![]() VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFTWolfsburgHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 30.06.2023Wesentliche ZahlenVOLKSWAGEN KONZERN
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor. Bei Abweichungen geht
die deutsche maßgebliche Fassung des Dokuments der englischen Übersetzung vor. Alle
Zahlen im Bericht sind jeweils für sich gerundet; dies kann bei der Addition zu geringfügigen
Abweichungen führen. Die Vergleichswerte des Vorjahres werden neben den Werten des
aktuellen Geschäftsjahres in Klammern dargestellt. Reichweitenangaben zu Fahrzeugen wurden auf dem Rollenprüfstand über das Durchfahren
der Zyklen nach der Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (WLTP) ermittelt.
WLTP-Reichweitenwerte für Serienfahrzeuge können ausstattungsbedingt abweichen. Die
tatsächliche Reichweite variiert in der Praxis abhängig von verschiedenen weiteren
Faktoren. Wesentliche Fakten
Group NewsNEUE PRODUKTE UND TECHNOLOGIENDer Volkswagen Konzern und seine Marken stellten auch im zweiten Quartal 2023 neue
Fahrzeuge und Technologien vor. Im April 2023 feierte die Marke Volkswagen Pkw die Weltpremiere des neuen ID.7, das
erste globale Elektromodell der Marke für die gehobene Mittelklasse. Die fast fünf
Meter lange, aerodynamische und komfortable Reiselimousine ist das erste Modell des
Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) mit einer völlig neuen, hocheffizienten Antriebsgeneration:
Die E-Maschine ist mit 210 kW (286 PS) die bislang leistungs- und drehmomentstärkste
eines Volkswagen ID. Modells. Abhängig von der Batteriegröße können Reichweiten von
bis zu 700 km erreicht werden. Damit bietet der ID.7 eine Langstreckentauglichkeit
insbesondere für Vielfahrer und Flottenkunden. Assistenzsysteme wie der Travel Assist
mit Schwarmdaten und assistiertem Spurwechsel sowie ein Park Assist, der das Einparken
des Fahrzeugs via Smartphone-App ermöglicht, erhöhen den Komfort. Im ID.7 setzt erstmals
ein neues Bedien- und Displaykonzept ein, welches vor allem aus einem 15 Zoll großen
Infotainment-System und einem Augmented-Reality-Head-up-Display besteht. Mit klimatisierten
Massagesitzen oder einem innovativen Panoramadach bietet der ID.7 zudem Ausstattungsoptionen,
die sonst nur im Premiumbereich zu finden sind: Das Panoramadach "Smart Glas" kann
per Touchbedienung elektronisch blickdicht oder klar geschaltet werden. Abgerundet
wird das Spektrum der Optionen durch ein 700 Watt Soundsystem der Firma Harman Kardon.
Die Markteinführung des ID.7 soll noch dieses Jahr in Europa und China starten, in
Nordamerika ist sie für 2024 geplant. Die Marke Volkswagen Pkw hat die dritte Generation des Touareg mit einem umfangreichen
Update aufgewertet. Das Fahrwerk sowie das Anzeige- und Bedienkonzept des Oberklasse-SUV
wurden überarbeitet, das Front- und Heckdesign nachgeschärft. Besonders markant sind
die neu entwickelten HD-Matrixscheinwerfer in der Front: Mehr als 38.000 interaktive
LEDs projizieren einen Lichtteppich exakt in die Fahrspur und leuchten die Straße
präzise aus. Die als Lichtleiste konzipierten LED-Rückleuchten gibt es erstmals in
Deutschland mit rot beleuchtetem Volkswagen-Logo. Serienmäßig ist der Touareg mit
einer Vielzahl an Komfort- und Assistenzsystemen ausgestattet. Optional können unter
anderem der Travel Assist für assistiertes Fahren bis zur Höchstgeschwindigkeit, der
Park Assist mit Fernbedienung via App, der Trailer Assist sowie eine Nachtsichtunterstützung
geordert werden. Der neue Touareg ist in fünf Antriebsversionen erhältlich: Neben
einem Turbobenziner stehen zwei Turbodiesel und zwei Plug-in-Hybride zur Wahl. Der
Touareg R eHybrid ist das Topmodell der Baureihe; er bietet mit einem V6 Benzinmotor
plus E-Maschine eine Systemleistung von 340 kW (462 PS) und damit den leistungsstärksten
Antrieb. CUPRA stellte der Weltöffentlichkeit im April 2023 erstmals das vollelektrische SUV-Coupé
Tavascan vor, das auf der MEB-Plattform des Volkswagen Konzerns basiert. Das Exterieurdesign
wird durch athletische und sportliche Proportionen bestimmt, die Front besticht durch
LED-Matrixscheinwerfer mit dreieckiger Augensignatur. Für ein sportliches Fahrerlebnis
sorgen die dynamische Fahrwerkstechnologie DCC Sport, ein Sportfahrwerk, eine progressive
Lenkung sowie Performance-Reifen auf geschmiedeten 21-Zoll-Leichtmetallrädern. Der
Tavascan wird in zwei Leistungsstufen erhältlich sein: Mit dem 210 kW (286 PS) starken
Antrieb ist eine elektrische Reichweite von bis zu 549 km möglich. Die leistungsstärkere
Version mit zweimotorigem Allradantrieb und 250 kW (340 PS) kann bis zu 517 km zurücklegen.
Im Innenraum verfügt der Tavascan über ein 15-Zoll-Infotainment-System - das bisher
größte in einem CUPRA-Modell. Erstmals kommt auch ein High-Fidelity-Audiosystem mit
zwölf Lautsprechern zum Einsatz, das in Zusammenarbeit mit dem Premium-Audiounternehmen
Sennheiser entwickelt wurde. CUPRA gab zudem bekannt, dass seine Studie UrbanRebel
- ein urbanes Elektroauto - ab 2025 unter dem Namen CUPRA Raval in Serie gehen soll. Porsche krönt seine Mittelmotor-Modellreihe 718 mit einem Sportwagen, der auf maximalen
Fahrspaß ausgelegt ist: Der neue 718 Spyder RS ist das offene Gegenstück zum 718 Cayman
GT4 RS. Erstmals kommt in einem offenen Mittelmotor-Sportwagen der frei saugende Sechszylinder-Boxermotor
des 911 GT3 mit 368 kW (500 PS) zum Einsatz. Im 718 Spyder RS mit seinem besonders
leichten und puristischen manuellen Verdeck ist der hochemotionale Sound des Motors
besonders gut zu erleben. Dazu tragen auch die serienmäßige Leichtbau-Sportabgasanlage
aus Edelstahl und die markanten Lufteinlässe seitlich hinter den Kopfstützen bei.
Darüber hinaus hat Porsche sein erfolgreiches Luxus-SUV konsequent weiterentwickelt:
Der neue Cayenne debütiert mit einem hochdigitalisierten Anzeige- und Bedienkonzept,
neuartiger Fahrwerktechnik und innovativer Technologieausstattung. Fein auflösende
HD-Matrix-LED-Scheinwerfer sorgen für eine auf jede Fahrsituation zugeschnittene Fahrbahnausleuchtung.
Ein Luftgütesystem sorgt für eine bessere Atemluft im Innenraum. Dem Beifahrer steht
erstmals im Cayenne ein eigenes Infotainment-Display zur Verfügung - unter anderem
für Video-Streaming während der Fahrt. Mit seinem weitreichend nachgeschärften Design
und leistungsstärkeren Antrieben unterstreicht der Cayenne seinen Anspruch als Sportwagen
in seinem Segment. Außerdem sorgte der Sportwagen-Hersteller mit einer innovativen
Konzeptstudie für Aufsehen: Der Mission X ist die spektakuläre Neuinterpretation eines
zweisitzigen Hypercars mit nach vorne oben öffnenden Flügeltüren sowie leistungsstarkem
und effizientem Elektroantrieb. Er symbolisiert die Symbiose aus Motorsport-DNA und
einer luxuriösen Gesamtanmutung und soll entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung
künftiger Fahrzeugkonzepte geben. Mit einer Länge von gut 4,5 m und einer Breite von
2 m ist der Mission X ein vergleichsweise kompaktes Hypercar. Zugunsten der Fahrdynamik
verfügt das Konzeptfahrzeug über Mischbereifung mit 20-Zoll-Rädern an der Vorder-
und 21-Zoll-Rädern an der Hinterachse. Die Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge feierte im Juni 2023 die Weltpremiere des ID. Buzz
mit langem Radstand. Das Plus an Länge durch 250 mm mehr Radstand schafft Platz für
eine dritte Sitzreihe, für bis zu 2.469 l Kofferraum sowie für eine neue, größere
Batterie und damit für noch mehr Reichweite. Der große ID. Buzz wird mit einer ebenfalls
neuen E-Maschine mit 210 kW (286 PS) auf den Markt kommen. Eine Allradversion GTX
mit einer Leistung von 250 kW (339 PS) ist für 2024 angekündigt. Zu den Neuheiten
im Innenraum zählen ein Head-up-Display, ein weiterentwickeltes Infotainment-System
und das ferngesteuerte Einparken per Smartphone. Der Dachausschnitt für das neue Panoramadach
mit "Smart Glas" lässt Erinnerungen an den legendären Samba Bus der 50er-Jahre wach
werden. Es ist mit einer Fläche von 1,5 m2 das größte jemals von Volkswagen verbaute Glasdach. Per Touch-Slider oder per Sprachassistent
kann es von transparent auf diffus geschaltet werden. AUSZEICHNUNGENAnfang Juni 2023 wurde CUPRA durch die Leser der Fachzeitschrift Auto Bild Allrad
zweifach zum "Allradauto des Jahres 2023" ausgezeichnet. In der Kategorie Geländewagen
und SUV von 40.000 bis 50.000 € wurde der Formentor zum Gesamtsieger gekürt. In der
Klasse Allrad-Pkw bis 50.000 € fuhr der Leon Sportstourer VZ den Sieg in der Importwertung
ein. Bei dem Leserentscheid standen mehr als 200 Fahrzeuge in zehn Kategorien zur
Wahl. Ebenfalls im Juni 2023 vergab das britische Magazin Auto Trader des gleichnamigen
Autohandelsunternehmens die "New Car Awards 2023". Der Bentley Bentayga gewann die
Auszeichnung in der Kategorie "Best Luxury Car". Die Marke Porsche wurde zum dritten
Mal in Folge als "Most Loved Brand" ausgezeichnet. Über 220.000 Leser stimmten für
die Vergabe von insgesamt 23 Auszeichnungen ab. Bei den 35. Robb Report "Best of the Best Awards" gewann der Bentley Continental GT
S im Juni 2023 in der Kategorie "Best Grand Tourer". Die Auszeichnung stellt bereits
den fünften Sieg für Bentley im Vergleichstest des amerikanischen Luxus-Lifestyle-Magazins
dar. Bei der erstmaligen "Auto Elektro Trophy 2023" des Fachmagazins Auto Zeitung wurden
Ende Juni 2023 mehrere Modelle des Volkswagen Konzerns ausgezeichnet. Die Marke Volkswagen
Pkw gewann mit dem ID.4 in der Kategorie Bester Elektro-SUV bis 50.000 €. In der Importwertung
dieser Kategorie sicherte sich der ŠKODA Enyaq iV den ersten Platz. In der Kategorie
Beste Elektro-City Cars, Kleinwagen und Kompakte gewann der ID.3 in der Gesamtwertung
sowie der CUPRA Born in der Importwertung. CUPRA setzte sich außerdem in der Importwertung
der Kategorie Nachhaltigste Automarke gegen seine Mitbewerber durch. Volkswagen Nutzfahrzeuge
holte sich mit dem ID. Buzz in der Kategorie Bester Elektro-Van den Sieg. Die Gesamtwertung
der Kategorie Elektro-Limousinen entschied Audi mit dem e-tron GT für sich. Insgesamt
standen 70 Modelle und 43 Marken aus fünf Fahrzeugklassen zur Wahl. JUBILÄENEnde April 2023 wurde im Škoda Stammwerk in Mladá Boleslav das 500.000ste Batteriesystem
gefertigt. Der Standort produziert Batteriesysteme sowohl für MEB-Fahrzeuge als auch
für Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb. Seit Anfang Mai 2023 begeht Lamborghini sein 60-jähriges Firmenjubiläum. Der Sportwagenhersteller
vereint seit jeher die Leidenschaft für Innovation, Stil und Leistung. Anlässlich
des Jubiläums gibt es je 60 limitierte Fahrzeuge des Huracán STO, Huracán Tecnica
und Huracán EVO Spyder mit exklusiver Ausstattung. Das Jubiläumsjahr wird außerdem
mit zahlreichen internationalen Veranstaltungen zelebriert. Ende Mai 2023 erreichte Audi Mexico in San José Chiapa den Produktionsmeilenstein
von einer Million Fahrzeugen. Im ersten Werk Mexikos, das Fahrzeuge des Premiumsegments
fertigt, arbeiten mehr als 5.000 Beschäftigte. Das siebenmillionste Fahrzeug verließ Mitte Juni 2023 das Volkswagen Slovakia Werk
in Bratislava. Zelebriert wurde dieser Meilenstein mit einer Präsentation auf dem
FUN DAY Festival für Mitarbeiter und Familienangehörige. Das Jubiläumsfahrzeug war
ein Volkswagen Touareg in limitierter Mattlackierung. Einen weiteren Meilenstein konnte der Volkswagen Konzern im Juni 2023 mit der Auslieferung
von einer Million Elektrofahrzeugen auf Basis des Modularen E-Antriebs-Baukastens
erreichen. Auf der MEBPlattform wurden bereits mehr als 50 % aller Elektrofahrzeuge
des Konzerns ausgeliefert. Seit September 2020 werden MEB-Modelle in nunmehr acht
Werken weltweit gefertigt. Volkswagen Poznan feierte Ende Juni 2023 sein 30-jähriges Bestehen. Seit Produktionsbeginn
wurden mehr als vier Millionen Fahrzeuge an den drei polnischen Standorten gefertigt,
die heute in 55 Ländern verkauft werden. In den dazugehörigen vier Produktionsstätten
arbeiten mehr als 9.500 Beschäftigte. CAPITAL MARKETS DAY 2023Der Volkswagen Konzern hat im Juni 2023 auf dem Capital Markets Day sein neues Führungsmodell
vorgestellt, das verstärkt auf Kundenorientierung, Unternehmertum und Teamgeist setzt.
Der Grundsatz "Value over Volume" priorisiert dabei die nachhaltige Wertschöpfung
über dem Volumenwachstum. Damit einhergehend erhalten die Markengruppen ein neues
Steuerungsmodell und die Positionierung der Marken sowie die Produktpalette sollen
geschärft werden. Mit der neuen Ausrichtung erfolgte auch die Umbenennung der Markengruppen:
Volumen wird zu Core, Premium zu Progressive, Sport & Luxury ändert sich in Sport
Luxury und Truck & Bus in Trucks. Für jede Konzernmarke und auch für die Technologieplattformen
PowerCo und CARIAD wird ein strategisches Renditeziel definiert, das eigenverantwortlich
mit strukturierten Ergebnisprogrammen zu verfolgen ist. Damit die Marken die Skalenvorteile der Technologieplattformen möglichst vollumfänglich
erschließen können, sollen die technologischen Bereiche Architektur, Batterie, Software
und Mobilitätsangebote neu aufgestellt werden. VOLKSWAGEN KONZERN VERBESSERT SICH BEI ESG-RATINGIm Juni 2023 konnte der Volkswagen Konzern hinsichtlich seiner Nachhaltigkeit eine
Verbesserung bei der externen Bewertung durch die Rating Agentur ISS ESG auf die Einstufung
C+ erzielen, in 2022 lag die Einstufung noch bei C. Beim sogenannten ESG-Rating (Environmental,
Social, Governance) werden ESG-Kennzahlen untersucht, die die messbare Leistung und
den Fortschritt eines Unternehmens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung
widerspiegeln. Volkswagen ist damit insgesamt eines der sechs bestbewerteten Automobilunternehmen. FUSSBALLERINNEN DES VFL WOLFSBURG SIND NEUE REKORD-POKALSIEGERINNENVor mehr als 44.000 Zuschauern in Köln gewannen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg
im Mai 2023 zum neunten Mal in Folge ein DFB-Pokal-Finale. Mit diesem Sieg erzielten
die VfL-Frauen insgesamt den zehnten Triumph in elf Jahren und krönten sich zu Rekord-Pokalsiegerinnen.
Diese Erfolge unterstreichen die wichtige Rolle, die die Markenbotschafterinnen für
Volkswagen einnehmen: Das Frauen-Team des VfL Wolfsburg steht insbesondere für die
Werte Vielfalt, Sympathie, Professionalität und Teamgeist. HAUPTVERSAMMLUNGDie 63. ordentliche Hauptversammlung der Volkswagen AG fand am 10. Mai 2023 im Präsenzformat
im CityCube in Berlin statt. Rund 56 % des Kapitals waren vertreten. Die Aktionäre
folgten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2022 eine
gegenüber dem Vorjahr erhöhte Dividende von 8,70 (7,50) € je Stammaktie und 8,76 (7,56)
€ je Vorzugsaktie auszuschütten. Des Weiteren erteilte die Hauptversammlung den Mitgliedern
des Vorstands und des Aufsichtsrats die Entlastung für das Geschäftsjahr 2022. Die
Aktionäre billigten außerdem Anpassungen am Vergütungssystem für den Vorstand und
an der Vergütung des Aufsichtsrats. Zudem wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
von der Hauptversammlung zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr
2023 sowie für die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses
und Zwischenlageberichts des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2023 sowie des
verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses und Zwischenlageberichts für den Zeitraum 1.
Januar bis 30. September 2023 und für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2024 bestellt.
In den Aufsichtsrat gewählt wurde Herr Dr. Günther Horvath, der auf die im Dezember
2022 verstorbene Frau Dr. Louise Kiesling folgt. Für eine weitere Amtszeit wurden
Herr Dr. Wolfgang Porsche sowie Frau Marianne Heiß in das Gremium gewählt. Zudem stimmten
die Aktionäre unter anderem der Satzungsänderung zu, die Hauptversammlung zukünftig
im virtuellen Format durchführen zu können. VORSTANDS- UND AUFSICHTSRATSANGELEGENHEITENAm 29. Juni 2023 hat der Aufsichtsrat der Volkswagen AG Herrn Dr. Gernot Döllner in
seiner neuen Funktion als Vorstandsvorsitzender der AUDI AG mit Wirkung zum 1. September
2023 zum Mitglied des Volkswagen Konzernvorstands berufen. Er folgt damit auf Herrn
Markus Duesmann, der zum gleichen Zeitpunkt aus der Konzernführung und als Vorstandsvorsitzender
der AUDI AG ausscheidet. Mit Wirkung vom 11. Juli 2023 wurde Frau Karina Schnur, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats
der TRATON SE und Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der MAN Truck &
Bus SE, gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats der Volkswagen AG bestellt. Sie
tritt die Nachfolge von Frau Simone Mahler an, die ihr Mandat mit Wirkung zum 31.
Mai 2023 niedergelegt hatte. Volkswagen AktieIm ersten Halbjahr 2023 setzten die internationalen Börsen ihren im Oktober 2022 begonnenen
Aufwärtstrend zunächst fort. Überschattet war die Entwicklung an den Märkten jedoch
von weiteren Zinserhöhungen durch die nationalen Notenbanken zur Eindämmung der anhaltend
hohen Inflationsraten. Zudem führte die durch die gestiegenen Zinsen ausgelöste Krise
im internationalen Bankensektor zu einer großen Verunsicherung an den Finanzmärkten,
die unter anderem durch die Debatte um die Schuldenobergrenze in den USA sowie durch
Rezessionsängste verstärkt wurde. In der Folge gerieten die Notierungen im weiteren
Verlauf unter Druck und erholten sich erst zum Ende des Berichtszeitraums. Der deutsche Aktienindex (DAX) startete zu Jahresbeginn 2023 fulminant in das neue
Börsenjahr und konnte den Jahresendkurs 2022 übertreffen. Getrieben von fallenden
Gaspreisen, sinkenden Inflationsraten und besseren wirtschaftlichen Frühindikatoren
verbesserte sich zunächst die Stimmung mit der Hoffnung auf einen geringer als erwartet
eintretenden Konjunkturabschwung. Nachfolgend belasteten weitere Zinserhöhungen durch
die Europäische Zentralbank angesichts eines unvermindert hohen Inflationsdrucks die
Kursentwicklung. Der DAX ging in eine Seitwärtsbewegung über. Im fortschreitenden
Jahresverlauf beeinträchtigten die Turbulenzen mehrerer internationaler Banken ausgelöst
durch den Zinsanstieg sowie der Streit um die US-Schuldenobergrenze die Kursentwicklung.
Trotz des schwierigen Marktumfelds erreichte der Leitindex im zweiten Quartal ein
neues Rekordhoch, das jedoch nicht nachhaltig war, so dass die Seitwärtstendenz um
die Marke von 16.000 Punkten bis zum Halbjahresende anhielt. Die Kurse der Vorzugsaktie und der Stammaktie der Volkswagen AG entwickelten sich
zu Beginn des Berichtszeitraums zunächst sehr positiv. Die soliden Ergebnisse aus
dem Geschäftsjahr 2022, die vorgeschlagene Dividende für 2022 und ein ambitionierter
Ausblick für 2023 sorgten kurzzeitig für einen Kursanstieg. Demgegenüber bewertete
der Kapitalmarkt den hohen Kapitalbedarf für die Transformation des Unternehmens und
die sich verschärfende Wettbewerbssituation im Automobilsektor kritisch. Preissenkungen
durch die Konkurrenz und die Frage, wie andere Automobilhersteller hiermit umgehen,
lösten Unsicherheiten bei Anlegern aus. Auch wirkte die Einschätzung der Marktteilnehmer
zur Abhängigkeit des Konzerns von den Entwicklungen in China dämpfend auf den Kurs.
Am Ende des ersten Halbjahres 2023 notierten die Vorzugsaktie um 5,6 % und die Stammaktie
um 3,6 % über dem Wert zum Jahresende 2022. Angaben und Erläuterungen zum Ergebnis je Aktie finden Sie im Anhang des Konzern-Zwischenabschlusses.
Weitere Daten zur Volkswagen Aktie sowie Nachrichten, Berichte und Präsentationen
zum Unternehmen sind auf der Internetseite www.volkswagen-group.com/de/investoren-15766
abrufbar. KURSENTWICKLUNG VON DEZEMBER 2022 BIS JUNI 2023Index auf Basis der Monatsendkurse, Stand 31.12.2022 = 100 ![]() KENNZAHLEN ZU DEN VOLKSWAGEN AKTIEN UND MARKTINDIZES VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023
GeschäftsverlaufGESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGDer Russland-Ukraine-Konflikt hat zu einer erhöhten Unsicherheit in Bezug auf die
Entwicklung der Weltwirtschaft geführt und große Teile der westlichen Staatengemeinschaft
dazu veranlasst, Russland mit Sanktionen zu belegen. Diese umfassen unter anderem
ein weitreichendes Handelsembargo sowie den teilweisen Ausschluss Russlands vom globalen
Finanzmarkt. Russland selbst hat in seiner Rolle als Energie-Exporteur Lieferungen,
insbesondere von Gas, nach Europa eingeschränkt. Trotz der einsetzenden Beruhigung
an den Energie- und Rohstoffmärkten in den vergangenen Monaten liegen die Rohstoffpreise
zum Teil auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zudem birgt unter anderem die Lohnentwicklung
an den überhitzten Arbeitsmärkten die Gefahr einer anhaltend hohen Inflation. Nach dem Einbruch der globalen Wirtschaftsleistung im Jahr 2020, der einsetzenden
Erholung aufgrund von Basis- und Nachholeffekten in 2021 und der trotz des Russland-Ukraine-Konflikts
weiteren Normalisierung der ökonomischen Aktivität in 2022 lag das Wirtschaftswachstum
im Berichtszeitraum im Durchschnitt weiter auf Erholungskurs, wenngleich mit abnehmender
Dynamik gegenüber dem Vorjahr. Dies war hauptsächlich auf ein schwächeres Wachstum
bei den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurückzuführen, während die Veränderungsrate
bei der Gruppe der Schwellenländer insgesamt nahezu gleich blieb. Auf nationaler Ebene
war die Entwicklung einerseits davon abhängig, inwieweit der erhöhten Inflation von
den Notenbanken mit einer restriktiven Geldpolitik, im Wesentlichen durch steigende
Zinsen und sinkende Anleihekäufe, entgegengewirkt werden musste und so den privaten
Konsum und die Investitionstätigkeit negativ beeinflusste. Andererseits war entscheidend,
wie stark die Volkswirtschaften von den Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts betroffen
waren. Die Preise für Energie- und viele sonstige Rohstoffe waren gegenüber dem Vorjahr
rückläufig, die Engpässe von Vorprodukten und Rohstoffen haben sich etwas entspannt.
Der weltweite nominale Güterhandel nahm im Berichtszeitraum ab. Die Wirtschaft in Westeuropa verzeichnete im ersten Halbjahr 2023 wie in der Vorjahresperiode
ein positives, aber geringeres Wachstum. Diese Entwicklung war bei vielen nord- und
südeuropäischen Staaten zu beobachten. Gründe dafür waren vor allem die zwischenzeitlich
zum Teil deutlich erhöhten Energie- und Rohstoffpreise, welche die Inflationsraten
im Vorjahr erheblich ansteigen ließen und so negativ auf die Stimmung der Konsumenten
wirkten. Die im zweiten Halbjahr 2022 begonnene Erholung der Konsumentenstimmung in
der Europäischen Union setzte sich im Berichtszeitraum auf niedrigem Niveau fort,
während sie sich aus Unternehmenssicht zunehmend verschlechterte. Zudem beeinträchtigten
die restriktiven geldpolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation sowohl den
privaten Konsum als auch die Investitionstätigkeit. Deutschland registrierte in der Berichtsperiode ein negatives Wirtschaftswachstum.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Durchschnitt
an. Nachdem die monatlichen Inflationsraten in 2022 historische Höchstwerte erreicht
hatten, sanken sie seitdem, blieben aber verhältnismäßig hoch. DEVISENKURSENTWICKLUNG VON DEZEMBER 2022 BIS JUNI 2023Index auf Basis der Monatsendkurse, Stand 31.12.2022 = 100 ![]() Die Volkswirtschaften Zentral- und Osteuropas wiesen in den ersten sechs Monaten 2023
insgesamt ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf, das gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres geringer ausfiel. Während sich die Wirtschaftsleistung
in Zentraleuropa mit einer vergleichsweise geringen positiven Rate entwickelte, stieg
das BIP in der Region Osteuropa im zweiten Quartal 2023 erstmals seit Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts
gegenüber der Vorjahresperiode wieder an. Die Inflationsraten waren im Berichtszeitraum
in der Gesamtregion Zentral- und Osteuropa durchschnittlich rückläufig, aber weiter
auf hohem Niveau. Die türkische Volkswirtschaft erreichte im ersten Halbjahr 2023 ein gegenüber dem
Vorjahr schwächeres Wachstum des BIP bei gleichzeitig sehr hoher Inflation und Abwertung
der lokalen Währung. Südafrika wies bei anhaltenden strukturellen Defiziten und politischen
Herausforderungen eine schwach positive Veränderungsrate der Wirtschaftsleistung aus. Das Bruttoinlandsprodukt der USA erhöhte sich in der Berichtsperiode gegenüber dem
Vorjahreszeitraum mit einer gleichzeitig geringeren Wachstumsrate. Aufgrund der hohen
Inflation und des angespannten Arbeitsmarktes hat die US-Notenbank ihre restriktive
Geldpolitik beibehalten und den Leitzins im Jahr 2022 sieben Mal und im ersten Halbjahr
2023 weitere drei Mal angehoben. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im Berichtszeitraum
weiter auf einem niedrigen Niveau. In Kanada und Mexiko war die Wirtschaftsleistung
im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2022 ebenfalls höher. Die Wirtschaft Brasiliens wuchs im Berichtszeitraum 2023 etwas schwächer als im Vorjahr,
verbunden mit rückläufigen monatlichen Inflationsraten. Argentinien verzeichnete eine
insgesamt gegenüber dem Vorjahr langsamer wachsende Wirtschaftsleistung bei sehr hoher
Inflation und fortlaufendem Währungsverfall. Die chinesische Wirtschaftsleistung wuchs im Berichtszeitraum stärker als in der Vorjahresperiode,
positiv beeinflusst durch die Aufhebung der Null-Covid-Strategie. Indien registrierte
ein positives, aber geringeres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr. Japan verzeichnete
gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ebenfalls eine positive, wenn auch
nur geringe BIP-Wachstumsrate. ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGEIm ersten Halbjahr 2023 lag das weltweite Pkw-Marktvolumen mit 36,5 Mio. Fahrzeugen
spürbar über dem Niveau des Vergleichswertes von 2022 (+ 9,2 %). Dabei entwickelten
sich die größten Pkw-Märkte positiv, was unter anderem auf schwache Vorjahreswerte
zurückzuführen war. Während sich die Versorgungslage bei Vorprodukten gegenüber dem
Jahr 2022 verbesserte, wirkten vor allem die Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts
sowie Vorzieheffekte aufgrund auslaufender Fördermaßnahmen zum Ende des Vorjahres
dämpfend auf die Entwicklung der Neuzulassungen einzelner Märkte. Ein deutliches Wachstum
verzeichneten die Gesamtmärkte der Regionen Westeuropa, Nahost und Nordamerika. Die
Märkte in den Regionen Zentral- und Osteuropa, Südamerika sowie Asien-Pazifik lagen
leicht bis spürbar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In Afrika wurde das Vorjahresvolumen
deutlich verfehlt. Das weltweite Neuzulassungsvolumen von leichten Nutzfahrzeugen lag im ersten Halbjahr
2023 deutlich (+ 15,5 %) über dem Niveau des Vorjahres. In Westeuropa stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im ersten Halbjahr des Berichtsjahres
2023 gegenüber dem Vorjahr deutlich um + 17,9 % auf 6,0 Mio. Fahrzeuge. Die Entwicklung
der großen Pkw-Einzelmärkte war durchweg positiv: Frankreich (+ 15,4 %), Großbritannien
(+ 18,4 %), Italien (+ 22,7 %) und Spanien (+ 23,2 %) konnten ihr jeweiliges Niveau
gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 deutlich bis stark übertreffen. Das Neuzulassungsvolumen von leichten Nutzfahrzeugen in Westeuropa erhöhte sich im
Berichtszeitraum deutlich gegenüber dem Vorjahreswert (+ 13,5 %). In den ersten sechs Monaten 2023 lag die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland
mit 1,4 Mio. Einheiten (+ 12,9 %) deutlich über dem schwachen Wert des Vorjahres.
Störungen der globalen Logistikketten schränkten die Fahrzeugverfügbarkeit zu Jahresbeginn
ein. Zuletzt verbesserte sich die Teileverfügbarkeit weiter, was sich positiv auf
die Inlandsproduktion auswirkte. Die inländische Produktion erhöhte sich im ersten
Halbjahr 2023 auf 2,2 Mio. Fahrzeuge (+ 32,4 %), die Pkw-Exporte wuchsen auf 1,7 Mio.
Einheiten (+ 32,5 %). Die Zahl der Verkäufe von leichten Nutzfahrzeugen in Deutschland lag in den ersten
sechs Monaten 2023 mit einem Plus von 17,2 % deutlich über dem Vergleichswert von
2022. In der Region Zentral- und Osteuropa erhöhte sich das Pkw-Marktvolumen - nach dem
sehr starken Einbruch im Gesamtjahr 2022 - spürbar (+ 5,2 %). Das Wachstum war dabei
in den einzelnen Märkten unterschiedlich stark ausgeprägt. In Zentraleuropa war nach
den schwachen Vorjahreswerten in Tschechien (+ 16,8 %) und in Polen (+ 12,1 %) eine
deutliche Erholung zu beobachten. Das Marktvolumen von leichten Nutzfahrzeugen in Zentral- und Osteuropa lag im ersten
Halbjahr 2023 spürbar unter dem Niveau des Vorjahres (- 6,7 %). Das Pkw-Marktvolumen in der Türkei lag am Ende des Berichtszeitraums um 54,5 % über
dem Wert des ersten Halbjahres 2022. Der südafrikanische Pkw-Markt lag leicht unter
dem Vorjahresniveau (-0,6 %), während die Region Afrika insgesamt deutlich rückläufig
war (-10,8 %). Die Zahl der Neuzulassungen von leichten Nutzfahrzeugen in der Türkei stieg in den
ersten sechs Monaten 2023 um 47,3 % über den vergleichbaren Wert aus 2022; Südafrika
verzeichnete ein starkes Wachstum (+ 21,5 %). In der Region Nordamerika stiegen die Verkaufszahlen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen
(bis 6,35 t) im ersten Halbjahr 2023 deutlich auf 9,2 Mio. Fahrzeuge (+ 12,8 %). Dabei
verzeichnete das Marktvolumen in den USA mit 7,7 Mio. Einheiten ebenfalls einen deutlichen
Zuwachs (+ 12,6 %). Der kanadische Automobilmarkt registrierte im Berichtszeitraum
einen spürbaren Anstieg der Verkaufszahlen auf 812 Tsd. Einheiten (+ 8,1 %), während
sich die Neuzulassungen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Mexiko im Vergleich
zum Vorjahr stark auf 633 Tsd. Fahrzeuge erhöhten (+ 22,1 %). In der Region Südamerika lag das Neuzulassungsvolumen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen
in den ersten sechs Monaten 2023 mit 1,7 Mio. Einheiten leicht über dem Niveau des
Vergleichszeitraums (+ 2,0 %). Der im Vorjahr begonnene positive Wachstumstrend schwächte
sich im Verlauf des Berichtszeitraums ab. In Brasilien lag die Zahl der Neuzulassungen bei 935 Tsd. Einheiten und damit spürbar
über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+ 9,6 %). Auf dem argentinischen Markt stieg
die Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen deutlich um + 13,5 % auf 222 Tsd.
Einheiten an. In der Region Asien-Pazifik lag das Pkw-Marktvolumen im ersten Halbjahr 2023 mit 16,7
Mio. Fahrzeugen spürbar über dem Vorjahreswert (+ 5,7 % ). Die Entwicklung der Pkw-Nachfrage
in der Region war maßgeblich vom Verlauf des chinesischen Pkw-Marktes geprägt. Hier
liefen Ende des Jahres 2022 staatliche Förder- und Kaufanreizprogramme aus, was zu
Vorzieheffekten bei Fahrzeugkäufen und in der Folge zu rückläufigen Zulassungszahlen
zu Jahresbeginn 2023 geführt hatte. Im weiteren Verlauf erholte sich die Nachfrage
zunächst unter anderem infolge von Preisnachlässen und neuen regionalen Förderprogrammen,
schwächte sich zum Ende des Berichtszeitraums aber wieder ab. Insgesamt lag das Nachfragevolumen
in China mit 9,8 Mio. Einheiten leicht über dem Niveau des ersten Halbjahres 2022
(+ 3,3 % ). In Indien nahmen die Pkw-Verkäufe gegenüber dem Vergleichswert mit einem
Plus von 10,3 % auf 1,9 Mio. Fahrzeuge deutlich zu. Auf dem japanischen Pkw-Markt
lagen die Neuzulassungen im Berichtszeitraum mit 2,1 Mio. Einheiten ebenfalls deutlich
über dem Niveau des Vorjahres (+ 18,6 %). Das Nachfragevolumen nach leichten Nutzfahrzeugen in der Region Asien-Pazifik lag
in den ersten sechs Monaten 2023 deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+
16,4 %). In China, dem dominierenden Markt der Region und dem größten Markt weltweit,
wurde das Zulassungsvolumen des Vorjahres mit + 31,5 % sehr stark übertroffen. In
Indien lag die Zahl neu zugelassener Fahrzeuge auf (0,0 %), in Japan deutlich über
dem Niveau des Vorjahres (+ 10,3 %). ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR NUTZFAHRZEUGEDie weltweite Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw mit einem Gesamtgewicht
von mehr als 6 t lag in der Berichtsperiode auf den für den Volkswagen Konzern relevanten
Märkten deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode. Weltweit lagen die Lkw-Märkte
stark über dem Vorjahresniveau. Dies lag an einer verbesserten Situation in den globalen
Lieferketten sowie an der sehr starken Erholung auf dem weltgrößten Lkw-Markt China
nach Beendigung der dort verfolgten Null-Covid-Strategie. Das Verkaufsvolumen in den 27 EU-Staaten ohne Malta, aber zuzüglich Großbritannien,
Norwegen und der Schweiz (EU27 + 3) lag in den ersten sechs Monaten 2023 deutlich
über dem Niveau des Vorjahres. Die Engpässe bei der Teileversorgung konnten inzwischen
weitgehend überwunden werden. In Deutschland, dem größten Markt in dieser Region,
stiegen die Neuzulassungen stark an. Die Nachfrage auf den Märkten Großbritannien
und Frankreich lag deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die Türkei verzeichnete
einen sehr starken Anstieg der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr. Auf dem südafrikanischen
Markt stieg die Nachfrage spürbar an. In Nordamerika wird der Lkw-Markt in die Gewichtsklassen
1 bis 8 unterteilt. In den für Volkswagen relevanten Segmenten Class 6 bis 8 (ab 8,85
t) lagen die Neuzulassungen stark über dem Vorjahreswert. In Brasilien, dem größten
Markt der Region Südamerika, lag die Lkw-Nachfrage im ersten Halbjahr 2023 aufgrund
der Einführung einer neuen Emissionsnorm zum Jahresbeginn 2023 deutlich unter dem
Vorjahresniveau. Die Nachfrage auf den für den Volkswagen Konzern relevanten Busmärkten verzeichnete
im ersten Halbjahr 2023 insgesamt einen sehr starken Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres. In den Märkten der EU27 + 3 lag die Nachfrage nach Bussen in der Berichtsperiode
deutlich über dem Niveau des Vorjahres, mit unterschiedlichen Ausprägungen in den
einzelnen Ländern. Das Segment der Schulbusse in den USA und Kanada bewegte sich sehr
stark über dem Niveau des Vorjahres. Die Nachfrage nach Bussen lag in Mexiko ebenfalls
sehr stark über dem Vorjahreswert. Auch in Brasilien stieg die Nachfrage an und lag
sehr stark über dem Vorjahresniveau. ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR POWER ENGINEERINGDie Märkte für Power Engineering unterliegen unterschiedlichen regionalen und konjunkturellen
Einflüssen; deshalb sind die Geschäftsverläufe in den jeweiligen Märkten meist unabhängig
voneinander. Der Marinemarkt blieb im ersten Halbjahr 2023 unter dem Niveau des Vorjahres. Dies
ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage im Bereich der Handelsschifffahrt
aufgrund gestiegener Schiffspreise sowie langer Wartezeiten, bedingt durch hohe Werftauslastungen,
zurückging. Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich in diesem Bereich insbesondere
der Markt für Containerschiffe, LNG-Tanker und Schüttgutfrachter rückläufig, wohingegen
der Markt für Tanker eine positive Entwicklung verzeichnen konnte. Der Markt für Kreuzfahrtschiffe
und Passagierfähren entwickelte sich im Berichtszeitraum rückläufig. Der durch staatliche
Investitionen getragene Spezialmarkt für Behördenschiffe zeigte sich aufgrund der
aktuellen geopolitischen Lage weiterhin aktiv. Im Offshore-Sektor hemmten die vorhandenen
Überkapazitäten nach wie vor Investitionen in die Offshore-Ölgewinnung. Die Verunsicherung
im Marinemarkt über zukünftige Treibstoff- und Emissionsregulierungen blieb auch in
den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 bestehen, jedoch bestätigte sich allgemein
ein deutlicher Trend hin zu neuen Kraftstofftechnologien. Der Markt für Energieerzeugung war aufgrund der Gasversorgungsthematik sowie der seitens
der Politik noch nicht vollständig ausgearbeiteten Rahmenbedingungen für den Betrieb
von Kraftwerken insbesondere in Europa im ersten Halbjahr 2023 von Zurückhaltung geprägt.
Der derzeitige Fokus auf dem Ausbau der erneuerbaren Energien zeigte ein entsprechendes
Nachfragepotenzial für Balancing-Anlagen, welche den Leistungsbedarf decken, sofern
der Anteil erneuerbarer Energien nicht ausreicht, um die Versorgungssicherheit zu
gewährleisten. Sehr positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Power-to-Methan-Anlagen.
Im Motorenbereich ist eine fortwährend steigende Nachfrage nach flexiblen Dual-Fuel-Motoren
festzustellen. Ebenso ist eine klare Marktforderung nach Motoren erkennbar, die auf
synthetische Kraftstoffe wie Wasserstoff und grünen Ammoniak umgerüstet werden können.
Es bestand nach wie vor eine hohe Nachfrage nach neuen Energielösungen wie Wasserstoff
und Langzeitenergiespeicher mit einer starken Tendenz zu höherer Flexibilität und
dezentraler Verfügbarkeit. Allerdings hielt im Berichtszeitraum neben den Risiken
einer nach wie vor fehlenden Preisstabilität auf den Märkten und Engpässen in den
Lieferketten der starke Wettbewerbs- und Preisdruck unvermindert an. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 bewegte sich der Markt für Turbomaschinen auf
einem höheren Niveau. Die konstant hohen Rohmaterialpreise führten zu einer stabilen
Nachfrage nach Produktionsanlagen mit Turbokompressoren in der Grundstoff- und Prozessindustrie.
Der Absatz für Turbokompressoren in der Öl- und Gasproduktion wurde durch die anhaltend
hohe Versorgungsunsicherheit gestützt und lag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf
höherem Niveau. Die neuen Geschäftsfelder für Turbomaschinen im Bereich der Dekarbonisierung
hielten sich konstant. Die Nachfrage nach Dampfturbinen zur Stromerzeugung und Gasturbinen
für dezentrale, industrielle Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr
an. Der After-Sales-Markt für Motoren in der Marine- und Kraftwerkssparte bewegte sich
in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Im After-Sales-Markt für Turbomaschinen setzte sich die hohe Nachfrage des ersten
Quartals des Jahres auch im zweiten Quartal 2023 fort und lag über dem Vorjahresniveau. ENTWICKLUNG DER MÄRKTE FÜR FINANZDIENSTLEISTUNGENIm ersten Halbjahr 2023 wurden automobile Finanzdienstleistungen auf hohem Niveau
nachgefragt, allerdings übten die gestiegenen Zinsen in fast allen Regionen Druck
auf die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen aus. Der europäische Pkw-Markt war im Berichtszeitraum weiterhin von Engpässen geprägt,
die Fahrzeugauslieferungen konnten jedoch ausgebaut werden und lagen über dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres. Auch die Nachfrage nach Finanzdienstleistungsprodukten entwickelte
sich positiv, der prozentuale Anteil an den Fahrzeugauslieferungen lag jedoch unter
dem Vergleichswert 2022. Die positive Entwicklung bei der Finanzierung von Gebrauchtwagen
setzte sich fort. Der Absatz von After-Sales-Produkten, wie Inspektions-, Wartungs-
und Verschleißverträgen, wurde weiter ausgebaut. Die anhaltenden Herausforderungen aus der Teileversorgung in der Fahrzeugproduktion
und den Logistikketten hatten in Deutschland weiterhin Einfluss auf den Fahrzeugabsatz
und das Finanzdienstleistungsgeschäft. Dennoch führten gestiegene Neuwagenauslieferungen
im ersten Halbjahr 2023 zu höheren Vertragsvolumina, sowohl beim Leasing als auch
bei der Finanzierung. Die Neuwagenpenetration lag jedoch unter dem Vergleichswert
2022. Die Neuverträge bei Gebrauchtwagen übertrafen die Größenordnung des Vorjahres.
Auch die Zahl der neuen After-Sales-Verträge nahm zu und lag im Berichtszeitraum über
dem Niveau von 2022. Die Vertragszugänge im Versicherungsbereich waren ebenfalls höher
als ein Jahr zuvor. Der türkische Markt war geprägt von einer sehr hohen Inflation und einer sehr schwierigen,
kurzfristigen Refinanzierung. Um das Zinsänderungsrisiko zu minimieren, wurde das
zinstragende Geschäft mit Finanzdienstleistungen sehr restriktiv betrieben. Die Vermarktung
von Leasingrückläufern entwickelte sich hingegen positiv. In Südafrika blieben finanzierte Fahrzeugkäufe aufgrund der gedämpften wirtschaftlichen
Bedingungen, der höheren Fahrzeugpreise, gestiegener Energiepreise sowie der begrenzten
Verfügbarkeit von Energie schwierig. Die südafrikanische Zentralbank hat im Mai 2023
erneut den Leitzins angehoben. Dies war die zehnte Zinserhöhung in Folge, wodurch
die Kreditkosten auf den höchsten Stand seit Mai 2009 stiegen. In der Region Nordamerika haben die Fahrzeugauslieferungen im ersten Halbjahr 2023
im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. In den USA und in Kanada lag die Neuwagenpenetration
über Vorjahresniveau. In Mexiko hingegen war ein Rückgang der Penetration von Leasing-
und Finanzierungverträgen zu verzeichnen. Die absolute Anzahl an Neuverträgen für
Leasing- und Finanzierung sowie für After-Sales-Produkte lag in der gesamten Region
über den Werten des ersten Halbjahres 2022. In der Region Südamerika setzte sich der positive Wachstumstrend beim Verkaufsvolumen
von Neufahrzeugen fort, teilweise jedoch verlangsamt. Der Markt für Finanzdienstleistungen
profitierte von höheren Auslieferungen und der wirtschaftlichen Erholung. Argentinien
verzeichnete nach wie vor einen Nachfrageüberhang, verschärft durch ein eingeschränktes
Angebot aufgrund von Importrestriktionen. Das gestiegene Zinsniveau, die hohe Inflation
und der fortlaufende Währungsverfall erhöhten den Anteil der Barkäufe, das Niveau
an Finanzierungsverträgen war jedoch stabil. In Brasilien konnten die Vertragszugänge
für Finanzierungen gesteigert werden. Auf dem chinesischen Automobilmarkt begann sich die Nachfrage nach automobilen Finanzdienstleistungen
zu erholen. Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen stiegen weiterhin an und führten im
Berichtszeitraum zu einer höheren Nachfrage nach damit verbundenen Finanzierungs-
und Leasingprodukten. In Japan war eine positive Entwicklung der Nachfrage nach automobilbezogenen
Finanzdienstleistungen zu verzeichnen. Ein im internationalen Vergleich niedriges
Zinsniveau und vielerorts attraktive Finanzdienstleistungsangebote waren wesentliche
Merkmale des Marktes. Im ersten Halbjahr 2023 lag das Finanzdienstleistungsgeschäft im Markt für schwere
Nutzfahrzeuge leicht über dem Vorjahresniveau. Die langen Lieferzeiten für Nutzfahrzeuge
beginnen sukzessive, sich zu normalisieren. Aufgrund des ansteigenden Zinsniveaus
veränderte sich das Finanzierungsverhalten der Nutzfahrzeugkunden: Die Finanzierungsentscheidung
rückt näher an den Auslieferungszeitpunkt des Fahrzeugs, weil Kunden auf ein fallendes
Zinsniveau spekulieren. AUSLIEFERUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNSIm ersten Halbjahr 2023 lieferte der Volkswagen Konzern weltweit 4.372.216 Fahrzeuge
an Kunden aus. Das waren 12,8 % oder 497.217 Einheiten mehr als im Vergleichszeitraum
des Vorjahres, der insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Konzernmodellen
aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt
belastet war. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe in der Teileversorgung weiterhin
beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten einen negativen Effekt,
der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte. Sowohl im Bereich Pkw
als auch im Bereich Nutzfahrzeuge lagen die Verkaufszahlen über dem jeweiligen Vorjahreswert.
Die Grafik in diesem Abschnitt zeigt die Entwicklung der weltweiten Auslieferungen
nach Einzelmonaten im Vergleich zum Vorjahr. Im Folgenden gehen wir auf die Auslieferungen des Bereichs Pkw sowie auf die Auslieferungen
des Bereichs Nutzfahrzeuge getrennt ein. AUSLIEFERUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNS VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI¹
AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS PKW WELTWEITDie Zahl der weltweiten Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus dem Volkswagen
Konzern stieg in den ersten sechs Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 %
auf 4.203.944 Einheiten an. Das Vorjahr war insbesondere durch die eingeschränkte
Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern
sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt belastet. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe
in der Teileversorgung weiterhin beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten
einen negativen Effekt, der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte.
Mit Ausnahme von Bentley lieferten alle Marken des Volkswagen Konzerns mehr Fahrzeuge
an Kunden aus als im Vergleichszeitraum 2022. Während wir in Asien-Pazifik Verkaufszahlen
etwa in Höhe des Vorjahres registrierten, lagen diese in allen anderen Vertriebsregionen
über dem Vorjahreswert. Die Elektromobilitäts-Offensive des Volkswagen Konzerns setzte sich erfolgreich fort:
Weltweit lieferten wir in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 321.610 vollelektrische
Fahrzeuge an Kunden aus. Das waren 104.383 Einheiten beziehungsweise 48,1 % mehr als
im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Anteil an den gesamten Auslieferungen des
Konzerns stieg auf 7,4 (5,6) %. Die Auslieferungen unserer Plug-in-Hybridmodelle beliefen
sich auf 115.399 Einheiten (+ 8,1 %). Damit erhöhte sich die Zahl der Auslieferungen
elektrifizierter Fahrzeuge um 34,9 % und ihr Anteil an den gesamten Auslieferungen
des Konzerns erhöhte sich im Vorjahresvergleich auf 10,9 (8,4) %. Zu den erfolgreichsten
vollelektrischen Fahrzeugen des Konzerns gehörten ID.3 und ID.4 der Marke Volkswagen
Pkw, Audi Q4 e-tron und Audi Q8 e-tron, Škoda Enyaq iV, CUPRA Born sowie Taycan und
Taycan Cross Turismo der Marke Porsche. Unser Pkw-Marktanteil belief sich in einem spürbar wachsenden Weltgesamtmarkt auf
11,0 (10,7) %. Die folgende Tabelle in diesem Abschnitt zeigt einen Überblick über die Auslieferungen
von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen an Kunden nach Märkten im Berichtszeitraum. Nachfolgend
erläutern wir die Entwicklung der Verkaufszahlen in den einzelnen Märkten. Auslieferungen in Europa/Übrige MärkteIn Westeuropa lieferte der Volkswagen Konzern in den ersten sechs Monaten dieses Jahres
auf einem deutlich über dem Vorjahresniveau liegenden Gesamtmarkt 1.579.298 Fahrzeuge
an Kunden aus. Das waren 26,1 % mehr als im schwachen Vergleichszeitraum des Vorjahres,
der insbesondere durch die eingeschränkte Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund
von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt
belastet war. Im Berichtszeitraum wirkten Engpässe in der Teileversorgung weiterhin
beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen der Logistikketten einen negativen Effekt,
der sich im Verlauf der Berichtsperiode jedoch abschwächte. In der Region Westeuropa
war das Kundeninteresse an elektrifizierten Fahrzeugen des Volkswagen Konzerns am
höchsten: hier lieferten wir im ersten Halbjahr 2023 nahezu zwei Drittel unserer vollelektrischen
Modelle an Kunden aus. Ihr Anteil an den Auslieferungen des Konzerns belief sich in
dieser Region auf 12,7 (9,6) %. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernfahrzeugen
verzeichneten die Modelle T-Roc, Tiguan, Polo und Golf der Marke Volkswagen Pkw. Darüber
hinaus erzielten unter anderem ID.4, Taigo, ID.3 und Passat der Marke AUSLIEFERUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNS NACH MONATENin Tsd. Fahrzeuge ![]() Volkswagen Pkw, Octavia Combi, Kodiaq und Kamiq der Marke Škoda, Arona und Ibiza der
Marke SEAT, CUPRA Formentor und CUPRA Born, A3 Sportback, A1 Sportback und Q2 der
Marke Audi sowie Porsche Macan und Porsche Cayenne eine erfreuliche Nachfrageentwicklung.
Auch die im Verlauf des Vorjahres neu oder als Nachfolger in den Markt eingeführten
Modelle ID.5 der Marke Volkswagen Pkw, Škoda Karoq und ID. Buzz von Volkswagen Nutzfahrzeuge
waren bei den Kunden sehr beliebt. Im Berichtszeitraum wurde der ID.3 der Marke Volkswagen
Pkw als Nachfolger erfolgreich in den Markt eingeführt. Der Pkw-Marktanteil des Volkswagen
Konzerns in Westeuropa stieg auf 24,1 (22,5) %. In Deutschland lag die Zahl der an Kunden des Volkswagen Konzerns ausgelieferten Fahrzeuge
auf einem deutlich wachsenden Gesamtmarkt von Januar bis Juni 2023 mit 553.052 Einheiten
um 18,3 % über dem schwachen Vorjahreswert, der insbesondere durch die eingeschränkte
Verfügbarkeit von Konzernmodellen aufgrund von anhaltenden Engpässen bei Halbleitern
sowie durch den Russland-Ukraine-Konflikt belastet war. Im Berichtszeitraum wirkten
Engpässe in der Teileversorgung weiterhin beeinträchtigend. Daneben hatten Störungen
der Logistikketten einen negativen Effekt, der sich im Verlauf der Berichtsperiode
jedoch abschwächte. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen verzeichneten
die Modelle T-Roc, Passat und Tiguan der Marke Volkswagen Pkw. Zudem wurden unter
anderem die Modelle ID.4 und ID.3 der Marke Volkswagen Pkw, Škoda Octavia Combi, CUPRA
Born und CUPRA Leon sowie A4 Avant, A6 Avant, A1 Sportback, Q2 und Q4 e-tron Marke
Audi verstärkt nachgefragt. Auch die im Verlauf des Vorjahres neu in den Markt eingeführten
Modelle ID.5 der Marke Volkswagen Pkw und ID. Buzz von Volkswagen Nutzfahrzeuge waren
bei den Kunden sehr beliebt. In der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes
(KBA) führten sechs Konzernmodelle ihr jeweiliges Segment an: Golf, T-Roc, Tiguan,
Audi A6, Porsche 911 und Multivan/Transporter. Der Golf war auch in den ersten sechs
Monaten 2023 der in Deutschland am häufigsten zugelassene Pkw. In der Region Zentral- und Osteuropa lag die Zahl der an Kunden übergebenen Fahrzeuge
aus dem Volkswagen Konzern im Berichtszeitraum um 10,7 % über dem Vergleichswert des
Vorjahres. Der Gesamtmarkt verzeichnete im gleichen Zeitraum ein spürbares Wachstum.
Eine erfreuliche Nachfrageentwicklung wiesen unter anderem die Modelle Taigo der Marke
Volkswagen Pkw sowie Škoda Octavia und Škoda Kamiq auf. Der Pkw-Marktanteil des Volkswagen
Konzerns in der Region Zentral- und Osteuropa erhöhte sich auf 22,3 (21,4) %. In der Türkei lieferte der Volkswagen Konzern von Januar bis Juni 2023 auf einem sehr
stark wachsenden Gesamtmarkt nahezu 50 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahreszeitraum.
Das am meisten nachgefragte Konzernmodell war der T-Roc der Marke Volkswagen Pkw.
Auf dem südafrikanischen Markt ging die Zahl der verkauften Konzernmodelle um 4,5
% zurück, während der Gesamtmarkt leicht rückläufig war. Der Polo der Marke Volkswagen
Pkw war weiterhin das dort am meisten verkaufte Modell des Konzerns. Auslieferungen in NordamerikaIn Nordamerika erhöhte sich die Zahl der an Kunden ausgelieferten Modelle aus dem
Volkswagen Konzern im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 12,7 %. Der Gesamtmarkt
stieg in dieser Periode in vergleichbarem Tempo an. Der Marktanteil des Konzerns belief
sich in dieser Region auf 4,5 (4,5) %. Tiguan Allspace und Taos der Marke Volkswagen
Pkw sowie Audi Q5 waren die am meisten gefragten Konzernmodelle in Nordamerika. Der
Anteil vollelektrischer Modelle an den gesamten Auslieferungen des Konzerns stieg
in dieser Region auf 7,6 (4,7) %. Von Januar bis Juni 2023 lieferte der Volkswagen Konzern auf dem deutlich wachsenden
US-amerikanischen Markt 11,5 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im gleichen Zeitraum
des Vorjahres, in dem ebenfalls vor allem Engpässe bei der Teileversorgung belastend
wirkten. Die größten absoluten Zuwächse unter den Konzernmodellen verzeichneten unter
anderem der ID.4 der Marke Volkswagen Pkw sowie Audi Q5 und Audi A5 Sportback. Erfreulich
entwickelten sich zudem der Audi Q7 und der Porsche Macan. In Kanada stieg die Zahl der Auslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns im Berichtszeitraum
gegenüber dem Vorjahr um 14,9 %. Der Gesamtmarkt verzeichnete während dieser Zeit
einen spürbaren Zuwachs. Das größte Nachfragevolumen unter den Konzernmodellen registrierten
der Tiguan Allspace der Marke Volkswagen Pkw und der Audi Q5. Auf dem stark wachsenden Gesamtmarkt in Mexiko lieferten wir in den ersten sechs Monaten
dieses Jahres 16,7 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahreszeitraum. Eine erfreuliche
Nachfrageentwicklung verzeichneten unter anderem Taos, Virtus und Jetta der Marke
Volkswagen Pkw. Auslieferungen in SüdamerikaAuf dem leicht über dem Vorjahresniveau liegenden südamerikanischen Markt für Pkw
und leichte Nutzfahrzeuge stieg die Zahl der an Kunden übergebenen Konzernmodelle
von Januar bis Juni 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 24,4 %. Polo, T-Cross und Nivus
der Marke Volkswagen Pkw wiesen das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen
auf. Der Marktanteil des Konzerns in Südamerika erhöhte sich auf 11,5 (9,4) %. Der Volkswagen Konzern lieferte in den ersten sechs Monaten 2023 auf dem spürbar wachsenden
Markt in Brasilien im Vorjahresvergleich 44,2 % mehr Fahrzeuge an Kunden aus. Besonders
erfreulich entwickelten sich die Verkäufe der Modelle Polo, Saveiro und Virtus der
Marke Volkswagen Pkw. In Argentinien erhöhte sich die Zahl der verkauften Konzernmodelle im Berichtszeitraum
in einem deutlich wachsenden Gesamtmarkt um 19,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Das größte
Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen verzeichneten der Taos der Marke Volkswagen
Pkw und der Amarok von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Auslieferungen in Asien-PazifikIn den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 verzeichnete der Volkswagen Konzern in
der Region Asien-Pazifik auf einem spürbar wachsenden Gesamtmarkt Verkaufszahlen,
die etwa in Höhe des Vorjahres lagen (- 0,1 %). Der Pkw-Marktanteil des Konzerns in
dieser Region belief sich auf 9,7 (10,2) %. Der chinesische Gesamtmarkt verzeichnete im Berichtszeitraum einen leichten Zuwachs
im Vergleich zum Vorjahr, das aufgrund von Engpässen bei der Teileversorgung, insbesondere
Halbleitern, sowie lokale Ausgangssperren im Zusammenhang mit der Ausbreitung der
Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 bereits belastet war. Der Volkswagen Konzern
lieferte dort 1,3 % weniger Fahrzeuge an Kunden aus als im Vorjahr. Neben Engpässen
in der Teileversorgung wirkte im Berichtszeitraum die zunehmende Wettbewerbsintensität
belastend. Die Zahl der an Kunden ausgelieferten vollelektrischen Fahrzeuge in China
war mit 62.416 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 % niedriger. Positiv entwickelten
sich unter anderem die im Verlauf des Vorjahres neu oder als Nachfolger eingeführten
Modelle Sagitar, Tayron, Lamando und Tavendor der Marke Volkswagen Pkw sowie Q4 e-tron,
A7 Limousine, Q5 e-tron und Q6 der Marke Audi. Zudem verzeichneten unter anderem die
Modelle Passat, Magotan, Tiguan Allspace, Polo und ID.3 der Marke Volkswagen Pkw,
Audi A6 Limousine, Audi Q7 und Audi A5 Sportback sowie Porsche Panamera und Porsche
Macan eine erfreuliche Nachfrageentwicklung. Im Berichtszeitraum wurden unter anderem
die Modelle Tharu und T-Roc der Marke Volkswagen Pkw als Nachfolger in den Markt eingeführt. Auf dem deutlich wachsenden indischen Pkw-Markt verkaufte der Volkswagen Konzern in
den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum 0,9 % weniger
Fahrzeuge. Der Taigun der Marke Volkswagen Pkw und der Kushaq der Marke Škoda waren
dort die am meisten nachgefragten Modelle des Konzerns. Auch die im Vorjahr neu oder
als Nachfolger in den Markt eingeführten Modelle Virtus der Marke Volkswagen Pkw und
Kodiaq der Marke Škoda verzeichneten eine erfreuliche Nachfrageentwicklung. In Japan legte die Zahl der an Kunden übergebenen Konzernfahrzeuge von Januar bis
Juni 2023 auf einem deutlich ansteigenden Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahr um
1,5 % zu. Das größte Verkaufsvolumen unter den Konzernmodellen verzeichneten der T-Cross
und der T-Roc der Marke Volkswagen Pkw. AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS PKW AN KUNDEN NACH MÄRKTEN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI¹
AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS NUTZFAHRZEUGEVon Januar bis Juni 2023 übergab der Volkswagen Konzern weltweit 22,6 % mehr Nutzfahrzeuge
an Kunden als ein Jahr zuvor. Insgesamt lieferten wir im ersten Halbjahr 168.272 Nutzfahrzeuge
an Kunden aus. Davon entfielen 140.001 (+ 21,6 %) Einheiten auf Lkw und 14.848 (+
15,2 %) Einheiten auf Busse. Die Auslieferungen der Transporterbaureihe MAN TGE beliefen
sich auf 13.423 (+ 44,6 %) Fahrzeuge. In den 27 EU-Staaten ohne Malta, aber zuzüglich Großbritannien, Norwegen und der Schweiz
(EU27+3) stiegen die Verkäufe von Januar bis Juni 2023 gegenüber dem entsprechenden
Vorjahreszeitraum um 49,5 % auf insgesamt 76.196 Einheiten; davon entfielen 60.261
auf Lkw und 2.749 auf Busse. Die Auslieferungen der Transporterbaureihe MAN TGE beliefen
sich auf 13.186 Fahrzeuge. In den ersten sechs Monaten des Jahres stiegen die Auslieferungen in der Türkei auf
2.795 Fahrzeuge. Davon entfielen 2.609 Einheiten auf Lkw und 109 Einheiten auf Busse
sowie 77 Fahrzeuge auf die Transporterbaureihe MAN TGE. In Südafrika stiegen die Nutzfahrzeug-Auslieferungen
des Volkswagen Konzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 2.317 Fahrzeugen sehr
stark an; davon entfielen 2.103 auf Lkw und 214 auf Busse. Die Verkäufe in Nordamerika erhöhten sich im ersten Halbjahr des Jahres 2023 auf 48.192
Fahrzeuge, darunter waren 40.321 Lkw und 7.871 Busse. Die Auslieferungen in Südamerika sanken im Berichtszeitraum auf insgesamt 25.280 Einheiten
(- 29,1 %); davon entfielen 22.185 auf Lkw und 3.095 auf Busse. Aufgrund der Einführung
einer neuen Emissionsnorm zum Jahresbeginn 2023 sanken die Verkäufe in Brasilien im
ersten Halbjahr um 29,2 % auf 20.161 Einheiten. Unter den ausgelieferten Einheiten
befanden sich 17.663 Lkw und 2.498 Busse. In der Region Asien-Pazifik verkaufte der Volkswagen Konzern im Berichtszeitraum 6.040
Fahrzeuge, darunter 5.609 Lkw und 395 Busse - das waren insgesamt 24,5 % mehr als
im Vorjahr. AUSLIEFERUNGEN DES BEREICHS NUTZFAHRZEUGE AN KUNDEN NACH MÄRKTEN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI¹
1
Die Auslieferungen des Vorjahres wurden aufgrund der statistischen Fortschreibung
aktualisiert. AUSLIEFERUNGEN IM SEGMENT POWER ENGINEERINGAufträge im Segment Power Engineering sind im Regelfall Teil größerer Investitionsprojekte,
für die Lieferzeiten von knapp einem Jahr bis zu mehreren Jahren sowie Teillieferungen
nach Baufortschritt typisch sind. Die Umsatzerlöse aus dem Neubaugeschäft folgen daher
der Entwicklung der Auftragseingänge mit entsprechendem zeitlichen Versatz. Hauptumsatzträger des Segments Power Engineering waren im Zeitraum Januar bis Juni
2023 Engines & Marine Systems sowie Turbomachinery, die zusammen über drei Viertel
der gesamten Umsatzerlöse erzielten. FINANZDIENSTLEISTUNGEN DES VOLKSWAGEN KONZERNSDer Konzernbereich Finanzdienstleistungen umfasst die Händler- und Kundenfinanzierung,
das Leasing, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagement sowie Mobilitätsangebote
des Volkswagen Konzerns. Er schließt die Volkswagen Finanzdienstleistungen sowie die
Finanzdienstleistungsaktivitäten von Scania, Navistar und Porsche Holding Salzburg
ein und berücksichtigt auch die Vertragsabschlüsse unserer internationalen Gemeinschaftsunternehmen. Im ersten Halbjahr 2023 waren die Produkte und Services des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen
beliebt. Jedoch wirkte die eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Engpässen
bei der Teileversorgung und Störungen der Logistikketten belastend. Die Zahl der Neuverträge
im Finanzierungs-, Leasing-, Service- und Versicherungsgeschäft nahm um 8,1 % auf
weltweit 4,5 Mio. Kontrakte zu. Im Berichtszeitraum lag der Anteil der geleasten und
finanzierten Fahrzeuge an den Auslieferungen des Konzerns (Penetrationsrate) in den
Märkten des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen bei 33,6 (33,1) %. Am 30. Juni
2023 belief sich der Gesamtvertragsbestand auf 24,2 (24,5) Mio. Einheiten. Die Zahl der unterzeichneten Neuverträge in Europa/Übrige Märkte übertraf mit 3,3
Mio. Einheiten den Vergleichswert des Vorjahres um 8,4 %, wenngleich das Finanzdienstleistungsgeschäft
im Zeitraum Januar bis Juni 2023 von der eingeschränkten Fahrzeugverfügbarkeit beeinflusst
war. Am 30. Juni 2023 lag der Gesamtvertragsbestand mit 17,9 (18,1) Mio. Kontrakten
auf dem Niveau vom 31. Dezember 2022. Auf den Bereich Kundenfinanzierung und Leasing
entfielen davon 7,1 (7,2) Mio. Verträge. Im Berichtszeitraum stieg die Zahl der in Nordamerika neu abgeschlossenen Verträge
im Vergleich zum Vorjahr auf 481 (371) Tsd. Kontrakte. Der Vertragsbestand lag Ende
Juni mit 3,0 (3,0) Mio. Einheiten auf dem Niveau vom Vorjahresende. Der Bereich Kundenfinanzierung
und Leasing verzeichnete 1,6 (1,7) Mio. Verträge. Im ersten Halbjahr 2023 wurden in der Region Südamerika 242 (156) Tsd. neue Kontrakte
geschlossen. Der Gesamtvertragsbestand nahm zum Ende des Berichtszeitraums gegenüber
dem 31. Dezember 2022 auf 882 (828) Tsd. Einheiten zu. Die bestehenden Verträge entfielen
überwiegend auf den Bereich Kundenfinanzierung und Leasing. Im Raum Asien-Pazifik sanken die neuen Vertragsabschlüsse im Zeitraum Januar bis Juni
auf 502 (613) Tsd. Einheiten und verfehlten damit den Vergleichswert des Vorjahres.
Ende Juni 2023 belief sich der Gesamtvertragsbestand auf 2,5 (2,6) Mio. Kontrakte.
Auf den Bereich Kundenfinanzierung und Leasing entfielen 1,6 (1,6) Mio. Verträge. ABSATZ AN DIE HANDELSORGANISATIONIm ersten Halbjahr 2023 stieg der Absatz des Volkswagen Konzerns an die Handelsorganisation
gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,0 % auf 4.447.828 Einheiten (einschließlich
der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China). Der Vorjahreszeitraum war durch
die eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit infolge von Engpässen bei der Teileversorgung
unter anderem durch den Russland-Ukraine-Konflikt beeinträchtigt. Im Berichtszeitraum
wirkten anhaltende Engpässe in der Teileversorgung sowie im Jahresverlauf abnehmende
Störungen der globalen Logistikketten belastend. Im Ausland nahm das Absatzvolumen
um 9,8 % auf 3.867.802 Fahrzeuge zu. Einen Zuwachs verzeichneten insbesondere Großbritannien,
die USA, Brasilien und die Türkei, während der Absatz in China rückläufig war. Der
Absatz im Inland erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 19,6 %. Die Inlandsquote
als Anteil am Gesamtabsatz des Konzerns stieg auf 13,0 (12,1) %. PRODUKTIONVon Januar bis Juni 2023 produzierte der Volkswagen Konzern mit 4.690.719 Fahrzeugen
(einschließlich der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China) 12,8 % mehr als
im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, der geprägt war durch Produktionsstopps infolge
von Unterbrechungen der Lieferketten ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Konflikt
und die Covid-19-Pandemie. Auch im Berichtszeitraum beeinträchtigten Engpässe in der
Teileversorgung die Produktion. Die Fertigung im Inland stieg um 37,6 % auf 1.081.348
Fahrzeuge. Der Anteil der in Deutschland hergestellten Fahrzeuge im Verhältnis zur
Gesamtproduktion des Konzerns nahm auf 23,1 (18,9) % zu. LAGERBESTANDDer weltweite Lagerbestand an Neufahrzeugen bei den Konzerngesellschaften und in der
Handelsorganisation lag am Ende des Berichtszeitraums über dem Stand zum Jahresende
2022 und über dem entsprechenden Wert des Vorjahreszeitraums. Störungen in den Logistikketten
wirkten sich im Berichtszeitraum weiterhin negativ aus. BELEGSCHAFTAm 30. Juni 2023 waren im Volkswagen Konzern 647.716 aktive Mitarbeiter beschäftigt.
Darüber hinaus befanden sich 12.034 Mitarbeiter in der passiven Phase der Altersteilzeit
und 14.130 junge Menschen standen in einem Ausbildungsverhältnis. Am Ende des ersten
Halbjahres 2023 lag die weltweite Gesamtbelegschaft des Volkswagen Konzerns mit 673.880
Personen etwa auf dem Niveau vom Jahresende 2022. Die Mitarbeiterzahl im Inland belief
sich auf 294.173 Beschäftigte (+ 0,1 %), während sie im Ausland - vor allem aufgrund
des Verkaufs der OOO Volkswagen Group Rus, Kaluga/Russland - auf 379.707 Beschäftigte
abnahm (- 0,6 %). Ertrags-, Finanz- und VermögenslageSCOUT MOTORS INC.Im Rahmen der Nordamerika-Strategie des Volkswagen Konzerns wurde in 2022 die Gesellschaft
Scout Motors Inc., Arlington, Virginia/USA, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft
der Volkswagen Finance Luxemburg, Strassen/Luxemburg, gegründet. Unter dem Namen SCOUT
soll eine neue Fahrzeugmarke erschaffen werden, über die in den USA ab 2026 elektrifizierte
Geländefahrzeuge und Pickups vertrieben werden. Um den Aufbau der Marke SCOUT, die
Fahrzeugentwicklung und die Produktionsplanung zu finanzieren, sollen in 2023 rund
500 Mio. USD in die Gesellschaft eingebracht werden. Bis zum 30. Juni 2023 sind bereits
Zahlungen in Höhe von 240 Mio. USD erfolgt. Die Gesellschaft wurde zum 1. Januar 2023
in den Volkswagen Konzernabschluss einbezogen. IFRS 17 - VERSICHERUNGSVERTRÄGEIFRS 17 fasst die Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen neu. Aus
der erstmaligen Anwendung resultierte eine geringfügige Veränderung des Eigenkapitals
jeweils zum 1. Januar 2023 sowie zum 1. Januar 2022. Diese ist im Wesentlichen auf
die geänderte Systematik zur Ermittlung der Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft
zurückzuführen. Darüber hinaus führte die saldierte Betrachtung von Zahlungsströmen
in der Bewertung der Rückstellungshöhe gleichermaßen zu einer Reduktion von Vermögenswerten
und Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft in Höhe von 0,7 Mrd. € zum 1. Januar
2023. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung hat die geänderte Systematik zur Erfassung
von Erlösen und Aufwendungen keine wesentlichen Effekte. Die Vergleichsperiode wurde
entsprechend angepasst. VERKAUF DER OOO VOLKSWAGEN GROUP RUSAm 18. Mai 2023 hat der Volkswagen Konzern den Verkauf seiner Anteile an der OOO Volkswagen
Group Rus (Volkswagen Group Rus), Kaluga/Russland und ihren lokalen Tochtergesellschaften
(OOO Volkswagen Components and Services, Kaluga/Russland, OOO Scania Leasing, Moskau/Russland,
OOO Scania Finance, Moskau/Russland, OOO Scania Insurance, Moskau/Russland) an OOO
ART-FINANCE, Moskau/Russland, die von dem russischen Händler AO Avilon Automotive
Group, Moskau/Russland unterstützt wird, abgeschlossen. Mit Registrierung der Transaktion
am 22. Mai 2023 ging das Eigentum an den Anteilen der Volkswagen Group Rus von der
Verkäuferseite auf den Käufer über. Die Transaktion umfasst die Produktionsstätten
in Kaluga, die Importeursstruktur der Konzernmarken Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge,
AUDI, Škoda, Bentley, Lamborghini und Ducati für mögliches After-Sales-Geschäft und
die Lageraktivitäten sowie die Scania Finanzdienstleistungsaktivitäten mit allen zugehörigen
Mitarbeitern. Der Volkswagen Konzern hatte in diesem Zusammenhang bereits im Geschäftsjahr 2022
wesentliche Wertberichtigungen vorgenommen und entsprechende Vorsorgen getroffen.
Der Verkaufspreis beträgt 125 Mio. €. Aus der Entkonsolidierung der betroffenen Gesellschaften
ergibt sich ein Verlust in Höhe von 0,4 Mrd. € im Geschäftsjahr 2023, welcher im Sonstigen
betrieblichen Ergebnis ausgewiesen ist. Dieses Ergebnis verteilt sich auf den Konzernbereich
Automobile in Höhe von - 0,4 Mrd. € sowie auf den Finanzdienstleistungsbereich in
Höhe von 0,1 Mrd. €. Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus der Realisierung von
Währungsumrechnungseffekten in Höhe von - 0,3 Mrd. €, welche aus der Währungsumrechnungsrücklage
in die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen umgegliedert wurden. ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE BETEILIGUNGENDie Zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden von Tochtergesellschaften
der Volkswagen Financial Services und Porsche jeweils in Russland sowie der MAN Energy
Solutions im Zusammenhang mit dem Gasturbinengeschäft und der EURO-Leasing GmbH wurden
gemäß IFRS 5 zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich
der voraussichtlichen Veräußerungskosten angesetzt. SONDEREINFLÜSSESondereinflüsse umfassen bestimmte Sachverhalte im Abschluss, deren gesonderte Angabe
nach Einschätzung des Vorstands nützlich ist, um den wirtschaftlichen Erfolg besser
beurteilen zu können. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 waren im Zusammenhang mit der
Dieselthematik keine wesentlichen Sondereinflüsse zu erfassen. ERTRAGSLAGEErtragslage des KonzernsDer Volkswagen Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe
von 156,3 Mrd. € und übertraf damit den Vorjahreswert um 18,2 %. Der gestiegene Fahrzeugabsatz
sowie die verbesserte Preispositionierung standen einer negativen Wechselkursentwicklung
gegenüber. Der Vorjahreszeitraum war noch stärker durch eine eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit
infolge von Engpässen bei der Teileversorgung negativ beeinflusst. Der Volkswagen
Konzern generierte 81,7 (82,2) % seiner Umsatzerlöse im Ausland. Das Bruttoergebnis
war mit 30,9 Mrd. € um 4,5 Mrd. € höher als ein Jahr zuvor. Die Bruttomarge belief
sich auf 19,8 (20,0) %. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 lag das Operative Ergebnis des Volkswagen Konzerns
bei 11,3 (12,8) Mrd. €. Die operative Umsatzrendite entsprach 7,3 (9,7) %. Verbesserungen
insbesondere im Volumen sowie der Preispositionierung hatten einen positiven Einfluss
auf das Operative Ergebnis, gestiegene Produktkosten (insbesondere für Rohstoffe)
verringerten es. Die Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting
(insbesondere Rohstoffsicherungen) belastete das Operative Ergebnis in Höhe von -
2,5 Mrd. €, während sie im Vergleichszeitraum 2022 das Ergebnis um + 0,9 Mrd. € erhöhte.
Zusätzlich führte die Entkonsolidierung der Volkswagen Group Rus und ihrer Tochtergesellschaften
zu einem Verlust von 0,4 Mrd. €. Im Vorjahr waren Einmalaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
bei SEAT zu berücksichtigen, außerdem Sondereinflüsse im Zusammenhang mit der Dieselthematik
in Höhe von - 0,4 Mrd. €, während Effekte aus Derivaten im Finanzdienstleistungsbereich
positiv wirkten. Das Finanzergebnis betrug 0,6 (1,2) Mrd. €. Das Ergebnis aus At Equity bewerteten
Anteilen fiel geringer aus als ein Jahr zuvor. Im Zinsergebnis standen höhere Zinserträge
gestiegenen Zinsaufwendungen gegenüber. Die im übrigen Finanzergebnis unter anderem
enthaltenen negativen Wechselkurseinflüsse wurden im Berichtszeitraum durch das positive
Wertpapier- und Fondsergebnis mehr als ausgeglichen, das im Vorjahreszeitraum insbesondere
infolge des Russland-Ukraine-Konflikts belastet war. Anpassungen der Buchwerte von
Beteiligungsgesellschaften aufgrund von Börsenkursentwicklungen und Wertminderungstests
führten zu einem nicht zahlungswirksamen Aufwand. Das Ergebnis vor Steuern des Volkswagen Konzerns verringerte sich im ersten Halbjahr
2023 um 2,2 Mrd. € auf 11,9 Mrd. €. Das Ergebnis nach Steuern nahm im Vergleich zum
Vorjahr um 2,1 Mrd. € auf 8,5 Mrd. € ab. OPERATIVES ERGEBNIS VOR SONDEREINFLÜSSEN NACH QUARTALENVolkswagen Konzern in Mio. € ![]() Ertragslage im Konzernbereich AutomobileIn den ersten sechs Monaten 2023 verbesserte der Konzernbereich Automobile seine Umsatzerlöse
um 21,5 Mrd. € auf 130,6 Mrd. €. Gründe hierfür waren vor allem das gestiegene Volumen
sowie die positive Entwicklung in der Preispositionierung. Wechselkurseffekte wirkten
gegenläufig. Im Vorjahreszeitraum hatten Engpässe bei der Teileversorgung einen noch
negativeren Einfluss. Die Bereiche Pkw und Power Engineering verzeichneten deutlich
über dem Vorjahr liegende Umsatzerlöse, während sie im Bereich Nutzfahrzeuge den Vorjahreswert
stark übertrafen. Da unsere chinesischen Joint Ventures At Equity bilanziert werden,
schlägt sich die Geschäftsentwicklung des Konzerns auf dem chinesischen Pkw-Markt
im Wesentlichen nur in Form von Lieferungen von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen in den
Umsatzerlösen des Konzerns nieder. ERTRAGSLAGE IN DEN BEREICHEN PKW, NUTZFAHRZEUGE UND POWER ENGINEERING VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Die infolge der Inflation im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt höheren
Produktkosten (insbesondere für Rohstoffe) und die gestiegenen ergebniswirksam verrechneten
Forschungs- und Entwicklungskosten trugen dazu bei, dass die Kosten der Umsatzerlöse
gegenüber Vorjahr deutlich stiegen; ihr Anteil an den Umsatzerlösen ging jedoch zurück.
Aufgrund des überproportionalen Anstiegs der Umsatzerlöse im Verhältnis zu den gesamten
Forschungs- und Entwicklungskosten war die Forschungs- und Entwicklungskostenquote
(F&E-Quote des Konzernbereichs Automobile) im Berichtszeitraum mit 7,8 (8,5) % niedriger
als ein Jahr zuvor. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 erhöhten sich sowohl die Vertriebskosten unter anderem
infolge gestiegener Logistikkosten als auch die Verwaltungskosten; ihr jeweiliger
Anteil an den Umsatzerlösen verringerte sich. Das Sonstige betriebliche Ergebnis belief
sich auf -3,2 (0,8) Mrd. €. Der Berichtszeitraum war durch negative Effekte aus der
Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting insbesondere für
Rohstoffe belastet, während diese Effekte im Vorjahreszeitraum positiv wirkten. Im ersten Halbjahr 2023 erzielte der Konzernbereich Automobile ein Operatives Ergebnis
in Höhe von 9,1 (9,7) Mrd. €. Die operative Umsatzrendite belief sich auf 7,0 (8,9)
%. Der Rückgang gegenüber Vorjahr ergab sich im Wesentlichen aus den Bewertungseffekten
von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting sowie aus höheren Produktkosten, insbesondere
für Rohstoffe. Gestiegene Volumina und Verbesserungen in der Preispositionierung konnten
diese Belastungen nicht vollständig kompensieren. Von der Geschäftsentwicklung unserer At Equity einbezogenen chinesischen Gemeinschaftsunternehmen
profitieren wir im Operativen Ergebnis im Wesentlichen nur in Form von Lieferungen
von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen sowie Lizenzeinnahmen, da die Ergebnisse dieser
Joint Ventures im Finanzergebnis bilanziert werden. Ertragslage im FinanzdienstleistungsbereichIm Zeitraum Januar bis Juni 2023 verzeichnete der Konzernbereich Finanzdienstleistungen
Umsatzerlöse in Höhe von 25,7 Mrd. €; ein Plus von 11,0 %. Sehr stark gestiegene Zinsaufwendungen
führten zu einem überproportionalen Anstieg innerhalb der Kosten der Umsatzerlöse.
In der Folge verringerte sich das Bruttoergebnis um 0,6 Mrd. € auf 4,2 Mrd. €. Das Operative Ergebnis des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen ging um 0,9 Mrd.
€ auf 2,2 Mrd. € zurück. Neben den gestiegenen Zinsaufwendungen waren vor allem negative
Effekte aus Derivaten, die im Vorjahreszeitraum positiv gewirkt hatten, ein Grund
für die Verfehlung des Vorjahreswertes. Die operative Umsatzrendite nahm auf 8,7 (13,4)
% ab. FINANZLAGEFinanzielle Situation des KonzernsIn den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 erzielte der Volkswagen Konzern einen
Brutto-Cashflow in Höhe von 26,0 (25,5) Mrd. €. Die im Ergebnis enthaltenen zahlungsunwirksamen
Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften sind in der Kapitalflussrechnung zu eliminieren.
Im Vorjahresvergleich ist zudem der 2022 noch nicht gefasste Dividendenbeschluss der
FAW-Volkswagen zu berücksichtigen. Die Veränderung im Working Capital lag bei - 18,9
(- 8,5) Mrd. €. Gründe für die Veränderung gegenüber Vorjahr waren ein höherer Aufbau
der Vorräte, Forderungen und Vermieteten Vermögenswerte. Der Cashflow aus dem laufenden
Geschäft ging in der Folge um 9,9 Mrd. € auf 7,1 Mrd. € zurück. Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts des Volkswagen Konzerns erhöhte
sich im Berichtszeitraum um 0,4 Mrd. € auf 11,9 Mrd. € durch gestiegene Sachinvestitionen
und Zugänge aktivierter Entwicklungskosten. Im Vorjahr war der gesamte auf Volkswagen
entfallende und in die Green Mobility Holding eingelegte Kaufpreisanteil in Höhe von
1,7 Mrd. € für den Erwerb von Europcar zu berücksichtigen. FINANZIELLE SITUATION IN DEN BEREICHEN PKW, NUTZFAHRZEUGE UND POWER ENGINEERING VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). In der Finanzierungstätigkeit waren die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Volkswagen
AG in Höhe von 4,4 Mrd. € sowie die Zahlung der Sonderdividende an die Aktionäre der
Volkswagen AG, die im Zusammenhang mit dem im Vorjahr durchgeführten Börsengang der
Porsche AG stand, zu berücksichtigen. Insgesamt ergab sich im ersten Halbjahr 2023 ein Mittelzufluss in Höhe von 3,0 Mrd.
€, der auch die Aufnahme und Tilgung von Anleihen und anderen Finanzschulden berücksichtigt.
Im Vorjahreszeitraum flossen Mittel in Höhe von 9,2 Mrd. € ab, die auch die Rückzahlung
und Aufnahme von Hybridanleihen umfassten. Am Ende des Berichtszeitraums belief sich
der Zahlungsmittelbestand laut Kapitalflussrechnung des Volkswagen Konzerns auf 37,2
(33,9) Mrd. €. Ende Juni 2023 lag die Nettoliquidität des Volkswagen Konzerns bei -142,2 Mrd. €;
am Jahresende 2022 hatte sie - 125,8 Mrd. € betragen. Finanzielle Situation im Konzernbereich AutomobileIm ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftete der Konzernbereich Automobile einen Brutto-Cashflow,
der mit 19,8 Mrd. € den Vorjahreswert um 2,5 Mrd. € übertraf. Die im Ergebnis enthaltenen
zahlungsunwirksamen Bewertungseffekte aus Sicherungsgeschäften sind in der Kapitalflussrechnung
zu eliminieren. Im Vorjahresvergleich ist zudem der in 2022 noch nicht gefasste Dividendenbeschluss
der FAW-Volkswagen zu berücksichtigen. Die Veränderung im Working Capital lag bei
- 6,1 (-3,6) Mrd. € und resultierte im Vorjahresvergleich im Wesentlichen aus einem
höheren Aufbau der Vorräte, unter anderem infolge von Störungen der Logistikketten
und einem gestiegenen Forderungsaufbau. Der Cashflow aus dem laufenden Geschäft lag nahezu unverändert bei 13,7 (13,6) Mrd.
€. Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts bewegte sich im Zeitraum Januar
bis Juni 2023 mit 11,3 (11,3) Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die darin enthaltenen
Sachinvestitionen (Investitionen in Sachanlagen, Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
und Immaterielle Vermögenswerte ohne aktivierte Entwicklungskosten) erhöhten sich
um 1,5 Mrd. € auf 5,6 Mrd. €. Die Sachinvestitionsquote lag bei 4,3 (3,7) %. Wesentliche
Anteile der Sachinvestitionen flossen vornehmlich in unsere Fertigungsstandorte und
in Modelle, die wir in diesem und im kommenden Jahr in den Markt einführen, die Elektrifizierung
und Digitalisierung unserer Produkte sowie die Weiterentwicklung der modularen und
rein elektrischen Baukästen und Plattformen. Die Zugänge zu den aktivierten Entwicklungskosten
stiegen im Berichtszeitraum auf 5,2 (4,8) Mrd. €. Die Position "Erwerb und Verkauf
von Beteiligungen" belief sich auf - 0,6 (- 2,6) Mrd. € und enthielt vor allem strategische
Investitionen in diverse Unternehmen. Im Vorjahr war hierin der gesamte auf Volkswagen
entfallende und in die Green Mobility Holding eingelegte Kaufpreisanteil in Höhe von
1,7 Mrd. € für den Erwerb von Europcar zu berücksichtigen. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 verbesserte sich der Netto-Cashflow des Konzernbereichs
Automobile im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Mrd. € auf 2,5 Mrd. €. Die Finanzierungstätigkeit berücksichtigt die Aufnahme und Tilgung von Anleihen und
Veränderungen der übrigen Finanzschulden und verzeichnete im ersten Halbjahr 2023
einen Mittelabfluss in Höhe von 12,8 Mrd. €. Dieser resultierte im Wesentlichen aus
der Dividendenzahlung an die Aktionäre der Volkswagen AG sowie der Zahlung der Sonderdividende
an die Aktionäre der Volkswagen AG im Zusammenhang mit dem Börsengang der Porsche
AG. Im Vorjahreszeitraum ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 2,8 Mrd. €. In der Folge lag die Nettoliquidität des Konzernbereichs Automobile Ende Juni 2023
bei 33,6 Mrd. €; am 31. Dezember 2022 waren es 43,0 Mrd. €. Finanzielle Situation im FinanzdienstleistungsbereichIm Zeitraum Januar bis Juni 2023 verzeichnete der Konzernbereich Finanzdienstleistungen
einen Brutto-Cashflow in Höhe von 6,2 (8,2) Mrd. €. Der Rückgang gegenüber Vorjahr
ergab sich unter anderem aus dem schwächeren Ergebnis. Die Veränderung im Working
Capital belief sich auf -12,8 (- 4,9) Mrd. € und führte zu einer gestiegenen Mittelbindung,
die gegenüber Vorjahr hauptsächlich aus einem höheren Aufbau der Forderungen und Vermieteten
Vermögenswerte resultierte. Ein höherer Aufbau der Verbindlichkeiten wirkte dem entgegen.
Der Cashflow aus dem laufenden Geschäft ging in der Folge um 10,0 Mrd. € auf - 6,7
Mrd. € zurück. Die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts lag bei 0,6 (0,2) Mrd. €. In der Finanzierungstätigkeit des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen flossen im
Berichtszeitraum Mittel in Höhe von 15,8 Mrd. € zu. Hierin sind vor allem die Aufnahme
und Tilgung von Anleihen sowie übrige Finanzschulden enthalten. Im Vorjahreszeitraum
kam es zu einem Mittelabfluss in Höhe von 6,4 Mrd. €. Am Ende des zweiten Quartals 2023 belief sich die branchenüblich negative Nettoliquidität
des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen auf - 175,8 Mrd. €; am 31. Dezember 2022
hatte sie -168,8 Mrd. € betragen. VERMÖGENSLAGEBilanzstruktur des KonzernsAm 30. Juni 2023 wies der Volkswagen Konzern eine Bilanzsumme in Höhe von 581,3 Mrd.
€ aus. Das waren 3,1 % mehr als am Jahresende 2022. Die Bilanzsumme berücksichtigt
zum Stichtag die Umsetzung der neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen
(IFRS 17), die zu einer Bilanzverkürzung führten. Der Wert zum Jahresende 2022 wurde
entsprechend retrospektiv angepasst. Das Eigenkapital stieg im Wesentlichen aufgrund
des positiven Ergebnisses um 2,6 Mrd. € auf 181,0 Mrd. € an. Die Eigenkapitalquote
verringerte sich auf 31,1 (31,6) %. BILANZSTRUKTUR IN DEN BEREICHEN PKW, NUTZFAHRZEUGE UND POWER ENGINEERING
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Bilanzstruktur im Konzernbereich AutomobileEnde Juni 2023 fielen die Immateriellen Vermögenswerte im Konzernbereich Automobile
insbesondere aufgrund gestiegener Aktivierungen von Entwicklungskosten höher aus als
im Vorjahr. Die Sachanlagen waren gegenüber dem Wert zum 31. Dezember 2022 nahezu
unverändert, da die Abschreibungen die Zugänge in Sachinvestitionen annähernd kompensierten.
Die At Equity bewerteten Anteile verringerten sich unter anderem aufgrund von Wertberichtigungen
infolge von Börsenkursentwicklungen und Wertminderungstests, der Dividendenbeschlüsse
sowie durch die konzerninterne Umgliederung der Beteiligung an Europcar in den Finanzdienstleistungsbereich.
Insgesamt lagen die Langfristigen Vermögenswerte mit 176,2 (178,7) Mrd. € unter dem
Niveau vom Jahresende 2022. Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen auf 125,1 (122,7) Mrd. €. Die darin enthaltenen
Vorräte erhöhten sich unter anderem aufgrund von Störungen der Logistikketten. Die
kurzfristigen Sonstigen Forderungen und finanziellen Vermögenswerte lagen über dem
Wert vom 31. Dezember 2022, Gründe waren im Wesentlichen volumenbedingt gestiegene
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Zahlungsmittelbestand im Konzernbereich Automobile erhöhte sich leicht um 0,3
Mrd. € auf 23,4 Mrd. €. Der Bestand an Wertpapieren verringerte sich um 11,2 Mrd.
€ auf 21,7 Mrd. €. Die Position "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" umfasst die Buchwerte der
Vermögenswerte von zur Veräußerung vorgesehener Tochtergesellschaften von Volkswagen
Financial Services und Porsche sowie Vermögenswerte der MAN Energy Solutions und der
EURO-Leasing GmbH. Die Position "Zur Veräußerung gehaltene Schulden" beinhaltet die
Buchwerte der zugehörigen Schulden. Das Eigenkapital des Konzernbereichs Automobile war mit 137,7 Mrd. € um 1,3 % höher
als am Jahresende 2022. Hierzu trug vor allem das positive Ergebnis des Berichtszeitraums
bei. Auch die Anteile von Minderheiten am Eigenkapital stiegen entsprechend spürbar
an und waren im Wesentlichen den Minderheitsaktionären des Porsche AG Konzerns und
der TRATON Group zuzurechnen. Die Eigenkapitalquote belief sich auf 45,7 (45,1) %. Die Langfristigen Schulden verringerten sich um 2,4 Mrd. € auf 85,9 Mrd. €. Die darin
enthaltenen langfristigen Finanzschulden nahmen vor allem aufgrund von Umgliederungen
vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich aufgrund kürzerer verbleibender Restlaufzeiten
ab. Die Kurzfristigen Schulden stiegen leicht um 0,7 Mrd. € auf 77,8 Mrd. €. Die kurzfristigen
Finanzschulden lagen bei - 9,7 (- 11,0) Mrd. €. Die Werte des Automobilbereichs enthalten
auch die Eliminierung konzerninterner Beziehungen zwischen den Konzernbereichen Automobile
und Finanzdienstleistungen. Da die kurzfristigen Finanzschulden des originären Konzernbereichs
Automobile geringer waren als die an den Finanzdienstleistungsbereich gewährten Darlehen,
war der auszuweisende Wert in beiden Zeiträumen negativ. Die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen erhöhten sich volumenbedingt im Vergleich zum Jahresende
2022 um 9,0 %. Die kurzfristigen Sonstigen Schulden gingen vor allem aufgrund der
im Dezember 2022 beschlossenen und im Januar 2023 ausgezahlten Sonderdividende zurück.
Gegenläufig wurde hier der Zahlungsanspruch gegenüber der Porsche SE aus der zweiten
Tranche der Stammaktien der Porsche AG verrechnet. Am 30. Juni 2023 wies der Konzernbereich Automobile mit 301,3 (301,4) Mrd. € eine
Bilanzsumme aus, die auf dem Niveau vom 31. Dezember 2022 lag. Bilanzstruktur im FinanzdienstleistungsbereichMit 280,0 Mrd. € verzeichnete der Konzernbereich Finanzdienstleistungen Ende Juni
2023 eine um 6,6 % höhere Bilanzsumme als Ende 2022. Die Bilanzsumme berücksichtigt
zum Stichtag die Umsetzung der neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen
(IFRS 17), die zu einer Bilanzverkürzung führten. Der Wert zum Jahresende 2022 wurde
entsprechend retrospektiv angepasst. Die Langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2022
auf 167,7 (161,2) Mrd. €. Die hierin enthaltenen At Equity bewerteten Anteile nahmen
unter anderem aufgrund der konzerninternen Umgliederung der Beteiligung an Europcar
in den Finanzdienstleistungsbereich zu. Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 10,7 % auf 112,3 Mrd. €. Die darin enthaltenen
kurzfristigen Sonstigen Forderungen und finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich
unter anderem aufgrund gestiegener Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Am
30. Juni 2023 lag der Zahlungsmittelbestand im Finanzdienstleistungsbereich bei 13,8
(6,1) Mrd. €. Am Ende des ersten Halbjahres 2023 entfielen rund 48,2 (46,6) % der Aktiva des Volkswagen
Konzerns auf den Finanzdienstleistungsbereich. Ende Juni 2023 übertraf das Eigenkapital des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen
mit 43,3 Mrd. € ergebnisbedingt den Wert am Bilanzstichtag 2022 um 2,2 %. Die Eigenkapitalquote
lag bei 15,5 (16,1) %. Die Langfristigen Schulden im Finanzdienstleistungsbereich stiegen auf 116,4 (114,6)
Mrd. € gegenüber Jahresende 2022 an. Die darin enthaltenen langfristigen Finanzschulden
und langfristigen sonstigen Schulden legten zu. Die Kurzfristigen Schulden erhöhten
sich vor allem aufgrund gestiegener kurzfristiger Finanzschulden. Das Einlagevolumen aus dem Direktbankgeschäft erhöhte sich im Vergleich zum 31. Dezember
2022 auf 35,1 (26,7) Mrd. €. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHTAuf Basis der erreichten Ergebnisse haben wir nach dem ersten Quartal 2023 unsere
Prognose für das Operative Ergebnis des Bereichs Nutzfahrzeuge angehoben und gehen
von einer operativen Umsatzrendite zwischen 7 und 8 % aus. Die Auslieferungen an Kunden erwarten wir aufgrund von Engpässen in der Teileversorgung,
Störungen der Logistikketten sowie der aktuellen Entwicklungen in den Märkten nun
zwischen 9 und 9,5 Mio. Fahrzeugen. Für den Bereich Power Engineering heben wir unsere Erwartung an die Umsatzerlöse an,
während wir für den Konzernbereich Finanzdienstleistungen von geringeren Umsatzerlösen
bei einem gleichzeitig verbesserten Operativen Ergebnis ausgehen. Im Konzernbereich Automobile gehen wir für die bisher prognostizierte F&E-Quote von
rund 8 % nunmehr von einer Bandbreite zwischen 8 und 8,5 % aus. Für die Sachinvestitionsquote,
die wir bisher mit rund 6,5 % angenommen haben, rechnen wir mit einem Korridor zwischen
6 und 6,5 %. Die Störungen der Logistikketten führen auch zu einem Aufbau des Working
Capital und in der Folge zu einem geringer erwarteten, aber dennoch deutlich bis stark
über dem Vorjahr liegenden Netto-Cashflow. Die Prognose für alle übrigen Spitzenkennzahlen bleibt unverändert. Den Ausblick für
das Geschäftsjahr 2023 finden Sie auf Seite 32. RechtsstreitigkeitenDieselthematik1. Straf- und Verwaltungsverfahren weltweit (exklusive USA/Kanada) Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führte Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs
im Zusammenhang mit Motoren des Typs EA 288. Das Verfahren gegen die beschuldigten
Mitarbeiter sowie die Volkswagen AG wurde Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 gegen
drei Beschuldigte gegen Zahlung einer Geldauflage endgültig und gegen vier Beschuldigte
vorläufig eingestellt. Das Landgericht München II hat in dem im Juni 2020 eröffneten Strafverfahren unter
anderem wegen des Vorwurfs des Betrugs im Zusammenhang mit der Dieselthematik betreffend
3.0 l und 4.2 l TDI-Motoren Ende Juni 2023 ein Urteil erlassen. Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender
der AUDI AG und die weiteren beiden Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen, deren
Vollstreckung jeweils zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt. Als Bewährungsauflagen
wurden jeweils unter anderem Geldauflagen festgesetzt. Das Urteil ist derzeit noch
nicht rechtskräftig, alle drei Angeklagten sowie die Staatsanwaltschaft haben Revision
eingelegt. Gegen einen weiteren ehemals Angeklagten hat das Landgericht München II
das Verfahren im April 2023 gegen Geldauflage eingestellt. Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte Ende Februar 2023 einer Klage der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erstinstanzlich stattgegeben
und den Freigabebescheid für ein Softwareupdate für bestimmte ältere Modelle des Golf
Plus aufgehoben, soweit dieser das Thermofenster, die Höhenkorrektur und die Taxischaltung
als zulässige Abschalteinrichtungen einstufte. Beim sogenannten Thermofenster handelt
es sich um eine temperaturabhängige Abgasrückführung. Mit Höhenkorrektur wird eine
höhenabhängige Abgasrückführung bezeichnet. Unter Taxischaltung ist eine von der Zeitspanne
eines im Leerlauf betriebenen Fahrzeugs abhängige Abgasrückführung zu verstehen. Die
Volkswagen AG ist Beigeladene in dem Verfahren. Die Volkswagen AG und das KBA haben
Ende April 2023 Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Schleswig eingelegt.
Die Entscheidung ist damit nicht rechtskräftig. Die DUH hat beim Verwaltungsgericht
Schleswig zwei weitere Klagen eingereicht. Die erste Klage richtet sich gegen Freigabebescheide
für weitere mit Motoren des Typs EA 189 sowie mit ausgewählten V-TDI-Motoren ausgestattete
Fahrzeuge der Marken Audi und Porsche, die zweite Klage richtet sich gegen sämtliche
EU5 und EU6b/c Dieselfahrzeuge des Konzerns. 2. Produktbezogene Klagen weltweit (exklusive USA/Kanada) In Brasilien hat das Berufungsgericht in der zweiten verbraucherrechtlichen Sammelklage,
die rund 67 Tsd. Amarok-Fahrzeuge betrifft, im Juni 2023 das Rechtsmittel der Klägerin
gegen das klageabweisende erstinstanzliche Urteil aus Oktober 2021 zurückgewiesen. In den Niederlanden hat die Diesel Emissions Justice Foundation ihre Berufung gegen
das Zwischenurteil aus März 2022 in dem auf Zahlung von Schadensersatz gerichteten
Sammelklageverfahren ausschließlich auf die Anwendbarkeit des neuen Sammelklageregimes
beschränkt, sodass die Entscheidung des Gerichts in Amsterdam in Bezug auf seine Unzuständigkeit
für Klagen von Verbrauchern außerhalb der Niederlande final und bindend ist. In Portugal hat der Supreme Court im Juli 2023 die Sammelklage mangels Klagebefugnis
der klagenden Verbraucherorganisation als unzulässig abgewiesen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Ende Juni 2023 Urteile in Verfahren gegen die Volkswagen
AG und AUDI AG verkündet, in denen es um die Umsetzung der Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs (EuGH) zu möglichen Ansprüchen von Käufern aus dem europäischen Typgenehmigungsrecht
in deutsches Recht geht. Der BGH entschied, dass Klägern beim fahrlässigen Einsatz
einer unzulässigen Abschalteinrichtung ein Anspruch auf Ersatz eines Differenzschadens
von 5 % bis 15 % des Kaufpreises grundsätzlich zusteht. Ob dieser Anspruch im Einzelfall
vorliegt, müssen die Berufungsgerichte klären. Der BGH führte aus, dass ohne Bedeutung
sei, ob die Grenzwerte im NEFZ-Testverfahren auch bei veränderter Funktion eingehalten
würden. Nach dem BGH entfällt die Haftung, wenn den Hersteller kein Verschulden trifft,
etwa weil die zuständige Behörde die Abschalteinrichtung in ihrer konkreten Ausgestaltung
und unter Berücksichtigung festgestellter Kombinationen von Abschalteinrichtungen
genehmigt hat oder auf Nachfrage genehmigt hätte. Im Falle eines grundsätzlichen Anspruchs
auf Ersatz des Differenzschadens muss sich der Käufer zudem Nutzungsvorteile und den
Wert des Fahrzeugs anrechnen lassen, soweit diese den geminderten Wert des Fahrzeugs
übersteigen. Auch ein durchgeführtes Softwareupdate kann schadensmindernd zu berücksichtigen
sein. 3. Anlegerklagen weltweit (exklusive USA/Kanada) Im Kapitalanleger-Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig hat das Gericht
im März 2023 einen Hinweisbeschluss erlassen und in Anbetracht der unabsehbar langen
weiteren Verfahrensdauer angeregt, dass die Parteien jeweils ihre Bereitschaft zum
Eintritt in außergerichtliche Vergleichsverhandlungen prüfen. Die Volkswagen AG hat
unbeschadet ihres Rechtsstandpunkts signalisiert, dass sie bereit sei, über den Vorschlag
des Oberlandesgerichts Braunschweig nachzudenken. Im Juli 2023 hat das Oberlandesgericht
Braunschweig einen Beweisbeschluss erlassen und die Vernehmung zahlreicher Personen
sowie die Vorlage und Beiziehung von Urkunden angeordnet. Die angeordnete Beweiserhebung
konzentriert sich zunächst auf die Frage der, nach dem Erkenntnisstand der Volkswagen
AG fehlenden, Kenntnis des Konzernvorstands, einzelner Konzernvorstandsmitglieder
und/oder einzelner Mitglieder der Ad-hoc-Clearingstelle der Volkswagen AG über den
Einbau von nach US-Recht unzulässigen Umschalteinrichtungen in Fahrzeugen der Volkswagen
AG sowie die Vorstellungen dieses Personenkreises über etwaige Kursauswirkungen der
ihnen jeweils vorliegenden Informationen. Mit den Vernehmungen soll im Herbst 2023
begonnen werden. Im Musterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), an dem die
Volkswagen AG als Nebenintervenientin beteiligt ist, hat das Oberlandesgericht Stuttgart
Ende März 2023 einen Musterentscheid erlassen. Auf Basis der im Musterentscheid getroffenen
Feststellungen und des gegenwärtigen Stands des Prozessinhalts in den Ausgangsverfahren
wären im Ergebnis alle ausgesetzten Anlegerklagen gegen die Porsche SE abzuweisen.
Der Musterentscheid ist nicht rechtskräftig. Gegen den Musterentscheid haben die Musterklägerin,
mehrere Beigeladene und die Porsche SE Rechtsbeschwerde zum BGH eingelegt. Die Volkswagen
AG hat den Beitritt als Streithelferin zur Rechtsbeschwerde der Porsche SE erklärt. 4. Sonderprüfung Nachdem das Bundesverfassungsgericht mit im November 2022 bekanntgegebenen Beschlüssen
den beiden Verfassungsbeschwerden der Volkswagen AG stattgegeben hat, wurde infolge
der Stattgabe das bis zu den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ruhende
Verfahren beim Landgericht Hannover wieder aufgenommen. Gegenstand dieses Verfahrens
ist ein Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers bei der Volkswagen AG, der auf die
Prüfung von Vorgängen im Zusammenhang mit der Dieselthematik gerichtet ist. Weitere wesentliche RechtsstreitigkeitenIm Juli 2021 hatte die Europäische Kommission gegen die Volkswagen AG, die AUDI AG
und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG im Rahmen einer Settlement-Entscheidung ein Gesamtbußgeld
in Höhe von rund 502 Mio. € verhängt. Volkswagen verzichtete auf die Einlegung von
Rechtsmitteln, sodass die Entscheidung 2021 rechtskräftig geworden ist. Der Gegenstand
der Entscheidung beschränkt sich inhaltlich auf die Kooperation deutscher Automobilhersteller
zu einzelnen technischen Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung
von SCR (Selective Catalytic Reduction)-Systemen für Pkw, die im Europäischen Wirtschaftsraum
verkauft worden sind. Andere Verhaltensweisen wie Preisabsprachen oder die Aufteilung
von Märkten und Kunden werden den Herstellern nicht vorgeworfen. Die Koreanische Wettbewerbsbehörde
KFTC hat im April 2023 auf der Grundlage des EU-Sachverhalts die im Februar 2023 in
ihrer Pressemitteilung angekündigte Bußgeldentscheidung bekanntgegeben. Wie angekündigt
wurde gegen die Volkswagen AG kein Bußgeld verhängt und ist die Porsche AG nicht von
der Entscheidung betroffen. Gegen die AUDI AG wurde ein Bußgeld von umgerechnet knapp
3 Mio. € verhängt. Die AUDI AG und die Volkswagen AG haben vor dem zuständigen Gericht
in Seoul/Korea Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt. Die englische Kartellbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat im April
2023 Rechtsmittel gegen das Urteil aus Februar 2023 eingelegt, mit dem einer Klage
("judicial review") der Volkswagen AG stattgegeben wurde. Gegenstand der Klage sind
nach Auffassung der Volkswagen AG kompetenzüberschreitende Auskunftsverlangen der
CMA gegenüber der Volkswagen AG im Zusammenhang mit einer Untersuchung der CMA mit
Bezug zur Volkswagen Group UK. Die Volkswagen AG prüft unverändert Möglichkeiten einer
verhältnismäßigen Kooperation mit der CMA. Die beiden von Greenpeace begleiteten Klagen gegen die Volkswagen AG, durch welche
die Volkswagen AG dazu verpflichtet werden sollte, unter anderem stufenweise die Produktion
und das Inverkehrbringen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu reduzieren und
bis 2029 komplett einzustellen sowie Treibhausgasemissionen aus Entwicklung, Produktion
und Vertrieb (einschließlich der Nutzung der Fahrzeuge durch Dritte) zu reduzieren
sowie zusätzlich so Einfluss auf Konzernunternehmen, Beteiligungen und Joint Ventures
auszuüben, dass diese Forderungen auch von diesen erfüllt werden, wurden im Februar
2023 vom Landgericht Braunschweig und vom Landgericht Detmold abgewiesen. Die Kläger
haben im März 2023 beim Oberlandesgericht Braunschweig und im April 2023 beim Oberlandesgericht
Hamm Berufung gegen die klageabweisenden Urteile eingelegt. In Russland macht Automobile Plant "GAZ" LLC (GAZ) in mehreren Gerichtsverfahren unter
anderem gegenüber der Volkswagen AG angebliche Schadensersatzforderungen in Höhe von
insgesamt rund 44 Mrd. Russische Rubel geltend. Von GAZ in diesem Zusammenhang beantragte
und zunächst teilweise verhängte Sicherungsmaßnahmen auf die Gesellschaftsanteile
an der Volkswagen Group Rus OOO (VGR) sowie das bewegliche und unbewegliche Vermögen
der VGR wurden gerichtlich abgelehnt beziehungsweise aufgehoben. Gegen die Ablehnung
beziehungsweise Aufhebung der Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf das bewegliche und
unbewegliche Vermögen der VGR hat GAZ Rechtsmittel eingelegt, das zwischenzeitlich
in der zweiten Instanz abgewiesen wurde. Im Mai 2023 hat die Volkswagen AG den Verkauf
ihrer Anteile an der VGR und ihren lokalen Tochtergesellschaften an die Art-Finance
LLC abgeschlossen und das Eigentum an den Anteilen der VGR und ihrer lokalen Tochtergesellschaften
mit Registrierung der Transaktion auf die Käuferin übertragen. Im Juni 2023 wurde
die VGR in AGR LLC umbenannt. Die Volkswagen AG verteidigt sich in allen Verfahren. Weitergehende Angaben zu den Schätzungen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen
sowie Angaben zu Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe oder der Fälligkeit von Beträgen
der Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit den Rechtsrisiken
werden gemäß IAS 37.92 nicht gemacht, um die Ergebnisse der Verfahren und die Interessen
des Unternehmens nicht zu beeinträchtigen. Darüber hinaus ergaben sich im Berichtszeitraum gegenüber den Ausführungen zur voraussichtlichen
Entwicklung des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2023 in den Kapiteln "Prognosebericht"
und "Risiko- und Chancenbericht" - einschließlich des Abschnitts "Rechtsrisiken" -
des zusammengefassten Lageberichts im Geschäftsbericht 2022 keine wesentlichen Änderungen. Ausblick für das Jahr 2023Unseren Planungen liegt die Annahme zugrunde, dass die globale Wirtschaftsleistung
im Jahr 2023 insgesamt mit einer verringerten Dynamik wachsen wird. Die anhaltend
hohe Inflation in vielen Regionen und die daraus resultierenden restriktiven geldpolitischen
Maßnahmen der Zentralbanken sollten sich zunehmend negativ auf die private Nachfrage
auswirken. Risiken sehen wir weiterhin in protektionistischen Tendenzen, in Turbulenzen
auf den Finanzmärkten sowie in strukturellen Defiziten in einzelnen Ländern. Die Wachstumsaussichten
werden zudem von anhaltenden geopolitischen Spannungen und Konflikten belastet; weiterhin
birgt der Russland-Ukraine-Konflikt Risiken. Darüber hinaus können Risiken im Zusammenhang
mit dem möglichen Auftreten neuer Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2, insbesondere
regionale Ausbrüche und damit verbundene Maßnahmen, nicht ausgeschlossen werden. Wir
gehen davon aus, dass sowohl die fortgeschrittenen Volkswirtschaften als auch die
Schwellenländer im Durchschnitt eine positive Dynamik aufweisen werden, wenngleich
mit unterdurchschnittlichen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Entwicklung der Automobilbranche ist eng an den Verlauf der Weltwirtschaft gekoppelt.
Wir rechnen auf den internationalen Automobilmärkten mit einer weiter zunehmenden
Wettbewerbsintensität. Unsicherheiten können sich aus anhaltenden Engpässen bei Vorprodukten
und Rohstoffen ergeben. Diese können sich zusätzlich durch die Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts
verstärken und insbesondere zu steigenden Preisen und sinkender Verfügbarkeit von
Energie führen. Wir erwarten, dass sich die Märkte für Pkw im Jahr 2023 in den einzelnen Regionen
uneinheitlich entwickeln werden. Insgesamt wird das weltweite Verkaufsvolumen von
Neufahrzeugen voraussichtlich spürbar über dem des Vorjahres liegen. In Westeuropa
rechnen wir für 2023 mit einem Neuzulassungsvolumen von Pkw, das deutlich über dem
Niveau des Jahres 2022 liegt. Für den deutschen Pkw-Markt gehen wir für 2023 davon
aus, dass das Volumen der Neuzulassungen das Vorjahresniveau spürbar übertrifft. Auf
den Pkw-Märkten in Zentral- und Osteuropa wird die Zahl der Verkäufe 2023 den Vorjahreswert
voraussichtlich deutlich übertreffen - vorbehaltlich der weiteren Entwicklung des
Russland-Ukraine-Konflikts. Auf den Märkten für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (bis
6,35 t) in Nordamerika rechnen wir für 2023 mit einem Verkaufsvolumen deutlich über
dem Niveau des Vorjahres. Wir gehen davon aus, dass die Neuzulassungen auf den südamerikanischen
Märkten 2023 in der Größenordnung des Vorjahres liegen werden. Die Märkte für Pkw
in der Region Asien-Pazifik werden 2023 voraussichtlich spürbar über dem Vorjahresniveau
liegen. Auch die Märkte für leichte Nutzfahrzeuge werden sich in den einzelnen Regionen unterschiedlich
entwickeln; insgesamt rechnen wir für 2023 mit einem deutlich steigenden Verkaufsvolumen. Wir erwarten für 2023, dass sich die Neuzulassungen von mittelschweren und schweren
Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als 6 t auf den für den Volkswagen Konzern relevanten
Märkten im Vorjahresvergleich spürbar positiv entwickeln, mit regional unterschiedlichen
Ausprägungen. Auf den für den Volkswagen Konzern relevanten Busmärkten rechnen wir
für das Jahr 2023 mit einer insgesamt deutlich steigenden Nachfrage mit unterschiedlichen
regionalen Entwicklungen. Unserer Einschätzung nach werden automobilbezogene Finanzdienstleistungen im Jahr
2023 eine hohe Bedeutung für den weltweiten Fahrzeugabsatz haben. Wir gehen davon aus, dass die Auslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns im
Jahr 2023 unter herausfordernden Marktbedingungen und unter der Annahme einer abnehmenden
Intensität von Engpässen bei Vorprodukten, Rohstoffen und in der Logistik zwischen
9 und 9,5 Mio. Fahrzeugen liegen werden. Herausforderungen ergeben sich insbesondere aus dem konjunkturellen Umfeld, der steigenden
Wettbewerbsintensität, volatilen Rohstoff-, Energie- und Devisenmärkten sowie aus
verschärften emissionsbezogenen Anforderungen. Wir erwarten für den Volkswagen Konzern im Jahr 2023, dass die Umsatzerlöse das Vorjahr
um 10 bis 15 % übertreffen und die operative Umsatzrendite zwischen 7,5 und 8,5 %
liegt. Im Bereich Pkw rechnen wir bei 7 bis 13 % über dem Vorjahreswert liegenden
Umsatzerlösen mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 8 und 9 %. Für den Bereich
Nutzfahrzeuge gehen wir bei 5 bis 15 % über dem Vorjahr liegenden Umsatzerlösen von
einer operativen Umsatzrendite zwischen 7 und 8 % aus. Im Bereich Power Engineering
erwarten wir die Umsatzerlöse spürbar über denen des Vorjahres und für das Operative
Ergebnis einen niedrigen positiven dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Für den Konzernbereich
Finanzdienstleistungen rechnen wir bei deutlich über dem Vorjahr liegenden Umsatzerlösen
mit einem Operativen Ergebnis in der Größenordnung von 4 Mrd. €. Im Konzernbereich Automobile gehen wir für 2023 davon aus, dass die F&E-Quote zwischen
8 und 8,5 % und die Sachinvestitionsquote zwischen 6 und 6,5 % liegt. Im Netto-Cashflow
des Jahres 2023 erwarten wir eine deutliche bis starke Steigerung gegenüber dem Vorjahr.
Darin enthalten sind insbesondere steigende Zukunftsinvestitionen sowie Liquiditätsabflüsse
aus Mergers & Acquisitions-Aktivitäten für Batteriefabriken, die eine wichtige Säule
der Transformation des Volkswagen Konzerns darstellen. Die Nettoliquidität im Konzernbereich
Automobile wird 2023 voraussichtlich zwischen 35 und 40 Mrd. € liegen; darin berücksichtigt
sind die Mittelzu- und -abflüsse im Zusammenhang mit dem Börsengang der Porsche AG.
Die Kapitalrendite (RoI) erwarten wir zwischen 12 und 15 %. Es ist unverändert unser
erklärtes Ziel, unsere solide Finanzierungs- und Liquiditätspolitik fortzusetzen. Dieser Bericht enthält Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Volkswagen Konzerns.
Diesen Aussagen liegen Annahmen zur Entwicklung der wirtschaftlichen, politischen
und rechtlichen Rahmenbedingungen einzelner Länder, Wirtschaftsräume und Märkte insbesondere
für die Automobilbranche, zugrunde, die wir auf Basis der uns vorliegenden Informationen
getroffen haben und die wir zurzeit als realistisch ansehen. Die Einschätzungen sind
mit Risiken behaftet und die tatsächliche Entwicklung kann von der erwarteten abweichen.
Sollten sich wesentliche Parameter bezüglich unserer wichtigsten Absatzmärkte ändern
oder sich wesentliche Veränderungen bei den für den Volkswagen Konzern relevanten
Währungskursverhältnissen, Energie- und sonstigen Rohstoffen oder in der Teileversorgung
ergeben, wird das unsere Geschäftsentwicklung entsprechend beeinflussen. Darüber hinaus
kann es auch zu Abweichungen von der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung kommen,
wenn sich die im Geschäftsbericht 2022 dargestellten Einschätzungen zu den Faktoren
nachhaltiger Wertsteigerung sowie zu Risiken und Chancen anders entwickeln als derzeit
von uns erwartet oder sich zusätzliche Risiken beziehungsweise Chancen oder sonstige
den Geschäftsverlauf beeinflussende Faktoren ergeben. Marken und GeschäftsfelderUMSATZERLÖSE UND OPERATIVES ERGEBNIS NACH MARKEN UND GESCHÄFTSFELDERNDer Volkswagen Konzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe
von 156,3 (132,2) Mrd. €. Das Operative Ergebnis belief sich auf 11,3 (13,2) Mrd.
€. Während Effekte aus der Fair-Value-Bewertung von Derivaten außerhalb des Hedge
Accounting in den ersten sechs Monaten dieses Jahres negativ wirkten (-2,5 Mrd. €),
hatten sie im Vergleichszeitraum des Vorjahres einen positiven Effekt (+ 0,9 Mrd.
€). Im Vorjahr fielen Sondereinflüsse im Zusammenhang mit der Dieselthematik in Höhe
von 0,4 Mrd. € an. Im Berichtszeitraum setze die Markengruppe Core 2,4 (2,0) Mio. Fahrzeuge ab, die Umsatzerlöse
lagen bei 68,8 (53,0) Mrd. €. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr vor Sondereinflüssen)
verbesserte sich auf 3,8 (2,6) Mrd. €. In den ersten sechs Monaten 2023 konnte die Marke Volkswagen Pkw ihren Absatz um 25,1
% auf 1,5 Mio. Fahrzeuge steigern. Die Modelle der ID.-Familie, der T-Roc, der Tiguan
und der Atlas waren besonders beliebt. Auch der neue Taigo wurde stark nachgefragt.
Die Umsatzerlöse legten um 28,9 % auf 43,0 Mrd. € zu. Das Operative Ergebnis (im Vorjahr
vor Sondereinflüssen) belief sich auf 1,6 (1,9) Mrd. €. Dabei wirkten höhere Volumen
und Preiseffekte positiv; gestiegene Produkt- und Fixkosten sowie die Entkonsolidierung
der Volkswagen Group Rus belasteten das Ergebnis. Die Marke Škoda setzte im Berichtszeitraum 545 Tsd. Fahrzeuge ab; das waren 22,1 %
mehr als ein Jahr zuvor. Zuwächse verzeichneten insbesondere der Enyaq iV und der
Octavia. Die Umsatzerlöse nahmen auf 13,7 (10,2) Mrd. € zu. Das Operative Ergebnis
konnte volumen- und preisbedingt auf 911 (676) Mio. € zulegen. Wechselkurse und Produktkosten
sowie die Entkonsolidierung der Volkswagen Group Rus wirkten negativ. BERICHTSSTRUKTUR DES VOLKSWAGEN KONZERNS
WESENTLICHE ZAHLEN NACH MARKENGRUPPEN UND GESCHÄFTSFELDERN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). WESENTLICHE ZAHLEN DER MARKENGRUPPE CORE VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI
Im Zeitraum Januar bis Juni dieses Jahres stieg der Absatz von SEAT und CUPRA auf
317 Tsd. Fahrzeuge; ein Plus von 34,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Der für Audi gefertigte
A1 ist darin enthalten. Sowohl SEAT als auch CUPRA wiesen eine höhere Nachfrage auf,
besonders beliebt waren der CUPRA Formentor und der CUPRA Born. Die Umsatzerlöse waren
mit 7,4 Mrd. € um 37,8 % höher als im Vorjahr. Mit 371 (-97) Mio. € erzielte SEAT
das höchste Operative Ergebnis aller Zeiten in einem Halbjahr, was vor allem auf den
Erfolg von CUPRA, höhere Volumina sowie positive Effekte aus Effizienzsteigerungen
zurückzuführen war. Der Absatz von Volkswagen Nutzfahrzeuge legte im ersten Halbjahr 2023 auf weltweit
212 (153) Tsd. Einheiten zu. In der Folge stiegen die Umsatzerlöse auf 7,4 (5,0) Mrd.
€. Das Operative Ergebnis verbesserte sich auf 448 (187) Mio. €. Neben dem Volumen
wirkten insbesondere Preiseffekte positiv. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres beliefen sich die Umsatzerlöse von Tech.
Components auf 12,1 (8,1) Mrd. €. Das Operative Ergebnis verbesserte sich um 467 Mio.
€ auf 438 Mio. €. Belastungen aus höheren Produktkosten konnten im Wesentlichen durch
gestiegene Volumina kompensiert werden. Im Berichtszeitraum war der Absatz der Markengruppe Progressive mit weltweit 655 Tsd.
Fahrzeugen um 27,8 % höher als im ersten Halbjahr 2022. Insbesondere der Q5 und der
Q7 sowie der vollelektrische Q4 e-tron verbuchten Zuwächse. Die chinesischen Joint
Ventures FAW-Volkswagen und SAIC VOLKSWAGEN veräußerten weitere 295 (277) Tsd. Audi
Fahrzeuge. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 34,2 (29,9) Mrd. €. Das Operative Ergebnis
(im Vorjahr vor Sondereinflüssen) lag bei 3,4 (5,0) Mrd. €. Der Rückgang resultierte
überwiegend aus Bewertungseffekten von Derivaten außerhalb des Hedge Accounting. Ergebniserhöhend
wirkten hingegen der Volumenanstieg der Marke Audi sowie die guten Ergebnisse der
Marken Bentley, Lamborghini und Ducati. Ducati verkaufte in den ersten sechs Monaten
dieses Jahres 37.602 (33.865) Motorräder. Im ersten Halbjahr 2023 setzte die Markengruppe Sport Luxury weltweit 171 (149) Tsd.
Fahrzeuge ab. Insbesondere die Modelle 911, Macan und Cayenne wiesen eine höhere Nachfrage
auf. Die Umsatzerlöse nahmen auf 18,9 (16,4) Mrd. € zu. Vor allem die Volumensteigerung
bei weiterhin konstanter Preisdurchsetzung führte dazu, dass das Operative Ergebnis
auf 3,7 (3,3) Mrd. € zulegen konnte. Höhere Kosten für Aufwendungen in Produkte und
Innovationen sowie gestiegene Vertriebskosten wirkten gegenläufig. CARIAD bündelt die Softwarekompetenz im Volkswagen Konzern. Das Geschäftsmodell umfasst
die Entwicklung und den Betrieb einheitlicher Softwareplattformen für aktuelle und
künftige Fahrzeugmodelle. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 erhöhten sich die Umsatzerlöse
auf 329 (249) Mio. €. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Lizenzerlösen
aufgrund eines höheren Fahrzeugvolumens mit CARIAD-Software. Der Operative Verlust
lag infolge von Entwicklungsvorleistungen bei - 1,1 (-1,0) Mrd. €. Im Geschäftsfeld Battery sind die weltweiten Batterieaktivitäten des Konzerns - die
zukünftige Fertigung von Batteriezellen sowie weitere Aktivitäten entlang der Batterie-Wertschöpfungskette
-zusammengefasst. Im ersten Halbjahr 2023 belief sich das Operative Ergebnis von Battery
infolge des Aufbaus des Geschäftsfelds fixkostenbedingt auf -181 (-14) Mio. €. Der Absatz von TRATON Nutzfahrzeuge konnte mit 168 (138) Tsd. Fahrzeugen den Vergleichswert
des Vorjahres übertreffen. Die Umsatzerlöse nahmen um 26,8 % auf 22,3 Mrd. € zu. Das
Operative Ergebnis verbesserte sich auf 1,8 (0,6) Mrd. €. Neben dem höheren Neufahrzeugvolumen
sowie einer höheren Kapazitätsauslastung aufgrund deutlich gesteigerter Produktionszahlen
wirkten ein positiver Produktmix und eine bessere Preisdurchsetzung ergebniserhöhend. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 erwirtschaftete MAN Energy Solutions Umsatzerlöse
in Höhe von 1,9 (1,6) Mrd. €. Das Operative Ergebnis stieg volumen- und mixbedingt
auf 208 (131) Mio. €. Im Berichtszeitraum belief sich die Zahl der im Finanzierungs-, Leasing-, Service-
und Versicherungsgeschäft der Volkswagen Finanzdienstleistungen neu abgeschlossenen
Verträge auf 4,1 Mio. (+ 6,9 %). Die Penetrationsrate als Anteil der geleasten oder
finanzierten Fahrzeuge am relevanten Auslieferungsvolumen des Konzerns lag bei gleichgebliebenen
Vergabegrundsätzen bei 33,4 (33,0) %. Der Gesamtvertragsbestand war Ende Juni 2023
mit 21,7 (22,0) Mio. Kontrakten annähernd so hoch wie am 31. Dezember 2022. Im Bereich
Kundenfinanzierung/Leasing lag der Vertragsbestand bei 10,2 (10,3) Mio. Kontrakten,
im Bereich Service/Versicherungen waren es 11,5 (11,6) Mio. Kontrakte. Am 30. Juni
dieses Jahres verzeichnete die Volkswagen Bank 1,5 (1,3) Mio. Einlagenkonten im Bestand.
Wie erwartet gab das Operative Ergebnis auf 1,8 (3,0) Mrd. € nach; der Rückgang war
neben den gestiegenen Zinsaufwendungen vor allem auf negative Effekte aus Derivaten,
die im Vorjahr positiv gewirkt hatten, zurückzuführen. Im Vorjahr wirkten zudem geringere
Risikokosten und eine große Nachfrage nach Gebrauchtwagen positiv. ABSATZ UND UMSATZERLÖSE NACH MÄRKTENDer Volkswagen Konzern setzte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in der Region
Europa/Übrige Märkte 2,1 Mio. Fahrzeuge ab; das waren 23,9 % mehr als ein Jahr zuvor.
Die Umsatzerlöse verbesserten sich auf 93,3 (74,3) Mrd. €, was neben dem Volumen auf
eine verbesserte Preisdurchsetzung zurückzuführen war. Auf den Märkten Nordamerikas legte der Absatz des Volkswagen Konzerns im Berichtszeitraum
um 16,0 % auf 484 Tsd. Fahrzeuge zu. Die Umsatzerlöse stiegen vor allem volumenbedingt
auf 32,2 (27,6) Mrd. €. Im Zeitraum Januar bis Juni 2023 konnte der Absatz in Südamerika auf 229 (200) Tsd.
Fahrzeuge gesteigert werden. Die Umsatzerlöse nahmen in der Folge auf 7,4 (6,6) Mrd.
€ zu. In der Region Asien-Pazifik ging der Absatz des Volkswagen Konzerns - einschließlich
der At Equity einbezogenen Gesellschaften in China - im ersten Halbjahr 2023 um 3,9
% auf 1,6 Mio. Fahrzeuge zurück. Die Umsatzerlöse lagen bei 24,0 (24,7) Mrd. €. Darin
nicht enthalten sind die Umsatzerlöse unserer At Equity einbezogenen Gesellschaften
in China. Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Umsatzerlösen des Volkswagen Konzerns in Fremdwährung
wirkten sich im Berichtszeitraum mit - 0,6 (- 0,9) Mrd. € negativ aus. WESENTLICHE ZAHLEN NACH MÄRKTEN VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Konzern-Zwischenabschluss (Kurzfassung)Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni
2
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).
3
Das Ergebnis je Aktie wird in der Anhangangabe "Ergebnis je Aktie" erläutert. Gesamtergebnisrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. April bis 30. Juni
2
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17).
3
Das Ergebnis je Aktie wird in der Anhangangabe "Ergebnis je Aktie" erläutert. Gesamtergebnisrechnung vom 1. April bis 30. Juni
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Bilanz zum 30. Juni 2023 und zum 31. Dezember 2022
2
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Eigenkapitalentwicklung
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Kapitalflussrechnung vom 1. Januar bis 30. Juni
2
Saldiert mit Zuschreibungen.
7
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Die Kapitalflussrechnung wird in der Anhangangabe zur Kapitalflussrechnung erläutert. AnhangRechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS)Die Volkswagen AG hat gemäß der Verordnung 1606/2002 des Europäischen Parlaments und
des Rates ihren Konzernabschluss für das Jahr 2022 nach den durch die Europäische
Union übernommenen internationalen Rechnungslegungsstandards, den International Financial
Reporting Standards (IFRS), erstellt. Dementsprechend wurde auch dieser Konzern-Zwischenabschluss
zum 30. Juni 2023 in Übereinstimmung mit IAS 34 (Zwischenberichterstattung) erstellt
und enthält einen gegenüber dem Konzernabschluss verkürzten Berichtsumfang. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition
zu geringfügigen Abweichungen führen. Zusätzlich zu den berichtspflichtigen Segmenten werden im verkürzten Konzern-Zwischenabschluss
neben der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung für
den Volkswagen Konzern zu Erläuterungszwecken die Konzernbereiche Automobile und Finanzdienstleistungen
dargestellt. Diese stellen keine Pflichtangaben nach IFRS dar. Die Eliminierung der
konzerninternen Beziehungen zwischen den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen
sind dem Konzernbereich Automobile zugeordnet. Der vorliegende Konzern-Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht im Sinne
des § 115 WpHG unterzogen. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Volkswagen AG hat alle von der EU übernommenen und ab dem 1. Januar 2023 verpflichtend
anzuwendenden Rechnungslegungsnormen umgesetzt. SONSTIGE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENFür den vorliegenden Konzern-Zwischenabschluss wurde ein Abzinsungssatz für Pensionsrückstellungen
im Inland in Höhe von 3,6 % (31. Dezember 2022: 3,7 %) verwendet. Die Ermittlung des Ertragsteueraufwandes für den Konzern-Zwischenabschluss erfolgt
grundsätzlich gemäß IAS 34 (Zwischenberichterstattung) auf Basis der besten Schätzung
des durchschnittlichen jährlichen Ertragsteuersatzes, der für das gesamte Geschäftsjahr
erwartet wird. Eine nicht in der Unternehmensplanung enthaltene Abwertung von Beteiligungen
zum 30. Juni 2023 ist in der Schätzung des durchschnittlichen Ertragsteuersatzes für
das Gesamtjahr nicht enthalten. Dieser Einmaleffekt wurde direkt - und nicht durch
Anpassung der Plansteuerquote - im zweiten Quartal 2023 berücksichtigt. In einigen
Ländern, in denen der Volkswagen Konzern aktiv ist, wurden entsprechend den Leitlinien
der OECD für einen neuen globalen Mindeststeuerrahmen gesetzliche Regelungen zur Mindestbesteuerung
eingeführt. In Anlehnung an die vom IASB im Mai 2023 verabschiedeten Änderungen von
IAS 12 berücksichtigt der Volkswagen Konzern potentielle Auswirkungen auf latente
Steuern hieraus nicht. Im Übrigen werden bei der Aufstellung des Konzern-Zwischenabschlusses und der Ermittlung
der Vergleichszahlen für das Vorjahr grundsätzlich dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
sowie Konsolidierungsgrundsätze wie im Konzernabschluss 2022 angewandt. Eine detaillierte
Beschreibung dieser Methoden ist im Anhang des Konzernabschlusses 2022 unter der Angabe
"Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" veröffentlicht. Darüber hinaus sind die Auswirkungen neuer Standards unter der Angabe "Nicht angewendete
neue beziehungsweise geänderte IFRS" näher beschrieben. Der Konzernabschluss 2022
ist auch im Internet unter www.volkswagenag.com/de/InvestorRelations.html abrufbar. IFRS 17 - VERSICHERUNGSVERTRÄGEIFRS 17 fasst die Vorschriften zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen neu. Der
Volkswagen Konzern wendet IFRS 17 erstmalig zum 1. Januar 2023 an. Die Umstellung
erfolgte unter Anwendung des vollständig retrospektiven Ansatzes, es sei denn, dieser
war nicht durchführbar. Dies war der Fall, wenn nicht alle erforderlichen historischen
Informationen insbesondere für Verträge mit mehrjähriger Laufzeit ohne unangemessenen
Kosten- oder Zeitaufwand verfügbar waren. In diesen Fällen wendete der Volkswagen
Konzern grundsätzlich den modifiziert retrospektiven Ansatz an. Aus der erstmaligen Anwendung resultierte eine geringfügige Veränderung des Eigenkapitals
jeweils zum 1. Januar 2023 sowie zum 1. Januar 2022. Diese ist im Wesentlichen auf
die geänderte Systematik zur Ermittlung der Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft
zurückzuführen. Darüber hinaus führte die saldierte Betrachtung von Zahlungsströmen
in der Bewertung der Rückstellungshöhe gleichermaßen zu einer Reduktion von Vermögenswerten
und Rückstellungen aus dem Versicherungsgeschäft in Höhe von 0,7 Mrd. € zum 1. Januar
2023. Auf die Gewinn- und Verlustrechnung hat die geänderte Systematik zur Erfassung
von Erlösen und Aufwendungen keine wesentlichen Effekte. Die Vergleichsperiode wurde
entsprechend angepasst. Wesentliche EreignisseDIESELTHEMATIKAm 18. September 2015 veröffentlichte die US-amerikanische Umweltschutzbehörde (Environmental
Protection Agency, EPA) eine "Notice of Violation" und gab öffentlich bekannt, dass
bei Abgastests an bestimmten Fahrzeugen mit 2,0 l Dieselmotoren des Volkswagen Konzerns
in den USA Unregelmäßigkeiten bei Stickoxid (NOx)-Emissionen festgestellt wurden.
Danach erfolgten weitere Meldungen zum Umfang der Dieselthematik. Detaillierte Erläuterungen
finden sich im Konzernabschluss 2022 unter der Angabe "Wesentliche Ereignisse". Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 waren im Zusammenhang mit der Dieselthematik
keine wesentlichen Sondereinflüsse zu erfassen. Weitere Angaben zu den Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Dieselthematik
finden sich unter der Angabe "Rechtsstreitigkeiten". RUSSLAND-UKRAINE-KONFLIKT / COVID-19-PANDEMIE / TEILEVERSORGUNGMit dem Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts im Februar 2022 kam es neben der humanitären
Krise weltweit zu Verwerfungen auf den Märkten. Insbesondere auf den Energie- und
Rohstoffmärkten kam es zu erheblichen Preissteigerungen und international war ein
deutlicher Anstieg der Zins- und Inflationsraten zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr
des Geschäftsjahres 2023 zeichnete sich in den Märkten teilweise eine Normalisierung
ab. Volkswagen hatte vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Konflikts und den daraus
resultierenden Folgen entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland zunächst
einzustellen. Ebenfalls wurde der Fahrzeugexport nach Russland gestoppt. Ergänzend
dazu sind auch bei Lieferungen von Ersatzteilen beziehungsweise der Bereitstellung
von technischen Informationen die jeweiligen Sanktionsvorgaben einzuhalten. Auch im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 entspannte sich der Russland-Ukraine-Konflikt
nicht. Daher wurde im Volkswagen Konzern die Einstellung der geschäftlichen Tätigkeit
in Russland weiter konkretisiert. In diesem Zusammenhang wurden im ersten Halbjahr
2023 weitere Verkaufsverhandlungen mit verschiedenen Investoren fortgeführt beziehungsweise
abgeschlossen. Am 18. Mai 2023 hat der Volkswagen Konzern den Verkauf seiner Anteile an der OOO Volkswagen
Group Rus (Volkswagen Group Rus), Kaluga/Russland und ihren lokalen Tochtergesellschaften
(OOO Volkswagen Components and Services, Kaluga/Russland, OOO Scania Leasing, Moskau/Russland,
OOO Scania Finance, Moskau/Russland, OOO Scania Insurance, Moskau/Russland) an OOO
ART-FINANCE, Moskau/Russland, die von dem russischen Händler AO Avilon Automotive
Group, Moskau/Russland unterstützt wird, abgeschlossen. Mit Registrierung der Transaktion
am 22. Mai 2023 ging das Eigentum an den Anteilen der Volkswagen Group Rus von der
Verkäuferseite auf den Käufer über. Die Transaktion umfasst die Produktionsstätten
in Kaluga, die Importeursstruktur der Konzernmarken Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge,
AUDI, Škoda, Bentley, Lamborghini und Ducati für mögliches After-Sales-Geschäft und
die Lageraktivitäten sowie die Scania Finanzdienstleistungsaktivitäten mit allen zugehörigen
Mitarbeitern. Der Volkswagen Konzern hatte in diesem Zusammenhang bereits im Geschäftsjahr 2022
wesentliche Wertberichtigungen vorgenommen und entsprechende Vorsorgen getroffen.
Der Verkaufspreis beträgt 125 Mio. €. Aus der Entkonsolidierung der betroffenen Gesellschaften
ergibt sich ein Verlust in Höhe von 0,4 Mrd. € im Geschäftsjahr 2023, welcher im Sonstigen
betrieblichen Ergebnis ausgewiesen ist. Dieses Ergebnis verteilt sich auf den Konzernbereich
Automobile in Höhe von - 0,4 Mrd. € sowie auf den Finanzdienstleistungsbereich in
Höhe von 0,1 Mrd. €. Der Verlust resultiert im Wesentlichen aus der Realisierung von
Währungsumrechnungseffekten in Höhe von - 0,3 Mrd. €, welche aus der Währungsumrechnungsrücklage
in die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen umgegliedert wurden. Neben der Abwicklung der Volkswagen Group Rus und ihrer Tochtergesellschaften wurden
im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 keine zusätzlichen wesentlichen Aufwendungen
im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt erfasst. Aus den Fair Value Bewertungen und Realisierungen von Derivaten außerhalb des Hedge
Accountings (insbesondere Rohstoffsicherungen) waren Aufwendungen in Höhe von insgesamt
2,1 Mrd. € (im Vorjahr Ertrag in Höhe von 2,1 Mrd. €) innerhalb des Sonstigen betrieblichen
Ergebnisses zu erfassen. Während sich die Pandemie im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 entspannte,
bestanden auch zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres Engpässe bei der Teileversorgung. Siehe hierzu auch die Erläuterungen im Zwischenlagebericht. WESENTLICHE TRANSAKTIONENScout Motors Inc.Im Rahmen der Nordamerika Strategie des Volkswagen Konzerns wurde im Geschäftsjahr
2022 die Gesellschaft Scout Motors Inc., Arlington, Virginia/USA, eine 100 prozentige
Tochtergesellschaft der Volkswagen Finance Luxemburg, Strassen/Luxemburg, gegründet.
Unter dem Namen Scout soll eine neue Fahrzeugmarke erschaffen werden, über die in
den USA ab 2026 elektrifizierte Geländefahrzeuge und Pickups vertrieben werden. Um
den Aufbau der Marke SCOUT, die Fahrzeugentwicklung und die Produktionsplanung zu
finanzieren, sollen im Geschäftsjahr 2023 rund 500 Mio. USD in die Gesellschaft eingebracht
werden. Bis zum 30. Juni 2023 sind bereits Zahlungen in Höhe von 240 Mio. USD erfolgt.
Die Gesellschaft wird seit dem 1. Januar 2023 in den Volkswagen Konzernabschluss einbezogen. Argo AIIm Rahmen der im dritten Quartal 2022 eingeleiteten Abwicklung von Argo AI, LLC, Pittsburgh/USA
hat Volkswagen im ersten Halbjahr 2023 60 Mio. USD in die Gesellschaft eingelegt.
Die Einlage wurde vollständig wertberichtigt. QuantumScape CorporationDer Volkswagen Konzern hat in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 über Termingeschäfte
aus einer Kapitalerhöhung neue Anteile an der QuantumScape Corporation, San José/USA
erworben. Aufgrund der parallel erfolgten Börsennotierung der QuantumScape Corporation
an der New York Stock Exchange waren die Termingeschäfte zum jeweiligem Stichtagskurs
zu bewerten. Entsprechend wurden im Geschäftsjahr 2020 ein nicht zahlungswirksamer
Ertrag in Höhe von 1,4 Mrd. € und im Geschäftsjahr 2021 ein nicht zahlungswirksamer
Aufwand in Höhe von 0,6 Mrd. € im Finanzergebnis erfasst. Insgesamt kam es zu einer
nicht zahlungswirksamen Aufwertung in Höhe von 0,8 Mrd. €. Aufgrund der Börsenkursentwicklung im ersten Halbjahr 2023 hat der Volkswagen Konzern
einen Werthaltigkeitstest der Anteile an der QuantumScape Corporation durchgeführt.
Auf Basis des Werthaltigkeitstests wurde der Buchwert angepasst. Aus dieser Anpassung
resultierte im zweiten Quartal 2023 ein nicht zahlungswirksamer Aufwand in Höhe von
0,3 Mrd. €, der im Übrigen Finanzergebnis ausgewiesen wird. There Holding B.V.Die There Holding B.V., Rijswijk/Niederlande ist eine Investmentgesellschaft, die
Anteile an der HERE International B.V., Eindhoven/Niederlande, einem der weltweit
größten Hersteller von digitalen Straßenkarten für Navigationssysteme, hält. Im ersten
Halbjahr 2023 wurden Kapitaltransaktionen auf Ebene der There Holding B.V. durchgeführt,
welche die Beteiligungsquote des Volkswagen Konzerns an der There Holding B.V. von
29,7 % am Ende des Geschäftsjahres 2022 auf 30,6 % am Ende des ersten Halbjahres 2023
erhöhte. Zusätzlich fanden in diesem Zeitraum mehrere Kapitalerhöhungen bei der HERE
International B.V. statt, an denen die There Holding B.V. teilgenommen hat. Im Ergebnis aus At Equity bewerteten Anteilen an der There Holding B.V. ist ein Aufwand
in Höhe von 92 Mio. € aus der Überprüfung der Werthaltigkeit der durch die There Holding
B.V. gehaltenen Beteiligung an der HERE International B.V. enthalten. KonzernkreisNeben der Volkswagen AG, die ihren Sitz in Wolfsburg hat und beim Amtsgericht Braunschweig
unter HRB 100484 eingetragen ist, werden in den Konzernabschluss alle wesentlichen
in- und ausländischen Tochterunternehmen einschließlich strukturierter Unternehmen
einbezogen, die die Volkswagen AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht. Dies ist
der Fall, wenn die Volkswagen AG unmittelbar oder mittelbar die Verfügungsgewalt aufgrund
von Stimmrechten oder anderen Rechten über das potenzielle Tochterunternehmen besitzt,
an positiven oder negativen variablen Rückflüssen aus dem potenziellen Tochterunternehmen
partizipiert und diese Rückflüsse beeinflussen kann. IFRS 5 - ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE VERMÖGENSWERTEZur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen des laufenden GeschäftsjahresDie Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Stuttgart (Porsche AG) hat im Dezember 2022 eine
Vereinbarung mit einem unabhängigen, konzernfremden Investor über die Veräußerung
zweier russischer Vertriebsgesellschaften des Segments Pkw und leichte Nutzfahrzeuge,
OOO Porsche Russland, Moskau/Russland und OOO Porsche Center Moscow, Moskau/Russland
sowie einer russischen Gesellschaft, die dem Segment Finanzdienstleistungen zugeordnet
ist, OOO Porsche Financial Services Russland, Moskau/Russland, geschlossen. Des Weiteren
wurde mit diesem Investor eine Vereinbarung über die Rückkaufoption getroffen, die
frühestens fünf und spätestens zehn Jahre nach Veräußerung ausgeübt werden kann. Zum
31. Dezember 2022 wurde für die Veräußerungsgruppe ein Wertminderungsbedarf in Höhe
von 25 Mio. € erfasst. Im ersten Halbjahr 2023 wurden ein weiterer geringfügiger Wertminderungsbedarf
und gegenläufige Währungsumrechnungseffekte identifiziert, welche im Sonstigen betrieblichen
Ergebnis ausgewiesen werden. Im vierten Quartal 2022 wurde beschlossen, die dem Segment Finanzdienstleistungen
zugehörigen vollkonsolidierten Tochtergesellschaften OOO Volkswagen Bank RUS, Moskau/Russland,
OOO Volkswagen Group Finanz, Moskau/Russland und OOO Volkswagen Financial Services
RUS, Moskau/Russland zu veräußern. Nach Beschlussfassung durch die zuständigen Gremien
wurde bereits mit der Umsetzung eines Veräußerungsplans begonnen, dessen Abschluss
voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 erwartet wird. Wertminderungen, die aus Bewertungsvorgaben
des IFRS 5 resultieren, wurden für die Veräußerungsgruppe nicht erfasst, da die vorigen
bilanziellen Wertansätze bereits die erhöhten makroökonomischen Unsicherheiten sowie
den Stand der Verkaufsverhandlungen berücksichtigt haben. Am 15. Dezember 2022 hat der Aufsichtsrat der Volkswagen AG beschlossen, das MAN ES
Gasturbinengeschäft der MAN Energy Solutions SE, Augsburg und der MAN Energy Solutions
Schweiz AG, Zürich/Schweiz mittels Asset Deal an die CSIC Longjiang GH Gas Turbine
Co. Ltd., Harbin/China und deren Tochtergesellschaften deutschen und schweizerischen
Rechts zu veräußern. Die Transaktion wird voraussichtlich innerhalb des Geschäftsjahres
2024 abgeschlossen sein. Darüber hinaus wird das Pkw-Geschäft der vollkonsolidierten Tochtergesellschaft EURO-Leasing
GmbH, Sittensen gemäß den Vorgaben des IFRS 5 zum 30. Juni 2023 als Zur Veräußerung
gehaltene Veräußerungsgruppe klassifiziert. Nach Beschlussfassung durch die zuständigen
Gremien im ersten Halbjahr 2023 wird der Abschluss des Veräußerungsvorhabens im zweiten
Halbjahr 2023 erwartet. Der Veräußerungsplan sieht vor, dass zunächst das Pkw-Geschäft
in eine 100%-ige Tochtergesellschaft der EURO-Leasing GmbH ausgegliedert wird und
diese anschließend anteilig veräußert wird. Die Veräußerungsgruppe unterliegt als
Ganzes den Bewertungsvorschriften des IFRS 5, da sie Vermögenswerte enthält, die in
den Anwendungsbereich des IFRS 5 fallen. Aus der Bewertung der Veräußerungsgruppe
zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten
ergab sich kein Wertminderungsbedarf. Insgesamt wurden zum 30. Juni 2023 Vermögenswerte in Höhe von 288 Mio. € sowie Verbindlichkeiten
in Höhe von 98 Mio. € gemäß IFRS 5 als Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und
Schulden in einer separaten Zeile in der Bilanz ausgewiesen. Die Zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerte und Schulden wurden zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem
Zeitwert abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten angesetzt. Im laufenden Geschäftsjahr abgewickelte TransaktionenAm 3. März 2023 hat der Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns beschlossen, die OOO
Volkswagen Group Rus, Kaluga/Russland sowie deren Tochtergesellschaften OOO Scania
Finance, Moskau/Russland, OOO Scania Insurance, Moskau/Russland und OOO Scania Leasing,
Moskau/Russland zu veräußern. Zum 31. März 2023 wurden diese Gesellschaften daraufhin
als zur Veräußerung gehaltene Veräußerungsgruppe eingestuft. Der Verkauf wurde im
Mai 2023 vollzogen. Weitere Erläuterungen dazu siehe Angabe "Wesentliche Ereignisse". Erläuterungen zum Konzern-Zwischenabschluss1. UmsatzerlöseSTRUKTUR DER UMSATZERLÖSE DES KONZERNS 1. HALBJAHR 2023
STRUKTUR DER UMSATZERLÖSE DES KONZERNS 1. HALBJAHR 2022¹
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Die Sonstigen Umsatzerlöse umfassen unter anderem Erlöse aus Werkstattleistungen sowie
Lizenzeinnahmen. 2. Kosten der UmsatzerlöseIn den Kosten der Umsatzerlöse sind die dem Finanzdienstleistungsgeschäft zuzuordnenden
Zinsaufwendungen in Höhe von 3.425 Mio. € (Vorjahr: 1.228 Mio. €) enthalten. Darüber hinaus werden in den Kosten der Umsatzerlöse neben den planmäßigen auch außerplanmäßige
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten, Sachanlagen und Vermietete Vermögenswerte
berücksichtigt. Die außerplanmäßigen Abschreibungen belaufen sich auf insgesamt 532
Mio. € (Vorjahr: 385 Mio. €), die im Wesentlichen im Sonstigen betrieblichen Ergebnis
und in den Kosten der Umsatzerlöse ausgewiesen sind. 3. Forschungs- und Entwicklungskosten
4. Ergebnis je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Ergebnisanteils
der Aktionäre der Volkswagen AG und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der
sich während des Berichtszeitraums in Umlauf befindenden Stamm- und Vorzugsaktien.
Da im Berichtszeitraum keine Sachverhalte vorlagen, aus denen Verwässerungseffekte
auf die Anzahl der Aktien resultierten, entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie
dem unverwässerten Ergebnis je Aktie. Gemäß § 27 Abs. 2 Ziffer 3 der Satzung der Volkswagen AG steht der Vorzugsaktie eine
um 0,06 € höhere Dividende als der Stammaktie zu.
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). 5. Langfristige VermögenswerteENTWICKLUNG AUSGEWÄHLTER LANGFRISTIGER VERMÖGENSWERTE VOM 1. JANUAR BIS ZUM 30. JUNI 2023
6. Vorräte
Im Berichtszeitraum waren wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres keine wesentlichen
Wertminderungen und Zuschreibungen auf Vorräte vorzunehmen. 7. Kurzfristige sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). Das Operative Ergebnis wurde im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2023 mit 313
Mio. € (Vorjahr: 725 Mio. €) aus Wertminderungen und Zuschreibungen auf lang- und
kurzfristige finanzielle Vermögenswerte belastet. Der Vorjahreswert resultierte im
Wesentlichen aus erhöhten Ausfallrisiken aufgrund der Krisensituation im Zusammenhang
mit dem Russland-Ukraine-Konflikt. 8. EigenkapitalDas Gezeichnete Kapital setzt sich aus 295.089.818 nennwertlosen Stammaktien und 206.205.445
nennwertlosen Vorzugsaktien zusammen und beträgt 1.283 Mio. € (Vorjahr: 1.283 Mio.
€). Die Anteile von Minderheitsgesellschaftern (nicht beherrschende Anteile) am Eigenkapital
entfallen im Wesentlichen auf den Porsche AG Konzern sowie die TRATON GROUP. 9. Langfristige Finanzschulden
10. Kurzfristige Finanzschulden
11. Angaben zum Fair ValueDie Prinzipien und Methoden zur Fair Value Bewertung sind gegenüber dem Vorjahr grundsätzlich
unverändert. Detaillierte Erläuterungen zu den Bewertungsprinzipien und -methoden
finden sich im Konzernabschluss 2022 unter der Angabe "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze". Der Fair Value entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder Börsenwert. Wenn kein aktiver
Markt existiert, wird der Fair Value mittels finanzmathematischer Methoden, zum Beispiel
durch die Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme mit dem Marktzinssatz oder
durch die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle, ermittelt. Die erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden
umfassen derivative Finanzinstrumente, die nicht nach den Regelungen des Hedge Accounting
bilanziert werden. Hierzu zählen im Wesentlichen Warentermingeschäfte, Devisentermingeschäfte
auf Warentermingeschäfte, Optionen auf den Erwerb von Eigenkapitalinstrumenten sowie
in bestimmten Fällen Zinsswaps, Währungsswaps und Zins-/Währungsswaps. Zum anderen
werden die sonstigen Beteiligungen (grundsätzlich Anteile mit einer Beteiligungsquote
von weniger als 20 %) an Personengesellschaften (Fremdkapitalinstrumente), Forderungen
aus Kundenfinanzierung, deren Rückflüsse nicht nur Zins- und Tilgungszahlungen beinhalten,
sowie finanzielle Vermögenswerte, die im Rahmen von vom Volkswagen Konzern beherrschten
Spezialfonds gehalten werden, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Die derivativen
Finanzinstrumente in Sicherungsbeziehungen (Derivate im Hedge Accounting) werden in
Abhängigkeit des zu Grunde liegenden Grundgeschäfts entweder erfolgsneutral oder erfolgswirksam
zum Fair Value bewertet. Zu den erfolgsneutral zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten gehören
sonstige Beteiligungen (grundsätzlich Anteile mit einer Beteiligungsquote von weniger
als 20 %) an Kapitalgesellschaften (Eigenkapitalinstrumente) und Aktien, für die der
Volkswagen Konzern in der Regel das Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum Fair
Value in Anspruch nimmt, sowie Wertpapiere (Fremdkapitalinstrumente), deren Zahlungsströme
ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen umfassen und die im Rahmen eines Geschäftsmodells
gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen
Zahlungsströme als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht. Im Rahmen
der erfolgsneutralen Bewertung werden die Änderungen des Fair Value nach Berücksichtigung
latenter Steuern im Eigenkapital erfasst. Im Falle von Wertpapieren (Fremdkapitalinstrumente)
werden Wertberichtigungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Ermittlung des Fair Value wird anhand einheitlicher Bewertungsmethoden sowie Bewertungsparameter
vorgenommen. Die Durchführung der Fair Value Bewertung bei Finanzinstrumenten der
Stufe 2 und Stufe 3 wird auf Basis zentraler Vorgaben in den einzelnen Konzernbereichen
durchgeführt. ÜBERLEITUNG DER BILANZPOSTEN ZU DEN KLASSEN DER FINANZINSTRUMENTEDie nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzposten zu den Klassen von
Finanzinstrumenten, aufgeteilt nach Buchwerten und Fair Values der Finanzinstrumente. Der Fair Value der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente,
wie Forderungen und Verbindlichkeiten, wird durch die Abzinsung unter Berücksichtigung
eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen
wird grundsätzlich der Fair Value für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten dem Bilanzwert gleichgesetzt. Die für den Fair Value der Forderungen maßgeblichen Risikovariablen sind risikoadjustierte
Zinssätze. ÜBERLEITUNG DER BILANZPOSTEN ZU DEN KLASSEN DER FINANZINSTRUMENTE ZUM 30. JUNI 2023
ÜBERLEITUNG DER BILANZPOSTEN ZU DEN KLASSEN DER FINANZINSTRUMENTE ZUM 31. DEZEMBER 2022¹
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). In der Klasse "Keiner Bewertungskategorie zugeordnet" werden insbesondere Anteile
an At Equity bewerteten Beteiligungen, Anteile an verbundenen nicht konsolidierten
Gesellschaften sowie Leasingforderungen erfasst. Die Leasingforderungen haben einen Buchwert von 57,9 Mrd. € (Vorjahr: 55,1 Mrd. €)
und einen Fair Value von 56,9 Mrd. € (Vorjahr: 54,1 Mrd. €). Folgende Tabellen zeigen eine Übersicht der zum Fair Value bewerteten finanziellen
Vermögenswerte und Schulden: ZUM FAIR VALUE BEWERTETE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN NACH STUFEN
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE IN SICHERUNGSBEZIEHUNGEN NACH STUFEN
Die Zuordnung der Fair Values in die drei Stufen der Fair Value Hierarchie richtet
sich nach der Verfügbarkeit beobachtbarer Marktpreise. In Stufe 1 werden Fair Values
von Finanzinstrumenten gezeigt, für die ein Preis direkt auf einem aktiven Markt ermittelt
werden kann. Darunter fallen zum Beispiel Wertpapiere und zum Fair Value bewertete
sonstige Beteiligungen. Fair Values in Stufe 2, beispielsweise bei Derivaten, werden
auf Basis von Marktdaten gemäß marktbezogener Bewertungsverfahren ermittelt. Hierbei
werden insbesondere Währungskurse, Zinskurven, Rohstoffpreise sowie Börsenkurse notierter
Anteile verwendet, welche an den entsprechenden Märkten beobachtbar sind und über
Preisserviceagenturen bezogen werden. Fair Values der Stufe 3 errechnen sich über
Bewertungsverfahren, bei denen nicht direkt auf dem aktiven Markt beobachtbare Faktoren
einbezogen werden. Im Volkswagen Konzern sind der Stufe 3 langfristige Warentermingeschäfte
zugeordnet, da für die Bewertung die am Markt vorhandenen Kurse extrapoliert werden
müssen. Die Extrapolation erfolgt auf Basis von beobachtbaren Inputfaktoren für die
unterschiedlichen Rohstoffe, welche über Preisserviceagenturen bezogen werden. Des
Weiteren werden in der Stufe 3 Optionen auf Eigenkapitalinstrumente und Restwertsicherungsmodelle,
Forderungen aus Kundenfinanzierung sowie Fahrzeugfinanzierungsprogramme gezeigt. Für
die Bewertung der Eigenkapitalinstrumente werden dabei insbesondere die jeweiligen
Unternehmensplanungen sowie unternehmensindividuelle Diskontzinssätze verwendet. Wesentlicher
Inputfaktor zur Bestimmung des Fair Value für die Restwertsicherungsmodelle sind Prognosen
sowie Schätzungen von Gebrauchtwagenrestwerten der entsprechenden Modelle. Zur Bewertung
der Fahrzeugfinanzierungsprogramme wird insbesondere der entsprechende Fahrzeugpreis
berücksichtigt. Die nachfolgende Tabelle gibt eine zusammenfassende Übersicht der Entwicklung der
zum Fair Value bewerteten Bilanzposten in der Stufe 3: ENTWICKLUNG DER ZUM FAIR VALUE BEWERTETEN BILANZPOSTEN BASIEREND AUF STUFE 3
1
Das Vorjahr wurde angepasst. Die Umgliederungen zwischen den Stufen der Fair Value Hierarchie werden zu den jeweiligen
Berichtsstichtagen berücksichtigt. Die Umgliederungen aus Stufe 3 in Stufe 2 beinhalten
Warentermingeschäfte, für die aufgrund der abnehmenden Restlaufzeit beobachtbare Marktkurse
zur Bewertung zur Verfügung stehen, sodass keine Extrapolation mehr notwendig ist. Für den Fair Value der Warentermingeschäfte ist der Rohstoffpreis die wesentliche
Risikovariable. Mittels Sensitivitätsanalyse wird der Effekt von Änderungen des Rohstoffpreises
auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital dargestellt. Wenn die Rohstoffpreise der der Stufe 3 zugeordneten Warentermingeschäfte zum 30.
Juni 2023 um 10 % höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern
um 233 Mio. € (Vorjahr: 270 Mio. €) höher (niedriger) ausgefallen. Auf das Eigenkapital
würden sich darüber hinaus keine Effekte ergeben. Die für die Bewertung der vom Unternehmen gehaltenen Optionen auf Eigenkapitalinstrumente
maßgebliche Risikovariable ist der jeweilige Unternehmenswert. Mittels einer Sensitivitätsanalyse
werden Effekte aus einer Änderung der Risikovariablen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern
dargestellt. Wenn die unterstellten Unternehmenswerte zum 30. Juni 2023 um 10 % höher gewesen wären,
wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) höher ausgefallen.
Wenn die unterstellten Unternehmenswerte zum 30. Juni 2023 um 10 % niedriger gewesen
wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 2 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €) niedriger
ausgefallen. Restwertrisiken resultieren aus Absicherungsvereinbarungen mit dem Handel, wonach
im Rahmen von Rückkaufverpflichtungen aus abgeschlossenen Leasingverträgen entstehende
Ergebnisauswirkungen aus marktbedingten Schwankungen der Restwerte teilweise vom Volkswagen
Konzern getragen werden. Für den Fair Value der Optionen aus Restwertrisiken sind die Marktpreise von Gebrauchtwagen
die wesentliche Risikovariable. Mittels Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen
von Änderungen der Gebrauchtwagenpreise auf das Ergebnis nach Ertragsteuern quantifiziert. Wenn die Gebrauchtwagenpreise der im Restwertsicherungsmodell enthaltenen Fahrzeuge
zum 30. Juni 2023 um 10 % höher gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern
um 452 Mio. € (Vorjahr: 444 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn die Gebrauchtwagenpreise
der im Restwertsicherungsmodell enthaltenen Fahrzeuge zum 30. Juni 2023 um 10 % niedriger
gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 483 Mio. € (Vorjahr: 483 Mio.
€) niedriger ausgefallen. Wenn die risikoadjustierten Zinssätze der zum Fair Value bewerteten Forderungen zum
30. Juni 2023 um 100 Basispunkte höher gewesen wären, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern
um 6 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) niedriger ausgefallen. Wenn die risikoadjustierten
Zinssätze zum 30. Juni 2023 um 100 Basispunkte niedriger gewesen wären, wäre das Ergebnis
nach Ertragsteuern um 4 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn bei den Fahrzeugfinanzierungsprogrammen der entsprechende Fahrzeugpreis zum 30.
Juni 2023 um 10 % höher gewesen wäre, wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 7 Mio.
€ (Vorjahr: 9 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn bei den Fahrzeugfinanzierungsprogrammen
der entsprechende Fahrzeugpreis zum 30. Juni 2023 um 10 % niedriger gewesen wäre,
wäre das Ergebnis nach Ertragsteuern um 7 Mio. € (Vorjahr: 9 Mio. €) niedriger ausgefallen. Wenn die Ertragslage der zum Fair Value bewerteten Beteiligungen zum 30. Juni 2023
um 10 % besser gewesen wäre, wäre das Eigenkapital 8 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) sowie
das Ergebnis nach Steuern um 5 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) höher ausgefallen. Wenn
die Ertragslage der zum Fair Value bewerteten Beteiligungen um 10 % schlechter gewesen
wäre, wäre das Eigenkapital 8 Mio. € (Vorjahr: 15 Mio. €) sowie das Ergebnis nach
Steuern um 5 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) geringer ausgefallen. 12. KapitalflussrechnungDie Kapitalflussrechnung zeigt den Zahlungsmittelfluss im Volkswagen Konzern sowie
in den Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen. Der Zahlungsmittelbestand
setzt sich aus Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand und jederzeit
fälligen Mitteln zusammen.
In der Finanzierungstätigkeit stehen sich folgende Mittelzuflüsse und Mittelabflüsse
gegenüber:
13. SegmentberichterstattungDie Segmentabgrenzung folgt der internen Steuerung und Berichterstattung im Volkswagen
Konzern. Der Mehrmarkenstrategie folgend wird jede Marke (Geschäftssegment) des Konzerns
von einem eigenen Markenvorstand geleitet. Dabei sind die vom Vorstand der Volkswagen
AG festgelegten Konzernziele und -vorgaben zu berücksichtigen. Die Segmentberichterstattung
besteht aus den vier berichtspflichtigen Segmenten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge,
Nutzfahrzeuge, Power Engineering und Finanzdienstleistungen. Die Aktivitäten des Segments Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erstrecken sich auf die
Entwicklung von Fahrzeugen, Motoren und Fahrzeugsoftware, die Produktion und den Vertrieb
von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowie das Geschäft mit entsprechenden Originalteilen.
Im Berichtssegment Pkw und leichte Nutzfahrzeuge erfolgt die Zusammenfassung der einzelnen
Marken zu einem berichtspflichtigen Segment insbesondere aufgrund des hohen Maßes
an technologischer und wirtschaftlicher Verzahnung im Produktionsverbund. Des Weiteren
liegt eine Zusammenarbeit in zentralen Bereichen wie Einkauf, Forschung und Entwicklung
oder Treasury vor. Das Segment Nutzfahrzeuge umfasst vor allem die Entwicklung, die Produktion sowie
den Vertrieb von Lastkraftwagen und Bussen, das Geschäft mit entsprechenden Originalteilen
sowie damit in Zusammenhang stehende Dienstleistungen. Wie bei den Pkw-Marken besteht
eine Zusammenarbeit in den Bereichen Einkauf, Entwicklung und Vertrieb. Weitere Verzahnungen
werden angestrebt. Im Segment Power Engineering wird das Geschäft mit Großdieselmotoren, Turbomaschinen
und Komponenten der Antriebstechnik abgebildet. Die Tätigkeit des Segments Finanzdienstleistungen umfasst die Händler- und Kundenfinanzierung,
das Leasing-, das Bank- und Versicherungsgeschäft, das Flottenmanagementgeschäft sowie
Mobilitätsangebote. In diesem Segment erfolgen Zusammenfassungen insbesondere unter
Berücksichtigung der Vergleichbarkeit der Art der Dienstleistungen sowie der regulatorischen
Rahmenbedingungen. Die Kaufpreisallokation aus erworbenen Gesellschaften wird direkt den entsprechenden
Segmenten zugeordnet. Das Segmentergebnis wird bei Volkswagen auf Basis des Operativen Ergebnisses bestimmt. Die Überleitungsrechnung beinhaltet Bereiche und sonstige Geschäftstätigkeiten, die
definitionsgemäß keine Segmente darstellen. Darin ist auch die nicht zugeordnete Konzernfinanzierung
enthalten. Die Konsolidierung zwischen den Segmenten erfolgt ebenfalls innerhalb der
Überleitungsrechnung. Den Geschäftsbeziehungen zwischen den Gesellschaften der Segmente des Volkswagen Konzerns
liegen grundsätzlich Preise zugrunde, die auch mit Dritten vereinbart werden. BERICHTSSEGMENTE 1. HALBJAHR 2023
BERICHTSSEGMENTE 1. HALBJAHR 2022¹
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). ÜBERLEITUNGSRECHNUNG
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). 14. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenDie Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE) hält die Mehrheit der Stimmrechte an
der Volkswagen AG. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Volkswagen AG am 3. Dezember 2009 wurde
die Schaffung von Entsendungsrechten für das Land Niedersachsen beschlossen. Damit
kann die Porsche SE, trotz der Mehrheit der Stimmrechte an der Volkswagen AG, nicht
die Mehrheit der Mitglieder im Aufsichtsrat der Volkswagen AG bestellen, solange dem
Land Niedersachsen mindestens 15 % der Stammaktien gehören. Die Porsche SE gilt damit
als nahestehendes Unternehmen im Sinne des IAS 24. BÖRSENGANG DER PORSCHE AGAm 28. September 2022 hat Volkswagen 25 % der Vorzugsaktien (inklusive Mehrzuteilungen)
ihrer Tochtergesellschaft Porsche AG bei Investoren platziert. Diese Vorzugsaktien
werden seit dem Folgetag an der Börse gehandelt. Grundlage für den Börsengang war
eine umfassende Einigung über den Abschluss mehrerer Verträge zwischen Volkswagen
und der Porsche SE. In diesem Zusammenhang haben beide Parteien auch vereinbart, dass
die Porsche SE 25 % der Stammaktien an der Porsche AG zuzüglich einer Stammaktie von
Volkswagen erwirbt. Siehe hierzu auch die Erläuterungen im Konzernabschluss zum 31.
Dezember 2022. Aufgrund des Beschlusses auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Volkswagen
AG am 16. Dezember 2022 bestand die Verpflichtung zur Zahlung einer Sonderdividende,
was zu einer Gesamtverpflichtung gegenüber den Anteilseignern der Volkswagen AG in
Höhe von 9,6 Mrd. € zum 31. Dezember 2022 führte. Auf die Porsche SE entfielen hiervon
3,1 Mrd. €. Die Volkswagen AG und die Porsche SE haben sich auf eine Aufrechnung der Verpflichtung
gegenüber der Porsche SE auf Zahlung der Sonderdividende mit dem Anspruch der Volkswagen
AG auf die Zahlung des noch ausstehenden Kaufpreises für die zweite Tranche der Stammaktien
geeinigt. Die Kaufpreisforderung und die Dividendenverbindlichkeit wurden daher im
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 saldiert ausgewiesen. Mit der Zahlung der Sonderdividende
am 9. Januar 2023 wurde die Aufrechnung vollzogen. Im Zusammenhang mit dem Börsengang der Porsche AG war die Volkswagen AG außerdem im
Jahr 2022 Verpflichtungen im Hinblick auf Dividendenzahlungen der Porsche AG eingegangen.
Die entsprechende Dividende wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung der Porsche
AG am 28. Juni 2023 in gleichem Umfang beschlossen und am 3. Juli 2023 gezahlt. Davon
entfielen 114 Mio. € auf die Porsche SE. WEITERE ANGABEN ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMEN NACH IAS 24
1
Das Vorjahr wurde angepasst.
1
Das Vorjahr wurde angepasst (siehe Erläuterungen zu IFRS 17). In den obigen Tabellen sind die von den Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten
Unternehmen erhaltenen Dividendenzahlungen nach Abzug von Quellensteuer in Höhe von
1.091 Mio. € (Vorjahr: 497 Mio. €) und an die Porsche SE gezahlte Dividenden in Höhe
von 1.415 Mio. € (Vorjahr: 1.201 Mio. €) nicht enthalten. Die Forderungen gegen Gemeinschaftsunternehmen entfallen im Wesentlichen auf gewährte
Darlehen in Höhe von 11.753 Mio. € (31. Dezember 2022: 10.350 Mio. €) sowie Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.539 Mio. € (31. Dezember 2022: 3.491
Mio. €). Die Forderungen gegen nicht konsolidierte Tochtergesellschaften resultieren
ebenfalls im Wesentlichen aus gewährten Darlehen in Höhe von 849 Mio. € (31. Dezember
2022: 727 Mio. €) sowie aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 204 Mio. € (31.
Dezember 2022: 222 Mio. €). In den ausstehenden Forderungen gegen nahestehende Personen und Unternehmen sind zweifelhafte
Forderungen enthalten, welche in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 43 Mio. €) wertberichtigt
wurden. Im ersten Halbjahr 2023 fielen hierfür Aufwendungen in Höhe von 2 Mio. € (Vorjahr:
27 Mio. €) an. Des Weiteren bürgt der Volkswagen Konzern für nahestehende Personen und Unternehmen
gegenüber externen Banken in Höhe von 286 Mio. € (31. Dezember 2022: 296 Mio. €). Der Volkswagen Konzern hat von Januar bis Juni 2023 Kapitaleinlagen bei nahestehenden
Unternehmen in Höhe von 490 Mio. € (Vorjahr: 2.187 Mio. €) getätigt. Die Verpflichtungen gegenüber Aufsichtsräten beinhalten im Wesentlichen verzinsliche
Bankguthaben von Aufsichtsräten, die zu marktüblichen Konditionen bei Gesellschaften
des Volkswagen Konzerns angelegt wurden. Die Transaktionen mit nahestehenden Personen erfolgen regelmäßig unter marktüblichen
Konditionen. Diese beinhalten teilweise auch Eigentumsvorbehalte. 15. RechtsstreitigkeitenDIESELTHEMATIK1. Straf- und Verwaltungsverfahren weltweit (exklusive USA/Kanada) Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führte Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs
im Zusammenhang mit Motoren des Typs EA 288. Das Verfahren gegen die beschuldigten
Mitarbeiter sowie die Volkswagen AG wurde Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 gegen
drei Beschuldigte gegen Zahlung einer Geldauflage endgültig und gegen vier Beschuldigte
vorläufig eingestellt. Das Landgericht München II hat in dem im Juni 2020 eröffneten Strafverfahren unter
anderem wegen des Vorwurfs des Betrugs im Zusammenhang mit der Dieselthematik betreffend
3.0 l und 4.2 l TDI-Motoren Ende Juni 2023 ein Urteil erlassen. Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender
der AUDI AG und die weiteren beiden Angeklagten wurden zu Freiheitsstrafen, deren
Vollstreckung jeweils zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt. Als Bewährungsauflagen
wurden jeweils unter anderem Geldauflagen festgesetzt. Das Urteil ist derzeit noch
nicht rechtskräftig, alle drei Angeklagten sowie die Staatsanwaltschaft haben Revision
eingelegt. Gegen einen weiteren ehemals Angeklagten hat das Landgericht München II
das Verfahren im April 2023 gegen Geldauflage eingestellt. Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte Ende Februar 2023 einer Klage der Deutschen
Umwelthilfe (DUH) gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erstinstanzlich stattgegeben
und den Freigabebescheid für ein Softwareupdate für bestimmte ältere Modelle des Golf
Plus aufgehoben, soweit dieser das Thermofenster, die Höhenkorrektur und die Taxischaltung
als zulässige Abschalteinrichtungen einstufte. Beim sogenannten Thermofenster handelt
es sich um eine temperaturabhängige Abgasrückführung. Mit Höhenkorrektur wird eine
höhenabhängige Abgasrückführung bezeichnet. Unter Taxischaltung ist eine von der Zeitspanne
eines im Leerlauf betriebenen Fahrzeugs abhängige Abgasrückführung zu verstehen. Die
Volkswagen AG ist Beigeladene in dem Verfahren. Die Volkswagen AG und das KBA haben
Ende April 2023 Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Schleswig eingelegt.
Die Entscheidung ist damit nicht rechtskräftig. Die DUH hat beim Verwaltungsgericht
Schleswig zwei weitere Klagen eingereicht. Die erste Klage richtet sich gegen Freigabebescheide
für weitere mit Motoren des Typs EA 189 sowie mit ausgewählten V-TDI-Motoren ausgestattete
Fahrzeuge der Marken Audi und Porsche, die zweite Klage richtet sich gegen sämtliche
EU5 und EU6b/c Dieselfahrzeuge des Konzerns. 2. Produktbezogene Klagen weltweit (exklusive USA/Kanada) In Brasilien hat das Berufungsgericht in der zweiten verbraucherrechtlichen Sammelklage,
die rund 67 Tsd. Amarok-Fahrzeuge betrifft, im Juni 2023 das Rechtsmittel der Klägerin
gegen das klageabweisende erstinstanzliche Urteil aus Oktober 2021 zurückgewiesen. In den Niederlanden hat die Diesel Emissions Justice Foundation ihre Berufung gegen
das Zwischenurteil aus März 2022 in dem auf Zahlung von Schadensersatz gerichteten
Sammelklageverfahren ausschließlich auf die Anwendbarkeit des neuen Sammelklageregimes
beschränkt, sodass die Entscheidung des Gerichts in Amsterdam in Bezug auf seine Unzuständigkeit
für Klagen von Verbrauchern außerhalb der Niederlande final und bindend ist. In Portugal hat der Supreme Court im Juli 2023 die Sammelklage mangels Klagebefugnis
der klagenden Verbraucherorganisation als unzulässig abgewiesen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Ende Juni 2023 Urteile in Verfahren gegen die Volkswagen
AG und AUDI AG verkündet, in denen es um die Umsetzung der Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs (EuGH) zu möglichen Ansprüchen von Käufern aus dem europäischen Typgenehmigungsrecht
in deutsches Recht geht. Der BGH entschied, dass Klägern beim fahrlässigen Einsatz
einer unzulässigen Abschalteinrichtung ein Anspruch auf Ersatz eines Differenzschadens
von 5 % bis 15 % des Kaufpreises grundsätzlich zusteht. Ob dieser Anspruch im Einzelfall
vorliegt, müssen die Berufungsgerichte klären. Der BGH führte aus, dass ohne Bedeutung
sei, ob die Grenzwerte im NEFZ-Testverfahren auch bei veränderter Funktion eingehalten
würden. Nach dem BGH entfällt die Haftung, wenn den Hersteller kein Verschulden trifft,
etwa weil die zuständige Behörde die Abschalteinrichtung in ihrer konkreten Ausgestaltung
und unter Berücksichtigung festgestellter Kombinationen von Abschalteinrichtungen
genehmigt hat oder auf Nachfrage genehmigt hätte. Im Falle eines grundsätzlichen Anspruchs
auf Ersatz des Differenzschadens muss sich der Käufer zudem Nutzungsvorteile und den
Wert des Fahrzeugs anrechnen lassen, soweit diese den geminderten Wert des Fahrzeugs
übersteigen. Auch ein durchgeführtes Softwareupdate kann schadensmindernd zu berücksichtigen
sein. 3. Anlegerklagen weltweit (exklusive USA/Kanada) Im Kapitalanleger-Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht Braunschweig hat das Gericht
im März 2023 einen Hinweisbeschluss erlassen und in Anbetracht der unabsehbar langen
weiteren Verfahrensdauer angeregt, dass die Parteien jeweils ihre Bereitschaft zum
Eintritt in außergerichtliche Vergleichsverhandlungen prüfen. Die Volkswagen AG hat
unbeschadet ihres Rechtsstandpunkts signalisiert, dass sie bereit sei, über den Vorschlag
des Oberlandesgerichts Braunschweig nachzudenken. Im Juli 2023 hat das Oberlandesgericht
Braunschweig einen Beweisbeschluss erlassen und die Vernehmung zahlreicher Personen
sowie die Vorlage und Beiziehung von Urkunden angeordnet. Die angeordnete Beweiserhebung
konzentriert sich zunächst auf die Frage der, nach dem Erkenntnisstand der Volkswagen
AG fehlenden, Kenntnis des Konzernvorstands, einzelner Konzernvorstandsmitglieder
und/oder einzelner Mitglieder der Ad-hoc-Clearingstelle der Volkswagen AG über den
Einbau von nach US-Recht unzulässigen Umschalteinrichtungen in Fahrzeugen der Volkswagen
AG sowie die Vorstellungen dieses Personenkreises über etwaige Kursauswirkungen der
ihnen jeweils vorliegenden Informationen. Mit den Vernehmungen soll im Herbst 2023
begonnen werden. Im Musterverfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), an dem die
Volkswagen AG als Nebenintervenientin beteiligt ist, hat das Oberlandesgericht Stuttgart
Ende März 2023 einen Musterentscheid erlassen. Auf Basis der im Musterentscheid getroffenen
Feststellungen und des gegenwärtigen Stands des Prozessinhalts in den Ausgangsverfahren
wären im Ergebnis alle ausgesetzten Anlegerklagen gegen die Porsche SE abzuweisen.
Der Musterentscheid ist nicht rechtskräftig. Gegen den Musterentscheid haben die Musterklägerin,
mehrere Beigeladene und die Porsche SE Rechtsbeschwerde zum BGH eingelegt. Die Volkswagen
AG hat den Beitritt als Streithelferin zur Rechtsbeschwerde der Porsche SE erklärt. 4. Sonderprüfung Nachdem das Bundesverfassungsgericht mit im November 2022 bekanntgegebenen Beschlüssen
den beiden Verfassungsbeschwerden der Volkswagen AG stattgegeben hat, wurde infolge
der Stattgabe das bis zu den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ruhende
Verfahren beim Landgericht Hannover wieder aufgenommen. Gegenstand dieses Verfahrens
ist ein Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers bei der Volkswagen AG, der auf die
Prüfung von Vorgängen im Zusammenhang mit der Dieselthematik gerichtet ist. WEITERE WESENTLICHE RECHTSSTREITIGKEITENIm Juli 2021 hatte die Europäische Kommission gegen die Volkswagen AG, die AUDI AG
und die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG im Rahmen einer Settlement-Entscheidung ein Gesamtbußgeld
in Höhe von rund 502 Mio. € verhängt. Volkswagen verzichtete auf die Einlegung von
Rechtsmitteln, sodass die Entscheidung 2021 rechtskräftig geworden ist. Der Gegenstand
der Entscheidung beschränkt sich inhaltlich auf die Kooperation deutscher Automobilhersteller
zu einzelnen technischen Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung
von SCR (Selective Catalytic Reduction)-Systemen für Pkw, die im Europäischen Wirtschaftsraum
verkauft worden sind. Andere Verhaltensweisen wie Preisabsprachen oder die Aufteilung
von Märkten und Kunden werden den Herstellern nicht vorgeworfen. Die Koreanische Wettbewerbsbehörde
KFTC hat im April 2023 auf der Grundlage des EU-Sachverhalts die im Februar 2023 in
ihrer Pressemitteilung angekündigte Bußgeldentscheidung bekanntgegeben. Wie angekündigt
wurde gegen die Volkswagen AG kein Bußgeld verhängt und ist die Porsche AG nicht von
der Entscheidung betroffen. Gegen die AUDI AG wurde ein Bußgeld von umgerechnet knapp
3 Mio. € verhängt. Die AUDI AG und die Volkswagen AG haben vor dem zuständigen Gericht
in Seoul/Korea Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt. Die englische Kartellbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat im April
2023 Rechtsmittel gegen das Urteil aus Februar 2023 eingelegt, mit dem einer Klage
("judicial review") der Volkswagen AG stattgegeben wurde. Gegenstand der Klage sind
nach Auffassung der Volkswagen AG kompetenzüberschreitende Auskunftsverlangen der
CMA gegenüber der Volkswagen AG im Zusammenhang mit einer Untersuchung der CMA mit
Bezug zur Volkswagen Group UK. Die Volkswagen AG prüft unverändert Möglichkeiten einer
verhältnismäßigen Kooperation mit der CMA. Die beiden von Greenpeace begleiteten Klagen gegen die Volkswagen AG, durch welche
die Volkswagen AG dazu verpflichtet werden sollte, unter anderem stufenweise die Produktion
und das Inverkehrbringen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu reduzieren und
bis 2029 komplett einzustellen sowie Treibhausgasemissionen aus Entwicklung, Produktion
und Vertrieb (einschließlich der Nutzung der Fahrzeuge durch Dritte) zu reduzieren
sowie zusätzlich so Einfluss auf Konzernunternehmen, Beteiligungen und Joint Ventures
auszuüben, dass diese Forderungen auch von diesen erfüllt werden, wurden im Februar
2023 vom Landgericht Braunschweig und vom Landgericht Detmold abgewiesen. Die Kläger
haben im März 2023 beim Oberlandesgericht Braunschweig und im April 2023 beim Oberlandesgericht
Hamm Berufung gegen die klageabweisenden Urteile eingelegt. In Russland macht Automobile Plant "GAZ" LLC (GAZ) in mehreren Gerichtsverfahren unter
anderem gegenüber der Volkswagen AG angebliche Schadensersatzforderungen in Höhe von
insgesamt rund 44 Mrd. Russische Rubel geltend. Von GAZ in diesem Zusammenhang beantragte
und zunächst teilweise verhängte Sicherungsmaßnahmen auf die Gesellschaftsanteile
an der Volkswagen Group Rus OOO (VGR) sowie das bewegliche und unbewegliche Vermögen
der VGR wurden gerichtlich abgelehnt beziehungsweise aufgehoben. Gegen die Ablehnung
beziehungsweise Aufhebung der Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf das bewegliche und
unbewegliche Vermögen der VGR hat GAZ Rechtsmittel eingelegt, das zwischenzeitlich
in der zweiten Instanz abgewiesen wurde. Im Mai 2023 hat die Volkswagen AG den Verkauf
ihrer Anteile an der VGR und ihren lokalen Tochtergesellschaften an die Art-Finance
LLC abgeschlossen und das Eigentum an den Anteilen der VGR und ihrer lokalen Tochtergesellschaften
mit Registrierung der Transaktion auf die Käuferin übertragen. Im Juni 2023 wurde
die VGR in AGR LLC umbenannt. Die Volkswagen AG verteidigt sich in allen Verfahren. Weitergehende Angaben zu den Schätzungen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen
sowie Angaben zu Unsicherheiten hinsichtlich der Höhe oder der Fälligkeit von Beträgen
der Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten im Zusammenhang mit den Rechtsrisiken
werden gemäß IAS 37.92 nicht gemacht, um die Ergebnisse der Verfahren und die Interessen
des Unternehmens nicht zu beeinträchtigen. Darüber hinaus ergaben sich im Berichtszeitraum gegenüber den Ausführungen zur voraussichtlichen
Entwicklung des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2023 in den Kapiteln "Prognosebericht"
und "Risiko- und Chancenbericht" - einschließlich des Abschnitts "Rechtsrisiken" -
des zusammengefassten Lageberichts im Geschäftsbericht 2022 keine wesentlichen Änderungen. 16. EventualverbindlichkeitenGegenüber den im Geschäftsbericht 2022 beschriebenen Eventualverbindlichkeiten ergeben
sich zum 30. Juni 2023 keine wesentlichen Veränderungen. 17. Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie Sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben sich im Vergleich zum Konzernabschluss
2022 um 2,2 Mrd. € auf 37,6 Mrd. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen
aus der Erhöhung des Bestellobligos für Sachanlagen. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem StichtagAm 26. Juli 2023 hat Volkswagen mit dem Elektrofahrzeughersteller Xpeng Inc., Kaimaninseln
eine Vereinbarung über den Erwerb von bis zu 4,99 % der Stammaktien von Xpeng Inc.
zu einem Kaufpreis von insgesamt bis zu 710 Mio. USD abgeschlossen. Der Vollzug der
Transaktion erfolgt voraussichtlich im vierten Quartal 2023. Zum selben Zeitpunkt
wurde mit Guangdong Xiaopeng Automotive Technology Co. Ltd., Guangzhou/Volksrepublik
China, einem Tochterunternehmen der Xpeng Inc., eine technologische Rahmenvereinbarung
über die gemeinsame Entwicklung von Elektrofahrzeugen in China abgeschlossen. Wolfsburg, 25. Juli 2023 Volkswagen Aktiengesellschaft Der Vorstand Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht
der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns
so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen
Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind. Wolfsburg, 25. Juli 2023 Volkswagen Aktiengesellschaft Der Vorstand Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT Wir haben den verkürzten Konzern-Zwischenabschluss der VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT,
Wolfsburg, - bestehend aus verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Gesamtergebnisrechnung,
verkürzter Bilanz, verkürzter Eigenkapitalentwicklung, verkürzter Kapitalflussrechnung,
sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzern-Zwischenlagebericht
für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis 30. Juni 2023, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts
nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des
verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung,
wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzern-Zwischenlageberichts nach den für
Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung
der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung
zu dem verkürzten Konzern-Zwischenabschluss und dem Konzern-Zwischenlagebericht auf
der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben. Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzern-Zwischenabschlusses und
des Konzern-Zwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen
vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen,
dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können,
dass der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und
der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung
mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt
worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen
von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb
nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß
keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht
erteilen. Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt
geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss
in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung,
wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzern-Zwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern-Zwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist. Hannover, 26. Juli 2023 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
GlossarAusgewählte Begriffe auf einen BlickHybridanleiheDie von Volkswagen begebenen Hybridanleihen werden vollständig dem Eigenkapital zugerechnet.
Während der unbegrenzten Laufzeit stehen der Emittentin zu bestimmten Terminen Kündigungsrechte
zu. Die Zinsausstattung ist bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit fixiert und variiert
später nach Maßgabe der Anleihebedingungen. Modularer E-Antriebs-Baukasten (MEB)Baukastensystem für die Herstellung von Elektroautos. Der MEB legt die Parameter für
Achsen, Antriebe, Hochvolt-Batterien, Radstände und Gewichtsverhältnisse fest, damit
ein Fahrzeug optimal die Anforderungen der Elektromobilität erfüllt. Im Jahr 2020
startete die Produktion der ersten Fahrzeuge auf Basis des MEB in Serie. Plug-in-HybridLeistungsstufe von Hybridfahrzeugen. Plug-in-Hybrid Electric Vehicles (PHEVs) besitzen
eine größere Batterie mit entsprechend hoher Kapazität, die sowohl über den Verbrennungsmotor
oder das Bremsen als auch über die Steckdose geladen werden kann. Dadurch erhöht sich
die Reichweite des Fahrzeugs. AktivierungsquoteDie Aktivierungsquote ist als Relation aus den aktivierten Entwicklungskosten und
den gesamten Kosten für Forschung und Entwicklung im Konzernbereich Automobile definiert.
Sie stellt den Anteil der gesamten Primärausgaben für Forschung und Entwicklung dar,
welcher aktivierungspflichtig ist. BruttomargeMit der Bruttomarge wird der prozentuale Anteil des Bruttoergebnisses an den Umsatzerlösen
innerhalb einer Periode ermittelt. Die Bruttomarge gibt Auskunft über die Profitabilität
nach Kosten des Umsatzes. EigenkapitalquoteDie Eigenkapitalquote gibt den prozentualen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital
zu einem Stichtag an. Diese Quote ist ein Indikator für die Stabilität und Kapitalkraft
des Unternehmens und zeigt den Grad der finanziellen Unabhängigkeit. Forschungs- und EntwicklungskostenquoteDie Forschungs- und Entwicklungskostenquote (F&E-Quote) im Konzernbereich Automobile
setzt die gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten in Relation zu den Umsatzerlösen.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Aufwendungen von der Zukunftsforschung
bis zur marktreifen Entwicklung unserer Produkte. Besonderes Augenmerk liegt dabei
auf der umweltfreundlichen Ausrichtung unseres Produktportfolios. Die F&E-Quote belegt
die Anstrengungen für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens: die auf nachhaltiges
Wachstum ausgerichtete Zielsetzung einer wettbewerbsfähigen Ertragskraft. Netto-CashflowDer Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile zeigt den Mittelüberschuss aus dem
laufenden Geschäft, der zum Beispiel für Dividendenzahlungen zur Verfügung steht.
Er ergibt sich aus dem Cashflow des laufenden Geschäfts abzüglich der Investitionstätigkeit
des laufenden Geschäfts. NettoliquiditätDie Nettoliquidität im Konzernbereich Automobile bildet den nicht durch Kreditstand
finanzierten Bestand an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten, Wertpapieren,
Darlehensforderungen und Termingeldanlagen ab. Zur Absicherung der Geschäftstätigkeit
haben wir das strategische Ziel formuliert, dass die Nettoliquidität im Konzernbereich
Automobile rund 10 % der Umsatzerlöse des Konzerns beträgt. Operatives ErgebnisDie Umsatzerlöse, in denen die Geschäftsentwicklung unserer At-equity-konsolidierten
chinesischen Joint Ventures nicht enthalten ist, sind das finanzielle Abbild unseres
Markterfolgs. Nach Berücksichtigung des Ressourceneinsatzes ist das Operative Ergebnis
Ausdruck der originären Unternehmenstätigkeit und zeigt den wirtschaftlichen Erfolg
des Kerngeschäfts. Operative UmsatzrenditeDie operative Umsatzrendite ist das Verhältnis von erwirtschaftetem Operativen Ergebnis
zu Umsatzerlösen. SachinvestitionsquoteDie Sachinvestitionsquote im Konzernbereich Automobile bringt gleichermaßen unsere
Innovationskraft und zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zum Ausdruck. Bei ihrer Berechnung
werden die Investitionen - im Wesentlichen für die Modernisierung und Erweiterung
der Produktpalette, für umweltfreundliche Aggregate sowie für die Anpassung der Produktionskapazitäten
und Verbesserung der Fertigungsprozesse - ins Verhältnis zu den Umsatzerlösen des
Konzernbereichs Automobile gesetzt. Umsatzrendite vor SteuernAls Umsatzrendite ist das in Prozent ausgedrückte Verhältnis von Gewinn vor Steuern
und Umsatzerlösen innerhalb einer Periode definiert. Sie zeigt die Höhe des je Umsatzeinheit
erwirtschafteten Gewinns. Die Umsatzrendite gibt Auskunft über die Profitabilität
der gesamten Geschäftstätigkeit vor Abzug von Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. ImpressumHERAUSGEBERVolkswagen AG Konzernfinanzpublizität Brieffach 1848 38436 Wolfsburg Deutschland Telefon + 49 (0) 5361 9-0 Fax + 49 (0) 5361 9-28282 INVESTOR RELATIONSVolkswagen AG Investor Relations Brieffach 1849 38436 Wolfsburg Deutschland E-Mail investor.relations@volkswagen.de Internet https://www.volkswagen-group.com/de/investoren-15766 FINANZKALENDER26. Oktober 2023Zwischenbericht Januar - September 2023 Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Verständnis, dass wir aus Gründen der Sprachvereinfachung
keine geschlechterspezifischen Formulierungen verwenden. Die gewählte Form steht stellvertretend
für alle Geschlechter. Dieses Dokument liegt ebenfalls in englischer Übersetzung vor. Bei Abweichungen geht
die deutsche maßgebliche Fassung des Dokuments der englischen Übersetzung vor. Beide Sprachfassungen sind im Internet abrufbar unter: www.volkswagenag.com/de/InvestorRelations.html 358.809.620.00 |
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