Voltabox AG

Paderborn

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Vorwort

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, verehrte Kunden und Geschäftspartner, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

um einen vollständigen Blick auf die wirtschaftliche Verfassung eines Unternehmens zu erhalten, reicht häufig der Blick auf den Konzernabschluss nicht aus. Ausgehend von diesem betriebswirtschaftlichen Theorem möchte ich im Folgenden Ihren Blick auf aus unserer Sicht zwei wesentliche Feststellungen zur Beurteilung unserer Entwicklung lenken:

Einerseits entsprechen die Ergebnisse zum 1. Halbjahr 2022 unseren Erwartungen. Die Produktion ist nunmehr verlagert und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung erstmals seit nunmehr fast einem Jahr wieder aktiv. Damit nimmt die Voltabox AG wieder ab Mitte des dritten Quartals mit der Fertigung von Produkten am Markt teil. Im Jahr 2022 werden wir sowohl auf der LTO- als auch auf der NMC-Linie Batteriemodule produzieren, ab 2023 folgt voraussichtlich eine LFP-Linie. Darüber hinaus befinden wir uns gemeinsam mit unserem Produktionspartner in der Planung für die Errichtung einer LFP-Rundzellenanlage.

Zudem haben wir mit der Gründung der GreenCluster GmbH eine zweite Business Unit geschaffen, die künftig zu einem rentablen Geschäftsmodell beitragen wird. Das Geschäft mit Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern zur Zwischenspeicherung von Solarenergie sowie der Konzeption und Umsetzung von Energienutzungsmodellen läuft für uns sehr gut an. Der Auftragsbestand wächst kontinuierlich. Das Geschäft von GreenCluster bringt uns bereits im laufenden Jahr gute Erlöse und positive Margen. Das Thema Energiewende und -sicherheit ist in diesen Tagen in aller Munde. Ich bin überzeugt, dass wir somit einen noch größeren Beitrag zur Energiewende leisten als ohnehin schon. Und ich weiß, dass wir an GreenCluster noch viel Freude haben werden.

Wir freuen uns, dass wir unsere wichtigen Kunden nicht verloren haben. Sie standen in einer schweren Zeit an unserer Seite. So haben unsere Bestandskunden erstmals auch neue Bestellungen platziert. Ein besonderer Dank gilt ebenfalls unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bei unserer Größe ist ihr persönlicher Einsatz von großer Bedeutung. Gleichzeitig wachsen wir erfreulich. Wir sind in der Lage, die offenen Positionen zu besetzen. Als positiv erachte ich, dass frühere Weggefährten wieder Lust auf Voltabox haben und unsere dynamische und positive Arbeitsweise schätzen.

Vor dem Hintergrund der gegenläufigen Entwicklungen einer weiterhin schwierigen Beschaffungssituation für die Belieferung unserer Kunden und der sehr guten Auslastung bei GreenCluster gehen wir davon aus, dass sich unser Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr von 2,5 Mio. Euro zu einem nicht unerheblichen Teil auch aus GreenCluster-Erlösen zusammensetzen wird. Mit Blick auf die volatile Situation auf den Einkaufsmärkten erwarten wir zunächst weiterhin, auch die EBITDA-Prognose von -2,5 Mio. Euro zu erreichen. Der Free Cashflow bleibt entsprechend unverändert und wird dementsprechend voraussichtlich geringer als -2,5 Mio. Euro ausfallen.

Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, möchte ich das gleiche mit auf den Weg geben, das ich schon während unserer ordentlichen Hauptversammlung im Juni betont habe: Rechnen Sie mit uns! Ich weiß, dass ein Ausbau des Investments in Voltabox momentan viel verlangt ist. Ich appelliere daher an Sie, dass Sie uns im Blick behalten und nicht nur auf den IST-Zustand schauen, sondern auch das in Ihre Evaluation der Voltabox AG einbeziehen, was wir in unserer schwierigen Situation in den zurückliegenden Monaten erreicht haben.

Ihr

Patrick Zabel

Hello again mit dem Kapitalmarkt

Voltabox auf der Frühjahrskonferenz in Frankfurt

Vom 23. bis 25. Mai 2022 nahm Voltabox am EquityForum in Frankfurt am Main teil - dieses fand nach drei Jahren erstmals wieder vorrangig im Präsenzformat statt. Knapp 120 börsennotierte Unternehmen aus dem Small und Mid-Cap Bereich präsentierten sich bei der Kapitalmarktveranstaltung gegenüber ca. 700 Teilnehmern wie Investoren, Analysten und Finanzjournalisten. Auch Voltabox-CEO Patrick Zabel stellte sich den Fragen und gab im Rahmen einer Präsentation einen Überblick über die inhaltlichen Schwerpunkte bei der Strategieentwicklung. Die nächste Veranstaltung dieser Art steht für Voltabox vom 28. bis 30. November im Kalender. Dann trifft sich ebenfalls in Frankfurt die Kapitalmarkt-Community beim Eigenkapitalforum als bedeutendster Kapitalmarktveranstaltung hierzulande.

Unter neuen Vorzeichen den Blick nach vorne richten

Ordentliche Hauptversammlung 2022

Am 22. Juni 2022 hielt die Voltabox AG ihre ordentliche Jahreshauptversammlung ab - vor dem Hintergrund der weiterhin gegebenen Risiken und der unklaren weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie erneut virtuell. CEO Patrick Zabel erläuterte bewusst prägnant den aktuellen Stand der Unternehmensentwicklung, um dann ausführlich auf die eingereichten Fragen der Aktionäre und Aktionärsvertreter einzugehen. Hier nahm der Vorstand mit offenen und direkten Worten Stellung zur aktuellen Lage der Gesellschaft und, soweit möglich, zu den Perspektiven. Im Rahmen der Hauptversammlung standen Beschlussfassungen über die Wahl eines neuen Abschlussprüfers bzw. Konzernabschlussprüfers sowie über die Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals auf Tagesordnung. Sämtlichen Tagesordnungspunkten der Hauptversammlung stimmte das zu rund 41 % vertretene Grundkapital mit der notwendigen Mehrheit zu.

Milestone reached - ready for restart

Successful transfer of production

Exakt 445 Kilometer liegen zwischen Delbrück und dem sächsischen Freiberg. Über diese Strecke sind die Produktionslinien von Voltabox im letzten halben Jahr verlagert worden - eine logistische Herausforderung über sechs Bundesländer. Aber der Kraftakt hat sich gelohnt. Denn in Kürze wird die ausgelagerte Fertigung für Batteriesysteme wieder ihren Betrieb aufnehmen können. Die frühere Produktionshalle des einstigen deutschen Vorzeigeunternehmens Solarworld ist das neue Zuhause der Voltabox-Produktion.

220.000 qm groß ist das Grundstück.

Die Halle umfasst 42.000 qm, fast sechs Fußballfelder. Das Joint Venture von Jungheinrich und Triathlon produziert hier Gabelstapler-Batterien in hohen Stückzahlen. Jetzt kommen die Hochvolt-fähigen Batteriesystem von Voltabox hinzu. Los geht es zunächst mit der Linie für LTO-Zellen, mit der Module insbesondere für Busbatterien gefertigt werden können. Noch in diesem Jahr wird auch die NMC-Linie einsatzbereit sein und die Lieferfähigkeit von Voltabox weiter erhöhen. Die Produktion von LFP-Modulen wird dann voraussichtlich ab dem kommenden Jahr möglich sein. Damit schließt Voltabox einen weiteren Abschnitt seines Neustarts erfolgreich ab.

Am grünen Puls der Zeit

Gründung der GreenCluster GmbH

Mit der Gründung der GreenCluster GmbH im Mai 2022 betrat Voltabox neue Pfade.

Auf Basis einer umfassenden Marktanalyse entschied sich Voltabox für den Einstieg in das boomende Geschäft mit Photovoltaikanlagen. Und schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass dieser Schritt voll aufgeht. Die Nachfrage nach den "Alles aus einer Hand"-Lösungen von GreenCluster ist überwältigend - die Herausforderung besteht demnach nicht in der Auftragsgewinnung, sondern vielmehr in der Beschaffung von Material und Komponenten. Das Team um Geschäftsführer Alwin Derksen hat alle Hände voll zu tun.

Wie in vielen anderen Betrieben, bei denen Techniker und Handwerker gefragt sind, gilt auch für ihn: Stellen ausschreiben, Bewerbungsgespräche führen und den Kandidaten den Job bei einem aufstrebenden, dynamischen Unternehmen schmackhaft machen. Mit der neuen Website www.green-cluster.de soll die Ansprache von Interessenten und Kunden noch weiter angekurbelt werden. GreenCluster hat einen echten Blitzstart hingelegt.

Geschäftsverlauf

Das erste Halbjahr ist entsprechend der Erwartungen der Gesellschaft verlaufen. Gemäß der Kommunikation des Vorstands seit Ende des vergangenen Geschäftsjahres stand der Geschäftsverlauf der Voltabox AG in diesem Zeitraum unter dem besonderen Eindruck der massiven Störungen in den Lieferketten und damit besonderer Herausforderungen bei der Beschaffung von Komponenten für die Produktion. Insofern hat die Gesellschaft das erste Halbjahr im Rahmen der zuletzt kommunizierten qualitativen Erwartungshaltung abgeschlossen.

Der Umsatz in Höhe von 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 3,4 Mio. Euro) geht ausschließlich auf Erlöse im Rahmen des Servicegeschäfts zurück. Dabei standen in den ersten sechs Monaten die Verlagerung und der Wiederaufbau der Produktion sowie die Entwicklung einer Strategie für die Neuausrichtung des Unternehmens im Vordergrund der Aktivitäten. Die Fertigung konnte erwartungsgemäß aufgrund nicht verfügbarer Teile bzw. gestörter Lieferketten noch nicht wieder anlaufen. Entsprechend war das Geschäftsvolumen von Voltabox in den Monaten Januar bis Juni stark reduziert. Die Gesellschaft hat in dieser Zeit umfassende Marktsondierungen vorgenommen und Vorbereitungen getroffen, um im zweiten Halbjahr die Fertigung wieder aufnehmen zu können. Die beschaffungsseitigen Rahmenbedingungen für die Produktion von Batteriesystemen gestalten sich gleichwohl weiterhin herausfordernd. Durch die Neugründung der Tochtergesellschaft GreenCluster ist Voltabox in ein zusätzliches, weniger stark von den globalen Lieferkettenproblemen abhängiges Geschäftsfeld eingetreten. Insbesondere im zweiten Quartal haben der Aufbau dieses Business, die Schaffung der notwendigen Strukturen, die Professionalisierung des Einkaufs sowie insbesondere der Ausbau der Vertriebsaktivitäten die operative Entwicklung des Unternehmens geprägt. Speziell bei der Neukundengewinnung und der Entwicklung des Außenauftritts hat Voltabox mit GreenCluster signifikante Fortschritte erzielt.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage des Voltabox-Konzerns

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen in den ersten sechs Monaten rund 0,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1,8 Mio. Euro) und gehen im Wesentlichen auf Personalgestellungen zurück. Aufgrund der stark rückläufigen Geschäftsaktivitäten sind die umsatzbezogenen Kosten, insbesondere der Materialaufwand, im Vorjahresvergleich ebenfalls zurückgegangen. Die Materialeinsatzquote (ermittelt aus dem Verhältnis Materialaufwand zu Umsatz und Bestandsveränderung) ist durch den hohen Anteil an Serviceumsätzen am Gesamtumsatz positiv beeinflusst und beläuft sich auf 31,3 % (Vorjahr: 56,6 %). Damit ergibt sich für das erste Quartal ein Rohertrag in Höhe von 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,3 Mio. Euro). Der Personalaufwand betrug im Berichtszeitraum infolge des abgeschlossenen Abbaus an Ressourcen im Rahmen der umfassenden Reorganisation nur noch 0,5 Mio. Euro (Vorjahr: 3,8 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen summierten sich auf rund 1,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) und sind vor allem durch IT-Kosten im Rahmen einer ERP-Systemumstellung, Kosten einer Kapitalerhöhung und die Erfassung von Gewährleistungsrückstellungen bedingt.

Damit reduzierte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf -1,4 Mio. Euro (Vorjahr: -1,9 Mio. Euro), was einer infolge des geringen Umsatzvolumens außerordentlichen EBITDA-Marge von -513,6 % entspricht (Vorjahr: -55,4 %). Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von rund 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) sind im Rahmen der Planung vorgenommen worden. Diese umfassen die verbleibenden Sachanlagen, den Fuhrpark und Equipment. Entsprechend ergibt sich ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -1,7 Mio. Euro (Vorjahr: -4,0 Mio. Euro), das in einer EBIT-Marge von -611,0 % (Vorjahr: -118,0 %) resultiert.

Nach einem unwesentlichen, negativen Finanzergebnis und weiterhin ausbleibenden steuerlichen Effekten beträgt auch das Konzernergebnis für das erste Halbjahr -1,7 Mio. Euro (Vorjahr: -4,3 Mio. Euro). Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von -0,11 Euro (Vorjahr: -0,11 Euro).

Vermögenslage des Voltabox-Konzerns

Die Vermögenswerte des Voltabox-Konzerns sind zum Bilanzstichtag vor allem infolge der weiteren Reduktion der kurzfristigen Vermögenswerte auf 4,5 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 5,7 Mio. Euro) gesunken.

Die langfristigen Vermögenswerte blieben mit 1,6 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1,6 Mio. Euro) unverändert. Weiterhin setzen sich diese fast ausschließlich aus den Finanzanlagen in Höhe von 1,4 Mio. Euro zusammen, die die Beteiligung an der ForkOn GmbH umfassen.

Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen auf 2,9 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 4,1 Mio. Euro) zurück. Dies ist im Wesentlichen auf die weitere Reduzierung der sonstigen Vermögenswerte auf 0,2 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2,4 Mio. Euro) zurückzuführen, die im Wesentlichen aus Forderungen aus Unternehmenstransaktionen resultieren, die derzeit zwecks Vermeidung von Negativzinsen nicht eingefordert wurden. Die Vorräte sind nach der im ersten Quartal abgeschlossenen vollständigen Veräußerung der Altbestände nunmehr wieder in kleinem Umfang im Zuge der schnellen Ausweitung des GreenCluster-Geschäfts aufgebaut worden. (31. Dezember 2021: 0,1 Mio. Euro). Gegenläufig erhöhten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 0,6 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 0,2 Mio. Euro). Die flüssigen Mittel betrugen zum Ende der Berichtsperiode 0,6 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 0,4 Mio. Euro).

Die (kurzfristigen) Rückstellungen und Verbindlichkeiten verringerten sich auf 2,3 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 4,0 Mio. Euro). Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den um rund 1,4 Mio. Euro reduzierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (31. Dezember 2021: 1,8 Mio. Euro), die nunmehr knapp 0,5 Mio. Euro betragen. Die kurzfristigen Leasing-Verbindlichkeiten konnten im ersten Halbjahr nahezu vollständig zurückgeführt werden (31. Dezember 2021: 0,3 Mio. Euro). Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind indessen leicht angestiegen auf 1,2 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1,1 Mio. Euro), während die sonstigen Rückstellungen zum Bilanzstichtag 0,7 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 0,8 Mio. Euro) betrugen.

Das Eigenkapital des Voltabox-Konzerns lag infolge der Kapitalerhöhung im ersten Quartal zum Bilanzstichtag bei 2,1 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1,7 Mio. Euro).

Finanzlage des Voltabox-Konzerns

Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit hat sich im Berichtszeitraum auf -1,5 Mio. Euro (Vorjahr: -0,1 Mio. Euro) reduziert. Wesentliche Ursachen sind das negative Ergebnis, um rund 1,9 Mio. Euro geringere Abschreibungen sowie die Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und anderen Passiva um 7,3 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte sich der Wegfall von sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen aus - stattdessen wurden in sehr geringem Maße nicht zahlungswirksame Erträge generiert. Darüber hinaus wurden um 2,9 Mio. Euro geringere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie um 0,7 Mio. Euro geringere Vorräte erfasst. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit setzt sich nahezu ausschließlich aus CAPEX-Investitionen in Sachanlagen in Höhe von rund 0,2 Mio. Euro (Vorjahr 0,0 Mio. Euro) zusammen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: -0,9 Mio. Euro) ist im Wesentlichen geprägt durch die Zuflüsse aus der Kapitalerhöhung. Auszahlungen für die Tilgung von Leasing-Verbindlichkeiten betrugen rund 0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro). Gegenläufig wirkten die Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro). Entsprechend ergibt sich ein Free Cashflow von -1,7 Mio. Euro (Vorjahr: -0,8 Mio. Euro). Der Finanzmittelbestand verringerte sich zum Bilanzstichtag im Vorjahresvergleich leicht auf 0,6 Mio. Euro (Vorjahr: 0,7 Mio. Euro).

Steuerungssystem

Der Vorstand der Voltabox AG unterzieht seine Strategie einem regelmäßigen Abgleich mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung. Im Rahmen von Zielgesprächen werden auf Managementebene die daraus resultierenden Folgeaktivitäten festgelegt sowie optimierende Maßnahmen oder grundlegende Richtungsänderungen eingeleitet.

Die Voltabox AG verfügt über ein Planungs- und Kontrollsystem. Dies beinhaltet unter anderem ein kontinuierliches Controlling der Monats- und Jahresplanungen. Der Vorstand sowie der Aufsichtsrat der Voltabox AG erhalten auf der Grundlage einer regelmäßigen Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung ein ausführliches Reporting. Diese Berichte dokumentieren mögliche Abweichungen von den Plangrößen in einem Soll-Ist-Vergleich und bilden die Basis für unternehmerische Entscheidungen.

Chancen- und Risikobericht

Im den ersten zwei Quartalen des Geschäftsjahres 2022 haben sich im Vergleich zu den im Geschäftsbericht 2021 ausführlich unter "Chancen- und Risikobericht" beschriebenen Chancen und Risiken in Bezug auf die Geschäftsaktivitäten im Bereich Industriebatterien & Elektromobilität keine wesentlichen Änderungen ergeben. Durch die Neugründung der GreenCluster GmbH und den damit verbundenen Einstieg in den Handel und die Installation von Haus- und Anlagentechnik im Bereich der Energieversorgung, insbesondere Photovoltaikanlagen und Energiespeicher, haben sich jedoch neue Chancen für Voltabox ergeben. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und dem stärker werdenden Handlungsdruck für die Politik, die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen, erfährt die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen derzeit einen starken Schub - sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. So hält das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in einer jüngst vorgelegten Kurzstudie fest, dass "das Wachstum bei den Aufdachanlagen bis 30 Kilowatt sowie der Zuwachs bei den PV-Heimspeichern" zu den wichtigsten Trends zähle. Der Abbau regulatorischer Hürde kurbele die Installation entsprechender Anlagen deutlich an. Risiken beim Ausbau des neuen Geschäftsbereichs bestehen insbesondere in den aktuell geltenden Herausforderungen der Materialbeschaffung sowie der ausreichenden Rekrutierung von Handwerkern bzw. Monteuren.

Ausbau der Leistung von solarer Strahlungsenergie in Megawatt [MW]

Quelle: Bundesnetzagentur -

EE-Statistik MaStR BNetzA - Juni 2022 (Stand 21.07.2022).xlsx (bundesnetzagentur.de)

Fraunhofer ISE Studie 2021

Installierte Leistung fluktuierender Erneuerbarer Energien (fEE) zur Stromerzeugung, Szenario Referenz

Quelle: Fraunhofer ISE - Energy-Charts.info

Der Geschäftsbericht 2021 mit dem ausführlichen Chancen- und Risikobericht ist im Internet unter www.voltabox.ag in der Rubrik Investor Relations /​ Konzernjahresfinanzbericht verfügbar.

Prognosebericht

Im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021 hat der Vorstand die wesentlichen Faktoren für die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 erläutert. Die Prognose zur Geschäftsentwicklung der Voltabox AG ist weiterhin in hohem Maße davon abhängig, wie schnell im Geschäftsjahr 2022 neue Geschäftsmodellansätze implementiert werden können. Zudem war durch Liquiditätsengpässe und erhebliche Engpässe am Weltmarkt die Materialverfügbarkeit erheblich begrenzt. Die im Rahmen des Geschäftsbericht 2021 aufgestellte Prognose basierte auf vorliegenden Bestellungen aus den Bereichen Bus sowie Bau- und Landmaschinen, bei denen die Gesellschaft davon ausging, diese im laufenden Geschäftsjahr realisieren zu können. Mit der Gründung von GreenCluster und dem damit einhergehenden Aufbau des Geschäfts mit Photovoltaikanlagen und Energie-Nutzungsmodellen erfolgte eine zunehmende Konzentration auf Umsatzpotentiale in diesem Geschäftsfeld. Der Vorstand geht daher davon aus, dass die Umsatzzusammensetzung im Gesamtgeschäftsjahr 2022 nunmehr zu einem signifikanten Teil von Erlösen aus dem GreenCluster Business geprägt sein wird. Die Gesellschaft erwartet unverändert einen Jahresumsatz von rd. 2,5 Mio. Euro und ein EBITDA von ebenfalls rd. -2,5 Mio. Euro. Der Vorstand ordnet im Geschäftsjahr 2022 das EBITDA-Ziel höherwertiger ein als das Umsatzziel.

Die Prognose für den Free Cashflow ist abhängig von der Strategieentwicklung noch nicht konkretisiert. Der Free Cashflow wird mit weniger als -2,5 Mio. Euro erwartet.

Entwicklung der wesentlichen Leistungsindikatoren:

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In TEUR bzw. lt. Angabe 2021 Seit Jahresbeginn/​ 6 Monate Prognose Geschäftsjahr 2022 Stand: 28. April 2022
Finanzielle Leistungsindikatoren
Konzernumsatz 3.490 272 rd. 2,5 Mio. Euro
EBITDA (Marge) -105,9 % -513,6 % rd. -2,5 Mio. Euro
Freier Cashflow -8.709 -1.729 geringer als -2,5 Mio. Euro

Verkürzter Konzernzwischenabschluss

Konzerngesamtergebnisrechnung

für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2022 (IFRS)

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In TEUR 01.01.- 30.06.2022 01.01.- 30.06.2021 01.04.- 30.06.2022 01.04.- 30.06.2021
Umsatzerlöse 272 3.380 64 875
Sonstige betriebliche Erträge 666 1.787 323 75
Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 0 749 0 1.105
Andere aktivierte Eigenleistungen 0 678 0 242
Gesamtleistung 938 6.594 387 2.297
Materialaufwand -85 -2.336 -5 -796
Rohertrag 853 4.258 382 1.501
Personalaufwand -494 -3.765 -294 -1.858
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -265 -2.116 -109 -1.053
Sonstige betriebliche Aufwendungen -1.756 -2.367 -227 -1.280
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -1.662 -3.990 -248 -2.690
Finanzerträge 0 0 0 -126
Finanzierungsaufwendungen -42 -285 -26 -36
Finanzergebnis -42 -285 -26 -162
Ergebnis vor Steuern (EBT) -1.704 -4.275 -274 -2.852
Ertragssteuern 0 -55 0 -55
Konzernergebnis -1.704 -4.330 -274 -2.907
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert) -0,10 -0,27 -0,02 -0,18
Ergebnis je Aktie in € (verwässert) -0,10 -0,27 -0,02 -0,18
Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien (unverwässert) 16.952.859 15.825.000 17.407.500 15.825.000
Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien (verwässert) 16.952.859 15.825.000 17.407.500 15.825.000
Konzernergebnis -1.704 -4.330 -274 -2.907
Rücklage aus Währungsumrechnung 0 -1.065 0 393
Gesamtergebnis -1.704 -5.395 -274 -2.514

Konzernbilanz zum 30. Juni 2022 (IFRS)

AKTIVA

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In TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 13 0
Sachanlagen 216 249
Finanzanlagen 1.400 1.400
1.629 1.649
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 24 73
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 597 209
Forderungen gegen nahestehende Personen 1.454 952
Sonstige Vermögenswerte 205 2.432
Flüssige Mittel 599 410
2.879 4.076
Summe Aktiva 4.508 5.725

PASSIVA

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In TEUR 30.06.2022 31.12.2021
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 17.408 15.825
Kapitalrücklage 20.704 20.229
Anteile im Fremdbesitz 5 0
Verlustvortrag -34.334 0
Bilanzverlust -1.702 -34.334
2.081 1.718
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Langfristige Leasing-Verbindlichkeiten 114 11.106
Latente Steuern 0 55
114 11.161
Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Kurzfristige Leasing-Verbindlichkeiten 30 254
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 475 1.846
Sonstige Rückstellungen 656 828
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.152 1.079
2.313 4.007
Summe Passiva 4.508 5.725

Konzern-Kapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2022 (IFRS)

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In TEUR 01.01.- 30.06.2022 01.01.- 30.06.2021
Ergebnis vor Steuern (EBT) -1.702 -4.275
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 265 2.116
Finanzergebnis 0 285
Zunahme (+), Abnahme (-) der anderen Rückstellungen und Pensionsrückstellungen 0 -332
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 7 -1.799
Zunahme (-), Abnahme (+) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, anderer Forderungen und sonstiger Aktiva 1.337 -1.538
Zunahme (-), Abnahme (+) der Vorräte 49 -672
Zunahme (+), Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und anderer Passiva -1.470 5.850
Gezahlte Zinsen 30 236
Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit -1.484 -129
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -232 0
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -13 -678
Erhaltene Zinsen 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -245 -678
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten 0 -26
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 2.058 0
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 114 0
Auszahlungen für die Tilgung von Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen -254 -844
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 1.918 -870
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds 189 -1.677
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 410 2.337
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 599 660

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 01. Januar bis 30. Juni 2022 (IFRS)

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Bilanzgewinn
In TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Anteile von Minderheiten Rücklage aus der Währungsumrechnung Verlustvortrag Konzernergebnis
01. Januar 2022 15.825 20.229 0 0 -34.333 0
Konzernergebnis -1.702
Währungsumrechnung
Veränderungen Konsolidierungskreis 5
sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis 15.825 20.229 5 0 -34.333 -1.702
Kapitalerhöhung 1.582 475
30. Juni 2022 17.407 20.704 5 0 -34.333 -1.702
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In TEUR Gesamt
01. Januar 2022 1.721
Konzernergebnis -1.702
Währungsumrechnung 0
Veränderungen Konsolidierungskreis 5
sonstiges Ergebnis 0
Gesamtergebnis 24
Kapitalerhöhung 2.057
30. Juni 2022 2.081
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Bilanzgewinn
In TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Anteile von Minderheiten Rücklage aus Währungsumrechnung Verlustvortrag Konzernergebnis
01. Januar 2021 15.825 20.229 0 815 -21.496 0
Konzernergebnis -4.330
Währungsumrechnung -1.065
Veränderungen Konsolidierungskreis
sonstiges Ergebnis -1.065
Gesamtergebnis 15.825 20.229 0 -1.065 -21.496 -4.330
Kapitalerhöhung
30. Juni 2021 15.825 20.229 0 -250 -21.496 -4.330
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In TEUR Gesamt
01. Januar 2021 15.373
Konzernergebnis -4.330
Währungsumrechnung -1.065
Veränderungen Konsolidierungskreis 0
sonstiges Ergebnis -1.065
Gesamtergebnis -5.395
Kapitalerhöhung 0
30. Juni 2021 9.978

Finanzkalender 2022

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28. November 2022 Konzernzwischenbericht zum 30. September 2022 - Neun Monate
28. - 30. November 2022 Eigenkapitalforum, Frankfurt am Main

Impressum

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Technologiepark 32

33100 Paderborn /​ Germany

Phone: +49 (0) 5251 693 969 0

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