Volkswagen Group Info Services AG

Wolfsburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Rechnungslegung

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Volkswagen Group Info Services AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Volkswagen Group Info Services AG, Wolfsburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Volkswagen Group Info Services AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens -, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, 17. April 2025

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kay Schümann, Wirtschaftsprüferin

Christoph Ottenhaus, Wirtschaftsprüfer

Bilanz zum 31. Dezember 2024

Aktiva

31.12.2024 31.12.2023
A. Anlagevermögen
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 93.336,79 100.000,00
2. Beteiligungen 500,00 500,00
93.836,79 100.500,00
B. Umlaufvermögen
I. Förderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.477.529,29 5.180.691,15
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 12.544.023,46 5.936.824,11
3. Forderungen gegen der Gesellschafter 11.193.669,92 19.096.107,79
4. Sonstige Vermögensgegenstände 5.933,77 0,00
31.221.156,44 30.213.623,05
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1.491,13 1.826,35
31.222.647,57 30.215.449,40
C. Rechnungsabgrenzungsposten 980.484,54 0,00
32.296.968,90 30.315.949,40

Passiva

31.12.2024 31.12.2023
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 11.000.000,00 11.000.000,00
11.100.000,00 11.100.000,00
B. Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 11.971.484,91 13.032.917,45
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.132.425,65 1.960.996,38
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.502.148,38 4.221.755,57
3. Sonstige Verbindlichkeiten 210.058,14 280,00
7.844.632,17 6.183.031,95
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.380.851,82 0,00
32.296.968,90 30.315.949,40

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2024

2024 2023
1. Umsatzerlöse 35.523.197,38 15.832.417,47
2. Sonstige betriebliche Erträge 0,00 29.674,13
3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen 22.637.798,48 13.867.460,15
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen 24.364.837,72 21.053.447,03
5. Zinsen und ähnliche Erträge 332.817,98 179.971,98
(davon aus verbundenen Unternehmen 332.817,98 €; Vorjahr 179.971,98 €)
7. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 6.663,21 0,00
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 40.385,87 217.264,19
(davon an verbundene Unternehmen 47.049,08 €; Vorjahr 217.264,19 €)
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -3.261.000,00 -5.567.000,00
(davon von der Organträgerin erstattet 3.261.000,00 €; Vorjahr 5.567.000,00 €)
8. Ergebnis nach Steuern -7.932.669,92 -13.529.107,79
9. Erträge aus Verlustübernahme -7.932.669,92 -13.529.107,79
10. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für Jahresabschluss 2024

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für mittelgroße Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

Registerinformationen

Die Gesellschaft ist unter der Firma Volkswagen Group Info Services AG mit Sitz in Wolfsburg im Handelsregister des Amtsgerichts Braunschweig unter der Nummer HRB 207876 eingetragen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Innerhalb der Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen sind auf den Barwert abgezinst.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.

Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr existieren nicht.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit diese Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten-und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden, sofern vorhanden, abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Volkswagen Group Info Services AG ist in den ertragsteuerlichen Organkreis der VW AG einbezogen. Latente Steuern auf temporäre oder quasi-permanente Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden auf Ebene des Organträgers ermittelt und bei Passivüberhang - nach Saldierung - auch dort bilanziert.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist im Anlagespiegel dargestellt.

Angaben zum Anteilsbesitz

Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis
% in EUR in EUR
DRM Datenraum Mobilität GmbH acatech Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V. 2 500,00 560.707,63
Karolinenplatz 9
80333 München
Group Info Services Estonia AS Lõõtsa 1A 100 93.336,79 -526,00
11415 Tallinn
Estonia

Mit der Gesellschaft DRM Datenraum Mobilität GmbH besteht eine Vereinbarung vom 27.09.2021 für die jährlichen Zahlung eines Förderbeitrages. Die Summe aller Beitragszahlungen dürfen pro Gesellschafter 1,5 Mio. EUR nicht übersteigen. Der initiale jährliche Beitrag betrug 300.000,00 EUR und wurde am 19.12.2023 für das Jahr 2024 auf 200.000,00 EUR verringert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von 4.655 TEUR (Vj. 865 TEUR) aus Lieferungen und Leistungen und in Höhe von 7.889 TEUR aus Cashpool. Die Forderungen gegen Gesellschafter resultieren in Höhe von 11.194 TEUR (Vj. 19.096 TEUR) aus der Abführung des Ergebnisses durch den Ergebnisabführungsvertrag an den Gesellschafter.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Beträge in Höhe von 5.933,77 EUR resultierend aus Forderungen aus der Weiterbelastung von Quellensteuer.

Rechnungsabgrenzungsposten

Der Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 980.484,54 EUR betrifft bereits erhaltene und ausbezahlte kreditorische Rechnungen, die eine Leistungsperiode anteilig in 2025 betreffen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Lieferantenrechnungen und ausstehende Umsatzallokationen an die VW Markentöchter in Höhe von insgesamt 11.971.484,91 EUR gebildet.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig und nicht besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 5.406 TEUR (Vj. 4.213 TEUR).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsfeld

2024 2023
EUR EUR
Externe Umsätze Datenlizenzierung 26.837.164,80 15.033.487,11
Data Governance VW Konzern 8.686.032,59 798.930,36
35.523.197,38 15.832.417,47

Materialaufwand

Der Materialaufwand in Form von Lizenzgebühren & Weiterbelastungen in den Konzern (anteilige Umsatzallokation durch Lizensierung der Fahrzeugdaten) betrug 22.637.798,48 EUR und unterteilt sich wie folgt:

2024 2023
EUR EUR
Aufwendungen für bezogene Lizenzen Kosten Lizenzen 15.209,93 1.529,61
Weiterbelastung Konzern 22.622.588,55 13.865.930,54
22.637.798,48 13.867.460,15

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 24.364.837,72 EUR handelt sich im Wesentlichen um erbrachte Leistungen externer Geschäftspartner und um Aufwand aus der Personalgestellung, der durch einen pauschalen Satz pro Mitarbeitenden an die CARIAD SE abgeführt wird.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen unterteilen sich wie folgt:

2024 2023
EUR EUR
Dienstleistung Dritter 2.078.564,69 221.494,37
Dienstleistungen VW AG 1.750.062,04 63.490,10
Dienstleistungen IT 11.632.337,87 13.379.833,40
Personalgestellung 5.366.441,07 5.766.531,25
Rechts- und Beratungskosten 3.060.538,52 1.209.971,67
Sonstiges 506.893,53 412.126,24
24.364.837,72 21.053.447,03

Sonstige Angaben

Organe

Aufsichtsrat

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Volkswagen Group Info Services AG setzt sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt zusammen:

Björn Koertner, Vorsitzender, Head of Transformation der CARIAD SE

Roman Havlasek, stellvertretender Vorsitzender, Leiter After Sales der VOLSKWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT PKW

Klaus Bodensteiner, Mitglied, Leitung Aftersales & Trading der VOLSKWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT

Oliver Draf, Mitglied, Syndikusrechtsanwalt der VOLSKWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT

Johanna Mueller, Mitglied, Head of G&A, Invest and Subsidiary Con-trolling der CARIAD SE

Giorgio Delucchi, Mitglied, Leiter Digital Experience / Business der AUDI AKTIENGESELLSCHAFT

Geschäftsführung

Das Geschäft der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2024 durch Frau Patricia Stich als Geschäftsführerin verantwortet. Auf die Angabe der Bezüge wird gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Prüfungs- und Beratungsgebühren

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers beträgt für

EUR
Abschlussprüfungsleistungen 27.215,00

Gesellschafter und Konzernverhältnisse

Die Volkswagen Group Services AG, Wolfsburg, ist als unmittelbare Tochter der CARIAD SE, Wolfsburg, ein verbundenes Unternehmen der VW AG, Wolfsburg. Der Konzernabschluss der VW AG (größter und kleinster Konsolidierungskreis) wird im Unternehmensregister offenlegt.

Die Volkswagen Group Info Services AG, Wolfsburg, wird nicht in den Konzernabschluss der VW AG einbezogen.

Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

 

31. März 2025

Geschäftsführung

Patricia Stich

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2024

Anschaffungskosten
01.01.2024 Zugänge Abgänge 31.12.2024
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 100.000,00 0,00 0,00 100.000,00
2. Beteiligungen 500,00 0,00 0,00 500,00
100.500,00 0,00 0,00 100.500,00
Abschreibungen
01.01.2024 Zugänge Abgänge Umbuchung 31.12.2024
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 6.663,21 0,00 0,00 6.663,21
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 6.663,21 0,00 0,00 6.663,21
Buchwerte
31.12.2024 31.12.2023
I. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 93.336,79 100.000,00
2. Beteiligungen 500,00 500,00
93.836,79 100.500,00

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Unternehmensstruktur & Geschäftsmodell

1.2 Produkte und Dienstleistungen

1.3 Markt- und Wettbewerbsumfeld

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Geschäftsverlauf

2.2 Finanzlage

2.3 Vermögenslage

2.4 Ertragslage

2.5 Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

3. Chancen-, Risikobericht und Prognose

3.1 Chancen- und Risikobericht

3.2 Erwartete Entwicklung des Unternehmens

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Unternehmensstruktur & Geschäftsmodell

Die Volkswagen Group Info Services AG, Wolfsburg (im Folgenden: VW GIS), wurde am 27. Mai 2019 als 100 %ige Tochtergesellschaft der Porsche Siebte Vermögensverwaltung GmbH, Wolfsburg, gegründet. Gründungssitz der VW GIS ist Wolfsburg. Zum 19. Januar 2020 wurde die 100 %ige Beteiligung an der VW GIS auf die Volkswagen car.SW Org Wolfsburg AG übertragen, diese firmiert seit dem 26. März 2021 als CARIAD SE (im Folgenden: CARIAD). Die VW GIS ist das zentrales Mobilitätsdatenteam (data-as-aservice) und agiert als zentrale Ansprech- und Vertragspartnerin für markenübergreifende Datenprodukte innerhalb des Volkswagen Konzerns. Sie betreibt den zentralen Data Hub und stellt Fahrzeugdaten und Supplychaindaten der Konzernmarken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Skoda, SEAT, Cupra und Audi zentral zur Verfügung.

Das Angebot der VW GIS richtet sich an europäische Partner und Unternehmen aus den Bereichen Flottenbetreiber, Händler und Importeure, Werkstätten, Schadensgutachter, Versicherungen sowie Daten- und Software-Anbieter.

Das Unternehmen hat keine eigenen Mitarbeiter. Alle für die VW GIS tätigen Mitarbeiter sind in der CARIAD angestellt und werden per Mitarbeiterüberlassung in die VW GIS entsandt.

Neben dem Mandat zur Datenkommerzialisierung hat die VW GIS zudem das Mandat zur Einhaltung von Verpflichtungen resultierend aus EU und nationalen Regulierungen für die Gruppenfreistellungsverordnung für den Kraftfahrzeugsektor (GVO), EU Data Act sowie Catena-X übernommen.

Die VW GIS ist Gründungspartnerin des Mobility Data Space (MDS), einer Plattform für Firmen, Organisationen und Institutionen zum sicheren Datenteilen und dem gemeinsamen Aufbau der Datenökonomie. Außerdem ist die VW GIS aktives Mitglied des ersten kollaborativen, offenen Datenökosystems für die Automobilindustrie der Zukunft, Catena-X, sowie in der Verkehrssicherheitsinitiative Safety Related Traffic Information (SRTI).

1.2 Produkte und Dienstleistungen

Die VW GIS entwickelt markenübergreifende Datenprodukte auf Basis statischer und dynamischer Fahrzeugdaten für verschiedene Branchen. Diese Datenlösungen optimieren Geschäftsprozesse und -abläufe und verbessern die Verkehrssicherheit.

Im Geschäftsjahr 2024 umfasste das Portfolio folgende Produkte:

Diagnostic Data verbessert Diagnoseprodukte durch eindeutige Fehlercode- Übersetzungen.

Vehicle Identity stellt Fahrzeugstamm- und Ausstattungsdaten für Schadensgutachter bereit.

VIN Specification erfasst 41 Fahrzeugdatenpunkte über die VIN zur einfachen Identifikation eines Fahrzeuges.

VIN Recall integriert Rückruf- und Serviceaktionen per API in Softwarelösungen.

Repair & Maintenance Information ist ein Lizenzprodukt mit OEM-Daten für Fahrzeugwartung und -reparatur.

Functions on Demand Data zeigt verfügbare und aktivierte Fahrzeugfunktionen an.

Fleet Interface Data optimiert Fahrzeugflotten durch statische und dynamische Daten.

Local Hazard Information liefert Echtzeit-Daten zu lokalen Gefahren für mehr Verkehrssicherheit.

Traffic Data optimiert Navigationsdienste durch aktuelle Verkehrsdaten.

Pay as you drive bietet Kfz-Versicherungstarife auf Basis der gefahrenen Kilometer.

1.3 Markt- und Wettbewerbsumfeld

Die Automobilindustrie durchläuft bedeutende Veränderungen, die durch Fortschritte in der Fahrzeugkonnektivität, neue Mobilitätsdienstleistungen, den Aufstieg von Elektrofahrzeugen und die Entwicklung autonomer Fahrtechnologien vorangetrieben werden. Diese Trends führen zu einer erheblichen Zunahme der Datennachfrage und zur Entstehung neuer Geschäftsmodelle, die auf der Nutzung dieser Daten basieren.

Die Größe des Data-as-a-Service-SAM-Marktes von VW GIS wird für 2024 auf 65 Mio. EUR geschätzt und ist in den vergangenen Jahren mit 12,4 % p. a. gewachsen.

Zunehmende Fahrzeugkomplexität und -preise aufgrund des wachsenden Anteils vernetzter Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge treiben kurz- bis mittelfristig die Nachfrage nach statischen Fahrzeuginformationen an, wobei die Wachstumsraten mittel- bis langfristig auf ein moderateres Niveau sinken dürften, wenn der Anteil vernetzter und elektrischer Fahrzeuge steigt.

Es wird hingegen erwartet, dass dynamische Daten das Wachstum in der Zukunft antreiben werden insb. durch folgende Themengebiete:

Vernetzte Fahrzeuge: Seit etwa 2017 sind Konnektivitätsfunktionen in neueren Fahrzeuggenerationen zunehmend Standard, insbesondere in höherwertigen Modellen in Europa und den USA.

Telematik: Leasing, Firmen- und Gewerbeflotten, Fahrzeugvermietung sowie Mobilityas-a-Service Angebote führen zu einem steigenden Anteil an Fahrzeugen, die datenbasiert verwaltet werden müssen, um den Fahrzeuglebenszyklus kosteneffizient zu gestalten.

Elektrofahrzeuge (EVs): EVs tragen erheblich zur Datengenerierung bei, indem sie über fortschrittliche Telematik-, Sensor- und Konnektivitätssysteme Informationen wie Batteriestatus, Ladegewohnheiten und Energieverbrauch erfassen.

Autonomes Fahren: Die Weiterentwicklung autonomer Fahrtechnologien basiert auf der kontinuierlichen Sammlung und Analyse umfangreicher Sensordaten. Diese Daten sind entscheidend für die Verbesserung von Fahrzeugdiensten und die Bereitstellung hochwertiger Trainingsdatensätze für autonome Fahralgorithmen.

Steigende Fahrzeugpreise und -komplexität: Die erweiterten technischen Fähigkeiten und die Konnektivität moderner Fahrzeuge führen zu einer erhöhten Komplexität bei Reparatur und Wartung. Diese Komplexität erfordert einen häufigeren Zugriff auf detaillierte Fahrzeuginformationen, wie z. B. Fahrgestellnummern (VINs), durch Werkstätten und verwandte Parteien.

Regulatorische Compliance: Mit zunehmender Vernetzung der Fahrzeuge implementieren Regierungen weltweit strengere Vorschriften in Bezug auf Datenschutz, Datenzugriff, Datenverwaltung, Emissionen und Fahrzeugsicherheit.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Geschäftsverlauf

In der Automobilindustrie verstärkt sich der Trend zur Integration datengetriebener Geschäftsmodelle & Services. Die Bündelung, Integration und Kommerzialisierung einer Vielzahl von Fahrzeugdaten relevanter Konzerntöchter durch die VW GIS wird als Wettbewerbsvorteil für den Volkswagen Konzern angesehen.

Die VW GIS konnte im Geschäftsjahr 2024 ihre Marktposition insbesondere im Segment statischer Datenprodukte für Kunden im Bereich Werkstätten sowie Handel und Importeure weiter ausbauen und erzielte insgesamt eine Umsatzsteigerung von 124 % gegenüber dem Vorjahr.

Zu den wichtigsten Entwicklungen im Berichtsjahr zählten:

Übernahme weiterer Datenprodukte „Repair & Maintenance Information“, „Diagnostics Data“

Go-Live des Produktes „,Fleet Data Interface"

Konzernentscheid für die Implementierung des „EU Data Act Projektes“ zur Sicherstellung regulatorischer Anforderungen durch die VW GIS und CARIAD

Insgesamt belaufen sich die Umsatzerlöse externer Geschäftspartner auf 26,8 Mio. EUR. Diese sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 78 % angestiegen.

In Abgrenzung dazu werden Umsatzerlöse für die Erfüllung europäischer und nationaler Regulationsanforderungen für den Volkswagen Konzern betrachtet. Diese umfassten im Berichtsjahr 8,7 Mio. EUR und wurden seitens Konzerntöchtern an die VW GIS transferiert.

Der Geschäftsbetrieb der Volkswagen Group Info Services erzielt ein negatives Ergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung von 11,2 Mio. EUR. Damit liegt das Ergebnis mit 2,1 Mio. EUR über den Erwartungen was einer Verbesserung von 7,9 Mio. EUR ggü. Vorjahr entspricht. Das Ergebnis vor Steuern wird im Rahmen der Ertragslage ausführlich erläutert.

2.2 Finanzlage

Den kurzfristig fälligen Verpflichtungen standen immer ausreichende Vermögenswerte entsprechender Fristigkeit gegenüber, somit war die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft jederzeit gegeben. Zum 02. Dezember 2022 wurde der VW GIS eine Konzernkreditlinie in Höhe von 10 Mio. EUR gewährt. Diese wurde zu keinem Zeitpunkt im Geschäftsjahr 2024 in Anspruch genommen. Die Gesellschaft ist am VW Cash Pool angeschlossen, der dazu genutzt wird, die im Jahresverlauf auftretenden planmäßigen Schwankungen auszugleichen.

Darüber hinaus bestehen noch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte und verbundene Unternehmen (Restlaufzeit bis 1 Jahr) in Höhe von 12,1 Mio. EUR, die zeitnah die Forderungen aus dem Volkswagen Cash Pool erhöhen werden.

Die finanzielle Situation des Unternehmens war im Berichtsjahr stabil. Die Eigenkapitalquote lag bei 34 %, wodurch die langfristige Finanzierung gesichert ist. Der operative Cashflow betrug 7,9 Mio. EUR am 31. Dezember 2024 und reflektiert eine positive Entwicklung aus dem laufenden Geschäftsbetrieb.

2.3 Vermögenslage

Das Gesamtvermögen der Gesellschaft belief sich auf 32,3 Mio. EUR. Wesentliche Bilanzpositionen sind:

Umlaufvermögen: 31,2 Mio. EUR (97 % des Gesamtvermögens)

Verbindlichkeiten: 7,8 Mio. EUR (24 % des Gesamtvermögens)

Die Liquiditätsreserven sind ausreichend, um den laufenden Geschäftsbetrieb zu finanzieren und zukünftige Investitionen zu tätigen.

Das Eigenkapital verbleibt, bedingt durch die Aufwendungen aus dem Ergebnisabführungsvertrag, mit 11,1 Mio. EUR unverändert auf dem Niveau des Vorjahres. Die Rückstellungen betragen 12,0 Mio. EUR (Vorjahr 13,0 Mio. EUR), wobei diese im Wesentlichen für ausstehende Lieferantenrechnungen und ausstehende Umsatzallokationen an die VW Markentöchter gebildet wurden.

Die Verbindlichkeiten betragen 7,8 Mio. EUR. Dabei bestehen die Verbindlichkeiten im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 5,5 Mio. EUR, Restlaufzeit bis 1 Jahr (Vorjahr 4,2 Mio. EUR davon 3,8 Mio. EUR aus Lieferung und Leistungen). Der Steigerung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultiert maßgeblich aus den höheren externen Umsätzen, die anteilig an Konzerntöchter allokiert werden. Der Fortbestand der Gesellschaft ist durch diesen finanziellen und den unternehmensvertraglichen Rückhalt bei der Muttergesellschaft sowie die Einbindung in das Cash-Pooling des Volkswagen Konzerns gesichert.

2.4 Ertragslage

Die Umsatzerlöse beliefen sich im Berichtsjahr auf 35,5 Mio. EUR (124% Wachstum im Vergleich zum Vorjahr). Das Ergebnis vor Steuern und Ergebnisabführung betrug -11,2 Mio. EUR, was einer Verbesserung gegenüber Vorjahr von 41 % entspricht.

Die drei größten Kostenpositionen umfassen:

(1)

Materialaufwand in Form von Lizenzgebühren & Weiterbelastungen in den Konzern (anteilige Umsatzallokation an die VW Konzern Marken durch Lizensierung der Fahrzeugdaten) in Höhe von 22,6 Mio. EUR.

(2)

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Höhe von 19,0 Mio. EUR erbracht worden und umfassen im Wesentlichen erbrachte Leistungen externer Geschäftspartner insbesondere in den folgenden Bereichen:

a.

Entwicklung von Daten Infrastrukturen für Data Hub und Produkte

b.

Projektmanagement und Implementierung

c.

Marketing- und Vertriebskosten

d.

Betrieb und Kundensupport

e.

Sowie rechtliche Beratung zu oben genannten Themengebieten

(3)

Der Aufwand aus Personalgestellung ist mit 5,4 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr um 7 % (Vorjahr 5,8 Mio. EUR) gesunken. Diese Entwicklung korreliert mit der Rahmenbedingung, dass die Gesellschaft nicht befähigt wurde durch den Aufbau interner Ressourcen externe Umfänge zu internalisieren. Auch in diesem Jahr wurde weiterhin auf die bewährte Zusammenarbeit mit Fremddienstleister zurückgegriffen, um durch externe Kräfte die unternehmerischen Ziele sicherzustellen.

2.5 Zusammengefasste Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Das bestehende Geschäft im Bereich der statischen Fahrzeugdaten konnte im Berichtsjahr gefestigt und signifikant erweitert werden. Dabei trugen einerseits die Übernahme weiterer Datenprodukte aus den Konzernmarken sowie gezielte Optimierungsmaßnahmen und eine hohe operative Leistungsfähigkeit zur positiven Entwicklung bei.

Insgesamt ist das Unternehmen finanziell stabil aufgestellt und blickt aufgrund bisher ungenutzter Potentiale im Bereich der dynamischen Daten und Flottendaten optimistisch auf die kommenden Geschäftsjahre.

3. Chancen-, Risikobericht und Prognose

3.1 Chancen- und Risikobericht

Die Volkswagen Group Info Services AG (VW GIS) ist mit ihrer Geschäftstätigkeit vollständig in der Automobilwirtschaft verankert. Als Konzernunternehmen der VW AG (Tochter der CARIAD SE) ist sie vollständig im Besitz eines Automobilherstellers, zugleich spricht sie mit ihren Fahrzeugdaten- und Supply-Chain-basierten Produkten Kunden im Automobilnahen Umfeld an (wie u. a. Werkstätten und Versicherungen). Diese Verwurzelung im Automobilsektor ist für die VW GIS Chance und Risiko zugleich. Während der Data as a Service Markt der VW GIS in den kommenden Jahren weiterhin wachsen wird, durchschreitet die gesamte Automobilindustrie, darunter auch der Volkswagen-Konzern, eine herausfordernde Zeit. Dies wirkt sich potenziell auch auf die Geschäftstätigkeiten der VW GIS aus.

Die VW GIS strebt ein kontinuierliches Umsatz- und Ergebniswachstum an. Die Zielerreichung ist jedoch auch maßgeblich von Einflussfaktoren innerhalb des Konzerns abhängig. Hierzu zählen Projektrisiken bei der gemeinsamen Umsetzung neuer Produkte zwischen VW GIS, Marken und CARIAD. Eine Verzögerung dieser Produktentwicklungen, beispielsweise durch personelle Kapazitätsengpässe oder Re-Priorisierungen bei Marke oder CARIAD, kann einen negativen Einfluss auf die zukünftigen Umsatzpotenziale der VW GIS haben. Gleiches gilt für die zeitgerechte Implementierung deutscher bzw. europäischer Regularien, welche bei verzögerter Umsetzung die Vermarktung von Daten einschränken und Umsatzziele der VW GIS gefährden können.

Um negative Einflüsse auf die Umsatzentwicklung zu vermeiden, engagiert sich die VW GIS umfassend in einer proaktiven Projektsteuerung sowie einer engmaschigen Abstimmung mit der CARIAD und den Konzernmarken. Zudem erfolgt ein Projektrisikomanagement mit regelmäßigem Reporting an das Board-of-Management, sowie die strukturierte Risiko-Erfassung und -Monitoring im konzernweiten Risiko- Quartals-Prozess.

Neben Projektrisiken sieht sich die VW GIS auch mit Personal-Risiken konfrontiert. Als Unternehmen mit ehrgeizigen Wachstumszielen benötigt die VW GIS Zugriff auf die notwendigen Kapazitäten, um die Vertriebsanstrengungen, aber auch anhängige Tätigkeiten im Sektor Customer Support, Produktentwicklung und Finanz zu bewältigen. Zugleich sind die Möglichkeiten zum Personalaufbau aufgrund der generell angespannten Lage in der Automobilbranche stark eingeschränkt. Als Tochterunternehmen der CARIAD kann nur sehr begrenzt angeworben werden. Insbesondere Engpässe im Vertriebsteam der VW GIS führen dazu, dass die vorhandene Nachfrage für bestehende Produkte nicht vollständig gehoben werden kann. Es besteht das Risiko, dass das volle Potenzial der Geschäftsentwicklung der VW GIS nicht ausgeschöpft wird.

Darauf reagierte das Unternehmen mit einer Verstärkung des Vertriebsteams durch konzerninterne Kooperation. Die Erfolge dieser Zusammenarbeit werden in Vertragsabschlüssen im Geschäftsjahr 2025 und Fortfolgenden erwartet, weshalb die VW GIS in der Prognose ihres Umsatzwachstums weiterhin optimistisch bleibt. Weitere strategische Handlungsoptionen, das Wachstum der Gesellschaft zu unterstützen, werden innerhalb des Konzerns aktiv erarbeitet.

Generell kann das Unternehmen auf eine stabile Mitarbeiterstruktur mit verhältnismäßig geringer Fluktuation zurückschauen, was sowohl für die positive wirtschaftliche Perspektive des Unternehmens wie auch für gute Arbeitsbedingungen spricht.

Beide zuvor genannten Risiko-Dimensionen, Projekt- und Personalrisiken, können potenziell die Verzögerung der Einführung neuer Produkte (Projektrisiken) bzw. mangelnden Vertriebs-Druck zur Anwerbung neuer Kunden (Personalrisiken) zur Folge haben. In der Folge läuft die VW GIS Gefahr, in den Umsatzkategorien der neuen Produkte und der neuen Kunden die eigenen Ziele zu unterlaufen.

Akute Liquiditätsrisiken sind für die VW GIS nicht zu erwarten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Cashflow des Unternehmens überwiegend positiv (in 10 von 12 Monaten), was gleichermaßen auch für das Geschäftsjahr 2025 erwartet wird. Zur flexiblen Reaktionsmöglichkeit auf eventuelle kurzfristige Finanzierungserfordernisse steht der VW GIS zudem im Rahmen der Einbindung in den Volkswagen Konzern eine Kreditlinie zur Verfügung, welche für das Jahr 2025 unverändert bis zu 10 Mio. EUR betragen wird.

Die positive finanzielle Entwicklung des Unternehmens wird durch günstige Rahmenbedingungen des Gesamtmarktes gestützt. (siehe 1.3 Markt und Wettbewerbsumfeld)

Der Markt für Fahrzeug Datenlizensierung wird voraussichtlich weiterhin im geringen zweistelligen Bereich pro Jahr wachsen. Während nicht vernetzte Fahrzeuge zusehends aus der aktiven Fahrzeugflotte ausscheiden, wächst die Zahl der vernetzten Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns kontinuierlich an.

Durch treffsichere Vertriebsaktivitäten wird es das vorrangige Ziel sein, die vorhandene Nachfrage für die Produkte der VW GIS zu bedienen und die damit verbundenen Umsätze zu heben. Die VW GIS hat, insbesondere mit Blick auf dynamische Fahrzeugdaten, ein großes Potenzial an neuen Produkten und Wachstum, was zugleich die Umsatzanteile für neue Produkte signifikant steigern wird.

Eine weitere Chance für signifikantes Wachstum liegt in der weiteren Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten über Europa hinaus. Auch das Mandat zur Kommerzialisierung der Anfragen im Rahmen des EU Data Act bietet Spielraum für weitere Wachstumsimpulse in den kommenden Jahren.

3.2 Erwartete Entwicklung des Unternehmens

Für das kommende Geschäftsjahr wird für die Volkswagen Group Info Services AG ein anhaltendes Wachstum erwartet. Sollte sich die Nachfrage weiterhin positiv entwickeln, wäre ein Umsatzwachstum von bis zu 30 % vorstellbar. Die zugrundeliegenden Leistungsindikatoren liegen insbesondere in der Skalierung des Produktportfolios auf neue Kunden, dem organischen Wachstum des Marktes sowie der Implementierung des „EU Data Act Projektes“ zur Sicherstellung regulatorischer Anforderungen durch die VW GIS und CARIAD.

Die Gesellschaft erwartet für das kommende Geschäftsjahr ein im Vergleich gegenüber 2024 negativeres Ergebnis vor Steuern von 14,4 Mio. EUR.

Die zunehmende Digitalisierung der Automobilbranche sowie die steigende Nachfrage nach vernetzten Fahrzeuglösungen treiben die Nachfrage nach umfassenden Datenprodukten weiter voran.

Das Unternehmen plant, seine Marktposition durch die Erweiterung des Datenprodukt- Portfolios und den Ausbau strategischer konzerninterner Partnerschaften weiter zu stärken. Besonders durch die Implementierung des EU Data Acts, im Bereich der Internationalisierung und im intelligenten Flottenmanagement wird mit einer steigenden Kundennachfrage gerechnet.

Gleichzeitig wird das Geschäft durch die Automatisierung von Prozessen weiter optimiert und effizienter gestaltet. Der verstärkte Einsatz von automatisierten Datenverarbeitungssystemen soll die Skalierbarkeit nachhaltig verbessern, Kosten reduzieren und die angespannte Personaldecke entlasten.

Die Gesellschaft sieht sich durch ihre klare Geschäftsstrategie, Vernetzung innerhalb des VW Konzerns und starke Kundenbindung gut aufgestellt, um zukünftiges Wachstum nachhaltig zu sichern.

 

Wolfsburg, den 31. März 2025

Patricia Stich

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