramadach "Smart Glas" kann per Touchbedienung elektronisch blickdicht oder klar geschaltet werden. Abgerundet wird das Spektrum der Optionen durch ein 700 Watt Soundsystem der Firma Harman Kardon. Die Markteinführung des ID.7 soll noch dieses Jahr in Europa und China starten, in Nordamerika ist sie für 2024 geplant.

Die Marke Volkswagen Pkw hat die dritte Generation des Touareg mit einem umfangreichen Update aufgewertet. Das Fahrwerk sowie das Anzeige- und Bedienkonzept des Oberklasse-SUV wurden überarbeitet, das Front- und Heckdesign nachgeschärft. Besonders markant sind die neu entwickelten HD-Matrixscheinwerfer in der Front: Mehr als 38.000 interaktive LEDs projizieren einen Lichtteppich exakt in die Fahrspur und leuchten die Straße präzise aus. Die als Lichtleiste konzipierten LED-Rückleuchten gibt es erstmals in Deutschland mit rot beleuchtetem Volkswagen-Logo. Serienmäßig ist der Touareg mit einer Vielzahl an Komfort- und Assistenzsystemen ausgestattet. Optional können unter anderem der Travel Assist für assistiertes Fahren bis zur Höchstgeschwindigkeit, der Park Assist mit Fernbedienung via App, der Trailer Assist sowie eine Nachtsichtunterstützung geordert werden. Der neue Touareg ist in fünf Antriebsversionen erhältlich: Neben einem Turbobenziner stehen zwei Turbodiesel und zwei Plug-in-Hybride zur Wahl. Der Touareg R eHybrid ist das Topmodell der Baureihe; er bietet mit einem V6 Benzinmotor plus E-Maschine eine Systemleistung von 340 kW (462 PS) und damit den leistungsstärksten Antrieb.

CUPRA stellte der Weltöffentlichkeit im April 2023 erstmals das vollelektrische SUV-Coupé Tavascan vor, das auf der MEB-Plattform des Volkswagen Konzerns basiert. Das Exterieurdesign wird durch athletische und sportliche Proportionen bestimmt, die Front besticht durch LED-Matrixscheinwerfer mit dreieckiger Augensignatur. Für ein sportliches Fahrerlebnis sorgen die dynamische Fahrwerkstechnologie DCC Sport, ein Sportfahrwerk, eine progressive Lenkung sowie Performance-Reifen auf geschmiedeten 21-Zoll-Leichtmetallrädern. Der Tavascan wird in zwei Leistungsstufen erhältlich sein: Mit dem 210 kW (286 PS) starken Antrieb ist eine elektrische Reichweite von bis zu 549 km möglich. Die leistungsstärkere Version mit zweimotorigem Allradantrieb und 250 kW (340 PS) kann bis zu 517 km zurücklegen. Im Innenraum verfügt der Tavascan über ein 15-Zoll-Infotainment-System - das bisher größte in einem CUPRA-Modell. Erstmals kommt auch ein High-Fidelity-Audiosystem mit zwölf Lautsprechern zum Einsatz, das in Zusammenarbeit mit dem Premium-Audiounternehmen Sennheiser entwickelt wurde. CUPRA gab zudem bekannt, dass seine Studie UrbanRebel - ein urbanes Elektroauto - ab 2025 unter dem Namen CUPRA Raval in Serie gehen soll.

Porsche krönt seine Mittelmotor-Modellreihe 718 mit einem Sportwagen, der auf maximalen Fahrspaß ausgelegt ist: Der neue 718 Spyder RS ist das offene Gegenstück zum 718 Cayman GT4 RS. Erstmals kommt in einem offenen Mittelmotor-Sportwagen der frei saugende Sechszylinder-Boxermotor des 911 GT3 mit 368 kW (500 PS) zum Einsatz. Im 718 Spyder RS mit seinem besonders leichten und puristischen manuellen Verdeck ist der hochemotionale Sound des Motors besonders gut zu erleben. Dazu tragen auch die serienmäßige Leichtbau-Sportabgasanlage aus Edelstahl und die markanten Lufteinlässe seitlich hinter den Kopfstützen bei. Darüber hinaus hat Porsche sein erfolgreiches Luxus-SUV konsequent weiterentwickelt: Der neue Cayenne debütiert mit einem hochdigitalisierten Anzeige- und Bedienkonzept, neuartiger Fahrwerktechnik und innovativer Technologieausstattung. Fein auflösende HD-Matrix-LED-Scheinwerfer sorgen für eine auf jede Fahrsituation zugeschnittene Fahrbahnausleuchtung. Ein Luftgütesystem sorgt für eine bessere Atemluft im Innenraum. Dem Beifahrer steht erstmals im Cayenne ein eigenes Infotainment-Display zur Verfügung - unter anderem für Video-Streaming während der Fahrt. Mit seinem weitreichend nachgeschärften Design und leistungsstärkeren Antrieben unterstreicht der Cayenne seinen Anspruch als Sportwagen in seinem Segment. Außerdem sorgte der Sportwagen-Hersteller mit einer innovativen Konzeptstudie für Aufsehen: Der Mission X ist die spektakuläre Neuinterpretation eines zweisitzigen Hypercars mit nach vorne oben öffnenden Flügeltüren sowie leistungsstarkem und effizientem Elektroantrieb. Er symbolisiert die Symbiose aus Motorsport-DNA und einer luxuriösen Gesamtanmutung und soll entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung künftiger Fahrzeugkonzepte geben. Mit einer Länge von gut 4,5 m und einer Breite von 2 m ist der Mission X ein vergleichsweise kompaktes Hypercar. Zugunsten der Fahrdynamik verfügt das Konzeptfahrzeug über Mischbereifung mit 20-Zoll-Rädern an der Vorder- und 21-Zoll-Rädern an der Hinterachse.

Die Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge feierte im Juni 2023 die Weltpremiere des ID. Buzz mit langem Radstand. Das Plus an Länge durch 250 mm mehr Radstand schafft Platz für eine dritte Sitzreihe, für bis zu 2.469 l Kofferraum sowie für eine neue, größere Batterie und damit für noch mehr Reichweite. Der große ID. Buzz wird mit einer ebenfalls neuen E-Maschine mit 210 kW (286 PS) auf den Markt kommen. Eine Allradversion GTX mit einer Leistung von 250 kW (339 PS) ist für 2024 angekündigt. Zu den Neuheiten im Innenraum zählen ein Head-up-Display, ein weiterentwickeltes Infotainment-System und das ferngesteuerte Einparken per Smartphone. Der Dachausschnitt für das neue Panoramadach mit "Smart Glas" lässt Erinnerungen an den legendären Samba Bus der 50er-Jahre wach werden. Es ist mit einer Fläche von 1,5 m2 das größte jemals von Volkswagen verbaute Glasdach. Per Touch-Slider oder per Sprachassistent kann es von transparent auf diffus geschaltet werden.

AUSZEICHNUNGEN

Anfang Juni 2023 wurde CUPRA durch die Leser der Fachzeitschrift Auto Bild Allrad zweifach zum "Allradauto des Jahres 2023" ausgezeichnet. In der Kategorie Geländewagen und SUV von 40.000 bis 50.000 € wurde der Formentor zum Gesamtsieger gekürt. In der Klasse Allrad-Pkw bis 50.000 € fuhr der Leon Sportstourer VZ den Sieg in der Importwertung ein. Bei dem Leserentscheid standen mehr als 200 Fahrzeuge in zehn Kategorien zur Wahl.

Ebenfalls im Juni 2023 vergab das britische Magazin Auto Trader des gleichnamigen Autohandelsunternehmens die "New Car Awards 2023". Der Bentley Bentayga gewann die Auszeichnung in der Kategorie "Best Luxury Car". Die Marke Porsche wurde zum dritten Mal in Folge als "Most Loved Brand" ausgezeichnet. Über 220.000 Leser stimmten für die Vergabe von insgesamt 23 Auszeichnungen ab.

Bei den 35. Robb Report "Best of the Best Awards" gewann der Bentley Continental GT S im Juni 2023 in der Kategorie "Best Grand Tourer". Die Auszeichnung stellt bereits den fünften Sieg für Bentley im Vergleichstest des amerikanischen Luxus-Lifestyle-Magazins dar.

Bei der erstmaligen "Auto Elektro Trophy 2023" des Fachmagazins Auto Zeitung wurden Ende Juni 2023 mehrere Modelle des Volkswagen Konzerns ausgezeichnet. Die Marke Volkswagen Pkw gewann mit dem ID.4 in der Kategorie Bester Elektro-SUV bis 50.000 €. In der Importwertung dieser Kategorie sicherte sich der ŠKODA Enyaq iV den ersten Platz. In der Kategorie Beste Elektro-City Cars, Kleinwagen und Kompakte gewann der ID.3 in der Gesamtwertung sowie der CUPRA Born in der Importwertung. CUPRA setzte sich außerdem in der Importwertung der Kategorie Nachhaltigste Automarke gegen seine Mitbewerber durch. Volkswagen Nutzfahrzeuge holte sich mit dem ID. Buzz in der Kategorie Bester Elektro-Van den Sieg. Die Gesamtwertung der Kategorie Elektro-Limousinen entschied Audi mit dem e-tron GT für sich. Insgesamt standen 70 Modelle und 43 Marken aus fünf Fahrzeugklassen zur Wahl.

JUBILÄEN

Ende April 2023 wurde im Škoda Stammwerk in Mladá Boleslav das 500.000ste Batteriesystem gefertigt. Der Standort produziert Batteriesysteme sowohl für MEB-Fahrzeuge als auch für Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb.

Seit Anfang Mai 2023 begeht Lamborghini sein 60-jähriges Firmenjubiläum. Der Sportwagenhersteller vereint seit jeher die Leidenschaft für Innovation, Stil und Leistung. Anlässlich des Jubiläums gibt es je 60 limitierte Fahrzeuge des Huracán STO, Huracán Tecnica und Huracán EVO Spyder mit exklusiver Ausstattung. Das Jubiläumsjahr wird außerdem mit zahlreichen internationalen Veranstaltungen zelebriert.

Ende Mai 2023 erreichte Audi Mexico in San José Chiapa den Produktionsmeilenstein von einer Million Fahrzeugen. Im ersten Werk Mexikos, das Fahrzeuge des Premiumsegments fertigt, arbeiten mehr als 5.000 Beschäftigte.

Das siebenmillionste Fahrzeug verließ Mitte Juni 2023 das Volkswagen Slovakia Werk in Bratislava. Zelebriert wurde dieser Meilenstein mit einer Präsentation auf dem FUN DAY Festival für Mitarbeiter und Familienangehörige. Das Jubiläumsfahrzeug war ein Volkswagen Touareg in limitierter Mattlackierung.

Einen weiteren Meilenstein konnte der Volkswagen Konzern im Juni 2023 mit der Auslieferung von einer Million Elektrofahrzeugen auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens erreichen. Auf der MEBPlattform wurden bereits mehr als 50 % aller Elektrofahrzeuge des Konzerns ausgeliefert. Seit September 2020 werden MEB-Modelle in nunmehr acht Werken weltweit gefertigt.

Volkswagen Poznan feierte Ende Juni 2023 sein 30-jähriges Bestehen. Seit Produktionsbeginn wurden mehr als vier Millionen Fahrzeuge an den drei polnischen Standorten gefertigt, die heute in 55 Ländern verkauft werden. In den dazugehörigen vier Produktionsstätten arbeiten mehr als 9.500 Beschäftigte.

CAPITAL MARKETS DAY 2023

Der Volkswagen Konzern hat im Juni 2023 auf dem Capital Markets Day sein neues Führungsmodell vorgestellt, das verstärkt auf Kundenorientierung, Unternehmertum und Teamgeist setzt. Der Grundsatz "Value over Volume" priorisiert dabei die nachhaltige Wertschöpfung über dem Volumenwachstum. Damit einhergehend erhalten die Markengruppen ein neues Steuerungsmodell und die Positionierung der Marken sowie die Produktpalette sollen geschärft werden. Mit der neuen Ausrichtung erfolgte auch die Umbenennung der Markengruppen: Volumen wird zu Core, Premium zu Progressive, Sport & Luxury ändert sich in Sport Luxury und Truck & Bus in Trucks. Für jede Konzernmarke und auch für die Technologieplattformen PowerCo und CARIAD wird ein strategisches Renditeziel definiert, das eigenverantwortlich mit strukturierten Ergebnisprogrammen zu verfolgen ist.

Damit die Marken die Skalenvorteile der Technologieplattformen möglichst vollumfänglich erschließen können, sollen die technologischen Bereiche Architektur, Batterie, Software und Mobilitätsangebote neu aufgestellt werden.

VOLKSWAGEN KONZERN VERBESSERT SICH BEI ESG-RATING

Im Juni 2023 konnte der Volkswagen Konzern hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit eine Verbesserung bei der externen Bewertung durch die Rating Agentur ISS ESG auf die Einstufung C+ erzielen, in 2022 lag die Einstufung noch bei C. Beim sogenannten ESG-Rating (Environmental, Social, Governance) werden ESG-Kennzahlen untersucht, die die messbare Leistung und den Fortschritt eines Unternehmens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung widerspiegeln. Volkswagen ist damit insgesamt eines der sechs bestbewerteten Automobilunternehmen.

FUSSBALLERINNEN DES VFL WOLFSBURG SIND NEUE REKORD-POKALSIEGERINNEN

Vor mehr als 44.000 Zuschauern in Köln gewannen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg im Mai 2023 zum neunten Mal in Folge ein DFB-Pokal-Finale. Mit diesem Sieg erzielten die VfL-Frauen insgesamt den zehnten Triumph in elf Jahren und krönten sich zu Rekord-Pokalsiegerinnen. Diese Erfolge unterstreichen die wichtige Rolle, die die Markenbotschafterinnen für Volkswagen einnehmen: Das Frauen-Team des VfL Wolfsburg steht insbesondere für die Werte Vielfalt, Sympathie, Professionalität und Teamgeist.

HAUPTVERSAMMLUNG

Die 63. ordentliche Hauptversammlung der Volkswagen AG fand am 10. Mai 2023 im Präsenzformat im CityCube in Berlin statt. Rund 56 % des Kapitals waren vertreten. Die Aktionäre folgten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2022 eine gegenüber dem Vorjahr erhöhte Dividende von 8,70 (7,50) € je Stammaktie und 8,76 (7,56) € je Vorzugsaktie auszuschütten. Des Weiteren erteilte die Hauptversammlung den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats die Entlastung für das Geschäftsjahr 2022. Die Aktionäre billigten außerdem Anpassungen am Vergütungssystem für den Vorstand und an der Vergütung des Aufsichtsrats. Zudem wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 sowie für die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses und Zwischenlageberichts des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2023 sowie des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses und Zwischenlageberichts für den Zeitraum 1. Januar bis 30. September 2023 und für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024 bestellt. In den Aufsichtsrat gewählt wurde Herr Dr. Günther Horvath, der auf die im Dezember 2022 verstorbene Frau Dr. Louise Kiesling folgt. Für eine weitere Amtszeit wurden Herr Dr. Wolfgang Porsche sowie Frau Marianne Heiß in das Gremium gewählt. Zudem stimmten die Aktionäre unter anderem der Satzungsänderung zu, die Hauptversammlung zukünftig im virtuellen Format durchführen zu können.

VORSTANDS- UND AUFSICHTSRATSANGELEGENHEITEN

Am 29. Juni 2023 hat der Aufsichtsrat der Volkswagen AG Herrn Dr. Gernot Döllner in seiner neuen Funktion als Vorstandsvorsitzender der AUDI AG mit Wirkung zum 1. September 2023 zum Mitglied des Volkswagen Konzernvorstands berufen. Er folgt damit auf Herrn Markus Duesmann, der zum gleichen Zeitpunkt aus der Konzernführung und als Vorstandsvorsitzender der AUDI AG ausscheidet.

Mit Wirkung vom 11. Juli 2023 wurde Frau Karina Schnur, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der TRATON SE und Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der MAN Truck & Bus SE, gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats der Volkswagen AG bestellt. Sie tritt die Nachfolge von Frau Simone Mahler an, die ihr Mandat mit Wirkung zum 31. Mai 2023 niedergelegt hatte.

Volkswagen Aktie

Im ersten Halbjahr 2023 setzten die internationalen Börsen ihren im Oktober 2022 begonnenen Aufwärtstrend zunächst fort. Überschattet war die Entwicklung an den Märkten jedoch von weiteren Zinserhöhungen durch die nationalen Notenbanken zur Eindämmung der anhaltend hohen Inflationsraten. Zudem führte die durch die gestiegenen Zinsen ausgelöste Krise im internationalen Bankensektor zu einer großen Verunsicherung an den Finanzmärkten, die unter anderem durch die Debatte um die Schuldenobergrenze in den USA sowie durch Rezessionsängste verstärkt wurde. In der Folge gerieten die Notierungen im weiteren Verlauf unter Druck und erholten sich erst zum Ende des Berichtszeitraums.

Der deutsche Aktienindex (DAX) startete zu Jahresbeginn 2023 fulminant in das neue Börsenjahr und konnte den Jahresendkurs 2022 übertreffen. Getrieben von fallenden Gaspreisen, sinkenden Inflationsraten und besseren wirtschaftlichen Frühindikatoren verbesserte sich zunächst die Stimmung mit der Hoffnung auf einen geringer als erwartet eintretenden Konjunkturabschwung. Nachfolgend belasteten weitere Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank angesichts eines unvermindert hohen Inflationsdrucks die Kursentwicklung. Der DAX ging in eine Seitwärtsbewegung über. Im fortschreitenden Jahresverlauf beeinträchtigten die Turbulenzen mehrerer internationaler Banken ausgelöst durch den Zinsanstieg sowie der Streit um die US-Schuldenobergrenze die Kursentwicklung. Trotz des schwierigen Marktumfelds erreichte der Leitindex im zweiten Quartal ein neues Rekordhoch, das jedoch nicht nachhaltig war, so dass die Seitwärtstendenz um die Marke von 16.000 Punkten bis zum Halbjahresende anhielt.

Die Kurse der Vorzugsaktie und der Stammaktie der Volkswagen AG entwickelten sich zu Beginn des Berichtszeitraums zunächst sehr positiv. Die soliden Ergebnisse aus dem Geschäftsjahr 2022, die vorgeschlagene Dividende für 2022 und ein ambitionierter Ausblick für 2023 sorgten kurzzeitig für einen Kursanstieg. Demgegenüber bewertete der Kapitalmarkt den hohen Kapitalbedarf für die Transformation des Unternehmens und die sich verschärfende Wettbewerbssituation im Automobilsektor kritisch. Preissenkungen durch die Konkurrenz und die Frage, wie andere Automobilhersteller hiermit umgehen, lösten Unsicherheiten bei Anlegern aus. Auch wirkte die Einschätzung der Marktteilnehmer zur Abhängigkeit des Konzerns von den Entwicklungen in China dämpfend auf den Kurs. Am Ende des ersten Halbjahres 2023 notierten die Vorzugsaktie um 5,6 % und die Stammaktie um 3,6 % über dem Wert zum Jahresende 2022.

Angaben und Erläuterungen zum Ergebnis je Aktie finden Sie im Anhang des Konzern-Zwischenabschlusses. Weitere Daten zur Volkswagen Aktie sowie Nachrichten, Berichte und Präsentationen zum Unternehmen sind auf der Internetseite www.volkswagen-group.com/de/investoren-15766 abrufbar.

KURSENTWICKLUNG VON DEZEMBER 2022 BIS JUNI 2023

Index auf Basis der Monatsendkurse, Stand 31.12.2022 = 100

KENNZAHLEN ZU DEN VOLKSWAGEN AKTIEN UND MARKTINDIZES VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023

Höchstkurs Tiefstkurs Schlusskurs
Stammaktie Kurs (€) 181,65 140,40 152,90
Datum 03.03. 31.05. 30.06.
Vorzugsaktie Kurs (€) 142,20 116,52 122,94
Datum 03.03. 17.05. 30.06.
DAX Kurs 16.358 14.069 16.148
Datum 16.06. 02.01. 30.06.
ESTX Auto & Parts Kurs 630 522 617
Datum 06.03. 02.01. 30.06.

Geschäftsverlauf

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Der Russland-Ukraine-Konflikt hat zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf die Entwicklung der Weltwirtschaft geführt und große Teile der westlichen Staatengemeinschaft dazu veranlasst, Russland mit Sanktionen zu belegen. Diese umfassen unter anderem ein weitreichendes Handelsembargo sowie den teilweisen Ausschluss Russlands vom globalen Finanzmarkt. Russland selbst hat in seiner Rolle als Energie-Exporteur Lieferungen, insbesondere von Gas, nach Europa eingeschränkt. Trotz der einsetzenden Beruhigung an den Energie- und Rohstoffmärkten in den vergangenen Monaten liegen die Rohstoffpreise zum Teil auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zudem birgt unter anderem die Lohnentwicklung an den überhitzten Arbeitsmärkten die Gefahr einer anhaltend hohen Inflation.

Nach dem Einbruch der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020, der einsetzenden Erholung aufgrund von Basis- und Nachholeffekten in 2021 und der trotz des Russland-Ukraine-Konflikts weiteren Normalisierung der ökonomischen Aktivität in 2022 lag das Wirtschaftswachstum im Berichtszeitraum im Durchschnitt weiter auf Erholungskurs, wenngleich mit abnehmender Dynamik gegenüber dem Vorjahr. Dies war hauptsächlich auf ein schwächeres Wachstum bei den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurückzuführen, während die Veränderungsrate bei der Gruppe der Schwellenländer insgesamt nahezu gleich blieb. Auf nationaler Ebene war die Entwicklung einerseits davon abhängig, inwieweit der erhöhten Inflation von den Notenbanken mit einer restriktiven Geldpolitik, im Wesentlichen durch steigende Zinsen und sinkende Anleihekäufe, entgegengewirkt werden musste und so den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit negativ beeinflusste. Andererseits war entscheidend, wie stark die Volkswirtschaften von den Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts betroffen waren. Die Preise für Energie- und viele sonstige Rohstoffe waren gegenüber dem Vorjahr rückläufig, die Engpässe von Vorprodukten und Rohstoffen haben sich etwas entspannt. Der weltweite nominale Güterhandel nahm im Berichtszeitraum ab.

Die Wirtschaft in Westeuropa verzeichnete im ersten Halbjahr 2023 wie in der Vorjahresperiode ein positives, aber geringeres Wachstum. Diese Entwicklung war bei vielen nord- und südeuropäischen Staaten zu beobachten. Gründe dafür waren vor allem die zwischenzeitlich zum Teil deutlich erhöhten Energie- und Rohstoffpreise, welche die Inflationsraten im Vorjahr erheblich ansteigen ließen und so negativ auf die Stimmung der Konsumenten wirkten. Die im zweiten Halbjahr 2022 begonnene Erholung der Konsumentenstimmung in der Europäischen Union setzte sich im Berichtszeitraum auf niedrigem Niveau fort, während sie sich aus Unternehmenssicht zunehmend verschlechterte. Zudem beeinträchtigten die restriktiven geldpolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation sowohl den privaten Konsum als auch die Investitionstätigkeit.

Deutschland registrierte in der Berichtsperiode ein negatives Wirtschaftswachstum. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Durchschnitt an. Nachdem die monatlichen Inflationsraten in 2022 historische Höchstwerte erreicht hatten, sanken sie seitdem, blieben aber verhältnismäßig hoch.

DEVISENKURSENTWICKLUNG VON DEZEMBER 2022 BIS JUNI 2023

Index auf Basis der Monatsendkurse, Stand 31.12.2022 = 100

Die Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas wiesen in den ersten sechs Monaten 2023 insgesamt ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf, das gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres geringer ausfiel. Während sich die Wirtschaftsleistung in Zentraleuropa mit einer vergleichsweise geringen positiven Rate entwickelte, stieg das BIP in der Region Osteuropa im zweiten Quartal 2023 erstmals seit Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts gegenüber der Vorjahresperiode wieder an. Die Inflationsraten waren im Berichtszeitraum in der Gesamtregion Zentral- und Osteuropa durchschnittlich rückläufig, aber weiter auf hohem Niveau.

Die türkische Volkswirtschaft erreichte im ersten Halbjahr 2023 ein gegenüber dem Vorjahr schwächeres Wachstum des BIP bei gleichzeitig sehr hoher Inflation und Abwertung der lokalen Währung. Südafrika wies bei anhaltenden strukturellen Defiziten und politischen Herausforderungen eine schwach positive Veränderungsrate der Wirtschaftsleistung aus.

Das Bruttoinlandsprodukt der USA erhöhte sich in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einer gleichzeitig geringeren Wachstumsrate. Aufgrund der hohen Inflation und des angespannten Arbeitsmarktes hat die US-Notenbank ihre restriktive Geldpolitik beibehalten und den Leitzins im Jahr 2022 sieben Mal und im ersten Halbjahr 2023 weitere drei Mal angehoben. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im Berichtszeitraum weiter auf einem niedrigen Niveau. In Kanada und Mexiko war die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2022 ebenfalls höher.

Die Wirtschaft Brasiliens wuchs im Berichtszeitraum 2023 etwas schwächer als im Vorjahr, verbunden mit rückläufigen monatlichen Inflationsraten. Argentinien verzeichnete eine insgesamt gegenüber dem Vorjahr langsamer wachsende Wirtschaftsleistung bei sehr hoher Inflation und fortlaufendem Währungsverfall.

Die chinesische Wirtschaftsleistung wuchs im Berichtszeitraum stärker als in der Vorjahresperiode, positiv beeinflusst durch die Aufhebung der Null-Covid-Strategie. Indien registrierte ein positives, aber geringeres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr. Japan verzeichnete gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ebenfalls eine positive, wenn auch nur geringe BIP-Wachstumsrate.

ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE

Im ersten Halbjahr 2023 lag das weltweite Pkw-Marktvolumen mit 36,5 Mio. Fahrzeugen spürbar über dem Niveau des Vergleichswertes von 2022 (+ 9,2 %). Dabei entwickelten sich die größten Pkw-Märkte positiv, was unter anderem auf schwache Vorjahreswerte zurückzuführen war. Während sich die Versorgungslage bei Vorprodukten gegenüber dem Jahr 2022 verbesserte, wirkten vor allem die Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts sowie Vorzieheffekte aufgrund auslaufender Fördermaßnahmen zum Ende des Vorjahres dämpfend auf die Entwicklung der Neuzulassungen einzelner Märkte. Ein deutliches Wachstum verzeichneten die Gesamtmärkte der Regionen Westeuropa, Nahost und Nordamerika. Die Märkte in den Regionen Zentral- und Osteuropa, Südamerika sowie Asien-Pazifik lagen leicht bis spürbar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In Afrika wurde das Vorjahresvolumen deutlich verfehlt.

Das weltweite Neuzulassungsvolumen von leichten Nutzfahrzeugen lag im ersten Halbjahr 2023 deutlich (+ 15,5 %) über dem Niveau des Vorjahres.

In Westeuropa stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr des Berichtsjahres 2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich um + 17,9 % auf 6,0 Mio. Fahrzeuge. Die Entwicklung der großen Pkw-Einzelmärkte war durchweg positiv: Frankreich (+ 15,4 %), Großbritannien (+ 18,4 %), Italien (+ 22,7 %) und Spanien (+ 23,2 %) konnten ihr jeweiliges Niveau gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 deutlich bis stark übertreffen.

Das Neuzulassungsvolumen von leichten Nutzfahrzeugen in Westeuropa erhöhte sich im Berichtszeitraum deutlich gegenüber dem Vorjahreswert (+ 13,5 %).

In den ersten sechs Monaten 2023 lag die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland mit 1,4 Mio. Einheiten (+ 12,9 %) deutlich über dem schwachen Wert des Vorjahres. Störungen der globalen Logistikketten schränkten die Fahrzeugverfügbarkeit zu Jahresbeginn ein. Zuletzt verbesserte sich die Teileverfügbarkeit weiter, was sich positiv auf die Inlandsproduktion auswirkte. Die inländische Produktion erhöhte sich im ersten Halbjahr 2023 auf 2,2 Mio. Fahrzeuge (+ 32,4 %), die Pkw-Exporte wuchsen auf 1,7 Mio. Einheiten (+ 32,5 %).

Die Zahl der Verkäufe von leichten Nutzfahrzeugen in Deutschland lag in den ersten sechs Monaten 2023 mit einem Plus von 17,2 % deutlich über dem Vergleichswert von 2022.

In der Region Zentral- und Osteuropa erhöhte sich das Pkw-Marktvolumen - nach dem sehr starken Einbruch im Gesamtjahr 2022 - spürbar (+ 5,2 %). Das Wachstum war dabei in den einzelnen Märkten unterschiedlich stark ausgeprägt. In Zentraleuropa war nach den schwachen Vorjahreswerten in Tschechien (+ 16,8 %) und in Polen (+ 12,1 %) eine deutliche Erholung zu beobachten.

Das Marktvolumen von leichten Nutzfahrzeugen in Zentral- und Osteuropa lag im ersten Halbjahr 2023 spürbar unter dem Niveau des Vorjahres (- 6,7 %).

Das Pkw-Marktvolumen in der Türkei lag am Ende des Berichtszeitraums um 54,5 % über dem Wert des ersten Halbjahres 2022. Der südafrikanische Pkw-Markt lag leicht unter dem Vorjahresniveau (-0,6 %), während die Region Afrika insgesamt deutlich rückläufig war (-10,8 %).

Die Zahl der Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen in der Türkei stieg in den ersten sechs Monaten 2023 um 47,3 % über den vergleichbaren Wert aus 2022; Südafrika verzeichnete ein starkes Wachstum (+ 21,5 %).

In der Region Nordamerika stiegen die Verkaufszahlen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (bis 6,35 t) im ersten Halbjahr 2023 deutlich auf 9,2 Mio. Fahrzeuge (+ 12,8 %). Dabei verzeichnete das Marktvolumen in den USA mit 7,7 Mio. Einheiten ebenfalls einen deutlichen Zuwachs (+ 12,6 %). Der kanadische Automobilmarkt registrierte im Berichtszeitraum einen spürbaren Anstieg der Verkaufszahlen auf 812 Tsd. Einheiten (+ 8,1 %), während sich die Neuzulassungen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Mexiko im Vergleich zum Vorjahr stark auf 633 Tsd. Fahrzeuge erhöhten (+ 22,1 %).

In der Region Südamerika lag das Neuzulassungsvolumen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in den ersten sechs Monaten 2023 mit 1,7 Mio. Einheiten leicht über dem Niveau des Vergleichszeitraums (+ 2,0 %). Der im Vorjahr begonnene positive Wachstumstrend schwächte sich im Verlauf des Berichtszeitraums ab.

In Brasilien lag die Zahl der Neuzulassungen bei 935 Tsd. Einheiten und damit spürbar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+ 9,6 %). Auf dem argentinischen Markt stieg die Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen deutlich um + 13,5 % auf 222 Tsd. Einheiten an.

In der Region Asien-Pazifik lag das Pkw-Marktvolumen im ersten Halbjahr 2023 mit 16,7 Mio. Fahrzeugen spürbar über dem Vorjahreswert (+ 5,7 % ). Die Entwicklung der Pkw-Nachfrage in der Region war maßgeblich vom Verlauf des chinesischen Pkw-Marktes geprägt. Hier liefen Ende des Jahres 2022 staatliche Förder- und Kaufanreizprogramme aus, was zu Vorzieheffekten bei Fahrzeugkäufen und in der Folge zu rückläufigen Zulassungszahlen zu Jahresbeginn 2023 geführt hatte. Im weiteren Verlauf erholte sich die Nachfrage zunächst unter anderem infolge von Preisnachlässen und neuen regionalen Förderprogrammen, schwächte sich zum Ende des Berichtszeitraums aber wieder ab. Insgesamt lag das Nachfragevolumen in China mit 9,8 Mio. Einheiten leicht über dem Niveau des ersten Halbjahres 2022 (+ 3,3 % ). In Indien nahmen die Pkw-Verkäufe gegenüber dem Vergleichswert mit einem Plus von 10,3 % auf 1,9 Mio. Fahrzeuge deutlich zu. Auf dem japanischen Pkw-Markt lagen die Neuzulassungen im Berichtszeitraum mit 2,1 Mio. Einheiten ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 18,6 %).

Das Nachfragevolumen nach leichten Nutzfahrzeugen in der Region Asien-Pazifik lag in den ersten sechs Monaten 2023 deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+ 16,4 %). In China, dem dominierenden Markt der Region und dem größten Markt weltweit, wurde das Zulassungsvolumen des Vorjahres mit + 31,5 % sehr stark übertroffen. In Indien lag die Zahl neu zugelassener Fahrzeuge auf (0,0 %), in Japan deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+ 10,3 %).

ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR NUTZFAHRZEUGE

Die weltweite Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als 6 t lag in der Berichtsperiode auf den für den Volkswagen Konzern relevanten Märkten deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode. Weltweit lagen die Lkw-Märkte stark über dem Vorjahresniveau. Dies lag an einer verbesserten Situation in den globalen Lieferketten sowie an der sehr starken Erholung auf dem weltgrößten Lkw-Markt China nach Beendigung der dort verfolgten Null-Covid-Strategie.

Das Verkaufsvolumen in den 27 EU-Staaten ohne Malta, aber zuzüglich Großbritannien, Norwegen und der Schweiz (EU27 + 3) lag in den ersten sechs Monaten 2023 deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Engpässe bei der Teileversorgung konnten inzwischen weitgehend überwunden werden. In Deutschland, dem größten Markt in dieser Region, stiegen die Neuzulassungen stark an. Die Nachfrage auf den Märkten Großbritannien und Frankreich lag deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Türkei verzeichnete einen sehr starken Anstieg der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem südafrikanischen Markt stieg die Nachfrage spürbar an. In Nordamerika wird der Lkw-Markt in die Gewichtsklassen 1 bis 8 unterteilt. In den für Volkswagen relevanten Segmenten Class 6 bis 8 (ab 8,85 t) lagen die Neuzulassungen stark über dem Vorjahreswert. In Brasilien, dem größten Markt der Region Südamerika, lag die Lkw-Nachfrage im ersten Halbjahr 2023 aufgrund der Einführung einer neuen Emissionsnorm zum Jahresbeginn 2023 deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die Nachfrage auf den für den Volkswagen Konzern relevanten Busmärkten verzeichnete im ersten Halbjahr 2023 insgesamt einen sehr starken Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. In den Märkten der EU27 + 3 lag die Nachfrage nach Bussen in der Berichtsperiode deutlich über dem Niveau des Vorjahres, mit unterschiedlichen Ausprägungen in den einzelnen Ländern. Das Segment der Schulbusse in den USA und Kanada bewegte sich sehr stark über dem Niveau des Vorjahres. Die Nachfrage nach Bussen lag in Mexiko ebenfalls sehr stark über dem Vorjahreswert. Auch in Brasilien stieg die Nachfrage an und lag sehr stark über dem Vorjahresniveau.

ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR POWER ENGINEERING

Die Märkte für Power Engineering unterliegen unterschiedlichen regionalen und konjunkturellen Einflüssen; deshalb sind die Geschäftsverläufe in den jeweiligen Märkten meist unabhängig voneinander.

Der Marinemarkt blieb im ersten Halbjahr 2023 unter dem Niveau des Vorjahres. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage im Bereich der Handelsschifffahrt aufgrund gestiegener Schiffspreise sowie langer Wartezeiten, bedingt durch hohe Werftauslastungen, zurückging. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich in diesem Bereich insbesondere der Markt für Containerschiffe, LNG-Tanker und Schüttgutfrachter rückläufig, wohingegen der Markt für Tanker eine positive Entwicklung verzeichnen konnte. Der Markt für Kreuzfahrtschiffe und Passagierfähren entwickelte sich im Berichtszeitraum rückläufig. Der durch staatliche Investitionen getragene Spezialmarkt für Behördenschiffe zeigte sich aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage weiterhin aktiv. Im Offshore-Sektor hemmten die vorhandenen Überkapazitäten nach wie vor Investitionen in die Offshore-Ölgewinnung. Die Verunsicherung im Marinemarkt über zukünftige Treibstoff- und Emissionsregulierungen blieb auch in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 bestehen, jedoch bestätigte sich allgemein ein deutlicher Trend hin zu neuen Kraftstofftechnologien.

Der Markt für Energieerzeugung war aufgrund der Gasversorgungsthematik sowie der seitens der Politik noch nicht vollständig ausgearbeiteten Rahmenbedingungen für den Betrieb von Kraftwerken insbesondere in Europa im ersten Halbjahr 2023 von Zurückhaltung geprägt. Der derzeitige Fokus auf dem Ausbau der erneuerbaren Energien zeigte ein entsprechendes Nachfragepotenzial für Balancing-Anlagen, welche den Leistungsbedarf decken, sofern der Anteil erneuerbarer Energien nicht ausreicht, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Sehr positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Power-to-Methan-Anlagen. Im Motorenbereich ist eine fortwährend steigende Nachfrage nach flexiblen Dual-Fuel-Motoren festzustellen. Ebenso ist eine klare Marktforderung nach Motoren erkennbar, die auf synthetische Kraftstoffe wie Wasserstoff und grünen Ammoniak umgerüstet werden können. Es bestand nach wie vor eine hohe Nachfrage nach neuen Energielösungen wie Wasserstoff und Langzeitenergiespeicher mit einer starken Tendenz zu höherer Flexibilität und dezentraler Verfügbarkeit. Allerdings hielt im Berichtszeitraum neben den Risiken einer nach wie vor fehlenden Preisstabilität auf den Märkten und Engpässen in den Lieferketten der starke Wettbewerbs- und Preisdruck unvermindert an.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 bewegte sich der Markt für Turbomaschinen auf einem höheren Niveau. Die konstant hohen Rohmaterialpreise führten zu einer stabilen Nachfrage nach Produktionsanlagen mit Turbokompressoren in der Grundstoff- und Prozessindustrie. Der Absatz für Turbokompressoren in der Öl- und Gasproduktion wurde durch die anhaltend hohe Versorgungsunsicherheit gestützt und lag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf höherem Niveau. Die neuen Geschäftsfelder für Turbomaschinen im Bereich der Dekarbonisierung hielten sich konstant. Die Nachfrage nach Dampfturbinen zur Stromerzeugung und Gasturbinen für dezentrale, industrielle Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr an.

Der After-Sales-Markt für Motoren in der Marine- und Kraftwerkssparte bewegte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Im After-Sales-Markt für Turbomaschinen setzte sich die hohe Nachfrage des ersten Quartals des Jahres auch im zweiten Quartal 2023 fort und lag über dem Vorjahresniveau.

ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR FINANZDIENSTLEISTUNGEN

Im ersten Halbjahr 2023 wurden automobile Finanzdienstleistungen auf hohem Niveau nachgefragt, allerdings übten die gestiegenen Zinsen in fast allen Regionen Druck auf die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen aus.

Der europäische Pkw-Markt war im Berichtszeitraum weiterhin von Engpässen geprägt, die Fahrzeugauslieferungen konnten jedoch ausgebaut werden und lagen über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch die Nachfrage nach Finanzdienstleistungsprodukten entwickelte sich positiv, der prozentuale Anteil an den Fahrzeugauslieferungen lag jedoch unter dem Vergleichswert 2022. Die positive Entwicklung bei der Finanzierung von Gebrauchtwagen setzte sich fort. Der Absatz von After-Sales-Produkten, wie Inspektions-, Wartungs- und Verschleißverträgen, wurde weiter ausgebaut.

Die anhaltenden Herausforderungen aus der Teileversorgung in der Fahrzeugproduktion und den Logistikketten hatten in Deutschland weiterhin Einfluss auf den Fahrzeugabsatz und das Finanzdienstleistungsgeschäft. Dennoch führten gestiegene Neuwagenauslieferungen im ersten Halbjahr 2023 zu höheren Vertragsvolumina, sowohl beim Leasing als auch bei der Finanzierung. Die Neuwagenpenetration lag jedoch unter dem Vergleichswert 2022. Die Neuverträge bei Gebrauchtwagen übertrafen die Größenordnung des Vorjahres. Auch die Zahl der neuen After-Sales-Verträge nahm zu und lag im Berichtszeitraum über dem Niveau von 2022. Die Vertragszugänge im Versicherungsbereich waren ebenfalls höher als ein Jahr zuvor.

Der türkische Markt war geprägt von einer sehr hohen Inflation und einer sehr schwierigen, kurzfristigen Refinanzierung. Um das Zinsänderungsrisiko zu minimieren, wurde das zinstragende Geschäft mit Finanzdienstleistungen sehr restriktiv betrieben. Die Vermarktung von Leasingrückläufern entwickelte sich hingegen positiv.

In Südafrika blieben finanzierte Fahrzeugkäufe aufgrund der gedämpften wirtschaftlichen Bedingungen, der höheren Fahrzeugpreise, gestiegener Energiepreise sowie der begrenzten Verfügbarkeit von Energie schwierig. Die südafrikanische Zentralbank hat im Mai 2023 erneut den Leitzins angehoben. Dies war die zehnte Zinserhöhung in Folge, wodurch die Kreditkosten auf den höchsten Stand seit Mai 2009 stiegen.

In der Region Nordamerika haben die Fahrzeugauslieferungen im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. In den USA und in Kanada lag die Neuwagenpenetration über Vorjahresniveau. In Mexiko hingegen war ein Rückgang der Penetration von Leasing- und Finanzierungverträgen zu verzeichnen. Die absolute Anzahl an Neuverträgen für Leasing- und Finanzierung sowie für After-Sales-Produkte lag in der gesamten Region über den Werten des ersten Halbjahres 2022.

In der Region Südamerika setzte sich der positive Wachstumstrend beim Verkaufsvolumen von Neufahrzeugen fort, teilweise jedoch verlangsamt. Der Markt für Finanzdienstleistungen profitierte von höheren Auslieferungen und der wirtschaftlichen Erholung. Argentinien verzeichnete nach wie vor einen Nachfrageüberhang, verschärft durch ein eingeschränktes Angebot aufgrund von Importrestriktionen. Das gestiegene Zinsniveau, die hohe Inflation und der fortlaufende Währungsverfall erhöhten den Anteil der Barkäufe, das Niveau an Finanzierungsverträgen war jedoch stabil. In Brasilien konnten die Vertragszugänge für Finanzierungen gesteigert werden.

Auf dem chinesischen Automobilmarkt begann sich die Nachfrage nach automobilen Finanzdienstleistungen zu erholen. Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen stiegen weiterhin an und führten im Berichtszeitraum zu einer höheren Nachfrage nach damit verbundenen Finanzierungs- und Leasingprodukten. In Japan war eine positive Entwicklung der Nachfrage nach automobilbezogenen Finanzdienstleistungen zu verzeichnen. Ein im internationalen Vergleich niedriges Zinsniveau und vielerorts attraktive Finanzdienstleistungsangebote waren wesentliche Merkmale des Marktes.

Im ersten Halbjahr 2023 lag das Finanzdienstleistungsgeschäft im Markt für schwere Nutzfahrzeuge leicht über dem Vorjahresniveau. Die langen Lieferzeiten für Nutzfahrzeuge beginnen sukzessive, sich zu normalisieren. Aufgrund des ansteigenden Zinsniveaus veränderte sich das Finanzierungsverhalten der Nutzfahrzeugkunden: Die Finanzierungsentscheidung rückt näher an den Auslieferungszeitpunkt des Fahrzeugs, weil Kunden auf ein fallendes Zinsniveau spekulieren.

AUSLIEFERUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNS

Im ersten Halbjahr 2023 lieferte der Volkswagen Konzern weltweit 4.372.216 Fahrzeuge an Kunden aus. Das waren 12,8 % oder 497.217 Einheiten mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, der insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt belastet war. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe in der Teileversorgung weiterhin beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten einen negativen Effekt, der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte. Sowohl im Bereich Pkw als auch im Bereich Nutzfahrzeuge lagen die Verkaufszahlen über dem jeweiligen Vorjahreswert. Die Grafik in diesem Abschnitt zeigt die Entwicklung der weltweiten Auslieferungen nach Einzelmonaten im Vergleich zum Vorjahr.

Im Folgenden gehen wir auf die Auslieferungen des Bereichs Pkw sowie auf die Auslieferungen des Bereichs Nutzfahrzeuge getrennt ein.

AUSLIEFERUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNS VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI¹

2023 2022 %
Pkw 4.203.944 3.737.703 + 12,5
Nutzfahrzeuge 168.272 137.296 + 22,6
Gesamt 4.372.216 3.874.999 + 12,8

1 Die Auslieferungen des Vorjahres wurden aufgrund der statistischen Fortschreibung aktualisiert. Inklusive der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.

AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS PKW WELTWEIT

Die Zahl der weltweiten Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus dem Volkswagen Konzern stieg in den ersten sechs Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 % auf 4.203.944 Einheiten an. Das Vorjahr war insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt belastet. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe in der Teileversorgung weiterhin beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten einen negativen Effekt, der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte. Mit Ausnahme von Bentley lieferten alle Marken des Volkswagen Konzerns mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im Vergleichszeitraum 2022. Während wir in Asien-Pazifik Verkaufszahlen etwa in Höhe des Vorjahres registrierten, lagen diese in allen anderen Vertriebsregionen über dem Vorjahreswert.

Die Elektromobilitäts-Offensive des Volkswagen Konzerns setzte sich erfolgreich fort: Weltweit lieferten wir in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 321.610 vollelektrische Fahrzeuge an Kunden aus. Das waren 104.383 Einheiten beziehungsweise 48,1 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Anteil an den gesamten Auslieferungen des Konzerns stieg auf 7,4 (5,6) %. Die Auslieferungen unserer Plug-in-Hybridmodelle beliefen sich auf 115.399 Einheiten (+ 8,1 %). Damit erhöhte sich die Zahl der Auslieferungen elektrifizierter Fahrzeuge um 34,9 % und ihr Anteil an den gesamten Auslieferungen des Konzerns erhöhte sich im Vorjahresvergleich auf 10,9 (8,4) %. Zu den erfolgreichsten vollelektrischen Fahrzeugen des Konzerns gehörten ID.3 und ID.4 der Marke Volkswagen Pkw, Audi Q4 e-tron und Audi Q8 e-tron, Škoda Enyaq iV, CUPRA Born sowie Taycan und Taycan Cross Turismo der Marke Porsche.

Unser Pkw-Marktanteil belief sich in einem spürbar wachsenden Weltgesamtmarkt auf 11,0 (10,7) %.

Die folgende Tabelle in diesem Abschnitt zeigt einen Überblick über die Auslieferungen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen an Kunden nach Märkten im Berichtszeitraum. Nachfolgend erläutern wir die Entwicklung der Verkaufszahlen in den einzelnen Märkten.

Auslieferungen in Europa/Übrige Märkte

In Westeuropa lieferte der Volkswagen Konzern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf einem deutlich über dem Vorjahresniveau liegenden Gesamtmarkt 1.579.298 Fahrzeuge an Kunden aus. Das waren 26,1 % mehr als im schwachen Vergleichszeitraum des Vorjahres, der insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt belastet war. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe in der Teileversorgung weiterhin beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten einen negativen Effekt, der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte. In der Region Westeuropa war das Kundeninteresse an elektrifizierten Fahrzeugen des Volkswagen Konzerns am höchsten: hier lieferten wir im ersten Halbjahr 2023 nahezu zwei Drittel unserer vollelektrischen Modelle an Kunden aus. Ihr Anteil an den Auslieferungen des Konzerns belief sich in dieser Region auf 12,7 (9,6) %. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernfahrzeugen verzeichneten die Modelle T-Roc, Tiguan, Polo und Golf der Marke Volkswagen Pkw. Darüber hinaus erzielten unter anderem ID.4, Taigo, ID.3 und Passat der Marke

AUSLIEFERUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNS NACH MONATEN

in Tsd. Fahrzeuge

Volkswagen Pkw, Octavia Combi, Kodiaq und Kamiq der Marke Škoda, Arona und Ibiza der Marke SEAT, CUPRA Formentor und CUPRA Born, A3 Sportback, A1 Sportback und Q2 der Marke Audi sowie Porsche Macan und Porsche Cayenne eine erfreuliche Nachfrageentwicklung. Auch die im Verlauf des Vorjahres neu oder als Nachfolger in den Markt eingeführten Modelle ID.5 der Marke Volkswagen Pkw, Škoda Karoq und ID. Buzz von Volkswagen Nutzfahrzeuge waren bei den Kunden sehr beliebt. Im Berichtszeitraum wurde der ID.3 der Marke Volkswagen Pkw als Nachfolger erfolgreich in den Markt eingeführt. Der Pkw-Marktanteil des Volkswagen Konzerns in Westeuropa stieg auf 24,1 (22,5) %.

In Deutschland lag die Zahl der an Kunden des Volkswagen Konzerns ausgelieferten Fahrzeuge auf einem deutlich wachsenden Gesamtmarkt von Januar bis Juni 2023 mit 553.052 Einheiten um 18,3 % über dem schwachen Vorjahreswert, der insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt belastet war. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe in der Teileversorgung weiterhin beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten einen negativen Effekt, der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen verzeichneten die Modelle T-Roc, Passat und Tiguan der Marke Volkswagen Pkw. Zudem wurden unter anderem die Modelle ID.4 und ID.3 der Marke Volkswagen Pkw, Škoda Octavia Combi, CUPRA Born und CUPRA Leon sowie A4 Avant, A6 Avant, A1 Sportback, Q2 und Q4 e-tron Marke Audi verstärkt nachgefragt. Auch die im Verlauf des Vorjahres neu in den Markt eingeführten Modelle ID.5 der Marke Volkswagen Pkw und ID. Buzz von Volkswagen Nutzfahrzeuge waren bei den Kunden sehr beliebt. In der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) führten sechs Konzernmodelle ihr jeweiliges Segment an: Golf, T-Roc, Tiguan, Audi A6, Porsche 911 und Multivan/Transporter. Der Golf war auch in den ersten sechs Monaten 2023 der in Deutschland am häufigsten zugelassene Pkw.

In der Region Zentral- und Osteuropa lag die Zahl der an Kunden übergebenen Fahrzeuge aus dem Volkswagen Konzern im Berichtszeitraum um 10,7 % über dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Gesamtmarkt verzeichnete im gleichen Zeitraum ein spürbares Wachstum. Eine erfreuliche Nachfrageentwicklung wiesen unter anderem die Modelle Taigo der Marke Volkswagen Pkw sowie Škoda Octavia und Škoda Kamiq auf. Der Pkw-Marktanteil des Volkswagen Konzerns in der Region Zentral- und Osteuropa erhöhte sich auf 22,3 (21,4) %.

In der Türkei lieferte der Volkswagen Konzern von Januar bis Juni 2023 auf einem sehr stark wachsenden Gesamtmarkt nahezu 50 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahreszeitraum. Das am meisten nachgefragte Konzernmodell war der T-Roc der Marke Volkswagen Pkw. Auf dem südafrikanischen Markt ging die Zahl der verkauften Konzernmodelle um 4,5 % zurück, während der Gesamtmarkt leicht rückläufig war. Der Polo der Marke Volkswagen Pkw war weiterhin das dort am meisten verkaufte Modell des Konzerns.

Auslieferungen in Nordamerika

In Nordamerika erhöhte sich die Zahl der an Kunden ausgelieferten Modelle aus dem Volkswagen Konzern im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 12,7 %. Der Gesamtmarkt stieg in dieser Periode in vergleichbarem Tempo an. Der Marktanteil des Konzerns belief sich in dieser Region auf 4,5 (4,5) %. Tiguan Allspace und Taos der Marke Volkswagen Pkw sowie Audi Q5 waren die am meisten gefragten Konzernmodelle in Nordamerika. Der Anteil vollelektrischer Modelle an den gesamten Auslieferungen des Konzerns stieg in dieser Region auf 7,6 (4,7) %.

Von Januar bis Juni 2023 lieferte der Volkswagen Konzern auf dem deutlich wachsenden US-amerikanischen Markt 11,5 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, in dem ebenfalls vor allem Engpässe bei der Teileversorgung belastend wirkten. Die größten absoluten Zuwächse unter den Konzernmodellen verzeichneten unter anderem der ID.4 der Marke Volkswagen Pkw sowie Audi Q5 und Audi A5 Sportback. Erfreulich entwickelten sich zudem der Audi Q7 und der Porsche Macan.

In Kanada stieg die Zahl der Auslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 14,9 %. Der Gesamtmarkt verzeichnete während dieser Zeit einen spürbaren Zuwachs. Das größte Nachfragevolumen unter den Konzernmodellen registrierten der Tiguan Allspace der Marke Volkswagen Pkw und der Audi Q5.

Auf dem stark wachsenden Gesamtmarkt in Mexiko lieferten wir in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 16,7 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahreszeitraum. Eine erfreuliche Nachfrageentwicklung verzeichneten unter anderem Taos, Virtus und Jetta der Marke Volkswagen Pkw.

Auslieferungen in Südamerika

Auf dem leicht über dem Vorjahresniveau liegenden südamerikanischen Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge stieg die Zahl der an Kunden übergebenen Konzernmodelle von Januar bis Juni 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 24,4 %. Polo, T-Cross und Nivus der Marke Volkswagen Pkw wiesen das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen auf. Der Marktanteil des Konzerns in Südamerika erhöhte sich auf 11,5 (9,4) %.

Der Volkswagen Konzern lieferte in den ersten sechs Monaten 2023 auf dem spürbar wachsenden Markt in Brasilien im Vorjahresvergleich 44,2 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus. Besonders erfreulich entwickelten sich die Verkäufe der Modelle Polo, Saveiro und Virtus der Marke Volkswagen Pkw.

In Argentinien erhöhte sich die Zahl der verkauften Konzernmodelle im Berichtszeitraum in einem deutlich wachsenden Gesamtmarkt um 19,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen verzeichneten der Taos der Marke Volkswagen Pkw und der Amarok von Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Auslieferungen in Asien-Pazifik

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 verzeichnete der Volkswagen Konzern in der Region Asien-Pazifik auf einem spürbar wachsenden Gesamtmarkt Verkaufszahlen, die etwa in Höhe des Vorjahres lagen (- 0,1 %). Der Pkw-Marktanteil des Konzerns in dieser Region belief sich auf 9,7 (10,2) %.

Der chinesische Gesamtmarkt verzeichnete im Berichtszeitraum einen leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, das aufgrund von Engpässen bei der Teileversorgung, insbesondere Halbleitern, sowie lokale Ausgangssperren im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 bereits belastet war. Der Volkswagen Konzern lieferte dort 1,3 % weniger Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahr. Neben Engpässen in der Teileversorgung wirkte im Berichtszeitraum die zunehmende Wettbewerbsintensität belastend. Die Zahl der an Kunden ausgelieferten vollelektrischen Fahrzeuge in China war mit 62.416 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 % niedriger. Positiv entwickelten sich unter anderem die im Verlauf des Vorjahres neu oder als Nachfolger eingeführten Modelle Sagitar, Tayron, Lamando und Tavendor der Marke Volkswagen Pkw sowie Q4 e-tron, A7 Limousine, Q5 e-tron und Q6 der Marke Audi. Zudem verzeichneten unter anderem die Modelle Passat, Magotan, Tiguan Allspace, Polo und ID.3 der Marke Volkswagen Pkw, Audi A6 Limousine, Audi Q7 und Audi A5 Sportback sowie Porsche Panamera und Porsche Macan eine erfreuliche Nachfrageentwicklung. Im Berichtszeitraum wurden unter anderem die Modelle Tharu und T-Roc der Marke Volkswagen Pkw als Nachfolger in den Markt eingeführt.

Auf dem deutlich wachsenden indischen Pkw-Markt verkaufte der Volkswagen Konzern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum 0,9 % weniger Fahrzeuge. Der Taigun der Marke Volkswagen Pkw und der Kushaq der Marke Škoda waren dort die am meisten nachgefragten Modelle des Konzerns. Auch die im Vorjahr neu oder als Nachfolger in den Markt eingeführten Modelle Virtus der Marke Volkswagen Pkw und Kodiaq der Marke Škoda verzeichneten eine erfreuliche Nachfrageentwicklung.

In Japan legte die Zahl der an Kunden übergebenen Konzernfahrzeuge von Januar bis Juni 2023 auf einem deutlich ansteigenden Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 % zu. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen verzeichneten der T-Cross und der T-Roc der Marke Volkswagen Pkw.

AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS PKW AN KUNDEN NACH MÄRKTEN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI¹

AUSLIEFERUNGEN (FAHRZEUGE) VERÄNDERUNG
2023 2022 (%)
Europa/Übrige Märkte 1.980.515 1.596.781 + 24,0
Westeuropa 1.579.298 1.252.119 + 26,1
davon: Deutschland 553.052 467.627 + 18,3
Frankreich 128.537 103.414 + 24,3
Großbritannien 238.460 171.639 + 38,9
Italien 144.219 113.165 + 27,4
Spanien 129.149 103.137 + 25,2
Zentral- und Osteuropa 240.009 216.906 + 10,7
davon: Tschechische Republik 61.960 52.006 + 19,1
Russland 2.573 34.402 - 92,5
Polen 69.634 51.595 + 35,0
Übrige Märkte 161.208 127.756 + 26,2
davon: Türkei 74.881 50.206 + 49,1
Südafrika 32.959 34.518 -4,5
Nordamerika 410.541 364.206 + 12,7
davon: USA 293.035 262.845 + 11,5
Kanada 48.559 42.260 + 14,9
Mexiko 68.947 59.101 + 16,7
Südamerika 196.009 157.601 + 24,4
davon: Brasilien 143.768 99.722 + 44,2
Argentinien 27.319 22.944 + 19,1
Asien-Pazifik 1.616.879 1.619.115 -0,1
davon: China 1.450.663 1.469.106 - 1,3
Indien 48.044 48.482 -0,9
Japan 29.588 29.138 + 1,5
Weltweit 4.203.944 3.737.703 + 12,5
Volkswagen Pkw 2.224.704 2.076.009 + 7,2
Škoda 432.173 360.496 + 19,9
SEAT 261.434 204.121 + 28,1
Volkswagen Nutzfahrzeuge 198.731 153.630 + 29,4
Audi 907.111 785.099 + 15,5
Lamborghini 5.341 5.090 + 4,9
Bentley 7.096 7.398 -4,1
Porsche 167.354 145.860 + 14,7

1 Die Auslieferungen des Vorjahres wurden aufgrund der statistischen Fortschreibung aktualisiert. Inklusive der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.

AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS NUTZFAHRZEUGE

Von Januar bis Juni 2023 übergab der Volkswagen Konzern weltweit 22,6 % mehr Nutzfahrzeuge an Kunden als ein Jahr zuvor. Insgesamt lieferten wir im ersten Halbjahr 168.272 Nutzfahrzeuge an Kunden aus. Davon entfielen 140.001 (+ 21,6 %) Einheiten auf Lkw und 14.848 (+ 15,2 %) Einheiten auf Busse. Die Auslieferungen der Transporterbaureihe MAN TGE beliefen sich auf 13.423 (+ 44,6 %) Fahrzeuge.

In den 27 EU-Staaten ohne Malta, aber zuzüglich Großbritannien, Norwegen und der Schweiz (EU27+3) stiegen die Verkäufe von Januar bis Juni 2023 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 49,5 % auf insgesamt 76.196 Einheiten; davon entfielen 60.261 auf Lkw und 2.749 auf Busse. Die Auslieferungen der Transporterbaureihe MAN TGE beliefen sich auf 13.186 Fahrzeuge.

In den ersten sechs Monaten des Jahres stiegen die Auslieferungen in der Türkei auf 2.795 Fahrzeuge. Davon entfielen 2.609 Einheiten auf Lkw und 109 Einheiten auf Busse sowie 77 Fahrzeuge auf die Transporterbaureihe MAN TGE. In Südafrika stiegen die Nutzfahrzeug-Auslieferungen des Volkswagen Konzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 2.317 Fahrzeugen sehr stark an; davon entfielen 2.103 auf Lkw und 214 auf Busse.

Die Verkäufe in Nordamerika erhöhten sich im ersten Halbjahr des Jahres 2023 auf 48.192 Fahrzeuge, darunter waren 40.321 Lkw und 7.871 Busse.

Die Auslieferungen in Südamerika sanken im Berichtszeitraum auf insgesamt 25.280 Einheiten (- 29,1 %); davon entfielen 22.185 auf Lkw und 3.095 auf Busse. Aufgrund der Einführung einer neuen Emissionsnorm zum Jahresbeginn 2023 sanken die Verkäufe in Brasilien im ersten Halbjahr um 29,2 % auf 20.161 Einheiten. Unter den ausgelieferten Einheiten befanden sich 17.663 Lkw und 2.498 Busse.

In der Region Asien-Pazifik verkaufte der Volkswagen Konzern im Berichtszeitraum 6.040 Fahrzeuge, darunter 5.609 Lkw und 395 Busse - das waren insgesamt 24,5 % mehr als im Vorjahr.

AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS NUTZFAHRZEUGE AN KUNDEN NACH MÄRKTEN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI¹

AUSLIEFERUNGEN (FAHRZEUGE) VERÄNDERUNG
2023 2022 (%)
Europa/Übrige Märkte 88.760 59.236 + 49,8
davon: EU27+ 3 76.196 50.956 + 49,5
davon: Deutschland 22.267 13.032 + 70,9
Türkei 2.795 1.476 + 89,4
Südafrika 2.317 1.774 + 30,6
Nordamerika 48.192 37.579 + 28,2
davon: USA 37.886 30.094 + 25,9
Mexiko 7.635 5.158 + 48,0
Südamerika 25.280 35.631 - 29,1
davon: Brasilien 20.161 28.479 -29,2
Asien-Pazifik 6.040 4.850 + 24,5
Weltweit 168.272 137.296 + 22,6
Scania 46.450 36.834 + 26,1
MAN 55.999 34.785 + 61,0
Navistar 45.791 37.333 + 22,7
Volkswagen Truck & Bus 20.032 28.344 -29,3

1 Die Auslieferungen des Vorjahres wurden aufgrund der statistischen Fortschreibung aktualisiert.

AUSLIEFERUNGEN IM SEGMENT POWER ENGINEERING

Aufträge im Segment Power Engineering sind im Regelfall Teil größerer Investitionsprojekte, für die Lieferzeiten von knapp einem Jahr bis zu mehreren Jahren sowie Teillieferungen nach Baufortschritt typisch sind. Die Umsatzerlöse aus dem Neubaugeschäft folgen daher der Entwicklung der Auftragseingänge mit entsprechendem zeitlichen Versatz.

Hauptumsatzträger des Segments Power Engineering waren im Zeitraum Januar bis Juni 2023 Engines & Marine Systems sowie Turbomachinery, die zusammen über drei Viertel der gesamten Umsatzerlöse erzielten.

FINANZDIENSTLEISTUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNS

Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen umfasst die Händler- und Kundenfinanzierung, das Leasing, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagement sowie Mobilitätsangebote des Volkswagen Konzerns. Er schließt die Volkswagen Finanzdienstleistungen sowie die Finanzdienstleistungsaktivitäten von Scania, Navistar und Porsche Holding Salzburg ein und berücksichtigt auch die Vertragsabschlüsse unserer internationalen Gemeinschaftsunternehmen.

Im ersten Halbjahr 2023 waren die Produkte und Services des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen beliebt. Jedoch wirkte die eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Engpässen bei der Teileversorgung und Störungen der Logistikketten belastend. Die Zahl der Neuverträge im Finanzierungs-, Leasing-, Service- und Versicherungsgeschäft nahm um 8,1 % auf weltweit 4,5 Mio. Kontrakte zu. Im Berichtszeitraum lag der Anteil der geleasten und finanzierten Fahrzeuge an den Auslieferungen des Konzerns (Penetrationsrate) in den Märkten des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen bei 33,6 (33,1) %. Am 30. Juni 2023 belief sich der Gesamtvertragsbestand auf 24,2 (24,5) Mio. Einheiten.

Die Zahl der unterzeichneten Neuverträge in Europa/Übrige Märkte übertraf mit 3,3 Mio. Einheiten den Vergleichswert des Vorjahres um 8,4 %, wenngleich das Finanzdienstleistungsgeschäft im Zeitraum Januar bis Juni 2023 von der eingeschränkten Fahrzeugverfügbarkeit beeinflusst war. Am 30. Juni 2023 lag der Gesamtvertragsbestand mit 17,9 (18,1) Mio. Kontrakten auf dem Niveau vom 31. Dezember 2022. Auf den Bereich Kundenfinanzierung und Leasing entfielen davon 7,1 (7,2) Mio. Verträge.

Im Berichtszeitraum stieg die Zahl der in Nordamerika neu abgeschlossenen Verträge im Vergleich zum Vorjahr auf 481 (371) Tsd. Kontrakte. Der Vertragsbestand lag Ende Juni mit 3,0 (3,0) Mio. Einheiten auf dem Niveau vom Vorjahresende. Der Bereich Kundenfinanzierung und Leasing verzeichnete 1,6 (1,7) Mio. Verträge.

Im ersten Halbjahr 2023 wurden in der Region Südamerika 242 (156) Tsd. neue Kontrakte geschlossen. Der Gesamtvertragsbestand nahm zum Ende des Berichtszeitraums gegenüber dem 31. Dezember 2022 auf 882 (828) Tsd. Einheiten zu. Die bestehenden Verträge entfielen überwiegend auf den Bereich Kundenfinanzierung und Leasing.

Im Raum Asien-Pazifik sanken die neuen Vertragsabschlüsse im Zeitraum Januar bis Juni auf 502 (613) Tsd. Einheiten und verfehlten damit den Vergleichswert des Vorjahres. Ende Juni 2023 belief sich der Gesamtvertragsbestand auf 2,5 (2,6) Mio. Kontrakte. Auf den Bereich Kundenfinanzierung und Leasing entfielen 1,6 (1,6) Mio. Verträge.

ABSATZ AN DIE HANDELSORGANISATION

Im ersten Halbjahr 2023 stieg der Absatz des Volkswagen Konzerns an die Handelsorganisation gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,0 % auf 4.447.828 Einheiten (einschließlich der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China). Der Vorjahreszeitraum war durch die eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Engpässen bei der Teileversorgung unter anderem durch den Russland-Ukraine-Konflikt beeinträchtigt. Im Berichtszeitraum wirkten anhaltende Engpässe in der Teileversorgung sowie im Jahresverlauf abnehmende Störungen der globalen Logistikketten belastend. Im Ausland nahm das Absatzvolumen um 9,8 % auf 3.867.802 Fahrzeuge zu. Einen Zuwachs verzeichneten insbesondere Großbritannien, die USA, Brasilien und die Türkei, während der Absatz in China rückläufig war. Der Absatz im Inland erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 19,6 %. Die Inlandsquote als Anteil am Gesamtabsatz des Konzerns stieg auf 13,0 (12,1) %.

PRODUKTION

Von Januar bis Juni 2023 produzierte der Volkswagen Konzern mit 4.690.719 Fahrzeugen (einschließlich der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China) 12,8 % mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, der geprägt war durch Produktionsstopps infolge von Unterbrechungen der Lieferketten ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Konflikt und die Covid-19-Pandemie. Auch im Berichtszeitraum beeinträchtigten Engpässe in der Teileversorgung die Produktion. Die Fertigung im Inland stieg um 37,6 % auf 1.081.348 Fahrzeuge. Der Anteil der in Deutschland hergestellten Fahrzeuge im Verhältnis zur Gesamtproduktion des Konzerns nahm auf 23,1 (18,9) % zu.

LAGERBESTAND

Der weltweite Lagerbestand an Neufahrzeugen bei den Konzerngesellschaften und in der Handelsorganisation lag am Ende des Berichtszeitraums über dem Stand zum Jahresende 2022 und über dem entsprechenden Wert des Vorjahreszeitraums. Störungen in den Logistikketten wirkten sich im Berichtszeitraum weiterhin negativ aus.

BELEGSCHAFT

Am 30. Juni 2023 waren im Volkswagen Konzern 647.716 aktive Mitarbeiter beschäftigt. Darüber hinaus befanden sich 12.034 Mitarbeiter in der passiven Phase der Altersteilzeit und 14.130 junge Menschen standen in einem Ausbildungsverhältnis. Am Ende des ersten Halbjahres 2023 lag die weltweite Gesamtbelegschaft des Volkswagen Konzerns mit 673.880 Personen etwa auf dem Niveau vom Jahresende 2022. Die Mitarbeiterzahl im Inland belief sich auf 294.173 Beschäftigte (+ 0,1 %), während sie im Ausland - vor allem aufgrund des Verkaufs der OOO Volkswagen Group Rus, Kaluga/Russland - auf 379.707 Beschäftigte abnahm (- 0,6 %).

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

SCOUT MOTORS INC.

Im Rahmen der Nordamerika-Strategie des Volkswagen Konzerns wurde in 2022 die Gesellschaft Scout Motors Inc., Arlington, Virginia/USA, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen Finance Luxemburg, Strassen/Luxemburg, gegründet. Unter dem Namen SCOUT soll eine neue Fahrzeugmarke erschaffen werden, über die in den USA ab 2026 elektrifizierte Geländefahrzeuge und Pickups vertrieben werden. Um den Aufbau der Marke SCOUT, die Fahrzeugentwicklung und die Produktionsplanung zu finanzieren, sollen in 2023 rund 500 Mio. USD in die Gesellschaft eingebracht werden. Bis zum 30. Juni 2023 sind bereits Zahlungen in Höhe von 240 Mio. USD erfolgt. Die Gesellschaft wurde zum 1. Januar 2023 in den Volkswagen Konzernabschluss einbezogen.

IFRS 17 - VERSICHERUNGSVERTRÄGE

IFRS 17 fasst die Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen neu. Aus der erstmaligen Anwendung resultierte eine geringfügige Veränderung des Eigenkapitals jeweils zum 1. Januar 2023 sowie zum 1. Januar 2022. Diese ist im Wesentlichen auf die geänderte Systematik zur Ermittlung der Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zurückzuführen. Darüber hinaus führte die saldierte Betrachtung von Zahlungsströmen in der Bewertung der Rückstellungshöhe gleichermaßen zu einer Reduktion von Vermögenswerten und Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft in Höhe von 0,7 Mrd. € zum 1. Januar 2023. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung hat die geänderte Systematik zur Erfassung von Erlösen und Aufwendungen keine wesentlichen Effekte. Die Vergleichsperiode wurde entsprechend angepasst.

VERKAUF DER OOO VOLKSWAGEN GROUP RUS

Am 18. Mai 2023 hat der Volkswagen Konzern den Verkauf seiner Anteile an der OOO Volkswagen Group Rus (Volkswagen Group Rus), Kaluga/Russland und ihren lokalen Tochtergesellschaften (OOO Volkswagen Components and Services, Kaluga/Russland, OOO Scania Leasing, Moskau/Russland, OOO Scania Finance, Moskau/Russland, OOO Scania Insurance, Moskau/Russland) an OOO ART-FINANCE, Moskau/Russland, die von dem russischen Händler AO Avilon Automotive Group, Moskau/Russland unterstützt wird, abgeschlossen. Mit Registrierung der Transaktion am 22. Mai 2023 ging das Eigentum an den Anteilen der Volkswagen Group Rus von der Verkäuferseite auf den Käufer über. Die Transaktion umfasst die Produktionsstätten in Kaluga, die Importeursstruktur der Konzernmarken Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge, AUDI, Škoda, Bentley, Lamborghini und Ducati für mögliches After-Sales-Geschäft und die Lageraktivitäten sowie die Scania Finanzdienstleistungsaktivitäten mit allen zugehörigen Mitarbeitern.

Der Volkswagen Konzern hatte in diesem Zusammenhang bereits im Geschäftsjahr 2022 wesentliche Wertberichtigungen vorgenommen und entsprechende Vorsorgen getroffen. Der Verkaufspreis beträgt 125 Mio. €. Aus der Entkonsolidierung der betroffenen Gesellschaften ergibt sich ein Verlust in Höhe von 0,4 Mrd. € im Geschäftsjahr 2023, welcher im Sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen ist. Dieses Ergebnis verteilt sich auf den Konzernbereich Automobile in Höhe von - 0,4 Mrd. € sowie auf den Finanzdienstleistungsbereich in Höhe von 0,1 Mrd. €. Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus der Realisierung von Währungsumrechnungseffekten in Höhe von - 0,3 Mrd. €, welche aus der Währungsumrechnungsrücklage in die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen umgegliedert wurden.

ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE BETEILIGUNGEN

Die Zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden von Tochtergesellschaften der Volkswagen Financial Services und Porsche jeweils in Russland sowie der MAN Energy Solutions im Zusammenhang mit dem Gasturbinengeschäft und der EURO-Leasing GmbH wurden gemäß IFRS 5 zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten angesetzt.

SONDEREINFLÜSSE

Sondereinflüsse umfassen bestimmte Sachverhalte im Abschluss, deren gesonderte Angabe nach Einschätzung des Vorstands nützlich ist, um den wirtschaftlichen Erfolg besser beurteilen zu können.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 waren im Zusammenhang mit der Dieselthematik keine wesentlichen Sondereinflüsse zu erfassen.

ERTRAGSLAGE

Ertragslage des Konzerns

Der Volkswagen Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 156,3 Mrd. € und übertraf damit den Vorjahreswert um 18,2 %. Der gestiegene Fahrzeugabsatz sowie die verbesserte Preispositionierung standen einer negativen Wechselkursentwicklung gegenüber. Der Vorjahreszeitraum war noch stärker durch eine eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Engpässen bei der Teileversorgung negativ beeinflusst. Der Volkswagen Konzern generierte 81,7 (82,2) % seiner Umsatzerlöse im Ausland. Das Bruttoergebnis war mit 30,9 Mrd. € um 4,5 Mrd. € höher als ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge belief sich auf 19,8 (20,0) %.

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 lag das Operative Ergebnis des Volkswagen Konzerns bei 11,3 (12,8) Mrd. €. Die operative Umsatzrendite entsprach 7,3 (9,7) %. Verbesserungen insbesondere im Volumen sowie der Preispositionierung hatten einen positiven Einfluss auf das Operative Ergebnis, gestiegene Produktkosten (insbesondere für Rohstoffe) verringerten es. Die Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting (insbesondere Rohstoffsicherungen) belastete das Operative Ergebnis in Höhe von - 2,5 Mrd. €, während sie im Vergleichszeitraum 2022 das Ergebnis um + 0,9 Mrd. € erhöhte. Zusätzlich führte die Entkonsolidierung der Volkswagen Group Rus und ihrer Tochtergesellschaften zu einem Verlust von 0,4 Mrd. €. Im Vorjahr waren Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen bei SEAT zu berücksichtigen, außerdem Sondereinflüsse im Zusammenhang mit der Dieselthematik in Höhe von - 0,4 Mrd. €, während Effekte aus Derivaten im Finanzdienstleistungsbereich positiv wirkten.

Das Finanzergebnis betrug 0,6 (1,2) Mrd. €. Das Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen fiel geringer aus als ein Jahr zuvor. Im Zinsergebnis standen höhere Zinserträge gestiegenen Zinsaufwendungen gegenüber. Die im übrigen Finanzergebnis unter anderem enthaltenen negativen Wechselkurseinflüsse wurden im Berichtszeitraum durch das positive Wertpapier- und Fondsergebnis mehr als ausgeglichen, das im Vorjahreszeitraum insbesondere infolge des Russland-Ukraine-Konflikts belastet war. Anpassungen der Buchwerte von Beteiligungsgesellschaften aufgrund von Börsenkursentwicklungen und Wertminderungstests führten zu einem nicht zahlungswirksamen Aufwand.

Das Ergebnis vor Steuern des Volkswagen Konzerns verringerte sich im ersten Halbjahr 2023 um 2,2 Mrd. € auf 11,9 Mrd. €. Das Ergebnis nach Steuern nahm im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Mrd. € auf 8,5 Mrd. € ab.

OPERATIVES ERGEBNIS VOR SONDEREINFLÜSSEN NACH QUARTALEN

Volkswagen Konzern in Mio. €

Ertragslage im Konzernbereich Automobile

In den ersten sechs Monaten 2023 verbesserte der Konzernbereich Automobile seine Umsatzerlöse um 21,5 Mrd. € auf 130,6 Mrd. €. Gründe hierfür waren vor allem das gestiegene Volumen sowie die positive Entwicklung in der Preispositionierung. Wechselkurseffekte wirkten gegenläufig. Im Vorjahreszeitraum hatten Engpässe bei der Teileversorgung einen noch negativeren Einfluss. Die Bereiche Pkw und Power Engineering verzeichneten deutlich über dem Vorjahr liegende Umsatzerlöse, während sie im Bereich Nutzfahrzeuge den Vorjahreswert stark übertrafen. Da unsere chinesischen Joint Ventures At Equity bilanziert werden, schlägt sich die Geschäftsentwicklung des Konzerns auf dem chinesischen Pkw-Markt im Wesentlichen nur in Form von Lieferungen von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen in den Umsatzerlösen des Konzerns nieder.

ERTRAGSLAGE IN DEN BEREICHEN PKW, NUTZFAHRZEUGE UND POWER ENGINEERING VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI

Mio. € 2023 20221
Pkw
Umsatzerlöse 106.362 89.820
Operatives Ergebnis 7.118 8.979
Operative Umsatzrendite (in %) 6,7 10,0
Nutzfahrzeuge
Umsatzerlöse 22.331 17.613
Operatives Ergebnis 1.796 618
Operative Umsatzrendite (in %) 8,0 3,5
Power Engineering
Umsatzerlöse 1.875 1.632
Operatives Ergebnis 206 129
Operative Umsatzrendite (in %) 11,0 7,9

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Die infolge der Inflation im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt höheren Produktkosten (insbesondere für Rohstoffe) und die gestiegenen ergebniswirksam verrechneten Forschungs- und Entwicklungskosten trugen dazu bei, dass die Kosten der Umsatzerlöse gegenüber Vorjahr deutlich stiegen; ihr Anteil an den Umsatzerlösen ging jedoch zurück. Aufgrund des überproportionalen Anstiegs der Umsatzerlöse im Verhältnis zu den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten war die Forschungs- und Entwicklungskostenquote (F&E-Quote des Konzernbereichs Automobile) im Berichtszeitraum mit 7,8 (8,5) % niedriger als ein Jahr zuvor.

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 erhöhten sich sowohl die Vertriebskosten unter anderem infolge gestiegener Logistikkosten als auch die Verwaltungskosten; ihr jeweiliger Anteil an den Umsatzerlösen verringerte sich. Das Sonstige betriebliche Ergebnis belief sich auf -3,2 (0,8) Mrd. €. Der Berichtszeitraum war durch negative Effekte aus der Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting insbesondere für Rohstoffe belastet, während diese Effekte im Vorjahreszeitraum positiv wirkten.

Im ersten Halbjahr 2023 erzielte der Konzernbereich Automobile ein Operatives Ergebnis in Höhe von 9,1 (9,7) Mrd. €. Die operative Umsatzrendite belief sich auf 7,0 (8,9) %. Der Rückgang gegenüber Vorjahr ergab sich im Wesentlichen aus den Bewertungseffekten von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting sowie aus höheren Produktkosten, insbesondere für Rohstoffe. Gestiegene Volumina und Verbesserungen in der Preispositionierung konnten diese Belastungen nicht vollständig kompensieren.

Von der Geschäftsentwicklung unserer At Equity einbezogenen chinesischen Gemeinschaftsunternehmen profitieren wir im Operativen Ergebnis im Wesentlichen nur in Form von Lieferungen von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen sowie Lizenzeinnahmen, da die Ergebnisse dieser Joint Ventures im Finanzergebnis bilanziert werden.

Ertragslage im Finanzdienstleistungsbereich

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 verzeichnete der Konzernbereich Finanzdienstleistungen Umsatzerlöse in Höhe von 25,7 Mrd. €; ein Plus von 11,0 %. Sehr stark gestiegene Zinsaufwendungen führten zu einem überproportionalen Anstieg innerhalb der Kosten der Umsatzerlöse. In der Folge verringerte sich das Bruttoergebnis um 0,6 Mrd. € auf 4,2 Mrd. €.

Das Operative Ergebnis des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen ging um 0,9 Mrd. € auf 2,2 Mrd. € zurück. Neben den gestiegenen Zinsaufwendungen waren vor allem negative Effekte aus Derivaten, die im Vorjahreszeitraum positiv gewirkt hatten, ein Grund für die Verfehlung des Vorjahreswertes. Die operative Umsatzrendite nahm auf 8,7 (13,4) % ab.

FINANZLAGE

Finanzielle Situation des Konzerns

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 erzielte der Volkswagen Konzern einen Brutto-Cashflow in Höhe von 26,0 (25,5) Mrd. €. Die im Ergebnis enthaltenen zahlungsunwirksamen Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften sind in der Kapitalflussrechnung zu eliminieren. Im Vorjahresvergleich ist zudem der 2022 noch nicht gefasste Dividendenbeschluss der FAW-Volkswagen zu berücksichtigen. Die Veränderung im Working Capital lag bei - 18,9 (- 8,5) Mrd. €. Gründe für die Veränderung gegenüber Vorjahr waren ein höherer Aufbau der Vorräte, Forderungen und Vermieteten Vermögenswerte. Der Cashflow aus dem laufenden Geschäft ging in der Folge um 9,9 Mrd. € auf 7,1 Mrd. € zurück.

Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts des Volkswagen Konzerns erhöhte sich im Berichtszeitraum um 0,4 Mrd. € auf 11,9 Mrd. € durch gestiegene Sachinvestitionen und Zugänge aktivierter Entwicklungskosten. Im Vorjahr war der gesamte auf Volkswagen entfallende und in die Green Mobility Holding eingelegte Kaufpreisanteil in Höhe von 1,7 Mrd. € für den Erwerb von Europcar zu berücksichtigen.

FINANZIELLE SITUATION IN DEN BEREICHEN PKW, NUTZFAHRZEUGE UND POWER ENGINEERING VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI

Mio. € 2023 20221
Pkw
Brutto-Cashflow 16.844 15.180
Veränderung Working Capital -4.635 -1.050
Cashflow laufendes Geschäft 12.209 14.131
Investitionstätigkeit laufendes Geschäft -10.749 -10.495
Netto-Cashflow 1.460 3.636
Nutzfahrzeuge
Brutto-Cashflow 2.664 1.875
Veränderung Working Capital -1.171 -2.549
Cashflow laufendes Geschäft 1.492 -674
Investitionstätigkeit laufendes Geschäft -473 -789
Netto-Cashflow 1.019 -1.464
Power Engineering
Brutto-Cashflow 290 196
Veränderung Working Capital -254 -48
Cashflow laufendes Geschäft 35 147
Investitionstätigkeit laufendes Geschäft -45 -26
Netto-Cashflow -10 121

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

In der Finanzierungstätigkeit waren die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Volkswagen AG in Höhe von 4,4 Mrd. € sowie die Zahlung der Sonderdividende an die Aktionäre der Volkswagen AG, die im Zusammenhang mit dem im Vorjahr durchgeführten Börsengang der Porsche AG stand, zu berücksichtigen.

Insgesamt ergab sich im ersten Halbjahr 2023 ein Mittelzufluss in Höhe von 3,0 Mrd. €, der auch die Aufnahme und Tilgung von Anleihen und anderen Finanzschulden berücksichtigt. Im Vorjahreszeitraum flossen Mittel in Höhe von 9,2 Mrd. € ab, die auch die Rückzahlung und Aufnahme von Hybridanleihen umfassten. Am Ende des Berichtszeitraums belief sich der Zahlungsmittelbestand laut Kapitalflussrechnung des Volkswagen Konzerns auf 37,2 (33,9) Mrd. €.

Ende Juni 2023 lag die Nettoliquidität des Volkswagen Konzerns bei -142,2 Mrd. €; am Jahresende 2022 hatte sie - 125,8 Mrd. € betragen.

Finanzielle Situation im Konzernbereich Automobile

Im ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftete der Konzernbereich Automobile einen Brutto-Cashflow, der mit 19,8 Mrd. € den Vorjahreswert um 2,5 Mrd. € übertraf. Die im Ergebnis enthaltenen zahlungsunwirksamen Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften sind in der Kapitalflussrechnung zu eliminieren. Im Vorjahresvergleich ist zudem der in 2022 noch nicht gefasste Dividendenbeschluss der FAW-Volkswagen zu berücksichtigen. Die Veränderung im Working Capital lag bei - 6,1 (-3,6) Mrd. € und resultierte im Vorjahresvergleich im Wesentlichen aus einem höheren Aufbau der Vorräte, unter anderem infolge von Störungen der Logistikketten und einem gestiegenen Forderungsaufbau.

Der Cashflow aus dem laufenden Geschäft lag nahezu unverändert bei 13,7 (13,6) Mrd. €.

Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts bewegte sich im Zeitraum Januar bis Juni 2023 mit 11,3 (11,3) Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die darin enthaltenen Sachinvestitionen (Investitionen in Sachanlagen, Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und Immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungskosten) erhöhten sich um 1,5 Mrd. € auf 5,6 Mrd. €. Die Sachinvestitionsquote lag bei 4,3 (3,7) %. Wesentliche Anteile der Sachinvestitionen flossen vornehmlich in unsere Fertigungsstandorte und in Modelle, die wir in diesem und im kommenden Jahr in den Markt einführen, die Elektrifizierung und Digitalisierung unserer Produkte sowie die Weiterentwicklung der modularen und rein elektrischen Baukästen und Plattformen. Die Zugänge zu den aktivierten Entwicklungskosten stiegen im Berichtszeitraum auf 5,2 (4,8) Mrd. €. Die Position "Erwerb und Verkauf von Beteiligungen" belief sich auf - 0,6 (- 2,6) Mrd. € und enthielt vor allem strategische Investitionen in diverse Unternehmen. Im Vorjahr war hierin der gesamte auf Volkswagen entfallende und in die Green Mobility Holding eingelegte Kaufpreisanteil in Höhe von 1,7 Mrd. € für den Erwerb von Europcar zu berücksichtigen.

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 verbesserte sich der Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Mrd. € auf 2,5 Mrd. €.

Die Finanzierungstätigkeit berücksichtigt die Aufnahme und Tilgung von Anleihen und Veränderungen der übrigen Finanzschulden und verzeichnete im ersten Halbjahr 2023 einen Mittelabfluss in Höhe von 12,8 Mrd. €. Dieser resultierte im Wesentlichen aus der Dividendenzahlung an die Aktionäre der Volkswagen AG sowie der Zahlung der Sonderdividende an die Aktionäre der Volkswagen AG im Zusammenhang mit dem Börsengang der Porsche AG. Im Vorjahreszeitraum ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 2,8 Mrd. €.

In der Folge lag die Nettoliquidität des Konzernbereichs Automobile Ende Juni 2023 bei 33,6 Mrd. €; am 31. Dezember 2022 waren es 43,0 Mrd. €.

Finanzielle Situation im Finanzdienstleistungsbereich

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 verzeichnete der Konzernbereich Finanzdienstleistungen einen Brutto-Cashflow in Höhe von 6,2 (8,2) Mrd. €. Der Rückgang gegenüber Vorjahr ergab sich unter anderem aus dem schwächeren Ergebnis. Die Veränderung im Working Capital belief sich auf -12,8 (- 4,9) Mrd. € und führte zu einer gestiegenen Mittelbindung, die gegenüber Vorjahr hauptsächlich aus einem höheren Aufbau der Forderungen und Vermieteten Vermögenswerte resultierte. Ein höherer Aufbau der Verbindlichkeiten wirkte dem entgegen. Der Cashflow aus dem laufenden Geschäft ging in der Folge um 10,0 Mrd. € auf - 6,7 Mrd. € zurück.

Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts lag bei 0,6 (0,2) Mrd. €.

In der Finanzierungstätigkeit des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen flossen im Berichtszeitraum Mittel in Höhe von 15,8 Mrd. € zu. Hierin sind vor allem die Aufnahme und Tilgung von Anleihen sowie übrige Finanzschulden enthalten. Im Vorjahreszeitraum kam es zu einem Mittelabfluss in Höhe von 6,4 Mrd. €.

Am Ende des zweiten Quartals 2023 belief sich die branchenüblich negative Nettoliquidität des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen auf - 175,8 Mrd. €; am 31. Dezember 2022 hatte sie -168,8 Mrd. € betragen.

VERMÖGENSLAGE

Bilanzstruktur des Konzerns

Am 30. Juni 2023 wies der Volkswagen Konzern eine Bilanzsumme in Höhe von 581,3 Mrd. € aus. Das waren 3,1 % mehr als am Jahresende 2022. Die Bilanzsumme berücksichtigt zum Stichtag die Umsetzung der neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen (IFRS 17), die zu einer Bilanzverkürzung führten. Der Wert zum Jahresende 2022 wurde entsprechend retrospektiv angepasst. Das Eigenkapital stieg im Wesentlichen aufgrund des positiven Ergebnisses um 2,6 Mrd. € auf 181,0 Mrd. € an. Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf 31,1 (31,6) %.

BILANZSTRUKTUR IN DEN BEREICHEN PKW, NUTZFAHRZEUGE UND POWER ENGINEERING

Mio. € 30.06.2023 31.12.20221
Pkw
Langfristige Vermögenswerte 140.047 142.467
Kurzfristige Vermögenswerte 105.798 105.055
Bilanzsumme 245.845 247.522
Eigenkapital 119.667 119.654
Langfristige Schulden 69.212 71.632
Kurzfristige Schulden 56.966 56.236
Nutzfahrzeuge
Langfristige Vermögenswerte 34.601 34.620
Kurzfristige Vermögenswerte 15.723 14.184
Bilanzsumme 50.324 48.804
Eigenkapital 15.444 13.804
Langfristige Schulden 16.221 16.252
Kurzfristige Schulden 18.659 18.748
Power Engineering
Langfristige Vermögenswerte 1.555 1.579
Kurzfristige Vermögenswerte 3.593 3.491
Bilanzsumme 5.148 5.070
Eigenkapital 2.542 2.495
Langfristige Schulden 433 432
Kurzfristige Schulden 2.173 2.143

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Bilanzstruktur im Konzernbereich Automobile

Ende Juni 2023 fielen die Immateriellen Vermögenswerte im Konzernbereich Automobile insbesondere aufgrund gestiegener Aktivierungen von Entwicklungskosten höher aus als im Vorjahr. Die Sachanlagen waren gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2022 nahezu unverändert, da die Abschreibungen die Zugänge in Sachinvestitionen annähernd kompensierten. Die At Equity bewerteten Anteile verringerten sich unter anderem aufgrund von Wertberichtigungen infolge von Börsenkursentwicklungen und Wertminderungstests, der Dividendenbeschlüsse sowie durch die konzerninterne Umgliederung der Beteiligung an Europcar in den Finanzdienstleistungsbereich. Insgesamt lagen die Langfristigen Vermögenswerte mit 176,2 (178,7) Mrd. € unter dem Niveau vom Jahresende 2022.

Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen auf 125,1 (122,7) Mrd. €. Die darin enthaltenen Vorräte erhöhten sich unter anderem aufgrund von Störungen der Logistikketten. Die kurzfristigen Sonstigen Forderungen und finanziellen Vermögenswerte lagen über dem Wert vom 31. Dezember 2022, Gründe waren im Wesentlichen volumenbedingt gestiegene Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Zahlungsmittelbestand im Konzernbereich Automobile erhöhte sich leicht um 0,3 Mrd. € auf 23,4 Mrd. €. Der Bestand an Wertpapieren verringerte sich um 11,2 Mrd. € auf 21,7 Mrd. €.

Die Position "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" umfasst die Buchwerte der Vermögenswerte von zur Veräußerung vorgesehener Tochtergesellschaften von Volkswagen Financial Services und Porsche sowie Vermögenswerte der MAN Energy Solutions und der EURO-Leasing GmbH. Die Position "Zur Veräußerung gehaltene Schulden" beinhaltet die Buchwerte der zugehörigen Schulden.

Das Eigenkapital des Konzernbereichs Automobile war mit 137,7 Mrd. € um 1,3 % höher als am Jahresende 2022. Hierzu trug vor allem das positive Ergebnis des Berichtszeitraums bei. Auch die Anteile von Minderheiten am Eigenkapital stiegen entsprechend spürbar an und waren im Wesentlichen den Minderheitsaktionären des Porsche AG Konzerns und der TRATON Group zuzurechnen. Die Eigenkapitalquote belief sich auf 45,7 (45,1) %.

Die Langfristigen Schulden verringerten sich um 2,4 Mrd. € auf 85,9 Mrd. €. Die darin enthaltenen langfristigen Finanzschulden nahmen vor allem aufgrund von Umgliederungen vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich aufgrund kürzerer verbleibender Restlaufzeiten ab.

Die Kurzfristigen Schulden stiegen leicht um 0,7 Mrd. € auf 77,8 Mrd. €. Die kurzfristigen Finanzschulden lagen bei - 9,7 (- 11,0) Mrd. €. Die Werte des Automobilbereichs enthalten auch die Eliminierung konzerninterner Beziehungen zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen. Da die kurzfristigen Finanzschulden des originären Konzernbereichs Automobile geringer waren als die an den Finanzdienstleistungsbereich gewährten Darlehen, war der auszuweisende Wert in beiden Zeiträumen negativ. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich volumenbedingt im Vergleich zum Jahresende 2022 um 9,0 %. Die kurzfristigen Sonstigen Schulden gingen vor allem aufgrund der im Dezember 2022 beschlossenen und im Januar 2023 ausgezahlten Sonderdividende zurück. Gegenläufig wurde hier der Zahlungsanspruch gegenüber der Porsche SE aus der zweiten Tranche der Stammaktien der Porsche AG verrechnet.

Am 30. Juni 2023 wies der Konzernbereich Automobile mit 301,3 (301,4) Mrd. € eine Bilanzsumme aus, die auf dem Niveau vom 31. Dezember 2022 lag.

Bilanzstruktur im Finanzdienstleistungsbereich

Mit 280,0 Mrd. € verzeichnete der Konzernbereich Finanzdienstleistungen Ende Juni 2023 eine um 6,6 % höhere Bilanzsumme als Ende 2022. Die Bilanzsumme berücksichtigt zum Stichtag die Umsetzung der neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen (IFRS 17), die zu einer Bilanzverkürzung führten. Der Wert zum Jahresende 2022 wurde entsprechend retrospektiv angepasst.

Die Langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2022 auf 167,7 (161,2) Mrd. €. Die hierin enthaltenen At Equity bewerteten Anteile nahmen unter anderem aufgrund der konzerninternen Umgliederung der Beteiligung an Europcar in den Finanzdienstleistungsbereich zu.

Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 10,7 % auf 112,3 Mrd. €. Die darin enthaltenen kurzfristigen Sonstigen Forderungen und finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich unter anderem aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Am 30. Juni 2023 lag der Zahlungsmittelbestand im Finanzdienstleistungsbereich bei 13,8 (6,1) Mrd. €.

Am Ende des ersten Halbjahres 2023 entfielen rund 48,2 (46,6) % der Aktiva des Volkswagen Konzerns auf den Finanzdienstleistungsbereich.

Ende Juni 2023 übertraf das Eigenkapital des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen mit 43,3 Mrd. € ergebnisbedingt den Wert am Bilanzstichtag 2022 um 2,2 %. Die Eigenkapitalquote lag bei 15,5 (16,1) %.

Die Langfristigen Schulden im Finanzdienstleistungsbereich stiegen auf 116,4 (114,6) Mrd. € gegenüber Jahresende 2022 an. Die darin enthaltenen langfristigen Finanzschulden und langfristigen sonstigen Schulden legten zu. Die Kurzfristigen Schulden erhöhten sich vor allem aufgrund gestiegener kurzfristiger Finanzschulden.

Das Einlagevolumen aus dem Direktbankgeschäft erhöhte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2022 auf 35,1 (26,7) Mrd. €.

PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Auf Basis der erreichten Ergebnisse haben wir nach dem ersten Quartal 2023 unsere Prognose für das Operative Ergebnis des Bereichs Nutzfahrzeuge angehoben und gehen von einer operativen Umsatzrendite zwischen 7 und 8 % aus.

Die Auslieferungen an Kunden erwarten wir aufgrund von Engpässen in der Teileversorgung, Störungen der Logistikketten sowie der aktuellen Entwicklungen in den Märkten nun zwischen 9 und 9,5 Mio. Fahrzeugen.

Für den Bereich Power Engineering heben wir unsere Erwartung an die Umsatzerlöse an, während wir für den Konzernbereich Finanzdienstleistungen von geringeren Umsatzerlösen bei einem gleichzeitig verbesserten Operativen Ergebnis ausgehen.

Im Konzernbereich Automobile gehen wir für die bisher prognostizierte F&E-Quote von rund 8 % nunmehr von einer Bandbreite zwischen 8 und 8,5 % aus. Für die Sachinvestitionsquote, die wir bisher mit rund 6,5 % angenommen haben, rechnen wir mit einem Korridor zwischen 6 und 6,5 %. Die Störungen der Logistikketten führen auch zu einem Aufbau des Working Capital und in der Folge zu einem geringer erwarteten, aber dennoch deutlich bis stark über dem Vorjahr liegenden Netto-Cashflow.

Die Prognose für alle übrigen Spitzenkennzahlen bleibt unverändert. Den Ausblick für das Geschäftsjahr 2023 finden Sie auf Seite 32.

Rechtsstreitigkeiten

Dieselthematik

1. Straf- und Verwaltungsverfahren weltweit (exklusive USA/Kanada)

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führte Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs im Zusammenhang mit Motoren des Typs EA 288. Das Verfahren gegen die beschuldigten Mitarbeiter sowie die Volkswagen AG wurde Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 gegen drei Beschuldigte gegen Zahlung einer Geldauflage endgültig und gegen vier Beschuldigte vorläufig eingestellt.

Das Landgericht München II hat in dem im Juni 2020 eröffneten Strafverfahren unter anderem wegen des Vorwurfs des Betrugs im Zusammenhang mit der Dieselthematik betreffend 3.0 l und 4.2 l TDI-Motoren Ende Juni 2023 ein Urteil erlassen. Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender der AUDI AG und die weiteren beiden Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen, deren Vollstreckung jeweils zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt. Als Bewährungsauflagen wurden jeweils unter anderem Geldauflagen festgesetzt. Das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig, alle drei Angeklagten sowie die Staatsanwaltschaft haben Revision eingelegt. Gegen einen weiteren ehemals Angeklagten hat das Landgericht München II das Verfahren im April 2023 gegen Geldauflage eingestellt.

Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte Ende Februar 2023 einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erstinstanzlich stattgegeben und den Freigabebescheid für ein Softwareupdate für bestimmte ältere Modelle des Golf Plus aufgehoben, soweit dieser das Thermofenster, die Höhenkorrektur und die Taxischaltung als zulässige Abschalteinrichtungen einstufte. Beim sogenannten Thermofenster handelt es sich um eine temperaturabhängige Abgasrückführung. Mit Höhenkorrektur wird eine höhenabhängige Abgasrückführung bezeichnet. Unter Taxischaltung ist eine von der Zeitspanne eines im Leerlauf betriebenen Fahrzeugs abhängige Abgasrückführung zu verstehen. Die Volkswagen AG ist Beigeladene in dem Verfahren. Die Volkswagen AG und das KBA haben Ende April 2023 Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Schleswig eingelegt. Die Entscheidung ist damit nicht rechtskräftig. Die DUH hat beim Verwaltungsgericht Schleswig zwei weitere Klagen eingereicht. Die erste Klage richtet sich gegen Freigabebescheide für weitere mit Motoren des Typs EA 189 sowie mit ausgewählten V-TDI-Motoren ausgestattete Fahrzeuge der Marken Audi und Porsche, die zweite Klage richtet sich gegen sämtliche EU5 und EU6b/c Dieselfahrzeuge des Konzerns.

2. Produktbezogene Klagen weltweit (exklusive USA/Kanada)

In Brasilien hat das Berufungsgericht in der zweiten verbraucherrechtlichen Sammelklage, die rund 67 Tsd. Amarok-Fahrzeuge betrifft, im Juni 2023 das Rechtsmittel der Klägerin gegen das klageabweisende erstinstanzliche Urteil aus Oktober 2021 zurückgewiesen.

In den Niederlanden hat die Diesel Emissions Justice Foundation ihre Berufung gegen das Zwischenurteil aus März 2022 in dem auf Zahlung von Schadensersatz gerichteten Sammelklageverfahren ausschließlich auf die Anwendbarkeit des neuen Sammelklageregimes beschränkt, sodass die Entscheidung des Gerichts in Amsterdam in Bezug auf seine Unzuständigkeit für Klagen von Verbrauchern außerhalb der Niederlande final und bindend ist.

In Portugal hat der Supreme Court im Juli 2023 die Sammelklage mangels Klagebefugnis der klagenden Verbraucherorganisation als unzulässig abgewiesen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Ende Juni 2023 Urteile in Verfahren gegen die Volkswagen AG und AUDI AG verkündet, in denen es um die Umsetzung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu möglichen Ansprüchen von Käufern aus dem europäischen Typgenehmigungsrecht in deutsches Recht geht. Der BGH entschied, dass Klägern beim fahrlässigen Einsatz einer unzulässigen Abschalteinrichtung ein Anspruch auf Ersatz eines Differenzschadens von 5 % bis 15 % des Kaufpreises grundsätzlich zusteht. Ob dieser Anspruch im Einzelfall vorliegt, müssen die Berufungsgerichte klären. Der BGH führte aus, dass ohne Bedeutung sei, ob die Grenzwerte im NEFZ-Testverfahren auch bei veränderter Funktion eingehalten würden. Nach dem BGH entfällt die Haftung, wenn den Hersteller kein Verschulden trifft, etwa weil die zuständige Behörde die Abschalteinrichtung in ihrer konkreten Ausgestaltung und unter Berücksichtigung festgestellter Kombinationen von Abschalteinrichtungen genehmigt hat oder auf Nachfrage genehmigt hätte. Im Falle eines grundsätzlichen Anspruchs auf Ersatz des Differenzschadens muss sich der Käufer zudem Nutzungsvorteile und den Wert des Fahrzeugs anrechnen lassen, soweit diese den geminderten Wert des Fahrzeugs übersteigen. Auch ein durchgeführtes Softwareupdate kann schadensmindernd zu berücksichtigen sein.

3. Anlegerklagen weltweit (exklusive USA/Kanada)

Im Kapitalanleger-Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig hat das Gericht im März 2023 einen Hinweisbeschluss erlassen und in Anbetracht der unabsehbar langen weiteren Verfahrensdauer angeregt, dass die Parteien jeweils ihre Bereitschaft zum Eintritt in außergerichtliche Vergleichsverhandlungen prüfen. Die Volkswagen AG hat unbeschadet ihres Rechtsstandpunkts signalisiert, dass sie bereit sei, über den Vorschlag des Oberlandesgerichts Braunschweig nachzudenken. Im Juli 2023 hat das Oberlandesgericht Braunschweig einen Beweisbeschluss erlassen und die Vernehmung zahlreicher Personen sowie die Vorlage und Beiziehung von Urkunden angeordnet. Die angeordnete Beweiserhebung konzentriert sich zunächst auf die Frage der, nach dem Erkenntnisstand der Volkswagen AG fehlenden, Kenntnis des Konzernvorstands, einzelner Konzernvorstandsmitglieder und/oder einzelner Mitglieder der Ad-hoc-Clearingstelle der Volkswagen AG über den Einbau von nach US-Recht unzulässigen Umschalteinrichtungen in Fahrzeugen der Volkswagen AG sowie die Vorstellungen dieses Personenkreises über etwaige Kursauswirkungen der ihnen jeweils vorliegenden Informationen. Mit den Vernehmungen soll im Herbst 2023 begonnen werden.

Im Musterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), an dem die Volkswagen AG als Nebenintervenientin beteiligt ist, hat das Oberlandesgericht Stuttgart Ende März 2023 einen Musterentscheid erlassen. Auf Basis der im Musterentscheid getroffenen Feststellungen und des gegenwärtigen Stands des Prozessinhalts in den Ausgangsverfahren wären im Ergebnis alle ausgesetzten Anlegerklagen gegen die Porsche SE abzuweisen. Der Musterentscheid ist nicht rechtskräftig. Gegen den Musterentscheid haben die Musterklägerin, mehrere Beigeladene und die Porsche SE Rechtsbeschwerde zum BGH eingelegt. Die Volkswagen AG hat den Beitritt als Streithelferin zur Rechtsbeschwerde der Porsche SE erklärt.

4. Sonderprüfung

Nachdem das Bundesverfassungsgericht mit im November 2022 bekanntgegebenen Beschlüssen den beiden Verfassungsbeschwerden der Volkswagen AG stattgegeben hat, wurde infolge der Stattgabe das bis zu den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ruhende Verfahren beim Landgericht Hannover wieder aufgenommen. Gegenstand dieses Verfahrens ist ein Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers bei der Volkswagen AG, der auf die Prüfung von Vorgängen im Zusammenhang mit der Dieselthematik gerichtet ist.

Weitere wesentliche Rechtsstreitigkeiten

Im Juli 2021 hatte die Europäische Kommission gegen die Volkswagen AG, die AUDI AG und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG im Rahmen einer Settlement-Entscheidung ein Gesamtbußgeld in Höhe von rund 502 Mio. € verhängt. Volkswagen verzichtete auf die Einlegung von Rechtsmitteln, sodass die Entscheidung 2021 rechtskräftig geworden ist. Der Gegenstand der Entscheidung beschränkt sich inhaltlich auf die Kooperation deutscher Automobilhersteller zu einzelnen technischen Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung von SCR (Selective Catalytic Reduction)-Systemen für Pkw, die im Europäischen Wirtschaftsraum verkauft worden sind. Andere Verhaltensweisen wie Preisabsprachen oder die Aufteilung von Märkten und Kunden werden den Herstellern nicht vorgeworfen. Die Koreanische Wettbewerbsbehörde KFTC hat im April 2023 auf der Grundlage des EU-Sachverhalts die im Februar 2023 in ihrer Pressemitteilung angekündigte Bußgeldentscheidung bekanntgegeben. Wie angekündigt wurde gegen die Volkswagen AG kein Bußgeld verhängt und ist die Porsche AG nicht von der Entscheidung betroffen. Gegen die AUDI AG wurde ein Bußgeld von umgerechnet knapp 3 Mio. € verhängt. Die AUDI AG und die Volkswagen AG haben vor dem zuständigen Gericht in Seoul/Korea Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt.

Die englische Kartellbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat im April 2023 Rechtsmittel gegen das Urteil aus Februar 2023 eingelegt, mit dem einer Klage ("judicial review") der Volkswagen AG stattgegeben wurde. Gegenstand der Klage sind nach Auffassung der Volkswagen AG kompetenzüberschreitende Auskunftsverlangen der CMA gegenüber der Volkswagen AG im Zusammenhang mit einer Untersuchung der CMA mit Bezug zur Volkswagen Group UK. Die Volkswagen AG prüft unverändert Möglichkeiten einer verhältnismäßigen Kooperation mit der CMA.

Die beiden von Greenpeace begleiteten Klagen gegen die Volkswagen AG, durch welche die Volkswagen AG dazu verpflichtet werden sollte, unter anderem stufenweise die Produktion und das Inverkehrbringen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu reduzieren und bis 2029 komplett einzustellen sowie Treibhausgasemissionen aus Entwicklung, Produktion und Vertrieb (einschließlich der Nutzung der Fahrzeuge durch Dritte) zu reduzieren sowie zusätzlich so Einfluss auf Konzernunternehmen, Beteiligungen und Joint Ventures auszuüben, dass diese Forderungen auch von diesen erfüllt werden, wurden im Februar 2023 vom Landgericht Braunschweig und vom Landgericht Detmold abgewiesen. Die Kläger haben im März 2023 beim Oberlandesgericht Braunschweig und im April 2023 beim Oberlandesgericht Hamm Berufung gegen die klageabweisenden Urteile eingelegt.

In Russland macht Automobile Plant "GAZ" LLC (GAZ) in mehreren Gerichtsverfahren unter anderem gegenüber der Volkswagen AG angebliche Schadensersatzforderungen in Höhe von insgesamt rund 44 Mrd. Russische Rubel geltend. Von GAZ in diesem Zusammenhang beantragte und zunächst teilweise verhängte Sicherungsmaßnahmen auf die Gesellschaftsanteile an der Volkswagen Group Rus OOO (VGR) sowie das bewegliche und unbewegliche Vermögen der VGR wurden gerichtlich abgelehnt beziehungsweise aufgehoben. Gegen die Ablehnung beziehungsweise Aufhebung der Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf das bewegliche und unbewegliche Vermögen der VGR hat GAZ Rechtsmittel eingelegt, das zwischenzeitlich in der zweiten Instanz abgewiesen wurde. Im Mai 2023 hat die Volkswagen AG den Verkauf ihrer Anteile an der VGR und ihren lokalen Tochtergesellschaften an die Art-Finance LLC abgeschlossen und das Eigentum an den Anteilen der VGR und ihrer lokalen Tochtergesellschaften mit Registrierung der Transaktion auf die Käuferin übertragen. Im Juni 2023 wurde die VGR in AGR LLC umbenannt. Die Volkswagen AG verteidigt sich in allen Verfahren.

Weitergehende Angaben zu den Schätzungen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen sowie Angaben zu Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe oder der Fälligkeit von Beträgen der Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit den Rechtsrisiken werden gemäß IAS 37.92 nicht gemacht, um die Ergebnisse der Verfahren und die Interessen des Unternehmens nicht zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus ergaben sich im Berichtszeitraum gegenüber den Ausführungen zur voraussichtlichen Entwicklung des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2023 in den Kapiteln "Prognosebericht" und "Risiko- und Chancenbericht" - einschließlich des Abschnitts "Rechtsrisiken" - des zusammengefassten Lageberichts im Geschäftsbericht 2022 keine wesentlichen Änderungen.

Ausblick für das Jahr 2023

Unseren Planungen liegt die Annahme zugrunde, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 insgesamt mit einer verringerten Dynamik wachsen wird. Die anhaltend hohe Inflation in vielen Regionen und die daraus resultierenden restriktiven geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken sollten sich zunehmend negativ auf die private Nachfrage auswirken. Risiken sehen wir weiterhin in protektionistischen Tendenzen, in Turbulenzen auf den Finanzmärkten sowie in strukturellen Defiziten in einzelnen Ländern. Die Wachstumsaussichten werden zudem von anhaltenden geopolitischen Spannungen und Konflikten belastet; weiterhin birgt der Russland-Ukraine-Konflikt Risiken. Darüber hinaus können Risiken im Zusammenhang mit dem möglichen Auftreten neuer Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2, insbesondere regionale Ausbrüche und damit verbundene Maßnahmen, nicht ausgeschlossen werden. Wir gehen davon aus, dass sowohl die fortgeschrittenen Volkswirtschaften als auch die Schwellenländer im Durchschnitt eine positive Dynamik aufweisen werden, wenngleich mit unterdurchschnittlichen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Entwicklung der Automobilbranche ist eng an den Verlauf der Weltwirtschaft gekoppelt. Wir rechnen auf den internationalen Automobilmärkten mit einer weiter zunehmenden Wettbewerbsintensität. Unsicherheiten können sich aus anhaltenden Engpässen bei Vorprodukten und Rohstoffen ergeben. Diese können sich zusätzlich durch die Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts verstärken und insbesondere zu steigenden Preisen und sinkender Verfügbarkeit von Energie führen.

Wir erwarten, dass sich die Märkte für Pkw im Jahr 2023 in den einzelnen Regionen uneinheitlich entwickeln werden. Insgesamt wird das weltweite Verkaufsvolumen von Neufahrzeugen voraussichtlich spürbar über dem des Vorjahres liegen. In Westeuropa rechnen wir für 2023 mit einem Neuzulassungsvolumen von Pkw, das deutlich über dem Niveau des Jahres 2022 liegt. Für den deutschen Pkw-Markt gehen wir für 2023 davon aus, dass das Volumen der Neuzulassungen das Vorjahresniveau spürbar übertrifft. Auf den Pkw-Märkten in Zentral- und Osteuropa wird die Zahl der Verkäufe 2023 den Vorjahreswert voraussichtlich deutlich übertreffen - vorbehaltlich der weiteren Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts. Auf den Märkten für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (bis 6,35 t) in Nordamerika rechnen wir für 2023 mit einem Verkaufsvolumen deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Wir gehen davon aus, dass die Neuzulassungen auf den südamerikanischen Märkten 2023 in der Größenordnung des Vorjahres liegen werden. Die Märkte für Pkw in der Region Asien-Pazifik werden 2023 voraussichtlich spürbar über dem Vorjahresniveau liegen.

Auch die Märkte für leichte Nutzfahrzeuge werden sich in den einzelnen Regionen unterschiedlich entwickeln; insgesamt rechnen wir für 2023 mit einem deutlich steigenden Verkaufsvolumen.

Wir erwarten für 2023, dass sich die Neuzulassungen von mittelschweren und schweren Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als 6 t auf den für den Volkswagen Konzern relevanten Märkten im Vorjahresvergleich spürbar positiv entwickeln, mit regional unterschiedlichen Ausprägungen. Auf den für den Volkswagen Konzern relevanten Busmärkten rechnen wir für das Jahr 2023 mit einer insgesamt deutlich steigenden Nachfrage mit unterschiedlichen regionalen Entwicklungen.

Unserer Einschätzung nach werden automobilbezogene Finanzdienstleistungen im Jahr 2023 eine hohe Bedeutung für den weltweiten Fahrzeugabsatz haben.

Wir gehen davon aus, dass die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns im Jahr 2023 unter herausfordernden Marktbedingungen und unter der Annahme einer abnehmenden Intensität von Engpässen bei Vorprodukten, Rohstoffen und in der Logistik zwischen 9 und 9,5 Mio. Fahrzeugen liegen werden.

Herausforderungen ergeben sich insbesondere aus dem konjunkturellen Umfeld, der steigenden Wettbewerbsintensität, volatilen Rohstoff-, Energie- und Devisenmärkten sowie aus verschärften emissionsbezogenen Anforderungen.

Wir erwarten für den Volkswagen Konzern im Jahr 2023, dass die Umsatzerlöse das Vorjahr um 10 bis 15 % übertreffen und die operative Umsatzrendite zwischen 7,5 und 8,5 % liegt. Im Bereich Pkw rechnen wir bei 7 bis 13 % über dem Vorjahreswert liegenden Umsatzerlösen mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 8 und 9 %. Für den Bereich Nutzfahrzeuge gehen wir bei 5 bis 15 % über dem Vorjahr liegenden Umsatzerlösen von einer operativen Umsatzrendite zwischen 7 und 8 % aus. Im Bereich Power Engineering erwarten wir die Umsatzerlöse spürbar über denen des Vorjahres und für das Operative Ergebnis einen niedrigen positiven dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Für den Konzernbereich Finanzdienstleistungen rechnen wir bei deutlich über dem Vorjahr liegenden Umsatzerlösen mit einem Operativen Ergebnis in der Größenordnung von 4 Mrd. €.

Im Konzernbereich Automobile gehen wir für 2023 davon aus, dass die F&E-Quote zwischen 8 und 8,5 % und die Sachinvestitionsquote zwischen 6 und 6,5 % liegt. Im Netto-Cashflow des Jahres 2023 erwarten wir eine deutliche bis starke Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Darin enthalten sind insbesondere steigende Zukunftsinvestitionen sowie Liquiditätsabflüsse aus Mergers & Acquisitions-Aktivitäten für Batteriefabriken, die eine wichtige Säule der Transformation des Volkswagen Konzerns darstellen. Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile wird 2023 voraussichtlich zwischen 35 und 40 Mrd. € liegen; darin berücksichtigt sind die Mittelzu- und -abflüsse im Zusammenhang mit dem Börsengang der Porsche AG. Die Kapitalrendite (RoI) erwarten wir zwischen 12 und 15 %. Es ist unverändert unser erklärtes Ziel, unsere solide Finanzierungs- und Liquiditätspolitik fortzusetzen.

Dieser Bericht enthält Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Volkswagen Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen zur Entwicklung der wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen einzelner Länder, Wirtschaftsräume und Märkte insbesondere für die Automobilbranche, zugrunde, die wir auf Basis der uns vorliegenden Informationen getroffen haben und die wir zurzeit als realistisch ansehen. Die Einschätzungen sind mit Risiken behaftet und die tatsächliche Entwicklung kann von der erwarteten abweichen. Sollten sich wesentliche Parameter bezüglich unserer wichtigsten Absatzmärkte ändern oder sich wesentliche Veränderungen bei den für den Volkswagen Konzern relevanten Währungskursverhältnissen, Energie- und sonstigen Rohstoffen oder in der Teileversorgung ergeben, wird das unsere Geschäftsentwicklung entsprechend beeinflussen. Darüber hinaus kann es auch zu Abweichungen von der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung kommen, wenn sich die im Geschäftsbericht 2022 dargestellten Einschätzungen zu den Faktoren nachhaltiger Wertsteigerung sowie zu Risiken und Chancen anders entwickeln als derzeit von uns erwartet oder sich zusätzliche Risiken beziehungsweise Chancen oder sonstige den Geschäftsverlauf beeinflussende Faktoren ergeben.

Marken und Geschäftsfelder

UMSATZERLÖSE UND OPERATIVES ERGEBNIS NACH MARKEN UND GESCHÄFTSFELDERN

Der Volkswagen Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 156,3 (132,2) Mrd. €. Das Operative Ergebnis belief sich auf 11,3 (13,2) Mrd. €. Während Effekte aus der Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting in den ersten sechs Monaten dieses Jahres negativ wirkten (-2,5 Mrd. €), hatten sie im Vergleichszeitraum des Vorjahres einen positiven Effekt (+ 0,9 Mrd. €). Im Vorjahr fielen Sondereinflüsse im Zusammenhang mit der Dieselthematik in Höhe von 0,4 Mrd. € an.

Im Berichtszeitraum setze die Markengruppe Core 2,4 (2,0) Mio. Fahrzeuge ab, die Umsatzerlöse lagen bei 68,8 (53,0) Mrd. €. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) verbesserte sich auf 3,8 (2,6) Mrd. €.

In den ersten sechs Monaten 2023 konnte die Marke Volkswagen Pkw ihren Absatz um 25,1 % auf 1,5 Mio. Fahrzeuge steigern. Die Modelle der ID.-Familie, der T-Roc, der Tiguan und der Atlas waren besonders beliebt. Auch der neue Taigo wurde stark nachgefragt. Die Umsatzerlöse legten um 28,9 % auf 43,0 Mrd. € zu. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) belief sich auf 1,6 (1,9) Mrd. €. Dabei wirkten höhere Volumen und Preiseffekte positiv; gestiegene Produkt- und Fixkosten sowie die Entkonsolidierung der Volkswagen Group Rus belasteten das Ergebnis.

Die Marke Škoda setzte im Berichtszeitraum 545 Tsd. Fahrzeuge ab; das waren 22,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Zuwächse verzeichneten insbesondere der Enyaq iV und der Octavia. Die Umsatzerlöse nahmen auf 13,7 (10,2) Mrd. € zu. Das Operative Ergebnis konnte volumen- und preisbedingt auf 911 (676) Mio. € zulegen. Wechselkurse und Produktkosten sowie die Entkonsolidierung der Volkswagen Group Rus wirkten negativ.

BERICHTSSTRUKTUR DES VOLKSWAGEN KONZERNS

KONZERNBEREICHAUTOMOBILE KONZERNBEREICH FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Bereich Pkw Bereich Nutzfahrzeuge Bereich Power Engineering Händler- und Kundenfinanzierung
Volkswagen Pkw TRATON Nutzfahrzeuge MAN Energy Solutions Leasing
Škoda Direktbank
SEAT Versicherungen
Volkswagen Nutzfahrzeuge Flottenmanagement
Tech. Components Mobilitätsangebote
Audi
Porsche Automobile
CARIAD
Battery
Sonstiges

WESENTLICHE ZAHLEN NACH MARKENGRUPPEN UND GESCHÄFTSFELDERN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI

ABSATZ UMSATZERLÖSE OPERATIVES ERGEBNIS
Tsd. Fahrzeuge/Mio. € 2023 2022 2023 20221 2023 20221
Markengruppe Core 2.450 1.956 68.764 53.010 3.773 2.646
Markengruppe Progressive 655 513 34.169 29.869 3.417 4.965
Markengruppe Sport Luxury2 171 149 18.892 16.425 3.653 3.261
CARIAD - - 329 249 - 1.088 -978
Battery - - 0 0 - 181 - 14
TRATON Nutzfahrzeuge 168 138 22.331 17.613 1.798 617
MAN Energy Solutions - - 1.875 1.632 208 131
At Equity einbezogene Gesellschaften China3 1.352 1.431 - - - -
Volkswagen Finanzdienstleistungen - - 24.112 21.866 1.760 2.975
Sonstiges4 - 349 - 180 - 14.215 - 8.454 - 1.993 -425
Volkswagen Konzern vor Sondereinflüssen - - - - 11.347 13.180
Sondereinflüsse - - - - 0 - 360
Volkswagen Konzern 4.448 4.006 156.257 132.211 11.347 12.820
Konzernbereich Automobile5 4.448 4.006 130.569 109.066 9.120 9.726
davon: Bereich Pkw 4.279 3.868 106.362 89.820 7.118 8.979
Bereich Nutzfahrzeuge 168 138 22.331 17.613 1.796 618
Bereich Power Engineering - - 1.875 1.632 206 129
Konzernbereich Finanzdienstleistungen - - 25.689 23.146 2.226 3.094

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

2 Inklusive Porsche Finanzdienstleistungen: Umsatz 20.626 (17.922) Mio. €, Operatives Ergebnis 3.852 (3.480) Mio. €.

3 Die Umsatzerlöse und Operativen Ergebnisse der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China sind in den Werten des Konzerns nicht enthalten, diese Gesellschaften erzielten ein anteiliges Operatives Ergebnis von 1.152 (1.402) Mio. €.

4 Im Operativen Ergebnis im Wesentlichen ergebniswirksame konzerninterne Posten, insbesondere aus der Eliminierung von Zwischengewinnen, inklusive Abschreibungen auf identifizierte Vermögenswerte im Rahmen der Kaufpreisallokationen sowie den Marken nicht zugeordnete Gesellschaften.

5 Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen.

WESENTLICHE ZAHLEN DER MARKENGRUPPE CORE VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI

ABSATZ UMSATZERLÖSE OPERATIVES ERGEBNIS
Tsd. Fahrzeuge/Mio. € 2023 2022 2023 2022 2023 2022
Volkswagen Pkw 1.523 1.218 42.959 33.322 1.641 1.860
Škoda 545 447 13.748 10.223 911 676
SEAT 317 236 7.411 5.377 371 -97
Volkswagen Nutzfahrzeuge 212 153 7.418 5.046 448 187
Tech. Components - - 12.092 8.147 438 -28
Konsolidierung -148 -97 -14.863 -9.105 -37 50
Markengruppe Core 2.450 1.956 68.764 53.010 3.773 2.646

Im Zeitraum Januar bis Juni dieses Jahres stieg der Absatz von SEAT und CUPRA auf 317 Tsd. Fahrzeuge; ein Plus von 34,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Der für Audi gefertigte A1 ist darin enthalten. Sowohl SEAT als auch CUPRA wiesen eine höhere Nachfrage auf, besonders beliebt waren der CUPRA Formentor und der CUPRA Born. Die Umsatzerlöse waren mit 7,4 Mrd. € um 37,8 % höher als im Vorjahr. Mit 371 (-97) Mio. € erzielte SEAT das höchste Operative Ergebnis aller Zeiten in einem Halbjahr, was vor allem auf den Erfolg von CUPRA, höhere Volumina sowie positive Effekte aus Effizienzsteigerungen zurückzuführen war.

Der Absatz von Volkswagen Nutzfahrzeuge legte im ersten Halbjahr 2023 auf weltweit 212 (153) Tsd. Einheiten zu. In der Folge stiegen die Umsatzerlöse auf 7,4 (5,0) Mrd. €. Das Operative Ergebnis verbesserte sich auf 448 (187) Mio. €. Neben dem Volumen wirkten insbesondere Preiseffekte positiv.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres beliefen sich die Umsatzerlöse von Tech. Components auf 12,1 (8,1) Mrd. €. Das Operative Ergebnis verbesserte sich um 467 Mio. € auf 438 Mio. €. Belastungen aus höheren Produktkosten konnten im Wesentlichen durch gestiegene Volumina kompensiert werden.

Im Berichtszeitraum war der Absatz der Markengruppe Progressive mit weltweit 655 Tsd. Fahrzeugen um 27,8 % höher als im ersten Halbjahr 2022. Insbesondere der Q5 und der Q7 sowie der vollelektrische Q4 e-tron verbuchten Zuwächse. Die chinesischen Joint Ventures FAW-Volkswagen und SAIC VOLKSWAGEN veräußerten weitere 295 (277) Tsd. Audi Fahrzeuge. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 34,2 (29,9) Mrd. €. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr vor Sondereinflüssen) lag bei 3,4 (5,0) Mrd. €. Der Rückgang resultierte überwiegend aus Bewertungseffekten von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting. Ergebniserhöhend wirkten hingegen der Volumenanstieg der Marke Audi sowie die guten Ergebnisse der Marken Bentley, Lamborghini und Ducati. Ducati verkaufte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 37.602 (33.865) Motorräder.

Im ersten Halbjahr 2023 setzte die Markengruppe Sport Luxury weltweit 171 (149) Tsd. Fahrzeuge ab. Insbesondere die Modelle 911, Macan und Cayenne wiesen eine höhere Nachfrage auf. Die Umsatzerlöse nahmen auf 18,9 (16,4) Mrd. € zu. Vor allem die Volumensteigerung bei weiterhin konstanter Preisdurchsetzung führte dazu, dass das Operative Ergebnis auf 3,7 (3,3) Mrd. € zulegen konnte. Höhere Kosten für Aufwendungen in Produkte und Innovationen sowie gestiegene Vertriebskosten wirkten gegenläufig.

CARIAD bündelt die Softwarekompetenz im Volkswagen Konzern. Das Geschäftsmodell umfasst die Entwicklung und den Betrieb einheitlicher Softwareplattformen für aktuelle und künftige Fahrzeugmodelle. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 329 (249) Mio. €. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Lizenzerlösen aufgrund eines höheren Fahrzeugvolumens mit CARIAD-Software. Der Operative Verlust lag infolge von Entwicklungsvorleistungen bei - 1,1 (-1,0) Mrd. €.

Im Geschäftsfeld Battery sind die weltweiten Batterieaktivitäten des Konzerns - die zukünftige Fertigung von Batteriezellen sowie weitere Aktivitäten entlang der Batterie-Wertschöpfungskette -zusammengefasst. Im ersten Halbjahr 2023 belief sich das Operative Ergebnis von Battery infolge des Aufbaus des Geschäftsfelds fixkostenbedingt auf -181 (-14) Mio. €.

Der Absatz von TRATON Nutzfahrzeuge konnte mit 168 (138) Tsd. Fahrzeugen den Vergleichswert des Vorjahres übertreffen. Die Umsatzerlöse nahmen um 26,8 % auf 22,3 Mrd. € zu. Das Operative Ergebnis verbesserte sich auf 1,8 (0,6) Mrd. €. Neben dem höheren Neufahrzeugvolumen sowie einer höheren Kapazitätsauslastung aufgrund deutlich gesteigerter Produktionszahlen wirkten ein positiver Produktmix und eine bessere Preisdurchsetzung ergebniserhöhend.

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 erwirtschaftete MAN Energy Solutions Umsatzerlöse in Höhe von 1,9 (1,6) Mrd. €. Das Operative Ergebnis stieg volumen- und mixbedingt auf 208 (131) Mio. €.

Im Berichtszeitraum belief sich die Zahl der im Finanzierungs-, Leasing-, Service- und Versicherungsgeschäft der Volkswagen Finanzdienstleistungen neu abgeschlossenen Verträge auf 4,1 Mio. (+ 6,9 %). Die Penetrationsrate als Anteil der geleasten oder finanzierten Fahrzeuge am relevanten Auslieferungsvolumen des Konzerns lag bei gleichgebliebenen Vergabegrundsätzen bei 33,4 (33,0) %. Der Gesamtvertragsbestand war Ende Juni 2023 mit 21,7 (22,0) Mio. Kontrakten annähernd so hoch wie am 31. Dezember 2022. Im Bereich Kundenfinanzierung/Leasing lag der Vertragsbestand bei 10,2 (10,3) Mio. Kontrakten, im Bereich Service/Versicherungen waren es 11,5 (11,6) Mio. Kontrakte. Am 30. Juni dieses Jahres verzeichnete die Volkswagen Bank 1,5 (1,3) Mio. Einlagenkonten im Bestand. Wie erwartet gab das Operative Ergebnis auf 1,8 (3,0) Mrd. € nach; der Rückgang war neben den gestiegenen Zinsaufwendungen vor allem auf negative Effekte aus Derivaten, die im Vorjahr positiv gewirkt hatten, zurückzuführen. Im Vorjahr wirkten zudem geringere Risikokosten und eine große Nachfrage nach Gebrauchtwagen positiv.

ABSATZ UND UMSATZERLÖSE NACH MÄRKTEN

Der Volkswagen Konzern setzte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in der Region Europa/Übrige Märkte 2,1 Mio. Fahrzeuge ab; das waren 23,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Umsatzerlöse verbesserten sich auf 93,3 (74,3) Mrd. €, was neben dem Volumen auf eine verbesserte Preisdurchsetzung zurückzuführen war.

Auf den Märkten Nordamerikas legte der Absatz des Volkswagen Konzerns im Berichtszeitraum um 16,0 % auf 484 Tsd. Fahrzeuge zu. Die Umsatzerlöse stiegen vor allem volumenbedingt auf 32,2 (27,6) Mrd. €.

Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 konnte der Absatz in Südamerika auf 229 (200) Tsd. Fahrzeuge gesteigert werden. Die Umsatzerlöse nahmen in der Folge auf 7,4 (6,6) Mrd. € zu.

In der Region Asien-Pazifik ging der Absatz des Volkswagen Konzerns - einschließlich der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China - im ersten Halbjahr 2023 um 3,9 % auf 1,6 Mio. Fahrzeuge zurück. Die Umsatzerlöse lagen bei 24,0 (24,7) Mrd. €. Darin nicht enthalten sind die Umsatzerlöse unserer At Equity einbezogenen Gesellschaften in China.

Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Umsatzerlösen des Volkswagen Konzerns in Fremdwährung wirkten sich im Berichtszeitraum mit - 0,6 (- 0,9) Mrd. € negativ aus.

WESENTLICHE ZAHLEN NACH MÄRKTEN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI

ABSATZ UMSATZERLÖSE
Tsd. Fahrzeuge/Mio. € 2023 2022 2023 20221
Europa/Übrige Märkte 2.126 1.715 93.257 74.324
Nordamerika 484 417 32.163 27.609
Südamerika 229 200 7.389 6.564
Asien-Pazifik2 1.609 1.674 24.021 24.650
Sicherungsgeschäfte Umsatzerlöse - - -573 -936
Volkswagen Konzern2 4.448 4.006 156.257 132.211

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

2 Die Umsatzerlöse der Joint-Venture-Gesellschaften in China sind in den Werten des Konzerns und des Marktes Asien-Pazifik nicht enthalten.

Konzern-Zwischenabschluss (Kurzfassung)

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni

VOLKSWAGEN KONZERN KONZERNBEREICHE
AUTOMOBILE1 FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Mio. € 2023 20222 2023 20222 2023 20222
Umsatzerlöse 156.257 132.211 130.569 109.066 25.689 23.146
Kosten der Umsatzerlöse -125.342 -105.762 -103.896 -87.444 -21.446 -18.319
Bruttoergebnis 30.915 26.449 26.673 21.622 4.243 4.827
Vertriebskosten -10.026 -9.077 -9.443 -8.474 -582 -603
Verwaltungskosten -6.201 -5.553 -4.874 -4.220 -1.327 -1.333
Sonstiges betriebliches Ergebnis -3.342 1.001 -3.235 799 -107 202
Operatives Ergebnis 11.347 12.820 9.120 9.726 2.226 3.094
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 883 1.081 837 1.029 46 52
Zinsergebnis und Übriges Finanzergebnis -331 154 -194 175 -137 -20
Finanzergebnis 552 1.235 643 1.203 -92 32
Ergebnis vor Steuern 11.898 14.055 9.764 10.929 2.135 3.125
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -3.377 -3.400 -2.757 -2.639 -620 -761
Ergebnis nach Steuern 8.521 10.655 7.006 8.291 1.515 2.364
davon entfallen auf
Minderheiten 784 63 720 -24 64 86
Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG 278 279 278 279 - -
Aktionäre der Volkswagen AG 7.459 10.313 6.008 8.035 1.451 2.278
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Stammaktie in €3 14,86 20,55
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie in €3 14,92 20,61

1 Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen.

2 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

3 Das Ergebnis je Aktie wird in der Anhangangabe "Ergebnis je Aktie" erläutert.

Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni

Mio. € 2023 2022'
Ergebnis nach Steuern 8.521 10.655
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen vor Steuern -302 14.442
Latente Steuern auf im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen 104 -4.321
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen nach Steuern -198 10.120
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten vor Steuern2 32 -449
Latente Steuern auf nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten2 -2 72
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten nach Steuern 30 -376
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus At Equity bewerteten Anteilen nach Steuern 14 1
Nicht reklassifizierbare Gewinne/Verluste -154 9.745
Währungsumrechnungsdifferenzen
Im Eigenkapital erfasste Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung -1.725 2.729
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen 348 15
Währungsumrechnungsdifferenzen vor Steuern -1.377 2.744
Latente Steuern auf Währungsumrechnungsdifferenzen 1 2
Währungsumrechnungsdifferenzen nach Steuern -1.375 2.746
Sicherungsgeschäfte
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen (OCI I) 1.114 -277
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen (OCI I) -205 352
Cashflow-Hedges (OCI I) vor Steuern 908 75
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges (OCI I) -253 -2
Cashflow-Hedges (OCI I) nach Steuern 655 72
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen (OCI II) -122 -680
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen (OCI II) 469 401
Cashflow-Hedges (OCI II) vor Steuern 347 -280
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges (OCI II) -90 78
Cashflow-Hedges (OCI II) nach Steuern 257 -202
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen 41 -273
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen -3 0
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten vor Steuern 38 -273
Latente Steuern auf reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten -11 73
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten nach Steuern 27 -200
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus At Equity bewerteten Anteilen nach Steuern -383 261
Reklassifizierbare Gewinne/Verluste -819 2.678
Sonstiges Ergebnis vor Steuern -722 16.521
Latente Steuern auf das Sonstige Ergebnis -251 -4.099
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -973 12.422
Gesamtergebnis 7.548 23.077
davon entfallen auf
Minderheiten 876 147
Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG 278 279
Aktionäre der Volkswagen AG 6.395 22.651

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

2 Die latenten Steuern werden ab dem ersten Quartal 2023 separat ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. April bis 30. Juni

VOLKSWAGEN KONZERN KONZERNBEREICHE
AUTOMOBILE1 FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Mio. € 2023 20222 2023 20222 2023 20222
Umsatzerlöse 80.059 69.500 67.106 57.856 12.953 11.644
Kosten der Umsatzerlöse -64.337 -55.019 -53.462 -45.800 -10.875 -9.219
Bruttoergebnis 15.722 14.481 13.644 12.056 2.078 2.425
Vertriebskosten -5.190 -4.762 -4.919 -4.496 -271 -266
Verwaltungskosten -2.960 -2.784 -2.280 -2.057 -680 -726
Sonstiges betriebliches Ergebnis -1.972 -2.445 -1.907 -2.562 -65 117
Operatives Ergebnis 5.600 4.491 4.537 2.941 1.062 1.550
Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen 348 452 296 424 53 27
Zinsergebnis und Übriges Finanzergebnis -502 196 -415 203 -87 -7
Finanzergebnis -154 647 -119 627 -35 20
Ergebnis vor Steuern 5.446 5.139 4.418 3.569 1.028 1.570
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.655 -1.227 -1.354 -831 -301 -396
Ergebnis nach Steuern 3.791 3.912 3.065 2.738 727 1.173
davon entfallen auf
Minderheiten 402 23 370 -29 32 52
Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG 140 150 140 150 - -
Aktionäre der Volkswagen AG 3.250 3.739 2.555 2.617 695 1.121
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Stammaktie in €3 6,48 7,46
Unverwässertes/verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie in €3 6,48 7,46

1 Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen.

2 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

3 Das Ergebnis je Aktie wird in der Anhangangabe "Ergebnis je Aktie" erläutert.

Gesamtergebnisrechnung vom 1. April bis 30. Juni

Mio. € 2023 2022¹
Ergebnis nach Steuern 3.791 3.912
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen vor Steuern 38 8.487
Latente Steuern auf im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen 0 -2.532
Im Eigenkapital erfasste Neubewertungen aus Pensionsplänen nach Steuern 38 5.955
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten vor Steuern2 3 -60
Latente Steuern auf nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten2 0 20
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten nach Steuern 3 -40
Nicht reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus At Equity bewerteten Anteilen nach Steuern 14 0
Nicht reklassifizierbare Gewinne/Verluste 56 5.916
Währungsumrechnungsdifferenzen
Im Eigenkapital erfasste Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung -913 1.587
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen 348 0
Währungsumrechnungsdifferenzen vor Steuern -565 1.587
Latente Steuern auf Währungsumrechnungsdifferenzen 3 0
Währungsumrechnungsdifferenzen nach Steuern -562 1.587
Sicherungsgeschäfte
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen (OCI I) 410 -153
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen (OCI I) -170 334
Cashflow-Hedges (OCI I) vor Steuern 240 181
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges (OCI I) -55 -48
Cashflow-Hedges (OCI I) nach Steuern 185 133
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen (OCI II) 37 -528
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen (OCI II) 254 230
Cashflow-Hedges (OCI II) vor Steuern 291 -297
Latente Steuern auf Cashflow-Hedges (OCI II) -79 95
Cashflow-Hedges (OCI II) nach Steuern 211 -202
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten
Im Eigenkapital erfasste Fair Value Änderungen -9 -124
In die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen -3 0
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten vor Steuern -12 -124
Latente Steuern auf reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten -5 34
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten nach Steuern -16 -90
Reklassifizierbare im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen aus At Equity bewerteten Anteilen nach Steuern -240 138
Reklassifizierbare Gewinne/Verluste -422 1.565
Sonstiges Ergebnis vor Steuern -231 9.912
Latente Steuern auf das Sonstige Ergebnis -136 -2.431
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -367 7.481
Gesamtergebnis 3.424 11.392
davon entfallen auf
Minderheiten 458 66
Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG 140 150
Aktionäre der Volkswagen AG 2.827 11.177

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

2 Die latenten Steuern werden ab dem ersten Quartal 2023 separat ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

Bilanz zum 30. Juni 2023 und zum 31. Dezember 2022

VOLKSWAGEN KONZERN KONZERNBEREICHE
AUTOMOBILE¹ FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Mio. € 2023 2022² 2023 2022² 2023 2022²
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 343.896 339.853 176.203 178.667 167.693 161.187
Immaterielle Vermögenswerte 85.093 83.241 84.702 82.846 391 394
Sachanlagen 64.101 63.890 63.135 62.908 966 982
Vermietete Vermögenswerte 60.154 59.380 554 1.279 59.599 58.100
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 90.222 86.944 -749 -767 90.970 87.711
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, At Equity bewertete Anteile und sonstige Beteiligungen, sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte 44.327 46.399 28.561 32.400 15.766 13.999
Kurzfristige Vermögenswerte 237.397 224.159 125.114 122.730 112.283 101.430
Vorräte 60.803 52.274 56.576 48.768 4.227 3.506
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 62.940 61.549 -817 -799 63.758 62.348
Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte 50.346 43.226 24.192 18.764 26.153 24.462
Wertpapiere und Termingeldanlagen 25.892 37.206 21.696 32.867 4.195 4.338
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 37.129 29.172 23.371 23.034 13.758 6.137
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 288 733 96 95 191 638
Bilanzsumme 581.294 564.013 301.317 301.396 279.976 262.616
Passiva
Eigenkapital 180.953 178.328 137.653 135.954 43.300 42.375
Eigenkapital der Aktionäre der Volkswagen AG 153.273 151.255 110.683 109.565 42.591 41.690
Eigenkapital der Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG 13.914 14.121 13.914 14.121 - -
Eigenkapital der Anteilseigner der Volkswagen AG 167.188 165.376 124.597 123.686 42.591 41.690
Anteile von Minderheiten am Eigenkapital 13.766 12.952 13.057 12.267 709 684
Langfristige Schulden 202.281 202.961 85.866 88.316 116.415 114.646
Finanzschulden 120.681 121.737 19.437 21.871 101.243 99.866
Rückstellungen für Pensionen 27.908 27.553 27.448 27.104 460 449
Sonstige Schulden 53.693 53.671 38.981 39.341 14.712 14.330
Kurzfristige Schulden 198.059 182.723 77.798 77.127 120.261 105.596
Finanzschulden 99.032 83.448 -9.694 -10.953 108.726 94.401
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.885 28.738 28.464 26.106 3.421 2.631
Sonstige Schulden 67.044 70.380 59.023 61.961 8.021 8.418
Schulden im Zusammenhang mit Zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 98 158 5 12 92 146
Bilanzsumme 581.294 564.013 301.317 301.396 279.976 262.616

1 Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen, im Wesentlichen konzerninterne Darlehen.

2 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Eigenkapitalentwicklung

ÜBRIGE RÜCKLAGEN
SICHERUNGSGESCHÄFTE
Mio. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Währungsumrechnung Cash-flow-Hedges (OCI I) Abgegrenzte Kosten der Sicherungsbeziehung (OCI II)
Stand am 01.01.2022 1.283 14.551 117.342 -2.351 -635 -367
Änderung der Bilanzierung aufgrund von IFRS 17 - - -11 - - -
Stand nach Anpassung am 01.01.2022 1.283 14.551 117.331 -2.351 -635 -367
Ergebnis nach Steuern1 - - 10.313 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern1 - - 10.068 2.677 71 -202
Gesamtergebnis1 - - 20.381 2.677 71 -202
Abgang von Eigenkapitalinstrumenten - - - - - -
Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen - - - - - -
Dividendenausschüttungen - - -3.772 - - -
Kapitaltransaktionen mit Änderung der Beteiligungsquote - - - - - -
Übrige Veränderungen - - 16 - - -
Stand am 30.06.2022' 1.283 14.551 133.956 326 -564 -569
Stand am 01.01.2023 1.283 14.551 137.267 -2.256 1.623 -1.077
Änderung der Bilanzierung aufgrund von IFRS 17 - - 5 - - -
Stand nach Anpassung am 01.01.2023 1.283 14.551 137.272 -2.256 1.623 -1.077
Ergebnis nach Steuern - - 7.459 - - -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - - -193 -1.280 467 242
Gesamtergebnis - - 7.267 -1.280 467 242
Abgang von Eigenkapitalinstrumenten - - 13 - - -
Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen - - - - - -
Dividendenausschüttungen - - -4.374 - - -
Kapitaltransaktionen mit Änderung der Beteiligungsquote - - -42 -11 - -
Übrige Veränderungen - - 50 - - -
Stand am 30.06.2023 1.283 14.551 140.186 -3.548 2.090 -834
ÜBRIGE RÜCKLAGEN
Mio. € Eigenkapital- und Fremdkapitalinstrumente At Equity bewertete Anteile Anteile der Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG Anteile der Anteilseigner der Volkswagen AG Anteile von Minderheiten Summe Eigenkapital
Stand am 01.01.2022 -355 541 14.439 144.449 1.705 146.154
Änderung der Bilanzierung aufgrund von IFRS 17 - 1 - -11 - -11
Stand nach Anpassung am 01.01.2022 -355 542 14.439 144.438 1.705 146.143
Ergebnis nach Steuern1 - - 279 10.592 63 10.655
Sonstiges Ergebnis nach Steuern1 -538 262 - 12.338 84 12.422
Gesamtergebnis1 -538 262 279 22.930 147 23.077
Abgang von Eigenkapitalinstrumenten - - - - - -
Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen - - 1.153 1.153 103 1.256
Dividendenausschüttungen - - -454 -4.226 -32 -4.258
Kapitaltransaktionen mit Änderung der Beteiligungsquote - - - - - -
Übrige Veränderungen - -2 - 14 -15 -1
Stand am 30.06.2022' -893 801 15.418 164.309 1.908 166.217
Stand am 01.01.2023 -1.005 870 14.121 165.378 12.950 178.327
Änderung der Bilanzierung aufgrund von IFRS 17 - -7 - -1 2 1
Stand nach Anpassung am 01.01.2023 -1.005 864 14.121 165.376 12.952 178.328
Ergebnis nach Steuern - - 278 7.737 784 8.521
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 54 -356 - -1.064 92 -973
Gesamtergebnis 54 -356 278 6.673 876 7.548
Abgang von Eigenkapitalinstrumenten -13 - - - - -
Kapitalerhöhungen/-herabsetzungen - - - - - -
Dividendenausschüttungen - - -484 -4.858 -36 -4.894
Kapitaltransaktionen mit Änderung der Beteiligungsquote - - - -54 -27 -80
Übrige Veränderungen - 0 - 51 1 51
Stand am 30.06.2023 -964 508 13.914 167.188 13.766 180.953

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni

VOLKSWAGEN KONZERN KONZERNBEREICHE
AUTOMOBILE¹ FINANZDIENS LEISTUNGEN
Mio. € 2023 2022 2023 2022⁷ 2023 2022⁷
Anfangsbestand Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 29.738 39.123 23.042 24.899 6.695 14.224
Ergebnis vor Steuern 11.898 14.055 9.764 10.929 2.135 3.125
Ertragsteuerzahlungen -3.798 -2.151 -2.755 -1.624 -1.043 -526
Abschreibungen2 13.685 13.993 8.731 9.229 4.954 4.764
Veränderung der Pensionen 125 319 119 294 6 24
Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung 1.330 -139 1.302 -131 28 -7
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge sowie Umgliederungen3 2.739 -615 2.637 -1.447 102 832
Brutto-Cashflow 25.980 25.463 19.798 17.251 6.183 8.212
Veränderung Working Capital -18.896 -8.513 -6.061 -3.647 -12.835 -4.865
Veränderung der Vorräte -8.915 -4.576 -8.176 -4.684 -739 107
Veränderung der Forderungen -5.695 -3.498 -3.781 -2.469 -1.914 -1.030
Veränderung der Verbindlichkeiten 6.561 6.747 5.236 6.187 1.325 560
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 287 -2.607 323 -2.584 -36 -23
Veränderung der Vermieteten Vermögenswerte (ohne Abschreibungen) -6.072 -4.358 365 36 -6.436 -4.394
Veränderung der Forderungen aus Finanzdienstleistungen -5.060 -220 -27 -134 -5.034 -86
Cashflow laufendes Geschäft 7.085 16.950 13.737 13.604 -6.652 3.346
Investitionstätigkeit laufendes Geschäft -11.908 -11.486 -11.267 -11.311 -641 -176
davon: Investitionen in Immaterielle Vermögenswerte(ohne aktivierte Entwicklungskosten), Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -5.719 -4.173 -5.620 -4.089 -99 -84
Entwicklungskosten (aktiviert) -5.197 -4.762 -5.197 -4.762 - -
Erwerb und Verkauf von Beteiligungen -1.166 -2.726 -613 -2.617 -553 -108
Netto-Cashflow4 -4.823 5.464 2.470 2.293 -7.293 3.171
Veränderung der Geldanlagen in Wertpapieren und Termingeldanlagen sowie Darlehensforderungen 10.052 -2.124 11.269 -1.155 -1.217 -969
Investitionstätigkeit -1.856 -13.610 2 -12.466 -1.857 -1.145
Finanzierungstätigkeit 3.010 -9.210 -12.758 -2.811 15.768 -6.399
davon: Kapitaltransaktionen mit Minderheiten -8 - -8 - - -
Kapitaleinzahlungen/-rückzahlungen 0 1.262 -130 1.261 130 0
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -778 664 -638 425 -140 239
Veränderung der Risikovorsorge auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0 0 0 0
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 7.461 -5.206 342 -1.248 7.118 -3.958
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 30.06.5 37.199 33.916 23.385 23.651 13.814 10.266
Wertpapiere und Termingeldanlagen sowie Darlehensforderungen 40.345 36.170 19.985 17.276 20.360 18.894
Bruttoliquidität 77.544 70.086 43.370 40.927 34.173 29.159
Kreditstand -219.750 -207.750 -9.744 -12.718 -210.007 -195.031
Nettoliquidität am 30.06.6 -142.207 -137.663 33.627 28.209 -175.833 -165.872
nachrichtlich am 01.01. -125.803 -136.576 43.015 26.685 -168.818 -163.261

1 Inklusive Zuordnung der Konsolidierung zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen.

2 Saldiert mit Zuschreibungen.

3 Im Wesentlichen Bewertung von Finanzinstrumenten zu Marktwerten und Umgliederung der Ergebnisse aus Anlagen-/Beteiligungsabgängen in die Investitionstätigkeit.

4 Netto-Cashflow: Cashflow laufendes Geschäft abzüglich Investitionstätigkeit laufendes Geschäft (Investitionstätigkeit ohne Veränderung der Geldanlagen in Wertpapieren und Termingeldanlagen sowie Darlehensforderungen.

5 Der Zahlungsmittelbestand setzt sich aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand und jederzeit fälligen Mitteln zusammen.

6 Bestand an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, Wertpapieren und Termingeldanlagen sowie Darlehensforderungen gegen verbundene Unternehmen und Joint Ventures abzüglich Kreditstand (lang- und kurzfristige Finanzschulden).

7 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Die Kapitalflussrechnung wird in der Anhangangabe zur Kapitalflussrechnung erläutert.

Anhang

Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS)

Die Volkswagen AG hat gemäß der Verordnung 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates ihren Konzernabschluss für das Jahr 2022 nach den durch die Europäische Union übernommenen internationalen Rechnungslegungsstandards, den International Financial Reporting Standards (IFRS), erstellt. Dementsprechend wurde auch dieser Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 in Übereinstimmung mit IAS 34 (Zwischenberichterstattung) erstellt und enthält einen gegenüber dem Konzernabschluss verkürzten Berichtsumfang.

Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen.

Zusätzlich zu den berichtspflichtigen Segmenten werden im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung für den Volkswagen Konzern zu Erläuterungszwecken die Konzernbereiche Automobile und Finanzdienstleistungen dargestellt. Diese stellen keine Pflichtangaben nach IFRS dar. Die Eliminierung der konzerninternen Beziehungen zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen sind dem Konzernbereich Automobile zugeordnet.

Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht im Sinne des § 115 WpHG unterzogen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Volkswagen AG hat alle von der EU übernommenen und ab dem 1. Januar 2023 verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt.

SONSTIGE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für den vorliegenden Konzern-Zwischenabschluss wurde ein Abzinsungssatz für Pensionsrückstellungen im Inland in Höhe von 3,6 % (31. Dezember 2022: 3,7 %) verwendet.

Die Ermittlung des Ertragsteueraufwandes für den Konzern-Zwischenabschluss erfolgt grundsätzlich gemäß IAS 34 (Zwischenberichterstattung) auf Basis der besten Schätzung des durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes, der für das gesamte Geschäftsjahr erwartet wird. Eine nicht in der Unternehmensplanung enthaltene Abwertung von Beteiligungen zum 30. Juni 2023 ist in der Schätzung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes für das Gesamtjahr nicht enthalten. Dieser Einmaleffekt wurde direkt - und nicht durch Anpassung der Plansteuerquote - im zweiten Quartal 2023 berücksichtigt. In einigen Ländern, in denen der Volkswagen Konzern aktiv ist, wurden entsprechend den Leitlinien der OECD für einen neuen globalen Mindeststeuerrahmen gesetzliche Regelungen zur Mindestbesteuerung eingeführt. In Anlehnung an die vom IASB im Mai 2023 verabschiedeten Änderungen von IAS 12 berücksichtigt der Volkswagen Konzern potentielle Auswirkungen auf latente Steuern hieraus nicht.

Im Übrigen werden bei der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses und der Ermittlung der Vergleichszahlen für das Vorjahr grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Konsolidierungsgrundsätze wie im Konzernabschluss 2022 angewandt. Eine detaillierte Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses 2022 unter der Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" veröffentlicht.

Darüber hinaus sind die Auswirkungen neuer Standards unter der Angabe "Nicht angewendete neue beziehungsweise geänderte IFRS" näher beschrieben. Der Konzernabschluss 2022 ist auch im Internet unter www.volkswagenag.com/de/InvestorRelations.html abrufbar.

IFRS 17 - VERSICHERUNGSVERTRÄGE

IFRS 17 fasst die Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen neu. Der Volkswagen Konzern wendet IFRS 17 erstmalig zum 1. Januar 2023 an. Die Umstellung erfolgte unter Anwendung des vollständig retrospektiven Ansatzes, es sei denn, dieser war nicht durchführbar. Dies war der Fall, wenn nicht alle erforderlichen historischen Informationen insbesondere für Verträge mit mehrjähriger Laufzeit ohne unangemessenen Kosten- oder Zeitaufwand verfügbar waren. In diesen Fällen wendete der Volkswagen Konzern grundsätzlich den modifiziert retrospektiven Ansatz an.

Aus der erstmaligen Anwendung resultierte eine geringfügige Veränderung des Eigenkapitals jeweils zum 1. Januar 2023 sowie zum 1. Januar 2022. Diese ist im Wesentlichen auf die geänderte Systematik zur Ermittlung der Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft zurückzuführen. Darüber hinaus führte die saldierte Betrachtung von Zahlungsströmen in der Bewertung der Rückstellungshöhe gleichermaßen zu einer Reduktion von Vermögenswerten und Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft in Höhe von 0,7 Mrd. € zum 1. Januar 2023. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung hat die geänderte Systematik zur Erfassung von Erlösen und Aufwendungen keine wesentlichen Effekte. Die Vergleichsperiode wurde entsprechend angepasst.

Wesentliche Ereignisse

DIESELTHEMATIK

Am 18. September 2015 veröffentlichte die US-amerikanische Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency, EPA) eine "Notice of Violation" und gab öffentlich bekannt, dass bei Abgastests an bestimmten Fahrzeugen mit 2,0 l Dieselmotoren des Volkswagen Konzerns in den USA Unregelmäßigkeiten bei Stickoxid (NOx)-Emissionen festgestellt wurden. Danach erfolgten weitere Meldungen zum Umfang der Dieselthematik. Detaillierte Erläuterungen finden sich im Konzernabschluss 2022 unter der Angabe "Wesentliche Ereignisse".

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 waren im Zusammenhang mit der Dieselthematik keine wesentlichen Sondereinflüsse zu erfassen.

Weitere Angaben zu den Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Dieselthematik finden sich unter der Angabe "Rechtsstreitigkeiten".

RUSSLAND-UKRAINE-KONFLIKT / COVID-19-PANDEMIE / TEILEVERSORGUNG

Mit dem Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts im Februar 2022 kam es neben der humanitären Krise weltweit zu Verwerfungen auf den Märkten. Insbesondere auf den Energie- und Rohstoffmärkten kam es zu erheblichen Preissteigerungen und international war ein deutlicher Anstieg der Zins- und Inflationsraten zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 zeichnete sich in den Märkten teilweise eine Normalisierung ab.

Volkswagen hatte vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Konflikts und den daraus resultierenden Folgen entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland zunächst einzustellen. Ebenfalls wurde der Fahrzeugexport nach Russland gestoppt. Ergänzend dazu sind auch bei Lieferungen von Ersatzteilen beziehungsweise der Bereitstellung von technischen Informationen die jeweiligen Sanktionsvorgaben einzuhalten.

Auch im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 entspannte sich der Russland-Ukraine-Konflikt nicht. Daher wurde im Volkswagen Konzern die Einstellung der geschäftlichen Tätigkeit in Russland weiter konkretisiert. In diesem Zusammenhang wurden im ersten Halbjahr 2023 weitere Verkaufsverhandlungen mit verschiedenen Investoren fortgeführt beziehungsweise abgeschlossen.

Am 18. Mai 2023 hat der Volkswagen Konzern den Verkauf seiner Anteile an der OOO Volkswagen Group Rus (Volkswagen Group Rus), Kaluga/Russland und ihren lokalen Tochtergesellschaften (OOO Volkswagen Components and Services, Kaluga/Russland, OOO Scania Leasing, Moskau/Russland, OOO Scania Finance, Moskau/Russland, OOO Scania Insurance, Moskau/Russland) an OOO ART-FINANCE, Moskau/Russland, die von dem russischen Händler AO Avilon Automotive Group, Moskau/Russland unterstützt wird, abgeschlossen. Mit Registrierung der Transaktion am 22. Mai 2023 ging das Eigentum an den Anteilen der Volkswagen Group Rus von der Verkäuferseite auf den Käufer über. Die Transaktion umfasst die Produktionsstätten in Kaluga, die Importeursstruktur der Konzernmarken Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge, AUDI, Škoda, Bentley, Lamborghini und Ducati für mögliches After-Sales-Geschäft und die Lageraktivitäten sowie die Scania Finanzdienstleistungsaktivitäten mit allen zugehörigen Mitarbeitern.

Der Volkswagen Konzern hatte in diesem Zusammenhang bereits im Geschäftsjahr 2022 wesentliche Wertberichtigungen vorgenommen und entsprechende Vorsorgen getroffen. Der Verkaufspreis beträgt 125 Mio. €. Aus der Entkonsolidierung der betroffenen Gesellschaften ergibt sich ein Verlust in Höhe von 0,4 Mrd. € im Geschäftsjahr 2023, welcher im Sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen ist. Dieses Ergebnis verteilt sich auf den Konzernbereich Automobile in Höhe von - 0,4 Mrd. € sowie auf den Finanzdienstleistungsbereich in Höhe von 0,1 Mrd. €. Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus der Realisierung von Währungsumrechnungseffekten in Höhe von - 0,3 Mrd. €, welche aus der Währungsumrechnungsrücklage in die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen umgegliedert wurden.

Neben der Abwicklung der Volkswagen Group Rus und ihrer Tochtergesellschaften wurden im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 keine zusätzlichen wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt erfasst.

Aus den Fair Value Bewertungen und Realisierungen von Derivaten außerhalb des Hedge Accountings (insbesondere Rohstoffsicherungen) waren Aufwendungen in Höhe von insgesamt 2,1 Mrd. € (im Vorjahr Ertrag in Höhe von 2,1 Mrd. €) innerhalb des Sonstigen betrieblichen Ergebnisses zu erfassen.

Während sich die Pandemie im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 entspannte, bestanden auch zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres Engpässe bei der Teileversorgung.

Siehe hierzu auch die Erläuterungen im Zwischenlagebericht.

WESENTLICHE TRANSAKTIONEN

Scout Motors Inc.

Im Rahmen der Nordamerika Strategie des Volkswagen Konzerns wurde im Geschäftsjahr 2022 die Gesellschaft Scout Motors Inc., Arlington, Virginia/USA, eine 100 prozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen Finance Luxemburg, Strassen/Luxemburg, gegründet. Unter dem Namen Scout soll eine neue Fahrzeugmarke erschaffen werden, über die in den USA ab 2026 elektrifizierte Geländefahrzeuge und Pickups vertrieben werden. Um den Aufbau der Marke SCOUT, die Fahrzeugentwicklung und die Produktionsplanung zu finanzieren, sollen im Geschäftsjahr 2023 rund 500 Mio. USD in die Gesellschaft eingebracht werden. Bis zum 30. Juni 2023 sind bereits Zahlungen in Höhe von 240 Mio. USD erfolgt. Die Gesellschaft wird seit dem 1. Januar 2023 in den Volkswagen Konzernabschluss einbezogen.

Argo AI

Im Rahmen der im dritten Quartal 2022 eingeleiteten Abwicklung von Argo AI, LLC, Pittsburgh/USA hat Volkswagen im ersten Halbjahr 2023 60 Mio. USD in die Gesellschaft eingelegt. Die Einlage wurde vollständig wertberichtigt.

QuantumScape Corporation

Der Volkswagen Konzern hat in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 über Termingeschäfte aus einer Kapitalerhöhung neue Anteile an der QuantumScape Corporation, San José/USA erworben. Aufgrund der parallel erfolgten Börsennotierung der QuantumScape Corporation an der New York Stock Exchange waren die Termingeschäfte zum jeweiligem Stichtagskurs zu bewerten. Entsprechend wurden im Geschäftsjahr 2020 ein nicht zahlungswirksamer Ertrag in Höhe von 1,4 Mrd. € und im Geschäftsjahr 2021 ein nicht zahlungswirksamer Aufwand in Höhe von 0,6 Mrd. € im Finanzergebnis erfasst. Insgesamt kam es zu einer nicht zahlungswirksamen Aufwertung in Höhe von 0,8 Mrd. €.

Aufgrund der Börsenkursentwicklung im ersten Halbjahr 2023 hat der Volkswagen Konzern einen Werthaltigkeitstest der Anteile an der QuantumScape Corporation durchgeführt. Auf Basis des Werthaltigkeitstests wurde der Buchwert angepasst. Aus dieser Anpassung resultierte im zweiten Quartal 2023 ein nicht zahlungswirksamer Aufwand in Höhe von 0,3 Mrd. €, der im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen wird.

There Holding B.V.

Die There Holding B.V., Rijswijk/Niederlande ist eine Investmentgesellschaft, die Anteile an der HERE International B.V., Eindhoven/Niederlande, einem der weltweit größten Hersteller von digitalen Straßenkarten für Navigationssysteme, hält. Im ersten Halbjahr 2023 wurden Kapitaltransaktionen auf Ebene der There Holding B.V. durchgeführt, welche die Beteiligungsquote des Volkswagen Konzerns an der There Holding B.V. von 29,7 % am Ende des Geschäftsjahres 2022 auf 30,6 % am Ende des ersten Halbjahres 2023 erhöhte. Zusätzlich fanden in diesem Zeitraum mehrere Kapitalerhöhungen bei der HERE International B.V. statt, an denen die There Holding B.V. teilgenommen hat.

Im Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen an der There Holding B.V. ist ein Aufwand in Höhe von 92 Mio. € aus der Überprüfung der Werthaltigkeit der durch die There Holding B.V. gehaltenen Beteiligung an der HERE International B.V. enthalten.

Konzernkreis

Neben der Volkswagen AG, die ihren Sitz in Wolfsburg hat und beim Amtsgericht Braunschweig unter HRB 100484 eingetragen ist, werden in den Konzernabschluss alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einschließlich strukturierter Unternehmen einbezogen, die die Volkswagen AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Dies ist der Fall, wenn die Volkswagen AG unmittelbar oder mittelbar die Verfügungsgewalt aufgrund von Stimmrechten oder anderen Rechten über das potenzielle Tochterunternehmen besitzt, an positiven oder negativen variablen Rückflüssen aus dem potenziellen Tochterunternehmen partizipiert und diese Rückflüsse beeinflussen kann.

IFRS 5 - ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTE

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen des laufenden Geschäftsjahres

Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart (Porsche AG) hat im Dezember 2022 eine Vereinbarung mit einem unabhängigen, konzernfremden Investor über die Veräußerung zweier russischer Vertriebsgesellschaften des Segments Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, OOO Porsche Russland, Moskau/Russland und OOO Porsche Center Moscow, Moskau/Russland sowie einer russischen Gesellschaft, die dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet ist, OOO Porsche Financial Services Russland, Moskau/Russland, geschlossen. Des Weiteren wurde mit diesem Investor eine Vereinbarung über die Rückkaufoption getroffen, die frühestens fünf und spätestens zehn Jahre nach Veräußerung ausgeübt werden kann. Zum 31. Dezember 2022 wurde für die Veräußerungsgruppe ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 25 Mio. € erfasst. Im ersten Halbjahr 2023 wurden ein weiterer geringfügiger Wertminderungsbedarf und gegenläufige Währungsumrechnungseffekte identifiziert, welche im Sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen werden.

Im vierten Quartal 2022 wurde beschlossen, die dem Segment Finanzdienstleistungen zugehörigen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften OOO Volkswagen Bank RUS, Moskau/Russland, OOO Volkswagen Group Finanz, Moskau/Russland und OOO Volkswagen Financial Services RUS, Moskau/Russland zu veräußern. Nach Beschlussfassung durch die zuständigen Gremien wurde bereits mit der Umsetzung eines Veräußerungsplans begonnen, dessen Abschluss voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 erwartet wird. Wertminderungen, die aus Bewertungsvorgaben des IFRS 5 resultieren, wurden für die Veräußerungsgruppe nicht erfasst, da die vorigen bilanziellen Wertansätze bereits die erhöhten makroökonomischen Unsicherheiten sowie den Stand der Verkaufsverhandlungen berücksichtigt haben.

Am 15. Dezember 2022 hat der Aufsichtsrat der Volkswagen AG beschlossen, das MAN ES Gasturbinengeschäft der MAN Energy Solutions SE, Augsburg und der MAN Energy Solutions Schweiz AG, Zürich/Schweiz mittels Asset Deal an die CSIC Longjiang GH Gas Turbine Co. Ltd., Harbin/China und deren Tochtergesellschaften deutschen und schweizerischen Rechts zu veräußern. Die Transaktion wird voraussichtlich innerhalb des Geschäftsjahres 2024 abgeschlossen sein.

Darüber hinaus wird das Pkw-Geschäft der vollkonsolidierten Tochtergesellschaft EURO-Leasing GmbH, Sittensen gemäß den Vorgaben des IFRS 5 zum 30. Juni 2023 als Zur Veräußerung gehaltene Veräußerungsgruppe klassifiziert. Nach Beschlussfassung durch die zuständigen Gremien im ersten Halbjahr 2023 wird der Abschluss des Veräußerungsvorhabens im zweiten Halbjahr 2023 erwartet. Der Veräußerungsplan sieht vor, dass zunächst das Pkw-Geschäft in eine 100%-ige Tochtergesellschaft der EURO-Leasing GmbH ausgegliedert wird und diese anschließend anteilig veräußert wird. Die Veräußerungsgruppe unterliegt als Ganzes den Bewertungsvorschriften des IFRS 5, da sie Vermögenswerte enthält, die in den Anwendungsbereich des IFRS 5 fallen. Aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ergab sich kein Wertminderungsbedarf.

Insgesamt wurden zum 30. Juni 2023 Vermögenswerte in Höhe von 288 Mio. € sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 98 Mio. € gemäß IFRS 5 als Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden in einer separaten Zeile in der Bilanz ausgewiesen. Die Zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden wurden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten angesetzt.

Im laufenden Geschäftsjahr abgewickelte Transaktionen

Am 3. März 2023 hat der Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns beschlossen, die OOO Volkswagen Group Rus, Kaluga/Russland sowie deren Tochtergesellschaften OOO Scania Finance, Moskau/Russland, OOO Scania Insurance, Moskau/Russland und OOO Scania Leasing, Moskau/Russland zu veräußern. Zum 31. März 2023 wurden diese Gesellschaften daraufhin als zur Veräußerung gehaltene Veräußerungsgruppe eingestuft. Der Verkauf wurde im Mai 2023 vollzogen. Weitere Erläuterungen dazu siehe Angabe "Wesentliche Ereignisse".

Erläuterungen zum Konzern-Zwischenabschluss

1. Umsatzerlöse

STRUKTUR DER UMSATZERLÖSE DES KONZERNS 1. HALBJAHR 2023

Mio. € Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Nutzfahrzeuge Power Engineering Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung
Fahrzeuge 93.992 14.976 - - 108.969 -9.460
Originalteile 8.022 3.477 - - 11.499 -100
Gebrauchtfahrzeuge und Fremdprodukte 6.375 1.298 - 11.107 18.780 -2.051
Motoren, Aggregate und Teilelieferungen 5.416 538 - - 5.954 -38
Power Engineering - - 1.875 - 1.875 0
Motorräder 560 - - - 560 -
Vermiet- und Leasinggeschäft 479 784 0 8.616 9.879 -622
Zinsen und ähnliche Erträge 129 0 - 5.665 5.795 -413
Sicherungsgeschäfte Umsatzerlöse -681 20 - - -662 89
Sonstige Umsatzerlöse 5.250 1.239 - 301 6.790 -585
119.543 22.331 1.875 25.689 169.437 -13.180
Mio. € Volkswagen Konzern
Fahrzeuge 99.508
Originalteile 11.399
Gebrauchtfahrzeuge und Fremdprodukte 16.729
Motoren, Aggregate und Teilelieferungen 5.917
Power Engineering 1.874
Motorräder 560
Vermiet- und Leasinggeschäft 9.257
Zinsen und ähnliche Erträge 5.382
Sicherungsgeschäfte Umsatzerlöse -573
Sonstige Umsatzerlöse 6.205
156.257

STRUKTUR DER UMSATZERLÖSE DES KONZERNS 1. HALBJAHR 2022¹

Mio. € Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Nutzfahrzeuge Power Engineering Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung
Fahrzeuge 75.692 10.848 - - 86.540 -6.771
Originalteile 7.352 3.253 - - 10.605 -76
Gebrauchtfahrzeuge und Fremdprodukte 5.831 1.138 - 10.608 17.576 -1.857
Motoren, Aggregate und Teilelieferungen 5.750 415 - - 6.165 -35
Power Engineering - - 1.632 - 1.632 0
Motorräder 457 - - - 457 -
Vermiet- und Leasinggeschäft 310 850 0 8.177 9.338 -595
Zinsen und ähnliche Erträge 119 1 - 4.063 4.184 -207
Sicherungsgeschäfte Umsatzerlöse -903 -11 - - -914 -22
Sonstige Umsatzerlöse 5.363 1.120 - 298 6.781 -586
99.971 17.613 1.632 23.146 142.362 -10.151
Mio. € Volkswagen Konzern
Fahrzeuge 79.768
Originalteile 10.529
Gebrauchtfahrzeuge und Fremdprodukte 15.719
Motoren, Aggregate und Teilelieferungen 6.129
Power Engineering 1.631
Motorräder 457
Vermiet- und Leasinggeschäft 8.743
Zinsen und ähnliche Erträge 3.977
Sicherungsgeschäfte Umsatzerlöse -936
Sonstige Umsatzerlöse 6.195
132.211

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Die Sonstigen Umsatzerlöse umfassen unter anderem Erlöse aus Werkstattleistungen sowie Lizenzeinnahmen.

2. Kosten der Umsatzerlöse

In den Kosten der Umsatzerlöse sind die dem Finanzdienstleistungsgeschäft zuzuordnenden Zinsaufwendungen in Höhe von 3.425 Mio. € (Vorjahr: 1.228 Mio. €) enthalten.

Darüber hinaus werden in den Kosten der Umsatzerlöse neben den planmäßigen auch außerplanmäßige Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten, Sachanlagen und Vermietete Vermögenswerte berücksichtigt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen belaufen sich auf insgesamt 532 Mio. € (Vorjahr: 385 Mio. €), die im Wesentlichen im Sonstigen betrieblichen Ergebnis und in den Kosten der Umsatzerlöse ausgewiesen sind.

3. Forschungs- und Entwicklungskosten

1. HALBJAHR
Mio. € 2023 2022 %
Forschungs- und Entwicklungskosten gesamt 10.206 9.289 9,9
davon: aktivierte Entwicklungskosten 5.197 4.762 9,1
Aktivierungsquote in % 50,9 51,3
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 2.596 2.493 4,1
Ergebniswirksam verrechnete Forschungs- und Entwicklungskosten 7.605 7.019 8,3

4. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Ergebnisanteils der Aktionäre der Volkswagen AG und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der sich während des Berichtszeitraums in Umlauf befindenden Stamm- und Vorzugsaktien. Da im Berichtszeitraum keine Sachverhalte vorlagen, aus denen Verwässerungseffekte auf die Anzahl der Aktien resultierten, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Gemäß § 27 Abs. 2 Ziffer 3 der Satzung der Volkswagen AG steht der Vorzugsaktie eine um 0,06 € höhere Dividende als der Stammaktie zu.

2. QUARTAL 1. HALBJAHR
2023 2022¹ 2023 2022¹
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von:
Stammaktien - unverwässert/verwässert Stück 295.089.818 295.089.818 295.089.818 295.089.818
Vorzugsaktien - unverwässert/verwässert Stück 206.205.445 206.205.445 206.205.445 206.205.445
Ergebnis nach Steuern Mio. € 3.791 3.912 8.521 10.655
Anteil von Minderheiten Mio. € 402 23 784 63
Ergebnisanteil der Hybridkapitalgeber der Volkswagen AG Mio. € 140 150 278 279
Ergebnisanteil der Aktionäre der Volkswagen AG Mio. € 3.250 3.739 7.459 10.313
davon: Ergebnisanteil der Stammaktien - unverwässert/verwässert Mio. € 1.913 2.201 4.384 6.063
davon: Ergebnisanteil der Vorzugsaktien - unverwässert/verwässert Mio. € 1.337 1.538 3.076 4.249
Ergebnis je Stammaktie - unverwässert/verwässert 6,48 7,46 14,86 20,55
Ergebnis je Vorzugsaktie - unverwässert/verwässert 6,48 7,46 14,92 20,61

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

5. Langfristige Vermögenswerte

ENTWICKLUNG AUSGEWÄHLTER LANGFRISTIGER VERMÖGENSWERTE VOM 1. JANUAR BIS ZUM 30. JUNI 2023

Mio. € Nettobuchwert 01.01.2023 Zugänge/ Änderung Kons.kreis Abgänge/Übrige Bewegungen Abschreibungen Nettobuchwert 30.06.2023
Immaterielle Vermögenswerte 83.241 5.532 414 3.266 85.093
Sachanlagen 63.890 5.887 737 4.939 64.101
Vermietete Vermögenswerte 59.380 14.692 8.592 5.326 60.154

6. Vorräte

Mio. € 30.06.2023 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 10.024 10.458
Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 6.175 6.041
Fertige Erzeugnisse, Waren 37.035 29.466
Kurzfristiges Vermietvermögen 6.074 5.170
Geleistete Anzahlungen 1.492 1.165
Sicherungsgeschäfte Vorräte 3 -26
60.803 52.274

Im Berichtszeitraum waren wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres keine wesentlichen Wertminderungen und Zuschreibungen auf Vorräte vorzunehmen.

7. Kurzfristige sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte

Mio. € 30.06.2023 31.12.2022'
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21.771 18.534
Übrige sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte 28.575 24.692
50.346 43.226

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

Das Operative Ergebnis wurde im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2023 mit 313 Mio. € (Vorjahr: 725 Mio. €) aus Wertminderungen und Zuschreibungen auf lang- und kurzfristige finanzielle Vermögenswerte belastet. Der Vorjahreswert resultierte im Wesentlichen aus erhöhten Ausfallrisiken aufgrund der Krisensituation im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt.

8. Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital setzt sich aus 295.089.818 nennwertlosen Stammaktien und 206.205.445 nennwertlosen Vorzugsaktien zusammen und beträgt 1.283 Mio. € (Vorjahr: 1.283 Mio. €).

Die Anteile von Minderheitsgesellschaftern (nicht beherrschende Anteile) am Eigenkapital entfallen im Wesentlichen auf den Porsche AG Konzern sowie die TRATON GROUP.

9. Langfristige Finanzschulden

Mio. € 30.06.2023 31.12.2022
Anleihen und Schuldverschreibungen 88.119 89.869
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21.912 23.266
Einlagengeschäft 4.857 2.642
Leasingverbindlichkeiten 5.111 5.283
Übrige Finanzschulden 682 677
120.681 121.737

10. Kurzfristige Finanzschulden

Mio. € 30.06.2023 31.12.2022
Anleihen und Schuldverschreibungen 45.694 38.523
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.562 18.840
Einlagengeschäft 30.407 24.107
Leasingverbindlichkeiten 1.064 1.102
Übrige Finanzschulden 1.304 876
99.032 83.448

11. Angaben zum Fair Value

Die Prinzipien und Methoden zur Fair Value Bewertung sind gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich unverändert. Detaillierte Erläuterungen zu den Bewertungsprinzipien und -methoden finden sich im Konzernabschluss 2022 unter der Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze".

Der Fair Value entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver Markt existiert, wird der Fair Value mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel durch die Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz oder durch die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle, ermittelt.

Die erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden umfassen derivative Finanzinstrumente, die nicht nach den Regelungen des Hedge Accounting bilanziert werden. Hierzu zählen im Wesentlichen Warentermingeschäfte, Devisentermingeschäfte auf Warentermingeschäfte, Optionen auf den Erwerb von Eigenkapitalinstrumenten sowie in bestimmten Fällen Zinsswaps, Währungsswaps und Zins-/Währungsswaps. Zum anderen werden die sonstigen Beteiligungen (grundsätzlich Anteile mit einer Beteiligungsquote von weniger als 20 %) an Personengesellschaften (Fremdkapitalinstrumente), Forderungen aus Kundenfinanzierung, deren Rückflüsse nicht nur Zins- und Tilgungszahlungen beinhalten, sowie finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen von vom Volkswagen Konzern beherrschten Spezialfonds gehalten werden, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Die derivativen Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehungen (Derivate im Hedge Accounting) werden in Abhängigkeit des zu Grunde liegenden Grundgeschäfts entweder erfolgsneutral oder erfolgswirksam zum Fair Value bewertet.

Zu den erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten gehören sonstige Beteiligungen (grundsätzlich Anteile mit einer Beteiligungsquote von weniger als 20 %) an Kapitalgesellschaften (Eigenkapitalinstrumente) und Aktien, für die der Volkswagen Konzern in der Regel das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum Fair Value in Anspruch nimmt, sowie Wertpapiere (Fremdkapitalinstrumente), deren Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen umfassen und die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht. Im Rahmen der erfolgsneutralen Bewertung werden die Änderungen des Fair Value nach Berücksichtigung latenter Steuern im Eigenkapital erfasst. Im Falle von Wertpapieren (Fremdkapitalinstrumente) werden Wertberichtigungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Ermittlung des Fair Value wird anhand einheitlicher Bewertungsmethoden sowie Bewertungsparameter vorgenommen. Die Durchführung der Fair Value Bewertung bei Finanzinstrumenten der Stufe 2 und Stufe 3 wird auf Basis zentraler Vorgaben in den einzelnen Konzernbereichen durchgeführt.

ÜBERLEITUNG DER BILANZPOSTEN ZU DEN KLASSEN DER FINANZINSTRUMENTE

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzposten zu den Klassen von Finanzinstrumenten, aufgeteilt nach Buchwerten und Fair Values der Finanzinstrumente.

Der Fair Value der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente, wie Forderungen und Verbindlichkeiten, wird durch die Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird grundsätzlich der Fair Value für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dem Bilanzwert gleichgesetzt.

Die für den Fair Value der Forderungen maßgeblichen Risikovariablen sind risikoadjustierte Zinssätze.

ÜBERLEITUNG DER BILANZPOSTEN ZU DEN KLASSEN DER FINANZINSTRUMENTE ZUM 30. JUNI 2023

ZUM FAIR VALUE BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTET DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN SICHERUNGSBEZIEHUNGEN KEINER BEWERTUNGSKATEGORIE ZUGEORDNET BILANZ POSTEN ZUM 30.06.2023
Mio. € Buchwert Buchwert Fair Value Buchwert Buchwert
Langfristige Vermögenswerte
At Equity bewertete Anteile - - - - 10.536 10.536
Sonstige Beteiligungen 354 - - - 3.648 4.003
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 125 52.049 51.925 - 38.048 90.222
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.178 5.898 5.830 3.841 - 12.917
Ertragsteuerforderungen - - - - 412 412
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 21.771 21.771 - 0 21.771
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 21 43.035 43.035 - 19.883 62.940
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.127 13.829 13.829 1.655 - 17.611
Ertragsteuerforderungen - 4 4 - 1.809 1.813
Wertpapiere und Termingeldanlagen 25.472 420 420 - - 25.892
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 37.129 37.129 - - 37.129
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - 91 91 - 197 288
Langfristige Schulden
Finanzschulden - 115.570 112.194 - 5.111 120.681
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.865 2.638 2.523 3.788 - 8.292
Kurzfristige Schulden
Finanzschulden - 97.968 97.968 - 1.064 99.032
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 31.885 31.885 - - 31.885
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.118 11.821 11.821 1.476 - 14.415
Ertragsteuerverbindlichkeiten - 13 13 - 611 624
Schulden im Zusammenhang
mit Zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - 41 41 - 56 98

ÜBERLEITUNG DER BILANZPOSTEN ZU DEN KLASSEN DER FINANZINSTRUMENTE ZUM 31. DEZEMBER 2022¹

ZUM FAIR VALUE BEWERTET ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTET DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN SICHERUNGSBEZIEHUNGEN KEINER BEWERTUNGSKATEGORIE ZUGEORDNET BILANZ POSTEN ZUM 31.12.2022
Mio. € Buchwert Buchwert Fair Value Buchwert Buchwert
Langfristige Vermögenswerte
At Equity bewertete Anteile - - - - 12.668 12.668
Sonstige Beteiligungen 342 - - - 3.147 3.489
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 178 51.557 50.721 - 35.209 86.944
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.735 5.626 5.533 3.471 - 13.832
Ertragsteuerforderungen - - - - 394 394
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 18.533 18.533 - 0 18.534
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 24 41.644 41.644 - 19.881 61.549
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.845 11.032 11.032 1.270 - 15.148
Ertragsteuerforderungen - 10 10 - 1.721 1.732
Wertpapiere und Termingeldanlagen 24.560 12.646 12.646 - - 37.206
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 29.172 29.172 - - 29.172
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - 570 570 - 163 733
Langfristige Schulden
Finanzschulden - 116.455 112.101 - 5.283 121.737
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.518 2.623 2.502 4.047 - 8.188
Kurzfristige Schulden
Finanzschulden - 82.346 82.346 - 1.102 83.448
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 28.738 28.738 - - 28.738
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1.004 17.372 17.372 1.430 - 19.807
Ertragsteuerverbindlichkeiten - 17 17 - 709 726
Schulden im Zusammenhang
mit Zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - 132 132 - 26 158

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

In der Klasse "Keiner Bewertungskategorie zugeordnet" werden insbesondere Anteile an At Equity bewerteten Beteiligungen, Anteile an verbundenen nicht konsolidierten Gesellschaften sowie Leasingforderungen erfasst.

Die Leasingforderungen haben einen Buchwert von 57,9 Mrd. € (Vorjahr: 55,1 Mrd. €) und einen Fair Value von 56,9 Mrd. € (Vorjahr: 54,1 Mrd. €).

Folgende Tabellen zeigen eine Übersicht der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden:

ZUM FAIR VALUE BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN NACH STUFEN

Mio. € 30.06.2023 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 354 104 - 251
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 125 - - 125
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.178 - 1.931 1.246
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - - -
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 21 - - 21
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.127 - 1.699 428
Wertpapiere und Termingeldanlagen 25.472 25.397 75 -
Langfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 1.865 - 1.704 161
Kurzfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 1.118 - 1.098 21
Mio. € 31.12.2022 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige Beteiligungen 342 91 0 251
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 178 - - 178
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.735 - 2.571 2.165
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1 - - 1
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 24 - - 24
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 2.845 - 2.283 562
Wertpapiere und Termingeldanlagen 24.560 24.487 73 -
Langfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 1.518 - 1.439 79
Kurzfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 1.004 - 982 23

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN SICHERUNGSBEZIEHUNGEN NACH STUFEN

Mio. € 30.06.2023 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.841 - 3.841 -
Kurzfristige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.655 - 1.655 -
Langfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 3.788 - 3.788 -
Kurzfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 1.476 - 1.476 -
Mio. € 31.12.2022 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 3.471 - 3.471 -
Kurzfristige Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1.270 - 1.270 -
Langfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 4.047 - 4.047 -
Kurzfristige Schulden
Sonstige finanzielle Schulden 1.430 - 1.430 -

Die Zuordnung der Fair Values in die drei Stufen der Fair Value Hierarchie richtet sich nach der Verfügbarkeit beobachtbarer Marktpreise. In Stufe 1 werden Fair Values von Finanzinstrumenten gezeigt, für die ein Preis direkt auf einem aktiven Markt ermittelt werden kann. Darunter fallen zum Beispiel Wertpapiere und zum Fair Value bewertete sonstige Beteiligungen. Fair Values in Stufe 2, beispielsweise bei Derivaten, werden auf Basis von Marktdaten gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren ermittelt. Hierbei werden insbesondere Währungskurse, Zinskurven, Rohstoffpreise sowie Börsenkurse notierter Anteile verwendet, welche an den entsprechenden Märkten beobachtbar sind und über Preisserviceagenturen bezogen werden. Fair Values der Stufe 3 errechnen sich über Bewertungsverfahren, bei denen nicht direkt auf dem aktiven Markt beobachtbare Faktoren einbezogen werden. Im Volkswagen Konzern sind der Stufe 3 langfristige Warentermingeschäfte zugeordnet, da für die Bewertung die am Markt vorhandenen Kurse extrapoliert werden müssen. Die Extrapolation erfolgt auf Basis von beobachtbaren Inputfaktoren für die unterschiedlichen Rohstoffe, welche über Preisserviceagenturen bezogen werden. Des Weiteren werden in der Stufe 3 Optionen auf Eigenkapitalinstrumente und Restwertsicherungsmodelle, Forderungen aus Kundenfinanzierung sowie Fahrzeugfinanzierungsprogramme gezeigt. Für die Bewertung der Eigenkapitalinstrumente werden dabei insbesondere die jeweiligen Unternehmensplanungen sowie unternehmensindividuelle Diskontzinssätze verwendet. Wesentlicher Inputfaktor zur Bestimmung des Fair Value für die Restwertsicherungsmodelle sind Prognosen sowie Schätzungen von Gebrauchtwagenrestwerten der entsprechenden Modelle. Zur Bewertung der Fahrzeugfinanzierungsprogramme wird insbesondere der entsprechende Fahrzeugpreis berücksichtigt.

Die nachfolgende Tabelle gibt eine zusammenfassende Übersicht der Entwicklung der zum Fair Value bewerteten Bilanzposten in der Stufe 3:

ENTWICKLUNG DER ZUM FAIR VALUE BEWERTETEN BILANZPOSTEN BASIEREND AUF STUFE 3

Mio. € Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte Zum Fair Value bewertete finanzielle Schulden
Stand am 01.01.2023 3.176 102
Währungsänderungen -21 3
Änderung Konsolidierungskreis 0 -
Gesamtergebnis -685 100
erfolgswirksam -678 100
erfolgsneutral -8 -
Zugänge (Zukäufe) 54 -
Realisierungen -249 -
Umgliederung in Stufe 2 -203 -22
Stand am 30.06.2023 2.071 182
Erfolgswirksam erfasste Ergebnisse -678 -100
Sonstiges betriebliches Ergebnis -679 -100
davon entfallen auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Schulden -579 -88
Finanzergebnis 1 -
davon entfallen auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Schulden 0 -
Mio. € Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte Zum Fair Value bewertete finanzielle Schulden
Stand am 01.01.2022 2.119 303
Währungsänderungen 86 -3
Änderung Konsolidierungskreis - -
Gesamtergebnis 995 -104
erfolgswirksam 983 -104
erfolgsneutral 12 -
Zugänge (Zukäufe) 114 -
Realisierungen -113 -49
Umgliederung in Stufe 1 - -
Umgliederung in Stufe 2 -374 -12
Stand am 30.06.2022 2.827 135
Erfolgswirksam erfasste Ergebnisse 983 104
Sonstiges betriebliches Ergebnis 944 104
davon entfallen auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Schulden1 664 109
Finanzergebnis 39 -
davon entfallen auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/Schulden - -

1 Das Vorjahr wurde angepasst.

Die Umgliederungen zwischen den Stufen der Fair Value Hierarchie werden zu den jeweiligen Berichtsstichtagen berücksichtigt. Die Umgliederungen aus Stufe 3 in Stufe 2 beinhalten Warentermingeschäfte, für die aufgrund der abnehmenden Restlaufzeit beobachtbare Marktkurse zur Bewertung zur Verfügung stehen, sodass keine Extrapolation mehr notwendig ist.

Für den Fair Value der Warentermingeschäfte ist der Rohstoffpreis die wesentliche Risikovariable. Mittels Sensitivitätsanalyse wird der Effekt von Änderungen des Rohstoffpreises auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital dargestellt.

Wenn die Rohstoffpreise der der Stufe 3 zugeordneten Warentermingeschäfte zum 30. Juni 2023 um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 233 Mio. € (Vorjahr: 270 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen. Auf das Eigenkapital würden sich darüber hinaus keine Effekte ergeben.

Die für die Bewertung der vom Unternehmen gehaltenen Optionen auf Eigenkapitalinstrumente maßgebliche Risikovariable ist der jeweilige Unternehmenswert. Mittels einer Sensitivitätsanalyse werden Effekte aus einer Änderung der Risikovariablen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern dargestellt.

Wenn die unterstellten Unternehmenswerte zum 30. Juni 2023 um 10 % höher gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn die unterstellten Unternehmenswerte zum 30. Juni 2023 um 10 % niedriger gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) niedriger ausgefallen.

Restwertrisiken resultieren aus Absicherungsvereinbarungen mit dem Handel, wonach im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen aus abgeschlossenen Leasingverträgen entstehende Ergebnisauswirkungen aus marktbedingten Schwankungen der Restwerte teilweise vom Volkswagen Konzern getragen werden.

Für den Fair Value der Optionen aus Restwertrisiken sind die Marktpreise von Gebrauchtwagen die wesentliche Risikovariable. Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von Änderungen der Gebrauchtwagenpreise auf das Ergebnis nach Ertragsteuern quantifiziert.

Wenn die Gebrauchtwagenpreise der im Restwertsicherungsmodell enthaltenen Fahrzeuge zum 30. Juni 2023 um 10 % höher gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 452 Mio. € (Vorjahr: 444 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn die Gebrauchtwagenpreise der im Restwertsicherungsmodell enthaltenen Fahrzeuge zum 30. Juni 2023 um 10 % niedriger gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 483 Mio. € (Vorjahr: 483 Mio. €) niedriger ausgefallen.

Wenn die risikoadjustierten Zinssätze der zum Fair Value bewerteten Forderungen zum 30. Juni 2023 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 6 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) niedriger ausgefallen. Wenn die risikoadjustierten Zinssätze zum 30. Juni 2023 um 100 Basispunkte niedriger gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) höher ausgefallen.

Wenn bei den Fahrzeugfinanzierungsprogrammen der entsprechende Fahrzeugpreis zum 30. Juni 2023 um 10 % höher gewesen wäre, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 7 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn bei den Fahrzeugfinanzierungsprogrammen der entsprechende Fahrzeugpreis zum 30. Juni 2023 um 10 % niedriger gewesen wäre, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 7 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) niedriger ausgefallen.

Wenn die Ertragslage der zum Fair Value bewerteten Beteiligungen zum 30. Juni 2023 um 10 % besser gewesen wäre, wäre das Eigenkapital 8 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) sowie das Ergebnis nach Steuern um 5 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn die Ertragslage der zum Fair Value bewerteten Beteiligungen um 10 % schlechter gewesen wäre, wäre das Eigenkapital 8 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) sowie das Ergebnis nach Steuern um 5 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) geringer ausgefallen.

12. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt den Zahlungsmittelfluss im Volkswagen Konzern sowie in den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen. Der Zahlungsmittelbestand setzt sich aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand und jederzeit fälligen Mitteln zusammen.

Mio. € 30.06.2023 30.06.2022
Zahlungsmittelbestand laut Bilanz 37.129 33.921
Zahlungsmittel zur Veräußerung gehalten 70 33
Termingeldanlagen - -38
Zahlungsmittelbestand laut Kapitalflussrechnung 37.199 33.916

In der Finanzierungstätigkeit stehen sich folgende Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse gegenüber:

1. HALBJAHR
Mio. € 2023 2022
Kapitaleinzahlungen/-rückzahlungen 0 1.262
Dividendenzahlungen -11.417 -4.258
Kapitaltransaktionen mit Minderheiten -8 -
Aufnahmen von Anleihen 16.804 13.534
Tilgungen von Anleihen -13.991 -14.014
Veränderungen der übrigen Finanzschulden 12.218 -5.075
Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten -596 -658
3.010 -9.210

13. Segmentberichterstattung

Die Segmentabgrenzung folgt der internen Steuerung und Berichterstattung im Volkswagen Konzern. Der Mehrmarkenstrategie folgend wird jede Marke (Geschäftssegment) des Konzerns von einem eigenen Markenvorstand geleitet. Dabei sind die vom Vorstand der Volkswagen AG festgelegten Konzernziele und -vorgaben zu berücksichtigen. Die Segmentberichterstattung besteht aus den vier berichtspflichtigen Segmenten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, Nutzfahrzeuge, Power Engineering und Finanzdienstleistungen.

Die Aktivitäten des Segments Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erstrecken sich auf die Entwicklung von Fahrzeugen, Motoren und Fahrzeugsoftware, die Produktion und den Vertrieb von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowie das Geschäft mit entsprechenden Originalteilen. Im Berichtssegment Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erfolgt die Zusammenfassung der einzelnen Marken zu einem berichtspflichtigen Segment insbesondere aufgrund des hohen Maßes an technologischer und wirtschaftlicher Verzahnung im Produktionsverbund. Des Weiteren liegt eine Zusammenarbeit in zentralen Bereichen wie Einkauf, Forschung und Entwicklung oder Treasury vor.

Das Segment Nutzfahrzeuge umfasst vor allem die Entwicklung, die Produktion sowie den Vertrieb von Lastkraftwagen und Bussen, das Geschäft mit entsprechenden Originalteilen sowie damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen. Wie bei den Pkw-Marken besteht eine Zusammenarbeit in den Bereichen Einkauf, Entwicklung und Vertrieb. Weitere Verzahnungen werden angestrebt.

Im Segment Power Engineering wird das Geschäft mit Großdieselmotoren, Turbomaschinen und Komponenten der Antriebstechnik abgebildet.

Die Tätigkeit des Segments Finanzdienstleistungen umfasst die Händler- und Kundenfinanzierung, das Leasing-, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagementgeschäft sowie Mobilitätsangebote. In diesem Segment erfolgen Zusammenfassungen insbesondere unter Berücksichtigung der Vergleichbarkeit der Art der Dienstleistungen sowie der regulatorischen Rahmenbedingungen.

Die Kaufpreisallokation aus erworbenen Gesellschaften wird direkt den entsprechenden Segmenten zugeordnet.

Das Segmentergebnis wird bei Volkswagen auf Basis des Operativen Ergebnisses bestimmt.

Die Überleitungsrechnung beinhaltet Bereiche und sonstige Geschäftstätigkeiten, die definitionsgemäß keine Segmente darstellen. Darin ist auch die nicht zugeordnete Konzernfinanzierung enthalten. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten erfolgt ebenfalls innerhalb der Überleitungsrechnung.

Den Geschäftsbeziehungen zwischen den Gesellschaften der Segmente des Volkswagen Konzerns liegen grundsätzlich Preise zugrunde, die auch mit Dritten vereinbart werden.

BERICHTSSEGMENTE 1. HALBJAHR 2023

Mio. € Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Nutzfahrzeuge Power Engineering Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung
Umsatzerlöse mit externen Dritten 108.476 21.851 1.874 23.787 155.988 269
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 11.067 481 0 1.901 13.449 -13.449
Umsatzerlöse 119.543 22.331 1.875 25.689 169.437 -13.180
Segmentergebnis (Operatives Ergebnis) 10.827 1.796 206 2.226 15.056 -3.709
Mio. € Volkswagen Konzern
Umsatzerlöse mit externen Dritten 156.257
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten -
Umsatzerlöse 156.257
Segmentergebnis (Operatives Ergebnis) 11.347

BERICHTSSEGMENTE 1. HALBJAHR 2022¹

Mio. € Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Nutzfahrzeuge Power Engineering Finanzdienstleistungen Summe Segmente Überleitung
Umsatzerlöse mit externen Dritten 91.677 17.045 1.631 21.680 132.033 178
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten 8.294 569 0 1.466 10.329 -10.329
Umsatzerlöse 99.971 17.613 1.632 23.146 142.362 -10.151
Segmentergebnis (Operatives Ergebnis) 10.529 618 129 3.094 14.369 -1.550
Mio. € Volkswagen Konzern
Umsatzerlöse mit externen Dritten 132.211
Umsatzerlöse mit anderen Segmenten -
Umsatzerlöse 132.211
Segmentergebnis (Operatives Ergebnis) 12.820

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

ÜBERLEITUNGSRECHNUNG

1. HALBJAHR
Mio. € 2023 20221
Segmentergebnis (Operatives Ergebnis) 15.056 14.369
Nicht zugeordnete Bereiche 70 22
Konzernfinanzierung -5 -16
Konsolidierung/Holdingfunktion -3.775 -1.555
Operatives Ergebnis 11.347 12.820
Finanzergebnis 552 1.235
Konzernergebnis vor Steuern 11.898 14.055

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

14. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE) hält die Mehrheit der Stimmrechte an der Volkswagen AG.

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Volkswagen AG am 3. Dezember 2009 wurde die Schaffung von Entsendungsrechten für das Land Niedersachsen beschlossen. Damit kann die Porsche SE, trotz der Mehrheit der Stimmrechte an der Volkswagen AG, nicht die Mehrheit der Mitglieder im Aufsichtsrat der Volkswagen AG bestellen, solange dem Land Niedersachsen mindestens 15 % der Stammaktien gehören. Die Porsche SE gilt damit als nahestehendes Unternehmen im Sinne des IAS 24.

BÖRSENGANG DER PORSCHE AG

Am 28. September 2022 hat Volkswagen 25 % der Vorzugsaktien (inklusive Mehrzuteilungen) ihrer Tochtergesellschaft Porsche AG bei Investoren platziert. Diese Vorzugsaktien werden seit dem Folgetag an der Börse gehandelt. Grundlage für den Börsengang war eine umfassende Einigung über den Abschluss mehrerer Verträge zwischen Volkswagen und der Porsche SE. In diesem Zusammenhang haben beide Parteien auch vereinbart, dass die Porsche SE 25 % der Stammaktien an der Porsche AG zuzüglich einer Stammaktie von Volkswagen erwirbt. Siehe hierzu auch die Erläuterungen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022.

Aufgrund des Beschlusses auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Volkswagen AG am 16. Dezember 2022 bestand die Verpflichtung zur Zahlung einer Sonderdividende, was zu einer Gesamtverpflichtung gegenüber den Anteilseignern der Volkswagen AG in Höhe von 9,6 Mrd. € zum 31. Dezember 2022 führte. Auf die Porsche SE entfielen hiervon 3,1 Mrd. €.

Die Volkswagen AG und die Porsche SE haben sich auf eine Aufrechnung der Verpflichtung gegenüber der Porsche SE auf Zahlung der Sonderdividende mit dem Anspruch der Volkswagen AG auf die Zahlung des noch ausstehenden Kaufpreises für die zweite Tranche der Stammaktien geeinigt. Die Kaufpreisforderung und die Dividendenverbindlichkeit wurden daher im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 saldiert ausgewiesen. Mit der Zahlung der Sonderdividende am 9. Januar 2023 wurde die Aufrechnung vollzogen.

Im Zusammenhang mit dem Börsengang der Porsche AG war die Volkswagen AG außerdem im Jahr 2022 Verpflichtungen im Hinblick auf Dividendenzahlungen der Porsche AG eingegangen. Die entsprechende Dividende wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung der Porsche AG am 28. Juni 2023 in gleichem Umfang beschlossen und am 3. Juli 2023 gezahlt. Davon entfielen 114 Mio. € auf die Porsche SE.

WEITERE ANGABEN ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN NACH IAS 24

ERBRACHTE LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 1. HALBJAHR EMPFANGENE LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN 1. HALBJAHR
Mio. € 2023 2022 2023 2022
Porsche SE und deren Mehrheitsbeteiligungen 1 1 0 0
Aufsichtsräte 1 1 2 0
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 795 3901 954 789
Gemeinschaftsunternehmen und deren Mehrheitsbeteiligungen 7.132 8.050 609 325
Assoziierte Unternehmen und deren Mehrheitsbeteiligungen 199 181 1.485 791
Land Niedersachsen, dessen Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen 8 6 2 5

1 Das Vorjahr wurde angepasst.

FORDERUNGEN GEGEN VERBINDLICHKEITEN (EINSCHL. VERPFLICHTUNGEN) GEGENÜBER
Mio. € 30.06.2023 31.12.2022 30.06.2023 31.12.2022¹
Porsche SE und deren Mehrheitsbeteiligungen 0 1 114 136
Aufsichtsräte 0 0 230 276
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 1.493 1.346 2.445 1.865
Gemeinschaftsunternehmen und deren Mehrheitsbeteiligungen 16.691 14.046 3.012 2.740
Assoziierte Unternehmen und deren Mehrheitsbeteiligungen 799 625 1.288 1.096
Land Niedersachsen, dessen Mehrheitsbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen 24 255 1 1.127

1 Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).

In den obigen Tabellen sind die von den Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen erhaltenen Dividendenzahlungen nach Abzug von Quellensteuer in Höhe von 1.091 Mio. € (Vorjahr: 497 Mio. €) und an die Porsche SE gezahlte Dividenden in Höhe von 1.415 Mio. € (Vorjahr: 1.201 Mio. €) nicht enthalten.

Die Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen entfallen im Wesentlichen auf gewährte Darlehen in Höhe von 11.753 Mio. € (31. Dezember 2022: 10.350 Mio. €) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.539 Mio. € (31. Dezember 2022: 3.491 Mio. €). Die Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochtergesellschaften resultieren ebenfalls im Wesentlichen aus gewährten Darlehen in Höhe von 849 Mio. € (31. Dezember 2022: 727 Mio. €) sowie aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 204 Mio. € (31. Dezember 2022: 222 Mio. €).

In den ausstehenden Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen sind zweifelhafte Forderungen enthalten, welche in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €) wertberichtigt wurden. Im ersten Halbjahr 2023 fielen hierfür Aufwendungen in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr: 27 Mio. €) an.

Des Weiteren bürgt der Volkswagen Konzern für nahestehende Personen und Unternehmen gegenüber externen Banken in Höhe von 286 Mio. € (31. Dezember 2022: 296 Mio. €).

Der Volkswagen Konzern hat von Januar bis Juni 2023 Kapitaleinlagen bei nahestehenden Unternehmen in Höhe von 490 Mio. € (Vorjahr: 2.187 Mio. €) getätigt.

Die Verpflichtungen gegenüber Aufsichtsräten beinhalten im Wesentlichen verzinsliche Bankguthaben von Aufsichtsräten, die zu marktüblichen Konditionen bei Gesellschaften des Volkswagen Konzerns angelegt wurden.

Die Transaktionen mit nahestehenden Personen erfolgen regelmäßig unter marktüblichen Konditionen. Diese beinhalten teilweise auch Eigentumsvorbehalte.

15. Rechtsstreitigkeiten

DIESELTHEMATIK

1. Straf- und Verwaltungsverfahren weltweit (exklusive USA/Kanada)

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führte Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs im Zusammenhang mit Motoren des Typs EA 288. Das Verfahren gegen die beschuldigten Mitarbeiter sowie die Volkswagen AG wurde Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 gegen drei Beschuldigte gegen Zahlung einer Geldauflage endgültig und gegen vier Beschuldigte vorläufig eingestellt.

Das Landgericht München II hat in dem im Juni 2020 eröffneten Strafverfahren unter anderem wegen des Vorwurfs des Betrugs im Zusammenhang mit der Dieselthematik betreffend 3.0 l und 4.2 l TDI-Motoren Ende Juni 2023 ein Urteil erlassen. Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender der AUDI AG und die weiteren beiden Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen, deren Vollstreckung jeweils zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt. Als Bewährungsauflagen wurden jeweils unter anderem Geldauflagen festgesetzt. Das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig, alle drei Angeklagten sowie die Staatsanwaltschaft haben Revision eingelegt. Gegen einen weiteren ehemals Angeklagten hat das Landgericht München II das Verfahren im April 2023 gegen Geldauflage eingestellt.

Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte Ende Februar 2023 einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erstinstanzlich stattgegeben und den Freigabebescheid für ein Softwareupdate für bestimmte ältere Modelle des Golf Plus aufgehoben, soweit dieser das Thermofenster, die Höhenkorrektur und die Taxischaltung als zulässige Abschalteinrichtungen einstufte. Beim sogenannten Thermofenster handelt es sich um eine temperaturabhängige Abgasrückführung. Mit Höhenkorrektur wird eine höhenabhängige Abgasrückführung bezeichnet. Unter Taxischaltung ist eine von der Zeitspanne eines im Leerlauf betriebenen Fahrzeugs abhängige Abgasrückführung zu verstehen. Die Volkswagen AG ist Beigeladene in dem Verfahren. Die Volkswagen AG und das KBA haben Ende April 2023 Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Schleswig eingelegt. Die Entscheidung ist damit nicht rechtskräftig. Die DUH hat beim Verwaltungsgericht Schleswig zwei weitere Klagen eingereicht. Die erste Klage richtet sich gegen Freigabebescheide für weitere mit Motoren des Typs EA 189 sowie mit ausgewählten V-TDI-Motoren ausgestattete Fahrzeuge der Marken Audi und Porsche, die zweite Klage richtet sich gegen sämtliche EU5 und EU6b/c Dieselfahrzeuge des Konzerns.

2. Produktbezogene Klagen weltweit (exklusive USA/Kanada)

In Brasilien hat das Berufungsgericht in der zweiten verbraucherrechtlichen Sammelklage, die rund 67 Tsd. Amarok-Fahrzeuge betrifft, im Juni 2023 das Rechtsmittel der Klägerin gegen das klageabweisende erstinstanzliche Urteil aus Oktober 2021 zurückgewiesen.

In den Niederlanden hat die Diesel Emissions Justice Foundation ihre Berufung gegen das Zwischenurteil aus März 2022 in dem auf Zahlung von Schadensersatz gerichteten Sammelklageverfahren ausschließlich auf die Anwendbarkeit des neuen Sammelklageregimes beschränkt, sodass die Entscheidung des Gerichts in Amsterdam in Bezug auf seine Unzuständigkeit für Klagen von Verbrauchern außerhalb der Niederlande final und bindend ist.

In Portugal hat der Supreme Court im Juli 2023 die Sammelklage mangels Klagebefugnis der klagenden Verbraucherorganisation als unzulässig abgewiesen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Ende Juni 2023 Urteile in Verfahren gegen die Volkswagen AG und AUDI AG verkündet, in denen es um die Umsetzung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu möglichen Ansprüchen von Käufern aus dem europäischen Typgenehmigungsrecht in deutsches Recht geht. Der BGH entschied, dass Klägern beim fahrlässigen Einsatz einer unzulässigen Abschalteinrichtung ein Anspruch auf Ersatz eines Differenzschadens von 5 % bis 15 % des Kaufpreises grundsätzlich zusteht. Ob dieser Anspruch im Einzelfall vorliegt, müssen die Berufungsgerichte klären. Der BGH führte aus, dass ohne Bedeutung sei, ob die Grenzwerte im NEFZ-Testverfahren auch bei veränderter Funktion eingehalten würden. Nach dem BGH entfällt die Haftung, wenn den Hersteller kein Verschulden trifft, etwa weil die zuständige Behörde die Abschalteinrichtung in ihrer konkreten Ausgestaltung und unter Berücksichtigung festgestellter Kombinationen von Abschalteinrichtungen genehmigt hat oder auf Nachfrage genehmigt hätte. Im Falle eines grundsätzlichen Anspruchs auf Ersatz des Differenzschadens muss sich der Käufer zudem Nutzungsvorteile und den Wert des Fahrzeugs anrechnen lassen, soweit diese den geminderten Wert des Fahrzeugs übersteigen. Auch ein durchgeführtes Softwareupdate kann schadensmindernd zu berücksichtigen sein.

3. Anlegerklagen weltweit (exklusive USA/Kanada)

Im Kapitalanleger-Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig hat das Gericht im März 2023 einen Hinweisbeschluss erlassen und in Anbetracht der unabsehbar langen weiteren Verfahrensdauer angeregt, dass die Parteien jeweils ihre Bereitschaft zum Eintritt in außergerichtliche Vergleichsverhandlungen prüfen. Die Volkswagen AG hat unbeschadet ihres Rechtsstandpunkts signalisiert, dass sie bereit sei, über den Vorschlag des Oberlandesgerichts Braunschweig nachzudenken. Im Juli 2023 hat das Oberlandesgericht Braunschweig einen Beweisbeschluss erlassen und die Vernehmung zahlreicher Personen sowie die Vorlage und Beiziehung von Urkunden angeordnet. Die angeordnete Beweiserhebung konzentriert sich zunächst auf die Frage der, nach dem Erkenntnisstand der Volkswagen AG fehlenden, Kenntnis des Konzernvorstands, einzelner Konzernvorstandsmitglieder und/oder einzelner Mitglieder der Ad-hoc-Clearingstelle der Volkswagen AG über den Einbau von nach US-Recht unzulässigen Umschalteinrichtungen in Fahrzeugen der Volkswagen AG sowie die Vorstellungen dieses Personenkreises über etwaige Kursauswirkungen der ihnen jeweils vorliegenden Informationen. Mit den Vernehmungen soll im Herbst 2023 begonnen werden.

Im Musterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), an dem die Volkswagen AG als Nebenintervenientin beteiligt ist, hat das Oberlandesgericht Stuttgart Ende März 2023 einen Musterentscheid erlassen. Auf Basis der im Musterentscheid getroffenen Feststellungen und des gegenwärtigen Stands des Prozessinhalts in den Ausgangsverfahren wären im Ergebnis alle ausgesetzten Anlegerklagen gegen die Porsche SE abzuweisen. Der Musterentscheid ist nicht rechtskräftig. Gegen den Musterentscheid haben die Musterklägerin, mehrere Beigeladene und die Porsche SE Rechtsbeschwerde zum BGH eingelegt. Die Volkswagen AG hat den Beitritt als Streithelferin zur Rechtsbeschwerde der Porsche SE erklärt.

4. Sonderprüfung

Nachdem das Bundesverfassungsgericht mit im November 2022 bekanntgegebenen Beschlüssen den beiden Verfassungsbeschwerden der Volkswagen AG stattgegeben hat, wurde infolge der Stattgabe das bis zu den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ruhende Verfahren beim Landgericht Hannover wieder aufgenommen. Gegenstand dieses Verfahrens ist ein Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers bei der Volkswagen AG, der auf die Prüfung von Vorgängen im Zusammenhang mit der Dieselthematik gerichtet ist.

WEITERE WESENTLICHE RECHTSSTREITIGKEITEN

Im Juli 2021 hatte die Europäische Kommission gegen die Volkswagen AG, die AUDI AG und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG im Rahmen einer Settlement-Entscheidung ein Gesamtbußgeld in Höhe von rund 502 Mio. € verhängt. Volkswagen verzichtete auf die Einlegung von Rechtsmitteln, sodass die Entscheidung 2021 rechtskräftig geworden ist. Der Gegenstand der Entscheidung beschränkt sich inhaltlich auf die Kooperation deutscher Automobilhersteller zu einzelnen technischen Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung von SCR (Selective Catalytic Reduction)-Systemen für Pkw, die im Europäischen Wirtschaftsraum verkauft worden sind. Andere Verhaltensweisen wie Preisabsprachen oder die Aufteilung von Märkten und Kunden werden den Herstellern nicht vorgeworfen. Die Koreanische Wettbewerbsbehörde KFTC hat im April 2023 auf der Grundlage des EU-Sachverhalts die im Februar 2023 in ihrer Pressemitteilung angekündigte Bußgeldentscheidung bekanntgegeben. Wie angekündigt wurde gegen die Volkswagen AG kein Bußgeld verhängt und ist die Porsche AG nicht von der Entscheidung betroffen. Gegen die AUDI AG wurde ein Bußgeld von umgerechnet knapp 3 Mio. € verhängt. Die AUDI AG und die Volkswagen AG haben vor dem zuständigen Gericht in Seoul/Korea Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt.

Die englische Kartellbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat im April 2023 Rechtsmittel gegen das Urteil aus Februar 2023 eingelegt, mit dem einer Klage ("judicial review") der Volkswagen AG stattgegeben wurde. Gegenstand der Klage sind nach Auffassung der Volkswagen AG kompetenzüberschreitende Auskunftsverlangen der CMA gegenüber der Volkswagen AG im Zusammenhang mit einer Untersuchung der CMA mit Bezug zur Volkswagen Group UK. Die Volkswagen AG prüft unverändert Möglichkeiten einer verhältnismäßigen Kooperation mit der CMA.

Die beiden von Greenpeace begleiteten Klagen gegen die Volkswagen AG, durch welche die Volkswagen AG dazu verpflichtet werden sollte, unter anderem stufenweise die Produktion und das Inverkehrbringen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu reduzieren und bis 2029 komplett einzustellen sowie Treibhausgasemissionen aus Entwicklung, Produktion und Vertrieb (einschließlich der Nutzung der Fahrzeuge durch Dritte) zu reduzieren sowie zusätzlich so Einfluss auf Konzernunternehmen, Beteiligungen und Joint Ventures auszuüben, dass diese Forderungen auch von diesen erfüllt werden, wurden im Februar 2023 vom Landgericht Braunschweig und vom Landgericht Detmold abgewiesen. Die Kläger haben im März 2023 beim Oberlandesgericht Braunschweig und im April 2023 beim Oberlandesgericht Hamm Berufung gegen die klageabweisenden Urteile eingelegt.

In Russland macht Automobile Plant "GAZ" LLC (GAZ) in mehreren Gerichtsverfahren unter anderem gegenüber der Volkswagen AG angebliche Schadensersatzforderungen in Höhe von insgesamt rund 44 Mrd. Russische Rubel geltend. Von GAZ in diesem Zusammenhang beantragte und zunächst teilweise verhängte Sicherungsmaßnahmen auf die Gesellschaftsanteile an der Volkswagen Group Rus OOO (VGR) sowie das bewegliche und unbewegliche Vermögen der VGR wurden gerichtlich abgelehnt beziehungsweise aufgehoben. Gegen die Ablehnung beziehungsweise Aufhebung der Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf das bewegliche und unbewegliche Vermögen der VGR hat GAZ Rechtsmittel eingelegt, das zwischenzeitlich in der zweiten Instanz abgewiesen wurde. Im Mai 2023 hat die Volkswagen AG den Verkauf ihrer Anteile an der VGR und ihren lokalen Tochtergesellschaften an die Art-Finance LLC abgeschlossen und das Eigentum an den Anteilen der VGR und ihrer lokalen Tochtergesellschaften mit Registrierung der Transaktion auf die Käuferin übertragen. Im Juni 2023 wurde die VGR in AGR LLC umbenannt. Die Volkswagen AG verteidigt sich in allen Verfahren.

Weitergehende Angaben zu den Schätzungen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen sowie Angaben zu Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe oder der Fälligkeit von Beträgen der Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit den Rechtsrisiken werden gemäß IAS 37.92 nicht gemacht, um die Ergebnisse der Verfahren und die Interessen des Unternehmens nicht zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus ergaben sich im Berichtszeitraum gegenüber den Ausführungen zur voraussichtlichen Entwicklung des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2023 in den Kapiteln "Prognosebericht" und "Risiko- und Chancenbericht" - einschließlich des Abschnitts "Rechtsrisiken" - des zusammengefassten Lageberichts im Geschäftsbericht 2022 keine wesentlichen Änderungen.

16. Eventualverbindlichkeiten

Gegenüber den im Geschäftsbericht 2022 beschriebenen Eventualverbindlichkeiten ergeben sich zum 30. Juni 2023 keine wesentlichen Veränderungen.

17. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben sich im Vergleich zum Konzernabschluss 2022 um 2,2 Mrd. € auf 37,6 Mrd. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung des Bestellobligos für Sachanlagen.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag

Am 26. Juli 2023 hat Volkswagen mit dem Elektrofahrzeughersteller Xpeng Inc., Kaimaninseln eine Vereinbarung über den Erwerb von bis zu 4,99 % der Stammaktien von Xpeng Inc. zu einem Kaufpreis von insgesamt bis zu 710 Mio. USD abgeschlossen. Der Vollzug der Transaktion erfolgt voraussichtlich im vierten Quartal 2023. Zum selben Zeitpunkt wurde mit Guangdong Xiaopeng Automotive Technology Co. Ltd., Guangzhou/Volksrepublik China, einem Tochterunternehmen der Xpeng Inc., eine technologische Rahmenvereinbarung über die gemeinsame Entwicklung von Elektrofahrzeugen in China abgeschlossen.

Wolfsburg, 25. Juli 2023

Volkswagen Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Wolfsburg, 25. Juli 2023

Volkswagen Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT

Wir haben den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss der VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT, Wolfsburg, - bestehend aus verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Bilanz, verkürzter Eigenkapitalentwicklung, verkürzter Kapitalflussrechnung, sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzern-Zwischenlagebericht für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzern-Zwischenlageberichts nach den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzern-Zwischenabschluss und dem Konzern-Zwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses und des Konzern-Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Hannover, 26. Juli 2023

Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Meyer Matischiok
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Glossar

Ausgewählte Begriffe auf einen Blick

Hybridanleihe

Die von Volkswagen begebenen Hybridanleihen werden vollständig dem Eigenkapital zugerechnet. Während der unbegrenzten Laufzeit stehen der Emittentin zu bestimmten Terminen Kündigungsrechte zu. Die Zinsausstattung ist bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit fixiert und variiert später nach Maßgabe der Anleihebedingungen.

Modularer E-Antriebs-Baukasten (MEB)

Baukastensystem für die Herstellung von Elektroautos. Der MEB legt die Parameter für Achsen, Antriebe, Hochvolt-Batterien, Radstände und Gewichtsverhältnisse fest, damit ein Fahrzeug optimal die Anforderungen der Elektromobilität erfüllt. Im Jahr 2020 startete die Produktion der ersten Fahrzeuge auf Basis des MEB in Serie.

Plug-in-Hybrid

Leistungsstufe von Hybridfahrzeugen. Plug-in-Hybrid Electric Vehicles (PHEVs) besitzen eine größere Batterie mit entsprechend hoher Kapazität, die sowohl über den Verbrennungsmotor oder das Bremsen als auch über die Steckdose geladen werden kann. Dadurch erhöht sich die Reichweite des Fahrzeugs.

Aktivierungsquote

Die Aktivierungsquote ist als Relation aus den aktivierten Entwicklungskosten und den gesamten Kosten für Forschung und Entwicklung im Konzernbereich Automobile definiert. Sie stellt den Anteil der gesamten Primärausgaben für Forschung und Entwicklung dar, welcher aktivierungspflichtig ist.

Bruttomarge

Mit der Bruttomarge wird der prozentuale Anteil des Bruttoergebnisses an den Umsatzerlösen innerhalb einer Periode ermittelt. Die Bruttomarge gibt Auskunft über die Profitabilität nach Kosten des Umsatzes.

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote gibt den prozentualen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital zu einem Stichtag an. Diese Quote ist ein Indikator für die Stabilität und Kapitalkraft des Unternehmens und zeigt den Grad der finanziellen Unabhängigkeit.

Forschungs- und Entwicklungskostenquote

Die Forschungs- und Entwicklungskostenquote (F&E-Quote) im Konzernbereich Automobile setzt die gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten in Relation zu den Umsatzerlösen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Aufwendungen von der Zukunftsforschung bis zur marktreifen Entwicklung unserer Produkte. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der umweltfreundlichen Ausrichtung unseres Produktportfolios. Die F&E-Quote belegt die Anstrengungen für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens: die auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtete Zielsetzung einer wettbewerbsfähigen Ertragskraft.

Netto-Cashflow

Der Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile zeigt den Mittelüberschuss aus dem laufenden Geschäft, der zum Beispiel für Dividendenzahlungen zur Verfügung steht. Er ergibt sich aus dem Cashflow des laufenden Geschäfts abzüglich der Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts.

Nettoliquidität

Die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile bildet den nicht durch Kreditstand finanzierten Bestand an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, Wertpapieren, Darlehensforderungen und Termingeldanlagen ab. Zur Absicherung der Geschäftstätigkeit haben wir das strategische Ziel formuliert, dass die Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile rund 10 % der Umsatzerlöse des Konzerns beträgt.

Operatives Ergebnis

Die Umsatzerlöse, in denen die Geschäftsentwicklung unserer At-equity-konsolidierten chinesischen Joint Ventures nicht enthalten ist, sind das finanzielle Abbild unseres Markterfolgs. Nach Berücksichtigung des Ressourceneinsatzes ist das Operative Ergebnis Ausdruck der originären Unternehmenstätigkeit und zeigt den wirtschaftlichen Erfolg des Kerngeschäfts.

Operative Umsatzrendite

Die operative Umsatzrendite ist das Verhältnis von erwirtschaftetem Operativen Ergebnis zu Umsatzerlösen.

Sachinvestitionsquote

Die Sachinvestitionsquote im Konzernbereich Automobile bringt gleichermaßen unsere Innovationskraft und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zum Ausdruck. Bei ihrer Berechnung werden die Investitionen - im Wesentlichen für die Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette, für umweltfreundliche Aggregate sowie für die Anpassung der Produktionskapazitäten und Verbesserung der Fertigungsprozesse - ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen des Konzernbereichs Automobile gesetzt.

Umsatzrendite vor Steuern

Als Umsatzrendite ist das in Prozent ausgedrückte Verhältnis von Gewinn vor Steuern und Umsatzerlösen innerhalb einer Periode definiert. Sie zeigt die Höhe des je Umsatzeinheit erwirtschafteten Gewinns. Die Umsatzrendite gibt Auskunft über die Profitabilität der gesamten Geschäftstätigkeit vor Abzug von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag.

Impressum

HERAUSGEBER

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Konzernfinanzpublizität

Brieffach 1848

38436 Wolfsburg

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FINANZKALENDER

26. Oktober 2023

Zwischenbericht Januar - September 2023

Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Verständnis, dass wir aus Gründen der Sprachvereinfachung keine geschlechterspezifischen Formulierungen verwenden. Die gewählte Form steht stellvertretend für alle Geschlechter.

Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor. Bei Abweichungen geht die deutsche maßgebliche Fassung des Dokuments der englischen Übersetzung vor.

Beide Sprachfassungen sind im Internet abrufbar unter:

www.volkswagenag.com/de/InvestorRelations.html

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